Nr. 39. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements- Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit bem ,, Sonntags Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Die neue Doppelanleihe. II. Sonntag, den 15. Februar 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. derselben aus den Reihen des Kleinbesitzes in die große ist vom April ab gestattet. Die erste Einzahlung hat bei Kategorie der Besitzlosen. der Zeichenstelle zu erfolgen, während alle späteren Einzahlungen bei Reichsbankstellen stattzufinden haben, deren Wahl für jede einzelne Einzahlung im Belieben des Zeichners steht. Die amtlichen Veröffentlichungen sollen alsbald in ausgedehntester Weise geschehen. So hilft der Staat, die Erekutive der bürgerlichen Gesellschaft, während er die Mittel sucht, dieselbe zu erhalten und zu festigen, eine für ihn werthvolle bürgerliche Der wildgemachte kleinbürgerliche Biedermann setzt Gruppe vernichten. Der Klassenstaat untergräbt sich selbst, fich zur Wehr, er pumpt dem Staat nicht so bereit indem er die Philister deklassirt. Der aus seiner sozialen Man sieht, daß Alles gethan wird, um die Kauflust willig wie früher, und er wird zum Raisonneur. Bietet Stellung herausgedrängte Philister aber ist fertig mit den anzuspornen und die Abwickelung der Geschäfte zu erdie Reichsanleihe zu wenig, so heißt es sich umschauen überlieferten Begriffen der Loyalität, des beschränkten leichtern. Die kleinen Leute, die Vertreter der petite nach besseren Anlagen. In Preußen gewähren die Spar- Unterthanenverstandes, des Kadavergehorsams, der sich in bourgeoisie, sollen herangezogen werden, um dem geldtassen höhere Binsen, als die Staatspapiere; im Jahre Alles fügte, weil er selbst dabei gut fuhr. Der Philister bedürftigen Reich und dem geldbedürftigen Preußen freund1887 3. B. gaben die ständischen und Landgemeinde- Spar- wird proletarisirt, und nun, da ihm der Staat die dünne schaftlichst zu Hilfe zu kommen. Damit verbindet sich ein kassen bis 5, die Kreis- und Amts- Sparkassen und die kapitalistische Epidermis abgezogen hat, muß er anderer Kunstgriff, der durchaus zu billigen ist, die AbProvinzial- und die städtischen Sparkassen bis 4, die hinab zu den Lazarusschichten des den Lazarusschichten des Volkes, muß halfterung der Mittelsleute. Vereins- und Privat- Sparkassen bis 10 Prozent. Un- Proletarier werden, denken, fühlen, wollen wte Die Absicht, den Bankkönigen das Abschöpfen der läugbar sind es gerade die kleinen Rapitalisten, welche mit diese. So züchtet die Regierung sich selbst ihre Sahne nicht zu überlassen, sondern unmittelbar mit den beträchtlichen Summen als Sparkassen- Einleger auftreten, Malfontenten, und die Herabseßung des Binsfußes wird Gläubigern zu verkehren, ist sicherlich anzuerkennen; die und es ist ein Humbug der Sparapostel, die erhöhte In- so, sehr wider den Willen der dirigirenden Klassen, zu Regierung braucht nicht Zwischenhände in Aktion zu setzen, anspruchnahme und das Wachsthuni der Depositen als einem Hebel des gesellschaftlichen Fortschritts. Die Zu- um die Geldgeschäfte des Staates zu besorgen. Beweis für den steigenden Sparsinn" der arbeitenden fuhr von neuen Elementen zum Proletariat verbreitert Uebernahme dieser Thätigkeit durch die öffentlichen GeBevölkerung in's Feld zu führen. und vertieft den Fluß der sozialen Bewegung. Indem walten ist eben nur ein Schritt weiter auf dem langen N Und die Indeß nimmt dieses Sammelbecken nur einen Theil der Staat seine Schuldscheine niedriger verzinst, verschärft Wege zur gemeinwirthschaftlichen Betriebsweise. des Kapitalzufluffes auf. Die Konversionen und die Ein- er mittelbar den Klassenkampf und drängt zu einer be- Die trüben Erfahrungen, welche Herr v. Malzahn, führung der dreiprozentigen Typen trägt in erheblicher schleunigten Lösung der weltbewegenden Fragen, um der Reichs, finanzminister" mit der Anleihe vom 9. Oktober Weise dazu bei, das Rentnerkapital zu mobilisiren und welche die moderne Periode als um ihre Angelpunkte gemacht hat, sind nicht ganz ohne Einfluß auf die Regedie kleinen Rentner dem Risiko des Börsenspiels preiszu- sich dreht. lung des bevorstehenden Pumps geblieben. Der dreigeben. Der Effektenmarkt ist mit fremden Werthen über- Bei der neuesten Anleihe, die für Deutschland und prozentige Anleihetypus, so abschreckend für das schwemmt, die höheren Bins gewähren. Es drängen fich für Preußen geplant ist, handelt es sich um die Unter- ängstliche Kapital, soll schmackhafter gemacht wer in buntem Gewühl die ausländischen Anleihen, und die bringung von Schuldscheinen im Betrage von 450 Millionen den. So hat man sich entschlossen, einen lockende Aussicht auf reichere Einkünfte läßt vergessen, Mart. Und zwar ist die Emissionstechnik eine andere, Schritt hinter die vorige Anleihe zurückzuthun. Der daß die fremden Schuldner nur zu oft- Bankerott als frühere. Die Regierung bedient sich nicht der Ver- Zeichnungskurs der neuen Anleihe steht 2% pCt. unter zinsen zahlen. Der Russe, von Bismarck amtlich unter- mittelung eines Syndikats großer Kreditanstalten, sie will demjenigen der Anleihe vom 9. Oktober, er beträgt stützt, und andere interessante Völkerschaften" kommen, sich unmittelbar an das kaufende Publikum wenden. Die 84 pCt. Der Kapitalist also, welcher sich einen solchen die exotischen Anleihen Argentiniens, Brasiliens u. s. w. neue Anleihe wird eine Reichsanleihe und die Ausgabe Schuldschein kaufen will und auf die Anleihe zeichnet, er erscheinen auf dem Markt, und ein bedeutender Theil des von preußischen Konsols umfassen; das Reich und der hält für 84% cin Papier, dessen Nennwerth 100 bes Vermögens der Kleinrentner steckt in solchen Obligationen. preußische Staat wenden sich also an pumplustige Kapita- trägt. Nach Maßgabe des Zeichnungskurses würden also Ein anderer Abzugskanal wird in vielen Fällen der listen. Die bevorstehende Ausgabe wird 250 Millionen die dreiprozentigen Obligationen 3,55 pCt. abwerfen. Es Markt der Industriepapiere; zagend folgt der Philister, Mark breiprozentige preußische Konsols und 200 Millionen ist sehr die Frage, ob dieser Gewinn die Kapitalisten der sein Geld in Gruben- oder Hüttenaftien angelegt hat, breiprozentige deutsche Reichsanleihe umfassen. Für die genügend feffeln wird. Die Thatsache, daß die deutschen jeder Kursschwankung, und der Eintritt einer Krisis er- Entgegennahme der Zeichnungen sind umfassende Vor- breiundeinhalbprozentigen Anleihen beträchtliche Kursschüttert das Fundament seines Daseins. bereitungen getroffen. Es werden bei 60 bis 70 Banten einbußen erlitten haben, spricht nicht zu Gunsten des Was für eine Wirkung diese allmälige Loslösung und Bankfirmen in allen Theilen Deutschlands Beich jetzigen Plans. 31,2 prozentige preußische Anleihen, die im des Kleinbürgerthums von den Staatsinteressen- Inter- nungen entgegengenommen, Somit wird die Reichsbank Jahre 1889 noch 104,40 notirten, notirten am 11. Fe effen im weiteren und engeren Sinne- haben muß, das an etwa 200 Stellen Zeichnungen annehmen, während bruar 1891 mit 99; die deutschen Dreiundeinhalbliegt klar auf der Hand. Die ganze Kaste wird noch dies früher nur bei 60 Stellen geschah. Außerdem find prozentigen notirten am selben Tage mit 98,80. rascher zerbröckelt, als es ohnehin unter dem Drucke des alle Regierungs- Hauptkassen und alle Kreistassen ange- Es bleibt abzuwarten, ob die Finanzpolitik der Regroßen Kapitals geschehen wäre. Jede Geschäftsstockung, wiesen, auf preußische Konsols Zeichnungen anzunehmen, gierung diesmal mehr Erfolg erzielt, als das letzte Mal. jede kritische Periode, die Versinsterung des politischen Vorläufig werden„ Strips", vorläufige Bescheinigungen, Man macht sich nicht der Schwarzseherei schuldig, wenn Horizonts und gar ein Krieg bedeuten den Zusammen- ausgegeben, auf welche in sechs Terminen bis November man die Situation für eine minder günstige hält. Die bruch Tausender von Rentnerexistenzen, den Uebergang 1891 die Einzahlungen zu leisten sind. Eine Vollzahlung Zurückhaltung großer Kreise gegenüber dem jetzigen Feuilleton. Nachdrud verboten.] Bei Mama. Roman von Arne Garborg. unter das Joch. [ 39 Die Herren fürchteten für ihre Ueberlegenheit; das war dürfen wir auch der Frauen nicht vergessen"... unge= die Sache. Es war durchaus nicht ausgemacht, ob wir mein gnädig! denn was wären wir wohl ohne das dümmer wären als sie, wenn wir die gleiche Erziehung be- Weib?" Ja, was wir" wären, ja! das war eben kämen; das wußten sie recht gut; darum sollten wir auch die Frage! an nichts Anderes denken dürfen, als an Kinderpflege und" Eine gesicherte Zukunft", dies sollten wir als Eran Küchenarbeit. Sie wußten, was sie wollten. Wir be- stattung bekommen, wenn wir derartig unser selbständiges tamen nun andere Dinge zu bedenken, als Speisenbereitung Dasein geopfert hatten.. fie fagten es. Mit dem täglichen Brot bezahlten sie Leib und Seele des Weibes; und Kinderwartung. Dagmar war herrlich. Obwohl noch ganz jung und Die jetzige Ehe war beschämend für das Weib. Vom diefe Rohheit spuckten sie uns ins Gesicht. Und erhielten sehr hübsch, hatte sie feine Spur von all der Thorheit, Augenblick der Trauung an war die Frau nicht länger ein wir wenigstens diese gesicherte Zukunft?" Ja; eines welche sonst junge Mädchen kennzeichnet; sie war ganz er- Individuum; sie war das Anhängsel und die erste Dienst- schönen Tages fallierte der Mann. Oder er ging' durch, wachsen, ganz fertig, sicher, komplet. Man konnte sich ver- magd des Mannes... wenn überhaupt die erste. Sie ver- oder er wurde krank; oder nimm an, er starb... lassen auf Dagmar Dyring; wenn sie sagte, sie wolle nicht for fogar das Recht, Eigenthum zu besitzen. Sie würde nach dann saß die Frau da mit ihren unversorgten Kindern. heirathen, so meinte sie es auch. Niemals gab sie von ihrer dem Geseze ummündig. Wenn sie vor der Trauung eine Die Armuth kam, Noth und Elend meldeten sich; was war Selbständigkeit etwas auf; niemals beugte sie den Nacken Million besaß, nach der Trauung konnte sie ohne Er- aus der Zusicherung geworden?-Sie soll auf Gott bauen, laubniß des Mannes nicht über eine Krone verfügen. Sie sagte der Pastor; sie soll zur Armentassé gehen, sagte der Die Männer wollten, das Weib solle„ weiblich" sein. mußte ihn um jeden Schilling bitten, den sie brauchte; war Advokat; so war das Gesetz; die Herren selbst hatten es Der Pascha schlecht gelaunt, so mußte sie fokettiren, Kniffe gegeben; ach freilich! Nicht menschlich; das Menschliche behielten die Herren für anwenden, sich mit Lügen durchschwindeln oder einfach Was für Männer wir friegten, hing vom Zufall ab; fich. Gestattete ein Weib sich, eine eigene Wteinung zu stehlen. Sogar ihren Namen verlor fie, bezeichnend selbst durften wir natürlich nicht freien; die Männer wollten haben, so wurde der Mann galant oder grob. haben immer recht!" „ Fräulein Sie war nichts mehr und brauchte daher auch nicht genirt werden. Wir, wir sollten weiblich sein, scham... fängt der Spinnrockenkopf zu nicht mehr irgendwie zu heißen. Sie war nur mehr Frau haft; wir sollten Maiglöckchen sein, den Kopf hängen lassen räsonniren an? Unter solchen Umständen konnte man der und der, Ingeborg die Dachdeckerin, Else die Schul- und duften, des Mannes Schritt zu uns locken durch diesen nicht heirathen; von der Weiblichkeit hatten wir Frauen meisterin, die Frau" Pastor" Löchen, die Frau" Re- Duft... brr, das war ekelhaft bis zum llebelwerden, pfui! nun endlich genug. Namenlos und rechtlos wurde sie dann Vielleicht war es ein anständiger Mensch, der, welcher Als ob es etwas speziell Weibliches gäbe! Als ob in ihren weiblichen" Verschlag gesteckt und ging bald fam; es konnte sich ja auch glücklich treffen. Aber vielleicht wir nicht Menschen wäre, ebenso voll und ganz wie sie unter in Eßsorgen und Strümpfestopfen; er hatte das war er ein elender, verdorbener Geselle, der alle ſeine Sie waren eine begabte Rasse, die Männer. Sie erzogen ganze Dasein für sich; sie sollte auf die Suppe achten. befferen Gefühle in einem rohen, widerlichen Junggesellenuns zu Küchenmägden oder Buydocken, zu Unsinn und zu Als Draufgabe waren die Herren jedoch galant; fic leben zugesetzt hatte; was dann?- Nun, wir sollten ihn Geschwäß, und dann sagten sie: So ist das Weib! Und nannten uns Engel und verglichen uns mit Blumen; dennoch nehmen, wenn er uns nur jene gebenedeite Verfann sollte das Weib sich natürlich ümerhalb ihrer„ natür wenn sie betrunken wurden, hielten fie Reden auf uns ſorgung bot. Db wir ihn gleich verabscheuten!- Ginerlei; lichen Begrenzung" halten! wir so bei festlichen Gelagen beisammen sind, ein junges Mädchen mußte versorgt werden; es war ja genug! dakteur" Klem. ,, wenu Toulon war Gut, wenn auch seine Bemerkung, " Typus, die sich, wie wir gesehen, aus ganz bestimmten Auch sie werden im März zu einem nationalen Rongreß in ſozialwirthschaftlichen Umständen erklärt, dürfte auch dies- Marseille zusammentreten- und alle Seearbeiter von Z Politische Lebersicht. mal nicht schwinden. Die Herabsetzung des Zeichnungs- gung ihrer so lange hingeopferten Interessen und Rechte. Und bis nach Dünkirchen werden einen Bund schließen zur VertheidiBerlin, den 14. Februar. furses macht den Kohl nicht fett, und der kleinbürger- es it feineswegs unmöglich, daß sich zu diesem ersten französischen liche Shylock besteht auf seinem vierprozentigen Schein. Die Sonntagsruhe ist ein so friedfertiges Thema, Seearbeiter- Rongreß Abgesandte der englischen Berufsgenossen daß es fast nicht zu begreifen ist, wie es zu einer drei Daß dieser Widerstand des Kleinkapitals, diese einfinden und daß hier der erste Grund zu einer Internationale tägigen Schlacht im Reichstage hat führen können finanzpolitische Revolte der Mittelklasse nicht verwunder- der See gelegt wird. Dann werden auch die Hafenarbeiter kommen, die in Mar- und die Schlacht ist noch nicht zu Ende. Die Debatte belich, sondern im Gegentheil vom Standpunkt dieser gesell- feille bekanntlich schon ans Werk gegangen sind. Ermuthigt durch denn auch die heutige Sigung drehte sich um diese Frage schaftlichen Gruppe durchaus verständlich und verständig den neuen Sieg der Dockarbeiter in London find sie entschlossen, gann heute mit einer Rede Bebels, der die sozialist, kann nicht bestritten werden. nicht länger in ihrer abgeschlossenen Stellung zu verharren. Eine demokratischen Anträge ausführlich begründete, die herrschenDie dirigirenden Klassen gerathen in ein widerwärtiges Kongreß in Marseille in Aussicht genommen, zu dem die Hafen- die Sonntagsruhe das Geschäft nicht schädigen, den Geschäftshervorragende Gruppe, die zur Arbeiterpartei gehört, hat einen den Nothstände klar legte und den Nachweis lieferte, daß Dilemma. Auf der einen Seite eine Schuldenpyramide, arbeiter von Gette, Barcelona und Genua, die in direkter Kon- inhabern nur von Vortheil und für die Handlungsgehilfen die bereits nach Milliarden sich beziffert und die dank kurrenz stehen, eingeladen werden.. der verhängnißvollen Politik der unproduktiven Ausgaben aber die Gegenwart zeigt sich nicht weniger zufriedenstellend. eine wahre Erlösung sein würde. Bebel erinnerte gelegentDies alles für die Zukunft und für keine ferne Zukunft; lich daran, daß die jüdischen Geschäftstreibenden ihren stetig sich erhöht und verbreitert. Der Zusammenbruch der Staatsfinanzen dräut wie ein schweres Gewitter, die Lock- out( Arbeiterausschluß), der von den mechanischen Tüll- Fa- Sonntag. Es ist noch in Jedermanns Gedächtniß, wie seit jenem Sabbath weit konsequenter feiern, als die christlichen den Wucht der Schuldenlaft wird unerträglich. Um ein Loch briten in Calais in Szene gesetzt wurde, ein erstes Band die Handelsminister von Berlepsch sprach sich für zuzustopfen, wird ein anderes aufgemacht, ein Pumpregiſter verknüpfte, ein Band, welches jetzt auch Coudry und St. Quentin der Sonntagsarbeit im Handelsgewerbe aus. Der katholische Tüllarbeiter von Calais mit ihren Kameraden in Nottingham seine Person im Sinne einer möglichsten Beschränkung nach dem anderen wird aufgezogen, der Militärfiskus, umschließt. Was aber weniger bekannt sein dürfte, zur gleichen Zünftler Biehl knüpfte an die Erwähnung der jüdischen immer lüsterner und anspruchsvoller gemacht durch Zeit trafen die Delegirten der Glasarbeiter von Bordeaux, Lyon, Geschäftsbesiger die von einer feigen, rückgratlosen Reichstagsmehrheit Greismare( Meuthe et Mosello), von St. Etienne, Mousten und aber sonst ziemlich vernünftig. einen antisemitischen Exkurs, bewilligten Forderungen, streckt unaufhörlich die Hände Richet( Landes) von Toulouse, von Mouſſau( Hérault), von Bad nicht wörtlich zu nehmen, war nach frischen Mitteln aus, und der öffentliche Säckel gründeten am 28. und 29. November 1890 die nationale Bereini- daß ville( Dordogne) und von Rive- de- Gies in Lyon zusammen und der gewöhnliche Lohnarbeiter ein wahrer kann nie genug, nie rasch genug für kriegerische Zwecke gung der Gewerkschaftsausschüsse( chambres syndinates) ber Ravalier" sei verglichen mit den Handlungsgehilfen. gefüllt sein. So treibt der moderne Staat, wenn feine Glas- und Krystallarbeiter. Die Herren Handlungsgehilfen, die allerdings thatsächlich gründliche Umkehr erfolgt, unrettbar dem Bankerott entwertschaften ihrer Branchen einen Aufruf ergehen lassen, der mit jedoch zum Theil etwas weit Höheres zu sein glauben, Diese jetzt schon mächtige Vereinigung hat an fämmliche Geweit mehr gefnechtet sind, als der gewöhnliche Lohnarbeiter, Auf der anderen Seite ist derselbe Staat in die nicht verfehlen wird, von den gewerkschaftlich organisirten Biehl hinter die Ohren zu schreiben. den Worten schließt:„ Es lebe die soziale Republit!" und der thäten wohl, sich die Bemerkung des bayrischen Zunftmeisters 3wangslage versetzt, den Zinsfuß für seine Schuldtitel Glasarbeitern von Montlucon und Doriguies erhört zu werden, herabzusehen. Er ärgert den Spießbürger nicht blosbie, wenn sie sich auch noch nicht offiziell angeschlossen mann, der auch nur für seine Person für strengere Nach einigen Worten des Regierungskommissars Lohhaben doch von einem was kümmern die Mächtigen sich um die Gallenergüfferungen sind. Das haben sie durch ihre Theilnahme an dem Sonntagsfeier fich erklärte, sang der Fortschrittler Kr a use vorzüglichen Geiste durch dieser Schicht der Bourgeoisie er thut etwas An- letzten Kongreß von Lille und Calais bewiesen. ein vorsintfluthliches Loblied auf die Freiheit", welche deres, Bedeutsameres, er erschüttert die soziale Position Nun muß ich noch von den Eisenbahnbeamten reden, die durch eine Beschränkung der Sonntagsarbeit verlegt werde. der Kleinbürger, der Mittelklasse, er drängt die Hafen- ganz in der Stille seit einem Jahre ihre Organisation soweit Abgesehen von diesen mancheſterlichen Hallucinationen, füße von Rentnern trotz all ihrer Angstmeierei in die durchgeführt haben, daß sie im nächsten Mai in Tours einen fertigte er den Biehl'schen Antisemitismus ganz gut ab. Hochfluth der Spekulation, deren Wogen über den Forderung eines Ruhetages in der Woche und des achtstündigen Königreich" nicht auch den Reichstag umfaßt zeigte nationalen Kongreß abhalten können, auf dessen Programm die den es sehr grämt, daß sein Unglückseligen zusammenschlagen. Schiffbruch auf Schiff- Normal- Arbeitstages nicht. bruch, und nur wenige Schwimmer siehst du in der Die Erwähnung dieses letzten Erfolges leitet mich ganz von seine Wohlerzogenheit dadurch, daß er sagte, er ginge lieber tosenden Fluth. Und das Proletariat erhält neuen welche die günstigsten Aussichten vorhanden sind. Eine große wofür ihm von Bebel die verdiente Abfertigung wurde. selbst zu einigen Bemerkungen betreffs der 1. Mai- Feier über, für im Thiergarten spazieren, als eine Rede Bebel's anzuhören, Zuwachs. Zahl von Arbeiterzentren, die sich im vergangenen Jahre nicht Herr Krause, der Fortschrittler, brachte es vor Ende der Unter diesen sozialpolitischen Gesichtspunkten haben gerührt hatten, sei es, daß sie die Tragweite der Bewegung nicht Debatte noch fertig, die Beschränkung der Sonntagsarbeit wir die Vorgänge des Emissionsgeschäftes, die der verstanden, sei es, daß sie an keinen günstigen Ablauf glaubten, als eine sozialistische Maßregel zu erklären Το Arbeiterklasse scheinbar ferner liegen, zu betrachten. Uns haben jetzt schon ihre Absicht angekündigt, in drei Monaten einen daß also die Engländer, Schotten und Amerikaner schon den fann es recht sein, wenn die Zinsenlast reduzirt wird, Andererseits hat in Paris vergangenen Freitag eine erste, sozialistischen Staat haben müssen. Bei der Abstimmung denn die Arbeiterklasse vor allem zahlt durch ihre indirekten vorbereitende Zusammenkunft stattgefunden, die der Lokalrath der wurde nach Verwerfung der sozialdemokratischen Anträge Steuern die Zinsen; uns kann es recht sein, wenn die Pariser Gewerkschaften einberufen hatte. Es waren anwesend( für die außer den Sozialdemokraten nur die Fortschrittler Auflösung der bürgerlichen Gesellschaft künstlich von oben Vertreter nicht allein des revolutionären Zentralfomitees, sondern Wöllmer( für die außer den Antragstellern nur die So beschleunigt wird; uns kann es recht sein, wenn der auch der Föderativunion der Hauptstadt. wachsende Druck der Staatsschulden den Eintritt grundzialdemokraten stimmten) der in Frage kommende Die Gegenwart dieser Leyteren hatte eine ganz besondere zweite Absatz des§ 105b unter Annahme der Kommissionsstürzender Reformen befördert. Wichtigkeit, indem sie zeigt, daß die Possibilisten seit ihrem fassung mit Einschiebung des Kartell"-Antrags in folgender sozialistischen Sekten zu nähern und mit ihnen gemeinsam auszu- Form angenommen: Bruche mit Herrn Paul Brousse geneigt sind, sich den anderen ziehen, wenigstens zum Kampje um den Achtstundentag. gegen. So vollzieht sich die neueste Anleihe für das Proletariat als solches unter feineswegs ungünstigen Aspekten. Briefe aus Frankreich. Paris, Anfangs Februar. Seit einiger Zeit vollzieht sich in unserem arbeitenden Frankreich, das sich bisher gegen einen forporativen Zusammenschluß so sehr gesträubt hatte, eine Bewegung zur Konzentration der einzelnen Gewerke, die zu den besten Hoffnungen für die Partei und die Sache der Sozialisten berechtigt. Es wird sich von jekt ab nicht mehr nur um vereinzelte und daher nothwendig ohnmächtige Genossenschaften handeln, sondern um Verbände von Genossenschaften; und diese Verbände sind auf dem Wege, von nationalen zu internationalen zu werden. großen Att der Genugthuung zu vollziehen. Eine zweite Zusammenkunft hat man aur den 18. Februar festgesezt und alle sozialistischen Gewerkschaften, Vereine und Klubs aufgefordert, ihre Vertreter zu schicken. Diese Delegirten werden die Generalfommission zur Organisation der 1. Mai- Feier bilden. Einstweilen hat der Nationalrath der Arbeiterpartei einen erften Aufruf an die Arbeiterschaft Frankreichs gerichtet, der mit folgenden Worten schließt: Der gesetzliche Achtstundentag, der unmittelbare Gegenstand der Manifestation am 1. Mai, ist der erste Schritt zu Eurer vollständigen Befreiung. Es ist unser großes Ziel, die Arbeitslast zu vermindern, die heute von den Räubern der Arbeit der Arbeiterklasse ohne Unterschied des Alters oder des Geschlechts aufgebürdet werden darf; Arbeitsstätten frei zu machen für die in Arbeitslosigkeit Verhungernden, die Löhne zu erhöhen und Euch die zu Eurer geistigen Ausbildung und zur Ausübung Eurer Rechte als Menschen und So rüftet sich der bedeutende Verband der Bergleute zu als Glieder eines Staates unerläßliche Muße zu verschaffen. einem internationalen Kongreß im März, der dem schwarzen Genossen in Frankreich! Volfe eine nationale Vertretung Der Nationalrath der Arbeiterpartei rechnet fest darauf, daß und wer weiß? vielleicht auch eine nationale Organisation für den internationalen Ron- Jeder von Guch durchdrungen von den Pflichten gegen seine greß geben soll, der am 31. desselben Monats in Paris statt- Brüder und gegen die Menschheit, am Ersten des nächsten Mai auf seinem Posten sein wire. E3 lebe das internationale Arbeitsfest! Es lebe der Achtstundentag!" Jules Guesde. findet. Die Handelsschiffer, die Fischer und andere, die ihrem Erwerbe auf dem Meere nachgehen, haben, wie die Leser des Vorwärts" bereits wissen, den gleichen Pfad eingeschlagen. 21 Herr Stum m " Im Handelsgewerbe dürfen Gehilfen, Behrlinge und Arbeiter am ersten Weihnachts-, Oster- und Pfingsttage überhaupt nicht, im Uebrigen an Sonn- und Festtagen nicht länger als fünf Stunden beschäftigt werden. Durch statutarische Bestimmung einer Gemeinde oder eines weiteren Kommunalactounded( 8 142) kann diese Beschäftigung für alle oder einzelne Zweige des Handelsgewerbes auf fürzere Zeit eingeschränkt oder ganz untersagt werden. Für die letzten vier Wochen vor Weihnachten fowie für einzelne Sonn- und Festtage, an welchen örtliche Berhältnisse einen erweiterten Geschäftsverkehr erforderlich machen, kann die Polizeibehörde eine Vermehrung der Stunden, während welcher die Beschäftigung stattfinden darf, bis auf zehn Stunden zulassen. Die Stunden, während welcher die Beschäftigung ftattfinden darf, werden unter Berücksichtigung der für den öffentlichen Gottesdienst bestimmten Zeit, sofern bie Beschäftigungszeit durch statutarische Bestimmungen eingeschränkt worden ist, durch lettere, im Uebrigen von der Polizeibehörde festgestellt. Die Feststellung kann für verschiedene Zweige des Handelsgewerbes verschieden erfolgen." Der folgende Paragraph( 105 c) handelt von den Ausnahmen des Verbots der Sonntagsarbeit im gewerblichen Betriebe( Arbeiten bei Katastrophen und Nothständen, Arbeiten zum Reinigen der Maschinerie, Ueberwachung der Anlagen u. s. w.) Die Sozialdemokraten haben auch hier Anträge zur Verhütung von Mißbrauch der Arbeiter, und zum möglichsten Schuße derselben gestellt, welche nicht ausgemacht, ob sie das nächste Mal einen eben so vor- mit einer Versorgung meldete; und so lange die Männer Gleichgestellten und Kameraden. Er weihte sie in alle Fragen theilhaften Antrag bekam... herrschten, wurde es auch nicht anders. Nein, mun mußte des Tages ein und ließ sie nicht los, ehe er nicht sicher Alles war abscheulich. Ihre Art uns zu beurtheilen, das Weib anfangen, seine Sache in die eigene Hand zu war, daß sie ihn verstand. Nun erst begann sie zu lernen zu würdigen; wir konnten ja ihre Bücher lesen und nehmen. und zu begreifen. Gott, wie hatte er vor ihr gelogen und da sehen; wovon redeten fie? Von der Rundung der Ihre Bibel war die Hörigkeit der Frau" von John geschwefelt, dieser Mediziner; ach, wie glücklich fie fich fühlte, Wangen, von den Augen, Lippen, der Hautfarbe, was Stuart Mill; der Kunst Letztes und Höchstes war Jbsens daß sie ihn losgeworden. für eine Brust, wir hatten, ob die Arme fest und rund Puppenheim". Helmer verkörperte den Mann, den Mann Endlich war fie unter gebildete Menschen gekommen; waren, ob wir hübsch gingen, ganz wie ein Roßkamm in seiner schmucksten Form; Nora war das Weib in realistischer das war wunderbar schön und so frei und beruhigend. Hier ein Pferd beurtheilt... und dann mußten wir weiblich Treue; das mit sanfter Schändlichkeit unterdrückte Weib, ging man nicht herum und war Herr und Dame, Freier und sein, selbstverständlich, ungefähr so, wie das Pferd seine das zwar Fehler hatte, jedoch keine anderen als solche, welche Angebetete, Kokette und Kurmacher; sie waren ganz einfach Pferdequalitäten haben muß... ah, es war das eine der Mann verschuldet, und wohl sündigen konnte, aber nicht Freunde, Menschen, welche auf gleicher Interessengrundlage unbeschreibliche Rohheit; man hätte seine unsterbliche Seele anders, denn aus Liebe. lebten. Auch die Liebe wurde als ernste Angelegenheit behandelt; ausspeien mögen, sein ganzes Selbst, bis auf die Schuhsohlen Die einzig würdige und mögliche Ehe war die freie man fonnte mit ihr scherzen, allein man spottete nicht. Man herab, erbrechen! Vereinigung zweier freier, selbständiger Menschen auf der verlachte Jda nicht, weil sie immer mit Student Frigstad Rohheit, Rohheit war des Mannes Charakter, Rohheit Grundlage gegenseitiger Liebe und gegenseitigen Verstehens, ging, und niemand kam der Gedanke, in ihrem Verhältniß und Selbstfucht. Das Heiligste im Leben würdigten sie zum mit der inneren Entwickelung dieser beiden Menschen als tönnte etwas nicht korrekt sein. Sind sie verlobt?" fragte Allergemeinsten herab; Mitmenschen gebrauchten sie zu ihrem Zweck und Resultat. Solche ideale Chen ließen heutzutage Fanny eines Tages;" nein", antwortete Uchermann. Vergnügen und Zeitvertreib; wurden sie einer Maitresse sich wohl kaum verwirklichen, die Männer waren zu rob Sie sind sehr viel zusammen, wie es scheint?"-" Ja; nrijde, jo gingen sie zur anderen; was fümmerte es fie, ob und die Vorurtheile zu mächtig. Allein in Zukunft würde ich glaube fast, die Beiden finden sich einmal; das wäre Jene unglücklich wurde? Was die Ehe für die Frau war die Ehe frei werden, dies verstand sich von selbst. Sollte auch hübsch; sie sind ein paar prächtige Menschen, diese und sein mußte, begriffen sie niemals; es war ihnen auch Nora etwa verpflichtet sein, mit Helmer zu leben, wenn sie Zwei." Ja, dies war Bildung. Opfui, wie war alles gleichgiltig. Sie kauften und glaubten, daß wir ver- fah, daß sie dadurch geistig zu Grunde ging?- Fanny Andere gemein; hingehen und Wolf und Lamm spielen, kauften; bezahlten mit ihrer Versorgung" und waren wollte es dünfen, als wagten sie sich hier zu weit. Aber es auf die Gelegenheit bauen, einen Ruß zu stehlen und dann damit fertig; bezahlten vielleicht mehr, als sie gezwungen war klar, daß sie Recht hatten, und dann sprach man ja zu Narren halten und Zweideutigkeiten fagen; waren, hielten uns zwei Mägde und ließen uns in Seide blos von der Zukunft... nein, lebe wohl, Alas; wohl bekomm' es, Fräulein Mag gehen; mein Liebchen, was willst Du mehr? Das mußte Sie rauchten Zigaretten und übten sich, Toddy zu nesen... doch ein„ verflixtes" Weib sein, das sich da nicht zu trinken und eine männliche Sprache zu führen; einzelne von frieden gab! ihnen, darunter Fanny, begannen mit kurzgeschnittenen Uchermann borgte Fanny die Hauptströmungen" von Nein, die Frauen sollten es sich aus dem Sinne schlagen, Haaren herum zu gehen. Leider fehlte ihnen der Muth, Georg Brandes; wenn man dies Buch gelesen, so versteht zu heirathen, Sie las und Uchermann erklärte. E - als Regel nämlich. Unsere Arbeit mußte Herrenkleider zu tragen; doch setzten sie Herrenhütte auf, man seine Beit!" darauf hinausgehen, den Frauen Bugang zu so vielen selbst welche sie mit Hilfe von Band oder Federn weiblich machten, öffneten sich neue Gesichtspunkte von allen Seiten; der Streit, ständigen Lebensstellungen als nur möglich zu schaffen, auf und widerstanden der neuen Mode der Stirnlocken so lang in welchem wir selbst standen, war blos ein Glied im großen daß sie der Gnade der Herren entbehren fonuten; die jeßige wie möglich. Gegen die Tournüre protestirten sie als gegen Kampfe, und gottlob, alles was groß und edel, hatten wir Lebensordnung war unerträglich. Die wenigen selbständigen eine Lächerlichkeit und Unwürdigkeit; mußte man dieselbe mit uns; und dann ging es beständig vorwärts; ſelbſt Bofitionen, welche das Weib erreichen konnte, waren so durchaus haben, so durfte sie nicht größer als fauftgroß ge- war herrlich, und dann war er so vernünftig'in der Frauen wenn Reaktion herrschte, ging es vorwärts; ja, Brandes schlecht bezahlt, daß es davon nicht zu leben vermochte; die bunden sein. Männer hatten es so eingerichtet; man konnte sich also frage. denken, wie es war; die Männer wollten Frauen haben, und ( Fortsetzung folgt.) taher sollte das Weib es nicht anders kriegen, auf daß es dann mit Dank den ersten besten Mann annehme, der sich Fanny's einziger männlicher Umgang wurde nun Uchermann; er war so angenehm ungeckenhaft! Es fiel ihm nie ein, den Hof zu machen; bei ihm war sie sier, wie bei einer Freundin. Er behandelte sie gerade heraus, wie einen Anträge von dem Volksparteiler Payer gleich einigen Be- Materials befinden z. B. über die Verhandlung mit] stimmungen der Kommissionsfassung mit großer Heftigkeit Napoleon vor, während und nach 1866 betreffend bekämpft wurden, so daß Bebel Herrn Payer sagen Abtretungen deutschen Gebiets an Frankkonnte, er habe nicht eine Arbeiter Schuhrede, sondern reich Verhandlungen, über deren heikle Natur im eine Arbeitgeber- Schutzrede gehalten. Die Debatte, welche 4. Band des neuesten Quellenwerks" von Sybel höchst Bebel Gelegenheit gab, die Lage der Arbeiter in dem deutliche Andeutungen gemacht sind. Bäckergewerbe, nach der von ihm veranstalteten Privat Enquête als eine Schande für Deutschland zu bezeichnen, zog sich so in die Länge, daß gegen 1/26 Uhr Bertagung erfolgen mußte. Wenn das so fortgeht, wird die zweite Berathung des Arbeiterschutz- Gesetzes e in paar Monate dauern, statt der in Aussicht genommenen 14 Tage. = Worte melden, bestieg Herr Dotzauer, der demokratische Kandidat, die Tribüne und führte aus, den Demokraten sei das sozialdemokratische Programm sehr sympathisch und seine Partei sei immer für Freiheit und Humanität eingetreten. Uebrigens meine auch er, daß der Sozialdemokratie die zufunft gehöre. Gen. Adler ergriff nun das Wort, um klarzulegen, worin fich unser Programm von dem der bürgerlichen Demokraten unterscheide. Daran fnüpfte er eine Kritik des Unter den bürgerlichen Parteien des Kreises liberalen und des antiliberalen Programmes. Nach einigen Schlußworten Högers wurde die wirklich höchst befriedigende Sonneberg herrscht die lebhafteste Verwirrung. In Versammlung mit dem Lied der Arbeit" und Hochrufen auf wenigen Tagen wird zur Nachwahl geschritten werden und die internationale Sozialdemokratie geschlossen. In der nächsten doch haben sich die Gegner unseres Kandidaten Reißhaus Zeit finden in allen Bezirken ähnliche Versammlungen statt." noch nicht entschieden, für wen sie stimmen werden. Die Nationalliberalen schwanken zwischen Witte und Dr. Hans Dem Genossen Dr. Victor Adler wollte man das WahlBlum. Ein Theil der Nationalliberalen hält eine Partei- recht entziehen wegen seiner letzten Gefängnißstrafe wegen In der Reichstags- Sihung des 9. Februar erzählte kandidatur für durchaus aussichtslos und will den rechts Störung der öffentlichen Ruhe; gelingen wird dieser Streich Bebel, daß ein Freiherr von Friesen, Vater des freisinnigen Witte wählen, ein anderer Theil besteht darauf, uatürlich nicht, weil diese Streichung aus den Wählerlisten Reichstags- Abgeordneten von Friesen, ihm 1867 einen Be- als nationalliberalen Zählkandidaten Hans Blum aufzus nicht aufrecht zu erhalten ist; sie beweist aber, daß man uns such gemacht und ihn zu seiner Haltung im Reichstag be- stellen. Aber auch die Freisinnigen sind uneins; während fürchtet und jede Gelegenheit uns zu schädigen, gerne benutzt, glückwünscht habe. Der Abg. Friesen protestirte hiergegen ein Theil an der Kandidatur Witte's festhält, will die sei es auch, daß man dabei das Gesetz übertreten muß. mit überflüssigem Entrüstungspathos. Thatsache ist, daß Wissersche Bauernpartei es mit einer eigenen Kandidatur Der Wahlaufruf unserer Partei zu den österreichischen Bebel sich nur in der Person geirrt hat. Es war ein versuchen, so daß es nicht ausgeschlossen ist, daß aus der anderer Friesen, ein Onkel des Abgeordneten, nicht Stichwahl Reißhaus hervorgeht und das von Bismard ge- Reichsrathswahlen wurde konfiszirt. Eine Anzahl Verbreiter desselben wurden verhaftet. dessen Vater. Das„ Leipziger Tageblatt" schreibt: wünschte dritte Dußend dann voll sein wird. lehnen. Wir können nur bestätigen, daß, als Bebel im Jahre 1867 Der Reichstags Abgeordnete Müllensiefen wird in Infolge eines Gesuches der Regierung von St. Gallen zum ersten Male im Glauchauer Wahlkreise in den Norddeutschen Reichstag gewählt wurde, er noch keineswegs als der der morgen stattfindenden Delegirten- Versammlung der Berg- beauftragte der schweizerische Bundesrath seinen Gesandten rothe Sozialdemokrat sich entpuppt hatte, als der er dann später arbeiter erscheinen und das ihm angebotene Ehrenpräsidium in Wien, bei der österreichischen Regierung nachdrücklichst auf die Einberufung einer Schlußkonferenz betreffs des auftrat und daß er wenige Jahre vorher ein eifriger National- übernehmen. liberaler gewesen war. Unseres Wissens ist es übrigens nicht Nun wird erst der Zorn der Schlotbarone groß werden. Rheindurchftichs zu dringen. Falls diesem Vorschlage der Vater des derzeitigen Reichstags- Abgeordneten Freiherrn Herr Müllensiefen wird als Verräther an den heiligsten keine Folge gegeben werden sollte, müßte der Bundesrath von Friesen, sondern dessen Onkel, der verstorbene lang- Interessen des Geldsackes hingestellt werden und der Zwie die Verantwortlichkeit für etwaige weitere Katastrophen abjährige Präsident der Ersten Kammer, Freiherr yon Friesen gewesen, welcher Bebel in dessen einstiger spalt innerhalb der nationalliberalen Partei wird noch größere Dimensionen annehmen. Drechsler- Werkstatt in den„ Drei Königen“ in der Petersstraße können aus Anlaß ihres Bochumer Wahlfieges mit Pyrrhus einen Besuch abstattete." Bis auf die gleichgiltige Personenverwechslung wird ausrufen: Noch so ein Sieg und wir sind verloren! also die Angabe Bebels vollständig bestätigt. Engen Richter hat wieder einmal den Sozialismus vernichtet. Er beweist aus den schlechten Löhnen der Reichsdruckerei, daß die Verstaatlichung des Druckgewerbes, wie sie der sozialdemokratische Zukunftsstaat beabsichtigt, in keiner Weise geeignet ist, die Arbeiter besser zu stellen. Die Nationalliberalen Das wird wohl auch der Schluß des diplomatischen Konflikts sein, denn Desterreich hat Geld für Kanonen und neue Regimenter, nicht aber für eine so dringende Kulturarbeit, wie es die Regulirung des Rheins im österreichischschweizerischen Rheinthale ist. Im Zusammenhange mit Es wird nicht, leicht sein, in der Geschichte einen Mann dieser Frage unterhandelt die Schweiz auch mit den Regierungen von Bayern, Württemberg und Baden über die Lieferzu finden, an dem die Nemesis gründlicher und grausamer legung des Bodensees. Doch auch hier schreckt man vollstreckt worden wäre, als den Ex- Kanzler des Deutschen vor den Kosten zurück und läßt lieber den Rhein jahraus Reichs. Wäre der Mann vor 15, auch erst vor Herr Eugen Richter vergißt dabei, daß die Reichs- jahrein Menschen und deren Hab und Gut vernichten. Die 10 Jahren gestorben, so hätte er noch eine Legende hinter Druckerei eben wie ein privatkapitalistisches Unternehmen von Kultur kommt eben erst in letter Reihe in Betracht, wenn lassen, die zu zerstören für uns fast so schwierig gewesen der Reichsregierung ausgebeutet wird und daher nur gegen die Vervollkommnung der Mordwaffen schon alles Geld der wäre, wie für die Franzosen die Zerstörung der NapoleonLegende. Daß Bismarck in den letzten Jahren seiner Haus- diese Art der Ausbeutung nicht aber gegen eine sozialistische Staatsbürger verschlungen hat. meierschaft Stück um Stück der Bismard- Legende zerstören Produktionsweise angeführt werden kann. In der Schweiz schreitet man im Ausbau der mußte, das war der erste Aft im Walten der Nemesis. Das reichsländische Ministerium, Abtheilung des Innern, Sozialreform rüftig fort. Das Budget pro 1891 entDer zweite war, daß er, in die Maschen seiner eigenen hat heute neue Bestimmungen betreffend die Regelung der hält einen Posten von 300 000 Franken zum Zwecke der Politik sich verwickelnd, jäh zu Fall kam und lebendig Fremdenpolizei auf Grund des noch zu Recht bestehenden Gewährung von Ruhetagen an die Beamten und Arbegraben ward. Der dritte Aft war, daß er französischen Gesetzes vom 3. Dezember 1849 erlassen. Da beiter im Postdienste. Unterdessen maßregelt Herr Stephan tuirschend und ohnmächtig zusehen mußte, wie nach müssen alle in Elsaß- Lothringen dauernd oder länger alle ihm untergebenen Beamten, welche eine Besserung ihrer die Welt theils gleichgiltig seinem Schicksale zuschaute, als 8 Wochen vorübergehend sich aufhaltenden Ausländer Lage anstreben. theils, und zwar zum weitaus größeren Theil über seinen( Nichtdeutsche) sich innerhalb 14 Tagen beim zuständigen Wir leben eben im Lande der mustergiltigen SozialSturz jubelte und mit Ausnahme einer winzigen Mino- Kreis oder Polizei- Direktor mündlich oder schrift reform! rität, die durch das nackte Interesse an ihn gefesselt war- lich anmelden unter Angabe ihrer Personalien, beziv. sich weit wohler fühlte als unter seinem genialen" Regi- der ihrer Angehörigen. Sie erhalten alsdann eine Melde- Die Petition der belgischen Arbeiter um das allgemeine ment. Der vierte Att br..chte die Selbstschändung des karte und zwar unentgeltlich, welche ihnen als Legitimation Stimmrecht und der Empfang der Arbeiterdeputation durch " zerschmetterten" Gözen, die Würdelosigkeit, welche er den Polizeiorganen gegenüber dient. Duplikate der Karte den König von Belgien scheinen auch in der belgischen zeigte, die kleinliche Gehässigkeit, die er zur Schau trug, die kosten 50 Pfennige. Bei jedem Umzug ist neue Anmeldung Armee nicht ohne starken und nachhaltigen Widerhall gewahnsinnige Wuth, die ihn seine Blößen aufdecken und die vorgeschrieben. Im Januar jeden Jahres ist die Anmeldung blieben zu sein. Das Journal de Gand" meldet wenigstens dunkelsten Triebfedern seines Handelns enthüllen ließ das Schimpfen, Klagen, Verleumden zu wiederholen. Kinder unter sechs Jahren sind nicht folgende bezeichnende Thatsache: vor den ersten anmeldepflichtig. Minderjährige von sechs bis siebzehn" Eine Abtheilung Grenadiere zieht in Laeken( der besten Besuchern seiner„ Gruft", denen er, wie Jahren, welche ohne ihre geseglichen Vertreter sich im Lande königlichen Residenz) auf Wache. Die Königin passirte die ein feifendes Weib, feine Schmerzen und feinen aufhalten, werden durch die Personen angemeldet, deren Db- Wache und der kommandirende Sergeant rief seine MannGrimm anvertraute. Jezt sind wir am fünften und hut sie anvertraut sind. Die Bestimmungen treten am schaften ins Gewehr. Die Grenadiere erklärten, daß sie nicht vermuthlich auch letzten Akt: dem der Selbst tödtung 1. April in Kraft. Für die Ausländer, welche sich schon heraustreten würden. Auf wiederholten Befehl des Unterdurch die Lächerlichkeit. Was kann es Lächer ständig hier aufhalten, ist der Termin zur erstmaligen An- offiziers tamen endlich vier Mann heraus und stellten sich licheres geben, als einen Köter, der einen mächtigen Neu- meldung bis zum 31. Mai d. J. ausgedehnt. in Reih und Glied auf, aber als der Gergeant kommandirte: fundländer kanläfft, ihn hinterrücks mit geflätschten Zähnen Was man mit diesen chikanösen Polizeibestimmungen Präsentirt das Gewehr!" blieben sie unbeweglich mit anfällt, aber sofort heulend in die Ecke läuft, sobald der erreichen will, bleibt uns unerfindlich. Gewehr bei Fuß stehen." verhaßte Feind, der ihn vornehm ignorirt, sich nur bewegt? Und noch lächerlicher ist das Schauspiel, wenn der Köter, der dies tapfere Spiel treibt, kein gewöhnlicher Köter ist, sondern auch ein Neufundländer, dessen komischer Grimm nur dadurch erweckt worden ist, daß ihm der andere von feinem Herrn" vorgezogen worden ist. Unwürdig ist auch dies, aber zugleich so lächerlich, daß bas Unwürdige fast darüber vergessen wird. Und Der dieses Spiel treibt, war einst Kanzler des Deutschen Reiches und ließ sich als großen Maun" feiern! Umstand noch eindrucksvoller gemacht, daß das groteste Gebahren des Fürsten Bismarck dem heiligen Respekt vor Ruthen entspringt, die er selber geschnitten hat. Alles, was der Gykanzler thun möchte und so weit er irgend wagt, auch wirklich thut, ist von ihm, so lange er im Amt war, mit schweren Strafen belegt worden, und der so schnöde gereizte Nachfolger braucht Hand auszustrecken, und er hat ein ganzes Arsenal von Waffen, sämmtlich für ähnliche Fälle von dem Angreifer verfertigt und er schlägt diesen aufs Wirksamste und Härteste mit seinen eigenen Waffen. nur die Wir wollen blos hoffen, daß er die Hand nicht ausstrecke das tödtliche Schwert der Nemesis würde ab: geftumpft, das Niedrig- Komische des Schlußafts durch Einführung eines ernsteren, wenn auch blos scheintragischen Moments nur verschleiert und abgeschwächt werden. Den Säfularmenschen" muß man sich selbst überlassen er besorgt das Geschäft der Gözzen- Bertrümmerung besser als ein Anderer es vermöchte. Bei dieser Gelegenheit sei verschiedenen Blättern folgende Notiz entnommen: „ Ueber die Memoiren des Fürsten Bismarck verbreitet ein englisches Blatt folgende Mittheilungen, deren Thatsächlichkeit es ausdrücklich verbürgen will. Danach wäre der erste Theil der Memoiren, welcher Bismarck als Gesandter behandelt, nunmehr fertig gestellt. Dr. Chrysander gebühre das Verdienst, die Aufzeichnungen des Fürsten trefflich bearbeitet und dadurch für die Geschichte werthvolle Quellen ge= schaffen zu haben. Auf die Figur Napoleons III., auf verschiedene deutsche Miniaturfürsten werde die Darstellung hoch interessante Streiflichter werfen. Ersterer werde dadurch erst in das rechte Licht gestellt werden. Der Fürst selbst arbeite jegt an einem Nachtrag, welcher wichtige Punkte der jüngsten Zeitgeschichte, besonders aber seine Beziehungen zu Rußland und Desterreich behandele. Von einer Veröffentlichung dieses Theils habe der Fürst prinzipiell Abstand genommen. Das -Groß der dazu benutten Dokumente feien Abschriften, deren Driginale sich in Berlin besänden. Zum Schluß versichert das Blatt, daß der Fürst sein Privatvermögen in der Bank von England angelegt habe." " Jedenfalls herrscht Furcht in den belgischen RegierungsUeber die rüftig vorwärts schreitende österreichische kreisen vor der Armee, welche die Herrschaft der Bourgeoisie Wahlagitation schreibt die Wiener Arbeiter- Zeitung": vor den rechtlosen Proletariern beschützen soll, deshalb werden Aus Nordböhmen und Mähren wird uns insbesondere die unangenehmen Milizen mit sehr billigen Strafen fortüber" die energische Thätigkeit der Genoffen berichtet. Die erb- kommen. Ein Brüsseler Telegramm meldet hierüber: Die gesessenen Mandatsbesitzer werden uns wohl überall zu spüren Akten, betreffend die Untersuchung wegen der Insubordination friegen. Freilich behagt ihnen das nicht überall; und die der Brüsseler Garnison sind gestern der obersten MilitärHobige Manier, in welcher Herr Dr. Knot Gen. Riesewetter behörde zugegangen. Voraussichtlich wird nur ein geringer bei der Wähler- Versammlung in Gabel mundtodt machen ließ, Theil der Angeklagten Disziplinarstrafen unterzogen zeigt deutlich, wessen man sich von diesen Herren versehen muß. Beffer ging es Gen. Hanser in Hernals, der dem Fürsten werden. Liechtenstein in ausführlicher Weise antwortete und nur von einigen gemüthlichen Zwischenrujen wie Judenknecht" 2c. unterbrochen wurde. Das hinderte Hanser aber nicht, den und O'Brien wurden vorgestern in England bei ihrer Standpunkt der Sozialdemokratie in zweimaliger Rede deutlich Ankunft aus Frankreich verhaftet. Dadurch wird Parnell auszusprechen und er hätte auch dem Dr. Lueger, der dann seine Agitation gegen die Einigung erleichtert, wofür ihm noch sprach, einiges Triftige sagen können, aber die Herren die konservative Regierung nicht böse sein dürfte. zogen vor, die Versammlung zu schließen. V Die antiparnellitischen Abgeordneten Dillon Indessen hat die Organisation des Bezirks Wahlkomitees Der nationale amerikanische Bergarbeiter Fortschritte gemacht und wurde bereits an die Nennung Bund hat in der letzten Generalversammlung den Beschluß der Zählkandidaten für einige Bezirke gegangen. Für gefaßt, daß am 1. Mai der achtstündige Arbeitstag von Nieder- Desterreich sind uns folgende Kandidaturen bekannt ge- allen Arbeitern zu fordern sei. worden: " " Derlammlungen. Wien. Leopoldstadt: Gen. Josef Hybes, Weber, Redakteur des Rovnost" in Brünn, aus Wien auf Grund der Ausnahmsverfügungen ausgewiesen seit 6 Jahren. Landstraße: Gen. Anton Kreuzer, Bäckergehilfe; Wieden und Favoriten: Genosse Andreas Große, Kassenbote; Margarethen: Gen. Karl Am Sonntag, den 8. Februar, fand unter der Leitung Höger, Gehilfenobmann der Buchdrucker; Mariahilf: Gen. Der Herren Sündermann und Müller und der Frau Wezel in Dr. B. Adler, Herausgeber der Arbeiter Zeitung"; Neu- den Bentral- Festsälen, Oranienstraße 180, eine öffentliche bau: Gen. Höger; Josefstadt: Gen. Höger. Hernals und Versammlung statt, in welcher Herr Mehner einen Vortrag Sechshaus: Genosse Reumann, Gehilsen- Obmann der hielt über das Thema:„ Was lehrt die Schule, was lehrt das Drechsler. Leben?" Redner geißelte in feinem etwa ein und einhalbstündigen Außerdem werden für einige Bezirke Nordböhmens Zähl- Vortrage die heute nicht nur in den Volksschulen, sondern auch kandidaten aufgestellt werden; ebenso in Brünn, Proßnis, in den höheren Lehranstalten übliche Lehrmethode und zeigte eingehend, wie einzelne Zehrzweige, 3. B. die Naturgeschichte und In Wien wurde im Rahmen des Vereins„ Gleichheit" Rechtskunde, so vernachlässigt würden, daß der aus der Schule fleißig gearbeitet, Sonntag fand im X. Bezirk in Rappel's ins Leben hinaustretende Mensch gerade von diesen so wichtigen Rosensälen eine ungemein zahlreich auch von Wählern Dingen sozusagen nichts verstände. Im weiteren Verlaufe der besuchte Versammlung statt, bei welcher Gen. Große und Adler Rede zog Megner die Ginseitigkeit, mit welcher heute Religions in deutscher, Gen. Opletal in tschechischer Sprache das unterricht ersheilt wird, ans Licht und hob hervor, daß durch Parteiprogramm entwickelten. In einer Versammlung in unseren ganzen Religionsunterricht der Geist unserer Meidling sprachen Reumann und andere Genossen. Bourgeoisie wehe, durch welche die Dentfähigkeit des Mähr. Trübau. Mittwoch Abends hat zum ersten Male in Desterreich ein Volfes in Banden geschlagen werde. Zum Schlusse Sozialdemokrat eine Kandidatenrede für den Reichsrath ge- des beifällig aufgenommenen Vortrages forderte der Rehalten. Es war dies Gen. Höger, der in einer Versammlung ferent die Versammelten auf, aus dem Verbande der Landesdes Vereines„ Gleichheit" in Hamberger's Saal, zu welcher die Kirche zu treten, um so die Kinder vor dem Einfluß der heutigen Wähler eigens eingeladen waren, für das Mandat des V. Be- Konfessionen zu bewahren. In der Diskussion sprachen die Herren zirkes kandidirt. Der Saal war überfüllt und eine bedeutende Reichling, Witke, Wilde, Treuherz und Bräuer, sowie Frau Bahl von Demokraten und Antisemiten erschienen. Trotzdem Schumme. Es gelangte folgende Resolution zur einstimmigen Anwurde die Ruhe der Versammlung, die Gen. Zeißner leitete, nahme:" Die heutige öffentliche Versammlung für Männer und nicht im Mindesten gestört. In 2½ stündiger glänzender Rede Frauen erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten eingab Höger ein durch reiches Ziffernmaterial illustrirtes Bild verstanden und findet, daß das, was in der Schule gelehrt wird, der gesellschaftlichen und politischen Zustände Desterreichs und nicht mit dem weiteren Leben zu vereinbaren ist." Ein Antrag, entwickelte zum Schluß unser Programm. Freund und Feind für die Verbreitung des Vortrages nach Kräften zu sorgen, wurde lauschte gespannt, und man fah es manchen Herren an, daß als durch vorstehende Resolution hinfällig zurückgezogen und dardiese Behandlung politischer Dinge ihnen neu sei. Nach der Auf- auf die Versammlung mit einem dreimaligen Hoch auf die Sozialnicht, daß der Ex- Kanzler sich mit Enthüllungen beeilen Letzteres wäre ganz flug. Uebrigens glauben wir wird. Weiß er doch, daß in den Händen seines Nach folgers forderung des Vorsitzenden, auch Gegner mögen sich zum demokratte geſchloſſen. Theater. Sonntag, den 15. Februar. Opernhaus. Oberon, König der Elfen. Montag: Undine. Schauspielhaus. Was ihr wollt. Montag: Der neue Herr. Lesing- Cheater. Hedda Gabler. Montag: Die Rosa- Dominos. Hierauf: Ritterdienste. Berliner Theater. Wehe den Befiegten. Montag: Ein Freund der Frauen. Deutsches Theater. Des Meeres und der Liebe Wellen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Circus Schumann. Friedrich- Karl- Ufer. Sonntag, den 15. Februar, 2 Grosse Vorstellungen, Nachmittags 3/2 u. Abends 71/2 Uhr. Beide Vorstellungen sind mit verfchiedenen glänzenden Programmen ausgestattet. In beiden Vorst. Auftreten sämmtlicher neuengagirter Kunstkräfte, Künstler sowie Rünstlerinnen. Reiten und Vorführen der bestdressirten Schulund Freiheitspferde. Romische Entrees fämmtlicher Clowns. In beiden Vorstellungen Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Circus unter Wasser. Meißner Porzellan. Hierauf: Fledermaus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wallner Theater. Mis Helyett. Montag: Dieselbe Vorstellung. Residenz- Theater. Der selige Toupinel. Montag: Dieselbe Vorstellung. Viktoria Theater. Die sieben Raben. Montag: Dieselbe Vorstellung. Bellealliance- Theater. Schöller. Pension Montag: Dieselbe Vorstellung. Ostend- Theater. Die Grille. Montag: Othello. Adolph Ernst- Theater. Adam und Eva. Montag: Diefelbe Vorstellung. Thomas- Theater. Der Regiftrator auf Reisen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kaufmann's Variété. Große Spezialitäten- Vorstellung. Theater der Reichshallen. Große Spezialitäten- Vorstellung. Concordia. Borstellung. Große SpezialitätenElegante EinſegnungsAnzüge in Tuch und Kammgarn blau und schwarz von Große Versammlung der Arbeiter- Bildungs- Schule am Mittwoch, den 18. Februar, Abends 8 Uhr, bei Joël, Andreas- Straße 21. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Herrn W. Liebknechts 20 Mark an. " Dichtung und Wahrheit in der Geschichte." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Mitgliedstarte legitimirt. Gäste zahlen 20 Pf. Eintritt. Gleichzeitig mache meine geehrte Die Aufnahme neuer Mitglieder( Monatsbeitrag 25 Pf.) erfolgt am Eingang Kundschaft darauf aufmerksam, daß die zum Saal sowie an den Zahlstellen. Pünktliches Erscheinen ist erforderlich. Der Vorstand. J. A.: E. Vogtherr, 1. Vorsitzender. Neuheiten für die Frühjahrs- 103 und Sommersaison Eine ländl. Hochzeit. bereits eingetroffen sind, und mein Sensationelle Waferpantomime. In der Nachmittags- Vorstellung zahlen Kinder unter 10 Jahren halbe Kaffenpreise. Montag Gr. Vorst. mit neuem Programm. Eine ländliche Hochzeit. Empfehle allen Freunden und Befannten mein Weiss- und Bairisch- Bier- Lokal, verbunden mit Frühstücks-, Mittagsund Abendtisch. Auch ist ein Vereinszimmer mit Piano zu vergeben. Fr. Fröhlich, Naunynstraße 43. 19L] 5. Fischerstraße 5. ff. Mittagstisch mit Bier 50 Pf., 4/10 Liter Pazenhofer 10 Pf., sowie gemüthliches Vereinszimmer empfiehlt 1872] J. V. Schimmel. Empfehle allen Freunden und Genoffen mein [ 189L Gebr. Richter's Variété. Große Weiß- und Bair.- Bier- Lokal. Spezialitäten- Borstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. Englischer Garten. Direktion: C. Andress, Alexander ftraße 27c. Margarethe Steinow, Liederfängerin. Paul Jülich, Gesangshumorist. Mr. Goswin, Musit. Neger- Clown. Frl. Bonné, Rostüm- Soubrette. Gebr. Corradini, Tanz- Duettisten. Vereinszimmer zu vergeben. J. Leininger, Boyenstraße 40. noffen meine Masten- Garderobe. Empfehle allen Freunden und GePaul Cordt, Berger Reichenberger#rake 137. Vereins- Saal n.-Zimmer& für Sonn- u. Wochentage zu haben Gipsstraße 3. Mons. Bernard, Schnellzeichner. find jeden Tag zu vergeben. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 51/2 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Zimmer für Vereine Mothes, Straße 66 a, Nr. 17, Gesundbrunnen. Vereinszimmer mit Piano zu vergeben Liegnigerstr. 88. 45M 192L Etablissement Buggenhagen Nordhäuser- Korn Ltr. 55 Pf. am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. 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Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Zu recht zahlreichem Besuch fordert auf 503 b Der Einberufer. Fachverein der Weber und verwandten Berufsgenossen. Montag, den 16. Februar, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Heise, Lichtenbergerstraße 21: Grosse Versammlung. Tagesordnung. 1. Bericht der Revisoren vom Stiftungsfest. 2. Vortrag des Herrn Rob. Flatow: Das Elend in der Hausindustrie, insbesondere der Weber hier und außerhalb. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes und Fragen. Zu dieser Versammlung sind alle Arbeiter der Hausindustrie, ins besondere die selbständigen, eingeladen. Abgeordnete der sozialdemokras tischen Fraktion sind eingeladen. Gäste haben Zutritt. 347 ++ Der Vorstand. Große öffentliche Versammlung für Frauen n. Männer des Leseklubs ,, Freie Denker" Eleg. Sommer- Paletots 15, 18, 21, 24-33 31. am Sonntag, den 15. d. Mts., Abends 6 Uhr, in Schnegelsberg's Eleg. Stoffhosen 6, 7, 8-12 m. Arbeitssachen äußerst dauerhaft gearbeitet, änkert billig! 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Billets sind Krausenstraße 11 und in den Zahlstellen zu haben. Das Komitee. NB. Die Zahlstelle Grenadierstr. 33 bleibt an diesem Abend geschlossen. 112 L Bitte zu beachten: Köpenickerstraße 126, nahe der Adalbertstraße. Adolph Kehr. Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. fauft Juwelier Bergwitz, Dragonerstr.27, n.Münzftr. Hierzu zwei Beilagen " 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 39. Unsere Programme. Unter diesem Titel werden im nächsten Hefte der„ Neuen Zeit" die früheren Programme der deutschen Sozialdemokratie veröffentlicht. Dem Abdrucke derselben sendet die Redaktion der Neuen Zeit" die folgenden Ausführungen voraus: Die Veröffentlichung des Mary'schen Briefes über das Gothaer Programm( in Heft 18 der Neuen Zeit") hat, wie zu erwarten war, nicht geringe Aufregung hervorgerufen, wenigstens unter unseren Gegnern, die in ein Jubelgeschrei ausbrachen über diese freimüthige, an unserem Programm geübte Kritik. Sie, die nichts gelernt und nichts vergessen haben, freuen sich, daß wir immer weiter lernen, immer flarer und zielbewußter werden, was bei selbständig denkenden Menschen nur in der Form vor sich gehen kann, daß fie alte Irrthümer abstreifen. Wenn in unseren Reihen mancher Irrthum seine Stätte gefunden hat, so ist dies beschämender für unsere Gegner, als für uns selbst. Denn troßdem die weitaus größte Mehrzahl von uns vor 15 Jahren theoretisch noch nicht auf der Höhe standen, wie heute, hat sich schon damals unsere Partei in jeder Beziehung ihren Gegnern überlegen gezeigt, wie mancher von ihnen seiner Zeit selbst zu gestanden. Sonntag, den 15. Febrnar 1891. " Neben der Fülle von Aufklärung, die der Mary'sche Brief enthält, giebt er auch Anlaß zu einigen Fragen. Namentlich eine ist es, die bei seiner Lektüre sich jedem aufdrängt und auf die er selbst keine Antwort giebt: Wieso kam es, daß troß alledem das Gothaer Programm in feiner jezigen, vom kritisirten Entwurf nur wenig verschiedenen Form, angenommen wurde? In dieser Beziehung bedarf der Brief einer Ergänzung. Engels fonnte sie nicht geben; sie konnte nur aus den Reihen derjenigen geboten Wenn sich die bürgerliche Journalistik vornehmlich auf das werden, die damals an den Einigungsverhandlungen theilSensationelle in dem Marys'chen Briefe geworfen, so haben unsere genommen. Es ist uns auch bereits ein Artikel aus berufener Genossen, so weit wir aus der Parteipresse und Privat- Feder zugesagt, der eine Geschichte unseres Parteiprogramms mittheilungen ersehen können, vor Allem dem ihre Aufmerksam überhaupt und besonders jener Verhältnisse geben soll, die be feit geschenft, worauf es ankommt, den fachlichen Ausführungen, wirkten, daß 1875 das Gothaer Programm als der Ausdruck des deren Werth angesichts der Diskussion des Parteiprogramms wohl theoretischen Bewußtseins der Mehrheit der Partei gelten fonnte. unbestritten ist. Auch Diejenigen, die manche rückhaltlose Aeußerung über ihnen liebgewordene Traditionen im ersten Moment unangenehm berührt hat, werden durch den Zusammenhang, in dem dieselben standen, und aus dem sie nicht gut gerissen werden konnten, so viel Anregung zu neuem Nachdenken über tiefgewurzelte Grundfäge geschöpft haben, daß sie diese Aeußerungen nur als Sporn empfanden, der zwar verlegt, aber auch antreibt auf der Bahn selbständigen Denkens. Parlamentsberichte. mann. Deutscher Reichstag. 8. Jahrg. wie Ricardo trotzdem thurmhoch erhaben ist über die Vulgär- wird. Welche Gefühle einen beschleichen, wenn man Sonntags ökonomie, so ist Lassalle thurmhoch erhaben über die liberalen bis in den Abend hinein hinter dem Ladentisch stehen muß, das Theoretifer seiner Zeit, die Schulze- Delitzsch und Max Wirth; habe ich selbst kennen gelernt. Ich mußte als Drechslerlehrling und so wie Ricardo der Vulgärökonomie gegenüber auch heute am Sonntag die Kinder bedienen, und habe sehr oft geweint, noch Recht hat, wie man aus ihm heute noch lernen kann, so hat wenn meine Freunde Nachmittags in Schaaren an meinem Laden auch Lassalle den genannten Herren und deren Konsorten gegen- vorüberzogen, mich begrüßten und in die schöne Natur hinausüber auch heute noch Recht; da der Freifinn der Herren Barth gingen. Die Lehrlinge sind ganz besonders schlimm daran. und Richter auch heute noch theoretisch genau dort steht, wo er Es greift eine wahre Lehrlingszüchterei um sich. In Würzvor einem Vierteljahrhundert gestanden, gilt ihm gegenüber auch burg z. B. giebt es Geschäfte, in denen 3 Kommis und 18 Lehrlinge arbeiten; in der Regel kommen auf einen heute noch, was Lassalle damals gegen ihn vorbrachte. Die Nation" dürfte sich demnach etwas voreilig gefreut Rommis 3 und 4 Lehrlinge. Im Posenschen sollen nach einer haben, wenn sie annimmt, der Mary'sche Brief bringe die Sozial- Petition Lehrlinge sogar das Schreiben verlernt haben, sie hatten demokratie Lassalle gegenüber in dieselbe Position, wie den nur mit Heringen zu thun, aber feine Gelegenheit, auch nur eine Beile zu schreiben. Schließen wir die Geschäfte schon um 12 Uhr, Liberalismus. so wird wie in England und den Vereinigten Staaten auch bei uns sich das Publikum sehr rasch der neuen Sitte anbequemen. Schon jetzt befriedigt ein großer Theil der Landbewohner seine Kaufbedürfnisse an Wochentagen auf Märkten und Jahrmärkten. Das wird später erst recht der Fall sein und der kleine Handelsbetrieb dabei nicht zu kurz kommen. Dem Zentrum aber gebe ich zu bedenken: wir werden Ihrem Bestreben, auch den Gehilfen zur Befriedigung ihrer religiösen Bedürfnisse zu verhelfen, nicht entgegentreten. Tolerant, wie wir sind( Heiterkeit), erlauben wir Jedem zu glauben, was er will. Aber Sie, die Sie sich mit Vorsollten einmal das Beispiel der liebe Christen nennen, orthodoxen Juden nachahmen. Die Juden stehen allgemein im Geruch, geldgierig, gewinnsüchtig aut sein. Ich lasse dahingestellt, inwieweit diese Beschuldigung begründet ist, aber das steht fest und ist durch die Sonntagsenquete von 1885 bestätigt worden, daß überall in Deutschland die wirklich orthodoren Juden am Sonnabend ihre Läden von Morgens früh bis Abends 6 Uhr schließen. Da die Juden in der Regel auch am Sonntag schließen müssen, so feiern sie thatsächlich zwei Tage. Unzweifelhaft bedeutet das einen bedeutenden Verlust. In Meppen backen seit vielen Jahren die Bäcker an Sonntagen 66. Sigung vom 14. Februar, 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: von Berlepsch, Loh. überhaupt nicht; aber auch die jüdischen Bäcker in Frankfurt a. M. bacten am Sonntage nicht, und auch die jüdischen Wenn die„ Nation" meint, die Sozialdemokratie nehme jetzt Das Haus ehrt das Andenken des gestern verstorbenen Abg. Müller stellen am Sonnabend die Mühlen ein. Die Sache ist also Baffalle gegenüber denselben Standpunkt ein, wie die Liberalen, Limbourg( 1. Trierer Wahlfreis, Zentr.) in der üblichen Weise bei gutem Willen sehr wohl durchführbar, der mir aber bei so hat sie etwas vorschnell geurtheilt. Der Marrsche Brief be- und setzt die Verhandlung über den§ 105b Absatz 2, betreffend Denen, die sich mit Vorliebe Christen nennen, sehr wenig vorrührt nur einige Seiten der theoretischen und tattischen Thätig- die Sonntagsruhe der Handlungsgehilfen, die handen zu sein scheint. Die Bestimmung, daß an den ersten drei feit Laffalle's, er giebt kein Gesammturtheil über ihn. Und der mit ihr zusammenhängende Schließung der offenen Verkaufsstellen hohen Fefitagen des Jahres die Geschäfte absolut geschlossen Standpunkt, den Mary Lassalle gegenüber einnahm, ist nicht der in der Zeit, während welcher die Gehilfen feiern, und das ent- sein sollen, ist gleich bei der ersten Lesung von der Kommission einstimmig angenommen worden. Seitrem haben Standpunkt der deutschen Sozialdemokratie. Lassalle hat sich sprechende Verbot des Gewerbebetriebes im Umherziehen, fort. felbst als Schüler von Mary bekannt. Als sein Meister durfte Abg. Bebel: Die gestrige Debatte über unsere Anträge wird sich auch die Interessentenkreise ausnahmslos dafür ausNach der Aussage der Bremer KaufmannMary so über Laffalle schreiben, wie er geschrieben, und es darf in Interessentenfreisen einige Verwunderung erregt haben. Aller- gesprochen. heute auch plublizirt werden, soweit durch die Darlegungen der dings schlug unser Arbeiterschutz Gesetzentwurf von 1885 eine schaft ruhen an den Festtagen die geschäftlichen Beziehungen prinzipiellen Differenzen zwischen den Beiden die Klarheit und Beschränkung des Sonntagsverkaufs im Handelsgewerbe von nur mit England und Amerika gänzlich, und in Hamburg das selbständige Denken in der Partei gefördert wird. Die fünf Stunden vor, aber lediglich weil eine Majorität für eine wird nur noch in sehr wenigen Geschäften eine bis zwei Stunden Sozialdemokratie treibt keinen Heroenfultus. Aber sie ist auch weiter gehende Beschränkung damals nicht aufzubringen war. in den Komtoirs gearbeitet. Wenn man sich erst dazu herbeiließe, nicht undankbar, fie steht zu Lassalle in einem anderen Verhältniß Wir haben damit beiläufig auch bewiesen, daß wir nicht an diesen Tagen den Telegraphen- und Briefdienst einzustellen, als Marg und sie wird nie über der Kritik Lassalle's vergessen, die Himmelsstürmer und unpraktischen Leute sind, für die man dann würden die Hamburger Kaufleute mit Vergnügen auch auf was sie ihm schuldet. uns auszugeben pflegt. Nachdem aber die überwiegende Mehr- diesen Theil ihrer Geschäfte verzichten. Die wenigen Arbeiten Dankbar werden wir uns stets erinnern, daß er die ganze zahl der Interessenten einen weitergehenden Schutz verlangt haben, kann der Chef selbst erledigen, und dazu bedarf es feiner gefehWucht seiner glänzenden Persönlichkeit für das Proletariat in die haben wir keinen Anstand genommen, diese Wünsche zu berücklichen Bestimmungen. Die Löhnungsverhältnisse haben mit dieser Waagschale warf zu einer Zeit, wo die Zahl derjenigen, die für die fichtigen. Die beiden extremsten Parteien in diesem Hause haben Frage nichts zu thun. Die Arbeiter haben jetzt schon GelegenEnterbten eintraten, noch winzig war, wo die Arbeiterbewegung in der Kommission dem Kaufmannspersonal einen höheren Schutz heit genug, am Vorabende der Feste ihre Einkäufe zu machen. noch aussichtslos erschien. Wie tönnen wir den Mann vergessen, gewähren wollen, als die Mehrheit der Kommission und die Re- Schließlich empfehle ich ihnen unsern Antrag, daß in den vier aus dessen Schriften wir älteren Parteigenossen Alle und auch gierungsvorlage. Wir schlugen den Schluß der Geschäfte um Wochen vor Weihnachten und während der Messe, wo die die große Mehrzahl der jüngeren ihr erstes sozialistisches 12 Uhr vor, Herr v. Kleift- Rezom Sonntagsruhe sogar schon um Sonntagsarbeit bis zehn Stunden dauern soll, wenigstens um Wissen, ihre erste Begeisterung für den Sozialismus gesogen hat! 10 Uhr, und er ist doch gewiß ein gründlicher Kenner der länd- 6 Uhr Abends die Geschäfte geschloffen werden müssen.( Beifall Wir studiren und prüfen aufmerksam, was Mary über seinen lichen Verhältnisse. Die Verhältnisse namentlich im Material- bei den Sozialdemokraten.) Schüler Lassalle fagt; vergeffen aber nicht, daß auch dieser einer waaren- Detailgeschäft sind so außerordentlich ungünstige, wie Handelsminister v. Berlepsch: Aus den Mißständen im unferer Meister und Vorfämpfer gewesen. faum auf einem anderen Arbeitsgebiete. Nach der Petition der Handelsgewerbe, deren Vorhandensein ich anerkenne, deduzirt der Aber es ist nicht blos dankbare Erinnerung, die uns mit faufmännischen Gehilfen Hamburgs arbeiten diese Geschäfte 16 bis Borredner gewissermaßen einen Vorwurf für die verbündeten RegieLassalle verbindet. Wenn auch vieles in seinen Schriften ver- 18 Stunden täglich das ganze Jahr hindurch; ebenso auch an rungen. Zu dieser Deduktion hat der Vorredner keinerlei Berechtigung. altet ist, wenn auch Manches von vornherein Irrthum ge- anderen Orten, und zwar ohne die geringste Pause. Sehr oft Es war unmöglich, diese Vorlage fertig zu stellen, wenn man das wesen: das Personal während des Essens herausgerufen ganze, noch wenig ergründete Gebiet der Verhältnisse der Lehrgerade dem theoretischen Liberalismus gegenüber wird die Kundschaft muß bedienen. Die gilt heute noch das Meiste von dem, was Lassalle gesagt und ge- und Hamburger linge und Gehilfen im Handelsgewerbe hier hätte mit lösen schrieben. Kaufleute geniren sich gar nicht, ihrem Personal die aller- wollen. Ich bin für meine Person völlig bereit, diese Verhält Lassalle war auf dem Gebiete der Nationalökonomie tein schlechtesten Winkel als Schlafstellen anzuweisen; unter der Treppe, nisse näher zu untersuchen und auch eine Vorlage vorzubereiten, felbständiger Theoretiker. Er hatte auch nie behauptet, einer zu in feuchten Kellern, auf Bodenräumen. Dabei muß das Personal muß also den Vorwurf, daß die Regierung nicht geneigt sei, fein. Seine selbständigen Leistungen liegen auf juristischem und in unheizbaren Läden arbeiten. Viele Läden werden das ganze diesen Verhältnissen überhaupt näher zu treten, als unbegründet philosophischem Gebiete. Als Nationalökonom stützte er sich Jahr von keinem Sonnenstrahl getroffen. Hätten die Regierungen zurückweisen. In den Kreisen der Angestellten und der Prinzipale auf die tlaſſiſche bürgerliche Dekonomie, die in Ricardo ihren über diese Verhältnisse gründliche Untersuchungen angestellt, so sind wiederholt Wünsche der Art geäußert und an uns gebracht oollendetsten Ausdruck erlangt hat. Das„ Kapital", das 1867 würde ihnen ihr Gewissen nicht eher Ruhe gelassen haben, als worden, so noch neuerdings vom Verbande kaufmännischer Vereine. erschien, drei Jahre nach Lassalle's Tod, hat mit Ricardo auch bis sie einen Gefeßentwurf ausgearbeitet hätten, in welchem auch Bis jetzt ist es nicht möglich gewesen, dieser Eingabe näher ben theoretischen Standpunkt Lassalle's überwunden. Aber so die wertägliche Arbeitszeit diefer Leute ganz bedeutend beschränkt treten. Aber wenigstens haben wir bezüglich der Sonntagsruhe Sonntagsplauderei. $ zn Vielleicht stets aus der Mücke ein Elephant; es war ein Wunder, blau gefärbt, und eines Mittags lugte sogar schon ein Sonnendaß die gerührten und vereinigten Landräthe den noth strahl durchs Fenster. Das ist die richtige Zeit, daß Stöcker auf Reisen R. C. Leer gegessen sind die Töpfe der Kochkunst leidenden Fürsten und Grafen nicht noch einen Extrazuschuß Ausstellung. Die Welt, und was sich dazu rechnet, mag aus der Staatskaffe bewilligten. Vielleicht genirte man sich geht: die Herzen der Menschen werden milder gestimmt und profitirt haben; wo Schmalhans Küchenmeister ist, find kom ganz unzeitgemäß, aber die Vermuthung liegt nahe, daß man ist geneigt, Gnade für Recht walten zu lassen. plizirte Rezepte überflüssig und daß zur Pellkartoffel der jede außerordentliche Gabe dankbaren Herzens angenommen Er kündigt einen Feldzug an, und die Zeitungen find Salzhäring gehört, weiß auch derjenige, deffen Ehrgeiz fich worden wäre. Die adlige Abstammung verpflichtet bekannt thöricht genug, hiervon Notiz zu nehmen. nie zu der Theilnahme an einem parlamentarischen Diner lich zu Vielem, und der Verpflichtung zu nehmen", hat sich macht er auch einen Abstecher zu ſeinem Freunde Waldersee, aufgeschwungen hat. Die Kniehosen, die hierzu nothwendig bisher noch keiner entzogen, der über ein mehr oder weniger und beide können dann gemeinschaftlich darüber nachdenken, daß auf einen Schwur allein in diesem irdischen Jammerfind, sind nicht Jedermanns Sache, aber noch seltener wie antikes Wappenschild verfügt. bieses Kleidungsstück sind die Waden, die erst ganz und gar man es für angemessen halten könnte, einen Fachverein der dazu befähigen, auch die unteren Natürlich ist unter all' den Redekämpfen der letzten thale nicht zu bauen ist. Aber die Zeit naht hevan, wo Blicken der Menge auszusehen. Von den freisinnigen Die feinen Leute feierten Lumpenbälle, Von den freisinnigen Beit der sogenannte Berliner Fasching zu Ende gegangen. gefallenen Größen stiften zu müssen. An Mitgliedern fehlt Stadtverordneten verfügt nur Herr Diersch über derartige Reinickendorfer Honoratioren sich leisten konnten, das es wirklich nicht, der natürliche Vorsitzende ist auch da, Pedale, daß er sich, ohne ein Mißtrauensvotum befürchten zu ließ die Berliner nicht schlafen. Auch der Bourgeois werden. Vielleicht legt Herr Pickenbach, der im Manifestiren nur ein vertrauenswürdiger Kassirer dürfte noch gesucht müssen, der Hoftracht anvertrauen kann die übrigen Herrliebt die Abwechselung, und um sich populär zu machen, eine gewiffe Geschicklichkeit besitzen soll, in nächster Zeit schaften glauben wahrscheinlich auf zu schwachen Füßen zu muß man bisweilen zum Volk herabsteigen. Im umſtehen, als daß sie ohne die Alles schamhaft verhüllenden gekehrten Falle ist die Sache leider etwas schwieriger, neue Fachperein in seinem ganzen Glanz sein Reichstagsmandat nieder, und dann dürfte sich ver etabliren langen Beinkleider sich öffentlich zu präsentiren wagen denn die Vergnügungen feiner Leute lassen sich ohne bürften. Der Muth iſt auzuerkennen, wo man ihn trifft, die genügenden Baarmittel nicht so leicht nachahmen. So- lönnen der Kassirer ist dann gefunden. Der Mameluck wird zwar wegen dieser Eigenschaft geschmäht; weit wir berichtet sind, und wir lassen uns an einer ist kein kameradschaftlicher. Herr Pindter verehrt seine Der Ton, der heute unter den gefallenen Größen herrscht, Hosen emanzipirt hat, hofft die Mitwelt, es noch erleben deren Stelle unseres Blattes noch des Näheren über die Brotgeber nur solange, als dieselben auch thatsächlich über sich öffentlich und was die Verzu dürfen, daß auch die übrigen Vertreter der bürgerlichen aus, soll es diesen Leuten garnicht schwer gefallen sein, das keine Sache, die sich in baares Geld umsehen läßt, und es unserer Bürgerschaft aufführen werden und daß bei dieser Gelegenheit auch die lehte Hülle fällt, mit welcher man bisher das flapper bewunderung Anlaß giebt, als der Graf Kleiſt- Loß erst vor erscheint ihm heute nüßlicher, nicht mit den Küraffierstiefeln wenigen Tagen der goldenen Freiheit wiedergegeben wurde. durch Dick und Dünn zu laufen. Das bekannte weiße Blatt Gebein so malerisch zu drapiren verstand. Es muß sich also in studentischen und gut bürger- Papier, welches sonst stets der höheren Weisheit zur VerEs ist nicht mehr wie recht und billig, daß Alles nach lichen sowie adligen Kreisen höchstwahrscheinlich eine fügung stand, wird mit Dingen bedruckt. Die keineswegs höheren Regionen strebt. Verleiht der Umgang ehemaligen Protektor beohne Zweifel iſt es vortheilhafter, Unscheinbaren ein Epißen der Geſellſchaft auch schon dem Unschen mit den ganze Anzahl gleichgesinnter Leute finden, die mit Schmeicheleien für Szene zu setzen Man spricht unter Leuten, die nicht in die Frrgänge daß auch dem Reichsunmittelbaren das nöthige Kleingeld in der Lage sind. Man amüsirt sich, wie man kann, und der höheren und hohen Politik eingeweiht sind, häufig von denn gegen das deuten den gewisses Relief, so muß andererseits dafür gesorgt werden ähnlichem Geschick und Organisationstalent eine Keileret augenblicklich Regierungsmann sans phrase zu sein. in oder ähnliche wüste Sachen Bedeutung. Feudale genau dieselbe heftige Abneigung wie der staub für den Bildungsgrad des Einzelnen ist die Art und Weise, Ratten, welche das sinkende Schiff verlassen. Daß auch Herr geborene Erdensohn, der seinen Stanumbaum mit einiger wie er sein Vergnügen sucht und findet, gewiß nicht ohne Bindter einstmals zu ihnen gehören könnte, hätte man nie Sicherheit nur bis auf seinen Großvater zurückführen kann. geglaubt; ja, die Zeit liegt nicht allzufern hinter uns, wo Im preußischen Abgeordnetenhause platten daher die MeiUnterdessen macht der Frühling verzweifelte An- eine derartige Annahme, wenn sie öffentlich zum Ausdruck um mit einem autographirten Strafantrag die Steuerfreiheit fürstlicher Familien handelte, und das die magistratlichen Voltsvertreter der Sorge für die Wärme- geahndet worden wäre Ende vom Liede war, daß man es vorläufig bei der Steuer- stuben zu überheben. Das Stückchen Himmel, welches man wir, befreiung ließ. Menn die freifinnigen Berge treißen, wird l'aus den Fabrikhäusern erblickt, hat sich bereits mehrfach ihnen. aber die Zeiten ändern sich, und Pindter, verändern uns mit dieser Angestellten Bestimmungen in die Vorlage aufgenommen, unter den sogenannten Chriften. Der Abg. Biehl brauchte unter| Ausführungen des Vorredners, die lediglich vom einseitigen Standwie sie auf Grund der Enquete sich als rathsam erwiesen. So den sogenannten Partei genossen gar nicht weit zu suchen, auch punkt des Unternehmers diftirt seien. ganz niedrig diese Bestimmungen anzuschlagen, halte ich für unter denen in München nicht, um Leute zu finden, die in Bezug Reg.- Rath Wilhelmi bemerkt, daß ohne eine gewisse Menge falsch. Nach der Enquete von 1885 waren 37 000 Personen in auf Marktschreierei, Ausbeutung und schwindelhafte Bolemik die Schreibwvert überhaupt keine Regelung diefer Materie möglich Berlin durchweg und regelmäßig am Sonntag beschäftigt. Wenn schlimmsten Juden übertreffen. sein würde und bittet um Beibehaltung der bezüglichen Bestim für diese jetzt fünf Stunden eintreten, so ist das doch keineswegs Vizepräsident Graf Ballestrem: Der Abg. Bebel hat im mungen. fo geringfügig, wie der Vorredner meint. Anschluß an die Ausführungen des Abg. v. Stumm von der Abg. Biehl: Der Antrag Bebel würde allerdings eine VielAbg. Biehl( 3.) begründet den gestern schon von ihm in Ausbeutung der Arbeiter auf jener Seite gesprochen. Hat er schreiberei erzeugen, bei der man verrückt werden könnte( HeiterAussicht gestellten Antrag, wonach auch der Gewerbebetrieb der damit den Abg. v. Stumm oder andere Mitglieder des Hauses feit); aber auch der Kommissionsbeschluß erscheint mir überflüssig. jenigen Sansirer, welche nur ihre eigenen Produfte im Umber- gemeint, so müßte ich diesen Ausdruck als durchaus unzulässig Man laffe doch den Arbeitern selber die Kontrolle; es wird das ziehen vertreiben, für die Zeit ruhen muß, wo die Sonntagsarbeit bezeichnen. vollkommen genügen. Ich beantrage danach, nicht allen Gewerbefür die Gehilfen und Lehrlinge untersagt ist. Dem Abg. Bebel Abg. Krause: Die Erwiderung des Abg. Bebel auf meine treibenden, sondern nur den Unternehmern von Fabriken im wolle er bemerken, daß es in Süddeutschland gar nicht vorkomme, Ausführungen über die Konkurrenz zwischen den großen und Sinne der Gewerbe- Ordnung diese Verpflichtung aufzuerlegen, daß ein Handlungsgehilfe 16 oder gar 18 Stunden am Sonntage fleinen Geschäften beweist, daß er nur darauf ausgeht, den kleinen wenn Sie nicht vorziehen, dem Antrage der Volkspartei zuzubeschäftigt werde. Was das Beispiel der orthodoren Juden be- Mann in seinem Erwerbe zu lähmen und Zustände herbeizustimmen. treffe, so vergesse Herr Bebel, daß der Jude am Sabbath wohl führen, bei welchen es nur noch Lohnarbeiter und Großbetrieb Abg. Bebel: Die Verhandlungen bei diesem Paragraphen das Geld einziehe, aber keine Quittung darüber ausstelle( Heiter- giebt. Wenn ein Geses um so besser sein foll, je mehr es Schablone erwecken den Anschein, daß es vielen Parteien nicht Ernst damit feit rechts); das seien die Grundsäße der orthodoxen Juden. Und ist, und wenn Sie ein Verkehrsleben nach sozialistischer Schablone ist, die Sonntagsarbeit möglichst zu beseitigen. Namentlich dente Herr Bebel nicht ein wenig an die Geschäftsmache der herstellen wollen, so nehmen Sie§ 41 a an, sehen Sie aber noch Payer's Rede war die reine Arbeitgeberschuh- Rede. Ich Juden, die Markischreierei und die unsolide Geschäftsführung etwas menschliche Freiheit über die Schablone, so verwerfen Sie erwidere ihm darauf zuerst, daß ich das Recht, AngeBuruf links: Thun das Christen nicht auch?) Gewiß, es giebt§ 41 a. Wir wollen auch das Publikum gegen diefen Para- hörige anderer Fraktionen auf Widersprüche zu ihrem Fraktionsauch Christen, die das thun; ich verurtheile auch das auf das graphen schützen. Wir haben eben feine englische Sonntagsruhe Programm aufmerksam zu machen, wie es vorhin mit Herrn Entschiedenste. Was die anderen höchsten Feiertage betrifft, so und wollen uns nicht nach Amerika oder England richten und Hausmann der Fall war, für mich ebenso in Anspruch nehme, will ich nicht die Bureaus und Verkaufstäden überhaupt ge- die kleinen Bequemlichkeiten des Verkehrs nicht hindern. Ein wie er etwa das Recht hat, mich zu moniren, wenn ich mich zum öffnet haben, sondern im Interesse derjenigen Leute, welche erit Gesetz soll die Zustände des Volkes verbessern, das Leben ange- Programm meiner Fraktion in Widerspruch stelle. In der That spät am Vorabend des Sonntags gelohnt werden, einige nehmer und bequemer machen, aber gerade der§ 41 a wird un- hat das Programm der Volkspartei, soweit ich es tenne, sich mit Geschäfte öffnen, wie Metzger, Bäckerläden und desgleichen. bequemlichkeiten und Scherereien herbeiführen. Schließlich be- unserem Programm in Bezug auf Normalarbeitstag und auf Geh.- Rath Lohmann: Im Allgemeinen erscheint der An- kommt man nur noch in Schankgeschäften etwas zu faufen, das Sonntagsarbeit gedeckt. Payer hat die Scheerereien, die mein trag Biehl, welcher die in§ 42b, 1-3 bezeichneten Personen Gesetz treibt also das Publikum in die Schankgeschäfte. treffen würde, als eine Konsequenz dessen, was bezüglich der Unterfagung des Gewerbebetriebs im Umherziehen von der Kommission vorgeschlagen ist. Zur Prüfung im Einzelnen wird bis zur dritten Lesung hinreichend Zeit sein. Antrag machen würde, sehr übertrieben.§ 105 c findet nur auf Damit schließt die Diskussion. Persönlich bemerkt wenige fleine Gewerbetreibende Anwendung, auf die von ihm Abg. Biehl: Ich habe die fonfeffionellen Gegenfäße nicht erwähnten Schuhmacher und Schneider garnicht; es tönnten in diese Diskussion hineingebracht, sondern Herr Bebel hat dieses höch ens die Gährungsprozesse in der Gerberei und derThema angefangen. Ich protestire dagegen, daß ich alle Juden gleichen in Frage kommen. Nehmen Sie den Antrag Hähnel verächtlich gemacht habe. Herr Bebel hat die Juden den an, so wird, selbst abgesehen von dem Fall, daß die GeBentrumsleuten als Muster gegenübergestellt, und das veranlaßte werbetreibenden falsche Angaben in ihren Verzeichnissen mich zu meinen Bemerkungen. Wenn Herr Bebel die Katholiken machen und die Behörden täuschen, doch häufig der Fall einje so warm vertheidigt hätte, wie die Juden, so würde ich an treten können, daß unter dem Titel der Reinigung und Reparatur seiner Unbefangenheit niemals zweifeln. Arbeiten am Sonntag vorgenommen werden, welche humanere Abg. Kranse( ofr.) bekämpft den sozialdemokratischen Antrag auf Beendigung der Sonntagsarbeit um 12 Uhr Mittags und erklärt sich für die unveränderte Annahme der Kommissionsbeschlüsse. Nicht ganz unbedenklich erscheint dem Redner der von der Kommission empfohlene neue§ 41a, wonach auch der Schluß der Geschäfte selbst für die Zeit der Sonntagsruhe der Gehilfen Abg. v. Stumm: Herr Bebel behauptet, daß gerade folche Arbeitgeber an Wochentagen vornehmen lassen. Ueberhaupt ist angeordnet wird. Dieser Beschluß habe mit dem Grund- Einrichtungen, wie bei mir beständen, Arbeiterschutzgesetze nöthig die untere Verwaltungsbehörde gar nicht im Stande, eine Kongedanken der Vorlage, dem Schutz der Sonntagsruhe der machten. In der Vorlage steht nicht eine einzige Bestimmung, trolle auszuüben, weil die 99 pet. der Beamten von dieser Sache Lohnarbeiter, nichts mehr zu schaffen und lasse sich auch welche meinen Arbeitern mehr Ruhe gewährt, als sie schon jest feine Ahnung haben. Dazu gehören berufsmäßig unterrichtete nicht auf die äußere Sonntagsheiligung begründen. haben. Die Sonntagsruhe ist bei mir viel weiter ausgedehnt. Behörden, also Gewerbe- Fabrilinspektoren. Dazu ist freilich die Jedenfalls würde diese Bestimmung diejenigen Geschäfts- Der Inhalt der Reden des Abg. Bebel ist mir durchaus nicht Zahl dieser Inspektoren jezt noch zu gering, selbst wenn sie in inhaber drücken, welche ganz ohne Gehilsen und Lehrlinge unangenehm, ich habe nur gesagt, seine Reden seien mir lang- Preußen, was man jetzt vorhat, verdrei- oder vervierfacht sein arbeiten, deren es nicht bloß in den kleinen Städten, sondern weilig, und zwar, weil ich fie schon ein Dugendmal in sozial- werden. Die Entwickelung der Gewerbegefeßgebung drängt immer auch hier in Berlin Tausende giebt. Es werde durch die Aus- demokratischen Versammlungen gehört habe. mehr zur Errichtung von Arbeitsämtern, denen die Funktionen zugewiesen werden die führung dieses Beschlusses offenbar eine Ungerechtigkeit gegen müssen, den jetzt unteren diese Geschäftsleute begangen. Unter ihnen befänden sich viele Abg. Bebel: Es ist mir neu, daß Herr v. Stumm sozial- Berwaltungsbehörden zufallen. Diese unteren VerwaltungsFrauen, Wittwen, die ganz gern den kleinen Verdienst des Sonn- demokratische Bersammlungen besucht. Will er mich hier nicht behörden sind viel zu überlastet, als daß man es ihnen tags mitneh nen; alle diese sollen jetzt auch ihre Verkaufsstelle anhören, so liegt mir nichts daran. Ich habe nicht die Juden überlassen könnte, die Listen von den Gewerbetreibenden schließen, obwohl sie zur Sonntagsruhe der Gehilfen und Lehr- allgemein als Muster hingestellt, sondern nur den Theil der Juden, einzufordern, die Gewerbetreibenden müssen vielmehr durch Gesetz Linge damit nichts beitragen können. Mit Rücksicht auf diese der als orthodox der Sabbath feiert, den Herren vom Zentrum gezwungen sein, diese Listen häufiger einzureichen. Die Arbeit, Erwägung wäre die Ablehnung des§ 41 a zu empfehlen. Von vorgehalten, weil es auch im Zentrum Mitglieder giebt, welche bie ihnen daraus entsteht, wird eine sehr geringe sein. Wenn einer Freiheit des Betriebes am Sonntag tönne man doch heut der Vorschrift der Bibel über die sechs Tage als Arbeits- und Sie den Antrag Payer annehmen, dann werden die Verhältnisse zu Tage überhaupt nicht reden; lasse man also die Sache so, wie den siebenten als Ruhetag nicht nachkommen. Die Bemerkungen noch schlimmer werden als bisher. Denn dann wird der§ 100 b fie ist. Es blieben dann die selbständigen Gewerbetreibenden des Abg. Biehl mußte ich jedoch als allgemein auffaffen. Den vollständig durchlöchert und zu Ungunsten der Arbeiter durchganz außer Betracht. Der§ 41 a würde auch den Anfang einer Katholiken bin ich in keiner Weise zu nahe getreten. brochen werden können. Payer stellt die Sache so dar, als ob polizeilichen Reglementirung des Gewerbebetriebes überhaupt Bei der Abstimmung werden alle Abänderungsanträge der durch Annahme der Kommissionsanträge die Fabrikanten in eine bilden, wie fie bisher von feiner Seite gewünscht wird, und wie Freisinnigen und Sozialdemokraten gegen die Stimmen der geradezu jammervolle Lage gebracht würden.( Buruf rechts: Ja fie in ihren Bielen höchstens von der Sozialdemokratie gebilligt Sozialdemokraten und einiger Freininniger abgelehnt. Anwohl!) Ja, wenn Ihnen das so jammervoll erscheint, so vergenommen wird der Antrag Hartmann, betreffend die orts- zichten Sie doch auf Ihre Stellung als Fabrikbefizer, unterwerfen Abg. Hartmann( bk.): Mit dem, was ich gestern über eine statutarische Bestimmung der Stunden, während deren die Be Sie sich der allgemeinen Expropriation( große Heiterkeit), legen Bersammlung von jungen Kaufleuten hier in Berlin aus dem ichäftigung stattfinden darf, und mit dieser Aenderung§ 105b Jahre 1885 gesagt habe, ist selbstverständlich der Verein junger Abs. 2 der Kommissionsbeschlüsse. Kaufleute", der hier besteht, nicht in Zusammenhang zu bringen gewesen. Den Antrag Biehl, der eine offenkundige Lücke aus füllt, unterstütze ich. Die Ausführungen des Vorredners gegen § 41 a find theoretisch durchaus richtig und unanfechtbar; aber fie laffen sich nicht in die Praxis übersetzen; es ist unmöglich, den Unterschied zu machen, welchen Herr Krause für nöthig hält. Wir würden damit den Kaufmannsstand ganz ungleichmäßig belasten und die Kontrolle aufs Aeußerste gefährden. werden könnte. tann. Die Nach einer Reihe persönlicher Bemerkungen vertagt das Haus gegen 5/4 Uhr die weitere Berathung auf Montag, I Uhr. Korrespondenzen und Parteinachrichten. Sie Ihre Fabrit auf dem Altar des Vaterlandes nieder, die Nachwelt wird Ihnen dankbar sein.( Heiterkeit.) Die Bestim Art. A der Kommissionsbeschlüsse, welcher einen neuen§ 41a mung der Kommission, wonach die Arbeitgeber den Arbeitern, ( Verbot des Geschäftsbetriebs während der Ruhezeit) vorschlägt, die bei der Fabriksreinigung beschäftigt sind, entweder jeden wird unverändert, Art. B, welcher einen neuen§ 55a und in dem zweiten Sonntag 12 Stunden, oder jeden dritten Sonntag selben das Verbot der Ausübung des Haufirergewerbes innerhalb 36 Stunden Ruhe lassen sollen, wird natürlich die lae haben, derselben Zeit vorschlägt, mit dem Antrage Biehl angenommen. daß die erste Eventualität überall eintritt, denn dann haben Die Annahme des ganzen§ 105b, wie er durch die einzelnen Be sie nur nöthig, jährlich 312 Stunden frei zu lassen, während schlüsse sich gestaltet hat, erfolgt mit sehr großer Mehrheit; da- sie den Arbeitern im anderen Falle jährlich 612 Stunden Ruhe gegen stimmt nur ein kleiner Theil der Deutschfreisinnigen. gönnen müssen. Die Ausnahmebestimmungen bezüglich der Geh. Rath Lohmann bittet das Haus, dem Antrage HartDie Diskussion wendet sich nunmehr zu§ 105c der Kommis- Sonntagsruhe, um die es sich hier handelt, haben auch für die mann und Genossen zustimmen zu wollen, nach welchem die Fest- flonsfoffung, welcher die Ausnahmen von den Bestimmungen folgenden Bestimmungen die weitreichendste Bedeutung. fehung der Stunden, in welchen die Beschäftigung gestattet sein des§ 105b feststellt. Danach sollen diese Bestimmungen feine Bustände des Bäckergewerbes zeigen eine so maßlose Ausbeu tung, soll, dem Ortsstatut nur dann vorzubehalten ist, wenn dieses eine Anwendung finden: 1. auf Arbeiten, welche zur Beseitigung daß man sich wundert, wie die Polizeibehörden bisher nicht einEinschränkung der fünfstündigen Dauer der Beschäftigung vor eines Nothstandes, oder zur Abwendung einer Gefahr, oder im gegriffen haben. Eine Arbeitszeit von 16, 18 und mehr Stun unverzüglich vorgenommen werden Interesse schreibt. Die Regierung fürchtet, daß bei der Festfegung der öffentlichen den ist die Regel, und 63 p& t. der Gehilfen haben selbst des betreffenden Stunden auch bei einer Ausdehnung der Arbeits- müssen; 1a. für einen Sonntag auf Arbeiten zur Durchführung Sonntags eine 14 stüudige Arbeitszeit. Die Lehrlingezüchte rei zeit durch bas Ortsstatut den Interessenten ein Einfluß gewährt einer gefeßlich vorgeschriebenen Inventur; 2. auf die Bewachung übersteigt hier alle Grenzen. Wollen Sie wirklich Abhilfe schaffen, Arbeiten zur Reinigung und so nehmen Sie unsere Anträge an. würde, der dem Zweck des Gefeßes entgegenwirten könnte; der Betriebsanlagen, auf für diese Fälle müßte die Polizeibehörde moßgebend bleiben. Auch Instandhaltung des Betriebes, sowie auf solche, von denen die würde es nur so gelingen, die Sache für größere Bezirke gleich Wiederaufnahme des vollen werkthätigen Betriebes abhängig ist; mäßig zu gestalten. 3. auf Arbeiten, welche zur Verhütung des Verderbens von Rohstoffen, Abg. v. Stumm entgegnet dem Abg. Bebel, daß er nicht oder des Mißlingens von Arbeitserzeugnissen erforderlich sind; den Antrag Gutfleisch, sondern den Antrag Wöllmer als 4. auf die Beaufsichtigung des nach Nummer 1 bis 3 an Sonndekorativ bezeichnet habe. Er habe bei der Begründung des und Festtagen stattfindenden Betriebes. Die unter diese Bestim Antrages Gutfleisch etwa die unaufschiebbaren Arbeiten im Auge mungen fallenden Gewerbetreibenden müssen ein Verzeichniß angehabt. Man müsse ja seinen Pflichten genügen, auch wenn es legen, in welchem Bahl der Arbeiter, Art und Dauer der Benicht angenehm wäre; er( Redner) ginge auch lieber im Thier- fchäftigung angegeben sein müssen. Das Verzeichniß ist auf Ergarten spazieren, anstatt daß er hier die Reden der Herren Bebel fordern der Polizeibehörde und jederzeit dem revidirenden BeNordhausen. Genosse Schulze, Redakteur der Thür. und Singer anhören müßte.( Heiterkeit und Unruhe.) amten vorzulegen. Wenn die unter 2 und 3 aufgeführten Ar- Tribüne", welcher augenblicklich eine viermonatliche GefängnißAbg. Bebel: Ich würde es ganz und gar nicht ungern sehen, beiten länger als drei Stunden dauern, müssen dem Arbeiter entwenn der Abg. v. Stumm während meiner Reden dem Hause weder an jedem dritten Sonntag 36 Stunden, oder an jedem haft in Erfurt verbüßt, stand am 11. d. M. vor der hiesigen Straffammer wegen Beschimpfung der Kirche. Ms Vertheidiger fern bliebe. Er hat ja auch im Uebrigen so viel freie Zeit, daß zweiten die Zeit von 6 Uhr Morgens bis 5 Uhr Abends frei- fungirte Dr. Völkel aus Magdeburg. Der Staatsanwalt bean er feinen Pflichten als Abgeordneter auch dann noch nachfommen gelassen werden. Wenn alle Personen, um die es sich hier handelt, Die sozialdemokratischen Abgg. Auer und Genossen wollen tragte 6 Wochen Gefängniß. Der Gerichtshof erkannte auf nur den fünften Theil der freien Zeit des Abg. von statt der für jeden zweiten Sonntag im letzten Sage getroffenen Freisprechung. Dr. Volkel ist Tags darauf in Mühlhausen Stumm hätten, würde ich gewiß hier feine Vorträge über Bestimmungen von 12 Stunden Rubezeit 24 setzen; Abgeordneter wegen desselben Bergehens(§ 166 Str.-G.) an 6 Monaten Arbeiterschutz zu halten brauchen, von den ich weiß, daß v. Münch beantragt, statt 36 Stunden zu setzen 32. Die Volts- Gejängniß verurtheilt, und es harren seiner noch 7 weitere fie dem Freiherrn v. Stumm unangenehm find. Beider giebt es partei( Hähnle und Genossen) will den zweiten Theil des§ 105c, Prozesse wegen desselben Bergehens. Gleichzeitig sei bemerkt, Es wurde ihm nur ges aber noch immer Griſtenzen, die wir vor einer Ausbeutung seitens die Verpflichtung der Gewerbetreibenden betreffend, gänzlich be: daß das Gesuch des Gen. K. Schulze um Selbstbeschäftigung im Gefängniß Erfurt abgelehnt worden ist. der Herren von jener Seite schützen müssen. Das Wort„ dekorativ" feitigen. habe ich mit Bezug auf seinen Antrag verstanden und eine ganze Die Abgg. Aichbichler, Biehl und Orterer stattet, während der freien Zeit Zeitungen zu lesen und Briese zu schreiben. Bei Gelegenheit des Falles Boshart wurde Lärm Reihe meiner politischen Freunde mit mir. Wenn er am Sonntag wollen die im letzten Eazze statuirte hepause nicht nur geeine Geschäftszeit zu unproduktiver Arbeit will, so ist diese dann währen, wenn die Arbeiten über drei Stunden dauern, sondern genug in der Preise geschlagen, bei Sozialisten ist es eine alldoch völlig überflüssig. An unproduttiver Arbeit liegt überhaupt auch dann, wenn sie die Arbeiter am Besuch des Gottesoienstes gemein angewandte Praxis, die Preßsünder ebenso zu behandeln wie gemeine Verbrecher. nichts. Die Reden von der wirthschaftlichen Freiheit, in die wir hindern. durch den§ 41 a einen Eingriff machen sollen. haben wir von Abg. Bebel verlangt in einem besonderen Antrage, daß Hamm i. Weftf. Vor Zuzug der Schlosser, namentlich den Freunden des Abg. Krause schon früher gehört; ebenso von das erwähnte Berzeichnis am Schlusse eines jeden Monats dem Geldschrankbauer nach hier wird strengstens gewarnt, da bei der dem Schablonenhaften, was eine Gesetzgebung in diesem Punkte Aufsichtsbeamten der Ortspolizeibehörde in Abschrift mitgetheilt Firma Gebrüder Schäfer u. Müller wegen fortgefehter Maßnur schaffen kann. Glücklicherweise ist es nun dahin gekommen, werden soll. daß nur eine verschwindende Minorität feinen Stand- Ferner liegt ein Antrag der Abg. Gutfleisch, Hart- regelungen und Lohndrückerei die Geldschrankbauer die Arbeit punkt theilt. Man meint jetzt, daß, wo Mißstände sich herausmann, Letocha, Möller und v. Stumm vor, das Wort einstellen mußten. Näherer Bericht folgt. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. stellen, der Staat eingreifen muß, und es handelt sich darum, werkthätige" in werktägige" umzuwandeln. wie weit man die wirthschaftliche Freiheit einschränken soll. Dieselben Abgeordneten ohne den Abg. Gutfleisch bean= Im Uebrigen war es gerade die Volkspartei, die seit Jahrzehnten tragen endlich die Hinzufügung des folgenden weiteren Absatzes: für eine Arbeiterschutz Gesetzgebung eintrat, als die Freisinnigen Ausnahmen von den Bestimmungen, welche für die unter noch gar nicht daran dachten. Außerdem ist schließlich jedes 3iffer 2 und 3 erwähnten Arbeiten vorgeschlagen sind, darf die Gefeß eine Schablone, und es ist um so schlechter, je weniger untere Verwaltungsbehörde gestatten, wenn die Arbeiter am BeSchablone es ist. Ohne den§ 41 a würde eine große Ungleichheit suche des jonntäglichen Gottesdienstes nicht gehindert werden in die verschiedenartigen Handelsgewerbe kommen. Ich betrachte und ihnen an Stelle des Sonntags eine 24 stündige Ruhezeit an diese Bestimmung als einen erfreulichen Anfang zur Verwirt einem Wochentage gewährt wird. ein in erster Linie die Bekämpfung der Sozialdemokratie bezweckt. lichung unserer Bestrebungen. Wir kommen auch nicht zu einer Abg. Vayer( Volksp.) tritt für den Antrag der Voltspartei Handlungsgehilfen, die in ihren wenigen Mußestunden nichts Wich vernünftigen Sozialgesesgebung, so lange wir kein besonderes ein. Die Vorschrift der Anlegung eines Verzeichnisses würde eine tigeres zu thun haben, als den Emanzipationskampf der Klasse, Reichsorgan und keine zentralisirte Spize für die ganze Sozial- ungeheure Belästigung der Fabrikanten mit sich bringen. Man der sie zum allergrößten Theil selbst angehören, entgegenzuwirken gesetzgebung haben. Nach meinen Erfahrungen und der Abg. babe so lange vom Gebus der Arbeiter gesprochen; hier wäre es das ist in der That tragikomisch. Selbst wenn die Herren v. Bollmar bestätigt mir e3- wird soon heute in den katho- am Orte, auch einmal ben Schutz des Gabrifonten ins Auge zu nicht aufgeklärt genug oder zu hochnäfig sind, um sich an bi lischen Gegenden Bayerns Sonntags Nachmittags 1 Uhr jedes faffen. Wohin man damit komme, lehre der Antrag der Sozial Seite der anderen Arbeiter zu stellen, so müßten sie sich bei einen Geschäft geschlossen, spätestens um 2 Uhr. Daß anderswo die Ge- demokraten, welche auch noch dem betreffenden Beamten die Be- bischen Nachdenken doch sagen, daß die Berbefferung ihrer ge Derbegehiljen im Gegensatz zu den Handlungsgehilfen Kavaliere lästigung mit allen diesen Tausenden von Verzeichnissen der ihnen mehr am Herzen zu liegen hat, als der Kampf gegen die genannt werden können, spricht nur für das Gerechtfertigte der großen, fleinen und kleinsten Geschäftsleute zumuthen. Es werde Bestrebungen der Arbeiterpartei. Trogdem die freisinnigen Hand Forderungen der jungen Raufleute. Der Abg. Biehl hatte zu seinen leider schon in unserer Industrie viel zu viel geschrieben, wir lungsgehilfen nun erster Linie gegen die Sozialdemo Ausfall gegen die Juden teine Veranlassung. Der Jude kann ſtecken in der Schreiberei bis an den 13, wir sollten deshalb tratie tämpfen wollen, will Herr Eugen Nichter von his schon deshalb am Sabbath fein Geld in Empfang nehmen, weil die Schreiberei nicht noch unnük vermehren.( Lebhafter Beifall Gründung eines freisinnigen Handlungsgehilfen- Vereins i er da sein Geschäft gefchloffen hat. Unzweifelhaft giebt es nnter links.) wissen, und er hat von seinem Standpunkte aus ganz recht. Schutz den Juden marktschreierische, unsolide Leute, aber ebenso auch Abg. v. Münch empfiehlt seinen Antrag und bekämpft die * Lokales. Der freifinnige Handlungsgehilfen- Verein soll nach der Verl. 3tg." nun doch gegründet werden. Weiter erfahren wir aus dem Artikel des genannten Blattes, in daß der Ver ge Baginsti. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Lehrkursus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen zur ersten Dr. Bernstein. Uebungsstunde. Billetausgabe zum Stiftungsfest. Meldung Berlins und Umgegend( Filiale Norden). Große Versammlung am Montag, Bart), Müllerstr. 178. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Karl Binn über: Wahre und falsche Humanität". 2. Diskussion. 8. Aufnahme neuer Mitglieder. Serren, als Gäfte, wiltommen. 4. Verfchiedenes. Zur Deckung der Untoften findet Tellersammlung statt. Versammlung deutscher Maler und verw. Berufsgenossen der gründet find, werden ganz von selbst dazu gedrängt, sich mit den strafe, sich etwa ein Jahr auf freiem Fuße befunden und diese| 16. februar, Abends 8 Uhr, in den„ Armin Hallen", Kommandantenstr. 20, wirthschaftlichen Interessen dieses Berufes zu beschäftigen; da Beit ausgenugt hat, sein Diebeshandwerk weiter zu be- großer Saal. Tagesordnung: 1. Wie feiern wir den 1. Mai? Referent: Richdurch lernen sie allmälig die Solidarität der Angehörigen dieses treiben. Er ist jetzt wieder wegen Verübung einer ganzen AnBerufes mit ihren Klaſſengenossen erkennen und befreunden sich zahl mittelst Nachschlüssels an Sonntags- Nachmittagen verübter Silfe bet unglücksfallen( weibliche Abtheilung). Montag, den 16. Februar cr., mit der Sozialdemokratie, mindestens beginnen sie Forderungen Diebstähle verhaftet worden, und namentlich sind der Arbeiter- bends 8½ thr, bei Feuerstein, Alte Jakobitraße Nr. 75: Vortrag des Herrn zu stellen, die nicht in das Programm der kapitalistischen Parteien flasse angehörende Bewohner des Kottbuser und Halleschen Thor: der Mitglieder zur Prüfung. Bereinsangelegenheiten. Bei der Allgemeiner Arbeiterinnen- Verein fämmtlicher Berufezweige passen. Herr Richter und seine Freunde unterstüßen nur all- Viertels durch ihn empfindlich geschädigt worden. gemeine freisinnige Vereine, deren Versammlungen mit Vorträgen Kriminalpolizei, Zimmer 83, lagern noch dem Gieseler abgeben 16. Februar, Abends 8 Uhr, im totale des Herrn Schröder( Weddingfreifinniger Roryphäen ausgefüllt werden und deren Beitrag übernommene Gegenstände, nämlich: eine silberne Damen- Remontoir: haupt ausschließlich in den Händen der freisinnigen Macher liegt. Uhr ohne Goldrand und Sekundenzeiger; eine goldene, zwei Herr Richter läßt sich auch seine Zirkel weder durch freifinnige reihige Damenuhrfette mit Puschel und Knebel, eine goldene Handlungsgehilfen, noch durch die Berliner Zeitung" stören. Herrenuhrkette mit einem Ringe zum Anhängen eines Alle nur denkbaren Mittel bringt das freisinnige" Wahl- Medaillons und ein kleiner goldener Herrenring mit grünlichen, Komitee anläßlich der Kommunalwahl im 21. Wahlbezirk in An- rothpunktirtem Stein. Es ist erwünscht, daß sich die Eigen wendung, um Stimmenfang zu treiben. Jetzt haben die Herren thümer dieser Gegenstände bei der Kriminalpolizei melden. ein Flugblatt verbreitet, aus welchem wir einige Kraftproben unseren Lesern zum Besten zu geben nicht verfehlen wollen. Zunächst wird ein Pietätshumbug ins Feld geführt und dann wechseln sich brüderlich Lügen und Verläumdungen ab und zum Schluß folgen als Paradepjerde die Namen einer großen Anzahl etwa 50-, welche die Vertrauensmänner sein sollen und sich nicht scheuen, dem in Richter'scher Manier abgefaßten Gesudel ihre Unterschrift zu verleihen. Männer " Filiale il Berlin Westen am Montag, den 16. Februar, Abends 8 Uhr, um Cotale bämmerle, Bülowfir. 59. Tagesordnung: 1. Vortrag über Aufgaben der Gewertschaften. 2. Verschiedenes. Versammlung der Freien Vereinigung der Graveure und Biseleure am Montag, den 16. Februar, Abends 8% Uhr, im Vereinslokal, Dresdenerftraße 45. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Stegelung der Unterstüßungsfrage. 3. Verschiedenes und Fragetasten. Verband Deutscher Korbmacher( F. B.). Bersammlung am Montag, Tagesordnung: den 16. Februar, Abends 8% Uhr, bei Roll, Adalbertfir. 21. 2. Diskussion. 3. Diskussion zur General- Ver1. Vortrag des Herrn Carl. sammlung. stand. 4. Berschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet der VorNationale haufmännische Kranken- und Sterbekasse.( E. S. 71.) Bureau Nord- Often, Keibelstr. 40. Montag, den 10. Februar, Anfang 8% Uhr, im Bictoria- Restaurant, Münzstraße 11. Vorstands- Sizung. Aufnahme neuer Arbeiter- Bildungsverein für Schöneberg und Umgegend. Montag, den 16. Februar, Abends 7% Uhr, Große öffentliche Bersammlung in der SchloßBrauerei zu Schöneberg. Verband der Vergolder, Goldleiften- Arbeiter und Berufsgenossen, Mitglieder. bis 12. Theater- Verein Blumentese"( Bors. G. Kleist.) Sonntag 6 Uhr/ Gäste willkommen. Eine entsegliche Familientragödie hat sich hiesigen Blättern zufolge am vorgestrigen Vormittag im Norden der Stadt abgespielt. In dem Hause Badstraße 15, eine Treppe, wohnte seit dem 1. Januar d. J. die 37jährige verehelichte Frau Ackermann mit ihren drei Kindern im Alter von fünf, drei und zwei Jahren. Die Frau, die übereinstimmend als eine ordentliche, fleißige Arbeiterin und brave Hausfrau geschildert wird, ernährte sich und ihre Kinder mit Mäntelnähen; sie hatte sich von ihrem " Ihr begeht nicht nur einen Akt der Pietät, wenn Ihr Eure Mann am 1. Januar er. getrennt, weil sie derselbe in gröblichster Stimmen für einen Mann abgebt, der in die Fußstapfen dieses Weise mißhandelte und ihr in letzter Zeit ausschließlich braven Streiters für Recht und Wahrheit( doch wohl nur die Sorge für die Erhaltung des Hausstandes überließ. aber in bescheidenen, Leute hatten sich früher Richter'sche Wahrheit? D. Red.) treten will, welcher, wie er, die Die Deutschlands. Filiale Berlin. Montag, den 16. Februar, Abends 8 Uhr, befunden und ein Back Monats- Bersammlung in Scheffers Salon, Inselstr. 10. Fahne des Freijinnes(?) allezeit hochhalten und unermüdlich auskömmlichen Verhältnissen am Montag, den, Vereins- Versammlung Polnische Sozialisten. für das Wohl seiner Mitbürger arbeiten will( hoffentlich werden waaren- Geschäft in der Badstraße betrieben, da der Mann dermaleinst auch die Manen der Herren Meyer I, Frenzel und gelernter Konditor ist; durch seine Arbeitsscheu aber war die 16. Februar d. M., Abends 8% Uhr, in Steinerts Lotal, Rosenthalerstraße 11 des„ Edelsten der Nation" von Fordenbeck ausgerufen. Die Red.), Familie schließlich in die größte Noth gerathen, bis sich die Frau sondern Ihr seht auch dem weiteren Vordringen der Sozial- von ihm trennte. Seine Annäherungsversuche wurden von ihr Damenabend im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Rollen- Bertheilung. Gäste willtemmen. demokratie, welche mit ihren Irrlehren, die in der Theorie ver- beharrlich zurückgewiesen; vorgestern früh 9 Uhr aber gelang es ihm, Mittwoch, den 18. Februar, Abends' Uhr, Sigung im Dresdener Garten. Sozialdemokratischer Wahlverein des 2. Berliner Reichstageodend flingen, in der Wirklichkeit aber undurchführbar sind( dem durch die offene Korridorthür in die Wohnung zu dringen. Die läßt sich nichts mehr entgegensetzen, das hat ja das Irrfinnsbuch Frau saß aus dem Sopha und nähte, als ihr Mann, der schon Wahlkreises, Dienstag, den 17. Februar, Abends 8 Uhr, Versammlung im Fachversin der Bau- und gewerblichen Hilfearbeiter für Reinichendes großen" Freiheitsführers bewiesen. Die Red.), in die in seinem Aeußeren den Eindruck eines herabgekommenen Men- großen Saale der Vittoria- Braueret, Sügowoftr. 111-112. Du mußt mit Dir dorf und Umgegend. Große Mitglieder- Berfammlung am Sonntag, den ruhigen Kreise unserer Bürgerschaft einzubringen sucht, einen schen machte, auf der Schwelle erschien. Damm entgegen.( Hoffentlich, es ist wahrhaft schandhaft, dieses reden lassen; ich gehe nicht vom Fleck sonst!"" Nein, nein, ich 15. Februar, Nachmittags 2 Uhr, im Lokale des Herrn Lüdice, AmendeGroße öffentliche Versammlung der Drecholer aller Branchen am Arbeiterpack will, statt ruhig Steuern zu zahlen, nun auch ein will nichts von Dir wissen!" Aber schon war der Unhold auf straße 1. Wort mitsprechen. Die Red.) die Arme eingedrungen, erfaßte sie bei den Haaren und führte Dienstag, den 17. Februar, Abends 8 Uhr, bei Feuerstein, Alte Fatobstraße 75, er aus der Tasche zog, drei oberer Saal. Tagesordnung: 1. Vorlage der Abrechnung vom StockarbeiterDie Sozialdemokraten wollen nicht aufbauen, sie wollen das mit einem Stemmeisen, das trag betr. Aufhebung des Streits in der Berlmutterwaaren- Fabrit des Herrn! Gute und Altbewährte zerstören( sogar an die altbewährte mörderische Schläge nach ihrem Kopfe. Blutüberströmt, mit Streit. 2. Bortrag über: Arbeiterschuß- Gesetzgebung" und Diskussion. 3. AnMiethsteuer wagen sie sich heran. Die Redaktion); sie schaffen einem gellenden Schrei stürzte die Frau zusammen; eine Nach- paul Singe. 4. Regelung der Ueberfeierabend Arbeit bei der Firma Kro-, er stieß die zur Hilfe herbeieilte, die finsti u. Eisenach. 5. Verschiedenes. gegen tünstlich Unfrieden und entblöden sich nicht, durch gröbste Ent- barin, Arbeiter- Verein für Röpenick und Umgegend. stellung von Thatsachen die großartigen Einrichtungen unserer Thür, daß sie taumelte, dann sloh er die Treppen hinab Reichshauptstadt, welche sich der Bewunderung der ganzen der nahen Verbindungsbahn zu. Etwa 500 Schritte von der Welt erfreuen( Begasbrunnen, finniger Fleischverkauf. D. Red.) Badstraße entfernt, auf Pantower Gebiet warf er sich auf die Schienen; gerade fam ein Zug herangebraust, und im nächsten in den Schmutz zu ziehen. Augenblick rollten die Räder über den auf den Schienen liegenden Körper hinweg. Bei der Leiche des Selbstmörders fand sich ein Brief, welcher an die in der Steinmetzstraße wohnende Mutter desselben gerichtet war; es geht daraus unzweifelhaft hervor, daß der Sohn nach einem wohlüberlegten Plan gehandelt hat; er wollte erst seine Frau und dann sich selbst tödten. Die entsetzlich verstümmelte Leiche wurde bereits von der Mutter refognoszirt. Das arme Opfer des mörderischen Ueberfalls wurde schwer verwundet nach dem St. Lazarus- Krankenhaus übergeführt; die Kinder sind zunächst bei der Großmutter untergebracht worden. Von Herrn G. Krohn, Wrangelstr. 86, geht uns folgende Berichtigung zu: Die Arbeitszeit beginnt in meinem Geschäft nicht um 6 Uhr, sondern um 1/27 Uhr Morgens. Das Gehalt der jungen Leute beträgt nicht nur 30 M., sondern bei vollständig freier Station 30-41,65 M. monatlich. Die Auszahlung des Gehalts erfolgt nicht willkürlich, sondern am lezten des lausenden oder am ersten des neuen Monats. Wem verdankt Berlin den Nuf, die schönste und gesündeste ( im Thiergarten) Stadt der Welt zu sein? Den Sozialdemokraten( folgen vier Fragezeichen) mehr( zwei Ausrufungszeichen). Nimmer Dann kommen Lobhymnen auf die großartigen Einrichtungen, welche durch die aufopfernde Arbeit wahrhaft freisinniger(!?) Männer geschaffen seien, und gewaltige Tiraden auf die Humanität der Stadtvertretung. Weiter wird auch die schmachvolle Vergeudung von 400 000 Mart für das Schüßenfest beschönigt; das soll- man höre und staune im Interesse der Bürgerschaft und auch der Arbeiter geschehen sein. In dieser Tonart geht es weiter. Pfui, schäme dich Sozialdemokratie! Jezt bist du vernichtet! Glebe die wahrhaft freisinnige der Volksmund sagt schrei sinnige demokratische Partei"!!! Liegen gelaffen hat eine arme Frau( Mutter von elf Rindern) am Sonntag, den 8. Februar, in einem Waggon dritter Klasse eines Vorortszuges, den sie um 3 Uhr vom Bahnhof Alexanderplaß aus bis nach Station Rummelsburg( Nordringzug) benutzte, ein Packet, in welchem sich 12 Meter schwarzen Stoffes, Futterstoff und ein Garderobenbügel befanden. Der Stoff, der einen Werth von ca. 47 Mt. darstellt, war ihr zur Anfertigung eines Kleides übergeben worden. Der Finder wird gebeten, das Packet an die Adresse von 2. Krüger, Rummelsburg, Lessingstraße 22, zu schicken. Auslagen und Finderlohn werden gern gezahlt. Der Ausgehetag beginnt nicht erst um 3 Uhr Nachmittags, sondern gleich nach dem Mittagstisch, meist schon um 1 Uhr und dauert dann bis 10/2 Uhr. Auf Wunsch werden, wenn es angeht, zum Längerbleiben auch die Schlüffel mitgegeben. Falls Jemand zu spät kommt, so muß er nicht, wie dies behauptet wird, den Eingang durch's Fenster nehmen, sondern da Die Kollegen sehr leicht zu wecken sind, so ist der Weg durch die erlaubte Thür vorgeschrieben." " = Versammlung am Dienstag, den 17. Jebruar, abends 8 Uhr, im Kaiserhof. Vormittags " Lese- und Diskutir- klub Mar Kayfer" Sonntag, Sozialdemokratischer Lesetlub 10% ühe, im Restaurant zur Schneetoppe", Nostizftraße 29. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Lessing", jeden Montag, Abends 8% Uhr, im Restaurant Spiekermann, " Spinoza", Oppelnerstraße 29, bei Bit, Martusstraße 6: Bortrag. 8um 2icht", Sonntag Vormittag 10 Uhr, im Restaurant Brandstrahl. Arbeiter- Sängerbund Serlins und Umgegend. Montag, Abends Reßner, Annenstr. 16. s uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder- Gefangverein„ GeneGesangverein 8uLiedertafel der friedenheit" Willibald- Alerisstr. 5, bei Genger. felber" Restaurant Trieſchmann, Jüdenstraße 55. maler und verwandten Berufsgenossen bei Berg, Kaiser- Franz- GrenadierGesangverein Myrthenblätter Alte Schönhauserstraße 42, Blas 7.Gesangverein harmonie", Meyerbeerstr. 9 bei Dornblatt. bet Reimann. Moemes). Gefangverein, Geselligtett 2", Münzstraße 11 bet gemter. Männer- Gesangverein iederluft", Fichtefiraße 29 bet strofche( früher Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Lübeck'scher Turnverein am Sonntag, Abends von 6-8 Uhr, 2. Lehrlingsabtheilung; am Montag, Abends von 8-10 uhr, Männerabtheilung. Rauch flub, Arcona", Montag, Abends 8%-10% Uhr bei Siplinstt, Raucht lub, Weiße Wolte", Montag, Abends Nauchtlub Deutscher Reichenbergerstr. 71. von 9-11 Uhr, Streligerstr. 16, bet Becker. Mich e I", Montag Abend von 8-10% Uhr bet Schöneburg, Grüner Weg 9. Verein Wanderluft", Sigung: Sonntag, Nachmittags 4 Uhr, Grünauerstraße 14 bet Rach. Berein der Oberlausißer", Montag, Abend 9 Uhr im Restaurant Hedwig, Nosenthalerstr. 45. Friedrichs- Verein", ehem. Schüler des Friedrichs- Waisenhauses, Montag, Orantenstr. 34. Vergnügungsverein," Freundestreue", 9% Uhr, im Restaurant Gerth, Bergnügungs- Verein Brinzenstraße 106. Reichstrone", Sigung Sonntag, Nachmittags 4 Uhr, im Bittoria- Ballsalon, Perlebergerstr. 13. Gäfte Bergnügungsverein Fidelio", Montag Abends 9 Uhr im willkommen. Damen und Herren als Gäfte willkommen. Theater- Berein Blumenlese", Bors. G. Wuthe. Restaurant Bum Reichsgarten", Dranienstr. 108. Sigung mit Damen. Sonntag Nachmittag 4 Uhr im„ Dresdener Garten", Dresdenerstraße 46. Gäfte willkommen. Privat- Theatergesellschaft, off= nung", Sonntag, Abends 8 Uhr, bei rebs, Dbmgaffe 2. Gäste, Damen und Herren, willkommen. Privattheater- Gesellschaft Augusta Victoria", Sonntag 8 Uhr im Bittoria- Saal, Perlebergerir. 13. Gäste willkommen. Bollack- Club Eintracht", bet Gustav Schulze, Wienerfir. 68. Gäfte willfommen. Klub Geselligfeit", Sigung Sonntags 6 Uhr bei Schmidt, Wrangelstr. 141. " Vermischtes. London, 18. Febr. Es bestätigt sich, daß der berüchtigte FrauenIn nicht weniger als 55 Verkaufsläden, insbesondere Bäckern, auch Don Delikateßwaarenhändlern, Konditoren, Bolizeibericht. Am 13. d. Mts. Vormittags erschien Zigarrenhändlern, ist in den letzten Wochen, während der Verfäufer oder die Verkäuferin allein im Laden anwesend war, ein der Konditorgehilfe Ackermann bei seiner, seit einer Zeit von ihm junger Mann gekommen, welcher für seinen angeblich in getrennt lebenden Ehefrau in deren Wohnung, Badstr. 15, und Küfrin oder Spandau als Soldat sich aushaltenden schlug fie, infolge von Eifersucht, mit einer meffingenen Mörserim zaden aufhielt und schließlich ohne die gekauften Waaren niederfank. Der Mann ergriff darauf die Flucht, begab smörder von Whitechapel,„ Jack der Aufschlitzer", wieder thätig geBruder verschiedene Waaren bestellte, sich auffällig lange leute mehrere Male auf den Kopf, so daß sie schwer verlegt mitzunehmen oder zu bezahlen, unter dem Vorwande, eine wie später festgestellt wurde, nach der Pantower Feldmark und mörder von Whitechapel, Jack der Aufschliter", wieder thätig geKiste zum Zwecke der Verpackung von seiner Schwester zu holen, warf sich dort unter einen vorüberkommenden Zug der Stettiner wesen ist. Die heute ermordete Frauensperson gehört derselben Klasse den Laden wieder verließ, und nicht zurückkehrte. Es ist mit Bahn, so daß er auf der Stelle getödtet wurde. Die Frau sand an, aus welcher der Mörder seine früheren 9 Opfer erforen hat. Sicherheit anzunehmen, daß diese Person den Staubmordversuch nach Anlegung eines Nothverbandes Aufnahme im Lazarus- Der Mord wurde unter denselben Verhältnissen und in derselben gegen die Wittwe Caßburg in der Filiale des Gottschallschen Krankenhause. Zu derselben Zeit fiel ein Mann, als er vor Weise verübt. Der Hals der Frau ist fast ganz durchschnitten, Seifengeschäfts, Oranienftr. 58, am Nachmittag des 29. Januar dem Hause Französischestr. 60-61 einen in der Fahrt befind- der Kopf beinahe vom Rumpfe getrennt, nur fehlen die üblichen verlibt hat und daß es auch in den übrigen Fällen auf eine Be- lichen Pferdebahnwagen besteigen wollte, infolge eines Fehltrittes gräßlichen Verſtümmelungen, wozu der Mörder wahrscheinlich raubung abgesehen war, deren Ausführung dadurch gehindert zur Erde und erlitt bedeutende Verlegungen am Kopf und an der keine Zeit gehabt hat. Der Schuhmann, welcher die Zeiche Nachmittags wurde ein Mann auf dem Flur des deckte, muß ihm hart auf den Fersen gewesen sein, denn der daß andere Käufer den Laden angestellten Ermittelungen haben ergeben, daß der Bäcker Hauses Köpnickerstr. 158 mit einer stark blutenden Wunde am Körper war noch warm und das Leben, wie der herbeigerufene Philipp Abels, geboren am 28. September 1867 zu Kirch- Hinterkopfe aufgefunden und nach der Sanitätswache am Polizeiarzt erklärte, kaum entflohen. Eine Viertelstunde vorher berg bei Jülide, welche bis zum Oktober bei der Fuß- Görliger Bahnhof gebracht. Seiner Angabe nach hat er sich die hatte der Schuhmann die Stelle paffirt, ohne Jemand gesehen Im Laufe des Tages zu haben. Die Todte war 25 Jahre alt und sehr ärmlich gekleidet; ihre Persönlichkeit ist noch nicht festgestellt. Der Artillerie in Spandau als Unteroffizier diente, dort auch wegen Verletzung durch einen Fall zugezogen. Schauplatz des Mordes, Chamber Street, ist eine in LemanDiebstahls und Betruges bestraft ist und sich seitdem in Berlin fanden vier Brände statt. Street einmündende schmale und dürftig beleuchte Gasse; nicht ohne Beschäftigung umbergetrieben hat, der verdächtige Räufer weit davon ist eine Polizeistation. Vom Thäter fehlt jede Spur. gewesen ist. Seine Photographie ist mit größerer oder geringerer Bestimmtheit von den Verkäufern, insbesonderer auch von der Frau Caßburg wiedererkannt worden, und in einem der erwähnten Fälle, wurde, betraten. Die Hand. Soziale Uebersicht. Achtung, Vergolder! Wir bitten die Kollegen, die WerkDepeschen. in einem Konditorladen in der Neuen Friedrichstraße, hat die Vertäuferin Marie K. den Abels sogar von Person gekannt. Als sie ihn ( Wolf's Telegraphen- Bureau.) im Laufe des Gesprächs fragte:„ Sind Sie nicht der Unteroffizier statt von Guthat, Reichenbergerstraße, zu meiden, da schon verAbels aus Spandau?" verließ der Käufer, ohne ein Wort zu erschiedene Kollegen wegen Lohnabzüge dort die Arbeit eingestellt London, 14. Februar. Wie das Neuter'sche Bureau" erwidern, eiligst den Laden. Abels hat am 4. Februar d. J. feine baben. Zu einer Berichtigung seiner Falschmeldung in Sachen fährt, ist der Name des heute Morgen verhafteten angeblichen bisherige Schlafstelle, Auguftr. 91, heimlich verlassen und sein Er ist der Aussperrung der Hamburger Tabafarbeiter sieht sich das Mörders der gestern in Whitechapel todt aufgefundenen Aufenthalt hat noch nicht ermittelt werden können. M. T.." in folgender Form gezwungen: Hamburg, 14. Fe Frauensperson Thomas Saddler. Eine Frau soll auf dem 1,75 Meter groß, schlant, bartlos, hat schwarzes Haar, bräunliche Gesichtsfarbe, aufgeworfene Lippen und war bekleidet mit bruar. Dem Hamburgischen Correspondent" wird vom Vor- Polizeibureau zu Protokoll gegeben haben, daß sie den einem alten schwarzen, grünlich schimmernden Ueberzieher. Ob fitzenden des Freundschaftsklubs der Zigarrenfortirer mitgetheilt, Verhafteten mit der ermordeten Frau in Streit gesehen. er auf der linken Bade einen Fled hat ist mit Sicherheit nicht daß seine Meldung, in der Versammlung der Bigarrenarbeiter Gin Polizeisergeant hat angegeben, eine Viertelstunde nach dem festgestellt worden, da selbst die Aussagen seiner früheren Kame- vom 10. d. M. sei beschlossen worden, einem Jeden anheim- Morde Saddler mit blutbefleckten Händen begegnet zu sein. zustellen, ob er den Revers des Vereins der Zigarrenfabrikanten Saddler leugnet entschieden das Werbrechen begangen zu haben. raden in diesem Punkt auseinandergehen. vom Jahre 1890 unterschreiben wolle oder nicht, unrichtig sei. Lügen haben eben furze Beine. Versammlungen. Verein zur Wahrung der Intereffen der Klavierarbeiter und verParis, 14. Februar. Der Ministerrath beschloß der von der Regierung der Vereinigten Staaten an die französische Regierung gerichteten Einladung zur offiziellen Theilnahme an der Weltausstellung in Chicago im Jahre 1893 Folge zu geben. Lugano, 14. Februar. In Brusino- Arsizio am Luganer See sind heute morgen 3 Häuser in den See gesunken; weitere Nachstürze werden befürchtet. Antwort wird nicht ertheilt. Ueber einen eigenartigen Vorgang wird aus Charlotten burg berichtet: In einen Laden der Berlinerstraße 75 traten am Donnerstag Abend drei gut gekleidete Männer. Während der eine derselben an den Ladentisch trat und diverse Wollwaaren zu kaufen wünschte, postirten sich die beiden anderen bei der Gingangsthür. Die Waaren wurden dem Käufer vorgelegt und wählte derselbe einige Gegenstände, zufammen zum Preise von 2 Mart aus, warf einen Thaler auf die Tischplatte und wandten Berufsgeneffen. Montag, den 16. Februar cr., Abends 8 Uhr, Briefkaffen der Redaktion. wartete auf das Wechselgeld, wobei er seine Blicke starr Vereins- Bersammlung in Deigmüller's Salon, Alte Jakobjiraße 48a. Verband deutscher Gold- und Silberarbeiter und verwandter SeDir Ladenkasse besand rufsgenossen.( Sahlielle Berlin.) Dienstag, den viein, Alte Jakobfir. Bei Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Brieflich sich aber nicht mehr im Laden, so daß eine der Verkäuferinnen Mitglieder- Bersammlung im Lotale des Hrn. Feuerstein, Alte Jakobsir. 75. Arbeiter- Bildungsverein für Rivdorf und Umgegend. Montag, A. S. Mit Dant angenommen. Wir selbst sind in Transfich in die anliegende Wohnstube begab, um die Wechselmünze zu den 16. Februar cr., Abends 8% Uhr: Mitglieder Bersammlung in Barta's portangelegenheiten zc. auch Laien. Es handelt sich bei derartigen holen. Kaum hatte sie das Geld dem Käufer übergeben, so zog fleinem Saal, Bergfir. 120. der eine der an der Ladenthür Posirten einen Revolver aus der Tasche und fragte den Räufer: soll ich schießen?" In diesen Sonntag, den 15. Februar cr., Abends& uhr, in den Beutral- Feſisälen". Fragen meist um Auswanderungslustige, die sich gewiß freuen Moment betraten mehrere Personen den Laden und die Drei Große Volksversammlung am Dienstag, den 17. Februar cr., Abends werden, von einem Genossen durch unparteischen Rath unterstützt zu werden. Also noch einmal, besten Dank. S. Sch- y. Streligerstr. 35. Wir fönnen Ihnen im hatten nichts Giligeres zu thun, wie sich aus dem Staube zu s uhr, in der„ Brauerei Friedrichshain", am Königsthor. Große öffentliche Versammlung der Metallarbeiter sämmtlicher machen. Allem Anschein nach war es hier auf eine gewaltsame Branchen Berlins und Umgegend am Montag, den 16. Februar, Abends s uhr, Briefkasten über Ihre Rechtsfrage feine Auskunft ertheilen. Kommen Sie einmal persönlich zu uns. Beraubung der wohlgefüllten Ladenkasse abgesehen und nur ein in der„ Braueret Friedrichshain", früher Sips. Große öffentliche Versammlung für Frauen und Männer am A. B. 1. Sie haben sich wohl in der Chiffre versehen glücklicher Zufall hat die Inhaber des Geschäfts vor einer blutigen Sonntag, den 16. Febr., Abends 6 Uhr, Oranienstraße 180. Tagesordnung: 1. Vortrag über:„ Nora" und„ Die Gespenster". Referent: A. Wilde. 2. Dis- es soll gewiß heißen: F. J. Zur Sache theilen wir Ihnen mit, Gefelliges Belsammensein!- Genossen und Ge- daß wir das Uebel für die Pferdekräße halten. Gehen Sie nach tuffion. 3. Verschiedenes. Hoffnen werden zu recht zahlreichem Besuch eingeladen. Katastrophe bewahrt. Große öffentliche Versammlung für Frauen und Männer am Oranienstraße 180. Ein gefährlicher Spezialist ist der Einbrecher Adolf Gieseler, welcher nach Verbüßung einer vierjährigen Zuchthaus- Große öffentliche Schuhmacher- Versammlung am Montag, den der Tchierarzneischule. Große Versammlung des Sozialdemokratischen Wahlvereins des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises am Dienstag, den 17. Febr., Ab. 8% Uhr, im Belforter Salon, Belforterstraße. Tagesordnung: Referent: 1. Die Emanzipation der arbeitenden Klaffen. Theodor Gloce. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragefasten. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. 341 Große öffentl. Versammlung der gewerblichen Hilfsarbeiter Berlins und Umgegend am Montag, den 16. Februar, Abends 8½ hr, in Ahren's Brauerei, Moabit, Thurn- und Stromstraßen- Ecke. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Thierbach über: Das privatkapitalistische Produktionssystem und dessen Beseitigung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Alle gewerb lichen Hilfsarbeiter sind zu dieser Versammlung eingeladen. 157 Der Einberufer. Große öffentliche Versammlung der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter von Schöneberg und Umgegend Dienstag, den 17. Februar, Abends 7/2 Uhr, in der Schloßbrauerei, Hauptstraße 60-63. Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Bau- Arbeiter Schönebergs und Umgegend zur Beschickung des Kongresses, welcher vom 6. bis 9. April in Halle a. S. stattfindet? 2. Wie sollen die Unkosten für den Delegirten beftritten werden? 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Üm zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Oeffentliche Versammlung 121 der Drechsler aller Branchen Berlins Dienstag, den 17. Februar, Abends 8 Uhr, bei Fenerstein, Alte Jakobftraße 75. Tagesordnung: Arbeiterschuh- Gesetzgebung. Referent wird Der Einberufer. der Versammlung bekannt gemacht. in Unterstützungsbund der Hausdiener Berlins. Wander- Versammlung im Westen Dienstag, den 17. Februar, Abends 9 Uhr, im Lokale Königshof, Bülowstraße 37( am Dennewitplay). Tagesordnung: 1. Vortrag:" Die wirthschftliche Lage." Referent: Regierungs- Baumeister a. D. Keßler. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Geschäftliches. Fragekasten. Gäfte haben Zutritt. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. 168 Grosse öffentliche Versammlung sämmtlicher in der Pelz- Mühen- und Zurichter- Brandhje beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen ( Selbständige, Gesellen, Stepperinnen und Näherinnen) Montag, den 16. Februar, Abends 81/2 Uhr, 189 in der Brauerei Julius Bötzow, am Prenzlauer Thor. Tagesordnung: 1. Vortrag und Diskussion. 2. Wie stellen sich sämmt liche Arbeiter und Arbeiterinnen zu einer diesjährigen Lohnbewegung? 3. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten Tellersammlung. Der Einberufer. Freie Vereinigung der Kaufleute. Allgem. Kranken- u. Sterbekasse der Metallarbeiter 33 E. H. 29) and Vulkan" Pil. Berlin I. Versammlung Montag, den 16. Februar, Abends 2 Uhr, Lichterfelderstr. 8, b. Winter. Tagesordnung: 1. Wahl eines Bevollmächtigten. 2. Verschiedenes. 502b Die Mitglieder werden ersucht, zahl= reich zu erscheinen. Knuth. Freie Vereinigung der Graveure u. Ciseleure. Versammlung. am Montag d. 16. d. M., Ab. 81/2 Uhr, im ,, Dresdener Garten", Dresdener straße 45. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Regelung der und Fragekasten. Unterstügungsfrage. 3. Verschiedenes [ 498b dort täglich Abends 81/ 2-10 Uhr. Der Arbeitsnachweis befindet sich Der Vorstand. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonntag, den 22. Februar 1891, Vorm. 91/2 Uhr, Arminhallen( oberer Saal), Kommandantenstr. 20: Ausschuß Sinung. Tagesordnung: 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Gehalt des Bundes- Dirigenten. Verlag des ,, Berliner Volksblatt" Berlin SW., Beuthstraße 3. In unserem Verlage erschien soeben: Die Juvaliditäts- und AltersVersicherung nach dem Reichsgesetz vom 22.16. 1889 übersichtlich dargestellt. Mit ausführlichem Sachregister. ca. 4 Bogen 80 Preis 20 Pfennige. Das vorliegende Handbuch ist bestimmt, allen an der Alters- und Invaliditäts- Versicherung Betheiligten ein zuverlässiger und unentbehrlicher Rathgeber in allen dabei in Frage kommenden Verhältnissen zu sein. Es ist kein bloßer Kommentar des Gesetzes, sondern eine flare, übersichtliche, gemeinverständliche Darstellung, wie sie allein bei der Komplizirtheit desselben dem Laien von Nuzen sein kann. Ein erschöpfendes Sachregister ermöglicht schnellste und zuverlässigste Orientirung. Vereinen und Wiederverkäufern beim Bezuge von Partien Rabatt. Welt- Restaurant. 51M] 97. Dresdenerstr. 97. Sonntag: Auftr. der aus 7 Personen bestehenden Empfehle allen Freunden und Ge nossen mein Kaffee-, Weiss- und Bairischbier- Lokal. Wwe. Arndt. Jnh. Fr. Saar. 511b Wasserthorstr. 45 b. Nordd. Sänger- Gesellschaft, Sans- Holz- u. Kohlen- Geschäft bares 3. Sind wir gewillt am 18. März der Tyrol. Sänger- Gesellschaft ist wegen Verzug nach Außerh. billig z. einen Liederabend zu veranstalten? 4. Verschiedenes. Der Vorstand. NB. Ausgabe des 4. Bundesliedes, fowie der Einlaßkarten. Alle Anfragen Brunnenstr. 101 II, zu richten. bitte an d. Vorsitzenden Ad. Neumann, Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 15. d. M., Abbs. 6½ uhr, Versammlung Kommandantenstr. 20 ( Armin- Hallen). Vortrag des Herrn und der Gedächtniß vert., Nähe Berginannstr. Miethe 675 m. Stiegler resins, 3. erfr. b. Lindemann, Heimſtr.24, 3ig.-G. dame Frl. Mnemosina, Sonntag von 12-2 Uhr: Concert der Gesellschaft Stiegler. Handwagen, für alle Geschäfte passend, vorräthig, große Ausw. Auch fämmtliche Schmiede- Arbeiten w. angef. Nach wie vor bei Fellenberg, Steinstr. 10. 185 L F Schlosserei. 499 b feit 18 Jahren bestehende, flott Artikel:„ Einsteckschloß", mit guter mache ich meine werthe Rundschaft auf meinen vorzüglichen Frühstückt-, Mittag- gebende größere Schlofferet, Spezialund Abendtisch, Kundschaft ist Umstände halber sofort helles und dunkles Bier, direkt au verf. Adreſſe: C 2375. Büttner's Lebens". Nachdem gesellige Unter- vom Faß, ganz besonders aufmerksam. Annoncenbur., Rosenthalerstr. 42. 11P haltung und Tanz. Gäste( Damen u. A. Kowald Nachf., Herren) haben Zutritt. Dr. Bruno Wille über„ Werth des Für Schuhmacher! Mauerstr. 86, H. I. 2 Tr. I. ist billig Zur Deckung der Untoften findet Oranien- und Alexandrinen- Schuhmacher- Werkzeug zu verf. 504b Tellersammlung statt. Lese- und Diskutir- Verein [ 140 strassen- Ecke. Spiegel und „ Proletarier" Möbel, Posterwar Pankow und Umgegend. Dienstag, den 17. Febr., Abds. 8 Uhr, Versammlung in Borcherdts Gasthaus. 1. Bortrag des Herrn Ad. ScholtzBerlin über Mehrwerth. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 2091 E. Bilz. Freie Vereinigung der Damenmäntel- Schneider und der Arbeiterinnen d. Bekleidungs- Industrie Berlins. Große Versammlung am Dienstag, den 17. Februar, Abends Freitag, 20. Februar, bei Feuerstein, Alte Jakobstrasse 75: 8 Uhr, in Knebels Salon, GesundGrosse Feier zur Erinnerung an den Wahlfieg der deutschen Sozialdemokratie am 20. Februar 1890. Prolog: Zum 20. Februar", verfaßt von Manfred Wittig. Festrede. Konzert unter Mitwirkung des Kaiser'schen Männerchor, Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes. Ansprachen.- Vorträge.- Rundgefänge. Zum Schluß: Tanz. Anfang 8 Uhr. Entrée 50 Pf. brunnen, Badstr. 58. Tagesordnung: [ 501b 1. Vortrag.( Referent wird in der Versammlung befannt gemacht.) 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom Bereinsfränzchen am 20. Septbr. 1890. 4. Wie stellen sich die Mitglieder zu dem Antrag: Auflösung der Vereinigung". 5. Verschiedenes und Fragefasten. Gäste haben Zutritt. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Der Vorstand. Billets find zu haben bei den Herren: Wilhelm Günzel, Mariannen- Ortskrankenkasse der Kürschner. ftraße 30, 3 Tr.; Hermann Lesser, Lothringerstraße 8; August Hintze, Pantftraße 14a; Griepentrog, Oderbergerstraße 5, sowie im Restaurant Preusser, Seydelstraße 30. Eine recht lebhafte Betheiligung aller Parteigenossen erwartet Das Comité. 188 Cöpenick. General- Bersammlung am 19. d. M., Abends 81/2 Uhr, bei Süttrich, Gollnowstr. 5. Tagesordnung: Jahresbericht. Antrag auf Erhöhung der Beiträge oder Herabsetzung des Krankengeldes. Abänderung der denes. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Wilh. Sander. Sonnabend, den 21. Februar, Abends 8 Uhr, im„ Kaiserhof: SS 11, 12 u. 24 des Statuts. Verschie Arbeiter- Felt 505b] [ 104 bestehend aus Konzert und Tanzkränzchen, veranstaltet vom Kranzbinderei und Blumenhandlung Berlin SO., .., Arbeiter- Verein für Cöpenick und Umgegend" unter Mitwirkung der Gefangvereine ,, Eintracht" ,,, Liederkranz" und ,, Amicitia". Billets für Herren à 50 Pf.( inkl. Tanz), für Damen à 25 f. find vorher zu haben bei den Herren: Fr. Ungering, Grünauerstraße 4; J. Meyer, wienerte. 1. Br. Rune, Müggelheimerstraße; H. Hoffmann, Grünstraße. Für die Mitglieder sind Billets gegen Vorzeigung der Quittungsbücher bei Serrn in der Ecke bei der Manteuffelstraße. Fr. Ungering, Grünauerstr. 4, zu entnehmen. Der Vorstand. Restaurant zum ,, Bukunftsstaat" Adolph Scholz, an. eigener Gr. Lager, bill. Preise. Fabrik. F. Köppen, Oranienstr. 170, Reller. Theilzahlung nach Uebereinkunft. Halbe Preise stellt jetzt das unterzeichnete Institut der„ Goldenen Hundertzehn" in seinem TotalAusverkauf, da das überfüllte Lager in furzer Zeit geräumt werden muß. 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Lübeckerstr. 40, Keller u. 2 Tr. i. Seitenflügel, 1 Stube it. Zubeh. 168-246 M. inkl. Nebenabg. 3. 1. Apr. z. verm. 496b Helle Schlafstelle f. Schuhm. Schiff487 b bauerdamm 9a, b. Seifert. Schlfft.f.H. Staligerstr.131, H.I.W.Wolff. Schlafft. z. v. Friedenstr.27, H. p. r.[ 507b Frol. Schlafft. f. 2 Herren 3. verm. Drostel, Schöneberg, Hauptstr. 4, 1. 494b Frdl. Schlafft. f. 2 Herren Dresdener straße 28, H. 4 Tr. r. 509 b Meyer's 11. Möbel- Magazin Otto& Slotawa. Tischlermeister. NW. 67. Bremerstr. 67. NW. Lexicon, sowie Bücher jeder Art, befonders kauft zu angemessenen A. Hanneman, Rochstraße 56. Lehrlinge für unsere Steindruckerei und unser lithographisches Atelier verlangen[ 47M J. Aberle n. Co., Luisen- Ufer Blätterinnen auf Kragen und Man schetten u. cine Wäscherin ges. 516b M. Treppe, Lothringerstr. 10, 2. H. 2 Tr. Tücht. Fraiser w. verl. Dieffenbachstr.33. Sarg- Magazin und 186 L Beerdigungs- Comtoir. Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 39. Korrespondenzen und Parteinachrichten. Landsberg a. W. Sonntag, den 15. Februar 1891. Tokales. 8. Jahrg. hauses. D. Red.) sowie der mir bekannt gemachten Dienstanweisung in allen Punkten auf das Gewissenhafteste nachzukommen. Zur Beseitigung der Wohnungsnoth hat sich, wie wir Namentlich verpflichte ich mich, allen mir als Vorgesezte bezeich neten Personen unbedingten Gehorsam zu leisten und daher alle aus lärmenden Reklamen erfahren, eine Gesellschaft unter dem Wir Sozialdemokraten sind keine Namen„ Deutsche Volts- Baugesellschaft" tonstituirt, welche den mir von diesen aufgetragenen Arbeiten, gleichviel welcher Art, politischen Kinder, oder sollen es wenigstens nicht sein. Wir Besitlosen Haus und Hof beschaffen will und dadurch diese jederzeit unweigerlich zu verrichten. Ich übernehme die Verpflichtung, das Dienstverhältniß vier halten es für unsere Pflicht, durch unsere eigene Energie uns das Armen zu einer begüterten Klasse emporheben wird. Die Gesell- Wochen vor der von mir gewünschten Auflösung desselben zu Recht, das uns zusteht, zu erzwingen, und sind überzeugt, daß es schaft verkündet schon jetzt triumphirend, daß die allgemeine An- fündigen, räume aber dem Verwaltungsdirektor oder dessen Stelluns auch nur dann wirklich zu Theil wird, wenn wir mit unserer erkennung und Betheiligung weiter Kreise das Unternehmen vertreter ausdrücklich das Recht ein zu meiner eventuellen sofor= Macht dahinter stehen. Man sagt, jedes Bolt habe die Ver- auf eine Basis gestellt habe, die eine Erreichung der hochherzigen tigen Entlassung ohne Angabe eines Grundes. fassung, die es verdiene. So weit in diesem Sage Bestrebungen und letzten Ziele des Unternehmens gesichert er: Außerdem unterwerfe ich mich den Bestim eine Wahrheit steckt, liegt sie auch im folgenden: Jedes scheinen läßt. Der sozialen Bewegung wird fortab ihre Schärfe mungen der für den preußischen Staat bestehenBolt hat die Justiz und die Polizei, die es verdient. genommen werden. Auch der Aermiste kann sich jetzt sein eignes Die philiströse Polizeisucht muß mit Stumpf und Stil besonders Seim gründen, wenn er sich vertrauensvoll an die Gesell- den Gesinde Ordnung hiermit ausdrücklich. Wors gelesen, genehmigt, unterschrieben. schafe wendet. Wir haben aus der Arbeiterllasse ausgerottet werden. einmal ein ver- Dieser Arbeiter- Revers" braucht keine Erläuterung. Wir Mißtrauen gegen die Vor Kurzem, am 28. v. Mts., hatte zu Landsberg a. M. der teufeltes Volksbeglücker, welche gestehen, daß wir selten beim Durchlesen moderner Unternehmerdortige Polizei Inspektor eine öffentliche Volksversammlung, Berlin mit billigen Wohnungen versorgen wollen, und gestatten Abmachungen ein gleiches Gefühl der Beschämung gehabt haben, in welcher Genosse Peus über das Invaliditäts- und uns daher, die Sonde der Kritik in die Tiefen des neuen Be- wie bei diesem Magistrats- Revers. Ob sich die betreffenden Alters Versicherungsgesetz referirte, wie übrigens auch schon glückungsplanes zu tauchen. Das neue System der Deutschen Magistratsmitglieder beim Durchlesen dieses Reverses auch früher wiederholt, um 10 Uhr wegen eingetretener Polizei- Bolts- Baugesellschaft" besteht zum Unterschiede von den bisherigen schämen, wissen wir nicht; nöthig hätten sie's nach unserer stunde aufgelöst. Der eingelegte Protest half nichts. Dar- Projekten darin, daß jede Anzahlung und sonstige Leistung von Meinung. auf fandte Genosse Peus folgende Beschwerde an den Ober- Kapital, wie Amortisation 2c., in Fortfall kommt und daß der bürgermeister Meydam zu Landsberg: = Berlin, den 31. Januar 1891. nun aber " Erwerber das Anwesen sofort übertragen erhält. Zuerst freilich, Arbeiterausflug! Ueber Hundert Mitglieder des Fachvers ohne formell als Eigenthümer eingetragen zu sein. Die Gesell- eins der Tischler des Nordens besuchten vor einigen Tagen die schaft baut Jedem, der es wünscht und den gestellten Anforde- Räumlichkeiten der Fabrik der Hutmachergenossenschaft in der rungen entspricht", Haus und Hof gegen folgende Bedingung. Pappel- Allee. Herr Borgemann, der Leiter der Anstalt, führte Der Erwerbende hat sich in eine Lebensversicherungs- Gesell: die Gäste durch alle Arbeitsfäle und gab recht belehrende Anschaft einzukaufen auf Todes- und Altersjall das letztere auf gaben über den Betrieb und die Maschinen. Von dem Gesehenen ein Alter von 60 Jahren, und zwar mit dem vollen Werthe und Gehörten sehr befriedigt, begaben sich die Genossen schließlich des Besitzthums. Mit dem Augenblick, da der Eingekaufte nach dem auf der Schwedterstraße belegenen Lokale von Thierbach, 60 Jahre alt wird, erhält er das Anwesen als schuldenfreies wo über den Ausflug diskutirt und manches schöne Arbeiterlied Eigenthum, oder falls er früher stirbt, seine Erben. Dagegen hat gesungen wurde. Da die Besichtigung großer Arbeitsstätten ungemein das Wissen des Handwerkers erweitert, sollten dergleichen 1. die Prämie für die versicherte Summe, die Unternehmungen recht häufig unternommen werden. durchschnittlich auf 22 pet. angenommen wird. Am 28. Januar 1891, Abends 8 Uhr, fand im Saale des Aftientheaters eine öffentliche Volksversammlung zu Landsberg an der Warthe statt, in welcher der Endesunterzeichnete über das Invaliditäts- und Altersversicherungs- Gesez referirte. Nachdem ich von 1/49 bis 3/410 gesprochen, ward der Vortrag zur Distussion gestellt und Herr Fabrikant Bahr(?) ergriff das Wort. Raum hatte derfelbe nur weniges gesagt, da forderte der die Versammlung überwachende Polizeibeamte unter dem Hinweis der Reflektirende nur zu zahlen: auf die soeben( 10 Uhr) eingetretene Polizeistunde die Bersammelten auf, das Lokal zu verlassen. Der Versuch des Protestes wurde derartig zurückgewiesen, daß die Verfammlung der Gewalt zu weichen sich gezwungen fah. 2. die Zinsen für das aufgewendete Rapital. 3. Feuerversicherung und Realfieuern Mittel von 21/2 pet. 4 " 1/2 in Summa 7 " Der Bossischen Zeitung" wird geschrieben:„ Seit einigen Tagen geht durch die hiesigen Zeitungen die Notiz, Ich erblicke in dem oben geschilderten Vorgehen der Polizei daß seitens der Pferdebahngesellschaft eine Pferdebahneine etlatante Gesetzwidrigkeit. Das Versammlungsrecht ist ein verbindung zwischen dem nördlichen Theile der Friedrichstraße gefeßlich den Staatsbürgern Preußens zuerkanntes Recht und pet. und dem südlichen Theile derselben geplant werde, durch Legung nicht eine von Polizeignaden abhängige gütige Erlaubniß. Dieses Das ist wirklich der Gipfel der Uneigennüßigkeit. Nichts von Pferdebahngeleisen über die Weidendammer Brücke, ReichsRecht ist außerdem von der allergrößten Wichtigkeit, indem dem weiter verlangt die Deutsche Bolts- Baugesellschaft als eine Ver- tagsujer- Neustädtische Kirchstraße u. f. w. So wünschenswerth öffentlichen Leben dadurch ein Organ zur Lösung der wichtigsten zinsung des aufgewendeten Rapitals mit 4 pet. und die Prämien eine direkte Verbindung zwischen nördlichem und südlichem politischen und sozialen Aufgaben gegeben ist. Es ist zahlungen der Police. Die Deutsche Volks- Baugesellschaft besteht Theil der Friedrichstraße auch ist, so werden wir auf dieselbe daher Pflicht eines jeden für das Wohlergehen der nicht etwa aus einigen Spefufanten, wie die Urheber der bisher noch sehr lange warten müssen; denn diese Verbindung Gesammtheit eifrig besorgten Staatsbürgers, das Versamim in die Deffentlichkeit gelangten Unternehmen. Die Deutsche ist erst nach Beseitigung ganz erheblicher Schwierigkeiten Die Gesellschaft lungsrecht mit der ganzen ihm zu Gebote stehenden Energie Wolfs- Baugesellschaft ist die Allgemeinheit. es sei nur an der Ueberschreitung der Linden" erinnert gegen etwaige, durch Unwissenheit oder Willkür der für gefeßliche wird sich der Börse, das heißt vom möglich, auch nicht früher ausführbar, bis die Weidendammer Ordnung bestellten Organe der Polizei zu schüßen, und ich hoffe Publikum borgen, indem sie verzinsliche Antheilscheine heraus- Brücke umgebaut ist, was auch noch Jahre dauern kann. Um ganz bestimmt, bei Ihnen, als dem Chef der Polizei, darin alle giebt. Da man nicht gut annehmen kann, daß die Placirung der eine direkte Verbindung mittelst Pferdebahn zwischen Wedding" mir zukommende Unterstügung zu finden. Antheilscheine unter 4 pet. möglich sein werde, so ergiebt sich Die Polizeiſtunde eines Wirthes hat mit einer in dem Saale lipp und klar, daß die Matadore der neuen Baugesellschaft in und„ Kreuzberg" zu erlangen, braucht aber glücklicherweise hierauf dieses Birthes stattfindenden öffentlichen Volksversammlung uneigennüßigfter Weise hier für ihre arme Mitmenschen in die gar nicht erst gewartet zu werden. Die große Pferdebahngeſellschaft braucht nur eine entsprechende Anzahl von Wagen einzuganz und gar nichts zu thun. Die Bolksversammlung Schranken treten. Man verlangt nur 4 prozentige Verzinsung stellen und dieselben folgend benannte Strecken laufen zu lassen, und ift fein Unternehmen des Wirths, sondern der die Versammlung des aufgewendeten Kapitals. Das Leihen desselben kostet minde- die gewünschte Verbindung ist fertig. Kreuzberg, Belleallianceftr., besuchenden Staatsbürger und es ist rein zufällig, wenn der stens ebensoviel. Also dazwischen liegt kein Profit, fein einziger Königgrägerstr., Sommerjir., Dorotheenstr., Neue Wilhelmstr., Wirth in dem Saal gleichzeitig fein Schankgeschäft betreibt. Der Nickel; es ist die reine Nächstenliebe, welche aus dem Projekt Luisenstr., Karlstr., Friedrichstr., Chausseestr., Müllerstr., Wedding. Saal gehört, so lange die Versammlung tagt, nicht dem Wirth, hervorleuchtet. Noch zweckentsprechender würde die Verbindung allerdings sein, noch viel weniger der Polizei, sondern einzig und allein der Ver- Eo sieht die Sache wenigstens nach den Reklamen der Volts- wenn nicht die Karlstraße, sondern die Invalidenstraße zur Versammlung selber, die ihn eben durch den Einberufer gemiethet Baugesellschaft an. Nun muß man aber wissen, daß zu den bindung der Strecke Chauffeestraße- Quisenstraße benutzt werden hat, sei es nun, daß sie thatsächlich, wie in diesem Fall, Miethe eifrigsten Förderern und Interessenten des Projektes diefelben könnte; hierzu wäre allerdings die Einlegung einer neuen Weiche zahlt, sei es, daß der Wirth durch den Bierausschank sein Geschäft zu Herren gehören, die das schöne Projekt der Arbeiterkolonien Invaliden- und Chausseestr.- Ecke erforderlich, an welcher Ecke machen glaubt. Die Polizei kann also allerhöchstens dem in Lichtenberg f. 3. aufs Tapet brachten und damit verdientes zwar brei Weichen liegen( nur eine wird benutzt), aber die VerWirth den Bierausschant über die Polizeistunde hinaus verbieten, Fiasto machten. Man kann sich dann des Gedankens nicht er- bindung westlicher Theil Invalidenstraße mit nördlichem Theil was übrigens hier in Berlin auch noch nicht einmal geschieht. wehren, daß das Projekt wieder den Hauptzweck haben wird, Chausseestraße fehlt gerade. Da die Einlegung einer vierten Thut die Polizei mehr, schließt sie der Polizeistunde halber die einigen Spekulanten Gelegenheit zu geben, sich unbequemes Weiche mit größeren Schwierigkeiten versehen sein könnte, fo Versammlung, so erlaubt sie sich eine gesetzwidrige Vergewaltigung. Terrain abzuwälzen, das gegenwärtig nicht an den Mann zu würde die betreffende Verbindung event. durch die Karl- und Wie sollte denn auch die Versammlungsfreiheit sich thatsächlich bringen ist. Selbstredend bestimmt die Gesellschaft den Preis des Scharnhorststraße erreicht werden können. Darauf gewartet braucht verwirklichen können, wenn es der Polizei erlaubt sein sollte, auf Grund und Bodens und des Baues. Darin liegt der ganze it. aber nicht zu werden, weil in der zuerst genannten Strecke alle Grund der Polizeistunde ein vorzeitiges Ende der Versammlung 7 pet. als Miethszahlung an und für sich wären vielleicht kaum erforderlichen Weichen 2c. vorhanden sind. Da auch eine Verherbei zu führen, damit den ganzen Zweck der Versammlung zu hoch. Wer aber giebt die Garantie, daß die Abschätzung des mehrung der Pferdebahn- Verbindung zwischen Wedding und illuforisch zu machen und den Staatsbürgern die Berausgabung Grund und Bodens und des Hauses nach Grundfäßen der Soli Dranienburger Thor dringend wünschenswerth ist, möchte ich von Kosten zu verursachen, ohne daß dieselben auch nur den dität erfolgen wird? Nehmen wir an, Terrain in Lichtenberg sei für die baldige Schaffung der Pferdebahn- Verbindung Kreuzbergersten äußeren Zweck dieser Verausgabung, die bis zu Ende durch- 500 m. werth, und der Bau 2500 M. Wer hindert die Gesellschaft, das Brandenburger Thor- Wedding im Interesse aller Bewohner des geführte Abhaltung der Versammlung, erreichen! Da wir bis Terrain mit 2000 M. und den Bau mit 3000 M. dem Reflettanten Nordens von Berlin dringend die betheiligten Gesellschaften und jest noch kein Gesez haben, welches Beamte für die durch ihre anzufreiden. Ein Risiko für die Bolts- Baugesellschaft kann in Behörden ersuchen". gesetzwidrige Handlungsweise entstehenden direkt nachweisbaren feinem Falle entstehen. Sie läßt sich in dem angenommenen Beimateriellen Verluste erjahpflichtig macht, so erwarte ich um so fpiel auf 5000 M. Zinsen und Versicherungsprämie zahlen. Sie Ihnen, dem Chef der Polizei, daß Sie die Ihrer behält das faktische Eigenthumsrecht am Anwesen bis zur Ausdaß derartige Gesezwidrigkeiten nicht mehr Amtsgewalt unterſtehenden Beamten eingehend dahin instruiren, zahlung der Versicherungssumme durch die Lebensversicherungsvorkommen. Gesellschaft, da sie allein auf das Grundstück eingetragen ist. Sie mit, daß hier erhebt Zinsen und Versicherungsprämie z. B. von 5000 M., wo in Berlin, wo doch die Herren Polizeibeamten gewiß die Gesetze gegen sie vielleicht nur 3000 M. Antheilscheine auszugeben und tennen, nun und nimmer der Schluß der Versammlungen durch zu verzinsen braucht und im Todesfalle des Reflektanten noch ein die Polizeiſtunde herbeigeführt wird. Ja es kommen fogar, wie gutes Geschäft macht. Das Alles ohne das geringste Risilo. bei den Kellnern, Bersammlungen vor, die erst um 1 Uhr Nachts| Da die Thätigkeit der Gesellschaft sich auf alle Stände, beginnen. gleichviel ob Beamte, Kaufleute, Arbeiter oder Landleute aus Sollte sich der betreffende Polizeibeamte darauf berufen wollen, dehnen wird, so nehmen wir von dem Charakter des Projekts daß der Wirth und nicht er den Schluß der Versammlung herbei- Notiz- zur Warnung. mehr von gefeglichen glaube hegen au Die Aerzte Berlins bedienen sich bei Angabe der tödtlich gewordenen Krankheit der Verstorbenen auf den Todtenscheinen in neuerer Zeit häufig ausschließlich nichtdeutscher Ausbrüde. Dies Verfahren führt, wie es in einer polizeilichen Bekanntmachung heißt, zu Unzuträglichkeiten, weil die Todtenscheine vorzugsweise zum Zweck der polizeilichen Kontrolle eingeführt sind und diesem Zweck nur dann entsprechen können, wenn die Todesursache mit einem auch für den Nichtarzt verständlichen Namen bezeichnet ist. Das Polizeipräsidium ersucht daher die Herren Aerzte, bei Ausfüllung der Todtenscheine sich thunlichst deutscher Krankheitsnamen zu bedienen." Gerichts- Beifung. geführt, indem derselbe ihm gegenüber erklärt habe, den Saal Berliner Kommunalarbeiter als„ Gesinde." Unsere nicht länger herzugeben, so wäre es doch eine völlig unzulässige Anmaßung als Beamter im Namen des Wirthes zu sprechen. neuliche Mittheilung über die angeblich ohne Grund erfolgte EntDiese Erklärung hätte dann nur der Wirth abgeben können und lassung eines Arbeiters bei den städtischen Wasserwerken, dessen Sache der Versammlung wäre es gewesen, sich mit der auch dann Stelle sofort von einem Verwandten eines dort thätigen Ingenieurs unberechtigten Forderung auseinanderzusehen. besetzt wurde, hat uns eine große Anzahl von Zuschriften einge- Ein sehr abenteuerlicher Mensch stand gestern in der " Ich theile ferner noch mit, daß die Versammlung aller- tragen, in denen dies Verfahren als ein bei den städtischen Be- Person des Musik- Schriftstellers Karl Emil Seifert vor der bings eine sozialdemokratische war, daß ich aber von der hörden durchaus nicht ungewöhnliches bezeichnet wird. Es ist. Straffammer hiesigen Landgerichts I, um sich wegen Be= eines schwierig, diese Mittheilungen fämmtlich mit der nöthigen Sicher- truges, Bedrohung und Widerstandes gegen die Unparteilichkeit und Mannes Ihrer Stellung eine viel zu hohe Meinung heit zu prüfen, so daß ihre Veröffentlichung erfolgen könnte. Staatsgewalt zu verantworten. Der früher hier wohnhaft gemüssen, als daß ich annehmen könnte, Aber unter diesen Mittheilungen befindet sich auch eine, die aller- wesene Angeklagte verheirathete sich hier im Jahre 1869 und daß deshalb die Gesetzwidrigkeit eines Ihrer Amtsgewalt unter- dings unwiderleglich bewiesen ist und zwar urkundlich. Ein in der siedelte mit seiner Frau im Jahre 1874 nach Amerika über. Im fiehenden Beamten auch nur die allergeringste Nachsicht finden städtischen Desinfektionsanstalt in der Reichenbergerstraße be- Jahre 1880 wurde diese Ehe durch Urtheil des Superior Court tönnte. schäftigt gewesener Arbeiter theilt uns mit, daß er mit 6 Kollegen von Buffalo wegen Ehebruchs des Angeklagten geschieden und Einem baldigen Bescheide über die Ihrerseits erfolgte plöglich ohne Angabe eines Grundes entlassen worden sei, ob ihm die Wiederverheirathung bei Lebzeiten seiner Frau ausdrückRektifikation des betr. Beamten entgegensehend, zeichnet wohl ausgemacht war, daß die Arbeiter vier Wochen vor ihrem lich verboten. Er veranlaßte dieselbe jedoch sofort am Tage Abgange zu fündigen hätten. Diese schöne Bethätigung des gleichen seiner Scheidung vor einem Notare in Buffalo eine eidliche ErHeinr. Peus. Rechts" zwischen Arbeitgeber und Arbeitern, die stets von den klärung abzugeben, durch welche sie ihm die Erlaubniß zur Auf diese Beschwerde erhielt Genoffe Peus am 13. d. M. freisinnigen Größen, die auch theilweise in der Stadtverwaltung Wiederverheirathung ertheilte. Seine geschiedene Frau fehrte folgenden Bescheid: stecken, im Munde geführt wird, würden wir in der That für nach Deutschland zurück, der Angeklagte selbst blieb in Amerika. Im Auf Ihre Beschwerde vom 31. v. M. benachrichtige ich Sie, unglaublich halten, wenn sie uns nicht Schwarz auf Weiß vor: Jahre 1888 lernte er in Kalifornien eine Frau Dr. M. G. kennen, daß ich dieselbe als gerechtfertigt anerkenne und dem hiesigen läge. Wir besitzen nämlich das Personalblatt des Arbeiters welche sich dort mit ihrem schwer franken Ehemann aufhielt. Er Polizei- Juspettor eröffnet habe, daß der Eintritt der Polizei- Karl Friedrich St. Es ist dies eine Art Arbeitskontrakt, oder wurde der Musiklehrer der Dame und da er ein sehr gewandtes stunde kein gesetzlicher Grund zur Auflösung der angemeldeten richtiger ein einseitiger Arbeiter- Revers, in dessen ersten Theile Wesen und einnehmendes Aeußere besitzt, so gewann er die ZuVersammlung war. der in den städtischen Dienst aufzunehmende Arbeiter die aus- neigung der wohlhabenden Dame, welche sich noch in dem Jahre, Meydam, Ober- Bürgermeister. führlichsten Angaben über seine bisherige Beschäftigung, Ver- in welchem ihr Mann starb, mit ihm verlobte. Er erklärte seiner hat also Retbesitze und in fifitation genügt natürlich nicht, das verletzte Rechtsgefühl zu machen hat, über lettere bis ins dritte und vierte Glied auf und Deutschland 8000 Thaler zu liegen habe, welche Summe für ihn als neunzehn Rubriten In einer derselben ist ein würde. Da er bei berlegung empfindlich gestraft, der Beamte fommt mit einer bloßen kurzer Lebenslauf( über Schulbesuch, Handmere, wildung, Be- Glauben lebendig erhielt, daß er sie heirathen würde, sp verlegung zu geringe Strafe, Der Bürger wird für soften wäre zu dieſem Zwecke ausgefüllt werden. Gröffnung" davon. Verlange die Dinge nun einmal so rufsarten, Grwerbs und Aufenthaltsverhältnisse, Militärverhält nahm dieselbe gar keinen Anstand, ihm auf seinen Wunsch ein Darlehn von 2100 Doll. zu gewähren. Der Angeklagte wurde Am interessantesten aber ist der Schluß des Reverses, den der inzwischen amerikanischer Bürger und fehrte 1889 nach Deutschland zurück. Bald darauf folgte thm Frau M. G., er holte sie Arbeiter unterschreiben muß. Er lautet: Ich erkläre und verpflichte mich, den Bestimmungen der von Bremerhaven ab und lebte mit ihr längere Zeit auf ihre Hausordnung des Krankenhauses( es handelt sich um Beschäf- Soften herrlich und in Freuden. Sie blieben etwa 14 Tage in tigung für den Arbeiter im Reffort eines städtischen Kranken- Dresden, verweilten bis April 1990 in Wien und Frau M. G. Recht erzwingen. " der Frau M. G. außerdem den = Dersammlungen. Buchdrucker Versammlung. Räumen B der Druckerei 11. Die am 12. Februar bei„ Lips" tagende öffentliche Buchdrucker Versammlung erklärt die Behauptung des Geheimrath Fischer, daß die Reichsdruckerei bessere Löhne bezahle als die Privatindustrie, als den thatsächlichen Verhältnissen widersprechend und verlangt in der Reichsdruckerei strikte Durchführung des allgemeinen deutschen Buchdrucker- Tarifs. 1. daß das Verhalten des Magiftrats sowie der Mehrheit der Stadtverordneten- Versammlung bei Vergebung von Druckarbeiten ganz entschieden zu mißbilligen ist; und ersucht 2. die Arbeitervertreter in der Stadtverordneten- Versammlung, wie seither dahin wirken zu wollen, daß bei Vergebung derartiger Arbeiten bestimmte Lohnfäge als Bedingung des Zuschlages gefordert werden. Hierauf wurde die Versammlung geschlossen. Der Intereffenverein der Buchdruckerei- Hilfearbeiter bezahlte nicht nur ihre und feine„ leinen" Ausgaben, sondern| Bitte, auch außerhalb ihrer Versammlungen auf die hiesigen Zu-| Bureau, die geeigneten Schritte zur Beseitigung der Mißstände händigte dem Angeklagten zur Schlußabrechnung in Wien auch stände aufmerksam zu machen, zumal verschiedene Zeitungen den daselbst zu thun und in einer späteren allgemeinen Buchdruckernoch eine 100- Dollar- Note ein. Von Wien kam das Pärchen Ausstand als beendet bezeichnet haben. Dieses ist jedoch nicht Versammlung hierüber Bericht zu erstatten. nach Berlin und der Angeklagte lebte fortgesetzt auf Rosten seiner der Fall, vielmehr ist die Zahl der Ausgesperrten auf 255 geVerlobten, welche er fortgesezt in dem Wahne erhielt, demnächst stiegen. eine Frau Musikschriftsteller zu werden. Er theilte mit ihr einen mehrmonatigen Sommeraufenthalt bei Königs- Wusterhausen, gab daselbst sowohl seiner Verlobten, als auch deren Tochter Musikunterricht und brach ihr schleunigst die Treue. Bei Frau M. G. wohnte eine Gesellschafterin, Miß D. F., welche mit ihr nach Deutschland Zu Punkt 2 der Tagesordnung, betreffend das Verhalten des gekommen war, um hier Musik zu studiren. Schon in Wien hatte hiesigen Magistrats gegenüber dem deutschen Buddruckertarif," sich zwischen ihr und dem Angeklagten ein Liebesverhältniß ent- Am Donnerstag, den 12. Februar, fand eine weit über übernahm Kollege Schmidt das Referat und führte aus: Bei wickelt, welches sich in der Landeinsamkeit so offenbar fortsetzte, 2000 Personen besuchte allgemeine Buchdrucker- Versammlung statt, der Herstellung der Kommunalblätter wurden früher verhältnißdaß schließlich Frau M. G. sich genöthigt sah, von dem Ange- in welcher Kollege Besteck in ausführlichster Weise Bericht über mäßig höhere Löhne bezahlt als heute, weil der Magistrat den flagten eine Erklärung über diesen Zwiespalt der Natur zu fordern. die Lohnverhältnisse der Buchdruckergehilfen in der Reichsdruckerei Tarif nicht anerkennt. Wie viel die Drucker der städtischen BeUnd nun kommt ein außerordentlich perfider Akt des An- erstattete. Den Angaben des Referenten zufolge ist die heutige hörden verdienen, haben die Verhandlungen betreffs der Verge geklagten. Er erklärte ihr, daß er sie allein liebe, aber Reichsdruckerei aus einer Verschmelzung der ehemaligen königl. bung des öffentlichen Anschlagewesens gezeigt. Die Firma Nauck an ihrer Gegenliebe zweifle und er wußte durch allerlei Staatsdruckerei mit der Decker'schen entstanden. In der Staats- und Hartmann zahlte früher 50 000 M. Durch die Anträge des Vorspielungen die in ihn wirklich vernarrte Frau dazu druckerei waren stets verhältnißmäßig hohe Löhne üblich, und Stadtverordneten Vogtherr und Genossen sind die Stadtväter zu bewegen, daß sie ihm als Beweis ihrer Liebe einen bereits zu einer Zeit, wo der Wochenlohn in den Privatbetrieben aber endlich dahin gekommen, nunmehr 200 000 m. zu fordern. Schein ausstellte, in welchem sie ganz wahrheitswidrig bekannte, noch zwischen 12-15 M. schwankte, wurden von ihr 18 M. und Hieraus ist ersichtlich, welch' kolossale Summen die Unternehmer daß sie schon zu Lebzeiten ihres Mannes sich dem Angeklagten für die Ueberstunde 60 Pf. gezahlt; dieser Lohn war dann all- bisher jährlich in die Tasche gesteckt haben, ohne den Arbeitern hingegeben habe. Ms Herr Seifert diesen Schein in der Tasche mälig auf 27 M. und 70 Pf. für die Ueberstunde heraufgegangen. etwas zu Gute tommen zu lassen, ja ohne einmal tarifmäßig zu hatte, tam seine niedrige Gesinnung zum vollem Ausbruch. Er Zudem fand Sonntagsarbeit nur ausnahmsweise statt, und weder zahlen. Unsere Forderung muß dahin gehen, daß der Magistrat fannte nun feine Scheu mehr und als die ganze Gesellschaft für Verspätungen noch für sonstige Unregelmäßigkeiten wurden dem Unternehmer des öffentlichen Anschlagewesens zur Bedingung wieder nach Berlin zurückgekehrt war, trat er vor Frau M. G. Abzüge gemacht. Nach der Umwandlung in die Reichsdruckerei macht, den Arbeitern tarifmäßige Löhne zu zahlen. hin, erklärte ihr, daß er die Miß F. heirathen werde und nöthigte unter gleichzeitiger Uebernahme des Decker'schen Instituts gestalteten Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: ihr ein Schriststück ab, wonach fie sich verpflichte, für den Unter- sich die Verhältnisse aber wesentlich ungünstiger. Der Durchschnitts- Die heute in der Brauerei Friedrichshain tagende allgemeine halt beider so lange zu sorgen, bis er einen Erwerb gefunden haben lohn sant nämlich sofort von 27 M. auf 23,40 M. herab, und um Buchdrucker- Versammlung erklärt würde. Er zwang die Frau zur Unterzeichnung dieses Schriftstücks den Arbeitern die Möglichkeit zu geben, diesen Lohn einigermaßen durch die Drohung, daß er im Weigerungsfalle das obige bessern zu fönnen, wurden lange Ueberstunden und vor allem die Bekenntniß ihres Fehltritts mit ihrer Photographie in Sonntagsarbeit obligatorisch eingeführt. Von etwa 200 Segern der Police Gazette in New- York veröffentlichen würde. Unter erhalten ungefähr 60 den Wochenlohn von 24,60 M., dieser Drohung lockte der gefährliche Mensch der geängstigten 20-25 gegen 25,80 M.; die Löhne der übrigen schwanken Frau nach und nach ca. 5000 m. und eine Anzahl von Schmuck zwischen 27-33 m., während einige wenige auf 36 M. tommen. sachen ab. Im November reiste er mit der Miß F. nach Das Gehalt der Faktoren dagegen ist ziemlich hoch und beläuft London, ließ sich dort mit derselben trauen und kehrte dann sich auf etwa 3000 M. Zulagen giebt es von je 3 zu 3 Jahren wieder nach Berlin zurück, um das Erpressergewerbe hier fröhlich in der Höhe von 60 Pf., 1,20 und in vereinzelten Fällen von fortzusetzen. Er war bald wieder bei der Frau M. G. und ver- 1,80 M. Es kann demgemäß ein Glückspilz d. h. ein Mensch, langte von ihr wieder unter der Drohung, daß er das kom- der es verfteht, den Vorgesezten gegenüber seinem Rückgrat die promittirende Schriftstück in Amerita veröffentlichen werde nöthige Krümmung zu geben in einem Zeitraum von Berlins und Umgegend hielt am 8. Februar feine vierte eine Sumine von 300 M. zur Begründung einer Zeitung".- Er 10 Jahren eine Lohnerhöhung von etwa 3 M. erzielen. Ob ordentliche Generalversammlung unter Vorsitz des Kollegen Krüger wurde von ihr vertröstet und ihm dann eine Falle gestellt. An diesen vom Glück Begünstigten aber damit gedient ist, muß sehr ab. Unter Mittheilungen wies der Vorsitzende unter anderem dem Tage, zu welchem sie den Angeklagten wieder bestellt hatte, in Frage gestellt werden; denn da die Druckereiverwaltung der auf das am 8. März d. J. stattfindende Familienkränzchen hin; hatte sie im Nebenzimmer einen Fremdenführer Eiffert postirt, Steuerbehörde die Lohn listen zur Verfügung ferner theilte derfelbe mit, daß der Mosse'sche Streik sich noch im welcher der englischen Sprache mächtig ist und jedes Wort, it ellt, so werden die in der Reichsdruckerei beschäftigten alten Stadium befindet und bat, der Kommission Mittel zuzuwelches gewechselt wurde, genau zu hören vermochte. Der An- Arbeiter stets hoch eingeschätzt, und es ist vorgekommen, daß ein weisen. Danach hielt Herr Dolinski einen beifällig aufgenomgeklagte kam und verlangte abermals 2000 m., wobei er feine mit einer Zulage von 60 Pf. beglückter Arbeiter aus der sechsten menen Vortrag und wies in demselben unter anderem nach, wie alten Drohungen wiederholte, gleichzeitig aber auch einen Revolver Steuerstufe in die siebente gekommen ist und obendrein noch es sich gewisse Parteien zur Aufgabe gestellt, den Arbeiter hervorzog und sie zu erschießen drohte, sobald sie irgend einen Kirchensteuer bezahlen mußte. Ueberstunden wurden von jeher in mit geistigen Mitteln, da die physischen nichts mehr nügen, Schritt gegen ihn unternehmen sollte. Frau M. G. stellte ihm Menge gemacht, da die Arbeiter dazu gezwungen waren, wenn vom Sozialismus abzubringen. Es wurde nun folgende Reso„ Die ordentliche Generaleinen Check über 2000 m. auf die Dresdener Bank aus, wies fie einen einigermaßen ausreichenden Wochenlohn erzielen wollten. Iution einstimmig angenommen: dieselbe jedoch an, keine Bahlung zu leisten und er Die Ueberstunden werden jedoch in doppelter Beziehung nicht versammlung des Interessenvereins der Buchdruckerei- Hilfeftattete Strafanzeige. Mit seiner Festnahme wurde der tarifmäßig bezahlt. Denn einmal erhalten die Arbeiter nicht 19, arbeiter Berlins und Umgegend erklärt sich mit den AusKriminal- Schumann Krajewsti beauftragt. Derfelbe traf fondern 12 Pf. für die Ueberstunde, und außerdem tritt auch nicht führungen des Referenten voll und ganz einverstanden und ver ihn am 27. November an der Pferdebahn Haltestelle am die von zwei zu zwei Stunden vereinbarte Erhöhung ein. Die pflichtet sich, dem Kampf mit geistigen Waffen" seitens der Nollendorf- Platz und forderte ihn auf, ihm nach der Polizei zu Sonntagsarbeit, zu der fast alle in der Reichsdruckerei beschäftigten Gegner durch Eintritt in die Arbeiter Bildungsschule den Kampf folgen. Er weigerte sich aber dessen, erklärte, daß er ameri- Arbeiter zu greifen gezwungen sind, dauert von Morgens 7 Uhr mit geistigen Waffen" seitens des Proletariats entgegenzustellen. konischer Bürger und Redakteur sei und drohte, den Schuhmann bis Mittags 1 Uhr und wird mit einem vollen Tagelohn bezahlt. Der Heferent bat, nicht nur durch Annahme dieser Resolution, thatkräftiges Eingreifen das Einmit seinem Schirm zu schlagen, wenn er ihn noch länger be- Die tägliche Arbeitszeit in der Reichsdruckerei dauert von Mor- sondern auch durch Danach verlas der läftigen würde. Erst als der Beamte Miene machte, feinen Re- gens 7 Uhr bis Nachmittags 5 Uhr, ohne daß es den Arbeitern verständniß mit ihm zu beweisen. volver zu ziehen, folgte er demselben und wanderte dann in die gestattet ist, die Druckerei in der einstündigen Mittagspause zu Saffirer, Kollege F. Fabrowsky, den Kassenbericht, welcher wurde. Kollege Krüger erUntersuchungshaft. Der Angeklagte, welcher ein äußerst schreib- verlassen; dieselben müssen vielmehr ihr Mittagessen, welches der von den Revisoren bestätigt und redegewandter Herr ist, gab von seinem Leben eine Schilderung, Bequemlichkeit wegen gewöhnlich aus Brot besteht, in den blei stattete Bericht über den Arbeitsnachweis. Es wurde sodann die wie ein Kapitel aus einem Roman Ilang. Er erzählte viel geschwängerten Die beiden Decharge ertheilt. Hierauf bewilligte die Versammlung verzehren. von seinen äußerst reich dotirten Klavierstunden, welche er der Arbeitsverhältnisse in der Reichsdruckerei sind zudem derartige, für den Arbeitsnachweis- Inhaber eine einmalige Entschädigung vornehmen Welt in Kalifornien gegeben und von den großen daß der Setzer von den zu machenden Ueberstunden Tags vorher von 15 M. für Brennmaterialien. Danach wurde beschlossen, Summen Geldes, welche er verdient, bis eine Art Krach nicht in Kenntniß gesetzt werden kann, und nur zu oft kommt der vorgeschrittenen Zeit wegen den letzten Punkt der Tagesüber ihn gekommen. In Pafaceena in Süd- Kalifornien es vor, daß die Seyer, ohne Mittagbrot genossen zu haben, bis ordnung bis zur nächsten Versammlung, welche am 1. März statthabe er auf einer Soirée Frau Dr. M. G. fennen gelernt und spät in die Nacht hinein arbeiten müssen. Es ist nun zwar eine findet, zu vertagen. diese habe sich nun geradezu an seine Fersen geheftet, aber alle Einrichtung getroffen, die es den Arbeitern ermöglicht, Mittagseine Offerten, ihn zu heirathen durch eitle Vorwände hinzuziehen effen mitzubringen und dasselbe in Röhren warm zu halten; gewußt. Bon San Francisco sei sie nach Norwalk in Ohio zu jedoch machen nur wenige Arbeiter von dieser Einrichtung Ge ihren Eltern gegangen, er sei nach Mexiko, Guatemala, Honduros, brauch, da die mitgebrachten Gefäße beim Verlassen der ArbeitsSan Salvadore, Nicaragua, Panama 2c. gereist; das Geld, räume stets durchsucht werden. Eine empfindliche Strafe ferner welches er von Frau M. G. erhalten, fei durch den Ankauf von trifft Diejenigen, welche zu spät kommen, und es wird dabei gar Kuriositäten aufgebraucht worden, welche er feinen Freunden in nicht Rücksicht darauf genommen, ob der Arbeiter sonst stets Europa mitbring en wollte. In Europa habe er Briefe von der pünktlich war oder nicht. Die Verspätung von einigen Minuten nun die Namen der 53 im Verein neu aufgenommenen Kollegen. M. G. vorgefunden mit der Bitte, sie aus Bremen abzuholen bringt dem Betreffenden den Abzug von einem Stundenlohn; bei Ein Antrag, betreffs Besprechung der Feier am 1. Mai wurde und nun habe in Deutschland das gemeinsame Leben begonnen. einer nochmaligen Verspätung innerhalb eines Monats ist die bis zur nächsten Versammlung zurückgestellt. Nachdem nun noch Er bestreitet der Frau falsche Vorspiegelungen gemacht, oder Strafe die doppelte, und fommt es mehr wie zwei Mal vor, so durch Kollegen Reßlinke die Arbeiter Bildungsschule in Anregung sie bedroht zu haben, behauptet auch, daß er die ernste Absicht wird dem Betreffenden gar ein ganzer Tagelohn abgezogen. Die gebracht war und die Kollegen aufgefordert wurden derselben beigehabt habe, fie zu heirathen, aber durch ihre Verzögerungen und ausgelernten Setzer erhalten 18 M. wöchentlich, damit sie die zutreten, ebenso noch verschiedene Vereinsangelegenheiten und Vorwände daran verhindert worden sei. Die Geldsumme, welche Druckerei nach Beendigung der Lehrzeit verlassen und sich in der der Fragekasten erledigt waren, wurde die Versammlung geschlossen. er von der Frau erhalten, habe er nicht zu seinem Vortheile Welt umsehen, wie Geh. Rath Buffe fagte. aufgewendet, sondern zu den gemeinsamen Ausgaben. Sie scheinen meister dagegen bekommen einen Minimallohn von 27 M., die Der Berliner Arbeiter- Bildungsverein hielt am 12. ds. Beide hier sehr üppig gelebt und die ersten Pläge in den Theatern Maschinen- Hilfsarbeiter einen Anfangslohn von 15 M., die eine gutbesuchte Versammlung ab, in welcher der Reichstagsbelegt, auch in den vornehmsten Restaurants gespeist zu haben. Maschinenmädchen 8,40 Mark, wobei dieselben es nach Abgeordnete W. Schmidt einen Vortrag über KolonialDer Vertheidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt Dr. langjähriger Arbeitszeit auf etwa 16 bis 17 Mark zu geschichte und Kolonialpolitit" hielt. Der Redner ging in seinen Silberstein, gab sich ernfie Mühe, die Schuld des Auge- bringen vermögen. In der Privatproduktion hingegen Ausführungen näher auf die Geschichte der verschiedenen Arten tlagten fraglich erscheinen zu lassen und bie Glaubwürdigkeit erhalten die Punktirer und Hilfsarbeiter 18-20 W., die von Kolonialunternehmungen ein, wobei er alle derartigen Unterder Frau M. G. in Zweifel zu ziehen. Es half aber Nichts, Punttirerinnen 15 M. und die Anlegerinnen wenigstens 10. nehmungen von der antiken bis in die Neuzeit hinein berückDenn gegen den Angeklagten traten drei traten drei Frauen Frauen auf Der Herr Geheimrath Fischer hatte im Reichstage behauptet, fichtigte. Er gab dann eine übersichtliche Darstellung des jezigen die allem Anschein nach den gleichen Groll gegen ihn im daß in der Reichsdruckerei nur tüchtige Arbeiter, die eine gewisse Rolonialbefizes Portugals, Spaniens, Englands, Frankreichs, Busen tragen: seine erste geschiedene Frau, bie betrogene technische Vorbildung befäßen, angestellt werden könnten. Dem Hollands, Italiens, Danemarks und Deutschlands. Die Besizungen Verlobte und seine jezige Frau, ehemalige Miß F. Was die brei gegenüber steht aber die Thatsache, daß in der Reichsdruckerei des letzteren unterwarf Redner einer eingehenderen Kritik, aus Damen gegen den Angeklagten ausgesagt, entzieht sich der Bericht nur jüngere Kräfte beschäftigt werden, denen die Erfahrung welcher ersichtlich war, daß diefelben für Deutschland soviel wie erstattung, da dieser Theil der Verhandlung unter Ausschluß der sicherlich theilweise absolut mangelt. Außerdem ist es aber auch gar keinen Werth haben, ihm mehr fosten, als sie einDeffentlichkeit geführt wurde. Bei einem anderen Theile mußte ein offenes Geheimniß, daß nicht eine technische Bildung, sondern bringen und je einbringen Zum Schluß seiner der Dolmetsch Dr. Friedländer das Verständniß vermitteln. eine tüchtige Empfehlung zur Anstellung erforderlich ist. Aus Ausführungen giebt der Genosse Schmidt seiner Meinung dahin Staatsanwalt Großpietsch hielt die Anklage für durchaus all diesen Thatsachen geht nun hervor, daß die Arbeiter Ausdruck, daß nur, wenn eine wahre Völkerverbrüderung existire, erwiesen und den Angeklagten für einen äußerst gefährlichen Verhältnisse in der Reichsoruckerei bedeutend schlechter find, als wenn der Sozalismus in den kulturell fortgeschrittenen Ländern Menschen. Er beantragte 1 Jahr 3 Monate Ge- in den Privatbetrieben, und das kommt einzig und allein daher, durchgeführt sei, die jetzigen Kolonien aller Länder wahrhaft nutfängniß. Der Gerichtshof ging über diesen Antrag noch weil die Reichsdruckerei unter dem Tarif bezahlt. bringend für die gesammte Menschheit ausgebeutet werden könnten. hinaus. Er hielt es für erwiesen, daß der Angeklagte Nach Kollege Besteck sprach ein in der Reichsdruckerei be- Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall von der Versammlung unter falschen Vorspiegelungen und in der festen Absicht, schäftigter Arbeiter in der festen Abficht, fchäftigter Arbeiter Namen wegen Lärm nnverständlich und aufgenommen. An der Diskussion betheiligten sich die Herren die Frau M. G. fisen zu lassen, eine geraume Zeit lang auf Kosten betonte, daß die Verhältnisse daselbst in Wirklichkeit noch bedeutend Blücher, Heidtmann, Kobold und 3 roka. Derselben mindestens ein äußerst gemüthliches Leben geführt habe. schlechter feien, als der Herr Referent dieselben geschildert habe. dem furzen Schlußwort des Referenten wurden noch einige Der Gerichtshof proklamirte durch den Mund seines Borfigenden, Ein Herr Köhr, der lange Jahre im Orient gewesen und der Fragen erledigt und dann die Versammlung geschlossen. Direttors Betge, feine Ueberzeugung auch dahin, daß Alles, was orientalischen und mehrerer abendländischen Sprachen mächtig ist, Posamentenbranche. In der am 3. Februar stattgehaben der Angeklagte von einem kompromittirenden Verhalten der Frau sagte, man habe ihn troß dieser Kenntnisse in der ReichsM. G. behauptet, nichtswürdige Berleumdung sei und daß der bruderei nicht angestellt, weil er älter als 30 Jahre sei. Es sei Bersammlung der freien Vereinigung der Arbeiter und Arbeiterinnen Angeklagte in ehrloser und gemeiner Weise die Zuneigung der ihm unbegreiflich, woher die tüchtigen, technisch geschulten" der Posamentenbranche handelte es sich zunächst um die Frage, Frau zu eigenem Vortheil ausgenutzt habe. Er verurtheilte des Kräfte fommen sollten, wenn immer nur junge Leute angestellt welche Stellung die Vereinigung dem neubegründeten Verband halb den Angeklagten zu zwei Jahren Gefängniß und werden könnten. gegenüber einzunehmen habe. In der Diskussion hierüber sprachen zwei Jahren Ehrverlust. Reichstagsabgeordneter Schmidt: Wenn der Herr Ge- sich einige Kollegen für unbedingten Anschluß aus, während heimrath Fischer in dieser Versammlung anwesend wäre, so andererseits hervorgehoben wurde, daß dies wohl nicht so würde er von dem Gehörten jedenfalls nicht sonderlich erbaut ohne Weiteres gehen würde, da einestheils die Breinigung noch sein. Es wird mir übrigens ein Bergnügen sein, ihm bei der verschiedene Schulden zu decken habe und anderntheils erstere dritten Lesung des Etats diese Thatsachen vorzuhalten. Herr Ge- auch moralisch verpflichtet sei, die noch von früheren Fachheimrath Fischer wird dann jedenfalls sagen:" Ich weiß nicht, vereinen bestehenden Schulden zu decken. Es müßte daher Zur Aussperrung der Schreiner in Mainz. Je länger vie man zu diesen Daten gefommen ist; ich bin auch nicht in ein Modus gefunden werden, wodurch diese Schulden und ferner der Kampf dauert, defio energischer wird er auf beiden Seiten der Lage, diefelbe auf ihre Richtigkeit prüfen zu können, sondern auch etliche Guthaben mit auf den Verband übernommen würden. geführt. Daß die Fabrikanten dabei in ihren Mitteln nicht muß einfach konstatiren, daß die Löhne in der Reichsdruckerei Folgender Antrag wurde schließlich angenommen: Die heutige wählerisch sind, ist bekannt. Die Annonzen in der kapitalistischen höher sind als im Privatbetrieb." Wenn der Herr Geheimrath Bersammlung 2c. beschließt, sich der Zentralisation anzuschließen, Bresse, wonach hier Schreiner gesucht werden bei 4-5 W. Tage- Fifa, er übrigens behauptet, in der Reichsdruckerei fönnten nur wenn dieselbe die Schulden und Guthaben der Vereinigung mit über lohn und nach Verlauf von vier Wochen 20 W. Entschädigung, bewährte Kräfte Austellung finden, so widerspricht er sich selbst. nimmt, da lettere erst seit 4 Monaten besteht und wegen man haben für organisirte Kollegen, welche die hiesigen Verhältnisse Denn in dem Etat ist ein Bond vorgesehen, aus welchem die begelnder Betheiligung der Kollegen in dieser kurzen Zeit noch nicht fennen, nichts Berlockendes. Daß die Herren in der Noth etwas währten Arbeiter bei zeitweiser Arbeitseinstellung unterstützt in der Lage war, die finanziellen Verhältnisse zu regeln. tiefer in die Tasche greifen, läßt sich denken, es ist aber auch be- werden folien. Er unterscheidet also wohl zwischen bewährten und Der Borland wurde beauftragt, sich deshalb mit dem in Verbindung zu fezzen. kannt, daß der Ausstand nur deshalb erfolgt ist, weil die Verein nicht bewährten Arbeitern. Meiner Ansicht nach ist der bewährte Zentralvorstand eine gegen den Oberbürger barungen, wie sie im Mai vorigen Jahres getroffen wurden, Arbeiter jedenfalls derjenige, welcher am meisten den Rücken Berschiedenem" gelangte seitens der Fabrikanten gebrochen wurden. Unter anderen war trumm macht. meister und die Stadtverordneten Versammlung gerichtete ein Minimaliohn von nur 18 M. festgesetzt. Diejenigen allerdings, Hierauf gelangten folgende Resolutionen einstimmig zur und auf die letzten Vorkommnisse in dieser Versamm welche feiner Organisation angehören, folglich auch nicht wissen, Annahme: lung bezügliche Resolution zur Annahme, welche dem Stadt wie die Dinge hier liegen, werden mit solcher Lockfpeise zu fangen I. Die heutige von über 2000 Buchdruckergehilfen Berlins verordneten- Rollegium eingesandt wurde. Kollege F. Berger ers fein, sobald sie jedoch den wahren Sachverhalt kennen, reifen fie besuchte allgemeine Buchdrucker- Versammlung spricht ihr Bebauern stattete hierauf Bericht von der Berliner Streif- Kontrollfommiſſion, wieder ab. Wir richten deshalb an alle Gesinnungsgenossen die über die Zustände in der Reichsdruckerei aus und beauftragt das woran sich eine kurze Debatte knüpfte. Ferner wurde vom Soziale Ltebersicht. Die MaschinenEine Mitgliederversammlung des Zentralvereins der Hans- und Geschäftsdiener Berlins tagte am Dienstag, den 3. Februar. Der Vorsitzende Kollege Bendix machte der Versammlung die Mittheilung, daß der gesellige Abend in diesem Monat ausfällt und dafür am Sonntag, den 22. Februar, ein Fest bei Heydrich, Beuthstraße, stattfindet. Der Kassirer verlas werden. = Nach Unter Vorsitzenden noch das Gebahren des Fabrikanten Davidsohn wieder ersetzt werden. Das Errungene besteht besteht darin, staatliche Bildungswesen und die bisherige Bilbung des Arbeiters näher gekennzeichnet, welcher sich vom Arbeits- Nachweis daß der Arzt mit Sicherheit die Tuberkulose konstatiren für durchaus zutreffend. Da nun die neu gegründete einen Gehilfen nach dem andern schicken ließ, um sie tann, während dieses früher nicht der Fall war. Auch Arbeiter Bildungsschule auf das Fehlende in unter nichtigen Gründen, daß der eine zu jung, der andere nicht kann durch die Koch'sche Lymphe der Ausbreitung dieser gefähr der Ausbildung des Arbeiters ihr besonderes eingearbeitet sei u. f. w., zurückzuweisen, wohl um zu sehen, wie lichsten aller Krankheiten vorgebeugt werden. Der moralische Augenmerk richtet, so empfiehlt der Verband seinen Mitviele unserer Kollegen arbeitslos sind und danach etwaige Preis- Eindruck dieser Entdeckung ist von großer Wichtigkeit für die gliedern ganz besonders den Beitritt zur Arbeiter- Bildungsreduktionen eintreten zu lassen. Naturwissenschaft; wirkt die Entdeckung auch nicht befreiend Schule. und aufklärend für die Menschheit, wie dereinst die Buchdrucker- Kollege Schlenker fragt an, ob ein Mitglied des Ausschusses Das Koch'sche Heilverfahren dieses Mal nicht staats- tunst, auch nicht revolutionirend wie Dampf und Elektrizität, so zu gleicher Zeit ein Amt in der Lokalverwaltung einnehmen kann. gefährlich für Rigdorf. Eine öffentliche Versammlung des steht dieselbe doch hinter jenen nicht zurück indem Es folgte eine lebhafte Diskussion, worauf die folgende vom Arbeiter- Bildungsvereins für Rigdorf und Umgegend fand am sie die Grundlage bildet für weitere Entdeckungen. Kollegen Binn gestellte Resolution: Die Zahlstelle Berlin ist der 3. Februar statt. Diese Versammlung wurde nicht aufgelöst, was Die ärgsten Gegner erkennen an, daß diese Entdeckung nicht ein Ansicht, daß ein Mitglied des Verbandes, welches ein Amt den Einwohnern Rixdorfs noch selten paffirt ist. Zum 1. Punkt der bloßer Zufall ist. Es entspringt die Nothwendigkeit der staat- desselben bekleidet, nicht gleichzeitig im Ausschuß fizen kann, an1Tagesordnung äußerte sich Herr Dr. Christeller in seinem Vor- lichen Herstellung der Lymphe. Auch drängt es zu einer Ver- genommen. rage folgendermaßen: Unter allen Ereignissen, die im ver- staatlichung unserer ganzen Krankenpflege. Die Furcht und der In Betreff der Angelegenheit bei der Firma„ Groß u. Graf" floffenen Jahre die Welt in Aufregung versezten, ist die Ent- Widerwillen gegen die Krantenanstalt wird schwinden, und so war die Versammlung der Meinung, daß den Streitbrechern, deckung der Koch'fchen Heilmethode wohl die epochemachendste ein Stück Aberglaube beseitigt werden. Deshalb begrüßen wir welche in der Versammlung oder beim Vorstande die Erklärung gewesen. Durch die etwas verfrühte Ankündigung desselben wurde die neue Entdeckung als einen großen Erfolg der Wissenschaft, abgeben, daß sie den seiner Zeit begangenen Fehler dadurch die Welt in eine wahrhaft fieberhafte Spannung versetzt und der einem Erfolg auf ökonomischem Gebiete für den Sozialismus wieder gut machen wollen, daß sie sich der Organisation an man sah dem Bekanntgeben derselben mit Enthusiasmus entgegen. nicht nachsteht.( Großer Beifall.) schließen und nach Kräften für die Jntereffen der Arbeiterfache Mit Recht tritt heute die Kritik hervor. Es werden Versuche In der hierauf stattfindenden Diskussion vertrat Genosse eintreten, keine Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden sollen. jezt in großem Maßstabe in allen öffentlichen Krankenhäusern Schall den Standpunkt, daß eine Verminderung der Schwind- Die nächste Wanderversammlung findet Mittwoch, den gemacht und nach einigen Jahren wird sich erst der Werth dieser sucht nur durch die Annahme eines Arbeiterschutzgesetzes durch 18. Februar, bei Gnadt, Brunnenstr. 38, statt. Entdeckung für die Menschen herausstellen. Gins steht aber feit: den Reichstag, wie von der sozialdemokratischen Fraktion gestellt Was man gehofft hat sich nicht erfüllt. Werfen ist, erreicht werden kann, durch eine verkürzte Arbeitszeit, sammlung des Fachvereins der Töpfer statt, die gut Charlottenburg. Am 8. Februar fand hierselbst eine Verwir einen Blick auf die Tuberkulose, ihr Wesen, ihre frühere Be- wie durch eine beffere Pflege des Körpers werde das Zerstörungs- besucht war. Es ließen sich 3 Kollegen aufnehmen. Der Vorhandlung und ihre jetzige. Die Tuberkulose ist ansteckend, den werk der Bazillen vereitelt werden. Zu Punkt 11. der Tages füßende kritisirte das Verhalten der zugereiften Kollegen, welche Träger der Ansteckung hat Profeffor Koch im Tuberkelbazillus ordnung beantwortete Herr Dr. Christeller mehrere auf medi- fich um den Arbeitsnachweis wenig bekümmerten und trotz Berentdeckt. Die Ansteckung geschieht nicht durch die Luft, sondern zinischem Gebiete eingelaufene Fragen, wonach die Versammlung bois Umschauen gingen. Ebenso wurde der Indifferentismus der durch die Uebertragung. Der Bazillus kann nur da sein Zer- vom Vorsißenden geschlossen wurde. störungswert mit Erfolg betreiben, wo eine gewisse Veranlagung hiesigen Scheibentöpfer gerügt, von welchen man in den Verdazu vorhanden ist. Solche Veranlagungen entstehen Der Verein zur Wahrung der Interessen der Schuh- sammlungen felten Jemand zu sehen bekommt. Es wird sodann durch vorhergehende Krankheiten, die den Störper wider macher und verwandter Berufsgenossen hielt am Montag, den laut Beschluß der vorigen Versammlung eine Stommiffion gewählt, standsunfähig machen, als Mafern, Scharlach, Diphtheritis, 9. Februar eine Mitgliederversammlung ab, in welcher Herr Dr. um einen Streitfall zwischen zwei Kollegen( Stein- Frank) zu Typhus 2c.: ferner durch schlechte Ernährung, schlechte Luft, auch Bruno Wille einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag schlichten. Anlaß zu diesem Beschluß hatte ein an unseren Vordurch geerbte schwächliche Körperfonstitution. In welcher ver- über Harrison, den Sllavenbefreier, hielt. Nach einer sehr leb- figenden gerichteter Brief gegeben, in welchem Beschuldigungen heerenden Weise die Tuberkulose wüthet, wird dadurch bewiesen, haften Diskussion macht der Vorfigende unter Verschiedenem be- gegen ihn erhoben wurden und wurde die Sache dahin erledigt, daß in Deutschland jährlich 60 000 Menschen dieser Krankheit er tannt, daß die nächste Vereinsversammlung am 23. d. M. statt Daß der betreffende Kollege die Aeußerungen, als in der Ueber liegen. Es ist gefunden worden, daß Staub die Verbreitung am findet, außerdem macht er auf das am ersten Osterfeiertag im eilung gesprochen, zurücnimmt. Es wurde viel über das Armeisten fördert und zwar ist der Staub von thierischen Produkten Elysium stattfindende Vergnügen aufmerksam. Alsdann macht beiten in Bauten mit resp. ohne Roatsförbe gesprochen und der gefährlichere, während der Staub von mineralischen Produkten Kollege Strandt bekannt, daß am Montag, den 16. d. M., eine Kollege Schäffer weist auf die kombinirte Versammlung der Töpfer, weniger gefährlich ist. Man hat statistisch festgestellt, daß bei Eröffentliche Versammlung in den Arminhallen stattfindet, welche Maler und Stuckateure in Berlin hin. Ueber die Agitation frankungen an Tuberkulose die verschiedenen Arbeiter folgender- Stellung zum 1. Mai nehmen soll. Zum Schluß ersucht der Hamburgs behufs Zentralisation wurde debattirt, und der Vormaßen vertreten find: Bürstenmacher und Glasarbeiter 80 pCt., Vorsitzende noch, auf die ausliegenden Listen der Bergolder tüchtig sitzende forderte zu recht zahlreichem Besuch der am Mittwoch in Nadelschläger 70, Feilenhauer und Mühlenfchleifer 60, Steinfeger, zu zeichnen und den Maskenball der Stepper zu besuchen, da in Berlin stattfindenden Bersammlung auf. Lithographen und Bigarrenarbeiter 40, Rohlenarbeiter nur 2 pet. Diesem Jahre für die Schuhmacher fein solcher stattfinden werde. Schmargendorf. Am Sonntag, den 8. Februar, fand in Die Zuberkulose tritt am gefährlichsten in der Lunge auf. Die Krankheit entsteht, indem sich in der Lunge fleine Knötchen Der Verband deutscher Mechaniker und verwandter Schmargendorf, Kaiser- Friedrichsgarten, eine gut besuchte Ver-. bilden, diefelben plazen später und der Eiter ergießt sich auf Berufsgenossen hielt am 4. Februar eine Versammlung ab. fammlung für Männer und Frauen statt, in welcher Herr Reandere gefunde Theile der Lunge. Daraus entstehen wieber neue Roll. Weinert macht darauf aufmerksam, daß in dem vergangenen gierungsbaumeister a. D. G. Keßler über Stampf mit geistigen Serde, die sich wieder in derselben Weise verbreiten, wie die Bericht des Vorwärts" in Betreff der Rassenabrechnung es nicht Waffen" referirte. Der Vortragende entwickelte vorerst in leicht ersten, bis nach und nach die ganze Lunge zerstört ist. Die heißen muß: Der Bestand der Kasse beträgt 31,81 m., sondern verständlicher Weise die Grundzüge des Sozialismus und geißelte Tuberkulose fucht jedoch auch andere Theile des Körpers, als die derselbe beträgt 88,81 M. Als nun Koll. Thoniae zum Schrift- die heutige anarchistische Produktionsweise. Auf das eigentliche Lunge heim, z. B. Magen, Zunge, Lippen, Knochengelente und führer gewählt worden, hielt Herr Dr. Lütgenau einen Vortrag Thema eingehend, schilderte Redner die Zeit der Verfolgungen Haut. Der Verlauf der Krankheit dauert bei der Zunge ein paar über das Thema:" Ein Wort über die Bildung des Arbeiters." unter dem Sozialistengesetz und den nach Fall desselben uns anJahre, bei den anderen Körpertheilen länger. Das frühere Seil- Er führte ungefähr Folgendes aus: Es giebt teine Klasse, die gedrohten Rampf mit geistigen Waffen". Die älteste und einzige verfahren gegen die mörderische Krankheit beschränkt sich auf vor einen solchen Bildungsdrang hat, als die Arbeiterklasse; leider ist Waffe unserer Gegner ist die Lüge und Verleumdung. Sie beugende Maßregeln. Die Hygiene war bis jetzt das es durch die wirthschaftlichen Verhältnisse den Arbeitern nicht fonstruiren sich eine Vogelscheuche und mit diesem Bopanz machen fie einzige Mittel und hat Manches geleistet. Man darf die vergönnt, Universitäten zu besuchen, um den Drang nach immer die Leute grufeln, indem sie sagen: seht, das ist die Sozialdemokratie. Hygiene nicht unterschätzen, aber auch nicht überschätzen. höherem Wissen befriedigen zu können. Die Wissenschaft der Eine andere geistige Waffe, mit welcher die Gegner uns ebenfalls Silje gegen die Tuberkulose wurde bis jezt gesucht durch Fern- Zukunft beruht nicht auf den Leuten, welche der heutige Staat erfolglos bekämpfen, ist das praktische Christenthum, dessen ersten halten von der Arbeit, durch gute Luft und gute Nahrung. Da ausbildet, denn die Ausbildung ist stets im Sinne der herrschenden Say: Liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbst", sie nicht aus. Um die Lehren der Sozialdemo jedoch die heutige soziale Stellung des Arbeiters ihm dieses nicht Klassen. Die Nationalökonomie steht heute im Vordergrunde der führen können, noch wollen. ermöglicht, so war auch auf Hilfe bei ihm nicht zu rechnen. Wissenschaft und es ist Pflicht eines jeden Arbeiters, sich fratie zu bekämpfen, muß man sie vor allen Dingen erst tennen Gehen wir jetzt zu dem neuen Verfahren über. Es war noth- diese Wissenschaft, so viel es in seinen Kräften steht, anzueignen. und verstehen lernen, und wer von unseren Gegnern sich diesem wendig zuerst zu verstehen, wie die Bakterien wirken. Ein Beweis für den Wissensdrang der Arbeiter liefert uns die Studium ernsthaft hingiebt, dem fann es gar leicht passiren, daß Findet eine Einwanderung der Bazillen in den Körper statt, rege Theilnahme an der Arbeiter- Bildungsschule. Wir werden uns er selbst Sozialdemokrat wird. Der Einzige, der es versuchte, uns so entsteht ein Kampf dieser Batterien mit dem Or nicht einseitig anszubilden haben, sondern auch andere Wissen- mit geistigen Waffen zu bekämpfen, der große Irrlehrenmann, ganismus. Koch hat nun vielfach Experimente mit Meerschaften studiren, z. B. Naturgeschichte, um den alten Dogmen- hat bewiesen, daß er von Sozialismus und Nationalökonomie schweinchen gemacht und gefunden, daß sich Gesunde Glauben abzuftreifen. Da wir nun eine kämpfende inter- leine Ahnung" hat. Man kann uns mit geistigen Waffen nicht beim Impfen ganz anders verhalten als Kranke. Während sich nationale Partei find, die auf internationalem Wege die bekämpfen, denn unsere Gegner haben teine geistigen Waffen. bei Kranten teine große Veränderungen zeigten, trat bei Gefunden soziale Frage zu lösen trachten, so muß ein Theil befähigter Ar- Reicher Beifall lohnte den Redner für seine trefflichen Auseine große Veränderung ein. Die Impfstelle wurde dunkelroth beiter fich fremde Sprachen aneignen, um stets in Fühlung mit führungen. Da sich Gegner nicht zum Wort meldeten, wurde und im Befinden des Körpers zeigten sich die Symptome der den Proletariern aller Länder zu bleiben. An der hierauf fol- von einer Diskussion Abstand genommen und die Versammlung Tuberkulose. Koch hat nun diese Experimente auf den Menschen genden Diskussion betheiligten sich die Kollegen Voreiter, Linde, mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Sozialdemo übertragen. Der Erfolg des Koch'schen Heilverfahrens ist nun Schönemann und Binn. In seinem Schlußworte betont der tratie geschlossen. Gesang und Tanz hielt die Theilnehmer bis bei anderen Körpertheilen als der Zunge ein guter, während man Referent, daß die Kirche Dienerin des Staates ist und daß es zur Polizeistunde beisammen, dies von der Lunge nicht sagen fann. Ein großer Fehler ist es Pflicht des Proletariers ist, sich ein so reiches, vielseitiges Wissen gewesen, daß so viele Krante im vorgeschrittenen Stadium wie möglich anzueignen. noch mit der Koch'schen Lymphe find geimpft worden. Es wurde nun folgende Resolution angenommen: Die heutige Der Lunge einmal zerstört ist, fann nicht Versa.amlung erklärt die Ausführungen des Referenten über das Mas Don Möbel-, Spiegel- n. Polsterwaaren- Magazin SO. 5. Reichenbergerstraße 5. 50. Gegründet 1875. Mukhinstrumente. Größe Auswahl in Blas-, Streich- und SchlagInstrumenten, Zithern, Violinen, Harmonikas. Mukkwerke felbstspielend, mit Marseillaise. Aug. 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Februar, Abends 8 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain, früher Lips. Tages Ordnung: 1. Die Neugestaltung der Berliner Metallarbeiter- Organisation nach den Beschlüssen des Provinzial- Delegirtentages. Referenten: A. Gerisch und A. Körsten. 2. Diskussion. 3. Eventuelle Wahl einer Statutenberathungs- Kommission. NB. Jn Anbetracht der hochwichtigen Tagesordnung ist es Pflicht aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter, in dieser Versammlung zu er scheinen. J. A.: R. Petzold. 224 Grosse öffentliche Schuhmacher- Versammlung am Montag, den 16. Februar, Abends 812 Uhr, im großen Saal der Armin Hallen", Kommandantenstraße 20. Zages Ordnung: 1. Wie feiern wir den 1. Mai. Referent: Richard Baginski. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, in Anbetracht der wichtigen Tagesordnung, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. 272 Die Agitations- Kommission. Große öffentliche Versammlung sämmtlicher in der Wäsche- Brauche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen als: Zuschneider, Näherinnen, Plätterinnen, Stemplerinnen, Knopflochmacherinnen, Waschmeister, Wäscherinnen, Stärkerinnen und Boizenmänner am Dienstag, den 17. Februar, Abends 8 Uhr, im Saale der Böhow'schen Brauerei, Prenzlauer Allee. Tagesordnung: 1. Vortrag. Referent: Herr Millarg. 2. Diskussion. 3. Bericht des provisorischen Vorstandes. 4. Aufnahme der Mitglieder. 5. Wahl des Gesammt- Vorstandes. 6. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der provisorische Vorkand des Vereins der Arbeiter und Arbeiterinnen der Wäsche- Branche. Stuckateure! 349 Am Montag, den 16. februar, Abends 71/2 Uhr, findet bei Bemter, Münzstraße 11, die übliche Vereins- Versammlung Haus- und Küchengeräthe Krause. Shemiter. 2. Vereinsangelegenheiten. 8. Verschiedenes und attagesordnung: 1. Vortrag mit Experimenten von Herrn Fragetaften. gandsbergerstr. 64, am Alexanderpl. 271 E. Vogtherr, Berlin C., Stephanstr. 16( Moabit).[ 133L Sonntags geschlossen. H. Richter, Optifer, Berlin C., Wallstrasse 97, am Spittelmartt. 2. Geschäft: Weinbergsweg 15b, [ 1986] am Rosenthaler Thor. AlumingoldUm pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Verband der Möbelpolirer Berlins und Umgegend. Montag, den 16. Februar, Abends 8 Uhr, bei Bolzmann, Andreasstraße 26: Versammlung. Tagesordnung: 1. Die geistigen Waffen des Arbeiters.( Ein Beitrag zur Arbeiter- Bildungsschule.) Referent: Kollege Reuter. 2. Diss Eussion. 3. Die fernere Gestaltung des Darlehnsfonds. 4. Abrechnung des Vergnügungskomitees. 5. Verschiedenes. Die restirenden Mitglieder werden erfucht, ihre Beiträge zu entrichten. Der Vorstand. 231 Achtung! Große öffentliche Versammlung Brillen und Pince- noz, garantirt nie der Maurer Charlottenburgs und Umg. ・ schwarz werdend M. 2,50 Nickelbrillen u. Pince- nez M. 1,50 do. allerfeinste Qual. 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Paul aus Hannover. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Ich ersuche alle Kollegen, zu erscheinen. Der Einberufer. 241 Große öffentliche Volfsversammlung für Friedrichsberg und Umgegend am Montag, den 16. Februar, Abends 81/2 Uhr, im Saale des Herrn Westphal( Schwarzer Adler), Frankfurter Chauffee. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Appelt über: Die Schule im Rampfe gegen die Sozialdemokratie. 2. Diskussion. 3. Berichterstattung der Kommission Ronstituirung des Arbeiter- Bildungsvereins. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen aller Arbeiter ersucht Warp's derstoffe, Saros 28 E. Strauss, Chucidermitt., Bettfedern, Daunen, und Konfituirung, be und Zur Einsegnung: Cachemirs gemustert u. glatt 50 Pf. u. 1 Mt Salon- Teppiche, groß 4,50 Mt Hauptverkehr für Händler u. Hausirer Butter- Handlung von Bernh. Müller, Neue Roßstraße 1 empfiehlt: ff. Tischbutter Pfund 1 Mk. Blumenstr. 46, part., fertige Betten. empfiehlt sich zur Anfert. eleg. Herren- Gr. 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