Ur. 115. nbonntmentS'Redlngungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährb 3,30 Mb, moitatl. 1,10 Mk, Ivöchenttich 28 Pfg, frei ins Haus, Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- nunimer mit illustrierter Sonntags- Beilage„Die Neue Welt' 10 Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post-Zeitungs- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. crtchttirt tSglldi außer Dontasi. Vevlinev Volksblatt. Äl. Jahrg. vle snlerNonz- Sedahr beträgt für die sechSgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins- und Versammlrmgs-Anzeigen 26 Psg. „Kleine Hnzelgen", das erste(fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 6 Pfg. Worte über 16 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 6 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,,SoaIaIiUin»Ilraf Rtrlla". Zcntralorgan der rozialdcmokratifcben Partei Dcutfchlande. Redaktion: SM. 68» Ltndcnstrasse 69. Kernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Mittwoch, den 18. Mai 1904. Expedition: SM. 68, I-indenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Statistisches von den Reichstagswahlen. Das Stattstische Amt des Reiches hat soeben eine weitere wert- volle Veröffentlichung über die Reichstagstvahlen von 1903 besorgt. Es ist das die dritte Arbeit des Statistischen Amtes über diesen Gegenstand; zunächst wurde eine, seinerzeit von uns besprochene, vergleichende Uebersicht der Reichstagslvahlen von 1898 und 1993 auf Grund der Berichte der Wahlkommissare veröffentlicht, es folgte die ausführlichere Bearbeitung der Wahlen von 1903 in den einzelnen Wahlkreisen sowie nach Staaten und Landesteilen, dazu ein Ver- zeichnis der Abgeordneten und ihrer Gegenkandidaten. Die jetzige Veröffentlichung hat ein noch erhöhtes politisches Interesse, sie bringt eine Darstellung der letzten Wahl nach Ortsgrötzenklasseu, ferner eine besondere Stattstik der Wahl in den deutschen Groß- st ä d t e n und schließlich sehr lehrreiche graphische Darstellungen über den Anteil der Parteien an den abgegebenen Stimmen, an den bei der Hauptwahl erzielten Majoritäten und an den ge- wählten Abgeordneten. In welchen Bevölkerungsschichten haben die verschiedenen Parteien ihre Anhängerschaft? Von dieser wichtigen Frage wird ein be- deutender Teil durch die umfassenden Tabellen der neuen Statistik beantwortet, welche darstellen, welche Stimmenzahlen die Parteien in jeder der drei Ortsgrößenklassen aller Wahlkreise ans sich vereinigt haben. Die Bevölkerung ist nach dem Stande der Zählung vom 1. Dezember 1999 in drei Ortsgrößenklassen ver- teilt: in die Gemeinde mit weniger als 2009 Einwohnern(Größenklasse a), in Gemeinden mit 2000 bis über 10 000 Einwohnern (Größenklasse b), in Gemeinden mit mindestens 10 000 Einwohner und darüber(Größenklasse 0). Es wird gezeigt, wie die Be- völkcrung zum Beispiel im Wahlkreise Memel-Heydekrug sich auf die drei Ortsklaffen verteilt, weiter wie sich die Wahlberechtigten und die gültigen Stimmen auf dieselben drei Ortsklassen verteilen und schließlich wie viel Stimmen jede Partei in jeder der drei Ortsklassen erhalten hat. Für die Regierungsbezirke und Staaten ist auch die Prozent- ziffer der einzelnen Partei-Anteile beigegeben. Es ergiebt sich also, wo in jedem Wahlkreise die Wähler der einzelnen Parteien vorwiegend wohnen, ob in den ländlichen Ortschaften, ob in Kleinstädten, ob in den größeren Städten. Sogleich der erste Regierungsbezirk Königsberg zeigt da das Bild, das im großen und ganzen durch das gesamte Reich wiederkehrt: Die Konservativen haben ihre Anhänger- schaft vorwiegend in Größenklasse a, in den Dörfern des flachen Landes, in viel geringerer Prozentzahl in den kleinen Städten und in noch weit geringerem Anteil in den Gemeinden, die über 19 999 Einwohner zählen. Das Umgekehrte zeigt sich bei der Freisinnigen Volkspartei und insbesondere bei der Socialdemokratte. Hier seien von den Ergebnissen dieser Berechnungen nur diejenigen wiedergegeben, welche die beiden Regierungsbezirke der Provinz Brandenburg betreffen. In den zehn Wahlkreisen des Regierungs- bezirkes Potsdam wurden 393 711 gültige Stimmen abgegeben. Die Konservativen erhielten davon 190 922, die Reichöpartei 31 365, die Freisinnige Volkspartei 42 667, die Socialdemokratte 175 299; die geringen Zahlen andrer Parteien bleiben unberücksichtigt. Die Konservativen erhielten nun in OrtSgrötzenklasse a(s. oben) 49 133 Stimmen— 41,3 Proz. der in dieser Klasse abgegebenen Stimmen, in Ortsgrößenklasse d 17 357— 25,1 Proz. und in Orts- größenklasse 0 34 432 Stimmen d. h. nur 19,6 Proz. Aehnlich sinkt die Prozentziffer der Reichspartei der Klasse a bis 0 von 19,9 auf 5,8 und 2,1 Proz. Anders die Freisinnige Volkspartei; sie hat in Klasse a 9,3 Proz., in Klasse b 13,7, in Klasse c 12,6 Proz. Die Socialdemokratie erhielt in Klasse a 33 591 Stimmen= 28,5 Proz.. in Klasse d 36468--- 62.7. in Klasse 0 104 831---- 59.7 Proz. Im Regierungsbezirk Frankfurt wurden 291 966 gülttge Stimmen abgegeben. Die Konservativen erhielten davon 59 402, die Socialdemokratte 63 389 Stimmen. Es zeigt sich wiederum, daß der konservative Anteil von Klasse a zu 0 ebenso sinkt wie der social- dcmokrattsche Anteil steigt; der konservative Anteil sinkt von 34,6 auf 16.7 auf 8.2 Proz., der socialdemokrattsche Anteil steigt von 23,3 auf 42,5 auf 53,6 Proz. Für Gesamt-Preußen ergiebt sich, bei 5 741 492 gülttgen Stiinmen, dies Bild: Die Konservativen, die 766 626 Stimmen— 13,3 Proz. erhielten, hatten hiervon 646 921 gleich 21,5 Proz. in der Ortsklasse a. 80 705--- 7.7 Proz. in Ortsklasse b, 139 909— 6,5 Proz. in Ortsklasse 0. Die R e i ch s p a r t e i, die 299 491 gleich 5,2 Proz. erhielt, hatte 182372-=- 7.2 Proz. in a, 58018 gleich 5,6 Proz. in b, 69101— 2,7 Proz. in c. Die Nationalliberalen, die 664 774— 11,6 Stimmen erhielten, hatten 266 956— 10,4 Proz. in a, 126 664— 12,2 Proz. in b, 272 014= 12,6 Proz. in c. Die Freisinnige Volksp artei stieg aus a zu 0 von 5 Proz. zu 6,6 Proz., zu 8,9 Proz. Das C e n t r u m mit 1 150 339— 20 Proz. aller Stimmen hatte 529 639= 20,8 Proz. in a, 291037= 27,9 Proz. in b, 329 683--- 15,3 Proz. in 0. Die Polen zeigen ein ähnliches Bild wie die Konservattven, auch die Antisemiten gehen von a zu 0 in ihrem Anteil herunter. Die Socialdemokratie in Preußen erhielt 1 649 993 Stimmen— 28,7 Proz.; hiervon fielen 360 011---- 14,1 Proz. auf Klasse a, 301758— 28,9 Proz. auf Klasse b und 988 229— 45,8 Proz. auf Klasse 0. In den preußischen Gemeinden mit 19 999 Einwohnern und darüber hat also fast die Hälfte der Wählenden socialdemokratisch gewählt, während in den Gemeinden mit 2909 bis 19 999 Einwohnern fast ebenso viele Centrumswähler als socialdemokrattsche sich fanden, und in den Ge- meinden mit weniger als 2999 Einwohnern die Wählerschaft der Konservativen und des Centrums erheblich zahlreicher ist als die socialdemokrattsche. Für das Deutsche Reich gestaltete sich das Gesamtbild also: Die Konservativen erhielten 948 443 Stimmen— 10 Proz.; hiervon entfielen 666 678, d. h. mehr als zwei Drittel ihrer Gesamtstimmenzahl auf das flache Land(Ortsklasse a), nur 114 387 kamen auf Klasse b, nur 167 383 auf Klasse c; prozentual waren die Konservativen in den drei Klassen von a bis 0 mit 15,5, 6,4 und 4,9 Proz. beteiligt. Unter je 199 Wählern wählten im Reiche 19 konservativ, aber in den größeren Städten nicht einmal 5. Eine ähnliche Verteilung der Wählerschaft weisen die Reichs- Partei, das Centrum, die Polen, der Bund der Landwirte, der Bauernbund auf. Die Reichspartei hatte 296 248 Stimmen — 4,8 Proz. in Klasse a, 66 054--- 3,7 Proz. in Klasse b, 61 102 — 1,8 Proz. in Klasse 0. Das Centrum hatte 1 933 951— 24,1 Proz. und weit über die Hälfte seiner Gesamtstimmenzahl (1 375 273) in Klasse a. 411829 22,3 Proz. in Klasse b. 439 393 — 12,6 Proz. in Klasse 0. Umgekehrt die liberalen Parteien und die Socialdemokratie. Die Nationalliberalen hatten zwar auch noch mehr Sttmmen in Klasse a als in Klasse 0, aber weniger in a als in b und 0 zusammen; sie hatten 546 216— 12,7 Proz. in a, 250 745 = 14 Proz. in b, 520 436— 15,3 Proz. in c; also Steigerung des Anteils von a über b zu 0. Ebenso steigt der prozenwale Anteil der Freisinnigen Vereinigung von 2,1 zu 2,2 zu 3,3 und der Anteil der Freisinnigen Volkspartei von 4,1 auf 5,8 auf 7,7 Proz. der in den drei Klassen abgegebenen Stimmen; die beiden freisinnigen Parteien haben bereits auch absolut mehr Sttmmen in Klasse 0 als in a. Die Socialdemokratie zeigt das totale Gegenbild der Konservativen. Von ihren 3 919 771 Stimmen(— 31,7 Proz. aller gültig abgegebenen Stimmen) kommen 735 093— 17,1 Proz. auf Klasse a, 628 668 gleich 35 Proz. auf Klasse b und 1 647 010— 48,3 Proz. auf Klasse 0. In Klasse a ist also die Socialdemokratie nicht viel zahlreicher ver- treten als die Konservativen und bleibt weit zurück hinter dem Centrum, in Klasse c dagegen übertrifft die Socialdemokratte das Centtum fast um das Vierfache und die Konservativen fast um das Zehnfache. Unter den 4 291 889 Wählern der Gemeinden mit weniger als 2999 Einwohnern haben von je 199 15,5 konservativ, 24,1 Centrum, 17,1 socialdemokratisch gewählt. Unter den 3496999 Wählern der Gemeinden mit mindestens 19 999 Einwohnern haben nur 4,3 konservativ, nur 12,6 Centrum. aber 48,3 socialdemokratisch gewählt. Die Gesamtheit der größeren Gemeinden Deutsch- lands ist fast zur Hälfte socialdemokratisch! Noch weit eindringlicher wird durch die Tabelle über die Wahlen in den Großstädten der Sitz der socialdemokratischen Kraft nachgewiesen. Die Stattstik legt die Wählerzahl ans ver- schiedenen Wahlkreisen, so weit sie zu einer Großstadt gehören, zu- sammen. Mit der höchsten Prozentziffer marschiert hier Altona voran, wo von 31442 Sttmmen 22 932— 79,1 Proz. auf die Socialdemokratie fielen. Es folgt Berlin(die sechs Wahlkreise mit Teilen der Wahlkreise Potsdam 6 und 19), wo von 332 252 Sttmmen die Socialdemokratie 222 386— 66,9 Proz. erhielt; die Freisinnigen hatten nur 16,9 Proz., die Konservattven nur 12,5 Proz. Aehnlich steht es in fast allen deutschen Großstädten. Wo der Puls des modernen Lebens schlägt, wo die wirtschaftliche Entwicklung ihre Höhe erreicht, Ivo der menschliche Geist am lebendigsten erregt wird, da sind die gewaltigen Menschenmassen, weit über die Hälfte aller Wähler hinaus, Socialdemokraten! Schließlich giebt das interessante amtliche Heft eine Farbentafel, welche den Anteil der Parteien an den Stimmen und an den Mandaten seit 1871 darstellt. Da zeigt sich die fortdauernd ungerechte Verteilung der Mandate. Die Konservattven haben 19 Proz. der Stimmen, aber 13,6Proz. derMandate, die Reichspartei hat 3,51 Proz. der Stimmen aber 5,29 Proz. der Mandate, das Centrum hat 19,75 Proz. der Stimmen aber 25,19 Proz. der Man- date, die Protestler. Polen, Dänen haben 6,27 Proz. der Stimmen, aber 8,31 Proz. der Mandate. Bei Freisinnigen und Antisemiten deckt sich Mandatsteil ungefähr mit Sttmmenanteil. Dagegen die NationaUiberalen haben 13,87 Proz. der Stimmen, aber 12,35 Proz. der Mandate und der Hauptteil der Ungerechtigkeit, die zu Gunsten der Reaktionsparteien besteht, kommt auf Kosten der Socialdemokratie, welche bei 31,71 Proz. der Stimmen nur 20,4 Proz. der Mandate besitzt; fast% aller Stimmen bringen nur% der Mandate l Die Projektenmacher, die gerade jetzt wieder überlaut gegen die Gleichheit im Reichstagswahlrecht lärmen, sollten dieser Dar- stellung sich vergegenwärtigen, wie außerordentlich ungleich und un- gerecht das Reichstagswahlrecht schon in der heutigen Gestalt wirkt. politifcbe CUbcrficht. Berlin, den 17. Mai. Preußisches Abgeordnetenhaus. Das Abgeordnetenhaus ist am Dienstag, nachdem es nach belangloser Debatte die Sekundärbahn- Vorlage an die Budgetkvmmission verwiesen hat, in die Pfingstserien gegangen. Die erste Sitzung nach Pfingsten ist auf den 7. Juni an- beraumt. Auf der Tagesordnung stehen kleinere Jnittattv- antrage und Petitionen.— Der Rekord der Lüge. In der journalistischen Welt genoß die„Freisinnige Zeitung" den Ruhm, auf dem engsten Raum die größte Anzahl von Lügen und Fälschungen zusammendrängen zu können. Ihre Rechtsnachfolgerin, die„Freie deutsche Presse" bemüht sich mit Erfolg, die Aera Eugen Richters durch die Epoche Müller-Sagan noch zu übertreffen. Das Referat der„Freien deutschen Presse" über die Reichstags- Verhandlungen betreffend den Strafvollzug enthielt folgende hübsche Sammlung von Lügen und Fälschungen auf ein paar Zeilen: „Es hatte sich nämlich, wie Dr. Mugdan von der Freisinnigen Volkspartei an der Hand des s i ch e r st e n Beweismaterials darthat, herausgestellt, daß die Unterlagen der Begründung der Resolution in wesentlichen Punkten faul und morsch waren, so weit es sich nämlich um die zuerst vom„Vorwärts" publizierten Vorgänge aus Plötzensee handelt. Viel Aufhebens wurde namentlich mit einem Fall Grosse gemacht, mit der Behauptung, dieser„un- glückliche Geisteskranke" werde noch imnier gefangen gehalten. Die Plötzenseer Gefängnisärzte wurden dabei als Urbild von Ge- wissenlosigkeit und Unmenschlichkeit hingestellt. Abg. Dr. Mugdan wies die Haltlosigkeit dieser Anwürfe nach; er nahm seine Standesgenossen kräftigst in Schutz gegen die social- demokratischen Ehrabschneidereien. Außerdem konnte Doktor Mugdan auch noch die eigenartige Quelle dieser Angriffe aufdecken: ein im Bureau beschäftigter Sträfling hat sich widerrechtlich Auszüge aus Akten gemacht, aber auch nicht ein- mal vollständig, das Wichtig st e fehlt, was gerade dazu dient, die Vorwürfe gegen die Plötzenseer Gefängnisärzte zu entkräften. Der„Vorwärts" hat dieses„Material" in der beliebten Weise verwertet, und dasselbe that im Reichstag der„VorwättS"-Redaktenr Abg. Dr. Gradnauer." Numerieren wir diese wüste Anhäufung von„haltlosen An- würfen". E r st e n s: Dr. Mugdan hat weder ein sicherstes noch ein sicheres Beweismaterial an der Hand gehabt. Er hat von einem Beweis- material gemunkelt, aber nichts vorgebracht. Das einzige, was er erwähnte, ohne daß es im mindesten zur Entkräftung des Akten- Materials diente, war fein Hinweis, daß der Oberarzt von Plötzensee neuerdings andrer Meinung über den Geisteszustand Grosses geworden sei, als aus seinen sriiheren Aktenvennerken erhellte. Zweitens: Der„Vorwärts" hat den Fall Grosse überhaupt nicht zuerst veröffentlicht, sondern einen kurzen Auszug nach Mit- teilungen aus der„Zeit am Montag" gebracht. Drittens: In den Bemerkungen zum Fall Grosse sind die Plötzenseer Gefängnisärzte mit keiner Silbe angegriffen worden; es ist also ein blanker Schwindel, daß wir sie als Vorbild von Gewissen- losigkeit und Unmenschlichkeit hingestellt hätten. Viertens: Herr Mugdan konnte gar nicht die eigenartige Quelle dieser Angriffe aufdecken; denn unser Redner hatte zuvor in aller Offenheit selbst diese Quelle„aufgedeckt". Fünftens: Die Behauptung, daß in den veröffentlichten Akten das„Wichttgste fehle", ist Herrn Dr. Mugdan nachgeredet; es wird aber verschwiegen, daß dieser fteisinnige Volksparteiler keinerlei Beweis für diese durchaus falsche Behauptung angeführt hat. So berichtet ein Organ, das die Frechheit besitzt, dem„Vorwärts" haltlose Ehrabschneidereien vorzuwerfen. Weil wir auS langer Erfahrung wissen, daß dieses saubere Organ des freigesinnten Bürgertums sich durch nichts dazu bringen läßt, einmal, wenn auch nur versehentlich, der Wahrheit die Ehre zu geben, so waren wir bemüht, durch Berufung auf den§ 11 des Preßgesetzes das Blatt zu ver- anlassen, wenigstens die den„Vorwärts" betreffenden Lügen richtig zu stellen. Wie zu erwarten war, sträubt sich das Organ auch jetzt noch, die Wahrheit zu bekennen, und redet sich kindischer und schwindelhafterweise darauf hinaus, daß seine Lügen nicht auf den „Vorwärts" gemünzt sind und unsre Berichttgung nicht den Be- dingungen des Preßgesetzes entspreche.— Zweifellos eine Behauptung wider besseres Wissen. Das ist die Art, in der das offizielle Blatt der Freisinnigen Volkspartei im Interesse der preußischen Staatsverwaltung die Kritik an furchtbaren Zuständen tot schwindelt. » Der freisinnige ReichStagS-Abgeordnete Dr. Mugdan, der sich im Parlament lediglich als Medizin-Agrarier, nicht aber als Volksvertreter fühlt, hat sich in seinen Kriegervereins-Reden gegen die Socialdemokratte— er suchte sich gerade die Frage des Strafvollzugs zu diesen Kundgebungen aus— auch mit dem „Vorwärts" beschäfttgt. Das jetzt vorliegende Stenogramm der Reichstags-Verhandlungen vom 13. Mai giebt uns Gelegenheit, uns mit diesem Apostel einer allzufteien Arztwahl gegen die Wahrheit näher zu beschäftigen. Was meinen Kollegen Baer und Pfleger im„Vorwärts" und in andren socialdemokratischen Zeitungen zugefügt worden ist, das ist eine Ehrabschneidung allergemeinster Sorte, die mir überhaupt vorgekommen ist.... „Nur in einem Falle muß ich eine Ausnahme machen und darf ich eine Ausnahme machen, und dieser eine Fall zeigt in der That die bodenlose Leichtfertigkeit, die der„Vorwärts" und die socialdemokratischen Zeitungen sich haben zu Schulden kommen lassen." Herr Mugdan behandelt dann den Fall Grosse und spickt seine Auslassuugen mit folgenden Beschuldigungen: „Nun, wie lautet das Urteil des Gehcimrats Baer, von dem eS so hingestellt wurde, als ob er nicht wüßte, daß der Junge geisteskrank gewesen ist?... „Nun, meine Herren, wenn man nur diesen einen Fall be« rücksichttgt und sich überlegt, was mit diesem verkommenen Menschen in der socialdemokratischen Presse angegeben worden ist, und daß hier ein Mitglied dieses hohen Hauses, gestützt auf diesen Fall, wiederum den Mut gehabt hat, zwei anständige, ehrliche Kollegen, wie es diese beiden Acrzte der Strafanstalt Plotzensce find, auf das furchtbarste anzugreifen und ihnen fortwährende Pjuchioericizung vorzuwerfen, dann, meine Herren, kann man schließen, was an den andren Fällen sein wird." Wir haben nicht den geringsten Anlaß, den Arztbetrieb in Plötzensee, den wir aus eigner langer Wahrnehmung kennen, irgend- wie zu verherrlichen, aber wir haben uns absichtlich bei unsren Veröffentlichungen über den Strafvollzug von persönlichen Angriffen zurückgehalten. Gegen den Oberarzt von Plötzensee, Dr. Barr, haben wir überhaupt keine» Angriff gerichtet, Herrn Dr. Pfleger aber haben wir lediglich ein paar notgedrungene, auffällig gelinde Be- merkungen gewidmet. Insbesondere haben Ivir aus Anlaß des Falles Grosse— den ja der„Vorwärts" überhaupt nicht zuerst der Oeffent- lichkeit unterbreitet hat— nicht die mindeste Beschwerde gegen die Aerzte gerichtet. Wir haben es nicht so hingestellt als ob Geheimrat Baer nicht wüßte, daß der Grosse geisteskrank gewesen sei, sondern im Gegenteil, wir haben uns auf sein Zeugnis ausdrücklich berufen! dasselbe hat auch unser Redner im Reichstag gethan. Wir fordern nunmehr Herrn Dr. Mugdan auf, öffentlich nach- zuweisen: t. Daß der„Vorwärts" dem Geheimrat Dr. Baer auch nur an- gegriffen hat, von einer„Ehrabschneidung allergemeinster Sorte" zu geschweige!!. 2. Daß der„Vorwärts" im Falle Grosse eine bodenlose Leicht- fertigkeit begangen hat, indem er behauptet habe, daß der Geh. Rat Baer nichts von der Geisteskrankheit gewußt habe. S. Daß unser Redner im Reichstage dergleichen behauptet habe. 4. Daß der„Vorwärts" und unser Kollege Gradnauer im Reichs- tag,„gestützt auf diesen Fall Grosse," die Plötzenseer Aerzte auf das furchtbarste angegriffen habe. Führt Herr Mugdan diesen Nachweis, so werden wir nicht an- stehen zu erklären, daß der freisinnige Abgeordnete nicht die Tribüne des Reichstages mißbraucht habe, um eine„Ehrabschneidung allergemeinster Sorte" in„bodenloser Leichtfertigkeit" zu begehen; wir werden vielmehr dann keck und kühn genug sein, dadurch Reklame für ihn zu machen, daß wir ihn für einen volleirdeten Ehrenmann erklären. Inzwischen, bis dem Herrn Dr. Mugdan dieser Nachweis ge- lingt, wünschen wir in seinem Interesse, daß er sich nur einen Teil der Gewissenhaftigkeit und Zuverlässigkeit aneigne, die unser von ihm des Aktendiebstahls verleumdetex Gewährs- mann besitzt, und daß er sich in seiner öffentlichen Wirksamkeit einmal annähernd solches Verdienst erwerben möge, das sich jener„Aktendieb" um die Kultur durch die Veröffentlichung des Strafvollzug- Materials in den Augen jedes gesitteten Menschen er- warben hat. Den Kunden des Dr. Mugdan aber wünschen wir, daß er sie mit erheblich größerer Genauigkeit behandeln möge, als er im Reichstag die Wahrheit behandelt hat.— Deutfchcs Reich. Ncber den Stand der deutsch-russischen Handclsvertrags-Ber- Handlungen laufen zur Zeit wieder mal die verschiedenartigsten Nachrichten durch die Presse. Während das„Berliner Tageblatt" gestern abend ankündigte, daß das Zustandekommen des deutsch- russischen Handelsvertrages als gesichert gelten könne, wird von andrer Seite behauptet, daß Rußland den Vorschlag gemacht habe, den bestehenden Vertrag zn verlängern, von Deutschland darauf aber bisher, obgleich seitdem fünf Monate verflossen wären, noch immer keine Antwort erfolgt sei. Noch schlauer ist die„Post"; sie behauptet auf Grund zuverlässiger Informationen zn wissen, daß Deutschland nicht mit irgend welchen Erklärungen im Rückstände sei. Der Stand der Verhandlungen sei vielmehr heute noch derselbe, wie vor einigen Monaten, als die russischen Delegierten nach Petersburg zurückkehrten. Die Initiative zur Wiederaufnahme der Verhandlungen stehe jetzt Rußland zu, da bei der damaligen Unterbrechung der Besprechungen festgesetzt worden wäre, daß eine Fortsetzung derselben in Petersburg auf Einladung seitens der russischen Regierung hin stattfinden solle. Das würde besagen, da damals die russische offiziöse Presse berichtete, die Unterhandlungen seien gar nicht über die Erörterung des§ 1 des neuen deutschen Zolltarif-GesetzeS hinausgelangt, daß die Verhandlungen im Stadiuni des sogen.„Fühlungnehmens" völlig stecken geblieben sind. Jedenfalls das Wahrscheinlichste. Die Königlich Preußische„Republik der Geister" z» Berlin. Wir hatten berichtet, daß Silberfarb und Nikitin, beides russische Studenten, die im März d. I. aus Berlin ausgewiesen sind, in Zlus dem„Totenhans". Sibirien, das niit dem edelsten Blute der russischen Nation gedüngte, ist die große Totenkammer alles triebkräftigen, frischen Lebens im Zarenreiche; ist es, oder soll es wenigstens nach dem frommen Kalmückenwunsche sein. Das Schicksal derer, die in dieser Totenkammer schmachten, erfordert und verdient andauernd das größte Interesse der civilisierten Welt.„Tus. res agitur I" Die sibirischen Kämpfer und Märtyrer sind Kämpfer und Märtyrer auch um Ivesteuropäischer Fortschritte I Jeder für die Fortentwicklung der Menschheit Ringende, welchem Staate immer er angehören mag, weiß es. und ein jeder, dessen Zukunftshoffen und-Glauben über die Mirbach-Manteuffel- Wedeleien hinausgeht. Neue Hilferufe aus dem fernsten Osten Sibiriens ertönen gerade jetzt. Es gilt, ihnen die Aufmerksamkeit des deutschen Volkes zuzuwenden. Unsre Leser wissen, daß die„Verschickten" sowohl auf dem Transport wie am Verba:mungsorte eine gewisse Bewegungsfreiheit genießen. Diese„Freiheit" ist nichts weniger als eine Konzession an menschliches Empfinden und die Anforderungen eines humanen Strafvollzuges: sie ergiebt sich mit einer gewissen Notwendigkeit aus der Natur der V e r b a n n u n g, die eben keine Einschließung in ein Gefängnisgebäude ist und aus der Natur des Transports, der natürlich nicht im grünen Wagen und hinter vergitterten Fenstern, sondern auf offenem, wenn auch bewachtem Marsche ausgeführt wird. Die entsetzlichen Martern in den Etappen-Gesängnisien, auf den Märschen und am Ziele selbst, besonders im nordöst- lichen Jakutsk sz. B. Wcrchojansk, Ivo Mandelstamm gelebt hat) sind bekannt genug. Sie füllen das Maß des Erträglichen in der That allein schon bis zum Ueberfließen, so daß man die bisherigen Freiheiten der Exilierten wohl auch als die ab- solut unerläßlichen Bedingungen für die nackte Existenzmöglichkeit bezeichnen darf. Seit etwa einem Jahre nun weht ein besonders schneidender Wind in Ost-Sibirien. Im Sommer 1903 ist zum General- Gouverneur über Ost-Sibirien mit dem Sitz in Jrkutsk ein besonders bösartiger Knutokrat namens Kutaisoff ernannt. Die„Letzten Nachrichten", herausgegeben vom Ausländischen Komitee des allgemeinen jüdischen Arbeiterbundes in Litauen usw.,„Das revolutionäre Rußland" und die„Jskra" melden in ihren letzten Nummern den Erlaß mehrerer aus die Vollziehung des Transports der Verbannten und die Vollstreckung der Verbannung bezüglicher Cirkulare KutaisoffS, die zn einer lebhaften Gärung allenthalben unter den Verbannten und schon zum Blutvergießen geführt haben. Wir entnehmen einer sehr eingehenden Darstellung der Nr. 45 deS „Revolufionären Rußland" voni 15. 128. April dieses Jahres und der„Jskra" vom 18. April/1. Mai d. I. sowie einem Privatbriefe folgendes: Die neuen Cirknlare haben die allgemeine Tendenz, den Politischen die Existenz, die sie sicki durch ihrer Hände Arbeit schaffen müssen, nach Kräften zu erschweren, ihnen jeden Verkehr, jede Fühlung miteinander aufs äußerste zu beschränken oder ganz zu entziehen, und ihnen jeden Gedanken an eine Flucht durch per- ihrem Universitäts- Abgangszeugnis sExmatrikel) durch den Hinweis auf ihre Ausweisung stigmatisiert worden sind. Der Hinweis war zwecklos, wenn er nicht eben dem Zwecke der Stigmatisierung dienen sollte. Er war auch thatsächlich verkehrt: denn Nikitin z. B. hat die hiesige Universität auf Grund eigner, ordnungsmäßiger Abmeldung verlassen, und zwar noch bevor der Ausweisungsbefehl Rechtskraft erlangt hatte. Aus diesen Gründen hatte Nikitin durch seinen Anwalt Streichung jenes Hinweises, der einem„auf die schwarze Liste setzen" gleich- kommt, beantragt. Unter dem 13. d. Mts. ist nun dem Anwalt vom Rektor der Universität folgende Antwort zugegangen: „Auf Ihre an mich unter dem 31. März d. I. gerichtete, die Abänderung der Exmatrikel für denstüheren Studierenden der hiesigen Universität Alexis Nikitin betreffende Eingabe erwidere ich Ihnen ergebenst, daß der Akademische Senat einstimmig beschlossen hat, Ihren Antrag auf Streichung des in dieser Exmatrikel befindlichen Vermerks„bis zn seiner durch Verfügung des hiesigen Polizei- Präsidenten vom 16. März 1304 erfolgten Ausweisung aus Preußen" abzulehnen. Der Rektor. gez. v. R i ch t h o f e n. Einstimmig beschlossen, daß Nikitin auf der Proskripttons- liste der llniversitärsfreiheit bleibt? einstimmig beschlossen, daß der hiesige Polizeipräsident Vorgesetzter des akademischen Senats, König über die Geisterrepublik unsrer Universität ist; daß alle polizeiliche Russenschmach keine Schmach, sondern— Ruhmesthat ist; einstimmig beschlossen, daß Deutschland und die deutsche„Forschung" von Gottes und Rechtswegen russifiziert sind und bleiben sollen, einstimmig be- schlössen von— den Leuchten der offiziellen deutschen Wissenschaft. — Wissenschast?—_ Gegen die Staatsstrcichler des Herrenhauses hat Bebel in einer Versammlung des ersten Hamburger Wahlkreises gesprochen. Es wurde die folgende Resolution angenommen: „Die Versammlung erhebt gegen die Angriffe, die in den letzten Tagen ans dem preußischen Herrenhause gegen das allgemeine, direkte, geheime und gleiche Wahlrecht gerichtet wurden und Staats- streichgelüste verraten, entschiedensten Protest. Die Versammlung erklärt, daß ein Attentat auf das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht, dieses einzigen, wirklichen Rechts, das der deutsche Arbeiter besitzt, der gesamten deutschen Arbeiterklasse die Verpflichtung auferlegt, dieses Attentat mit den ihr zu Gebote stehenden Mitteln zu bekämpfen. Die Versammlung erklärt ferner, daß das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht die selbstverständliche Ergänzung der allgemeinen Wehrpflicht ist. deren Lasten sowohl durch Gestellung des größten Teils der Mannschaften für Heer und Flotte, wie durch die Aufbringung der finanziellen Mittel auf dem Wege der Zölle und indirekten Steuern häuptsächlich der Arbeiterklasse auf- erlegt sind. Die Versammlung erklärt endlich, daß eine Beseitigung oder Verschlechterung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts die völlige Gleichgültigkeit der Arbeiterklasse in Bezug aus den Bestand des Reiches notwendig zur Folge hat, für dessen Er- Haltung oder Verteidigung gegen äußere Feinde auch nur einen Finger zu rühren, ihr dann nicht mehr der Mühe wert erscheint. Ein Staatswesen, das dem Arbeiter nur Pflichten auferlegt, aber ihm die polittschc Gleichberechtigung mit den nudern Klassen der Gesellschaft versagt, hat keinen Anspruch auf seine Sympathie und Hilfe."— „Dem wütenden Keiler die Gewehre auszubrechen", fordert ein Edelster v. W. in der„Kreuz-Zeitung" den Reichskanzler Grafen Bülow auf. Der Junker meint damit, daß man das Reichstags- Wahlrecht beseitigen und das Proletariat mit Ausnahmegesetzen hetzen müsse. Herr v. W. bestättgt mit dieser kräftigen Jagdsprache nur, was man ohnehin längst weiß: Für das Junkertum ist das Volk nur zweierlei: entweder Arbeitsvieh oder Hetzwild.— Herrenhäusler-Späße vom Montag(nach der„Kreuz« Zeitung"). Graf Mirbach: Der leidende Teil sind die Arbeit- g e b e r, das sind heute die gueux(Bettler) der Bevölkerung. Herr von Klitzing: Die Arbeiterfahrkarten dürfen nicbt weiter ausgedehnt werden. Die Verwaltung kann ohne Härten den Verkehr der Arbeiter vom Lande nach der Stadt ein- schränken, denn die Arbeiter haben auf dem Lande ihr gutes Ein- kommen, sie gehen nur aus Lüderlichkeit nach der Stadt.— v. Podbielski als Retter des Mittelstandes. Anläßlich der Expeditton nach Südwestafrika ist in der Presse wiederholt darauf hingewiesen worden, daß die Ausrüstung unsrer Schutztruppen auch diesmal von der Firma v. T i p p e l s k i r ch u. Co. geliefert wird. Da zu gleicher Zeit in Kreisen des Centrums und 'chärfte Kontrolle und Einengung ihres Bewegungsbezirkes im Keime zu ersticken. Aus allerlei geringfügigen Anlässen heraus sollen die„Poli- tischen" ans den Städten, die ihnen zum Aufenthalt angewiesen waren, und wegen der günstigeren Arbeitsgelegenheit vor dem platten Lande bevorzugt sind, in die entfernt von jedem Verkehr in der Wildnis liegenden Dörfer verwiesen werden, wo gerade die Jntellek- wellen einen geeigneten, ihrer Ausbildung entsprechenden Erloerb nur elten finden können. Der Besuch andrer naher Dörfer oder Städte ist in solchem Maße eingeschränkt, daß nicht einmal mehr die notwendigen Lebens- mittel- und sonstigen Bedarfseinkäufe ausgeführt werden können und die Lebenshaltung der Exilierten und ihrer Familien aufs äußerste herabgedrückt ist. Der Verkehr mit andern Verbannten, die nicht im gleichen Orte ansässig sind, ist allgemein untersagt. In den Orten mit Bahnstation ist es verboten, an den Bahnhos zu gehen. Niemand darf den ihm zugewiesenen Ort länger als 24 Stunden verlassen— eine Frist, die bei den in Sibirien zu überwindenden Entfernungen von Ort zu Ort für die Regel jeden etwa sonst noch erlaubten Be- such andrer Ortschaften ausschließt. Bei Ueberschreitung dieser Vorschriften, besonders bei unerlaub- ter längerer Entfernung aus dem Verbannungsort sollen die in Jrkutsk und Jenisseisk, den erträglicheren Gouvernements Ostsibiriens, Angesiedelten nach dem nordöstlichen Jakutsk(Werchojansk usw.) d. h. in die eisigsten und ödesten, tausende Werst von jeder größeren mensch- lichen Ansiedelung entfernten Regionen der Welt(Werchojansk ist ein Kältepol, an dem die Kälte bis zu 70 Grad steigt!) geschickt werden. Den durchreisenden Verbannten ist es durch die neuen Cirknlare verboten, wie bisher an den Aufenthaltsorten Bekannte oder Ver- wandte aufzusuchen oder zu sprechen. Bei jeder geringsten Unbot- Mäßigkeit auf der Reise, die oft fast ein halbes Jabr dauert, sollen die Politischen in Ketten gelegt und mit Gewalt weiter transportiert werden. Und was das Niederträchtigste ist: die Politischen sollen künftig nach Absolvierung ihrer Verbannungszeit nicht mehr, wie bisher. freie Fahrt nach der Heimat zurück erhalten, sondern nur noch auf ihre Kosten heimkehren können. Was das bedeutet, erkennt man, wenn man die fürchterliche Länge und Schwierigkeit der Reise und die unerschwingliche Höhe ihrer Kosten erwägt. Wie sollen diese ge- waltsam pauperisierten Unglücklichen, denen kaum die Gelegenheit zum Erwerbe der äußersten Lebensnotdurst gegeben ist, diese Kosten aufbringen können? In der That bezweckt diese Verfügung nichts andres, als eine Verlängerung der zeitigen Verbannung zu einer Verbannung auf Lebenszeil, zu einer lebenslänglichen Zwangsansiedelung, zu einem Lebendig- begrabenwerden der Blüte des russischen Volkes. Hinzu kommen noch die vielfachen willkürlich durch den General- gouverneur ausdrücklich verfügten jahrelangen Verlängerungen der Verbannungszeit. Die ganze Unerträglichkeit dieser Cirknlare zeigt die Thatsache, daß selbst der Gouverneur von Jakutsk, der Untergebene Kutasoffs sich wegen ihrer positiven Unausführbarkeit über ihren Erlaß be- jchwert hat, natürlich ohne Erfolg. der Konservativen ein neuer Sturmlauf gegen die Warenhäuser durch Erhöhung der Warcnhaussteuer geplant wird, so dürfte eine Mit- teilung über einen«Fall Tippelskirch", die wir dem jüngst erschienenen Buche eines Dr. Johannes Steindamm„Die Besteuerung der Warenhäuser" entnehmen, nicht ohne allgemeines Interesse sein. Es heißt dort: „Ganz sonderbar erscheint der Fall Tippelskirch. Die Firma befaßt sich mit Tropenausrüstungen, führt also neben andern Dingen sowohl Jagdutensilien(Gruppe 1)— Warengruppe des Warenhaussteuer-Gesetzes. D. R.) als auch Leinenwaren(Gruppe B), sie hat einen Umsatz von über einer halben Million— also ist sie eine willkommne Beute des Fiskus. Ihr bedeutendster Kunde aber ist— das Deutsche Reich, das seine Kolonialarmee bei Tippelskirch ausstattet I Alle Einwendungen, sogar die Eingaben deS Landwirtschafts- Ministers an das Finaiizministcrium(die allerdings sehr erklärlich sind, da Herr von Podbielski noch als Staatssekretär des Reichspostamtes Mitinhaber der Firma war), waren vergeblich, bis die Finna sich entschloß, die wenigen Waren, die sie unter das Gesetz brachten, aufzugeben; im übrigen machte sie geltend, daß sie als Militärausrüsttmgs- Geschäft anzusehen sei— was andre Firmen für die heimische Armee seien, das sei sie für die koloniale. Damit drang sie auch durch.— Seit dem 1. April 1902 ist von Tippelskirch u. Co., da für den Detailverkauf die außerhalb der Gruppe B. liegenden Waren nicht mehr geführt werden, kein Warenhaus mehr, obwohl sich der Charafter des Geschäfts in keiner Weise geändert hat— er ist derselbe vornehme geblieben, der er vor und während seiner Warenhaussteuer-Pcriode war."— Ebensoviel Bedeutung wie die Wirkung des Gesetzes zur Bs- steuerung der Warenhäuser und Rettnug des Mittelstandes, die sich hier klassisch offenbart, verdienten die Eingaben des Landwirtschafts- Ministers.—_ Finanzpolitik eines Klasscnparlamcnts. Die Zweite Kammer des sächsischen Landtages beschloß in der Sitzung am Dienstag in Bezug auf das finanzielle Verhältttts Sachsens zum Reiche die Regierung zu ersuchen, im Bundesrate nach- drücklich dafür einzutreten, daß 1. das Reich, falls die Einnahmen zur Bestreitung der Ausgaben nicht hinreichen, sich die erforderlichen Mittel durch Erschließung neuer Einnahmequellen verschaffe und nicht auf ungedeckte Matrikularbeiträge zurückgreife; 2. daß alle Versuche, in das Gebiet der den Einzel- staaten verbliebenen direkten Bcstenerung einzugreifen, zurück- gewiesen werden; 3. daß hinsichtlich der Aufbringung der Mittel zur Durchführung einer Gesetzesvorlage seitens der verbündeten Regierungen jede Maßnahme, die den Anschein einer Stellungnahme gegen das System der in- direkten Besteuerung erwecken könne, vermieden werde. Der F i n a n z nr i n i st e r Dr. R ü g e r hatte sich vorher namens der Regierung mit diesen Anträgen einverstanden erklärt. Die Zweite Kammer des sächsischen Landtags und die sächsische Regierung fürchten die entfernte Möglichkeit, daß Reichsausgaben aus direkten«teuer» aufgebracht werden könnten, während doch gerade Sachsen in seiner Finanznot die diretten Steuern voll für sich braucht und dem Reiche nichts geben will. Also kommt man zu dem Schluß, daß auch nicht der Anschein erweckt werden soll, als ob nicht stets alle Lasten des Militarismus und Marinismus durch indirekte Steuern, die das Volk, auch der Aermsten, aufbringt, gedeckt werden sollen. Die ganze Klassenpolitik eines Parlaments der Besitzenden! Erst werden die Finanzen in Sachsen ruiniert, indem die Wohl- habenden nicht belastet werden sollten; nun soll auch beileibe nicht das Reich direkte Steuern schaffen dürfen, durch welche die Be- sitzenden einigermaßen zu den Reichsaufwendungen, zu den Herr- lichen Schöpfungen des viel beschworenen Patriotismus beitragen würden.— Frankfurt-Lebus. Amtliches Wahlergebnis. Es erhielten von 26 033 gültigen Stimmen Rechtsanwalt Bassermann(natl.) 11747, Schriftsteller Dr. Braun- Wilmersdorf bei Berlin(Soc.) 11 407, Generalmajor z. D. v. Jagwitz- Charlottenburg �(Ivirtschastl. Vgg.) 2872 Stimme»: zersplittert waren 7 Stimmen. Sttchwahl zwischen Bassermann und Dr. Braun.— Bassennan» und das Jcsuitcngeseb. Wir hatten jüngst mit- geteilt, wie sich im Wahlkampfe in Frankfurt-Lebus der Abg. Liebermann v. Sonnenberg über Herrn Bassermann aus- gesprochen habe. Herr Liebermann v. Sonnenberg sendet uns nun eine Zuschrift, in der er der Angelegenheit die nachstehende, den nationalliberalen Führer recht kennzeichnende Darstellung giebt: „Ich habe nicht gesagt, Herr Bassermann habe den Katholiken in Frankfurt a. O. dies oder jenes versprochen, habe auch nicht Besonders lebhaft war von Anbeginn die Erregung über diesen neuen Ultra-Knutenkurs, der„die Verbannung zu einer Mausefalle macht", in der Stadt Jakutsk. Die Empörung kam zum leidenschaftlichen Durchbruch als aus Ust-Kutskoje die Nachricht von dem blutigen Zusammenstoß eines Transports Politischer mit der Polizei und Gendarmerie eintraf. Dieser Zusammenstoß war am 18./31. Januar d. I. dadurch hervorgerufen worden, daß entgegen ausdrücklicher Zusicherung den Verbannten beim Durchzug durch Ust-Kutskoje das Zusammentreffen mit ihren in diesem Orte wohnhaften Verwandten und Freunden und die Absendung einer Beschwerde hierüber an den General-Gouverneur verweigert wurde. Der Polizeiwachtmeister(Uriadnik) schlug mit dem Säbel, die Soldaten schlugen mit den Gewehrkolben und drangen schließlich mit den Bajonetten auf die Gefangenen, Männer, Frauen und Kinder, ein, während die Dorfpolizisien mit den Fäusten sekundierten. Einem(Scheimann) wurde der Kieferknochen zerschmettert: die zwei- einhalbjährige Wera Krassikoff fand keine Schonung: Komoroff ward gleich andern zu Boden geworfen, mit dem Gesicht nach unten an die Scbwelle gebunden und mit Fußttitten und Gewehrkolbenstößen unmenschlich mißhandelt. Die Frauen mußten die rohesten Schmähungen über sich ergchen lassen. Alle wurden schließlich gefesselt ohne lieber- zieher auf den eisigen Hof gestoßen und dann gefesselt weiter trans- porttert. Auf die Kunde von diesen Vorgängen hielten die Verbannten in Jakutsk eine Versammlung ab, in der eine Resolution, die die Abschaffung der Cirftilare Kutaisoff verlangt und äußerster Wider- stand gegen ihre Durchführung beschlossen wurde. Ein Aufruf an die„Gesellschaft" von Jakutsk wurde verbreitet und ein Schreiben an den Gouverneur gesandt. 57 Verbannte überreichten der Polizei eine entsprechende Er- klärung; am 5./18. März richteten sie eine Depesche an Plehwe; beides ohne Erfolg. Die 57 verbarrikadierten sich am 3./16. März in der zweiten Etage eines großen hölzernen Hauies und wurden einer regelrechten Belagerung unterworfen, die bis zum 9./22. März währte. Drei Soldaten wurden erschossen? den Kugeln der Belagerer, unter denen sich viele von den Revolutionären befanden, die die bekannte Odessaer Hungerrevolte durchgemacht hatten, fiel ein Verbannter zum Opfer: ein etwa 26jähriger Arbeiter, derselbe, der vor 2 Jahren die viel- besprochene Demonstration im Odessaer Theater veranstaltet hatte. Zahlreiche sind verwundet. Alle Ueberlebenden sind verhaftet und werden vor das Kriegsgericht gestellt werden. Die schwerste Strafe, selbst die Todesstrafe droht ihnen. Schon haben sich einige Petersburger Anwalte zu ihrer Ver- teidignng auf den Weg gemacht— überall finden Sammlungen für die unglücklichen Opfer des Zarismus und ihre Angehörigen statt. Hoffen wir, daß die Richter ein menschliches Fühlen besitzen und verstehen werden, daß den Verschickten nichts zur Last fällt, als eine VerzweiflungSthat, propagiert durch den brutalen Versuch Kutaisoffs, den in der Totenkammer der russischen Freiheit Begrabenen den letzten schwachen Lichtstrahl zn nehmen, der ihrem furchtbaren Elend bis dahin geleuchtet hatte. erzählt, er habe dem evangelischen Pfarrer in Müncheberg etwas„in die Hand versprochen", sondern der Vorfall spielte sich etwa folgender- maßen ab: In einer Versammlung die am Himmelfahrtstage in Frankfurt a. O. stattfand, griff der Führer der dortigen Liberalen, Herr Dr. Löser, heftig meine Partei an, und verstieg sich sogar zu der Redewendung„selbst ein so gemäßigt liberaler Mann wie ich(Löserj könnte den Kandidaten V. Jagwitz nicht wählen, wenn er in die Stichwabl käme." In der Entgegnung be- merkte ich:„v. Jagwitz sei ein Mann, auf den man sich verlassen könne. Für Herrn Bassermann hätten sich die Katholiken im Wahl- kreise in öffentlicher Erklärung festgelegt, vermutlich zum Danke für die Haltung, die er noch vor den letzten allgemeinen Wahlen in der Jesuitenfrage eingenommen habe. Nun sei ich sehr erstaunt darüber, daß, wie mir gestern berichtet worden sei, Herr B. in Müncheberg auf Interpellation des dortigen Oberpfarrers erklärt hat: vor acht Jahren sei er allerdings für Aufhebung des Jesuitengesetzes ein- getreten, jetzt sei er aber ganz andrer Meinung.— Herr Bassermann habe wohl vergessen, daß die letzten Wahlen nicht acht Jahre, sondern erst ein Jahr zurücklägen." Darauf erscholl aus der Versammlung der Zwischenruf:„Er wird noch oft die Meinung wechseln I"— Südwestafrika. Ueber das Gefecht bei O w i k o k o r e r o hat der Augenzeuge Hauptmann Fischet einen Bericht gesandt, der im„Militärwochen- blatt" veröffentlicht wird: „Am nächsten Tage ritt der Major v. Glasenapp mit 30 Reitern, 1 Maschinengewehr mit Bedienung und 9 Offizieren, 1 Medizinwagen dieser Spür nach auf Owikokorero. Vor dieser Wasser- stelle fand man viel Vieh, ohne Bedeckung, was den Schluß zuließ, daß die Hereros in größerer Anzahl in der Nähe sein müßten. Bald fielen die ersten Schüsse aus den Büschen, man saß ab und nahm das Feuergefecht auf, die Offiziere ebenso wie die gemeinen Reiter, denn der Gegner verstärkte sich und suchte nach seiner Gewohnheit die Flanken zu umfassen. Die Pferde standen dicht hinter den Schützen, das Maschinengewehr auf 50 bis 60 Schritte dem Gegner gegenüber. sDie minimale Entfernung vom Gegner be- stätigt also, daß v. Glasenapp ganz unvorsichtig vorgegangen Ivar.) Nun hatten die Unsren erhebliche Verluste, fast jeder Schuß der Hereros saß. Die Bedienungsmannschaft wurde am Maschinengewehr zweimal erschossen, ein Offizier nach dem andern wurde verwundet. Die Verluste wurden so groß, und der Gegner erschien in solcher Ueberlegenheit, daß v. Glasenapp Befehl gab, auf den Medizinwagen zurückzugehen. Jetzt bekanien die Hereros erst recht Mut; sie drängten sofort nach und die Verluste steigerten sich noch mehr. An ein Fortschaffen der Ver- wundeten und Toten Ivar nicht zu denken, v. Glasenapp fand glück- licherweise mit Schäfer und Hermann den Mcdizinwagen, lud diese beiden wie noch einige andre Verwundete auf und fuhr unter dem lebhaften Feuer der Hereros zurück, Jvie durch ein Wunder gerettet I Ein Geschoß hatte seinen Mund, ei n s den Hinterkopf gestreist. Ihm voraus ritt Oberlieutenant zur See Mansholt(der jetzt am Typhus in Otjihaenena gestorbene Offiziers, der um neun Uhr abends bei mir im Lager eintraf und mir die Meldung von dem furchtbaren Verlust brachte, den Sie in der Zeitung schon gelesen haben werden. Einen solchen Verlust hatte es überhaupt hier noch nicht gegeben.... Sie werden sich denken können, daß wir uns in keiner gehobenen Stimmung befinden. Das Maschinengewehr mit Munition, viele Gewehre, Pferde:c. sind in die Hände der HereroS gefallen. Es bleibt uns nur zu hoffen, daß wir noch Gelegenheit finden, die Scharte wieder auszugleichen."— Hudlaiid. Neber den Dreibund wurde am Montag in dem Budgetausschuß der ö st reichischen Delegation gesprochen. Der Delegierte Kramarcz wies auf die Isolierung Deutschlands und die Be- deutungslosigkcit des Dreibundes hin. Der Minister Goluchowski erkärte, daß die deuffche Nc- gierung Oesweich in seiner Balkanpolitik gegenüber der Türkei lvirksani unterstützt hat.—_ Politische Prozesse in Rußland. Aus Petersburg wird dem„Berliner Tageblatt" berichtet: Am Mittwoch wurde das Urteil in dem politischen Prozeß des Prhmtdozcntcn Anitschkow und der Schriftstellerin Borman gefällt. Die Verhandlung fand vor einer außerordentlichen Sitzung der Petersburger Gerichtskammer bei verschlossenen THiircn statt. Beide Beschuldigte waren ein- und desselben„Verbrechens" augeklagt, und zwar des Versuchs, eine größere Anzahl Exemplare des bekannten, in Stuttgart erscheinenden russisch-liberalcn Blattes„Oswoboschdenje" über die Grenze geschmuggelt zu haben. Das Urteil lautete auf drei Jahre Zuchthaus für Anitschkow unter Verlust aller besonderen Vorrechte(des Adels und der Diplome) und auf 2'/z Jahre Gefängnis für Frau Borman. Gegenwärtig wird ein»euer politischer Prozeß vorbereitet, der wahrscheinlich im Juli zur Verhandlung gelaugt. Die Zahl der An- geklagten ist recht groß: es werden voraussichtlich etwa 30 Personen dein Gericht vorgeführt werden. Sie werden angeschuldigt, einen Anschlag auf das Leben des Ministers v. Plchwe geplant zn habe».—_ Schweiz. Zürich, 16. Mai.(Eig. Ber.) Der gestrige Abstimmungstag bildet keinen Ehrentag in der Geschichte des Referendums des Kantons Zürich. Was vielfach befürchtet wurde, ist leider ein- geweten: das Gesetz, welches den Lehrern eine bescheidene Erhöhung ihrer Besoldung bringen sollte, ist mit 31 074 gegen 30 791, also mit eina� Mehrheit von 283 Stimmen verworfen worden. Von den elf Bezirken des Kantons haben sieben die Vorlage ab- gelehnt, lauter ländliche Bezirke, und nur vier, wovon die beiden städttschen Bezirke Zürich undWinterthur und zwei ländliche, haben sie angenommen. Bedauerlicherweise sind in den Städten und Industrie- dörfern ebenfalls auffallend viele Nein abgegeben worden, andern- falls hätten die verwerfenden Stimmen der Bauern ausgeglichen werden können. Die Neinsager verteilen sich übrigens auf alle Volksweise, nur daß das Gros derselben auf die bäuerliche Bevölkerung entfällt, die aber am meisten über die Lehrerflucht klagt, wenn sich die Lehrer durch den Zug in die Städte zu verbessern suchen. Recht auffallend ist, daß vor ca. zwei Jahren das Gesetz beweffend die Erhöhung der Pfarrerbesoldungen angenommen wurde, allerdings auch nur mit 26 000 gegen 25 000 Stimmen, so daß man in manchen Kreisen die Arbeit des Pfarrers höher schätzt als die des Lehrers. Zweifellos wird aber das verworfene Gesetz in kurzer Zeit wiederauferstehen und dann vielleicht Annahme finden.— Frankreich. Die treucfte Tochter der Kirche. PariS, 17. Mai. Das Blatt Jaurös, die„Humanitö", ver- öffentlicht den Wortlaut der p ä p st l i ch e n Protestnote g c n die Romreise des Präfidenten Loubet. Es h m derselben u. a.: Die Oberhäupter der katholischen Staaten Havel die Pflicht, dem obersten Hirten der Kirche gegenüber größere Rücksicht obwalten zu lasten, als die Souveräne nichtkatholischer Staaten, und dies im Hinblick auf seine Würde, seine Unabhängigkeit und seine nnverjährlichen Rechte. Diese Pflicht, welche bisher von allen beobachtet ist, unbekümmert um Gründe der Politik, der Alliance und der Verwandtschast, lag umsomchr dem ersten Beamten der französischen Republik ob, weil sie durch traditionelle Beziehungen mit dem römischen Pontifikat verbunden ist und kraft des Konkordats be- sondere Vorrechte besitzt. Wenn d e m n a ch das Oberhaupt einer katholischen Nation dem Papste eine schwere Beleidigung zu- fügt, indeni es nach Rom. dem Papstsitze, kommt, um dem- j e n i a e n seine Huldigung darzubringen, der gegen alles Recht die K�cheit uud Unabhängigkeit des Papstes verhindert, so war diese Beleidigung um so größer von feiten des Präsid enten Loubet, und wenn trotz alledem der� päpstliche Nuntius in Paris geblieben ist, so ist dies lediglich auf sehr ernste und besondere Gründe zurückzuführen. Damit durch eine so schmerzliche Thatsache nicht ein Präzedens geschaffen werden könne, sieht sich der heilige Stuhl veranlaßt, die formellste und aus- führlichste Einsprache zu erheben. Jaurss erörtert diese Protestnote und erklärt, diese bilde eine Herausforderung Frankreichs und Italiens. Der Papst habe nicht gezögert, vor den Regierungen die französische Republik und deren Präsidenten anzuklagen; seit der Versendung dieser Note sei der Ab- bruch der diplomatlsche» Beziehuugeu zwischen dem Papsttum und Frankreich in Wirklichkeit vollzogen.— Die Spiouagc-Affaire. Paris, 17. Mai. Der„Matin" setzt heute seinen Bericht über die Spionage-Angelegenheit fort und veröffentlicht einen sehr ein- gehenden angeblich vom deutschen Gcneralstab herrührenden Frage- bogen betreffend die Befestigungen und die Armierungen von Eher- bourg und Brest, sowie die Verzeichnisse von 42 Plänen von Cherbourg, Brest und Toulon, welche an eine ausländische Macht verkauft worden seien. Der französische Militärattache in London sei mit diesen Dokumenten sofort nach Paris ge- reist und habe sie dem Generalstabschef der Marine übergeben, welcher den in Abwesenheit des Marineministers Pelletan mit der Leitung des Marineministeriums bewauten Ministerpräsidenten Combcs und das Kriegsministerium verständigt habe, da dem letzteren die Küstenverteidigung obliege. Im Nachrichtenburean des Kriegs- Ministeriums sei Fragola bekannt gewesen, da man demselben vor l'/z Jahren in Luzern 7000 Fr. bezahlt habe, um die Pläne von Toulon, die er in seinen Händen hatte, zurück zu erlangen. Der Leiter der Sicherheitsbehörde Caverd habe einem Berichterstatter er- klärt, die Echtheit der Dokumente über die Forts und Batterien von Toulon sei leider unzweifelhaft. Dieselben stammten offenbar aus dem Bureau der Genieverwaltting. Das beunruhigendste bei der Angelegenheit sei, daß ein so umfangreiches Bündel von Schriftstücken gestohlen werden konnte. Man hätte festzustellen, ob es sich um einen gewöhnlichen Einbruch handele, oder ob die Dokumente auf andre Weise entwendet worden seien. Der Kriegsminister habe den Generalstabschef Pendezec be- auftragt, eine Untersuchung über die Angelegenheit einzuleiten, um festzustellen, wen die Schuld treffe, und insbesondere zu ermitteln, ob nicht gegen die Bauunternehmer Klage erhoben werden könnte, welche die gestohlenen Pläne in ihren Händen gehabt haben. Diese Bauunternehmer könnten wegen Verrats oder wegen Nachlässigkeit verfolgt werden.—_ Italien. Giolitti gegen den Imperialismus. Rom, 17. Mai. Im Senat beantwortete der Minister des Aeußercn, Tittoni, Interpellationen betreffend die Lage in Benadir und Somaliland. In Erwiderung auf die Rede des Deputierten Vitelleschi wies dann der Ministerpräsident Giolitti die Behauptung zurück, daß die Regierung in der inneren und der kolonialen Politik unter dem Einfluß einiger Parteien handele. Er erklärte, die Regierung müsse vor allem für die inneren Bedürfnisse des Landes mittels einer weisen Finanz- Verwaltung sorgen.„Wir können nicht", so fuhr der Minister- Präsident fort,„dem Grundsatz einer imperialistischen Politik folgen. Es würde ein Fehler sein, das in Benadir zu wiederholen, was man in Erhthräa gemacht hat. Die Regierung will, daß die Einnahmen des Landes im wesentlichen im Innern Ver- Wendung finden. Es ist nicht angängig, dem Lande Opfer für diese Kolonien aufzuerlegen, welche noch nicht die Gewähr für einen sicheren und wünschenswerten Zustand in der Zukunft bieten."(Lebhafter Beifall.) Schweden. Gegen den Import ausländischer Lohndrücker. Der liberale Ab- geordnete Hj ärn e hat in der Zweiten Kammer die Regierung über eventuelle Maßnahmen zur Regelung der Einwände- rnng in Schweden interpelliert. Es handelt sich hierbei Haupt- sächlich darum, daß häufig von Arbeitgebern ausländische, nament- lich galizische Arbeiter für Land- und Fabrikarbeit herangeholt und als Lohndrücker gegen die einheimischen Arbeiter verwandt werden. Wie seiner Zeit mitgeteilt wurde, hat die Kammer die Behandlung einer ähnlichen von socialdemokratischer Seite eingebrachten Interpellation abgelehnt. Ueber die nun eingebrachte Interpellation fand jedoch eine anderthalbstündige Debatte statt. Die Antwort des Civilministers ging darauf hinaus, daß die Frage zunächst gründlich erwogen werden müsse; was bekannt geworden sei über den Zuzugkvon Ausländern, hätte keinen Anlaß zu solchen Maß- nahmen gegeben. Unser Parteigenosse T o r s s o n machte den Minister darauf aufmerksam, daß es. sich nicht um gewöhnliche Einwanderer handelt, sondern um einen Masse nimport von Leuten, dazu bestinimt, die elenden Löhne der Landarbeiter her abzudrücken und die einheimischen Arbeiter zu verdrängen.— Die Vertreter der Interessen der Agrarier sprachen sich demgegenüber ftir den uneingeschränkten Freihandel mit der nienschlichen Arbeitskraft aus, rühmten die ländlichen Arbeits- bedingungen und prophezeiten den Untergang der Landwirtschaft, falls die Löhne hinaufgetrieben würden. Von verschiedenen andren Abgeordneten wurden jedoch schwere Bedenken gegen denJmportsauslän- bischer Arbeiter als Lohndrücker geltend gemacht. Zu bestimmten Befchlüssen führte die Debatte, an der sich von socialdemokrattscher Seite noch Nils Persson beteiligte, nicht.— Amerika. New Uork, 17. Mai.(„Frankfurter Zeitung".) Das Ober- Bundesgericht hat die Berufung des englischen Anarchisten Turner abgewiefen, dem die Einwanderungsbehörden die Landung ver- weigert hatten, weil er ein offenkundiger Gegner des organisierten Staates fei,—__ Der Krieg in Ostasien. Ueber den Bormarsch der Japaner wird dem„Berliner Tageblatt" aus Mulden telegraphiert: Die Japaner gehen gegen die Linie Liaujang— Haiffcheng— Jnkau vor, und zwar zögernd mit dem rechten, nachdrücklicher mit dem linken Flügel. Auf beiden Flanken wird der Vormarsch der Japaner überwacht von starker russischer Kavallerie. Eine starke japanische Truppe geht gegen die erheblichen russischen Streitkräfte auf der Halbinsel Liautung vor. Es herrscht Regen- Wetter, die Wege find sehr schlecht.— In Mulden ist alles friedlich. Nach einer Reutermeldung ist die Räumung Niutschwangs. beendet worden mit Ausnahme der Zerstörung des Kanonenboots „Siwutsch", die erwartet wird. Die Belagerung von Port Arthur soll nach Shanghaier Meldungen von den Japanern forciert werden. Die Japaner zerstörten die Eisenbahn sieben Meilen rund um Pulantien. Port Arthur und Dalny werden fortgesetzt beschossen. Die rusischen Truppen räumen Dalny. Die Besatzung von Port Arthur ist mißvergnügt und bereit, bei der ersten Gelegenheit zu kapitulieren. Die Neutralität Chiuas. Dem Reuterschen Bureau ist eine amtliche Mitteilung zuge- gangen, welche erklärt: Die chinesische Regierung bringt den fremden Regierungen zur Kenntnis, daß sie zu ihrem Bedauern von ihr miß- günstigen Gerüchten gehört hat, nach welchen die chinesische Regierung aufhöre, die neutrale Haltung zu beobachten, welche sie stets bis jetzt seit dem Beginn des Krieges im fernen Osten eingenommen hat. Die chinesische Regierung beauftragt daher ihre Vertreter im Auslände, diesen Gerüchten ein bestimmtes Dementi entgegenzusetzen und den Mächten die Versicherung zu geben, daß die Regierung, was auch immer eintreten sollte, die Absicht habe, eine streng neuttale Politik zu verfolgen. Die Krise und die Mahnahmen der Regierung. Auch aus Wilna wird über die verheerenden Wirkungen der gewaltigen Jndustriekrise berichtet, die sich jetzt in Rußland immer mehr ausbreitet. Die Masse der Arbeitslosen, die buchstäblich nichts zu beißen haben und aufs höchste erbittert sind, wächst mit jedem Tag. Die städtischen Wohlthätigkeits-Anstalten werden in nie da« gewesenem Matze in Anspruch genommen. In: Anschluß an die Arbeitslosigkeit der Jndustriearbeiterschaft leiden unter der Geschäfts- stockung schwer die kleinen Handelsleute, die kleinen Beamten usf. Was unternimmt nun die Regierung, um die durch ihre Politik, durch den Krieg heraufbeschworene Not zu lindern? Aus öffentlichen Mitteln nicht das geringste I Auf die Aufforderung des Polizei- auptmanns fand eine Beratung der hiesigen Vertreter der Stadt- ehörden statt, in der beschlossen wurde, daß das wohlhabende Bürgertum von nun an monatlich 2000 Rubel zur Erhaltung der Arbeitslosen beisteuern müsse. An die Verwendung der von der Arbeiterschaft und von allen Kreisen zwangsweise eingetriebenen „freiwilligen Kriegsspenden" für die arbeitslosen Opfer des Krieges wurde dabei nicht gedacht.— GexverKlcKaftUcKes. Fliegende Streikbrecher-Kolonnen. „Es ist alles schon einmal dagewesen!"— dieses weise Wort Ben Akibas findet wieder seine Bestättgung bei den neuesten Bemühungen der Berliner Bäckermeister, aus den Reihen der deutschen Bäckermeistersöhne fliegende Streikbrecher-Kolonnen zu bilden, die nach dem Kommando der Scharfmacher im Bäcker- gewerbe die Plätze der streikenden oder ausgesperrten Arbeiter ein- nehmen sollen. Die Scharfmacher im Holzgewerbe waren es nämlich, die vor nicht allzu langer Zeit als erste den famosen Plan aus- geheckt hatten, aus den Reihen der deutschen Tischlermeistersöhne fliegende Streikbrecher-Kolonnen zu bilden. Die Sache war nach § 9 des Statuts des„Schutzverbandes der deutschen Tischlermeister und Holzindustriellen" wie folgt gedacht: „Wird ein Mitglied(des Schutzverbandes) von einem ungerecht- fertigten Ausstande betroffen, so hat dasselbe Anspruch auf folgende Unterstützung: 1. In erster Linie sind demselben kostenlos und unigehend die nötigen Arbeitskräste zu stellen. Zu diesem Zwecke hat der General- vorstand ständig für eine möglichst große Zahl von Kräften zu sorgen, welche—(wie z. B. die Söhne und Anverwandten von Mit- gliedern)— bereit und in der Lage sind, jederzeit aushilfsweise an die Stelle streikender Gesellen und Arbeiter treten zu können. Aus dieser Schutztruppe ist sofort bei Ausbruch eines Ausstandcs die nötige Zahl von Kräften in das Ausstandsgebiet zu entsenden. Die Kosten trägt der Schutzverband." Den„Söhnen und Anverwandten von Mitgliedern"(des Tischler- meister-Schutzverbandes) hatte man also die ehrenvolle Aufgabe zu- gedacht, als professionelle Streikbrecher im Reiche um- herzuziehen und heute in Königsberg, morgen in Stuttgart streikenden oder ausgesperrten Arbeitern gegenüber Verräterdienste zu leisten I Eine schamlose Zumutung. Ganz abgesehen von der Absurdität, einer bestimmten Gruppe von Menschen zumuten zu wollen, ständig ein berufliches Nomadenleben zu führen und gleichsam den Streik- bruch im Umherziehen auszuüben. Ob die Väter der„fliegenden Streikbrecher-Kolonnen" die Albernheit ihres Vorschlages selbst eingesehen haben, oder ob aus den Reihen der„deutschen Tischlermeistersöhne und Anverwandten" gegen die Zumutung Protest erfolgt ist, entzieht sich unsrer Kenntnis; genug: %i§ dem wenige Monate später erschienenen abgeänderten Satzungs- entwurf des„Schutzverbandes der deutschen Tischlermeister und Holz- induswiellen" waren die fliegenden Streikbrecher-Kolonnen verschwunden, um jetzt bei den deutschen Bäckermeisteru wieder ihre fröh- liche Auferstehung zu feiern. Werden die Bäckcrmeistersöhne die ihnen zugedachte entehrende Rolle übernehmen, um als Streikbrecher ein anrüchiges Dasein zu führen, oder werden sie mit Entrüstung gegen die ihnen zugemutete Schmach protestieren? Allgemeiner deutscher Arbritgeberverband. Die vom Centtal- verband deutscher Industrieller zur Niederhaltung der Arbeitslöhne und Erhöhung des Kapitalprofits gegründete„Hauptstelle deutscher Arbeitgeberverbände" erhält Zuzug. Eine gestern im„Kaiserhof" abgehaltene Versammlung gewerblicher Verbände hat befchlossen, eine„Freie Vereinigung von wirtschaftlichen bezw. Arbeitgeber- Verbänden" zu begründen. Die„Freie Vereinigung" will die auf eine Gesamtorganisatton der Arbeitgeber gerichteten Bestrebungen unterstiitzen, indem sie, wie es Hecht, für ihre Mtglieder einen gemeinsamen Kartellvertrag mit der„Hauptstelle deutscher Arbeit- geber-Verbände" abzuschließen sucht. Die vorläufige Geschäfts- führung ist dem„Gefamtverband deutscher Metallindusttieller" über» tragen worden. Zur Mitgliederbewegung der deutschen Gewerkschaften im Jahre 1903 ist der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands nachttäglich der Jahresabschluß des Verbandes der Böttcher zu- gegangen. Danach zählte der Verband Ende 1902: 6194 Mitglieder, Ende 1903: 63S0. Er hat demnach um 156 Mitglieder zugenommen. Die der Generalkommifsion der Gewerkschaften am Schlüsse des Jahres 1903 angehörenden 61 Verbände unifaßten also 945 126 gegen 752 419 Mitglieder am Jahresschluß 1902. Das bedeutet einen Zuwachs von 192706 oder 25,6 Proz. Rechnet man die nach Jahresschluß der Generalkommission beigetretenen Organisationen der Gärtner(Allg. G.-V.), Wäschc-Arbeiter und Portefeuiller hinzu, so erhöht sich die Jahresschlußziffer der zur Zeit der General- kommission angehörenden Gewerkschaften auf 950 082, gegen Ende 1902 ein Mehr von 197 663 Mitgliedern. Seitdem hat sich der Aufschwung in erfteulicher Weise fortgesetzt; das beweist nicht bloß das fortwährende Steigen der Auflagen der VerbandSoraane, sondern es wird auch durch die Angaben vielfach erhöhter Mitgliederziffern in der amtlichen Statistik über die Arbeits- losigkeit in den deutschen Fachverbänden bestätigt. Was die Auflagen der Fachorgane betrifft, so verzeichnen die„Metallarbeiter- Zeitung" eine solche von 170 700, der„Grundstein" 130 000, die„Holzarbeiter-Zeitung" 90 500 und die„Bergarbeiter-Zeitung" 80 000. ES geht also v o r w ä r t s I Berlin im& fftngegenck. AuS dem Reiche der„Großen Berliner". Vor einigen Tagen fand die halbjährliche B e r t r a u e n S m ä n n e.r- K o n f e r e n z für das Sttatzenbahnpersonal im Dirckiionsgebäude am Leipzigerplatz statt. Bekanntlich dienen diese.Konferenzen dem Zweck, den Ver- trauensmännern deo Personals Gelegenheit zu geben, ihre dienst- lichen Wünsche und Beschwerden der Direktion persönlich vorzuttagen. Bis vor kurzem setzte sich die Vertranensmänner-Körperschaft zum weitaus größten Teile aus Mitgliedern der Straßenbahner- Organisation(Sektion des Handels-, Transport- und Verkehrs- arbeitcr-Verbandes) zusammen. Waren auch die Straßenbahner bei weitem nicht alle organisiert, sondern in ihrer Vkehrheit Mitglieder des von der Direktton auf das wärmste protegierten„As'cher-Vereins". so gaben sie bei den Vertrauensniännerwahlen doch meistens den Verbandskandidaten ihre Stimme, wohl wissend, daß sie von diesen weit eher eine freimütige Vertretung ihrer Interessen der Direktton gegenüber zu erwarten hatten, als von den pflaumen- weichen Vereinsaspiranten für Kontrolleurposten. Die Direktton fand sich mit dieser Thatsache bislang denn auch wohl oder übel ab» so unangenehm ihr die„Verbandsbrüder' auch sein mochten. Bei den Konferenzen brachten die Vertrauensleute ihre Wunsche denn auch immer offen und rückhaltlos vor, stets aber lehnte die Direktion dieselben als unberechtigt oder zu weitgehend oder weil vernmtlich nur aus agitatorischen Gründen gestellt in der Hauptsache ab. Die Schieber des„Aschervercins" mutzten ihren Mtgliedern nun klar zu machen, datz das ablehnende Verhalten der Direktion lediglich auf daK„zu wenig respektvolle" Benehmen der„Verbandsbrüder" zurück- zuführen sei. Wenn man als braver Vereinler ergeben st bitten würde, so meinten sie, dann sei es auch ein leichtes, die Direktion den Wünschen der Angestellten geneigt zu machen, und das um so eher, als die Direktion dem„Ascherverein" doch stets die größte Sympathie entgegengebracht habe. Wie weit diese Sympathie thatsächlich ging, bewies die Thatsache, datz höhere Beanite eine äntzcrst rege Agitation für den Aschcrvcrein einleiteten und den Mitgliedern allerlei Vorteile und Vergünstigungen in Aus- ficht stellen ließen, gleichzeitig aber eine Anzahl'Vertrauensleute tvegen ihrer Thätigkeit für den verhaßten Verband ge maßregelt wurden. Infolge dieser Matzregelungen verzichtete die Straßen- bahner-Organisation vor einigen Monaten auf die Aufstellung von Vertrauensmanils-Kandidaten, weil niemand unnötig seine Existenz aufs Spiel setzen wollte. Darob herrschte eitel Freude und Wonne im Ascherverein und bei der Direktion nicht minder, glaubte man doch den fit socialdemokratischen Verbändlern die fernere„auf- reizende" Bethätigung unmöglich gemacht zu haben. Bei der folgenden Vertrauensmnnnerwahl wurden dann auch meistens kreuzbrave Ascher- leute gewählt, und eS war gar kein Zweifel daran: diese würden durch ein höfliches Auftreten und ergebenst-respektvolles Bitten— wie sich das für einen gut dressierten Straßenbahner gehört— sicher alles von der allgütigen Direktion bewilligt er- halten, was den rabiaten Verbändlern abgelehnt wurde. Man formulierte also die ergebenen Wünsche und bat. Und die Direktion? Nun sie lehnte auch diesmal alles tvas irgendwie von Bedeutung Ivar, kühl und ge- lassen ab. Eine Herabsetzung der Dienstzeit für Schaffner auf 10 Stunden und für Fahrer auf 8V3 Stunden, erklärte Herr Mar- hold, sei nicht angängig. An eine Verkürzung der Arbeitszeit sei in absehbarer Zeit überhaupt nicht zu denken, denn die Wirtschaft« liche Lage der Gesellschaft(!) lasse dies nicht zu. Ebensowenig könne eine Erhöhung des Tagelohnes der Ersatzleute auf 3 Mk. und Gewährung von zwei freien Tagen im Monat init Gehalt zugebilligt Iverden, weil derartiges bei keiner anderen Verwaltung, z.' B. der Eisenbahn, üblich sei. Die Direktion wundere sich im übrigen sehr über die Wünsche und müsse zu verstehen geben, daß die An- gestellten zu anspruchsvoll würden. Alles, was von den Wünschen berechtigt sei, Iverde nach wie vor in wohl- wollend st er Weise geprüft werden. Und damit waren die neuen Vertrauensleute in Gnaden entlassen I Doch halt, ein Vorfall sei noch erwähnt, der für die Beurtheilung des im Ascherverein ge- pflegten Geistes zu charakteristisch ist, um hier übergangen zu werden. Der Schaffner Schmidt vom Bahnhof Kreuzberg beantragte nämlich, man möge den älteren Angestellten als Auszeichnung für ihre langjährigen Dienste doch— Orden und Ehrenzeichen verabfolgen! So z. B. Sterne und Sägen am Kragen und nach 25jähriger Thätigkeit eine Verdien st- schnalle! Als mehrere seiner Kollegen ob dieses Vorschlags denn doch zu lachen anfingen, meinte Herr Direktor Marhold, der Vor- schlag sei keineswegs so lächerlich, sondern sehr erwägenswert. Die Direktion schätzt ihre Pappenheimer ganz richtig ein und es sollte uns nicht wunder», wenn sie ihre Angestellten anstatt der ver- geblich erbetenen Verbesserung der Lohn- und Arbeitsbedingungen mit dem Schnallen- und Medaillen-Firlefanz beglückt; das kostet nicht viel und stärkt die Eitelkeit derer, die nicht alle werden. Ob aber das Gros der Straßenbahner von dem diesmaligen Verhalten der Direktion mehr erbaut ist als von dem früheren, kann wohl stark bezweifelt iverden. Vielleicht kommen nun auch die Mitglieder des Aschervercins allmählich zu der Ueberzeugung, daß ihre Jnter- essen am zweckmäßigsten in einer Kampfesorganisation, nicht aber in einem von Aktionärs-Günstlingen geleiteten Ver- gniigungsklub gewahrt iverden. Zur Lohnbewegung der Berliner Droschkenkutscher. 210 Fuhne Höfe hatten vorgestern ihre Vertrauensmänner zu einer Versamm- lung nach den Jndustrie-Sälen, Bcuthstraße, entsandt, um über das weitere Vorgehen gegen die Lohnfuhrwerks-Jnming zu beraten, da diese alle Verhandlungen mit der Schlichtungskommisston als zweck- los abgebrochen hat. Der Referent Becker führte aus: Das An- gebot der Innung, 1 M. Grundlohn und 30 Proz. der Einnahme zahlen zu wollen, sei nicht ernst zu nehmen und der weitere Vor- schlag, bei 1 3 M. Einnahme einen Tagelohn von 2 M. und 25 Proz, sowie bei einer Einnahme von über 10 M. einen Grundlohn von 1.50 M. und 30 Proz., unter dieser Einnahme aber nur 25 Proz. ge- währen zu wollen, sei völlig unannehmbar. Er müsse schon aus dem Grunde abgelehnt werden, weil sich bereits 87 Fuhrhöfe freiwillig dazu verstanden hätten, bereits bei 12 Mark Einnahme einen Grundlohn von zwei Mark und 25 Proz. zu gewähren. Nachdem alle Diskussionsredner sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden erklärt hatten, faßte die Versammlung einstimmig den Beschlutz, an der Forderung eines einheitlichen Minimallohnes von 1,50 M. Grundlohn und 25 Proz. der Einnahme sowie bei einer Einnahme von 10 M. und darüber 30 Proz. und 1,50 M. Lohn festzuhalten. Ferner wurde die Schlichtungskommission beauftragt, das EinigungSamt des Berliner Ge Werbegerichts anzurufen und in kürzester Zeit einen Schiedsspruch herbeizuführen. Zum Streik der Straßenbahn-Werkstättciiarbriter. Wie bereits berichtet, sind am Montagmittag fast die gesamten Arbeiter der Hauptwerkstätten in(den Ausstand getreten. Gestern fand nun eine Verhandlung im Direktionsgebäude am Leipzigerplatz zwischen der Arbeiterkommission einerseits und dem Ministerialdirektor Micke, dem Betriebsdirektor Marhold sowie dem Oberingenieur Birken- grün andrerseits statt. Nach etwa dreistündiger Aussprache erklärte sich die Direktion bereit, die ursprünglichen Forderungen der Ausstän- digen, Einstellung der entlassenen Arbeiter, Lohnvergümng für Arbeiten außerhalb des Accords, Zeitverlustcntschädigung beim Warten auf Material, Einrichtung genügender Ventilation und Unfallverhütungs- Vorrichtungen, Aushang derAccordpreise, Lieferung genügenden brauch- baren Werkzeuges, Herstellung eines Brennapparates mit Abzug, Er- richtung einer Kantine und Zusicherung anständiger Behandlung— zu bewilligen; dagegen lehnte sie die während des Streiks nachträglich gestellte Forderung auf eine Lohnerhöhung für die im Weichen- und Maschinenbau beschäftigten Arbeiter sowie für die Hilfsarbeiter unter Hinweis auf die vorjährige„Lohnregulierung" ab. Als aber die Kommission die unterschriftliche Be- kräftigung der gemachten Zusagen erbat, da suchten die Herren auszuweichen, indem sie ziemlich piquiert meinten, ihren Ver- sprechungen könnten die Arbeiter auch ohne Unterschrift vertrauen. Sie stellten schließlich die nachträgliche Unterzeichnung in Aussicht, wenn die Arbeiter am heutigen Mittwochmorgen die Arbeit wieder aufnehmen würden. In der gestrigen Streikversammlung gab die Kommission den Bericht über die gepflogenen Verhandlungen. Die Streikenden waren jedoch der Ansicht, das beteuerte„Wohlwollen" der Direktion gegen die Arbeiter rege sich nur dann, wenn diese erst in einen der Direktion unbequemen Streik eintreten. Zusagen„von oben" seien schon seit Jahren gemacht worden, ohne daß deren Jnnehaltung erfolgt wäre. Daher beschloß die Versammlung einstimmig: „Bevor nicht die unterschriftliche Anerkennung der Forderungen und damit die offizielle Ver-' pflichtung zur Abhilfe der vorhandenen Miß- stände erfolgt ist, wird die Arbeit nicht wieder aufgenommen." Mit diesem Beschluß treten auch gleichzeitig die Werk« statt-Arbeiter der einzelnen Bahnhöfe mit in den Ausstand ein; die anwesenden Nachtschichtarbeiter gingen gestern abend schon nicht mehr zur Arbeit.— Allgenieiue Entrüstung herrschte in der Versammlung auch über die unwahren Streikberrchte der bürgerlichen Presse. So finden sich im„Berliner Tageblatt", der„National-Zeitung" zc. und nicht zu vergessen in der unter dem Deckmantel der Arbeiter- freundlichkcit marschierenden„Berliner Morgonpost" ganz ein- seitig im Unternehmerinteresse entstellte Berichte üher die Ursachen und den bisherigen Verlauf des Streiks. Offenbar sind diese irre- führenden Notizen, in denen alle Schuld an dem Streik einzig und allein den Arbeitern in die Schuhe geschoben wird, von der Direktion der„Großen Berliner" selbst in die Presse lanziert worden. Der Transportarbeiter-Verband hat mit dem Ausstande nicht das mindeste zu thun, dafür kommen aber eine Anzahl andrer Organisationen in Frage und zwar: die Verbände der Metall- und Holzarbeiter, der Schmiede und Lackierer, die Metallarbeiter-Gewerkschaft sowie der Hirsch-Dunckersche Gewerkverein. Die hier organisierten Arbeiter haben endlich einmal Ernst gemacht. DeutTcbes Reich. Bierioykott in Hamburg. Der Centralausschuß der Gastwirte- Vereine Hamburg-Altonas hatte vor kurzem den Versuch einer Ver- Mittelung zwischen den Brauereien und den Brauerei-Arbeitern unternommen. Dieser Versuch ist gescheitert. Der Obmann der Gastwirte hat nämlich von dem„Versicherungsverband" der Brauereien folgendes Schreiben erhalten: „Hierdurch teilen wir Ihnen ergebenst mit, daß der Versicherungs- verband der Brauereien es ablehnt, auf der vorgeschlagenen Basis, nämlich: 1. Fast unveränderte Auftechterhaltung der von den Brauereien als undiskntabel und unannehmbar bezeichneten Forderungen; 2. Wiedereinftihrnng der Arbeitsnachweis-Verhältnisse wie vor dem Ausstand; 3. Entlassung sämtlicher während des Streiks eingestellten Arbeiter gegen Wiedereinstellung aller Aus- ständigen; in Unterhandlung mit den Ausständigen zu treten." Darauf ist gestern durch Beschluß der Gewerkschaftskartelle von Hamburg, Altona und Wandsbeck über fast sämtliche dortigen Brauereien der Boykott verhängt worden. Anerkannt haben bisher nur folgende Brauereien die Forderung, weshalb sie als ge- regelt gelten: I. H. Bostelmann, Destillation der Gast- und Schank- Wirte Hamburg, E. G. in Barmbeck(nicht zu verwechseln mit Vereins- brauerei Hamburg-Altonaer Gastwirte), Ottensener Dampf-Bier- brauerei Richd. I. W. Behn und Brauerei Hellbrook bei Hamburg. Zuzug von Brauern. Küfern, Hilfsarbeitern, Flaschenkeller- Arbeitern, Kutschern, Stallleuten, Maschinisten, Heizern und Brauerei- Handwerkern, von Schmieden, Schuhmachern, Kutschern, Stell- machern nach Hamburg ist fernzuhalten! Aussperrung im Baugewerbe zu Nürnbrrg-Fürth. Nachdem die Forderungen der Bauhandwerker von dem mittelfränkischen Unter- nchmerverband mit einigen nichtssagenden Zugeständnissen bcant- wartet waren, lehnte eine Arbeiterbersammlung die letzteren ab und beschloß, an den aufgestellten Forderungen festzuhalten. Als dann in voriger Woche in einzelnen Betrieben wegen Differenzen die Arbeit eingestellt wurde, faßten die dem Verbände angehörigen Unternehmer den Beschluß, am Freitagabend sämtliche Bauten zu schließen. Dieser Beschluß wurde auch größtenteils durchgesührt, nur ein Teil der Unternehmer verhielt sich zaudernd, da sie offenbar von der nachhaltigen Wirkung dieses Zwangsmittels nicht überzeugt waren. Von der Arbeiterorganisation wurde inzwischen alles auf den aller Voraussicht nach bevorstehenden Kampf vorbereitet. Da änderte sich plötzlich die Lage. An die Lohnkommission der Ausgesperrten wurde die Anfrage gestellt, ob sie nicht geneigt wären, auf Verhandlungen, bei denen der erste Bürgermeister, Herr v. Schuh, den Vorsitz führe, einzugehen. Dies wurde zugestanden, da den Arbeitern von vornherein die Absicht, durch Halsstarrigkeit die Dinge auf die Spitze zu treiben, ferne lag. Am Montagvormittag fand nun die Unterhandlung statt, wobei wiederum die Arbeitervertreter die Versöhnlicheren waren. Die Kommission bestand außer Herrn v. Schuh aus dem Vorsitzenden des Gewerbegerichts und je vier Vertretern der Arbeiter und der Unternehmer. Nach dreistiindigem Debattieren einigte man sich einstimmig auf folgende Punkte: Die wöchentliche Arbeitszeit beträgt für die Sommermonate 57 Stunden, die Mittagspause IV4, die Frühstücks- und Vesperpause je'/s Stunde. Vom 1. Juni 1S04 ab beträgt der Stundenlohn 46 Pf., vom 1. Januar 1905 48 und vom 1. Juli 1905 50 Pf. Diesen Lohn erhalten gelernte volljährige Maurer. Ge- fordert waren 54 Stunden Arbeitszeit und 50 Pf. Stundenlohn. Die Steinhauer, deren Arbeitszeit durch BnndeSratSverordnung auf 54 Stunden wöchentlich festgesetzt ist, erhalten ab 1. Juni 50 Pf. Stundenlohn, der ab 1. Januar 1905 auf 52, ab 1. Juli 1905 auf 54 Pf. steigt. Diese Sätze haben als Mindestlöhne zu gelten. Wo bisher mehr gezahlt wurde, gelten die alten Löhne weiter. Das Uebereinkommen ist für beide Teile bis zum 1. Juli 1906 gültig. Es wird angenommen, daß die Zimmerleute ihre Verhältnisse in der gleichen Weise ordnen werden. Diese Vereinbarungen wurden in einer Versammlung der Aus- gesperrten gegen 8 Stimmen angenommen. Am Dienstagnachmittag findet eine Versammlung der Unternehmer statt, die zu der Frage Stellung nehmen wird. Wird auch hier eine Zustimmung erzielt, was als wahrscheinlich gelten kann, so ist die Aussperrung am Mitt- woch zu Ende. Achtung, Stukkateure. In Plauen im Voigtlande haben ca. 80 Stukkateure die Arbeit niedergelegt. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck dieser Notiz gebeten. Zuzug ist fernzü- halten. Ein Straßenbahnerstreik ist am Sonnabend in Krefeld aus- gebrochen, der Verkehr wird nur nach den Außenorten, und zwar in notdürftigster Weise durch die Kontrolleure und einige Arbeitswillige aufrecht erhalten. Im Innern der Stadt ruht der Betrieb voll- ständig. Die Direktion versucht mit allen Mitteln Streikbrecher heranzuziehen, doch hatte sie bis jetzt nur sehr wenig Erfolg. Bleiben die Ausständigen, von denen leider keiner einer Organisation an- gehört, nur einige Tage fest, so ist die Gesellschaft gezwungen, die Forderungen der Streitenden anzuerkennen, denn in dem Vertrage, den die Stadt Krefeld mit der Gesellschaft abgeschloffen, heißt es, daß die Gesellschaft die Verpflichtung hat, den Betrieb auftecht zu erhalten. widrigenfalls der Vertrag gelöst ist. Die Hauptforderungen der Ausständigen bestehen darin, daß sie alle acht Tage einen fteien Tag verlangen. Jetzt haben sie erst den zehnten Tag frei. Ferner fordern sie eine Lohnerhöhung für Schaffner von 2,60 M. auf 2,90 M., für Führer von 3 M. auf 3,30 M. Zudem soll eine Steigerung des Lohnes in der Weise stattfinden, daß die Schaffner nach 20 Dienstjahren einen Höchstlohn von 4 M. und die Führer von 4,50 M. erreichen. Textilari eiterstreik in Elberfeld. In der Weberei von Julius Engels u. Co. in Elberfeld sind sämtliche Weber wegen Lohnabzug in den Ausstand getreten. Die Bemühungen der Arbeiter, die Diffe- renzen auf gütlichem Wege auszugleichen, scheiterten an dem mangelnden Entgegenkommen der Firma. Vorgestern morgen ließ Herr Engels die Lohnkommission rufen und fanden denn auch Bei- legungsversuche statt, indem die Arbeiter in eine Lohnkürzung ein- willigten, jedoch nicht in der Höhe, wie der Unternehmer es ver- langte._ Versammlungen. Ccntralverbnnd der Schmiede. Die Zahlstelle Berlin des Schmiedeverbandes hielt am 16. Mai in Kellers Festsälen eine außerordentliche Mitgliederversammlung ab, die sich hauptsächlich mit der Frage der Einführung der neunstündigen Arbeitszeit befaßte. Wie der Referent S i e r i n g erwähnte, ist die z e H n st ü n d i g e Arbeitszeit für das Schmiedcgewerbe in Berlin bereits vor 16 Jahren eingeführt worden; sie besteht jedoch bis jetzt noch nicht einmal in allen Werkstätten. In vielen Wer?- stätten, namentlich in den Vororten, wird noch 11, ja sogar 12 Stunden. täglich gearbeitet, abgesehen von der Ueberzeitarbeit, die manche! Schmiedegesellen thöricht genug sind, ihrem Arbeitgeber für eine Tasse Kaffee, für ein Glas Bier oder Schnaps zu leisten. Der langen Arheitszeit entsprechen die erbärmlichen Löhne. Die Mitgliederzahl der Zahlstelle hat sich in wenigen Jahren fast verdreifacht und be- trägt jetzt über 1600. Tie Konjunlmr ist nicht ungünstig. Gleich- wohl riet der Referent von einer Lohnbewegung ab, hauptsächlich deswegen, weil die Organisation gerade in den hier in Betracht kommenden Kleinbetrieben noch nicht stark genug ist und ein großer Teil der dort thätigen Arbeiter noch in so rückständigen Anschauungen befangen ist, daß sie ein schweres Hindernis bilden würden. Außer- dem erscheint es notwendig, erst eine zuverlässige Statistik über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse aufzunehmen, um eine Grundlage für die Bewegung zu schaffen.— Die Versammlung erklärte sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden.— Außerdem wurde die Wahl eines Bureaubeamten vorgenommen und als solcher Hentschel auf ein Jahr wiedergewählt.— Ein Antrag auf Unterstützung der streikenden Vergolder wurde der Ortsverwallung zur Berücksichtigung überwiesen. Eine Versammlung der Fellarbeitcr(Sektion des Central- Verbandes der Handels- und Transportarbeiter), welche sich mit den elenden Arbeits- und Lohnverhältnissen in diesem Berufe beschäftigte, nahm eine Resolution an, in der es unter anderm heißt:„Die Ver- smnmelten erklären den streikenden Arbcitsbrüdern im Bäckerei- gewerbe ihre volle Sympathie und verpflichten sich, die Streikenden nach besten Kräften moralisch zu unterstützen." Der Socialdemokratische Wahlverein für Marieudorf und Um- gcgend hielt im Lokale von Reichardt eine gut besuchte Versammlung ab. Genosse Z u b e i l sprach üher die Werbekraft des Socialismus. Auf Antrag des Vorstandes wurde das bisherige Mitglied Eugen Kleist aus unserm Wahlverein ausgeschlossen. Ferner wurde be- schloffen, bei jeder Agitationstour eine Kontrollmarke zu kleben. Letzte f�achnchten und Dcpefchen. Lestreich, Rußland und die Türkei. Budapest, 17. Mai.(W. T. B.) Der Ausschuß der ungarischen Delegation für die auswärtigen Angelegenheiten nahm das Budget des Auswärtigen an. Im Lauf« der Debatte erklärte der Minister des Aeußern Graf Goluchowski auf die Ausführungen verschiedener Redner, welche die in dem Expose enthaltenen auf die Türkei be- züglichen Ausführungen als allzu scharf bezeichnet hatten, er sei hiervon überrascht; er habe die Türkei nur vor jener Politik ge- warnt, die sie unbedingt zum Niederbruche führen müßte, wenn nicht dasjenige durchgeführt werde, wa snicht nur im Interesse der eignen Erhaltung, sondern auch im Interesse des Friedens und der Mürz- steger Vereinbarungen verlangt wurde. Der Minister erklärt weiter, er wolle sich in keine Prophe- zeihungen einlassen, was geschehen würde, wenn die Türkei sich als unverbesserlich erweise, dann trete eben der Zusammenbruch ein. Der Redner verwahrt sich gegen den Ausspruch des Delegierten Lovaszy, als ob wir Gendarmeriedienste für eine andre Macht leisten würden und als ob Rußland uns die Erhaltung der Ruhe auf dem Balkan bis zu dem Augenblicke überlasse, wo es, da es gegenwärtig im äußersten Osten engagiert ist, wieder frei sein wird. Das Jahr- hunderte alte orientalische Problem geht seiner Lösung entgegen. Diese ist um so weniger gefährlich, wenn sie sich etappenweise vollzieht und nicht als Katastrophe auftritt. Wenn die Türkei ihre Interessen versteht und die Zustände wirklich bessert, sehe ich nicht ein, warum dieser Prozeß nichr noch lange dauern soll. Ich kann nur erklären, daß die Forderungen des Kriegsministers in keinem Zusammenhange stehen mit der auswärtigen Lag«, die gegenwärtig vollkommen friedlich, zu keinen Besorgnissen Anlaß giebt. Der Dreibund in der italienischen Kammer. Rom, 17. Mai.(W. T. B.) Deputiertenkammer. Das Haus nimmt die Besprechung der Interpellationen über die auswärtige Politik wieder auf. C h i m i r r i spricht seine Freude darüber aus, daß künftig niemand mehr an dem friedlichen Charakter des Dreibundes zweifeln werde, sowie an der Möglichkeit, diesen in Einklang zu bringen mit den wieder erneuerten freundschaftlichen Beziehungen zu Frankreich. Ties sei deutlich an den Tag gelegt durch die gleichzeitige Anwesenheit des Kaisers Wilhelm und des Präsidenten Loubet in Italien und durch den herzlichen Enipfang, der jedem von ihnen zu teil wurde. Chimirri weist ferner auf die Wohlthaten des Dreibundes hin, der Italien gestatte, in Ruhe seine Finanzen wieder in Ordnung zu bringen und seine volkswirtschaftliche und sociale Lage zu verbessern. Barzilar weist darauf hin, daß Ocstreich-Ungarn sich un- unterbrochen auf dem Balkan ausdehne, besonders, daß es seine Eisenbahnen in der Richtung auf Saloniki weiter ausbaue. Das Ab- kommen zwischen Oestreich-Ungarn und Rußland bilde den Vorklang zu einer Teilung dieser Gebiete: Barzilai fügt hinzu, Oestreich- Ungarn verhehle nicht, daß es unter gewissen Umständen bereit sei, einen militärischen Spaziergang nach diesen Gegenden zu unter- nehmen. Redner wünscht die Absichten der italienischen Regierung in dieser Frage zu erfahren._ Gegen den Imperialismus. London, 17. Mai.(W. T. B.) Unterhaus. In der Debatte über die zweite Lesung der Finanzbill beklagte Harcourt im Laufe einer längeren Rede, die er als die letzte bezeichnete, welche er an das Haus richte, das Anwachsen der Ausgaben und beschwor das Land.„Halt" zu rufen. Was zu diesem An- wachsen der Ausgaben führe, das er verdamme, fei der Geist der Invasion, der Annexion und der Einfälle in jeden Welteil und der Geist der Vergeltung und Großsprecherei sowie der Appelle an die international« Eifersucht. Das seien Künste, die Unwissende täuschen könnten, aber ein kostspieliger Luxus. Die Früchte dieser Politik seien ruinöse Ansgaben, vermehrte Schulden und eine uner- trägliche Besteuerung._ Bremerhaven, 17. Mai.(B. H.) Der Lloyddampfer„Pfalz" wurde an die Hamburg-Ostafrika-Linie verkaust. Magdeburg, 17. Mai.(B. H.) Die Straflammer verurteilte den vorbestraften Schreiber E ck l e b e n aus Halberstadt wegen Majestätsbeleidigung in zwei Fällen und zweier kleiner Zechprellereien zu 2 Jahren 3 Monaten 20 Tagen Zuchthaus und 5 Jahren Ehr- Verlust. London, 17. Mai.(W. T. B.) Oberhaus. Im Fortgange der Sitzung lenkte Spencer die Aufmerksamkeit des Hauses auf die jüngsten Ereignisse in Tibet und wünschte Auf- klärung über die zukünftige Polittt der Regierung. Der Staatssekretär des Auswärtigen Marquis 0 f L a n s d 0 w n e er- klärte, die Politik der Regierung sei unverändert; die Regierung habe alles Mögliche gethan. nm die Mitwirkung und Zustimmung der chinesischen Regierung zu erhalten, aber die Fähigkeit der chinesi- ichen Behörden, England beizustehen, und das Maß, inwieweit das geschehen solle, liegt in der Macht des Ambahs, der gegenwärttg mehr oder minder Gefangener in Lhaffa ist. Was die gegenwärttgen Operattonen angehe, so müsse sich die Regierung eine gewisse Dis- kretion vorbehalten, um diese Operattonen zu einem Abschluß zu bringen, der für- England befriedigend und ehrenhaft ist. Der Gegenstand wurde sodann verlassen. Paris, 17. Mai.(W. T. B.) Die Deputiertenkammer beschloß, am nächsten Donnerstag die Budgetkommission zu wählen und am Dienstag die Beratung der Vorlage betreffend die zwei- jährige Militärdienstzeit zu beginnen. Cannes, 17. Mai.(B. H.) Hier ist der bekannte Finanzmann Eugen B 0 n t 0 u x gestorben. Veranttv. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u.Verlaa: Vorwä>-isB»chdr.u. Verlagsanstalt Paul Singer&Co., Berlin LW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltuugsblatt Nr. 115. 21. Jahrgang. 1 AeilM kt Jitroirts" Kerlim AIKsM Mittwoch, 18. Mai mL Partei- I�acbrichten. Gustav Defnet, der socialisttsche Abgeordnete für Namur. ist am Sonntag einem Schlaganfall erlegen. In ihm verliert die belgische Socialdemokratie einen ihrer tüchtigsten und eifrigsten Organisatoren. Defnet wurde am 25. Dezember 1858 in Namur geboren. Von Beruf war er Schriftsetzer und ist als solcher in hervorragendem Maße für seine Gewerkschaft thätig gewesen; noch bis zuletzt war er Sekretär des belgischen Typographenbundes. Aber auch schon frühzeitig wurde er Anhänger des Socialismus. Mit- begründer der belgischen Arbeiterpartei trat er 1885 mit Jean Volders, Cäsar De Paepe, Louis Bertrand und andren zusammen in das Comits du Peuple ein, welchem die Aufgabe wurde, ein Organ_ für die belgischen Socialdemokraten zu schaffen. Er selbst trat in die Redaktion ein und gab außerdem noch eine Wochenschrift, den.Vorwärts", heraus, den er fast allein verfaßte. Er war Mitglied des Gencralrats der Partei sPartcivorstand) und zwar hat er längere Zeit die Funktionen des Sekretärs ausgeübt. 1894 wählte ihn die Stadt Namur in die D e p u t i e r t e n k a m m e r, wo er sich bald auch bei den Gegnern großer Beliebtheit und Achtung erfreute; 1890 wurde ihm die Ehre zu teil, als Sekretär in das Bureau der Kammer gewählt zu werden(in Belgien hat selbst die klerikale Mehrheit so viel Gerechtigkeitssinn, den Socialisten eine entsprechende Vertretung im Bureau zukommen zu laffen). Dem Gemeinderat von Saint Gilles, einem Vorort von Brüffel, gehört Defnet seit dem Jahre 1890 an; im Januar dieses Jahres Übernahm er das Amt eines Schöffen für öffent- liche Arbeiten, ein sehr wichtiger, aber arbeitsreicher Posten. Defnet ist auch den Besuchen! der internationalen Kongresse eine bekannte Persönlichkeit; er war in Paris und London, und auf dem Briiffeler Kongreß ftingierte er als Präsident. Der Tod ereilte� ihn mitten in der Arbeit. Er war am Sonntag in Namur gelvesen, um einer Sitzung von Kandidaten zu den Provinzialräten beizuwohnen und Ivar im Begriffe nach dem Bahnhof zu gehen, als er vom Schlage getroffen zusammenbrach und sofort tot war. Ein kurzes, aber in- haltreiches Leben hat mit Defnet aufgehört zu sein. Totenliste der Partei. Ein tapfter Kämpfer für die Sache des Proletariats starb in Essen in der Person des Metalldrehers Fritz Klee. Seine Werbethätigkeit für die Partei und für seine Gewerkschaft verschaffte ihm oft— Arbeitslosigkeit. Ueberall, wo er Arbeit fand, warb er Abonnenten für die Parteipresse, und wo die neuen Abonnenten noch zum offenen Bezüge der Zeitung zu ängstlich waren, da besorgte Klee die Zustellung selber. Er war einer von denen, die in stiller Werbethätigkeit oft mehr neue Kämpfer ge- Winnen wie der glänzendste Redner. Die Schwindsucht raffte ihn dahin. Die Parteigenossen werden sein Andenken in Ehren halten. Zur Agitation unter der polnischen Bevölkerung im rheinisch-wcft- fälischen Jndustrierevier ist den Vertrauensleuten der socialdeinokra- tischen Partei des Reviers folgende Zuschrift zugegangen: Werte Genossen! Seit langem machte sich im rheinisch-westfälischcn Industrie- revier das Bedürfnis geltend, die socialdcmokratische Agitation unter der polnischen Arbeiterbevölkerung planmäßig und einheitlich zu führen. Um diesem Ziele näher zu kommen, hat am 3. April dieses Jahres in Oberhausen eine Konferenz von Delegierten und Vertrauensleuten der rheinisch-westfälischen Mitglieder der polnisch-socialistischen Partei Deutschlands stattgefunden. Die Konferenz bat eine Ägitations- kommission eingesetzt, deren Hauptaufgabe ist, für die ständige Aus- breitung der socialdeinokratischen Grundsätze innerhalb dcrpolnischcnBe- völkeruna des rheinisch-westfälischen Jndustriereviers durch polnische Volksversaminlungen, Flugblätter. Unterstützung der socialdemokra- tischen Kandidaturen ber Wahlen usw. zu sorgen. Die Kommission hat auch die Aufgabe, wo irgend möglich, polnische politische Arbeiter- vereine zu gründen, die der polnischen Partei-Organisaiion anzu- schließen waren. Schließlich hat die Konferenz die Kommission beauftragt, ständige Beziehungen zu der Organisation der deutschen Genossen zu unterhalten. Mit socialdemokratischem Gruß! Für die rheinisch-ivcstfälische Agitations-Kommission der Polnischen Socialistischen Partei. Stefan Tuszynski. Styrum. Die Errichtung eines große» eigne» Bcrsammlungslokals wird von den Parteigenossen Hamburgs geplant. Nach der Abstimmung im ersten Kreise zu schließen, die 1507 für und nur 78 gegen den Plan ergab, dürften die Genossen sich ziemlich ausnahmslos dafür er- klären. Parteiprrsse. Das„Aachener Volksblatt", das als Kopfblatt der„Rheinischen Zeitung" wöchentlich dreimal erschien, wird am 1. Jnli aufhören zu erscheinen. Die Aachener Genossen wünschen ein täglich erscheinendes Blatt und werden deshalb die „Rheinische Zeitung" einführen. Bus Induftric und f)andeU Zweiter allgemeiner deutscher BankicrStag. In der gestern ab- gehaltenen Sitzung wurde über das Reichsstempelgesctz(Börsensteuer- gesetz) verhandelt. Es referierten Bankdirektor Mommsen- Berlin, Mar Warburg« Hamburg und Bcrthold AronS- Berlin, woraus eine Resolution zur Annahine gelangte, welche die dem Reichstage zu- gegangene Vorlage zur Abänderung des ReichSstempclgeseßes für unzulänglich erklärt und folgende Forderungen aufstellt: 1. daß die Umsätze in Reichs- und Staatsanleihen vom Umsatz- stempel befteit werden, 2. daß mindestens auf die Sätze zurückgegangen werde, welche im Gesetze vom 27. April 1894 sestgesetzt waren; 3. daß der Transitverkehr in ausländischen Effekten ermöglicht werde durch Wiederherstellung des 8 2 Absatz 1 in der Fassung des Gesetzes vom 1. Juni 1881 und durch entsprechende Aenderung der Anmerkung zu' Tariftuimmer 1 und 2 Absatz 1, sowie ferner, daß alle Umsätze unter 600 M. vom Umsatzstcmpel befreit werden. Darauf wurde der Bankiertag von Herrn Justizrat Rießer mit dem üblichen Hoch auf den Kaiser w. geschlossen. Der Uebcrgang der Berliner Bank an die Deutsche Bank stößt bei den kleineren Aktionären des erstgenannten Instituts auf viel schärferen Widerstand, als sich gleich nach dem Bekanntwerden des Vereinigungsprojektes erkennen ließ. Vielleicht wird die zun: 31. d. M. einberufene Generalversammlung der Berliner Bank noch manche Ueberraschungen bringen. Von allen Seiten gehen der „Frankfurter Zeitung", Ivie sie berichtet, aus den Aktionärkreisen der Berliner Bank Zuschriften zu, die in mehr oder weniger scharfen Worten zum Ausdruck bringen, daß man die den Aktionären der Berliner Bank gebotene Abfindung für unzureichend hält. Es wird darin verlangt, daß die Aktionäre sich organisieren sollen, um eine Erhöhung dieser Abfindung durchzusetzen, wie sie dem inneren Wert der Aktien entspreche. In einer dieser Zuschriften wird von einem Berliner Aktionär, dem man Einblick in die inneren Verhältnisse des Instituts zu- schreiben darf, versichert, daß selbst bei rigorosen Abschreibungen sich für die Aktien der Pariwert ergebe. Das reguläre Bankgeschäft des Instituts und namentlich seiner Depositenkasse gelte für sehr gut. Ferner wird in den Aktionc kreisen darüber geklagt, daß der Auf- fichtSrat, der für das Institut stets nur sehr wenig geleistet habe, jetzt nicht mit mehr Energie für eine bessere Absindung eingetreten sei und nicht einmal durchgesetzt habe, daß die Deutsche Bank eine Dividende für 1904 sowie eine angemessene Konversionsprämie zahle, die, wenn man dein inneren Wert der Aktien gerecht werden wolle, mit mindestens 5 Proz. verlangt werden müsse. Dafür würden die Aktionäre der Berliner Bank, falls man eine Gegenleistung verlange, darauf verzichten, daß der bisherige Vorsitzende ihres Aufsichtsrats, Herr Kommerzienrat Lukas, in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank eintritt. Auch wird von dieser Seite behauptet, daß für die Ver- mittlnng des Verkaufs an die Deutsche Bank eine sehr hohe Provision gezahlt werde. Jedenfalls wird man mit einer ziemlich starken Opposition in der bevorstehenden Generalversammlung zu rechnen haben. Um ihr zu begegnen, scheinen schon jetzt Vorbereitungen getroffen zu werden. So kündet z. B. ein süddeutsches Bankinstitut an,„als Hinte* legungsstelle für die Aktien der Berliner Bank" in der Lage zu sein, für jede bei ihm angemeldete Aktie eine Vergütung von 2 M. zu gewähren.— Auch aus Darmstadt wird gemeldet, datz Interessenten der Fusion Deutsche Bank-Berliner Bank sich Aktien der letzteren für die Generalversammlung dadurch zu verschaffen suchen, daß sie au' solche Stücke den Besitzern ein Leihgeld von 2 pro Mille, also 2 M. pro Aktie anbiete». Die Entwicklung der amerikanischen Kohlcnindustric. Trotzdem die Eisen- und Stahlindustrie der Vereinigten Staaten von Amerika infolge deS schlechten Geschäftsganges viel weniger Kohlen im letzten Jahr verbraucht hat als im Jahre 1902, hat dennoch die amerika- nische Kohlenproduktion wiederum eine beträchtliche Steigerung er- fahren. Nach der soeben erschienenen Statistik wurden nämlich 279,7 Millionen Tonnen Weichkohlen und 66,3 Millionen Tonnen Hartkohlen(Anthracit) gefördert. Seit 1880 hat sich der Produktions- ertrag verftinffacht. In den Jahren von 1880 bis 1900 inkl. steigerte sich die Totalausbente des Landes an Kohle von 71 070 143 au' 267 089182, somit um 196 019 039 Tonnen oder um 276 Proz., und der Süden vermag für die gleiche Zeit eine Zunahme von 6 049 821 auf 48 527 982, somit um 42 478 161 Tonnen oder um 702 Proz. nachzuweisen. In den nächsten drei Jahren stieg die Produktion für das ganze Land auf 354 037 380, somit um 86 943 198 Tonnen oder um 32 Proz., und im Süden steigerte sich die Ausbeute aus 62 662 662, sonnt um 14134 830 Tonnen oder um 29 Proz. In den 23 Jahren hat somit eine Zunahme im ganzen Lande um 232 967 237 Tonnen oder um 396 Proz. und im Süden eine solche von 56 612 841 Tonnen oder um 935 Proz. stattgefunden Im Gegensatz zu Großbritannien verbrauchen die Vereinigten Staaten ihr Kohlenprodukt nahezu gänzlich selbst, denn im vorigen Jahre haben wir nur 8 000 000 Tonnen zur Ausfuhr gebracht, und zwar hauptsächlich nach den nördlichen und südlichen Nachbarländern. Die Roheisenproduktion Rußlands bezifferte sich nach Angaben des central- statistischen Bureaus für die russische Eisenindustrie im Jahre 1903 auf 148 954 927 Pud, und zwar wurden im Ural 39 602 004 Pud gewonnen, in Centralrußland(Moskauer Gebiets 5 747 732 Pud, im nördlichen Rußland 1 496 912 Pud, im Süden 83 426 505 Pud und in Polen 18 681 774 Pud. In der zweiten Hälfte des verflossenen Jahres war die Roheisenerzeugung eine größere als in der ersten; im letzten Vierteljahr 1903 wurden allein 42 043 438 Pud ausgeschmolzen. Seitdem hat der ausgebrochene Krieg jedoch wieder zu einer Abnahme der Produktion geführt. Soziales. Aerzte und Krankenkassen. Im sächsischen„Vaterland", dem offiziellen Organ der Kon- servativen, schreibt ein Arzt: „Das Wutgeheul der„Leipziger Volkszeitung" über die den Kainpf in Leipzig zu Gunsten der Aerzte beendende Verordnung der königl. Kreishanptmannschaft beweist am besten, daß diese behördliche Entscheidung nicht nur den berechtigten Forderungen jenes für das Gemeinwohl unentbehrlichen Standes Rechnung trägt, sondern auch, daß die Behauptung, welche nicht nur gelegentlich der Beratungen über das Gesetz betreffend die ärztlichen Bezirksvcreine im Landtag, sondern auch in der Mehrzahl der ordnungsparteilichen Preßorgane aller Richtungen wiederholt ausgesprochen wurde, daß nämlich der Kampf in Leipzig in letztem Grunde eine Machtprobe der social- demokratischen Partei sei, durchaus berechtigt war. Der Ein- geweihte mußte diese Entwicklung voraussehen. Die social- demokratische Parteileitung hat in der ihr eignen Fernsicht nach Inkrafttreten unsres Krankenkassen- Gesetzes es verstanden, wo irgend angängig— so vor allein in den großen Orts-Kranken- kassen der Industriestädte— die Kassenverwaltunqen in ihren Händen und die Parteigenossen zu vielen Tausenden in ihren Beamten stellen unterzubringen. Gerieten nun aber solche Kasten in Not- läge— z. B. infolge unverhältnismäßig hoher Vcrwaltungskosten— so durfte keineswegs an diesen, d. h. an den nicht schlecht besoldeten Stellen der Parteigänger, gespart werden, sondern an dem so schon wenig ersprießlichen Acrztehonorar. Andrerseits mußte man selbst- verständlich eine Erhöhung der Mitgliederbeiträge, so weit irgend möglich, vermeiden: wie kann man auch vom organisierten Arbeiter, der Woche für Woche an die Parteikasse, an den Wahlfonds nstv eine Mark nach der andern abführen muß, noch verlangen, daß er pro Woche 5 oder 10 Pfennig zu Gunsten der Arztgehälter auf- bringt! Geld und Machtfrage vereinten sich. Wehrlos stand der einzelne, auf Tagesverdienst angewiesene Arzt dem Äässenvorstand gegenüber: Mund halten— oder fliegen! Die Akademiker sind ja so wie so nur notgedrungen geduldet." Das ist nicht etlva eine vereinzelte Ansicht, sondern drückt die Meinung der übergroßen Mehrzahl der im Leipziger wirtschaftlichen Verbände vereinigten Aerzte ans. Im Verbandsorgan sind zahl reiche ähnliche Aeußerungen laut geworden und noch von keinem der Aerzte, die dem Verbände angehören oder mit ihm„gegen die Tyrannei der Kassenvorstände' kämpfen, haben wir jemals ein Wort des Protestes gegen diese parteipolitische Ausschlachtung des Streites gehört. Man muß deshalb annehmen, daß sie nichts dagegen ein- zuwenden haben. Es ist bei dieser Sachlage kein Wunder, daß der Leipziger wirtschaftliche Verband von den politischen Scharfmachern als willkommener Kampfgenosse im Kampfe gegen die Arbeiter- klasse betrachtet wird. So wurde in der Gründungsversammlung des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Social- demokratie ausgesprochen: „Der Reichsverband wird weiter'Fllhlnng nehmen mit den bereits bestehenden evangelischen und katholischen Arbeitervereinen, mit dem Deutschen Kriegerbunde und mir dem Verbände der Aerzte Deutsch- landö zur Wahrung ihrer wirtschaftlichen Interessen. Durch die von der Socialdemokratie fast vollständig beherrschten Krankenkassen schafft diese revolutionäre Partei sich fortgesetzt neue Mitkämpfer, und darum wird es ebenfalls Aufgabe des Reichsverbandes fein, die Bestrebungen des Deutschen Aerzteverbandes nach Möglichkeit zu unterstützen." Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen! Aerzte, die es ruhig hinnehmen, daß ihre angebliche Standesorganisation und ihr Wirt- schastlicher Kampf der Reaktion dienstbar gemacht werden, dürfen sich nicht wundern, wenn auch sie mit der Reaktion in einen Topf ge- worfen werden._ Eine neue„Ausführungsanweisung zur Grwcrbc-Ordnnng" ist von den beteiligten preußischen Ministerien unterm Datum des 1. Mai 1904 erlassen worden. Kontrollscheu. Eine auffällige Scheu vor Kontrolle bekundet die Nord- ö st liche Bangeloerks-Berufsgenossenschaft. Sie richtet an ihre Mitglieder dieses Cirkular: In den Parlamenten und in socialdcmokratischen Blättern wird fortlaufend von Zuwiderhandlungen gegen die Unfallverhütungs- Vorschriften berichtet, welche die sogenannten Vertrauensmänner der socialdcmokratischen Organisationen angeblich festgestellt haben. An die Berichte werden schwere Beschuldigungen gegen Bau- gewerbetreibende geknüpft und dabei von vernichtendem Anklage- Material gesprochen, welches durch die Revisionen gewonnen sein soll. Leider gelingt es nur selten, die erhobenen Anklagen auf ihre Richtigkeit zu prüfen, weil in der Regel die Betriebe und Baustellen nicht bezeichnet werden, auf denen die angeblichen„unglaublichen Mißstände" vorgefunden sein sollen. In Rücksicht auf das Ueberhandnehmen derartiger Angriffe richten wir an die verehrten Mitglieder die ergebene Bitte. Kon- trolleuren, welche sich nicht als technische Aufsichtsbeamte oder Be- auftragte der Berufsgenossenschaft ausweisen können, den Zutritt zu den Baustellen und Werkplätzen usw. nicht zu gestatten. Berlin, im Mai 1904. Der Genossens chaftsvor st and. Felisch. Ein bedrohtes Sänglingshospital. In Dresden hatte vor einigen Jahren ein dortiger Kinder- arzt, Dr. S ch � o tz m a n n, ein Säuglingshospital errichtet. Von der Ueberzeugung ausgehend, daß der beste Weg zur Verminderung der großen Säuglingssterblichkeit die Ernährung des Kindes mit Muttermilch ist, hatte er sich mit der dortigen Hcbammenanstalt in Verbindung gesetzt und von dort alle die Wöchnerinnen mit Kind übernommen, die nach der Entlassung aus der Anstalt aus irgend einem Grunde noch nicht in der Lage waren, allein für ihr weiteres Fortkommen zu sorgen. Solcher jungen verheirateten und nn- verheirateten Mütter giebt es ja leider viele, die. verlassen von den Ihrigen, bei ihrer Entlassung aus dem Hospital mit schwacher Ge- sundheit auf die Hilfe andrer angewiesen sind, wenn sie nicht dem Elend preisgegeben werden sollen. Diese nahm Schloßmann in sein Säuglingsheim auf, mit der Verpflichtung, daß sie außer ihrem eignen 51indc noch einen Teil der Muttermilch auch andren erkrankten Kindern abgeben, und bei der passenden, reichlichen Verpflegung sind die allermeisten dazu wohl im stände, ja, Schloßmann erreichte es bei einzelnen Frauen, daß sie für fünf bis sechs Kinder gleichzeitig als Amme dienen konnten. So hatte Schloßmann für die seiner Anstalt übergebenen kranken Kinder immer genügend Muttermilch. Die Frauen blieben, zumal sie noch eine Gcldentschädigung erhielten, allgemein sehr gern, so lange als es notwendig war. in der Anstalt. Dabei erhielten sie in derselben eine tüchtige Ausbildung als Pflege- rinnen und Wärterinnen, und die in der Anstalt nicht mehr be- nötigten Frauen konnten als Ammen in private Stellen gehen, wo sie gern angenommen wurden. Ferner ergänzte Schloßmann das Krankenhaus durch Einrichtung eines Ambulatoriums und einer öffentlichen Sprechstunde, in welche die Kinder, die soweit genesen sind, daß sie aus der Krankenhauspflcge entlassen werden können, täglich von ihren Müttern gebracht iverden müssen, damit der Arzt nach Besichtigung derselben auch weiter die Ernährung und Pflege des Kindes leiten kann. Die Anstalt nahm von Jahr zu Jahr zu, sie mußte vergrößert Iverden, da die ersten Räumlichkeiten keineswegs mustergültig lvaren. Aber es gelang Schloßmann, die Sterblichkeit der gebrachten kranken Säuglinge, die sonst zwischen 60 und 30 Proz. schivankt, auf 28 Proz. her-abzudrücken. Allerdings sind die Betriebs- kosten der Anstalt nicht unbedeutend und belaufen sich auf 50 000 M. im Jahre, während an Verpflegungsgeldern nur etwa 25 000 M. einkommen, wozu noch ein städtischer Zuschuß von 5000 M. kommt. Der Rest wurde in früheren Jahren durch freiwillige Beiträge auf- gebracht, in den letzten Jahren aber fast allein von der gewesenen Kronprinzessin Luise. Seitdem diese von Dresden entfernt wohnt, wird es wahrscheinlich nicht mehr möglich sein, die segensreiche Anstalt am Leben zu erhalten. Die Stadt Dresden hat für solche wahrhafte Kulturaufgaben nicht genug übrig, der Staat erst recht nicht, und so steht Schloßmann auf dem Punkte, in kürzester Zeit sein Säuglings- Hospital schließen zu nrüsscn._ Rixdorfer Bau- und Sparvercin und Umsatzsteuer. Das Ober-Verwaltungsgcricht hat nunmehr in dem Streite zwischen dem Magistrat Ripdorfs und dem Rixdorfer Bau- und Spar- verein entschieden, daß diese Genossenschaft mit beschränkter Haftung die auf sie als Käufer von Grundstücken- entfallende Hälfte der Umsatz- steuer nicht zu zahlen- braucht. Im vorliegenden Streitfalle handelte es sich um ei» Objekt von 408 M. 75 Pf. Es schweben aber noch Sachen. Zusammen dürften der Genossenschaft einige tausend Mark zurückzuzahlen sein.— Das Ober-Verwaltungsgericht ging im wcsent- lichen von folgenden, schon vom Bezirksausschuß ausgesprochenen Erwägungen aus: Nach dem Z 7 der örtlichen Sreuerordnung Rix- dorfs seien hinsichtlich der Steuerbefreiungen die Bestimmungen des Stempelsteuergesetzes analog anzuwenden. In Betracht komme daher für den vorliegenden Fall 8 Sg dieses Gesetzes, wonach die Be- freiung eintrete bei Genostenschaftcn mit beschränkter Haftung, deren durch Statut bestimmter Zweck ausschließlich darauf gerichtet ist. unbemittelten Familien gesunde und zweckmäßig eingerichtete Wohnungen in eigens erbauten oder angekauften Häusern zu billigen Preisen zu verschaffen und deren Statut die an die Genossenschafter zu verteilende Dividende auf höchstens 4 Proz. ihrer Anteile be- schränkt, auch den Gesellschaftern für den Fall der Auflösung der Gesellschaft nicht mehr als den Nennwert ihrer Anteile zusichert, den etwaigen Rest des Gcscllschaftsvermögens aber für gemeinnützige Zwecke bestimmt." Maßgebend sei der Wortlaut des Genossenschafts- siatuts. Er entspreche aber durchaus dem Verlangen der citicrten Bestimmung. Der Magistrat gehe bei der Belastung der Olenossen- schaff mit der dem Käufer zukommenden Hälfte der Ilmsatzsteuer davon aus, daß die Genossenschaft Spareinlagen annehme. Er sehe darin einen zweiten Geschäftsbetrieb der Genossenschaft, so daß eine Voraussetzung des 8 7 der Steuerordnung in Verbindung mit§ 5f des Stempelsteuergcsetzes fehle: die der A u s s ch l i e tz l i ch k e i t des Zwecks, für unbemittelte Familien die fragliche Wohngclegcnheit zu schaffen. Die Annahme sei falsch. Nur von Genosscnschafts- Mitgliedern nehme statutengemäß die Genchscnschaft Spareinlagen an, und dies« dienen zur Verwendung im Geschäftsbetriebe der Ge- nossenschaft. Hieraus ergebe sich ohne weiteres, daß die Spar- einlagen lediglich ein Mittel darstellen, um den ausschließlichen Zweck der Genossenschaft zu fördern. Auch die jetzt beseitigte frühere Be- stimmung des Statuts, wonach ein Drittel der beschafften Häuser von Genossen eigentümlich erworben werden konnten, lasse sich nicht gegen die Genossenschaft verwerten, denn das„Verschaffen" im Sinne dcS§ 5g des Stempelsteuergesetzes begreife auch den Verkauf von Wohnhäusern in sich, und nicht bloß das Vermieten von Wohnungen. Und wenn die Genossenschaft ein Grundstück in der teueren Kaiser Friedrichstraße zu Rixdorf erwarb, sei das auch nicht statutcnwidrig._ Grobe Beleidigung des Werkmeisters als Entlassungsgrund. Der Schlosser N. war von der Firma Piechatzck mitten im Accord ent- lassen worden, nachdem er Differenzen mit dem Werkmeister gehabt hatte. N. hielt die Entlassung für unberechtigt und klagte beim Ge- Werbegericht, indem er denAccordrestbetrag von 33,50 M. beanspruchte. In der Verhandlung vor der Kammer 5 des Gcwerbegerichts wurde als Entlassungsgrund besonders der Umstand hervorgehoben, daß Kläger anläßlich einer Auscinandersetzung mit dem Werkmeister über einen Accordpreis gesagt hatte:„Nun, vielleicht geht es Ihnen mal so, wie dem Obermeister H. von der Firma so und so, den sie aus dem Landwehrkanal gezogen haben." Auf die Frage des Borsitzenden Dr. Wölbling, was es mit diesem Obermeister auf sich habe, erzählte Kläger, dem Manne habe Verhaftung gedroht, weil er mit einem Lehrling unzüchtige Handlungen vorgenommen habe, und da habe er sich ertränkt.— Der Kläger wurde mit folgender Begründung abgewiesen: Nach K 123 der Gewerbe-Ordnung berechtige es zur sofortigen Entlassung, ivcnn ein Arbeiter den Vertreter des Chefs grob beleidige. Das treffe auch bei Accordarbeit zu. Es sei aber ietne grobe Beleidigung des Werkmeisters, tvenn ihn der Kläger mit einem Manne verglich, der gemeine Verbrechen begangen habe und deshalb ins Wasser gegangen sei. Somit wäre die plötzliche Ent- lassung des Klägers berechtigt, wenn sie innerhalb acht Tagen seit dem Bekanntwerden der groben Beleidigung erfolgte. Das sei aber der Fall. Die Entschädigungsklage müsse somit abgewiesen werden. Unerheblich sei, daß der Meister, der ein etwas hitziges Temperament Hobe, ihn gereizt haben möge. Nicht befolgte Anweisung des Arbeitgebers und Plötzliche Ent- lassung. Der Schnittbauer D. war von dem Arbeitgeber Stamm- berger ohne Jnnehaltung der Kündigungsfrist entlassen worden, weil er bei einer Arbeit die Anweisung des Chefs über die Art der Aus- sührung nicht beachtet hatte und auch dem Verlangen, die Arbeit entsprechend zu ändern, nicht folgte. D. blieb den Bemerkungen des Arbeitgebers gegenüber immer dabei, daß es so richtig sei, wie er es mache. Der Entlassene beanspruchte durch Klage beim Gewerbegericht eine Lohnentschädigung, indem er geltend machte, die plötzliche Ent- lassung sei unberechtigt.— Die Kammer 5 des Gewerbegerichts wies jedoch die Klage ab und der Vorsitzende Dr. Wölbling führte be- gründend aus: Kläger sei beharrlich den Anweisungen des Arbeit- geberS nicht nachgekommen. Darin sei eine beharrliche Verweigerung der dem Arbeiter nach dem Arbeitsverhältnis obliegenden Ver- pflichtungen zu sehen, die zur sofortigen Entlassung berechtige. Der Kläger hätte der Anweisung des Chefs folgen und die Arbeit so machen müssen, wie dieser es verlangte, selb st wenn die ver- langte Art der Ausarbeitung an sich nicht richtig gewesen wäre. Mißlinge die Arbeit bei Beachtung der An- Weisungen des Chefs oder seines Vertreters, dann falle eben diesem der Schade zur Last._ Berliner partei-Hn�elegenheiten. Achtung, Parteigenossen, Arbeiter-Radfahrer! Stichwahl in Frankfurt a. O.-Lebns. Alle Genossen, welche am Tage der Hauptwahl, am 13. Mai. im obengenannten Wahlkreise thätig waren, und die gewillt und in der Lage sind, am Tage der Stichwahl am 20. Mai ebenfalls dort thätig zu sein, werden ersucht, sich heute Mittwochabend pünktlich g'/z Uhr im oberen Saale der A r nr i n h a l I e n, Koinman- dantenstr. 20, zu einer Besprechung einzufinden. Die Vertrauensleute von Berlin und Umgebung. I. A.: Franz Hoch. Verloren wurde auf dein Wege von Dalldorf nach Tegelort eine rotbraune Brieftasche nebst Mitgliedsbuch Nr. 8133 vom Wahlverein des 6. Kreises, sowie Mitgliedsbuch vom Töpferverbaud, beides lautend auf Morganski. Der Finder wird gebeten, obiges bei Fahrow, Ravenöstraße 6, abzugeben. Ripdorf. Mittwochabend 8ll« Uhr findet bei Heikhaus, Karls- gartenstraße, eine KommunaNvähIer-Versammlung für den 10. Kommunal-Wahlbezirk statt. Referent Stadtverordneter W u tz k i. Für den 7. Kommunal-Wahlbezirk findet eine Komnmnal- Wählerversammlung am Donnerstag in der Neuen Welt statt. Referent Stadtv. Dr. Silber st ein. Tagesordnung in beiden Versammlungen: Unsere bevor st ehende Ersatz- Wahl. Weißens«. Heute abend 8 Uhr findet im Lokal„AlbrechtShof" eine öffentliche Versammlung statt. Die Parteigenossen werden gebeten, recht zahlreich zu erscheinen. Der Vertrauensmann. lokales. Telcphonschmerzen. In Stendal in der Altmark giebt es neben andern im Interesse der Kultur für unentbehrlich gehaltenen Einrichtungen auch eine Strafkammer und diese Strafkammer hatte sich gestern mit einem Preßprozeß zu befassen. Es braucht wohl kaum gesagt zu werden, daß das Objekt dieses Prozesses, ein Redakteur Plato vom„Altmärker", verurteilt wurde; Erwähnung verdient höchstens der nicht alltägliche Umstand, daß Jnkulvat seiner'bisherigen Un- befcholtenheit wegen nicht ins Gefängnis kommt, sondern nur 150 M. Geldstrafe zahlen soll. Zu Stendal in der Altmark wird der Redakteur eines Lokalblattes kaum die hohe Politik in den Rahmen keiner verbrecherischen Absichten ziehen 1 und auch in diesem Fall war ,ur der lokale Telephonschmerz, der allerdings auch den geduldigsten Menschen zur Raserei bringen kann, der Stadt und den imliegenden Dörfern laut verkündet worden. Eingedenk ihrer öffent- lichen Pflichten stellte die Oberpostdirektion sofort Strafantrag gegen den Mann, der das Telephon vermittelst destruktiver Tendenzen seines öffentlichen Ansehens zu entkleiden gesucht hatte md die verlangte Gcnugthuung wurde dieser Behörde prompt bereitet. Daß die gerügten Mißstände bei der Bedienung des Telephons vorhanden waren, nahm das Gericht nach dem Ergebnis der Zeugenvernehmung als erwiesen an, aber erstens darf ein Redakteur nicht mit der bei dieser Menschcnsorte beliebten Ausrede >on der Wahrnehmung berechtigter Interessen kommen, und zweitens -- ja zweitens stützte sich die Verurteilung auf eine Thatsachen- vürdigung, gegen die wir, beileibe nicht in unsrer Eigenschaft als Socialdemokraten, wohl aber als Insassen einer quasi G r 0 ß st a d t -ntschieden Protest einlegen müssen. Der Gerichtsvorsitzende sagte »ämlich in seiner Urteilsbegründung, daß mau in kleinen und nittleren Städten für die Bedienung durch das Telephonamt nicht denselben Matzstab anlegen dürfe wie in g r 0 ß e n Städten. Herrgott, noch einmal! Kann es denn an einem kleinen Ort wie Stendal am Telephon noch nervenzerrüttender zugehen wie in Berlin? Zu Stendal in der Altmark wurde über die Langsanikeit der Bedienung genörgelt. Auch über Grobheit der Beaniten. Warten muß man in Berlin ja auch, aber solches mag noch hin- gehen, denn das liegt gewiß nicht an Beamtenbummeligkeit, und un- höflich sind die Telephöndamen erst recht nicht. Aber zu gewissen Tageszeiten ist es auch bei pronvncieriester Aussprache nicht möglich, der Dame am Apparat die gewünschte Nummer zu verdeutschen; zwei-, drei-, vierinal wird man falsch verbunden, und hat man endlich doch den richtigen Anschluß erreicht, so hört man genau, wie zwei Leute, die einem so fremd sind wie der Mikado von Japan, sich über den Abendschoppen oder über eine Hypothekenschiebung be- sprechen. Nebengeräusch wird diese mehr oder minder interessante Preisgabe von Privatgeheimnissen genannt. Endlich antwortet auch unser Mann. Wir sind im eifrigsten Gespräch; etliche Meinung--- Verschiedenheiten harren noch der Ausgleichung, bis auf einmal die Verbindung gelöst ist. Ein SchmerzenSseufzer aus tiefftcr Brust. dann aber wieder frisch ans Werk; was bleibt uns übrig als noch einmal die Prozedur der dreifach falschen Verbindung über uns er- gehen zu lassen? Im Harren und Geduld ist endlich das alte Ziel wieder erreicht. Glücklich der Manu, der jetzt seine Sache zu Ende führen kann und nicht abermals unterbrochen wird. Das sind unsre Berliner Alltagsschmerzen am Telephon. Wir wollen keinen Vergleich mit Stendal ziehen, aber bescheiden wie wir an der Spree nun einmal sind, protestieren wir lebhaft gegen die Unterstellung, als ob wir in der Großstadt ein Recht zu größerer Begehrlichkeit hätten. Nein, wir leiden ohne zu klagen, und sind froh, wenn die Telephonbehörde nicht gegen uns klagt. Notwendig erscheint uns aber im Interesse der so schon von allen Seiten bedrängten Staatsordnung eine Anfrage der reichs- hauptstädtischen Postbehörde an die Richter zu Stendal, wie sie dazu kommen, dem telephonierenden Berliner Raupen in den Kopf zu setzen, ihm einzublasen, daß er am Telephon anmaßender fem dürfe wie der Kleinstädter zu Stendal! Die Stadtverordnctcn-Bersammlung hat sich in ihrer Sitzung am Donnerstag u. a. mit folgenden Gegenständen der Tagesordnung zu befassen: Vorlage betr. den Verkauf des Gaswerks-Grundstücks an der K a i s e r- A l l e e zu Friedenau,— die ausführlichen Projekte für Bauten auf den Rieselfeldern,— die Herstellung von Straßen- bahn-An lagen zwischen dem Königsthor und der Straße am Friedrichshain sowie in der Dolziger- und Samariterstraße im An- Ichluß an die in der Eldenaerstraße vorhandenen Geleise—, den weiteren Ausbau bezw. die gleichzeitige Umgestaltung des bestehenden Seewasserwerkes Müggelsee in ein Grundwasserwerk,— den Erlaß einer Polizeiverordnung wegen Regelung des Straßen- Handels,— die Erwerbung von Ländercien in den Gemarkungen Ladeburg, Rüdnitz, Bernau und Willinersdorf zu Rieselzwecken, — die Einrichtung einer Abteilung für Geschlechtskranke in Anlehnung an ein städtisches Krankenhaus. Der Abbruch des Opernhauses steht bevor. Nach einem Schreiben des Hausministers an den Verein Berliner Architekten sieht der Kaiser sich nicht veranlaßt,„den Plan der Errichtung eines neuen Opern- Hauses an der jetzigen Stelle fallen zu lassen". Sonach wird der Abbruch des alten Opernhauses wohl im nächsten Jahre vor sich gehen. Darob großes Lamentieren in bürgerlichen Blättern, be- sonders in der.Vossischen Zeitung", die zuerst mit der die Kunst bedrohenden Neuigkeit herausrückte. Aber was will man? Gewiß wird es richtig sein, daß an der Stelle des jetzigen Hauses, das trotz des schauerlichen Treppengeländers von Anno 1934 immer noch schön ist und harmonisch wirkt, ein riesiger Baukasten erstehen wird, ebenso ungeschlacht wie der neue Dom. Darf man jedoch das eine wollen und das andre lassen? Die Kunst des neuen Kurses ist ebenso bedenklich wie die Politik des neuen Kurses; doch wer sich ob der Politik in Jubelhhmnen ergeht, soll konsequent sein und sich den gesinnungstreuen Landtags-Abgeordnetcn Rewoldt zum Muster nehmen, der mit todesmutiger Verachtung selbst die Sieges- Allee unter dreifachem Hurra zu preisen versteht. Wer nicht zur Rotte zählt, hat sich an so manches gewöhnen müssen und wird schließlich auch die neue Kunst hinunterwürgen. Kirchliches Christentum. Die Kreissynode II Berlin hat gestern in einer Sitzung ihr Christentum leuchten lassen. Zunächst dadurch, daß nach Meinung der Liberalen wider jegliches Recht der Synodale T r e t t i n ausgeschlossen wurde, trotzdeni er fein Amt längst nieder- gelegt hatte. Das gab der oppositionellen Minderheit Anlaß, zu st r e i k e n und dann die Befchlutzsähigkeit der Versammlung anzuzweifeln. Nur mit Mühe konnte die Linke dann zur weiteren Teilnahme bestimmt werden. Dann ging es in üblicher Weise gegen die Verbreitung„schlechter" Litteratur und Kunsterzeugnisse los und hierauf gegen den Staat von wegen der Aufhebung des Jesuiten Paragraphen. Hierbei verstieg sich ein Herr H e n s e l sogar zu einer Anregung auf Milderung des Gottes- lästerungs-Paragraphen im Strafgesetzbuch. Ein wirk- samer Kampf gegen den Ultramontanismus sei nur möglich, Ivenn der evangelische Christ nicht Gefahr laufe, ins G e- fängnis zu wandern, wenn er gewisse Einrichtungen der katholischen Kirche geißele, während die katholische Kirche fort und fort die Reformatoren, insonderheit Luther in der unerhörtesten Weise beschimpfe. Zum Schluß nahm der durch seine Denunziation bekannte Pastor Philipps sich den Arzt Dr. Hirschfelb aufs Korn, der aus Anlaß seines Strebens für die Aufhebung des§ 173 des Strafgesetzbuches kürzlich wegen Studentenbeleidigung ver- urteilt worden ist. Ein Prediger Dr. Runze aus Moabit sagte auf der Synode, daß gegen das Treiben der Homosexuellen und gegen solche Umfragen, wie sie Dr. Hirschfeld an Studierende der technischen Hochschule gerichtet, nicht laut genug Protest erhoben werden könne. Der Ausdruck d r e i st und frech sei in diesem Falle viel zu milde, er nenne es eine ruchlose Schamlosigkeit, die gegen alles verstoße, was Sitte und Religion fordere. Lebhafter Beifall folgte diesen Worten. Wir glauben nicht, daß Herr Dr. Hirschfeld den Geistlichen mit gleicher Münze heimzahlt und sie wegen Beleidigung vor Gericht bringt. Ursache hätte er dazu. Vom Gcmeinsinn des FiskuS. Ueber die Zukunft des alten botanischen Gartens machte Landtags-Abgeordneter Hammer in in der gestrigen Sitzung des Hausbesitzervereins„Süden" einige Mitteilungen, welche die Hoffnung ans Erhaltung eines Teils des Gartens als öffentlichen Park nur noch sehr gering erscheinen lassen. Abg. Hammer hatte vor einiger Zeit den Kultusminister wegen dieser Angelegenheit beftagt und den Bescheid erhalten, daß jetzt nur noch der Finanzminister darüber zu beschließen habe. Dieser habe denn auch auf Befragen gesagt, daß er einer teilweisen Erhaltung des Parks nicht unsympathisch gegenüberstände. Es sei damals die Aussicht vor- hanoen gewesen, daß, um die Staatsfinanzen nicht zu schädigen, das Grundstück mit 4— 5 fiskalischen Gebäuden bebaut und ein Teil, viermal so groß wie der Dönhoffplatz, als Park sollte erhalten werden, wofür Berlin und Schöncberg die Summe von zwei Millionen zahlen sollten. Späterhin sei dann der Vorschlag gemacht worden, ein Drittel des Gartens für private und ein Drittel für fiskalische Bauten zu bestimmen, das letzte Drittel aber als Park bestehen zu lassen. Aber auch diese Aussicht sei, wie der Abg. Hammer ausdrücklich hervorhob, immer mehr im Schwinden begriffen, vielmehr habe nach seiner Kenntnis der Fiskus die Absicht, das wertvolle Gelände nicht länger wertlos liegen zu lassen, sondern es in seinem vollen Umfange zu verkaufen.— Wird das ein Gaudium für die Grundstückswucherer werden! Die Thntiqkcit der CcntralpolizeistcUc zur Bekämpfung des inter- nationalen Mädchenhandels in Berlin, deren Wirksamkeit sich bisher nur auf Preußen erstreckte, ist, nachdem sämtliche außer- preußischen Bundesregierungen und der kaiserliche Statthalter in Elsaß-Lothringen sich hiernnt einverstanden erklärt haben, jetzt auf das ganze Reich ausgedehnt worden. Hierdurch wird erreicht, daß alle in Deutschland zur Kenntnis der Behörden gelangten Fälle von Mädchenhandel der Centralpolizeistelle mitgeteilt werden. Diese führt eine Liste der ihr bekannt gewordenen Mädchenhändler, hat ein Album nur Photographien von bestraften Händlern angelegt und tauscht ihre Erfahrungen mit den andren Polizeibehörden aus. So ist zu hoffen, daß die im Verhältnis zu andren Ländern Verhältnis- mäßig geringe Zahl von Verschleppungen deutscher Mädchen nach ausländifchen schlechten Häusern immer geringer werden wird. Zu der Ermordung des Kutschers Schemel ist noch mitzuteilen, daß die beiden Mörder Billert und Job auch gestern bei ihren Ver- nehmungen dabei blieben, daß sie nicht die Absicht gehabt hätten, den Kutscher zu töten. Die weiteren Feststellungen lassen es wahr- scheinlich erscheinen, daß Sch. im Schlafe von den Beiden überfallen worden ist. Der Kutscher hatte häufig Mitfahrer, Freunde aus Spandau oder Berlin, auf dem Wagen und pflegte, sobald er seinen letzten Kunden, den Kaufmann Buchholz in Haselhorst besucht hatte, zu schlafen und die Zügel der Pferde den Mitfahrern zu überlassen. Auf diese Gewohnheit ihres Freundes, mit deni sie, wie erwähnt, schon häufiger gefahren sind, rechnend, scheinen Billert und Job ihren Raubplan ausgebaut zu haben. Hiermit würde es sich auch am leichtesten erklären, daß der Ueberfallene keinen Widerstand zu leisten vermochte. Die Behauptung der Beiden, daß sie nicht die Absicht gehabt hätten, Schemel zu töten, findet bei den Behörden nicht den geringsten Glauben. Zu dem gestrigen Feuerbericht teilen uns die Vereinigten Chemischen Fabriken, Warschauerstraße 60, mit, daß sie von dem Brandschaden im Hause Alexanderstraße 27a. nicht berührt sind, da sie seit einem Jahre schon in dem genannten Hause nicht mehr fabrizieren. Auf frischer That ergriffen wurden in der Nacht zum Dienstag drei Einbrecher in der Brunnenstraße. Sie hatten es auf den Roh- tabakkeller von Karl Roske in dem Hause Nr. 181 abgesehen, der schon einmal von Spitzbuben heimgesucht wurde. Der Pförtner Hermann Schmidt vom Brunuen-Cafö sah von der andren Straßen- seite aus, daß die Kerle sich in der Thürnische an der Kellerthür zu fchaffen machten, und holte einen benachbarten Bäckermeister und einige Schutzleute herbei. Als diese kamen, hatten die Einbrecher bereits die Thürfüllung eingeschlagen und waren zum Teil eben in den Keller eingedrungen. Sie ließen sich ohne Widerstand fest- nehmen und wurden gefesselt nach der Wache des 62. Reviers am Weinbergsweg und von dort zur Kriminalpolizei gebracht. Ihr Anführer war ein gewisser Appell, ein Mann von 39 Jahren, der erst vor drei Tagen nach einer dreijährigen Strafe das Gefängnis verlassen hatte. Die Maus in der Elektrischen. Eine große Auftegung entstand gestern in einem voll besetzten Straßenbahnwagen der Linie Hansa- Platz— Greifswalderstraße durch eine Maus. Am Dönhoff-Platz be« merkte eine Dame das kleine listig um sich schauende Tierchen unter einem Sitzbrett. Entsetzt sprang die Dame auf und stellte sich mit fest zusammengeschlagenen Kleidern auf den Sitz. Unter Ausrufen des höchsten Entsetzens folgten diesem Beispiel alle übrigen Damen. während die Herren sich ob dieses Zwischenfalls nicht wenig be- lustigten. Unser Mäuschen fand weniger Freude an der allgemeinen Auftegung, ängstlich flüchtete es von einem Sitz zum andern. Alle Bemühungen, es zu erwischen, waren vergeblich: der Schaffner wußte sich keinen Rat und die Angsttufe der Damen wurden immer bewegter, die Sprünge der Maus immer toll- kühner. Da, als die Not am größten und der Wagen um die Reichsbank fuhr, nahte der Retter in Gestalt eines Feuerwehr- manns. Flink krempelte er sich die weiten Aermel in die Höhe und nun begann die Jagd, die damit endete, daß unsre kleine Maus hinausgeworfen wurde. Erleichtert attneten die Damen auf und freudig stimmten sie in die Ovation, die dem Feuerwehrmann ganz spontan dargebracht wurde, mit ein. Wie die Maus in den Wagen gekommen ist, konnte nicht festgestellt werden. Einer Dame ent- schlüpfte das harte Wort:„Nur ein Herr könne sich solche Scherze erlauben." Ein Opfer seines Berufes. An der Potsdamer Brücke hat man gestern die Leiche des blinden Händlers Karl Anders aus dem Wasser gezogen, der in der Norkstraße 8 wohnte und in der Friedrich- straße Postkarten und Streichhölzer vertrieb. Anders ist ein Opfer feines Berufes. Ursprünglich Schraubendreher, mußte er nach seiner Erblindung im Jahre 1894 sich und seine Familie durch den SKaßenhandel ernähren. Damit begann der bekannte Polizeikampf auch gegen ihn; es fielen die üblichen Strafmandate, die zuweilen bis auf 13 M. lauteten. Eine Anzahl dieser Strafen hatte Anders in nächster Zeit entweder zu bezahlen oder abzusitzen. Schon oft hatte er seinen Mißmut darüber geäußert, daß das selbst dem Minister unterbreitete Gesuch um Anweisung eines festen Platzes zum Handeln beharrlich abgelehnt worden war; er ertrage die ewigen Scherereien nicht länger und werde seinem Leben ein Ende machen. Diesen verzweifelten Entschluß hat Anders jetzt durchgeführt. Er hinterläßt eine Witwe und mehrere Kinder. Auf den flüchtigen italienischen Kulwsminister Nasi und seinen Sekretär Jgnazio Sonibardo, der mit ihm das Weite suchte, fahndet jetzt auf Ersuchen der italienischen Behörden auch die hiesige Kriminal- Polizei. Auch die Photographien der Flüchtigen sind hierher gesandt. Herr Stasi ist übrigens in Berlin nicht unbekannt. Er war wieder- holt hier, offiziell zum letztenmal als Wortführer der italienischen Glückwunschabordnung bei den Festlichkeiten zur Feier deS 39. Ge- burtstages von Rudolf Virchow. Daß einen solchen Mann das Un- glück treffen muß als Betrüger verfolgt zu werden! Herr Albert Müller. Petersburgerstraße 19, teilt uns mit, daß er in dem bekannten Butterfälschungs-Prozeß nicht verwickelt ist. Großer Schrecken entstand in der letzten Nacht bei einem Brande, der um Mitternacht in der Birkenstraße 12 angeblich durch Unvorsichttgkeit zum Ausbruch kam. Dort standen gegen 12 Uhr in einer Stube im Erdgeschoß neben dem Treppen- aufgang Betten und Möbel in Flammen. Die Feuerlvehr, von mehreren Seiten gleichzeitig alarmiert, erschien sofort mit mehreren Zügen. Brandinspektor Julius ließ sofort mehrere Schlauchleitungen vornehmen und, da das Treppenhaus sowie die Wohnungen im vierten Stock schon total verqualmt waren, unverzüglich zur Be- ruhigung der beängstigten Hausbewohner einen Hakenleitergang außen am Hause von Stockwerk zu Stockwerk errichten. Ueber den Hakenleitergang kletterten die Feuermänner in die Höhe, stiegen in die Etagen ein und beruhigten die Bewohner, denen der Ausgang ins Freie über die Treppen abgeschnitten war. Außerdem wurden die Treppenfenster geöffnet, damit der erstickende Qualm abziehen konnte. Es gelang, die Flammen auf die Wohnung im Erdgeschoß zu beschränken und damit die Gefahr zu beseitigen. Es muß als ein Glück bezeichnet werden, daß die Hausbewohner bis zum Ein- treffen der Feuerwehr aushielten. Ein schwer verunglückter Radfahrer ist gestern in fast hoffnungs- losem Zustande in das Paul Gerhardt-Snft eingeliefert worden. Der 24 Jahre alte Kaufmann Franz Jakob, Müllerstr. 31 wohnhaft, fuhr gegen 9 Uhr abends, von Tegel kommend, die Mllllerstraße entlang und fast in derselben Geschwindigkeit mit einen: Straßenbahnzuge neben diesem her. Jakob war einen Augenblick etwas zurückgeblieben, holte gleich darauf den Straßenbahnzug wieder ein und bog gleichzcittg, um einer vor ihm befindlichen Droschke auszu- weichen, nach links hinüber. Hierbei fuhr der Radler mit großer Schnelligkeit gegen die Seitenwand des Sttaßenbahn-AnhängewagenS. wobei er mit der Maschine zurückgeschleudert wurde. Er fiel mit dem Kopf auf die Bordschwelle des Bürgersteiges und blieb be- sinnungslos liegen. Auf der Rettungswache des Paul Gerhardt- Krankenhauses, Ivohin der Verunglückte gebracht wurde, wurden Schädelbruch und schwere Gehirnerschütterung festgestellt. Robert Stcidl. Wenn wir heute eine jener Berliner Possen wieder sehen, die vor vierzig, fünfzig Jahren es zu einer damals unerhörten Zahl von Aufführungen brachten, so wundern wir uns, daß so eintöniges, unverständliches Zeug als witzig belacht wurde, und rümpfen die Nase über die Genügsamkeit des alten Berlin. Wir sollen uns aber nicht zu arg dicke thun, da unsre Kinder über uns mit tödlicher Sicherheit einst das gleiche vernichtende Urteil fällen werden. Gestern hat Robert S t e i d l im A p 0 1 l 0- T h e a t e r sein zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Der Humorist entschuldigte sich wegen dieses Ereignisses in einer Ansprache ans Publikum. Was ist da zu wollen? Als Objekt der Gesinde-Ordnung führte Steidl sich ein, der er ja nach einer juristischen Interpretation am Theater unterstellt sei. Da könne man nicht bis zum silbernen oder gar bis zum goldenen Jubeltage warten; die Herrschaft solle ftoh fein, wenn der Dienstbote zehn Jahre bei ihr auShalte und sich bei den Gästen Anerkennung erworben habe. In diesen Worte» liegt mehr als ein oberflächlicher Humor, liegt ein Stück Wehmut. Steidl sprang und sang gestern wieder einmal wie dunnemalS; die Kalkulatorsch, die in die Boomblüte zieh'n, die Damenkapelle, Gustav. Gustav ärgere Dich nicht, und Emma, das geliebte Mauseschwänzchen, diese durch ihn unter Beihilfe des Komponisten Lincke in den neun- ziger Jahren so riesig populär gewordenen Couplets kamen wieder ans Licht und wurden herzhaft belacht. Aber es war nicht mehr so sehr das Lachen über die sprudelnde Frische des Vortrags, die Freude über eine lustig komponierte Nichttgkeit, von der nun bald alle Tanzmeister und Leierkastenmänner profitieren würden. Man war vielmehr vergnügt, die alten Sachen wieder zu hören. bevor sie ganz dem Gedächtnis entschwinden; es war ihr Leichenbegängnis. Noch eine Weile und wir be- greifen nicht, wie uns das einst amüsieren konnte. Vielleicht macht Robert Steidl sich selber über die Vergänglichkeit alles Irdischen keine Illusionen. Seit Jahren sieht er jä weniger darauf. durch seine Einzelvorträge zu gefallen, als auf die Wirksamkeit der Glanzrollen, die ihm in den mit grausigem Pomp versehenen Aus- statttlngsstücken ans den Leib geschrieben sind. Andre, Bender z. B., handeln ja ebenso, und nur Otto Reutter macht noch mit seinen sewstverfaßten Vorträgen mehr oder minder politischen Inhalts auf die alte Weise Furore. Aber wir wollen Steidl nicht die Jubiläums- freude vergällen. So oder so, er ist derselbe ftische, forsche Kerl wie vor zehn Jahren, und thut genug, wenn er der Mtwelt die Wolken von der Stirn bannt. Wir wissen ja zumeist gar nicht, wie dankhar wir den Leuten sein müßten, die diese kostbare Kunst verstehen. Bus den Nachbarorten. Aus der Schoneberger Stadtverordneten- Versammlung. Der bereits erwähnte Antrag B ä u m l e r und Genossen betretend die jedenfalls nicht so liege doch auch im durch Gestattung des Außer unfern Ver- in städtischen Betrieben beschäftigten Arbeiter stand zur Beratung auf der Tagesordnung. War schon die Auf- nähme des Antrages in der Versammlung eine geteilte, so hatte der Magistrat scheinbar keine Absicht, sich dem gewiß zeitgemäßen An- trage gegenüber zu äußern. Er glänzte bei der ganzen Beratung dieser Sache durch Abwesenheit, nur einige Baurätc waren zugegen. Ob dadurch etwa das Interesse für die Gemeindcarbeiter bekundet werden sollte?— Eingehend begründete Genosse B ä u m l e r die einzelnen Punkte des Antrages. Er wies daraus hin, daß ähnliche Einrichtungen wie die verlangten außer in Berlin in sämtlichen größeren Nachbargemeinden bestehen. Was in vielen Privat- betrieben durchführbar sei, müsse eine Kommune ebenfalls ermöglichen können. Die Kosten seien erheblich, um davor zurückzuschrecken, und es Interesse der Stadt selbst, ihren Angestellten Sommerurlaubes eine Erholung zu gönnen. tretern Obst und Küter sprachen sich noch Lessig, Bartelt, Gott- Heiner und v. Gordon für den Antrag anS. Als unfreiwilliger Magistratsvertreter zeigte sich wieder einmal, wie immer bei solchen Gelegenheiten, der Stadtv. v. Frankenberg. Ihm kam es äugen- scheinlich nicht in den Sinn, daß Arbeiter, die jahraus jahrein im Dienste der Kommune beschäftigt sind, auch einmal einer Erholungs- pause bedürften— und noch dazu bei Fortzahlung des Lohnes. Daß solche Einrichtungen bereits sogar in Privatbetrieben bestehen, war dem Herrn nach einer Aufklärung durch Genossen Küter etwas ganz Neues. Die Abstimmung ergab schließlich die Ueberweisung des Antrages an eine gemischte Deputation(vier Stadtverordnete und drei Magistratsmitglieder) mit der Weisung, den Magistrat zu einer Vor- läge zu veranlassen, wonach wenigstens in diesem Jahre noch die Gewährung des Sommerurlaubes erfolgen kann. Wir wollen hoffen, daß dem Magistrat seine Ferien, die wir ihm zur Erholung eben- falls gönnen, der Beschleunigung der Angelegenheit nicht hinder- lich sind. Bei der Anstellung einer Aushilfe zur Reinigung der höheren Mädchenschule beantragten unsre Genossen die Erhöhung des auf 20 Pf. festgesetzten Stundenlohnes um S Pf. Natürlich wurde der Antrag gegen 10 Stimmen abgelehnt. Für dte Errichtung einer Feuerwache in der Speyererstraße werden insgesamt 300 000 M. verlangt. Wegen beschränkter Mittel sollen� jedoch in diesem Jahre nur die Haupt- und Nebengebäude, das Steigehaus und die äußerlichen Anlagen sBürgersleige zc.) zur Ausführung gelangen. Die Angelegenheit wurde einem Ausschuß überwiesen, dem unsrerseits Genosse Hoffmann angehört.— Die Errichtung des definitiven Pumpwerkes mit einem Kostenaufwand von 005 000 M. wurde nach den vorgelegten Entwürfen ebenfalls genehmigt. Ebarlottenburger Schiller-Theater. In der Schiller-Theater- Frage hat nunmehr der Magistrat das Wort ergriffen. Bekanntlich hatte die Schiller-Theater-Aktiengesellschaft ursprünglich an die Stadt ldas Ersuchen gerichtet, ihr eine zweite Hypothek in Höhe von 750 000 Mark aus städtischen Mitteln zu gewähren. Dann war seitens der Stadtverordneten- Versammlung beschlossen worden, das Theater überhaupt auf Kosten der Stadt zu erbauen und an die Schiller- Theater-Gesellschast für den Jahresmietspreis von 100 000 M. zu vermieten. Auf diese Weise wäre das Anlagekapital von 2 150 000 Mark in etwa 25 Jahren amortisiert und das Theater schuldenfreies Eigentum der Stadt gewesen. Zu diesem erweiterten Beschluß der Stadtverordneten-Versammlung hat der Magistrat in seiner Sitzung am letzten Freitag Stellung genommen. Es wurde beschlossen, daß das Theater seitens der Stadt erbaut und der Schiller-Theater- Aktiengesellschaft verpachtet werden solle. Der mit der Theater- Gesellschaft abzuschließende Vertrag wird der Stadtverordneten- Versammlung in ihrer Sitzung am nächsten Mittwoch zur Ge- nehmigung vorliegen. Auch die Platzfrage ist vom Magistrat ein- gehend beraten worden. Man ist sich dahin schlüssig geworden, die Entscheidung der Stadtverordneten-Versammlung zu überlassen. In Frage kommen nur zwei Grundstücke: das von Herrn Direktor Lölvenfeld bereits vorgekaufte und zum Selbstkostenpreis der Stadt zur Verfügung gestellte Terram an der Schlüterstraße und das den Tietzschen Erben gehörige Grundstück an der Bismarck- und Grolman- straße. AuS Wilmersdorf hatten wir dieser Tage über die Langsamkeit berichtet, mit der dort das Gewerbegericht arbeitet. Eine Klage, die am 10. März eingereicht worden ist, und eine andre vom 25. März waren noch nicht zur Verhandlung angesetzt und sind, wie gleich bemerkt werden soll, auch heute noch nicht vom Fleck ge- kommen. Als einer der Kläger, ein Stukkateur, vor einigen Wochen auf der Gerichtsschreiberei vorstellig wurde und auf die Thatsache hinivies, daß in Berlin durchweg die Gewerbcgerichtsklagen inner- halb acht Tagen zur Verhandlung kommen, erhielt der Mann die Antwort:„Ja, mein Lieber, hier sind wir in Wilmersdorf und nicht in Berlin I" Daß der Beamte mit dieser für den Ort wenig schmeichelhaften Antwort recht hatte, zeigt ferner der Um- stand, daß ein vor vier Monaten von den Arbeitnehmer- Beisitzern des Gerichts dem Vorsitzenden eingereichtes Gesuch um Zustellung eines Jahresberichts bis heute ebenfalls noch keine Antwort gewürdigt worden ist. Es scheint hier, daß man von dem Landrat des Kreises gelernt hat, der ja allerdings insoweit noch die Gemeinde übertrumpfte, als er deren Stadtwerdungsgesuch volle acht Monate unberücksichtigt ließ. Man nimmt offenbar in bedenklicher Folgerichtigkeit an, daß das, was der Gemeindekörperschast recht ist, den rechtsuchenden Arbeitern und den Gewcrbegerichts-Beisitzcrn billig sei, ohne zu bedenken, daß der Arbeiter auf den Lohn, den er nach seiner Meinung zu beanspruchen hat, in den meisten Fällen hungert. Bei dem einen der. hier angeführten Fälle handelt es sich um ein Klaqe-Objekt von 160 M. und um eine beklagte Firma, die in der Auflösung begriffen ist. Soll erst die Auffichtsbehörde die verantwortlichen' Beamten daran erinnern müssen, daß einer der wesentlichsten Gründe, warum Gewerbegerichte geschaffen sind, der ist, daß nicht allein billig, sondern auch s ch n e l l Recht gesprochen werden soll? Rummelsbiirg. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung gab der Vorsitzende die Genehmigung der Regierung zur Um- Wandlung der hiesigen höheren Knabenschule in ein Nealprogymnasinm bekannt. Im Anschluß hieran unterbreitete das Kuratorium der neuen Anstalt der Vertretung Vorschläge zur Errichtung von Freistellen. Die Zahl der Freistellen soll fünf vom Hundert betragen; da die Schülerzahl 164 beträgt, würden ungefähr acht Freistellen zu ver- geben sein. Die aufzunehmenden Schüler dürfen das 12. Lebensjahr noch nicht überschritten und müssen die zweite Klasse der Volks- schule absolviert haben, ihre Eltern sollen mindestens ein Jahr im Orte wohnen und dem Kuratorium ihre Bedürftigkeit nachweisen können. Zu dem letzten Punkt wurde von unsren Genossen eine präcisere Fassung gewünscht, uin Willkürlichkeiten zu vermeiden; ebenfalls wurde der Antrag gestellt, die Lehrmittel unentgeltlich her- zuoeben, während das Kuratorium den Antrag stellte, die Lehrmittel möglichst kostenlos leihweise zu überlassen. Nach lebhafter Debatte wurde der Antrag des Kuratoriums mit geringer Mehrheit angenommen. Die höhere Mädchenschule hat an Schülerzahl abgenommen und weist gegenwärtig 60 Schülerinnen auf, die sich auf neun Klassen, darunter Klassen mit zwei Schülerinnen, ver- teilen, während in der Volksschule die Schülerzahl in den einzelnen Klassen über 60 beträgt. Aus der Spandniicr Stadtverordneteii-Bersammlung. Vor Ein- tritt in die Tagesordnung gab der Vorsteher Kenntnis von einem Schreiben des Gewerkschastskartells. worin um endliche Schaffung eines städtischen Arbeitsnachweises ersucht wird. Stadtv. Rieger sSoc.) fordert die endliche Erledigung eines ent- sprechenden Antrages unsrer Genossen, der nun bereits 3 Jahre l a n g von einer gemischten Kommission„beraten" werde. Er ver- weist auf das Beispiel der zahlreichen deutschen Städte, welche längst kommunale Arbeitsnachweise errichtet haben, wenigstens solle man denn doch den M u t haben zu sagen, daß man in Spandau nichts in dieser Angelegenheit thun wolle, anstatt zu einer solchen Berschleppungspolitik zu greifen. Oberbürgermeister K ö l tz e er- widerte, daß die betr. Kommission dst- Sache auf zwei oder drei Jahre — v e r t a g t habe. Er werde jetzt jedoch dafür sorgen, daß den Stadtverord- neteneinBerichtdieierKommission zugeht!— Eine ziemlich ausgedehnte Debatte rief der Vorschlag des Magistrats hervor, die Stelle eines neuen Gasdirektors zum 1. Januar 1005 bei einem Gehalt von 4800 M., steigend bis zu 6000 M., auszuschreiben. Von einer Seite wurde hierbei angeregt, die Gasanstalt mit der städtischen Elektricitätsanstalt unter einheitliche Leitung zu stellen. Von unsrer Seite sprachen sich die Genossen R i e g e r und D u ck s ch dagegen aus, da eine solche Vereinigung beider Anstalten nicht nur verfrüht, sondern zur Zeit auch sehr unzweckmäßig wäre. Die Magistratsvorlage wurde hiernach mit einer formalen Aenderung angenommen. Einen Anstoß zur Beseitigung der jetzigen Praxis, von aus- w ä r t i g e n Schülern der städtischen Schulen ein um 50 Prozent erhöhtes Schulgeld zu erheben, gab eine Petition einiger Jnter- essentcn. In der ziemlich lebhaften Diskussion vertraten unsre Genossen Scholz und Pieck den Standpunkt der social- demokratischen Fraktion, indem sie gleichmäßige Aufhebung des Schulgeldzuschlages in den gehobenen Schulen, und des Fremden- schulgeldes üherhaupt in den Gemeindeschulen fordern. Es wurde schließlich die Anstellung von Erhebungen beschlossen, die sich über die sämtlichen städtischen Schulen erstrecken sollen. Den Rest der Tagesordnung nahmen„Kommissions- und De- putations-Wahlen" ein. Die bürgerlichen Stadtverord- neten haben sich� zum zweitenmal genötigt gesehen, mit den streikenden Socialdemokraten in der Versammlung in der Frage der Besetzung der Kommissionen ec. Frieden zu schließen, indem sie unsren Genossen durch den Mund des Stadt- verordneten-Vorstehers ihre Bereitwilligkeit erklären ließen, nunmehr grundsätzlich den Socialdemokraten zwei Sitze in jeder Deputation, Kommission zc. und ebenso das ungeschmälerte Vor- schlagsrecht einzuräumen. Demzufolge ließen unsre Genossen, die bekanntlich ihre sämtlichen Kommissionsämter demonstrativ nieder- gelegt hatten, in der letzten Sitzung sich wieder in diese Posten Hineinwählen. Es frägt sich, ob der neueste„Frieden" von einigem Bestand sein wird!_ Gerichts Leitung. Im Pommeriibauk-Prozcß wurde gestern die Vernehmung der Sachverständigen fortgesetzt. Es ist dies der eigentliche Kernpunkt des Prozesses, bei derii die sonstige ziemlich gleichförmige Erörterung stellenweise zu den lebhaftesten Zusammenstößen führte. Der zu der gerichtlich ernannten Kommission gehörige Sachverständige Hentschke erörterte nochmals seine Taxgrundsätze, die auf der Er Mittelung der Handelswerte beruhen, die er überall, so weit sie ihm nicht bekannt waren, erkundigt habe. Er schloß mit dem Satze, daß, was einer verlange für eine Baustelle, doch absolut nicht maßgebend sein könne, es komme auf den wirklich gezahlten Preis an. Regierungsbaumeister Tiedt ent wickelte sodann in einem ausführlichen Vortrage, daß zur Schätzung von Bauterrain lediglich die Methode, wie sie Professor Dietrich entwickelt habe, zur Anwendung kommen könne, wenn man einiger- maßen sicher gehen wolle. Die Methode des Sachverständigen Hentschke sei seiner Ansicht nach durchaus verfehlt, nur zur Kontrolle könnten die Umsatzwerte herangezogen werden; diese aber allein zu berücksichtigen bilde eine Gefahr des Irrtums in sich, wie sie bei richtiger Methode nicht zu erwarten sei, wenn sie auch, wie bei jeder Schätzung, Irr tümern unterliegen können. Nachdem der Angeklagte Schultz darauf hingewiesen, daß bei der Schätzung der Soldinerstraße die thatsächlichcn Unterlagen des Herrn Hentschke teilweise unzutreffend seien und R.-A. Munckel weitere Beweisanträge— dieselben tragen schon die Nummern 105 bis 130— die von der Verteidigung zusammengestellt sind, vorgetragen, trat der Kreistaxator Hermann den vorgenannten Sachverständigen bei und erläuterte, daß nur auf Grund der Parzellenschätzung mit Sicherheit eine Schätzung sich vornehmen lasse. Wie sehr die .Kaufpreisschätzung- irre, ergebe sich aus einem der hier fraglichen Terrains, das die jetzige Jmntohilien-Verkehrsbank, die leider nicht hinreichend informiert zu sein scheine, verkauft habe. Der Käufer- Habe dies Terrain nach acht Tagen mit einem Aufschlag von 300 M. pro Rute weiter verkauft und sein Nachbesitzer wolle es jetzt, nach fünf Monaten, nun mit einem Aufschlag von 200 M. pro Rute weiter veräußern. Hiergegen wandten sich Staatsanwaltschaftsrat Beck und die Sach- verständigen Hentschke, Bernhard und Nothmann, da es sich um ein einzelnes Terrain handle, während die Verteidiger, Justizrat Wronker, Leonh. Friedmann und Dr. Werthauer, sowie die An- geklagten Schultz u. Bohl, die Methode, abgesehen von einem einzelnen Grundstück, für richtig hielten. Eine Frage des Beisitzers, Landgerichtsrat Pauksch, an den Sachverständigen Hermann, ob er die 2000 Mark zahlen würde, beantwortete dieser allerdings unter allgemeiner Heiterkeit verneinend. Die reiche Witwe aus Pasrwalk. Eine geriebene Hochstaplerin tauchte Ende vorigen Jahres in Neu-Weißensee auf und schädigte dort verschiedene Einwohner. Es war die noch im besten Lebens- alter stehende Witwe Albertine H a h s, welche gestern vor der vierten Strafkammer des Landgerichts II stand. Bei dem Kauf- mann und Eigentümer Vogel zu Neu-Weißensee stand damals eine aus drei Zimmern bestehende Wohnung leer. Es war ihm an- genehm, als die Angeklagte erschien und nach kurzen Verhandlungen die Wohnung mietete. Sie erzählte, daß sie vermögend und von Pasewalk nach Berlin verzogen sei. Ihre Mobilien seien noch in Pasewalk, sie führe vorläufig nur ein Bett und das sonst Un- entbehrlichste mit sich. Sie werde sich ihre Sachen aber jetzt schicken lassen und ebenfalls ihr Vermögen, welches ans der dortigen Sparkasse liege, kündigen. Herr Vogel glaubte der vertrauenerweckenden Dame auch etwas von seinen Verhältnissen mitteilen zu können, er erzählte ihr u. a.. daß er auf sein neuerbautes Haus eine Hypothek von 25 000 Mark suche.„Das paßt ja schön!" rief die neue Mieterin, „das Geld können Sie dann von mir haben!" Herrn Vogel war dies natürlich angenehm. Er machte sich ein Vergnügen daraus, der Dame die Miete einstweilen zu stunden, ihr Warenkredit ein- zuräumen und ihr auch mit Darlehen unter die Arme zu greifen. Die Vogelschen Eheleute hatten auch einen erwachsenen Sohn. Zu diesem war dieAngeklagte besonders licbenswürdigund in der Nachbarschaftging bald das Äerücht, er werde die reiche Witwe heimführen. Bald folgte aber die Enttäuschung. Die Sachen der Mieterin kamen nicht. Herr Vogel wurde mißtrauisch und zog in Pasewalk Erkundigungen ein. Er überzeugte sich, daß er das Opfer einer Schwindlerin geworden war. Er ließ sie sofort exmittieren mid strengte zunächst die Civilklage gegen sie an. Die Angeklagte hatte nun die Dreistigkeit, gefälschte Mietsquittungen und ebenfalls eine Ouittung über zurückgezahlte 157 Mark anzufertigen und diese Fälschungen den berechtigten Forderungen gegenüber geltend zu machen. Nebenbei richtete sie an die Vogelschen Eheleute Postkarten des gemeinsten und beleidigendsten Inhalts. Die Angeklagte war dann zu einer Frau Stolzenberg gezogen, hatte diese ebenfalls durch falsche Vorspiegelungen betrogen und außerdem bestohlen, wo sich ihr Gelegenheit dazu bot. Nun hatte sie sich wegen Betruges, Urkundenfälschung, Diebstahls und Beleidigung zu verantworten. Die Verhandlung endete mit ihrer Verurteilung zu neun Mo- naten Gefängnis. In Frankfurt a. M. begann gestern die Schwnrgerichts-Verhand- lung gegen Groß und S t a f f o r st, die den am Orte sehr be- kannte» Kaufmann L i ch t e n st e i n ermordet haben. Beide Angeklagte bekennen sich des Mordes schuldig. Es sind 71 Zeugen zur Ver- Handlung geladen. Berliner Tanzlehrer-Verband. Heule 3 Uhr, Alte Jakobstr. 75: Uebungsstunde. Landsmannschaft der Schleswig-Holsteiner. Mittwoch, 18. Mai, abends 8'/, Uhr: Versammlung in G. Feuersteins Feslsälen, Alte Jakob- straße 75. Ausnahme neuer Mitglieder. Gcschäjttiches. Ausgabe der Karten zur Dampserpartie am 19. Juni nach Nedlitz. Verschiedenes. Lands- leute, Gäste sind willkommen. VrnnifcKtes. Wilhelmshaven, 17. Mai. Das mit dem Fischereischutz be« auftragte Torpedoboot traf heute früh bei der Insel Juist zwei Fischereidampfer beim unerlaubten Fischen. Es waren dies der englische Dampfer„Seal„ und der belgische Dampfer„Leonie" aus Ostcnde. Die Kapitäne wurden in Wilhelmshaven verhaftet, die Fanggeräte und der Fang beschlagnahmt.- Eine deutsche Mädchenhändlerin in New Dork verhaftet. In New Jork wurde unter dem dringenden Verdacht, Mädchenhandel zu treiben, eine Frau Weinzierl verhaftet. Die Festgenommene, die mit sechs jungen Mädchen aus Deutschland dort angelangt war, dürfte identisch sein mit der Frau des Agenten Josef Weinzierl ans Bayern, die schon seit langer Zeit im Verdacht sieht, Mädchenhandel zu treiben. W. vermittelt Stellungen für sogenannte Münchener Kellnerinnen, stellt auch Tiroler Gesellschaften zusammen und soll unter diesem Deckmantel bereits zahlreiche junge Mädchen nach dem Ausland verschleppt haben. Der Behörde war es bekannt geworden, daß W. für St. Lonis junge Mädchen anwerbe, und der in New Jork angehaltene„Transport" dürfte ziveifellos für die Ausstellung bestimmt gewesen sein. Die Untersuchung gegen die Verhaftete wird durch die New Dorler Behörde geführt werden. Eingegangene DrucKfcKnften. Von der„Neuen Zeit"(Stuttgart, Dictz' Verlag) ist soeben da? 33. Hest des 22. Jahrganges erschienen. Aus dein Inhalt des Heftes heben wir hervor: Die Geschichte einer Zeitung.— Die Gewertschastsbewegung in Frankreich. Von Jean Longnet(Paris.)— Die Verstaatlichung der Leipziger Orts-Krankenkasse. Von Gustav Jaeckh.— Die Kartelle in Theorie und Praxis. Von Heinrich Cuuow.(Fortsetzung.)— Der Chemi- graphen-Taris. Von Paul Barthel.— Das Wachstum der socialistischcn Tagespresse. Von Karl Kautsky.— Litterarische Rundschau; Elie Halevy, Thomas HodgSkin. Von M. Beer. M. Alsberg, Erbliche Entartung, bc- dingt durch sociale Einflüsse. Von Ferd. Frey.— Notizen: Der social- demokratische Parteikongreb in Kroatien. Von Ist. P. Die„Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch- Handlungen, Postanstaltcn und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen: jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Hest kostet 25 Pf. Probenuininern stehen jederzeit zur Verfügung. BHefhaften der Redaktion. ■�urirtlfchcr Cell. Die juristische Tprcchstuudc findet täglich mitRuSuahme des JounabendS von 7'/i vis O'/i llhr abends statt. Gciissiict: 7 Ilbr. H.<2. Der Sohn gehört der Religionsgemeinschaft de? Vaters oder derjenigen an, zu der ihn der Vater bestimmt. Läßt der katholische Vater sein Kind katholisch taufen, so ist es katholisch. Es kann zu einer andren Religionsgemeinschast dadurch übertreten, daß entweder der Vater dies aus« drücklich bestimmt oder daß das Kind nach zurückgelegtem 14. Lebensjahre den Uebcrgang von einer Religionspartei zu einer andren ausdrücklich er- klärt. Dieser ausdrücklichen Erklärung steht die Teilnahme an solchen Rcligionshandlungen gleich, durch die eine Religionsgemeinschaft sich von der andren wesentlich unterscheidet(z. B. Messe, Beichte). Das ist die Rechtslage in dem landrechtlichen Gebiete Preußens. Darüber, oh im Einzelfalle ein katholisch Getanster und evangelisch Konfirmierter evangelisch ist, herrscht in den Fällen Streit, in denen der Kon- firmierte noch nicht 14 Jahre alt war und eine ausdrückliche Er- llärung des Vaters nicht vorliegt. Diesen Fall betras die Antwort. — L. N. 102. DaS allein Zweckmäßige ist, einen Ehevcrtrag notariell oder gerichtlich zu schließen. Der Ehevertrag enthält zweckmäßig erstens die Anerkennung des Eigentums Ihrer Frau, das in einem Verzeichnis zu notieren ist und seiner die Abreden, die aus dem Beispiel aus S. 225, Nr. 22 des dem„Arbciterrecht" beigesügten Führers erhellen. Es empfiehlt sich, nach Abschluß des Vertrages den Antrag aus Eintragung in das Guterrechtsregister zu stellen. Das„Arbeiterrecht" liegt in den öffentlichen Lesehallen aus. Die nach dem Vertrag der Ehestau gehörigen Sachen können zwar gepfändet werden, sind aber aus Intervention freizugeben. Wird der Vertrag etwa geschloffen, um vorhandenen Gläubigern Objekte zu entziehen, so ist er nichtig.— A. A. Ja.— Z. Ja. — O. K. 15. Nein; neben dem Anspruch aus Unsallrentc besteht nur bei vorsätzlicher Verletzung ein Anspruch gegen den Unternehmer.— I. T., Dodesfall. Ja.— Schles. Krüppel. Zur Vornahme der Kur sind Sic nicht verpflichtet; etwas andres ist die Frage, ob sie nicht in Ihrem Interesse zwecks Erhaltung des Augenlichtes liegt.— Zahnklinik. Wir sind außer stände, zu entscheiden, ob der Preis sur einen Zahnersatz ein angemessener ist.— M. M. 100. Das uneheliche Kind beerbt seine Mutter wie ein eheliches. Es soll sein Erbteil einklagen.— G. P» 30. 1. Es ist keine Höchslsrist für Entscheidung über Stcuerreklamationen gegeben, ost vergehen Monate. 2. Ja, ein Antrag aus Niederschlagung der Steuer unter Dar- lcgung des Sachverhalts hat Ausficht aus Erfolg.— R. O. 1011. Nein. — W. Seh. 100. Das Gesetz schreibt keine Maximalzahl von Lehrlingen vor, sondern bestimmt: wenn der Lehrhcrr eine im Mißverhältnis zu dem Umsang oder der Art seines Gewerbebetriebes stehende Zahl von Lehrlingen hält und dadurch die Ausbildung der Lehrlinge gefährdet erscheint, so kann dem Lehrherrn von der unteren Verwaltungsbehörde(das ist in Preußen der Magistrat beziehentlich der Landrat) die Entlassung eines entsprechenden Teiles der Lehrlinge auserlcgt und die Annahme von Lehrlingen über eine bestimmte Zahl hinaus versagt werden,(tzegen den Beschluß ist das Ver- waltungsslrcitversahren zulässig. Sie müssen also die Sachlage schildern und einen Antrag an den Magistrat zur Beschränkung der Lehrlingszüchterei richten. Es wird dann von Fall zu Fall nach Prüfung der Sachlage cnlschicdcu. — M.W Wetter 4 wölken! Ibedeckt 752«NW i 2 halb bd. 760.SSW j 3 halb bd. «-Ick eÄ -i. II W Sa 8 6 9 21 Wetter-Progilvie für Mittwoch, den 18. Mai 1991. Zunächst wärmer, vielfach wolkig bei mäßigen westlichen Winden und etwas Neigung zu Gewittern; später heiter, aber kühler. Berliner Wette rbureau. Mr den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortnng. Ubeater. Mittwoch, den 18. Mai. Anfang 7'/, Uhr: Opernhaus. Der Barbier von Sevilla. Neues Opern-Theater. Egmont Deutsches. Der Pfarrer von Kirch. seid. Berliner. Der jüngste Lieutenant. Lessing. Zapfenstreich. Weste». Gasparone. t5entral. Der Sonnenvogel. Belle-Alliance. Kam'rad Lehmann. Neues. Einen Jux will er sich machen. Ansang 8 Uhr: Schiller<».(Wallner- Theater.) Haus Roscnhagen. Schiller X.(Friedrich-Wilhelmstäbt.) Pension Schüller. Kleines. Des Pastors Riele. Residenz. Die 388 Tage. Triano». Das eiste Gebot. Hierauf: Der Dieb. Karl Weih. Geschlossen. Sltetropol. Ein tolles Jahr. Winter-Garten. Specialitäten. Rpollo. Liebesgötter. Specialitäten. Gebr. Herrnfeld. Gastspiel der Tcgernseer. Durch's Standesamt. MeichShallen. Stettiner Sänger. Passage- Theater. Specialitäten. Urania. Tanbenstrahe 48/4:0. Um 8 Uhr: Die Insel Rügen. Jnvalidenstrasic S7/V». Stern- warte. Täglich gcössnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a— 5. Zum erstenmal: Kmen Jux will er sich machen. Ansang Uhr. Morgen: Kabale und Liebe. Central'Theatev. Abends 71/, Uhr: Gastsp. Paula Worm: Der Sonnenvogel. Operelte in 3 Akten v. V. Holländer. Morgen u. folgende Tage 71/> Uhr; Der Sonnenvogel. Sonnabend Ansang 8 Uhr: Halbe Preise: Madame Bonivard. Belle-Alliance-Tliealer. (Jean Kren und Alfred Schönseld.) Im Theater Th llhr s Kam rad Lehmann. Große militärische Ausstattungsposse. Luide Tbielaciiei' in der Titelrolle. Im feenhaft illuminierten Pommer- garten von 6 Uhr abends: CiroB«e» Konzert d. Marine-Jugend-Kapelle. Entree 28 Pf., reserv. Platz 48 Ps. Saisonkart. u. Dutzendheste a. d. Kasse. Vorzügliche Oekonomie: Schultheiß, Pilscner, Münchener._ Rejidkn; Thkilter Heute und solgende Tage: Abends 8 Uhr: Die 300 Tage. Schwank in 3 Alte» von Paul Gcvault und Robert Charvey. Deutsch von Alfred Halm. Kleines Theater. Unter den Linden 44. In Pastors Pieke. Ansang 8 Uhr. Morgen: Friinleln Julie. Apollo-Theater. Robert Steidl-Jubiläums-Wocbe. Abends S'/j Uhr: Auftreten von Robert Sfeidl mit einer Revue seiner Schlager. Um 9 Uhr: Ltlebesgötter mit OUtterzng und Scnsatlons- Apotheose: „Im Tempel der Glückseligkeit". Metropol-Theater Der gr'dsste Erfolg dieses Jahres: Gr. dramatisch-satirische Revue in 5 Bildern von Julius Freund. Muaik von Victor Hollaender. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Trianon-Theater. Georgenstraße, zwischen Friedrich- und Universttätsstraße. gHi- Abends 8 Uhr:-»« Das elfte Gebot. Hieraus: Der Dieb. Fröhels Allerlei-Theater Schönhauser Allee 148. Mittwoch, den 18. Mai: Abschieds-Benefiz Fuhrmann, Horst, Waide-Sänger. Ans. 8 Uhr. Eintritt 58 Ps. Schiller-Tlieater. Schiller-Theater O. (Wallner-Theater). Mittwochabend 8 Uhr: Hans Rosenhagen. Donnerstagabend 8 Uhr: Der«elzige. Hieraus: Der eingebildete Kranke. Freitagabend 8 Uhr: Pension SchCller. Orania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Die Insel Rügen. Sternwarte"w. ANOPTICUM. Friedriohstr. 165. Die zusammengewachsenen Schwestern. Der Weltfriede. Kassandra, WU das delphische Orakel? I « iiivn.wi* Direktion: Robert Dill. Brnnnenstrasse 10. Heute: Geschlossen. An allen drei Pfingst-Feiertagen: /, Liter SS Pf. 214/5« Eröffnung 4 Uhr, Anfang 6 Uhr, Blllets 20 Pf."96 Um zahlreichen Besuch bittet Das Komitee Ziehung 28. Ufa! Genehmigt durch Mlnisterial-Erlass f. d. ganze Preuss. Monarchie. 26. Lott. z. Hebung d. Pferdezucht. II Lose M 1» M«rk MarienburgerLosetl (Porto u. Liste SO Pf.) 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Weitere Erfolge des Kampfes wurden in der gestern abgehaltenen Bäckerversammlung durch den Verbandsvorsitzenden A l l m a n n bekannt gegeben. Bis gestem mittag hatten 1913 Böckereien mit 3271 Gesellen dewilligt. Im Norden haben 107, im O st e n, wo die Bäckermeister vor dem Streik beschlossen, lieber ihre Geschäfte zu schliefen, als auch in:r eine der Forderungen anzuerkennen, haben 237, in R i x d o r f 118 Bäckermeister bewilligt.— Im ganzen Streikgebiet sind höchstens 300 bis 350 Bäckermeister, welche die Forderungen noch nicht an- erkannt haben. Nachdem die Charlottenburger Innung ihre Mit- glieder, welche das Plakat nicht entfernen, mit einer Konventionalstrafe von 300 Mark bedroht hat, hätte man erwarten sollen, dag jetzt eine große Zahl von Bewilligungen zurückgezogen werden würden. Aber nur drei Meister, darunter ein Charlottenburger, haben bis zum Beginn der Versammlung ihre Bewilligung rückgängig gemacht. Ani Dienstag sind seitens der Verbandsbeauftragten 550 Bäckereien bezüglich der Jnnehaltung der Forderungen kontrolliert worden. Gegen 50 Betriebe lagen Beschwerden vor, von denen 35 als un- begründet erachtet wurden, während man in 15 Fällen den Meistern aus ihren Wunsch Zeit lieh, den eingegangenen Verpflichtungen in vollem Ilmfange nachzukommen. Die Jnnungsführer geben sich die gröhte Mühe, um diejenigen Meister, welche sich wankelmütig zeigen, zuni Wortbruch zu be- lvegen. Wkan fährt mit Droschken von einem Meister zum andren und_ sucht ihn zur Zurückziehung der Forderungen zu ver- anlassen. Nennenswerten Erfolg haben diese Bemühungen natürlich nicht.— Ein Zeichen dafür, dah der Streik auch in bürgerlichen Kreisen Sympathie findet, ist es, dah Angehörige der bürgerlichen Klassen der Streikleitung Geldunterstützungen angeboten haben. Die Streikleitung erklärte jedoch, sie brauche derartige Unterstützungen nicht, denn der Verband sei in der Lage, den Streikenden aus eignen Mitteln zu helfen. Zum Schluß bemerkte der Redner, die organisierten Bäckergesellen seien willens, den Kampf so lange fort- zuführen, wie es nötig ist. Sollten selbst die Innungen einen Boykott der Mehl- und Holzlieferanten ins Werk setzen, um auf diese Weise gegen diese Meister, welche bewilligt haben, vorzugehen, so sei man auch gegen solche Mahnahmen gerüstet. Nach dem Referat Allmanns sprach H e tz s ch o l d, der in der Lage war, einen eingehenden Bericht über die Versammlung der „Germania"-Jnnung zu erstatten. Da die Zahl der Streikenden nur noch gering ist, so sind von den fünf Kontrolllolalen bereits drei aufgehoben worden. Wie Schneider ausführte, sind mit der Kontrolle der Bäckereien nur ältere, zuverlässige Verbandsmitglieder bettaut, die mit entsprechender Legitimattonskarte versehen sind. Wer nicht im Besitz einer solchen Karte ist, hat kein Recht, irgendwelche Kontrolle auszuüben. Mit lebhaftem Beifall wurde ein Sympathieschrciben des Ver- Landes der Pariser Bäckerei-Arbeiter aufgenommen. Opposition in der„Gcrmania"-Jnmi»g. Zu der am Montag abgehaltenen, von der„GLrmania"-Jmmng einberufenen Versammlung wurde nur dem Vertreter des„Vorwärts" der Zutritt verweigert. Die Berichterstatter bürgerlicher Blätter lieh mau gnädigst zu, und die bürgerliche Presse zeigte sich für diese Vergünsttgung erkenntlich, indem sie aus ihren Berichten alles fort- lieh, was den scharsinacherischen Jnnungsführern unbequem war, obwohl es zur Kennzeichnung der Stimmung in Meisterkreisen sehr wesentlich ist.— Es machte sich in der Versammlung eine starke Stinimung gegen die Führer der„Germania"-Jnmmg geltend. Der Vorstand hatte nach bestem Vermögen für einige scharfmacherische Referate gesorgt. Neben dem Obenneister Bernard und dem Hain- buraer Obermeister Blinkmann trat der Generalsekretär Nasse vom Verband der Arbeitgeber auf. Diese drei Namen bürgen schon daftir, dah hinsichtlich der Hetzerei gegen die Forderungen der Bäckergesellen ein tiichtigeS Matz geleistet worden ist. Wie mitgeteilt wurde, hat sich die Jnnungsleitung an den Polizeipräsidenten ge- wandt und diesen zum Einschreiten gegen den Boykott zu veranlassen versucht. Der Polizeipräsident konnte natürlich den Petenten nur erklären: Dagegen läßt sich nichts machen.— Der Polizeipräsident soll deshalb bei den Bäckermeistern in den Geruch socialdemokratischer Gesinnung gekommen sein.— Den Scharfmachern, die in der„Germania"-Versamnilung lustig ins Horn fliehen und ihre Zuhörer aufforderten:„Reiht die Plakate aus den Fenstern", antwortete man:„Wenn wir diesem Ruf folgen, dann können wir einpacken. Ihr da oben vom Vorstande habt klug reden, Ihr haltet es aus, wir aber müssen auf unser Geschäft und auf unsre Kundschaft Rücksicht nehmen." Wie in der„Konkordia"- Versammlung, so wurden auch in der „Germania"- Innung Stimmen laut, die zum Frieden rieten, und rückhaltlos anerkannten, dah die Meister eine Niederlage er- litten haben. Ein Mitglied des Jnnungsvorstandes sprach sogar davon, dah der gegenwärtige Streikdas Jena der Berliner Bäckermeister sei, er hofft jedoch, daß dem Jena ein Sedan folgen werde. Es war nicht bös gemeint. Unter den Bäckermeistern, welche die Forderungen der Gesellen anonym und zwar mit nichts weniger als höflichen Redensarten beantworteten, haben wir auch den Obermeister der Charlottenburger Innung, Herrn PrezewowSky, genannt. Der Herr Obermeister sendet uns ein Schreiben, worin er die Rüpeleien einzelner Meister ebenso entschieden verurteilt, wie es vor ihm schon andre der Gekennzeichneten thaten, die ihre Thäterschaft in Abrede stellten. Im Gegensatz zu diesen bekennt sich Herr PrezewowSky zu seinen anonymen Aeuherungen, er entschuldigt sich aber damit, dah er sich nichts dabei gedacht habe, und dah er niemand beleidigen wollte. Es ist richtig, dah die von Herrn PrezewowSky gegebene Ant- Ivort nicht zu den unanständigsten gehört, dah sie aber nicht schön ist, hat er wohl selber eingesehen, denn sonst hätte er doch keine Ursache gehabt, seinen Namen zu verschweigen. Doch, wie dem auch sein möge, wir wollen es dem Herrn Obermeister gem glauben, daß er es nicht böse gemeint hat, und wir nehmen gern davon Notiz, dah Herr PrezewowSky schreibt:„Ich habe mit meinen Leuten stets in Einigkeit zu leben versucht und auch Löhne gezahlt, die anständig waren. Ich bin auch nicht abgeneigt, noch mehr zu zahlen, und auch Kost und Logis anher dem Hause zu bewilligen, und meine Kollegen jedenfalls auch." Nur mit der geforderten vierzehntägigcn Kündigung ist Herr PrezewowSky nicht einverstanden. Da der Herr Obermeister also die hauptsächlichsten Forderungen der Gesellen anerkennt, so hat es doch gar keinen Sinn, dah er und die von ihm geleitete Innung noch heute aus dem Standpunkt strikter Ablehnung verharrt. Die vierzehntägige Kündigung wurde vor dem Streik nicht gefordert, sie ist erst nach dem Ausbruch des Streiks auf den Arbeitsverttag gesetzt worden, den die bewilligenden Meister zu unterzeichnen haben, und das hat seinen guten Grund; wurde doch nach dem Abbruch der ergebnislosen Verhandlungen der Berliner Innungen mit den Gesellenausschüssen den Meistern der Rat erteilt: Wenn Euch die Forderungen vorgelegt werden, dann unterschreibt nur. Am andern Tage werft Ihr dann die Gesellen hinaus. Wenn also jetzt den Meisten: die Verpflichtung der vier- zehntägigen Kündigung auferlegt wird, dann haben sie cS dem Führer zn danken, der ihnen den Rat gab. ihr Wort zu brechen. Ein Flugblatt der Bäckcrmeiftcr-BezirkSvereinr wurde gestern massenhaft auf den Strahen verbreitet. Da? Mach- werk ist eine Spekulation auf die Dummheit und den Egoismus. des Lsmck" Die Verfasser des Flugblattes müssen die Berliner Hausfrauen, an die sie sich Ivenden, für sehr dumm halten, denn sonst wäre es nicht möglich, ein solches Gemisch, von Entstellungen, Verdrehungen und Unwahrheiten zusammengebraut, den Arbeiterfrauen vorzusetzen. Den Lesern des Flugblattes wird einzureden versucht, dah es der Streikleitung nicht um die Verbesserung der Lage der Gesellen, sondern um die Vernichtung der selb- ständigen Existenzen der Bäckenneister zu thun seh Auf den Trümmern dieser kleinen Existenzen sollten dann genossenschaftliche Betriebe er- richtet werden, welche die Backware verteuern. Alles natürlich zum Vergnügen der Stteikführer. Der Unsinn ist so handgreiflich, dah eine Widerlegung über- flüssig erscheint. Die Berliner Arbeiter ebenso wie die Arbeiter- frauen wissen, dah der Bäckerstreik das Ringen einer der am schlechtesten gestellten Arbeiterschichten nach menschenwürdiger Entlohung und menschenwürdiger Behandlung ist, ein rein gewerkschaftlicher, der die Sympathie der gesamten Arbeiterschaft hat. Das Flugblatt wird die verlorene Position der Bäckermeister ebensowenig retten, wie es ihre sonstigen Kundgebungen vermochten. Wer ein Interesse daran hat, die von den Bäckermeistern in letzter Zeit verbreiteten unrichtigen Behauptungen von sachkundiger Seite beurteilt zu sehen, der hat dazu Gelegenheit in den heute abend stattfindenden Volksversammlungen. Versammlungen. Eentralverband der Töpfer. In einer stark besuchten Ver- trauensmänner-Sitzung der hiesigen Filiale des Töpfervcrbandes. die am Freitag im Gewerkschaftshause stattfand, hielt Rechtsanwalt Karl Liebknecht einen sehr lehrreichen und nutzbringenden Vortrag über die Gefahren und Fußangeln, die durch Polizei- Verordnung und Gesetzgebung dem um bessere Lebensbedingungen kämpfenden Arbeiter bereitet werden. Der Redner erörterte zu- nächst die bekannten, ursprünglich zur Regelung und Sicherung des Verkehrs auf den Strahen erlassenen Verordnungen, die jetzt von Polizei und Gerichten als ein rigoroses Mittel zur Bekämpfung der Streikposten angewandt werden; ging ferner auf den Verfrommungs- Paragraphen als Mittel zur Behinderung von Flugblattverbreitungen, dann auf den gefährlichen Z 153 der Gewerbe-Ordnung und schließ- lich auf den Nötigungs- und auf den Erpressungsparagraphen des Strafgesetzbuches ein, der jetzt bekanntlich auch gegen Arbeiter, die bei Forderungen auf Lohnerhöhung eine Arbeitsniederlegung in Aussicht stellen, angewandt wird, aber nicht, wie es doch selbst- verständlich sein mühte, auch gegen Arbeitgeber, die unter An- drohung von Entlassung Lohnherabsetzungen vornehmen oder vor- zunehmen suchen. Der Vortragende forderte die Anwesenden auf, in allen derartigen Fällen Anzeige zu erstatten, und erbot sich, diese Anzeigen kostenfrei durchzuführen, um einmal zu sehen, ob unsre Rechtsprechung in dieser Hinsicht konsequent bleiben wird, und ob vielleicht auf diesem Wege eine Besserung unsrer Klassenjustiz zu erreichen ist. Im übrigen ermahnte der Redner, bei allen mit Lohnbewegungen und Streiks in Zusammenhang stehenden Mahnahmen die gröhte Vorsicht walten zu lassen.— Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Die Sitzung befaßte sich ferner mit verschiedenen tariflichen Fragen. Hinsichtlich der Meißener Arbeiten, die im geltenden Lohntarif nicht aufgeführt sind, wollen die Meister jetzt wieder verhandeln. Aus diesem Grunde wird seitens der Gehilfen eine Aufstellung über die jetzt bei den verschiedenen Arbeitgebern für diese Arbeiten gezahlten Preise gemacht. Darum soll jede neue Arbeit der Lohnkonunission gemeldet werden.— Bei einer neuen Art von Gaskochern suchen die Meister unter der Voraussetzung, dah weniger Arbeit damit verbunden sei, eine Preisherabsetzung durchzusetzen. In der Sitzung wurde jedoch allgemein festgestellt, dah mindestens ebenso viel Arbeit dafür erforderlich sei und demnach der Preis auf keinen Fall gekürzt werden dürfe.— Zur Zeit sind hier in Berlin einige Töpfer aus Magdeburg für eine Magde- burger Firma thätig, und zwar zu geringeren Lohn- und Arbeits- bedingungen, als die in Berlin geltenden. Dies Verhalten jener Kollegen wurde von der Sitzung einstimmig verurteilt, zumal da ein Beschluß des Verbandsvorstandes besteht, wonach für auswärtige Firmen thätige Kollegen unter keinen Umständen zu geringeren Be- dingungen arbeiten dürfen, als sie in der Stadt, wo sie die Arbeiten ausführen, bestehen. Die hiesige Sektton II des Brauerei-Arbeiter-Berbandes hielt am 3. Mai ihre Quartalsversammlung ab. Nach dem Vorstands- und Rechenschaftsbericht für das 1. Quartal 1904 stand einer Ein- nähme von 6283,10 M. eine Ausgabe von 2331,28 M. gegenüber. Zur.Hauptkasse wurden 3906,82 M. gesandt. Unterstützung wurde in 227 Fällen 1716,50 M. gezahlt. Die Mitgliederzahl stieg von 1526 Ultimo 1903 auf 1705 am Schluß des 1. Quartals 1904. Beftragsmarken wurden umgesetzt 19 679 gegen 17 052 im vorigen Quartal. Die Richtigkeit der Abrechnung wurde von den Revisoren bestätigt, desgleichen auch die Abrechnung der Lokalkasse.— Die Aufforderung an die Kollegen, sich beim Bäckerstreik solidarisch zu verhalten, wurde mit Beifall aufgenommen. Die Unterstützung der Vergolder wurde beschlossen. Schöncberg. In der Versammlung des Socialdemokratischen Vereins am 10. klllai wurde über den Vortrag Fräßdorfs bctteffend Krankenkassen und Aerzte diskutiert. K ü t e r machte insbesondere den Aerzten einen Vorwurf daraus, dah sie nicht auch gegen Ge- meinden wegen der Bezahlung der Armen- und Schulärzte, gegen Eisenbahn- und Fabrikkasscn vorgingen. Dr. Röder weist darauf hin. daß der gegenwärtige Streit zuerst in einer Betriebskasse in Gera begonnen habe. Aber er stehe nicht an, folgendes zu erklären: „Wenn die Aerzteschaft, nachdem ihr Vorgehen gegen die Orts- Krankenkassen siegreich verlausen sei, nicht gegen die Betriebskassen, Eisenbahnkassen, Kommunen, Berufsgenossenschaften, Landes-Ver- sicherungs-Anstaltcn usw. dasselbe unternehmen, er dann mit seinen Kollegen fertig seil"(Allgemeine Bewegung.) Er weist dann auf die Errichtung eigner Apotheken als Mittel zur Verbilligung der Krankenkosten hin. Es sprachen noch Butry, Petersof. Flamme und Fischer.— Unter Vereinsangelegenheiten wird unter anderm vom Vorsitzenden mitgeteilt, daß eine vom Genossen Hirsch bearbeitete Statistik über die Reichstags- und Landtags- Wahlergebnisse unsres Kreises, mit einer Karte desselben, zum Preise von 25 Pf. an die Mitglieder in den nächsten Bezirkssitzungen zur Ausgabe gelangt.— Da nun definitiv feststeht, daß im 9. Bezirk eine Nachwahl stattfindet, da der Stadtverordnete Richter sein Mandat niedergelegt hat, so werden die Genossen ersucht, wenn der Ruf an sie ergeht, sich an den Wahlarbeiten recht zahlreich zu beteiligen. Nur wenn alle Genossen ihre Pflicht und Schuldigkeit erfüllen, wird es möglich sein, den Bezirk zu erobern.— Zur Aufnahme gelangten 14 Genossen. Pankow. Der hiesige Socialdemokratische Verein hatte zum Dienstag, den 10. Mai, eine öffentliche Kvmmunalwähler- Ver- sammlung einberufen, in der Genosse M a s s i n i- Berlin einen Vorttag über das Thema:»Wie berücksichtigt unsre Gemeinde- Verwaltung bei Vergebung ihrer Arbeiten die berechtigten Forde- rungen der Arbeiter" hielt. Der Referent führte in kurzen, aber klaren Zügen aus, daß«s die Hauptaufgabe der Gemeinde- Verwaltungen sei, den socialen Frieden innerhalb ihrer Gemeinde zu fördern. Dies kann aber von dem Verhalten der hiesigen Ge- meindeverwaltung bei Vergebung ihrer Druckarbeiten an die Firma Hinrichscn, Pilger Nachfolger nicht gesagt werden, da dort die Löhne. welche der Deutsche Buchdruckerverband als Minimallöhne aufgestellt hat. nicht bezahlt werden. Als Beweis für diese socialpolitische Rück- ständigkeit der Pankower Behörden ist zu beachten, daß sogar die reattionäre sächsische Regierung, ferner das Großherzogtum Hessen Mitwoch, 18. Mai IM. ihre Regierungsarbeiten nur an Druckereien vergeben, die den Buch- druckertarif anerkennen, ungeachtet der vielen bayrischen, württem- bergischen und preußischen Behörden, welche auf demselben Stand- Punkt stehen. Nach dem Tarif beträgt das Lohnminimum für Pankow 23,15 M. Die bei Hinrichsen beschäftigten Setzer erhalten aber 20— 22 M. und die Maschinenmeister 22— 26 M. wöchentlich. Die Bevölkerung Pankows hat als Steuerzahler ein berechtigtes Interesse daran, wie die Gemeindemittel zum Segen der Gesamtheit verwendet werden. Unsre Gemeindevertreter Freiwaldt und E i ch l e r wiesen in der Diskussion darauf hin, daß sie sich schon die größte Mühe gegeben hätten, die berechtigten Wünsche und Forde« rungen der Wähler in der Gemeindevertretung durchzudrücken, aber dies Bestreben scheitert meistens noch an den verknöcherten Ansichten der bürgerlichen Majorität. Hoffmann ersucht die Gemeinde- Vertreter, dafür zu sorgen, daß die Streikklausel, welche ermöglicht, daß Gemeinde-Arbeiten bei Streiks liegen bleiben können, ver- schwindet. Jakob hebt hervor, daß niedrige Forderungen bei Sub- Missionen auch niedrige Löhne der Arbeiter bedingen. Der Referent M a s s i n i empfiehlt nach seinem Schlußwort der Versammlung folgende Resolution:„Die heute tagende Kommunalwähler-Ver- sammlung ersucht die Gemeindeverwaltung, alle von der Gemeinde zu vergebenden Arbeiten in erster Linie nur an solche Unternehmer zu vergeben, in deren Gewerbe bestehende Tarife vorhanden und von den Unternehmern anerkannt sind." Dieselbe wird einstimmig an- genommen. Die bürgerlichen Gemeindevertteter, welche auf den Plakaten extra eingeladen waren, hatten es vorgezogen, nicht zu erscheinen.— Der Vorsitzende Sonntag weist dann noch auf die am nächsten Sonntag, morgens 7V- Uhr, vom Restaurant Ulmer, Wollankstr. 122, aus stattfindende Flugblattverbreitung hin, ersucht um rege Beteiligung und schließt dann die Versammlung. Rixdorf. Am 11. d. Mts. hielt der Socialdemokratische Wahl- verein seine regelmäßige Mitgliederversammlung bei Gröpler, Berg- straße 147, ab. Den Bericht unsrer Stadtverordneten über ihre Thätigkeit im Stadtparlament erstattete Genosse Dr. Silber- stein. Derselbe führte aus, daß infolge der im letzten Jahre so außerordentlich lebhaften Wahlbewegung für Reichstag und Landtag das kommunale Interesse in den Hintergrund gedrängt worden sei. Jedoch sei auch in dieser arbeitsreichen Zeit in der Kommunalpolitik genügend Arbeit vorhanden gewesen. Trotz des schwierigen Stand- Punktes, den unsre Fraktion in Rixdorf gegenüber der Hausbesitzer- Mehrheit hat, könne man doch sagen, daß doch einiges erreicht worden sei. So sei z. B. in der Krankenhausfrage durch die fortwährend geübte Kritik erreicht worden, daß zum Bau eines großen Kranken- Hauses ein Terrain angekauft wurde. Bis zur Fertigstellung des- selben sind auf dem Terrain der bisherigen Krankenanstalt und der alten Gasanstalt Baracken errichtet. Diese provisorische Anstalt wird von einem Professor gelestet, welchem noch drei Assistenzärzte zur Seite stehen. Auch sei die weitere Einrichtung so beschaffen, daß der bis- herigen Kalamität in der KrankcnhauSsrage wenigstens zu einem Teil abgeholfen sei. Leider scheine man nun den geplanten Kranken- Hausbau in Bukow darüber zu vergessen. Nach Zusicherung von feiten des Magistrats sollte das Krankenhaus in circa drei Jahren fertiggestellt sein; leider sei aber bis jetzt sehr wenig von der Aus- führung des Versprechens zu hören, und wird es auch hier wieder die Aufgabe unsrer Stadtverordneten sein, dafür zu sorgen, daß die baldige Ausführung des Baues nicht vergessen werde.— Wie bedacht unsre Hausbesitzermehrheit darauf ist, die Rixdorfer Arbeiterschaft vor Aufklärung zu bewahren, das zeigen die Motive, womit man unsren Anträgen, die Schulaula des Gymnasiums zu hygienischen und socialpolitischen Vorträgen zur Verfügung zu stellen, entgegen- trat. Man befürchtete einfach, daß die Arbeiter durch diese Vorträge zu anspruchsvoll werden könnten. Und auf die Bemerkung, daß doch ein Regierungsrat diese Vorträge halten wollte, erwiderte ein bürgerlicher Vertreter, das sei ihm ganz egal, und wenn es der Kaiser von China sei. Gleichfalls wurde die Vcrsicherungspflicht der Haus- gewerbetreibenden aus Befürchtung, daß auch nur die Möglichkeit vor- Händen sei, daß einmal ein Großunternehmer zur Krankenkassen- Beitragsleistung herangezogen werden könnte, abgelehnt, und man meinte, man solle doch erst abwarten, ob die andern Gemeinden etwas Derartiges einführen würden, dami könne man ja später sich eventuell diesen anschließen. Als die Handlungsgehilfen die Einführung des Ladenschlusses an Sonntagnachmittagen nachsuchten, wurde dies ab- gelehnt, da die Mehrheit eine Geschäftsschädigung befürchtete, aber die Sonntagsentheiligung war nachher der Grund, aus welchem fast dieselben Leute die Ungültigkcst der Gewerbegerichtswahlen, welche für die Arbeitnehmer an einem Sonntag stattgefunden hatten, be- antragten. In Kirchenfrägen scheine der Magistrat in die Zeiten der schwärzesten Reattion zurückkehren zu wollen. So habe derselbe. trotz vorher auf Anfragen unsrer Stadtverordneten in der Kommission erfolgter Ableugnung solcher Pläne, den Stadtverordneten eine Vor- läge präsentiert, wonach der Reuterplatz, einer der wenigen Plätze, die wir in Rixdorf haben, zum Bau einer evangelischen Kirche her- gegeben werden soll. Selbstverständlich sei dieses von unfern Ver- tretern entschieden bekämpft worden, jedoch habe die Mehrheit dieser Vorlage zugestimmt. Auch die Volksschule suche man immer mehr und mehr unter den Einfluß der ftirche zu stellen. Während man aber ferner beim Bau von Gcmeindcschulcn stets darauf bedacht sei. auf einen möglichst kleinen Platz recht viel Kinder zusammen!- zvpferchen, sei das Gegenteil der Fall, wenn es sich um die Kinder der besitzenden Klassen handelt. Für 1000 Gymnasialschüler ist ein Platz zu klein, der größer als ein andrer ist, auf dem man 3000 Ge- mcindeschüler zusammenzupferchen gedenkt. Die Behandlung städttscher Angestellter, soweit dieselben Arbeiter sind, bedarf eben- falls noch mancher Verbesserung. Betreffs der Zustimmung zur Ilmsatzsteuer seitens unsrer Fraktion, welche im Widerspruch zur Haltung der Berliner Stadtvcrordncten-Fraktion steht, führte der Referent an, daß in Rixdorf ganz andre Verhältnisse obwalten als in Berlin und eine Verteuerung der Mieten dadurch nicht zu be- fürchten sei. Auch Genosse Lindemann, welcher diese Frage auf dem Münchener Parteitage behandelte, stehe auf demselben Standpunkt und billige die Haltung der Rixdorfer Genossen voll und ganz.— Genosse Freibier ersuchte die Stadtverordneten, dahin zu wirken, daß die Stadt Rixdorf bei Bedarf von Arbeitskräften auch den von der Stadt begründeten Arbeitsnachweis benutze; jetzt bezöge die Stadt selbst bei Bedarf die Arbeiter von außerhalb. Mit der Gewährung von Ferien würde sehr ungerecht verfahren; so sind im vorigen- Jahr einem Arbeiter, welcher zur Zeit der Ferien die zehn Jahre voll im Dienste war, die acht Tage nicht gewährt worden, weil er am 1. A p r i l des betreffenden Jahres noch nicht zehn Jahre im Dienste war.— Stadtv. Conrad führte aus, dah auch die Erringung der Pensionsberechtigung der städtischen Arbeiter in nächster Zeit von der Fraktion anzustreben sein werde.— Gegen die Thätigkeit der social- demokratischen Stadtverordneten sprach sich von den Diskussions- rednern niemand aus und fand dieselbe daher die Zustimmung der Versammlung.— Zu der am 25. Mai stattfindenden Ersatzwahl wurden aufgestellt als Kandidaten im 10. Bezirk als Hausbesitzer Genosse S p r e e r und im 7. Bezirk Genosse N i t s ch k e.— Neu aufgenommen wurden 115 Mitglieder.— Genosse Tesche kritisierte, daß die Vororte, besonders Nixdorf, vom„Vorwärts" zu wenig be- rücksichtigt würden; dadurch seien auch die Parteigenossen am Ort so wenig auf dem laufenden über die Thätigkeit unsrer Stadt- verordneten, und empfahl der Versammlung einen Antrag, den Vor- stand zu beauftragen, die Frage zu prüfen, ob es möglich sei. durch eine ständige Beilage zum„Vorwärts", welche die Rixdorfer An- gelegenheiten besonders behandelt und dadurch die Genossen besser unterrichtet würden, dem Mangel abzuhelfen.— Diesem Antrage stimmte die Versammlung zu.— Genosse Hendrischke gab noch einige Aufschlüsse über den ausgebrochenen Bäckerstreik, und ersuchte die Anwesenden, dafür zu sorgen, daß den Streikenden die moralische Unterstützung der gesamten Arbeiterschaft zu teil werde. Bürger! Arbeiter! und besonders Ihr Hausfranen! Unterstützt die streikenden Bäckerei-Arbeiter in ihrem schweren Kampfe zur Erringung menschenwürdiger Lohn- und Arbeitsbedingungen! Kauft nur Brot ans den Bäckereien, in denen unsre bescheidenen Forderungen erfüllt werden! Folgende Bäckereien sind geregelt und werden in diesen die geforderten Bedingungen ersüllt: Nordost. Ä. Alfert, BüschingsM 18. H. Buschner, Weberstr. 52. E. Knüpfer, Weberstr. 1/2. B. Roioff, Büschingstr. 29. R. Schäle, Pallisadenstr. 9. VI. Porath, Elisabeihstr. 15. A. Laudahn. Weberstr. 30. Woitzlck, Georgenkirchstr. 48. A. Lettmann, Weinstr. 7. Steinmüller, Gollnowstr. 42. R. Lange, Lippchnerstr. 26. A. Wodtko, Barnimstr. 42. J. Gössmann, Lichtenbcrgcrstr. 21. A. Befz, Hcinersdorserstr. 27. A. Bludau, Landsbergerstr. 94. J. Jericho, Büschingstr. 17. G. Wegener, Grcisswalderstr. 76. G. Seifert, Gollnowstr. 17, R. Baldin, Jmmanuellirch str. 30. 0. Sonnenburg, Winssir. 71. H. Kähne, Pallisadenstr. 20. H. Oeck, Landwehrstr. 12. •. Krawczewski, Weberstr. 47. P. Lieseberg, Elbingerstr. 13. 0. Bulst, Neue Königstr. 31. A. Richter, Prenzlauerstr. 57. H. Gehloff, Cothcniusstr. 16. p. Bley, Woldenbergerstr. 17. H. Böhm, Raabestr. 12. H. Kruse, Lippehnerstr. 8. G. Heibig, Friedrichstr. 11. 31. Pardemann, Keibelstr. 5. 1 Schirrmacher, Kniprodestr. 3. C. Liehert, Friedrichshain 6. 0. Flemming, Kniprodestr. 9. A. Fiolitz, Greisswalderstr. 46. E. Wchlgemuth, Mendelssohnstr. 10. K, Krause, Jmmanuellirch str. 10. '. Kreil, Jmmanuelkirchstr. 21. E. Schumann, Linienstr. 6a. C. Dorendorp, Barnimstr. 17. H. Donicke, Jmmanuelkirchstr. 39. e. Mittelsdorf, Kl. Franksurtcrstr. 14. 0. Müller, Prenzlauer Allee 10. >. Schullasch, Neue Königstr. 55/56. R. Büttner, Frankfurter Allee 108. C. Andrä, Romintencrstr. 44. G. Hoffmann, Gubenerstr. 61. A. Larisch, Landsberger Allee 37. G, Eggert, Landsberger Allee 157/158. S, Kirchmeier, Weidcnwcg 87. Norden. Cruschka, Landsberger Allee 43. Neue Berliner Brotfabrik, Artilleric- straße 27. C. Rothe, Brunnenstr. 48. W. Ziegelsk, Grenzstr. 13. P. Nentwig, Ackerstr. 171. H. Libitzki, Straszburgerstr. 28. Regen, Zionskirchstr. 2. Aug. Könscher, Kastanien-Allee 57. H. Haff, Elbingerstr. 86. Gebr. Hagen Nachfolg., Dalldorser- straste 16. F. Jonscher, Schulstr. 37. K. Graul, Anklamerstr. 36. G. Seidel, Ramlerstr. 24. M. Herrmann, Prenzlauer Allee 203. Heise, Wriezenerstr. 8. Kirschen, Angermünderstr. 3. Nauber, Prenzlauer Allee 86. Reisewitz, Schliemannstr. 24. Brotfabrik Witller, Müllerstr. 33. Hermann Förster, Greisswalderstr. 202. A. Kiesewetter, Schönhauser Allee 86. Frioke, Linienstr. 87. Bührig, Wörthcrstr. 34. C. Schmidt, Köslinerstr. 3. Wilh. Eckert, Prenzlauer Allee 42. Gebhard, Stratzburgerstr. 13. P. Gohaise, Landsberger Allee 123. Oohrmann, Graunstr. 22. Johann Thiel, Franseckistr. 45. Ernst Pfeiffer, Pappel-Allee 24. Alb. Wolff, Graunstr. 28. Max Lorenz, Rheinsbergerstr. 26. Gessner, Swincmünderstr. 80. Fr. Riebenstahl, Watt str. 21. Oswald Grossmann, Swincmünder- slratze 27. M. Mannet, Swinemünderstr. 82. M. Hässelbarth, Fehrbellinerstr. 27. do. Pappel-Allee 14. F. Mittelbach, SchönHolzerstr. 5. Paul Müller, Maricnburgerstr. 48. F. Baake, Ruppinerstr. 8. E. Goldacker, Brunnenstr. 129/130. H. Schmidt, Prinzen-Allee 53. A. Hiibner, Schwedterstr. 52. Jakob Barklick, Brunnenstr. 161. Willi Seemann, Marienburgerstr. 7. Berliner Gencssenschafts-Bäckerei, Neue Hochstr. 18. Neue Berl. Genossenschafts-Bäckerei, Demminerstr. 18. Oskar Hanke, Greisswalderstr. 12. Fritz Hanke, Hagenauerstr. la. J. Szerweinka, Dunckerstr. 2. 0. Kohers, Neue Hochstr. 28. 0. Schönherr, Oderbergerstr. 46. Georg Witt, Strelitzerstr. 46. Quasnica, Liebenwald er str. 60. G. Wackowski, Bernauerstr. 97. 0. Fickerl, Bergstr. 68. A. Schneider, Koloniestr. 28. J. Henischel, Strelitzerstr. 4. Hanke, Müllerstr. 166a. E. Voley, Liebenwalderstr. 10. H. Jaape, Putbuserstr. 14. A. Sfammer, Jnvalidenstr. 109. H. Tschöko, Köslinerstr. 1. G. Miftendorf, Müllerstr. 156c. R. Schubert, Swinemünderstr. 93. Park& Walter, Staraarderstr. 78. A. Hanies, Zionskirchstr. 18. A. Kempe, Lortzingstr. 31. H. Könnemann, Schliemannstr. 30. W. Nauber, Prenzlauer Allee 86. K. Strafmeyer, Neue Hochstr. 35. Th. Dahlenburg, Ramlerstr. 36. E. Baldin, Oderbergerstr. 38. H. Mehls, Prinzen-Allee 61. E. Elsener, Sparrstr. 6. Th. Mollweide, Zionskirchplatz 1. D, Dahms, Lortzingstr. 17. A. Krüger, Cremmenerstr. 15. 0. Rastack, Lhnarstr. 4. F. Streuber, Dalldorferstr. 13. E. Samuel, Marienburgerstr. 32. C. Viehmeyer, Gartenstr. 61. E. Raddatz, Wollinerstr. 44. J. Seeger, Wiesenstr. 28. E. Dressler, Pappel-Allee 136. R. Kruppe, Prinzen-Allee 85. M. Förster, Trist str. 2. P. Müller, Bernauerstr. 77. G. Peuckert, Wolgastersw. 4. J. Kuhn, Triststr. 40. A. Assmus, Weistenburgerstr. 42. A. Löchel, Schwedterstr. 48. Harbord, Stettinerftr. 54. 0. Walter, Winsstr. 56. 0. Härder, Prinz Eugenftr. 20. P. Jambor, Hochstädterstr. 23. Rink, Danzigerstr. 70. D. Pirnilz, Brunnenstr. 56, M. Schmidt, Stolpischestr. 4. A. Feuerherm, Kastanien-Allee 29. P. Pinep, Kastanien-Allee 46. P. Schön, Kopenhagenerstr. 74. R. Dreier, Wolgasterstr. 13. C. Jaenike, Dunckerstr. 73. P. Barowski, Lhchenerstr. 17. E. Lessniwitz, Saarbrückerstr. 14. R. Wenzel, Reinickendorserstr. 41. A. Stritzke, Schulstr. 110. F. Beyer, Müllerstr. 37. C. Weiss, Prenzlauer Allee 230. 0. Hanke, Brunnenstr. 95, A. Nikiasch, Greisenhagenerstr. 15. J. Popp, Koloniestr. 105. A. Hindt, Seestr. 68. M. Schwendy, Prinzen-Allee 57. G. Haase, Anklamerstr. 48. E. Auris, Putbuserstr. 18. W. Herberg, Reinickendorserstr. 54a. 0. Balkenhausen, Kopenhagenerstr. 2. H. Klingenstein, Kastanien-Allee 88. Chr. Zeltler, Metzerstr. 2. H. Bröge, Kolbergerstr. 14. R. Bordaseft, Wollinerstr. 31. R. Pawlik, Lhnarstr. 14. H. Bloch, Reinickendorserstr. 47, Th. Geisler, Gleimstr. 11. B. Schulz, Danzigerstr. 72. E. Schulze, Maxstr. 17. 0. Müller, Liesenstr. 17. Palischek, Swinemünderstr. 54. W. Beranger, Rügenerstr. 22. G. Haehn, Ramlerstr. 36. 0. Kumm, Schwedterstr. 230. A. Scholz, Rheinsbergerstr. 13. Fr. Scheppau, Strelitzerstr. 21. A. Ebert, Stargarderstr. 12a. G. Sy, Rhkcstr. 24. P. Jeschmann, Stettinerftr. 54. R. Heilmann, Bellermannstr. 8/10. A. Krause, Stettinerstr. 47. M. Jäckel, Liebenwalderstr. 31. H. Krause, Wichertstr. 133. F. Tzrtsch, Dalldorferstr. 38. H. Marquardt, Lhnarstr. 1. J. Breier, Willdenowstr. 29. A. Hanke, Rheinsbergerstr. 35. C. Richert, Koloniestr. 71. E. Schönwiese, Gerichtstr. 53. A. Klausing, Zionskirchstr. 10. Dagott, Wattftr. 1. Th. Schmidt, Schulstr. 25. ft. Kosmehl, Lottumstr. 2. A. Döring, Jasmunderstr. 18. P. Meyer, Hochmeisterstr. 20. M. Schwemmler, Gerichtstr. 14. 0. Schmidt, Danzigerstr. 76. R. Holm, Rügenerstr. 16. F. Göcken, Pappel-Allee 18. H. Mai, Rodcnbcrgstr. 1, H. Blum, Müllerstr. 32. A. Balleke. Adolsstr. 1. P. König, Oudenarderstr. 44. P Kuneri, Putbuserstr. 24. F Gutsch, Demminerstr. 23. de la Motte, Gerichtstr. 63. H. Langnickel, Wichertstr. 5. H. Brenner, Strelitzerstr. 64. F. Pape, Kastanien-Allee 13—14. J. Schimitzek, Badstr. 37. 0. Kratochv/ill, Burgsdorsstr. 15. 0. Scheer, Koloniestr. 151. H. Schulz, Neue Hochstr. 24. F. Kiesling, Hussitenstr. 43. C, Wackorhagen, Swincmündcrst. 119. E. Herrmann, Brunnenstr. 154. F. Klang, Panlstr. 51a. A. Grund, Demminerstr. 25. G. Heidemann, Chansseestr. 68/70. F. Haucke, Müllerstr. 176. C. Kunze, Bernauerstr. 40/41. G. Fennigkeit, Adolsstr. 11. J. Thiem, Müllerstr. 11. L. Rapp, Hochmeisterstr. 9. A. Künscher, Kastanien-Allee 57. H. Brendel, Weddingstr. 7. E. Milche, Coloniestr. 34. K. Mötsch, Gleimstr. 60. C. Feist, Carmen Silvastr. 143. R. Block, Putbuserstr. 46. E. Burger, Stargarderstr. 63. Dahms, Lortzingstr. 17. M. Kohler, Prenzlauer Chaussee. G. Wagner, Oderbergerstr. 22. C. Schieweck, Bernauerstr. 47. E. Böhme, Oderbergerstr. 49. J. Schneemann, Wiesenstr. 31. W. Singer, Danzigerstr. 21. C. Heide, Oderbergerstr. 61. F. Fehse, Pappel-Alle« 21. F. Wippich, Lortzingstr. 6. R. Pudritzki, Schönhauser Allee 70 c. L. Rapp, Hochmeisterstr. 9. F. Zahl, Wriezenerstr. 12. A, Dcrrlich, Fennstr. 51. A. Lehmann, Rodenbergstr. 33. E. Barth, Drontheimerstr. 3b. Fr. Giert, Lhnarstr. 29. G. Baake, Prenzlauer Allee 48. C. Heubiein, Rügenerstr. 3. Hcilmann, Stratzburgerstr. 35. M. Kügow, Gerichtstr. 32. 0. Pickert, Bergstr. 68. H. Laux, Tegelerstr. 11. J. Koslomey, Franseckistr. 50. Th. Holzkopf, Rodenbergstr. 39. M. Schmidt, Schönhauser Allee 81. H. Opalke, Wollinerstr. 38. C. Giesmann, Wittstockerstr. 7. F. Zborowski, Wiesenstr. 64. R. Schulze, Lottumstr. 13 a. H. Paulisow. Prinzen-Mee 13. E. Wuttke, Graunstr. 37. R. Becker, Swinemünderstr. 66. L. Künzl, Fehrbellinerstr. 35. H. Hoffrichter, Strelitzerstr. 15. F. Deinert, Dunckerstr. 78. H. Nobiling, Weitzenburgerstr. 55. P. Nicol, Wollinerstr. 50. A. Neumann, Pankstr. 25. R. Wenzel, Schulstr. 102. P. Hanke, Reinickendorserstr. 20. H. Albel, Schönhauser Allee 72a. B. Pohle, Beusselstr. 56. H. Förster, Triststr. 2. G. Göller, Pankstr. 45. P. Schwede, Lhchenerstr. 4. L. Lehmann, Tresckowstr. 44. E. Sorecker, Schönhauser Allee 54. P. Barth, Schulstr. 28. J. Kuhn, Triststr. 49. P. Kasohel, Greisswalderstr. 29. B. Schenk, Graunstr. 5. R. Tiefsch, Bellermannstr. 81. G. Haldenwanger, Freienwald erstr. 38. P. Weight, Belsorterstr. 22. F. Ramm, Müllerstr. 12 c. R. Mör.chmeier, Schwedenstr. 3. C. Fenske, Hochstr. 31. F. Oehlke, Veteran enstr. 8. 0. Rieds, Badstr. 26. F. Griebat, Griebenowstr. 8/9. R. Kühl, Schliemannstr. 11. H. Sorge, Brunnenstr. 41. P. Scheunemann, Strelitzerstr. 31, R. Richter, Antonstr. 3. C. Hampei, Bernauerstr. 3. F. Hartwig, Bernauerstr. 20. R. Schulze, Lottumstr. 13 a. F. Stachowski, Jfflandstr. 2. E. Titnin, Christinenstr. 3. Plenert, Strelitzerstr. 101. P. Wiesner, Rhkcstr. 17. J. Jung, Burgsdorsstr. 9. F. Kallweit, Fürsteubergerstr. 9. H. Wiedwald, Tegelerstr. 51. F. Naujork, Badstr. 41. H. Grasenick, Christburgerstr. 35. M. Jäckel, Liebenwalderstr. 31. J. Schimetzek, Badstr. 37 a. P. Schardien, Wiesenstr. 19 a. A. Sieferl, Prenzlauer Allee 16. F. Altrock, Grünthalerstr. 61. E. Beyer, Wichertstr. 160. P. Zeplin, Franseckistr. 37. R. Mildner, Schlegeistr. 19. J. Braun, Kolbergerstr. 27. P. Gäthlich, Fennstr. 48. P. Hanke, Putbuserstr. 21. 0. Hühnerlein, Hussitenstr. 6. G. Engelhardt, Ruppinerstr. 16. 0. Koch, Schwedterstr. 4. J. Dahler, Wollinerstr. 23. M. Wermuth, Lortzingstr. 33. J. Maue, Danzigerstr. 8. A. Weiss, Nazarethkirchstr. 45. 0. Lehmann, Neue Hochstr. 51. C. Sprengel, Rhinowerstr. 7. A. Oaume, Seestr. 68a, L. Winkler, Dunckerstr. 23. A. Müller, Schönhauser Allee 63. L. Stollberg, Usedomstr. 4. 0. Wernitz, Stratzburgerstr. 15. C. Marschner, TreSckowstr. 57. F. Lawerenz, Veteranenstr. 27. J. Reuter, Schulstr. 20. C. Müller, Seestr. 68b. 0. Senfs, Prinz Eugenstr. 9. A. Bohn, Jnvalidenstr. 137. W. Rüdiger, Pankstr. 33a. K. Wittkopf, Franseckistr. 51. V. Gomior, Wöhlertstr. 24. 0. Deubach, Beeskowerstr. 25. P. Kronberg, Grünthalerstr. 73. Hönisch, Adolsstr. t2b. A. Döpping, Metzerstr. 29. A. Henning, Metzerstr. 13. H. Bochel, Hochstr. 40. C. Krause, Thurneysserstr. 5. H. Staehr, Triststr. 43. K. Walter, Kolbergerstr. 1. M. Kunz, Fehrbellinerstr. 15. E. Haese, Swinemünderstr. 2. C. Lott, Gartenstr. 101, A. Kutsche, Bohenstr. 24. Dörfler, Brunnenstr. 178. T. Viehweger, Rykestr. 7. C. Träger, Reinickendorserstr. 43a. L. Hoffmann, Demminerstr. 35. Fr. Rückerl, Stralsunderstr. 28. A. Hartwig, Veteranenstr. 10. Qi Pritzkow, Sparrstr. 3. H. Barfz, Ackerstr. 47. A. Weber, Gartenstr. 47. P. Wecke, Schönhauser Allee 158a. G. Hirsch, Buttmannstr. 20. L. Beizig, Stralsunderstr. 12. E. Utzath, Müllerstr. 7. M. Teschmer, Eberswalderstr. 21. E. Lange, Wörth erstr. 27. W. Kurth, Schwedterstr. 240. C. Müller, Swincmünderstr. 58. G. Stolle, Fehrbellinerstr. 93. E. Kittlaus, Woldcnbcrgstr. 7. H. Linke, Hussitenstr. 20. H. Zahl, Hennigsdorserstr. 1. A. Schibilsky, Hussitenstr. 38. F. Richter, Liebenwalderstr. 13. E. Leopold, Wollinerstr. 68. J. Kosellek, Pslugstr. 3. J. Koch, Schönhauser Allee 150. A. Franz, Schulzendorserstr. 23. W. Schumann, Zehdenickerstr. 13. F. Wemmer, Hagenauerstr. 13. 0. Strache, Gleimstr. 19. W. Henning, Gartenstr. 115. Friede Schneider, Freienwalderstr. 21. E. Müller, Rhlestr. 3. F. Klickermann, Badstr. 59. 6. Neriich, Am Nordhasen 5. H. Reiche, Prinz Eugenstr. 8. E. te Bart, Schliemannstr. 46. I Batiks, Stolpischestr. 64. G. Edling, Schönhauser Allee 164. F. Koehlcr, Franseckistr. 7. R. Kügow, Chorinerstr. 24. R. Schwandt, Chorinerstr. 34. M. Starke, stettinerftr. 38. W. Deiner!, Anklamerstr. 26. 0. Agricolei, Schulzendorserstr. 14. W. Oberhoff, Antonstr. 48. A. Röhl, Voltastr. 42. P. Krumbach, Schulstr. 51. E. Ritter, Soldinerstr. 12. A. Fiieck, Chorinerstr. 15. F. George, Wollinerstr. 58. H. Siefertj Prenzlauer Allee. 16. 0. Schwienhagen, Rhienowerstr. 2. G. Thomas, Schwartzkopffstr. 7. W. Koschel, Exerzierstr. 19a. W. Gand, Lothringerstr. 64. F. Stark, Fennstr. 9. A. Mensing, Biesenthalerstr. 2. G. Osburg, Koloniestr. 23. P. Schinauer, Anklamerstr. 15. A. Sommerfeld, Hussitenstr. 28. 0. Zschoch, Borsigstr. 18. H. Sohrödgr, Pankstr. 21. 0. Brandt, Borsigstr. 2. A. Zander, Toaostr. 81. P. Rieck, Borsigstr. 12. H. Freidenreich, Voltastr. 35. A. Sommerfeldf, Usedomstr. 20. C. Alhrecht, Metzerstr. 17. R. Schenkel, Beymestr. 26. G. Brätsch, Wembergsweg 10. A. Weiss, Bergstr. 2. A. David, Schönhauser Allee 50. R. Kralle, Ackerstr. III. Wwe. Reinicke, Plantagenstr. 7. F. Müller, Ackerstr. 102. 0. Stuchey, Voltastr. 49. L. Rapp, Hochmeisterstr. 9. R. Höhn. Rügenerstr. 16. H. Wiedwald, Tegelerstr. 51. J. Ziegler, Reinickendorserstr. 57a. W. Sonst, schwedterstr. 21. W. Schaaf, Brunnenstr. HO. A. Rohling, Brunnenstr. 87. 0. Mülller, Brunnenstr. 82. M. Heinert, Kamerunerstr. 57. R. Müler, Brunnenstr. 121. J Gohlke, Ramlerstr. 34. J. Niedergesäss, Franseckistr. 24. Fr. Zielke, Stralsunderstr. 56. F. Spindler, Fennsw. 32. 0. Schumann, Ackerstr. 153. M. Müller, Hussitenstr. 15. C. Landeck, Schwedterstr. 25. 0. Dalcke, Ackerstr. 5. A. Jurka, Tieckstr. 16. C. Mörschner, Tresckowstr. 57. A. Wackerhagen, Jasmundersw. 15. A, Zimpel, Ackerstr. 149. L. Ihle, Bohenstr. 14. W. Eder, Anklamerstr. 57. G. Schröder, Elsasserstr. 35. P. Praschma, Eichendorffstr. 3. R. Mägdefrau, Lothringerstr. 24. R. Schliephake, Hussitenstr. 64, E. Elbinger, Hochmeisterstr. 1. Th. Springer, Wattstr. 1. Hoffmeister, Ackerstr. 128. H. Schmidt, Gartenstr. 41. 0. Gräper, Veteranenstr. 16. W. Lemphul, Lottumstr. 21. H. Grassnick, Christburgerstr. 35. Fritz Hanke, Samariterstr. 11. M. Ramsch, Dunckerstr. 7. L. Hinzpeter, Gartenstr. 100. L. Neumann, Ackerstr. 133. E. Unkrodt, Ackerstr. 70. P. Rieck, Borsigstr. 12. Feistner, Köslinerstr. 22, H. Kageltnann, Reinickendorserstr. 3. R. Müller, Pappel-Allee 104. G. Lawrenz, Fürstenbergerstr. 15. E. Vogler, Rykestr. 34. VI. Kerstan, Utrechterftr. 8. A. Corts u. Co., Grenzstr. 10. Nordwest(Moabit). A. Danelzick, Wilhelmshavenerstr. 16. A. Fach, Claudiusstr. 10. Matthes, Wilhelmshavenerstr. 17. Max Schubert, Bredowstr. 20. F. Bartel, Jagowstr. 10. Corts& Co., Stendalerstr. 5. Joh. Kumrau, Alt-Moabit 87, Raft, Perlebergerstr. 54. Rinke, Wilhelmshavenerstr. 33h. Hanke, Turmstr. 67. F. Orenske, Gotzkowskyftr. 23. G. Müller, Gotzkowskyftr. 6. R. Wackerhagen, Birken str. 39. C. Peikert, Oldenburgerstr. 14. H. Borg, Oldenburgerstr. 23. W. Sander, Berlichingenstr. 1. E. Iglisch, Wald str. 25. G. Spieckermann, Wielesstr. 66. H, Koller, Bredowstr. 43. Th. Kähner, Bredowstr. 16. H. Graf, Beusselstr. 24. H. Marx, Beusselstr. 7. Th. Gurig, Oldenburgerstr. 12. H. Schmelzer, Wilhelmshavenerstr. 39. F. Heyden, Siemensstr. 17. 0. Hering, Rostockerstr. 51. R. Wackerhagen, Birkenfw. 32. J. Beyer, Bremerstr. 60. F. Handtke, Stephan str. 55. E. Schmidt, Lübeckerstr. 47, F. Kügler, Rostockerstr. 31. H. Lippmann, Gerichtstr. 45. H. Hildebrandt, Birkenstr. 19. Th. Neumann, Oldenburgerstr. 19. 0. Fliegner, Kirch str. 12. J. Sieg, Beusselstr. 59. A. Schmidt, Beusselstr. 42. F. Rechenberg, Huttenstr. 4. R. Heinrich, Wawstr. 42. R. Schwämmlein, Beusselstr. 44. F. Burek, Waldstr. 36. W. Schulze, Gotzkowskystr. 10. R. Miftelstrasse, Berlichingenstr. 12. M. Paatz, Zwinglistr. 22. C. Giersmann, Wittstockerstr. 7, V. Polonius, Rostockerstr. 46. P. Bänsch, Dreysestr. 12. Th. Beier, Rostockerstr. 40. E. Aswaldt, Wielesstr. 36. R. Topp, Wilhelmshavenerstr. 27. Th. Krull, Beusselstr. 74. V. Lukowski, Wittstockerstr. 25. A. Sternsdorff, Huttenstr. 41. F. Käckeritz, Wilhelmshavenerstr. 33c. Kläden, Bredowstr. 12. A. Reisewifz, Wielesstr. 27. E. Schumann, Putlitzstr. 16. J. Höhne, Stromstr. 33. F. Pfeiffer, Perlebergerstr. 44. Bodenstein, Wilhelmshavenerstr. 12. R. Giesmann, Oderbergerstr. 8. Müller, Waldstr. 46. F. Fölzing, Emden erstr. 21. A, Schink, Kirch str. 14. P. Warzyniak, Lehrterstr. 31. W. Knetsch, Lübeckerstr. 24. E. Schmich� Lübeckerstr. 47. C. Laads, Siemensstr. 7. C. 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Klose, Weidenweg 74. G. Hildebrandt, Langestr. 21. A. Müller, Mühlenstr. 35. Osk. Spann, Elbingerstr. 78. A. Gerland, Fruchtstr. 36. R. Adam, Am Ostbahnhof. R. Bienert, Lebuserstr. 11. W. Riewe, Warschauerstr. 82. 0. Börner, Küstriner Platz 2. Lehmann, KL Markusstr. 12/13. M. König, Tilsiterstr. 34. J. Maass. Zorndorserstr. 34. 0. Lau, Münchebergerstr. 15. 0. Schachsal, Wilhelm stolzestr. 2. R. Bachmann, Wilhelm Stolzestr. 35. F. Probst, Andreasstr. 23. R. Steffen, Schreinerstr. 60. R. Schützendübel, Fürstenwalderstr. 7. H. Derr, Warschauerstr. 30. M. Blender, Ebelingstr. 5. L. Schmidt, Marienburgerstr. 24. J. Jonschke, Mirbachstr. 29. J. Mehl, Hausburgstr. 5. P. Masur, Rigaerstrasie. 0. Schicke, Straußbergersir. 33. P. Sturm, Boxhagenerstr. 33. W. Schorrig, Friedrichsbergerstr. 16. H. Winnenburg, Stralauer Allee 23. A. Wiemann, Kopernikusstr. 9. 0. Ziegler, Georgenkirchstr. 7. W. Behrendt, Friedrichsbergerstr. 20, P. Nitschke, Neue Königstr. 23. P. Scholz, Marienburgerstr. 15. A. Treutier, Winsstr. 60. A. Rappmann, Langestr. 46. G. Jackisch, Friedenstr. 47. G. Arndt, Krautstr. 22. W. Bantsch, Frankfurter Allee 75. F. Bröge, Friedrichsselderstr. 39. F. Schubert, Strautzbergerstr. 5. J. Rülke, Warschauerstr. 4. J. Neumütz, Weidenwcg 37. L. Holde, Memelerstr. 20. 0. Hartmann, Friedenstr. 44. P. Leichtenberger, Zorndorserstr. 20 P. Michalski, Pallisadenstr. 76. H. Zimmermann, Elbingerstr. 32. 0. Lucko, Königsbergerstr. 18. A. Manthe, Jnsterburgerstr. 12. 0. Estler, Memelerstr. 4. W. Wernicke, Tilsiterstr. 24. E. Hartig, Eckertstr. 13. W. Moltrecht, Weidenweg 25. P. Martin, Pallisadenstr. 44. F. Schmieding, Lübbenerstr. 17. Hehs, Koppenstr. 70. E. Wolf, Grüner Weg 75. VI. Bödner, Rüdersdorferstr. 20. G. Fischer, Langestr. 25. 0. Sommer, Romintencrstr. 5. F. Fischer, Samariterstr. 2. J. Sommerfeld, Königsbergerstr. 35. H. Hartmann, Langestr. 106. J. Conrad, Thaerstr. 17. M. Mltsching, Zorndorserstr. 27. K. Kinzel, Pallisadenstr. 84. E. Schröder, Memelerstr. 65. R. Langfritz, Schreinerstr. 4. A. Franke, Zelleftr. 2. A Scheer, Eckertstr. 1. K. Schwarz, Thaerstr. 20. Hanke, Kreutzigerstr. 1. C. Michalski, Rüdersdorferstr. 2. August Will, Andreasstr. 14. F. Stock, Holzmarktstr. 50o. W. Studze, Markusstr. 15. Herrn. Müller, Wcidenweg 7. Rudolf Wohlick, Koppenstr. 88. Gust. Franke, Koppenstr. 25. Franz Mehlhose, Memelerstr. 52. Franz Smieschek, Fürstenwalderstr. 16. J. Sedlatschek, Blumenstr. 64. Paul Brehmer, Krautstr. 41. Alb. Theil, Petersburgerstr. 66. Max Geisler, Cadinerstr. 20. Georg Gabelmann, Proskauerstr. 38. Joseph Grajewski, Kochhannstr. 43. Heinrich Gödecko, Warschauerstr. 1. Karl Schwarzba, Petersburgerstr. 32 Ernst Feller, Sirasimannstr. 8. R. Zehn, Richthoscnstr. 5. G. Dunitza, Memelerstr. 59. L. Böttcher, Andreasplatz 3. Joh, Kllschz, Samaritersw. 28. Rob. Steffen, Schreinerstr. 60. Friedr. Walz, Proskauerstr. 21. Heinr, Neumann, NichtHosen str. 33. Herrn. Türpe, Friedenstr. 74. Gerlach, Koppenstr. 46. Fritz Müller, Strausbergerstr. 46. Heinrich Büttner, Rüdersdorserstr. 62. D. Bohndorf, Königsbergerstr. 30. P. Zimmer, Königsbergerstr. 9. J. Mix, Mirbachstr. 20. C. Käthe, Jnsterburgerstr. 5. A. Wollgast, Memelerstr. 32. R. Gorgas, Pintschstr. 4. W. Schernikau, Fruchtstr. 37. P. Golsch, Wcserstr. 31. A, Sommerfeld, Eberthstr. 25. G. Sperling, Graudenzerstr. 12. H. Kliemann, Bödickerstr. 36. C. Piolrowski, Elbingerstr. 19. St. Gusig, Proskauerstr. 8. R. Bloch, Proskauerstr. 28. A. Hoffmann, Petersburgerstr. 38. J. Spöttlich, Eldenaerstr. 2. G. Höhnke, Gubenerstr. 49. Jstri-Brodfabrik, Michaelkirchstr. 20. H. Prager, Gr. Franksurterstr. 2. C. Schneider, Petersburgerstr. 47. Luise Ramisch, Schreinerstr. 57. 0. Busch, Cadinerstr. 14. F. Sieling, Kochhannstr. 35. R. Sehne, Grüner Weg 54. C. Zabel, Koppenstr. 15. Zielinski, Zorndorserstr. 4. E. Wanjeck, Langestr. 78. W. Brose, Kochhannstr. 34. A. Pirsohel, Strausbergerstr. 17. F. Oste, Madaistr. 10. E. Vandork, Holzmarktstr. 36a. L. Frankel. Wallner-Theaterstr. 10. B. Niebisch, Fruchtstr. 29. A. Deus, Gubenerstr. 57. Anna Krooker, Rüdersdorferstr. 67. C. Bradernann, Breslauerstr. 32. 0. Schöning, Samariterstr. 21. Karl Opalke, Franksurter-Allee 80. E. Wiedekind, Petersburgerstr. 2. W. Engel, Franksurter-Allee 145. J. Dehmel, Caprivistr. 9. M. Kehling, Langestr. 40. J. Gierth, Mehnerstr. 21. Fr. Klausing, Ebelingstr. 10. H. Spüllmann, Grüner Weg 115. MathildePackhäuser,Rüdersdorserst.52 W. Sommerfeldf, Koppenstr. 8. A. Grüneberg, Fruchtstr. 73. L. Köppe, Markusstr. 38. Papenbrok, Stralauer Allee 20. F. Horslmeier, Frankfurter Allee 179. A. Kuhn, Blumenstr. 67. E. Lelleik, Manteuffelstr. 90. G. Scheurel, Kaiserstr. 46. F. Oste, Madaistr. 10. K. Haak, Gr. Franksurterstr. 110. A. Maluschke, Liebigslr. 1. P. Hesse, Hcidenseldtstr. 11. C. Hanke, Blumenthalstr. 10. P. Schneider, Caprivistr. 22. H. Lude, Warschauerstr. 27. Fr. Papke, Franksurter Allee 40. E. Mages, Richthosenstr. 18. T. Meinhardt, Pintschstr. 13. K. Darmstadt, Gubenerstr. 42. H. Nietsch, Posenerstr. 16. E. Günther, Grüner Weg 27. P. Gentzmann, Watzmanustr. 2a H. Wendland, Grüner Weg 88. W. Schernikau, Fruchtstr. 37. St. Cymmer, Posenerstr. 2. R. Schneider, Samariterstr. 8. R, Giese, Wilhelm Stolzestr. 43. F. Franke, Mühlenstr. 46a. A. Ramin, Landsberger Allee 57. R. Molnau, Markusstr. 27. C. Merkel, Mühlenstr. 1. F. Hnida, Stralauerplatz 5. 0. Siedersleben, Äoppenstr. 99. J. Riegler, Hübnerstr. 6. 0. Rehwaldt. Langenbeckstr. 12. i. Hornig, Mühlenstr. 32. J. Schön, Mühlenstr. 51. B, Burkhardt, Rigaerstr. 138. L. Koppe, Markusstr 38. H. Siebert, Fruchtstr. 83a. M. Treppenhauer, Grotze Franksurter- straße 129. Fr. Goiech, Weferstr. 31. K. Heyde, Andreasstr. 51. F. Riehoidt, Holzmarktstr. 55. F. Siigt, Stratzmannstr. 35. F. Bohne, Lichteubergerftr. 11. I. Reisch, Köpnickerstr. 77/78. A. Heibig, Zeughofstr. 8. J. Schalm, Andreasstr. 35. > Rudnick, Reichenbergerftr. 185. G. Schwarze, Landsberger Allee 146. A. Manie, Ebertyftr. 59. F. Kuckrow, Pallisadenstr. 100. fl. Schneider, Hausburgstr. 26. F. Rohloff, Pallisadenstr. 6. P. Mertens, PeterSburgerstr. 21. D. Reich, Thornerstr. 67. A. Gessner, Tilsiterstr. 26. H. Stoener, Romintenerstr. 20. K. Martin, Blumenthalstr. 19. G. Gaeckel, Mühlenstr. 68a. 0. Gieiig, Warschanerstr. 69. Süd-Ost. F. Bachstein, Wienerstr. 58. 1-Städler, Lausttzerstr. 16. Sailert, Manteuffelstr. 29. 0. Schörnig, Cuvrystr. 22. c. Tschenlke, Reichenbergerftr. 95a, 8. Claus, Waldemarstr. 76. 1. Müller, Cuvrystr. 42. Oiefenbach, Gärlitzerstr. 63. 8. Ladev/ig, Gubenerstr. 32. 3ädewig, Wasserthorstr. 1—2. C. Hüller, Kottbuser Damm 35. 8. Klammeck, Wienerstr. 32. A. Meyer, Reichenbergerftr. 58. "■ Tews, MuSkauerstr. 6. 3. Neumann, Naunynftr. 68. Kanatkowski, MuSkauerstr. 18. A. Fiedler,«chlesischestr. 23. 1. Töpfer, MuSkauerstr. 11. M. Kotzan, Glogauerftr. 2. V. Schulz, Adalbertstr. 85. M. Lerche, Waldemarstr. 62. A. Kauf, Lausttzerstr. 25. X. Hoffmann, Manteuffelstr. 11. E. Fritz, Britzerstr. 21. A. Lippert, Manteuffelstr. 67. 8. Böhme, Kottbuser Damm 20. E. Huth, Skalitzerstr. 124. G. Kaatz, Cuvrystr. 37. 8. Rummler, Reichenbergerftr. 71. A. Brauer, Manteuffelstr. 99. F. Bachstein, Wienerstr. 58. Wieske, Prinzenstr. 99. C. Röder, Oppelnerstr. 24. 1. Kinzel, Wrangelstr. 25. TH. Jackson, Wienerstr. 36. E. Menzel, Skalitzerstr. 59c. G. Wenze, Kottbuserstr. 21. C. Witschet, Lübbenerstr. 24. M. Eule, Sorauerftr. 18. R. Hess, Wrangelstr. 45. Stressow, Wrangelstr. 126. A. Heyer, Reichenbergerstr. 82. F. Riebenstahl, Alexandrinenstr. 46. Otto Grigoleit, Planuser 92a. AI. Langwitz, Wienerstr. 56. H. Nicolas, Wienerstr. 66. Schenk, Oppelnerstr. 4. Hanke, Köpnickerstr. 23. R. Moritz, Oranienstr. 11. H. König, Sorauerftr. 1. W. Toerlitz, Mariannenstr. 5. A. Rost, Reichenbergerftr. 138. Fr. Bclilau, Lübbenerstr. 10. H. Buss, Grünauerstr. 12. E. Gentzmann, Wrangelstr. 77. A. Nass, Oppelnerstr. 49. H. Grossmann, Glogauerftr. 26. C. Wagner, Reichenbergerstr. 101. C. Dehmel, Skalitzerstr. 63. G. Kruse, Liegnitzerstr. 5. F. Thieme, Oranienstr. 196. G. Gumtau, Wrangelstr. 21. L. Ratzmann, Manteuffelstr. 103. Ch. Schrin, Reichenbergerstr. III. A. Hülsburg, Reichenbergerstr. 114. R. Sarack, Grünauerstr. 26. J. Targafsch, Britzerstr. 7. L. Schirrraeister, Manteuffelstr. 87. A. Köhler, Skalitzerstr. 109. A. Stoiia, Manteuffelstr. 61, J. Mennikheim, Wrangelstr. 69. F. Lohus, Cuvrhslr. 44. R. Finger, Adalbertstr. 93. G. Miefh, Liegnitzerstr. 28. R. Zobel, Wienerstr. 8. Protzeck, Forsterstr. 42. P. Hanoi, Waldemarstr. 66. E. Barth, Naunhnstr. 1. Hanke, Falckensleinstr. 45. Schmidt, Lausttzerstr. 47. Weber, Reichenbergerstr. 68. P. Gehricke, Reichenbergerstr. 64. P. Schütze, Lausttzerstr. 34. C. Krzawski, Lausitzer Platz. E. Fromberu, Pücklerstr. 42. C. Schulz, MuSkauerstr. 34. E. Kaiser, MuSkauerstr. 54. G. Marks, Forsterstr. 3. L. Osterhagen, Britzerstr. 41. F. Haupt, Eisenbahnstr. 3. C. Weber, Falckensleinstr. 43. E. Hübener, Eisenbahnstr. 31. M. Janfke, Liegnitzerstr. 7/8. E. Heilmann, Naunhnstr. 64. S. Stephan, Oppelnerstr. 20. 0. Wagenknecht, Sorauerftr. 8. A. Krause, Oppelnerstr. 35. G. Niegel, Pücklerstr. 8. G. Zenka, Reichenbergerstr. 153. A. Wohler, Wrangelstr. 9. C. Tennerf, Schlesischestr. 19. K. Hampel, Eisenbahnstr. 13. H. Heinrich, Wienerstr. 49. F. Ruller, Skalitzerstr. 1. W. Fiebig, Curystr. 5. R. Suloscli, Mariannenstr. 27. F. Werner, Pücklerstr. 23. R. Halbauer, Kottbuserstr. 2. C. Schulz, Reichenbergerstr. 161. P. Gabler. MuSkauerstr. 14. Barduhn, Naunhnstr. 40. P. Maiwald, Grünauerstr. 21. Punke, Admiralstr. 10. A. Manthey, Falckensteinstr. 37. R. Heide, Pücklerstr. 48. F. Hoppe, Adalbertstr. 65. Süden. G. Heinig, Gräsestr. 14a. August Preuss, Fidieinstr. 14. Ullbrich, Gneisenaustr. 96. Polenz, Bergmannstr. 14a. Sauer, Prinzenstr. 38. Hanke, Oranienstr. 186. Köhler, Jahnstr. 21. M. Heimrofh, Admiralstr. 39. W. Iremus, Oranienstr. 4. 0. Hanke, Ritterftr. 2b. 0. Knofius, Bergmannstr. 10. H. Neubach, Urban str. Wodetzki,«oeckhstr. 37. F. Hoppe, Adalbertstr. 66. A. Tacke, Oranienstr. 110/111. 0. Beckmann, Neue Jakob str. 10. R. Richter, Zimmerstr. 84. „ Markgrasenstr. 73. „ Jerusalemerstr. 3/4. „ Wilhelinstr. 133. K. Schulze, Boeckhstr. 46. P. Henisch, Grimmstr. 1. F Nitschke, Dieffenbachstr. 58a. J. Rücker, Ratiborstr. 17. C. Wagner, Schenckendorsstr. 4. E. Menz, Teltowerstr. 40. J. Steinioke, Mariendorserstr. 3. H. Bergner, Fichtestr. 22. G. Hold, Willibald Alexisstr. 39. Fr. Krause, Gräsestr. 10. C. Stockmann, Dresdenerstr. 81. M. Mioheii, Nostizslr. 49. M. Henning, Kronenstr. 12/33. H, Lück, Alte Jakob str. 7. J. Brendel, Gräsestr. 67. R. Schneklein, Urbanstr. 83. P. Dehmelf, Bärwaldstr. 47. F. Gronemann, Alte Jakohstr. 120a. 0. Bethke, Dresdenerstr. 64. W. Rex, Prinzenstr. 112. H. Stammwitz, Skaliberstr. 95. 0.' Döbelf, Willibald Merisstr. 17. G. Schräder, Mittenwalderstr. 44. 0. Beckmann, Neue Jakobstr. 10. M. Schnefeld, Dresdenerstr. 54. A. Kühr!, Fidieinstr. 32. L. Pritzkar, Dieffenbachstr. 27. E. Kühn, Chamissoplatz 6. 0. Hollunder, Schönleinstr. 27. Eugen Mosch, Alte Jakobstr. 79. Richard Schwartz, Fichtestr. 26. Wilhelm Rühlow, Koch str. 48. Albert Lautenschiäger, Wasserthcr- straste 16. Otto Billing, Urbanstr. 104. Paul Dehmelt, Bärwaldstr. 47. H. Trappe, Riiterstr. 15. Adolf Weiner, Wafferthorstr. 49. Emil Drauschke, Schönleinstr. 16. P. Pryzybile�tzagelsbergerstr. 29. C. Anders, Schönleinstr. 21. A. Trümpier, Aorkstr. 55. H. Kiautzsch, Alte Jakobstr. 88. 0. Gardiko, Kirchbach str. 14. K. Srathun, Wasserthorstr. 71. Böttcher& Co., Gräsestr. 25. C. Kelch, Dieffenbachstr. 52. A. Royl, Kottbuser User 62a. A. Readi, Gräsestr. 4. C. Schmidt, Prinzenstr. 10. R. Loudwin, Fürstenstr. 8. A. Schulz, Gräsestr. 19. A. Otto, Sebastianstr. 82. K. Hesse, Kreuzbergftr. 38. J. Zindier, Camphausenftr. 6. J. Wendicke, Brandenburgstr. 6. A. Becker, Brandenburgstr. 21. G. Kretschmer, Prinzenstr. 29. W. Hein, Urbanstr. 49. W. Struck, Wasserthorstr. 38. E. Breitkopf, Möckernstr. III. M. Lukaszewski, Möckernstr. 100, 0. Hartmann, Hasenheide 49. H. Liesegang, Prinzenstr. 75. Westen. 0. Lehmann, Teltowerstr. 38 a. A. Zapp, Friedrich-Wilhelinstr. 20. Karl Zeglin, Neue Steinmetzstr. 1. A. Gordwitz, Blumenthalstr. 6. 0. Schapen, Steglitzerstr. 71. M. Poche, Steinmetzstr. 27. R. Madel, Winters eldtstr. 5. Plottners Großbäckerei Dcnnewitzstr.32. H. Podehl, Lützowstr. 75. R. Bohl, Markgrasenstr. 3. H. Gorzyska, Markgrafendamm 32. P. Hahn. Jägerstr. 70. F. Niemitz, Kochstr. 38. F. Bohndorf, Khffhäuserstr. 11. A. Rohrlack, Kirchbachstr. 5. 0. Hoyer, Steinmetzstr. 43. G. Kakowsky, Nürnbcrgcrstr. 29. C. Krack, Glcditschstr. 29. M. Jahn, Denncwitzstr. 33. Centrain. Otto Minuth, Steinstr. 18. Fr. Niemeyer, Anncnstr. 41. J. Küffner, Amalienstr. 7. Theod. Thede, Auguststr. 22. Aschingers Bierquelle, Aktienges. E. Hanning, Grenadicrstr. 17. P. Hanke, Linienstr. 65. Fr. Löffler, Steinstr. 22. Haucke, Oranicnburgerstr. 84. E. Schneider, Linienstr. 56. R. Müller, Pappel-Allee 104. L. Liskon, GiPSstr. 7. H. Kemnitz, Linienstr. 156/157. R. Scharlok, Raumerstr. 55. G. Berger, Schützenstr. 64. G. Lazarus, RosentHalerstr. 60. A. Beiske, Mulackstr. 10. F. Pflugk, Köpnickerstr. 31b. M. Strunk, Oranienburgerstr. 39. 0. Hanke, Dragonerstr. 15. 0. Mahlendorf, Grenadicrstr. 34. H. Vetter, Elsasserstr. 92. C. Vogler, Auguststr. 54. E. Elias, Dresdenerstr. 90. J. Grabsch, Linienstr. 120. E. Kadelbach, Annen str. 5. J. Schmitz, Lothrmgerstr. 16. M. Neumann, Dragonerstr. 36. C. Heike, Kl. Hamburgerstr. 9. I. Neumann, Mendelssohnstr. 9. H. Wohlgezogen, Linienstr. 4. C. Tänigcs, Elsasserstr. 19. 0. Trumpf, GiPSstr. 17. E. Schruttke, Linienstr. 199. W. Hittig, Alexanderstr. 28. C. Gärnitz, Gormannstr. 24. Arnold, Kl. Alexanderstr. 26. M. Witanski, Amalienstr. 20. F. Höft, Brüderstr. 36. M. Grunberg, Burgstr. 14. W. Knorr, Amalienstr. 20. G. Jendreyko, Linienstr. 72. Rixdorf. A. Voigtländer, Berlinerstr. 20. R. Richter, Knesebeckstr. 68. R. Senfüebcn, Steinmetzstr. 39. Ehrentraut, Richardstr. 23. F. Dornhusch, Hohenzollern-Platz 13. 0. Grubert, Prinz Handjerhstr. 83. R. Voley, Hasenheide 69. 0. Lauchte, Prinz Handjerhstr. 38. Fr. Krell, Wippersir. 12. Rieh. Leiaau, Berlinerstr. 85. A. Lowigt, Steinmetzstr. 121. P. Wernicke, Reuterstr. 76. C. Hoffmann, Kirchhosstr. 32. R. Kiesling, Bergstr. 32. F. Scbmuschke, Wildenbruchstr. 63. A. Speisekorn, Erkstr. 4. H. Grünhagen, Hobrechtstr. 71. A. Herrmann, Kaiser Friedrichstr. 7. F. Ecke, Deibrückftr. 35. J. Scholz, Juliusstr. 65. 0. Wienecke, Bergstr. 16. A. Beckmann, Kottbuser Damm 101. Fr. Hoppe, Lessingstr. 30. J. Weigmann, Kaiser Friedrichstr. 175. W, Stange, Hertzbergstr. 28. A. Rybilzki, Reuterstr. 32. M. Jeschal, Emserstr. 44. G. Persike, Falkstr. 25. J. Hornig, Kopsstr. 45. R. Seiler, Delbrückstr. 65. L. Marmul, Friedelstr. 3. G. Jaenichen, Hermannstr. 47. Paul Scholz, Ringbahnstr. 25. C. Stawonski, Weferstr. 206. M, Beizig, Knesebeckstr. 41. Joh. Breumer, Mainzerftr. 56. H. Dallinger, Warthe str. 68. Fr. Cziicior, Warthestr. 9. K. Jeltrug, Ziethenstr. 57. F. Godawa, Boddinstr. 64. P. Rother, Steinmetzstr. 94. M. Kasten, Fuldastr. 60. A. Spandel, Berlinerstr. 80. J. Troffer, Witzmannstr. 7. R. Gallert, Knesebeckstr. 33. K. Junker, Pannierstrahe 13. J. Bömhardt, Hermannstr. 228. W. Kusube, JBoiscftr. 374. F. Leinau, schönweiderslr. 119. P. Stensel, Pannierstr. 9. L. Kupfernagel, Bergstr. 73. G. Haadt, Erkstr. 15. A. Henlschel, Knesebeckstr. 146. W. Winzer, Berlinerstr. 105. C. Kummer, Steinmetzstr. 23. R. Rohloff, Lessingstr. 34. J. Krefka, Kirchhosstr. 46. J. Troff er, Wihmannstr. 7. W. Arndt, ThomaSstr. 37. A. Brix, Hermannstr. 210. M. Firnstein, Hermannstr. 42. J. Runge, Steinmetzstr. 131. H. Meyer, Hasenheide 117/118. H. Apelt, Hermannplatz 7. J. Bomhardt, Hermannstr. 226. E. Pankow, Ziethenstr. 41. C. Adameck, Thuringerstr. 36. E. Brüx, Prinz Handjerhstr. 24. E. Würfel, Thüringerstr. 18. L. Hagen, Friedrichstr. 204/205. C. Adameck. W. Hagen, Hermannstratze. C. Bozig, Knesebeckstr. 41. A. Klein, Ziethenstr. 75. 0. Lemke, Prinz Handjerhstr. 75, E. LUdicke, Richardstr. 63. P. Stensel, Pannierstr. 9. A. Braun. R. Friedrich, Münchenerstr. 17/18, 0. Görtz, Pannierstr. 4. 0. Ecke, Juliusstr. 31. W. Orha, Ziethenstr. 19. H. Hilmu, Herthastr. 3. E. Heutzidel, Ziethenstr. 87. J. Janeck, Hermannstr. 61., 0. Wienecke. 0. Gabbert, Bergstr. 27. F. Pietsch, Elsenstr. 82. VI. Ohlhoff, Pflügerftr. 11. J. Bartsch, Prinz Handjerhstr. 58. E. Kroker, Fuldastr. 10. Szymanski, Goethestr. 19. H. Mast, Bergstr. 129. Wienecke, Bergstr. R. Lobbes, Thomasstr. 6/7. L. Lehmann, Richardstr. 31/32. P. Blasius, Richardplatz 16. W. Willhaus, Berlinerstr. 16. J. Reich, Pannierstr. 34. R. Liebenow, Bergstr. 143. 0. Hacker, Jahnstr. 2. C. Renke, Bergstr. 122. W. Schmidt, Hohenzollern-Platz. Handtke, Richardstr. 104. A. Jahnke, Lessingstr. 22. J. Wielgosz, Reuterstr. 81. W. Bennewitz, Prinz Handjerhstr. 22. B. Renner, Mainz erstr. 1/2. Zahn, Ziethenstr. 36. G. Haberland, Prinz Handjerhstr. 70. J. Bollmann, Kopsstr. 38. 0. Marcus, Hohenzollern-Platz 18. F. Bosse, Reuterstr. 94. E. Haase, Jägerstr. 77. H. Kadad, Karlsgartenstr. 19. E. Kummer, Steinmetzstr. 23. C. Pritschow, Walterstr. 18. G. Jänichen, Hermannstr. 47, P. Krüger, Wlsjmannstr. 29. R. Wcigelt, Münchenerstr. 44. R. Liebenow, Bergstr. 143. R. Kirstädter, Elbeftr. 6. C. Schlott, Donaustr. 112. H. Apitsch, Lohmühlenstr. 70. J. Brefka, Kirchhosstr. 46. E. Krux, Prinz Handjerhstr. 24. Kl. Reinhardt, Hermannstr. 16. A. Kentschel. Knesebeckstr. 146. A. Sucker, Steinmetzstr. 24. A. Schwenke, Hermannstr. 196. G. Ludwig, Kaiser Friedrichstratze 29. P. Thrum, Lohmühlenstr. 65/66. F. Schoninger, Hennannstr. 143. Britz. Pannwitz, Chausseestr. 101. K, Dieckhoff, Bürgerstr. 12. A. Wiangke, Chausseestr. 152. H. Wagner, Buckower Chaussee 4. A. Haupt, Rudowerftr. 6. G. Ramdohr, Chausseestr. 36b. H. Fischer,„ 50. K. Braun,„ 77. Fr. Parniko, Werderstr. 89. E. Schädel, Chausseestr. 43. C. Radke,„ 114. 0. Schultze, Jahnstr. 45. 0. Weihrauch, Bürgerstr. 24. Ww. Clausnitzer, Chausseestr. 17. 6. Heidemann, Chausseestr. 68/70. Alt- und Xcn-Weissensee. 0. Bauer, Straffe 2. P. Klinner, Gustav Adolsstr. 152. H. Höhnge, Sttatzburg/tr. 20. Ernst Engel, Gustav Adolsstr. 7. Ludwig Mägdefrau, Gustav Adolsftr.156. Fr. Noth, Friedrichstr. 1. A. Beyer, Gustav Adolsstr. 116. J. Stöhr, Langhansstr. 55. F. Wiedemann, König-Chaussee 34. E. Engel, Charlottenburgerstr. 98. R. Engel, Heinersdorser Weg 24. E. Schwarz, Wilhelm str. 23. Schüler, König-Chaussee 10. J. Knust, Pistoriusstr. 95. H. Gollin, Charlottenburgerstr. 43. R. Wiek,„ 78. E. Dahm, Sedanstr. 63. A. Lehmpiuhl. G. Höhne, Langhansstr. 94. P. Sikorski, Heinersdorser Weg 48. J. Dahm, König-Chaussee 22. K. Maschler, Sedanstr. 35a. A. Gollin, Charlottenburgerstr. 93. J. Frosch, Falkenbergerstr. 46. C. Vogt, König-Chaussee 52. Kiekebusch, Gäblerstr. 60. A. Popp, Wörthftr. 24. A. Schenk, Lothringenstr. 12, H. Schulz, Heinersdorser Weg 37. G. Holz, Kronprinzenstr. 13. 0. Lohmann, Feldmannstr. 94. G. Schneider, Heinersdorser Weg 11. H. Schulz, Heinersdorser Weg 37. H. Dahm, Ch arlottenb urg erstr. 79. Q. Höhne, Langhansstr. 94. J. Harenburg, Berlinerstr. 87. J. Bosehinsky, Rölkestr. 17a. E. Grosskopf, Wilhelmstr. 30. G. Kasisohke, Langhansstr. 142. 0. Strunz, Lehderstr. 112. P. Springer, König-Chaussee 46. F. Köhler, Groffe Seeslr. 26. E. Dahm, Sedanstr. 63. B. Pätzold, Prenzlauer Chaussee 20. M. Kohler, Prenzlauer Chaussee 3/4. G. Schröter, König-Chaussee 89. R. Ihron. Langhansstr. 133. H. Bohnhoff, Friesickestr. 22. J. Bauer, Streustr. 2. A. Schadwinkel, Charloltenburger- straffe 79. C. Brandt, Sedanstr. 52. E. Schneider. W. Vogler, Rölkestr. 127. G. Füfing, Parkstr. 97. 0. Holien-, child, Berlinerstr. t. C. Feidmann. Sedanstr. 28. C. Rothkegel, Lehderstr. 119. A. Lausse, Parkstr. 7. Charlottenlbnrg. H. Preell, Sophie-Charlottenstr. 80. G. Schultz, Cauerstr. 17. Paul Torgeier, Guerickestr. 40. Georg Schott, Goethestr. 25. 0. Wörde, Leibnizstr. 62. E. Kraus, Schlütersir. 17. W. Schlosser, Sophie Charlottenstr. 99. Otto Grundmann. Rosinenstr. 10. Fr. Walther, Pestalozzistr. 12. 0. Scholz, Krnmmestr. 20. Schmidt& Hamerski, Erasmusstr. 12. Görnig, Kantstr. 24. Porath, Spreestr. 46. VI. Weigand, Goethestr. 79. E. Eichhorn,.Schillerstr. 114. 0. Geister, Wilmersdorserftr. 158. A. Nitsche, Stuttgarter Platz 15. A. Ulbrig, Wallstr. 85. R. Bott, Schillerstr. 83. J. Josert, Rosinenstr. 12. Peter Eichhorn, Berlinerstr. 50. A. Tiehle, Plötzenseestr. 12. 0. Lehmann, Danckelmannstr. 46. R. Reiche, Wallstr. 8. VI. Weigand, Goethestr. 79. 0. Bachmann, Englischestr. 29. W. Nitsche, Friedrich Karlplatz la. G. Jandke, Tauroggenerstr. 10. C. Schäfer, Huttenstr. 32/33. C. Uhlmann, Kaiser Friedrichstr. 9. A. Kühnast, Ansbacherstr. 29. K. Dunker, Courbiärestr. 9. P. Bley, Knobelsdorffstr. 42. J. Sohierse, Kaiser Friedrichstr. 47. W. Ruckwied. Sophie Charlottestr. 89. G. Randzio, Wallstr. 24. A. Lüdke, Kantstr. 40. 0. Wilde. Rückertstr. 3. J. Witt, PotSdamerstr. 43. A. Damel, Schloffstr. 20. W. Gaidke, Wilmersdorserftr. 70. K. Lux, Pestalozzistr. 98. C. Wolff, Friedrich Karlstr. 12. E. Klose, Schlüterstr. 12. L. Förster, Kantstr. 61. J. Denner, Chrtststr. 33, G. Hanske, PotSdamerstr. 14. C. Lasse, WilmerSdorserstr. 156. 8. Larisch, Kaiser Friedrichstr. 59. H. Gramm, Sophie Charlottenstr. 93. H. Naubold, Stuttgarterplatz 21. 0. Block, Wilmersdorserftr. 133. M. Funk, WilmerSdorserstr. 59. H. Schmidt, Knobelsdorffstr. 8. C. Brandt, Nehringstr. 3. 0. Geissler, WilmerSdorserstr. 158. H. Spiess,„ 66a. H. Stiel, 124. W. Gusko.„ 117. M. Bartsch, Holtzendorffstr. 18. G. Kühne, Weimarerstr. 14. Maass, Florastr. 10. J. Spitzbarth, Pestalozzistr. 76. H. Schramm, Sophie Charlottenstr. 93. E. Knorr, Kirch str. 33. C. Krause, Krummestr. 42. A. Liedtke, Kantstr. 40. G. Lenke, Kanalstr. 15. Modersohn, Danckelmannstr. 12. H. Otto, Spielhagensir. 14. E. Knorr, Kirch str. 35. A. Heinrich, Bismarckstr. 73. B. Lück, Spandauerstr. 20. W. Sörries, Chriftstr. 15. A. Ratzky, Scharrenstr. 8. 0. Reimann, schloffstr. 35. B. Mack, PotSdamerstr. 10a. P. Liebe, Chriftstr. 18. Schüneberg. Joseph Wagener, Siegsriedstr. 4. Friedr. Templin, Hohenfriedbergstr. 21. R. Hoffmann, Ziethenstr. 3. Rauschnabel, Ebersstr. 85. M. Bohling, Ebersstr. 42. Fr. Fischer, Hauptstr. 102. H. Gork, Fritz Reuterstr. 9. C. Krusche, Sedanstr. 61. E. Obiglo, Hohenfriedbergstr. 5. E. Braun, Gothenstr. 21. Sedanstr. 34. E. Merfert, Feurigstr. 67. D. Schubort, Golzstr. 13a. Kampe, Tempelhoserstr. 8. P. Kernchen, Belzigerstr. 61. A. Borbet, Albertstr. 12. L. Johannes, Sedanstr. 22. P. Pranke, sedanstr. 18. W. Dernlcke, Tempelhoserstr. 5. F. Wetzel, Barbarossastr. 78. F. Michaelis, Feurigstr. 54. H. Beck, Gustav Freitagstr. 9. 0. Sterling, Bahnstr. 40. R. Scholler, Bahnstr. 17. G. Schwernor, Khffhäuserstr. 2. E. Naudyus, Meiningerstr. 9. C. Kindermann, Sedanstr. 30. H. Reck, Gustav Freitagstr. 19. N. Schwemmlein, Bahnstr. 47. J. Lehmann, Sedanstr. 36. L. Johannes, sedanstr. 22. A. Lehmann, Hohenstaufenstr. 7. F. Fischer, Hauptstr. 102/3. Ww. Herbst, Akazienstr. 12. Carl Schöppe, Grunelvaldstr. 114. R. Schulz, Sedanstr. 49. F. Lehmann,„ 6. H. Wermke, Ebersstr. 14. Max Gebhardt, Siegsriedstr. 10. P. Bockisch, Prinz Georgenstr. 7. W. Danicko, Tempelhoserstr. 5. H. Pietschmann, Kaiser Friedrichstr. 14. E. Niemann, Sedanstr. 39. H. Zobel, Maxstr. 27. P. Neumann, Frankenstr. 7. P. Pospiech, Hohensriedbergstr. 15. M. Sperlich, Gothenstr. 44. F. Kaiser, Hauptstr. 53. B. Rudioff, Glcditschstr. 3. G. Bub, Helmste. 2. E. Hanke, Frankenstr. 2. H. Wurst, Sedanstr. 83. P. Lehming, Hauptstr. 85. J. Wurst fr. Hanke, Golzstr. 2. E. Hcrstmeier, Wartburgstr. 3. H. Pcmerenke, Winterseldtstr. 20. C. Soheffler, Hauptstr. 93. E. Reitzig, Grunelvaldstr. 47. B. Maiberg, Reitzig, Apostel Paulusstr. 1. A. Mierwaid, Apostel Paulusstr. 15. A. Ueberrhein, Gothenstr. 51. 0. Binnemann, Kriemhildstr. 1. F. Fach, Brunhildstr. 9. Reini ckendorf. C. Heinrich, Auguste Victoria-Allee 53. 0. Köhler, Eichbornstr. 72. Bebrcnd, Eichbornstr. 12. Hermann Baumgäriel, Provinzstr. 51. Hebrock,«chwcdenstr. 16. Busse, Rcsidcnzftr. 61. Fr. Hoffmann, Antonienstr. 56. Fr. Koltenhahn, Hcrbftstr. 24. M. Modrow, Grüner Weg 51. R. Witte, Hausottcrstraffc. H. Schenkel, Provinzstr. 28. H. Koblitz, Gescllschastsstr. 31. A. Scheer, Markstr. 5. Modrow, Justusstr. 14. R. Zimmer, Residenzstr. 75/76. 0. Fliegner, Eichbornstr. 39. H. Ziesmer,„ 35. C. Braun, Provinzstr. 86. H. Kahla, Justusstr. 29. 0. Stege, Residenzstr. 118. VI. Gollschalk, Berlinerstr. 134. Popp, Bürgerstr. 20. W. Kocpke, Pankower Allee 72. C. Rebsch, Sommerstr. 25. E. Liehig, Residenzstr. 150. E. König, Provinzstr. 72. Fr. Schmidt, Amendestr. 104, J. Schwarz, Provinzstr. 80. A. Schmidt, Residenzstr. 48. R. Krause, Berlinerstr. 104. R. Milster, Grüner Weg 52. C. Hailwig, Berlinerstr. 14. E. Liebing, Residenzstr. 150. Dalldorf. F. Karstadt, Bahnhosstr. 9, W. Frost, RosentHalerstr. 3. G. Frost, Oranienburger Chaussee 17s. A. Plättner, RosentHalerstr. 4a. A. Gutschow, Hermsdorserstr. 1. E. Jahn, Oranienburgerstr. 10. 0. Richter, Triststr. 11. P. Pasch, Oranienburgerstr. 21. H. Karstadt, Rosenthalstr. 2a. Ch. Prächter, Rosenthalstr. 9. Tegel. L. Schwanz, Schlieperstr. 59. Petersohn, Schloffstr. 27. H. Witte, Schloffstr. 22. L. Glesse, Berlinerstr. 3. Weisshaupt, Schlieperstr. 67. Pankow. Robert Seyfejff, Schönholzerstr. 7. R. Grunow, Schloffstr. 4. Lommatzsch, Berlinerstr. 6. VI. Zihell, Kuglerstr. 8. E. Hartmann, Wollankstr. 130. G. Piest, Florastr. 35 u. 24. H. Steuer, Neue Schönholzerstr. 4. F. Eckert, Florastr. 50. 0. Harm, Brehmestr. 54. M. Koller, Heynstr. 5. VI Schmidt,' Wollankstr. 22. K. Linda, Mühlenstr. 79/80. H. Cape, Berlinerstr. 23. VI. Hein, Florastr. 34. M. Köhler, Mühlenstr. 53. A. Rohr, Marimilianstr. 50. E. Sasse, Florastr. 78. R. Voley, Maximilian str. 2. F. Osterhagen, Breitestr. 15. Skibbe, Kreuzstr. 17. Stralau. C. Hartwig, Alt-Stralau 49. P. Franck, Alt-Stralau 56. H, Schäfer, Dorsstr. 10. Rnmmclsbnrg. A. Spöttiich, Kantstr. 13. E. Böhme, Kantstr. 1. P. Mickeiburg, Schillerstr. 27. B. Joachim, Gonntagstr. 36. E. Knopf, Alt-Boxhagen 30/31. R. Schubert, Kantstr. 47. Th. Böhme, Türrschmidtstr. 40. Ad. Plaschner, Goethestr. 16. P. Meckelburg, Schillerstr. 27. R. Hanisch, Neue Bahnhosstr. 27. G. Hahn, Neue Prinz Albertstr. 30. W. Marten, Lessingstr. 2. 0. Priebe, Lessingstr. 10. G. Schön, Türrschmidtstr. 31. A. Wcstphal, Türrschmidtstr. 21. W. Joachim, Schillerstr. 33. M. Lankwitz, Neue Prinz Albertstr. 48. P. Seidel, Neue Prinz Albertstr. 25. Fr. Honsel, Prinz Albertstr. 3. Treptow. W. Barling, Elsenstr. 38. Martendorf. K, Richter, Chausseestr. 67. A. Westphal, Chausseestr. 68. W. Sollnow, Ehausseestr. 13. R. Basener, Chausseestr. 11. F. Franzke, Chausseestr. 3. L. Richnow, Chausseestr. 79. E. Gehrling, Chausseestr. 59. M. Borchard, Berlinerstr. 79. H. Wienike, Kaiser Friedrichstr. 82. Kalbow, Berlinerstr. 84. Teinpelhof. Br. Wilde, Berlinerstr. 34. J. Niemozewski, Berlinerstr. 45. W. Rönnpagel, Berlinerstr. 38. Nieder-Schünlumsen. C. Manko, Beuthstr. 11. P. Achtenhagen, Kaiser Wilhelmstr. 37. J. Kallow, Berlinerstr. 84, M. Zugwurst, Blankenburgerstr. 1. G. Remter, Äuchholzerstr. 8b. M. Geisler, Buchholzerstr. 8 b. W. Lubach, Uhlandstr. 3. Weißensee Hohen-Schüuhanscn. H. Maihofcr. Ken-Hohen- Schönhausen. E. Schulze, Berlinerstr. 8. Frlcdrlchsfelde. C. Beversdorf, Schloffstr. 10. 0. Wölferf, Berlinerstr. 102. G. Meyer, Berlinerstr. 1. 0. Wolferl, Berlinerstr. 102. A. Meyer, Wilhelinstr. 43. Halensee. H. Schildhauer, Kronprinzcndamm 4. Ober-Schöneweide. H. Straohe, Laufn erstr. 4. H. Jähne, Siemensstr. 16. H. Kunze, Wilhelmincnhosstr. L Wilhelminenhosstr. 17. Friedrichsberg. W. Köpko, Scharrnweb erstr. 37. B. Friedrich, W artend ergstr. 2. G. Adcmat, Friedrich Karlstr. 14. !(. Biedermann, Blumenthalstr. 24. Werner.�RummelSburgcrstr. 38. Geier, Scharntveberstr. 71. A. Wenger, Kreutzigerftr. 20. L. Hessler, Psarrstr. 38. Er. Kretschmar, Gürtelstr. 27. H. Dettmann, Franks. Chaussee 167. C. Hanke, Blumenthalstr. 10. C. Opitz, Rummelsburgerstr. 22. E. Rüstow, Chausseestr. 139. lilchtenow-Herzfelde. H. Vuprecht. Hcillgcnsce. M. Lachmann. W. Kühne. Bnckow bei Berlin. A. Michalicka, Chausseestr. 11. Thielscher, Bahnhossir. 7. E. Tarlaff. Samt bei Mühlcnbecb. 0. Oelfert. C. Hense. Henningsdorf. F. Wolter, Hauptstr. 20. L. Wolter, Hauptstr. 5. A. Mahnkopf, Hauptstr. 2. F. Wolter, Chaussee 16. Steglitz. Hermann Knaths, Schützenstr. 11. Holz. Düppelstr. 22. M. Gor'zig, Düntherftr. 2. J. Hichalski, Hubertusstr. 3. E. Lämmkc, Florastr. 2a. B. Liepelt, Fichtestr. 71. C. Felsch, Burgstr. 3. E. Thiel, Abornstr. 16a. H, Orschel, Adolsstr. 7. E. Kummer, Schloffstr. 116. G. Bollmann, Schützenstr. 1. H. Zahl, Schildhornstr. 94. H. Wache, Schützenstr. 38. W. Papier, Schloffstr. 95. Schmargendorf! G. Klingbeil, Breitestr. 22. Dahlem bei Steglits. K. Schilling. Friedenau. 0. Maroldt, Lauterstr. 24. Stahnsdorf. A. Häfener. Wilmersdorf. M. Esser, Uhlandstr. 140. J. Schramm, Augustastr. 3. W. Grosse, Berlinerstr. 38. E. Pasemann, Uhlandstr. 135. A. Wiese,. 128. G. Schramm, Augustastr. 3. C. Jauch, Düsseldorjerstr. 4. H. Förstemann, Uhlandstr. 46. H. Angerstein, Brandenburgischeftr. 3, J. Lanisch, Sicgmaringenstr. 35. C. Lange, Mehlitzstr. 7. lilchtenbcrg. E. Schultke, Blumenthalstr. 7. B. Mägdefrau, Dorsstr. 82. N. Sorge, Wagnerstr. 99. K. Försterling, Frankfurter Chaussee 20. C. Dammköhler,„ ,50. A. Nagel, Wilhelmstr. 75. Hrttnan. Ad. Euen, Köpnickerstr. 12. P. Stadelhoff, Köpnickerstr. 107. Alt-Glienicke. W. Beuster. Gross-Ziethen. A. Warner, Chausseestr. 37. Franz. Buchhol». W. Mai, Berlinerstr. 43. H. Ulrich, Pankowerstr. 4. W. Preuss. Wassmannsdorf. G. Stengel. Perwenitz b. Paaren. W. Leue. lilndenberg. W. Pach. F. Höft. C. Dannbier. Adlershof. E. Zalcke. Hackenbergstr. 2. Borsigwalde. E, Etzat, Ernststr. 6. Heinersdorf. A. Neumann, Prenzlauer Chaussee 25. Hermsdorf. K. Herrmann, Hauptstr. 34. Lübars a. Xordbahn. H. Kiigow. Bosenthal. A. Zickow. Wir machen das verehrte Publikum darauf aufmerksam, daß eine ganze Reihe Bäckermeister und Händler die Forderungen enttveder zurück- ziehen oder durchbrechen. Wir haben daher diesen Leuten unsre Plakate entzogen. Bäckermeister, die ihre Bewilliguitgen zurückgezogen haben oder denen die Plakate von uns entzogen find: E. Weber, Breslauersti'. 11. Böhme, Schleiermacherstr. 11. BrunoKretschmer, Friedrichs- berg. Gorgas, Pintschstr. 4. Jaenicke, Ritterstraße 40 und Breitestr. 20. Karl Opalke, Frankfurter Allee 80. H. Geier, Hollmannstr. 1. Durch allerhand Täuschungen und Manipulationen, falsche Plakate usw. suchen die Bäckermeister dem Publikum Sand in die Augen zu streuen. Wir bitten deshalb die verehrte Bevölkerung Berlins, die uns bisher zu teil gewordene Sympathie auch weiter zu bethätigen dadurch, daß nur Brot und Backware dort gekauft wird, wo die mit unserm Stempel versehenen weihen Plakate mit rotem Rand aushängen. öHIfrzle EifrsksMeu Jeu! vJMMlMMö Neu! nach Woltersdorfer Schieusu hin und zurück sür 30 Ps, mit Musik. 1. Pfingstfeiertag vorm. g Uhr..... v. d. Michaelkirch-Brücke 3.„„ 9„ u. nachm. 2 Uhr„„ 3. 9...... 2„„ Fahrpreis hin und zurück 1,00 M. Einfache Fahrt S0 Pf. Von da an jeden Sonntag vorm. 9 Uhr. 52372* R. Tlsmer. Lasse sich daher niemand täuschen! Wir appellieren an das Rechtsgefühl des konsumierenden Publikums und bitten, nur Brot und Backwarc aus de« Bäckereien, Milchgeschäften und von sonstigen Wiederverkäufern zu beziehen, wo die mit nnsrem Verbands• Stempel versehenen Plakate anshüngcn(weiss mit rotem Rand). Den Landbrotbäckeru und Frühstücksausträgern verlange man die Legitimationskarte frot) ab. Die Herren Bäckermeister und Wiederverkäufcr, deren Ware von Büekern, die zn neuen Bedingungen arbeiten, hergestellt wird, erhalten Plakate für ihre Cleschüfte und Legitimationskarten sür die Brotkutscher und Frühstücksausträger in«nsrem unterzeichnete« Bureau. )Zcktung! Arbeiter Ckarlottenkiirgs! Hcbtun�I Die Charlottenburger Bäcker- Innung hat beschlossen, die Bewilligungen gegenüber den Bäckerei- Arbeitern zurückzuziehen und die Plakate ans ihren Geschäften zu entfernen bei einer Konventionalstrafe von 300 Mark. Arbeiter Charl-ttenbargs? Bureau: Plakate mit rotem Rand aushängen. Die Streikleitung. „Rosenthaler Hof", Rosenthalerstr. 11 /LB. Sprechzeit von morgens IV bis abends 8 Uhr. Kertnann Ficht Clppren-Fabrik fiter DresdenepslF. 16. jetzt Qross-ßörschen-, Scke Steinmetzstrasse und tZr. Trankfurier', Scke jtiarknsstrasse empfiehlt Cigarren— Cigaretten— Tabak in bestbekannter Güte und reichlicher Auswahl. gl. 75 er,>00 er u vadluot ISO ex. Seneral-Dep. Sommer, Beraile. 34. 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Mai IS04, vormittags, Nur die Geminris über 240 Mt. sind de» betrefsende» Nummern i» Klammern beigesttat. (Ohne Gewähr.) Nachdruck verboten. 201 398 662 742[10001 68 1023 70 283 403 29 48 808 940 64 94 1500] 2019 144 87|1000] 239 577 96 884 3079 185 300 754 855 4149 283 382 654 885 990 5265 79 378 558 59 650 6012 131 209 53 334 559 055 712 31 15001 88 99 927 29 41[5001 7427 29 50 728 69 808 8022 28| 500| 32 49 50 289 376 668 969 80 90 9434 63 517 605 782 84 804 67 10 103 219 91 309 12 94 429[1000] 43 552 642 11219 50 374 1 2054 425 69 507 831 110001 76 951 67 1 3157 15001 209 28 69 330 41 487 553 110001 59 600 36 759[500 97 840 932 1 4062 63 217 31(5001 351 592 804 17 1 5006 56 163 523 25 26 94 03S 43 59 754 818 90 931 80 1 6109 76[5001 262 389 707 83 892 979 1 7040 130001 157 227 79 338 486 88[600! 505 076 763 90 837 915 1 8037 65 255 533 65 706 933 19099 129 80 241 80 315 715 868 91 26001 149 99 299 331 471 545 610 721 70 85 00 897 984 2 1034 54 87 88 234 39 462 553 94 615 94 829 32 922 37 49 2 2095 211 74 331 463 800 81 23083 132 63 281[5001 82 439 57 574 825 33 45 910 2 4265 306 1500] 26 463 25219 JIO 000] 50 451 78 90 93 607 44 627 786 90 868[ 30001 88 9S9 26178 267 459 639 845 967 94 2 7295 501 85 635 85 997 2 8083 587 683 704 960[6001 20005 225[500 1 388 440 726 842 72 928 30110 231 82 339 62 351 637 752 847 61 947 3 1 000 1500] 209 13 19 320 53 541 706 3 2267 349 415 15001 22 519 86 874 83 3 3006 7 43 98 138 13000] 327 45 406 508 37 611 839 901 48 3 4047 76 251 64 70 313 40 62 697 3 5080 172 206 310 88 617 35 830 86 945 59 77 3 6255 335 533 879 924 65 3 7010 172 288 369 605 702 44 991 38012 99 161 67 499 13000] 541 620 877 39026 171 384 78 464 73 534 718 810 79 89 959 40140 403( 5001 637 884 85 918[3000] 53 58 4 1008 140 327 59 4U7 521 J 10001 641 74 739 66 4 2032 23? 396 574 818 34 920 4 3048 65 165 212[5001 317 569 11000] 615 875 4 4049 55 15001 76 278 374 463 1 1000) 550 651 45002 19 329 40 529 4 6011 67 215 334[5001 39 85 598 802 4 7028 250[10001 60 64 554 631 928 48076 322 81 523 825 49167 312 443 542 52 685 87 710 878 941 49 50009 86 137 93 281[10001 512 748 813 77 95 51141|30001 408 54 830 5 2210 52 436[3000 1 597 677 736[500] 69 874 5 3074 109 28 53 75 478 715 30 74 5 4036 92 203 98 452 57 776 976 5 5217[50001 339 530 633 773 15001 058 5 6024[5001 76 123 71 352 819 5 7219 418 66 605 43 81 86 714 821[SOOOl 86 995 58046 100 242 365 771 919 60 59011 67 541 691 60003 76 88 211 804 905 110901 67 94 6 1006 119 130001 304 535 648 62176 201 60 66 332 485 694 63198 234 478 515 631 15001 744 72 855 6 4035 77 185 737 879[500] 974 6 5018 97 246 72 569 83 943 76 66123[5001 210 27 408 78[5001 87 570 90 687 94 807 933 75 1500 1 67046 78 228 396 451 522 93 708 44 911 68462 534 57 718 67 69043 159[10001 517 53 609 749 887 98 952 70060 513 67 759 841 71 930 7 1254 332 536 677 13000] 831[5001 917 28 41 72061 138 75 280[30001 650 15001 54 759 78 7 3079 416 89[500] 807 15 954 82 85 74033 92 182 97[1000] 224 35 38[500] 568 650 93 715 52 838 944 63 78 7S008 1500] 70 478 572 [5001 607 65[500] 718 20 834 959 76183 205 395 454 96 504 606[5001 12 41 56 922 77110 97 225 58 584 634 86 7 8056 425 73 84 600 10 80 7 9057 241 547 652 770 80048 74 309[10001 92 564 621 860 81170 383 631 785 93 966 8 2034 79 132 49 228 382 662 81[5001 83068 189 90 341 681 83 819 36 8 4268 465 93 517 [5001 621 835 903[3000] 92 97 130001 85022 125 200 [500] 577 79 98 726 38 86 897 967 8 6001 124 301 17 68 449 719 969[1000] 88 87108 48 203 21 26 339 432 54 15001 654 82 701 47 910 77 8 8209 34 303 90 410 532 709 819 89198 624 30 97 789 836 37 989[3000 1 90090 209 130001 383 634 74 997 9 1018 95 172 [1000] 387 474[30001 630 60 90 709[60 OOOl 31 72 [10001 85 840 043 130001 48 68 92131 549 15001 68 622 767 83 834 88 93102 450 86 910|o001 94154 70 252 410 81 569 83[590] 604 13 26 81 820 40 75 947 95268 1500] 342 465 572 748 50 097 9 6252 11000] 87 372 78 693 749[30001 68 850 52 916 78 9 7001 62 123 70 360 65 74 568 723 815 22 9 8218 55 91 770 842 99050 55 116 81 94 229 35 53 69 630 805 100070 72 109 15001 80 761[500] 921 101028 133 1500] 437 53 66 581 620 728 43 827 907 15001 11 16 65 74 102103 396 444 56 85[1000] 881[10001 04 103175 253 306[5001 459[.5001 609 41[5001 901 8 104054 679 774 81 105224 613 19 15001 56[1000! 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Nachdruck»erboten. 75 169 231 46 70 671 99 796[300] 981 1084 [10001 97 349 405 10 34[10001 563 736 878 913 2063 68 517 20 629 853 921[1000] 51 3108 13 309[1000] 87 444 652 58[3000] 828 900 87 4044 74( 500] 124 238 68 314 421 618 76[10001 707 26[1000] 84 874 951 5003 7 158 92 305 401 653 886 99 6028 51 73[500] 154 241 65 300 527 612 34 60 751 7541 58 615 75 783 [500! 812 29[30001 31 8006 103 21 66 203 41 42 468 639 74 836 80 89[10001 970 9017 69 94 253 329 34 485 568 758 925 38| 1000| 10091 146 92 279[5001 83 404 621 92 11062 227 391 791 11000] 885 1 2041 55 82 878 937 1 3097 [5001 113 28i 490 712 62 880 1 4262 390 1 5075 250 359 430 502 622 28 745 1 6062 140(10001 88( 3000J 337 634 890 17000[5000] 15 52 297 400 747 816 61[500] 028 118093 300 37 84 476 639 65 721[10001 32 917[1000] 20 26 1 9205 362 032 20055 477 81 511 57 718 53[500] 847[5001 68 948 21150 211 48[500] 529 59 61 652 837[5001 22040 97 104 56 483 685 724 26 981 23179 219[500] 59 78 355 93 450[3000] 77 629 55 75 697 793 807 12 68 951 24108 11[1000] 85 419 43 51 509 73 623 868 25019 40 60 119 369 455 583[500] 609 723 34 815 57 73 98 2 6038 75[500] 78 203 42 83[1000] 403 [1000] 541 787 932 62 2 7027 42 100 1 10001 508 617 784 819[1000 1 35 925 92 28124 311 453 637 60 652 803 908 38 2 9013 22 43 447 86 588[5001 629 742 v. o qoq 7« 07 r'wv.m 30181 235 403[1000] 86 1500] 90 622 700 35 894 988 3 1042 68 280 J 500] 415 607 961 32352 432 [10001 618 33 91 92 846[5001 72 33042[500] 131 254 365 525 624 46 85 726 3 4208 30 347 653 I1000J 95 701 958 77 3 5022 25 131 273 364 428 1500] Ä7 589 775 965 3 6007 176 268 620 730[500] 870 980 37123 364 428 657 763 916 3 8230 322[1000] 401 703[500] 99 858 70 71 900 3 9075 113 39 328 90 422 34 500 43[500] 46 721[3000 1 38 865 „ 40005 144 304 412 47 73 714 17[3000] 860 985 [1000] 4 1227 50 322 473 573 609 921[3000] 42139 413 655 74 849 929 30 70 4 3018 105 63 68 397 563 639 744 44023 356[1000] 72 769 951 45017 28 48 155 220 90 98 397 421 533 715 927 46159 86 15001 524 29 711 46 61 77 805 1500] 97 921 61 47116 26 [30001 93 604[500! 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In der List« vom 1«. Mal, vormittags IUI 39 732«Ott 33 732 und 222 343 statt 222 349; nachmittag 181 345 statt Ol 345. 600 m Berantw. Redakteur: Paul LftUuer, Derlii». Für den IkkeratentalOiravltv,: Th. Mocke, Beriin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsaujtalt Paul Singer& Co., Bofen SW. Dr. 115. 21. Jahrgang. 3. Irilngc des.Hmiirls" Scrlintr Solblilntt. WNmch. 18. iai 1904. Hus der frauenbcwegwng. Steglitz. Donnerstag, den 13. Mai, abends S'/a Uhr, hält der Frauen- und Mädchen-Bildungsverein von Steglitz und Umgegend bei Wahrendorf, Schlotzstr. 117, seine regelmätzige Vereinsveriamm- lung ab. In derselben wird Herr Dr. Hajes einen Vortrag über „Frauenleiden" halten. Damen als Gäste willkommen. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen aller Mitglieder erwartet Der Vorstand. Der Verein für Frauen nnd Mädchen Schönedergs und Umgegend hielt am 11. d. M. seine regelmäßige Vereinsversanimlung im Klub- hause, Hauptstr. 6/6, ab. Herr Dr. Röder hielt einen Vortrag über Frauenkrankheiten. In Vereiusangelegenheiten wurde bekannt ge- geben, daß am zweiten Pfingstfeiertag ein Ausflug nach Schmargen- darf, Warnemünderstr. 6, veranstaltet wird. Der erste Abzug findet um SVz Uhr morgens von dem Treffpunkt, Apostel Paulusstraße, Ecke Wartburgplatz, statt. Der zweite Abzug ist um S'/z Uhr und für Nachzügler um 2—4 Uhr von demselben Treffpunkt angesagt. Kaffeekochen findet im obengenannten Lokal statt. Um rege Beteiligung an dem Ausflug bittet Der Vorstand. Für das Frauen-Wahlrecht. Die Vereinigung für Frauen-Wahl- recht in Niederland hat an die Zweite Kammer eine Adresse gerichtet, in der anläßlich der beiden, der Kammer borliegenden Entwürfe zur Revision des Grundgesetzes der Wunsch geäußert wird, die Revision möge so ausgeführt werden,„daß nicht mehr der Frau lediglich deswegen, weil sie Frau ist, dieses erste Bürgerrecht vorenthalten werde". Die ganze Adresse ist so abgefaßt, daß man annehmen muß, daß die Ber- einigung nicht unbedingt das allgemeine Frauen-Wahlrecht wünscht, sondern sich auch mit einem beschränkten zufrieden geben will. MM der Schneider und Schneiderinnen und verwandten Bemispossen Deutschlands. (Filiale Berlin.) Todes-AnzeiKe. Ilm 15. d. Mts. verstarb nach langem, schwerem Leiden unser treues Mtglied Carl Zinsch (Gartenstr. 72) im 26. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung sindet heute Mittwochnachmittag 4'/, Uhr von der Leichenhalle des Golgatha- Friedhofes in der Barsußswaße aus statt. 162/19 vis Ortaverwsltung. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler �u�ust»loaclnm am 15. Mai verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 18. Mai, nachmittags 5 Uhr von der Leichenhalle des neuen Michaelkirchhoses(Marien- dorser Weg) aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 34/4 lZio OrUvsrwalhing. Verband der Möbelpolierer. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Miiis Mai im Alter von 33 Jahren der- starben ist. Die Beerdigung findet heule, den 18. d. M.. nachmittags 2 Uhr, vom Städtischen Krankenhaus am Friedrichshain aus nach Fried- richsfelde statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet Ber Verstand. Deutscher hdetallarbelter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes-Anzeiae. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter Paul Meinicke am 15. d. Mts. um 8 Uhr ge- starben ist. Ehre seinem?lndenlen l Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 18. Mai, nachmittags S'/a Uhr, von der Leichenhalle des Elisabeth-KirchhoseZ in der Prinzen-Allee aus statt. Rege Beteiligung erwartet 115/15 vi« Ortsverwaltung. Danksagang. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die reichenKranzspenden bei der Beerdigung unsrer lieben Tochter und Schwester sagen wir allen Teilnehmern, insbesondere dem Gesangverein„Freie Feldblume", unsren tiesgesühlten Dank. 52378 _ Familie lloczek. BanksaKone. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Verlust meines lieben Mannes sage ich hierdurch allen Verwandten, Kollegen, Freunden und Bekannten sür die ehrenvolle Be- gleiwng zur letzten Ruhestätte meinen innigsten Dank. 1355b prau Henriette venv. Braune. ßardinen- .......■ J älterer Muster in weiß und creme zu 1-4 Fenstern passend.spottbMtgin dem Gardincnfabrik-Lager von 8nttio Qnther aus Plauen in Sachsen, Berlin«rüner Weg 8«, part., Eingang vom Flur(Üeln Laden). Proben nach außerhalb portostei. t ttr�Natnrfrennde in waldiger, herrlicher Gegend, Vorortverkehr, drei Stationen von Berlin, ca. 30 Min. Fahrt, habe einige Farzellcn mit Angel- gerechtsame an schönem wald- egrenzten Fliese preiswert mit kl. Anzahlung zu verk. Ernste Reflektanten wollen sich melden. Off- unter 0- R- 461 an Rudolf Moese, Lelpzigsrstr. 103. 2/18» Heute» Mittwoch»«dentis 81z Uhr: Sieben Volksversammlungen in folgenden Lokalen: Für den Söden»nd Ripdorf: JUue Welt(gr. Saal), Hasenheide. Für den Osten und Nordosten: Kellers Festfäle, Koppenftr. 29. Für den Südosten: GeMerkschofishaus» Engel-Ufer 15. Mr den ilntlM' Salllchmieder. Badstr. 16. S Germauia-Siile. Chaussecstr. 103. Für Moabit: Kroneullrauerei» Alt-Moabit 47/49. Für den Westen und Schöneberg: Königshof» Bülowstr. 37/40. Tages-Ordnung: Der Bäckerstreik und die Kund- gedungen der Bäckerinnungen. Um regen Besuch dieser Versammlungen ersucht 300/8 Der Ausschuß der Serliner Gtluerhschastshommisston. Borläusigt' Anzeige! Jin Zelbst Verlag wird demnächst erscheinen und ist durch alle Buchhandlungen, sowie von mir direkt zu beziehen: Meine Erfahrungen im Milchhandel. Ein Beiwag zur Milchversorgung der Städte und zur wirksameren Bekämpfung der Fälscherei von Laura Hentzschel, seit vielen Jahren Milch. Händlerin in Altenburg. Behörden und allen, die sich sür Milchverkaus interessieren, angelegentlichst empsob- len. In dieser Schrist ivird nach- gewiesen, daß eine gründliche und umsassendeKonwolle mittels chemischer Untersuchung einschließlich der Stall- Probe um so dringender nötig ist, als die Vollmilch in neuerer Zeit sehr oft mit Centrisugenmilch gesälscht wird, welche sehr rasch, besonders im Som- mer, sauer wird. Da nun bekanntlich saure Milch bei kleinen Kindern Brechdurchsall verursacht, so ließe sich eine etwaige größere Kindersterblichkeit auch hieraus erklären. Milch mit höherem Säuregrad, die sich sehr bald zersetzte, ist mir von betrügerischen Landwirten wiederholt geliefert wor- den. Die daraus bezüglilben Ouit- tungen werden mir wotz wiederholter Beschwerden und Eingaben an alle dafür zuständigen Stellen von hiesigen Rechtsanwälten seit Jahren bis jetzt nicht ausgeliefert.— S. A. Z. Zw. 31, 36 und 95 d. I. 5/10 Verwaltnngastelle Berlin. Bureau: Engel-Ufer 15, Zimmer 1—5. Fernsprecher: Amt IV, 8353. Donnerstag, den 19. Mai 1904, abends 8'/- Uhr: Dechmnilmg im Mnunotitriirc im Gelverkschaftshause, Engel-User 15, Saal 3. Tages-Ordnung: 1. Vorwag des Kollegen Alesenthai über:„Die Gewerkschafts- bewegung und welche Vorteile bietet uns der Deutsche Metall- arbeiter-Berband?" 2. Diskussion. 3. VerbandSangelegenHeiten. Donnerstag, den 19. Mai 1994, abends 8'/, Uhr: Hezirks Uersammluug für Gummelsburg im Lokale von«. Tempel, Neue Bahnhosstraße. Tages- Ordnun- 1. Vorwag deS Kollegen Wiioke. '~"lebe■ angelegenheiten und Verschiedenes. 2. DiSkusfion. 3. Verbands- Donnerstag, den 19. Mai 1994, abends S'h Uhr: Kezirks Nersammluug für Charlottenburg im Bolkshause, Rosinen st raße Nr. 3. TageS-Ordnung: 1. Vorwag. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Bezirksleiters. 4. Verbandsangelegenheiten. 115/14 Zahlreichen Besuch erwartet Ble Ortsverwaltn�g. Sonntag, den 5. und 12. Juni, vormittags 9 Uhr, je eine iaF~ Urania- Vorstellung."MU Zur Darstellung gelangt:„Ble ln»el Bügen". Billets a 60 Ps. bei den Bezirkskassierern und im Bureau. B. O. Freie Vereinigung der Bleiglaser und Glasmaler sowie der in dieser Branche beschäftigten Personen. Donnerstag, den 19. Mai, bei Franke, Tebafttanstratze 39: Oeffenttiehe Versammlung der Bleiglaser, Glasmaler u. Messingglaser. Tages-Ordnung: 1. Vorwag des Genossen Fritz Kater: Die sich„modern" nennende Gewerkschastsbewegung Deutschlands und die Freie Bereinigung der Bleigläser und Glasmaler. 2. Dtskusston. 3. Ver- schiedenes.'!3I1 Der Vorstand. I. Sl.: Arthur Ratsch. Nereiil slilMkmkr. Guß-». Ilhlniltivirtc Berlins und Umgegend. Freitag, den 2«. Mal, nachmittags 5l/a Uhr Versammlung beim Kollegen Franke, Sebastianstrasae 30. TageS-Ordnung: 1. Vorwag unsreS Syndikus Dr. I-Iebknecht. 2. Diskussion. 3. Ausnahme neuer Mtglieder. 4. Vereinsangelegenheiten, unter anderm Siistungsfest. 69/8 Zu zahlreichem Besuch ladet ein Ber Vorrtajid. I. Sl: Ferdinand Ewald. 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