Ur. 118. HbonnementS'Bedinguttyeii: fffionnemcnt«- Preis pränumerand» i Lierteliährl. Z,Z0 M!., monatl. 1,10 Mii, wöchentlich 28 Pfg. frei inä Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt» lv Pfg. Post- Wonnement: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich> Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland S Mark pro Monat. 21. Jahrg. Die TnlcrtlonS'Gcbülfr vitrSgt für die fechSgefpaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins- und Versammlungs-Anzeigen 25 Pfg. „Kleine Hnreigcn", das erste(fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis L Uhr vormsttagS geöffnet. EridjelDt tZgllch außer Montag», Serlinev VolkesblÄtt. Telegramm- Adresse: „SMiaWemolirat Berlin" Zentralorgan der fozialdemokrati fchen Partei Deutfchlands. Rcdahtion; 8Al. 68, Lindenstraese 69. _ Fernsprecher: Amt IV Nr. 1S8Z._ Sonnabend, den 21. Mai 1904. expedition: 8M. 68, Lindctietraeae 69. Fernsprecher: Amt IX, Nr. 1984. Der Vatikan nnd die Republik. Paris, 18. Mai.(Eig. Ber.) Die Beziehungen zwischen dem Vatikan und Frankreich unter der dritten Republik stehen in einem strengen Parallelismus zur inneren Politik der letzteren, da die französische Kirchenpolitik enger als anderswo mit dem ganzen jeweils vorherrschenden Regierungs- system verknüpft ist. Der Napoleonsche Konkordat, der seit 1801 Frankreich an das Papsttum vertragsmähig bindet, lähmt zwar die kirchenpolitische Bewegungsfteiheit der Republik, und das um so mehr, als die Verteidigungs- und Repressions- Waffen, die Napoleon l. im Konkordat für den Staat ausbedungen hat und unbedenklich anwendete, außer Gebrauch gekommen und nicht mehr anwendbar sind. Dieser Umstand aber steigert gerade den Druck der allgemeinen innerpolitischen Strömungen auf die Kirchenpolitil und damit direkt auf die päpstlich-ftanzöfischen Be- Ziehungen. Der latente Gegensatz zwischen der weltlichen Republik und der vertragsmäßig privilegierten Stellung der katholischen Kirche wurde 20—23 Jahre lang, seit dem endgültigen Siege der Republikaner Ende der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts, von den Beherrschern der Republik absichtlich ignoriert, geleugnet und verkleistert— stets zugunsten der Kirche. Das ehrwürdige republikanische Programm von 186S, daS die Trennung zwischen Kirche und Staat forderte, wurde von den ans Ruder gekommenen opportunistischen Bourgeoisrepublikanern zun, alten Eisen gelegt. Im heroischen Zeitalter der republikanischen Partei, in den 70er Jahren, prägte Gambetta das Wort:.Der Klerikalismus ist der Feind I" Später bekämpfte er und die Seinen die radikalen Proteste gegen die Subventionierung der katholischen Missionsorden mit dem andern geflügelten Worte:„Der Anti- klerikalismus ist kein Ausfuhrartikel!" Indessen erschöpfte sich der Anti- klerikalismusderJulesFerryundGambettafürden einheimischen Konsum in fruchtlosen Anläufen gegen die Kongregationen. Das war der erste und letzte Tribut der Bourgeoisrepublikaner an ihre anti- klerikalen„Jugendeseleien". Auf die Dauer erkannten sie vielmehr in der Kirche einen wertvollen Bundesgenossen im Kampfe gegen den Anfang der Sver Jahre erstarkenden Socialismus und den aus dem Trieb der Selbsterhaltung mit ihnen brechenden bürgerlichen Radikalismus. Unterrichtsminister S p ü l l e r, ein Schüler Gam- bcttas, predigte offen den„neuen Geist" der Versöhnung mit den klerikal-reakiionären Parteien. Diese Ordnungskartell-Politik fand einen klugen Förderer und Inspirator in der Person Leos XIII., der den französischen Klerikal-Monarchisten die„Ralliierung" an die Republik im Interesse der Kirche ans Herz legte. Seinen höchsten Triumph feierte der„neue Geist" im Kabinett Möline (1896—1898), unter dessen republikanischem Aushängeschild die Klerikal-Monarchisten zum erstenmal seit 20 Jahren die Vorteile einer regierenden Partei genossen. Von da ab tritt eine Wendung ein. Gerade die Mälinesche Regierung, die die gründliche Ueberwindung des Gegensatzes zwischen der weltlichen Republik und der privilegierten Stellung der Kirche einleiten zu sollen schien, wurde vielmehr zum Ausgangspunkt einer offenen Aufloderung jenes Gegensatzes. Die Dreyfus-Affaire bildet unter diesem Gesichtspunkt bloß den zufälligen Anlaß, daS bei- läufige konkrete Terrain des mit innerer Notwendigkeit entbrennenden Kampfes. Der Rahmen eines Zeitungsartikels verbietet eS, die Phasen dieses Kampfes im einzelnen zu beleuchten. Genug, das unter dem Kabinett Waldeck-Rousseau herrschende Linkskartell ver- suchte die Auseinandersetzung mit der Kirche auf einem Umweg, der für die einen ein bloßes Vorgefecht ermöglichen sollte, während die andren, die große Mehrheit der Linken, in demselben ein bequemes Mittel zur Beschwichttgung der anttklerikalen Leidenschaften erblickten. Dieser Umweg war das Vereinsgesetz von 1901, das im Geiste Waldeck-Rousseaus, wie nachttäglich zweifellos festgestellt werden konnte, dem alten Konkordat mit der Kirche ein neues Konkordat mit den Kongregationen hinzuftigen sollte. Die weitere Entwicklung hat diese Absicht Waldeck Rousseaus vereitelt. In C 0 m b e s und in der Linksmehrheit der 1902 neugewählten Kammer hat das Vereinsgesetz Ausleger. Ausführer und Forffetzer gefunden, die die Kongregationen immer empfindlicher trafen. Aber auch Combes und ein jedenfalls erheblicher Teil seiner Mehrheit waren bis zuletzt da- für. die antiklerikale Aktton auf das a n t i k 0 n g r e g a n i st i s ch e Gebiet zu beschränken. An dem Konkordat mit der Kirche scheuten sie sich zu rühren, ttotzdem die Kirche immer ungeberdiger sich über das Konkordat hinwegsetzte, indem die Bischöfe und Erzbischöfe in Kollekttvprotestcn. in Hirtenbriefen und vom Altar herab gegen die Regierung auftraten. Die Kirche zeigte sich logischer und kühner als die Antiklerikalen. Sie bethättgte von Anfang an ihre im Wesen des Katholicismus wurzelnde Solidarität mit dem Mönchtum. während der offizielle Anttklerikalismus diese Solidarität übersehen oder gar leugnen zu können vermeinte— aus dem Wunsche heraus, die Trennung zwischen Kirche und Staat zu vermeiden. Das auffässige Benehmen der kirchlichen Würdenttäger mag übrigens zum Teil sich aus der ängst- lichen, kompromißsüchtigen Haltung der Antiklerikalen erklären. Jedenfalls ist es der Klerus und mit ihm der Vatikan, die das meiste gethan haben, um den antikongreganistischen Kampf über dessen beschränkten Zweck hinauszutreiben. Aus dem bezüglichen französischen Gelbbuch weiß man, daß schon der biplomattsch- versöhnliche Leo Xlll. in den ersten Anfängen jenes Kampfes der französischen Regierung in den Arm zu fallen suchte. Das war eine unberechttgte Einmischung in die innere Politik Frankreichs, da die Mönchsorden außerhalb des Konkordats stehen, also der souveränen Kompetenz des jranzöstfcheu Gefetzgebers unterliegen, wie jede andre An- gelegenheit. Del ras sä, der Mnister des Aeußern, und sein damaliger Mnisterpräsident, Waldeck-Rousseau, ließen sich natürlich den päpstlichen Uebergriff gefallen— immer deshalb, weil sie einen Bruch mit dem Vatikan um jeden Preis vermeiden wollten. Leos XHl. Nachfolger, Pius X., ist erst recht nicht der Mann, Delcasses Leisetteterei zu schonen. Er protestierte gegen das jüngste Unterrichtsgesetz gleich in einer öffentlichen An- spräche an die Kardinäle, und das in einer von Europens Höf- lichkeit gar nicht übertünchten Sprache. Delcasss parierte diesen schweren Uebergriff mit einem— Protest unter vier Augen, und dabei ließ man es hier allgemein bewenden. Der neueste Uebergriff des undiplomattschen Papstes hat mit dem anttkongrcganisttschen Kampfe schon nichts mehr zu thun. Er rüttelt dirett an dem historischen Verhältnis zwischen Frankreich und dem Vatikan gerade deshalb, weil und insofern er sich aus jenem vermoderten Verhältnis herleitet. Ich meine den p ä p st l i ch e n Protest gegen Loubets Besuch inRom. In der Form einer regelrechten Cirkularnote an alle Mächte mischt sich da der Papst in eine Angelegenheit ein, die für Frankreich ein hervor- ragendes nattonales Interesse bedeutet. Namens der Kirche, genauer namenS der weltherrschaftlichen Ansprüche des Papsttums maßt sich der Vatikan das Recht an, die Akttonsfteiheit Frankreichs als einer Nation zu lähmen I.. Damit scheinen endlich die gespannten Beziehungen zwischen Frankreich und dem Vatikan zu einem offenen Bruche heran- gereist zu sein. Ob aber dieser wirklich erfolgen wird, das läßt sich nach dem bisherigen Verhalten des Kabinetts Combes- Delcasss(oder vielmehr in diesem Falle: Delcassv- Combes) schwerlich bejahen. Ist doch Delcasiö auch gegenüber dieser denkbar schwersten päpstlichen Herausforderung seiner Vertuschungstakttk tteu geblieben. Als vor ein paar Wochen die Herausforderung bekannt wurde, gab Delcasss in einer offiziös inspirierten Preßmeldung seinen heldenhaften Entschluß kund, den Text des päpstlichen Protestes seiner- seits— geheim zu halten! Sonst ließ er noch dem Vatikan durch seinen Botschafter sagen, daß die französische Regierung den Protest sowohl in Form wie in Inhalt nicht annehme! Und damit Punktum. Jetzt ttitt der Zwischenfall in eine akute Phase wider den Willen Delcassss, indem die„Humanitv" den authenttschen Text des verheimlichten Protestes veröffentlichte.(Die Echtheit des von Ja urös veröffentlichten Dokuments ist bereits vom Ministerium des Auswärtigen anerkannt worden.) Ein recht ge- pfefferter Text I Man begreift, warum ihn Delcasss einem künstigen Geschlecht vorbehalten wollte.... Der Papst behandelt da Loubet und die französische Regierung als unverzeihliche Frevler, die sich an dem„Verttag" zwischen Frankreich und dem Heiligen Stuhl versündigt hätten. Er reibt ihnen unter die Nase die„hervor- ragenden Privilegien", die Frankreich ttast jenes VerttageS genieße, namentlich das ftanzösische Protektorat über die Katholiken im Orient. Deshalb hätte Loubet noch weniger als die Chefs andrer katholischen Staaten die„unverjährbaren Rechte" des Papsttums(d. h. dessen Ansprüche auf den alten Kirchenstaat mit Rom als Hauptstadt) ver- letzen dürfen.„Wenn aber der päpstliche Nunttus trotzdem in Patts verbleibt, so einzig aus sehr wichtigen Gründen in jeder Beziehung specieller Art und Natur." Nebenbei erfährt man aus dem Protest, daß der Vatikan schon vorher versucht hat, Loubets Romreise zu verhindern. Daß dieser Versuch fruchtlos geblieben ist, wird dem Angeklagten Loubet als ein weiterer erschwerender Umstand angerechnet. Schließlich versteht es sich von selbst, daß in dem Protest auch die italienische Regierung bezw. der italienische König derb mitgenommen wird: es bedeute eine„schwere Beleidigung" des Papstes,„wenn der Chef einer katholischen Nation in Rom, d. h. am Sitze des oberpriesterlichen Stuhls selbst und im apostolischen Palais selbst, demjenigen huldigt, der gegen jedes Recht die weltliche Souveränetät des Papstes ausübt... Man sieht, der Vattkan spielt sogar mit dem Gedanken der Ab- berufung des Nuntius. Die„sehr wichtigen Gründe", die ihn davon abgehalten haben, können, wie Jaurös schreibt, nur bestehen in der Hoffnung aus einen Regierungs- und Systemwechsel in Frankreich. Die ministerielle Presse schlägt jetzt Lärm, noch viel lauter, als bei der ersten Nachricht vom päpstlichen Protest. Sie verlangt die Ab- berufung des ftanzösischen Botschafters am Vatikan und drängt zum Teil auf prakttsche Schritte zur Anbahnung der Trennung zwischen Kirche und Staat. Jaures hält nunmehr die Trennung für„unvermeidlich und nahe bevorstehend". Warten wir ab! Die Unvermeidlichkeit ist objektiv gewiß gegeben, und zwar lange schon vor der„schweren Ungeschicklichkeit" des Papstes, wie der„Temps" mit Bedauern den den konkordats- und klerikalfteundlichen Republikanern ungelegenen Protest schilt. Aber der bewußte Wille, den unvermeidlichen Gegensatz zwischen der antiklettkalen Republik und dem Vattkan durch die Abschaffung des Konkordats zu beseittgen, ist auch bei der jetzigen Linksmehrheit nicht zu finden. Was die„Nähe" betrifft, so wird die Trenimng jedenfalls erst in der nächsten Legislatur parla- mentarisch spruchreif werden können. »* Zu dieser Frage wird aus Paris über eine Beratung der MajotttätSgruppen gemeldet: Paris,' 20. Mai. Die Delegierten der Gruppen der Majorität der Deputiertenkammer traten vor der heutigen Plenarsitzung der Kammer zusammen, um in der Angelegenheit der Protestnote des Papstes gegen die Reise des Präsidenten Loubet zu beraten. Die Delegierten waren davon verständigt worden, daß die Regierung noch keine Antwort des Botschafters Nisard in dieser Angelegenheit erhalten habe. Die Delegierten erachteten es deshalb fiir unnütz, heute oder selbst später in eine Erörterung darüber einzutreten, ob die Regierung Nisard abberufen oder beurlauben solle. Wenn die Opposition in der Kammer in dieser Angelegenheit interpelliert, so werden die Delegierten eine Tagesordnung einbringen, in welcher das Verhalten der Regierung gebilligt wird. poUtilcke debcrftcht. Berlin, den 20. Mai. Dir Kündigung der Ewigkeit. Unsre Anfrage, was denn der frühere Kriegsminister Bronsart v. Schellendorf ftir Geheimpläne gegen den Umsturz in den Akten des preußischen Staatsministeriums niedergelegt hat, die seltsamer- weise zur Kenntnis des Grafen Mirbach, dem Herrenhäusler, ge- langt sind, ist bisher nicht beantwortet worden. Zufällig wird gerade jetzt eines dieser Rezepte bekannt, das in der liberalen Presse eine höchst unnöttge Auflegung hervorruft. Herr v. Jagemann war lange Jahre badischer Gesandter in Berlin und Bevollmüchttgter im Bundesrat. Er verschwand plötzlich aus diesem Amt und zog sich als Universitätslehrer nach Heidelberg zurück, wo er Vorlesungen über deutsches Verfassungsrecht hielt. Diese Vor- lesungen sind jetzt veröffentlicht worden, und es findet sich in ihnen folgende sinnige Betrachtung: „Die Geschichte der Völker zeigt, daß Einrichtungen, auf welche das öffentliche Vertrauen felsenfest vor Generationen fllßt, später kaum mehr funttionieren, und es ist solchenfalls kein Schaden, wenn die juristische Rüstkammer ftir Reorganisattonen verschiedene Hilfen besitzt. Mögen uns und andern Völkern Zeiten der Zerrüttung stets erspart bleiben, in denen die Warnung des Reichskanzlers Grafen Bülow vergeffen wäre, die Axt nicht an die Wurzeln des Parlamentarismus zu legen l Die Möglichkeit, wenn Verfassungseinttchttmgen nicht mehr fungieren, durch ein- sttmmige Aufhebung des einen Bundes und Schließung eines neuen die Lebensfähigkeit flisch zu gewinnen, erscheint nicht als nationale Schädigung." Die Bundesfürsten können also„von Rechts wegen" die Ver- faffung einseittg aufheben. Das ist natürlich staatsrechtlich barer Unsinn. In dem Augenblick, wo die Verfassung zu stände kam, stellten sich die Fürsten selbst unter diese Verfassung. Es können danach irgend welche gesetzlichen Veränderungen nur innerhalb des verfassungsmäßigen Weges— gemeinsame Beschlüsse von Reichs- tag und Bundesrat— zu stände kommen. Uebttgens sind ja die Bnndesmajestäten auch selbst nicht in der Lage, den von ihnen ge- sttsteten Bund zu kündigen, da sie, wie ettnnerlich, einen„ewigen" Bund geschlossen haben; eine„Ewigkeit" mit KündigungSflist scheint doch selbst„von Gottes Gnaden" unmöglich. Einige Staatsrechtslehrer, die gegen JagemannS Theorie als unerhört öffentlich protestteren, geben sich ziemlich überflüssige Mühe, die Deduttionen des flüheren Gesandten in ihrem Widersinn auf- zudecken. Mit„Recht" und„Gesetz" hat die Theotte nichts zu thun. Sie ist nur die mit äußerlichen Rechtsformeln verkleidete prinzipielle Anerkennung des Rechts auf Revolutton, d. h. des Rechts, außer- halb des gesetzlichen Weges Umwälzungen herbeizuführen. Es ist ganz und gar thöttcht und eine Verhöhnung des Gesetzbegriffes, die geschichtliche Thatsache, daß es Gesetzbrüche giebt, aus Elementen der Gesetzlichkeit begründen zu wollen. Das sind Machtflagen. Herr v. Jagemann vetteidigt einfach den Staatsstteich, den Umsturz von oben, oder— wie Graf Bülolo sagen wiirde— den Anarchismus. Interessant ist daran höchstens, daß ein ehemaliges BundeSratsmitglied dieses Recht des Rechtsbruchs grundsätzlich an- erkennt, und man wird sich nicht darüber beklagen dürfen, wenn nun auch die Völker das Recht der Revolution grundsätzlich ver- teidigen, zumal diese sich ja nicht„auf Ewigkeit" verpflichtet haben. Die Att aber, wie Herr v. Jagemann den reaktionären Rechts- bruch„gesetzlich" zu begründen suchte, diese Farce juttstischer Finten, ist vollends keine neue Entdeckung. Seltsam ist nur, daß der Staats- mann eines liberalen Landes gerade im gegenwärttgen Augen- blick atavistisch jene rechtheuchelnde Methode wieder anbietet, die in den Zeiten der preußischen Konterrevolutton üblich war. So wurde die Aufhebung der Verfassung, die Oktrohierung des Dreiklaffen- Wahlrechts durch Friedrich Wilhelm IV. immer„rechtlich" begründet. Der König, der die Verfassung verliehen habe, könne sie natürlich auch wieder zurücknehmen. Es macht keinen Unterschied, ob man diese Machtbefugnis der„Zurücknahme von Verfassungs-Geschenken" einem einzelnen Fürsten oder, wie Jagemann jetzt versucht, einem Haufen von Monarchen einräumt. Die preußischen Junker von 1849/1850 waren allerdings noch konsequenter. Sie wiesen aus ttefsten Rechtsgründen nach, daß der absolute König überhaupt kein Recht habe, die ihm von Gottes Gnaden verliehenen Rechte ohne Gottes nach- lveisliche Erlaubnis irgendwie einzuschränken oder zu verschenken. Thue das ein König, so habe er damit Gottes Gnade verwirkt und müsse die Krone einem Würdigeren überliefern. Verdient so die Theotte Jagemanns als atavisttsche Rechts- klitterung kaum Beachttmg, so ist sie als politisches Stimnnmgs- zeichen nicht unbeachtlich. Man muß danach annehmen, daß man in den Bundesratskreisen sich eifrig mit dem Gedanken beschäftigt hat, durch einen Staatsstreich— wenn nicht die ganze Reichsverfassung— so doch wenigstens das Reichstags-Wahlrecht zu beseitigen. Das thun, heißt den Umsturz proklamieren, die gegenwärttge Rechts- ordnung aufheben und alle gesetzlichen Verpflichtungen für jedermann beseittgen. Es wäre der Bürgerkrieg statt gesetzlicher Entwicklung. Es ist unnötig, für solche Machtproben erst unsinnige Rechtsformeln anfertigen zu lassen. Da soll man ehrlich, wie die preußischen Junker im Herrenhaus, offen an die Gewalt appellieren und nicht erst die Logik des Rechts zu Schanden recken.— Die heilige Alliance, Der Pariser„Mattn" bringt einige nähere Angaben über die Internationale der Polizeireaktion. Die russische Regierung habe den europäischen Regierungen am 4. März ein Projekt zur Bildung einer internationalen Konvention gegen die Anarchisten übersandt. Der„Matin" erklärt, daß das Projekt, welches an die Zeiten der heiligen Alliance erinnere und jede Macht verpflichte, einen Anarchisten der Polizei seiner Heimat ausznlicfern, bisher von Deutschland, Oestreich, der Türkei, Dänemark, Schweden, Rumänien, Bulgarien, Serbien nnd der Schweiz(?) unter- zeichnet worden sei, ohne daß die Parlamente der be- treffenden Länder Mitteilung davon erhalten hätten. Dagegen hätten Frankreich und England es bisher abgelehnt, die Konvention zu unterzeichnen, die gegen das bisher politischen Flüchtlingen in diesen Ländern gewährte A s y l r e ch t verstoste. Die Einleitung der Konvention lautet also: „Durchdrungen von der Notwendigkeit, der Ausbreitung der anarchistischen Bewegung energischen Widerstand entgegenzusetzen, haben die unterzeichneten Möchte beschlossen: Jeder aus einem Bertragsstaat ausgewiesene Anarchist wird auf kürzestem Wege seinem Hcrknnftslande zugeführt und der dortigen Polizei übergeben. Ist das Herkunftsland kein Grenznachbar des ausweisenden Staates, so wird(der Ausgewiesene von der Polizei des Zwischen- landes weitergeleite t." Nach dem zweiten Vertragsartikel errichtet jeder Vertragsstaat ein Polizeiamt, das allen andren ähnlichen Aemtern Auskunst über die Bewegungen aller Ausländer erteilt. Daß Vereinbarungen solcher Art zwischen Deutschland und Ruß- land getroffen worden sind, ist bereits bei Gelegenheit der Russen- debatten im Reichstag von den Vertretern der Reichsregierung zu- gestanden worden. Es ist nicht zu erkennen, ob das Projekt vom 4. März nur dasjenige international durchführen will, was die deutsche Bedientenhastigkeit schon zuvor der russischen Knute be- willigt hatte, oder ob dies Projekt noch über jene Vereinbarungen hinausgeht. Es wäre ein überaus ersteuliches Zeichen erstarkender Selbst- besinnung, wenn Frankreich die Zustimmung zu solcher Konvention verweigert. Frankreich, der intime Verbündete Rußlands, weist die Schande der internationalen Polizei-Alliance zurück, während Deutschland in ihr versinkt I Unter dem Vorwand, „Anarchisten" treffen zu wollen, geben sich Deutschland und andre Staaten dazu her, zur Unterdrückung der steiheitlichen Bewegungen sich gegenseitig Henkcrsdienste zu leisten. Zunächst ist jetzt zu fordern, daß die Konvention in ihrem ganzen Umfange der Oeffentlichkeit mitgeteilt werde. Und vor allem aber ,st die Frage auf das ernsthafteste aufzuwerfen: Wie durfte die Reichs- regierung einer solchen Konvention zustinimen, ohne den Reichstag zu beftagen?— • Dcutfchcö Reich. Gegen den Mugdan-Freifinn. In dem jüngsten Auftreten des Dr. Mugdan hat sich der „Freisinn", den dieser Herr vertritt und der in der„Deutschen Freien Presse" vertreten wird, in all seiner Widerwärtigkeit offenbart. Kein unverfälschter Reakttonsmann könnte eine ernste Sache durch niedrige Verdächtigung denen, die sie zu führen als Pflicht erachten, so herabwürdigen wie jener FreisinnSarzt, der sich den Beruf er- .oählt hat, den Freisinn, so. weit an ihm liegt, vollends tot zu kurieren. Unser Parteigenosse, der im Reichstage die Kampfesmethode des Dr. Mugdan kennzeichnete, faßte seine Meinung dahin zusammen, daß er ob solcher Wortfiihrer das Bürgertum bedauere. Da ist es ersteulich, daß sich wenigstens an einer Stelle das steisinnige Bürger- tum rührt, um sich von der Mugdanerei loszusagen. In der„B r e s l a u e r Zeitung", dem Blatt der Freisinnigen Volkspartei, das oft gegen die Socialdemokratie heftigst polemisiert, wird über eine vom Breslauer Fortschrittsverein anbe- räumte„Versammlung der verbündeten freisinnigen B e r e i n e" berichtet, in der Rechtsanwalt Dr. Mamroth— das freisinnige Parteiblatt nennt ihn„einen unsrer beliebtesten Redner" — über die Reform der Strafrechtspflege sprach. Der Redner besprach nun auch die im Reichstage behandelten Fragen des Strafvollzuges und er ftihrte aus: „Die Strafrechtspflege setze sich aus drei Faktoren zusammen, dem Strafgesetzbuch, der Strafprozeßordnung und dem Straf- vollzugsrecht. Bei dem Strafvollzugsrecht sei zuerst ein- zusetzen, da wir für diese Frage noch gar kein Gesetz besitzen, sondern nur eine Reihe verschiedener Ministerial- Verfügungen. Die Klagen über das Strafvollzugsrecht würden von Tag zu Tag lauter. Der Redner er- härtete seine Behauptnng durch eine Reihe von Beispielen; er erwähnte das bekannte Buch von Leuß, welcher ll'/s Jahre im Zuchthause hat zubringen müssen, das Gutachten des berühmten Strafrechtslehrers Liszt über diese Broschüre und eine Anzahl von Berichten aus dem„Vorwärts". Die Interpellation der Social- demokraten im Reichstage sei mit Rücksicht auf diese Fälle viel zu zahm gewesen.(Zustimmung.) Auch die Debatte über die Jnter- pellation habe auf ihn einen wenig befriedigenden Eindruck ge- macht. So habe z. B. der Redner der Freisinnigen Volkspartei, Dr. Mugdan, die Frage von einem ganz falschen Standpunkte aus behandelt, wenn er vom Aerzte-Standpunkte aus- gegangen sei. Er sei bei seiner mangelnden Sachkenntnis nicht geeignet gewesen, darüber zu spreche».(Zustimmung.) Daß die Aerzte keine Schuld an den traurigen Verhältnissen treffe, das möge zutreffen; an den Behörden liege die Schuld, es müßten eben mehr Gefängnisärzte angestellt werden. Dann habe Dr. Mugdan über die Veröffentlichungen im„Vorwärts" gescholten. Ob es aber erlaubt sei, amtliche Aktenstücke zu einem guten Zwecke zu benutzen, darüber könne man verschiedener Meinung sein. Einer Meinung könne man aber nur darüber sein, daß derjenige, dem solch' ein Material geliefert werde, ein verdienstvolles Werk begehe, wenn er durch die Veröffentlichung der Allgemeinheit einen großen Nutzen erweise. Die Gesundheitsverhältnisse in den Ge- fängnissen seien furchtbar. Von 7000 in einem Jahre entlassenen Gefangenen sei nach einer Statistik die Hälfte schwindsüchtig ge- wefen. Nach einer andren Stasistik seien im Jahre 1886 2ö1 172 Freiheitsstrafen verhängt worden von einer Gesamtdauer von 66 084 Jahren.(Bewegung.) Die Bestrebungen nach einem Strafvollzugsrecht seien daher die berechtigt st en, hätten aber am ivenigsten Aussicht auf Erfüllung; die Forderung nach einem sochen Gesetze aber werde nicht schweigen." So denken über das socialdemokratische Vorgehen und über den Dr. Mugdan Freisinnige, die ihren Namen nicht gänzlich zum Ge- spött bei allen anständigen Menschen herabgewürdigt wünschen. UnS, die Gegner des Freisinns, freut es, daß wenigstens in dieser Partei noch ein Wort gegen diese Selbstschändung laut wird. Wir sind begierig, ob die«Deutsche Freie Presse' den Ver- sammlungsbencht ihres befreundeten Blattes citteren wird! Bisher unterschlägt sie den geduldigen Berliner Freisinnsmannen das Urteil ihrer Breslauer Parteigenossen.— Die badische Wahlrechtsreform. Karlsruhe, IS. Mai.(Eig. Ber.) Am Donnerstag begann im badischen Landtag die Plenar- beratung der Wahlrechtsvorlage. Es handelt sich dabei um den alten Kampf um das direkte Wahlrecht. Die Regierung will jetzt das Wahlmännersystem fallen lassen, aber sie möchte mit diesem Fortschritt eine Reihe schwerer Verschlechterungen mit durchschmuggeln. Diese bewegen sich in zwei Richtungen: Verschlechterung des Wahl- rechts zur Zweiten Kammer und Erweiterung der Machtbefugnisse der Ersten Kammer. Die Wahlrechtsverschlechterungen werden von Rattonalliberalen und Centrum in den Kauf genommen, aber das budgetäre Vorrecht der Zweiten Kammer soll festgehalten werden. Dre Regierung bestand bisher auf ihrem Willen. Zu diesem Konflikt kommt noch der Jnteressenstreit zwischen den genannten großen Parteien; in der Verteilung der Mandate zwischen Stadt und Land sieht das Centrum eine Benachteiligung seines Anhanges. Der Verlauf der Beratung zeigt folgendes Bild: Berichterstatter ist der nationalliberale Abg. Obkircher; er hat sich in seinem schriftlichen Bericht alle erdenkliche Mühe gegeben, die ftüheren Sünden_ der Rattonalliberalen auf dem Gebiete der Wahl- rechts-Reform zu verschleiern. Auch in seinen mündlichen Darlegungen giebt er sich als wanner Freund des direkten Wahlrechts. Der einzige Stein des Anstoßes bei der Reform sei dte_ von der Regierung geplante Rechtsverschiebung zu Gunsten der Ersten Kammer. Selbstverständlich verschweigt er, daß in ftüherer Zeit gerade die Nationalliberalen den Ausbau der Ersten Kammer verlangt� haben. Abg. Zehnter(C.) erklärt sich einverstanden mit den Verschlechterungen des Wahlrechts zur Zweiten Kammer; es sei ein durchaus berechtigter Standpunkt, zu verlangen, daß derjenige, der wählen wolle, auch vorher längere Zeit im Lande gewohnt habe und seit längerer Zeit die Staatsangehörigkeit besitzt. Ebenso berechtigt sei es, zu verlangen, daß derjenige, der ein polittsches Recht beanspruche, seine Steuern be- zahlt habe, also seine Staatsbürgerpflicht erfiille. Heftig greift� der Redner die beabsichttgte Verteilung der Mandate— 25 Städte, 48 Land— an; das platte Land werde dadurch enttechtet. Das von den Socialdemokraten verlangte Pro- p o r t i o n a l w a h l r e ch t für das ganze Land bekämpft er mit äußerst fadenscheinigen Gründen, dafür tritt er für den Proporz in den großen Städten, wo heute Socialdemokraten und Nattonal- liberale dominieren, ein. Der Ersten Kammer will Redner eine Reihe Zugeständnisse machen, u. a. das Stellverttewngsrecht für die Standesherren und geistlichen Würdenträger, dagegen erklärt auch er, daß seine Partei nicht von dem Vorrecht der Zweiten Kammer in Budgetsragen abgehe. Abg. Wilckens(natl.) bemerkt, daß die beabsichttgte Rechtsverschiebung zwischen Zweiter und Erster Kammer der Kardinalpunkt der ganzen Reform für seine Partei sei. Die Rattonalliberalen geben das Vorrecht der Zweiten Kammer nicht preis, selbst wenn dadurch das direkte Wahlrecht nicht erlangt werde. (Es hat den Nationalliberalen noch nie viel am direkten Wahlrecht gelegen! Die Red.) Ueber die andren Fragen lasse sich eine Einigung erzielen.— Abg. V e n e d e y(Demokr.) ist gegen die Wahlrechts- Verschlechterungen, hält aber für das allerschlimmste die Ausdehnung des Budgettechtes der Ersten Kammer. Er redet der Einigkeit das Wort; die Kammer müsse sich zu einem einmüttgen Votum gegen die Erste Kammer zusammen finden.(Die Erste Kammer hat noch gar nichts mit der Sache zu thun, es handelt sich vorerst um die Regierungsvorlage.) Abg. Lehmanm(Soc.) ist selbst- verständlich auch der Meinung, daß Rechte der Zweiten Kammer nicht preisgegeben werden; in, übrigen aber geht er scharf gegen die Parteien vor, welche die Rechte der Wähler so leichtfertig preisgeben wollen. Er begründet eingehend sechs, von der social- demokrattschen Fraktion eingebrachte Anttäge. Diese Anträge bezwecken, das Proportional-Wahlrecht ftir das ganze Land einzu- führen und, falls dies abgelehnt wird, durchgehends Emerwahlbezirke zu bilden, ferner die Verichlechterungeu des Wahlrechts zur Zweiten Kammer zu beseitigen. In der Nachmittags- Sitzung erklärte Mini st er Schenkel, der zunächst scharf gegen die Socialdemokratte polemisierte, die Haupt- fache sei, daß die Erste Kammer ein materielles Mitbeschließungs- recht in Budget- und Finanzftagen erhalte. Ueber alle andren Fragen sei eine Einigung sicher. Von den Kautelen, die das Wahl- recht zur Zweiten Kammer verschlechtern, könne allerdings die Regie- rung nichts mehr ablassen. Im allgemeinen machte die Rede des Ministers den Eindruck, als ob der Regierung sehr viel daran liege, etwas Positives zu stände zu bringen. Die Debatte wird fort- gesetzt. » Eine heute abend eingegangene Wolffsche Depesche meldet folgendes über den Ausfall der heutigen Abstimmung: Karlsruhe, 20. Mai. Die Zweite Kammer hat heute den Gesetz- entwurf, bett. die Revision der Verfassung, nach den Kommissions- beschlüssen mit allen Stimmen gegen die Stimmen der Social- demokraten in dritter Lesung angenommen. Ein furchtbares Kasernenbild. Wie wir schon kurz gemeldet haben, wurden mehr alS fünfhundert Soldatcnmißhandlungen dem Unteroffizier Eckert von der 11. Konrpagnie des Jnfanterie-Regimeuts„v. Horn" in Trier vor dem Kriegsgericht der 16. Division zur Last gelegt. Wir erfahren darüber jetzt näheres. Es waren mehr als 150 Zeugen, darunter 31 Angehörige des Beurlaubtenstandes geladen. Die Mißbandlungen und Menschenschindereien spotten zum Teil jeder Beschreibung. Sie bestanden in Fußtritten, Schlägen mit dem Seitengewehr und andren gefährlichen Gegenständen und all den andren bekannten Teufeleien und Quälereien. So ließ der Unteroffizier Rekruten sich flach hinlegen, um mit seinen schweren Stiefeln über den Rücken der Leute zu gehen; mehrere erlitten dadurch erhebliche Verletzungen im Gesicht. Weil sie zum Reinigen der Exerzierhalle etwas zu spät kamen, mußten sich einige Soldaten in den bereits zusammengefegte« Dreck legen und so lauge darin umherwälzen, bis er auf dem Boden wieder verteilt war. Ein Rekrut mußte sich bei andrer Gelegenheit hundert- mal hinter einander flach auf den Boden hinlegen und zum Schluß erhielt er auch noch Schläge. Ein Soldat mutzte auf einem Schemel Kniebeuge machen, dann in der Kniebeuge einen andern Schemel strecken, und als er ermattete, stieß ihn das Scheusal hinunter, daß er eine schwere Kopf- Verletzung erlitt. Der Soldat desertterte bald nachher und ist noch im Auslande. Unter den Zeugen befanden sich zwei andre Deserteure, die wegen der Mißhandlungen geflüchtet waren. Einem andern schlug Eckert wegen mangelhaften Schießens das Koppel und die Tasche mit Pattonen ins Gesicht, daß Mund und Nase stark bluteten. Verschiedentlich machte er bei den Mißhandlungen auch vom Seitengewehr Gebrauch. Der Vertteter der Anklage nannte den Unteroffizier den Typus eines Soldatenschinders, der seine Untergebenen in der un- menschlich st en Weise mißhandelte; er beanttagte zwei Jahre Gefängnis und Degradation. Das Urteil lautete auf ein Jahr und neun Monate und Degradatton. Strafmildernd rechnete ihm das Gericht das Verhalten s e i n e s F e l d w e b e l s an, das auf den Unteroffizier von schädlichem Einfluß gewesen sei. Am Donnerstag wurde gegen die Feldwebel Stalle und Unterberger, die Vorgesetzten Eckerts, gleichfalls wegen fort- gesetzter Soldatenmißhandlungen und wegen Unterdrückung von Beschwerden sowie Fälschung der Dienstbücher verhandelt. Auch sie hatten ihre Untergebenen jahrelang in der schlimmsten Art miß- handelt. Wenn sich einer beschwerte, warf der Feldwebel Stalle die Anzeigen, statt sie an den Compagniechef weiterzugeben, in den Papierkorb. Auch jetzt wäre das Treiben der drei Scheusale un- gesühnt nnd ungestört geblieben, wenn nicht der wegen Sittlichkeits- Verbrechens und Verleitung zum Meineid zu Zuchthaus verurteilte Sergeant Bienefeld, ein Kollege der drei, die Anzeigen aus Rache erstattet hätte. Solchen Menschen find die Söhne des Volkes ausgeliefert! In dem Prozeß gegen den Unteroffizier Eckert wurden hundert- undsechzig, in dem Prozeß gegen die Feldwebel hundert- undacht Zeugen vernommen. Danach kann man sich einen Begriff von dem Umfang der Soldatenschindereien mache«. Und dennoch konnten sie jahrelang getrieben werden, ohne daß sie von den Vorgesetzten wahrgenommen wurden und ohne daß die Soldaten ge- wagt hätten, sich dagegen ernstlich zu schützen. Der Vertteter der Anklage beanttagte gegen den Feldwebel Stalle ein Jahr und vier Monate Gefängnis, Degradatton und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes, gegen den Feldwebel Unterberger ein Jahr und eine Woche Gefängnis und Degradation. Das Kriegsgericht verurteilte Stalle zu zehn Monaten, Unterberger zu neun Monaten und einer Woche Gefängnis und beide zur Degradatton.— Auch ein Grnnd! Der Edle Herr v. Klitzing hatte im Herren« hause eine standesgemäße Grübelei zum Besten gegeben. Die Eisen« bahnverwaltnng sollte die Arbeiterfahrkarten einschränken, weil die Arbeiter doch nur aus Lüderlichkeit in die Stadt gingen. Dazu hatte die„Kölnische Volkszeitting" bemerkt, daß dann die „Socialpolitiker" von der Art Klitzings doch ftoh sein sollten, die liederlichen Arbeiter los zu werden. Die„Deutsche Tageszeitung" des Bundes der Landwirte meint, mit dieser Bemerkung sei dem„in wirtschaftlichen Fragen so ver- ständigen Blatt" ein„böses Kuckncksei" ins Nest gelegt worden. Aus eignein giebt sie dann einen neuen Grund für die Beseittgung der Arbeiterfahrkarten: „Daß die Eisenbahn-Verwaltung bei den Ar- beiterfahrkarten zusetzt, sollte der„Kölnischen Volks- zeitung" doch auch bekannt sein, die doch wohl kaum eine aus- gleichende Gerechtigkeit darin erblicken wird, daß der Mittel- st a n d die Kosten für die Eisenbahnen allein auf- bringen soll." Es ist sicher unwahr, daß die Eisenbahn-Verwalttmg an Ar- beiterfahrkarten zusetzt; sie rentteren sich zweifellos. Dagegen steht es fest, daß die e r st e Wagenklasse und auch die zweite viel mehr die Eisenbahn-Verwaltung kostet als sie einbringt. Die „Deutsche Tageszeitung" wird also die Beseittgung der ersten und zweiten Wagenklasse fordern müssen, da der„Mittelstand" die Kosten für die Eisenbahnfahrten der Großgrundbesitzer und sonstiger Kapitalisten aufbringen mutz.— Ein Brottrieg ist in Marburg, wie uns von dort geschrieben wird, zwischen dem Arbeiter-Konsuniverein und den Bäckermeistern ausgebrochen, der für die gesamte Einwohnerschaft, mit Ausnahme der Bäcker natürlich, von Nutzen ist. Die Bäcker beabsichttgten, wie versichert wird, eine Erhöhung der Brotpreise einzuftihren. Seither kasteien bei ihnen 4 Pfund Weißbrot oder Schwarzbrot 46 Pf. Da kam der Konsumverein, der eine Bäckerei errichtet hatte, und machte bekannt, daß er Weißbrot für 42, Schwarzbrot für 40 Pf. auch an NichtMitglieder liefern werde. Darob große Entrüstung bei den Bäckermeistern, die nun das Brot für 40 und 36 Pf. anboten, also den Konsumverein unterboten. Dieser wendet sich nun in einem Flug- blatt an die Einwohnerschaft und weist darauf hin. daß die von den Bäckern offerierten Preise Kampfpreise seien, darauf berechnet, den Konsumverein zu unterdrücken, daß aber, wenn dies gelänge, die jetzt von den Bäckern nachgelassenen Preise schon wieder eingeholt würden. Der Verein setzt dann den Preis für Weißbrot abermals um 2 Pf. herunter. Wegen Majestätsbeleidigung wurde der Gewohnheitsbettler ermann Hoferichter von der Görlitzer Sttafkammer zu zwei ahren Gefängnis und Ueberweisung an die Landespolizei ver- urteilt. Der vierzig Mal vorbestrafte Mensch hat anscheinend für längere Zeit im Gefängnis Unterkunft finden wollen und dies ist ihm gelungen vermittelst des Majestätsbeleidigungs-Paragraphcn. Der Paragraph hat also doch auch einen Wert; nur nicht für die zu schützende Majestät!—_ Aus einem wilden Lande. Man schreibt uns aus Stuttgart vom 19. Mai: Je reaktionärer Preußen und Sachsen werden, desto billiger ist natürlich für die süd- deutschen Staaten der Ruhm besonderer Freiheit zu erwerben. Württemberg z. B. gilt jenseits der schwarz-weitzen Grenzpfähle geradezu als ein wildes Land. Freilich— der Schein trügt. Es ist ganz falsch, aus dem süddeutschen Zuge von„Gemütlichkeit", wie er auch im politischen Leben zu Tage tritt, den Schluß zu ziehen, als sei Württemberg ein Dorado der Freiheit und des socialen Fortschritts. Die Landtagssession, welche gestern eröffnet wurde, wird in der S ch u l f r a g e und in der Frage der Arbeitsbedingungen für die Staats- arbeiten wiederum die ganze Rückständigkcit der württembergischen Landesparlamente— sowohl der Kammer der Standesherren als der Kammer der Abgeordneten— zum Ausdruck bringen. Wenn die jedem wirklichen Fortschritt abholde Struktur der Zweiten Kammer nicht so offen zu Tage tritt, als die der„Ersten", so liegt dies daran, daß die sechs socialdemokratische« Hechte die idyllische Ruhe in diesen Karpfenteichen störend beeinflussen, und die„demokrattschen" Parteien(süddeutsche Volkspartei und Centrum) aus Rücksicht auf den Wählerfang wenigstens in nebensächlichen Fragen Konzessionen an den Geist der Zeit zu machen geztvungen sind. Bezeichnend ist. daß von den großen gesetzgeberischen Reformwerken, welche seit Jahren als politische Notwendigkeit anerkannt sind: Steuerreform, Schulwesen. Verfassungsreform und Gcmeindcreforin, nur die Steuerrefonn im Vorjahre endlich durchgeführt Ivurde, aber dank dem feigherzigen Umfall der Süddeutschen Volkspartei eher eine Verschlechterung als eine Verbesserung des früheren ZustandeS bedeutet. Aehnlich bringt auch die Schulreform, die voraussichtlich in dieser Session beraten werden wird, statt einer Abschwächnng eine Verstärkung der geistlichen Vormundschaft über die Volksschule. Uebrigens ist es noch sehr fraglich, als dieses ,Reform"-Werk die Klippe der Ersten Kammer ungefährdet passieren wird. Denn selbst die wenigen Scheinkonzessionen, die es dem modernen Geiste macht, sind dieser urreakttonären Köperschaft, in welcher die katholischen Standesherren und die vier katholischen Prinzen aus den: Königshause den Aus- schlag geben, ein Stein des Anstoßes. Ohne diese Schernkonzessionen dürfen aber die. Demokaten" der Ab- geordnetenkammer nicht wagen, den Wechselbalg aus der Taufe zu heben. Ein Vorspiel bot gestern in der ersten Sitzung der Abgeordnetenkammer die Beratung der Eingabe der Allgemeinen deutschen Vereine für Schulgesundheitspflege betreffend die Anstellung von Schulärzten durch den Staat. Nach einem langen Geplätscher von Redensarten wurde der Kommissionsbeschluß, der die Frage der Regierung„zur Erwägung" überweist, von der Mehrheit angenommen. Die Socialdemokraten versuchten vergeblich, an Stelle dieses„Be- gräbnisses erster Klasse" eine würdigere Behandlung der Frage herbei- zuführen. Genosse Keil insbesondere wies auf die Ergebnisse schulärztlicher Untersuchung in der Stuttgarter Altstadt hin, wo 29 Proz. der Kinder als unterernährt bezeichnet wurden, blieb aber mit seinem weitergehenden Anttag in der Minorität. TiusUmd. Italien. Da» Blutbad von Ccrignola vor der Kammer. Rom, 17. Mai.(Eig. Ber.) Die Jnterpellatton T u r a t i S in der heuttgen Kammersitzung ist ruhiger verlaufen, als man annahm. Der Unterstaatssettetär D i Gent-Onafrio stellte die Sache— allen Thatsachen entgegen— so dar, als hätten die Soldaten einen Angriff der Landarbeiter abwehren müssen. Die Menge wäre be- waffnet gewesen mit Schuß- und Sttchwaffen. Der Auftuhr in Cerignola dauere noch heute fort und nehme die Fornien der größten Gewaltthättgkeit an. Turati antwortete, er sei zu sehr konservattv, um sich mit dieser Antwort zufrieden zu geben. Wenn wirklich heute die Stadt in Auftuhr wäre, so könnte das das Vorgehen der Polizei auf keinen Fall rechtferttgen. Der Auftuhr wäre ja nach dem Blut- bad, nicht vorher gekommen. Beklagenswert sei die Unfähigkeit der Polizei, aus der Erfahrung zu lernen. Die Ereignisse von Cerignola seien fast eine photographische Wiedergabe des Blutbades von Berra. Candela, Giarratano usw. Leute die so nervös und kopflos sind, daß sie um einen Steinwurf außer sich geraten und in blinder Wut nach Rache verlangen, taugen nicht zu Polizisten. Die Polizei muß eine Regel über alle andren stellen: auf das Volk darf nicht geschossen werden. Daß die Menge bewaffnet war, ist die übliche Erfindung. Wie kommt es denn, daß die berühmten Revolver der Menge nie jemand verletzen? Sind sie vielleicht aus Pappe und von der Polizei selbst geliefert?— In Cerignola wird einstweilen der übliche Prozeß instruiert. Solche Prozesse sind schlimmer und grausamer als die Metzelei, von der sie ausgehen. Seit dem Blutbad von Giarratano. also seit nahezu zwei Jahren, befinden sich 96 Landarbeiter in UntersnchungS- hast. Diese Form von„stillem Mord" wird sich wohl auch diesmal dem Mord mit Pulver und Blei anschließen.— Niederlande. Keine Kuypcr-Bcleidigung. Im vorigen Frühjahr anläßlich der Beratung über die Zwangsgesetze zur Knebelung der Gewerkschaften veröffentlichte„Het Volk" in seiner illustrierten Sonntagsbeilage ein Bild, das den Minister des Innern Dr. Kuyper einen geknebelten Arbeiter erwürgend darstellle, und dessen Vertrieb und öffentliche Ausstellung mehrere Anklagen wegen Kuyper-Beleidigung zur Folge hatte. Am 18. Mai d. I. hatte der Gerichtshof zu Amsterdam als Berufungsinstanz über derartige Anklagen gegen drei Buch- und Zeitungshändler aus Amsterdam und Haarlem zu entscheiden. DaS Gericht schloß sich vollkommen den freisprechenden Urteilen der untern Gerichte an und verfügte die Zurückgabe der beschlagnahmten Exemplare, und zwar mit der Begründung: man müsse annehmen, daß die Zeichnung einen sinnbildlichen Charakter trage; der Zweck des Bildes sei, die Regierung darzustellen, wie sie die Arbeiter in ihrer Bewegungssteiheit beschränkt; es könne hier also in keiner Hinsicht von Beleidigung Dr. Kuypers als Person, noch in seiner Qualität als Minister die Rede sein. Dies so deutlich motivierte Urteil ist von großer Wichtigkeit für die Freiheit in der Anwendung der Karrikatur und finnbildlichen Zeichnung als politische Kampfmittel.— Schweden. Die gescheiterte Wahlrechtsrcform. Es ist keineswegs sehr zu bedauern, daß übereinstimmende Beschlüsse zur Wahlrechtsreform in den beiden Kammern des Reichstages nicht zu stände gekommen sind und daß dadurch, wie bereits eine Depesche meldete, die Reform für dieses Jahr gescheitert ist. Wie die Verhältnisse nun einmal liegen, konnte ein Beschluß, der der Forderung des allgemeinen Wahlrechts wirklich entsprochen hätte, doch nicht zu stände kommen. Seitens der Arbeiterpartei ist schon oft betont worden, daß eine Hinausschiebung der Frage einer halben oder Scheinreform, die zu immer neuen Wahlrechtskämpfen führen müßte, vorzuziehen ist. Um eine solch unzulängliche Reform handelte es sich auch bei dem Vorschlag B i l l i n g, der von der Ersten Kammer mit 93 gegen S9 Stimmen angenommen wurde und wonach das Wahlrecht von der B e- zahlung der Staats- und Gemeinde st euern für die drei letzten Kalenderjahre vor der Wahl abhängig gemacht werden sollte. Der in der Zweiten Kammer mit 116 gegen 193 Stimmen abgelehnte Vorschlag von Barnekow entspricht in den Hauptpunkten dem Billings; wäre er angenommen, so hätte eine Einigung erzielt werden können. Die Verhandlungen, die zwei Tage in Anspruch nahmen, dauerten in der Zweiten Kammer bis Donnerstag nachts 2 Uhr. In dieser Kammer mußte über acht Vorschläge abgestimmt werden, darunter einer unsres Parteigenossen Branting, der mit 43 gegen 178 Stimmen abgelehnt wurde. Angenommen wurde mit 116 gegen 199 Stimmen ein Vorschlag O I s s o n s, der Einmanns- Wahlkreise und Majoritätswahlen verlangt, dabei aber das Wahlrecht unter andern? von derErfüllung auch der kommunalen Steuerpflicht abhängig, nachen Ivill. Daß für diesen Vorschlag eine Mehrheit gewonnen wurde, ist offenbar dem Umstand zuzuschreiben, daß manche dafür stimmten, lediglich um doch in so spater Stunde überhaupt noch einen Beschluß durchzubringen. Für das weitere Schicksal der Wahlrechtsstage wird dieser Vorschlag wenig Wert haben.— Australien. DaS Programm des ArbeiterministcriumS. Zu dem gestern mit- geteilten Programm des australischen Bundes sind einige Richtig- siellungen nötig. Unter„Staat. 1. Wahlreform"„Ein Mann eine Stimme" bedeutet: Allgemeines Stimmrecht für alle Erwachsenen, und gleicherweise ist unter 6. Lokalreform die Forderung zu verstehen, daß jeder Erwachsene in allen Angelegenheiten der Lokal-(Gemeinde- und Bezirks-> Verwaltung stiminberechtigt sein soll. Unter 5. Landreform soll die dritte Forderung lauten: Herbei- führnng angemessener(Pacht-) Erträge aus den öffentlichen Ländereien und Gleichstellung der Pachten für Schäfer und Züchter. Unter 7. Oeffentliche Arbeiten inuß es heißen: Staatskontrolle über die natürlichen und künstlichen Wasserkräfte einschließlich der Berieselungsanlagen. Nationalisierung des Marktwesens und der Lagerhäuser. Verstaatlichung der Eisenbahnen. Erbauung und Unterhaltung (Betrieb) aller Eisenbahnen durch den Staat. Und unter den Bedingungen für Kandidaturen ist unter 3 nur freie Hand in Zollsragcn gemeint, was auch aus den bestimmten Forderungen in Steuerfragen unter Staat 4 hervorgeht.— Der Krieg in Ostasien. Der Untergang der beiden japanischen Kriegsschiffe mit mehr als 700 Mann bestätigt sich. Das eine Schiff„Aoschino" lief im Nebel auf ein andres und sank im Hafen von Port Arthur. das andre,„Hatsuse", geriet auf russische Minen und ging sofort unter. Nach einer Mitteilung des japanischen Gesandten in Pans hat Admiral Togo gemeldet, daß in dem Augenblicke, wo das japanische Panzerschiff„Hatsuse" sank, eine russische, aus 16 Torpedobooten be- stehende Flotille sich näherte, von den japanischen Kreuzern aber zurückgewiesen wurde. Die japanischen Kreuzer rettet e n 399 Mann des„Hatsuse", unter ihnen Admiral Nashiba und Kapitän Nakao. Eine spätere Meldung besagt: Beim Untergange des Panzerschiffes„Hatsuse" kamen drei Fregattenkapitäne und 33 andre Offiziere und Unteroffiziere um, auf dem Kreuzer„Doschino" der Kommandant, ein Fregattenkapitän u,d 39 Offiziere und Unteroffiziere. Die Zahl der umgekommenen Mannschaften ist unbekannt. Das Gerücht, daß das Linienschiff„Schikischnna" beschädigt und oas Linienschiff„Fuji" gesunken sei, wird dementiert. Das(Sefecht bei Kintschou. Japanisch-amtlich wird gemeldet, daß der Feind, welcher an dem Gefechte in der Nähe von Kintschou am 16. d. Mts. teilnahm aus den 5., 14. und 16. Scharfschützenrcgimentern bestand und 8 Schnell- feuergeschütze hatte. Der Feind ließ auf dem Gefechtsfeld 39 tote Offiziere und Gemeine. Nach Mitteilungen von Gefangenen soll der Gcsamtverlust des Feindes 300 Mann betragen. Die Schrecken der Krise in Nußland. Am furchtbarsten macht sich der Krieg mit seinen Folgen— der Handels- und Jndustriekrife— der industriellen Arbeiterschaft Polens fühlbar. Bei der engen Verknüpfung der Produksion von Lodz, Warschau usto. mit dem Austausch in Rußland, haben die Kriegs- wirren im Osten und das Zusammenschrumpfen des inneren Marktes in Rußland das wirtschaftliche Leben Riissisch-Polens fast ganz lahm- gelegt. Namentlich in Lodz hat die Krise bereits erschreckende Symptome gezeitigt. Zehntausende sind einfach dem Hunger preisgegeben. Diebstähle haben sich in einem solchen Maße vermehrt, daß die Lokalblätter wegen Raummangels nicht mehr im stände sind, sie täglich zu registrieren. Die P r o st i t u t i o n hat nie dagewesene Dimensionen angenommen; Tausende von Arbeiter- stauen und Mädchen tteiben sich einfach vor Hunger in den Straßen herum. Der Selbstmord ist auch keine Seltenheit mehr geworden. So hat das hiesige Amtsblatt erst neulich die Nachricht gebracht, daß eine Arbeiterin, Olga Schröter, Mutter von vier Kindern, durch Arbeitslosigkelt zum äußersten Elend gebracht, sich selbst und ihre sämtlichen Kinder umbringen wollte. Sie hatte bereits die zwei jüngsten an einem Wandhaken erhängt, als die älteren Kinder durch ihr Geschrei die Nachbarn herbeilockten. Die Mutter ist verhaftet worden. In einem andern Fall ist ein 19jähriges Mädchen zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden, weil es sich vor Hunger und Verzweiflung in ein Bordell aufnehmen ließ. dabei aber falsche Legitimationspapiere vorgezeigt hat. Das Verhalten der Regierung angesichts dieser Zustände ist mustergültig— im Sinne der zarischen Polittk: die in Lodz statio« nierende Garnison ist um ein Regiment vergrößert worden, außer- dem sind einige Abteilungen Kosaken nach der Stadt gebracht worden. Der Willkür und der Brutalität der Polizei sind alle Zügel genommen: an st ändige Arbeiterfrauen, die nach Arbeit und Lebensmitteln suchend in der Stadt herumstteifen, werden häufig mitten im lichten Tag von Schutzleuten auf die Polizei ge- schleppt, zwangsweise einer sanitären Revision unterzogen und als Prostituierte registriert! Man kann sich leicht vorstellen, welche Er- bitterung angesichts alles dessen unter der Arbeiterschaft herrscht. Die Bourgeoisie aber veranstaltet zur Linderung des Massenelends unentgeltliche Verteilung von Bettelsuppen u. dergl. So hat z. B. der Fabrikant M. Cohn, ein Millionär, für die Arbeitslosen täglich— 60 Portionen Erbsensuppe gestiftet! Der Bäckerstreik. Gefälschte Zurückziehungs-Erklärung. Daß Bäckermeister durch Drohung und andre terroristische Mittel zum Rücktritt von der Bewilligung seitens Beauftragter der Innung gezwungen worden sind, dafür haben wir bereits mehrere Beispiele angeführt. Jetzt wird bekannt, daß nicht nur mit Zwangsmitteln, sondern sogar mit Fälschungen— deren Urheber allerdings noch nicht festgestellt sind— zu Gunsten der sogenannten Abwehrbestrebungen der Innungen gearbeitet wird. Gestern erhielt die Streikleitung folgende Zuschrift: „Hiermit gebe ich die Erklärung ab, daß ich die Bewilligung nicht zurückgezogen habe, sondern daß irgend ein gemeiner Bube ohne mein Wissen den Brief mit der Zurückziehung abgesandt hat. Rich. Gorgas, Bäckermeister, Pintschstt. 4." Wer mag wohl diesen gemeinen Bubenstreich verübt haben, der sich als eine Urkundenfälschung kennzeichnet und geeignet ist, den von der Fälschung betroffenen Bäckermeister schwer zu schädigen? Hoffentlich gelingt es, den Fälscher zu ermitteln und ihn zur Ver- antwortung zu ziehen. Die Fälle mehren sich, wo Bäckermeister erklären, daß die Mit- teilung, sie hätten die Bewilligung zurückgezogen, ohne ihr Wissen erfolgt ist. Auch im Laufe des gestrigen Tages sind mehrere der- artige Erklärungen bei der Streikleitung eingelaufen. Man kann deshalb annehmen, daß von den Rückttittserklärungen nur ein kleiner Teil ernst gemeint ist, und daß selbst diese nur unter Anwendung verwerflicher Mittel erfolgt sind. Mißglückte Scharfmacherbesttebungen. Der Obermeister Schmidt von der Berliner„Concordia'-Jnnung versuchte die Bäckermeister in Reinickendorf zum Zurückziehen der Bewilligung zu bewegen. In einer Reinickendorfer Bäckermeister- Versammlung beanttagte Herr Schmidt, die Entfernung des Plakats durch Festsetzung einer Konventtonalstrafe von 1999 M. zu erzwingen. Der Berliner Scharfmacher fand jedoch kein Gehör. Man erwiderte ihm, daß es in Reinickendorf wohl keinen Bäckermeister gebe, der einen Tausendmarkschein aus eigner Anschauung kenne, geschweige denn einen solchen besitze. Schließlich nahm man den Anttag des Herrn Schmidt an, jedoch mit dem Zusatz:„Sobald das letzte Plakat aus den Berliner Schaufenstern entfernt ist." Mit diesem Denkzettel mußte der Berliner Obermeister heimziehen. Der„Abwehrkatnpf" durch Flugblätter wird seitens der Jnnungs-Scharfmacher fortgesetzt. Gestern ließ der Bohkottabwehr-Ausschuß der Bäckermeister wieder ein Flugblatt auf den Straßen verbreiten. Auch dieses Machwerk leistet, ebenso wie das schon stüher verbreitete, das denkbar größte Maß von Ver- drehungen und Entstellungen über den Streik und die Forderungen der Bäckergesellen. An die Bürgerschaft Berlins und der Vororte Wendel sich das neueste Flugblatt. Wie niedrig muß doch der Bohkottabwehr-Ausschuß die Urteilsfähigkeit der Bürgerschaft einschätzen, wenn er schlankweg behauptet,„die Gesellen haben sich mit den Forderungen der Streilführer, die stets und ständig unter socialdemokrattschem Einfluß handeln, nicht einverstanden er- klärt, weil sie ganz genau wissen, daß sich dergleichen im Bäcker- gewerbe unmöglich allgemein und überall durchführen läßt". Wenn der Flugblattschrciber das glauben sollte, was er der Bürgerschaft vorzureden sucht, dann möge er doch erklären, wie es kam, daß sich am 19. Mai gegen 3999 Bäckergesellen in ge- heimer Abstimmung für den Streik erklärten und auch in den- selben eintraten. Wenn es wahr wäre, was der Flugblattschreiber behauptet, daß die Gesellen die Abschaffung von Kost und Logis beim Meister gar nicht wünschen, warum nahmen die Bäckergesellen denn gerade wegen dieser hauptsächlichsten Forderung den ihnen an- gebotenen Kamps auf? Soll denn die Bürgerschaft Berlins wirklich glauben, daß die paar Leute, welche den Verbandsvorstand bilden, in der Lage sind, gegen 3999 Arbeiter gegen ihren Willen in den Streik zu Hetzen? Solchen haarsträubenden Unsinn sollte man doch nicht öffentlich verbreiten. „Ein allgemeiner Tarifverttag läßt sich nicht durchführen, da die Verschiedenartigkeit der Backwaren und andres dem durchaus widersttebt." So steht es im Flugblatt. Weshalb die Verschiedenartigkeit der Back- wäre den Abschluß eines Tarifvertrages hindern soll, das verrät der Flugblattschreiber nicht. Sollte es ihm unbekannt fein, daß Tarif- verttäge und geregelte Arbeitsverhältnisse seit Jahren in verschiedenen Gewerben bestehen, wo die Mannigfaltigkeit der Arbeiten eine weit größere ist wie die Verschiedenarttgkett der Backwaren? Gegen diese Behauptung des Flugblatts können wir einen klassischen Zeugen anführen, nämlich den Obermeister einer Bäcker-Innung, für deren Ort ein Tarifvertrag im Bäckergewerbe besteht. DieserObermeister war dieser Tage auf dem Berliner Streikbureau und da sagte er zum Verbands- Vorsitzenden Allmann: Er, der Obermeister, begreife nicht, weshalb sich seine Berliner Kollegen so hartnäckig gegen den Tarifvertrag sträuben, mit dem seine Innung doch die besten Erfahrungen ge- macht habe. Wenn Arbeitgeber gegen Arbeiterforderungen kämpfen, dann pflegt es ohne Verleumdungen der Arbeiter nicht abzugehen. So behauptet auch das neueste Flugblatt der Bäckermeister:„Durch Drohungen und Belästigungen aller Art sucht man dem Boykott Nachdruck zu verschaffen. Es fanden sogar Zufammenrottungen statt, so daß sich die Polizei genöttgt sah, einzuschreiten und Verhaftungen vorzunehmen." Das ist eine Lüge. Nicht die gering st en Aus- schreitungen anläßlich des Bäcker st reis sind bis jetzt bekannt geworden. Die Polizei, die es an Wachsamkeit und Schneidigkeit gegenüber streikenden Arbeitern bekanntlich nicht fehlen läßt, hat während des Bäckerstteiks keine Ursache zum Einschreiten gesunden. Mit der Verbreitung solcher Unwahrheiten glauben die Bäcker- meister ihre längst verlorene Positton zurückerobern zu können. Ein nutzloser Versuch. Ueber dir Situation des Streiks wurde in einer gestern abgehaltenen Versammlung der Ausständigen mitgeteilt, daß das Ziel des Kampfes im allgemeinen erreicht ist. Die überwiegende Mehrheit der Berliner Bäcker- gesellen arbeitet unter den neuen Bedingungen. Die Jnnehalwng der Bewilligungen wird fortgesetzt konttolliert und jede Zurückziehung derselben mit der Zurückziehung des Plakats beantwortet. Zur Zeit sind noch 834 Streikende eingezeichnet, davon sind 81, welche 157 Kinder haben, verheiratet. Die Zahl der jetzt noch Streikenden ist geringer wie die Zahl derjenigen, die sonst als Arbeitslose im Berliner Bäckergewerbe stets vorhanden sind. Strcikgcld statt Konventionalstrafe. Ein Charlottenburger Bäckermeister, der den Beschluß seiner Innung, das Plakat zu entfernen, nicht zu halten gedenkt, fühlte sich verpflichtet, nun auch die für diesen Fall festgesetzte Sttafe zu erlegen. Er wandte das Geld jedoch nicht der Jnnungskasse zu, sondern zahlte— nicht etwa aus Irrtum, sondern mit Absicht— die 399 M. in die Streikkasse der Gesellen.— Es giebt doch einsichtige Bäckermeister, wenn auch nicht viele. Soziaice, Aerzte und Krankenkassen. Die Leipziger Aerzte arbeiten eifrig an der„Abschiebung" der Distriktsärzte und der Beseitigung der Beratungsanstalten. Der Standesausschuß des Leipziger ärztlichen Bezirksvereins hat die Verträge der Distriktsärzte und die der Aerzte für die Beratungs- anftalten für„standcsunwürdig" erklärt und gleichzeitig erklärt, daß das System der Distriktsärzte und der Beratungsanstalten vom ärzt- lichen Standpunkt aus unbedingt zu verwerfen sei. Natürlich liegt das Verwerfliche des Systems nur darin, daß es von den Orts- Krankenkassen angewandt wird. Sonst ist weder die Poliklinik noch das System der beamteten Aerzte verwerflich. Eine Generalversammlung des Centralkomitees zur Errichtung von Heilstätten für Lungenkranke findet gegenwärtig im Reichstage statt. Der Präsident des Komitees, Staatssekretär Graf Posadowsky, hielt eine Begrüßungsansprache, in der er über die Erfolge des Vereins folgendes berichtete: Seit Begründung unsres über ganz Deutschland verzweigten Vereins hat die Bekämpfung der Lungenschwindsucht wesentliche Fortschritte gemacht. An in Betrieb befindlichen Volks- Heilstätten besitzt das Deutsche Reich mit Beginn des Jahres 1994 insgesamt 69. Die Anzahl der in diesen Anstalten zur Verfügung stehenden Betten beläuft sich auf zusammen 5899. Außerdem sind in Deutschland noch 25 Privat-Heilanstalten für Lungenkranke vorhanden, von denen die Mehrzahl gleichfalls auch Minderbegüterten und Kranken der Versicherungsanstalten zu mäßigem Preise Aufnahme gewährt. Im Bau begriffen sind zur Zeit 9 Heil- anstalten, projektiert außerdem noch 18 Anstalten. Die für die Errichtung der vorgenannten, bis zum Beginn des Jahres 1994 eröffneten Volks-Heilstätten verausgabten Geldsummen betragen insgesamt mehr als 39 Millionen Mark. Die Zahl aller im Betriebe befindlichen Anstalten überhaupt, einschließlich 51 Kinder- Heilstätten für Vortuberkulöse hat sich auf 235 erhöht. Seit Begründung unsres Vereins im Herbst 1895 haben wir Zuschüsse an 65 Anstalten mit über 1V.i Million geleistet und damit die Errichtung zahlreicher Volks-Heilstätten finanziell erst ermöglicht. Es kann auch keinem Zweifel unterliegen, daß der nach Wissenschaft- lichen Grundsätzen geführte Kampf gegen die Tuberkulose sichtbare Erfolge aufzuweisen hat. Für die Jahre 1892— 1999 waren zehn deutsche Staaten an der Statistik über die Tuberkulose beteiligt. Nach dieser Statistik starben in jenen zehn Bundesstaaten in den vier Jahren 1897— 1990 trotz der Zunahme der Bevölkerung im Durchschnitt jährlich 7566 Personen weniger an Tuberkulose als durchfchnittlich in jedem Jahre des Zeitraumes von 1892— 1895. Für die Jahre 1991 und 1992 steht uns eine gleiche Statistik aus 29 Bundesstaaten zur Verfügung. Danach betrug der Rückgang der ttibcrkulosen Sterblichkeit von 1999—1991 4,49 Proz., von 1991 bis 1992 1,94 Proz. Dann hob er die allgemeine Bedeutung der Bekämpfung der Lungenschwindsucht und andrer Volksseuchen für die Hebung der Volksgesundheit und sagte zum Schluß: „Die Zukunft wird schließlich dem Volke gehören, welches sich körperlich am widerstandsfähigsten und damit am wehrfähigsten erhält. Wer deshalb dafür kämpft, den Massen Leven und Gesundheit zu erhalten, der kämpft für die Stärke und für die Zukunft unsres Vaterlandes." Ein schönes Wort! Wollte man sich nur endlich auch dazu be- quemen, auch in dem Kampfe der Arbeiter für ihre eigne Erhebung aus Not und Elend zu freiem Menschentum einen Kampf für die Zukunft und Stärke des Vaterlandes zu sehen. In den Verhandlungen machte Professor Jacob auf die Be- deutung der Fürsorgestellen für Lungenkranke aufmerksam. Die Für- sorgestellen sollen alle Kategorien von Tuberkulösen und ihren An- gehörigen dienen und ihnen die verschiedenartigsten Hilfs- und Unterstützungsmittel zugängig machen. Zur Ausführung der Besuche in den Wohnungen der Patienten sollen befonders geschulte Schwestern verwendet werden. Die Fürsorgestelle hat für passende Belehrung. Vermittelung von Unterstützungen, Beschaffung zweck- mätziger Wohnungen, Unterbringung in die geeigneten Anstalten oder in geeignete Berufe und andres mehr Sorge zu tragen. Wie Geheimrat Pütter, Direktor des CharitS-KrankenhauseS. mitteilte, soll auf Anregung des Ministerialdirektors Althoff ein Komitee gegründet werden, welches die Sammlung von Geldern und die Errichtung von Fürsorgestellen in den verschiedenen Stadtteilen Berlins in die Wege leiten soll. Die Versicherungsanstalt Berlin hat bereits 19 909 M. zur Verfügung gestellt; auch die Versicherupgs- anstatt Brandenburg und die Stadt Berlin sollen angegangen und ein Aufruf an das Publikum gerichtet werden. Das Komitee soll mit der Aerzteschaft Hand in Hand arbeiten. Professor Baginsky empfahl die Heranziehung der Seeheilstätten für die Behandlung kranker Kinder. Hus Industrie und Handel. Die Unterschlagungs-Affaire der Bodburger Wollindustrie- Gesellschaft nimmt einen recht kuriosen Verlauf. Wie wir seiner Zeit berichteten, wurde an? 9. April in der Generalversammlung eine Vertrauens- und Revisionskommission gewählt, welche die Vermögenslage des Unternehmens prüfen, die Unterschlagungen des früheren Direktors Silverberg möglichst genau feststellen und zugleich ermitteln sollte, inwieweit ans dessen Nachlaß auf eine Deckung der Unterschlagungen zu rechnen sei. In ihrem vor einigen Tagen erstatteten Bericht führt nun die Kommission aus, daß die Nachprüstmg des Vermögensausweiscs. insbesondere der Maschinen-Ausstände und Beständerechnungen zu Beanstandungen keinen Anlaß gegeben habe, und sei sie auch der Ansicht, daß die von dem Aufsichtsrat seiner Zeit verschwiegene Forderung von 59 999 M. an den Nachlaß Silverbergs voll bestehen bleiben könne. Ueber die Fälschungen Silverbergs hat die Kommission nichts entdeckt. Sie berechnet den Schaden, den die Gesellschaft durch die Fälschungen infolge zuviel gezahlter Dividenden und Gewinnanteile erlitten hat. auf 255 239 M. Die Schadenansprüche gegen den Nachlaß Silverbergs berechnen sich insgesamt auf 279 239 Mark, wozu noch die Forderung von 59 999 M. hinzukommt. Ueber die 279 239 M.„hofft" die Kommission eine gütliche Verständigung mit der Masse Silverberg zu erzielen. Bei Prüstmg des Wertes der Srlverbergschen Masse ist die Kommission zu der Ansicht gelangt. daß die Masse bei ruhiger, unter Vermeidung des Konkurses durch- geführter Abwickelung ausreichen dürfte. alle bis jetzt bekannten Masseschulden einschließlich der Ansprüche der Gesellschaft voll oder doch zu einem großen Prozentsatz zu decken. Die Kommission empfiehlt dem Liquidator der Masse einen Gläubigerausschuß zur Seite zu stellen, in dem auch die Gesellschaft vertreten sei. Bei Prüfung der etwa gegen die Vorstandsmitglieder gegebenen Regreßansprüche ist die Kommission zu der Ansicht gekommen, daß das Vorstands- Mitglied Bücken nicht in Betracht komme. Nicht unzweifelhaft sei dagegen die Verantwortlichkeit Deterings und Heisterkamps. Aber auch ihnen gegenüber empfiehlt die friedfertige Kommission, an- gesichts des zweifelhasten Ausgangs eines Rechtsstreites, von jedem Schritte abzusehen. Dasselbe gilt von dem Aufsichtsrat, der nach Ansicht der Kommission die ihm obliegenden Verpflichtungen vollständig erfüllt hat und nun verpflichtet sei, die Gewinnanteile, die er infolge der Fälschungen bezogen hat. zurückzuerstatten. Ueber diesen Bericht hatten vorgestern in einer neuen außer- ordentlichen Generalversammlung die Aktionäre zu befinden. Sie erwiesen sich als ebenso versöhnlich, wie die Revisionskonimisfion. Nachdem die drei Direktoren, die bis Ende 1999 engagiert sind, von ihren Bezügen auf einen Betrag von insgesamt 49 999 Mark Verzicht geleistet und der Aufsichtsrat sich erboten hatte, 9999 Mark Tantteme zurückzuerstatten, gaben sich nach einigen kleinen Angriffen gegen die Verwaltung die Attionäre zufrieden. Es wurde schließlich dein Aufsichtsrat mit 1221 gegen 381, dem Vorstande mit 1238 gegen 524 Stimmen die Entlastung erteilt, nachdem die Verwaltung der Nachlaßmasse Shlverbergs er- klärt patte, daß sie aus der Entlastung nichts herleiten werde, was zu einer Beeinträchtigung der Ansprüche der Gesellschaft führen könne. Von Matznahmen zur Beseitigung des Fehlbetrages lvnrde abgesehen. Hannoversche Landesbank. Die Schwindelgründung der Han- noverschen Landesbank, deren Sturz seiner Zeit bedeutendes Auf- sehen erregte, hat gestern vor Gericht ihre Sühne gefunden. Der Direktor dieser Bank, Arthur Schumann, hatte 1898 mit Hilfe der späteren Aufsichtsratsmitglieder Weber, Oehlniann und Giesecke die Gründung ohne eigentliche Mittel vorgenommen. Von den 25 Proz. des Grundkapitals, die, wie Schumann in der Gründerversammluug erklärte, bereits eingezahlt worden seien, war der größte Teil geliehen und mutzte sofort nach der Gründung zurückgezahlt werden. Ferner wurden, um die Lage der Bank möglichst günstig erscheinen zu lassen, die Bilanzen gefälscht und nicht vorhandene Reingewinne herausgerechnet. Vom Gericht wurde gestern Schumann wegen Bilanzverschleierung und Bilanzfälschung zu zwei Jahren Gefängnis und 2000 Mark Geld strafe eventuell weiteren 299 Tagen Gefängnis verurteilt. Die übrigen Angeklagten erhielten Gefängnisstrafen von 1 Monat bis 6 Wochen und Geldstrafen von je 599 Mark. Der Antrag des Staatsanwalts auf Aberkennung der Ehrenrechte wurde abgelehnt, ebenso der Antrag Schumanns auf Haftentlassung. Zur Lage des Schichgewerbes. Immer mehr gehen die großen und größten Schuhfabriken darauf aus, de» Verkauf ihrer Erzeug' nisse selbst zu übernehmen und durch ein ausgebreitetes Filialsystem sich nicht nur in den Großstädten, sondern auch in der Provinz das Marktgebiet zu erweitern. Durch dieses Verkaufssystem hat eine verhältnismäßig geringe Zahl von Schuhfabriken sich einen ganz bedeutenden und ziemlich sicheren Absatz erobert, der den Be- trieben fast stets reichliche Arbeitsgelegenheit das ganze Jahr über zuführt. Durchschnittlich sind daher die großen Fabriken auch gegen- wärtig ani besten beschäftigt und zeigen eine ständige Vermehrung der Arbeitskräfte. Fabriken, die es versäumten, mit der Schuh Herstellung auch den Verkauf der Erzeugnisse zu vereinigen, sind ungleich ungünstiger gestellt. Teilweise haben auch sie zur Zeit reichlich zu thun, obgleich von Warenhäusern und Schuhmagazinen die Bestellungen für Frühjahr und Sommer erledigt sind, teilweise aber kämpfen solche mittleren Betriebe einen schweren Kampf lim den Absatz, der sich am schärfsten in den Großstädten äußert. Vor ivenigen Jahren noch gab es in allen Stadtteilen kleine Schuhhandlungen, die, von einem Schuh' niachermeister geführt. ziemlich gute Kimdschaft hatten. Diese Handlungen beziehen ihre Ware aus Fabrikbetrieben. Der Absatz in diesen Schuhhandlungen geht neuerdings immer mehr zurück, da die Schuhwaren- Magazine der Großbetriebe das Publikum in immer höheren! Maße anlocken. Viele sind schon eingegangen. Eine Folge dieses Umschloungs ist die ungenügende Beschäftigung vieler mittlerer und kleiner Fabriken. Gerade seitdem der Verbrauch von Schuhwaren wieder im Steigen begriffen ist, merkt man die veränderte Gestaltung des Absatzes vielmehr als während der Krise. Auch für das Matzgeschäft ist diese Entwicklung insofern nachteilig, als die Reichhaltigkeit der Auswahl, die Verschiedenheit der Formen und nicht zuletzt die relative Billigkeit der Ware in den Bazaren der Grotzbetrrebe auch das Publikum, das bisher noch immer nach Maß arbeiten ließ, mehr und mehr der Fabrikware zuführt. Dazu kommt, daß der Schuhmachermeister mit seiner beschränkten Anzahl von Gehilfen gerade in der Hauptsaison, in der die Bestellungen am reichlichsten eingehen, gar nicht in der Lage ist, sämtliche Kunden in der gewünschten Frist zu bedienen. Arbeitsleistung der Bergarbeiter. Während in der Unternehmer- presse immer wieder die Behauptung auftaucht, daß die Arbeits- leistung der Bergarbeiter im deutschen Kohlenbergbau abnimnit, beweisen die von den einzelnen Zechengesellschaften veröffentlichten Jahresabrechnungen das Gegenteil. Ein neues Beispiel dafiir bietet der soeben erschienene Geschäftbericht der Gewerkschaft„Moni Cenis" in Sodingen(Westfalen). Danach ist im vorigen Jahre die Förderziffer von 665 122 Tonnen auf 691 854 Tonnen gestiegen oder im Durch- schnitt von 2217 Tonnen auf 2312 Tonnen pro Arbeitstag. Die Selbstkosten der Kohlengewinnung gingen von 6,47 M. auf 6,43 M. pro Tonne zurück und betragen unter Hinzurechnung der Anleihe- zinsen, Abgaben an„Veronika"«. wieder 6,67 M. D r e Leistung pro Mann und Schicht ist gestiegen von 9,971 Tonnen auf 1,999 Tonnen. Die Durchschnittszahl der Belegschaft ist zurückgegangen von 2395 anf 2281. Kali-Syndikat. Zur endgültigen Entscheidung über das Schicksal des Kali-Syndikats wird der preußische Fiskus, wie der„Breslauer General-Anzeiger" erfährt, in der ersten Juni-Hälste noch eine Sitzung einberufen. Irgendwelche Verhandlungen über die Beteiligungs-Ziffern sollen nicht mehr stattfinden, es soll den jungen Werken lediglich Gelegenheit gegeben werden, endgültig zu erklären, ob sie sich dem Syndikat zu den vorliegenden Bedingungen an- schließen, oder ob sie es durch ihre Weigerung scheitern lassen wollen. Der englische ArbeitSmarkt im April. Der Stand des englischen Arbeitsmarktes zeigte im April eine geringe Verbesserung gegenüber dem des März. Verglichen jedoch mit dem April vorigen Jahres ist die Konjunktur immer noch etwas schlechter, und auch der Prozentsatz der arbeitslosen Mitglieder in den Gewerkschaften ist ein höherer als der durchschnittliche Prozentsatz für die Aprilmonnte in den letzten Jahren. Von den 223 Gewerkschaften mit einer Mitgliedschaft von 561 611, welche Berichte ans Arbeitsamt einsandten, waren Ende April 33 796 oder 6 Proz. arbeitslos, der gleiche Prozentsatz wie im Vormonat, während im April 1993 nur 4,1 Proz. arbeitslos waren. Versammlungen. Ter amerikanische Eisenmarkt hat sich in den letzten Wochen wieder wesentlich ungünstiger gestaltet. Das beweist, wie recht wir hatten, als wir die zunehmende Nachftage im März und in der ersten Hälfte des April als eine bald wieder verschwindende Früh- jahrsbelebung bezeichneten. Schon die letzten Berichte des„Jron Age" konstatierten eine weitere Abflauung des amerikanischen Marktes. Und dasselbe bekundet der gestern erschienene Sittiattons- bcricht des Londoner„Jronmonger". Obgleich die Preise weiter zurückgegangen sind, fehlt es völlig an Kauflust. Dir Berliner Bank und ihre Angestellten. Die vom Central- verband der Handlungsgehilfen Deutschlands am 13. d. M. nach den„Arminhallen" einberufene Versammlung von Bankangestellten beauftragte bekanntlich den Vorstand des Ver- bandes, den Direttoren der Berliner Bank eine Resolutton zu über- Mitteln, in der gegen den Beschluß des Auffichtsrats der Berliner Bank protestiert wurde, der eines geringen persönlichen Vorteils wegen eine für die Beamten der Bank wesentlich günstigere Ankaufs« Offerte der Kommerz- und Disiontobank abgelehnt hatte. Auf die Einsendung dieser Resolution ist dem Vorstand des Centraiverbandes der Handlungsgehilfen jetzt folgende Antwort zu- gegangen. Berlin. 18. Mai 1994. Centralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands, Bezirk Berlin Berlin C. Neue Friedrichstr. 291. Ich empfing Ihre geehrte Zuschrift vom 17. d. M. und bitte Sie überzeugt zu sein, daß die Verwaltung der Berliner Bank bei den jüngst geftihrten Verhandlungen die socialen Gesichtspunkte voll gewürdigt hat. Ich glaube auch nicht, daß sich fiir die in Frage kommenden Personen wirtschaftliche Schäden, die ich, falls einttetend, auf da? allertteffte bedauern müßte, ergeben werden. Hochachtungsvoll Kommerzienrat Alexander Lucas. Recht wenig l Der Berein zur Wahrung der Interessen der Maurer hielt am 18. Mai bei Dräsel in der Neuen Friedrichstraße eine Mitglieder- Versammlung ab, in der zunächst der stellvertretende Kartelldelcgicrte D i e d r i ch über die Verhandlungen des Gewerffchaftskartells be- richtete. Da der Redner nur einem Teil der Sitzungen beigewohnt hat, der Kartelldelegierte Metzle verreist ist, konnte sich der" Bericht nicht auf alle Vorgänge im Kartell erstrecken. Als Kartelldelegierter wurde D i e d r i ch, als sein Stellvertreter Metzle gewählt.— Dann berichtete Gehl über den Abschluß der Einigungs- Verhandlungen zwischen den Gewerkschaften der beiden Richtungen. Er wies auf das in der„Einigkeit" vom 39. April erschienene Protokoll der Verhandinngen hin und erklärte, daß er, der ein eiftiger Befürworter der Einigung gewesen, jetzt, nachdem die Verhandlungen ein negatives Resultat ergeben haben, voll- kommen enttäuscht sei. Der Redner schlug vor, die Versammlung möge nach Kenntnisnahme vom Resultat der Verhandlungen die Sache für erledigt erklären. Kater gab darauf Anregung, festzustellen, ob innerhalb des Vereins wirklich eine starke Strömung zur Einigung vorhanden sei. Die Diskussion ergab, daß allerdings sehr viele Mitglieder des Vereins ebenso wie viele Verbandsmitglieder, sehnlichst wünschten, daß der Zersplitterung in der Organisatton ein Ende gemacht werde, jedoch keine Einigung auf einer einseitig von Verbandsseite vorgeschriebenen Grundlage anerkennen wollten.— Folgende vom Vorstand vor- geschlagene Resolutton wurde angenommen:„Die Versammlung nimmt Kenntnis von dem Schluß der Einigungsverhandlunaen. Sie bedauert das fanattsche Verhalten der Verbändler betreffs Unter- werfung im Verband; sie lehnt ferner jede weitere Annäherung zu Verhandlungen ab, weil ein Unterordnen im Verband unmöglich ist. Da die Sache für uns erledigt ist, verpflichten sich unsre Kollegen, mehr als bisher für die Ausbreitung unsrer Centralisation zu agitieren." Darauf befaßte sich die Versammlung mit dem durch Schieds spruch des Kartellausschusses festgesetzten Vertrag mit dein Verein der Fliesenleger, den Uebertritt von einer Organisation in die andre betreffend. Der Vertrag wurde im allgemeinen gutgeheißen. Dem Vorstande wurde aufgetragen, zu untersuchen, ob und unter welchen Bedingungen ein Mitglied, das dem Fliesenlegerverein beitritt, noch Mitglied im Maurerverein bleiben kann. Des weiteren gab der Vorsitzende einen kurzen Situattonsbericht über den Ausstand der Maurer in Königsberg, denen bis jetzt 6599 M. Unterstützungsgelder geschickt worden sind. Auf Antrag des Ausschusses wurden wegen Accordarbeit aus dem Verein ausgeschlossen: August Schmidt, Albert Bredow und Karl Marczinczekij Die städtischen Markthallen Arbeiter, die ihre letzte General Versammlung bei Patt, Dragonerstraße 15, abhielten, beschlossen einstimmig, höhere Lohnforderungen zu stellen. Es wird gefordert: Anfangslohn 3,59 M., immer nach zwei Jahren um 25 Pf. steigend, so daß nach acht Jahren ein Höchstlohn von 4,59 M. erreicht wird. Ferner verlangen die Fahrstuhlwärter, daß ihnen wenigstens an jedem elften Sonntag ein fteier Tag von 36 Stunden und ein fteier Feiertag an den drei Hauptfeiertagen gewährt wird. In der darauf- folgenden Vorstandswahl wurden die Kollegen Zielke erster und Bernd zweiter Vorsitzender, Böttger erster und Henze zweiter Kassierer, Krieger erster und Richter zweiter Schriftfiihrer und als Revisoren Dorn 1 und Rossomm gewählt. Es wurde noch be schlössen, das diesjährige Stiftungsfest am 7. August bei Wernau, Schwedterstratze, abzuhalten. Der Centralverband der Dachdecker(Filiale Berlin) hielt am 13. Mai bei Feind, Weinsttatze, eine gut besuchte General' Versammlung ab. Der Kassierer H a u s tb i I d gab die Abrechnung vom 1. Quartal 1994. Beim Beginn des Quartals war der Bestand 784,49 M. Einschließlich dieses Bestandes betrug die Einnahme 2179,99 M. Ausgegeben wurden 863,81 M., so daß 1316,18 M. verblieben. Davon sind an die Centtalkasse abgeführt 983,45 M Es blieb in der Filiale ein Bestand von 332,73 M. Dem Kassierer wurde Decharge erteilt.— Die Versammlung wählte dann als ersten Vorsitzenden Görnitz, als zweiten Vorsitzenden Mehr' lein.— Darauf erfolgte die Berichterstattung über die Ver Handlungen des Gautages. W e i tz I e erstattete den Bericht, an den ich eine kurze Debatte schloß.— Unter„Verbandsangelegenheiten kam die unter Btttlvirkung des GelverberichterS v. Schulz geregelte rgeldfrage zur Sprache. Der Fahrgeld-Tarif gilt danach vom Mai ab. Trotzdem gebe es. teilte Görnitz mit, immer noch Unternehmer, die sich nicht an die Abmachungen hielten. Wenn bei der Lohnzahlung sich wieder Unternehmer von der tariftnäßigen Zahlung des Fahrgeldes drücken sollten, dann sei der Kommission oder dem Obmaim schleunigst Mitteilung zu machen, denn den Versuchen, das Errungene zunichte zu machen, müsse energisch entgegengetteten werden. Eventuell dürfe vor der Sperre nicht zurückgeschreckt werden.— Ein Antrag, aus der einen Berliner Filiale, die es jetzt giebt, wieder drei Filialen zu machen(der ftühere Zustand), wurde nach längerer Aussprache den nächsten Versammlungen zur Diskussion und Beschlußfassung überwiesen.— Ein Antrag, die Ver' ammlungen zukünftig wieder an den Sonntagen nach dem 15. jeden Monats abzuhalten, wurde mit Sttmmengleichheit abgelehnt. Der Vorstand wurde beauftragt, der nächsten Versammlung geeignete Vorschläge ftir die Abhaltung der Filialvcrsammlungen zu machen. Infolge der Wahl des zweiten Kassierers zum Vorsitzenden ist eine weitere Neuwahl erforderlich. O. Schmidt wurde zum zweiten Kassierer gewähtt. Die Versammlung beschloß die Abhalttmg eines Vergnügens und wählte zu dem Ztvecke ein Vergnügungskomitee. Dann wurden noch eine Anzahl interner Verbandsangelegenheiten verhandelt. Ter Verband deutscher Gastwirtsgehilfen, Ortsverwaltung Berlin, hielt am 13. Mai, nachmittags, bei Kolwig eine außerordentliche Generalversammlung ab. Den Geschäftsbericht des Vorstandes er- tattete P. Bormann. Im Anschluß hieran wurde über die vom Vorstande unterbreiteten Anträge verhandelt und nach längerer Diskussion beschlossen, daß solche Personen, welche in einem andren Verein, namentlich aber in einem für die Gastwirtsgehilfen- Bewegung schädttchen, sogenannten Winkel- vereinchen thätig sind, nicht Mitglieder des Verbandes sein können. Ein Verbandsmitglied soll einem andren Verein nur bei- treten dürfen, etwa um dadurch Arbeitsgelegenheit zu erhalten oder zu dem ausgesprochenen Zweck, innerhalb dieies Vereins die Interessen des Verbandes wahrzunehmen. Zur Mtgliedschast in andren Vereinen ist die Zustimmung des Vorstandes notwendig. Diese Beschlüsse sollen jedem Mitgliede noch besonders mitgeteilt werden. Hierauf machte Zeiske auf die Lohnbewegung der Bäcker aufmerksam und ersuchte die Versammelten daftir zu wirken, daß nur aus den Geschäften Backware bezogen wird, in welchen die Forderungen der Bäcker bewilligt sind und in denen die von oer Organisatton heraus- gegebenen Plakate aushängen. In Rauchfangswerder fand am 15. Mai eine gut besuchte öffent- liche Versammlung statt, in der Genosse Zubeil unter lebhaftem Bei- all über die innere und äußere Polittk Deutschlands sprach. Zum Schluß gab der Vorsitzende bekannt, daß von jetzt an das Lokal von R u t k o w S k y für die Arbeiter ftei sei. Wilmersdorf. Am Mittwoch tagte in Solomons Volksgarten eine gut besuchte außerordentliche Generalversammlung des Social- demokratischen Wahlvereins. Nach dem Bericht des Vorstandes haben im 1. Quartal stattgefunden: 3 Versammlungen, 4 Volks- Versammlungen, 4 Flugblattverbreitungen. Die Zahl der Mitglieder bettägt 275.— Hierauf referierte Genosse G i e b l e r über den Ausfall der stattgehabten Wahlen. Ter Ausfall der Landtagswahl, bei der die socialdemokratischen Wahlmänner insgesamt 1929 Stimmen erhielten, sowie der Ausfall der Gemcindewahl vor zwei Jahren versprachen für die Gemeindewahl das beste. Dennoch kamen die Kandidaten mit ungefähr 19 Stimmen Minorität in die Stichwahl, in der unsre Genossen mit 842 Sttmmen den vereinigten Gegnern, die 1999 Stimmen erhielten, unterlagen. Redner empfiehlt, um die Scharte auszuwetzen, in Zukunft eine noch inten- sivere Agitation zu entfalten.— In der Tiskussion, die sich bis spät in die Nacht hinzog, kam es zwischen den Genossen Schröder und N a t u s ch und der Versammlung zu heftigen Auseinandersetzungen. Das Material wurde dem Vorstand zur nochmaligen Prüfung über- wiesen. Reinickendorf. Dienstagabend, den 17. d. Mts., fand eine Generalversammlung der hiesigen Orts-Krankenkasselim Meinhardtschen Lokale statt. Die Versammlung verlief recht stürmisch. Insbesondere wurde der Arbeitgeber-Delegicrte, Genosse Bolz, recht scharf angegriffen, weil er mehrere öffentliche Versammlungen von Krankenkassen- Mitgliedern geleitet, in denen verschiedene Mißstände der Kassen- Verwaltung gerügt und aufgedeckt worden sind. Der Vorsitzende Schcmmel verlas sogar ein ihm jedenfalls amtlich zugestelltes Protokoll über die öffentliche Versammlung vom 16. April d. I. Die Beschwerden der Mitglieder über herrschende Mißstände seien Lügen und Herr Schemmel werde Genossen Bolz gehörig kenn- zeichnen. Die eingebrachten Beschwerden und Anträge von Kassenmitgliedern wollte der Vorsitzende Schemmel— als seiner Ansicht nach nicht zulässig—, zunächst gar nicht verhandeln lassen, sie wurden dann aber doch vom ihm zur Verhandlung in einer späteren Ver- sammlung gnädigst zurückgestellt. Trotzdenr Herr Schemmel Mißstände in Abrede stellte, mußte er sie wider Willen zugeben. Wie unsicher der Vorsitzende Schemniel in der Handhabung der gesetzlichen und statutarischen Bestimmungen ist, zeigt folgender Vor- gang. Das Mitglied des Vorstandes der Krankenkasse Genosse Tietzsch erbat sich das Wort. Herr Schemmel erteilte es ihm aber nicht mit der Begründung, Tietzsch sei kein Delegierter und in der General- versamnilnng nur geduldet. Statutcnmätzig müßte nun der Vorstand überhaupt mir aus Delegierten zusammengesetzt sein. Auch ist im Stattit eine Strafbestimmung vorgesehen, wonach einem Kassen- mitgliede der Generalversammlung(also Delegierten), bei Ablehnung der Wahl zum Vorstandsmitglied ohne gesetzlichen Grund, auf Be- schluß der Generalversammlung für eine bestimmte Zeit, jedoch nicht über die Dauer der Wahlperiode, das Stimmrecht in der Generalversammlung entzogen werden kann. Herr Schemniel bestraft für sein eignes Versehen,— denn der Vorsitzende hat für rechtsgültige vollzählige Zusammensetzung des Vorstandes in aller erster Reihe zu sorgen,— Genosse Tietzsch, der als Vorstandsmitglied möglicherweise doch in die Lage kommen kann, eine Generalversammlung zu leiten, mit Wortverweigerung. Man sieht, Herr Schemmel hat eine eigne Art, zu Recht be« stehende Bestünmungen auszulegen. Die Arbeitnehmer-Delegierten aus der Schwanitzschen Gummi- fabrik spendeten den Ausführungen des Herrn Schemmel gebührenden Beifall und waren über das Verhalten der Genossen Bolz und Tietzsch, mit ftevelndcr Hand an die patriarchalischen Verhältnisse der Reinickendorfer Orts-Krankenkasse zu rütteln, ganz enttüstet.— Die mit äußerst feineni Solidaritätsgefühl ausgestatteten und den modernen Arbeiterorganisattonen so überaus stark zugethanen Arbeiter der Schwanitzschen Gummifabrik werden zweifellos sehr wohl wissen warum.—_ Stichwahl in Frankfurt a. O.-Lebns. Eine Privatdepesche aus Frankfurt a. O. meldet uns folgenden Ausfall der heutigen Stichwahl: Von 26 221 abgegebenen gülttgen Sttmmen erhielt unser Genosse Dr. Heinrich Braun 12 992, Rechtsanwalt Bassermann(natl.) 14 219. Somit ist Bassennann gewählt. Bei der Wahl am 13. Mai erhielten Genosse Dr. H. Braun 11 497, Bassermann(natl.) 11 747 und v. Jagwitz 2872 Sttmmen. » Fast vollzählig sind die Stimmen der Hochschutzzollbündler auf den Nationalliberalen übergegangen. Unsre Partei hat noch 699 Sttmmen mehr als im ersten Wahl- gang erzielt. Daß der Kreis in dieser Wahl nicht zu erhalten war, haben wir voraus gewußt und gesagt. Doch unsre Genossen in Frankfurt-Lebus haben sich tapfer geschlagen und die Ehre des Kampfes ist bei ihnen und nicht bei den Liberalen von Zollwuchers» gnaden I_ Letzte j�aebnebten und Depcfchen« Neue Trupp enllnidnng der Japaner. Tokio, 29. Mai.(Dieldung des Reuterschen Bureaus.) Admiral Hosoha berichtet: Mit dem dritten Geschwader haben die Küsten« Panzerschiffe„Fuso".„Hei-Jeu",„Tsukuschi",„Sei-Jen" und andre an einem neuen Platze, dessen Name nicht genannt ist(wahr- scheinlich Takuschan). die Landung von Truppen gedeckt, am 19. d. M. die Küste beschossen und die Mannschaft an Land gesetzt, welche den Platz einnahm und um 3 Uhr morgens die Flagge hißte. Die Landung der Truppen vollzog sich unmittelbar darauf sehr schnell. Petersburg, 29. Mai, Mitternacht.(W. T. B.) Hier ist das Gerücht im Umlauf, der Führer der ersten japanischen Armee, General Knrski, sei zurückgeworfen worden und habe große Verluste gehabt. Eine amtliche Bestätigung liegt noch nicht vor. Mordthat einer Wahnsinnigen. Gclsenktrchr«, 29. Mai.(B. H.) Die Schmiedeftau Kraitzik erstach heute vormittag im Wahnsinn auf der Straße ein Mädchen. verletzte ein andres schwer und brachte einem Schutzmann und einem Passanten leichte Verletzungen bei. Nur unter Schwierigkeiten gelang ihre Festnahme._ Verbot des Streikpostenstehens in Zürich. Zürich, 29. Mai.(B. H.) Da die Polizei streikenden Arbeitern das Streikpostenstehen verbot, wird der Generalausstand in Zürich erklärt w erden._ Leipzig, 29. Mai.(W. T. B.) Das Reichsgericht verwarf die Revision des ftüheren Staatsanwaltschafts-SekretärS Baganz und Genossen, die am 29. September v. I. vom Landgericht I Berlin wegen Bestechung und Beihilfe dazu zu Zuchthaus resp. Gefängnis verurteilt worden waren. Auch die vom Staatsanwalt eingelegte Revision wurde verworfen. Paris, 29. Mai.(W. T. B.) Dem„Temps" wird aus Rom gemeldet, niemand gebe sich nunmehr über den Ausgang des ZwisteS zwischen Frankreich und der Kurie einer Täuschung hin. Der Bruch zwischen Frankreich und der Kurie werde demnächst durch einen dem Botschafter Sttsard und dem Runttus Lorenzelli bewilligten Urlaub Ausdruck finden. Paris, 29. Mai./, Stunden— die gleiche bleiben und nur ine Nach- mittags- Arbeitszeit statt von IVa bis 3 Uhr mit Vj Stunde Vesperpause auf die Zeit von 1 bis 5 Uhr verlegt werden soll. entstehen den Geschäfteil durch die Ailerkennung der Forderung nicht die geringsteil Unkosten. Da die gewünschte Abschließung eines korporativen ArbeitSver- trageS trotz annäberild vierwöchentlicher Verhandlungen mit der Innung nicht zustande gekommen ist, beschloß tue Versammlung nach sehr reger DiSl»ffion, in welcher ein Antrag der Kommission auf Vertagung der Fünfuhrschluß-Fordeumg durch Uebergang zur TageS« ordnung erledigt wurde, mit 98 gegen 4 Stimmen, bei der Firma Schilling, dem größten der beiden in Bewacht kommenden Ge- schäste, die Arbelt niederzulegen. Die dort beschäftigten 23 Bildhauer führten diesen Beschluß an» Dienstag einmütig aus. Von einem Vorgehen im zweiten Geschäft wurde Abstand ge- nonlmen, weil dort zur Zeit so gut wie gar keine Arbeiten vor- liegen. ES arbeiten nur einige Gehilfen in Marmor. Der Centralverband deutscher Branerei-Arbeiter, Sektion I Berlin, hielt am 15. Mai seine Versamnillmg ab, in der W. Richter eine Uebersicht über die Entwickelung der hiesigen Zahl- stelle in den letzten zehn Jahren gab. Dann nahm Träger als Delegierter zum Vcrbandstaae Stellung zu den eingelaufenen An- trägen, die sich hauptsächlich auf die Erhöhuilg der Beiträge zu größeren Leistlingen im llnterstützungswesen und Anstellung von besoldeten Gaubeamten beziehen. Wohl könne er sich zu einer Er- höhung der Beiträge verstehen, aber nur zum Zwecke der Stärkung der Verbandskasse, um eventuell Kämpfe aus eigner Kraft führen zu könilen. Verwundern, nüsse er sich über den Antrag des Hauptvorstandes auf Herabsetzung des ElntrittsgeldeS auf 5V Pf. Dies ergebe bei Zugrundelegung der Aufnahmen im vergangenen Jahre allein einen Ausfall von 4000 M. Auch für Anstellung besoldeter Ganbeamten könne er sich der Kosten wegen nicht erwärmen. Er ist nur für Anstellung eines tüchtigen besoldeten Agitators. In der Diskussion sind alle Redner für Erhöhung der Beiträge, doch nur zwei für Ausbau der Krankenunterstützung und Ailstellilng voll besoldeten Gaubeamten. Tröger begründet sodann eine Resolution zu Gunsten des Ham- burger Streiks, die sofort angenommen wird. Die Resolution lautet: '„Die heutige Versammlung nimmt Kenntnis von dem Ausstande der Hamburger Brauerei-Arbeiterschaft und ist der Ansicht, daß dieser Streik sich bei einigermaßen entgegenkomniender Haltung der Arbeit- geber hätte vermeiden lasten, da sie ohne Gefährdung ihrer geschäst« lichen Existenz im stände waren, weitere Zugeständnisse zu machen. Die Versammlung betrachtet es daher als lhre Pflicht, die Brauerei- Arbeiterschaft Hanlburgs nicht nur moralisch, sondern auch hauptsächlich finanziell durch Veranstaltung von Sammlungen und eifriger Beteiligung daran zu unterstützen." Zum zweiten Schriftführer wurde Kollege Hobeleisen gewählt, auch wurden einige Vertrauensmänner bestätigt. Noroschat brachte Beschwerden über Uebergriffe von Vorderburschen in der Brauerei Königstadt vor. Bei Bötzow fehlen Leute und müssen deshalb einige in der Woche mehere Male 18 Stunden arbeiten. Arbeiter, Parteigenossen! Wieder sind wir gezwungen an Euer Solidaritätsgefühl, welches Ihr bei dein Streik der Bäcker bewiesen habt, zu appellieren. Achtet in den Barbieraeschästen, in denen Ihr Euch bedienen läßt, auf die rote Kontrollkarte 1904. Diese Karte ist der Ausweis dafür, daß der Gehilfe, der Euch bedient, organisiert ist und daß der Arbeitgeber unsre Organisatton anerkannt hat. Steht nicht auf dem Standpunkt, daß die Barbiergehilfen sich allein helfen sollen. Wir lasten es an nichts fehlen. Aber nur durch Euren Druck wird es möglich sein, Verhältnisse bei uns herbeizuführen, die als annehmbar zu bezeichnen sind i denn bedenkt, genau wie bei den Bäckern haben auch wir unter dem Kost- und Logiswesen zu leiden. Arbeiter, laßt Euch nicht durch persönliche Bekanntschaft mit dem Arbeitgeber davon abhalten, dasiir zu sorgen, daß der Gehilfe organisiert ist und der Arbeitgeber unsre Organisation an- erkennt. Außerdem ersuchen wir noch, an dem zweiten Feiertage nach Möglichkeit die Barbiergeschäfte zu meiden, es ist dies eine Forderung unsrer Organisation an die Arbeitgeber; denn das ganze Jahr haben wir nicht einen vollen Tag zur Verfügung. Auch die Arbeitgeber haben die Absicht. durch„Unterschriften sammeln" die dafür notwendige Zweidrittel- Majorität aufzubringen, um bei der Aufsichtsbehörde den Schluß an den zweiten Feiertagen durch gesetzliche Verfügung zu erwirken. Der Verband der Friseurgehilfen. Zweigverein Berlin. Zum Streik der Parkettleger. Am Mittwoch hat erneut eine Verhandlung mit den Arbeitgebern stattgefunden, m der sich dieselben bereit erklärten, den neuen Tarif in allen Punkten anzuerkennen. Rur wünschen sie, daß der Tarif nicht sofort, sondern erst vom 1. Juli ab Gülttgkeit haben solle. Die gesttige Versammlung der Streikenden lehnte diese Einschränkung jedoch a b, weil bereits neun Finnen mit ca. 100 Arbeitern nach den neuen Tarifsätzen arbeiten lassen und diese Arbeiter geschädigt würden, wenn der Tarif offiziell erst am 1. Juli in Kraft tritt. Es wurde einsttmmlg beschlossen, an der Forderung, daß der Tarif sofort Gültigkeit erlangt, unbedingt festzuhalten mit der Maßgabe, daß jede neue angefangene Arbeit nach den neuen Tarifsätzen zu bezahlen ist. Mit diesem Beschluß erklärten sich auch die neun Firmen, die bereits bewilligt haben, nnterschriftlich einverstanden. Im Streik befinden sich noch etwa 120 Arbeiter, die sich ebenfalls auf neun Firmen verteilen. Eine Flugschrift gegcn den Metavarbeitrr-Berband. In nächster Zeit wird eine Broschüre des Gewerkvereins der Maschinenbauer und Metallarbeiter verteilt, die von der ersten bis zur letzten Seite von Schmähungen des Metallarbeiter-VerbandeS strotzt. Soweit sie allgemeine Angriffe bringt, wird an andrer Stelle geantwortet werden. ES sollen hier lediglich die auf Berlin bezüglichen gehässigen Angriffe zurückgewiesen werden. Doch auch diese nur, soweit sie neu sind. Die alten, längst widerlegten Verdächttguugen bedürfen keiner erneuten Widerlegung. Es wird in der Broschüre behauptet, daß sich in den inttmeren Kreisen des Deutschen Metall- arbeiter-VerbandeS, Verwaltung Berlin, Verräter befänden, die alle Veschlüsse der Streikkommission der Gürtler und Drücker dem Arbeitgeber-Sekretär auf schnellstem Wege übermittelt haben. Im nächsten Absatz wird dann auf eine angebliche Aeutzerung W i e s n e r s in einer Beriammlung der Krankenkasse der Mechaniker Bezug ge- nommeu. Vorsichtshalber lehnen die muttgen Herren die Vcrant- wortung für diese Aeußerung ab, womit zugegeben wird, daß die Herren sich mit der angeblichen Aeußerung Wiesners selbst nicht identifizieren möchten. Nun läßt sich ja über den Begriff von Sitte und Anstand streiten. Wir meinen aber, es sei nicht zuviel verlangt, wenn wir den Gewerlverein der Maschinenbauer und Metallarbeiter auf- fordern, uns die Möglichkeit zu geben, die Schreiber obiger Be- hauptungen anfasien zu können.(Die Broschüre ist von keiner juristischen Person gezeichnet.) Oder wir müssen annehmen, es ist den Herren lediglich darum zu thun, wissentlich falsche Verdächtigungen aus- zustreuen. Deutscher Metallarbeiter-Verband, Ortsverwaltung Berlin. Deutfeftes Reich. Zum Hamburger Bicrboykott. Eine Versammlung von ungefähr 2500 Gastwirten Hamburg-Altonas nahm nach längerer Debatte eine Resolution an, die das Bedauern der Wirte über die Haltung der Brauereien ausspricht und die Mitglieder der Wirtevereine auf- fordert, von hellte ab nur„ringfteies" oder wenn dieses nicht zu be- schaffen ist. gar kein Bier zu schenken. Achtung, Tischler! Bei der Firma Neumann u. Grüning in Erfurt ist heute ein Streik ausgebrochen. Die Ursachen sind in der Entlassung des Ortsvorsitzenden zu suchen. In einer der letzten Versammlungeil beschloß man, Ueberstunden bis auf weiteres nicht zu machen, weil in andren Geschäften eine starke Arbeitsstockung ein- getreten war und die Arbeitszeitverkürzung notwendig wurde. Obige Firma verlangte imn Ueberstunden und Sonntagsarbeit, was der Vorsitzende im Namen seiner Kollegen zurückweisen mußte. Hierauf erfolgte seine Entlassung und damit der Ausstand seiner 52 Kollegen. Die Ausständigen fordern jetzt verkürzte Arbeitszeit und Erhöhung des Stundenlohnes. Die Firma hat sich Bedenkzeit auSerbeten. Zuzug streng fernhalten. Die Firma Liban u. Co., Berlin, PotSdamerstr. 10/11, Fabrik für Comptoir- und Zeichenbureau- Einrichtungen, die in Alten- weddingen bei Magdeburg ihre Betriebswerkstätte hat, sucht Tischler, ohne daß dazu eine geschäftliche Ursache vorliegt. Da die Klagen über den horrenden Lohn von 27—30 Pf. pro Stunde und über unangemessene Behandlung in der Werkstätte gar kein Ende nehmen, verhandelte ein Beauftragter des Holzarbeiter- Ver» bandes am 18. d. M. mit dem Betriebsleiter, fand auch das aller- freundlichste Entgegenkommen, erhielt sogar das Versprechen, daß der Lohn aufgebessert werden und kein Mann entlassen werden solle. Am andern Morae« zeigte sich der Herr jedoch von der wahren Seite und verkündete den Tischlern unter den wütendsten Ausfällen auf den„Kerl vom Verbände", daß alle Mitglieder des Verbände» aufhören sollten, worauf 7 von den 16 dort beschäftigten Kollegen dieser Aufforderung nachkameiu Es ergeht hiermit an alle Tischler das dringende Ersuchen, die Angebote der Firma unbeachtet z n lassen, bis sie sich 5» festen Abmachungen bequemt hat. Der Gauvorstand. Zur Bauarbeitcr-Ausspcrrullg in Nürnberg-Fürth. Auch die Bau- Hilfsarbeiter, die den Unternehmern ebenfalls Forderungen unterbreitet hatten und seit Freitagabend mit ausgesperrt waren, haben einige Erfolge erzielt. Sie haben mit dem Unternehmerverband ein schriftliches Abkommen getroffen, wonach ab 1. Juli die 67 stündige Arbeitszeit und ein Minimal-Stundenlohn von 3t) Pf., ausgenommen fiir invalide, schwächliche und jugendliche Personen, festgesetzt wird. Ab 1. Januar 1906 wird der Stundenlohn um weitere' 2 Pf. und ab 1. Juli 1906 um einen Pfennig erhöht. Die Abmachung behält bis zum 1. Juli 1906 Gültigkeit. Die Maler. Tüncher und verwandten Bernfsgenossen in Nürnberg sind ebenfalls in eine Bewegung eingetreten. Sie forden! eine 6 prozcntige Lohnerhöhung und besondere Bezahlung der Stunde von 6 bis 6 Uhr am Sonnabendnachmittag. Der bisherige Stunden- lohn beträgt bei lOstündiger Arbeitszeit 38 bis 11 Pf. Bauhilfsarbeiter- Streik in Landsberg a. Warthe. Von den am 28. April in den Streik eingetretenen 130 Mann haben inzwischen 10 die Arbeit wieder aufgenommen und außerdem haben sich 48 Arbeitswillige eingefunden, deren Arbeitsleistung jedoch recht gering zu bewerten ist. Die Aussichten für die Streikenden sind, da die Arbeit drängt, recht günstig und darf nach den Pfingstfeiertagen aus eine Beendigung des AusstandeS gerechnet werden. Zuzug fernhalten. Wenn ein Streikposten den Mund aufmacht, auch ohne gerade etwas zu sagen, so kann das unter Umständen schon sehr gefährlich für ihn sein. Den Beweis hierfür lieferte eine Verhandlung vor dem S ch w e i n f uj; t e r Schöffengericht gegen einen streikenden Erdarbeiter wegen Streikvergehens. Er war vor einem Bau, auf dem Arbeitswillige beschäftigt waren, als Streikposten aufgestellt, als plötzlich vor demselben Bau eine starke Ansammlung von Arbeitern andrer Berufe entstand, die sich über die Lieblinge des Unternehmer- tums in wenig schmeichelhafter Weise äuherten. Die Polizei der- haftete lediglich den Streikposten, der bis zur Verhandlung in Haft behalten wurde. Vor Gericht konnte der Schutzmann, der bei dein Zusannnenlaus anwesend war und den Mann verhaftet hatte, nichts andres auf Eid aussagen, als daß der Angeklagte den Mund auf- gemacht habe: ob und was er gerufen, das wisse er nicht. Trotz dieser Feststellung erkannte das Gericht auf sechs Wochen Gefängnis, l�obei nicht einmal die erlittene Untersuchungshaft in Anrechnung kam. Die bloße Mitteilung dieses Urteils ist Kritik genug. lZuolan-I. Achtung, Kürschner! Die Brüsseler Kollegen sind in den Streik eingetreten. Grund ist: die Rückgängigmachung der gesetzlich festgelegten Kündigungsfrist. Da Angestellte verschiedener Firnien nach Deutschland gekommen sind, um Arbeitswillige zu suchen, er- suchen wir auf der Hut zu sein. Die Brüsseler Kollegen haben stets den regsten Anteil an unsren Kämpfen genommen und dürfen deshalb mit Recht auf unsre Unterstützung rechnen. Verband deutscher Kürschner Zahlstelle Berlin. Gerliner partei-�ZngeUgenkeiteii. Erster Wahlkreis. Am ersten Pfingstsciertag findet ein Früh- k 0 n z e r t bei Kliem, Hasenheide 13/16, statt. Einlaßkarten zum Preise von 20 Pf. sind bei den bekannten Genossen zu haben. Der Wahlvcrein für den ersten Berliner ReichStags-Wahlkreis veranstaltet am 2. Pfingstfeiertag eine Dampferpartie nach »Sportshaus Ziegenhals" mit den neuerbauten Salondmnpfern „Saxonia" und„Borussia". Abfahrt Uhr von der Stralauer Brücke 6 sKahnt und Hertzer). Billets sind an Bord der Dampfer noch zu haben. Gäste willkommen. Vierter Wahlkreis iSüd- Ost). Am 1. Pfingstfeiertag findet in Ludwigs Park-Restaurant und in Joels Victoria- Garten in Treptow großes Früh- Konzert statt. Einen regen Besuch erwarten Die Vertrauensleute. Socialdcmokratischer Central- Wahlverein für den Kreis Teltow- Beeökow- Storkow- Charlottenburg. Das diesjährige K r e i s f e st findet am Sonntag, den 3. Juli in Steglitz— Groß-Lichter- selbe, Etablissement Birkenwäldchen sJnhaber Oskar Schade) statt. Mit den: Arrangement find die Genossen der beiden genannten Orte vom Centralvorstand beaustragt.(Siehe auch Inserat in der heutigen Nummer.) AdlcrShos. Der Wahlverein veranstaltet am ersten Pfingst- feiertag im Gesellschaftshaus von Arthur Lau, von 6 Uhr morgens an ein Frühkonzert unter Mitwirkung des Männer-Gesang- Vereins„Frohsinn", M. d. A.-S.-B., der gesanften Kapelle des Herrn Damis. Einlaßkarlen a 20 Pf. sind bei den Vorstandsmitgliedern und Bezirksführern zu haben. Oeffentliche Kasse findet nicht statt. L-okales. Zu den Stadtverordneten-Ersahwahle», die im 32. und im 10. Bezirk der dritten Abteilung notwendig ge- worden sind, weil dem bisherigen Stadtverordneten des 32. Bezirks, Genossen Leid, wegen„Majestätsbeleidigung" das Mandat aberkannt worden ist und der bisherige Stadtverordnete des 10. Bezirks, Ge- uosse Frcudenberg, wegen Krankheit sein Mandat niedergelegt hat, wird dem Anschein nach zunächst nur von unsrer Seite gerüstet. Vorläufig ist nichts darüber bekannt geworden, daß den Kandidaten, die die socialdemokratische Arbeiterschaft für diese Ersatzwahlen auf- gestellt hat, dem Genossen KarlLeid iln32. Bezirk und dem Genossen Leo Arons im 10. Bezirk, von steisinniger oder gar von bürgerparteilicher Seite das Mandat streitig gemacht werden soll. Es ist nichts darüber bekannt geworden, aber damit ist noch lange nicht gesagt, daß uusre Gegner nicht noch in den letzten Tagen vor der Wahl mit irgendwelchen Gegenkandidaten, die inge- Heimen Konventikeln ernannt worden sind, auf dem Plan erscheinen können. Das gilt zum mindesten für den 10. Bezirk, in dem bei der Wahl von 1899 auf unsren Genossen Freudenberg nur zwei Drittel der abgegebenen Stimmen, 1121 von 2183, fielen. Anders liegt die Sache ja im 32. Bezirk, wo bei der Wahl von 1901 Genosse Liebknecht 2326 von 2667 Stimmen bekam und wo es bei der wegen Doppelwahl Liebknechts sofort notwendig gewordenen Ersatzwahl Genosse Leid sogar auf 2371 von 2137 Sttmmen brachte. Aber man sollte grundsätzlich bei keiner Wahl und in keinem Be- zirk sich auf„Unthätigkeit" der Gegner verlassen. Die Erfahrungen, die bei stüheren Wahlen gemacht wurden, haben gelehrt, daß es immer gut ist, sich auf Ueberraschungen gefaßt zu machen. Bei den Stadtverordneten- Wahlen von 1903 haben wir es erlebt, daß hier und da selbst in Bezirken, die zum sichersten Besitz der Socialdemokratie gehören, am Wahltage ein steisinniger Kandidat austauchte, der gerade deshalb, weil er unbekannt geblieben war und unerwartet kam, manchen Wähler stutzig»lachte und in Verwirrung setzte. Der Wunsch, im Trüben zu fischen, dürste bei unfern Gegnern diesmal noch lebhafter als sonst sein. Die Ersatzwahlen finden am 31. Mai 1901 statt, es müssen dabei aber noch die Wähler- .listen vom Sommer 1903 benutzt werden. Seit Aufstellung dieser Listen haben nun zwei große U in zöge stattgefunden, bei denen viele Wähler aus ihrem Bezirk verzogen sind. Die- jenigen Kommunalwähler, die damals zum 32. beziehungsweise zum 10. Kommunal-Wahlbozirk gehörten, aber heute in einem andern Bezirk wohnen, haben das Recht, am 31. Mai noch an der für ihren früheren Bezirk angesetzten Wahl teilzunehmen. Sic haben nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht dazu, aber fiir manche Wähler ist durch solchen Umzug doch eine gewisse Schwierigkeit, ihre Pflicht zu erfüllen und ihr Recht zu wahren, geschaffen worden. Das fällt für die Arbeiter- bevölkerung und fiir die socialdemokratische Wählerschaft viel mehr ins Gewicht als für die Wähler der bürgerlichen Parteien; denn im allgemeinen ist es dem Bessersituierten vergönnt, seßhafter zu sein als der Arbeiter, der durch den Wechsel seiner Arbeitsgelegenheit und auch durch die Mißstände unsres Wohnungswesens, durch über- mäßige Höhe der WohnungSinieten aus einem Stadtteil in den andren gettieben wird. ES ist wohl denkbar, daß der Freisinn hier- von zu profitieren suchen und noch im letzten Augenblick in den Wahl- kämpf eintreten wird. Wir erwarten, daß die socialdcmokratischen Kommunalwähler des 32. und 10. Bezirks es an Pflichttreue und Opferfreudigkcit nicht fehlen lassen werden, um alle etwaigen Pläne unsrer Gegner zu Schanden zu inachen. Kein Parteigenosse, der dort wahlberechtigt ist, darf bei der Wahl fehlen. Alle die, welche inzwischen in einen andren Bezirk verzogen sind, müssen eS möglich zu machen suchen, daß sie trotzdem an der Wahl teilnehmen. Jeder der irgendwo einen aus dem 32. oder 10. Bezirk verzogenen Parteigenossen weiß, möge auf ihn einlvirken, daß er am 31. Mai seiner Wahlpflicht genügt. Diese Ersatzwahlen sind von nicht geringerer Wichtigkeit als die allgemeinen Wahlen, die alle zwei Jahre stattfinden, und ihre Bedeutung reicht hinaus über den 32. und 10. Bezirk. Es handelt sich nicht nur darum, daß wir die beiden Bezirke behaupten, sondern darmn, daß unsre Genossen Karl Leid und Leo Arons am 31. Mai init einer möglichst großen Stimmenzahl gewählt werde». Der Freisinn würde selbst das schon als einen Erfolg ansehen, wenn er nur darauf hinweisen könnte(selbstverständlich unter Verschweigung der Beziehungen zwischen Wählerliste und Umzug), daß die Stimmenzahl der Socialdemokratie„zurückgegangen" sei. Nach den schönen Siegen, die wir bei den allgemeinen Stadt- verordneten-Wahlen von 1903 errungen haben, nach der schimpflichen Niederlage, die wir dabei den Freisinnigen bereitet haben, könnte es dieser Sippschaft gerade passen, wenn durch einen minder ruhmvollen Ausfall der Ersatzwahlen der Eindruck jeuer Wahlsiege abgeschwächt würde._ Der Grundstücks-Besitzwechsel war in Berlin während des letzten Jahrzehnts fast ununterbrochen und im Endergebnis sehr bedeutend zurückgegangen, nach 1900 aber hat er wieder eine Zunahme erfahren, die besonders in 1903 recht groß gewesen fft. In den zehn Jahren 1891—1900 waren in andre Hände übergegangen: durch steiwillige Veräußerung 2776, 2186, 2163, 2169, 2060, 1690, 1511, 1661, 1686, 1619 Grundstücke; durch Zwangsversteigerung 183, 366, 101, 107, 392, 109, 333, 230, 168, 136 Grundstücke. In den drei Jahren 1901—1903 dagegen wechselten ihren Be- sitzer: durch steiwillige Veräußerung 1666, 1676, 2007 Grund- stücke, durch Zwangsversteigerung 136, 137, 120 Grundstücke. In 1903 wurden um etlva 33 Proz. mehr Grundstücke freiwillig veräußert als in 1900. Die Zahl der freiwilligen Veräußerungen hat damit wieder dieselbe Höhe erreicht, die sie in der Mitte der neunziger Jahre hatte, aber sie bleibt doch noch sehr beträchtlich zurück hinter derjenigen vom Anfang der neunziger Jahre. Die Zwangsversteigerungen hatten sich im Anfang der neunziger Jahre rasch vermehrt, ihre Zahl war dann aber seit der zweiten Hälfte des Jahrzehnts wieder geringer geworden. Im Jahre 1903 hat sie einen ungewöhnlich tiefen Stand erreicht. Dir BerufSverhältniffe der Bevölkerung Berlins. Nach der letzten Volkszählung im Jahre 1900 hatte Berlin eine Einwohnerzahl von 1 888 818 Personen. Darunter werden nur 772 781 geborene Berliner gezählt— 10,91 Proz. der Gesamtbevölkerung. Bettachtet man die Bcrufsverhältnisse der Berliner Bevölkerung, so ergiebt sich folgendes Bild: Selbstthättge Personen waren 1 026 161— 51,33 Proz. vorhanden, während 862 697— 15,67 Proz. als Angehörige derselben zu bezeichnen sind. Gewerbetteibende wurden 1 368159, das find 72,13 Proz. der Bevölkening ermittelt. Bon den Gewerbetteibendcn waren 895 311 Personen selbstthätig und 161 086 selbständig. Von den Selbstthätigeu beteiligten sich an der Bearbeitung von Holz- und Schnitzstoffen 16 222, an der Herstellung von Bekleidung 138 799, an der Metallverarbeitung 67 197, am Baugewerbe 63 727 und am Handelsgewerbe 131377 Personen. 20 027 Selbstthättge gehörten dem Privatverkehr an. Auf den Post- und Eisenbahnverkehr(aus- schließlich Straßenbahn) kamen 27 103 Personen. Für persönliche Dienstleistungen waren 102 660 Selbstthättge oder 6,11 Proz. der Bevölkerung vorhanden, von denen 23 819 oder 23,23 Proz. eine eigne Wohnung innehatten. Die Zahl der ungelernten Arbeiter bettug 18192. Ohne eigentlichen Beruf bezlv. mit unbekanntem Beruf wurden 101062 Personen gezählt, ausschließlich deren An- gehörige. Einzelne Bernfsgruppen zeigen ein bedeutendes Uebergewicht des weiblichen Geschlechts. So wurden in der Bekleidungsgruppe 19 278 selbstthättge Männer und 89 621 weibliche Personen gezählt. In der Reinigungsgruppe kamen auf 6236 männliche 16 719 weib- liche selbstthättge Personen. Bei den persönlichen Dienstleistungen standen 11 130 männlichen 91 530 weibliche Selbstthättge gegenüber. Aber auch in der Textilindustrie überwog das weibliche Geschlecht, indem 6612 männliche und 6902 weibliche Selbstthättge gezählt wurden. In der Papierindustrie kamen auf 12 890 männliche 8312 weibliche selbstthättge Personen. Lange wird es nicht dauern und auch in der Papierbranche Berlins wird die weibliche Arbeits- kraft die männliche überholt haben, ist sie doch— was für die Unternehmer der ausschlaggebende Fattor ist— billiger als die inänn- liche Arbeitskraft. Hier bietet sich den gewerffchastlichen Arbeiter- organisattonen noch ein weites Feld, ihre Thätigkeit zu entfalten. Aus der Magistratssitzung vom Freitag. Die Stadt Würzburg hat in ihrer Verwaltung beschlossen, an den Reichstag einen Anttag zu richten, der dahin geht, den Stempel für Kommunalanleihen auf V,0 pro Mille festzustellen, genau wie bei den Anleihen des Reiches und der Einzelstaaten, zumal die Kommnnalanleihen gemeinnützigen Zwecken dienen. Der Berliner Magistrat hat beschlossen, sich diesem Anttage anzuschließen. Der Magistrat ist ferner dem Beschlüsse der Berliner Stadtverordneten- Versammlung beigettcten, wonach die Abstimmungslisten aus den geheimen Sitzungen der Stadtverordneten- Versammlung in Zukunft nicht mehr veröffentlicht werden sollen. Blindenheim. Am 1. März ds. Js. ist das aus den Mitteln der „Zda Becker-Sttstung" dotierte Blindenheim in Weißensee eröffnet worden. Dem Willen der Stifterin entsprechend, finden er- werbsunfähige Blinde beiderlei Geschlechts ohne Unterschied des religiösen Bekenntnisses Aufnahme. Die Aufzunehmenden müssen Berliner Ortsangehörige sein und ein von dem Anstaltsarzt aus- zustellendes Gesundheitszeugnis beibringen. Die Aufnahme und Unterhaltung der das Heim Auffuchenden ist unentgeltlich. Da§ Heim gewährt Wohnung und vollständige Verpflegung. Außerdem erhalten die Pfleglinge monatlich 3 Mark Taschengeld. Das Blindenheim liegt unmittelbar am See und besitzt einen großen herrlichen Park, der den Pfleglingen einen an- genehmen Aufenthalt bietet. Zur Zeit haben erst drei weibliche Personen von der gebotenen Einrichtung Gebrauch gemacht. Eine sehr wertvolle Eigenschaft des Grundstücks besteht darin, daß es an der Straßenfront reichlich Raum bietet, uin bei eintretendem Be- dürfnis einen Neubau für die Erweiterung des Heims aufzuführen, ohne daß dadurch der Park eine Beeinträchtigung erfahren würde» 1 Die Verwaltung des HeimS wird von der städtischen Deputation für die Bliudcnvflcge geführt, deren Sekretariat, Oranienstr. 20, Meldungen zur Aufnahme entgegennimmt. Berlin und die Universität. Zu Gunsten der Stadtgemcinde Berlin wurde gestern(Freitag) mittag vor dem Kammergericht der Prozeß entschieden, den die Universität gegen unsre Kommune wegen der Durchquerung des Kastanienwäldchens mit Geleisanlagen der Großen Berliner Straßenbahn angesttengt hatte. Das hierzu nötige Terrain war seiner Zeit mit Hilfe des Polizeipräsidiums von der Stadt enteignet worden. Hiergegen war seitens der Universität Einspruch erhoben und eine Klage anhängig gemacht worden, in der sie das enteignete Gelände als Bauland reklamierte und hierfür 1600 000 M. verlangte, die aber nicht ausgezahlt, sondern mit 70000 M. jährlich von Berlin verzinst werden sollten. In der ersten Instanz wurde das streitige Terrain als Bauland anerkannt und Berlin zur Erfüllung der von der Klägerin gestellten Forderung ver- urteilt. Auf die Berufung der Stadtgemeinde ist nun gestern dieses Urteil ausgehoben und unter Abweisung der Klage der Universität der Beschluß des königlichen Polizeipräsidiums im wesentlichen wieder hergestellt worden. Auf Grund neuerer Feststellungen ist vom Karnmergericht eine Entschädigung von 12 336 M. festgesetzt worden, welche einer Jahresrente von 617 M. entspricht. „Wider die Pfaffenherrschaft", Kulturbilder aus den Religions- kämpfen des 16. und 17. Jahrhunderts. Von diesem, von unsrem Parteiverlag herausgegebenen Lieierungswerk ist soeben das 6. Heft erschienen. Es bringt die Fortsetzung des im 5. Heft begonnenen 1. Kapitels:„Von den Heiligen, den Mönchen und den Nonnen", in dem behandelt wird: Urchristliche Askese und urchristlicher Kommunis- muS als Wurzeln der Möncherei und Klösierei.— Das Wesen der Askese.— Die„Väter der Wüste".— Ein paar heilige Männer und heilige Frauen.— Die Heiligen, die Herren der römisch- christlichen Kirche.— Die klugen Päpste ernennen die Heiligen. — Die anfängliche Möncherei, ein Protest gegen Reichtum und Massenelend.— Die ersten Mönche Kommunisten.— Die Ehelosigkeit.—' Benedikt von Nursia und seine Regel.— Die Klöster in Deutschland.— Die Klöster als Ausbeutungsinstitute.— Die Möncherei im Sprichwort des Mittelalters.— Mönchische Kurzweil, Trink- und Tafelfteuden.— Roheit und Lasterleben hinter den Klostermauern.— Reformversuche.— Novizendrill.— Die Geißel im Kloster.— Fanatismus und Unduldsamkeit.— Die Bettelmönche, ein Protest gegen da? mönchische Schlemmerleben.— Franz von Assisi und die Bcttelorden.— Interessant ist auch die zeirgenosfische Schilderung des Klosterlebens in Italien„Wie Nanna in Rom unter einem Feigenbaum der Antonia von dem Leben der Nonnen er- zählte". Von den vorzüglich gelungenen Jllusttattonen nennen wir:„Die Versuchung des heiligen Antonius", nach einem Kuperstich des 16. Jahrhunderts, ferner nach einem Holzschnitt von Albrccht Dürer: „Madoimenbild". Ein andres Bild zeigt, wie Elten: ihre Tochter einem Kloster übergeben. Außerdem enthält das Heft eine Anzahl „Mönchs- und Nonnentypen", Darstellungen aus dem Klosterleben und endlich ein satirisches Kupfer„Die Verproviantterung des Klosters". Jedes Heft kostet 20 Pf. und ist jedem Genossen zu abonnieren empfohlen. Jede Parteibuchhandlung und jeder Kolporteur liefert die Hefte noch von Nummer 1 an. In Berlin sind die Hefte in den Parteispeditioncn, bei allen übrigen Spediteuren sowie bei jedem Kolporteur oder auch in der Vorwarts-Buchhandlung zu haben. Der Verlag bittet die Parteigenossen um rege Unterstützung bei Ver- breitting des Werkes. In der Pfingstwoche findet eine Sitzung der Stadt- verordneten- Versammlung nicht statt.— Morgen lverden die städtischen Kassen und Bureaus um 1 Uhr mittags geschlossen. Ein Kampf um die Inserate ist zwischen den beiden großen Finnen August Scherl und Rudolf M 0 s s e ausgebrochen. Herr Scherl hat die Geschäftsanteile des„Gartenlaube"-Verlages Ernst Keil vor einiger Zeit erworben und setzt nun Herrn Rudolf Masse arg zu, weil dieser sich nicht dazu verstehen will, das Recht der Bei- füqung von Jnseratenbeilagen, das er bis zum Jahre 1907 noch besitzt, freiwillig aufzugeben. Da, wie gesagt, Herr Masse auf«ine friedliche Lösung des Inseratenvertrages nicht eingehen will, weist ihm, nach feiner Darstellung, Herr Scherl unter allen möglichen Vorwänden bald dieses, bald jenes Inserat als mit dem Charakter eines Familienblattes nicht übereinstimmend zurück und trifft den Konkurrenten damit an der empfindlichsten Stelle. In einem Rundschreiben erhebt Herr Mosse jetzt ein vernehmbares Wehklagen und jammert, daß es sich hier um einen Versuch handle, seiner Firnia den Besitz eines wohlerlvorbeneu Rechtes zu entreißen. Wer die Macht hat. hat das Recht, und so wird Herr Mosse mit seinem Appell an das Gerechttgkeitsgeftihl der Inserenten wohl nicht allzuviel ausrichten und den Schaden tragen müssen. Es sei denn, daß die beiden Feinde Frieden schließen und sich in höherer Erkenntnis gemeinsam um so eifriger am Publikum schadlos halten. Mit der Aufstellung der neuen städtischen Normaluhren ist jetzt in der Dorkstratze. und zwar an zwei Stellen, an der Ecke der Bülow- und der Großbeerenstraße, begonnen worden. Die von der königlichen Sternwarte regulierten Uhren befinden sich in einer über 6 Meter hohen Säule, die von einem Globus gekrönt wird. An diesem sind, wie es bei der Wettersäule auf dem Schloßplatz der Fall ist, die Himmelsrichtungen genau angegeben. Die Pfingstmaien, die heute früh in großen Mafien hier ein- treffen werden, prangen infolge der im ganzen günstigen Witterung diesmal in dem herrlichsten und ftischesten Frühlingsgrün. Der andel mit Maien nimmt hier von Jahr zu Jahr zu; selbst aus rtschaften, die ziemlich entfernt von Berlin liegen, treffen Leute mit ibren Wagen hier ein, um sich durch den Verkauf der grünen Zweige einen kleinen Pfingstverdienst zu verschaffen. Ein neuer Lehrstuhl für Elektrotechnik ist an der Königlichen Technischen Hochschule errichtet und dem Oberingenieur der Aktien» gesellschaft Siemens u. Halske, vr. ing. Walter Reichel, übertragen worden. Reichel wird mit dem 1. Juli d. I. seine Stelluirg, in der er sich 15 Jahre lang bethättgt hat, aufgeben und nach Ab- lauf der Somnrerferien mit seinen Vorlesungen an der Technischen Hochschule beginnen. Ein neues Geständnis der Mörder des Kutschers Schemel. Bei ihrer wiederholten Vernehmung haben gestern vor dem Untersuchungs- richter in Spandau die beiden Raubmörder Biller und Jopp ihre zwecklosen Ableugnungsversuche aufgegeben und ein umfassendes Geständnis abgelegt. Das Mörderpaar gab jetzt zu, über den Plan zur gemeinsamen Beraubung des Sch. schon vor Wochen gesprochen. die Einzelheiten zu den Vorbereitungen für den Raubmord selbst aber erjt am Abend vor der That verabredet zu haben. Auch die Erdrosselung des Schemel haben die Mordgesellen, wie sie jetzt zu- geben, gemeinsam ausgeführt. Zu dem Geständnis kamen die beiden, nachdem ihnen das Fruchtlose ihres bisherigen Verhaltens eindringlich vorgehalten worden war. Somit haben die gerichtlichen Vor- ermittelungen ihren Abschluß gefunden. Auf Requisition der Staats- anwaltschaft II werden die Mörder nunmehr nach dem Moabiter Untersuchungsgefängnis gebracht werden. Ein geisteskranker Naturarzt? Der Aufsehen erregende Fall Weinziehr will nicht zur Ruhe gelangen und zeigt wiederum, wie geringe Rechtsgarantien durch das Wiederaufnahmeverfahren in seiner jetzigen Gestalt geboten werden. Der„Naturarzt" Weinziehr war, wie noch erinnerlich sein wird, zu einer längeren Zuchthausstrafe verurteilt worden, weil er sich an seinen Pattentinnen vergangen hatte. AnS Tageslicht war seine merkwürdige Praxis durch die Anzeige einer Braut gekommen. Nachdem die Revision des Weinziehr vom Reichsgericht verworfen war, beantragte Rechtsamvalt Walter Bahn, der Verteidiger des W.. das Wiederaufnahmeverfahren, indem er geltend machte, daß W. nach der abnormen Zahl und der Art der Sttafthaten sowie infolge erblicher Belastung für geisteskrank erachtet werden müßte. Landgericht und Kammergericht lehnten den Anttag aB, obgleich ihm ein ärztliches Mest Beilage wonach W. an Gehirn- «Weichling und Rückenmarksschwindsucht leide. Der Verurteilte kam nunmehr zur Verbützung seiner Strafe nach Luckau. Das Schicksal hatte es indessen anders beschlossen. Der Wiederaufnahme-Antrag hatte wenigstens so viel Wirkung, die ZuchthauSbehörde und besonders den dortigen Pfarrer auf den Znstand des Natnrarztes aufmerksam zu milchen. Schließlich wurde Weinziehr nach Berlin zurückgeführt, um hier nochmals auf seinen Geisteszustand untersucht zu lverden. Runmehr hat Rechtsanwalt Bahn einen neuen Wiederaufnahme- Antrag gestellt. Postausweiskarten wird die Reichs-Postverwaltung, Bayern und Württemberg am 1. Juni, wie wir seinerzeit angekündigt haben, für den inneren Verkehr ausgeben. Sie dienen zur Empfangnahme von Postsendungen. Ihr Hauptzweck ist der Ausweis der Reisenden. Enipfänger, die dem Postboten unbekannt sind, brauchen keine Bürg- schaft mehr durch den Gastwirt oder andre bekannte Personen, wenn sie Wertsendungen entgegennehmen.'Die Karten können auch an den Schaltern außer den andren Ausweisen verwendet werden. Sie werden für ein Jahr ausgestellt. Auf der linken Hälfte der Innen- feite wird die Photographie des Inhabers befestigt. Rechts steht eine Beschreibung der Person des Inhabers. Bon Babel zur Bibel. Das Bierhaus Babel in der Landsberger- straße, eine Ulkkneipe ä la Bauernschänke, welche sin Vorjahre an Stelle der früheren Singspielhalle Berolina errichtet wurde, wird zum Oktober eingehen, um einer jüdischen Rcligionsschule Platz zu machen. Aehnliche Wandlungen sind übrigens in der Reichshaupt- stadt nichts Seltenes. Das ehemalige Parodie-Theater. die Stätte ausgelasiensteu Ulkes, ist heute ein Mädchcnhcim der Heilsarmee; so- wohl in der Friedrichstadt wie im Osten Berlins haben sich Tingel- tangel in Festsäle frommer Brüdergemeinschaften verwandelt, und aus dem ältesten Chantaut Berlins, dem Cafv Sedan in der Ziegel- straße, wurde sogar ein— Sargmagazin. Und trotz solcher äugen- fälligen Erfolge sind unsre Frommen doch nicht zufrieden. Eine Hochstaplerin, die seit März d. I. mehrere Pensionate prellte, ist von der Kriminalpolizei festgenommen worden. Es handelt sich um eine hochgebildete Dame aus hervorragender Familie, die sich in ihren Mußestunden mit Latein, Griechisch und Medizin beschäftigte und auch der Frauenbewegung nicht fern stand. Sie führte bei ihren Schwindeleien eine ganze Reihe von Namen: Hertha Normann, Erna Loschwitz oder v. Loschwitz, V. Salder», v. Kantstein, v. Rustmann, v. Letter. Mit Vorliebe gab sie sich für eine Malerin aus, bald aus München, bald aus Hannover oder Lübeck. Ihr Auftreten war äußerst gewandt und verschaffte ihr leicht Kredit. Wenn dann die Pensionsrechuung stark angeschwollen war, so blieb sie aus und hinterließ nur einige wenige minderwertige Sachen. Obwohl ein breites Gesicht und eine breite Stumpfnase sie fast zum Gegenteil einer Schönheit stempelten, so machte sie doch auch auf die Herrenwelt leicht Eindruck. Ihre außer- gewöhnliche Bildung und ihr Auftreten fesselte eben alle. Jungen Herren machte sie sich außerdem interessant, indem sie sich ihnen als verkannte junge Frau gab. Die Stelldicheins aber wurden den ver- liebten jungen Herren ziemlich kostspielig. Der Kriminalpolizei, die viele Anzeigen erhielt, gelang es nicht, der Hochstaplerin habhaft zu werden, bis ein Kommissar auf dem schriftlichen Wege, den sie zur Einleitung ihrer Bekanntschaften liebte, Fühlung mit ihr gewann. Es wurde brieflich ein Stelldichein nach dem Roland in, Tier- garten verabredet. Die junge Frau, die vor ihrem eifersüchtigen Gatten sehr auf der Hut sein mußte, sollte, wie sie schrieb, nach Wiesbaden fahren, um dort die Pfingstfeiertage zu verleben. Sie täuschte aber ihren Gatten, indem sie von einer der nächsten Stattonen nach Berlin zurückfuhr, und erschien pünktlich zur ver- abredeten Zeit am Roland. Unbeschreiblich aber war ihr Erstaunen und ihre Enttäuschung, als sich hier der erwartete Liebhaber als Kriminalkommissar zu erkennen gab und sie festnahm. Gestern wurde sie nach Moabit gebracht, wo sie jetzt außer den Pfingsten wohl noch längere Zeit wird verleben müssen. �Psletots u. JWanlcl.* Selbstmordversuch sin öffentlichen Lokal verübte gestern abend gegen V-zlll Uhr in dem Restaurant„Zur Bierglocke" in der Rosen- thalerstratze 49 der 23jährige Kaufmann Georg B. Er hatte kurz vorher erst das Lokal betreten, sich ein Glas Bier geben lassen und saß unbeachtet vom Personal und den übrigen Gästen allein am Tisch. Plötzlich zog B. sein Taschenmesser hervor und machte den Versuch, sich mit der scharfen Klinge die Kehle zu durchschneiden. Ehe es ihm gelang, sein Vorhaben vollständig zur Ausführung zu bringen, wurde dem Lebensmüden das lvtesser entrissen. B. hatte jedoch schon eine derarttg schwere Verletzung davongettagen, daß er nach dem Hedwigs-Krankcnhause gebracht werden mußte. Ladcnräuber suchten gestern vormittag die Schulbuchhandlung von Gustav Müller in der Prinzeu-Allee 9 heim. Um II1/* Uhr sah Frau Müller von ihrem Zimmer aus, daß zwei junge Burschen sich hinter ihrem Ladentisch zu schaffen machten. Sie ging in den Laden hinein gerade als die Burschen dabei waren, die Ladenkasse zu erbrechen. Als die jungen Spitzbuben sich überrascht sahen, ließen sie von der Kasse ab, einer aber warf die Frau, um sie an ihrer Verfolgung zu hindern, zu Boden, und beide versetzten ihr mehrere Faustschläge ins Gesicht. Dann entkamen die Diebe. Frau Müller ist nicht schwer verletzt, aber durch den ausgestandenen Schreck etwas mitgenommen. Geraubt wurde nichts. Eine unsaubere Geschichte teilt ein Berichterstatter mit: Ein Annenkommissions-Vorsteher wurde von einen, Hauswirt wegen der Beerdigung einer in seinem Hause verstorbenen älteren Frau in An- spruch genonimen. Die Frau wurde auf Kosten der Armendirektion beerdigt. Die Beamten und andren beteiligten Personen, die genöttgt waren, die Wohnung der Verstorbenen zu betteten, haben davon ein Bild entworfcn, das aller Beschreibung spottet. Jeder, der die auf dem Hofe belegene Wohnung betreten hatte, mußte sich und seine Sachen gründlich desinfizieren lassen, um das auf- gesammelte Ungeziefer wieder loszuwerden. Niemand wollte schließlich die Wohnung niehr betreten und doch mußte der Nachlaß vorschriftsmäßig aufgenomnren werden. Zwei Beamte begaben sich zu diesem Zweck in die Wohnung; sie fanden nichts als Lunchen, einen alten defekten Stuhl und eine wertlose Kommode. Beim Aufziehen einer Schublade wurden zahlreiche Stteichholzschachteln mit Bindfaden nmioickelt entdeckt. Sämtliche Schachteln waren mit Silber- und Nickelstücken voll gefüllt. Das vorgefundene Geld füllte einen Beutel. Als die Beamten die Wohnung verließen, hatten sie aber nicht nur einen Beutel voll Geld, sondern so viel Ungeziefer aufgesammelt, daß sie nirgends hingehen konnten. Das Protokoll war förmlich schwarz von dem Ungeziefer. An einem Tische auf dem Hose wurde das Geld gezählt und dann ging es zu Fuß nach dem Obdach, wo gebadet und die Sachen desinfiziert wurden. Nun konnte erst der Heimweg angetreten werden. Das Geld, über 1909 M., haben die Erben erhalten, weil die Verstorbene Armenunterstützung nicht bezogen hat. Fabrikbrand. In der Nacht zu gestern kam ein größeres Feuer in der Prenzlauer Allee 44 aus. Dort stand die Formerei und Gießerei der Berliner Gußstahlfabrik und Eisengießerei von H. Härtung, Aktiengesellschaft, in bedeutender Ausdehnung in Flammen. Die erste Coinpagnie erschien auf mehrmaligen Alarm sofort in großer Stärke und griff mit mehreren Schlauchleitungen an, und es gelang durch kräftiges Wassergeben um 2 Uhr nachts des Feuers Herr zu werden. Das Feuer ist nicht gleich bemerkt worden und muß längere Zeit geschwelt haben, es wurde erst bemerkt als die Flammen schon auS dem Dach empor schlugen. Zu dem Kampfe mit einem Geisteskranken, worüber wir vor einigen Tagen berichteten, schreibt uns der Vater des von Schutz- leuten angegriffenen jungen Mannes, daß er gegen die Verhaftung protestiert und kein Grund für die Schutzleute vorgelegen habe, mit dem Säbel gegen den durchaus»ihigcn Kranken vorzugehen. Er werde die Angelegenheit der Staatsanwaltschaft unterbreiten. Der Bundestag des Arbeiter-RadfahrerbundeS„Solidarität" tritt in den Pfingsttagen in Erfurt zusammen. Delegierte sind angemeldet aus allen 22 Gauen. Welche Arbeiten die Delegierten zu verrichten haben, mag aus nachfolgender Anzahl von Anträgen hervorgehen. Zum Statut sind fünfzehn Anträge gestellt, die die Abänderung einer Reihe von Paragraphen wünschen. Die Delegierten- st euer betreffend liegen fünf Anträge vor. Das Unfall- statut soll ausgebaut werden, es liegen hierzu achtzehn Anträge vor, die fast ausnahmslos die Erhöhung der Unter- stiitzung bei Unfällen verlangen. Zwölf Anträge verlangen eine Aenderung des Gaustatuts. Mit dem Ausbau der P-r esse beschäftigen sich sieben Anträge. Die Ein kehr stellen bütreffend liegen zwei Anträge vor. Im„Arbeiter-Radfahrer" war die Schaffung einer Raddieb st ahls-Versickerung angeregt worden, die vorliegenden Anträge verlangen fast ausnahmslos die Ablehnung dieser Anträge. Zur Gewährung von Rechtsschutz werden auch einige Verbesserungen angestrebt, desgleichen wird der Ausbau der Centralisation durch mehrere Antiäge und eine Resolution des Bundesvorstandes verlangt. Allgemeine Anträge, die sich auf verschiedene Punkte der Organisation und Agitation beziehen, liegen achtzehn vor.— Auf dem Bundestag ver- treten ist die gesamte Bundesleitung, der Ausschuß und der Redakteur des„Arbeiter-Radfahrer", Genosse Karl Berg aus Halberstadt.— Aus vielen Städten des Deutschen Reiches sind neben den. Delegierten Arbeiter-Ragfahrer erschienen, die den Verhandlungen beizuivohnen gedenken. I» dem bekannten Lokal Schloff Wciffenser. früher Sternecker. treten an den Pftngstfciertagcn die Hamburger Sänger auf. Der große Park des Lokals steht jetzt in Blütenpracht. Orgelkonzert. Otto Dienet hält seinen nächsten Orgelvortrag in der Marienkirche ausnahmsweise nicht Montag, sondern Dienstag, den dritten Pfingsttag, abends T1� Uhr, unter Mitwirkung von Fräulein Marie Lindow(Sopran), Fräulein Marianne Wolff(Alt), Herrn Ludwig Breeuws(Baß), Herrn Ludwig Wagner(Violine), und Herrn Paul Schnyder(Orgel). Der Eintritt ist frei. Im Zoologischen Garten werden an den beiden Pfingstfeiertagen Früh- Konzerte abgehallen, die um 6 Uhr früh beginnen. Bereits um ö Uhr verkehren die Wagen aller nach dem Zoologischen Garten fahrenden Linien. Radsport. Der Sieg Demkcs sin kleinen Goldenen Rade und das hervorragende Fahren des Berliner Dauerfahrers am Mittwochabend gegen Robl, läßt jetzt Dickentmann, den vorjährigen Weltmeistcrfahrer, keine Ruhe. Der Holländer hat bekanntlich am letzten Sonntag in Hannover verschiedene neue Rekords geschaffen und ist seit Mittwoch luicder in Friedenau, um sich für die Rennen in Breslau und den Friedenäner Goldpokal vorzubereiten. Da er in diesem Rennen nicht allein mit Robl. sondern auch mit Demke zusammentrifft, so möchte er vorher mal an diesem, der Robl so außerordentlich warm machte, sein Können probieren. Er hat dieserhalb Demke zu einem Rkatch über eine Stunde in Friedenau herausgefordert, das Demke jedenfalls annehmen wird. Vermischtes. In Breslau hat sich gestern der Stadtkännnerer Weller erschossen. Nervöse Ueberreizung wird als Ursache de» Selbstmordes genannt. Die verstorbene Schriftstellerin Friederike Kempner hatte der Stadt Breslau 39 999 M. zur Errichtung eines Leichenschauhauses hinterlassen, in dem die Verstorbenen zur Verhütung der Gefahr de? Lebendigbegrabenwerdens sieben Tage aufgebahrt bleiben sollten. Auf Autrag des Magistrats wurde, wie uns ein Privattelegramm meldet, von der Stadtverordneten-Bersainnttung die Annahme des Vermächtnisses abgelehnt. Automobilstnrz. In der Nähe von Besancon stieß ein Automobil mit einem auf der Straße stehesiden Wagen zusammen. Die In- fassen des Automobils, zwei Bürgermeister, wurden herausgeschleudert, und einer sofort getötet. Der andre würbe ebenfalls verletzt. Lodkn-HalelocksÄ�rr� Sommer-Paletots Violaeitigst» Auswahl in Stoffen und Fassons. 45.-. 39.-, 30-, 30.- 27.-, 24.-. 21.-. 18.-. 15.-. 12. :8m. Dnnnn llönfol Ab.0lut wuurdichla Stoff« in n«u«>ten 1h IIvUvIl»Itllllvl DM.in». So... 04.. 21... 18.- Um. Hochschicke Stoff- Neuheiten für unsere vornehme, wohlfeile Mass-Anfertigung Stoff- Hosen* Besonders preiswarte Angebote 12.-, 10.-, 8-, 6 50, 5.50. te Q50 4.60 J M. Radfahrer-Kleidung Radler-Anziige 6» Radler- Hosen i': 3- PelorinenÄ,7Ä5«. Mützen, Strümpfe, Sweeter sehr billig. �Citzabteiter Grüne Sommer-JoppfliUH.„.n 85 p,. Graue Sonuner-Joppen� Schwarze Löster-Jackette 2m. Gestreifte' LösterTackette 3 m. Gefütterte Kasclimlr-Jackette �„Bm. Litewken u. Loden-Joppen JÄ. 2 m. Schul- und 3Ferien-/tnzfige Solide, praktische Waschstoffe in bequemen. kleidsamen Fassons 6.-. 5.50, 5.-. 4.50. 4.-. 4 80 3.-. 2.50, 2.-. I 3.50, M. Moderne Anzüge Uiuftortrorfona Anawahl aller- neue Jtar Stoffa und Pbssona, SO. 45. 36. 30, 27, 24. 21. 18 IU M. 15 Moderne Anzüge Sondw-Angebot. Rain- wollonor, feingoslreiftor u. schön gemusterter Melton..... 30» Gehrook-Anzöge«ttt 27». Sommer- Pikee Westen 0.50, 5.-. 4.50. 4.-. 3.50, 3.-. 2.25 Unzählig» Muster in Riesenauswahl. 1 70 Qrossartigste Auswethl. T eH weise ganz bedeutend herabgesetzt 14.-. 12.-. 10.- S.-. 7.-, 6.- 4.-. 3.-.:. 2 M. c L. BABR SOHN SPECIAL- HAUS GRÖSSTEN MASSSTABES Chausseestfasse 24a-25 11 Brückenstrasse 11 Gr. Frankfurtersfr. 20 Zwischen Invalidenstrass« und Schiller-Thsater N. Zwischen JanrowitrbrOcks u. Köpenicksrstr,(Ecke Rungsstr.) Ecke Koppsnstrassa& Am BOrger-HospHal Gröeste Auswahl.= Feste, billigste Preise,= Bar-Verkauf. Die 23, Pretellstc 1904 Ist erschienen und wird auf Wunsch kostenlos und portofrei zugesandt. MmoMhe Soläschmuckiachen. Zalls Sic alte, aus die Seite gelegte Schinucksachen im Hause haben, tvelll»e niemand mehv trägt, weil sie altmodisch im Muster sind, giebt es keinen Grund, warum Sie dieselben nicht gegen neue umtauschen oder in mwdcrne Dessins umarbeiten lassen sollten, '.�ir sind Juweliere und Fabritanten und machen den Umtausch oder übemchinen die Umarbeitung und kreditieren Ihnen den vollen Gewichts- Wert des alten Goldes, oder auch wenn vorgezogen, nehmen wir dieses jür Bar zum Kurswert in Zahlmig, führen luwelen, Uhren. Gold- und Silberwaren und liefern solche dirett billig und gut. liesern Brillant-Ringe(nicht Diamant), 14 kar. Gold, solid gesaht, schon von. liesern eilberneReinontoir» q Uhren unter lljähriger � JJ Belmonte&Co. BeJmonte&Co, Befmonte&Co. Belmonte&Co. Belmonte&Co. Belmonte&Co. Belmonte&Co. Belmonte&Co. Belmonte&Co. Belmonte&Co. Belmonte&Co. Garantie schon von'~ liesern goldene Remonloir-|< Uhren unter lljähr. schrist» g» l/l, licher Garantie schon von liesern lange gold. Hamen- a n Uhrketten, 333/1000 gestsjl. � 13 gestempelt, schon von.. liefern goldene Broschen, a m.Stcm.eerziert, 333/1000„ iL gesetzl. gestemp., schon von � liesern silb. Sobirmgritte, a 800/1000, gesetzl. gestemp., schon von...... �* liefern Spazier-Stäeke mit a» echt silb. Griff. 800/1000 m 7 gesetzlich gest., schon von.*'■** liefern silb. Ketten-Arm- 4 71; bänder, 800/1000 gesetzl. I 18 gestemp., schon von. M. haben am Platze d. teohn.- tts vollk.mech.lllnrlcht.z.Her-m, 71 stellg. v. Trauring., 2 Duk.■" schicken ihren Prachtkatalog mit vielen tausend Illustrationen für autzerhalb Berlins franeo. €)oldwaren-Indiiatrle Belmonte dt Co. FaKrikaeio» mit elektrischem Kraftbetrieb. Engros-Export nach allen Siindern, Gold- und Silber-BSalz- und Prägwerk. Cvlr« Hlolier schrägüber dem RathauS. Einzelverkanf Eingang A. u. B. Es wird eine geehrte Kundschaft gebeten, genau aus die Haus- nummer 4« zri achten- da in letzter Zeit in der Königswatze mehrere Geschäfte ihre Ausstattung derjenigen der Firma Bohnontc A Co. anzupassen suchen, wodurch leicht Per- ivechselungen vorkomme» können. nurn«unorrn, zilio � Königstr. 46 lieber Ltand und Meer herrscht frei das Auge, wenn es durch ein gutes Femglas unterstützt wird. Jedermann, der sich ein solches anschaffen will, sollte nicht versäumen, die grosse Auswahl von Perspektiven für Beiso n. Theater in dem Institut fUr Präcislons-Optik --- Carl Buttendorff Berlin N., Weinbergsweg 15b, 6. Laden vom Rosenthaler Thor zu besichtigen. Das lange Bestehen dieses Geschäftes bärgt für die Güte seiner Fabrikate. Bitte eenan auf Firma und Hans-Wo. 15b zn achten. ~., Reiseglas, mittelgross, 1 numph l mitBtui ir Doppelriemen Herkules: �hSen"1" ——— Fangschnur M. 10,—. u, Reiseglas, gross, mit acht /nerkur: Gläsern, Rompass, Deder- ——— Etui, 2 Riemen, elegant, ff. vernickelt, extra scharf, M. 12,—. Meine Serien Monopol und Rapid zeichnen sich durch grosse Lichtstärke und Reinheit der Gläser aus. .., Theaterglas, klein Monopol; M. 12,-, mittel M 14,-, gross M. 16,—. | Rapid, extra scharf: No- 11 für ttT-. und R6i3e Ko. 2, Speclalfflns für grosse Entfernungen M. 22,—. No. 3, dasselbe grösser H. 28,—._ MM- 0. I�aden vom Koseuthaler Thor. W. Zapet Hut-Fabrik, Skalitzarstr. 131. Crösstes Special-Geschäft für Seiden- und Filz- Hüte. I nger in Sichirmen nnd Mätzen. sS238L� Strohhüte für Herren... von 75 Pfg. an, . Knaben.... 35,. Ein grStserer Posten zurQckgesetzter Strohhüte sehr billig. 31912* Seltene Gelegenheitskäufe! solider Cheviotstoff, neue car. u. gostr. Dess. l/j mit Bf., nur Mk. hoobaparte Kammgrn.- u. Cheviots toffe Ersatz für Mass, nur Qottüeb Weiss Hauptstr.151 ♦Schöneberg* Hauptstr.151 Grösstes Special-Geschalt des Westens. Anzüge Hochmoderne Stofineuheiten, 23 erstklassige Verarbeitung, 1 J Hk. 45, 40, 37, 25, 19, IT,"" Paletots /f � Moderne Glookenform, rein- woll. Cheviot- u. Kgrnstoffe fß Mk. 36, 29, 20, 10,"" Gehrock-Anzüge Vornehmer Schnitt, beste Stoffe Mk. 55, 60, 45, 36, Fernsprecher III. 3716. Roncnntrapsc 18, 1. Fernsprecher HI. 3716. Neueste Beste jjKKKBB Höchste Anerkennungen für vorzügliche Leistungen. WMM� f�JÜtaUrankii « aus lriseben Kräutern bester Zubereitung g> | a Fl. 60 Pf., 10 FI. 5.50, 25 Fl. 12.50| £ empfiehlt und versendet in nur bester Qualität und ebenso S ui alle Sorten Obstweine, Apfelweine zur Kur, Fruchtsäfte etc. S. I ßbstweinkelterei und Likörfabrik! \ Georg Andree Fagons. Verarbeitung. Kaufhaus Theoflor BBsina An der Spandauer Brücke 2 Btefe« StmUbalmhoC Börao und UMkenehem MarBls Herren- und Knaben- i vom einfachsten bis zum elegantesten Genre. für Damen, Herren und Kinder in Riesen-Auswahl. Bekannt Gut und Billig:. Telephon Amt III JTo. 40. Haltbare Stoffe. Gute Zutbaten. /AB OK ßifonflrw Vergnügen äa m,S imlÄichs öt�olung jetrnljrF das •Kadfnljm» bsi BenuFjuntj leicht- laofenden und mit allen NeuerunAn, auss-statteten�penn�hgp. llbekzli ve�elesi. �tsioge paslfi'si. Krautstrasse 50. Filiale: Berlin W., Kronen-Htrasse II. Enorm billig gelangen zum Verkauf tag. lich bis 9 Uhr abends, 2. Feiertag 8—19 u. 12 bis 2 Uhr die letzter Saison zurückges eNte» vornehmen Herren« aus feinsten Mahftoffe» 1«— 38 M» Gehrock. Anzüge jetzt 23— 42 Mk., Herren-Leinkleider?— l2M. Teutsches BersandhanS,\ Jägerstr. 63, 1 Treppe. Hausnnmmer beachten! Blllfg/nte Lezugsgusiie nun für Händler. G n««» e Ansrvahlin allen Preislagen. Diese Fayou 1,80 M. Feinere Qualitäten 3,50 M. tiaarhlite von 5,56 M. an. von 35 VI MWk an. KlmMtil Regenschirm«, Sonnenschirme grötzte Auswahl von 1,69 M. an Plastron v.99Ps.an Schleifen _ D. IE Pf. an Oberhemden, Kragen, Manschetten, Servi- teurZ w bester Qualität* SmWlchr. KTÄn Gottmann, Gr. Frankfurterstr. ISO. �Sosef bischer � Kohleu-Grosthaudlnug' � BcrllnO.84, Bromberger!t.19;20. Preise ab Platz von 10 Str. an la Ilse, Salon-Briketts 7" p. Gtr. 85 Pf. la Henckels Werke, bo. 6u.7*. 80. Ia Senftenberger, bo. 6u.7" ,1,. Anna, Adler, Marie, ,/iU» Industrie-Briketts, Halbsteine, 65, Bruch-Brlkelt»...... 60. frei.steller pr. Ctr. 10 Pf. mehr. Steinkohlen, GaSeoakS, Anthraeit.Holz zu billigsten Sommerpreifen. 60 Handwagen verleihe zu Kohlen. en grot Wurst en detail Grosser Umsatz! Billige Preise! Pfd. Rotwurst u. Zwiebelwurst 0,60M. Mettwurst u. Polnische 0,65, Hausmacher-Leberwurst 0,90, Hausmacher-Fleischwurst 0,85. Braunsohweiger Mettwurst 0,80, ThOrlngerKalbsleberwurst 0,90, Kaiser-Jagdwurst 0,90. Weiche Salami u.Schlaokw. 0,95„ Pa. Holsteiner Schlaekw. 1.25. ,„ Salami 1,26. , ,, Schlnkenw. t,10, Prima fetter Landspeck 0,60, „ magerer Landspock 0,65. „ Landschinken 0,95, „ Rollschinkeno. Knoch. 1,10, Bei Abnahme v.bPsd.Preisermäß. A. Meyer, Berlin N., Weinbergsweg 11. wwwww wwwww wwwwww J Vertreter: A. Sommer, Bergetr. 34. Branereidemiania Aktien-Gesellschaft Franfafprter Allee 58. Tiaschenbier M. 1,50 Jrei Haus., Tafelbler(goldg.) is ca.«/,, Lfrfl 4« ISca.'/t n Versand(dunkel) ISca.4/,, Pilsener/hellgelbJISea.*/,,„ Kl. donp. IVelMScn. 20 Fl Kl. 00„. 15 ,, Balsbler, pasteurisiert, alkohol arm, nahrhaft, 18 ca. Ltrfl. StzTWÜb. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Zur den Inseratenteil verantw.: Th. Wedt, Berlin. Druck u. Verlag: vorwärts Buchdruckerei u. VerlagSanMt Jaul Singer& Eo., Berlin SVV. r. 118. 21. 2. Keilaßt des Jonsärts" Kerlim pllislilirtt. Zonnabeud, 21. Mai 1901. Gerichts-Zeitung Der Lockenraub. Die schauerlich romantische Geschichte, welche km Februar d. I. Aussehen erregte, fand gestern vor der 129. Ab- teilung des Schöffengerichts ihren gerichtlichen Abschluß. Auf der Antlagebanl befand sich der 3(ijährige Pianist Viar Sommerfeld, welcher des Hausfriedensbruchs, der Sachbeschädigung und der un- befugten Wegnahme von Teilen einer Leiche beschuldigt war. Die ursvrüngliche Annahme, daß die That auf eine frivole Wette zurück- zuführen war, hat sich nicht bewahrheitet, in der gestrigen Per- Handlung wurde vielmehr folgender Thatbestand festgestellt: Der bisher völlig unbescholtene Angeklagte ist der Sohn angesehener, in guten Vermögensverhältnissen lebender Eltern. Seit etwa acht Fahren war er mit der Tochter einer Witwe, Selma Heng, verlobt. Das Bestreben des Angeklagten, sich einen eignen Herd zu gründen. stieß wiederholt auf Schwierigkeiten. Im Januar d. I. sollte endlich die Hochzeit stattfinden, aber kurz zuvor mußte Sommerfeld seiner Braut mitteilen, daß sich ihrem Wunsche wieder ein Hindernis ent- gegengestellt hätte und sie die Hochzeit noch verschieben müßten. Dies nahm die Braut sich sehr zu Herzen. Am 2. Februar erfuhr Sommerfeld, daß seine Braut sich erhängt habe und daß ihre Leiche bereits nach der Leichenhalle des St. Philippus-Apostel-Kirchhofes, Ecke Müller- und Seestraße, gebracht worden sei. Am Morgen des 3. Februar nahmen Garlenarbeiter wahr, daß auf dem Kirchhofe während der Nacht fremde Besucher gewesen waren. Ein Fenster der Leichenhalle war eingedrückt und davor waren einige Kisten und Körbe so aufeinander gestellt worden, daß ein Einsteigen durch das Fenster ermöglicht war. Die Arbeiter benachrichtigten den Kirchhofs- inspektor, der die Leichenhalle, die ordnungsmäßig verschlossen war. öffnen ließ. In der Halle stand der Sarg mit der Leiche des jungen Mädchens aufgebahrt. Es wurde festgestellt, daß der Deckel des Sarges nach Lösung der Schrauben abgehoben gewesen war. denn der Thäter hatte sich nicht die Mühe gegeben, die Schrauben wieder festzuschrauben. An der Leiche selbst war irgend eine Unordnung nicht wahrzunehmen. Durch einen eigenartigen Umstand wurde der Verdacht der Thäterschast auf den Angeklagten gelenkt. Am Vor- mittag desselben Tages erschien beim Kirchhofsinsvektor ein Photo- graph aus Rixdorf und bat um die Erlaubnis, die Leiche des Fräu- leins Heng zu photographieren. Er komme im Auftrage des Bräutigams der Verstorbene», des Pianisten Sommerfeld. Der Kirchhofsinspektor erwiderte ihm. daß er dies nur gestatten dürfe mit der Einwilligung der nächsten Verwandten der Verstorbenen. Der Photograph erklärte darauf, daß er warten wolle, bis sein Auftraggeber selbst erscheine. Dieser fuhr auch bald in einer Droschke vor dem Kirchhof vor. Er wollte sich direkt nach der Leichenhalle be- geben, wurde aber vom Inspektor augehalten, der ihn aufforderte, ihn nach seinem Bureau zu begleiten. Hier erklärte er ihm, daß er die Aufnahme einer Photographie nicht gestatten könne. Sommer- feld erwiderte, daß er hauptsächlich gekommen sei, um sich zu über- zeugen, ob die Leiche schon nach der Hall« gebracht sei. Angesichts der Thatsache, daß der Angeklagte bereits den Photographen mit- gebracht hatte, mußte diese Erklärung verdächtig vorkomme». Sommerfeld begab sich dann nach der Leichenhalle, gefolgt von einen: Kriminalbeamten, der ifjn während seiner ganzen Anwesenheit auf dem Kirchhofe beobachtet hatte. Bei der Leichenhalle angekommen, sagte der Beamte ihm auf den Kopf zu, daß er im Laufe der Nacht in die Leichenhalle eingebrochen sei. Sommerfeld gab sofort zu. daß er dies habe thun wollen, er sei aber nicht dazu gekommen, fondern habe sich vorher wieder entfernt. Sein Begleiter sei ein Mann Namens Schreiner gewesen, den er erst kurz zuvor auf der Straß« kennen gelernt habe. Ob dieser in das Innere der Halle gedrungen sei, könne er nicht wissen.— Im Termin schilderte der Angeklagte die Vorkommnisse jener Nacht in abenteuerlicher Weise. Als er von dem Selbstmord seiner Braut erfahren habe, sei er an Leib und Seele gebrochen gewesen. Wie im Traum sei er des Tags über von einem Lokal in das andre gegangen und habe große Mengen Alkohol zu sich genonnnen. Abends gegen 11 Uhr habe er sich in einer Schank- Wirtschaft in der Calvinstraße befunden. Da sei ihm plötzlich die Idee gekommen, daß er eine Locke von dem Haar seiner Braut haben müsse, und wenn er die Leiche mit seinen Nägeln fünf Fuß tief aus der Erde herausgraben solle. Er sei m einer Droschke nach dem Kirchhofe gefahren. Vor dem Portal habe er einen unheimlichen Menschen getroffen, der sich„Schreiner" genannt habe. Dieser habe ihn mit der Frage angeredet:„Du willst hier wohl eine Leiche holen? Da kann ich Dir helfen, ich mache die schwierigsten Sachen. Wer uns in den Weg kommt, wird niedergestochen!" Dabei habe der Mensch ein großes Messer hervorgezogen, es aufgeklappt und es zwischen die Zähne genommen, um beim Uebersteigen über den Zaun beide Hände frei zu haben. Sie seien dann in gebückter Haltung zwischen den Gräbern nach der Halle geschlichen. Der Angeklagte habe dem gefährlichen Menschen gegenüber keinen Widerspruch ge- ivagt. Nachdem Schreiner das Fenster der Halle eingedrückt hatte, habe er den Angeklagten aufgefordert, emporzuklimmen und einzusteigen. Er sei hierzu aber nicht zu bewegen gewesen. Während sie noch darüber sprachen, hätten in der Nachbarschaft Hunde an- geschlagen, und dies habe sie veranlaßt, unverrichteter Sache den Rückzug anzutreten. Bevor sie sich getrennt, hätten sie sich verabredet, sich am folgenden Morgen in einer Kaschemme in der Fennstraße zu treffen. Die Zusammenkunft habe auch stattgefunden, wobei der Angeklagte dem Schreiner erklärt habe, daß er andren Sinnes ge- worden sei und von dem Plan Abstand nehme.— Die Geschichte des Angeklagten gewinnt dadurch an Glaubwürdigkeit, daß thatsächlich ein sogenannter Arbeiter Namens Albert Schreiner existiert, der zu allen Thaten fähig sein soll. Merkwürdigerweise ist er seit jenem Vorfall spurlos verschwunden. Der Angeklagte versicherte unter den Anzeichen der höchsten Gemütserregung, daß er sich in einem Zu- stände befunden habe, der gar keine Ueberlegung aufkommen ließ; die einzelnen Borgänge seien nur dunkel in seiner Erinnerung haften geblieben. Der Staatsanwalt meinte doch, daß der Angeklagte mindestens wegen gemeinsamen Hausfriedensbruches verurteilt werden müsse; halte der Gerichtshof die Sache aber noch nicht für völlig aufgeklärt, so beantrage er Vertagung. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Löwenstein, hielt die Sache für spruchreif, und zwar in einem für den Angeklagten günstigen Sinne. Sein Geständnis trage das Gepräge der Wahrheit an der Stirn und sei durch die Beweisaufnahme auch nicht widerlegt worden. Es sei wohl anzunehmen, daß der Angeklagte durch die Wucht des auf hineinstürmenden Geschickes in eine Erregung geriet, die er durch Alkohol zu betäuben versuchte und dadurch in einen Zustand geriet, in welchem er Handlungen beging, für die er nicht ber- antwortlich gemacht werden konnte. Er habe sich offenbar in die Idee verrannt gehabt, die Geliebte noch einmal sehen zu müssen,„und wenn er sie aus dem Grabe herausholen müßte", und daß er ihr noch eine Haarlocke abschneiden müsse. Ein Mann, der sich in dieser Gemüts- Verfassung in ein so unheimliches Abenteuer hmeinbegcbe, sei in jenen Stunden zweifellos nicht Herr seiner Sinne gewesen, sondern müsse auf Grund des§ 51 freigesprochen werden.— Der Gerichtshof sprach den Angeklagten von der Anklage der Sach- bcschädigung frei, da es nicht bewiesen sei, daß e r die Fensterscheibe bcfchädigte, noch, daß er einen Teil der Leiche sich angeeignet habe. Jni übrigen habe der Gerichtshof nach dem ganzen Eindruck des An- geklagten die Uebcrzeugung gewonnen, daß er zur Zeit der That sich in einem Zustande befunden habe, auf den der§ öl des Straf- Gesetzbuches Anwendung finde. Der Angeklagte wurde daher frei- gesprochen. Im Pommernbank-Prozeß sind die Erörterungen über den Wert der 89 bebauten Grundstücke vorläufig zu Ende geführt worden. Die Abweichungen in den Taxen der einzelnen Sachverständigen waren und blieben außerordentlich groß und jeder der Gutachter verharrte auf seinem Schein, d. h. begründete seine Schätzung in ausführlicher Weise als die zutreffende. Staatsanwaltschafrsrat Beeck erklärte, daß er durch die Verhandlungen der letzten Tage zu dem Verdacht gekommen sei, daß die Angeklagten Bohl und Hanel in verschiedener Weise taxiert haben, je nachdem es sich um Grund- stücke der Jmmobilien-Verkehrsbank oder um fremde Grundstücke handelte. Der Staatsanwalt suchte diesen Verdacht durch einige Bessviele, die er aus den Akten hatte zusammenstellen lassen, zu bc- kräftigen und behielt sich weitere Beweise nach dieser Richtung hin vor. Der Angeklagte Schulz bestritt die Richtigkeit dieser Bc- hauptungen und erklärte Abweichungen auf dem Gebiete solcher Taxen nicht für auffallend. Justizrat Dr. S e l l o erklärte, daß, wenn weiter diese Beweise verfolgt werden sollten, ein Punkt vorliegen würde, wo man des Zeugnisses des Herrn Hanel nicht entbehren könnte.— Die nächste Sitzung findet am Dienstag statt. Zu diesem Tage sollen etwa 40 Zeugen vorgeladen werden. eingegangene VrucKfcbriften. Socialer Fortschritt. Hefte und Flugschristen für Vollswirtschaft»nd Socialpolitik. Eingeleitet von Prosessor Dr. W. Sombart, Breslau. S e f t S: Unfre armen Wandernden und wie sie unterstützt werden. Won ans Oftwald. Heft s/ 7: Wie das Wahlrecht war, wie es ist, und wie es, zumal in den deutschen Einzclstaalen, werden soll. Von Dr. I. Unold. Heft K: Japanische WIrtschastS- und Socialpolitik. Von Leopold Katscher. Jedes Heft 15 Pf, Doppelheft 30 Pf, die Reihe von 10 Heften 1,20 M. Verlag Felix Dietrich, Leipzig, Brüderftr. 4g, Part. Stecyenschaftsbericht der Ortskrankenkasse der Graveure. Cisclcure und andrer künstlerischer Gewerbebetriebe zu Berlin sür das Jahr IRt!. Vorwärts Buchdruckerei und Berlagsanstalt Panl Singer u. Co., Linden- ftratzc SS. Dr. H. Lindeman». Arbeiterpolitik und WIrtfchaftspflege in der deutschen Städteverwaltirng. Band 1: Arbeiterpolitik. Band 2: WirtschastS- pflege. Preis des ersten Bandes broschiert S M., geb.. 19,50 M.; zweiter Band broschiert 7,50 M., geb. 9 M. Stuttgart 1904. I. H. W. Dletz Nachs, Ed. Bernstein. Die verschiedenen Formen des Wirtschastslebens. Preis 20 Pf. Berlin 1904. Verlag: Expedition der Buchhandlung Preis 20 Pf. Vorwärts.>. Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Former und Giesierei-HilsSarbeitcr Deutschlands. Bearbeitet und herausgegeben vom Vorstände des Deutschen Metallarbeitcrverbandcs nach den statistischen Erhebungen im Oktober und November 1903. 112 Seiten. Druck und Verlag Alexander Schlicke u. Ca., Stuttgart. Todes-Anzeise. Allen Kollegen und Verwandten Idie traurige Nachricht, daß am I DonnerZlagnachmittag 2 Uhr mein l lieber Mann, unser guter Vater. j der Putzer 1417b Wilhelm Barnack 1 sanst entschlafen ist. | Die Beerdigung findet am ersten Feiertage, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Luisen- Kirch hose«. Rixdors, Hermann- I strasie, aus statt. vis trauernden Hinterbliebenen. CenM-VeM der Maurer DeatseMaids.'"SE" (Sektion der Patzer.) Unfren sowie den Mitgliedern des Gesangvereins der Putzer zur t, dag am 19. Mai unser I Mitglic Wilhelm Barnack nach langem Krankenlager ver- starben ist. Ehr« seinem Andenkenl Die Beerdigung findet am Sonn- tag, den 22. Mai, nachmittags g Uhr von der Leichenhalle des neuen Louisen-Zkirchhosö, Her- mannstrage, au« statt. 133/16 Uni rege Beteiligung ersucht Dia örtliche Verwaltung. I. A.: H. Neumann. Am 19. Mai verstarb mein lieber Mann, der Buchdrucker Hygo Mahn, Dies zeigt tiesbetrübt mit der Bitte um stilles Beileid an Ann» mahn. Die Beerdigung findet Sonntag, 22. Mai, nachm. 3Uhr, vom Trailer- Haufe, Schoneberg, Bahnstr. 45. nach dem Schöneberger Kirchhof Maxsirasie. statt. Dr. Sirnrnel, Iff-S; Specialarzt sür[1/3* Haut- nnd Harnleiden. 10—2, 5—7. Sonntags 10—12 2—4. SoeiaMenokralischer Wahlmein IBr den i. Bert. Reichstags-Watiikreis. Tode»- Anzeige. Am Freitag, den 20. d. Mts. verstarb unser langjähriges Mit- glied, der Bierverleger Karl Langfeld Krausenstraße 9. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung wird morgen bekanntgegeben. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Porztand. Danksagung. Für di« vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Verlust meines innig gellebten Mannes sage ich hier- durch allen Verwandten, Kollegen. Freunden und Bekannten sowie den isängcrn sür die ehrenvolle Begleitung zur letzten Ruhestätte meinen innigsten Dl' sank. 1429b Frau inna Meinicke. Für die vielen Kranzspenden«nd Teilnahme am Grabe meines lieben Mannes, unsreS guten Vaters, des Putzers Bütlh. Köhler, sagen wir hiermit unfern besten Dank. 1408b rrau Köhler und Kinder. K Hohlweins egler Schlösschen Treptow, Köpenicker Landetr. 27. 1. und 2. Pfingstseiertag: J* Großes Fröh- J* und Nachmittags-KonM. «affeekuche geöffnet. GlaS Bier 10 Pf. Kl. Weiße 10 Pf. Gute Speisen zu soliden Preisen. Oleaer weiche Herreubut kostet ■alt Sntinfatter 1,75 Utrk. mit Atlufatter 9,—, kleinere Form 1,50. Bleeer sehwnrze steife Hat mit Patter kostet 2 Hark. Von taxisenden von Aerzten des In- ... tmd Auslandes empfohlen. Beste Nalirimg | für gesunde und magenkranke Kinder. Grösste Aaswahl in Herren-, Knaben- and Hadetaen-Hatsea Oscar* Arnold Speclal-Oesoliäft Engeos für Filzhüte, Strohhüte u. Mützen Export nur Dresdenerstr. 11« LS; tW Einxelverkauf zu erstaunend billigen Proisen und Aussergewahnlich reichhaltige Auswahl in allen Preislagen. Jos. Qremmer's Wwe. Landshut, Bayern. Erste nnd älteste BrasiltabakfabriK Bruilscbnupftabalc per Pfd. Mk. 170, Mk. 1.50 und Mk. 1.80. Von 0 Pfd. an franoo. Stoniol-Paelcete cum 10 Flg.- und 6 Pfg.-Verkant (C Beste und»ortheilhafteste BeioesqueUe."WD Per Cassa von 6 Pfd. an 3 Proz. Seento und 3 Prez. lahresumsatzprämle. Bei freiem Entree! 1. u. 2. Feiertag früh 6 Uhr: im herrlichen Naturgarten zum 1 Dorfkrug JakU.8Z| Wilhelm Borngräber.< □ 91 liche Baootellen, Rute von 10 Hark an, im Herren Buch. Stettmcr Bahn, 20 Pf- Tour, 10 Mmuten von Bahn, zu ver- kaufen. Näheres A. Joer», Schlächtermeister, Charlottenburg, Wilmers- dorserftraße 125. 0. Joers, Tarow bei .Berlin. 14l8b K ranz- n. ßlumenbinderei von H. Eckert,* »8. Kottbnfer Tamm 08. 'dßc durchfall, Oarmkatarrh, Diarrhoe, Verstopfung etc. Die Kinder gedeihen vorzüglich und leiden nicht an Verdauungsstörung. Spielen• Hut- Fabrik CARL RENZ Oranienstr. 3. Kantstr. 134 a. I. Geschäft: Berlin 8 O., Ii. Geschäft; Charlottenburg;, Welche von 1,75 Mk. an _____. 8,00„ an Grosse» Strohhutlager. � Keell« Bediennng. Steife Grosses Lager in Mützen, Schirmen. Prima T rockenplatten ä X 12: DU. 1— Ii X tt DU. I.S5 Bestes Cellotdln-Papier sowie Celloi- «Iln-Postkarten Uasucrst preiswert. 18 Appsrate In nur grater Oaalitnt bei denkbar billigsten Preisen. 5329L* Herrn. König; '" 42 Zoröilorferstr. f. ' XtLäP Xfipjefäy ———_—— J« reinige» kostet bei mir unter Garantie nur 1,50 Mk., ausirr Bruch. Kleine Repara- ttiren billiger. Trauringe in jedem Gold und Doublö zu billigsten Fa<;oiipre!sen in jeder Preislage und Nummern stets am Lager. Grobes Ketton-L,ager zu allen Preisen. 4712L' Lmil Rothert, Uhrmacher und Goldarbeiter, Andreas Strasse 08.— Frankfurter Allee 114. ... von 1 7,50 M. an Rock-Anzüge....... 22.. Gehrock-Anzüge....»25.. Paletots............ IS.. Rosen.............. 5.. Frühjahrs-Paletots Frühjahrs-Anziige Hosen Spnrtkleidung, Giunmimäntel. Knaben-Anzüge i« srwr»wnin. I nach Maas von nsoh Mass...... von M. Sekl meister Schneidcrineister Dresdenerstr. 4, Hauptstrasse 139 Ecke Adalbertstrasse. (Schünebcrg). f ür den Inhalt der Inserate hernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei BcrantMortnng. Zhcatcr. Sonnabend, den 21. Mai. Zlnsang VI, Uhr: Opernhaus. Der Ring des Nibelungen. Götterdämmerung. Neues Opern-Theater. Die Fleder» maus. Deutsches. Rose Bernd. Berliner. Der jüngste Lieutenant. Lessing. Ein pietätloser Mensch. Das Fest des St. Matern. Die Lore. Westen. Don Juan. Ventral. Madame Bonivard. Belle-Zllliance. Kam'rad Lehmann. Neues. Einen Jux will er sich machen. Anfang S Uhr: Schiller O.(Wallncr- Theater.) Kollege Crampton. Schiller W. sFriedrich-Wilhelmstadt.) Pension Schüller. Kleines. Fräulein Julie. Residenz. Die 300 Tage. Trianon. Das eiste Gebot. Hierauf: Der Dieb. Varl Weiß. Die Löwenbraut. Atetropol. Ein tolles Jahr. Winter-Garten. Spccialitäten. Apollo. Liebesgötter,«pecialitätcn. Gebr. Herrnfeld. Gastspiel der Tegernseer. Durchs Standesamt. Reichshalleu. Stettiner Sänger. Passage-Theater. Speciali täten. Urania. Tanbcnstraste 48/4». Um 8 Uhr: Die Insel Rügen. Im Hörsaal 8 Uhr: Dr. B. Donath: „Radium". Jnvalidenstraße 57/62. Sternwarte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a— 5. Einen Jux will er sich machen. Ansang VI, Uhr. Morgen: llinsa Jux will er machen. •ich Central'Theafer. Heute Anfang 8 tthr, halbe Preise: �aäame Bonivard. Schwank in 4 Akten von B i s s o n. Vorher: Dr. Pariser Einakter von Oskar Meteuse. Sonntag und Montagnachm. 3 Uhr, bei ganz kleinen Preisen: Minna von Barnhelm. Abends 8 Uhr, hawe Preise: Masame Bonivard. Borher: Er. KOkiy-Thkiitel Heute und folgende Tage: Abends 8 Uhr: vis 309 Tage. Schwank in 3 Akten von Paul Gevault und Robert Charoey. Deutsch von Alfred Halm. velle-zili»»ee-7hester. (Jean Kren und Alfred Schönseld.) Im Theater 7ll, Uhr: Kam rad Lehmann. mit Guido Thielscher in der Titelrolle. Im seenhast illuminierten Sommer- garten: Konzert deS Marine-Jugend-Kapelle. An den Pfingftfeiertagen von 6 Uhr an: Grosses Frühkonzert. Mittags 12 Uhr; Matinee der italienischen Kapelle„A r c a r i"(S Damen und S Herren in Lriginal-Nationaltracht). Kleines Theater. Unter den Linden 44. FräuleinJulie. Ansang 8 Uhr. Morgen: Fräulein Julie. Konigstadt-Hasino Holzmarktstr. 72, Ecke SllWanderstraße. Täglich im herrlichen Naturgarten: N c u I C!«»?nrl Leopard. Auftreten v. Carl Stephan, die fesche Nanon, Hermann Hempel, Geschw. Lederer, C. u. E. Bernhardh, Rose Brandt. Vr. Fausts Geistererscbeinungen. Löwenmut, Posse mit Gesang in 1 Akt. Ans. Wochent. 8 Uhr, Sonntags 5 Uhr. Scblller- Theater O. (Wallner-Thcater). Sonnabendabend 8 Uhr: College Crampton. Komödie in 5 Akten von Gerhart Hauptmann. Sonntag nachmittag 3Uhr: Wilhelm Teil. Sonntagabend 8 Uhr: /Pension Schöllcr. Scfiiller-Thcater'S. (Friedrich-WilhelmstädtischeS Theater). Sonnabendabend 8 Uhr: Pension Schöller. Paffe in 3 Auszügen von Carl Lauss. Nach einer Idee von W. Jacobh. Sonntagnachmittag 3Uhr: Die Kinder der Excellenz. Sonntagabend 8 Uhr: Panllne. j Im Garten täglich gr. Militär-Konzert. Ksx Kliera's Sommer-Theater* Hasenheide 18—15.— Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater- u. Speciaiitalen-Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest.— Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste.— Jeden Donnerstag: Elite-Tag._ ji)H Die Kaffeckiiche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet.""WW 2 hochelegante Kegelbahnen, Würselbuden, Konditorei, Blumenstand:c. In den Sälen! Grosser Ball. SM- Am 1. und S. Pfingfeiertag, früh 5 Uhr:"MA Konzert, Theater- nnd Speeialitäten-Vorstellung. Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Die Insel RUgen. Hörsaal 8 Uhr: Dr. B. Donath:„Radlnm". Sternwarte"ez! ) CASTAN S ANOPTICUM Friedriohstr. 165. Die zusammengewachsenen Schwestern. Der Weltfriede. __ Ka.sandra,__ das delphische Orakel? ZOOIDCISCHER GARTEN Heute Sonnabend, nachm. 4 Uhr: Jtlllltär-Vonpel-Konzert. Eintritt 1 M., ab 6 Uhr nachm. 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hätste. Am 1. u. 2. Ptingstfeiertag ab 6 Uhr morgens: Grostcs XX ausgck. von 3 Kapellen. XX Eintritt 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren d. H äffte. HB. Die Wagen der Straffen- bahn verkehren bereits ab 5 Uhr früh aus allen zum Garten führen- den Linien, desgL ab 5 Uhr Züge der Stadtbahn und der Hoch- und Untergrundbahn.-MC In der Arena, am Elefanten- hause: Raubtier- Schule. 6 Löwen, 1 Tiger, 3 Panther, 3Bären, 2Hhänen, 1 Schweiffhund. Vorstellungen: tägl.>/,6 u. 7 Uhr nachm., während der Feiertage 12, 4.'/.S u. 7 Uhr. Eintritt 30 Pf., Sitzplatz extra 30 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Trianon-Theater. Georgenstrahe, zwischen Friedrich- und Univcrsitätssttahe. AM- Abends 8 Uhr:-MU Das elfte Gebot. Hierauf: HM- Tolkstage.-MU Jeder Erwachsene hat das Recht, ein Kind frei einzuführen. Jedes Kind erh. einPfingstgeschenk. Der phänomenale Riesenknabe: 16 Jahre all, 217 cm hoch. Eintritt 60 Pf. für die gesamt. Räume des Panopticums ohne Extra-Entree. Hetropol-Theater Der grösste Erfolg dieses Jahres: il 9 Gr. dramatisch-satirische Revue in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Victor Hollaender. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Apollo-Theater. Robert Steidl-Jubiläums-Wocbe. Abends 81/, Uhr; Auftreten von Robert Steidl mit einer Revue seiner Schlager. Um 9 Uhr: Iiiehesgötter mit ClAttcrzns und Sensations-Apotheose: „Im Tempel der Glückseligkeit". Carl Weiss-Theater. ßürgerUcbes Schauspielhaus. Groffe Frankfurterstr. 132. Zum erstenmal: Die Löwenbraut. Posse in 3 Akten v. Schätzler-Perafini. Ansang 8 Uhr. Morgen nachmittag 3 Uhr Parkett 60 Ps.: Liane, die zweite Frau. Abends 8 Uhr: Gie Löwenbraut. Im Garten: Eröffnung d. Sommer- Saison. Ansang 5'/z U«r._ f. * nwKvuw■uvsecwi* Direktion: Robert Dill._ Brnnnenstrasae 16. Oeffentliche Generalprobe. Ansang 6 Uhr. Entree frei. Bei ungünstiger Witterung findet die Generalprobe im Saale statt. Bernhard Rose-Theater Gesundbrunnen. Badstr. 58. Sonntag, 22. Mai(1. Pfingstseiertag) morgens 5 Uhr: Grosses FrUhkonzert verbunden mit Theater-Vorstellung. Austreten sämtlicher engagierter Specialitäten.— Die Kaffeeküche ist geöffnet. Entree 30 Ps. Nachmittags 4 Uhr: Crosse Erölfnuiigs-lfflrstElliiiig. TnrlaiaHa Spanische Sängerin lonajaud und Tänzerin. De■Vpy's Phantasmagorien. Hansi Reichsberg XSS" GobrOder Schwarz parodisten. Kiners Moulin Equilibrist. Scene. De ATohry Pariser Sängerin. Die Blumenkönigin Tanzdivertissem. Die Wotpert« Akrobaten. Robinson Baker-Trio Springer. Paul Conchas XtST Bio* Pas de deux Cerutti. Sgra. Oavini n. Sgr. Jt. Hi-Her. Täglich 8 Uhr: Gastspiel der Tegernseer. Die tolle Bauernposse: Durch's Standesamt oder: Die schöne Millibäueri« von Tegernsee. 4 Bilder mit Gesang und Tanz von Hartl-Mitius.— Zither-Einlagen und Schuhplattlcr-Tänze. Fröbels illerlei-Theater fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. An allen drei Pfingstseiertagen: Vollständige Fröftnung der Sommer- Spielzeit.— Grosses Extra-Konzert. Gala-Vorstellung des gesamten neuengagierten erstllasfigen Schauspiel- und Künstler-Personales. Am 2. und 3. Feiertag: Grosser Festball. DV Am 1. st. 2. Feiertag 6 Uhr morgens: Früh- Konzert und Vorstellung._ Königstadt-Kasino Holzmarkt-Strasse 72. Eröffnung der Sommer-Saison. An allen drei Feiertagen: Grosse Extra-Festvorsteilungen. Austreten deS gesamten Specwlitäten- und Schauspiel-Personals. Sensationell: Sensattonell: MF- Dr. Fausts Zeitvertreib. Geister- und Gcspenster-Erscheinungcn aus dem Reiche deS Unerklärlichen. - Ansang t'/i Uhr.— Nach der Vorstellung Tanzkränzchen. \m- Am Königsthor. Am Friedrichshain. Am 1. u. 2. Psmgstseiertage: Früh-Konzerte« t! An den Nachmittagen von 4 Uhr ab: Filhs-lMIlWp der neuen Specialitäten. Täglich: Sanssouci. Kottbuser Thor— Stat. der Hochbahn. TttgUch Im Garten: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. 1. u 2. Feiertag 5 Uhr Konzert, 7 Uhr Vorstellung, 3. Feiertag 7'/, Uhr 2. u. 3. Feiertag nach der Borstellung Tanz. hallen Täglich: ir Sänner. Brods Gesellschaftshaus am Dümeripsee. Inhaber: M. Degebrodt vom Strandschlost am Müggelsee. Empfehle Fabrik«:, Vereinen und Korporationen für Soinmervergnügen und Ausflüge mein groffartig gelegenes Lokal. Zwei große Säle, Hallen, gc- nügende Nebenräumc, Belusttgungen aller Art. Coulante Preise. H. Degebrodt. eis Album- und Lederwaren-Fabrik Dshar Gnndan, Oranienstr. 30, Ecke Adalbertstrasse. Gr. Lager aller Arten Lederwaren u. Schmucksachen zu bill. Preisen. KURFÜRSTENDAMM Jnh: Bernhard Hoffmann Täglich Orosses Concerr des Berliner Tonhönslier Orchesrers Oitzj-s OtvnoBX" Eröffnung: Pfingstsonntag. Friih-Konzcrt 6 Uhr. 5146L* Sofastoffe Riesenauswahl aller Qualitäten. Wolle- P0£|gt.Mocquettes. Plüsch- Satteltaschen. Musterb. näher. An gäbe franco. Emil Lefevre,"�""v.158. Gewinn- Lose kgl.preussischer Lotterie zahlt sofort-MU aus J. Rosenberg, Bank- u. Lotterie-Geschäft, Kommandantenstr. 51. Herren-Anjugstliffk, Me. empfiehlt spottbillig 5218L» fitehliaiülliiiig Feil Scholz, Reiililfe!idorf-West,Eichbornstr.64. Westend- Charlottenburg. „Zur Ro�trappe", Spandaner Berg. iLveites Restan»'«nt von der Kastanieu- Allee. Haltestelle der Straffenbahn. 5334L Angenehme Familien-ITnterhaltnng nnd Tanz. Kaffeekiiche ist Von 2 Uhr ab geöffnet. ES ladet ergebenst ein Karl Klabnnde. Achtung! Spandau. Achtung! Allen Vereinen und Ausflüglern, die Spandau berühren, bringe mein Lokal in empfehlende Erinnerung. Für gute Speffen und Getränke zu mäßigen Preisen ist bestens gesorgt. Geräumiger Saal und BcreinSzimmer stehen zur Verfügung. Kestsurant Vorwärts, GehiMderstr. 80 Inhaber: P. Knmke. faul Hilperts Restaurant u. Garten Halensee, Kurfürstendamm 126. Futzdartien eichhaltige usw. am Ba Halensee. Erste Halteftation für Kremser. Fuffdartten usw. am Bahnhos. Vorzüglich gepflegte Viere. Reichhaltige Speisenkarte zu"kleinen reise». MU- Familien können Kaffee kochen. Panl Hilpert. 51002* Zahlreichem Besuch sieht entgegen viti m �0»! vA™. vuuiw.vu.■■ AS1U{En(|jtationder„8tern"-Dampfer). Hermann Peter« Telephon: Gronau No. 39. Empfehle mein allbekanntes, herrlich am Wald und Wasser belegenes Lokal den geehrten Vereinen und Gesellschaften zu Ausflügen. Ausspannung und Dampserstege, Kegelbahnen, groffe Kaffeelüche. Säle. Halle«, groffer schattiger Garten, 2000 Personen fassend. Dazu ladet ein ! Verlinerstr.40. Jeden > Sonntage Grosser C. Salomon. I Segler-Schloss Hanbels Ablage Empsehle meine SV* Sftle-Wxs für graste und kleine Gesell» schafteu, Vereine nnd Fabriken. Ich habe im Juni und Juli noch mehrere Sonnabende und Sonntage frei. � KßlftViClt Wo? ist der schönste Qrt für Landpartien nnd Zlus- flüge per Dampfer, Kremser und z« Fnst durch den Grunewald zu erreichen? Auf der Insel Pichclswerder. Wirtshans zum Prennd. Bei schlechtem Wetter Unterkunft für 1500 Personen. Jjjjtojjff Hirschgarte«.*«■ Restaurant Wilhelmshof. Inhaber TVildslm ZlsÄisekst. Allen Parteigenossen, Gewerkschaften und Verehren empfehle bei AuS» slügeu nach Ulrsehaarten, mein zwei Minuten vom Bahn- Hof am herrlichen Wald und Wasser, mit Dampsersteg gelegenes Etablissement zur gefälligen Benutzung. Am ersten Pfingstseiertag: Fx-ahkonzert. Anfang 6 Uhr. Entree frei.- 5050SI* 8. Piket, Kerren- und Knaben-Garderoben, jetzt 44, Prlnzenstr. 44, Laden. Zeige meiner geehrten Kundschaft hierdurch ergebenst an, dass ich mein Geachüft von Prlnzenstr. 77 in die bedeutend vergrOsserten Ränine 44 Prlnzenstr. 44, w*™* a™ verlegt habe. alten Geschäft, 4960L* Tlonata-Garderobe. Soriawemokr. Gentral-Mahwerew Teltow ZeeskomSwrkomCharlottenburg. Wir geben den Wahlvereinen und Kreisgenossen hiermit bekannt, daß das diesjährige Kteisf est am Sonntag, den 3. Znli in Steglitz- Gr oR-Sichterfelde, Ewbiiss-m-nt Sirkentuäldshen(Jnhab-r Osw Sch-.de,.. stattfindet. Wir ersuchen die Genossen, sich danach zu richten und jetzt schon eine eifrige Agitation für den Besuch des Festes zu entfalten. Alles Nähere durch spätere Inserate. Im Auftrage des Central-Uorstandes: Das Fest'Komitee. Achtung, Säeker streik! NM, Ardnler«nii kfmikrs Ihr Hmchm»! Unterstützt die streikenden Bäckerei-Arbeiter in ihrem schweren Kampfe zur Erringung menschenwürdiger Lohn- und Arbeitsbedingungen. Kauft nur Brot und andre Backwaren aus den Bäckereien, in welchen unsre bescheidenen Forderungen erfüllt werden. ZLu? dort sind die Forderungen bewilligf, wo die mit dem Stemnel des Verbandes der Bäcker, ftiitgUedschaft Berlin, und der Unterschrilt: Karl Kehschold, Kiseiithalttstrlißt U-l2 versekenen?lakate auskängen. Wir bitten das geehrte Publikum, streng auf obiges zu achten, da von vielen Bäckermeistern versucht wird, durch Aushängen'von naek- geakmten und gefälsckten Plakaten die Bevölkerung zu täuschen und irrezuführen. Wir appellieren an das Rechtsgefühl des Brot konsumierenden Publikums, diese Versuche der Täuschung, die von den Bäckermeistern unternommen werden, zu nichte zu machen. Vir kosten, dass nns die Bevölkerung anek ferner wie bisker w unserm berecktigten Kampfe unterstützen wird! Wir machen das verehrte Publikum darauf aufmerksam, daß eine ganze Reihe Bäckermeister und Händler die Forderungen entweder zurück- ziehen oder durchbrechen. Wir haben daher diesen Leuten unsre Plakate entzogen. Bäckermeister, die ihre Bewilligungen zurückgezogen haben oder denen die Plakate von uns entzogen sind: Berlin. E. Weber, Breslauerstr. 11. Böhme,>LchIeiennacherstr. 11. Jaenicke. Rittersir. 40 und Breite- strage 20. Karl Lpalke, f�rantsurter Allee 80. H. Geier, Hollmannstr. 7. G. Hold. Willibald Aleysstr. 33. August Hosfmaun, Petersburger- straße 38. W. Teuft, Schwcdterstr. 21. Karl Wagner. Schcnkcndorjstr. 4. Sedlatscheck, Blumenstr. 64. Höhne, Stromstr. 32. E. idhede, Auguststr. 22. Kr. Hoefft, Brüderstr. 36. I. Schön, Mühlenstr. 51. O. Hartmann, Hascnheide 43. E. Breitkopf, Möckernstr. III. Kühn, Chamissoplatz 6. Hübner, Kürassierstr. 6. Heinrich Schmelzer. Wilhelms- havenerftr. 33. Pankow. Müller, Mühlenstr. 32. Chariottenbnrg. Peter Eichhorn. Berlinerstr. 50. Hermann Witte, JoachimSthaler- strahe 33/40. R. Birkholz. Robert Kirchner, Goethestr. 41. Otto Grundmann, Rosinenstr. 10. Sebald Bänifch, Kaiser Friedrich- straße 53. Johann Spiübart, Pestalozzistr. 76. Panl Lehmann, Pestalozzistr. 63. Schmidt, Knobclsdorfsstr. 8. Adolf Daniel. Schloßstr. 20. Hermann Otto, Spielhagcnstr. 14. Max Bartsch, Holtzendorffstr. 18. Otto Lehman», Danckclmannstr. 46. K. Walther. Pestalozzistr. 12. G. Kühne, Wennarerstr. 14. W. Sorries. Christstr. 15. .Frit, Modersohu, Danckclmannst. 12. Albert Heinrich, Bismarckstr. 43. Wilhelm Schloffer. Sophie Char- lottcnstr. 93. Wilhelm Dremus, Orangenstr. 4. B. Lück, Spandauerstr. 20. Joseph Schierse. Kaiser Friedrich« straße 47. B. Mack. Potsdamerstr. 10». Hermann Haubold, Stuttgarter- Platz 21. E. Eichhorn, Schillerstr. 114. I. Witt, PotSdamerstr. 43. E. Krause, Tchlüterstr. 17. E. Lofle, Wilmcrsdorserstr. 156. I. Josat» Rosinenstr. 120. O. Rcimann, Schloßstr. 35. G. Mansie, Potsdamerstr. 14. P. Dähnc, Sophie Charlotten» straße 15a. W. Spiest, WilmerSdorserstr. 66». W. Gustkc, WilmerSdorserstr. 117. E. Haase. Florastr. 10. ersdorferstr. O. Gcistler, WUmerSdorserstr. 158. W., Ruckwied» Sophie Charlotten- straße 39. E. Wolsf, Friedrich Karlstr. 12. G. Randzib, Wallstr. 24. I. Donner, Christstr. 33. Joh. Lieble. Pestalozzistr. 82. Paul Bley, KnobelSdorffstt. 42. Wilh. Porath, Spreestr. 46. Friedrichsberg. Bruno Kretschmer. Obige Zurückziehungen aus Charlottenburg find fast sämtlich von einer Hand geschrieben und nach einem Schema abgefafit. Diese Thatsache sowie die Erklärungen von einer ganzen Reihe Bäckermeister lassen darauf schließe«, daß diese Zurückziehungserklärungen auf starke Beeinflussungen zurückzuführen sind. Viele haben die schriftliche Erklärung abgegeben, daß sie diese erzwnngene» Zurückziehungen für«ngülttg erklären. Arbeiter! Hausfrauen! Kaust nur dort, wo die Plakate mit nnferm Stempel aushängen! _ Die Streikleituna- Aektnng! Konditorenstreik! Bürger! Arbeiter! Hausfrauen! Wie Ihr die Bäckerei-Arbeiter thatkrästig unterstützt habt, so unterstützt nunmehr auch die streikenden Konditoren, welche denselben schweren Kampf um Beseitigung des Kost- und LogiswesenS führen. Kauft Konditorwaren nur dort, wo unsre bescheidenen Forderungen bewilligt sind. Geregelte Betriebe haben ein weißes Plakat mit Organisationsstempel auszuhängen. Bewilligt mit Unterschrist haben: Zlorden. Josef Schwort, Reinickendorf(West), Kögclstraße 15. Bruno Pä.wld, Neu- Weißensee, Prenzlauer Chaussee 20. Raujack, Reinickendorf(West), Scharnweberstr. 135. Kern, Panloiv, Schmidtstr. 7. Ct >. Freudenreich. Boltastr. 35. >tto Brandt, Borsigstr. 2. H. Sorge, Brunnenstr. 41. Friedrich Beyer. Müllerstr. 37. Franz Piehsch, Reinickendorserstt. 63. R. Kühl. Schlicmannstr. ll. Paul Gärtner, Lüderitzstr. 60. Emil Baldi«. Oderbergerstr. 38. Hermann Förster, Greisswalder- straße 202. Karl Dzieneau, Barnimstr. 35. Wernicke, Tilsiterftr. 24. Franz Jonscher, Schulstr. 37. H. Brauner, Strelitzcrstr. 64. Dh. Mnller, Seestr. 68. Paul Kaschel, lKreifSwalderstr. 29. Ida Walter, Lychcnerstr. 4. Adolf AstmuS, Weißenburgerftr. 42. Peter Lamla, Hcinersdorscrstr. 12. Ernst Boley, Liebenwaldcrstr. 10. A. Kiesewetter. Schönhauser Allee 86 Joh. Seger, Wicsenstr. 28._ E. Goldacker, Brunnenstr. 123/30. Dh. Gestner, Swwcmünderstr. 80. Westen. Richard Richter, Zimmerstr. 84. August Sternsdorff, Huttenstr. 41. I. MichalSky, Hubertässtr. 3. ?ranz Fröhlich, AlvenSlebenftr. 17. . Podehl, Lützowstr. 75. H. Witte, Charlottenburg, Joachims« lhalcrstraße 33/40. Karl Katilffust, Löwestt. 1. Earl Schäfer, Huttenstr. 32/33. Bartel, All-Moabit, Jagowstr. l0. Matthes. Wilhclmshaseiierjtr. 17. A. Kuhrt, Fidickstr. 32. Heinrich Wache, Steglitz, Schützen« straße 38. W. Groffe, Wilmersdorf, Berliner« straße 38. Georg Förstemann, Uhlandstr. 46. Karl Zeglin, Schöneberg, Neue Stemmetzstr. 1. Hugo Göring. Charlott«ndurg,Kant- straße 24. O. Hanke, Turmstr. 67. Frist Holz, Steglitz, Düppelstr. 22. Osten. JuliuS Sommerfeld. Königsberger. straße 35, K. Böhme, Kottbuserdamm 20. Otto Hein, Straßmannstr. 24. Joh. Grosch, Mehnerstr. 21. Lebrecht Engel, HauSburgstr. 12. Hugo Weber, Rcichenbergerstr. 168. E. Knocke, Memclerstr. 7. Heinrich Haff, Elbingerstr. 86. Albert Manthey, Falckensteinstr. 37. Rabatt> Sparveretn«Süd> Ost", Äottbuser Ufer 44». Johann Fischer, Görlltzerstr. 55. Shdem. Otto Hartmau«, Hasenheide 43. Hermann Dalliuger, Warthestr. 68. -Handtle, Rixdorf, Richardstr. 104. Alb. Klein, Rixdorf, Ziethenstr. 75. H. Köppen, Cbamisso-Platz 1. C. Döpper, Muskauerftr. 11. HanS Hilmer, Rixdorf, Herthastr. 8. W. Struck, Wasserthorftr. 38. Hermann Neuback, Urbanstr. 1. Petersohn. Tegel. Max Schonöfer, Dresden erftr 54. Einige weitere Betriebe haben Kost«nd Logis abgeschafft, verweigern aber die Unterschrist. Wo« n s r e Plakate fehlen, weise man die Bäckermeister darauf hin! Die Streikleitung. Bureau: Brnnnenstr. ISS, Wllkes Festshle. T.-A. III 5601. ____ Sprechzeit: 8—12 und 4—8 Uhr._ Jnh.: Carl Karteusch. Grosster und schattigster Garten an der Oberspree. Sinige Ionnabende ist daS Lokal noch frei, sehr gut geeignet zu AuS« flügen und Mondscheinsahrten. j�jhlh�sanil�. . Abt. I.Strickraösdiiiwn.. /Dauerhafte Konslniktronl [Kate log u. Offerten gratis afrancsj Vertreter; AlbertHombnpge r Berlin, Spandauer BrUcke 2. Himer eld-Lotterie Ziehung L8. bis 31. Hai. 7770 Gew.= 350 000 M. Originallose a 3 Mark. J. Rosenberg, Bank- n.I,otterIege8ch. Kommandantenstr. 51. WM Porto u. liste 30 Pf. extra.>W r-Eine Mark wöchentliche Deilzahlung liefere h Herren-ModiJ Bestellungen n. Maß, tadell. Auss.[ Werkstatt im Hause. HuMg. Neue Königstr. 47.1 WD» Direkt am Alexanderplatz. I Preiswerte ftiofographisehe Apparate und Bedarfsartikel. 5216« JVcueftc illurtr» preieUfte gratis und franko. Bernhard Jlfoosk� iltesehonhauserstr.�. AUSVERKAUF. SBegen horrender Mietssteigerung— jährlich 1500 Mark— bin ich gezwungen, mem großes Lager in 4987L- Wen, Schirmen, Whtn, Krawatten Usw. zu verkaufen, es kommen nur meine bekannt guten Qualitäten zum Verkauf und ist jeder be« rechtigt, bei Bezahlung 10% in Abzug zu bringen. Otto Gerholdt D"rstr. 2. UIIU WCI UUIUI, Eck- Skalitzerstraße. I*" Preis© nie I wiederkehrend! | Tepplo bis zu Nach beendetem Fmznge-MW sind die Preise auf: Teppiche, Gardinen, Sortieren ete. 3 3%% Mgesim. JedeHansfran bcnlitse diese günstige Gelegenheit: Teppichhans B. Adler& Co. KSnigstr. 20-21, an der JOdenstrasse, WWW im altbekaonteB Lokal beim Ratbans. m Verkauf zu massigen streng festen Preisen. Max Kaplan, Sämtliche Gegenstände sind SelbrtkonfektfoB, in Torraghohster Qualität und hervorragender Ausstattung. Jackett-Anzflge M. 16, 18, 20, 22, 24, 26, 28, 30, 82 usw. SommefPalefots M. 15, 16, 18, 20, 22, 24, 26, 28, 30 usw. Specialitftt; Paletot auf pr. Seidenfntter, vorzügl. moderner Stoff M. 42. Jünglings- Anzüge M. 8, 9, 10, 11, 12, 14, 16 usw. Knaben-Anzüge M. 3, 3.50, 4, 4.50, 5, 5.50, 6 usw. Friedrichstrasse I am Belle-Alliaaceplatz. Herren-Moien.* Jünglings-Bekleidung. 4 Knaben-Garderobe. feste preise. rothhaus Friedrichstrasse 131», I. Etage. Kein Laden. MO V V v V WWv Pw W Ecke Karlstrasse, zwischen Bahnhof Friedriehstrasse and Oranienburaer Thor. Oranienburger Thor. Tägllcber Verkauf hocheleganter, streng moderner Rerren-Oarderobe zu enorm billigen, aber streng festen Preisen.— Jeder Gegenstand ist mit grossen Zahlen ausgezeichnet. Herren-Stoffhosen.. 8.—, 4.—, 5.—, 6.—, 7.—, 10.—, Prima Kellner-Anzüge..... � Kellner-Jacketts Mark 7.—. Bitte genau auf ISID, I., zu achten. Beleihung, Ankauf und Verkauf von getr. u. neuen Herren-Garderoben, Goldsaohen, Uhren, Juwelen etc. Pol. konx. Leihhaas. Wertlüglieli?on morgens I bis abends 8 Uhr geöflnet. Sonntags von 8—10 ond 12—2 ir. Frühjahrs-Paletots 10.—, 12.—, 18.—, 20.—, 25.—, 80.—, Herren-Stoffanzüge Mark Mark 10.—, 12.—, 16.—, 18.—, 20.—, 25.—, 30.—, Prima 6 8. Mark Mark 2. II sür die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. G rohere Hv f V fH-V Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. � 12, Ziehuuk 5. Klasse 210. Kgl. Preuss. Lotterie. Med«»«»om 2». Mai 190», vormittaz». Siier die Bewiane über 240 Ml. smd de» betr»I!e»de» Stammen: i« Klammer» beigefü«:. (Cbtt«ero�dt-l Na»dr»ik wrlotm 165 88[500] 91 97 431[ MO] 38 502 771 85 99 853[10001 94 1057 77 430 1 5001 619 22 749 953 15001 2012 49 87 150 448 500 38 609 902[5001 307T 328 95 454 532 612 39 814 65 73 98 917 37 69 4136 284 315 431 48[500[ 541 49 83 823 36 5160 257 490 582 711 903 39 70 6537 711 63 967 7346 130001 443 75 687 722 847«20 8020 60 214[5001 62 63 354 565 ISOOOJ «50»018 108 25 287 378 841 15001 77 907 85 10008 236 457 928 61 724 81»4 962 11064 370 89 549 661 741 919 20[5001 28[30001 12145 1500! 48 52 243[30001 359 i06 63 568 723 42 86 985 1 3012 183 231 500[5001 35 39 94 624 85(10001 706 817 1 4077 145 79 229 78 380 517 31 722 844 1 5090 I 500J 202 322 676 725 885 311 16161 303 451 86 596 618 71 835 -47 915 32 17061 447 558 606 18000 35 174 312 427 15001 35 61 535 90 877 955 62 18107[500J 560 [30001 711 42 852 15001 62 910 78 20067 197 213 60 475 518 67 094 705 991 2 1005 161 281 423 999 22119 71 87 304 440 809 950 69 23100 330 578 658 759 66 819 13000] 905 22 24052 80 11000] 173 262 82 90 396 558 652 25105 80 246 71 89 397 99 417 31[10001 53>10001 526 71 755 73 26014 278 84 778 854 962 92 2 7019 11000 1 77 158 713[10001 948[500) 28144 254 348 97 544 57 662 722 830 2 9508 38 852 703 832 78 30132 47 48 324 418 519 822 31093 291 307 452 581 650[10001 710 IIS OOOl 43 850 70 900 32038 61 87 172 240 334 54 441 589 777 87 819 970 IIOOOJ 33094 121[500J 500[10001 628 93 972[1000 j 34225 419[5001 72 85 559»78 719 54 15001 73 77 813 55[1000] 70 3 5002 160 86 289 95 531 67[lO OuOl 723 838 54 36003 14 31 1500] 48 259 89 479 506[SOOJ 16 679 862 37109 250[10001 59 308 66 466 706 130001 918 38465 13000] 808 41 19 11000] 73 905 97 39082 945 65 68 3l5 482 40204 6 76 96 495 878 925 48 4 1031 62 178 218 43 398 566 716 822 42221 29 62 332[30001 35 49 84 518 1500] 634[5001 66 736 892 97 941 43124 223 74 308 80 04 499[30001 516 1500] 620 41 781[30001 823[5001 979 44187 276 495 638 40[ 500] 738 844 45000 79 436[1000] 85 568 684 994 46111 228[30001 29 400 60 560(M8 803 20 905 26 51 47126 221 346 1500) 423 90 556 77 677[30001 800 48372 434 530 909[1000] 49201 338 508 702 17 50039 167 240 335[500] 575 87 51800 42[1000] 99 52130 220 28 44 62 87 427 95 632 700 31 70 920 67 53368 403 11000] 19 675 706 18 20 806 58 54081 523[3000] 691 739 5 5057 119 258 347 87 557 70 859 874[3000] 56068 94[5001 139 254 597 810 57151 274 408 57 86 629 894 937[10001 97 58003 213 44 328[10001 410 526 896[500] 700 3[10001 939 58157 235 73 334 36 651 782[1000] 60095 166 228 398 404 16001 95[5001 619 756 802 6 88 61184[10001 216 21 413 1500] 71 555 687 98 [30001 814 924 62163 227 385 551 52| 500] 691 758 66 839 57 945 63456 517 767[1000] 860 96 64284 311 41 95 519 611 60 91 905| 500| 65098[30001 146 230 41 94 399[10001 811 38 710 944 13000] 66118 66[3000] 83 223 506 925 67202 25 N9 647 880 86 92 968 89 68131[10601 61 424 42 80 558 778 892[öw] 88 948 69129 41 485 685 784 1600] 917 30[5001 „70013 25 305 11000] 473 515 709 832 70 91l' 91 71373 437 670 81 Iii 91 973 96 72004 28 116 731 73020 138 76 238 359 510 714 41 840 54 911 74001 112 13 23 27 295 480 591 637 45 813 32 80 66 69 7567» MO« fW 13000] 76069 310 626 791 806 985[500] 770ffi l 1000170 132 M 218 75 571[500] 689 eS JÖOO 785 944 11000[ 61 78029 88[5001 212 329 47 83 566 [10001 653 15601,727 32 74 94 961 79033 106[MO] 46 309[76 OOO) 20 685 833[1000] 77 80073 372 421 531[30001 72 686 806 8 1015 11000] 26 222 319 448 77 616 68[1000] 766 970 73 82404 73 514 92 617 8 3017 169 217 1500] 89 508 721 50 808 84333 433 42 98 573 94 85089 143 220 48 322 87 497 676 97 722 66 72[3000] 98[3000] 830 932[500] 88007 70[3000] 78 1500] 81 93 lÖO 22 228 650 755 82 918[5C«| 87176 546 611 13000] 68 79 722[ 500] 920 52 93 88159 309 607 9 747 89033 50[500] 166 69 79 81 256 344 469[ 500 1 579 895 990[5001 »0387 514[500] 22 774 966 9 1211 20 71 324 494 512 917 20 9 2099 144 220 38 73 91[500] 324 553 607 914 55 93115 381 83 91 468 553 73 693 796 868 944 70 87 94083[1000] 420[3000] 75 568[500) 625 708 822 95106 597 610[3000] 700[1000"['15 921 84 96016 183 237 57 329 31 611 70 77 841 98,999 07148 1506 1 68 97[500] 388 428 500 630 777 98063 122 52| 500] 298 405 559 728 55 879 999 0 9339 415 44 62 809 55 983 100128 595 733 72 941 101117[1000] 24 98 247 92 309 455 552 53 1 02020 97 98 194 237 46 51 392 446 98 802 745 55 1500] 985 103 91[öOOJ li 417 613 759 880 924 30 81 104001 145 60 70 1M0 7« 496 532 629 73 739 846 912[10001 105004 S 130 57 218 349 65 479 564 630 966 106102 3:9 728 867 944 59 98 15001 107070 197 220 329 81 70 758 95 1 500[ 875 960 1 08207 71 HOOO! 385| lOO OOO] «18 94 780 109006[10001 57 745 835 41 50 61 110052 54 56 124 246 384 136 91 506 766 808 111069 127[1600] 225 493 615 64 92 790 902 5 0 X 12319 51 487 590 6S8 918 113077 56 173.97 223 443 564 734 62 896 114018 603 13 914 113125 5. [500] 284 91[500] 384 95 740 874 116383 93 442 58 [5001 687 737 78 814[500] 24 117036 140 239 425 644 721 865 934 40 118100[3000] 293 410 572 806 777 119269 329 30 761 997 120146 204[500] 50 336 546[1000] 92 05 662 [1000] 782 969[1000] 121353 544 631[500] 71 81 818 62 926 1 22095 153 59 62 326 403 1500] 48 78 fWOOl 607 719 34 942[5001 53 123021 SO 85 175 214 93 309 77 475 598 674 729 13000] 854 915[3000] 45 124024 45 81 274 324 94| 500| 757[ 5091 83 l 500| 880 12 5069 262 346 88 458 545 622 746 849 923 50 1 2 6074 234 534 949 70[5000] 72 73 1 27089 303 554 86 789 892[500] 962[10001 88 128022 47 129 287 307 82 430[5001 550 652 839[3000] 129059 121 58 232 88 304 453[500] 512 61 71 688[1000] 767 816 130008 91 294 374 607 775 978 1 31143 IIPOOJ 47 50 429 36 47 74 642 780 1 32139 91 220 39 428 43 46 65 746 1 33162 232 387 404 588 684 842 I 500| 62 922 39 134037 119 294 700 63 892 988 135030 34 408 86[1000] 536 717 61 820 977 83 1 36013 17 ISCWOI 252 401 529 604 6 8 735 801 7 79[500] 137038 204 361 458 527 755 79 838 41 69 983 1 38130 55 85 257 322 552 747[1000] 74 90[500] 821 932 1 1000] 60 139156 81 250 SS 303 471 654 64 76 79 846 903 140204 424 681 742 851 933 141221 77 472 528 56 63 70[1000] 738 808 36 968 73 96 142040 280 408 564 642[1000] 143248 306 12 416 tSOOT 72 714 967 144007 122 85 368 828 47 58[75 000] 942 70 145134 80 368 596 638[5001 52 745 48 81 877 979 146111 77 262 72 668 772[5001 810 84 914 147005 556 629 42 746 130001 833 74 91 927 1 48161 208 45 15001 422[500] 69 515 40 64 81 637 784 869 916 38 149128 53 212[500 1 379 661 88 940 � � 160049[1000] 106[500] 252 573 75 611 53 57 69 72 874 1 5 1027[3000] 200 16 323 65[500] 424 548 [5001 50 768[500] 999 152094 208 92 369 447 59 581 975[3000] 153057 90 212 431 536 52[1000] 87 615 49 844 154069 81 158 200 20 60 401 40 579 630[500] 73 808 99 975 156173 270 99 313 468 909 16600a [3000] 135 217 35 000 46 781 914[500] 157106 291 [5001 446 511 872 999 1 5 8097 171 2»5"Vfll 300 469 96 645 730 32 848 949 1 69137 362 436[500] 59 605 724 80 853 160071 147[5001 222 31 71 313 471 760 848 161000 189 254 85[500] 562 603 738 51 879 943 71 162034 125[30001 80 332 73 463[ 10001 826[1000] 39 927 70 91[3000] 163419 27 93 97 J500| 519 68 601 715 164137 81 280 600 54 74 165015 119 233 364 403 73 658 723 804 47 931 166071 197[500] 230 344 82 507 820 40 94 1 67028 60 350 683 839 84 87 995 168228 351 571 679 813 27 949 169010 48 212 23 [500] 306 439 41 798 889 995 170029 45 441[500] 640 614 54 721[500] 886 924 [500] 25 59 88 97 171229 87[1000] 388 411 54 98 502 [500] 659 747 816[500] 975 1 72152 278 353'30001 56 83 708 25 28[500] 57 831 939 1 73292 370 883 86 900 174116 35 73(SOOJ 283 431 5ü 510 19 647 971 175228 95 344 68 441 662 742 65 61 828 1 76138 402 [1000] 613 722[500] 63 957 177135[1000] 207 306 423 605 49 70 750 823 949 178111 37 360 507 627 91 790 897 179222 30[5000] 78 84 85 488 704 808 89' 180001 32 199 258 378 640 812 49 181002[3000] 124 86 275 87 304 410 578 679 788 1 82131 300 474 846[3000] 960 58 183173 296 410 598 184403 6 73 574 722 834 1 85033 66 72 181 709 844 906 11000] 186066 100 250 350 696 711 973 187000 422 28 673 728 29 800 84 904 81[1000] 188120 249 91 306 486 503 663[ 500] 713 898 910 17[1000] 189150 98 285 332 415 47 044 49 190112 92 201 34 433 510 33 005 25 747 882 933 191303 575 602 17 85 772 851 989 192060 188 227 50 94 307 606[5001 21 99 683 739 864 995 193129 296 364 409 29 55»«34 797 831[30001 56 967 194130 73 91 340 79 90 601 755[1000] 93 806 195109 339 481 508 71 630 36 738 08 810[3000] 196031 411 545 833 910[500] 197044 48 119 220 63 548 787 837 91 977 198028 48 79 120 56 538 66 632 80 749 78[500] 846 [10001 981 86 199026 101 73 320 560[lOOOJ 603 775 [3000] 92 933 46«,_ 200050[500] 75[1000] 153 85 385 92 464 77 530 73 731 815 43[ 3000] 61 964 201058 75 272 354| 3000| 71 1500] 72 786 11000] 812 202171 01 266 360 403 565 648 13000] 57" 756 813 38 998 203007 9 148 318 717 930 204007 18 30 210 412 205003 144 1500] 235 84 95 468 507[1000] 651 89 734 95 855 917[500 206081 207 43 335 44 560 93 628 37 718 938 71 207044 233 301 512 51 74 80 696 208031 212 87 407 504 34[ 3000] 701 209183[500] 248 302 782 839 93 958 63 210048 75 162 226 84 442 643 65 816[500] 81 211096 300 463 623 212054 238 343 440 555 99 757 77 96 923 213022(10001 54 339 64 418 28 522 655 802 IIOOO] 923 39 44 214040[ 3000] 163 78 338 436 44 15000] 51 561 737 83 909 11 215062 209 80 546 216255 66 326[500] 558 89 698 217309 567 73[5001 755 95 814 21 8013 140 360 62 65 630 952 lAckj 95 96 219182 293[1000] 325 89 486[ 500] 528 220105 399 618 702 5 7 28 82103» 211 812 U [500] 48 13000] 83 88 92 569 889 222225 444 651 719 21 29 805 37 68 931[500] 89 223225 321 407 Om mcmiBM*« miMiMoi: 1 feiaai« I» MßJtAM KL. i««. »1»» z» 40000 Ml..» ,» 30000 M!.. 1"t>»000 JSf, IT„ mm Ml., ss>« sboo sft, eso ,» aooo fite., m ,» iooo Ml, ISIO ja 800 Mi. 70 980 17168 505 982 21043 12..'jiehnnk S.Klasse 210. Kgl. Preuh. Lotterie. M«dtm« vom 20. M..I ISO«,»aümttlag». 5t»r dl» Gimbne über 240 Ml. n»d de» delreänide» Simumer»>»«>am»»r» beigelüac [Od»««emidr.) Slatdnrck»erbot»». 56 257 72[5001 74 309 53[1000] 402 583 96 54-4 352 S35[500! 1226 314 414 595[500] TüS 883 84 »42 2034 62[500] 146[3000] 65 281 324 484[500] 784 829 3017 126 295 370 534 659 4174 91 220 64 521 661 759 941 5200 24 330 583 788[1000] 6000 64 252[5091 420 695[1000] 776 879 924 7049 819 903 8155 77 353 67 495 690 815 9092 115[800] 71 391 428 622 889 922 64 67 10030 35 113 218 381 514 25 37[1000] 754 859 06 947 11038[500] 172 05 255[500] 418 558 76 614 72 729 819 59 98 12166 259 358(50001 590 621 37 760 93 1 3083 19« 99 271 365 505 725[10001 72[1000] 94 834 62 942 1 4002[1000[ 19 22 155 244 56 343 419 87 523 666 701 821 992 1 5116 42 18 207 51 318 96 550 641 48 704 63[1000] 83--- 16039 43 168 82 314 60 479 757 65 69 841 235 63 72 356 86 88 889 1 8034 351[500] X9132 200[10001 65 87 516 40 964 20231[30001 551 628 808[500] 98 942_ 276 87 335 602 736 56 22065[10001 69 200 47 1500 62[3000] 743 821 44 943 63 23129 82[5001 95 233 409 32 95 600 89 758 964 24067 79 162 237[3000] 42 324 99 576 85 94 635 50 81 734 64 875[5001 98 [30001 25138 56 97 338 44 28071 152 515 30 87 600 11 28[500] 68 880 83 973 27030[500[ 282 432 [10001 46 548 602 762 064 84 2 8017 25 82 327 418 93 590[500] 687 910 29082 328 65 586[500] 657 ''1 30002[5001 67 169 75 239[3000] 65 96 311 82 670 723 883 31168 73[3000] 78 9? 310 28 M[5001 491 681 70 88 797 922 87 3 2117 88 218 672 814 49 330!» 180 399 910[3000] 17 34026 601 30 42 91 35180 351 445 576: 7 645 93 734 JSOOl 36119 72 307 409 643 61 782 823 61 996 3 7038 66 304 28 49 495 563 615 709 88 9» 38186 351«4M 6« 757 852 86[500] 913 82 3 9033 478 763 847[1000] 668 40355[1000] 485[1000] 94 687 638 41064 107 510 39 95 644[5001.98 857 954 42325 661 729 82 806 918 73 4 3004 152 60 2:5 422 544 72:01.[500> 847 fi7 8Q 901 21 44057 116 78 327 37 590 /86 98 800 45016 74 209 378 643 47 I 500 i 98 862 1 5001 81 [5001 956 46001 140 56[1000] 443 56 521 52 58 61 6p74 m 66 98 47062 170 92 208 12 76 448,636 RÄ,-?. M N s' ÄIZ VÄ»'A " tS W S N 512M TS 59 87 177 287 462 647 956 5 4043 186 403 f500i p 46 47 91 548 624 783 888 5 5043 145 307 401 46 584, 714 89 982 88 56023 104 27 286 342 67 84 426 839 911 27 57m 311 522[ 3000] 713(5001 800 10 973 68028 41 333[500] 415 738 837 58 66 59185 86 300 d4 623 60172 617 90 942 51 54 61253 308 41 60 526 40 56 88 680[50001 91 745 915 62019 6890 WÄ25:®!™»® s? SW e» rvtfil 860 950 82 67138 �49 415 56<83 TOI liwui 44 68002 37(3000] 309 30 35 64 420 561 680 964 ISMJ OOm 220 98 349 486 640 42 783 889 913 [lOMl 27 M« 88 237 28 373 596«10 834 993 71085 127 57 229 439 630 720 92 890 930 72328 81 l«00) 422 508 39 63 73 671[3000] 782[1000] 940 95 73055 95 101 94 272 456[1000] 66 888 74077 78 486 547 5o £» 807 Ol 017 75040[6001 62 132 94[10001 223 380 H 828 28 SOT 76173 flOOO) 245 382 495 684 745 79 96 97 815 48 81 77160[500] 380 97 11000] 414 509 85 720 810 32 1500] 907 7 8054 272 343 675 829 1500] 79022_31_[5001,445�898 53 84059 154 258Tl 396«94» 017, 43'[500 49 86109 91 552 943 86373 95 447 62 JSOOf 596 goß 38 99( 5001 742 57 892 994 97[3000] dffOW 133 3W 94 464 584[500] 797 801 58 98 984 88026[5001 40 269 90 374 438[ 3000] 48 506 91 620 38 1100« 89007 138[500] 748 78 816 91» �... 90142 281 112 55 91 569 650 803 967 91075 511 618 703 58 960 92049 57 15001 90 117 82 242 418 554 736 40 942 93085 127 232 323 68.571 ______...________ 830 66 913 94071 121'[10001 594 6% SS007 329 467 500» 130001 74 640 86 737»7 19 96076 123 51 333 62(5001 523 4* 613 30 53 765 88 860( 5001 038 51 97046 203 15001 390 490 582>1000] 068 99 718 110001 865 908 9804.1 324 442 574 89 98 809 31 56 99li31 234 535 � 671 73 744 803 42 64[10001 100040 217 62[500] 638 t!0mi0] 59 94 784 101043 188 301 403 570«28 83 84« 80 102069 188 |3000] 467 798 103001 288 84 585[3000]«5 7« 812 l-- 78 1500] 104023 81 1« 210[500|16«7.2 ■ 676 771 105047 57 308 62 705 61 818 228 407 501 21 31 790 930 1O7081 230 33 13000) ow d57 783 871 108062 150 251 310« 681 [3000] 714 1 09026 115 27 54 527 604 21 721[500] _ 806 935___________ Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glockc, Berliir. Druck». Verlag: Vorwärts Vnchdruckerei u. Verlagsanftalt Pmil Singer& Co., Berlin SW. 3UUUJ W/ i 33 67 78[5 sto 110063 123 310 586 888 955 111062[500] 128 229 70 328 427 99 525 694 796 910 33 112185 244 751 819 977 1500) 113050 283 336 422 539 801 114002 267 [aOO l- 655 718 960 66 115592 742 855 56 939 42 116063 65 199 364 78 423[1000] 573 710 803[500] 117075 226 588 670[10001 71 759 95 860 84 118091 662 68 71 860 74 119145 222 309 59 582 819 973 120024 210 66 403 659[500] 726[500] 844 943 54 81 12 1 041 70 108 51 515 32 71 84 668 758 816 900 44 99 122074 ISO 285 361[10001 516 691 962 1 23093 [5001 128 88 357 550[5001 653 124091 209 436 53 619 944 126028 65 478 96 561 761 887 126146 266 325[3000] 447 674 1500] 05 15001 127130 35 40 287 386 11000] 412 621[5000] 82 838 1 28196 417[500] 46 754 56 1 29025 171 91 246 387 717 97 833 130109 93 270 369 90 434 534 614 56 85 997 13 1018 180 228 413 38 655 830 1 32165 221 30 04 895 749 801 961 133170 267 85[500] 620 61 720 134254 401 896 1 35090 140 447(5001 78 546 75 628 702 33 45 838 905 1 36041 242 385[30001 442 559 643 707 [500] 37 838[500] 903 85 87 1 37019 93 266 407 17 35 567 605 784 91 138101 202 38 425 579 686[30001 714 85 840 93 139061 212[1000] 75 364 70 88 561 [10 OOO] 86 605 28 964 140041 123 51 228 327 421 981 141068[500] 219 539 88 093 784[5001 979 142073 184 391 97 459 73 541 81 794 811 143137 42 348 633 730 803 969 144155 224 440 67 568 73 655 863 145025 218 642 021 45 49 146007[.WO] 92 254 3t5 463 70 524 890 147482 598 710 836 148005 29 157 87 258[30001 349 « 608 84 789[500] 876 901[30001 72 149056 87 112 299 632 38 76[1000] 611 743[30001 50 801 24 91 ,. 150082 245 63 354 585[500] 666 151022 195 220 316 442 535 869 1 5 2033 78 202 34 353 [30001 515 793 810 932 1 53051[500] 68 143 IIOOOJ 244 320 55 475 603 735[3000] 853 154089 149 283 88 321[1000] 91 495 500 62 674 780 94 818[500] 43 60 958 155188 232 368 730 90 804 156333 865 685 801 19(30001 72 942[500] 157052 177 289 384 468[500] 604 44 78 770 928 158027 80 123 1B9TO rfooof 63 626 44 813 r50001 947 69 __ 160064 III 261 871 87[500] 925 8t[500] 161007 [10001 94 87 96 124 295 442 533 669 746 965 1 62253 71 15001 452 95 573 652 88 862 1 63023 44[30001 142 84 208 23[1000] 64 79 93 425 529 613 781 931 164010 297[5001 394 429 714 96 946 99 1 65019 108 29 61 286 368 764 846 70 910[500] 166074 [10001 239 387 420 73 82 84[500] 882 167014 552 93 831 168001 254 473 509 10 717[500] 20 37 41»49 914 41 169213[500] 94 799 816 170039[600] 42 56 170 Jt65 407 90 530 54 643 856 922 171153 76 205 23 28 356 403 606 739 884 916[5001 172125 210[500] 41 314 41 638 97 818 38 961 82 1 73066 134 69 83 84 290 379 439 564 621 67 72 722 894 945 1 74246 343[1900] 70 483[10001 175089 257 361[5001 469 92[10001 547 SS 78 98 OBO 715 54 804 961 74 176035 292 300 15 624 61 744 177023 24 245 54 515 39/ 10001 47 750[3000] 877 982 86 178021 126!ö00! 245 13000] 77 633[5001 34 710 88 835 89 918 179061 300 39 737.[500] 833 43 44 925 180245 432 42 66 97 669 710 848 1 81103 210 (36001 48 682[3000] 88 735 84 910 1 82068 192 257 385[5001 404 54 68 500 633[5001 97 759 86 183120 209 335 419 35 813 53 844 184167 82 332«5 185061 79 93 119[10001 383 453 650 611 747[IOC»! 74 952 186111 13 43 77 280.374 85 86 483 52o 51 691 811 93 [5001 988 1 87099 280 303(500] 7 527 630 900 23 188106 24 203 52 464 541[500] 85 723 24 96 854 81 189048[500] 11« 20 61 232 63 313 408 10 569[500] '16 190259 302 85 403 95 622 58 891 191161 271 401 532 54[3000] 667 794 192045 298 453 517 695 98 850 193002 169 310 20 91 420 32 535 48 82 656 854 1 94013 249 438 558 909[500] 195092 149 70 281 327 487 801 963 95 196293 434 623 77 937[10001 89 197227 334 92 427 706[500] 96 198198 212 360[500] 65 78 482 704 79 813 52 026 47 199096 170 240 415 88[30001 500 24 600 61[10001 87 770[1000] 80___ 2001,30[30001 328 543 83 740 898 965 88 201197 232 76(500] 83 452 579(10001 682 847 202013[5001 128 97 538 69 788 875[3000] 031 74 85 90[10001 203158 389[3000] 445 719 821 964 204135[5001 595 716 867 971 205034 216 356 555[1000] 206039 239 52 90 900 30 95 2 0 7075 329 37 79 470 77 96[500] 540 625 [IOOO] 807 208125 658 825 88[1000] 950 209130 46 323 62 400[1000] 29 009 80 772 982 210027 142 388 494 556 798 930 211000[500] 17 [1000] 109 56 217 726 51 879 07 2 12071 270 316 86 508 11 54 68 687 902 47[500] 213211 21 73 74 333 408 73 533 66(500) 628 87 804 25 980 214027 77 137 335 47 625 29[500] 96 739 812 22 41 215020 38 79(1000) 463 722 84 822 24 938 216068[10001 91 178 254 337 93[5001 411 513 665 92 971(1000! 217030 183[10001 261 05 83 322 55 76 84[500] 402[1000] 610 19 714 93 803 [30001 42 99 2 1 8027 74 149 39« 404 521 769 819 37 978 [30001 210045 157 59[3000] 258 687 781[500] 840 66[500] 220006 52 53 67 248 421[9001 551[1009] 646 734 86 898 221028 225[1000] 36 327 60 480 96 716 827 71 944 222156 74 82 87 4lM«88 748 70 841 79[18001 223188 280 548[1000] 63 708[500] 800 Zw»tunnm MtWttte«:! Prämie ja»OOOOO Ml. I «IlNl j» 40000 Ml. d»» SO 000 SRI,, 7« UOOO»!..>5» 10000 SRI, M„ SOOO SRt,»84 tu 3000 Mi, 880 j« 1000 SM, 1:87«■»00 Ml. Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Nr. 118. 21. Jahrgang. 3. Sfilpjt iiw, Imt iitls" Jftltet{lollislilitt. Sonnabend, 21. Mai 1904. Hus der Frauenbewegung. Massendemonstration für das allgemeine Franen-Wahlrecht. Der 17. Mai, der Tag, an dem vor nunmehr 90 Jahren die Verfassung Norwegens begründet wurde, ist auch in diesem Jahre wiederum in gewohnter Weise gefeiert worden. Seitdem die Albeiterbewegung erstarkt ist, begnügen sich die A r b e i t e r nicht mit der allgemeinen Festesfreude über das 1814 gegründete freie Vater- land, sondern sie demonstrieren für Forderungen, deren Erfüllung dahin führen mutz, datz auch für sie Norwegen zu einem Vaterland im wahren Sinne des Wortes wird. Diesmal waren die Temon- ftrationen weniger allgemeinen Arbeiterforderungen, als vielmehr der besonderen Forderung des allgemeinen Wahlrechts für Frauen gewidmet. Man hatte in Kristiania und in ver- schiedenen andren Städten das Arrangement der Demonstrationen ganz den organisierten Frauen überlassen. In Kristiania zählte der „Zug der Frauen", der sich von Ankerlökken durch die Torvgade, Karl Johan- und Universitätsgade nach Tullinlökken bewegte, 1599 bis 1699 Teilnehmerinnen mit 59 Fahnen, voran zwei grotze Demon- strationssahnen mit der Aufschrift:»Allgemeines Wahl-, recht auch für Frauen". Vor dem Storthingsgebäude wurde Halt gemacht. Eine Deputation mit Frau Ström als Wort- führerin wurde vom Storthing empfangen und richtete folgende Worte an das Thing: „Wir kommen als Abgesandt« der vielen Frauen und Männer, die jetzt vor dem Storthingsgebäude stehen, um vor Norwegens Storthing die Forderung der Frauen auf volle Ebenbürtigkeit mit dem Manne in den Wahlrechtsfragen zu erheben. Wir Frauen kommen heute nicht, um unser Recht, teilzunehmen an der Arbeit für das Gemeinwesen, zu beweisen, da das Storthing dieses Recht bereits anerkannt hat dadurch, datz es uns teilweise das Kommunal-Wahlrecht einräumte; aber wir kommen, um mit Ehr- erbietung zu beantragen, datz uns das unverkürzte Recht als Mitbürger des Gemeinwesens nicht länger vorenthalten werde. Wir beklagen den Beschluh, der am 29. April d. I. vom Odelsthing ge- fatzt wurde(die Aufrechterhaltung des Census für das kommunale Frauen-Wahlrecht betreffend); aber es ist unsre Hoffnung, datz trotzdem Fortschritte hinsichtlich der Abschaffung der Ungerechtigkeit gegen unser Geschlecht gemacht werden, so datz unsres Landes Frauen in einer nahen Zukunft das allgemeine kommunale und staatsbürger- liche Wahlrecht unter denselben Bedingungen wie die Männer er- halten." Auf Tullinlökken, dem Sammelplatz, hielten Frau Ström und Storthings-Abgeordneter I. Berge zündende An- sprachen. Am Abend hatten die Frauen ein Fest im Arbeidersam- fuitdet veranstaltet. der humanistischen Gemeinde, Niedcrwallsw. 12, in der Aula der Friedrich- Weiderichen Ober- Realschule, hält am Sonntagvormittag IQ'/, Uhr Herr Dr. Rudols Penzig einen Bortrag über:»Ein Geistes- kämpser". GedächtniSseicr sür den am 7. Mai verstorbenen früheren lang- sährigen Sprecher der freireligiösen und der humanistischen Gemeinde zu Berlin, Herrn G- S. Schäfer. Damen und Herren haben freien Zutritt. Uhr. iruno _____ ebendaselbst: »Festvortrag" des Fräulein Ida Altmann:.Das ist ager das Gericht, daß da» Licht in die Welt gekommen ist." Gäste, Damen und Herren, sehr will- kommen. Marktpreise von Berlin am 19. Mai 1904 nach Ermittelungen des tgl. Polizeipräsidiums. »Weizen, gut D.-Ctr. mittel gering »Roggen, gut mittel gering fGerste, gut mittel gering fHaser. gut mittel gering Richtfwoh Heu Erbsen Speisebohnen Linsen » ab Bahn. •f frei Wagen und ab Bahn. Kartoffeln, neue D.-Cw. Rindfleisch, Keule 1 KZ do. Bauch„ Schweinefleisch Hammelfleisch Butter Eier Karpfen Aale Zander Hechte Barsche Schleie Bleie Krebs« 60 Stück 1 kg per Schock 7,00 1,80 1,40 1,60 1,80 1,80 2,60 3,40 2,00 2,80 3,00 2,40 1,80 3,00 1,40 16,00 5,50 1,20 1,10 1,00 1,20 1,20 2,00 2,40 1,40 1,40 1,20 1,20 0,80 1,40 0,80 3,00 Svttterungsubersicht vom 20. Mai 1904. morgens 8 Uhr. Stationen Swmemde. Hamburg Berlin Frankf.a.M München Wien Z S S s 760 WRW 765 NW 764 WNW 769 769 i© 766 NW »eller 6 bedeckt 7 wolkig 4bedeckt 3wolkig 4 heiter 3hciter Wcttcr-Prognoie für Sonnabend, den 21. Mai 1904. Nachts noch kühl, am Tage etwas wärmer, vorwiegend heiter und trocken bei mäßigen nordöstlichen Winden. ßriefhaftcn der Redaktion. 81. P. 1. Tokio. 2. Petersburg und Moskau.— A St, Wird aus irgend einen Teil einer Flüssigkeit in beliebiger Richtung ein Druck aus- geübt, so pflanzt sich derselbe nicht blos in einer Richtung aus die Flüssigkeit und aus die Gefäßwand fort, sondern nach allen Richtungen gleichzeitig und mit derselben Größe. Wenn Sie nun von oben in ein cyllndrischcs Gesäß einen großen Kolben drücken, der aus eine Flüssigkeit und unten aus einen kleinen Kolben wirft, so ist der Druck pro Ouadratcenttmeter des großen Kolbens gleich dem Druck pro Quadrat- centimeter des Keinen. Angenommen der große Kolben habe 100 Quadrat- centtmeter Flächeninhalt und werde mit 1000 Kilogramm belastet, d. h. pro Ouadratcentimeter mit 10 Kilogramm, der kleine Kolben habe 5 Quadrat- centimeter Flächeninhalt, so wird er mit 50 Kilogramm Druck heraus- gepreßt, d. h. wieder pro Quadratcentimeter mit 10 Kilogramm. Umgekehrt kann man eine Druckvermcbrung erzeugen, wenn man aus den kleinen Kolben drückt. Dies Princip wird bei der hydraulischen Presse angewendet. — G. B. Da die„Schwerkraft", welche alle Körper nach dem Mittelpunkt der Erde anzuziehen strebt, auch die Teilchen des Wassers der Flüsse von der Höhe nach der Tiefe treibt, so muß der Spiegel jedes Flusses eine von der Quelle nach der Mündung abfallende schiefe Ebene bilden. Bei Per- einigung mehrerer Flüsse herrscht natürlich ebenfalls das Gesetz der Schwer- traft.— H. W. In dem Buche„Bolz, Der Maschinenbauer" finden Sie Anleitung zur Konstruktion und Berechnung von Zahnrädern. Soll ein Rad von 50 mm Durchmesser 60 Zähne erhalten, so rechnet man Durchmesser X 3.14 50 X 3.14 7,85 2 X Zähnezahl- 2 X 60" 6" 1(31 mm wird jeder Zahn und jede zwischen zwei Zähnen auSgefiäste Lücke.— BS. A. 1. Planeten. 2. Trabanten oder Monde. 3. Die Sonne ein Fix- stern.— B. 40. Nein. Junftikdier Ceti. Die intiftlf che Sprechstunde findet täglich mitAuSuahme de» Sounadeud» von 7'l, bis O'/a Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Sparverein. Falls das Statut nicht eine entgegenstehende Porschristi enthält: ja.— I. M. 1. Etwa 1 bis 4 Monate. 2—4: Die Höhe der* eventuellen Kauft on hängt von den Einwägungen im Grundbuch ab.— H. B. 121. 1. Ja. 2. An den Vorstand der norddeutschen Holz-Beruss« genosscnschast� ln Berlin.— K. H. Leider ist die Witwe nicht unterstützungs- berechtigt,«ie kann aber ein Gesuch an das Kriegsministerium richten.— M. S., Moabit. Das Gericht kann der Frau die geforderte Summ« zusprechen, sie können gegen den Anspruch seinem Grunde und seiner Höhe nach Einwendungen erheben. Nach dem Gesetz hat der sür unschuldig erklärte Teil Anspruch aus Alimentation, wenn und soweit er nicht im stände ist, seinen standesmägigen Unterhalt aus den Einkünften des eignen Ver» mögens oder aus dem Ertrage seiner Arbeit zu bestreiten.— C. L. Nein. — M. M. 31. Der Betrag ist steuerpflichtig.— I. R. 72. Nein, es muß mindestens dreijährige Geisteskrankheit ohne Aussicht auf Heilung vor» liegen.— H. G. 13. Bei Handlungsgehilfen ist ein Abzug des Kranken» geidcs vom Lohn unzulässig, bei Gewerbegehilscn zulässig.— Kleine Wette. 1. Sie sind zum Ersatz des Stempels aus Ihrem Vertrage ver» pflichtet. 2. Königsberg 18, Gunibinnen 16.— G. Spandau 48. 1. Nein. 2.� sie können Strafanzeige erstatten. Gegen die Strasbarkeit spricht möglicherweise der Umstand, daß die fremden Kinder in die Wohnung hinein- gelassen sind.— E. Of. 20. Sie teilen dem Amtsgericht Ihres Wohnorts Ihre Absicht auszutreten mit, und erklären dann innerhalb 4 bis 6 Wochen nach Eingang Ihrer Mitteilung(Einladung erhalten Sie in der Regel nicht) Ihren Austritt zu gerichtlichem Protokoll.— F. D. Ja.— W. W. Nein. — K. E. 13. 1. und 2. Ja.— Audor 18. 1. Ein Recht aus Heil- stättenbehandlung steht dem Versicherten nicht zu, es k a n n ihm ahcr die Behandlung gewährt werden. Eine Frau, die nach ihrer Heirat die Hälfte der Beiträge sich erstatten läßt, verliert durch den Empfang der Marken alle Ansprüche der Versicherung gegenüber. 2.„Allgemeine deutsche Hebammen- Zeitung", Verlag: Berlin. Staude.— A. F. Crossen 100. Wann und unter welcher Chiffre haben Sie angefragt? In Bezug auf die einzelnen Fragen: 1. Ja. 2. Nein, Sie können vom Ches beanspruchen, daß Ihnen Gelegenheit zum Aussuchen einer neuen Stelle gegeben wird und können eventuell aus Einräumung dieser Gelegenheit klagen. 3., 4. Nein. 5. Das erfahren Sie in den dortigen Parteikreifen.— H. T. E. 33. 1. Ja. 2. Geburtsurkunde und Militärpapierc. 3. Ja. 4. Ja.- fft. D. 45. 17. 1. Der Schwiegervater könnte eine Eingabe an das Kricgsministerium versuchen. 2. Nein.— Neue Schönhanserstrasse. 1. Nein. 2., 3. Ja. — Veritas. Daß thatsächlich auch Veteranen gegenüber, deren Hilss» bedürstigkcit anerkannt ist, die Zahlung der Jahresrente von 120 M. unterbleibt, ist von socialdemokratischer Seile in der Presse und im Reichstage wiederholt dargelegt. Sie können lediglich sich mit einer Petition an den Reichstag wenden oder Ihren Antrag wiederholen.— F. H. 32. 1. Nein. es sei denn eS liegt ein Scheingeschäst vor. 2. Zwischen 50 und 80 Mark monatlich werden als angemessen erachtet. 3. In der Regel ja.— P. K» 100._ Ihr Austritt aus der Landeskirche hat nur für Sie, nicht für Ihre Frau Wirkungen. Diese ist zur Zahlung der Steuer verpflichtet.— O. L. 77. Jedes Spiel, bei dem der Zufall wesentlich oder allein ent» scheidet, kann als Glücksspiel, und wenn es gewerbsmäßig betrieben wird, als strafbar erachtet werden. Ob bei dem von Ihnen beschriebenen Spiel die Geschicklichkeit oder der Zufall mehr entscheidet, beurteilt der Richter. — A. B. W. 17. 1. Das können wir nicht wissen. 2. Darüber hätte die Generalversammlung zu befinden. Jedenfalls läßt sich aber aus der Ver- lesung möglicherweise entnehmen, daß eine Beleidigung um deswillen nicht vorliegt, weil der angeblich Beleidigte die Beleidigung selbst verbreitet. 3. Nein. 4., 5. Es kann der Staatsanwalt öffentliche Anklage erheben, kann die Kläger auch auf den Weg der Privatftage verweisen.— I. W. Wenn Sie sofort ziehen, fo ist es zweifelhaft, ob Sie gewinnen werden. Die Entscheidung des Richters hängt davon ab, ob er zu der Uebcrzcugung von der Unbcwohnbarkeit der Wohnung kommt. Es ist ratsam, Sie fordern den Wirt schriftlich auf, nunmehr innerhalb längstens 24 Stunden die Plage zu beseitigen und drohen ihm an,. nach fruchtlosem Ablauf der Frist, aus seine Kosten einen Kammerjäger zu Hilfe zu ziehen und wenn auch der nicht Helsen kann, aus Aushebung des Mietsverttages zu klagen. Dann handeln Sie wie angedroht. Der Brief ist an den Wirt, nicht an den Verwalter zu richten.— M. M. 1000. Nein.— C. 10. Ja. KcsiK erhält Ql! am rfingst-Sonnabenil jeder Käufer beim Einkauf von 50 Pfennig an eine Probe-Flasche Blutwein. HUGO GELING Amlreas-Slrasse 57(neben der Markthalle). Bad-Strasse 12(neben der Markthalle). Benssel-Strasse 52. BIGcber-Straase 14. Brannen-Strasse 96(gegenüber dem Humboldthain). Bfilow-Straase 5(am Nollendorfplatz). Oanzlger Strasse S. Dresdener Strasse 16. Falckenstein-Strasse 41. Invaliden-Strasse 163(neben der Markthalle). KSnlgsberger Strasse 28. Kottbnser Damm 15. Landsberger Allee 45. Landsberger Strasse 40(Ecke Lietzmannstrasse). Linden Strasse 103(neben der Markthalle). Madal Strasse 13(Sohlesischer Bahnhof). Müller Strasse 156 b(gegenüber der Antonstrasse). vranlen Strasse 14 a(Heinrichsplatz). vranlen Strasse 58 a(Moritzplatz). Proskaner Strasse II. Pückler Strasse 17. WEIN- GBOSSHAHDLPNG ■ Fabrik feinster Liqueure. Relcbenberger Strasse IIS. Reinickendorfer Strasse 21(Weddingplatz). Rosentbaler Strasse 11/12. Scbilemann-Strasse 32. Scfaönhanser Allee 187(am Schönhauser Thor). Stralauer Allee 381(am Hoohbahnhof). Wald Strasse 7. Weidenweg 64(am Baltenplatz). Wilsnacker Strasse 57(Eingang Dreysestrasse). Wolliner Strasse 44(am Vineta-Platz). Wullenweber-Strasse 6. Cbarlottenburg: Wllmersdorler Strasse 117(Ecke Pestalozzistrasse). Frledrlcbsbagen: Friedricb-Strasse 79. Pankow; Berliner Strasse 9. 3 C Rixdori: Berg Strasse 56. „ Hermann-Platz 8. Schöneberg: Tempelholer Strasse 23(Ecke Hauptstrasse). Weissensee: König-Cbaussee 47 b(Kaiser Wilhelm-Platz). 3 c J Verband der ZKöbelpoUerer. _ Mittwoch, den 35. Mai. abends S'/s Uhr, DM- B 1 n m e n• S t r a s s e 38: Vorstands- Sitzung. Donnerstag, den 26. Mai, abends S'/a Uhr, Naunynstr. 6: Außnordeiitl. Mitglieder- Nersmmlmg für IsrUn Lv. unü ZixÄorj. Tages-Ordnung: 1. Bericht der Arbeitsnachweis« Kommission. 5S. Diskussion. 3. Verschiedenes. SSW Die Kollegen von Südosten und Rixdors werden ersucht, das Lokal von S-eicKiieKscI», Xaunynstr. 6, in Augenschein zu nehmen, da dasselbe als Arbeitsnachweis von der Kommission als gut geeignet in Vorschlag gebracht werden wird. 146/lv nvi» Torstand. Neue Welt Hasentaalde 108/1 U. Arnold Scholz. Am 1. nnd S. Pfingst-Felertag: Iriiti-Konzert und Jriih-Vorstellnng Anfang 5 Uhr. � KIoster«Oarten � am Spandauer Schiffahrtskanal. direkt am Jungfernsteg. Stadt- und Ringbahn-Stalion Bahnhoj Beusselstraße, elektrische Straßenbahn Nr. 12 Görlitzer Bahnhos— Plötzensee. Am 1. und 2. Feiertag- gr0Z5e5 7rÜ!l')k0NZlert �EMr?" sowie nachmittags(frgZZLZ 14146 Im Riesen- unter Leitung des �Tanzmeisters Herrn Parkctt-Saal: Die Kaffeeküche ist morgens von 5'lj, nachmittags von 2 Uhr an geöffnet. Amt 2 Nr. 2694. : a x F n s s. Graste verdeckte Hallen. Zwei Kegelbahuc». Volksbelustigungs-Plast. AV. Fastornaolrt. villiKste ?kea! l lllljJUI BAU U1IIU1 ItU Ken! von der Michaelkirchs Brücke Nach Woltersdorfer Schiense hm und zurück mit Zlnsllr. I. Pfingstfeiertag vorm. 9 Uhr..... v. d. Michaelkirch-Brücke L... 9„ u. nachm. 2 Uhr„„ 3«.,.. 9„.. 2.. ,. von da ab jeden Sonntag vorm. 9 Uhr. Sonntag und Feiertage einfache ~ahrt 50 Pf.; hin und zurück 1,00 M. Am Z. Pfingstfeiertag und und Wochentags einlache Fahrt"30 Pf., hin und zurück 50 Pf. 5237L* Tom SS. Mai ab täglich: dala-Specialitäteii-VorsteUtttig Volksgarten. Normals Weimanns Volksgarten. Badstrafte 56. Montag, de» 33. Mai 1904, zweiter Pfingstfeiertag: Großes Früh-Konzert veranstaltet von den Gesangvereinen„�oktlkh" und„ilf Uf (M. d. A.-S.-B.)" 65/8 unter Leitung des Dirigenten Herrn F. Patschan verbunden mit Großer Speeialitäten- Borstellung. Entree: Vorverkauf 30 Pf., an der Kaffe 30 Pf. Aiifang 5 Uhr. Das Komitee. Vis? 'q Speeiatitäten-Theater A Landsberger Allee 7S-70. direkt Ringbahn-Station. Bequemste Verbindung nach allen Richtungen. Ob schön:-W« Täglich mr Cb Regen! Am ersten_ Pflngst- Feiertag im herrlichen Garten oder großen Saal, das unerreichte Eröffnungsprogramm. Mita Roselli, der Berliner Liebling. fritz llrand. der beliebte Original- Humorist. Lebr Artiselli, komische Restaurant- scene mit Hund. liUtr. Brown mit seinen sprechenden, rechnenden, akrobatischen Hunden usw. usw. Am ersten und zweite- Pfingstfeiertag Kaffeeknche.— Warme Küche.— Kegelbahn.— Volksbelustigungen aller Art. Jeden Sonntag, Montan. Mittwoch und Sonnabend bis 2 Uhr: Ball. Entree früh und Wochentags SO Pf. sonntags SO Pf. iaclcson- Truppe, Sport- Akrobaten, 5 Personen. Tho Beirotts, Burleske exentric. The HerroUs, americ excentric Co« mödiants. musizierenden und 'HB,, TniUnmeri, Vorstellung N Restaurant Rierk-Werder am Flakensee, Woltersdorfer Schleuse, Werderstr. 37, empfiehlt sich Bereine» und Familie» zum angenehme» Aufenthalt. Scköner fcbattiger Garten. Grosser Cansfaal. i. Pfingstfeiertag: FrühsKonzert. 3. Feiertaguachmittag: FrCi-KOllZCrt und B&lla Reichhaltige Speisekarte zu jeder Tageszeit. Eivile Preise. Gute Küche. Tivcrie Biere uud Weine. 140ih BUP Große und kleine Sommorwohnungon zu vermieten. Tegel. Bahn'.| I feiortag; Pfingstfefortag: Ks. KSl1öll-I(0Il!est u SpövigliMllV0s8teIIlMg. Im 0 0,11. 1,�. Die KaktooIGoho ist 0. d— 5 geöffnet. Saale:«■ VMI. Anfang 4 Uhr. � Volksbelustigungen aller Art. S299L' j Empfehle meine Lokalitäten zu Versammlungen, Vereins- und Privat- Vergnügungen, Sommcrsesten, Landpartien usw. lodon Sanntag und Donnerstag: Grosses Konzert und| Speeialitäten- Vorstellung.— Im Saale: Grosser Ball. WielmTrapps KßDzert-GaFten u. Festsäle, SV* ErOllnang der Sommersaison.-Wj linriag*" Gr. Garten-Konzert. i™k: Gr. Theater-Yorstellung. stfefertag: Kr. Gailen-Konzert u 8peoia!itStenvor8t 6 Kall � Die Kakkoolilloho ist v. 6—6 . Dan. Anfang 4 Uhr. � Aolksbeluftiguugen all Kegelbahn.— Fahrradstand.— Ausspannung. Treptow. Ken-Tivoli. Treptow. Bfene Krug-Allee 59. Sonntag, den 33. Mai 1904, erster Pfingstfeiertag: Bosses FpUh-Konzert~�m ausgeführt vom Musikveretn„Harmonie-. Anfang 5 Fhr. Fntree 49 Pf. Programm gratis. "» Prenss. Hierzu ladet ergebenst ein Frlta Gasthof zur Linde Kalkberge Küdersdorf. SWBT Großer schattiger Garten— direkt am Wasser gelegen. Großer Tanssaal. In unmittelbarer Nähe des Bergwerks. 20 Minuten von der Bahn; letzter Zug nach Berlin 11" abends, ff. speisen und Getränke. Vereinen und Gesellschaften bestens empfohlen. 1428b n. G r e w e. Waldsehlösschen bei£iibben. __ Einem geehrten Publikum, welches den Soreevald hesucht, empsehle meine Lokalitäten einer gütigen Beachtung. 5336* IT. F 1 e h n. SMi[deine Anzeigen, fk T als 15 Buchstaben zählen doppelt. ch«* Anzeigen%™eara£%n den Annahmestellen für Berlin bis! Uhr, für die Vororte bist 2Uhr, der Hauptexpedition Linden Strasse 69 bis S Uhr angenommen. :hsTc /erden etU Hin AM M Verkäufe. Betten» Bettstücke, Steppdecken, Tischdecken, Teppiche staunenerregend Pfandleihhaus Weidenweg 19. f31* SpottbiltigBeMnlette, Bettbezüge, Bettlaken, Russteuerwäsche, Braut- leuten cmpsehlenswert, Pfandleihhaus Weidenweg 19._ f31* Serrenuhren, Damemi hren, Ketten, Regulatoren, Freffchwinger, Schmucksachen, Trauringe, Spiegel, anerkannt spottbillig Psandleihhaus Weidenweg 19.-f31* Bekanntmachung. Sommer- Paletots, Jackettanzüge, Gehrock- anzöge, cmpsehlenswerte Einkaufs- quelle, nur Central- Psandleihe Weidenweg 19. Verlausszeit bis neun abends._+31* Spottbillig Teppiche, Betten, Gardinen, Portieren, Steppdecken, Wäsche, Tischdecken, Regulatoren, Anzüge, Sommcrpaletots, Remontoir- uhren, Uhrketten, Spiegel, Bilder, Möbel. Leihhaus, Neandcrsttaße 6. Teilzahlungen gestattet. 5/7* Teppiche!(fehlerhafte) in allen Größen für die Hülste des Wertes im Tcppichlager Brünn, Hackeschcr Markt 4, Bahnhos Börse. 93/22* Teppiche, Gardinen, Plüsch- Portieren, Diwandecken, Stores, Steppdecken, Tischdecken, Läuserstoffc wegen Umbau spottbillig Potsdamer- straße 100, Conrad Fischer. 22S5K* Hochvornehme Herren- Anzüge, Sommerpaletots, vorjährig, aus feinsten Maßstoffen, 18—38,00. Bein- kleider 7—11,—. Täglich, auch Sonn- tags-Verkauj Deutsches Versandhaus, Jägerswaße 63, I._ 2254K* Ueberzieher. Herrenanzüge, wenig getragene Monatsgarderooe von 6 Mark an, große Auswahl, für jede Figur paffend, auch neue, zurück- gesetzte, kaust man am billigsten nm direkt beim Schneidermeister Fürsten- zeit, Rosenthalerstraße 15 IH. 141/1* Herrenanzüge(Reisemuster), Prachtexemplare, spottbillig. Schön- hauser Allee 72b, vorn HI links.* Billige Arbeitsanzüge, Knaben- anzüge, Stoffreste, alle Sorten. Rester- Handlung Zange, Moabit, Turm- straße 84. Zweites Geschäft Flens- burgerstraße.EckeKlopstockstraße.Stadt- bahnbogen._ 23101t* Damenkonfektion, Jacketts, Capes, Kostüme, Kostümröcke, Blousen werden zu billigen Preisen verkaust. Brunnen- straße 4 I.(Kein Laden.) 1393b� Pfingsten. Radfahrer sind Eure Sweaters und Strümpfe noch alle heil? Nein, so liefert Radfahrern Oueitschens Sweatersabrik, Frank- surtcrstraße 119 I, zu spottbilligen Preisen. Reparatur-Werkstatt. t&t* Weiche Herrenhüte, gute Qualität, Stück 95 Pscnnigc. Bessere Sachen enorm billig. Hutfabril, Comptoir Neue Friedrichstraße 81 1, Ecke König- straße, und Holzmarktstraße 37 a parterre, srüher Kaiserstraße 25 A. SonntagS geöffnet. 2297K* Gardinenhans GroßeFranksurter- straße 9, parterre. t37* Kauarienroller, Stamm Seifert, Stamm Trute, Original-Wcibcheu, verkaust Gödde, Rcinickendorferstr. 54. Möbel- Ausverkauf, verschiedene, wegen Aufgabe spottbillig. Scholz, Perlebergerstraße 37, an der Strom« straße. 481* Sofas, größte Auswahl, von 21 Mark an, direkt in der Fabrik Blumenftraße 33b. 2174K* Sportwagen, Kinderwagen, Km- derbettstellen, gebrauchte, zurückgesetzte, spottbillig. Schneider, Kurfürsten. straße 172. 9476 Herrenfahrrad, ganz billig. Rahn, Damenfahrrad, Koppenstraße 63. Fahrräder, Teilzahlungen, hundert- fünfzehn Mark, Jnvalidenstraße 148 (Eingang Bergstraße), Skalitzer- slraße 40, Große Frankfurterstraße 56. Photoapparate, Hand-, Stativ-, Klappcameras, durch Umzug etwas beschädigt, zu halben Preisen. Mark- grasenstraßc 19. 2293K* Teppiche mit Farbcnsehlern Fabrik- Niederlage Große Frankjurterslraße 9, parterre.+37* Vorjährige hochelegante Herrenanzüge und Paletots aus feinsten Maßstoffcn, 25 bis 40 Mark. Zurück- gesetzte Anzüge, Paletots, Beinkleider, Havelocks, Gummimäntel, Joppen werden für die Hälfte der bisherigen Preise verkaust. Versandhaus Ger- mania, Unter den Linden 21. 2166K* Nähmaschinen sämtlicher Systeme ohne Anzahlung. Woche 1,00. Post- karte genügt. Franksurtcr Allee 10, am Ningbahnhos._ fHO* Strickmaschinen, auch Teilzahlungen, Brcdcreck, Engel-User 20. 5/4* Wasch- und Wringmaschinen, beste Oualitat, billigste Preise. Bei An- zahlung coulante Bedingungen. E. Bellmann, Gollnowstraße 26, nahe der Landsbergerstraße. 2217K* Zinkwaschfäffer, Sitzwannen, Zooer, in nur bester Ware. Teil- Zahlungen gestattet. Kottloff, Skalitzer- straße 108. 2242K* Petroleumkocher! Sparsysteme I Einflammig 1,00, zweifiammig 2,001 Emaillierte Petroleumkocher sehr billig l Wohlauer, Wallnertheater- straße 32.(GaskocherhauS I) 2308K* Gassparkocher, 40 Prozent Ersparnis, Gasplätteisen, Bügelapparate, Bronzekronen. Allerbilligfte Quelle. Schröder, Hochstraße 43._ 1398b* Abessinierpumpen 8,00— 150 00, Sauger, Rohre, Gartenspritzen. Aller. billigste Quelle. Ersatzteile. Repara- wren. Pumpensabrik Schröder, Hoch- straße 43._ 1397b* Malzkraftbier, blutbildend, für Blutarme, Brustkranke, Schwächliche, Gewichtszunahme, bessere Gesichts- sarbe, überraschend, 14 Flaschen 3 Mark, V« Tonne 3,50 exklusive. Nicht Flaschenzahl, Qualität ent- scheidet. Porter- Kellerei Ringler, Bernauerstraße 119._ 140/6* Eckdestillation, Umsatz 26 Halbe Bayerisch, 7 Halbe Weißbier, passend für Parteigenossen, cvent. Brauerei- Hilfe, sofort preiswert. E. 2800, Postamt 28._+57* Schankgeschäft, zwei Vereins- zimmer, polittsche und andre Vereme, gute Lage, preiswert. Auskunst bei Franke, Zorndorscrstraße 8._ f3* Milch und Backwaren(von de- willigten Bäckereien) sende frei ins Haus. Peters, Arndtstraße 42. sillk* Ringfchiffche». Bobbin. Schnell- näher, ohne Anzahlung, Woche 1,00, gebrauchte 12,00. Köpnickerstraße 60/61, Prcnzlauerstraßc 59/60 und Große Franksurtersttaße 43.(-98 Steppdecken billigst Fabrik Große Franksurtersttaße 9, parterre.+37* Nähmaschine» aller Systeme ohne Anzahlung, wöchentlich 1,00. Fünf Jahre Garantie. Unterricht im Sticken, Stopfen gratts. Postkarte genügt. Wienersttaße 6, Acker- sttaße 113, Bellealliancestraße 78. Gelegenheit. Paneel- oder schlaf- sofa billig Fräulein Gehler, Prinzen- straße 64, Hof I.__ 1421b Fahrrad billig Naunynstraße 38. Fri cur. 1420b* Geschwister verlausen vier Stuben Möbel, Polstersachcn, neu, auch einzeln, für Brautleute, staunend billig, Stores. Gardinen, Steppdecken, Bilder, schnell Köpnickcrsttaßc 126a, I. 1419b Kinderwagen verkauft Kottbuser Damm 97. Jensen, ffö Grünkramgeschäft, gutgehend, so- fort wegen Krankheit zu verkaufen Plan-User 21. 1422b Brennholzverkauf Mittwoch und Sonnabend von 3—4 Liesensttaße 4. Eigarrengefchäft billig verkäuflich, gleich oder zum ersten, Umzug außer- halb. Schulstraße 106. j88* Verkaufe erbteilungshalber mein gutgehendes Obst-, Gemüse- und Materialwaren- Geschäft mit neuer Rolle, Holz- und Kohlenhandlung so- fort billig. Erfragen Emil Haase, Charlottcnburg, Leibnizstraße 24, IV. Leihhaus Neue Schönhauser« straße 11.(Kein Eckhaus.) Größtes, ältestes Specialgeschäst für Fahr- räder, bietet ungeheuer billig Räder sämtlicher Marken an. Feinste Luxus- räder, Nickelräder enorm billig. Brennabor-Räder, Adler-Fahrräder, Dürkopp- Räder, Panther- Räder, Rennräder, Tandems, Damenräder, Riesenauswahl in kleinsten Preis- lagen. Jedermann interessiere sich für unsre Laaerbestände, dadurch unbedingte Zeit- und Geldersparnis. Leihhaus Neue Schönhauserstraße 11. (Kein Eckhaus.) 141/8 Jackettanzug, neu, lllliitelfigur, Herren- Sportanzug, Mittelstgur, Sommerpaletot, Gehrock-Anzug, unter- setzte Figur, neu, Lüslcrjackett. Alles Hälfte KoftenpreiS; schleunigst. Schneiderei Prenzlauerstratze 23 fi. 111/12 Restaurant mitHinteraarten wegen Ausgabe des Geschäfts billig zu ver- akufen Graudenzersttaße 6. •(34 Eigarrengefchäft umständehalber zu verkausen Ramlerslraße 30.-s-lOO Herrenrad, gut erhalten, 38,00. Hcinersdorsersttaße 22, Lokal. f-57 Restaurant mit Saal und Bühne, großem Garten und Kegelbahn, Parteilokal, einziges Versammlungs- und Bergnügungslokal sämtlicher Ge- werkschasten, in Prooinzialstadt über 15 000 Einwohner, soll baldigst verkaust werden. Selbiges hat eine große Zukunft und eignet sich ganz besonders für tüchttge, junge, lebens. lusttge WirtSIeute. Anzahlung nicht unter 7000 Mark. Offerten an die Expeditton des„Vorwärts" unter � 6._ 1431 b Fahrrad» tadellos 35,00. Pranke, Zorndorferstraße 60. jS? Gute Anzüge, Ueberzieher, große Auswahl, verkauft spottbillig Schneider- meister Friedrichsttaße 7, Hos rechts k, am Bellcallianceplatz. 1426b Versdnecleiies. Stellungsuchende Lesehalle, marktstraße 73. 992' Patentanwalt Dammann, Ora- nienstraße 57, Moritzplatz. Rat in Patentsachen. 1359b* Rechtsbureau. Klagen, Jnter- ventionen, Eingabengesuche fertigt an Oranienstraße 109, I. 2250K* Rechtsbureau Brunnenfttaße 40. Langjähriger Prozeßbeistand, Ein- gabengesuche, Raterteilung(aller. billiget).______ 13506* Fahrradgesuch. Gebrauchtes, billgeS, kaust sofort. Vorführen angabe. Kümmerest, furterstraße 14. oder Preis. Große Frank. t57 Vermietungen. Achtung! Achtung I Zimmer. Freundlich möbliertes Zimmer zu vermieten Koppensttaße 83, vorn II, Breithoff, Nähe Schlesifcher Bahnhof. Mä bliertes Zimmer, Flureingang, inklusive Kaffee 22 Mark, Prenzlauer- sttaße 12, IV, vorn, Gerlach. 1406b RechtSbureau! fllndreasplntz), Grünerweg vierundneunzig. Lang- jähriger Prozeßvertreter, Gerichts- beistand! Raterteilung I Eingaben- gcsuche. 1342b* RechtSbureau(Alexander-Platz), Kurzesttaße achtzehn! Gerichtssachen, Interventionen, Sttafsachen, Ein. gabcngesuche. Raterteilung, 111/6' Runststopseroi von FrauKokosky, Steinmetzstraße 48, Ouergebäudc hoch parterre. Anfpolslerung l Sosa 5,00, Matratze 4,00, auch außerrn Hause. Bachman», Blumenstraße 35 b. 2l73k* Fahrräder-Rcparaturen.sorgfälttge Ausführung, billigste Preise, sämtliche Zubehörteile. Große Frankfurter- straße 14. 1-34* Fahrräder- Verleihung, Einsitzer und Zweisitzer billigst. Große Frank- furterfttaße 14, Kümmerest. f-34* Tarlehen vergiebt Sclbstgeber, diskret. Tietze, Posenerstraße 23. Rückporto. 5/1* Pfandleihe Marknssttaße 27.* Bücher kaust, beleiht Antiquariat Kochstraße 56, l. Amt 1, 8831.* Fahrräder kauft, beleiht Ratzlaff, Schönhauser Allee 163a._ 108/9* Restaurant und Fcstsäle von Julius Wernau, Schwedkersttaße 23. tu den Feiertagen bringe ich den arteigenoffen meinen prachtvollen Garten in empfehlende Erinnerung. Jeden Feiertag Speeialitäten» Vor- stellung und Tanz, PolkSbelusttgungen aller Art. Wer in Berlin bleibt und mich besucht, spart Fahrgeld und findet angenehmen Ausenlhast. 231 IK* Genossen, Kollegen zur Nachricht, daß ich Dunckersttaße 75 ein Cigarren- Gcschüjt eröffnet habe und bitte um geneigten Zuspruch. Achtungsvoll C. Hilgendors._'_ t57* VereinSzimmer bis 100 Personen zu vergeben Naunynstraße 6.-jll* RechtSbureau! Klagen, Eingaben. Hcntschel, Förster. sttaße 10, III. Jnterventtonen, DlstCl' 14106 RechtSbureau, Gerichtssekretär, früherer, AndreaSstraße 38. Feiertagsdienst. 14706* empfehle Parteigenossen Bierlokal. Adolf Neumann, sttaße 93. mein Garten- tl24* VereinSzimmer mit Klavier zu vergeben Veteranensttaße 17. l416b Kleber» Tapezierer, Weddwg Sonn- tags Frühsprache Kunkelstraße 6. t87 Schlafstellen. ei Herren finden Schlafstelle. Schmidt, Muskauerstraße 3, Seiten- jtügel III+3 Schlafstelle, möbliert, separat Reichenbcrgersttaße 84, HI links. Schlafstelle für Herrn sttaße 114, Schwade. Wilhelm 1415b Xrbejtsmnrkt. Stellenangebote. Gipsplattensetzer sucht Renner, Heidenseldslraße 18. 1413b Grundierer(Dampf), welcher Eisen machen kann, verlangt Gräfe- sttaße 75, II rechts. Meldungen mm''_ 1423b 12—1, 6—7. Im Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeige» kosten 40 Pf. pro Zeile« TiiebtigeBueiaiiiiiuiijjsreiseiitle i i 1. d. Sertrieb größerer u. kleinerer ( Werke mit unbegrenzter Absatz- i fähigkeit bei hoher Provision < sofort gesucht. Ang. m. Res. unter No. 6541 an 6. 1. Daube£ Co., j Köln. 145/3* 3 Polier©, denen eine größere Anzahl Vor- arbeiter, Stampfer-c. zur Verfügung stehen, werden für einen größeren Cementbau für dauernde Arbeit ae- sucht. Offerten unter 51. 6 an die Expeditton dieses Blattes. 1424b Zlrbeitersekretär•»»d Lokalberichterstatter m Würzburg««sucht. Bewerbungen mit Angabe über bisherige Thattgkest und eines aus- sührlichen Lebenslaufs find unter Bei- sügung einer eignen Arbeit über.Die Ausgaben eines Arbestersekretärs und Lokalberichterstatters* bis zum 30. Mai er. an Carl Voss, Petrin!- Strasse 11 II, Wlirzburg zu richten. Wegen vorliegender Differenzen bei der Firma Funk n. Co.(Altmann)» Charlottenburg» ist laut Versamm- lungSbeschluß Zuzug nach dort strengstens fern zu halte». 67/20* Di« Sektlonslettung. Achtung! Achtung t IfjolEarbciter! Zuzug ist streng fernzuhalten nach der vautischleret Herr- mann, Skalitzerfttaße 100, und fol- gende Bauten: Bercrnstr. 3 n. 8, Strasse 4»(Hirsch-Duncker- sches Gewerkschastshaus), Greifs- waldcrstrassc, Gasanstalt Tegel(Verwaltungsgebäude). V°n MöbrltWeru nach der Möbelsabril Zelss& Comp., Wilhelmstr. 130—132, und Leipzlgerstt. 126. Die Ortsvenvaltang. Achtung, Holzarbeiter! Zuzug ist fern zu halten von Bautischlern u. Fiusetrern nach Stegiits, Gross Oichter felde, I»anksvlts u. Friedenau. In hlchmargendorf: Bau Gortsig, Zoppolerstr. 15, Bau Sachland, Breiteslr. 19. In Steglitz: Bau Kühne, Sttaße 20, an der Rotenburgstraße, Zell u. Uanke, Forst» u. Arndtstraßen-Ecke, Fiedler, Linden- u. Berlinickesttaßen-Ecke. Vergoldsr unä öeruf8genll58kn! Der Etteik bei den Ring-Fnbri- kanten und dercnZwifchenmeistern dauert unverändert fort. 226/2* Imug streng fernhalten! Die Ortsverwaltung. I. A.: Emil Oehlert, Langestr. 38 n. Tüchtiger Lackierer für Geldschränke, mit allen Arbeiten vertraut, sowie einen ttästigen Arbeits- burschen für die Lackiererei sucht Panzer Akt.-Ges., Badftr. SS Achtung! Töpfer! Die Sperre über den Bau des Töpfermeisters Grosse, Stettiuerftraste 56157, dauert unverändert fort. 195/15 Zuzug ist streng fernzuhasten. Der ArbeitS-Nachweis ist wäh- rend der Feiertage geschloffen, und erfolgt die nächste Arbeitsvermittelung am Dienstag, den 24. Mai, in der üblichen Zeit von 5 bis 7 Uhr nach- mittags. Das Bureau wttd heute um 4 Uhr geschlossen. In den Hilfszahlstellen werden heute und während der Feiertage Beiträge nicht kassiert. Gar Vorstand der sillinle Berlin. Verantw. Redatteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil vercmtw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW.