Nr. 156. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Gingetr. In der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. tern sprech- Anschluß: Amt 1, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Kapitalistische Soldschreiberei. Gine Spezialität der rheinisch- westfälischen Gruben- und Gisenbarone scheint das„ Studium" der englischen Arbeiter verhältnisse werden zu sollen. Erst war die bekannte Industriellenkommission drüben, die mit ihren Berichten ſo furchtbar hereingefallen ist. Neuerdings aber hat sich, wie schon mehrfach in unserem Blatte erwähnt, der Sekretär des bergbaulichen Vereins für Dortmund nach Durham zum Studium" des Streits begeben gehabt. Der noch sehr junge Herr reiste am 10. Mai ab und war am 18. Juni schon wieder in einer Generalversammlung seines Vereins anwesend. Rechnet man die Reise und den Zeitverlust bei Aufsuchung seiner Beobachtungsstationen" ein, so dürfte der Mann höchstens einen Monat studirt" haben. Das hinderte ihn freilich nicht, seine neu gewonnene Weisheit sofort in jener Generalversammlung mündlich, und nunmehr auch gleich in einem Buche kundzugeben, das von der Kölnischen Zeitung" bereits mit langen Auszügen und großem Wortschwall angekündigt wird. Vermuthlich ist der Buchschreiber Dr. Reismann sogar der Verfasser seiner eigenen Reklame in der Kölnischen Zeitung". Die Reklame mußte nämlich so schnell gemacht werden, daß an manchen Stellen die Rede in der ersten Person stehen blieb und Herr Dr. Reismann über sein überaus Lesenswerthes Buch" selbst schreibt:: soviel ich beobachten konnte" u. f. w. Das überans lefenswerthe Buch" muß mit affenartiger Geschwindigfeit fabrizirt und gedruckt worden sein; es soll schon demnächst" bei Kohlenbädeker in Essen erscheinen.*) Das ift auch die richtige Stelle. Außerdem hat nun noch der Generalsekretär des Zentralverbandes deutscher Industrieller, Bued in Berlin, bei Bagel in Düsseldorf schnell vor seinem Donnerstag, den 7. Juli 1892. " Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. " weisen, daß die Organisation der Arbeiter den sozialen Frieden Kongreß in London und über die oben erwähnte Bued sche Schrift unter dem Titel: Der soziale Friede im Lichte bedeutete." des Verhaltens englischer" Arbeiterorganisationen." Der Das nennt sich doch Konsequenz! Heute sind die Artikel über den internationalen Bergarbeiter- Kongreß schloß englischen Arbeiter gemäßigt", verfassungsmäßig" und mit wörtlich wie folgt( Nummer vom 28. Juni): einem start ausgeprägten gefeßlichen Sinn" begabt und Die englischen Arbeitervertreter haben es unter werden von einem kapitalistischen Soldschreiber gegen die lassen, sich in wilden, revolutionären Redensarten zu er internationale Vereinigung mit den festländischen ,, Maulgehen; sie überließen es den deutschen und französischen, fich helden" ausgespielt. Morgen sind dieselben englischen Arbeiter vollfaftiger Kraftworte zu bedienen, die selbstverständlich auf früher wohl vernünftige Leute gewesen, jetzt aber, bornirt", voll den ernsten Menschen, der da weiß, daß die Worte eben Worte bösen Willens"," gewaltthätig" und aufrührerisch" und sind, nur den Eindruck des Lächerlichen machen können. Es werden von einem anderen kapitalistischen Soldschreiber gegen ist auch dem englischen Einflusse zuzuschreiben, daß die Ber- die Strömung in Deutschland ausgespielt, welche den Arhandlungen des Kongresses im ganzen einen gemäßigten Charakter hatten und man den Beschluß faßte, den Erlaß beitern wenigstens eine nationale Organisation gönnen gefeßlicher Bestimmungen für die Bergarbeiter in den ver- möchte. Daß Beides in demselben Blatte geschieht, erhöht schiedenen Ländern nur mit verfassungsmäßigen natürlich den Humor der Sache sehr wesentlich. Mitteln herbeizuführen. Den radikalen Maulhelden Und solche kapitalistische Soldschreiber bilden sich ein, des Festlandes war natürlich die Beschränkung auf die ver- mit ihrem mündlichen und schriftlichen Gefasel den Gang fassungsmäßigen Mittel nicht nach Wunsch; der gesunde der Arbeiterbewegung in Deutschland aufhalten zu können. und durchaus gesegliche Sinn der Engländer Eitle Narren! Betrüger und Betrogene, Kapitalisten und erwies sich jedoch start genug, um die Anwendung solcher Generalsekretäre, alle werden sie vergessen sein, wenn die Mittel auszuschließen, die auf die Bezeichnung verfassungs Arbeiterbewegung ihre letten Triumphe feiert! mäßig" feinen Anspruch erheben können. Wir gehören nicht zu Denen, die an der bekannten Krankheit der Anglomanie leiden und in der Nachahmung englischer Einrichtungen das untrügliche Mittel für die Heilung sozialer Schäden sehen, aber das müssen wir allerdings anerkennen, daß die utopischen Gedanken des Sozialismus den englischen Arbeitern doch weit weniger gefährlich sind, als den festländischen und daß der start ausgeprägte Sinn für Geseglichkeit und die genaue Beobachtung des durch Ver fassung und Gefeß vorgeschriebenen Weges den englischen Arbeiter vor manchen Verirrungen bewahren, denen der festländische Arbeiter leicht anheimfällt." So hieß es am 28. Juni, und wir sehen nun neben identifizirt: Politische Leberlicht. Berlin, den 6. Juli. Weltausstellung in Berlin. Die gemischte Deput tation, welche von dem Magistrat und der StadtverordnetenVersammlung zur Förderung des Projekts der Weltausstellung in Berlin eingesetzt ist, hat am 6. Juli im RathParis eine Weltausstellung stattfinden zu lassen. diese Säge, deren hohle Phrasenhaftigkeit wir hier nicht haus eine zahlreich besuchte Sizung abgehalten. in England war. Man sieht, daß die Herren auf der ganzen Blattes vom 29. Juni, also von einem Tage später, einen energischer Weise die Meinung, daß kein Grund vorliegt, Linie in. Arbeit sind, und zwar nach einer bestimmten Erguß, in welchem sich das rheinische Goffenblatt vollständig um deswegen den Plan einer Weltausstellung in Berlin Barole. Daß sie nicht für Arbeiterinteressen oder für den mit dem Generalsekretär des deutschen Industriellenverbandes aufzugeben, weil Frankreich beabsichtigt, im Jahre 1900 in sozialen Frieden thätig sind, versteht sich von selbst. Viel leicht werden Fäden zwischen dem englischen und dem deutschen Unternehmerthum gesponnen. Jedenfalls will der Geldsack, der die Leute nach England schickt, seinen Profit davon haben und wird ihn wahrscheinlich u. A. im Ab Igucken der Unternehmerschliche finden, die gegen die Arbeiter in England auch schon etwas weiter ausgebildet find. " Juzwischen ist nun der rheinisch- westfälischen Unternehmerpresse das neue Studium" noch zu neu", und ihr vornehmstes" Organ, die Köln. 3tg.", hat deshalb dieser Tage ein paar töstliche Purzelbäume über die euglische und die deutsche Arbeiterfrage geschlagen. Fast in demselben Athem brachte dieses Blatt für alle Ergüsse der kapitalistischen Gosse je Schriftchen noch zurück. Es ist uns heute zugegangen. Wir kommen auf das Feuilleton. Madbrud verboten.) Das schlagende Wetter. Roman von Maurice Talmeyer. Uebersetzt von B. und A. G. [ C Aber was thun Sie denn?[ fragte Mr. Petit- Waudru. Entschuldigen Sie, ich trinke niemals Wein. Aber nicht doch! Das heißt ja nicht trinken, sondern nur einmal anstoßen. Meinen besten Dank! Sie danken, aber Sie nehmen einen Schluck, nicht wahr? Nicht einen Tropfen. Sie sprechen nicht im Ernst! Im vollsten Ernst! " Von der Bornirtheit und dem bösen Willen So wenig man Frankreich verhindern könne, etwa diesder( englischen) Gewertvereinler legt dieser Borgang bezügliche Pläne auszuführen, ebenso wenig brauche die aber wohl das schlagendste Zeugniß ab, denn die Arbeiter deutsche Industrie und Berlin darauf zu verzichten, die müssen es doch besser als irgend ein Anderer wissen, daß, Völker der Erde zu dem Friedenswerk einer Ausstellung wenn sie geflisfentlich auf den theilweisen oder gänzlichen zu sich zu Gaste zu laden. Die Erörterung, welche Verfall der Gruben hinarbeiten, fie, auch nach beendetem sich über alle einschlägigen Punkte erstreckte, und in Streif, erst nach oder verhältnißmäßig längerer Zeit der ist welcher allseitig neben wärmsten Sympathie gar nicht wieder Arbeit finden dürften. Ferner das die Ausstellungswerk auch zuversichtliche bemerkenswerth, daß die Arbeiter bald nach dem für Ausbruch des Streiks( von Durham) zu Gewalt Hoffnung auf ein Gelingen desselben zum Ausdruck kam, thätigkeiten und. aufrührerischen Handführte zu dem einstimmigen Beschluß, den Kommunal Iungen schritten, was Bueck an einer großen Reihe von behörden zu empfehlen, den Betrag von 10 Millionen Thatsachen nachweist, um dann den Durhamer Arbeiterausstand Mark für den Garantiefonds der Ausstellung zu be in knapper und durchaus zutreffender Weise zu willigen. fennzeichnen. Mit Recht meint Bueck, der ganze Verlauf der es Mit sehr großer Mehrheit wurde ferner beschlossen, letzten englischen Arbeiterausstände habe ein Verständniß dafür das Jahr 1898 für die Ausstellung in Aussicht zu nehmen vermittelt, weshalb die große Mehrheit der Unternehmer und Arbeitgeber in Deutschland, besonders diejenigen, welche es und von den gefaßten Beschlüssen dem Reichskanzler, dem mit großen Arbeitermassen zu thun haben, die Lehre zurück- deutschen Handelstag und den Aeltesten der Kaufmannschaft schwankende Licht des Herdes warf drei riesige Schatten auf die Wände und der des Lehrers reichte bis zur Mitte der Decke. Draußen hatte sich der Nordwind wieder erhoben. Auf der Straße klapperte ein offener Fensterladen hin und her und man hörte nichts in der Stube, als das leise Prasseln der brennenden Kohlen. Der Lehrer erhob sich, zündete ein Licht an, das in einem Kupfernen Leuchter steckte, führte Jaquemin in ein benach bartes Zimmer und zeigte ihm dort ein weiß überzogenes Fremdenbett. Ihre Tochter kann hier schlafen, sagte er, aber ich habe nur dieses eine Bett. Wo werden Sie schlafen? In der großen Stube, entgegnete der Fremde, auf dem Seffel. Der Schulmeister erwiderte auf dieje Worte nichts, schürte das Feuer noch einmal auf, wünschte seinen Gästen Gute Nacht und ging durch die Thüre im Hintergrunde Dann schüttelte der Reisende seine eingeschlafene Tochter leise und rief: Babette! hinaus. Das junge Mädchen öffnete, ganz roth vom Schlafe, die Des Lehrers Gesicht röthete sich; er machte eine leichte Bewegung mit dem Kopf, füllte das Glas, daß er vor das Augen. junge Mädchen gesezt hatte und stellte die Flasche auf das Ach, sagte sie, der Herr ist nicht mehr da. Buffet. Im Grunde hatte ihn dieser Widerstand verletzt. Dann richtete sie sich auf, ohne den Kopf zu erheben und waren fest geschlossen, der Kopf hoch aufgerichtet. Im freien zu können und sagte: Bimmer war es ganz still. Das Abendessen war beendigt und der Mann versant Es ist mir falt. Sie setzte sich einen Augenblick in der großen Strohsessel wieder in sein Grübeln. Das junge Mädchen, das ein paar und wärmte ihre Glieder. Darauf ging fie an den Schreibtisch| schlafen zu legen, war bereits ihr Vater neben dem Feuer eingeschlummert. III. Er schlief schon seit mehreren Stunden einen unruhigen tiefen Schlaf, voller schreckhafter Träume, als er plöglich erwachte. Das Feuer verbreitete ein ungewisses Licht im Zimmer, das ganz in röthliches Dämmerlicht getaucht war. Dieses geheimnißvolle Zwielicht würde abergläubische Gemüther geängstigt haben, umsomehr als der Fensterladen unaufhörlich klapperte, weil der Wintersturm an ihm rüttelte, während die große Holzuhr keinen Laut mehr von sich gab, da sie Herr Petit Waudru aufzuziehen vergessen hatte, als er hinausging, und die nun stehen geblieben war, gleich als ob sie den Schlaf des Fremden nicht stören wollte. Es war dem Reisenden im Schlafe so vorgekommen, als ob er Lärm gehört hätte. Nun hallten von der Straße her Schritte au sein Ohr, ein Durcheinanderschreien von Stimmen, von denen eine die andere übertönte. Diese schrie: Das schlagende Wetter! Der Schrei hallte im ganzen Hause wider. Den Reisenden erschütterten diese Worte furchtbar. Er richtete sich wie im Fieber empor. Auf's Höchste bestürzt und zitternd trat er ans Fenster, preßte die Hand angstvoll an die Stirn, horchte hinaus und murmelte: Ich träume nicht, beim Himmel! Er horchte weiter und sagte: Nein, das sind Berglente, die von der Arbeit zurückMal vom Weine genippt hatte, schlummerte allgemach ein und betrachtete sich noch einmal neugierig das Bild, das fehren. Es ist 4 Uhr. die Lampe die drei Leute, die sich nicht rührten. Das später, als sie im Nebenzimmer verschwunden war, um sich als er über seinem Kopf Schritte vernahm. Es war wahr von Berlin Mittheilung zu machen. An das Präsidium des[ einem Krieg giebt es nicht bessere Zeiten-liegt nach Allem, was bekannt geworden, nicht vor. Wir deutschen Handelstages, als der nach Ansicht der gemischten außer nach dem letzten Krieg, in welchem die Macht und wollen über den Prozeß selbst, dem wir schon einige. Worte Deputation berufensten Stelle, soll das Ersuchen gerichtet das Regiment der Ausbeuter und Unterdrücker der Menschen widmeten, jetzt nicht des Näheren sprechen, durch den Auswerden, das Einverständniß der industriellen Kreise Deutsch- gebrochen wird. Jeder andere Krieg, z. B. unter den ob- schluß der Deffentlichkeit ist es uns unmöglich gemacht lands vorausgesetzt, die Bildung des Ausstellungskomitee's waltenden Verhältnissen ein Krieg zwischen Deutschland und worden, die zur Gewinnung eines Urtheils nöthigen Anin Angriff zu nehmen. Frankreich, würde beide Völker unzweifelhaft gleich schwer haltspunkte zu erlangen. Es seien daher nur noch einige " " M Bismarck kontra Siemenroth?! An hervor ragender Stelle seines nichtamtlichen Theiles schreibt der Reichs- Anzeiger"( Nr. 157 vom 6. Juli): Wie übrigens die Allgemeine Zeitung" meldet, fand treffen und beide um ein halbes Jahrhundert zurück- Bunkte hervorgehoben. In erster Linie die exorbitante in München am 6. Juli eine Versammlung Industrieller werfen. Da ist der bewaffnete Friede uns doch noch lieber. Höhe der Strafen, die um so greller hervortritt, wenn man behufs Besprechung der Berliner Weltausstellungs Frage Er lastet so schwer auf den Völkern und ist etwas so wider bedenkt, daß in Ländern mit Preßfreiheit der Inhalt des statt. Alle Anwesenden waren darin einig, daß Deutschland sinniges und Barbarisches, daß wir uns mit Grund der Blattes, dessen Verbreitung den Thatbestand ausmacht, gar ohne Rücksicht auf Frankreich im Jahre 1898 eine Aus- Hoffnung hingeben können, die Völker müßten endlich durch nicht strafbar ist. stellung veranstalten müsse. Ein Zurückweichen würde in Schaden flug werden und zu dem Entschluß kommen, den Gin zweites Moment ist die Verhängung von Zucht Süddeutschland keinen günstigen Eindruck machen. erstickenden Eisenpanzer des Militarismus abzuwerfen. haus anstatt einfachen Gefängnisses. És tann dies nicht Wie zu erwarten war. Wie mitgetheilt wird, ist Judenbordelle und kein Ende. scharf genug kritisirt werden. Dieses Bestreben, dem polidie neue Militär- Strafgerichts- Ordnung für Deputationen, Denunziationen Beitungsartikel, tischen Gegner ehrlose Gesinnung zu imputiren, ist eine der das Deutsche Reich, an deren Ausarbeitung auch höhere Broschüre, der Deutschfreifinn rabbiat nach dem Schußmann mand steht dem Anarchismus prinzipiell schroffer entgegen wegen einer fläglichen traurigsten Errungenschaften der Bismarc'schen Aera. NieOffiziere und Militär- Justizbeamte der Bundesstaaten Bayern, rufend. Sachsen und Württemberg theilgenommen haben, nunmehr So viel Lärm um ein Leichentuch! Weshalb? Wer feit der Verurtheilten zu zweifeln. als wir, aber wir haben keinen Grund an der Ehrlich soweit fertig gestellt, daß sie dem Reichstage in der nächsten tann leugnen, daß an dem schmählichen Handel mit Tagung wird vorgelegt werden können. Die Redaktions- Menschenfleisch zum großen Theil jüdische Kuppler betommission", heißt es, an deren Spitze der General der theiligt sind? Was freilich nicht hindert, daß die goldene Herkules des Jahrhunderts. Während er sich den hinteren Ganz auf den Pindter gekommen ist der Gr Infanterie v. Leszczynski, früherer kommandirender General Jugend, die für Ahlwardt sich begeistert und von Stöcker Menschen reibt, den der urkräftige Fußtritt getroffen hat, des IX. Armeekorps, stand, erhielt ihre Anweisungen un- Burzelbäume schlägt, die„ Waare" nimmt, fomme sie aus schimpft er, statt dem Ertheiler des Fußtritts mit offenem mittelbar von dem Kaiser. Im Wesentlichen sollen die hebräischen oder arischen Händen, sei der Lieferant, der Bisir" entgegenzutreten, auf den armen Pindter, der ihn Grundzüge der jetzigen preußischen Militär- Bordellwirth, Jude oder Christ. Aber warum ist der Liberalis- doch blos, in Ausübung seines Lataienamts, auf Befehl des Strafgerichts- Ordnung zur Richtschuur gedient mus auf einmal gar so spröde geworden, daß er sein Auge Herrn Fußtritt Ertheilers zur Thüre hinausgeworfen hat. haben!!!! Wie jetzt, so zerfällt auch nach dem neuen Ent- und Ohr vor dem Wort Bordell verschließt? wurf die Gerichtsbarkeit in eine niedere und eine höhere Feigenblattgesetz, Als das Statt mit dem Herrn auf die Mensur zu gehen, balgt er die berufene lex Heinze, und wird ausgeübt durch Gerichtsherren( militärische Befehls- öffentlichen Erörterung unterstand, da befürworteten heit gehörte noch dazu, das Charakterbild dieses Zalmider sich mit dem Bedienten. Diese traurige Komödie der Feig haber). Die Gerichte sollen nur die Befugniß haben, Recht deutschfreisinnige Zeitungen mit sinniger Beredsamkeit die Heros zu vollenden. Zu vollenden? Wer weiß, er hat ein zu sprechen. Als erkennende Gerichte sollen: a) Stand- Errichtung von Bordellen, und das Blatt des Geheimen so außerordentliches Talent für die Kunst der Selbst gerichte( drei Richter, Offiziere); b) Kriegs- und Ober- Justizraths Lessing erschöpfte sich in Gründen für jene herabwürdigung an den Tag gelegt, daß es ihm vielleicht friegsgerichte( 5 bis 7 Richter, darunter je ein Kriegs- resp. Häuser, die zu retten einst, wenn wir dem Ahnherrn des noch gelingt, einige neue Striche hinzuzufügen. Ober- Kriegsgerichts- Rath); c) ein Reichs- Militärgericht Herrn Geheimen Justizraths Glauben schenken,„ ein Dutzend ( mit einem General als Präsidenten, mehreren Senats- Mönche aus den Betten sprangen". Und nun ist der Titel: präsidenten, Direktoren und der erforderlichen Zahl von Judenbordelle" für die liberalen Mannesseelen ein Scheuel Richtern, bestehend aus höheren Offizieren und Militär- und Greuel. Justizbeamten) vorgesehen sein. Zur Vertretung der An- Man darf das nicht vor teufchen Ohren nennen, flage werden Militäranwaltschaften bezw. eine Ober- Militär- Was feufche Herzen nicht entbehren können." anwaltschaft eingerichtet, auch sollen Gerichtsschreibereien Reine anständige Frau" könne die Friedrichstraße mehr gebildet werden. Das Recht der Vertheidigung durch einen passiren, weil die schreckliche Schrift ausgeboten und ausgerufen Dritten soll dem Angeklagten gewährleistet sein. Nicht mehr werde, heulmeiert der Chorus des Deutschfreisinns. Die wie bisher urtheilen die erkennenden Gerichte auf Grund fittigen Bourgeoisdamen, deren Schamgefühl so phänomenal der Akten, sondern auf Grund der vor dem Gerichte statt zu Tage tritt, sind sie nicht dieselben, die jedes Ehebruchsfindenden mündlichen Verhandlung mit dem Angeklagten brama, jede dramatische Cochonnerie, mag sie aus Paris und den etwa vorhandenen Zeugen. Die Deffentlichkeit oder aus Berlin stammen, bejubeln und beklatschen? Sind der Gerichtsverhandlung scheint nicht zugelassen zu es nicht diese Kreise, welche die Botenliteratur jenes sein. Berufungen gegen ergangene Erkenntnisse stehen der Möchtegern- Naturalismus, der mit dem Naturalismus eines Anklagebehörde sowohl als auch dem Angeklagten zu; Jbsen oder Zola aber auch gar nichts gemein hat, mit in letter Instanz entscheidet das Reichs Militär- Gier verschlingen? Sind es nicht jene Schichten gerade, die gericht. Alle Erkenntnisse bedürfen der Bestätigung." von ihrer Presse die Pflege der pikanten" Ereignisse, der Das bedeutet einen Sieg des Militarismus ohne Phrase. Standale und galanten Abenteuer heischen, wofern sie es So reformbedürftig das bayerische Militär- Gerichtsverfahren nicht vorziehen, die Abenteuer selbst zu erleben? Es ift, feine Verfassung hätte, so lange man nicht das Aus- muß verteufelt schwach um die Moral der Leute bestellt nahmegericht überhaupt beseitigt und das Militär dem sein, die vor einem Wort, vor einem Buchtitel bürgerlichen Richter unterstellt, zu Grunde gelegt werden sich fürchten. Nun heischt man gar neue Einschränkungen müssen. Jetzt wird Bayern seine bessere Gerichtsordnung der' Preßfreiheit, des Versammlungsrechts und ähnliche einbüßen, wofern die Vertreter Bayerns nicht auf ihren Kniffe. Wer thut dies? Angehörige einer GlaubensgemeinSchein stehen. Und bayerische Regierung und bayerischer schaft, einer Nationalität, die Jahrhunderie das Joch des Landtag werden sich beugen. Und die Erbitterung gegen Ausnahmezustandes getragen hat. Der beste Beweis dafür, den Militarismus, der die Zeichen der Zeit nie verstehen daß Geldjudenthum und Kapitalismus sich decken, durchaus wird, geht immer tiefer. reaktionär, gehässig, brutal. Das liberale Zeitungsgeschwister Finden Sie es beffer: stets schlechte Beiten Beinliche ist vom Uebel, und fanatisch zetert das freiheitsvertheidigt im Juden den Kapitalisten, Alles den Besitzenden ohne Krieg? oder krieg und davon für die liebende Bürgerthum, das sittlichkeitstriefende Bürgerthum, Sinterbliebenen gute Beiten?- diese Frage bas reinliche, ideale, teutsche Bürgerthum nach der Polizei. stellt uns ein Mann aus dem Bolte, der zu den treuesten Heiliger Richthofen, lautet ihr Stoßgebet, steh' uns bei, und recht aus der Volksseele" heraus zu den Geschehnissen des du, allerheiligster Herrfurth! " Der Einige Zeitungen fahren fort, Aeußerungen zu bringen, welche durch den Umstand, daß sie auf den Fürsten Bismard zurückgeführt werden, Interesse erregen, deren fachlicher Werth aber der Regierung feinen Anlaß giebt, sich mit ihnen zu be schäftigen. Nur folgende Aeußerung der Hamburger Nach richten" fann, weil sie geeignet ist, den ersten Beamten des Reichs zu verdächtigen, und weil sie jeder thatsächlichen Be gründung entbehrt, nicht ohne Widerlegung bleiben. Dies Blatt sagt in Nr. 158 vom 5. Juli d. J.:„ Es ist ein Frr thum, daß Fürst Bismarck die Vermuthung ausgesprochen habe, Windthorst habe die Kunde von der Kandidatur Caprivi's aus dem Munde des Kaisers gehabt. Fürst hält eher das Umgekehrte für möglich und glaubt, daß Caprivi der Kandidat des Zentrums weit früher gewesen sei als der des Kaisers, da die antibismarck'schen Beziehungen des jetzigen Reichstanzlers zum Zentrum bis in die Zeit der Reichsglocke" zurückreichen und uns nichts darüber bekannt ist, daß ihre Fortsetzung später unterbrochen worden ist." Der Reichskanzler General der Infanterie Graf von Caprivi hat bis zu dem Augenblick, in welchem Seine Majestät der Kaiser ihn zum Reichskanzler ernannte, nie nach einer politischen Wirksamkeit gestrebt und nie Beziehungen auch nicht antibismard'sche zu irgend einer politischen Partei gehabt oder gesucht." Reichs- Anzeiger" gegen das Pindter- Blatt verlangte, er Statt des Démentis, das der spaßhafte Greis vom hält er vom amtlichen Organ der Reichsregierung einen brennenden Backenstreich. Natürlich wird der tapfere Bis dieser neuesten Büchtigung gegenüber beobachten und nicht marck die Wanzen taktik des Todtstellens auch mit dem Kanzler Caprivi die Klinge kreuzen, sondern Händel suchen mit dem als Verantwortlicher zeichnenden Redakteur des ReichsHändel suchen mit dem augenblicklich in Stellvertretung Anzeigers", dem Herrn Siemenroth. Tages feine Empfindungen und Gedanken mitzutheilen Reklame für den Anarchismus. Der Leipziger pflegt. Daß diese Frage gestellt werden konnte, ist Anarchisten Prozeß wird von der reaktionären, charakteristisch für unsere Zeit. Der bewaffnete Friede ist namentlich der nationalliberalen Bresse, wie vorauszusehen Konstantinopel Hinz, pardon! von Hinz oder von Kunz ein so fürchterlicher Vielfraß und Tyrann, daß man wirk- war, nach Kräften zu den bekannten Wauwau- Zwecken aus lich im Zweifel sein kann, ob der Moloch Krieg das größere genutzt. Natürlich nicht mit Glück. Das Material ist so Uebel. Er richtet sicher zu Grunde, während der Krieg wenig dankbar. Da war Ravachol doch ein besseres wenigstens die Möglichkeit bietet, dem Verderben zu ent- Objekt"! Die Verbreitung eines verrufenen Blattes, dessen rinnen. Oder wenigstens fie bot- denn heute bietet tedaktion ein Taubenschlag ist für Spigel, und dessen Einwir meinen natürlich einen großen Krieg, fluß nicht so weit reicht, wie der des kleinsten deutschen den großen Krieg- bietet er fie nicht mehr. Amtsblättchens, ist doch ein gar zu winziger Thatbestand Und damit beantwortet sich auch die Frage. Frage. Nach für einen Gruselprozeß und ein anderer Thatbestand er scheinlich Petit- Waudru, der in seinem Zimmer umherging. Fast zur selben Zeit öffnete sich ein Fenster im Haus und die Stimme des Lehrers fragte Leute, die auf der Straße stehen geblieben waren: Giebt es Todte? Nein, erwiderte man. Und Verwundete. Auch nicht! Aus welchem Schacht kommt ihr? Aus Nummer fünf. Wo ist das Wetter? In Nummer fünfzehn! Mehr Geld! Db der deutsche Botschafter in heißt, ist dem Wesen nach durchaus gleichgiltig. Wir haben deshalb die Erörterungen der bürgerlichen Presse über die Versehung des deutschen Botschafters Herrn v. Radowis von Konstantinopel nach Madrid bisher ignorirt. Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung"( Nr. 310 vom 6. Juli) bringt nun eine amtliche Nachricht, wonach der Stellenwechsel teine Strafversehung" sei, obwohl der Posten in Ronstantinopel mit 120 000 m., der in Madrid nur mit 100 000 m." jährlich dotirt sei. Nur" 100 000 m. find freilich ein Hungerlohn für einen Diplomaten, und die Er betrachtete fich lange, unbeweglich und schweig- Steuerzahler haben die Pflicht, den Gehalt zu erhöhen. sam. Endlich kehrte er zum Tisch zurück, stellte den Die Norddeutsche" verkündet bereits im höheren Auftrag: Leuchter darauf, fegte sich auf einen Stuhl und fiel in Uebrigens haben wir gehört, daß die schon früher angeregte eine tiefe Träumerei, die er von Zeit zu Zeit vergeblich zu Frage, ob die Dotirung der Botschaft in Madrid den gegen bannen suchte. Er versuchte einzuschlafen, aber er richtete wärtigen Verhältnissen noch entspricht, von Neuem in Er sich plötzlich wieder auf und seufzte tief. Das Licht, welches wägung gezogen werden wird." Was in einfaches Deutsch brennen geblieben war, flackerte neben ihm auf dem Tisch, übertragen nichts anderes heißt, als: Deutscher Michel, lege das Feuer war im Verlöschen. Zuweilen hörte man das dem von Radowitz 20 000 m. jährlich zu! Und da sagt leise Summen einer jener Fliegen, welche die ersten Schnee- man noch, es gebe keinen Nothstand. gestöber zu tödten vergessen haben. Das Gesicht des Fremden, den das alles störte, schaute mit so schmerzvollem Ausdruck Das Handwerk ist gerettet. Unsere Zünftler mögen brein, als ob er für seine Schlaflosigkeit Gnade erflehen wollte. Endlich aber schlossen sich seine Augen und von der Ermüdung überwunden, schlief er ein. Als er aufwachte, war es heller Tag, und eine freundliche Stimme rief ihn beim Namen. Guten Morgen, Herr Paquenin, wenn der Schlaf gut ist's das Gewissen auch. aufhören zu klagen, der Dresdener Hofrath mit der weißen Das Fenster wurde geschlossen. Der Fremde hatte sich Weste, Herr Wechselnotarius Ackermann hat an den bei den letzten Worten, die er hörte, an die Mauer gelehnt, Chefredakteur des Weltblattes:" Tägliche Rundschau für als ob ihn eine Ohnmacht anwandle. Indessen entfernten Stadt und Land", einen gewiffen D. Tippel in Schweidnih fich die Stimmen und es wurde still um das Haus. Es ein Schreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt: So lange war also ein Unglück in der Grube passirt und die Bergich noch öffentlich zu wirken berufen bin, werde ich nicht leute der Tagschicht, welche nach der Grube gingen, unter- ist, aufhören, für die Interessen des Handwerkerstandes ein hielten sich darüber mit denen der Nachtschicht, die von da Es war der Lehrer, frisch rasirt, hoch aufgerichtet in zutreten, weil ich in ihm eine der besten Stützen des Staates zurückkamen. seinem steifen Kragen, bedeckt mit seiner Schirmmüte. Er erblicke. Was nach Ablehnung des Befähigungsnachweises Der Reisende verharrte eine Zeit lang, ohne sich an zeigte auf den fupfernen Leuchter, dessen Kerze ganz auf zu geschehen hat, gedenke ich nach Einberufung des Reichs rühren, in seiner Stellung, gespannt horchend, ob er nichts gebraucht war, und an dem sich Säulen von herunter- tages mit meinen politischen Freunden weiter zu berathen." mehr hören würde. Dann sette er sich an den Tisch. gelaufenen Wachstropfen gebildet hatten. Er schien glücklich, Wenn nun das große Weltenrad nicht sich flugs rückwärts Bon seiner Unruhe geplagt, stützte er feinen Kopf seinen schlafenden Gast überraschen zu können und lachte mit wendet und in das Mittelalter hineinrollt, dann giebt es in die Hände; stand wieder auf, durchschritt durchschritt das jener unschuldigen Schelmerei, die offenherzigen Greisen feine Tugend mehr auf Erden. Zimmer, blieb von Neuem stehen, als ob das Geräusch eigen ist. Es belebte etwas Rührendes, Weichmüthiges das seiner Schritte in dem stillen Hause ihn erschreckte und runglige Gesicht des alten Herrn und plötzlich rief er machte plötzlich eine Bewegung, als ob seine Blicke etwas fröhlich: Suchten. Um diese Stunde frühstücken wir! Zwischen den bescheidenen Verzierungen, die die Wände Der Steiger schien überrascht und bewegt zugleich von verschönern sollten, hing in einer Ecke an einem Nagel ein der Stimme, die ihn anredete, und von dem Mahle, das Spiegel. Die Augen des Steigers blieben daran haften. ihn erwartete, sowie von dem Hause, das ihn so freundlich Landesgericht Hamm, wie bereits von uns gemeldet worden Bochumer Stempelfälscher. Während das Ober Er zündete das Licht an, näherte sich dem Spiegel und aufnahm, und wo ihm ein Hauch unbeschreiblichen Wohl- ist, den Baare außer Verfolgung gesezt hat, hat es die Anbetrachtete sich aufmerksam. Er schien nicht nur mit größter wollens entgegenwehte. Er wußte zuerst nicht, was er antworten sollte, dann das Landgericht Essen ebenfalls abgelehnt hatte, aufrecht flage gegen zwei Beamte des Bochumer Vereins", welche Sorgfalt seine Züge studiren zu wollen, sondern er forschte, ob das Geheimniß in seinem Innern ihm aus dem Spiegel aber drängte er seine zaghafte Schüchternheit zurück, und erhalten. Der entgegenstrahle, das in der tiefsten Tiefe des Herzens als ob er beweisen rollte, daß er nicht so lange geschlafen gegen Rosenthal und Genossen soll am 25. Juli vor der Stempelfälschungs- Prozeß schlummerte, ob irgend eine Spur von dem, was er habe, als man glan.ben konnte, stand er auf, hustete und Effener Straftammer beginnen. empfunden oder das sich ereignet hatte, irgend eine für ihn fagte: felbft wahrnehmbare Andeutung in den Falten seines Ge- Ich habe heut Morgen den Zug der Bergleute vorüberfichtes bemerklich sei. gehen hören. ( Fortsetzung folgt.) Besorgt und aufgehoben. Lorenz, der Arbeiter, welcher sich von Bismarck benachtheiligt glaubt und ihm in Wien unbequem wurde, soll in ein Frrenhaus gesperrt werden. Bismarcianer. Im Bayrischen Waters tand des Dr. Sigl( r. 150 vom 6. Juli) liest man Gine aus inneren Gründen gerade nicht unwahrscheinliche| Mangel der einfachsten volkshygienischen Schutzmaßregeln und Jammers für den Often. Immer schlimmere Nachrichten Meldung macht der Münchener Korrespondent der„ D. Reichs- Sicherheitseinrichtungen für jede Seuche den üppigsten Nähr treffen aus Rußland ein. zeitung":" Bismard forderte für seine Fahrt nach München boden darbieten, dringt unaushaltsam der schwarze Tod des nach Astrachan hat aufgehoben werden müssen; auch ist es Der Passagierverkehr von Baku einen Extrazug. Die bayerische Staatsbahnverwaltung neunzehnten Jahrhunders, die Cholera. So verlogen die nicht unmöglich, daß die große Messe in Nischni- Nowgorod gewährt Jedermann einen Extrazug, aber gegen entsprechende Regierung auch ist, so eifrig sich die Zeitungs- und Tele- sich für dieses Jahr verbietet, was einen ungeheuren Bezahlung. Bismarck forderte aber einen Extrazug graphenzensur bemüht, die Hiobsbotschaften, die aus den finanziellen Ausfall bedeutet, den Rußland heute schwerer umsonst. Dieser Extrazug wurde ihm schließlich gewährt verschiedensten Theilen des Weltreichs dringen, zu unter als je ertragen kann. Kenner der Lage", schreibt die Münvon der bayerischen Grenze, von Salzburg ab. Bezahlt drücken oder abzuschwächen, die Cholera, diese Geißel der chener Allgemeine Zeitung"( Nr 185 vom 5. Juli), versichern, aber hat ihn insgeheim Maler Lenback.( Wäre der so bei Massen, ist da, sie wüthet furchtbar. Und jetzt offenbart daß Rußland spätestens Ende August genöthigt sein wird, Raffe?) Bismarck ist wohl heute noch der Ansicht, die sich die schmähliche Mißwirthschaft des Zarismus, der das zur Notenpresse zu greifen. Das bedeutet aber für den bayerische Staatsbahnverwaltung habe ihm den Extrazug Land ausgepowert, die Bevölkerung versklavt and ver- russischen Kredit den Anfang vom Ende." Der Kredit, der umsonst zur Verfügung gestellt." In Traunstein dummt, die Verkommenheit der Nation zum Lebensprinzip bereits am Ende ist, wird dann vollends zusammenbrechen. haben sich's etwelche Leute bekannter Sorte nicht nehmen seiner Herrschaft erhoben hat. Keine Spur eines ausreichen- Nicht der Anfang vom Ende, das Ende des Endes wird laffen, die schöne Gelegenheit zu benügen, sich für Bis- ben Schuzes, genügender Hilfsmittel, keine Reinlichkeit, feine es sein. mard zu blamiren. Nachts um die Geisterstunde tam Spitäler, weite Strecken ohne Aerzte, ohne Apotheken; die erwartet von Benno dem Gemeindeglaser und Empfänglichkeit für die Krankheit außerordentlich groß bei Allerweltsg'schaftlhuber an der Spige von 12 gleich oder dem ausgehungerten, geschwächten, in seiner Hütte vegetirenähnlich gesinnten Mannen, um Ihn gehörig anzubrüllen. den Bauern, bei den in den engen, winkligen, unsauberen Die Büffetdame am Bahnhof, Frl. Ottilia Huber, hatte an Vierteln der Großstädte aufgehäuften Proletariern. dem Tage von einem Verehrer ein Bouquet zugestellt er massenelend der kapitalistischen Welt tritt in rohester Gestalt von den Hutmachern Berlins durch Herrn 6. Kempe 60 Mt. halten, dieses wurde von Benno annektirt, um unter dem zu Tage im despotischen Rußland. Und ist die Cholera für Gebrüll seiner Freunde dem großen Ex feierlich überreicht Westeuropa eine furchtbare Gefahr, so ist sie der Gipfel des zu werden. So kam Bismarck zu einem annektirten Buffetdamen- Bouquet. Nachdem der Er fort und das Gebrüll zu Ende war, begeisterte man sich in einem nahen Gasthof mit und in Champagner für Ihn, wobei ein bismarckbegeistertes Schneiderlein beinah in Champagner ertrunken wäre. Vor einigen Jahren beim Spitalwirth in Gastein wäre ihm das nicht passirt, da er schon um 8 Uhr Abends im gemeind lichen Schlafsaal sein mußte. In den Münchener Neuesten" aber wurde die besoffene Mette zu einer großartigen Ovation Traunsteins" hinaufgeschwindelt." Die eine wie die andere Geschichte sind charakteristisch für die Noblesse und Humbugerei des" Säkularmenschen". Ein Nothschrei. Es ist gewiß traurig, wenn in einer Zeit, wo die großkapitalistische Presse vermöge der Fülle des gebotenen Stoffes das Lesepublikum beherrscht, christliche Boltsblätter sich dauernd nur einen Plaz erringen können, wenn ihnen die Hilfe hoch= herziger, opfermüthiger Freunde zur Seite steht." Also flagt„ Das Bolt". Jammer zu würdigen. Wir wissen seinen wicht des fich stets als Das 2. Ziehung der 1. Klasse 187. Königl. Preuß. Lotterie. Ziehung vom 6. Juli 1892, Bormittags. Nur die Gewinne über 60 Mart find den betreffenden Nummern in Barenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 26 47 190 215 94 354 447 850 962[ 100] 68 72 1248 446 55 66 504 612 29 721 71 827 926 39[ 100] 58 2010 37 165 83 208 94 310 487 525 620 750[ 100] 82 855 952 62 3145 424 34 805 4036 291[ 200] 579 646 57 873 88 91 5007[ 15 000] 12 120 210 98[ 100] 309 69 466 869 6080 369 98[ 100] 406 597 830 904 7 16 22 24 61 7254 342[ 100] 60 494 716 817 8164 93 241 646 725 32 805 9117 77 215 76 309 60 80 495 539 84 88 635 55 861 10116 70 96 333[ 200] 67 467 525 700 952 68 11046 135 53 59 73 [ 200] 274 461 555 12166 69 78 248 58 72 321 27 483 574 85 652 63 773 801 11 12 13033 90 189 209[ 150] 88 96 404 618 717 69 818 98 14070 847 580 619 806 29 60 15005 35 53 192 223 444 46 76 596 12001 637 60 864 95 16128 219 519 48 61 688 712[ 100] 827 67 936 62 93 17005 101 33 297 474 551 82 625 729 18024 68 420 507-703 36 78 81 94 [ 150] 19132 34 77 231[ 150] 40 48 435 680 712 867 20104 273 87 372 417 56 96 663 744 891 908 22[ 100] 25 80 21070 110 7 216 412 617 847 947 62 22098 128 47 234[ 100] 62 334 422 576 674 958 23012 129 344 555 73 723 69 823 942 97 24151 53 284 310 78 677 807 975 25022 43 144 227 68 414 51 55 660 943 26098 169 72[ 150] 297[ 100] 349 441 765 817 997 27130 799 917 59 28088 180 382[ 100] 418 784 85 853 98 965 29250 52 335[ 150] 667 92 754 938 30186 222 412 566 661 701 78 820 31 967 31024 106 12 93[ 150] 287 95 304 53 67 423 527 32 74 601 701 5 822 48 961 32052 99 152 341 581 612 704 884 903 33177 249 353 558 635 959 34014 72 230 40 400 39 61 644 63 722 68 861 94 920 73 77 35021 38 42 70 80 127 209 58[ 100] 457 694 719 21 873 903 22 56 59[ 100] 36290 461 516 636 50 715 98 37027 88 130 000] 103 265 79[ 150] 497 565 641 43 60 85 790 852 972 38334 448 59 586 641 719 40[ 100] 824 947 89060 74 106 61 213 78 332 738 920 40075 165 68 74 76 413 97 608 745 841 953 41000 112 24 214 303 30 72 477 97 559 716 52 92 856[ 100] 51 42035 150[ 150] 426 78 656 774 815 57 909 19 33 86 94 43414 613 709 71 97 824 85 912 59[ 100] 44057 260 73 399[ 100] 480 558 698 957 45179 255 371 82 410[ 100] 62 538 603 36 59 62 77 999 46031 127 65[ 150] 350 98 446 543 656 64 736 87 47063 111[ 100] 82 93 291 355 81 482 574 869 972 48150 240 458 59 537 47 72 806[ 100] 86 977[ 100] 49424 724 80 98 802 3 967 68 50001 282 333 58[ 100] 97 485 692 890 922 23 51017 27 122 52 230[ 150] 79 304 565 700 821 904 33 56[ 1001 61 52028 93 213 48 63 81 92[ 100] 331 616 31 827 70 72 943 5: 3087 105 356 450 503 730 843 54006 224 50 57 397 414 21 536 750 843 933 55133[ 100] 385 [ 100] 501[ 100] 8 10 728 69 71[ 100] 95 900 81 56093 186 236 90 340 49 507 98 653 65 66 702 10 88 94 984 94 57014 25 83 91 104 59 436 todte Be 49 682 726 822 30 35 58022 66 146[ 100] 306 427 64 615 19 742[ 100] 62 829 70 59492 666 72 720 60 71 833[ 150] 88 93 917 24 erweist 60034 403 39 599 611 781 92 961 79 61015 234 92 96 383 541 628 781 832 79 934 59 88 62029 138 398 419 552 63000 45 63 100 18 312 95 456 561 62 785 846 64330 448 556 80 628 838 65019 311 44 58 423 96 553 630[ 200] 737 38 824 96 986 66019 127[ 100] 77 239 55 94 311 445 694 775 811 992 67109 262 409 55 94 780 68113 280 92 316 47 503 92 610 41 78 773 79 69102 32 99 206[ 100] 322 425 541 619 23 88 91 787 89 93 847[ 100] 91 944 65 70094 247 311 47 638 72 814 71009 58 319 73 74 518 66 611 65 733 940 72081 387 532 88 96 838 904 73097 228[ 100] 320 408 19 52 99 534 77.93 819 74030 242 63 557 612 729 809 49 995 75322 411 571 629[ 100] 30 864 84[ 100] 960 76025 180 365 504 29 645 91 732 955 77054 156 59 333 37 490 561 668[ 100] 797 833 96 982 78094 166 217 344 695 903 75 80 79130 32 201 20[ 100] 79 343 75 407 14 130 32 201 38 559 766 811 37 913 80132 234 594 81027 141 206 82 333 56 421 513 71 93 94 713 959 91 82038 45 171 75 268 369 521 41 606 816 951[ 100] 97 83103 4 36 234[ 10000] 65 92 322 91 567 81074 160 72 288 489 98 684 833 69 85050 74 311 500 764 954 86004 172[ 100] 248 95 453 801 943 75 87115 361[ 100] 487[ 100] 742 62 87 88008 9 72 97 288 408 86 99 795 8 3 68 958 89114 501 35 95 608 31 708 11 905 Ganz wie bei uns. Der geplante Kongreß der zwanzig sozialistischen Gemeinderäthe Frankreichs ist der Bourgeoisie ein Dorn im Auge. Und es werden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um ein Verbot herbeizuführen. Voraussichtlich wird das faubere Manöver des Prozenthums fehlschlagen. Uebrigens scheint die betreffende Meldung des Wolff'schen Bureaus aus deutscher Quelle zu stammen, da sie als Grund des( gewünschten) Berbots das deutsche, die Verbindung" von Vereinen und Organisationen verbietende Vereinsgesetz angiebt!- Der französische Senat, ein Sammelsurium großkapitalistischer Agenten, Schönredner und Schönredner und Mucker, das französischen Parlamentarismus Hemmniß der Arbeiterschutz- Gesetzgebung. Dieser Tage berieth er den Gesezentwurf des Deputirten Bovier- Lapierre, betreffend die Arbeiteryndikate. Die Deputirtenkammer hatte diesen Entwurf bereits zweimal votirt; die Kommission des Senats be antragte jedoch die Ablehnung desselben. Der Senat be schloß mit 132 gegen 117 Stimmen, den Gegenentwurf Goblet's zu prüfen, um eine Einigung mit der Kammer zu erzielen. Ein anderer Beleg für die Arbeiterfeindlichkeit des Senats! In der Kammer interpellirte Raspail wegen des Verkaufs der Krondiamanten. Die Kammer habe den Erlös des Verkaufs zur Errichtung einer Kasse für die Invaliden der Arbeit bestimmt. Der Senat weigere sich, dieses Gesetz zu erledigen, und der Kabinetsrath möge daher den Senat veranlassen, dasselbe auf die Tagesordnung zu sehen. Loubet antwortete, das Gesetz sei hinfällig geworden, Raspail möge deshalb einen neuen dahingehenden Antrag einbringen, dann werde er den Senat zur Berathung| veranlassen. So wird die positive Sozialpolitik durch das Eingreifen des Senats gestört und vereitelt. Geldsackmehrheit der Deputirtenkammer ist nicht böse darüber. Und die Armeelieferanten und Verwandtes. Durch Denunziation der Geliebten des Hauptexport- Chemikers im fran35 fifchen Bentral Marine Laboratorium wurden große Betrügereien bei Armeelieferungen aufgedeckt. Der Sachverständige hatte, von Lieferanten bestochen, günstige Zeugnisse für schlechte Armee- und Marinelieferungen ausgestellt und zeigte, als er infolge dessen entlassen wurde, eine Anzahl höherer Beamten und Offiziere wegen Beihilfe an. Eine umfassende Untersuchung ist auf Befehl des Marineministers eingeleitet. Bis jetzt sind sieben höhere Beamte des Marine- Kontrollwesens wegen der entdeckten Unterschleife bei Lieferungen für die Marine in Untersuchung gezogen. Die Justiz greift schnell ein. Unsere deutschen Pharisäer müssen fein stillschweigen, fintemal auch Deutschland seine Armeelieferanten-, Bahlmeister u. a. Prozesse gehabt hat. Der Militarismus, das Rückgrat des Klassenstaates, wird morsch und morscher, in Frankreich und anderswo. Mit Trinkgeldern, Geschenken, Bestechungen fängt die Minirarbeit der Plusmacherei an,| die ihr eigenes Fundament unterwühlt, mit Betrügereien,| Lieferung minderwerthiger Waaren, Lebensmittel, Schuhzeug, Waffen hört es auf. Unaufhaltsam schreitet die Zersehung der bürgerlichen Sitten vorwärts, und die Bourgeoisie ist blind für das Mene Tekel, das ihr allerwegen dräuend entgegenflammt. -Die Initiativ Pariser Weltausstellung 1900. kommission der Deputirtenkammer stimmte einhellig dem Antrage Deloncle's zu, im Jahre 1900 eine Weltausstellung zu veranstalten. Wahlfälscher in Italien. In Messina( Sizilien) wurden der Bürgermeister, der Vizebürgermeister, der Stadt- und Gemeinderath sammt den Sekretären und dem Notar der Stadt verhaftet, weil sie seit zwei Jahren die Wahlen gefälscht haben. Sie fommen nun insgesammt vor das Schwurgericht.Cholera und Krisis. Rußland, verheert durch den furchtbaren Nothstand, der zahlreiche Bezirke entvollert, Behntausende an den Bettelstab gebracht, zahllose Menschen auf die Landstraße getrieben hat, ist von einem neuen furchtbaren Uebel heimgesucht. In die Bezirke, die durch Hunger und Elend, durch Schmuz und Jammer, durch greuelvolle Wohnungs- und Ernährungsverhältnisse, durchl 67 90144 290 332 94 509 50 66 77 643 706 823 01018 41 105 445 65 735[ 200] 92423 32 60 575 81 623 93 836 93355 82 419 1200] 541 776 921 43[ 100] 94021 26 361 577 629 721 26 836[ 150] 95192 301 677 W Briefkaffen der Redaktion. Quittung für die Arbeiter Bildungsschule. Erhalten H. Gumpel, Barnimsir. 42. 707 16 912 96007 17 259 333 73[ 100] 412 15 20 522 30 676 763 876 [ 150] 994 99 97231 456 66 85 611 879 933[ 150] 57 98014 22 24 336 400 86 686 709 99148 289 516 606 29 96 100037 71 97[ 150] 198[ 100] 325 92 94[ 100] 446 51 59 534 52 59 607 708 890 915 70 101011 24 109 77 201 60 796 821 102090 95 139 374 414 65[ 200] 612 72 714 103257 345 409 517 97 636 79 104094 441 507 11 72 821 915[ 200] 35 105060 89 149 83 250 53 462 522 605 773 804 99 913 24 68 72 106082 135 415 54 531 97 680 812 [ 150] 72 957 88 107005 118 214 86 434 68 504 94 691 742 808 17 94 987 108191 216 46 50 51 323 472 627 41 43 74 109137 281 85 609 72 715 55 86 933 43 110038 43 56 100 3 57 332 464 98 513 77 725 805 935 43 111271 305[ 100] 7 58 643 711 808 112038 223 97 99 360 669 943[ 100] 50 113000 35 137 38 45 74 205 19 23 83 485 604 22 705[ 100] 28 947 114290 300 528 93 665 725 48[ 100] 63 881 98 952 115059 78 146 358 450 589 94 662 944 84 87 116244 349 447 55 584 632 770 90 907 117059 186 311 70 693 724 845 957 97 118286 423 35 44 782[ 100] 99 898 945 98 119114 271 333 594 616[ 100] 52 74 735 56 922 44 120017 38 191 216 321 70 416 52 793 801 77 121094 240 42 398 431 734 92 856 68[ 200] 971 122036 118 58 371 485 90[ 150] 523 697 744 123010 108 59.88 338 86 546 633[ 500] 873[ 100] 82 124000 150 220 98 302 461[ 100] 530 55[ 150] 616 735 125056 151 246 330 86 436 582 701 22 37 46 956 63 126038 221 57 417 49 556 616 75 823 35 48 994 127000 78 147 265 416 65 93 531 626 29 735 86 904 128148 77 304 35 81 87 624 59 701 129014 77 98 202 390 98 485 532 61 66 704 868 962 130106 12 37 281 372 434 592 629 54 815 66 95 979 85 181175 351 471 549 606 14 43 762[ 150] 859 980 132075 178 361 471 590 654[ 100] 848 906 13 133036[ 100] 52 300 84 559 62[ 200] 65 95 612 99 702 72 850[ 100] 913 32 134131 38 285 334 411 602 679 748 824 96 905 37 135019[ 100] 381 480 533 93 742 882 984 93 136083 98 299 315 28 447 588 799 898 961 137125 87 212 45[ 3000] 342 96 460 74 632 138086 301 551[ 150] 697 710 98 99 873 93 139011 258 91 474.500 623 806 86 906[ 500] 140039 563 95 652 61 69 83[ 150] 905 12 15 141079 177 412 668 727 85 142048 262 409 520 51 639 44 48 754 74 805 921 148038 73 305 86 563 721 831 67 996 144048 101 92 293 448 501 738[ 100] 45 80 814 145146 300 20 456 509[ 150] 16 40 41 729 810 936 89 146073 600 19 42 782[ 100] 86 904 77 147002 138 87 313 21 72 473 525 40 92 699 719[ 200] 71 148001 53 84 689 738 42 68 827 33 89 971 140010 45 77 231 58 77 624 41 64 740[ 100] 53 835 45 915 35 79 87 150035 403 56 533 88 696[ 100] 717 847 924 151041 47 175 278 353 434 547 69 611 716 929 152088[ 200] 106 24 249 382 84 679 673 732 33 41 75 981 85 153072 136 246 479 96 660 68 739 49 79 822 95 154191 244 356 82 434 603[ 100] 882 83 956 155156 84 246 306-69 90 725 808 51 94 911[ 100] 28 91 156040 141 218 412 56 583 814 901 29 157080 165 79 233 417 593 646 81 915 24 34 98 158052 79 97 266 86 319 28[ 100] 39 562 693 741 834 950 86 159211 31 321 32 453[ 100] 609 788 904 8 160012 176 95 428 76 501 642 71 767 869 74 161113 46 292 595 622 78 726 918 132297 341 476[ 100] 638 75 713 83 826 89 959 90 96 163039 251 508[ 100] 31 649 732 897 945 164039 63 83 86 91 94 133 218 29 90 344 90 435 631 67 805 948 72 165019 76 111 64 253 75 358 12001 65 448 625 56 738 61 89 937 166070[ 100] 86 158 85 411 71 74 538 58 649 91 766 840 167242 98 353 527 91 629 93 718 38 40 61 854 903 168103 93 201 83 329 452 62 68 89 609 77 786 814 994 169099[ 100] 173 246 310 30 61 824 910 17 20 25 170039 67 73 103 49 308 439 99 518[ 150] 716 31 951 171321 59 431 41 509 47 643 755[ 100] 63 918 172082 184 296 313 434 619 82 676 794 917[ 100] 32 178043 119 74 234[ 100] 59 87 402 12 78 643 835 963 80 174091 159 229 97 373[ 100] 463 642 774 961 175104 94 205 50 61 86 303 652 762 98[ 100] 979 176075 108[ 100) 818 406 87 503 47 93 689 714 98 926 63 177054 105 55 209 452 520 91 745 53 86 843 991 178034[ 150] 35 43[ 150] 277 349 425[ 100] 546 68 691 755 [ 100] 912 179074 199 825 41 44 931 180047 50 51 192 455 66 77 90 771 936 53 181276 79 318 72 438 503 630 63 857 18: 2025 49[ 150] 65 130 77 385 635 714[ 200] 831 183062 175 280 575 80 694 845 93[ 100] 936 184062 94 108 [ 100] 77 299 503 687 717 877 902 74 76 185157 315 93 421 39 186045 11001 91 339 62 410 88 667 746 80 807 187011 63 149 344.95 526 795 838 931 188070 174 246 79 351[ 200] 459 548 55 61 703 972 91 180011 186 457 95 510 45 610 94[ 100] 768 820 70 94 2. Ziehung der 1. Klasse 187. Königl. Preuß. Lotterie. 195073 601 73-752 812 24 934 68 96046 131 47 295 488 89 586 96 081 Biehung vom 6. Juli 1892, Nachmittags. Nur die Gewinne über 60 Mtart find den betreffenden Nummer:: in Barenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 74 134 58 59 368[ 300] 411 54 66 541 99 880 1038 158 222 83 66 411 72 533 61 709 58 74 2216 373 90 448 63 68 543 622 702 45 64 90 94 934 3031 222 310 79 408 51317 741 855 4106 10 362 615 59 71[ 150] 717 35 60 86 5085 212 481 57 83 643 57 815 36 59 6091 208 516 710 [ 150] 850 70 941 7015 43 270 405 93 512 623 771 871 937 8029 240 48 355 424 80 533 81 614 28 90[ 150] 748 94 932 36 41 47 92 9051 165 328 38 636 785 862 10027 102 305 421 511[ 100] 618 713 40 803 11 98 11041 132 315 13 40 803 11 98 1 608 51 99 753 81 830 12035 226 97 453 528 9 608 94[ 100] 823 13055 148 319 423 25 54 62 71 645 94 778 966 14001 57[ 100] 90 91 92 297 397 482 89 549 68 740[ 100] 87 846 962 15046 113 61 63 246 327 28 87 644[ 100] 76 849 997 16034 191 272 415 33 524 811 950 17017 106 360 71 597 634 797 885 89 18567 662 751 905 19223 65 82 314 70 626 810[ 100] 15 951 80 20134 91 205 610 745 94 826 964 93[ 100] 21021 106 52 303 32 558 677 756 65 72 999 22067 346 89 538 71 673 99 725 862 66 71 23035[ 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Sommerfest veranstaltet von den gegenüber keinerlei Verantwortung. Parteigenossen des V. Berl. ReichstagsTheater. Donnerstag, den 7. Juli. Wahlkreises am Sonntag, den 10. Juli, in der Brauerei Friedrichshain am Königsthor. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Gr. Instrumental- Konzert u. Gesangsvorträge Der lustige Krieg. Oftend- Theater. Das Sonntagskind von Berlin. Bellealliance- Theater. Gefährliche Mädchen. Adolph Ernst- Theater. Leichtes Tuch. Kroll's Theater. Der Barbier von Sevilla. Darauf: Der Brautmarkt zu Hira. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Berl. Sommer- Theater ( Bock Brauerei, Tempelhofer Berg). Donnerstag, den 7. Juli: legtere ausgeführt von mehreren Gesangvereinen( M. d. Arb.-S.). Verschiedene Volksbeluftigungen und Kegelschieben. E Abends: Kinder- Fackelpolonaise. Im Saale von 7 Uhr ab: Großer Ball. Entree 25 Pf. Billets sind in allen mit Plakaten belegten Handlungen u. bei den Komiteemitgliedern Friz Berndt, N. Schönhauserstr. 18; Fr. Krüger, Hirtenstr. 10( Destillation); Nob. Drescher, Linienstr. 50, zu haben. 3382/18 Das Komitee. Hasenhaide 1, No. 14-15. Kliem's Volksgarten, Sonnabend, den 9. Juli 1892: Zur Feier des zweiten Stiftungsfeffes des Im Verlage von G. Slomke in Bielefeld ist erschienen und durch alle Buchhandlungen, Parteikolporteure und Zeitungsspediteure zu beziehen: Die Bibel, ihre Entstehung und Geschichte. Eine historisch- kritische Abhandlung zur Aufklärung des arbeitenden Voltes. Von Domela Niewuenhuis. Hervorragende und gediegene Agitationsschrift. E 64 Seiten. Elegant broschirt Preis 40 Pfennig. Bei Bestellungen direkt am Berlage sind 45 Pfg. in Briefmarken einzusenden. Hierdurch erlaube ich mir meiner geehrten Nachbarschaft, sowie meinen werthen Kunden die höfliche Mittheilung zu machen, daß ich vom 1. Juli cr. Kolonialwaaren-, ab eine Grosse Vorstellung. Zentralverbandes Deutscher Maurer wein- u. Butter- Handlung 1. Theil: Specialitäten 1. Ranges. 2. Theil: Ein moderner RasirSalon, Posse mit Gesang in 1 Akt von A. L'Arronge. 3. Theil: Specialitäten Vorstellg. Geschw. Laura, Amelie und Gisela Neumann, Fischer u. Blum, gen. Schwach und Schwächer, Gebrüder Schwarz. Filiale I und II Berlin. Großes Sommerfest, bestehend in Konzert, Theater, Ball etc., Bernauerstrasse 73, Ecke Ruppinerstrasse, eröffnet habe. Gestützt auf eine langjährige Thätigkeit in dieser Branche und durch den denkbar günstigsten Einkauf sämmtlicher Waaren bin ich in der Lage, meiner geehrten Kundschaft das Billigste und Beste zu bieten. Um geneigten Zuspruch bittend, zeichnet mit Hochachtung Zum Schluss: Der Zauberbrunnen unter Mitwirkung der Gefangvereine Gemüthlichkeit" und" Frühlingsluft", 858 b der Najaden, grosses Ballet( Mitglieder des Arbeiter- Sängerbundes). divertissement mit Wunder- Prolog, gesprochen vom Kollegen H. Schigolsky. Fontaine, 5 Solo- Tänzerinnen, 20 Damen Corps de Ballet. Anfang: des Konzérts 62 Uhr, der Vorstellung 72 Uhr. Bei ungünstiger Witterung bieten die gedeckten Hallen Schutz für ca. 3000 Personen. Täglich: Grosse Vorstellung. Siehe den grossen Säulen- Anschlag. Sonnabend, den 9. Juli: Italienische Nacht. Sommernachts- Ball. Gala- Vorstellung. PassagePanopticum. New! Programm 40 Pf. inkl. Tanz. Anfang 6 hr. Die Kaffeeküche ist den geehrten Damen von 3 Uhr an geöffnet. Programme sind bei den Komitee- Mitgliedern und in den mit Plakaten belegten Botalen zu haben. Um rege Betheiligung bittet 382/8 Das Komitee. Verband deutscher Gold- und Silberarbeiter und Berufsgenossen( Zahlstelle Berlin). Sonnabend, den 9. Juli cr., in Keller's Hofjäger, Hasenhaide: Großes Sommerfest, bestehend in Instrumental- Konzert, ausgeführt von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Bivil- Berufsmusiker, unter Leitung des Dirigenten Herrn Gartmann. Kinderbeluftigungen aller Art. Gratis- Verloosung. BI Marionetten- Theater- Vorstellung. 183/13 Blaue Grotte Abends: Großer Fackelzug unter bengalischer Beleuchtung. Im mit Wasser, Kähnen u. großen Saale fortwährend Ball. Serren, welche daran theilnehmen, zahlen Beleuchtungseffekten. 50 Bf. nach. Die Kaffeeküche ist ben geehrten Damen von 8 Uhr an ge3 öffnet. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Das Komitee. Neu! Eine Kriminal= geschichte in fiebe leben nsgroßen Gruppen. Castan's Panoptikum. Geöffnet von 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. Viktoria- Brauerei. Lützow Straße 111/112. Im Konzertgarten resp. Saal) ( außer Läglich Sonnabends): Tischler- Verein. Sonntag, den 10. Juli: Landpartie n. Schmökwitz. Abfahrt vom Görliger Bahnhof( Mittelperron) früh präzise 74 Uhr. 363/19 Der Vorstand. Freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins. Mitglieder- Versammlung am Sonntag, den 10. Juli 1892, Vormittags 11 Uhr, WI in Scheffer's Salon, Inselstr. 10, 2 Tr. Tages Ordnung: 1. Abrechnung des Kassirers. 2. Rechenschaftsbericht des Vorstands. 3. Wahl des Borstands und der Fachkommission und Zahlstellen- Inhaber. 4. Verschiedenes und Fragekasten. 472/3 Jedes Mitglied ist verpflichtet zu erscheinen. Der Vorstand. Stettiner Achtung! Bimmerlente! Sänger. Stets wechselnd. Große öffentliche Versammlung Programm. der Zimmerer Berlins u. Umg. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pfg. Wochentagsbillets à 40 Pf.( S. Plakate.) Moabiter Gesellschaftshaus, Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten. Alt- Moabit 80/81. Anfang 4 Uhr. 2289L Entree 30 Pfg. Hellmuth Peters. am Sonntag, den 10. Juli, Vorm. 10 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79. 458/8 Tagesordnung: 1. Sind die Zimmerleute gewillt, den Stundenlohn von 55 Pfg. auf allen Bauten und Pläßen zu fordern und welche Wege schlagen wir ein, um diese Forderung zur Durchführung zu bringen? 2. Berathung über die Wahl von Bezirks- Vertrauensleuten event. Wahl derselben. Kameraden! Die Tagesordnung ist eine so hochwichtige, daß ein jeder Zimmerer in der Ber: fammlung erscheinen muß. Die Vertrauensmänner. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Die Ausgabe der Notenschule findet am Sonntag, Altes Schüzenhaus, Linienstr. 5, den 10. Juli, Vormittags von 9-10 Uhr, in der ( neu renovirt) empfiehlt sich den werthen Brauerei Friedrichshain( Lips), im kleinen Saal, statt. Vereinen zu allen Festlichkeiten, sowie Dieselbe erfolgt nur gegen Vorzeigung der Vertreterkarte. Die Anzahl Versammlungen. 819 b der gewünschten Exemplare ist für Bässe und Tenöre gesondert anzugeben. Preis pro Exemplar 15 Pf. Protokoll der Verhandlungen des ersten Kongresses der Gewerkschaften Deutschlands. Abgehalten zu Halberstadt vom 14.- 18. März 1892. 96 Seiten. Preis 20 Pfg. [ 106/17] Der Vorstand. Franz Cholojewski, Bernauerstr. 73. Charlottenburg. Wallstr. 46, Brauerei Gambrinus, Bismarckstr. 23, empfiehlt helles Lagerbier( Gambrinusbräu) und dunkles Versandtbier ( Gambrinusverfandt). 28L26 Altenberg's chem. Färberei, Wäscherei, Garderob.- Reinig.Anstalt, Neue Jakobstr. 9, Brunnenstr. 123, Andreasstr. 54, Fruchtstr. 36. Potsdamerstr. 57/58, empf. f. 3. Färb. u. Reinig. v. Garderob. jed. Art, Spitzen, Gard., Möbelst. gef. 1 Mr. p. Pfd., Bettdeck. gef. 1,25 Mr. p. Stück. Herren: Anzug gereinigt, gebügelt von 2,50 Mk. an. Reparaturen billigst. Neu! Glanzentfernung von blankgetragenen Kammgarn- Garderoben. 2646L am OranienZahnarzt Robert Wolf, Chausseestr. 123, burger Thor. Künstliche Zähne von 2 M. an, Plomben von 1,50 M. an, Schmerzloses Zahnziehen 1 M. Kassenmitglieder zahlen Kassenpreise. Sprechstunde von 8- Uhr. Bierverlag. 2675L 2615L Wir empfehlen hierdurch unsere vorzüglichen, vermittelst neueſter Maschinen und durch Kohlensäure abgezogenen Biere, wie nachstehend( durch Wagen frei Haus): 30 Fl. Lagerbier 4/10 3 M., 30 Fl. Franziskaner 4/10 3., 30 l. Pilsenerbier 4/10 3 M., 30 F1. Exportbier 4/10 3., 30 Fl. Münchener Union 4/10 3 M. Werkstätten, Vereine 2c. haben größeren Rabatt. Hochachtungsvoll Rott& Zschack, W., Nollendorfstr. 23 Telephon: Amt 8 Nr. 2678. [ Kontrol- Nr 334] P Hamburg- Amerikanische acketfahrt Actien Gesellschaft. Expressund Postdampfschiffahrt. Hamburg- New- York Southampton anlaufend Oceanfahrt 6 bis 7 Tage. Ausserdem Beförderung mit directen deutschen Havre Post- Dampfschiffen von Hamburg nach Antwerpen Baltimore Boston New- Orleans Brasilien La Plata Montreal OstAfrika Transvaal Natal Westindien Mexico Havana von Havre nach New- York, von Stettin nach New- York und von Antwerpen nach Montreal und Boston. Nähere Auskunft ertheilt: Mahler& Pietsch, Berlin N., Invalidenstrasse 121, August Langer, Berlin, Platz vor dem Neuen Thor 3, M. Apel, Berlin, Unter den Linden 21( nur für CajütenPassagiere, sowie die Direktion in Hamburg, Dovenfleth 18/21 [ 2555L Bekanntmachung. In der am 30. Juni d. J. stattgehabten Achtung! Achtung! Aufforderung. Sigung des Waaren- Verkaufs- Vereins, als 4 Wochen im Besitz von Büchern Ersuche alle Diejenigen, welche länger Berlin S., Dranien Straße 50, ist beaus der Bibliothek der Südost- Schule Oranien- Straße schlossen worden, als Dividende pro Monat Juni 1892 2000 Pfd. allerbestes Kuchenmehl bedeutend ergiebiger als sogenanntes ( aus Frankensteiner Weizen) Wiener- oder Kaiferauszugsmehl und 2000 Pfd. vom besten gesiebten Kölner Kochzucker zu verkaufen, und zwar in Mengen von: 2 Pfd. Kölner Kochzucker) zusammen und Kuchenmehl 99 Generalversammlung Rummelsburg.2 der Allg. Unterstützungskaffe für Lederzurichter im Polizeibezirk Berlin( E. 5. Nr. 50) am Sonntag, den 24. Juli 1892, Vorm. 101/2 Uhr, Weinstraße 11 im Lokal des Hrn. Feind. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal 1892. 2. Geschäftliche Mittheilungen.[ 205/15 Der Vorsteher: G. Busse. zum Preise von 971/2 Pf. Deffentliche Deffentliche Versammlung 4 Pid. Kölner Kochzucker zusammen des Arbeiter Vereins4 = für Rummelsburg und Umg. Sonnabend, den 9. Juli, Ab. 81/2 Uhr, im Lotale des Herrn Borchmann, Hauptstr. 11.1 Tages- Ordnung: 99 und Kuchenmehl zum Preise von 1,95 Mk. Der Verkauf findet am Donnerstag, den 7., Freitag, den 8. und Sonnabend, den 9. d. Mts., statt. Berlin, den 1. Juli 1892. Oranienstraße 50. Waaren- Verkaufs- Verein. D. Lublinski. Zeifige 75, Staare 1,25, Wachteln schiedenes.- Neue Mitglieder werden en Parteigenossen empfehle mich zur Den 1. Vortrag des Genossen Adolf Thal über:„ Geschichtsfälschung." 2. Disfuffion. 3. Unsere Presse. 4. VerUm zahlreiches Eraufgenommen. scheinen ersucht 110/9 Der Vorstand. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2. 1,25, 1/2 Dyd. 6 M., Dohlen 3 M. Berlin, Stralanerplay 21 931b ( Schles. Bahnhof). Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Anfertigung eleganter HerrenGarderobe. Otto Beckurts, sind, sowie Bons und Billets von mir zum Vertrieb haben, innerhalb 14 Tagen abzuliefern refp. abzurechnen, da sonst die Namen der Restanten veröffentlicht 488/10 werden. J. Jeppson, Reichenbergerstraße 188. Gleichzeitig werden alle Diejenigen, welche noch im Besitz von Matinees Billets sind, aufgefordert, umgehend abzurechnen an G. Ladewig, Ritterstraße 70. Steppdeken!! größte Auswahl!! am billigsten in Emil Lefèvre's Fabrik, Berlin, Oranienſtr. 158.[ 1820L mit kleinen 1 Boſten Schlafdeden Flecken reinw. Stück 4, 6, 8 und 10 Mark. Werth das Doppelte!! Illustr. Preisliste gratis u. franto. Dr. Hoesch, homöopath. Arst Seydelstraße 25, Hof 3 Tr.[ 941b Artilleriestr. 27. 8-10, 5-7, Gonnt. 8-10 Hierzu eine Beilage. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 156. Parteinachrichten. Donnerstag, den 7. Juli 1892. 9. Jahrg. In Schlesien: Arbeiter nicht hätten wählen können. Die Wahl wurde denn auch für in Raudnig; Fachverein der Bauarbeiter in Auffig; Lese- und ungiltig erklärt. Unsere Parteigenossen wünschten, die Gründe Diskutirklub Helios" in Reichenberg; Arbeiter- und ArbeiterinnenHamburger Echo" aus Riel geschrieben: Ueber unsere Kritik des Kieler Freisinus wird dem zu erfahren, welche die Behörde hierbei geleitet hatten; man gab Bildungs- Verein für B.- Kamnitz und Umgebung; Fachverein der diesem Begehren, das gewiß so berechtigt ist, wie nur irgend Bergarbeiter in Schazlar und Lampersdorf; Bürger- und Sich an die Wahrheit zu halten, ist für Herrn( Eugen) etwas, nicht statt. Das Gesuch, man folle in jedes Wahllokal Arbeiter- Unterstützungsverein in Strat. In Mähren: FachRichter eine absolute Unmöglichkeit, das beweist zu gen einen Vertreter unserer Partei behus Kontrolle des Wahl- verein der Schuhmacher in Brünn. ein Artikel in der neuesten Nummer der„ Freisinuigen Zeitung", vorganges zulaffen, fand ebensowenig Gnade. Die Neuwahlen Fortbildungsvereins für Gurschdorf und Umgebung. In Tyrol worin er sich mit einem Artikel des„ Vorwärts" bete egingen also vor fich, hatten aber tros aller Machinationen der und Voralberg: Gewerkschaft der Holzarbeiter in Innsbruck. schränkung des kommunalen Wahlrecht's in Riel beschäftigt. Die Schwarzen doch nur das Resultat, daß dieselben in Klasse A scharfe, aber berechtigte Kritik des Vorwärts" an der Haltung Klasse B von der Sozialdemokratie wiederum aufs Haupt gemit nur 1-12 Stimmen Mehrheit siegten, während sie in Polizeiliches, Gerichtliches ze. der Kieler Freifinnigen ist dem Frrlehrenmann unbequem; er Gräfrath b. Solingen, 5. Juli.( Tellersamm vertheidigt seine Gesinnungsgenossen so geschickt – besser schlagen wurden; in dieser Klasse erhielten wir ca. 630, die ung betreffend.) Im November vorigen Jahres fand geschickt, als ihm möglich ist, und führt als Gideshelfer gegen den Pfaffheit ca. 300' Stimmen. Gegen die Wahl in Klaffe A legen bierselbst eine Wolksversammlung statt, in welcher eine TellerBorwärts" die sozialdemokratische ,, Norddeutsche Volts- tg." in's unsere Parteigenossen Protest ein; derselbe wird wahrscheinlich ſammlung vorgenommen wurde, die dann zu einer Anklage gegen Geld, welche nach Herrn Richter das Organ der Sozialdemokratie Erfolg haben und damit den Textilarbeitern Aachens zum dritten brei hiesige Genossen führte. Dieselben wurden im Januar dieſes für Hamburg und die Hanſeſtädte ist( oaß in Hamburg the Mal Gelegenheit gegeben werden, sich eine ſelbſtändige, folglich Jahres von dem Schöffengerichte in Solingen zu je 3 M. Geldals in Bremen sozialdemokratische Tagesblätter, erscheinen und sozialdemokratische Vertretung im Gewerbegericht zu schaffen. die fonfequentes." ausdrücklich gerichte nicht stattfinden wird. buße verurtheilt, worauf sie an das Landgericht in Elberfeld appellirten. Termin war auf den 9. Juli angesetzt. Infolge der bekannten Entscheidung des Kammergerichts und der inzwischen erfolgten Verfügung des Justizministers hat die Staatsanwaltschaft heute den Angeklagten mitgetheilt, daß der Termin vor dem Land-Höhscheid, 4. Juli. Der Bürgermeister von Höhscheid Wachsthum der Sozialdemokratie auch im 7. württem- und dessen sämmtliche Bureaubeamten hatten eine Beleidigungsbergischen Wahlkreise wurde auf einer sozialdemokratischen klage gegen den Reichstags- Abgeordneten Schumacher anhängig altante que derfelben waren die Orte Calw, Herrenberg, fich um eine angebliche Beleidigung durch die Preffe- hat die Delegirtenversammlung fonstatirt, welche am 26. Juni in Calw gemacht. Nachdem das Zeugenverhör geschlossen stattfand. Auf Sirsau, Liebenzell, Unter- Reichenbach, Birkenfeld, Neuenbürg ver- Staatsanwaltschaft das Verfahren eingestellt. Siz in Calw ist, und die Gründung einer Agitationskaffe. N. V.- 3." das Provinzialorgan für Schleswig- Holstein ist, scheint Herrn Richter trotz seiner tiefgehenden Kenntniß aller Kl.- Steinheim( Hessen). Bei der am 4. Juli hier stattPartei- und Preßverhältnisse der Gozialdemokratie bisher un gehabten Gemeinderaths- Wahl fiegten die vier von der Arbeiter bekannt geblieben zu fein). Von der„ Norddeutschen Bolts- 3tg." partei aufgestellten Kandidaten. Im hiesigen Gemeinderath haben behauptet also Herr Richter, fie erfenne in Nr. 75 ausbruch die Arbeiter die Mehrheit. an, daß der Stadtverordnete Niepa„ von Anfang an Gegner der Vorlage war und dieselbe sowie den Magistratsantrag auf Entlaffung des Stadtverordneten Brodhuhn von vornherein auf das Entſchiedenste bekämpft hat. Sein Verhalten war ein durchaus Ausnahmsweise hat die Freis. 3tg." diesmal den Wortlaut des Zitats nicht gefälscht; aber sie hat etwas gethan, was ebenfalls eine vollständige Verdrehung ber betreffenden Notiz bedeutet: der Nach saß, welcher unmittelbar auf obiges Bitat folgt, wird nämlich verschwiegen. Er lautet: Wenn Herr Niepa hingegen aber behauptet, er fei " Prinzipiell" gegen„ jede" Beschränkung des kommunalen Wahl von Bunzlau, Goldberg, Lauban und Greifenberg auf, im 28ahlrechts gewesen, so müffen wie demgegenüber die ebenfalls von reis 2öwenberg( 5. Liegniger), wo bekanntlich eine ReichsHerrn Niepa gesprochenen Worte konstatiren, daß er die Gefabr tags- Nachwahl nöthig, thatkräftig in die Agitation einzutreten. der Eroberung des Stadtverordneten- Kollegiums" noch nicht für gestellt wissen. " treten. Man beschloß die Wahl eines Agitationskomitees, dessen * Die schlesische ,, Volkswacht" fordert die Parteigenossen " " Lokales. es handelte Außergewöhnlich faulen Zauber verübt die Freisinnige Zeitung" in einen Artikel über das Thema: Die Sozialso groß erachte, und daß in einem solchen Falle auch er feinen Eine Parteikonferenz für Mecklenburg- Strelit demokratie und die englischen Parlamentswahlen." Die Neue, Augenblick Bedenken tragen würde, von einem Rechte Gebrauch wird im September oder Ottober gemäß einem Beschlusse der Zeit", welche die große wissenschaftliche Kapazität Eugen Richter zu machen, welches die Städte- Ordnung ihm an die Hand gebe Neubrandenburger Parteigenossen abgehalten. begreiflicher Weise das sogenannte" wissenschaftliche Organ ( nämlich die laut Städte- Ordnung zulässige Erhöhung des Wahlnennt, hatte in einem Artikel die Ursache geschildert, aus denen enfus auf 1500 M.). Wir erlauben uns deshalb die offene AnDen Boykott verhing in Frankfurt a. M. eine Volts- sich die geringen Aussichten erklären, welche die Sozialdemokratie frage an den Stadtverordneten Niepa, ob er diese gethane Versammlung über zwei Brauereien, welche sich im Gegensatz zu bei den englischen Parlamentswahlen auf die Eroberung von Aeußerung bestreiten kann? Kann er das nicht, dann ist damit anderen weigern, die Lohnforderungen der Brauerei- Arbeiter zu Mandaten jetzt lediglich haben kann. Diese Ursache beruht zugleich bewiesen, daß auch Herr Niepa für eine Beschränkung erfüllen. Gleichzeitig sprach die Versammlung ihre Entrüstung bekanntlich darin, daß die englischen Arbeiter erst anfangen, bei bes kommunalen Wahlrechts stimmt, wenn nur erst die frei- darüber aus, daß das von streikenden Buchdruckern begründete den Wahlen als selbständige Bartei aufzutreten; gewerkschaftlich finnigen Size durch die Sozialdemokraten in Gefahr sind. Das" Frankfurter Tageblatt", welches bekanntlich ein neutrales" hoch geschult, stehen sie als Masse sozialpolitisch unter den Arbeitern wollen wir hiermit für spätere Zeiten ein für alle Mal fest- Blatt sein sollte, gegen die Streifenden Partei ergriff. Bon Des Rontinents, welche andererseits hinsichtlich des Gewerkschaftlichen Die auch am Freitag erfolgte Ablehnung einem Blatte, das selbst von streikenden Arbeitern begründet noch viel von den Engländern lernen tönnen, soweit es sich um den des Magistratsantrage3 aber ist weiter nichts, als ein wurde, sei dieses Vorgehen um so charakterloser. Als einziges Busammenhalt bei Berufsangelegenheiten handelt. Demgemäß verdeckter Rückzug seinen Wählern gegenüber." Man Organ der Arbeiter Frankfurts erkenne man die Volksstimme" find große politische Erfolge für uns jetzt noch nicht in England wird zugestehen, daß der ganze Passus denn doch alles an, da dieselbe die Interessen der Arbeiter voll und ganz ver- möglich. Für Eugen Richter sind diese Thatsachen natürlich um Andere eher enthält, als eine Ehrenrettung des Herrn Niepa. trete.- Das Verhalten des„ Frankfurter Tageblatts" verbient aus so weniger vorhanden, als die unter seinen Auspizien forta Der„ Freis. 3tg." ist also ihr Versuch, gegen den Vorwärts" ein vorstehend erwähntem Grunde ganz besonders scharfe Verur- wurstelnden Hirsch- Duncker'schen Gewerkvereine, diese Spottanderes sozialdemokratisches Blatt auszuspielen, fläglich mißglückt. theilung. Dieselbe wird den betreffenden Buchdruckern auch geburten von Organisationen, den deutschen Arbeiter zur AufBei der Deutlichkeit der Meinungsäußerung in der„ N. B.- 3. feitens ihrer Gewerbsgenossen nicht erspart bleiben. fassung des englischen Arbeiters aus der Trades Unions- Schule tonnte solch ein Versuch nur von Leuten unternommen werden, früherer Zeit sozialpolitisch degeneriren sollen. Er sagt deswelche im Hantiren mit halben Zitaten( man könnte das auch Zur Entrichtung von Vergnügungssteuern sind nach halb: journalistisches Bolteschlagen nennen) so vorurtheilsfrei sind, wie einem Erkenntniß des preußischen Oberverwaltungsgerichts Die Sozialdemokratie möchte die verhältnißmäßig geringe eben- Herr Eugen Richter." Krieger wie überhaupt militärische Vereine nicht Bedeutung des Sozialismus in England, wie er bei diesen Soweit das Hamburger Echo". Wir waren leider nicht im verpflichtet, weil der Zweck solcher Vereine in der Hauptsache Wahlen offenkundig hervortrat, erklären aus einer mangelhaften wir erst durch unser Hamburger Bruderorgan von dieser neuesten des Patriotismus und der Kameradschaftlichkeit gelte. Das wird wahrheit aber find die englischen Arbeiter den deutschen Windbeutelei des Herrn Eugen Richter Kenntniß erhielten. Gelbst gewiß zutreffen. Was aber den militärischen Vereinen recht, das ist Arbeitern darin weit voraus. Gegenüber den englischen Gewerbeeinem Führer der freisinnigen Partei, der eine gehörige Portion den Arbeitervereinen billig. Deren Zweck ist in der Hauptfache vereinen, den Leistungen und Erfolgen derselben und gegenüber politischer Unredlichkeit ja gewiß zu Gute gehalten werden muß, gleichfalls die Pflege ideeller Güter, und wenn die Gemeinde den englischen Arbeiter- Genossenschaften hält alles, was in ähn steht ein derartig gemeiner Schwindel, wie er von Seiten des behörden sich nicht dem Vorwurfe der Ungerechtigkeit aussehen licher Richtung in Deutschland besteht, keinerlei Vergleich aus. Herrn Eugen Richter hier wieder vorliegt, schlecht an. So tölpisch wollen, so werden sie den Entscheid des Ober- Verwaltungsgerichts Die englischen Arbeiter sind eben flüger als die deutschen Soziazu windbeuteln, sollten ihm seine Parteigenossen doch schon in auch ihnen zu Gute kommen lassen müssen. Handeln sie dem listen; sie sehen ein, daß sie, wenn sie sich als politische ArbeiterRücksicht auf die von ihnen ersehnte Miniſter- Karriere nicht zuwider, wird die Beschwerdeführung beim Ober- Berwaltungs- partei in Gegensatz zu allen übrigen Klassen der Bevölkerung gericht wohl von Erfolg sein. stellen, nur um einer Anzahl sozialistischer Schriftsteller, Wirthe, Bigarrenhändler und fleiner Fabrikanten ihre parlamentarische In Aachen wird um das Gewerbegericht besonders Die Wagnergehilfen Prags schlossen sich der sozial- Bertretung anzuvertrauen, die Arbeiter praktisch damit keine heiß geſtritten. Bei der ersten Wahl, am 26. März, siegten demokratischen Bartet an und erklärten den„ Socialni Demotrat" größeren Erfolge in der Gefeßgebung und im Staatswesen erunsere Parteigenossen in der Klasse A der Arbeitervertreter zu ihrem Organ. reichen, sondern nur Mißerfolge davontragen würden. Von ( Textilindustrie) mit 362 gegen 237 chriftlich- soziale Stimmen, in solcher Erkenntniß sind die deutschen Arbeiter, welche den SoziaKlasse B( sämmtliche übrige Berufe) mit 434 Stimmen, während Fortschritte der Organisation in Desterreich. In der listen folgen, freilich noch sehr weit entfernt." die Gegner noch nicht einmal 100 Stimmen bekommen haben Zeit vom 1. bis 30. Juni find folgende neue Organisationen Der faule Zauber, den Eugen Richter hierbei treibt, wird sollen.( Der Oberbürgermeister Machens veröffentlicht nur die gegründet worden: In Wien: Gewerkschaft der Thonwaaren noch offenbarer, wenn man sich des Verhaltens erinnert, das er Namen der Gewählten, nicht die Sahl der auf sie abgegebenen Arbeiter Niederösterreichs; Polnischer Arbeiterverein„ Robotnic": dem Unterstützungsverein deutscher Buchdrucker, derjenigen ArbeiterStimmen.) Dieses Resultat gefiel den Schwarzen natürlich nicht; Sozialdemokratischer Wahlverein V. Bezirk. In Nieder- Organisation also, die den englischen Trades Unions der alten Schule fie fochten die Wahl an und stügten sich, wie die Giberfelder Desterreich: Arbeiter- Bildungsverein für Stockerau und Um- wirklich entsprach, gegenüber an den Tag legte, als dieser Verein " Freie Presse" berichtet, dabei darauf, daß die Wahllokale an- gebung. In Böhmen: Arbeiter- Bildungs- und Unterstützungs- um den Neunstundentag und eine Lohnerhöhung kämpfte. Dieser geblich so start besucht gewesen wären, daß die gläubigen Arbeiter verein in Leitmeris; Fachverein der Berg- und Hüttenarbeiter praktische Trade Unionismus gefiel dem Biedermann des Deutschgestatten. * Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. [ 156 „ Und das Kultusministerium?" rief Iwan, lebhaft erregt von diesen Fingerzeigen. In einem Staate, wo Jedem überlassen ist, sich seine geistige Erbauung in beliebigen Schriften oder Vereinen zu suchen, und wo die Gemeinden ihre Schulen selbst nach dem allgemeinen Unterrichtsplan einrichten, kann wohl von einem Kultusministerium nicht mehr die Rede sein." * formen. Es kommt Alles nur auf eine Einrichtung an. Der Lieutenant Sommer, welcher für diesen Sonntag Das gesammte Volf ist zur Regierung berufen, und da an Stelle des glücklichen Bräutigams Wießner in Verbinmüßte es sonderbar zugehen, wenu wir nicht binnen Kurzem dung mit Leberecht Habicht die Fürsorge für Sicherheit und die beste Regierung der Welt bekommen sollten. Jeder Ordnung in der Stadt übernommen hatte, war den auch Intelligenz ist der weiteste Spielraum gegeben; und wenn darauf bedacht gewesen, die fremden Deputationen zu bewir bedenken, daß im veralteten Staate neun Zehntel der grüßen und ihnen eine würdige Stätte der Erholung und geistigen Kräfte aus Mangel an Ausbildung verkümmerten, Erquicfung im Rathhaussaale bereit zu stellen. vom letzten Zehntel wieder neun Zehntel aus Mangel an Von da aus konnten sie auch die festliche Beleuchtung Gönnerschaft oder Mangel an Servilität zurückgesetzt der Stadt von ihren Anfängen an übersehen, bevor jedoch wurden, das legte Hunderttheil aber meistens schädlichen Böllerschüsse den Beginn des vorgesehenen Feuerwerks ver Einflüssen von Seiten der herrschenden Klassen unterlag, kündigten, stürmten Lange, Barth, Wießner, Reinisch, Frank so können wir ausrechnen, was, befreit von den und Andere in den Saal, um die Boten der NachbarUnd die Kirchen?" warf Wießner ein. Fesseln der Bureaukratie, der Hierarchie und der Pluto- staaten zu bemillkommnen und gleich darauf in ernste Be" Die Kirchen werden von den Gemeinden zu allen tratie, das ist: der Zopfbeamteten, der Unfehlbarkeitspriester, rathung zu ziehen. Mahnende Böllerschüsse luden jetzt zum guten und schönen Zwecken je nach Bedürfniß gebraucht und der Geldsackbeherrscher, ein lebenskräftiges Volk zu Beiwohnen des Feuerwerks ein. werden." leiften im Stande ist. Und wenn dann unsere Nachbarn Da standen auf dem Markte die Festtheilnehmer dicht" Ein Kriegsministerium giebt's dann auch jedenfalls desselben Glückes theilhaftig werden, wenn die internationale gedrängt in unübersehbarer Kopfmenge erwartungsvoll, bis nicht mehr", meinte Streit. Jdee der Völkergemeinschaftlichkeit verwirklicht ist, dann ein großartiges Bouqnet von Raketen und Leuchtkugeln die Gewiß nicht", entgegnete Lange;„ an Stelle dessen werden wir die Ziele erkennen, welche der Menschheit über- Spannung einigermaßen löfte. Großartig waren die Uebertritt" zur Organisation bes allgemeinen" Boltsheeres ein haupt auf Erden bestimmt sind. Wir werden es vielleicht raschungen; ein Transparent folgte dem Anderen, zum Innern erseht, indem es die Funktionen eines Sicherheits- dafür, denn der hat nicht gelebt, der nicht sein Scherflein der Engel den Lorbeerkranz auf's Haupt setzt, dazu die Komitees zugleich mit versteht." dazu beigetragen hat." So bliebe also nur das Finanzministerium", rief Frant. Ja wohl, und das ist eben die Verwaltung, welche in Stelle der Regierung tritt. Die Verwaltung regelt im Verein mit einem Ausschuß, der sich aus allen Zweigen und Konsumtion und verwaltet das Nationalvermögen zum allgemeinen Besten." Worte in flammender Riesenschrift: Eintracht Tiefe Stille trat nach diesen Auseinandersetzungen ein, Lange selbst setzte sich ziemlich erregt von seinen eigenen Volts macht! Zukunftsblicken nieder und empfing einen warmen Hände und dann im prasselnden Regen von Raketen, Leuchtkugeln druck der Geliebten. und Schwärmern das Motto: In diesem Augenblicke kam ein Bote, welcher meldete, Gerechtigkeit für Alle! daß eine Anzahl Deputationen als Vertreter der Gesinnungs- Eine halbe Stunde später setzte sich der ungeheure Zug genossen benachbarter Staaten in der Hauptstadt eingetroffen in Bewegung, die Turner und Sänger voran, die underseien und daß die Stadt selbst im herrlichsten Lichtermeer heiratheten Festgenossen in geschlossenen Reihen, und unter bem donnernden Klange des Arbeiterliedes: Damit es besser werde" Und die Organisation?" frug Iwan unermüdlich. glänze. Die besorgt das Bolt schon selbst. Gemeindevertreter Sofort wurde daraufhin die Rückkehr nach oer Stadt für die Gemeinden, Diftrittsvertreter für die Distrikts- beschlossen, und die kleine Gesellschaft verließ das liebliche zogen die Schaaren nach dem heimathlichen Herd, um nach Angelegenheiten, Brovinzialvertreter für die Provinzen und Thal, das keiner der Scheidenden im Leben wieder ver- einem erfrischenden Freudentage an die Arbeit zu gehen, an Landesvertreter für's ganze Land; daneben Urabstimmung gessen wird. aller Betheiligten bei wichtigen Angelegenheiten und Re-] den Aufbau des BoIts staat 3.. freisinns so wenig, daß er sich sogar darauf freute, daß die Tarifgemeinschaft das Bindeglied zwischen Kapital und Arbeit, also nach obigem wieder etwas spezifisch Trade Unionistisches zum Teufel ging. Selbstmord. In den Anlagen des Gartenufers im Thier garten; westlich der Lichtensteinbrücke, wurde von unbekannt gebliebenen Personen heute Morgen gegen 61/2 Uhr ein etwa 28 Jahre alter Mann an einem Baum hängend als Leiche aufgefunden und abgenommen. Der Verstorbene hat schivarzes Haar und einen Anflug von Schnurrbart, trug einen dunkelen, weißkarrirten Anzug und führte nichts bei sich, was zur Ermitte lung der Persönlichkeit führen tönnte. Sie haben hierauf den Buschhoff gefragt: Ist vielleicht ein Meschüggener( Verrückter) in Ihrer Familie? 3euge: Das ist nicht wahr. Bertheidiger: Sie stellen also all dies in Abrede? 3euge: Es ist ja möglich, daß ich etwas Aehnliches gesagt habe. " 3euges Nein." Bertheidiger: Haben Sie das Gutachten im„ antener gethan, der Ihren Namen in dieser Weise mißbraucht hat? Boten" zur Zeit gelesen und haben Sie Schritte nach dem Manne Beuge: Nein. Bertheidiger: Haben Sie das Gutachten gelesen? Zeuge: Jawohl. Mißbrauch Ihres Namens gethan? Bertheidiger: Sie haben aber keine Schritte gegen den 3euge: Nein. Xantener Boten", Herrn Kaplan Bresser, als Zeugen zu laden. Bertheidiger: Dann beantrage ich, den Redakteur des schließlich zu, daß er das Schriftstück unterschrieben, aber nicht Nach wiederholtem Befragen giebt der Zeuge Junkermann selbst geschrieben habe. Bertheidiger Rechtsanwalt Fleischhauer: Wissen Sie, wer das Schriftstück verfaßt hat? des Beuge: Nein, das weiß ich nicht. Kaplans Bresser aufrecht. Vertheidiger: Ich halte meinen Antrag auf Ladung Präs.: Nach der jezigen Erklärung des Zeugen dürfte sich die Bernehmung des Kaplan Breffer erübrigen. schäfte Große Frankfurterstraße 38 als Rassirerin angestellt und unterhielt seit drei Jahren ein Liebesverhältniß mit einem Sergeanten P. vom Elisabeth- Regiment in Spandau, welches nicht ohne Folgen blieb. Der Liebhaber glaubte indeß von seiner Braut hintergangen zu werden, und richtete darauf bezüg Wir erhalten folgende Znschrift: Raum ist der erfte fiche Briefe an das junge Mädchen. Fräulein Schwarz, welche fritische Tag der sogenannten Sonntagsruhe" vorüber, ihrem Bräutigam sehr zugethan war, nahm sich den Argwohn faum quittiren die bürgerlichen Beitungen, voran die edle Frei- des Sergeanten derart zu Herzen, daß sie aus dem Leben Xantener Bote" ein Gutachten, unterschrieben von dem HandelsVertheidiger: Am 3. März d. J. enthielt der finuspresse, mit fauersüßer Miene über die Möglichkeit des Ge- zu scheiden beschloß. Am Sonntag verließ die Schwarz mann und Meggermeister Heinrich Junkermann, wonach der schäftsschluffes, da erheben sich auch schon jene verhärteten Profit ihre Stellung, nachdem sie sich in dem Hause Gertraudten- Leichnam einen foschern Schächtschnitt aufweist, der nur von wütheriche, die sofort Hungers zu sterben vorgeben, wenn sie mal straße Nr. 22 eine Wohnung gemiethet hatte. Dort ist sie aber einem Juden ausgeführt sein kann. Haben Sie dieses Gutachten an einem Tage in der Woche ihre" jungen Leute nicht ganze nicht eingetroffen, vielmehr direkt nach dem Hotel Mauerstr. 28 geschrieben und unterschrieben? 17 Stunden an dem Ladentisch gefangen halten können. Wir gefahren, wo sie bald nach der um elf Uhr Abends erfolgten meinen jene Herren aus dem Verein deutscher Tabak- Ankunft in ihrem Zimmer sich eine Kugel in die Schläfe und Fabrikanten und Händler", die sich s. 3. berühmt ge eine in das Herz jagte. nug gemacht haben, indem sie beim Bundesrath um das Vorrecht Ausschrift:„ Ich heiße Emilie Broche, Spandau, Lindowerstr. 77 Sie hinterließ einen Zettel mit der eintamen, als einzige Auserwählte im ganzen Handelsgewerbe des wohnhaft". Der zweite Fall betrifft eine fünfundzwanzigSonntags geöffnet halten zu dürfen, damit nur ja nicht in den jährige Dame, die Buchhalterin Gertrud Sch., welche in der siebenzehn stündigen Normalarbeitstag ein Riß Ritterstraße wohnt. Diese suchte vorgestern Nachmittag gegen 5 1hr hineinfäme; jene Herren, die diese löbliche Petition Anhängern das Admiralsgartenbad auf und verlangte nach einer Badezelle. und Gegnern derselben taltblütig zu oftroyiren suchten, um wo- Raum hatte sie diese betreten, da krachte ein Schuß, die Wärterin möglich mit sozialdemokratischen Namen noch Propaganda machen eilte hinzu und fand das junge Mädchen noch aufrecht stehend zu können. mit der Waffe in der Hand vor. Das Geschoß war nur wenig Mögen auch angesehene Parteihäupter des genugsam ver- in die linke Schulter eingedrungen und konnte alsbald in einem rufenen Freisinns darunter sein, die in ihren brei und vier Krankenhause entfernt werden. Auch diesmal ist verschmähte Fabriken Jeder viele Hunderte von Arbeitern ernähren"- und Liebe der Beweggrund zur That gewesen. Die Sch., welche man weiß ja wie und ihre jungen Leute mit 45 m. pro feinen besonderen Schaden erlitten hat, verweigert hartnäckig jede Monat langsam auf den Dr. Tanner bringen, man sollte in Auskunft über die Person ihres Geliebten. diesen Kreisen sich eines gewissen Boykotts erinnern, der sofort die Hälfte der edlen Zunft zur Vernunft brachte in Ansehung des gefährdeten Profits Mag nun die Firma des Vereins deutscher Tabaffabrikanten und Händler" von jenem Borstoß her etwas diskreditirt sein, genug, man braucht wieder einmal einen Verein zur Wahrung der( Profitmacher-) Interessen der Tabak fabrikanten, und dieser soll heute, Donnerstag, den 7. Juli, Abends, in Keller's Festsälen gegründet werden. Den herrlichsten Anlaß giebt ja die enorme Schädigung des Gewerbes"( sic!) durch die Sonntagsruhe. Diese Sonntagsruhe, die in ihrer ohn= mächtigen Halbheit ein Hohn auf jeden vernunftgemäßen Anspruch Polizeibericht. Am 5. d. M. Morgens wurde ein Arbeiter ist, ist bekanntlich mit schweren Opfern und Mühen in achtjähriger in seiner Wohnung in der Weißenburgerstraße mit einer bedeutenNach kurzer Berathung beschließt der Gerichtshof, dem Anunermüdlicher Agitation von den Handlungsgehilfen erkämpft den Schnittwunde am Ellenbogengelent, die er sich beigebracht trage der Wertheidigung stattzugeben. worden. Es blieb dem Berliner Freifinn im rothen Hause über- hatte, aufgefunden und noch lebend nach dem Krankenhause am anonymes Schreiben verlesen, in dem in eingehendster Weise dar Es wird alsdann ein an die Staatsanwaltschaft gefandtes laffen, sie noch mehr und entgegen den Absichten des Gesey- Friedrichshain gebracht. Im Landwehrkanal, nahe der unteren anonymes Schreiben verlesen, in dem in eingehendster Weise dar gebers zu beschneiden. Frei- Arche, wurde die bereits stark verweste Leiche eines un- authun gesucht wird, daß ein Jude, Namens B. der Mörder sein müsse Da dürfte es denn doch die unabweisbare Pflicht jedes bekannten, etwa 50jährigen Mannes angeschwemmt. und daß ein ritueller Mord vorliege. Hierauf wird ein zweites, felbständigen Zigarrenhändlers sein, der die Ausbeuterpraktiken Ecke der Kleinen Frankfurter- und Landsbergerstraße wurde ein von H. Junkermann unterschriebenes, an die Staatsanwaltschaft des Unternehmerthums mit uns verdammt, energisch Front zu unbekannter Mann im Alter von etwa 65 Jahren von einem gelangtes und von derselben Hand, wie das erste geschriebene machen in dieser Versammlung gegen derartige Allüren des Bäckerwagen überfahren und erlitt außer einem Bruch des Ober- Schriftstück ähnlichen Inhalts verlesen. Der Zeuge bekundet, Tabakhändler- Vereins. Es ist den Handlungsgehilfen nicht mög- schenkels anscheinend schwere innere Verletzungen, so daß er be- daß er das Schriftstück nicht geschrieben, er auch den Schreiber nicht fenne. lich, selbst in dieser Versammlung sich zu schüßen, die Freie wußtlos nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht Vereinigung der Kaufleute ist in dieser erlauchten Ge- werden mußte, Nachmittags wurde ein siebenjähriger Knabe Der Präsident läßt diese Bekundung des Zeugen protokolliren, sellschaft natürlich nicht zugelassen; fie appellirt des vor dem Hause Straußbergerstraße Nr. 14 von dem Pferde alsdann giebt auf weiteres Befragen des Präsidenten der Beuge halb an alle Gesinungsgenossen unter den eines Bierwagens zur Erde gestoßen und erlitt außer zu, daß er einem seiner Kinder die Schriftstücke diktirt habe. Bigarrenhändlern, den Handlungsgehilfen die tärgliche einer leichten Verlegung am Kopf eine Gehirnerschütterung. Buschhoff bemerkt: Der Zeuge habe am Abend des Mordes Sonntagsruhe zu gönnen, die nach der fauren Woche doch gewiß Hinter dem Grundstück Mühlenftr. 80 fiel ein fünfjähriges Mädin mauschelndem Tone ihm gesagt: Wenn ich Polizei wäre, bann demokratie vollzählig und mit aller Energie, wie es diesen Herren grägerstr. 66 brach der Arbeiter Wandt mit der Decke des Pferde- wohl den Jungen mißbraucht haben. Ich antwortete: Wenn es nicht zu viel ist und ihrerseits den Standpunkt der Sozial- chen in die Spree und ertrant. Auf dem Grundstück König- hätte ich den Mörder schon längst. Wieso, fennen Sie denn den Mörder? fragte ich. Das bist Du, sagte Junkermann, Du wirst gegenüber nur immer am Plage ist, zu vertreten. stalls, auf die er aus einer Höhe von etwa 2/2 Meter herabgefprungen war, durch und stürzte in den Stall hinab. Er erlitt noch ein Mädchen wäre, dann hätte das noch einen kleinen Die polizeilichen Revisionen der Spülvorrichtungen hierbei anscheinend bedeutende innere Verlegungen und mußte Schein von Berechtigung, es war doch aber ein Knabe. Du in den Gast- bezw. Schankwirthschaften haben mit dem geftrigen nach dem Krankenhause am Urban gebracht werden. Vor dem scheinst niemals in Berlin gewefen zu sein, versezte Junkermann, Tage begonnen, wo die revidirenden Beamten die vorgeschriebe- Haufe Prenzlauerstr. 28 a gerieth ein sechsjähriger Knabe unter gerade mit Knaben werden solche Sachen gemacht. nen Spülvorrichtungen entweder noch gar nicht oder in nicht die Räder eines Omnibus und wurde so schwer verletzt, daß er Präs.: Junkermann, ist das wahr? vorschriftsmäßiger Weise aufgestellt antreffen, wird den betr. bald darauf in der Wohnung seiner Eltern verstarb. Am Juntermann: Jawohl, ich glaubte auf diesem Umwege Lofalinhabern zur Beschaffung bezw. Umänderung der fehler- 6. d. M. Morgens sprang ein Mann von der Michaelbrücke in von Buschhoff etwas herauszubekommen. haften Einrichtung noch eine Nothfrist von zehn Tagen gewährt. Die Spree, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen Nach Ablauf dieser Frist findet alsdann eine abermalige Re- und nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht. vifion statt. Am 5. d. M. und am darauffolgenden Morgen fanden vier fleine Brände statt. Gerichts- Beitung. An der Der Knabenmord in Kanten vor dem Schwurgericht in Cleve. Erster Tag der Verhandlung. ( Schluß.) auf der Bernehmung des Kaplans Bresser, da wir einmal wissen Vertheidiger Rechtsanwalt Gammersbach: Wir bestehen wollen, ob der Zeuge das Schriftstück nicht doch selbst geschrieben hat und wie daffelbe zu Stande gelommen ist. gefragt, wer wohl den Mord begangen haben tönne, Präs.: Buschhoff, Sie sollen dem Junkermann, als er Sie nicht geantwortet, sondern ihm den Rücken gedreht haben und in Ihr Haus gegangen sein. Buschhoff: Das ist nicht wahr, ich schlage meine Frau und Tochter als Zeugen darüber vor. Zu dem Eisenbahn- Unfall bei Halensee macht das Königl. Eisenbahn- Betriebsamt der Stadt und Ringbahn folgende Mittheilung:" Im Anschluß an unsere Notiz über den am Sonntag Es wird alsdann zur Vernehmung des Dr. med. Steiner Abend stattgehabten Eisenbahn Unfall bei Halensee theilen wir geschritten. Dieser bekundet, daß er am 29. Juni gegen 9 Uhr Abends Ihnen noch mit, daß die nothwendig gewordene Erweiterung der die Leiche untersucht habe. Die Leichenstarre sei vollständig ein Sicherungsanlagen dieses Bahnhofes bereits vor dem ersten Ungetreten gewesen, so daß er annehme, der Mord müsse sechs falle begonnen war, indessen leider noch nicht bis zur Inbetrieb Stunden vorher, also etwa gegen 3 Uhr Nachmittags begangen Der nahme der aufgestellten besonderen Ausfahrtssignale hatte geworden sein. Auf der Leiche habe ein Mehlsack gelegen. fördert werden können. Leytere wird nun in diesen Tagen erHals war dem Knaben bis auf den Rückenwirbel vollständig folgen. Auch ist außerdem für die Zeiten schnellerer Zugfolge glatt durchgeschnitten. Die Leiche Tag auf dem Rücken. Auf die Aufstellung eines besonderen Poftens angeordnet, welcher die dem Boden war eine kleine Blutlache; seiner Meinung nach sei start gekrümmte und wenig übersichtliche Strecke zwischen dem Der folgende Beuge ist der Handelsmann Junter- nicht so viel Blut vorhanden gewesen, als man nach Art des Bahnhofe Halensee und der Blockbude des Bahnhofes Charlotten- mann( Xanten): Ich muß vorausschicken, daß ich mit Buschhoff Schnittes hätte finden müssen. Er fei der Meinung, daß in der burg bewacht und den mit Anweisung zur langsamen Fahrt ver- sehr befreundet war. Scheune nur eine Nachblutung stattgefunden habe und der Mord fehenen Bügen die etwa erforderlichen Warnungszeichen recht 29. Juni, Abends gegen 7 Uhr, hörte ich, daß in der Küppers'schen Wir duzten uns und nannten uns beim Vornamen. Am nicht in der Scheune geschehen sei. zeitig giebt." Staatsanwalt: Jit es wahr, daß Sie gesagt haben, Scheune der kleine Johann Hegmann aufgefunden wurde. Ich die Durchschneidung des Halses des ermordeten Knaben glich einem ging sehr bald darauf bei Buschhoff vorüber. Buschhoff und foscheren Schächtschnitt? Frau standen vor der Thür. Ich trat an die Leute heran und fagte: Buschhoff, der Mord ist doch in Deiner nächsten Nähe passirt, Du mußt doch etwas davon wissen? Frau Buschhoff sagte: Wie soll mein Mann etwas davon wissen, Buschhoff selbst aber antwortete mir gar nicht, sondern drehte mir den Rücken und ging ins Haus hinein. Von diesem Augenblick fiel mir etwas auf. Präs.: Was fiel Ihnen auf? Beuge: Daß Buschhoff der Mörder sei. Ich habe später den Thatort untersucht und dort weder Blut noch Sprizflecke gefunden. Ich hatte bis dahin an rituelle Morde nicht geglaubt, wurde aber anderer Meinung, als ich das Fehlen des Blutes und die Art der Ermordung des Knaben feststellte. Präs.: Wann haben Sie den Thatort besichtigt? Zeuge: Am Mittwoch nach dem Morde. Präf.: Der Mord wurde am Montag begangen? Beuge: Jawohl. Beuge: Das fann ich nicht gesagt haben, da ich gar nicht weiß, wie ein Schächtschnitt aussieht. Der Vertheidiger Rechtsanwalt Gammersbach hält dem Beugen vor, daß er anfänglich zu Protokoll erklärt habe, eine größere Menge Blutes als er heute angegeben, gefunden zu haben. Der Zeuge giebt dies schließlich zu. Der folgende Zeuge ist der Gerichtsassessor Buchwald: Er habe am Tage nach dem Morde, Vormittags, ben 30. Juni, den Thatort besichtigt und eine größere Blutlache, wo die Leiche gelegen, vorgefunden. Auch das Schürzchen, das Geficht und der Kopf des ermordeten Kindes sei vollständig beblutet gewefen. Ebenso fanden sich unterhalb des Strobes, auf dem der Leichnam lag, große Blutspuren vor. Der Sohn des Angeklagten Buschhoff, der kleine Siegmund, habe, als er die Scheune mit ihm ( dem Zeugen) gemeinsam betreten, sofort seinen Blick nach der Leiche gerichtet. Präs.: Das war Ihnen aufgefallen? Zeuge: Jawohl. Präs.: Wie benahm sich sonst der Knabe, bemerkten Sie außerdem etwas Auffallendes an demselben? Mord oder Selbstmord? Der Kriminalpolizei ist durch den Eigenthümer des Hauses Stallschreiberstraße 21 eine Angelegenheit unterbreitet worden, welche zu umfangreichen Nachforschungen Veranlaffung geben wird. Am 1. April d. J. zog in das Quergebäude jenes Grundstückes, und zwar in eine Kellerwohnung, deren Fenster nach dem alten Louisen- Kirchhofe zu be= legen sind, die 42 Jahre alte eheverlassene Anna Winzerling mit ihren fünf Kindern im Alter von neun bis zu vier Jahren. Da die Frau teine Möbel besaß, so nahm der Bezirksvorsteher sich ihrer an und verschaffte ihr wenigstens Betten aus zu diesem Zwecke bestimmten Nachlässen. Frau Winzerling, die grundsätzlich nicht arbeitete, empfing häufig den Besuch eines Kellners Semar. Am 29. vorigen Monats Abends erschien dieser wiederum, aß und trant und war guter Dinge. Nun soll die Winzerling zu Mitbewohnern des Hauses geäußert haben, daß fie des Kellners überdrüssig sei und sich ihm entziehen werde. An demselben Abend befand sich die Winzerling in dem einen ihrer beiden Zimmer, während Semar sich in dem nach dem Kirchhofe zu belegenen Raum aufhielt. In dieser Zeit erschien Zein unbekannter Mann bei der Frau, Staatsanwalt: Haben Sie den Leichnam gesehen? mit dem sie sich auffallend laut unterhielt. Nach Aussage der 3euge: Nein, ich habe mir aber das Aussehen des Leichnams Wingerling hat der Unbekannte ihr im Auftrage ihres Ehemannes genau beschreiben lassen und habe als ehemaliger Meggermeister 8euge: Nein, es fiel mir nur auf, daß der Junge ein blantes Markstück überreicht. Kurze Zeit nach diesem Besuche meine Ansicht dahin geäußert. Ein Jude, Namens Benjamin sofort beim Betreten der Scheune nach der Stelle sah, wo die wurde der Kellner in dem zweiten Zimmer erhängt aufgefunden. Sander, fagte mir einige Tage darauf: Sie haben Angaben Leiche lag. Der örtliche Befund hat ergeben, daß in diesem Raum eine gegen Buschhoff über den Mord gemacht, Ihnen wird von Präs.: Benahm sich der Junge frech? Fensterscheibe eingedrückt worden ist, so daß eine Person vom Niemandem mehr etwas abgekauft werden. Als ich einige Zeit Kirchhofe dort hineingelangen konnte. Festgestellt worden ist darauf nach Krefeld und Neuß kam, wurde mir gedroht, daß es ferner, daß der Ehemann Winzerling, obgleich der Kirchhof nur mir ebenso ergehen werde wie dem kleinen Hegmann. gegen Einlaßkarten zu betreten ist, häufig daselbst gesehen wurde. Ferner hat Wingerling am Tage nachdem die Leiche Semars in das Schauhaus eingeliefert worden war, seine verlassene Frau besucht, und beide sollen sich in gutem Einvernehmen mit einander befunden haben. Eigenthümlich ist es auch, daß Frau Winzerling die Aeußerung gethan haben soll, gelegentlich der Anwesenheit des Unbekannten so laut gesprochen zu haben, damit diefer das Röcheln des Kellners im Nebenzimmer nicht höre. Merkwürdig ist außerdem, daß das blanke Markstück, welches die Winzerling von dem Fremden erhalten haben will, schon vor dem Besuche dieses Mannes von Hausbewohnern bei ihr gesehen worden ist. Alle diese sonderbar erscheinenden Umstände, hat der Hauswirth der Polizei zu melden fich für verpflichtet erachtet, und man sieht voller Erwartung der Lösung dieser räthselhaften Angelegenheit entgegen. ein Präs.: Wer drohte Ihnen? Beuge: Es waren Juden, die ich nicht kannte. Staatsanwalt: Wann tamen Sie zu der Ansicht, daß ritueller Mord vorliegt? Beuge: Nachdem ich am Mittwoch den Thatort besichtigt und mir die Art der Ermordung beschrieben wurde. Bertheidiger Rechtsanwalt Fleischhauer: Ist nicht der Steinmetz Wesendrup Ihr Schwager? 3euge: Das fann ich nicht sagen, er benahm sich aber auch nicht schüchtern. Der Zeuge bemerkt im Weiteren, daß er auf dem Wege von der Wallstraße aus Fußspuren gefunden habe. Amtsrichter Dr. Christburg: Als ich von der Staats anwaltschaft den Auftrag erhielt, Recherchen anzustellen, da wurde mir zunächst mitgetheilt, daß ein junger, siebenzehnjähriger Mensch, Namens Körner, der That verdächtig sei. Ich begab mich sofort zu Körner und war, nachdem ich denselben turze Zeit vernommen, Alsdann wurde der Verdacht rege, daß ein Mann, Namens der Ueberzeugung, daß dieser junge Mann nicht der Mörder set, Knippenberg, ein Onkel des fleinen Hegmann, ein schwachsinniger Beuge: Nein, Wesendrup hat nur eine Halbschwester von Mensch, den Mord begangen habe. Ich nahm bei Knippenberg mir zur Frau. sofort die erforderlichen Recherchen vor, fand aber nicht das Ge Bertheidiger: Der Zeuge hat soeben gesagt, er sei am ringste, was diefen verdächtigen konnte. Ein weiterer Verdacht Mittwoch zum ersten Male zu der Ueberzeugung gelangt, daß ein fiel auf den kleinen Siegmund Buschhoff. Ich nahm diesen in ritueller Mord vorliegt. Ich stelle nun an den Beugen die Frage: Die Scheune mit, zeigte ihm die Leiche und fragte ihn: Kennft Ob er nicht schon am Tage nach dem Morde zu dem Herrn Du den? Der fleine Buchhoff murmelte einige unverständliche Bürgermeister gegangen sei und diesem gefagt habe, den Word Worte und begann zu weinen. Auch bei Frau Buschhoff fiel mir fann nur ein Jude ausgeführt haben, er wisse von seinem Sohne, auf, daß diese außerordentlich freundlich mir entgegen fam. Aus unglücklicher Liebe haben zwei junge Mädchen einen der Arzt sei, daß die Juden Christenblut zu rituellen Zwecken Präs.: Kannten Sie denn das Wesen der Frau Buschhoff Selbstmord bezw. einen Selbstmordversuch verübt. Der vor nöthig haben? von früher? geftrige Polizeibericht meldete über den einen Fall: Am 3. d. M. Beuge: Davon weiß ich nichts. Vormittags wurde in einem Hotel eine dort abgestiegene un- Bertheidiger: 3ft es wahr, daß Sie am 29. Juni fo freundliches Wesen hat, mir fiel aber ihr Wesen auf. Sehr Beuge: Nein, es ist allerdings möglich, daß die Frau ein bekannte Frauensperson im Alter von dreiundzwanzig Jahren Abends zwischen 10 bis 10 Uhr bei Buschhoff vorübergegangen balb fiel auch der Verdacht auf den Angeklagten Buschhoff! mit einer Schußwunde in der Brust todt aufgefunden." Dieses sind und gerufen haben: Schöne Polizei in anten; wenn ich Einige Tage später tam der Vorsteher der jüdischen Gemeinde junge Mädchen ist inzwischen als die unverehelichte Emma Polizei hier wäre, dann würdest Du schon längst festsitzen. und der Oberrabbiner aus Crefeld zu mir ins Hotel und fragten Schwarz, am 11. Januar 1878 in Spandau geboren, ermittelt Buschhoff hat Ihnen geantwortet: Wenn Sie etwas wissen, mich, wie es mit der Sache stehe. Msdann fam Schreiners worden. Die Schwarz war seit dem 1. Juli v. J. in einem Ge- dann ist es Ihre Pflicht, der Behörde Anzeige zu machen. meister Hegmann, der Bater des ermordeten Johann zu mir und Präsident: Ist das religiöse Borschrift? Buschhoff: Jawohl. Vertheidiger Rechtsanwalt Fleischhauer: Ich bin ge nöthigt, auf die Genesis des Gutachtens des Herrn Kreisphysikus, zurückzukommen, da das Gutachten des Herrn Kreisphysikus, ganz besonders, daß die Durchschneidung des Halfes mit dem des Buschhoff geführt hat. Abgabe desselben nur auf Grund der Obduktionsprotokolle geschehen ist? Professor Dr. Röster: Die objektiven Obduktionsbefunde geben eine hinreichende Grundlage, um ein wissenschaftliches Gutachten abzugeben. Es kommt im vorliegenden Falle noch hinzu, daß wir die Kleider des ermordeten Kindes gesehen haben. Mitglied des Medizinal- Kollegiums der Rheinprovinz: Er schließe fich dem Gutachten des Medizinalraths Dr. Kirchgäßer, bezwv. dem Gutachten des Medizinal- Kollegiums der Rheinproving vollinhaltlich an. fagte mir: ein Mann, mens Mölders, will gesehen haben, wie Frau und Tochter des Buschhoff am Vormittage des 29. Juni den kleinen Hegmann in die Buschhoff'sche Wohnung gezogen haben. Ich lud sofort den Mölders vor und dieser, der feines wegs betrunken war, zeigte mir in drastischer Weise, wie Frau Buschhoff und Tochter den Knaben in das Buschhoff'sche Haus gezogen haben. Der Polizeisekretär, den ich nach dem Leumund Messer Nr. 13 vorgenommen sein müsse, zur Wiederverhaftung Geh. Medizinalrath Professor Dr. Trendlenburg( Bonn), des Mölders fragte, sagte mir: der Mann sei etwas zweifelhaft, aber wenn er als 3euge vereidigt werde, sei er wohl glaubhaft. Auf weiteres Befragen bemerkt der Zeuge, daß er nur einige Tropfen Blut am Thatorte gefunden, so daß er die Ueberzeugung erlangt habe: der Mord sei nicht am Fundorte ausgeführt worden. im Es meldet fich alsdann nochmals der Zeuge Junkermann und bemerkt: Er erinnere sich nun, daß, als er sein Gutachten antener Boten" gelesen, er in die Redaktion gegangen sei und dem Redakteur gesagt habe, das Gutachten sei nicht ganz richtig. Herr Kaplan Breffer habe ihn infolge dessen aufgefordert, das Gutachten zu ändern. vor. Ich frage also den Herrn Kreisphyfitus, ob er am 6. Februar dieses Jahres an den Herrn Ersten Staatsanwalt depeschirt hat: komme noch heute mit entscheidendem Fund?" Sachverständiger: Jawohl, das habe ich depeschirt, der Fund war für mich entscheidend. Verth.: Waren Sie der Ansicht, daß ihr Fund entscheidend für die Schuld des Buschhoff gewesen ist? Kreiswundarzt Dr. Sünninghoff bemerkt: Er müsse dem Gutachten des Professors Dr. Köster widersprechen, daß der Mord auch mit einem andern scharffantigen Instrument, als mit einem Messer ausgeführt sein könne. Er behaupte, daß der Mord nur mit einem Messer ausgeführt sein könne. Geh. Medizinalrath Prof. Dr. Bellmann( Bonn) tritt Sachverständiger: Ich muß bemerken, daß ich weit entfernt bin, zu behaupten, daß Buschhoff der Thäter gewesen ist. Wenn mein Gutachten etwa auf die Herren Geschworenen den ebenfalls dem Gutachten des Medizinalkollegiums und den anderen Eindruck machen sollte, als müßte Buschhoff der Thäter sein, so hier vernommenen Gutachtern bei. Er halte ebenfalls die bei ersuche ich dieselben, einen dicken Strich darüber zu machen. Ich Buschhoff vorgefundenen Meffer für vollständig ungeeignet zur bemerke ausdrücklich, daß ich die Frage: wer der Thäter gewesen Durchschneidung des Halses und müsse sein Bedauern aussprechen, ist, vollständig offen gelassen habe. Den Schnitt fann auch jeder daß Herr Kreisphyfitus Dr. Bauer in einer Sache von so weit andere gemacht haben; es ist absolut nicht meine Aufgabe, die tragender Bedeutung ein so bestimmtes Urtheil abgegeben habe. Thatfrage zu entscheiden, das ist selbstverständlich Sache der Herren Er habe ebenfalls die Ueberzeugung, daß die That am Fundorte Geschworenen. Allein, wenn ich einen objektiv entscheidenden geschehen, daß der Schnitt jedoch kein Schächtschnitt sei und daß Fund gemacht habe, so halte ich es in meiner Eigenschaft als von einem Ritualmord absolut nicht die Rede sein könne. Gerichtsarzt für meine Pflicht, der Staatsanwaltschaft umgehend Präsident Herr Kluth: Herr Geheimrath, Sie sind ja Vors davon Anzeige zu machen. steher einer Frrenanstalt, liegt die Möglichkeit vor, daß der Mord von einem Verrückten ausgeführt ist? vorhanden. ( Berlin). Es wird alsdann Kreisphysiku? Dr. Bauer( Mörs) als Sachverständiger und Zeuge vernommen. Vertheidiger Rechtsanwalt Fleischhauer: Ich stelle zunächst an den Herrn Kreisphyfitus die Frage: Ob er nach seinem legten Gutachten mit dem Herrn Kriminalkommissar Wolff aus Berlin in Verbindung getreten ist? Kreisphyfikus Dr. Bauer: Herr Kriminalfommissar Wolff aus Berlin tam zu mir nach Mörs und theilte mir mit, daß er mir einige Mittheilungen über den Xantener Knabenmord machen wolle. Ich lehnte zunächst eine Unterredung mit dem Kriminal- Verth. Rechtsanwalt Fleischhauer: Jch behaupte, daß tommiffar ab. Schließlich ließ ich aber den Kriminalkommiffar die Wiederverhaftung des Buchhoff durch das Gutachten des Herrn Sachverständiger; Jawohl, diese Möglichkeit ist auch Dieser erzählte mir nun: Er habe die Ueberzeugung, Kreisphysifus erfolgt ist und berufe mich hierüber auf das Zeugniß daß Buschhoff den kleinen Hegmann aus Rache ermordet, weil des Herrn Ersten Staatsanwalts. Es erscheint alsdann als Zeuge Kriminalkommissar Wolff der ermordete Knabe ihm seine Grabsteine beschädigt habe. Auch Präs. Ich habe den Herren Geschworenen noch nicht mit fei er der Ueberzeugung, daß der Mord in der Wohnung des getheilt, daß Buschhoff, der mit Frau und Tochter am 14. Oktober Präsident: Herr Kriminalkommissar, wir wollen Sie Buschhoff ausgeführt und der Leichnam alsdann in die Scheune vorigen Jahres zum ersten Male verhaftet wurde, am 20. De- jetzt noch nicht über den gesammten Thatbestand vernehmen, geschafft worden sei. Ich machte fofort ein großes Fragezeichen zember wieder aus der Haft entlassen, das Verfahren selbst aber sondern nur darüber, wodurch Sie zu der Ansicht gelangt sind, es und muß bemerken, daß ich zunächst der Meinung war, daß ein nicht eingestellt worden ist. Anfangs Februar d. J. erfolgte die liege fein Mord, sondern nur ein Todtschlag vor, der nicht am Luftmord geschehen sei. Ich nahm eine dahingehende Unter- Wiederverhaftung des Buschhoff, weil neue Momente, die ich Fundorte, sondern in der Buschhoff'schen Wohnung begangen sein suchung vor, fand diese Vermuthung aber in teiner Weise bestätigt. Ihnen noch nicht mittheilen will, um der Verhandlung nicht vorIm Weiteren bemerkt Kreisphysikus Dr. Bauer: Er habe zugreifen, zu Tage traten. Kriminalkommissar Wolff: Wenn ich allerdings aus dem eine beträchtliche Masse Blut am Thatorte gefunden und zwar Erster Staatsanwalt Baumgard: Ich muß bemerken, daß Zusammenhange heraus etwas befunden soll, dann dürfte meine soviel, als der Ermordete nach Lage der Verwundung nur ver- außer dem Gutachten des Herrn Dr. Bauer noch ein anderes Gesammtaussage darunter leiden. lieren konnte. Die Sachen des Ermordeten waren über und über Moment für die Wiederverhaftung maßgebend gewesen ist. Präsident: Ich kann einmal diese Ansicht nicht theilen, beblutet. Er habe die Ueberzeugung, daß die That am Fundort( Während dieser Erörterung weint der Angeklagte Buschhoff.) andererseits bin ich aber genöthigt, derartig zu verfahren, da ausgeführt worden sei. Es müssen zwei tiefe Flachschnitte mit Präs.: Herr Dr. Nünninghoff, sind Sie auch der Meinung, das ron Ihnen abgegebene Urtheil den Herren medizinischen großer Gewalt gemacht worden sein, so daß der Hals sofort voll- daß die Durchschneidung des Halses mit dem Messer Nr. 13 ge- Sachverständigen unterbreitet werden soll. Die Herren ständig bis an den Rückenwirbel abgeschnitten wurde. Der Tod, schehen ist? medizinischen Sachverständigen sind aber genöthigt, noch heute der infolge Verblutung erfolgt sei, müsse etwa zwei Minuten Kreis- Wundarzt Dr. Nünnighoff: Ich kann in dieser abzureifen. Sie haben nun angegeben, Der ermordete nach geschehener That eingetreten fein. Beziehung dem Herrn Kollegen Bauer nicht beipflichten, das Knabe sei anscheinend von Buschhoff aus Zorn über Messer Nr. 13 scheint mir nicht geeignet, die vorgefundenen Ver- die Beschädigung der Grabsteine geschlagen worden. Die legungen am Halse herbeizuführen. dem Kinde zugefügte Verlegung sei eine so schwere gewesen, daß Buschhoff, um dies Verbrechen zu verdecken, den Knaben geschächtet und alsdann in die Scheune geschafft haben dürfte. Die Verhandlung wird hier gegen 812 Uhr Abends auf morgen( Dienstag) Vormittags 9 Uhr vertagt. 8 weiter Verhandlungstag. Gegen 9 Uhr Vormittags eröffnet der Präsident, LandgerichtsDirettor Kluth, wiederum die Sigung. Es nimmt zunächst das Wort Erster Staatsanwalt Baumgard: Die Gerichtsärzte bemerken übereinstimmend, daß sie dies Urtheil verwerfen. Staatsanwalt: Wie verhalten sich die Herren zu der Bekundung, daß der Leichnam blutleer gewesen ist? Präs.: Herr Kreisphyfikus Dr. Bauer! Behaupten Sie mit Bestimmtheit, daß die Durchschneidung des Halses mit dem Messer Nr. 18 vorgenommen ist? dürfte? Kriminalkommissar Wolff: Diese meine Vermuthung gründete sich einmal auf den Obduktionsbefund des Herrn Kreisphysikus Dr. Bauer, andererseits aber auch auf eine Reihe anderer von mir gemachten Wahrnehmungen. So wollen mehrere Leute gesehen haben, daß der fleine Hegmann von der Frau und der Dr. Bauer: Reineswegs, ich behaupte nur, daß dies Messer Meine Herren Geschworenen! Es ist möglich, daß Sie die geeignet ist, die vorgefundenen Verlegungen herbeizuführen. geftrigen Gutachten der Herren Gerichtsärzte nicht genau ver standen haben. Da aber gerade diese Gutachten für den Gang Medizinalrath Dr. Kirchgäßer( Koblenz) vernommen. Es wird hierauf das Mitglied des Medizinalfollegiums, der Verhandlung von höchster Wichtigkeit sind, so bitte ich den Dieser befundet: Das Medizinalfollegium der Rheinproving Tochter des Buschhoff in deren Wohnung gezogen worden sei; Herrn Präsidenten, die Herren Gerichtsärgte, Kreisphysikus habe sehr eingehende Versuche vorgenommen und festgestellt, auch soll Frau Buschhoff geäußert haben:„ Ich freue mich, daß Dr. Bauer und Kreisphysikus Dr. Nünninghoff, noch einmal zu daß das vorgefundene Blut der Menge entsprach, die der Er- der Leichnam nicht in unserer Wohnung gefunden worden ist, bernehmen. Zunächst habe ich zu bemerken, daß Herr Dr. Steiner mordete angesichts der Verletzung verloren haben müsse. Das benn alsdann hätte es sofort geheißen, die Juden haben zu gestern befundete: es habe in der Scheune nur eine Nachblutung Medizinalkollegium habe die Ueberzeugung, daß die That am rituellen Zwecken einen Christenknaben geschlachtet". Ich verstattgefunden, wie verhalten sich die Herren Gerichtsärzte zu Fundorte geschehen sei. Die That sei anscheinend von einem muthete infolge dessen, der kleine Hegmann sei entweder von diefer Bekundung? Menschen ausgeführt worden, der in der Messerführung nicht den Buschhoff's fleinen Dienstleistungen verwendet geübt sei. Für die Ungeschicklichkeit des Thäters im Messerführen worden und als sich der Knabe weigerte, dies ferner spreche auch der Umstand, daß die Kleider des Kindes zum Theil zu thun, sei er dadurch eingeschüchtert worden, daß durchschnitten waren. er in einen förmlichen Starrtrampf verfallen sei. Auch hielt ich Präs.: Sind Sie der Meinung, daß der Schnitt ein es für möglich, daß er sprach und willenlos durch Schläge wegen Kreisphyfitus Dr. Bauer: Ich bemerke wiederholt, daß Schächtschnitt gewesen ist? Beschädigung der Grabsteine gemacht worden sei. Für meine ich am Fundort so viel Blut gefunden habe, als der Ermordete, Medizinalrath Dr. Kirchgäßer: Das Medizinalkollegium Annahme spricht auch der Umstand, daß Niemand den Knaben angesichts der erlittenen Verlegung, nur verlieren konnte. Der Körper hat nach dieser Seite genaue Erhebungen angestellt und auch nicht schreien gehört hat. des Leichnams hat genau soviel Blut verloren, als auf dem ben geringsten Anhalt dafür gefunden. Beim Schächtschnitt ist Fundorte vorhanden war. Es ist selbstverständlich, daß bei einem es Vorschrift, daß das Messer senkrecht angesetzt wird, während kommissar bezüglich des Obduktionsbefundes vollständig mißleere hatte. olch heftigen; Blutverlust der kleine Körper eine gewiffe Blut- der Thäter das Messer schräg eingesetzt hat. Auch alle anderen verstanden haben müsse. Eine Verletzung, die von einem Echlag Vorschriften, die beim Schächtschnitt zu beobachten sind, waren herrühren könnte, sei an dem ermordeten Kinde nicht wahrKreiswundarzt Dr. Nünninghoff pflichtet diesem Gut- nicht zu fonstatiren. genommen worden. Präs. Herr Medizinalrath, es dürfte ihnen bekannt sein, Geh. Medizinalrath Professor Dr. Bellmann bekundet: Die Staatsanwalt: Herr Dr. Steiner hat bekundet, er daß behauptet worden ist, es liege ein Ritualmord vor. Meine Vermuthung, daß der ermordete Knabe durch Einschüchterung babe fein Stroh in ben Händen des ermordeten Knaben ge- Herren Geschworenen, Sie werden zweifellos auch gehört haben, willenlos und sprachlos geworden sei, habe wenig Wahrscheinlichdaß behauptet worden ist: die Juden brauchen zu ihren religiösen feit für sich. Um dies genau festzustellen, sei es nothwendig, die Kreisphyfitus Dr. Bauer: Ich bemerke, daß der Ermordete Festen Christenblut, und aus diesem Anlaß sei der Mord geschehen. gesammte geistige und körperliche Beschaffenheit des Kindes zu Strohhalme krampfhaft zusammengepreßt in den Händen hielt. Herr Medizinalrath, liegen für die Möglichkeit eines Ritualmordes tennen. Diese Zuſammenpreffung ist zweifellos während des Zodestampfs irgendwelche Anhaltspunkte vor? Es tritt alsdann eine längere Pause ein. geschehen, nicht etwa während der Leichenstarre. ( Fortsetzung folgt.) Staatsanwalt: Sie sind also der Meinung, Herr Kreisphysikus, daß der Mord in der Scheune geschehen ist? Sachverständiger: Jawohl. achten bei. fehen? punkte vor. fragen des Staatsanwalts, daß er eine genaue Untersuchung| Der Kreisphyfitus wiederholt im Weiteren auf BeAnhaltspunkte dafür gefunden. Der Tod sei durch Verblutung vorliegen. eingetreten. Er habe auch feinerlei Anhaltspunkte gefunden, habe. Die Durchschneidung des Halses habe zweifellos mit geschehen ist? einem großen scharfen Messer stattgefunden. tannt? Sachverständiger: Jawohl, der Schächtschnitt ist mir war Schächtschnitt, ganz genau bekannt. bes Gimorbeten eloet in dieser Be Kreisphyfitus Dr. Bauer bemerkt, daß ihn der KriminalSachverständiger: Dafür liegen absolut keine AnhaltsPräs.: Herr Kreisphysikus Dr. Bauer und Herr KreisGäste haben Zutritt". Ueber die Bedeutung dieser Worte wundarzt Dr. Nünninghoff, haben Sie irgendwelche Anhaltspunkte bei Einladungen zu Versammlungen und die Stellung des dafür, daß ein Ritualmord vorliegt? Vereinsgesetzes zu denselben hatte sich die 8. Straflammer Die Gerichtsärzte antworten übereinstimmend, daß absolut des Landgerichts I auszusprechen. Unter dem Vorsitze der Frau Anhaltspunkte für das Vorhandensein eines Ritualmordes Gà de fand am 28. Geptember v. J. in der Röslinerstraße eine Bersammlung des Allgemeinen Arbeiterinnenvereins statt. Die Präs. Sind Sie der Ansicht, daß die Durchschneidung des polzeiliche Genehmigung hatte sie dazu erhalten, nachdem sie dieser Messer, speziell mit dem Messer Nr. 13 angezeigt hatte, daß„ Gäste Zutritt haben" sollten. Nachträglich hielt das Polizeipräsidium die Versammlung nicht für vorschriftsSachverständiger: Die Art der Verlegung spricht mäßig angemeldet, erachtete vielmehr dafür, daß thatsächlich eine des Halses mit einem Schlächtermesser geschehen ist. Praf.: Sie haben einmal erklärt, daß die Durchschneidung keineswegs dafür, daß die vorliegenden Messer gebraucht worden öffentliche Versammlung stattgefunden, da Jedermann find. Der Mord kann ebenso gut mit einem gewöhnlichen Brot- der Zutritt unbehindert freigestanden habe. Das Schöffengericht bas aber nicht als Behauptung aufstellen. Sachverständiger: Das nahm ich damals an, ich kann messer geschehen sein. sprach jedoch die Angeklagte Frau Gäde frei, weil eine Anmel Oberstaatsanwalt Hamm: Herr Medizinalrath! Herr dung der Versammlung überhaupt nicht nothwendig gewesen sei, Präf.: Sind Sie der Meinung, daß der Schnitt ein Dr. Steiner hat bekundet, daß gegen 9 Uhr Abends die da nicht erwiesen sei, daß öffentliche Angelegenheiten Schächtschnitt gewesen ist? Ist Ihnen der Schächtschnitt be- Leichenftarre bereits eingetreten war, und eine Mustel noch ge darin erörtert worden, und weil auch die Anmeldung zuckt habe. einer öffentlichen Versammlung als solcher, obwohl fie Wann mag der Tod des Ermordeten eingetreten sein? 40 durch den Vermerk: Gäste haben Zutritt", thatsächlich ers Prof. Dr. Kirch gäßer: Die Leichenstarre tritt bisweilen folgt sei, nicht nothwendig gewesen sei. Die von der Staatsnach 2 Stunden ein, es läßt sich in dieser Beziehung nichtsanwaltschaft hiergegen eingelegte Berufung hat die VIII. Strafziehung an zwei Grundfehlern. Einmal ist der Kehlkopf durch- Genaues fagen. fammer verworfen. Sie hielt zwar eine polizeiliche Anmeldung schnitten, während der Schächtschnitt nur die Luft- und Speise Oberstaatsanwalt: Ist es möglich, daß der Mord der qu. Versammlung an sich für nothwendig, hat sich aber im röhre durchschneidet, dann ist dem verwundeten Kinde die schon gegen 11 Uhr Vormittags erfolgt ist? Wirbelsäule durchschnitten worden, während der Schächtschnitt Uebrigen der Rechtsausführung des Rechtsanwalts Freuden Sachverständiger: Die Möglichkeit liegt vor. die Wirbelsäule nicht einmal verlegen darf. that dahin angeschlossen: Die von der Angeklagten erstattete Professor Dr. Köster( Bonn): Er sei Profeffor der Anzeige der Versammlung ist als vollkommen ausreichend zu er Kreisphysikus Dr. Bauer befundet im Weiteren, daß Anatomie am pathologischen Justitut zu Bonn. Er könne im achten. Daß Vereinsversammlungen, zu denen Jedermann Zuder Mörder hinter einem bende ben haben müſſe, Allgemeinen den Ausführungen des Medizinal- Raths Dr. Kirch- tritt hat, noch besonders als öffentliche BersammMeffer müsse einen großen Hafen gehabt haben. als er die Durchschneidlig vez Dolfies velgenommen habe. Das gäßer beiſtimmen. Er habe die Ueberzeugung, daß die That am Iungen angemeldet werden müßten, barüber enthält das BerFundorte geschehen sei, daß eine Blutentziehung nicht statt einsgesetz vom 11. März 1850 feine Bestimmung und auch bei Buschhoff beschlagnahmten Messern vorgelegt. eine Reihe von gefunden habe, daß das am Thatort vorgefundene Blut der die angezogene Entscheidung des Kammergerichts Der Sach- Menge entspreche, die das ermordete Kind verloren haben müsse. 6. November 1882 spricht sich darüber nicht aus, verlangt vielmehr Auch er sei der Meinung, daß der Hals nicht von einem nur, daß eine Vereinsversammlung als solche an mohl vorgenommen werden könne, gang besonders sei das eine Menschen durchschnitten worden, der in der Messerführung gemeldet werde. Mit der Bemerkung, Gäſte haben Zutritt" hat mit Nr. 13 bezeichnete 21 for end tiges Schächtmelſer, ge- lebung, habe. Ein Schächtſchnitt sei die vorgefundene Ber- bie Ungeklagte ausgedrückt, baß Jedermann der Versammlung Meffer richtiges eignet, die vorgefundenen Belegungen hervorgningen. beigelagte Auf legung feineswegs. Ein Schächter, der derartig gegen alle Vor- beiwohnen dürfe. Die tönigl. Staatsanwaltschaft will zwar beiteres Befragen befundet der Sachverständige, daß der Mörder schriften verfahre, wie es bei der Halsdurchschneidung geschehen, jene Bemerkung nur dahin verstanden wissen, daß Gäste von bas Rind anscheinend zwischen feine Beine getlemmt und ihm würde zweifellos fofort feines Amtes entfegt werden. Die ganze Witgliedern eingeführt werden dürfen. Es werde da etwas fomit den als burchgeschnitten habe. Bei biefer Manipulation Art des Mordes spreche dafür, daß weder ein Schächter noch herausgelesen, wozu die Erklärung ber Angeklagten keine Bertüsse der Mörder dem Kinbe bie händchen ebenfalls feit ge- überhaupt ein Megger die That begangen habe. Der Mord anlaffung gebe. Da der Verein die Bersammlung veranstaltet Hlemmt haben, andernfalls hätte das Kind in das Weſſer hinein- tönne mit jedem Messer, aber selbst mit jedem anderen scharf babe, seien Gäste des Vereins alle Diejenigen, die, ohne Mitgegriffen und sich die Händchen verlegt, legtere feien aber un- fantigen Gegenstande, etwa einem zerbrochenen Teller ausgeführt glieder zu sein, an der Bersammlung theilnehmen, mögen sie von sein. Die bei Buschhoff vorgefundenen Messer scheinen ihm zur Vereinsmitgliedern eingeführt werden oder einer allgemeinen Angeklagter Buschhoff bemerkt auf Befragen des Prä- Ausführung des Mordes vollständig ungeeignet. Wenn das Aufforderung Folge leisten. Wenn die Absicht bestanden hätte, fidenten, daß die vorliegenden Messer ihm gehören, auch das Messer Nr. 18 angewendet worden wäre, dann wäre wohl sofort daß nur eingeführte" Gäste Zutritt haben sollten, hätte dies be= Meffer Nr. 18 sei sein Eigenthum, es sei das sein gewöhnliches mit einem Schnitt der Kopf heruntergeflogen, die Durchschneidung sonders zum Ausdruck kommen müssen. verlegt. Schachtmeffer. vom hätte denn mit größter Vorsicht ausgeführt werden müssen. Kreisphysikus Dr. Bauer: Er müsse zu dem foeben ge Auf Diebstahl und Grabschändung lautete die Anklage hörten Gutachten bemerken, daß die obduzirenden Aerzte den welche gestern vor der siebenten Straftammer des Landgerichts I die Herren gegen die 58 jährige Wittwe Emma Strenger verhandelt wurde. Es wurde durch die Beweisaufnahme festgestellt, daß Bertheidiger Rechtsanwalt Stapper: Herr Profeffor! Die Angeklagte, als sie am Nachmittage des 19. April den Verliert ein wissenschaftliches Gutachten an Werth, wenn die Jerusalemer Kirchhof besuchte, von einem fremden Grabe einen Präsident: Schächtmesser müssen haarscharf sein und dürfen keine Scharten aufweisen? nach dem Gebrauch 12 Mal untersucht werden, ob es teine Kritiker nur nach den Obduktionsprotokollen urtheilen. Echarte habe, auch muß der Schächter, ehe er ein Thier schlachtet, eine ausgeruhte Hand haben. Vermischtes. Rauchklub fernte, um damit das Grab ihres Mannes zu schmücken. Da festes dem Vorstand des Vereins überlassen bleibt. Sonnabend, Donnerstag Abend 9 Uhr im Restaurant Böhmer, Brizerstr. 32. Goldlack, der bei jedem Gärtner für 10 Pf. zu haben ist, ent- Gründel gewählt, während das Arrangement des Stiftungs- 19 Uhr, bei Siementinstt, Reichenbergerſtr. 71.- Rauchtlub Ara bi Pascha Abends 9 Uhr, bei Berndt, Perlebergerstr. 17.- Klub Ohne streit, jeben bas beraubte Grab mit einem ganzen Kranz der erwähnten den 16. Juli, findet in der„ Neuen Welt" für den dritten Wahl- Süd- West, Abends 9 Uhr, Simeonstr. 23 bei Flick. Blumen umgeben war und durch die Wegnahme einer ein- freis ein Sommerfest statt, worauf insbesondere hingewiesen wird. Stattlub Tournee, Abends s½ Uhr, bei Ulrich, Wrangelfir. 84.- Stat zelnen in seinem Gesammteindruck nicht wesentlich beein- Die Mitgliederzahl des Vereins hat sich in letzter Beit bedeutend flub Rückwärts, Abends 8 Uhr, bei Arndt, Pallisadenstr. 47. trächtigt wurde, so ließ ließ der Staatsanwalt die Anklage vermehrt. wegen Grabschändung fallen und beantragte wegen des Diebe stahls eine Gefängnißstraße von 5 Tagen. Der Vertheidiger wollte Der Bericht über die Brauerversammlung( siehe gestrige die That der Angeklagten nur als eine Uebertretung des Forst Nummer, 2. Beilage) ist folgendermaßen richtig zu stellen: und Feld- Polizei- Reglements angesehen wissen, welche mit einer die von den Gehilfen vorgeschlagene Arbeitsordnung bezw. eine Die Mehrzahl der Brauereien hat geantwortet, daß sie Geldstrafe genügend gefühnt sei, der Gerichtshof war aber der Ansicht, daß es sich nicht um ein gewöhnliches Bodenprodukt, sich mit dieser deckende eingeführt habe, darunter Vereinssondern um eine Blume handele, welche einem Grabe als Zierde Viktoria- Brauerei, Pfefferberg, Gräfl. Reischach'sche Brauerei, gerichtet worden sein. Brauerei, Sternecker, Oswald Berliner, National- Brauerei, dienen sollte. Bei dem Pietätmangel, den die Angeklagte durch Norddeutsche Brauerei, Bürgerliches Brauhaus. Diefelbe Antihre Handlungsweise offenbart, müsse trotz ihrer Unbescholtenheit wort hatten auch Brauerei Friedrichshain, Gambrinus- Brauerei, frau Bachlog, welche ihre 61 jährige Schwiegermutter mit der Zum Tode verurtheilt wurde in Breslau die Heizersauf Gefängnißstrafe erkannt werden, die auf zwei Tage bemessen Charlottenburg und Böhmisches Brauhaus gegeben, doch wurde Art erschlagen hatte, und in Arnsberg der Gärtner Johann worden sei. bestritten, daß bei diesen Brauereien der Inhalt der Antwort Wagebach, welcher bei seinen Wilddiebereien zwei Förster ers auch wirklich zutreffe. schoffen und gegen einen dritten Förster einen Mordversuch unter nommen hatte. Wegen der einen Mordthat, die im Jahre 1881 geschah, war damals schon Untersuchung gegen ihn eingeleitet; zwei Mädchen schafften ihm jedoch mittelst Falscheids den Alibibeweis. In der jetzigen Berhandlung räumten sie das auch ein. Soziale Leberlicht. Die Schmiede Wandsbecks find wegen der Werkstattordnung mit den Meistern in Differenzen gerathen und ersuchen um Fernhaltung des Zuzugs. Anfragen 2c. find zu richten an F. Lange, Hamburg, Kornträgergang 50, Hof. Der Tischlerstreik in Gr. Becsteret nähert sich seinem Ende. Bis zum 28. Juni hatten sämmtliche Meister bis zwei die Gehilfenforderungen bewilligt. Tabakarbeiter und-Arbeiterinnen. Donnerstag, den 7. Jult, Abends 8½ Uhr, bei Bözow, Vor dem Prenzlauer Thor: Große öffentliche Bersamm: lung. Vortrag des Stadtv. Frip 8ubeil. Aufstellung der Kandidaten zur Wahl der Gewerbe- Schiedsgerichts- Betsizer; der internationale Kongreß zu Amsterdam. Musterzeichner- Verein Berlin. Vereinssizung am Donnerstag, den 7. Juli, Abends, im Restaurant Albert, Landsbergersir. 82. Berichterstattung unferes Delegirten. Lese- und Diskutirklub Südost. Donnerstag, den 7. Juli, Abends 8% Uhr, bei Tolksdorf, Görligerstraße 68: Generalversammlung und Vorstands wahl, Vergnügungsverein Harmonie S.- 0. Jeden Donnerstag, Abends aufuhr, Reichenbergerstr. 83: Gigung. Bentral- Kranken- und Sterbekaffe der Deutschen Wagenbauer. Deffentliche Mitglieder- Bersammlung am Donnerstag, den 7. Juli, Abends 8 Uhr, bet Norbert, Beuthstr. 22. Beschlußfaffung über die Anträge zur Fachverein der Barbiere und Friseure( Zweigverein Berlin.) Am Donnerstag, den 7. Juli, Abends 10 Uhr, Nosenthalerstr. 38: Mitglieder Bersammlung. Sozialdemokratischer Klub der im Buchbrudtgewerbe beschäft. Arbeiter. Die für Donnerstag, den 30. v. M., festgesette General- Bersammlung fonnte Umstände halber nicht stattfinden. Es findet dafür am Donnerstag, den 14. Jult, Abends 8 Uhr, im Restaurant Preußer, Seydelstr. 30, eine Versammlung mit derselben Tagesordnung statt. Die Metallarbeiter Rheinland- Westfalens halten am General- Versammlung. 10. Juli eine Konferenz ab. In Halle a. S. erscheint seit 3. Juli wöchentlich einmal die Fachzeitschrift, Der Töpfer, Organ zur Vertretung der Interessen der Arbeiter in der Thonwaaren- Industrie und den verwandten Berufszweigen." Ein Kongreß der organisirten Zimmerlente Süddeutschlands findet, wie der Münchener Post" mitgetheilt wird, am 28. August in Karlsruhe statt. Aufgabe desselben ist hauptsächlich die Kräftigung der zentralen Organisation. Versammlungen. Momber, Wilhelmstr. 10. unverzagt, Stöpenickerstraße 127a, bei In einer Volksversammlung, welche zu vorigen Sonntag für die Einwohner der Ortschaften Friedrichshagen, Schöneiche und Klein- Schönebed nach) leyterem Orte einberufen und von etwa 600 Personen, darunter sehr zahlreich von Arbeiterinnen besucht war, hielt Reichstags- Abgeordneter Stadthagen einen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag, in welchem er u. A. die Sünden geißelte, welche sich das Unternehmerthum, namentlich das grundbesitzende, den Arbeitern gegenüber zu schulden kommen läßt. Die Genossen Sieverling, Tannenburg, Weigelt, Klappe, stimmten in der Diskussion seinen Ausführungen zu, während Frau Wartmann unter großem Beifall an die Frauen die Mahnung richtete, sich der Sozialdemokratie immer mehr anzu: schließen, und wie auch die übrigen Redner das Lesen sozialistischer Schriften und das Abonnement auf das Bolksblatt für Teltow Beeston Stortop Charlottenburg" empfahl. Mit Frischmann. Edelweiß, Melchiorstraße 15, bei Stehmann. Borar, einem brausenden dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie und mit dem Gesang der Marseillaise endete die Versammlung. B " In der Generalversammlung für den dritten Berliner Wahlkreis, welche vergangenen Dienstag stattfand, verlas der Kassirer Gründel den Kassenbericht. Derfelbe ergab mit dem Raffenbestand eine Einnahme von 593,80 M.; die Ausgabe betrug 291,75 M., so daß ein Bestand von 302,05 m. verbleibt. Hierauf hielt Genosse Borgmann ein kurzes Referat über Allgemeine Tagesfragen", indem er insbesondere auf die gegenwärtigen Wahlen in England und die kommenden Wahlen in den Vereinigten Staaten von Nordamerika hinwies und bezüglich der legteren betonte, daß die Hoffnung unserer Schutzöllner auf den Sieg der demokratischen Partei, wodurch die Ausfuhr Deutschlands nach den Vereinigten Staaten sich steigern würde, eher ins Gegentheil umschlagen dürfte, da nach allen Voraussetzungen es bald dahin kommen dürfte, daß Amerika Waaren und Industrie- Erzeugnisse exportirt. Zur Frage der Weltausstellung übergehend, unterzog Redner die Haltung unseres gesammten Bürger thums in dieser Angelegenheit einer herben Kritik, da dasselbe wieder einmal deutlich bewiesen habe, wie es gewohnt sei, immer erst nach Oben" zu schielen. Für unsere Partei ergebe fich hieraus die Nothwendigkeit, daß wir stets unsere Selbständigkeit zu wahren bestrebt sein müßten. Zum Schluß empfahl Redner, für eine Resolution zu Gunsten der Weltausstellung in Berlin zu stimmen. Dieser Vorschlag stieß indeß in der sehr stark besuchten Versammlung auf heftigen Widerspruch und wurde, nachdem Apelt, Schweizer und Jahn unter Hinweis auf die gegenwärtigen, von der kapitalistischen Gesellschaft erzeugten Kriſen unter lebhaftem Beifall der Versammlung gegen, Wagner für eine diesbezügliche Resolution gesprochen hatten, nahezu einstimmig abgelehnt. Ueber die bereits geplante Lassallefeier entspann sich wegen der Lokalfrage eine längere Diskussion, welche dahin führte, daß die vom Wahlverein ausgehende Feier bei Rümpel in Treptow stattfinden wird. Allee 3-4, bei Krause. Navachol soll gestern( Mittwoch) Morgen in Paris hins Feuersbruust. In Szegedin ist das große Fabrit Etablissement der ersten ungarischen Hansspinnerei fammt den Nebengebäuden abgebrannt. Der Schaden beträgt nahezu eine halbe Million Gulden. 200 Familien find brotloš. Diebstahl in der Kirche. Aus der Martinskirche zu Lüttich hat ein Dieb 18 schwere goldene Weihketten, deren eine 2 Meter maß und neben einem massiv goldenen Kreuz mit 66 Diamanten geschmückt war, vom Altar gestohlen, nachdem er sich vom Küster den Schlüssel zur Kirche unter dem Vorgeben ver schafft hatte, er wolle für seine schwerkranke Mutter, die am Abend operirt werden solle, beten. Jufolge des Gebrauchs eines Kessels zur Zubereitung der Speisen, dessen Emaille bleibaltig war, ist in Mastricht eine aus acht Personen bestehende Familie schwer erkrankt. Ein sechsjähriges Kind ist bereits gestorben. Verunglückt sind auf dem Gletscher Grande Casse bei Pras lognan am Montag Abend mehrere Offiziere und Soldaten des 13. französischen Alpenjäger- Bataillons. Zwei Offiziere blieben todt, ein Offizier und ein Ordonnanz- Soldat wurden schwer ver wundet aufgehoben. beuteln. " Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Berufsgenossen Deutschlands( E. H. Nr. 71 zu Berlin 2 Osten). Bersamm Zentral- ranken- und Sterbekalfe der Maler und verwandten ung Abends 8 Uhr bei Hente, Blumenstr. 38. Bericht der Delegirten von der General- Versammlung. Arbeiter- Bildungsverein für Friedrichsfelde und Umgegend. Donnerstag, den 30. Juni, Abends 8 Uhr, Bersammlung im Lokale des Herrn Arbriter- Bildungsschule. Donnerstag Abends 8-10% Uhr: SüdSchule: Hagelsbergerstr. 43: Unterricht im Rechnen; Südost- Schule, Gegenwartsbilder aus der bürgerlichen Gesellschaft. Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Geschichte( alt); Dit Schule, tartus straße 31: Interricht in Rechnen; Nord- Schule, Müllerstr. 179a; UnterAus Frankfurt a. M. berichtet die dortige„ Voltsstimme": richt in Deutsch( mittlere) und Chemie. In alle Zehrfächer, mit Ausnahme Kürzlich kehrte des Abends nach der Oper eine kleine gemischte der Mathematik und Buchführung, fönnen noch Schüler und Schülerinnen, Gesellschaft, bestehend aus 8 Personen, in einem besseren Weinauch jezt im Laufe des Semesters, eintreten. bei Schröder, wiefenſtr. 39. Lese- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dietgen, Abends 8½ Uhr, restaurant ein, um ein kleines" Abendessen einzus Gieshoit. Neue Beit, Abends 8 Uhr, Bonenftr. 40, bei nehmen, wobei es aber an Nichts gefehlt haben kann. Denn die Süd- Ost, bei Toltsdorf, Gorauer und Görligerstraßen Ecte. erwegh, Abends 8½ Uhr, Reichenbergerstraße 54, Ecke Lausitzerstraße, bei Mart, gemacht. Ob die guten Leutchen auch wohl daran gedacht Rechnung hat gerade 300 Mart, sage und schreibe dreihundert Schayer. Aug. Geib, Donnerstag bei Zubeil, Naunynstraße 86, Abends 9 Uhr. Hasenclever, Abends 8 Uhr, Restaurant Bischof, Baumschulen haben, daß es Hunderte, ja Tausende von Arbeitern giebt, die weg Treptow. des Abends nach schwerer und mühevoller Arbeit noch keine 30 Pf. Arbeiter- Sän gerbund Berlins und Umgegend. Donnerstag. Uebungs haben, um ihren Hunger und Durst zu stillen? Gewiß nicht. stunde Abends 9 ühr. Aufnahme neuer Mitglieder. St. Urban, Sie betrachten dies Verhältniß als so natürlich, daß sie jeden Annenstraße 9, bei Prog. Stüfter. Kornblume, Blumenstraße 54, bei Wuttke. Frühlings für einen Frevler ansehen, der es wagt, an der nach ihrer AnIust, Flottwellstraße 5, bet Bartel. Brezelschluß, Annenstr. 16, ficht von Gott eingesetzten Weltordnung zu rütteln und zu morgenroth 1, Rummelsburg, Berlinerstr. 9, bet Friefecte.- Dorfbet Reßner. Weiße Rose, Reinickendorf, Residenzstr. 101, bei Garus.. glödlein, Wilmersdorf, Berliner- u. Auguftstr.- Ecke bei Schulz.( d) Đ 2, Alte Schönhauferstr. 42, bet Reimann. Einigkeit,( Hutmacher), PappelBarmonte, Tempelhof, Dorfstr. 10, bet Gerth. Beilchenblau, Kott 8utunft 1, Steglitz, Kurhaus Friedenau. bufer Damm 39, bet Jatob.- 3utunft 2, Nied.- Schönhausen, Buchholzerstr. bet Sempel. Ostpreußischer Männer- Gesangverein, Jüdenstr. 55, bei ftraße 65 bei Tempel von 9-11 Uhr.- Maiglödchen 2, G.-D., ManteuffelAdmiralstraße 38, bei Lülow. Seeger'scher Gesangverein, Langeftraße 67, bei Springstubbe. Eintracht, Glienicke bei Ablershof, bei Keller. Leipzig, 6. Juli. Ueber einen großen Theil Sachsens sind nung 3" Brandenburg, Neust. Markt 2, bet Weydmers. Frete Sänger, gegangen, die großen Schaden verursachten. Stellenweise, wie Einigkeit 2, Groß- Lichterfelde, Amalienstraße, bet sann. off in den letzten Tagen schwere Gewitter mit Hagelschlag nieders angeftr. 108, bei Nebelin. 8utunft 3, Belten, bei W. Grunow. Müllerstr. 7. bet teichardt. Kreuzberger Harmonie, Lindenstr. 106, bet Poppe. Nordstern, aus Rochlik und Döbeln wird theilweise Vernichtung der reichen Morgengrauen,( Bäcker), 3 bis 5 Uhr Getreide- Ernte gemeldet. Nachmittags, Barnimstr. 16, bet Heindorf. Treue Brüder, Ahrendt straße 23, Libertee, Eisenbahnstraße 20 bei Siegmund.. Liedes: Petersburg, 6. Juli. Unterrichtete Kreise versichern be west end, Blumenthalftr. 5 bei Behrendt. Echo, Reichenberger und Forsterstraßen- Ede, bei Spindler. Siebertafel stimmt, daß am 29. August d. J. eine Zusammenkunft der Kaiser Borwärts 9, Charlotten von Rußland, Deutschland und Desterreich in Spola in Rußland burg, Schillerstr. 102 bei Stahl. alle Buschriften ben Bund betreffend sind zu richten an: Mar Genz, Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. stattfinden wird. Berlin N., Belforterstraße 26, 1 Tr. Donnerstag: Geselliger Verein Frei und Luftig bei Göße, Oranienstraße 153, Bimmer- Schüßengesellschaft Pest, 6. Juli. Die Meldung, daß im Fiumaner Küsten Fein torn bet Klatt, Boechstr. 61.- Gefelliger Berein Azalte, michael- gebiete Cholerafälle vorgekommen seien, ist bestem Vernehmen bei Sommer, Stallschreiberstraße 58. Brücke 1( zu den 3 Raben). Humoristischer Verein Bautenschwenger, Musikverein Animo, bei Schmidt, nach gänzlich erfunden. In der Quarantäne- Anstalt zu Fiume Wrangelfir. 141. Geselliger Verein Grüne Eiche( vor dem Salle'schen befindet sich nur ein von Batum angelangtes Petroleumschiff in Thor), bet Raporte, Solmsstr. 1. Bergnügungsverein Silaritas, bei fiebentägiger Beobachtung. Tempel, Breslauerstr. 27.- Theaterverein Fideler Geist, bet Schneider, Adalbertstr. 8.- Musikverein Osiris, bei Roll, Adalbertstr. 21. London, 6. Juli. In West Edinburg errangen bei den Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Männer- Wahlen die Uniomsten einen Sitz von den Gladstoneanern; in Gesangverein sgabella, beginsiale te neemann, Görlitzer 3entral-, Süd- und Ost- Edinburg wurden die Gladstoneaner für weißensee und Umgegend. Donnerstags und Sonnabends Abends wiedergewählt. Im Ganzen sind bis jetzt gewählt: 94 Kon Gesangsabtheilung sozialdemokratischen Arbeitervereins bei Müller( Pfeifenmüller), Königs Chauffee. Männer Gesangverein fervative, 9 Unionisten, 65 Gladstoneaner und 4 Antiparnelliten. Drolienne, Abends 9 Uhr bei Faustmann, Reichenbergerstr. 73a. Musifverein Frisch auf, Annenstr. 14, bei Ehrenberg. New- York, 6. Juli. In Homestead in Pennsylvanien fam Theaterverein effing, Abends 9 Uhr, bei Musehold, Landsberger- es heute früh zu einem Konflikt zwischen streifenben Schmiedes ftraße 31. Brivat- Theaterverein, Fideler Geist 2", Abends 9 Uhr, im arbeitern und Polizeimannschaften, wobei 5 Streifende getödtet Märkischen Hof, Admiralstr. 18. und Donnerstag Abend von 8-10 Uhr, in der Turnhalle, Pantstr. 26. Turnverein Gesundbrunnen( Lehrlings- Abtheilung) turnt Montag und mehrere Personen verwundet wurden. Geselliger Verein Freiheit, Abends 9 Uhr, bei Thierbach, Schwebter Geselliger Verein egina, Oranienstr. 121, bet Seifert. Gefelliger Klub Blau- Beilchen, Abends 9 Uhr, Annenstraße 9 bet C. Proz. Verein ehemaliger 22. Gemeindeschüler, punti uhr, bei Schröder, Stegligerstr. 18. Pfropfenverein Wedding, Abends 8% thr, bet Belterhoff, Antonftr. 5. Freundschaft, Abends 9 Uhr, Donnerstag 9 Uhr Abends im Restaurant Göy, Oranienſtr. 158. bet Buffe, Schönhauser Allee 46. Bergnügungs- Verein Renata jeben ftraße 42.traße 44. 1 ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Briefkaffen der Redaktion. des betr. Vereins. Uns mangelt jede Kontrolle darüber, ob Ihre F. Mundt. Derartige Dinge gehören in die Versammlung Angaben richtig sind. Rauchflub Kollegia, Abends 9 Uhr, in Bernhardt's Destillation, Stalizerfir. 41. Rauchtiub Waldesgrün, Abends s½ Uhr, Restaurant Richard Wichmann. Unterrichten Sie die Streit- Kontroll Zu diesem Zweck wurde eine Kommission, bestehend aus Braun. R. Kahlert, Reichenbergerstr. 118a. Rauchtiub Ohnesorge, Abends 9 uhr, fommission von dieser Angelegenheit. Wir können nicht wissen, schweig, Rehr, Winter, Grube, Ronrad und Sterbekale von Arbeitern der Berliner Maschinenbau- Act.- Gesellsch Am Sonntag, den 17. Juli 1892, Vormittags 9 Uhr, im Lokale des Herrn Stämke, Ackerstraße 128: Generalversammlung. in Rogge's Bierhaus, Kohlenufer 2. 8 Uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. Unserem Freunde, dem Oberschneider Robert Menger( der Unschuldige) Rauchtlub Kernipige, Abends Rauchklub Arcona, Abends ob Ihre Angaben zutreffend sind. Todes- Anzeige. Allen Genossen empfehle meinen Brot Am 5. d. M. verstarb nach längerem Markthalle XIII, Trestowstraße 14, Verkauf der Genossenschafts- Bäckerei. geburtstage ein breifach bonn. Leiden uns. Vereinsmitglied d. Zimmerer Stand 288. Gustav Lehmann. Soch. Seine Kollegen v. Bau, nebst 933b Franz Röpke. der schle'schen Kolonne. Die Beerdigung findet Freitag, den Unserem Kollegen u. Seelenverkäufer 8. d., Nachm. 4 Uhr, von der LeichenOswald Grauer, zu seinem heutigen balle des städtischen Krankenhauses am Wiegenfeste ein donnerndes Lebehoch Friedrichshain, aus, statt. von seinen rothen Kollegen 9366 9376 Begräbnißplatz ist der Johannis Friedhof in der Seestraße. Der Vorstand des Beerdigungsvereins A. K. C. K. A. F. W. M. F. L. G. N. C. V. C. B. G. R. G. St. G.. Oswald, laff' den Muth nicht sinten, Woll'n großen Topf erst trinken. Tages- Ordnung: 1. Jahresbericht pro 1891/92 und Bericht der Revisoren. 2. Festsetzung der Entschädigung für den Vorstand Empfehle mich den Genossen vom und die Revisoren. 3. Beschlußfassung, Wedding zur pünktl. Besorgung des in welchen Zeitungen die Bekannt Vorwärts u. sämmtl. Arbeiterblätter. machungen der Kaffe ftattzufinden 9326] Carl Weiße, Tegelerstr. 27. haben. 4. Verschiedenes. Das Quittungsbud legitimirt. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 944b der Berliner Zimmerleute. PIöz, Vorsitzender. Am 5. Juli verstarb nach langem Leiden mein lieber Mann und unser guter Bater Adolf Netzband. Dies zeigt tiefbetrübt an RI., fast neues Bücherspind, sowie div. Bücher( ganze Werke u. Brosch.) Bertha Nekband, geb. Müller. Die Beerdigung findet am Sonnin faub. der Leichenhalle des Tempelhofer Kirchhofs aus statt. Ein Bereinszimmer mit Klavier zu verg. b. Niederschuh, Fürbringerstr. 7. Gangbare Destillation ist sofort zu verkaufen Briz. Werderstr. 15. Wegen Uebernahme einer Deitillation billig. Wallstr. 1, am Spittelmarkt. Ausverkauf von Hüten jeder Art sehr Arbeitsmarkt. Für eine größere Bauschlosserei wird ein durchaus tüchtiger und energischer Werkführer gesucht. 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