940 b 15 た r 3 I Nr. 157. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mr., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Gingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fern spred- Anschluß: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Freitag, den 8. Juli 1892. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Getäupt! " gehen können, daß die öffentliche Meinung das Recht zur Allgemeinen Zeitung", eine Artikelreihe, die sein Annahme erhielte, Fürst Bismarck hätte wieder auf die von der Neuen Freien Presse" in Wien veröffentlichtes Der Reichs Anzeiger"( Nr. 158 vom 7. Juli) ver- Leitung der Geschäfte irgendwelchen Einfluß gewonnen. Interview gegen die von Caprivi in der Norddeutschen öffentlicht folgende zwei Rundschreiben, die an die Vertreter Falls der Fürst oder seine Familie sich Euver Durchlaucht Allgemeinen Zeitung" geübte Kritik vertheidigen soll. Bedes Reiches im Auslande bezw. an den Wiener Botschafter Hause nähern sollte, ersuche ich Sie, sich auf die Erkanntlich spielt in den höfisch- diplomatischen Beziehungen vom Reichskanzler Grafen von Caprivi 1890 und 1892 widerung der konventionellen Formen zu beschränken, einer zwischen Bismarck und Alexander III. die Geschichte angeb verschickt worden sind. Sie lauten: etwaigen Einladung zur Hochzeit jedoch auszuweichen. lich gefälschter Aktenstücke eine Rolle. Es handelt sich um Diese Verhaltungsmaßregeln gelten auch für das Botschafts- die bulgarische Frage und jener, wie behauptet wird, sehr 1. Grlaß vom 23. Mai 1890 an sämmtliche personal. Ich füge hinzu, daß Se. Majestät von der geschickt gefälschten Ürkunden, aus denen ein doppeltes Spiel Raiserlich deutsche und Königlich preußische Hochzeit keine Notis nehmen werden. Euer 2c. find beauf des Reichskanzlers gegen Rußland sich hätte erweisen lassen. von dem Grafen Kálnoky Mittheilung zu machen. fragt, in der Ihnen geeignet scheinenden Weise sofort hier- Nun steht es aktenmäßig fest, daß Bismarck 1887 dem Zar den dokumentarischen Beweis der Fälschung liefern Graf von Caprivi mußte. Jezt fabelt er, verlogen oder vergeßlich, wir meinen Missionen: " Euer( Titel) wird nicht entgangen sein, daß gegen wärtige Stimmungen und Anschauungen des Fürsten von Bismarck, Herzogs von Lauenburg, mehrfach durch die Presse an die Deffentlichkeit gebracht worden sind. Wenn Der haarscharfe Gegensatz zwischen den zwei Akten- mehr verlogen als ein Opfer greisenhaften Gedächtnißdie Regierung Seiner Majestät in vollſter Anerkennung der stücken iſt ſinnenfällig. Es hat lange gedauert, bis der schwundes, Alexander III. habe dem wahrheitsliebenden Bismarck auf einfache Erklärung ohne Weiteres geglaubt. unsterblichen Verdienste dieses großen Staaismannes hierzu Reichsregierung der Geduldsfaden riß. Es lag den herrschenden Kreisen daran, den Haupt- Und so heißt es auch wieder in der Allgemeinen Zeitung" auf persönliche Verhältnisse und innere Politik beschränkten, verfechter und Hauptvertreter des herrschenden Systems zu( Nr. 186 vom 6. Juli): mußte sie sich, seit auch die auswärtige Politik davon berührt schonen. Ihn angreifen, heißt auch die Bourgeoisie, heißt wird, die Frage vorlegen, ob solche Zurückhaltung auch ferner den Klassenstaat angreifen. So ist man peinlich bemüht, zu rechtfertigen sei, ob sie nicht im Auslande schädlichen Sache und Persönlichkeit zu scheiden, nicht das System, sondern Mißdeutungen unterliegen könnte. Seine Majestät der den von ihm losgelösten Repräsentanten als Einzelnen zu Raiser sind indeß der Ueberzeugung, daß entweder von selbst kritisiren, den Streit als einen persönlichen zu kennzeichnen. eine ruhigere Stimmung eintreten oder aber der thatsäch- Einen Streit, den man in elfter Stunde noch sich beiliche Werth des von der Presse Wiedergegebenen mit der zulegen bemüht hat. Eine Versöhnung sollte herbeigeführt Zeit auch im Auslande immer richtiger werde gewürdigt werden, um Ruhe zu schaffen. Nicht so sehr gefährliche Es sei nicht zu befürchten, daß aus der Verbrei- Indiskretionen fürchtete man durch den Hader mit dem hing subjektiver, mehr oder weniger richtig aufgefaßter, turbrandenburgischen Vasallen" es zeigt sich, daß hie und da zweifellos absichtlich entstellter und zum Theil Caprivi auf einen Schelm anderthalbe sezt, die Fehde zu. Personen von anerkannter Feindschaft gegen Deutschland selbst schädigt den Monarchismus. werden. gethaner Aeußerungen ein dauernder Schaden entstehen Die Verdienste" Bismarc's um den Klassenstaat bleiben önnte. Seine Majestät unterscheiden zwischen dem Fürsten unbestritten, müssen unbestritten bleiben. So wird der geBismarck früher und jetzt und wollen seitens Allerhöchstihrer hässige, in ohnmächtiger Wuth sich verzehrende amtshungrige Regierung alles vermieden ſehen, was dazu beitragen könnte, Alte an den Pranger gestellt und vor allem Volk geder deutschen Nation das Bild ihres größten Staatsmanns stäupt. 3 trüben. Indem ich Euer( Titel) hiervon mit der Er Das ist das Ende des„ größten aller Deutschen". Am mächtigung, erforderlichen Falls demigemäß sich zu äußern, Schandpfahl der Mann von 1864, 1866, 1870, am Schandin Kenntniß ſege, füge ich ergebenſt hinzu, daß ich mich pfahl der Vater des Kulturkampfs, des Sozialistengeseges, ber Hoffnung hingebe, es werde auch seitens der Regierung, am Schandpfahl der Chef der Ausbeuter und Zöllner, der in Bezug auf die Anschauungen des Fürsten Bismarck ein| bei welcher Sie aftreditivt sind, den Aeußerungen der Preise Schutzpatron des Militarismus am Schandpfahl. aktueller Werth nicht beigelegt werden. von Caprivi. Kaiserlichen Botschafter in Wien, Prinzen 2. Depesche vom 9. Juni 1892 an den Reuß: Im Hinblick auf die bevorstehende Vermählung des Grafen Herbert Bismarck in Wien theile ich Euer 2c. nach Vortrag bei Sr. Majestät Folgendes ergebenst mit: Bismard au Se. Majestät den Kaiser fehlt es vor Allem an der unentbehrlichen Voraussetzung eines ersten Schrittes seitens des früheren Reichskanzlers. Die Annäherung würde| aber, Feuilleton. Machbruck verboten.] Das schlagende Wetter. Roman von Maurice Talmeyer. Uebersetzt von B. und A. G. [ 7 Der Lehrer wurde ernst und antwortete langsam: Gestern Abend hat es ein schlagendes Wetter gegeben. Der Fremde erinnerte sich des Gespräches wohl, das er heute Nacht gehört hatte. Herr Petit- Waudrü aber fuhr wehmüthig fort: Ich habe traurige Ereignisse erlebt. Vor 30 Jahren hat das schlagende Wetter fünf Menschen in Bont- surSambre getödtet; sie sind unter der Erde geblieben. Vor 30 Jahren? fragte Jaquemin. Ja, vor 30 Jahren. Und fünf Bergleute sind unter der Erde geblieben? Man hat sie nie wiedergesehen. Kennt man ihre Namen? Also, wie gesagt, jene beiden Maßnahmen( Verbot der Lombardirung russischer Werthe durch die deutsche Reichsbank und die Polenausweisungen) hatten die Beziehungen zu der maßgebendsten Stelle Rußlands so wenig erschüttert, daß Raiser Alexander im Jahre 1887 die ganze Situation von dem einfachen" Ja" oder„ Nein" des Fürsten Bismarck abhängig machte und diesem„ Mein" bezüglich der gefälschten Aftenstücke absolut vertraute, ein Zeugniß, welches er im Jahre 1889 in bekannter Weise wiederholt hat. Wenn nun die„ Nordd. Allg. 3tg." entweder schlecht unterrichtet oder indiskret auf geheime Aftenstücke hinweist, welche als entgegengesetzte Zeugnisse" von russischer Seite vorliegen und eines Tages an das Licht der Deffentlichkeit treten tönnten", so lassen wir dahingestellt, inwiefern man in Rußland von diesen Andeutungen erbaut sein wird." " Das ist teck gelogen. Und die Wahrheit sagt der Eitelste und Amtswüthigste aller Menschen wohl etwa, wenn er schreibt: „ Für den Fürsten selbst, der auf dieser Welt absolut nichts mehr erstrebt, kann die heutige Stellung des Reichskanzlers nichts Verführerisches haben. Ihm liegt an einem Personenwechsel gar nichts, sondern er wünscht nur nach seinen Kräften, nach seiner Kenntniß und seiner Erfahrung zur Besserung einer Politik beizutragen, die unsere Zufunft gefährdet; er will deren heutige Leiter bessern, nicht beseitigen." Die Sozialdemokratie, die den Häuptling der inter nationalen Reaktion stets bekämpft und ihn als Volksfeind den„ Hamburger Nachrichten" vom 7. Juli weicht Saure Trauben, das ist des Räthsels Lösung. Und in gebrandmarkt hat, sieht mit kühlem Lächeln, daß die Gewalthaber von heute den einst Allmächtigen an die Schander muthig zurück und opfert einen seiner Trabanten, den des Henkers brennt auf seiner Stirn. Zum Kainszeichen Allgemeine Zeitung" herausgiebt. Otto der Held säule stellen und ihn mit Ruthen peitschen. Und das Eisen früheren Redakteur der„ Kölnischen Zeitung", der in Köln jetzt die für die Bismarckerei gegründete West deutsche das Brandmal, das ist das Ende vom Liede. Politische Ueberlicht. Berlin, den 7. Juli. Stets ein Komödiant, stets ein Feigling. Fürst Bismarck veröffentlicht in seinem Münchener Organ, der langen, dünnen Brotschnitten, die zusammengelegt, leicht mit Butter geschmiert und mit Käse belegt waren. Das junge Mädchen erschien einige Minuten darauf und auf die Einladung des Herrn Petit- Waudru setzte man sich zu Tisch. IV. erklärt: Die Invektiven der offiziösen Presse gegen den Fürsten Bismarck nehmen vorzugsweise den Inhalt von Artikeln der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" zur Grundlage, während nach Angabe des Berichtes über das Wiener Interview der Fürst das genannte Blatt nur in der Form der Ablehnung Der Mitverantwortlichkeit für die Artikel desselben erwähnt hat. Zu regelmäßigem Verkehr mit dem Fürsten in Friedrichsruh ist aus geographischen Gründen kaum eine andere der drei in Der Schöffe war einer jener alten Gemeindebeamten, die in ihren Verwaltungsgeschäften ergraut sind und sie alle auswendig kennen. Als er in sein Bureau zurückging, hörte er hinter sich Jemanden eintreten. Er wandte sich um und sah einen anständig gekleideten Mann mit ernstem Gesicht, den er nicht An demselben Novembermorgen hielt eine Equipage, fannte. Der Fremde erklärte, daß er gekommen sei, um in Pontbespannt mit zwei englischen Pferden und am Wagenbeschlag Jur- Sambre Wohnung zu nehmen und fügte hinzu, daß er mit eleganten Initialen versehen, gegen 10 Uhr am Ge- eine Erkundigung einziehen möchte. Der Schöffe forderte meinde- Amte in Bont- sur- Sambre. Ein Lakai sprang vom ihn auf, sich zu setzen und fragte nach seinem Namen. Der Bock, trat in das Gemeindehaus und kam gleich wieder Fremde reichte ihm darauf ein in rothes Leder gebundenes zurück mit einem Manne, der das Aussehen eines alten Heft. Das belgische Wappen war auf dem Einband einGemeindebeamten hatte. Gleichzeitig wurde ein Fenster der geprägt und unten las man in Goldbuchstaben den Namen: Equipage herabgelassen und eine grobe befehlshaberische Jean Jaquemin. Stimme sagte zu dem Beamten: Herr Schöffe, ich theile Ihnen mit, daß ich abreise. Der Schöffe betrachtete etwas überrascht den Bettsack und die Decken, die das Innere des Wagens füllten und fragte respektvoll: Wird der Herr Bürgermeister lange abwesend sein? Vielleicht! ich reise nach London. Geben Sie mir gut acht während meiner Abwesenheit. Giebt es nichts Neues? Heute Nacht hat es im Schacht Nr. 15 den Anfang eines schlagenden Wetters gegeben. Es entsprach das einer Verordnung, welche die Bergarbeiter für außerordentliche Verdienste auszeichnen soll. Jener Formel, mit der alle amtlichen Schriftstücke eröffnet werden: Leopold, König von Belgien, entbietet Allen, die in Gegenwart und Zukunft Bürger und Bedienstete des belgischen Staates find, Gruß und Heil"; es folgte eine alphabetisch in Kolonnen geordnete Namensliste. Bei den Namen war die Art der Dienste angegeben, welche die mit Auszeichnung bedachten Arbeiter geleistet hatten, nebst dem Datum und dem Orte ihrer Geburt. Am Ende des Heftes befand sich ein vierfach zusammengefaltetes Pergament, welches das vom König unterzeichnete Patent darstellte und in dem unter dem Buchstaben J folgende Worte eingetragen waren:" Jean Jaquemin, Obersteiger. Zwanzig Jahre musterhaften Dienstes. Aufführung außerordentlich mäßig und rechtlich. Hat sich durch mehrere tapfere Thaten hervorgethau. Bei Srei Unglücksfällen hat er Arbeitern das Leben gerettet. Hat sich durchaus selbst unterrichtet. Im Alter von Die Fenster schlossen sich und die Pferde flogen davon. 30 Jahren benutzte er seine freien Stunden dazu, um Einige Personen könnten sie Euch noch nennen. Die Namen der fünf Todten müssen auf dem Gemeinde Amt mit einer Geldstrafe belegt wird. festgestellt worden sein. Ich weiß! Ich habe angeordnet, daß der Schuldige Man hatte Lerouchat beschuldigt. Er scheint aber unThut nichts. Man darf Reklamationen niemals Unruhe hervor. Diese Worte brachten bei Jaquemin eine leichte schuldig zu sein. Er erblaßte plötzlich, erhob sich, ging im Ja, Herr Bürgermeister. Bimmer hin und her, und als er am Spiegel vorüberging, nehmen. Ist das Alles? betrachtete er sich mit einem verstohlenen hastigen Blick. Augenblick brachte die alte Magd des Lehrers In diesem das Frühstück. Dasselbe bestand aus Zichorientaffee, Milch, Es ist gut! Abfahren, Kutscher! an " dem Wiener, Gespräch genannten Redaktionen als die der fals Hauptlebensmittel angewiesen ist, scheint für dieses Kreisen der Arbeitgeber über die am 1. April 1892 in Kraft " Hamburger Nachrichten in der Möglichkeit. Für die an- würdige Freihändlerorgan gar nicht in Betracht zu kommen. tretenden Vorschriften, betreffend die Aufstellung von gefochtenen Beröffentlichungen der Westdeutschen Allgemeinen Erlangt Deutschland bei der handelspolitischen Abmachung Arbeitsordnungen, vorfanden. Während einzelne Beitung" glauben wir aber nicht, daß dem Fürsten Bismarck von der russischen Regierung erhebliche Zugeständnisse, so Arbeitgeber, auf ihr patriarchalisches Verhältniß zu den irgendwelche Verantwortlichkeit auferlegt werden kann." Das Opfer ist so vergeblich wie unanständig. Bismarck russische Brotkorn muß jedenfalls ist dagegen gewiß Nichts einzuwenden. Aber das Arbeitern oder ihre persönliche Autorität fußend, den ist der Thäter und gezüchtigt ist er auch. Wir verweisen Bollsay, muß jedenfalls zu dem gleichen Arbeitsordnungen wenig sympathisch gegenüberstehen, bringt wie das österreichische, auf den Leitartikel. eingeführt werden ihnen andererseits eine große Zahl viel Interesse entgegen. fönnen. Wo bleibt der kleine Mann, dieser Schüß- Der Direktor einer Porzellanfabrik hatte sich mit Wiederum abgelehnt shat der Bundesrath das Be- ling des Deutschfreisinns? Jedennoch, wenn ein seinen Arbeitern, wel che fast sämmtlich Gewerte gehren des Reichstags, den Reichstags- Abgeord- Kapitalistenblatt theures Brot theures Brot sein läßt und vereinler sind, dahin geeinigt, daß zur Grundlage neten Diäten und Reisekosten aus Reichsmitteln ohne Gegenleistungen" nicht mit sich handeln läßt, so hat für die Verhandlungen über die neue Arbeitsordnung eine zu gewähren. Sobald der Reichstag sich dieselbe Kon- das seine guten Gründe, das heißt seine profitlichen. Für solche von den Arbeitern unter Zuhilfenahme sequenz des Verneinens angewöhnt, wird der Bundesrath die deutsche Eisen- und Kohlenritterschaft, der die hohen ihres Berliner juristischen Beirathes auf nachgiebig werden. Nicht eher. russischen Tarife peinlich sind, sollen Zugeständnisse erlangt gestellt wurde. Die so entstandene Arbeitsordnung entsprach werden. Hier liegt der Hafe im Pfeffer. Ob der Getreide nur in einem Punkte nicht den Wünschen des Arbeit Rentengüter und Sozialdemokratie. Ein alter 30ll so schiver wie früher auf die arbeitende Klasse drückt, gebers: sie hatte zu scharfe Strafbestimmungen." Freund" der Kreuz- Zeitung"( Nr. 311 vom 7. Juli) leit ist darum in diesem Falle gleichgiltig für die Demagogen Das ist jedenfalls ein Unikum, das nicht tief genug in den artifelt über die Bertheilung der Rittergüter mittels des Freihandels. Als ob es nicht dringend geboten und Arbeiterblättern gehängt werden kann. Eine Arbeitsord Staatshilfe". Seine Kritit der Auftheilung größerer Güter spielend leicht wäre, daß Deutschland dem russischen Roggen nung zu entwerfen, in welcher selbst dem Kapitaliſten zu ist sehr bemerkenswerth. Es spricht hier der altpreußische für 35 M. die Tonne Eintritt gewährt? Aber die Junker- scharfe Strasbestimmungen enthalten sind das bringen fleine Junker, der im Gegensatz zu dem modernen mehrheit des Reichstags und auch der Bundesrath werden nur die loyalen Gewerkvereinler mit ihrem Berliner Ber Latifundienbesizer steht, auf mittlerem Gute wirthschaftet erst durch sehr thatkräftige Agitation dazu gebracht werden, söhnungsapostel fertig!. und reaktionär vom Wirbel bis zur Zehe einen weit Hand anzulegen. Die Sozialdemokratie wird dafür sorgen, feineren politischen Instinkt hat, als seine adligen Genossen daß diese Frage nicht aus der Diskussion verschwindet. Nur Ein neuer Ukas des Königs Stummt. Stumm hat vom gewerblich betriebenen Großgrundbesig. Der alte sie ist eine grundsägliche Gegnerin der Schutzöllnerei. dieser Tage wieder zu seinen Arbeitern durch einen Erlaß Freund" glaubt nicht daran, daß die zahlreichen an die gesprochen. Ein Erlaß, das heißt ein Verbot, ein Verbot, Scholle gebundenen, durch ihren Besitz nicht genügend er- Zur Dissidentenfrage in Preußen. Aus Westfalen das den Unterthanen über ihr Verhalten in politischen nährten, auf Tagelöhnerei bei den Gutsherren angewiesenen wird uns geschrieben:" Gewissenszwang ist das Leyte, was Dingen Vorschriften macht. Diesmal verordnet er:" Ich Landarbeiter, die durch die Parzellirung von Gütern seß ich wünschen könnte. Ich glaube auch nicht, daß in Preußen warne alle Angestellten und Arbeiter vor der Theilnahme haft" gemacht werden sollen, daß diese Ansiedler einen festen hierunter Jemand leidet." So, ungefähr äußerte der Herr an der sogenannten deutschsozialen( antisemitischen) BeDamm gegen die Hochfluth des Sozialismus bilden werden. Kultusminister Bosse sich kurz nach seinem Amtsantritt wegung. Neunkirchen, 4. Juli 1892." So ehrt der MusterEr schreibt: im preußischen Landtag. So erfreulich die erste Versiche- betriebsleiter die freie Meinung. Des Königs Stumm Wille Und die Sozialdemokratie? Ist dieser schon durch die Land- rung für die Dissidenten damals lautete, so bedauerlich und ist das oberste Gesez in Neunkirchen. gemeinde- Ordnung der Eintritt in die Landgemeinden in befremdlich war die durch den 3iveiten Satz verrathene Unliberaliter" Weise erleichtert worden, so wird der zerseßende und kenntniß der wirklichen Thatsachen. Konnte Herrn Bosse haben bereits kurz über den in Württemberg vorgekommenen Entschädigung unschuldig Verurtheilter. Wir verödende Einfluß dieser Partei mit dem Verschwinden der der aus dem Monate Januar ds. Js. datirte, gegen die früheren ländlichen Autoritäten und ihrer persönlichen Intelligenz Fall Entreß berichtet. Der Sachverhalt ist folgender: und politischen festen Gesinnung sicher auch auf dem Lande Dissidenten gerichtete Erlaß seines Amtsvorgängers un- Der Bäckergeselle Bius Entreß war im Herbst 1890 unter wachsen und zwar schon darum, weil sich unter den neuen bekannt geblieben sein, jener Erlaß der seines gewissens dem Berdachte eines Diebstahls von 460 m. verhaftet und Ansiedlern allerhand fremde Leute von zweifelhafter Gesinnung bed rückenden Inhaltes wegen sowohl im Abgeordneten- von der Rottweiler Strafkammer zu vier Jahren Zuchthaus befinden werden, die ihre früher in der Großstadt erworbene haus, wie in namhaften Zeitungen fast aller Parteien der verurtheilt worden. Er hatte bereits drei Vierteljahrim von der Rottweiler Strafkammer zu vier Jahren Zuchthaus fozialdemokratische Weisheit nicht mit ihre Kartoffelnn in die schärfsten Kritik unterzogen worden war? Oder, wenn nicht, 8n ch thaus gesessen, als seine Unschuld zu Tage tam; Erde vergraben, sondern Mißtrauen und revolutionäre Jdeen war von Herrn Bosse vielleicht stillschweigend unterstellt, am 3. Februar 1892 wurde er von der Straflammer Rott 3n chthaus gesessen, als seine Unschuld zu Tage kam; in Fülle und erfolgreich ausstreuen werden. Für diesen Zweck daß bei Beantwortung dieser Frage die Dissidenten von weil freigesprochen, aber nicht für unschuldig erklärt, weil der genügt aber auf dreißig und mehr Ansiedler schon ein einziger vornherein als Gewissen los auszuscheiden seien, und Mensch, und es werden sich solcher Leute desto mehr finden, daß mithin von einem„ Gewissenszwang" diesen gegenüber nie wahre Dieb, ein gewiffer Kohler, kein Geständniß abgelegt hatte, deshalb eine Mitschuld des Entreß, für die freilich gestalten wird. Denn daß diese Barzellenbesitzer im landwirth- die Rede sein könne? Wir sind bis heute hierüber in Unkenntniß, teine positiven Anhaltspunkte vorlägen, nicht ausgeschlossen schaftlichen Gewerbe ohne Ausnahme floriren werden, wird würden aber nach der Behandlung, welche die Dissidenten seitens sei. Um die Unschuldigerklärung des Entreß zu erreichen, auch der Grünste des grünen Tisches nicht voraussetzen hoher Regierungspersonen im letzten Winter im Abgeordneten- legte dessen Vertheidiger Revision an das Reichsgericht ein, hause erfuhren, keineswegs verwundert sein, wenn wir mit bie dasselbe jedoch verwarf. Daraufhin gab das Justiz Hoffentlich nehmen die Sendboten des Rentengüter der letzten Frage den Kern der Sache getroffen hätten. ministerim im„ Staats- Anzeiger" bekannt, daß vom Verwesens, die Möchtegern- Sozialpolitiker Sering und Ge- Thatsache ist, daß die Dissidenten bis auf diesen Tag einem ministerim im Staats- Anzeiger" bekannt, daß vom Ver noffen, von dem anziehenden Auffage des alten Freundes" Bwange unterstehen, den Christen und Juden hier zu Lande waltungsstandpunkte aus die Unschuld des Entreß als er Aft. Wenn sie dann in Posen auf der Generalversamm- nicht kennen. Und zwar obgleich Herrn Bosse damals, bei wiesen angenommen werden könne, und der König bewilligte dem Letzteren aus dem Gratualienfonds eine Entschädigung lung des Vereins für Sozialpolitik für die neue Hörigkeit Gelegenheit seines großen Wortes, im Landtage von verdie Lärmtrommel rühren, wird der Wirbel nicht im schiedenen Seiten empfohlen wurde, dann doch ja recht bald von 1000 M. Aber diese 1000 M. sind ein Almosen. stürmischen Fortissimo, sondern ein weniges gedämpft den Erlaß seines Borgängers gegen die Dissidenten auf- Diese Prozeßgeschichte beweist, wie nothwendig es ist, daß die Entschädigung unschuldig Inhaftirter reich 3 gefeß flingen. Es gelingt nichts mehr. Nichts, gar nichts, die zuheben, und obgleich ihm durch Bittschriften von ver- lich geregelt wird. Das Opfer der Justiz muß ein ver Sytophanten des Kapitalismus mögen sich's gesagt sein schiedenen Seiten Veranlassung gegeben wurde, sich mit der brieftes Recht haben, zu fordern, daß ihm wenigstens ein Laffen.Angelegenheit amtlich zu beschäftigen. Juzwischen wird den Dissidentenkindern in der Volksschule nach Belieben die entsprechender materieller Erfaz geleistet werde für Erst dieser Tage haben wir wieder darauf hingewiesen, daß spanischen Rohre eingeprügelt, und zwar um so hartnäckiger Kleinfalibrige Gewehre, um indirekte Steuern handelt, er Der Deutschfreifinn und die Brotvertheuerung. fatholische oder evangelische Religion der Liebe mit dem die ihm widerfahrene Unbill. Der Reichstag, so flint, wenn es sich um Liebesgaben für ostelbische Fuselbrenner, um die deutsche Volksernährung des russischen Roggens bedarf, eingeprügelt, je unempfänglicher diese kleinen Staatsbürger und daß die Herabfegung des Roggenzolls von 5 auf sich nun einmal nach Abstammung und häuslicher Erziehung füllt nicht dies Gebot staatlicher Würde. 3,50 M. auch für das russische Erzeugniß eine Lebens für die kostbaren Heilslehren erweisen. Der Zedlitz'sche Parteitag der Freikonservativen. Im Herbst wird nothwendigkeit ist. Die" Bossische Zeitung", die sonst so Erlaß wird wohl bestehen bleiben, folglich für die Dissidenten- die Botschafter Fraktion, die stets einschwenkt, wie die erbaulich gegen Junker, Schutzölle und Verwandtes zu finder auch die religiösen Prügel und somit eine Unsumme Regierung es befiehlt, zu Breslau einen allgemeinen Parteileitartikeln versteht, druckt zustimmend der Münchener förperlichen Leides und seelischer Kämpfe: sicher auch für tag abhalten behufs Feststellung der bei den LandtagsAllgemeinen Zeitung" die Ausführung nach, es wäre in deren Eltern kein begehrenswerther Zustand. Mögen sie Wahlen einzuhaltenden Tattit. hohem Grade zu bedauern, wenn wir auch Rußland, welches standhaft bleiben in Ueberzeugung und Grundsätzen. Die für seinen Getreide- Ueberfluß schließlich das deutsche Absatz- Früchte jenes Erlasses werden ausnahmslos uns zufallen. Das schweizerische Auslieferungsgesetz. Das böse gebiet braucht, die von ihm sehr gewünschte und benöthigte Gesetz mit der gefährlichen Klausel, die im Nothfall die Ermäßigung der Getreidezölle ohne Gegenleistungen ge- Die braven Gewerkvereinler! Es geht doch Nichts politischen Flüchtlinge der Reaktion ans Messer liefert, ist währen würden". Aus Eigenem fügt sie hinzu:„ Das über die Kriecherei und die Loyalität unserer braven Hirsch in Kraft getreten, und der Bundesrath hat den Kantons Lettere meinen wir auch. Deutschland hat gar keinen Dunder'schen Gewerkvereinler. Sie find die echten Kinder regierungen in einem Rundschreiben die„ Instruktionen" Grund, Rußland gefällig zu sein, das in der Ermäßigung ihres Vaters, des Versöhnungsapostels Dr. Max Hirsch.( Anweisungen) über die Anwendung des Gesetzes ertheilt. der Eisen- und Kohlenzölle ja ein sehr gutes Ausgleichs- Ein preußischer Beamter bezeugt es ihnen jetzt schwarz auf Es heißt darin, daß für das Verhältniß der Schweiz zu objekt befäße. Wir können Rumänien eher ohne Gegen weiß. Der Gewerberath für Breslau und Liegnitz schreibt den auswärtigen Staaten, mit denen sie Auslieferungsver bewilligung ein Geschenk auf handelspolitischem Gebiet in seinem soeben erschienenen Jahresbericht für 1891 wört- träge besitzt, die in diesen Verträgen vereinbarten Grunds machen, als Rußland auf halbem Wege entgegenkommen." lich: Vielfach bot sich bei Vornahme der Besichtigungen fäße in Geltung bleiben. Auslieferungsbegehren an ausDie große Masse in Deutschland, die auf das Roggenbrot Gelegenheit, irrige Auffassungen zu beseitigen, welche sich in wärtige Staaten sind demnach stets, begleitet von den ver je weniger günstig ihre neue landwirthschaftliche Existenz sich wollen". dem Schulunterricht beizuwohnen. Ein befähigter Arbeiter, intelligent und ehrenhaft." Der Schöffe las, schloß das Heft, gab es Jaquemin zurück und fragte: Woher kommen Sie? Von Frameries. Und wo waren Sie vor Frameries Jn Hornu. Und vorher? In einem Privatdienste, Herr Schöffe. Bei wem? Bei Herrn und Frau von Rochefeu in Brügge. Wie kommt es, daß die für Sie so chrenvolle Berfügung weder den Ort, noch das Datum Ihrer Geburt erwähnt? Ich bin ein Findling. Der Schöffe notirte sich die Erklärungen, die Jaquemin gegeben hatte, dann sah er ihn an und fragte: Wünschen Sie eine Auskunft? Der Fremde machte eine Pause, als ob er erst nach den Morten suche, die er antworten sollte und sagte dann: Ja, ich habe schon sehr lange nichts von meinem Pflegevater, der hier wohnte, gehört. Da ich ihm öfters geschrieben habe und nie Antwort erhielt, möchte ich gern wissen, ob er nicht mehr in diesem Lande wohnt, oder ob er gestorben ist. Er hieß Pierre Malen. Pierre Malen? wiederholte der Schöffe. Er dachte nach und schüttelte den Kopf. Ich kenne keinen ähnlichen Namen in der Gemeinde, wenigstens wenn Sie nicht von einem Bergarbeiter sprechen, der so hieß, aber vor 30 Jahren, wenn ich nicht irre, bei einer Grubenexplosion seinen Tod fand. Der Verwandte, von dem ich spreche, war in der That Bergmann. Wie lange ist es her, daß Sie ihn nicht gesehen haben? So lange, daß ich mich kaum erinnere. Der alte Schöffe zog ein Register aus einem Fach, schlug es auf und sagte, mit dem Finger auf eine Stelle dentend: War er in Pont- sur- Sambre geboren? Ja. Wie alt würde er jetzt sein? Gegen fünfzig Jahre. Dann, sagte der Schöffe, wird er es wohl sein. Der Pierre Malen, den Sie suchen, dürfte derselbe Pierre Malen sein, von dem ich sprach. Und er ist vor dreißig Jahren gestorben? Er ist seit dem Grubenunglück im Schacht Nummer fünf verschollen. Hier ist das Aftenstück, das von seinem Verschwinden und seinem wahrscheinlichen Tode erzählt. In diesem Moment wandte der Schöffe sich um, um noch in einem anderen Register nachzuschlagen. Jaquemin warf einen Blick in die Acten. Sein ernstes düstres Gesicht heiterte sich plötzlich auf. Er war, so viel ich mich erinnere, ein sehr armer Teufel, fuhr der alte Gemeindebeamte fort, dem das bürgerliche Aussehen und die anscheinende Wohlhabenheit Jaquemins ins Auge gefallen war. Ich habe ihn nur sehr wenig gekannt. Er war ein junger Mann von Ihrer Figur, es fällt mir jetzt ein. Uebrigens tönnten Sie, wie mir scheint, ungefähr im selben Alter sein. Der Fremde antwortete nicht und erhob sich, dankte für die Auskunft, ging, und ohne daß er nöthig gehabt hätte, sich nach dem Weg zu erkundigen, ging er von dem Gemeindehans nach dem Verwaltungsbureau der Steinkohlengruben. Er vernahm zwar dort, daß der Direktor an diesem Morgen verreist sei, aber nachdem er das königliche Auszeichnungsdekret überreicht hatte, stellte man ihn ohne weiteres als Obersteiger an. Er kehrte etwas nach zwölf Uhr ins Dorf zurück und als er auf die große Straße gelangte, sah er die Equipage, die mehrere Stunden vorher an der Mairie gehalten hatte, leer nach Pont- sur- Sambre zurückkommen. V. enthielt fünf Räume, eine große Stube, drei Kammern und eine Art Küche. Das Zimmer war mit einer blumigen Tapete tapezirt und ausgestattet mit eichenartig angestrichenen Möbeln aus Lindenholz und Stühlen mit Strohgeflecht. In dem Zimmer stand ein großes Buffet, ein runder Dfen, von dem eine große Röhre von Eisenblech in den Schornstein führte, während an den Wänden ein paar schlechte Bilder hingen, die den König und die Königin von Belgien vorstellen sollten. Die Hausthür und die Fenster gingen nach der Flußseite hin, draußen. zwitscherte in einem kleinen hölzernen Bauer, das nach alter belgischer Sitte an der Mauer aufgehängt war, ein Fink, dem man, damit er fingen sollte, die Augen ausgestochen hatte. Der Vogel sang wirklich, immer fort, so gut er nur fonnte, als ob er statt im Käfig draußen im Walde sei, und als ob die ewige Nacht, die ihn umfing, eine immer neue Morgenröthe darstelle. Jaquemin wohnte ebenso gesund, wie gut. Und er hatte Arbeit gefunden zu einer Zeit, als fast alle übrigen Bergleute feierten. Indessen sah er so sorgenvoll aus wie zuvor und vermied es, mit den Nachbarn zu plaudern. Gr ging allein nach der Grube und kehrte allein zurück. Nur mit Widerwillen ließ er sich in eine Unterhaltung ein nud blieb immer zu Hause, und seine Tochter peinigte die Eintönigkeit des stillen Hauses, und das Gefühl des Alleinseins mit ihrem nachdenklich- schwermüthigen Vater und dem Schnee, den sie vor den Fenstern fallen sah, trieb ihr oft genug Thränen in die Augen. Der Steiger wohnte seit vierzehn Tagen in Pont- surSambre, als ein Ereigniß, das ihn betraf, die Neugierde noch vermehrte, welche in einem Dorfe ein ganz neu Zus gezogener zu erregen pflegt. Den Bergleuten wurden Sonn abend früh durch Vermittelung der Steiger die Löhne aus gezahlt. Eines Abends kam ein dicker Mann zu ihm, in dem er den Schankwirth Grellepois erkannte. Der Wirth schaute sehr freundschaftlich drein, legte Jaquemin die Hand auf die Schulter und sagte: Jaquemin war in ein kleines Haus am Ufer der Sambre gezogen, das an der Straße stand, wo die Pferde gehen, die die Schiffe ziehen. Es war eines jener niedrigen Häuser, die nur aus dem Erdgeschoß und einem Stockwerk bestehen, und die man häufig auf dem Lande antrifft. Die Wohnung Was denn? fragte Jaquemin. Alter Junge, ich habe mit Ihnen ein paar Worte zu sprechen. werden. " fezzen kann." ist uns Von der Cholera. Wolff's Telegraphisches Bureau meldet aus Petersburg: Nach hier eingegangenen Nachrichten sind in Astra chan Unruhen vorgekommen, bei denen es leider nicht ohne Blut abgegangen ist. Arbeiter, die infolge der Angst vor der Cholera ihre Arbeiten verlassen wollten, obgleich fie Vorschuß auf dies felben erhalten hatten, wurden daran gehindert und sollten zur Aushaltung einer Quarantäne gezwungen werden. Sie Tehnten Die Hygiene des Barisnius ist der Hinterlader. tragsmäßigen Belägen, durch die Kantonsregierungen dem einen solchen Amnestie- Erlaß verlangt, der vor Allem dem scheinenden Blätter, über das Elend in den HungersnothBundesrath vorzulegen, der sie auf diplomatischem Wege bei Genossen Culine die Freiheit wiedergeben und Henri Bezirken, und in zwei Dritteln von Rußland, sind geradezu der Regierung des Zufluchtsstaates anhängig machen wird. It o chefort die Heimkehr in sein Vaterland ermöglichen haarsträubend. So wird z. B. aus mara gemeldet: Betreffs des Verfahrens bei Auslieferungen von der würde. Am 4. Juli hatte man zu Gunsten der Amnestie Der Sforbut nimmt geradezu setzlichen Umfang an. Schweiz wird gesagt, die provisorische Verhaftung könne eine große Versammlung im Pariser Winter- Birkus ein- Es giebt kein Dorf, in dem nicht Storbutfranfe zu finden sind. durch die kantonalen Behörden entweder auf Grund eines berufen, die einen imposanten Verlauf nahm. Die HauptAllein im Kreise Samara wurde die Zahl der Storbutkranken Steckbriefes oder eines direkten Ansuchens ausländischer Be- redner waren ehemalige Boulangisten, die jetzt die Revision der zu Anfang Mai auf sechshundert angegeben. Weitere sechshörden oder auf Weisung des Bundesraths vollzogen in vielen Bunkten noch reaktionären französischen Verfassung tausend Personen waren derartig erschöpft, daß sie, um gegen die Krankheit besser geschützt zu werden, mit besserer Nahrung Die Verhaftung," heißt es, auf direktes An- verlangen. Die Marxisten" unterstützen sie eifrigst als bisher versehen werden müßten. In Samara lagen in suchen muß vorgenommen werden nach den Auslieferungs- bei ihrer Kampagne" für den allgemeinen Straferlaß, so 3. 33. drei Hospitälern dreihundert Typhuskranke. In den ververträgen mit Deutschland, Luxemburg und Groß- der Abgeordnete von Narbonne, Ferroul. Guesde schiedenen Kreisen dieses Gouvernements namentlich in den britannien; nach den Verträgen mit allen anderen Staaten und Lafargue, welche gleichzeitig in Lille und Roubaix Kreisen Busulust und Nowo- Usenst war ebenfalls eine Zuist die provisorische Verhaftung auf direktes Ansuchen eine Agitation in demselben Sinne betrieben, erklärten nahme der Krankheit zu verzeichnen, so daß sich die zehn fakultativ. Der Verhaftete ist in Freiheit zu sehen, wenn brieflich ihre Zustimmung. Leider zeigte sich die Pariser dortigen Sanitätsabtheilungen unzulänglich erwiesen. Nach das Auslieferungsbegehren und die Belege binnen einer Versammlung infolge des starken Vorwiegens der boulaneiner Mittheilung des ärztlichen Blattes" Der Landschaftsarzt" treffen ähnliche Meldungen fast aus allen Gouvernements ein, gewissen Frist nicht vorgelegt worden sind. Das Ausliefe- gistischen Elemente nicht frei von Chauvinismus; einem andie in diesem Jahre unter der Mißernte zu leiden hätten. rungsbegehren wird von Bundesrath formell geprüft und wesenden russischen Offizier z. B. bereitete man eine förmliche Diese Nachrichten seien um so trauriger, als die Privat je nach Umständen entweder von vornherein abgewiesen oder Ovation. Jedoch schloß die Versammlung mit Hochrufenwohlthätigkeit gerade jezt ihre Thätigkeit eingestellt habe.". dem Zufluchtskanton übermittelt werden. soll auf seinen Wunsch ermöglicht werden, binnen einer an Dem Verfolgten auf die Kommune von Paris. Und in diesen ungeheueren Seuchenheerd ist nun die gemessenen Frist einen schriftlichen Einspruch einzureichen. Cholera eingedrungen. Niemals hat sie einen günstigeren Der englische Wahlkampf. Nach den vorliegenden Boden gehabt, und die hygienischen Vorbeugungsniaßregeln, die Geschieht lezteres gestützt auf das Gefeß, auf den Staats- Berichten haben die Liberalen bis jetzt einige Vortheile sich schon vorher ung enügend erwiesen, werden nun vollends vertrag oder auf eine Gegenrechtserklärung- so hat das errungen, jedoch nicht so bedeutend, daß der allgemeine wirkungslos sein. Der Furchtbarkeit der Verheerungen wird aller Bundesgericht zu entscheiden. Das letztere wird seinen Wahlsieg daraus zu folgern wäre. Nachdem Gladstone noch menschlichen Berechnung nach die Schnelligkeit entsprechen, mit Entscheid dem Bundesrath so rasch als möglich zustellen. im letzten Moment ein Stichwort zu Gunsten des Acht der die Cholera Rußland durchſtürmen wird, um Westeuropa Bon einem die Auslieferung verweigernden Entscheid giebt stundentages ausgegeben hatte, find den liberalen Kandidaten zu über fallen. Die amtlichen Versicherungen, daß für Alles das Bundesgericht auf dem kürzesten Wege schon vor der mehr Arbeiterstimmen zugefallen, als ohne dieses, die dema- bestens gesorgt sei, haben angesichts der Thatsachen nur die Ausfertigung des Urtheils dem Bundesrath Kenntniß, gogische Brinzip- und Charakterlosigkeit des großen alten Bedeutung leerer Worte. welcher daraufhin sogleich den Verhafteten in Freiheit Mannes" kennzeichnende Wahlmanöver wohl geschehen wäre. Daß ein Sieg Gladstone's weder in der auswärtigen, noch in der inneren Politik Englands wesentliche Veränderungen Der elfte Nationalfongreß der Possibiliften. Der herbeiführen könnte, haben wir schon dargelegt, und wir Kongreß, der unter dem Einflusse von Baul Brousse stehenden haben deshalb um so weniger Grund, uns über den Ausfall Fraktion der französischen Arbeiterschaft, welcher am 3. Juli der englischen Wahlen den Kopf zu zerbrechen. Wichtiger Paris eröffnet wurde, wird sich in seinen öffentlichen für die erfreuliche Thatsache, daß ein Gizungen ausschließlich mit hygienischen Fragen, welche die namhafter Fortschritt des Sozialismus zu verzeichGesundheit des Arbeiters betreffen, beschäftigen. In der Zahl der für Gröffnungssigung las der Abgeordnete 2 a vy, einer der traten abgegebenen Stimmen finemo fich dagegen auf, so daß das Militär einſchreiten mußte." 2a ist über Erwarten Hauptorganisatoren des Kongresses, u. A. einen Brief des große. Keir Hardie, der sozialistische Gewerkschaftler Londoner Gewerkschaftsrathes vor, in welchem derselbe die( ein Schotte gleich Burns) hat glänzend gefiegt, und BroadWichtigkeit der hygienischen Studien für das Wohl der hurst, der Vertreter des alten Zunft- Trades- Unionismus, ist Arbeiterklasse betont und sich vollkommen mit den Bestre- burchgefallen- das sind für uns die zwei wichtigsten und bungen des Kongresses einverstanden erklärt; man würde hervorspringendsten Thatsachen der ersten Tage des Wahl. Delegirte von London nach Paris entsandt haben, kampfs. Die neue" sozialistische Gewerkschaftsbewegung, wäre man nicht mitten gegenwärtig im Wahl die den politischen Kampf nicht ignorirt, hat über den ausgespielt sein dürfte, hat am letzten Sonntag feine Getreuen Herr Jeup, dessen Rolle im westfälischen Kohlenrevier bald tampfe begriffen. Ueber den Geist, welcher diesen quietistischen Gewerkschaftszopf gefiegt. Das ist ein zusammenberufen und dieselben nach ausgiebiger Schimpferei auf Kongreß der Possibilisten beseelt, die sich wie die anderen wichtigeres Ereigniß als der Sieg oder die Niederlage der bie Verfasser des unseren Lesern bekannten Zirkulars eine Resofranzösischen Sozialdemokraten zu den Beschlüssen des einen oder anderen der zwei kämpfenden Bourgeoisparteien, lution annehmen lassen, worin das Vorgehen der Bergleute Brüffeler Kongreſſes bekennen, mögen folgende Stellen Aus- deren Kampf nur ein Konkurrenzkampf ist mit im ganzen Brodam und Genossen ein„ ganz niederträchtiges" und das Antunft geben, die wir dem offiziellen Organ der Fraktion, gleichen Zielen und Mitteln. Wie wir erfahren, haben auch finnen des„ Vorwärts" den„ Genossen Jeup wegen seiner weiter Prolétaire", entnehmen: Weder in unseren Reihen die Aussichten Cunninghame Graham's sich erheblich gebeffert, gehenden Ansichten aus der Partei auszuschließen" zurückgewiesen noch in der Werkstatt denkt man im mindesten daran, den so daß das nächste Unterhaus aller Wahrscheinlichkeit nach ist nicht wahr. Wir haben nur erklärt, daß für Jemanden, der nach wird. Daß wir aufgefordert haben, Jeup auszuschließen, Forderungen des Programms der Arbeiterpartei einen mindestens drei Sozialdemokraten enthalten wird: Reir Hardie, nichts bagegen einzuwenden hat, wenn ihn die" Autonomie" als Dämpfer aufzusehen. Das sei ferne von uns. Aber wir Cunninghame Graham und Burns merkwürdiger Weise ihren Gesinnungsgenossen reklamirt, fein Play in unserer Partei haben gedacht, es würde der Arbeiterklasse nicht gleichgiltig alle Drei Schotten. Der Sozialiſt Burns, der Organisator sei. Bir nahmen dabei an, daß Jeup diese Konsequenz selbst [ ein, wenn man unmittelbar in den Kreisen, in welchen sie ber nichtgelernten Arbeiter, Leiter des Londoner Dockarbeiterziehen werde eine Annahme, an der wir auch heute noch feftlebt, die Reformen einführt, welche eine bessere Lebens- Streifs, Mitglied des Londoner Grafschaftsraths, an deſſen halten. In welchem Geifte die Jeup'sche Opposition arbeitet, haltung ermöglichen. Diese Distuſſion muß weitgehend Sieg von vornherein nicht gezweifelt ward, ist in Battersea zeigt die von einem gewissen Panther vorgebrachte Behauptung, und ernsthaft sein; und da die Bourgeoisie behauptet,( London) mit 5616 gegen 4057 Stimmen gewählt worden.„ daß die sozialdemokratischen Reichstags- Abgeordneten Bebel unsere Unwissenheit Unwissenheit gestatte uns nicht, ohne sie Die Konservativen haben wieder einige Size verloren. 8000 m., Liebknecht 9500 m. und Singer 12000 m. die Berwaltung zu führen, so laßt uns ihr beweisen, daß Bislang sind gewählt: 123 Konservative, 19 liberale Unioder Parteikasse erhalten." Wenn antiwir ebenso fähig sind wie sie, unsere Interessen zu erörtern. niften, 93 Gladstoneaner, 4 Antiparnelliten, im Ganzen leumdungssucht unseren Genossen solche Bourgeoisgehälter nach semitische und Sonstige Bourgeoisorgane in ihrer VerSicherlich, wenn es sich darum handelt, von der Bourgeoisie 241 von 670 Parlamentsmitgliedern. lügen, so liegt der Zweck, 3wietracht unter der sozialdemokratiso winzige Reformen zu erlangen, so geben wir uns über schen Arbeiterschaft zu säen, nahe. Daß aber Herr Jeup, der die zu überwindenden Schwierigkeiten feinen Illufionen Besteuerung des Hungers. Bekanntlich haben die selbst die Gehälter auf den Parteitagen in Halle und Erfurt mit Indessen, da wir wissen, daß eine Erziehungs- neuen Gemeindeſteuern in Madrid einen erfolgreichen beschlossen hat, diese schofle Lüge unwidersprochen ließ, charak periode einer jeden revolutionären Bewegung vorangeht, und Protest veranlaßt; fie mußten beseitigt werden. Es handelte terifirt ihn und sein Treiben zur Genüge. da uns vor Allem der Wunsch beseelt, an dieser gesellschaft sich, wie wir von Anfang annahmen, um eine„ Best eu elichen Umgestaltung mitzuarbeiten, die sich leider nur lang- rung des Hungers", um schwere Abgaben, gelegt auf sam vollzieht, so ergreifen wir bereitwillig diese Gelegen- die nothwendigsten Lebensmittel, um Abgaben, die drei bis genossen Siebenbürger und Ehrhardt vom Bezirksamte heit, die uns der Kongreß bietet, unsere Beschwerden vor- viermal so hoch waren, wie die früheren Steuern. Der Tirschenreuth zu je 100 m. Geldstrafe verurtheilt worden, zubringen. Wenn die Bourgeoisie einen gewaltsamen Bürgermeister von Madrid ist durch die Demonstration der weil sie auf einer Agitationstour in der Oberpfalz Schriften unUmsturz vermeiden will, so muß sie das Loos der Proletarier Händler( Landleute aus der Umgegend) und der Inter- befugt verbreitet haben sollten. Ihre Berufung an's Schöffen verbessern. Thut sie das nicht, dann hüte sie sich!" effenten zum Rücktritt gezwungen worden. gericht war erfolglos. Erst das Landgericht Weiden sprach sie frei, und zwar weil die Vertheilung der Schriften nicht gewerbsAllgemeine Amnestie für politische Verbrechen. Russisches. In den letzten Tagen sind aus allen mäßig und nur in geschlossenen Räumen vor sich gegangen war; Die Agitation für eine allgemeine Amnestie gelegentlich der Theilen des Barenreichs wieder Nachrichten von Vertheidigung, sowie die Auslagen der Angeklagten der Staatstaffe von legte fämmtliche Roflen, einschließlich der Kosten der Berhundertjährigen Gedenkfeier der Verkündigung der fran- haftungen und Haussuchungen gekommen. Die zösischen Republik nimmt immer mehr an Umfang zu. Fast Behörden fürchten offenbar einen Ausbruch und suchen die Pariser Stadtrath an der Spize, haben von der Regierung Mittheilungen der Petersburger, also unter Zensur er dem hin.... Uebermorgen ist Sonnabend, Zahltag. Der wird bei mir abgehalten. Bei Ihnen? Bei Grellepois. Das geschieht schon am Morgen, glaube ich? Verstehen wir uns recht! Es soll früh geschehen, aber man wird Ihnen das Geld nicht vor Mittag einhändigen und Du, Freund Steiger, kommst erst am Abend dazu. Das ist doch weiter fein Unglück! Der Schankwirth blinzelte mit den Augen. Ich verstehe, sagte Jaquemin. Tage. Um 9 Uhr ist die Kneipe gedrückt voll. Um 10 Uhr| Schlauberger, sagte Grellepois. Das giebt ganz Die Leuten verborgen, ordnete in einer Ecke mit Kunden eine Rechnung, und man hörte seine grobe Stimme luftig schwaßen und Centimes zusammenrechnen, als Jaquemin unbemerkt eingetreten war und plötzlich ausrief: „ Zur Löhnung!" Das Vorkommniß hatte Jaquemin in der öffentlichen Meinung geschadet, aber man kümmerte sich noch mehr Parteinachrichten. Gehalt aus Polizeiliches, Gerichtliches ze. Im März d. J. waren die Nürnberger Partei anwalt Rupprecht, welcher seinen Bezirk vor der Ansteckung durch zur Laft. Das Bezirksamt Tirschenreuth bezw. der dortige Amtsdas sozialistische" Gift" bewahren wollte, wird nun nach anderen „ Gegengisten" sich umschauen müssen. würdig, daß man es wohl für besser halten konnte, so hübsch zu sein wie Babette, als so schön wie Niobe. Jedes Weib hat Reize, die ihr eigenthümlich sind und sie vor andern auszeichnen, so manche hat nur eine Besonderheit dieser Art, Babette aber hatte zwei aufzuweisen Dent Die Unterhaltung hörte auf. Alle Köpfe hatten sich blendenden Nacken und die reizendsten Ohren. In ihm zugewendet, und Grellepois schaute bestürzt nach dem jedem jungen Manne, der diesen weißen Nacken sah, von Eingang. Dann rief der Steiger noch einmal:" Bur dem man hätte sagen mögen, er ströme einen Duft für die Löhnung!" und sortirte auf einem Tische das Geld in Augen aus, und diese Dehrchen erblickte, mit den rosigen Häufchen, zog eine Liste aus der Tasche und zahlte den Ohrläppchen, in denen es wie ein Lächeln lag, mußte sich Lohn aus. An diesem Morgen gingen viele Bergleute nach der Wunsch regen, seine Lippen auf den Nacken zu drücken, famose Hause, ohne erst zu trinken. und zarte Worte in das kleine Ohr zu flüstern. In dem Charakter des jungen Mädchens lagen Gegens säge, die sich aus ihrem Leben erklärten. Im Grunde war sie lustig mit der ganzen frohen Einfalt ihrer sechszehn Grellepois war sein Feind geworden, und er sah sich Jahre, zuweilen litt sie jedoch unter den trüben Gedanken, ohne eigenes Verschulden einerseits von Neugier, anderer die ihr die Gemeinschaft mit ihrem trübsinnigen Vater seits von offenkundiger Feindseligkeit umringt. In seinem hervorrief, und welche die natürliche Heiterkeit ihrer Jahre Verhalten änderte sich indessen Nichts und seine Lebens- hin und wieder verscheuchte. Mitunter, wenn ihr der weise, deren Abgeschiedenheit trostlos gewesen wäre ohne Anzug einer Nachbarin komisch vorkam, oder wenn Babette, blieb dieselbe. sie sich an eine drollige Geschichte erinnerte, ja Sie war 16 Jahre alt. Lebhaft, klein, von gesunder, auch ohne besonderen Anlaß, brach sie in dem einsamen Lande sind, bist Du still wie ein Todter. Mein Gott, rief das junge Mädchen, seit wir in diesem frischer, weißer Gesichtsfarbe, hatte sie schwarze Augen und Hause in helles Lachen aus. Ein ander Mal blieb sie auf reiche, wollige, glänzend kastanienbraune Haare, die wie ein ihrem Stuhl sitzen, ohne sich zu rühren, und betrachtete Jaquemin schien die Worte nicht zu hören. Aber der Schleier die Stirn umflatterten. Alles an ihr verkündete träumerisch den Himmel, voll Trauer darüber, daß sie nichts Klang der Stimme weckte ihn aus seinem Grübeln und er strahlende Gesundheit, ihr sich bereits wölbender Busen, ihr hörte, als das eintönige Geräusch auf der Straße oder auf Teint, der wie Milch und Blut erschien, die biegsamen dem Felde, das ihr zuzuflüstern schien: dent' an mich. Es Bewegungen ihrer Hüften und die schlanke Taille, ihre zier- war, als ob ihre Seele bald von Sonnenstrahlen erhellt, Dann, ohne auf ihre Antwort zu hören, fügte er hinzu: lichen und flinten Hände, die feinen Knöchel, kurz bald von Wolken verdüstert würde. Aber die Traurigkeit Alles das athmete eine so anmuthige Bartheit, währte nicht lange und die düsteren Momente wichen rasch Sorge empfinden mußte, fie tönne genug heller Fröhlichkeit. zerbrechen. Unbefangen, mit einem leisen Anflug eigen- Am Morgen eines jener klaren Dezembertage, an denen 2 Uhr erst recht nicht. Und so fortund so fort. Na, um ihn, als zuvor. ich sage Ihnen, des Abends möchte man sich vor Vergnügen befugeln. Ja, das ist ein wahrer Segen! Hand und rief mit Donnerstimme: Der dice Mann lachte laut auf, drückte Jaquemin die Na, profit Steiger! Wir verstehen uns! Der Steiger erwiderte kein Wort. Am Abend war er noch nachdenklicher als sonst. fragte mechanisch: Babette, wie viel Uhr ist es? man Ich gehe morgen zur Bank von Flandern. Am folgenden Tage fehrte er um Mittag von der daß Grube zurück und begab sich nach Charleroi. Grellepois. er bei Herrn sinnigen Stolzes ausgerüstet, voll wohlthuender Anmuth und der Himmel wolkenlos ist und die Luft rein, an denen die belebender Frische, dabei ein wenig frühreif und stets heiter, Bäume am Rande des trockenen Fußweges versilbert find Die. Kneipe war gefüllt von Arbeitern und verrieth aber noch ganz und gar kindlich, war sie zweifellos keine vom Reif, öffnete sich Jaquemin's Thür und Babette trat nichts von der Fröhlichkeit, von der Grellepois gesprochen Klassische Schönheit. Bielleicht fehlte es dem Oval ihres heraus mit bloßem Hals und im kurzen Rock. hatte. Männer in schwarze Lumpen gehüllt, Mädchen Gefichtes an Reinheit, vielleicht hätten ihre Büge auch regeloder faßen an in traurigem Zone. Grellepois, hinter einer Gruppe von weiß, die Lippen so frisch und roth, der Mund so liebens den Tischen und unterhielten fich tief, das Stumpfnäschen erschien so gescheit, die Zähne so ( Fortsetzung folgt.) Für den Inhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 8. Juli. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der lustige Krieg.. von Berlin. Bellealliance- Theater. Gefährliche Mädchen. Gauverein Berliner Bildhauer. Agtung! Arbeiter! Agtung! Sommer- Fest= am Sonnabend, 9. Juli, in der ,, Neuen Welt", Hasenhaide Nr. 108. Zur Aufführung gelangt: Felt der Kleopatra aus dem Jahre 42 vor Christo, ausgeführt von 150 egyptisch tostümirten Personen. Diejenigen Personen, welche in dem Vierteljahr April- Juni d. I. unsern Verein durch Uebertragung von Musikaufträgen unterstützt haben, und bei welchen die Herren E. Rieck und W. Schulz( Mitglieder der Geschäfts Kommission), ferner Herr G. Jahnke als Dirigenten fungirten, werden im Interesse der Gerechtigkeit aufgefordert, dem Unterzeichneten bis Montag früh schriftlich Nachricht zu geben oder am Dienstag, Vormittags 91/2 Uhr, in unserer Versammlung( bei Röllig, Neue Friedrichstr. 44) zu erscheinen, um Aufklärung zu geben darüber: ob sie genannten Herren die Musikaufträge privatim überIm Namen des Vorstandes der Oßend- Theater. Das Sonntagskind Ferner: Gr. Konzert. Auftreten sämmtl. Spezialitäten. tragen haben oder dem Verein zum Wohle aller Mitglieder, Grosses Brillant- Feuerwerk und Sommernachts- Ball. Die Kaffeeküche steht den geehrten Damen zur Verfügung. Anfang des Festes Nachmittags 4 Uhr. Entree inkl. Programm 50 Pf. Billets à 40 Pf. sind zu haben bei den Kollegen Stötzer, Lausitzerplaz Nr. 17; Lange, Solmsstr. 21, Hof 4 Tr., und im Vereinslokal, Annenſtr. 16. Freunde und Gönner sind hierdurch ergebenst eingeladen. Adolph Gruft- Theater. Leichtes Tuch. Kroll's Theater. von Lonjumeau. Der Postillon Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Berl. Sommer- Theater ( Bock Brauerei, Tempelhofer Berg). Freitag, den 8. Juli: Posse. Vaudeville- Ballet. 1. Theil: Specialitäten 1. Ranges. 2. Theil: Ein moderner RasirSalon, Posse mit Gesang in 1 Akt von A. L'Arronge. 3. Theil: Geschwister Neumann, Den Mitwirkenden zur Nachricht, daß die Generalprobe heute, Freitag, Abends 8 Uhr, in der„ Neuen Welt" stattfindet. 457/9 Freien Vereinigung d. Zivil- Berufsmusiker Berlius u. Umgegend G. Schonert, I. Vorsitzender, Bernauerstr. 28. Achtung, Rixdorf! Zur Feier des 50jährigen Gesellen- Jubiläums seines Mitgliedes, des Gürtlers Hermann Matuschek veranstaltet der Gesangverein Grüne Eiche am Sonntag, den 10. Jult, Nachmittags 4 Uhr, in Wirsing's Salon und Garten, 77 Kümpel's Konzertpark, Treptow. Bofal- und Instrumental- Konzert, Sonnabend, den 16. Juli cr.: Großes Sommer- Fest des Fischer u. Blum, gen. Schwach Verbandes aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter und Schwächer. Gebr. Schwarz. Zum Schluss: Ballet- Divertissement. Prima Ballerina: Marie de Ballet 20 Damen. Anfang: des Konzerts 62 Uhr, der Vorstellung 72 Uhr. Berlins und Umgegend. unter gütiger Mitwirkung der Gesangvereine Freiheit I, Frohe Hoffnung und Hand in Hand I( M. d. A.-S.-B.), unter Leitung ihres Dirigenten V. Dillenberger. Festrede, 495/7 gehalten vom Genossen Theodor Mehner- Berlin. Billets im Vorverkauf 25, an der Rasse 30 Pf. Zu dieser Festlichkeit ladet Freunde und Genossen geziemend ein Das Komitee. Gr. Vokal- und Instrumental- Konzert Bund der geselligen Arbeiter Vereine Ala. 6 Solo- Tänzerinnen, Corps unter gütiger Mitwirkung der Gesangvereine Wiederhall"," Hallaria"," SüdDft II",„ Edelweiß" und Hand in Hand I", Mitglieder des Arbeiter- Sängerbundes, unter Leitung des Dirigenten Herrn Conrad Schulken. Auftreten des Volks- Humoristen Herrn Osang. Musik von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker", unter Leitung des Herrn Riek. Bei ungünstiger Witterung bieten die gedeckten Hallen Schutz für ca. 3000 Personen. Sonnabend, den 9. Juli: Italienische Nacht. Sommernachts- Ball. PassagePanopticum. Neu! MS Festrede. Große Fackelpolonaise unter Borantritt der ganzen Musik- Rapelle. Nachdem Aufsteigen des Riefen- Luftballons ,, Der Metallarbeiter". In den Sälen: Grosser Ball. Herren, die daran theilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Blaue Grotte baben. mit Wasser, Kähnen Grosse Verloosung. Eröffnung 2 Uhr.- Anfang des Konzerts 4 Uhr. Billets à 20 Pf. find in allen mit Plakaten belegten Handlungen zu Das Komitee. [ 479/13] Berlins und Umgegend. Versammlung Sam Sonntag, 31. Juli d. J. Vormittags 10 Uhr, in den Arminhallen", Kommandantenstr. 20. " Tages- Ordnung: 1. Aufnahme neuer Vereine. 2. Bundes- Angelegenheiten. In dieser Versammlung findet die Billetausgabe zum Sommerfest statt. 198/2 24 Verkäufer. Der Vorstand. Elektrische Beleuchtung. ,, Zum Prophet" Welthaus Beleuchtungsfetten. Achtung! Möller's Volks- Garten. Achtung! in fertigen Herren- u. KnabenNeu! Eine Kriminalgeschichte in fiebe lebennsgroßen Gruppen. Wilmersdorf. Sonntag, den 10. Juli 1892: Grosses Sommer- Fest verbunden mit Konzert und Gesang. Castan's Arrangirt Gesangvereinen, Hoffnung“ und„ Dorfglöcklein" den unter gefälliger Mitwirkung mehrerer Gefangvereine( Mitgl. des Arb.-S.-B.). Entree à Person 25 Pf. Kinder frei. Anfang 4 Uhr. Bei eintretender Dunkelheit: Fackel Polonaise. Die Genossen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Das Komitee. Panoptikum. Geöffnet von 9 Uhr Morgens 495/8 bis 10 Uhr Abends. Viktoria- Brauerei. Lützow Straße 111/112. Im Konzertgarten resp. Saal) ( außer Läglich Sonnabends): 900 Große öffentl. Volksversammlung heute, Freitag, Abends 82 Uhr, bei Joël, Andreasstraße Nr. 21. Tagesordnung: 1. Vortrag über: Ursache und Beseitigung der immer häufiger werdenden Militär- und Polizeifäbel- Exzesse. Referent: Genosse Folger. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um dem Wunsche der am Mittwoch bei Hensel stattgefundenen VerStettiner fammlung gerecht zu werden, ist diese Versammlung im Osten einberufen und ladet um pünktliches aber zahlreiches Erscheinen, mit Einwilligung des Der Einberufer: Max Herrmann, Griebenowstraße 1. Sänger. Bertrauensmannes, ein Stets wechselnd. Programm. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pfg. Wochentagsbillets à 40 Pf.( S. Platate.) 392/6 Achtung! Maurer. Achtung! Große öffentliche Garderoben 1. Etage am Dönhoffplatz Ecke Leipziger- und Kommandantenstraße. 1. Etage Wir machen hierdurch bekannt, daß unsere Lager in sämmtlichen Abtheilungen ausverkauft werden. Es empfiehlt sich, seinen Bedarf an fertigen Herren- und Knaben- Kleidern nur bei uns zu decken. 2701L Jedermann wird ersucht, bevor er seinen Bedarf deckt, erst unsere folossalen Borräthe zu besichtigen, da wir in Betreff der großartigsten Auswahl, sowie der billigsten Preise unerreicht und einzig dastehen und sich der Einkauf bei uns lohnt. Jedermann findet auf Saal 1- Abtheilung I: Anzüge, deren sonst. Detail- Preis 20-48 Mt. ist, jetzt von 12 Mk. au. Saal 2- Abtheilung II: Salon- Anzüge, deren sonst. Detail- Preis 30-60 Mt. ist, jetzt von 20 Mk. au. Saal 3- Abtheilung III: Schwarze Auzüge, deren soust. Detail- Preis 48-55 Mt. ist, jetzt von 32 Mk. an. Saal 4- Abtheilung IV: Tuchhosen, deren soust. Detail- Preis 6-26 Mt. ist, jetzt von 2½ Mt. an. Saal 5- Abtheilung V: Paletots, deren sonst. Detail- Preis 20-54 Mt. ift, jeht von 9 Mk. an. Saal 6- Abtheilung VI: Schlafröcke, deren sonst. Detail- Preis 16-36 Mt. ist, jetzt von 9 Mt. an. ' Saal 7- Abtheilung VII: Westen deren sonst. Detail- Preis 6-13 M. ist, jetzt von 1½½ Mt. an. Saal 8- Abtheilung VIIIa: Kuaben- Anzüge, deren sonst. Detail Preis 4-10 M. ift, jetzt von 2 Mt. au. Saal 8- Abtheilung VIII b: Burschen Anzüge, deren sonst. Detail Preis 9-18 Mr. ist, icht von 5 Mt. aut. Jünglings- Anzüge, Moabiter Gesellschaftshaus, Versammlung d. Maurer Berlins u. Umgegend beren souft. Detail- Breis 18-30 mt. ift, jeut vou s mr. an. Alt- Moabit 80/81. Täglich: Gr. Konjert, Theater und Spezialitäten. Entree 30 Pfg. Hellmuth Peters. Anfang 4 Uhr. 2289L am Sonntag, den 10. Juli, Vormittags 10 Uhr, in Joël's Salon, Andreasstraße 21. Tagesordnung: 1. Was für Erfolge haben die Maurer Berlins und Umgegend durch das Eintreten in die diesjährige Lohnbewegung zu verzeichnen? 2. Diskussion. 3. Wie stellen sich die Maurer Berlins zur Vertretung in der Streif- KontrollKommissioa? 4. Gewerkschaftliches. Altes Schüzenhaus, Linienſtr. 5, scheinen. Bugleich machen wir darauf aufmerkſam, daß die Fragebogen betr. ( neu renovirt) empfiehlt sich den werthen Vereinen zu allen Festlichkeiten, sowie Versammlungen. 819 b Vereinszimmer( 50 Perf.) Simeonfiraße 23. 26042 Bitte lesen Sie! Jedem, der billig und gut kaufen will empfehle mein sehr reichhaltiges Lager von circa 1000 Sommer- Paletots, 2000 Anzüge, sowie einzelne Rödte, Jaquetts, Hofen, Westen etc. Ferner Uhren, Betten, Ringe, Betten, Wäsche, Stiefel, üte, Reise- u. Holzkoffer, Waschkeffel 2c. Sämmtliche Sachen in alt und neu, auch werden verfallene Pfänder verkauft. A. Wergien, Schneidermeister, 127Staligerstraße 127. Bestellungen nach Man werden gut und billig ausgeführt. Bitte sehr, recht genau auftNamen und Hausnummer zu achten. Dr. Hoesch, homöopath. Arzt, Artillerieſtr. 27. 8-10, 5-7, Gount. 8-10 NB. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen in dieser Versammlung zu er der Lohnbewegung so schnell wie möglich auszufüllen und an das Bureau, Gipsstraße 3, einzusenden sind.( 428/15 Das Bureau zur Leitung der Lohnbewegung. J. A.: A. Dietrich. Fachverein der Tischler( Norden). Versammlung am Dienstag, den 12. Juli, Abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn Hermerschmidt, Perlebergerstr. 28... Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Kollegen zur neuen InnungsArbeitsordnung? Referent: Kollege Millarg. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Kollegen, wir hoffen, daß Ihr den Vorwurf, bei den Tischlern Berlins sei alles Interesse an der Gewerkschaftsbewegung verschwunden, durch zahlreichen Besuch dieser Versaminlung energisch zurückweist. 413/10 Der Bevollmächtigte. Große öffentl. Versammlung Hos Nouveauté- Anzüge wie Knaben Valetots mit und ohne Pelerine spottbillig. Abtheilung IIIB. Herren- Sommer- Garderoben. 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Am Dönhoffplatz, 1. Et., Edhe Leipziger- u. Kommandantenkte. Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ur. 157. Lokales. Freitag, den 8. Juli 1892. 9. Jahrg. fofort mit Vogeldunft das Lebenslicht ausblase, wurde ein ähn- bald darauf verstarb. Im Thiergarten, nahe dem Branden liches Vorgehen für die hier Verwaisten unter Anziehung der burger Thor, versuchte Abends ein Lehrling sich zu erhängen. Er Erst in der Freitagnummer der Freis. 3tg." monirt Prinzipien des Thierschutz- Vereins gefordert. Die gelben Vögel wurde jedoch noch rechtzeitig losgeschnitten und hat anscheinend ind heuer wieder erschienen, auch im Thiergarten und an anderen feinen Schaden genommen. Am Reichstags- Ufer, nahe dem Herr Eugen Richter, daß aus einer in der Sonntag- Nummer Drten zu treffen, ebenso im Humboldtham. Es sind nicht, wie Schlütersteg, wurde ein unbekannter, etwa 35 Jahre alter Mann bes„ Vorwärts" veröffentlichten Polemik gegen die„ Freis. 3tg." irrthümlich angenommen, aus Stubenheden hervorgegangene, an im Wasser treibend bemerkt und von einem Vorübergehenden herherausgelesen werden kann, wir rechneten die Betriebskaffen zu die frische Luft gesetzte„ Kanarien- Sieen", sondern die legitimen ausgezogen. Da er noch Lebenszeichen von sich gab, wurde er ienen Raſſeninstituten, zu welchen die Unternehmer keine Beiträge Jungen der gelben Grasmücke, des sogenannten Sprachmeisters, nach der Charitee gebracht. Nachmittags gerieth in der zahlen brauchen. Daß es sich hierbei nur um einen Flüchtigkeits- Die jenen allerdings täuschend ähnlich sehen. Als solche bedürfen Hauptwerkstatt der königlichen Ostbahn ein leerer Güterfehler handeln konnte- thatsächlich liegt lediglich eine ungenaue fie für ihre Eriſtenz weder der besonderen Fürsorge von Vogel wagen, sowie ein Theil eines in der Nähe stehenden Schuppens Stilifirung des betr. Sages vor- ist selbstverständlich. Herr Eugen Freunden, noch der Mitwirkung des Thierschutz- Vereins. Die in Brand. Richter aber bringt es fertig, hier in eine grobe Unwissenheit"" fo Singebung ihrer Eltern genügt völlig, um sie im nächsten Jahre gar" bezüglich des Krankenversicherungswesens zu finden. Merkwürdig Gerichts- Beifung Der Knabenmord in Kanten vor dem Schwurgericht in Cleve. 3 weiter Tag der Verhandlung. ( Schluß.) dur, daß er diese geistreiche Entdeckung erst so spät macht. Da er schon als angehende„ Sprachmeisterchen" erscheinen zu laffen. das Splitter- Richteramt sonst sehr pünktlich übt, hat er offenbar Ausgerechnet. Von den kleinen filbernen Zwanzigpfennigfelber nicht gewußt, sondern ist erst darauf aufmerksam gemacht stücken, von deren Einziehung vielfach die Rede gewesen ist, waren daß die Unternehmer zu den Betriebskassen gleichfalls nach der statistischen Uebersicht des Reichs- Schahzamtes zu Ende ein Drittel der Beiträge entrichten müssen; zu dieser Annahme des Monats Mai d. Js. noch für 22 714 208,80 m. im Umlauf. haben wir um so mehr Grund, als Herr Gugen Richter bei Hieraus ergiebt sich die Stückzahl 113 571 044. Gin interessantes Kenntniß jenes Umstandes meist seinen geizigen Parteigenoffen Resultat erzielt man, wenn man berechnet, eine wie weite Strecke die Gründung von Betriebskassen ganz gewiß nicht empfohlen mit den noch vorhandenen kleinen Geldstücken belegt werden hätte, sondern sich mit der Glorifizirung der freien Hilsstassen kann. Der Durchmesser eines solchen beträgt 16½ Millimeter. begnügt haben würde, die jetzt bei den Unternehmern der Man kann also mit den noch im Umlauf befindlichen aneinanderRichter'schen Kouleur deshalb in Ansehen kommen, weil die gelegten Zwanzigpfennigmünzen die Strecke von 1874 Kilometern ermordeten kleinen Hegmann, Frau Schreinermeister Hegmann, Nach Wiedereröffnung der Verhandlung wird die Mutter des Unternehmer beim Eintritt der Arbeiter in die Ortskaffen ein oder etwa 250 Meilen bedecken. Drittel des Beitrags zahlen müssen. als Zeugin vernommen. Diese bekundet: Der kleine ermordete Das Schauspiel einer Windhose bot sich vorgestern Nach- Johann sei ein fräftiges, gut genährtes Kind gewesen. Auf Man muß es unsern Gegnern laffen, daß sie bei den mittag gegen 3/43 Uhr in der Gegend zwischen Neu- Babelsberg Befragen des Geh. Medizinalrath Professor Dr. Bellmann be trasten Kämpfen unserer Zeit für den Humor reichliche Sorge umb Wannsee. Um genannte Beir 30g eine Dichte Wolle über fundet die Beugin, daß das Kind sehr gutmüthig und niemals Wenn so ein Pfaff freie Zeit hat Tht es ihnen bekanntlich nie so beschäftigt er sich mit dem hüllte. Nur hin und wieber midte ein greller Bligftrahl auf weint. Am Peter- Paulstage, dem Tage des Mordes, sei fie in und an solcher Neu- Babelsberg, welche die ganze Gegend in totale Finsterniß störrisch war. Wenn man das Kind scharf ansah, habe es geTusbrüten sozialpolitischer Eier. Das neueste Windei dieſer Wenige Minuten darauf ferie i beobachte, le fich wie die Meſſe gegangen; lettere sei gegen 91/2 Uhr Vormittags ausSorte, gelegt von Pastor Mörchen in dem Fachblatt Urbeiterkolonie", ist der Plan, Sparkaffen für reisende Hand- ung pan big zu Gebben her absente. Sie und fich picquete bereits angezogen gewesen. Gegen 10%, Uhr habe sie ihren Die Wolke förmlich in Klumpen zusammenballte trichter- gewesen. Als sie aus der Messe gekommen war, sei das Kind werksburschen anzulegen. Dem auf der Wanderschaft befindlichen ein Wirbelwind, dessen Stärke von Sekunde zu Sekunde zunahm, aber nicht nach Hause gekommen. Als das kleine Joanchen auch au Cenderahm, Kindern Butterbrote zurecht gemacht, das kleine Joanchen sei Arbeiter soll es ermöglicht werden, gegen ein Sparkassenbuch an über die Fluren dahin, legte die Saat nieder, fnickte starte fräftige zum Mittagessen nicht nach Hause gekommen sei, habe sie Angst jedem Orte, wo eine Herberge ift, Geld zu hinterlegen und es kannen quan, schätte von Bäumen, die Hinden anderswo wieder abzuheben. Leider hat der schlaue Pastor ganz schleuderte starke Aeste fußhoch in buntem Wirbel in die Luft. Chaussee gesucht, da sie der Meinung gewesen, das Kind sei auf bekommen und das Kind in der ganzen Stadt und auch auf der vergessen, daß zum Sparen nicht nur guter Wille, sondern auch Die Wogen des Griebnißsees und anderer Gewässer gingen die Chaussee Kirschen suchen gegangen. Geld gehört, welches in den Taschen reisender Handwerksburschen mehrere Meter hoch und überflutheten auf große Strecken hin noch selten gefunden worden ist. Bisher wenigstens galt immer die Ufer. Die Windhose hielt etwa 60-90 Sekunden an und Hause vorübergegangen. Frau Buschhoff habe vor der Thür geGegen 51/2 Uhr Abends sei sie bei dem Buschhoff'schen der Sah: Aus Nichts wird Nichts. nahm dann ihren Weg nach Wannsee zu, wo sich der Wirbel Wie's gemacht wird, den Arbeiter durch Hunger mürbe in Hälften theilte und dann plöglich verschwand. Bald darauf ſtanden. Sie habe der Frau Buschhoff mitgetheilt, daß sie ihr Darauf habe Frau Buschhoff ge= Berlin ein Verein der Gasthofsbesitzer", ein Theilverein der antwortet: Sie werden den Joanchen schon noch finden, beten machen, davon hier ein erneutes Beispiel: Es besteht hier in ſchien wieder über der ganzen Gegend die Sonne hell und Kind nicht finden könne. freundlich. Sie nur ein Vaterunser. Sie sei darauf nach Hause gegangen internationalen Vereinigung der Gasthofsbesitzer". Durch„ unerhörten Vertrauensbruch" ist nun folgendes„ vertrauliche Rund- kürzlich eine gier) triegsgerichtlich erschossen. Beide sei dies aber geschehen gewesen, so habe sie die Nachricht erZwei Berliner, Namens Robert und Schwarz, wurden und habe eine Kerze des heiligen Antonius angezündet. Raum ſchreiben" des Vorsitzenden obigen Bereins in unsere Hände ge- beach in an energetiche ich wenigen halten, daß ihr Kind in der Küppers'schen Scheune geschlachtet langt und wir sind indiskret genug, dasselbe hier zur allgemeinen Monaten dieses Lebens so überdrüssig, daß sie zu desertiren sich worden sei. Kenntniß zu bringen. Das Schreiben lautet: entschlossen. Auf der Flucht von einem Eingeborenen bemerkt, schlugen sie diesen nieder, wurden eingefangen und vom Kriegsgericht zum Tode verurtheilt. Verein der Berliner Gasthofsbesitzer! Berlin, den 24. Mai 1892. Herr Karl Korth, Hotel Magdeburg, bringt zur Kenntniß der Mitglieder, daß er den Kellner E. K. wegen wiederholten, frechen Betragens und Widerspenstigkeit sofort entlassen hat. Derselbe äußerte, daß der Prinzipal überhaupt nichts zu befehlen, sondern nur höflich zu bitten habe. den 27. Mai 1892. R. Heinrich, Vorsitzender. Gin zweites Schreiben hatte folgenden Wortlaut: Herr Rudolf Dressel warnt alle Kollegen vor dem Kellner H. 2. In feiner langjährigen geschäftlichen Thätigkeit ist Herrn Dreffel fein frecherer, verlogenerer Mensch vorgekommen. Herr Köhler, Hotel Altstädter Hof, hat früher den Kellner G. R.( es ist derselbe, der in dem ersten Schreiben gemeint ist. Die Red. d.„ Vorw.") wegen Ungebührlichkeit und Widerspenstigteit entlassen. Unterschrift wie oben. Die Zeugin fährt hier weinend fort: Es tamen verschiedene Leute und auch Buschhoff, seine Frau und sein Sohn Siegmund. Mein Mann bekam einen Ohnmachtsanfall, Buschhoff hielt ihn fest und da ich auch sehr bald in Ohnmacht fiel, so ließ mir Einsturz. Das Gewitter mit seinem starken Winde am Buschhoff ein Brausepulver holen. Buschhoff wollte das legten Mittwoch hat es einem großen, in Pankow in der aynstraße gelegenen, anscheinend bis zur Rohbau- Abnahme fertig gewefenen Neubau angethan. Vorher stand er noch unversehrt, fast majestätisch die ganze Umgegend überragend, da; aber nachher, welche Veränderung! Von dem füdlichen Giebel Brausepulver bezahlen, meine alte verstorbene Tante hat es aber nicht gelitten und auch schließlich dem Buschhoff und seinem Sohne die Thür gewiesen. Präs.: Ist Ihnen denn an Buschhoff etwas aufgefallen? 3eugin: Ja, er war sehr zudringlich. Präs. Ist Ihnen auch außerdem an Buschhoff etwas fehlte oben ein ganzes Viertel. Die Trümmer davon liegen unten im Hofe. Die Erklärung dieser Erscheinung scheint hier in diesem aufgefallen? her towerte, deren Ballenlagen nunmehr freiliegen, feine ihn anfaßte, sei es ihm so vorgekommen, als wenn seine Hände Falle sehr naheliegend. Nämlich es ist an der Hälfte der beideft 3eugin: Mein Mann sagte mir Abends, als Buschhoff Spur von Verankerung sichtbar. Sollte hier, wie es ja im Wesen beblutet waren. trieben worden sein? Allerdings kosten die nothwendigen Anker wahrgenommen? des Kapitalismus liegt, ein frivoles Spiel mit Menschenleben ge- Präs. Haben Sie Blut an den Händen des Buschhoff Geld. Bielleicht kann man hier und da einen sparen, und nach uns die Sintfluth. Aber manchmal kommt es anders. 3eugin: Nein. Präs: Hat Ihnen das kleine Joanchen einmal erzählt, ob ihm Buschhoff gedroht habe, er komme in den Thurm? Zeugin: Ja. Präs.: Weshalb geschah das? habe es aber nicht gethan. Außerdem hat der Verein die geheimen Beugnißschemas ein- Ueber den Mord- und Selbstmordverfuch in Bris geht geführt. Eins erhält der abgehende Kellner, das andere, oft ganz uns Folgendes zur Berichtigung zu. Der Marmorschleifer Stein anders lautend, wird nach Köln an das Zentralbureau gesandt, lebte nicht in kinderloser Ghe, sondern hatte zwei Kinder aus der Beugin: Das Kind erzählte: ein Grabstein sei beschädigt, undfwehe dem Kellner, der fich angeblich gegen irgend einen Kneipier ersten und zwei aus der zweiten Ghe mit der hinterbliebenen er ersten Ranges vergangen hat; er befommt sicher Teine Stelle Wittwe. Stein wird als ein sehr ordentlicher und fleißiger Mann Präs.: Hat Siegmund Buschhoff einmal bei Ihnen Nägel mehr, er wird von dem internationalen Ring der Hotel- Paschas von seinen Bekannten geschildert. Der Zwist mit seiner Ehefrau geholt& stammte daher, daß Steins Kinder aus erster Ehe von der 3eugin: Jawohl, einige Tage vor dem Morde hat der Auf obige Rundschreiben ließ der Kellner R. einen Brief an Stiefmutter lieblos behandelt wurden. Am Donnerstag, den kleine Buschhoff bei mir Nägel geholt, ich habe ihm eine Hand den Herrn Vorsitzenden gelangen, in welchem er sich vollkommnen 30. Juni, kam er Abends um 9 Uhr nach Hause, wurde wieder voll gegeben. Die Zeugin verläßt weinend ben Gaal). rechtfertigte und sich bitter betlagte über die Benachtheiligung von seiner Frau gereizt, worauf er einen Revolver auf sie hielt. Präs.: Buschhoff, Sie sollen sich der Familie Hegmann ſeiner Eriſtenz. Auf diesen Brief erhielt er vom Borsigenden Die Frau rief ihm wiederholt zu: Schieß doch, schieß doch gegenüber aufdringlich benommen haben? folgendes Schreiben: ausgehungert. Herrn K. b. 4./6.92. in dem Buschhoff: Das ist nicht wahr. Ich habe selbst Unglück meiner Familie gehabt und nahm infolge dessen Antheil an traurigen Schicksal der unglücklichen Familie. Präs.: Ihre Hände sollen beblutet gewesen sein. Buschhoff: Das ist nicht wahr. worauf er in der Wuth losdrückte, ohne die Frau erheblich zu verlegen. Die Frau lief sogleich zum Zimmer hinaus, alarmirte das ganze Haus, worauf der Mann den Revolver auf sich selbst abdrückte. Bei einem Nachbar und früheren Kollegen brachte er den Mitgliedern gemeldete Verstöße gegen die Hausordnung den wurden ihm abgewaschen und gekühlt bis des Morgens früh.| Nach den Satzungen unseres Vereins bin ich verpflichtet, von die Nacht zu und wurde von dieſem gepflegt. Die Wunden anderen Mitgliedern mitzutheilen. Der folgende Beuge ist Schreinermeister Hegmann, Vater Den Tag über irrte er umher und kehrte Abends zu seinem des ermordeten kleinen Hegmann. Dieser bekundet gleich seiner so rathe ich Ihnen, sich mit Nachbar zurück, um sich nach Frau und Kindern zu erkundigen. Frau, daß das kleine Joanchen am Peter und Paulstage gegen ben betreffenden Brinzipate fubten, so rate ich vor dem Am Sonnabend früh stellte er sich selbst dem Amtsgericht Kir- 10 Uhr Vormittags fortgegangen und nicht mehr zurück gefehrt Gewerbegericht Ihre Schuldlosigkeit zu beweisen. dorf und wurde von dort nach der Charitee befördert. sei. Es habe ihm so geschienen, als seien die Hände des BuschErgebenst R. Heinrich, Vorsitzender. Von einem angeblichen Mordversuch macht eine Lokal- boff, als er Abends zu ihm fam, beblutet gewesen. forrespondenz folgende Mittheilung: Vorgestern Abend um 11 Uhr über solche Hausordnung wurde in der Nähe des Schlütersteges ein Mann im Waffer than. Und wie gemüthlich der Herr Vorsitzende:„ Sollten Sie sich wird in treibend Es geht doch nichts darüber verletzt fühlen, so fönnen Sie Ihre Schuldlosigkeit vor dem Geständige Bolizeirevier in der Bauhofstraße ließ den anscheinend werbegericht beweisen". Also der geheim Verleumdete soll seine schwerkranken Unbekannten nach einem Krankenhause bringen. Staatsanwalt: Es ist sehr auffallend Zeuge, daß Sie mit dieser Bekundung heute zum ersten Mule hervortreten. Weshalb haben Sie denn nicht sofort bei Ihrer Vernehmung etwas von den bebluteten Händen des Buschhoff gesagt? Beuge: Ich hatte das vergessen. Bertheidiger Rechtsanwalt Fleischhauer: Als Sie zum Schwager Knippenberg? theilende, der Ankläger hat durchaus nicht nöthig, die Schurd gekehrt und hat folgende Aussage zu Protokoll gegeben: Er jet hatten Sie da nicht Verdacht gegen Ihren schwachsinnigen Schuldlosigkeit" beweisen, der vertraulich" Mit- Gestern Morgen ist der Eingelieferte zum Bewußtsein zurück ersten Male von dem Herrn Amtsrichter vernommen wurden, des Beklagten nachzuweisen. Man theilt mit, und das genug. thalerstr. 14. Zwei Männer seien vorgestern Abend um 11 Uhr| Der 37 Jahre alte Arbeiter Hermann Schade und wohne GrünAlso eine regelrechte, international angelegte Geheimpolizei, dazu die famosen Zirkulare, geheime Zeugnisse u. s. w., kurz Wasser geworfen, um ihn um das Leben zu bringen. Die nicht gesagt, der Buschhoff habe beblutete Hände gehabt? das Jdeal der Herren Hoteliers ist erreicht: Vollständige Knebe- Kriminalpolizei schenkt diesen Angaben Glauben und der Pförtner lung der Kellner. 3euge: Jawohl. Bertheidiger: Warum haben Siedem Herrn Amtsrichter 3euge: Das hatte ich vergessen. eines nicht im besten Rufe stehenden Gasthofes, sowie ein ZuBertheidiger: Hat der kleine Joanchen Ihnen einmal bem internationalen Glasarbeiter- Kongreß, welcher seit 5. bis daß Schade dem Treiben in dem Gasthof feindlich gegenüber ge den Thurm gesperrt werden, weil er einen Grabstein beDie Vertrauensmänner der Berliner Glaser sandten hälter erscheinen schwer belastet. Ge foll ſchon feſtgeſtellt ſein, geklagt, daß Siegmund Buschhoff ihm gedroht habe, er werde in 8. Juli in London tagt, ein Sympathie- Telegramm. standen hat, so daß die That ein Rache- Aft sein dürfte. Das Eisenbahn- Betriebsamt Berlin- Magdeburg macht Der Arbeiter- Bildungsverein zu Friedrichsberg feiert. folgende Mittheilung: Am 6. d. M., Nachmittags gegen 13/4 Uhr, am Sonnabend den 9. d. M. im Schwarzen Adler" in schädigt habe? 3euge: Ja. Grabstein beſchädigt habe und Groß- Kreuz durch den Schnellzug Berlin- Köln Nr. 32 ein den gebeten, die Bestrebungen des Vereins durch zahlreichen nicht gethan habe. Ich habe mir sogar den Grabstein angesehen, Fuhrwert überfahren worden, dessen beide Insassen, Einwohner Besuch zu unterstützen. Polizeibericht. In der Nacht zum 6. d. M. erkrant ein des Dorfes Alt- Töplig, sofort getödtet wurden. Der Wagen wurde vollständig zertrümmert, die Pferde blieben jedoch unbeschädigt. Auf welche Weise das Fuhrwert auf den Uebergang Weißgerber beim Baden in einem Wassergraben nahe dem Bahngelangen fonnte, ist bis jetzt nicht festgestellt. Beschädigungen hof Gesundbrunnen. Die Leiche wurde am darauffolgenden Voram Zuge sind nicht vorgekommen; er fonnte nach kurzem Auf- mittag aufgefunden. enthalt an der Unfallstelle seine Fahrt fortseßen. Am 6. den Vor dem Hause Greifswalder tr. 25 wurde Mittags Präs.: Hat der kleine Joanchen zugegeben, daß er den 3euge: Nein, der kleine Joanchen versicherte, daß er es ich wollte event. den Schaden bezahlen, es war aber gar kein Schaden entstanden. Präs.: Lebten Sie mit Buschhoff in guter Freundschaft? 3euge: Jawohl. Sie irgend Zeuge: Das weiß ich nicht, ich glaube, er hätte es alsdann nahe der Lichtenſteinbrüde, ein um ein anderer Unfall zugeſtoßen wäre, Buschhoff nicht ſolchen Anbekannter, etwa 30 jähriger Mann erhängt vorgefunden. theil genommen hätte? größerer Zahl fleine gelbe Vögel, besonders an den Bäumen und unbekanuten Mannes im Alter von etwa 25 Jahren an- auch gethan. Am Friedrichshain erscheinen alljährlich um diese Zeit in Im Humboldthafen wurde Vormittags die zeiche eines Sträuchern um den großen Teich, wie an der Friedenstraße. Die geschwemmt. Erscheinung veranlaßte wiederholt die Mittheilung, daß es junge ein auf der Bordschwelle sigendes dreijähriges Mädchen von den Buschhoff den kleinen Joauchen ins Haus gezogen hatten? Ranarien Weibchen seien, denen man, weil unnük, die Freiheit Nädern eines vorüberfahrenden Geschäftswagens, dessen Führer geschenkt. Unter Hinweis, daß man in Andreasberg ebenso handle, anscheinend eingeschlafen war, erfaßt und überfahren. Das Kind bort aber den Weiten, um sie nicht qualvoll verenden 31 lassen, erlitt hierbei so schwere Verlegungen an Brust und Kopf, daß es gutmüthig oder besonders jähzornig oder rachsüchtig?" 3euge: Das hat mir Mölders erzählt. Präs.: Wie ist wohl der Charakter des Buschhoff? Ist er 3euge: Jawohl. Geh. Med.- Rath Prof. Dr. Pellmann: Ist Ihr Schwager Knippenberg ein bösartiger Mensch? Beuge: Buschhoff ist durchaus gutmüthig. mann am Peter- Paulstage in das Buschhoff'sche Wohnhaus Präs.: Sie sind auch der Meinung, daß Buschhoff an hineingezogen worden sei. anderer Leute Unglück Antheil nimmt? Präs. Wer soll denn den kleinen Hegmann hineingezogen haben? Zeugin: Das kann ich nicht sagen, mein Sohn hat nur eine Hand gesehen, die aus dem Buschhoff'schen Fenster hinauslangte. Präs.: Wann hat Ihnen denn Ihr Sohn das gesagt? Zeugin: Einige Tage nach dem Morde. Präs.: Wie fam es, daß er es Ihnen nicht früher fagte? Zeugin: Das weiß ich nicht. 3euge: Je nachdem, bisweilen ist er sehr ruhig, bisweilen ist er auch bösartig. Geh. Med.- Rath Prof. Dr. Pellmann: Hat er schon einmal Jemandem etwas gethan? Zeuge: Nein. Geh. Med.- Rath Prof. Dr. Pellmann: War der kleine Joanchen ein kräftiges und gesundes Kind? 3euge: Jawohl. Geh. Medizinalrath Prof. Dr. Bellmann: Nach dieser Befundung habe ich zu bemerken, daß die Vermuthung des Kriminaltommissars Wolff keinerlei Wahrscheinlichkeit für sich hat. Es erscheint alsdann Professor Dr. Nöldecke( Straßburg i. E.), Professor der semitischen Sprachen an der Straßburger Universität. Präs.: Ich weiß nicht, worüber der Herr Professor vernommen werden foll. Präs: Hat Ihnen Ihr Sohn nicht erst etwas davon erzählt, nachdem Mölders etwas Aehnliches erzählt hat? 3eugin: Das weiß ich nicht. jähjornig, noch rachsüchtig, sondern im Gegentheil ein gutmüthiger Mann. Präf.: Gestern haben uns mehrere Zeugen gesagt, Buschhoff sei auch ein sehr reeller Mann, er habe sie beim Fleischhandel niemals übervortheilt; tönnen Sie das bestätigen? 3euge: Soweit mir bekannt, fann ich dies Zeugniß durch aus bestätigen. Präs.: Buchhoff hat sich einige Tage bei Ihnen mit dem Ersuchen gemeldet, daß Sie ihn verhaften sollen? Beuge: Jawohl. Buschhoff kam einige Tage nach dem Morde zu mir und sagte: Herr Bürgermeister, ich kann es nicht mehr aushalten, ich werde von allen Seiten des Mordes beschuldigt, bitte verhaften Sie mich. Ich antwortete dem Buschhoff: Ich tönne das nicht thun, er müsse sich eventuell an die Staatsanwalt Der Ehemann der Borzeugin ,. Drechslermeister Heirter beschaft wenden. ftätigt die Bekundungen seiner Gattin. Er habe am Vormittage des Peter- Paulstages das kleine Joanchen mit anderen Kindern in der Nähe der Küppers'schen Scheune auf dem fogen. Porteweg spielen sehen. Präs.: Wann war das? Zeuge: Etwa gegen 10 Uhr. Präs.: Machte Buschhoff den Eindruck eines Schulds bewußten? Beuge: Das kann ich nicht sagen, er machte jedenfalls den Eindruck eines Verfolgten. Vertheidiger Rechtsanwalt Fleischhauer: Ich richte an den Herrn Bürgermeister die Frage, ob Junkermann am Tage nach dem Morde zu ihm gekommen ist und ihm gesagt hat: Jch kenne den Mörder, das ist Niemand weiter als der Jude Buschhoff. Die Juden brauchen Christenblut, das weiß ich von meinem Sohne, dem Doktor. Beuge: Das ist richtig. Junkermann tam am Tage nach dem Morde zu mir und sagte: Ich kenne den Mörder, das ist der Jude Buschhoff, die Juden brauchen Christenblut, das weiß ich ganz genau von meinem Sohne, der Arzt ist. Pras.: Junkermann, was sagen Sie dazu? Ist das richtig, was der Hert Bürgermeister sagt Der Zeuge befundet im Weiteren, daß Buschhoff an dem Verth.: Rechtsanwalt Gammersbach: Die Vertheidigung Peter- Paulstage bei der Pumpen- Kirmes sehr schweigsam gewesen hat den Herrn Professor geladen, weil, wie der Herr Präsident sei, während er sonst sehr viel diskutirt habe. Auch sei es ihm heute Vormittag sehr richtig erwähnte, die Behauptung aufgetreten aufgefallen, daß Buschhoff an jenem Nachmittage Regel gespielt, ist: der Mord sei geschehen, weil die Juden zu ihren rituellen während er sonst immer Karten gespielt habe. Ferner sei es Zwecken Christenblut brauchen. Der Herr Professor ist nun in ihm( dem Zeugen) aufgefallen, daß Buschhoff nicht in die Scheune der talmudischen Wissenschaft eine Autorität ersten Ranges. Ich gegangen sei, wo der Leichnam gelegen hat, und daß, als er den richte deshalb die Frage an den Herrn Professor, ob in den Buschhoff am anderen Morgen besuchte, diefer gezittert habe. Religionsfagungen der Juden etwa die Blutabzapfung Anders- Buschhoff bemerkt: Er hatte am Vormittage des 29. Juni gläubiger geboten ist? 1891 einige gefchäftliche Differenzen und sei mithin zum Diskutiren nicht aufgelegt gewefen. Daß er gezittert habe, bestreite er. Junkermann: Der Herr Bürgermeister wird sich ers Jest infolge der weiteren Schicksalsschläge zittere er wohl bis- innern, daß ich am Tage des Mordes zu ihm gekommen bin und weilen, damals habe er aber nicht gezittert. Die Scheune, wo ihm gesagt habe: Ich habe auf zwei Leute Verdacht, zunächst auf der Leichnam gelegen, habe er deshalb nicht betreten, weil dies Knippenberg. Da antwortete mir der Herr Bürgermeister: Das ihm, da er zum jüdischen Priesterstamme gehöre, seine Religion glaube ich nicht, Knippenberg ist ein viel zu gutmüthiger Mensch. verbiete. Jest thue es ihm allerdings leid, daß er diese Sünde Darauf sagte ich: Ich habe noch einen zweiten Verdacht, auf nicht gethan, dann wäre ihm vielleicht das viele Unglück, das Buschhoff. Da versetzte der Herr Bürgermeister: Ja, daran haben über ihn und seine Familie gekommen, erspart worden. wir auch schon gedacht. Etwas Anderes habe ich dem Herru Es werden alsdann eine Anzahl einer Mädchen und gesprochen. Knaben im Alter von 6-10 Jahren vernommen, die am Bor- Bürgermeister nicht gesagt, von einem Ritualmorde habe ich nicht mittage des Peter Paulstages mit Joanchen auf dem sogen. Präs.: Herr Bürgermeister, ich bitte, sich hierüber zu Portewege gespielt haben. Die Kinder vermögen etwas Wesentliches nicht zu bekunden. Bürgermeister Schle ß: Ich halte meine Aussage auf Grund meines Eides vollständig aufrecht. Professor Dr. Nöldecke: Der Talmud ist allerdings eine Sammlung von Gesetzen und Erklärungen von vielen Jahrhunderten und in solchem Umfange, daß Niemand mit voller Sicherheit sagen fann: was nicht in dem Talmud steht. Ich habe aber genau den Talmud nach einer solchen Stelle durch forscht und kann mit ziemlicher Sicherheit sagen, daß eine solche Satzung nicht in demselben enthalten ist. Verth. Rechtsanwalt Gammersbach: Im Jahre 1883 hat vor dem Wiener Gericht ein Prozeß Rohling kontra Bloch stattgefunden. In diesem Prozeß ist der Herr Professor ebenfalls als Sachverständiger aufgetreten und hat dort bekundet, daß ihm feine Stelle in einem jüdischen Gesetzbuche bekannt sei, die von Ritualmord spreche. Die folgende Zengin, Frau Körner, befundet, daß sie am Tage nach dem Morde der Buschhoff'schen Familie eine Photographie habe zeigen wollen. Die Buschhoffs haben sie in die Hinterzimmer nicht hineingelaffen. Auch sei es ihr( der Zengin) aufgefallen, daß die Frau Buschhoff und Tochter furchtbar blaß ausgesehen haben. Präs. Sie haben einen kleinen Sohn, Namens Stephan? Zeugin: Jawohl. Präf.: Wie alt ist das Kind? Zengin: 9 Jahre. Professor Dr. Nöldecke: Der bekannte Professor Rohling behauptete damals, daß wohl nicht im Talmud, aber in Sohar und Sefer Halfutim der Ritualmord vorgeschrieben sei. Wenn auch diese Bücher nicht von allen Juden anerkannt werden, so gelten sie doch bei einem Theile der Juden noch als heilig. Ich habe nun im Sohar und Sefer Halfutim nach geforscht, aber auch nichts gefunden, was auf einen Nitualmord hindeutet. Ich fann es nur als durch und durch frivol bezeichnen, wenn man behauptet, die Juden brauchen zu rituellen Zwecken Christenblut. Ebenso frivol ist es, wenn diese Beschuldigung immer und immer wiederholt wird. Ich füge hinzu, mit der Präf.: Was hat Ihnen der Kleine Stephan erzählt? selben Sicherheit, wie ich behaupten tann, im Talmud steht nichts 3eugin: Stephan erzählte mir: Am Vormittage des vom Eisenbahnwesen, mit derselben Sicherheit tann ich behaupten, Peter Paulstages habe Frau Buschhoff den kleinen Joanchen in daß im Talmud nichts vom Ritualmord enthalten ist. Der ver- ihr Haus gerufen und dem Kinde Kirschen gegeben, damit es storbene Professor Dr. Delißsch in Leipzig, einer der größten Kenner einige Gänge machen solle; von diesem Augenblicke sei der kleine des Talmud, hat die Blutbeschuldigung aufs Bestimmteste Joanchen nicht mehr zum Vorschein gekommen. Ich fragte den widerlegt und dieselbe ebenfalls als frivol bezeichnet. Professor Stephan, weshalb er sich die Kirschen nicht verdient habe, der Dr. Eisenmenger, der kein Judenfreund, aber ein sehr ehrlicher Kleine aber antwortete: Frau Buschhoff hat uns fortgejagt. Charakter war, hat ebenfalls bekundet, daß er teine Stelle ge- Präf.: Wann hat Ihnen das Ihr Sohn erzählt. funden habe, die darauf hindeute, daß den Juden der Ritualmord Zeugin: Am 7. Juli. vorgeschrieben sei. Bertheidiger Rechtsanwalt Gammer 3 bach: Ist es nicht den Juden aufs strengste verboten, Blut zu essen? Profeffor Dr. Nöldecke: Das ist richtig. Bertheidiger Rechtsanwalt Gammersbach: Ist es nicht den Juden geboten, auch nicht einmal den Anschein zu erwecken, als ob sie Blut genießen würden? 7. Präs.: Wie tam es, daß der Kleine Ihnen das erst am Juli erzählt hat? machen. äußern. Auf Antrag des Rechtsanwalts Fleischhauer wird der Zeuge Junkermann noch einmal vorgerufen. Vertheidiger Rechtsanwalt Fleischhauer: Unterhalten Sie mit Wesendrup keinen Verkehr Zeuge Juntermann: Nein, den habe ich aus bestimmten Gründen abgebrochen. Vertheidiger Rechtsanwalt Fleischhauer: Waren Sie nicht am 4. Juli mit Wesendrup zusammen verreist? Zeuge Junkermann: Nein. den die Bertheidiger Rechtsanwalt Fleischhauer: Saben Sie Wesendrup am 4. Juli nicht in der Stadt Goch getroffen? Zeuge Junkermann: Das weiß ich nicht. Vertheidiger Rechtsanwalt Fleischhauer: Wir werden Richtigkeit beweisen. Prä: Herr Bürgermeister, halten Sie den Mölders für einen glaubwürdigen Mann? 3euge: Mölders ist Gärtnereiarbeiter und trinkt wohl bisweilen etwas über den Durst, namentlich an Sonn- und Feiertagen, ich glaube aber, daß er wissentlich keinen Meineid leisten wird. Präs.: Können Sie uns etwas über die Familie Ullens boom sagen? Beuge: Die Ullenbooms find anständige Leute und meiner Meinung nach vollständig glaubwürdig. 3eugin: Ich habe über den Mord nicht gesprochen, weil ich den Buschhoff der That nicht für fähig hielt. Ich habe auch die Erzählung meines Sohnes nicht geglaubt. Als er mir aber genau erzählte: wie Frau Buschhoff die Thür aufgemacht u. f. w., dann sagte ich zu meinem Manne: Nun scheint doch die Sache Präs.: Können Sie uns über Wesendrup etwas sagen? wahr zu sein, wir sind jetzt verpflichtet, sofort Anzeige zu ein dem Trunt ergebener, ganz verbummelter Mensch, der infolge Benge: Wesendrup ist ein sehr geschickter Steinmez, aber seines lüderlichen Lebenswandels wirthschaftlich sehr herunter Präs.: Ist Ihr Sohn lügenhaft? Zeugin: Nein, wenn mein Sohn einmal die Unwahrheit Mann, der seine Frau stets arg mißhandelt hat. Es ging sogar gekommen ist. Wesendrup ist auch ein sehr jähzorniger, roher fagt, dann wird er sofort ganz roth im Gesicht. Schreinermeister Behlow, der hierauf als Zeuge erscheint, in Xanten das Gerücht, daß seine Frau infolge der Miß bekundet, daß der Gastwirth Schaut die Nachricht von dem handlung ihres Mannes im Wochenbett gestorben sei. Ich Morde brachte, als er mit Buschhoff und Anderen in der halte den Wesendrup für sehr wenig glaubwürdig. Wefendrup Schaut'schen Gastwirthschaft Kegel schob. Sehr bald sei auch unterhält mit seiner Haushälterin ein intimes Liebesverhältniß. Siegmund Buschhoff zu Schaut gekommen und habe gesagt: Der seine Kinder, die infolge dessen der Armenverwaltung zur Last Er arbeitet vielfach auswärts, schickt aber nichts für kleine Joanchen sei in die Häckselmaschine gefallen und dadurch liegen. zu Tode gekommen. Staatsanwalt: Verkehrte Wesendrup mit Mölders? Zeuge: Jawohl. Präs.: War Wesendrup im Stande auf Mölders Einfluß auszuüben? Professor Dr. Nöldecke: Auch das ist richtig. Vertheidiger Rechtsanwalt Gammersbach: In dem er wähnten Prozeß Rohling kontra Bloch wurde von dem ver ftorbenen Profeffor Dr. Delitzsch ein Gutachten abgegebent, in dem Dr. Delitzsch erzählt, daß ein spanischer Jude auf die Be schuldigung wegen des Ritualmordes antwortete: Uns Juden ist auf's strengste verboten, Thierblut zu genießen, nun follen wir gar Menschenblut genießen. Der Spanier erzählt weiter: Wenn ein Jude sich während des Effens am Munde verwundet, und ihm Blut auf ein Stückchen Eswaaren herabträufelt, so muß er das Blut abfragen. Es ist allerdings teine Sünde, wenn er das Blut mitißt, denn es ist ja von ihm selbst, aber man soll auch Hier wird gegen 834 Uhr Abends die Sigung auf Mittwoch nicht den Schein erwecken, als ob man Blut ißt. Diesem Gut- Vormittag 9 Uhr vertagt. achten sind eine ganze Reihe Universitäten und christliche TalmudDritter Tag der Verhandlung. gelehrte wie Lagaarde, Dillmann u. f. w. und auch der jezige Fürst- Der Präsident, Landgerichtsdirektor Kluth eröffnet gegen bischof von Breslau, Dr. Kopp, beigetreten. Der fatholische Pro- 914 Uhr Vormittags die Sigung. Der Staatsanwalt beantragt: Benge: Jawohl, Wesendaup ist dem Mölders geistig überbeschuldigung der Juden auch für Schwindel erklärt, er hat aber vorführen zu lassen und denselben in eine entsprechende Strafe etwas über das Verhältniß zwischen Wesendrup und Junkermann feffor an der Universität zu Innsbruck Dr. Bickel hat die Blut- den bisher nicht erschienenen Beugen Knippenberg sistiren und legen und ist wohl im Stande, denselben zu beeinflussen. Berth. Rechtsanwalt Fleischhauer: Können Sie uns gebeten, ihn von einem bestimmten Gutachten zu entbinden, da er wegen seines Ausbleibens als Beuge zu nehmen. feit 20 Jahren mit Rohling befreundet sei. Ter Präsident bemerkt, daß Knippenberg schwachsinnig sei, fagen? Professor Dr. Nöldecke: Das ist richtig. Der Sach- es sei daher fraglich, ob derfelbe in Strafe genommen werden dieselben waren lange verfeindet; es ist mir aber aufgefallen, Zeuge: Wesendrup und Junkermann sind Halbschwäger; verständige bekundet noch, daß im Jahre 1714 die theologische tönne. Fakultät der Universität Leipzig von dem Herzog Karl August Der Gerichtshof beschließt: den Zeugen Drechsler Knippen- daß nach dem Morde die beiden Leute sich wieder befreundeten. aufgefordert worden sei, fich zu äußern: ob den Juden der Ritual- berg sistiren und ihn zum Freitag vorführen zu lassen. Verth.: Hat Junkermann nicht vielfach öffentlich behauptet, mord vorgeschrieben fei. Die theologische Fakultät habe ge= Es erscheint alsdann als Beuge Anstreicher Köters: Am daß Buschhoff der Mörder sei? antwortet, daß die jüdischen Religionssatzungen abfolut nichts Vormittage des Peter- Paulstages fet er etwa 10 Minuten vor das große Wort geführt, Funkermann ist, wie man so zu sagen 3euge: Jawohl, Junkermann hat in den Wirthschaften 10 Uhr aus der Messe gekommen. Er sei über den sogenannten pflegt, ein richtiger Schwadroneur und hat stets behauptet, daß Porteweg gegangen und habe dort auf einem Fleinen Häuschen das das Buschhoff'sche Hinterhaus grenzt, Buschhoff der Mörder sei. feinen Neffen, den kleinen Joanchen fizzen sehen. Letzteren habe ich noch mit den Worten begrüßt:„ Guten Morgen, Onkel!" tische Flugschriften vertheilt? Er habe von dieser Zeit ab das Kind nicht mehr gesehen. Er sei einer der ersten gewesen, der auf der Mordstätte war. Bertheidiger, Rechtsanwalt Fleischhauer: Sie haben dem Vater des ermordeten Kindes, Ihrem Schwager, zuerst die Nachricht von der Ermordung gebracht. Was haben Sie Ihrem Schwager als Todesursache angegeben? von einem Ritualmord enthalten. Es wird alsdann nochmals der Handelsmann und ehemalige Meggermeister Junkermann vernommen. Staatsanwalt: Jit dies Ihre Unterschrift? Juntermanu: Jawohl. Staatsanwalt: Nun sehen Sie sich noch einmal das Ihnen gestern bereits vorgelegte Schriftstück an, ich frage Sie wiederholt: ist das von Ihnen geschrieben? Junkermann( nach einigem Zögern): Das ist schon zu lange her, Herr Staatsanwalt, ich kann mich nicht mehr darauf erinnern. Staatsanwalt: Jch will Ihnen blo3 sagen, daß Ihre Unterschrift mit den Schriftzügen des anonymen Schreibens vollständig übereinstimmt. Junkermann: Ich habe ein schwaches Gedächtniß, ich tann mich nicht mehr erinnern. Der folgende Zeuge ist der Stadtsekretär Devers. Dieser befundet, daß Mölders, wenn er vereidigt werde, wohl glaubwürdig sei. Staatsanwalt: Gilt nicht Mölders als Sonntagskind? 3euge: Jawohl. Zeugin Frau Brandts: Ihr Mann sei am Peter und Paulstage nach Hause gekommen und habe ihr erzählt, er sei soeben dem Buschhoff begegnet, derfelbe sei ihm wie ein Verrückter vorgekommen. Sie habe eingewendet: Der Buschhoff sei taub und deshalb bisweilen etwas komisch. Ihr Mann habe aber erwidert: Der Mann kam mir sehr fomisch vor. Als ich am Abend von dem Morde hörte, so fuhr die Zeugin wörtlich fort, sagte ich sogleich: Das hat Niemand weiter gethan als der Jude. Präf.: Welcher Jude? Zeugin: Der Buschhoff. Präs.: Wie famen Sie darauf? Zeugin: Weil mein Mann mir erzählt hat, daß der Buschhoff wie ein Verrückter ausgesehen habe. Frau Renning 3 befundet, daß Buschhoff am Tage des Mordes zwischen 1/29 bis 9 Uhr sich eine Flasche Expeller geholt habe. Frau Heirter befundet, daß ihr neunjähriger Sohn, der auf einem Breuſtein qeſeffen, gesehen habe, wie der kleine Hegan 3euge: Ich fagte meinem Schwager, daß der Joanchen in die Wannmühle gefallen sei. Bertheidiger: Ich wollte damit nur beweisen, daß Buschhoff mit seiner Ansicht: Der Knabe sei in die Wannmühle gefallen, nicht allein stehe. Präs. Glaubten Sie, daß der Knabe in die Wannmühle gefallen sei? Beuge: Jawohl, anfänglich glaubte ich e3; ich habe allerdings dem Vater zunächst gesagt, daß sich der kleine bloß eine Beinverletzung zugezogen habe, ich wollte ihm nicht sofort sagen, daß das Kind todt sei. Vertheidiger Rechtsanwalt Stapper: Ich muß hier bemerken, daß Buschhoff alle seine Messer selbst der Polizei ausgeliefert hat. Praf.: Das werden wir nachher feststellen, im Uebrigen geht aus den Akten hervor, daß die Polizei die Messer bei ihm konfiszirt hat. Bertheidiger Rechtsanwalt Fleischhauer: Die Messer wurden aber nicht sämmtlich beschlagnahmt, Buschhoff hat die fehlenden der Polizei aus eigenem Antriebe ausgeliefert. Der folgende Zeuge ist der Lehrer der jüdischen Gemeinde Gottschalt: Er sei Lehrer und Schüchter der jüdischen Gemeinde zu Xanten; Buschhoff habe während der Zeit, wo er ( Benge) in Xanten sei, nur als Hilfsschächter fungirt. Siegmund Buschhoff sei ein sehr gutmüthiger und aufgeweckter Knabe; er sei nicht schüchtern, aber auch nicht frech. Vertheidiger: Hat Junkermann in Xanten antisemiSchriften, wie die„ Dortmunder Reform" u. f. w. vertheilt wor 3euge: Es sind wohl in Xanten viele antisemitische den, ob sich aber auch Junkermann an dieser Bertheilung bes heiligt hat, kann ich nicht sagen. Die antisemitischen Schriften wurden zumeist im Hotel Wilkens in Xanten vertheilt, in diesem Hotel hat auch Junkermann vielfach verkehrt. Präs.: Was tönnen Sie uns über den hier auch als Zeugen geladenen Mallmann sagen? Senge: Mallmann hat sich an den Unruhen, die nach dem Morde in Xanten gegen die Ifraeliten stattfanden, in hervors ragender Weise betheiligt. Wenn ich des Abends mit meinen Beamten die Straßen inspizirte, dann befand sich Mallmann ge wöhnlich in den ersten Reihen der Standalmacher und leistete meinen Aufforderungen, sich zu entfernen, oder wenigstens nicht stehen zu bleiben, feine Folge. Bräs.: Mallmann war also gewissermaßen Agitator bei den Krawallen gegen die Juden? 8euge: Jawohl. Präs.: Halten Sie den Mallmann für glaubwürdig. 3euge: Nein, feineswegs. Vertheidiger Rechtsanwalt leischhauer: Ist es bem Herrn Bürgermeister bekannt, daß Buschhoff sich am 9. Juli bet ihm beschwerte, daß Mallmann ihn förmlich auf der Straße vers folge und ihm Mörder nachrufe? Zeuge: Jawohl. Bertheidiger: Buschhoff hat infolge dessen Sie um Schutz gebeten? die Beuge: Jawohl. Bertheidiger: Hat nicht einmal Mallmann das Ges rücht verbreitet, er habe gesehen, wie die Tochter des Angeklagten, Hermine Buschhoff, die Leiche in einem Gad in die Küppers'sche Scheune getragen habe? Beuge: Jawohl. Es erscheint alsdann als Zeuge der Bürgermeister Schieß zu Xanten. Dieser bekundet auf Befragen des Präsidenten: Der Zeuge bemerkt im Weiteren, daß, als er die Leiche zu Buschhoff erfreute sich eines sehr guten Leumunds, er sei weder ersten Male gesehen, der sehr geschickte Halsschnitt den Verdacht in ihm rege machte, einer der in der Nähe wohnenden jüdischen Schlächter habe den Mord begangen. Präs.: Machte lediglich der geschickte Schnitt diesen Verdacht in Ihnen rege? Beuge: Lediglich der geschickte Schnitt. Der folgende Beuge ist der Polizeisergeant Schlöhr. Dieser bekundet, daß er sofort nach Ausfindung der Leiche nach mensch lichen Spuren gesucht, er habe aber nur auf dem Gartenweg Fußspuren entdeckt. Das Thor fand er verschlossen, doch konnte eine starte Person die Flügel soweit auseinanderdrücken, daß ein Mensch durchkriechen konnte. Frau Hegmann habe ihm erzählt, als Buschhoff am Abend des Mordes zu ihr kam, habe sie förmlich geahnt, daß Buschhoff der Mörder sei. Präs.: Wann erzählte Ihnen das die Frau Hegmann? Beuge: Einige Wochen nach dem Morde. Es erscheint alsdann als Zeuge der Gärtnereibefizer Mölders. Diefer befundet auf Befragen des Präsidenten: Er sei am Peter- Paulstage des Morgens gegen 9 Uhr in seinen Garten gegangen, er fei dort etwa 1/4 Stunde geblieben, sei alsdann nach dem Clever Thore gegangen und habe dort in der Gastwirth schaft von Kluge einen Korn getrunken. Gegen 10 Uhr sei er nach der Cleverstraße gegangen und habe dort gesehen, wie aus dem Hause von Buschhoff aus dem Hausflur ein Arm herauslangte und einen kleinen Knaben in das Haus zog. Präs.: Kannten Sie den Knaben? 3euge: Nein. Präs.: Wie war der Knabe gekleidet? Beuge: Er hatte ein blaues Schürzchen vor. bei seiner Vernehmung trotz aller Bemühungen nicht zum Sprechen zu bewegen war. Danach tritt bis 4 Uhr Nachmittag eine Pause ein. Nach Wiederaufnahme der Verhandlung wird nochmals der Arbeiter Mölders vernommen. Auf Befragen des Staatsanwalts bekundet der Zeuge, daß er den Knaben Seifter oder andere Knaben, die am Peter- Paulstage vor dem Buschhoff'schen Hause waren, nicht gefehen habe. Die Thür des Buschhoff'schen Hauses, an der er dicht vorübergegangen, fei zugemacht gewesen. Er habe weder Schreien noch Klagetöne gehört. Präs.: Sehen Sie denn noch gut? Zeuge: Ja. Präs.: Können Sie noch lesen? 3euge: Nein, lesen kann ich gar nicht. Vertheidiger Rechtsanwalt Gammersbach: Ist es richtig, daß Mölders erklärt hat: er habe am Peter- Paulstage gesehen, wie ein männlicher Arm, der aus dem Buschhoff'schen Hause hinausgestreckt wurde, den ermordeten Knaben in das Haus hineingezogen habe. Der Knabe habe 8 bis 4 Fuß von der Mauer des Hauses entfernt gestanden? Beuge: Jawohl. daß aus dem Knaben Stephan Kernder bei dessen zweiter VerAuf weiteres Befragen des Vertheidigers bestätigt der Zeuge, nehmung trotz aller Mühen fein Wort herauszubringen gewesen sei. Mallmann habe ihm zumeist Mittheilungen gemacht, die er nicht selbst wahrgenommen, sondern nur vom Hörensagen ge= wußt habe. Fräulein Elise Kluge, Tochter eines Xantener Gastwirths, bekundet: Mölders habe am 5. Juli, an dem Tage, an dem er auch nicht schreiben? Bertheidiger Rechtsanwalt Fleischhauer: Sie können den Amtsrichter aufsuchte, 8 Schnäpse getrunken. Mölders sei am Vormittag bei ihnen gewesen. 3euge: Nein. Fräulein Küppers: Siegmund Buschhoff habe sie am Präs.: Wenn hier im Zuhörerraum ein Nachbar von Peter Paulstage, Nachmittags zwischen 22 bis 8 Uhr, sehr Ihnen wäre, würden Sie diesen erkennen können? Zeuge: Nein. Präs.: Dann sind Sie also sehr kurzsichtig? 3euge: Ja. Der Knabe Heist er bekundet auf Befragen des Staatsanwalts wiederholt, daß er den Mölders zu der angegebenen Beit habe vorübergehen sehen. Präs: Wie sah der Arm aus, der das Kind in das Hausmann Küppers: Er sei am Peter- Paulstage Vormittags gegen hineinzog? lange im Laden aufgehalten. Präs.: Fiel Ihnen das auf? Zeugin: An demselben Tage nicht, aber am folgenden Tage dachte ich: Siegmund Buschoff müsse mit seinem langen Verweilen etwas bezweckt haben. Es erscheint hierauf als Zeuge Kriminalkommissar Wolff ( Berlin): Im Juli 1891 hatte ich im Berliner Polizei- Präsidium Es werden alsdann einige Befunds- Protokolle verlesen. Nachtdienst. Zu dieser Zeit fam ein fleiner jüdischer Herr zu Danach erscheint als Zeuge der Stadtverordnete und Kauf mir und fragte, ob ich bereit wäre, nach Xanten zur Feststellung eines Verbrechens zu fahren. In Xanten sei ein Knabe ermordet 10 Uhr ins Hochamt gegangen. Zu dieser Zeit habe die Thür worden, das Verbrechen werde den Juden in die Schuhe geder Fruchtscheune offen gestanden. Er sei an dem Buschhoff'schen schoben und es werden infolge dessen gegen die Xantener Juden Schlachthofe vorübergegangen und habe gehört, daß in demselben Grzesse verübt. Ich sagte dem Herre: er müsse sich au den laut gesprochen wurde. Es sei ihm aufgefallen, daß der obere Minister des Innern oder der Justiz wenden, diese allein seien im Präs.: Haben Sie noch andere Kinder in der Nähe Thorflügel der Buschhoff'schen Scheune drei Finger weit offen ge- Stande, einen Polizeibeamten aus Berlin nach auswärts zu standen habe. Aus dem hinteren Zimmer des Buschhoff'schen Zenge: Der Arm sah weiß aus. Präs.: Haben Sie nur einen Arnt gesehen? Beuge: Jawohl. gesehen? eins Beuge: Ich glaube, es waren zwei. Präs.: Sahen Sie denn noch gut? Beuge: Jawohl. Präs.: Sie sind bereits 68 Jahre? Beuge: Jawohl. Präs.: Sie hatten an dem Tage schon eins getrunken? Beuge: Jawohl. Präs.: War das ein großes Glas Schnaps? Beuge: Jawohl. Präs.: So ein Glas thut Ihnen nichts? 3euge: Nein. Präs.: Sie trinken oftmals einen Schnaps? Beuge: Ja, bei der Arbeit. schicken. Monat September erhielt ich auch vom Minister Hauses, das auf den Porteweg hinaus ein Fenster hat, habe er Im ebenfalls mehrere männliche Stimmen gehört. Der Zeuge befundet im Weiteren: Buschhoff sei mehr gut müthig als jähzornig", er sei nicht rachsüchtig und auch reell. Präs. Sie sollen dem Herrn Amtsrichter gegenüber über Buschhoff einmal eine Aeußerung gethan haben, als der Verdacht der Thüterschaft sich auf Buschhoff lenkte; wie hat diese Aeußerung wohl gelautet? Beuge: Ich erinnere mich nicht mehr. Präs.: Herr Amtsrichter Riesbroeck( nicht Christburg, wie anfänglich geschrieben), erzählen Sie uns einmal, wie die Aeußerung gelautet hat. Amtsrichter Dr. Riesbroed: Der alte Hegmann, der Sigmund Buschhoff können den Mord begangen haben. Präs.: Des Sonn- und Feiertags trinken Sie aber auch Vater des Ermordeten, und Küppers sagten: Knippenberg oder Beuge: Jawohl. Präf.: Haben Sie auch heute schon etwas getrunken? Beuge: Jawohl. Präs.: Wie viel Glas haben Sie heute getrunken? Beuge: Zwei. Präf.: Haben Sie das Kind, das in das Haus gezogen wurde, schreien gehört? Zeuge: Nein. Präs.: Haben Sie auf einem Brellstein an der Kirch- und Cleverstraßen- Ede einen Knaben sizzen sehen? Beuge: Nein. Als ich den Küppers nun fragte: Haben Sie auf den alten Buschhoff nicht Verdacht? antwortete Küppers: den alten Buschhoff traue ich eine solche That nicht zu. Ich habe schon einmal zu Buschhoff gesagt: brav und zu ehrlich, deshalb kommst Du nicht weiter." Präs.: Küppers, haben Sie das gesagt? Zeuge: Jawohl. Präs.: Das war damals Ihre Ueberzeugung? Zeuge: Jawohl. Du bist zu Amtsrichter Dr. Risbroeck theilt ferner mit, daß am Tage nach dem Morde Küppers gesagt hat: wenn der Staub Prä: Wissen Sie, wann Sie zu dem Herrn Amtsrichter auf der Leiche Schlagstaub, d. h. Staub von Grabsteinen ist, dann gegangen find? Beuge: Fünf Tage nach Peter und Paul. Präs.: Weshalb haben Sie nicht früher Anzeige gemacht? 3euge: Ich wollte nicht soviel Laufereien haben. Präs.: Wem haben Sie zuerst etwas von Ihrer Wahrnehmung erzählt? Beuge: Das weiß ich nicht. Präs.: Warum haben Sie aber so spät von Ihrer Wahrnehmung der Behörde Mittheilung gemacht, Sie mußten fich doch sagen, daß eine solche Wahrnehmung höchst wichtig ist, und drückt fühlen? grußten sich doch durch Ihr Schweigen in Ihrem Gewissen geBeuge: Ich wollte nicht aufereien haben. Präs.: Waren Sie nicht am 5. Juli bei Hegmann? 3euge: Nein. Bräf.: Hegmann hat Sie doch aber zum Amtsrichter geschickt? 8euge: Das ist möglich. Präs.: Was thaten Sie bei dem Herrn Amtsrichter? Beuge: Ich habe einen Eid geleistet und daffelbe gesagt wie heute. ist Buschoff der Mörder. Präs.: Haben Sie das gesagt? 3euge: Jawohl. Präs.: Wie tamen Sie darauf? Zeuge: Weil Buschoff mit Grabsteinen handelte. Bräs.: Sie sollen auch mit Mölders gesprochen haben? 3euge: Jawohl. Präs.: Was sagte Ihnen Mölders? 3euge: Er sagte, der Mord ist immer noch nicht entdeckt, das hat Niemand weiter als der Jude Buchhoff gethan, ich habe gesehen, wie der kleine Joanchen in die Buschhoff'sche Wohnung gezogen worden ist. Präs.: War Mölders damals betrunken? Beuge: Nein, ich habe wenigstens nichts gemerkt. Präs.: In der Anklage steht, daß Mölders an diesem Tage etwas angetrunten war. 3euge: Mir fam Mölders wie immer vor. Oberstaatsanwalt Hamm: Wie kamen Sie dazu, ten Siegmund Buschhoff und nicht den alten Buschhoff zu verdächtigen? Beuge: Weil ich den Siegmund Buschhoff für raffinirter Oberstaatsanwalt: Hielten Sie denn den kleinen Siegmund für fähig dazu? Es erscheint alsdann als Zeuge der zehnjährige Knabe Gerhielt. hard Heister, ein sehr aufgeweckter Knabe. Dieser erzählt auf Befragen des Präsidenten: Er sei am Peter- Paulstage gegen 1/29 Uhr in die Meffe gegangen und gegen 1/210 Uhr aus der Messe gekommen. Gegen 10 Uhr Vormittags habe er sich an der Clever und Kirchstraßen- Ecke auf einen Prellstein gesetzt und habe gesehen, langte und den kleinen Joanchen in das Haus hineinzog. Präs.: Wie sah die Hand aus? Beuge: Ganz nackt. Präs.: War das der Arm eines Mannes oder einer Frau? Beuge: Das weiß ich nicht. 3euge: Jawohl. Präs.: Worauf begründeten Sie das? Beuge: Der kleine Siegmund Buschhoff schlachtete schon Biegen und Kälber. Oberstaatsanwalt: Hatten Sie noch andere Verdachtsmomente gegen Siegmund Buschhoff. 3euge: Nein. Der Zeuge bekundet im Weiteren, daß wohl etwa 1000 Leute zu ihm gekommen seien und sich den Thatort angesehen haben, unter diesen seien auch verschiedene Aerzte gewesen. Diese haben schen Hause oder waren noch andere Kinder dort? Präs.: War das kleine Joanchen allein vor dem Buschhoff- alle erklärt, daß der Junge nicht in der Scheune ermordet worden sei, da wenig Blut und auch keine Sprißflecken vorgefunden Beuge: Ja noch zwei andere Kinder. Präs.: Was thaten diese Kinder? Beuge: Die gingen nach Hause. Präs.: Kennst Du Mölders? 3euge: Sehr gut. Präs: Hast Du den Mölders gesehen, als das kleine Joanchen in das Buschhoff'sche Haus gezogen wurde? Kirchstraße bis zum Knippenberg'schen Hause. Beuge: Ja, Mölders ging von der Cleverstraße in die Joanchen in das Buschhoff'sche Haus gezogen wurde? Präs.: Hat Mölders auch sehen können, wie der kleine Beuge: Ja. wurden. Verth. Rechtsanwalt Fleischhauer: Ich will hier konstatiren, daß Herr Dr. Steiner in der hiesigen Restauration Zur Lampe" dem Mühlenbesitzer Steuvelen aus Straelen gegenüber erklärt hat, daß er nach Anhörung der medizinischen Sachverständigen vollständig seine früheren Ansichten fallen lasse und sich den medizinischen Sachverständigen anschließe. Berth. Rechtsanwalt Fleischhauer: Hat der Zeuge dem Gericht oder der Staatsanwaltschaft einmal eine schriftliche Nach richt gemacht? Zeuge: Nein. Berth. Rechtsanwalt Fleischhauer: Dann bemerke ich, Male Deinen Eltern erzählt, daß der kleine Joanchen in das hierselbst geäußert hat: Er habe ein Schreiben an die Staats Präs.: Du hast drei Wochen nach Peter- Paul zum ersten daß der Zeuge noch gestern in der Restauration von Stiepels Buschhoff'sche Haus gezogen wurde? anwaltschaft gesandt, das ihm Kaplan Bresser diktirt hat. 3euge: Das ist das Gutachten, das ich eingereicht habe, Er und im Xantener Bote für Stadt und Land veröffentlicht Beuge: Ich hatte Furcht, ich komme in den Thurm. Frau Buck stege, welche hiernach als Zeugin erscheint, behabe bezüglich der Aussagen des Mölders und des Knaben worden ist. Heister festgestellt, daß Mölders in Gegenwart des Knaben über seine Wahrnehmungen gesprochen. Mölders habe sich wohl mehr- fundet: Am Tage nach dem Morde sei Buschhoff zu ihr, würdigen Eindruck gemacht. Auch der kleine Heister und seine ihr ein Kalb abzukaufen. Es sei ihr aufgefallen, daß Buschhoff| Eltern, die er( Kommissar) vernommen, haben im Allgemeinen so roth im Gesicht war. Vertheidiger, Rechtsanwalt Fleischhauer: Herr Kom miffar! Wann hat Ihnen Mallmann mitgetheilt, er habe gePräs.: War es an diesem Tage sehr heiß? 8eugin: Jawohl. Präs.: Dann ist es doch sehr erklärlich, daß Buschhoff roth sehen, daß die Hermine Buschhoff den Leichnam in einem Sad im Gesicht war, zumal er doch weit gegangen war? in die Scheune getragen hat? Beuge: Am 21. Juli. Bertheidiger: Haben Sie den Mallmann gefragt, wes 3eugin: Das mag sein. Präf.: Sie waren aber der Meinung, der Buschhoff sehe roth im Gesicht aus, weil er womöglich den Mord ausgeführt halb er nicht früher schon vor seinen Wahrnehmungen Anzeige habe? gemacht hat? 3eugin: Jawohl. Präs.: Haben Sie denn mit Buschhoff über den Mord geZeugin: Jawohl. Beuge: Jawohl, ich sagte, warum er nicht schon längst dem Herrn Bürgermeister von seiner Wahrnehmung Anzeige gemacht hat. sprochen?" Mallmann antwortete mir: Er habe anfänglich keine Anzeige erstatten wollen, nun laffe ihm aber seit drei Tagen sein Gewiffen gestern erwähnte Knabe Stephan Kernder, der ebenfalls den Der Kriminalkommissar befundet im Weiteren, daß der bereits fälliges bemerft. Heinen Hegmann in das Buschhoff'sche Haus habe ziehen sehen, nommen. teine Ruhe mehr. fie Die Zeugin bemerkt, als ihr der Präsident erklärt hatte, daß entlassen sei: Sie habe an Buschhoff eigentlich nichts AufEs wird hierauf nochmals Amtsrichter Dr. Riesbroeck verden Auftrag, nach Xanten zu fahren. Ich fuhr am 25. September zunächst nach Cleve und begab mich alsdann nach Xanten. In Goch stiegen mehrere Xantener Bürger ein. Unter diesen fiel mir ganz besonders Junkermann auf, den ich als einen sehr häßlichen Schwäger kennen lernte. Junkermann erzählte: Sein Sohn sei Arzt und dieser habe ihm geschrieben, daß die Juden Christenblut brauchen und er, der früher Meggermeister gewesen, wisse auch genau, daß der Knabe nach ritueller Art geschächtet worden sei. Ich gab mich unterwegs nicht zu erkennen, um etwas zu hören. Als wir in Xanten ausstiegen, winkie ich den Junkermann zu mir heran. Dieser wurde, als ich mich ihm vorstellte, etwas kleinlaut, hielt aber seine Behauptung aufrecht. Ich gewann jedenfalls int Großen und Ganzen sehr bald die Ueberzeugung, daß die Leute in Xanten alle unter einem gewissen Druckgefühl stehen, so daß es geboten sei, sehr vorsichtig zu sein. Der Zeuge berichtet nun, in welcher Weise er den Thatort gefunden 2c. Er habe alsdann mehrere Leute, Mann und Frau Hegmann, Steinmetz Wesendrup 2c. vernommen. Letterer habe ganz besonders einen sehr schlechten Eindruck auf ihn gemacht. Er habe immer nur antisemitisches Geschimpfe, aber keine Thatsachen gehört. Er sei alsdann zur Staatsanwaltschaft nach Cleve gefahren, um diesen Bericht zu erstatten. Auf Veranlassung der Staatsanwaltschaft sei er nach Xanten wieder zurückgefahren und habe bei Buschhoff am 14. Oft. 1891 Haussuchung vorgenommen. Als er zu Buschhoff kam, war diefer gerade in der Synagoge. Er habe gewartet, bis Buschhoff aus der Synagoge zurückfam. Er habe eine Reihe Messer bei Buschhoff beschlagnahmt. Er habe sonst in der Buschhoff'schen Wohnung nichts Auffälliges gefunden. Präs.: Welchen Eindruck machten Buschhoff, Frau und Tochter und welchen Eindruck haben die Hauptzeugen auf Sie gemacht? 3euge: Ich kann das schlecht sagen, da ich die Leute eins fach vernehme. Präs. Sie sehen sich doch die Leute mit dem geübten Auge eines Polizeibeamten an? 3euge: Allerdings. Präs.: Wie benahm sich Buschhoff, als Sie ihn vernahnten, war er befangen? 3euge; Durchaus nicht. Präs.: Welchen Eindruck machte Mölders auf Sie? 3euge: Mölders machte einen guten Eindruck auf mich. Präs.: Welchen Eindruck machte Ullenboom auf Sie? Beuge: Dieser machte auf mich einen sehr unsicheren Eindruck. Staatsanwalt: Die Messer bei Buschhoff sollen vielfach auf, hinter und unter einem Schrank versteckt gelegen haben? 3euge: Allerdings, aber ich hatte nicht den Eindruck, daß die Messer absichtlich versteckt waren. Polizeisergeant Schlöer, der dem Kriminalfommissar Wolff bei der Haussuchung assistirt hat, bestätigt die legte Bekundung des Kriminalkommissars. Der folgende Zeuge ist der Schreinermeister Brandts: Er sei am Vormittage des Peter- Paultages zwischen halb und dreiviertel 11 Uhr dem Buschhoff, auf der Kirchstraße begegnet. Buschhoff sei von der Kirchstraße in die Cleverstraße gegangen. Es sei ihm vorgekommen, als sei Buschhoff verrückt. Er habe ganz verstört ausgesehen und sei so schnell nach seinem Hause zu gelaufen, als wenn er von Jemandem verfolgt werde. Dieses Vorkommniß sei ihm so sehr aufgefallen, daß er noch den ganzen Nachhause- Weg darüber nachgedacht und als er nach Hause gekommen, seiner Frau sofort das Erlebte erzählt habe. Präs.: Buschhoff, was sagen Sie dazu? Buschhoff: Ich erinnere mich nicht, dem Mann an diesem Tage begegnet zu sein, es ist aber möglich. Daß ich verstört ausgesehen, bestreite ich. Ich bin vielleicht etwas in Gedanken gewesen. Präs: Weshalb liefen Sie aber so furchtbar schnell? Buschhoff: Es ist möglich, daß die Kirche sehr bald aus war und ich meinen Laden öffnen wollte. Oberstaatsanwalt Hamm: Sie haben heute zum ersten Male gesagt, daß Sie auf dem ganzen Nachhausewege über das auffallende Wesen des Buschhoff nachgedacht haben. Wie kommt es, daß Sie bisher darüber nichts gesagt haben? 3euge: Ich hatte das vergessen. Es erscheint alsdann als Zeuge der Fuhrherr Mallmann Dieser bekundet auf Befragen des Präsidenten, daß er am PeterBaulstage Nachmittags gesehen habe, wie die Hermine Buschhoff etwas, was wie ein Sac ausgesehen, in die Küppers'sche Scheune getragen habe. Präs.: Wann war das? Zeuge: Es war entweder viertel vor oder viertel nach Dret. Präs: Wann haben Sie diese Ihre Wahrnehmung an Präs.: Was mag in dem Sack wohl gewesen sein Zeuge: Das weiß ich nicht. gezeigt? Beuge: Ich habe diese meine Wahrnehmung dem Polizei Kommissar Verhülsdonk am 21. Juli angezeigt. Präs.: Weshalb haben Sie so lange damit gezögert? Beuge: Ich hatte das in der Aufregung vergessen. Präs.: Weshalb waren Sie so sehr aufgeregt? Zeuge: Ich habe von dem Tage des Mordes an kaum noch geschlafen, so sehr hat mich der Mord aufgeregt. Bras.: Um so eher hätten Sie doch eine solch' wichtige Wahrnehmung anzeigen müssen? Beuge: Ich hatte in der Aufregung das vergessen. Oberstaatsanwalt Hamm: Der Zeuge scheint an eines ganz merkwürdigen Gedächtnißschwäche zu leiden. Er ist am 1. Juli von dem Herrn Amtsrichter Riesbroeck und am 12. Juli von dem Herrn Stadtsekretär vernommen worden. Bei beiden Vernehmungen hat der Zeuge von seiner Wahrnehmung nichts bekundet. Vor dem Herrn Bürgermeister wurde der Beuge auf die Anzeige Buschhoff's, daß er ihn fortwährend verfolge und ihn auf der Straße Mörder" nachrufe, verantwortlich vernommen. Aber auch bei dieser Wahrnehmung hat der Zeuge von seiner heutigen Bekundung nichts gesagt, sondern zu Protokoll er klärt:„ Ich weiß aus eigener Wissenschaft nichts über den Mord. Ich habe Verschiedenes dem von Kutscher Stallmann erfahren, dieser hat es von der Schneiderin Mölders gehört und dieser ist es von einer Frau erzählt worden". Wenn der Widerspruch des Zeugen sich nicht aufklärt, dann ist er meineidig. Präs.: Nun, Mallmann, wie kommt es, daß Sie sowohl bei dem Herrn Amtsrichter, als auch bei dem Herrn Stadtsekretär zu Protokoll erklärt haben: Sie wissen aus eigener Wissenschaft nichts von dem Morde, während Sie jetzt mit einer solch schwer wiegenden Behauptung hervortreten? Benge: Ich habe heute die Wahrheit gesagt, bei meinen ersten Vernehmungen war mir nicht Alles erinnerlich. Präs. Sonit pflegt man bei den ersten Vernehmungen sich bedeutend besser auf geschehene Vorkommnisse zu erinnern, als bei späteren Vernehmungen, bei Ihnen scheint das umgekehrt zu fein? Beuge: Herr Präsident, ich habe schon gesagt, ich war so sehr aufgeregt die ganze Zeit über, daß ich nicht schlafen tonnte. Ich habe am allermeisten in der Sache gethan und da ist mir nicht gleich Alles im Gedächtniß gewesen. Wenn ich das erzählen wollte, was Frau Buschhoff vor 2 Jahren einmal zu mir gesagt hat, das wäre noch viel schwerwiegender. Präs.: Erzählen Sie einmal das. Beuge: Vor 2 Jahren traf ich die Frau Buschhoff in der Kirchstraße. Da sagte mir Frau Buschhoff: Unsere Verwandten reden uns zu, wir sollen nach Neuß ziehen, denn hier sei ja doch tein Geschäft zu machen. Aber wir wollen erst hier noch ein gutes Geschäft abwarten, dann verkaufen wir Alles und ziehen nach Neuß; das ist doch jedenfalls noch schwerwiegender.( Allgemeine Heiterfeit.) Präs: Welche Beziehung soll diese Erzählung zu dem Morde haben? 3euge( nach einigem Zögern): Gar keine Beziehung, ich wollte damit blos sagen, daß ich noch länger als drei Wochen zurückdenken kann. in = Schule, Müllerstraße 179a: Unterricht in Deutsch( unterer); Physiologie. I sei von der Schaukel auf einen scharfen Gegenstand gefallen. den allen ehrfächern, mit Ausnahme von Mathematik und Buchführung, Beuge Junkermann( Sohn) befundet: Buschhoff hätte anläßlich tönnen Schüler und Schülerinnen, auch jezt im Laufe des Semesters, eintreten. der ersten Untersuchung gefragt, was er( Beuge) ausgesagt habe. Lese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marx, Abends 8% Uhr, Er habe doch nicht etwa irgend etwas gesehen. bei Grube, Martendorferstr. 10. Westen, bei F. Kizing, Bülowstr. 52. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Freitag. UebungsChristiania, 7. Juli. Im Kommunalhause zu Farsund flunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Kaiser'scher wurde am Montag ein republikanischer Verein gegründet, welcher Männerchor, Schönhauser Allee 28, bei Kuhlmen. Nord, Elifabeth folgende Resolution faßte:„ Der Verein soll dahin arbeiten, daß, firchstr. 14, bei Nitolay.- Borwärts 1, S.D. Adalbertstr. 21, bet Roll. Summers cher Gesangverein, bet Tempel, Langestraße 65. Buch wenn unser Vaterland in naher oder ferner Zeit wieder einer binder Männerchor Berlins, Alte Fatobitraße 68, bei A. Richter Wahl der Staatsform gegenüber gestellt werden sollte, es dann die Maiglöckchen, Hochstr. 32a, bei Wilte. Gemüthliteit Republik wählt, und dadurch von einer Institution befreit wird, Iris, Naunynstraße 86, bei Zubeil. ( Buger), Seydelstraße 30. Palme, int Belten, bei Schröder. Blaue Schleife, die so schlecht in unsere demokratischen Verhältnisse hineinpaßt, Bantow, Mühlenfir. 24, bei Stöhr. Vorwärts 6,( Gem. Chor), Nieder- daß sie immer wieder die Staatsmaschinerie zum Stillstand zu Schönweide, bei Siebenbaum. Sänger Freiheit, Naunynſtr. 43, bringen droht." Der Verein wird nun in den umliegenden wahrheit, An der Zwölf- Apostelkirche 7b, bei Framte. bei Fröhlich.-Morgenroth 4, Röpnick bei Wiedemann in Adlershof. Dörfern agitiren. Karthaus: scher Gesangverein, Lichtenbergerstr. 21, bei Heise. Moabit" London, 7. Juli. Die Liberalen glauben durch die gestrigen Wilhelmshavenerstraße 23, bet Brosch.- Collegia, Beughofstraße 8, Wahlsiege das Ministerium Gladstone gesichert. Die liberalen Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Blätter heben besonders die Erfolge der vereinigten Gladstoneaner alle Buschriften find zu senden an War Gent, Berlin, Belforterstraße 26, I. und der Arbeiterkandidaten hervor und erklären, daß die liberale Freitag: Bergnügungsverein Grüne Tanne bei Raiser, Martusstr. 8. Partei beabsichtigt, den Achtstundentag zu akzeptiren und den Tambour- Berein Borussia bei Leichniß, Königsbergerstr. 24( Uebungslunde).- Tambour- Berein N uf bei Sperling, Inſelſtr. 1. Tambourverein entsprechenden Gesetzvorschlag einzubringen. Der„ Standard“ Wirbel bei Müller, Gartenstr. 52. Theaterverein Acacte in Hoff- bestreitet dagegen, daß die bisherigen Theilerfolge eine genügende mann's Festfälen, Oranienstr. 180. Regierungsmajorität für Gladstone geben können. verein union, Abends 9 Uhr, Berliner Bodbrauerei. Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- GefangQuartettverein wedding, Abends 8 Uhr, bei König, Gerichtsstraße 35. Männerchor Waldesrauschen, Abend 9 Uhr, bet Weigt, Martgrafenftr. 87.- Privatmufifveretu Tusch, Freitag Abend 9 Uhr, Restaurant Nebelin, Lange Theaterverein Crescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Puttbuserstr. 35. straße 108.- Buchbinder Männerchor, Abends 9 Uhr, Restaurant bei Stoch. Richter, Alte Jakobstr. 68. 1 " tucat Freitag und Dienstag Abend von 8-10% Uhr in der Turnhalle des Berliner Turngen offenschaft. Die erste Männerabtheilung Leffing- Gymnasiums Pantsir. 9-10. Turnverein Gesundbrunnen die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8-10% Uhr in der Turnballe des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10. Vergnügungsverein Esperance, Abends 9 Uhr, Rosenthalerstr. 11-12, im Restaurant. Bergnügungsverein Beilchen, Abend 93 Uhr, bei Brauns, Oranienfir. 183 p. Geselliger Arbeiterverein Graphia, Abends 8 Uhr, Unterhaltungsflub Schiller, jeden Freitag Abend 8 Uhr im Restaurant Holzbächer, Dreiſeſtr. 3. bei Nitter, Mauerstr. 86. Vermischtes. Auf Befragen des Vertheidigers Rechtsanwalt Fleischhauer giebt der Zeuge zu, daß er vielfach sich der Mordangelegenheit wegen bei dem Amtsrichter habe melden und ihn sogar von der in Metz durch eine explodirende Sprengmaschine ein Lieutenant Lebensgefährlich verwundet wurden bei Sprengversuchen Table d'hôte herausrufen lassen, um ihm angeblich etwas Wich- und ein Unteroffizier des Pionierbataillons Nr. 16. tiges zu sagen. Frau Mallmann bestätigt, daß Siegmund Buschhoff sich am Peter- Paulstage Nachmittags sehr lange Zeit in dem Küpper schen Laden aufgehalten habe. Die zwölfjährige Elise Küpper3 befundet, daß sie am Vormittage des Peter- Paulstages gegen 91/2 Uhr feine Kinder am Portewege gesehen habe. Die Sigung wird alsdann gegen 81/2 Uhr Abends morgen( Donnerstag) Vormittags 9 Uhr vertagt. Versammlungen. auf English Reading and Conversational Club Shakespeare. Meeting every Friday ad 9. p. M. Behrens Restaurant, Königstr. 62. altes Kind von einem umfallenden steinernen Grabfreuze erAuf dem Friedhof in Gießen wurde ein sechs Jahre schlagen. Das Unglück geschah auf dem älteren Theile des Friedhofes, wohin das Kind seine mit dem Abmähen des Grases beschäftigte Mutter begleitet hatte. Das Ende vom Liede. In der Mittwochs- Verhandlung Albert, erhielt derselbe wegen einfachen Bankrotts, Unter der Görlitzer Straffammer gegen den Bantier Adolf fchlagung in 10 und Betrug in 8 Fällen 6 Jahre Gefängniß und 5 Jahre Ehrverlust. Die Passiva bei dem von Albert verursachten Bankbruch betrugen 1 200 000 m. 1 Depeschen. ( Depeschen des Burcan Herold.) Fachverein der Uhrmacher etc. Gonnabend, den 9. Juli, Abends 9 Uhr, Generalversammlung bei Wienecke, Alte Jakobst. 83. Vortrag des Herrn Dr. Pinn über: Das Bildungsmonopol der herrschenden Klaffen." Cleve, 7. Juli. Prozeß Buschhoff. Zeuge Wesendrup beGroße öffentliche Volksversammlung am Freitag, Abends 8 Uhr, fundet, die vernagelte Thür des Buschhoff'schen Schlachthauses bei Joel, Andreasstr. 21: Vortrag des Genossen Folger.( Alles Nähere sei am Tage nach der That offen gewesen. Zeugin Biesenkamp im heutigen Inseratentheil.) Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8%-10% Uhr: Süd erklärt: Frau Buschhoff habe sofort nach der That gesagt, der Schule, Hagelsbergerstr. 43: Unterricht in Buchführung( doppelte); Süd: Knabe Hegmann habe einen Sonnenstich bekommen. Beugin Ostschule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Deutsch( unterer); OstSchule, Martusstraße 31: Unterricht in Geschichte( mittlere); Nord: Defries: An demselben Abend habe Buschhoff gesagt, der Knabe Achtung! Putzer. Achtung! Große öffentliche Versammlung der Putzer Berlins und Umgegend ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Cleve, 7. Juli. Prozeß Buschhoff. Auf Antrag der Ver Wesendrup, vernommen, ohne jedoch vereidigt zu werden, da, wie theidigung wurde heute ein Haupt- Belastungszeuge, Steinmetz vom Staatsanwalt bestätigt wurde, gegen denselben ein Ver fahren wegen Ermordung des Johann Hegmann schwebte. Cleve, 7. Juli. Prozeß Buschhoff. Bei der heute Nachmittag fortgesetzten Verhandlung befundete Fräulein Rölen: Als Buschhoff einmal von einer Bernehmung vom Staatsanwalt fam, habe Siegmund Buschhoff leise zu seinem Vater gesprochen. Buschhoff habe darauf gesagt:" Ach was, ohne Beweise können fie nichts machen." Buschhoff bestreitet diese Aeußerung mit voller Entschiedenheit. Steinmetz Rock erklärt: Die Beschädigung des Grabsteins habe noch nicht den Werth eines halben Pfennigs betragen. Hierauf beschloß der Gerichtshof, den Zeugen Wesen drup zu vereidigen. St. Petersburg, 7. Juli. Ueber die Stadt Aftrachan ist infolge der vorgekommenen Unordnungen der kleine Belagerungszustand verhängt worden. Die Nachrichten aus den von der Cholera infizirten Gegenden lauten im Wesentlichen unverändert. London, 7. Juli. In Newcastle on Tyne, welches bisher die Gladstoneaner Morley und Craig vertraten, wurden Hamond 10 905 Stimmen gewählt. Graig unterlag. ( fonf.) mit 13 824 Stimmen und Morley( Gladstoneaner) mit Fm Ganzen find bis jeht gewählt: 126 Konservative, 19 Unionisten und 107 Gladstoneaner, einschließlich der der irischen Nationalpartei Angehörenden. Die Ministeriellen haben bisher 15, die Gladstoneaner 29 Size gewonnen. " dem der Compapnie Transatlantique gehörenden Dampfer Cans Marseille, 7. Juli. Das Panzerschiff Hoche" stieß mit robert" zufammen und brachte denselben zum Sinfen." Fünf Personen tamen in den Wellen um. Briefkaffen der Redaktion. Tapezirer H. K., Potsdamerstr. 66. Sie können sich garnicht denken, mit welchem Vergnügen wir ihren ebenso geist reichen wie nothwendigen Erguß gelesen haben. Leider wandten Sie sich an eine falsche Adresse. Der Betreffende hatte mit der Angelegenheit nichts zu thun. Aber darum keine Feinds schaft nicht. Allgem. deutscher Sattler- Verein. Gr. Dampferpartie auf der Ober- Spree b. Vollmondschein I am Sonnabend, den 9. Juli 1892 am Montag, den 11. Juli ex., Nachmittags 4 Uhr, verbunden mit Sommernachts- Ball in den Gejammträumen der„, Borussia- Brauerei" in der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57. Tages Ordnung: 1. Fortsetzung des zweiten Punktes des Tagesordnung der Versammlung vom 20. Juni, betr. die wirthschaftliche Lage in unserem Gewerbe, Bericht des Vertrauensmannes, und welche Mittel sind anzuwenden, diesen Nebelständen entgegen zu treten. 2. Bericht der Kommission in Sachen Grothmann und Förster. 3. Verschiedenes. Die Kollegen werden gebeten, pünktlich zu erscheinen. 948b B. Förster. Kranken- u. Begräbnißkasse der Bau- u. Fabrikarbeiter Berl. ( E. H. r. 13). Ausserordentliche Generalversammlung am Sonntag, den 17. Juli, Vormittags 11 Uhr, im Lokale des Herrn Saeger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Auflösung der Kaffe. 2. Diskussion. Da diese Versammlung die letzte ist, so ersuche ich die werthen Mitglieber, recht zahlreich zu erscheinen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Die Beiträge werden in der Versammlung erhoben. Bei Pohl fällt am Sonntag, den 17. Juli die Beitragzahlung aus. 126/15 Der Vorstand. J. A.: Gadegast. Zentralverb. der Bauarbeiter ( Zahlstelle Berlin). Mitglieder- Versammlung Sonntag, den 17. Juli, admittags 1 hr, im Lokale des Herrn Saeger, Grüner Weg No. 29. Tages Ordnung: V 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom 1. u. 2. Quartal 1892. 4. Verbandsangelegenheiten." aufgenommen. Gäste haben Zutritt. Mitglieder werden dort 404/10 Die Lokalverwaltung. P. Marasas, Prenzlauer Allee 233. Tischler- Verein. zu Nieder- Schönweide. Grosses Garten- Konzert, Fackel- Polonaise u. dgl. Abfahrt Abends 9 Uhr von der Jannowitz- Brücke. Billets zum 3. Dampfer sind noch zu haben im Gigarrengeschäft von Janz, neben der Dampferstation, an der Jannowig- Brücke, bei Wienecke, Alte Jakobstr. 83 und Gründel, Dresdenerstr. 116. nebst Tanz 75 f. Gäste willkommen. [ 266/2] Empfehle mein Garten- Restaurant für Gesellschaften und Vereine. Badeanstalt und Kegelbahn. Gute Küche. ( vormals Wwe. Erpel). am Oranien2549L] Hin- und Rückfahrt Der Vorstand. Aufforderung. Da der ehemalige Vorsitzende des Interessenvereins d. Buchdruckerei Hilfsarbeiter Berlins n. Umgegend, Serr Oskar Krüger, sich dent Be Gustav Schöne, Gastwirth, Rüdersdorf, Karlstraße 8, Zahnarzt Robert Wolf, Chausseestr. 123, burger Thor. Künstliche Zähne von 2 M. an, Plomb en von 1,50 M. an, Schmerzloses Zahnziehen M. fämmtliche Sachen betreffs des BuchKassenmitglieder zahlen Kassenpreise. Sprechstunde von 8-7 hr. Uhren- n. fchluß der Versammlung vom 26. Juni nicht gefügt hat, so fordert der unter zeichnete Vorstand denselben auf, 2675L bruderstreifts bis Sonnabend, d. 9. Juli, Abends 9 Uhr, in der Wohnung des jetzigen Borsigenden Kollegen H. Jahus, abzuliefern. C. Königsfeld, en. Goldwaaren- Geschäft. Solzmarktstr. 18, Quergeb. 3 Tr. rechts Reinickendorfer- Str. 69. Spezialität: Ringe, größte Auswahl. Reparaturen gut und billig. 2685L 1882 L Sophabezüge! Refte in Rip, Damast, Granit, Plüsch u. bunt. Stoff, Spottbillig. Schaufgeschäft, Zukunftsgegend, Laden, Baugegend, verkäuflich. Eynard. straße 4, am Wedding. 9466 Zwei g. erh. Spulräder bill. 3. verk. Röpenick, Schönerlinderstr. 4, I, Rönig Berlin, den 6. Juli 1892. Der Vorstand 127/13 Interessenvereins d. BuchdruckereiHilfsarbeiter Berlins u. Ung, J. A.: Waldemar Fabrowsky. Fecie Vereinigung der Emil Lefèvre, Oranienftr. 155. Alte Stiefeln für Herren u. Damen Papierindustrie. Proben franko! Empfehle den Vereinen u. Genossen meine Bilder, Sinnsprüche in SeidenChenille( eig. Fabrikat), Büsten( Coloffal), Mary u. Laffalle, 62 Zentim. Saaldekoration 2c. Sonntag, den 10. Juli: Landpartie n. Schmökwitz. boch, Stoklaternen, Anschaffung von Abfahrt vom Görliger Bahnhof( Mittelperron) früh präzise 74 Uhr. Der Vorstand. 363/19 Habe mich durch zwingende Gründe veranlaßt gesehen, die Rompagnonfchaft mit Herrn R. Kunkel unter heutigem Datum aufzuheben. Führe das Geschäft unter meiner alten Firma Buchdruckerei von M. Schrinner 124 Brunnen- Straße 124 allein weiter und hoffe dabei auf kräftige Unterstützung aller Freunde und Bekannten. 2693L M. Schrinner, Buchdruckerei, Brunnenstraße 124. 883b Max Richter, Berlin O., Grüner Weg 65. Zeifige 75, Staare 1,25, Wachteln 1,25, 1/2 Dyd. 6 M., Dohlen 3 M. 9316 ( Schles. Bahnhof). Linienstraße 6. vert. Gen. Lehmann, 669b Gangbare Destillation ist sofort zu verkaufen Brih. Werderstr. 15. Sonntag, den 10. Juli, Nach mittags 3 thr: Ceselliges Beisammensein, verbunden mit Tanz und großes Kaffeekochen bei Kuhlmey, Schönhauser Allee 28. NB. Die beabsichtigte Damenpartie findet nicht statt. 267/9 Sophatisch und Kinderbettstelle billig zu verfaufen. Bilke, Arndtr. 15. Kinderwagen. Andreasfr.23.5.p. der Theilnahme bei der Beer hierGrößtes Lager Berlins Für die überaus zahlreichen Beweise Wohnungen zu 55, 60, meines lieben Mannes spreche ich hier straße 24 bei Berning. 65 Thlr. Hennigsdorfer mit allen lieben Verwandten und Bes 854 b fannten und namentlich dem Herrn Prächtige Pastor Pauli für seine tröstenden 28orte Berlin, Stralanerplay 21 Moabit swingliftr. 20, find am Sarge, und dem Gesangverein schöne Borderwohnungen Allegro meinen innigsten Dant aus. 2 Stuben u. Küche sofort zu verm. 646 Frol. Schlafstelle f. j. Mann oder Mädchen b. Helmke, Breslauerstr. 28, vorn 2 Tr. Singvögel alle Arten billig. Schnelle. Invalidenstr. 7. 10 950b Wohnungen, 70-80 Thaler, und Stallung für 6 Pferde zu verm. 2663L Ziemer, Cuvryftr. 25. 945b Wittwe Schwolins. Danksagung. Allen Freunden, Genossen und Be Ein Grundirer, der auch Eisen fertigen Beerdigung meines Mannes Paul tannten für die Theilnahme bei der fann, fürs Ausland gesucht. Näheres Walter meinen herzlichsten Dank. J. Kristan, Rottbuser- fer 32. 9236 Berantwortlicher Redakteur August Enders in Berlin Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Die tranerude Wittwe. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 157. Gerichts- Beifung. Freitag, den 8. Juli 1892. 9. Jahrg. gehabte Generalversammlung des Unterstützungsvereins deutscher Bildhauer- Beitung". Beantwortet wurden die Fragebogen von Hutmacher eine Resolution, in welcher es heißt: 2588 Kollegen aus der Holzbranche, 414 der Steinbranche, 395 der Dieser durch Engherzigkeit und Selbstfucht diktirte Beschluß Stuck- und 42 der Modellbranche 2c. In der Holzbranche bezogen ist ein Fauftschlag ins Gesicht der zur internationalen Verbrüde- die Meisten einen Wochenlohn zwischen 15 und 25 M., und rung vorwärts strebenden Arbeiter aller Länder, besonders der zwar waren innerhalb dieser Lohngruppen die Zahlen folgende: unserer Branche. Wir protestiren ganz energisch gegen diesen 123 je 15 m.; 124: 16; 105: 17; 241: 18; 163: 19; 214: 20; Beritoß wider die Brüderlichkeit, welche bei uns zu allen Beiten 211: 21; 197: 22; 161: 28; 263: 24; 145: 25 M. Ginen werden. Wir fordern die Hutmacher aller Länder auf, sich In Geltung gehabt hat, ohne durch nationale Grenzen gestört zu Lohn unter dem Durchschnitt verdienten 1179 Kollegen. den anderen Branchen sind die Ziffern zufälliger unserem Protest anzuschließen und geben der Hoffnung Raum, und im Durchschnitt ein wenig günstiger. Zwei Fälle, in denen daß die Hutmacher Nordamerikas ihren Beschluß so bald als die Gehilfen noch beim Unternehmer kost und Logis haben, möglich rückgängig machen und sich in würdiger Weise an dem meldet die Breslauer Statistit. Gine weitere Tabelle ver bei Gelegenheit des internationalen Arbeiterkongreffes tagenden anschaulicht den Zusammenhang zwischen dem Verdienst und dem Lebensalter der Gehilfen. Sie ergiebt, daß zwischen 40 und 50 Jahren der Höhepunkt des Verdienstes erreicht ist und das selbe von da ab wieder heruntergeht. Der Bearbeiter flagt darüber, daß viele Kollegen einen Theil nicht für einer Antwort mit einer Bahl beantwortet worden sind. Mit Recht heißt es in werth gehalten haben, sowie daß häufig Fragen mit Ja" statt der Statistik, daß solches Material nicht einmal, fondern fortinternationalen Hutmacherkongreß vertreten lassen werden. Die Generalversammlung des Unterstützungsvereins deutscher Hutmacher." Empfehlenswerthe Mietherinnen sind die Ww. Schmidt und deren Tochter Frl. Mathilde Schmidt, welche gestern wegen Sach beschädigung zur Verantwortung gezogen wurden. Beide Damen haben, wie ihre Vorstrafen wegen Beleidigung, wiffentlich falscher Anschuldigung 2c. beweisen, dem Gerichte schon mancherlei zu schaffen gemacht und gehören augen scheinlich zu den leicht erregbaren Naturen. Auch in der feltfamen Affäre, in welche sie jetzt verwickelt sind, haben sie sich als sehr streitbare Damen erwiesen. Da fie der Borladung des Gerichts zu einem früheren Termine nicht gefolgt sind, mußten fie geſtern durch zwei Schuyleute nach Moabit geleitet werden. Die Beamten hatten eine ziemlich schwierige Aufgabe zu erfüllen, denn die Schwierigkeiten, welche die beiden Damen ihrer Borführung entgegensetzten, waren außerordentlich mannigfaltig. Es half aber nichts: sie mußten mit nach dem Saale des Schöffengerichts. Mutter und Tochter hatten früher bei dem 1. Oktober findet die diesjährige Generalversammlung des Vereins Verein für Sozialpolitik. Am 30. September und Schuhmacher Breitsprecher eine Wohnung innegehabt, welche sie für Sozialpolitik in Posen statt. Tagesordnung: Die ländliche sich auf ihre Kosten tapeziren ließen. Der Hauswirth hatte un- Arbeiterfrage und die deutschen Binnenwanderungen," Referent laufend, Jahr ein Jahr aus gesammelt werden muß. geheuer viel Nerger mit diesen Mietherinnen und als dieselben Professor K na pp. Dann wird Privat- Dozent Dr. Weber über gar noch dazu übergingen, bei der Polizei Denunziationen Die Enquete berichten, welche der Ausschuß des Vereins verwegen Die amerikanischen Polizisten, namentlich die Privat ruheſtörenden Lärms da im Hause loszulassen, anstaltet hat und über welche eine Arbeit im August oder zu Detektivs, die Pinkerton's" benannt nach dem Gründer des zog es Herr Breitsprecher vor, geärgerten Mietherinnen das Quartier aufzukündigen. ftets Anfang September bei Duncker u. Humblot in Leipzig erscheinen größten New- Yorker Privatdetektiv- Bureaus sind wegen ihres Die wird; daran schließt sich ein Referat des Grafen Kaniy- Podangen brutalen Auftretens bei den amerikanischen Arbeitern aufs Damen zogen aus, aber sie kühlten vorher noch ihren Rachedurft vom„ praktischen Standpunkte" aus und endlich ein statistischer Aeußerste verhaßt. Wenn aus der Union Zusammenstöße zwischen in einer recht unschönen Art. Als der Wirth die leer gewordene Bericht des Unterstaatssekretärs a. D. Dr. v. Mayr( Straßburg) Polizisten und streifenden Arbeitern gemeldet werden, fo fann Wohnung betrat, fand er dieselbe in einem unbeschreiblichen Bu- über die Binnenwanderungen. stande vor: die Decken und die Fußböden der Zimmer waren handelt werden Am zweiten Tage wird ver- man darauf schwören, daß unerträgliches Gebahren der Polizisten beschmuzt und die gewaltsam losgeriffenen Tapeten hingen in Sicherung des Kleingrundbesitzes". Referenten Professor Sering wo der Kampf zwischen Kapital und Arbeit durch Verschulden über die Bodenbesitzvertheilung und die die Ursache gewesen. Aus Pittsburg, dem Zentrum eines Distrikts, hehen von den Wänden herab. Der Hauswirth schilderte die( Berlin), von welchem ein Band über die neueren preußischen der Unternehmer von jeher besonders heftig tobt, wird wieder eine geradezu haarsträubende und Angesichts dieser Ver- der Präsident der Generalfommission Beutner( Bromberg) und Pro- Telegraph, daß streikende Schmiede in Homestead die in Booten er den Strafantrag. Die beiden An- feffor Gierke( Berlin), von welchen der erstere vom„ praktischen", dorthin gelangten Polizeimannschaften beim Landen angegriffen gerlagten behaupteten, daß sie das Recht gehabt hätten, Der letztere vom rechtlichen Standpunkte aus die Frage der Gr- hätten. Ohne berechtigten Grund greifen aber streitende Arbeiter die Tapeten, welche sie selbst bezahlt, loszureißen. Nach§ 8 baltung des Kleingrundbesitzes erörtern werden. Der Verein, die Polizei nicht an. Jedenfalls steht fest, daß die sogenannten Sicherihres Kontraktes hätten sie die Wohnung nur in demselben zu heißt es in der Vereinsmittheilung, der„ in seiner letzten Ber- beits" beamten von ihren Waffen rücksichtslos Gebrauch gemacht haben. ftande zu übergeben, in welchem sie übernommen worden. Sie meinten, bei ihrem Einzuge sei die Wohnung noch viel schlechter seine ganze Kraft auf die wichtige Frage konzentrieren zu sollen, während durch die Streikenden nur 7 Bolizisten ums Leben famen. sammlung die industrielle Arbeiterfrage behandelte, glaubte diesmal Sie tödteten nach einer Meldung vom 6. Juni 11 Streifende, gewesen. Der Gerichtshof belehrte die Angeklagten vergeblich, in welcher Lage die ländlichen Arbeiter sich befänden, welche Re 35 andere Personen wurden schwer verwundet. Die Streitenden geft sie höchstens einen Zivilanspruch gegen den Hauswirth formen hier angezeigt seien; er meint, daß dies nur möglich sei jagten darauf die Polizisten in die Schiffe zurück, und nun fagt geltend machen konnten, nimmermehr aber die Wohnung in dieser im Zusammenhang jener anderen, ob unser kleiner Bauernstand der Telegraph weiter, die Arbeiter hätten die Schiffe mit Weise demoliren durften. Mit Rücksicht darauf, daß ihre Streit sich erhalten lasse, ob man demgemäß die innere Kolonisation zu Betroleum begossen und eben in Brand stecken wollen, als die und Sadersucht fast auf geistiger Eigenart zu beruhen scheint, fördern habe, ob die Bestimmungen unseres heutigen Rechts über Polizisten sich ergaben und von den Streifenden, die inzwischen perurtheilte der Gerichtshof die Wwe. Schmidt zu vierzehn Bererbung, Berschuldung u. s. w. zweckentsprechende seien." Wir durch 2000 Pittsburger Arbeiter verstärkt worden waren, ge agen, ihre Tochter zu vier Wochen Gefängniß. werden die Ergebnisse dieses Kongresses bürgerlicher Dekonomen fangen genominen wurden. Jedenfalls beweist das Ereigniß, Das Freiberger Geschworenengericht verurtheilte den feiner Zeit einer kritischen Besprechung unterziehen. daß die amerikanische Polizei vom Arbeiter nicht als unKlempner F. D. Uhlig zu 1 Jahr 5 Wionaten und den Former parteiischer Hüter des Gesetzes, sondern als ein gemeiner Büttel 38. G. Mühlberg zu 1 Jahr Gefängniß sowie zur Tragung die Kreisregierung von Mittelfranken eingeführt. Durch auch. Wer sie am besten bezahlt, dem dient fie. Den großen, Und das ist sie denn Eine eigenthümliche Sorte von Sonntagsruhe" hat des Kapitalismus betrachtet wird. fämmtlicher Kosten wegen folgender Ursache. Im Mai dieſes ihre Maßnahmen ist nämlich der bisherige Zustand noch ver- reichen Schurken läßt sie laufen, den besiglosen Arbeiter schmälert Jahres streikten die Former der Maschinenfabrik von Franz schlechtert worden. Die Kreisregierung schloß sich u. 2. der von sie selbst in der Ausübung seiner für den wirthschaftlichen Ludwig Richter in Döbeln. Die Streifenden stellten Boſten am ber freisinnigen" Stadtvertretung Nürnbergs gegenüber der Kampf nöthigen Bewegungsfreiheit, und die Mittel, die sie dabei Bahnhof aus, um zureisende Former zu überreden, nicht in die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe eingenommenen Stellung an, anwendet, sind Knüppel, Säbel und Revolver. Die leeren Stellen einzutreten. Hierbei find Aufläufe und Tumulte wonach für dasselbe im Allgemeinen 4/ 2itündige Sonntags urwüchige Arbeiterschaft Amerikas läßt sich das nicht gefallen, vorgekommen, die Polizei mengte sich hinein, sie wurde von den arbeit gestattet ist und für den Handel mit Konfumartikeln, ins- und so entstehen denn die sogenannten Angriffe" auf die aufgeregten Arbeitern zum Theil thätlich angegriffen und nahm besondere Eßwaaren, eine bestimmte Verkaufs- und Arbeitszeit Bolizei. Bertheidigungsmaßregeln der Arbeiter, nicht Angriffe infolgedessen eine Anzahl von Verhaftungen vor. Geschworenen leuten jener Brauche so wohlwollend gesinnt, daß sie im ganzen Kürzeren gezogen. Die städtischen Behörden von Pittsburg er Die beiden nicht festgesetzt wurde. Ja die Regierung war den Geschäfts- find es. In diesem Falle haben die Büttel des Kapitals den bejahten bei Uhlig die Fragen auf Mißachtung des polizeilichen Regierungsbezirk gestattete, an gewöhnlichen Sonn- und Festtagen suchten demzufolge den Gouverneur von Bennsylvanien um Ber Befehls, sich zu entfernen, gewaltsamen Widerstand, Zusammen- bis 12 Stunden, am ersten Tage des Weihnachts-, Oster- und stärkung der„ Sicherheits" mannschaften. Man wird dem Gesuch tottung und verneinten die Frage nach mildernden Umständen; Pfingstfestes bis zu fünf Stunden und ebensolange in pro- entsprechen, denn eine Krähe hackt der anderen die Augen nicht bezüglich Mühlberg's wurde nur die Frage nach gewaltsamem Wider testantischen Orten am Charfreitag und in katholischen am aus. Sozialpolitisch betrachtet, muß aber gesagt werden, daß stand bejaht und ihm wurden dabei mildernde Umstände zugebilligt. Frohnleichnamstag die Geschäfte offen zu halten. In Nürnberg wenn die Arbeiter Amerikas dieselbe Energie und Selbsttwa zwanzig an den Vorfällen Betheiligte harren noch ihrer ist daraufhin die Sonntagsruhe" derart geregelt", daß die Ge- aufopferung, die sie bei dergleichen Ereignissen an den Tag legen, Aburtheilung durch die Strafkammer. schäfte an gewöhnlichen Sonntagen von morgens 5 Uhr an bis auf die Bildung einer selbständigen Partei verwenden und nicht Boziale Lebersicht. Achtung, Tischler Berlins! • mehr ihre Ausbeuter in die öffentlichen Körperschaften wählen wollten, sie ihre Interessen viel gründlicher fördern würden ,. als durch das zweifelhafte Mittel des Streits. Versammlungen: Abends 18 Uhr offen gehalten werden können mit Ausnahme von 24 Stunden, auf welche die Kirchzeit fällt. Die Interessen der Unternehmer hat also die Kreisregierung so start wahr genommen, daß mehr zu thun ihr kaum übrig bleibt; die Interessen der Arbeiter dagegen, die bisher doch wenigstens einiger maßen Sonntagsruhe hatten, übersah die genannte Behörde. Bei den Wahlen werden die benachtheiligten Arbeiter sicherlich die Konsequenzen zu ziehen wissen, indem sie weder den Freisinnigen, Um betreffs der Resolution vom 27. März d. J. einem viel noch dem Zentrum, deren Agitation sie jene Wohlthaten" zu fach gehörten Irrthum entgegen zu treten, fei hier nochmals verdanken haben, ihre Stimmen zuwenden, sondern sich unserer Darauf aufmerksam gemacht, daß der Fachverein der Tischler Partei anschließen, der einzigen, welche die Interessen der ArBerlins sich nicht vertagt, sondern nach wie vor bestehen bleibt, beiter vertritt. Der sozialdemokratische 1. Wahlverein hielt am 6. Juli eine Aenderung ist nur insoweit eingetreten, als der Arbeitsin Gratweil's Bierhallen eine Versammlung ab. Die leider nicht nachweis Wallstraße 7-8 Sonntags gefchloffen, dagegen Freitags 8606 Bergfente sind, wie der Frankfurter Zeitung" aus zahlreichen Anwesenden ehrten zunächst das Andenken des am Abend bis 1/29 Uhr geöffnet bleibt( ur ausgabe der Bibliothet dem Oberbergamte- Bezirk' Dortmund berichtet wird, in 7. Juni verstorbenen Genossen Weber durch Erheben von den bücher). Unterzeichneter fordert nun die Kollegen Berlins auf, Den legten 50 Jahren beim west fälischen Bergbau ú m3 Gißen und hörten dann einen Vortrag des Genossen Türk über ihren Verpflichtungen nachzukommen. Leben gekommen, d. h. sie verunglückten derart, daß sie den Kampf gegen das Verbrechen". Redner zeigte, daß die Als vor einigen Jahren die Sonntags- und Nachtarbeit so spätestens nach 24 Stunden starben. In den 40er Jahren war Strafen ihren Zweck, den Verbrecher zu bessern, verfehlen, daß recht im Gange war, griff der Fachverein ein, und ist es nicht der Bergbau nicht sehr entwickelt, es tamen deshalb auch wenig also durch die Strafen das Verbrechen nicht zu beseitigen ist. zum wenigsten der Werkstatt- Kontrollkommission zu danken, daß Todesfälle, höchstens einige 20 im Jahre vor, der Satz belief sich Gleiche Ursachen hätten gleiche Wirkungen, daher müßten, wolle bie trasfesten Uebelſtände bekannt und abgeschafft wurden. Nachts bis auf 2,75 Fälle für 1000 beschäftigte Arbeiter. Jemehr der man das Verbrechen beseitigen, dessen Ursachen beseitigt werden; fogar ließen die Mitglieder der Kommission sich die Häuser auf- Bergbau zunahm, jemehr nahmen die Berunglückungen zu, 1866 das sind aber, wie der Referent eingehend nachwies, die Zustände, schließen, um die Insassen der Werkstätten bei der Arbeit zu er- waren es schon 136, mit 2,8 von 1000 beschäftigten Arbeitern; welche der Klaffenstaat hervorbringt. Diese alfo gelte es abwiſchen; in vielen Fällen wurden die Kommissionsmitglieder mit 1868 waren es 219 mit 4,402 von 1000. Mit den 70er Jahren zuschaffen. taum über 13 M. Die Delegirten der Werkstätten treten Mit lebhaftem Bravo gab die Versammlung ihr Mit einem Hoch auf die Eine Volksversammlung im sechsten Wahlkreise hörte allerlei Gegenständen beworfen und mit Hunden hinausgehegt; nahm der Bergbau einen hohen Ausschwung, damit fliegen auch Ginverständniß mit diesen Darlegungen zu erkennen. Da zur aber sie ließen sich in ihrer Pflicht nicht beirren. So hat sich der die Unglücksfälle. Die höchste Ziffer haben die Jahre 1874 und Diskussion fich Niemand meldete, trat zunächst behuss Aufnahme Fachverein selbst bei dem heftigsten Gegner Achtung zu verschaffen 1876 mit 273; 1880 wurde das dritte Hundert tödtlicher Ver- neuer Mitglieder und Entgegennahme der Beiträge eine Pause gewußt. Jezt aber scheinen die früheren Uebelſtände wieder ein- unglückungen überschritten; 1883 waren es schon 395; über 400 ein, nach welcher an Stelle Kohlmann's, der fein Amt niederzureißen infolge der Lauheit, die unter den Stollegen Platz ge- und das gleich weit darüber hat erst das Jahr 1891 die Ver- gelegt hat, Seinrich Köller zum zweiten Kassirer gewählt griffen hat: auf der einen Seite Ueberstunden- und Sonntags- unglückungsziffer geschnellt, es verunglückten 458. Bieht man die wurde. Der Borsigende theilte dann mit, daß zu den beiden arbeit, auf der anderen Arbeitslosigkeit, Hunger und Glend in Zahl der beschäftigten Arbeiter in Betracht, dann ist jedoch die Bahlstellen des Vereins, welche sich bei Wernau, Roſenſtr. 30, traſſester Form. Wohin anders soll es auch führen, wenn nur ein ge- Biffer niedriger als 3. 23. 1882, in welchem Jahre bei 889 Wer- und Salzwebel, Klosterstr. 88, befinden, in nächster Zeit noch Enger Theil organisirt ist, während die große Masse unschlüssig bei unglückungen auch auf 1000 beschäftigte Arbeiter 4,179 Getödtete ent- einige weitere tommen sollen. Seite steht und sich vom Unternehmer zu Allem gebrauchen läßt? fielen; im Jahre 1991 famen 8,246 auf 1000 Arbeiter. Gegen Sozialdemokratie ging man hierauf auseinander. Wagen es doch jetzt Unternehmer, einem gut eingerichteten die drei letzten Jahre liegt hingegen das Jahr 1891 sehr un-| beim am 6. Juli einen Vortrag des Genossen Folger über das wohl da der„ nicht gut eingerichtete",( und das sind bei dem Verletzungen erst später starben, ist selbstverständlich eine sehr Thema:„ Das Wesen des Polizei- Militarismus und die in AusWäre es nicht interessant zu erfahren, wieviel Leiſtungsfähigkeit beigen) für einen, Zohn bekommen? Wohl Gubendirettoren, Bergwerts befiaftice ſicht ſtehende Militärvorlage" mit Beifall an und faßte bann unKräften mit entgegen treten will, der schließe sich dem Fachverein gebüßt haben? Darum, wer diefem elenden Zustand nach u. f. w. in den letzten 50 Jahren im Bergbetriebe das Leben ein- ftimmig eine Resolution, in welcher sie den Ausführungen des Referenten zustimmte und allen Parteigenossen empfahl, bei der Tischler Berlins an. etwaigen unberechtigten polizeilichen Maßnahmen für diese auf jetzt wieder in Funktion. Sorge ein Jeder dafür, daß die Bei- Statistik im Drechslergewerbe. Von der Organisation gesetzlichem Wege Ahndung zu erstreben sowie in Stadt und Land tage der deutschen Drechslerarbeiter werben für dieses Jahr neue bafür zu agitiren, daß aus den nächsten Reichstagswahlen Alb Men. Den geringen Beitrag von monatlich 30 Bf. fann jeder statistische Aufnahmen über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse im geordnete hervorgehen, welche für den Militarismus, deſſen unbeitende erſchwingen, soviel mindeſtens ist man seiner Familie Gewerbe vorbereitet. Diese Aufnahmen sollen sich über möglichst often bas Bolt erbrüicken, feinen Mann und keinen Pfeffer und der Allgemeinheit schuldig, denn was der Einzelne hier weite Gebiete des Deutschen Reiches ausdehnen. sondern für Forderungen der SozialBut der Drechsler bemokratie mit aller Energie ierung eg ute. Wären die Tischler Berlins so gut organisirt wie sie Organisation aufmerksam, mit dem gleichzeitigen Ersuchen, das Vorkommnisse, die bei der Begleitung des Genossen Peus wiin tönnten, bann würden die Berhältnifje binnen turgem felbe, wo angängig und möglich, nach besten Sträften zu unter: nach Plößensee am 29. Mai in Der Berlebergeren einer erträglich fein. Rollegen! Berehüt feil 3hr eine Macht, fügen. Sie können dies, indem sie bekannte im Drechsler: getragen haben, batte Folger am 30. What eine gefe einzeln ein Nichts, beherzigt dies, dann kominen wir unserem er gewerbe beschäftigte Arbeiter, welche ihrer Organisation noch Beschwerde an das Polizeipräsidium gerichtet. Auf diese ist nicht angehören, zu bestimmen suchen, sich Fragebogen für diese seitens der Behörde bis dato noch keine Antwort erfolgt. Man Der Vorstand des Fach vereins der Tischler Berlins. Statistit schicken zu lassen, oder aber, indem sie die Adressen beauftragte daher die Genossen Folger, Herrmann, dieser Arbeiter der statistischen Rommiffion der Drechsler, welche Wenzel mit der Einreichung einer nochmaligen Beschwerde welche infolge der Einführung neuer Maschinen eine große Zahl mittheilen. Zuschriften für diese Kommission sind zu richten eine ablehnende Antwort ertheilen, so haben die Genannten beim Arbeitsloser bekommen haben und deshalb den Zuzug auslän- an P. Holzhausen, Halle a. S., Hirtengaffe 15, 1. Et. Gegen die organisirten nordamerikanischen Hutmacher, die Fragebogen bis zum 1. Auguſt d. I. versendet, umgehend an das Polizeipräsidium. Sollte dasselbe auch hierauf teine over discher Kollegen durch Nichtanerkennung der von denselben vorgewiesenen gewertschaftlichen Legitimationen künstlich und zwar fehnten Biele näher. machen Bezüglich der Minister des Junern als der vorgesetzten Behörde vorstellig zu werden. Im Weiteren wurde noch zur regsten Agitation für die Eine Statistik der Lohn- und übrigen Arbeits. Ideen der Sozialdemokratie aufgefordert und mit einem Hoch bauernd verhindern wollen, faßte die neulich in Altenburg statt- und Egiftenzbedingungen der Bildhauer veröffentlicht die auf diese die Versammlung geschlossen. V 7 für ein = Vermischtes. werden Rigdorf, 7. Juli.( Volksversammlung.) Gestern muß doch sein. Karl Marx, der Vater des heutigen zuerst das Wort zu gestatten. Nachdem dieser Antrag mit allen Abend sprach im Saale des Herrn Niesiegt vor einer Versamin- Sozialismus, schrieb gegen das Buch Proudhon's: Die gegen drei Stimmen angenommen war, gaben diese drei Mann Iung von etwa 2000 Personen W. Liebknecht über das Thema: Philosophie des Elends", in welchem dieser seine Ideen ausspricht, durch fortgesettes Schreien der überwachenden Polizei einen Anlaß, Sozialismus und Kommunismus, Sozialismus die Schrift: Das Elend der Philosophie". Der Russe Bakunin( geb. die Versammlung, welche ihren Zweck aufs Vollständigste erfüllt und Anarchismus". Bei der Wahl des Bureaus ergab es 1814) geht in der Phrase noch einen Schritt weiter als Proudhon hatte, aufzulösen. fich, daß 14 bis 17 Gegner anwesend waren. und verwirft in heftigstem scheinrevolutionärem Wortschwall jegRedner stellte zunächst die Bedeutung und den Unterschied liche Organisation. Organisation ist Autorität; Autorität darf In einer Versammlung des Kranken Unterstütungsder Ausdrücke Kommunismus und Sozialismus fest. Kommunis- nicht sein; also fort mit der Organisation. Er suchte die Inter- bundes der Schneider wurden folgende Anträge zu der am mus, d. h. Gemeineigenthum, habe schon vor dem Privateigen- nationale Arbeiterassoziation zu zerstören, was natürlich der 18. Juli stattfindenden Generalversammlung gestellt:§ 1 des thum bestanden, sei vor demselben der allgemeine Zustand ge- Bourgeoisie ein großer Gefallen war. Er wurde verdientermaßen Statutentwurfs der in Hamburg stattgefundenen Konferenz foll wesen, sei vom Christenthum und anderen Religionen und Religions- ausgestoßen und Mary hat sich gegen ihn gewendet in seiner heißen Kranken- Unterstüßungsbund der Schneider und Schneis setten geübt und befürwortet worden. Der Sozialismus dagegen, Schrift: Die angeblichen Spaltungen der Internationalen". Derinnen".§ 3. Jeder Schneider, Kürschner, Rappenmacher, welcher die Vergesellschaftung der Arbeit, der Arbeitsmittel und Man sieht, daß der ganze individualistische, nur das Recht Müßenmacher, Posamentirer, Schirmmacher und Handschuhdes Arbeitsertrages erstrebe, sei erst nach der Vollentwicklung des des Einzelnen betonende Zug in diesem theoretischen Anarchismus macher und alle in diesen Branchen beschäftigten Arbeiterinnen Brivateigenthums möglich gewesen. Die modernen Versuche zur viel weniger revolutionär als geradezu reaktionär ist, daß er unter 45 Jahren, welche sich im Besitz der bürgerlichen EhrenBeseitigung der Uebel des Privateigenthums seien Anfangs( in gegenüber dem durch vernünftige Organisation vom Sozialismus rechte befinden und soweit die männlichen Personen nicht im Baboeuf und Cabet) als Kommunismus aufgetreten, und der erstrebten Gemeinwohl Aller gerade den Zustand befürwortet, aktiven Militärdienst stehen und die weiblichen Personen bei Sozialismus habe in den 40er Jahren einen kleinbürgerlichen, welcher den Krebsschaden der heutigen bürgerlichen Gesellschaft ihrer Aufnahme nicht schwanger sind, und sich mit den Statuten einverstanden erklären, können der Raffe unrevolutionären Charakter gehabt. Klärung brachte das kommu- bildet. nistische Manifest, welches den Emanzipations- Bestrebungen des Seitdem aber Bakunin, der letzte nennenswerthe theoretische beitreten." Absatz a.„ Will ein weibliches Mitglied Proletariats eine wissenschaftliche Grundlage gab und an den Vertheidiger des Anarchismus, in dem Aufstande der Arbeiter Wöchnerinnen Unterstützung beanspruchen, so muß es min charlatanistisch phantastischen Heilungsversuchen unbarmherzige und Bauern in Spanien im Jahre 1873 gerade durch seine Ber- destens sechs Monate ununterbrochen vor Erhebung des Kritik übte. Die Grundsäße des Kommunistischen Manifestes sind schmähung der Organisation vollständig Schiffbruch gelitten hat, Anspruchs Mitglied der Kasse sein. Fehlgeburten werden als heute das Programm der Sozialdemokratie, was vor 40 und ist von einer anarchistischen Partei eigentlich feine Rede mehr. Krankheiten gerechnet."§ 6 wurde dahin umgeändert, daß mehr Jahren von Mary, Engels und uns Mitgliedern des Rom- Das Nähere über diese traurige Episode, deren Helden entweder einem ausgeschlossenen Mitgliede nicht 14 Tage, sondern vier munistenbundes Kommunismus genannt wurde, ist ganz identisch Wahnwißige oder Agenten der Reaktion waren, ist nachzulesen Wochen Frist zur Anrufung des Schiedsgerichts gewährt werde." mit dem, was wir heute unter Sozialismus verstehen: die Ge- in den 1873 vom Voitsstaat" veröffentlichten Aufsätzen von Ferner wurde noch ein Antrag angenommen, zu§ 18 einen Bu meinsamkeit der Arbeitsmittel, die Gemeinsamkeit der Produktion Engels:„ Die Bakunisten an der Arbeit", welche der Vorwärts" faz zu schaffen, wonach Milch als Medizin zu betrachten ist". und das gleiche Recht Aller auf die Produkte der Arbeit die demnächst veröffentlichen wird. Ein Antrag, daß der Statutentwurf des Hauptvorstandes von Abschaffung der Klassen und der Klassenherrschaft. In Spanien, Portugal, Italien, Belgien ist der Anarchismus den Delegirten erst durchberathen, und zur Begutachtung einer Redner wandte sich dann scharf gegen den Staats- vollständig verschwunden. Auch in Amerika habe ich vergebens noch vor der Generalversammlung stattfindenden Mitgliederfozialismus, der überhaupt kein Sozialismus sei, nur eine Anarchisten gesucht. Die Arbeiter haben überall begriffen, daß versammlung vorgelegt werden soll, fand einstimmige Annahme. Fälschung desselben. Nicht in dem privaten Charakter des nur organisirtes Handeln zum Ziel führen kann, und daß die Kapitalismus liegt das Gefährliche und Verderbliche, sondern in sog. Propaganda der That in Wirklichkeit die Propaganda des Die Firma Cocchi, Bacigalupo u. Graffigna, Fabrik dem Wesen des Kapitalismus selbst, der entweder ausbeutet, oder politischen Nichtsthuns ist des Nichtsthuns, dann und wann mechanischer Musikwerke, Berlin N., Schönhauser Allee Nr. 78, aufhört Kapital zu sein. In Erfurt verwarfen wir deshalb den unterbrochen durch eine Gewaltthätigkeit, welche den Gegnern schreibt uns: Ausdruck privatkapitalistisch. Die sta a ts tapitalistische Aus- Waffen giebt, und die Massen den Vorkämpfern der Emanzipation Im Bericht über die am 25. Juni cr. stattgefundene Mitbeutung ist wirthschaftlich mindestens ebenso schlimm, wie die entfremdet. Es gilt die Kräfte zu sammeln, nicht sie zu zer: Norden ist u. A. gesagt, daß es in unserer Fabrik Sitte sei, für gliederversammlung der Musikinstrumenten Arbeiter für den privattapitalistische man frage nur unsere Eisenbahnbeamten splittern. Was können die Tapfersten ausrichten, wenn sie, unund die Arbeiter in den Staatsbergwerfen dem Kapitalist organisirt, Jeder auf eigene Faust auf einen Feind losgehen, der Buspätkommen Strafgelder abzuziehen und daß der Kollege Staat ist nicht so leicht zu entrinnen, wie dem Privatkapitalisten, qut organifirt ist? Die Zerstreuten müssen natürlich unterliegen. Habeck, welcher sich das nicht habe gefallen lassen, infolge dessen der doch noch Konkurrenten hat, und zur wirthschaftlichen Aus- Außerdem wird die bürgerliche Gesellschaft als solche gewiß nicht die Arbeit bei uns hätte aufgeben müssen. Zur Richtigstellung, beutung fügt der fapitalistische Staat noch die politische Knecht geschädigt, wenn einzelne getödtet und verwundet werden. Die resp. um irrthümliche Annahmen zu vermeiden, bemerken wir schaft hinzu, so daß sein Joch in Wirklichkeit ein Doppeljoch ist. bürgerliche Gesellschaft wird dadurch nur erbittert und rächt sich hierzu, daß Strafen in unserer Fabrik nicht gebräuchlich find, In manchen Dingen und auf manchen Gebieten ist die Verstaat nicht nur an den Anarchisten, sondern am ganzen Proletariat. sondern daß laut unserer Arbeitsordnung vom 28. April cr. nur lichung von Nußen, aber nur da, wo eine Ausbeutung nicht Ziel Wielen ist ja die anarchistische Taktik angenehm, weil sie dadurch der Lohn für die zu spät gekommene Zeit von der Löhnung am ist, wie bei allen fistalischen Berstantlichungen. Jedenfalls muß Gelegenheit erhalten, schärfer gegen die sozialdemokratische Partei Sonnabend abgezogen wird und daß Habeck aus eigenem An man vor dem Kapitalist Staat gut auf der Hut sein und sich vorzugehen, welche sie unsinniger und niederträchtiger Weise als triebe die Arbeit niedergelegt hat." zehn Mal befinnen, ehe man seinen eisernen Fingern etwas an- gesinnungsverwandt mit den Anarchisten bezeichnen. Jedenfalls vertraut, denen nur schwer etwas wieder zu entreißen ist. muß, wer an die Gewalt appellirt, auch die Konsequenz auf sich Ohne Bause sofort zum zweiten Punkt der Tagesordnung: nehmen. Und wer der Gesellschaft Dynamitbomben vor die Sozialismus Jund Anarchismus" übergehend, bemerft Redner: Füße wirft, darf sich nicht wundern, wenn mit gleichwerthiger Gar viele feien geneigt, das Wort Anarchismus auf alles Münze gedient wird. Thatsache ist übrigens, daß man die letzten Mögliche anzuwenden, was zu dieser Bezeichnung nicht den Dynamitattentate in Frankreich zum mindesten indirekt als von mindesten Anlaß gebe. Wenn z. B. in Spanien eine Anzahl Conftans und seiner Polizei verschuldet bezeichnen kann. Die in Jnnungsförderer vom Kaliber der Ackermänner zu verzeichnen. Aus Sachsen. Einen unerwarteten Erfolg haben die biedern Bauern in eine Stadt einbricht und dort Zerstörungen und solchen Dingen sehr fundige Kreuz- Zeitung" meint fogar, außer Sachsen ist bekanntlich das klassische Land, in welchem diejenigen Räubereien begeht, so sei es Unsinn, dabei, wie es wohl gefchehe, der französischen sei auch die russische Polizei betheiligt, der es Staatsbürger, die nicht in der Lage sind, ihre Steuer zur rechten von Anarchismus und von Anarchisten zu sprechen. Das Wort auf Vernichtung des Asylrechts antam. Der frühere französische Beit bezahlen zu können, öffentlich gebrandmarkt werden. Die Anarchismus sei mit Sinn und Verstand nur in zweierlei Polizeiminister Andrieux hat nach eigenem Geständniß als Namen der„ böswilligen" Steuerzahler- natürlich ist es böser Richtungen zu gebrauchen. Erstens auf dem Gebiet der Taktik, Polizeipräfekt von Paris jährlich 30 000 Frants Wille, wenn ein armer Teufel feine Steuern bezahlt wo es diejenige Art des Vorgehens zur Erreichung eines poli- anarchistisches Blatt gespendet. Alle, auch die radikalsten laut einem durch die Ackermänner im Bunde mit den Liberalen tischen Zieles bezeichne, welche lediglich mit Gewalt und Schreck Sozialisten, verurtheilen einstimmig die Thaten eines Ravachol geschaffenen Landesgesetz in den Wirthschaften öffentlich aus mitteln arbeite, und zweitens auf dem Gebiete der Weltanschauung, und Konforten. Das revolutionäre Volf will in richtigem gehängt und die Wirthe dürfen dann an feinen der Böswilligen" wo es diejenige Lehre von dem Verhältniß des Einzelnen zur Instinkt mit diesen Praktiken nichts zu thun haben. Der Kampf Getränke und dergleichen verabreichen. Damit glaubte man jeden Gesellschaft bezeichne, in welcher die völlig unbeschränkte persön- gegen das Kapital muß als Klassenkampf gegen die Kapitalisten falls den bösen Sozialdemokraten, die all ihr Geld in den liche Freiheit des Einzelnen aufs Aeußerste betont werde. flasse, nicht als persönlicher Kampf gegen den einzelnen Kapi: Rueipen todtschlagen, und dem Staate die so nothwendigen In Bezug auf Taftit läßt sich kein System ein für allemal talisten geführt werden. Dieser revolutionäre Anarchismus" ist Groschen vorenthalten, das Wirthshausleben gründlich als richtig aufstellen. Die Taftit muß stets den obwaltenden einfach Mord und Diebstahl. Und davon will das Volk nichts versalzen git haben. Ueber die Schattenfeiten diefer Verhältnissen angepaßt werden, und während eine anarchistische wissen. Hat man doch während der französischen Februar: Maßnahme haben die Innungshelden aber sicherlich nicht Taktik in Deutschland und allen westenitopäischen Staaten ein Revolution- von 1848 an die Häuser geschrieben:" Die nachgedacht, sonst hätten sie gewiß eine Klausel in das Unfinn wäre, ist die mit der anarchistifchen Taktik verwandte der Diebe werden gehängt." Ueberall, wo der Anarchismus und die Gesetz gebracht, wonach bei den Innungsmitgliedern eine Aus russischen Nihilisten durch die Verhältnisse geboten. Wo teine Ver- Tynamiteret in neuerer Zeit aufgetreten ist, finden wir hinter nahme gemacht werden kann. In Kirchberg( Vogtland) feierte fammlung, feine freie Presse, keine geordnete Rechtspflege ist, wo dem ihm die Polizei, die ihn als Wauwau an der Strippe tanzen die Tuchmacher- Inmung am 20. Juni ihr 300jähriges Bestehen. Bolte jedes Mittel fehlt, seine Stimme geltend zu machen, und wo läßt: in Frankreich, in Spanien, in England, in Belgienich Große Borbereitungen wurden getroffen, um das Fest würdig zu derjenige, welcher dies versucht, einfach nach Eibirien verschickt" erinnere an die neuesten Prozesse, an O'Donovan Rossa, Pourbaix begehen. Die Innungsmeister, die jahrelang fest und treu zur wird, da antwortet auf die Brutalität des persönlichen Regiments und Konsorten. von oben das Gewalt und Schreckmittel der Person von unten; Innungssahne gehalten, sie alle waren von dem abzuhaltenden Allerdings können wir Leute wie Ravachol nicht verfluchen schönen Fest begeistert. Aber o Graus! In die Festfreude wo jede Deffentlichkeit des Kampfes abgeschnitten ist, da muß und für ihre Handlungen verantwortlich machen. Sie sind nur mischte sich der bittere Tropfen einer Verordnung des Stadtraths, der Kampf im Geheimen geführt werden. bedauernswürdige, unglückliche Opfer der heutigen Gesellschafts- nach welcher diejenigen Innungsmeister, welche auf der Ackers In Bezug auf die Taftit aber Anarchismus und Nihilismus ordnung, welche sie mißhandelt hat, und an welcher sie sich rächen mann'schen Steuerrestantenliste stehen, an der Feier nicht zufammen zu werfen nit Sozialismus, ist unehrlich. Sozialismus wollen, indem sie sich thörichter Weise gegen den Einzelnen wen- theilnehmen durften. Daran hat Ackermann sicherlich nicht bezeichnet überhaupt feine Taftit, sondern eine Weltanschauung, den. Wir haben bei derartigen Erscheinungen nur den einen eine Theorie, und steht als solche dem Anarchismus als Welt Gedanken, daß wir trachten müssen, die Gesellschaft fo umzu Gesetz auf seine Freunde, die Junungsmeister, angewendet gedacht, daß daß dieses auf die Sozialdemokraten gemünzte anschauung durchaus feindlich gegenüber. Anarchismus und gestalten, daß derartige Opfer unmöglich gemacht werden. Denn werden könnte. Diesen armen Tuchmachern, die den Ver Sozialismus find entgegensette Pole- der diametralste Gegen der Sozialismus will das Wohl Aller durch gegenseitige Rücksicht zweiflungskampf schon seit Jahren in gräßlichster Form fämpfen, satz. Dagegen sind Anarchismus und Absolutismus und persön- nahme. Der Anarchismus dagegen steht auf demselben Boden ist durch die Innungsförderer und Handwerksheber der Tag der liches Regiment Zwillingsbrüder, oder was man fälschlich vom des Individualismus wie die heutige Gesellschaft. Der Sozialis- Freude, auf den hin jedenfalls schon mancher lange gefastet und ent Sozialismus und Anarchismus gesagt hat, Aeste von demselben mus will organisiren; der Anarchismus weist die Organisation behrt hatte, verdorben worden. Ackermann nennt das: dem zurück. Der Sozialismus will nicht die Autorität, aber er will Handwerk den goldenen Boden wiedergewinnen! Wir quittiren Denn als Weltanschauung bedeutet der Anarchismus Abwesen die Organisation, er will feine tyrannische Herrschaft, sondern er vorerst über diesen„ Erfolg" der Junungshelden und werden heit jeder Herrschaft, jeder Regierung, wobei unter Herrschaft aber will Berwaltung zum allgemeinen Besten. Der Sozialismus will dafür sorgen, daß demselben die gebührende Beachtung gezollt nicht etwa nur die Tyrannei, die Willkürherrschaft und unter Re- also die Vergesellschaftung, der Anarchismus steht auf dem Stand- wird, wenn Geheimräthe, Militärs 2c. sich wieder an gierung nicht die heute aus den herrschenden Klassen hervorgehende punkt des absoluten Jch, auf demselben Standpunkt wie die un„ tleinen Mann" heranmachen und sich ihm als Retter empfehlen. Regierung, sondern überhaupt jede staatliche Organisation, jede umschränkte Monarchie. Der Anarchismus würde das Chaos zur allgemeine Ordnung und Regelung gemeint sei. Es gebe ja auch Folge haben, der Sozialismus schafft die Ordnung. Der größte hard Lösch vom bayrischen Eisenbahn- Bataillon, aus Hers Wieder ein Soldatenschinder. Der Unteroffizier Le on gewiffe Sozialdemokraten, welche sagen, beim Sozialismus gebe und ärgste Anarchist in Deutschland war Bismarck, sowohl in bruck gebürtig und seines Zeichens Zimmermann, ließ, wie die es feinen Staat. Doch das sei ein Wortstreit. Freilich gebe es der Praxis als in der Theorie. Er hat Alles mit Blut und Münchener Post" berichtet, von Mitte November bis Ende beim Sozialismus nicht mehr das, was man heute Staat nenne Eisen erzielt, er hat den Kampf Aller gegen Alle befördert, er Dezember v. J. immer während der Mittagspause oder Abends und was lediglich eine Versicherungsanstalt für die herrschenden hat den Kapitalismus groß gezogen. Doch die deutsche Sozial- oder gar in den frühesten Morgenstunden sämmtliche Leute seiner Klassen sei, durch welche die Masse des Volkes stets gedrückt und demokratie hat diesen großen Anarchisten geworfen, wie sie die Korporalschaft zu sich ins Zimmer kommen und dieselben theils ausgebeutet wurde. Doch sei es offenbar ganz gleichgiltig, ob fleinen vertrieben hat, obwohl dieselben lange Zeit von den auf dem Stuhle, theils auf dem Boden die Kniebeuge mit und man die sozialistische Organisation der Gesellschaft mit dem großen mittelft ihrer Lockspiel gepflegt wurden. Von dem ohne Gewehrstrecken 50- bis 300mal machen und zwar als Worte Staat oder irgend einem anderen bezeichne. Der Anarchis- jüngsten deutschen Anarchistenprozeß wolle er nicht reden; Strafe für manchmal ganz geringfügige Versehen. Er verfuhr derart, lange die Abwesenheit von Allem, was das Individuum Tag liege. Und bezüglich mancher anarchistischen" Helden fahl er denselben, weiter zu strecken". Den Meisten zitterten vor die Wahrheit zu daß manche von den so behandelten Soldaten umfielen, trotzdem be irgendwie einschränkt. Der Sozialismus verlangt die Gleich sei man in der Lage, gelegentlich Enthüllungen darüber zu ueberanstrengung die Füße, es lief ihnen, trotzdem es damals sehr berechtigung. Doch zwischen Gleichberechtigung und absoluter machen, an welchen Drähten dieselben gelenkt worden seien. talt war, der Schweiß von allen Seiten und Manche konnteu Schrankenlosigkeit ist ein himmelweiter Unterschied. Der Vielleicht werde man im Reichstag einmal darauf zurück vor Uebermüdung die Strafübung nicht mehr fortseßen. Einen Sozialismus erkennt an, daß nicht alle Einschränkungen des Jch kommen. Er fenne Manchen, der sich für fürchterlich radikal Soldaten ließ Lösch innerhalb 7 Tagen das Gewehrstrecken in Das Ich meines Mitmenschen hat halte und zu schieben glaube, der aber von Anderen, sehr zweifel- der Kniebeuge nicht weniger als 1040 mal machen. Ein Anderer, daffelbe Recht wie mein Jch. Das vergißt der Anarchismus. haften oder vielmehr unzweifelhaften Händen geschoben werde. Der einen franken Arm hatte, sollte diese Uebung 130 mal Sogar das Organ der englischen Anarchisten ein winziges machen, brachte es aber nur 80 mal fertig, worauf er vor Gre Er proklamirt den Absolutismus des Jch, den Egoismus in höchster Potenz. Häuflein, das mit Polizeifpigeln sehr schlechte Erfahrungen ge- mattung aufhören mußte, während ein Dritter, der infolge Redner ging hierauf etwas näher ein auf die historischen Ent- macht hat, warnt die Arbeiter vor allen Rathgebern, die jeden eines Vorderarmbruchs einen sehr geschwächten Arm hatte, wicklungen und Wandlungen des anarchistischen Gedankens, indem ehrlichen Führer verdächtigen und stets die Gewalt im Munde das Uebungsgewehr hinaushalten mußte. Mitte Dezember v. 3. er zunächst auf May Stirner( geb. 1806) zu sprechen tam, welcher führen. So haben allezeit die Lockspigel operirt. Also weg mit dem Anarchismus! Der Sozialismus hat nichts Lösch noch im Bette lag, vor ihm antreten und sich melden und mußten vier andere Gemeine Morgens halb vier Uhr, während in seinem Buche:" Der Einzige und sein Eigenthum", die Unbeschränktheit des Jch, in dessen Rechte kein Mensch und kein mit ihm gemein; ist in Allem ſein Gegentheil.. Der Anarchis- anderen Tags wieder vor dem Bette des Lösch erscheinen und Staat das Recht habe, einzugreifen, auf die äußerste Spiße ge- mus ist reaktionär, der Sozialismus revolutionär. Das Jch, in der Kniebeuge das Gewehrstrecken so lange machen, bis ihnen trieben habe. Doch dieses Ich überschäße sich; denn jedem Jch das Individuum ist nichts in der Vereinzelung; es wird erst die Füße zitterten. Im November vorigen Jahres mißhandelte steht ein anderes Ich, stehen tausende von Ich entgegen, welche stark und kann sich zur Geltung bringen durch die Vereinigung. er an verschiedenen Tagen während des Exerzirens vier Gemeine berücksichtigt werden müssen, wenn nicht der von dem Engländer Der Individualismus, der das Recht aller Individuen wahrt, dadurch, daß er ihnen Schläge mit der Säbelscheide fiber die Thomas Hobbes schon 200 Jahre vor Stirner erwähnte Rampf nicht ausartet in wirthschaftliche und politische Unterdrückung, Hände versezte, so daß diese anschwollen, mit Blut unter Aller gegen Alle" in Bermanenz erklärt werden soll, welcher heute fann nur verwirklicht werden durch den Sozialismus. Nicht die liefen und fie während einiger Tage die beseitigt werden soll. Das Titanenthum des allmächtigen Samen unserer Ideen wollen wir allenthalben ausstreuen. Stamm. " mus als Weltanschauung gehe aber noch viel weiter. Er ver der Moment werde aber kommen, 100 aufgegeben werden können. Die recht den Finger charakteristisch er in hohem Grade schon besteht, der aber vom Sozialismus gerade Trennung wollen wir befördern, sondern die Vereinigung, den nicht mehr biegen fonnten. So für jenen Soldatenschinder ist die Thatsache, daß Jch zerschellt an der harten Wirklichkeit und der weltstürmende Geister wollen wir befreien und, treu unserer bisherigen Taktit, während des Exerzirens den Soldaten absichtlich auf die Behen fällt alsdann die feurige Rafete des Stirnerfchen wilden theoretisch- Barbarei oder lindische Phraſendrescherei. Der Anarchismus meine in die Kniebeuge setzen ließ und ihnen das Aufstehen nicht für uns gewinnen. Der Anarchismus ist als ihnen bereits die Füße zitterten. Aus threr schaft in Form des freien Spiels der Kräfte", des" Freihandels", start und bringt den Sieg. Nieder mit dem Anarchismus! Hoch vollen Lage wurden sie erst befreit, als ein Offizier in das der allgemeinen Konkurrenz", was auch Nichts weiter ist als der internationale revolutionäre Sozialismus!" Die Versamm Zimmer fam und sofort den Befehl gab, die Leute aufstehen zu lassen. Der Soldatenschinder wurde vom Münchener Geschworenens gericht zu 2 Monaten 15 Tagen Gefängniß verurtheilt, eine gericht zu 2 Monaten 15 Tagen Gefängniß verurtheilt, eine Strafe, die uns viel zu mild däucht. ein ökonomischer Krieg Aller gegen Alle. Der Franzose Proudhon lung stimmte begeistert ein. Wegen der vorgerückten Zeit- der Vortrag hatte 21/4 Stunde, ( geb. 1809), von dem das Wort:" Eigenthum ist Diebstahl" be tannt ist, will das Privateigenthum nicht aufheben, schwärmt aber bis 11 Uhr, gedauert wurde der Antrag gestellt, auf eine Dis auch für das freie Spiel der Kräfte in freien fleinbürgerlichen tussion zu verzichten, worauf Liebknecht den Antrag dahin zu Organisationen. Er bekämpft jede Autorität. Nun, auch modifiziren bat, bei nächster Gelegenheit eine Versammlung mit sind Gegner der Autorität, allein Organisation der gleichen Tagesordnung anzuberaumen und etwaigen Gegnern Berantwortlicher Redakteur August Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. wir