Nr. 128. Abonnements- Bedingungen: s Abonnements Preis primumerando: Bierteljährl. 8,30 m., monatt. 1,10., wöchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Belt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonelzeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Freifinn und Konfessionsschule. Die Firma Eugen Nichter Nachf. sammelt bereits Material für die nächste Wahlauflage des„ Socialistenspiegels", der 1903 das geistige Rüstzeug der vereinigten Reaktion gewesen war, der geschäftlich offenbar sich rentiert hat und politisch wesentlich zum Erfolge unsres Dreimillionensieges beigetragen hat. " Diese Socialistenspiegel werden in der Weise erzeugt, daß im Laufe der Zeit in der Freifinnigen Zeitung", jest Freie Deutsche Presse" betitelt, Leitartikel erscheinen, die einerseits bestimmt sind, dem Freisinn seine Sünde wegzudichten, andrerseits der Socialdemokratie einen Haufen von Verbrechen anzufabeln. Diese Verteidigungslügen und Lügenanklagen werden gesammelt, sortiert, aufgeklebt und der„ Socialistenspiegel" ist fertig. " D Der neueste Vorbereitungsartikel für den Socialistenspiegel in der Freien Deutschen Bresse" beschäftigt sich mit unsern Bemerkungen über das Verhalten des Liberalismus zur Volksschule. Wir hatten beiläufig erwähnt, daß anfangs auch die Freisinnigen dem christlichen" Schulantrag zugestimmt hätten. Damit haben wir un beabsichtigt eine wunde Stelle der Freisinnigen Volkspartei getroffen und das Drgan des Herrn Müller Sagan schreit seine Schmerzen nun, wie es sagen würde, in spaltenlangen" Ausführungen in die Welt. Der„ Vorwärts" soll den Freisinn wieder einmal wider besseres Wissen verleumdet haben, er soll absichtlich verschwiegen haben, daß die Freifinnige Volkspartei im preußischen AbgeordnetenHause sofort energisch gegen das brutale Vorgehen der Hackenbergianer protestiert und ihrerseits das Simultanschulwesen rüdhaltlos verteidigt hat". " Wir gestehen, daß wir mit unsrer Bemerkung, die den spaltenlangen" Zorn der Freien Deutschen Presse" erregt hat, nicht an die Boltspartei, sondern an die Vereinigung gedacht haben. Wir hatten unfre Ausführungen ja überhaupt nicht gegen den Freifinn, sondern gegen die Nationalliberalen gerichtet. Nachdem nun aber das Organ der Volkspartei so auffällig erregt sich geberdet hat, schlossen wir auf ein schlechtes Gewissen auch der Richterianer in der Volksschulfrage; wir gingen darum den Dingen auf den Grund und müssen nun allerdings widerrufen: der Freifinn hat nicht nur anfangs den Konfessionsschul- Antrag unterstützt, er verteidigt ihn auch die Boltspartei seinem wesentlichen Inhalt nach noch jest. Es hat uns selbst überrascht, als wir an der Hand der Urkunden feststellen mußten, daß der Freifinn nicht nur nicht die konfessions Iose Schule fordert, sondern sogar die Simultanschule nur als blasses Brincip aufstellt, um sie in der Praxis zu opfern. Der freisinnige Preßlärm gegen den Konfessionsschul- Antrag ist ebensolcher Humbug, wie die Opposition gegen den Zolltarif war, während die Richterianer in Wirklichkeit den berüchtigten Zollverrat übten. erklärte: " Freitag, den 3. Juni 1904. Wir haben eine gewisse Besorgnis Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. ich darf das im Namen Danach ist unsre Bemerkung über die Stellung des Freisinns meiner Frattion erklären daß, wenn wir den Absaz a unter zur Schulfrage zu korrigieren. Er hat die Konfessionsschule nicht Nr. 2 annehmen- daß nämlich die Schüler einer Schule in der nur anfangs unterstützt, er schüßt sie vielmehr- zwar nicht Regel auch von Lehrern ihrer Konfession unterrichtet werden sollen principiell, sondern praktisch. Und diesen Verrat an den elemenwir dadurch wahrscheinlich vielen Gemeinden unerschwingliche tarsten Interessen der Volksbildung sucht er, wie bei ihm üblich, Kosten aufbürden und die Schule in vielen Fällen schädigen durch oppositionellen Lärm zu verdecken. Uebrigens ist ja auch die werden. Indessen muß ich anerkennen, daß der Antrag im wesent- Programmfrage der Freisinnigen Volkspartei schon völlig zweideutig lichen nur das fixiert, was bisher Praxis gewesen ist. Ich werde und unklar: Unabhängigkeit der Schule von der Kirche, unalso gegen diesen Punkt keinen principiellen Widerspruch erheben." beschadet der Ordnung des Religionsunterrichts." Das kann zu allem In einer Zuschrift an die Liberale Korrespondenz" verficht jetzt und zu nichts verpflichten. Serr Ernst dieselbe Auffassung. Er erzählt über die Vorverhand- Verwunderlich ist freilich diese Haltung des Freisinns nicht. Was liegt ihm heute an der Volksschule! Man braucht nur an die lungen ein hübsches Zeugnis freisinnigen Ruhhandels-: „ Einige Tage vor der Einbringung des Kompromißantrages Verhältnisse zu denken, die in den Städten herrschen, wo der Freisinn teilte mir ein Regierungsvertreter in einer von ihm gewünschten regiert! Wie sorgsam ist man in Berlin bedacht, die Besitzenden Unterredung mit, daß die Regierung sich in einer sehr schwierigen von den Besiglosen zu scheiden, indem man beispielsweise jeder BeLage befinde: eine Neuregelung der Schulunterhaltungspflicht sei mühung, durch Beseitigung der Vorschulen wenigstens für die unteren dringend notwendig, aber die tonservative Partei werde jeden Klassen die allgemeine Volksschule einzuführen, sich hartnäckig widerGesezentwurf ablehnen, der nicht zugleich Bestimmungen setzt. Auch die freifinnige Bourgeoisie will die Befiglofen in minder über die Konfessionalität der Volksschule enthalte. Es sei wertigen Schulen absperren, auch sie will daher längst dem Volke deshalb die der Absicht Regierung, zivar die Non- die Religion erhalten! fessionalität im allgemeinen gemäß der Verfassung, aber Schließlich wäre ja auch das allgemeine politische Vers auch zugleich die Berechtigung der Simultanſchulen in halten des Freisinns nicht zu verstehen, wenn ihr die Volksbildung Posen, Westpreußen und Hessen- Nassau in einem Schul- Unter- ernstlich am Herzen läge. Für den Liberalismus ist seinem geschichthaltungs- Gesetz zu figieren. Zu diesem Vorgehen sei meine, bezw. lichen Ursprung nach die Unterrichtsfrage die allerwichtigste. Wäre meiner Partei Mitwirkung sehr erwünscht. sie es noch heute, so wäre es unmöglich, daß eine liberale Partei Nachdem ich mich im Verlauf der Unterredung, die einen ver- fich mit den Todfeinden aller Aufklärung, dem Junkertum und dem traulichen Charakter trug und deshalb auch in ihren Einzelheiten Klerikalismus verschwört, um das Proletariat niederzuhalten. Die nicht veröffentlicht werden kann, überzeugt hatte, daß nicht eine Mission des heutigen Freisinns und Liberalismus aber besteht, wie Erdrosselung, sondern vielmehr eine gesunde Weiterentwicklung der man weiß, im wesentlichen darin, der Socialdemokratie Wähler Simultanſchulen beabsichtigt werde, erklärte ich mich für meine abzufangen, um sie dann an die äußerste Reaktion auszuliefern. Person nicht für meine Fraktion, der ich ausdrücklich die volle Freiheit wahrte bereit, mit Mitgliedern andrer Fraktionen auf der angegebenen Grundlage zunächst vertraulich zu verhandeln." Herr v. Redliz habe ihm tags darauf den Antragsentwurf gezeigt, er habe einige Abänderungsvorschläge gemacht, und die Ueberraschung" soll mun darin bestanden haben, daß die Antragsteller in ihrer definitiven Formulierung von den Ernstschen Anregungen keinen Gebrauch gemacht haben. Zur Sache selbst bemerkt der freifinnige Herr: " Das principielle Festhalten der Freifinnigen am Princip der Simultanfchule hat nicht zu verhindern vermocht, daß die SS 14 und 15 des Bedlißschen Schulgeseßentwurfs von 1892 allmählich im Verordnungswege nahezu durchgeführt worden sind; Politische Uebersicht. Berlin, den 2. Juni. Saarabische Zustände. Aus Saarbrücken wird uns geschrieben: Am Freitag, den 3. d. M. beginnt vor der hiesigen Strafkammer ein Prozeß, für den der Gerichtsvorsitzende selbst zwei Tage Dauer vorsieht. Wahrscheinlich werden die Verhandlungen aber wohl noch länger dauern, da es jedenfalls im Interesse der saarabischen Herrscher liegt, die gegen sie erhobenen Beschuldigungen gründlich zu entkräften. Das wird, wenn überhaupt möglich, was wir zu bezweifeln wagen, ziemliche Zeit in Anspruch nehmen. Die übereifrigen Ankläger haben selbst dafür gesorgt, daß die Beweiserhebungen sehr umfangreich sein müssen, soll der erhobene Vorwurf, Saarabien erinnere an„ keinen Verfassungsstaat", sondern an asiatische Staatsverhältnisse", widerlegt werden. Der Kompromißantrag will die Simultanschulen, die ich nach wie vor für die beste und in den Dstmarken für die einzig mögliche Schuleinrichtung halte, nicht erdrosseln, sondern ihre Berech tigung wenn auch nicht ohne Einschränkung gesetzlich an erkennen, enthält also dem gegenwärtigen rechtlosen Zustande gegenüber einen wesentlichen Fortschritt auch in liberalem Es handelt sich um die vom„ Borwärts" seiner Zeit schon ge meldete und besprochene Konfistation der zwei von dem Sinne. Wir werden uns gestatten, unfre Behauptung zu beweisen. Am 13. Mai 1904 wurde im preußischen Abgeordnetenhause der freifonservative Antrag auf Vorlegung eines Schulunterrichts- Gesetzes Herr Ernst fügt noch staatsmännisch hinzu:" Der Grundsak gemaßregelten Bergmann Krämer herausgegebenen beraten. Bevor die Beratung begann, wurde jener liberal- fonservative alles oder nichts ist nie ein liberaler gewesen". Abgesehen von dem Flugblätter. Das erste:„ Saarbergmann, wache auf!" betitelt, Abänderungsantrag im Hause verteilt, der die Konfessionalität der schlechten Deutsch, das der Schulmann schreibt, er hat recht. Der wurde im März in einer Auflage von 20 000 gedruckt, die Polizei Volksschule gefeßlich festlegen will. Die Freisin nigen beider liberale Grundsatz ist nie alles oder nichts" gewesen, vielmehr: beschlagnahmte auf Antrag des Bergfistus 15 000. Das zweite Richtungen stellten sich und stellen sich noch so, als seien sie durch nicht alles, sondern nichts". Der Kompromißantrag macht Flugblatt: Saarbergmann, höre!" war die Ergänzung des ersten; diesen Antrag völlig überrascht und überrumpelt worden; Herr die Konfessionsschule zur Regel und läßt die Simultanschule nur die Polizei beschlagnahmte auch das zweite, erwischte aber nur Fischbeck nannte sogar im Abgeordnetenhause das Verfahren brutal" ganz unbestimmt als gelegentliche Ausnahme zu. Indem er dem einige Hundert, etwa 18 000 famen glücklich unter die Massen. und wurde dafür zur Ordnung gerufen. Es mag sein, daß die frei- Princip der Konfessionsschule zustimmt, wahrt der Freifinn das Wegen der Kritit, die Krämer an den fistalischen Grubenfinnigen Parteien als solche offiziell von dem Antrag vorher Princip der Simultanschule. So treibt es der bürgerliche Liberalismus zuständen und den faarabischen Staatsbürgerberhältnissen übte, nicht verständigt waren. Fest aber steht, daß in den Vorverhand- auf allen Gebieten: Er hat seine Principien nur deshalb, um sie stellte die königliche Bergwerksdirektion, an ihrer Spiße der bekannte lungen, welche die Parteien mit den Regierungsvertretern hatten, als unerreichbar" preiszugeben und ihr Gegenteil als möglich" zu Geh. Bergrat Hilger, Strafanträge, die Staatsanwaltschaft verfolgte und bei denen der Kompromißantrag abgekartet wurde, sowohl fördern. dieselben im öffentlichen Interesse". Die Staatsanwaltschaft hat recht, der Schulmann der Freisinnigen Bereinigung wie der Schul- Versagte nun aber auch die Vereinigung kläglich, so hat doch die in den Flugblättern des wegen der Teilnahme an einer öffentlichen mann der Freifinnigen Bolkspartei zugezogen waren, die Herren die Volkspartei mit Löwenmut die Simultanschule verteidigt? Das Bergarbeiter- Versammlung gemaßregelten(!) Arbeiters Krämer erErnst und Kopsch. behauptet zwar die Freie deutsche Presse", aber es könnte doch trotz- hobenen Anschuldigungen bedürfen der Aufklärung im öffentlichen Der nationalliberale Profeffor Friedberg hat diesen Sach- dem zufällig wahr sein. Der Sizungsbericht des Abgeordneten- Interesse, die Deffentlichkeit hat wirklich ein vitales Interesse daran, verhalt im Abgeordnetenhaus am 13. Mai 1904 festgestellt, indem Hauses weiß von dieser rückhaltlosen Verteidigung der Simultan- daß endlich einmal die saarabischen Zustände beseitigt werden. er nach dem amtlichen Stenogramm schule nicht das mindeste. Der ganze Unterschied zwischen Herrn Schon hat vor fünf Wochen ein Termin in der Sache statt „ Es ist unrichtig, daß der Herr Abgeordnete Fischbed respektive Ernst, dem Redner der Vereinigung, und Herrn Kopsch, dem gefunden. Merkwürdigerweise zeigte der Staatsanwalt da aber keine seine Fraktion durch den Antrag überrascht worden sei. Der Jn Sprecher der Volkspartei besteht nur darin, daß Herr Lust, die Beweiserhebungen im öffentlichen Interesse recht gründlich halt des Antrages ist einem seiner hervorragendsten Fraktions- Ernst diegrößere Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit zeigte. Herr Ernst hat vorzunehmen. Der Vertreter der Anklagebehörde war der verblüffenden genossen, die sich mit den Lehrerfragen beschäftigen, rechtzeitig für die entscheidende Bestimmung des Antrages gesprochen, Ansicht, das Urteil im Prozeß Hilger gegen den Centrumsmitgeteilt worden, und wenn der betreffende Herr es unterlassen Herr Kopsch dagegen, thatsächlich und praktisch läuft beides auf das redakteur Herrn Lehnen sei auch für den Prozeß Krämer enthat, seine Frattion davon zu unterrichten, so ist das nicht Schuld felbe hinaus. Der Redner der Freisinnigen Vereinigung hatte darin scheidend! Demgegenüber machte aber der Verteidiger, Rechtsanwalt andrer Parteien." recht: der Antrag legt nur die herrschende Pragis fest. Folglich Wolfgang Heine- Berlin darauf aufmerksam, daß in diesem Prozeß Was aber wußte der angeblich überraschte und brutalisierte mußte Herr Kopsch, wenn er rückhaltlos die Simultanschule ver- gemäß der Anklageschrift das Beweisthema viel weiter gestellt sei Freifinn auf diese Enthüllung zu antworten. Herr Kopfch trat teidigen wollte, nicht nur gegen die Festlegung der Praxis, sondern wie in den Prozessen gegen die" Dasbach- Presse". Dort habe es bor und gab folgendes prächtige Geständnis von sich: auch gegen die Pragis selbst sich wenden. Es gab mur eine fich nur um Vorgänge bei der Reichstagswahl 1903 gehandelt, Es ist unrichtig, daß mir dieser Antrag in offizieller mögliche" rückhaltlose Verteidigung" der Sinultanschule: die Forde diesmal aber sei infolge der Form der Anklage- Erhebung, das Form mitgeteilt ist. Wir sind Mitteilungen vertraulicher Art über rung der obligatorischen Simultanschule. Diese Forderung ganze System" Saarabiens einer gerichtlichen Klarstellung den ungefähren Inhalt des ersten Teiles des Antrages gemacht aber verteidigte Herr Kopsch nicht nur nicht, er verleugnete zu unterziehen. Hierauf entwickelte eine seine Beweisanträge, worden. Ich war aber nicht in der Lage, diese vertraulichen Mit- fte im Gegenteil. Er trat für die möglichste Berücksichtigung der zur größten Ueberraschung des Herrn Staatsanwalts und des als teilungen zu benutzen, um in der Fraktion dieselben zum Gegenstand Stonfessionalität" ein, und er verstand darunter, daß dort, wo die Rebentläger zugelassenen Herrn Hilger. Der Verteidiger machte der Besprechung zu machen." Gemeinde einer Konfession angehört, selbstredend die Schule fofort 69 Zeugen namhaft, darunter Pfarrer, Gastwirte, Landwirte, Man begreift, daß der Sitzungsbericht bei dieser flugen Ausrede auch den Charakter der Konfession der Gemeinde tragen wird". Und Bergbeamte, Gruben- Ausschußmitglieder, Bergarbeiter, auch der vielberzeichnet: Heiterkeit rechts und bei den Nationalliberalen". als der nationalliberale Redner Hackenberg meinte, die jetzige genannte Bergmeister Adams( Lehnen- Hilger- Prozeß) wurde citiert So sieht die Ueberraschung und leberrumpelung aus. Wie aber Beit sei am wenigsten geeignet, Simultanschulen einzurichten, da und ebenfalls das Zeugnis des Ministers Möller ans steht es mit dem energischen Protest des Freisinns und der rückhalt- berzeichnet das amtliche Stenogramm: Zuruf bei den Freisinnigen: gerufen. Die Zeugen sollen aussagen über Wahlbeeinflussungen, losen Verteidigung des Simultanschulwesens? Wollen wir nicht". Das offizielle Organ der Volkspartei aber er Bruch des Wahlgeheimnisses, Bedrohung der abhängigen Wähler mit Der Redner der Freisinnigen Vereinigung, Herr Ernst, hat flärte noch am 15. Mai 1904 ausdrücklich:„ Die Liberalen haben Maßregelung und sonstiger wirtschaftlicher Schädigung, Terrorismus weber mit noch ohne Rückhalt protestiert und das Simultan nicht angestrebt, die Simultanschulen obligatorisch einzuführen." gegenüber den Bergleuten, Verbot wahrheitsgemäßer Eintragungen schulwesen verteidigt. Dieser freifinnige Schulrektor hat es sogar Somit erweist sich der ganze Lärm der Freisinnigen Volks- in das sogenannte„ Zechenbuch" über den Befund der Zechenfertig gebracht, den christlichen Schulantrag zu unterpartei gegen den christlichen Schulantrag als eitel Schwindel. Sie inspektion u. s. f. Die ganze saarabische Herrlichkeit soll im Interesse stützen, und daß er das mit einiger Ziererei gethan hat, macht schreien, es möchte nicht gefeßlich ausgesprochen werden, was that- der durch fie längst beunruhigten Deffentlichkeit verhandelt werden, seine Handlungsweise nicht besser, sondern nur umso widerwärtiger. sächlich ist, aber sie wollen nicht rütteln an dem, was ist; sonst natürlich streng im Rahmen der Anklageschrift. Er sagte zu der entscheidenden Bestimmung des Antrages der Fest- müßten sie die obligatorische Simultanschule fordern, was sie legung der Konfeffionsschule- wörtlich: aber ausdrücklich ablehnen. " Auf diese mit ruhiger Präcision vorgetragenen Beweisanträge Heines wußte Herr Hilger im Augenblick" nichts Entkräftendes zu erwidern, der Gerichtshof beschloß deshalb Vertagung der Sache auf etwa Ii Tage; es sind aber 0—6 Wochen seitdem verstrichen. Nun, am heutigen Freitag kann das Drama sich abwickeln. In- zwischen hat der Verteidiger eine umfangreiche Schrift mit genau formulierten Beweisantrügen dem Gerichtshofe unterbreitet. Dieser hat beschlossen, von den 69 Entlastungszeugen nur 36 zu laden. Selbstverständlich hat Krämer die abgelehnten Entlastungszeugen sofort auf seine Kosten, laden lassen. Do auch der Bergfisb seine Zeugen stellen wird, werden circa 80—90 antreten. Unrer ihnen befindet sich auch der Centruinsredakteur Lehnen, bekanntlich An- geklagter und Verurteilter in dem letzten großen Wahlbeeinflussnngs- Prozesse. Der Krämer-Prozeß verursacht der Stummschen Presse schon jetzt Bauchgrimmen. Sie klagt, dieser Prozeß sei durch die Ultra- montanen verschuldet, die auf solche Weise'„der Social- demokratie den Weg in das Saargebiet bahne«". Einige Diplomaten äußerten sich schon an ihren„liberalen" Stammtischen, Herr Hilger hätte besser gethan, den Prozeß nicht zu veranlassen. Das mag sein, aber nun ist einmal der erste Schritt geschehen, dem weitere folgen müssen. Da augenblicklich die„christlichen" Gewerkt e r e i n e sich anstrengen, u n s r e n Gewerkschaften im Saargebiet den Weg zu verrammeln, die Saarbergleute an- fangen, sich in den verpönten Versammlungen einzufinden, so ist die Aufregung in den Kreisen der Stummlinge doppelt groß. Der Ver- lauf des Krämer-Prczesses dürfte den Herren keinesfalls behagen.— Deiktfchee Reich. Mlitärjnstiz. »Mindest strafe" und Ausschluß der Oeffentlichkeit. Wiederum kommen Nachrichten von Militärprozessen, welche die völlige UnHaltbarkeit der jetzigen Zustände auf diesem Gebiete erweisen und zwar in zweierlei Richtung, einmal hinsichtlich der extrem hohen Mindeststrafmaße, die das Militär-Strafgesetzbuch vorschreibt, sodann hinsichtlich des fast systematischen Ausschließens der Oeffentlichkeit bei Militärgerichts-Verhandlungen. AuS Erfurt wird uns berichtet: Der Musketier Berthold Berld von der 1. Compagnie des Regiments Nr. 94 in Weimar hatte sich Mittwoch hier vor dem Kriegsgericht der 38. Division zu verantworten wegen Aufforderung zum Ungehorsam, Nötigung und thätlichen Angrjiff auf einen Vorgesetzten im Dienst und unter Gewehr, außerdem loegen Bedrohung mit einem Verbrechen. Am 3. Mai in der Nacht war er in Ge- .'inichast mit zwei andren Musketieren bestimmt worden, die Posten : Archiv und am Schloß zu revidieren. Als Patrouillenführer ,. vw der Musketter Blumentritt bestimmt. Auf den: Wege nach dem Archiv suchte der Angeklagte den Blumentritt zu bestimmen, den Patrouillengang nicht auszuflihren. Als sich der Bl. dazu nicht verstand und trotzdem den Patrouillengang verlangte, trat ihm der Angeklagte mit dem Fuß in das Gesäß. Hierin erblickt die Anklage den thätlichen Angriff auf einen V 0 rge setzten. Die Nötigung wird darin gefunden, daß der Angeklagte dem Bl. mit dem Gewchrkotben ins Kreuz stoßen wollte, wenn er ihn melde. Späterhin bedrohte der Angeklagte den Bl. durch folgenden Ausspruch:„Wenn Du mich meldest, komme ich auf Festung, aber in einigen Tagen lebst Du nicht mehr!" Der An- ? geklagte ist in vollem Umfange geständig, nur will er ini Augenblick einer That nicht gewußt haben, daß Blumentritt als Vorgesetzter gelte. Der Vertreter der Anklage erblickt in der Thar nur einen min der schweren Fall und beantragt in allen Fällen die„Mindeststrafen", insgesamt 2 Jahre 3 Monate Ge- f ä n g n i s. Das Gericht erkannte dqnn auf 2 Jahre 1 Tag Gefängnis. Zwei Jahre Gefängnis ist die geringste Strafe, auf die wegen thätlichen Angriffs auf einem Vorgesetzten im Dienste erkannt werden muß. Für alle übrigen Delikte erkannte das Gericht also nur auf einen Tag, jedenfalls in dem Gefühl, daß die andre Strafe von zwei Jahren keineswegs der That entspricht. Der Fall lehrt eindringlich, wie nötig es ist, daß die Regierungen ohne Verzug der jüngst vom Reichstag beschlossenen Resolution entsprechen, welche die Herabsetzung der Mindest- strafen des Militär-Strafgesetzes bei Vergehen von Untergebenen gegen Vorgesetzte fordert. Aus Metz wird der„Frankfurter Zeitung" vom 29. Mai be- richtet: Seit dem Vilse-Prozcß scheinen vom preußischen Kriegs- Ministerium aus Direktiven an die Kriegsgerichte ergangen zu sein, die überall da den Ausschluß der Oeffentlichkeit verlangen, wo die Beweisaustiahme überhaupt Dinge an das Licht fördert, die„ u n- angenehm berühren" oder die geeignet sind, ein schlechtes Licht auf die inneren Verhältnisse im betroffenen Truppenteil zu werfen; ganz gleich, ob es sich dabei um Offiziere handelt oder nicht. Ein Musketier des Infanterie- Regiments Graf Barfuß (4. Westfälisches) Nr. 17 in Mörchingen wurde wegen thätlichen Angriffs gegen einen Vorgesetzten unter Mißbrauch der Waffe vom Kriegsgericht der 33. Division zu fünf Jahren Ge- fängnis verurteilt. Der Verurteilte legte Berufung ein, und gestern stand die Sache nochmals zur Verhandlung vor dem Ober- kriegsgericht an. Für die ganze Dauer der Berhandlnng war wieder einmal die Oeffentlichkeit ausgeschloffen. Rur das Urteil wurde öffentlich verkündigt und zwar mit Urteils- begründung. Wer aber glaubt, daß er hieraus ein Bild des Her« ganges bei dem Verbrechen erhielte, ist im Irrtum. Die Urteils- Verkündigung spielte sich folgendermaßen ab: Die Richter kommen aus dem Beratungszimmer und der Verhandlungsvorsitzende befiehlt, die Oeffentlichkeit wieder herzustellen. Während nun der Gerichts- böte" hinausgeht, um zu verkünden, daß die Oeffentlichkeit� wieder hergestellt ist, beginnt der Verhandlungsführende schon sofort mit der Urteilsverkündtgung, so daß selbst jemand, der dicht an der Thür des Sitzungszimmers gewartet hat, auch bei aller Eile hinein- zukommen, nur noch den Schluß des Urteils und dessen Begründung vernehmen kann. Deutlich zu hören war also nur, daß der Musketier auf einen Unteroffizier mit dem Seitengewehr losgegangen war; daß aus diesen Gründen die Berufung ver- warfen wurde und die Strafe von fünf Jahren Gefängnis als das Mindestmaß in Fällen, die nicht als„minderschwere" angesehen werden, auftecht erhalten blieb. Es wäre doch sehr wesent- lich in diesem Falle,, zu erfahren, was eigentlich vorher- gegangen war, was den Unglücksmenschen dazu veranlaßte, sich so schwer gegen Vorgesetzte zu vergehen. Erst hiernach ließe sich die ganze Sachlage beurteilen. Die Art und Weise, wie die Ver- kündigung des Urteils vorgenommen wurde, läßt sie als eine „öffentliche" kaum ansehen. Ein ähnlicher Fall, über den der Phantasie der weiteste Spielraum gelassen ist, betrifft eine Verhandlung vor dem Kriegs- gericht des Gouvernements vom 26. Mai. Der Kanonier Fuchs vom 8. Fußarttllerie-Regiment soll leinen Anverwandten Mitteilung über eine Serie von Mißhandlungen gemacht haben, deren sich fünf Vorgesetzte, darunter drei Umeroffi?:ere, schuldig gemacht haben. Als erwiesen wurden 21 Fälle angenommen und die Unteroffiziere Gehrmann und Buchbolz wurden dafür zu sechs Wochen Mittelarrest verurteilr. Ein dritter Unter- offizier wurde freigesprochen. Auch dieser Fall wurde unter Aus- schluß der Oeffentlichkeit verhandelt, obgleich er doch gewiß geeignet war, in allen seinen Teilen bekannt gemacht zu werden— schon weil gegen den Kanonier Fuchs das Verfahren wegen Akeineids anhängig "ein soll.—_ Die Niedrigkeit der bürgerlichen Presse zeigtsich wieder in einem Anwurf gegen unsern Parteigenossen Bebel wegen einer Bemerkung, welche dieser bei der Beratung über den Herero-Aufstand im Reichstage machte. Bebel sprach davon, daß seit dem Erlaß der für die Hereros äußerst bedrückenden Ver- jährungsverorduung„nicht weniger als 126 000 Eintreibungs- formulare in der Kolonie gedruckt worden sein sollen, um die Forderungen der Händler einzutreiben". Nun schreibt ein Herr Alfred Heilbronner aus Windhuk der deutschen Kolonial-Gesellschaft, die Nachricht von den 126 000 Formularen beruhe nur auf einem Witz, den er sich in der„Südafrikanischen Zeitung" geleistet habe, um die„zu k a f f e r n f r e u n d li ch erscheinende Verordnung" zu verspotten. Der witzige Herr Südwestafrikaner, dem eine bedrückende Verordnung noch als„zu kaffernftenndlich" erscheint, fügt seinen: Schreiben hinzu: „Es ist also lediglich ein fauler Witz, den Bebel für bitteren Ernst nimmt, und ebenso sind, so scheint uns, alle über die hiesigen Verhältnisse im Reichstage von Herrn Bebel gethanen Aeußerungen zu bewerten." Diesen anmaßenden Ton übernimmt die bürgerliche Presse mit breitem Grinsen. Besonders das„Verl. Tagebl." erlaubt sich als- bald, den„Witz" des Heilbronner zu schäbigsten Schlußfolgerungen zu verallgemeinern: „Die Kritiklosigkeit des Herrn Bebel, die in seinen Parlaments- reden immer wieder sich gar herrlich offenbart, hat dem social- demokratischen Führer neuerdings einen üblen Streich gespielt. In der Reichstagsdebatte über den Herero-Aufftand am 17. März erklärte Herr Bebel als Anwalt der Hereros... In der That war unschwer zu erkennen, daß es sicb um einen ironischen Scherz handelte, und es bedurfte der ganzen Begeisterung des Herrn Bebel für die Hereros, diesen Ulk für blutigen Ernst anzusehen...." Merlwürdig, daß am 17. März d. I. das„Berliner Tageblatt" den unschwer zu erkennenden Ulk keineswegs erkannt hat. Hätte es ihn erkannt, so hätte es nicht verfehlt, schon damals seine Kritik- losigkeit an unsrem Parteigenossen zu erproben. Nur feigste Kritik- losigkeit kann die Leistung vollbringen, die schweren Mißstände der deutschen Kolonialpoliiik zu verschweigen und allein denjenigen zu beschimpfen, der in Ausübung einer hohen Pflicht auf Grund un- angezweifelter Meldungen einen nebensächlichen Irrtum begeht. Uebrigens hat Bebel in seiner Rede vom 17. März deutlich genug die Mitteilung als Gerücht gekennzeichnet. Wie die Nachricht zuerst nach Deutschland gekommen ist, wissen wir nicht, da Bebel zur Zeit verreist ist.—_ Centrum und Kontraktbruch-Gesetz ist ein Artikel in Nr. 125 des „Vorwärts" überschrieben, in welchem darauf hingewiesen wird, daß der jetzige Entwurf des oben genannten Gesetzes auf wiederholten Mehrheitsbeschlüssen des Abgeordnetenhauses beruht, an denen das Centrum in hervorragender Weise mitgewirkt habe. Dies war des- halb angeführt, weil ein Teil der Centrumspresse, allen voran die „Kölnische Volkszeitung", einen Artikel der„Westdeutschen Arbeiter- Zeitung", dein Organ der katholischen Arbeitervereine, übernimmt, der sich sehr scharf gegen den Gesetzentwurf ausspricht. Die„Kölnische Volkszeitung" gebärdet sich sehr demokratisch und verlangt, wie der verstorbene Dr. Lieber im Reichstage, das Koalitionsrecht für die Landarbeiter und das Gesinde. Das Citieren des Dr. Lieber hat die katholischen Bauern in Westdeutschland mobil gemacht und ihr Organ, die„Rheinische V 0 l k s st i m n: e", schreibt: „Die Ausführungen des Herrn Dr. Lieber sind für uns nicht autoritariv und werden es auch für viele Mitglieder der Centrumsfraktion nicht sein. Wir erinnern an seinen Ausspruch: „Der russische Handelsvertrag ist eine That, größer als der Sieg von Sedan". Welches Mitglied der Centrumsftaktion hält diesen Satz noch für richtig? Derselbe dürste daselbst heute nur ein einstimmiges mitleidiges Lächeln finden. Es ist aber gewiß, daß das von Dr. Lieber auch für die ländlichen Arbeiter und das Ge- finde empfohlene Koalitionsrecht die Bauern nicht minder schwer treffen würde, als der russische Handelsvertrag. Es würde die Bauern geradezu zu Knechten ihrer Knechte machen und derjenigen Agitatoren, die an der Spitze der koalierten Arbeiter und Dienst- boten stünden.... „Und dafür sollte das gesamte Centrum eintreten! Diejenigen Abgeordneten, die der Landwirffchaft nahe stehen und ihre land- lvirtschaftliche Kenntnis nicht blos aus der„Köln. Volkszeitung" schöpfen, sind für ein solches Koalitionsrecht gewiß nicht zu haben. Die„Kölnische Volkszeirung", die„Westdeutsche Arbeiterzeitung" und der„Katholische Volksverein" thäten u. E. darum im Interesse des Centrums besser, wenn sie die Agitation für das Koalitions- recht der ländlichen Arbeiter und Dienstboten einstellten und sich andrer Arbeit, die ihnen näher liegt, zuwenden wollten". Und daß diese Richtung im Centrum dafür sorgen wird, daß der Entwurf Gesetz wird, ist bestimmt trotz der schönen Tiraden der „Kölnischen VolkszeUung". Diese Sorte von Centrumsblättern hat nachher noch die Aufgabe, die sie aber;.„:s fthr gut zu lösen ver- mag, ihre gläubigen Leser damit vertraut zu machen, daß di Wandlung eine Notwendigkeit für die Centrumspartei war.— Die Kulturanfgedcn leiden nicht! In einer Schrift„Das preußische Kultusministerium und die Bestrebungen zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten; ein Beitrag zur Geschichte des medizinischen Unterrichts" unternimmt Professor Kromayer die Flucht in die Oeffentlichk.-it, nachdem er seine Docenwt für Hautkrankheiten an der Universität Halle niedergelegt hat. Einleitend weist Professor Kromayer, nach einer Wiedergabe der„Voss. Ztg.", darauf hin, welche Bedeutung der Kampf gegen die Geschlechtskrankheiten siir das Allgemeinwohl hat und daß in diesem Kampfe die Hebung des einschlägigen Universitätsunterrichtes eines der wichtigpen Mittel ist. Dann schildert er die Entwicklung dieses Unterrichts an der Universität Halle, den als specialistischen er ins Leben gerufen hat. Er schreibt: „Nachdem ich seit 1891 den dermatologischen Unterricht an der Universität Halle mit Hilfe meines privaten Krankcnmaterials gegeben hatte, trat das Kultusministeriw 1 im Jahre 1899 an mich mit dem Antrage heran, eine Universitätspoliklinik für Hautkrankheiten zu errichten und zu leiten gegen Gewähr einer pekuniären Subvention, Erteilung des Lehrauftrages und Verleihung der Professur für mein Fach. Obgleich es mit der in Aussicht gestellten Subvention nur möglich war, einen Teil der erwachsenden Kosten zu bestreiten, nahm ich den Antrag doch an, in der sicheren Erwartung, daß, wenn einmal der Anfang gemacht wäre, die Verhältnisse selbst zu einer weiteren Ent- Wicklung führen würden. Darin sollte ich mich nun freilich getäuscht haben. Das Ministerium beantragte zwar alljährlich während der nachfolgenden vier Jahre die etats- mäßige außerordentliche Professur für mich, wurde aber ebenso regelmäßig vom Finanzminister abschlägig beschiedeu, so daß ich mich mit dem Bedauern des iviinisteriums, die Position nicht haben durchsetzen zu können, und nrit dem Titel Professor begnügen mußte. Auch betreffs der an sich schon Nicht zu- reichenden pekuniären Subvention stellten sich allerlei Schwierigkeiten ein und schließlich wurde eine Zersplitterung des Lehr- Materials herbeigeführt, durch die der Unterricht dauernd ge- schädigt wurde, so daß Prof. Kromayer nun sein Amt aufgab. Er zieht aus seinen Erlebnissen diese Lehre: „Wenn ich von einer Wertbestimmuug des ganzen in dieser An- gelegenheit zu Tage getretenen Verhaltens des Ministeriums zunächst abschen zu dürfen glaube, da die Thatsachen selber eine genügend deutliche Sprache reden, so möchte ich doch auf eine andre wichtig- Fragen hinweisen: ob nicht die Allgemeinheit ein Interesse daran hat, daß das Kultusministerium dem Finniizminister gegenüber» was es im J'-�resse der Kultur für notwendig erachtet, a u ch d u r ch z u s e tz e n..1 st a n d e s e i n m u ß. So sehr Spar- samkeit im Staatshaushall zu empfehlen ist(Für Junkcruiitcrstüyung hat der preußischisse Staat bekanntlich stctS sehr viel Geld! Redaktion), es giebt gewisse Grenzen, die sie nicht überschreiten darf. Zu diesen gehört in allererster Linie die öffentliche Gesundheit. Wo Interessen der öffentlichen Gesundheft in Frage kommen, sollten alle Spar« samkeitSrücksichten wegfallen. Und da komme ich auf das, was ich eingangs gesagt habe, zurück: Heute, wo vom Staate die«n- geheuren Gefahren anerkannt sind, die unserm Volkswohl durch die Geschlechtskrancheiten drohen, und es eine hohe Pflicht des Staates ist, diesen Gefahren entgegenzutreten, darf es auf etsiche tausend Mark nicht ankommen, wenn es gilt, den Anfang mit der Bekämpftmg der Geschlechtskrankheiten zu machen, d. h. Lehrstühle an den Universitäten für dieses Fach zu errichten. Das Kultus- Ministerium hat aber vier Jahre hintereinander den Lehrstuhl für dieses Fach in Halle beim Finanzminister beantragt, ohne den An- trag durchsetzen zu können. Hier hat die Oeffentlichkeit ein Interesse daran, des Kultiisministeriuins Kraft zu stärken, so daß es nicht mit wichtigen Forderungen im Interesse des öffentlichen Wohles vom Finanzminister abhängig ist."— Ein Säbcldnell. Aus Göttingen wird vom 2. Juli ge- meldet: Zwei hiesige Reserve-Ofsiziere haben am 31. Mai im Stadtwald ein Duell auf krumme Säbel ausgefochten, bei dem beide Gegner, der eine schwer, verletzt wurden. Die Per- anlassung zu dem Duell waren unerlaubte Beziehungen des einen Duellgegners zu der Eheftau des andern.— Der aufreizende Name. Ein Herr Gendzierowski aus Sul- mierzyce sProv. Posen) ließ den Namen einer Tochter als„Wislowa Marya" in das Geburtsregister eintragen. Der Standesbeanite verweigerte die Eintragung. Auf die hiergegen eingelegte Beschwerde erließ das Amtsgericht Odolanow einen ablehnenden Bescheid, der jetzt von der polnischen Presse veröffentlicht wird und ins Deutsche zurückübersetzt lautet: Odolanow, den 27. April 1904. Sie beschweren sich, daß der Beamte bei der GeburtS« anmelduna Ihrer Tochter die Einwägung der Namen„Wislawa Marya" abgelehnt hat. Abgesehen davon, daß der Name„Wislawa" hier unbekannt ist, erweist sich dieser Name als an stoß« erregend und aufreizend, denn man muß„Wislawa" als von„Wisla" fWeichsel) abgeleitet ansehen— dem Flusse, der in national-polnischer Beziehung dieselbe Bedeutung hat, was im Deutschen„Rhein" und deshalb in polnischen Ländern vergöttert wird. Deshalb hat der Beamte mit Recht und gemäß der Ver- ordnung des Ministers de§ Innern vom 15. Dezember 1835 die Eintragung des Anstoß erregenden und aufreizenden Namens verweigert. gez. Weber. König!. Amtsgericht." Politik— auf dem Standesamt!— Kameruu-Hoffuungen. Der Gouverneur von Kamerun, Herr v. P u t t k a m e r, ist am Dienstag in Berlin eingetroffen. Er ist jetzt, wie mitgeteilt wird, von einer ausgedehnten Forschungsreise bis zum Tschadsee zurückgekehrt, auf der� er Adamaua, das Mandaraland und die Sultanate am Tschadsee besuchte. Seine Reise habe ergeben, daß das ganze Tschadseegebiet dicht bevölkert ist und dort größer Wohlstand herrscht. Die Vorarbeiten für die Kamerun- Eisenbahn, welche die Kolonie bis zum Tschadsee erschließen soll, habe das Kamerun-Bahnsyndikat bereits vollendet. Der Bau der Bahn sei gesichert. Zunächst werde eine Teilstrecke von ungefähr 200 Kilometer gebaut werden, die beim Hafen Dualla beginnt und nach Norden zum Tschadsee führt. Die Auffindung von Edelmetallen, Steinkohlen und Petroleum im Gebiet der Bahn hat zur Folge gehabt, daß sich ein besonderes Kamerun-Minensyndikat gebildet hat. um die Bodenschätze der Kolonie zu heben.— HuslatuL Aus dem englischen Unterhaus. Das Verhältnis zu Frankreich und Deutschland. Die russischenStreuminen. Die allgemein eWehr- Pflicht. Ueber den Fortgang der bedeutsamen Debatte zur auswärtigen Politik im englischen Unterhause, von der im geswigen Depeschen- teil berichtet ist, wird weiter aus London gemeldet: Nachdem verschiedene Redner des Hauses das Abkommen mft Frankreich gebilligt haben und nur Sir Charles Dilke bedauerte, daß das Abkommen eine militärische Allianz mit Deutschland aus- schließe, nahm Premierminister Balfour das Wert: Bezüglich der in der Debatte zur Sprache gekommenen Verwendung der französischen Flagge in MaScat und anderwärts ist es wahr, daß im verflossen e n Jahre eine sehr schwierige Frage zwischen uns und der französischen Regierung entstanden iji und ich bin er- freut sagen zu können, daß unter Zustimmung beider Regierungen diese Frage dem Haager Tribunal zur Euffcheidmig� über- wiesen worden ist.(Allgemeiner Beifall.) Ich bin völlig außer stände, der Behauptung Sir Charles D i I k e s, daß der Vertrag ein vollstän- diger Umsturz der ausivürtigen Politik Salisburys sei, beizupflichten. Dilke hat gesagt, der Vertrag sei unvereinbar mit irgend einer militärischen Alliance mit Deutsch- tand. Ich habe aber nie gehört, daß eine solche Politik von irgend einer Partei angeregt worden sei, und sie hal sicherlich keinen Teil der Politik Salisburys gebildet. Ich bestreite» daß das, was geschehen ist, unvereinbar ist mit einem freundlichen Abkommen mit Deutschland oder mit irgend einer andren Macht. Die enormen internationalen Vorteile des Abkommens betreffend Neu-Fun bland werden bei weitem nicht genügend gewürdigt. Es gab Zeiten, wo der Frieden zwischen Frankreich und England fast an einem Faden zu hängen schien, und nur der Takt der Marineoffiziere der beiden Mächte an Ort und Stelle machte die Utrechter Abmachungen erträglich. Diese ewige Drohung ist, glaube ich. jetzt beseitigt. Das gesamte Abkommen darf nicht als Tauschgeschäft betrachtet werden. Was jeder der beiden Staaien aufgiebt, ist in der Hauptsache die Viöglichkeit, die freie l?nlwickelung des andern zu hindern, und Inas jeder gewinnt, ist die Möglichkeit, sich in äußerster Freiheit in A e g'» t e n, N e u- F u n d l a n d und ivt a r 0 k k 0 zu entwickeln. Es'wird gesagt, wir hätten viel in Marokko aufgegeben; aber hätten wir vielleicht für die nächste Generatton einen Kampf ins Auge fassen wollen, der nicht zu unserm Vorteile hätte dienen können? In den Beziehungen der westlichen Mächte zu den halbcivilisierten Staaten liegen große Gefahren für den Welt- frieden, einer dieser Staaten ist aber jetzt davon ausgenommen. Wir haben nicht nur keine englischen Interessen geopfert, sondern die britischen Interessen sind schon allein hinsichtlich des Handels in Marokko wesentlich durch das Abkommen gefördert. Balfour be- zeichnet schließlich das Abkommen über Aegypten als eine Er- leichteiung der großen philanthropischen und administrativen Auf- gäbe Englands und glaubt, daß auch die Geschichte das Abkommen einst billigen werde und daß diese große Urkunde als der Beginn einer neuen glücklichen Zeit in den internationalen Beziehungen Englands werde bettachtel werden.(Beifall.) Die zweite Lesung wird darauf ohne Abstimmung angenommen. In der Mittwochsitzung des Unterhauses erklärte auf eine An- frage der Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt Earl Percy, die britische Regierung habe den kriegführenden Regierungen keine Vorstellungen in betreff von schwimmenden Minen gemacht; dem Gegenstand sei die sorgfältige Aufmerksamkeit der Regierung ge- widmet und sie sei n i ch t bereit, eine Ausdehnung der Drei-Seenieilenzone anzuerkennen. Herbert Samuel fragt an, ob die Reaieruiia beabsichtige, dem Hause Vorschläge zu unterbreiten, die auf dem Majoritätsbericht der königlichen Kommission, in welchem sich diese zu gnnsten der all- gemeinen Wehrpflicht ausspricht, beruhen. Der K r i c g s m i n i st e r Arnold- Forster erwidert, die Regierung beabsichtige nicht Bor- schlüge zu gunsten der allgemeinen Wehrpflicht vorzulegen.(Beifall.) Frankreich. GeneralratSwahlc» im Scine-Dcp.wtement. Paris, 31. Mai.(Eig. Ber.) Der Generalrat des Seme-» Departements besteht aus den 80 Gemeinderats- Mitgliedern der Stadt Baris und 21 Vertretern der Bariser Bannmeile. Die! Das Züricher Parteikomitee beschloß in seiner am letzten Sonn-| zutragen, nicht aus der Hand gegeben werden folfen. Ob der Augens Generalratswahlen dieses Departements finden daher statt im An- tag in Winterthur abgehaltenen Sigung die Ausarbeitung eines blick geeignet ist, von dem Recht der Erbauung eigner städtischer schluß an die Pariser Gemeindewahlen, während sonst im ganzen Gesezentwurfes betreffend die Proportionalwahl des Kantonsrates, Linien Gebrauch zu machen, wird näher im Ausschusse zu prüfen Lande die Generalräte alle drei Jahre zur Hälfte ernannt werden. ferner eine lebhafte Agitation für die Annahme des neuen Steuer- sein, ebenso die Frage des Bedürfnisses und der Rentabilität, worüber Die am legten Sonntag vorgenommenen Wahlen trugen die gefeßes sowie die Unterstützung der Initiative des kantonalen Lehrer- die Begründung sich sehr knapp ausläßt. felbe Signatur wie die Pariser Gemeindewahlen: Rückgang und vereins betreffend die Besoldungserhöhung und endlich stellte es Abbröckelung des 1900 fiegreich und plötzlich vordringenden folgendes Attionsprogramm auf: Revision des Armengefeges, gesetzNationalismus, Stimmenzuwachs der Linksparteien und besonders licher Schutz des Ladenpersonals, Gesez betreffend die Sonntagsder Socialisten. ruhe, Einführung der obligatorischen Fortbildungsschule, Einführung Zur Wahl standen 11 radikale und socialistische und 10 natio- der bedingten Verurteilung, amtliche Inventarisation in allen Todes nalistische Mandate. Gewählt wurden im ersten Wahlgang 4 Natio- fällen und Erbschaftssteuergesetz. nalisten, 1 Mélinist und 7 Vertreter der Linken, darunter 5 Radikale und 2 Socialisten( 1 Vertreter der P. S. de F. und 1 Allemanist), sämtlich bisherige Natsmitglieder. Aber die neun Stichwahlen sind sämtlich den Linksparteien günstig, vorausgesetzt, daß Radikale und Socialisten überall einander unterstügen. Die Stimmen verteilen sich wie folgt: Socialisten aller Richtungen 49 181, Radikal- und Linksrepublikaner 37 676, zusammen 86 857 Stimmen der Linken; Nationalisten 37 476, Mélinisten Kommunales. Stadtverordneten- Bersammlung. 21. Sigung vom Donnerstag, den 2. Juni 1904, nachmittags 5 Uhr. 12 185, zusammen 49 661 Stimmen der Rechten. Die Stimmen Gaswerks- Grundstücks in Friedenau sind u. a. auch mehrheit der Linken ist somit in der Banumeile erheblich größer als in Paris, es ist fast eine Zweidrittelmehrheit. Die Socialisten haben im Bergleich mit 1900 ungefähr 10 000 Stimmen gewonnen und sie müßten in den Stichwahlen fünf Mandate gewinnen, wenn die Radikalen ebenso streng republikanische Disciplin" hielten wie in den Parifer Gemeindewahlen. auf 7 Der Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sitzung um 16 Uhr. In den Ausschuß für die Vorlage wegen Erwerbung des die Stadtvv. Borgmann, Bruns, Heimann( Soc.), in denjenigen zur Begutachtung der beabsichtigten Polizeiverordnung zur Einschränkung des Straßenhandels die Stadtverordneten Antrid, Singer, Zubeil( Soc.) delegiert worden. An Stelle des Stadtv. Mommsen wird Stadtv. Dr. Ritter ( Fr. Fr.) in den Petitionsausschuß gewählt. Nach den Beschlüssen der Versammlung in Betreff der Speisung Unruhen in Brest.„ Bureau Herold" meldet aus Brest vom 2. Juni: des dem Lüzowplay würde der Handwerker und andre Arbeiter durchzogen gestern unter Absingung Brunnen bis zur Fertigstellung der neuen Pumpenanlage ohne revolutionärer Lieder die Straßen und bombardierten die Wohnungen Wasser bleiben, was nach der Ansicht des Magistrats nicht angeht. der Reeder. Die Genarmerie schritt ein, wobei es zu Zuſammen- Es sollen deshalb nach seinem Vorschlag die städtischen Wasserwerke stößen kam. Es wurden auf beiden Seiten mehrere verlegt, bier borläufig das Wasser liefern und mit dem Selbstkostenpreis von Verhaftungen wurden vorgenommen. Auch in Lorient sind un- 11 Pf. pro Kubikmeter bezahlt erhalten. Hierzu wird die Bewilligung ruhen im Gange, veranlaßt durch den kürzlichen Ausstand. Mehrere von 30 000 m. aus dem Fonds für unvorhergesehene Ausgaben nach 100 Personen versuchten Häuser in Brand zu stecken. Truppen sind gesucht. telegraphisch herbeigerufen worden. Die Dienstboten drohen ebenStadtv. Friederici( A. 2.): Es wird uns hier zugemutet, einen falls mit Ausstand. von uns nach reiflicher Ueberlegung gefaßten Beschluß nach wenigen Monaten wieder umzustoßen. Auch das Wasser sollte die Kunstdeputation aus ihrem Fonds bezahlen. Die Pumpanlage hätte schon im Mai fertig sein können; aber noch heute hört man nichts davon. Die bisherige Stellung der städtischen Kunstdeputation über den städtischen Behörden verträgt sich überhaupt nicht länger mit einer geordneten Verwaltung. Die Mehrheit hat alle Ursache, an ihrem früheren Beschlusse festzuhalten, und muß daher auch diese Vorlage Ueber eine Schlacht" in Atjeh, beffer gesagt: eine Megelei, Stadtrat Haack: Wir müssen doch auf alle Fälle verhindern, brachte der„ Nieuwve Amsterdamsche Courant" am Mittwoch eine daß diese Brunnenanlage in der heißen Jahreszeit wasserlos bleibt. Depesche aus Batavia, in der mitgeteilt wird, daß das befestigte Finanziell ist die Vorlage ganz unbedenklich. Die weiteren AusKampong Benossan erobert worden ist. Dabei wurden 275 Einführungen des Magistratsvertreters erfolgen mit so leiser Stimme, geborene getötet. Auf der Seite der Holländer fielen 5 Soldaten; daß sie für die Tribüne völlig verloren gehen. 3 Offiziere und 27 Mann von der inländischen Gendarmerie wurden berwundet. Italien. Rom, 2. Juni.( B. H.) Der Kultusminister unterbreitete gestern der Kammer einen Gefeßentwurf betreffend Erhöhung des Gehalts der Priester von 900 auf 1000 2ire. Trotzdem sich die Socialisten diesem Gesezentwurf energischst widersetten, so glaubt man doch, daß der Entwurf angenommen wird. " Afien. Afrika. Marokko. Dem amerikanischen Konsul in Tanger ift der Auftrag erteilt worden, die marokkanische Regierung zu benachrichtigen, daß die Vereinigten Staaten ohne Rücksicht auf das Vorgehen andrer Staaten darauf bestehen würden, daß Naisuli, wenn seinem Gefangenen Perdicaris irgend ein Leid zugefügt werden sollte, dafür zur Verantwortung gezogen werde, und daß die Vereinigten Staaten in diesem Falle verlangen würden, daß Raisuli gefangen und hingerichtet werde. Vom ostasiatischen Kriegsschauplatz. Das Schweigen vor dem Sturm! Während sich der Entscheidungskampf um Port Arthur unmittelbar vorbereitet, bleiben alle Nachrichten aus. letten Sturm auf Port Arthur Ein gänzlich unbeglaubigtes Telegramm läßt den bereits beginnen. Aus Bondon übermittelt das„ Bureau Laffan" folgende Meldung: Der letzte Borstoß der Japaner gegen Bort Arthur foll einer „ Daily Expreß"-Meldung aus Tschifu zufolge am Donnerstag zu erwarten fein, an welchem Tage die japanischen Aufklärungstruppen die russischen Vorposten nördlich von der Festung erreichen dürften. Man nimmt an, daß die dritte japanische Armee dicht bei Port Arthur, wahrscheinlich in der Pigeon- Bai, landen wird. Ein Belagerungsgeschüßpark und große Mengen schwerer Munition wurden in der Nähe von Kintschou gelandet. Ein Pionierbataillon mit Sprengs und Baumaterialien zur Verwendung gegen Port Arthur wartet auf seine Ausschiffung. Das Bataillon hat eine Luftballonabteilung bei sich, die zur Informierung der Artillerie verwendet werden soll. Die Wüfte des Krieges. Der Rüdzug der Russen von Kintschou nach Port Arthur zeigt die Kulturthätigkeit russischer Kriegsführung. Ein Telegramm des Lokal- Anzeigers" aus Tschifu berichtet: Die Rissen leisteten auf ihrem Rückzug nach Port Arthur jeden Schritt breit hartnäckigen Widerstand. Sie zerstörten die Eisenbahn, verbrannten alle Häuser und machen überhaupt die Kwantung- Halbinsel zu einer Wüste. Viele Seeräuber- Dschunken umkreisen die Halbinsel wie Krähen einen Leichnam. Eine neue Niederlage der russischen Hauptarmee berlautet gerüchtweise in folgendem Telegramm: Nach einer Meldung der„ Central News" aus Tokio via Rom fchlug General Kuroki in einer großen Schlacht bei Sumentse Kuropatkin. Die Russen verloren mehrere Geschüße und gaben ihre Stellung bei Haitscheng auf. Aus Petersburg wird gleichfalls ein breitägiges Gefecht bei Sumentse gemeldet, nach welchem sich die Nussen zurückzogen. Bestätigung fehlt bisher. werden jetzt in einem russisch- offiziellen Telegramm aus Mukden wie folgt angegeben: Die russischen Truppen haben, bevor sie dem Feinde nach achtstfindigem Stampfe die Position bei Kintschou überließen, die unbeschädigt gebliebenen Geschütze unbrauchbar gemacht. Die russischen Verluste an Toten und Verwundeten betrugen 30 Offiziere und 800 Mann. Die russischen Berlufte bei Kintschou Partei- Nachrichten. ablehnen. Dann wird das leere Gerede, daß die Stadts Stadtv. Singer( Soc.): Auch ich muß anerkennen, daß diese Vorlage eine Ausschußberatung wert ist. Heute handelt es sich hauptsächlich darum, ob die Versammlung thatsächlich ausführen will, was fie 1900 principiell beschlossen hat. Seitdem ist die Thätigkeit der Werkehrsdeputation eine wahre Leidensgeschichte. Sie darf sich das Zeugnis ausstellen, fleißig gearbeitet zu haben; namentlich der Thätigkeit des Stadtbaurats Krause, der mit fast übermenschlichem Eifer und mit bewunderungswürdiger Geduld gearbeitet hat, niemals ermüdet ist und jetzt endlich die Freude hat, wenigstens den Anfang einer Krönung seiner Thätigkeit zu sehen, muß hier rühmend gedacht werden. Aber es muß auch ausgesprochen werden, daß wir trob aller Arbeit, alles Fleißes, aller Unverdrossenheit teinen Schritt weiter gekommen sind, weil man zwar geglaubt hat, fagen zu können, man sei nicht grundsäßlich gegen eigne städtische Bahnen und eigne städtische Regie, aber die Rentabilität müſſe nachgewieſen sein! Daß die städtischen Straßenbahnen nicht jeder Rentabilität entbehren dürfen, ist ein berechtigter Einwand, aber ich ziehe den umgekehrten Schluß: Bis 1919 hat die„ Große" das Monopol und bis dahin kann gar nicht an eine Rentabilität eigner städtischer Bahnen gedacht werden, und wer diese verlangt, verzichtet überhaupt auf den Bau städtischer Straßenbahnen.( Stadtv. Cassel: Sehr richtig!) Es muß einem Zustande ein Ende gemacht werden, der sich in der Deputation bis zur Unleidlichkeit gesteigert hat, dem Zustande, immer eingewendet wird, daß die städtischen Behörden ja noch immer daß trog aller Projekte, trop aller Versuche bei den Aufsichtsbehörden teine Linie genehmigt hätten. Der Widerstand der Aufsichtsbehörde ist ja jezt geringer, aber noch nicht ganz beseitigt. Diesem Mißtrauen müssen wir ein Ende machen, indem wir zeigen, daß wir etwas leisten wollen. verwaltung feine Bahn leiten kann, ein Ende nehmen. Wir müssen auch die Zeit benutzen, um uns fähig zn machen, das große StraßenDas sind die wesentlichen Gesichtspunkte für unfre diesmalige Befchlußbahnnet 1919 zu übernehmen und weiter zu führen.( Zustimmung.) fassung. Nun steht uns die„ Große" gegenüber als ein tapitalfräftiges Stellen außerhalb des Roten Hauses bis an Stellen, die uns nicht und tapitalmächtiges Unternehmen, welches von den verschiedensten mehr zugänglich find Unterstützung findet; wir stehen auch der Gefahr gegenüber, daß mehr und mehr auch diese Art von, Gesellschaften sich schließlich ohnmächtig ist; und mit jedem Jahre, welches vergeht, ohne daß fusionieren und schließlich einen Ring bilden, dem gegenüber die Stadt wir die Verkehrsbedürfnisse befriedigen, ohne daß wir praktisch lernen, bergrößert sich die Gefahr, daß wir 1919 unerfüllbaren die fich auch in der Deffentlichkeit dem erstaunten Blick des Publikums Verpflichtungen gegenüberstehen. Wer hinter die Coulissen blickt, manchmal öffnen, hat wahrgenommen, daß ein hiesiges Börsenblatt Stadtv. Wallach( A. L.): Bei der Etatberatung hat uns gerade nach dieser Nichtung gemacht hat. Natürlich nahm es für sich größte im vorigen Sommer Ausführungen von außerordentlichem Intereffe der Magistrat erklärt, daß das Wasser aus den städtischen Werten zu Objektivität in Anspruch; thatsächlich aber waren diese Artikel allein teuer sei, deshalb solle das Pumpwerk gebaut werden. Ich beim Interesse der" Großen" geschrieben. Was sie dafür etwa geantrage, die Vorlage abzulehnen, den Magistrat aufzufordern, denim Interesse der Großen" geschrieben. Bau des Pumpwerkes fofort in Angriff zu nehmen, und das Wasser leistet hat, geht mich nichts an, ich laffe mir an der Thatsache genügen. Der legte der fünf Artikel des ,, Börsen- Courier" für den Brunnen inzwischen den städtischen Wasserwerken zu entführte aus, daß alle Versuche, die Große“ bei weiterer nehmen. Ausgestaltung der Berkehrswege zu umgehen, auf unitbertvindliche Dieser Antrag wird ohne weitere Debatte angenommen. Die Abänderung des Beschlusses vom 24. März 1831 betreffend die Stadt, nach dem vor einigen Jahren einmal in der Uebereilung rechtliche und finanzielle Schwierigkeiten stoßen würden. dem eingesetzten Sonderdie städtische Feuersocietät ist von ausschuß gutgeheißen worden. Danach soll den im Laufe des aufgestellten Programm, in Bukunft nur Linien für eigne Rejang Danach soll den im Laufe des Geschäftsjahres eingehenden Anträgen der Eigentümer, ihre Neu- bauen und betreiben, so würde sie dabei ebenso schmerzliche Erfahrungen machen, wie beim Erwerb der Siemensschen bauten erst von Beginn des neuen Geschäftsjahres, d. H. erst vom Straßenbahn.. 1. Oktober ab, in die Societät aufzunehmen, stattgegeben werden. schen Behörden schon Bahn gebrochen zu haben... Zum Schluß: Es Diese Erkenntnis scheine sich auch bei den städtiDie Tayaufnahmen vor diesem Datum sollen für das laufende genügt uns, den Beweis erbracht zu haben, daß die Stadt im CinGeschäftsjahr beiderseits weder Rechte noch Pflichten begründen. Stadtv. Wallach beantragt noch die weitere Bedingung auf- verständnis mit der Großen Berliner Straßenbahn die ihr obzustellen, daß die Pflicht zur Zahlung des Feuertassenbeitrags mit liegenden Aufgaben für den Verkehr mit Leichtigkeit erfüllen tann, dem ersten Tage des Quartals beginnt, in welchem die Aufnahme während sie ohne Mitwirkung des Unternehmens nichts zu erreichen erfolgt ist. Dieser Antrag sei im Ausschusse gewissermaßen nur aus bermag.( Hört! hört!) Das ist die Auffassung jener kapitalfräftigen ersehen nicht angenommen worden, indem er einigen Mitgliedern Gesellschaft von der Befriedigung des Verkehrsbedürfniffes. Für noch nicht weit genug ging. uns entsteht nun die Frage, wollen wir diesem Unternehmen auf gegenüber Nach kurzer Debatte wird die Angelegenheit an den um fünf grundsäglichen Beschluß in die Braris zu übersetzen. Im einzelnen jeden Versuch verzichten, unfrerfetts den Mitglieder zu verstärkenden Ausschuß zurückzugeben. Der Pächter der Restauration in der Martthalle am die Vorlage zu kritisieren, empfiehlt sich nicht, aber die eine Be Arminus plak, Sadewater, soll aus seinem Mietsvertrage ent- mertung fann ich nicht unterdrüden: Aus der Begründung des Magistrats ist schlecht eine Befürwortung der Vorlage herauszulesen. laffen werden, da er infolge des geringen Geschäftsverkehrs gänzlich Allzuviel Vorsicht schabet manchmal auch; solche Fragen find nicht bloß mittellos geworden ist und die Miete( 4200 W. jährlich) nicht mehr mit dem Bleistift und der Rechentafel zu entscheiden, da spielt auch die erlegen kann. Seine Kaution von 2000 m. soll berfallen. Stadtv. Perls( N. 2.) beantragt Ausschußberatung, da die Hoffnung auf die zukünftige Entwicklung und die Sicherheit der Regelung generelle Frage geprüft werden müsse, ob das jetzige System der des Verkehrs eine Rolle. Ich bin fest überzeugt, die Zweifler werden Vergebung solcher Lokalitäten richtig sei. besiegt werden und die Rentabilität wird sich ergeben. Durch die Stadtv. Sachs( A. L.) bittet, die Vorlage ohne Weiterungen Nordlinie wird ein weites Gebiet erst dem Verkehr erschlossen; dieser anzunehmen. Es komme täglich dugendmal vor, daß Personen mit höhere Gesichtspunkt sichert die Anlage dieser Linie. Die Südlinien nicht genügender Geschäftskenntnis solche Geschäfte übernehmen und werden als gehörig fundiert bezeichnet. Ich kann nur wünschen, daß sich nachher in ihren Hoffnungen getäuscht sehen. Der vorliegende kommen, damit die Vorarbeiten dann schleunigst in Angriff genommen wir mit der Ausschußberatung noch in diesem Monat zu Ende Einzelfall gäbe zu Verallgemeinerungen gar keinen Anlaß. Auch werden. Es ist heute ein Moment von großer Bedeutung für die Berliner der überhand nehmende Straßenhandel dürfte dazu beigetragen Bevölkerung, laffen wir ihn nicht nuklos vorübergehen!( Lebhafter haben, daß Sadewater zurückgekommen sei. Beifall.) " Golfte des Stadtv. Perls wendet sich gegen diese Argumentation. Stadtv. Jakobi( A. 2.): Die angezogenen Artikel des BörsenStadtv. Heller bittet, die generellen Grundsäge für die Vergebung und für die Kautionsbestellung nicht aus Anlaß dieses blattes haben doch heute wenig Interesse mehr. Richtig ist, daß es sich um einen außerordentlich wichtigen Beschluß handelt und daß Einzelfalls zum Gegenstande der Kritik zu machen. Von rigorosem Stadtbaurat Krause bisher vergeblich auf diesem Gebiete mit heißem Vorgehen gegen den Bächter sei keine Rede. Bemühen gearbeitet hat. meine, die Ich Lorbeern Unter Ablehnung des Antrages Perls wird die Vorlage ange- Stadibaurats Krause werden auf andrem Gebiete, nicht auf dem der Straßenbahnen, blühen.( Bewegung.) Jm Bei der dritten Frrenanstalt in Buch soll ein besonderes Verwahrungshaus für solche Geistestrante ein- Jahre 1900 ist man bei dem Plane neuer städtischer Linien gerichtet werden, die Gesegesverlegungen begangen haben. Daneben find. Von den 48 Kilometern, die damals geplant waren, find 42 von von Voraussetzungen ausgegangen, die seitdem hinfällig geworden wird auch ein besonderes Pflegerhaus für diese Abteilung erforderlich. der Behörde gestrichen! Damit sind auch alle Rentabilitätsberechnungen Die Kosten sind auf 270 200 bezt. 76 100 m. veranschlagt. nommen. müssen. unter " F Stadtv. Sachs sieht das Bedürfnis für nicht zweifellos erwiesen zu nichte gemacht worden. Der heutigen Vorlage gegenüber haben wir an und beantragt, diese ziemlich plöglich erschienene Vorlage einem daher doppelt vorsichtig zu verfahren. Die Nordlinie leidet unter der Konkurrenz des Nordringes( Widerspruch), später wird sie auch der derjenigen Ausschuß zu überweisen. Fünfpfennig Omnibusse Es hat mich wahrhaft erschreckt, haben.( Lachen.) zu Leiden Stadtv. Dr. Langerhans: Von einer kompetenten Seite im Magiftrat daß uns jetzt eine solche Zumutung gemacht wird. Ausschuß beratung ist unumgänglich; die viel umstrittene Frage der Unter- ein Verlust von 150 000 m. jährlich herausgerechnet worden! bringung irrer Verbrecher muß gründlich erörtert werden. Schon in Ich halte deshalb für richtig, sie der Großen“ zu übertragen, was dem ursprünglichen Projekt hätte ein solches Haus vorgesehen werden Drittel dazu beitragen.( Bewegung; Buruf: Damit die Dividende wir nach dem Vertrage jederzeit bis 1907 fönnen, wenn wir ein Die Vorlage geht an einen Ausschuß, welchem die Versammlung steigt; Heiterkeit.) Auf die Weise würden wir statt 150 000 Mart Es scheint mir auch die vorgelegten speciellen Entwürfe zu verschiedenen Gebäuden Schaden, noch 12 000 Mart Nuzen haben. nach meinem Laienverstand für die Ueberwindungen der beim Rudolf Virchow- Krankenhause überweist. thun, was in dieser Weise im Vertrag vorgesehen ist.( Seiterkeit.) Schwierigkeiten im Jahre 1919 sehr zweckmäßig, etwas zu Ich weiß nicht, was daran komisch ist. Der Norden bekommt die Bahn dann sicher früher, als wenn wir sie bauen; und wird das Projekt überhaupt ausgeführt werden, wenn die Behörden die eine oder andre Linie streichen? Die Bewohner des Nordens und Ostens verden degradiert, wenn sie 20 Bf. zahlen müssen, um ins Innere zu gelangen, während die im Süden und Westen für 10 f. überall hin gelangen können.( Buruf des Stadtv. Hoffmann: Hat die " Große" sonst noch Wünsche?) Auch für die Südlinien tann ich Der Magistrat hat sich nunmehr damit einverstanden erklärt, daß auf dem städtischen Terrain an der Perleberger- und Quizowstraße eine Gemeinde- Doppelschule erbaut und gleichzeitig eine Vergrößerung des Hofes der V. Realschule um 220 Quadratmeter vorgenommen wird. Auch für diese Vorlage wird Ausschußberatung beschlossen. Zur Beratung gelangt nunmehr die Vorlage, durch welche der Magistrat den Bau von fünf städtischen Straßenbahnlinien Aus der schweizerischen Partei. In St. Gallen bereitet sich langfam, Schritt für Schritt, die reinliche Scheidung der Socialdemokratie von der demokratischen Partei vor. Der Beschluß, neben dem demokratischen St. Galler Stadtanzeiger" ein selbständiges in Vorschlag bringt. Im Norden sollen zwei solcher Linien: mich nach gründlicherem Studium nicht mehr erklären. Für die socialdemokratisches Parteiblatt herauszugeben, ist bereits mitgeteilt Baltenplag- Stettiner Bahnhof und Abzweigung Linie von der Großgörschenstraße bedarf es einer Brücke im Zuge worden. Nun haben die sieben Arbeitervertreter im Kantonsrat eine Baltenplay- Weddingplay, im Süden drei: Groß= der Köthenerstraße, wodurch die Linie um 50 Proz. verteuert wird. besondre socialdemokratische Fraktion gebildet, die aber den Bu- görschenstraße- Dönhoffplaz, Kreuzbergstraße- Ein Bedürfnis für diese Südlinien besteht überhaupt nicht; auch fammenhang mit der demokratischen Fraktion bis auf weiteres Dönhoffplay, Hermannplag- Dönhoffplas gebaut haben sie zu ungleiche Längen und liegen abseits der Hauptstraßen. aufrechterhält. Das eherne Muß der socialdemokratischen Arbeiter- werden. Im ganzen wird für den Bau ein Kredit von 5%, Millionen Ohne Verbindung nach dem Centrum kann keine Linie rentieren, das bewegung gelangt überall zum Durchbruch, mit der Unabwendbar- Mark verlangt. hat die Neue Pferdebahn- Gesellschaft" erfahren. Jett fährt man feit eines Naturgesetzes. Vom Stadtv. Caffel( A. L.) liegt der Antrag auf Ausschuß- zwei Meilen auf den Linien der Großen für 10 Pf.; damit tönnen beratung vor. die Projekte des ja sehr kouragierten Baurats Krause nicht tonStadtv. Solmik( Fr. Fr.): Ich trete ganz unpräjudiziert an die furrieren. Mit dem Zehnpfennig- Tarif ein Geschäft zu ist nicht das nicht leicht, haben eine Vorlage heran und bin gerade deshalb von meinen Freunden zum machen Reihe bon Sprecher ausersehen worden. In dem Beschluß von 1900 ist aus- Städten zu ihrem Schaden erfahren müssen. Für die Unterpflastergesprochen, daß grundsäßlich alle neuen Linien von der Stadt bahn trete ich so eifrig ein wie Herr Singer; aber für überflüffige gebaut werden sollen. Damit hat aber gewiß das Recht der Stadt, und kostspielige Linien von Stadt wegen einzutreten, halte ich für eventuell auch den Bau von Linien privaten Gesellschaften auf- falsch und verhängnisvoll. So wie bisher fann allerdings nicht Wir meldeten, daß im Züricher Großen Stadtrat unser Genosse Greulich zweiter Vicepräsident ist. Wir fügen hinzu, daß im Winterthurer Großen Stadtrat Genosse Pfarrer Reichen erster Vicepräfident ist, die Genossen Fürholz im Solothurner und Reimann im Berner Kantonsrat( Landtag) zweite Vicepräsidenten sind. Endlich sei erwähnt, daß Genosse Wullschleger für das Jahr 1904 Präsident der Regierung in Basel ist. " tveiter gewirMastet teerten. Richtig ist, die Südlinien abzulehnen und die Nordlinien der„Großen" zu übergeben!(Beifall und Zischen.) Stadtbaurat Krause: Die Hauptbegründung ist vom Magistrat schon 1800 gegeben worden; auf alles das, was dort ausgeführt ist, hat sich Herr Jakobi nicht eingelassen. Das ganze Netz von 1900 ist keineswegs gefallen; auch hier befindet sich Herr Jakobi im Irrtum. Die Nordlinie ist von einer wahren Flut von Petitionen gefordert worden. Mit den Terrainschwierigkeiten würde der Omnibus sich nur schwer abfinden können. Glaubl Herr Jakobi denn nicht an die Entwicklung Berlins? Die Zuschüsse aus dem Stadtsttckel für die Nordlinie würden vorübergehend sein, wenn wir sie bauen, baut sie die„Große", so wäre der städtische Zuschuß dauernd zu zahlen. Sehr erstaunt bin ich, daß auch die Endlinie jetzt Herrn Jakobi nicht mehr gefällt.(Zustimmung.) Haben wir erst die Ueberschreitung der Linden, so werden die Linien auch Herrn Jakobi nicht mehr zu kurz sein. Nehmen Sie die Magistratsvorlage an, so tragen Sie dem Verkehrsbedürfnis Rechnung! (Beifall.) Stadtv. Cassel(A. L.): Auch wir sind für die Ausschußberatung, sonst aber geteilter Meinung. Ich persönlich begrüße die Vorlage mit großer Sympathie und würde heute gar nichts, weiter bemerken, da ja Ausschußberatung bevorsteht, wenn nicht der Kollege Jakobi die Vorlage nach allen Richtungen im einzelnen und allgemeinen nach Kräften madig gemacht hätte.(Heiterkeit und Zustimmung.) Ich kann dem gegenüber die Ausführungen von Singer von A bis Z. unterschreiben.(Hört! hört! und Beifall.) Herr Jakobi ist sehr geschickt mit seiner Dialektik; wenn er nur immer die ganze Wahrheit sagen wollte.(Be- wegung und Heiterkeit.) Es ist gar nicht die Rede davon, daß das 1900 vorgeschlagene Netz gebaut werden müsse. Mit der Anschauung des Herrn Jakobi hätte er seiner Zeit der Erwerbung der Siemenslinien als einer Thorheit die schärfste Opposition machen sollen— das ist aber nicht geschehen.„Du sprichst vergebens viel um zu versagen, der andre hört von allem nur das Nein!" Ich bin als Gegner städttscher Bahnen in die Verkehrsdeputation hineingegangen; ich bin zur entgegengesetzten Neberzeugung gekommen. Die neuen Linien sind nicht so schlecht, wie Herr Jakobi in seiner Einseitigkeit es darstellt. Wie kann Herr Jakobi sich gegen den Magistratsvorschlag auf die Minderheit des Magisttats berufen? Und gar auf ein einzelnes Magistratsmitglied, das allein alle Sach- Verständigkeit besitzen soll! Wenn der Verkehr eine Linie erfordert, dann wird sie auch rentabel Iverden. Und wie kann Herr Jakobi sich demselben Sachverständigen bei den Südlinien entgegen stellen? Und endlich, wenn wir die Nordlinie durch die„Große" bauen lassen sollen, wie konnte man dann so unglaublich handeln, nicht schon 1901 sie ihr zu übertragen, wo sie sie noch ohne jeden städttschen Zuschuß zu bauen verpflichtet war? (Sehr gut! und Große Bewegung.) Ein ähnlicher Schritt wie die Konzessionsverlängerung wird sich kaum wieder ereignen. Darum hat die„Große" jetzt alles Interesse, uns an dem Bau zu hindern, weil sie damit unsre Konkurrenz endgülttg niederzuwerfen hofft. Ich hahe aber keine Lust, mich einer Gesellschaft auszuliefern, welche es fertig bekommen hat, hinter unserm Rücken die Konzessions- Verlängerung auf 30 Jahre sich zu verschaffen und welche vier Wochen danach einen Ministerialdirektor a. D. an ihre Spitze stellte; zu einer solchen Gesell- schaft habe ich kein Vertrauen.(Stürmischer Beifall auf verschiedenen Seiten.) Einer Gesellschaft, die soeben jenen Prozeß gegen uns angestrengt hat, noch die von Herrn Jakobi empfohlene Konzession zu machen, die er selbst auf 660000 M. berechnet, das halte ich mitmeinem Gefühl von derWürde eines Gemeindevertreters für unvereinbar.(Lebhaftes Bravo! und Händeklatschen.) Das Ab- gehen von dem Beschlüsse von 1900 wäre eine Kapitulation der Gemeinde vor der Straßenbahn-Gesellschast, eine solche Politik mit- zumachen, fühle ich mich außer stände!(Andauernder Beifall.) Stadtv. Rosenoiv(N. L.) bekämpft gleichfalls die Ausführungen des Stadtv. Jakobi und weist namentlich auf die veränderte Stellung der Polizeibehörde zu den kommunalen Projekten hin. Die Neue Linke hätte die Vorlage auch ohne Ausschußberatung angenommen. ES sei auffällig, wie gut Herr Jakobi auch über die Vorgänge im Magistrat orienttert sei; leider fehle heute sowohl der Ober- bürgermeister als auch der Bürgermeister, die doch die Angaben des Herrn Jakobi allein richtig stellen könnten. Hoffentlich bleibe Herr Jakobi mit seiner eigentümlichen Stellung zu dieser Frage, die man im Publikum üherhaupt nicht begreifen werde, in der Versammlung isoliert. Der Vertrag mit der„Großen" sei ein einziger großer Fehler ge- ivesen; man sei es müde in Berlin, sich noch weiter von dieser Ge- sellschaft schlecht behandeln zu lassen. Die Neue Linke sei hereit, die Vorlage anzunehmen, wenn auch nur Teile von ihr zur Aus- führung gelangen; diese Erklärung schon jetzt abzugeben sei nötig, um das Begräbnis der Vorlage im Ausschuß zu verhindern. Was Herr Jakobi vorschlage, sei geradezu ein Weg nach Canossa. Stadtv. P reich(Soc.-Fortschr.): Herr Jakobi steht ftmt seinen Anschauungen leider nicht so isoliert, wie es scheinen könnte; die Anhänger des städtischen Betriebes sollen sich also nicht in falsche Sicherheit wiegen. Herr Jakobi als Socialpolittker für den Norden glaubt wohl selbst nicht, daß er ernst genommen wird. Der Erwerb der Siemens-Linien war unrentabel wegen des horrenden Agios, das wir zahlen mußten; wir mußten aber damals kaufen, um zu verhindern, daß der Ring des Privatmonopols sich schloß, und heute steht die Frage zur Entscheidung, ob das Privat- Monopol Herr werden soll. Stadtv. Jakobi repliciert auf die Angriffe der Stadtvv. Cassel, Rosenow und Preuß. Wenn er hervorgehoben habe, daß die Vorlage im Magistrat nur mit einer Sttmme Mehrheit angenommen sei, so habe er nur Revanche genommen, denn bei einer andern Gelegenheit habe auch der Magistrat sich der Versammlung gegenüber dieses Mittels bedient. Herr Rosenow habe seiner Zeit den Vertrag mit der„Großen" nur abgelehnt, weil er mit seiner inzwischen all absurdum geführten Ansicht über die Accumulatoren nicht durch- gedrungen sei. Stadtv. Caffel: Die Treptower und Pankower Linie sind seiner Zeit nicht unter der unbedingten Voraussetzung er- warben worden, daß die Ueberführung über die Linden sicher- gestellt sei. In seiner Replik auf den Stadtv. Jakobi hebt Redner dann noch hervor, daß die Aussührungen des Stadtv. Singer sich heute lediglich auf dem Boden der bestehenden Verhältnisse bewegt hätten. Stadtv. Singer: Ich bemerke nur noch, daß ich meinen principiellen Standpunkt nicht etwa auch nur iin geringsten auf- gegeben hätte, wie man aus gewissen Andeutungen des Vorredners schließen könnte. Ich sehe im Gegenteil die Borlage als einen Sieg uusrer Anschauungen an. Die Vorlage geht darauf an einen Ausschuß von 1ö Mitgliedern. Schluß nach Vzlv Uhr. Hus Induftnc und Handel. Die Beteiligung des deutschen Bankkapitals an der rumänischen Petroleumindustrie wird immer ausgedehnter. Nachdem die Diskonto- gesellschaft neben verschiedenen kleineren Beteiligungen die Telega Oil Co. unter ihre Fittiche gebracht und die Deutsche Bank die „Deutsche Petroleum-Aktiengesellschaft" mit einem Kapital von 20 Millionen Mark begründet hat, ist nun auch die Dresdener Bank im Verein mit dem A. Schaaffhausenschen Bankverein zur Beteiligung au diesem Geschäftszweig übergegangen. Offiziell teilt darüber der Schaaffhausensche Bankverein folgendes mit: „In Bukarest hat gestern die Gründung der„Petroleum-Aktten- Gesellschaft Campina" mit einem Grundkapital von 6 000 0000 Lei stattgefunden. An der Gründung sind beteiligt: der A. Schaaff- hausensche Bankverein, die Dresdener Bank, Se. Durchlaucht Fürst Guido Henckel v. Donnersmarck, der Geh. Kommerzienrat Fritz Fried- länder in Berlin, die Bankfirma A. Levy in Köln, Hector Economos in Bukarest und Paris und die Internationale Bohrgcsellschaft in Erkelenz. Die neue Gesellschaft Hai die sehr wertvollen Petroleum Konzessionen des Herrn Hector Economos in Campina, Moroni und Edera in Rumänien übernommen und wird, nachdem durch mehrfache Bohrungen«in reiches Petroleumvorkommen konstattert ist. mit einer intensiven Ausbeutung der Oelterrains alsbald vorgehen. Die technische Ausführung der notwendigen Arbeiten wird durch die Internationale Bohrgesellschaft in Erkelenz durchgeführt werden." Deutschlands Außenhandel in den Monaten Januar bis April 1904 hat im Vergleich zu den ersten vier Monaten des vorigen Jahres bettächtlich zugenommen. Nach dem vom kaiserlichen Statistischen Amt herausgegebenen Apcilheft 1904 der monatlichen Nachweise über den auswärtigen Handel des deutschen Zollgebiets beträgt in den ersten vier Monaten des laufenden Jahres: 1. Die Einfuhr in Tonnen zu 1000 Kilogramm: 14 193 176 gegen 13 441 186 und 12 169 346 im gleichen Abschnitt der beiden Vorjahre, daher mehr 766 990 und 2 033 830 Tonnen. Edelmetall- Einfuhr: 373 gegen 398 und 367. 27 von 43 Zolltarifnummern zeigen eine Einfuhrzunahme. Unter diesen ragen hervor: Erden, Erze(-ff 620 413), Holz(-ff 216 341), Eisen(-ff 26 733), ferner Kohlen, Instrumente, Maschinen und Materialwaren, während Ge- treide und andre Landbau-Erzeugnisse einen größeren Ausfall brachten. 2. Die Ausfuhr in Tonnen zu 1000 Kilogramm: 12 473 164 gegen 12 058 974 und 10 164 296 im gleichen Abschnitt der beiden Vorjahre, daher mehr 419 190 und 2 313 863 Tonnen. Edelmetall- Ausfuhr: 137 gegen 140 und 136. Bei 28 Zolltarifnummern ist eine Ausfuhrzunahme verzeichnet, namentlich bei Kohlen(-ff 531 190), Getreide und andren Landbau-Erzeugniffen(-ff 166 992 wegen stärkerer Kartoffelausfuhr nach Großbritannien, Belgien und den Niederlanden sowie erhöhter Roggen- und Haferausfuhr). Starke Ausfälle zeigen Eisen und Eisenwaren(— 275 263, woran besonders Roheisen, Eisenbahnschienen, Rohschienen, Stabeisen, Eck- und Winkeleisen, Brecheisen beteiligt sind) und Materialwaren (— 105 233, wovon mehr als 70 000 Tonnen auf Verbrauchszucker aus Rüben entfallen).— Victoria, Allgemeine Versicherungs- Aktien- gesellschaft, Berlin. Die am 31. Mai abgehaltene General- Versammlung genehmigte die Verteilung des in dem Geschäftsjahre 1903 erzielten Ueberschusses entsprechend dem Vorschlag der Ver- waltung. Dieser Ueberschuß belief sich auf 20 790 357 M.(im Vorj. 18 210 461 M.). Es erhalten davon die Mionäre eine Dividende von 270 M. pro Aktie und die mit Gewinnanteil Versicherten zusammen 19 164 862 M. und zwar werden aus dieser Summe ent- nommen für die gewinnanteilsberechtigten Versicherten der Unfall- versicherungs-Abteilung 40 Proz., der Volksversicherungs-Abteilung 25 Proz. der gezahlten Jahresprämie, ferner für die mit Gewinn- anteil auf den Todesfall Versicherten der Abteilung für größere Lebensversicherungen eine Dividende von 3 Proz. der Summe der für jede Versicherung seit deren Beginn gezahlten Jahresprämien. Die Gesamtzahl der in der Lebens- und Uufallversicherungs- Abteilung eingereichten Versicherungsauttäge betrug laut Geschäfts- bericht 508 924, wovon auf die LebensversicherungS- Abteilung 463 901 Anttäge mit einer Versicherungssumine von 197 014 235 M. entfallen. Die Gesamteinnahme an Prämien und Zinsen betrug 95 080 296 M. Was ist unter Fabrikpreisen zu verstehen? Ueber diese Frage hat die Handelskammer zu Liegnitz ein Gutachten abgegeben, das von allgemeinem Interesse sein dürfte. Ein Kausinann hatte, wie aus Schlesien gemeldet wird, inseriert, daß er seine Waren zu Fabrikpreisen der Kundschaft abgäbe. Diese Behauptung wurde von leinen Konkurrenten als unwahr bezeichnet und der Kaufmann wegen unlauteren Wettbewerbs angeklagt. Die Handelskammer gab ihr Gutachten dahin ab:„Wenn Kaufleute von der Branche des Be- klagten bekannt machen, daß sie zu Fabrikpreisen verkaufen, so dürfen sie die Waren nur zu den Preisen verkaufen, die sie ihnen selbst kosten. Sie dürfen für sich nur diejenige Provision in Anspruch nehmen, die ihnen die Fahrik, sei es durch Barzahlung oder wegen kurzen ZahlungSzieles, bei der Bezahlung prozentual vom Fabrik- Engrospreis abläßt. Keineswegs sind hier unter„Fabrikpreisen" diejenigen Preise zu verstehen, zu denen die Fabrik an Private ver- kauft." Das gerichtliche Urteil ging dahin, daß dem Beklagten auf- gegeben wurde, in seinen öffentlichen Ankündigungen die Angabe„zu Fabrikpreisen" zu unterlassen; für jeden Fall des Zuwiderhandelns wurde ihm eine Strafe von 20 M. angedroht. Versammlungen. Fünfter Wahlkreis. In der am Dienstag im„Alten Schützen- Hause" abgehaltenen stark besuchten Versammlung des socialdeni akratischen Wahlvereins wurde zunächst die Aufnahme von 61 neuen Mitgliedern bekannt gegeben und gut- geheißen. Sodann verlas der Vorsitzende das Wahlresultat aus dem 32. und 40. Kommunal-Wahlbezirk. Bei der Verkündung des so überraschend günstigen Stimmvcrhältnisses herrschte allgemeine Freudo über diesen schönen Wahlsieg der Partei, und ein einmütiges Bravo der Anerkennung wurde den Genossen des Sechsten zu teil. Hierauf sprach Stadtverordneter Dr. Wehl über„Freisinnige Helden- thaten im roten Hause". Die scharf pointierten Ausführungen des Referenten fanden unter der Einwirkung des vorhin publizierten Kommunal-Wahlsieges eine besonders beifällige Aufnahme.— Alsdann gab Genosse Davidsohn bekannt, daß 34 Mitglieder wegen unentschuldbaren Fernbleibens von den vorjährigen Landtags- und Stadtverordnetenwahlen ausgeschlossen worden sind. Den Ausgeschlossenen steht die Berufung an die nächste Generalversamm- lung frei. In der Diskussion über diese Maßregel wurde es allseitig auf das schärfste verurteilt, daß es überhaupt noch Mitglieder eines socialdemokratischen Vereins geben konnte, die aus nichtigen Gründen ihre selbstverständliche Wahlpflicht so gröblich vernachlässigen. Es müßte dies um so mehr auffallen, als die Pflichtvergessenen in einem Durchschnittsalter von über 34 Jahren stehen und auch durchschnittlich bereits über ein Jahr der politischen Organisation angehört haben. Abgesehen von den Geschäftssocialisten, die angeblich aus geschäst- lichen Rücksichten der Wahl ferngeblieben sind, hat auch ein Arbeiter, der als Wahlmann gewählt war, bei der Hauptlvahl gefehlt. Ein Friseur hat der Untersuchungskommission ganz naiv erklärt, er habe am Wahltage seinen Hund spazieren führen müssen und daher die Wahl versäumt; und ein Arbeitsvermittler für das Fleischergewerbe hat sogar freisinnig gewählt. Tie Namen der Ausgeschlossenen sind: Hermann Arbeitlang, Lederarbeiter; Rudolf Braun, Tapezierer; Gustav Drochner, Arbeiter; Karl Kemmnitz, Händler; Franz Klein, Heizer; Hermann Kloß, Gürtler; Adolf Koßmann, Friseur; Bernhard Lewh, Cigarrenmacher; August Lietze, Arbeirer; Franz Paulick, Schrift- setzer; Hyroniemus Thorak, Arbeiter; August Tottlehen, Schneider; Wilhelm Wehrsig. Arbeiter; Emil Belter, Gastwirt; Otto Caspari, Bierabzieher; Karl Hennig, Hausdiener; Otto Hinz, Cigarrenhändler; Otto Koster, Milchhändler; Max Münch, Arbeiter; Ernst Platen, Plättereibesitzer; Waldemar Schumacher, Galvaniseur; Paul Ftz'd- ler, Klempner; Epnl Löfsler, Kassierer; Wolfgang Brieschwitz, Schlosser: Wilhelm Dölz, Hausdiener; Wilhelm Grübler, Schankwirt; Alfred Hähnel, Gastwirt; Paul Pottschiepel, Pfefferküchler; Fritz Röbbeling, Uhrmacher; Joseph Clemens, Schuhmacher; Hermann Haningk, Restaurateur; Joseph Clemens, Schuhmacher; Hermann mann, Musiker; Karl Pfeffer, Kaufmann. Von der Versammlung wurde der Ausschluß vorstehender Personen gegen eine Stimme ge- billigt. Unter Verschiedeues wurde noch mitgeteilt, daß am nächsten Sonntag für die Mitglieder der vierten bis siebenten Abteilung ein Besuch der Arbeiter-Wohlfahrts-Ausstellung in Charlottenburg in Aussicht genommen ist. Der Streik der Metalldrücker bei der Firma Kirchner war der erste Punkt der Tagesordnung einer stark besuchten Metall- drücker-Versammlung, die am Mittwoch im Gewcrkschafts- Haus tagte. Dieser Werksttibenstreik hängt gewissermaßen mit dem allgemeinen Metalldrückerstreik vom vorigen Jahr zusammen. Als dmnals die Drücker die Arbeit wieder aufnahmen, fanden sie bei der genannten Finna einen ihrer Kollegen als Meister, uno außerdem einige andre Streikbrecher vor und ein Teil der Streikenden wurde nicht wieder eingestellt. Daß unter solchen Umständen ein gespanntes Verhältnis in der Werkstube herrschte, ist selbstverständlich. Zudem suchte die Firma bei Festsetzung von Akkordpreisen die früher übliche Mitwirkung der Arbeiter— die doch als Verkäufer ihrer Arbeits- kraft vernünftigeriveise ein Mitbestimmungsrecht hierzu haben müßten — einfach auszuschalten, was ihr jedoch nicht ganz gelingen wollte. Die Streikbrecher waren thöricht genug, die organisierten Drücker, ihrer Bemühungen, eine gerechte Preisfestsetzung aufrecht zu erhalten, wegen, zu verhöhnen und sie zu verraten. Die Firma suchte ihre Preis- drückereien auch dazu zu benutzen, einen ihr mißliebigen Arbeiter hinaus zu drängen; sie suchte Uneinigkeit unter den Kollegen hervor- zurufen, indem sie einem einen Zuschlag auf eine Arbeit gewährte. den sie andern versagte. Unheilvoll griff bekanntlich auch hier der Kühnemännerverband ein, der dem Arbeitgeber vorredete, er hätte seine Arbeiter durch gute Preise verwöhnt. Thatsächlich hatten einzelne besonders geschickte. Drücker bei der Firma ca. 40 M. pro Woche ver- dient, ein sür Berliner Verhältnisse und für intensive Arbeit tüchtiger Facharbeiter gewiß nicht zu hoher Lohn; andre Drücker verdienten nur 21— 24 Mk. Es ist bereits erwähnt worden, wie der Kühne- männerverband die Streikenden zu einer Verhandlung nach seinem Bureau in der Dresdenerstraße einlud, jedoch in seiner zum Prinzip erhobenen Ungerechtigkeit die Teilnahme eines Vertreters des Metall- arbeiterverbandes ablehnte; und wie die Geladenen dann auf die Ver- Handlung verzichteten. Es sind jetzt 6 Streikbrecher bei der Firma Kirchner thätig, teils solche Leute, die unter andern Umständen kaum eingestellt worden wären und der Firma wohl nicht viel Nutzen hringen werden.— Ter Branchen-Vertrauensmann B e h r e n d. der die Lage schildette, sprach sich ebenso wie die ihm folgenden Redner für Fortsetzung des Streiks aus. Die Versammlung erklärte ein- stimmig den Streik für gerechtfertigt und forderte die Kollegen auf, ihn fortzusetzen. In der Diskussion wurde auch über die allgemeine Lage im Be- rufe, sowie über Vorgänge bei andern Firmen gesprochen. Cohen teilte mit, daß die Firma Feister unter anderm in einem Ham- burger Blatt unter einer Chiffre nach Metalldrückern verlangt. Auf Anfrage verspricht sie den Reflektanten einen Wochenverdienst von 30— 40 M., in Krankheitsfälle» einen Zuschuß, der das Krankengeld auf 30 M. wöchentlich erhöht, sowie verschiedene andre Ver- günsttgungen, aber nur unter der Bedingung, daß der Arbeiter keiner den Unternehmern feindlichen Organisation angehört. Mit Recht stellte ein Drücker, der dies Angebot erhielt, auch an den Unternehmer die Bedingung, nicht dem arbeiterfeindlichen Unternehmerverband an- zugehören. Eine andre Firma hat ihren Arbeitern jüngst das Lesen des„Vorwärts" und der„Metallarbeiter-Zeitung" verboten. Diese, sowie viele andre Thatsachen deuten darauf hin, daß die Unternehmer jetzt bei den: schlechten Geschäftsgang gern einen allgemeinen Streik provozieren möchten. Die Arbeiter werden selbstverständlich den Herren nicht den Gefallen thun und jetzt streiken. Die Versammlung gab übrigens durch ihren zahlreichen Besuch und ihren Verlauf den Be- weis, daß die Drücker durch die Niederlage im vorigen Jahr und durch die darauf folgenden Chikanierungen durchaus nicht mutlos ge- macht worden sind, und daß sie ihr gesetztes Ziel nicht aus den Augen verlieren. Bekanntlich ist der Streik im vorigen Jahr nicht ganz verloren gegangen, da eine große Anzahl Firmen einen Tarifvertrag mit dem Metallarbeiterverband abgeschlossen hat. Diese Firmen sind durchaus konkurrenztüchtig geworden und offenbar mit dem Vertragsverhältnis im allgemeinen zufrieden; in der Sitzung der Schlichtungskommission, die am vorigen Freitag stattfand, äußerte ein Arbeitgeber-Vertreter den Wunsch, es möge nun auch für die außer den Drückern und Gürtlern in den Betrieben thätigen Arbeitern ein Tarifvertrag ge- schaffen werden. Wie B e h r e n d weiter berichtete, wurde in der Sitzung über einige strittige Punkte des Tarifvertrags beraten. Be- schlössen wurde, daß die Bestimmung, wonach der Arbeitgeber einem neueingestcllten Arbeiter gegenüber in den ersten 14 Tagen bei Akkord- arbeit nicht verpflichtet ist, den Minimallohn zu garantieren, auf Lohn- arbeiter keine Anwendung findet. Ferner wurde festgelegt, daß die Prozente für Ueberstunden nach neunstündiger Tagcsarbeit gezahlt Iverden müssen. Die nächste Sitzung der Schlichtungskommission wird sich mit Verstößen einzelner Arbeitgeber gegen den Tarif befassen.— Außerdem wurden in der Versammlung die von den Hirsch- Dunckerschen gegen die Leiter des vorjährigen Streiks verbreiteten Verleumdungen erwähnt und die Feigheit gebrandmarkt, mit der sich die Urheber um eine gerichtliche Belangung herumdrücken. Letzte Nachrichten und Dcpefchen. Stichwahl-Ergebnis a«S dem Wahlkreise Straßburg-Land. Straßburg i. Elf., 2. Juni.(W. T. B.) Bei der heutigen Reichstags-Stichwahl im Wahlkreise Straßburg-Land erhielt Rechts- anwalt Blumenthal- Colmar(Demokrat) 9385, Redakteur H a u ß- Sttatzburg(Elf. Landespartei) 8624 Stimmen. Blumenthal ist somit gewählt._ Straßbnrg i. E., 2. Juni.(W. T. B.) Auf Grund des§ 2 des Preßgesetzes für Elsaß-Lothringen ist die Verbreitung der Pariser Zeitung»Le Matin" in Elsaß-Lothringen verboten worden. Saalfeld, 2. Juni.(B. H.) Seit heute früh 4 Uhr steht ein Teil der Maschinenfabrik Jrmscher in Flammen. Das Feuer brach in der Gießerei aus._ Die Aussperrung der Bauarbeiter in Wien beendet. Wien, 2. Juni.(B. H.) Die Aussperrung der Bauarbeiter ist b e e n d e t, da die Meister den verlangten Minimallohn von 4 Kronen bewilligten._ Französische Deputiertcnkammer. Paris, 2. Juni.(W. T. B.) Das Haus berät das Gesetz über die zweijährige Dienstzeit. Kriegsminister Andre hält die einwöchigen und dreiwöchigen Uebungen der Reservisten für aus- reichend. Der Minister stimmt der Kommission hinsichtlich der vor- gesehenen Zahlen für den Unteroffizier-Ersatz zu und erörtert dann einige Einzelheiten, bezüglich deren er sich mtt der Kommission nicht in Uebereinstimmung befinde, besonders bezüglich der Schüler von St. Cyr und derjenigen des Polytechnikums, die nur ein und nicht zwei Dienstjahre abgelegt hätten, bevor sie zu Offizieren ernannt würden. Der Minister schließt mit der Erklärung, daß die Zu- sammcnsetzung der Compagnien keine Aenderung erleiden werde.— Jaures(Soc.) stellt fest, daß der Fortschritt und die Ideen der Gleichheit eine gleiche Dienstzeit für alle notwendig machten. Redner mbekäpft das System des einjährigen Dienstes, welches die Schaffung zahlreicher Berufssoldaten fordern würde, und erkennt an, daß das Gesetz über die zweijährige Dienstzeit einen Fottschritt bedeute. (Beifall auf der äußersten Linken.) Redner schließt mit der Bitte, daß die Kammer den Wortlaut des Gesetzes annehme, um die Ab- stimmung hierüber zu beschleunigen.— Hierauf wird die General- debatte geschlossen.— Villeneuve beantragt alsdann, daß der Gesetz- cntwurf dem Oberen Kriegsrat zur Meinungsäußerung überwiesen werde. Kricgsminister Andre spricht sich gegen den Antrag aus, der mit 335 gegen 224 Stimmen abgelehnt wird. Die Dringlich- keit der Beratung des Gesetzes wird hierauf mit 425 gegen 22 Stimmen angenommen._ Paris, 2. Juni.(W. T. B.) Eine offiziöse Note meldet, der Nuntius Lorenzelli habe auch dem gestrigen Empfange bei dem Minister des Auswärtigen, Delcasss, nicht beigewohnt, ebenso sei der mit der Erledigung der Geschäfte der französischen Botschaft beim Vatikan betraute Legonssekretär de Courccl dem Empfange beim Staatssekretär Merry oel Val ferngeblieben. Berantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer LiCo.. Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen«. Unterhalt»« ir. 128. 21. mm. i Ktllkge iitö JormW Atlüm PolfeWdlt b-»°g. z. Zmi IM. Tforrl/rM MerL v/Ailtm Dstabteii ' sp. OberLVoLknwjm Kriegsgliederung der deutsche« Truppen in __ S.CompItfrlLV.Rabriitz 3. Comp Oberl Stembjzuseri. Hcuö-Jlait. v.MadaL. |"• 2Masch.:C- übZt.Wossidlo. Maiorv.Estorff io.".EazqrtmMUielmi Ii."" Gcuisser. T/Mv.cLJfaide: S.CompJkuptm.Puder. 7."" Brentano. Comp äaupüTLTiscmL " Zieier MasckKan.-Jltrifonp. ArtAbtJfauplmvJfeudeZrephß }. Comp. Banptrn. Crz Solms 2." OierL JUiter. 'f."£1 iBattOberLyMäZLer. 5" Bptm StaZZ. 6."" 1 Ztembe. WitboiS:ltM.r.Berneck. Mas<:fL.fcw.-ÄbtsLbmjO. IZZasdi-C. renBeim. 73. Comp Oy iZ/OiLorm-Cobaia: " BrnBärinpüiChctfo. " ScTierinpüiOCfosasiL "'' v.KoppyintSüden. 'franÄe. ui OmanoTt,. Z.Zatt. Itfrk. vlirsdiberp'Z"Frkv.Wekk' Südwest-Afrika. Vor dem Beginn des durch den Gouverneur Leutlvein beschlossenen Vor morsches gegen die znr Zeit bei W a t e r> b e r g vereinigten Hereros ist die neue Kriegsgliederung der deutschen Streitkräfte in der Kolonie bekannt gegeben worden. (Siehe„Vorw.* Nr. 125.) Die neben stehende Karte veranschaulicht die äugen- blickliche Stellung der Truppen. Die Kolonne von Estorff steht in der südöstlichen Flanke der Hereros, die beiderseitigen Vortruppen sollen Fühlung mit einander haben. Die Hauptabteilung hat nach den letzten Meldungen am 1. Juni ihren Vormarsch angetreten; die Nordkolonne Zülow dürfte, wie angenommen wird, in Waterberg sich mit Volkmann vereinigt haben. Mittlerweile ist am 28. Mai auf eine Heliographenstation, welche gleichzeitig Etappe der Kolonne Zülow ist, auf Okowa kuatjiwi, von einer Hereroschar ein Angriff gemacht, aber abgeschlagen worden. Es ist anzunehmen, daß diese Angreifer ein neuer Zuzug zum Hauptlager des Feindes sind und versucht haben, auf ihrem Wege dort hin einen Putsch auszuführen; denn nach Westen werden sich die gesamten HereroS nicht in Bewegung setzen. Die deutschen Truppen wünschen, daß die Hereros stehen bleiben und nicht vor dem Anmarsch ent weichen, um schließlich auf neutrales inner- afrikanisches Gebiet zu flüchten. Daß die Hereros die Absicht haben sollten, sich in kleinere Trupps aufzulösen und einen Guerillakrieg im Norden zu führen, gilt nicht als wahrscheinlich. 3. Oberl Baut sas. Bastards: OferlJMin. ftpoven-. Mqfor v. GewerhrchaftUcbee. Berlin und tlm gegen cl. A» die Berliner Arbeiterschaft! Bereits die elfte Woche stehen die Vergolder und Berufsgenossen im Kainpfe mit den in der Vereinigung der Goldleistenfabrikanten organisierten Unternehmern Berlins. Unter Leitung gewisser Scharf- macher haben die Goldleistenfabrikanten sich aus einen protzigen Standpunkt gestellt. Diese sind schuld daran, daß die vereinigten Fabrikanten jede Regelung der Heimindustrie und die wiederholten EinigungSversuche der Organisation der Vergolder vor dem Einigungs- amte deS Berliner Gcwerbcgcrichts in schroffer, verletzender Form ablehnten. Die Streikenden haben alles versucht und keinen Weg unbenutzt gelassen, der zum Frieden führen konnte. Man hat aber die dargebotene Hand in beleidigender Weise zurückgewiesen und verlangt bedingungslose Unterwerfung. Die Unternehmer haben sich von den Scharfmachern zu diesem Vorgehen verleiten lassen. Diese Kurzsichtigkeit kann der ganzen Goldleisten-Jndustrie großen Schaden zufügen, da sich die Kundschaft mit ihren Aufträgen bereits nach dem Auslande wendet. Die Situation ist für die Streikenden immer noch günstig, und die Fabrikanten find bereits derartig im Druck, daß sie nachgeben müssen, nur glauben sie, daß die Streikenden bald erschöpft sein werden und ihnen dann der Sieg zufällt. Die Streikenden werden aber aushalten bis zum letzten Augenblick; sie stehen jetzt noch wie am ersten Tage, da sich nur wenige Streikbrecher gefunden haben. Wer sie rechnen auf die thatkrästige Unterstützung der Berliner Arbeiterschaft, die schon so oft Proben glänzender Opferwilligkeit bewiesen hat, um dadurch den berechtigten Forderungen der Streikenden zum Siege zu verhelfen. Zu unterstützen find nur noch 500 Ausständige, da bereits über Ivo anderweitige Arbeit er- halten habe». Arbeiter BerlinSl Zeigt, daß Ihr nicht nur ein Herz für die Crimmitschauer Weber und die Bäcker Berlin? habt, sondern auch für die Vergoldcr, die stets ihre Schuldigkeit als gilt organi- fierte Truppe andern im Kampf stehenden Aroeitern gegenüber ge- than haben. Der Borstand des Beriandes der Bergolder und Berufsgenossen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. An die Gewerkschaften und Ardeiter Berlins und Umgegend richtet Unterzeichneter gemäß dem Beschluß der Versammlung der Delegierten zur Berliner Gewerkschaftskommisfion die Bitte, die Verg'older nach Kräften zu unterstützen. Zu diesem Zweck werden Listen herausgegeben, die für Werk- ftatts- und andre Vertrauenspersonen in. unserm Bureau Engel- Ufer 15 in der Zeit von vormittags S— 1 und nachmittags von 6—8 Uhr zu haben find. Der Ausschuß der Berliner GewerkschaftSkommisfioa. Der Wortbruch der Moabiter Bäckermeister und die Bevölkerung. Ungewöhnlich stark war der Andrang zu der Volksversammlung, welche die Verbandsleitung der Bäcker am Mittwoch nach der Kronen- brauerei einberufen hatte. Obgleich man die Tische aus dem Saale entfernt hatte, vermochte er nicht alle Einlaßsuchenden zu fassen. Nachdem der große Saal samt den geräumigen Galerien von einer dicht gedrängten Menschenmenge besetzt war, sperrte die Polizei das Lokal ab, und die auf der Straße postierten Schutzleute wiesen hunderte von Menschen zurück, die vergebens gekommen waren, um an der Versammlung teilzunehmen. Zum Teil mag auch die Gegen- agitation der Bäckermeister zu dem ungewöhnlich starken Besuch der Versammlung beigetragen haben. Der sogenannte Boykott-Abwehr- Ausschuß hatte in Moabit ein Flugblatt verteilen lassen, gleichzeittg ge- langte ein zweites Flugblatt, unterzeichnet von einer Anzahl von Geschäfts- lcuten und Jnnungsvorständen zur Verbreitung. Die Flugblätter sollten in der Bevölkerung Moabits für die wortbrüchigen Bäckermeister Stimmung machen, sie hatten aber augenscheinlich das Gegen- teil erreicht. Die Versammlung gestaltete sich sowohl durch den massenhaften Besuch wie durch den rückhaltlosen Beifall, den sie den Ausführungen Hetzscholds zollte, zu einer imposanten Kundgebung für die Forde- ruugen der Bäckergesellen. Dem Vortrage Hetzscholds folgte eine rege Diskussion, die keinen Zweifel darüber ließ, daß die Arbeiter- bevölkerung von Moabit den Wortbruch der Bäckermeister entschieden verurteilt. Unter anderm wurde in der Diskussion hervorgehoben, daß die Forderungen, welche die Berliner Bäckergesellen stellen, in den Konsumgenossenschafts-Bäckereien, besonders in LeiPzig-Plagwitz, längst erfüllt, ja noch übertroffen werden, und wenn die Berliner Bäcker- meister behaupten, es sei ihnen nicht möglich, die Forderungen zu erfüllen, dann sei es für die Berliner Konsumenten jetzt an der Zeit, eigne Genossenfchafts-Bäckereien zu gründen und durch die That den Beweis zu liefern, daß solche Betriebe gute Arbeitsbedingungen ge- währen und beste Ware herstellen können.— Die Versammlung endete um Mitternacht mit der Annahme einer Resolution, durch welche die Versammelten den Wortbruch der Moabiter Bäckermeister verurteilen und sich verpflichten, mit allen gesetzlichen Mitteln dafür einzutreten, daß die Forderungen der Bäckergesellen bewilligt werden. und daß Backware nur da gekaust wird, wo diese Forderungen an- erkannt find. Zum Streik der Rammer. Entsprechend dem Beschluß der Mittwochsversammlung haben die Rammer am gesttigen Donnerstag den Arbeitgebern ihre Lohnfordenmgen überreicht uno, da dieselben nicht bewilligt wurden, einmütig die Arbeit niedergelegt. Im Streik stehen ca. 400 Rammer, denen sich noch etwa 200 Kollegen aus den verschiedenen Vororten anschließen dürften. Bewilligt haben im Laufe des gestrigen Tages fünf Firmen.— Der Streik hat folgende Vorgeschichte: Schon im November v. I. beschloffen die organisierten Rammer, den Innungen zum 1. Januar 1004 einen neuen Tarif zur Anerkennung ein- zureichen. Sie erbaten sich bis Ende Januar Bescheid. Die Steglitzer Innung antwortete darauf, daß sie es ablehne, mit den Ranrmern in Verhandlungen über eine Regulierung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse einzutreten; die Berliner Innung antwortete gar nicht. Im März d. I. machten die Rammer einen erneuten Versuch, die Innungen zu Verhandlungen zu bewegen. indem die Forderungen folgendermaßen festgesetzt wurden: Lohn- erhöhung von 55 auf 60 Pf. pro Stunde; Fahrgeldentschndigung außerhalb der Ringbahn und Bewilligung der Pausen, wie fie bei den Steinsetzern üblich sind. Abermals lehnten die Innungen jede Verhandlung ab. Darauf riefen die Rammer im April d. I. die Einigungsämter zu Berlin und Steglitz an. Doch das Resultat war. daß die Berliner Innung den Eintritt in irgendwelche Verhandlungen vor dem Einigungsamte rundweg verweigerte. Aehnlich wird es wohl in Steglitz stehen, dcmi von dem dortigen Einigungsamt ist bis jetzt noch überhaupt keine Antwort an den Borstand der Rammer gelangt. Angesichts eines derartigen Verhaltens der Innungen riß den Rammern endlich der Geduldsfaden, zumal ihnen von verschiedenen Firmen in letzter Zeit auch noch der übliche Ueberstundenzuschlag ganz oder teilweise entzogen worden war. Es scheint, als haben die Steinsetzmeister die Möglichkeit eines Rammerstreiks gar nicht in Erwägung gezogen, weil die Berliner Rammer bisher noch me in einen Ausstand getreten waren. Erst als am Donnerstagmorgen die Rammen auf dem Pflaster liegen blieben und kein nerviger Arm sich rührte, sie in Bewegung zu setzen, da erkt kam den Jnnunas- Herrn der Ernst der«ituatton zum Bewußtsein. Nuter den Streikenden herrscht die Meinung vor, daß es im Hinblick auf die jetzige Geschäftslage im Steinsetzergewerbe schon in den nächsten Tagen zu einer Verständigung mit den Arbeitgebern kommen dürste. veutkcbes Reich. Die streikenden Brancrei-Ardeitcr Hamburgs nahmen am Mitt- woch in einer Versammlung Stellung zu den Vorschlägen des Einigungsamtes. Nach längerer Debatte wurde mit allen gegen zwei Stinunen folgende Resolution augeuonunen:„Die heutige Ver- sammlung der streikenden Brauerei-Arbeiter erklärt sich mit den seitens des Vorsitzenden des Gewerbegerichts, Herrn Rat Boysen, im „Hamburgischen Korrespondent" veröffentlichten Vorschlägen des Einigungsamtes: 1. die Arbeitszeit wird auf Ö'/s Stunden festgesetzt; 2. die jetzt auf den Brauereien thätigen'Arbeitswilligen werden nicht sofort alle entlassen, sondern es werden die aus« ständigen Arbeiter nach ordnungsmäßiger Eintragung in die Listen des Arbeitsnachweis-Bureaus nach Bedarf eingestellt werden, ohne daß jedoch Maßregelungen seitens der Arbeitgeber stattfinden; 3. es wird ein paritätischer Arbeitsnachweis eingerichtet; 4. der Tarif- vertrag wird zmiächst auf ein Jahr abgeschlossen; einverstanden mit den, Zusatz zu 2, daß die Streikenden innerhalb 14 Tagen wieder eingestellt werden und wieder auf ihre Posten kommen." Die Spciiglergehilfeu(Klempner) in München haben mit ihren Unternehmern vor dein Einigungsamte einen T a r i f- V e r- trag abgeschlossen, der zunächst auf ein Jahr Gültigkeit hat. Ver- einbart wurde: eine O'/zstündige Arbeitszeit(au den Sonnabenden um 5 Uhr Arbeitsschluß), Entschädigung für Wartezeit, im ersten Jahre nach beendigter Lehrzeit 30 Pf. Minimallohn für Werk- stättenarbeiter, 35 Pf. für Arbeiter auf den Bauten, nach weiteren zwei Jahren 40 Pf.; von da ab 45 Pf., für selbständige Arbeiter 50 Pf. Ueberstunden werden folgendermaßen bezahlt: die erste Stunde nach Arbeitsschluß mit 25 Proz., jede weitere Stunde mit 50 Prozent Zuschlag; Arbeiten im Vorortsverkehr werden mit 1,50 M. Zuschlag, solche außerhalb des Vor- Ortsverkehrs mit zwei Mark Zuschlag täglich vergütet. Arbeiten bis zu acht Tagen gelten als Aushilfsarbeiten und müssen mit 5 Pf. Aufschlag pro Sttmde bezahlt werden. Der Streik der Stukkateure in Plauen im Vogtlande dauert fort. Arbeitswillige haben sich unter den Gehilfen brsher nicht ge- fanden. Ein baldiges Ende des Streiks ist zu erwarten, wenn auch fernerhin der Zuzug unterbleibt. Steiuarbciter-Aussperrnng in Rostock. Bei der Rostockcr Firma A. Schraep find elf Steinmetzen ausgesperrt worden. Zuzug fern- halten. Busland. Streikbewegung in Italien. Rom, 31. Mai.(Eig. Ber.) Der allgemeine Ausstand im Baugewerbe, der, wie telegraphisch gemeldet wurde, gestern in Rom ausgebrochen ist, erstreckt sich auf etwa 8000 Arbeiter. Unter diesen sind die qualifizierten Arbeiter leidlich, die Handlanger schlecht organisiert. Die Streikenden fordern Erhöhung der in der That sehr niedrigen Tarife. Auf fast allen Bauten ruht die Arbeit. Die Behörden haben vor jedem Bau zwei Karabinieri aufgepflanzt und überhaupt viel unnöttge Maßnahmen getroffen. Die Bauuntenrehmer, die organisiert sind, erklären sich zu Unterhandlungen bereit. Von großer Bedeutung für die italienische Arbeiterbewegung ist der Ausstand der Teig Warenarbeiter voir Torre Annu- z i a t a, der nunmehr 52 Tage währt. Die 30 000 Einwohner zählende Hafenstadt, die unweit Neapels liegt, sieht ihre hauptsächliche Industrie nun seit fast zwei Monaten gelähmt durch den Konflikt zwischen Arbeitern und Unternehmern. Die Arbeiter haben den Streik erklärt, um gegen eine neue Fabrikordnung und gegen die geplante Einlassung einiger hundert Kollegen zu pro- testieren. Einschließlich der aus Solidarität mit streiken- den Hafenarbeiter stehen etwa 3600 Arbeiter aus. Ihr ruhiger und geordneter Widerstand verdient um so größere Anerkennung, als es sehr knapp mit der Geldunterstützung aussieht. Eine hiesige bürgerliche Zeitung berechnete dieser Tage die bisher bezogene Unter- stützung auf 1 Centesimo pro Tag und Kopf. Etwas mehr ist es freilich, aber doch so wenig, daß die Streikenden hätten nachgeben müssen, wenn nicht die Landarbeiter-Genossenschaft der Stadt große Naturalunterstützungen, hauptsächlich Kartoffeln, spendete. Vorgestern ist die erste größere Geldsumme, nämlich 2000 Lire, verteilt worden. Die Unternehmer, die anfangs jede Verhandlung ablehnten und einen Verband gründeten, dessen Mitglieder sämtlich die Kapitulierung der Arbeiter auf Gnade und Ungnade forderten, haben am 30. Tage Verhandlungen angeboten, am 40. ihren Verband auf- gelöst und einzelne Zugeständnisse gemacht. Die Arbeiter verlange» Garantien gegen Maßregelungen, eine menschenwürdige Arbeits- ordnung, Einsetzung einer dauernden Schiedsgerichtskomnnssion u. a. und werden von keiner dieser Forderungen abgehen. In Genua ist der Streik der Ablader beendet, die Unruhen dauern aber fort und es ist auch kein Ende abzusehen, da sie ans andauernder Arbeitslosigkeit entspringen, gegen die auch die Händler keine ernstlichen Maßnahmen treffen können. Wie dem. A v a n t i" telegraphisch gemeldet wird, hat der Gewerkschaftsbund der Landarbeiter der Lomellina heute den allgemeinen Ausstand proklamiert. Die Lomellina ist die an die Lombardei und Emilia angrenzende Tiefebene des Piemonts, die ein Hauptgebiet des italienischen Reis- baues ist. Die Ausständigen, die den Achtstundentag fordern, sind auptsächlich Reisarbeiter. Die Organisation ist gut; die unter- rochenen Feldarbeiten sind in der Mehrzahl dringend, so daß aus ein baldiges Nachgeben der Grundbesitzer zu hoffen ist. Konflikt im Londoner Droschkengewerbe. Die Droschkenkutscher Londons hielten am Sonntag eine Versammlung ab, in der sie be- schloffen, von den Droschkenbesitzeru eine Herabsetzung der Miets- preise zu verlangen. Vor genau zehn Jahren brach ein Streik der Droschkenkutscher aus, der durch Vermittelung von Mr. ASquith (damals Sekretär des Innern im Kabinett Rosebery) beigelegt wurde. Der Mietspreis ftir einen Hansom-Wagen mit zwei Pferden wurde damals auf 16 Schill, pro Tag festgesetzt. Die Kutscher erklären jetzt, diesen Preis nicht mehr zahlen zu können. Sie schlagen folgende Preise vor: Hansom 14 Schilling; vierrädriger Wagen mit zwei Pferden 11 Schilling; dito mit einem Pferde 7 Schilling pro Tag. Da die Fuhrwerksbesitzer diese Forderungen ablehnten, ist, wie die„Frankfurter Zeitung" meldet, ein Stteik ausgebrochen. Un- gefähr die Hälfte aller Kutscher, etwa 3000 an Zahl, streiken. Es herrscht ein merklicher Mangel an Droschken. Einige Eigentümer haben ihre Mietspreise herabgesetzt. Etwa 500 Kutscher sollen auf diese Weise die Erfüllung ihrer Forderung erlangt haben. Diese fahren mit weißen Flaggen. Die Textilarbeiter Barcelonas und seiner Vororte sind in einen Ausstand eingetteten. Die Zahl der Beteiligten beträgt 15 000. Soziales. Der ebenso langwierige wie energische Kampf der Pariser Arbeiter gegen die Arbeitsvermittler scheint endlich von Erfolg ge- krönt zu werden. Im Anschluß an die letzten Demonstrationen gegen die privaten Stellenvermittelungs-Burcaus und an die dabei er- folgten Verhaftungen wurde eine Kommission der Arbeiter bei der focialistischeir Kammerfraktion vorstellig und erhielt den Rat, sich zu- nächst an die Pariser Stadtverwaltung zu wenden. Dies geschah: die Arbeiterdelegation wurde in einer Plenarsitzung empfangen, und es fand eine eingehende Beratung und Verhandlung unter Hinzu- ziehung des Polizeipräfekten statt. Nach nochmaliger Anrufung der socialistischen Kammerfraktion und nach Intervention beim Justiz- minister wurde von den maßgebenden Instanzen(Polizeipräfekt usw.) die Erklärung abgegeben, sie seien bereit, in die d e f i n i ttz v e Beseitigung der privaten Arbeitsvermitte- lungs-Bureaus einzuwilligen. Berliner Partei- Angelegenheiten. fich aber 9841 befunden, die aus Vororten famen. Die Zuzüge aus mit 30 Broz. Ein entschlicher Unglücksfall ereignete sich gestern vormittag den Vororten sind also diesmal weniger zahlreich gewesen, obwohl die 1034 Uhr in der Wasserthorstraße unweit der Alexandrinenstraße. Charlottenburg. Am Sonntag, den 5. d. M. findet im zweiten für den Monat April ermittelte Gesamtzahl der Zuzüge nach Berlin sich Ein junger Mann fuhr mit seinem Rade direkt gegen die Plattform erhöht hat. Die aus Vororten zugezogenen Personen waren an der eines Straßenbahnwagens und geriet unter den Schutzrahmen. Mit Bezirk eine Flugblattverbreitung für die Stadtverordnetenwahl statt. Hieran müssen sich die Genossen aus allen Gesamtzahl der nach Berlin Zugezogenen beteiligt: im April dieses schweren Kopfverletzungen wurde der junge Mann von Schutzleuten Bezirken zahlreich beteiligen. Für die Genossen aus dem 1., 2., 3. Jahres mit weniger als 27 Broz, aber im April vorigen Jahres in einer Droschke nach der Unfallstation gebracht. und 4. Bezirk ist der Treffpunkt bei Bade, Nehringstr. 25, für gleichfalls vermindert, doch ist hier zu beachten, daß auch die Gesamt- Oberschlosser Weber aus Schöneberg, der schon seit Jahren bei dem Die Wegzüge nach Vororten haben sich diesmal Tödliche Verlegungen erlitt gestern mittag in der Seestraße der bie aus dem 5., 6., 7. und 8. Bezirk bei Herter, Kaiser zahl der Wegzüge von Berlin im April dieses Jahres geringer war Oberleitungsbau der Großen Berliner Straßenbahn beschäftigt iſt. Friedrichstr. 71, und zwar früh um 1/28 Uhr. Eine zahlreiche als in demselben Monat des vorigen Jahres. Für April wurden w. fuhr auf einem Turmtagen die Seestraße entlang, um die DrahtBeteiligung der Genossen ist dringend erwünscht. als von Berlin weggezogen gemeldet: diesmal 24 590 Personen, leitung der Straßenbahn zu kontrollieren und die notwendigen AusRummelsburg. Dienstagabend spricht in der General- darunter 10 189 nach Vororten weggezogene, im vorigen Jahre bersammlung des Wahlvereins Genoffe Moltenbuhr 25 975 Personen, darunter 11 072 nach Vororten weggezogene. An beſſerungen vorzunehmen. Bei einer derartigen Arbeit vor dem über die politische Lage. Sonntag erfolgt zu dieser Versammlung der Gesamtzahl der Weggezogenen, soweit sie gemeldet wurden, Hauſe Nr. 68m riß eine Endverankerung dadurch, daß plötzlich die eine Flugblattverbreitung, an der die Parteigenossen sich waren die nach Vororten weggezogenen Personen im April 1904 mit Deſe eines Isolators brach. Durch den zurückspringenden Spanndraht wurde der Schlosser getroffen und vom Wagen herabgerissen. zahlreich beteiligen wollen. etwa 42 Proz., im April 1903 mit etwa 43 Proz. beteiligt. Weber wurde mit solcher Gewalt zu Boden geschleudert, daß er In Freien Stunden". Illustrierte Wochenschrift für das besinnungslos liegen blieb. Der Verunglückte wurde in einer arbeitende Volt. Heute gelangt das 23. Heft dieser Zeitschrift zur Droschte nach dem Paul Gerhardt- Stift gebracht, woselbst schwerer Ausgabe. Es bringt die Fortsetzung des Romans„ Die Fluß- Schädelbruch konstatiert wurde. Der Zustand des W. ist leider Aus der Stadtverordneten- Versammlung. piraten des Mississippi" von Friedrich Ger städer hoffnungslos. Kämpfe um die„ Große Berliner Straßenbahn" sind und den Schluß der Novelle von Emile Zola: ,, Madame in der Berliner Stadtverordneten- Versammlung oft dagewesen, aber Sourdis"; außerdem eine kleine Skizze„ Aesop", sowie„ Dies einen so eigenartigen Kampf, wie ihn in der gestrigen Sitzung der und Jenes"," Wiz und Scherz", die den Inhalt des Heftes Stadtverordnete Jakobi führte, haben wir doch noch nicht erlebt. vervollständigen. Jedes Heft kostet 10 Pf. und ist in allen ParteiZur Erörterung stand die Vorlage des Magistrats über die Er- Buchhandlungen, Parteispeditionen und sonstigen Zeitungsspeditionen als der Motorzug 1207 der Linie 53( Danzigerstraße- Rirdorf) bauung bon fünf städtischen Straßenbahn zu haben. Linien. Herr Cassel( Alte Linke") hatte Ueberweisung an einen Ausschuß beantragt, und von der Versammlung wurde, wie wir Lokales. borweg bemerken wollen, so beschlossen. = Ein Zusammenstoß zweier Straßenbahnzüge fand gestern nachmittag gegen 3 Uhr in der Weißenburgerstraße statt. An der Haltebahnlinie Danzigerstraße- Schöneberg, um Fahrgäste aufzunehmen. stelle am Wörther Plazz stand der Motorwaggon 1973 der StraßenDer Schaffner war eben im Begriff, das Abfahrtssignal zu geben, herangesaust kam. Er fuhr mit solcher Gewalt auf den Vorderwagen teftion errichtete& aubentolonie am Fürstenbrunner Weg in form eingedrückt, eine der Stirnwandscheiben zertrümmert wurden. Arbeitergärten vom Roten Kreuz nennt sich eine mit hoher Pro- auf, daß von diesem das Rück- Stirnschild herabgerissen, die PlattCharlottenburg, die vorgestern vom Besuch der Kaiserin wie Dem auf der Plattform stehenden 13 jährigen Knaben Kindermann, Die Besprechung, die diesem Beschlusse voranging, wurde er- man so sagt überrascht wurde. Sehr hübsch schreibt der„ Lokal- bei seinen Eltern in der Schliemannstraße 20 wohnhaft, fiel das öffnet von dem Redner der„ Fraktion Mommsen", dem Stadtv. Anzeiger":" Die hohe Frau, die schon mehrfach den Wunsch Stirnschild auf den Kopf und brachte ihm eine stark blutende VerSolmis. Ob seine Freunde der Vorlage wohlwollend gegenüber- geäußert hatte, das Leben und Treiben der Kolonisten selbst kennen legung bei. die auf der Unfallstation in der Kastanien- Allee verbunden wurde. Der Schaffner Josef Zollner erlitt eine Kontusion stehen oder nicht, wurde nicht recht klar; aber er fündigte eine zu lernen, hatte sich erst in fünfter Nachmittagsstunde zu dem Besuch der linken Hüfte und mußte sich vom Dienst ablösen lassen. " objektive Prüfung" an, und das flingt immer verdächtig. Auf entschlossen. Gegen 6 Uhr waren die Kolonisten durch ihre eine Würdigung der Vorlage ließ sich Herr Solmiz selbstverständlich Besuch in Kenntnis gesetzt worden. Nasch wurden alle Hebel in geborene Kaufmannslehrling Willy Grothe aus Halberstadt. Er Patronatsvorsteher in aller Eile von dem in Aussicht stehenden hohen Spurlos verschwunden ist der am 1. Januar 1888 zu Berlin nicht ein. Desto nachdrücklicher wies unser Genosse Singer Bewegung gesezt, um, so gut es ging, den kleinen von den einzelnen war seit Ostern 1902 in einem Tapetengeschäft in Magdeburg in der darauf hin, daß der erste Schritt, den der Magistrat hier endlich zur Familien verwalteten Gartengrundstücken und den zugehörigen Lehre, kam von dort aus, nachdem er vorher in Zerbst einen jungen Erbauung städtischer Straßenbahnen thun will, dazu beitragen werde, Lauben ein festliches Gewand zu geben. Fähnchen, Wimpel, Verwandten besucht hatte, nach Berlin und wurde hier in Frauendas Monopol der kapitalmächtigen Großen" zu Guirlanden und Lampions waren bald angebracht." kleidern von der Polizei aufgegriffen und nach drei Tagen Haft, brechen. Singer schilderte die Leidenszeit, die die Verkehrsmit männlicher Kleidung versehen, wieder entlassen. Die Frauendeputation hat durchmachen müssen, bis es ihr endlich gelungen ist, leider gab er am Abend des 8. Mai in einem Hause der Heimstraße ab. Seitdem fehlt jede Spur von ihm. Da anzunehmen ist, daß er, den Widerstand des Magistrats zu brechen. Seine groß angelegte von Wahnvorstellungen befallen, umherirrt, so wird gebeten, bei Rede weckte lebhaften Beifall, auch auf freisinniger Seite. seinem Auftauchen der Polizei oder dem Buchdrucker C. Möhle, Berlin, Mariendorferstr. 16, 3 Tr., Mitteilung zu machen. Da Grothe auf der Polizei seine und seiner Eltern Adresse angab und erzählte, daß sich sein Vater in einer Frrenanstalt befand, so hätte man wohl an> nehmen können, daß seiner Mutter oder seinem Lehrherrn noch während der Abbüßung der Haftstrafe Mitteilung gemacht worden wäre; dies geschah jedoch erst, nachdem G. bereits entlassen war. Der Verschwundene hat normale Größe, volles, rundes Gesicht, blaue Augen, gerade Nase, dunkelbraunes Haar, etwas große Ohrmuscheln und war bekleidet mit kleinkarierter brauner Hose, grauem Jackett und ebensolcher Weste und Binsenhut und spricht Magdeburger Dialekt. " Nach ihm erhob sich der Stadtverordnete Ja to bi, um die ablehnende Haltung seiner Freunde, eines anscheinend nicht geringen Teiles der„ Alten Linken", zu begründen. Herr Jakobi sprach so, daß ein Beauftragter der„ Großen" nicht anders hätte sprechen tönnen. Er versicherte, daß er das beste der Stadt wolle, aber dieses„ beste" ist so, daß es für die„ Große" das allerbeste wäre. Der wackere Mann steht noch immer auf dem Standpunkt, daß die Stadtgemeinde nicht selber Straßenbahnen bauen soll. Er sei, so rief er aus, kein„ arrangierter Gegner städtischer Straßenbahnen" er meinte enragiert", aber ein ärgerliches Ungeschick legte ihm jenes andre Wort auf die Zunge. Die Stadtgemeinde werde am besten wegkommen, wenn sie die von ihr geplanten fünf Linien der Großen" noch dazu gebe. Hat die Große sonst noch Wünsche?" fragte hier ein boshafter Zwischenrufer. Ein ganzer Stab von Beamten und Höflingen war in Begleitung der hohen Dame, die von den Kindern der Laubenkolonisten mit liebe Tante Kaiserin" angeredet wurde wenigstens nach dem" Lokal- Anzeiger". Dann sangen die Kinder das schöne und für den hohen Besuch passende Lied Was frag ich viel nach Geld und Gut". Nach einem Aufenthalt von fünfviertel Stunden verließen die Kaiserin und ihre Begleitung sehr befriedigt die Laubenkolonie. " Nach so eingehender Betrachtung des Idylls am Fürstenbrunner Weg dürften in hohen Kreisen abermals topfschüttelnd Betrachtungen darüber angestellt werden, wie es nur möglich ist, daß die Bevölkerung eines Reiches, in welchem solche Pflegestätten socialer Glückseligkeit errichtet sind, zum dritten Teil aus Socialdemofraten besteht. -als die Bureaus über die Die Berlockung. Abgefaßt wurde hier ein junger Lebemann, ein 16jähriger Ferdinand Schulz aus Stettin, der dort in einer Vorstadt einen Brief mit 5000 Mart auf die Post bringen, nahm das eine Broschüre durchblättert, macht sich wohl selten Gedanken über in einer chemischen Fabrik in der Lehre war. Der junge Mann sollte Die Papiergewerbe- Ausstellung. Wer seine Zeitung liest oder Geld heraus, füllte den Umschlag mit Papierschnigeln und gab ihn die Wunderwerke, die der Menschengeist erfunden hat, um die techdann auf. Mit der Beute fuhr er nach Berlin, wo er sich neue nische Herstellung der Geisteskost zu ermöglichen. Mag der Stadtbaurat Krause erwiderte, und er wies Herrn Jakobi Kleidung kaufte und in Saus und Braus lebte, bis er gestern von Maschinentechnik auch der nicht von der Hand zu weisende Vorwurf fofort eine Reihe von Unwahrheiten nach. Dann sprach Herr der Kriminalpolizei ermittelt und festgenommen wurde. Da er auch zu machen sein, daß sie noch keinen Apparat erfunden hat, der den Cassel für die andre Hälfte der„ Alten Linken" und wandte eigenes Geld besessen hatte, so wurde die unterschlagene Summe für Schriftsteller, den Redakteur, vollkommen überflüssig macht, so muß fich mit verblüffender Schärfe gegen feinen Fraktions- den Geschädigten fast ganz gerettet. Mit tausend Mark doch auch der Laie beim Besuch der gestern im Luisenhof in der genossen.„ Der Herr Kollege Jafobi", so rief Cassel, ist sehr durchgebrannt ist am Mittwoch ein 27 Jahre alter Buchhalter Dresdenerstraße eröffneten Papierausstellung anerkennen, daß wohl geididt in Kaufmann in gestellt war. Er hatte den Auftrag, das Geld bei der Vichkommissions- Thätigkeit sind als in dem der graphischen Künste. Fehlt in der ganze Wahrheit sagen wollte!" und dann vollzog er an ihm eine bant einzuzahlen, steckte es aber in die Tasche und dampfte damit Ausstellung immerhin die eiferne Königin, die Rotationsmaschine, förmliche Abschlachtung. Die Stadtvv. Rosenow( Neue Linke") ab. Als der Kaufmann erfuhr, daß er es nicht abgeliefert hatte, so ist doch eine Sehmaschine, die Monoline in Thätigkeit, und eine und Preuß( Soc.- Fortschrittler") hieben in dieselbe Kerbe. und sich in seiner Wohnung nach seinem Verbleib erkundigte, konnte Reihe für die Steindruckerei wichtigen Maschinen geben auch von Jacobi versuchte eine Erwiderung, aber man merkte es ihm an, ihm seine Frau nur eine auf dem Anhalter Bahnhof aufgegebene diesem zumeist sehr bunt geratenem Zweig der schwarzen Kunst wie weh es ihm that, sich so von seinen eignen Freunden verlassen Depesche zeigen:" Muß plöglich verreisen. Warte nicht mit dem Kenntnis. Sehr zahlreich sind in der Ausstellung Heftmaschinen zu sehen. Und dabei wird die„ Große" für das Opfer, das er ge- Efsen! Kuß, Dein August!" vervollkommneter Konstruktion und andere für die Buchbinderei wichbracht hat, wahrscheinlich nicht einmal dante sagen".. Falscher Verdacht. Wiedergefunden hat sich das Silbergeschirr, tige Neuerungen vertreten. Aber auch die Papierverarbeitung im Der Magistrat war in dieser Sigung in auffallend geringer das einem hiesigen Offiziercorps abhanden gekommen war. Mit weiteren Sinne wird hier vorgeführt. Die Dütenfabrikation, die Zahl vertreten. Stadtrat Kolle, der„ Straßenbahn- Sachverständige" seinem Verschwinden" hat es eine eigne Bewandtnis. Das Geschirr bisher von Gefangenen oder im Elend der Hausindustrie betrieben des Magistratskollegiums, der für die Erbauung städtischer sollte einem Silberarbeiter zur Ausbesserung übergeben werden. Auf wurde, wird jetzt von einer Maschine besorgt, auf die man nur eine Straßenbahnen nicht sehr begeistert ist, glänzte durch Abwesenheit. telephonische Bestellung holte der Hausdiener eines Geschäfts es ab große Papierrolle zu legen braucht, um Düten aller möglichen und quittierte über den Empfang mit seinem Namen. Der Silber- Größen und Formen zu erhalten. Und nicht minder imponieren die Auch Oberbürgermeister Kirschner, der die Nordlinien für" unrentabel" schmied legte das Paket beiseite und erwartete noch eine besondere Briefumschlag- Maschinen, die das Stanzen des Papiers, das hält, blieb den ganzen Abend hindurch unsichtbar. Anweisung, was mit dem Geschirr geschehen solle. Beim Dffizier Gummieren und das Falten der Umschläge selbstthätig besorgen. corps aber wußte man wohl nicht recht, welchem Geschäft man es Gin andres Wunderwerf für die Luruspapierfabrikation ist der SpritHelfershelfer des Hansagrariertums. Zur Beleuchtung des übergeben hatte, und aus der Quittung ging das auch nicht hervor. apparat, der mittels Breßluft vor allein auf geprägtes Papier bisher Techtelmechtels, das zwischen Freisinn und Hausagrarier Da es mun nicht zurückfam, so glaubte man, daß ein falscher Haus- ganz unbekannte Farbennüancen von vollendeter Schönheit aufträgt tum besteht, haben wir mitgeteilt, daß Berliner Grundbesizer diener das Ferngespräch aufgeschnappt und sich das Geschirr an- und so den bisher mühselig gebrauchten Pinsel überflüssig macht. vereine freisinnige Landtagsabgeordnete Berlins in ihre Ver- geeignet habe. Zufällig las auch weder der Silberschmied noch sein leberhaupt kommt die Fabrikation von Luruspapieren besonders fammlungen citieren wollen, um sie dort abzurüffeln, weil sie im Hausdiener die Zeitungsnotiz über das Verschwinden des Schatzes. anschaulich zur Geltung; es sind im Luisenhof lithographische Landtage ihre den Grundbesitzern vor den Landtagswahlen ge- Erst als jetzt die Striminalpolizei mehrere Hausdiener des inter- Arbeiten von einziger Schönheit ausgestellt. Sehr weit ist der machten Versprechungen nicht nach Wunsch gehalten haben sollen. zeichneten Namens vorlud, wurde er wieder entdeckt. Unter den Rahmen der Ausstellung insoweit gezogen, Wir fügten hinzu, daß der Bund der Berliner Grundbesitzervereine Vernommenen befand sich auch der richtige" Hansdiener. Er tensilien einen ganz beträchtlichen Raum in ihr einnehmen. Die schon im März die freisinnigen Landtagsabgeordneten Gold- machte gar kein Hehl daraus, daß er den Schatz vom Offizier Firma Heinze u. Blander giebt einen Ueberblick schmidt, Kopsch, Rosenow und Zwick durch einen Mahn- fasino abgeholt hatte und war überzeugt, daß er sich noch im Herstellung von Stahlfedern und Federhaltern; von Schreibmaschinen, brief ant ihre Zusagen erinnert und ihnen eingeschärft Geschäft befinden müsse. Dort lag er denn auch noch so, wie er praktischen Schreibpulten und allem andren nur zu ersinnenden habe, danach zu handeln. Jetzt veröffentlicht die Freisimmige gekommen war. Comptoirbedarf wimmelt es förmlich. Auf diesem Gebiete wird Zeitung" einen Brief, den der Vorsitzende des Grundbesizerauch unser Vorwurf, daß die Geistesthätigkeit des Menschen noch Bei der Arbeit verunglückt. Gestern nachmittag besserte der immer nicht so recht von der Maschine abgelöst sei, zum Teil entvereins Prenzlauer Thor" an den Landtagsabgeordneten Rosenow geschrieben hat und in dem die Erklärung abgegeben wird, daß die 60 Jahre alte Maurer Anton Stahl aus der Lottumstraße 20 der fräftet. Eine neue Rechenmaschine, der„ Stolzenberger Millionär", Herren Rosenow und Zwick„ Verpflichtungen nicht übernommen" Thorweg zum Victoriaspeicher in der Schlesischenstraße aus. Während leistet in den vier Species weit mehr als Adam Riese ahnen konnte hätten. Die Freifinnige Zeitung" versichert, daß auch die übrigen ein. Dieser lief in der etwas abschüssigen Einfahrt schneller, als Zukunft auch das Handwerk des Journalisten und Schriftstellers fich er auf der dritten Sprosse einer Leiter stand, fuhr ein Mehlwagen und giebt so doch der Hoffnung Raum, daß in einer nicht fernen Berliner Landtags- Abgeordneten„ eine bindende Verpflichtung gegen der alte Mann gedacht hatte, riß ihn mit der Leiter, von der er nicht mit der Drehkurbel und dem Einschalter erledigen lasse. Hoffentlich über dem Berliner Grundbesizer- Verein"( ist das ein Druckfehler oder handelt es sich hier um schlaue Beschränkung dieser ab- so rasch hinunter kommen konnte, um, und ging über seine Beine rückt diese Zeit heran, während wir noch flott auf den Beinen find; Der Schwerverleßte wurde wir rechnen dann bei mitleidigen Arbeitgebern immerhin auf den leugnenden Erklärung auf einen einzelnen Verein?) nicht ein hinweg, die beide gebrochen wurden. gegangen seien. Nun hat der Bund der Berliner Grundbesitzer- Maurer Robert Hagen aus der Fennstraße 22 stürzte auf einem Nun hat der Bund der Berliner Grundbefizer- nach dem Krankenhause am Urban gebracht. Der 24 Jahre alte Posten eines Zeitungsausträgers. Vereine das Wort. Er wird den Versuch machen müssen, den Herren Neubau in Tegel mit einem Sack Gips, den er über den Hof trug. Hebenden Tage sind dahin, wo Koch, Eberle, Peyrouse und andre Ringkämpfer im Belle- Alliance- Theater. Die unvergleichlich erNosenow und Konsorten das Gedächtnis zu schärfen und in ihnen Der Sack fiel auf ihn und der Verunglückte zog sich innere Ber- Sterne der Athletik im Cirkus Busch Vorstellung gaben, und nur die Erinnerung an jene Verhandlungen zu wecken, die vor den Landtagswahlen zwischen Freiſinn und Hausagrariertum ſtatt- legungen und einen Unterschenkelbruch zu. feliges Erinnern vermag der Nachwelt noch von diesem HeroenzeitAugustahospital gebracht. gefunden haben. alter Kunde zu geben. Aber den Fürsten im Reiche des UeberAus der allerbesten Gesellschaft. Unsaubere Geschichten aus der menschentums folgen kleinere Trabanten, von denen etliche vor Dem Ergebnis der Stadtverordneten Erfahwahl im 40. Bezirk Berliner Aristokratie bildeten die Unterlage einer Privatklage der Wochen schon im Passage- Theater strebend sich bemühten und andre ist nun doch noch von freisinniger Seite eine kritische Besprechung zu Gräfin Melitta Dönhoff in Charlottenburg gegen Frau Marie zur Zeit im Garten des Belle- Alliance- Theaters auftreten. Es wurde teil geworden. Sie ist zwar ein bißchen sehr knapp ausgefallen, v. Pannwitz in Wilmersdorf, die gestern vor dem Schöffengericht allerhand über faulen Zauber gemunkelt, der bei den Künſten im aber man sieht doch wenigstens den guten Willen, die Blamage des des Amtsgerichts II verhandelt werden sollte.. Die Affaire schien Cirkus Busch im Spiele gewesen sei, und das bedenkliche Schlagwort un all seine Hoffnungen gebrachten freifinnig- konservativen Durch das Interesse adliger Kreise sehr zu erregen; im Zuhörerraum sah muß jetzt in der Weise herhalten, daß nach dem Vorbilde des bewegzuteslamotieren. Die Freisinnige man eine ganze Anzahl distinguierter Herren und Damen, eine rühmten Bosko gezeigt wird, wie Geschwindigkeit keine Hererei ist. Beitung" hatte, wie wir schon gestern mitteilten, in ihrer große Anzahl solcher wurde zur Zeugenschaft aufgerufen, darunter: Auf dem Gebiete der höheren Magie sind schon längst die Leute beDienstags Nummer gesagt: Die Verdrängung der Socialdemokratie aus ihrem bisherigen Besiz Kammerherr v. Trotha, Herr v. Jasmund, Fräulein tannt, deren Beruf das Profanieren ist, und die kaltblütig einer jungen Dame und stande ist sicher, wenn alle Gegner derselben möglichst früh bolgendorf, Frau v. Roon, Graf Friz Dönhoff, Fräulein demonstrieren, wie das Köpfen b. Ravenstein, Frau v. Maliczowska, Fräulein v. 2 olid a, andre herzerquickende Künste auf Spiegelfechterei beruhen. zeitig ihre Stimmen für Herrn Lenz abgeben." In ihrer die Sterne erster Größe mit dürren Worten zu Donnerstags- Nummer berichtet sie nun über den Ausfall der Wahl Fräulein v. Dühring, Hauptmann v. Rößing, Justizrat& is co, Ohne Die Beleidigungen, die der Frau verdächtigen, zeigen die starken Männer zweiten Grades dem in einer furzen Notiz, die also anhebt:" Bei den zwei Stadt- Frau v. Trotha 2c. 2c. Garten des Belle Alliance Theaters fizenden Publikum, verordnetenwahlen, die am Dienstag in Berlin stattfanden, find, Gräfin Dönhoff durch die Privatbeklagte zugefügt sein sollen, waren im derartige, daß der Vorsitzende den Ausschluß der wie es gemacht werden könnte, um die rückhaltlos für Koch und wie vorauszusehen war, die socialdemokratischen Kandidaten gewählt worden." Mit dieser Blüte frei effentlichkeit in Aussicht stellte. Bevor es dazu fam, gelang Eberle schwärmende Begeisterung gründlich zum besten zu halten. Kandidaten gewählt worden." Mit dieser Blüte freifinnig- unfreiwilliger Komit dürfen wir wohl die Atten über die Wahl es den Bemühungen der Rechtsanwalte Dr. Sch windt für die Die Herren Brand aus Danzig und Jankowski aus Posen schilderten finnig- unfreiwilliger Komik dürfen wir wohl die Akten über die Wahl Angeklagte 15 Leonh. Friedmann für die Klägerin, die im ersten Aft ihrer recht amüsanten Komödie den„ lebergriff von im 40. Bezirk schließen. Parteien zu em Vergleiche zu bewegen, so daß sich eine Ver- hinten mit halbem Nelson" unsre Leser müssen nun schon einmal " falls- Kartells = = " Er wurde nach dem = V Die Frühjahrsumzüge zwischen Berlin und den Vororten haben handlung erübrigte. Frau v. Banntvis gab eine Erklärung ab, das auch uns nicht verständliche Rotwelsch entschuldigen, im fich in diesem Jahr wesentlich anders gestaltet als im vorigen. Für daß fie die beleidigenden Aeußerungen über die Privatklägerin, zweiten Aft gaben sie den Sigler Griff" zum besten und im April 1904 wurden, nach einer jetzt vorliegenden Zusammenstellung soweit sie sie gethan, mit dem Auserud des tiefsten Bedauerns dritten Aft das Aufreißen vom Barterre", wobei der Gegner höher des Berliner Statistischen Amts, 34 011 Personen als nach Berlin zurücknehme und erkläre, daß sie zu solchen Aeußerungen, wie sie gehoben wird als nötig ist, damit er wieder in den Stand zugezogen gemeldet, darunter waren 9112 Personen, die aus einem ihr zur Last gelegt werden, nicht die geringste Veranlassung gehabt kommt. Andre noch größere Demonstrationen folgten, bis ein in allem der näheren Vororte zuzogen. Jm April 1903 dagegen waren nur habe oder habe, Frau v. Pannivit übernahm die Kosten und Frau dann Ernst ernsthaftes Ringen Losging. 32 688 Personen als zugezogen gemeldet worden, darunter hatten Gräfin Dönhoff zog die Klage zurück. Hierbei ging es forscher zu als im Cirkus Busch. Kein Spektakel von 30 oder 40 Minuten Dauer; in zwei Minuten warf| Kleidungsstücken wurden bei dem Skelett, das mit dem Gesicht nach| Kulturbetvegung und der von hohem Opfermut zeugenden gewer Naugetat Berlin seinen Gegner Kricheldorf- Magdeburg, in andert- oben lag, nicht vorgefunden. Die Schöneberger Polizeibehörde, die schaftlichen Thätigkeit im besonderen entgegenbringen, sind die Worte halb Minuten wurde Fleischer von Strenge besiegt und in vier Nachforschungen zur etwaigen Persönlichkeitsfeststellung eingeleitet von dem Beugen vor der Socialdemokratie höchst bezeichnend. Möchte Minuten legte Saft- Breslau feinen Rivalen Dittmann- Berlin auf| hat, nimmt zunächst an, daß es sich um einen vor 18 Jahren spurlos die Arbeiterschaft auch aus solchen Gerichtsurteilen lernen und die den Rücken. Selbstverständlich werden die Kämpfe noch eine Reihe verschwundenen Schneidermeister aus der Hauptstraße handeln Notwendigkeit der Organisation immer klarer erkennen! von Abenden fortgesetzt. Die Arrangeure gehen wohl nicht fehl, könnte. Ob der Mann durch Unfall deserbrechen zu Tode gewenn sie annehmen, daß auch an diesen Kraftproduktionen viele kommen, läßt sich jetzt natürlich taung, feststellen. Leute Gefallen finden. Aber auch wer banausisch genug ist, die echte wie die imitierte Ringkämpferei mit dem Gefühl der Wurschtigkeit zu betrachten, konimt in dem schönen Garten des Belle- AlianceTheaters schon auf seine Kosten. Hus den Nachbarorten. Gerichts Zeitung. zu neun Vermischtes. 36 Jahre lang vom eignen Vater eingesperrt gehalten. Vor 36 Jahren verschwand aus dem Dorfe Hall, in der Nähe von Brüssel, ein junger Bauernsohn, der sich erst kurz vorher verheiratet hatte. Er hatte bis dahin gemeinsam mit seinem Vater ein kleines Gütchen bewirtschaftet. Da alle Nachforschungen erfolglos blieben, nahm' man an, daß er sich das Leben genommen hätte oder daß er ausgewandert wäre. Schließlich geriet die ganze Angelegenheit in Vergessenheit. Vor einiger Zeit nun lief, wie geschrieben wird, eine namenlose Anzeige bei der Polizei ein, daß der Verschwundene von seinen eignen Angehörigen in ihrem Hause versteckt gehalten würde. Sofort angestellte Nachforschungen ergaben die Wahrheit dieser Angabe. Der Unglückliche wurde in einem finsteren versteckten Winkel aufgefunden. Er lag fast zum Gerippe abgezehrt auf einem schmutzigen Strohlager, Haupt- und Barthaare hingen in wirren Strähnen herunter, der törper starrte von Schmuß und Ungeziefer. Als der Unglückliche aus gehen noch sprechen. Der unnatürliche Vater, der bereits in hohem diesem menschenunwürdigen Zustande befreit wurde, konnte er weder Alter steht und sich stets des besten Leumundes erfreute, sowie die Frau sind verhaftet worden. Ein zweiter Dippold. Wegen schwerer Mißhandlung eines ihm zur Erziehung anvertrauten Knaben( Sadismus à la Dippold) hatte fich gestern der aus Berlin gebürtige 33jährige Schriftsteller Martin Ludwig Greiner vor der zweiten Straffammer am Landgericht Abermals ehrenhafte Arbeiter, wegen Erpressung verurteilt! Hamburg zu verantworten. Der Angeklagte, der LandwehrEine Anklage wegen berjuter Erpressung beschäftigte Offizier ist, wurde beschuldigt, in den Jahren 1900 bis 1903 zu Eine Anklage wegen versuster Erpressung beschäftigte Berlin den elfjährigen Knaben Kr., deffen Schularbeiten er be gestern die vierte Strafkammer des Landgerichts I unter dem Vorsitz aufsichtigte, zur Befriedigung seiner Wollust häufig auf die entblößten des Landgerichtsrats Braun. Im verflossenen Herbst wurde Belt Körperteile gezüchtigt zu haben. Greiner wohnte früher bei einem Die Charlottenburger Stadtverordneten Versammlung hat am Nr. 4 umgebaut. Am 15. September erhielt auch der Maurer Mittwoch noch endgültig die Errichtung eines Schiller Glimm, ein älterer Mann, bort Beschäftigung. Schon am ersten Fräulein Kr. in der Nollendorfstraße zu Berlin( der Mutter bes Theaters genehmigt. Der Magistrat kauft zu diesem Zwecke das Tage wurde er von den Maurern Wilh. Strehmel, Johann 1903 übersiedelte er nach Hamburg und veranlaßte Fräulein Kr., Knaben), mit der er intime Beziehungen unterhielt. Im Sommer an der Bismard, Grolman- und Schillerstraße, also in unmittel- Schley und Karl Bräner gefragt, ob er aus seinen Papieren ihren Sohn zu seiner Erziehung nach dort zu schicken. Es begann barer Nähe des Knie gelegene Grundstück der Tietzschen Erben zum nachweisen könne, daß et dem Verbande angehöre. Als Glimm Preise von 1818.000 M. und errichtet hier ein Theater, das auf darauf erwiderte, daß er dem Verbande weder angehöre noch an- des nachts von seinem Lehrer aus dem Bette geholt und in der nun für den Knaben ein wahres Martyrium; er wurde wiederholt 25 Jahre an die Schiller- Theater- Aktiengesellschaft verpachtet wird. gehören wolle, wurde ihm gesagt, daß man dann andre Die Kosten der Bauplan- Aufstellung und Bauausführung nebst Maßregeln gegen ihn anwenden würde. Glimm gebrauchte brutalſten Weise mittels Rohrstockes gemißhandelt. Der Gerichtshof innerer Einrichtung trägt die Stadt bis zum Betrage von 1 400 000 m. darauf die empörende Aeußerung: verurteilte den Angeklagten wegen fortgesetter Sittenverbrechen zu " Laßt Euch mit mir Sollten die Kosten höher sein, so trägt sie die Gesellschaft. Bauplan nicht ein, insgesamt einem Jahre Gefängnis und zwei Jahren Ehr ich habe schon mal einem und Kostenanschlag sind von der Gesellschaft aufzustellen, sie be- Monaten verholfen." dürfen jedoch der Zustimmung einer von der Stadtgemeinde zu selbstverständlich noch mehr böses Blut. Dies erregte unter seinen Kollegen berluft unter Anrechnung von einem Monat der erlittenen UnterDies erregte unter seinen Kollegen fuchungshaft. Ein Antrag der Verteidigung auf vorläufige Haft Als die Maurer bildenden gemischten Deputation. Das Theater wird der Gesell- zwei Tage später in der Baubude beim Frühstück saßen, wandte der entlassung gegen Stellung einer Kaution von 10 000 M. und mehr fchaft auf 25 Jahre verpachtet gegen einen Pachtzins von Polier Hermann Irmler sich an Glimm mit der Aufforderung, wurde seitens des Gerichts abgelehnt. 100 000 m. jährlich. Der Gesellschaft steht das Recht der Bachtung dem Verbande beizutreten. Glimm verhielt sich wieder ablehnend. auf weitere 25 Jahre zu, doch beträgt der Preis dann 102 000 M. Frmler äußerte:" Ich bezahle ja schon so viele Jahre lang meinen Die Gesellschaft verpflichtet sich, das Theater als ein Boltstheater Beitrag, warum sollen es denn die Kollegen nicht thun?" Glimm mit den jezigen Zwecken und Zielen und mit allen den Berliner beharrte auf seiner Weigerung. Als die Frühstückspause beendet war, Schiller Theatern zur Zeit eigentümlichen Wohlfahrts- und ähnlichen rührte sich keiner der Maurer, um die Arbeit wieder aufzunehmen. Auf Be Einrichtungen seiner Organisation der Art des Spielplans, der fragen des Poliers erklärten fie, daß fie mit Glimm nicht zufammen Lieferung der Kostüme an die männlichen und weiblichen Mitglieder, arbeiten wollten. Dem Polier blieb nichts andres übrig als die der bestehenden Wohlfahrtseinrichtungen u. a. m. in Gemäßheit fofortige Entlassung Glimms zu verfügen. Dieser erwiderte, daß der Sagungen der Schiller- Theater- Aktiengesellschaft zu führen und nur dem Arbeitgeber, Baumeister Sonnenburg, das Recht zustehe, zu erhalten, die Eintrittspreise für die Vorstellungen nach einem ihn zu entlassen. Irmler ging ans Telephon und stellte dem BauMaximaltarif festzusehen, der im Sinne des jeßt für die Berliner meister den Sachverhalt vor. Dieser erwiderte, daß er mit der EntSchiller- Theater geltenden Tarifes aufzustellen und Vom Magiftrat zu lassung Glimms einverstanden sei. Dieser mußte den Bau genehmigen ist, über diesen Maximaltarif vertalen. Darauf nahmen die Maurer die Arbeit wieder auf. nicht hinauszugehen und Aenderungen desselben nicht ohne eiderging es dem Maurer Kalteit, der zu gleicher Zeit mit Zustimmung des Magistrats vorzunehmen, Mittwochs oder Glimt dort Arbeit gefunden. Auch er wurde gefragt, ob er dem VerSonnabends Nachmittagsvorstellungen für die Zöglinge der Fort- banbe angehöre. Zuerst erwiderte er, er habe seine Papiere zu Hause bildungsschule, und ferner für Schüler und Schülerinnen der Gabergessen, am folgenden Tage mußte er einräumen, daß er seine Tottenburger Gemeindeschulen während der beiden legten Jabber Berbindlichkeiten dem Webbande gegenüber nicht erfüllt habe. Er sei Schulpflicht unentgeltlich in solcher Anzahl zu veranstalten, bak jeber mit 6 M. dieser Zöglinge oder Schüler und Schülerinnen mindestens einmal Geld zusammen habe, wolle er aber wieder beitreten. Als der = 12 Wochenbeiträgen im Rückstande. Sobald er das im Jahre einer Vorstellung beiwohnen fann, wobei jedoch die Zahl Polier ihm die schwere Arbeit des Müllbeseitigens aufbürdete, hielt der zu berücksichtigenden Schüler 10 000 nicht übersteigen darf, und er das für Chikane und zog es vor, die Arbeit freiwillig niederzu endlich Mittwochs oder Sonnabends Nachmittagsvorstellungen für legen. Die Anklagebehörde erblickte in dem Verhalten des die Schüler und Schülerinnen der übrigen Charlottenburger öffent Poliers Jrmler sowie der Maurer Strehmel, Schleh Mäßige Civilliste. Nicht ganz von der Hand zu weisen ist die lichen und privaten Schulen zum Preise von 50 Pf. für die Person Bräuer die Merkmale der versuchten Erpressung und zog Schüßengilde, die sich sogar den Luxus zweier Könige leistet, gewährt Würde der Schüßenkönige in Lieberose( Mark). Die dortige so oft zu veranstalten, als der Magistrat dies beansprucht, jedoch sie dieserhalb zur Verantwortung. Nachdem der Thatbestand im als von der Stadt selbst garantierte Benefizien dem ersten König sowie nicht öfter als 15 mal innerhalb des Jahres. Die Vorlage gelangte gestrigen Termin wie vorstehend geschildert festgestellt war, beantragte bem zweiten König je 60 Mark bares Geld, zwei der schönsten in namentlicher Abstimmung mit 38 gegen 4 Stimmen zur Annahme. Der Staatsanwalt das Schuldig gegen alle vier Angeklagten und Bäume aus der Stadtforst und Befreiung von allen städtischen AbFerner wählte die Versammlung an Stelle des zum Stadtrat deren Verurteilung zu je vier Monaten Gefängnis. Die in Halle ernannten Aſſeſſors Walger Herrn Assessor Dr. Mann zum teidiger, Rechtsanwalte Goldberg und Hugo Karo, traten für Frei- gaben und Lasten auf die Dauer eines Jahres. Andre Könige find stellvertretenden Vorſizenden des Gewerbegerichts und fprechung der Angeklagten ein, indem sie ausführten, daß das Be- nicht mit so bescheidener Eivilliste zufrieden. genehmigte eine Reihe von Vorlagen, darunter die betreffend Gin- streben, der Verbandskasse Mitglieder und dadurch neue Beiträge Eine entfekliche That hat eine amerikanische Millionärin be richtung einer Gemeinde Doppelschule auf der Halb- zuzuwenden, nicht als Erlangen eines rechtswidrigen Vermögens- gangen. In einem Anfalle von Melancholie verließ die Gattin des insel und betreffend elektrische Beleuchtung der Berlinerstraße und vorteils angesehen werden könne. Irmler habe gewissermaßen selbst New Yorker Millionärs Jones vor vierzehn Tagen ihr Haus und der Hardenbergstraße. Der Luisenkirchen- Gemeinde wurden zwecks unter einem gewissen Zwange seiner Mitarbeiter gestanden und hinterließ einen Brief, worin sie erklärte, daß sie des luxuriösen Errichtung eines Waisenhauses zwei Parzellent zum Preise ebenso der Baumeister Sonnenburg, der bekundet habe, daß er habe Lebens überdrüssig sei und fünftig ihren Lebensunterhalt durch von 500 M. pro Quadratrute verkauft, entgegen dem Antrag befürchten müssen, daß sämtliche Maurer die Arbeit niederlegten eigne Arbeit verdienen wolle. Nach eifrigem Suchen gelang es des Referenten Dr. Borchardt, mit Rücksicht darauf, daß wenn Glimm nicht entlassen würde. jetzt ihrem Gemahl, sie wieder aufzufinden. Sie hatte sich nach ihrem die Thätigkeit des Vereins Luisen Andenken eine interfonfessionelle Der Gerichtshof kam zu einer Verurteilung. Schon in dem Verschwinden zuerst als Stallmagd auf einer Meierei in Delafei, den Kaufpreis nur auf 1 Mark pro Quadratmeter festzusehen. Abverlangen der Papiere liege eine Drohung, denn die Neu- ware verdungen, war aber dieser Arbeit müde geworden und suchte Endlich erklärte sich die Versammlung noch mit der Vorlage betr. eingetretenen wußten recht gut, warum es sich handelte. Auch in nunmehr einen Gouvernantenposten. Natürlich ist an der geistigen Errichtung eines Asyls für Obdachlose in der Sophie- dem Zuwenden von Mitgliederbeiträgen müsse ein Vermögens- Unzurechnungsfähigkeit einer Millionärin, die sich zur Arbeit drängt, Charlottenstraße einverstanden, indem sie gleichzeitig an den Magistrat vorteil erblickt werden, denn diese kämen sämtlichen Mitgliedern nicht im geringsten zu zweifeln. in einer Refobation das Ersuchen richtete, sich mit den Gemeinde- zu gute. Die Verhandlung habe in bemerkenswerter Weise gezeigt, verwaltungen Groß- Berlin behufs Errichtung eines gemein- wie sich sowohl Arbeitnehmer wie Arbeitgeber bor schaftlichen Miele für Obdachlose für Groß Berlin in Verbindung der Socialdemokratie beugen müssen. Die Anzu ſehensonni geklagten hätten sich in einer Zwangslage befunden und deshalb sei nur auf je zwei Wochen Gefängnis erkannt worden. Dies ist abermals einer der markanten Fälle, in denen Angehörige der bürgerlichen Klasse in ihrer Eigenschaft als Richter ehrenhafte Proletarier unter der Bezichtigung, daß sie sich Briefkaften der Redaktion. eines gemeinen Verbrechens schuldig machten, ins Gefängnis schicken. Selbstverständlich leidet das Ansehen der Verurteilten in der klassenKnute. Rußland rund 120 Mill. Einwohner. S. 77. Wir haben denkenden Arbeiterschaft davon keine Adressen. bewußt nicht im geringsten Jedenfalls gute ärztliche Behandlung, nicht aber durch solche Verurteilung, wohl aber wird die blindes Experimentieren oder Quacksalberei.. bekannte Gewißheit. 1. Zunächst beBeurteilung, die die bürgerliche Justiz im Proletariat findet, wärts. Darin werden Sie sehr viel Nötiges und Förderliches finden. schaffen Sie sich das Schriftenverzeichnis der Buchhandlung Vor fortan noch um einiges deutlicher ausfallen. Für das Maß von 2. Ein Buch über B. werden Sie in der Buchhandlung sicher auch erhalten Verständnis, das die in Betracht kommenden Richter der proletarischen können. Geöffnet von morgens 8 bis abends 7 Uhr. = Ein fefeffund wurde gestern morgen bei Fundamentierungsarbeiten auf Der Baustelle Grunewaldstr. 43 zu Schöneberg gemacht. In einer Tiefe von 2% Meter wurde in schräger Lage das Skelett mit unseregtem Schädel, gut erhaltenen Zähnen und träftigen Oberund Unterschenkeln vorgefunden. Nach sachverständigem Urteil soll es sich um eine start entwickelte, männliche Person handeln, deren Leiche dort wohl schon an 20 Jahre gelegen haben kann. Die bisher unbebaut gewesene Fundstelle ist im Laufe dieser Jahre mehrfach aufgeschüttet worden, und zwar in Höhe von 2 Meter. Die Leiche des Unbekannten kann danach nur%. Meter tief in dem vordem etwas morastigen Erdboden hinein versenkt worden sein. Reste von Deutscher Buchbinder- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser Kollege, der Kartonarbeiter Arthur Meyer am 31. Mai verstorben ist. SunEhre seinem Andenken! Π Die Beerdigung findet heute, ireitag, nachmittags 3 Uhr, von Der Leichenhalle des Lichtenberger Wiedhofes am Strugstege aus statt. Um rege Beteiligung bittet 23/20 Die Ortsverwaltung. Am 31. Mai, vorm. 10%, 1hr, eitarb an der Gesichtsrose im Urban unser lieber Kollege, der Schriftfeger Rudolf Freese geb. am 30. 10. 53 in Berlin. Sein Andenken wird in Ehren halten 17236 Das Personal der Norddeutschen Buchdruckerei. am Die Beerdigung findet Freitag, den 3. Juni, nachmittags 6 Uhr, auf dem Luisen- Kirchhofe, Hermannstraße, statt. Am 1. 6. Mts. verschied nach Tangen, schweren Leiden meine inniggeliebte Frau, unsre gute Mutter Marie Wurm geb. Bartossek. Um stille Teilnahme bitten DA. Warm nebst Kindern. Die Beerdigung findet Sonntagnachmittag 3 Uhr vom auerhause, Faldensteinstraße 26, aus nach dem Emmaus- Kirchhofe tatt. am 54572 Emanuel Wurm Mathilde Wurm geb. Adler Vermählte. Berlin, 1. Juni 1904 Winterfeldtstrasse 14. Achtung!!! Musikverein fucht Geige, Mandoline, Zither 2c. spielende Mitglieder. Meldungen Prinzen Allee 30, Brinkmann. 290/6 Günstige Kaufgelegenheit! Andrer Unternehmen halber will ich mein und grosses Saal- und Garten- Etablissement verfaufen. Dasselbe befindet sich in bestem Zustande; die Hauptgeschäftstage sind auf Jahre im voraus mit guten Vereinen besetzt. Gewährleistete Existenz mit hohem Ueberschuß. Solvente Reflektanten, welche ein eignes Stapital von 7 bis 9000 Mart besigen, erhalten Brauereihilfe. Nähere Aus-. funft erteilt Münchener Brauhaus, Aktien- Gesellschaft. Johannisstraße 18/19. 54562 Kanarienhähne verkauft Brandt, Dr. Schünemann Holzmarktstraße 61. Prosit Böhmisches Brauhaus. 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Juni 15,379 Cewinne i. W. v Mk. 120 000 Lose à 2 M. 11 St. 20 M. ( Porto u. Liste 30 Pf.) Oscar Bräuer& Co. Nachf. G. m. b. H.. Bankgeschäft. Berlin W., Friedrichstr. 181. Filialen:[ 18274a NW., Wilsnackerstrasse 63 0. Andreasstrasse 46a. se., Oranienstrasse 177. Wurst 444. Mein. 0,65 0,90 " en gros en detail Grosser Umsatz! Billige Preise! Pfd. Rotwurst u. Zwiebelwurst 0,50 M. Mettwurst u. Polnische Hausmacher- Leberwurst Hausmacher- Fleischwurst 0,85 Braunschweiger Mettwurst 0,80 ThüringerKalbsleberwurst 0,90 Kaiser- Jagdwurst 0,90 Weiche Salami u. Schlackw. 0,95 Pa. Holsteiner Schlackw. 1,25 Salami 1,25 Schinkenw. 1,10 Prima fetter Landspeck 0,60 39 93 " " " 99 99 magerer Landspeck 0,65 Landschinken Rollschinken o. Knoch. 1,10 0,95 Cei Abnahme v. 5 Pfd. Preisermäß. A. Meyer, Berlin N., Weinbergsweg 11. Joh. Schwarz, Berlin N6. Abt. I: Greifswalderstr. 38, part. Kaffee-, Kakao-, Thee- Versand und Detailverkauf zu Engrospreisen. Abt. 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Der Raub der Sabinerinnen. Carl Weik. Die Zauberin am Stein. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Freitagabend 8 Uhr: Lumpacivagabundus. Sonnabendabend 8 Uhr: Zum erstenmal: Ein unbeschriebenes Blatt. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Heimat. Sonntagabend 8 Uhr: Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Freitagabe8 hr: Die Wildente Sonnabendabeb sur: Central- Verband der Maurer. Zweigverein Berlin. Sektion Putzer. Das Heiratsiest Am Sonntag, den 5. Juni, vormittags 10%, 1hr, in den Arminhallen, Rommandantenstraße 20: Sonntagnachmittague: Conntagaben- Mitglieder- Versammlung. Dér Compagnon Tages Ordnung: 1. Welche Folgen hat bis jetzt die Einführung der achtstündigen Ein unbeschriebenes Blatt. Im Garten täglich gr. Militär- Konzert, Arbeitszeit gezeitigt? 2. Beschlußfassung über den Antrag der Obmänner, Annullierung des letten Bersammlungsbeschlusses, das Stiftungsfest betreffend. 3. Verschiedene Vereinsangelegenheiten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder ersucht Max Kliem's Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater- u. Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Day Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 1 2 Hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand ze. In den Sälen: Grosser Ball. Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Gebr. Serrnfeld. Gastspiel der Die Insel Rügen. Tegernseer. Der Musterhof. Metropol. Ein tolles Jahr. Winter- Garten. Specialitäten. Apollo. Liebesgötter. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Passage Theater. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr: Die Insel Rügen. Jnvalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 115r. Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a- 5. Einen Jux will er sich machen. Anfang 8 Uhr. Morgen: Kabale und Liebe. Central- Theater. Heute und morgen Anfang 8 Uhr: Gastspiel Josefine Dora und Emil Richard, kgl. Hofschauspieler. Der Raub der Sabinerinnen. Schwant in 4 Aufz. von Schönthan. als Madame Bonivard. Vorher: Er. Sonntag: Gastspiel Josefine Dora Belle- Alliance- Theater. Im Theater: Täglich abends 7 Uhr: Z OOLOCISCHER CARTEN Täglich nachmittags ab 5 Uhr: Invaliden Militär- Doppel- Konzert. Sternwarte str. 57/62. CASTAN'S PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Die vielbewunderten zusammengewachsenen Schwestern Rosa und Josefa: !! einzig dastehend in der Welt!! Passage- Panoptikum. Der phänomenale Riesenknabe: Der lange Joseph, 16 Jahre alt, 217 cm hoch. Aga, die schwebende Jungfrau. Carl Weiss- Theater. Bürgerliches Schauspielhaus. Große Frankfurterstr. 132. Die Zauberin am Stein. Anjang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Kam'rad Lehmann Im Garten: Konzert, Theater- und mit Guido Thielscher in der Titelrolle. Nachmittags im feenhaft illuminierten Sommergarten: Grosses Max Schmidt- Konzert. Um 8 Uhr: Grosse Specialitäten- Vorstellung. Miss Alex mit ihrer Automobil Schleifenfahrt. Enthüllungen der Schein Ningtämpfe. O Sensationell! Residenz- Theater Heute und folgende Tage: Abends 8 Uhr: Die 300 Tage. Schwank in 3 Atten von Paul Gevault und Robert Charvey. Deutsch von Alfred Halm. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Nachtasyl. Anfang 8 Uhr. Morgen: Nachtasyl. Metropol- Theater Der grösste Erfolg dieses Jahres: Ein tolles Jahr. Specialitäten- Vorstellung, u. a. zum erstenmal in Berlin: Auto Atlas. Derselbe hebt mit den Zähnen ein 16 Centner schweres Automobil. Anfang 5%, Uhr. Gebr. Herrnfeld- Theater. Gastspiel der Tegernseer. Täglich abends 8 Uhr: Der Musterhof. Bahr. Volksstück mit Gesang u. Tanz in 5 Bildern von N. Manz. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen. Badstr. 58. Zäglich: Die Tochter des Heimgekehrten. Sens.- Ausstattungsstüd in 7 Bildern von Fritsche. Außerdem d. Sensations- Progr., u. a.: Paul Coradini. Jm Saale: Ball. Anfang 4 Uhr. Entree 30, numerierter Platz 50 Pf. Eintritt 1 M., ab 6 Uhr abends 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. In der Arena: Raubtier- Schule. Vorstellungen: tägl. 1/26 u. 7 Uhr. Eintritt 30 Pf., Kinder d. Hälfte. Diez' Db schön! Gossmanns 133/ 19* Die örtliche Verwaltung. J. A.: H. Neumann. Cowans Deutscher Holzarbeiter- Verband. Konzert- Garten SW.Kreuzbergst.48 Jeden Freitag: Heute Freitag, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: 84/20 Harburger Sänger. Sitzung der Ortsverwaltung. Jeden Sonntag: Montag, den 6. Juni, abends 8 Uhr: Frei- Konzert Branchenversammlung d. Bürsten- u. Pinselmacher etc. und Ball. Sanssouci. im Lokal von Pfeffer, Rosenthalerstraße 57. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen F. Leopold. 2. Disfussion. 3. Bericht über den Streit bei der Firma Schächter, Warschauerstraße. 4. Verschiedenes. Kollegen! Der Wichtigkeit der Tages- Ordnung halber erwartet pünktDie Branchenkommission. Rottbuser Thor Stat. der Hochbahn. liches und zahlreiches Erscheinen Täglich im Garten: Hoffmanns Treppengeländer- Fabriken! Norddeutsche Sänger. Sonntag, Montag, Donnerstags Nach der Soiree ganz. Wochentags hobnior zugsfarten, auch die zu den hegter Specialitäten- Theater, abenden ausgegebenen, Gilgehouer Landsberger Allee 76/79. Direkt Ringbahnstation. Täglich Db Regen! im herrlichen Garten od. gr. Saal: Das konkurrenzloje Juni- Programm, ca. 36 erstklassige Nummern mit stürmischem Beifall, u. a. Neu für Berlin: Marco et Tatgana. Vorwärts- Buchhandlung SW. Lindenstraße 69, Laden. Jackson- Troupe, Afrobaten, 5 Bers. Unentbehrlich für Ausflügler! Mstr. Brown m. seinen Wunderhunden. The Orig..Beirotts, Burleste eccentric. Die Berliner Lieblinge Drig.: Mita Roselli, Tanz- Soubrette, Drig.: Fritz Brand, Humorist. Walter Darton, das Phänomen usw. Kaffeeküche. Volksbeluftigungen. Sonntag, Montag, Mittwoch und Sonnabend bis 2 Uhr: Ball. Passage- Theater. Anf. Sonntag 3, Wochentags 5 Uhr, Anfang der Abendvorstellung 8 Uhr. Fredi Charwenka in ihrem Repertoir. 14 erstklassige Nummern. Rerliner Prater Theater Kastanien- Allee 7-9 Täglich: Goldene Herzen. Bantom. Im Nachtasyl. Harris, Straftjongleur. The Jarrey. Ulpts.- Langée. Ball, Konzert, Specialität. Anfang 4 Uhr. Eintr. 30 Pf. Num. Pl. 50 Pf. WINSTARTEN 8 765 Neues Programm. Mason u. Forbes, amerik. Excentrics Fröbels Allerlei- Theater Clement Lion, Zauberkünstler. Lydia Dobranow, Feuertänzerin. fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Professor Maboul, kom. Jongleur. Täglich: Grosses Garten Konzert. Theater und Specialitäten. 25 Nummern ersten Ranges. Gr. Extratanz. Tanzleitung Hoppe. Anfang 42 Uhr. Entree 30 93. Familienfarten und Bons sind Gr. dramatisch- satirische Revue gültig. in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Victor Hollaender. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Apollo- Theater. 8 Uhr: Debüt der nenen Juni- Specialitäten. Lili Tiso, amerit. Sängerin. X Mr. Alexander, Sunstradfahrer. X Miss Carola, Trapez. X Bourton u. Mayo, Redturner.X Martin Kettner, Humorist. XMessters Kosmograph, aktuelle Bilder vom Kriegsschauplak. Perzinas dressierte Affen. Gebrüder Schwarz, Parodisten. Will Mora, Reckkünstler. Heloise Titcomb, Sängerin. Die 4 Milans, Kraftnummer. Neiss- Familie, akrobatischer Akt. Castor Watt, Verwandlungskünstler. , Carnevalsgeister", Ballett. Biograph. Montag, den 6. Juni, abends 8 1hr im Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72, Ecke Alexanderstr.: Vertrauensmänner- Versammlung. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Jede Berkstatt und Branche muß Delegierte entsenden. Verbandsbuch legitimiert. Die Kommission. Verein der Bauanschläger Berlins u. Umgegend sonntag, den 5. Juni, vormittags 10%, Uhr, bei Franke, Sebastianstr. 39: 17265 Versammlung. Kollegen! Wegen der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht zu erscheinen. Außerdem werden die Kollegen auf die diesjährige Specialfarten Landpartie aufmerksam gemacht. Mitglieder werden aufgenommen. der näheren Umgebung Berlins. Der Vorstand. Bernau- Biesenthal, Lanke, LiepnisNB. Der Arbeitsnachweis befindet sich bei Angust Schröder, und Wandlik- See 1,00 M. Sebaftianstr. 50. Buckow am Schermüßel- See( Martische Schweiz) nebst Führer 0,75 M. B Deutsche Metallarbeiter- Gewerkschaft. Röpenid Friedrichshagen, Boltersdorf Ertner Schmödwik Königs Wusterhausen- Mittenwalde 0,75 M. Eberswalde, Freienwalde- Dderberg 1,25 M. Eberswalde, Jagdschloß Hubertusstoď, Kloster Chorin 1,00 M. Freienwalde und nächste Umgebung nebst Führer 1,00 M. Freienwalde, Wriezen, Dderberg 1,00 M. Tages Ordnung: 1. Der Streit unfrer Kollegen bei der Großen Grunewald und westliche Bororte Berliner Straßenbahn. 2. Antrag auf Erhebung eines Extrabeitrages. Berlins. 1,00 M. 3. Antrag der Verwaltung, den Unorganisierten teine Unterstützung mehr zu 280/12 Potsdam, Stadtplan mit nächster zahlen. 4. Verschiedenes. Umgebung nebst Tourenverzeichnis Da wichtige Beschlüsse gefaßt werden sollen, muß jebisitglied erscheinen. 0,75. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt.9 Potsdam und Werder 1,00 M. Gleichzeitig machen wir auf das am Sonnabend bei 11. Juni, in Spreewald m. praktischem Touristen- Fröbels Allerlei Theater, Schönhauser Allee 148, stattfindende führer 0,75. Strausberg und der Blumenthal Sommerfest mit Ball etc. 1,00 M. aufmerksam und bitten um rege Beteiligung. Schulzendorf, Tegel Heiligenfee, Die Ortsverwaltung. Hermsdorf, Haselhorst und Haden felde. 0,75 M. Ferner empfehlen als sehr praktisch: Taschenatlas von Berlin und Umgebung, enthaltend 21 Karten und Pläne mit Führer, leichthandliches Format 2,00 m. Wanderbuch für die Mark Brandenburg. 3 Bände. Bu fammen. 5,00 m. I. Teil: Nähere Umgebung Ber lins, umfaßt die Gegend von Potsdam, Spandau, Dranienburg, Königs- Wusterhausen 1,50 M. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau und Arbeitsnachweis Rosenthalerstr. 57( Gormannstr. 28). Geöffnet von 9½- 2 und 4-8 Uhr. Telephon III, 1296. Montag, den 6. Juni, abends 8%, Uhr, bei Wilke( früher Nümann), Brunnenstraße 188: Beschließende Mitglieder- Versammlung. . II. Teil: Weftliche Hälfte der Umgebung Berlins bis Brandenburg a. H., Stendal, Tangermünde, Neu- Ruppin, Neu- Strelitz 1,50 M. III. Teil: Destliche Hälfte der Ilmgebung Berlins bis Eberswalde, Frankfurt a. D., Schwedt, Süstrin, Lübben, Spreewald, Mustau 2,00M. Diese Banderbücher bieten pracht Achtung, Bretterträger u. Brettschneider! Sonntag, den 5. Juni, nachmittags 1 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer Nr. 15: Große öffentliche Versammlung des Verbandes der Hafenarbeiter und verwandter Berufsgenossen Deutschlands, Mitgliedschaft Berlin II. Tages Ordnung: 1. Welche Maßnahmen ergreifen wir zur besseren Durchführung des Lohntariss? Referent: Kollege Deder aus Magdeburg. 2. Diskussion und Verschiedenes. 19/8 Zu dieser Versammlung werden die Kollegen vom Berliner Holz Comptoir, der Kollege Altmann ganz besonders eingeladen. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Arbeiter- Radfahrerverein Rixdorf Vereinslokal: H. Thiel, Bergstr. 151/152. Sizung: jeden Dienstagabend F/ 29 W. Detaillierte Starten und Pläne und nach Neue Mühle. volle Schilderungen der Mart, viele 5. Juni, 1 Uhr: nach Brusendorf. 12. Juni, früh 8 Uhr: Familientour 19. Juni, 21 Uhr: nach Plößensee. 26. Juni, 1 hr. find so dem Wanderer ein zuverlässiger nach Rudow. 3. Juli, 12 Uhr: nach Steglig. Dienstag, den 12. Juli. Führer und Berater. 234/ 11* Generalversammlung. Gäste willkommen. Der Vorstand Wurst W. Noacks Theater. Schweizer- Garten Spe: Landschinken Direktion: Robert Dill. Brunnenstrasse 16. Am Königsthor. Am Friedrichshain. Täglich: X Theater und Specialitäten. X Anfang: Wochentags 6 Uhr, Sonn tags 5 Uhr. Entree 30 Pf. Staffeeküche bon 3 Uhr ab geöffnet. Donnerstag, Sonnabend u. Sonntag: Großer Ball. Bei schlechtem Wetter: Vorstellung im Saal. Liebesgötter. Victoria- Brauerei Reichshallen Stettiner Sänger. Neu! Pieffe bei Vater Philipp. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Lützowstr. 111/112. Täglich im Garten oder Saal: Horsts Norddeutsche Humoristen und Quartett- Sänger. Anf.: Woche 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Bons haben Gültigkeit. Täglich: Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Volksbelustigungen. Im Saale: BALL. Bum Schluß: Lokal. Ein falsches Lokal. Große Gesangsposse mit Zanz. Entree 30 Pf. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferst. 71. Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Theater und SpecialitätenVorstellung. a Pfd. 65 Pf. " Speck, fett u. mager b. 5 Pfd. 60 n Zwiebel- u. Rotwurst. 55 bei 5 Pfd. 50 Braunschw. Zwiebelleberw. 65 bei 5 Pfd. 60 Thüringer Fleischwurst.. 65 bei 5 Pfd. 60 Mettwurst u. Polnische 65 u. 70 Braunschw. Kalbsleberwurst 90 PommerscheLandleberwurst 95 Prima Schlackwurst Westf Westf. Schinkenwurst 99 " 节 n 11 " " n 95 n 125 echt Thüring. Cervelat und Salami 110-145 Ostpr. Landschinken Delikatess- Schinken 95 110 17 Carl Klähn, Charlottenburg, 12/12 Im Verlage von G. Birk& Co., München, erschien soeben: Taktik der Socialdemokratie. Paul Kampffmeyer: Wandlungen in der Theorie u ( 104 S. brosch. 75 Pf.) Durch alle Buchhandlungen und Kolporteure, sowie direkt vom Verlage zu beziehen.( Porto 10 Pf.) Demnächst erscheint: Fritz Brupbacher: Kindersegen- und kein Ende? ( Preis 20 Pf.) Der Verfasser, ein Schweizer Arzt und Parteigenosse, erörtert hier in streng wissenschaftlicher Weise die Frage des Kindersegens" für die Arbeiterklasse und dürfte damit eine der wichtigsten Gegenwartsfragen, die von unsrer Seite beantwortet werden müssen, 5197L* zur lebhaften Diskussion gestellt haben. A Thöldtes A Grand Restaurant ,, Ostend". Schönstes Lokal an der Oberspree am Wald und Wasser gelegen. Billigste Dampferfahrten von Michaelbrücke, Wochentags 20 Pf.( mit Kyffhäuser Dampfer) Sonntags 40 Bf., ca. halbstündlich. Sonntags: Grosses Frei- Konzert und Ball. Meine Säle find noch einige Sonnabende an Vereine, GesellArbeiter- Radfahrerverein fchaften, Fabriken zu vergeben. Berliner- Strasse 119. Berlin". Sonntag früh 6 Uhr: Bezirtstour nach Bernan- Biesenthal- Lanke. Mittags 2 Uhr: Nach Französisch- Buchholz( Kähne). Beide Starts: Prenzlauer Thor. F. August Schmidt, Köpenickerstr. 116 Tabakfabrik Billigste Bezugsquelle für alle Sorten 100 Schnupf-, Rauch- und Kautabake Cigarren, Cigaretten. Amt IV, 7300. Gegründet 1883. 53631 Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW. Nr. 128. 21. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt ein großer Prozentsaz für Verwaltungskosten draufgeht; dann erSechfter Delegiertentag der Lieder- Gemeinschaft der halte der Berleger seinen Anteil, und der Rest gehöre dem TonArbeiter- Sängervereinigungen Deutschlands. einer " " " Freitag, 3. Juni 1904. 14,20 13,00 12,90 11,80 Eier 7,00 5,00 # gering 17,46 17,40 " 12,70 群 mitte! N Rindfleisch, Keule 1 kg do. Schweinefleisch Kalbfleisch 1,80 1,20 Bauch 1,40 1,10 " 1,60 1,00 " " 1,80 1,20 gering " Hammelfleisch 1,80 1,20 " Butter 2,60 2,00 辣 mittel 60 Stüd 3,40 2,40 " gering " 11,70 10,60 Starpfen 1 kg 2,00 1,40 15,00 14,20 Aale 2,80 1,40 U mittel " 14,10 13,30 Bander 3,00 1,20 我 gering " 13,20 12,40 Hechte 2,40 1,20 " 4,00 2,00 1,00 " P 3,00 1,40 1,40 0,80 per Schod 16,00 3,00 " " 3,50 Barsche 7,00 5,00 Schleie 40,00 28,00 Bleie 50,00 25,00 Strebse 60,00 25,00 Marktpreise von Berlin am 1. Juni 1904 nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. fetzer. In einem Schreiben berechnet ein Komponist seine Tantieme Weizen, gut D.- Ctr. 17,70| 17,64 Startoffeln, neue D.- Ctr. von der Aufführung eines Liedes auf 20 Pf.! Der Delegiertenmittel 17,58 17,52 ( Abgehalten in Dresden am 22. und 23. Mai.) tag sprach sich dahin aus, daß man es den Tondichtern nicht verAußer den Vertretern des Ausschusses, der Kontroll- und denken könne, wenn sie ihre Lage zu verbessern suchen, hält aber* Roggen, gut Dirigenten- Prüfungskommission, sind vertreten sämtliche größeren das jetzige Vorgehen nicht für geeignet. Den Vereinen wird Arbeiter- Sängerbünde Deutschlands, sowie Vertreter der Tontunst empfohlen, Werke, welche abgabepflichtig sind, nicht anzuschaffen.+ Gerste, gut in der Eigenschaft als Bundesdirigent und zwvar: Berlin, Kassel, Das bisher zweimal jährlich herausgegebene Flugblatt hat Dresden, Hamburg, Leipzig, München, Pirna. Aus dem großen Anklang gefunden; es wurde hervorgehoben, daß sich dieses Geschäftsbericht des Ausschusses geht hervor, daß sich die Mitglied- mürdig allen andren mufit wissenschaftlichen Schriften zur Seite tafer, gut schaft seit dem letzten Delegiertentage in Erfurt 1901 fas verstellen kann; es wurde beschlossen, dasselbe jährlich viermal herausdoppelt hat. Es gehören der Gemeinschaft an: 35 Arbeiter zugeben. Die gestellten Anträge, welche sich in der Hauptsache auf Sängerbünde und 11 mit Einzelvereic Gesamt Inhalt und Wert der Lieder beziehen, wurden teilweise abgelehnt eu Richtstroh Mitgliederzahl von 62,017. Die vorgenommene Gau- Einteilung hat und zum großen Teil dem Ausschusse zur Berücksichtigung überwiesen. Erbsen beträchtlich zur Zunahme der Mitgliedschaft beigetragen. Original- Als Sitz des Ausschusses wurde wiederum Berlin bestimmt und Speisebohnen Kompositionen wurden 93 eingesandt. Nach vorgenommener die bisherigen Mitglieder wiedergewählt. Der Siz der Kontroll- Linsen Prüfung sind von diesen 9 für angsammen erklärt. Der kommission, welcher bisher in Dresden war, ist nach Leipzig verStaffenbericht des Archivars Alex Staife: soit ebenfalls einen belegt. Die Mitglieder der Dirigenten Prüfungskommission, welche deutend erhöhten Umsatz nach, und zwar steht einer Einnahme von bisher aus sieben Personen bestand, wurde auf fünf reduziert 10 240,95 m. einer Ausgabe von 8972,33 M. agenüber. und haben folgende Orte je einen Delegierten zu stellen: Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig, München. Als Ersatz- Recensenten hat je einen Berlin und Frankfurt a. M. zu bestimmen. Als Ort zur Stationen Abhaltung des nächsten Delegiertentages ist Berlin gewählt. Aus den Verhandlungen ist ersichtlich, daß die„ Liedergemeinfchaft" 2c. fich rüstig weiter entwickelt und jetzt schon durch ihre Mitgliederzahl eine Macht bedeutet, mit der im musikalischen Leben Swinemde. 759 NNW 1 heiter 15 Haparanda 759 S 2Regen 8 gerechnet werden muß. Auch die Komponisten, die sich bisher um Hamburg 761 Still bedeckt 15 Petersburg 759 Still Berlin Die Arbeiterfänger nicht kümmerten, sollten daran denken, dem Franki.a.M. 763 SW 2bededt 18 Cort 3Regen 13 Aberdeen 76523N2 Arbeiterliede ihre Straft zu widmen: es wäre nicht zu ihrem Schaden, München 765 23 6 bedeckt 12 Paris 76523 weder in geschäftlicher noch in künstlerischer Hinsicht! 763 23 2bedeckt 14 Wetter- Prognose für Freitag, den 3. Juni 1904. Etwas fühler, veränderlich, vielfach woltig mit leichten Regenfällen und mäßigen nordwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Bei der Berichterstattung der Prüfungskommission fam es zur eingehenden Kritik über die bisher angeschafften Lieder. Man erkannte an, daß nicht alle Kompositionen den Anforderungen entsprächen, die an ein gutes Arbeiterlied gestellt werden müssen; doch seien bedeutende Fortschritte zu verzeichnen und die Zukunft berechtige zu den besten Hoffnungen, insbesondere, da sich bedeutende Komponisten bereit erklärt haben, auch auf dem Gebiete des freiheitlichen Liedes der„ Liedergemeinschaft" 2c. zur Verfügung zu stehen. M Das Vorgehen der Genossenschaft deutscher Tonfeßer wurde ein gehend diskutiert. Wenn auch der Verlag der„ Liedergemeinschaft" 2c. nicht direkt davon berührt wird, so haben doch die Bundesvereine, Alle Einsendungen von Kompositionen, sowie Anfragen, find an welche von andren Verlegern ebenfalls Lieder beziehen, darunter zu den Obmann des Ausschusses, Otto Nasche, Berlin SO., Wrangelleiden. Es wurde betont, daß von den einkommenden Tantiemen| straße 8 II., zu richten. Wien * ab Bahn.+ frei Wagen und ab Bahn. Witterungsübersicht vom 2. Juni 1904, morgens 8 Uhr. Barometer.|| stand mm 760 Wind richtung Windstärke Better Temp. n. T. 5º C.= 4° R. Stationen Barometer ſtand mm Wind. richtung Windstärke Wetter Temp. n. C. o Do 11 wolkig 3Heiter 2bedeat 11 11 Achtung, Bäckerstreik! Bürger, Arbeiter und befonders Ihr Hausfrauen! Unterstützt die streitenden Bäckerei- Arbeiter in ihrem schweren Kampfe| Wir appellieren an das Rechtsgefühl des Brot konsumierenden Publikums, zur Erringung menschenwürdiger Lohn- und Arbeitsbedingungen. diese Versuche der Täuschung, die von den Bäckermeistern unternommen Kauft nur Brot und andre Backwaren aus den Bäckereien, in welchen werden, zu nichte zu machen. unsre bescheidenen Forderungen erfüllt werden. Nur dort sind die Forderungen hewilligt, wo die mit dem Wir hoffen, dass uns die Bevölkerung auch ferner wie bisher Stempel des Verbandes der Bäcker, Mitgliedschaft Berlin, und in unserm berechtigten Kampfe unterstützen wird! der Unterschrift: Karl Hekschold, Rosenthalerstraße 11-12 versehenen Plakate aushängen. Wir machen das verehrte Publikum darauf aufmerksam, daß eine ganze Reihe Bäckermeister und Händler die Forderungen entweder zurückziehen oder durchbrechen. Wir haben daher diesen Leuten unsre Plakate entzogen. Wir bitten das geehrte Publikum, streng auf obiges zu achten, da von vielen Bäckermeistern versucht wird, durch Aushängen von nachViele Meister nehmen, durch die Jnnungen scharf gemacht, geahmten und gefälschten Plakaten die Bevölkerung zu täuschen unsre Plakate aus den Fenstern und machen den Kunden gegenund irrezuführen. über allerhand Ausreden. Bäckermeister, die ihre Bewilligungen zurückgezogen haben oder denen die Plakate von uns entzogen sind: Achtung! Hausfrauen, Arbeiter von Moabit! Rohrlack, Kirsbachſtr. 5. Nachstehende Bäckermeister haben auf hektographiertem Bogen in voriger Woche bei G. Drescher, Lebuserstr. 2. der Streifleitung ihre Bewilligung zurückgezogen: B. Nahki, Emdenerstr. 50. Th. Neumann, Oldenburgerstr. 19. Karl Peifert, Oldenburgerstr. 14. G. Naujock, Quizomstr. 190. Hugo Berg, Oldenburgerstr. 23. Wilh. Kuetsch, Lübeckerstr. 24. Bodenstein, Wilhelmshavenerstr. 12. Wilh. Godt, Emdenerstr. 54. Wilh. Ballin, Stromstr. 55. Georg Hein, Jagowftr. 20. Kart Schwarz, Havelbergerstr. 24. Paul Schmidt, Erasmusstr. 12. Franz Bauch, Lübeckerstr. 52. Franz Metde, Bandelstr. 27. Nob. Praeger, Bandelstr. 36. Adolf Reifewik, Wiclefstr. 27. Ferd. Pfeiffer, Perlebergerstr. 44. Herm. Koller, Bredowstr. 43. H.Schmelzer, Wilhelmshavenerstr.39. Hugo Hildebrandt, Birkenstr. 19. Rud. Giesmann, Oldenburgerstr. 8. G. Klimpke, Duißowstr. 125. W. Rinsch, Waldstr. 7. H. Liebke, Stephanstr. 51. Berlin. Weber, Breslauerstr. 11. Böhme, Schleiermacherstr. 11. Jaenice, Ritterstr. 40 u. Breitestr. 20. Karl Opalke, Frankfurter Allee 80. H. Geier, Hollmannstr. 7. August Hoffmann, Petersburger Straße 38. W. Senft, Schwedterstr. 21. Karl Wagner, Schenkendorfstr. 4. Sedlatscheck, Blumenstr. 64. E. Thede, Auguftstr. 22. Fr. Hoefft, Brüderstr. 36. E. Breitkopf, Mödernstr. 111. Kühn, Chamissoplatz 6. Heinrich Schmelzer, Wilhelmshavenerstr. 39. Lewin, Neue Königstr. 5. Boldenbergerstr. 22. Winsstr. 11. Schliephate, Hussitenstr. 64. P. Przybyla, Hagelsbergerstr. 29. Heffe, Koppenstr. 70. Franz Gronemann, Alte Jakobstraße 120a. Franke, Koppenstr. 20. Feller, Straßmannftr. 8. Lieseberg, Elbingerstr. 13. Larisch, Landsberger Allee 37. Enge, Hausburgstr. 11. Pape, Kastanien- Allee 12. ilh. Schulz, Gozlowskyftr. 10. J. Auster, Waldenserstr. 41. Andreas Mufiol, Alt- Moabit 42. Aug. Stermsdorf, Huttenstr. 41. Barduhn, Naunhnstr. 40. Unkrodt, Aderstr. 70. Albert Koch, Stalizerstr. 19. Emil Huth, 124 G. Kindermann, Dresdenerstr. 131. Gustav Wenzel, Kottbuserstr. 2. J. Rutnick, Reichenbergerstr. 185. Rummler, Max Schönefeld, Dresdenerstr. 54. E. Elias, Otto Bethke, C. Stockmann, 71. M. Barthan, Wasserthorstr. 12. Otto Bödewig, 71. A. Weiner, 49. W. Struck, 38. H. Liesegang, Prinzenstr. 75. 38. " 29. Sauer, G. Kretschmer, H. Trappe, Riterstr. 15. A. Beder, Brandenburgstr. 21. A. Otto, Sebastianſtr. 82. Brückner, Eberthstr. 2. Ulbrich, Gneisenauftr. 96. Voley, Hasenheide 69. Werner, Koppenstr. 23. Wittstock, Usedomstr. 12a. Jericho, Büschingstr. 17. Ernst Schruttke, Linienstr. 199. Gohlke, Ramlerstr. 34. Mahlendorf, Grenadierstr. 34. Lasse Franz Nechenberg, Huttenstr. 4. M. Paak, Zwingliftr. 22. Ferd. Dürre, Turmstr. 62. Franz Weinrich, Beusselstr. 87. Georg Holländer, Wilsnackerstr. 37. Hirschberg, Binzendorfstr. 8. Fr.Köckerių, Wilhelmshavenerstr.33c. Adolf Kläden, Bredowstr. 12. Th. Gufig, Oldenburgerstr. 12. Hubert Manz, Beusselstr. 1. Kummeran, Alt- Moabit 87. Schäfer, Huttenstr. 33. Schink, Kirchstr. 14. Schönbrodt, Gokkowskhstr. 23. G. Nagel, Püdlerstr. 8. Niemių, Kochstr. 38. Rühlow, 48. O. Ulbricht, Gneisenaustr. 96. Specht, Buttkamerstr. 20. Bohl, Markgrafenstr. 3. Rothe, 74. Berger, Schüßenstr. 64. Lehmann, Teltowerstr. 38. Benz, Lucascewski, Mödernstr. 110. 80. Dehmelt, Bärwaldstr. 47. Kuhrt, Fidicinstraße. 90. 64. 40. Doebelt, Willibald Alerisstraße. Micheli, Nostizstraße 49. Neubarth, 9. Bockisch, Berger, Dennewigstraße. Gerwig, Blumenthalstr. 6. Muth, Steglizerstr. 83. Walter, Körnerstr. 11. Hehl, Hausburgstr. 5. Knüpfer, Weberstraße 1/2. Hofrichter, Strelizerstr. 15. Wippich, Lorkingftr. 6. Borowsky, Lychenerstr. 17. Gelhof, Cotheniusstr. 16. Grabsch, Linienstr. 120. Karl Vogler, Auguftstr. 54. Otto Trumpf, Gipsstr. 17. Adolf Schulz, Gräfeftr. 19. Schöneberg. Karl Krusche, Sedanstr. 61. Steuer, Hauptstr. 126. Meierwald, Apostel Baulusstr. 15. Sterling, Bahnstr. 40. Scholter, Bahnstr. 17. Wetze, Barbarossastr. 78. Reizig, Grunewaldstr. 47. Bommerente, Winterfeldtstr. 20. Bruno Rudolf, Gleditschstr. 3. Madel, Winterfeldtstr. 5-6. 28. E. Hanke, Frankenstr. 2. W. Schlick, Gr. Frankfurterstr. 38. B. Genzmann, Waßmannstr. 20. C. Krack, Gleditschstr. 29. A. Royl, Rottbuser User 62a. P. Nitschke, Neue Königstr. 23. L. Lehmann, Richardstr. 31/32. J. Kinzel, Wrangelstr. 25. B. Hamel, Waldemarstr. 66. C. Schulz, Mustauerstr. 34. P. Heinzelmann, Mustauerstr. C. Töpfer, Muskauerstr. 11. G. Hampel, Eisenbahnstr. 13. 2. Sempt, Eisenbahnstr. 3. F. Kaiser, Mustauerstr. 54. D. Schubert, Golfstr. 13a. K. Schöppe, Grunewaldstr. 114. M. Böhling, Ebersstr. 42. H. Wermfe, Ebersstr. 14. C. Krzanowsky, Laufizer Platz 13. G. Bub, Helmstr. 2. R. Claus, Waldemarstr. 76. F. Werner, Büdlerstr. 23. B. Gabler, Muskauerstr. 13. M. Gruneberg, Burgstraße. B. Rahmann, Manteuffelstr. 103. F. Gillard, Manteuffelstr. 19. C. Hoffmann, Manteuffelstr. 11. A. Stresow, Wrangelstr. 126. A. Wohler, Wrangelstr. 9. E. Laubahn, Köpniderstr. 172. R. Heide, Görlitzer Ufer 2. E. Formberg, Büdlerstr. 42. G. Gumtau, Wrangelstr. 21. E. Hübner, Eisenbahnstr. 31. A. Helbing, Beughofstr. 8. Joh. Wendicke, Brandenburgstr. 6. 2. Rex, Prinzenstr. 112. R. Loudwin, Fürstenstr. 8. Heinr. Buschner, Weberstr. 52. B. Kretschmer, Gr. Frankfurterst. 74. Emil Knöpfer, Weberstr. 1-2. A. Ladahn, Weberstr. 30. H. Wendland, Grüner Weg 88. Krawezewski, Weberstr. 47. Richter, Borndorferstr. 55. M. Mitsching, Borndorferstr. 27. Bernhard Danner, Kaiserstr. 18. Gustav Scheurel, Kaiserstr. 46. Giehse, Landsberger Allee 8. Schmidt, Prinzenftr. 10. Schöppe, Grunerstr. 27. Löffler, Steinstr. 22. Höhne, Rügenerstr. 16. M. Schwemmlein, Bahnstr. 47. G. Glaubitz, Coburgerstr. 7. Fischer, Hauptstr. 102/103. 3. Selmanu, Sedanstr. 6/7. Schaller, Bahnstraße 17. M. Gebhard, Siegfriedstr. 10. E. Obiglo, Hohenfriedbergstr. 5. Pospich, Hohenfriedbergstr. 15. Fach, Brunhildstr. 9. J. Lehmann, Sedanstr. 6. B. Kindermann, Sedanstr. 30. 7. Lehmann, Sedanstr. 6. L. Johannes, Sedanstr. 32. Charlottenburg. Peter Eichhorn, Berlinerstr. 50. Hermann Witte, Joachimsthaler. Straße 39/40. N. Birkholz. Otto Grundmann, Rosinenstr. 10. Sebald Bänisch, Kaiser Friedrichftraße 59. Johann Spitbart, Pestalozziftr. 76. Baul Lehmann, Pestalozziftr. 69. H. Schmidt, Knobelsdorffftr. 8. Adolf Daniel, Schloßstr. 20. Hermann Otto, Spielhagenftr. 14. May Bartsch, Holzendorffftr. 18. F. Walther, Pestalozzistr. 12. G. Kühne, Weimarerstr. 14. W. Sorries, Christstr. 15. G. Wittenhagen, Scharnhorststr. 35. Fris Modersohn, Dandelmannst. 12. Klaufing, Elbingerstr. 10. N. Schulz, Lottumstr. 13a. B. Lück, Spandauerstr. 20. Joseph Schierse, Kaiser Friedrichftraße 47. B. Mack, Potsdamerstr. 10 a. Hrm. Haubold, Stuttgarter- Platz 21. E. Eichhorn, Schillerstr. 114. J. Witt, Potsdamerstr. 43. C. Losse, Wilmersdorferstr. 156. J. Jofat, Rosinenstr. 12c. D. Neimann, Schloßstr. 35. G. Manske, Potsdamerstr. 14. P. Dähne, Sophie Charlotten straße 15a. W. Spieß, Wilmersdorferstr. 66a. W. Guftke, Wilmersdorferstr. 117. E. Haafe, Floraftr. 10. C. Uhlmann, Kaiser Friedrichstr. 9. E. Klose, Schlüterstr. 12. O. Block, Wilmersdorferstr. 133. D. Geißler, Wilmersdorferstr. 158. W. Nuckwied, Sophie Charlotten straße 89. C. Wolff, Friedrich Karlstr. 12. G. Nandzio, Wallstr. 24. J. Donner, Chriftstr. 33. Joh. 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