Nr. 139. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Das sociale Königtum. II. Am 8. Februar 1890 verkündete Wilhelm II. in seinen befannten Erlassen, die Staatsgewalt habe die Arbeitsverhältnisse so zu regeln, daß die wirtschaftlichen Bedürfnisse der Arbeiter und ihr Anspruch auf gesetzliche Gleichberechtigung gewahrt bleiben“. Donnerstag, den 16. Juni 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Patriarchalismus, den der selige Herr v. Stumm mit fast patho- darstellt. Und welche gewaltsame Unterdrückung staatsbürgerlicher Logischem Eifer ausgebildet hat. Rechte liegt gar darin, daß sogar das Amt eines GemeindeDer moderne Staat tennt nur den freien Staatsbürger, der vertreters Staatsarbeitern unmöglich gemacht wurde! Daß zum Batriarchalismus des focialen Königtums den Menschen nur als werk- Ganzen auch das verbotene System der Verrufserklärung zeug für fremde Zwecke. Dies System maßt sich an, über die ganze gehört, ist selbstverständlich. Person zu verfügen und ihr so die Persönlichkeit zu rauben. Nicht genug, daß es den Arbeiter innerhalb seines abhängigen Berufs kraft Es ist ein unheimliches Bewußtsein, daß sich Zehntausende bon Mit der Anerkennung des Anspruchs auf gefeßliche Gleichberech- der Willfür der wirtschaftlichen Uebermacht zwingt, um ein Geringes Männern jahraus jahrein diese Unterdrückung aller staatsbürgerlichen tigung der Arbeiter- namentlich auch in den staatlichen zu frohnden, dieser Patriarchalismus begleitet den Sklaven, auch Rechte gefallen ließen. Und der Gebrauch ihrer Rechte, den sie Bergwerken, die er in denselben Erlassen zu Muster- wenn er der Marter unter Tage entronnen. Er schreibt ihm vor, machen wollten, war nicht einmal radikal. Sie waren gute Katholiken, anstalten entwickelt zu sehen" wünschte- sprach der Kaiser keine was er denken, lesen, schreiben soll, welchen Verkehr er haben darf. Anhänger der regierenden Partei. Nicht einmal dies Bekenntnis besondere Verheißung für die Zukunft aus, sondern er erkannte nur Er verhängt über ihn den Zwang einer Gefängnisordnung. Dafür, duldete das sociale Königtum". jenen Grundsaz der staatsbürgerlichen Gleichberechtigung feierlich an, daß der Arbeiter sein Brot und seine Stube empfängt, muß er sich den er in der Verfassung beschworen hatte. aller Freiheit entäußern und so bis in die innersten Falten seiner Wenn die Zustände im Saarreich der staatlichen Musteranstalten, Gesinnung dem väterlich sorgenden Herrn zu Willen und zu die in dem Prozeß Krämer durch ein erdrückendes Beweismaterial Diensten sein. festgestellt wurden, nun etwa„ Recht" sein sollten und nicht eine Das ist die Aufhebung der Lebensrechte der modernen Civilisation, brutale Unterdrückung allen Rechts, so würden die Arbeiter des und diese Negation des Staates der gleichberechtigten Staatsbürger Saarrebiers ihrerseits kraft des Grundsatzes der Gleichberechtigung ist das höchste Gesetz des socialen Königtums, das seinen Thron in den Anspruch erheben dürfen, etwa in folgender Weise ihren Willen den staatlichen Musteranstalten Saarabiens aufgeschlagen hat! durchzusehen: " " Freilich das Centrum weiß, warum es sich über die Enthüllungen des Prozesses nicht sonderlich entrüsten darf. Was das Centrum im Saarrevier drückt, thut es in Oberschlesien selbst, sogar in noch niederträchtigerer Art, weil es dort die wirtschaftliche Ueberlegenheit der gut katholischen Kohlenbarone durch die raffinierte Gewissens folter der Kirche unterstützt. So ist denn die Schande von Saarabien, unter der die katholischen Arbeiter litten, doch nur eine Wirkung der Gesamtpolitit, auf die das Centrum einen entscheidenden Einfluß ausübt. * Der Berggewaltige Geheimrat Hilger und die sonstigen hohen Das sociale Königtum als Brincip ist stärker als die Persönlich- Das patriarchalische System in Saarabien hat die Seelen Beamten werden bei den Reichstagswahlen streng kontrolliert. Sie feit des Monarchen. Das hat das Schicksal der kaiserlichen Erlasse der Menschen um alle Würde zu bringen versucht. Manches ist ihm haben keine Gelegenheit, die ihnen in die Hand gesteckten social- bom 8. Februar 1890 und seiner Reden aus dem Aufschwungsjahre gelungen. Feigheit, Streberei, Denunziantenwesen, Liebedienerei, demokratischen Bettel zu vertauschen. Es ist dafür gesorgt, daß socialpolitischer Bemühungen bewiesen. Unwahrhaftigkeit herrschen dort erschreckend. Dennoch ist zu hoffen, die Zettel schon an der Faltung erkannt werden. Auch dürfen natürAm 16. März 1889 sprach der jetzt regierende Kaiser zu den daß nun das Ende der Schreckensherrschaft naht. Daß der Saarlich die Arbeiter ihre" Unternehmer kolonnenweise zur Urne führen. Arbeitgebern im Bergbau:„ Es ist ja menschlich natürlich, daß jeder- Bergmann aufwache, hatte das angeklagte Flugblatt gemahnt. Daß Sind sie dennoch verdächtig, gegen die Socialdemokratie gestimmt mann versucht, sich einen möglichst günstigen Lebensunterhalt zu er- der Weckruf der Wahrheit mit drei Monaten Gefängnis bestraft zu haben, nicht waschecht zu sein, so wird das entsprechend geahndet, werben. Die Arbeiter lesen Zeitungen und wissen, wie das Ber- wurde, wird seine Siegeskraft um so lebendiger wirken lassen.... durch Gehaltsabzüge, Strafversezungen, im Rückfall durch Dienst- hältnis des Lohnes zu den Gewinnen der Gesellschaften steht. Daß entlassung. Der Geheimrat Hilger und die Seinen dürfen ferner fie mehr oder weniger daran teilnehmen wollen, ist erklärlich." weber dem nationalliberalen Verein noch etwa dem Arbeitgeber- So der Träger der Krone. Der Exekutor aber des socialen Zu dem Strafmaß bunde beitreten bei Strafe rücksichtsloser Entlassung. Dagegen Königtums, der Leiter der staatlichen Musteranstalten zieht eine andre in dem Saarbrücker Beleidigungsprozeß wird uns aus dem Industriewird es ihnen dringend zu empfehlen sein, daß sie zur Vermeidung Schlußfolgerung im Sinne des Patriarchalismus: Folglich dürfen bezirk geschrieben: Ist schon die Deffentlichkeit überrascht, daß übervon Unannehmlichkeiten sich den socialdemokratischen Wahlvereinen die Arbeiter teine Beitungen lesen, damit sie nicht erfahren, wie das haupt eine Verurteilung des Bergmanns Krämer stattfand, daß man anschließen. Natürlich darf Herr Hilger und seine Beamten kein Verhältnis des Lohnes zum Gewinn stehe, oder doch nur solche ihn nicht angesichts des Chimborasso von Beweisen nicht völlig freiWirtshaus betreten, in dem die Kölnische oder die Rheinisch- West- Beitungen, die sie über dies Verhältnis belügen. Sollte aber trotz gesprochen hat, so muß noch mehr das Strafmaß Aufsehen erregen. fälische Zeitung ausliegt. Die Arbeiter verbieten streng, daß in die dem etwas über das wirkliche Verhältnis zwischen Profit und Lohn Warum mußte man Krämer, der unstreitig, auch vom Standpunkt Häuser der Direttoren antisocialdemokratische Lektüre eingeschmuggelt den Arbeitern zugetragen werden, so wird das Druckerzeugnis ob des politischen Gegners betrachtet, aus edlen Beweggründen gewird. Sollte einmal ein Arbeiter vom Gericht bestraft werden, weil falscher Schlußfolgerungen" wegen Verbreitung unwahrer Thatsachen handelt hat, ins Gefängnis werfen? Wenn man nun er die Frau eines seiner Direktoren geprügelt, so wird dem Direktor wider besseres Wissen vor Gericht gezogen. mal, wie das bei politischen und ähnlichen Beleidigungsprozessen unweigerlich wegen seiner Denunziation für die gleiche Zeit, die der die Regel ist, zu einer Verurteilung kam warum hat man es da Arbeiter im Gefängnis büßen muß, das Gehalt entzogen. Ist einer nicht bei einer Geldstrafe bewenden lassen? Der Staatsanwalt selber der Direktoren wegen Umtriebe gegen die Socialdemokratie entlassen, hat erklärt:„ Es ist anzuerkennen, daß in den Flugblättern persön und findet er nach langer Brotlosigkeit endlich einen Unterliche Spigen vermieden sind; solche schweren Beleidigungen, wie schlupf als Leiter der Straßenbahn- Gesellschaft, so wird die organiman sie hier von der Dasbach Presse gewöhnt ist, finden sich fierte Arbeiterschaft auch hier sofort seine Entlassung durchsetzen. Am 14. Februar 1890 äußerte Wilhelm II. in seiner Ansprache nicht in ihnen." Zwar hat auch Herr Hilger das Recht, sich über die Arbeiter zu be- an den Staatsrat:„ Es wird zu erstreben sein, die Vertretungen der In dem Prozeß der Saarbrüder Bergwerksdirektion wider den schweren, übt er es aber, so ist seines Bleibens nicht länger. Auch Arbeiter mit den staatlichen Berg- und Aufsichtsbeamten in Ver- Dasbachschen Redakteur Lehnen hatte der Staatsanwalt fünfthut er gut daran, jegliche Petition an das Parlament zu unter- bindung zu sehen und auf diese Weise Formen und zehn Monate Gefängnis bei sofortiger Verhaftung beantragt laffen. Schließlich hat er natürlich auch die Pflicht, sein Bier mur Ordnungen zu schaffen, durch welche den Arbeitern der das Gericht erkannte auf etliche hundert Mark Geldstrafe. In dem von einer Arbeitergenossenschafts- Brauerei zu beziehen sonst. freie und friedliche Ausdruck ihrer Wünsche und Intereffen jezigen Prozeß beantragte der Staatsanwalt sechs Monate Gedas Gericht aber erkannte nicht auf Geldstrafe, sondern Der albernste Socialistenhezzer würde von den Schrecken einer ermöglicht und den staatlichen Behörden Gelegenheit geboten fängnis zukünftigen Diktatur des Proletariats nicht solch ein Bild zu ent- wird, durch Anhörung der unmittelbar Beteiligten verbannt den wackeren Bergmann auf drei Monate in den Kerker! werfen wagen. Und doch wäre dieser Terrorismus, diese Bertretung fortlaufend über die Verhältnisse der Arbeiter zuverlässig unterrichtet jeglicher persönlichen Freiheit schon heute das selbstverständliche zu werden." Recht der Arbeiter, wenn die Diktatur des Staatsunternehmertums, wie sie in Saarabien herrscht, berechtigt sein und wenn zugleich das kaiserliche Wort von der Gleichberechtigung der Arbeiter bestehen bleiben soll. Gleiches Recht bedeutet das Recht für alle, das Gleiche zu thun, und die Pflicht, das Gleiche zu unterlassen. Also dürfen die Arbeiter Saarabiens dem Geheimrat gegenüber handeln wie Herr Hilger an ihnen thut. Und der Geheimrat Hilger hat ja aus drücklich am Schlusse des saarabischen Prozesses erklärt: ... " Ich habe die Socialdemokratie mit allen mir zu Gebote stehenden Mitteln bekämpft, ich werde es weiter thun, da ich die feste Ueberzeugung habe, daß die Socialdemokratie ein Unglück Der Kaiser findet es erklärlich, daß sich der Arbeiter unterrichtet über den Grad seiner Ausbeutung und Anteil am Gewinn beansprucht der Patriarchalismus des socialen Königtums erklärt solchen Anspruch für ruchlos und verhindert mit allen Mitteln sogar die bloße Aufklärung über den wahren Ertrag seiner Arbeit. 01 Hofbank Christen. So der Kaiser. In den staatlichen Betrieben aber, die zu mustergültigen Vorbildern" entwickelt werden sollten, ist der freie Ausdruck der Wünsche ein Verbrechen, die Anhörung der unmittelbar Freiherr v. Mirbach hat gesprochen. Er erschien vor Gericht, Beteiligten eine Täuschung. Ist doch im Prozeß Krämer festgestellt wo die Wohlthäter, die seinen Kirchen und seinen frommen Vereinen worden, daß Arbeitern, die bei der Grubenkontrolle mitwirkten, ver- Gelder spendeten, auf der Anklagebant ſizen. Er wurde nicht durch boten wurde, Beobachtungen und Meinungen über die Ursachen der das Gericht citiert, er kam freiwillig. Er hat gebeten, als Zeuge entschreckend zahlreichen Unfälle einzutragen. Der Partriarchalismus duldet feinerlei Freiheit und keinerlei Wahrheit. + bernommen zu werden. Freiherr v. Mirbach hat gesprochen. Er sprach nicht ganz in dem Ton, den er früher angeschlagen. Er sprach nicht von Rhinoce rossen und nicht von Satans Tücke. Doch jammerte er über die Aber auch Saarabien liegt in einem Staat, der wenigstens auf Verfolgungen und Verdächtigungen, welche die„ agitatorische Presse" für unser Baterland ist und namentlich für die mir anvertrauten dem Papier eine Verfassung hat; ein Verfassungsstaat ist der gegen ihn erhoben habe. Freiherr v. Mirbach vergaß, daß er vielBergleute. Der Verlauf des Prozesses hat mich zunächst über direkte Gegensatz zu dem Patriarchalismus des socialen Königstums. mehr Dankbarkeit gegen die Presse üben sollte, die ihn mit sanfter zeugt, daß ich in dem Verfahren auf dem richtigen Wege bin, und So muß die thatsächliche Anwendung des gesetzlich überwundenen Hand zu der Verpflichtung überzeugt hat, das große Schweigen zu ich werde auf diesem Wege weiter fortfahren. Ich halte es heute brechen und freiwillig! vor Gericht zu erscheinen, um das noch, wie ich es einst gethan, für unvereinbar mit dem königlichen Systems zu dauernden Konflikten mit Recht und Gesetz führen. Betrieb, daß ein Socialdemokrat in demselben ist, und werde da- Die Zustände in Saarabien sind denn auch durchaus rechts- Dunkel zu zerstreuen, das sich um die Hofbank und die nach verfahren, daß ich rücksichtslos vorgehe und die Bergleute vor widrig, sie bedeuten die anarchistische Auflehnung des väterlichen Geldspenden der Schulz und Romeid lagert. die Wahl stelle, ob sie weiter der Grube angehören wollen oder Regiments gegen die Grundgeseze des Staates. Zwar hat der Freiherr v. Mirbach hat gesprochen und der Enthüller einiger der socialdemokratischen Partei." Staatsanwalt die Beobachtung bei der Wahl für zu Hofbankgeheimnisse, Geheimrat Budde, hat ihm die Erklärung Die gleichberechtigten Arbeiter dürfen demnach mit allen lässig erklärt, da es ,, ebensowenig wie andren In- gemacht, daß er ein Ehrenmann sei vom Scheitel bis zur Sohle. ihnen zu Gebote stehenden Mitteln dagegen kämpfen, daß die ihnen dustriellen der Bergwerksverwaltung verwehrt werden kann, welches Licht hat das späte Beugnis des Kirchenbauers in die anvertrauten Borgefeßten nationalliberal- kapitalistisch verkommen. sich über die politische Gesinnung ihrer Bergleute zu orientieren." Machenschaften der Pommernbant, in die Beziehungen des Freiherrn Ja, sie dürfen das mit weit größerem Recht, da der Kapitalismus Was aber in Saarabien geschah, ist eine gewaltsame Ver- b. Mirbach zur Bank und des Kirchenbaues zur Finanz gebracht? und der Nationalliberalismus wirklich ein Unglück für unser Vater- hinderung der Wahl und fällt ganz offenbar unter den§ 107 des Der Gerichtsberichterstatter meldet: Land ist, während der Socialismus seine Erlösung bedeutet. Der Strafgesetzbuchs, der lautet:„ Wer einen Deutschen durch Gewalt Terrorismus der Arbeiterschaft wäre also ein Zwangsmittel der oder durch Bedrohung mit einer strafbaren Handlung verhindert, in teilte Staatsanwaltsrat Beed ein Schreiben des Oberhofmeisters In der heutigen Sigung des Pommernbank- Prozesses fortschreitenden Kultur, der Terrorismus des Bergfiskus dagegen ist eine Ausübung seiner staatsbürgerlichen Rechte zu wählen oder zu stimmen, der Kaiserin Excellenz Freiherr v. Mirbach mit, in welchem dieser Bergewaltigung menschlichen Fortschrittes. wird mit Gefängnis nicht unter sechs Monaten oder mit Festung beantragte, als Zeuge bernommen zu werden. Da Frhr. v. Mirbach Es ist nur nötig, den Anspruch auf Gleichberechtigung der bis zu fünf Jahren bestraft. Der Versuch ist strafbar." Als zur Stelle war, erfolgte die Vernehmung sofort. Arbeiter auf dem Boden der vermeintlichen Ansprüche der Unter- Verhinderung der Wahl gilt auch wir führen den berühmten Präs.: Ercellenz haben zwei Quittungen über Geldnehmer durchzudenken, und man gelangt zu jener wilden Karikatur, Kommentar von Dishausen an ein zur Wahlbeträge unterzeichnet, die Sie von den Herren Schulz und Romeid „ daß die wir eben gezeichnet haben, und deren scheinbar spielender Spott Entschlossener einerseits verhindert wird, denjenigen zu wählen, erhalten haben. den gewaltigsten Ernst birgt. den er will, andrerseits aber genötigt wird, einen andern Das Wort von der Gleichberechtigung der Arbeiter ist eben nur zu wählen, als er wollte." Diese gewaltsame Wahlverhinderung ein frommer Wunsch geblieben. Wie das sociale Königtum als ist in Mogeleien von Organen der Bergbehörde systematisch geSystem des halbfeudalen Kapitalismus nicht die Möglichkeit hat, trieben worden. sociale Musteranstalten zu schaffen, so hat es nicht die Kraft, i Gesezwidrig ist ebenso die Verhinderung des Koalitions, des Freiherr v. Mirbach: Ich möchte erwähnen, daß ich um meine selbst wenn es den Willen hätte, die Gleichberechtigung der Arbeiter Versammlungs- und Vereinsrechts, ja sogar des Petitionsrechts- Vorladung als Zeuge gebeten habe, um durchzusetzen. nur daß gegen diese Frevel feine Strafbestimmungen existieren. persönlich für mich und meine Vereine, Das sociale Königtum kennt nicht die staatsbürgerliche Gleich- Gefeßwidrig ist die Verhängung der Censur über die Lektüre freier um die es sich hier handelt, eintreten zu können. Ehe ich mit der berechtigung des modernen Staates, es beruht vielmehr auf jenem I Staatsbürger, die geradezu eine Art geistiger Freiheitsberaubung| Pommernbank in Verbindung trat, habe ich Recherchen über die Freiherr v. Mirbach( nach Einsichtnahme der Quittungen): Die Unterschriften sind von mir. Präs.: Könnten Sie uns fagen, zu welchem Zweck die Gelder find und welche Verbindung mit der Bommernbank in Bezug auf diese Gelder bestanden hat? Direktoren anstellen lassen. Das Ergebnis war, daß die Ponimern- bank als gut fundiert und gut geleitet empföhle» wurde und die Direktoren als sehr wohlhabende Leute galten. Ich stellte auch fest, daß Herr Schultz schon große Stiftungen für Wohlthütigkeitszmecke gemacht hatte, und zwar auf eigne Kosten, zum Beispiel ein Krankenhaus in Oderberg. Nun sind solche Stiftungen in Berlin durchaus nichts Ungewöhnliches. Es haben fortgesetzt reiche Leute schon Stiftungen in Höhe von 100 000—300 VW Mark gemacht. Ich kenne Leute, die jährlich solche Stiftungen machen, es ist das also nichts Ungewöhnliches für mich. Da nun für uns die Herren Schnitz und Nomeick als reiche Leute galten, so war es auch nicht ungewöhnlich und überraschend, daß sie auch große Stiftungen machen wollten, die wir mit Dank annahmen. Man muß bedenken, daß gerade in Berlin in der großen Arbcitermasse die Not so groß ist, daß die Wohlthätigkeitsarbeit hier in' umfassendstem Maße eingreifen muß. Meine Hauptarbeit ist seit fünfzehn Jahren, nicht nur für den Kirchen bau, sondern auch für das Wohl der arbeitenden Klassen zu sorgen. Gerade für diesen Zweck setze ich meine ganze Lebenskraft ein, dafür wirke ich seit fünfzehn Jahren mit meinen Vereinen zusammen, dafür erhalte ich aber seit fünfzehn Jahren von einer agitatorischen Presse die Quittung, indem ich fortwährend verfolgt und verdächtigt werde. Ich verwalte eine ganze Anzahl solcher Kassen, es gehen etwa 6— 800 000 M. jährlich durch meine Hand. Es ist üblich, daß Leute, die solche große Stiftungen machen, nicht genannt sein wollen, aus sehr begreiflichen Gründen, vor allen Dingen, weil sie, wenn sie solche großen Gaben darbringen, Gefahr laufen, hier in Berlin von einer gewissen Presse verdächtigt zu werden, daß sie Nebenabsichten verfolgen. Seitdem die Recherchen über die Herren Schultz und Romeick zu einem günstigen Resultat geführt hatten, hatte ich die Herren schon 1899 als Berater für finanzielle Angelegenheiten herangezogen, und vom Jahre 1900 an übergab ich ihnen Gelder meiner Vereine und auch Gelder der Schatulle, die sie sehr sorgsam und sicher angelegt und verwaltet habe» Was nun die von den Herren gemachten Stiftungen be- trifft, so sind in der Sitzung vom 8. dieses Monats vom Herrn Staatsrat Budde nur Vermutungen ausgesprochen und keine bestimmten That fachen mitgeteilt worden. Herr Staatsrat Budde hat ausdrücklich erklärt, daß seine Aussage nicht auf eignem Wissen beruht, sondern nur die Wiedergabe dessen ist, was er hier und aus den Provinzen gehört hat. Im August 1900 sollen 150 000 Mark gestiftet sein. Das ist richtig. Im September sollen 20 000 M. gestiftet sein. Davon ist weder an mich, noch an einen meiner Vereine irgend etwas gekonimen. Im Oktober sollen 50 000 M. gestiftet sein. Auchhiervon ist weder mir, noch irgend einein meiner Vereine etwas zugegangen. Im November sollen 25 000 Mark gestiftet sein. Das ist richtig. Die Zahl, mg ist für den Kirchenbau- verein verwendet. Dann ist eine Quittung über 327 400 M. vorhanden. Diese Stiftung i st nie gemacht worden. In der Presse sind nun diese Zahlen zusammengestellt worden als thatsächliche Stiftungen. Ich übergehe die empörenden gehässigen Betrachtungen, die in auswärtigen und auch in hiesigen Blättern an meine Person geknüpft worden sind. Ich wiederhole: die Stiftungen an meine Vereine bestanden aus jenen 150 000 M. und 25 000 M. Eine Stiftung ist nicht genannt: sie stammt aus dem Jahre 1899, es waren dies Gelder<60 000 M.j, die sofort an Vereine ausgezahlt worden sind. Ich möchte nur ans die große Stiftung von 350 000 M. eingehen. Es war Ende September oder anfangs Ok- t o b e r, als Herr Schultz oder Herr Romeick— ich weiß dies nicht mehr genau— erklärten, sie wünschten für meine vielfachen Vereine noch eine Stiftung von 350000 M. zu machen; sie schlugen vor, ein Gut- haben in dieser Höhe einzustellen und mit der Zeit daraus für Vereine, die in Not sind, Teilbeträge abheben zu lassen. Ich fragte, wie ich das immer thue, ausdrücklich, ob sie die Stiftung persönlich und aus eignen Mitteln machen, weil ich weiß, daß es auch große Gesellschaften giebt, wo die Aufsichtsräte Ueberschüsse zu Unter- stlltzungen verwenden. Die Herren Schultz und Romeick versicherten auf das bestimmteste, daß die Zuwendung aus ihremVermögen komme. Von diesen 350 000 Mark habe ich, wie ich schon vorher erwähnte, im Dezember 25 000 Mark zur Anzahlung auf eine Rechnung für den Kirchenbau-Verein abgehoben. Bald darauf entstanden die Schwierigkeiten der Pommernbank. Ich ließ die Herren zu nur bitten und sagte ihnen, daß angesichts dieser Schwierigkeiten auf diese Stiftung unter allen Umständen verzichtet werde, und das Conto als gelöscht zu be- trachten sei. Die Herren fügten sich nur mit Widerstreben und sagten: sie und ihre Bank ständen so gut da, daß sie den Sturm überwinden würden. Ich muß nochmals betonen, daß sowohl ich als auch meine Vereine uns in dem festen Glauben befunden haben, daß, wie in Berlin viele Vereine von reichen Leuten unterstützt werden, dies auch hier der Fall sei. Ich habe mich auch bei Beginn dieses Prozesses wiederholt bei den Angeklagten erkundigt, ob die Gelder auch wirklich aus ihren Privatmitteln geflossen seien. Es ist dies auf das bestimmteste bejaht worden. Ich habe auch angeregt, ob nicht die Gelder, die ja allerdings von den armen Vereinen verausgabt sind. von de» reicheren Vereinen zurückgezahlt werden sollten. Mir ist aber davon dringend abgeraten worden, weil die Thatsache, daß wir nun, wo der Prozeß anhängig war, die Gelder zurück- gaben, allen möglichen Verdunkelungen und Verdächtigungen Thür und Thor öffnen würde. Wenn man das Geld zurückzahlen will, wird es nach Beendigung dieses Prozesses immer noch Zeit sein, und wenn hier nachgewiesen wird, daß bei diesen Geldern irgend ein Bedenken ist, sie anzunehmen, so werden selbstverständlich die Vereine die Summen, die sie erhalten haben, zurückzahle n. Präs.: Ist die Summe von 300000 Mark, die sie quittiert haben, denn bei der Pommerirbank geblieben, oder ist sie Ihnen ausbezahlt?— Freiherr V.Mirbach: Ich wiederhole, daß die Quittung � mir war sie, wie ich betone, unbekannt, ich hatte sie vergessen— nur dazu diene» sollte, das Conto aufzulösen; es ist aber ausgeschlossen, daß ich lveiter einen Pfennig erhoben habe. Von den 350 000 Mark sind meinen Vereinen nur 25 000 Mark zugeflossen, sonst nicht ein Pfennig! Justizrat Dr. Se l lo(nach kurzer Besprechung mit den Angeklagten und den Mitverteidigern): Wir haben keine weiteren Fragen an den Herrn Zeugen. Gcheimrat Budde: Ich hätte ohnedies Veranlassung genommen, mich in einem Punkte zu berichtigen. Seine Excellenz haben schon selbst hervor- gehoben, daß icb hier nur gesprochen habe aus dem. was mir von andern berichtet ist. In diesem einen Punkte hatte ick, gesagt, daß Wulff mir berichtet habe, daß Herr Trautmann eine Quittung von 15 000 M. Seiner Excellenz in Händen gehabt habe. Thatsächlich aber hat Herr Trautmann nur eine Quittung über 25 000 M. in Händen, und zwar ist diese nicht unterzeichnet von Sr. Excellenz, sondern von einem I n st r t u t zur Aus- schmückung von Kirchen, so daß es wahrscheinlich ist, daß diese 25 000 Mark nichts andres sind als die Summe, von der Se. Excellenz spricht. Für mich steht es zweifellos fest daß Se. Excellenz nur das bekommen hat. was er hier bekundet und nicht 500 000 Mark und mehr, wie man aus meinen An- gaben hätte folgern können. Ich finde es nicht nur be- qreiflich, sondern selbstverständlich, daß Excellenz die Ihnen von den Angeklagten persönlich angebotenen Summen im Jutereffe-jhrer Vereine angenommen haben, denn damals war vor der �effentlich- leit feststehend, daß die Angeklagten noch reiche Leute waren und die Bank intakt war. Ich glaube, daß nur derjenige etwas dagegen haben kann, der sich anmaßt, niemals i r r e g e f ü h r t zu werden. versichere, daß es mir in tiefster Seele widerwärtig ist, daß sich an mein Austreten hier eine Preßhetze geknüpft hat gegen eine Berson wie Se. Exccllcnz. die unter schlverer Verantwortlichtelt ist selbstlosester Weise die Pflicht erfüllt, dre er für seine Pflicht hält. Es haben sich verschiedene Leute das Vergnügen gemacht, mir Ausschnitte aus aus- 'wärtigen Zeitungen zuzustellen. Ich habe daraus ersehen, mit welchem politischen Haß und welcher Verleumdungssucht diese Dinge betrieben werden. Se. Exzellenz weiß von mir— und dar- über habe ich bei seiner ersten Namensnennung auch keinen Zweifel gelassen— daß ich Sie vom Scheitel bis zur Sohle für einen Ehren- mann halte, und niemand, der mir nicht aus gemeiner Gesinnung falsche Motive über mein Auftreten unterschiebt, wird der Meinung sein, daß dies nicht auch in alle Zukunft der Fall ist. Prä s.: Ich möchte Sie, Excellenz, noch fragen, ob an die Hin- gäbe der Gelder irgend welche Bedingungen geknüpft sind?— Frei- Herr v. Mirbach: Nein, niemals! Excellenz Mirbach hat eine ansehnlich umfangreiche Zeugen- aussage vor Gericht niedergelegt. Er hat vor Gericht sehr ausführ- lich über die„agitatorische Presse" und die vortrefflichen Bestrebungen gesprochen, die er im Interesse der notleidenden Arbeiterschaft be- treibe. Es ist ein Eiitgegenkommen des Gerichts, das Gerichte nicht immer gewähren, daß es dein Oberhofmeister der Kaiserin gewährte, sich in dieser Art gegen die Angriffe, die außerhalb des Gerichts erfolgt sind, zu wehren und sein frommes Wirken, das vor Gericht nicht unter Anklage steht, also zu verherrlichen. Leider aber hat Frhr. v. Mirbach um so weniger Ausführliches zur Aufhellung über den Verbleib der Hofbankspenden beizubringen vermocht, und das Gericht hat anscheinend die für die Beurteilung der Anklage dringliche Erforschung dieser An- gelegenheit weiter zu veranlassen. Der Gerichtshof hat schon am vorigen Mittwoch, als Geheimrat Budde zuerst seine Aussagen machte, die Sache als erledigt erachtet. Es zeigte sich zwar bald, daß sie nicht erledigt war und Frhr. v. Mirbach mußte Gelegenheit nehmen, die erledigte Angelegenheit nochmals zu erledigen. Kaum hat er gesprochen, da erscheint dem Gericht diese Sache nun aber vollends und gänzlich erledigt. Bereits beginnen auch einige Zeitungen diese Erledigung anzuerkennen und dem Freiherrn devot zu danken, daß er die Güte hatte, alles offen und wahrheitsvoll„aufzuklären". In Wahrheit ist nichts erledigt und nur den Zeitungen, die nicht sehen wollen, mag die Zeugenaussage Mirbachs der Vorwand sein zur Verheimlichung des Ponnnernskandals, der nach dieser Aussage größer erscheint als je. Zunächst die für die Anklage gegen Schultz und Romeick wesent- liche Frage nach dem Gebühren, das sie mit fremder Leute Geld übten. Schultz hatte am Donnerstag erklärt, Frhr. v. Mirbach habe nur 25 000 M. empfangen. Aber Frhr. v. Mirbach selbst zeigt die Glaubwürdigkeit dieses Angeklagten, indem er zugiebt, immerhin 235 000 M. empfangen zu haben. Frhr. v. Mirbach behauptet nur, daß er von der auf 350 000 M. lautenden Summe des Contos X für„seine Vereine" nur 25 000 M. abgehoben habe. Den übrigen größeren Teil der Summe habe er zwar quittiert, aber nicht wirklich erhalten. Die Mysterien der Hofbank-Bnchführung verdunkeln sich, je mehr Freiherr v. Mirbach das Licht der Aufklärung entzünden will. Ge- heimrat Budde sagte unter Eid aus: „Es liegt dann eine Quittung vor von Freiherrn v. Mirbach über 25000 M., die er auf dieses Conto erhoben hat, am 3. November 1900, und über die Rcstsumme von 327353,30 M., die er erhoben hatte am 28. Dezember 1900. Es ist das die Rest- summe. Mit Zinsen zusammen machen beide Beträge 350 000 Mark aus." Hier ist die Abhebung des Geldes behauptet und Freiherr v. Mirbach erklärt, er habe vergessen gehabt, daß er eine solche Quittung ausgestellt hatte, aber sie sei thatsächlich ausgestellt und sie sollte dazu dienen,„das Conto aufzulösen". Dem klaffenden Widerspruch zwischen der Aussage des Herrn Budde und des Frei- Herrn v. Mirbach ist vom Gericht nicht nachgegangen, obschon die Vernehmung der vom Geheimrat Budde genannten Kassenbeamten Aufklärung geben mußte. Denn wenn die zunächst unverständliche Ausstellung einer Quitwng für nicht empfangenes Geld stattgesimden hat, wie konnten die Kassenbeamten dem Geheimrat Budde sagen: die Restsumme von 327 000 M. ist am 28. Dezember 1900 erhoben worden? Und vor allem: wo ist diese ansehnliche Summe ge- blieben'? Da Freiherr v. Mirbach sie von seinem Kirchenconto hat absetzen lassen, muß entweder ein andrer Empfänger vor- Händen sein oder aber die Angeklagten haben das Geld i n andrer Weise verschwinden lassen. Es ist schwer be- greiflich, daß das Gericht unter dem Eindruck der Mirbachschcn Be- rcdsamkeit dem Versuch ausgewichen ist, diese Fragen zu lösen. Die Beurteilung aber des frommen Verhältnisses zwischen dem Frhr. v. Mirbach und den Pommern kann durch die Zeugenaussage des Freiherrn in nichts gemildert worden. Es ist gänzlich b e- lang los, ob der Freiherr die Gesamtsumme, die ihm in Aus- ficht gestellt war und die er bereit war anzunehmen, wirklich ab- gehoben hat oder ob er, da die Bank zusammenbrach, auf einen Nestteil verzichtete. Alles, lvas den Hofbank-Kirchenbau kennzeichnet, ist umstößlich festgestellt. In kürzester Frist hat Frhr. v. Mirbach in mehreren Raten fast 600000 M. von den Schultz und Romeick zu Wohl- thätigkeits- und Kirchenbauzwecken sich schenken zu lassen bereit erklärt; Freiherr v. Mirbach hat harmlos die reiche Gabe der Uneigen- nützigkeit entgegengenommen und seine Zeugenaussage endet in der feierlichen Erklärung, daß Bedingungen an die Hingabe der Gelder niemals geknüpft worden seien.„Geknüpft" werden solche Bedingungen niemals und es ist nur das wundersam wirkende Un- gefähr, daß die Schultz und Romeick ihre brüchige Bank unter die ungewöhnliche Firma:„Hofbank Ihrer M a j e st ä t der Kaiserin" stellen und durch dieses Ehrenschild Vertrauensselige locken und in Verderben stürzen konnten. Freilich, es ist eine rück- wärts wirkende Entschuldigung der Arglosigkeit des Freiherrn v. Mirbach, daß er persönlich und seine Herrin thatsächlich im Vertrauen auf die Schultz und Romeick nicht getäuscht worden ind. Freiherr v. Mirbach hat die erfreuliche Mitteilung gemacht: vom Jahre 1900 übergab ich ihnen Gelder meiner Bereine und auch Gelder der Schatulle, die sie sehr sorgsam und sicher angelegt und verwaltet haben. Wie im Zusammenbruch der Sanden-Bank, so ist auch im Pommernsturz das Kirchengeld und das Geld der Schatulle der Kaiserin bis auf den letzten Pfennig gerettet worden. Es wäre daher thöricht, den Anspruch des Herrn Schultz nicht anzuerkennen, den«r auf das fortdauernde Vertrauen des Freiherrn an Gerichtsstelle laut erhob. Und noch ein andrer Milderungsgrund ist der Vertrauensselig- keit des Freiherrn zuzusprechen. Er hat ausgesagt, daß es für ihn nichts ungewöhnliches sei, von Reichen erhebliche Summen fiir kirchliche Stiftungen zu empfangen. Warum sollte er nicht an den frommen Sinn der Schultz und Romeick glauben? Warum sollte er nicht wähnen, daß auch sie nur um ihres brünstigen Glaubens und ihrer himmlischen Seligkeit willen das gute Werk verrichten wollten? Was aber de», Freiherrn v. Mirbach als mildernder Umstand zukommt, das ist die u in so schwerere Verurteil u n g des frommen Geschäfts, das sich heut als Christentum vorstellt. Der weltfremde Freiherr erzählt, seine Wohlthäter wünschten nicht, daß ihre Geldgaben öffentlich bekannt werden, aber auch den Schultz und Romeick hat nicht danach verlangt, daß ihre Geldgaben bekanntgegeben würden, sie waren bescheiden genug, den KommerzienratStitel und die Hofbank-Firma zu gewinnen— natürlich ohne daß diese Bedingungen vereinbart waren. Freiherr v. Mirbach rühmt sich des großen Lebenswerkes, zahl« lose Kirchen zu bauen in Berlin und in der Provinz. Er baut sie vom Reichtum derFinanz, die von allen ausbeuterischen Mächten dieser Zeit die verderblichste und u n ch r i st l i ch st e ist. Es ist das Verhängnis des höfischen Kirchenbaus, das Christentum auszu- liefern an—„Satans Tücke". Freiherr v. Mirbach hat auch das erschütternde Geständnis ab- gelegt,„seit 15 Jahren sei seine Hauptarbeit nicht nur für den Kirchenbau, sondern auch für das Wohl der arbeitenden Klassen zu sorgen". Sicherlich glaubt der Freiherr und glaubt alle seine höfische Frömmigkeitsgenossenschast ebenso an diese rühmend verkündete Arbeit, wie er an die Schultz und Romeick glaubte; er sorgt für die Arbeiter, indem er dem Grundsatz lebt: Unorganisierte allein dürfen zur Arbeit zugelassen werden, der Trost aber eines elenden und rechtlosen Lebens wird ihnen zu Teil in prunkvoll ragenden Kirchen, die Spekulanten und Ausbeuter christlichen Sinnes schenkten! Der Bankprozeß tvurde zur Anklage gegen die widerwärtigste Verlogenheit einer verlogenen Zeit: gegen die Verfälschung einer Religion der Demut und Armut in eine Spekulation der Banken und Gauner._ poUtifcbe CUbcrficbt. Berlin, den 15. Juni. Der sechzehnte Juni. Schon ein Jahr! Und Millionen wird es sein, als ob eö erst gestern gewesen wäre: so tief und unverlöschbar deutlich hat sich dem Volke die Erinnerung an den stolzesten aller Wahl- tage eingeprägt. Lauter als heute vor einem Jahre hat die Völker- befreiende Socialdemokratie nie ihre Ideale in die Welt gerufen. enger haben sich nie die Massen um ihre Banner geschart, klarer ist es ihnen nie zu Bewußtsein gekommen, daß alles werdende Kulturglück, aller Schutz menschlicher Würde, daß alles, was an dem gegenwärtig lebenden Menschengcschlechte groß und zukunftsreich ist, in den Ideen der Jnternationalität des Klassenkampfes, der socialen Revolution seinen Ausdruck findet. Und noch ein zweites Jahr, ein drittes, ein viertes, und im fünften wird spätestens die nächste große Schlacht geschlagen werden. Nur dem Müßigen erscheint der Lauf der Zeiten träge, der Schaffende sieht täglich mit neuem freudigen Erstauen, wie der Kreislauf der Erde ihn der Zukunft entgegenträgt, die ihm gehört. Ein Jahr liegt hinter uns, das ein Jahr der Arbeit, der Vor- bereitung und Zurüstung sein sollte und es zun, guten Teile auch gewesen ist. Die Zufallserscheinungen einiger Nachwahlen können uns nicht irre machen in der Ucberzeugung, daß die Wahrheit an- aufhaltsam vorwärtsschreitet, und selbst wenn wir müßig geblieben wären, so hätte doch die rastlose Arbeit unsrer Gegner ihr den Weg gebahnt.„Sie müssen I hat jüngst ein protestantischer Pfarrer von uns gesagt, weil er in der Socialdemokratie den wahrhast heiligen Beruf zur Menschheit erkannte.„Sie müssen I" gilt aber auch von unsren Gegnern, all ihr Thun und Treiben macht sie wider ihren Willen zu unsren'Dienern, all' ihre Versuche, uns zu bekämpfen, find ebensoviele Thaten, die uns vorwärts schieben. Fiir sie sind in diesem Jahre zwei Erscheinungen kennzeichnend gewesen. Niemals ist ihre Absicht, dem deutschen Proletariat durch ein heimtückisches Staatsverbrechen seine gute gesetzliche Waffe zu entwinden, frecher und unverhüllter zu Tage getreten. Und zum andern ist auch niemals ihre kindische Hoffnung, die unbesiegbare Partei werde im Wahnsinn Hand an sich selber legen, sie werde durch Aufgabe ihrer Grundsätze oder durch inneren Z w i st Selbstmord üben, lauter und frohlockender geäußert worden. Ihr Versuch, den notwendigen geistigen Entwicklungsprozeß deS Volkes, der auf notwendigen wirtschaftlichen und politischen Ursachen beruht, durch saarabische oder oberschlestsche Systeme, durch Mirbacherei und Manieuffelei aufzuhalten, wird an seinem inneren Widersinn scheitern. Und nicht minder werden ihre Hoffnung ver- eitelt werden, daß die deutsche Socialdemokratie Zukunstsgütcr, die ihr anvertraut sind, in der Leidenschaft des Augenblicks verschleudern werde. Unsre Gegner haben in diesem Jahre nichts gelernt und viel vergessen. Wir haben aber nichts vergessen und viel gelernt. Sie können nicht begreifen, daß sich Menschen, die sich noch gestern arg befehdeten, heute wieder zum gemeinsamen Kampfe zusammenfinden, weil sie sich als Herren spreizen, während wir mit freudigem Willen die Beherrschten einer Masse sind, deren Willen, Hoff« nungen und Wünschen sich alle unsre persönlichen Stinunungen unterordnen. Ein Jahr ist verflogen, und das nächste soll die deutsche Social« demokratie so einig und festgeschlossen finden, wie sie am 16. Juni 1903 im Kampfe wider ihre Gegner stand. Das Vermächwiswort Wilhelm Liebknechts gilt alle Tage: Es ist keine Zeit zu verlieren! Im Reichstage wurde Mittwoch unsre Interpellation, die von der StaatSregierung Auskunft üver die Maßnahmen gegen die Verletzung zahlreicher Reichsgesetze durch das preußische Kontraktbruchgesetz fordert, noch nicht verhandelt, da der Staatssekretär im Reichs- Justizamt Dr. Nieberding sich erst für morgen zur Beantwortung bereit er- klärte. So kam das Haus sofort zu der Vorlage, welche von dem Reich die Uebernahnie einer Zins- und Kapitalsgarantie für den Bau der Bahn von Dar-es-Salaam nach Mrogoro verlangt. Wohl selten ist eine Vorlage so scharf angegriffen und so lahm verteidigt worden wie diese. Der Abg. Eugen Richter wies an der Hand authen- tischer Informationen nach, daß die Bahn wirtschaftlich genommen nicht die geringste Chance hätte, daß sie durch Steinwüsten und Sumpfgegenden fiihrte und keinerlei Herabmindcrung des Reichs- Zuschusses für diese Kolonie herbeiführen könnte. Genosse Süd e kum hob die ungeheuren Landkonzessionen hervor, die man einer durch die Garantie des Reiches in jeder Beziehung gedeckten Gesellschaft mache, und die zahlreichen andern Grundbesitz- Privilegien, die man ihr einräume. Und das, nachdem die letzte Tagung der deutschen Kolonialgesellschast in Stettin selbst unter dem Vorsitze eines Prinzen Arenberg sich in schärfster Weise gegen den Bodenwucher in unsren Kolonien gewandt hat. Beide Redner hoben hervor, daß unsre Finanzlage und die zahlreichen wirklichen Kulturbedürfnisse, die in Deutschland unbeftiedigt bleiben müßten. es jedem Abgeordneten verbieten sollten, für so zweifelhafte Unter- nehmungen Reichsgeld zu verwenden. Energisch betonte Genosse S ü d e k u m unsre principielle Feind- schaft gegen die heute von Deutschland bettiebene Kolonialpolittk. die nur das Volk zu Gunsten reicher Kapitalistengruppen belastet. Auch der Abg. Richter forderte eine Aenderung unsrer Kolonialwirtschnft von Grund aus. Unter den Verteidigern der Vorlage beschränkten sich Herr Schräder von der Freisinnigen Vereinigung, der Centrumsabgeordnete Spahn und derNationalliberale Dr. Sattler auf kurze Erklärungen. Was sollten sie auch zur Verteidigung ihres Verhaltens vorbringe», das der Regierung statt der geforderten 18� Millimieii 21 Millionen zur Verfügung stellt! Der konservative Abgeordnete Dietrich suchte mit einem ge- Klärten. " Vom ostasiatischen Kriegsschauplatz. Das russische Wladiwostock- Geschwader scheint den Versuch unternommen zu haben, Port Arthur zu Hilfe Petersburg, 15. Juni. Ein Telegramm des Generallieutenants Baron Stackelberg an den Kaiser von gestern meldet: Heute mittag 12 Uhr wurden wir, sechs Werst südlich von der Station Wafangou, angegriffen. Der Gegner machte energische Versuche, unsren linken Flügel zu verdrängen. Die Angriffe des Gegners wurden zurückgeschlagen. Wir behaupteten unsre Stellung. Das erste Regiment, welches sich auf dem linken Flügel befand, erlitt ernste Verluste. Der Regimentskommandeur Oberst Chivastunow und der Regimentsadjutant wurden getötet. General Gerngroß wurde verwundet. nicht zu erwarten. Daß diese Behauptung der Stellung länger andauern wird, ist Vor Port Arthur. " 1 fälschten Citat aus einer früheren Rede Bebels zu operieren. Bebel] Herr Landgerichtsrat Kade, der mit viel besseren Richterlöhnen hatte einmal erklärt, daß, wenn die vorsichtige Deutsche Bank ihr nicht zufrieden ist und aufreizende Vergleiche zwischen den GehaltsKapital in koloniale Unternehmungen steckte, er vielleicht eher an die verhältnissen der Richter und der Regierungsräte zieht, hüte sich vor Entwicklungsfähigkeit des deutschen Kolonialbesizes glauben würde. der Empörung und der Entrüstung seiner jaarabischen Kollegen! Herr Dietrich suchte es so darzustellen, als ob diese Kapitalsanlage, Aus Baden wird uns geschrieben: Ein Polizeigesetz zu kommen. die das Reich zu 120 Proz. zurückzuzahlen sich verpflichtet, wirklich gegen die Kurpfuscherei" sollte hier geschaffen werden. In der Meerenge von Korea ist es nach einer„ Reuter"-Meldung irgend welches Vertrauen der Kapitalisten zu unsren Kolonialunter- In Form einer Abänderung des Polizei- Strafgesetzbuchs legte die aus Tokio zu einem Gefecht zwischen russischen und japanischen nehmungen bewiese. Noch ungeschickter war der Reichsparteiler Graf Regierung dem Landtage einen Gefeßentwurf vor, nach welchem ihr Schiffen gekommen, über dessen Ausgang bisher keine Nachricht Arnim, der in jedem seiner Worte daran erinnerte, daß er einst Blancobollmacht gegeben werden sollte, im Wege der Polizei- vorliegt. verordnung nicht nur gegen sogenannte Kurpfuscher im Bolltariffampf den berüchtigten Zwischenruf gemacht hatte:" Der wurden alle nicht approbierten Heilkundigen verstanden vordarunter Aus Yokohama wird der„ Bossischen Zeitung" gekabelt: Water wird wohl alles versoffen haben." Er nannte den Tod vieler zugehen, sondern auch ganze kurmethoden auf den Inder zu In Tokio verlautet, daß drei russische Kriegsschiffe vom Wladibraver junger Leute in den Kämpfen gegen die Hereros einen„ kleinen fezen. Außerdem enthielt der Gesetzentwurf chitanöse Bestimmungen wostok- Geschwader vor Tokinoſchima erschienen sind und den Ort Nasenstüber" und sprach jedem, der es ernster nimmt, das nationale gegen die Presse, die bestraft werden sollte, wenn sie Geheim- beschossen haben. Die Kanonade wurde bis Tsunoſchima und Nagato Gefühl ab. Genosse Ledebour rief ihm zu, daß ihm jedes mittel- Juserate oder Anzeigen von antikonzeptionellen Mitteln vernommen. menschliche Gefühl abgehe. veröffentliche. Die letztere Bestimmung wurde ganz lexEine japanische Niederlage Indessen so gute Gründe auch von der Linken gegen die heinzisch begründet. In der Kommission wurden die nördlich von Port Adams wird aus russischer Quelle durch folgendes Vorlage ins Feld geführt wurden, die sehr stark vertretene Mehrheit tollsten Bestimmungen etwas verschleiert, aber nicht beseitigt. Telegramm behauptet: brachte 149 Stimmen für die Vorlage auf, während nur 88 Stimmen, deshalb auch mit großer Entschiedenheit gegen das gesetzgeberische Die socialdemokratische Fraktion wandte sich im Plenum darunter vereinzelte aus dem Centrum, sich gegen das Gesetz er- Machwert. Sie hatte den Erfolg, daß die Vorlage nach zweitägiger hiziger Debatte, in der die Socialdemokratie ganz allein stand, an Während hier das Geld mit vollen Händen für ein aussichtsloses die Kommission zurückverwiesen wurde, wo sie hoffentlich ein ſtilles Unternehmen, aber zum Nutzen einer reichen Gesellschaft hinaus- Begräbnis findet. Das beschämendste an der ganzen Geschichte ist, geworfen wird, herrschte bei den Wohnungsgeldzuschüssen, die den daß der Demokrat Venedy Vorsitzender der Kommission war, aus nächsten Punkt der Tagesordnung bildeten, peinlichste Sparsamkeit. welcher die Vorlage mit dem Antrage auf Genehmigung heraustam Die Regierung hält an der Verbindung des Wohnungsgeldes mit und daß er dann in der Plenarberatung das jämmerlichste aller Polizeigesetze noch verteidigte! dem nach den Bedürfnissen der Offiziere verfaßten Servistarif feft, wobei natürlich die Unterbeamten so stark zu kurz kommen, daß sie, Karlsruhe, 15. Juni. Die 3 weite Kammer beriet in der wie Genosse Singer nachwies, das Fünf- und Sechsfache des Zu- heutigen Sigung das Volksschulbudget und die Schulanträge. Im schusses für die wirkliche Miete ausgeben müssen. Alle Reichstags- geplanten Reform erweise sich die Finanzfrage als die wichtigste Laufe der Verhandlungen erklärte der Kultusminister, bei der parteien sind mit Rücksicht auf die zahlreichen Stimmen der kleinen Frage. Eines müsse er heute schon sagen, daß die Regierung auf Beamten mit diesem Zustand außerordentlich unzufrieden und haben dem Boden des bestehenden Rechts stehen bleibe, das heißt, einer den Servistarif, statt wie die Regierung fordert, bis 1913 nur bis Reform nur zustimmen könne, wenn die Gemeinden, wie bisher, vor Ein Telegramm aus Tokio meldet, daß die Hafeneinfahrt von 1906 bewilligt. Aber trotzdem auch heute die Regierung erklärte, allem die Kosten zu tragen haben. Eine bindende Erklärung in be- Port Arthur offen sei. Der russische Kreuzer Nowit" fuhr aus dem mit Rücksicht auf die Finanzlage und die schwierigen Vorarbeiten" treff einer weiteren Erhöhung des Gehalts der Lehrer könne er heute Hafen heraus und tam ins Gefecht mit den blockierenden Schiffen. den vom Reichstage geforderten Entwurf bis 1906 nicht vorlegen zu nicht abgeben, doch möchte er betonen, daß Baden in Bezug auf Petersburg, 15. Juni.( Meldung der Russischen Telegraphenkönnen, blieb die Mehrheit bei dieser halben Maßregel stehen. Sie die Lehrer keineswegs an lester Stelle ſtehe. Im Landtage werde Agentur.) Nach einer Meldung aus Mukden vom 14. Juni befindet eine entschloß sich nicht, wie Genosse Singer forderte, die Neuregelung der Lehrer vorsieht. Was das Studium der Lehrer an den Univerfi fich die Port Arthur belagernde Armee auf der Linie Jintschenthenur für die Wohnungsgeldzuschüsse vorzunehmen und den alten täten anlange, so werde eine Verordnung ausgearbeitet, die unter Vorposten finden täglich Scharmüzel Servistarif einfach auf ein halbes Jahr zu verlängern, sondern gab gewiffen Bedingungen das Universitätsstudium ermöglicht. Ab- statt. Die Gerüchte über einen Sturm auf Port Arthur bestätigen sich damit zufrieden, daß Graf Posadowsky im Princip" geordneter Fehrenbach gab als Vertreter des Centrums in Bezug sich nicht. ihre Forderung nach Trennung als berechtigt anerkannte. Schließlich auf die Stellung des Centrums zur Simultanschule die Erklärung stimmte auch unsre Fraktion dem Kommissionsbeschluß zu, um den ab, daß das Centrum die Simultanſchule als gesetzlich und zu Recht Unterbeamten wenigstens die färglichen Vorteile, die ihnen der neue bestehend anerkenne und einen Angriff auf dieselbe nicht unternehmen London, 13. Juni.( Eig. Ber.) Eine merkwürdig feierliche Servistarif bringt, vom 1. April 1904 an zuzuwenden. Stimmung durchzieht die heutigen Kriegsartikel der Londoner Presse. Mit der Beratung dieses Entwurfs war es nach 6 Uhr ge- 2. Ausgewiesen wurde aus Breslau und Preußen der am Sie flingen wie Leichenreden über Port Arthur. Die„ Daily News", worden, so daß der Reichstag die Weiterberatung auf Donnerstag 2. Mai berhaftete österreichische Porzellanarbeiter Grimm, der in die in ihrer Russenfreundlichkeit das Gespenst der gelben Gefahr vertagte. Erster Punkt der Tagesordnung ist unsre Inter- archistischen Versammlung, die sehr harmlos verlief, teilgenommen bas sich hinter dem Vorhange des Schweigens im fernen Osten volldem schweren Verdacht stand, an dem Arrangement einer an- heraufbeschwört, sagt in ihrem Leitartikel:„ Das große Schauspiel, pellation wegen des Kontrattbruch Gesezes; zu haben. Der Ausweisung war noch eine 16 tägige Untersuchungshaft zieht, geht seinem Höhepunkte entgegen. Die Nachricht über den dann folgt die dritte Beratung des Servistarifs, der oftafrikanischen vorangegangen. Der Staat ist gerettet. Bahnvorlage und der dazu gehörigen Nachtragsetats, die gestern in Fall Port Arthurs kann jeden Tag ankommen. Die Festung kann Ein Schuhmann, der erster und zweiter Lesung debattelos genehmigt wurden; endlich die hat, stand am Montag vor der Straffammer in Köln. Dem nur auf sich selbst hoffen, denn an Entsaz ist nicht zu glauben. Nach dritte Lesung der Kaufmannsgerichte und einige kleinere Vorlagen, Schußmann Hermann Beßing wurde zur Last gelegt, seine EheThewurde die japanische Lage in Kwantung fast so daß der Reichstag wohl schwerlich schon morgen seine Beratungen frau auf öffentlicher Straße mishandelt, sie widerrechtlich verhaftet uneinnehmbar, und Kurokis Vormarsch nordwärts nach Liaojang beendigen kann. und der Freiheit beraubt zu haben. Der Schutzmann lebte mit der macht jeden Entsatzversuch undenkbar. Port Arthur ist seinem Frau in Unfrieden und soll sie mehrfach mißhandelt haben. Die Schicksal überlassen. Es hat 25 000 Mann, um sich gegen eine feindAgrarischer Eigennutz und Volkshygiene. The ist jetzt geschieden. Eines Tages traf die Frau ihren Mann, liche Stärke von 100 000 Mann zu verteidigen. Angesichts der Im Abgeordnetenhause legte am Mittwoch die konservativ- von dem sie über intimen Verkehr mit Prostituierten böse Befestigungen um Port Arthur sind sich die Gegner, trotz der Verflerifale Mehrheit wieder einen Beweis dafür ab, wie wenig Dinge erfahren hatte, auf der Straße. Die Frau beschimpfte ihren schiedenheit der Zahl, ebenbürtig. Aber Zahlen sind nicht der einzige ihr das Wohl der Bevölkerung am Herzen liegt, und wie sie Frau. Diese floh, wurde eingeholt und nun malträtierte der Schuh- Japaner sind in der Begeisterung des Sieges. Mann, dieser schimpfte wieder, wurde thätlich und mißhandelte die Faktor. Die Russen stehen im Schatten der Niederlagen, die einzig und allein darauf bedacht ist, die in ihren Reihen mann die Frau wiederum und legte ihr die Kette an. sitzenden Gutsherren vor Lasten im Interesse der Gesamtheit führte er sie wie eine Verbrecherin fort, aber nicht erst zum Bolizei- Erfahrungen bei Nanschan ist es zwecklos, den Versuch zu machen, zu bewahren. Den einzigen Gegenstand der Tagesordnung präsidium, sondern direkt ins Gefängnis. Unterwegs muß die Möglichkeiten von Männern zu begrenzen, die nicht nur dem bildete die zweite Beratung des bereits im vorigen Jahre er unbarmherzig an der Kette gezerrt haben, denn wie mehrere Tode trozen, sondern ihm gleichgültig gegenüberstehen." Dann eingebrachten aber nicht mehr verabschiedeten Aus- Beugen sagen, war der Arm schwarz und blau. Das Gericht ver- kommt die Baufe der„ gelben Gefahr".. führungsgesetes zum Reichs- Seuchengesek. urteilte den Schußmann wegen Freiheitsentziehung und Mißhandlung In der Kommission ist eine Einigung zwischen Landtags- zu drei Monaten Gefängnis. = " werde. Ausland. Schweiz. Dann mehrheit und Regierung nicht erzielt worden; namentlich Wegen Majestätsbeleidigung wurde der Maschinenputzer Roch in über die Regelung der Kostenfrage bestehen noch erheb- Görlitz unter Ausschluß der Deffentlichkeit zur Mindeststrafe von liche Meinungsverschiedenheiten. So sollen nach den Kommissions- zwei Monaten Gefängnis verurteilt. beschlüssen u. a. die Kosten, die für die auf Grund des neuen Gesetzes vorgesehene Absonderung in Krankenhäusern oder andren geeigneten Unterkunftsräumen entstehen, aus öffentlichen Mitteln bestritten werden. Weiter enthält die Vorlage in der Kommissionsfassung Bestimmungen, die für Gutsbezirke wesentliche Erleichterungen für die Aufbringung der Kosten bezwecken, insbesondere soll den Kreisen die Hälfte der auf Grund des Gesezes geleisteten Beiträge vom Staate erstattet werden, eine Bestimmung, die die Regierung als unannehmbar bezeichnete. Das Attentat auf den russischen Gesandten. Bund" als und fein Haus und Mobiliar um einen„ Pappenstiel" verkauft " * Nachrufe über Port Arthur. ... Nach den Der Standard" leitartikelt:„ Die allgemeine Annahme, daß der Krieg sich einer großen Krisis nähert, kann nicht durch den vollständigen Mangel an Nachrichten erschüttert werden. Während des ganzen Feldzuges haben die Japaner gezeigt, daß sie ihre Pläne geheim halten können... Kuropatkin kann an einen Entsatz Port Arthurs nicht denken und ohne auswärtige Hilfe muß die Lage der Festung bald verzweifelt werden. Die Vorbereitungen Rußlands sind weit hinter seinen Ambitionen geblieben. Der Fall Port Arthurs wird ein ungeheurer Schlag gegen das Prestige Rußlands in Asien sein. Er wird eine weithin schallende Ankündigung sein, daß ein großes politisches Abenteuer zusammengebrochen ist." " Unser schweizerischer Korrespondent schreibt uns: Das Attentat des Ingenieurs und früheren rusfischen Offiziers Jlnicki auf den russischen Gesandten Badowsky in Bern ist sofort als ein Die Morning Post", die von Anfang an ebenso energisch wie unpolitisches bezeichnet worden, da es ein persönlicher Rachealt die" Times" für Japan eintrat, ist über den endgültigen Sieg ist. Von Wien aus wird gemeldet, daß der Attentäter ein Japans nicht im Zweifel. Die letzten sechs Monate bewiesen, daß Obgleich die Regierung den Wünschen der Mehrheit schon September 1903 Schwindler sei. Wir möchten daran erinnern, daß Jlnici im die Japaner als Nation einen festen Charakter und eine merfim Berner ein Opfer Wissens recht weit entgegengekommen ist, ist doch das Zustandekommen russischen Willkürherrschaft und Korruption durch einen Notschreiwürdige Intelligenz befizen, und daß sie sich die Kunst und Wiſſendes Gesetzes höchst unwahrscheinlich. Auf Antrag der Konser in Form einer Petition an den Zaren von Rußland appellierte. Er schaft des Krieges angeeignet haben. Sowohl ihre Führer wie ihre bativen, denen sich das Centrum anschloß, wurde nämlich die erzählte da, daß er sich mit drei hohen russischen Beamten, dem Soldaten stehen auf einem höheren Niveau der Intelligenz und Vorlage an die Kommission zurückverwiesen, angeblich um Polizeichef Mustizky, dem Geheimfekretär des Generalgouverneurs haben einen solideren Charakter als die Russen. Sie haben eine Berständigung zu erzielen. In Wirklichkeit bedeutet diese Arenteln, Oberst Ruben und dem Beamten Kortschat in Kiew, die sich zur See und zu Land strategisch und taktisch den Verschleppung, daß in dieser Session die Vorlage nicht mehr untereinander verschwägert sind, für ein industrielles Unternehmen Russen überlegen gezeigt. Es ist möglich, daß daß die berabschiedet werden kann. Aber was fümmert die Herren associert und als er ziemliche Forderungen an sie laut Vertrag zu Russen sich die Lektion zu Herzen nehmen werden. Jedoch sind von der Rechten das allgemeine Wohlfahrtsinteresse? Die erheben hatte, einfach ausgewiesen, seine Korrespondenz konfisziert wir in dieser Beziehung nicht optimistisch. Absolute Monarchen lernen einseitige agrarische Interessenpolitik, die bei jeder Gelegenheit wurde. Alle Versuche, die der so Betrogene und Vergewaltigte bis zuweilen schnell genug, aber Oligarchien lernen nur äußerst langſam. zum Durchbruch kommt, ist wieder einmal in trasfester Form dahin unternommen, um zu seinem Rechte zu kommen, waren er- und der russische Absolutismus ist nur der Mantel und das Symbol zu Tage getreten zum Schaden der gesamten Bevölkerung. folglos geblieben. einer Oligarchie. Am Donnerstag stehen zweite bezw. dritte Lesungen Bei diesen Versuchen scheint auch der russische Gesandte durch Der Aufstieg Japans bedeutet eine Aenderung in der stratefeinerer Vorlagen auf der Tagesordnung, darunter das Wild- Uebermittelung von Petitionen Jlnicis nach Rußland auf amtlichem gischen Lage des Stillen Oceans. Japan ist eine der beiden Großschon- Gesetz, die Sekundärbahn- Vorlage und das Lotterie- Wege behilflich gewesen zu sein, ohne jedoch dabei etwas erreicht zu mächte in jenem Ocean, die andre Großmacht ist Amerika. So lange diese Gesek. haben. Mit dem Attentat wollte Jinicki gegen seine Benachteiligung, beiden Großmächte in Freundschaft leben, wird jener Ocean sein infofern seine Behauptungen wahr sind, demonstrieren. Offenbar ist Adjektiv wirklich verdienen, denn so lange sie zusammengehen, kann der Mann geistig nicht mehr normal und dürfte er darüber, wie teine europäische Macht gegen sie etwas ausrichten. England wird russische Machthaber ihm mitgespielt, den Verstand verloren haben. In Rußland selbst ist dies ja keine neue Erscheinung. Der russische dann die Regierung auf, Profeffuren für japanische Litteratur und fich wahrscheinlich jenen Mächten anschließen." Das Blatt fordert Zum Hofbankprozeß. Gerade da Freiherr v. Mirbach vor Gericht Despotismus vernichtet Körper und Geist seiner Opfer. fiber feine Beziehungen zu den Schulz und Romeid aussagte, fand Geschichte einzurichten, um die Ereignisse im fernen Osten in intelliim föniglichen Schloß die 16. Jahresversammlung des EvangelischBelgien. genter Weise verfolgen zu können. Kirchlichen Hilfsvereins statt. Die Ein Handschreiben der Kaiserin Provinzial Stichwahlen vom Sonntag haben den feierte die Thätigkeit des Vereins und Probst Freiherr v. d. Liberalen einen weiteren Machtzuwachs und zwar auf Kosten der Go hielt eine Ansprache, in der er das Vertrauen des Klerikalen gebracht. Die letteren haben im Lande insgesamt 30 Size Vereins zu Frhrn. v. Mirbach aussprach. Dem Engeren Aus- verloren, und feinen einzigen Siz gewonnen. Die Socialdemo schuß, so teilte er mit, seien die öffentlich besprochenen Behauptungen fraten haben im ganzen ihre Position behauptet. Der" Peuple" Reichsanleihe und Reichsschuldbuch. Die Regierung sucht jetzt aus dem Prozeß völlig unbekannt und es sei dem Vernehmen nach freut sich des Resultats, welches zeige, daß von einem Niedergange eine amtliche Aufklärung in Kürze zu erwarten. der Socialdemokratie gar keine Rede sein könne, daß die Niederlage eifrigst nach Mitteln, den Kursstand der staatlichen Anleihepapiere bom 29. Mai eben nur eine vorübergehende Schlappe darstelle, die zu heben. Da der Plan des Finanzministers, die Sparkassen zur Wider besseres Wissen" behauptet ein Teil der preußischen sicherlich wieder ausgewegt werde. Die Liberalen erinnert das Blatt Anlegung eines größeren Teils ihrer Gelder in Staatspapieren zu Richter, daß ihre Gehaltsverhältnisse reformbedürftig seien. Die daran, daß sie in vielen Fällen ihre Siege nur mit Hilfe der Socialisten zingen, vorläufig aussichtslos iſt, versucht man es mit der Auf„ Tägliche Rundschau" erhält eine Zuschrift aus richterlichen Streisen, erzielen fonnten. Deutfches Reich. die fich im Anschluß an ein Buch des Landgerichtsrats Ka de Der 群 deutsche Richter" bitter darüber beklagt, daß die Richter bei der P Amerika. Gehaltsaufbesserung im Jahre 1897 gegen die Regierungsräte um New York, 14. Juni. Die Inspektoren für das Einwanderungs600 M. zurückgesetzt worden seien. Zu fordern sei ein Anfangsgehalt von 3600 M. und für die Landrichter ein Höchstgehalt von 7200 M., für die Amtsrichter von 6600 m. wesen werden von jetzt ab mit der größten Sorgfalt die Verhältnisse der Einwanderer prüfen. Von den 2100 Personen, die gestern hier eingetroffen sind, wurden 32 Prozent zur weiteren Prüfung ihrer Verhältnisse angehalten. Aus Induſtrie und Dandel. hebung der Gebühren für die Umwandlung der Reichsschuldverschreibungen in Reichsbuchschulden, und zwar für die Eintragungen bei der Umwandlung von Reichsschuldverschreibungen in Buchschulden des Reiches, für Eintragung und Löschung von Vermerken über Bevollmächtigungen sowie über Aenderungen in der Person oder der Wohnung des eingetragenen Berechtigten, für Eintragung und Löschung von Vermerken, nach welchen ein Vormund, Pfleger oder In St. Johann ist der Bergarbeiter Krämer, der die ArbeitsBeistand über eine Forderung, die zu dem seiner Verivaltung unterLöhne der Bergarbeiter mit dem gelponnenen Kapitalprofite verglich, zut drei Monaten Gefängnis berurteilt worden. Ottawa( Kanada), 15. Juni. Ein heute veröffentlichter amt- stellten Vermögen gehört, nur mit Genehmigung des Vormundschaftsgerichts verfügen kann. Der Gerichtshof gab dabei der Ueberzeugung Ausdruck, daß der licher Erlaß giebt die Entlassung des Earl of Dundonald von seinem Motiviert wird diese Einführung der Gebührenfreiheit in der Angeklagte zweifellos„ wider besseres Wissen" gehandelt hatte, als Poſten als Kommandeur der Miliz bekannt, weil er in einer öffent- Begründung des dem Reichstage zugegangenen Gefeßentivurfes mit er Arbeiter- Durchschnittseinkommen von 850 bis 1050 m. als lichen Rede die Regierung beschuldigt habe, daß sie militärische Be- folgenden Worten:„ Die Einrichtung des Schuldbuches kommt den fümmerlich" nannte. In dieser Behauptung sahen die Richter förderungen zu politischen Zwecken vorgenommen habe. Interessen des Reiches insofern zu gute, als sie bewirkt, daß die das„ Unerhörte, das entrüstet und empört." dauernden Vermögensanlagen in den Schulden des Reiches eine keeignete Erweiterung erfahren und dadurch der Betrag der im freien Verkehre befindlichen Reichsschuldverschreibungen entsprechend der- mindert wird. Vermehrte Eintragungen von Buchschulden werden hiernach die Nachfrage nach Reichsschuldverschreibungen am offenen Markte beleben, mithin auf deren Kurs einen befestigenden und steigernden Einfluß ausüben. Es kann als eine feststehende That- fache betrachtet werden, daß die Kursverhältnisse der deutschen Reichsanleihcn im Vergleiche zu den Anleihen andrer Staaten, wie namentlich Englands, Frankreichs und der Vereinigten Staaten von Amerika, erheblich ungünstiger sind, obwohl jene keineswegs einen geringeren Grad der Sicherheit bieten. Insbesondere sind es die im Verhältnisse zum inneren Werte der Reichsanleihen starken Kurs- schwankungen, welche sowohl volkswirtschaftlich sich als höchst nach- teilig erweisen, als auch den Kurs im ganzen herabzudrücken geeignet sind. Es mutz daher die größere Stetigkeit und die mit dieser im engsten Zusammenhang stehende Steigerung des Kurses der Reichs- anleihen als ein mit allen Mitteln anzustrebendes Ziel ins Auge gefaßt werden." Große Wirkungen auf den Kursstand der Reichsanleihen sind von diesen kleinen Mittelchen natürlich nicht zu erwarten, selbst wenn es eine starke Vermehrung der Eintragungen in das Reichs- schuldbuch zur Folge haben sollte. Bisher sind nur ca. 12 Proz. des Gesamtbetrages der Reichsanleihen in das Schuldbuch eingetragen. Die bekannte Baufirma M. Ziegra ist in Zahlungsschwierig- reiten geraten, die sie zu einer Zusmnmenberufung ihrer Gmubiger veranlaßt hat. Wie das„Berliner Tageblatt" erfährt, gab vor diesen der Bevollmächtigte der Firma— Ziegra selbst war nicht anwesend— folgende vorläufige Uebersicht über den Status der Firma Die Passiva betragen 4 S40 000 M.. darunter sind 1 825 000 M. Waren- und Wechselforderungen. Diesen Passiven stehen an Aktwen 5 284 000 Mj. gegenüber. Diese Schätzung dürste aber willkürlich sein, was schon aus der Aufzählung der Vermögensobjekte hervor- geht. Die Aktiba bestehen nämlich aus Grundstücken in Berlin, und zwar am Belleallianceplatz und in der Bülowstratze, aus dem Mörtelwerk Alfred Weidner. Charlottenburg, das einen jährlichen Nettonutzen von 60 000 M. abwerfen soll, ferner aus Hvpoiheken, und zwar— wie der Bevollmächtigte der Firma hervorhob— aus nur wenigen zur ersten Stelle und sehr vielen zur zweiten Stelle. Die Firma besitzt Hypotheken u. a. in Berlin in der Kaiser Wilhelmstratze. Klosterstratze, Kaiserallee. Wnyelmstraße, ferner in Wilmersdorf, Schmargendorf, Schöneberg. Sofort realisierbare Werte sind— wie der Bevollmächtigte ausdrückuch er- klärte— nicht vorhanden. In der Gläubigerversamnclung, in der es sehr erregt zuging, wurde beschlossen, emen Gläubiger- ausschuß zu wählen, der die Sachlage schleunigst prüfen und einer neu einzuberufenden Gläubigerversammlung Berm,c erstatten soll Diese Gläubigerversammlung soll sich darüber schlüssig machen, ob ein Moratorium gewährt wird oder die Konkurseröffnung beanträgt werden soll. So2iaUs. Lohnttatistik mit amtlicher Unterstützung in der Schweiz. Zur Vorbereitung der Wiederaufnahme der Kranken- und Unfallversicherung soll auch eine exakte Lohnstatistik aufgestellt werden. Das Schweizerische Arbeitersekretariat hat vom eid- genössischen Jndustriedepartement in Bern einen entsprechenden Auf- trag erhalten. Dieses hat nun die Industriestadt Winterthur mit ihren fünf Autzengemeinden als Versuchsfeld gewählt und Genosse Arbeitersekretär Greulich hat darüber der dortigen Arbeiterschaft in zwei gutbesuchten Versammlungen die nötigen Aufklärungen gegeben. Die vom Arbeitersekretariat aufgestellte Zählkarte enthält Fragen nach Geschlecht, Civil- stand, Zahl der Kinder unter 14 Jahren, Heimatgemeinde, Firma und Sitz des Geschäftes, Stellung, Beruf oder Beschäftigung im Betriebe, Dauer der Dienstzeit des Befragten in dem be- treffenden Geschäfte, Höhe und Form des Arbeitslohnes(Zeit-, Stück- oder Accord-, Stunden-, Tage- oder Wochenlohn), Zahl der Arbeitsstunden pro Woche, Zahl der verlorenen Arbeits- oder Lohn- tage in den letzten zwölf Monaten und bezügliche Ursachen(Arbeits- Mangel, Krankheit, Militärdienst, andre Gründe). In Winterthur und Umgebung sind rund 5000 Metallarbeiter in 3 grotzen Maschinenfabriken, außerdem zahlreiche Metallarbeiter in kleineren Betrieben, ca. 300 Personen in 3 Schuhfabriken, 700 Arbeiter und Arbeiterinnen in einer Seidenweberei beschäftigt, ferner sind da 2 Seifenfabriken, eine Teigwaren-Fabrik, zahlreiche baugewerbliche Betriebe, mehrere Buchdruckereien und Lithographien und Hilfsbetriebe andrer Gelverbe. Bereits im Jahre 1883 machte Arbeitersekretär Greulich in Winterthur und Umgebung einen lohnstatistischen Versuch, der aber mit einem vollen Mißerfolg endete, indem einmal die Beteiligung der Arbeiter zu schwach und sodann die gemachten Angaben nicht immer einwanoftei waren. Zur Kontrolle der Angaben bei den jetzigen Erhebungen werden schon seit Monaten von dem jungen Berner Gelehrten Dr. Lotmar, dem Sohne des bekannten Berner Universitäts- Professors, Auszüge aus den Lohnlisten in den dortigen Fabriken gemacht. Gelingt der jetzige Versuch, was sehr zu wünschen ist, so würde dadurch eine sehr lvertvolle Lohnstatistik gewonnen, die nicht nur für die Kranken- und Unfallversicherung großen Wert hätte. Es würden dann auch lohnstatistische Untersllchungen in der Stickerei- Industrie (St. Gallen:c.), in der Appenzeller Hausweberei und in der Uhren- industrie(West-Schweiz) folgen. (SewerKseKaftlieKes. Berlin un& Clmgcgcnd. Angeblicher socialdemokratischer Gewerkschaftsterrorismus. Die »Märkische Volkszeitung", das Dasbachsche klerikale Blatt„für Berlin und die Mark", hetreibt bekanntlich als besondere journa- listische Sperialität die Entdeckung bezw. Erfindung von sogenannten Gewerkschaststerrorismus- Fällen. In ihrer letzten Dienstag- Nummer wußte sie wieder mal einen solchen„Fall" zu erzählen. „In dem Betriebe für Geschäftseinrichtungen von Flatow, Andreas- straße 21." so berichtete sie,„nahm am 14. März dieses Jahres ein Mitglied des christlichen Holzarbeiter-Verbandes die Arbeit auf, beteiligte sich am 21. und 22. März an dem dort inscenierten Werkstatt-Streik zwecks Aufbesserung der Löhn« und arbeitete dann in dem erwähnten Betriebe weiter, hoffend, daß er für die Dauer Arbeit und Verdienst behalten werde. Aber er hatte nicht mit der Freiheitsliebe seiner socialdemokratischen Mit- arbeiter gerechnet. Die Behandlung, welche ihm diese zu teil werden ließen, spottet jeder Beschreibung. Da er auf wiederholte Aufforderung von feiten zweier dort beschäftigten Mitglieder des deutschen Verbandes diesem nicht beitreten wollte, stellten die Herren, die immer das Wort Freiheit im Munde führen, an den Werkführer des Betriebes die Aufforderung, den Christlichen, wenn er nicht dem Deutschen Holzarbeiter-Verbande beitrete, zu entlassen, andernfalls sie alle die Arbeit niederlegen würden. Gleichzeitig wurde am 6. Juni früh dem Mitglied« des christlichen Verbandes bedeutet, daß er, wenn er sich nicht zum deutschen Verbände bekehren wollte, den Betrieb verlassen müßte, da sie mit einem christlich Organisierten nicht weiter zusammen arbeiten wollten. Sie gaben ihm noch(wie großmütig!) Bedenkzeit bis Wittag genannten Tages. Der Be- drohte ließ sich nicht beirren und lehnte die Zumutung der Herren ölen offen entschieden ab; daraufhin nahm am Nachmittag nur die Hälfte der im Betrieb« beschäftigten Arbeiter die Arbeit wieder aufz das Mitglied des christlichen'Verbandes wurde vom Werkmeister nach dem Kontor beschieden, wo ihm der Rat erteilt wurde, dem deutschen Verbände beizutreten, andernfalls er entlassen werden müßte. Auch in diesem kritischen Momente lehnte der christlich Organisierte es wieder ab, der Weisung zu folgen, und wurde dann kurzer Hand entlassen." Nach vorgenommenen Recherchen liegt der„Fall" ganz anders, nämlich folgendermaßen: Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Inseratenteil verantw.: Ein im christlichen Holzarbeiter-Verband organisierter Tischler Nmnens Wache arbeitete vom 14. März bis anfangs Juni bei der Firma Flatow. Ihm sind von seinen Arbeitskollegen wiederholt Vorwürfe darüber gemacht worden, daß er sich nicht an den Werkstatt- Sitzungen beteilige, wo über die internen Werkstatt-Angelegenheiten diskutiert wurde. Nach Aussage des Chefs, des Geschäfts- f ü h r e r s und des W e r k f ü h r e r s der Firma Flatow ist von keiner Seite auch nur ein Wunsch geäußert worden, den Wache zu entlassen. Er ist überhaupt nicht entlassen worden, sondern hat selbst aufgehört. Demnach ist die Behauptung, daß die Hälfte der im Betriebe beschäftigten Arbeiter an einem Nachmittage die Arbeit eingestellt hätten, um die Entlassung des Wache zu bewirken, nichts als etne Erfindung. Die Steindrucker und Steinschleifer der Luxuspapierfabrik von Priester u. E h k. Berlin, Köpenickerstt. 37, haben die Arbeit niedergelegt. Ein seit längerer Zeit eingewurzeltes Ueberstunden- system veranlasste die dorttgen Arbeiter, der Geschäftslcitung eine Resolution zu unterbreiten, in der sie aussprechen, daß sie künfttg nur noch 1 Ucberstunde leisten würden. Nachdem man zwei Matz- regelungen von Arbeitern dieserhalb ruhig mit angesehen hatte und ein mehrmaliger Verständigungsversuch der Organisation von dem Vertteter des Geschäfts abgewiesen worden war, erfolgte bei der dritten Entlassung eines Steindruckers auf Grund der Resolution die einmütige Arbeitsniederlegung sämtlicher Steindrucker und Steinschleifer, zumal die Befürchtung bestand, daß weitere Maß- regelungen folgen würden. Die Arbeiterblätter allerorts werden ersucht, durch Abdrucken dieser Nottz vor Zuzug stteng zu warnen. Die Verwaltmig der Filiale l. Veutkcbeg Beleb. Der Malerstreik in Hannover ist, wie wir bereits gestern meldeten, nach 13wöchentlicher Dauer am Dienstag beendet worden. Der Erfolg ist ein negativer. Zwar war in den letzten Wochen eine Einigung in Bezug auf die Arbeitszeit und verschiedene andre Fraget erfolgt, nicht aber über den Minimallohn. Gefordert war ein solcher von 50 Pf. pro Stunde. Die Arbeitgeber wollten einen Normal- lohn von 45 Pf. bewilligen bei normaler Leistung der Gehilfen, aber der Minimallohn sollte wie bisher auf 40 Pf. bestehen bleiben und zwar nur, weil er einmal fe st gesetzt sei. Am liebsten, so erklärten die Arbeitgeber, beseitigten sie denselben ganz. Eine Einigung war nicht zu erzielen, so daß das Einigungsamt dech Gewerbegerichts in Funktion trat. Nach der ersten Sitzung desselben am 30. Mai wurde auf Vorschlag des Gewerbegerichts-» Vorsitzenden nochmals der Versuch einer außergerichtlichen Beilegung des Streiks gemacht, der zu dem Erfolge führte, daß abgemacht wurde: der M i n i m a l l o h n beträgt in den ersten beiden Jahren nach beendeter Lehrzeit 42 Pf., für die übrigen 46 Pf. Der schon "festgesetzte weitere Termin beim Einigungsamt wurde dann aus beiderseitigen Wunsch abgesetzt. Beim Weggehen vom Gewerbegericht— also nachdem der Termin schon abbestellt war— sagte der Obermeister, es sei der Minimallohn nur so verstanden, daß derselbe„in der Regel" bezahlt werden sollte. Darauf tvurde ihm erwidert, daß abgemacht sei. der Minimallohn müsse bedingungslos jedem bezahlt werden. An dieser eigenmächt ig vom Obermeister eingefügten Klausel werde sonst alles scheitern. In der Meisterversammlung schwieg der Obermeister über diesen Protest und ohne über die that- sächlichen Verhandlungen mit der Gehilfen- kommission unterrichtet zu sein, beschlossen die Meister,„in der Regel" 42 bezw. 46 Pf. Minimallohn zahlen zu wollen. Dieses lehnten die Arbeiter rundweg ab und ersuchten das Gewerbegericht um Fortsetzung der Verhandlungen. Das Einigungsamt fällte, da eine Einigung an der jeder Willkür Thür und Thor öffnenden Klausel scheiterte, einen Schiedsspruch, der aber lediglich die Zugeständnisse der Meister bestätigte, indem festgesetzt war: Jungen Gehilfen ist bei normaler Leistung bis zum Ablauf des zweiten Jahres nach vollendeter Lehrzeit ein Stundenlohn nicht unter 42 Pf. zu bezahlen. Aelteren Gehilfen, welche die im Geschäfte vorkommenden mittleren, Arbeiten in Leim- und Oelfarbe selb- st ä n d i g ausführen können, ist bei normaler Leistung ein Stundenlohn nicht unter 46 Pf. zu bezahlen. Der Schiedsspruch machte also den Minimallohn von noch weiteren Voraussetzungen abhängig, als das Zu- geständnis der Meister. Es ist der Minimallohn dadurch völlig be- deutungslos gelvorden. Da der Tarif außerdem auf drei Jahre abgeschlossen werden sollte, war es klar, daß die Gehilfen denselben nicht annehmen konnten. Sie wollten ja auch nur festgesetzt wissen, was von den Mdistern schon zugestanden war. nämlich den bedingungslosen Minimallohn, der hinterrücks allein vom Obermeister wieder beseitigt worden war. Die Streikenden lehnten daher den Schiedsspruch am Donnerstag ein st immig mit 210 Stimmen ab. Von den ursprünglich in den Stteik ein- getretenen Malergehilfen arbeiten 320 außerhalb Hannovers. An der Abstimmung nahmen nur 28 Streikende, die sich auf Streik- Posten befanden, nicht teil. Irgendwelche Aussicht auf Erreichung besserer Resultate war nicht mehr vorhanden. Daher beschloß auch die Versammlung mit 147 gegen 53 Stimmen, den Streik sofort zu beenden und am Mittwoch die Arbeit wieder auf- zunehmen. Die Meister beschließen erst am Freitag über den Schiedsspruch. Dieses Ergebnis abzuwarten, hielten die Streikenden nicht für nöttg. Hervorzuheben ist noch, daß von den Streikenden so gut wie niemand während des 13wöchentlichen Kampfes abgefallen ist. An Streikbrechern waren am Schlüsse des Streiks noch nicht' 20 Proz. der sonst am Orte beschäfttgten Malergehilfen vorhanden. Zuzug nach Hannover ist vorläufig noch fernzuhalten. Die Tischler verschiedener Geschäfte Kölns sind wegen Lohn- differenzen in den Ausstand getteten. Weitere Ausstände stehen bevor. Zuzug fernhalten. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Filiale Köln a. Rh. Achtung, Zimmerleute! Bei dem Zimmermeistcr Schär r- meister in Eisenach ttaten gestern 25 Zimmerleute wegen Lohndifferenzcn in den Ausstand. Die Ausständigen waren auf Bauten in Schweina und Lieben st ein beschäftigt. Zuzug fernhalten. Achtung, Maurer! In Fulda befindet sich der größte Test der Maurer im Ausstande. Es handelt sich um eine Verkürzung der Arbeitszeit und um Lohnerhöhung. Zuzug fernhalten. Die Maurer Bremens hielten Mittwoch, wie uns von dort be- richtet wird, eine Versammlung ab, um die Antlvort der Meister entgegen zu nehmen und event. endgültig über den Streik zu be- schließen. Mit nichtssagenden Redensarten lehnten die Unternehmer in dem eingettoffenen Schreiben kurzweg d i e Forderungen der Gehilfen ab. Die Antlvort, die von feiten der Arbeiter auf diesen brüsken Bescheid der Unternehmer erfolgte, war die. daß von den 910 Anwesenden sich 828 für die sofortige Einstellung der Arbeit erklärten und nur 72 dagegen stimmten. Damit war der Ausstand erklärt. Nach Wahl eines Streikkomitees wurde hierauf die Versammlung mit einem begeisterten Hoch auf die Organisation geschlossen. Bon dem Ausstand betroffen sind bisher insgesamt 464 Zimmerer mit 1018 Familienangehörigen, 1107 Maurer mit 1925 Familienangehörigen und 1133 Bauarbeiter mit 2409 Familienangehörigen. Im ganzen sind also nach den letzten Ziffern am Ausstande beteiligt oder in Mitleidenschaft gezogen 2 6 9 4 Ar- beiter mit 5352 Familienangehörigen. Da nach dem gesttigen Versammlungsbeschluß jetzt auch der Rest der Maurer, welcher die beiden Tage noch teilweise arbeitete, ebenfalls in den Stteik ttitt, und die andern Bauberufe, wie Tischler, Klempner. Dachdecker, Steinhauer. Maler usw., in den Ausstand mit ein- bezogen werden, so erhöht sich die Gesamtzisfer der Ausständigen noch Th. Glocke, Berlin. Druck U.Verlag: VorwärtsBuchdr.u. Verlagsanstalt 9 gewaltig. Ein großer Teil der Ausständigen, Ledige und Ver- heiratete, verläßt Bremen, um an andern Orten Arbeit zu suchen, da man allgemein darauf gefaßt ist, daß der Ausstand monatelang andauern wird. Busl»nck. Gegen die Organisitttonen des niederländischen Marinepersonals. Wie der Redakteur vom„Het Ankei", dem Organ des Marine- mattosen-Verbandes, in einem Schreiben vom 8. d.M. im„Het Volk" mitteilt, ist den Mariueniatrosen in ganz Niederländisch Ostindien verboten worden, das Verbandsorgan zu lesen. Das Verbot ist, wie der Redatteur des Blattes W. H. Messer von zuverlässiger Seite erfahren hat, direkt von dem Minister Ellis ausgegangen und nicht vom Admiral Tadema in Batavia, der als ein humaner und frei- sinniger Mann bezeichnet wird, welcher wohl einsieht, daß eine solche Verbotsorder die. unter dem Marinepersonal herrschende Verbitterung nur vermehren kann.— Auch gegen den Heizerverband„Goctgelul" wird vorgegangen. Am 7. d. Mts. wurde dem Verbandsvorstand mitgeteilt, daß die Vorstandsmitglieder im Laufe eines Monats ent- lassen werden, falls sie den Redakteur von„De Fakkel", der zu- gleich Administrateur des Verbandes ist, nicht zwingen, den Inhalt des Blattes mit der„Kriegszucht" in Nebereinstimmung zu bringen. Die Aussperrung in der Diamantüidusttie. In Antwerpen sind am Montag fast alle Diamantarbeiter wieder in Arbeit getreten. Nur ein Viertel der Fabriken liegen noch still, weil die betreffenden Unternehmer wohl nur 57 Stunden wöchentlich arbeiten lassen wollen, jedoch Montags sieben Stunden und an den andern Wochen- tagen zehn Stunden. Diese Differenz wird aber wohl bald über- wunden werden. Der schweizerische Schneider- und Schneiderinnen-Verband hat im Jahre 1903 seine Mitgliederzahl von 1390 auf 1704, also um 329 erhöht. Seine Einnahmen betrugen 11 472,90 Fr., die Aus- gaben 8305,05 Fr., der Vermögensbestand 3167,85 Fr. Durch eine ganze Anzahl Lohn- und Stteikbewegungen sind Verbesserungen verschiedener Art erzielt worden. Die jüngst abgehaltene Dele- giertenversammlung. der als Vertteter des deutschen Schneider- Verbandes Genosse Holzhäuser-Berlin beiwohnte, beschloß den weiteren Ausbau der Krankenkasse und der Reife-Unterstützung, die Anstellung eines ständigen Sekretärs mit 2400 Fr. Anfangsgehalt. Erhöhung der Wochenbeittäge von 20 auf 30 Cent, und endlich die Aufstellung des folgenden Kampfprogrannns: Errichtung von Be- ttiebswerkstätten, Abschaffung der Stückarbeit und Einführung des Zeitlohnes. Der Wiederanschluß an den Gewerkschaftsbund wurde abgelehnt._ Letzte Nachrichteii und Depefchen. Ein Teilnehmer der Schlägerei verhastet. Hannover, 15. Juni. 'jährenden Redewendungen sollte man die prakttichen Verhältnisse in den Gegenden, die die Bahn durchschneiden soll, schärfer ins Auge fassen. Plantagen giebt es da überhaupt nicht; die Eingeborenen sind nichts weniger als arbeitslustig. Auf jeden Ouadratkilonieter entfallen 2% Einwohner, weite Gebiete sind gänzlich unbewohnt. Sind das Verhältnisse für neue Ansiedler und eine neue Bahn? Man benist sich auf das Beispiel der Usambara- bahn. Aber kann man aus einer Sttecke im rheinisch- westfälischen Kohlenrevier Schlußfolgerungen für Hinter- 'pominern ziehen? Man sagt, die Ansiedelungen längs der Bahn- strecke hätten stark zugenommen. Aber einmal finden die Ansiedelungen aar nicht in der Nähe der Bahn statt, und zweitens hat in den Ge- bieten eine Hungersnot geherrscht, die mehr als die Hälfte der Bevölkerung hingerafft hat.(Hört I hört I links.) Da ist es nur natürlich, daß der so entstandene Mangel an Arbeitskrästen durch Zuzug wieder emsgeglichen wird, den die Kolonialverwaltung übrigens subventtoniert. Herr Dr. Spahn hat in einem Aufsatz in der Zeitschrift„Hochland" ausgeführt, die Missionen würden durch die neue Bahn 200 000 M. Transportkosten sparen. An der Bahn liegen aber nur zwei kleine Missionsanstalten. Mit wie viel Millionen müssen die Missionare dann rechnen?(Heiterkett.) Die Verwaltung soll ebenfalls 200 000 Mark an Transportkosten sparen. Im Jahre betragen die Transport- kosten der Verwaltung 43 000 M. Wie man da 200 000 M. sparen kann, das Rechenexempel soll mir Herr Spahn gefälligst näher erläutern. Wenn ich ihm ein noch so schönes Zeugnis in Fleiß geben könnte, im Rechnen bedarf er unbedingt der Nachhilfe.(Heiterkeit.) Er versichert, daß Deutschland jährlich für 3>/z Milliarden Baum- wolle einführt. Schon gestern sagte Herr Dr. Arendt, daß es noch nicht der zehnte Teil ist. Herr Spahn ist mit Nullen etwas zu frei- gebig.(Erneute Heiterkeit.) Für die Schutztruppe sollen wir eine Compagnie ersparen. aber in dem ganzen Gebiet der Bahnstrecke sind sechs Mann Schutztruppen, davon wird nicht einer erspart werden; umgekehrt; je größer der Verkehr ist, desto mehr Gendarnie wird man anstellen. Das nehme ich wenigstens nach den Erfahrungen in Deutschland an. Ich bestreite auch, daß die Erfahrungen in Südwcstafrika dazu führen könnten, Militärbahnen zu bauen. Gerade rechts und links der Eisenbahn sind Aufftände entstanden. Gerade durch sie sind Frikttonen mit den Eingeborenen hervorgerufen worden. Die militärische Beherrschung ist ja schließlich nicht die vornehmste Aufgabe des Landes. Wir wollen aus den Kolonien wirtschaftlichen Nutzen ziehen. Wenn die Eingeborenen mit modernen Feuerwaffen versehen sind, können sie trotz aller Bahnen den Truppen die größten Schlvierigkeiten machen. Das haben die Italiener in Abessynien, die Amerikaner auf den Philippinen, die Engländer gegen die Boeren trotz deren verhältnismäßig geringer Zahl erfahren muffen, und das erfahren wir jetzt in Südweftafrika. Mit jeder Nachsendung werden neue Millionen in das Unternehmen hineingesteckt. Die Offiziere und Mannschaften, die für das Vaterland noch viel Hütten leisten können, fallen den Hereros zum Opfer. In Ostastika wäre eine Nieder- werfung noch viel schwieriger, weil dort die Eingeborenen einen höheren Kulturgrad besitzen, durchsetzt mit arabischen und indischen Elementen, und dazu kommt noch das ttopische Klima. Wenn wir die Ereignisse hätten voraussehen können, hätten wir, wie schon Bamberger sagte, schwerlich in dem gottverdammten Angra Pcquena unsre Flagge gehißt. Das Reglementieren auf der einen und da« Kommandieren auf der andren Seite sind nach keine Kolonial- Politik. Eine Äenderung von Grund aus thäte not. Angesichts unsrer Finanzlage und der zahllosen Bedürfnisse der Heimat lehnen wir die Vorlage ab.(Lebhaftes Bravo! links.) Abg. Schräder(sts. Vg.): Ich bin durchaus kein Freund der Kolonialpolittk gewesen, als sie inauguriert wurde, Iveil ich mir die Schwierigkeiten voraussagte. Aber jetzt haben wir die Kolonien seit 20 Jahren und haben bereits große Summen ohne etwas Wesentliches zu erreichen, dastir ausgegeben. Wenn wir wollen, daß die Kolonien, die wir nun einmal besitzen, die darauf angewendeten Mittel lohnen, müssen wir alles für ihre Entwicklung thun. Wir müssen eine friedliche wirtschaftliche Entwickluiig in den Kolonien zu erreichen suchen, dann werden wir auch keine Aufstände der Eingeborenen erleben. Die Eisenbahn er- möglicht uns eine intensive Bewirtschaftung der Kolonie. Unsre Finanzlage ist gewiß nicht glänzend, aber für die nächsten Jahre kostet die Bahn das Reich nichts. Die jetzige Finanzlage kommt also nicht in Betracht. Ich bitte Sie, die Anttage abzulehnen und die Vorlage anzunehmen.(Bravo! bei der Freisinnigen Vereinigung.) Abg. Dr. Südekum(Soc.): Die Frequenz des Hauses zeigt, wie recht wir daran thaten, gestern die Beratung abzubrechen. Man sieht heute wieder nur die alten verttauten Gesichter.(Heiterkeit.) Die Herren, die gestern zur lingewohnten parlamentarischen Arbeit herbeigeeilt waren, um diese Vorlage durchzudrücken, scheinen den Anstrengungen doch nicht ganz gewachsen zu sein. Sie müssen sich jetzt draußen erholen.(Heiterkeit.) Der Vorgang erscheint mir typisch. Die Kolonialfreunde begeistern sich nur von Zeit zu Zeit für irgend ein Problem. Im allgemeinen ist ihre Begeisterung durchaus platonisch; nur wenn es gilt, die Reichs- kasse einmal anzuzapfen, kommen sie in großen Schloärinen auf den Plan. Diese ganze Vorlage ist nichts als ein großkapitalistisches Manöver. Ich will nicht behaupten, daß die Herren, die dafür stimmen, sich mit Bewußtsein in den Dienst großkapitalistischer Interessengruppen stellen, aber ich glaube, daß viele von ihnen, die zu schieben glauben, selbst geschoben werden. Es ist doch sehr charakteristisch, daß die Herren aus den bürgerlichen Parteien, die sonst immer davor warnen, daß wir durch Uebernahme von öffentlichen Bettieben in den StaatssocialiSmus hineinkommen, hier den Privatkapitalisten das Risiko durch das Reich abnehmen lassen wollen. Der Umweg, daß man eine Gesellschaft vorschiebt, ist doch nur Coulisie. Wenn es sich in Berlin um den Bau einer Sttaßenbahn handelt, dann wird auf das lebhafteste dagegen angekämpft, dann kommt es sogar vor, daß Ministerial-Direktoren ihre Aemter aufgeben, um dafür zu sorgen, daß Privatgesellschaften die Konzession über die Köpfe der interessierten Verwaltung hinweg verlängert wird. Aber in den Wüsteneien von Afrika, da wird das Privatkapital geschont, da soll das Reich das Risiko übernehmen. Ich behaupte, in Kolonialkreisen herrscht im allgemeinen eine Kolonialmüdigkeit, selbst im Kolonialamt, und jedenfalls in den breiten Schichten des Volkes. Die Gegnerschaft gegen die Kolonial- Wirtschaft ist nicht nur allgemein vorhanden, sondern richtet sich auch insbesondere gegen diese Vorlage, und zwar sind es durchaus fach- verständige Leute, die Widerspruch dagegen erheben. Die voll- ständige Sterilität unsrer ostaftikanischen Bahnen ist erst neulich in der Budgetkoinmission an einem schlagenden Beispiele nachgewiesen. Das Reich hat das ganze Risiko der Bahn zu tragen, die Vor- teile streicht allein die Gesellschaft ein. Es scheint so, als ob für einen gewissen Teil der Herren vielleicht ein gewisses Mitleid mit dem Kolonialdirektor der Grund ist, weshalb sie sür dt� Vorlage sind. Es ist ja dem Herrn Kolonialdirektor in der letzten Zeit recht böse zugesetzt worden, nicht nur von den Hereros, sondern auch von den Abgeordneten dieses Hauses. Die Führung unsreS Kolonialamts ist eben unsres Erachtens durchaus nicht den Aufgaben gewachsen, die ihr gestellt sind. So ist es wohl das Zeichen eines guten Herzens, aber ein schlechtes Zeichen für die volkswirtschaftliche Einsicht der Herren, wenn sie die Vorlage nur deshalb be- willigen wollen, damit der Herr Kolonialdirektor auch einmal das Vergnügen hat, eine Bahn durchzudrücken. Wir haben sehr ernste sachliche Einwendungen gejze» die Vorlage. Hinter dieser Bahn steht zweifellos das Proickt der großen ostafrikanischen Centtalbahn, das auch von dem bekannten Afrikaforscher Dr. Hans Meyer als phantastisches Unternehmen bezeichnet worden ist. Vor allem erlaubt unsre finanzielle Lage diese Ausgabe nicht. Auf der heutigen Tagesordnung steht die Beratung des Servistarifs. Die Regierung hat in der Kommission anerkannt, daß die unteren Beamten aufs unerhörteste benachteiligt sind durch die Bestimmungen des Gesetzes. Aber bei dem jetzigen Stande der Finanzen sei eine Reform, die zwei Millionen Mark Kosten verursacht, nicht möglich. Also die berechtigten Wünsche der minder bemittelten Beamten werden hintangestellt, aber in Afrika giebt man einer großkapitalistischen Gesellschaft die weitgehendsten Privilegien zum Bau einer Bahn auf Kosten des Reichs. Die Verzinsung des Anlagekapitals wird garantiert. Es wird der Gesellschaft das Vorzugsrecht für die Konzession zu allen Zweigbahnen gegeben. Der Gesellschaft wird der gesamte Grund und Boden zu�einer Bahn gratis zur Verfügung gestellt. Damit die Kolonie über den Grund und Loden nicht versügen kann, soll er der Gesellschaft zu„mätzigem und angemessenem" Preise verkauft werden. Mäßig u n d angemessen ist ein logischer Unsinn. Jedenfalls denkt man an das Rezept der Togo-Gesellschaft�: ö Pfennig pro Hektar. Auf dem Kolonial- kongreß in Stettin hat man sich, ivas Herrn Dr. Stübel besonders imponieren wird, unter besonderer Befürwortung eines wirkliche» deutschen Prinzen entschieden für den Erlaß einer Landordnung für die deutschen Kolonien ausgesprochen, um die gemeinschädlichen Folgen der Landspekulatton zu verhindern. Hier wird aber die Landspckulation in größtem Maße propagiert. Die Gesellschaft soll auch das Recht haben, 13 Jahre lang das Land auszutauschen. Es werden ihr 460000 Morgen zur Aufsuchung von Mineralien zur Verfügung ge- stellt. Die Bahn bleibt für die Dauer der Konzession vollständig steuerfrei. Es werden ihr zahlreiche Freiheiten für den gesamten Eisenbahnbedarf gewährt, ob nur für den Bau oder auch später für die Erhaltung, steht nicht im Vertrag. Ja, man giebt schließlich der Gesellschaft das odiose Privileg, daß ihr die höchsten Tarife, die in Afrika überhaupt bestehen, ihr als) Minimaltarife zu- gebilligt werden.(Hört, hört l bei den Socialdemokraten.) Man sagt, es solle jetzt noch keine Rentabilitätsberechnung aufgestellt werden, erst die Bahn werde die Ansiedler herbeiziehen. Aber wenn die Ansiedler wirklich herbeisttömen, so müssen sie einer Gesellschaft von Großkapitaliften tributär werden. Die Leute, die überhaupt ein Interesse am Verkehr haben, laufen in die Netze dieser Großkapitalisten hinein, die sie wie listige Vogelsteller aufgestellt haben; und die Regierung hat ihnen die Netze geliefert. Weil wir die ganze Kolonial- pouttk nicht für kulturfördernd halten, sondern ftür ein wirtschaftliches Verbrechen, für eine Vergeudung nationalen Geldes und nattonaler Kraft, aus diesen allgemeinen Gesichtspunkten und aus den besonderen Gründen, die ich Ihnen dargelegt habe, stimmen wir gegen die Vorlage.(Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten.) Kolonialdirettor Dr. Stübel: Ich habe schon in der ersten Lesung gesagt, daß nur mit Rück- ficht auf die Finanzen wir der geringeren Spurweite zugestimmt haben. Sollte aber der Reichstag freigebiger sein, als wir zu hoffen wagten, so würden wir gern die weitere Spurweite annehmen.— Natürlich ist die Bahn nur eine Stichbahn, aber Sie können doch nicht verlangen, daß ich ein für allemal das Versprechen ablege, daß diese Stich- bahn nicht verlängert werden wird.(Hört! hört! links.) Das hängt von Berbältnissen ab, auf die? wir und Sie keinen Einfluß haben.— Gewiß sind, das gebe ich dem Abg. Richter zu, die Schwierigkeiten der wirtt'chaftlichen Entwicklung in Ostafrika außerordentlich groß. Das liegt einmal am Arbeitcrniangel, dann daran, daß der Elfen- bein- und Gummihandel sich nach Westen, nach dem Kongostaat gewandt haben. Aber dieser Ausfall ist ausgeglichen worden durch die Vermehrung andrer Produkte. Das beweist ein Ber- gleich der Ausfuhrzahlen von 1899 und 1903. Ich muß zugeben. daß die Resultate bescheiden sind, aber das Land ist keine Stein- wüste, kein Sumpf, sondern durchaus entwicklungsfähig. Auch die Baumwolle hat in Ostafrika vorzügliche Aussichten.— Der Auf- fassung des Herrn Südekiim, daß dem Großkapital ein großer Vorteil zugewandt wird(Abg. Siidcku»i(Soc.): Habe ich nie behauptet!), wider- spricht die des Abg. Richter, der meint, daß die Bahn stets unrentabel bleiben wird. Ich wundere mich überhaupt, daß diese Einzelheit von einem Abgeordneten in den Vordergrund geschoben worden ist, der doch gegen alle Kolonialbahnen stimmt. Uebrigens handelt es sich nur um Kronland, das abgetreten wird, und die Regierung wird es an sorgsamer Vermeidung jeder Härte und Unbilligkeit nicht fehlen lassen. Abg. Graf v. Arnim(Rp.): Abg. Richter sagte: Je mehr Verkehr, desto mehr Gendarmen. Gewiß, aber sollen wir�deshalb den Verkehr nicht steigern? Der Standpunkt, daß tvenn wir den Aufftand vorausgesehen hätten, wir unsre ganze Kolonialpolitik nicht inauguriert hätten, beschämt mich als Mitglied des deutschen Reichstages.(Große Unruhe links.) Kein andres Volk der Welt hätte wegen eines Nasenstübers(Stüniische Unterbrechungen bei den Socialdemokraten. Abg. Ledebour: So nennen Sie den Tod wackerer Deutscher?!)... Wenn Sie das nicht ver- stehen, beiveisen Sie nur wieder Ihren Mangel an nationalem Gefühl. (Große andauernde Unruhe links. Abg. Ledebonr: JhnenfehltjedeS mensch- liche Geftihl!) Man stellt den dringend notwendigen deutschen Baumwollbau als bloßen Trick der Kolonialschwärmer hin. Aber sind die Eingaben von 33 deutschen Handelskammern auch ein bloßer Trick? Ich verwahre mich gegen die Auffassung des Ab- geordneten Südekum, daß wir eine Politik der Gefälligkeit betreiben. Nur sachliche Gesichtspunkte leiten mich. Herrn Südekuni gefällt die Form des Unternehmens nicht. Aber wäre er bereit, eine Regierungsbahn zu bewilligen? Es ent- behrt ja nicht der Komik, daß im Jahre 1904 Parteien, die dem Fortschritte huldigen, beim Kampfe zwischen Wagen und Lokomotive sich für den Wagen entscheiden; das that schon der Post- meister Nagler. Wir wollen durch die Bahn unfern Kolonial- besitz festigen, Deutschlands Ansehen unter den Völkern er- höhen; aber dafür haben Sie(nach links) wenig Sympathie. Die Kolonialgeschichte wird feststellen, daß die Herren, tvelche in Aftika nur schwarze Punkte sehen, durch ihre Oppositton dem Vater- lande Millionen gekostet haben, indem sie Mißtrauen säten und das Kapital von der Bethätigung in den Kolonien zurückhielten. Wir erkennen es dankbar an, daß sich jetzt eine Gesellschaft findet, die mit Mut und Energie die Entwicklung der Kolonie m die Hand nimmt.(Bravo! rechts.) Abg. Dietrich(k.): Der Wert der Jnformattonen des Herrn Richter über die Kolonie ist sicher nicht größer als der Wert derjenigen, welche Herr Spahn erhalten hat. Wir alle kennen die Verhältnisse in Ostafrika wohl kaum aus eigner Kenntnis. ES wäre vielleicht ganz gut, wenn uns statt Freibillcts zur NordlaiidSreise lieber FreibilletS»ach den Kolonien zur persönlichen Orientierung gegeben würden.(Heiterkeit.) Herr Dr. Hans Meyer, den Herr Richter für sich in Anspruch nahm, ist durchaus kein Gegner der Bahn, sondern lediglich ein Gegner der großen Spurweite.— Herr Südekum sagte, die Kolonialverwaltung habe vielfache Anfechtungen erfahren nicht bloß von den Hereros außer- halb des Hauses.(Heiterkeit.) Ich glaube nicht, daß sich der Herr Kolonialdirektor durch die Ausführungen des Herrn Südekum be- sonders beschwert fühlen wird. Ich halte es für sehr erfreulich, daß das Großkapital sich jetzt in den Kolonien bethätigen wird. Die Deutsche Bank steht mit ihrem Namen hinter der deutsch-ostafrikanischen Eisenbahn. Herr Bebel hat seiner Zeit gesagt— gegenüber Herrn v. Siemens— Was hat denn die Deutsche Bank für unsre Kolonien gethan? Wenn ich einmal sehe, daß dies vorzüglich geleitete Jnstittit bereit wäre, sich an großen wirtschaftlichen Unteniehmungen in unfern Kolonien zu beteiligen, dann würde vielleicht auch ich bei dem großen Vertrauen, das ich zu dem Leiter der Deutschen Bank habe, in meinen bisherigen Anschauungen etwas wacklig werde» und ich würde vielleicht geneigt sein, mich den Kolonien etivas fteundlicher gegeiiüberzuftellen, als es bisher der Fall war.(Lebhaftes Hört! hört! rechts.) Entweder also ist die Deutsche Bank nach dem Tode des Herrn Siemens sehr schlecht geleitet oder Herr Bebel muß den Kolonien fteundlicher gegenüber stehen. Wir halten die Bahn für keine Luxusausgabe, sondern für eine Ausgabe, durch die der Reichshaushalt künstig entlastet iverden soll. Daher werden wir für die Vorlage stimmen. (Bravo! rechts.) Abg. Spahn(C.) (auf der Tribüne fast ganz unverständlich) polemisiert gegen den Abg. Richter. Die Aeußerung des Dr. Hans Meyer, das Centtum habe sein kolonialpolitisches Herz erst entdeckt, nachdem ihm Kon- Zessionen gemacht seien, müsse er als unparlamentarisch zurückweisen. (Bravo! im Centtum.) Abg. Dr. Sattler(natl.): Herr Richter meinte, die militärische Beherrschung sei nicht die Hauptsache in einer Kolonie. Ich meine, die Erfahrungen in Südwest- Afrika beweisen das Gegenteil. Daß großkapitalistische Unter- nchmungen Geld in den Kolonien anlegen tvollen, kann uns nur freuen. Natürlich dürfen ihnen nicht unberechtigte Privilegien gewährt werden. Davon ist aber auch hier keine Rede. Damit schließt die Diskussion. Ueber 8 1 wird auf Antrag Dr. Müller-Sagan namentlich abgestimmt. Vorher wird der Ab- änderungsanttag Spahn und Gen. gegen die Stimmen der Socialdeniokraten, der Freifinnigen Volkspartei, der Polen und ber- einzelter CentrumS-Abgeordneter wie des Abg. Dasbach an- genommen. Der so abgeänderte§ 1 wird mit 149 gegen 83 Sttmmen angenommen; daß sich 232 Abgeordnete an der Ab- stimmung beteiligen, wird mit lebhaftem Beifall vermerkt; ebenso wird der Rest des Gesetzes samt Tilguiigsplan, Bau- und Betriebs- konzession der Ostafrikanischen Eisenbahngesellschaft debattelos an- genommen. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfs betreffend den Scrvistarif und die Klasieneinteilung der Orte. Die Kommission beantragt: 1. den Gesetzentwurf anzunehmen; 2. die eingelaufenen Petittonen der Regierung als Material zu überweisen; 3. folgende Resolution zn beschließen: Baldmöglichst, jedenfalls mit der nächsten Revision des SerbiS- tarifes einen besonderen Gesetzentwurf über die Bewilligung von Wohnungsgeldzuschüssen vorzulegen. Staatssekretär Graf PosadowSky: Der Reichstag hat die Frist für das Bestehen des ServiStarifeS von früher 10 Jahren dann auf 5 Jahre herabgesetzt und jetzt soll er nur noch 2 Jahre bestehen. Man beabsichtigt damit, für den Wohnungsgeldzuschuß der Beamten eine andre Grundlage zu schaffen. Wenn man aber den Wohnungsgeldzuschuß und den Personalservis der Offiziere ganz unabhängig von der Entschädigung für Quartier- lcistung regeln will(Sehr richtig I rechts.)— ich fteue mich, daß Sie das anerkennen, so besteht aber kein Zusammenhang zwischen diesen beiden Materien, und es ist logisch unberechttgt, die Forderung der Aenderung des Personalservises der Offiziere und des ! Lohnungsgeldzuschusses zu verkoppeln mit dem Verlangen, daß die Regierung bereits 1906 einen neuen Servistarif vorlegen solle. Im übrigen ist eS unmöglich, die außerordentlich schwierige Materie der Erhöhung des WohnungSgeldzuschusses in befriedigenoer Weise bis 1906 zu lösen. Staatssekretär Frhr. v. Stengel: Ich werde mich im wesentlichen auf die Frage des WohnungSgeld« zuschusies beschränken. Gegen den Termin, welchen die Kommission ffir die Aenderung desselken gesetzt hat, besiehe» seitens der Re gierung die schwersten Bedenken. Der Wunsch des Reichstages geht ja wohl dahin, daß zunächst den untersten Beamtenklasscn, vielleicht bis sie auch an die Grenze der mittleren kommen, der Wohnungsgeld- Zuschuß erhöht wird. Ich kann erklären, daß wir unsrerseits gern bereit sind, der Regelung dieser Frage näherzutreten. Die Vor- schlüge nach dieser Richtung werden eingehend geprüft. Diese Frage hängt aber eng zusammen mit der Frage des Personal- Servistarifs der Offiziere. In Betracht kommt auch, daß 1905 eine neue Volkszählung vorgenommen wird. Ferner mutz Rücksicht auch auf die Finanzlage genommen werden. Billig würde eine solche Neuregelung des Wohnungsgeldzuschusses nicht werden. Verlassen Sie sich nicht immer ans die Einnahmen aus dem nenen Zolltarife. Ueber die eventuellen Mehreinnahmen ist zum großen Teile durch das Tarifgesetz vom Jahre 1902 verfügt worden Abg. Dr. Patzig snat.): Wir können diese Frage, die von der Verwaltung mit so großer Gründlichkeit behandelt wird, nicht übers Knie brechen. Ich lege feierlich Verwahrung ein gegen das langsanie Tempo der Beratung. das die Reichsregierung einschlagen will. Wenn die tüchtige Ver- waltung des Grafen Posadowsky mit Ernst und Fleiß an die Frage herangeht, wird sich der Wohnungsgeldzuschuß auch ohne die gleichgültigen Zahlen der Volkszahlung reformieren lassen. In kurzer Zeit werden wir den unteren Beamten glatt das Wohnungsgeld bewilligen müssen, das sich erst nach oben hin zu Wohnungsgeld-Zuschüssen abstufen darf. Dazu muß aber mit deni jetzigen rohen mechanischen System gebrochen werden, das jetzt künstlich Verbundene getrennt werden; denn es führt zu schreienden Ungerechtigkeiten. Da kann man sich nicht mit der schlechten Finanzlage entschuldigen; in den verschiedenen Etats wird ganz verschieden haushälterisch verfahren. Wir wollen jetzt unter dem Zwang der Verhältnisse die Vorlage annehmen, ohne die Einzelheiten einzugehen. Aber wir können das den Beamten des Deutschen Reiches gegenüber nur verantworten, wenn wir ihn nur auf kürzeste Zeit gelten lassen. Präs. Graf Ballestrcm: Ich habe leider während der vorigen Debatte überhört, daß ein Redner den Ausdruck Rauistaatc» auf deutsche Bundesstaaten ge- braucht hat. Der Ausdruck ist ganz unpassend und ich bitte, ihn nicht mehr zu gebrauchen. Abg. Hug((£.) schließt sich dem Abg. Patzig an. Abg. Singer(Soc.): Ich werde mich mit einer kurzen Erklärung begnügen. Der Staatssekretär bedauerte, daß der Reichstag den Servistarif immer nur für so kurze Frist bewillige. Das kommt daher, daß die Regierung den Wünschen des Reichstags auf Trennung des Srrvis- tarifs und der Klasseneinteilung Nichtachtung entgegensetzt. Und wenn der Reichstag konsequent sein könnte, müßte er die Regierungsvorlage ablehnen und höchstens das bestehende Gesetz auf ein halbes Jahr fortdauern lassen, um so die Regierung, die erst in 13 Jahren eine Revision vornehmen will, zu zwingen, sich seinen Wünschen zu fügen. Nach den heutigen Erklärungen hatte ich den Eindruck, daß wahr- scheinlich nicht daran zu denken ist, daß die Regierung das von uns geforderte Wohnungsgeld-Gesetz vorlegen wird. Wir hatten eine entgegenkommende Regierungserklärung um so eher erwartet, als nach den Ausführungen des Staatssekretärs in der Kommission wie heute die Regierung mit denjenigen übereinstimmt, die eine Trennung für notwendig erachten. Die Re- ffierung hätte sagen können, daß sie noch nicht die Zeit ge- unden hätte, den Entwurf auszuarbeiten. Aber in Wahrheit handelt es sich nicht darum. Die Vorarbeiten können unmöglich so zeit- raubend fem, um so weniger, als wir aus der Begründung der Vorlage ersehen, daß die verbündeten Regierungen ein ziemlich umfangreiches Material besitzen. Sie haben es schon geprüft und sind nicht zu einer Ablehnung besonderer Wohnungsgeldzuschüsse ge- kommen, sondern lehnen sie nur aus der Erwägung ab, daß es große Ausgaben erfordern würde. Die Finanzen sind das einzige Hindernis einer Neuregelung. Der Staatssekretär hat aber nnt Recht daraufhingewiesen, daß sich in den nächsten vier bis sechs Jahren wohl wenig andern wird. Daher ist es dringend notwendig, de?. Wohnungsgeldzuschuß nach ganz andren Grundsätzen zu bemessen als nach den formalen des Servistarifs. Wir dürfen den unteren Beamten, die an und für sich ein unauskömmliches oder ein geringes Gehalt haben, nicht die Möglichkeit, ihre Familie zu ernähren, nochdadurch erschweren, daß wir sie an teure Plätze binden und sie zwingen, eine Miete auszugeben, die vielmal höher ist als der Wohnuugs- geldzuschuß. Die Kommission wollte einen besonderen Entwurf selbstverständlicki nicht ausarbeiten, aber sie hatte doch die Möglich- keit, den ihr vorschwebenden gesetzgeberischen Gedanken in andrer Form bequem zum Ausdruck zu bringen. Sie hätte in§ 2 bestimmen sollen, daß sie den vorliegenden Entwurf nur in der Weise ge- nehmigt, daß er nur für Wohnungsgeldzuschüsse gilt, während für die Klasseneinteilung die bisherige Regelung geblieben wäre. ' Damit lvar ein Anfang der Trennung der Wohnuugs- geld-Zuschüsse vom Ortstarif gemacht. Wenn man diesen Weg nicht gehen wollte, so ist die Mehrheit dafür verantwortlich, daß sie nicht ganze Arbeit gemacht hat, wie der Reichstag zu thun verpflichtet wäre. Heute steht Wil- helmshaven in Bezug auf den ortsüblichen Tagelohn, d. h. in Bezug auf die wirtschaftlichen Verhältnisse an dritter Stelle, im Servistarif mit Rücksicht auf die zahlreichen Offiziere und Marinebeamten an erster. Umgekehrt ist es in Bremerhaven. Das steht nach dem orts- üblichen Tagelohn in Klasse 1, nach dein Servistarif in Klasse 3. Dort sind eben keine Offiziere und Marinebcamten(Sehr gut! links) und für kleine Beamte muß auch der Wohnungsgeldzuschuß nach Nummer 3 genügen. So wird die Klasseneintcilnng und der Wohnnngs- geldzuschuß abhängig gemacht ausschließlich von de» Bedürfnissen der Offiziere und der Marineverwaltung. Da hätte der Reichstag die Pflicht, eine Vorlage zu erzwingen, die eine Regelung nach den Interessen der kleinen Unterbeamten trifft. Trotzdem werden wir im weiteren Verlauf der Beratung für die Kommissionsbeschlüsse stimmen. Wir werden noch einmal den Versuch machen, ob die Regierung nun eine den Wünschen des Reichstages entsprechende Vorlage macht oder ob dieser sich die Verhöhnung seiner fclbst auf alle Zeit gefallen lassen wird. Vor allein bitten wir das Centrum, nicht auch bei dieser Gelegenheit umzufallen, wie es in letzter Zeit schon wieder- holt umgefallen ist sLebhafter Widerspruch im Centrum), sondern ivenigstens dieses eine Mal fest zu bleiben.(Lebhaftes Bravo bei den Socialdemokraten.) Abg. Eickhoff(srs. Vp.): Seitdem der Reichstag sich mit der Frage beschäftigt hat, sind wir keinen Schritt weiter gekommen, und auch jetzt soll weiter fort- gewurstelt werden. Allerdings bedeutet die Vorlage eine gewisse Verbesserung, aber nur eine sehr minimale. Platonische Erklärungen, wie wir sie heute gehört haben, können uns nichts nützen. Ich bin überzeugt, daß ein so social empfindender Minister wie Herr Graf Posadolvsky gern die Erhöhung durchführen würde. Aber sie scheitert an dem Widerstand der Heeres- und Finanzverwaltung. Preußen sollte doch auf diesem Wege vorangehen. Wenn dort die Entscheidung gefallen ist, muß das Reich folgen. Wie heute die Verhältnisse liegen, müssen wir deni Gesetz unsre Zustimmung geben, damit Ivenigstens ein Teil der Beamten einen höheren Wohnungsgeldzuschiiß erhält. der§ 1 des Gesetzes nach den Kommissionsbeschlüssen unverändert angenommen 8 2 bestimmt, daß die neue Klasseneinteilung der Orte am 1. April 1904 in Kraft tritt. Die Abgg. Eickhoff(frs. Vp.) und Dr. Miillcr-Sagan beantragen folgenden Zusatz: Dieselbe Klasseneinteilung tritt auch für die Bewilligung von Wohnungsgeldzuschüssen an die Offiziere und Aerzte des Reichsheeres und der kaiserlichen Marine sowie die Reichsbeamten mit Wirkung voni 1. April 1904 ab in Kraft. ß 2 wird hierauf mit dem Antrag nngenommei!, ebenso der Rest des Gesetzes, sowie die Resolution der Kommission. Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung: Donnerstag 1 Uhr.(Interpellation Auer (Soc.) betr. das preußische Kontraktbruch-Gesetz, dritte Beratung der Afrikabahnen, des Nachtrags-Etats, des Servistarifs, der Kaufmanns- gerichtc, Antrag Gröber betr. Revision des Naturalleistungs-Gesetzes, Novelle zum Gesetz betr. das Reichsschuldbuch.) Schluß 6'/» Uhr. Partei-I�admcbten. Um die Freiheit betrogen. Das gestern veröffentlichte Ersuchen des Parteivorstandes an die Parteigenossen, den Streit um die Schiedsgerichtsurteile ruhen zu lassen und aus der Diskussion sachlicher Streitfragen das persönliche Element auszuschalten, hat auf die gegnerische Presse eine spaßige Wirkung gehabt. Sie fühlt sich um die Freiheit betrogen. Allen voran geht die katholische«Märkische Volkszeitung" mit diesem Kommentar „Also die Krakehlereien müssen aufhören. Das ist der Wille der Parteivorstandes, der mit seinem Ukas wieder einmal eine faniose Illustration liefert zu dem Worte Freiheit, wie es die Socialdemokraten verstehen. Ob die streitftohen„Genossen parieren oder es darauf ankommen lassen werden, daß auf sie bei oer nächsten besten Gelegenheit das bekannte Wort Anwendung findet:„Wer nicht pariert, der fliegt hinaus I"?" Aehnlich die„Germania", die �.Norddeutsche Allgemeine", die „Vossische" usw. Es ist schon gut für die Freiheit, daß sie bei der Centrumspresse und gar bei der„Norddeutschen" eine Freistatt findet, denn bei uns ist es nun aus. Wir müssen nun in die Arme der Norddeutschen" oder der„Germania" flüchten, wenn uns einmal nach freier Meinungsäußerung gelüstet. Wir werden also demnächst in der„Germania" oder der„Märkischen Volkszeitung" Aus- einandcrsetzungen über die Glaubensfteiheit in der katholischen Kirche oder eine Kritik katholischer Unternehmerpraktiken gegen katholische Gewerkschaften und in der„Norddeutschen" eine Kritik der preußischen Polizeifreiheit lesen. Berichtigung. In der gestrigen Erklärung des Parteivorstandes muß es in der fünften Zeile von oben heißen der Beteiligten anstatt der Beleidigten._ Internationaler Franenkongretz. Berlin, 15. Juni 1904. Das Thema„Frauenlöhne" stand auf der Tagesordnung der allgemeinen Versammlung am Dienstagabend. Eine große Zahl höchst elegant gekleideter Damen hatten sich als ZuHörerinnen ein- geftuiden. Die von Frl. Alice Solomon- Berlin gehaltene Eröffnungsrede ließ eine tiefgehende Erörterung der Arbeite- rinnen- Lohnfrage erwarten, eine Erwartung, die jedoch nicht erfüllt wurde. Ein mit stürmischem Beifall aufgenommenes Referat von Frai� Marie Lang- Wien gipfelte in dem Gedanken: Die Wirtschaftsgenossenschaft, das Mittel, welches der. Hausarbeit der Frau ein Ende macht, ist noch in weiter Ferne. Inzwischen verlangen wir, daß der wirtschaftliche Wert der häus- lichen Arbeit der Frau so geschätzt wird, wie er es ver- dient. Wir erwarten und fordern, daß der Ehefrau durch Gesetz eure Gegenleistung des Mannes für ihre Hausarbeit zugesprochen wird. Durch einen Rechtstitel soll nur Bezahlung für ms verbürgt werden, was wir jetzt ohne Anerkennung leisten müssen. Daß die Frau Geld zu freier Verfügung erhält,'ist eine ethische Forderung. Die Arbeit der„guten Hausfrau" ist nicht, wie uns die Dichter sagen, eine Frauentugend, sondern eine wirtschaftliche Leistung, die als solche bezahlt werden muß.— Diese Ausführungen der Rednerin entfesselten ungeheure Beifallsstürme selbst bei den einstgekleideten Damen, was darauf schließen läßt, daß sie um jedes ihrer eleganten Kleider einen Kamps mit dem Herrn Gemahl führen müssen, und das will viel sagen, denn fast alle im Vordergrunde dieser Bewegung stehenden Damen erscheinen in jeder Kongreßsitzung — täglich zlveimal— in einer andern Toilette. Die zweite Referentin, Lady Aberdeen- England, vertrat die Forderung: Gleiche Löhne— unter der Voraussetzung gleicher Leistung— für Arbeiter und Arbeiterinnen. Der dritte auf der Tagesordnung stehende Vortrag über „Staatliche Lohnpolitik" fiel aus, weil die bestellte Rcferentin er- krankt ist. Die heuffgen Sektionssitzungen waren wieder— soweit sie in den beiden größten am leichtesten erreichbaren Sälen stattfanden— sehr stark besucht. Im Hauptsaale wurde heute über die Bestrebungen zur Hebung der Sittlichkeit verhandelt. Acht Referentinnen der verschiedensten Nationalitäten traten der herrschenden Geschlechts- nioral entgegen, die dem Manne auch auf diesem Gebiete eine bevorrechtete Stellung einräumt. Insbesondere wurde die Be- eitigung der polizeilichen Reglementierung der Prostitution ge- 'ordert. Die Arbciterinnenfrage wurde wie bisher im„Beethoven- Saale" behandelt, der für die mit den lokalen Verhältnissen nicht Vertrauten schwer aufzufinden und deshalb Ivenig besucht ist. Hier Therna:„Die Frau im V e r e i n s r e ch t und in Abg. Erzberger(C.) erwidert dem Abg. Singer, daß von einem Umfall des Centrums keine Rede sein könne. Der eigentliche Wider- stand liege bei der preußischen Regierung. Der Wohnungsgeld- zuschuß muß mit der Anzahl der Familienmitglieder steigen. Die Trennung zwischen Servis und Wohnungsgcldzuschuß ist notwendig, deshalb können wir den jetzigen Zustand nur noch auf ein Jahr ver- längen! und stimmen für die Kommissionsbeschliisse. Abg. v. Standy(k.) hält ebenfalls eine Trennung des Servis vom Wohnungsgeldzuschuß für dringend notwendig. Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. Kirsch(C.), Götz v. Ohleiihusen(Welfe), v. Oertzen(Rp.) und Dr. Sattler(natl.) Ivird tand das er socialen Gesetzgebung" auf der Tagesordnung. Zu nächst wurde über die Arbeiterin nenschutz-Ge setze ver- handelt. Die erste Referentin, Frl. Helene Simon- Berlin, trat 'ür gesetzlicken Schutz der Arbeiterinnen ein. Einen entgegengesetzten Standpunkt nahm Frau R u t g e r s- H o i t s e m a(Holland) ein. Sie sagte: Wir haben alle Mitleid niit den armen Fabrikarbeiterinnen und sind bereit, ihnen zu helfen. Meine Meinung ist aber die: Der gesetzliche Schutz der Arbeite- rinnen ist nur so weit zu empfehlen, als er sich auf Forderungen der Reinlichkeit, der Hygiene usw. in den Fabriken erstreckt, und für beide Geschlechter gleich ist. Zun: Schaden der Arbeiterin ist es jedoch, wenn sie hinsichtlich der Arbeitszeit einen weitergehenden Schutz genießt, wie der männliche Arbeiter. Die Folge des ein- seitigen Schutzes der Arbeilerinnen ist die, daß in Betrieben, wo Nacht- und Sonntagsarbeit notwendig ist. die Arbeiterinnen entlassen und an ihrer Stelle junge männliche Arbeiter eingestellt worden sind. Zum Beweise ihrer Behauptung beruft sich die Rcdnerin auf Beispiele aus der englischen Textilindustrie, dein Pariser Typographengewcrbe, der Gemüsekonserven- sowie der Butter- und Käscbereitung in Holland. In letzterer sei, wie statistisch festgestellt, die Frauenarbeit fast ganz_ durch Mäunerarbeit verdrängt. Der be- oudere Schutz haben Tausende von Frauen arbeitslos gemacht, sie eien infolgedessen zu Lohndrückern in nicht geschützten Gewerben geworden oder auch der Prostitution in die Anne getrieben. Der gesetzliche Schutz sei nur dann zu billigen, wenn er auf alle in der beireffenden Industrie Beschäftigten ausgedehnt wird. Zu 'ordern sei nur ein besonderer Schutz für Wöchnerinnen und Für- orge für die Kinder der arbeitenden Frauen. Eine Schweizerin, Frau Steck, trai den Ansichten der Vorrednerin entgegen. In der Schweiz habe sich der gesetzliche Arbeiterinnen- 'chutz sehr gut bewähr!, die Arbeiterinnen seien infolge dessen leistnngs- ähiger geworden. Die Rednerin trat für gesetzlichen Schutz und Organisation der Arbeiterinnen ein. In der Diskussion, zu der sich 12 Rednerinnen gemeldet hatten, prach als erste Frl. van der Mey- Holland. Sie sagte: Wir Holländerinnen stehen nicht alle auf dem feministischen Standpunkt der Frau Rutgcrs. Die Folgen des Arbeiterinncnschutzes in Holland sind durchaus nicht so schlimm, wie es Frau Rutgers hinstellt. Wenn sich die Zahl der Arbeiterinnen vermindert hat, so sind dafür ver- schiedene Ursachen, keineswegs aber die Schutzgesetze maß- gebend. Der letzte Jahresbericht der holländischen'Gewerbe- Inspektion stellt fest, daß sich die Zahl der industriell beschäftigten Arbeiterinnen vennehrt und in manchen Zweigen die Männerarbeit zum Teil verdrängt hat. So in der Bilderrahmen- und in der Schmuckwaren-Jndustrie. Die Herstellung von Butter und Käse war früher Hand- und Hausarbeit, die in den Bauernwirtschaften von Frauen und Töchtern verrichtet wurde. Jetzt wird diese Arbeit fabrikmäßig betrieben. Die Frauen und Töchter der Bauern sind natürlich nicht in die Fabriken gegangen und so erklärt sich ihr Ersatz durch männliche Arbeiter. Unsre Arbeiterinnen sehen keine Gefahr im gesetzlichen Schutz. Sie wollen nichts wissen von den Bestrebungen der Feministen, die gegen den Schutz sind. Frau Montefiern- London(Mitglied der Socialdemo- kratischen Föderation) verwirft die„sentimentale Forderung" eines besonderen Arbeiterinnenschutzes. Die Arbeiterinnen müßten sich selbst helfen durch gewerkschaftliche Organisation. Die Kinder sollen ganz außerhalb des Erwerbslebens stehen. Die englischen Gewerkschaften erkennen allmählich, daß die Interessen der Frauen auch ihre eignen Interessen sind. Nur die Solidarität aller Arbeiter und Arbeiterinnen kann die Lage der letzteren bessern. Baronesse Gripenberg- Helsingfors(Finnland) führte auS: Besonderer gesetzlicher Schutz treibe die Arbeiterinnen ins Elend und drücke ihre Löhne. Sie fordert Freiheit der Arbeit für die Frauen. Die Gewerkschaften seien nur deshalb für Arbeiterinnen- schütz, weil sie dadurch die Konkurrenz der Frauen zu beseiffgen hoffen. Frau S i m s o n- Breslau trat entschieden ftir gesetzlichen Schutz der Arbeiterinnen ein. Derselbe sei unter den heutigen Verhältnissen eine Notwendigkeit. Erst auf der Grundlage gesetzlichen Schutzes können sich die Arbeiterinnen organisieren. Die thatsächliche Ver- schiedenheit der Geschlechter bedingt den besonderen Schutz der Arbeiterinneu. Frl. Else Luders- Berlin führte aus, daß die in der Be- wegung stehenden deutschen Frauen alle für den Arbeiterinnenschutz seien. Dem übertriebenen Freiheits- und Gleichheitsgefühl der Baronesse Gripenberg müsse sie entschieden entgegentreten. Ins- besondere sei eine scharfe gesetzliche Regelung der Heimarbeit not« wendig. Lily Braun stimnit der Borrednerin zu. Die Gegnerinnen des Arbeiterinnenschutzes haben sich nicht genügend mit der inter- nationalen Statistik beschäftigt. Diese weist nach, daß die Arbeit der Frauen— auch der verheirateten— seit dem Erlaß der Schutz- gesetze nicht ab- sondern zugenommen hat. In Einzelfällen möge das anders sein, da.handele es sich aber nur um Verschiebungen, die für die allgemeine Lage nichts beweisen. Der gesetzliche Schutz erhöht die Leistung der Arbeiterinnen und setzt sie in die Lage, höhere Löhne zu fordern. Eine Frau die ausgebeutet wird im Namen der Freiheit kann nicht auf eine höhere Stufe steigen. Die Vorsitzende, Frl. Alice Solomon bedauert, daß die für diesen Gegenstand der Tagesordnung festgesetzte Zeit abgelaufen ist und deshalb 10 Rednerinnen, die noch eingezeichnet sind, nicht mehr zum Wort kommen können. Frau R u t g e r s vertrat in ihrem Schlußwort nochmals ihren Standpunkt, dem die Neferentin Helene Simon ent- schieden entgegentrat. Sie sagte unter anderm: Die Einwände, die hier gegen den Arbeiterinnenschutz erhoben wurden seien dieselben, die im ersten Viertel des vorigen Jahrhunderts gegen den Arbeiterschutz geltend gemacht wurden, es sei der übertrieben man- chesterliche Standpunkt, den man nicht anerkennen könne. Ueber die Alters- und Invalidenversicherung referierte Frl. Adele Schreiber- Verlin. Sie rühmte diese Ver- sicherung unter Hinweis auf den bekannten goldenen Obelisken der Pariser Weltausstellung. So nachahmenswert die deutsche Social- Versicherung auch sei, so stelle sie doch erst einen Ansatz dar. Besonders für die Frauen sei auf diesem Gebiet noch viel zu erstreben, nament- lich die Witwen- und Waisenversorgung, sowie Mutterichaftskassen im Anschluß an die Krankenversicherung. ES sei erfreulich, daß die deutsche bürgerliche Frauenbewegung nicht den Irrtum der extremen Feministinnen andrer Länder teilt, die um der Gleichheit willen be- sondere Vorkehrungen für die Frauen verwirft. Den Schluß der heutigen Verhandlungen dieser Sektion bildete ein Referat von Fräulein H e y m a n n- Hamburg über die Vereins- gesetzgebung. Die Rednerin verurteilte die heute in Deutschland herrschende Unfteiheit auf dem Gebiete des Vereins- und Versammlungs- Wesens, besonders die polizeiliche Ucberwachung. Wenn dieser Kongreß nicht von der Polizei überwacht werde, so habe man das dem Um- stände zuzuschreiben, daß die sogenannte Frauenbewegung in diesen Tagen salon- und hosfähig geworden sei. Die Rednerin forderte zum Schluß ein freiheitliches Reichs-BereinSgesetz, und uin dasselbe zu erhalten: Kämpf für das politische Stimmrecht der Frauen. Eue der frauenbewegung. Geiwssinnen, Genossen! Die Frage deS Frauen-Wahlrechts ist gegenwärtig in den Vordergrund gerückt worden. Mit feiger Gelehrigkeit sind die Mehrheitsparteien des Reichstages vor der reaktionären Regierung in Sachen des Frauen-Wahlrechts zu den Kauftnannsgerichten in die Knie gesunken und haben damit das Recht der Interessen der vielen Zehntausende Frauen preisgegeben, die im Handels- gewerbe ihren Lebensunterhalt suchen. In den Tagen, wo die starken und dummen Männer im preußischen Abgeordnetenhause und außerhalb desselben gegen das Wahlrecht der arbeitenden Masse» toben und hetzen, ist von den Vertretern der ausbeutenden und herrschenden Klassen nichts Besseres zu erwarten. Die Frauen des Volkes dürfen aber nicht darauf rechnen, daß für ihr Recht, das heißt für das Recht der erdrückenden Mehrzahl des weiblichen Geschlechts, die bürgerlichen Frauenrechtlerinnen energisch den Kampf gegen die Reaktion aufnehmen. Das haben die internatio- nalenTagungen derselben aufS neue klar gezeigt. Tie Frauenrechtlerinnen wollenDamcnrecht, nichtFrauenrecht, nicht Menschen- rechtste treten derReaktion nicht charaktervoll entgegen, sie liebedienern vor ihr; weit davon entfernt, gegen sie die Interessen der Ausgebeuteten zu verteidigen, verzichten sie ihr gegenüber sogar auf die Wahrung ihrer eignen Würde. Kann es eine bitterere Sclbstverhöhnung geben. als daß die Führerinnen der bürgerlichen Frauenbewegung sich demütig knixend zu den Empfängen bei Ministern drängen, welche die Forderungen des vollen Bürgerrechts der Frau mit den plattesten Gemeinplätzen der Philister bekänchfen? Volle politische Gleichbercchti- gung des weiblichen Geschlechts wird nicht von den Frauen aller Klassen gemeinsam gegen die Klaffen aller Männer erstritten, sondern von den Frauen und Männern des arbeitenden Volkes zusammen gegen die ausbeutenden Klassen. Der Kampf um das Frauen- Wahlrecht muß im innigsten Zusammenhange mit dem Kämpfe des klassenbewußten Proletariats ftir die Erweiterung und Befestigung einer politischen Machtstellung geführt werden. Die Social- demokratie ist die große Vorkämpferin für das Frauen-Wahlrecht. Tie Frage des Frauen-Wahlrechts in ihrer Bedeutung und in ihren Zusaminenhängen zu erörtern, soll die Aufgabe des Referates ein, das Genossin Klara Zetkin in einer öffentlichen Ver- a m m l u n g hält, die am Freitag, den 17. Juni, abends 8'/« Uhr. bei Keller, K o p p e n st r. 29, stattfindet. Genossinnen, Genossen! Bekundet, daß Ihr um das Banner der Socialdemokratie geschart einmütig zusaiiiinenstcht im Kampfe um Frauenrecht und Menschenrecht. Heraus zuni Protest gegen die bevorstehende Benachteiligung der Handluugsgehilfinnen gegen die frauenrechtlerche Halbheit. Heraus zum Kampfe gegen die Reaktion, schloß Rednerin mit einem für das Recht, für die Macht der ausgebeuteten Klassen. Die Vertrauensperson. Socialdemokratie und Frauen- Stimmrecht. Hoch auf die internationale,| fanten natürlich nur Arbeiter in Frage, die Sen Revers unters bölferbefreiende Socialdemokratie ihren mehrfach von lebhaftem fchrieben hatten. Der Zweck der ganzen Maßnahme ist, aus jeber Beifall unterbrochenen Vortrag. Die Versammlung stimmte ein, Specialbranche eine Anzahl Leute zu gewinnen, mit deren Hilfe darauf brach ein langanhaltender Beifallssturm los. verhütet werden sollte, daß bei einem plötzlich ausbrechenden Streik Nachdem eine Aufforderung an die weiblichen Gäste vergeblich der ganze Betrieb lahm gelegt werden könne. Den so engagierten gewesen war, erhielt zur Diskussion Herr Senna Hoh das Wort. Arbeitern wird ferner noch im Krankheitsfalle ein Zuschuß zum Eine imposante Volksversammlung, einberufen vom socialdemo- Seine Ausführungen gipfelten darin, daß die Frauenbewegung nur Krankengelde gewährt, so daß während der Krankheitsdauer ſtets tratischen Vertrauensmann des dritten Berliner Reichstags- Wahl- als Boltsbewegung einen großen Sinn habe und daß von einer der volle Wochenlohn, der dem Saße für Lohnarbeit entspricht, zur freises, tagte am 14. Juni im großen Saale von Buggenhagen am folchen mit Bezug auf die in der Philharmonie fich fundgebende Auszahlung gelangt. So wenigstens steht es in einem Abkommen, Morigplatz. Saal und Galerien waren überfüllt. Die Frauen Bewegung nicht die Rede sein könne. überwogen. Unter ihnen befanden sich auch viele Teilnehmerinnen das die Firma R. Frister Inhaber Engel u. Heegewaldt in OberFräulein Elise Hoffmann, Vertreterin der Berliner Dienst- schöneweide mit einem Arbeiter getroffen hat. Dieselbe Firma sucht des Internationalen Frauenfongresses. Ueber das obige Thema boten- Organisation, die zum erstenmal in einer socialdemokratischen nun gegenwärtig per Annonce auswärts die Arbeiter, die sie hier in sprach Frau Lily Braun, die beim Durchschreiten des Saales Versammlung spricht, schildert in schlichten aber eindrucksvollen Berlin zu dem Schußtruppendienst" nicht bekommen kann. Einem lebhaft begrüßt wurde. Einleitend gedachte Rednerin des Inter- Worten die traurige Lage der Hausangestellten und die Schwierig Mitgliede des Metallarbeiter- Verbandes, das sich auf die Annonce nationalen Frauenkongresses, der festlichen Empfänge durch Behörden feiten, mit denen ihre Organisation zu kämpfen hat. Der Verein hin meldete, schrieb die Firma: hat auch, weil die Hausfrauen dort so schön beisammen" waren, eine Vertretung auf dem internationalen Kongreß erstrebt. Vertreterin wurde zugelassen mit im ganzen zehn Minuten Redezeit. Eine Heißen Dank erstattet Rednerin der Frau Lily Braun, die dort ausgesprochen habe, was ihr und ihren Berufsgenossinnen am Herzen liege. M V 10. Juni, der den Frauen das passive Wahlrecht zu diesen Gerichten Sie protestiert ebenso gegen den Reichstagsbeschluß vom vorenthält. allen Gebieten und erwartet von der socialdemokratischen Fraktion Sie fordert die politische Gleichberechtigung der Frauen auf des Reichstags, als der einzigen Partei, die in ihrer Gesamtheit die Interessen der Frauen in umfassender Weise vertritt, daß sie ihre Macht und ihren Einfluß zu Gunsten dieser Forderung in allen Fällen zur Geltung bringe. Lily Braun ging die Versammlung auseinander. Unter Hochrufen auf die Socialdemokratie und auf die Genoffin Die unschuldigen Kühnemänner. In Bezug auf Ihre obige Offerte teile ich Ihnen mit, daß Sie bei mir in Arbeit treten fönnen. Wie in dem Inserat zum Ausdruck gebracht, Rückvergütung der Reise III. Slasse nach sechswöchentlicher Beschäftigung in meiner Fabrik. Tüchtige Leute verdienen bei mir 30-40 Mark und darüber. Es wird ausschließlich im Accord gearbeitet; 9 Stunden. Kündigung findet nicht statt; jedoch bin ich bereit, mit Ihnen später, für den Fall Sie sich als geschickter Arbeiter erweisen, eine gegenseitige vierwöchentliche Kündigung zu vereinbaren. Bedingung ist, daß Sie keinem der gegen die Unternehmer gerichteten Verbände angehören, als ,, Metallarbeiter- Verband" u. a. Wenn Sie mit diesen Bedingungen einverstanden sind, können Sie eintreten. Achtungsvoll Briefkaften der Redaktion. Herr D. Zinner, Winterthur in der Schweiz. Zur Erledigung des andern A. S. 134. Für die Schweiz benutzen Sie zur Anfrage die Adresse: Zeils Ihrer Zuschrift wenden Sie sich vielleicht an die„ Central- Auskunftsstelle für Auswanderer" hier, Schellingstr. 4. Partei- und Drganisations zugehörigkeit usw. find in letzterem Falle nicht zu berühren. P. O. 1. Ja. 2. Sehr selten. · Anna Nr. 100. 1. Die zuverlässigste Auskunft über Reisewege, Preise der Billets usw. erhalten Sie in den amtlichen Auss funftsstellen( Alexanderplatz und Anhalter Bahnhof). 2. Ist Ihre Schwieger hat die Armenkommission einzutreten. Der Stadt steht in Höhe der Untermutter seit mindestens zwei Jahren in Berlin und ist sie hilfsbedürftig, so ftüßung ein Erbrecht zu. Ihre Schwiegermutter müßte sich an den Armenfommissionsvorsteher ihres Bezirks wenden. 3. Sie können bei der Ver senden oder können beide Raten auf einmal erheben. R. R. Nein. 999. 1. Ja St. Sth. 1. Täglich. 2. Wir erwarten Ihren Besuch. 2. Nein. Ueberfahren. Mittels welches" ist ein gräuliches Deutsch. Warum nicht in welchem"? Schlesischer Bahnhof. Die Gewerbes Ausstellung 1896 ist am 1. Mai eröffnet worden. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends. bon 7 bis 9½½ Uhr abends statt. Geöffnet: ubr. und Minister, der großen Befriedigung, die zu verspüren sei und die ein andres Gefühl bei den Damen der bürgerlichen Frauenbewegung nicht aufkommen lasse und das doch so nahe läge. Denn angesichts der deutschen Verhältnisse mit Bezug auf Frauenrechte und Frauenrechts- Bestrebungen sollten die hiesigen Frauen und die Ausländerinnen den Eindruck haben, daß die festlichen Empfänge nichts feien als ein Schlag ins Gesicht der Frauenbewegung. Wenn man die Bewegung ernst nehmen würde, dann würde man sie nicht mit und vom Schweizer Frauenbund spricht ihre Verwunderung darüber Genoffin Adam vom Tagelöhnerinnen- Verein in Bern( Schweiz) den Augen ritterlicher Galanterie ansehen, es würde dann von aus, daß man in Deutschland auf die„ bürgerlichen Frauen" schimpfe. Empfängen feine Rede sein. Der eigentliche Empfang des Es müßten hier doch eigentümliche Verhältnisse sein. In der Schweiz arFrauen Kongresses habe aber nicht bei Bülow oder Posa- beiteten bürgerliche und socialdemokratische Frauen ungeniert zusammen dowsky, nicht im Grunewald oder am Wannsee stattgefunden, im Bund und niemand spreche von bürgerlichen und socialistischen Frauen. sondern im Reichstage, wo Graf Posadowsky ausgesprochen habe, Rednerin führt verschiedene Beispiele für das einträchtigliche Zudaß für das Deutsche Reich sogar das wahrlich doch geringfügige fammenwirten in der Schweiz an. Recht der Teilnahme der Frauen an den Kaufmannsgerichten un- lichen und socialdemokratischen Frauen zusammenarbeiteten, dann in der Schweiz an. Sie meint, wenn die bürgerannehmbar sei. Derselbe Reichstag habe das passive Wahlrecht be- stellten sie die Welt auf den Kopf. Sie sei überzeugte SocialR. Frister. reits fallen lassen, und bei der dritten Lesung, wenn die Regierung demokratin. Rednerin sprach mit großer Verve und in unverfälschtem Engel u. Heegewaldt. erst alle ihre Schleppenträger, wenn sie alle die Hüter der lieben Schweizerdeutsch. Prompt antwortete hierauf der Arbeiter, er sei bereit, auf diese deutschen Weiblichkeit zusammen getrommelt haben werde, dann Referats gesprochen, hielt Genossin Braun ihr Schlußwort, worin verpflichten wolle, keinem gegen die Arbeiter gerichteten UnternehmerNachdem noch Genosse Steffen im Sinne des Bedingungen einzugehen, wenn die Firma sich ebenfalls schriftlich werde das Frauen- Wahlrecht wohl überhaupt fallen. Trotzdem sie besonders auf die Ausführungen von Fräulein Hoffmann und Verbande anzugehören. Wenn man jedoch bedenkt, daß Herr ließen sich die Frauen empfangen. Von den Ausländerinnen müsse von Genossin Adam einging. ja angenommen werden, daß sie schlecht orientiert gewesen Frauenbund sich ausdrücklich die Arbeiterinnen- Vereine ferngehalten fabrikanten, der Abteilung II des Sühnemänner- Verbandes, ist, fo Sie stellte fest, daß der deutsche Heegewaldt der Vorsitzende des Vereins Berliner Metallwarenseien, denn selbst über die wichtigste Thatsache, die in Deutsch- habe, weil sie socialdemokratisch seien. land zu verzeichnen sei auf dem Gebiete der Frauenrechtsbewegung, Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: dürfte es niemand verwunderlich finden, daß er diesen Arbeiter feien fie in Unkenntnis geblieben, mit durch die Schuld der bürgerlichen Frauenbewegung in Deutschland. Es sei vorgekommen, versammlung protestiert mit aller Entschiedenheit gegen die feindliche männer. Es zeigt, wie emsig die Herren thätig sind, um die Arbeiter Die am 14. Juni im Saale von Buggenhagen tagende Volks- nicht einstellte. Das Vorgehen des Herrn Heegewaldt ist typisch für die Kühnes daß diese in ihren Stimmrechts- Versammlungen von ihren politischen Stellung, die die Regierung gegenüber dem Frauenwahlrecht zu den teils durch wirtschaftlichen Zwang, teils durch Gewährung fleiner Freunden in der Stimmrechts- Bewegung gesprochen und damit die Kaufmannsgerichten einnimmt. paar Freisinnigen gemeint hätten, die sich mit Ach und Weh dafür erklärten. Aber von der Socialdemokratie, die feit 30 Jahren für das alles unter der Maske der Unschuld und Treuherzigkeit. Vergünstigungen von der gehaßten Organisation fernzuhalten. Und das Frauen- Stimmrecht fämpfe, sei nicht mit einent Worte die Rede gewesen. Darum werde Rednerin kurz darstellen, was der Socia lismus und die Socialdemokratie für die Frau und die Frauenbewegung gethan habe. Sie verweist darauf, wie sich die Vorläufer des modernen Socialismus, u. a. ein Campanella, Thomas Morus, St. Simon, William Thomsen und Weitling, schon der Frau und ihrer Gleichstellung angenommen haben. Während deren Forderungen sich aber vorwiegend als ethische Postulate darstellten, seien es die großen Theoretiker des modernen Socialismus Marg und Engels gewesen, die auch in Bezug auf die Frauenfrage ihren Ausgangspunkt von den Thatsachen genommen hätten, von der Entwickelung des wirtschaftlichen und socialen Lebens, und die in wirtschaftlichen Steglik. Donnerstag, den 16. Juni, abends 812 Uhr, hält der Grundlagen die Ursache von der Versflabung auch der Frauen er- Bildungsverein für Frauen und Mädchen von Steglig und Umblickten. Schon das kommunistische Manifest aus den vierziger Jahren gegend bei Wahrendorf, Schloßstr. 117, feine regelmäßige Vereinsdes vorigen Jahrhunderts habe Frauenarbeit und bürgerliche Ehe versammlung ab. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Versicherungsanstalt beantragen, die Rente an Ihren neuen Aufenthaltsort zu behandelt. Mit dem Wort: Proletarier aller, Länder vereinigt Euch! schiedenes. erklärte sich zum erstenmal eine große Partei für die Gleich- scheinen aller Mitglieder erwartet Gäste willkommen. Pünktliches und zahlreiches Erberechtigung der Geschlechter. Und schon auf ihrem Eisenacher Der Vorstand. Kongreß, zu einer Zeit, wo fast alle Arbeiter Front machten gegen die Frauenarbeit, zum Teil sogar gewaltsam, da lehnten es Die Socialdemokraten einstimmig ab, die Abschaffung der Frauenarbeit in das Programm aufzunehmen. Nicht lange danach, 1875 auf dem Gothaer Kongreß, seien Bebel, Auer und Liebknecht für volle Gleichberechtigung der Frauen eingetreten, und der Kongreß Bekanntlich hatte die Vereinigung der Berliner Metallwaren- R. Blümel. Der Knabe ist nicht strafbar, der Vater ist schadensersatzhabe die Forderung des Wahlrechts für alle Staatsangehörigen auf- fabrikanten nach dem Gürtler- und Brückerstreit beschlossen, einen pflichtig. 5. 100. Ist der Erzeuger eines außerehelichen Kindes ver gestellt. Weibliche Delegierte ließ man zu. Das alles sei zu einer Streifbrecherschutz- Fonds zu bilden, aus dem bei Aussperrungen heiratet, so verliert dadurch weder das Kind noch die Mutter ihr Recht auf Zeit geschehen, wo von der Forderung der politischen Gleich- unorganisierte Arbeiter entschädigt werden sollen. Im An- Alimente usw. Die Ehefrau des Erzeugers ist aber berechtigt, auf Eheberechtigung in bürgerlichen Kreisen nicht die Rede gewesen sei, wo schluß hieran erging dann am 1. März d. J. von den Arbeitgebern scheidung wegen Ehebruches zu klagen und die Bestrafung der Ghebrecher felbst die Begeisterung, die Stuart M fand. Eine einzige, heute noch lebende bürgerliche Frau, liche Aufforderung, bis zum 15. März einen Revers zu unter- Civilflage( Klage auf Bahlung des Restkaufgeldes und auf Rüderweckte, feinen widerhall an alle in der Gelbmetall- Industrie beschäftigten Arbeiter die freund- beantragen. Als angemessen gelten in Berlin zwischen 15 und 25 M. monatlich. C. G. 11. 1. Nein. 2. Nein. Ihnen steht der Weg zur Hedwig Dohm, sei so tapfer gewesen, für die Frauen das schreiben, daß sie keiner Organisation angehörten, da sie dann ohne gabe des Baunes) offen. A. 2. P. Nein. O. N. Ja. politische Wahlrecht zu fordern. Ihre Worte verhallten ungehört, erst Karenzzeit in den Genuß der Aussperrungs- Unterstützung kommen H. B. 6. Aus Ihren Darlegungen ergiebt sich nicht, daß die Ansprüche neuerdings habe man sich auf sie besonnen. Ein bedeutendes würden, während die sich später Meldenden eine Karenzzeit von sechs der Anstalt unberechtigt sind. Es scheint sich um zwangsweise( auf Antrag Ereignis sei dann das Erscheinen von Bebels: Die Frau und der Monaten durchmachen sollten. Socialismus" gewesen. Aber auch die patriotischen Frauen seien Anschläge in den Fabriken dann noch zweimal wiederholt. Als der Beschäftigung in der Anstalt nicht verficherungspflichtig und die Anstalt Diese Aufforderung wurde durch eines Verwandten oder von Amtswegen erfolgte) Unterbringung eines fremder Pflege Bedürftigen gehandelt zu haben. In solchem Fall ist die nicht im Hintergrunde geblieben. Bereits in den siebziger Jahren" Vorwärts" hierauf das Gebahren der Kühnemänner gebührend( oder der Landarmenverband) berechtigt, aus dem Nachlaß Erstattung der des verflossenen Jahrhunderts hätten sie Schulter an Schulter mit kritisierte, veröffentlichte die Vereinigung der Metallwarenfabrikanten Stoften zu begehren. War der Verstorbene vor Unterbringung in der den Männern um politische Rechte gekämpft, seien sie mit ihren folgendes Cirkular: Anstalt als Gefelle beschäftigt, so gehörte er einer Krankenfaffe an. In männlichen Genossen von Haus zu Haus gezogen. Das sei auch" In verschiedenen Tageszeitungen sind über angeblich bevor- diesem Falle hätte diese für die Kurkosten usw. einzutreten. eine der Thatsachen, die die bürgerlichen Frauenvertreterinnen verstehende Massenaussperrungen der Metallarbeiter durch die Ver- B. 6. Bereits vor der Entbindung kann auf Hinterlegung der Entschwiegen hätten. Nur so konnte es kommen, daß im vorigen Jahre einigung Berliner Metallwarenfabrikanten gänzlich irrige Nach. A. M. Miras. Der Verein und seine Statuten brauchen nicht an bindungskosten und eines Quartals Alimente geklagt werden. in einem amerikanischen Frauenblatte stehen konnte, zum erstenmale richten verbreitet. Diese Nachrichten sind darauf zurückzuführen, daß gemeldet zu werden. Sie müssen aber die Statuten so faffen, daß kein hätten sich 1903 in Deutschland Frauen an der Wahlbewegung infolge der großen Streitbewegung der Metallarbeiter im letzten flagbares Recht für die einzelnen Mitglieder besteht und daß der Fortbestand beteiligt. Rednerin hebt die Bestimmung des Erfurter Programms Herbst die Vereinigung der Berliner Metallwarenfabrikanten ihre des Vereins auch für den Fall des Ausscheidens cines Mitgliedes gesichert hervor, wonach das Wahlrecht bei allen Abstimmungen auch den bestehende Organisation weiter ausgebaut hat. Sie hat u. a. Be- bleibt. M. N. 100. Ob jemand Armenunterstützung zu gewähren oder Frauen gesichert werden soll, und geht auf die parlamentarische Stimmungen getroffen, nach welchen im Falle eines etwaigen Streits zu entziehen ist, hängt lediglich davon ab, ob er hilfsbedürftig ist. Die Höhe Thätigkeit der Socialdemokratie ein, um zu zeigen, daß die Partei bis zu 70 Prozent der Arbeiter ausgesperrt werden können. Die der Miete allein ist nicht entscheidend. M. W. Sie sind dazu berechtigt. sich stets der Frauen in jeder Beziehung auf das energischeste an- Vereinigung beschloß ferner einstimmig: außer ihren vom Streik P. K. Sie müssen zur Vermeidung erheblicher Mehrkosten zahlen. genommen habe, nicht nur auf socialpolitischem Gebiete, sondern betroffenen Mitgliedern auch den etwa auszusperrenden nicht organi- Hätten Sie unsre vor Jahren wohl 50 mal ausgesprochene Mahnung befolgt, auch auf dem des Stimmrechts, wie die von der Rednerin an- fierten Arbeitern Unterstüßung zu gewähren. Die Erfahrungen des zutreten und sich zu hüten, aus der sogenannten Allgemeinen Volkskrankenkasse E. H. 126 ausgeführten Beispiele aus der parlamentarischen Braris beweisen. Tekten Streiks sind hierfür bestimmend gewesen. Bei den damals hätten Sie den Betrag und die Kosten erspart. einer Schwindelfasse beizutreten, so Unter anderm erwähnt Rednerin den socialdemokratischen Antrag durchgeführten Aussperrungen ergab sich, daß eine große Zahl von Million. Ja. 2. B. C. 84. Ein Ausländer bedarf in Deutschland keines Basses. von 1894 auf Einführung des politischen Wahlrechts der Frauen Arbeitern unter den Ausgesperrten waren, welche keinem Verbande Er kann ohne jeden Grund als angeblich Läftiger ausgewiesen werden. So zum Reichstage, den Bebel in glänzendster Rede verteidigte, angehörten, der bei Streiks Unterstüßung gewährt. Solche Arbeiter die Rechtslage. In der Sache selbst ist es vielleicht zweckmäßig, daß Sie während der Liberalismus schwieg. Und als Rednerin als waren also ohne jede Mittel und die Vereinigung hatte zu Unter- schriftlich dem Bolizeipräsidium mitteilen, daß nach Auskunft auf Ihrer GeMitglied eines bürgerlichen Frauenvereins damals ver- stüßungen keine Fonds. Im Interesse der nichtorganisierten Ar- sandtschaft ein Paß für Sie nicht erforderlich ist, und daß Sie anfragen, ob suchen wollte, in öffentlicher Versammlung zum erstemmal beiter( 1) wurde ein Unterſtüßungsfonds nunmehr geschaffen. müssen.- Karl Wolff. 1. Nein. Rückzahlung findet aber nur statt, went Sie trotz der dadurch verursachten mußlosen Kosten einen Paß beschaffen für das öffentliche Wahlrecht einzutreten, da bedurfte es in jenem Arbeiter, welche aus diesem Fonds auf Grund der festgesetzten Be- Ihnen keine Rente gezahlt ist. 2. Für die Dauer der 26 Wochen überFrauenverein langwieriger Beratungen darüber, ob so etwas um- stimmungen( 1) jemals Anspruch zu erheben wünschen, haben sich schießenden Erwerbsunfähigkeit steht Ihnen ein Rentenanspruch zu. Die stürzlerisches überhaupt gewagt werden dürfe. Wenn sich die bei ihrem Arbeitgeber in eine Liste einzutragen. Ein Zwang für die Rentenhöhe richtet sich nach der Bahl und Art der Marken. M. B. 15. Frauenrechtlerinnen umsähen in proletarischen Versammlungen, nicht Eintragung besteht keineswegs, und liegt durchaus nicht die Absicht 1. a. 3. Leider bestehen gesetzliche Schranken nicht. 2. Arbeitsbuch ist ernur in der Großstadt, auch auf dem Lande, so würden sie überall vor, etwas gegen die Arbeiter, welche sich nicht eintragen, zu unter- forderlich. Invalidenversicherungspflicht tritt erst mit vollendetem 16. LebensMänner finden, die bereit seien, durch Wort und That für die Gleich- nehmen." jahre ein, Krankenversicherungspflicht ohne Rücksicht auf das Alter. berechtigung der Frau einzutreten. Auch die Arbeiterinnen draußen Mit der unschuldsvollsten Mine also verkündeten die Metall- waltung der direkten Steuern anzumelden. 2. Als Gewerbetreibender sind A. B. 20. 1. Ihren Gewerbebetrieb haben Sie in Berlin bei der Verseien durchaus nicht rückständig. Da gebe es nicht Frauen wie warenfabrikanten, daß nicht Eigennuk die Triebfeder ihrer Fonds- Sie berechtigt, so viel Gesellen zu beschäftigen, als Sie bezahlen können. unter denen auf dem bürgerlichen Kongreß, die da sagten: Ja, gründung war, sondern lediglich das ehrliche Mitgefühl mit den Die Meldung hierüber hat nur beim Statafter der Berufsgenossenschaft stattim„ Bunde" haben wir ja das Stimmrecht angenommen, nichtorganisierten Arbeitern die sie bei einem Streit erst auszufinden, falls Sie eine versicherungspflichtige Beschäftigung betreiben. aber wir sind noch nicht für das Frauen Stimmrecht im ganzen, sperren und dann in edler Hilfsbereitschaft unterstüßen wollen. 3. Darüber, wie Geld am besten angelegt werden kann, um möglichst viel wir sind doch höchstens für ein beschränktes, damit nicht Wirklich rührend! Die Geschichte hatte natürlich einen kleinen Binsen abzuwerfen, können wir Ihnen nur die oftmals erteilte Antwort der Pöbel zu ſehr in den Vordergrund kommt." Ueberhaupt der Haken. Die Metallarbeiter fannten ihre Pappenheimer; daher kam wiederholen: wollen Sie gut schlafen, so legen Sie Ihr Geld in sicheren Frauen- Weltbund! Eine solche Gründung sei durchaus ideologisch. es denn auch, daß trok der dreimaligen Aufforderung zur Ein- Stadt) an. Wollen Sie viel verdienen, aber auch das Risiko übernehmen, Anleihen( z. B. Anleihen des Reiches, des preußischen Staates, der Berliner Er werde vor dem Weltbund des Kapitals feinen Bestand haben; er tragung die Unternehmer mit ihrem Trick fläglich Schiffbruch litten. alles zu verlieren, so suchen Sie sich Industriepapiere oder Spekulations werde zerfallen, seine Mitglieder würden sich doch über kurz oder Nur eine lächerlich geringe Zahl unterzeichnete den Revers. Doch papiere aus, welche Sie wollen. lang den Parteigruppen zuwenden, wo sie ihre Interessen am besten was thun die Kühnemänner nicht alles im Interesse ihrer Arbeiter", Sapital genug abwirft, um gut zu essen und gut zu schlafen, giebt es nicht. Eine Anlage, die verbürgt, daß das bertreien fähen. Die Verschärfung der wirtschaftlichen Gegenfäge besonders, wenn es gilt, aus den Reihen der unorganisierten Leute 4. Haben Sie zu einem Geschäftsteilnehmer kein Butrauen, so schließen Sie werde das ihre thun. Immer mehr Frauen, auch solche denen eine eine willige Unternehmer- Schußtruppe heranzubilden, die sich ge- feinen Vertrag mit ihm. Nicht notwendig, aber zweckmäßig ist der schriftandre Zukunft bestimmt schien, würden der Erwerbsarbeit in die legentlich gegen die organisierten Arbeiter ausspielen läßt. Als liche Abschluß eines Compagnon- Vertrages und vorhergehende eingehende Arme getrieben, würden Abhängige des Kapitals. Die bürgerliche nämlich nur eine so lächerlich geringe Bahl der Unorganisierten auf Besprechung der Einzelheiten des Vertrages mit einem Rechtskundigen. Frauenbewegung müsse scheitern an der Grenze, die der Kapitalismus den Köder biß, da verfuhren die Fabrikanten R. M. 82. 1. Das kann der Standesbeamte gestatten. 2. Geobwohl sie öffentlich fängnis-, auch Zuchthausstrafe kann aus dem Verschweigen folgen, weil das ihr gegenüber aufrichten werde. Gegen den Weltbund des beteuert hatten:„ Ein Zwang für die Eintragung besteht keines- Berschweigen als intellektuelle Urkundenfälschung aufgefaßt werden kann. Kapitals gebe es nur den Weltbund der Arbeiter und Arbeiterinnen, wegs!" in der skrupellosesten Weise nach dem Grundsatz von 3. Geburtsurkunden, Militärpapiere des Mannes und mit Rechtskraftsattest die Begriffe im weitesten Sinne genommen. Immerhin Zuckerbrot und Peitsche. Alle Mittel der Ueberredungskunst und versehenes Urteil der Geschiedenen muß zweds Heirat beigebracht werden. arbeite die bürgerliche Frauenbewegung mit, wenn auch unbewußt, des bekannten„ sanften Drucks" wurden abwechselnd in Anwendung Regenthin W. R. 1. und 2. Die Altersrente hängt von Zurüdlegung am Ziele der Befreiung der Menschheit, revolutioniere und ermögliche, daß manche die hinter der ersten größern. Ja, man scheute sich nicht, die Neueinstellung von Arbeitern zeit ist für diejenigen erheblich herabgesetzt, die zur Zeit des Inkrafttretens da sie die Köpfe gebracht, um die Zahl der zukünftigen Fonds- Stipendiaten zu ver- des 70. Lebensjahres und von der Beibringung von 1200 Marken ab. Bes scheinigter Militärdienst- oder Krankheitszeit gilt als Klebezeit. Die Wartes niedergerissenen Schranke befindlichen weit größeren Schranken von der Unterzeichnung des Reverses abhängig zu machen. Arbeit der Versicherung ihres Berufs das 40. Lebensjahr vollendet hatten. Wollen erkenne und sich allmälig der Socialdemokratie nähere, ihre Ge- suchenden wurde gesagt:" Nur wer unterschreibt, fann anfangen; Sie wissen, wieviel Marten Sie geklebt haben müssen, so geben Sie an, fährtin werde, sei es als stille Mitarbeiterin im kleinen Kreise, sei iver sich weigert, wird nicht eingestellt." Doch auch diese Methode welchem Beruf Sie angehören( jeik wann?) und wann Sie geboren sind. es als Vorfämpferin der heiligen Sache der Menschheit. Zweifellos zeitigte nicht das gewünschte Resultat. Da versuchte man es mit 3. und 4. Bedürftigkeit ist Erfordernis. Richten Sie den Antrag an das werde der Samen, der in den glänzenden Räumen der Philharmonie einem neuen Köder. Es wurden die Fabrikordnungen dahin ab- Landratsamt. D. B. 284. Sie sind Mecklenburger und können auf gefäet werde, aufgehen, und wir würden es sein, die die Früchte geändert, daß es zulässig sein solle, an Stelle des kündigungslosen dem häufig beschriebenen Wege auf Ihren Antrag( zu richten an das ernten. Nach einer Zuſammenfassung der socialdemokratischen An- Arbeitsverhältnisses auch gegenseitige Abkommen mit vierwöchent- Polizeipräsidium) außerdem, Preuße werden. schauungen in den maßgebenden Fragen von Kultur und Fortschritt licher Kündigungsfrist zu treffen. Für das Kündigungsverhältnis 0 M. W. 100. Nein. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 16. Juni. Anfang 72 Uhr: Opernhaus. Robert der Teufel. Neues Opern- Theater. Die schöne Helena. Dentiches. Die Weber. Leffing. Zapfenstreich. Belle- Alliance. Der fleine Küraffier. Hierauf: Die Automaten- Alm. Anfang 8 Uhr. Berliner. Mamzelle Nitouche. Westen. Jm bunten Rock. Schiller 0.( Wallner Theater.) Ein unbeschriebenes Blatt. Schiller N.( Friedrich- Wilhelmstädt.) Das Heiratsneft. Neues. Einen Jur will er sich machen. Kleines. Märtyrer. Liebesträume 2c. Refidenz. Die 300 Tage. Central. Der Raub der Sabinerinnen. Carl Weiß. Der Weg zum Herzen. Metropol. Ein tolles Jahr. Winter- Garten. Specialitäten. Apollo. Liebesgötter. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Vaffage- Theater. Specialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr: Von der Zugspitze zum Wahmann. Invalidenstraße 57/62. Sternwarte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a- 5. Einen Jux will er sich machen. Anfang 8 Uhr. Morgen: Einen Jux will er sich machen. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: Ein unbeschriebenes Blatt. Lustspiel in 3 Aufz. v. E. v. Wolzogen. Freitagabend 8 Uhr: Ein unbeschriebenes Blatt. Sonnabendabend 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel: Der Troubadour. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: Das Heiratsnest. Freitagabend 8 Uhr: Pension Schöller. Sonnabendabend 8 Uhr: Morituri ( Teja, Fritzchen, Das Ewig- Männliche). Im Garten täglich gr. Militär- Konzert. Freie Volksbühne Die Mitglieds Karten müssen in den Zahlstellen abgegeben werden mit der Erklärung bezüglich der weiteren Mitgliedschaft. Umschreibungen aus der bisherigen Zahlstelle in eine andre können nur im Juli und August nach Begleichung von etwaigen Beitragsresten_vorgenommen werden, jedoch muss die neue Karte für 1904/5 aus der alten Zahlstelle abgeholt werden. General- Versammlung: Donnerstag, den 30. Juni 1904, in den Industrie- Festsälen, Beuthstrasse. ( SchillerFür die Morwitz- Oper Theater O.) liegen in unsern Zahlstellen I. Parkett- Billets aus ( Kassenpreis 2,50) für die Mitglieder der Freien Volksbühne ermässigt auf 1,60 M. inkl. Garderobe. Rechtzeitige Vorbestellung in den Zahlstellen ist zu empfehlen. Secessions- Karten a 25 Pfennig vom 20. Juni ab in den Zahlstellen von G. Schulz, Admiralstrasse 40 a( SO.); Beyer, Veteranenstr. 13( N.); P. Horsch, Gewerkschaftshaus( SO.); Vogel, Koppenstr. 83( O.) und Kumke, Bülowstr. 59( W.). Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. 229/4 Central- Theater. Central- Verband der Maurer Deutschlands. 8 Uhr: Gastspiel : Zweigverein Berlin. 765 Edith Helena, Bravour- Sängerin. Clément Lion, Zauberkünstler. Mason u. Forbes, amerik. Excentrics Lydia Dobranow, Feuertänzerin. Professor Maboul, kom. Jongleur. Perzinas dressierte Affen. Gebrüder Schwarz, Parodisten. Will Mora, Reckkünstler. Heloise Titcomb, Sängerin. Die 4 Milans, Kraftnummer. Neiss- Familie, akrobatischer Akt. Pas de deux", Cavini und Härtel. Lebende Photographien vom Kriegsschauplatz. 37 Schweizer- Garten Am Königsthor. Am Friedrichshain. Täglich: Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Voltsbeluftigungen. Im Saale: BALL. Zum Schluß: Blusen, Kleiderröcke, Unterröcke, hervorragend schön und billig. 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Die Gruppe der Cementierer feiert am Sonnabend, den 18. Juni, im Rofal ,, Marienbad", Badstr. 36, ihr erstes Stiftungsfest wozu die Mitglieder und Kollegen der ganzen Sektion freundlichst eingeladen werden. Das Komitee. 144/5 Max Kliem's Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater- u. Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 Hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Grosser Ball. Urania. Bernhard Rose- Theater Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Von der Zugspitze zum Watzmann. 8-9 Uhr: Die Attraktionen des Sternwarte Invalidenphänomenalen Juni- Programms. Hierauf: Liebesgötter. Im zweiten Bild: Götterzug and die Sensations- Apotheose: Im Tempel der Glückseligkeit. Metropol- Theater Der grösste Erfolg dieses Jahres: Ein tolles Jahr. Gr. dramatisch- satirische Revue in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Victor Hollaender. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurterstr. 132. Der Weg zum Herzen. Schauspiel in einem Vorsp. u. 6 Bildern. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Im Garten: Neues Programm. Theater u. Specialitäten- Vorstellung. Anf. 5 Uhr. Sonnabend: Sommers nachtsfeft. W. Noacks Theater Direktion: Robert Dill. str. 57/62. CASTAN'S ANOPTICUM. PA Friedrichstr. 165. Die vielbewunderten zusammengewachsenen Schwestern Rosa und Josefa: !! einzig dastehend in der Welt!! Passage- Panoptikum. Der lange Josef 16 Jahre alt, 217 cm gross. Der Leichenfund in Charlottenburg. Originalgruppe nach Aufnahmen an Ort und Stelle naturgetreu dargestellt, ohne Extra- Entree. Z OOLOCISCHER CARTEN Täglich nachmittags ab 5 Uhr: Brunnenstrasse 16. Militär- Doppel- Konzert. Heute: Grosser Premieren- Abend Zum überhaupt erstenmal: Unser Lottchen. Der Mord in der Mulacksgasse. Dazu die neu engagierten Specialit. Anfang 6 Uhr. Staffeeküche von 3 Uhr ab. Ball. Bei schlechtem Wetter: Vorstellung im Saal. Eintritt 1.M., ab 6 Uhr abends 50 Bj. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. In der Arena nur noch kurze Zeit: Raubtier- Schule. Vorstellungen: tägl. 26 u. 7 Uhr. Eintritt 30 Pf., Kinder d. Hälfte. Fröbels Allerlei- Theater Passage- Theater. fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Heute: Konzert, Theater u. Specialitäten. 15 neue Nummern. Elternlos. Gr. Extra- Tanz. Tanzlehrer Hoppe. Bei ungünstigem Wetter im Saal. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 f. Anf. Sonntags 3, Wochentags 5 Uhr, Anfang der Abendvorstellung 8 Uhr. Alfred Bender Original- Humorist. 14 erstklassige Nummern. Gesundbrunnen. Badstr. 58. Heute: 8um 25. Male: abenden Reichshallen Stettiner Sänger. Neu! Pieffe bei Bater Philipp. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Gossmanns Konzert- Garten SW., Kreuzbergstr. 48. Jeden Freitag: Harburger Sänger. Anfang 8 Uhr. Entree 20 Pf. 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Gesetzlich geschuld 10,9 erhältlich in den Colonial waren- Drogen etc. Handlungen Glasweise à 10 in den Restaurationen. Adresse nur für Wiederverkäufer: Apotheker A. Wurm, SO. Michaelkirchstr. 20. Amt 4 Telephon 2745. 5381L Verantwo. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantwo.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. um Nr. 139. 21. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Jouerstag, 16. Juni 1904. Erster ordentlicher Genossenschaftstag des Centralverbandes deutscher Konsumvereine. Hamburg, den 14. Juni 1904. Zweiter Berhandlungstag. Der Vorsitzende ersucht, solche Sachen fünftig rechtzeitig dem Vorstande zu unterbreiten. Darauf referiert der Verbandssekretär Kaufmann über Kollektive Arbeitsverträge mit den in den Genossenschaften des Centralverbandes beschäftigten Personen. Diverse Drte an den Genossen Gustav Fellwod in Eberswalde, Eisenbahnstraße 67; Lokales. " Berlin an den Genossen Wilhelm Hinz, S. 14, Brinzenstraße 66. die Die Lokalkommissions- Mitglieder wollen Aenderungen und Neu- Aufnahmen für obige Liste Die Frage werde brennender, je mehr zur Eigenproduktion über umgehend mitteilen, da spätere Einsendungen feine gegangen werde. Das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeit Berücksichtigung mehr finden können. Die Sigung wird eingeleitet durch ein Referat von Dr. Reinnehmer sei bei den Konsumvereinen insofern ein glücklicheres, als es Vielfach kommt es vor, daß Zuschriften in ,, Lokalangelegenheiten" hold Riehn über„ Die Besteuerung der Konsumvereine". In den fich in beiden Fällen um Arbeiter handle. Das konsumgenossen- an die Redaktion oder Expedition des Vorwärts" gesandt werden; sechziger und siebziger Jahren seien die Konsumvereine steuerfrei ge- fchaftliche Arbeitsverhältnis werde um so günstiger sein, je mehr durch zur schnellen Erledigung derselben ersuchen wir die Genossen, alle wesen, weil man in ihnen keine Erwerbsveranstaltungen zur Er- vernünftige, geregelte Arbeitsverträge die Reibungsflächen beseitigt Anfragen und Zusendungen mur an den Genossen Wilhelm Hinz, zielung von Gewinnen für die Mitglieder erblickte. Das änderte würden. Solche Verträge einheitlich zu schaffen darüber fämen Berlin S. 14, Prinzenftr. 66, zu richten und nicht an den Vorfich bald auf Drängen der Kaufleute. In Preußen tam die die Genossenschaften nicht hinweg, sollten ihnen nicht große Nachteile wärts". Epoche des sogenannten„ offenen Ladens", in Süddeutschland erwachsen. Die verschiedenen Arbeiterkategorien müßten völlig gleichtrat direkte Besteuerung ein.„ Steuerfreiheit" sei ein fei ein ver- mäßig behandelt werden. Es sei dahin zu wirken, daß die Arbeiter Die Parteiblätter der oben genannten Kreise wirrendes Wort; man habe auch für die Konsumvereine Unter- mit Lust und Liebe schaffen. Wirtschaftlich vorteilhaft seien hohe werden um Abdruck ersucht. werfung unter die allgemeinen Steuergefeße zu verlangen und auf Löhne, niedrige Arbeitszeit. Die Gewerkschaften hätten die VerDie Lokalkommission. deren geseglicher Anwendung zu bestehen. Die Frage sei so zu pflichtung, auf die Konkurrenzfähigkeit der Genossenschaften Rücksicht stellen: Erzielen die Konsumvereine einen zu versteuernden Gewinn zu nehmen und zur Beseitigung der Schmuskonkurrenz beizutragen. Erster Wahlkreis, Hansaviertel. Sonntag, den 19. Juni: im selben Sinne, wie der erwerbthätige Kaufmann? Diese Frage Sie dürften also nicht einseitig unverhältnismäßige Anforderungen Familien- Ausflug nach dem Grunewald. Abführt früh sei früher mit Recht mit„ Nein" beantwortet worden; denn bei dem an die Genossenschaften stellen.( Sehr richtig!) 81 Uhr vom Bahnhof Bellevue, für Nachzügler nachmittags 3 Uhr, Kaufmann handle es sich um die Schaffung eines Einkommens, bei Döhnelt( Lagerhalter- Verband) verteidigt seine Organisation Schildhorn, Restaurant Riezhaupt. Um rege Beteiligung ersucht den Mitgliedern des Konsumvereins unt eine Verminderung der gegen Vorwürfe des Vorredners und betont, daß dieselbe stets Der Vorstand. Ausgaben aus ihrem vorhandenen Einkommen. Troßdem müßten bereit sei zu friedlicher Lösung aller strittigen Fragen. Er bitte, die die Konsumvereine außerordentlich hohe Steuern bezahlen, die Resolution des Vorstandes des Centralverbandes anzunehmen. Diese abend bei Kleesen statt. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag Hohen- Neuendorf und Stolpe. Der Diskutierabend findet Sonn638 an den Verband berichtenden Vereine hätten 1 200 000 m. lautet: des Genossen Maspfuhl. Steuern im letzten Jahre entrichten müssen. Einzelne Vereine be=" Der Genossenschaftstag wolle über die Schlichtung von zahlten riesige Summen. Sachsen, Braunschweig, Preußen und Differenzen zwischen Genossenschaften und Lagerhaltern bezw. Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg. Die für Sonntag bei andre Staaten setzten sich über die innerliche Berechtigung jeder Lagerhalterinnen beschließen: Entstehen über Gehaltsfragen, Dbft- Schöneberg angesezte Uebungsstunde der Sänger fällt aus. Steuer hinweg, sobald es sich um die sogenannte Rettung des Mantos, Entschädigungen jeder Art, Arbeitszeit, Ferien, Einstellung Wir bitten die Sänger jedoch, vollzählig in der BundesMittelstandes handle. Lange Zeit habe man den Arbeitern die oder Entlassung von Arbeitskräften oder aus andren Gründen Uebungsstunde( Friedrichshain) zu erscheinen, woselbst nach der heutige Gesellschaftsordnung empfohlen mit dem Hinweise, sie könnten zwischen einer Genossenschaft und dem bezw. den bei ihr beschäftigten Uebungsstunde eine kleine Besprechung eventuell Brobe stattfindet. sich durch die Konsumvereine emporarbeiten; heute verschütte man Lagerhaltern oder Lagerhalterinnen Differenzen, welche nicht durch Das Kreis- Volksfest- Komitee. ihnen diesen Weg durch Umsatzsteuern. Das heiße, eben wirksam Verhandlungen der Beteiligten beizulegen find, so soll sich ein gewordene Hoffnungen auf friedliche Ueberwindung vorhandener Miß- Schiedsgericht aus je zwei von der Genossenschaft und den Lager- abend 81% Uhr bei Schellhafe vom Genossen Grunwald fortSteglit- Friedenau. Der Programm Eytlus wird Freitagstände vernichten und an ihre Stelle die Gewaltthat der Verzweiflung Haltern beziv. Lagerhalterinnen ernannten Vertretern und einem zu setzen. Ganz ohne Schuld feien übrigens die Vereine an der Vertreter des örtlichen Gewerkschaftskartells als unparteiischen Vor- gefegt. Es wird um rege Agitation erfucht. widrigen Entwicklung der Steuerverhältnisse nicht, weil sie ständig von fizenden bilden, welches die Streitfragen zu schlichten, eventuell „ Gewinn" sprächen, während es sich bei der sogenannten„ Dividende" einen Schiedsspruch zu fällen hat. Dem Verbande der Lagerhalter eine nicht steuerpflichtige Rüdvergütung handle. Sei und Lagerhalterinnen Deutschlands sowie den genossenschaftlichen doch auch der Rabatt, den Kaufleute gewähren, steuerfrei. Hier müsse Revisionsverbänden steht es, jedem Teile für sich und ohne ein gleichWandel eintreten. Auch scheine möglich, daß das Ober- Verwaltungs- artiges Vorgehen des andren Teiles vorauszuseßen, frei, bezirksweise Eine Reform des Berliner Krankentransportwesens wird wieder gericht den Begriff des" offenen Ladens" wieder preisgeben werde. feste Schiedsrichter zu wählen. In Orten, in denen ein Gewerkschaftskartell einmal in Aussicht gestellt. Der Verband für erste Silfe". Einen beachtenswerten Hinweis habe diesbezüglich der Senats- nicht besteht, wählen die von beiden Seiten gewählten vier Schieds- der aus einer Verschmelzung der Sanitätswachen, der Unfallpräsident des Ober- Verwaltungsgerichts, Fuisting, gegeben, daß das richter gemeinschaftlich den unparteiischen Vorsitzenden. Mitglieder stationen und der Rettungswachen hervorgegangen ist, will an einfache Aufstellen einer übrigens ganz praktischen Schranke der beteiligten Verwaltungen der Lagerhalter bezw. Lagerhalterinnen diesem schwierigen Stück Arbeit seine Kraft versuchen. Eine Sachim Laden genüge, um den Anforderungen der Rechtsprechung nach der beteiligten Genossenschaft dürfen nicht Mitglied des Schiedszukommen. Weiter müsse eine Steuerkommission zur Ueberwachung gerichts sein. Jede Partei hat das Recht, eine Person mit be- berständigen- Kommission wird nächstens zusammentreten, um die der Steuerangelegenheiten der Konsumvereine eingesetzt werden, ratender Stimme zu den Verhandlungen zu entsenden, und zwar Angelegenheit zu beraten. damit nicht, wie bisher, Vereine aus Unkenntnis große Steuer- bis zur Fällung des Urteils. Das Urteil ist sofort schriftlich Auch ein Mitglied des Magistrats gehört dieser Kommission fummen zum Schaden ihrer Mitglieder entrichten.( Lebhafter niederzulegen und zu unterzeichnen und später schriftlich den Bes an, der Stadtrat Kalisch derselbe, der vor etlichen Jahren, als Besan, Beifall.) teiligten zuzustellen. Die Kosten trägt der unterliegende Teil. er noch Stadtverordneter war, sein Verständnis für Fragen der Eine Anzahl Thesen im Sinne des Referats, von Dr. Reiche Weigert sich dieser, die Kosten zu bezahlen, so ist an seine Stelle öffentlichen Gesundheitspflege dadurch bekundete, daß er in der und Dr. Staudinger aufgestellt, werden dem Vorstande über seine Verbandsorganisation( Revisionsverband bezw. Lagerhalter- Stadtverordneten Versammlung erklärte, eine Ueberfüllung der wiesen. verband) zur Tragung der Kosten verpflichtet. Erkennt das Schieds- städtischen Krankenhäuser gebe es nicht, die behauptete Ueberfüllung gericht nur einen Teil der Klägerischen Forderungen als berechtigt fei ein Märchen". Ob dieser Märchen"-Kalisch sich zu seinem ,, Die Organisation des genossenschaftlichen Wareneinkaufs" an, so sind die Kosten zu gleichen Teilen zu tragen. Genossenreferierte Heinr. 2orenz. Für die Bestrebungen komme in erster fchaften, welche nicht dem Centralverband angehören, fowie Lager- Privatvergnügen oder als offizieller Vertreter des Magistrats an Linie die auf billigen Warenbezug angewiesene breite Maffe des halter und Lagerhalterinnen, welche nicht dem Verbande der Lager- den Beratungen der erwähnten Kommiffion beteiligen will, das ist Bolles in Frage. Es sei dahin zu wirken, daß jedes einzelne Mit- halter und Lagerhalterinnen Deutschlands angehören, haben bei Ein- uns im Augenblick nicht bekannt. Wir sind aber geneigt, eher das glied diese Organisation nach Kräften unterstüße, d. H. seinen ganzen berufung des Schiedsgerichts die voraussichtlichen Kosten vorher zu erstere anzunehmen. Der Magistrat steht ja der Frage, wie das Bedarf unbekümmert um andre Beziehungen dort decke. Ein hinterlegen. Der nach Einberufung gefällte Schiedsspruch ist für Berliner Krankentransportwesen zu organisieren ist, leider unthätig bedeutender Fortschritt beide Teile bindend. Einer Berufung hiergegen kann nur stattseien die Einkaufsvereinigungen. Der gemeinsame Bezug der Waren erweise sich als ein wesent- gegeben werden, wenn andres zur weiteren Beurteilung maßgebendes gegenüber, und er weiß in seiner Gleichgültigkeit fich einig mit der licher Vorteil. Seine Vollendung erreichte er in der Groß- Thatsachenmaterial herbeigeschafft ist. Auch ist das Schiedsgericht freisinnigen Mehrheit der Stadtverordneten- Versammlung.„ Was cintaufs Gesellschaft. Und da gelte es nun, wie der einzelne möglichst vor der Entlassung der beteiligten Angestellten aus der geht denn das die Stadt an!" denken die Herrschaften. Daß das Krankentransportwesen ebenso wie das Krankenpflegewesen eine Konsument sich zu trennen habe von alten Beziehungen, Genossenschaft einzuberufen." öffentliche Angelegenheit ist, das läßt sich in diese Köpfe nicht hineinauch die einzelnen Konsumenten Organisationen, die Konsum vereine, von solchen loszulösen und an den gemeinsamen Bezug durch hämmern. Bei der Reform, die uns der Verband für erste Hilfe" jest die Großeinkaufs- Gesellschaft zu gewöhnen. Bisher seien 305 Vereine angeschlossen mit etwa 21 Mill. Mark Umsag; außerdem waren Bebescheren will, soll unter anderm eine Verbilligung der ziehungen zu 561 Vereinen mit 42 Millionen Mark Umsatz vorhanden. Transportgebühren angestrebt werden, damit auch weniger Der Voranschlag für das laufende Jahr wird auf 19 440. bemittelte Leute für sich oder ihre Angehörigen mal einen KrankenDie Einsicht, daß der Zusammenschluß ein noch engerer werden müsse, sei in erfreulichem Wachstum begriffen. Die Bewegung start und festgefeßt. fräftig zu machen durch den allerengsten Zusammenschluß müsse das Die Festsetzung der Beiträge zu den Kosten des Vorstandes er- wagen benußen können. Es wäre sehr schön, wenn der Verband vermöchte, aber einstweilen bezweifeln wir es. Ziel vor allem der Verwaltungen sein, Konzentration des Waren- folgt in der bisherigen Höhe( 10 M. für kleine Vereine bis zu wir fürchten, daß nach wie vor ein Transport im Krantenwagen bezuges müsse die Parole sein, das sei auch die Vorbedingung der Höchstbetrag von 100 M. für große Vereine). Eigenproduktion. Als Borstandsmitglied wird einstimmig Schmidtchen ein„ Zugus" bleiben wird, den ein wenig Bemittelter nicht bezahlen Hammerbacher Erlangen empfiehlt Ausschaltung Magdeburg wiedergewählt. tann. Gerade im Hinblick hierauf muß man wünschen, daß das derjenigen Betriebe als Lieferanten, die sich Die aus dem Ausschuß turnusmäßig ausscheidenden Herren Krankentransportwesen verstadtlicht wird. Die Aufgabe, jedem im durch miserable 2ohn- und Arbeitsverhältnisse bon Elm, Professor Dr. Staudinger Darmstadt und Bedarfsfalle die Benutzung eines Krantenwagens zu ermöglichen, auszeichnen. Das werde das Interesse der großen Arbeiterfreise Bobbig Schedwig werden einstimmig wiedergewählt. für die Genossenschaften beleben. Das gelte auch von der Bucht seiner Schlußrede dankt der Vorsitzende den Delegierten für die Auf sie von dieser aus Mangel an Geldmitteln niemals voll gelöst Damit find die Arbeiten des Genossenschaftstages erledigt. In darf schon deshalb nicht der Privatthätigkeit fiberlaffen bleiben, weil merksamkeit während der Verhandlungen, die für die deutschen werden kann. Das kann nur die Kommune leisten, und das tann tonfumvereine segenbringend sein werden. Ferner stattet er ben nur ihr zugemutet werden. Die Kommune hat auch die Pflicht, diese Leistung auf sich Hamburger und Harburger Freunden den Dank ab für den angenehmen Aufenthalt in Hamburg und giebt der Hoffnung Ausdruck, zu nehmen. Es handelt sich ja hier nicht um eine Wohlthat", die daß bis zum nächsten Genossenschaftstage in Stutt- dem Stranten erwiesen werden soll, sondern um eine hygienische gart die Konsumvereinsbewegung immer tiefere Wurzeln schlagen Maßreget, die im Interesse der öffentlichen Gemöge. Mit einem Hoch auf die Genossenschaftsbetvegung und den fundheitspflege notwendig ist. Wegen der Höhe der Centralverband deutscher Konsumvereine wird der Genossenschaftstag Krantenwagen- Gebühr wird so mancher Krante, der an ansteckender geschlossen. Ueber V Hausarbeit.( Bravo!) Lorenz( Schlußwort): Die Ausschaltung der geschilderten Lieferanten fei gewiß ein sehr erstrebenswertes Biel, aber sie sei außerordentlich schwer durchzuführen. Selbstverständlich sei es Pflicht, die Lieferanten daraufhin anzusehen, wie sie zu ihren Arbeitern sich stellen. Hungerlöhne und übermäßige Arbeitszeit zu erhalten, sei nicht Ziel der Genossenschaften. Man dürfe aber die Schwierigkeiten nicht unterschätzen. Hauptfache sei die Schaffung eines wirklichen Großbezugs.( Bravo!) Eine Resolution des Schuhmacher- Verbandstages, betreffend den Bezug der Konsumbereine aus Betrieben arbeiterfeindlichsten Charatters, wird verlesen. Na de stock- Dresden empfiehlt, die darin enthaltenen Wünsche thunlichst zu erfüllen. Die Resolution wird gegen zwei Stimmen angenommen. Den Bericht des Ausschusses erstattet Amann Braunschweig, der mitteilt, daß die Bücher ze. sich in bester Drdnung befunden haben. Redner beantragt, dem Vorstande Decharge zu erteilen. Der Antrag wird einstimmig angenommen. " 0 Im Anschluß an obige Sigung fand eine aweite Sonder- Krankheit leidet, nicht mit einem Krantenwagen, sondern mit Droschke, bersammlung derjenigen Konsumvereine statt, die Bäcker be- Straßenbahn usw. in eine Anstalt gebracht. In der Stadtverordnetenschäftigen. Nach längeren Berhandlungen über den von der Bäcker- Versammlung ist schon vor einem Jahre von einem Redner der organisation vorgelegten Lohntarif- Entwurf gelangt folgender Antrag Socialdemokratie darauf hingewiesen worden, daß das eine große Die tonfumgenossenschaftliche Eigenproduktion Kretschmers zur Annahme: Gefahr für die gesamte Bevölkerung bedeutet. Doch-" was geht behandelt Barth- München. Er schildert den Mißerfolg der Die Versammlung der Vertreter von Genossenschaften empfiehlt das die Stadt an!" denkt der Magistrat. Mehrzahl der englischen Produktivgenossenschaften, der auf den" Genossenschaften die Einführung des vorliegenden Tarifs. Mangel an Absatz und Disciplin beruhte. Schulze- Delitzsch habe Etwaige durch örtliche Verhältnisse bedingte Aenderungen zu er das Princip der Selbsthilfe aufgestellt, in Lassalle aber einen lebigen ist Sache der Genossenschaften unter Hinzuziehung des Verscharfen Gegner gefunden; dadurch sei die Arbeiterschaft leider bandes der Bäcker." Lange von der Genossenschaftsarbeit ferngehalten worden. Langsam Auch über den Tarifentwurf der Handels-, Transport- und nur sei die Bewegung vorwärts gekommen. Auch in Deutschland Verkehrsarbeiter und Arbeiterinnen wird verhandelt und gegen den seien die allermeisten Produktivgenossenschaften täglich zu Grunde Widerspruch Schumanns, des Vertreters des Transportarbeiter gegangen aus denselben Ursachen, die in England maßgebend waren. Verbandes, ein Antrag Johannes- Leipzig angenommen, der die Erst durch die Eigenproduktion der Konsumbereine sei die Bewegung Regelung des Tarifs auf Grundlage des zur Annahme gelangten in die richtigen Bahnen geleitet worden, wie die kolossale Entwickelung Bädertarifs empfiehlt. Ein so ausgearbeiteter Tarif soll dem nächsten in England, welche vorbildlich sei, zur Evidenz beweise. Das ziel Genossenschaftstag vorgelegt werden. bewußte Zusammenwirken der Vereine sei die Vorbedingung. Diesel- München verweist auf eine dem Verbandstage unterbreitete Broschüre, deren Inhalt er furz resumiert. Er ist der AnV Die Gewährung unentgeltlicher Lehrmittel an bedürftige Schulfinder hat fürzlich wieder eine Versammlung der Schultommissions Vorsteher beschäftigt. Bücher dürfen nur auf Antrag bewilligt werden, die Lehrer aber sehen fich zuweilen über diese Bestimmung hinweg, wohl deshalb, weil ihnen das Bewilligungsberfahren zu umständlich und zu zeitraubend erscheint. Die Schulkommissions- Vorsteher wollen sich das nun nicht gefallen lassen. Sie haben in ihrer letzten Versammlung beschlossen, die Schuldeputation zu ersuchen, daß sie den Rektoren und Lehrern die gefeßlichen Be stimmungen in Erinnerung bringt. Die Schulfommissionen legen aus mehreren Gründen Wert darauf, daß das bisherige Verfahren nicht etwa hinten herum geändert wird. Sie haben ihre Freude an den bureaukratischen Formen und wollen sich von den ihnen nach Schema F zustehenden Rechten nichts nehmen lassen. Außerdem aber gegen ein Uebermaß von Bewilligungen, durch das nur die„ Begehrlichkeit" aufgestachelt würde. Im Vertrauen gesagt: auch wir find zufrieden, daß die Schulkommissions- Borsteher so eigensinnig auf ihrem Schein bestehen. Je bureaukratischer nämlich das Bewilligungsverfahren gehandhabt wird, desto greller muß seine Unhaltbarkeit hervortreten, und desto eher ist zu erwarten, daß es Vielleicht bringen die Uebertreibungen eines starren Bureaukratizmus trop der Schulkommissions- Vorsteher doch mal geändert wird. schließlich sogar zu Wege, was durch keine Bernunftgründe bisher zu erreichen gewesen ist: die allgemeine unentgeltliche Ges währung der Lehrmittel. ficht, daß bie erforderlichen Stapitalten unter folgenden Voraus Berliner Partei- Angelegenheiten. ebliden fie in der Wahrung dieser Nechte und Formen ein Bollivert Zur Lokal- Lifte. Parteigenoffen von Berlin, Teltow- Beeskow, Nieder- Barnim und Potsdam- Osthavelland. fegungen beschafft werden können: 1. Die allerkleinsten Beträge müssen sich daran beteiligen fönnen, und zwar ohne Umstände und Formalitäten. 2. Es muß den Geldgebern möglich sein, die dargeliehenen Beträge im Notfalle ohne viele Umstände wieder einlösen zu können. 3. Das geliehene Geld sowohl als deffen Zinsen müssen unbedingt und unter allen Umständen sichergestellt sein. Am Sonntag, den 3. Juli 1904, erscheint die nächste LokalFrau Steinbach- Hamburg meint, es fomme nicht allein auf Lifte. Wir ersuchen daher die Mitglieder der Lokalfommission von die Konsumenten, sondern vor allem auf die Konsumentinnen an. Es müsse ein rascheres Tempo in der Errichtung eigner Fabriten eingeschlagen werden, und da sei es vor allem nötig, vorher die Frau für bie Idee zu gewinnen durch eine recht eifrige Agitation. Es würden auch die unliebsamen Erfahrungen nicht ausbleiben, die der Unternehmer"-Beruf der Vereine später mit sich bringen werde. 4 Müde Berlin erinnert an die Wünsche, welche die Schneider an die Konsumvereine zu richten haben und die dahin gehen, daß Betriebswerkstätten errichtet werden sollen. Er bitte, das Cirkular nicht in den Papierkorb zu werfen.( Schluß- Nufe.) obigen Kreisen, die Neu- Aufnahmen und die genauen Aenderungen bis spätestens Donnerstag, den 23. Juni 1904, einsenden zu wollen und zwar für: Teltow- Beeskow an den Genossen Hermann Schliebig in Brit, Jahnstraße 2; Nieder- Barnim an den Genossen Robert Ried in Rummelsburg, Kantstraße 22, parterre. Potsdam- Ofthavelland an den Genossen Albert Neue in Spandan, Jagowstraße 9; stimmte in ihrer letzten Sigurim Antrage der Direttion betreffend Die städtische Deputa für das Straßenreinigungswesen die Aufnahme mehrerer neu angelegter Straßen in den Arbeitsplan zu. Die auf dem Müllabladeplatz Müllerstraße abkömmlich ge= wordene Wage geht durch Kauf in den Besiz der Irrenanstalt Wuhl= = Garten über. Gin seit drei Jahren wegen Strankheit aus dem Be- eine fleine Gastwirtschaft beherbergte. Auch diese lehte Erinnerung holen wollte, war er nicht zu Hause. Am nächsten morgen holte er trieb geschiedener Arbeiter wird dem ärztlichen Gutachten entsprechend an das Wasserwerk Stralau, das in den Jahren 1853-1856 durch Frau und Kind, die von der Reise zurückgekehrt waren, vom Bahnfür dauernd eriverbsunfähig anerkannt, womit die geregelte dauernde Privatunternehmer aus England angelegt, im Jahre 1873 durch die hof ab. Mittags kam der Kriminalbeamte wieder. Sobald er eins Unterstützung des Betroffenen Platz greift. Versuche mit Oel Stadt Berlin erworben wurde und noch bis zum Jahre 1893 im Be- trat, wußte Henze, was ihm bevorstand, ging in die Kammer und sprengung zur Verminderung der Staubentwicklung sollen trotz trieb war, ist nun beseitigt worden. schoß sich eine Revolverkugel in den Kopf. Schwerverwundet wurde des bisher erzielten negativen Resultates fortgesetzt und damit in Verbindung eine Untersuchung des Berliner Staubes auf seine nachmittag 3 Uhr Arme und Kopf des Kindes am Hafen gebracht. Zur Ermordung der Lucie Berlin ist zu berichten, daß gestern er als Polizeigefangener mit einem Krantenwagen nach der Charité chemische Zusammenfeßung und seinen Mikrobengehalt vorgenommen Plößensee, an der Ladestelle 92, aufgefunden worden sind. werden. Einstimmig faßte die Deputation den Beschluß, vorbehaltlich Der eine Arm war nackt, der andre mit einem roten Aermel be- bandes der Zimmerleute zum Opfer fiel, ereignete sich Mittwoch Ein schweres Bauunglück, dem ein braves Mitglied des Ver der Zustimmung des Magistrats, in den Vertrag für die Subkleidet; mittenten bezüglich der Bespannung und Unterhaltung der Spreng- einer Schnur zusammengebunden. Die Teile sind mit roher Gewalt Mommsenstraße in Charlottenburg errichteten Neubau. As dort die Ober- und Unterarm eines jeden Armes waren mit mittag furz nach 1 Uhr auf dem in der Wielandstraße, Ecke der wagen für die periode vom 1. April 1905 bis 1. April 1908 die und ungeschickt abgetrennt worden; es scheint, daß bei der entsetz- Bimmerleute in der vierten Etage mit dem Auffahren von Dachs Lohnklausel aufzunehmen. Den Wagenführern soll von dem oder lichen Arbeit ein stumpfes Instrument benutzt worden ist. Der balken beschäftigt waren, hatte auch der 28 Jahre alte Zimmerer den Unternehmern ein Tagelohn von mindestens 3 M. pro Tag ge- Gesichtsausdruck des Kopfes ist ruhig und giebt von den Qualen, Emil Schulz auf der Vorderfront mit einem Kameraden einen auf zahlt werden. Bisher war und ist zur Zeit der Tagelohn der Wagen die das Kind ausgestanden haben muß, keine Kunde. Bei dem Kopf dem Mauerwerk liegenden Balken um ein Stück von der Mittelwand führer geringer. Für das erweiterte Arbeitsgebiet der Straßenreinigung ist eine Vermehrung der Sprengwagen und Kehrmaschinen fand man Zeitungspapier, in das er wahrscheinlich eingehüllt war. nach vorn zu schieben. Hierbei glitten Schulz die Hände von dem erforderlich. Demnächst gelangen 20 Sprengwagen und 9 Kehr- haft gebracht worden. Er beteuert nach wie vor seine Unschuld. und rücklings stürzte er in die zweite Etage hinab. Der Unglückliche Der festgenommene Lenz ist nach Moabit in Untersuchungs- mit Karbolineum getränkten und daher sehr glatten Balkenkopf ab, maschinen zur öffentlichen Ausschreibung. Im übrigen werden die Arbeiten zur Aufklärung immer schwieriger. erlitt beim Aufschlagen einen Schädelbruch und war sofort tot. Der Ausschuß über die Vorlagen betreffend die speciellen Ent- Die eingehende Nachprüfung aller Angaben stößt manche, die ganz Seine Leiche wurde dem Schauhause zugeführt. Schulz hatte sich würfe zu Gebäuden bei dem Virchow Krankenhause und bestimmt zu sein schien, zuletzt doch noch um. Der Mord bildet in erst Pfingsten verheiratet und wohnte Stinemünderstr. 68. Sein zu einem Verwahrungshause nebst Pflegerhaus der Gegend der Ackerstraße so sehr das Tagesgespräch, daß alles Tod wird von allen, die sein uneigennütziges Wirken im Zimmererbeider dritten rrenanstalt in Buch trat am Mittwoch andre dagegen zurücktritt. Auch die Kinder hören fast den ganzen verbande kannten, tief betrauert werden. zu einer Beratung zusammen. Von der socialdemokratischen Fraktion Tag nur von dem Morde sprechen. Sie bilden sich schließlich ein, gehören diesem Ausschusse die Genossen Dr. Bernstein, Dr. Weyl manches gesehen zu haben, und machen danach ihre Aussagen, wenn und Glocke an. Die Gebäude bei dem Virchow- Krankenhause wurden man aber der Sache auf den Grund geht, dann zeigt sich, daß ohne wesentliche Aenderungen genehmigt. Eine lebhafte Erörterung immer nur eins dem andern nachgesprochen hat. entspann sich jedoch bei der Beratung über das Verwahrungshaus, andeuteten, geraten namentlich die Zeitangaben immer mehr ins Wie wir schon das zur Aufnahme geisteskranker Verbrecher dienen soll. Einige Wanken. Es wird immer wahrscheinlicher, daß Lucie Berlin schon Herren der bürgerlichen Parteien hatten kein Verständnis dafür, vor dem Erscheinen des Drehorgelspielers, bereits gleich nach dem daß Jrre, die sich Gesezesverlegungen haben zu Schulden kommen Mittagessen, verschwunden ist. Hiernach hätte sie den Hof nicht laffen, nicht in Gefängnisse oder Zuchthäuser gehörten. Wir sollten erst um 1½, sondern schon um 12 Uhr verlassen. Alles verschiebt uns wieder einmal in einem hygienischen und socialen Taumel be- sich damit im eine Stunde. Es ist auch nicht unwahr wegen. Die Genossen Dr. Bernstein und Dr. Wehl führten dent- scheinlich, daß die beiden so viel gesuchten und noch immer nicht zum gegenüber unter Hinweis auf die Kriminal- Anthropologie Lombrosos Vorschein gekommenen kleinen Mädchen lediglich in der Phantasie und die socialen Bestrebungen moderner Strafrechtslehrer, wie Liszt, der aufgeregten Kinder und andrer Zeugen bestehen. Die Angaben Auch eine Reliquie. Die Uhr des Raubmörders Joseph Gönczh aus, wie dringend notwendig die Beobachtung einer großen Zahl des verhafteten Lenz sind durchweg gar nicht zu kontrollieren. Seine ist bei der in der vorigen Woche abgehaltenen Versteigerung der von Verbrechern durch Jrrenärzte sei. Die Vorlage des Magistrats Kleidungsstüde wurden auf Blutflede untersucht, man fand aber von dem Kriminalgericht beschlagnahmten, nicht reklamierten Gegen wurde mit großer Mehrheit angenommen. nichts. Die Nachforschungen der Kriminalpolizei nach dem Thatort stände in der Pfandkammer in der Neuen Schönhauserstraße zum Sonntags- Rückfahrkarten nach Orten, welche der Erholung dienen hatten bisher keinen Erfolg. Nach Absuchung der Nachbarschaft der Verkauf gekommen. Gönczy hatte, wie noch erinnerlich, vor vier oder sehenswerte Naturschönheiten aufweisen, werden in diesem dem Gelände hinter der Verbindungsbahn und den Lauben in der deren Stieftochter in der Königgrägerstraße ermordet. In seinem Lübben oder Lübbenau( Spreewald), nach Dahmsdorf- Mittwoch, nachmittag, von einer großen Zahl von Kriminal- deren äußerer Deckel den vollen Namen des Mörders enthält. Die Dieses ganze Gelände wurde gestern, Besize befand sich eine wertvolle goldene Uhr mit Doppelkapsel, Eberswalde, Falkenhagen i. M., Fichtengrund, beamten noch einmal bis nach Weißensee und Tegel hin Uhr wurde zum Preise von 34 Mark an einen in Friedrichshagen Es abgesucht. sich aber auch nicht eine Spur der wohnenden Händler verkauft. scheußlichen Blutthat. wahrscheinlich, daß der Mord und die Zerstückelung der Leiche Wir halten es übrigens nicht für unter freiem Himmel vor sich gegangen sein sollte. Das ist doch in der Nähe von Berlin und namentlich in der jezigen Jahreszeit, wo Tag und Nacht Leute draußen sind, zu gefährlich. Der Mörder hätte dann auch den Rumpf eine gewaltige Strecke bis zur Spree zu schleppen gehabt. Daß die Kriminalpolizei aber auch nach dieser Nichtung jedem Fingerzeige nachgeht, ist selbstverständlich. Nach wie vor nimmt sie auch, ebenso jedes Revier, jede sachdienliche Mitteilung aus dem Publikum entgegen. Müncheberg, nach Schwedt a. D., nach Biesenthal, Chorin, Freienwalde a. D. und Nieder- Finow. Die Sonntags Rückfahrkarten haben nur einen Tag Gültigkeit; sie werden zu einfachen Personenzugs Fahrpreisen für die zweite und dritte Klaffe ausgegeben. Der Brand am Bahnhof Butlikstraße. Ein Riesenbrand wütet seit gestern mittag auf dem Eisenbahngelände westlich vom Bahnhof Butligstraße. Obgleich fast die gesamte Berliner Feuerwehr mit insgesamt 31 Rohren gegen das verheerende Element stundenlang kämpfte, vermochte sie ihm doch feinen Einhalt zu bieten. Es wurde das gesamte vierte GardeRegiment zur Brandstelle beordert, um die Feuerwehr zu unterstützen. " " " Ein altes Berliner Original, der„ musikalische Dienstmann", hat jezt im Alter von 75 Jahren seinen Beruf aufgegeben und ist in das städtische Asyl in der Fröbelstraße aufgenommen worden. Aus 1866 als einfacher Soldat mitgemacht und sich, durch widrige Ver einer adligen Familie entsprossen, hat er die Feldzüge von 1864 und hältnisse gezwungen, gegen Ende der 60er Jahre dem Dienstmannsberuf zugewandt, den er 35 Jahre hindurch vor dem Rathause, Ecke den Kreisen der Musiker bekannt und wurde von ihnen zum Tragen König und Spandauerstraße, ausgeübt hat. Er war besonders in von Instrumenten, namentlich der großen Baßgeige, benutzt, wodurch er seinen Beinamen erhalten hat. " Ostdeutschen Spritfabrik in Reinickendorf damit beschäftigt war, Einen schweren Unfall erlitt der Arbeiter Tietsch, der in der 12-14 Centner schwere Spritfässer vom Wagen zu laden. Hierbei stürzte er vom Wagen und schlug mit solcher Wucht auf das Pflaster, daß das Blut gleich aus Mund und Nase strömte. Im Krankenhause, wohin er geschafft wurde, starb er an den Verlegungen. Tietsch war ein thätiger Genosse in der Arbeiterbewegung. ein thätiger Genosse in der Arbeiterbewegung. " Neben dem Riesenbrande am Bahnhof Putligstraße hatte die Feuerwehr noch zwei andre große Feuer zu bewältigen. Früh gegen Den Mann von Charakterstärke, der im Staatsleben eine so der Firma„ Panzer" Aktiengesellschaft für Geldschrank- Industrie, in 3 Uhr kam in der Badstr. 59 in einem isoliert stehenden Schuppen seltene Erscheinung ist, soll man unter den Chauffeurs suchen. welchem große Posten Holzmaterialien lagerten, auf noch nicht Ein von einem Automobil überfahrener Straßenpassant hatte ermittelte Weise Feuer aus, das erst bemerkt wurde, als meterlange Auf dem Gelände lagert der Eisenbahnfistus annähernd von dem Kutscher und dem Eigentümer des Gefährtes Erfaz ge- Flammen aus dem Dache schlugen. Als die vierte Compagnie auf 150 000 eichene Eisenbahnschwellen, die zu je 100 in Haufen kreuzweise fordert. Der Kutscher hatte kein Signal gegeben. Die Civilkammer Dem Brandplage eintraf, stand schon der Schuppen in seiner ganzen Flammen aus dem Dache schlugen. Als die vierte Compagnie auf aufeinander gestapelt find. Zwischen den einzelnen Stapeln befinden hatte beide Verklagte verurteilt und das Reichsgericht hatte die Ausdehnung in Flammen. Sofort wurden mehrere Schlauchleitungen dem Brandplate eintraf, stand schon der Schuppen in seiner ganzen sich nur schmale Zwischenräume. Außerdem lagern dort größere Posten Revision zurückgewiesen. Aus den Gründen ist nach der Deutschen in Thätigkeit gefegt und energisch gegen den Brandherd vorgegangen. Telegraphenstangen. Das Fener war nun etwa aus der Mitte des Juristen- Zeitung" folgendes hervorzuheben: Bei der großen Gefahr, Trotzdem brannte der Schuppen total nieder und ist der entstandene Lagerplages, vielleicht aus Funken der Lokomotive, ausgekommen und die dem Berkehr durch Automobile droht, der offenkundigen Neigung Schaden daher erheblich. Eine Betriebsstörung findet aber nicht hatte einen Stapel entzündet. Als Brandmeister Hammer mit vieler Führer, sich über die bestehenden polizeilichen Vorschriften dem Löschzug aus der Turmstraße zuerst auf der Brandstelle ein- hinwegzusetzen und die Sicherheit des Publikums niedriger zu stellen statt, da die Hauptfabrikräume vom Feuer nicht betroffen sind. traf, erkannte er die Größe der Gefahr und gab sofort die Meldung als die Schnelligkeit ihrer Fuhrwerke, bei ihrer natürlichen Lust, Ein gewaltiger Dachstuhlbrand fam gestern nachmittag bald nach Großfeuer". Die mit Teeröl getränkten Bahnschwellen die Kraft eines solchen Gefährtes auch spielen zu lassen, sind an die 2 Uhr in der Stegliterftr. 3 zum Ausbruch. Er entstand anf dem Boden brannten bei der vorhandenen Trockenheit sehr leicht und verbreiteten Sorgfalt in der Auswahl der Wagenführer ganz besonders strenge des Quergebäudes auf bisher nicht ermittelte Weise und mußte lange eine enorme Hize. Ein leichter Wind begünstigte die Verbreitung Anforderungen zu stellen; außer technischer Geschicklichkeit und Be Zeit geschwelt haben, denn als er zuerst von Hausbewohnern von des Feuers, so daß gar bald Dugende solcher Stapel lichterloh tanntschaft mit den Polizeivorschriften kommen auch moralische einem hinter dem Quergebäude belegenen Garten aus bemerkt wurde, brannten. Numehr wurde die Hize geradezu unerträglich, Eigenschaften: Besonnenheit, Charakterstärke und schlugen die Flammen schon aus verschiedenen Stellen aus dem und, obgleich die Feuerwehr an Hitze gewöhnt ist, war es Bewußtsein der Verantwortlichkeit, die der Wagen- Dachgeschoß heraus. In wenigen Minuten war nun der Hof in ihr doch diesmal nicht möglich, nahe an die Flammen heran- führer im Hinblick auf die Gefahren für den Verkehr dem Publikum erstickenden Qualm gehüllt. Brandmeister Mende, der auf den zukommen. Bald sandten von der Quißowstraße und vom Südufer gegenüber auf sich nimmt, nicht nur das Vermögen, sondern auch der ersten Alarm mit dem 9. Löschzuge als erster eintraf, fand schon aus nicht weniger als 31 Rohre, darunter acht große Dampf- ernste, aus der Achtung vor der öffentlichen Ordnung und vor der den gesamten Dachstuhl als ein einziges Flammenmeer vor. Er gab sprizenrohre, ungeheure Wassermassen in die Glut, ohne indes eine Persönlichkeit der Mitmenschen entspringende Wille, jede Gefährdung daher sofort die Meldung ,, Mittelfeuer", worauf weitere Wirkung zu erzielen. Es mußte auch nichts, daß die Rohrführer andrer Personen zu vermeiden, in Betracht. Wenn die Beklagten Löschzüge anrückten. In erster Linie galt es mun die starke Thüren zum Schuße vor sich halten ließen, die Hize war ein- eignes Verschulden des Klägers behaupten, weil er sich bei Ueber- start bedrohten Seitenflügel zu schützen. Auf den Dächern fach zu groß. Mehrfach mußten Feuerwehrleute hinweggetragen schreitung des Fahrdammes nicht genügend umgesehen habe, so sei dieser Gebäude postierten sich dami auch die Rohrführet werden, die vor Hize umfielen. Bei vielen machte sich, sobald sie nicht behauptet worden, daß schon in dem Augenblick, als der Kläger und schickten aus vier Schlauchleitungen, die von Dampf- und Handsich aus dem Bereich der Hitze entfernten, sofort Schüttelfrost" sich anschickte, den Straßendamm zu überschreiten, das Automobil in drucksprizen gespeist wurden, gewaltige Wassermassen in die Flammen geltend. Bum Unglüd sprang gegen 5 Uhr der Wind von Südosten Sichtweite war. Daß sich der Kläger während des Ueberschreitens Der erstidende Qualm gestattete aber nur ein langfames Vorgehen. nach Nordwesten um und nahm gleichzeitig an Stärke erheblich zu. fortwährend umsehe, sei nicht zu verlangen und würde die nötige Mehrere Feuermänner mußten infolge von Rauchvergiftung die AbNun war der Verbreitung des Elements fast nicht mehr zu steuern. Schnelligkeit des Ueberschreitens stören. Sache des Führers des löschungsarbeiten niederlegen und mit Sauerstoff behandelt werden. Da griffen die Soldaten des vierten Garde- Regiements, die vom Automobils sei es, sich durch öfteres Ertönenlassen von Warnungs- Der Dachstuhl ist total ausgebrannt, auch haben die Bewohner der Dienst herbeibeordert waren, erfolgreich ein. Es galt, dem zeichen bemerkbar zu machen und durch rechtzeitiges Verlangsamen oberen Etagen durch Waffer start gelitten. Die Aufräumung zog sich Feuer den Weg zu verlegen und zwar auf die Weise, daß einem Unfall vorzubeugen. dann bis in die Abendstunden hin. Außerdem mußten natürlich in der Windrichtung hinter den Flammen eine große Kein Klingelverbot. Auf ein Gesuch an das Polizeipräsidium in den letzten 24 Stunden noch eine ganze Reihe Kleinfeuer beseitigt Lücke geschaffen wurde. Unter Leitung des Majors v. Schach, des um den Erlaß einer Verordnung, die das Ausrufen und Ausklingeln werden. Hauptmanns v. Dresow und des Oberlieutenants v. Heller von Waren aller Art, von gewerblichen Dienstleistungen und dergl. mann mußten die Soldaten eine ganze Reihe von Stapeln aus auf den Straßen verbietet, erhielt der Hausbefizerverein„ Süden" Caftans Panoptifum hat eine beachtenswerte Auszeichnung der Feuerrichtung tragen. Auf diese Weise hoffte man den Flammen folgenden, nach verschiedenen Seiten hin bemerkenswerten Bescheid: erhalten. Von dem Institut sind zu der in St. Petersburg abschließlich die Nahrung zu entziehen. Die einmal vom Feuer er- Dem Verein erwidere ich auf die Eingabe vom 20. April 1904, daß gehaltenen Ausstellung Die Kinderwelt" auf Veranlassung der griffenen Hölzer mußte man ruhig brennen lassen. Die ganze der von mir früher geplante Erlaß einer Polizeiverordnung über preußischen Regierung mehrere plastische Gruppen geliefert, deren Stadtgegend war zeitweise vollständig in Rauch gehüllt. Gewaltige das Verbot des Ausrufens und Ausklingelns von Waren, gewerb- Motive dem Leben der Kinderwelt entnommen waren. Diesen mit Rauchwolken, die eine tiefschwarze Färbung annahmen, wenn lichen Dienstleistungen und dergleichen mehr die Zustimmung des besonderer Meisterschaft ausgeführten ceraplastischen Kunstwerken ist sie von geteerten Hölzern herrührten, mischten sich mit Wolfen von Magistrats nicht hat erlangen können, und daß ich unter diesen Um- nunmehr seitens der internationalen Jury auf der Ausstellung die helleren Farben. Dazwischen schossen Flammen in Höhe von zwei Stod ständen um so weniger Anlaß habe, auf ein derartiges Verbot, große goldene Medaille zuerkannt worden. werken empor, so daß das Ganze einen schaurig schönen Anblick das übrigens, wie ich anerkennen muß, in mehrfachen Beziehungen Der Berliner Zoologische Garten hat seine Vogelſammlung gewährte. Polizeipräsident v. Borries und Polizei- Oberst für Publikum wie Gewerbetreibende gleich lästige Folgen zu zeitigen wieder um eine ebenso seltene als interessante und eigentümliche rause waren stundenlang auf dem Brandplage. Der gesamte vermöchte zurüdzukommen, als inzwischen die Straßenaufsichts- Art vermehrt, die bisher lebend noch nicht gezeigt werden konnte. Bersonen- und Güterverkehr war eingestellt. Um den Bahnverkehr beamten diesseits angewiesen sind, streng darauf zu achten, daß das Die Huhnpitta- der wissenschaftliche Name ist grallaria nach dem Ablöschen des Feuers, oder schon früher, wenn feine Ge- Ausrufen und Ausklingeln nicht in überlauter Weise geschieht und varia-, ein brasilianischer Vogel, weicht von ihrem bekannten fahr mehr besteht, wieder aufnehmen zu können, wurden unter den nicht in Unfug oder ruheftörenden Lärm ausartet." bunten indisch- malayischen Verwandten durch ihre Größe, die aufBahnschienen an verschiedenen Stellen Vertiefungen( Gräben) gezogen, durch die dann die Schlauchleitungen gelegt wurden. Die auf die Polizei- Verordnung vom 26. März 1870, betreffend die Augen bedingte eulenartige Aussehen erheblich ab, ja, fie erinnert Zum Umzugstermin teilt das Polizeipräsidium mit: Mit Bezug fallend langen Beine und das durch die Färbung und die großen hart mitgenommenen Feuerwehrmänner wurden von dem nahen Stifte Bethesda aus fortwährend mit Kaffee versorgt, der in Eimern Umzugstermine beim Wohnungswechsel( Intelligenzblatt" Nr. 74 den Beschauer lebhaft an eine schwanzlose riesige Springmans. Das herbeigeschafft wurde. Es kann schon jetzt gesagt werden, daß ein vom Jahre 1870), wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der Tier führt die Lebensweise der andren Erddrosseln und hält sich den großer Teil der Mannschaften infolge des Brandes krant werden am 1. Juli d. J. beginnende Umzug bei kleinen, aus höchstens zwei Fag über auf dem Boden seines verglasten Flugkäfigs auf, den es wird. Seit Jahren hat Berlin keinen derartigen Fall zu verzeichnen Zimmern mit Zubehör bestehenden Wohnungen an demselben Tage, auf der Papageienseite des neuen Vogelhauses mit einigen Helmgehabt, daß die gesamten Feuerwachen infolge eines Brandes so bei mittleren, aus drei oder vier Zimmern nebst Zubehör bestehenden vögeln, einem Motmot und einem Drongo teilt, nur die Nacht entblößt waren wie diesmal. Es mußten alle ausrangierten Fahr- Wohnungen am 2. Juli, mittags 12 Uhr, und, da der 3. Juli ein verbringt es nach Hühnerart im Gezweige. zeuge auf den einzelnen Wachen bereit gehalten werden, um ein- Sonntag ist, an welchem nach§ 3 des Gesetzes vont 30. Juni 1834 Im Berliner Aquarium wurde durch die letzten Zusendungen greifen zu können, wenn etwa unterdes aus dem Stadtinnern zu-( G.-S. S. 92) die Umzugspflicht ruht, bei großen, d. h. mehr als auch die Reptilienabteilung bedacht. Herr Photograph Hübner in fälligerweise noch Feuer gemeldet wurde. In Abwesenheit des vier Wohnzimmern umfassenden Wohnungen am 4. Juli, mittags Manaos( Brasilien) ließ dem Aquarium durch Vermittelung des Branddirektors Giersberg leitete Brandinspektor Reinhardt die 12 Uhr, beendet sein muß. Hamburger Zoologischen Gartens ein Exemplar der die Tropenmeere Löscharbeiten am Butlitzbahnhof. Die vollständige Ablöschung dürfte Einen Selbstmordverfuch vor der Verhaftnng machte der 28 Jahre bewohnenden und auch an der atlantischen Küste Amerikas bis zur sich bis heute mittag hinziehen. alte Straßenbahnschaffner Otto Henze aus der Kronprinzenstr. 1 zu Mündung des Plataftromes hinab beobachteten echten SuppenFriedrichsberg. Henze ist seit vier Jahren verheiratet und Vater schildkröte überweisen, deren wirtschaftliche Bedeutung darin besteht, Auf dem Gelände des ehemaligen Berliner Wasserwerkes eines dreijährigen Kindes. Mit ihm und seiner Familie verkehrte daß sie das Fleisch liefert zu den geschäßten föstlichen Suppen und Stralau, das nach Schließung und Beseitigung des Werkes von den freundschaftlich die Arbeiterfamilie N., die seit einem halben Jahre daß fie bis zwei Meter lang und zehn Centner schwer wird. Für Gemeindebehörden zur Bebauung mit Wohnhäusern bestimmt wurde in demselben Hause wohnt. Diese hat eine fünfjährige Tochter. eine wissenschaftliche Schauanstalt hat fie ebenfalls hohen Wert, und von der Grundeigentums- Verwaltung bereits seit mehreren Vor drei Wochen fuhr Frau Henze mit ihrem Kinde in die Provinz, einen höheren als die auch im Mittelmeer heimische und von dort Jahren zum Verkauf ausgeboten wird, kommt die Bauthätigkeit um ihre Eltern zu besuchen. Frau N. hatte am Montag Wäsche. öfter dem Aquarium zugesandte Kauania", da sie weit schwerer zu Langfam in Gang. Der erste Bau, der auf dem umfangreichen, durch Unterdessen spielte ihr Töchterchen auf dem Hofe. Ohne daß sie es erlangen ist als diese. Den kürzlich eingetroffenen beiden indischen vier neue Straßen erschlossenen Gelände aufgeführt wurde, war ein merkte, tam nun Henze und ließ die Kleine Briefbogen holen und in Riesenschlangen sind jetzt zwei Eremplare des über die ostindische großes Schulhaus für zwei Gemeindeschulen. Die Stadtgemeinde feine Wohnung bringen. Dort war fie eine Stunde, während ihre Mutter Halbinsel verbreiteten, auf Java und in Hinterindien felteneren veräußerte dann im vorigen Jahre eine erste Parzelle, auf der ein glaubte, daß sie auf der Straße spiele. Dann kam sie schreiend in die Wasch- Python gefolgt; es sind zwei außerordentlich starke und träftige Wohnhaus errichtet worden ist. Eine zweite Barzelle ist in diesem füche gelaufen und deutete an, daß etwas mit ihr geschehen sei. Frau Jahre in Privatbesis übergegangen nd wird jetzt gleichfalls mit N. ging mit ihrer Tochter fofort zu dem Arzt Dr. Großmann in der In der Ausstellung:„ Die Kunst im Leben des Kindes" im einem Wohnhause bebaut. Auf dies Parzelle hatte sich noch bis Frankfurter Allee und dieser stellte fest, daß an ihr ein Verbrechen Albrecht Dürer- Haus, Kronenstraße 18( zwischen Charlotten- und zuletzt ein Rest des alten Wasserwertes erhalten. Hier stand das begangen worden war. Mit der Bescheinigung und dem Stinde be- Friedrichstraße), wird am Donnerstag, den 16. Juni, nachmittags ehemalige Pförtnerhaus, das bei der Niederlegung der Baulichkeiten gab sich die Frau unverzüglich nach dem zuständigen Amt Lichten- 5 Uhr, wiederum ein erläuternder Vortrag gehalten werden. Eintritt des Werkes dem Abbruch entgangen war und nachher Jahre hindurch berg und machte Anzeige. Als darauf ein Kriminalbeamter Henze frei für jedermann. Die Ausstellung ist täglich zu besichtigen. Stüde. Hus den Nachbarorten. = Zur Stadtverordneten Ersatzwahl im 9. Bezirk in Schöneberg wird uns noch geschrieben: Wie schon gestern mitgeteilt worden, ist amfer Parteigenoffe Däumig dem bürgerlichen Kandidaten Doktor Freund unterlegen. Die Thatsache, daß nach dem Westen immer mehr die wohlhabende Bevölkerung zieht, ist auch bei der Wahl in diesem Bezirk nicht ohne Einfluß geblieben. Daß der Kampf um dieses Mandat nach Lage der Sache für die Socialdemokratie ein sehr schwerer, wenn nicht aussichtsloser sein würde, darüber bestand faum ein Zweifel. Wir haben auch keine Ursache, uns den Ausfall der Wahl besonders zu Herzen zu nehmen, da unsre Stimmenzahl im Gegensatz zu vorangegangenen Wahlen sich nicht nur gehalten hat, sondern sogar gestiegen ist. Gerade der 9. Bezirk ist, seiner Zusammenseßung nach, für uns einer der ungünstigsten. Durch den in den letzten zwei Jahren erfolgten Zuzug, hauptsächlich aus den Kreisen der Beamten, ist die Zahl der eingeschriebenen Wähler auf 2027 angewachsen gegenüber etwa 1800 im Vorjahre, und da naturgemäß die Arbeiter im Gegensatz zur Beamtenschaft weniger fest ansässig sind, erklärt sich auch in einzelnen Bezirken das Uebergewicht der Bürgerlichen. Ziehen wir noch in Betracht die skrupellose Agitation der Gegner, insbesondere aber ihren Zusammenschluß, so dürfte sich unsre Niederlage und die Zunahme der bürgerlichen Stimmen erklären. Haben sich doch jezt nicht nur Mieter und Grundbefizer zusammengefunden, sondern sogar evangelische und katholische Gesellenvereine, alle Arten bürgerliche Berufsvereine, Gastwirtsvereine usw., nicht zu vergessen die Angestellten kommunaler Institute. Mit welchen Mitteln man dabei verfährt, wird unsren Lesern nicht unbekannt sein. Das Stimmenverhältnis im 9. Bezirk stellt sich gegenüber der Wahl vor zwei Jahren folgendermaßen: Bei der Hauptwahl 1901 erhielten unsre beiden Kandidaten je 314 Stimmen( 15 davon waren uns durch falsche Reihenfolge in der Abgabe verloren gegangen), die Gegner 333 Stimmen, diesmal vermochten diese 536 Wähler für sich an die Wahlurne zu bringen, während unsre Stimmenzahl sich nur auf 333 vermehrt hatte. Die Arbeiterbevölkerung, wie sich dies aus der Wählerliste ergiebt, steht gegenüber der bürgerlichen tie 3: 5. Trotzdem werden Mittel und Wege gefunden werden müssen, um durch bessere Agitation die Position später zu erobern. Entmutigen lassen wir uns nicht. Ueber einen Krankenkassenkrieg schreibt man uns aus Potsdam: Wie an vielen Orten gegenwärtig Konflikte zwischen den Krankentassen und Aufsichtsbehörden bestehen, so auch in Potsdam, nur mit dem Unterschied, daß es hier nicht ein Streit wegen der Aerztefrage ist, sondern die Mitglieder von dem Kassenvorstande ungesetzlich vergewaltigt wurden und die Aufsichtsbehörde dies gutheißt. Die Entstehungsgeschichte dieses heftigen Konfliktes, mit welchem sich am 8. Juni eine öffentliche Mitgliederversammlung beschäftigte, in welcher Rechtsanwalt Dr. Liebknecht und Genosse Eugen Brückner referierten, ist folgende: Centralverband NunFrechheit Ladendiebstähle ausgeführt hat. Gewöhnlich erschien sie er hätte bald satt, sich die Reibungen zwischen Geschäftskommission um die Mittagszeit, wo nur ein Verkäufer in den Läden anwesend und Ausschuß mit anzuhören, und wenn die beiden Körperschaften zu sein pflegt, in Kolonialwarenhandlungen, Droguengeschäften oder nicht harmonischer zusammenarbeiten könnten, so müsse Wandel ge= Apotheken und verlangte Himbeersaft zu kaufen. Die zum Verkauf schaffen werden. Nachdem noch mehrere Redner sich zu dieser schon fertiggestellten Flaschen erklärte sie dann für zu klein und ver- Sache geäußert, wird der Antrag, die Metallarbeiter so schnell wie langte größere Flaschen, die gewöhnlich in dem zum Geschäft ge- möglich zu unterstützen, und zwar aus dem Fonds der Gewerkhörigen Keller aufbewahrt werden. Wenn der Verkäufer sich alsdann schaften, angenommen. Fischer stellt den Antrag, daß zur in den Keller begeben hatte, um die gewünschte Flasche herauf- nächsten Kartellversammlung die Delegierten und Vorstände einzuholen oder zu füllen, so benutte die Spitzbübin die Gelegenheit geladen und aufgefordert werden, einen Situationsbericht ihres Gezu einem kühnen Griff in die Ladenkasse. Bei der Rückkehr des Ver- werbes zu geben. Es scheint bei vielen Gewerkschaften eine ziemliche täufers bat ihn die Angeklagte möglichst harmlos, ihr doch noch ein Lauheit vorzuherrschen. Der Antrag wurde angenommen. schönes Etikett auf die Flasche zu kleben, während sie noch eine ganz mehr referierte Genosse He schold über den Streik der Bäcker kleine Besorgung in der Nachbarschaft ausführen wolle. Bei Er- und ersuchte, überall dafür zu agitieren, daß die Frauen nur da mittelung des Diebstahls war die freche Person schon längst über alle kaufen, wo die Forderungen anerkannt sind. Nicht vertreten in der Berge. Schließlich wurde sie von einem der Bestohlenen auf der Versammlung waren die Bürstenmacher, Fliesenleger, Hausdiener, Straße erkannt und der Polizei übergeben. Vor Gericht legte sie sich Stistenmacher, Markthallen- Arbeiter und Schiffbauer. aufs Leugnen und bestritt hartnäckig die Identität ihrer Person, obwohl sie von den Geschädigten auf das bestimmteste wiedererkannt Genosse Karl Wermuth einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag Treptow. In der gut besuchten Bezirksversammlung hielt der wurde. Gerichtshof ging über diesen Antrag weit hinaus und verurteilte die gegeben, daß die„ Neue Zeit" beim Genossen Voigt, Elsenstr. 37, Der Staatsanwalt beantragte 1 Jahr Gefängnis. Der über die französische Revolution von 1789. Dann wurde bekannt Angeklagte mit Rücksicht auf die Raffiniertheit ihres Vorgehens und ausliegt. Zu dem Sonntag, den 19. d. M., stattfindenden Boltsden Mangel jeglicher Reue zu 2 Jahren Gefängnis. Waldfest treffen sich die Treptower Genossen bei Schmidt, Kiefholzführte gestern die verehelichte Hedwig Grell unter der Anklage dem Festplatz. Um rege Beteiligung wird gebeten. Ein plump in Scene gesetzter fingierter Einbruchsdiebstahl straße 22, nachmittags 122 Uhr; dann gemeinsamer Abmarsch nach des versuchten Betruges vor die 1. Straffammer des Landgerichts I. Die Angeschuldigte verwaltete eine Filiale der Destillationsfirma Deutschlands( Bezirk Berlin). Heute abend 9 Uhr in den Arminhallen, der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen unerhebliche Fehlbeträge festgestellt worden, so daß ihr zum 1848 in Polen". Sehr zahlreichen Besuch erwartet Meher u. Co. im Hause Langestr. 7. Wiederholt waren bei ihr nicht Kommandantenstraße 20, Sigung. Es spricht Herr Georg Haase über: 15. November gekündigt wurde. In der Nacht zum 13. November Die Ortsverwaltung. vorigen Jahres kam die Angeklagte mit ihrem Sohn aus dem Reichs- Verband der Friseurgehilfen Deutschlands( Zweigverein Berlin). hallen- Theater nach Hause. Ihr Sohn begab sich sofort nach der Donnerstag, den 16. d. M., abends 10 Uhr, bei Pfeffer, Rosenthalerstr. 57: Stüche, wo er zu schlafen pflegte, Frau Grell ging in die hinter dem Mitgliederversammlung. Wichtige Tagesordnung. Gäste haben Zutritt. Allgemeine Kranken und Sterbekasse der Metallarbeiter seine Mutter laut aufschrie:" Hier ist eingebrochen worden!" Der 19. Juni, vormittags 9%, Uhr, Mitgliederversammlung im Locale von Gustav Laden befindliche Stube. Nach einer Weile hörte der Sohn, wie( G. H. 29, Hamburg). Filiale Rummelsburg. Sonntag, den Sohn bekam einen solchen Schreck, daß er, nur mit einem Hemd be- Tempel, Borhagen, Ecke der Bahnhofstraße. fleidet, auf die Straße hinausflüchtete, ihm nach der Forterrier, der bericht der Ortsverwaltung. 2. Kaffen für die Monate April- Mai. 3. Wahl Tagesordnung: 1. Jahreswährend der Abwesenheit der Insassen die Wohnung bewacht hatte. der Ortsverwaltung und Revisoren. 4. Wahl eines Bergnügungs- Komitees Bald folgte auch Frau Grell, die dem inzwischen herbeigekommenen zum diesjährigen Stiftungsseit. 5. Interne Kaffenangelegenheiten. Schuhmann unter den Zeichen des höchsten Schreckens das Vor- bei Hensel, Invalidenstr. 1: Außerordentliche Generalversammlung. Aeußerst Centralverband der Konditoren. Heute, Donnerstag, den 16. Juni, gekommene mitteilte. Der Beamte ging in die Wohnung, sah, daß wichtige Tagesordnung. Erscheinen aller Pflicht. Mitgliedsbuch mitbringen. die Betten durchwühlt, mehrere Behälter erbrochen waren und daß eine Scheibe des nach dem Hofe gehenden Fensters eingedrückt war. Er riet der Frau, am folgenden Morgen auf dem Polizeirevier Anzeige zu erstatten. Dies that Frau Grell und gleichzeitig erhob sie bei der Gesellschaft, bei der sie gegen Diebstahl versichert war, Anſpruch auf Schadenersak, wobei sie angab, daß ihr 130 m. bares Geld, für 30 M. Cognac und Wein sowie Bettzeug gestohlen worden seien. Es erschien sofort ein Polizeiwachtmeister, der allerlei höchſt verdächtige Wahrnehmungen machte. Die Scheibe war von innen eingedrückt worden, die Scherben lagen auf dem Hofe. An dem Kleiderschrank war die Verschlußleiste mit Getvalt abgebrochen, an dem Schrank selbst war aber der Eindruck irgend eines Instrumentes nicht sichtbar, die Leiste mußte also bei geöffneter Thür abgebrochen sein. Der sonst so wachsame Forterrier mußte sich während des Aufenthaltes des Einbrechers mäuschenstill verhalten haben, denn feiner der Wohnungsnachbarn hatte ihn anschlagen gehört. Und so tamen noch andre Umstände hinzu, welche dafür sprachen, daß Frau Grell den Einbruch erheuchelt hatte, um die Versicherungsgesellschaft zu betrügen. Im gestrigen Termin legte sie sich zwar aufs Leugnen, die belastenden Umstände gegen sie häuften sich aber in dem Grade, daß der Verteidiger, Rechtsanwalt Bahn, sich darauf beschränken mußte, für ein möglichst niedriges Strafmaß zu plädieren. Der Gerichtshof erkannte auf 4 Monate Gefängnis. Versammlungen. Die Lokalverwaltung. Eingegangene Druckfchriften. Veröffentlichungen der Deutschen Gesellschaft für Volksbäder. II. Band. 5. Heft. Berlin 1904. Verlag Aug. Hirschwald, Unter den Linden 68.. praktischer Behelf zur Wahl des Sommeraufenthaltes. Verlag Fremden Wegweiser durch die Kurorte und Sommerfrischen Desterreichs. Ein blatt", Bien I, Stephan- Blab 6. arlberg, Böhmen, Mähren, Schlesien und Galizien. Heft 3 umfaßt Tirol, Salzburg, Bore Preis 50 Pf., bei Franco- Zusendung 70 Pf. " Vermischtes. 100 Folioseiten. wird aus New York vom Mittwoch berichtet: Fünfhundert Personen verbrannt. Ueber ein grauenhaftes Unglück Der Dampfer General Slocum", auf dem die Sonntagsschule der deutsch- lutherischen Sankt Markus- Kirche einen Ausflug machte, geriet auf dem Gasts River beim Hellgate in Brand und brannte aus. Mehrere hundert Menschen, man spricht von 500, meist Kinder, sollen umgekommen sein. Die Zahl der Personen, die sich an Bord des verbrannten Vers gnügungsdampfers General Slocum" befanden, war etwa 1000, fast sämtlich Frauen und Kinder. Während des Brandes sprangen etiva 100 über Bord; viele Leichen wurden schon an Land gespült. Die meisten der Verunglückten sind indessen dem Feuer an Bord zum Opfer gefallen. " Das Feuer, das heute an Bord des Vergnügungsdampfers General Slocum" ausbrach, verbreitete sich mit solcher Schnelligkeit, daß es unmöglich war, die Bote herabzulassen. Die Felfen an beiden Seiten des Hellgate machten es zur Unmöglichkeit, das Schiff auflaufen zu lassen. Daher wurde es durch Schleppdampfer nach der Northbrother- Insel bugsiert und dort auf Strand geset; das Sturmded des Schiffes brach bald zusammen. Die hiesige allgemeine Orts- Krankenkasse erhielt durch Uebertritt dreier Krankenkassen seit 1. Juli 1903 bis 1. Januar 1904 einen Zuwachs von etwa 2070 Mitgliedern und außerdem das vorhandene Vermögen von 10 400 M. Mit dem 1. Januar sollten weitere drei Kaffen zur Allgemeinen Orts- Krankenkasse übertreten, was auch zu dem genannten Zeitpunkte geschah. Die Kasse erhielt weitere 757 Mitglieder Zuwachs und das vorhandene Vermögen. Insgesamt belief sich das vorhandene Vermögen der sechs Kassen auf etwa 17 500 M., während die Gesamtzahl der übergetretenen Mitglieder 2800-2900 betrug. Die Vorstands- Ergänzungswahl, welche statut gemäß im November stattzufinden hatte, unterblieb auf Vorschlag des Magistrats aus Sparsamkeitsrücksichten. Die Wahl sollte erst nach vollständiger Verschmelzung der noch in Verhandlung stehenden Kassen erfolgen, weil dann zugleich die mit vollen Rechten und Pflichten übertretenden Kassenmitglieder Gelegenheit zur Teilnahme an dieser Wahl erhielten. Ebenso hätten die Delegierten zur Generalversammlung neu gewählt werden müssen, weil das Mandat der früheren Bierter Wahlkreis( Often). Der Socialdemokratische Wahlabgelaufen war. Zum mindesten hätte aber in Rücksicht auf verein hielt in seiner Mitgliederversammlung, die am Dienstag in die hinzugekommenen 2800-2900 Mitglieder( etwa 50 Proz. der der Königsbant" stattfand, einen Diskutierabend ab. Gebisherigen Gesamtzahl) eine Ergänzung resp. Vervollständigung nosse& lato w behandelte in seinem einleitenden Referat Fragen der Generalversammlungs Vertreter vorgenommen werden müssen, der Gewerkschaftsbewegung. An der Debatte beweil eben sonst diese Hälfte ohne Rechte geblieben wäre, was doch teiligten sich die Genossen Unger, Nitschke, Höhnke und aber nach dem Vorschlage des Magistrats( damals), die Wahl hinaus it fin. Unter Verschiedenem gab der Vorsitzende bekannt, daß zuschieben, nicht eintreten sollte. Wenn man bedenkt, daß die feit der letzten Versammlung 59 neue Mitglieder aufgenommen bereits lange vor dem 1. Januar übergetretenen 2070 Mit- worden sind; ferner machte er darauf aufmerksam, daß am Dienstag, glieder bis dahin und dann von diesem Zeitpunkte bis den 28. Juni, in allen Bezirken Zahlabend abgehalten wird. Ein Augenzeuge bekundet: Der Dampfer fuhr, mit der 24. März cr.( wo die Frühjahrsversammlung stattfand) die Vierter Wahlkreis( Süd- Ost). Der Socialdemokratische Wahl- Dampferpfeife Notsignale gebend, den Fluß herauf; von Deck des2800 neuen Mitglieder eine ganz schöne Summe an berein hatte zu Dienstag zwei Agitationsversamm selben sah ich fünfzig bis hundert Personen, meist Frauen und Beiträgen entrichtet haben, so mußte man als selbst- lungen einberufen, die beide gut besucht waren. In" Sanssouci" Kinder, ins Wasser springen. Ehe das Schiff nach der Northbrother= verständlich ansehen, daß auch für diese Mitglieder das mit sprach Reichstags- Abgeordneter Bau dert- Apolda und in der Insel zu geschleppt wurde, war seine Lage so, daß niemand durch dem 1. Januar in Kraft getretene Statut Geltung habe und ein fo" Urania" Reichstags- Abgeordneter Schmalfeld- Wilhelmshaven Schwimen das Ufer erreichen konnte. Biele Personen, die sich vor großer Prozentjaß von Mitgliedern nicht unberücksichtigt bleiben über„ Die Socialdemokratie und die vereinigte dem Zusammenbrechen des Sturmdecks auf diesem befanden, müssen Aber es bedurfte erst in der am 24. März 1904 statt- reaktionäre Masse". Auf die Versammlungen war bereits in den Flammen umgekommen sein. gefundenen Generalversammlung einer sehr heftigen Geschäfts- in einem vom Verein verbreiteten Flugblatt hingewiesen worden, ordnungsdebatte darüber, daß vor der Vorstandswahl erst eine dem das einen Appell an die Wählerschaft enthielt, in Anbetracht der in fasse von Pruntrut, Schmieder, verschwunden ist; das Defizit der Aus Beru wird berichtet, daß der Geschäftsführer der Spar Statut genügende Generalversammlung gewählt werden müsse. reaktionären Kreiſen immer unverhüllter hervortretenden Feindschaft Stasse beträgt 40 000 bis 50 000 Frants. Die Sparkasse weigert Die Wahl fand dann schließlich auch statt und ergab als ver- gegen das Reichstags- Wahlrecht( siehe Manteuffeleien im Herren- fich, die Einlagen zurückzuzahlen. In der Bevölkerung herrscht große blüffendes Resultat für den Vorstand die glatte Wahl der Hause") sich immer enger um das Banner der Socialdemokratie zu Erregung. vom Gewerkschaftskartell aufgestellten Liste. Diese Vertreter scharen und der politischen Organisation beizutreten. Außerdem hatten nun auch den Vorstand zu ergänzen. Aber ratlos, wie wird der Wahlverein in den nächsten Tagen an ca. 12 000 Wähler, der Vorsitzende während der ganzen Versammlung war, ließ er den die bei den Landtagswahlen ihre Stimme für die Socialdemokratie Marktpreise von Berlin am 14. Juni 1904 gesamten Vorstand neu wählen. Natürlich entsprach abgegeben haben, schriftliche Einladungen ergehen lassen, um sie in Weizen, gut D.- Ctr.| 17,40| 17,38 Startoffeln, neue D.- Ctr. nach Ermittelungen des fgl. Polizeipräsidiums. Sie zusammensetzung der der Generalversammlung. Vor einem engeren Besprechungen auf den Ernst der innerpolitischen Situation solchen Vorstand fürchtete man sich natürlich, und es galt hinzuweisen und ihnen den Eintritt in den Wahlverein und das 17,36 17,34 die Sache aus der Welt zu schaffen. Mit Hilfe eines der Pauli- Abonnement auf den Vorwärts" nahezulegen. 17,32 17,30 Beide Versamm=* Roggen, gut 13,10 13,08 Partei entstammenden Protestes wurden die ganzen Wahlen für lungen erklärten sich durchaus mit der Haltung der Hamburger ungiltig erklärt. Der Vorstand erhielt von der Behörde die Parteigenossen einverstanden, die ihre Antwort auf den geplanten Weisung, den Vorstand durch die alten Delegierten ergänzen zu Wahlrechtsraub fürzlich in folgender Resolution gaben: lassen. Das geschah; der„ Landsturm" waltete seines Amtes, obwohl er feins mehr hatte, beschloß weiter eine umfangreiche Statuten änderung, indem Wahlbestimmungen in das Statut hineingebracht wurden, wie unsre Junker sie für das Reichstags- Wahlrecht erstreben. Dhne Debatte und unverstanden wurde alles einstimmig genehmigt. Nun giebt es wieder einen umfänglichen Neudruck des erst mit dem 1. Januar geltenden Statuts. Jedenfalls aus Sparsamkeitsrücksichten! fonnte. " Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Eier Karpfen mittel gering 7,00 5,00 1,80 1,20 " " 1,40 1,10 " " 糖 1,60 1,00 mittel " " 7 13,06 13,04 " 1,80 1,20 gering " 13,02 13,00 " 1,80 1,20 " + Gerste, gut gering 14,20 13,00 2,60 2,00 " mittel 12,90 11,70 60 Stüd 3,60 2,40 " 11,60 10,40 " 1 kg 2,00 1,40 15,00 14,20 " " 2,80 1,40 mittel " " 14,10 13,30 Zander 3,00 1,20 gering 13,20 12,40 Hechte 2,20 1,00 " 4,00 3,50 " Barsche " 2,00 1,00 " 7,50 4,80 Schleie 2,80 1,40 " 40,00 28,00 Bleie 1,40 0,80 50,00 25,00 Krebse 97 per Schod 16,00 3,00 60,00 25,00 " * ab Bahn. " Eine Beseitigung oder Verschlechterung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts muß die völlige Gleich- thafer, gut gültigkeit der Arbeiterklasse in Bezug auf den Bestand des Reiches notwendig zur Folge haben, für dessen Erhaltung oder Verteidigung gegen äußere Feinde auch nur einen Finger zu rühren ihr dann nicht Richtstroh mehr der Mühe wert erscheint. Ein Staatswesen, das dem Arbeiter Heu nur Pflichten auferlegt, aber ihm die politische Gleichberechtigung mit Erbsen den andren Klassen der Gesellschaft versagt, hat keinen Anspruch auf seine Sympathie und Hilfe." Speisebohnen Zinsen † frei Wagen und ab Bahn. Male Witterungsübersicht vom 15. Juni 1904, morgens 8 Uhr. Berlin Barometer stand mm Wind richtung 762 SGD Frankf.a.M. 761 S München 764 S Wien Windstärke Wetter Temp. n. E. 5° C. 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind. richtung Windstärke Wetter Temp. n. T. 35 18.= 4° N. 2 wollen! 11 1 wolfen! 10 12 17 3 bedeckt 761 WSW 3bedect Nun wäre ja alles wieder in bester Ordnung gewesen, wenn die Mitglieder fich diese Vergewaltigung durch den Vorstand gefallen Diese Resolution gelangte auch hier zur einstimmigen Annahme. ließen. Aber wie groß die Unzufriedenheit der Kassenmitglieder ist, bewies die Versammlung am Mittwochabend im Vittoria- Garten. Das Gewerkschaftskartell hielt Freitag, den 10. Juni, eine Die vortrefflichen Ausführungen der Referenten wurden mit großem Delegiertenversammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung Beifall aufgenommen. Besonders die Beleuchtung von der Rechts- rügte Genosse Hinrichsen scharf die Bummelei vieler Delegierten. seite durch den Genossen Liebknecht rief Begeisterung hervor. Mit Dann teilte er mit, daß der Ausschuß sich damit befaßt habe, für unwiderleglicher Sicherheit bewies er die Haltlosigkeit der von der Sonntag, den 24. Juli d. J., in den Lokalitäten des Herrn Franke, Stationen nicht mehr zu Recht bestehenden Delegiertenversammlung vor- Sebastianstraße, ein Sommerfest zu arrangieren. Die Versammlung genommenen Statutenänderungen und die Ungefeßlichkeit der stimmte dem Vorschlage zu. Im Auftrage seiner Gelverkschaft hatte Handlungen des Vorstandes seit dem 1. Januar. Eine umfangreiche beim„ Vorwärts" vorstellig werden, ob er nicht die Recension über Swinemde. 763 SSD 3wolfen 20 Haparanda 767 S Reuter( Möbelpolierer) den Antrag gestellt, das Kartell möchte Resolution, welche dem Magistrat zugesandt werden soll, gelangte zur einstimmigen Annahme. Im ersten Teil tadelt sie die Rücksichts- das Buch des Pfarrers Kutter:" Sie müssen" in einer größeren Hamburg 759 GD losigkeit des Potsdamer Magistrats, weil er auf Beschwerden hin Auflage herausgeben würde. Der Antrag wurde abgelehnt. bei der Großen Berliner Straßenbahn und geht ausführlich auf die Schröder, Metallarbeiter, berichtete alsdann über den Streit Entstehung und Beendigung desselben ein. Es seien im Ausschuß gegen seine Gewerkschaft auch Vorwürfe der niedrigen Beiträge wegen gefallen, doch könnten die Metallarbeiter feineswegs mit Maurern und Zimmerern berglichen werden, da es in seiner Branche noch viele Arbeiter giebt, die nur 18-20 m. verdienen. Er stellte den Antrag, seine Gewerkschaft zu unterstüßen, da sie allein die Mittel nicht aufbringen könnte. Hinrichsen wendet gegen Schröder ein, Eine troh ihrer Jugend schon höchst gemeingefährliche Laden- daß die Metallarbeiter sich hätten früher an den Ausschuß wenden diebin, die eine ganze Anzahl Geschäftsleute in Charlottenburg, müssen und nicht, wo der Streit schon beendet war. Auch hätte die Schöneberg, Friedenau und Rirdorf ganz erheblich geschädigt hat, Geschäftskommission in dem Rundschreiben an die Gewerkschaften wurde gestern in der Person der 17jährigen St I ara Naseband schon eine Sammlung für sie veranstaltet; nun könne der Ausschuß der 1. Strafkammer des Landgerichts II vorgeführt. Das Mädchen, doch nicht das Gleiche thun.- Edelmann entgegnet, er lese aus welches noch ganz den Eindruck eines Backfisches macht, ist schon dem Rundschreiben nicht heraus, daß für die Metallarbeiter gesechsmal wegen Ladendiebstahls vorbestraft. Jetzt wurde sie zur sammelt wird; es sei nur darauf hingewiesen, daß sich auch Berantwortung gezogen, weil sie in neun Fällen mit der höchsten 350 Metallarbeiter im Ausstande befänden. Fischer meint, nicht einmal Antwort gegeben. Der zweite Teil fordert von der Aufsichtsbehörde die Anordnung einer neuen Versammlung und die Beanstandung der statut- und gesezwidrigen Beschlüsse der Verfammlung vom 13. Mai cr. Gerichts- Zeitung. 2 halb bb. 19 Petersburg 766 ND 3 wollen! 21 Cort 3 bedeckt 17 Aberdeen 747S 1 halb bd. 18 Paris 763 ND 1 wolfen! 19 Wetter- Prognose für Donnerstag, den 16. Juni 1904. Zunächst sehr warm und schwül bei mäßigen südwestlichen Winden, zunehmender Bewölkung und Gewitterregen; nachher fühler. Berliner Wetterbureau. ( Filiale Central- Kranken- u. Sterbekasse der Tapezierer Charlottenburg). Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied Franz Decker nach langen Leiden am 14. Juni verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 17. Juni, nachmittags 22 Uhr, von der Leichenhalle am Fürstenbrunner Weg aus statt. Der KampfimBäckergewerbe! In die Sonntagsliste der geregelten Bäckereien sind folgende Betriebe nachzutragen: Norden. F. Goenken, Bappel- Allee 18. C. Viehweger, Gartenstr. 61. W. Ziebell, Stuglerstr. 8. Th. Mollweide, Zionstirchplaz 1 und Brunnenstr. 2. A. Wolff, Graunstr. 28. 0. Krotochmill, Burgsdorfstr. 15. Brauner, Streligerstr. 64. R. Kleiner, Immanuel- Kirchstr. 33. Osten. J. Mehl, Hausburgstr. 5. R. Bienert, Lebuserstr. 11. M. Schneeberger, Markusstr. 11. M. Bauer, Liebigftr. 15. Kahlfuss, Römestr. 1. Ernst, Löwestr. 18. Klose, Weidenweg 74. Süd- Ost. C. Schulz, Muskauerstr. 34. C. Schulz, Stottbuser Ufer 59. Tr. Meister, Wrangelstr. 82. G. Wenzel, Stottbuserstr. 21. Centrum. Mittelstädt, l. Frankfurterstr. 14. J. Neumann, Mendelssohnstr. 9. M. Hilbich, Allegandrinenstr. 28. Schneider, Linienſtr. 54. Süden. August Micheli, Rostizstr. 49, Rixdorf. P. Hahn, Jägerstr. 70. A. Braun, Staiser Friedrichstr. 12. Otto Hacker, Sanſastr. 2. Schöneberg. Ernst Brauer, Gothenstr. 21. Ernst Brauer, Sedanstr. 34. Charlottenburg. Lehmann, Dankelmannstr. 46. A. Karsch, Scharrenstr. 28. Ober- Schöneweide. Emil Stretzke, Wilhelminenhofstr. 37. Wegen Zurückziehung der Bewilligung oder Nichteinhaltung der Forderungen sind folgende Bäckereien aus der Sonntagsliste zu streichen: Norden. Harbord, Stettinerstr. 54. A. Weiss, Bergstr. 2. J. Jung, Burgsdorfstr. 9. Müller, Ryteftr. 3. J. Braun, Stolbergerstr. 25. Heublein, Rügenerstr. 3. Seeger, Wiesenftr. 28. Wernitz, Straßburgerstr. 15. Arthur Scholz, Rheinsbergerstr. 13. Regen, Bionsfirchstr. 2. Hartwich, Bernauerstr. 20. Julius Gohlke, Ramlerstr. 34. Georg Engelhardt, Ruppinerftr. 16. Ed. Leopold, Bollinerstr. 68. Rudolf Krugow, Chorinerstr. 24. H. Mai, Rodenbergstr. 1. Franz Fehse, Bappel- Alee 21. E. Beyer, Wichertstr. 160. Aug. Wackerhagen, Jasmunderstr. 15. Nordost. 0. Bulst, Neue Königstr. 31. A. Richter, Prenzlauerstr. 57. E. Wohlgemuth, Mendelssohnstr. 10. E. Schumann, Linienstr. 6a. G. Seifert, Gollnowstr. 17. Nordwest. J. Sieg, Beuffelstr. 59. Osten. Stahnsdorf, Tilſiterstr. 77, J. Grosch, Mehnerstr. 21. F. Oste, Madaistr. 10. E. Sligt, Straßmannstr. 35. A. Kuhn, Blumenstr. 67. 0. Sommer, Romintenerstr. 5.. F. Bohne, Lichtenbergerstr. 11. P. Schneider, Capriviſtr. 22. J. Dehmel, Capriviftr. 9. G. Papke, Frankfurter Allee 40. J. Conrad, Thaerstr. 17. Südosten. G. Kruse, Liegnigerstr. 5. H. Nickolas, ienerstr 66. Süden. Bergner, Fichteftr. 9. Becker, Brandenburgstr. 21. Westen. Podehl, Rübowstr. 75. Centrum. C. Görnitz, Gormannstr. 24. R. Fiedler, Dragonerstr. 44. Fricke, Linienftr. 87. Rixdorf. M. Kasten, Fuldastr. 60. Hornig, Stopfftr. 43. Scholz, Ringbahnstr. 25. Pritschkow, alterftr. 18. Kupfernagel, Bergstr. 73. 0. Ecke, Juliusstr. 31. Schöneberg. P. Bockisch, Prinz Georgstr. 7. Hausfrauen! Arbeiter! Unterstützt die Bäckergesellen in ihrem schweren Kampfe dadurch, daß Ihr nur dort Euer täglich Brot kauft, wo die Bäckergesellen unter menschenwürdigen Arbeitsbedingungen leben. Nachfolgende Bäckermeister sollen sich hervorragend an den bekannten Droschkenfahrten beteiligt haben: Otto Ballhausen, Kopenhagenerstraße 2. Albl, Schönhauser Allee 72 a. Pudrikki, Schönhauser Allee 70c. Zechlin, Franseckistr. 37. Albrecht, Megerstr. 17( dieser Herr hat, schon einmal von uns veröffentlicht, erklärt, es nicht mehr zu thun, ist aber jegt wieder rückfällig geworden). Prehn, Werneuchenerstr. 11. Graßnick, Christburgerstr. 35. O. Ecke, Nixdorf, Juliusstr. 31. Kupfernagel, Rixdorf, Bergstr. 73. Fehfe, Pappel- Allee 21. Berichtigung! In der geftrigen Lifte ist eine Verwechselung vorgekommen. Nicht Friz Ede, Delbrüdstr. 35, hat sich an der Abholung der Plakate 2c. beteiligt, fondern Otto Ecke, Juliusstraße 31. Letzterer ist daher von der Liste der geregelten Bäckereien zu streichen. Bei Frit Ecke ist alles geregelt. Die Streikleitung. J. A.: Hetzschold, Rosenthalerstr. 11/12. Dr. Schünemann Schmöckwitz. Restaurant Seddin- See. Specialarzt für Hauts, Harn und Empfehle mein herrlich am Wald und Wasser, das schönste der Oberspree, Frauenleiden, Seydelstr. 9. Wochentags 12-3, 6-8. gelegenes Lokal. Für Vereine und Fabriken stelle die billigsten Dampfer. Jedes Wort: 5. 20036* Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. A. Noack. Amt Grünau 54. Verband der Friseurgehilfen Deutschlands. Socialdemokratisch. Wahlverein Zweigverein Rixdorf. Donnerstag, den 16. Juni, abends 10 Uhr, bei Fr. Hoppe, Berlinerstraße 14: 290/16 Mitglieder- Versammlung Zages Drdnung: Geschäftliches. Vortrag. Verschiedenes. Vergolder! ( Filiale Berlin.) An Stelle der Mitglieder- Versammlung findet am Sonnabend, den 18. Juni cr., abends präc. 8 Uhr, in der Alhambra, Wallner theaterstraße 20, ein Projektions- Vortrag des Herrn Melzer:„ Europas Hauptstädte in Wort und Bild" statt. 226/11 Einlasskarten a 10 Pf. sind bei den Vertrauensleuten, in den Bahlstellen, sowie bei den Vorstandsmitgliedern erhältlich. Nach dem Vortrag findet ein Familien- Kränzchen statt; Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 30 Bf. nach. Zahlreiches Erscheinen der Kollegen, Kolleginnen sowie deren FamilienDer Vorstand der Filiale Berlin. angerigen erwartet Sänger! Mitglieder der Gesangvereine im Kreise Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg! 65/9 Die für Sonntag bei Obst- Schöneberg angesezte Uebungsstunde fällt der Bundes- Uebungsstunde wegen aus. Wir bitten jedoch vollzählig in lekterer( Friedrichshain) zu erscheinen, wo nach der Uebungsstunde eine fleine Beratung eventuell Probe stattfindet. Das Kreis- Volksfest- Komitee. NESTLE'S Kinder. 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Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unfres einzigsten, geliebten Sohnes 20146 und Bruders Wilhelm Schubert sagen wir allen Verwandten, insbesondere dem Verband der Verwaltungsbeamten der Drts- Krankenkasse der Kaufleute Berlins, dem Centralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands, sowie dem Socialdemokratischen Wahlverein des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises unfren herzlichen Dant. H. Schubert. E. Schubert geb. Bartsch. Louise Schubert. KHEINWEIN MARKE Fuchssprung refl. 75-100CABINET 150 edle Blume, garant.rein überall Kauflich General Depot: Sommer, Bergstr. 34 teppdecken 2,85 Gelegenheitskauf. Kattun, buntfarbig, 2, 85 Wollatlas, Similiseide, Normalalle Farben alle Farben 4,85 6,00 Schlafdecken 2,00,3,00 Special- Emil Lefèvre Haus Berlin Oranienstrasse 158. S., für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstrasse 69 bis 5 Uhr angenommen. 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Paul Büttner, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW,