Nr. 153. RftonntmentS'Bedlnflunaen: Abonnements. Preis pränumerando: Lierteljährb 3, SV Ml., monatl, l.IV Ml, wöchentlich SS Pfg. ftet ins Hau». einzelne Nummer K Pfg. Sonntags- nmmner uiit Mustrierter Sonntag»- Beilage.Die Reue Welt" 1» Pfg. Post- Abonnement: l,10 Marl pro Monat. eingetragen w die Post-Zeitung». Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich> Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. «chtlM tiigllch-Ullltl montags. 2t Jahrg. Devltnev VolktSblAkk. vle Inlertlonz-Sebah? Itkägt für die sechsgespaltene Kolon«!- zelle oder deren Raum«0 Pfg., für politische und gewerlschafMche Vereins- und Berfammlungs-Anzeigen 25 Psg. „IHeln« Hnzeigen", da« erste(fett- gedruckte)»ort 10 Pfg., jede« weitere »ort 5 Psg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bt» 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bi» s Uhr vorniittags geöffnet. Telegramm-Ndreffe: „Soalaldemolirst Berlin". Zentralorgan der rozialdemokratifchen parte» Dcutfchlanda. Redaktion: 8Äl. 68, Linden straese 69. krernsprerffer: Amt IV, Nr. 1883. Expedition: SM. 68, Lindcnetraaae 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984._ Personen und System. Zum Urteil im Pommernbanl-Prozeß. Die öffentliche Meinung oder doch wenigstens, was man im bürgerlichen Blätterwald so zu nennen beliebt, ist beruhigt: Die Erzsünder Schultz und Romeick wandern ins Gefängnis. Ein kleines bißchen wird noch darum gekatzbalgt, ob die Strafe zu hoch oder zu niedrig sei. Aber viel Geschrei wird darum nicht gemacht, handelt es sich doch nicht um politische Verbrecher, deren Gesinnung so ehr- los wäre, daß man nach dem Prügel oder nach Ausnahmegesetzen schreien müßte. Ein tiefes Gefühl der Befriedigung erfaßt die Philister aller Grade: Gottlob! So schlecht ist das Leben, an dem wir weben, noch nicht, daß die Sanden, Exner, Schmidt, Schultz und Romeick ungestraft ihr Wesen treiben könnten! Sie alle hat das Schicksal ereilt. Und dieses Ge- fühl der Honorigkeit alles Bestehenden, wird noch größer, angesichts der ausführlichen Begründung, die die Richter ihrem Wahr- spruch mit auf den Weg gegeben haben.„Die Angeklagten sind darauf ausgegangen, ihre Bank zu ruinieren."„Die Pommernbank hat Spekulationsgeschäfte nicht selbständig vorgenommen."„Die Pommenibank war Aktiengesellschaft, und damit war es ihr ge- stattet, auch riskante Geschäfte zu machen."„Die Thränen und die Spargroschen des armen Mannes spielen keineswegs die Rolle bei dieser ganzen Angelegenheit, die ihnen angedichtet worden ist. Die Pfandbriefe stehen 92 Proz. und sind ununterbrochen verzinst worden, nur die Zinsen von 20 Proz. find auf 3 Jahre ausgefallen. Verloren haben zumeist die Akttonäre, also wohlhabende Leute, die auf sehr große Zinsen rechneten."— Wenn das kein gutes Gesetz, kein gutes System ist, das sogar Männer zur Verantwortung zieht, die, mögen sie auch sonst was immer gethan haben, von keinem unedlen Mottv geleitet, deren Streben von kaum beachtenswert üblen Folgen begleitet gewesen ist— dann, ja dann giebt es über- Haupt kein gutes Gesetz, kein gutes System. Sehr richtig. Es giebt auch keines. Und gerade die Begründung der Pommernrichter lehrt von neuem wieder, was für Strick- und Flickwerk all' unsre Gesetzesmacherei ist. Aus der langen, überlangen Anklage, die der Staatsanwalt— ausnahmsweise einmal unter Zustimmung des deutschen Volksempfindens— aufgebaut hatte, ist ein ganz winzig kleiner Schuldspruch geworden. Nur da, wo die An- geklagten in unerhört grober Weise über das in ihren BerufSkreisen übliche Maß hinaus gesündigt hatten, konnte eine Verurteilung erfolgen. Nur wenn man das Urteil nicht als etwas absolutes, sondern in seinem Verhältnis zur Anklage betrachtet, kann man zur Einschätzung seiner wahren Bedeutting kommen. Unter den Fällen, in denen die Freisprechung nach bestem Wiffen und Gewissen der Richter erfolgen mußte, kann man zwei Arten unter- scheiden: Die einen weisen zwar eine unmoralische Handlung auf, aber die Form des Gesetzesparagraphen ist nicht verletzt. In der andern ließ die Ansicht der Sachverständigen es überhaupt zweifel- hast erscheinen, ob auch nur eine, von der Norm abweichende, unmoralische Handlimg vorlag. Alles geschriebene Recht beruht auf der Form. Ganz bestimmte Handlungen müssen in ganz bestimmter Weise begangen sein, um einen strafbaren Thatbestand zu begehen. DaS Gesetz kann von jedermann, der, Zeit und Bildung genug dazu hat, gelesen werden. Und Bankdirektorcn pflegen die sie betreffenden Gesetze genau zu studieren. Sie müßten so große Thoren sein, daß sie weder ihr Gehalt noch ihre Tantienie wert wären, wollten sie in langer Praxis nicht schließlich gelernt haben, wie man geschickt den strafbaren Thatbeständen ausweicht. Und wenn es wirklich einmal einem eifrigen Staatsanwalt beliebt, die Formen für verletzt zu erklären, ein halbes Dutzend beredter Anwälte werden schließlich den Richtern die Formen bester zu deuten wissen, als der weltfremde Beamte im Anklägertalar. Aber dazu kommt noch eins: Wer sind denn die Leute, die jene Formen schufen, die Gesetzesparaphen bildeten? Beim Akticngesetz und beim Hypothenbank-Gesetz waren es durch- weg dieselben Leute, gegen die das Gesetz Anwendung finden sollte. Die Grundlagen unsres Aktienrechtes mauerten die liberalen Gründer. Und für das Hypothekenbank-Gesetz fungierte als Sach- verständiger der Regierung Herr— Sanden und als Hauptredner im Parlament Herr— Munckel, der eine Direktor, der andre mehrfacher Aufsichtsrat im Bankenklüngel, der sich um die Preußische Hypothekenbank gebildet hatte. Daß sie sich die Gesetzesmaschen möglich weit schufen, braucht nicht erst ausdrücklich gesagt werden. Und durch diese Maschen entschlüpften jetzt auch ihre gelehrigen Schüler Schultz und Romeick. Wie leicht ist es doch für einen Bankdirektor, der strafenden Gerechtigkeit zu entgehen! Hat man schon jemals bei einem armen Preßsünder gesehen, daß ihm mangelndes Bewußtsein der Rechts- Widrigkeit seiner Handlung oder die mangelnde beleidigende Absicht zugestanden wurde. Aber wenn man geschickte Advokaten zur Ver- Verfügung hat, so ist eS eben leichter, die Rechtmäßigkeit seines Thuns zu erweisen, als wenn man nur mit seinem guten Gewissen be- schwert vor die Richter tritt. Folgender Fall als Charakteristikum: Herr Romcick hat einen Bruder. Dieser Bruder besitzt ein Gut. Dieses Gut läßt Herr Romeick von seinem Bruder, der Geld braucht, schätzen und beleiht es in Höhe der brüderlichen Schätzung. Der Bewag, den der eine Romeick dem andern leiht, ist ungefähr das Dreifache dessen, was nach vorsichttger Schätzung die ostpreußische Landschaft lachen will. Aber trotz alledem erkennt nach Anhörung der Verteidiger und Sachverständigen das Gericht, daß Herr Romeick diese enonne Hypothek für vollwertig halten konnte, also das Be- wußtsein einer rechtswidrigen Handlungsweise nicht nachweislich ge- habt hat. Gerade dieser Punkt hat um deswillen einen besonders pikanten Beigeschmack, weil jene hohe Hypothekenbeleihung von dem Angeklagten Romeick an seine Bank als Deckung für das Guthaben gegeben worden war, mit dem er an Excellenz v. Mirbach 300 000 aufgeklärte und über 300 000 unaufgeklärte Wohlthättgkeits- gelber gespendet hatte. Herrn Mirbachs Kassen sind jetzt also ge- rettet. Eine rechtliche Verpflichtung zur Rückzahlung der Erträgnisse seines Klingelbeutels existiert nicht. Denn Schultz und Romeick hatten ein vollwertiges Guthaben bei der Bank. Eine moralische Verpflichtung dazu wird die frumbe Excellenz jetzt wohl auch nicht mehr empfinden. Denn die Richter haben ja ausdrücklich erklärt, daß nur wohlhabende Leute Geld verloren und Thränen vergossen haben. Von den Reichen aber nimmts Herr v. Mirbach ja sogar direkt, sollte er den indirekten Weg über die Bankpleite da für weniger ehrenvoll halten? Aber noch ein Beispiel aus dem Lehrbuch: Wie umgeht man swafbare Thatbestnnde? Die„Pommernbank hat SpekulationS- geschäfte nicht selbständig gemacht, sondern nur Terrains andrer Gesellschaften beliehen", heißt es im Urteil.„Andrer Gesellschaften." Wie harnilos das klingt. Formell waren es thatsächlich andre Gesellschaften, die die TerrainS besaßen, zum Teil sogar zu hohen Preisen von den Herren Schultz und Romeick erworben hatten. Die Angeklagten hatten sie gegründet, all die kleinen Gesellschaften mit den schönen Namen„Jmmobilien-Verkehrs- bank, Immobilien Erwerbsgesellschaft" usw. und die Pommersche Hypothekenbank selbst hätte die Mecklenburg-Strelitzsche Hypotheken- bank ins Leben gerufen. Hätten die Angeklagten die vielen Terrains, die sie an diese verschiedenen Tochtergesellschaften abschoben im eigenen Besitz behalten, schwere Swafe hätte ihrer geharrt. So aber waren es ja andre juristische Personen, deren Terrains sie beliehen. Daß die wirtschaftliche Existenz dieser vielen kleinen Gründungen, die bei minimalem Kapital mit einem bis zu 40 Millionen kalkulierten Besitz an Grund und Boden bepackt waren, ganz und gar darauf beruhigte, daß die Pommernbank ihnen Millionen- schwere Gelder pumpte, konnte wohl die Richter zu einer mora- lischen, aber nicht zu einer rechtlichen Verurteilung führen. Und auch der Umstand, daß der Gewinn in die Taschen der Angeklagten floß, das Risiko aber auf die Schultern ihrer Bank ab- gewälzt wurde, wog leicht— die Form war ja gewahrt, die kriminelle Ehre gerettet. Und nun die Fälle, in denen verurteilt werden mußte. Aus all dem vielen hin und her der— sich vielfach direkt widersprechenden— Meinungen der Taxatoren, hat das Gericht für festgestellt erachtet, daß die Direktoren wissentlich zu hohe Beleihungen vorgenommen, also zum Nachteil der Bank ge- handelt hatten. Im Plaidoyer schon hatte Herr Justtzrat Sello aus der bekannten Broschüre des verstorbenen Privatdocenten Paul Voigt festgestellt, daß alle Hypothekenbanken Grundstücke über den soliden Taxwert hinaus beleihen. Hätte das Gericht sich dieser Ansicht angeschlossen, die Unsolidität wäre für heilig vom grünen Tisch der Gerechtigkeit aus erklärt worden. Aber die Richter haben als ehrliche Leute nicht umhin gekonnt, den Angeklagten als mildernden Umstand zuzurechnen, daß sie glauben durften, die von ihnen be- liehenen Grundstücke in der Umgegend von Berlin würden bald ihren Wert erheblich erhöhen und— wie der technische Ausdruck lautet— in die Beleihung hineinwachsen. Sie mußten das, war doch in den Verhandlungeu festgestellt, daß binnen weniger Jahre Berliner Grundstücke an der Peripherie der Stadt ihren Wert verdreifacht haben. Wodurch? Nicht durch die Arbeit der Besitzer. Durch die Arbeit der Allgemeinheit. Die Stadt wächst und dehnt sich. Millionen fleißiger Hände regen sich und schaffen Werte, von denen in ihre Taschen nur der geringste Teil fließt. Der Unternehmer säckelt sie ein. Aber auch er ist einem Größeren tributpflichttg: Dem Besitzer des Grund und Bodens. Jeder Spatensttch, jeder Hammerschlag, jede Straßenbahn, jede neue Geburt, jede neue Zuwanderung gräbt neues Gold in den Boden der Stadt. Nach Wohnungen drängt alles: Die Mieten steigen und mit der städtischen Grundrente wächst der Wert des Kapitals. Dieser mildernde Umstand, den Schultzens und Romeicks Richter ihnen zubilligten, erhellt blitzartig das System, aus dem sie hervor- gingen, mit dem sie, wie alle rechnen mußten und müssen. Die Hypothekenbanken in ihrer heuttgen Form sind Kinder de? Privat- cigentumS an Grund und Boden. Sie machen durch die Ausgabe ihrer Pfandbriefe die Gelder der Kleinsten flüssig, um Häuser und Baustellen zu beleihen. Um viel zu verdienen, müssen sie möglichst hoch be- leihen. Je höhere Darlehen sie geben, um so weniger eignes Kapital braucht der Spekulant, um Baustellen und Häuser zu kaufen. Dadurch wird die Zahl der Käufer ins ungemeffene vermehrt und mit dem Wachsen dieser Zahl steigen die Preise. Die viel besungene heimatliche Scholle wird zum Handels- und Spekulattonsobjekt, wie irgend eine andre Ware. Allein bei andren Spekulationen trägt der Spekulant das Risiko der Konjunkturen. Der Bauspekulant, der sich nicht gerade hat übers Ohr hauen lassen, ist besser daran. Sein Verstand ist sein Sitzfleisch, kann er lange genug warten, so„wächst das Grund- stiick in seinen Wert hinein". Die andern arbeiten ja für ihn. So sieht das famose System aus, über das man jetzt den Spießbürger beruhigen will. Hätten sich Schultz und Romeick im Rahmen dieses Systems gehalten, kein Haar wäre ihnen gekriiinnit worden. Aber sie wollten noch höher hinaus und hatten nicht die sittliche Kraft— länger warten zu können. politifcke Qebcrficbt. Berlin, den 1. Jnli. Die Revolution der Oberbürgermeister. DaS preußische Herrenhaus zeichnet sich vor allen andren Berliner Parlamenten durch eine Eigenschaft aus: Durch seine vorzügliche Akustik. So drangen denn selbst Fragmente einer lebhaften Privatunterhaltung auf die Tribüne, die vor dem Beginn der Sonnabend-Sitzung auf der„Linken" des Hauses geführt wurde. Dort hatten sich die Oberbürgermeister um den Minister v. Hammer- stein geschart, dessen heisere Stimme wiederholt beschwörend und siegreich das Stimmengewirr durchbrach. Vermutlich wollten die Oberbürgermeister den Polizeiminister überzeugen, daß der agrarische Fleischbeschau-Antrag, der den städtischen Schlachthäusern eine noch- malige Untersuchung des Fleisches verbietet, von der Regierung nicht angenommen werden dürfe. HerrnI v. Hammerstein Verständnis fiir Vernunstgründe beizubringen— diese Bemühung ist sicher ver- geblich geblieben. Aber die Oberbürgermeister haben plötzlich den muttgen„Stolz der Städter" in sich entdeckt. Selbst Herr Becker aus Köln ist fast zum roten Becker geworden. Diese Helden sind entschlossen, gegen den Anttag bis aufs äußerste zu kämpfen— nämlich bis zum Montag, höchstens bis zum Dienstag nächster Woche. Zunächst haben sie eine Kommissionsberatung des Antrages „ertrotzt". Am Montag steht der Antrag dann auf der Tages- ordnung. Wenn die Oberbürgermeister wirklich, wie sie„gedroht", keine Abkürzung der geschäftsordnungsmäßigen Fristen zulaffen wollen, so können sie noch ein paar Tage dem hohen Haus die Sommer- ferien verzögern. Wie man übrigens die Oberbürgermeister be- handelt, das zeigte der gemütvolle Antrag des Herrn v. Manteuffel, der diesen die Städte angehenden Antrag der— Agrar- kommission zu überweisen forderte; Herr v. Manteuffel war groß- herzig genug, eine Verstärkung der Agrarkommission um fünf Mit- glieder— darunter vier Oberbürgermeister— zuzubilligen. Ver- gebens verlangte der Oberbürgermeister von Breslau, Herr Bender, Ueberweisung an die Gemeindekommission. Das hohe Haus erklärte es für angemessen, daß städttsche Angelegenheiten von der Agrar- kommission zu entscheiden seien. Man braucht nicht zu befürchten, daß nun künftig auch Agrarfragen vor die Gemeindekommission ge« bracht werden. Schicken sich dermaßen die Vertreter der Städte an, den Standesherren den Krieg für einige Tage zu erklären, so scheint der Kanipf der Polen, der freisinnigen Oberbürgenneister und der Centrumsmitglieder im Herrenhaus gegen die Ansiedelungs- Vorlage aufgegeben. Der Borschlag de? Präsidenten, den vom Abgeordnetenhaus abgeänderten Entwurf„in einmaliger Schluß- beratung" zu erledigen, fand keinen Widerspruch, obwohl 10 Stimmen genügt hätten, dieses abgekürzte Verfahren zu hindern. Auch sonst würde die Geschäftsordnung des Herrenhauses reiche und bequeme Mittel bieten, die Entscheidung zu verzögern; so giebt eS z. B. eine „wiederholte Schlußberatung". Aber man will die Dinge offenbar ihren Lauf gehen lassen und bereits am Sonnabend mit der Monstrosität fertig werden. Mit der Erledigung der geschäftlichen Disposittonen hätten nun eigentlich die Herren die Sitzung aufheben können. Aber die Diner- zeit war noch nicht herangekommen, und so hielt man noch ein ftommes Erbauungsstündlein ab. Man erörterte sehr lang und sehr tiefsinnig den epochalen Antrag, den Soldaten die Gesangbücher als Eigentum zu belasten. Man redete viel von dem Frieden der beiden Konfessionen und sah in den Gesangbüchern löbliche Waffen gegen den Umsturz. Einer der Redner bekannte sich zu der innigen Ueber- zeugung, daß auch die Offiziere allerwege ihr Gesangbuch bei sich führen....—_____ Mirbach-Not. Die Presse von der„Kölnischen Zeitung" zur„Deutschen Tageszeitung' klagt herzzerbrechend, daß die Mirbachiade noch immer un- aufgeklärt" bleiben soll. Die„Deutsche Tageszeittmg" jammert um daS„monarchische Bewußtsein" im Volke. Nicht der Minister im Parlament habe über daS Verfahren des Oberhofmeisters zu befinden, sondern eine andre Instanz. Das Blatt beschwört diese andre Instanz in agrarischer Eindringlichkeit: „Von dieser andren Instanz würde aber eine baldige entsprechende Entscheidung in dem gut monarchischen Teile des Volkes mit lebhafter Beftiedigung begrüßt werden. Man mag von dem guten Glauben und den guten Absichten des Freiherr» v. Mirbach noch so überzeugt sein, man wird die überaus schweren Bedenken, die selbst in kirchlichen und konservativen Blättern gegen seine Thätigkeit geäußert worden sind, niemals beseitigen, ja nicht abschwächen können. Wer wie wir in jüngster Zeit Gelegenheit gehabt hat, unmittelbar draußen im Volke zu verkehren, der wird bemerkt haben, wie empfindlich der monarchische Gedanke durch die bekannten Eni- hüllungrn der letzte» Tage gefährdet worden ist. Dieser Gefähr- dung muß gesteuert werden. Das unumwunden zu sagen, halten wir für unsre unabweisbare Pflicht gegen die Monarchie und gegen das Volk." Die deutschen Zeitungsagrarier sind anscheinend der Ansicht. sie allein haben das Recht, den monarchischen Gedanken zu untergraben. Warum wollen sie den Mirbachs gar nichts ablassen? Die„Kölnische Zeitung" aber stöhnt: „Da man die Besprechung der Interpellation nicht für nötig befunden hat, so möge man sich nun nicht wundern, wenn der socialdemokratische Weizen wieder kräftiger in die Halme schießt." Die„Kölnische Zeitung" und die„Deutsche Tageszeitung" irren, wenn sie glaubten, daß Ministeräußerungen oder da» Eingreifen einer andern Instanz die Enthüllungen der Hofbankhistorie mildern könnten. In dieser Affaire ist nicht die Verfehlung einer einzelnen Person offenbar geworden, sondern das gesamte System des kapitalistischen Kirchenbaues.— Deutrchee Reich. Köiiigsberger Prozeß. Die Forderung der im Königsberger Prozeß Angeklagten und Ihrer Verteidiger, daß die auf fünf Tage bemessene Frist zur Er- Hebung von Einwendungen verlängert werde, ist durch das Gericht abgelehnt worden. Damit ist den Angeklagten die nötige Vorbereitung zu ihrer Verteidigung entzogen. Kaum sind die fünf Tage verstrichen, so hat das Gericht auch bereits beschlossen, daS Hauptverfahrcn zu eröffnen und auf den 12. Juli de» Begiuu der Verhaudlungen festzusetzen! Angeklagt sind: 1. Barbier Max Nowagrotzki in Königsberg; 2. Rendant der Orts-Krankenkasse Otto Braun in Königsberg; 8. Schmied und Uhrmacher August Kugel in Buddelkehmcn; 4. Arbeiter Friedrich Klein in Memel; S. Uhrmacher Hermann Trcptau in Memel; 6. Schuhmachermeister Ferdinand Mertins in Tilsit; 7. Lesmann Martin Kögst in Bajohren; 8. Zimmcnnann Friedrich Rudolf Ehrenpfort in Petershagen: S. Expedient an der Buchhandlung Vorwärts Friedrich Wilhelm Pätzel in Berlin. Nicht eröffnet ist das Hauptverfahren gegen Redakteur Ouessel in Stettin, der gleichfalls von der Staatsanwaltschaft angeklagt ist. Mirbachs Privatgeschäfte. Ein Herr, der früher im Dienste der Preußischen Hypothekenbank stand, schreibt der„Zukunft"p „Wenige Jahre vor dem Zusammenbruch der Preußcnbank wollte der Oberhostneister Freiherr v. Mirbach ihr ein weites, südlich von Bonn zwischen Godesberg und dem Rhein liegendes Areal verkaufen. Er forderte einen ziemlich hohen, durch die günstige Entwicklung der regionalen Verhältnisse immerhin aber zu rechtfertigenden Preis. Um diese Verhältnisse zu prüfen, wurde ein Bankbeamter»ach Godesberg geschickt. Ob das Geschäft perfekt geworden ist, weiß ich nicht; denn der K o M M e r z i e n r a t S a n d e n vermied jedesmal, wenn er danach gefragt wurde, eine präcise Antwort und war nicht zu deutlicher Aussprache zu bringen. Sicher ist aber, daß der Ober- Hofmeister die Absicht hatte, mich persönliche Geschäfte mit Sandcus Preußcnbank zu machen. Diese Feststellung scheint mir ge- uügend."— Die Autorität des Rechtsbruchs. Die„Krenz-Zeitung" giebt unS zu, daß die Möglichkeit nicht bestritten werden könne, die Ansiedclungs- Vorlage zur Entscheidung des Reichsgerichts zu bringen. Aber sie hat ein höchst kompromittierendes Vertrauen zum Reichsgericht;„denn unsre obersten Gerichte haben sich bisher in solchen staatsrechtlichen Fragen aller gekünstelten Auslegungen zu enthalten gewußt". Die „Kreuz-Zeitung" fügt höchst spaßhaft hinzu: „Sollte etwa der Aufforderung des„Vorwärts"— zum Ungehorsam gegen das gesetzlose„Gcfctz"— Folge geleistet werden, so werden diejenigen, die sich dazu hergeben, ihrer Strafe nicht entgehen. Bezeichnend aber bleibt es, wie die Socialdcmokratie jede Gelegenheit zu Angriffe» auf die Autorität, im vorliegende» Falle auf das Gesetz als auf die höchste Autorität, mißbraucht." Wenn die Konservativen in so erschreckender Weise an Gedanken- verschlingungen leiden, wie der Schreiber der«Kreuz-Zeitung", dann kann mau allerdings begreifen, daß sie„aus Ueberzeugung" die Rechtswidrigkeit der Ansiedelungsvorlage bestreiten. Wir sollen die Autorität, die höchste Autorität des Gesetzes angegriffen haben, weil — wir das Gefetz gegen seine Verletzungen verteidigt haben. Das ist wirklich die Terrorisiernng aller Logik, das heißt den Richter anklagen, daß er die„höchste Autorität", das Recht des Verbrechers verletzt. Freilich, das preußische Junkertum hat seit jeher auf die unantastbare Heiligkeit des— R e ch t s b r u ch s geschworen I—_ Schändliche Soldatcnquälcreien bildeten den Gegenstand einer Verhandlung vor dem Kriegs- gericht Magdeburg. Der Unteroffizier Friedrich Karl Peter war angeklagt, in der Zeit vom Februar bis Mai 1SlZ4 in nachweisbar 2 7 Fällen Soldaten mißhandelt zu haben, insbesondere den Musketier Powileit, der schließlich, um sich den fortgesetzten Quälereien zn entziehen, fahnenflüchtig wurde und kurz nach seiner Flucht Selbstmord beging. Außerdem wird dem Unteroffizier Peter zur Last gelegt: Mißbrauch der Dicnstgewalt, Anstiftung der Untergebenen zum Belügen der Vorgesetzten und Verleitung zum Meineid. Der Angeklagte war zum Teil geständig. Er räumte ein, die ihm unterstellten Rekruten mit dem Stiefel, dem Seitengewehr und der Klopfpeitsche geschlagen zu haben. Auch gab der Angeklagte zu, seine Leute veranlaßt zu haben, in einer früher schon gegen ihn stattgcfnndenen Verhandlung zu seinen Gunsten unwahre Zeugenaussagen zu machen. Die Verleitung zum Meineid bestreitet er. Als Belastungszeugen traten 15 Untergebene des Angeklagten auf. Sie bekunden, daß sie, namentlich aber der aus dem Leben geschiedene Powileit, in rohcstcr Weise wiederholt mißhandelt, mit dem Seitengewehr geprügelt und gcohrfcigt worden sein. Einer der Zeugen, der Musketier Ziolkowski, sagt aus, Unteroffizier Peter habe ihn vor der ersten kriegsgericht- lichen Untersuchung und anw vor der Kriegsgerichtöverhandlung aaf- gefordert, ihn zu entlasten,„wenn alle einig blieben, könne diese Zeugenaussage auch beeidet werden, denn dairn werde nichts herauskommen". Die übrigcN'Zeugcn bekunden, daß auf sie in gleichem Sinne vom Angeklagten eingewirkt sei. Infolgedessen hätten sie auch wider besseres Wissen den Unteroffizier bisher cnt- lastet, l Einer der Zeugen hat diese entlastende und unwahre AuS- sage auch beschworen und wird sich demnächst deshalb wegen Mein- cides zu Vcranttvorten haben.) Das Urteil gegen Unteroffizier Peter lautete auf l'/z Jahre Znchthans. Bayrische Wahlfrage. Aus München wird uns telegraphiert: Nach der heutigen Ablehnung der Wahlgesetz- Vorlage durch den Reichsrat stellte der liberale Abgeordnete Hammerschmidt soeben einen neuen Initiativantrag auf Einführung der direkten Wahl nach dem System der Verhältniswahl. Die liberale Fraktion beantragt ferner: Die Regierung möge dafür sorgen, daß der An- trag Hammerschmidt noch in dieser Landtagsperiode erledigt werden kann. Es handelt sich hier um ein Manöver, durch das die Liberale» ihren Betrat in der Wahlreformfrage zu maskieren versuchen. Im dcntschev Lchrcrverein ist ein ebenso auffallender wie un- motivierter Wechsel in der Person des ersten Vorsitzenden vollzogen worden. Wie der geschäftsführende Ausschuß des deuffchen Lehrer- Vereins in einer an den Gesamtvorstand und die Mitglieder des deutfchen Lehrervereins gerichteten Publikation mitteilt, hat der Lehrerverein des für die Geschäftsperiode 1904/06 gewählten Vor- ortcs Berlin die Wahl der Mitglieder für den geschäftsführenden Ausschuß vollzogen. Obwohl zu diesen gewählten Mit- gliedern wiederum der langjährige Vorsitzende des deutschen Lehrervereins, Lehrer Clausnitzer, gehört, ist doch nicht dieser zum Vorsitzenden gewählt worden, sondern der Vorsitzende des Berliner Lehrervcreins G. Röhl, lieber die Gründe dieses ans- fälligen Personenwechsels sagt die offizielle Mitteilung nichts. In dem Sitzungsbericht über die konstitnierend-n Sitzungen des ge- schästsfiihrenden Ausschusses heißt es über diese Angelegenheit: „Bei der Wahl ziini ersten Vorsitzenden wurde zuerst der bis- herige Vorsitzende Kollege Clausnitzer einstimmig wieder- gewählt, lehnte aber die Wahl bestimmt ab und schlug seinerseits den Kollegen Röhl vor, der darauf ein- stimmig gewählt wurde. Dieser nahm die Wahl mit dem Ausdruck des Dankes für die ihm damit erwiesene Ehre an.... Mit herzlichen Worten dankte er sodann dem zurückgetretenen Führer.für die unschätzbaren Dienste, die er dem deutschen Lehrerverei» geleistet, und knüpfte daran den Ausdruck der Hoffnung, daß Kollege Elausnitzer auch fernerhin an den Arbeiten des Aus- schusses regen Anteil nehmen und namentlich ihm, dem neuen Vor- fitzenden, ein treuer Berater sein möge." Clausnitzer war seit 1890 Vorsitzender des deutschen Lehrer- Vereins. Daß er amtsmüde lvar, davon wußte man bislang in weiteren Kreisen noch nichts. Jetzt nachträglich konnte eine Wendung Clausuitzers auf der Vcrtreterversammlung in Königsberg allenfalls dahin gedeutet werden. Als von Gutmann-München an ihn die dringende Bitte gerichtet worden lvar, au der bisherigen Stelle stehen zu bleiben, und Röhl-Bcrlin die Versicherung abgegeben hatte, daß Berlin alles aufbieten werde, um den bisherigen Vorsitzenden zu erhalten, bemerkte Clausifitzer kurz, daß mit diesen Bemerkungen den Entschlüssen deS Vorortvereins vorgegriffen werde und daß sie deshalb nicht zur Sache gehörten. Es ist immerhin von allgemeinerem und öffentlichem Interesse, loenu ein durch vierzehnjährige Thätigkeit bewährter Vorsitzender der über 100 000 Mitglieder zählenden Organisation der deutschen Volksschullehrer, der vollstes Vertrauen genießt, plötzlich über Nacht und ohne Angabe irgendwelcher Gründe die Weiterführung seines Amtes ablehnt. Ist diese Thatsache auf irgendwelche Vorgänge im Berliner Lehrcrvcrein zurückzuführen? Oder handelt es sich um Nachklänge von Königsberg? Oder ist eine Organisalionsäudernng ini Werden, für die Clausnitzer sich frei gemacht hat? Jedenfalls macht der Verlauf der Dinge im geschäftsführenden Ausschuß den Eindruck„bestellter Arbeit".— Der neue Vorsitzende, Röhl, ist bis vor zwei Jahren laugjähriger Redakteur der„Pädagogischen Zeitung" gewesen. In politischer Beziehung sind beide Rkänner rechtgläubige Liberale; insofern bedeutet der Personenwechsel keinen Fortschritt.— Husland. Nilternchmerjustiz.— Lyoncr Kammernachwahl. Paris, 30. Juni. lEig. Ber.) Ein Justizverbrechen an Arbeitern, das man nur in Rußland und Galizien für möglich halten sollte, lvurde und wird noch in Nordfrankreich versucht. Man kennt ja die Macht des vereinigten unternehmerlichen und klerikalen Druckes im Norden, man kennt insbesondere die eutmenschlichende, knechtende Wirkung dieses Druckes in den industriellen Dörfern. DaS allein genügt aber für die Erklärung des Justizverbrechens von Nenvilly M n n o l i Sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma gehören jetzt dem Tabakarbeiter-Verbande an. Von den Arbeitern der übrigen 20 Betriebe waren 255,SS M. gesammelt worden, so daß auch die am Streik beteiligten bisherigen Un organisierten während der kaum achttägigen Dauer des Ausstandes ausreichend unterstützt werden konnte». Achtung, Schuhmacher? Der Streik in der Filz- und Reiseschuh- fabrik von Sally Rosenberg ist gestern unter nachfolgenden! Be- dingungen beigelegt worden: Nachdem sich Herr Rosenberg durch Einsicht in die vorjährigen Lohnbücher davon überzeugt hat, daß den Einleistern für den strittigen Artikel 70 Pf. gezahlt wurde, soll den Einleistern auch ferner derselbe Lohn gewährt iverden. Die bisher entstandene Differenz md den davon betroffenen Einleistern nachgezahlt werden. Die Zwicker erhalten nunmehr für den geringeren Artikel Herren-Reiseschuhe, soweit wie zu denselben nicht Schafleder sondern Ziegenleder verarbeitet wird, einen Lohn von 2,60 M. Für den oesseren Artikel, welcher ausschließlich in Ziegenleder gearbeitet wird, zlesbt der alte Lohnsatz von 3 M. bestehen. Sämtliche in den Ausstand eingetretene Personen kehren wieder Ol ihre Plätze zurück.— Zu der Berichtigung des Herrn Rosenberg in der vorigen Nummer gaben Ivir noch zu bemerken: 1. Wäre es richtig, daß Herr Rosenberg vor dem Ausstand be- eeits den Einleistern erklärt hat, daß für den strittigen Artikel 70 Pst gezahlt werden sollen und wäre bei der letzten Lohnzahlung auch den Einleistern dieser Betrag verrechnet worden, wie es ja auch ver- , prochen war, so wäre der Einleister Conrad nicht in die Lage ge- kommen, den differierenden Betrag nachzuverlangen und der Aus- tand ivegen dieser Differenzen vermieden worden. Die beffere Ein- ficht ist Herrn Rosenberg leider erst dann gekommen, als der Kon- llikt ausgebrochen war. 2. Bei den Zwickern handelte es sich nicht um Lohnforderungen. Denselben war zugemutet, den geringeren Artikel auch in Ziegen- redet für den Lohnsatz von 2,3ö M. zu arbeiten, während es sonst ■Hz Arbeiten, welche in Ziegenleder gearbeitet wurden, 3 M. gab. Nichtig ist es, daß, nachdem der Fabrikant eine Verständigung über oiesen Punkt abgelehnt hat, die Arbeiter weitere Schritte unterließen, wer nicht desivegen, weil es sich um eine ungerechte Forderung handelte, fondern, weil Herr Rosenberg erklärt hatte, daß nur ein Ausnahmefall vorläge und die Zwicker einen Konflikt vermeiden wollten. Nunmehr ist die Sache wie oben mit- geteilt geregelt. 3. Ein Eingehen auf die Prügelaffaire lehnen wir ab, da der ?etr. Arbeiter Strafantrag gestellt hat und demnächst das Gericht n die Lage kommen wird, darüber zu entscheiden._ Berein deutscher Schuhmacher. Wie Hermann in der gestrigen Versammlung berichtete, whalten die Zwicker für den strittigen Artikel statt nunmehr i,60 M., der bessere Artikel Ivird wie bisher mit 3 M. bezahlt. Der Redner bezeichnete diesen Ausgang des Streiks As einen für die Arbeiter günstigen. In längeren Ausführungen zab Hennann eine Darstellung der Ursachen des Konflikts, woraus hervorging, daß die Berichtigung des Herrn Rosenberg eine »arteiische vom einseitigen Fa'brikantenstandpnnkt gesehene Dar- tellung der Vorgänge ist. Ueber das von Hern, Rosenberg als un- gebührlich bezeichnete Verhalten eines Einleisters gab der Redner folgende Schilderung: Der betreffende Arbeiter forderte die Aus- Zahlung einer Lohndifferenz, die ihm laut Verabredung zustand. hierbei kam es zwischen dein Arbeiter und dem Fabrikanten zum Aortwechsel und zu Thätlichken, bei denen aber, wie auf ms bestimmteste versichert wird, nicht der Arbeiter snndern Herr iiosenberg der Angreifer war. Schließlich rief der Fabrikant mehrere Personen zu Hilfe, die unter New alt und Mißhandlungen den Arbeiter hinauswarfen.— Das Ergebnis der lebhasten Diskussion vor die einstimmige Annahme eine Resolution, welche den Angriff auf den Arbeiter entschieden oerurteilt und scharfen Protest dagegen einlegt.— Die Bedingungen, unter denen der Streik beigelegt worden ist, billigte die Ver- sammlung. Die streikenden Steinsetzer und Rammer waren gestern nachmittag oollzäblig in der Brauerei„Friedrichshain" versammelt. Mehr als 1500 Berufsangehörige waren in der imposanten Versammlung erschienen. Wie der Verbandsvorfitzende K n o l l berichtete, ist eine Deputation der Streikenden bei den Herren Stadtbaurat Krause und Bürgermeister Reicke vorstellig geworden. Stadtbaurat Krause, jeden- falls durch die einseitigen parteiischen Darstellungen der Unternehmer beeinflußt, hielt der Deputation vor, daß die Arbeitsniederlegung oer Steinsetzer sich als Kontraktbruch darstelle. Eine Auffassung. sie durchaus irrig ist, denn obgleich die Steinsetzer ausdrücklich be- schlössen hatten, wegen des Ranunerstreiks nicht die Arbeit nieder- zulegen, haben die Unternehmer in den ersten Tagen des Ranuner- ,treiks mehr als 200 Steinsetzer entlassen. Wenn also die Arbeitsniederlegung Kontraktbruch sein soll, dann haben die Unter- nehmet durch d,e Entlassung der Steinsetzer z u e r st Kontraktbruch begangen, wie sie denn auch durch ihr ferneres Verhalten die zu- nächst' nicht beabsichtigte Arbeitsniederlegung provoziert haben. Das positive Ergebnis der Unterredung mit den, Stadt- baurat war die der Deputation gegebene Zusicherung, daß für die Arbeiten, welche gegenwärtig imGang sind, kein Aufschub gewährt wird. Bürgermeister Reicke gab der Deputation das Versprechen, seinen Einfluß dahin geltend zu machen, daß die Jnnungsmeister vor dem Einigungsamt verhandeln, wenn es die Streikenden nochmals anrufen.— Mehr hatte die Deputation von den beiden Vertretern des Magistrats nicht er- wartet. Die Streiklcittmg ist der Meinung, daß die gegebenen Zu- sicherungen für jetzt genügen, sie empfahl den Streikenden deshalb. das Eimgungsamt zum drittenmal anzurufen und zu versuchen, was auf diesem Wege zu erreichen ist. Die Versammlung stimmte dem zu und beauftragte.mit der Vertretung vor dem Einigungsamte: Schenke. KiaSlehn. Haufschild. Trange, und als Ersatzleute Knoll und Grevertz. Der Streik ist allgemein durchgeführt, 1700 Steinsetzer und Rammer find an demselben beteiligt. I» Arbeit stehen nur etwa 50 Berufsangehörige, die durch Kontrakt gebunden sind, sowie 30 Streikbrecher, die sich nicht an der Arbeitsmederlegung beteiligten. Gemäß einem Beschluß der Streikleitung, dem die Versammlung zustimmte, lvird die Arbeit bei den nicht der Innung angehörenden Firmen, welche die Forderungen der Rammer bewilligt haben oder noch bewilligen, aufgenommen. Ueber den Streik der Holzbildhauer teilte die Lohnkommission in der Versammlung am Donnerstag mit, daß 19 Firmen mit 81 Bild- Hauern die Forderungen bewilligt haben. 7 Firmen haben sich mit den Arbeitnehmern auf geringere als die geforderten Lohnzulagen geeinigt und 21 Firmen, die 146 Bildhauer beschäftigen, haben nicht bewilligt. Bon den 146 Streikenden gehören 5 dem Hirsch-Dunckerschen Gewerlverein an. Die Lohnkommission hat mit einer Vertretung des Vereins selbständiger Bildhauer verhandelt, welche den Arbeit- nehmern folgende Borschläge machte: Die geforderte Lohnerhöhung von 10 Prvz. soll in der Weise bewilligt werden, daß b Proz. sogleich, und weitere S Proz. vom 1. Ottober an gezahlt werden. Der Arbeitsnachweis der Gehilfen wird anerkannt und zur Schlichtung von Streitigkeiten, die in der Werkstatt nicht geregelt j Städten Spaniens streben werden können, soll eine paritätische Kommission eingesetzt werden, mit den Unternehmern an. Es soll em vonaustg auf em Jayr geltender Tarifvertrag abgeschlossen werden.— Ehe diese Vorschlage der Gehilfenversamm- lung unterbreitet werden konnten, hat der Verein der selbständigen Bildhauer Hilfe gefunden bei der Tischler-Jnnung und dem Verbände der Holzindustriellen. Von diesen beiden Unternehmerorganisationen ist je ein Mitglied der Kommission des Vereins selbständiger Bild Hauer beigetteten und die so zusammengesetzte Kommission hat den Gehilfen kurz vor dem Beginn ihrer Versamnilung neue Vor- schlüge gemacht, die sich von den vorstehenden Vorschlägen dadurch unterscheiden, daß eine Lohnerhöhung von nur S Proz. in allen Be- trieben inicht nur in denen, auf die sich der Streik zur Zeit erstreckt) vom nächsten Montag an gewährt werden soll unter der Voraus- setzung, daß an dem genannten Tage die Arbeit in den Werkstätten, wo jetzt gestreitt wird, wieder aufgenommen wird.— Die Lohn- kommission empfahl weitere Verhandlungen mit den Arbeitgebern. Herr Böttcher, der den Verein selbständiger Bildhauer vertritt, trat für die Annahme der letzten Vorschläge der Arbeitgeber ein. Die Versammlung diskutierte lange und eingehend über diese Vorschläge. Man verkannte nicht, daß die Lohnerhöhung in allen Bettieben ein annehmbares Zugeständnis bedeute, er- mattete aber, daß man mit der Zeit doch noch die geforderten zehn Prozent erhalten müsse. Es wurde hervorgehoben, daß man zu dem Perein selbständiger Bildhauer volles Verttauen habe, berechttgtes Mißtrauen müsse es aber erregen, daß sich der Berein mit der Tischler- Innung und deren bekanntem icharfmachettschen Führer Rahardt, sowie mit den Holzindustttellen verbunden habe. Herr Böttcher meinte, der Verein befinde sich in einer gewissen Zwangslage, weil seine Mit- glieder mit der Kundschaft der Tischlereien und Holzindustriellen zu rechnen habe und den selbständigen Bildhauern der Verlust der Aufträge in Aussicht stehe, falls sie nicht mit der Tischler-Jnnung und den Holzindustriellen gemeinsame �ache machen. Schließlich beauftragte die Versammlung die Lohnkommission, mit den Arbeit- gebern weiter zu verhandeln und das Ergebnis der Verhandlungen der nächsten Versammlung vorzulegen. Deutfchcs Reich. Ein verein arbeitswilliger Maurer hat sich in Königsberg unter dem Schutze des Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe ge- gründet. Sämtliche Scharfmacher waren bei der Geburt dieses tot- geborenen Kindes zugegen. Obwohl die Arbeitgeber schon vor Wochen betont haben, daß sie 121 Arbeitswillige außer den Italienern zur Verfügung haben, waren in der Versammlung, in der ein Maurer- meister den Vorsitz führte und der Obermeister refetterte, nur 40 Poliere und Gesellen anwesend. Herr Lauffer, der Vorfitzende des ArbeitgeberbundeS, sprach über den Nutzen der gewerkschaftlichen Organisation der Gesellen. Die Versammlung habe den Zweck, den Zusammenschluß aller„gutgesinnten" Gesellen herbeizuführen. Der neue Verein soll den Ziveck haben, Lohn- und Arbeitsbedingungen zwischen Arbeitgeber und Arbeiter herbeizuführen. Es wurde die Gründung eines Vereins beschlossen und ein provi- sorischer Vorstand von sieben Personen gewählt. Dieser soll ein neues Statut ausarbeiten. Der Verein soll auf der Grundlage der bestehenden Gewerkschaftsorganisation aufgebaut werden. Und mit diesem Verein will dann der Arbeitgeberbund die Löhne und die Arbeitszeit festsetzen und einen Vettrag schließen, da, wie Herr Lauffer angab, mit den bestehenden Gesellenorganisationen es nicht möglich sei, eine Verhandlung anzubahnen. Erstaunlich ist der Mut und die Dreistigkeit, mit der immer wieder diese Behauptung auf- gestellt wird. Die Streikenden erklären jeden Tag in ihren Ver- ammlungen, daß sie jederzeit bereit seien, auf Verhandsungen einzugehen. Bereits— viermal— hat der Vorsitzende des Ge- werbegettchts versucht, eine Verhandlung herbeizuführen. Doch seine Bemühungen scheiterten stets an dem Widerstande der Arbeit- geber. Diese verlangen, die Maurer sollen zuerst die Arbeit auf- nehmen und dann wollen sie mit ihnen verhandeln; darauf gehen sie aver selbstverständlich nicht ein. Die„liberale" Stadtverwaltung in Königsberg und der Lohnkampf im Baugewerbe. Gar prächtig haben wieder einmal die„liberalen" Stadtväter der Stadt Königsberg bewiesen, daß sie es verstehen, die Inte reffen ihrer Sippe zu vertreten. Bekanntlich hatten die streikenden Maurer sich mit einer Resolution an die Stadtverordneten gewandt, der EVi- gäbe des Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe keine Folge zu geben, sondern im Interesse der Bürgerschaft auf pünttliche Fertigstellung der städtischen Bauten zu halten. Der Arbeitgeberbund, der auch itt der Stadtverordneten-Versammlung vertreten ist— ja, ein Stadtverordneter fichrt gegenwättig die wichtigsten städttschen Arbeiten aus — hatte gut vorgearbeitet. In einer erneuten, Eingabe hatte er unter Vorspiegelung falscher Thatsachen die Stadtverordneten zu be- einflussen gesucht. Er hatte ausgerechnet, daß er, wenn er die Forde- rungcn der Maurer und Arbeiter bewilligen würde, eine Mehr- ausgäbe von— 774 000 M. pro Jabr haben werde. Damit Ivollte er ihnen sagen, daß sich dann die Arbeiten ganz gewalttg verfeuern werden, und der Trick gelang den Unternehmern auch vortrefflich. Ueber die Resolutton der Arbeiter wurde zur Tagesordnung über- gegangen mit der Bemerkung, daß die Versammlung das bis- herige Verhalten des Magistrats billige. Und das, ob- gleich bekannt war und auch vom Magistrat zugegeben werden mußte, daß er bisher auf die Unternehmer die größte Rücksicht genommen hatte. Wichtige städtische Arbeiten waren Wochen- lang liegen geblieben. Ja es war sogar bekannt, daß der Magistrat sogar duldet, daß italienische Maurer, die das Handwerk gar nicht erlernt haben sollen, bei städtischen Arbeiten, sogar an Brückenbauten, beschäftigt werden. Ja, auf einem städtischen! Bau Hatto ein Unternehmer sogar italienische Maurer einlogiert. Und trotz alledem das glänzende Zeugnis! Nicht ein einziger bürgerlicher Stadtverordneter war dafür, dem Magistrat die Reso- lution zur Berücksichtigung zu überweisen. Die Maurer Bambergs stehen in einer Bewegung. Sie fordern 40 Pf. Stundenlohn und Extrabezahlnng der Ueberstnnden-, Nacht-, Feuerungs- und Wasserbauarbeit, Die Löhne der Maurer sind in Bamberg in ganz Bayern die schlechtesten, soweit Städte in Betracht kommen, so daß das obige Verlangen sehr bescheiden er- scheint. Buoiand. Streik im Bangewerbe Stockholms. Nachdem am 1. April d. I, die Tarifgemeinschaften der Stockhoimer Bautischler, Zimmerer, Ziegelttäger und Maurerarbeitsleute ihr Ende erreicht hatten, haben langlviettge Verhandlungen stattgefunden, die damit endeten, daß die Unternehmer erklärten, am 16. Juni solle in der Versanmilung der Baumeistervereinigung über die Vorschläge verhandelt werden. Da aber am 27. Juni noch keine Antwort der Unternehiner vorlag, legten die Bautischler und Zimmerer bei einer An- zahl größerer Firmen die Arbeit nieder. Die be- treffenden Unternehmer haben sich nun an den„Centralen Arbeitgeber-Berband' gewandt, dessen Vorstand berechtigt ist, unter Umständen eine mehr oder nnnder unifassende Aus- sperrung im Baugewerbe und andren Gewerben zu ver- fügen. Die Bäckergesellen von Versailles sind in den Streik eingetreten. Sie fordern einen Wochenlohn von 49 Fr. für vier Oefen pro Tag. die Meister wollen nur 45 Fr. gewähren. Die Versailler Arbeits- börse ist von den Behörden geschlossen worden; die Bäckereien werden von Soldaten bewacht und Soldaten sind eS auch, welche die Arbeit der Gesellen verrichten. Jedoch hat eine Anzahl der Meister bewilligt. Dagegen wird der geplante Streik der Pariser Bäckergesellen unterbleiben, da der größte Teil der Meister die Forderungen derselben bewilligt hat. Die Buchdrucker von Valencia haben nach kurzem Streik einen einheitlichen Zeilenpreis für die Setzer, sowie einen geregelten Tarif für die Maschinenarbeiter durchgesetzt. Auch in den übrigen größeren die Buchdrucker derartige Abmachungen Gerichts-Zeitung. Ekn Aerztekonflikt vor Gericht. Aus Wiesbaden wird be- richtet: Rcgierungs- und Geheimer Medizinakrat Dr. Pfeiffer soll als Dezernent der Regierung das ihm obliegende Aufsichtsrecht über die Aerzteschaft zu scharf gehandhabt und als Sachverständiger vor Ge- richt wie auch der Regierung gegenüber verschiedentlich die Wies- badener Aerzte desavouiett haben. Ganz besonders scharf aber soll Regierungsrat Pfeiffer in dieser Beziehung gegen den hiesigen Arzt Dr. Fischenich vorgegangen sein, was zur Folge hatte, daß sich schließ- lich der hiesige ärztliche Verein, dem von den ca 200 Wiesbadener Aerzten etwa 120 angehören und dessen Vorstandsmitglied Dr. Fischenich ist, mit diesem solidarisch erklätte. Daraufhin trat Re- gierungsrat Pfeiffer aus dem Verein ans und erstattete einen ver- traulichen Bericht an seine vorgesetzte Behörde, den hiesigen Re- gierungspräsidenten, in welchem er sich über den ärztlichen Verein höchst abfällig äußerte. Er führte u. a. aus, daß der Verein schon längst in den Augen aller anständig denkenden Aerzte Wiesbadens jedes Ansehen verloren habe und daß er aus dem Verein notgedrungen ausgeschieden sei, weil diesem Mitglieder angehörten, mit denen er als Regierungsbeamter unmöglich verkehren könne. Mit Rücksicht ferner darauf, daß bei einer Abstimmung über die Einladungen zum Sttftungsfest des ärztlichen Vereins die Einladung des Geh. Re- gierungsrates Dr. Pfeiffer mit 44 gegen 2 Stimmen abgelehnt worden war, beschuldigte Geh. Rat Pfeiffer in dem Bericht den Ver- einsvorstand der„Tattlosigkeit" und bemertte im Anschluß daran: Die 44 Herren, die für seine Nichteinladung gestimmt hätten, seien wohl die jedermann bekannten„Zuhälter" eines bestimmten Wiesbadener Arztes gewesen, mit dem er(Pfeiffer) zur Zeit in Klage liege. Dieser vettrauliche Bericht an den Regierungspräsidenten gelangte durch einien Zufall in die Pttvatklageatten des Dr. Fischenich gegen den Geh. Rat Pfeiffer, und in der Folge erhielten auch die übttgen Vereinsmitglieder Kenntnis von diesen sie beschimpfenden Aeutzerungen des Rcgiernngsvertreters. Zugleich soll noch ein weiterer vertrau- licher Bericht des Geheimrats Pfeiffer zur Kennttiis des Vereins ge- langt sein, in welchem der Geheimrat in ähnlichen Redewendungen einzelne Mitglieder desselben in äußerst verletzender Form der Re- gierung gegenüber als„Denunzianten" usw. bezeichnet. Nachdem die Regierung das Versehen entdeckt hatte, soll man sich die größte Mühe gegeben haben, die Benutzung der vertraulichen Akten in dem Straf- verfahren gegen Geheimrat Pfeiffer zu verhindern. Zu diesem Zweck soll sogar das preußische Kultusministerium angerufen worden sein. Es kam gestern zur Verhandlung in dem Privatbeleidigungs-Prozeß, in dem es sich um nicht weniger als 93 Einzelklagen handelte. Geheimrat Dr. Pfeiffer wurde nach 14stündiger Verhandlung zu 450 M. Geld st rase verurteilt. StaatSanwaltseifer für einen Arbeitswilligen. Eine Anklage wegen Beleidigung und Mißhandlung wurde gestern vor der Be- rufungsstrafkaminer de? Landgerichts l gegen den Steinsetzer Paul G l u t s ch ans Schöneberg verhandelt. Am 24. Oktober v. F. führte der Steinsetzer Wenziger im Auftrage seines Meisters auf dem Königsplatze Arbeiten aus. Da er nicht dem Verbände angehörte, so wurden ihm selbstverständlicki Vorwürfe gemacht. An dem ge- nannten Tage kain auch der Angeklagte auf Wenziger zu und fragte ihn:„Du, hast Du auch reine Wäsche an?" womit gemeint war, ob er auch dem Verbände angehöre und seine Beiträge bezahlt habe. Als Wenziger erwiderte:„Das geht Dich gar nichts anl" schalt.und mißhandelte Gluffch ihn. Das Schöffengericht hatte diese Aus- schreitung mit Rücksicht auf die bisherige Unbescholtenheit des Ange- klagten nur mit einer Geldstrafe von 48 M. geahndet, worauf der Staatsanwalt Berufung einlegte und im gestrigen Termine darauf hinwies, daß die Strafthat dicht an Vergehen gegen die Gewerbe- ordnung grenze, da sich die Feindseligkeit gegen einen Arbefts« willigen richte, welcher dem Verbände nicht angehörte. Er meine, daß im vorliegenden Falle nur eine Freiheitsstrafe am Platze sei und dem Beleidigten auch die Piiblikationsbefugnis zugesprochen werden müsse. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Heinemann, trat für Aufrechterhaltung des ersten Urteils ein und der Gerichtshof beließ«S auch bei der erkannten Strafe. Ob es schon einmal vorgekommen ist, daß ein Staatsanwalt sich für«inen von Streikbrechern mißhandelten organisierten Arbeiter so eifrig ins Zeug gelegt hat? lUt2te Nachrichten und Depefchen. Dannstadt, 1. Juli.(®. H.) In der Heutigen Sitzung der Zweiten Kammer wurde die Generaldebatte über die Wahlrechts- Vorlage geschlossen und der Artikel 4 des Gesetzes, der das Prineip der direkten Wahl zur Einführung bringt, mit 44 gegen 4 national- liberale Stimmen angenommen. München, 1. Juli.(B. H.) Die Kammer der Reichsräte hat heute nachmittag das Wahlgesetz einstimmig abgelehnt. Damit ist dasselbe endgültig gefallen. Ausweisung der Kapuziner unter militärische« Beistand. Nantes, I.Juli.(W.T.B.) Der Liquidator der KougregattonS- guter schritt heute unter dem Beistände von zwei Eompagnien In» fanterie, anderthalb Eskadrons Kavallerie und 40 Gendarmen zur Ausweisung der hiesige» Kapuziner. Die Klosterthüren mußten gesprengt und die Mönche einzeln unter Anwendung von Gewalt entfernt werden. Zur lleber>vachuug deS Klosters wurde eine Abteilimg Infanterie zurückgelassen. Paris, 1. Juli.(W. T. B.) Gegen die vorgestern verhafteten drei Offiziere, Oberst Rollin, Hauptmann Fran?ois und Haupt- mann Marchai ist Anklage wegen Entwendung militärischer Gelder erhoben worden. Paris, 1. Juli.(B. H.) Im heutigen Ministerrat berichtete Deleasso über die neue mit Snam vereinbarte Grenzregulierung und teilte ferner mit, daß der Präsident der Republik Haiti gestern die Bertteter Frankreichs und Deutschlands in öffentlicher Audienz empfangen habe, uni eine Entschuldigung wegen der jüngsten Affaire zum Ausdruck zu bringen. Paris, 1. Juli.(W. T. B.) Die Bndgetkommission hat mit 14 gegen 10 Stimmen den Kredit siir die Botschaft beim Vatikan gestrichen.__ Italienische D eputtettenkammer. Rom, 1. Juli.(W. T. B.) Zur Verhandlung steht eine Vor- läge, betreffend vorläufige Anwendung der Handelsübereinkommen. Ministerpräsident G i o l i t t i erklärt, die Regierung müsse sich in der delikataten Frage der Handelsverträge große Zurückhaltung auf- erlegen. Er bittet, in der Debatte darauf Rücksicht zu nehmen, und spricht die Hoffnung aus, daß die Redner darauf verzichten werden, bezüglich der Fragen, die die Enieuernng der Handels- Verträge betreffen, in Einzelheiten einzugehen. Der Ministerpräsident erklätt, es handele sich bei der Vorlage um eine Frage des Ver» ttauens. Es werden mehrere Tagesordnungen eingebracht, darunter eine von Califfano, welche besagt: Die Kammer hat bezüglich der Handelsverirags-Berhaudlimgen volles Verttauen zur Regierung und geht zur Tagesordnung über. Diese Tagesordnung wird in namenilicher Abstiminung mit 205 gegen 26 Stiminen und dann die Vorlage selbst in geheimer Absiimmnng mit 206 gegen 23 Stimmen angenommen. Das Haus vettagt sich darauf auf un- bestimmte Zeit. London, 1. Juli.(W. T. B.) Der Maler George Frederick Watts ist hier heute nachmittag gestorben. Vercmtw. Redakteur: Paul Büttner, Berlm. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u.Berlag: Vorwärts Buchdr.u. Verlagsanstalt Paul Singer Li Co., Berlin LW. Hierzu 2 Beilagen. Ar. 153. 21. Ichrgimg. 1§t\kp 1« Jotmättf Knlim VÄsM SoilMbend, 2. Juli 1904. Das Urteil im Pommernbank-Prozeß. DaS heute verkündete Urteil lautet: Der An geklagte Bohl wird freigesprochen. Die Angeklagten Schultz und Romeick werden wegen gemein schaftlicher Untreue in zwei Fällen und wegen gemeinschaft- licher Bilanzverschleierung in drei Fallen verurteilt, und zwar: Schultz zu drei Jahren sechs Monaten Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 30000 M.» Nomeick zu drei Jahren Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 6000 M. Auf die erkannte Freiheitsstrafe wird jedem der An geklagten die erlittene Untersuchungshaft in Höhe von zwei Jahren angerechnet. Au Stelle der erkannten Geldstrafe tritt ebenwell für je 13 M. ein Tag Gefängnis, bei Schultz im Höchstbetrage eine Gefängnisstrafe von zwei Jahren. Im übrigen werden die Angeklagten Schultz und Romeick frei gesprochen. Die Kosten des Berfahrens fallen, so weit die Verurteilung erfolgt ist, den Angeklagten Schultz und Romeick, so weit Freisprechung erfolgt, der Staatskasse zur Last. Am Freitagvormittag publizierte der Vorsitzende, Landgerichts- Direktor H e i d r i ch, die Urteilsbegründung in der Hauptsache wie folgt: Mit Rücksicht auf die übergroße Fülle des Stoffes muh ich mich bei der Veröffentlichung der Entscheidungsgründe auf das not- wendigste beschränken. Durch die Beweisaufnahme ist der Gerichtshof für seine Entscheidung zu folgender Auffassung des Sachverhalts ge- kommen. Zunächst, was den allgemeinen Teil betrifft: Die Angeklagten Schultz und Nomeick sind seit 1890 bis zu ihrer am 18. Mai 1901 erfolgten Verhafwng Direktoren der Pommernbank und vom April 1896 an etwa eineinhalb Jahre lang Direktoren der Strelitzbank gewesen. In letzterer Eigenschaft be- zogen sie weder Gehalt noch Tantieme, in der ersteren 39 O0O M. Gehalt und 30 000 M. Tantteme. Bei Uebernahme der Pommern- bank-DireMon war Romeick vermögenslos und Schultz hatte ein Vermögen von 500 000 M. Dieses Vermögen hatte er sich erworben als Sandens gelehriger Schüler. Die Pommernbank hatte ein Aktienkapital von 15 Millionen, einen Pfandbriefumläuf von 190 Millionen Mark. Die Hauptrolle im sogenannten Concern spielte die Jmmobilicn-Verkehrsbank. Diese war rechtlich und thatsächlich ein selbständiges Jnstiwt. ihre wirtschaftliche Existenz aber hing ausschließlich von der Pommernbank ab. Im Concern blieben die Angeklagten tonangebend. Durch Ankauf von Aktien sicherten sie sich das Stimmrecht und hiermit wieder die Herrschaft über den Aaffichtsrat. Die Pommernbank verschaffte die Geldmittel durch Ausgabe von Pfandbriefe«. Mit dem Gelds der Pommernbank und der An- geklagten wurden die übrigen Gesellschaften gegründet. Letztere kauften mit eignem oder Ponunernbank-Geld Grundstücke, die Grund- stücke wurden wieder von der Pommernbank beliehen und auf Grund der solchergestalt erworbenen Hypotheken gab die Pommernbank «vieder Pfandbriefe aus. Ob diese Hypotheken als Unterlage für die Psandbriefausgabe dienen konnten, hing vom Werte der Grundstücke ab. Hier greift die Thätigkeit der gerichtlichen Taxatoren, der An- geklagten Bohl und H ä n e l, ein. Die Wertschätzung der Grund- stücke und die Taxfragen bleiben sonach für diesen Prozeß der springende Punkt. Es kommen hierbei die bebauten wie die unbebauten Grundstücke in Frage. Erstere sind für das Verfahren nicht weiter von Belaug. Was die Angeklagten gesündigt haben, haben sie au den unbebauten, den sogenannten Terrains, gesündigt. Die meisten dieser befanden sich im Besitz der Jmmobilien-Verkehrs- bank. Wie schon erwähnt, befand sich die Pommernbank 1390, als die Angeklagten die Direktion übernahmen, in sehr bedrängter Lage: Die Aktiva deckten nicht die Passiva. Die Angeklagten gingen von vornherein darauf aus. dem Betrieb die allergrößte Ausdehnung zu geben. Sie wollten die Pommernbank gros? und sich selbst dabei reich machen. Sie wirtschafteten nichts weniger als sparsam und kamen auf diesem Wege zu Mitteln, welche den Gegenstand der besonderen Anklage bilden. Die Jmmobilien-Verkehrsbank war mit dem ersten Geschäft, das sie cm dem Terrain Schönhauser Allee machte, bankrott. Ihre Gewinne beruhen auf der über- mäsfigcn Taxierung der Terrains. Betriebskapital besah sie nicht und Zinsen in bar konnte sie ihrer Hypothekengläribigerin, der Pommernbank, nicht zahlen. Wir kommen nun auf die Verluste zu sprechen, welche durch den Zusammenbruch der Bank entstanden find. Der Verlust der Pommernbank ist von der Vankkommission auf etwa 23 Millionen Mark berechnet, die spätere Realisierung durch die jetzige Verwaltting hat ergeben, daß dieser Verlust für die damalige Zeit richtig berechnet ist. Dieser damals rechnungsmäßige Verlust ist unterdes in Höhe von 8 Millionen Mark wirklich geworden. Durch Verkauf von Grundstücken usw. und bei günstiger Entwicklung der Baulust und Bauthätigkeit wird sich der berechnete Verlust noch verringern. Zu dem oben berechneten Schaden treten noch die Kosten der S a n i e r u n g im Bettage von IV, Millionen Mark. Die jetzige Verwaltung der beiden Banken. Geh. Rat Budde und Reg.-Rat G u t m a n n, haben auf Grund der thatsächlichen Verhältnisse mit größter Umsicht, Sorgfalt und Sachkenntnis die Geschäfte der Bank geführt und der Vorwurf de,. Verschleuderung und der Kleinlichkeit hat nicht die geringste Berechtigung. Was die Ver- luste der Strelitzbank anbelangt, die nicht saniert wird, so berechnet sie die Anklage auf 11V- Millionen Mark. Hierzu kommt noch der Zinsverlust von den ertraglosen Terrains. Moralisch sind die Angeklagten Schultz und Romeick für den ganzen Schaden verantwortlich, da sie auch nach ihrem Austritt aus der Strelitzbank thatsächlich noch die Leitung derselben gehabt haben; strafrechtlich sind sie es nur im Rahmen der Anklage. Der Schaden ttifst in der Hauptsache nur die Aktionäre, und um diese handelt es sich auch strafrechtlich, da sie die Gesellschaft im Sinne des§ 112 des Handelsgesetzbuches bilden. Die Pfandbriefe stehen beute auf 92 Proz. und sind ununterbrochen verzinst worden, nur die Zinsen für 20 Proz. auf 3 Jahre sind ausgefallen. Erheblichen Schaden an den Pfandbriefen haben nur diejenigen erlitten, welche. verängstigt, ihre Pfandbriefe bei niedrigem Kursstand veräußert haben. Die Thränen und die Spargroschen des armen Mannes spielen also keineswegs bei dieser ganzen Angelegenheit die Sfczlle. die ihnen einige Zeitungen angedichtet haben. Verloren haben zu- meist die Akttonäre. also wohlhabende Leute, die auf sehr große Dividenden rechneten. Wir kommen zu den Taxen. Taxiert wurde in diesem Ver- fahren von fünf Gruppen. Für die Schuldsrage interessieren nur die Terrains. Für den Gerichtshof, bei Bildung des Urteils über den Wert und Unwert der Taxen, kommen nicht so sehr die Person- lichketten der einzelnen Taxatoren in Betracht, als vielmehr die Methode. Die vielbesprochene Dietrichsche Methode, welche auch Bohl und Hanel befolgt haben, ist berechtigt und zulässig, wenn es sich um einzelne baureife Parzellen handelt, aber nicht bei Blocks, welche unmöglich einem Hypothekenbank-Direktor zur Grundlage für eine Beleihung dienen können. Für die Angeklagten, als Hypotheken- bank-Direktoren, hat nur die von der gerichtlichen Kommission be- folgte Methode bei der Taxation von Blocks Berechtigung, das ist die Methode, die dem gegenwärttgen Handelswert, dem Zeitwert, für die Beleihmrg zu Grunde liegt. Die Methode Bohl-Hanel hat einen Iukunsts- und Spekulationswert ermittelt, zu dem sich bei der allergrößten Mehrzahl der taxierten Parzellen bis heute noch kein Käufer oder Bebauer gefunden hat. Die Frage, ob Schultz und Romeick sich bei der Verwertung der Taxmethode Bohl-Hanel der Untreue schuldig gemacht haben, ist verschieden von der Frage, ob Bohl sich durch Anwendung seiner Methode der Beihilfe zur Untreue schuldig gemacht hat. Er nimnit eine andre Stellung ein, als sein Fachgenosse Hanel, er war nur der Gehilfe des letzteren, ist mit Schultz und Romeick nie in direkte Geschäftsverbindung getreten; seine Mitwirkung bei den Taxen war, wie auch sein Lohn hierfür, wesentlich geringer. Gäbe es eine Strafbestimmung für leicht- fertige Bearbeitung und Behandlung von Taxen, so wäre er sicherlich zu bestrafen. Die Frage aber, ob er die Untreue von Schultz und Romeick durch sein Unterschreiben von Taxen wissentlich ge- fördert hat, ist aus thatsächlichen Gründen mangels Beweises zu verneinen. Wir kommen nun zu dem besonderen Teil, der die eigent- liche Anklage in 7 Abschnitten behandelt. Der erste Abschnitt, welcher den Angeklagten Untreue gegen die Pommernbank durch Anlage ihrer Gelder in Tcrrainspekulationen in idealer Konkurrenz mit Betrug und Bilanzverschleierung borwirst, ist in der Auffassung der Staats- anwaltschaft nicht aufrecht zu erhalten. Die Pommern- bank hat Spekulationsgeschäste nicht selbständig vorgenommen, sondern nur Terrams andrer Gesellschaften beliehen. Das strafbare Vergehen besteht lediglich darin, daß die Angeklagten der Immobilien- Verkehrsbank gehörige Terrains wissentlich weit über deren Wert be- liehen haben, in der Hoffnung, daß in ungewisser Zukunft durch günstige Entwicklung diese Terrains sich derart im Werte heben würden, daß sie das von der Pommernbank hineingesteckte Kapital wieder würden herausholen können. Die Pommernbank war Aktien- gescllschaft, also Handelsgesellschaft, und damit war es ihr gestattet, auch riskante Geschäfte zu machen, sofern das Risiko nicht über das gewöhnliche geschäftsmäßige Risiko hinausging. Im vorliegenden Falle mußten sie aber bei der Abwägung des Risikos um so vorsichtiger sein, weil die Hypothekenbank, die sie ja doch war, in erster Linie auf die Sicherheit ihrer Geschäfte Rücksicht nehmen muß. Dieses Grundprincip haben die Angeklagten gröblich ansier acht gelassen. Sie haben nnterwertige Terrains in einer Höhe beliehen, die an den doppelten Betrag ihres gesamten Aktienkavitals heranreichte. Sie gaben das bare Geld der Pommernbank hin und erwarben dafür zur Zeit erheblich minderwertige Hypotheken. Allein schon das Ein- gehen der Verbindung mit der absolut zahlnngsunfähigen Immobilien Berkehrsbank war eine grobe Untreue. Das Vorliegen eines B e- t r u g e s, der auf Grund des Pfandbriefaufdruckes konstruiert werden soll, muß aus rechtlichen und thatsächlichen Gründen verneint werden, ebenso der Thatbestand der Untreue imd der Bilanzverschleierung. Die Anklage wirft in Abschnitt II den Angeklagten vor, daß sie durch Einstellung fingierter Gewinne in die Bilanzen pro 1897 bis 1900 künstlich den Reingewinn erhöht haben, um dadurch hohe Dividenden und Tantiemen verteilen zu können. Das Gericht ist zu der Ueberzeugung gekommen, daß allerdings die Auffassung der Anklage richtig ist. die dahin geht, daß die sämtlichen hier in Frage stehenden Geschäfte Scheingeschäste sind. Die von den Angeklagten dabei befolgte Absicht war aber eine andre, als die Anklage annimmt. Die Beweisaufnahme hat ergeben, daß auch ohne Einstellung der fraglichen Gewinne die Angeklagten die Möglichkeit gehabt hätten, gleiche Dividenden und Tantiemen zu verteilen. Sie wußten aber schon damals, daß die der Pommern- bank gehörigen Werte nicht vollwettig waren. Sie bedurften größerer Abschreibungen, um diese Werte der Wirklichkeit näher zu bringen. Gleichzeitig war es aber auch für das Ansehen der Bank nach außen hin geboten, sie durch große Abschreibungen als ein solides Institut darzustellen und die Kuxse ihrer Werte stabil zu erhalten. Beide Zwecke erreichten sie durch Abschreibungen und fortlaufende Zahlung gleichmäßiger Dividenden. Dazu war aber wieder erforder- lich, die fingierten Gewinne zuzuschreiben. Sie haben damit dauernd den Status der Bank und die Bilanz bewußt gefälscht. Abschnitt III behandelt die sogenannte indirekte Um- treue. Die Anklage geht davon aus, daß die Angeklagten die Pommernbank dadurch schädigten, daß sie die Jmmobilien-Verkehrs bank, ihre Hauptschuldnerin, finanziell schwächten. Das Gericht hält in allen drei Punkten dieses Abschnitts die Schuld nicht für erwiesen. In diesen Abschnitt fällt auch der vielbesprochene Fall Mirbach. Die Angeklagten nahmen die in Frage stehenden Summen von der Jmmobilien-Verkehrsbank. beglichen sie aber mit Werten, die sie damals für vollwertig hielten und halten konnten; wenigstens ist ihnen das Bewußtsein der Mnderwertigkett nicht nachge- wiesen. Zu Abschnitt IV. Bezüglich des Punktes 1, unrichtige Ver- buchung von Hypothekenzinsen, mußte Freisprechung erfolgen, da die Ausführungen der Sachverständigen in diesem Puntte wider- sprechend sind; ebenso des Punktes 2— Hypotheken auf dem eignen Bankgebäudc—, weil der Sachverständige Herr Mankiewicz eine Bilanzverschleierung hierin nicht erblickt. Auch bezüglich des Punktes 3— Staffelung von Hypotheken im Geschäftsbericht pro 1900— ist eine Freisprechung deshalb geboten, weil aus dem Wortlaut des 22 des Hypothekenbant-Gesetzes die von der Staatsanwaltschaft vertretene Auffassung nicht zwingend folgt und weil nach der Be- iveisaufnahme andre bedeutende und einwandsfteie Hypothekenbanken in gleicher Weise verfahren sind. Anders liegt die Sache bei Punkt 4— Einstellung von Debitoren unter der Rubrik:„Guthaben bei Bankhäusern". Die Angeklagten geben die formelle Unrichtigkeit dieser Einstellung zu, sie bestreiten nur die böse Absicht. Letzteres nimmt aber der Gerichtshof an. Die Angeklagten wollten zweifellos die Contocorrentgeschäfte ber- schleiern, weil sie mit Personen abgeschlossen waren, die fast aus- schließlich zur Direktion oder dem Aufsichtsrat der Pommernbank oder der Strelitzbank gehörten, oder die den Angeklagten sonst nahe standen. Es liegt hier also Bilanzverschleierung vor. Bei Abschnitt V ist das Gericht zu der Auffassung gelangt, daß der Ankauf von Pommernbankaktien für die Strelitzbank in aus- machendem Betrage von 7 624 213 M. eine schwere Gefährdung des Bestandes derselben bedeutet. Die Strelitzbank besaß damals nur ein Aktienkapital von 6 Millionen Mark, hätte also nicht nur dieses, sondern einen erheblich höheren Betrag festgelegt und sich dadurch des zum Betriebe der Oleschäfte nötigen Betriebskapitals be- raubt._ Die hiergegen erhobenen« Einwände der Angeklagten find unbeträchtlich. Die Angeklagten müssen gewußt haben, daß die Pommernbank-Aktien anderweitig nicht unterzubringen waren. Sie wollten sich auf diese Weise ihres großen Aktienbesitzes entledigen. Ter hohe Kurs der Pommernattien war durch die damaligen Ver- Hältnisse nicht gerechtfertigt, wie die Angeklagten wußten. Im Zusammenhang mit dem im Abschnitt V behandelten Aktien- verkauf steht die im Abschnitt Vl den Angeklagten zur Last gelegte Bilanzverschleierung in der Bilanz der Strelitzbank pro 31. Dezember 1896. Die Angeklagten haben, wie das Gericht für erwiesen erachtet, den Besitz dieser Aktien in der Bilanz Vorsatz- lich verschleiern wollen. Der Abschnitt VII betrifft allein den Angeklagten Schultz und das Geschäft an der Bahrischenstraße. Richtig ist, daß Schultz bei diesem Geschäft über 2 Millionen verdient hat. Dafür allein kann er nicbt bestraft werden. Es steht außer Zweifel, daß die Pommern- bank durch die Beleihung im Jahre 1894 weder geschadigt, noch ge- ährdet worden ist. Eine Untreue gegen die Strelitzbank aber ist nicht erwiesen und auch der Wert des in Rede stehenden Geländes schließt die Abstchtlichkeit einer Gefährdung aus. Schultz konnte auch auf eine ganz erhebliche Steigerung des Wertes rechnen. Es handelt sich im wesentlichen um eine Gefährdung der Verzinsung, die nicht über das gewöhnliche Risiko hinausgehen würde. Was den übrigen Teil dieses Abschnittes VII betrifft, so war ebenso auf Freisprechung zu erlennen. Was endlich die Nachtragsanklage betrifft, so sind die sämtlichen hier aufgeführten Fälle verjährt, ganz abgesehen davon, daß in keinem einzigen Falle eine Schädigung der Pommern- bank eingetreten ist. Unter den Begriff der fortgesetzten Handlung können sie auch nicht gebracht werden, weil die fortgesetzte Untreue der Angeklagten auf einem ganz andern Gebiete liegt. Das Strafmaß anlangend, so sprechen für Strafmilderung folgende Punkte: Es liegen zwei Fälle der Untteue und drei Fälle der Bilanz- Verschleierung vor. Die Angeklagten sind nicht darauf ausgegangen, ihre Bank zu ruinieren und sich den Ast abzusägen, auf dem sie so wohlgeborgen sahen. Sie haben lediglich, als sie sich anders nicht mehr zu helfen wußten, zu diesen verwerflichen und straf- baren Mitteln gegriffen und damit den Bestand ihrer Bank gefährdet. Hätten sie lediglich an Ausplünderung der Bank gedacht, so hätten sie ganz andre Mittel anwenden können, und diese Auf- fassung der Sachlage schließt von vornherein die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte aus. Freilich haben sie die Möglichkeit de» Entstehung des oben berechneten Schadens geschaffen, aber zur that- sächlichen Entstehung des Schadens haben gar viele andre Faktoren mitgewirkt. Sie haben das Bank- und das Devot-Gesetz nirgends verletzt. Bei ihren Spekulationen ist nicht zu übersehen, da es sich um Grundstücke in und um Berlin handelte, daß die Möglichkeit des von ihnen erwarteten Erfolges keineswegs ausgeschlossen war. Das alles schließt die Thatsache der Gefährdung nicht ans, aber es muß wirken zu Gunsten der Angeklagten auf das Sttafmaß. Es muß an dieser Stelle auch hervorgehoben werden, daß der AnffichtSrat in nn- verantwortlicher Sorglosigkeit und Nachlässigkeit den Angeklagten ihr leichtfertiges Verfahren austcrordentlich erleichtert hat. Hätte der Auffichtsrat nur das allererste Geschäft in der Schönhauser Allee sich angesehen, so hätte ihn dies genügend veranlassen müssen, die Auge- klagten zu w a r n e n. WaS die Vermögenslage der Angeklagten be- trifft, so ist R o m e i ck. wie sein Offenbammgseid besagt, jetzt vermögenslos. Daß Schultz noch in irgend einer Art Millionen hinter sich hat, ist nicht erwiesen nnd nicht wahrscheinlich. Die Angeklagten haben über 2 Jahre in Untersuchungshaft gesessen. das Verfahren hat über 8 Jahre gedauert. E r s chw e r e n d aber muß gegen sie ins Gewicht fallen, daß sie durch ihre übermäßigen Terrainbeleihungen den Bestand der Pommernbänk in waghalsiger nnd gemeingefährlicher Weise gefährdet nnd offenbar von vornherein, von 1890 an ihren eignen Borteil rücksichtslos verfolgt habe», wie wenn die Pommernbank auf gpldsicheren Füßen stände. nnd dabei wußten sie von vornherein, wie schwach es mit ihrer Pommernbank bestellt war. Darauf verkündet der Vorfitzende das oben nntaeteikte Urteil. Staatsainvalt Beeck beantragt nunmehr, die beiden Angeklagten wieder. in Hast zu nehme», da die gestellten Kautionen von 100 000 M. und 30 000 M. nicht ausreichend seien. Der Gerichtshof lehnt den Antrag a b. da sich die Verhältnisse nach seiner Ansicht gegenüber dem Zeit- Punkt;-wo die Angeklagten aus der Haft entlassen wurden, nicht ge- ändert haben. Vorsitzender Landaerichtsdirektor Heidrich erklärt hier- auf die Verhandlung für geschlossen. Berliner partel-Hn�ele�enbelten. Erster Wahlkreis. Dienstag, den 5. Juli, abends ll'/g Uhr: Wahlvereins-Versammlnng in den Spree-Hallen, Hansa- viertel, Kirchstr. 13. Vorttag, Diskussion und Verschiedenes. Zahl» reichen Besuch erwartet Der Vorstand. Teltow-Beeskow-Storkow-Charlottenburg. Am Sonntag findet das Kreis-Volksfest im 15 000 Personen fassenden Etablissement „Birkenwäldchen" zu Steglitz-Groß-Lichterfelde statt. Der Festplatz ist bedeutend vergrößert und mit Zelten, Hallen zc. hergerichtet, so daß auch bei stärkstem Andrang jeder Teilnehmer sein Plätzchen findet. Das Volksfest beginnt bereits Sonntag ftiih 6 Uhr mit einem Frühkonzett. Die am Korso teilnehmenden Radfahrer werden gleich den übrigen Vereinen ersucht, pünktlich 3 Uhr auf dem Fest- platz zu erscheinen. Obrr-Schöneweide. Arbeiter, Parteigenossen! Heute nachmittag von 3—7 Uhr findet in der Turnhalle, Frischenstt. 13, die Wahl eines GemeindevertteterS statt. Durch die Willkür unsrer bürger- lichen Mehrheit wurde im Gemeinderat beschlossen, daß die Wahl in ganz kurzer Zeit stattfinden sollte; es würde uns dann nicht ge- lingen, einen Hausbefitzer-Kandidaten aufzutreiben. Diesem Coup haben wir aber vorgebeugt und einen geeigneten Kandidaten in der Person unsres bewährten Parteigenossen, des Gastwirts Ernst Kauf- holt, geftmden. Seid daher alle auf dem Posten, dann kann uns der Sieg nicht entgehen I Trcptow-Baumschulcnweg. Heute, Sonnabend, abends 8>/z Uhr, hält der Wahlverein seinen regelmäßigen Zahl- und Bibliothekabend im Lokal von Staffeld, Baumfchulenstr. 34/35, ab. Lichtenberg. Die Parteigenossen werden ersucht, zu der am Sonntag, den 3. Juli, früh 7V3 Uhr, stattfindenden Flugblatt- Verbreitung zahlreich und pünktlich m den bekannten Bezirks- lokalen zu erscheinen. Königs-Wusterhausen und Umgegend. Heute, Sonnabendabend 8 Uhr, ist die M i t g I i e d e r- V e r s a in m l u n g im Lokale des Gastwirts Adolf Lange, Berlinerstraße. Die Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht; das Erscheinen aller ist dringend notwendig. In Johannisthal ist heute Zahlavend. Die Mitglieder «Verden ersucht, über die Billets abzurechnen. lokales. Abfertigung. Eine Leserin schreibt uns: Ein Zufall, dem ich dankbar bin, ließ mich jüngst einen Blick iverfen in den Abfertignngsraum einer großen P c rl sch m u ck f ab r i k. Ich sah Zustände, die einfach empörend sind, doppelt empörend, weil sie nicht etwa in Wirtschaft- lichen Kalamitäten, gegen die der einzelne meist machtlos ist, ihre Ursache haben, sondern nur durch brutalste Rücksichtslosigkeit der Fabrikanten gegen die wirtschaftlich ganz schutzlosen Heim- arbeiterinnen verschuldet sind. Fceitagvormittag lvar'S, von 10— 12 Uhr, die einzige Lieferzeit für die ganze Woche. Der Wartevanm, in dem Frauen und Mädchen dicht gedrängt standen, ist ein enges, zweifenstriges Hofzimmer, zu dem die Sonne wohl noch nie einen Weg gefunden hat. In dem dämmerigen, noch durch eine Schranke halbierten Raum herrscht eine unbeschreiblich widerwärtige Lust, die das Atmen zur Qual macht. Man hat trotz der Sommerwärme kein Fenster geöffnet. Für all die Wartenden, die bei jeder Beivcgnng sich noch gegen- seitig an ihren ziemlich umfangreichen Schachteln nnd Paketen stoßen» sind etwa 3— 4 Sitzplätze vorhanden. Eine einzige Directricc hat all diese Arbeiterinnen, stets 30— 40, abzufertigen. Ihr zur Seite ein einziges Lehrmädchen, das die Znzählnng des Materials zu besorgen hat. Einige erzählten mir, daß sie meist schon vor 9 Uhr zur Stelle wären, um nur ja schnell an die Reihe zu kommep, obgleich»or 10 Uhr niemand abgefertigt würde. Wer aber nach 10 Uhr er- scheine, könne manchmal bis 3 Uhr nachmittags warten. Da stehen denn diese Bedauernswerten, die sich jede Arbeits- stunde an ihrer und der Ihren häuslichen Behaglichkeit abquälen und abwürgen müssen, Woche um Woche 4— 5 Stunden und länger und warten. Warten mit blassen Lippen und zitternden Knien, denn die meisten haben schon einen weiten Herweg hinter sich. Der Magen knurrt und die von der Arbeit heimkehrenden Familienglieder warten zu Hause vergeblich auf das Mittagessen. Manche, die zu Hause ein kleines Kind hat allein lassen müssen, klagt von Zeit zu Zeit einer Nachbarin ihre Unruhe und Besorgnis. Ein kleines elfjähriges Mädchen, das aus seinem Deckelkorb an der Erde gesessen hat, fängt plötzlich zu schluchzen an und fällt fast ohnmächtig hin. Man richtet das schmächtige, verkümmerte Ding auf und holt ihr Wasser. Aber es hilft nicht viel, bis eine Frau sich an eine B u t t e r st u l l e erinnert, die sie noch in der Tasche trägt. Mitleidig giebt sie sie der Kleinen, die gierig hineinbeiht. Eine Frau, die das Kind kennt, berichtet:„Ein Wunder ist es nicht; bis von Moabit— die Fabrik liegt am Spittelmarkt— kommt sie zu Fuß mit Mutterns Arbeit im Korb. So viele Stunden hier und nichts im Magen, als eine trockene Schrippe, denn fünf sind noch nach ihr." Inzwischen sieht die chic gekleidete Directrice, un- bekümmert um das Teil Menscheitnot und Sorge, das sich da in dem gesundheitswidrigen Raum zusammendrängt, eingehend Stück für Stück des Gelieferten durch. Was nicht absolut tadellos ist, wird ohne Gnade zurückgegeben, trotz der Hungerlöhnc. So wird zum Beispiel für das Dutzend Perlrosetten von der Größe eines Fünfmarkstückes IS— 20 Pf. Arbeitslohn gezahlt. Aber es ist eine Arbeit, zu der keinerlei Vorkenntnisse er- forderlich sind, und solche Frauen, die in keiner Sache regelrecht vor- gebildet sind, greifen eben auch nach dem geringsten Verdienst. Auf Befragen erfuhr ich, daß immerhin 2 bis 2V, Stunden dazu gehören, 1 Dutzend solcher Rosetten anzufert-gen. Das sind S bis 10 Pf. Verdienst pro Stunde. Jammervoll! Aber auch dabei wird nur tadellose Arbeit angenommen. Die Directrice hat gar scharfe Augen. Wenn s ihr selbst aber mal passiert, daß sie sich bei Zuzählung des Materials verrechnet, daß es nicht ausreicht, oder sich vergreift, daß sie eine unrichtige Farbe usw. giebt: Ja. das kann schon vor- kommen! Die arme Arbeiterin hat dann eben zur Berichtigung den weiten Weg nochein mal zu machen. Ohne Murren. Paßt's ihr nicht, mag sie eben anderswohin gehen. „Aber es ist überall das gleich«, geschunden wird man hier wie dort," sagte man mir übereinstimmend. Und das ist das Himmelschreiende, daß man diesen Armen, die keine Zeit haben, Mutter oder Ehefrau, die kaum Zeit haben, Mensch zu sein, ihr kostbarstes Gut, ibre Arbeitszeit, so leichtfertig und rücksichtslos verschwendet. Em ähnliches Bild entwickelt sich bei der L o h n a u s z a h l u n g, die nur am Sonnabend erfolgt; und wieder gehen Stunden des Wartens und des Weges verloren. Wie in dieser einen�Fabrik, so ist's in zahllosen andern der vcr- schiedensten Branchen. Weil eben niemand den Unternehmern so wehrlos und schutzlos gegenübersteht, wie diese u n o r g a n i- s i e r t e n, im gewerblichen Leben unerfahrenen Heim- arbeiterinnen l Wenn auch die Hungerlöhne selber nicht viel zu steigern sind, so lange sich eben Frauen finden, die dafür arbeiten, so muß doch von berufener Seite immer wieder darauf hingewirkt werden, daß wenigstens Mißstände, Ivie die geschilderten, verschwinden. Das ist wohl das mindeste, was die Arbeitenden verlangen können, daß der Fabrikant ausreichendes Personal zur Verfügung stellt, daß die Abfertigung in der nwglich kürzesten Zeit erfolgt, und es muß dafür gesorgt werden, daß sie in ausreichend großen, gelüfteten Räumen geschieht, mit Sitzgelegenheiten, damit die Wartezeit nicht auch noch zu einer Gesundheitsgefahr werde. In der Aula der Technischen Hochschule fand heute mittag die Rektorats Übergabe statt. Der bisherige Rektor Geh. Rat Professor H e t t n e r betonte in seinem Rückblick die Fürsorge der Regierung: Durch den neuen Staatshaushalt sind fünf etatsmäßige Professuren und vier Laboratorien hinzugekommen. Die Um- gestaltuug des Prüfungswesens ist jetzt zum Abschluß gelaugt, so daß gestern das königliche Technische Prüfungsamt aufgehoben worden ist. Das PrüfmigSwesen ist bereits im letzten Jahre gestiegen: Die Zahl der Diplomvorprüfungen von 222 auf 426, die der Haupt- Prüfungen von 118 auf 204. Die Gesamt-Besuchsziffer hat sich etwas vermindert— übrigens eine allgemeine Erscheinung; denn an allen 9 Technischen Hochschulen ist ein Rückgang um 700 Hörer, darunter 300 Studierender deutscher Reichsaugehörigkeit eingetreten. Hierauf wurde das Ergebnis der Prcisbewerbungen verkündigt. In der Abteilung für Architektur waren 13 Bearbeitungen eingegangen; den ersten Preis erhielt Wemer Jakstein aus Potsdam, den zweiten Emil Müller aus Westhofen. In der Abteilung für Bau-Jngenieur- wesen wurde keine der beiden eingereichten Arbeiten preisgekrönt; doch wurde den Verfassern. Albert Neuber aus Potsdam und Johannes Schwengler, eine lobende Anerkennung zu teil. Die Aufgabe der Abteilung für Maschineningenieurwesen fand keine preiswürdige, die der Abteilungen für Schiffbau, sowie für Chemie und Hüttenkunde überhaupt keine Lösung. In der Abteilung für allgemeine Wissen- schasten errang den ersten Preis Otto Alt, Studierender für Schiffbau aus Frankfurt a. M. Interessant war die statistische Angabe, daß die Technische Hochschule bei ihrer Begründung vor 25 Jahren 31 Professuren, bei der Hundertjahrfeier 42 und jetzt(nach fünf Jahren) 52 umfaßt. Hierauf überreichte Geh. Rat Hettner dem neueit Rektor Prof. Miethe die goldene Amtskette. Der jetzige Rektor Prof. Miethe dankte seinem Vorgänger' für die Amtsführung im Namen der Hochschule und gab die Zusammensetzung des Senats für 1904/05 bekannt. Es sind für die 6 Abteilungen der Reihe nach gewählt: Als Vorsteher die Professoren Wolff, Dr.- Jng. Müller-Breslau, Kammerer, Dieckhoff, Hirschwald und Rubens; als Senatoren die terren Borrmann, Werner, v. Borries, Flamm, Liebermann und rigar-Menzel. Hieran schloß Prof. Miethe eine kurze Ansprache. Freien Stunden" illustrierte Wochenschrift für das arbeitende Boll. Mit dem vorliegenden Hefte beginnt ein neuer Roman:„Der Jesuit" von C. Spindler. Der Verfasser nennt seinen Roman ein Charaktergemälde aus dem ersten Viertel des achtzehnten Jahr- Hunderts. In der That rollen sich vor dem geistigen Auge des LeserS scharf charakterisierte Bilder von Personen auf, die uns neben den wechselvollen Schicksalen der Betroffenen zugleich ein hoch- interessantes Stück Zeitgeschichte anschaulich machen, um so interessanter, als infolge jüngster politischer Ereignisse die große Oeffentlichkeit wiederholt Ursache hatte, sich mit jenem katholischen Orden zu beschäftigen, welcher sich die„Gesellschaft Jesn" nennt. Bekannt ist, welchen großen Einfluß die Jesuiten Jahrhunderte lang auf politischem und andren Gebieten ausgeübt haben. Könige faßten ihre oft folgenreichen Entschließungen unter den Einflüste- rungen jener fanatischen päpstlichen Garde und wiederholt wurden Länder nur dem Namen nach vom Thron, in Wahrheit aber vom Beichtstuhl aus regiert. Womöglich noch unheilvoller, noch tiefgreifender aber war das geheime Wirken der„frommen Väter" im Volke selbst, in den Familien, in den verschwiegenen Kammern der Privathäuser. Bis in die allerintimsten Angelegenheiten erstreckte sich ihr gewaltiger Einfluß. Mit der päpstlichen Vollmacht ausgestattet, Sünden zu ver- geben, schuldbelastete Menschen aller Verbrechen und Vergehen los und ledig zu sprechen, beeinflußten sie die ängstlichen Seelen und gewannen so zahlreiche gefügige Werkzeuge zu ihren nicht immer lauteren Zwecken. Diese Seite jesuitischen Wirkens fiihrt der Erzähler uns vor. In jeder Woche erscheint ein Heft zu 10 Pfennige, das in allen Parteibuchhandlungen zu haben ist und von jedem Kolporteur oder Zeitungsausträger besorgt wird. Slbonnenten können jederzeit ein- treten. Wir liefern auch denjenigen Parteigenossen, die in Versamm- lungen, Fabriken usw. für die Ausbreitung unsrer Zeitschrift agitieren wollen, das nötige Sammclmaterial. Staatsminister a. D. Hobrecht, der ehemalige Oberbürgermeister von Berlin, feiert im August d. I. seinen 80. Geburtstag. Der Magistrat und die Stadtverordneten von Berlin haben beschlossen, dem Minister das Ehrenbürgerrecht zu verleihen. Der Erkennungsdienst, wie er nach der Methode Bertillons beim Berliner Polizeipräsidium centralisiert ist, hat eine bemerkenswerte Ausdehnung erfahren. Das Fingerabdruckverfahren ist jetzt auf sämtliche preußische Strafanstalten �ausgedehnt worden. Seit dem 1. Januar 1901 finden in den Strafanstalten der inneren Ver- waltung Messungen der Strafgefangenen zur Förderung des Er- keninnigsdienstes auf Grundlage des Bertillonschen Meßverfahrens statt. Bei der Bedeutung, die neuerdings auch das Fingerabdruck- verfahren für den Erkennungsdienst gewonnen hat, hält der Minister des Innern die Einführung für zweckmäßig. Er hat deshalb jetzt bestimmt, daß fortan von allen zur Messung gelangenden Straf- gefangenen auch Fingerabdrücke genommen und die darüber an- zufcrtigenden Karten neben der Meßkarte dem Berliner Erkennungs- dienst übetsandt werden. Die abgelehnte Geschwornenbank. Ein seltener Fall ereignete sich gestern bei der Schwurgerichtsverhaudlung des Landgerichts II. Es standen zwei Sachen an. Zuerst sollte eine Anklage wegen llrknndenfälschung verhandelt werden. Nachdem die Geschwornenbank gebildet war, richtete der Vorsitzende an den zweiten Angeklagten. den Bahnarbeiter Johann Czesinki aus Friedrichsfelde, der des Sittlichkeitsverbrechens angeklagt war,, die Frage, ob er bannt ein- verstanden sei, daß dieselben Geschworneu auch in seiner Sache urteilten. Zur Ueberraschung aller Anwesenden antwortete Czesinki mit einem energischen„Nein!" Er wolle eine andre Geschwornen- bank gebildet haben. Nach dem Grunde dieses sonderbaren Ver- langcns beftagt, erwiderte der Angeklagte, es liege ihm daran, zwei von den Herren, ehemalige Militärs, ivelche soeben abgelehnt seien, als Geschworne zu erhalten. Es blieb nichts andres übrig, als seinem Antrage zu entsprechen; nach Erledigung der ersten Sache mußte eine neue Geschwornenbank gebildet werden. Da? Los ent- schied, daß die von dem Angeklagten gewünschten beiden Herren an der Sitzung teilzunehmen hatten. Die Verhandlung, welche unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, endete mit der Verurteilung des Angeklagten zu zwei Jahren Gefängnis. Es wird weiter abgeholzt. Auch das große Waldareal zwischen Runnnelsburg-Karlshorst und Friedrichsfelde soll der Bebauung erschlossen werden. Zwischen Karlshorst und Nicder-Schöneweide wird der Wald bestehen bleiben, doch auch im Bezirk des benach- borten Johannisthal sind Waldverkäufe geplant und zum Teil schon erfolgt. Die in der Nähe Berlins gelegenen Ortschaften an der Oberspree büßen dadurch immer mehr und mehr ihren Charakter als Ausflugsorte ein. In Nummelsburg und Karlshorst wird gegen die fortgesetzten Abholzungen Protest erhoben. Man weist darauf hin, daß die Erhaltung der noch von dem Schicksal der Ab- Holzung verschont gebliebenen Waldungen sowohl im Interesse Berlins, als in dem der umliegenden Orte dringend notwendig sei. Zuerst nahm die Kolonie Karlshorst ein umfangreiches Waldgebiet in Anspruch, später legte man die Waldungen am Spree-Ufer nieder und jetzt droht noch dem Rest von Wald nördlich der Köpenicker Chanssee durch die Eingemeindung in Friedrichsfelde ein baldiges Ende. Selbst wenn diese Eingemein- dung nicht erfolgen sollte, ist es sicherlich um den Forst gethan, so- bald er aufhört, fiskalisches Besitztum zu sein. Noch suchen darin Tausende und zwar meist der Minderbemittelten im Sommer Er- holung. Aber auch der Reiz, den der Wald der Kolonie Karlshorst heute noch verleiht, würde bei einer Bebauung des Waldgebietes verloren gehen und der Charakter der Villenkolonie arg beeinträchtigt werden. Es ist deshalb der Plan aufgetaucht, das Waldgebiet als Park für Karlshorst zu erwerben und zu erhalten. Bei einer Beuzinexplosion schwer zu Schaden gekommen ist gestern abend der 20jährige Monteur I. Schiminsky aus der Großen Frankfurterstr. 19. Er war in der Mauerstr. 81 in einer im Erä geichoß des Ouergebäudes belegenen Werkstelle der Dreschmaschinen� und Motorfabrik von Wernich-Milwaukee mit einer Buch halterin damit beschäftigt, Eisenteile zu Motoren zu suchen. Plötzlich zündete das Fräulein ein Streichholz an und brachte dadurch einen neben ihr stehenden Benzinbehälter zur Explosion. Während äe selbst sich schleunigst noch retten konnte, setzten Stich lammen die Kleidung des Sch. in Brand. Er warf sich ofort zur Erde und erstickte so die Flammen an seinem Körper. Er hatte aber bereits schwere Brandwunden an den Armen und im Gesicht davongetragen und mußte sich, nachdem er von den Samaritern der Feuerwehr, die inzwischen alarmiert war, mit Notverbänden versehen war, in ärztliche Behandlung begeben. Feuer hatte Schränke, Stühle ic. erfaßt und drohte einen größeren Umfang anzunehmen. Der 19. Löschzug aus der Mauer traße war aber'schnell zur Stelle und beseitigte die Gefahr in kurzer Zeit, doch beziffert sich der entstandene Schaden bereits auf über dreihundert Mark. Das alles durch grobe Unvorsichtigkeit des Buchhalter-Fräuleins. Tot ausgefunden wurde am 27. Juni morgens gegen S'/„ Uhr ein unbekannter, anscheinend obdachloser Lumpensammler im' Flur des Hauses Alte Schützenstraße Nr. 9. Der Verstorbene war 1,66 Meter groß, hatte dunkelblonden, kurzen Bollbart und war 'chlank. Die Bekleidung bestand aus dunklem Jackett, dunkler Weste, gestreifter Hose, einem braunen, weichen Filzhut und Lederschuhen. Alle Personen, welche über die Persönlichkeit des Unbekannten nähere Angaben machen können, werden ersucht, sich auf der Kriminal-Abteilung, Zimmer 324. oder auf dem nächsten Polizei- revier zu J.-Nr. 5901 IV. 27. 04. zu melden. Ein schweres Brandnnglück ereignete sich gestern in der Greifs- walderstraße 14. Dort kam abends in der Wohnung der Familie roh durch Unvorsichtigkeit Feuer auS, das im Nu Möbel, Decken, leidungsstücke?c. erfaßte. Bei den vergeblichen Versuchen, die Flammen zu ersttcken, ergriffen diese die Kleider der 62jährigen Frau Froh, so daß sie lichterloh brannte. Laut um Hilfe schreiend, stürzte ie ans der brennenden Wohnung und wurde nun von Haus- bewohnern mit Decken überworfen, wodurch die Flammen erstickten. Die Unglückliche hatte aber am ganzen Körper bereits so schwere Brandwunden davongetragen, daß sie unverzüglich nach dem Kranken- Hause am Friedrichshain geschafft wurde, wo sie zur Zeit sehr bedenk- lich daniederliegt. Das Feuer konnte von der alarmierten Feuer- wehr auf die Wohnung beschränkt werden. Straßensperrung. Die Lebuserstraße von Große Frankfurter- bis Pallisadenstraße wird behufs Asphaltterung vom 4. Juli ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Für den ersten Ferien-Sonderzug, der in diesem Sommer nach Wien abgelassen wird, beginnt am 2. Juli die Ausgabe der Fahrkarten. Sie sind auf den Stattonen Charlottenburg, Zoologischer Garten, Friedrichstraße, Alexanderplatz und Schlesischer Bahnhof zu haben. Die Karten kosten HI. Klasse 25,70 M., H. Klasse 44,40 M. ein» chließlich der Rückfahrt innerhalb 45 Tagen. Freigepäck wird nicht gewährt. Die Ausgabe der Karten schließt am 7. Juli abends 6 Uhr. Der Zug selbst geht in der Nacht vom 8. zum 9. Juli in Charlottenburg 11 Uhr 43 Mn.. Zoologischer Garten 11 Uhr 50 Min., �riedrichstraße 12 Uhr 3 Min., Alexanderplatz 12 Uhr 10 Min. Er ahrt über Breslau-Oderberg und kommt am 9. Juli abends 8 Uhr auf dem Nordbahnhof in Wien an. Ein großer Brand, der auf Brandstiftung zurückgeführt wird, beschäftigte am Donnerstag abend die vierte Kompagnie in der Mal- plaquetstratze 11 und verursachte großen Schrecken unier den Haus- bewohnern. Als die Feuerwehr an der Brandstelle erschien, standen die Kellerräume schon in großer Ausdehnung in Flammen. Diese sollen an mehreren Stellen zum Ausbruch gelangt sein und griffen. von dem I ichalt der Kellerverschläge genährt, mit rasender Ge- schwindigkeit um si h. Die Hausbewohner flüchteten. Die Feuerwehr 1 mußte mit vier Schlauchleitungen längere Zeit kräftig Wasser geben und die Kellerräume teilweise unter Wasser setzen, um des Feuers Herr zu werden. Nach den Angaben der Hausbeivvhner liegt vor- s ä tz l i ch e Brandstiftung vor, was, obgleich die Feuerwehr einen großen Brandherd vorfand und deshalb nichts mehr feststellen konnte, sehr wahrscheinlich ist, denn schon am letzten Montag früh brannte es dort im Keller an mehreren! Stellen. Damals gelang es der Feuerwehr, die Brandstiftung noch festzustellen und die Flammen schnell auf die verschiedenen Brandherde zu beschränken. Von dem Thätcr fehlt noch jede Spur. Die Hausbewohner schweben nun in Sorgen, daß der Brandstifter es bei diesen Brandstiftungen nicht beläßt. Im Rixdorscr Stichkannl ertränkt hat sich der 54 Jahre alte Hospitalit Georg Forster. Er sprang in der Nähe der Siedmannschen Schneidemühle ins Wasser und kam darin um, obwohl ihn ein Spaziergänger mit seinem Stock bald wieder herauszog. Ein Arzt von der Rettungswache am Görlitzer Bahnhofe machte noch eine Viertelstunde lang Wiederbelebungsversuckie, sie hatten aber keinen Erfolg mehr. Die Leiche wurde nach Berlin in das Schauhaus gebracht. Auf frischer That ertappt wurde ein Fledderer in der Nacht zum Freitag. Ein Student, der von der Kneipe kam, schlief auf einer Bank am Wedding ein, obwohl es ziemlich kühl war. Drei Fledderer schlössen daran?, daß er sich wohl m_ einem für sie ge- eigneten Zustande befinden müsse. Zunächst kreisten sie in einem großen Bogen um den Schlafenden herum. Dann zogen sie den Kreis enger und endlich niachte sich einer von hinten an die Leiche heran, wahrend die beiden andern sich rechts und links etwas seit- wärts hielten. Diesen Vorgang sah ein Schutzmann, der sich in einem Strauch versteckt hatte, sobald er die drei verdächtigen Ge- stalten wahrnahm. Der eine Mann faßte nun den Studenten erst in die Jacketttaschen. Hier blieben seine Hände leer. Als er sie darauf in die Taschen der fremden Beinkleider versenkte, griff der Schutzmann aus seinem Versteck, hervorspringend zu und packte ihn so fest, daß er keine Hand rühren konnte. Der Ertappte, dessen Helfershelfer entflohen, wurde auf der Wache als ein wohnungsloser Kutscher Hans Hampel festgestellt. Der Mann in der Badehose. Eine eigentümliche Wette ist gestern nachmittag zum Austrage gebracht worden. In einer Tischlerwerkstatt machte der Möbelpolierer S. sich anheischig, nur mit einer Badehose bekleidet den Weg vom Küftriner Platz durch die Rüdersdorfer- und Koppenstraße und dann über den Grünen Weg zurück im Lauffchritt in sieben Minuten zu durcheilen. Selbstverständlich erregte der Mann in der belebten Gegend großes Aufsehen und namentlich die Sttaßenjugend äußerte mit lautem Hurra ihre Genugthuung über die im Weltstadt-Getriebe immerhin neue Erscheinung. Aber was die Hauptsache war, der Möbelpolierer gewann seine Wette glänzend, denn er konnte bereits nach sechs Minuten den Siegeslorbeer und die 27 M., die von seinen Gegnern ein- gesetzt waren, einheimsen. Kein Schutzmann war auf den Gedanken gekommen, daß der Staat der Socialreform die Aufgabe habe, sich eines derart von allen Mitteln entblößten Mannes anzunehmen und ihn einem schützenden Obdach zuzuführen. Wir bedauern das gewiß nicht, aber immerhin hoffen wir, daß das Beispiel des wagemütigen Möbelpolierers andre wettlustige Leute nicht zu ähnlichen kühnen Thaten anregen wird._ Der Cirkus Sarassani wird am nächsten Donnerstag auf dem fiskalischen Terrain Ecke Schickler- und Neue Friedrichstraße sein Zelt ausschlagen. Das vom Direktor Stosch geleitete moderne Institut will auf allen artistischen Gebieten Tüchtiges leisten. Apollo-Theater. Heute jSonnabend) geht die Operette„Venus auf Erden" von Paul Lincke in Komponist wird sein Werk persönlich dirigieren. neueinstudierte Scene. Der Hus den JSaebbarorten. Die Rixdorfcr Stadtverordneten. Bcrsaimnlimg hielt am Mittwoch- abend eine Sitzung ab, in der eingangs die am 25. Mai stattgehabten Ersatzwahlen für gültig erklärt wurden und die Einführung der neu gewählten Mitglieder,'der Genossen Mitschke und Spreer, durch den Oberbürgenneistcr erfolgte. Dem Antrage des Magisttats, das Ab- kommen mit dem Buchbindermeister Seidlcr über die Ablösung der Sttaßenregulierungskosten für sein Grundstück Bergstraße 42 mit 9000 M. zu genehmigen, wird zugestimmt. Bei der Diskussion über diesen Punkt gab wieder einmal der Stadtv. Rahmig eine nette Probe von der Art, wie er die Interessen der Stadt auffaßt und vertritt. Seiner Meinung nach seien nämlich die dem Interessenten auferlegten Bedingungen viel zu scharfe, besonders sei die Ablösungssumme als viel zu hoch zu bezeichnen. Ja. dieser Herr Stadtverordnete ließ sogar dentlich durchblicken, daß nach seiner Meinung die Stadt beim Abschluß des Vertrages sich terroristischer Mittel bedient habe, um von dem Eigentümer Scidler gewissermaßen die Zustimmung zu erpressen. Diese Probe von städttscher Interessen- Vertretung war denn auch den Gesinnungsfreunden des Herrn Rahmig begreiflicherweise sehr unangenehm, so daß der Stadtverordnete Abraham in die Bresche springen mußte, um dieses gar zu offene Bekenntnis einer„schönen" Hausagraricrseele so weit als möglich abzuschwächen. Ferner wurde dem Bau einer Turnhalle nebst Schuldiener- Wohnung auf dem Schulgrundstück an der Weisestratze sowohl als auch der Errichtung von zwei neuen Oberlehrerstellen am Real- gymnasium zugestimmt. Der nächste Beratungsgegenstand betraf den Abschluß eines Ver- träges mit dem Kaufmann Silberberg-Berlin, der beabsichtigt, auf seinem Grundstücke Berlinerstr. 32 und Erlangerstr. 5 eine Markt- halle zu erbauen und einzurichten, den Betrieb aber der Stadt zu Überlassen. Wohl infolge der die Versammlung schon sehr stark be- herrschenden Ferienstimmung knüpfte sich auch an diesen Punkt keine wesentliche Debatte. Der Abschluß des Vertrages, auf dessen Einzel- heiten wir noch zurückkommen werden, wurde fast einstimmig ge- nehmigt. Dem Verein zur Förderung der Kunst bewilligte die Versammlung als einmalige Beihilfe 150 M. Der Vorlage betreffend die Einrichtung einer Freibank zum Verkauf und zur Verarbeitung minderwerttgen und beanstandeten Fleisches wurde genehmigend beigetreten. In gleicher Weise wurde eine, gewiß einem schon lange im öffent- lichen Interesse gehegten Wunsche, entsprechende Vorlage erledigt, welche mit einem Kostenaufwande von etwa 12 000 M. die Vcr- breiterung des Bürgersteiges vor dem Jahn-Turnplatze in der Hasen- Heide herbeiführen toll. Die katholische Kirchengemeinde war, nachdem Magistrat und Stadtverordneten-Versammlung der evangelischen Ge- meinde den Reuterplatz zum K i r ch e n b a u hergegeben hatte, an die Stadt herangetreten, um gleichfalls entweder einen Bauplatz oder aber eine finanzielle Beihilfe seitens der polittschen Gemeinde zu erhalten. Ganz wie im ersten Falle ist auch diesmal der Viagistrat den Frommen von der andern Richttmg entgegengekommen und hat eine Vorlage eingebracht, die empfiehlt, 6000 M. zu bewilligen. So elbstverständlich es ist, daß die socialdemokratische Fraktion diese Vorlage so wie die frühere grundsätzlich ablehnte, so un- verständlich war die Stellungnahme der bürgerlichen Fraktton Obwohl der ablehnende Beschluß an sich nur zu begrüßen ist, so hat er doch gezeigt, daß diese Herren es mit der christlichen Nächstenliebe nicht zu genau nehmen, sondern dem auch nur ein wenig Andersdenkenden gegenüber durchaus intolerant sind. So half denn auch der eindringliche Appell des Oberbürgermeisters an das Gerechtigkeitsgefühl der Herren Stadtverordneten von erster und zweiter Klasse nichts: sie b r a ch t e n die Vorlage zu Fall. Stadtv. Hoppe(Soc.) rückte gleichfalls die Stellungnahme der großen" Fraktion ins rechte Licht und schlug vor, nun auch konscqueuterweise den früheren Beschlutz bezuglich des Reuter- platzeswiederauszu heben, fand aber— wie nicht anders zu erwarten— für diese zwingende Logik kein Verstandms. Charlottenburg. Am Sonntag, den 3. Juli, treffen sich der Vorstand, die Delegierten und Beamten der Orts-Krankenkasse um 9 Uhr morgens im Volkshause, R o s i n e n st r. 3, bei Müller, von Ivo aus sie sich zur gemeinsamen Besichtigung des neuen Krankenhauses begeben. Staat und Schule in Preußen. Aus Zossen schreibt man uns: Die Stadtverordneten-Versammlung hat sich mit der auch unsre Genossen stark interessierenden Frage eines Schulhaus-Neu- b a u e s beschäftigt. Vor kurzem waren Vertreter der Regierung hier anwesend, die gemeinschaftlich mit dem Schulvorstande und dem Magistrat über die erwähnte Frage berieten. Das vom Magistrat mitgeteilte Ergebnis dieser Beratung ist in manchen Stücken recht lehrreich. Seit 8 Jahren beschäftigen sich Magistrat und Stadt- verordnete mit dieser Frage, und nach ihren Ausführungen waren sie fest davon überzeugt, datz der Ueberfüllung der Schule nur durch einen Neubau abgeholfen werden könne. Die Regierung erklärte aber: Wenn wir einen Zuschuß zu den Schulhauskosten leisten sollen, bewilligen wir einen solchen nur zu einem Anbau, da unsrer Meinung nach verschiedene Räume des 1818 erbauten Schulhauses nochmals außerordentlich gut bezeichnet werden müssen. Auf die Frage eines Stadtvertrcters, ob man denn auch auf einen Turn- hallenbau rechnen könne, erklärte der Regierungsvertreter, daß eine Turnhalle ein Luxus sei, den sich nur solche Gemeinden leisten können, die es dazu haben. Wenn wir nicht falsch verstanden haben, soll der Herr erklärt haben, daß, wenn ein Turnhallenbau aus rein städtischen Mitteln geschaffen werde, auf einen Zuschuß zum Schulhausanbau nicht gerechnet werden könne. Die Stadt- verordneten-Bcrsammlung nahm, sichtlich zufrieden, Kenntnis von dem Magistratsbericht und ging ohne Debatte zur Tagesordnung über. Ter Kampf gegen den Straßcnhandel scheint auch in den Vor- orten wieder zu beginnen. In Pankow konstituierte sich nach Schluß der letzten Gemeinderats-Sitzung die Gemeindevertretung als Amts- ausschuß, um zu einer Polizeiverordnung, welche vom Landratsamte dem AmtSvorsieher zugesandt war, Stellung zu nehmen. Den Straßenhändlern soll darin das Ausrufen ihrer Waren auf den Straßen und Höfen verboten werden. Bei der Beratung war man der Ansicht, daß den Polizeiverordnungen im allgemeinen so viel wie möglich entgegenzutreten sei, und im vorliegenden Falle läge gar keine Veranlassung vor, eine solche Verordnung zu erlassen. Wenn man dem Äommerzienrat Bolle das Ausklingeln seiner Milch in den frühesten Morgenstunden gestattet, so sollte man den armen Straßenhändlern ihren Broterlverb nicht erschweren. Trotzdem die Polizeiverordmmg einstimmig abgelehnt wurde, gab Herr Sattler- meister Holtkötter seine hausagrarischen Ansichten darin zum besten, daß er unter Heiterkeit und Widerspruch klarzulegen suchte, seine und seiner Mieter Nerven hätten stirchtbar unter dem Geschrei von .zweifelhaften Elementen" zu leiden. Adlershof. Der Arbeiter-Turnverein veranstaltet von morgen, Sonntag, aiz jeden Sonntagnachmittag 2'/. Uhr im großen Waldpark des Herrn Oskar Wöllstein Turnspiele unter Leitung und Aufsicht ihrer Turnwarte. Die Spiele haben lediglich den Zweck, die Kinder auf den großen Nutzen der Turnsrei aufmerksam zu machen und sind für die Eltern und Kinder vollständig kostenlos, weshalb es im Interesse der Allgemeinheit liegt, wenn die Eltern für recht rege Beteiligung an den Spielen Sorge tragen. E�is�elbstverständliö�M�ltern�estattcft�ei�Sp� Spandau. Die Stadtverordneten-Sitzung am Donnerstag war die letzte vor den Sommerferien und zugleich auch die kürzeste seit vielen Jahren, sie dauerte knapp eine Stunde. Die meisten Vorlagen wurden ohne jede Debatte genehmigt, darunter auch die Vorlagen, welche eine Verbreiterung des Fahr- dammes von Stresow und in der Grunewaldstraße sowie die Kanalisation des oberen Teils der Charlottenburger Chaussee vor- sehen. Einzig die beantragte Bewilligung von 2ö8 0 M. zum Vau eines neuen SchulhauseS nebst Turnhalle für die Kuaben-Bürgerfchule rief eine kurze Diskussion hervor. Die Versammlung strich rund 13(XK) M. von dem Vor- anschlage ab, bewilligte aber schließlich doch den ganzen Betrag, jedoch mit der Maßgabe, daß in der Summe von 258 000 M. auch die erforderlieben, in der Vorlage nicht berücksichtigten P f l a st e r- kosten mit einbegriffen sein sollen. Die ganze Bausumme soll als Anleihe gegen eine Verzinsung von 31/2 bis 4 Proz. bei 1 Proz. Amortisation aufgenommen werden. Aus der geheimen Sitzung bleibt noch zu erwähnen, daß die Vorlage betreffend Festsetzung einer neuen Lohnskala für die im städtischen Dienst beschäfsigten Meister, Maschinisten und "eizer K. an die bestehende Konimission zur nochmaligen Durch- eratung zurückverwiesen wurde. Die städtische Kommission für die Errichtung einer Wald- Erholungsstätte durch die Stadt nahm am Mittwoch eine Besichtigung der bestehenden Berliner Erholungsstätten in Eich- kamp und Schönholz vor. Das Gesehene machte sichtlichen Eindruck auf die Mitglieder der Kommission, so daß schließlich allgemein der Vorsatz geäußert wurde, auch in Spandau neben einer Erholungs- stätte für Erwachsene zugleich eine solche für Kinder zu schaffen. Mitte August soll in dieser Angelegenheit eine Aussprache mit den Kassenvorständen und Aerzten durch die Kommission herbeigeführt werden._ Roth-mburger Berficherungs- Anstalt. Allgemeine Bezirks- Per- samnilunä für Berlin am Freitag, den 15. Juli d. I., abends 8 Uhr, in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstr. 35. Tagesordnung: Mitteilung des dreijährigen Geschäftsberichts. Wahl des Bczirksvorsitzenden, der Bezirks- Vertreter und Stellvertreter. Wahl des Organs für Veröffentlichung der Bekanntmachungen des Bezirksvorsitzenden. Beschlutzsassung über etwaige Anträge an die Generalversammlung 2c. Ausweis durch letzte Beitrags- quittung oder Versicherungsurkunde. Socialdemokratischer Agitations-Berein für den Neichstags- Wahlkreis Stralsund- Franzbura< Rügen. Sonntag, den 3. Juli, vormittags 10 Uhr, beiRamlow, Schönhauser Allee 135: Generalversammlung. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen ersucht_ Der Vorstand. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 3. Juli, vorm. 8°/, Uhr, in der Schul-Aula, Kleine Franksurterstr. 6: Versammlung. Freireligiöse Borlesung. Um-10°/, Uhr vonnittaas ebendaselbst: Vortrag des Fränlew Ida Altmann:„Das Wunder". Gäste, Damen und Herren, sehr will- kommen. Vermifcktes. Frankfurt a. M.» 1. Juli. Gestern abend stürzte in der Turn- halle der Bornheimer Turngesellschaft der 17jährige Schlosser Spieß, der eine Riesenmelle machen wollte, so unglücklich vom Reck, daß er einen Schädelbruch erlitt und bald starb. Aus Blankenberghe wird berichtet: Die Polizei verhaftete den Deutschen Rudolf Huth, der wegen Enfführung eines minderjährigen Mädchens durch die deutsche Staatsanwaltschaft steckbrieflich verfolgt wurde. Huth hatte am 11. Juni aus einer deutschen Familie, bei der er verkehrte, ein Mädchen veranlaßt, mit ihm nach London und Paris zu fahren. In seinem Gepäck fand man 16 000 Fr. und über 100 Nachschlüssel; man glaubt, daß es sich um einen langgesuchten Hochstapler handelt. Budapest, 1. Juli. Der Professor an der Rechtsakademie in Eperdes, Dr. Mauritz, erschoß heute die Tochter des Realschulprofessors Kremer, weil letzterer sich der Verheiratung der beiden widersetzte. Sodann erschoß sich Mauritz selbst. Paris, 1. Juli. Heute morgen fand im Luxemburg-Garten die Enthüllung des Denkmals der Schriftstellerin George Sand an- läßlich ihres 100jährigen Geburtstages statt. Lüttich, 1. Juli. Die Aerzte haben den in die Bombenaffaire verwickelten Anarchisten Philipp nach eingehender Untersuchung für zeitweilig nicht zurechnungsfähig erklärt. Bricffcartcn der Redaktion. — Perpetnnni mobile. Die Idee ist undurchführbar; wenn Sie geistig gesund bleiben wollen, so bcsassen Sie sich mit nützlicheren Dingen. — W. R. In der Angelegenheit K. hat das Oberverwaliungsgericht noch nicht gesprochen. Mahnungen aus Postkarlen sind schon vom Gericht als Beleidigungen angeschen worden. juristisch er Oeil. Tic juristische Sprcchstiuidc findet täglich uiitAiiSnahmc de? Sonnabends von 7'lt bis O'/j Uhr abends statt. Gedisnet: 7 Uhr. P. A. 1. Städtisch 2. Mündelsicher.— K., Bernau. Leider nein: Sie könnten lediglich an den Kreisschulmspektor sich wenden, eventuell Be- schwerde bei der Regierung fuhren.— Michclis. Gewiß erscheint es nicht logisch, daß ein nie getausteS Kind aus einer Gemeinschaft austreten muß, der es eigentlich nie zugehört hat. Aber es ist so: Die Praxis geht sogar so weit, selbst am Religionsunterricht diese Kinder teilnehmen zu lassen. Sie geht weiter dahin, auch dann einen ausdrücklichen Austritt zu verlangen, wenn die Eltern bereits vor der Geburt ausgetreten waren. Die Kirche konstruiert: der Austritt gilt kirchlich nicht, der Ausgeiretcne bleibt, wenn auch leider nicht zahlendes, Mitglied der Religionsgemeinschaft. Mso bleibt auch das ungetanste Kind Mitglied der Gemeinschaft. Diese Praxis verträgt sich weniger mit der Logik als mit dem»eißhunger kirch- licher Magen. In der Statistik des Deutschen Reiches werden unter„sonstigen Christen" auch die Dissidenten gezählt.— N- Z- Nein. WitteruugSübersicht vom 1. Juli 19U4. morgens 8 Uhr. Stationen c el »=• S c s s Swincmde. Hamburg Berlin Franks.«. M. 760 München 763 Wien 761 1 760. WNW 760! SO 761! SO S W NW WiU-r ök c � gai w& 1 wölken! 2 heiter 2wollenl Übedeckt sheiter stwolkenl Stationen L- SZ ,= c S« Haparanda Petersburg Cork 7lberdee» Paris s 760N 748 SSO 753 S 763SW Weiler 2 bedeckt 2Negen 2 bedeckt 1 halb bd. ei Ä 11 w s- 11 14 12 16 Wetter-Prognose für Warm und vielfach heiter Neigung zu Gewittern. Sonnabend, de» S. Juli 1904. bei mäßigen südlichen Winden und etwas Berliner Wetterb 11 reau Für de» Jnftalt der Inserate übernimmt die Redaktion de», Publikum gegenüber keinerlei Beranttvortung. Zhcztcr. Sonnabend, den 2. Juli. Ansang VI, Uhr: Neues Opern> Theater. Das süße Mädel. Bekle-Alliance. Winter- Thmian. Ansang VI, Uhr. Anfang 8 Uhr. Schwer O./. Uhr: Venus auf Erden. Unter persönlicher Leitung des Komponisten Paul Lincke. Hei cli slia llen Schiller-Theater 0. (Walluer-Tbcaterl. Niorwist-Oper. Sonnabendabend 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötet. Martha, oder: Der Markt zu Richmond. Sonntagnach mittag 3 U h r: Der Wildschütz. Sonntagabend 8 Uhr: Der Prophet. Montagabend 8 Uhr: Die Fledermaus. Der Sommergarten ist eröffnet. Im Garten des Schiller-Theater X. _ täglich großes Militär-Konzert. Belle-Älliance- Theater. Im Theater abends 7st. Uhr: Gastspiel von Emil Winter Tpians größter und bester deutschen Herren-Gesellschaft. Im Sommergarten von 6 Uhr ab: Curt Goldmann-Konzert. Von 8 Uhr ab: Große Specialltäten-Vorstellung. tMF" Nur allererste Attraktionen. Larl Weiss-Thealer. Große Franksurterstr. 132. Abends 8 Uhr: Ter Weg zum Herzen. Sonntagnachm.� Uhr: Zwei Frauen. Im Garten: Vollständig neues Juli- Programm. Iheater u. Specialitäten- Vorstellung. Ansang 5 Uhr. Sonnabend: Großes Sommcrnachtssest. W. Noacks Theater Direktton: Roh. Dill. Brunnenstr. 16. III. grosser Premieren-Abend! Verbotene Wege oder: Getreue Nachbarn und desgleichen. Die bildschöne Miss Leona. Miss Hill, das medizinische Wunder. Ansang 6 Uhr. Kaffeeküche 3 Uhr. MF- Kall.-HW Bei schlechtem Wetter Vorst, im Saal. eemMRoN-IMs Gesundbrunnen. Badstr. 58. Heute: Grosses Soinuierrcst verbunden mit Garten- Konzert und DV Theater-Vorstellung."FM Aifftreten sämtlicher neu engagierten Specialitäten, u. a.: I�aiH Coradlni. Im Saale: Sommernachts-Bail. Entree 30 Pf., numerierter Platz 50 Ps. Montag, den 4. Juli 1301, zum erstenmal: Die Reise durch Berlin in 80 Stunden. lax Küem's Sommer- Theater Hasenheide 18—15:— Artistische Leitung: Paul Milbitz. [ Täglich: Gr. Konzert, Theater- u. Specialltäten-Vorstellung. Jeden Montag: Swmmerfest.— Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste.— Jeden Donnerstag: Elite-Dag. lfm} Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet.-Mg 2 hochelegante Kegelbahnen, Würselbuden, Konditorei, Blumenstand zc. In den Stilen: €r]*osser Ball. Fröbels Allerlei-Theater sr. Puhlmann, Schönhanser Allee 148. Grosses Soniiucrfcst. Konzert, Theater, Specialitäten. Um 8 Uhr: Elternlos. Gr. Sominernachtsball. Ansang l'/j Uhr. Eintritt 30 Ps. Bei ungünstigem Wetter im Saal. üliliUirliiiTleii Am Königsthor. Am Friedrichshaln. Täglich: Thc«ter-Ni>rsttllil«z mit wechselndem Programm. Am 1. und 15. jeden Monats Specialitäten- Wechsel. Zum Schluß: Die Reetzenburg. Volksstück mit Gesang in zwei Akten. Entree 80 I*f. Täglich: i Jeden Mittwoch: Sali.| Kinderfest. Brods Gesellschaftshaus am Dämeristsee. Inhaber: 71. Degebrodt vom Strandschlost am Müggelsee. Empseble Fabriken, Vereinen und Korporationen sür Sommervergnügen und Ausflüge mein großartig gelegenes Lokal. Zwei große Säle, Hallen, ge- nügendc Ncbenräume, Brlustigiingci: aller 2lrt. Coulante Preise. H. Oegebrodt. Neues Programm. Edith Helena, BTC™ Mason u. Forbes, amerik. Excentrics. Die drei Eitners, Drahtseilkünstler. Lydia Dobranow, Feuertänzerin. Charles und Froderic, Radfahrer. Michel Ellmanns, TyTolor Länger. Gebrüder Schwarz, Parodisten. Will Mora, Reckkünstler. Heloise Titcomb, Sängerin. Die 4 Milons, Kraftnummer. Neiss-Familic, akrobatischer Akt. Die Rakoczys, Ung. Gesangstruppe. liebende Photographien vom Kriegsschauplatz. Passage-Tiiealer, Anf. Sonntags 3, Wochentags 5 Uhr, Anfang der Abendvorstellung 8 Uhr. Terka Semmeloff Farclcal-Monbrette. Vierzehn erstklass. Nummern. Täglich: Vineta. Panlom.: Kalamitäten In der Küche. Satanello-Trio. Wardinis. Clown Steffi. Romeos. Ball. Konzert, Specialitäten. Ans. 4 Uhr. Etntr.30Ps.Num.Pl.S0 Speeialitäten-Theater, HIRZ Landsberger Allee 76/79. � Direkt Nmgbahnstation. Ob schönt Täglich Ob Regent im herrlichen Garte» od. gr.Taal: Das neue konkurrenzlose Programm, u. a. mit stürmischem Bestall: Sie 5 WoIsobs tf/t S 4 Vnlkanos, bester Clichnic-Akt. Orig.: Fritz Brand, Humorist. Lenor 4 Berend, Wirbeltänzer. Die fesche Nanon Bennert. Stange usw. Der Bäckerstreik. Große aktuelle Pantomime. Kaffecküche. Bolksbelnstiguugcn. Sonntag, Montag und Sonnabend bis 2 Uhr: Hall. Entree 20 Pf. Oentrai-Yerhand I deutscher Brauerei-Arbeiter Zweigvercin Berlin, Sektion I. (Brauer.) Am Mittwoch, den 29. Juni, verstarb unser langjähriges treges Mitglied E>nst Nieter (Brauerei Pichelsdorf). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonnabend, den 2. Juli er., nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- halle des Friedhofes in den Kisseln zu Spandau aus statt. Der Borstand. I. A.: Hodapp. Ostbahn-Park. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorfertt. 7t, Hermann Imbs. Täglich: Gr. Konzert, Tlzeater und Kpeciatitäten- Norstellnng. Mzowstr. 111/112. T tt g 1 1 c b Im Garten oder lSnal: ftorsts Korrideutsche Humoristen und Quartett»Sänger. Ans.: Woche 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. kons baden(Zültigkeit. Kettbilfcr Thor— Stat. der Hochbahn. Täglich im Garten: Hofkinanns Norddeutsche Sänger. Sonntag, Montag, Donnerstag: Nach der Soiree: Tanz. _ Wochentags haben Vor- zugSlarten, auch die zu den Theater- abenden ausgegebenen, Gülttgkeit. �Eine Mark— i wöchentliche Teilzahlung liefere awü! Hem-iden. Bestellungen n. Matz, tadell. Auss. Werkstatt im Hause. Jeder von mirgekausteiilnzug oder Paletot wird gratis ausgebügelt. T. Kurziicrg, Hsug Söniptr. 41. ■■■Direkt am Alexanderplatz.■ Etllbtiffemknt Kilggenhagea lloritzpiatz. Täglich von 12—4 Uhr: Mittagstisch. Im großen schattigen Natur» garten jeden Zlbcnd 8 Uhr: Dienstags, Donnerstags, Sonntags: Fährmann— Horst— Walde- Hdnger. Sonnabends trn Kaisersaal: Tanz. Elysiunt Landsberger Allee 40/41. Heute sowie täglich: M VorstsNung rg oer drei beliebten Sängergesellschasten bei freiem Entree. Jeden Sonntag, Tu Doli Montag, Mittwoch: Ul. Dali. Avis: Empsehle den geehrten Vereinen memen großen Saal sowie Naturgarten zur Abhaltung von Sommersesten unter sehr coulanter Bedingung. Tel.: Amt Vll 2817. 563411* Carl Elserrnann. 5� üosef Tischet1� Kohlen-Grofthandlung Berlin 0. 34, Brombergerst.19/20b Preise ab Platz von 1U Ctr. an la Ilse, Salon-Briketts 7" p. Ctr. 85 Ps. la Honckels Werke, bo. 6u.7". 80, la Senttenberger, bo. 6u.7',»— Anna, Adler, Marie,.f• Industrie-Briketts, Halbsteine, 65# Bruch-Briketts...... 60, _ frei Keller pr. Ctr. 10 Ps. mehr. Steinkohlen, Gascoaks, Anthractt,HoIz zu billigsten Sommerpreisen. 60 Handwagen verleih« zu Kohlen. Extra- MMZMMÄ Sonnabend Engebot Asustsg so lange der Vorrat reicht: �HSßDg SlKMZZDGT�AZIG Wir haben einen Posten, ca. Olt�dlo � 1€1 TU t S.P 13 1 X-l 3 � T1 einer erstklassigen Fabrik aufgekauft und bringen diese zu Preisen zum Verkauf, welche den Herstellungswert nicht übersteigen. Serie I Serie Ii Serie IIa Serie Serie IV Serie V Serie VI 1.05 2.05 Reise"Artikel 2.50 2.90 3.25 Geld sparen Sie Reisehandtaschen au, braunem Segeltuch mit Riemen 2.05, 4.O0 Handtaschen, havannabraun Leder, lange engl. Form 4-, 40, 4.85, 5.35 Handkoffer, traun, mit Ledereinfass. u. Schloss 2. DO, 2.80, 8.20, 8.80 Touristentaschen 0.95, 1.20, 1.60, 2.05 Rucksäcke 0.95,1.70,2.75,3.00 Couriertaschen 0.95, 1.30, 1.60, 2.05 Reiserollen f. Kämme �__,.. und Bürsten 2 8 Pf-, 42 Pf-, 95 Pf, 1.30 Plaidriemen 43 Pf.. 68 Pf-, 90 Pf, 1.10 Reiseflaschen mit Leder- hülle und Riemen 92 Pf-, 1.30, 1.60 3.75 4.50 Reise-Artikel eenfancb geschätzt Spar Kurte ANWEISUNO. Jeder K&afer emptAngt aar Wanscb (Or je SS Pfg. des besah Iten Ertrages eine Sparmarko. Diese Marken klebe man in die aal der Innenseite der Sparkarte vorgedrucktenFelder Sobald«Amtltahe Felder beklebt 8iDd,wiitl der Sparbetrag fAlUg o-mit i mark.. In bar aacgreithit Es l«t gdtattat, die tailiaen Sparkarten za aammeln and den Sparuerrae Jederzeit, auch erat am Jahresachlnts ea erheben Damenhutschachteln mit Lederriemen 75 Pf, 1.15 Reiseluftkissen 95 PL Damengürtel, Rindleder, h, allen Farben, ausgeschweifte Form 98 Pf. 82 cra Reisekörbe, aus bestem Material gearbeitet, BJÄ£& 53 58 66 74 3.50 4.50 5.25 6.50 7.75 9.00 Triumphstühle mit Armlehne und Fussstütie 2.95 Hängematten 90 Pf-, 1.60, 2.25, 2.75 Feldstühle 33, 42, 65. 90 Pt bei Benafznng unseres Sparkassen-Systems I Bade» Artikel Schwimmanzüge, THcot Bade-Kappen 0. 1 4, Bade-PantofFel 0.28, Bade-Schuhe 1.10, Bade-Necessaire 1.25, 1.25- 4.85 m. 0.25, 0.45, 0.75 m. 0.75, 1.10 1.35, 1.65 1.45, 1.75 Badelaken: Gr. 80/100 100/100 100/120 100/150 126/130 126/160 126/200 14(V200 160300 f 80/225 Pr. 1.00, 1.15, 1.35, 1.65, 2.10, 2.65, 3.25, 4.25, 4.85, 5.65 Bademäntel mit waschecht Besatz Bademäntel mit waschecht Besatz, mit Kappe Bademäntel, bunt gestreift oder kariert Bade-AnzÜge in allen Grössen von Badehosen, glatt rot und geringelt 2.95 m. 3.45 m, 4.90 m. 0.98— 6.45 m. 0.07-0.75 m. Frottierhandtücher, weiss u. bunt; Grösse 40/80 45/100 50/100 50/112 50/130 60/130 U. s. w. Preis 35 Pf. 40 Pf. 65 pl 95 Pf. 1.05 1.50 chürzen. Knaben-Spielschürzen 0r- 45 50 55 60 65 cm „Satin Auguata", in mode m. rot bes. 45 Pf-, 50 Pf-, 55 Pf-, 60 Pf-, 65 Pf- Mädchen-Aermelschürzen 0r- 45 50_ 55 60 „Satin Augusta", in mode m. rot besetzt 1.00, 1.10, 1.20, 1 ,30 cm Kinderhängeschürzen, hmtfert Leinen, kariert, Gr. 45 50 55 60 65 70 80 cm 45 Pf.. 55 Pf.. 65 Pf-, 75 Pf-, 8 5 Pf. 95 Pf-, 1.10m., 1.20 m. Damen-Kleider u. Reform-Schürzen, reich gamiert 2.65 Ein Posten Wasch-Anzüge kür Knaben im Alter von 3-5 Jahren 1.95, von 6-10 Jahren 2.20, vorÄeidft Anlernte für die nächste Kummer müssen bis 3 Uhr«achmMags in der Expedition abgegeben werden. Größere Inserate bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. � G��bition Itun als«, was ttinkcn wir? „Nun also, was Linken wir?"— fragte Herr Leh. mann feinen sfreund Müller, mit dem er eine längere, anstrengende GefchäftStour zurückgelegt hatte und soeben in eine moderne Weihbierstube, in der außer einer „Weißen" auch noch zahlreiche andre Biersorten auS- gefchänlt wurden, eingetreten war. „Wie können Sie Lagen?" entgegnete Müller, „ich trinke zur Erholung nach solchem Marsch stets eine„kühle Blonde", bej anders wenn sie so gut ge- pflegt ist. wie hier. Was wollen Sie denn trinken?"— „Ich bleibe dem„echten Münchener"' treu.— Weißbier!— Ich begreise nicht, wie man Weißbier trinken kann.— Keine Kraft I— Na, und die Folgen I" „Erlauben Sie mal!"— platzte Müller heraus. „Die Folgen?— Keine Kraft?— Na ja freilich; so wie das alkoholreiche Echte gehts nicht ins Blut I Aber das ist doch gerade das Gute. Ueberall hört man von den Folgen des allzu reichlichen Mohol-Genustes I Und Sie wollen von„Folgen" reden, als ob das Weiß- bier nicht gerade das bekömmlichste aller Biere wäre. Natürlich j der Prophet gilt ja nirgens in seinem Vater- lande! Warum soll'S unsrem guten Berliner Weißbier besser geben?"— Müller hatte sich ordentlich warm ge- redet und nahm mm einen tüchtigen Schluck der ihm unterdessen gebrachten„kleinen Weißen". „Prosit!"— rief ihm sein Freund Lehmann zu. .Jiöge es Ihnen gut bekommen l Für mich ist Weiß bier— Sie müssen mir den Ausdruck schon verzeihen— das reine Abführmittel! „Nun hören Sie aber aus l"— erwiderte Müller gereizt.„Das ist doch geradezu unglaublich. Was mögen Sie bisher wohl als Weißbier getrunken haben? Freilich: wenn man schlecht gepflegtes, obendrein noch stark gewässertes und ohne Sorgfalt abgezogenes Weiß- bier vorgesetzt bekommt, mögen Sie wohl recht haben. Aber welches Bier, das schlecht behandelt wird, mundet denn überhaupt und hat nicht Ihre beliebten„Folgen"? Eine gute Weiße wirkt nicht nur erquickend, sondern auch gesundheistördernd. Wie mir mein ausgezeichneter Hausarzt, so'ne Art„alter Heim"— Sie wissen doch, der berühmte, wirklich prakttsche alte Dottor— wie der mir sagte, soll Weißbier sogar ein vorzügliches Mittel gegen die Cholera sein!" „Bravo!"— entgegnete Lehmann ironisch.„Weiß- bier gegen Cholera— auch'ne Idee l Warum nicht noch Gurkensalat dazu?" .pherr Wirt"— rief nun Müller erregt.„Wir sprachen kürzlich von der Bedeutung deS Weißbiers in hygienischer Beziehung und da hatten Sie so einige interessante Auszeichnungen. Würben Sie unS dieselben wohl auch mal herbringen?" Der Wirt folgte dem Wunsche und brachte einen Ausbug aus dem amtlich vom Kaiserlichen Reichs- Gesundheitsamte herausgegebenen„GesundheitS- Küchlein", in dem da» Berliner Weißbier als ein er- frischendes und oerdauungbesördernde» Getränk de- zeichnet wurde. ,Das letztere glaube ich schon", meinte Lehmann belustigt.„Wer Freund Müller wollte daS Weißbier so als Heilmittel preisen.„Ne, lieber Junge! Gegen die Cholera giebt'S kein Mittel, da giebt'S kein Mittel — das Kaden wir schon vor anno Tobak gesungen I" „'n Äugenblick Geduld!"— warf der Wirt ein. „Hier habe ich einen ausführlichen Bericht vom Aerzte- Kongreß, der 1898 in Wiesbaden stattfand, ausgehoben. Sie können Ihn nachher vollständig lesen, wenn Sie wollen. Sehen Sie mal jetzt bier die angestrichene Stelle an. Da heißt es ausdrücklich, daß gutes Berliner Weißbier sehr günstig auf Cholerakranke einwirkt.— ES verkehrt vier übrigens bei mir auch ein tüchtiger Arzt, der schwächlichen, angegriffenen, erschöpften Per- sonen, namentlich auch Rekonvaleszenten, sehr ost Weiß- hier, vielfach mit Eiern und Zucker gemischt, verordnet und behauptet, damit die besten Resultate zu erzielen l" Herr Lehmann hatte sich den Bericht angesehen und fragte alsdann mit sichtlichem Interesse:„Wodurch soll denn das Weißbier nun aber diese vorzüglichen Eigen- schaften besitzen?" Der Wirt, der schon mehrfach über dasselbe Thema befragt worden war und sich deshalb gründlich orientiert hatte, fetzte ihm nun auseinander, daß das Weißbier sich zunächst durch einen verhältnismäßig geringen Gehalt an Alkohol, dessen übermäßiger Genuß erwiesener- maßen für den Menschen die schlimmsten Folgen zeitigt, auszeichnet. Daß es aus der andern Seite aber sehr reich ist an den besten Ertrakten, ebenso auch an der von den Aerzten so sehr empsohlenen Milchsäure und an der so erquickend und gesundveitsördernd wirksamen, natürlichen, nicht künstlich eingepumpten� Kohlensäure. Zur Weißbierbrauerei könne sa auch nur das allerbeste des besten Materials sowohl an Hopsen, Weizen- wie Gerstenmalz und Hese verwendet werden. „Wie kommt es denn nun aber"— warf Lehmann ein.. daß das Weißbier jetzt nicht die große Bedeutung in Berlin hat. die ihm nach all' diesen Ausführungen zukommt?" „Ich glaube, daß daran die große Reklame der andren Biere schuld ist," antwortete Müller.„Die Lagerbter-Brauereien und besonders die München«', haben durch ihre prächtigen Biervaläste da§ Publikum angezogen, das nun meint, das bescheidene Weißbier .._.... Weißbier ist „lassen Sie mir auch mal so eine'gute Weiße bringen. Ich will'S mal versuchen und probieren, wie es mir bekommt. Und wenn ich finde, daß da» Berliner Weißbier wirklich die vorzüglichen Eigenschaften hat. so werde ich bald der treuefte Anhänger der„kühlen Blonden" sein. Denn ich bin kein Modenarr und denke auch bezüglich des Bieres: für mich ist gerade daS allerbeste nur gut genug l Also— ein Glas gutes sBerlwer Weißbier I" Auch an den nächsten Tagen setzte Herr Müller seine Weißbiervrobe mit sichtlicher Zufriedenheit fort, und jetzt prangt über dem Stamintffch ein von ihm geschenkte». geschmackvolle» Plakat mit der Äusschrist: Wo man Weißbier trinkt, da kannst du ruhig lache»! Böse Menschen trinken schärs're Sachen!— Veranno. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil veranttv.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer Sc Co., Bert« SW. »«» 2. ßcilnjt des Jatmörta" jiftliiifr llolbülilall. Hgitatlons- Kalender. jMajertätöbcleidigung. April. 8. Die„Zukunft' bestätigt die unwidersprochen gebliebene Meldung der„Münchener Post", daß der �inzwischen verstorbene) Generalissimus Waldersee der wahre Schuldige der Normann- Schumann zur Last gelegten Majestätsbeleidigungen sei. 13. Ein Postbeamter in Leipzig, dessen Frau wegen Majestäts- beleidigung vier Monate erhielt, wird aufgefordert, um seine Pensionierung einzukommen. 21. Der„geistig nicht normale' aber„zurechnungsfähige" Land- streicher Munski zwei Monate Gefängnis. Mai. 22. Ein Gewohnheitsbettler in Görlitz erhält zwei Jahre Gefängnisunterkunft. pommernbank- und RofTkandal. Mai. 4. Wiederaufnahme des Pommern-Bank-Prozesses. Juni. 4. Im Pommernbank-Prozetz werden die Spenden der Bank an den Berliner Presseklub erörtert. S. Im Pommernbank- Prozeß werden finanzielle Ver- Hältnisse des Oberhofmeisters der Kaiserin v. Mirbach zu den ver- krachten Bankdirektoren festgestellt. Er soll rund 600 000 M. zu Wohlthätigkeitszwecken von den Hofbankiers erhalten haben. 16. Freiherr v. Mirbach behauptet als Zeuge im Pommernbank- Prozeß 327 000 M.. über die er quittiert habe, nicht empfangen zu haben. Der Verbleib dieser Summe ist durchaus rätselhaft. 18. Die„Zukunft" bringt neue Enthüllungen über den eigen- tümlichen Charakter der Mirbachschen Wohlthätigkeitsbetriebe. 19. Nach der„Deutschen Korrespondenz" soll der Pommern- bankdirektor Schultz einem Verwandten des Kaisers 6 Millionen ge- liehen haben. 23. Es wird bekannt, daß Herr v. Mrbach einen Erlaß an die Landräte herausgegeben hat, der zu umfangreichen Klingel- beuteleien auffordert. Zweck: Ausschmückung der Kaiser Wilhelm- Gedächtniskirche mit kostbarem Mosaik. Die Namen der Spender sollen den Majestäten bekannt gegeben werden. Es sollen nur große Beträge gezeichnet werden.„Kleinere Sammlungen sind allgemein unbeliebt". 24. Der ehemalige Herausgeber des„Kleinen Journals" teilt unter andren Mirbach-Enthüllungen mit, daß Mirbach ihn ersucht habe. Angriffe gegen die Bankschwindler Sanden und Schmidt zu unterlassen. 30. Homburger Juden und Dissidenten zur Mirvachspende herangezogen. Einem 2ö000 M. abgeknöpft, ein andrer ist trotz dreimal wiederholter Anreiherei fest geblieben. 30. Die Beantwortung einer Interpellation Fischbeck über den Mirbachbettel im preußischen Abgeordnetenhause auf den Herbst ver- schobem Vom bcrrUchen Knegobecr. April. 1. Unteroffizier Heidrich vom Infanterie- Regiment 177 in Dresden wegen Mßhandlung 4 Monate Gefängnis. Keine De- gradation. Eines seiner Opfer hat Selbstmord versucht. 12. Unteroffizier Belz vom Eisenbahn- Bataillon in München wegen Mißhandlung und Unterschlagung anverttauter Rekrutengelder b Monate Gefängnis. 13. Musketier Ochmann wegen Gehorsamsverweigerung und Selbstbefteiung, begangen in Trunkenheit, 3 Jahre 2 Wochen Ge- fängnis. 19. Die gegen einen Sergeanten des Jnfanterie-Regiments 161 erkannte Degradatton zurückgenommen. Der Sergeant hatte u. a. einen Musketier zum Selbstmordversuch getrieben. 3 Monate Ge- fängnis. 20. Der Chinakrieger Fiedler in Essen hat in einer Versannn- lung in Essen die Hunnenbriefe für echt und richttg erklärt und be- hauptet, deutsche Soldaten und Offizierehätten in China Raub und Mord getrieben. Lieutenant v. Bönniahauseu erklärt als Zeuge, er wisse nicht positiv, ob sich unter den Geschenken, die er nach Hause schickte. Beutestücke befunden hätten. Einen Chinesen, der nach ihm mit einer Kartoffel geworfen haben soll, hat er erschossen. Urteil gegen Fiedler 6 ivkonate Gefängnis. 21. Unteroffizier Zinunermann vom Jnfanterie-Regiment Nr. 94 in Jena 6 Wochen Mttelarrest. 22. Völliger Ausschluß der Oeffentlichkeit beim Kriegsgericht in Königsberg. 23. Zum bevorstehenden Maifest soll nach Meldung einer bürgerlichen Korrespondenz das Militär vielfach in den Kasernen konflgniert werden. 28. Drei Richter im Bilse-Prozeß erhalten den Abschied. Der Gerichtsherr v. TippelSkirch wurde schon zuvor verabschiedet. Die Siichtausschließung der Oeffentlichkeit ist den Verabschiedeten in Militärkreisen übel vermerkt worden. 28. Ein Unteroffizier in Lahr(Baden) vom Feldartillerie- Regiment 66 drei Monate drei Tage und Degradation. Mai. 6. Kapellmeister Schreiber voni Jnfanterie-Regiment Nr. 95 in Gotha wegen Mißhandlungen in 22 Fällen vier Monate Festung. 10. Vice- Wachtmeister Schaf, Oberfahnenschmied KrauS, Sergeant Lenbacher wegen Mißhandlung sechs Wochen gelinden Arrest, Sergeant Kapp sechs Wochen Mittetarrest, Unteroffizier Merczuweit sieben Monate Gefängnis, Unteroffizier Mattner fünf Monate, Unteroffizier Frey vier Monate Gefängnis. Sämtlich vom 61. Artillerie-Regiment Darmstadt. Strengster Ausschluß der Oeffentlichkeit. 12. Unteroffizier Herm. Schmidt vom Feldartillerie-Regiment Sprottau ftir 29 Mißhandlungen zc. acht Monate Gefängnis, ein Wachtmeister, der die Beschwerde des Mißhandelten nicht weiter- gegeben, vierzehn Tage gelinden Arrest: auch der Beschwerdeführer ivird, weil er an den Regimentskommandeur geschrieben, Bestraft. 16. Der Einjährige Cordes in Hannover, der sich über einen Fähnrich beklagt und seitdem schutzlos von älteren Mannschaften mißhandelt worden war, hat Selbstmord verübt. Jetzt wird einer seiner Peiniger zu 30 M. Geldstrafe verurteilt. 17. Hauptmann Grahl vom 17. Pionierbataillon Thorn wegen Beleidigung in 90 Fällen sechs Wochen Stubenarrest. Ausschluß der Oeffentlichkeit. 19. Unteroffizier Eckert vom 29. Infanterie- Regiment Trier wegen Mißhandlung in 500 Fällen IV, Jahre Gefängnis. 19. Unteroffizier Roß für 33 Fälle 4 Monate Gefängnis. 21. Die Feldwebel Stalle und Unterberger vom Infanterie- Regiment 29 in Trier zehn und neun Monate Gefängnis. 28. Unteroffizier Mctzdorf vom 71. Infanterie- Regiment in Halle wegen Mißhandlung(Tritte gegen den Unterleib) 2 Wochen Mittelarrest. Ausschluß der Oeffentlichkeit. Juni. 1. Zwei Unteroffiziere in Glogau 6 Monate 3 Wochen Ge- fängnis und 8 Tage Mittelarrest. Ausschluß der Oeffentlichkeit auch bei der Urteilsbegründung. 2. Angetrunkene Reserve-Offiziere liefern nach einer Offiziers- Wahl in Hannover den Schutzleuten eine förmliche Straßenschlacht. 3. Musketier Berld vom 94. Jnfanterie-Regiment in Erfurt wegen Angriffs ans einen Vorgesetzten 2 Jahre 1 Tag Gefängnis. 3. Ein Musketier vom 17. Jnfanterie-Regiment in Metz 5 Jahre Gefängnis. Ausschluß der Oeffentlichkeit. 3.' Unteroffiziere Germann und Buchholtz vom 8. Fußartillerie- Regiment in Rietz wegen Mißhandlung 6 Wochen Mittelarrest. Ausschluß der Oeffentlichkeit. 9. Zwei Musketiere vom Jnfanterie-Regiment 93 in Dessau wegen Meuterei, begangen in der Trunkenheit, je 4 Jahre Gefängnis. Strafantrag 5 Jahre Zuchthaus. 14. Feldwebel Krzewica vom 11. Jnfanterie-Regiment in Breslau wegen grober Mißhandlung und Drohung mit Erstechen 9 Tage gelinden Arrest. 17. Sergeant König vom 66. Jnfanterie-Regiment in Magde- bürg zwei Monate Gefängnis. 18. Vierzig Fälle von Hitzschlag sind am 16. Juni beim 19. Jnfanterie-Regiment in Fürth passiert. Zwei Mann sollen tot sein. 19. Ein vielfach bestrafter Soldat vom 69. Jnfanterie-Regiment in Trier endlich als geisteskrank erkannt. 22. Zlvei Unteroffiziere des Garde-Füsilier-Regiments wegen Körperverletzung an Untergebenen zehn Tage mittleren resp. vierzehn Tage gelinden Arrest. 24. Musketter Erdmann in Erfurt wegen Angriffs auf einen Vorgesetzten sieben Monate Gefängnis. Erdmann hatte bei dem Renconter mit einem Bootmannsmaat Wille sieben Stiche mit dem Seitengewehr erhalten. 29. Der Gemeine Brüning vom 25. Jnfanterie-Regiment in Berlin wegen Angriffs auf einen Vorgesetzten in Trunkenheit B1/, Jahre Gefängnis. 30. Nach der amtlichen Kriminalstatistik für das deutsche Heer und die Marine hat im Jahre 1903 die Zahl der besttaften Soldaten- schinder 773 betragen(1902: 777, 1901 770). ©üdwcftafnlta. April. 1. Der Inspektor der Rheinischen Missionsgesellschast Haus- l e i t n e r berichtet über Kolonialgreuel in Südwestafrika. 7. Ein Hererobrief veröffentlicht:„Das Land der Engländer ist gut; da giebt es keine Mißhandlungen". 8. Ein Brief aus Südwestafrika schildert die Ausplünderung der Eingeborenen durch die Händler. 10. Es wird nachgewiesen, daß die Kriminalität der Weißen in Südwestaftika größer ist als die der Farbigen. 12. Unglückliches Gefecht bei Oniatu. 14. Soldatenbrief aus Karibik:„Gefangene werden nicht ge- macht I" 22. Typhus in der Kolonne Glasenapp. 28. Neue Schreckensnachrichten über den Zustand der Kolonne Glasenapp. 29. Siebenundachtzig ThphuSfälle bei der Kolonne Glasenapp. 29. Bei dem Gefecht von Owikorero ist von den Hereros ein Maschinengewehr erbeutet worden. Mai. 1.„Ist der Farbige nicht willig, so brauchen wir Weißen eben Gewalt," schreibt die„Koloniale Zeitschrift". 10. Nach einer Depesche des„Lokal-Anzeiger" aus Windhuk wird die Ernennung v. Trothas den Abgang Leuttveins und all- gemeine Empörung der Eingeborenen zur Folge haben. 20. Neuer Truppennachfchub nach Südwestaftika. 26. Die christlichen Lehren von allgemeiner Gleichheit und Brüder- lichkeit verdrehen den Negern die Köpfe, klagt ein Ansiedlerbrief aus Afrika. Juni. 9. Weitere 20 Millionen sollen für Südwestaftika verlangt werden. Bisher 10 Millionen bewilligt. 11. Nach der„Zukunft" ist die Depesche über die Gefahren von Trothas Mission vom Reichskanzler lanciert worden,�der ein Gegner dieser Berufung ist.(Die„Zukunft" bleibt trotz spateren Dementis des Reichskanzlers bei dieser Behauptung.) 23. 7500 Mann befinden sich auf dem Kriegsschauplatz. Weitere 1600 werden verlangt. Im Dienste des Zarismus. April. 10. Neuer Ausweisungsbefehl gegen Dr. v. Wetscheslaff. 12. Die„Schnorrer'-Nede Bülows in Rußland verboten. 13. Der Hilfskreuzer der deutschen Kriegsmarine„Bismarck" an Rußland verkauft. 14. Russenverhaftung in Königsberg. 28. Ein deutscher Staatsbürger, der ohne Paß die russische Grenze nach Deutschland zu überschreiten versuchte, erschossen. Mai. 18. Die Beschwerde eines ausgewiesenen russischen Studenten darüber, daß auf 1 einer Exniatrikel die polizeiliche Ausweifung ver- merkt ist, wird vom akademischen Senat der Universität Berlin ein- stimniig zurückgewiesen. 2. Ausweisung eines aus Preußen ausgewiesenen Schnorrers auch aus Bayern. 5. Ein Prozeß in Kopenhagen enthüllt, daß die russische Polizei- Agentur in Berlin auch in Dänemark Agenten unterhält. 10. Neue Haussuchungen in Tilsit. UnlW Richter und Staatsanwälte. (Siehe auch:„Aus dem Zuchthausstaate.') April. 9. Der ArbeitSlvillige Zirtz-Breslau, der den Tischlervorsitzendcn Peikert wegen des Wortes„Streikbrecher" geschlagen und verletzt hat, vom Breslauer Gericht strafftet erklärt. Peikert hat wegen Beleidigung drei Monate Gefängnis. 16. Arbeiter Bönsch in Magdeburg wegen Bettnges(Forde- rung zu hoher Zeugengebühren und Schädigung der Gerichtskaffe um 3,20 M.) Ift, Jahre Zuchthaus. 16.„Es ist nicht rechtsirrtümlich, wenn bei dem Strafmaß auf die politische Anschauung der Angeklagten Rücksicht genommen wird", erklärt das Reichsgericht. 17. Das Reichsgericht bestätigt das Urteil im Kaiserinsel- Prozesse, Wodurch Leid, der wegen drei Artikel angeklagt War, wegen fünf verurteilt wurde. 17. Der Wirtschafter Mccus-Berlin, der sich eine Polisteisirafe wegen Offenhaltung der Dunggrube ersparen will, verleitet seine Wirtschafterin und deren Tochter zu falscher Aussage. Mecus 2V2 Jahre Zuchthaus, die Wirtschafterin 1 Jahr Zuchthaus, die Tochter 6 Monate Gefängnis. 17. Zlvei Rixdorfer Schutzleute toegen Ueberfalls auf einen Passanten je 5 Monate Gefängnis. 21. Genosse Düwell-DreSden wegen Beleidigung des Bautzener Offiziercorps 4 Monate Gefängnis. I 29. Ein Lehrer in Westpreußcn, der polnisch_ singende Kinder und deren Väter„Schweine" geschimpft hat, in erster Instanz ftei« gesprochen, erhält in zweiter drei Mark Geldstrafe. 29. Der Heilgehilfe Walther in Berlin auf Grund eines höchst lückenhaften Indizienbeweises in Berlin wegen Gattenmords zum Tode verurteilt. Mai. 6.„Flugblattverteilung als öffentlich bemerkbare Arbeit stört die Sonntagsruhe", entscheidet das Kammergericht. 7. Maurer Widera in Breslau hat die Entlassung eines Poliers verlangt. Sonst würde die verhängte Sperre nicht aufgehoben. Wegen— Bedrohung 1 Monat Gefängnis. 17. Infolge eines Kompetenzstreites zwischen Staatsanwalt und Militärverwaltung wird die Hinrichtung des Mörders Jaknbowski erst elf Tage nach Mitteilung an den Delinquenten vollzogen. 19. Redafteur Korn von der„Welt am Montag" wegen Be- leidigung des Provinzialschulrats U l l m a n n- Charlottenburg, dem er„merkwürdiges Auftteten" gegenüber der Lehrerschaft vorgeworfen, 3 Monate Gefängnis. Juni. 2. Ein Fabrikbesitzer in Mülhausen i. E. wegen fahrlässiger Tötung(Außerachtlassung von Schutzbestimmuugen) freigesprochen. Beanttagt war eine Woche Hast. 3. Drei Maurer in Berlin, die von einem Kollegen Vorzeigung seiner Verbandspapiere verlangt haben, wegen Erpressungsversuches je zwei Wochen Gefängnis. 5. Der Duellmörder Breit-Leipzig nach 21 Monaten Festung begnadigt. 9. Eine Frau in Schweinfurt, die Arbeitswilligen„Pfui, welche Schande" zugerufen, acht Tage Gefängnis. Drei gefesselt vor- geführte Arbeiter, die die Arbeitswilligen durch die Zumutung, die Arbeit einzustellen,„belästigt" haben, je zehn Tage Gefängnis. 12. Ein Maurer in Dresden, der Arbeitswilligen zugerufen hat: „Schämt Ihr Euch nicht?...' und dabei eine„drohende Haltung" eingenommen haben soll, drei Monate Gefängnis. 12. Arbeitswillige wegen Ueberfalles auf Streikposten mit Gummischläuchen und Bedrohung mit dem Revolver in Berlin einen Monat und zlvei Wochen Gefängnis. Sie behaupten, ein Polizei- Beamter hätte sie aufgefordert, sich zu bewaffnen. 17. Im Kölner Grund- und Abbrucharbeiterstreik hat der Bruder des Unternehmers Schreiner den Streikführer Diebold erschossen, einen andren Streikenden lebensgefährlich verletzt. Schreiner ist nach 14tägiger Untersuchungshaft wieder auf freiem Fuße. 19. Genosse LeimpeterS hat in der„Bergarbeiter-Zeitung" be- richtet, daß sich Beamte der Saar- und Moselgesellschaft von den Arbeitern beschenken ließen und daß die Behandlung inhuman sei. Der Wahrheitsbeweis fördert Durchstechereien, Mißhandlungen, grobe Beschimpfungen zu Tage. Urteil zwei Monate Gefängnis. Der Aus- druck:„Sie bekommen Vorschuß geschissen" würde von den Berg- leuten gar nicht als beleidigend empfunden werden, wenn ihnen LeiniPeterS das nicht einreden würde. 25. Genosse Ebeling-Halle wird Zeugniszwang angedroht, weil er den Namen eines Herrn nicht nennen will, mit dem er im Gerichtsgebäude gesehen wurde. Hub dem Zuchtbausftaate. (Siehe auch„Unsre Richter".) April. 13. Eisenbahner Spieler als Budde- Spitzel entlarvt. 13. Frauen- Wahlvereine kann es nicht geben, erkennt dai preußische Ober-Berwalwngsgericht. 15. Die Ausweisung weiblicher Delegierter vom socialdenro- kratischen Brandenburger Parteitage durch das Ober-Verwaltungs- gericht für gerechtfertigt erklärt. 16. Streikposten toerden„wegen Störung deS Verkehrs' auch aus den Thorwegen gewiesen. 17. Der Pfarrer in Didenheim(Elsaß) verweigert Lesern social« demokratischer Zeitungen die Absolution. Mai. 1. Ein neues Ausnahmegesetz gegen die Polen(Verbot des Polnischen als Versammlungssprache) kündigt der„Lokal-Anzeiger" an. 10. Maurerstteikposten in Königsberg von Polizisten beschimpft und mit Schlägen bedroht. 12. Der Vorsitzende des Bienenzüchtervereins in Labandwica wegen„polnischer Agitation" mit einem Strafmandat bedacht. 19. Der polnischen Volksbank in Kattowitz ist ein Straßenschild mit polnischem Namen(ulica Andörceya 2— Andreasstraße 2) verboten worden, weil es den Klassenhaß fördere und die öffentliche Sicherheit gefährde. Die Berufung vom Ober-Verwaltungsgericht verworfen. 27. Ein Italiener, der vor zwei Jahren als Streikbrecher nach Königsberg kam, jetzt aber aufgeklärt, als Dolmetscher für den Maurerstrcik wirkt, wird ausgewiesen. 29. 54 Erfurter Bahnarbeiter wegen Fernbleibens vom Budde- verein zur Verantwortung gezogen. 29. Hundert in den Kattowitzer Gruben beschäftigte Arbeiter ausgewiesen. Juni. 1. In Posen verrichtet Militär Arbeitswilligendienste im Malerstreik. 3. Der Name„Wyslawa"(von Weichsel) für ein kleines Mädchen als„Anstoß erregend und aufreizend" verboten. 4. Verbot des Pariser„Matin" in den Reichslanden. 5. In St. Johann beginnt der Beleidigungsprozeß gegen den Bergmann Krämer, der schtoere Wahlbeeinflussungen, traurigste Lohn- Verhältnisse und schärfsten Terrorismus im staatlichen Saarreviere enthüllt. 3. In Gnescn sind Soldaten zu Maurerstreikbrecherdienst heran- gezogen worden. Das Generalkommando untersagt auf Beschwerde ihre iveitere Verwendung. 14. Urteil im Saarprozeß: 3 Monate Gefängnis. Krämers Behauptting, daß die Löhne schlecht seien, sei„wider besseres Wissen' erfolgt, obwohl seine statistischen Angaben richtig seien. 14. Heiratsverbot im Betriebe des Deutschen Druckerei- und VerlagshauseS(v. Stübnitz) in Berlin für Angestellte mit weniger als 150 M. Gehalt. 25. In Letschin in der Mark sollen künftig die Namen der ge- fallenen Mädchen von der Kanzel bekannt gegeben werden. 27./28. Die antipolnischc Ansiedelungsvorlage, die entgegen der Reichs- und Staatsverfassung das Ansiedelungsrecht der Polen be- schränkt, wird im preußischen Abgeordnetenhause durchgepeitscht. 28. Saarabische Zustände in den Glaswerken von Siemens enthüllt ein Prozeß gegen die„Sächsische Arbeiter- Zeitung". Die beiden Angeklagten, Genossen Flcißner und Nitsche, zu je 1200 M. Geldstrafe verurteilt. 28. Teilnehmer eines Leichenbegängnisses in Dierdorf bei Magdeburg wegen roter Kranzschleifen zu Geldstrafen verurteilt, rvandfklaverel und Kontrahtbruchsgefetz. April. 21. In einen: Ort bei Gumbinnen stellt ein Arbeiter wegen Mißhandlung seines Sohnes gegen einen Gutsbesitzer Strafanttag. Die seiner Frau erteilte Vollmacht des Klägers lvird wegen zu kleinen Formats zurückgewiesen, die Beschwerde hiegegen für be- Icidigend erklärt und die Frau zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Der Gutsbesitzer bleibt straflos. Mai. 8. Die prenhische Regierung legt dein Landtag einen Gesetz- entwurf zur Erschlverung des ländlichen Kontraktbruches vor. Wer Arbeiter zum Kontraktbruch verleitet, kontraktbrüchigen Dienst giebt oder vermittelt, soll bestraft werden. 28. Die Kontraktformulare der schlesischeu Landwirtschafts- kaminer setzen den Stundenlohn auf 11— 15 Pf. fest, legen die Fest- setznng der Accordlöhne völlig in die Hand der Unternehmer und stellen die zu Recht erfolgte Entlassung dem rechtswidrigen Bruch der Arbeitsverhältnisse gleich. Juni. 5. Bewilligte Entlassung landwirtschaftlicher Arbeiter wird im Königsbcrgcr Kreise als Kontraktbruch bestraft. 8. Gegen ostpreutzische Dienstmädchen, die den Dienst wegen Mißhandlungen verlassen, wird Strafantrag gestellt und Zurück- führung in den Dienst beantragt. 16. Im Reichstag mutz Nicberding zugeben, daß das preußische Kontraktbruchgesetz„die Kompetenzen zwischen Reich und Staat verwische." Klus clen GefangmlTeti. April. 13. In Kiel wird ein Arbeiter nach zehn Jahren Zuchthaus, sieben Jahren Gefängnis wegen Geisteskrankheit freigesprochen. 14. Der Geisteskranke Schirmer im Gefängnis zu Wronke schweren Disciplinarstrafen unterworfen. Mai. 5. Der schwachsinnige Paul Schmidt, der sich seit seinem 16. Jahre im Zuchthaus befindet, wegen Mordversuch weitere 15 Jahre. 13. Anläßlich der Besprechung der Gefängniszustände kündigt Staatssekretär N i e b e r d i n g strafrechtliche Verfolgung jener Blätter an, die jene Zustände aktenmäßig geschildert haben. 23. Ober-Regierungsrat Krohne übt an der kriminellen Be- Handlung geistig Minderwertiger scharfe Kritik.... Das schändliche Treiben, durch das heute Tausende Unglücklicher wie Hunde von Thür zu Thür gehetzt werden, muß ein Ende haben! 28. Zahlreiche socialdemokratische Blätter wegen Mitteilungen aus den Gefängnissen konfisciert. Sociale StmfUckter. April. 7. Neue Zechenlegungen im Ruhrrevier. 15. Von 4693 inspicierten Wohnungen in Essen ein Drittel wegen Ueberfllllung beanstandet. 20. Ein mittelloser Lehrling, der keine Bücher in die Fort- bildungsschule mitbringt, weil er kein Geld hat, erhält zwei Tage Haft. Mai. 4. Von 12934 Patienten der Berliner Orts- Krankenkasse der Kaufleute usw. bewohnen 8753 hpgienisch unzulässige Räume, 411 wohnen in unheizbaren, 112 in fensterlosen, 1831 in zu dunklen, 847 in feuchten Räumen. 10. Der Leipziger Aerztestreik wird durch Eingreifen der Re- gierung zu Gunsten der Aerzte entschieden. Juni. 2. Eine den Interessen der Ladeninhaber entsprechende„Neu- ordnnng" deS Berliner Straßcnhandels ruft eine lebhafte Protest-- bewcgnng der Straßenhändler hervor. 4. Die Berichte der preußischen Gewerbe-Jnspektoren stelle» für 1903 Rückgang und Stillstand der Arbeiterlöhne fest. kftiltiiraiifgaben leiden nicht! April. 10. In Schöneiche bei Berlin werden in einem Zimmer von 75 Kubikmeter Luftraum 50 Kinder unterrichtet. Ein Vater, der sein Kind wegen Gesundheitsgefahr aus der Schule nimmt, muß frei- gesprochen werden. 20. Der Kultusminister S t u d t hat Bilder von Leistikow, Böcklin, Leibt und Klinger wegen angeblichen Geldmangels, in Wirk- lichkeit wegen der bekannten kaiserlichen Antipathien vom Ankauf zurückgewiesen. Mai. 7. In Ellguth bei Kattowitz werden 340 Kinder von zwei Lehrern unterrichtet. Sitzgelegenheiten fehlen. Juni. 3. Professor Kro meyer- Halle, der seine Docentur nieder- gelegt hat, berichtet in einer Schrift über die Knickrigkeit der Unterrichtsverwaltung gegenüber der medizinischen Fakultät. 24. In Lippe kommt auf 92 Schulkinder ein Lehrer, in Schaum- burg-Lippe auf 99. Gegen Socialdemohratie und Reichstags- Cdahlrecbt. April. 14. Gründung der Hauptstelle deutscher Arbeitgeber-Verbände unter Führung des scharfmacherischen Centralverbandes. 19. Die Offenherzigkeit des Wahlrechtsfeindes Menck vom nationalliberalen Centralverbande mißbilligt. 24. Nach der„Nntisocialdem. Korrespondenz" beabsichtigen die nationalliberalen Fabrikanten, von denen die nationalliberale Partei materiell abhängig ist, gleich Herrn Menck einen energischen Vorstoß gegen das Reichstags-Wahlrecht. 28. Herr Menck schreibt in den„Hamburger Nachrichten": Im Herzen sind wir alle für die Aufhebung des allgemeinen Stimmrechts." Man erkläre das aber nicht offen,„weil einer sich vor dem andern fürchtet". Mai. 10. Gründung des Reichsverbandes gegen die Socialdemokraffe. 11. Sturm der preußischen Herrenhäusler gegen das Reichstags- Wahlrecht. 21. Der ehemalige badische Bevollmächtigte zum Bundesrat Jage- mann stellt in einem Buche die Theorie auf, daß die Verfassung des Reiches von den Bundesfürsten durch Aufhebung des Bundes und Abfchließung eines neuen jederzeit nach Belieben geändert werden könne. Clnfre Gegner. April. 6. Der Verwalter des Leo-Hospizes in Berlin, der katholische Geistliche Stephan, enthüllt in einem Briefe die traurige Lage des Hospizes und die„Sparsamkeit" des Erzbischofs Kopp. 1. Auf Wunsch des Erzbischofs Kopp werden sämtliche Klagen der Geistlichen gegen den„Gornoslazak" zurückgezogen. 15. Fabrikant Vogens in Aachen, eine Centrumsgröße, wegen Unterschlagung von Kirchengeldern 3 Jahre Gefängnis. 23. In Stargard wird gerichtlich festgestellt, daß der antisemi- tische Abgeordnete Krösell in mindestens drei Fällen bewußt gelogen hat. Sein Prozeßgegner v. Derenthal, der gesagt hat:„Er hat als Pastor gelogen, und ein Pastor, der lügt, ist in meinen Augen ein Schweinehund", erhält wegen des Ausdrucks„Schweinehund" 150 M. Geldstrafe. Mai. 22. Schrift des Züricher Pfarrers Kutter gegen die Kirche, die die Vertretung ihrer eigentlichen Aufgaben der Socialdemokratie über- lassen hat.-„Sie müssen!") 22. Die Nationalliberalen de? preußischen Landtages liefern durch Konipromitz mit den Konservativen die Schule der Reaktion aus. 27. Die Berliner HauSagrarier erinnern die freisinnigen Stadt- verordneten Zwick, Kopsch, Rosenow und Goldschmidt an ihr Wahl- versprechen, für gewisse Wünsche der Hausbesitzer einzutreten. 28. In einer freisinnigen Landtagswahl-Versammlung zu Königs- berg, zu der alle geladen waren, die den Liberalen ihre Stimme geben wollen, waren auch Socialdemokratcn erschienen. Wegen Nicht- vefolgung der Aufforderung, sich zu entfernen �„Hausfriedensbruch"), werden auf fteisinnige Denunziation nach freisinnigem Belastuugs- zeugnis acht Genossen, darunter zwei Vertreter der Presse, zu Ge- fängnisstrafen von zwei Wochen bis zu zwei Monaten verurteilt. 29. An der vom Hoffuden Ballin arrangierten Nordlandsfteifahrt der Reichstags- Abgeordneten Liebenwalderstr. 31, M. Jäckel. Centrnm. Gipsstr. 7, 8. Listen. Osten. Memelerstr. 7, E. Knocke. 20, L. Holbe. Mühlenstr. 5t, I. Schön. Krautstr. 22, Arndt. Kordwest. Waldcnserstr. 28, g. Treskow. Berlichingensir. 1, Freier. Südwest. Bergmannstr. 10, Knosius. 14a, Sich. Polenz. Mitten walderstr. 30, Franz Dohnal. Die Bewilligung Bäckermeister und sind ZVoeden. Usedomstr. 20, Sommerfeld. Hussitcnstr. 15, Müller. Koloniestr. 23, Osburg. Hagenauerstr. 13, F. Semmet. Ackerstr. 47, Bar,. ., III, Dolli. 128, Hofimeister. Graimstr. 37, E. Wuttke. Voltastr. 42. Röhl. Swinemünderstr. 54, Paulischeck. Schulzendorferstr. 23, A. Franz. Reinickendorserswaße, Zieglcr, liesert sür solgende Geschäfte Ware! Steglitz. Schloßstr. 116, Eduard Kramer. Weissensee. LanghanSstr. 122, Krön. Rix dort. tobrechtstr. 71, Grünhagen. aiser Friedrichftr. 7, Herrmann. Bergstx. 32, Rob. Kießling. Bergstt. 134,, Richardplatz 7,} Stich. Liebenow. Steinmetzstr. 29,> Mainzerstr. 56, Joh. Brehmer. Kncscbeckstr. 146, A. Hcntschel. Herzbergstr. 28, S. Stange. Pannierstr. 13, Karl Junker. Elsenslr. 82. Franz Pietsch. Fuldastr. 10, Edmund Krocker. Friedelsw. 3, L. Marmul. Boddinftr. 64, Godawa. Lessingstr. 22, Aug. Jahnke. Bergstr. 77. Otto Gabbert. Pannierstr. 4, Otto Görz. Adlershof. 91. Wartenberg. C. Schulz. E. Lelleick. Joh. Laserich. Wohlgemuth. Frau Römisch, Fr. Zabke. In 9ldlershof ist zwischen neben« stehenden Meistern und unsrer Orga- nisation durch Ver« Mittelung des dor- ttgenGewerkschasts« kartells ein be- sonderer Tarif zu stände gekommen. liiieder»cl»«nlmasen. Kaiser Wilhelmstr. 37, Achterhagen. 27, Höhm. Uhlandstr. 3, Löbach. Beuthstr. 11, Mauke. Blankenbnrgerftr. 11, M. Zugwurst. Buchhoizerstr., K. Remter. 86, M. Geisler. zurückgezogen resp. durchbrochen haben folgende deshalb von der Sonntagsliste zu streichen: Pankstr. 45a, Burla, Milchhändicr, Tcglerstr. 18, Becker, Borkostgeschäst, Triststr. 40b, Berndt, Milchhändler, Müllerstr. 47a, Wegner, Miichhändl. Reinickendorf, Markstraße 33,34, Wiederverkäuser. (Obige Händler erklären, daß sie der Bäckerstreik gar nichts anginge). Osten. Stralauer 9lllee 17, Lipski. Pallisadenstr. 58, H. Hecht. Küstrinerplatz 2, Borner.(Dieser Herr fährt viel Brot aus, aber an feinem Wagen ist die Firma Hoppe, Kü st rinerplatz 2 (seines Schwiegervaters Name) und bitten wir dieses genau zu b e a ch t e n, da selbiger Herr sich mit der Durchbrechung brüstet.) Fürstenwaldersw. 16, Smiescheck. Rüdersdorferstr. 2, Michalski. Pallisadenstr. 58, Hecht. Centenin. Kaiserstr. 46, Scheurel. /Dieser Herr brüstet sich damit, daß er jetzt schon zum zweitenmal fein gegebenes Ehrenwort b ri ch t resp. seine Bewilligung zurückzieht. Dr. Simmel, s™"""; Specialarzt sür[13,8» Haut- nnd Harnleiden. 10-2, 5—7. Sonntags 10-12. 2—4. Der Bevölkerung im Norden Berlins hiermit zur Nachricht, daft wir durch die fortwährenden Durchbrechungen unsrer Forderungen seitens ein es Teils der Bäckermeister im NtordöN ge�WttttgeN find, nur noch diejenigen Meister dem Publikum zu empfehlen, die den vor dem Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts festgelegten Doris NNertttNNt haben. Alle diese Bäckermeister müssen den mit UttserM Verbunds- stempel versehenen und vom Bäckermeister eigenhändig unterschriebenen Toris als Legitimation dem Publikum vorlegen können oder denselben anshängen. Diese Bäckermeister müssen für uns als die zuverlässigsten gelten! Hausfrauen! Arbeiter! Bürger! Berücksichtigt daher in erster Linie die taristreuen Bäckereien! l>ie Verbandsleitung. Leihhaus ichstr. 131 D Ecke Karistrasse verkauft 2202b j zu enorm billigen Preisen: j Ainüge schon von 8Mk. an bis 30 901 f. Hocbeleg. Gehrock-Anzüge. Frühjahrs- Paletots schon sür 6 Mk. bis 30 Mk. Gold., silb. Uhren, Ketten,] Ringe spottbillig. Cig'arren 100 Zt. für»Mk. bis 10 Mk. I Piano billig zu verkaufen. XL. Ankauf und Beleihung von Waren aller Branchen, Gold, Silber, Brillanten. Pfand- und] Lagerscheinen. Zehn Arheitcr, Jeder Handwerker sollte zur Hrbeit die Ledcrhose Herknies tragen. Allein-Verkauf. Sehr starkes Leder in praktischen grauen u. braunen Streisen, auch cinsarbig. Am Bund aus einem Stück gearbeitet. Sehr feste Kapp» nähte. Haltbarste Pilot- Taschen. Große Flicken umsonst. Die Hose Nathan Manck° 129 Skalitzerstr. 129. Die schönsten 57218» Herren-Sommer-Paletots und Anzüge �"7�°° Monats-Garderobe von Kavalieren getragene Sachen, fast neu, sür jede Figur passend, jpeciell Bauch anzöge sind in großer Auswahl stets zu staunend billigen Preisen zu haben.| Nathan äland? 1129 Skalitzerstr. 129. Hochbahnftation Kottbuserthor. Bitte aus Hausnummer zu achten. 7 s in a"en £*1116 Preislagen. A. Niäner, nutatier, Dresdenerstr. 100, an der Prinzenstrasse. 5684L* Kinderwagen neu! hochelegant! . unverwüstlich und beispiellos billig, weil direkt v. der ältesten, grüßten sächsischen Kinderwagenfabrik J. Tretbar, Grimma 134 MoinKatalogDeinRat- geber. Sage beim Ka- talogr er langen, ob gegen Bar mit 10% Böbau, od, bequeae XeilsAhl. gewäoschw bei Entnahnie'öönl /f(w.« �Stück�Mk� ffl: Mk. SO Echtblaues Monteur-Jackett 1 M. 90 Echtblaue Monteur- Hose.. 1 M. 50 Echtblaues Monteur- Jackett . Prima Köper-Gewebe.. 2 M. 50 Echtblaue Monteur- Hose Prima Köper-Gewebe.. 2 M. 10 Maiichestcr-Hose 8,75,5,50, 4,50, 8 M. 50 Gefüttert. Mailchcst.-Jackett 14,50 8,75 Weiße Friseur. Jacketts 3,50, 2 M. 75 Konditor-Jacken, 2reihig... 4 M. 50 Maler-Kittcl... 3,—. 2,50, 2 M.— Mechaii>ker-Kittcl(braun)3,—, 2 M. 40 Weiße Leder-Jacketts, 2reihig 7,50, 3 M. 75 Weiße Lcderhoicn... 4,50, 2 M. 90 Kesselrei niaer-'Anzüge, blau, nach Vorschrift...... 5 M. 50 Die Preise gelten sür normale Größen. liaer Sobn En gros. Export. En detail. Chaussecstr.2ta<2ü.Briickciifir.ll. Gr. Fraukfurterstr. 20. Die 23. Preisliste 1904 wird kosten» los und portofrei zugesandt. Bei Bestellung von Hosen ist die Bundlvcite und die Schrittlänge, bei Jacketts und Kitteln die Brustweite anzugeben. 56402* — Versand von 20 M. an sranco.— Nachdruck verboten! C rosse Jreiburger Öombau-Merie. Xiehnng; 9. Jnll 1994. Haupltr.: 199 999, 49 999, 29 999. 19 999 usw. 53441,« Orig.-Lose B.30 xirvk J. Rachor, KouÄr, Mainz. Club-Haus 72. Kommandanten■ Strasse No. 72. Jeden Sonntag: 5483L« tärosser Ball. Empfehle meine drei Festsäle zu Versammlungen u. Festlichkeiten. Habe noch Sonnabende und Sonntage frei. U. Ebert. Dcutl(l)cr fflctallarbciter-ücrband. sensationelles Angebot! Bnrean: Engel-Ufer 15, Zimmer 1—5. Fernsprecher: Amt IT, 8353. Montag, den 4. Juli 1SV4, abends 7 Uhr: Zu bedeutend berabgefetzten pretfen muss das grossCortierte Hager in Nersammlung w pietall-lornift-Gießkrembkitn Kerrew-«.Knabengariierohen im Urewerkschaftshanse, Engel-Ufer 15, gr öfter»aal Stellungnahme ju der Aussperrung bei Schmidlinsbi und zur Streibarbeit. «egen Umbau und Tergrösserung meiner Hohatitäten Tages- Ordnung: 1 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Kollegen! Es ist notwendig, daft alle Kollege» erscheinen. schriftlichen Ausweis vom Vertrauensmann der Werkstatt vorzeigen. Verband der Jftöbelpolterer. Montag, den 4. Juli, abends 8V2 Ut"", Rixdorf, Steinmetzsir. 103: Versammlung."WE Tages- Ordnung: I.Vortrag des Genossen Saege über:„Babel und aSibel*. 2. Diskussion. 3. Berbandsangelcgenheiten. 4. Verschiedenes. VV Pflicht aller Kollegen ist es, in dieser Versammlung mit ihren Fraueu zu erscheinen. Eentrulisrerte Rertrauensmäuuer- Sitzung Mittwoch, den G. Juli, abends S1/» Uhr, im Crewerkschaftshanse, Engel- Ufer 15. Tages-Ordnung: 1. Vortrag über:„Die Lage der Möbelpolierer Deutschlands". 2. Bericht der Kommission. 3. Bericht der Vertrauens- männcr. 4. Vcrschüdcnes. Jede Werkstatt muß vertreten sein. s117/8s Mitgliedsbuch legitimiert. Unorganisierte müsse» Die Orts Verwaltung. in kürzester Heit Zur besonderen Beachtung I Die Benutzung des früheren Arbeitsnachweises s80. bei Mohn) ist allen Kollegen verboten und hat die sofortige Entziehung der Arbeitslosenunterstützung zur Folge. Der Arbeitsnachweis des Verbandes befindet sich nur bei Tzschackseh, Naunynstr. 6.(Telephon: Amt IV, Nr. 5729.) Kollegen, welche obiger Bestimmung zuwiderhandeln, haben die Folgen des Z 8, Absatz d unsres Statuts zu gewärtigen. Außerdem ist es Pflicht aller Kollegen, ihren Arbeitgeber auf die Verlegung des Arbeitsnachweises aufmerksam zu machen. Billets zur Dampferpartie, für Erwachsene a 1 M., Kinder von S— 14 Jahren 50 Pf-, sind in allen Zahlstellen sowie beim Vorsitzenden zu haben._ Der Torstand. tsi Zweigverein Berlin. Sektion der Gips-«ud Cement-Srunche. Grnppe der Rabitzspanner. Sonntag, den 3. Juli 1904, vormittags 10 Uhr, im Lokal von Janaschk, Jnsclstr. 10: Mitglieder-Uersammlung. Tages-Ordnung: I. Diskussion und Beschlußfassung betresiend Abhaltung gemeinschaftlicher Versammlungen mit den Rabitzputzern.(Antrag der gemeinschaftlichen Versammlung vom 15. Juni). L. Beratung betresiend unsren Vertrag. eventuell VerbesierungSvorschläge. 3. Gewerkschaftliches. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen aller Mitglieder notwendig. 144/0 Der Torstand. O wie schön! ruft jedermann aus wenn er elnmaldurch mein Special-perspektiv„vistsnee" gesehen hat. Dasselbe ist mit 8 achrama» tischen Linsen und ttompab versehen und wird In gutem Leder-Etut mit Riemen und Fanalchnur geliesert. Das gernglaS besitzt eine ca. tmaiige Vergrößerung und ist daher ebensogut sür Theater, al« auch ssir Reise und Jagdzwecke verwendbar. Prot» I2.S0 Wl. franko Naobnabmo. Illustrierte Preislisten toslenloS. Carl Buttendorff. Berlin BF., Weinbergsweg 15 b. Institut tllr Prazlsions-Optik. Dewinn-Zieliuns 7. Juli zu JBriescu. Westpreussische-g M Pferde-Lose ä— II Los« U*. Porto u. Liste M 4 = 43.000 1 Equi- Mark Gewinne pagen'- Wap ktkräk Fahrräder, Taschenuhren, silberne Ess- u.Kaffeelöffel. Alles brauchbare, leicht verwertbare Sachen, vi« Pferd« können auf der nach Ziehong—' HD__«I umgesetzt stattfindenden Auktion in PT"•" s«rl U werden. Lose überall zu haben, auch bei dem Oeneral-Debit; Bank|eiohkrt Lud. Müller& Co. W. Zapel Hut-Fabrik, Skalitzerstr. 131. Jim* Grösstes Special-Geschäft für Seiden- und Filz=Häte. Lager In Schirmen and nützen,"ms[&5671i+ Mitgl. d. Arbeiter-Radfahrer- Bundes„Solidarität-. Sonntag, den 3. Juli, vormittags 9 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel-Ufer 15(großer Saal): General-Nersirmmlung. TagcS-Ordnung: 1. Bericht der Stalutenberatungs-Kommifsion. L. Wahl des Gesamtvorstandes und der Revisoren. 3. Verschiedenes. Me Berliner Bundesgenossen sind eingeladen. Die Versammlung wird pünktlich erösinet. Sportsgenosscn, welche dem Bunde beitreten wollen, werden ausgenommen._ Der Borftand. für Herren und Knaben in grösster Auswahl = und zu billigsten Preisen.= Eeichte Jacketts für Herren von 1,75 M. an. Wasch- Joppen für Herren von 1,25 M. an. Wasch-Hosen für Herren von 2,25 M. an. Wasch- Westen für Herren von 3,00 M. an. Strand- und Tennis-Anzüge von 20,00 M. an. Stanbmüntel von 4 M. an. Eoden-Pelerlnen von 10,50 M. an. Wasch-Anzüge für Knaben und Jünglinge(Joppe und Hose) von 2,50 M. an. Tarn Anzüge für Knaben und Jünglinge(Joppe und Hose) von 5,50 M. an. Tarn Jacken mit Stehkragen von 3 M. an. Wasch- Joppen für Jünglinge von 1,00 M. an. Eeichte Jacketts für Jünglinge von 2,50 M. an. Knaben- Wasch-Anzüge, Blusenform, von 2 M. an. Weisse Knaben-Anzüge von 8,50 M. an. Tennis-Blusen für Knaben von 2,25 M. an. W asch Blusen für Knaben von 75 Pf. an. Knaben- Wasch-Hosen von 90 Pf. an. Carl Stier FaN i Herren- und Uen-Garderole. Berlin SO., Oranienstr. 166 Berlin W., Potsdamerstr. II 3a Potsdam, Nauenerstr. 23. Verlangen Sie gell, ausführliches Preisverzeichnis. werden. Haupt- 4 Strasse 1 Schöneberg;. «♦♦♦♦♦♦♦ Grosse Posten ♦♦♦♦♦♦♦♦ | Herren-Anzüge ►♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦ ♦ : 50 Proz. billiger! t ♦♦♦♦♦ Neu! Billigste Neu! Dampfer- Extrafalirten von der Bichael-BrUcke jeden Tag, außer Sonnabend, vormittags i> Uhr. Einfache Fahrt 30 Ps. Nachm. L Uhr hin und zurück 30 Pf. Jeden Sonntagoormittag 9 Uhr und Nachmittag 2 Uhr nach Wolters- dorfer Schlcuse-Schloss mit Musik. Einfache Fahrt 50 Pf. Teleph. Amt VII. 2841._[5375L*]_ R. Tismer. Jeden Sonntag S'/.tthr nachm.: Extrafalirt nach Seebad und Restaurant Preis 40 Pf. Mäggelwerder. Michaelbrücke. Für Vereine und Gesellschaften in der Woche freie Fahrt. Einige Sonntage noch frei.__ Keddlg, Müggelwerder.[5552g* Große Dampfer- Die erste Hilfe bei SrechburchfaU bietet die Darreichung von Kufekes Kindermehl mit Ausschluß jeder Milch, welche den Krankheitskeimen einen günstigen Nährboden darbietet und von dem er- krankten Darm nicht verdaut wird. Durch die Dar- reichung von Ktifekes Kindermehl ohne Milch, welches durch das in Fornt von Dextrin und Zucker vor- handene pflanzliche Eiweiß den Krankheitskeimen einen schlechten Nährboden abgiebt und dadurch die Gährungs- Vorgänge im Darm vermindert, gelingt es sehr oft im Anfang der Krankheit das Erbrechen zum Stillstand zu bringen, die Nahrungsaufnahme wieder möglich zu machen und die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegen die Krankheit zu heben. Auch auf den Durchfall hat das _ Kufeke-Kindermehl eine günstige Wirkung._ Sonntag, den 3. Juli: Krasse Dampler-Sxfrafalirt mit Musik nach Sportshaus Ziegenhals Slbsahrt: morgens 8 Uhr, (herrlich am Krossin-See gelegen). nachm. 2 Uhr von Station Kabul& Hertzer, Stralauerbrücke. Hin- u. Rückfahrt 1 M. Einfache Fahrt 50 Ps. Kinder über 6 Jahre die Halste. Fahrkarten sind beim Gastwirt Schwillt, Stralauerbrücke 1, sowie am Dampfer zu haben. 55822* NB. Für Fabriken ist mein großer«aal(700 Personen fassend) noch am Sonnabend, den 16., 23. und 30. Juli, zu vergeben. Um geneigten Zuspruch bittet Mnx Rtfrschcl. Bahnstation Zeuthen. Telephon: Amt Königs-Wusterhausen Nr. 75. ist der schönste Ort für Landpartien und Aus- slüge per Dampfer, Kremser und zu Fuß durch den Grunewald zu erreichen? Auf der Insel Pichelswerder, Wirtshaus zum Ercund. Bei schlechtem Wetter Unterkunft für 1500 Personen. Extra- Fahrt am Sonntag, den 3. Juli nach Woltersdorfer Schleuse. Abfahrt: 9 Uhr morgens und 2'/, Uhr nachmittags in Berlin an der Stralaner Brücke, Ecke Walsenbrücke Station: Kahnt& Hertzer. Fahrpreis; Hin und zurück 1 Mk., einfache Fahrt SO Pf. lt. Kaimt-Stralau. faul Hilperts Restaurant u. Garten HaSensee, Knrfnrstepdainm 126. Erste Haltestation für Kremser, Fußpartien usw. am Bahnhof Halensee. Vorzüglich gepslegte Biere. Reichhaltige Speisenkarte zu kleine» Preisen. Familien können Kaffee koche»."9(2 Zahlreichem Besuch sieht entgegen Paul Hilpert. 55642* Rahnsdorfer Mühle w-Mesgarte» Ralmcfafinn Rahncrlni'f 10 3Jiirt- ö- Bahnhof herrlich am Walde DiUlIlMailvIl lUlIllldUUn U. Müggelsee geleg. Gr. schattig. Garten. Jeden Sonntag:(Zrosser Elite-Ball. Kaffeeküche+ Ausspannung ♦ Volksbelustigungen ♦ Bade- Austalt. Baden frei, Angeln frei. Vereinen, Gesellschaften usw. bestens empfohlen.— Fernsprecher Amt Friedrichshagen Nr. 73.(55732') Dtto Krebel. Schmöckwitz. Restaurant Seddin-See. Für Vereine und Gesellschaften herrlich gelegen; Dampfer. 2415b« A. Woack. stelle die billigsten Amt Grünau 54. 3bi� ßefimötm Vi ABOR, Besonöeres Vmjnutjen unö tpitfcljrfje(frlioluntj netrntfrt das W\a6fnljrc«i bei Bcnutjunt) ües leirhl- Inufenden unö mit rillen fltuerutifjm flM»9«)tfl»ek»njgp0nnatjop• Rades. ÖlippatI veninpfen. Dialoge poslfpoi. Filiale: Berlin W., Kronen-Strasse 11. Orts-Krankeiikasse der Bureauangestellten. Die für das Jahr 1904 gewählten Delegierten werden hiermit zu der am Dienstag, den 12. Juli, abends S'/s Uhr, in den„Armin- hallen", Kommandantenstr. 2V. stattfindenden Ausserordentlichen General- Versammlung eingeladen. 274/7 TageS-Ordnung: 1. Stellungnahme zur Aerztefrage. 2. Pensionsbestimmungen sür die Kassenangestellten. Berlin, Stralauerftr. 56, 2. Juli. Der Torstand. I. A.: Bauer. Orts- Krankenkasse der Brockslon und verwandten Gewerbe An der Stralauerbrücke 4. Am Montag, den 11. Juli 1SV4, abends 8 Uhr, findet im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 13, eine Ausserordentliche General-Versammlung statt, wozu die Herren Vertreter hiermit ergebenst eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Aerztefrage. 2300b 2. Verschiedenes. Der Vorstand. J. A.: G. Tiedt. Vorsitzender. Leipzigerstrasse ♦ 50a ♦ Ecke JerusalemerstrassB. . Ssden ts Sgeldioff Oranienstrasse ♦ 48 ♦ Ecke Luckauerstrasse. ♦♦♦ Herren= und Knaben=Qarderoben Hoch=Sommer= und Reise=Artikel Im Preise bedeutend herabgesetzt sind Straiifl-Aiixü�c und Artoelter-Crarclerobe. Enorm billig empfehlen für Herren Jeden Standes unsre, in gediegenster Masssclweiderarbeit, nur modernen, letzter Saison zurückgesetzten vornehmen Herren- lünzüge ans feinsten Massstoffen. I Jackett-Anzüge.. Masspreis bis 60 M., jetzt 18—40 M. 1 Gehrock-Anzlga. Masspreie bis 75 M., jetzt 23— 43 M. Sommer-Paletots. Masspreis bis 50 M., jetzt 18— 40 M. Herren-Hosen.. Masspreis bis 24 M., jetzt 7— 14 M. DM- Sonntag 8—10 und 12—2 Uhr geöffnet."WG Deutsches Versandhaus JBgerstrasse 68, nur 1 Treppe, Ecke FHetfrichstrasse. Prima Trockenplatten S x 12: IM. 1— II x||: Dtzl. I.S5 Bestes Cello fdln- Papier sowie Cellol- din-Postkarten ttnsscpst preiswert. kprate«. sämtliche Bedsrlsartikel(iic Photographie in nnr anter Onalitttt bei denkbar Mlll�sten Preisen. 5467L* Herrn. König Lüdersdorf erstrasse 42. Zorndorferstrasse 9. Preislisten gratis und franco. AUSVERKAUF. Wegen horrender Mietssteigerung— jährlich 1500 Marl— bw ich gezwungen, mein grobes Lager in 5666L' Hüten, Schirmen, Mützen, Kramatten usw. zu verlausen, es kommen nur meine bekannt guten Qualitäten zum Verlaus und ist jeder de- rechtigt, bei Bezahlung 10°/, in Abzug zu bringen. MtoWKJSsi» Gelegenheitskauf- Soweit der Vorrat releht, verkanten wir gr. Partie-Posten Teppichs, Qavdinen, Sortieren etc. auch einzeln zn 5682L* fabelhaft billigen rreim Jede Hansfran bentttze diese günstige Ocicgenlielt! Teppichhansi B. Adler A Co. Königstr. 20-21, an der Jüdenstrasse, sä— im altbekannten Lokal beim Rathans. �WM S. Piket, Kcrren- und Knaben- Qar deroben, jetzt 44, PrinzenslF. 44, Laden. Zeige meiner geehrten Kundschaft hierdurch orgebenst an, das» ich mein Ceschürt von Prlnzcnstr. 77 in die bedeutend vergrüsserten Rüumo 44 Prinzenstr. 44, SÄÄ verlegt habe. 5364L* 3lonats-(4arderobe. fCleine M P als IS Buchstaben zählen doppelt. M r Strasse 6 Anzeigen den Annahmestellen für Berlin bis Wbr, für die Vororte bist 2Ubr, der Hauptexpedition Strasse 69 bis S Uhr angenommen. SSSi � rerden trlin Ja Verkäufe. Jackettanzfigr. Gehrockanzüge, Sammerpaletots, Herrenhosen, Riesen- auswahl. spottbilligste Prei-Motieriing. Psandlcihyaus Wcidenweg 19. 1-37° Stortcilhoftefte Einkaussauelle, Aussteuerwäsche, Betten, Gardinen, Steppdecken, Regulateure, Frei- schwinger, Herrenuhren, Damenuhren, Herrcnkctten, Damenketten, Trau- ringe, Spiegel, Nachlastbetten. Pfand» lethhaus Weidenweg 19._ t37* Bettwäsche, Betten, Inletts, Hemden, Gardinen, Teppiche, Tisch- decken, Herrenubren, Damenuhren, Ketten und sonstige verfallene Gegen- stände sabclbast billig. Pfandleihe Küslrinerp Iah?.___ 2343a* Teppiche, Gardinen, Portieren, Betten, Steppdecken, Regulatoren, Remontoiruhren, Uhrketten, Spiegel, BUder, Möbel spottbillig Lethhaus Ncanderslraße 6, Teilzahlungen ge- stattet.___ 11/13» Teppiche!(fehlerhaste) in allen Gröben sltr die Hälstc des Wertes im Teppichlager Brünn, Hackescher Markt 4, Bahnhos Börse. 142/12° Ueberzieher, Herrenanzüge, wenig getragene Monatsgarderobe von 8 Mark an, grobe Auswahl, für jede Figur, auch neue zurückgesetzte kaust man am billigsten direkt nur beim Schneidermeister Fürstenzelt, Rosen- ihalerstrabe 15, III._ 142/20* «ardinenhaus GrobeFranksurter- stratze 9, parterre._ s-37° Sofas, größte Auswahl, von LI Mark an, direkt in der Fabrik Blumrnstrabe 35 b._ 21743* Kahrräder, Teilzahlungen, hundert- fünfzehn Mark, Jnvalidenstrabe 148 (Singang Bergstrabe), Skalitzer- ftrahe 40, Große Franksurterstrabc 56. Teppiche mit Farbensehlern Fabrik» Niederlage Große Franksurtersttahe S, parterre.___ t37* Borjährige hochelegante Herrenanzüge und Paletots aus scinsten Mabstoffen, 25 bis 40 Mark. Versand- bans Germania, Unter den Linden 21. Verscliiedenes. Unterricht für Kunstgesang, Theo rie, Instrumentation. Violine, Kla> vier, Orchester- Instrumente ertetst Oskar Brcnnecke, Komponist und Ver» sasser pädagogischer Werke, Oranien- sttaße 118.__+73» Patentanwalt Dammann, Ora- nienstt-aße 57, Moritzplatz. Rat in Patentsachen._ 2343b* Rechtet», renn(Älerandcr.Platz), Knrzesttaßc achtzehn I Gcrichtssachcn, Interventionen, Strafsachen, Tin. gabcngcsuche. Raterletlung. 114/9» Rechtedureau l (Andreasplatz), SicchtSburea» Brunncnstt-aße vier- zig. Langjähriger Prozeßbeistand, Ebellagesachen, Strafsachen, Alimenten- lachen, Emgabengesuche, Ratertcilung (allerbilligst). L3l0b* Zl» fp olsterung l Sofa 5,00, Matratz« 4,00, auch äußern, Hause. Bachmann, Blumenstrabe 35b. 2I7SK* Schaukasten, moderner, ohne Fuß, zu lausen gesucht. 85 breit, 200 hoch. Osserten mit Preisangabe Gutschmidt, Kottbuserdamm 8.+120 Zitherspiel lehrt Rabe, Britzer sttaße 14.+120* Verantw. Redalteur: Paul Büttner, Berlin. Ghrenerklärnng. Unterzeichneter nimmt hiermit die im Lause dcS Monats Juni gegen den Gastwirt Fritz Hoffmann ausgesprochene Beschuldigung in Hinsicht einer Denunziation aus Grund salscher Vcrnmtunc zurück. Kurt Hcllgen. 2427 Getdschrankschlofscr. _,___,____________„............,„_---. Brandes, Zllexandrinensttaße 118._ Für ten Inseratenteil verantw.: Th.(Äldcke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& SW, Wohnungen. Mühlenstrastc 8, nahe Statton Warschauersttaße und Sttalauer Thor, sind vom 1. Oktober billige Woh- nungcn von 2 und 1 Stube mit Zu- behör zu vermieten. Näheres da- selbst beim Verwalter, 8—10, 2—3.* Limmer, Gesundbrunnen, Badsttaßc 38, I links, schön möbliertes Zimmer so- sort zu vermieten. 2248b Schlafetelleii. Freundliche Schlofstelle mit Bade- benutzmig Schneckenhaus, Bahn- straße 19-20._+115 Schlafstelle Witwe Golze, Man- teuficlsttaße 25 vorn 3 Treppen. NköblterteSchiasstelleFIurcingana Wallsttaße 35 vorn HI. 2420b ArdeitZmarkt. Stellengesuche. Humorist MaxSchmeltzer, Rügener- straße 10._+102' Stellenangebote. Kuustschuttede. tüchtige, sucht Kraus«, Kunstschmiede, Jagow- sttaße 11.___+88* Schloffergesellen, tüchlige, sinden dauernde Beschästtgung bei R. Blume, Charlottcnburg, Schillerstraße 27,* verlangt Drei Korbmacher auf grüne Obst- lörbe, bei hohem Lohn, sofort ver- langt. Robert Zwerner, FriedrichSselde, Berlmersttaße 72, 23Seb* Tirigeut such, Männerchor.Sanges- lust Hl* für Donnerstag. Schriftliche Offerten an Berttand, Tempelhos, Berlinerfttaße 109. 24296 Galvaniseur, PattneUr.Specialität Blei, Zinn, Zink, Bronze, sucht Stet- lung sofort oder später. Osserten 100 Lausitzerplatz 14/15(Speditton).• Tüchtige einsetzet für inneren Ausbau sucht Tischlerei Teltower- sttaße 53._ 24286 Eigaretteu-Arbelter und Ciaaretten- Arbeiterinnen, die beftaeübt sind mid gute Slrbelt liefern, finden fosort Be- schäftigung bei der Clgarettenfabrlk .Josetti*. BerNn 0., Neue Friedrich- straße 9/10._ 143,2* Graveur, Schwarz- oder Gold- druckbranche. findet sofort dauernde Stelluno. Probon, Gehaltsanfprüche. Johannscn u. Ziegner, Oranienburg. Tüchtige Maurer bei hohem Hohn werden sofort verlangt Wilmersdorf, Babclsbcrgerfttaße, Bahnhof Friede. nau-Wtlmersdorf. 2391b* ym«rbeitsmartt durch defondeeeu Druck herdorgehodea« Anzeigen koste» 40 Pf. pro Zeil«. fliezefileger verlangen Lohr. Vogel fürstendamm 224. 4 Co., Kur- 56742* Tüchtige Tischler auf Tisch« und BnsfetS erhalten dauernd lohnende Stellung bei Rieh. Saalfeld, Mshelfahrtk, Holrn- stodt.__+ Töehle CipsiA sofort gesucht 13,«» «» 1»,». Schweden.