Nr. 154. nbsnnementS'ßedinguRgen; Ittonnementä- Preis pränumerando: Sierteljkhrl. Z,M Ml., mono». 1,l0 Ml., wöchentlich LS Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nununer mit twlstrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt' l0 Pfg. Post» Wonne, nent: 1,10 Marl pro Monat Tingetragen in die Post> ZeitungZ. Preisliste. Unter Kreuzband für Dculschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mari, für das übrige Ausland B Mark pro Monat 21* Jahrg. CrMKlBt tifliid) ans» IContagt, Devlinev VolksblAkk. Die TnferflonS'Gebaifr ««trägt für die fechsgespaltcne Kolone!« zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerlschaftstche Vereins- und Verfammlungs-Anzeigen LS Pfg. „KUUi« Anreisen", das erste(seit- gedruckte) Wort lü Pfg., jedes weitere Wort S Pfg. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis s Uhr vormittags geöffnet Telegramm-Wreffe: „Sozlaldtmolirät Berlin". Zentralorgan der fozialdcmokrattfchen Partei Deutfchlands. Redaktion: 831. 68, Lindenetrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Expedition: 631. 68, Lindenatrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Religion, Ordnung und Sitte. „Für Religion, Ordnung und Sitte!"—- so erschallte das Losungswort gegen den„Umsturz", der das Ziel verfolgt, die Religion zu vernichten, die Ordnung umzukehren, die gute Sitte zu entwürdigen. Jene Losung klingt seitdem wie ein Leitmotiv durch olles öffentliche Thun aller der Kreuzzügler wider den.Umsturz". Unter jene Losung haben sie sich alle gestellt: Die Parteien der Reaktion beeifern sich, Schule und Volksleben zu verfrömmeln; die Besitzenden schaffen Gesetze im Namen der.Ordnung"; als Hüter der guten und ehrbaren Sitte erscheinen die S a n d e n, die Schultz, die Romeick, die Spekulanten und Schmarotzer der Volksarbeit. Niemals ist die Scheinheiligkeit, die jenes Wort von.Religion, Ordnung und Sitte" in ihren Dienst stellt, offenbarer geworden als durch die Erlebnisse des Pommernprozesses, durch die Eut- hüllungen von Hofbank und Kirchenbau. Nicht für den eindringlichen Beurteiler des heutigen Gesellschaftszustandes bedurfte es der ungeheuerlichen Sensation, um die Laster dieses Zeitalters zu erkennen, aber den Anhängern blinder.AutoritätS"gläubigkeit wurden die Augen zum Entsetzen geöffnet und alle Welt schaut die Wirklichkeit von— Religion, Ordnung und Sitte. Die Zeitungen der Ordnungsparteien jammern über die.un- glückliche Sache". Kein Minister, kein Staatssekretär, auch nicht ein- mal ein freisinniger Mugdan vermag hier.socialdemokratische Er- findungcn" zu erschwindeln. Man klagt und stöhnt: Warum wird nicht Aufklärung gegeben? Wie konnte Freiherr v. Mirbach so sehr die Grenze des Erlaubten überschreiten? Warum schweigt der Minister im Landtag über die ungehörige Ausnutzung deS Beamten-Apparates? Warum gesteht der Oberhofmeister nicht seine Irrungen zu? Welche Schädigung für den.monarchischen Ge- danken'? Wamm greift nicht endlich eine höhere Stelle ein? Dann— so klingt die Klage seufzend ans— würde alles wieder gut. Dann sähe das erregte Volk, wie in dieser trefflichen Welt der Verfehlung die Sühne folgt und gerettet, gerettet wäre— Religi 0 n, Or dnung und Sittel Gewiß, auch das ist ein beachtliches Stück im Mirbach- Panama, daß vielerlei in der Heimlichkeit vorenthalten wird; daß das Mysterium von Konto K bleibt; daß niemand meldet, wohin jene 325000 M. gelangt sind, die Freiherr v. Mirbach zwar quittiert, aber?nicht empfangen hat; daß der Minister vor der ge- forderten Aufklärung flüchtet; daß der Oberhofmeister kein Wort des Bedauerns findet und noch immer nicht die Rückzahlung deS Pommerngeldes besorgt; daß endlich der Kaiser von seiner Um- gebung nicht so unterrichtet wird, um das zu thnn, was die monarchischen Zeitungen von ihnen erwarten. Aber das alles macht nicht das Wesen dieser Vorgänge! Würden sogleich alle Geheimnisse eröffnet, würde das ruhmvolle Konto erklärt, würde der preußische Minister die Inanspruchnahme der Beamtenschaft zum Kirchenbau- bettel bedauern, würde das Pommerngeld zurückgezahlt, würde der Oberhofmeister aus dem Hofleben verbannt, so bedeutete das lediglich die der erregten Oeffentlichkeit hingeworfene Sühne für bloßstellendes Ungeschick; unberührt bleibt das System von— Religion, Ordnung und Sittel Christlich nennt sich der Staat, von Christentum hallt eS allüberall. in Kirchen, in Parlamenten, in Zeitungen. Zur Weihe des Christentums wird der Kirchenbau betrieben und eS hieß, die Hauptstadt des Reiches habe inbrünstigen Bedarf nach Kirchen zur Pflege froimnen Christensinns. Aber nicht das Volk war kirchcn- bedürftig, eS waren andere, die das dringende BedürstnS em- pfänden, der bedürfnislosen Bevölkerung nicht empfundenen Kirchen- Mangel reichlich zu befriedigen. Die Mirbach-Kirche wurde gegründet nicht von Religionsbedürftigen, sondern von jenen, die dem Volk ftemde Gefühle und ftemdeS Kirchenwesen aufnötigen, die dem Worte folgen:.Dem Volke soll die Religion erhalten werden." Aus dieser Unwahrheit des Kirchen- baues entstanden alle andren Irrungen und Verfehlungen. ES wurden vermoderte Konsistorialverordnungen aus dem 16. Jahrhundert gescharrt, um von der widerstrebenden Städte- Verwaltung die Zahlung großer Beiträge zu erzwingen. Und Schrit um Schritt gelangte n,an zu stet« verwerflicheren Mitteln des un- mittelbaren und mittelbaren Zwanges, wo Freiwilligkeit da« erste Gebot sein mußte. Man ging die Verbindung ein mit dem Reichtum, man verkuppelte die Religion der Armut und Demut und Liebe an die Aufhäufer deS Kapitals, an Börsenjobber und jene Leute, welche die MaSke der Frömmigkeit tragen, um Untreue und Betrug zu verüben. Die Ausbeuter der gewissenhaften Arbeit, die Erwerber unehrlichen Gewinns legen die Grundsteine dieser Kirche für— Religion. Ordnung und Sitte. Weit hinaus über die Mißgriffe und Verfehlungen einzelner gestaltete sich ein KorruptionSsystcm des kapitalistischen KirchenbaueS. Das Christentum, dessen Moral über die nationale Enge hinausrcicht. wurde in chauvinistische Begrenztheit gebannt und byzantinischem Kult dienstbar gemacht, die Häuser Gottes wurden zum.Nattonal- denkmal" und ihr Name zeugte vom irdischen Erfolg weltlicher Fürsten. Die Lehre Christt wurde nattonalisiert und dhnastisiert. Und in der Berührung mit dem Weltlichen ging sie bald unter im Schmutz einer.Ordnung", der jederlei geistiges Gut nichts ist als ein Gegenstand des Handels und der Geldgier. Das Christentum wurde die Lüge der feilen Streber, der niedrigsten Titelsucht, der lächerlichsten Eitelkeiten. Die Sauden und Schmidt, die Schultz und Romeick sind die einzelnen der Gattung derer, die fich zu frommen Werken vorbereiten, indem sie in kurzen Jahren Hunderttausende, Millionen.ehrlich" erwarben. � Der Gerichtshof verkündete richttg, aus der Reichtumserwerbung allein sei kein Vorwurf zu erheben; gewiß nicht— in der„Ordmmg", die in der Bereicherung der Wenigen durch den Wucher an den Vielen beruht. Also vorbereitet beteiligt sich der Geldbegnadete am Kirchen- werk und an der Wohlthätigkeit, auf daß die um guten Lohn Geprellten den Edelsinn der Spender erkennen und auf daß sie in der Gotteshalle lernen, daß die Letzten im Himmelreiche die Ersten werden, und daß eher ein Kameel durch ein Nadelöhr gehe, denn ein Reicher in den Himmel gelangt. Und— wundersames Widerspiel — indem er das ftomme Werk verrichtet, fließt neue weltliche Ehrung und weltliche Macht und Gelegenheit ihm zu, das gläubig Gespendete vielfälttg einzubringen. Selige Gaben, die da, wenn sie nicht von den.allgemein unbeliebten" kleinen sind, wenn sie mindestens die fünfte Zahlenstelle erreichen, getreulich auf- gezeichnet werden im Gedenkbuch, das durch Leo Leipziger bei Collin kostbar gebunden, vom Obcrhofmeister am silbernen Hochzeitstage des Kaiserpaares feierlich überreicht wird. Selige Gaben, die zurückkehren in Titeln, in Orden, in Hofbank- firmen, die zu Ehren führen auf der Sttlfenleiter der Gesell- schaft, die der Eitelkeit wonnige Befriedigung gewähren, die zum Aushängeschild werden, um neuen gleißenden Gewinn zu erlisten. Wie ist es köstlich zu streiten— für Religion, Ordnung und Sittel Und in diese unentwirrbare Verflechtung deS Reinsten und Un- reinsten, des Heiligsten und Unheiligsten gerät der Staat. Die Beamten werden angewiesen, Summen zum frommen Werk zu sammeln, deren jede einzelne hinausgeht über den JahreSlohn, den sie beziehen. Viel in die Scheuern der Frömmigkeit zu bringen, ist Beamtenpflicht und sicherer Lohn winkt dem Erfolgreichen, denn die Gunst der Einflußreichen des Hofes ist nicht verächtlich, wenn es gilt, aufzusteigen in der Laufbahn. Die Oberen der Beamtenschaft stehen dem frommen Werk zur Verfügung wie die Bankleute, wie die Inhaber mühevoll erjobberten Reichwms. Und endlich der hohe Beamte des Staates, der bewundernswert tapfer die Polen niederwirft, dessen Stirnruuzeln die Socialdemokratte ausrottet, der Mini st er fordert die Rast eines Sommers, um zu wissen, wie er zu denken hat über diesen Kampf für — Religion, Ordnung und Sitte. Der Mirbach-Kirche wurde die Aufgabe gestellt, daS abtrünnige Voll zur Anerkennung der vortrefflichen Obrigkeit zurückzuleiten; wie an ihrem Bau organisierte A r b ei t er verpönt sind, so soll in ihren festlichen Hallen der Geist zu der Erkenntnis gelangen, daß die Socialdemokraten— Rhinocerosse sind. Der Erfolg deS frommen Werkes ist ein andrer geworden: er ist zum Spiegel geworden aller Unwahrheit und aller Schcinheiligkeit, die unter der Losung steht: Für Religion, Ordnung und Sittel Es ist seltsam: Gerade die frommen Bibelempfehler hätten den Ausgang dieses Werkes vorher wissen können. Im Eifer ihrer Andacht ist ihnen das Wort nicht unbekannt geblieben, das im Evangelium Matthäi steht, Kapitel 6, VerS 24: „Niemand kann zweien Herren dienen. Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben; oder er wird dem einem anhängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon." poUttfdK deberfiebt. Berlin, den 2. Juli. Herren-Rccht. Nun hat auch das Herrenhaus seinen Segen zu dem Ver- fassungsbruchsgesctz— Ansiedelungsvorlage genannt— gegeben; die Herren nahmen es in der Fassung des Abgeordnetenhauses an. Die Exekution nahm nicht viel Zeit in Anspruch. Für die Polen sprach noch einmal Herr v. Koscielski mit wirksamem Pathos, sehr eindringlich und so scharf, daß ihn der Präsident einmal ermahnen mutzte, der Regierung den gebührenden Respekt zu zollen. Herr v. Hammer st ein antwortete kurz, offenbar nur zu dem Zweck, um zu zeigen, mit welcher verflüffenden Geschicklichkeit ein preußischer Polizeiminister es versteht, Goethe gröblich zu— jeder andre Ausdruck wäre unpassend— verquatschen. Der Kollege PodbielskiS und Bülows citterte nämlich daS tieffinnige Fanst- Wort, daß alles Vergängliche nur ein Gleichnis sei, und legte eS dahin aus, daß— Gleichnisse vergänglich seien. Das war kein Witz, sondern echteste Ueberzeugung. Es war der geistige Sttl, der die ganze Gesetzvorlage und ihre Begründung auszeichnet. Für die Polenvorlage trat eigentlich nur der abtrünnige Polenstämmling des Herrenhauses, v. Dziembowski ein, dessen Verlust die polnische Nation mit einigem Stolz erfüllen kann. ES war höchst charakteristisch, daß namens der Mehrheit noch ausdrück- lich die Erklärung abgegeben wurde, man habe nicht mit freudigem Herzen zugestimmt Der Mehrheit ist gar nicht wohl bei der Sache. Gegen die Borlage stimmten nur die Polen und ein Häuflein von Centrums-Magnaten. Die„fteisinuigen" Ober-Bürgermeister und die.liberalen" Professoren schwiegen bei der Beratung und stimmten mit der Mehrheit. So weit die Oberbürgermeister noch Mitglieder freisinniger Parteien sein sollten, wird man sie ja Wohl nach diesem schweren Verstoß gegen das Parteiprogramm und die ParteidiSciplin ausschließen. Oder nicht? Auf jeden Fall sieht man, was der Freisinn leistet, wenn er, auch nur in der Gemeinde- Verwaltung, regierungsfähig wird. Am Montag werden dann die Oberbürgermeister um so wilder für die städtischen Schlachthäuser streiten.— Auch Bayern! Graf B ü l 0 w ist sich der Bundesstaaten sicher, er hat reichlich moralische Eroberungen in Süddeutschland gemacht. Wir haben bereits mitgeteilt, daß, ähnlich wie es durch badische Behörden geschehen, gegen einen der russischen Ausgewiesenen, der in München Aufenthalt zu nehmen hoffte, auch die Verjagung aus Bayern ver« fügt worden ist Wie die„M. P." jetzt mitteilt, hat der Betreffende darauf eine Eingabe an das Ministerium gemacht, in der dar« gelegt wurde, daß nicht der geringste Grund zur Behauptung einer Störung der öffentlichen Wohlfahrt vorliege und daß die Verfügung den Verlust von sechs ehrlich durcharbeiteten Studiensemestern bedeute. Darauf kam jüngst die lakonische Antwort der königlichen Polizeidirektton München: .Auf Ihre an das königliche Staatsministerium des Innern unmittelbar gerichtete Vorstellung vom 3. Juni l. I. wird eröffnet, daß derselben inhaltlich Entschließung vom 11. l. M. ein Grund zur Aufhebung der Landesverweisung nicht entnommen worden ist. Sie Iverden deshalb aufgefordert, das Königreich Bayern nunmehr bis 6. Juli l. I. bei Vermeidung des Zwangsvollzuges zu ver- lassen. Halder." Gründe für die Ausweisung werden nicht angegeben, es genügt nach preußischem Muster, daß Gründe für die Aufhebung der Aus- Weisung nicht zu finden seien. Es müssen starke Einwirkungen aus Berlin in die südlichen Bundesstaaten erganzen sein, daß erst Baden, jetzt selbst Bayern unter den preußischen Zarenkurs sich ducken. Man weiß ja, wie einst Bismarck Baden zur Erfüllung russischer Auslieferungsforderung preßte. Bisher freilich hat Bayern, soweit wir wissen, sich vor diesen Selbstentehrungen bewahrt Wo in Deutschland hat politischer Anstand noch eine Stätte? Aus dem Fälschernest des Generalstabes. Paris» 1. Juli.(Eig. Ver.) Während die klerikal-nationa- listische Mehrheit der parlamentarischen Untersuchungskommission ihre schweißtriefenden Bemühungen, das antiklerikale Ministerium im Namen der Moral zu treffen, kläglich scheitern sieht, droht den reaktionären Parteien ein schwerer Schlag in der Person der General- stabsoffiziere, ihrer geliebtesten Schützlinge. Die militärische Unter- suchung über die jüngst entdeckte Fälschung der Kassen- bücher im Generalstabe nimmt eine für die Armee-Ehre fatale Wendung. Bisher konnte nur der Archivarius, Hauptmann Dautriche» der unmittelbar die Fälschung verübt hat, gefaßt werden. Jetzt sind mit ihm drei seiner Mitschuldigen, genauer— Auftraggeber oder Hintermänner in die Affaire verwickelt und ins Militärgefängnis ab- Geführt worden: Oberstlieutenant Roll in und die Hauptleute ■ r a n? 0 i s und M a r e ch a I. Zuerst als Zeugen vernommen, haben sie sich durch gegenseittge Widersprüche und lügnerische Aus- reden den Verhaftungsbefehl zugezogen. Eine Haussuchung beim Oberstlieutenant Rollin, dem Chef des„Nachrichtenbureaus", hatte übrigens«inen Brief des Hauptmanns Dautriche zu Tage gefördert, der die Bücherfälschung besprach. Die ebenso eingehenden wie zuverlässigen Meldungen über die Ergebnisse der militärgerichtlichen Untersuchung zwingen diese Alter- native auf: entweder haben die Generalstäbler die 25 000 Franken, die unter dem nach Auskratzung des Namens des ursprünglichen Empfängers hineingefälschten Namen„Austerlitz" gebucht sind, einfach unterschlagen, oder aber das Geld wurde verausgabt für die Anwerbung des Falschzeugeni im Renneser Dreyfus- Prozeß von 1899, des Serben Czernuski. Ein Drittes giebt es nicht. Alle Begleitumstände sprechen übrigens dafür, daß der letztere Teil der Alternative zutrifft. Vier, mindestens vier Offiziere werden sich wohl kaum zusammenthun, um 25 000 Franken zu unterschlagen. Andrerseits wäre in diesem Falle die Auskratzung des ur- sprünglichen Empfänger-Namens direkt zweckwidrig, indem dadurch die Gefahr, entdeckt zu werden, gerade heraufbeschworen würde. Der Name„Austerlitz" aber hat sich vom ersten Augenblick an ganz un- geeignet erwiesen, die Verwendung des Geldbetrages zu recht- fertigen. Vielmehr mußte es den Generalstäblern daran liegen, den ursprünglichen Empfänger-Namen zu verHeim- l i ch e n, sobald der Kassationshof in seiner Revisionsenquete auf Grund gewichtiger Judicien dazu gelangt war, die Kassenbücher des NachrichtenbureauS unter die Lupe zu nehmen, um den Beweis für den Faschzeugen-Kauf zu ermitteln. Die verhafteten Generalstäbler stehen nun vor der Wahl, sich des Kriminalverbrechens der Unterschlagung für schuldig zu bekennen, oder aber den Ruhm des Obersten Henry zu teilen, den Ruhm einer „patriotischen Fälschung" und einer Verwendung von Staatsgeldern für die Anwerbung von Falschzeugen— im Interesse der Armee- Ehre. Der Ruhm der Dautriche und Konsorten würde noch den Ruhm des Henry überstrahlen, insofern dieser des Falschzeugen-Kaufes wenigstens nicht überführt wurde. Zudem riskieren sie dabei pcrsön- lich gar nichts. Die gesegnete A m n e st i e des Kabinetts Waldeck- Rousseau in Bezug auf alle sich an die DrehfuS-Affaire anschließen- den Verbrechen und Vergehen sichert ihnen vollständige Straflosigkeit zu, falls sie den Falschzeugen-Kauf eingestehen. Und die natio- nalistische Presse, die sie jetzt als Märtyrer verherrlicht, würde schon nicht verlegen sein, im Falle ihres Eingeständnisses sie zu politischen Helden zu stempeln. Siehe die Geldsammlung für ein Denkmal zu Ehren des Fälschers Henry. Sonst zeigt die Affaire Dautriche wieder einmal die Tiefe der Korruption, die auf dem Boden der Geheimfonds-Wirtschaft sich frei entwickeln kann und muß. Die Abwesenheit jeglicher Kontrolle ist dabei durch alle Instanzen streng durchgeführt— vom Parlament schon gar nicht zu sprechen, das sich durch das Votum der Geheimfonds ja von vornherein jedes Kontrollrechts begiebt. Der Kriegsminister weiß von der Verwendung der Geheimfonds nur das, was ihm der Generalstabschef mitteilt oder mitzuteilen beliebt, und der General- stabschef selbst weiß davon nicht mehr als der Kriegsminister. General D e l a n n e. der damalige Chef der Dautriche und Konsorten, sagte nämlich aus, er hätte von der Verwendung der 25 999 Franken nichts gewußt. Sein Visa auf diesem AuSgabeposten habe keinerlei Bedeutung, da gewohnheitsmäßig die Ausgaben vom Chef ohne feg- liche Nachprüfung, nur der Form halber, visiert werden.— DcutTcbcs Reich. „Post"-Kav«iliere. JedeZmal, wenn der„Vorwärts" ein Aktenstück publiziert, das seine Verfasser deshalb vertraulich behandelt wisse« wollen, weil seine Aufdeckung geheime Schande bloßstellt, so wütet kein Blatt so «mpvrt über die moralische Schlechtigkeit solcher Handlung wie die ..Post". Mit dem schnöden„Vertrauensbrnch" fangt sie an, mit Hehlerei, Diebstahl und Hochverrat steigert sie in geschmackvoller Weise ihre sittliche Aufregung. Wir haben dann allemal eine große Freude; denn es erfüllt uns mit Genugthnung, zu sehen, wie unermeßliches moralisches Feingefühl doch noch in der burger- lichen Welt existiert. Freilich, wir selbst sind nicht mehr besserungS- fähig. Wir halten trotzdem nach wie vor nicht diejenigen, die Korruption, Jntriguen und Skandale der Kritik der Ocffcntlichkeit zugänglich machen, für Schufte, sondern die, welche sich der Korruption, der Jntriguen und der Skandale schuldig machen. Ja, wir sind so verstockt, daß wir die Personen für verdiente Ehren- rnänner halten, die im Interesse einer großen Sache uneigennützig uns Belveise zugänglich mache», die jedes Ableugnen verhindern. Aber, wir verstehen: Die„Post" denkt anders, und nicht etwa nur seitdem ein Mann von den moralischen Qualitäten des Herrn V. Zedlitz ihr die Leitartikel und Entrefilets zu mäßigen, aber festen Preisen anfertigt, sondern seit jeher. Sie muß es als Zeichen sitt- licher Verwilderimg betrachten, wenn jemand aus Idealismus der Wahrheit dient. Sie hat nur Verständnis für Individuen, die in solider GcschästSgebahrnng, kriminell erprobt, gegen angemessene Vergütung Spitzelschwiudel und alberne Räubergeschichten verkaufen, deren Wert noch erhöht wird, wenn sie mit Verräterei verbunden sind. Das ist unveräußerliche„Post"-Tradition. Dies Oberorgan der Scharfmacher wird nicht nur von Kavalieren unterhalten — die„Post"-Gesellschaft besteht aus Seiner Durchlaucht dem Herzog von Ratibor, Seiner Durchlaucht dem Fürsten von Pleß, Seiner Durchlaucht dem Fürsten zu Stolberg-Wernigerode usw.— sondern sie hält auch darauf, von Kavalieren in kavaliermäßiger Art bedient zu werden. Deshalb gehörte Herr Fink zu ihren be- vorzugten Lieblingen, der durch Checkfälschungen seine Befähigung für die geistige Niederwerfung der Socialdcmokratcn erbracht hatte. Deshalb hielt sie sich im Korridor des„Vorwärts" «inen eigenen, mit möglichst langen Obren begabten Bericht- «rstatter. Deshalb war eine Zeitlang der Korbmacher Fischer— als Vorgänger von Max Lorenz— der Generalissimus der„Post" gegen die Socialdemolratie. Und diese langjährigen Erfahrungen ermöglichten ihr, auch in neuester Zeit einen bisher noch unbekannten Kavalier für Keller-Angclegenhcitcn der Socialdemolratie ausfindig zu machen. Ende Februar und Anfang März dieses Jahres regte sich die „Post" in einer Anzahl weitläufiger Artikel über den Keller des „Vorwärts" auf. Dort sollte zwar nicht Dhnamil lagern, wohl aber— russische Schriften. Der Zweck der„Enthüllungen" war nicht zu verkennen. Man wollte den deutschen Partcivorstand— nach des Ministers Schönstedt liebenswürdigem Wunsch, der leider fälschlich als„Jnforniation" über eine Thatsache auftrat— in einen .Hochverratsprozeß nach Königsberger Muster vertvickeln. Die Enthüllungen der„Post" fanden bei uns nicht die erhoffte Wirkung. Daß russische Schriften im„Vorwärts"-Kellcr lagen, ist nicht nur kein Geheimnis, sondern man fand und findet diese Erzeugnisse sogar im Schaufenster. Es ist daS guteRecht der Vorwärts-Bnchhand- lung, wie jeder andren Buchhandlung, russische Schriften zu verbreiten, auch wenn sie nach russischem— nicht nach deutschem Recht— straffällig sein sollten; denn wir sind trotz alledem formell immer rioch keine russische Provinz. Wir schlössen uns also damals den An- regungen der„Post" an und luden mit ihr freundlich die Polizei ein, ein litterarisches Kellerfest bei uns zu veranstalten. Die Polizei verzichtete darauf, der Einladung zu folgen; sie hatte offenbar kein Interesse oder kein Verständnis für russische Schriften. Wir hätten jene„Post"- Artikel längst vergessen. Aber in den letzten Tagen erinnerten wir uns ihrer, weil wir unsre Liste der„Post"-Kavaliere wieder um ein hübsches Beispiel vermehren konnten. Wir ersiihren nämlich, wer der geheimnisvolle Hintermann der„Post" gewesen. Die Vertrauensperson paßte allerdings in diesem Falle nicht in den Rahmen des Blattes; denn sie hatte nicht ganz, aber so ziemlich die Wahrheit dem Blatte mitgeteilt, und nur die Urteilslosigkeit der Redaktion trug die Schuld, wenn sie die„Post"-Gcsellschaft in Unkosten stürzte für den Erwerb einer ganz wertlosen Wahrheit. War die„Post" also damals sich insofern untreu, als sie nicht völlig erfundene Geschichten verbreitete, so blieb sie doch insofern in ihrer Tradition, als sie mit genialem Instinkt wieder einen Fiirstenverehrung. Der Glaube au eine fortschreitende Entwicklung des mensch- lichen Geistes und der menschlichen Verhältniste und Ein- richtungen ist nicht nur natnrwissenschastlich, sondern auch geschichtlich begründet. Ganz bedeutend sind die Fortschritte des Kulturnienschen in der Erkenntnis der Natur und ihrer Kräfte, geradezu erstaunlich sind die Fortschritte in technischer und ökonomischer Beziehung. In unserm Zeitalter der Mikroskope und Fernrohre, des Dampfes und der Elektricität wundern wir uns oft über die kindlichen Vorstellungen und die ein- fache Lebenshaltung früherer Geschlechter, wir fühlen einen berechtigten Stolz auf alle diese großen Errungenschaften des emensch- lichen Geistes und der menschlichen Erfindungs- und Schaff nskraft und gefallen uns in den kühnsten Plänen über die Gestaltung der Zukunft, in der wir die Schranken von Raum und Zeit noch weiter überwinden zu können vernmten. Dieses Bewußtsein von der gewaltigen Energie der Menschheit und der Stolz auf die bisherigen Leistungen sind durchaus gerecht- fertigt, aber leider ist diese Freude nicht ungetrübt. Sobald wir . unsre politischen und socialen Zustände betrachten, zeigt sich unserm Blick ein wenig erfreuliches Bild. Wenn wir die socialpolitischen Verhältnisse unsrer Zeit uns genauer vergegeuwärtigen. legt sich unser Stolz und es überkommt uns ein Gefühl tiefer Nieder- geschlagenheit und einer gewissen Beschämung, wir müssen zugestehen. daß die Fortschritte auf diesem Gebiete mit jenen aus den vorher erwähnten Gebieten durchaus nicht gleichen Schritt gehalten haben, ja daß in dieser Hinsicht' von einem Forlschritt überhaupt kaum die Rede sein kann. Die Regierungsform ist noch ungefähr dieselbe wie vor Jahr- taufenden in den altasiatischen Ländern, der Kastengeist des alten Aegypten herrscht noch heute bei den Völkern Europas, die Sklaverei hat nur andre Gestalten angenommen, besteht aber noch in viel größerem Umfang, von der natürlichen Gleichheit aller Menschen finden sich nur theoretische Spuren in den Gesetzesurkunden, in der Praxis wird sie aber nur insoweit gehandhabt, wie sie sich auf die Pflichten der„Unterthanen" bezieht. Daß die Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung bislang nur Eigentum einer kleinen Anzahl von Personen geblieben sind, während die große Masse der Völler noch geflissentlich im Aberglauben ge- halten wird, möge nur nebenbei erwähnt werden, obgleich gerade diesem Umstände der Hauptgrund unsrer heutigen socialpolitischen Rückständigkeit zugeschrieben werden muß. Denn ein Vorurteils- freies Volk würde die Bande der politischen Knechtschaft sich nicht haben anlegen lassen oder sie wenigstens nicht so gelassen tragen. Wir haben also noch ganz wie ehedem die alten Aegypter eine KavojftS angeworben hatte. Ihr Gewährsmann— ein gewisser Abel— war ein halbes Jahr in der Jnseraten-Abteilung des „Vorwärts" angestellt; er mußte entlassen werden, Iveil er sich des Betrugs und der Nnterschlaguug schuldig gemacht hatte, und dieser glückliche Umstand ermöglichte es der„Post", den Kreis ihrer Mitarbeiter um ein ansprechendes Exeniplar zu vermehren. Die„Post" war aber bei dieser Geschäftsverbindung nicht nur deshalb benachteiligt, weil sie für ihr gutes Geld ausnahmsweise keine guten Lügen empfing, sondern sie kam auch insofern nicht auf ihre Kosten, weil sie sich irrigerweise in dem schönen Wahn wiegte, sie hätte wieder einnial einen Kavalier zum Verrat von G e s ch ä s t s g e h e i m n i s s e n ver- führt. Das war nicht der Fall, weil eS sich zwar um einen Kavalier handelte, aber keine Geschäftsgeheimnisse zu verraten gab. So kann sich denn die„Post" mit Recht beklagen, daß sie für ihr Geld noch zu viel A n st an d gekauft hat. Hoffentlich schädigt aber dieser versehentliche und unlvisfentliche Zufall nicht die Feinheit der sitt- lichen Reizbarkeit der„Post" für die Vertrauensbrüche, Hehlereien, Bestechungen, Diebstähle und Hochvcrrätereien des„Vorwärts", wenn er wieder„gestohlene Aktenstücke" veröffentlichen sollte I...— Conto NeichSvcrlilind. Ein untrügliches Mittel die Socialdemo- kratie aus der Welt zu schaffen, hat der neue.Reichsverband" gegen die Socialdcmokratie erfunden. Das Mittel ist von wunderbarer Einfachheit. Die Herren beseitigen nämlich die Socialdemolraten dadurch, daß sie sie— in de»„Reichsverband" aufnehmen. Unsrem Parteigenossen Lcgicn, dem Vorsitzenden der General- kommission der Gelverkschaftcn Deutschlands ging dieser Tage eine ftenudschaftliche Einladung zu, dem Reichsverband beizutreten und zu diesem Zweck einen Beitrag an eine Bank unter„Conto Reichs- verband" zu senden. Legien war denn auch so liebenswürdig, einen Beitrag zu senden, und zwar nicht nur einen, der aus geringem Mamon besteht, sondern den folgenden Brief: Gencralkommisfion der Gewerkschaften Teutschlands. C. Legien, Berlin SO. 16, Engel-Ufer 15. Berlin, 1. Juli 1901. Herren von Liebcrt und Dr. Bovenschen. Berlin W. Am 17. Juni d. I. erhielt' ich. richtig adressiert an: C. Legien, Vorsitzender der Gcncralkommission der Gewerkschaften Deutsch- lands, Berlin, eine Zuschrift von Ihnen, in der ich aufgefordert werde, den,„Reichsverband gegen die Socialdemolratie" beizutreten und Beiträge für den Verband zu leisten. Dieser Aufforderung kann ich nicht Folge geben. Ich gehöre der Socialdemokratischeu Partei seit dreiund- zwanzig Jahren an und bin von der Richtigkeit ihrer Forderungen und Ziele heute mehr, denn bei meinem Zutritt zur Partei über- zeugt. Wäre ich's nicht, so mühte ich es gleich allen mit ge- sundcm Menschenverstand Ausgestatteten gerade durch die in neuerer Zeit so kratz zu Tage tretenden Handlungen derjenigen loerden, die sich als Stützen und Träger der heutigen Gesell- schaftsordnung in der Bekämpfung jeden Fortschrittes der Arbeiter- klaffe gefallen. Im übrige:« war ich über die Gründung des„Reichs-'i Verbandes" sehr erfreut, in der Hoffnung, daß nun an Stelle der bezahlten Kulis die vornehmeren Staatserhaltendcn selbst in den Kampf treten würden. Das Herumschlagen mit diesen bezahlten Kulis habe ich herzlich satt und freute mich aus einen frischen fröhlichen Kampf mit den erstklassigen Menschen in unserm Staate. Um diese Hoffnung scheine ich betrogen, denn der geniale Mißgriff, der bezüglich meiner Person gemacht ist, mutz mich über- zeugen, daß alles beim Alten bleibt. " E. Legien. Wir zweifeln nicht, daß dieser Beitrag auf dem„Conto Reichs- verband" der wertvollste bleiben wird. In dieser Hinsicht läßt sich die Socialdemolratie nicht lumpen und sie sagt mit Mirbach„Kleine Beiträge allgemein unbeliebt". Also lieferte sie einen ordentlichkn Beitrag, den der Reichsverband hoffentlich fleißig zur Agitation benutzen wird.— Zum Katholikentag, der vom 21. bis 25. August in Regensburg stattfinden soll, ladet die CentrumSpresse ein. In dem Ausruf wird behauptet, daß die regierende Partei„ernsten Zeiten ent- gegengehe". Die Erscheinungen niehrtcn sich,„welche als Vorläufer eines allgemeinen, ivohlorganisierten Kampfes gegen unfern heiligen Glauben, gegen die Freiheit unsrer heiligen Kirche, gegen die ge- sicherte religiöse Erziehung unsrer Kinder, gegen unire Rechts- stellung in Staat und Gesellschaft erkennbar sind." In den Zeiten des Centrum- Sieges über die Schule, deren vollständige Konfessionalifierung bevorsteht, ist dieser alte, traditionelle Fcuerruf— die Kirche ist in Gefahr'— ein drolliges Zeichen armseliger Gcistlosigkeit, derbe Heuchelei oder aber eine Regung des schlechten Gewissens, das sich vor den Wirkungen des eignen Triumvfes ängstigt.— Kriegerkaste, eine Priesterkaste, die regieren und nicht produzieren, und eine große Masse, Volk, Kanaille oder Bestie genannt, die produziert und regiert wird oder, euphemistisch ausgedrückt,„Objekt der Gesetz- gebung" ist. Es würde heute jedenfalls feinem ausländischen Schriftsteller einfallen, die Institutionen in Preußen seinen Landsleuten als besonders fteiheitlich und erstrebenswert vorzuhalten, ivic es vor2000 Jahren Tacitus gethan hat. als er von der„Freiheit der Ger- manen" schrieb. In Deutschland selbst kommt freilich vielen die Einsicht unsrer politischen Rückständigkeit keineswegs, sie behaupten vielniehr, daß wir eine musterhafte Ordnung haben, um die uns die andern Nationen beneiden sollten. Sie finden es ganz in der Orb- nung, daß faule Prasser die Erzeugnisse des Fleißes Tausender von Arbeiten: verzehren, während diese selbst in der größten Dürftigkeit ihr Dasein verbringen niüssen; sie halten es für richtig, daß die große Masse der Besitzlosen gezwungen wird, zur Erhaltung von Einrichtungen beizutragen, welche den Besitzenden Nutzen und ihnen selbst Schaden bringen, sie verlangen sogar, daß das Volk sie ver- ehrt, während sie es verachten, sie schelten es Begehrlichkeit und Frechheit, wenn der Unterdrückte sein Joch erleichtern will und seine natürlichen Rechte fordert, sie erdreisten sich selbst, die Politik des Geldsackes und der rohen Gewalt als göttliche Vorsehung und „sittliche Weltordnung" hinzustellen. Gegen diese unnatürliche und aller Veenunft Hohn sprechende Ordnung der Dinge lehnt sich natürlich der gesunde Verstand und die menschliche Vernunft auf. Lehrer und Geistliche müssen den Verstand in Fesseln zu schlagen suchen, und Polizei, Militär und Staatsanwaltschaft die Stimme der Natur ersticken. Aber alle diese Mächte würden nicht im stände sein, den gerechten Drang nach Freiheit und Gleichheit niederzuhalten, wenn nicht noch eine Armee von Pressesöldnern ihnen zu Hilfe käme und das Kriechen vor den Herrschenden den„Unterthanen" alltäglich als eine heilige Pflicht hinstellte und diese selbst als Halbgötter schilderte, denen zu gehorchen und ergeben zu sein, eine ganz selbst- verständliche Sache stt. Man braucht wahrhaftig nicht Zoologe von Fach oder gewerbS- mäßiger Nörgler zu sein, um das Entwürdigende und Widerwärtige des heutigen'Fürstenkultus zu empfinden, wie er von der gefinnungs- losen Presse betrieben wird, man möchte sogar glauben, daß diese Art der Verehrung den fürstlichen Personen selbst unangenehm ist. Bis zu welchen Verzückungen sich die deutsche Sprache in deutschen Zeitungen verunstalten lassen mnß, möchte ich den: Leser an folgenden Beispielen zeigen, die nicht etwa Erzeugnisse meiner Phantasie sind, sondern die gedruckt vor mir liegen.— An der abgeschmackten Redeweise, wenn von einer sürstlichen Persön- lichkrit die Rede ist, das Zeitwort in die M e h rzahl zu setzen, wollen wir rasch vorübergehen, bei der merkwürdige n Erscheinung, daß ein kleinstes Menschenkind als„Hohe Neugeborene" be- Kricgssitten vor Gericht. Der Prozeß gegen die Redakteure de» „Mainzer Volkszeitnng" wegen Veröffentlichung der Briefe des Generals v. Krctschmar, der am Montag vor der Strafkammer in Mainz stattfinden sollte, ist zun: zweitenmal auf unbestimmte Zeit vertagt worden.— Vom Hofjuden Ballin zu sprechen, findet die„Freie Deutsche Presse" Müller-Sagans antisemitisch. Sie tadelt uns deswegen. Wie beleidigend tief mnß das freisinnige Blatt den— Hof einschätzen, wem: es eine Kränkung des gesamten Judentums darstellen soll, daß ein Jude höfische Gunst genießt und annimmt. Wir finden es ja auch nicht hübsch, wenn jemand zu Hose geht. Aber für so schlimm halten wir es doch nicht, daß wir deswegen gleich das ganze Judentum verachten müßten. Wir raten dem fteisinnigen Organ dringend, sich unverzüglich auf seine oft beteuerte monarchische Gesinnung zu besinnen.—_ Ans Hessen, 30. Juni.(Eig. Bei.) Fortsetzung der Debatte über die Wahlreforni. Abg. Schmittkrzu4Beiliigen«.Unterhaltungsbl»tt Nr. M. 21. 1. Stildjt iti Jinrtrtf Krlim lilbMitt. Sotitifuj, 3. Juli 1904. r>cmnbau9. 25. Sitzung. Sonnabend, den 2. Juli, l Uhr. Am MiniftertisKe: H a ni m e r st e i n, Dr. S t u d t. Zunächst wird das Gesetz, betreffend die Diciistbcziige der KrciS- ricrärzte nach unwesentlicher Debatte unter Ablehnung eines Antrags Struckmann auf Erhöhung der Bezüge der ÄreiStier- ärzte a n g e n o ni m e n. Es folgt das Ansicdcliingsgcsetz. Der Berichterstatter Graf Botho zu Enlenburg empfiehlt Annahme der Vorlage gemäß den Be- schlüsfen des Abgeordnetenhauses. Herr v. KoZciclSki: Eine lange Rede zu halten habe ich nicht die Absicht, das wäre auch überflüssig. Ich will nur noch einmal konstatieren, daß alle sacklichen Gründe, die von den Gegnern des Gesetzes vorgebracht sind, vom Ncgierimgstisch nicht widerlegt worden sind. Es ist nicht erwiesen, daß die polnischen Banken, die ja inS Vordertreffen geführt worden sind, eine schädigende oder unmoralische Thätigkeit entwickelt hätten. Es steht fest, daß die von diesen Banken Angesiedelten mit ihrem LoS sehr zufrieden sind und gedeihen, es steht ferner fest, daß diese Banken nur mit winzigen Kapitalien arbeiten und daher keines- wegS ans daS Hinanfschranben der Bodenpreise den Einfluß haben können wie die Landbank und Ausicdelungskommission, die mit Hunderten von Millionen operieren. Ich bin der Ansicht, daß das Gesetz bedenklich kollidiert init. der preußischen und mit der Nsichsverfassniig und mit vielen im Reiche zu Recht bestehenden Be- stimmungen. Ich befinde mich dabei in recht guter Gesellschaft. Denn alle die deutschen Herren, die im andern Hanse gegen dieses Gesetz gesprochen haben, waren durchwegs Juristen und hatten kein andres Interesse an dem Gesetz als lediglich ein humanes und juristisches. In der Konnnission hat der Vertreter der polnischen Fraktion, ein gewiegter Jurist, Herr Dr. v. Dzicmbowski eine Reihe von Anträgen gestellt, die sämtlich das Ziel verfolgen, darzuthun, daß das Gesetz vollständig unbegründet ist. Die Ver- Handlung dieser Anträge ist aber durch Schlußanträge der jedem Minister dienstbereiten Nationalliberalen stets verhindert worden. So z. B. ein Antrag, der beweisen wollte, daß die Behauptung des Ministers, die Polen hätten bereits in Pommern Rittergüter auf- gekauft, eine positive Unwahrheit sei. sUnruhe.) Ich will nicht be- haupten, daß der Minister diese Umvahrhcit bewußt ausgesprochen hat. Er hat sie aber, ohne sie ans ihre Wahrheit zu prüfen, vor- geführt. Dieses Gesetz bedeutet eine einzig dastehende Er- scheinung in der Geschichte insofern, als hier die Regicrmig gegen den Wohlstand und das wirtschaftliche Gedeihen ihrer eignen Staatsbürger zn Felde zieht. Präsident Fürst Knyphanscn: Ich muß Sie bitten, bei Ihren Angriffen in den Grenzen der Form zn bleiben, welche wir dem Mimsterinin gegenüber schuldig sind. lBravo!) Herr v. Kosciclski(fortfahrend): Man kann von diesem Gesetze sagen: Das Unzulängliche hier wird'S Ereignis. Es scheint den Ministern gleichgültig zu sein, wie die Nachwelt über ihr Thun urteilen wird. Das eine aber weiß ich, daß das deutsche Volk dereinst die Namen derjenigen deutschen Männer, die sich mit großer Entschiedenheit gegen daS Gesetz gewandt haben, mit Dankbarkeit verehren wird, weil sie in einer tief trüben Zeit die Würde und Ehre dcS deutschen BolkcS hoch gehalten haben. Prometheus läßt der schon einmal citicrte Dichter dem Donnerer Zeus gegenüber sagen: Mußt mir meine Erde doch lassen stehen und meine Hütte, die du nicht gebaut, und meinen Herd, um dessen Glut du mich beneidest. Die Herren Minister aber scheinen das vollbringen zu wollen. waS dem großen Donnerer Nicht vergönnt ist: sie wollen die Erde nicht stehen lassen, sie wollen den Grund und Boden entziehe» denjenigen, die ihn seit vielen tausend Jahren besessen haben, sie wölken die Hütten zerstören nud nicht erlauben, daß neue Hütte» entstehen, sie wolle» de» Herd auslöschen, um dessen Glut sie unS beneide». Und darin haben sie auch recht, denn die Flamme, die auf diesem Herde lodert, ist nicht die Flamme des Geschäftspntriotis- mus, nicht die bengalische Flamme des chauvinistischen Tamucls, das ist die reine und hehre Flamme des Glaubens an das ewige Recht und die nicht minder ewige Ausgleichung jedes Unrechts. An dieser Flamme werden sich immer noch die FlcdrrinauSflügel des Geschäfts- Patriotismus versenge». Lassen Sie mich das stolze Lutherwort:« Hier stehe ich, ich kann nicht anders" auch auf unsre Stellung hier im Hause und überhaupt in Preußen anwenden. Daß wir hier stehen, das ist Gottes Fügung, und daß wir nicht anders können, das ist Gottes Wille. Diese Zuversicht trägt unS über jede Unbill und Vergewal- tigung hinweg einer hoffentlich besseren Zukunft entgegen, einer Zukunft, die, wie ich hoffe, auch der Würde und Ehre des deutschen Volkes würdiger sein wird.(Bravo!) Minister v. Hammerstein: Der Herr Präsident hat mich der Pflicht überhoben, aus Angriffe des Herrn Vorredners gegen das gegenwärtige Ministerium zu ant- Worten. In der That hat Herr v. Koscielski nichts Neues vor- gebracht. Ich kann nur kurz wiederholen, daß der§ 13b sich nicht gegen alle Polen richtet, sondern daß er weiter nichts sein soll als ein Schutzmittel des Deutschtums gegen diejenigen polnischen Bestrebungen, welche sich feindlich gegen den preußischen Staat richten, und das ist eine politische Notwendigkeit. Wenn der Herr Vorredner in bewegten Worten dagegen gesprochen hat, so erinnert mich das an das Wort des Fürsten Bismarck:'«Die Polen sind in der Dichtkunst Politiker, in der Politik aber Dichter." Seinem Citat möchte ich den andren Teil desselben entgegen halten: ,,Das Vergängliche ist nur ein Gleichnis." So wird auch das Gleichnis, das der Herr Vorredner augezogen hat, vergänglich sein, unvergänglich aber ist für uns der Schutz und die Hut des Vaterlandes.(Bravo I) Herr v. Dziembowski verteidigt das Gesetz und die Halbing des Ministeriums und weist darauf hin, daß der Friede in der Provinz Posen nur durch die ivirtschastliche Stärkung des Deutschtums herbeigeftihrt werden könne. Damit schließt die Gencraldiskussion. In der SpecialdiSkusfion bemerkt der Berichterstatter Graf Eulen- bürg: Gegenüber den Ausführungen des Herrn v. KoScielski kann ich nur betonen, daß in der Kommission des Abgeordnetenhauses allerdings offensichtlich zuni Zweck der Obstruktion gestellte Anträge abgelehnt und mehrfach Schlußanträge angenommen sind. Das war das gute Recht des Hauses. Herr v. Koscielski hat den Gegnern des Gesetzes gegenübergestellt Geschästspatrioten und Chauvinisten. Dieselben Gegensätze wie im Abgeordnetenhause haben sich auch in diesem Hause gezeigt. Ich darf deshalb folgendes erklären: Die An- »ahme dieses Gesetzentwurfes hat auch bei allen denen, die dafür gc- stimmt haben nud dafür stimmen werden, nichts weniger als Freude und Gcnugthuung erregt. Wir alle gehen davon aus, daß es wünschenswert wäre, mit unscrii polnischen Mitbürgern in Frieden und gutem Einvernehmen zu leben. Wenn aber dieses Einvernehmen von der andern Seite gestört oder unmöglich gemacht wird, so sind wir genötigt, die notwendigen Abwehrmaßregeln dagegen zu er- greifen. In der Ueberzeugung, daß die Bestimmungen des Gesetzes nicht gegen die Reichsverfassung, ebensowenig wie gegen das Bürger- liche Gesetzbuch und das Freizügigkeitsgesetz verstoßen, haben wir mit gutem Gewissen für daö Gesetz gestimmt, und scheuen uns nicht, diese Verantwortung zu übernehmen.(Lebhaftes Bravo I) 8 13 wird hierauf ohne Debatte angenommen. Bei ß 13» bestteitet Graf Finck v. Finckenstein, daß durch das Gesetz der Grund und Boden in de» polnischen Landesteilen entwertet werden würde. Graf v. Oppersdorfs erklärt, daß ein Teil seiner Freunde die Bestimmungen der ßß» und 13b für bedenklich hielten und dagegen stimmen würden. � 13a wird hierauf angenommen, ebenso debattclos der Rest deS Gesetze?. In der Gefamtabstimnning wird das Gesetz hierauf gegen zehn Stimnien angenommen. Hierauf wird das Gesetz betr. Aenderung von Vorschrift über das Konsolidationsvcrfahren und die Berichtigung des Grundbuches während desselben im Regierungsbezirk Wiesbaden in der vom Abgeordnctenhause beschlossenen Fassimg angenommen. Es folgt der Gesetzentwurf betreffend die Aenderung von AmtsgrrichtSbczirkcn. Der Prof. Berichterstatter Lorning empfieht Annahme der Vorlage nach den Beschlüssen des Abgeordnetenhauses. Der Gesetzentwurf wird unverändert a n g e n o m m e n. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Präsident Fürst Knyphause» beraumt die nächste Sitzung an auf Montag 12 Uhr und teilt mit, daß er den Ministerpräsidenten gebeten habe, sich von 2 Uhr ab für die Vertagimg disponibel zn halten.(Tagesordnung: Flcischlicschau-Antrng nebst dazu gehörigen Petitionen.) Schluß S'/a Uhr._ Es giebt noch Richter!... Der Historiker Gregorovius sagt einmal in seiner Geschichte der Stadt Rom:„Was vor dem Tribunal der Könige als Verbrechen erscheint, verwandelt sich vor dem Urteilsspruch der Völker häufig in eine Tugend." Die Wahrheit dieses Satzes werden wir bei der Thätigkeit der heutigen Klassenjustiz alle Tage inne, wir brauchen ihn deshalb nicht mit Beispielen zu belegen. Aber der Satz ver- trägt auch eine Umkehrung:„Was vor dem Tribunal der Könige nicht als Verbrechen erscheint, verwandelt sich vor dem Urteils- sprnch der Völker häufig in ein Laster." Nicht nur in ihren Ver- nrteilnngen, sondern auch in ihren Freisprüchen zeigt unsre Recht- sprechung ihren Klassencharakter! nirgends vielleicht deutlicher, als wenn Unternehmer angeklagt eines Vergehens gegen Arbeiterschutz- Gesetze vor den Schranken des Gerichts zu erscheinen haben. Bei dem jämmerlichen Stande der socialen Bildung, bei der schwachen Ausbildung des socialen Gewissens in den Kreisen unsreS Unternehmertums ist ein Arbeiterschutz-Gesetz ohne Strafandrohung zur Zeit noch ein Unding. Die schrankenlose Profitwut, die bei vielen Kapitalisten naiv im ursprünglichen Sinne deS Wortes, d. h. angeboren ist. kann nur durch staatliche Gewaltmittel von zer- störenden Ausschreitungen abgehalten werden, sofern nicht eine starke Selbsthilfe der Arbeiter die Unternehmer Mores gelehrt hat. Aber es versteht sich von selbst, daß Regierungen und Parlament des kapitalistischen Klassenstaates nur mit leichtesten und ungefährlichsten Gewaltmitteln den kapitalistischen Sündern drohen; wie mm gar die Richter die mit Watte umhüllte Zuchtnite anwenden, das ist ein Kapitel für sich. Man weiß, daß die Gewerbe- und Fabrik- inspektoren keine„Unmenschen" sind; sie sind Sicherheitskommissare des Bestehenden und es ist ihres Amtes, Schönheitspflästerchen auf die grinsende Larve der kapitalistischen Ausbeutung zu kleben. Aber sogar aus ihren wohlretouchierten Berichten kann man den Zorn über das eigenarttge Walten der Justiz bei Verfehlungen von Arbeit- gebern deutlich herauslesen. Im Anhang zum diesjährigen Bericht der preußischen Gewerbe- räte finden sich einige lehrreiche Tabellen. Tabelle HI» giebt uns eine Ueberstcht über die von den Aufsichtsbeamten im Jahre 1933 ernnttelten Zuwiderhandlungen gegen Schutzgesetz« und Verordnungen über die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter, nach Jndnstriegruppen geordnet. Donach sind 1933 6337 Anlagen ermittelt worden, in denen diesen Schutzgesetzen zuwidergehandelt wurde; die Anzahl der Fabriken, in denen jugendliche Arbeiter beschäftigt waren, betrug 32 947; in dem fünften Teile aller dieser Betriebe wurden also nachweislich die Schutzgesetze teils dauernd, teils vorübergehend unbeachtet gelassen I Aber von den 6337 Verfehlungen wurden nur 963, also knapp der siebente Teil einer gerichtlichen Sühne zugeführt. Und welcher Sühne! Offen und ehrlich sagt der Beamte für den Bezirk Köln:„Die Vergehen fanden nicht immer die ent- sprechende Sühne....JnsolchenFällen ist der aus der Gesetzesübertretung erwachsene Vorteil größer als die festgesetzte Strafe." Von den zahllosen Ueber- trctungen der Bestimmungen zum Schutze jugendlicher Arbeiter in den Bäckereien wollen wir gar nicht reden; die meisten Bäcker scheinen zu glauben, sie ständen über dem Gesetze; auch das wollen wir nur streifen, daß vielfach Handwerker bestrast werden mußten. weil sie ihre Lehrlinge an dem Besuch der Fortbildungsschule hin- derten. Schlimmer liegen die Dinge in den Ziegeleien, in denen überhaupt die meisten derartigen Uebertrettmgen vorkamen. Der Be- amte von Westpreußen weiß von einem bezeichnenden Fall zu erzählen: In einer Ziegelei war der Besitzer 1932 trotz mehrmaliger ungesetzlicher Beschäftigung von jugendlichen Arbeitern entgegen dem klaren Wortlaute der Vorschrift in 8 151 der Gewerbc-Ordnung frei- gesprochen worden; in der Berufungsinstanz hatte man ihn endlich zu— 13 M. Geldstrafe verurteilt. Mit welchem Erfolge? Im Jahre 1933 trieb er die alten Praktiken weiter I Diesmal wurde der Ziegelmeister zu 153 M. verurteilt; die Justiz hatte einen tüchtigen Anlauf genommen, aber vor dem Besitzer der Ziegelei hatte sie doch wieder Halt gemacht: er wurde wieder frei- gesprochen. Das milde Gericht meinte, er könne nur bestraft werden, daß er es auch nach dem ersten Urteile noch an genügender Aufsicht habe fehlen lassen... Der ahnungslose Engel I Die Vorschiebung untergeordneter Personen beim Gerichts- verfahren ist übrigens allgemein beliebt; an mehreren Stellen klagen die Berichte ausdrücklich über diese Gepflogenheit der Unter- nehmer. So halten sie sich ihre„Wäsche rein". Ob auch der königlich preußische Amtsvorsteher im Regierungsbezirk Breslau einen Blitzableiter findet, der als Besitzer einer Glasschleiferei an- gezeigt wurde, weil er jugendliche Arbeiter, die weder in den Ber- zeichniffen aufgeführt waren noch das erforderliche Zeugnis des Arztes und das Arbeitsbuch hatten, über die zulässige Zeit hinaus auszubeuten beliebte? Noch eine andre Zweifeelen-Theorie findet sich bei den Unter- nehmcrn: im gesellschaftlichen Leben will jeder von ihnen„Fabrikant" sein, auf seinen Briefbogen und Prospekten prangt dieser respekt- heischende Titel; wenn aber der Gcwerbebeamte zur Revision kommt, dann wird die Fabrik in vielen Fällen rasch zum— Hand- werkSbettieb.„Mein Name ist Haafe", sagt der Herr„Fabrikant", „ich weiß von nichts I"— Als ganz besonders schamlos muß die Verwendung jugendlicher Arbeiter als Dampfkesselwärter gegeißelt werden i wenigstens ein Dutzend solcher Fälle werden in den Be- richten geschildert; in einem auS dem Regierungsbezirk Magdeburg heißt eS:„In einem Falle wurde die Befttafung des Kesselbesitzers ein- geleitet, da dieser trotz gegenteiliger KesselgenehmigungSvorschriften sich durchaus nicht belehren lassen wollte, obwohl der jugend- liche Heizer die Wafferstandshähne des stehenden Kessels noch nicht einmal sicher erfassen konnte." Aus dem Regierungsbezirk Kassel wird gemeldet:„In mehreren Än- lagen fanden noch junge Leute als Kesselheizer Verwendung, d i e nicht einmal das 16. Lebensjahr erreicht hatten". Strafe?? Wo einmal davon die Rede ist, treffen wir auf er- schüttelnde Angaben von 3 M., 5 M., C M. Geldstrafe; es muß ein Unternehmer wirklich schon die Schamlosigkeit arg weit getrieben haben, wenn er einmal mit 133 M. Geldstrafe belegt wird. 153 M. sind, wenn wir nicht irren, der Höchstbetrag, der von einem deutschen Gericht im Jahre 1933 ivegen der Verfehlungen, um die es sich hier handelt, ausgeworfen wurde. Ganz ähnlich liegen die Dinge bei den Zuwiderhandlungen gegen Schutzgesetze und Verordnungen über die Beschäftigung von Frauen. Im Jahre 1333 gab eS 26 389 Fabriken usw., in denen Arbeiterinnen über 16 Jahre beschäftigt wurden; darin standen 429 782 Arbeiterinnen, in den revidierten Fabriken 347 524 Arbeite- rinnen. Die Anzahl der Anlagen, in denen Zuwiderhandlungen ermittelt wurden, betrug 1939 gegen 1833 im Jahre 1932; die An- zahl der wegen Zuwiderhandlungen bestraften Personen betrug 337, gegen 233 im Jahre 1932. Bemerkenswert unter diesen Verfehlungen ist besonders ein Fall aus dem Regierungs- bezirk Potsdam; dort wurden in einer Zuckerfabrik zwei junge Mädchen auch nachts als Chemikerinnen beschäftigt: die gebildete Proletarierin wird genau so ausgebeutet wie die einfache Arbeiterin. Den bürgerlichen Frauenrechtlerinnen zur gefälligen Beachtung I Die Bestrafungen halten sich auch hier in den allerbescheidensten Grenzen, sind manchmal geradezu aufreizend niedrig. Aber schon diese ge- niigcn— um die Unternehmer vielfach zu einer Aenderung des Be- tricbes zu veranlassen und die Ausbeutung aus der Fabrik in die Heimarbeit zu verlegen. Dort sind ja die Frauen noch ganz schutzlos. Manche Arbeiten lassen sich freilich ihrer Natur nach nicht in die Wohnungen der Proletarier drängen; dann wird ungeniert drauf los gesündigt; ein Fischräucherer im Bezirk SchleLlvig beschäftigte gleich einmal mehr als 233 Frauen vorschriftswidrig in der Nacht. Dafür wurde er aber auch von der königlich preußischen Frau Justiz mit 6 M., macht netto 3 Pf. auf den Kopf der Arbeiterin, angefaßt. Der Mann wird sich ins Fäustchen gelacht haben I Aber er hatte immerhin noch Pech; diel besser kam im Bezirk Hildesheim ein Konservenfabrikant davon: in seinem Betriebe wurden Arbeiterinnen Sonnabends nach 8 Uhr abends noch arbeitend angetroffen; von einem Strafantrag wurde abgesehen, weil an dem Abend keine ver- antwortliche Person zu finden war." Die saker- mentischen Arbeiterinnen haben offenbar aus reiner Bosheit bis in die Nacht hinein geschuftet; ein wahres Glück, daß ihr finsterer Plan an der Weisheit dieses Gewerbebeamten scheiterte, der„keine verantwortliche Person" finden konnte. Ein Schinder muß der Fleischivarenfabrikant im Bezirke Minden sein, der 233 Arbeiterinnen an 43 Tagen nicht, wie ihm(unbegreif- licherweise) erlaubt worden war, 12'/« sondern 13�/« Stunden ausbeutete. Ein Strafverfahren ist gegen ihn eingeleitet worden: ini nächsten Jahre werden wir erfahren, wie preußische Richter diesen Frevel an der Gesundheit und der Lebenskraft armer Proletarierinnen gebüßt haben. Wir wollen nicht prophezeien, aber ob's wohl über 23 M. hinausgehen wird? Zu solchen bitteren Fragen muß man kommen, wenn man diese Berichte durchgeht und sich dabei vor Augen hält, welche furcht- baren Urteile auf streikende Arbeiter herniedersausen, die nichts andres thaten, als im Sinne ihrer Rechte ehrlich gegen die Ausbeutung und Knechtung anzukämpfen. Das ist d a s R e ch t. das die Justiz im Klassenstaat zu schaffen vermag I SerUner partci-Hncfelcgcnbeitcn. Die Lokal-Liste für Berlin und Umgegend ist neu herausgegeben und der heuttgen Nummer unfres Blattes beigefügt worden. Bei der Wichtigkeit der Lolalfrage erwächst den Parteigenossen die dringende Pflicht, die Lokal-Listc streng zu beachten. Den Saalabtreibereien und Verweigerungen gegenüber, die in Berlin teilweise noch versteckt, in den Bororten dagegen offen betrieben werden, bleibt unS kein andres Mittel übrig als die Lokalspcrrc; und diese dort, wo nötig, durchzuftihren, muß das Bestreben aller Parteigenossen sein. Arbeiter. Partei- genossen, Gewerkschaften, Gesangvereine ec., besucht daher bei Ausflügen, Vergnügungen zc. nur solche Lokalitäten, welche auf der Liste verzeichnet stehen. Vor allen Dingen erwächst aber den Vorständen von Arbeitervereinen die Pflicht, beim Ab- schlich von Festlichkeiten und Partten auf das strengste die neue Lokal-Liste zu beachten. Die Vorstände wollen in solchen Fällen auch darauf sehen, daß in den Verträgen mit den Wirten eine Klausel Platz findet, wonach für den Fall, daß daS Lokal für Arbeiter» Versammlungen später verweigert werden sollte, der Vertrag seine Gültigkeit verliert. Verschiedene Vorkommnisse der letzten Zeit lassen eine Bestimmung dieser Art dringend ratsam erscheinen. Ebenso ist es Pflicht dör Vorstände und Komitees, dafür nach Mög- lichkeit zu sorgen, daß bei Mehrbedarf an Bedienungspersonal der Stellennachloeis des„Verbandes deutscher GastwirtS- gehilfen"(Ortsverwaltung Berlin), Dircksenstr. 39 I, Telephon Amt 3 1813, Berücksichtigung findet. Thut ein jeder seine Pflicht, so kann der Erfolg nicht ausbleiben. Lokale, die keine Säle haben, sind frei._ Die Lokalkommission. Erster Wahlkreis. Dienstag, abends 8'/a Uhr: Wahlvereins- Versammlung in den Spree-Hallen, Kirchstraße 13. Vortrag des Genossen Lankow über platonischen und urchristlichen Kom- munisinus. Diskussion. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Dritter Wahlkreis. Heute, Sonntag, den 3. Juli: Ausflug des Wahlvereins nach Schmargendorf. Restaurant Sanssouci. Zahlreiche Beteiligung erwünscht. Der Vorstand. Eharlottenburg. Eine Volksversammlung findet am Dienstag, den 5. Juli, abends 8'/g Uhr, im Volkshause, Rosinensir. 3, statt. In derselben wird Dr. Leo Arons das Thema:„Die Schule im preußischen Landtag" be- handeln. Das Referat wird also eine Ergänzung des Vortrages, den Genosse Dr. AronS vor 14 Tagen an derselben Stelle über die preußische SchnlgesStzgebnng hielt. Es wird daher ein zahl- reiches Erscheinen der Parteigenossen, besonders auch der Frauen. erwartet. Grünau. Der Wahlverein hält am Dienstagabend 9 Uhr in der Grünen Ecke seine Mitgliederversammlung ab. Karlshorst. Montag hält Genosse Umbreit auf dem abends 8'/» Uhr bei Kupsch stattfindenden Zahlabend über das Koalittons- recht einen Vottrag. Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Lichtenberg. Dienstag findet bei Höflich, Frankfurter Chanffee 123, eine öffentliche Versammlung statt, in der Reichstags- Abgeordneter Stadt Hagen über das Ergebnis der letzten ReichStagssession sprechen wird. Pankow-Nieder-Schiilihause». In der nächsten Versammlun des Wahlvereins am 12. d. Mts. bei Mierke wird Genosse Frei Iv a l d t einen Vortrag über den angekündigten Entwurf eines Konmiimalprogramms der Partei halten. Da der diesjährige Parteitag sich mit dem Programm zu beschäftigen hat, ist eine Dis- knssion hierüber erwünscht. Zahlreiche Beteiligung wird erwartet. Steglitz. Die Mitgliederversammlung des Wahlvereins fällt Mittwoch ans und findet nächste Woche statt, der Tag wird noch bc kaimt gegeben. Wilmersdorf. Der Wahlverein hält Mittwochabend 9 Uhr in Salamons Volksgarten, Berlinerstr. 40, seine Versammlung ab Genosse Dr. Karl Liebknecht spricht über„Staatsstreich und Revolution". Auszcrdem stehen wichtige Vereinsangelegenheiten au der Tagesordnung. Zahlreiches Erscheinen wird erwartet. Potsdam.„Die sociale Bedeutung der Konsumvereine lautet das Thema, über das Genosse Ed. B e r n st e i n in einer öffentlichen Versammlung am Montag, 4. Juli, im Victoriagarten spricht. sSiehe„Kleine Anzeigen".) Lohakö. Armut nild Tod. Dem Gevatter Tod wird nachgesagt, daß er ein Stück Dcmokrn sei. Er lägt, so erzählt man, keinen Unterschied des Standes und des Besitzes gelten, er macht seine Visiten ohne Ansehen der Person. Erwartet oder unerwartet, klopft er schließlich bei jedem einmal an. Das ist richtig, aber mit einem Vorbehalt. Der Tod klopft bei jedem einmal an, doch er thnt das bei dem einen früher, bei dem andern später. Und gerade in diesem Zeitunterschiede verrät der Sensenmann seine wahre Gesinnung und zeigt uns, daß auch er sehr wenig von einem Demokraten an sich hat. Auch der Tod kennt den großen Klassengegensatz, der durch die Gesellschaft geht, auch er sieht sich seine Leute an und gewährt den Reichen eine Vergünstigung. Wenn Epidemien ausbrechen, wird das recht deutlich. 1892 hat es die Cholera in Hamburg gezeigt, in Berlin hatte schon die große Cholera-Epidemie von 1866 dasselbe gelehrt. Aber auch in ruhigeren Zeiten Pflegt der Tod zu allererst und am liebsten den Spuren der Armut zu folgen. Sollen wir an die Erkrankungen der Atmungsorgane erinnern, vor allem an die Lungenschwindsucht, die Proletarier- krankheit, die allein in Berlin alljährlich viertausend Menschen hinrafft? Viertausend Menschen, die größtenteils in dem Alter stehen, das man „das blühendste" zu nennen pflegt! Oder sollen wir hinweisen auf die Erkrankungen der VerdauungSorgane, auf Brechdurchfalls Diarrhoe usw., denen in Berlin in jedem Jahr niehrcre tausend Proletarierkinder zum Opfer fallen? Wir nähern uns jetzt wieder dem Hochsommer, derjenigen Jahreszeit, in der der Tod unter den Kindern der Armen seine schreckliche Ernte zu halten pflegt. Im Juni ist die Kindersterblichkeit diesmal noch nicht sehr groß gewesen. Aber waS wird der Juli uns bringen und was der August? Die Statistik hat den engen Zusammenhang zwischen Armut und Tod mit zahlenmäßigen Beweisen belegt. In Großstädten, wie Berlin, ist durch die örtliche Scheidung von Reich und Ann, durch die Zusammendrängung der unbemittelten Bevölkerung in bestimmte Stadtteile dem Statistiker die Möglichkeit gegeben, jenen Zusammen hang überzeugend zu veranschnnlichen. Wenn man wissen will, wo im Sommer die meisten Kinder sterben, so genügt es schon, auf den Friedhöfen der großen, die Arbeiterviertel umschließenden Kirchen- gemeinden sich umzusehen. Je heißer die Sonne herniederbrcnnt, desto eifriger arbeitet da der Spaten des Totengräbers. Der Statistiker aber weiß uns für alles das auch die Zahlen zu geben, an denen kein Zweifel erlaubt ist. Er zeigt un?, daß z. B. in den Stadtteilen Gesundbrunnen und Wedding die Sterbefälle, ans je 1000 Personen der Bevölkerung umgerechnet, doppelt so zahlreich sind, wie etwa in der Friedrichstadt. Dort oben in Berlin dl., wo die Arbeiter wohnen, kommt annähernd die Hälfte aller Sterbefälle auf Kinder des ersten Lebensjahres, unten in Berlin L1V. dagegen sind die Kinder dieses Alters nur mit einem Sechstel an der Gesamtzahl der Sterbefülle beteiligt. In den ärmeren Stadtteilen ist ja auch der„Kindersegen" größer als in dem wohlhabenden und vornehmen Berlin SW oder W, aber selbst wenn man das berücksichtigt, so er- giebt sich für die Arbeiterviertel immer noch eine erschreckend hohe Kindersterblichkeit. In den ärmeren Stadtteilen kommen im Jahre auf 190 Geburten rund 39 Säuglingssterbesälle, in den reicheren nur 15. Eine lehrreiche Zusammenstellung über den Unterschied der Sterblichkeitsziffcrn in den einzelnen Stadtteilen Berlins findet sich im letzten Band des Berliner Statistischen Jahrbuchs. Sie ergiebt, daß im Durchschnitt der Jahre 1909 und 1991 in einer Gruppe von Stadtbezirken des„Li»den"-Vicrtels und der südlichen und nördlichen Ränder des Tiergartens auf je 1999 Personen der Bevölkerung nur 9 bis 19 Sterbefälle kamen, während die äußersten Bezirke des Gesundbrunnens und deS Weddings 23 Sterbefälle auf je 1999 Personen der Bevölkerung hatten. Die Reihenfolge der Stadtteile nach der Höhe ihrer Sterblichkeitsziffcrn entspricht ziemlich genau dem größeren oder geringeren Grad der Wohlhabenheit dieser Stadtteile. Armut und Tod l Man sieht, wie Gevatter Tod Unterschiede zu machen weiß, wie auch er den Klassengegensatz respektiert. Ver- dient er's, daß man ihn den„Gleichmacher" nennt? Die Freie Volksbühne hat ihren Vcrwalttmgsbericht über das letzte Vereinsjahr herausgegeben. Wir entnehmen ihm folgende interessante Mitteilungen: Das Interesse an den Besttebungen unsers Vereins wird in immer weiteren Kreisen der Berliner Arbeiterschaft lebendig. Hätten wir Raum, die Reihen der Mitglieder würden unaufhörlich wachsen. Leider ist dieser natür- lichen und so außerordentlich erfrenlicken Wachswmstendenz, so lange die Freie Volksbühne auf die Sonntagsnachmittags- Vor- stellungen von zwei Theatern angewiesen bleibt, eine lästtge Schranke gesetzt. Als die im Jahre 1992/3 geschlossenen Verträge für eine neue Abteilung Platz geschaffen, wurde diese auch sofort gefüllt, die Mitgliederzahl hat sich damals auf über achteinhalbtausend, und im laufenden Geschäftsjahr auf etwa zehn- tausend gehoben. Einer Vergrößerung über diesen Stand hinaus wäre nur durch Hinzuziehung einer dritten Bühne, oder dadurch, daß der Verein ein Theater für die ganze Saison pachten und einen Teil der Vereinsvorstellungen auf den Abend verlege» würde. zu ermöglichen. Der Gedanke wurde bereits öfter angeregt; auch zog der Vorstand gelegentlich diesbezügliche Erkundigungen ein. Vielleicht, daß später einmal das Projekt zur Ausführung ge- langt. Das viele Jahre hindurch bestehende Arrangement mit dem L e s s i n g- T h e a t e r hat mit der laufenden Saison sein Ende ge- fanden. Die neue Direktion, Otto Brahm, acceptierte die Bedingungen, die die Vereinsleitung zu bieten in der Lage war, nicht und will die Sonntagnachmittage zu � öffentlichen Vorstellungen benutzen. So hat der Vorstand als Ersatz dafür mit dem Berliner Theater abgeschlossen. Die Hälfte der Vorstellungen wird auf dieser Bühne, unter Leitung der Regie des Berliner Theaters /mit dem Personal derselben), die andre Hälfte wie bisher, im Metropol- Theater, unter der Leitung des Vereius-Rcgisseurs, Herrn Fritz Witte-Wild, stattfinden. Von einer eignen Opernaufführung ist in diesem Jahre aus verschiedenen Gründen Abstand genommen worden. Die Kunstabende, mit denen wir im vergangenen Herbst begonnen, werden vermutlich wieder aufgenommen werden. Der Verein hat, wie bereits mitgeteilt, Aussicht, für solche Veranstaltungen an den Abenden von Wochentagen den Bürgersaal des Rathauses zu erhalten. Mit dem fünften Quartal April-Jnm 1904 zusammen, welches eine Einnahme von 22 331,89 M. aufweist, ergiebt sich für die Freie Volksbühne eine Gesamteinnahme von 123 964,95 M.; die Einnahmen steigerten sich um 15 155,97 M. gegen das Vorjahr. Die Ausgaben steigerten sich gleichfalls bedeutend und zwar von 76 534,98 auf 113 957,95 M. Für Vorstellungen, Oper, Feste, Vor- träge, Secessionskartcn, Knnstabende 94 677,54 M. Die Vvrstellnngs- kosten betrugen bei 197 Vorstellungen /ohne Oper) 1903/94 durchschnittlich 395 M. pro Vorstellung. Nnscrm Blatte liegt heute ein Prospekt bei, in welchem auf die Zeitschrift„In freien Stunden" hingewiesen wird. Wir haben gestern erst eingehend ans die Bedentung dieser Zeitschrift aufmerksam gemacht und können uns daher für heute mit dem Wunsch begnügen, daß das ernste Stteben des Verlags der„Freien Stunden", den Inhalt immer bedeutsamer zu gestalten, in der Arbeiterschaft die gebührende Anerkennung finden möge. Die weibliche Bevölkerung ist in Berlin seit langem an Zahl stärker als die männliche— schon seit Ende 1376 bildet dieses Ver- hältnis hier die Regel— und im allgemeinen wird der Abstand immer weiter. Die Jahre 1991 und 1992 hatten, infolge einer bc- deutenden Vermehrung der Wegzüge männlicher Personen, der weib- lichen Bevölkerung einen besonders großen Vorsprung verschafft. In beiden Jahren zusammen lvar die männliche Bevölkerung Berlins nur um 3562 Personen, die weibliche aber um 23 323 gewachsen. Für den Schluß des Jahres 1992 hatte sich die männliche Bevölkerung auf 919 522 Personen, die weibliche auf 1 999 937 berechnet, so daß der Vorsprnng der weiblichen Bevölkerung nun schon beinahe 199 999 Personen /genauer: 99 415) betrug. Das Jahr 1993 hat jedoch in dieser Beziehung einen bemerkenswerten Ilmschwung gebracht. In diesem Jahre wuchs in Berlin die männliche Bevölkerung um 19 195 Personen auf 929 627, die weibliche nur um 16 347 Personen auf 1 926 234. Am Schluß des Jahres 1993 war hiernach die Weib- liche Bevölkerung der männlichen nur noch um 96 657 Personen voraus. Es muß abgewartet werden, ob das Jahr 1994 den Abstand wieder vergrößern wird. Der letzte Akt einer Familientragödic. An der Gerichtstafel findet sich folgende Bekanntmachung:„Der Rechtsanwalt Justizrat Königs- berger in Berlin hat als Nachlaßpfleger für diejenigen, ivelche Erben des am 8. März 1994 tot aufgefundenen Fabrikbesitzers /Lieut. a. D/ Karl B e s e k e m Berlin, Wilhelmsir. 12, worden, das Aufgebots- verfahren zum Zivecke der Ausschließung von Nachlaßgläubigern be- autragt." Das Gericht fordert infolgedessen die Nachlaßgläubiger auf, ihre Forderungen spätestens in den auf den 5. N o v e m b e r d. I. vor der Abteilung 84 des Amtsgerichts! /Klosterstraße) anberaumten Aufgebotstermin anzumelden. Eine gleiche Bekanntmachung bezieht ach auf die Erben der am 8. März tot anfgefundenden Frau Fabrik- besitzer /Lieutenant a. D.) Molly Äeseke geb. Krabbenhöft in Berlin, Wilhelmstr. 12. Elendsstatistik. Der Berliner Asyl-Verein für Obdachlose be- herbergte im Monat Juni im Männer-Ashl 29 746 Personen, wovon 9919 badeten, im Frauen-Asyl 4517 Personen, wovon 1259 badeten Arbeitsnachweis wird erbeten für Männer: Wiesenstraße 55/59, für Frauen: Füsilierstraße 5. Zum Morde an der Lucie Berlin. Der Termin für die Be- erdigung der Lucie Berlin ist immer noch nicht festgesetzt, obgleich die Leichenteile schon stark der Zersetzung entgegengehen. Die Wohnung der Liebetruth, der Geliebten des mutmaßlichen Diörders Th. Berger, in der Ackerstraße 139 befindet sich noch unter amtlichem Siegel, lieber die Eltern der ermordeten Lucie sind jetzt allerhand unzutreffende Gerüchte verbreitet. Es wird behauptet, daß sie zahlreiche, ja zum Teil sehr erhebliche Geldbeträge anläßlich des Kindesmordes erhalten hätten, und so nun mehrere Jahre hindurch sorgenlos leben könnten. In Wirklichkeit aber bestehen die erhaltenen Geldunterstützungen aus baren I4Mk., die ihnen von befreundeten Familien zugegangen sind. Außer dem liefen aus Breslau Stoffe zu Anzügen für das Berlinsche Ehe- mar ein. Der Sendung war ein Brief beigelegt, in dem der Ab- ender mitteilt, daß vor genau 29 Jahren seine 29 jährige Tochter von ihrem eignen Bräutigam ermordet und dann ebenfalls voll- tändig zerstückelt und schließlich in einem Fasse eingepökelt worden sei. An diese schauderhafte That sei er durch die Tragödie der Familie Berlin wieder schmerzlich erinnert worden, weshalb er zur Linderung der vielleicht vorhandenen Not- läge die Stoffe sende. Der Vater der ermordeten Lucie war die letzten drei Wochen vollständig arbeitslos und wird numnehr erst wieder dem regelmäßigen Verdienste nachgehen.— UebriaenS hat am Freitag die die Voruntersuchung führende Gerichtskommission an den verschiedenen Fundstellen der Leichenteile des ermordeten Kindes in der Spree Lokalbesichtigungen vorgenommen. Auch wurden gleichzeitig die Personen, die deik Fund inachten, nochmals vernommen, um ihre Beobachtungen beim Funde für die späteren gerichtlichen Verhandlungen zu Protokoll zu geben. „Taddäus Robl". Ein hübsches junges- Mädchen lernte auf dem Tanzboden in der Haseuheide einen jungen Mann kennen, der ich als Weltmeistersahrer Taddäus Robl vorstellte und viel von einen Radrennen, Reisen und Siegen zu erzählen wußte. Titel rmd Ehrenzeichen hatte er in Menge eingeheimst und auf ein paar Brillanten kam es ihm gar nicht an. Es würde ihm sogar ein großes Vergnügen machen, der hübschen Bekannten einen in die goldene Uhr einzusetzen. Bescheiden lehnte das Mädchen dieses An- erbieten ab, es war ohnehin entzückt von dein berühmten Welt« meisterfahrer.„Taddäus Robl" aber kam so viel Bescheidenheit gern entgegen. Den Brillanten wollte er zwar der Schönen unter allen Umständen verehren, aber wenn es denn einmal nicht anders wäre, 'o würde er sich die Arbeit des Einsetzens mit fünf Mark bezahlen lassen. Damit war beiden geholfen. Das Mädchen gab dem Ver- ihrer Uhr und fünf Mark und wartet noch heute darauf, daß Taddäus Robl" sie ihm mit dem Brillanten wiederbringe. Viel- mehr jetzt erwartet sie ihn nicht mehr, denn sie hat endlich ein- geschen, daß ihr Taddäus Robl doch nicht der richtige, sondern ein Schwindler ist, vielleicht ein angehender Weltmcisterschwindler. Wegen schwerer Körperverletzung verhaftet wurde der HilfS- rangierer Wilhelm Nickel aus der Florastr. 41 zu Pankow. Nickel machte am Donnerstagnachinittag mit andern einen Ausflug, von dem die ganze Gesellschaft erst am Freitagmorgcn um 4Vz Uhr zurückkehrte. Am Stetttner Weg stieg er in eine Gärtnerei ein, pflückte Erdbeeren und schnitt Rosen ab. Leute, die das sahen, weckten den Gärtnergehilfen Franz Otto. Als dieser den Dieb zur Rede stellte, zog Nickel ein Dolchmesser und stach es ihm in der Herzgegend in die Brust. Da Otto noch im stände war, ihn fest- zuhalten, so ließ er seinen Stock im Sttch und lies davon. Er wurde aber ermittelt und festgenommen und ttotz seines Leugnens ein- gesperrt. Otto ist so fchwer verletzt, daß man ihn nach Berlin in die kgl. Klinik bringen mußte. Einen Auflauf hat der Fuhrherr Ncumann aus der Pappelallee durch einen Akt der Tierquälerei verursacht. Als er gestern nach- mittag um 2 Uhr mit einem Arbeitsfuhrwerk durch die Kastanien- allee fuhr, hielten die Straßenpassantcn sich darüber auf, daß er sein Pferd schonungslos mit der Peitsche bearbeitete. Anstatt von den Mißhandlungen abzulassen, schlug er weiter auf das Tier ein, be- chimpfte dann das Publikum und traktierte ferner die Leute, die das Fuhrwerk anhielten, mit der Peitsche. Nun kehrte sich die Empörung immer mehr gegen den Fuhrherrn, der in grenzenlose Wut geriet und kaum gebändigt werden konnte. Endlich wurde der Rasende einem Schutzmanne übergeben, der des Weges dahergekommen war. Zwei Spitzbuben, die seit einiger Zeit in der Umgebung von Berlin Kupferdrähte der Telegraphen- und Telephon- Leitungen stahlen, sind jetzt ergriffen worden. Sie waren mit zwei Spieß« gesellen von Reinickendorf gekommen, einen Handwagen mit ge» stohlenem Draht mit sich führend. An der Berliner Grenze gingen zwei nach Berlin zu, während die andern beiden mit dem Wagen sich nach Tegel wandten. Dort liefen sie mit der Beute der Polizei in die Hände; die Verhafteten sind zwei Gelegenheitsarbeiter aus Berlin. Vom Mädchenhandel. In der Angelegenheit der in Kopenhagen festgenommenen Mädchenhändlerin Karoline Petersen alias Karolina Nielsen erfahren wir, daß die eingeleitete Untersuchung sich auf die Verschleppung deutscher Mädchen erstreckt. Das Interesse für die Bekämpfung des Mädchenhandels ist in Dänemark dadurch geweckt worden, daß der Geschäftsführer des deutschen National-Komitees, einer Einladung folgend, im vergangenen Jahre in Kopenhagen einen Vortrag hielt. Hierdurch wurde die Bewegung gegen den Mädchen- Handel auch in Dänemark wachgerufen, und die Festnahme der Peter- son bildet das erste Ergebnis jener Thätigkeit. Die Peterson wurde durch zwei Mädchen, die aus Malmö zurückgekehrt waren, der Ver- fchleppung beschuldigt, und die Agentin, welche eine Geschäftsreise nach Kiel unternommen hatte, wurde sofort nach hirer Rückkehr von dort festgenommen. Es ist nun festgestellt, daß die Peterson öfter nach Kiel gefahren ist, doch konnte trotz sorgfältiger Recherchen noch nicht ermittelt werden, welcher Art ihre Geschäfte dort waren. Das dänische National-Komitee hat infolgedessen das hiesige Komitee auf die Peterson aufmerksam gemacht, und vielleicht dürfte es noch ge- lingen, auf Grund von Feststellungen der hiesigen polizeilichen Centralstcllc zur Bekämpfung des Mädchenhandels die Peterson un- schädlich zu machen. Die Ermittlungen der dänischen Behörden haben inzwischen ergeben, daß Karolinc Peterson häufig zu der in Malmö irohnenden Besitzerin eines Frisier-Salons, Emma Manffon, fuhr, in derem Hause sich stets eine größere Anzahl Mädchen befindet. Verschiedenen der Letzteren ist- es zwar gelungen, ans dem Hause zu entweichen und nach Kopenhagen zurückzufahren, jedoch erhielt die dortige Polizei von diesen Vorfällen keine Kenntnis, weil die Peterson die Mädchen abfing und Anzeigen zu verhindern oder auch die Flüchtigen vor den Augen der Polizei zu verbergen wußte. Der letzte Ehrcnsold. Der fast 79 Jahre alte, aus Jagelitz im Kreise Samter gebürttge Kricgsveteran Wilhelm Kroll aus der Wittstockerstraße 4 begab sich gestern mittag nach dem Polizei« Präsidium, tun bei der Hauptkasse den monatlichen Ehrensold von 19 Mark zu erheben. Auf dem Lichthofe brach er plötzlich zusammen und starb. Ein im Polizeipräsidium dienstlich beschäftigter Arzt konnte nur noch den Tod feststellen und gab als mutmaßliche Todes- Ursache Herzlähmung an. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Elf Mark monatlich zum Lebensunterhalt. Der Schlosser Salz« mann in der Mainzerstr. 21 zu Lichtenberg machte seinem Dasein am Freitag durch Erhängen ein gewaltsames Ende. Im Betriebe verunglückt und arbeitsunfähig, waren 11 M. Unfallrente sein ganzes Einkommen. Die Armenverwalttmg hat dem Ver- storbenen nach den Angaben seiner Hinterbliebenen mit— 3 M. als einmalige Beihilfe unter die Arme gegriffen. Da weiter die Lande?- Versicherung mit ihrem BureaukratiSmuS zu einer Festsetzung der Invalidenrente nicht kommen konnte, zog S. das Ende mit Schrecken einem Schrecken ohne Ende vor. Opfer deS RennsportS. Ein Unfall beim Training im Sportpark Friedenau ereignete sich Freitagabend. Der Engländer Hall, der an dem heutigen Danerrennen teilnehmen sollte, fuhr eine schnelle Runde hinter seiner Schrittmachermaschine, als deren etwas tief ein- gebauter Motor an der Nordkurve auf dem Cement aufftieß. Die schwere Maschine stürzte um. Hall konnte nicht mehr ausweichen, flog vom Rade, überschlug sich mehrmals und glitt schließlich die ab- schüssige Fläche hinab auf den Rasen. Man legte dem Verunglückten, der, nach einer Blättermeldung, eine» Schlüffelbeinbruch und eine Verletzung am Hinterkopf erlitten hatte, einen Notverband an und brachte ihn dann in einem schnell herbeigeholten Krankenwagen von der Bahn.— Der auch in Berlin bekannte Rennfahrer Walthour stürzte, ivie das„Berliner Tageblatt" meldet, bei einem Rennen gegen Monroe auf der Bahn in Atlanta /Amerika) so unglücklich, daß er außer Arm- und Nippcnbrüchen schwere innere Verletzungen erlitt. Walthour wurde bewußtlos von der Bahn getragen. Messerhelden. Als gestern der Droschkenkutscher Winller mit seinem Gefährt gegen 1'/-. Uhr morgens die Dorfstratze in Lichten« berg passierte und sein Pserd im Schritt gehen ließ, rief er in der Nähe der Frankfurter Chanssee mehrere auf dem Damm stehende Männer an, Platz zu machen. Es kain dabei zwischen den Leuten und Winkler zu einem Wortstreit, der schließlich in Thätlichkeiten ausartete. Ter Droschkenkutscher wurde vom Bock gerissen und. brach plötzlich mit dein Rufe:„Ich bin gestochen!" zusammen. Er hatte mit einem Dolchmesser eine schwere Stichwunde in den Unterleib er- halten und mußte in seinem eignen Wagen zunächst nach der Sanitätswache in der Warschauerswaße und dann nach dem Kranken- Haus Friedrichshain gebracht werden, wo er in fast hoffnungslosem Zustande daniederliegt. Als mnttnaßliche Thäter verhaftet wurden der Bierkutscher Völker und der Resiaurationspächter Bnder, beide in Lichtenberg wohnhaft. Feuerbericht. Die Brandchronik der letzten Sttmden ist eine ungewöhnlich reichhaltige, denn sie weist gegen 29 Alarmierungen auf. In der Nacht zum Sonnabend wurde die Wehr bald nach 19 Uhr nach der Simon Dachstraße gerufen, weil hier ein Bauzaun inf Flammen stand. Zur selben Zeit'war in der Torellstraße 6 ein Posten Stroh in Brand geraten, während in der Oranienstr. 14a Spähne, Hölzer jc. Feuer gefaugen hatten. Allerlei Verpackuugs- Material und alter HauSrat brannte später in der Steglitzersw. 36 in einem Keller. Ein zweiter Kellerbrand beschäftigte die Wehr in der AndreaSstraßc 56. Er war durch Kurzschluß in der elektrischen Leitung entstanden und hatte Bretter, Papier usw. ergriffen, doch konnte die Gefahr leicht beseitigt werden. Nach Mitternacht kam am Kurfürstendamm 7 in einer Badestube Feuer aus, das auch die Balkenlage beschädigte. In der Brückcn-Allee 20 mußte gegen Abend ein Schornstehibraitd beobachtet werden. Möbel. Decken, Kleidungsstücke:c. gingen gleichzeitig am Tempelhofer Ufer 23 in einer Wohnung in Flammen auf, die aber in kurzer Zeit erstickt werden konnten. Nach der Juselbrückc wurde der 29. Löschzug gerufen, weil dort der Bohlenbelag ans nicht ermittelte Weise in Brand geraten war. Vorher brannte in der Bartelstraße 3 unter großer Rauch- entwicklung ein größerer Posten Teer und in der Sophienstraße 24 Pappe» und Stroh. Alle übrigen Alarmierungen, die dann die Wehr in den letzten 24 Sttmden noch nach der Prinz Eugenstr. 11. Rostockerstr. 7, nach der Kleinen Alexanderstr. 31, Kaiserstr. 41 und noch nach verschiedenen andren Stellen führten, betrafen durchweg Brände, die teils vor Ankunft der Löschzüge bereits von Haus- bewohnern beseittgt waren, teils die Wehr nur ganz kurze Zeit in Anspruch nahmen._ Die Himmelserscheinimgcn im Juli. Nachdem die Sonne am 21. Juni ihren höchsten Stand. 61 Grad erreicht hatte, sinkt sie jetzt wieder herab, und die Tage beginnen wieder kürzer zu werden. Am 1. Juli geht sie schon 19 Minuten vor 4 Uhr des Morgens auf, erreicht eine'Mittagshöhe von noch über 69 Grad, und geht um 1/39 Uhr unter, so daß die Tagcsdauer fast 16�/. Stunden beträgt Am 31. Juli dagegen geht sie erst kurz vor Ve5 Uhr auf und schon 2 Minuten vor 8 Uhr unter, der Tag dauert nur noch Ib'/z Stunden; auch die Mittagshöhe der Sonne ist um mehr als 4 Grad gesunken, sie erreicht nicht mehr 56 Grad. Zu Beginn des Monats erglänzen um 19 Uhr abends am Ost- Himmel zwei helle Sterne erster Größe, die Wega ans dem Stern» bilde der Leier und der A t a i r vom Sternbild Adler. Die Wega steht sehr hoch am östlichen Himmel, gegen 11 Uhr ist sie zu Anfang des Monats fast in den Zenith gerückt, wo sie in der Mitte des Monats schon um 19 Uhr steht; der A t a i r steht südöstlich von ihr. am Ostrande der Milchstraße, die den Osthimmel in direkter Richtung von Süden nach Norden durchzieht. In ihrem nördlichen Teile stehen die fünf W-förmig angeordneten Sterne, die das Sternbild Cassiopeja bilden. Noch weiter nördlich steht sehr tief Capellci. Noin Polarstern aus gerechnet, steht der C a s s i o p e j a gegen- über, also am Wcsthinunel, der große Bär oder Wagen, dessen drei Deichsclstcrne fast genau nach Süden weisen, Ivo sehr tief der rötlich � snnlclnde Antares, der hellste Stern des Skorpions, steht. Nordwestlich davon, am Südwesthimmel, ist der gleichfalls rötliche Stern erster Größe aus dem Sternbilde Bootes, der A r k t n r zu beobachten, und tiefer im Südwesten der helle Stern Spica vom Stcrnbilde der Jungfrau. Von den gioßen Planeten ist zu Beginn des Monats keiner am Abend- und Nachthimmel zu sehen. Aber schon nach den ersten Tagen erscheint Jupiter in der tiefen Nacht am Nordosthimmek, wo er bis zum Aufgang der Sonne zu erblicken ist; in der zweiten Hälfte des Monats erscheint er schon bald nach 10 llhr abends und ist um Mitternacht bereits erheblich nach Osten gerückt. Der Mond nimmt gegenwärtig ab; sein letztes Viertel erreicht er am 3. Juli, Ncnmoiid tritt am 13. Juli ein.' Dann nimmt er zu und erlangt das erste Viertel am 19. Juli, ain 27. wird er wieder voll. Zu den dem Berliner Aquarium durch feine Station Novigno in der letzten Zeit wiederholt zugegangenen Sendungen mittel- meerischer Fische sind dieser Tage mehrere Transporte Schal- und Muscheltiere, Blumenpolypcn u. a. gekommen, so daß die für Wirbel- lose Secticrc eingerichteten Behälter mannigfaltig besetzt werden konnten. Unter den Ankömmlingen der ersten Gruppe befinden sich mehrere Arten, die auch wegen der Rolle, die sie im lvirtschaftlichen' Leben spielen, unser Interesse erregen. Als Seltenheit für das Aquarium ist die Adria-Austcr zu verzeichnen, die als Abart unsrer gewöhnlichen Auster betrachtet wird, von den istrischcn Küstenstrichen usw., die von den Fangfahrzcngcn der Station Novigno seit Jahren ständig besucht werden, jedoch nur ausnahmsweise gefunden wird. Sehr geschätzt sind die Austern von Venedig, also der andern Seite des Golfes. Ein beliebtes Nahrungsmittel in Südeuropa usw. sind die kleinen Herzmuschcln(Cardiinn), deren Vertreter gleichfalls mit eintrafen, ebenso wie die durch ein vorzüglich schmeckendes Fleisch ausgezeichneten Kammmuschcln, welche Galtung zwei große Eremplare lieferte und deren Schalen häufig infolge ihrer Größe als Teller benutzt werden, während die über fußlangen Steckmuscheln nicht nur gegessen werden, sondern auch die goldglänzenden Bhssusfädcn zur Herstellung von Handschuhen, Geldbeuteln usw. geben. Ter Berliner Zoologische Garten besitzt jetzt zum erstenmal einen ebenso seltenen als eigentümlichen Affen, den brasilianischen Wollaffen, der durch seine Gestalt, seine Behaarung und seine Färbung gleich auffallend ist. Ein dichter, wolliger, überaus gleich- mäßiger Pelz bekleidet Körper und Gliedmaßen, und die dunkelbraune Grundfarbe geht am Kopf in ein tiefes Schwarz über. In dem nackten schwarzen Gesicht Ivird der negcrartige Ausdruck durch das Ivellige Kopfhaar noch erhöht. Uebermütiger, als es sonst amerikani- sehe Affen zu rhun pflegen, klettert der brasilianische Woll- äffe niit Hilfe seines langen Greifschwanzcs umher und schaukelt sich in seinem geräumigen Käfigs des neuen Affenhauses, an dieser fünften Hand aufgehängt, an den Aesten.— Heute ist 25 Pf.-Sonntag im Zoologischen Garten. )Zus äen Z�ackbarorten. Ober-Schöucwride. Bei der heutigen Gcmcindevertreter-Ersatz- Wahl siegte unser Genosse E r n st 5k a u f h o I d mit 357 Stimmen. Die� Bürgerpartei brachte es auf 22 und die Katholiken auf 49 Stimmen. Die Stadtwerduiig von Steglitz abgelehnt. Die Gemeinde Steglitz hatte eine Denkschrift an die königl. Regierung gerichtet, in der um Verleihung der Stadtrechte und Ausscheiden aus dem Kreise Teltow gebeten wurde. Darauf ist vom Regierungspräsidenten in Potsdam eine ablehnende Antwort eingetrosten, die in der Gemeinde- Vertreter- Sitzung mitgeteilt wurde. Es heißt darin: Nach der Stellung der Staatsregierung, des Abgeordnetenhauses und Herren- Hauses könne an eine Stadtwcrdnug erst gedacht werden, wenn Steglitz bei, einer Volkszählung 25 000 Einwohner nachweise; bei der letzten Volkszählung ini Jahre 1900 sei diese Einwohnerziffer noch nicht erreicht gewesen. Wenn in der Denkschrift weiter be- hauptet werde, daß eine sachgemäße Verwaltung eines so großen Gemeindewesens nicht möglich sei, so könne diese Ansicht die königliche Regierung nicht teilen und lveise auf die An- stcllung besoldeter Schöffen hin. Der stellvertretende Gcmciudevor- stchcr Schöffe Mancke beantragte, die gewählte Komnnssion init der weiteren Verfolgung der Angelegenheit zu beauftragen. Gemeinde- verordneter Fischer betonte, daß man von einem solchen Bescheid ent- täuscht sei. Das dürfe die Gemeinde aber nicht abhalten, mit allen Kräften für die Erlangung der Stadtrcchte einzutreten, denn nur als Stadt könne Steglitz eine gedeihliche Fortentwicklung haben. Die Versammlung beschloß einstimmig in diesem Sinne.— Leider dürfte vorläufig bei unsrer städteseindlichen Junkerregierung nicht viel aus- zurichten sein. Leerstehende Wohnungen in Charlottenburg. Seit dem Jahre 1898 haben in Charlottenburg jährlich etwa zwei Aufnahmen von lccrstehcn- den Wohnungen stattgefunden; diese Erhebungen sind in der Regel so gelegt, daß sie nach Ablauf eines allgemeinen Umzugstermins stattfanden, also zeigten, wie groß der bei der allgemeinen Ver- mietung noch übrig bleibende Wohnungsvorrat war, sie haben dem- gemäß im Januar. Mai und November stattgefunden. Die Er- Hebungen der leerstehenden Wohnungen im Januar gestatten einen Vergleich mit den regelmäßig um dieselbe Zeit stattfindenden Er- Hebungen in Berlin, auch läßt sich bei ihnen ein Vergleich der leer- stehenden Wohnungen mit der durch Fortschreibung ermiltelten Gesamtzahl der Wohnungen überhaupt anstellen. Die Zahl der Wohnungen ohne Gewerberäumc bclicf sich in Charlotteubnrg am Ansang des Jahres 1901 auf 39 800 und ist bis zum 1. Januar 1904 auf 40 182, also um 16 Proz. gewachsen. Die Zahl der leerstehenden Wohnungen ohne Gewerberäumc. war im«Januar 1901 gleich 590, in den darauf folgenden Jahren 653. 870 und 1240 oder in Prozenten der Gesamtzahl der Wohnungen ausgedrückt 1,50, 1,53, 2,00 und 2,69 Proz. Die Zahl der l e e r st e h c n d e n e i n z i m m e r i g e n Wohnungen ist noch immer sehr gering. Die 000 in den letzten Jahren durch Neubauten hinzugekommenen kleinen Wohnungen von einem heizbaren Zinnner und Küche haben nur sehr wenig den Prozentsatz der leerstehenden Wohnungen dieser Art heben können, nämlich nur von 0,08 auf 0,34 Proz. Anders verhält es sich bei den Wohnungen mit zwei heizbaren Zimmern und Küche. Der sehr geringe Prozentsatz leerstehender Wohnungen 0.22 im Jahre 1901 ist durch 1975 in Neubauten geschaffenen Wohnungen auf de» nahezu normalen Prozentsatz von 2,05 erhoben. Bei Wohnungen von drest und vier heizbaren Zimmern ist der Prozentsatz durch 2629 nsn hinzugekommene von 1.70 bis 3,77 Proz. gestiegen. so daß von diesen Wohnungen ein genügendes Angebot vorhanden ist. Bei den größeren Wohnungen von fünf bis acht Zimmern ist der Prozentsatz in diesen Saferen ziemlich gleich geblieben, eS sind also ungefähr ebensoviele SLohim�r durch Neubauten ent- standen, als verlangt wurden: 1057 Wohnungen von 5 bis 8 Zimmern sind in den drei Jahren hinzugekommen, und 1005 wurden verlangt. Von noch größeren Wohnungen sind 92 neu entstanden und wurden 37 verlangt. Es ist somit bei den großen Wohnungen der bedeutende Vorrat von leerstehenden Wohnungen(ca. 6 Proz.) während der Jahre 1901 bis 1904 geblieben. � Ans die Schaffung von ein- und zweizimincrigen Wohnungen muß nach wie vor besonderer Wert gelegt werden. Von erstcrcn ist noch immer nur ein äußerst geringer Borrat vorhanden; von zweizimmerigen Wohnungen stehen allerdings augenblicklich 2 Proz. leer; es läßt sich aber übersehen, daß dem eigentlichen Bcdürfiris nach solchen Wohnungen dadurch noch lange nicht genügt werden kann. Bei dem laugjährigen Mangel an kleinen Wohnungen waren viele Familien in die Notwendigkeit versetzt, größere Wohnungen zu nehmen und den Mehrbetrag der Miete durch Abvermieten eines oder mehrerer Zimmer aufzubringen. Wenn wieder eine genügende Zahl von kleinen Wohnungen zu Gebote steht, wird gewiß manche Familie gern aufden Notbehelf des Weiterbermietens vernichten und eine ihren eignen Verhältnissen entsprechende Wohnung beziehen. In Berlin sind die Verhältnisse nach der letzten Erhebung im Januar 1904 ähnliche. Es standen dort von einzimmerigen Wohnungen etwa 0,57 Proz., von zweiziunncrigen 1,23 Proz., von Wohnungen mit drei bis vier Zimmern 2,44 Proz. und von größeren Wohnungen 4,08 Proz. leer. Was die M i e t s p r e i s e betrifft, so ist der durckischnittliche jähr- liche Mietswert aller leerstehenden Wohnungen vom Januar 1901 bis Januar 1904 von 2009 M. ans 1338 M. hcrnbgegangen, es hat dies aber keine Bcdentnug für die Preise der einzelnen Wöhnungsarten, sondern zeigt nur an, daß im Jahre 1901 der Anteil der kleinen Wohnungen sehr viel geringer war als jetzt. Im Januar 1901 be- trug nämlich der Anteil der leerstehenden Wohnungen von 1 bis 4 Zimmern nur 34,7 Proz. aller leerstehenden, im Jahre 1904 da- gegen 04 Proz. Vergleicht man die Preise der kleinen Wohnungen und faßt hierbei die 9 seit dem Januar 1901 stnttgefundencn Auf- nahmen in 3 Gruppen zusammen, so erkennt man, daß die Wohnungen mir eine in heizbaren wie auch die mit 2 heizbaren Zimmern ihren hohen MictSwcrt behalten haben. Die leerstehenden einzimmerigen Wohnungen hatten im Jahre 1902 durchschnittlich einen MictS- preis von 201 M., iin Jahre 1903 einen solchen von 200 M.— während der 3 Erhebungen des Jahres 1901 standen nur 3, 0 und 0 Wohnungen dieser Art leer, so daß ein vergleichender Durchschnitt für dieses Jahr sich nicht angeben läßt. In den Jahren 1893, 1899 betrugen die Mietswerte von leerstehenden einzimmerigen Wohnungen nur etwa 180 M. Die Wohnungen von zwei Zimmern ergaben in den Jahren 1901, 1902 und 1903 als durch- schnittlichen Mictswert der Reihe nach 421, 438 und 424 M., also ebenfalls keinen Niedergang. Auch hier war der MietSpreiS in den früheren Jahren 1398 und 1899 bedeutend geringer, nämlich im Durchschnitt 350 M. Dagegen zeigen die Durchschnittspreise der Wohnungen von 3 und 4 Zimmern eine kleine Besserung in dieser Hinsicht; die d r c i z i m m e r i g e n Wohnungen hatten im Jahre 1901 durchschnittlich einen jährlichen Mietsprcis von 803 M., im Jahre 1902 von 722 M. und im Jahre 1903 von 079 M.; die Wohnungen mit 4 Zimmern 1901 einen Mietswert von 1121 M., 1902 von 1009 M. und 1903 von 1000 M. Die größeren Wohnungen haben ihre Preise ziemlich unverändert beibehalten. Lichtenberg. Die G e m e i n d e- V e r t r e t u n g mußte sich in ihrer letzten Sitzung wieder ansschließlich mit den geschäftlichen Unternehmen der kleinen privilegierten Clique der Grunobesitzer und deren Interessen beschäftigen. Zunächst wurde auf grnnd einer end- gültigen Gerichtsentscheidung dem Anspruch eines Grundbesitzers zu- gestimmt, der 838 M. nebst 4 Proz. Zinsen für die Bürgersteigrcguliernng zurückverlangt. Das ist der Anfang„der Bcthätignng der Gemeininter- essendes Grundbesitzes". Gen. Grauer interpellierte beidieser Gelegenheit den Gemeindevorsteher über die in der Ortszeitung und in andren Blättern gebrachte Notiz, nach der Gcmeindeschöffe Äielblock und Gemeindevertrcter Glaschke und Genossen gegen die RechtSgültigkeit des jetzigen Ortsstatuts Sturm laufen, das die Heranziehung der Anlieger mit 75 Proz. der entstandenen Kosten vorsieht, während 25 Proz, aus dem allgemeinen Steuersäckel den Anliegern geschenkt werden. Der Gemeindevorsteher bestätigte, daß neben andern auch die beiden genannten Herren Einspruch und Klage erhoben haben. Die Art, wie die beiden in die Debatte eingriffen, zeigte recht deutlich, wie rcckit Herr Plonz mit seinem früher gethaneu Ausspruch hat, daß die Besitzenden die Gebildeten seien. Nicht der Gemeinde- schöffe oder der Gemcindevertreter, sondern— der Eigentümer wahre seine„Privatrechte der Gemeinde gegenüber" und damit basta! Das ist auch eine Zweiseclentheoric. Der Konkursverwalter der Kohnschcn Konkursmasse, die Süd- deutsche Jmmobilienbank und eine dritte Gesellschaft suchten Pflaster- konsensc nach für anzulegende Straßen auf dem Gelände vor der Ringbahn. Ilnsre Genossen erklärten ihr Einver- ständnis mit den Vorlagen, erbaten sich aber Auskunft über die zukünftigen Schnwcrhältnisse. Ans dem Terrain würden nach der vollständigen Bebauung etwa 50000 Einwohner wohnen, für diese wäre ein einziges Schulhans vorhanden, und da die Speku- lauten heute den Preis schon auf mehr als 1000 M. getrieben haben, würde die Gemeinde etwa 350 000 M. nur für einen Platz von zwei Morgen aufzubringen haben, vorausgesetzt, daß der Grundstückswucher bereits seinen Höhepunkt erreicht hätte. Die Vorlagen wurden wegen der notwendigen Verhandlungen mit den Gesellschaften über die Beihilfe zu den Schuflasten an die Bau- kommission verwiesen. Die Schaffung von sechs neuen Lchrerstellen(zwei Lehrer, vier Lehrerinnen) gab dem Redner der Biirgerjichen, Herrn Plonz, Gc- legcnheit, sein altes Klagelied über die unerschwinglichen Schullasten wieder anzustimmen. Neu war nur eine Mitteilung, wonach ihm der frühere Schul- inspektor Pfarrer Kuntze erklärt haben soll, sein, des Schulinspektors, Amtsnachfolger sei zu beneiden, denn der Einfluß der S o c i a l d e m o k r a t e n in der Gemeindevertretung mache es dem Schnlinspektor möglich, erfolgreich für die Schule einzutreten. Zu seiner Zeit, als von solchem Einfluß der Sozi noch nicht die Rede gewesen, hätte nicht so viel erreicht werden können. Die Thatsache. daß derselbe Herr Plonz nebenbei über die zu geringe Stundenzahl der Lehrer und deren Begehrlichkeit redete, wird die Lehrer gewiß nicht abhalten, gelegentlich„Hoch Plonz" zu rufen. Unsre Genössen Wehl und Graner, die mit Nachdruck für die Vorlage, die mit knapper Majorität Annahme fand, eintraten, polemisierten recht glücklich gegen den Vertreter des Liberalismus. Agitationsstoff gab die Sitzung recht reichlich. Ans Schöncberg. In welchem Umfange der Wert der bebauten und unbebauten Grundstücke in Schöneberg in den letzten 10 Jahren zugenommen' hat, zeigen die Berechnungen, die der Magistrat hin- sichtlich der 0,2 v. H. betragenden Gemeindc-Grundsteuer zu Grunde gelegt hat. Dieser Wert stellte sich: 1895 auf 220 200 000 M., 1890 auf 271 471 500 M.. 1897 auf 287 935 500 M.. 1898 auf 308850000 M.. 1899 auf 347 500000 M.. 190 auf 370 000 000 M- 1901 auf 428 700 000 M.. 1902 auf 486 000 000 M.. 1903 auf 520 950 000 Mc, für 1904 beziffert er sich auf 542 500 000 Ml, also heute auf weit über eine halbe Millarde. Während der letzten zehn Jahre ist also der Jmmobilienwert demnach um 140 v. H. ge- stiegen, d. h. er hat sich mehr als verdoppelt. Nach zwei Jahren dürfte sich bereits eine Verdreifachung des Wertes zest�H. Wohl an wenigen Orten dürfte die Grundstück-Spekulation in derselben Weise gehaust haben, wie in Schöncberg. Nach dem„Statistischen Monatshefte" für Mai betrug die(? i n- wohn erzähl Schönebergs am Schlüsse deö genannten Monats 125 035 gegen 124 748 zu Beginn desselben. Seit Anfang des Jahres hat die Bevölkerung um 2986 Personen zugenommen. nk»w. Dienstag, nachmittags 5 Uhr, ist eine öffentliche Ge�festidevcrtretersitzung im Rathause. Der Beschluß über die Pfla Inning der Wollanlstraße steht auf der Tagesordnung. Vermischtes. Unwetter in Thüringen. Aus verschiedenen Teilen Thüringens gehen Nachrichten ein über schwere Gewitter, verbunden mit wolkcnbruchartigem Regen und H a g e l s ch l a g. Der Blitz hat an verschiedenen Stellen eingeschlagen und gezündet. Kongreß für Knabcnhnndarbeit. Ans W o r in 5 wird berichtet: Heute wurde hier bei außerordentlicher Beteiligmig ans allen Gegenden Deutschlands der 16. Deutsche Kongreß für erziehliche Knabenhandarbeit durch den Abgeordneten v. Schenckendorff eröffnet. Seminardirektor Dr. Pabst-Lcipzig begründete, unter aller Anerkennung und Würdigung der Vorzüge der deutschen Volks- schule, ans den Forderungen der pädagogischen Wissenschaft, ans dem Vergleich mit einer Reihe außcrdentscher Knltnrstaaten und aus dem rühmlichen Vorgehen einzelner deutscher Gegenden unter lebhaftem Beifall die Notwendigkeit einer allgemeinen Refornr der deutschen Volksschule, bei welcher zugleich die größere Anschaulichkeit des Unterrichts und die Bcthätigung de? Kindes durch erziehliche Handarbeit zu berücksichtigen seien. Der Vorsitzende stimmte diesem Urteil bei, bedauerte bei dem heute leb» hast bestehenden Wettstreit der Völker die bei uns noch vielfach vor» handene Indolenz weiter Kreise und gab der Hoffnung auf baldige Aufnahme einer allgemeinen Aktion hierfür Ausdruck. Es folgte in zehn Klassen die lebhaft interessierende Vorführung des Hand- fertigkeitsnnterrichts durch arbeitende Kinder nach der in Worms durch Kreisschnlinspektor Schcrer eingeführten Methode. Nach- mittags sprachen die Hauptlehrer Enderlin und Mayer-Mannheinr über die Schülerwerkstätte und die Hilfsschule und Lehrer Spon- heimer-Lndwigshasen über den Knabenhort. Eine die sämtlichen Vorträge erläuternde und zahlreich besuchte Ausstellung ist mit dem Kongreß verbunden. Ein Mann in Fraiieukleidcrn ist von der Polizei in Apolda verhaftet worden. Im Verhör nannte er sich, so wird uns aus Jena berichtet, schließlich Julius Fischer und will aus Großenhain gebürtig sein. Als„Amalie" Fischer trägt er seit zwei Jahren den langen Rock und bekleidete zuletzt die Stelle einer Kindergärtnerin. Er fürte eine Handtasche mit sich, in der sich Rasiermesser und Streichriemen, Nadel und Zwirn sowie die notwendigsten weiblichen Toilettengegenstände befanden. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich Sonnabcndvormittag in einem Hanse an der Bahnhosstraße in Köln. Zwei Dachdecker stürzten in die Tiefe und erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Erschossen wurde in der Nacht zum Sonnabend ein junger Mann, der einen Einbruch in der Fabrik von Anton Jegger in Zweibrücken verüben wollte. Unsre Hansfrauen dürfen heute ein hundertjähriges Jubiläum festlich begehen, das einem der wichtigsten Fortschritte auf dem Gebiete der Nahrungsmittel- Hygiene gilt: es ist die S ä k u l a r f e i e r der Konservenbüchse, an welche, gerade zur rechten Zeit, Dr. K r e u ck n e r im Organ des Bundes der Industriellen erinnert. Ein einfacher Koch, Franeois Ap p ert, trat vor hundert Jahren an das französische Kriegsministerium heran und offerierte diesem ein von ihm erfundenes Konservierungs- Verfahren für Nahrungsmittel aller Art. Probeweise wurden denn auch einige Kriegsschiffe mit Appert'schen Konserven ausgerüstet und bald konnte der Gesnndheitsrat berichten, daß die Fleisch-Konserven nach dreimonattger Lagerung gnt und genießbar geblieben wären und auch Gemüse aller Art den ganzen Wohlgeschmack frischer Waren behalten hätten. Zufällig war eine Kiste Appertscher Konserven im Kielraum des Linienschiffes„Majestueux" vergessen und erst nach etwa Fünfviertel-Jahren wiedergefunden worden. Ihr Inhalt hatte sich zu allgemeinem Erstaunen vorzüglich gehalten. Es erschien dann ei» jetzt ziemlich vergriffenes Büchlein von Appert:„C'srk de conserver toutes les substances anirnales et vegötales", welches fünf Auflagen erlebte und auch ins Deutsche übersetzt wurde. Die französische Regierung belohnte den Erfinder, der als wohlsituierter Gutsbesitzer in Massy starb, mit einer Prämie von 12 000 Fr. Da man vor hundert Jahren noch keine Ahnung von der Existenz und Wirkung des mikroskopischen Bakteriengesindels hatte, so verdient umsomehr das Vorgehen AppertS Anerkennung, der in seinem Buche die notwendigen Operationen bei Konservierung von Nahrungsmitteln mit einer so scharfen Logik trennt, als ob er eine Vorahnung der Bakterienwelt besessen hätte, die, wie der Darmstädter Fall beweist, bei mangelnder Vor- ficht, die konservierten Speisen ans das Gefährlichste ver- giften kann. Appert bediente sich gläserner oder irdener Gefäße, in welchen er die Speisen sorgfältig sterilisierte. Nach ihm wurden die Konscrvicrungsmethoden ja gewaltig erweitert, und so wuchs eine große Industrie heran: man verschloß die Ein- machegläser mit federnden Porzellandeckeln und legte einen Gummi» ring zwischen GlaS und Deckel jPatentverschlnß), später folgten die sogenannten Vacunmapparatc, wie sie z. B. bei den Liebigschen Präparaten verwendet werden, und am meisten Verbreitung fanden die metallene n Konservenbüchsen, die meist auf elektrischem Wege verlötet werden. Auch die Fabrikation der Konserven- büchsen. bei deren Herstellung natürlich gesundheitsschädliche Metalle (Blei, Kupfer rc.) verboten sind, ist zu einem großen Industriezweige geworden. Wenn die Hausfrau heute der Konservenbüchse Fleisch, Gemüse oder Kompott entnimmt, ans das wir sonst verzichten mußten. so wird sie gern des ingeniösen Kochs gedenken, dem die Welt eine so wichtige Erfindung verdankt. Hilfökasse der Skraveure, Ciselenre und verwandten Berufsgenossen Berlins tagt jeden 1. Montag im Monat im Restaurant Eltze, Luisen-User 1» abends 8—10 Uhr. Arbeiter-Bildungsschnle Berlin. Sonntag, den 10. d.M.: Nach- mitlags-Ausjlug nach FriedrichSsclde. Näheres solgt in den nächsten Tagen.__ Eingegangene Dnrckrdmften. „Das Gewerbegericht", Monatsschrift deS Verbandes Deutlcher Ge» wcrbcgerichte. Herausgeber: Dr. Jastrow(Prioatdocent, Stadtrat), Charlotten- burg-Berlin, Dr. Flcsch(Stadlrat), Frankfurt a. M.(Verlag von Georg Reimer in Berlin). Die Zeitschrift enthält in Nr. 10 deS 9. Jahrganges außer der Rechtsprechung in deutschen Gewerbe- und Berusrmgsgerichtcn (Landgericht Köln, Witten, Stuttgart, Nixdors), Reichsgericht(0. Civilsenat), andern deutschen Gerichten(Landgericht Lübeck) u. a.: Mitteilungen über Kausmannsgerichtc.— Bekanntmachung betr. den Anschluß der Kaufmanns» gcrichtc an den Verband deutscher Gcwerbcgcrichtc.— Rurzgcsaßtes Muster» slatut sür KausmannSgerichte. Bon Dr. Baum, Rechtsanwalt am Kammer- gcricht.— Wortlaut des Gesekes betr. KausmannSgerichte.— Abweichende Bestimmungen über das Verfahren vor den Kausmannsgerichtcn.— Ver» snssmig und Verjähren: Gebundene Listen. Von Mag.-Ass. Dr. Luppe.— DiSciplinarvcrfahreu gegen Beisitzer wegen Ratscrteilung in Gewerbegcrichts» Angelegenheiten.—-Antrag aus Verhältniswahl beim Gewerbegericht M.-Gladbach.— Einigungsämter: Das Gcwcrbegcricht Hamburg als EüügungSamt.— Das Gcwcrbegcricht München als EinigungSamt Im April und Mai 1904,— Recht des Arbeitsvertrages: Der Arbeitsvertrag in den socialdemokratischen Druckereien. .Der Zirbeitömarkt", Halbmonatsschrift der Centralstelle sür Arbeit«» marlt-Bcrichtc(Herausgeber Dr. I. Jastrow, Berlin, Verlag von G. Reimer). Die als Organ des„Verbandes deutscher Arbeitsnachweise" erscheinende Zeitschrist k�Thätt in Nr. 19 des 7. Jahrganges unter andcrm: DaS sranzösischc StellenvcrmittclungS- Gesetz. Von EharleS Picquenard.— All- gemeines: Internationaler ArbeitSmarlt.— Kristt aus dem ArbcitSmarkt. Verhandlungen des Vereins sür Socialpolitil.— Hauptstelle deutscher Arbeitgeber- Verbände.— Atlas der Arbeitcrversichcrung.— SituationS- berichte aus einzelnen Gewerben: Bergbau(Sttlllegungcn im Ruhrgebict); Maschincngewcrbe(Gepräge der GeschästSInge).— Statistisches Monats« Material: Internationale Streikstatistik.— Börsenkurse.— HauShaltungs- kosten. Konsum: Lebensmittelpreise im Juni.— Verwaltung der Arbeits- nachweise: Wander- Arbeitsstätten und Arbeitsnachweis.— Kommunale Arbeitsnachweise in Preußen.— Arbeitsnachweise in den Vororten Berlin». — Neue Bcstinnnmigen für Gcsindevcrmieter in Berlin.— Austausch von Valanzenlisteii zwischen württcmbcrgischen und badischcn ArbeitSänNcrn.— Arbeitsnachweis und NawralverpslcgungSstationcn in Zürich.— Arbeitt- losen-Fürjorge: Stadtkölnischc VersichcrungSkasse gegen Arbeitslosigkeit im Winter.— Mitteilungen nuS deutschen ArbeitsnachweiS-Verbänden: Verband badischer Arbeitsnachweise. IX. Jahresversammlung.— 1. Versammlung elsaß-Iothringischer Arbeitsnachweise. August Müller. Arbeitersekretariate und Arbeitcrversichcrung in Deutschland. 184 weiten. 3 M. Verlag Gustav Birk u. Co. München. Raphael Löwenfeld. Die VollSimterhaUung. VI. Jahrgang Nr. S. Jährlich!2 Hcste. Preis sür den Jahrgang 3 M. Verlag Herm. Walter, G. in. b. H. Berlin, Kommandantcpstr. 14. Dreizehnter Vcrwaltnugsbericht des Vereins sür Volksunter- Haltungen zu Berlin(t. April 1903 bis 31. März 1904). 19 Seiten. Druck H. S. Hermann, Beuthstr. 8. Gustav Schmollcr. Grundriß der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre. Zweiter Teil. Preis 10 M. Leipzig 1904. Verlag Dunckcr u. Humblott. Foerstcr. Prioatdocent an der Universität Zürich, Ingen dlehre. Für Eltern, Lehrer und Geistliche. Preis drosch. 5 W., gebunden 6 M.— Focrster, LebenSlunde. Für Knaben und Mädchen. Preis gebunden 3 M. Berlin l90t. Verlag Georg Reimer, Lützowstr. 107/8.� Karl Federn. Fraucurccht»nd Logik. Preis 20 Ps. Schyiargendors- Berliu 1901, Verlag„Reiiaiisauce"(Otto Lchuiaun). Ei» Kampf um die Ehre. Selbstverlag der Firma C. Lück, Oftscc- bad Kolberg. SPITTELMARKT 16/17 Ecke Leipziger Strasse BELLE ALLIANCE-STRASSE 1/2 Am BlUcherplatz GROSSE FRANKFURTER STRASSE 113 Ecke Andreas-Strassa und Spezial-Verkauf anderer sehr preiswerter Artikel hat bereits begonnen und endet Sonnabend den 9. Juli soweit der» Vor»r»�t r»eichit. Kmzwmn Nähnadeln Bnef 25 swck 1 Electra-Nähnadeln Brief s?f. Stecknadeln Briefe». 200 staok 4?f. Sicherheitsnadeln 3 Duzend 7?r. StOPÖiadeln sort. Briet 25 Stück 6 Pf. Hutnadeln mit echwarz.Kopt 2 St. Ipf. Hutnadeln mit weissem Loxf St. 3 Pf- Haarnadeln lackiert 20 pack I0?f Lockenhaarnadeln 23 pack lOpf. Haarnadeln IOpo Metall-Rockaufhänger 10 st. gpf. Jtorzwarett Metall-Stieielknöpierastoek ipt Schnhknöpie schwarz 12 vtz. 10 pf. Hosenknöpie schwarz 12 vtz. lO f MetaH-Hosenknöpie>2 vtz. 80 t Lech. 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Gestern tagte im Westminster Palace Hotel, London, eine inter- nationale Konferenz, um gegen die Zustände in Maeedonien und Armenien zu protestieren. Die Teilnehmer der Konferenz waren englische, französische und italienische Parlamentarier und Publizisten. Von den Engländern sind zu nennen: James Bryce, Shaw Lefevre, Professor Rendel Harris und die freisinnigen Bischöfe von Hereford und Rochester; von den Franzosen: die Genossen Pressense und Jean Longuet sowie Senator Delpech; von den Italienern: Pietro Mazzini. Die Lage in Maeedonien ist trotz der russtsch-österreichischen Abmachungen ganz unbefriedigend. Trotz aller Drohungen der Lamsdorff und Goluchowsli sind die von ihnen vertretenen re- aktionären Regierungen nicht in ernster Weise bemüht, auch nur das Minimum von Reformen zu verwirklichen. Die von den europäischen Mächten nach Maeedonien gesandten Gendarmerie-Offiziere sind ohne Autorität; sie werden von der türkischen Regierung nur als fremde Jnstruktoren in türkischen Diensten betrachtet. In den armenischen Distrikten ist die Lage noch ernster. Jeder Versuch der armenischen Insurgenten, ihre Stammesgenossen für den Befreiungskampf zu gewinnen, wird von den Türken mit Massakres ganzer armenischer Dörfer beantwortet. Die Kurden werden nicht direkt gegen die Insurgenten losgelassen, sondern gegen die friedliche Bevölkerung, die mit ihrem Gut und Blut für eine von ihr ganz unverschuldeten Agitation büßen muß. Die Zahl der in den letzten Monaten in Müsch und Orfa abgeschlachteten und ver- brannten Armenier ist zwar nicht so bedeutend, wie die in den Massakres von Sassun in den Jahren 1894— 1896, immerhin beläuft sie sich auf einige Tausende. In Deutschland wird diesen Ereignissen wenig Aufmerksamkeit zugewendet. Dazu sind Rußland, Deutschland und Oesterreich— trotz der scheinbaren Harmonie in der orientalischen Frage— voll von gegeneinander gerichteten Jntriguen und viel zu viel an der Aufteilung der Türkei interessiert, um den Macedoniern und Armeniern wirklich helfen zu wollen. Aber in Westeuropa sind die Sympathien mit den unter dem türkischen Joche leidenden Christen vielfach sehr lebhaft, obwohl auch hier die Regierungen nicht geneigt sind, über drohende Noten und Cirkulare hinauszugehen. Um die westeuropäischen Regierungen zu ernsten Maßnahmen zu zwingen, bedarf es einer weitgehenden Agitation. Die Einleitung zu dieser Agitation war der Zweck der gestern stattgefundenen inter- nationalen Konferenz, die folgenden Verlauf nahm: Der englische Parlamentsabgeordnete Stevenson hielt die Einleitungsrede, in der er unter anderm sagte:„Wir wünschen die Verbesserung der Lage der unterdrückten Völkerschaften im türkischen Reiche, ohne Unterschied der Rasse und Religion, und zwar durch wirkungsvolle Berwaltungs- reformen, in Uebereinstimmung mit dem Versprechen der türkischen Regierung und mit den internationalen Verpflichtungen, besonders mit den Artikeln 23 und 61 des Berliner Vertrages. Die Bedeutung dieser Konferenz ist in diesem kritischen Moment sehr groß; es ist anzunehmen, daß die vereinigten Erklärungen und Anstrengungen der Vertreter der drei Nationen einen erheblichen Einfluß auf die Handlungen ihrer Regierungen ausüben werden. Indem wir an- erkennen, daß die unterdrückten Völkerschaften im türkischen Reiche sich durch Rasse, Religion sowie durch politische und sociale Ideale voneinander unterscheiden, richtet die Konferenz an sie den ernsten Appell, vorläufig ihr Streben möglichst auf solche Reformen zu konzentrieren, die die allgemeinen Interessen fördern könnten. Wir haben ein Recht, von den unterdrückten Völkerschaften in der Türkei zu verlangen, daß sie mit uns harmonisch zusammenwirken in der Auf- gäbe, die oben genannten Reformen zu erlangen." Der greise schottische Gelehrte und Parlamentsabgeordnete Brhce erklärte:„Im ganzen türkischen Reiche, von einem Ende zum andern, sind Erpressung, Raub und Mord vorherrschend; es giebt dort keine Sicherheit für Leben und Eigentum und Familie. Manche sagen, die unterdrückten Völkerschaften wären schuld daran, daß solche Zu- stände andauern. Ich will nicht leugnen, daß die Differenzen zwischen den Völkerfchaften ungünstig wirken. Ich leugne auch nicht, daß die Christen und Muselmänner gegeneinander verhetzt sind— verhetzt durch die machiavellische Politik des Sultans. Aber im ganzen großen sind die europäischen Mächte an diesen Zuständen schuld. Schlechte Regierungen sterben an ihrer Schlechtigkeit, wenn sie nicht von außer- halb unterstützt werden. Innere Insurrektion oder äußerer Krieg vernichten in der Regel eine schlechte Regierung, die sich nicht re- formieren wollte. In unserm Falle dagegen wurden innere In- surrettionen und das Wachsen benachbarter civilisierter Staaten, die die türkische Regierung hätten hinwegfegen können, durch die Inter- vention der Großmächte Europas verhindert. Diese haben es sich zur Aufgabe gemacht, die türkische Regierung nicht sterben zu lassen und sind deshalb für die Leiden der unterdrückten Nationalitäten verantwortlich.... Die Regierung des Sultans ist unverbesserlich. Nur zwei Maßnahmen sind möglich: entweder die Beseitigung der despotischen Regierung des Sultans, oder die leidenden Provinzen dem Machtbereiche des Sultans zu entziehen. Die europäischen Mächte wissen dies ebenso gut wie wir. Aber sie sagen, eine beschleunigte Aktion würde zu einem europäischen Kriege führen. Darauf möchte ich antworten, daß ihr Zaudern diese Aussicht nicht beseitigen kann. Dann sagen sie, sie hätten die Völker nicht hinter sich. ES ist deshalb unsre Aufgabe, die Völker, die wir hier vertreten, zum Bewußtsein ihrer Verantwortlichkeiten zu bringen. Ich glaube, die Völker sind mit uns Auch die Sympathien des deutschen Volkes sind auf unfrei Seite— trotz der Haltung der deutschen Regierung. Wir find hier versammelt, nicht um die Inter- essen einer besonderen Rasse oder Religion zu vertreten. Die Re- formen, die wir verlangen, find sowohl im Interesse der Musel- männer wie der Christen." Für Frankreich sprach der Deputierte Genosse de Pressense, der erklärte:„So oft die Mächte gegen gewisse Missethaten der türkischen Regierung protestieren, sagt man ihnen in Konstantinopel, die türkischen Gesetze seien ausgezeichnet. Das ist wohl zum Teil wahr. Unglücklicherweise werden sie nie in Kraft gesetzt. Durch eine ganze Reche von internationalen Verträgen, besonders durch den 23. und 61 Artikel des Berliner Vertrages haben die Mächte versucht, die Türkei zur Ausführung ihrer Gesetze zu veranlassen. Zur Zeit der armenischen Massakres in den Jahren 1894—1896 befand sich Europa in einem Zustande des moralischen Bankrotts. Die Winkel- züge und Ausreden der türkischen Regierung wurden acceptiert und nichts geschah, um den Unterdrückten zu helfen---- Was Maeedonien betrifft, so betrachte ich es als einen Fehler, daß Europa sich auf Rußland und Oesterreich verlätzt.... Ich beantrage daher die An- nähme einer Resolution, die unser Bedauern darüber ausspricht, daß die türkische Regierung den Verpflichtungen, die ihr die Artikel 23 und 63 des Berliner Vertrages auferlegten, nicht nachgekommen ist. und empfehlen daher den Kabinetten in Paris, Rom und London. wirkungsvolle Maßregeln zu ergreifen, um eine gerechte und humane Regierungsweise in allen Provinzen des türkischen Reiche? zu er- möglichen." Diese Resolution wurde unter anderm von Bischof von Hereford, Pietro Mazzini, Lord Äanmore unterstützt und von der Konferenz angenommen. Der Bischof von Hereford legte noch folgende Resolution bor: „Die Konferenz erkennt, daß alle diplomatischen Warnungs- noten an den Sultan nutzlos sind. Wir laden daher alle freien Völker ein, ohne Unterschied der Rasse und Religion, mit uns auf konstitutionellem Wege zusammenzuarbeiten, um die Opfer der türkischen Mißwirtschaft zu retten." Der Redner erklärte, daß er auch auf amerikanische Mitarbeit hoffen darf. Man müsse immer im Auge behalten, daß Ver- Verantwortlichkeit für die türkische Mißwirtschaft auf einem Manne (dem Sultan) ruhe, dem man die Möglichkeit zur Unterdrückung nehmen müsse.—_ Hus Induftrlc und Handel. Das Kali-Syndikat ist doch nicht gescheitert, das ist das Ergebnis von Verhandlungen, die nach den ersten ergebnislosen nochmals auf- genommen worden waren, und dann in später Nachtstunde erst ihr Ende erreichten, so daß ihr Inhalt einem großen Teil der Presse nicht mehr rechtzeitig zugehen konnte. Dies für die Kalimagnaten so günstige Resultat ist in letzter Stunde nur dadurch erreicht worden. daß man den Forderungen von Hedwigsburg und Hohenfels auf Erhöhung ihrer Quote im wesentlichen nachgab. Die B e- teiligung der einzelnen Werke in Tausendsteln der ge- samten Quote ist nach der„Voss Ztg." folgende, wobei erst das Be- teiligungsverhältnis vom 1. Januar 1905 und in Klammer das vom 1. Januar 1909 angegeben wird: Preußischer Bergfiskus 80,34 (74.59). Leopoldshall 59,91(55,38), Westeregeln 52,28(48,61), Neustaßfurt 52.28(48,61), Aschersleben 52,28(48.61), Ludwig II. 32,65(31,58), Hercynia 52.23(43,61), Solvay 53,26(49,82). Thiede 21,12(23.34), Wilhelmshall 44,64(44,64), Glückauf 35,32 (33.75), Hedwigsburg 35,50(35.50). Burbach 34,59(34,97) Carls- fund 29,49(30,36), Beienrode 27.77(29,27), Asse 27,73(29,27), Salzdetfurth 32,59(35,52), Hohenzollern 23.41(29,62), Jessenitz 27,77(29,27), Justus I. 28.41(29,62), Kaiseroda 28,41(29,62), Einigkeit 26.18(27,72), Hohenfels 31.64(35,16), Mansfeld 23,90 (26,43), Alexandershall 27.77(29,27), Wintershall 27,77(29,27) und Johannashall 25,21(26,09). Üeber die Organisationsform herrschte von vornherein keine große Meinungsverschiedenheit. Man acceptierte den lange vor- bereiteten Entwurf, der dem Syndikat die rechtliche Form einer Gesellschaft mit beschränfter Haftpflicht giebt. In dieser Form ist das Syndikat auf 5 Jahre verlängert worden. Trotz der endlichen Einigung in der andern Frage, konnte über den Fünf- Millionenfonds, welcher zur Niederhaltung der Konkurrenz dienen sollte, eine Verständigung nicht erzielt werden, doch verlautet, daß die größten Werke diesen Fonds nunmehr aus eignen Mitteln zusammenbringen sollen. Auch sonst trübt mancher Wermutstropfen die Freude der Syndikatsherren. So ist nicht sicher, wie weit schon einzelne Werke in der Meinung, das Syndikat werde mit dem 30. Juni sein Ende erreichen, freihändige Verträge auf Lieferung vom 1. Januar 1905 ab abgeschlossen haben. Es soll der Versuch gemacht werden, solche etwaigen Lieferungsquanten auf die Mitglieder des Syndikats dann zu repartieren. In den nächsten Folgen des Syndikatsabschlusses dürfte nun auch, wie wir schon neulich andeuteten, gehören, daß die mitteleren und größeren Werke kleinere anzukaufen suchen werden, um durch Stillleg ung derselben ihre eignen Beteiligungsziffer zu erhöhen. Es drohen dieselben Vor- gänge, wie sie im Ruhrrevier infolge der Politik der Herren des Kohlensyndikats alle Welt in Aufregung halten. Zum Schluß soll nicht unerwähnt bleiben, daß an der Börse kein Augenblick der Zweifel aufkommen zu können schien, die Verhandlungen könnten wirklich scheitern. Die Kalikuxe erfuhren in den ganzen Tagen eine fortgesetzte Steigerung. Die Börse hatte also wieder einmal einen feinen Riecher, und die Zeche wird allein von den Kalikonsumenten zu bezahlen sein. Der Berliner Verkehr im Juni, lieber die Ergebnisse de Berliner Verkehrsinstitute im Monat Juni geben folgende Ausweise Auskunft: Große Berliner Straßenbahn: Einnahme im Juni 1904: provisorisch 2 490 723 M., bis 31. Mai 1904 definitiv 12 684 263 M., zusammen 15 174 991 M., dagegen 1903: 14 047 552 M. Der Tagesdurchschnitt beträgt 1904: 83 379 M., 1903: 77 610 M. Die Hoch- und Untergrundbahn beförderte im Monat Juni cr. 2 440 496 Personen gegen 2 339 233 in der ent- sprechenden Zeit des Vorjahres. Die Einnahmen betrugen 303 072 Mark gegen 290 995 M. Die Flachbahn(Warschauerbrücke— Centralviehhof) beförderte im Juni 233 635 Personen und verein- nahmte 15 077 M. Allgemeine Berliner Omnibus-Gesellschaft. Die Einnahme betrug im Juni 433,437 M.(d. i. gegen die Ein- nähme der Allgemeinen und der Neuen Omnibusgesellschaft im Juni 1903 mehr 55 472 M), seit 1. Januar 2 408 447 M.(mehr 174,197 M.),._ Gerichts-Zeitung. Die Unterschlagungen in der Bäckerinnung zu Berlin vor Gericht. Qjin eigenartiges Bild aus dem Jnnungsleben entrollte sich gestern vor der Abteilung des Schöffengerichts am Amtsgericht I. Angeklagt waren d?e beiden Vertreter des Bäckerverbandes, Allmann und Barth, welche in den beiden Zeitungen„Deutsche Bäckerzeitung" und„Der Bäcker" in vier Artikeln die Behauptung aufgestellt hatten, daß schon im Jahre 1900 einmal durch den Redakteur der Meisterzeitung, Herrn P ä r s ch, Unterschlagungen in Höhe von etwa 900 M. vorgekommen seien, ebenso jetzt vor einem Jahre abermals von demselben Manne in Höhe von 2000 M. Dem Obermeister B e r n a r d wurde zum Vorwurf gemacht, daß er die Unterschlagungen wohl gekannt, aber vertuscht haben sollte. Hierdurch fühlte sich die Bäckerinnung sowohl als auch der Obermeister Bernard beleidigt und stellten Strafantrag.' Dieser wurde vom Staatsanwalt abgelehnt, worans die Privatklage erhoben wurde. In der Verhandlung entrollten sich allerliebste Bilder, die als Illustration zu dem bisherigen Kampfs der Bäcker- meister gegen die Gesellenorganisation dienen mögen, deren Führer stets als Spitzbuben an den Arbeitergroschen von den Jnnungs- meistern verdächtigt und verleumdet wurden. SUs Zeugen wurden nur die vier in hervorragenden Stellungen innerhalb der Innung befindlichen Bäckermeister Michaelis, Apelt, Nobiling und H a b i l d vernommen. Michaelis als Revisor bestätigte, daß nach seiner Meinung Unterschlagungen durch Pärsch vorgekommen seien. Der Ober- meister habe zwar den P. sofort, als er die Sache gemerkt habe, seines Postens enthoben, habe ihm aber Bücher und Gelder noch 4 Monate in Händen belassen und erst dann die Revi- soren zur Revision eingeladen. Obermeister B e r u a r d erklärte, daß er dem P. deshalb die Bücher und Gelder in Händen belassen habe, damit er die Rückstände einziehen und die Bücher in Ordnung bringen solle. Es habe sich auch dann heraus- gestellt, daß der Vorwurf, P. habe Unterschlagungen begangen, ungerechtfertigt sei, vielmehr sei durch die ein- gegangenen Rückstände für Annoncen alles gedeckt und in Ordnung gebracht worden. Apelt als Vorstandsmitglied erklärt, daß er nur von Ge- rächten wisse, daß Unterschlagungen begangen sein sollten, etwas Bestimnites wisse er nicht, könne sich auch auf den Fall im Jahre 1900 nicht entsinnen. N o b i l i n g erklärt, es sei im Jahre 1900 im Jnmingsvorstande im engeren Kreise serzählt worden, daß dem P. Geld an der Zeitungskasse fehle. Darauf haben sechs Mitglieder des Jnnungsvorstandes, darunter er selbst und— Apelt, je 150 M. gegeben, damit bis zur Revision das Geld da sei. Auf die Frage des Vorsitzenden, was sich die Geldgeber dabei gedacht hätten, erklärte Zeuge, daß sie die Innung vor der Blaniage be- wahren wollten. Vors.: Sie hätten doch darauf dringen sollen, daß damals P. schon seines Postens enthoben wurde. Zeuge(nachdenklich):„Eigentlich! a.' Dieser Zeuge er- zählt dann weiter, daß in der Jnnungsvorstandssitzung bei der im vorigen Jahre stattgefundenen Unterschlagung dem P. der Rat ge- geben worden sei, öffentlich zu sagen, daß er seine Aemter wegen— Krankheit niedergelegt habe. Bernard sagt darauf: Unterschlagungen konnten 1900 nicht festgestellt werden weil— niemand Einsicht in die Bücher genommen habe. Pärsch sei nur gichtkrank ge- Wesen, und daher sei in die Bücher große Unordnung gekommen. Letzter Zeuge ist H a b i l d. Diesen Zeugen wollte der Rechts- anwalt L o e w e, der Syndikus der Innung, durchaus unmöglich machen(er hatte die Unterschlagungen aufgedeckt), hatte aber damit kein Glück. Der Zeuge erklärte, er halte seine oft wiederholte Behauptung aufrecht, daß die? Unterschlagungen seien, von denen auch der Ober- meister Kenntnis haben mußte. Er habe seine Aemter nur deshalb niedergelegt, weil trotz der Verfehlungen des P. diesem wieder Ver- ttauensämter übertragen seien. Er bekomme ein Gehalt von 1500 M„ wofür er ja selbst eingetreten sei, aber daß der Mann, dessen Ehre nicht fleckenfrei sei, für die Jnmingszcitung schreibe, könne er nicht zugeben. Zeuge sagt weiter aus: Er habe die nicht unbegründete Ver- mutung, daß Bernards sich mit P. in den vier Monaten nach der Unterschlagung in Verbindung gesetzt habe, und da die Verwandten nichts hergaben, auf eine andre Weise die ZeitungSkasse in Ordnung gebracht habe, um die Innung vor Bloßstellung zu bewahren. Das Urteil und namentlich seine Begründung ist für die Jnnungs- Lotterwirtschaft geradezu vernichtend. Der Vorsitzende führte aus: Das Gericht habe zwar eine eigentliche Unterschlagung nicht feststellen können. Es seien aber so grobe Uuregelmäßigkeiteu vorgekommen, daß der Gerichtshof seine Verwunderung darüber aussprechen müsse, wie es möglich war, daß ciucm solchen Äknuiie noch weiter Ehrenämter anvertraut wurden. Der Vorsitzende hob weiter besonders hervor, daß es doch wunderbar erscheine, wie Pärsch die ungeheuerlichen Beleidigungen der betreffenden Artikel wie:„Spitzbube",„Betrüger" und„daß die Spatzen schon die Unterschlagungen von den Dächern pfeifen" ruhig hinnehmen konnte, ohne auch nur den Versuch der Verteidigung zu machen. Ferner wurde vom Vorsitzenden scharf kritisiert, daß einem Manne, der sich solcher grobenUnregel Mäßigkeiten schuldig gemacht habe, vier Monate lang die Bücher belassen werden konnten. Die Annahme, daß damit Vertuschung beabsichtigt wurde, sei daher sehr naheliegend. Die Rechnung des Artikels der„Deutschen Bäckerzeitung" auf die„Berichtigung" Bernards, nach welcher noch Ueberschuß vor- handen sei und keine Unterschlagung vorliege, hätte das Gericht ebenfalls wunderbar gefunden. Das Gericht müsse sich den Schlußfolgerungen des Artikels voll anschließen. Der Ober- meister Bernard selbst habe es geduldet, daß in der Vorstandssitzung P. der Rat gegeben worden sei, er solle öffentlich sagen, daß er aus Gesundheitsrücksichten sein Amt niederlege. Dies sei ebenfalls Ver- schleierung. Zum Schluß kam der Vorsitzende auf den Artikel im„Bäcker" zu sprechen, in welchem es heißt: Und solche Spitzbuben stellt man mit einem Gehalt von 1500 M. jährlich wieder ein? Das ist geradezu eine Prämie auf die Spitzbüberei. Der Vorsitzende erklärte hierzu ausdrücklich: Den Begriffen der Moral entspricht es, daß man einen Mann, der in so unglaublicher Weise mit fremden Geldern Wirt- schaftet, sofort feines Amtes entsetzt. Auch der Gerichtshof konnte sich der Meinung nicht verschließen, daß es eine direkte Prämie auf die begangene Spitzbüberei sei, wenn derselbe Mann wieder mit 1600 Mark besoldet und in ein Ehrenamt eingeführt würde. Daher sei für die iii den ersten drei Artikeln behaupteten That- sachen der Wahrheitsbeweis erbracht. All in a n n müsse frei- gesprochen werden. Barth werde wegen der im letzten Artikel enthaltenen fonnellen Beleidigung zu 50 Dt. Strafe verurteilt. Der Kläger hat vier Fünftel der Kosten und Barth ein Fünftel zu tragen. Weiter kann der Kläger im„Bäcker" und der„Deutschen Bäcker- zeituug" das Urteil auf Kosten des Angeklagten veröffentlichen lassen. Ob er es thun wird? Verurteilt ist die Innung und ihre Schlamperei; die Angeklagten sind glänzend gcrechtferttgt. Eine Anklage wegen schwerer Körperverletzung führte gestern den Schankwirt W i l h. B a e n i s ch vor die zweite Strafkammer des Landgerichts I. Am Abend des 7. September v. I. besuchte der Portier Emil Beyer das Lokal des Angeklagten. Beyer war ange- trunken und zeigte Neigung zum Streit. Der Wirt war schließlich froh, als er um 12 Uhr Feierabend bieten konnte. Die übrigen Gäste folgten der Aufforderung, Beyer mußte mit Gewalt zum Lokal hinausbefördert werden. Bevor der Angeklagte seine Thürscheibe durch Herablassen der Jalousie zu schützen vermochte, schlug der draußen stehende Portier Beyer sie mit seinem Stock ein. Baenisch will seiner Behauptung nach gefürchtet haben, daß Beyer ihm auch das große Schaufenster zertrümmern würde, er bewaffnete sich daher nüt einem Gummischlauch und trat durch eins andre Thür auf die Straße hinaus. Hier sei ihm Beyer mit zum Schlagen erhobenem Stocke entgegengetreten. Nun habe cr zwei Schläge mit dem Gummi- schlauch nach ihm geführt und einer von diesen beiden Schlägen solle unglücklicherweise das linke Auge Beyers getroffen haben. Zu seinem Bedauern habe er gehört, daß die Sehkraft auf dem verletzten Auge erloschen sei. Der Zeuge Beyer behauptete dagegen, daß er bereits ruhig nach dem gegenüberliegenden Bürgersteig gegangen sei, als der Angeklagte hinter ihm hergekommen sei und ihm hinterrücks mehrere Schläge gegen den Kopf versetzt habe. Er sei zu Boden gesunken und habe sofort gerufen:„Mein Auge! Mein Auge!" Durch die Beweisaufnahme wurde die Darstellung des Zeugen Beyer bestätigt. Der Staatsanwalt beantragte, dem Angeklagten zwar mildernde Um- stände zuzubilligen, aber immerhin auf ein Jahr Gefängnis zu erkennen, während der Verteidiger, Rechtsanwalt Posner, für ein niedriges Strafmaß plaidierte. Der Gerichtshof verkannte nicht, daß der Angeklagte stark gereizt worden sei und beließ es deshalb bei einer Gefängnis st rafe von drei Monaten. Bor dem Schwurgericht des Landgerichts II wurde gestern«ine Anklage wegen gemeinschaftlichen Raubes verhandelt, die sich gegen die vier Arbeiter Johann P a e t k e, Wladislaus I o z k a, Joh. K u d z i n s k i und Joh. S a l e w s k i richtete. In der Rächt zum 1. Februar d. I. befand der Bauunternehmer Gustav Z i p p e r t sich in einer Tanzkneipe in Charlottenburg. Er war stark angetrunken, gab infolge dessen viel Bier zum Besten und ließ bei dieser Gelegen- heit viel Geld blicken. Auf dem Nachhausewege wurde er plötzlich, wie er behauptet, von 3— 4 Personen überfallen, zu Boden geschlagen und seiner Barschaft in Höhe von 183 M. beraubt. Die Thäter sollen die vier Angeklagten sein, welche indessen entschieden ihre Schuld bestritten. Bei seiner Vernehmung war der Zeuge Zippert so wenig klar in seinen Bekundungen und bewegte sich in so vielen Wider- sprüchen, daß auf seine Aussage nichts zu geben war. Auch die übrige Zeligeaveruehmnng ergab so wenig Belastendes gegen die Angeklagten, daß der Staatsanwalt selbst das Nichtschuldig bean- tragte. Die Verhandlung endete auch mit einem freisprechenden Urteil. Die Verfehlungen des früheren Generalvertreters der Firma Siemens». Halste gelangten gestern vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts II zur Erörterung. Unter der Anklage der Unter- schlagung in ideeller Konkurrenz mit Untreue stand der 39jährige Saufmann Rudolf D ieh l aus Charlottenburg v?r Gericht. Angeklagte stammt aus angesehener Familie, sein Vater war ' �chtsänwalt, er selbst widmete sich dem Kausmannsstande. Durch Vertrag vom 22. Juni 1898 wurde Dielst von der Aktiengesellschaft Siemens u. Halske als Generalvertreter für Brasilien mit seinem Sitz in Rio de Janeiro engagiert. Er bezog ein Gehalt von jährlich 16 999 M., außerdem Repräsentationsgelder. Ferner wurden ihm während der freien Ueberfahrt pro Dag 15 M. Diäten außer den Spesen gelvährt und schließlich wurde seine Familie während der Dauer seiner Anstellung auf Kosten der Gesellschaft durch eine Lebensversicherung über 20 999 M. sichergestellt. Trotz dieser günstigen Bedingungen soll Diehl nun seiner Firnia nach und nach die Summe von 27 599 M. veruntreut haben. Bor der Strafkammer bestritt der Angeklagte seine Schuld. Er habe ungeheure Auf- Wendungen, insbesondere für Repräsentation, machen müssen, und nur zu diesem Zwecke und im Interesse des Geschäfts habe er die fehlenden 27 599 M. verwendet. Durch die Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß der Angeklagte das Opfer seiner Spekulationswut geworden war. Er hatte sich an verschiedenen gewagten Unter- nehmungen beteiligt, dabei große Verluste gehabt und diese durch die Gesellschaft tragen lassen. Es gelang dem Verteidiger. Rechtsanwalt U n g e r, in betreff des größten Teiles des Geldes den Nachweis zu bringen, daß der Angeklagte diesen nicht für sich verbraucht hatte. Es blieben aber immerhin noch 12 999 M. übrig, welche veruntreut waren. Staatsanwalt F r i e d h c i m wies darauf hin, daß der Angeklagte sich zweifellos der Rechtswidrigkeit seiner Handlungstvdse bewußt gewesen sei. Er beantragte gegen ihn neun Monate Gefängnis. Das Urteil lautete auf drei Monate Ge- f ä n g n i s, welche durch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wurden. Gegen das Urteil im Pommerbank-Prozeh ist Revision durch die Verteidiger, Justizräte Dr. Sello und Wronker sowie Dr. Werthauer und Dr. Leonhard Friedmann, eingelegt worden. Zur schriftlichen Abfassung des Urteils wird der Beisitzer des er- kennenden Gerichtshofes. Landgerichtsrat Paucksch, auf vier Wocbcn beurlaubt werden. Es ist demnach ein Bände starkes Schriftstück zu ertvarten. Rechnet man hierzu die bisherigen Akten und Beweis- mittel(Bücher. Taxen usw.) dieses Riesenprozcsses, so dürfte das gesamte Prozeßmatcrial kaum in einem Möbelwagen Platz finden. Das Bureau der Angeklagten zur Herbeischaffung von Entlastungs- Material soll in Thätigkeit bleiben, da die gerichtlichen Taxen aufs neue einer Nachprüfung unterzogen werden sollen, für den Fall, daß das Reichsgericht in- Leipzig den Spruch aufheben sollte. Es wird damit gerechnet, daß auch der Staatsanwalt das Urteil im Revisionswege angreifen wird. Die Kosten des Prozesses werden bisher auf 49 999 M. für den Fiskus, auf 199 999 M. für die Angeklagten geschätzt. Sobald das Urteil zugestellt ist. was in sechs bis acht Wochen der Fall sein dürfte, soll seitens der Verteidigung die Revision begründet werden. Der Termin vor dem Nefchsgericht ist dann etwa im Januar n. I. zu erwarten.— Die Belassung der bürgerlichen Ehrenrechte hat für den Angeklagten Schultz eine be- sondere Bedeutung: er kann den Kommerzienratstitel weiterführen. Eue der frauenbewegimg. Arbeiternmen Sellins, wahret Cure Rechte! Die Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung, die zum Schutze der Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeiter erlassen sind, werden viel- fach seitens der Unternehmer nicht beachtet und die Rechte der Arbeiterinnen werden oft gekürzt. Das Gesetz bestimmt: Die Arbeitszeit dauert für Arbeiterinnen über 16 Jahre 11 Stunden täglich, mit einstündiger Mittagspause; an Vorabenden von Sonn- und Festtagen nur 19 Stunden, und es muß die Arbeitsstätte an diesen Tagen bis spätestens 5'/z Uhr verlassen sein. Jugendliche Arbeiter von 14— 16 Jahren dürfen täglich nur 19 Stunden mit einstiindiger Mittagspause sowie je V2 ständiger Frühstücks- und Vesperpause beschäftigt werden. Kündigungen und Entlassungen. Gründe für sofortiges Ver- lassen der Arbeit sind z. B.: Unsittliche Angriffe der Unternehmer oder ihrer Vertreter, Thätlichkeiten, grobe Beleidigungen, im- regelmäßige Lohnzahlung, bei Accordarbeit nicht ausreichende Ve- schäftigung usw. Die Kiiudigungsfrist beträgt 14 Tage; sie kann durch gegen- seittge Vereinbarung ausgeschlossen werden. Wenn Kündigungsfristen bestehen, müssen sie für beide Teile gleich sein. Ausstellung von Zeugnissen. Die Arbeiterin hat das Recht, ein Zeugnis über Art und Dauer ihrer Beschäftigung zu verlangen; be- sondere Merkmale, welche die Schädigung der Arbeiterin zur Folge haben können, sind ungesetzlich und zurückzuweisen. Strafgelder. Bestimmungen über Lohnabzüge in Form von Strafgeldern müssen in der Fabrikordnung, die sichtbar aushängen muß, bekannt gegeben sein. Die Verhängung jeder Strafe muß der Arbeiterin ohne Verzug mitgeteilt werden. Hygienische und Schuvmaßregelu. Arbeitsräume, Betriebs- Vorrichtungen, Maschinen und Gerätschaften sind so einzurichten und zu unterhalten, daß die Arbeiterinnen gegen Gefahren für Leben und Gesundheit geschützt sind. Es ist für genügend Licht, reine gute Luft, Beseitigung von Staub und Abfällen zu sorgen; ebenso sind Schutzvorrichtungen an Maschinen anzubringen. In Anlagen, deren Beirieb es mit sich bringt, daß die Arbeiterinnen sich umkleiden und nach der Arbeit reinigen, müssen ausreichende, für beide Geschlechter getrennte Ankleide- und Waschräume vorhanden sein. Bedürfnis- anstalten müssen in genügender Zahl vorhanden und so eingerichtet sein, daß Sitte und Anstand nicht verletzt werden. Arbeiterinnen, achtet darauf, daß diese zu Eurem Schutze er- lassenen gesetzlichen Bestimmungen durchgeführt und innegehalten werden. Wir lveisen darum von neuem darauf hin, daß nachstehende Personen bereit sind, um es den Arbeiterinnen zu ermöglichen, ohne Stachteile für ihre Existenz auf Veseittguug der Mißstände in den Arbeitsstätten hinzulvirken, wahrheitsgetteue Beschwerden entgegen- zunehmen und für schleunigste Abhilfe Sorge zu ttagen. Die Namen der Beschwerdeführer werden streng geheim ge- halten! Beschwerden nehmen entgegen: Fräulein Baader, Blücher- straße 49, Hof II. Frau Bauschke, Rostockerstt. 43, Ouergeb. I. Frau Dr. Weist, Lothringerstr. 67, I. Frau Lutz, Waterloo-Ufer 9, im Laden. Frau Panzeram, Pappel-Allee 128, vorn I. Frau Tietz, Blumenstr. 63, I rechts. Frl. Hcidcmann, Alte Jakobstr. 108, IY. Frl. Grimberg, Köpnickerstr. 8d, IV. Frau Zeetze, Rixdorf, Steinmetz- straße 129, Hof I. Frau Schmidt, Charlottenburg, Wilmersdorfer- straße 139. Sprechzeit jeden Mittwochabend von 7— 9 Uhr. Gewcrkschafts- Bureau, im Gewerkschaftshause, Engel-Ufer 15, im Laden. Bonn. 9— 1 und nachm. 6—8 Uhr. Die Gewerbe-Jnsprktions- Assessorinnen Frl. Reichert, Engel- Ufer 4, Frl. Kümmert, Georgenkirchplatz 21, Frl. v. Bcnnigsen-Förder, Prinzen-Allee 88, sind für Arbeiterinnen allein jeden Doimerstag von 7— 8 Uhr abends und jeden ersten Sonntag im Monat von 9—10 Uhr vormittags zu sprechen. Die Bcschwcrdckommission der Arbeiterinnen Berlins. Versammlungen. Eine öffentliche Manrerversammlung, einberufen von der lokalen Richtung, tagte unter zahlreicher Teilnahme am Mittwoch im „Borussia-Saal" in der Ackerstraße. Es handelte sich auch bei dieser Versammlung wieder um die Besprechung der gegenwärtigen Ar- beitsverhältnisse und der Mißstände, welche auf das Vcrtragsverhält- nis zurückgeführt werden. Der Referent Metzle vertrat die Ansicht, die Organisation der Berliner Maurer sei Wohl stark an Zahl, aber sie habe nicht die innere Kraft, um sich unter der Herrschaft des Vertrages Arbeitsverhältnisse zu schaffen, die in jeder Hinsicht als befriedigende gelten können. Unter den Berliner Maurern sei eine Kasclcheit und Gleichgültigkeit eingerissen, so daß sie die unwürdigsten Zustände ruhig ertragen. Diese Laschheit sei dadurch verschuldet, daß man mit Rücksicht auf den Vertrag nicht wage, einen Bau zu sperren, wenn solche Kollegen entlassen werden, die für die strikte Jnnehaltung der Vertragsbedingungen seitens der Unternehmer eintreten. Bs- schämend sei es, daß sich einzelne Maurer gegen einen Lohnaufschlag von 2V- Pf. pro Stunde zum Antreiber ihrer Kollegen gebrauchen lassen. Besonders verwerflieb sei aber die Akkordarbeit, die in letzter Zeit mehr und mehr zugenommen habe, die aber ein derartiges System der Pfuscherei großgezogen habe, daß man sich wundern müsse, wenn unter diesem System aufgeführte Bauten nicht zusammenstürzen.— Die geschilderten Mißstände könnten bei der gegenwärtig herrschenden guten Konjunktur sehr leicht beseitigt werden, wenn die Maurer die Zufriedenheit, die ihnen in den letzten Jahren gepredigt sei, ablegen, Iveun sie sich aufraffen und sich wieder auf die Macht, die ihnen das solidarische Zusammenhalten verleiht, besinnen. Insbesondere gelte es, das System der Baudeputierten auszubauen. Die letzten Ver- sammlungen böten die Gewähr dafür, daß sich die Maurer die be- stehenden Mißstände nicht länger gefallen lassen wollen, und wenn es so weiter geht, dann könnten bereits nach vier Wochen bessere Ver- Hältnisse Herrschen.— Der erste Diskussionsredner H 0 r n i n g führte aus, der Vertrag sei ja verbesserungsbedürftig, aber er sei nicht schuld an den bestehenden Mißständen. Wenn strikte nach dem Vertrage ge- arbeitet würde, dann wären die Verhältnisse im Vergleich zu den jetzigen geradezu glänzend. Nur die Lässigkeit der Kollegen verschulde die gerügten Uebelständc.— Gehl vertrat in längeren Aus- führungcu die Ansicht, der Vertrag sei hinsichtlich der Löhne- und der sanitären Verhältnisse gut; aber die Klausel, daß keine Sperren ver- hängt werden dürfen, sowie die lange Dauer des Vertrages hätten die Lässigkeit der Kollegen versckiuldct. Als die Verlängerung des Vertrages bevorstand, sei eine Agitation entfaltet worden— vielleicht nur um für die Annahme des Vertrages Stimmung zu machen-— die darauf hinausging, die Kollegen vor den Folgen einer Krise bange zu machen, obgleich das Baugewerbe gar keine Krise zu jener Zeit durchgemacht habe. Diese Agitation habe erheblich dazu beigetragen, die Kollegen mutlos zu machen. Inzwischen hätten die Unternehmer die Zeit benutzt, um ihre Organisation im Sinne der Kühnemänner auszubauen und das Vertragsverhältnis als eine Fessel für die Arbeiter zu benutzen. An sich sei gegen ein Vertragsverhältnis nichts einzuwenden, aber die Verhältnisse, die sich infolge des jetzigen Ver- träges herausgebildet haben, dürften nicht weiter bestehen. Die Maurer müssen sich rühren und durch das System der Baudeputierten bessere Verhältnisse schaffen.— Die weitere Diskussion bewegte sich in derselben Richtung. Schließlich stimmte die Versammlung der in der vorigen Versammlung angenommenen Resolution zu, welche eine rege Agitation, besonders die regelmäßige Abhaltung von Baudeputicrten- Versammlungen empfiehlt. Die Arbeiterinnen und Arbeiter der Wäsche- und Krawatten- brauche hatten sich am 30. Juni wieder zahlreich versammelt, diesmal im„Alten Schützenhaus", um von neuem in die Verhältnisse der großen Wäschefirma Sternberg junior hinein zu leuchten. Vorerst hielt Genosse Waldeck M anasse unter starkem Beifall einen wirkungsvollen Vortrag über verschiedene Ltulturaufgaben, woran sich eine kurze Debatte schloß. Zu dem Punkt„Unsre Antwort auf die Ausführungen des Herrn Bry", nahm Zuschneider Keller, der Referent der vorigen Versammlung, das Wort: Jetzt glaube er zu wissen, weshalb Herr Bry und der Troß der Buchhalter usw. neulich aus der Versammlung so schnell verschwunden seien. Sie seien gegangen, um noch in interner Sitzung über sein, des Redners, Schicksal zu befinden. Man habe ihm den nächsten Morgen den Zu- tritt zur Fabrik verweigert. Im Comptoir habe er seine Entlassung und den Lohn für 14 Tage entgegen nehmen müssen. Es sei nicht geduldet worden, daß er von seinen Kollegen in der Fabrik, wo er 5 Jahre thätig war. Abschied nahm. Herr Bry habe sich der von ihm durchgeführten Lohnbesserungen gerühmt und die sogenannten Plätter erwähnt. Eine Verbesserung sei eingetreten, aber unter welchen Um- ständen. Vorher hätten manche Platter, allerdings jüngere Leute, 9 M., 10 M., 12 M die Woche verdient. Die Löhne seien so gering gewesen, daß die Leute fast cimnütig die Arbeit niederlegten. Als man sah, daß man nicht die benötigten Arbeitskräfte fand, da mußten eben höhere Löhne daran gewandt werden. Und Plätte- rinnenlöhne von 24 M., 22 M. usw. habe Herr Bry neulich ange- führt. Aber die Plätterinnen habe er verschwiegen, die 12 M. und weniger verdienten.(Vielfache Zwischenrufe: 6 M., 8 M.) Und so und so viele Lehrlinge unter den Plätterinnen müßten sogar noch ein Lehrgeld zuzahlen. Um die Humanität der Firma Sternbcrg zu zeigen, giebt Redner die Geschichtsdarstellung eines Prozesses, den die Firma gegen eine Arbeiterin und einen Arbeiter wegen Heraus- gäbe zweier Maschinen der Firma angestrengt hatte. Diese Heim- arbeiter hätten 15 Jahre für Sternberg jun. gearbeitet und mußten sich nach andrer Arbeit umthun, weil die Arbeitslöhne im Laufe der Zeit fast bis zu 50 Prozent ihrer ersten Höhe gesunken seien. Die Firma habe ihnen die Maschinen nicht noch vorübergehend lassen wollen, trotz alles Bittens, habe mit aller Strenge den Prozeß durch- geführt und das Angebot des Beklagten, die Prozeßkosten abzuarbeiten, strikte abgelehnt. Am Tage, wo der beklagte Arbeiter und seine herz- leidende Frau den Qffenbarungseid leisten sollten, sei die Frau einem Herzschlag erlegen. Selbst dann noch habe die Firma durch ihren Rechtsbeistand jeden andern Vergleich, als einen auf Deckung der Kosten durch monatliche Abzahlung von je 5 M., abgelehnt.— Die „liebevolle Freundin ihrer Angestellten" bezeuge diese Liebe auch dadurch, daß sie die kaufmännischen Lehrlinge öfter bis nach 19 Uhr abends im Betriebe behalte.— In dem Wiener Zweiggeschäft seien die Verhältnisse nicht anders als in Berlin. Zum Beweise dafür verliest RcdnerArtikcl aus dcmOrgan der organisierten österreichischen Textil- arbeiter, worin aus Anlaß verschiedener Vorkommnisse scharfe Kritik an den Maximen der Firma geübt Ivird. Mit einem Aufruf zur Organisation schlgß Keller seine Ausführungen.— In einstimmig angenommener Resolution bedauerte die Versammlung, daß Herr Bry nicht den Mut gehabt habe, zu erscheinen, um sich zu rechtfertigen. Ferner verpflichten sich die Versammelten zum Beitritt in den Ver- band, damit zukünftig den Mißständen bei der Firma entgegen ge- treten werden könne. Mit Hochrufen auf den Verband schloß die Versammlung. Der Schmargendorfer Wahlverein nahm in der am Dienstag in„Sanssouci" abgehaltenen Versammlung nochmals Stellung zu der Lohnbewegung im Bäckereigewerbe. Wilke forderte zur energischen Unterstützung der für ihre gerechten Forderungen kämpfenden Bäcker und zur strikten Mcidung derjenigen Betriebe auf, in denen der Tarif nicht bewilligt ist. Von der hiesigen Arbeiterschaft wird erwartet, daß sie ihre Vackware nur aus den Geschäften von E. Klingbeil, Breitestraße 22 und G. Wolschendorf, Breitestratze 18, bezieht. Alle andern Firmen sind gesperrt. Adlershof. Eine öffentliche Volksversammlung, welche vom Ausschuß des Kartells für den 28. Juni einberufen war, beschäftigte sich mit den Mißständen der Orts-Krankcnkasse für Adlershof und Umgegend. Der Referent, Genosse K 0 h n(Rendant der Orts- Krankenkasse der Kaufleute für Berlin), geißelte in seinem Vortrage mit scharfen Worten das Statut der hiesigen Ortskasse, welches schön längst der neuen Krankenkassen-Novelle vom Januar 1994 angepaßt sein müßte. Weiter schilderte Redner, was eine Krankenrasse, welche im Geiste der modernen Arbeiterbewegung geleitet wird, für ihre Mit- glieder leisten kann. Da den Mitgliedern nach der neuen Krankenkassen- Novelle doch in manchen Stücken etwas mehr Freiheit in der Ver- waltung zusteht, so sei es an der Zeit, daß die Mitglieder sich an der Generalversammlung akttv beteiligen und solche Männer als Delegierte wählen, welche im stände sind, den Geist der modernen Arbeiterbewegung auch in diese Krankenkasse hineinzubringen. Ob- wohl der Vorsitzende der Krankenkasse, ein Herr Hauptmann Hansen, schriftlich eingeladen, war er nicht erschienen; ebenso war kein Delegierter dieser Ortskasse anwesend. Der Ausschuß des Kartells wurde beauftragt, sich weiter mit dieser Materie zu befassen und dafür zu sorgen, daß im November d. I. bei den Wahlen der Delegierten Männer gewählt werden, welche einen wirklich demo- kratischen Geist in diese Verwaltung hineinbringen. Zur Diskussion sprachen mehrere Redner im Sinne des Referats. Unter Ver- schiedenem wurden die Zustände der Lutzschen Holzbearbeittnigs- fabrik einer scharfen Krink unterzogen. Besagter Fabrikherr will mit der jetzt 52 stündigen Arbeitswoche brechen und dafür bei gleicher Bezahlung der Löhne die 60 stündige einftihren. Nieder- Schönhause». In der Wählvereins- Sitzung am 23. Juni wurde nach lebhafter Debatte einstimmig die Begründung eines selbständigen Wahlvereins beschlossen. Ferner wurde ein Komitee gewählt, um die Vorarbeiten zum Sommerfest zu erledigen, das am Sonntag, den 24. Juli, in Wenzels„Linden- garten" stattfinden soll. Unter Punkt 3, Verschiedenem, brachte ein Genosse die liebliche Thatsache zur Sprache, daß ihm von seinem Hauswirt auf Betreiben ordnungsparteilicher Terroristen- die Wohnung gekündigt worden ist, weil er sich an der socialdemokratischen Gemeindewahl-Campagne durch Verteilung von Stimmzetteln be- teiligt hat. Da der betreffende Genosse ein kleiner Handwerker ist, so würde er schwer in seiner Existenz geschädigt werden, wenn die Machenschaften der Staats- und Dorfstützen ihr ofsenkundiges Ziel erreichten, ihn aus seiner jetzigen Nachbarschaft und also aus seinem bisherigen Kundenkreise ganz zu vertreiben. Dies erbauliche Pröbchen Nieder-Schönhausener Bürgersinus wird den Genossen am Orte hoffentlich ein neuer Ansporn sein, dafür zu sorgen, daß bei der demnächst bevorstehenden Ersatzwahl zur Gemeindevertretung endlich ein Vertreter des Proletariats ins Dorfparlament entsandt wird. Singegangene Druchrchnftcn. VeiwaltungSbericht der Vereinigten Orts-Krankenkasie in Darmstadt für 1S93. 44 Seiten. Darmstadt 1.994. I. C. Herbertsche Hosbuchdruckcrei. Di», jni'. O. Wettstei». lieber das Verhältnis zwischen Staat und Presse, mit besonderer Berücksichtigung der Schweiz. Ein Veitrag zur Lehre von der Preßsrciheit. 94 Seiten. Albert Müllers Verlag, Zürich. Zweiter Jahresbericht des Arbeiter-Sclrctariats zu Gotha auf die Zeit vom 1. Januar 1993 bis 31. Dezember 1993. 24 Seilen. Verlag W. Bock, Gotha. Ütciiutcr Jahresbericht der ersten öffentlichen Lesehalle zu Berlin C, Münzstr. 11, für das Jahr 1903. 12 Seiten. Verlag Lesehalle Münz- straße 11._\ ßnefhaften der Redaktion. W. H. 33. Bilder: Kmistg ew erbemus eum oder Antiquitätenhandlung. Gcsetzespublikation: Märkisches Museum oder Antiquariat.— H. K. Char- lotteiiburg. Kommcrzinl-Union-Vcrsichcruugsgesellschast existiert. Bureau Berlin, Französischcstr. 43. Fragen Sic dort an.— R. G. Meldung au, cmcm der Depots beim Vorsteher, 8—12 und 4— 8, oder im Direkttons bureau, Lcipzigcrplatz 14. Näheres über Lohn usw. dort.— Leipzig. An schlüge aus Leipziger Bahnhösen, eventuell Anfrage bei der dortigen Eisen bahn- BelriebSinspcltion, auch bei einem Eisenbahn- SluSkimftsoureau.- H. A. 37. Heilmittel nennt der Arzt. Linderungsmittel ist Salicylstreu- Pulver oder auch Talkum.— K. G. 27.„Die beste Art?" Das komm, aus den Lernende» an. Für Selbstunterricht sind die Toussaint-Langen schcidtschcn linterrichtsbricse beliebt.(Besorgt diex,Porwärts'-Buchhandliing., — Ed. TS. 96. Kennen wir nicht; aber gegenüber solchen Kasse» kam. Vorsicht nie schaden. JvriniTcher Ceil. Tic iliristischc Tprcckiftnndc ffndet täglich mit Zlnsmchiiic de? Solinadcud. bou 7x9 biS ft'/i Uhr abcndS statt. Geöffnet: 7 Uhr. Bildhauerkunst. Zweifellos unterliegt der Betrieb des Arbeitgeber: nicht der Unsallvcrsicherung, Ihnen steht daher auch kein Anspruch gcg«, die Bcrussgcnossenschast zu. Der von socialdemokratischer Seite gestellt, Antrag. Werkstätten von Künstlern, wissenschastliche und künstlerische Institut, der Unsallversicherung zu unterstellen, ist abgelehnt. Ihnen steht lediglich gegen Ihren Arbeitgeber ein»Anspruch zu und auch nur dann, wenn er ci unterlassen hatte, die Räume, Vorrichtungen oder Gcräischajtcn, die er zm Vorrichtung der Dienste zu beschaffen battc, so einzurichten und zu unter halten, dan der Beschäftigte gegen Gesahr sür Leben und Gesundheit sowci. geschützt ist, als es die Natur des Betriebes gestattet. Diese Verpflichtung scheint in Ihrem Fall der Professor nicht erfüllt zu haben: die Stufen durften nicht ausgeschlagen, der Gang mußte erleuchtet sein, zumal dci Professor selbst fchon�emmnl beinahe verunglückt wäre. Fordern Sie de:, Professor ans. vollen Schadensersatz zu leisten, eventuell erwirken Sie sich das Armenrecht und klagen den vollen Schaden ein.— X. 4). Zu spät — K 1000. 1. Ja. 2. Das darzulegen würde zu Welt führen:§ 1534 trifft aus das von Ihnen geschilderte Verhältnis überhaupt nicht zu. 3. Un verständlich: jedes ischcmgeschäst ist anfechtbar.— Willy. Tic Braut muß ihren Geburtsschein, der Bräutigam fernen Geburtsschein und seine Militär- Papiere haben. Die Geburtsurkunden erhalten die nach dem 1. Oltobci 1874 Geborenen beim Standesbeamten. Zum Aufgebot genügt die An. Wesenheit eines der Heiratslustigen, der Standesbeamte kann die Anwesen hcit beider verlangen.— ll. Ewald. An den Verttag sind Sie gebunden Es gelten aber nicht die Vorschriften des Vertrages, fondern die des Ge setzcS, soweit nicht Abweichungen vereinbart sind. Demnach ist zum Beispie postnumerando zu zahlen. Teilen Sie das dem Wirt und fordern Sie ihr. gleichzeitig auf, die Wohnung tierfrci zu stellen, drohen ihm au, fönst die Tier» durch einen Kammerjäger auf seine Kosten eiitiernen zu lassen, und handeln Sie so — C. T. Nicht durch Erlaß, sondern durch Zustellung eines Zahlnugs bcsehls wird die Bcrjährungssrist unterbrochen. Es kann auch einen Schuldner, dessen Aufenthalt unbekannt ist, zugestellt werde». ES crsokgt il. solchem Falle öffentliche Zustellung.— Berlin St. Verträge über GrundstückSvcrkauj sind nur gültig, wenn sie notariell oder gerichtlich ge schlössen sind. L-ind sie in dieser Art geschlossen, so kann nachttäglich nich. eine Partei einscilig zurücktreten. Vielmehr kann auf Erfüllung von den. andern Teile geklagt werden.— F. E. Es ist ganz gleichgültig, ob de» Wirt(oder Mieter) die Annahme des Kündigungsschreibens verweigert oder annimmt. War sie rechtzeitig, so ist sie auch im Falle der Annahmeverweigerung rechtsgültig. Ihre Kündigung ist einen Tag fju spät erfolgt. Sie hätten aus unsre wiederholten Darlegungen achten sollen. — Groß-Paultneilhöhe. 1. u. 2. Nein.— E. F. 5. Den Rest müssen -sie zahlen. Die neue Gläubigerin muß Ihnen aber nachweisen, daß aus sie die Fordcrrmg übergegangen ist. Kann sie das nicht, so ist Ihnen Hruter- lcgung der Restkaussumme zu curpsehlcn. Keineswegs werden Sie von Ihrer Schuld dadurch befreit, daß Ihr Gläubiger Pleite geworden ist.— 9t. S. 26. Wohnt Ihr Vater in Berlin, so ist der Antrag ans Veteranen- rcntc an das Polizeipräsidium, wohnt er in der Provinz, fo ist der Antrag an den Landrat zu richten.— F. H. 6. Richten Sic unter Darlegung der Verhältnisse schleunigst einen»Antrag an die«chuldeputation(RathauS). — Tl. Frauke. Die Kosten müssen Sic zahlen; aber natürlich, wo nichts ist, hat der Gläubiger sein Recht verloren. Der Vormund bat lediglich seine Pflicht ersüllt. Hätten sie zu vormuiidschaftsgcrichilichcm Protokoll die Ver- pflichtung anerkannt, so hätten Sie die Scherereien und Kosten erspart. — A. B. C. Die Haussuchung entsprach nach Ihren Darlegungen den gesetzlichen Voraussetzungen. Eine Haussuchung kann den Unschuldigsten treffen.— TS. Sit. 21. Die Kostcnhöhe in einem Prozeß richtet sich nicht nach der Anzahl der Termine, sondern nach der Höhe des ObjcklS und danach, ob Verhandlung und Beweisausnahme stattgefunden hat und ob der »Prozeß durch Anerkenntnis, Vergleich oder Urteil geendet hat.— M. K. Die Recherche war zulässig. Sic hätten jede AuSlunst verweigern können. Nunmehr wird, falls Sic nicht vorher zahlen, Beschlagnahme des Arbeits- lohns voraussichtlich erfolgen.— Schwager. Da beide Teile sür schuldig erklärt sind, so steht die Sorge sür einen Sohn unter 6 Jahren oder für eine Tochter der Mutter, für einen Sohn über 6 Jahre dem Vater zu. Bei Sttcit hat das Vormundschastsgericht(Amtsgericht) zu entscheiden. Einen»Anspruch aus das gcmeinschastlich Erarbeitete steht mangels eines Ehcvcrtragcs der Frau nicht zu.— TS. Wt. 119. Ist bereits geschehen. — O. B. 11. Einen Ihrer»Arbeit entsprechenden Teil des Lohnes haben Sie zu beanspruchen. Ob Ihnen im übrigen ein Anspruch aus 14 Tage Beschäftigung zusteht, läßt sich aus Ihren Darlegyngen nicht ersehen. Sie geben nicht an, wie lange Sie krank waren und ob Sie sich wieder zur Arbcit gemeldet haben.— S. E. 104., i R. H. Nein.— T. T. 41. Die Schwägerinnen des verstorbenen Witwers haben kein Erbrecht.— Spandau. Wenn in Ihrem»Pertrag(das ist die Regel) nicht steht, daß Sie die Miete zu bringen baden, so hat der Wirt sie sich zu holen. — L. S. 99. Die Mieterin ist an den Vertrag gebunden: schlechte Ver- möyensverhältnisse berechtigen nicht zum cinseittgen Rücktritt oder zur vor- zeitigen Kündigung des Mietsverttages.— Schräke. Zurückschicken brauchen csie den Brief keineswegs: es wäre unzweckmäßig, Ihr Beweismatcrial aus den Händen zu geben. Die Kündigung ist verspätet. Schreiben Sie kurz dein Vermieter: Das mir zugegangene Kündigungsschreiben ist verspätet: der alle Verlrag läuft unter den alten Bedingungen weiter.— A. Dietrichs. Die standesamtlichen Zeugen können männlichen oder weiblichen Geschlechts sein.— A. S» Warschauerstr. 76. Soweit Ihre Schilderung erkennen läßt, sind Sie verpflichtet, den AnzugSprcis auszurechnen. Jeden- falls sind Sie zur Zurückbehaltung nicht berechtigt.—®. Nein. — Köpeuilk E. T. Sie haben das Entscheidende mitzuteilen unterlassen: weiche Vereinbarung über Länge des Vertrages und der Kündigungsfrist in Ihrem Verttage vermerkt ist. Ist als Frist drei Monate und drei Tage vereinbart, so haben Sie einen Tag zu spat gekündigt.— Maurer. Die Konzession, beziehentlich die Znlaffung, kann Ihnen versagt werden. Ihre Besttafung ist aber kein Grund, Ihrer ckn der Sache unbeteiligten Frau die Konzession zu versagen.— 3 Wettende. Der Gerichtsvollzieher hat den Schuldner zu verhaften. Wie zu jeder VollstreckungShandlunq kann er zwecks Ausführung seines Auilraqes unter Umständen polizeiliche Hilfe requirieren.— Laß. Solche Enljcheidung giebt es nicht. Verurteilung wird schwerlich erfolgen.— Bavaria 91. Ihre Klage wäre ans- sichtslos, weil Sie um einen Tag zu fpät gekündigt haben. — B. 1. Soweit erstchMch, ist der Jnspettor kranken- und invaliden- versicherungspflichtiger Handlungsgehilse.— S., Löivestr. 2. Ja, dem Wirt steht aber ein Retentionsrecht an den Sachen zu, oder Ihre Frau setzt sich einer Bctrugsanklage aus, wenn sie im Mietsvertrasie sormularmäßig behauptet, die Sachen gehören ihr.— Leopold K Spielen in auswärtigen Lotterien ist verboten. Ein Rat, wie man einer Bestrafung sich entziehen kann, wäre strafbare Beihilfe oder strafbare Begünstigung. Einer sirasbaren Handlung machen wir uns nicht schuldig. Wir können Sie nur auf zwei Ersahrungssätze hinweisen: 1. Wer nicht spielt, spart in den meisten Fällen. 2. Nicht nur die Nürnberger hingen Keinen, den sie nicht singen.— Sch. IOO, Der Wirt hat recht: im letzten Monat haben wir fünfmal darauf hingewiesen, dag bei einer Kündigungsfrist non drei Monaten und drei Tagen die Kündigung spätestens am 27. Juni in den Händen des zu Kündigenden sein mutz; dies hätten Sie beachten sollen. — Ntonbit 7y. I. Sie sind in vollem Umsange sür den durch Ihr Kind angerichteten schaden verantwortlich. Für Handlungen von Kindern unter sieben Jahren hastet stets der Vater, nicht das Kind. Ist das Kind 7—13 Jahre alt, so hastet auch stets derjenige, der seine Aussichtspflicht über das Kind unterlassen und dadurch mittelbar den Schaden einem andern zugefügt hat. Das ist bei 12 jährigen Kindern nach der Rcchtsprcchnng fast stets(zweiscllos in Ihrem Falle) der Vater. Hat das über sieben Jahre alte Kind die zur Verantwortlichkeit seines Thuns ersordcrliche Einsicht, so hastet es aus eignem Vermögen, mitverantwortlich bleibt aber derjenige, der die Aussichtspflicht unterlassen hatte.— Krankenkasse 125. Wenn Sic die Statuten so einrichten, daß kein klagbares Recht aus der Mitgliedschast folgt, so ist weder Anmeldung noch Genehmigung ersorderlich, sonst ist Genehmigung notlvendig.— M. M. Nein. — G. G. K. Ob Sie ohne das Zahlungsversprechen zur Zahlung ver- pflichtet gewesen wären, kann zweisclhast sein. Sie sind es aber jedensalls, nachdem'das Versprechen abgegeben ist. Durch die Zahlung vergeben Sie sich nicht das geringste.— Grüner Weg 71. 1. Sie sind im Irrtum. 2. v. Hohenzollmt. B. Das von einer Krankenkasse zu zahlende Sterbegeld ist zunächst zur Deckung der Kosten des Begräbnisses bestinimt und in dem ausgewendctcn BeWage demjenigen auszuzahlen, welcher das Begräbnis besorgt. Ein etwaiger Ueberschutz fällt dem Ehegatten und nur in Er- mangelung eines solchen den nächsten Erben zu. 4. Der Berechtigte erhält den Schein auf seinen Antrag und seine Kosten. 5. Ein Anspruch auf Rückerstattung der Hülste des Betrages der sür einen Verstorbenen geklebten Marken steht der Witwe und den noch nicht 15 Jahre alten Kindern zu, wenn mindestens 200 Marken geklebt waren.— W. M. Das ist zu spät. — J-. K. Ja.— W. lt. 143. Die Geburt des Kindes mutz aus dem Standesamt angemeldet werden. Sie müssen eine polizeiliche Gc- nehmigung zur Haltung des Ziehkindes hahen.— Sch. 0. Nein, Sie sind verpflichtet, den"Vertrag bis zu seinem Ablauf innezuhalten. Schlechter Geschäftsgang berechtigt nicht zur vorzeitigen Lösung eines Mietsvertrages. — G. G. 4. Die Mlitiir-Ersatzkomnüssion entscheidet. Ihr gehören auch bürgerliche Mitglieder an. Rückfrage beim Bezirtsvorsteher vor der Eni- schcidimg ist die Regel.— 91. 30. 6. Dem Mann steht leider kein Recht mehr zu; es ist längst verjährt. Weitere Schritte sind nutzlos.— Molch 40. Ist das Schriftstück eigenhändig ge- und unterschrieben und datiert, so ist es gültig.— Gräfestrasie. Das Gehalt eines preußischen Ministers beträgt 36 000, das des Reichskanzlers 54 000 M. Hinzu treten bei letzterem Re« präsentationSkoslen, so daß seine Gesamtgebuhrnisse 100 000 M. betragen. — 9t. 2. 1. Da es sich um ein dauernd und vollständig eingefriedetes Grundstück handelt: ja. 2. Ja: der Landrat stellt den Jagdschein aus. 3. Ja.— 91. P. 10. 1. Ob die Klage aus Bezahlung der vereinbarten Stunden sür Magnetismus und Hhpnotismus Erfolg haben wird, hängt davon ab, ob der Richter annimmt, der sogenannte Kursus sei Schwindel. Nimmt er das an, wozu nach Ihrer Darlegung alle Veranlassung vorliegt, so ist die Klage abzuweisen. Gelangt der Nichter zur Ueberzeugung, daß der Lehrer von der Wertlosigkeit und dem Humbug seiner Taschenspieler- lünste überzeugt war, so giebt er die Klagealten zur Einleitung eines Stras- Verfahrens wegen Betrugs an die Staatsanwaltschaft ab. Lassen Sie es aus eine Klage ankommen. 2. Ist im Vertrage Schristlichkeit der Kündigung vereinbart, der Wirt, dem mündlich gekündigt ist, aber mit der mündlich ersolgten Kündigung einverstanden gewesen, so ist die Kündigung gültig.— Lerlobte. 1. Wenden Sie sich mit einer Beschwerde über die Weigerung des katholischen Pfarrers an die Regierung. 2. Lbrausnicksir. 20.— Unrecht 104. Sic können Beschwerde an die Eiscnbahndircktion richten, würden aber mit Recht abgewiesen, wenn angenommen wird, die Ver- Weigerung der Verabsolgung des Billets und der Getränke sei ersolgt, weil der Grad Ihres Angeheitertseins zur Nichtbesörderung usw. verpflichtete. Ssesaiteokatisdier Mtoersltt für de« 1. Berliner leldssteys-ll Äreis. Dienstag, den 5. Juli, abends 8'/. Uhr, in den„Spree- Hallen" (Hansa- Biertcl), Kirchstr. 13: DM" WefsainmSftiisig. Tagcs-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen K-ankow über: »Platonischer und urchristlicher Kommunismus". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet s236/11j Ikei» Vou�taml. Rummelsburg! Dienstag, 5. Juli, abends 81/. Uhr, in Wwe. Welgels grostcm Saale, Dürrschmidtstr. 45: Uolks-Uersammwng. Tagcs-Ordnung: I.Vortrag über:„Tie wirtschaftlichen»nd politischen Schwierig- leiten in der Frauenbewegung". Rcscrentin: Frau Mlartl»» Tletz. 2. Diskussion.. 3. Verschiedenes._ 222/14 Charlott eiiliiirg! Dirnstag, 5. Juli, abends 8'/z Uhr, im Volkshanse, Rosincnstr. 8: Noiks- Uersammwng. Tagesordnung: 1. llekerat des Genossen UjGO S „Die Schule im pmlUchkll Flttidtüge" �Diskussion. 203/13 Zahlreiches Erscheinen von Männern und Frauen wird erwartet. Achtung, Rohrer! Uerem der Rohrer Kerlins! Freie Vereinigmig der nud ilmgegend.| Decken-Rohrer. Montag, den 4. Jnli, abends 8'/, Uhr:'9y General- Versammlung im /Englischen Garten, Alexanderstr. 37c. Tages-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Bericht über die Einigungs- Verhandlungen und Ersatzwahlen zum Vorstand. UM- Ohne Mitgliedsbuch kein Eintritt. 201/1' Der Vorstand i Ter Vorstand des Vereins der Rohrer Berlins der freie» Vereinigung der und Umgegend._| Deckcn-Rohrer. Deutscher Holzarheiter- Verband. Westen und Südwesten. Montag, 4. Juli, abends 8>/, Uhr, bei Habel, Bcrgmannstr. 3—7: Vertrauensmänner-Versamnilung. 1 1 1. Bericht der Werkstattkontroll-Kommission. 2. Bericht der Vertrauen?- leute. 3. Verbandsangelegcnhciten und Verschiedenes._ 86/3 � Kistenmacher. � Montag, den 4. Juli, abends Z'/z Uhr, in den AndreaS-Festsälen, Andreasstr. 21: ¥ ersammlung�. Tagcs-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Georg I»avld«ohn über:„Die Greuel der Kriege". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. DaS Erscheinen aller Kollegen erwartet ver Vorstand. bis. Diejenigen Kollegen, welche noch picht im Besitz eines Fragebogens sind, werden ersucht, diesen in dieser Vergammlung entgegenzunehmen. Die Fragebogen sind außerdem zu haben in den Zahlabcnden Sonn- abends, un Arbeitsnachweis, Brcslnuerstr. 28 und bei Tiedemsun, Reichen« berger- und Lausitzerstratzen-Ecke. Die ausgefüllten Fragebogen müssen bis spätestens den 15. Juli in Händen des Vorstandes sein und sind im Arbeitsnachweis- Lokal ab- zuliesem. D. O. 103/10 I. A.: Karl Juckel, Rummelsburg, Kantstr. 39. Bildhauer _ aller Branchen. Montag, den 4. Jnli, abends 8 Uhr. in den„Armiuhallen", Kominandantenstr. SO: Oeffentl. Bildhauer-Versammlung. Tages-Ordnung: 21/13 1. Referat des Genossen H. Silberschmidt:»Der steigende Einfluß der Gewerkschastsorganisationen". 2. Ergebnisse der Berusszählung. 3. Die Lohnbewegung der Holzbildhauer: Bericht über stattgehabte Verhandlungen. S&gr- Zahlreicher Besuch wird erwartet.__ Fain der iiiiinenteo-lirlieiier. Montag, den 4. Jnli, abends S1/, Uhr, bei Granmaun, Raunynstr. 27: 141/16 Vlerhstatt-Seleperten-Versammlnng. Tagcs-Ordnung: 1. Vortrag über:„Das deutsche Proletariat und seine Zuktmft". 2. Diskussion. 3. Werlstattangelegenh eiten. NM- Wir ersuchen die Kollegen dafür zu sorgen, daß jede Werkstatt vertrtten ist. vor Vorstand. VeM der an KolzbaaMunsss- Maschinen beschaftigien Arbeiier Berlins nod UmgogeniL Sonnabend, den 9. Juli 1904: im Sielm-elriergarten am Kiinigsthor. Grosse Specialitäten-Vorstellung, Kinderbelustigungen aller Art. ——— Im Saale: TV.XX. Die Kaffecküche steht den geehrten Damen von 3 Uhr an zur Verfügung. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. NB. Am Sonnabend, den 9. Jnli, werden aus den Zahlstellen tCMtö entgegengenommen. Kraukengeld wird am Freitag, den 8. Juli, gezahlt. Mittwoch, den v. Juli 1904, abends 8 Uhr: Werkstatt- Delegiertenversammlnng im GewerkseBaftsIlanse, Saal III. Montag, den 11. Jnli 1904: pSp" General- Versammlung"TV im Gewerkscliaftshause, Saal I. 75/13___ Der Vorstand. MW-!!! Achtung!!! Verlegung lies Verbands-Bureaus der Bäcker! Seit dem 1. Juli d. I. befindet sich das Bureau des Verbandes der Bäcker Deutschlands, Mitgliedschaft Berlin, in Zerlin C. 54, Gipsstr. 2, fjof plirteere. Telephon Amt III 1243. Alle unfre Kollegen sowie die Herren Arbeitgeber, besonders aber die Parteigenossen bitten wir, dies zu beachten. 298/16 Der Vorstand des Deutschen Bäeker-Verbandeö. ! Villen- Monis Weder- Jehüniiausen Baustellen in schönster Lage Ntieder-Schönhausens an vollständig' | regulierten S tragen mit GaS- und Wasserleitung/ nur hochliegendes, trockenes Land. Per LH-R. V0»t 85 M. NN. maß*| Auskunft jederzeit im Bureau, Kaiserweg 3, Mieder-Schönhausen. !! Von 86 M. an!! Anzug nach Maß, neueste Frühjahrs- muster, feinste Zuthaten, 2 Anproben. Für guten Sitz bekam gold. Medaille. Ludwig Engel, Prenzlauerstr. 2i{ II (Alexaiiderplatz). Gegründet 1892. IM- Arbeiter! TNSß kauft billig auf Teilzahlung Uhren, Goldware» direkt beim Uhrmacher, wöchentlich 1 Mark. 2473b »rnno Giesler, Aikerstr. 2. Zai-ii.-Sr- Jacobson,.SÄ u. Moabit,£indenerstr. 22. 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Juli, vorm. 11 Clhr, in der Brauerei friedrichsbain: Uehving'S- stunde. Geübt werden folgende Lieder:»Stolz und kühn",»Der Menschheit Erwachen",»ZukunslSblüten",„Liedes- lust",„Abends" und„Muttcrherz". Pünktlich erscheinen: Bnndcskarte legitimiert. Im Siebensaale vormittags prftc. 19 Uhr: Ausschuss- Sitzung. Dages-Ordnung: 1. Ausnahme von Vereinen. 2. Bundesangelegenheiten. NU. Weitere Ausgabe der Billets zum Sängersest in Friedrichshagen. Der Vorstand. Molkerei, Brolstellef achtjährige Kundschaft, verkäufl. Ersorderl. 3000 Mark. Oss. P. 7 Exp. d. Bl. b615L* Für gtestaurateure-c. giebt es keine praktischeren Käsesorten wiemeine Postkollo-Zufammenstellung von: 40 portions-delikatess- u. 40?ortions-Bierkäs'chen in nur wirkt. Hochseinst. Ware M. 6,40 franko. Nachnahme. 6. maisch lHaehr., Memmingen, bayer. Allg. „VurZtmexer" t die beste WursL Berlin Hat Brunnenstr. 6. 55902* Zchim-Fabrik iiich. 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Unorganisierte muffen schriftliche» Ausweis vom Bertranensman» der Werkstatt vorzeigen. vi« Ortsverwaltong. p Konfektion .___|,Ä bedruckt Kattun, Passe_-- Morgenrocke garniert 6.25 Morgenröcke 1 2.50 Morgenröcke KS'.WrtÄ 32.50 Kleiderröcke 5.90 Kleiderröcke Äi" und 6.25 I»albleinen, Volant mit, Unterrocke Entredeux und Spitze 1.95 ■ i„4.�__ Mohair, mit Säumchen und 0__ Unterrocke Tresse 3.60 l Mohair, plissiert Volant m. 0 n- Unterrocke Säumchen und Atlasband 6.25 I l_ Seidentaflet, Volant mit, r\ rr r\ Unterrocke Pliss6 und Entredeuz 10.50 Bimsen bedeutend unter regulären Preisen aus Waschstoffen, zum Teil O c/-\ Leinen, m. Säumchen u. Paspel aus gestreifton und karierten A «um Teil Wollstoffen, gefüttert H-.Dky, m. 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Nachtjacken sÄSf-vJiant 1.90u.2.45 Nachthemdens,;ckerei3.45. Z�unt. 3 ,40 Nachthemden?, Ic�'vSam 3.85 Mk. Beinkleider Sfs'Äi Weisse Röcke vifälf,1""" 1.45 bi, 2.50 3.70u.4.50 Weisse Röckev�c�spitze 6.75u.8.50 Weisse Barchentröcke mit Stickerei-Volant 2.25u.2.70 Renforce-Röcke mit Stickerei-Volant 2.25 Mk. Herrenhemden S!,mFaiten�h 2 Mk. Herren-Nachthemden buntjBefall; 3.30 Mädchenhemden» Gr. 70 Pf. bis 1.70 Mädchenbeinkleider 9 er. 1 Mk. bis 1.55 Ein Posten Damen- »taub-Paletotsu. Havelocks regulär bis 24 Mk. Kioderscliurzeini Gartenschürzen Länge ca. 50 55 60 65 70 Cretonn. 1.20 1.30 1.40 1.50 1.60 grau Leinen 1.40 1.50 1.60 1.75 1.90 Gartenschürzen einfarbig mit Schärpe Länge ca. 50 55 60 65 70 1.65 1.75 1.85 1.95 2.10 Russenkittel Lg#.ca.50ui5ein 1.95 bis 2.50 soweit der Vorrat reicht: Wollwaree Herren-SporthemdenIbktn0ü�fbt?'n3 Mk. 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BerlagScmstalt Paul Smger& To., Berlin SWi M. 25* bisher M. 48. sehr elegant n. dauerhaft aus prima braunem Lon�rin- ir mit Innentasche und 4xaohjrersoliliessb. Bügel, Leder i L6nKe om n. 8,*5 27 »,«« 8,5«. Prima braones Longrin- Leder 2,75 Mark. Nr. 154. 21. Jahrgang. 3. KnIlP des JotBätls" Serlim Bollisllatt. Sonntag, 3. Inli 1904. Soziales. Die Feiertagsrvhe der Bäcker wird durch ein Urteil des Schöffengerichts Fürth durchbrochen. Der Bäckermeister Schmelzer hatte in der Nacht zum Ostersonntag auf den Ostermontag gebacken und zur Aushilfe seinen Schwager, einen Schreiner, sowie seinen 13sährigen Sohn, einen Realschüler, verwendet. Er bekam dafür einen Strafbefehl auf tb M. Geldstrafe wegen Uebertretung des § 165b der Gewerbe-Ordnung. Seine Berufung hatte den Erfolg, dah er vom Schöffengericht freigesprochen wurde. In der Urteils- bcgründung heißt es, hier handle es sich nicht um den Schutz ge- werblicher Hilfsarbeiter, weil kein vertragsmäßiges Arbeitsverhältnis vvrliege, sondern um Personen, die aus verwandtschaftlichen Rück- sichten aushilfsweise kurze Zeit bei der Fabrikation von Backwaren thätig gewesen seien. Wenn das Urteil in der Berufungsinstanz nicht umgestoßen wird, so ist die Ruhezeit der Gehilfen wieder auf recht schwache Füße gestellt, denn die andern Bäckermeister werden natürlich dem Beispiele folgen, dabei aber nicht immer ihre Verwandten allein zur „Aushilfe" verwenden. Etwas von der socialen„Fürsorge". Ein Arbeiter in Würzburg, der durch einen Betriebsunfall zum Krüppel geworden ist. mußte bis zum Landesversicherungsamt gehen, um eine entsprechende Rente zu erlangen, weil man ihn mit einem Butterbrot abspeisen wollte. Er erhielt nur 75 Proz. der Vollrente zugesprochen, obwohl jw gänzlich erwerbsunfähig ist. Bezeichnend für unsre vielgepriesene�Social- rcforin ist folgender Passus in dem Bescheid des Landesversicherungs- amtes:„Der Antragsteller bedarf allerdings der Schonung, deshalb wurde ihm auch eine Rente von 75 Proz. zugesprochen; da er aber noch zwei gesunde Beine hat, die er zu Boten- und andren Gängen verwenden kann, so kann von einer völligen Erwerbsunfähigkeit keine Rede sein." Er hat noch zwei Beine! Es scheint fast, als müßte ein Arbeiter erst beide Arme und Beine zugleich verlieren, um vom bayrischen Landesvcrsicherungamt als total erwerbsunfähig betrachtet zu werden und Anspruch auf die Vollrente zu haben. Erhebungen über Kinderarbeit. Zum Enttourfe des Gesetzes. betr. Kinderarbeit in gewerblichen Betrieben, hatte der Reichstag in der Sitzung vom 23. März v. I. folgende Resolution gefaßt: „den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, zum Zwecke von Er- Hebungen über den Umfang und die Art der Lohnbeschäftigung von Kindern im Haushalte(Aufwartung, Kinderpflege u. dgl.), sowie in der Landwirtschast und deren Nebenbetrieben ihre Gründe, ihre Vorzüge und Gefahren, insbesondere für Gesundheit und Sittlichkeit, sowie die Wege zweckmäßiger Bekämpfung dieser Gefahren mit den Landesregierungen in Verbindung zu treten und die Ergebnisse der vorgenommenen Ermittelungen dem Reichstage mitzuteilen." Gemäß dem Beschlüsse des Bundesrats vom 23. d. M. hat der Staatssekretär des Innern nunmehr den Bundesregierungen vorge- schlagen, zunächst über den Umfang und die Art jener Kinder- beschäftigung eine Aufnahme durch die Lehrer(Lehrerinnen) an den öffentlichen Volksschulen unter Zugrundelegung eines einheitlichen Formulars am 15. November stattfinden zu lassen. Die Erhebung soll sich auf diejenigen volksschulpflichtigen Kinder erstrecken, welche im Laufe des Jahres vom 15. November 1903 bis 11. November 1904 im Haushalt oder in der Landwirtschaft und deren Nebenbetrieben gegen Lohn beschäftigt wurden. Durch die Ermittelungen soll festgestellt werden, in wieviel Wochen die Kinder beschäftigt waren. Außerdem ist besonders zu ermitteln, wieviele von den Kindern außerhalb der Ferienzeit zeitweise mehr als sechs Stunden täglich beschäftigt waren, an wieviel Tagen durchschnittlich in der Woche, in wieviel Wochen durchschnittlich und mit welchen Arbeiten vorzugsweise. Bei der Beschäftigung von Kindern mit land- und forstwirtschaft- lichen Arbeiten wird ferner eine Angabe darüber verlangt, zu welchen verschiedenen Arbeiten die einzelnen Kinder im Laufe des Jahres vom 15. November 1903 bis 14. November 1904 verwendet wurden. Endlich wird eine Sonderung der Angaben nach dem Geschlecht und nach Altersklassen gefordert, wobei zwischen Kindern im Alter von unter 10 Jahren, solchen im Alter von 10 bis 12 Jahren und solche über 12 Jahren unterschieden werden soll. Die Verarbeitung des entstehenden Materials soll durch das kaiserliche Statistische Amt erfolgen; indessen bleibt es den Bundes- regierungen vorbehalten, die Erhebungen für ihr Staatsgebiet durch Landesbehörden zusammenstellen zu lassen und hierauf lediglich die Gesamtübersicht mit dem zu Grunde liegenden Materiale dem kaiser- lichen Statistischen Amte einzusenden. Die Löhne der preußischen Eiscnbahnarbeiter sollen vom 1. Juni 1904 ab aufgebessert werden und die Eisenbahndirektionen haben dieses Verlangen prompt erfüllt. Es ist wahrhaft rührend, zu sehen, in welcher glänzenden Weise jetzt in den 10 Ortsgruppen, die dem DirektionSbezirke Frankfurt a. M. unterstellt sind, für die Leute gc- sorgt ist. Da ist vor allem die Gruppe G mit 39 Stationen, darunter Hersfeld, Hünfeld, Bebra. Der Eintrittslohn beträgt jetzt nach der Aufbesserung und Neuregulierung 1,70 M.— pro S winde? wird der Leser fragen. Nein, pro Tag. Der Höchstlohn nach achtjähriger Dienstzeit bewägt für diese Gruppe 2,20 M.— Für die Gruppe? mit'86 Stationen, darunter Gelnhausen, Wächters- bach, Lanterbach, Langenselbold, Herborn, Elm, Alsfeld, Amöne- bürg wurde der Eintrittslohn auf 1,80 M. festgesetzt, nach 8 Jahren 2,80 M.— Die Gruppe E, 40 Orte mit Büdingen, Butzbach. Diez, Weilbura fängt mit 1,90 M. an und hat nach achtjähriger treuer Dienstzett das Glück, 2,40 M. beanspruchen zu können.— Die Gruppe D, 64 Stationen, mit Limburg, Wetzlar, Fulda, Aschaffen- bürg, Bad Nauheim, Bruchköbel, zahlt Löhne von 2—2,50 M. nach acht Jahren, die Gmppe C mit Friedberg, Gießen, Usingen, Wirges, Camberg, Saalburg 2,10—2,60 M. und die Gruppe H mit Vilbel, Bonames, Idstein, Niedernhausen usw. 2,20—2,70 M.— Die Gruppe A hat vier Untersettionen. In A IG mit Auringen, Erbenheim, Hom- bürg, Kriftel, LorSbach, Oberursel, Rödelheim, Weißkirchen, Mülheim usw. haben die Leute bereits nach acht Jahren Aussicht, 2,80 M. zu der- dienen; der Anfangslohn ist 2.30 M. A G Hanau, Nord-Ost-West und Mainkur zahlen 2,50 M. Anfangslohn, dafür nmß aber jemand zwölf Jahre thättg sein, bis er's auf 2,90 M. bringen kann. In A I Wiesbaden, Hochheim, Flörsheim und Hatersheim fängt man mit 2,60 M. an, um nach 12 Jahren einen ganzen Thaler Lohn be- ansprachen zu können. Und in Gruppe A endlich, umfassend Haupt- und Ostbahnhof und alle Franksiirter Zwischenstattonen, sowie Griesheim, Höchst und Offenbach, bewägt der Höchstlohn gar 3,40 M., die Karenzzeit ist dafür aber auch auf 13 Jahre festgelegt, der An- fangSlohn bewägt 2,80 M. Wie elend mögen diese Löhne wohl vor dieser„gerechten Regulierung" gewesen sein I Wenn sich die„Umsturz- gedanken" bekämpfen ließen, mit Löhnen von 1,70 bis 3,40 M. dürfte sich's schwerlich erreichen lassen. Jim der frauenbcweguncf. Britz. Am Donnerstag findet hier in der Rosensee- Terrasse, Chausseesw. 69, eine öffentliche Frauenversammlung statt. Nachher soll die Gründung eines Frauen- und Mädcheu-BildunaSvereins für Britz vorgenommen werden. Zahlreiches Erscheinen besonders der hiesigen Frauen ist erwünscht. Rixdorf. Verein gewerblich thätiger Frauen und Mädchen von Rixdorf und Umgegend. Sonntag, den 10. Juli: Familien-Ansflug nach Johannisthal. Treffpunkt präcis 10 Uhr am Richardplatz, für Nachziigler um 2 Uhr ini Restaurant Rau, Johannisthal. Gäste herzlich willkommen. Zahlreiche Beteiligung aller Mitglieder er- wünscht._ Der Vorstand. Cdocbcti- Spielplan der Berliner Cbeater. Neues kiinigl. Opern- Theater. Sonntagnachnüttag 3 Uhr: Die Uedermaus. Sonntagabend: Orpheus in der Unterwelt. Montag: Der Rastelbinder. Dienstag: Die Puppe. Mittwoch: Die Geisha� Donnerstag: Die Fledermaus. Freitag: Orpheus in der Unterwelt, sonnvend: Das süße Mädel. Sonntag: Der Zigeunerbaron. Sonntagnachmittag: Die Geisha. Montag: Der Bettelstudent. Schiller-Theater O.(Wallner-Theater.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Wildschütz. Sonntagabend: Der Prophet. Montag: Die Fledermaus. Dienstag: Der Troubadour.(Bötel.) Mittwoch: Oberon. Donnerstag: Der Postillon von Lonjumeau.(Bötel.) Freitag: Unbestimmt. Sonnabend: Die Jüdin. Sonntag: Unbestüilmt. Sonntagnachmittag: Zar und Zimmer- mann. Montag: Unbestimmt. Neues Theater. Allabendlich: Einen Jux will er sich machen. Theater des Westens. Sonntagnachmittag: M-Heidclbcrg.(Anfang 2ll, Uhr.) Sonntagabend und Montag: Der jüngste Lieutenant. Dienstag und Mittwoch: Mamzelle Nitouche. Donnerstag: Der jüngste Lieutenant/ Freitag und Sonnabend: Mamzelle Nitouche. Sonntagnachmittag: Alt- Heid elberg.(Ansang 21/, Uhr.) Sonntagabend: Mamzelle Nttouche. Montag: Der jüngste Lieutenant. Kleines Theater. Sonntag und Montag: Nachtasyl. Dienstag: Der Märtyrer. Licbesträume. Mittwoch und Donnerstag: Nachtasyl. Freitag: Fräulein Julie. Sonnabend und Sonntag: Nachtasyl. Montag: Fräulein Julie. Belle-Zllliance-Theater. Allabendlich: Wintcr-Thmian. Carl Weist- Theater. Sonntagnachmittag: Zwei Frauen.(Anfang 3 Uhr.) Allabendlich: Der Weg zum Herzen. Sonntag, 19. Juli, nach- mittags 3 Uhr: Vineta, die versunkene Stadt. Central- Theater. Sonntag: Der Herr im Hause. Montag: Der Pfarrer von Kirchseid. Dienstag: Er. Madame Bonivard. Mittwoch: Hamlet. Donnerstag: Der Herr im Hause. Freitag: Hosgunst. Sonnabend und Sonntag: Onkel Bräsig. Montag: Unbestimmt. Apollo-Theater. Mabendlich: Venus aus Erden. Specialitäten. Anfang 8 Uhr. Metropol- Theater. Allabendlich: Ein tolles Jahr. Anfang 8 Uhr. Wintergarten. Edith Helena. Heloise Titcomb.s Specialitäten. Ansang 8 Uhr. Passage-Theater. Terka Scmmeloss. Anfang 5 Uhr, Sonntags 3 Uhr. Urania- Theater. Taubenstraße 18/49. Die Insel Rügen. Ansang 8 Uhr. Sonnabend: Im Haushalt der freien Natur. Ansang 4 Uhr. Witterungsüberficht vom s. Juli 1964. morgens 8 Uhr. Stationen Swinemde. Hamburg Berlin Franks.a.M. München Wien 760 761 761 762 764 761 II gif SW Still SW I «Itter tss; c5|. H S> 1 heiter 3bedeckt — wolkig 3bedeckt l.wolkig 2, heiter Stationen c a »=• S c s« Haparanda Petersburg Corl Aberdeen Paris 759.NO 755 SO 7SSSW 764iSttll Wetter Bfffi C?- #1. n ts M ,°n 2 bedeckt 2 wolkig 2' heiter — bedeckt 11 16 14 16 Wetter-Prognose für Sonntag, den 3. Juli 1904. 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Herren-Wasch-Anzüge........ 12, 9 5" Herren-Strand-Anzüge 24, is, 13, 10, 7.50, e 4 25 M. Reise-Stoff-Anzüge A A A$ 33'.30: 15 m. Schwarze Qehrock- Anzüge A A 27 h. Radfahrer-Anzüge... 27, 24, 21, is, 15, 12 6 m. Regen-Pelerinen mr Radfahrer. 12, 7.50, s.50 5 m. Herren-Pique- Westen s, 5, 4, 3.50,275,-25 l lsL Herren-Sommer-Hosen 12, s. e, sso, 4. 3 1 7* Automobil-Leder- Jacketts ��5' LS u. Schüler-Joppen-Anzüge.«, 5, 4, 3, 250 l j? Jünglings-Stoff-Anzüge so, 24, 21, is, 15, 12 9 m. Knaben-Wasch-Anzügesowoitvorratvon90 � Knaben-Wasch-BIusen soweit Vorrat von 50 an Zu bedeutend herabgesetzten Preisen, gäbe der betrefienden Serie oder Ueberfüllung der Läger oder sonstiger Mängel verkauft, so lange die Vorräte reichen: HerreH-Anzüge....... von M. lO.— an I Knaben-Anzfige...... von M. 0.90 an Souimer-Paletots...... von M. 5.— an| Jüngling-s- Anzüge..... von M. 1.80 an Außerdem in allen Abteilungen große Mengen Waren zu ganz bedeutend herabgesetzten Preisen. 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Montag: Dieselbe Vorstellung. Central. Der Herr im Hause. Montag: Der Pfarrer von Kirchfeld. Carl Weist. Der Weg zum Herzen. Nachm. 3 Uhr: Zwei Frauen. Montag: Der Weg zum Herzen. Stadt-Theater Moabit. Großstadt- zauber. Montag: Dieselbe Vorstellung. Mctropol. Ein tolles Jahr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Winter- Garten. Edith Helena. Heloise Titcomb. Specialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Apollo. Venus aus Erden. Speciali- täten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Reichshallcn. Stettiner Sänger. Pieske bei Vater Philipp. Ansang 7 Uhr. Passage-Theater. Terla Semmeloff. Specialitäten. Urania. Tanbenstrafte 48/4S. Die Insel Rügen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Jnvalidenstrastc 57/62. Sternwarte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Sehiller-Ilieater 0. (Wallner-Theater). Morwist-Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr bei halben Kassenpreisen: »er HWItfeeliUt-!. Sonntagabend 8 Uhr: vor»replret. Montagabend 8 Uhr: »tv lkleUvriiimig. Dienstagabend 8 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel. »er Troubadnr. 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Aenderung des Statuts. 3. Kaffenangelegenheiten. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung werden die Mitglieder ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. 291/3 Ter Vorstand. Orts-Krankenkasse der Sattler und verwandte» Gewerbe zu Berlin. Rlontag, den AK. dnll, abends 8'/, Uhr, im Gewerkschaftshause, Eugel-User 15, Saal VII: �usseu-ordentHcke Generalversammlung der gkwMkll Nertretkr der Kafftnmitglikdtr. Tages-Ordnung: Wahl eines Mitgliedes zum Bor- stand für 1904-1905. Um 9 Uhr i �usserordentlicke Generalversammlung der geulMen Wrrtfr der Arlikitgtber und Kassen- Mitglieder. Tages-Ordnung: 1. Beschlußfassung über die Ab- schließungdes Aerzteverttagessür 1905. 2. Antrag des Vorstandes aus Ge- haltszulage für den Rendanten. 3. Verschiedenes. 274/10 Delegiertenkarte legitimiert. Um pünktliches und zahlreiches Er- scheinen ersucht Der Borstand der Orts-Krankenkasse der Sattler u. verwandten Gewerbe zu Berlin. Im Austtage: A. Tischendort, Vorsitzender, Dresdenerstt. 107/108. W. DIHmann, Schrists., Sparrstr. 6. Orts- Krankenkasse für das Goldschmietlegewerbe zu Uerlin. Montag, den 11. Juli 1904, abends 8 Uhr, in den Zlrminhalleu, Kommandantenstr. 20(Heiner Saal); Ansterordentliche General-Versammlung sämtlicher Herren Delegierten. TageS-Ordnung: 1. Beschlußfassung über den mit den Slerzten abzuschließenden Vertrag. 2. Kaffenangelegenheiten. MU- Die Versammlung wird pünktlich eröffnet.'WQ vor Vorstand. I. A.: E. Davidshäuser. Vorsitzender. H. Hertz, Schristfuhrer. 274/9 J. Baer E3dStr.26,Prin2CkAlloe Herren- und Knaben- | Moden. Berufskleidung. Elegante Palelots und Havelocks.• 'Grosses Lager in- und ausländischer Stoffe zur Anfertigung nach Mass. Allerbilligste, streng feste Preise. Sngtiseli. Unterrieht (Konversation u. Aufangs-ttiitcr. ticht) erteilt und Ucbersehungen übernimmt(55162* Gertrud Sivienty, SchOneberg, Sedanstraßebl, m. Orts- Krankenkasse der Llhiiviuwi, nnd verwandter Gewerbe zu Berlin. Die Vertreter der Orts-Kranken- lasse der Schneider, Schneiderinnen und verwandter Gewerbe zu Berlin werden zu der am Montag, den 11. Juli 1904, abends 8'/, Uhr, in dem Neuen Klubhaus, Kommandantenstr. 72 stattfindenden anwserovdcntlirhon General- VersaiiMnluiig laut§ 52 des Kassen stawis hiermit eingeladen. Tages-Ordnung: Beschluftfassung über die Art der ferneren ärztlichen B.chand- lung der Mitglieder.— Ver- schiedenes. 2445b Ber Vorstand. Frau Emma Ncimann, Vorsitzende. Frau Rösicke, Schristsührerin. O)rts- Krankenkasse der Stellmacher Kerlins. Montag, den 11. Juli, abends 8 Uhr, bei Wille, Brunnenstt. 188: Anfterordentliche General-Ver8animlimg. Tagesordnung: 1. Beratung und Beschlußfassung über den Acrzte-Vcrtrag. 2. Verschiedene Kassen- Angelegen- Helten. Pflicht der Mitglieder sowie der Herren Arbeitgeber ist eS, recht pünlt- lich und zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. I. A.: B. Lehr, Vorsitzender, 274/8 Brunnenstt. 109. Verdsnä der Idöbelpolierer. AM- Der Arbeitsnachweis für Snoost und Ripdorf befindet sich nur beiTzschacksch.Naunynstt. 6.(Telephon- Amt IV Nr. 5729.) Bei Mohn, Heinrichsplatz, wird Arbeit für Möbclpolierer nicht mehr vermittelt. Es ist Pflicht aller Kollegen, ihre Arbeitgeber aus obiges sofort aus- merksam zu machen. 146/20» Ber Vorstand. Valbamlllaslagailasas Filiale Berlin. Nachstehende Zahlstellen sind ein- gerichtet: Beittäge werden entgegen ge- nomine»: ~ Jeden Sonnabendabend von S 6-8 Uhr: 2 1. 0., Sttalauerstr. 48, bei Hahn. c 2. S-, Lindenstt. 69, bei Slugustin. 'S 3. W., BlumeShos 9, bei Dotiert. 4. NW., Turmstt. 84, bei Jocksch. s 5. N.,Hannoverschestt. 2,beiKube. S 6. NO., Gollnowstr.39,b. Tuschcr. -S 7. O., Fruchtstt. 54, bei Kluß. — 8. Rixdors, Berlincrstt. 14, bei S Koppe. N Täglich: «n 9. N., Kunkelstt. 6, bei Pade. ■5 10. N., Lychnerstt. 7, bei Krüger. ja 11. NO., Limenstt. 218, b. Drescher. Z 12. Schöneberg, Apostel Paulus- straße 22, Stfl. III, b. Bleicher. S 13. Charlottenburg, Göthestt.28/29, •2 bei Raick. 3 14. N., Sttelitzerstt. 51, Ouerg.m, l? bei Faber. 15. L0.,Engel-UIer 15, Zimmer 35, Bureau. Arbeitsnachweis: Rückerstr. 9 in der Bureanzeit. KB. Dienstag, den IL. d. M., abends 6'/, Uhr: Besichtigung der Ausstellung für Arbciter-Büohl- fahrtsriurichtungen in Charlotten- hurg, Fraunhoscrstt. 11—12. Besichtigung unentgeltlich. 177/14_ Die Ortsverwaltung. r, Monatlich io- 10 Mark- liefere Anzüge Paletots nach Maß Per Kaffe auch billigste Preise. 1 1MMM ÄÄ. Nach langen Leiden entschlief Freitagabend 10'/, Uhr nicin Mann, unser Vater, Schwiegcr- und Großvater, der Dachdecker VilHielm Schulz im 55. Lebensjahre. Beerdigung Dienstag 31/, Uhr, Georgenkirch- hos, Weißensee. 2453b Wwe. Schulz nebst Kindern. Banksagnng. Für die vielen Beweise stiller Teil- nähme und die zahlreichen 5kranz- spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Wiih. Eehnigor sage ich allen Freunden und Bc- kannten, insbesondere den Genossen des 6. Wahlkreises, den Mitgliedern des Deutschen Metallarbeiter- Ver- bandes sowie dem Gesangverein .Freundschaft II' meinen herzlichsten Dank. 2476b Die trauernde Vlitwe Marie Eehnlger nebst Tochter und Bruder. Von der Keise zurück Oi*. SchensieB, Spezialarzt für Harn- und Blasenleiden. Roh-Tabak.. Grefte Auswahl, billigste Preise. Formen: Oripal-Falirikpreise. 5. J. Frankel,, 5. Neue Promonade 11. Kottbuser Strasse 11. 181. Brnuncnstrasse 181. Roh Beck -Tabak Becke Nr. 5194 hell, gespickelt, schneeweiß brennend, 1. Länge Vollblatt 56442' a M. 2.80 verzollt. W. Hermann Müller, Berlin O., Alexaudersir. 22. Größte Ausw. Billigste Preise. Vorzügliche Qualität. SRol)!abah Guter SJvuiü) I Vorzügliche I 1i?'Fabrjkatlovs-Zlttnsslien Neue Formen, sehr große Auswahl zu Original-Fabrikpreiseii.' Kemdch Tranck, 185 Brunncnstr. 185. Rolltabak Max Otto, Filiale s 56432* tS2Srunn6nstr.152. Billige Preise. Reiche Auswahl. _ Roh-Tabak U_ Max Jzvcoby, Strelifterstr. 52. Alt bekannte billige Preise. 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Juni, verstarb unser treues Mitglied und zweiter Vorsitzender Gu8lav Koebsch. Ehre seinem And enken I Die Beerdigung findet Sonntag, den 3. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Eenttal- Friedhofes in Friedrichssclde aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 2432b Der Vorstand. VeHiaill! der Maschiiiislen und Heizer sowie Berufspossen Bcntschiands. Verwaltungssteile Berlin u. Umg. Todes- Anzeige. Die Beerdigung des am 2. d.Mts. verstorbenen Mitgliedes •Mkk Ssteidtsen, findet am Dienstag, den 5. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas-Kirch- Hofes in Nixdorf, Hcrmannstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Centra!?erlia!i!l öer Handels-, Transiicrl- u. Verkehrsartieitef Deutselilands. Den Mitgliedern hierdurch zur ! Nachricht, daß unser Mitglied, der I Kellerarbeiter Cdusnl Paul am 30. Juni verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. Juli, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des iNeu-WeißcnsecrGcmcindesriedhofs Rölkestraße, aus statt. Die OrtSbcr'.valtnng I. Deutscher Metaliarheiter-Vcrband Verwaltungsstelle Berlin. Xodcs-Auzcige. Den Kollegen zur Nadiricht, daß unser Mitglied, der Rohrleger ÜSbert Süepkea« j am 30, Juni gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am -onntag, den 3. d. MtS.. nach- I mittags 4 Uhr, von der Leichen- I Halle deS Kirchhoses in Wilhelms- > berg aus statt./ 117/9 J Rege Beteiligung erwartet Z_ Die Ortsverwaltung. (Filiale Berlin). Todes-Anzeige. Am 1. d. M. verstarb unser j Mitglied Oskar Diehr. Die Beerdigung findet Sonn- tag, den 3. d. M., nachmittags! 2 Uhk, vom Trauerhaufe, Rügener«| sttaße 16, aus nach dem Friedens- Kirchhofe in Nieder-Schönhause» I statt. f 196/1 Der Vorstand. Central-Verein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltungssteile Berlin. Ilm Donnerstag, den 30. Juni, verstarb eines unsrer ältesten und bravsten Mitglieder, der Stein. bfldhauer Li/14 Louis Salrein im Alter von 42 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 3. Juli cr.. nachm. 5� Uhr, aus dem Friedhose in Schönow(bei Bernau), Station Zepernick, statt. Abfahrt 2,36 Uhr ab Stettiner Bahnhof euvenluell 2,41 Uhr Bahnhos Gesundbrunnen. Nachzügler 3,36 Uhr. Der Vorstand. Lachmann& Scholz 76 Turmstrasse 76 Warenhaus Montag, den 4. Juli, bis Mittwoch, den 13. Juli: S Ottostrasse I Saison-Räumungs* V erkauf AusnahmesPreisen In sämtlichen Abteilungen unsres Warenhauses sind besonders preiswerte Posten zum Verkauf gestellt. Die beim Umbau resp. Umzug leicht beschädigten Waren sind im Preise bedeutend ermässigt. Dienstag, Mittwoch u. Donnerstag geben wir die doppelte Anzahl Rabatt- Marken. 1 Posten schwarze Seldenbeslitze Mtr. 1 Pf. 1 Posten Mansezähnchen-Besatz Mtr. 1 Pf. 1 Posten schwarze PerlhesÄtze Mtr. 3 Pf. 1 Posten reins. Bipsband ca. 4, 6, 8 cm. 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Keyling» auf deren Betreiben der Kläger auf dem Arbeitsnachweis der Metallindustriellen gesperrt, d. h. arbeitslos gemacht wurde, weil er in dem Betriebe Mitglieder für seine Organisation, die Deutsche Metallarbeiter- Gewerkschaft, zu werben suchte. Das Reichsgericht erklärte unter Aufhebung der Urteile desBerlinerLand- und des Kammergerichts den Schadensersatz- anspruch des Arbeiters für gerechtfertigt und charakterisierte in seiner Urteilsbegründung das berüchtigte Anssperrungssystem des Kühne- männer-Berbaudes als eine verwerfliche und unzulässige Matzregel, die nach den allgemein bestehenden Sittenanschauungen als unbillig und ungerecht erscheinen müsse und einen sehr schweren Eingriff in das wirtschaftliche Leben des davon Betroffenen darstellt. Wie nicht anders zu erwarten, kam dieses Reichsgerichtsurteil den Kühnemännern sehr ungelegen. Sie waren bisher der Meinung, dah ihr Aussperrungs- und Verrufssystem einfach unfehlbar sei. Es war ja ausgeklügelt unter sachverständiger Beihilfe schwer be- zahlter Juristen, und es funktionierte bisher zur vollsten Zufrieden- heit des Metallindustriellen-Verbandes. Wie mancher ehrliche Ar- beiter bat die Wirkung dieser»Sperre" am eignen Leibe verspüren müssen I Sobald er sich bei seinem Arbeitgeber oder dessen Kreaturen „mihliebig" gemacht hatte, sei es, datz er gegen Mützstände im Ve- triebe opponierte oder für seine Organisatidn thätig war, gleich wurde er dem„schwarzen Kabinett" in der Gartenstratze als„renitend" oder als„Agitator" und„Hetzer" signalisiert und auf Monate, auf Jahre oder auch dauernd gesperrt. Wie ein gehetztes Wild konnte solch Arbeiter von Fabrik zu Fabrik, von Werkstatt zu Werkstatt laufen. Hatte er Arbeit gefunden und kam mit dem„Handschein" nach dem Arbeitsnachweis, um dort die vorgeschriebene Bestätigung zu holen, datz er anfangen könne, so blätterten die Nachweisbcamten erst in den„schwarzen Listen" oder in den Verrufskarten umher; mit unfehlbarer Sicherheit fanden sie den„Zinken" des Gekennzeich- neten und kurz tönte es ihm entgegen:„Für Sie giebt es hier keine Arbeit!" Der Handschein wurde vor seinen Augen zerrissen. Ist es doch zeugeneidlich erhärtet worden, dah ein Dreher der Schwarzkopffschen! Fabrik aus Anlaß einer Kranzniederlegung am Grabe der Märzgefallenen entlassen wurde und infolge der über ihn verhängten Sperre in Berlin keine Arbeit wieder bekam. Der Mann wanderte dann nach Trmisvaal aus; nach fünf Jahren kehrte er wieder, war aber auch dann noch auf dem Arbeitsnachweis der Kühne- männer gesperrt. Da er trotz aller Bemühungen in keinem zum Metallindustriellen-Verbande gehörenden Betriebe wieder eingestellt wurde, so blieb ihm nichts weiter übrig, als abermals auszuwandern. — Eine grotze Zahl von Arbeitern ist durch das rigorose Sperrsyftem der Kühnemänner gezwungen worden, ihren erlernten Beruf auf- zugeben und irgend einen andern Arbeitszweig zu ergreifen, um sich und ihre Familie der Feme der Kühnemnnner zu entziehen. So war es seit Jahren, und so ist es noch jetzt. Hat auch der Terrorismus der Kühnemänner die stetig zunehmende Organisierung der Metallarbeiter nicht zu hindern vermocht, so lastet das Sverrsystem doch wie ein dumpfer Druck auf der Berliner Arbeiterschaft. Der Metallindustriellen-Verband weih auch sehr gut, welche Macht er sich mit dem Arbeitsnachweis geschaffen hat; die Arbeitsvermittelung ist hier eigentlich Nebensache, fetchen Hauptzweck erfüllt das Institut als Kontroll- und MaßregelnngSburcau. Und nun kommt das Reichsgericht mit feinem Urteil und spricht den durch die Sperre geschädigten Arbeitern einen Rechtsanspruch auf Schadensersatz zu. Das mutzte allerdings eine nicht geringe Auf- regung unter den Kühncmännern hervorrufen, denn es ist noch gar nicht abzusehen, welche Masse von SchadenSersadklagen jetzt gegen die verschiedenen Herren Metallindustriellen angestrengt werden. Die Zahl der gemahregelten Arbeiter ist ja fast Legion; kein Wunder daher, datz es den Herren bei dem Gedanken an die vielleicht noch zu zahlenden Entschädigungssummen etwas schwül zu Mute wird. Eine derartige Folge ihrer Mahregelungspraktiken hatten sie wohl niemals vorausgesehen, und offen gestanden— die Arbeiter bisher auch nicht. Beide Parteien hatten eben ihr eignes, sehr unterschiedliches„Ver- trauen" zur deutschen Rechtsprechung, sonst würden die Kühnem üNner nicht ins Endlose hinein gcmatzregelt. die Arbeiter aber wohl schon etliche Jahre früher einen solchen Prozetz angestrengt haben. Die„Arbeitgeber-Zeitung", das Scharfmacberorgan par excellence, unternimmt es nun, das Urteil des Reichsgerichts als irrig und haltlos hinzustellen. Noch nie hat dieses Blatt ein Wort der.Kritik gefunden, wenn deutsche Gerichte die exorbitantesten Strafen gegen Arbeiter verhängten, die sich vielleicht einer gering- sügigen Verfehlung bei der Ausübung ihres Koalitionsrechtes zu Schulden kommen liehen. Jetzt aber, da der oberste deutsche Ge- richtshos das mit rigorosester Hartherzigkeit gehandhabte Sperrsystcm des Kühnemänner-VerbandeS als in mehr als einer Hinsicht gegen die guten Sitten verstotzend gebrandmarkt hat, jetzt läht das Scharf- machcrblatt plötzlich seine Loyalitätsmaske fallen und kritisiert die bisher so vergötterte deutsche Rechtsprechung in Grund und Boden hinein. Die Kritik ist allerdings auch danach. Da heitzt eS:„Diese Urteilsbegründung vermag durchaus wicht zu überzeugen, es mutz ihr vielmehr der Vorwurf gemacht werden, datz sie die Bewegungsfreiheit, deren sich die Parteien im Wirtschaft- lichen Kampf zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern bedienen, zum Nachteil der erste«» und zugleich unter Verletzung des Gruud- satzes der Gleichberechtigung beschränkt."(I) Die Verletzung des Grundsatzes der Gleichberechtigung soll darin bestehen, datz die Ar- beiter das Recht haben, einen oder den andern Betrieb al» gesperrt erklären zu können, während denl Arbeitgebern daS Recht abgesprochen wird, einem mitzliebigen Arbeiter sämtliche Betriebe deS Metall- industriellen- Verbandes und der unter seinem Einflns« stehenden Fabriken zu sperren, ihn dadurch au» seinem erlernten Berufe hin- anszndrängen und ihn mit seiner Familie der Existenzlosigkeit preis- zugeben. Wo ist der Unternehmer, der durch eine Sperre der Gewerk- schaften wirtschaftlich ruiniert worden wäre? Was nun den Specialfall anbelangt, so leistet sich das Blatt folgenden Erguh:...., „Sic(die beklagte Firma) beabsichtigte damit(mit der von ihr bewirkten Sperre des Arbeiters), ans den Reihen der Arbeiter einen Friedensstörer, einen gcwerb»-„nd gewohnheitSn, ästigen Hetzer und Demagogen zu entfernen, dessen: Thätigkeit nicht sowohl aus dem Be- streben hervorging, zu arbeiten und" dadurch Geld zu verdienen, sondern das Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in der einschlägigen Branche, soweit es überhaupt noch erträglich war, zu trüben und in offene Feindschaft zu verwandeln.... Er hat sich auf diese Weise(datz er sich aus der grotzen Zahl der Ar- beiter agitatorisch„überhaupt hervorthat und bemerkbar machte") als erbitterter und— man kann wohl sagen— geschworener Feind der Arbeitgeber überhaupt erwiesen; seine Gegnerschaft richtete sich nicht gegen die Beklagte oder eine andre Person bezw. Firma als Tienstherrin, sondern gegen jeden Tienstherrn und gegen jeden Arbeitgeber überhaupt. Angesichts dessen konnte sich die Beklagte, wenn sie ihre Berbandspflichten richtig auffaßte«nd gehörig erfüllte» nicht darauf beschränken, diesen Mann aus ihrem eignen Betriebe zu entfernen, sonldern sie mutzte auch die übrigen Verbandsmitglieder vor ihm warnen bezw. vor ihm schützen..." Dies« Sätze charakterisieren den matzlos bornierten„ge- schworen?»" Herrenstandpunkt der Kühnemänner und ihrer Kreaturen zur Genüge. Sie fühlen sich noch immer als„Dienstherrn" der Arbeiter und halten es für ganz selbstverständlich, daß sie ihre gegen die Arbeiter gerichteten Verbandspflichten„richtig auffassen und gehörig erfüllen", selbst unter dauernder Brotlosmachung mißliebiger Arbeiter, während sie irgendwelche Berbandspflichten der Arbeiter nicht anerkennen. So malt sich der„Grundsatz von der Gleich- berechtigung" in den Köpfen der Kühnemännerl Besonders interessant aber ist es, wie die„Arbeitgeber-Zeitung" auch in diesem Falle wieder mit der Wahrheit umspringt. Sie schreibt nämlich weiter:„Alan wird sich aber weiter fragen müssen, ob sich der Kläger nicht diese Aussperrunlg mit allen ihren Begleit- unh Folgeerscheinungen selbst zuzuschreiben hatte. Die Beklagte— das scheint das Reichsgericht ganz übersehen zu haben— ist gegen den Kläger nicht etwa schon vorgegangen, nachdem sie ihn selbst entlassen hatte, sondern sie hat erst abgewartet, wie er sich anderwärts be- nehmen würde, und als sie sah, dast er auch dort wieder sein ge- hässiges Treiben fortsetzte, gelangte sie zu der Ueberzeugung, daß er ans der einmaligen Maßregelung nichts gelernt habe, dast er«nver- bcsserlich sei, und dann erst hat sie indirekt seine Anssperrimg herbeigeführt. Man würde ihr aber das Recht hierzu erst dann absprechen können, wenn sie nicht so lange gewartet, sondern gleich nach dem ersten Fall, der sich bei ihr selbst ereignete, gegen den Kläger vor- gegangen wäre." Das Reichsgericht hat hier nun ganz und gar nichts übersehen, wohl aber andre Leute. Es ist völlig unwahr, datz die Kühnemänner soviel, sagen wir einmal, das Mcnschlichkeitsgefühl besessen hätten, erst abzuwarten, wie sich der von Thomas u. Kehling entlassene Gütz- Putzer„anderwärts benehmen würde". Der Mann ist vielmehr sofort„bis auf weiteres" gesperrt worden, was durch folgendes Schrift- stück bewiesen wird: Berlin, den 2 3. Januar 1S01. Verband Berliner Metall-Industrieller. dl. Gartenstr. ILO. Bezugnehmend auf die Unterhaltung unsreI Herrn K e y l i n g mit Ihrem Herrn Hauptmann K l e f f e l, teilen Ihnen hierdurch mit, datz wir wegen Agitation in unsren Werk- statten: den Maschinenformer(Name), und den Putzer(Name), ent- lassen haben. Dieselben haben sich, wie uns heute mitgeteilt wird, in einer gestern im Kolberger Salon abgehaltenen Versammlung, wozu die Deutsche Metallarbeiter-Gewerkschaft sämtliche Arbeiter unsrer Firma eingeladen hatten, wiederum in agitatorischer Weise hervor- gethan. Wir sind der Ansicht, datz es zum Nutzen der Allgemeinheit wohl angebracht wäre, die beiden bis auf weiteres zu sperren und bitten, dementsprechend das Nähere zu veranlassen. Uns empfehlend, zeichnen mit Hochachtung Eisengietzerei- Aktien- Gesellschaft vormals Keyling u. Thomas. L. Keyling. Nun merke man: Der Uriasbrief des Herrn Keyling, Mitglied der Vertrauenskommission des Kühnemänner-VerbandeS, datiert vom 28. Januar, dem Tage der Entlassung; aber erst am 3. März des- selben Jahres bekam der Gcmatzregelte neue Arbeit bei der Firma Gebr. Arndt, wo er schon nach fünf Tagen infolge der im Januar über ihn verhängten Sperre wieder entlassen wurde.� Und trotzdem wagt es die„Arbeitgeber-Zeitung". den Kühnemännern einen Glorienschein menschlicher Nachficht anzudichten, als hätten sie erst einen rückfälligen Sünder, einen„Unverbesserlichen" ge- mahregelt. Ja. das Blatt ist auf seine Entdeckung so stolz, haß es die Berechtigung des Reichsgerichtsurteils damit geradezu stehen oder fallen lätzt. Sagt es doch selbst, das Recht der Mastregelung würde man der Beklagten dann absprechen können, wenn sie gleich, ohne das fernere Verhalten des Eiitlassenen abzuwarten, gegen ihn mit der Sperre vorgegangen wäre. Nun, die Beklagte hat nicht gewartet, sie hat sofort die Sperre über den Arbeiter veranlaßt— die„Arbeitgeber-Zeitung" hat also wider Willen sich«nd die Kühne- männer in aller Form selbst schuldig gesprochen! DaS Verhalten der„Arbeitgeber-Zeitung" in dieser Sache war auch am letzten Mittwoch Gegenstand der Besprechung einer von der Metallarbeiter-Gewerkschaft nach Ballschmieders Lokal einberufenen öffentlichen Metallarbeiter-Versammlung. Der Referent Wicsner war in der Lage, aus den Prozetzakten einige Zeugenaussagen zu verlesen, die als klassische Dokumente der Geschäftspraktiken des Metallindustriellen-Verbandes den Arbeitern gegenüber gelten können. So sagte der Hauptmann a. D. K l e f f e l, seines Zeichens leitender Beamter des Arbeitsnachweises in der Gartenstratze, unter anderm: „Jedes Mitglied des Verbandes ist verpflichtet, etwaige sich«n- gebührlich betragende Arbeiter, namentlich solche, welche agitatorische Zwecke verfolgen, dem Verbände anzuzeigen. Dieser beruft dann die Vertrauenskommissicm, und von dieser wird darüber Beschlutz gefatzt, ob das Verhalten des betreffenden Arbeiters dazu angethan ist, ihn zu sperren, d. h. die Mitglieder zu bestimmen, den Arbeiter von der Arbeit auszuschlietzen." Der Zeuge bestätigt auch die Richtigkeit des am 23. Januar 1901 von der Firma Thomas u. Keyling Versätzen, oben mitgeteilten Schreibens wegen Sperrung der beiden entlassenen Arbeiter und bemerkt dazu:„Hierauf trat die Vertrauenskommission zusammen und beschloß die dauernde Sperrung der beiden Arbeiter, was ich bezüglich des Klägers der Firma Gebr. Arndt tclephonisch mitteilte, indem ich wohl telephoniert haben mag, datz der Kläger gesperrt und deshalb zu entlassen sei.... Bücher führt der Verein jetzt nicht mehr, vielmehr wird die Kontrolle nur durch Karten geführt, indem für jeden Arbeiter eine Karte existiert, ans welcher die bezüglichen Notizen gemacht werden."(Es sind die? die Verrufskarten mit dem Sündenregister der Arbeiter, die noch„praktischer" find als die früheren schwarzen Listen.) Kommerzienrat Fritz Kühnemann bekundete unter anderm: „Die Vertrauenskommission beschließt völlig selbständig darüber, ob ein Arbeiter gesperrt werden soll und auf wie lange. Sie verfährt dabei mit gröstter Sorgfalt, und oft werden recht eingehende Recherchen vorgenommen, ehe ein Beschlust erfolgt? sie ist daher an die Aufforderrmg eines Mitglieders in keiner Weise gebunden.... Wenn ein Arbeiter seitens des hiesigen(Berliner) Vereins ge- sperrt wird, so wird davon in der Regel dem Borstande des Ge- samtverbandcS der deutschen Mctallindnstriellcn Mitteilung gemacht, und dieser benachrichtigt die Vorstände der einzelnen Zweigvereine." Wie„sorgfältig" bei solchen Sperren verfahren wird, dürste zur Genüge daraus hervorgehen, datz bisher noch nie ein Arbeiter verhört worden ist, bevor die Sperre über ihn verhängt wurde. Die „eingehenden Recherchen" sind lediglich bei dem Arbeitgeber vor- genommen worden, ohne dem gematzregelten Arbeiter auch nur Gelegenheit zu einer Gegenäutzerung zu geben. Im vorliegenden Falle hat die Vertrauenskommission auch„völlig selbständig" be- schlössen, nachdem Herr Keyling als Mitglied der Kommission die Sperrung— natürlich nach bestem Gewissen— empfohlen hatte. So verfährt der KühnemSnner-Verband mit Hilfe seines Arbeitsnachweises mit den Metallarbeitern. Die Arbeiter aber werden das jetzige Rcichsgerichtsurteil auszunutzen wissen. Viel- leicht bietet es ihnen die Handhabe zur endlichen Beseitigung des „schwarzen Kabinetts" in der Gartenstraße. Versammlungen. Fünfter Wahlkreis. In einer sehr stark besuchten Volks- Versammlung, die am Dienstag im großen Saale des Vereins Berliner Musiker tagte, gab der Reichsiags-Abcjeordnete des Kreises, Genosse Robert Schmidt, eine Uebersicht über die parla- mentarischen Arbeiten während der verflossenen ReichstagSsession. Der Redner leitete seinen Vortrag mit der Bemerkung ein, datz das positive Ergebnis dieser Session ein sehr geringes sei. Die Verhandlungen kennzeichneten sich durch vieles Reden und ein sehr bescheidenes Matz praktischer Arbeit. An Quantität sei viel, an Qualität sehr wenig geleistet worden. Es sei überhaupt ein ungünstiges Feichen für unfern Parlamentarismus, daß er sehr wenig positive Arbeit leiste. Man sagt, das liege an der schwankenden Politik der Regierung, besonders des Reichskanzlers.� Wie die Verhältnisse jetzt liegen, wo die agrarischen Bestrebungen in erster Linie von der Regierung begünstigt werden, hätten wir keine Ursache, uns nach dem starken Manne zu sehnen, der diese Politik unter allen Umständen durchzusetzen bemüht ist. Wenn wir einen wirklichen und nicht nur einen Scheinkonstitutionalismus hätten, dann würde nicht die Regierung, sondern das Parlament die Richtung angeben, in der sich die Politik zu bewegen hat. Von solchen Verhältnissen sind wir aber in Deutschland leider noch weit entfernt. Die Konservativen rufen, zwar nicht im Reichstag, aber desto inehr im Landtage, wo ihnen kein Socialdemokrat entgegentreten kann, nach dem starken Mann, der ihre Wünsche rücksichtslos verwirklichen soll. Wenn wir den starken Mann wirklich bekämen, er würde sich nicht lange halten können, denn der Staatsstreich, die Einengung des Wahlrechts, sei auch für die bürgerlichen Parteien so bedenklich, daß sie dem nicht zustimmen könnten. Der politische Einfluß der Socialdemokratie sei so stark, datz wir den Staatsstreich und die Erfüllung der Forderungen der äußersten Reaktion nicht zu fürchten hätten.— Nach diesen einleitenden Be- merkungeu besprach der Redner die Arbeiten des Reichstages nn einzelnen und kennzeichnete die Stellung der Parteien zu den im Vordergrund des politischen Interesses stehenden Fragen.— Zum Schluß unterzog Genosse Schmidt die Aufgaben, die der Reichstag in der nächsten Session zu lösen hat, einer kurzen Betrachtung. ES handele sich um sehr wichtige, vielleicht um viel wichtigere An- gelegenheiten, wie in der verflossenen Session. Vor allem seien die Handelsverträge zu beraten. Bei dieser Gelegen-- heit werde sich zeigen, welche Geißel die MehrheitS- Parteien durch die Annahme des Zolltarifes dem deutschen Volke gebunden haben. Bei der Beratung der Handelsverträge gilt es, schwere Schädigungen von der Bevölkerung abzuwenden. Nene Marineforderimgen stehen in Aussicht, deren Be- willigmig neue Steuern nach sich ziehen. Das alles sei von großer Bedeutung und es sei notwendig, daß die Bevölkerung bei Zeiten auf diese Dinge aufmerksam gemacht werde. Unfre Ms- gabe sei es besonders, den noch indifferenten Teil der Ar- beiterschaft aufzuklären, die Anhänger der Socialdemokratie zu mehren und die politische Macht unsrer Partei zu starken nn Interesse der Gesamtheit.— Der Vortrag des Genossen Schmidt wurde mit großem Betfnll aufgenommen. Ohne Debatte nahm die Versammlung einstimmig die Resolution an, in der sie sich mit der Thätigkeit des Reichstags- Abgeordneten des Kreises einverstanden erklärt und ihm ihr unverändertes Vertrauen ausspricht. Der Vorsitzende, Genosse Zucht wies zum Schluß darauf hin, daß diese Versammlung seit sechs Jahren die erste sei, wo der Abgeordnete des Kreises seinen Wählern Bericht erstattete, denn in der vorigen Legislaturperiode, wo der Kreis freisinnig vertreten war, habe man von einer öffeist- lichen Berichterstattung nichts bemerkt. Mit der Annahme der Resolution habe die Versammlung sich zugleich mit der Haltung der gesamten focialdemokratischen Fraktion einverstanden erklärt. Nun möge jeder, soweit es in seinen Kräften steht, für den Ausbau und die Stärkung der socialdemolratischen Organisation im Kreise wirken. . ,i Sechster Wahlkreis. Eine öffentliche Volksversammlung wurde am Dienstag im„Cösliner Hof" abgehalten. Das Lokal war bis auf den letzten Platz besetzt. Reichstags-Abgeordneter Ledebour sprach daselbst über„die Socialdemokratie und der Reichstag." Ju reichlich zweistündiger Rede unterzog er die Haltung der Regierung sowie der Reichstagsmehrheit zu den verschiedenen Verhanolungs- gegenständen der letzten Tagung einer kritischen Beleuchtung. Ferner erörterte er ausführlich vie GeschäftSpraltiken des Reichstags, wobei er die Ursachen klarlegte, daß so wenig Initiativanträge der socialdemolratischen Fraltiön, wie der Parteien überhaupt, zur Be- ratung gelangen. Brausender Beifall durchhallte den Saal, als er der Hoffnung Ausdruck gab, daß der ostasiatische Krieg dem ge- knechteten russischen Volke die Kraft verleihen möge, daS zariiche Schandregiment zu beseitigen. Sollte das gelinge», so könne das deutsche Volk seinen russischen Brüdern ein aufrichtiges Sympathie- Telegramm schicken mit den Worten:„Russische Freude ist deutsche Freude!"— Redner ermahnte die Anwesenden, die politischen Vorgänge wachsam im Auge zu behalten. Es scheine Absicht der Regierung zu sein, den Reichstag als gesetzgebende Körperschaft immer mehr ins Hintertreffen zu schieben, damit das Volk das Interesse an dem Reichstag nach und»ach verliert. Dadurch würde dann den«starken Männern" die Bahn geebnet zur Durchsetzung ihrer volksfeindlichen Pläne, die vor allem in der Beseitigung des ReichStagS-Wabl- rechts gipfeln. Deshalb möge die Masse der Parteigenossen oen Abgeordneten den Nacken steifen und darauf achten, daß diese nicht die Fühlung mit dem Volke verlieren. Wenn die Partei sich selbst treu und ihrer großen Aufgaben bewußt bleibt, dann werde sie ihre geschichtliche Misfion erfüllen— trotz Mirbache und aller Manteuffeleien.(Lebhafter Beifall.)— Hierauf machte der Vor- sitzende der Berliner Filiale des Bäckerverbandes, H e tz s ch o l d, die Versammlung auf den K a m p f i m B S ck e r g e w e r b e noch besonders aufmerksam, indem er Einzelheiten aus dem Verhatten verschiedener Bäckermeister jenes Viertels den Gesellen und dem Publikum gegenüber zur Sprache brachte. Er ersuchte, die Geschäfte jener Meister zu-neiden und dadurch nach wie vor die Gesellen nr ihren« gerechten Kampfe zu unterstützen Die Versammlung fand gegen Mitternacht ihr Ende. Centralverband der Schuhmacher. In der außerordentliche u Generalversammlung der Filiale Berlin, die am 29. Juni in den „Residenzsälen" tagte und zahlreich besucht war, wurde die Diskussion über die Berichte von der Generalversammlung des Verbandes fort- gesetzt, jedoch noch nicht beendet. Im wesentlichen wurden dieselben Punkte besprochen, wie in der vorigen Versammlung. Zynächsr kamen Redner zum Wvrt, die die Beschlüsse der Verbands-General- Versammlung im allgemeinen oder größtenteils für zweckmäßig«r- achteten und sich gegen eine absprechende und ungenügend begriindÄe Kritik wandten. ES wurde auch darauf hingewiesen, datz ein manchen Mitgliedern nickt zusagender Beschluß, wie die Einführung der Ar- beitslosen-Unterstützung und die damit zusammenhängende Beitrags- erhöhung, thatsächlich schon vor der Generalversammlung durch die Urabstimmung der Mitglieder borausbestimmt war. Nachdem noch einige Redner der Opposition zum Wort gekommen waren, war?ic Zeit so weit vorgeschritten, datz die Verhandlungen vertagt werden mutzten. Sie sollen fortgesetzt werden, wenn das Protokoll der Generalversammlung vorliegt. Schöneberg. In der letzten Vereinsdersammlung des Sodäl- demokratischen Wahlvereins zu Schöneberg gedachte der Vorsitzende vor Eintritt in die Tagesordnung der verstorbenen Genossen Mahn, Pohland und Ruhban»nd ehrte die Versammlung das Andenken der Verstorbenen durch Erhebe«« von den Sitzen.— Alsdann referierte Genosse Zubeil über«die Feinde des Wahlrechts". In zweistündiger Rede kritlsterte Redner scharf das Vorgehen der herrscheirdei, Klassen gegen die Socialdemokratie und forderte znm Schluß fernes mit großem Beifall aufgenommenen Referats die Genossen auf, treu zur Fahne zu halten. Die Versammlung war auch von Frauen gut besucht. Zur Aufnahme gelangten 21 Genoffen. Bitte anssclmeiden und aufbewahren? äekergetuerbe Vielseitigem Verlangen Rechnung tragend, werden wir jetzt an jedem Sonntag in diesem Blatte die Liste derjenigen Bäckereien bekannt geben, welche die bescheidenen Forderungen der Bäckerei- Arbeiter bewilligt haben und Ultimi ill ihren Betriebe« aufrecht erhalten! Helft mit, die Bäckerei-Arbeiter wirtschaftlich frei«nd selbständig zu machen! Dies ist nur dann möglich, wenn es gelingt, das Kost- und Logiswesen dauernd ans allen Bäckereien zu beseitigen. Erst dann werden die Bäckerei-Arbeiter genau wie andre Arbeiter da wohnen und essen können, wo es ihnen gefällt, und erst dann sind sie in der Lage, sich ein eignes Heil» gründen und sich verheiraten zn können. Unterstützt uns in dem Kampfe, das Errungene zu erhalten, und kauft nur Brot und andre Backwaren aus folgenden geregelten Bäckereien: Nora«»». Ackerstr. 16, Eduard Goldacker. , 68, Eduard Goldacker. , 153, O. Schumann. . 5, Dahlkc. Anllamerstr. 19, Eduard Goldacker. . 36, K. Graul. 57, W. Eder. Adolsstr. 12b, Hönisch. Artilleriestr. 27, Neue Berl. Brotfabrik. , 3. Eduard Goldacker. Brunnenstr. 27, O. Hanke. , 95, O. Hanke. , 96, Eduard Goldacker. 129.. 48. Rothe. Buttmannstr. 20, Hirsch. Carmen Sylvastr. 163, E. Feist. Chausseestr. 38, Eduard Goldacker. Dalldorferstr. 38, Tzschetzsch.» Danzigerstr. 70, C. Rink. 76, O. Schmidt. . 94, Aßmus. Demminerstr. 13, Neue Berliner Ge- nossensch.-Bäckerei. 23. F. Gutsch. Elbwgerstr. 76, Fritz Bark. „ 90, Herrn. Trapp. FehrbeMnerftr. 27, M. Hösclbarth. Franseckistr. 45, Joh. Thiel. 51, K. Wittkopf. 53, Ed. Goldacker. Gartenstr. 61, E. Viehweger. Gerichtstr. 14, Schwemmler. Gaudystr. 9, Joh. Bauer. Graunstr. 28, Wolff. , 37, Eduard Wuttke. Hagenauerstr. la, Fritz Hanke. Hochmeisterstr. 1, E. Ellnnger. , 9, L. Rapp. Hochstr. 31, Otto Fenske. Neue Hochstr. 18, Berl. Gen.-Bäckerei. 35, Stratmeyer. JnvaNdenstr. 144, Ed. Goldacker. Kastanien-Allee 13/14, Pape. 103, Zldamitz. , 57, Aug. Künscher. 10, Eduard Goldacker. Kokonieslr. 28, A. Schneider. 71, C. Richert. Kolberaerstr. 27, I. Braun. Kuglerstr. 8, W. Ziebell. Köslinerstr. 1, Tschöcke. 3, C. Schmidt. Lüderitzstr. 60, P. Gärtner. Liebenwalderstr. 31, M. Jäckel. Lhchenerstr. 17, P. Borrowsky. , 4, Walter. Lhnarstr. 1, Marquardt. Lortztngstr. 17, O. Dahms. Müllerstr. 37, Friedrich Beyer. , 166a, Hanke. Oderbergerstr. 49, Böhme. Oranienburgerstr. 60/63, Simons Brotfabrik. Pappel-Allee 24, Ernst Pfeifer. , 18, I. Göcken. . 104, Rich. Müller. Pankstr. 51, F. Klang. Prenzlauer Allee IIa, Ed. Goldacker. ..24, Ed. Goldacker. , 203, M. Herrmann. Putbuserstr. 21, P. Hanke. . 14, H. Jaape.' , 37, I. Bauer. 46. R. Block.« Ramlerftr. 31, Th. Dahlenburg. Raumerstr. 55, K. Scharlock. Ravenöstratze 1, Ernst. RykesA. 24, Georg Sy. Rcinickendorferstr. 20, P. Hanke. , 69, Frau Petfch. Ruppinerstr. 8, F. Baacke. , 12, O. Hanke. Rügenerftr. 3, Heublein. Swinemünderstr. 27, Osw. Großmann. , 66, R. Becker. , 80, Geßner. 106, C. Kunze. Schönh. Allee 177, Eduard Goldacker. Schulstr. 20, Hugo Stolzmann. . 37. F. Jösch-r. Schwedterstr. 52, Ä. Hübner. , 230, O. Kumm. 240, W. Hürth. Stolpischestr. 64, P. Badtke. Strelitzerstr. 4, I. Hentschel. „ 46, Georg Witt. , 31, P. Schüncmann. „ 64, Brauner. TreSckowftr. 44, L. Lehmann. Tristftr. 43, Heinrich Nachr. Weinbergsweg 7, Hanke. Weißenburgerstr. 42, A. NßmuS. 16, A. Atzmus. Wichertstr. 5, H. Langwinkel. Wiesenstr. 19a, P. Schardien. 28, Seeger. Wörthcrstr. 34, Bührig. Zwnskirchstr. 2, Regen. „ 26, E. Förster. Zionskirchplatz 1, Th. Mollweide. Asordostvi». Barnimstr. 17, C. Dorendorp. Büschingslr. 18. A. Alsert. 29. B. Roloff. Elisabethstr. 15, W. Porath. Frankfurterstr. 108, Büttner. Kl. Frankfurterstr. 14, F. Mittelsdors. Friedrichshain 6, C. Lieber!. Georgenkirchstr. 7, O. Ziegler. . 48, Weitzeck. Greisswalderstr. 46. A. Ficlitz. 29. Kaschel.« „ 76, G. Wcgner. „ 12, O Hanke. 202, H. Förster. Heinersdorferstr. 12, P. Lamler. Jmmanuellirchstr. 10, K. Krause. 33. R. Kleiner.« , 21, I. Kreil. 30, R. Baldin. 39, H. Dönike. Landsbergerstr. 94, A. Bludau. Landsberger Allee 157/58, G. Eggert. Landwehrstr. 12, H. Deck. Lippehnerstr. 8, H. Kruse. 26, R. Lange. Lichtenbergerstr. 21, I. Gößmann. Marienburgerstr. 7,?l. Seemann. 24, L. Schmidt. Neue Königstr. 23, P. Nitschke. 60, Ed. Goldacker. 55/56, I. Schultasch. Oldenburgerstr. 14, Rickert.« Pallisadenstr. 9, R. Schäle. 20, H. Kähne. Raabestr. 12, H. Böhme. Weinstr. 7, A. Leitmann. Woldenbergstr. 17, P. Bley. NW. Moabit. Alt-Moabit 77. O. Blottner. Beusselstr. 24. H. Graf. 42. A. Schmidt.« „ 44, R. Schwämmlein.« 74. Th. Krull. 50, W. Wesche.« „ 59, I. Sieg. Berlichingenstr. 1, W. Freher. 12, R. Mittelstraße. Bredowstr. 20, M. Schubert. „ 16, Th. Kähner. Birkenstr, 32, R. Wackerhagen. BrÄnerstr. 56, O. Vcstcrling. „ 60, I. Begter. Claudius str. 10. A. Tacke. Drcysestr. 12, P. Bänsch.« Emdenerstr. 2l, F. Folzing. „ 17, H. Blume. „ 44, H. Linke. Gotzkowskyftr. 6,'G. Müller. „ 33, F. Drenske. Huttenstr. 41, A. stcrnsdorff.« „ 4, F. Rechenberg.« Jagowstr. 10, F. Bartcl. Kirchstr. 12, O. Fliegner. Lübeckerstr. 47, E. Schmidt.« Lüneburgerstr. 27, Langner.« Oldenburgstr. 14, C. Peickert.« Pcrlebergerstr. 7, E. George. Putlitzstr. 16, E. Schumann. Rostockerstr. 31, F. Kügler. 51, O. Hering. „ 40, Th. Beyer.• , 46, M. PoloniuS.« Siemensftr. 17, F. Heyden. 7. C. Laabs.« Sickingenstr. 41, R. König. Stendalerstr. 5, Corts u. Co.« Stephanstr. 55, F. Handtke. Stromstr. 33, I. Hohne. Turmstr. 67, Hanke. 47, Ed. Goldacker. Utrechterftr. 8. W. K-rsten.« Waldstr. 25, E. Jglisch. 42, R. Heinrich.« 36, F. Bureck. 46, Müller. Waldenserstr. 28, F. TreSkow.« Wiclessstr. 66. G. Spieckermann. 36. E. Aswaldt.« 59, W. Werdermann. 21, Otto Heinrich. Wittstockerstr. 7, C. Giesmann. 25. V. LakowSki.« Wil-nackerstr. 33. P. Hanke. , 15, Ed. Goldacker. WilhclmShavenerftr. 17, MattheS.« 33b, Rinke.« 27, R. Topp. ,, 16, A. Danelzik. Osten. Andreasstr. 4, G. Fischer. „ 16, Hanke. 23, Probst. 32, Wilhelma, Brotfabrik.« Kleine Andreasstr. 7, Christall.« Andreasplatz 3, L. Böttcher. Beymerstr. 26, R. Schenkel. Blumenstr. 50a, Junkers Erben. . 51a, E. Krause.« „ 59, W. Dombrowskh. Boxhagenerstr. 13, Sllbrccht» Bäckerei. 33, P. Sturm. Bödickerstr. 36, H. Kliemann. Brcslauerstr. 32, C. Brademann. Büschingstr. 11, F. Schütze. Blumenthalstr. 19, K. Marti». . 10, C. Hanke, Cadinerstr. 20, Max Geisler. 14, O. Bäsch. 4. O. Stcdlin. Ebelingftr. 5, M. Blender. Ebertystr. 25, Sommerfeld. 47. W. Zühlke. Ewingerstr. 19, C. PiotrowSki. Eldcnaerstr. 2, I. Spötllich.« Eckertstr. 1, A. Scheer. 13, E. Hertig. Friedenstr. 47, G. Jackisch. , 44, O. Harimann. , 74, Türpe. FriedrichSbergerstr. 16, W. Schorrig. 20, W. Behrend. FriedrichSfclderftr. 17, K. Kauze. 26, Hering. 39, F. Bröge. Fruchtftr. 36, A. Gerland. 37, Scherickau. 29, B. Niebisch. 46, Polenz. „ 73, A. Grüneberg. 83a, H. Hibet. Fürstenwalderstr. 7, R. Schützendübel.« Franlsurter Allee 75, M. Bautsch. „108, Büttner. ,, 145, W. Engel. ,„ 179, Horstmeyer. Gr. Frankfurterstr. 2, H. Prager. ,, 85, Ed. Goldacker. „„ 129, M. Treppenhauer. Gabelsbergerstr. 8, A. Weise. Gaudystr. 9, I. Bauer. Graudenzerstr. 12, G. Sperrimg. Grüner Weg 54, Sehne. „, 63, Hanke. . 75, E. Wolff. „ 115, Spüllmann. Gubenerstr. 27, Louis Feuer. „ 42, K. Darmstädt. , 49, C. tzönke. , 57, Deutz. Hausburgftr. 5, I. Mehl.« , 26, Schneider. Heidenseldstr. 11, Hesse. „ 21, Kalms.« Hohenlohestr. 3, Suscr. .volzmarktstr. 50a, F. Stock. 55, I. Rieboldt. Hübnerstr. 6, Ricgler.« 14, G. Treu. Jfflandstr. 2, F. Stachowski. Jnsterburgerstr. 5, C. Käthe. 12. A. Manthe. Kaiserstr. 46, G. Scheurel. Kochhannstr. 35, F. Sieling. 34. W. Brüse. 43, Joseph GrogowSki. Koppenstr. 23, G. Werner. 49, Ladislaus Starossa.« 88, Rudols Woblick. , 99, O. Siedersleben. Kopernikusstr. 3, Vorwärts-Brotsabr.« 9, A. Wiemann. Königsbergerstr. 9, P. Zimmer. 18, O. Luke. , 30, O. Lohndorf. , 35, I. Sommerfeld. Krautstr. 10, Albrecht. 22, Arndt.« 25, Julius Freudenhammer. 41, Paul Brehmcr. „ 46, Gerlach. 3, Eduard Goldacker. Kreuzig erstr. 1, Hanke. Landsbergerstr. 146, O. Schwarze. Allee 123, P. Rohwisel. ,, 43, Gruschka. ., 57, Sl. Ramin. Langenbeckstr. 12, C. Reivald. Langestr. 21, G. Hildebrandt. , 25, G. Fischer. „ 40, M. Kohling. „ 46, A. Rappmann. 49, Ermisch. 13, Ed. Goldacker. 106, H. Hartmann. Lichtenbergerstr. 6, F. Scheel. Liebigstr. 38, Hanke. , 1, A. Matuschke. , 15, Bauer.« Lithauerftr. 14, F. Hildebrandt. Löwestr. 1, Kahlsuß.« 18, Ernst.« Lebuserstr. 11, R. Bienert.« Markusstr. 9, K. Keil. , 11, M. Schneeberger. , 27, Bioblnau. Markusstr. 38, L. Köppe. 15, W. Stütze. Kleine Markusstr. 12/13, Lehmann. Memelerstr. 4, Eftler.« 7, Knocke.« „ 20, L. Halbe.« 47. Nikisch.« 52, F. Mehlbose. „ 55, E. Schröder. 59, G. Donitze. Mirbachstr. 14, Genossensch. VolkSbrot/ 20. I. Mx. 29, I. Jenschke.« Matternstr. 2, W. Zeglin. . 13, H, Dörner.« Münchebergerstr. 15, O. Lau. 32, E. Albrecht. Mühlenstr. 1, C. Merkel. , 32, Hornig. 35, A. Müller. 51, I. Schön.« 68, Gäckel. Muskauerstr. 28, P. Heinzelmann.« Am Ostbahnhos 1, R. Adam. Pallisadenstr. 44, P. Martin. 76. Michalski. , 84, K. Kmzel. 100, F. Kunkrow. Petersburgerstr. 2, E. Wicdekind. , 32, C. Schwazla.« . 47, C. Schneider. 66. Alb. Thiel. 21, P. Mertens. Pofenerftr. 2, St. Cpmer. 16. H. Vietfch. Pintschstr. 4, R. Gorgens. Proslauerstr. 20, H. Dam es. 21, F. Walz. Richthofenstr. 5, R. Zclm. , 18, E. MagneS. 33, H. Neumann. Rigaerstr. 138, B. Burkat. Romintenerftr. 20, I. Stöwer. 44, E. Küster.« 57, M. GorgenS. i Rüdersdorferstr. 20, W. Böder. , 62, Heinr. Büttner. „ 67, Anna Krocker. Samariterstr. 2, F. Fischer. , 8, Schneider. , 11, Fr. Hanke. 21, O. Schöning. Schreinerstr. 4, R. Langsritz. , 57, Louise Ramisch. 60. R. Steffen. Straußbergerstr. 1. C. Reglin. 33, C. Schiecke. 17, A. Pirschet. , 5, F. Schubert. 46, Fr. Müller. Straßmannsir. 8, Ernst Feller. S4. Hein. Stralauer Platz 18/19, Heida. Stralauer-Allee 23, H. Winnenberg. 20, Papenbrock. Thaerstr. 11, Fr. Reinike. 20, K. Schwarz. Tilsiterstr. 26. A. Geßner.« 34, Köpig. 77, Ferd. Stahnsdorf. 91, Hanke. 12. K. Bieringe.« Thornerftr. 67, P. Reich. Wallnertheaterstr. 10, L. Fränkel. Warschauerstr. 1, Heinr. Godike. 4, I. Rülke. 8, L. Precht. 27, H. Lüda. Oerr. h. Schulze. Liebig. ;. Knals. Biewe. Weberstr. 36, Ed. Goldacker. Weidenweg 7, Herm. Müller. , 25, Moltrecht. , 37, Keumütz. Weidenweg 57, Hause. 74, Klose.« , 82, O. Latzau. . 87, R. KWchmeyer.« Wilhelm Stolzestr. 2, O. Schachsal. , 35, R. Bachmann. 43, Giese. Zellestr. 2, Franke. Zorndorserstr. 8, L- Göbel. , 20, P. Lcichtenb erger. „ 27, Nieilching. „ 34, Maaß. „ 55, Richter.« Sttdost. Adalbertstr. 93, R. Finger. 66, F. Hoppe. Admiralstr. 10, Punke. 22. C. Blümel.« „ 30, Max Hewroth.« „ 37, Rabatt-Sparveretn. Alexandrin enstr. 46, F. Riebenstahl. Annenstr. 41, F. Nicmeyer. . 5, E. Kadewach. Britzerstr. 7, I. Targatsch. , 41, L. Osterhagen. 21, E. Fritz. Cuvrystr. 22, O. Schörnig. 42. C. Müller. , 37, G. Kaaz. 44. F. LebuS. 5, W. Fiebig. 28, Jsmcr.« Falckensteinstr. 37, A. Mantheh. „ 43, C. Weber. 45. Hanke. 20, KulinSky. 28. Albrccht. Forsterstr 42, Protzeck. „ 20, Rabatt-Sparverein. „ 48, B. Scharsenberg.« 3, G. Marks. Görlitzerstr. 63, Diesenbach. „ 68, Rabatt-Sparverein. „ 36, Sehnert. 55. Fischer. Görlitzer Ufer 32, Nowosadko. Grünauerstr. 21, P. Maiwald. 12, H. Büß. , 26, R. Barack.« Gräfeftt. 12, Rabatt-spar-Verein. , 35, Rabatt-Spar-Berein. Glogauerftr. 2, M. Scholzan.« , 26, H. Großmann.« , 28, Rabatt-Spar-Vereln. Gubenerstr. 32, R. Ladewig. Kottbuser Damm 35, C. Müller. , 20, G. Böhme. . 2, R. Halhauer. Kottbuser User 21, G. Wenzel.« , 59, C. Schulz. Kottbuserstr. 6a, Beckmann. 21. G. Wenzel.« Köpnickerstr. 23, Hanke. 114, S. Weil. , 172, Laudahn.« . 77/78, I. Reisch. 31b, F. Pflügt Laufitzerstr. 16, C. Stadler. 25, 31. Stauf.« , 47, Schmidt. 2, 3llbrecht. Liegnitzerstr. 7/8, M. Janthe. . 22, Rabatt-Sparverein. 28, G. Mieth. Lübbenerstr. 10, Fr. Behlau. , 17, F. Schmieding. 24. C. Witsche!.« 29. Gierz.« Manteuffelstr. 45, Bobel. 61, Sl. Stolla. 67, A. Lippert. 87, L. Schirrmeister.« 90, E. Lelscik. , 99, Sl. Brauer.« 103, L. Ratzmann.« Mariannenstr. 5, W. Toerlitz.« 27, R. Lutosch. MuSkauerstt. 6, P. Teios. , 18, KanatkowStt. 28, Heinzelmann.« 34, E. Schulz.« MichaelNrchstr. 29. Jsw-Brotfabrik. Naunynstr. 1. E. Barth. 7. Fielitz.« 64, E. Hcilmann. , 68, H. Neumann. „ 73, Stojazayck.« 90, Hanke. Ohmgaffe 9, Nowosatko. Oppelnerstr. 4, Scheut . 20, S. Stephan.« 24, C. Röder. ,, 35, A. Krause. 46. Rabatt-Sparverein. „ 49, Ratz. Oranienstr. 11, R. Moritz. 196, F. Thieme. Prinzen str. 99, MIeske. , 59, Ed. Goldacker. Pücklerstr. 42, E. Fromberg.« 48. R. Heide. Plan-Ufer 92a, Otto Grigolelt Reichenbergerstt. 3, Schrem.« 58. Mig-r.« " 61. C. Schulz. „ 64, P. Gehricke. „ 68, H. Weber. „ 82, A. Mayer. 95a, F. Tschenke. „ 101, Wagner.« „ III, Ch. Schritt 114, 31. Hülsberg.« 138, 31. Rost „ 146, Bergmann. 153, G. Zenker. „ 158, Rabatt-Sparver 185, I. Rudnick. Rattborstt. 2, Rabatt-Spar-Berein. „ 6, Joh. DictschmonS.« 17. I. Rücker. Skalitzerftt. 1. Fritz Richter. , 59o, E. Menzel. , 63, Dehme!. . 101, C. Plenert» » 109, 31, Köhler. , 124, E. Huth.» . 138, Sahlman». Sorauerstr. 1, S. König. , 8, O. Wagenknecht. 18, M. Eule. Schmidstr. 8a, C. Lange. Schlefischestr. 19. T. Tcnnert« Waldemarstr. 66, P. Harnet« Wienerstt. 8, Zobel. , 32, E. Klammet« 36, Th. Jackson. „ 49, H. Heinrich. 56, A. Laugwitz.« 58, F. Bachstein. Wrangelstr. 9, A. Wohler.« , 21, G. Gumtau.« 45. R. Heß. , 77, E. Gentzmamt 82. F. Meister. Zeughofstr. 8, Ä. Heibich. Stldon. Adalbertstr. 66, F. Hoppe. Lldmiralstr. 30, M. Hcinroth. Alte Jakobstt. 79, Eugen Mosch. .. 7, H. Lück. 88, Klauffch. Blücherstr. 16, O. Blottner. Bergmann stt. 14a, Polenz. 104, O. BwttN«. Boeckhstt. 37. Wodetztt. 46, H. Schulze. Bärwaldstr. 47, P. Dehmelt. Brandenburgftt. 21, 3t Becker.« Camphausenstr. 6, I. Zindler. Dieffenbachstr. 58a, F. Nitschke. 6, I. Zinder. 27, L. Pritzkar. 52, C. Kelch. DreSdenerstr. 81, C. Stockmann. , 6, Ed. Goldacker. , 104, K. Herse. Fidicinftr. 14, Aug. Preuß. Fichtestr. 22, H. Bergner. 26, Richard Schwarz. Fürstenftr. 8, R. Loudwin. Gneisenaustt. 96, Ullbrich.« Gräsestr. 14a, G. Seinig. 10, Fr. Krause. 67, I. Brendel. . 25. Böttcher u. T«. 4, A. Raedt. Grimmstr. 1, Henffch. Hasenheide 49, O. Hartmann. Zerusalemerstr. 3/4, R. Richter. Jahnstr. 21. Köhler. Oranienstr. 4, W. TremuS. 110/111, 3t Tacke. 186, Hanke. RItterstr. 15, Herm. Trapp« Stallschreiberslr. 32a. Hanke. Skalitzerstr. 95, H. Stammwitz. Schmidstr. 8a, C. Lange. chönleinftr. 27, O. Hollunder. �. 21. C. Ander». , 6, E. Drauschk«. Solmsstr. 27, S. Kranz. Urbanstr. 1, Neubarth.« 49, W. Hein. , 83, R. Schnecklein. Wafferthorstr. 16, Lautenschläger. Sttdvostvi». Bergmann str. 10, Knosius« 14a, Wich. Polenz.» Mittenwalderstr. 30, Franz Dohnas.« Rteuafiergftr. 38, K. Hesse. Mockernstr. 124, O. Bloltner. Markgrasenstr. 73, R. Richter. „ 74, Gust. Rothe* Mariendorserstr. 3, I. Steinte. Mittenwalderstr. 44, G. Schröder. Nostizstr. 9, A. Bockisch* 49, Aug. Michcli.* Wilhelmstr. 133, R. Nichter. Willibald Mexisstr. 39. G. Hold. Dorkstr. 40, O. Blottner. , öS, A. Trump ler. Dimmerstr. 84, R. Richter. Zossenerstr. 41, O. Blottner. Westen, Blumenthalstr. 6a, Gerdwitz. Dennewitzstr. 4, Elias Radanovitz* Dennewitzstr. 6, O. Blottner. 33, M. Jahn. Friedrich Wilhelmstr. 20, A. Zapp. Martgrafenstr. 74, G. Rothe. Neue Steinmetzstr. 1, Karl Zeglw. Nürnbergerstr. 29, G. Kakowsky. Steglitzerstr. 71, O. Schaper. Stemmetzstr. 27, M. Poche. » 43, O. Hoher. Grotz-Gorschenstr. 8, O. Gaedicke. . 9, Elias Radanovitz. Kirchbachstr. 14, O. Gaedicke.* Kurfürstenstr. 9, O. Blottner. venti-niii. Mexanderstr. 28. W. Hittig. 26, Arnold. „ 21, Eduard Goldacker. Mexandrinenftr. 28, M. Hildich.* Dragonerftr. 15,£). Hanke. „ 36, N. Neumann. Elsasserstr. 92, H. Vetter. „ 19, Tchuiges. Kl. Frankfurterstr. 14. Mittelstadt* Gipsstt. 7, L. Listen.* Grenadierstt. 47, E. Hannisch. Kreuzst. 17, R. Skibbe* Linienstr. 54, E. Schneider. 65, P. Hanke. Lothttngerstr. 16, I. Schmitz. Mendelssohnstr. 9, I. Neumann.* Mulackstr. 10, A. Beiske. Oranienburgerflr. 39, M. Struck. „ 84, Hanke. Sophiestraße, Aschingers Bicrauelle. Steinstr. 18, Otto Minuth. Me Schönhauscrstr. 33, Ed. Goldacker. Ansbacherstr. 25, A. Kühnaft. Cauerstr. 17, G. Schulz. Courbierestr. 9, K. Dunker. Chriftslr. 18, B. Liebe. Danlclmannstr. 46, Lehmann. Erasmusstr. 12, Schmidt u. Hamerski. Florastt. 10, Maaß. Friedrich Karlsplap 1a, W. Nitsche. Goetheslr. 25, G. Schott. „ 79, W. Wcigand. Guerickestr. 40, P. Sorgeier. Luttenstr. 32/33, E. Schafs er. Kantstr. 24, Görnig. „ 40, A. Lüdtke. „ 61, L. Förster. Kanalstr. 15, G. Lenke. Kaiser Friedrichstr. 59, S. Larisch. Kirchstr. 35, E. Knorr. KnobelSdorfsstr. 8, H. Schmidt. i2 H.«Ich. Krummestt. 20, D. Schulz. Leibnttzstr. 62, O. Würbe. Motzstr. 19. O. Blottner. Nehringstr. 3, C. Brandt. Ncttclbeckstr. 14. O. Blottner. Pestalozzistr. 76, I. Spitzbart. Rückertstr. 3, O. Wilde* Plötzenseestr. 12, A. Thiele. Sophie Charlottenstr.Iba, PauIDähne.' 80, 93. roell.* ramm. Spandauerstr. 20, B. Lück. Spreestr. 46, Porath. Schtllerstt. 83. R. Roth. Scharrenstt. 28, A. Karsch.* Schlüterstr. 17, E. Kraus. Stuttgarter Platz 15, A. Nitsche. Tauroggenerstr. 10, G. Jandke. Wallstr. 8, P. Reiche. ., 85, A. Uwrig. Wilmersdorferstr. 59, M. Funk. 70, W. Gaidke. „ 158, O. Geisler. Schttnebcrg. AnSbacherstr. 8, O. Blottner. Akazienstt. 12, Wwe. Herbst. Albert str. 12. A. Borbet. AugSburgerstr. 36, O. Blottner. Bahnftr. 21, A. Lehmann. . 40, O. Sterling.* . 46, O. Blottner. . 47, N. Schwämmlew. Barbarossastr. 78. Wctzcl.' Brunhlldstr. 9, Fach. Belzigerstr. 61, P. Kernchen. Dennewitzstr. 6. O. Blottner. EberSstr. 85, Rauchschnabel. Feurigstr. 67. E. Mersert* . 34. F. Michaelis* Frankenstr. 7, P. Neitmann. . 2, Eduard Hanke.* Fritz Reuterstt. 9, H. Gork. Gothenstr. 11, O. Blottner, Gothenstr. 21, E. Brauer. 44. M. Sperlich. Golzstr. 2, J., Wurst, sr. Hanke. Golzstr. 31. O. Blottner. Gustav Frevtagstr. 9, H. Beck. Grunewaldstr. 129, O. Blotwer. 110, , 120, A. Lehmann(Jnh. Schäfer). Hauptstt. 53, F. Kaiser. » 85, K. Hettgen* . 102/3, F. Fischer. 126, R. Steuer.* Hohenfriedbergstt. 21, Friedr. Temp. . 5, E. Obiglo. 19, O. Blottner. Hohenstauffcnftr. 7, A. Lehmann* Kaiser Friedrichstr. 14, F. Pietschmann. . 11, Peter. Kolonnenstt. 46, E. Totzlowskh. Krimhildstr. 1, O. Rcinemann. Kurfürstenstr. 9, O. Blottner. Kyffhäuserstr. 9, G. Schwemmer. „ 11, Bohndorf. Maxstr. 27, H. Zobel. Meiningerstt. 9, E. NaudhuS. Nollendorfstr. 28, B. Maiberg. Prinz Gcorgstr. 7, P. Bockisch.* Sedanftr. 6/7, F. Lehmann.* 18, P. Pranke. „ 22, L. Johannes.» „ 34, E. Brauer. „ 36, I. Lehmann.* „ 39, E. Niemann. „ 83, H. Wurst. Siegsriedstr. 4, Joses Wagner.* Steinmetzstr. 22, O. Blottner. „ 42, O. Blottner. Tempelhoserstr. 8, Hampe. „ 5, W. Danicke. Wartburgstr. 3, E. Horstmeier. Winterfeldtstr. 20, H. Pomerenke.* Ziethenstr. 3, R. Hoffmann. Hankes Großbäckerei. Berolina Brotfabrik. Rtxdorf. Bergstr. 73, M. Kupfernagel. , 122, Conrad Pente. „ 32, Rob. Kießling. 77, Otto Gabbert . 134, Rich. Liebenow. Berlinerstt. 20, A. Voigtländer. , 26, B. Reich. „ 80/81, Spandel. 85, R. Leinau. Boddinstr. 64, F. Godawa. Delbrückstr. 35. F. Ecke. Elscnstr. 82. F. Pietsch. Emserstr. 44, M. Jeschal. Erkstr. 15, G. Maerz. Falkstr. 3, Rabatt-Sparverew Südost. . 21, M. Lehmann. 25/26, G. Persicke.> Fuldastr. 10, E. Krocker. Fuldastr. 60, M. Kasten. Fricdelstr. 3, L. Marmul. Hermannstr. 42, M. Firnstew. 210, St Brix. , 231, Hewrich. erthastr. 3, Hilmer. erzbergstr. 28, W. Stange. obrechtstr. 1, P. Neubauer. obrechlstr. 71, H. Grünhagen. ivhenzollernplatz 11, W. Schmidt , 13, Dornbusch. 18, O. Markus. Jansenstr. 2, O. Hacker. Jägerstr. 70, Paul Hahn. 77, E. Haase. Juliusstr. 65, I. Scholz. , 31, Otto Ecke. Kaiser Friedrichstt. 175, J.Weigmann.* Kaiser Friedrichstr. 12, A. Braun. 7, A. Hcrrmann. Knefebeckstr. 33, Rob. Galler. 38, C. Gruhlke. . 41, M. Belzig. 68, R. Richter. 146, A. Henffchel. Kirchhofstr. 2, Rabatt-Sparo. Südost. , 32, C. Hossmann. 46/47, Bresla. Kopsstt. 45, I. Hornig. Lessingstr. 34, R. Richloff. Lesstngftr. 22, Aug. Jahnke. Münchebergerstr. 17/18, Friedrich. . 31. Alb. Voigt Münchenerstr. 44, R. Weigelt. Mainzerstr. 56, Joh. Brehmer. Puttbuserstr. 37, Joh. Bauer. Pannierftt. 13, K. Junker. , 4, Otto Görtz. Prinz Handjerystr. 22. W. Bennewitz. 24, Brix. , ,38, Leuchte. 58. I. Bartsch. 83, O. Griebat. Richardstr. 104, Handle. , 15, Paul Blasius. 63, Lüdicke. Richardplatz 7, Rich. Liebenow. Rwgbahnslr. 25, P. Scholz. Reuterstr. 32. Arthur Rhbitzkt . 94, Fritz Bosse. „ 76, P. Wernecke.» Stemmetzstr. 23, Kummer. . 29, Rich. Liebenow. , 39, R. Senstleben. Steinmetzstr. 94, P. Rother. „ 121, Löwigt. „ 129, Rabatt-Sparverein. 131, I. Runge. Schöneweiderstt. 9, Fr. Leinau. Thomasstr. 7, R. Lobbes. 37. Arndt Thüringerstr. 18, E. Würfet 36, CarlAdameck. Watterstr. 18. C. Pritschkow. Warthestr. 9, Cziicior. 68, tz. Dallinger. Wanzlickftr., Kässube. Wißmannstr. 7, I. Treffer. Wipperstr. 12, Krell. Weserftr. 206, C. Slawinski. Ziethenstt. 19, W. Ossa. 36, F. Zahn. „ 41, Emil Kankow. 57, Carl Jeltrust. 75. Klein. 81, Hentzschet Rrtt«. Buckow erstt. 8, W. Spielhagen. Buckower Chaussee 4, Laqua. Bürgerftr. 12, K. Dieckhoff. „ 24, O. Weihrauch. „ 50, A. Friese. Chausseestr. 17, Witwe Clausnitzcr. „ 36b, G. Ramdohr. „ 43, E. Schädel. 50. M. Fischer. „ 68, Otto Markwart. „ 68/70, G. Heidemann. 77, K. Braun. „ 101, Pannwitz. „ 152, A. Wiangke. 114, C. Radlle. Jahnstr. 45. O. Schulze. Rudowerstt. 6, A. Haupt. Werderstr. 89, Fr. Parniko. Dalldorf. Bahnhofftr. 9, F. Korstädt. Hermsdorserftr. 1, A. Guffchow. Oranienburgerstr. 10, E. Jahn. 21. P. Pasch. Oranienburger Chaussee 17s, G. Trost. Rosenthalftr. 2a. H. Karstadt 3. W. Frost „ 4a, A. Plättner. 9, Ch. Prächter. Triststt. 11, O. Richter. Sfralaa. Alt-Stralau 49, C. Hartwig. „ 56, P. Frank. Dorsstt. 10, H. Schäfer. Alt- nnd STen-Welssensee. Berlin erstr. 1, O. Hohenschild. 87, I. Harenburg. Ch arloltenburgerslr. 78, R. Mick. , 79, H. Dahm. , 79,A.SchadwinkeI 93, A. Gollin. 98. E. Enget Elsaßstr. 15, G. König. kenbergerstr. 46, I. Frösch. ldmannstr. 94, O. Lehmann. riedrichstr. 1, Fr. Roth. riesickcstr. 22, H. Bohndorff.» äblerstr. 8, F. Christukat.* „ 60, Kiekebusch. Große S-estr. 26. F. Köhler. Gustav Adolsstr. 7, Ernst Enget 116, A. Beyer. 152, P. Klinner. 156, Lud. Mägdesrau. tauptstr. 82, A. Herls Ww.* einersdorfer Weg 11, G. Schneider. 24. R. Engel. 37, H. Schulz. 48, P. Sikorski. Kaiser Wilhelmstr. 27, L. Höhne. . 37, P. Achterhagen. Uhlandstr. 3. W. Lubach. König-Chaussee 10, Herm. Schüler.» 22, Z. Dahn. „ 34, F. Wiedemann. , 46, P. Springer. 52, C. Vogt. Kronprinzcnstr. 13, G. Holz. Langhansstr. 55, I. Stöhr. 94, G. Höhne. 122, Krön* 142, G. Kasischke. Lothringerstr. 12, A. Schenk.' , 31, A. Kempe.» Lehderstr. 112, O. Strunz. Parkstr. 7, A. Lausse. Piswriusstr. 95, I. Knust. Prenzlauer Chaussee 3/4, M. Köhler.» 20, B. Pätzold.» Rölkestr. 17a, I. Boschinky. ., 127, W. Voget Sedanstt. 35a, K. Moschler. „ 63, E. Dahn. Straße 2, O. Bauer. Slraßburgstr. 20, H. Höhne. Streustr. 2, I. Bauer. Wilhelmstr. 23, E. Schwarz. 30. E. Großlops. Wörthstr. 24, A. Popp* Bclnlckendorf. Antonienstr. 56, Fr. Hoffmann.* Auguste Victoria-Ällee 53, C. Hinrich. Amendestr. 104, Fr. Schmidt* Bcrlinerstr. 14, Hattwig. „ 42, H. GuthsmuthS. „ 104, Rich. Krause.» „ 134, W. Gottschalt Bürgerftr. 20, Popp. Eichbornstr. 12, Behrend.» „ 35, S. Ziesmer. „ 39, O. Fliegner. 72, O. Köhler. Gesellschastsstt. 31. H. Koblitz. Grüner Weg 51, M. Modrow. „ 52, R. Milster. HauSotterstraße, R. Witte. Herbststr. 24, Fr. Kottenhahn. Holländerstt. 125, C. Nitschke. Justusstr. 14, Modrow. 29, H. Kahle. Markstt. 5, A. Scheer. Panlower Allee 72, W. Köpke. Provinzstr. 28, H. Schenkel. „ 51, Herm. Baumgärtet „ 72, E. König. „ 80, I. Schwarz. „ 86, C. Braun. Refidenzstt. 61, Busse. 1„ 75/76, R. Zimmer. „ 150, E. Ljebing. „ 118, C. Stege.» Scharnweberstr. 135, F. Naujack. Schwedenstt. 16, Hebrock. Pankow, Berlinerstt. 6, Lommatzsch. 23, H. Cope. „ 84, I. Kalbow. Brehmestt. 54, O. Harm. Floraslr. 24 u. 35. G. Piest. „ 34, W. Hein. „ 50, F. Eckert 78, E. Sasse. tehnftt. 5, M. Koller. aiser Friedrichstt. 67, Wienicke. Kreuzstr. 17, Skibbe.» Kuglerstt. 8, W. Zibell. Maximilianftr. 2, R. Voleh. 50. A. Rohr. Mühlenstt. 13, C. Barsekow. „ 53, M. Köhler. „ 78/80, K. Linde. Neue«chönholzerstt. 4, H. Steuer. Schloßstt. 4, R. Grunow. Schönholzerstt. 7, R. Seiffer* Wollankstr. 22, W. Schmidt. „ 130, B. Hartmann. Prlodrlcksfold«. Berlinerstt. 1, G. Meyer.' , 2, O. Franke. „ 102, O. Wölsert. Schloßstt. 10, C. Beversdors. Ober-Scbtinewelde, Frischen str. 1, A. Bcrger. 21, M. Pietsch. Lausnerstt. 4, H. Strache. Ohmstt. 7, F. Dams. Siemensstr. 16, H. Jähne. Wilhelminenhosstt. 1, H. Kunze. „ 17, Fronober. „ 37, Emil SIrutzke. Tegel. Berlwerstr. 3, L. Gieße. Schlleperstr. 29, L. Schwanz. 67. Weißhaupt Schloßstt. 22, H. Witte. , 27, Petersohn. Haselhorst bei Spandau. Otto Enget Gtegllts. Ahornstt, 16a. E. Thiel. Adolfstt. 7. H. Orschet Burgstt. 3, C. Felsch. Düppelstt. 22, Holz. Düntherstr. 2, M. Gortzig. chtcstr. 71, B. Liepelt. lorastr. 2a, E. Lämmke. ubertusstr. 3, I. MichalSli. erderftt. 3, Lcupold. chloßstr. 95, W. Papier. 116, E. Kummer* Schildhornstr. 94, H. 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Chausseestr. 37, A. Warner. Selchow B. Teltow. Bahnhosstt. 2, I. Wernitz. lilchtenberg und Friedrichsberg. Blumenthalstr. 10, C. Hanke. , 24, K. Biedermann. „ 27, H. Holland. Friedrich Karlstt. 14, Ä. Sldomeit. Kreuzigerstt. 20, A. Wenger. Psarrstt. 38, L. Heßler.» Rummelsburgerstr. 22, C. Opitz. „ 38, Werner. Scharnweberstt. 37, W. Köpke. „ 71, Geher. Mainzerstr. 24, L. Schmidt* Blumenthalstt. 7, E. Schüttle. Dorsstt. 82, B. Mägdesrau. Frankfurter Chaussee 20, K. Försterling. ,„ 50, C. Dammköhler. Wagnerstt. 79, W. Sorge.» „ 99, N. Sorge. Wilhelmstt. 57. A. Jesse.» Schtfnerllnde. E. Weege. W assrnannsdorf. ®. Stengel. Frans. Bachholz. Berlinerstt. 43, W. Mai. Pankowerstt. 4, H. Ulrich. W. Prmß. Perwenitz b. Paare». W. Lcue. Undenberg, W. Pach. F. Höst- C. Dannbier. Bnckow bei Berlin. Bahnhosstt. 7, Thiesscher. Chausseestt. 11, A. Michalicka. 40/41, O. Maaß. 53. K. Tarlaff. Harlendorf. Berlinerstt. 79, M. Borchardt , 84, Kalbow. Chausseestt. 3, F. Franzke. 12, A. Tech. 11, R. 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Blankenburgerstt. 11, M. Zuqwurst Buchholzerstt., G. Remter 1 M. Geisler. Die mit einem* versehenen Bäckermeister haben den Tarif des Einigungsamtes anerkannt, und bitten wir die Konsumenten, diese besonders zu unterstützen. Sämtliche Rixdorfer Bäckereien, die oben angeführt sind, haben den Tarf anerkannt. haben. Alle dieseBäckermeister müssen den mit UttserM Verbands- stempel versehenen und vom Bäckermeister eigenhändig unterschriebenen Taris als Legitimation dem Publikunt vorlegen können oder denselben aushängen. Der Bevölkerung im Norden Berlins hiermit zur Nachricht, dast wir durch die fortwährenden Durchbrechungen unsrer Forderungen seitens e i n es T e i l s der B ä ck e r m e i st e r im Norden gezwungen sind, nur«och diejenigen Meister dem Publikum zu empfehlen, die den vor dem Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts festgelegten D aris anerkannt Diese Bäckermeister müssen für uns als die zuverlässigsten gelten. Hausfrauen! Arbeiter! Bürger! 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