Nr. 159. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando; Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntagss Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. 3 Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für bie fechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 fg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Bort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für ble nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die Beruhigungs- Denkschrift. II. Sonnabend, den 9. Juli 1904. V eine Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Beamten und Arbeiter ins Gewicht fallen, verzichtet die Denkschrift Nach der modernen Auffassung von den Pflichten der überhaupt auf eine Berechnung der in der Gemeinde entstandenen Neutralität hat sich der Neutrale durchaus nicht passiv zu verhalten, oder ihnen drohenden Steuererhöhung, sie behauptet beruhigend, daß wenn Kriegspartei versucht, neutrales Gebiet zu Was die Gründe für den Ankauf und die Stille fich ein genügend sicheres Urteil zur Zeit" darüber noch nicht ab- betreten. Sie hat vielmehr jeben berartigen Versuch wenn abzuwehren; erst dann, das Iegung der Bechen betrifft, so muß selbst die amtliche Dent geben laffe. unmöglich ist, ge= Bei weniger syndikatsbegeisterter Tendenz hätte sich diese Be- nügt die Entwaffnung der schrift zugeben, daß die Käufer fast durchweg von dem Bestreben Flüchtigen und die Bes geleitet gewesen sind, die Beteiligung der angekauften Zechen beim rechnung sehr wohl durchführen lassen. Freilich wäre dazu auch eine schlagnahme des Kriegssmaterials. Das forrette Verhalten Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndikat zu erwerben und, wenn auch böllig andre Methode bei der Berechnung und Beurteilung der des Neutralen in solchen Fällen ist namentlich dann von großer nur allmählich, auf ihre eignen Zechen zu übertragen". Was von Brotlosmachung und des Drtswechsels der Arbeiter praktischer Bedeutung- insbesondere auch vielleicht für vornherein von allen öffentlichen Anklägern behauptet wurde, wird nötig gewesen. Bei dieser gewichtigen Frage schwimmt die Denk bie rasche Beendigung des Krieges wenn der Uebertritt in damit ohne Umschweife zugegeben, daß es sich um ein rein kapitalistisch- schrift nämlich auch völlig im Fahrwasser des Syndikats und der großen Massen erfolgt und durch die militärischen Erprofitlüfternes Unternehmen handelt, durch das Hunderte und Bechen. Am augenfälligsten zeigt sich das im einzelnen wieder folge des Gegners verursacht ist"( UIIlmann, Tausende von Arbeitern brotlos und heimatlos gemacht und bei der famosen Angabe, daß infolge Kündigung seitens Völkerrecht). Für die Japaner ist es aber in diesem Falle von die Gemeinden und Gewerbetreibenden aufs äußerste geschädigt der Beche" nur insgesamt 451 Arbeiter bis zum 1. Juni 1904 aus größtem Einfluß auf den Verlauf des Krieges, daß sie die Port werden. Die Denkschrift muß im Anschluß daran weiter zugeben, der Arbeit geschieden seien,, infolge freiwilliger Abkehr" aber außer Arthur Flotte entweder vernichten oder der eignen Kriegsflotte eindaß dieses Bestreben vornehmlich durch die Bestimmungen des neuen, dem insgesamt 3481. Wir sehen einmal ganz von all den speciellen verleiben kann, um sich dadurch für den weiteren Seekrieg am 1. Januar 1904 in Straft getretenen Syndikatsvertrages hervor- und beglaubigten Angaben der Bergarbeiterpresse über direkt an zu stärken! gerufen worden ist". Damit fällt, von allem andern einmal ab- gefagte Kündigung seitens der Zechenverwaltungen ab, es genügt Deutschland hat also alle Ursache, die Neutralität in striftester gesehen, das ganze Gerede der Kohlenbarone von der Unrentabilität" völlig, wenn wir feststellen, daß die Herren Geheimräte zum Bei- Form zu beobachten! der stillgelegten Bechen allein schon in sich zusammen, denn es wird fpiel nicht als Kündigung seitens der Zechen ansehen, wenn den Fiasko der Kartäufer- Kommission. niemand glauben, daß die Unrentabilität dieser stillgelegten Zechen Arbeitern durch Anschlag mitgeteilt wird: an dem und dem Tage Paris, 7. Juli.( Eig. Ber.) Die Arbeiten der Kartäufer sich erst plötzlich und bei allen zu gleicher Zeit furz nach Inkrafttreten hört der Betrieb der Grube auf. Daraus ergiebt sich, was die Untersuchungskommission schließen wirkungsvoll ab mit der Ent des neuen Synditatsvertrages gezeigt habe. Ja, die Dentschrift muß Unterscheidung, ob infolge Kündigung oder infolge freiwilliger larvung des Falschzeugen Cendre, des ehemaligen selbst dort, wo auch sie von der Unrentabilität redet, zugeben, daß Abkehr hier thatsächlich für einen Wert hat. Nach der Denkschrift Kochs der Schnapsmönche. bei höheren Kohlenpreisen oder wenn mehrere Gruben im Betrieb waren nun also bis zum 1. Juni insgesamt aus der Arbeit ge= Der fromme Mensch hat auf dem Kruzifig zwei einander schnur zufammengelegt und mit modernen Anlagen ausgerüstet würden, schieden 3982 Arbeiter, davon waren 1995 berheiratet, 281 Haus- ftrads widersprechende Beugenschwüze geleistet. Das erste Mal fie wieder mit Aussicht auf Gewinn in Betrieb genommen befizer. Diese 3932 Arbeiter machen aber 43,5 Broz, also beinahe schwor er, den X., den angeblichen Urheber der im Namen von werden könnten. Es handelt sich also selbst hier nicht um natürliche die Hälfte, der am 1. Januar 1904 auf den betreffenden Zechen Parlamentariern bei den Kartäusern angeblich versuchten ErGründe für die Entvölkerung ganzer Gegenden, sondern lediglich um noch vorhandenen 9041 Arbeiter aus! Einen weiteren Gipfel der pressung, nicht zu kennen und nicht wiedererkennen zu Gründe zeitlich- kapitalistischer Art, die aber heute schon überwunden Oberflächlichkeit erreicht die Denkschrift auch bei den Angaben über tönnen. Das zweite Mal beschwor er das Gegenteil werden könnten, wenn der Staat auf Grund des bestehenden den Ortswechsel der Arbeiter. Sie behauptet einfach, daß bis zum und nannte den Namen Mascurands, des Vorsitzenden Berggesetzes sich seiner Pflicht bewußt würde und selbst durch Erwerb 1. Juni 1904 aus den betreffenden Gemeinden nur 1422 Arbeiter, des ministeriellen Republikanischen Komitees für Handel und Inder betreffenden Bechen eingriffe, wenn er ihre Befizer nicht zum darunter 476 mit 2123 Familienangehörigen verzogen" seien. Der duftrie. Nur der flerital- nationalistische Haß konnte die Kommissionseignen Betrieb zwingen will. Begriff berzogen" befagt hier natürlich zunächst aus dem Grunde mehrheit verleiten, sich auf das offenbar meineidige Beugnis des Die Denkschrift sucht auch bei dieser Frage allen entscheidenden gar nichts, weil er nicht diejenigen Arbeiter mitumfassen kann, deren mönchischen Dieners einzulassen. Sie muß auf die nicht immer Urteilen aus dem Wege zu gehen und ist göttlich befriedigt, wenn polizeilicher Wohnsitz wohl noch der alte geblieben, die aber ihre mögliche Erbringung eines schlagenden Unschuldsbetveises, der im die Herren des Kohlensyndikats alle Gegensätze, die selbst einen Arbeit an ganz andern, oft weitest entfernten Orten haben suchen gegebenen Falle nur ein Alibibeweis sein konnte, gerechnet haben. Augenblick die Geheimräte zu beunruhigen drohen, mit sanfter müssen und nur alle vierzehn Tage zu ihrer Familie zurück- Bei der gewissenlosen Verleumdungstaktik der Klerikal- nationalistischen Hand wieder glätten und zur Ruhe bringen. Herr Möller will Ruhe fehren können oder jeden Tag eine mehrstündige Fahrt oder Presse würde auch das sich selbst aufhebende Zeugnis des mönchischen und warum sollen sich seine Geheimräte da aufregen! Wanderung zu ihrer Arbeitsstätte machen müssen. Die Angabe Dieners genügt haben, um Mascurand und mit ihm was die Diese Beruhigung muß nun aber notwendigerweise da ein ge- erschöpft aber auch insofern die Wirkung der Stilllegungen gar nicht, Hauptsache die Linksparteien politisch in den Stot zu ziehen. Es wisses Ende erreichen, wo die nadten Zahlen eine gar zu ein- als die Verfasser der Denkschrift absolut keine Ahnung davon zu fam aber anders. Der Alibibeweis wurde von Mascurand, ja, ohne dringliche Sprache reden, und man merkt es den gewundenen Aus- haben scheinen, daß es so etwas wie Mietskontrafte giebt, die erst sein Buthun, von der Kommission selbst ermittelt, sobald drücken förmlich an, wie unangenehm solche Zahlen sind. Es handelt am Quartalsersten ablaufen; der Stand am 1. Juni besagt also das Datum des angeblichen Besuches des X. bei den Kartäusern sich um die Verluste der Gemeinden durch die erfolgten auch insofern nichts, als er nicht mitberücksichtigt, wie viele Hunderte genau festgestellt war. Die durch eigne Schuld schmählich hereinoder bevorstehenden Stilllegungen. Wir greifen aus den Mit- von Arbeitern und Familien lediglich infolge ihrer Mietskontratte gefallene Stommissionsmehrheit war mun so gut, Mascurand seine teilungen der Denkschrift nur ein Beispiel heraus. Durch die Still noch bis zum 1. Juli an ihren alten Wohnort gefesselt sind und erst Ehrenhaftigkeit feierlich zu bestätigen. legung der Zeche„ Maria Anna" und" Steinbank" sind im wesent- nach dem 1. Juli abwandern werden. Hinter dem meineidigen Koch steht zunächst der Kartäuserlichen die Gemeinden Höntrop und Eppendorf, beide Kreis Aus all diefen einzelnen Oberflächlichkeiten, Unzuverlässigkeiten Deputierte Bich a t. Dieser hat eingestandenermaßen mit dem Gelsenkirchen, betroffen. Bei Höntrop gestalteten sich die Dinge und positiven Unrichtigkeiten wie aus der tendenziösen, völlig un- falschzeugenden Bravo unmittelbar vor dessen sensationeller Aussage mun so: der Drt hatte am 1. Januar 1904 eine ortsantvesende Be- zulänglichen Methode der Untersuchung ergiebt sich also als Resultat, diniert. Auch sonst liegen schwere Indicien vor, daß der Falschzeuge völkerung von 5542 Seelen; von den zu dieser Zeit auf der Zeche daß der Wert der ganzen preußischen Untersuchung und Denkschrift von flerifal- nationalistischer Seite bearbeitet wurde. beschäftigten Beamten und Arbeitern wohnten in Höntrop 638, gleich Null ist. Die Untersuchung hat in keiner Weise das erreicht Das Gesamtergebnis der Untersuchung ist politisch desto barunter: 361 verheiratete mit 1426 Familienangehörigen, 277 un-( und ihre Veranstalter hatten dazu auch nicht die Absicht) günstiger für Combes, als sie von seinen schlimmsten Feinden in berheiratete, und 37 Hausbesitzer. Von diesen haben bis zum 1. Juni 1904 was zu fordern ist, um die in Frage kommenden Verhältnisse gründ- ihm tendenziös- feindlichem Sinne mit einer Unverschämtheit sonderdie Gemeinde verlassen 256, darunter 69 verheiratete mit 279 Fa- lich und unbeeinflußt von interessierter Seite aufzuhellen, wenn es gleichen geleitet wurde. Der Berichterstatter der Kommission, milienangehörigen, 187 unverheiratete, kein Hausbefizer. Der dessen noch bedürfte. Wir sind durch die famose Arbeit der Geheim- Abg. Colin, ein abgefallener Ministerieller, wird den MinisterFinanzbedarf der Gemeinde beträgt 100 234 M., hiervon werden räte der Herren Möller und Hammerstein nicht um einen einzigen präsidenten und deffen Sohn als völlig gerechtfertigt erklären. Nur aufgebracht durch Gemeinde Einkommensteuer 59 588 M., durch Schritt vorwärts gekommen. Freilich konnte man ja im voraus will er das heuchlerische Bedauern hinzufügen, daß Combes die Realsteuern 39 596 M., durch sonstige Einnahmen 1050 M., nur ganz geringe Hoffnung haben, daß aus Anregungen und Angelegenheit aufgerollt hätte. Die Klerikal- nationalistische Berdarunter von der Zeche: an Gemeinde- Einkommensteuer 23 000 M., Wünschen eines Dreiflassen Parlaments überhaupt jemals leumdungs- Maffia, und ihre Bundesgenossen von der Linken an Realsteuer 19 516 M., von deren Beamten und Arbeitern: etwas halbwegs Vernünftiges und Brauchbares herauskommen haben allerdings guten Grund, die Anfrollung der Affaire zu bean Gemeinde- Einkommensteuer 12 000 m., an Realsteuern 1400. würde. Die Regiererei der Herren Möller und Hammerstein dauern. Die vergiftete Waffe ist in ihren Händen zerbrochen Durch die Stilllegung erleidet die Gemeinde nun also hat ihre Pappenheimer richtig eingeschäßt, und es bleibt nur übrig, worden; unter ihrer eignen unfreiwilligen Mitwirkung. Und aum einen Steuerausfall von insgesamt 46 356 M., D. h. beinahe die wenn überhaupt irgend eine weitere Stlarheit eintreten soll, daß politischen Fiasto hat sie sich ein moralisches geholt. Hälfte ihres gesamten Finanzbedarfes! Um diesen Ausfall zu die Untersuchung der Verhältnisse im Ruhrrevier einer andren decken, müßten die Einkommensteuer und die Realsteuern je von Instanz übertragen wird. Wir stellen gar nicht wieder die für 166 Proz. auf 346 Proz. erhöht werden! Es soll jedoch die Preußen- Deutschland revolutionäre Forderung einer rein parlamenHoffnung vorliegen, durch allerlei Mittelchen die Erhöhung nicht tarischen Enquete, sondern wir fordern nur, daß der Reichstag im über 200 Broz. kommen zu lassen. Bei diesen mit Wohlgefa llen Verfolge seiner Interpellation vom 21. April 1904 die Sache Die politische Situation, die durch die Etablierung eines Arbeiternotierten Mittelchen giebt die Deutschrift auch an, daß durch den erneut in die Hand nimmt und das Reichsamt des Innern ministeriums in den Vereinigten Staaten von Australien entstanden Fortzug einer Anzahl Schulkinder die Ausgabe für eine Lehrerſtelle ersucht, in Gemeinschaft mit einer entsprechenden Anzahl Reichs- ist, bietet ein interessantes Bild. Die Klassenscheidung macht sich mit 2000 Mart jährlich erspart werde. tags Abgeordneter unter ausdrücklicher Hinzuziehung von Ver- schärfer und flarer denn je bemerkbar. Keine der drei Parteien, die Nächst Höntrop und Eppendorf laffen sich selbst für die tretern der Arbeiter und Gemeinden eine neue Untersuchung und gegenwärtig im Barlament vertreten find, hat eine eigne Majorität; Herren Geheimräte der Herren Möller und Hammerstein die Ver- Berichterstattung vorzunehmen. Das ist das mindeste was geschehen jede ist auf die Unterstützung durch eine andre angewiesen, wenn sie hältnisse auch bei denjenigen Gemeinden einigermaßen übersehen, muß, wenn nun einmal überhaupt noch untersucht" werden soll. regieren will. Ob die Freihändler die Regierung führten oder die bei denen die Hauptwirtung der Stillegung in dem Ausfall Wir freilich meinen, daß die Vorgänge im Ruhr- Schutzöllner, fie waren in der einen Frage auf die Unterstützung oder der Verringerung der bisher von den Bechen gezahlten Steuern rebier längst spruchreif sind. besteht", so in Schüren, Bommern, Niedersprockhövel, Ueberruhr, Eiberg and Alstaden. In diesen Gemeinden würden unter Zugrundelegung der jetzigen Verhältnisse erhöht werden müssen: D Politische Ueberlicht. Auftralien. der Arbeiterpartei, in der andern auf die Unterstügung der andern bürgerlichen Partei angewiesen. Niemand hat bisher an diesem Zustande etwas auszuseßen gehabt. Jezt regiert die Arbeiterpartei und nun erscheinen plößlich die großen Principien der konstitutionellen Regierung" gefährdet. Mit beißender Fronie schreibt der Worker"( Brisbane) vom 28. Mai: Pflichten der Neutralität. " Jeden Morgen kommen die Zeitungen in atemloser Erregung ( Meldung des Neuterschen Bureaus.) Das heraus, Fett und Tinte aus jeder Pore schwitzend, um uns zu er Gerücht, Kiauts chou werde von den Russen als Bufluchts- zählen, wie die großen Principien der konstitutionellen Regierung 160 Broz. 162 Pro3. 180 Broz. 241 Pro3. Hafen benutzt werden, wird hier nicht ernst genommen. Eine in Gefahr sind und wie absolut notwendig für alle recht die EinkommenIn der Gemeinde fteuer die Realsteuern bon auf bon auf Schüren • Bommern Niedersprockhövel 270 870 270 870 " " 1 " " 280 308 204 204 " " " " 180 195 165 180 " " # " 135 " 191,6" 135 " 138,3 " 250 273 250 273 " " " Ueberruhr Eiberg Alstaden. Hierbei ist aber der etwaige Fortzug weiterer Arbeiter und der dadurch entstehende Steuerausfall noch nicht berücksichtigt! Das wagt die Dentschrift gar nicht zu berechnen, denn für diejenigen Gemeinden, wo weniger die Steuern der Zechen als diejenigen ihrer Tokio, 7. Juli. Berlin, den 8. Jult. " amtliche Erklärung, in welcher es heißt, die japanische Regierung fei denkenden" Politiker es fei, alle andern Rücksichten fallen zu lassen überzeugt, daß Deutschland die Neutralität aufrechterhalten und die Majoritätsherrschaft wieder herzustellen. Und Deakin annonciert jeden Tag, daß er bereit sei, sich auf werde, ist heute veröffentlicht worden. Das Berliner Tageblatt" erklärte letzter Tage, Deutschland dem Altar des Patriotismus zu opfern und einen Kompromiß verleze durchaus nicht die Neutralität, wenn es der russischen Port- mit Reid einzugehen. Und Neid proklamiert, daß er ebenso bereit Arthur- Flotte in Kiautschou Zuflucht gewähre. Japan sollte doch sei, sich dem Wohle des Landes zu opfern und mit Deakin zusammen soviel bom Völkerrecht verstehen. Wir möchten umgelehrt dem die Geschäfte zu übernehmen." Berliner Tageblatt" empfehlen, sich ein wenig besser über die Es offenbart sich darin der Klaffengegenfat ganz unverhüllt und Pflichten der Neutralität zu unterrichten. schon diese Wirkung des Arbeiterministeriums ist äußerst wertvoll " M Deutfches Reich. Vertrage in Betracht kommen, verhandelt worden und man Der Zehnstundentag als kleineres Uebel". Die in und würde allein seine Eristenz, sei sie auch nur kurz, rechtfertigen. I Genoffin Klara Zetkin behauptet, wie wir hören, Genoffin Zetkin Eine ausführliche Depesche des„ Wolfffchen Telegraphenbureaus" Es wird ungemein viel zur Aufklärung der Arbeiter beitragen. habe verschiedene Klassen der Bevölkerung zu Gewaltthätigkeiten berichtet: Der„ Worker" schildert noch in längeren Ausführungen die Sach- gegen einander aufgereizt. Und wer sollen diese„ Klassen" sein? Die Zweite Kammer beendete die Beratung der WahlrechtsYage und vertritt, in konsequenter Ausnüßung der gegebenen Es sollen die Versammlungszuhörer die eine Klasse und die vorlage; fie nahm die neue Wahlkreiseinteilung nach dem Antrage Situation, ganz entschieden den Standpunkt, daß das Ministerium Bourgeoisie, als deren berufener Vertreter Herr v. Bülow( nach der des Ausschusses, wozu die Regierung sich eine Aeußerung über ihre Watson einer etwaigen Niederlage im Parlament nicht weichen sich die Behörden und die bürgerlichen Parteien energisch gegen die fegte die Zeit des Wahlgeschäftes auf die Zeit von 10 Uhr Anklage) anzusehen ist, die andre klasse sein! Bislang haben Stellungnahme vorbehielt, mit 32 gegen 12 Stimmen an und dürfe, sondern an das Land appellieren müsse. Die Fragen Behauptung verwahrt, daß die Beamten Vertreter nur einer Klasse vormittags bis 8 Uhr abends fest, während die Regierung die Zeit Protektionismus oder Freihandel seien tot; jetzt sei die einzige feien, daß Klassenjustiz herrsche uſiv. Die Staatsanwaltschaft zu von 10 Uhr morgens bis 6 Uhr abends vorgeschlagen hatte. In Frage: Für oder gegen die Arbeit( Labour or Anti- Labour). Und Breslau ist in ihrer Anklage git andrer Ansicht ge- der Nachmittagssitzung wurden die übrigen Artikel nach dem Ausüber diese Frage müßte das Volk zur Entscheidung aufgerufen langt. Nicht minder wunderbar ist die Annahme, ein Ver- schußantrage, der sich im wesentlichen mit der Regierungsvorlage werden, wenn das Parlament versage. sammlungsbesucher tönnte eine Klasse darstellen. Eine solche Annahme deckt, angenommen. Hierauf vertagt sich die Kanimer bis zum geht noch weit über den berüchtigten§ 100 des altpreußischen Herbst. Strafgesetzbuches, den Haß- und Verachtungsparagraphen, hinaus. Die Fassung des§ 130 des Strafgesetzbuches sollte Schutz gegen München, 7. Juli.( Eig. Ber.) Zwischen der Kammer der AbDas Eintreffen des Herrn v. Witte wird von der Presse fast derlei„ vage Konstruktionen“ bieten, wie sie die Praxis auf Grund geordneten und den Reichsräten herrscht seit einiger Zeit ein äußerst allgemein als günstige Vorbedeutung für das Zustandekommen des des Haß- und Verachtungsparagraphen gezeitigt hatte. Die Konstruktion gespanntes Verhältnis. Vor mehreren Wochen hat nämlich ein des. Breslauer Staatsanwalts geht noch weit über das hinaus, was Centrums- Abgeordneter den Grafen Crailsheim wegen seiner neuen deutsch- russischen Handelsvertrages angesehen. Die" Frant- je auf Grund des Haß- und Berachtungsparagraphen konstruiert Thätigkeit als Aufsichtsrat mehrerer großen Aktiengeſellſchaften heftig furter Zeitung" stizziert die Situation wie folgt: " Die Handelsvertrags- Verhandlungen mit Rußland, die durch wurde. Uebrigens anerkennt die Anklageschrift nicht nur, daß eine angegriffen. Da nun der ehemalige Ministerpräsident auch Mitglied Bevollmächtigte der beiden Staaten erst in Petersburg und dann in lassenherrschaft bestehe, in der der Reichstanzler als berufener Vertreter der oberen Stammer ist, so nahm der Reichsrat v. Auer fürzlich GelegenBerlin wochenlang geführt worden sind, haben bekanntlich seit der Bourgeoisie fungiere; sie enthält noch ein andres für Socialdemo- heit, im Auftrage des Finanzausschusses der Reichsräte diese Angriffe zurückzuweisen. Diese zurückweisung geschah aber in einer fo mehreren Monaten, seitdem man in Berlin erfolglos auseinander- traten wertvolles Zugeständnis. Sie anerkennt, daß die Darstellung gegangen war, geruht, und es hieß, daß Rußland zu ihrer heutiger Zustände aufreizend wirken müsse. Sie behauptet nämlich probocierenden Art, daß sie sich als ein ganz ungehöriger Angriff von der Angeklagten, diese habe die heutigen Zustände in agitato- auf die Rechte der Volksvertretung und besonders auf die Redeund aufreizender Weise die geeignet lichen diplomatischen Wege über die Hauptstreitpunkte, die bei dem lichen Frieden zu gefährden. Daß die bestehenden Zustände so schlimm der Abgeordnetenkammer werde diese nngeheuerliche Anmaßung in schärfster Form zurückweisen. Das war aber nicht der Fall; weiß seit einigen Wochen, daß diese Verhandlungen in dem find, daß ihre lebhafte Darstellung sogar den öffentlichen Frieden Dr. v. Orterer begegnete ihr vielmehr in ganz auffallend milder einen oder andern wichtigen Punkte, also wahrscheinlich bezüglich gefährde, ist ein staatsanwaltliches Zugeſtändnis, für das die Social- Weise und der Vorstand der Centrumsfraktion, Prälat Dr. v. Daller, der Höhe der Getreide und Viehzölle, ein demokratie eigentlich dankbar sein müßte. Man darf daher erwartungsmeinte dieser Tage gar, man solle dergleichen Anwürfe günstiges Resultat( günstig"- d. h. im Sinne der Einigung boll sein, ob diese Anklage zur Eröffnung des Hauptverfahrens in wahrer Noblesse" ignorieren. Es wird nicht Wunder nehmen, der beiden Reiche, nicht etwa für das deutsche Volk.( Red. d.„ Vort.") führen wird. daß die Gewappelten nun erst recht übermütig werden und in der gehabt haben sollen. Bestimmte Angaben darüber sind nicht beThat haben sie sich in den letzten Tagen wieder eine neue Herauskannt; man geht aber gewiß nicht fehl, wenn man annimmt, daß die durch den Ausbruch des russisch japanischen Krieges geschaffene Antrag eingereicht, der die Einführung des Behnstundentages Abgeordnetenkreisen herrscht, hat sich nun die socialdemokratische Die Gesellschaft für sociale Reform hat dem Bundesrat einen forderung erlaubt. Der Stimmung Rechnung tragend, die ob dieser Vorgänge in politische Situation auf die Vertragsverhandlungen eingewirkt und die Geneigtheit in Rußland zu einer handelspolitischen Einigung für Fabrikarbeiterinnen bezweckt. mit Deutschland gefördert hat. Da scheinen gewisse diplomatische Handelskammern find mun zu einem Gutachten über diesen Antrag Schreiben zu richten, in dem der Anschauung Ausdruck gegeben wird, bayrischen Landtagsfraktion veranlaßt gesehen, an das Kammerpräsidium ein Erfolge vorzuliegen. Von einer Einigung über den Handels- aufgefordert. Infolgedessen hat sich unter anderm auch eine Generalvertrag, von der in letzter Zeit einige Blätter gesprochen haben oder versammlung des Vereins füddeutscher Baumwoll- Industrieller mit daß bei dieser Entwicklung der Dinge die bisher geübte Zurückhaltung aufgegeben werden müsse und daß eine offene Besprechung gar von der nahe bevorstehenden Unterzeichnung des Vertrags ist der Frage beschäftigt und einstimmig beschlossen, erster der Sache notwendig sei. Die Fraktion richte deshalb an den die Arbeitsnoch keine Rede, wohl aber werden jezt die Verhandlungen mit Linie an den jetzt gültigen Vorschriften über zeit festzuhalten; sollten aber die gesetzgebenden Faktoren Barteien des Hauses einen geeigneten Anlaß zur Herbeiführung Präsidenten das Ersuchen, im Benehmen mit den Vertretern der besserer Aussicht auf Erfolg wieder aufgenommen." baner gesetzlich festzulegen, so erachtete der Verein gegenüber der find unter Mitteilung dieses Schreibens ersucht worden, dazu sich entschließen, eine weitere Beschränkung der Arbeits- dieser Aussprache wählen zu wollen. Auch die übrigen Fraktionen von der Reichsregierung in Aussicht genommenen weiteren Diffe renzierung der Arbeitszeit je nach den einzelnen Arbeiterkategorien gebung zur Wahrung der Würde und der Rechte der Volksvertretung renzierung der Arbeitszeit je nach den einzelnen Arbeiterkategorien Stellung zu nehmen und, wenn möglich, eine gemeinsame KundDer jüngst in Wiesbaden geführte Beleidigungsprozeß, in dem tag für weitaus das kleinere Uebel". Der Zehnund Altersklassen den allgemeinen zehnstündigen ArbeitsHerbeizuführen. der Regierungs- und Medizinalrat Dr. Pfeiffer als Beklagter, stundentag der Frauen bedeute in der Textilindustrie ohnehin den 98 Aerzte als Kläger auftraten, hat mancherlei Aufklärung über allgemeinen Zehnstundentag; die Festsetzung einer verschiedenen München, 8. Juli. Die Korrespondenz Hoffmann schreibt: Die ärztliche Standeswürde gebracht. Dr. Pfeiffer hat in amtlichen Arbeitszeit für männliche Arbeiter, für Arbeiterinnen, für Eingaben an den Regierungspräsidenten die klagenden Aerzte, die Ehefrauen und für Jugendliche sei viel störender als der Angelegenheit, die zwischen dem Kriegsminister Frhrn. von Asch und dem Landtags- Abgeordneten Dr. Pichler schwebt, ist infolge einer den ärztlichen Verein in Wiesbaden bildeten, durch allerlei Be- allgemeine Zehnstundentag; eine gesetzliche Festlegung der Mittags- regierungsseitigen Intervention beigelegt worden. Dr. Pichler pause sei unnötig. Bei diesem Beschluß sei die Generalversammlung hat sich aus den ihm hierbei gegebenen Aufklärungen überzeugt, daß hauptungen beleidigt. Eine Hauptrolle spielte dabei ein Herr von der Erwägung ausgegangen, daß es sich bei der jetzigen sein Vorwurf, der Kriegsminister habe im Falle des Einjährig Dr. Fischenich, dem Dr. Pfeiffer gewohnheitsmäßige Ausbeutung parlamentarischen Lage gar nicht mehr darum handelt, ob eine Freiwilligen Eras einen Vertrauensbruch begangen, grundlos feiner Patienten nachgesagt hatte. Die Angelegenheiten des weitere Einschränkung der Arbeitszeit stattfinden soll oder nicht, war und hat daher diesen Vorwurf zurückgenommen Dr. Fischenich spielten in der Beweisaufnahme die Hauptrolle, da sondern nur mehr darum, ob die erwähnten komplizierten Einzel- und die Erklärung, die er schon am 15. März in der AbgeordnetenDr. Pfeiffer eine Anzahl Zeugen aufgeboten hatte, um seine Be- bestimmungen oder der glatte 3ehnstundentag Gesetz fammer abgegeben hatte, wiederholt, daß ihm bei seinem Vor hauptungen über Dr. Fischenich zu beweisen. werden soll. Aus triftigen Gründen ist letzteres vorzuziehen". Aus der Betveiserhebung ergab sich, daß Dr. Fischenich in der Die Idee eines allgemeinen gesetzlichen Normalarbeitstages ferngelegen hat. Hinsichtlich des von ihm in der Verhandlung gehen jede Absicht, den Kriegsminister zu beleidigen, vollständig That ein sehr teurer Arzt ist. Honorare von 700, 800 W. spielten marschiert also! Die Enthüllungen über die geradezu granen vor dem Kriegsgericht erwähnten andern Falles hat Dr. Pichler erin den Aussagen der Zeugen eine Rolle. Ein Kellner sollte 225 M. Arbeiterkategorien haben allmählich dahin geführt, daß für eine ganze vor dem Oberkriegsgericht dahin richtiggestellt hat, daß der Kriegserregenden Zustände in einigen Industrien und bei einzelnen flärt, daß er diese Bemerkung ohnehin schon in der Berhandlung bezahlen, für die Behandlung eines Kindes 230 M. und ähnliches Reihe von Berufen aus gesundheitlichen Rücksichten Arbeitszeit minister in jenem Falle überhaupt keinen Anlaß hatte, einzuschreiten. mehr. Dr. Fischenich will allerdings als teurer Arzt gelten, um, beschränkungen vorgenommen worden sind. Für die Arbeite Der Kriegsminister v. Asch hat dagegen den Strafantrag gegen wie er erklärte, im Interesse seiner Kollegen feine zu große Praxis rinnen hat man den gesetzlichen Elfſtundentag eingeführt. Die Dr. Pichler zurückgezogen und erklärt, daß die von ihm in der einzuschränken. Auffällig ist dabei allerdings, daß Dr. Fischenich Erfahrungen mit demselben haben nun gezeigt, daß in Betrieben, in Dr. Pichler zurückgezogen und erklärt, daß die von ihm in der solche, teilweise die Maximaltare stark überschreitende Forderungen denen die Frauenarbeit eine große Rolle spielt, die Weiterarbeit Sigung der Abgeordnetenkammer am 14. März gemachte Aeußerung, nach der Behandlung stellte, ohne daß vorher eine entsprechende über die für Frauen zulässige Arbeitszeit hinaus für das übrige daß Dr. Pichler gegen die Art seines Vorgehens nichts einzuwenden gehabt hätte, wenn dasselbe die Entlassung des Eras aus dem Personal nicht gut möglich ist. Eine weitere Einschränkung aktiven Dienst oder die Bestrafung des Unteroffiziers Jena wegen Vereinbarung getroffen worden war. der Frauenarbeit auf zehn Stunden täglich steht aber wohl infolge Kennzeichnend ist nun, daß die geladenen Sachverständigen an der Erhebungen der Fabrikinspektoren über diese Frage bevor. Wenn ißbrauchs der Dienstgewalt zur Folge gehabt hätte, als nicht gedem Verhalten des Dr. Fischenich fast nichts auszusetzen fanden; da die Vertreter der Industrien, welche infolge einer solchen Ver- sprochen gelten solle. in den meisten Fällen fanden sie es vollkommen einwandsfrei. Die kürzung der Arbeitszeit auch für das übrige Personal früher Schluß Wegen Majestätsbeleidigung wurde von der Aschaffen Tage tönne nicht für das Normale, sondern nur für die Mindest machen müssen, den Zehnstundentag überhaupt wünschen, so burger Straffammer der Pflasterer Thorn aus Worms zu grenze gelte. Als stillschweigendes Uebereinkommen zwischen Arzt geschieht dies zwar nicht in reiner Selbstlosigkeit und aus socialem 4 Monaten Gefängnis verurteilt. und Patient gelten, daß sich keine Partei an die Tage gebunden Verständnis für die Lage der Arbeiterschaft; da aber über Motive halte. Kurzum, das Nehmen, und recht viel nehmen, erschien in nicht abgestimmt wird", kann es den Arbeitern schon recht sein, diesem Prozesse als die höchste Blüte der Standeswürdigkeit. Ganz wenn die Vertreter jener Streise sich für den reinen Zehnstunden wird im Anschluß an die Bekundungen des Ansiedlers Wallace Unbemittelte behandelt man dann lieber ganz unentgeltlich, wie der tag erwärmen. Sachverständige Prof. Rehm auf entsprechende Frage erklärte. Dr. Fischenich wollte wissen, warum er Arzt sei, sagte sein Rechtsanwalt in der Anklagerede. Herr v. Witte reist nach Norderney, wo er mit dem Reichstanzler Graf Bülowo zusammentrifft. Staudeswürdiger Arztbetrieb. Asch- Pichler- Frieden. Ueber die Lage in Südwestafrika welche und der Frauen Roloff und Bremer noch gemeldet: Das Warum geht es in Preußen nicht? Dreieck Waterberg Otosongoho Otahimua sei Die neueste offizielle Statistik über die Soldaten boller Herero, welche alle Buschlisieren durch Schützen mißhandlungen hat bewiesen, daß die Soldatenschindereien löcher mit Brustwehren zur Verteidigung einDer Fall interessiert uns von dem Gesichtspunkte des Kampfes immer noch nicht abnehmen. Zum Beweise dafür, daß auch inner- gerichtet hätten. Assa sei schwerkrank; er könne fich faum beder Aerzte gegen die Krankenkassen. Die Aerzte verlangen von den halb des jezigen Systems die Quälereien eingeschränkt werden wegen. Michael sei mit Samuel uneinig. Die gewöhnlichen Herero Krankenkassen angemessene, standeswürdige Bezahlung. Fragt man, fönnen, sei eine kleine offizielle Statistik über die in Bayern litten Hunger; auf sie nähmen die Brlogleute und die Reichen, was standeswürdig oder angemessen sei, dann wird man wohl auf von 1880 bis 1892 borgekommenen Fälle von Mißhandlungen 2c. welche Fleisch und Milch befizen, keinerlei Rücksicht. Von den bie Tare verwiesen. Wir haben schon mehrmals ausgesprochen, daß angeführt: 1880: 174 gälle, 1881: 154 Fälle, 1889: 109 Fälle, Dvamboleuten hätten die Herero auf ihr Ansuchen Munition 1890: 95 Fälle, 1891: 94 Fälle, 1892: 84 Fälle. Womit haben die erhalten, ins Ovamboträger Lager die Tage ein ganz ungeeigneter Maßstab sei. Aus diesem Prozesse bayrischen Kriegsminister v. Maillinger, v. Heinleth und v. Safferling brachten. Die Herero hätten noch viel Munition, sowie erfährt man, daß auch von den Aerzten felber die Tage als nicht diese Einschränkung erreicht? Einzig und allein durch die zahllose Späher; von Frieden wollten sie nichts maßgebend betrachtet wird; es wurden mehrfach die guten Ver- Pensionierung der Offiziere, in deren Abteilungen wissen und behandelten alle früher bei Deutschen bedienstet gemögensverhältnisse einzelner Patienten zu Gunsten des Dr. Fischenich systematische Mißhandlungen vorkamen. Manchmal wurde nicht nur wefenen Stammesgenossen besonders schlecht. erwähnt. Es ist nicht unangemessen und nicht standesunwürdig, das der Hauptmann der betreffenden Compagnie verabschiedet, sondern Soldaten- Gesuch für Südwestafrika. Ju Bayern muß die BeVielfache der Tare zu fordern, wenn es der Schuldner leisten kann. es flogen auch noch der Bataillonskommandeur und der Oberst geisterung für den süd- afrikanischen Krieg sehr minimal sein und Wir haben als angemessene Honorierung bisher immer eine solche hinaus. Schlecht ging es auch den Offizieren, die selbst miß die Aufforderungen zur freiwilligen Meldung müssen recht geringen betrachtet, die der Leistung angemessen sei, die Aerzte in diesem handelten. So ließ 3. B. ein Hauptmann einen Mann Laufschritt Erfolg gehabt haben, weil man sich jetzt persönlich an die Reservisten machen, bis er umfiel; in wenigen Wochen war der Herr inaktiv. und Landwehrleute wendet, um die kriegerische Stimmung etwas Prozesse stellen sich aber auf den Standpunkt, daß die Vermögens- Ein Lieutenant hatte sich mehrere Mißhandlungen zu Schulden anzufachen. Das Bezirkskommando Nürnberg hat an Reservisten verhältnisse des Patienten maßgebend find dafür, was für fommen lassen; auch er verschwand von der Bildfläche. So ist man und Landwehrleute ein durch Vervielfältigung hergestelltes Cirkular den Arzt standeswürdig und was als angemessene Honorierung zu in Bayern den Mißhandlungen mit Erfolg zu Leibe gegangen, versendet, worin darauf aufmerksam gemacht wird, daß zur betrachten sei. obwohl die gerichtlichen Strafen für die Thäter häufig auch„ Deckung des weiteren Bedarfs" an Truppen für Deutsch- Südwestsehr milde ausfielen. Befolgt Herr v. Einem die nämliche afrika freiwillige Meldungen„ auf Gegenwärtigem" umgehend entgegenPraris, so wird sehr bald eine Besserung eintreten. Nach dem Erwir berichten, ob der Herr Kriegsminister wenigstens gegen die scheinen des nächstjährigen Handbuches der preußischen Armee werden Soldatenquäler im Offizierrod vorgegangen ist. genommen werden. Ausland. Defterreich- Ungarn. -O Wir möchten auf solche Standeswürde lieber berzichten; wir halten es für würdig, daß die Bezahlung einer Leistung dem inneren Werte dieser Leistung entspricht. Bon reichen Leuten mehr zu fordern, ohne daß man ihnen besseres geleistet hat, halten wir für sehr unwürdig. Das ist der bei Trinkgeldern übliche Maßstab oder bei gewissen Händlern, die es sich auch zu nuke machen, daß der Frau Kriegsgerichtliche Gründlichkeit. Man berichtet uns aus alle, Kommerzienrätin keine Wurst teuer genug ist. Studentenprotest in Lemberg.. Aus Wien wird vom 8. d. M. Aus folchen un- 7. Juli:„ Mit einem Eifer, der einer andren Sache vielleicht würdiger gemeldet: In Lemberg wollten gestern polnische Hochschüler nach würdigen Verhältnissen ist der fest angestellte Arzt befreit. Die erschienen wäre, war der Musketier Hermann Sluge vom Re- Teilnahme an einer Versammlung, in der eine Protesttundgebung ärztliche Wissenschaft würde erst zu wahrer Würde gelangen, wenn giment Nr. 153 in Altenburg zweimal vor Gericht gebracht worden. gegen die preußische Ansiedlungsuovelle und Sympathiekundgebungen sie von der Standeswürde des skrupellosen Nehmens befreit würde. Der Attentäter fand am 15. Mai in einer Baracke auf dem Truppen- für die Finnländer, für Schauman und die Warschauer Arbeiter Auf die„ socialpolitische Einsicht" der Herren Aerzte, die es für übungsplatz in Alten- Grabow eine Ansichtskarte im Werte von beschlossen wurden, die sich gegen die Willkür der russischen Behörden Krankenkassen etwas billiger und für ganz unbemittelte umsonst 10 Pf. und verkaufte das Ding an einen Kameraden. Als sich dann zur Wehr setzten, vor das deutsche Konsulat ziehen; fie fanden jedoch machen wollen, möchten wir gern ebenso verzichten. Es ist eine herausstellte, daß die Karte einem anderen Kameraden gehörte, die Straße durch eine starke Polizeimannschaft abgesperrt. wurde Kluge vor das Standgericht in Altenburg gestellt. Dort Situation, die uns der damit Beglückten ebenfalls unwürdig er prüfte man die That mit peinlicher Gewissenhaftigkeit, und kam zu scheint; wir wollen sie davon befreien, sich von dem Arzte etwas der Ansicht, daß ev. Diebstahl vorliegen fönne. Man erklärte sich Ungarisches Abgeordnetenhaus. schenken und sich dafür als bewohlthätert betrachten zu lassen. Wo schließlich für unzuständig und verwies die Sache zur Ab- Budapest, 8. Juli.( W. T. B.) In Erwiderung auf eine Trinkgeldgeben üblich ist, da entzieht sich niemand gern der wenn urteilung andas Kriegsgericht der 8. Division in Halle. Dem An- Aeußerung des Abg. Apponyi über den Abschluß eines Ausgleichs auch lästigen Verpflichtung, um nicht entsprechend behandelt zu geklagten und dem Zeugen hat es vielleicht riesigen Spaß gemacht, mit Desterreich auf der Grundlage des§ 14 erklärte Minister werden. Angemessene Bezahlung der Leistung erscheint dagegen wegen der Ansichtskarte einmal eine Reise von Altenburg nach Halle präsident Graf Tisza, es sei ein Irrtum, anzunehmen, daß nur jedermann als selbstverständlich. zu machen, er die Kriegsrichter blickten sich etwas verwundert um, zwei Wege möglich seien, entweder einen Ausgleich auf parlamenDer fest angestellte Arzt kann seinen Leistungen entsprechend als das Cous delicti, wegen welcher der Angeklagte hierher be- tarischem Wege abzuschließen oder mit Hilfe des österreichischen Befoldet werden und da sind wir für sehr gute Besoldung; der schieden war, auf dem Tisch des Hauses niedergelegt wurde. Die§ 14 einen Abschluß zu bewirken. Es seien nämlich nicht nur diese tragikomische Geschichte endete damit, daß Kluge wegen Inter- beiden Möglichkeiten vorhanden, sondern es gäbe hundert andre gewerbetreibende Arzt, der nimmt, was er kriegen kann und Unbe- schlagung der Karte zu der erheblichen Strafe von 8 Tagen Mittel- Wege, um zu einem Ergebnis zu gelangen; es werde die Aufgabe mittelten, Wohlthaten" erweist, sollte so schnell wie möglich verschwinden. arrest und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes der Regierung sein, das zu thun, was unter den gegebenen UmWir halten den jetzigen Zustand des ärztlichen Betriebes für unwürdig verurteilt wurde. ständen am meisten im Interesse des Lande liege. Der Regierung und gemeinschädlich. liege gegenwärtig die Pflicht ob, die Bewegungsfreiheit des AbDarmstadt, 8. Juli.( Privattelegramm.) Wahlrechtsvorlage. geordnetenhauses und einer etwaigen fünftigen Regierung nicht zu Der Reichskanzler v. Bülow Vertreter nur einer Klasse! Diese In der Zweiten Kammer wurde die Wahlkreiseinteilung nach der beschränken, weil infolgedessen jene politische Macht verloren gehen Behauptung stellen nicht wir auf sondern der Staats- Regierungsvorlage mit 32 gegen 12 Stimmen, sodann die gauze würde, die den ungarischen Faltoren im Zeitpunkt der Entscheidung anwalt Rosenthal zu Breslau. Die Auflageschrift gegen die Wahlrechtsvorlage angenommen. über diese bedeutenden Fragen zustehen müsse. Schweiz. Bern, 8. Juli. Der Bundesrat ermächtigte den Bundes- Präsidenten Comtesse, mit den Regierungen der größeren Staaten in Unterhandlung zu treten behufs Abschlusses permanenter Schieds- Verträge.—_ Naturheilkunde und Aerzte. Zürich, 5. Juli. sEig. Ber.) Vor einem Jahre wurde den, Züricher Kantonsrat ein mit 7000 Unterschriften bedecktes Jnitiativbegehren betreffend die Freigabe der arzneilosen Heilweise sNaturheilverfahren) eingereicht und im April d. I. ließ der Regierungsrat der genannten Behörde eine längere, von ihnr verlangte Begutachtung zngchen, die zu dem Schlüsse kam, daß das Begehren zu verwerfen sei. In seiner gestrigen Sitzung stellte sich auch der Kantonsrat auf diesen Standpunkt und beschloß mit 158 gegen 5 Stimmen, dem Volke die Verwerfung des Initiativ- begehrens zu enipfehlen. Für die Verwerfung votierten auch unsre Genossen Dr. med. Kraft, Dr. med. Erismann, Pfarrer Pflüger und Arbeitersekretär Greulich, für die Annahme trat einzig unser Genosse Schriftsetzer Heußner ein. Seiner Forderung eines Lehrstuhles für die Naturheilkunde an der Züricher Universität schlössen sich auch die erwähnten Genossen an. Genosse Erismann betonte die Notwendig- keit der unentgeltlichen ärztlichen Behandlung und Genosse Pfarrer Pflüg er sprach mit kritischen Worten über die Geldsackspraxis der Aerzte aus, was Hunderttausende von Arbeitern denken. Er erblickt die Gründe für das Jnitiativbegehren in den socialen Verhältnissen und in der Haltung der Aerzte, die sich zu wenig um das Volk kümmern, nur wenig für seine Belehrung thun, oft Gegner der Arbeiterorganisationen sind und bei Unfällen ihre Stellung zu Gunsten der Unfallversicherungs-Gesellschaften und der dividendenhungrigen Aktionäre mißbrauchen, wodurch die Arbeiter oft empfindlich geschädigt werden. Auch die chemische In- dustrie übt auf dieAerzte einen verhängnisvollen Einfluß aus. Der industrielle Kapitalismus hat ein Interesse daran, seine Abfallprodukte an den Mann zu bringen, zum Schaden der Volksgesundheit. DieAerzte sind gut organisiert, sie sollten auch den Organisationen der Arbeiter Sympathien entgegenbringen. Frankreich. Paris, 8. Juli. Deputierten kämme r. Montebella ver- langte über die ärztlichen Besuche, welche der in die Dreyfus- Angelegenheit verwickelte Major C u i g n e t empfangen mußte, zu interpellieren und bestand darauf, daß die Interpellation am Montag besprochen werde. Ministerpräsident C o m b e s wünschte, daß diese Interpellation erst nach den übrigen bereits eingebrachten verhandelt werde. Das Haus schließt sich mit 282 gegen 269 Stimmen dem Wunsche Combes, an. Collin legt den Bericht über die Untersuchung in der Kartäuser- Angelegenheit vor. Ferdinand B u i s s o n bringt ein Amendement ein, welches dahin geht, die französischen Schulen der Kongrcganisten im Auslande und in den Kolonien aufzuheben. Buisson verliest den Motivenbericht, in dem es heißt, daß die Unterhaltung solcher Schulen ein Zeichen der Unterwürfigkeit sei.(Lebhafte Proteste auf der Rechten und Tumult.) Der Präsident ist gezwungen, die Sitzung zu unterbrechen. Paris, 8. Juli. Das„Journal offiziel" wird am 10. d. M. einen Erlaß veröffentlichen, der die Schließung der kongreganistischen Schulniederlassungcn anordnet. Das Gesetz wird unverzüglich gegen die kongreganistischen Niederlassungen in den Gemeinden ausgeführt werden, wo Laienanstalten sie ersetzen können.— Italien. Rom, den 6. Juli. Die Entscheidung des Landes- komitees der Reformisten. Seit den ersten heftigen Er- klärungen des„Tempo", die der Form nach im Namen aller italiemschen Reformisten abgegeben worden waren, haben zunächst lediglich die Mailänder Reformisten zum Referendum Stellung ge- nommen. Und zwar haben sie sich unzweideutig f ü r die Trennung ausgesprochen, erst das Komitee ihrer autonomen Gruppen, dann die von weniger als hundert Mitgliedern besuchte Generalversammlung der Reformisten Mailands. Man erwartete darauf eine Stellungnahme der Fraktion, die eventuell ihren Bestand einer Durchsicht unterziehen sollte, um die nicht mehr der Partei angehörigen Abgeordneten auszuschließen.Eine Minderheit der Frakfionsmitgliedcr verfocht hierbei den Gedanken, daß auch nach der Loslösung der betreffenden Organisationen die Fraktion ihren bisherigen Bestand beibehalten sollte. Nachdem Ferri erklärt hatte, daß bis znm 30. September, dem von der Parteileitung festgesetzten Termin, die Möglichkeit einer versöhnlichen Beilegung gegeben sei, und Tur ati seinerseits versichert hatte, daß die Mailänder Gruppen sich auf keinen Fall unterordnen würden, nahm die Fraktion eine Tagesordnung Costa an, in der erklärt wurde, daß zur Zeit keinerlei Grund vorläge, die Beschaffenheit der Fraktion zu verändern." Dies geschah am 30. Juni. Bald darauf veröffentlichte das Reformistenorgan von Reggio, die„Giustizia", einen Aufruf, in dem alle Reformisten beschworen wurden, sich der Einheit zu Liebe unterzuordnen. Einige autonome Cirkel. wie Sabona, Äncona, Palermo unterwarfen sich bereits dein Referendum.* Am 3. Juli sollte nun in Mailand die Entscheidung fallen. Es schien, als sollte dort die Konstituierung der neuen Partei zusammen- treten. Die Mitglieder des LandeSkomitcs der Reformisten und alle hervorragenden Anhänger dieser Tendenz waren eingeladen. Von dem Komitee fehlte der Vertteter für die Emilia, Vergnanini: an Abgeordneten waren zugegen: Turati, Varazzani, Bere- nini, Albertelli. Chiesa, Prampolini und B i s s o l a t i hatten ihre Abwesenheit entschuldigt. Ein reformistischer Vertreter Mailands, C a b r i n,, fehlte. Die Tagesordnung, die das Ergebnis der Beratung war. konstatiert, daß die reformistischen Cirkel auS der Partei ausgeschlossen wurden, nicht weil sie dem socialistischen Programm untreu wurden und für die Spaltung gewirkt hatten, sondern vielmehr, weil sie der um die„Avanguardia" gescharten Minderheit gegenüber das socialistische Progranun und den Einheitsgcdanken verfochten hätten: daß diese Cirkel unmöglich in einer Organisation zusammen- leben können mit denen, die systematisch die socialistische Aktion lähmen. Nach diesen Erwägungen erklärt die Tagesordnung es für eine Pflicht dieser Cirkel, ihre socialistische Thätigkeit fortzusetzen, welche formale» Bedingungen die Parteileitung auch schaffen möge, und spricht schließlich den autonomen Cirkeln die volle Solidarität und Sympathie der Versammlung aus. Die Reformisten haben also kein entscheidendes Wort gesprochen, sondern jedem überlassen, innerhalb oder außerhalb der Partei für die Sache des Reformismus zu wirken. Wir schrieben bereits, daß wir an keine Spaltung glaubten. Niemand wird das Ausscheiden einiger 100 Personen ans einer Partei, die 1200 Sektionen zählt, als Spaltung ansehen.— Türkei. Konstantinopel, 7. Juli.(Meldung des„Wiener I. k. Telegr.- Korresp.-BureauS".) Die Pforte richtete gestern an die Botschaften eine Note, in der sie unr Zustimmung dazu ersucht, daß das neue Stempelgesetz vom 14. Juli an auch aus ausländische Unter thanen angewendet werde, da jede Verzögerung für die Interessen der Regierung nachteilig sein würde. Die Note teilt gleichzeitig zwei Aenderungen mit, nämlich daß alle Zuschriften der Botschaften und Konsulate, die nicht für die Gerichte bestimmt sind, sieinpelfrei sein sollen, und daß die Bestimmung bett. Vornahme von Nachforschungen in fremdländischen Handelshäusern und betr. die Stempelung von Geschäftsbüchern und andren Dokumenten fallen gelassen sei. In diplomatischen Kreisen findet man diese Aenderungen dunkel und ist der Meinung, daß jeder Punkt, der einen Eingriff in die Verträge darstellen könnte, gänzlich und deutlich aus dem Stempelgesetze entfernt werden müsse.— Amerika. Der demokratische Natioiialtonvent. St. LouiS, 7. Juli. Der zur Vorbereitung des demokratischen Programms eingesetzte Unterausschuß des demolratifchen National- konbents entschied sich bezüglich des finanziellen Teils des Pro- gramms für Beibehaltung der Goldwährung in ihrer gegenwärtigen Form. Darauf aber wurde dieser Vorschlag von dem Gesamtausschuß verworfen und mit 35 gegen 15 Stimmen be- schloffen, die WährungSfrage überhaupt auszuscheiden. Der Vorgang zeigt die große Verwirrung, die in der demokratischen Partei herrscht. Die Abstimmung über den Minoritätsbericht zur Nominierung der Delegierten gab den ersten Fingerzeig über die Stärke der ver- schiedenen Gruppen. Der Bericht, der von Bryan empfohlen wurde, wurde mit 697 gegen 301 Stimmen abgelehnt. lieber die andren Hauptftagen besagt der Bericht des Unter- ausschusses: Es wird der Resolution Bryans betreffend die Tariffrage zugestimmt, welche die Schutzzölle für Räuberei erklärt und eine stufenweise Herabsetzung des Tarifs ohne Störung des Ge- schäftslebens befürwortet. Der Bericht spricht sich für eine frühzeitige Fertigstellung des Panamakanals aus, fordert eine kräftige Durch- führung der Autitrust-Gesetze, befürwortet die gesetzliche Feststellung und Erweiterung der Befugnisse, welche der Interstate Conunerce Commission zur Regelung des Güterverkehrs auf den Eisenbahnen zustehen und tritt für die Aufrechterhaltung der offenen Thür im fernen Osten ein._ Vom oftasiatischen Kriegsschauplatz. Z«r Lage auf dem Hauptkriegsschauplatz. Petersburg, 7. Juli. Wie General Ssacharow dein Generalstab von gestern meldet, versuchte der Feind am 4. Juli auf der süd- lichen Front die russischen Feldwachen zurückzudrängen, doch gelangen diese Versuche nicht. Am 4. Juli unternahmen die Russen eine Rekognoscierung in der Richtung auf Sseniutschen und schlugen die Japaner in die Flucht. Eine Abteilung der russischen Freiwilligen bemächtigte sich der Eisenbahnstation, konnte aber nicht weiter vordringen, da die Stadt Sseniutschen von den Japanern besetzt war. In Siandian hält der Gegner den Südabhang des Passes besetzt. Eine japanische Feldlvpche steht sechs Werst südlich von Siandian. Auch die Häsen im Süden von Potaitsa hat der Gegner inne. Durch Rekognoszierung ist festgestellt worden, daß die Sicherungs- abteilungen der Japaner im Gebirge östlich von der Eisenbahn, sich von den Höhen südlich von Potaitsa bis Chihuanusa im Thale eines linken Nebenflusses des Thinstan erstrecken. Tamirlgou sowie Madiawaisa auf dem Wege von Chansa nach Liahotan haben die Japaner geräumt. Den Tschapanlinpaß hat eine kleine Abteilung des Gegners inne. Nach den Aussagen der Ortsbewohner haben die Japaner am 4. Juli in einem nächtlichen Gefecht bei Ghawuan an Toten und Verwundeten 700 Mann verloren.(?) Sihejan ist von den Japanern nicht besetzt, ihre Wache-Abteilungen stehen aber in der Nähe dieses Ortes und 12 Werst südlich vom Jugulinpaß. Die Hauptstreitkräfte des Gegners sind im Fenschuilinpatz zurückgeblieben. Am 5. und am 6. Juli hat es in der Umgebung von Taschitschao nicht geregnet, doch herrscht große Hitze. Vom Wladiwostok-Geschwader. Petersburg, 7. Juli. Ein Telegramm des ViceadmiralS Skrhdlow an den Kaiser vom 5. Juli besagt: Durch eine von derTovpedeboot- Abteilung des Hafens von Wladiwostok und dem Transportschiff„Lena", die unter dem Befehl des Kapitäns zweiten Ranges Baron Raden nach Gcnsan ausgesandt waren, ausgeführte Rekognoscierung ist festgestellt worden, daß sich in diesem Hafen keine Kriegsschiffe befinden. Auf der Reede befanden sich ein Kohlendampfer und ein Schuner, die ver- brannt wurden, nachdem ihre Besatzung sie verlassen hatte. Ferner wurden zahlreiche Leichterschiffe vernichtet, die am Ufer lagen. Im japanischen Viertel und am Ufer wurden japanische Truppen gesehen, die auf die Torpedoboote zu feuern begannen. Diese erwiderten das Feuer und zwangen die Japaner, sich zurückzuziehen. Die Torpedoboote setzten fenier die Kaserne in Brand; wir hatten keine Verluste. Die Kreuzerabteilung unter dem Befehl des Vice-Admirals Besobrasow stieß am 1. Juli, als sie die Koreastraße passierte, um 6 Uhr 20 Minuten abends auf sieben) große Schiffe. Anscheinend waren es vier Panzerkreuzer und drei Schlachtschiffe. Ferner wurden ein oder zwei Torpedoboote gesichtet. Unser Geschwader kehrte um. Der Feind begann es zu verfolgen und eröffnete ein völlig ergebnisloses Feuer auf eine Entfernung von ungefähr 80 Kabellängen. Unsre Schiffe erwiderten das Feuer nicht. Um 3 Uhr abends unter- nahmen 11 feindliche Torpedoboote einen Angriff auf unsre Schiffe. der ganz ergebnislos verlief. Wie Admiral Besobrasow glaubt, sind' durch unser Feuer zwei Torpedoboote in Grund gebohrt worden. Am nächsten Morgen war der Feind nicht mehr zu sehen. Unser Geschwader erlitt weder Verluste noch Beschädigungen.— Am 4. Juli traf in Wladiwostok unter dem Kommando des Lieutenants Gervais der von unseren Kreuzern aufgebrachte britische Danipfer „Chaltenham" von 6000 Tonnen ein. Der Dampfer befand sich auf der Fahrt von Otavi nach Fusan und hatte Schwellen sowie Holz für die Eisenbahn Söul-Fusan an Bord. Vo» Port Arthur. Tokio, 8. Juli.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Gegen- wärtig werden Operationen von erster Wichtigkeit innerhalb der Kriegs- zone durchgeführt, es gelingt aber der Regierung, sie in fast voll- kommen es Geheimnis zu hüllen. Seit der Besetzimg von Dalny hat die Regierung hinsichtlich der Belagerung von Port Arthur voll- kommenes Stillschweigen bewahrt. Es gelangen zusammen- hangslose Nachrichten aus verschiedenen Quellen, namentlich chinesischen, nach Japan, deren Bekanntgabe oder Uebermittelung nach dem Auslände ist aber bei schwerer Strafe untersagt. Weder bei der Port Arthur belagernden Armee, noch bei der Armee des Generals Oku oder bei der Takuschan-Armce befindet sich ein Aus- länder, und die Kriegskorrespondcnteir und fremden Militärattaches, die die Armee des Generals Kuroki begleiten, dürfen ein Gebiet von zwei Kilometer Durchmesser nicht überschreiten. Tschifu, 8. Juli.(Meldung des„Reuterschen Bureaus".) Ein für glaubwürdig angesehener Chinese, der von der Ostküste Liaotungs, unweit Port Arthur, hier eingetroffen ist, berichtet: Eine Division der japanischen Armee hat am 5. Juli den Nordoftabhang des Takuschanberges erreicht, dessen Gipfel weniger als drei Meilen vo» Port Arthur entfernt ist. Die Division hatte sich auf der Landstraße nördlich von Port Arthur von einer andern Division getrennt und war durch das bergige Land marschiert, während die andre Division den Marsch auf der Straße in der Richtung auf das Marinelager fortsetzte. Sie muß, um dieses zu erreichen, über ebenes Gelände marschieren; indessen ist daS Marinelager, sobald eine japanische Division auf dem Taknschanbcrg steht, nicht zn halten. Das auf der Hauptverteidigungslinie gelegene russische Fort Nnminer 16 wurde gestern von den Japanern genommen. Eine englische Flottendemonstration. Weihaiwei, 7. Juli.(Meldung des Reuterschen BurcanS.) Das hier liegende, ans vier Panzerschiffen, vier Kreuzern, einem Aviso und einem Torpedoboot bestehende englische Geschwader ist heute nachmittag unerwartet mit unbekannter Bestimmungsorder abgedampft. Die englische Flottendemonstration steht offenbar in Verbindung mit folgendem Vorgange: Ticntsin, 8. Juli.(Meldung des„Reuterschen Bureaus".) Das englische Kanonenboot„Espiegle" ist von Nintschwang nach Tschingwangtao in See gegangen. Die Russen erhoben Widerspruch gegen seinen dortigen Aufenthalt. Ein russisches Kanonenboot ist vor der M ü n d u ir g des Liao vor Anker gegangen, um, wie man glaubt, der „Espieale", falls sie zurückkehren sollte, die D u r ch f a h r t zu verwehren. Zum Untergang des Kreuzers Kaimou. Tokio, 7. Juli.(Amtliche Meldung.) Admiral Togo berichtet über den Untergang des Kreuzers Kaimou. Dieser ist am 5. Juli, als er sich mit besonderem Auftrag vor Talienwan befand, bei dichtem Nebel auf eine russische Mine gestoßen und gesunken. Drei Offiziere, darunter der Kommandant Tokahoshi, ferner 13 Unter- offiziere und Gemeine werden vermißt, der Nest der Besatzung ist gerettet._ Hus Induftne und f)andet Deutschlands Handel mit Italien, Rußland und Finnland im Jahre 1903. Vom Band 158 der„Stattstik des Deutschen Reichs". in dem das Kaiserl. Statisttsche Amt den nuswärttgen Handel des deutschen Zollgebiets im Jahre 1903 zur Darstellung bringt, sind soeben die Hefte II und V überjden specicllen Handelsverkehr mit Italien und Rußland und Finnland zur Ausgabe gelangt. Sie beginnen wieder mit einer allgemeinen Besprechung dieses Verkehrs, worin dessen Hauptmerknrale hervorgehoben und die Handelsstattstiken der ge- nannten Länder zum Vergleich herangezogen sind, und lassen dieser die umfangreichen Tabellen über die Einfuhr und die Ausfuhr der einzelnen Warengruppen und Warengattungcn im Special- und Gesamteigenhandel des Jahres 1903 unter Vergleichung mit den Jahren 1897 bis 1902 folgen. Aus Italien kam hiernach auch im Jahre 1903 hauptsächlich Seide, die nahezu die Hälfte des gesamten Einfuhrwertes ausmacht, alsdann Südfrüchte, Hanf, Wein und andre hochwertige Erzeugnisse des Landbaues. Eier, Olivenöl, Schwefel, Marmor und Abfälle der Edelmetallbereitung. Der Gesamtwert des Specialhandels betrug einschließlich der Edelmetalle 200,1 Mill. Mark gegen 192,5 Mill. M. im Jahre 1902 und ohne Edelmetalle 195,9 Mill. M. gegen 188,9 Mill. M. im Vorjahre. Auf die genannten wichtigsten Einfuhrartikel verteilen sich die Werte also: Seide(35,4 Mill. Mark, Ivorunter ungefärbte Rohseide mit 31,5 Mill. M.), getrocknete Mandeln(9.7), Hanf(8,3), frische Apfelsinen(7,2), Weinbeeren (7,1, worunter 5,6 Tafeltrauben, 1,5 andre frische Weinbeeren), ftisches Obst(besonders Aepfel, Birnen, sowie Kirschen und andres Steinobst 5,3), Eier und Eigelb(4,7), Marmor(4,6), Schwefel(4,3), reife Nüsse, Kastanien(4,0), Olivenöl in Fässern(3,2), frische Küchen- gewächse(3,1 Millionen Mark).— Die Ausfuhr nach Italien bestand besonders in Erzeugnissen der Metall-, Textil-, Leder- und cheinischen Industrie sowie in Kurzwaren; darunter in Maschinen und Maschinenteilen(11,7 Millionen Mark), lackiertem und gefärbtem Leder, Handschuhleder, Korduan usw.(8,8). wollenen Tuch- und Zeug- waren, nnbedruckt(7,3), groben Eisenwaren(7,1), Anilin- u. a. Teer- farbstoffen(6,4), Waren aus edlen Metallen usw.(5,0), Gold, roh <4,5), Rohseide, gefärbt(3,2). Die gesamte Ausftchr im Special- Handel ist bewertet einschließlich der Edelmetalle auf 136,1, aus- schließlich derselben auf 131,0 Millionen Mark gegen 130,0 bezw. 125,4 Millionen Mark im Vorjahre. Der Gesamtwert der Einfuhr aus Rußland, ohne Finn« land, betrug im Jahre 1903 überhaupt 826,3 Millionen Mark, ohne Edelmetalle 822,3 Millionen Mark; im Jahre 1902 hatte die Ein- fuhr von dort nur 760,4 bezw. 753,9 Millionen Mark erreicht. Die Ausfuhr nach Rußland betrug 1903 überhaupt 373,6 Millionen Mark, ohne Edelmetalle 323,4 und 1902 überhaupt 343,7 bezw. 299,5 Millionen Mark. Die wichtigsten Einfuhrartikel sind: Gerste(105,6 Millionen Mark), Weizen(101,1), Roggen(72,6), Eier, Eigelb(55,2), Bau- und Nutzholz(54,7), Flachs, gebrochen, gcschw. geh.(41,3), Kleie(33.6), Hafer(37,3), Häute und Felle zur Pelzwerk- bereitung(29,2), lebendes Federvieh, insbesondere Gänse(27.3), Borsten(15). Oelkuchen(14,7), Milchbutter(13,4), Kleesaat usw.(12,2). Häuf(11,8), Kälbfelle, gekalkte und trockene(11,3), mineralische Schmieröle(10,3), Erbsen(10 Millionen Mark); die hauptsächlichsten Ausfuhrwaren dorthin: Gold, roh(50,6), grobe und feine Eisenwaren(31,7), Maschinen und Maschinenteile(25,3), rohe Baum- wolle(14,5), Rindshäute(12,4 Millionen Mark). Was schließlich Finnland betrifft, so lieferte eS dem deutschen Zollgebiet hauptsächlich Bau- und Nutzhölzer; denn von dem Gesamtwert der Einfuhr von 15,4 Millionen Mark(gegen 13,2 im Jahre 1902) entfielen 10,4 auf Bau- und Nutzholz. Der Rest entfällt auch noch größtenteils auf Holzstoffe. Die Ausfuhr nach Finnland betrug im ganzen 34,4 Millionen Mark gegen 28,4 im Vorjahre. Die wichtigsten Ausfuhrartikel waren: Mehl(5,1), Rindshäute(1,6), Maschinen und Maschinenteile(1,6), Wollengarn außer hartem Kammgarn(1,3), wollene Tuch- und Zeugwaren, unbedruckt (1,3), Roggen(1,3), Getreide, geschroten(1,1 Millionen Mark). Eine Konferenz über bergbauliche Fragen fand dieser Tage im Abgeordnetenhäuse statt. Sie ging aus vom Handelsminister Möller, der mit einigen Räten sich auch aktiv an ihr beteiligte. Allem An- scheine nach handelt es sich um die Vorgänge im Ruhr- r e v i e r und die darüber letzthin publizierte Denkschrift, denn es waren nur sogenannte Sachverständige aus dem rheinisch-west- fälischen Industriegebiet zur Konferenz geladen. Sicmens-Schnckert. Den Siemens-Schuckert-Werken ist, dem „Berliner Tageblatt" zufolge, die Ausstattung des Teltow- Kanals mit de» Einrichtungen für elektrisches Licht und Kraft übertragen toorden. Dieser Auftrag ist bemerkenswert durch seine Größe, noch mehr aber dadurch, daß hier zum erstenmal eine Treitelei für eine» Kanal vollständig elekttisch(elektrische Lokomo- tiven) eingerichtet wird. Die zu den Anlage» gehörende Centrale wird auch Strom an die benachbarten Gemeinden abgeben. Weiter wird berichtet, daß bei Siemens u. Halske eine neue elektrische Lampe konstruiert sei, die außergewöhnliche Erfolge verspreche. In» folgedessen haben die Aktien der in Frage kommenden Gesellschaften in den letzten Tagen eine bemerkenswerte Steigerung erfahren. Eue der frauenbemefung. Wegen Uctcrtretnng des VereinsgesctzcS. Am 4. Juli wurde bor der fünften Strafkammer des Landgerichts II gegen die Ge- nossin Marie Thiel- Tempelhof als derzeitige Borsitzende des Fraucn-Wahlvcreins für Teltow-Beeskow verhandelt. Frau Thiel erhielt Mitte August 1903 einen Strafbefehl über 45 M. oder neun Tage Haft, weil sie am 23. April inMariendorf durch drei selbständige Handlungen das Vercinsgesetz übertreten habe. Die drei gesetz- widrigen Handlungen wurden darin erblickt, daß die Angeklagte: a) als Unternehmerin eine Versammlung, in welcher öffentliche Angelegenheiten— die Gründung eines socialdcmokratischen Wahl- Vereins— beraten werden sollten, einberufen habe, b) in dieser von ihr geleiteten Versammlung als Rednerin aufgetreten sei, c) in dieser jedermann zugänglichen Versammlung eine öffentliche Kollekte, die einer obrigkeitlichen Genehmigung bedurfte, veranstaltet habe, bevor Genehmigung dazu erteilt worden sei. Genossin Thiel bc- antragte richterliche Entscheidung, durch welche die Strafe auf 30 M. herabgesetzt wurde mit der Begründung, es könnten die im Strafmandat aufgeführten Vergehen zwar nicht bewiesen werden, aber da Frau Thiel sich mit öffentlichen Angelegenheiten beschäftige und schon wegen Uebertretung vorbestraft sei(bei einer Flugblatt- Verbreitung), so sei anzunehmen, daß sie sich der fraglichen Ue6er- tretungcn schuldig gemacht habe. Gegen dieses Urteil wurde Bc- rufung eingelegt, und durch Gcltungmachung der Verjährungsfrist durch den Verteidiger Dr. Herzfeld ein freisprechendes Urteil er- zielt. Hiergegen wiederum legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein; am 6. Januar 1904 wurde das Urteil aufgehoben und zur nochmaligen Verhandlung an das Landgericht zurückverwiesen, weil die Verjährung von April bis August infolge Ermittelung der Vor- strafen der Beklagten nicht eingetreten sei. In der letzten Ver- Handlung erfolgte die gänzliche Freisprechung wegen Mangels an Beweisen. Die K o st e n trägt die Staats- k a s s c.— Bei der Vernehmung des als Belastungszeugen fungierenden Gendarmen entwickelte sich folgende Scene: Vors.: Wissen Sie etwas von der Versammlung, die in Mariendorf statt- fand?— Gendarm: Ja.— Vors.: Bitte, erzählen Sie mal. — G e n d a r ni: Ich betrat das Lokal und fand an 20 Personen anwesend, die ums Billard saßen, und das machte auf mich den.Ein- Sruü einer Versammlung.— Vors.? Haben Sie gesehen, daß ein Bureau gebildet war?— Gendarm: Nein.— Vors.: Haben Frau Thiel oder andre Personen Ansprachen gehalten?— Gendarm: Nein, das weiß ich nicht.— Vor,.: War es ein geschlossener Raum oder konnte da jeder hinein? Gendarm:. Der Raum war für jedermann zugänglich.— Das Gericht erkannte demgemäß wie oben. Die persönlichen Unkosten der Angeklagten zu vergütigen, wurde abgelehnt. Soziales. Gegen die Behandlung der Berichterstatter auf dem Rostocker Aerztetag hat nunmehr auch der Verein Berliner Jour n a l i st e n Protest eingelegt, indem er in seiner letzten Sitzung folgende Resolution annahm: „Der Verein Berliner Journalisten spricht seine Entrüstung aus über das Vorgehen eines Teiles der Aerzte auf dem Aerzte- tage in Rostock gegenüber den Vertreten: der Presse und bringt seine Freude darüber zum Ausdruck, daß die Berufsgenossen in so energischer Weise die ihnen zugefügten Beleidigungen zurückgewiesen haben. Der Verein erklärt sich in jedem Fall solidarisch mit den Kollegen und betont vor allen Dingen, daß die Vorkommnisse um so bedauerlicher sind, als sie sich vor einem Forum akademisch ge- bildetet Personen abspielten, von denen man eine angemessene Rücksichtnahme auf die Berufspflichten andrer Kreise erwarten durfte." Acrztlicher Hnmor. In Erfurt fand kürzlich ein„Tag" der Thüringer Aerzte statt, auf dem sie nach gethaner Arbeit durch ein solennes Festmahl auch ihre Siege gebührendermaßen feierten. Die Freuden der Tafel würzten sie sich durch eine humoristische Speise karte, deren in stilvollem Druck gehaltener Text, wie die„Erfurter Tribüne" erzählt, folgendermaßen lautete: Was Alles von denen Thüringer Aerzten verzehret und veritrimken in der alten Stadt Erfurt am 19. Tag des Wonnemondes 1994. Freie Rrztwahlsuppe so beweiset, daß nichts so heiß gegessen werde als gelochet. Carenzheimer ein säuerlich Gewächs, das bald vertilget werden inöge von denen Rebläusen. Frnckener Hintertreppchen Wäre auch besser, daß es heute ausgerupft würde und also verschwände. Leipziger Auslese Creseeuz 1904 Faß 98 Schien anfangs gar trüb, hat aber jetzt gezeitigt eine herrliche Blume. Deutscher Schaumwein Marke L. V. Ein köstlich Getränk aus den Kellereien von Hartmann u. Kormann. Ehrensteiner Schattenseite Brrrl Einzelleistuugsfisch— Pauschal» kartoffeln kommet nur denen zu so sich gar eifrig darum bemühen und danach streben. Kassenspargel— Streikbeilage bei welchen man mag gedenken des Verses: Sie sind bekannt im ganzen Reiche, Man nennt sie halt nur Schwabenstreiche. Berttauensbraten— Bertragssauee Kammersalat zeiget daß wir fest bauen sollen auf den Spruch des Dr. Bismarck: In trinitat« robur. Aufsichtsbehörden-Bombe Dazu ist zu singen: Das war der Herr von Ehrenstein, Der sprach:„Daß Gott mir helf". Schutz- und Trutz-Käse Pleißesieger führet zu einem gar trefflichen Schluß. Hurra I Staatsunterstütznng für ein Arbeitersekretariat in der Schweiz. Der KantonSrat von Tesiin hat beschlossen, dem von den dortigen Gewerkschaften errichteten Arbeitersekretariat eine JahreSsubventron von 1500 M. zu bewilligen und dem Arbeitersekretär die Rechte eines kantonalen Gewerbe-Jnspettors, der die Revision von Arbeitsstätten vornehmen darf und auch zu statistischen Erhebungen von der Re- gierung mit herangezogen werden soll, zuzuerkennen. Beseitigung der Feiertagsruhe in Rußland. In Rußland ist kürzlich ein Gesetz veröffentlicht worden(Allerhöchst bestätigtes Reichsrats-Gutachten vom 10.(23.) Mai 1904), das die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen über die Feiertagsarbeit in bemerkens- loerter Weise erläutert und abändert. Der erste Teil dieses Gesetzes lautet: „Die freiwillige Arbeitsleistung an Sonn- und Feiertagen. an kirchlichen und weltlichen Festtagen, i st dem Ermessen jedes Einzelnen überlassen, und keine Autorität darf den Arbeitenden hierbei irgend ein Hindernis in den Weg legen." Angeblich soll durch dies eigenartige Gesetz nur der„Faulheit" namentlich der ländlichen Arbeiter entgegengetreten werden, ohne daß dadurch die Anordnungen bezüglich der Begrenzung der Arbeits- zeit und der Beobachtung der Feiertagsruhe für industrielle Arbeiter aufgehoben werden sollen. Es solle nur den„überflüssigen" Feier- tagen ein Ende gemacht werden. Die„Soeiale Praxis" giebt indes der nur zu begründeten Befürchtung Raum,„daß diese den faulen Arbeitern zugedachte Aufklärung von selb st süchtigen Arbeit- gebern zu willkürlicherAusdehnung derBetriebS- zeit mißbraucht werden könnte, selbst wenn der Reichs- rat ausdrücklich betont, daß eine Abschwächung der hohen Bedeutung der Feier- und Festtage ihm fernliege; die Feiertagsruhe solle be- stehen bleiben, aber in Zukunft für niemanden ein Zwang sein: „Die Bevölkerung muß wissen, daß sie unaufschiebbare Arbeiten jederzeit auszuführen berechtigt ist." Zweifellos würde die künstige Praxis auf einen Arbeitszwang an Feiertagen hinauslaufen I Vielleicht will man den Arbeitgebern iür die Verluste durch den ostasiatischen Krieg auf Kosten des Prole- tariats eine Entschädigung gewähren. Daß die ländlichen Arbeiter in Rußland besonders faul feien, ist uns bisher unbekannt gewesen. Die Besitzverteilnng bei der „Bauernbefreiung" hat ja schon dafür gesorgt, daß die'Masse der Bauern aus ihrem eignen Land nicht einmal die Hohen Steuer- lasten herauswirtschaften konnte, so daß sie schon durch die Hunger- peitsche zu Tagelöhnerdiensten gezwungen war. Jetzt will man diesen ausgebeuteten, am Hungertuch nagenden Schichten auch noch die Feiertagsruhe rauben I Bürgerliche Soeialreformer in der Schweiz. Der Verband der evangelisch-socialen Arbettervereine der Schweiz hat sich folgendes soeialpolitischeS Programm aufgestellt: 1. Möglichste Ausdehnung des Arbeiterinnenschutzes, insbesondere auf Gewerbe, kausinännische Be- triebe, Laden- und Wirtschaftspersonal usw.; 2. zehnstündiger Maximalarbeitstag; 3. freier Sonnabendnachmittag; 4. weibliche Aussichtsbeamte und weibliche Adjunkten der betreffenden kantonalen Aussichtsbeamten; ä. Verbot der Heimarbeit.— Da die gleichen Postulate auch die soeialdeinokratische Arbeiterschaft verfolgt, so könnte» beide Richtungen auf diesem Gebiete Hand in Hand gehen. wenn es den evangelisch-socialen Herren mit ihrem Programm ernst ist.—_ ecwcrkrchaftUcbeö. Ein neuer Scharfmacher-Reinfall. Die Hanptwaffen des ScharfmachertumS im Kampfe gegen die aufstrebende Arbeiterschaft find bekanntlich jene„Arbeitsnachweis" genannten Einrichtungen, die ihnen dazu dienen, in Wirklichkeit miß- liebige Arbeiter von der Arbeit auszuschließen. Durch ein Reichs- gerichts- Urteil, das neuerdings ergangen ist. wurde den Scharf- machern die Handhabung jener MaßregelungsbureauS ja einiger- maßen erschwert. Daß sie dieses Urteil als eine Niederlage im wirtschaftlichen Kampfe ansehen, beweist ja das Wehegeschrei, das die Herren darüber in der ihnen nahestehenden Presse anstimmen Nach einer bürgerlichen Korrespondenz hat nun der Reichskanzler den Scharfmachern durch eine neuerliche Entscheidung ebenfalls einen schweren Schlag versetzt. Die Korrespondenz meldet: „Durch den Reichskanzler abgelehnt worden ist das Statut eines Central-Arbeitsnachweises, welcher in Berlin von dem Centralverbande der Bäckerinnungen„Germania" auf Grund eines GeneralversammlungS- Beschlusses vom November vorigen Jahres errichtet worden war. Die Bäckermeister glaubten diesmal der Genehmigung ganz sicher zu sein, doch wurde für den ablehnenden Bescheid hauptsächlich geltend gemacht, daß die Zwecke dieser Einrichtung sich nicht in dem gesetzlichen Rahmen hielten, da» Statut auch sonst den gesetzlichen Anforderungen nicht ent« spreche, sondern daß dieser Arbeitsnachweis lediglich den Zwecken der Streikabwehr dienen solle. Es heißt nun, daß die Jnnungsleiter eine Einrichtung zu schaffen gedenken, die bezwecken soll, ohne Genehmigung der Be- Hörden den beabsichtigten Zweck doch zu erreichen. Besonders die Berliner Meister sehen in einem Central-Arbeits- Nachweis eine wertvolle Waffe gegen Streik und Boykott, in der Provinz jedoch wird lebhaste Klage darüber geführt, da diese Institution lediglich Berlin zu gute komme, während die Lasten größtenteils von der Provinz getragen werden müßten. Dieser Einspruch dürste mit einen erheblichen Grund bei der Ablehnung gebildet haben." Ob die Herren die Genehmigung der Behörden haben odor nicht; die endlich aufgewachten Bäckergesellen werden ihnen auf jeden Fall einen Strich durch die Rechnung macheu. Die Zeiten sind vorbei, wo sich die Bäckergesellen widerstandslos in ein Joch beugen ließen._ BcrUn und Clmgcgcnd. Die Steinsetzer-Innung berichtigt. Dieselbe teilt der bürgerlichen Presse mit. daß sie den Aus ständigen den Streik aufgedrungen habe, sei nicht richttg. Vielleicht hat die Innung die Güte, das Schriftstück, das sich in Händen des Bürgermeisters Dr. Reicks befindet, noch einmal durchzulesen. In demselben teilt die Berliner Steinsetzer-Jnnnng dem Gesellenausschuß den einstimmig gefaßten Beschluß mit. daß„bei samt- lichen andren Jnnungsmeistern die Gesellen ausgesperrt werden falls die Steinsetzer bei sechs Finnen, wo sie zu Gunsten von nahezu 300 auf die Straße geworfenen Steinsetzern und aus den sonstigen schon mehrfach betonten Gründen die Arbeit eingestellt hatten, dieselbe nicht bedingungslos aufnehmen. Weiter läßt die Innung in ihrer Berichtigung durchblicken, daß die Steinsetzer, entgegen dem ab geschlossenen Tarifvertrage, höhere Forderungen gestellt hätten. Dal ist absolut unwahr; die Steinsetzer haben keinerlei Forderungen ge- stellt und stelleir auch jetzt noch keine I Die Aussperrung, die die Innung im weiteren dann zugiebt, sei deshalb erfolgt, weil die in Arbeit stehenden Gesellen und Rammer wöchentlich Beiträge von 7 bis 9 Mark an die Streikkasse abgeführt hätten. Das sei, sagt die Innung,„kein Kampf ums Brot, sondern pure Wider- penstigkeit und Unlust zur Arbeit."(!) Wenn es nun auch die Innung gar nichts anginge, daß die Steinsetzer und Rammer in welcher Höhe immer Beiträge an die Kassen ihrer Organisation zahlen, so muß doch festgestellt werden, daß in diesem Falle auch an dieser Behauptung in keiner Beziehung auch nur ein Wort wahr ist. Die Nichtstreikendeii haben gar nicht nötig und sind auch nicht veranlaßt worden, außer ihren laufenden Wochenbeiträgen— in Höhe von 70 Pfennig, einschließlich Lokalfonds— auch nur einen Pfennig, geschweige denn markweise Extrabeiträge zu entrichten. Die Innung lagt dann, daß die Meister nur ihr gutes Recht ver- teidigen und deshalb siegen müssen. lieber das„gute Recht der Meister" scheint man in Magistrats- kreisen ja mm endlich seine eignen und klaren Ansichten zu bekommen. deitn nach einein gestern in bürgerlichen Blättern enthaltenen Bericht hat sich der Bürgermeister Dr. Reicke mit für die Steinsetzermeister nicht mißzuverstehender Deutlichkeit dahin ausgesprochen, daß. wenn äe nicht schleunigst mit den Arbeitern Frieden schließen, der Magistrat der Frage der Einführung der Regiearbeit sehr bald wird nähertreten müssen. Wenn das geschieht, dann würde allerdings den Herren Steinsetzermeistern das„Recht", das ihnen einzig zusteht. Die Steinsetzer-Jmmng hat auch gestern abend jede Verhandlung mit dem Gesellenausschuß über die Beilegung des Streiks kurz angebunden abgelehnt. Es sollen allerdings Verhandlungen statt inden,„man" weiß aber noch nicht wann! So also losen die Herren JnnungSmeister ihr dem Bürgermeister Dr. Reicke gegebenes Versprechen ein: Erst versprechen sie demselben, vor das Einigungs- amt zu gehen; dann auf nochmalige Anfrage hat man es„nur so gemeint", daß man mit dem Gesellenansschnß verhandeln will; und wenn dann der Gesellenausschnß kommt, wirft man denselben auf höfliche Art hinaus I Wann und unter welchen Bedingungen die Steinsetzer wieder in Arbeit treten sollen, behält sich die Innung ebenfalls vor zu bestimmen; dieselbe beharrt thatsächlich auf der Unwahrheit, daß die Steinsetzer Vertragsbruch begangen haben. Darüber werden dann allerdings auch die Steinsetzer noch ein Wort mitzureden haben._ Ferien für Arbeiter. Die Firma R u d o l f M o s s e hat auf abermaliges Ansuchen ihrem technischen Personal Ferien be- willigt. Alle Arbeiter, die drei Jahre oder länger bei der Firma beschäftigt sind, erhalten acht Tage Ferien und eine Entschädigung in Höhe ihres Wochenlohnes, jedoch nicht über 30 M. Die An- gestellten in bevorzugteren Stellungen erhalten ihren vollen Gehalt. Die Geschäfte als Obmann der Charlottenburger Gewerkschaft?- kommisfion hat vom 1. Juli ab der Genosse Otto Müller, Sophie Charlottenstr. 86, I, übernommen. Sämtliche Mitteilungen und Sendungen sind nur an diesen zu richten. Deurkebes Reick). Die Bewegung im Bremer Tischlergewerbe nimmt von Tag zu Tag an Umfang zu. Bis jetzt haben 464 Mann die Werk- 'tätten verlassen, von denen 187 abgereist sind. Daß die Ar- beiter in den partiellen Ausstand eingetreten sind, hat die Unter- nehmer arg verdrossen, da letztere auf eine allgemeine Arbeits- einstellung hofften. Um nun eine allgemeine Arbeitseinstellung her« beizuftihren, sind die Unternehmer auf eine originelle Praxis ver- allen. In der sicheren Erwartung, daß organisierte Ar« beiter keine Streikarbeit verrichten, schaffen sie an- gefangeneArbeiten zurVollend ust: g in Werkstätten, über die der Ausstand noch nicht verhängt ist, um dann die Arbeiter wegen Verweigerung von Streikarbeit entlassen zu können. Den Unternehmern ist dies Manöver in zahlreichen Fällen geglückt und so wird es wohl nicht mehr lange dauern, bis die Scharsmacher den letzten Arbeiter auf diese Weise aufs Pflaster geworfen haben. Die Bmmnternehmer Bambergs haben der Lohnkommission der Maurer auf die eingereichte bescheidene Forderung nicht einmal eine Antwort erteilt, weshalb ein Kampf unvermeidlich erscheint. Zuvor aber wollen die Arbeiter nochmals eine gütliche Einigung versuchen, indem sie beschlossen, daß, ehe der Streik proklamiert wird, die Lohnkommission nochmals, und zwar mit jeden: Unternehmer einzeln zu unterhandeln habe. Der Kommission wurde zu gleicher Zeit das Recht eingeräumt, Vereinbarung dahin zu treffen, daß der Mindest- lohn zunächst 33 Pf. pro Stunde beträgt und erst vom 1. April 1906 ab der Stundenlohn auf 40 Pf. festgesetzt wird. Um alles auf bei: Kampf vorzubereiten, wurden die ledigen und sonstigen Maurer, die das ohne materiellen Schaden thun können, veraickatzt, schon jetzt abzureisen. Eine geschlossene Gesellschaft. Der Verbandssekretär Schneider vom Porzellanarbeiter-Verband tvar nach Colmar in Posen ge- kommen, un: zunächst interne Beratungen mit den Vorstands« Mitgliedern der dortigen Zahlstelle des Verbandes zu pflegen und dann an einer öffentlrchen Versammlung teilzunehmen. Schneider, der in: fraglichen Gasthaus logierte, forderte nach der Versammlung die Vorstandsmitglieder aus, noch zu bleiben und mit ihm Verbands- angelegenheitei: zu besprechen. Das geschah. Um 11 Uhr trat nun für das Lokal die Polizeistunde ein. Gegen ll'/a Uhr erschien ein Polizeiwachtmeister auf der Bildfläche und forderte die An- toesenden auf, wegen Eintritts der Polizeistunde das Lokal zu verlassen. Die Aufforderung wurde nicht be- folgt, worauf die Vorstands- Mtglieder und der Wirt angeklagt wurden. Schneider kam als Logisgast für die Anklage wegen Uebertretung der Vorschriften über die Polizei- stunde nicht in Betracht.— In zweiter Instanz wurden sämtliche Angeklagte freigesprochen, weil die Zusammenkunft des Verbands- sekretärs mit den Vorstandsmitgliedern zwecks Besprechung von Verbandsangelegenheiten sich als eine geschlossene Gesell» s ch a f t darstelle und für geschlossene Gesellschaften die Polizeistunde nicht in Betracht komme.— Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein, da? Kammergericht verwarf aber das Rechtsmittel mit der Be- gründung, daß die Vorentscheidung zutreffend sei. Ktisl»nd. Der Streik im Bnngewerbe Stockholms, der zunächst nur die Bauttschler und Zimmerer einiger Finnen umfaßte, hat sich nun auch ans die Ziegelträger ausgedehnt, die ihren Stundenlohn von 45 auf 50 Oere erhöht wissen wollen. Außerdem ist ein Teil der Maurer in Mitleidenschaft gezogen. Daß der Streik nur ein partteller ist, beruht nicht etwa auf Uneinigkeit unter den Arbeitern, sondern auf taktischen Erwägungen; die Unternehmer sollen gezwungen werden, die abgebrochenen oder unerträglich in die Länge gezogenen Ver- Handlungen über die neuen Tarife wieder aufzunehmen und zu Ende zu führen. Eine schlimme Rolle hat bei dieser Lohnbewegung wieder einmal der„Schwedische Arbeiterverband" (Svensk arbetareförbund) gespielt. Mit dieser Spreng- und Streik- brecherorganisatton hat die Baumeistervereinigung besondere Tarife aufgestellt, die durchweg geringere Accordsätze ent- halten, als die bei den Verhandlungen mit den Fach vereinen bereits vereinbarten. Um den Schein des Entgegenkommens zu wahren, hat mai: allerdings bei ganz vereinzelt vorkommenden Bauttschler-Arbeiten. wie bei der Positton Hausthore eine kleine Erhöhung eintreten lassen. Der Versuch der Bau- ineister-Vereinigung, die bisherigen Ergebnisse der Verhandlungen mit den Vertretern der Fachvereine auf diese Weise einfach für nichtig zu erklären, hat dazu geführt, daß am Mittwoch inehrere Baumeister, darunter auch eine Firma, bei der gestreikt wurde, die Tarifverträge der Fachvereine init den bei den Verhandlungen ge- troffenen Abänderungen schriftlich anerkannten.— In den letzten Tagen haben übrigens auch die Verhaudlungen der Unternehmer mit dem Schwedischen Arbeiterverband" zu einem Konflikt geführt. Es läßt sich jedoch nicht feststellen, in wie weit es sich hier um ein Schein- manöver handelt, das dieser Streikbrecherorganisation das Ansehen einer ehrlichen Arbeiterorganisation geben soll. Ein Streik der Maurer ist seit einigen Tagen in Glasgow (Schottland) im Gange. Die Unternehmer versuchten den Lohn von 80 Pf. auf 75 Pf. herabzusetzen. Darauf erklärten die Arbeiter den Streik. 90 Meister, die den Unternehmerverband nicht angehören und die etwa 1500 Arbeiter beschäftigen, haben erklärt, zu dem alten Lohnsatze weiter arbeiten zu lassen. Letzte]Vacbncbtcn und Depcfcben« Dresdeu, 8. Juli.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Der Buch- binder-Verbandstag beschlossen den Sitz des Verbandes von Stutt- gart nach Berlin zu verlegen mit 35 gegen 24 Stimmen und drei Stimm-Eitthaltungen._ Herero-Krieges. 3.) Nachrichten aus Südwestafrika Opfer des Berlin. 8. Juli.(W. T. zufolge starben an Typhus: 1. Gefreiter Gustav Bars. Bagensky- Transport. Z. Juli Otjosondu; 2. Marine-Ober-Assistenzarzt Tiburtius, 5. Juli Otjosondu; 3. Reiter Otto Tietz aus Neppen, Kreis Weststernberg, 6. Juli Okanhandja; 4. Lieutenant von Wurmb. 7. Juli, 4 Uhr nachmittags, ohfle Kampf, Okohandja._ Drohende Aussperrung im Baugewerbe. Frankfurt a. M., 8. Juli.