Nr. 160« Hbonncme nfs-Bedlngungcn; Abonnements- Preis pränumerando Z W-rtclZSHrl.».ZV Mb., monatl. 1,lv m., WSchentlich 28 Pfg. frei WS HauS. EinzSne Nummer S Pfg. Sonntags- nummer mit illustrierter EonntagS- Bellage.Die Neue Wein 10 Pfg. Post» Abonnement: 1.10 Mar! pro Monat. Eingetragen w die Post-ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich■ Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland » Marl pro Monat. AI. Jahrg. Crfchtlnt agil» anStf HUntags. Derlinev VolkSblstk. OK Infertlons'GtWbr Betragt für die sechsgespaltene Kolonek- geile oder deren Raum«0 Pfg., für polltlsche und gewerlschastllche Vereins- und BersammlungS-Anzeigcn 25 Psg. „Klein« Hnzcigen", das erste(fest- gedruilte) Wort 10 Psg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 6 Uhr nachmittags in der Expediston abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen biS 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen biS 8 Uhr vormittags gevffnet. Delegramm- Adresse: „Sszlaliltinolirat Bern»". Zentralorgan der foztaldemokrati fchen Partei Deutfchlande. Redaktion: 8M. 68, L-indenstrasse 69. Nernsprecher: Amt IV. Sir. 19S3. Expedition: 8n Ausschutz ausgearbeitete Neueinteilui»g der 43 Land- Ivahltteise wurde nunmehr vom Plemnn nach kurzer Debatte mit 32 gegen 12 Stimmen angenommen. Dagegen stinimten außer den Ivegen der Aufteilung der kleinstädtischen Sondermandate erbosten Freisinnigen und den principiellen Gegnern des ganzen Gesetzes noch vereinzelte nationalliberale Abgeordnete, deren lokale Wünsche keine Erfüllung gestinden hatten. Im weiteren Verlans der Beratung wurde von nationalliberalcr Seite noch versucht, die Ausschutzanträge auf Drucklegung der Wählerlisten und ans Hinausschiebung der W a h l z e i t bis 8 Uhr abends zu Fall zu bringen. Sie fanden dabei die Unterstützung einiger Ultrainoirtaneu. Unsre Genossen David und Ulrich geißelten dieses Vorgehen aufs schärfste»md es gelang ihnei», die arbeiterfeindlichen Manipulationen der Herren in beiden Fällen zu durchkreuzen. Nach glücklicher Umschiffung dieser Klippen ivnrdei, schließlich die Schlutzparagraphen und damit das ganze Gesetz»nit großer Mehrheit angenoinuie». Nunmehr haben die Herren der Ersten Kammer das Wort.— Kamincrnkonflikt in Bade»». Karlsruhe, 8. Juli. lEig. Ber.) Heute war die Verfassungs- kommission der Zlveiten Kammer versammelt, um ihre Entscheidung zu treffen über die Beschlüsse der Ersten Kammer über die Wahl- refora». Es wurden zunächst allgemeine Partei erklärungen abgegeben. Das Centrum will noch einen letzten Versuch, günstigere Be« dingungen für die Zweite Kammer zu erlangen mitmachen, will aber, Ivenn derselbe fehlschlägt, stir die Fassung der Ersten Kaminer stimniei». Die Nattonalliberalei» dagegen erkläre»», lieber die Reforn» scheiten» zu lassen, als in der Frage des Budgetrechts nachzu- ? leben. Eine ähnliche Erklärung gaben die Demottaten ab; die ocialdemokrattschen Vertteter erklärten, datz ihnen nach wie vor viel an der Einführung des direkten Wahlrechts liege, sie würden daher auch, wenn es schon»»icht gelmge, die Erste Kammer zu beseitigen, keinen große»» Wert auf deren Z u s a m n» e n s e tz u n g legen, da- gegen konnten sie einer Erweiterung ihrer Rechte auf Kosten der Zlveitei» Kammer nicht zustimmen. Im einzelnen wurden dann von der Kommission die von der Ersten Kammer geforderte Stellverttetung der Standesherren wieder abgelehnt, und die Bestimmung über das Budgettecht so geändert, daß bei Differenzen zwischen beiden Kainmern in letzter Linie die Zweite Krnnmer ausschlaggebend ist. Bei Differenzen über fiiran- zielle Dauergesetze(Steuer- und Anlehensgesetze, Finanzgesetz zc.) oll eine gemeinsame Abstimmung beider Kammern stattsinden und das dabei erzielte Resultat matzgebend sein. Die Situation ist nun folgende: Am Dienstag werden diese er- neuten Beschlüsse wahrscheinlich iin Plenum der Zweiten Kainmer angenommen und gehen dann an die Erste zurück; diese kann ei»»- fach bei ihrem ersten Beschlutz stehen bleiben— dann ist die Reforn» endgülttg gescheitert. Oder die Erste Kammer giebt ganz oder teil- Iveise nach, dann kommt der Entw»irf wieder an die Zweite, und dann ist Aussicht, datz noch etwas zu stände kommt— wenn nicht die Wahlkreis-Einteilung das Werk in der Zlveiten Kamnrer noch zu Falle bringt. Bis Mitte der nächsten Woche mutz sich die Sache entscheiden.—_ Ein trübe? Kapitel. Professor Dr. E u l e n b u r g hat eine Untersuchung angestellt über die Gesaintzahl der Schülerselbstmvrde in Deutschland. Es hat sich für die Zeit von 1883 bis 1900 die erschreckende Ziffer von 950 ergeben. In einer Bettachtung hierüber gt Professor Eulenburg in der Wochenschrift„Umscha»»": „Versuchen wir, das vorläufige Gesamtergebnis zusamme»»« zufassen, um den Anteil, den Haus und Schule cu» dem Zustandekommen der Schülersclbstmorde haben mögen, ohne Voreingenommenheit abzuschätzen, so mutz sich die Wag- schale unzweifelhaft tief zu Ungunste»» des Hauses herabsenken. Gewiß ist auch die Schule nicht von Mit- schuld freizusprechen: mit ihren schematischen, in mancher Hin- ficht veralteten und rückständigen Einrichtungen, mit Ahrem naiven Konservatismus, der immer gutgläubig überzeugt ist. datz, waS vergangenen Generationen getaugt habe, auch der neue»», so ganz anders beschaffenen Generattou in gleicher Weise taug- lich sein müsse; mit ihrer viel zu geringen Berück- sichtigling der Schülerindividualitäten und diejen gegen- über vielfach versagenden erzieherischen Leistung. Indessen das sind Mängel und Uebclftände, die zum großen Teil dem Man kann sich denken, was zur Zeit des chinesischen Krieges getrieben wurde. Die Soldaten, besonders die Kosaken, wüteten örmlich, sie vergewaltigten Mädchen und Frauen sogar in Gegen- wart ihrer Vorgesetzten. Uebrigens stehen auch in Friedenszeiten die Dinge nicht besser. Die Schutzwache, und hauptsächlich die Kosaken, versäumen keine Gelegenheit eine Chinesin zu vergewaltigen. Sie sind in dieser Beziehung sogar sehr anspruchsvoll und erfahren geworden. Sie berühren nicht gern Weiber in rosenroten Kleidern, da die Farbe darauf hinweist, datz sie verheiratet sind, sondern sie ziehen dafür unschuldige Mädchen vor! Uebrigens sorgte die Bahn- Verwaltung selbst für die höheren Beamten und Offiziere: sie hatte in letzter Zeit 100 000 Rubel z»lm Bau dreieö Gvbclude für Pro- stitutionszwccke bestimint. Kann man noch weiter in der Rolle eines Kulturträgers gehen? Oeffentliche Häuser, gebaut auf Staats- kosten I Wir wollen noch die musikalischen Genüsse erwähnen, denen sich besonders der von uns oben erwähnte General hingab: während der unrinterbrochenen Festlichkeiten und Trinkgelage»nit Musik wurden im Laufe eines Jahres die Blasinstrumente des Musikchors der Schutztvache derart abgenutzt, datz man sie ohne Ausnahnw durch neue ersetzen mutzte! Auch in ökonomischer Beziehung übte die Kosakenkultur keinen minder energischen Emflutz aus. Ein besonderes Mittel zur„Hebung" der Produktionskräfte Ivar schon vor dem chinesischen Kriege folgendes: Es bildete sich eine Gruppe von einigen Kosaken, die eine Expedition gegen die„Chunchusen" unter- nahincn. Das Ziel einer solchen Expcdmon war stets ein mehr oder weniger wohlhabendes Dorf, welches besonderen Maßnahmen unter- worfen wurde, zur Strafe für die„Verheimlichungen" der Chunchusen. Man trieb das Vieh zusammen, bclud sich mit dem vorgefundenen Golde; das Gold wurde später umgewechselt und das Vieh in der nächsten Stadt verkauft oder dem ersten Händler, der in den Weg kam. Wenn die Dorfbewohner in solchem Falle zu pro- testieren wagten oder sich verteidigten, so wurden sie einzeln getötet und das ganze Dorf verbrannt. Nach den Erzählungen eines Post- beamtcn hatten 100 Kosaken um jene Zeit im Laufe eines Monats nicht weniger als 30 000 Rubel nach Rußland geschickt. Zur Zeit des chinesischen Krieges � erreichte die Beraubung der friedlichen chinesischen Einwohnerschaft und des chinesischen Staatseigentums ihren Höhepunkt. Da raubten nicht nur die Soldaten, sondern auch die Offiziere. Ein Arzt, der jenen Krieg mitgemacht hatte, versicherte, datz man oft Schlägereien zwischen Soldaten und Offizieren der Beute wegen beobachten konnte. Die Haudlungsiveise eines Offiziers, Namens Ossipow, ist des Er- Wähnens würdig; derselbe führte regelmäßigen Handel mit ge- raubten Sachen. Seine Specialität war die Beraubung der chinesischen Tcinpcl. Die geraubten Heiligenbilder und andre Heiligtümer brachte er zu den Mongolen und Buraten, verkaufte sie hier und verdiente auf diese Weise schönes Geld. Eine Erwähnung verdient ferner die ungeheure Beraubung der chinesischen Bücher- Betrieb der Schule als öffentlicher, den allgemeinen StaatSnot« lvendigkeiten angepaßter Jnstitutton unvermeidlich an« haften und deren nachteilige Folgen überdies viel weniger zur Geltung kommen würden, wenn der Sch»lle nicht schon vielfach ein von vornherein ungeeignetes, minderwertiges und belastetes Schüler- material zuginge, und wenn ihre Bemühungen nicht durch die schädigenden Einflüsse in Halls und Familie oft in so schroffer Weise durchkreuzt und lahmgelegt würden. Von dieser Seite müssen auch die Hebel zur Verhüwng und Abhilfe wesentlich an- gesetzt werden." ES lvürde ein müßiges ui»d fnichtloses Streiten sein, wenn man die Frage so stellt, ob Hans oder Schule die größere Schuld tragen. Es fehlt z»lr Entscheidung emer also gestellten Frage selbst die »mildeste Voraussetzung, datz man weiß, welcher Art Schulen die jugendlichen Selbftniörder zugehört haben; bei Schülern höherer Schulen ist zweifellos die psychologische Ursache der selbstmörderischen That eine wesentlich andre als bei denen der niederen Schulen. Aber abgesehen hiervon würde der Versuch, der emen Seite mehr oder iveniger Schuld zuz»lmessei», leicht darüber hinwegtäuschen, daß die Mängel sowohl der Schulen als der häuslichen Erziehung in dem- selben socialen und kulturellen Grunde wllrzeln. Nur innerhalb der allgenicinen Hebung und Eri»e»lerung des Volkslebens kann so- wohl das Haus wie die Schule geeignet werden, jenen unendlich tra»irigen Geschehnissen iminer mehr vorz»lbeugen.— Nltramoatane Toleranz. ES wird uns geschrieben: Der empörende FriedhofSfall aus dem Bergarbeiterdorfe Spittel im Saargebiet, über den auch der „Vorwärts" in Nr. 142 berichtet hat, beschäftigt immer noch die Presse. Die Centrumsblätter suchen unter den gebräuchlichen Aus- fällen die Sache zu beschönigen und zu verdrehen. Sie stützen sich dabei auf eine„Berichtigung", die der Pfarrer von Spittel auf Veranlassung der berühmten„Centtal-Auskunftsstelle der katholischen Presse" veröffentlicht hat. Diese Berichtigung ändert an dem Be- richtete»» nur das eine, daß nicht der Pfarrer, sondern der Kaplan in Spittel dem Bergarbeiter Weiland das Sakrament der letzten Oeluug gespendet hat. Es bleibt nach»oie vor die That- fache bejtehen, datz man den in seinem Berufe ver- unglückten katholischen Bergmann Weiland, weil er eine evangelische Frau ui»ter Protestanttscher Trairung geheiratet hatte, in der Friedhofecke begrub, trotzdem der Tote Ostern zur Beichte gegangen war, d»irch den Kaplan vor den, Tode die letzte Oelung empfangen hatte, ttotz- dein die(evangelische) Frau Weiland versprochen hatte, datz das einzige Kind der Familie katholisch getauft»verde», solle und ttotz- dem die Mutter Weilands nach Metz zum Bischof Benzler gefahren war»»nd um ein kirchliches Begräbnis gebeten hatte. Es bleibt die Thatsache bestehen, datz erst auf Veranlassung der Regienlng der Tote ausgegraben w»lrde. daß nian ihm dann ein neues Grab be- stiminte, das so nahe an den Weg oder in den Weg reichte, datz der Polizeikommissar als Vertteter der lothringischen Kreisdirektton gegen das neue Grab Einspruch erhob, daß dann sozusagen gewalt- sam durch die Gendarmerie dem Toten ein würdiges Grab in den Reihen der ordentlichen Gräber geschaffen wurde. Wie lveit der Pfarrer von Spittel än alledem beteiligt ist, wie weit er nur als Beauftragter des Bistums Metz handelte, wie lveit der Einfluß des Pfarrers auf den Bürgermeister Göttmann zu Spittel ging und wie weit der Bürgermeister aus eignem handelte, mag dahin gestellt bleiben und ist auch ohne Belang. Die ursächliche und die tteibende Kraft bei der Affaire bleibt die katholische Kirche. Der Vorgang bleibt ein empörendes Zeugnis ulttamontaner Unduldsamkeit. Mittlerweile hat de? Bürgermeister Göttmann sein Amt niedergelegt. Ob er dabei einem Wink von Oben ent- sprachen hat, oder ob er aus eignein Antrieb handelte, darüber hat er sich nicht geäutzert. Herr Göttmann war derjenige, der die direkte Anweisung für den Platz des zweiten, in den Weg ge- schaufelten»»nd von der Polizeibehörde verworfenen Grabes gab und die Anweisung eines andren, der Behörde genügenden Grabes verweigerte. Unter wessen Einfluß er handelte, läßt sich leicht ver- muten. Bei dieser Gelegenheit sei an ein Vorkommnis aus dem näm- lichen Ort erinnert, das in» vorigen Jahre die„Bergarbeiter- Zeitung" an die Oeffentlichkeit brachte: In Spittel wohnte ein katholischer Bergarbeiter B. bei einer ebenfalls katholischen Witive zur Miete. B. agitierte für den Bcrgarbeiter-Verband und bekannte sich zur Socialdemottatie. Slls die Witwe zur Beichte ging, wurde ihr die Absolution verweigert mit dem Bemerken, sie brauche nicht eher wiederzukommen, bis sie dem B. die Wohnung gekitndigt habe. Die Frau hat dem Bergmann die Wohnung thatsächlich gekündigt, und er»nutzte, da er in Spittel eine neue Wohnung von niemand erhielt, nach einem andrcn Orte ziehen. Centrumshcrrschast l— Zwangswerbung. Eine neue Gepflogenheit, der eS vielleicht noch vorbehalten ist. ihren Siegeszug durch die deutschen Lande anzutreten, scheint sich, so meldet die„Frankfurter Zeitung", in den Kreisen Biedenkopf, Marburg und K i r ch h a i n bei Kontrollvcrsainmlungen einbürgern archive, wodurch die Bibliothek des östlichen Instituts in Wladiwostok bereichert lvurde. Es lohnt sich wohl gar nicht, zu betonen, datz die russischen Soldaten nach der Beraribring der Münzhöfe sich später unterwegs das Geld selbst mit Hilfe von chinesischen Handmaschinen hergestellt haben.... Nach dem Kriege besserte sich die Lage etwas. Die freien Kosakensöldlinge wurden durch Militärpflichtige ersetzt, und die Soldaten der Schutzwache traten in den Bestand der Grenzwache ein. Die Formen des Raubes wurden infolgedessen etwas gemildert und bekamen den Charakter von Steuern, die in willkürlicher Weise von einzelnen Personen erhoben wurden. Trotz dieser in Naturalien bestehenden Abgaben, von denen wir vor allem die sogenannte Markt» stcuer hervorheben, und einer Anzahl willkürlicher Abgaben, die nach Gutdünken den Markt Händlern auferlegt wurden, plünderten alle Personen, die nur einen Schatten von Macht hatten, wie russische Kosaken und Soldaten, noch einmal alle kleinen Kaufleute, welche zu eingeschüchtert waren, uin dagegen zu protestieren. Der Kosak kommt auf den Markt, nimmt alles, was er braucht, und zahlt ent- weder dafür nichts, oder er wirft dein Händler als Zeichen besonderer Gnade eine geringe Münze zu. Falls solch ein Händler zu pro- testieren wagt, erhält er dafür als besondere Bezahlung eine— Portion Knutenhiebe. Man schlägt ihn oft auf solche Weise halbtot. Auf der Bahnlinie zieht die Wache auch eine besondere Art Grenzstcuer von den vorbeiziehenden Chinesen ein, die bei der An. drohuug von Knutenhieben ohne Murren gezahlt wird. Außer- dem werden die chinesischen Arbeiter und Angestellten nicht nur unmenschlich ausgebeutet, sondern auch in ganz selbstverständlicher Weise von den kleinen Lieferanten und Beamten betrogen. Und wenn im Durchschnitt der Arbeiter unter den fürchterlichsten Arbeits- bcdingungen 10 Rubel monatlich bei eigener Verpflegung erhält, so bleibt von diesem Bettlerlohn ein gewisser Teil immer in der Tasche seines Vorgesetzten oder Unternehmers. Damit aber diese Aus- beutung der unglücklichen Chinesen auf„gesetzlichem Boden" bleibe, unterhält die Bahnverwaltung mit fortlaufender Gage einen gan- zen Stab chinesischer Beamten, bei denen die Russen gegen geringe Entschädigung die ungeheuerlichsten Prozesse gewinnen, die Chinesen aber trotz unbestreitbarer Dokumente z»» Hieben mit dem Bambus- rohr verurteilt werden. Andererseits erlangen sogar zum Tode Ver» urteilte dank russischer Fürsprache Begnadigung. So kaufte ein Russe bei einein chinesischen Richter für fünf Rubel zwei Verbrecher uiid behielt sie bei sich wie Sklaven. Von Zeit zu Zeit wurden„Strafexpeditionen" infceniert. Wenn irgend ein chinesisches Dorf, das als Ziel eines Raubzuges bestimmt war, sich zu verteidigen wagte, so wurde folgende Maßregel angc- wandt: in jeder einzelnen Hütte wurden der Reihe nach alle sich darin befindenden lebenden Wesen auf die Lanzen gespießt oder niedergeschlagen, alle, ohne Ausnah», e der kleinen Kinder. Darauf wurde die Hütte angezündet. Diejenigen, die noch Kraft genug hatten, um aus der Hütte zu laufen, wurden erschossen. Wenn u sollen. Während man bisher dort wie anderswo bei diesen Ver- ammlungen eine Unterscheidung der„Personen des Beurlaubten- standes" nur nach dem Dienstgrade kannte, in der Weise, daß die Unteroffiziere vor der Front antreten, wird neuerdings noch ein Qualitätsunterschied gemacht, dessen bestimmendes Merk- mal die Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit zu einem Kriegervcrein ist. Nicht genug damit, daß die Teil- nehmer an der Kontrollversammlung nach diesem Kennzeichen in gute und böse Kinder geschieden aufgestellt werden, müssen sich die NichtMitglieder eines Kriegervereins auch von dem Kontrolloffizier noch die Frage gefallen lassen, aus welchen Grunde» fie keinem Kricgcrverein angehören. Die Mitglieder der Kriegervereiue sind ohnedem schon zumeist Muß Mitglieder. Durch allerlei gesellschaftlichen und geschäftlichen Zwang werden die Leute in diese Vereine genötigt. Hiergegen ist nur durch die Stärkung der Widerstandsfähigkeit gegen dergleichen Nötigungen einzuschreiten. Aber das Verhalten der Militär- vorgesetzten, das die„Frankfurter Zeitung" berichtet, ist geradezu ungesetzlich. Kein Offizier hat eas Recht, die politischen Bestrebungen der Kriegervereine in die Armee und in den Dienst, zu dem die Angehörigen des Beurlaubtenstaudes verpflichtet sind, hineinzutragen. Besonders verwerflich ist die Frage nach den Gründen der Nicht- Zugehörigkeit zum Kriegervcrein, da in vielen Fällen die wahrheits- gemähe Beantwortung unschwer als Verstoß gegen das Militär- Strafgesetzbuch aufgefaßt werden kann. Die Kriegervereinler müßten zuerstst gegen solche Maßnahmen protestieren, wenn sie Vertrauen in ihre Sache haben. Oder glauben sie selbst nicht an die Freiwilligkeit ihrer Mitglieder? Glauben sie, daß ihre Caders nur durch umnittelbare oder nnttelbare Nötigung sich füllen können?—_ Militärischer Musikunterricht. Wegen Mißhandlung Unter- gebener in 63 Fällen hatte sich der Musiker-Unter- o f f i z i e r Krudewig von der zweiten Compagnie des zweiten Garde- Regiments zu Fuß vor dem Kriegsgericht der ersten Garde-Division zu verantworten. Der Vertreter der Anklage beantragte den Aus- schluß der Oeffentlichkeit, doch lehnte der Gerichtshof diesen Antrag ab und behielt sich einen teillveisen Ausschluß der Oeffentlichkeit vor. Der Angeklagte hatte Musikunterricht erteilt und will hierbei durch Mangel an Aufmerksamkeit seitens seiner Schüler oft gereizt worden sein. In verschiedenen Fällen hatte er sich in seiner Erregung zu Mißhandlungen hinreißen lassen. So versetzte er dem Musiker Zimmermann eine Ohrfeige, weil dieser einen Vers nicht auswendig hersagen konnte, den Musiker Haselbach, der oft bei den Uebungen die Harmonie störte, hat er in der Zeit vom Dezember 1903 bis Juni 1904 in mindestens vierzig Fällen durch Schlagen, Stoßen und Vernbfolgung von Ohrfeige» miß- handelt. Einmal stieß er den falsch Blasenden derartig an den Hinter- köpf, daß H. mit seinem Instrument gegen einen Schrank fiel und seine Lippen anschwollen. Aus ähnlichen Gründen hat er den Musiker Lupa dreimal geohrfeigt und den Musiker Hahn zwölfmal geschlagen und ?estoßen. Eines Mittags ließ K. seine Schüler während der Essenszeit eldmarschmäßig antreten, wodurch mehreren derselben die Gelegenheit entzogen wurde, das Mittagbrot einzunehmen. Dies wurde gemeldet, und bei der nunmehr eingeleiteten Untersuchung gelangten auch die Mißhandlungsfälle zur Kenntnis der Militärbehörde. Der An- geklagte war in vollem Umfange geständig und entschuldigte sich damit, daß er nur in grenzenloser Erregung über die Unfähigkeit einzelner Schüler so gehandelt habe. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu drei Wochen gelinden Arrest„in Be- rücksichtiguug seiner bisherigen Unbescholteuheit und der Thatsache, daß der Musiklehrcr keinerlei bestimmte Mittel besaß, um die Fehler seiner Schüler zu rektifizieren und bei der sortgesetzten Wieder- holung der Fehler durch ein und dieselben Personen die Versuchung zu einer vorschriftswidrigen Behandlung der Untergebenen nahe lag".— Russische Deserteure werden nicht ausgeliefert! AuS Schoppinitz (an der oberschlesisch- russischen Grenze) wird der„Grenzzeitung" mitgeteilt, daß gester» zivei russische Deserteure verhaftet lvurden. Während es dem einen gelang, wieder zu entkommen, blieb der andre in Haft, um den russischen Behörden ausgeliefert zu werden. Die beiden Flüchtlinge wollten nach Amerika. München, 8. Juli. Wegen eines Verbrechens und Vergehens im Amte wurde dem Kriegsgerichte derl. Division der Zahlmeister Johann S t i e r h o f des 1. Feldartillerie- Regiments durch einen Offizier aus der Untersuchungshaft vorgeführt. Der Auge- klagte, der eine 27jährige Dienstzeit hinter sich hat, wurde beschuldigt, daß er als Kassenbeaniter in ftinf Fällen die Summe von inSge- samt 130,79 M. unterschlagen und die diesbezüglichen Einträge ge- fälscht habe. Stierhof, der leugnete, wurde zu einem Jahre Gefängnis und zur Unfähigkeit, innerhalb fünf Jahren ein öffent- licheS Amt zu bekleiden, verurteilt.— Wegen Majestätsbeleidigung verhandelte das Landgericht Fürth gegen den Flaschner Michael Gebsattel. Er war bei Wasserleitungs- arbeiten in Kadolzburg beschäftigt und gebrauchte in einem dortigen Wirtshause, nachdem er sich ordentlich bezecht hatte und mit andern Gästen wegen irgend einer Sache in Streit geraten war, beleidigende Kinder sich noch außerhalb der Hütte befanden, so warf man sie ent- weder ins Feuer oder man zerschlug ihnen die Köpfe zuerst an Stei- neu und warf sie dann erst ins Feuer; das letztere thaten die weich- herzigeren Kosaken. Die Weiber wurden, bevor man sie tötete, ver- gewaltigt. Ndch schrecklicher Rache schreien die schwarzen aufstei- genden Rauchsäulen, die abgebrannten Ucberreste des ausgeraubten Dorfes.... In welchem Maße die Russen die Chinesen noch immer nicht als Menschen ansehen, beweist folgender charakteristischer Fall, der uns von einem Augenzeugen erzählt wurde: Auf dem Tender der Lokomotive fand der Maschinist einmal einen billetlosen Passagier, einen Chinesen, der sich da versteckt hatte. Ohne ein böses Wort zu sagen, erfaßte der Maschinist den Chinesen und warf ihn auf die Schienen aus einer Höhe von drei Metern. Der Chinese blieb bewegungslos liegen... Der Maschinist fuhr weiter und sah sich nicht einmal um.... Die zarische Soldateska hat den Alkohol und die Syphilis mitge- bracht und neue Formen der Scham- und Sittenlosigkeit; sie hat die Chinesen diejenige Mcnschengattung hassen gelehrt, die sich als christ- lich bezeichnet und Trägerin der Kultur sein will, die aber in Wirk- lichkeit ihre Frauen und Töchter vergewaltigt und aus dem Zustand fortdauernder Trunkenheit nicht herauskommt. Der Chinese kann ganz gerechter Weise nicht nur seine gelbe Kultur über die(russische) Kosakenkultur stellen, sondern auch in. gutem Glauben annehmen, daß die weiße Gefahr um vieles schrecklicher ist als die gelbe, und daß er sich so schnell als möglich von ihr befreien.muß. Die Russen in der Mandschurei haben ferner den Chinesen ein wichtiges nationalökonomisches Princip beigebracht. Das Princip besteht darin, daß Raub und Vergewaltigung die besten Mittel zur Bereicherung sind, daß Betrug und Diebstahl die besten Methoden der öffentlichen Wirtschaft bilden; daß Armee und Besitzlose nur dazu da sind, damit man sie ausbeuten und quälen kann, und daß die Gerichte nur existieren, um nach dem ersten Befehl der Russen Unschuldige hinzurichten und den Russen unangenehme Gläubiger zu foltern. Auf solche Weise schaffen sie„kulturelle" Formen des „Waarenaustausches". Eine solche Art„christlicher" Pädagogik erzieht wirklich. Sie entwickelt einen unmenschlichen Haß gegen die Bedrücker und Durst nach Rache. Sie entwickelt eine tierische Grausamkeit und die Wollust der Folter. Sie erzieht eine Sklavcnseele, welche lange duldet, vor der Peitsche des Herrn zitternd; doch im Augenblicke der kleinsten Schwäche erhebt sich dieselbe Bestie, welche bis jetzt die Hand des Herrn geleckt hat, in ihrer ganzen schrankenlosen Wut und rächt mit langsamer Grausamkeit alle ihre langen und schweren Qualen... Rußland hat im Rücken den Haß und den Rachedurst von Hun- derttauscnden Beraubter, getretener und gequälter Chinesen I Tie Kosakenlultur hat so die„gelbe Gefahr" heraufbeschworen. Wehe den Besiegten! Aeußerungen gegen den Kaiser, den König Otto und den Prinz- regeuten. Deshalb verhaftet und in das Gefängnis verbracht, zer- trümmerte der Betrunkene verschiedene Gegenstände. Er erhielt vier Monate Gefängnis. Hueland. Die Wahl Parkers. St. Louis, 8. Juli. Die demokratische Konvention nahm das Parteiprogramm au, aus dem die Währungsfrage ausgeschieden wurde. Das Parteiprogramm spricht sich aus: für eine Revision und stufenweise Hcrabsctznng des Zolltarifs, für eine Einschränknng der Kosten für Armee und Marine und peinlichste Sparsamkeit in den Regieruugsausgaben, für Ausbau der Gesetzgebung, die un- parteiisches und billiges Recht für Arbeit und Kapital gewährleistet; das Programm wünscht serner Frieden und Freundschaft mit allen Völkern, aber keinerlei Bündnis mit irgend einer Nasion, Aufrecht- erhaltung der offenen Thür im fernen Osten und ist gegen jede Ausbeutung der Kolonien. Es wurde sodann in der ersten Abstimmung Richter Parker zum Präsidentschaftskandidaten uominicrt. Parker erhielt zunächst 653 Stimnien. Bevor aber das Ergebnis verkündet wurde, über- trugen Idaho und Westvirginia neun Stinunen auf ihn, die ihm die zur Nomination erforderliche Zweidrittel-Mehrheit verschafften. So- dann wurde ein Antrag augenommen, wonach die Nominatton einstimmig erfolgte.— Oesterreich-Ungarn. Bon« Eiscnbahnerstreik. Aus Budapest wird vom 9. Juli telegraphiert: Von den 15 Eisenbahnbeainten, die angeklagt waren, weil sie während des Eisenbahner-Ausstandes zwei Lastzüge durch Entfernung von Zubehörteilen an der Weiterfahrt verhindert hatten, wurden 3 wegen Sachbeschädigung zu je 2 Monaten Gefängnis ver- urteilt; die übrigen 12 Angeklagten lvurden freigesprochen. Budapest, 9. Juli. Abgeordnetenhaus. Heute begann die Verhandlung über die Gesetzesvorlage betreffend die Erhöhung der Civilliste. Ministerpräsident Graf v. T i s z a begründet in seiner einleitenden Rede die Vorlage mit der Notwendigkeit der Erhöhung der Gehälter von Beamten und Dienern, mit umfangreichen Bauten der Ofener Burg, ferner mit der Einrichtung der ungarischen Trabanten-Leibgarde. Diese Unkosten hätten bei der jetzigen Civilliste ein Deficit verursacht, zu dessen Deckung das Barvennögen des Herrscherhauses herangezogen werden«nußte. R a k o s i reicht namens der Kossuth-Partei einen Beschlußantrag ein,'die Civilliste solle irur bewilligt werden, falls ein selbständiger ungarischer Hofhalt errichtet und der Monarch ei» halbes Jahr in Budapest residieren würde I Die Ungarn«vollen für ihr Geld auch etwas von ihrem Mon- archen haben. Frankreich. Die Kartäuscr-Koinmisfion. Paris, 9. Juli. Die Untersuchungskommission für die Kartäuser- Angelegenheit hat die Schlußanträge des Berichterstatters Colin mit 18 gegen 8 Ssimmen angenomnien. In den Anträgen heißt es unter anderm: Die Kammer erklärt, daß sich bei der Untersuchung kein Beweis für den Versuch einer Bestcckiung ergeben hat, der am 10. Juni von der Rednertribüne aus augezeigt worden sei, noch für die gegen Edgar Combes erhobene Beschuldigung. Die Kammer be- dauert, daß Ministerpräsident Combes unvorsichtigerwrise und ohne ausreichenden Grund tiefe Erregung im Lande hcrvorgcrnfcn und zum Schaden der französischen Interessen den Ruf des französischen Vertreters auf der Ausstellung in St. Louis aufs Spiel gesetzt habe. Die Kammer bedauert, daß Mißbrauch der Amtsgewalt gegenüber dem gerichtlichen Verfahren vorgekommen sei.— Unruhen in Brest. Der offiziöse Telegraph berichtet aus Brest: Der hier bestehende Ausstand der Straßenbahnangestellten und ver- schiedener andrer Arbeiterkategorien hat am Freitag, nachdem gegen mehrere Ausständige gerichtliche Urteile ergangen sind, zu Aus- schreitungen geführt. Es fanden große Ansammlungen statt, gegen welche 150 berittene Gendarmen und 500 Mann Infanterie auf- geboten wurden. Sie wurden mit Steinen beworfen und konnten die Menge erst auseinandertreiben, nachdem sie mit der Waffe gegen sie vorgegangen waren, wobei mehrere Personen verwundet wurden. Es wurde eine Anzahl Verhaftungen vorgenommen. Durch die Stein- würfe wurden der Präfekt, ein Oberst sowie der Stabschef der Gar- nison getroffen. Die Stadt ist niilitärisch besetzt. Weiter wird aus Brest gemeldet: Bei den gestrigen Straßen- Unruhen wurden 17 Soldaten und 12 Gendarmen sowie viele Per- soncn, die sich an den Kundgebungen beteiligt hatten, verwundet; 29 Personen wurden verhaftet.— Rustland. Ein uncrhörtcr Borfall, der für russische Verhältnisse recht be- zeichnend ist, wird der„Brcsl. Ztg." von beteiligter Seite unter Angabe sämtlicher Namen und Details mitgeteilt: Ein junger russischer Jude, der zur Zeit seiner Militärpflicht genügt, ging mit seinem Regiment nach dem ostasiatischen Kriegsschauplatz. Die Eltern erhielten mehrfach Briefe, indessen seit einigen Wochen blieb jede Nachricht aus. Begreiflicherweise befanden sich die Elten« in Al,gst und Sorge. Vor«venigcn Tagen wurde der Vater auf das Polizei- revier gerufen und ihn« mitgeteilt, daß ein Telegramm, seinen Sohn betteffend, vorliege, daß«nan es ihn« aber erst gegen Zahlung von zwanzig Rubel aushändigen werde. Der arme Mann war nicht in den« Besitz des verlangten Geldes. Alle Bitten des in höchster Sorge befindlichen Vaters halfen nichts; er mußte wieder weggehen, und es gelang ihm mit Mühe und Not, die verlangte Summe auf- zutteiben, die er dann dem Polizcikommissar übergab. Hierauf empfing er das Telegramm. Es war vom Generalkommando und enthielt die Nachricht, daß sein Sohn— gefallen fei!— Vom ostasiatischen Kriegsschauplatz. Kaiping durch General Oku besetzt. London, 9. Juli. Nach einer Meldung des Renterschen Bureaus aus Tokio voin heutigen Tage hat General Oku gestern Kaiping nach heftigem Kampfe besetzt. London, 8. Juli. Der Daily Chronicle berichtet aus Tokio, daß die Japaner in der Nähe von Kaiping mehr als zehn Kanonen erbeutet und über 50 Gefangene gemacht hätten. Vorgestern meldeten die Russen noch, daß die Südarmce Okus sich nach Port Arthur hin zurückzuziehen scheine! Kaiping liegt an der Bahnlinie Port Arthur-Liaujang und bildete bisher die südlichste Stellung der russischen Hmlptstellung. Sobald Oku weiter vorrückt, werden auch die Armeen Nodzus' und K u r o k i S wieder intensiver den Russen auf den Leib rücken. Zu- mal jetzt der japainsche Oberstkoinmandiercnde auf dem Kriegsschau- platze erschienen ist. Mißglückter Torpedo-Zlngriff auf Port Arthur. Petersburg, 9. Juli. Wie General Shilinski dem Kriegsminister unterm 7. Juli ineldet. versuchten, Nachrichten a«ls Port Arthur z««- folge, vier japanische Torpedoboote am 2. Juli un« 9 Uhr abends, in den Hafen einzudringen. Das eine von ihnen sank unter dem Feuer einer-Batterie beim Goldenen Berge, das zweite vor der Batterie, das dritte verlor den Schorn st ein und das vierte e n t k a in unversehrt. Die Stimmung der Garnison ist vortrefflich.— Täglich finden Scharmützel statt. Am 1. Juli nahmen die Russen fünfzig japanische Kundschafter gefangen. In Port Arthur find reichliche Vorräte vorhanden. Das Torpedoboot Lieutenant Burakolv ist nach Port Arthur zurückgekehrt. Wie die Grenzlvache berichtet, überfielen ain Abend des 4. Juli Chunchusen eine Streifwache bei der Station Sipingai, 120 Werst nördlich von Telin, und beschossen einen Militärzug. Der Angriff wurde zurückgeschlagen; die Russen hatten keine Verluste. Am 5. Juli wurden nördlich von der Station Mudandsian, 20 Werst von Ninguta, Signalfeuer beinerkt. Eine in der Richtung dorthin ausgesandte Streifwache entdeckte eine Chunchusenbaude von 15 Mann und zer- streute fie. Ein Chunchuse wurde getötet. Partei- jV achr lebten* Religio» ist Privatsache. In der„Münchner Post" bringt ein u- Mitarbeiter eine Be- trachsilng über das Blich R o s e n o w s von der Pfaffen« Herrschaft, lieber den Wert oder Unwert dieses Buches sich kritisch zu äußern, dazu wird sich Gelegeilheit finde««, wenn ein größerer Teil des Werkes vorliegt. Dagegen ist es unerläßlich, sich gegei« eine Auffassung unsres Prograinmsatzes, der die Erklärrmg der Religion zur Privatsache fordert, zu wende««, wie sie bisher nur die „Germania" und ähnliche Blätter zu behaupten liebten, die man aber nicht in unsrer Parteipresse antreffen sollte. ES ist das gute Recht des n-Kritikers der„M. P.", Rosenolvs Buch so schlecht zu finden und zu machen,«vie er will. Nur darf er nicht unser Programm auszuspielen versuchen. Die klerikale Presse allerdings legt den Satz von der Erklärung der Religion zur Privatsache stets so aus, als ob es Socialdemokraten nun vertvehrt sei, sich über Religion und Kirche zu äußer««. Verlai«gte unser Progranun nun eine solche Beschränkling, so wäre die katholische Kirche ul«d die russische Censur der Socialdemokratie gegenüber die Toleranz und Freiheit selber. Selbst der römische «lud griechische Katholik darf über Religion und Kirchenwescn reden, schreiben, polemisieren— nur ein Socialdemokrat muß schtveigen. Ist es wirklich nottvei«dig, den Kritiker eines socialdemokratischen Blattes zu belehren, was unser Programmsatz bedeutet und ver- nüuftigerlveise nur bedeuten kann? Die Religion zurPrivatsache erklären, heißt die Religion und ihre Organisationen loslösen vom Staate, ihre Pflege den Gläubigen überlassen. Das ist der p o s i t.i v e Gehalt ««nsrer Forderung. Darails folgt von selbst, daß die Social- demokratie keine öffentlichen Mittel für kirchliche Zwecke be- «villigt und alle staatlichen Jnstituttonen des religiös-kirchlichen Charakters zu entkleiden anstrebt. Indem aber die Religion und ihre Ausübung der privaten Fürsorge überai«twortet wird, sichert unser Programn« z«lgleich jedem da§ Recht zu, über Religion««nd Kirche, sofern sie nicht den Anspruch staatlicher Geltung und st aatlicher Zwangsgewalt erheben, zu denken und sich zu äußer«,,«vie er«vill; jeder kann auch in der Socialdemokratte nach seiner Fa?on selig«verde«,. Dagegen lehi«t«inser Programm es nicht nur nicht ab, sondern verpflichtet im Gegenteil dazu, alle staatliche Religionsgewalt zu bekäinpfen. Bis in die moderne Zeit hinein und zu erheblichem Teil auch noch in der Gegeulvart erscheint die Religion in der Organisation der Kirche ausgestattet«nit weltlicher Ztvangsgewalt, die im Mittelalter geradezu die herrschende Macht war. Un« unfern Progran«ii«satz zu rechtfertigen, ist es also notwendig. zu zeigen, welche Erscheinungsformen die Religion hervorruft, die nicht Privatsache,> sondern in irgend einer Weise Staats fache ist. Geschichtliche Aufklärungen über„Pfaffen- Herrschaft" sind folglich an sich, in der Tendenz, durch uilser Programm gefordert, nicht verwehrt. Es wäre durchaus verkehrt, und zudem völlig unnütz, wel«N»nan sich aus irgend welchen agitatorischen Rücksichten dieser unvermeidlichen Auf» gäbe entziehen«vollte. Dainit wird der religiöse Glaube selbst nicht getroffen, während es andrerseits natürlich auch jedem Socialdemo- kraten ftei stehen niuß, über die religiösen Probleine— auch abgesehen von ihrer weltlichen Organisationsfonn— sich zu äußern. Die Socialdeinokratie kä>i«pft als Partei nicht gegen die Religion, aber gegen ihren Mitzbratich zu politischen Zwecken, also in der Tat gegen jede Pfaffenherrschaft. Ob die bezeichnete Aufgabe durch Rosenow würdig gelöst ist. das steht hier nicht in Frage. Es galt nur, die Tendenz des Werkes gerade als eine notivendige Folge unsres ProgrammsatzeS festzustellen. Der n-Kritiker der„Äünch. Post" hat sich übrigens so sehr in die Centrums-Auffassung hineingelebt, daß er sogar in Heinze« Stinimuugen verfällt.„Diese ewigen geilen Mönche, diese gleich- mäßigen Schmutzscenen"— der Illustrationen— widern ihn an. Genosse„n" sieht wirklich mit Heinze- Augen. das heißt er sieht bervielfälttgend überall Geilheit und Schmutz. Wir habe» in der großen Zahl von Illustrationen nur ein paar Dokumente dieser Art entdecken können, völlig ver- schwindend unter den andren. Daß auch die Wiedergabe derartiger „Kulturbilder" durchalls erforderlich ist, ist selbstverständlich; sie weglassen, hieße klerikal fälschen. Wir empfehlen dem u-Kritiker, sich von dem bevorzugten Mt- arbeitet der„Münchener Post", der moderne Hofgeschichten trakttert, sagen zu lassen, wie«vertvoll es ist, jede aufgeblasene, ge- heuchelte Tugend«nit der wahren, genieincn Menschlichkeit zu konfrontieren.—_ Soziales* Der erweiterte Arbeiterschutz in der Wäsche- und Kleiderkonfektion. Am 1. Juli d. I. trat eine bedeutsame Wandlung in de>n Schutze derjenige«, weiblichen und jugendlichen Arbeiter ein, welche in der Kleider- und Wäsche-Jndnstrie beschäftigt werden. Nach der Ver- ordnung vom 31. Mai 1897 fand der Arbeiterinnenschutz in diesem Gelverbe««ur auf solche Werkstätten Anwendung, in denen die Her- stellung von Kleidungsstücken solvie von Wäsche im großen erfolgte. Durch diese Bestimm,«ngcn lvurden aber die wemgsten Anlagen getroffen, denn in den ineisten Anlagen wird auch— und zum Teil überlviegend— nach Maß für den persönlichen Bedarf der Besteller gearbeitet. Daß aber gerade diese Werkstätten zahlreiche sanitäre und sittliche Mißstände aufiveise», ergaben die Berichte der Gewerbe-Aufsichtsbeainten alljährlich auss neue. So muhte im Regierungsbezirk Minden nach den letzten preußischen Jahresberichten eine polizeiliche Verfügung gegen den Inhaber eines MaßgeschästS für Damcnkleider erwirkt«verde»,«vcil 20 Arbeiterinnen in einem gänzlich ungeeigneten Raum eines nur auf einen« schmalen Gang erreichbaren Hintergebäudes beschäftigt wurden.„Die Beleuchtung dieses Raumes war ungenügend, die drei Fenster konnten nur in, Oberlichte geöffnet werden, der Luftraun« betrug kaum 4 Kubikmeter für jede Person."— Erst seit dem 1. Juli fallen mich diese Maßwerkstätten unter die sogenannte Konfektionsverordnung und««eu hinzutreten außerdem diejenigen Betriebe, in deiren Frauen- und Kinderhüte garniert werden: die eigentliche Putzmocherei.— Dies«var sehr nötig, dem« die Klagen der Gelverbe-Jnspektoren über unzureichenden Schutz der Putzmacherinnen«vollte«, ebenfalls>,icht verstuminen. So schreibt der Stettiner Beamte:„In den größeren Warcilhäusern Stettins lvurden bisher die Putzmacherimien zeit- weise bis 10 Uhr abeuds beschäftigt; da diese Betriebe nicht als Kvnfektionslverkstätte» im Sinne der Bekannt- machung vom 31. Mai 1897 angesehen«verde«, lönnen, so ließ sich bis jetzt gegen diese lange Arbeitszeit nicht einschreiten.' llrtd weiter heitzt eS:„Auch ein größeres DamenkonfektionSgeschäst, daS etwa 70 Arbeiterinnen mit der ausschließlichen Herstellung auf Be« stellung beschäftigt, konnte nach den entgegenstehenden Eni- scheidungen des Kammergerichts und des Reichsgerichts nicht dazu gezwungen werden, die elfstündige Arbeitszeit und den Schluß an Sonnabenden um ö'/a Uhr einzuführen.'— Was letzteren Punkt be trifft, so ist zwar in dem neuen Gesetz nunniehr vorgeschrieben, daß vor Beginn der Ueberarbeit, die bekanntlich für Arbeiterinnen über 1ö Jahre bis zu 60 Tagen in jedem Jahre zugelassen wird, dieselbe auf einer Tabelle einzutragen ist; aber man wird auch jetzt wieder mit der Thatsache rechnen müssen, daß zunächst die 52 Sonnabende im Jahre als Ueberarbeitstage verwertet werden, womit der Wunsch des Gesetzgebers, den Arbeiterinnen— vor allem denen, welche ein Hauswesen zu besorgen haben— Gelegenheit zu geben, an einem Wochentage ihre Einkäufe erledigen zu können, wieder illusorisch wird. Die Bestimmungen finden auch— entgegen der bisherigen Rechtslage— auf solche Werkstätten Anwendung, in denen der Arbeitgeber nur gelegentlich nicht zu seiner Familie gehörige Personen beschäftigt, sowie auch dann, wenn eine Werkstätte nur vorübergehend in Betrieb ist, waS bei kleineren Putzmachereien nicht selten vorkommen mag.— Warum übrigens die Krawatten- und Pelz Warenkonfektion nicht ebenfalls in dem Gesetz Aufi?ahme ge- fanden, ist nicht einzusehen, bilden doch auch hier während der Saison übermäßige Arbeitszeiten die Regel.— Man wird ab- warten müssen, ob die Arbeitgeber nicht versuchen werden, der der- schärften Beschränkung hinsichtlich der Arbeitszeit dadurch entgegen� zutreten, daß sie die Betriebsarbeiterinnen in Heimarbeiterinnen ver- wandeln oder ihnen doch nach der Werkstattarbeit noch Material zur Fertigstellung nach Hause mitgeben. Der Heimarbeiterschutz-Kongreß hat aber gezeigt, daß eine weitere Entwicklung der großstädtischen Hausindustrie heute zu bekämpfen ist. Ein Beitrag zur Leutenot auf dem Lande. Bei einem Besitzer in Gonsken(Kreis Oletzko) trat Ende November vorigen Jahre? ein Lyjähriger Knecht in den Dienst. Im Januar dieses Jahres weckte der Besitzer den Knecht um 4 Uhr morgens. Als er nicht gleich aus dem Bette sprang, ergriff der Besitzer einen Knüttel und schlug un- barmherzig auf ihn ein. Dann ließ er ihn nicht einmal die notwendigsten Kleider anziehen, sondern der Knecht mußte sofort in aller Frühe bei der strengen Kälte im Hemd aus der Pumpe vom Hofe Wasser holen, die Pferde tränken und die notwendigsten Arbeiten verrichten. Im Februar wieder holte der Beisitzer dieselbe Grausamkeit. Er wollte damit dem Knecht das Frühaufstehen angewöhnen. Die Folge aber war, daß der Knecht in Krämpfe verfiel. Da er diese Behandlung nicht mehr aushalten konnte und der Besitzer einen kranken Menschen auch nicht behalten wollte, so trat der Knecht Mitte März auS dem Dienst. Er erhielt für beinahe vier Monate drei Mark Lohn! Zum Rostocker Aerztrtag liegen noch mehrere Aeußerungen von Aerzten vor. So wird der„Frankfurter Zeitung' von einem Arzt in Wiesbaden geschrieben: Der Wahrheit die Ehre l Ms Arzt, der dem Leipziger Verband angehört, erkläre ich, daß auch ich bis heute der Meinung war, Hoftat Dr.-Mayer habe in Rostock den Boykott der Aerzte gegen die Ortskassr, nicht OrtSkasse gegen Aerzte. im Sinn gehabt I Und ich bedaure sehr das Benehmen eines Teiles meiner Kollegen den Vertretern der Presse gegenüber. Ein Arzt aus der Pfalz schreibt demselben Blatt: „Es dürste Sie vielleicht das Referat, das Dr. Scher er» Ludwigshafen im Vereinsblatt der pfälzischen Aerzte Nr. 6 über den Verlauf des Rostocker Aerztetages erstattet hat, interesfieren. Dort heißt es u. a.: Die eigentlichen Verhandlungen leitete ein Referat Dr. Mayer-Fürth über Stellung der Aerzte zu den Krankenkassen und EntWickelung der Selbsthilfe ein. Leider entsprach daS Referat in keiner Weise der Wichtigkeit des Themas und die Art und Weise, wie es vorgetragen wurde, hat viel dazu bei' getragen, daß. in die Verhandlungen ein Ton hineinkam, der für einen deutschen Aerztetag nicht als sehr würdig bezeichnet werden kann. Insbesondere führte die mangelhafte Art deS Vortrages zu einer Menge von Mißverständnissen und zum Schluß zu einem Konflikt mit den Vertretern der Presse, so daß diese die Bericht- erstattung über den weiteren Verlauf der Verhandlungen nieder- legten. Beigetragen zu diesen Verhältnissen mag haben, daß die statistischen Arbeiten, auf die Herr Hofrat Mayer Bezug nehmen wollte, nicht eingetroffen waren. Schließlich sagt Dr. Cohn- Charlottenburg in einem Artikel »Nachklänge zum Aerztetag' in der„ M e d i z i tri s ch e>i Woche': »... bei den beiden bekannten unangenehmen Scenen hätte unsres Erachtens L ö b k e r zunächst die P f l i ch t gehabt, den an- gegriffenen Teil zu schützen. Kirberger, der nur eine unbestrittene Wahrheit ausgesprochen hatte, hätte er mindestens dazu verhelfen müssen, daß er weitersprechen konnte, ob mit oder ohne den verschleierten Ordnungsruf, das wollen wir unerörtert lassen; den immerhin bedauernswerten Zeitungskorrespondenten aber, der des Vorfitzenden Schuh gegen eine ihn umringende Menge von Delegierten anrief, hätte Löbker- durch vertrau- liche Zwiesprache leichter zur Erkenntnis seines Irrtums gebracht, als durch die etwas rauhe Verweisung von der Tribüne herab; und damit hätte er einen Konflikt verhütet, der den Aerzten keinesfalls Nutzen bringen kann. Ueberhaupt scheinen manche der führenden Persönlichkeiten für die Bedeutung der Mitwirkung der Presse für unsre Bestrebungen nicht das rechte Ver- ständnis zu haben; nur so läßt es sich erklären, daß der Herr Generalsekretär den Vertreter der„Frankfurter Zeitung' ganz grundlos iu überaus brüsker Form abzufertigen be- > i" . prtHSWW und hygienische Gummiartikel unker fteier Zu- ikkuftrierter Preislisten zu den billigsten Preisen angeboten liebte." GewerhfcbaftUcbca. „DiSkreteS" auS der GewerkvereinS-Prcffe. Der festeGlaube an die Möglichkeit einer Harmonie zwischen Kapital und Arbeit bildet bekanntlich das Grundprincip der Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine und durch ihn entstand eine unüberbrückbare Kluft zwischen den Gewerkvereinen und den Angehörigen der modernen Arbeiterbewegung. In allen Tonarten wird den Hirsch-Dunckerianern von ihren Führern jene Harmonieweise vorgepfiffen. In Reden und in den Zeitungen der Gewerkvereine. Langt in den letzteren der redaktionelle Teil dazu nicht mehr auS, so nimmt man gern den Annoncenteil zu Hilfe. Zur Harmonie zwischen Kapital und Arbeit gehört vor allen Dingen, daß der Arbeiter möglichst bedürfnislos ist, geringe An- forderungen an den Unternehmer stellt und fich„einzurichten' versteht. Diesem Streben kann aber ein zu großer Nachwuchs nur hinderlich sein. Mso muß dem abgeholfen werden. Neben den bürgerlichen Tagesblättern scheinen daher gewisse GewerkvereinSorgane sich der Anpreisung gewisser„diskreter Mittel' mit besonderer Borliebe zu widmen. So findet man in dem Annoncenteil der Nr. 28 des.Regulator',„Organ des GeWerk- Vereins der deusschen Maschinenbau- und Metallarbeiter', gleich sieben derartige, der gepriesenen.Harmonie' nützliche Anzeigen über Gummi- Artikel ec. Gleich in zwei Anzeigen wird daS„Buch über die Ehe' von Dr. Retau empfohlen.„Für die Frau' kennt eine„ehemalige Hebamme' die besten Mttel und die Mutterspritze«Sorgenlos' wird gleich darunter nebst sämtlichen andern Gummiwaren zu Engros- preisen empfohlen, während in drei weiteren Inseraten den Frauen nochmals konkurrenzlose Apparate gewisser Art.„jahrelang brauchbar', .für 2 D ftndung werden. Und das alles auf einer einzigen kleinen Jnseratenseite! Gründlicher kann gewiß kein noch so großer Nörgler die Wahrung des Princips bis zur letzten Zeile eines Blattes durchgeführt ver- langen, als es hier in einem Gewerkvereinsblatt geschieht I Berlin und tlmgcgend. Wem gehören die Straßen in Berlin und Umgegend? Diese Frage stellt die Leitung der ausständigen und ausgesperrten Stein- setzer und Ranimer an die Spitze einer erneuten Zuschrift an die kommunalen Behörden, in der alle die Unwahrheiten und Ver- dächtigungen, welche die Steinsetzer-Jnnungen bisher gegen die Aus- ständigen verbreitet haben, in unbarmherziger Weise zerpflückt und auf die Urheber zurückgeschleudert werden. Me Zuschrift ist bereits heute in den Besitz aller Behörden gelangt. Man kann sich beim Lesen derselben des Eindrucks nicht er- wehren, als gehörten die Straßen in Berlin thatsächlich nicht den Kommunen, sondern den Steinsetzer-Jnnungen in Berlin und Um- gegend und noch mehr den, wie es in der Schrift heißt, sogenannten Generalsekretären des ber— ühmten Arbeitgeber-Verbandes, dem sich die Steinsetzermeister auf Gnade und Ungnade verschrieben haben und der die Innungen nicht bloß materiell, sondern auch geistig sub- ventioniert. Letztere Behauptung bezieht sich auf die schon erwähnten Verdächtigungen und Herabsetzungen der Ausständigen in der Presse und namentlich den Behörden gegenüber, die, wie den Ausständigen bekannt, zwar mit Zustimmung der Innungen, aber faktisch doch von denselben Leuten fabriziert werden, die in der„Arbeitgeber- Zeitung" gewerbsmäßig die Thatsachen auf den Kopf stellen müssen. Wie wir weiter berichten können, ist in Pankow den Arbeitern eine kleine Gemeinde-Arbeit schon direkt übertragen worden. Hoffentlich folgt man diesem Beispiel anderswo recht bald, dann wird auch der Ausstand der Steinsetzer und Rammer sehr bald ver- gessen sein. Den Mühlenarbeitern ist es in vier Betrieben bereits gelungen. einen Tarifvertrag auf zwei Jahre abzuschließen. Die Löhne sind erheblich aufgebessert. Er wird in den bewilligten Mühlen gezahlt ab 2. Juli d. I. für Müller 4.25 M. pro Schicht vis 31 M. pro Woche, fiir Arbeiter 34—40 Pf. pro Stunde. Etwa notwendige Ueberstunden werden in der Woche durchweg mit 50 Pf., am Sonn- tag mit 60 Pf. bezahlt.— Eck� stehen noch aus drei Firmen mit vier Betrieben, hoffentlich gelingt auch hier eine Verständigung ohne Kampf. Achtung! Berein der Lithographen und Steindrucker it.! Die Differenzen bei der Firma Priester u. Eist sind durch gegenseitiges Uebereinkommen zur vollen Zuftiedenheit beider Teile beigelegt. Am Montag resp. Montagmittag wird die Arbeit einmütig wieder aufgenommen. Die Verwaltung der Filiale I. I. A.: I. Haß. Oeutfches Reich. Bergarbeiter-Streik! DaS rigorose Vorgehen verschiedener Werksverwaltungen den Arbeitern gegenüber, namentlich in Bezug auf Lohndrückerei, hat die Bergleute aufgepeitscht und haben ste sich zur Gegenwehr auf- gerafft. So ist in Senftenberg sN.-L.) auf der„ S t a d t g r u b e' seit dem 27. Juni der Streik ausgebrochen, weil die am 16. Juni in einer Belegschasts- Versammlung gewählte Kommission, welche Beseitigung verschiedener Mißstände und Lohnaufbesserung verlangen sollte, sofort entlassen wurde. Die Bergleute riefen die Bergbehörde zur Vermittelung an. aber nachdem die Werksherren des Braunkohlenreviers Sitzung gehabt hatten, lehnte die Verwalwng der„Stadtgrube' jede Verhandlung ab. Sie will anscheinend die Arbeiter niederzwingen. Die Kohlenarbeiter haben bis aus sechs alle die Arbeit nieder- gelegt, sie sind alle organisiert. Die Beamten müssen fest arbeiten, um den Betrieb nicht kalt stellen zu müssen. Wenn kein Zuzug von Arbeitern erfolgt, was bei den dort herrschenden traurigen Verhält- nisten und den niedrigen Löhnen kaum zu erwarten ist, dann wird dieser Kampf mit vollem Erfolg der Arbeiter enden. Ebenso droht ein Streik der Belegschaftt der Steinkohlen- gruben des Centrumsgrafen v. Magnis bei Neurode in Schlesien.(Graf Magnis vertrat diesen WahlfteiS Neurode- Reichenbach von 18S8 bis 1903 im Reichstage und gehörte der Centrumspartei an). Bei diesem Musterchristen verdienen die Hauer nur noch 2 bis 2,30 M. pro achtstündige Schicht. Sie müssen nach vollbrachter Schicht noch auf Nebenarbeit gehen um nur ihre Familien ernähren zu können. Da es nicht mehr zum Aushalten war, wählten die Bergleute eine Kommission und verlangten: 1. Allwöchentliche Abschlagszahlung in der Höhe von 12 Mark. 2. Einen Durchschnittslohn von 3,30 M. für Hauer, 2,80 M. fiir Zimmerungsarbeiter und für Schlepper, ferner 20 Proz. Lohnzulage ür alle Tagesarbeiter. Dann verlangten sie noch bessere Behandlung, bessere Deputatkohlen, Errichtung eines ArbeiterausschusseS, genügend Holz zum Verbauen der Arbeitsorte zc. Die gewählte Kommission wurde bei der zweiten Verhandlung abgewiesen, man wolle nicht mit einer Kommission des 'ocialdemokratischen Verbandes verhandeln. Die Arbeiter sollten eine andre Kommission wählen. Nun sind aber 30 Proz. der 1800 Mann betragenden Belegschaft bereits im Ver- bände der Bergarbeiter organisiert und treten jetzt alltäglich mehr dem Verbände bei. Die stark organisierte Belegschaft hat aber keine Neuwahl der Kommission vorgenommen, sondern dieselbe beauftragt das Berggewerbegericht als EinigungSamt anzurufen. Sollte auch dieses versagen, so find die Aroeiter entschlossen, die gewiß mäßigen Forderungen sich zu erkämpfen. Denn die Not ist zu groß, es muß eine Besserung eintreten. Wir ersuchen alle Arbeiterfteunde den Zuzug nach diesen Revieren einzuhalten. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Der Vorstand des Verbandes deutscher Bergarbeiter. Staatsanwaltlicher Eifer. Mit welchem Eifer die Breslauer Staatsanwaltschaft die Verfolgung von Streiksündern betreibt. dokumentiert die Thatsache, daß ein Zimmermann wegen eines und desselben Delikts zweimal angeklagt wurde, zwei Anklageschriften erhielt und zu zwei Terminen ericheinen mußte. Beim zweiten Termine stellte sich dann heraus, daß der erfolgte Hausfriedensbruch — Betreten eines Bauplatzes— schon ein paar Tage ftüher zur Aburteilung gekommen war. Das Verfahren mußte eingestellt und die Kosten der Staatskasse auferlegt werden— der geduldige Steuer- zahler kann ja für solch staatsanwaltlichen Uebereifer mit seiner Tasche aufkommen I____ Der bedrohliche Gruß. Auf die Aussage eines 18 jährigen Maurerlehrlings, der in seinen Aussagen sehr unbestimmt und schwankend war. wurde in Königsberg vom Schöffengericht der Vorsitzende der Filiale des Centralverbandes der Maurer, Genosse Dudde. wegen angeblicher Bedrohung' eines Arbeitswilligen zu 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Dudde ist aneinemNeubauvorbeigegangen und hat einen Maurerlchrling gefragt, ob auf dem Bau noch ein ihm bekannter arbeitswilliger Maurer arbeite. Der Lehrling hat da» bejaht, und doraufhin hat Dudde zu ihm gesagt, er lasse den Maurer grüßen. Der Maurer- lehrling will aber noch eine Drohung geHort haben. Bestimmt konnte er aber nicht sagen, wa» für eine Drohung Dudde ausgestoßen habe. Auch bei der Vernehmung auf der Polizei habe er nicht be- stimmt gewußt, welches die Drohworte waren, die Dudde aus- gestoßen habe. Der Beamte habe die Worte aber aufgeschrieben und er habe gesagt, daß es so stimme. Er habe aber auch schon die Worte:«Sag' ihm man, ich laß ihn grüßen' als eine Droh««« aufgefaßt. In der Urteilsbegründung ftihrte der Vorsitzende an, daß auch die Worte:„Sag' ihm man, ich laß ihn grüßen' schon eine gewisse Drohung bedeuten. Es ist aber auch angenommen worden, daß Dudde wirklich Drohworte ausgestoßen habe. Die Be« ratung des Gerichts dauerte höchstens fünf Minuten. Busland. Streik am Rickentunncl(Schweiz). Mit der naturgesetzlichen Unfehlbarkeit des Wechsels von Tag und Nacht stellt sich bei jedem Eisenbahn-, insbesondere Tunnelbau in der Schweiz der Streik der bei langer Arbeitszeit, schlechten Löhnen, großen Gefahren für Leben und Gesundheit maßlos ausgebeuteten Arbeiter ein, die immer fast ausschließlich Italiener sind. Gegenwärtig wird im Kanton St. Gallen der Ricken durchbohrt und ein Tunnel von 8604 Meter Länge für eine neue Eisenbahnverbindung hergestellt. Der Tunnelbau ist für die Summe von 10 163 000 Fr. an die Pariser Baufirma Palaz u. Cie. vergeben, die natürlich einen möglichst großen Profit herauszupressen sich bemüht. So betragen die Tagelöhne für diese ungesunde und aufreibende Arbeit nur 2,40 Fr. bis 4,60 Fr. im Maximum bei llstündiger Arbeitszeit und teurer Lebenshaltung. Jetzt haben 600 Mann die Arbeit eingestellt, weil ihnen die ge- forderte Reduktion der Arbeitszeit von 11 auf 8 Stunden im Innern des Tunnels bei den bisherigen Löhnen nicht bewilligt wurde. Die Streikenden verhalten sich musterhaft und haben die Sympathien der Bevölkerung für sich. Ter Streik im Bangewerbe Stockholms. Am Donnerstag hat eine Aussprache zwischen Vertretern des Centralen Arbeitgeber» Verbandes und des Holzarbeiter-Verbandes sowie des Ziegelträger- und Maurerarbeitsmanns-VerbandeS stattgefunden. Dem Wunsche der Unternehmer entgegenkommend, erklärten sich die Vertreter der Arbeiter bereit, ihren Organisationen den Vorschlag zu unterbreiten, die Streiks unter der Bedingung aufzuheben, daß die Tarifverhand- lungen sofort wieder aufgenommen werden und innerhalb acht Tagen beendet sein sollten. Der Fachverein der Ziegelträger hat jedoch diesen Vorschlag abgelehnt und beschlossen, am Freitag bei allen Firmen in den Streik zu treten, wo der 60 Oere-Stundenlohn nicht bewilligt ist. Ueber die Abstimmungen der andern Arbeiterorganisationen liegt noch keine Mitteilung vor.* Der Ausstand der Straßenbahn- Angestellten in Brest und der verschiedener andrer Arbeiterkategorien hat am Freitag, nachdem gegen mehrere Ausständige gerichtliche Urteile ergangen sind, zu Ausschreitungen geftchrt. ES fanden große Ansammlungen statt, gegen welche 160 berittene Gendarmen und 500 Mann In« fanterie aufgeboten werden mußten. Sie wurden mit Steinen be- worfen und konnten die Menge erst auseinandertreiben, nachdem sie mit der Waffe gegen sie vorgegangen waren, wobei mehrere Per- sonen verwundet wurden. Es wurde eine Anzahl von Verhaftungen vorgenommen. Durch die Steinwürfe wurden der Präfett, ein Oberst sowie der Stabschef der Garnison geftoffen. Die Stadt ist militärisch besetzt._ Eingegangene Druchfcbnftcn. Ter Kaiser, die Kultur und die Kunst. Betrachtungen über die Zukunft des deutschen Volles. AuS den Papieren eines Unverantwortlichen. (Georg Müller, Manchen.) Max Maurcnbrccher. Die Gebildeten und die Soeialdemottatie. Preis 25 Pf. Leipzig 1904. Verlag der Leipziger Buchdruckerei A.-G. Tie Lage der i« der Seeschiffahrt beschäftigten Arbeiter. Zweiler Band, 2. Abteilung. Preis S,— M. Leipzig 1904. Verlag Duncker u. Humblot.__ Letzte JVacbncbtcn und Dcpcfcbcn. Hannover, 9. Juli.(B. H.) Heute nachmittag wurde in dem Prozeß gegen die Leitung des Hannoverschen Hypolhekenvereins daS Urteil gesprochen. Angeklagter Lüddecke erhielt unter Anrechnung von 2'/, Monaten Untersuchungshaft 1 Jahr 2 Monate Gefängnis und 1600 M. Geldstrafe; die Angeklagten Katz und Link unter An- rechnung von 2>/„ Monaten Untersuchungshaft 1 Jahr Gefängnis. 3 Jahre Ehrverlust und 1600 M. Geldstrafe. Angeklagter Besendahl erhielt 300 M. Geldsttafe, Hartmann 8 Monate Gefängnis und 300 M. Geldstrafe, Krebs unter Anrechnung von 1 Monat Unter- suchungShast 7 Monate Gefängnis, 600 Mark Geldsttafe und Groh- mann 2 Monate Gefängnis und 160 M. Geldsttafe. DaS Urteil gegen eine entartete Mntter. vraunschweig, 9. Juli./z Uhr bei Schcllhase statt. Vortrag des Schriftstellers Gen. Baege:„Die Entstehung des Christentums und des Neuen Testamentes.______ Lobalea, Sommers erie«. Fünf Wochen Ferien— sie erscheinen einem Schulkind als ein langer Zeitabschnitt, wenn es an ihrem Anfang steht. Was alles läßt sich in solchen fünf Wochen machen I Wie will ich da faulenzen und mich umhertreiben nach Herzenslust, jubelt es in dem Jungen, dessen Welt die Straße ist. Wie will ich arbeiten und noch immer mehr dazu lernen, kalkuliert der Musterschüler, der werdende Streber. Aber, acht wenn die fünf Ferienwochen vorbei sind, dann findet der eine wie der andre, daß sie eigentlich doch recht kurz waren. Dann schilt der Straßenjunge, daß er viel zu wenig gebummelt, dann bedauert der Musterschüler, daß er viel zu wenig gearbeitet hat. Die Eltern halten es zumeist mit dem Musterschüler, der auch in den Ferien immer nur arbeiten, immer noch dazu lernen will. In der Regel sind sie gar nicht davon erbaut, daß ihre Kinder in den Ferien müßig gehen sollen— fünf Wochen hindurch, die ihnen selber, den Eltern, zur Oual werden. Sie klagen, daß die Mädel verbummeln und die Jungen verwildern; sie wünschen jene Zeiten zurück, in denen noch die Sitte oder Unsitte galt, den Schul- lindern eine nicht zu knapp bemeffene Portton.Ferienarbeiten" n,it in die Ferien zu geben. Langsam und nur mit Widerstreben hat die Schule sich dazu bequemt, der Schuljugend den möglichst un- geschmälerten Genuß ihrer Ferien zu gönnen. Langsamer noch ringt die Elternschaft sich zu der Erkenntnis durch, daß Ferien, wenn irgend möglich, frei von jeder Arbeit und frei von jedem Zwange sein müssen. Fragt doch den Erwachsenen, was ihm sein Soimtag oder sein Sommerurlaub ist, wenn er nicht alle Arbeit hinter sich lassen darf? Soll ein Kind nicht dasselbe fordern dürfen? Voraussetzung ist allerdings, daß den Kindern Gelegenheit ge geben wird, die schul- und arbeitsfreie Zeit in richtiger Weise für ihre Erholung zu verwenden, und hiermit hapert es ja leider in der Großstadt. Man weiß, welche Mühe eS gekostet hat. den städtischen Behörden nur abzuringen, daß in den Ferien den Schulkindern ein paar Schulhöfe für ihre Spiele überlassen werden. Der bezüg liche Antrag, dem die Stadtverordneten-Versammlung zugestimmt hat, war damals von der socialdemokratischen Fraktton gestellt worden. Eine wertvolle Ergänzung bildet die Selbsthilfe, zu der der Arbeiter-Turn verein„Fichte" griff, indem er für die Sommersonntage die unfern Lesern bekannten Jugend- spiele einrichtete. In diesem Sommer ist bereits an zwei Sonntagen gespielt worden. Vor vierzehn Tagen hatte die Beteili- gung unter der Ungunst des Wetters zu leiden gehabt, aber vor acht Tagen haben, wie eine uns vorliegende Statistik ergiebt, auf den vier Spielplätzen des Vereins 1033 Knaben und Mädchen unter Leitung von 104 männlichen und weiblichen Mitgliedern des Vereins gespielt. Für die Kinder der B e m i t t e l t e n ist die Frage, wie man ihnen die Ferien zu einer rechten Erholung gestaltet, viel rascher ge- löst. Sie reisen mit den Eltern ins Gebirge, an die See, in die Sommer- frische, ins Bad. Für sie braucht kein Magistrat seine paar Schulhöfe her- zugeben, kein Arbeiterverein mit dankenswertem Bemühen Ferienspiele zu veranstalten. Sie haben teil an den Vorrechten ihrer gutsituierten Eltern. In den Kreisen der Wohlhabenden kann man sich einen Sommer ohne Erholungsreise gar nicht denken. Was aber die Herren Väter, soweit sie Unternehmer und Arbeitgeber sind, nicht im ge- ringsten hindert, für ihre Arbeiter die Ferien als überflüssig an- zusehen und das Verlangen nach einem kurzen Erholungsurlaub ftir Begehrlichkeit zu erklären. Es gab eine Zeit, wo selbst der Schul- jugend keine Ferien gegönnt wurden; man begreift sie heute nicht mehr. ES wird eine Zeit kommen, wo man eS nicht mehr begreifen wird, daß einst dem Arbeiter feine Ferien vorenthalten wurden. DaS Strafsystem der„Großen Berliner". Vor einiger Zeit wurden bei einem Zusammenstoß zweier Straßenbahnwagen mehrere Personen verletzt. Die Folge war zunächst eine Anklage gegen den einen Fahrer wegen Vergehens gegen ß 316(Gefährdung eines Eiscnbahn-TranSportS) und gegen ß 230(Fahrläsftge Körper- Verletzung). Im Termin wurde jedoch laut Zeugnis des zweite» Fahrers festgestellt, daß der Zusammenstoß einzig und allein auf das Versagen der Bremse an seinem Wagen zurückzuführen gewesen sei. Es erfolgte deshalb die Freisprechung deS Angeklagten. Damit glaubten die Fahrer die Angelegenheit für sie als erledigt betrachten zu dürfen. Doch nach einiger Zeit wurde dem Fahrer, der vor Gericht als Zeuge bekundete, daß die Bremse seines Wagens damals bei dem Unfälle versagt hatte, die Order seiner Vorgesetzten übermittelt, daß er aus Anlaß jenes usammenstoßes 3 0 M k. z u bezahlen Habel Ob dieser ettag für den ohne jedes eigne Verschulden angerichteten Material- schaden oder als.Regreb"-Summe für die von einer der damals verletzten Personen erhobenen Entschädigungsansprüche angesehen werden sollte, blieb dem Fahrer im Unklaren. Er wagte eine be- scheiden? Einrede, die jedoch nutzlos war. Will er nicht zahlen, so... Der Mann überlegt; er ist nicht mehr jung. Was soll er machen, falls man ihn entläßt? Nach einigem Besinnen giebt er dann seine Unterschrift als Anerkennung der ihm auferlegten Strafe. So präsenttert sich Gerechttgkeit, Humanität und Wohlfahrtsbethätt- gung der„Großen Berliner" bei Licht. Der Neubau der Adalbert-Brückc ist soweit ferttggestellt, daß er gestern(Sonnabend) von dem Stadtbaurat Krause abgenommen und dem Verkehr übergeben werden konnte. Die hölzerne Notbrücke,� die während der Bauausführung den Verkehr vermittelte, soll demnächst zum Abbruch gelangen und im Anschluß daran die Regulierung der Rampen und der Uferstraßen vollendet werden. Die Kosten des Neubaues waren auf 377 000 M. veranschlagt. Der Zustrom von Fremden Pflegt in Berlin seinen Höhepunkt begreiflicherweise in derjenigen Jahreszeit zu erreichen, in der die Berliner selber auf Reisen gehen, in den Ferienmonaten Juli und August. In diesem Jahre aber ist der Fremdenverkehr auch in einigen der vorhergehenden Monate schon recht stark gewesen, er- heblich stärker als in denselben Monaten des vorigen Jahres. Im Jahre 1003 waren in den Monaten April, Mai, Juni 63 756, 69 577, 76 311, zusammen 214 822 Fremde nach Berlin ge- kommen, in 1904 dagegen kamen in denselben drei Monaten 72 027, 73 561, 73 276, zusammen 228 364 Fremde hierher. Das Mehr beträgt für das Vierteljahr volle 14 000 Personen. Bei Fort- dauer dieser Steigerung des Fremdenverkehrs find für Juli und August diesmal sehr bedeutende Zahlen zu erwarten. Im vorigen Jahre hatte der Juli 87 572, der August 99 735 Fremde nach Berlin geführt. Diesmal ist mindestens für den August zu erwarten, daß in ihm der Fremdenverkehr mehr als 100 000 Personen betragen wird. Graf Pückler und die„Staatsbürger"männer sind Schuß mit- einander. Pückler als Mann des Dreschflegels will die Juden mit Gewalt verweiben ohne Rücksicht darauf, daß das Gesetz der Aus- führung dieses erhabenen Gedankens etliche Hindernisse in den Weg legt. Anders ReichstagS-Abgeordneter Bruhn, der jetzt nach etlichen unangenehmen Erfahrungen großen Respekt vor dem Gesetz bekundet. Dieser Zwiespalt der Natur klaffte allmählich soweit, daß es zwischen den beiden tapfersten Deutschen zum Bruch kam. Eine anfänglich für Dienstag angesagte Versammlung unterblieb, nachdem schon vor- her die„Staatsbürger-Zeitung" zwei Pückler« Versammlungen nicht in der bekannten Weise besungen hatte. Der Graf„arbeitete" nun- mehr für den Verein der Gewerbetreibenden; seine berühmten Flug- blätter aber werden irgendwo in der Bernauerstraße gedruckt. ES thut uns leid um diesen Bruderzwist. Graf Pückler und die„Staats- bürger-Zeitung" paßten famos zueinander. Bei einem Fnhrherrn im Hause Christburgerstraße 20 ist die Rotzkrankheit in bedenklichem Umfange ausgebrochen. Nicht weniger als zwanzig Pferde wurden gestern von der Behörde dem Abdecker überwiesen. In der königlichen Charitö soll in der Zeit vom IV. bis 80. Juli d. I. ei n WiedcrholungskursuS für Hebammen ab- gehalten werden. Die in den Städten Berlin, Charlottenburg, Rix« dorf und Schöncberg wohnhasten Hebammen, welche sich an dem Unterricht beteiligen, sollen in dem jkrankenhause nicht Wohnung nehmen, sondern zu den täglich einmal stattfindenden, mit Uebungen und Demonstrationen verbundenen Vorträgen, deren jedesmalige Dauer auf etwa 21/3 Stunden zu veranschlagen ist, nach dem gynäkologischen Hörsaal der Charite kommen. Zu dem Unterrichte, welcher unentgeltlich stattfindet, können aus dem Landespolzeibezirke Berlin fünf Teilnehmerinnen zugelassen werden. Anmeldungen sind schleunigst an denjenigen Kreisarzt zu richten, in dessen Amtsbezirk die sich bewerbende Hebamme wohnt. „WaS einem Fremden in Berlin passieren kann!" Unter diesem Titel wird dem„Berliner Börsen-Couner' geschrieben:„Sitzt da in einem Wagen der Elektrischen ein Fremder, der fleißig in Berlin Umschau gehalten hat. Er war sehr müde, und da ohnehin sein rechtes Bem einen Fehler, eine„Schwäche" zu haben schien, schlägt er eS über das andre, setzt sich aber so, daß es keinen stören kann. ES hat auch keinen gestört, denn nur einmal passierte eine Dame die Stelle, und da hatte der Herr selbstverständlich das Bein zurückgezogen. Nun aber tritt der Schaffner an ihn heran und fordert chn auf. sich anders zu setzen. Der Herr ist zuerst verblüfft; dann murmelt er einige französische Worte, die der Schaffner natürlich nicht verstand. Und nun, da der Fremde seine Stellung nicht ver- ändert hatte, nimmt der Schaffner das Bein deS Fremden und setzt es so, wie es sich nach des Schaffners Meinung gebührt. Man steht die Erregung des über diese persönliche Berührung empörten Fremden, und cS wäre sicher zu einer Scene gekommen, wenn der Fremde nicht, sei es, daß er an seinem Ziel angekommen war oder daß er den ironischen Blicken der Mitfahrenden ausweichen wollte, den Wagen verlassen hätte." Die Oranienplatz-Darlehnskaffe schreibt uns durch ihren Vor- sitzenden: Auf den Artikel in der Freitags- Nummer Ihrer gesch. Zeitung bezüglich der bei derOranienplatz-Darlehnskasse vorgekommenen Unterschlagungen erlaube ich mir folgendes mitzuteilen: Es ist richtig, daß ich als Vorsitzender der Oranienplatz-DarlehnSkasie durch die Mitteilungen des Buchhalters der Firma Chr. Mester veranlaßt wurde, die Wechsel- und Kassabestände dem Sohne und SociuS der Firma Bruno Mester abzunehmen. Dabei fanden sich drei Accepte desselben auf die Firma Chr. Mester gezogen in der von Ihnen richttg gebrachten Höhe von 14 000 M. vor, auf die heute schon 11 000 M. bezahlt sind, während uns der Rest für die konnnende Woche zugesagt ist. Bei der begreiflichen Aufregung und der sich dem Vorstande aufdrängenden Vermutung, daß Mester jun. in seinen Buchungen nicht zuverlässig gewesen, haben wir seine Bücher revidiert und hierbei einen Fehlbetrag von ca. 25 000 M. festgestellt. Diesen Betrag dem Verein zu ersetzen, hat sich die wohlhabende Mutter des Riester durch notariellen Vertrag verpflichtet. Um absolute Klarheit für die Jntcresienten zu erhalten, sind die Kassenbücher einem Revisor über- geben, w-lcher in diesen Tagen seine Arbeit beendet haben dürfte. Nach der ois jetzt gewonnenen Uebersicht ist eine Schädigung der Mit- glieder an ihren Guthaben ausgeschlossen. In der am 30. Juni er. stattgefundenen Generalversammlung ist den Mitgliedern der obige Sachverhalt vorgetragen worden, und haben dieselben den in dieser Angelegenheit getroffenen Maßnahmen des Vorstandes einstimmig zugestimmt. Hiernach ist der Schlutzpassus der Ihnen zugegangenen Mitteilung zu beurteilen, nach welcher der Kasse angeblich 70 000 M. veruntreut sein sollen. Bis heute hat kein Mitglied die Auszahlung seines Guthabens verlangt, trotzdem es bekannt ist, daß der sofortigen Auszahlung sogleich entsprochen wird. Hochachtend O. Mendt, Vorsitzender der Oranienplatz-Darlehnskasse. Ein falscher Forstaufschrr wurde auf dem Tempelhofer Felde festgenommen. Es ist ein 25 Jahre alter Handlungsgehilfe B., der aus guter Familie stammt. B. liebte eS, eine Försteruniform anzuziehen und mit Hirschfänger und Flinte ausgerüstet, das Tempel- hofer Feld nacki Licbespärchen abzusuchen. Diesen gegenüber be- auptet er. als Forstausscher mit der Ueberwachung des Tempelhofer scldcs betraut zu sein. Ein Schutzmann, der ihn zufällig bei der Feststellung eines Pärchens was, nahm ihn mit nach der Wache und entlarvte ihn. B. ist vielleicht derselbe Mann, der unlängst als Förster und Gendarm in Civil die Wuhlheide unsicher machte. Professor Meyer und Frau haben erklärt, auf Revision gegen das gegen sie erkannte Urteil verzichten und ihre Strafe antreten zu wollen. Die Dcssi>uerstrl»ße von Bernbur�erstraße bis Hafenplatz wird wegen Asphaltierung vom 11. t). MtS. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Eine falsche Studentin wurde von der Kriminalpolizei fest- genonimen. Sie besuchte Vorlesungen und brandschatzte unter Vor- spiegelung wohlthätiger Zwecke besonders polnische und russische Studenten. Dabei legte sie sich hochklingende Namen wie Thea v. Eberhard usw. bei. Die Schwindlerin ist eine 10 Jahre alte Comptoiristin Erna Hormmg. Feuerbericht. Nur wenig Alarmierungen hatte die Wehr in den letzten 24 Stunden zu verzeichnen. Sonnabcndvormittag wurde sie von Stralau aus um Hilfe angegangen, ivcil dort der Dachstnhl eines Gebäudes der Berliner Jnte-Sprnnerei in seiner ganzen Aus- dehnung in Flammen stand. Es rückten sofort zwei Berliner Lösch- züge nach dorthin aus. Bei ihrer Ankunft war die dortige Fabrik- Feuerwehr bereits vollauf beschäftigt, die Flammen, die überreiche Nahrung gesimden hatten, zu ersticken, aber es schien, als ob dem Elemente kein Einhalt zu bieten fei. Unverzüglich setzte die Berliner Wehr daher noch mehrere Schlauchleitungen in Thätigkeit und ging gemeinsam mit der Fabrik- Feuerwehr von verschiedenen Seiten aus gegen den Brandherd vor. Aber nur langsam konnten die Löschmannschaften vor- dringen, denn die Rauchentwicklung war enorm. Erst nach ein- stündigem Wassergeben konnte die Hauptgcfahr als beseitigt gelten und die Berliner Löschziige konnten wieder abrücken. Die dortige Wehr hatte aber dann noch stundenlang zu thnn, um den Brand vollständig abzulöschen und die AnfräumungSarbeiten zu vollenden. Ueber die Entstehungsursache ist nichts Bestimmtes ermittelt, doch vermutet man, daß das Feuer durch Funken ans einem nahegelegenen Fabrikschornstcin ausgekommen ist. In Berlin selbst gab es nachts nur in der Bergstrasje 9 und im Stadtbahnbogen 391 zu thun. Hier hatten Zuckersäcke Feuer gefangen, während dort ein Posten Prep- kohlen in Brand geraten war. In beiden Fällen konnte die Gefahr bald beseitigt werden._ Im Restaurant des GewerkschaftShanseS ist auf einige Zeit ein Oelgemälde des dänischen Porträtmalers Jens B i r k h o l m ausgestellt. das nicht allein wegen seines hohen Kunstwertes die Ber- iiner Arbeiterschaft interessieren wird. Das Bild stellt nämlich unfern Parteigenossen Auer dar. Die Kinderspiele, welche für dieses Jahr vom Turvcrein„Fichte" an sechs Sonntagen veranstaltet werden, nehmen heute ihren Fort- gang; sie fallen in die Tageszeit von 8— 11V- Uhr. Der Abmarsch von den einzelnen Sammelplätzen ist pünktlich 8V, Uhr. Die Kinderspiele sind für die einzelnen Stadtteile wie folgt angeordnet: Süden und Süd-Ost: Grosier Spielplatz im Treptower Park. Tain- melplatz: Obpr- Freiarchcnbrücke(Schles. Busch). Nord-Ost: Spiel- platz im Fuiedrichshain. Sammelplatz: Krieger-Denkmal am Landsberger Platz. Norden: Sportplatz Behmstrastc. Sammelplatz: Bahnhof Gesundbrunnen und Bahnhof Schönhauser Allee. Nord- West: Spielplatz Habsburger User. Sammelplatz: Bahnhof Beussel- strasze. Nach beendetem Spiel werden die Kinder wieder zu den Sammelplätzen zurückgeführt. Im Berliner Zoologischen Garten befinden sich seit kurzem zum erstenmale ein Paar M i n k e> eine Mardcrart, welche unfern N ö r z in Amerika vertritt und ihm auch sehr ähnelt. Die Nörze, welche sich als Pelztiere allgemeiner Beliebtheit erfreuen, bilden in ihrer Lebens- weise einen Uebergang von den Landmardcrn zu den Fischottern; sie hausen mit Vorliebe am Wasser und schwimmen oft und gern. Frösche und Fische machen ihre hauptsächlichste Nahrung aus; natür- lich wird eine Maus oder ein kleiner Vogel auch nicht verschmäht. Das Paar, das in einem kleinen Käfig am kleinen Raubticrhaus, gegenüber den einheimischen Raubvögeln, untergebracht ist, zieht Fisch- nahrung allem übrigen vor und macht in seinem braunen, glänzenden Pelze einen schmucken Eindruck. Im Berliner Aquarium fallen dem Besucher in jedem der mit neuer Besetzung versehenen Scewasserbecken einige besondere Er- scheinungen auf. Bei Betrachtung des grotzen Sccrosenbassins zieht die Blicke ein von den eigentlichen Blumenpolypcn ganz verschie- dener, etwa handgroßer Korkpolyp(Aleyonium) auf, ein in Ge- statt eines Hand- oder baumförmigen dicken, weichen, mit dem Unter- teil im Sande fußenden Stockes sich gebendes Gebilde, das eine Kolonie von Einzelticrcn darstellt, die als einige Millimeter große, weiße, blütenartige Lebewesen aus der rötlichen oder gelblichen Stockoberfläche hervorragen. In anderer Weise fesselt einer der kleineren Secwasserbehälter aus der gegenüberliegenden Seite des oberen Grottengangcs, denn in ihm hat eine Gesellschaft der zar- testen, duftigsten aller Meeresbewohner Unterkunft gefunden, näm- lich kleinere und größere bläulich- und rötlichwcißc Quallen, die dem Beschauer in der Seitenansicht durch ihre eigenartige Tracht wie an- mutigen Bewegungen gleich reizvoll erscheinen und ihn immer wie- der fesseln. Die in selbstgebautcn, freistehenden Kalk- und Sand- röhren wohnenden und durch die aus den letzteren he rausragenden prachtvollen langen und buntfarbigen Kicmenfädcnbüschcl ausge- zeichneten Sergeln sind ebenfalls durch neue Zuführungen aus dem adriatischen Meere um schöne Formen bereichert worden. Vom Arbeiter-Sportfcst. Wie sich die Zeiten ändern. Vor einem Jahrzehnt war der Sport fast ausschließlich ein Vorrecht der Reichen und der Vornehmen; heute hat er längst die Fabriken und die Arbeitsstube der großen Geschäfte erobert. Und das ist gut so, denn bei wenigen Vernfsklassen hat der Sport eine so vorzüg- liche Gelegenheit, seine gesundheitsfördernde Mission zu erfüllen, wie bei den Arbeitern, die zehn bis zwölf Stunden des Tags oder des Nachts im geschlossenen Raum arbeiten müssen. Alles, was den Körper stählt und kräftigt, Turnen, Schwimmen. Rudern, Segeln, Radfahren, Athletik usw., kommt dem Arbeiter� umsomehr zu gute, als er häufig in seinem Berufe zu einseiftger Muskel- arbeit gezwungen ist, die den Körper auf die Dauer schädigt. So ist es denn mit Freuden zu begrüßen, daß sich in der Arbeiterwelt das Interesse für Sport von Jahr zu Jahr mehrt. Das zweite Arbeiter-Sportfest, welches am 24. Juli dieses Jahres in Friedrichshageu ain Müggelsee abgehalten werden soll, verspricht in seiner Art großartig zu werden. Radfahrer, Turner, Athletik. Ring- und Fußballfport, Sänger, Mandolincn- und Mund- Harmonikavorträge zu Lande, Schwimmer, Ruderer und Segler zu Wasser haben ihre Beteiligung zugesagt und werden, jeder in seiner Art, zum Gelingen des Ganzen beitragen. Das Festkomitee hat dafür gesorgt, daß am Festtage sowohl Eisenbahnzüge als Dampf- schiffe genügend zur Verfügung stehen. Siehe heutiges Inserat. DaS Kmlstgcwcrbe- Museum beabsichtigt, im September und Oktober im Lichthofe des Museums eine Ausstellung von Sitzmöbcln zu veranstalten. Die Ausstellung soll sich von den ältesten Zeiten bis auf die Gegenwart erstrecken und besonders die Entwicklungs- geschichte der einzelnen Möbeltypeii dieser Gattung(Schemel, Stuhl. Sessel, Bank, Sofa ze.) veranschaulichen. Für Ergänzung des in den Sammlungen des Kunstgewerbe-Rkuseums vereinigten Materials werden beachtenswerte Stücke aus Privatbesitz und einige Arbeiten moderner Künstler hinzugezogen werden. Neben den Original- arbeiten sollen zahlreiche Abbildungen zur Ausstellung gelangen, so daß die Ausstellung ein reichhaltiges und anregendes Bild dieses wichtigen künstlerischen und gewerblichen Gebietes zu geben verspricht. /ins den Nachbarorten. Lichtenberg. Die Vorkommnisse in der Orts-Krankenkasse, die in den letzten Jahren eine so aufsehenerregende Rolle spielten, sind nun endlich vor den Richter gekommen. Zunächst ist der„auf Lebenszeit" angestellt gewesene frühere Krankenkonwollcur I i r j a h n gegen den derzeitigen Rendanten G r a n e r auf dem Wege der Privatklage vorgegangen, aber kostenpflichtig abgewiesen worden. Daim hatte der Anits- und Gemeindevorsteher gegen Jirjahn Strafantrag gestellt «nd am Mittwoch verurteilte das Schöffengericht den Beklagten wegen Beleidigung des Amtsvorstehers zu 2Q M. Geldstrafe event. vier Tagen Gefängnis. Nebenher gehen die Civilprozesse des Jirjahn und des Anstifters der ganzen Affaire des früheren Rendanten Privat- försters a. D. Kauffniaim. Inzwischen haben sich Jirjahn und sein Schwager, der Verbündete des Kauffmann und frühere Bureauvor- steher Meyer als zärtliche Verwandte diverse Liebenswürdigkeiten angethan. Sie bezichteten einander der Abgabe falscher eideSstatt- licher Versicherung, des Hausfriedensbruchs, der Pfandhinterziehung, der Körperverletzung usw. Wahrlich, großartige Bilder aus der Zeit der mustergültigen Kassenverwaltung Kauffmanns. Hunderttansciid Mark Entschädigimg fordern die fischercibercchtigtcn Kladower Eigentümer von dem Fabrikbesitzer Gnttniann in Wannsee, der seine Uferländercien in Kladow a. d. Havel erhöhen und mit einem festen Bollwerk verschen ließ. Zehn dortige Eigentümer haben von alters her auf der Strecke von Gatow bis Sakrow das Recht der Küchenfischerei: dies bedeutet, daß sie so viele Fische fangen dürfen, als sie für ihren häuslichen Bedarf brauche». Sie be- hauptcn nun, daß sie durch die ausgedehnten Anschüttungen der Guttmannschon Ufergrundstücke in der Ausübung der Fischerei stark beeinträchtigt seien, und beziffern ihren Schaden, der dauernd sei, auf 19 999 M. für jeden Berechtigten. Da zwischen de» beiden Parteien eine Einigung auf gütlichem Wege nicht zu stände gebracht werden konnte, haben die Kladower Fischereibercchtigten den Klage- weg beschritten. Gerichts-Leitung. Der grobe UnfngSparagraph hat wieder einmal für die Polizei zu einer Blamage Herhalten müssen. Zwei Parteigenossen hatten vor einigen Tagen ihre kostbare Zeit zu opfern, um sich vor dem Schöffengericht zu R i x d o r f wegen groben Unfugs zu verantworten. Als das erste Flugblatt zum B ä ck e r st r e i k verbreitet wurde, kam von„oben" der Befehl, die Verbreiter zu sisticren, und das Ergebnis dieser wunderlichen Anordnung war, daß die beiden er- wähnten Parteigenossen nicht allein aus die Polizeiwache gebracht. sondern auch noch mit einer haltlosen Anklage bepackt wurden. Resultat: der Staatsamvalt mußte selber die Freisprechung beantragen und der Gerichte-Hof erkannte demgemäß. Wozu dienen nun die zwecklosen Scherereien? Etwa zur Erhöhung des Ansehens der Polizei? Um die Belästigung eines anstSildigen Mädchens durch eiilq* Schutzmann handelte es sich bei einer Anklage wegen Beleidigung, die den Schutzmann Heiduck gestern vor das Schöffengericht führte. In der Nacht zum S. Mai kehrte die Plätterin Hammermcistcr von der Arbeit nach Hause zurück. Sie wohnt in der Schleiermacher- strahe, hatte keinen Hausschlüssel bei sich und mußte eine Weile vor der Thür stehen, um den Nachtwächter abzulvarteu. Da trat der Angeklagte, der seinen Dienst soeben beendet hatte und im Neben- hause wohnt, auf sie zu und fragte in galanter Weise: auf wen sie denn warte. Das Mädchen sah, daß der Schutzmann etwas an- getrunken war und antwortete zunächst gar nichts. Darauf sagte der Angeklagte, er wolle mal probieren, ob sein Hausschlüssel passe und als diese Probe ergebnislos war, sagte er mit verschmitztem Lächeln:«Ach kommen Sie doch mit mir mit, das schadet ja nichts, ich habe öfter Besuch von kleinen Mädchen." Ter Angeklagte drängte das Mädchen darauf mit seinem Körper in eine Ecke, sie wich aus und nun wurde er mit einem Male sehr böse und schrie laut:„Wie kommen Sie mir denn vor? Wie ein gewöhnliches Mädchen, welches auf den Strich gchtl" Daran schlössen sich laute Schimpfworte, wie „H... bände",„Bagage" und dergleichen. Durch den Lärm wurde der Nachtwächter angelockt, der dem Angeklagten sagte, daß er ein anständiges Mädchen vor sich habe; dieser beruhigte sich aber nicht, sondern ging schimpfend ab. Auch ein Kollege des Angeklagten, der Schutzmann Wagner, kam herbei; auf seine Frage, was denn passiert sei, erhielt er die auch den Wächter beleidigende Antwort:„Da steht das Frauenzimmer, die H... und der Wächter spielt den Ludwig." Schutzmann Wagner, der gleichfalls sah. daß sein Kollege etwas angetrunken war, legte für diesen bei dem Mädchen ein gutes Wort ein, um die Sache aus der Welt zu schaffen. Sie war schließlich nicht abgeneigt, aus der Sache nichts zu machen, wenn der Angeklagte Abbitte leistete, sie hat sich dann aber doch eines andern besonnen und Strafantrag gestellt. Vor Gericht machte der Angeklagte zunächst allerhand Ausreden, auf Anraten des Rechts- anwalts Dr. S ch w i n d t machte er aber alsdann doch den Versuch, die Zeugin zur Zurücknahme des Strafantrags zu bewegen, indem er sich bereit erklärte, zur Bestreitung der Kosten des Termins sofort 2S M. an sie zu zahlen. Die Zeugin ließ sich aber zur Zurücknahme des Strafantrags nicht bewegen. Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten 75 M. Geldstrafe. Rechtsanwalt Dr. Schwindt hielt eine wesentlich mildere Strafe für angemessen. Das Verhalten des Angeklagten sei ja gewiß sehr zu tadeln, man müsse aber doch erwägen, daß er offenbar nur infolge seiner An- getrunkenheit in dieser Weise entgleist sei, daß er sich über die Persönlichkeit des nächtlicherweile allein vor dem Hause wartenden Mädchens getäuscht habe, daß die gewählten Worte seiner mangeln- den Bildung entsprechen und daß fchließlich das Gcbalt eines Schutzmanns nur ein kleines sei, so daß eine Strafe von 75 M. zu hoch erscheine.— Der Gerichtshof erkannte auf 59 M. Geld- st r a f e event. 19 Tage Gefängnis. Diese Strafe sei, wie der Vor- fitzende meinte, außerordentlich milde. Der Gerichtshof habe er- wogen, daß der unbescholtene Angeklagte angetrunken gewesen und ein Mann von geringer Bildung fei. Anderseits habe berücksichtigt werden müssen, daß der Angeklagte, der sich in Dienstkleidung bc- funden, die durchaus anständige Zeugin beleidigt, ihr unsittliche An- träge gemacht und als Beamter in Dienstkleidung sich nicht als Be- schützer des Rechts, sondern als Mißachter des Rechts gezeigt hat. Die„Wnnderkurcn" des Zimmermanns Emil Bering aus Friedrichsberg unterlagen gestern der Prüfung des Schöffengerichts. Der Gerichtssaal glich bei Aufruf der Sache dem Sprechsaal eines Chirurgen, denn die Zeugen waren größtenteils schwerkranke und sieche Personen, die als«letztes Mittel" die Künste dieses Kur- pfufchers in Anspruch genommen haben. Einer der Zeugen war ein vollständig gelähmter Mann, der von zwei kräftigen Leuten in den Gcrichssaal getragen werden mutzte. Der Angeklagte hatte sich wegen vollendeten und versuchten Betruges und Gewerbevergehens zu ver- antworten.— Ende April d. I. erschien der Angeklagte bei einer in Weitzcnsee wohnhaften Frau I., die seit 5 Jahren infolge eines Nervenleidens an beiden Beinen fast gelähmt ist und ohne Hilfe nicht gehen kann. Er erkundigte sich teilnahmsvoll nach der Leidens- geschichte der Frau und erklärte ihr, daß er im stände sei, ihr in 6 Wochen Heilung zu bringen. Das ruhige und sichere Auftreten des Angeklagten imponierte der Patientin und sie begab sich bei ihm in die Kur. Am nächsten Tage erschien er mit einer gold- gelben, honigähnlichen Flüssigkeit bei ihr und erklärte, das Medikament sei aus 32 Kräutern bereitet und werde ihr sichere Hiife brmgen, wenn sie morgens und abends je einen Theelöffel voll, in Milch aufgelöst, einnehmen würde. Frau I. bezahlte mit Freuden die verlangten 7,59 M. und sah schließlich zu ihrer Be- trübnis, daß auch dieses Wundermittel sie nicht von ihrem lang- jährigen Leiden befreite. Dies war auch bei den übrigen unter Anklage stehenden Fällen das Endergebnis. Einem hochgradig Lungenkranken trat er als„Doktor" gegenüber, setzte eine höchst wichtige Miene auf, klopfte an dem Patienten herum und erklärte ihm, daß«sein Rücken vergiftet" sei und zwar infolge genossener Speisen. Auch hier gelang es dem Angeklagten, sein„Medikament" für 15 M. an den Mann zu bringen.— Auch bei dem Invaliden Sch., dem Manne, der vollständig gelähmt ist und in den Gerichts- saal getragen werden mußte, gab sich der Angeklagte als„Doktor" aus und versprach in sechs Wochen Heilung. Auf den Zweifel des Patienten hin erklärte der Angeklagte prompt:„Er müsse häufig vor Gericht als medizinischer Sachverständiger erscheinen. Wenn er etwas verordne, so frage er vorher immer erst seinen Freund, den Professor Bergmann." Dieser Patient hatte für das Miedikament 5 M. und außerdem für eine Einreibung 2 M. zu bezahlen. Nebenbei verschrieb der Angeklagte der an Bleichsucht leidenden Tochter des Zeugen ein«sicher" wirkendes Heilmittel, für welches er 2 M. einheimste. Auch einem an Magengeschwüren leidenden Tischler wollte der Angeklagte sein Medikament verkaufen. Dieser Patient wurde jedoch durch die ungeheuerlichen Versprechungen des«Herrn Doktor" stutzig und blieb vor Schaden bewahrt.— Das„Allheilmittel" des Angeklagten besteht nach Auskunft des chemischen Sach- verständigen aus nichts weiter als aus Kunsthonig, versetzt mit Fenchel und Anis und stellt einen Wert von 49 Pf. pro Pfund dar. Das Einrcibemittel ist ein Gemisch von Bilsenkrautöl und Salmiak- geist, das„sichere Mittel gegen Bleichsucht" ein ganz gewöhnliches Abführmittel. Daß diese„Medikamente" nicht im stände sind, die von dem Angeklagten versprochenen Heilungen zu bewirken, wurde von dem medizinischen Sachverständigen Kreisarzt Dr. Schulz bekundet.— Der Staatsanwalt hob die Gemeingefährlichkeit dieser Art von Kurpfuscherei hervor, beantragte aber doch nur drei Monate Gefängnis. Ter Gerichtshof erkannte nach diesem Antrage und rechnete dem Angeklagten auch noch 3 Wochen der Untersuchungshaft an. In dem großen Butterprozeß wurde gestern das Urteil gefällt, welches folgendermaßen lautete: Butterhändler Johann Wiencczek3 Monate Gefängnis und 399 M. Geldstrafe: Butterhändlcr Jakob Dubinsky 2 Monate Gefängnis und 199 M. Geldstrafe; dessen Ehefrau, Marie Dubinsky, freigesprochen; Butterhändler Johann Dubinsky 299 M. Geldstrafe; dessen Ehefrau, Anna Dubinsky, frei- gesprochen; Butterhändlcr Theodor Dubinsky 1 Monat Gefängnis und 299 M. Geldstrafe; Kaufmann Hermann Buttgereit 2 Wochen Gefängnis und 299 M. Geldstrafe; dessen Bruder, Richard Buttgereit, freigesprochen; Kaufmann Eugen B u l i u s 199 M.; Kaufmann Siegfr. Kroch 599 M.; Kaufmann Wilhelm Stolp 2 Wochen Gefängnis und 199 M. Geldstrafe; Kaufmann Friede. Wessalcck 2 Wochen Gefängnis und 199 M. Geldstrafe; Kaufmann Theod. Katz 1999 M. Geldstrafe; Kaufmann Otto Krause 199 M. Geldstrafe; Kaufmann Ludw. Partenheimer 199 M. Geldstrafe; Händlerin Johanne Lejuge 399 M. Geldstrafe; Kutscher Ernst Mogel 199 M. Geldstrafe; Butterhändler Paul Landmann 299 M. Geldstrafe; dessen Ehefrau, Gertrud L a n d m a n n, 59 M. Geldstrafe; Butterhändler Karl S y ch t a 59 M. Geldstrafe: Butterhändler Theod. Drabsch 1 Monat Ge- fängnis und 399 M. Geldstrafe; dessen Ehefrau, Doris Drabsch, b9M. Geldstrafe; Bäcker Oskar Dräger freigesprochen: Händlerin Ida Träger 299 M. Geldstrafe; Butterhändler Hermann May 2 Wochen Gefängnis und 199 M. Geldstrafe; dessen Ehefrau, Emma May. 59 M. Geldstrafe; Butierhändler Johann F o r y t a 199 M. Geldstrafe; dessen Ehefrau, Marie Foryta, 59 M. Geldstrafe; Butterhändlcr Paul Schulze 159 M. Geldstrafe. Es wurde außerdem auf Bekanntmachung in der«Markhallen- Zeitung" erkannt, diese Matzregel soll aber auf die Angeklagten Bulius, Kroch, Katz, Krause und Partenheimer keine Anwendung finden. Ein Bitriol-Attentat, daZ auf zu reichlichen Alkoholgenuß zurück- zuführen ist. führte gestern den Werkmeister Georg Grohmann unter der Anklage der schweren Körperverletzung vor die vierte Strafkammer des Landgerichts II. Am 19. März kehrte der Stein- setzer Fritz Hönccke mit seiner jetzigen Frau von einem Spazier- gange heim. Das Paar blieb vor dem Hause Gothenstraße 49 in Schönebcrg kurze Zeit stehen und wurde von dem angetrunkenen Angeklagten, der vorbeikam, durch eine unpassende Redensart be- lästigt. Als sich Hönecke dies verbat, stellte der An- geklagte eine größere Flasche, die er in der Hand trug, auf den Erdboden und drang auf H. ein. indern er ihm einen Faust- schlag in das Gesicht versetzte. Es kam zu einem kurzen Hand- geinenge, in dessen Verlauf der Angeklagte plötzlich nach der Flasche griff und sie entkorkte. Mit den Worten:„Na, ich wollte es eigent- lich zu etivas andrem gebrauchen, aber Du kannst ja auch etwas abkriegen," goß alsdann der Angeklagte dem Gegner einen Teil des Inhalts— raucheirde Salpetersäure— in das Gesicht. Der furchtbar Verbrannte hatte noch die Geistesgegenwart gehabt. die Hand vor die Augen zu halten, so daß ihm wenigstens das Augenlicht erhalten geblieben ist. Der An- geklagte, ein bisher völlig unbescholtener Mann, ergriff nach Verübung dieser rohen That sofort die Flucht, wurde jedoch eingeholt und konnte nur mit Mühe der ihm zugedachten Lynchjustiz des Publikums entzogen werden. Der schwer Verletzte mußte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen; es gelang allerdings, ihm fein Augenlicht zu erhalten, er hat aber doch furchtbare Brandwunden er- litten, die eine dauernde Entstellung des Gesichts zur Folge hatten.— Vor der Strafkammer wollte der Angeklagte die Sache fo darstellen. als ob er sich in der Notwehr befunden habe, diese Behauptung er- wies sich jedoch als eine dreiste Ausrede. Staatsanwalt M u n d r h beantragte ein Jahr Gefängnis. Der Gerichtshof berück- sichtigte einerseits die bisherige Unbescholtenheit und die Angetrunken- heit des Angeklagten, andrerseits aber die unglaubliche Rohheit und die Gefährlichkeit der Tat und verurteilte den Angeklagten zu neun Monaten Gefängnis. Ein ScnsationSprozesi in Dresden. Vor der dritten Straf- kammer des Landgerichts Dresden nahm unter großem Andränge des Publikums gestern der Betrugs- und Wucherprozcß gegen die Inhaber der Firma W. Höffert, Hofphotograph, die Witwe Mila Höffert aus Burgk bei Bautzen und den in Berlin wohnenden, jetzt in Untersuchungshaft befindlichen Lieutenant der Landwehr, Elektrotechniker Paul Ludwig Höffert seinen Anfang. Tie Verhandlungen werden mehrere Tage in Anspruch nehmen und einen Einblick in die Damno- und Wuchergeschäfte, die seit Jahr und Tag in Dresden in üppigster Blüte stehen, geben. Schon am ersten Verhandlungstage kam es zu sensationellen Enthüllungen. Die Firma W. Höffert wurde im Jahre 1874 von dem 1991 ver- storbenen Hofrat W. Höffert gegründet. Die Firma genoß großes Ansehen, und sämtliche Filialen und Zweiggeschäfte in Berlin, Potsdam, München, Breslau, Köln a. Rh., Hannover, Magdeburg. Leipzig und später Kiel führten den Titel«Hofphotograph". Frau Höffert erklärte bei ihrer Vernehmung:«Mein Mann ist 1991 ge- starben; bis kurz vor seinem Tode lebte er 16 Jahre lang von mir getrennt in Breslau und an der Rwiera. Ungeheure Summen ver- schlangen seine üppige Lebensweise, seine zahlreichen„Verhältnisse" und seine noblen Passionen. Auf dem Sterbebette beichtete er mir, daß er eine Doppelehe geführt habe, daß er sich schon vor drei- zehn Jahren an der Riviera mit dem damals sechzehnjährigen Fräulein v. Härtung verheiratet habe, und daß auch Kinder aus diefer Ehe vorhanden seien. Das Schreckliche machte mich vor Er- beben starr. Nicht lange nach dem Tode meines Mannes kam seine andre Frau hinter dessen Geheimnis. Als sie von der Doppelehe erfuhr, erschoß sie sich." Als Hofrat Höffert starb, hinterließ er seiner Frau eine Schuldenlast von 399 999 M. Die Frau scheute sich, den Konkurs anzumelden, sie kontrahierte neue Schulden, die sich bis zur Eröffnung des Konkurses am 27. April 1993 auf 499 999 M. beliefen. Die Inhaber waren Wucherern in die Hände gefallen; ein Teil der neuaufgenommencn Schulden wurde immer zur Bezahlung von Wucherzinsen verwendet. Die Zweiggeschäfte in den genannten acht deutschen Großstädten gingen immer mehr zurück, so daß beim Ausbruch des Konkurses die Passiven sich auf 1 259 999 M.. die Aktiven nur auf 199 999 M. beliefen. Di- Gläubiger erhalten voraussichtlich nur eine Konkursdwidende von 4 bis 5 Proz. Ludwig Höffert und seiner Mutter werden nun 17 Betrügereien zur Last gelegt, die in die Zeit vom Tode des Hof- rats Höffert 1991 bis zum Ausbruch des Konkurses April 1994 fallen. Es sollen im ganzen 18 Personen um 231 149 M. geschädigt worden fein. Als es mit der Firma 19� rapide abtvartä ging, erließen beide Inhaber in den Zeitungen folgende Annonce: «Ein solides, gut rentierendes Geschäflshaus sucht einen stillen Teil- Haber mit Kapital." Es meldeten sich zahlreiche Personen, die, als fte horten, daß es sich um das Haus Höffert handelte, ohne Bedenken Summen von bedeutender Höhe hergaben. In Aussicht gestellte hohe Zinsen und Damnen thaten das übrige. Zu denjenigen, die sich um die„stille Teilhaberschaft" belvarben, gehörte auch ein evangelischer Geistlicher, der Pfarrer in Aucrswald bei Chemnitz, Pfarrer v. F e i l i tz s ch, der mit 25 OVO M. stiller Teilhaber wurde. Laut vorgelesener Hypothekenurkunde erhielt der Pastor zehn Prozent jährliche Zinsen sowie für Hergabe des Geldes ein Damno von 3 Proz. von der ganzen Darlehnssumme. Der Pfarrer erhielt eine wertlose erste Hypothek auf Koswiger Areal. das nach einer Scheintaxe 337 000 Mark, in Wirklichkeit aber nur S0 000 Mark wert, und schon mit 160 000 Mark vorbelastet war. Der Pastor hat von seinem Gelde keinen Pfennig zurück- erhalten. Unter den übrigen„stillen Teilhabern" befinden sich Kauf- leute, Bankiers. Tierärzte, praktische Aerzte. alleinstehende und ver- wltwete Private aus Berlin, Breslau, Magdeburg. Leipzig. Chemnitz Zwickau, Plauen i. V. und andern Städten. Eine Biermillionen-Fälschung. Dieser Tage fand in Galatz l Rumänien) ein Civilprozeß seinen vorläufigen Abschluß, der weit- hin das größte Aufsehen erregte: einerseits wegen eines gewissen politischen Beigeschmacks, dann aber auch, weil in ihm Schrift- sachverständige aus aller Herren Länder thätig waren. ES handelte sich um folgendes: Der„Akadcmia Romana" in Bukarest. einer staatlich subventionierten Anstalt, waren durch Vermächtnis eines gewissen Anastassius, der Großgrundbesitzer und früher höherer Beamter gewesen. 4MillionenFrank zugefallen. Als sie sich eben anschickte, auf Grund des ordnungsmäßigen und unbestrittenen Testaments die Erbschaft anzutreten, lief bei der Behörde ein zweites Testament ein. In diesem waren die Brüder des Verstorbenen zu Universalerben eingesetzt. Anscheinend— ganz wie das erste— von der Hand des Erblassers geschrieben, benannte es einen Rechts- anwalt zum Vollstrecker, dessen Name gänzlich unbekannt und der auch nicht aufMfinden war. Tie Brüder, als nunmehrige Erben, griffen alsbald die Gültigkeit des ersten Testaments an. Ihr Mandat über- trugen sie einem sehr bekannten Bukarester Rechtsanwalt, der einst rumänischer Minister gewesen war. Tie Akademia ihrerseits bestritt die Echtheit des zweiten Testaments, zunächst gestützt auf die eid- lichen Aussagen des Tcstamentvollstreckers. eines bekannten Galatzer Advokaten. Außerdem berief sie sich aus die Gutachten dreier rumänischer Schriftcxperten, die übereinstimmend das zweite Testament als eine geschickte Fälschung erklärten. Daraufhin ließ die Gegenpartei einen Pariser Sachverständigen laden, einen Herrn Gobert, der auch im Drcyfuß-Prozetz thätig gewesen war. Dieser Herr, der für sein Gutachten ein Honorar von 10 000 Frank erhielt, widersprach dem Gutachten der rumänischen Sachverständigen in allen Punkten. So sah sich denn die Akademia veranlaßt, sich nach weiteren Experten von Ruf umzusehen. Sie ließ auf diplomatischem Wege den Schriftsachverständigen Obersekretär D r o g o l i n und den bekannten Graphologen Langenbruch, beide aus Berlin, ferner den Paläographen Dr. G o t t l i e b aus Wien gerichtlich vorladen. Diese neuen Experten stellten übereinstimmend und un- abhängig voneinander die Unechtheit des zweiten Testaments und die Echtheit des ersteren fest. Es traten also 6 Sachverständig« für die Unechtheit, einer für die Echtheit des zweiten Testaments ein. In der alsdann stattgefundcnen Verhandlung— für die übrigens der Grapholog Langenbruch einen eigenartigen und allgemeines Interesse erregenden elektrischen Untersuchungs- und Demonstrations- apparat konstruiert hatte—. erging das richterliche Urteil dahin, daß das erste Testament zu Recht bestehe und die Brüder mit ihrer Klage kostenpflichtig abzuweisen seieck.— Kenner der Verhältnisse erblicken in diesem Prozeß mehF als einen einfachen Civilprozeß. Sie sehen darin das Geplänkel zweier politischen Parteien, von der die eine, der die Brüder des Erblassers angehören, behauptet, die hinterlassencn Millionen seien eigentlich nur Staatsgelder, die der Verstorbene in seiner Eigenschaft als Staatsbeamter„verdient" habe. Versammlungen. Wie können die Arbeitsverhältnisse der Bauarbeiter gebessert werden? Zur Erörterung dieser Frage hatte die Ortsverwaltung des Verbandes der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter zum 7. Juli eine Baudeputicrten-Vcrsammlung nach dem Gcwcrkschafts- hause einberufen. Nach Erörterung mancherlei Mißstände auf den Bauten wurde von K r i b o w festgestellt, daß die Konjunktur dieses Jahr eine außerordentlich günstige ist. Die Ortsverwaltung erwartet eine Fortdauer der flotten Bauthätigkcit auch für das nächste Jahr und rechnet damit, daß dann nicht eine einfache Verlängerung des Vertrages mit den Unternehmern, sondern die Durchführung neuer Forderungen versucht werde. Der Vertrag läuft bis zum ersten Mai. Um dann gerüstet zu sein, soll das Baudeputicrtcnsystem wieder ausgebaut werden. Schon heute sei damit zu beginnen. Das Interesse an der Organisation müsse mehr belebt werden. Auch dem öfter noch vorkommenden Arbeiten zu geringeren als Tarifsätzen sei durch ein gut fnnktioniercndes Baudeputiertcn-Systein entgegenzuwirken.— K. Hcidemann hob im Laufe der sehr lebhaften Debatte hervor, daß beim Ablaufen des Vertrages wahr- scheinlich die Zeit gekommen sein werde, eine Lohnerhöhung zn fordern. Einige Redner bedauerten, daß nicht schon dieses Jahr eine derartige Forderung gestellt sei. Darin stimmten aber alle überein, daß jetzt einer Verbesserung der Verhältnisse vorgearbeitet werden und das System der Baudeputicrten schleunigst gefördert werden müsse. Die Versammlung stimmte dem zu und beschloß außerdem, daß alle vier Wochen eine Baudeputierten- Versammlung abzuhalten sei._ Der Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer hielt am 6. Juli bei Wille in der Brunnenstraße eine Baudeputicrten» Ver- sammlung ab, welche mäßig besucht war. Metzle hielte eine Ansprache an die Versammlung und forderte die An- wesenden auf, die Verhältnisse auf ihren Arbeitsstellen in schildern. Es fand dann auch eine rege Aussprache statt und wurden ziemlich krasse Mißstände zu Tage ge- fördert. Im allgemeinen waren sich sämtliche Redner dahin einig, daß die Kollcgenfchast sich nicht immer auf den Baudcpntierten ver- lassen darf, sondern daß ein jeder sein Schuldigkeit thun muß. Wenn dies geschieht, werden die Zustände bald bessere werden. Des weiteren wurde kundgegeben, daß in Berlin schwarze Listen im Umlauf wären und schon streikende Maurer aus' andren Orten Feierabend bekommen hätten. Der Vorsitzende forderte die Anwesenden auf, sich dies nicht gefallen zu lassen, sich vielmehr mit den streikenden Brüdern solidarisch zu erklären. Die in der Blumen-, Blätter-, Palmen- und Putzfeder-Fabrikation beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen hatten am Mittwoch, den 6. Juli, eine Mitgliederversammlung in den Arminhallen, Kom- mandantenstraße 20. in welcher Kollege Paul Jrrgang einen Vor- trag über„Aerzte und Krankenkassen" hielt. In treffenden Worten kritisierte der Redner das Vorgehen der Aerzte gegen die Krankenkassen. In der Diskussion äußerten sich Frau Ihrer und mehrere Kolleginnen im Sinne des Referenten. Nur eine endliche Centralisierung der Krankenkassen wird die wirkliche Krankenfürsorge ermöglichen. Alsdann wurden die Kollegen Palme und Pöttrich als Delegierte zur Berliner Gewerkschasts- kommission gewählt. Ter Lagerhalterverband(Bezirk Berlin) hielt am «. Juli im Gewerkschaftshause eine Generalversammlung ab. Zu- nächst wurde zur Bildung von Schiedsgerichten Stellung genommen. Der erste Genossenschaftstag des Centralverbandes deutscher Konsum- vereine hat dem Abschluß eines Schiedsgerichts-Vertriges mit den organisierten Lagerhaltern zugestimmt. Danach sollen Schiedsgerichte Ii gebildet werden, welche Streitigkeiten zwischen Genossenschafts- Verwertungen und Lagerhaltern bezw. Lagerhalterinnen schlichten und eventuell einen Schiedsspruch zu fällen haben. Unter anderm erwähnt der Vertrag Differenzen über Gehaltsfragen, Mankos, Entschädigungen jeder Art, Arbeitszeit, Ferien. Einstellung oder Entlassung von Arbeitskräften usw.— Die Versammlung wählte zu Schiedsgerichts-Beisitzern K ü t e r(Konsumverein von Berlin und Umgegend) und Scholz(Spar- und Produktivgenossenschaft Rixdorf-Berlin), sowie als Stellvertreter Mietzner(Konsum- verein Adlershof und Umgegend) und Liesegang(Berliner Konsumverein).— Ten Geschäftsbericht für das verflossene Jahr gab Lamme. Danach hat sich in diesem Geschäftsjahr die Orts- Verwaltung vorwiegend mit der Schlichtung von Streitigkeiten und Differenzen zwischen einzelnen Gcnosscnschaftsverwaltungen und ihren Lagerhaltern beschäftigen müssen. Noch nicht erledigt sind Differenzen itr der Spar- und Produktivgcnossenschaft Rixdorf- Berlin betreffend die Zahlung der Versicherungsbeiträge. 4'/- Jahre sind sie voll von der Genossenschaft gezahlt worden. Als in der Rechtspraxis die Vcrsicherungs Pflicht der Lagerhalter verneint wurde, gingen die Lagerhalter die Sclbstvcrsicherung ein und er- klärten sich auf Verlangen der Verwaltung des genannten Vereins damit einverstanden, ihrerseits zwei Drittel der Beiträge zu zahlen. Nun trat aber am 1. Oktober 1003 bezw. am 1. Januar 1904 die gesetzliche Vcrsicherungspflicht für die Lagerhalter in Kraft. Mit Rücksicht hierauf verlangten die Lagerhalter von diesen Zeitpunkten an wieder das volle Eintreten der Genossenschaft für den ganzen Versicherungsbeitrag. Die Genossenschaft aber bcharrte dabei, daß auch jetzt die LagerWltcr noch die zwei Drittel zahlen sollten. Es kam zu einer Verhandlung. Dann zog jedoch die Genosscnschafts- Verwaltung den Lagerhaltern die gesetzlich auf diese entfallenden zwei Drittel der Beiträge vom Gehalt ab, und zwar für die Zeit zurück bis zum 1. Oktober(Berlin) beziehungsweise zurück bis zum 1. Januar(Vororte). Das machte pro Person 29 bis 32 M. — Ein Kassenbericht konnte noch nicht gegeben werden.— In der folgenden Debatte kamen verschiedene Redner auf die Angelegenheit der Genossenschaft Berlin-Rihdorf zurück, die sie allgemein miß- billigten. Es wurde festgestellt, daß in Berlin und seiner näheren Umgebung alle andern Konsumvereine die Versicherungsbeiträge auch der Lagerhalter ganz tragen.(Bezüglich der andern An- gestellten geschieht es au chin Berlin-Rixdorf.)— Voigt erstattete den Bericht über die Thätigkeit der Berliner Gewerkschafts- kommission.— Die Neuwahlen ergaben: Lamme als Vor- sitzenden. Liesegang als Schriftführer und Beek als Kassierer. Zu Revisoren wurden Danziger, Friedrich und Matthias gewählt. In die Gewcrkschaftskommission delegierte man wieder Voigt.— Die Versammlung erklärte sich damit einverstanden, daß die Ortsvcrwaltung den streikenden Bergoldcrn 30 und den streikenden Rammern 20 M. bewilligt hat. Darauf erledigte man noch eine Reihe interner Vereinsangclegenhkiten. Tie Filiale Berlin des Verbandes der städtischen Arbeiter hielt am 6. Juli ihre Versammlung in den Arminhallen ab. Zum 6. Punkt der Tagesordnung hielt Genosse Stroebel einen Vor- trag über:„Unsre Kolonien", welcher reichen Beifall fand. Als- dann referierte Kollege Dittmer über:„Die Maßregelungen in den Gasanstalten". Der Redner schilderte die beiden Maßrcgc- lungen in der Anstalt Müllerstraße und Danzigerstrahe. Er forderte die Kollegen zum energischen Widerstände gegen die Bestrebungen, den städtischen Arbeitern das Koalitionsrecht illusorisch zu machen, auf. Nach lebhafter Diskussion, in welcher noch verschiedene Miß- stände in den städtischen Betrieben vorgebracht wurden, gelangte folgende Resolution einstimmig zur Annahme:„Die in den Armin- hallen zahlreich versammelten städtischen Arbeiter Berlins nehmen von den neuen, jeder Berechtigung entbehrenden Maßnahmen der Dirigenten der Anstalten III und IV Kenntnis. Trotz der wieder- holten Versprechungen und Erklärungen der städtischen Kollegien und der Gasdirektion, Arbeiter nur nach dem Dienstalter zu entlassen. hat man auf der Anstalt III den Vorsitzenden der Gasarbeiter außer der Reihe entlassen. Auch die Maßregelung des Kollegen Hottas, der in seiner Eigenschaft als Ausschuhmitglied die Wünsche seiner Kollegen den Dirigenten unterbreitete, entspricht nicht den Ver- sicherungen, das Koalitionsrecht anerkennen zu wollen. Die städtischen Arbeiter erblicken vielmehr darin eine beabsichtigte Tendenz der unteren Vorgesetzten, Arbeiter, die einen Posten in der gcwerk- schaftlichcn Organisation bekleiden, aus den städtischen Betrieben zu entfernen, um dadurch die übrigen organisierten Arbeiter einzu- schüchtern und ihnen die Wahrung der Koalitionsfreiheit zu er- schweren.— Tie Versammelten protestieren gegen eine solche Be- Handlung und erwarten von den sofort anzugehenden höheren Instanzen eine Korrektur der hier beliebten Praxis der Entlassung." Vermilektes. Attentat auf einen Gcldbricfträger. Aus Schlettstadt, 9. Juli, wird telegraphiert: Heute früh wurde hier der Gcldbrief- träger Ehret in einem möblierten Zimmer von einem Manne, der das Zimmer erst tagS vorher unter dein Namen Anton Richard ge- mietet haste, und dem er einen kleinen Geldbetrag überbrachte, über- fallen und erstochen. Der Mörder ist entkommen. Ein späteres Telegramm aus Schlettstadt meldet, daß der Mörder des Geldbriefträgcrs Ehret noch heute vormittag verhaftet worden ist. Er ist ein sechzehnjähriger Mensch Namens Emil Böhn, aus Sstaßburg gebürtig, der in letzter Zeit als Bildhauer in Colmar thätig war. Böhn, dem bei der Verhaftung ein geladener Revolver abgenommen wurde, hat die That eingestanden. Bo» der Cholera. Die Hafenverwaltung in Baku beschloß wegen der Choleragefahr die hier einlausenden Schiffe einer ärztlichen Kon- trolle zu unterwerfen. Die Stadtverwaltung eröffnete einen un- beschränkten Kredit für Sanitätszwecke. Ei» jugendlicher Sittlichkcitsvcrbrccher. Die Strafkammer in Nürnberg verurteilte eine» Volksschüler wegen Sittlichkeitsverbrechcns an einem fünfjährigen Mädchen zu 6 Monaten Gefängnis. Der Knabe wurde sofort verhaftet. Ein Nevolverattentat verübte gestern der Arbeiter Buchhagen in Hannover. Er hatte sich wegen Beleidigung vor Gericht zu ver- antworten und lvar zu drei Tagen Gefängnis verurteilt worden. Nach dem Urteilsspruch überfiel er die von ihm beleidigte Frau und feuerte auf dieselbe mehrere Revolverschüsse ab, ohne aber zu treffen. Die Polizei verhaftete Buchhagen, der sich in seiner Wohnung ver- barrikadiert hatte. Im Gefängnis hat er sich heute Nacht erhängt. Vom Untergang des Dampfers„Norge". Einem Mitarbeiter der .Stettiner Abendpost" gab ein Offizier des in Slvincmünde ein- gelaufenen Petroleumdampfers„Energie", welch letzterer mit einem Teil der Geretteten des Auswandererschiffes„Norge" hier einstaf, eine ausführliche Schilderung des Rettungswerkes. Die„Energie" befand sich am 3. Juli nachnnttags 6 Uhr 13 Meilen nördlich von St. Kilda.„Wir sichteten," so heißt es in dem Bericht,„von hier aus ungefähr fünf Meilen entfemt vom Schiffsbord ein Boot unter Segel mit darüber gehißter Flagge. Da das Boot nicht den Eindruck eines Fischerbootes machte, hielte» wir darauf zu. Es war ein Rettungsboot mit Schiffbrüchigen des am 23. Juni am Rockallfelsen gescheiterten Dampfers „Norge". Im Boote befanden sich Kapitän Gundel, der 4. Maschinist des Dampfers, 7 Mann der Besatzung und 61 Passagiere, darunter 26 Kinder im Alter von einem halben bis 9 Jahren. Da zur Zeit der jtatastrophe. die meisten Passagiere noch schliefen und das Schiff sehr schirell sank, hatten fast alle nur das nackte Leben gerettet. Traurig war der Anblick, den wir beim Anlegen deS Bootes empfingen. Dicht aneinander gedrängt und nur mit den allernoiwendigsten Kleidungsstücken versehen, saßen und lagen auf und unter den Bänken Männer und Frauen, zwischen ihren Füßen die vielen kleinen Kinder. Am Ruder war Kapitän Gundel barfuß und barhaupt in Hemdsärmeln. So hatten die Aermstcn S'/i Tage im Boote auSgehalten. Nur wenige waren im stände hermitte'ljt der Leiter an Bord zu gelangen, fast alle mußten hinauf-, getragen werden. Sämtliche waren krank, ihre Gliedmaßen stark aeschwolleu, besonders die Frauen und Kinder hatten sich durch- gesessen und Wunden erhalten. Ein Knabe von 8y2 Jahren lvar am Tage vor der Rettung den Strapazen erlegen und] mußte in den Ocean versenkt werden. Uiuvrtter in Amerika. Die mittleren, westlichen und südlichen Staaten der Vereinigten Staaten werden, wie wir gestern schon kurz mitteilten, von furchtbaren Stürmen heimgesucht. Tausende tjon Morgen gro�e Gehöre in Kansas, Nebraska und Okka- hoina sind überschwemmt und die Ernten vernichtet. Der Eisen- bahnverkehr in Kansas ist vollständig gelähmt. Die Straßen vieler Städte sind in reißende Ströme verwandelt und die Bewohner sind genötigt, ihre Zuflucht in den oberen Etagen zu nehmen. An vielen Orten schlug der Blitz ein und verursachte Brande. Eine Wasserhose ist über Clifton in Oklahoma niedergegangen, wodurch sechs Personen ertranken und großer Schaden an Eigentum verursacht wurde. Ter Vürgcrnieistcr von Kansas City telegraphierte nach Washington, um 10 000 durch das Wüten der Elemente obdachlos Gewordene unterstützen und ernähren zu können. Tic Zahl aller Schisse der Welt beträgt, wie dem soeben er- schienencn„Lloyds Register" zu entnehmen ist, 29 943 Dampfer und Segelschiffe mit einem Gesamttonnengchalt von 33 643 131 Tons. Davon gehören allein 11 134 Schiffe den Briten: sie halten 16 006 374 Tons, also fast die Hälfte des Gesamttonnengchalts der ganzen Welt. Interessant ist die Schilderung verschiedener Lebensmitteldepots, die auf Inseln im Ocean zum Gebrauch schiffbrüchiger Seeleute angelegt worden sind. Im Indischen Ocean befindet sich auf der Amsterdam- Insel ein solches Depot in einer großen Höhle an einem Hügel- abhang. Sie enthält 1350 Pfund Biskuits, 10 wollene Hemden, 10 Paar baumwollene Unterhosen und eine verlötete Metallbüchse, die vier Pakete Streichhölzer enthält. Alißerdem findet man einen Kochtopf, trockenes Holz und Hängematten. Auf St. Pauli und den KergueleninsclN liegen in einer Hütte aus unbehauenen Steinen und in einer Höhle ebenso viele Vorräte in Tonnen mit eisernen Reifen. die mit Teer und Sand bedeckt sind. Aehnliche Depots gicbt es noch eine ganze Reihe. Kohlenstationen zählt man in allen Meeren 337, davon 113 in europäischen Mittclmcerhäfen. Der Indische Oceay und die chinesischen Meere haben die wenigsten Kohlen- stationen, nur 41. Die Abrechnung deS Hilfskomitees für die Opfer von Kifchinew ist erschienen. Es liefen insgesamt ans 728 Ortschaften 1010343 Rubel ein. Davon wurden 978120 Rubel gleich 2 102 957 Mark unmittelbar zu Unterstützungszwecken verwendet. 100 000 Rubel erforderte allein die Unterstützung der Witwen und Waisen der Ennordeten, 690 000 Rubel die Unterstützung der infolge der Plünderungen und der Gcschäftsstockung in Not geratenen Familien. Von den verschiedenen Versuchen einer dauernden Ver- besserung der Lebensbedingungen der Kischinewcr Juden ist der interessanteste die Gründung eines jüdischen Dorfes in P a l ä st i n a. zu dein nur unmittelbar von den Kralvallen be- troffene jüdische Familien, fünfzig an der Zahl, als Ansiedler zu« gelassen werden. Die Kosten des Unternehmens trägt die JewiSh Colonisation Association in London. BHeffuften der Kedaktton. R. 31.„Reichsadler" uns nicht bekannt.„Adler": Markgrafen- strahc 43/44.— TS. Dch. ISV1. Sie haben beide recht, indem Sie die eigentlichen Gardeparaden und die gelegentlichen Manöverparaden nicht auSeinanderhallen.— E. B. 4». 1. Später im juristischen Teil. 2. Ist voir den Verhältnissen des betreffenden Faches am jeweiligen Orte und auch von der Kausgclcgenhcit abhängig.— G. S. 8. 1. Verein gegen Verarmung, Deutscher Dom,.Gcndarmenmarrt. 2. Frauenverein, Vorsitzende: Frau Ida Salomonsohn, Charlottcnburg, Hardcnbcrgsw. 18. 3. Bürger-Rettungsinstiwt. 4. Friedrich WiihelmS-Anstalt für Arbeitsame. 5. Bicdersee-Stistung. 3, 4 und 5 im Rathause.— C. T.»6. Un» unklar, zu welch em Zwccke und welchen pp. Fischers Adresse erwünscht ist.— L. F. 10«. Singvögel.— Büttner(Rixdors). Fragen Sie an bei O. Grosse, Langestr. 11.— A. Schöneberg 8. 422 738.— R. G. 138. 1. Nur eine Seite. 2. Bei uns aus absehbare Zeit keine Vakanz.— Monte Christo. 1. Gebunden 5,80 M. 2. Gebunden 4,60 M. 3. Ja. Unwissend. Weder die Rettungsgescllschast noch die Charitö spenden umsonst Hilse I die Rettungswachen sind eingerichtet, damit bei Unsüllen IC. stets Hilse zur Hand sei. Die Charits ist Schumannstr. 20. Juriktilcster Cell. Die Inrlftischc Sprechstmide findet täglich mitSlnsnahme d«S Sonnadend» von?>/, bis 0'/,»Ihr ab-ndS statt. Gcöffiict: 7 Uhr. M. W. Wird kein Testament gemacht, so sällt Ihnen ein Viertel, Ihren Sticslindern drei Viertel des Nachlasses zu. Das„gemeinsam Erworbene" gehört, salls kein Ehevcrtrag vorliegt, zum Nachlaß.— 00 Jahre. Solches Testament wäre ungültig, weil das Testament des Ehemannes nicht datiert, das der Ehcsrau nicht unter schrieben ist: eine Neben schrist ist keine Unter schrist. Sie sinden eine Anweisung in dem ticm_„Arbeitcrrecht" beigesügtcn Führer S. 238 Nr. 55. Das Buch liegt in den össenilichcn Lese« Halle» aus. Eine Ausbewahrung zu Hause genügt, Beglaubigung ist keines- wcgs ersorderlich.— K. St. 110. Wenn Sie Ouittungskartcn verloren haben, so müssen Sie Ersatz durch andre beantragen.— Betrogen 41. Auch für diesen Fall hatte eine Klage leine Llusstcht aus Ersolg, ickeil der Beweis des Betrugs kaum zu sühren ist und weil es als Ihre Schuld an- gesehen wird, daß Sie das Grundbuch nicht eingesehen haben.— Streitende G. C. Die von Ihnen dargelegte Handlung kann als Unterschlagung, aber auch als Diebstahl erachtet werden.— X. Z). Das ist unmöglich. F. M. K. 03. Unbrauchbar auch zum Landsturm wegen Untauglich- feit Ihrer Hand zum Wassengebrauch.—*S. Sch. 48. Auch zum Landsturm wegen Hcrzsehlcrs unbrauchbar.— O. D., Landsbergerstrasie 07. Als Ersatzrescrvisl sind Sie zur Ableistung von 3 Ucbunacn verpflichtet, deren erste 10, zivcitc 6, dritte 4 Wochen dauert. Zur ersten Uebung werden die Ersatzrcscrvisten in der Regel innerhalb eines Jahres nach Ueberweisung zur Ersatzreserve eingezogen. Die solgenden Uebungen sallen in die nächsten 6 Jahre._ Bnefkaftcn der Expedition. Stcindrilcker. Brandenburg. Wissen wir nicht, da die Post- abonncnten nicht von uns, sondern vom Post-ZcitungSamt ihre Zeitung erhalten._ Marktpreise von Berlin am 8. Juli. Nach Ermittelungen de» kgl. Polizci-Präsidiums. Für 1 Doppcl-Ccntner: Weizen»»), gute Sorte 17,20-17.19 M., mittel 17,18-17.17 M.. geringe 17,16-17,15 M. Roggen"), gute Sorte 13,80—13,78 M., mittel 13,76—13,74 M., geringe 13,27— 13,70 M. Futtcrgcrste»), gute Sorte 14,50—13,40 M., mittel 13,30 bis 12,20 M., geringe 12,10— 11,00 M. Haser»), gute Sorte 15,80— 15,10 M., mittel 15,00—14,40 M., geringe 14,30—13,70 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 40,00—28,00 M. Speiscbohncn. weiße 50,00— 26,00 M. Linsen 60,00—25,00 M. Kartoffeln 8,00-6,00 M. Richtslroh 4,32-4,00 M. Heu 7,20-5,30 M. Für 1 Kilogramm: Butter 2,60—2,00 M. Eier Per Schock 3,60—2,20 M. ») Frei Wagen und ab Bahn.»») Ab Bahn. Wasserstand am 8. Juli. Elbe bei Aussig— 0,53 Meter, bei Dresden— 1,94 Meter, bei Magdeburg-ß 0,52 Meter.— 11 n st r u t bei Straußfurt+ 0,95 Meter.— Oder bei Ratibor-s- 0,74 Meter, bei Breslau Ober- Pegel-s- 4,56 Meter, bei Breslau Unter- Pegel— 1,56 Meter, bei Frankfurt-s- 0,52 Meter.— Weichsel bei Brahemünde-s- 2,14 Meter.— Warthe bei Posen-ff 0,08 Meter.— N e tz e bei Usch-ff 0,41 Meter. WitterungSüderstcht vom g. Juli 1S04. morgens 8 Uhr. Stationen Iwincmde. Berlin Franks.a.M. München Wien L S s£ 2- c 5 765 765 766 768 768 764 « ff £ 3 fä � »— WNW WSW WNW 9i SW weiter 4 wolkig 4'bedcckt 3heiter 3 wolkenl 2, heiter 3ivolkenl «öck c* 9,1] £ w 15 15 16 21 22 25 Stationen c 5 Haparanda Petersburg Cork Werdeen Pari» A| i t 750 SM 752W 767OSO 768ONO Setter Ibedeckt 2TOoltig Ibedeckt 2, wolkenl vi« c Ä 9 II W& 16 14 ~12 Wetter-Prognose für Sonntag, den 10. Jnli 1004. Trocken und vielsach heiter, um Mittag warm, sonst ziemlich frisch hei mäßigen westlichen Winden. Berliner Wette rbuv«»» soweit der Vorrat reicht Speiseteller vi», tief 1 5 pr., flach 1 0 Pf. Dessertteller weiss 7,™ndQold'24 pr. Kompotteller weiss 5,«ndGoM'15pf. Saucieren weiss 38, �ndGold 90 pt BratenschüsselnSUlssSO, rm.n-. Fruchtpressen 2 Grössen 80 pr. u. 90 pr. Spirituskocher 30 pc u. 48 pc Gazeschränke» Grössen 5.50 ws 7.50«k. Gazedeckel« Grössen 1 3 pr. bis 30 pr. Giesskannen Gläserteller dö. 55 pt ESSbeSteCkS mit vernickelten Heften Paar 42 Pt, Tischtuchklammern 3 pc, 7 pc Cakesdosen vernickelter BUgel 65 Pf. Sahnenschalen vernickelter Sllxel 85 PC Weissblech-Tabletts« Grössen 1 0 bis 30 pt Reisebürsten 55u.70pf. 2 GaS plätten mit Erhitzet Gaskocher 2Loch 6.50, mitw*rmer Petroleumkocher 4 Sorten 3.50 ws Messerputzmaschinen Reibemaschinen Fleischmühlen 3.25, Wirtschaftswagen S Grössen ZMWMlWN Brunnenstr. 17-18.— Veteranenstr. 1-2. 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Reserent und Vortrag wird in der Versammlung bekannt gemacht. SeÄrk friedriehsbevg. Montag, den 11. Juli, abends S'ft Uhr: Dezirks Uersammtung bei lutloebiiz«, Friedrich Aarlstr. 11. Tages-Ordnung: I. Vortrag deS Kollegen Leopold;.Ueber die neuen Bestimmungen der Statuten und das Streikreglement. 2. Verschiedenes. Kamttimaeher! Montag, den 11. Juli, abends Prüctse 8>/. Uhr: vraneliva- Versammlung der Kammmllchkr und aller in der Kelluloid-Haarschmuli!- brauche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen bei f. Kienitz, Große Franksurterstr. 133. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Bnpeawh. 2. Diskussion. 8. Werkstatt- Angelegenheiten. 4. Verschledenc». Der sehr wichtigen Tagesordnung wegen ist eS Ehrenpflicht«incS jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Dl« Koininlsslon. Stock' u. Celluloid--Mcitcr! Dienstag, den IS. Juli. abeudS 8'/, Uhr: Sitzung der WertzstM-KuMkmisjieu bei Barainz, Brückenstrasie 7. Zur Beaehtnngl Osten und Nordosten I Der Obmann sür Osten: Kollege ütulolt Rathsack wohnt Warschauer- trahe 14, Oueracbäude II: sür Nordosten: Kollege Wilhelm Book, Weidenweg 22, Settenstagel I. Mittwoch, den 13. Juli, abends 8 Uhr: Branchen-Versammlnng der Parkettleger im Gcwcrkschaftshause, Sngel-User 15, Saal 1. TageS-Ordnung: 1. Vortrag de« Kollegen Bohert Kendel über:.Tarisgemelnschaft'. Z. Verschiedenes.» Die Vertrauensleute werden ersucht, pünktlich um'Iß Uhr anwesend zu sein. 80/10 Bio lionemlsslon. er meiar Verwaltangsstelle Berlin. Bureau: Engel-Ufer 15, Zimmer 1—5. Fernsprecher: Amt IV, 3353. Dienstag, de« IS. Juli, abends 8'/, Uhr, im Restaurant deS Herrn Blehter, Grost-Lichterfelde. Chausserstr. 104: Mitglieder- Uersammluug für Steglitz und Umgegend. TageS-Ordnung: Alkohol und� feine Jolgen.' Referent: 1. Bortrag über, W. Blcthkc. 2. Diskussion. schtedeneS. 3. BerbandSangelcgenheiten und Ver- 117/15 IRolßvIIounv! Montag, den 11. Juli, abends S'l. Uhr. im GewertschaftshauS, Engel-Ufrr lö(Saal 111)» Vertrauensmänner-Versammtnng. DGf Jede Werkstatt hat einen Vertreter hierzu zu delegieren.-Mg! Donnerstag, den 14. Juli: 21/16 yei*eins-Vei'saiiimliin0. Der Borstand. Achtung I Montag, Achtung I im««». __ den II. Juli 1904, abend« S'/i Oeftentliehe Versammlung Uhr, im„Englisohen Garten", AlexaNderstr. 27 o(oberer Saal): Tages-Ordnung! 1. Die Lohn- und ArbeitSverbältnIise in der Hcrrentonsettion und welche Forderungen haben wir an dl« Untc Kollege Käming.— 2. Diskussion. Unternehmer z« stellen 1 Reserent s Die Kollegen ans der Hcrrenkonfektions-Branche, ganz gleich, ob sie in der Gngros- oder Masttonfcktio» thätig sind, sucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen werden er 163/3 Her Elnbernfer. Verband daran Holzbearbeitungs- Maschinen beschäftigten Arbeiter Barlins und limgegand. Am Montag, den 11. Juli, abend« S'/z Uhr. im„GcwerkschaftShnns", Engcl-llser 15(»roßer Saal): Geuerui-Nersammiung. Tages. Ordnung: 1. Vorstandsbericht. 2. Kassenbericht. 8. Bericht der Kommissionen. 4. Wahlen. 5. Berichterstattung über die Verhandlungen betrefs« Anschlusi an den Holzarbeiter-Verband. 6. Gewerkschaftliches. AM- In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung erwartet das Er- scheinen aller Kollegen 76/5 Der Vorstand. Verband der Sattler. Ortevcrwaltung Berlin. Donnerstag, den 14. Juli 1901, abends 6,/3 Uhr. in de« „Arminhalleu', Kommnndantenstr. 80(gr. Saal): Mitglieder-Uersammlung. TageS-Ordnung: 1. Bericht und Abrechnung vom 2. Ouartal 1304. 2. Vortrag über: „dapanlsebe Knltnr". Reserent Genosse Qfüf GCOTg Engelbert. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Zu dieser Isftfamnilimrj legitimiert das Mitgliedsbuch. Wir ersuchen die Mitglieder, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 157/5 Ble Ortsvcrnaltnns. Krankenkasse dergllimllcher- geselien in Keriin». no. s?) Dicnstäg. den 12. Juli er., abends 8stz Uhr, bei A. lems, Wcinstr. 11 kWerst-Verskimmiullg. TcraeÄi-Ordnuna: 1. Kasienbcricht. 2. Wahl des Ausschusses und der Krankenkontrolleure. 3. Verschiedenes. 2S60b Die Mitglieder sind hierdurch höflichst eingeladen. Der Vorstand. O. Tschoppe. Sterlie-Kajse ehem. Wug' scher Arbeiter. Heüelsche Kasse. am Donntag, de» 84. Juli 1904, vormittags 10 Uhr, in Wittes Saal (früher Nümann). Brunnenstr. 188. Tages-Ordnung: 1. Verlesung des Protokolls der Gcncral-Versaminlung vom 24. Ja- nuar 1304. 2. Kassenbericht des Ren« dantcn pro 1. Halbjahr 1304 und Bericht der Revisoren. 3. Bericht der am 24. Januar 1304 gewählten Stawtenänderungs-Kominission und cv. Beschlusisasiung über Abänderung des z 8. 4. Festsetzung der Pnbli- kationsorgane pro Jahr 1305. 5. Verschiedene Kassen-Angelegenheiten. Otto Winklcr, 2588B Vorsitzender. Mitgliedsbuch legitimiert. Ein« ansseroi'dcntliche General-Versammlung tler Escieselien Krati�n- tml Siertiekasse tlo. 60 findet Montag, den 3.1 Juli b. I., abends 8 Uhr, im Kassenlokal, Langestrasie 30, statt. TageS-Ordnung: Kasienschreiber-Wahl u. Verschiedenes. Hierzu ladet die geehrten Mitglieder ergcbcnst ein 2559b' Her Yorstaml. Freie Kranken- ll.Kkgriibms- Kasse der Schnhmacher und Berttfögenoiscu BcrlinS. (E. H. Nr. 27.) Montag, den 18. Juli, abends 8 Uhr, bei Feuerslein, Aite Jakobstr. 75: General-Versammlung. Tagesordnung: 1. Vierteljährlicher Kassenbericht. 2. Wahl eines ersten Kassierers. 3. Innere Kasscnangelcgcnhciten. Qusttungsbuch legitimiert. 2504b Der Vorstand. Samen, Serren, mm gemischten Chor erwünscht. Montag i» llhr abends im Roeenthalor Versinsliaus, Eingang Nosenihalerstr. 57, auch Gornianslr. 28 Verein„Sangestren". 5750L Raucher ►pecialifäh Anerkannlbesle Qualitäten 11110,20 u.30Pfg.-Packeten für kurze und lange Pfeifen zu haben in den(igarren-Specialgeschäfren. Siigios-j�ieclerlagen für(Cltcderverhäufer; Carl Boccker, Berlin 0„ Grüner Weg 112. H. Maitz, mann. Bertin 8., Lulscn-Uier 3. F. Anglist Schmidt, Berlin SO., Köpenfckerstr. 116. H. Jt F. Uder, Berlin SO., Hngel-Uler 5. A. Capelle, Cliaflouenburg. Kantgtr. III._ CeBtral-ferM ileiitsclier Maurer Zweigverein Berlin. Sektion der Gips-u. Cementdranche. Ausgebroch cncr Differenzen halber ersuchen wir unsre Mitglieder, den Bau Emdenerstr. 34,35. Bauherr Peters, Unternehmer Jensen, zu meiden. 144/14 Nähere Auskunft im Verbands- Bureau, Engel-Ujer 15. Zimmer 49. Fernsprecher: tzlmt 4, Nr. 1670. Achtung! Achtung! Verein der tithographen und Steindrucker. Die Differenzen bei der Firma Priester«. Eyck sind durch gegenseitiges Uebcrcinkominen zur vollen Zusriedenheit beider Teile beigelegt. Am Montag respektive Montagmittag wird die Arbeit einmütig wieder ausgenommen. Die Verwaltung der Filiale 1 Y.A.:l.«nee. 2587V Verband der AtöbelNOlierer. DM- Der Arbeitsnachweis sür Südost und Nixdorf befindet sich nur bciTzichncksch.Nannhnstr. 6.(Telephon- Amt IV Nr. 5729.) Bei Mohn, Heinrichsplatz, wird Arbeit sür Möbclpolierer nicht mehr vermittelt. Es ist Pflicht aller Kollegen, ihre Arbeitgeber aus obiges soiort aus merksam zu machen. 146/20* Bei» Vorstand. (gesetzlich JBL*2.». geschützt), wirkungskräftigstes Insektenpulver. Bestes Mittel zur Vertilgung von Schwaben, Eliegcn. Hotten Wannen, Amelsen usw. Nur echt in Original-Blechdosen undfapiorbeuteln, die den Namen Perelt tragen. Fritz Kratz, Drogen Berlin H, 39, Reinickendorferstr.70, Ecke der Fennstraase. Pernsproohor! Amt II, 2631. Landhaus, zwei Wohnungen, je drei Stuben imd Küche, sür 14 000, bei kleiner Anzahlung vcrkäuslich. 2421h Bnccne, Fichtenau (Station Rahnsdorf) Haupt-Straffe Nr. 88. Ml Deutsche Bierbrauerei AktieiuQesellschaft (Absatz im letzten Qeschäftsjabre ca. 190000 Hektoliter) empfiehlt ihre aus bestem Mals und Hopfen hergestellten Blere Fässern und Flaschen. m Adresse für Fassbier: Alt Boablt 00. Telephon: Amt H, 1815 n. 1616. Adresse für Piaschenbier; Kalaorin Angnsta- Allee 15/16. Telephon: Amt H, 3066. ffVVVUMMMMMVW'W Berantw. Redakteur: Paul Biittner. Berlin. Für den Jnseratenteil verantw.:Th. Glocke, Berlin. Singl Sis gsuusntZi? Welches sind die Städte-Namen? Nobonstehende Buchstaben sind so umzustellen, dafs jede Zeile den Namen einer gröfsaren Stadt ergibt. Wenn Sie die richtige Lfiaung uns auf einer Postkarte angeben, werden wir Ihnen eine Helohimng- zusenden. Bs entstehen Ihnen keinerlei Unkosten. Gleichzeitig mit der Belohnung werden wir Ihnen eine Probe-Nummer unserer neuen und sehr unterhaltenden Zeitschrift übersenden. Eine Aalwort kostet Ihnen nichts. Verlag Kosmos o. m. b. n.. Berlin 160, StnUachrelberstr. 5. Druck u.Verlag. Borwärt» Buchdruckern u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlm SW. 67381,* Mach beendeter Raison Relchgestickte Sortieren passtej" Die uon.pu-tte Dekoration (bestehend aus 2 Flügeln und 1 Querbehang) M. in schwerer inso(Wert tü 16,00) ISO(Wert i 10,50) �Victoriaüieti.. g°°W Im Partie Woliportiaren 3 Meter lang, mit allerliebster Blumenkante per Shawl 8 Bark. Wach auswärt» per Wachnahme. 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Wissenschaftliche Wochenschrist. „Die Neue Zeit", Revue deS geistigen und öffentlichen Lebens. Stuttgart, Furthbachstr. 12. Täglich erscheinende Zeitungen. Mtcuburg.Mcnburger VoNszeltung' Kunstgaffe 12. Augsburg.Augsburger Volkszeitung' Maximilian� straffe L 31. Bant„Norddeutsches Volksblatt" Neue Wilhelmshavener- straffe 82. Bielefeld„VollSwacht" Schulftr. 20. Bochum„Volksblatt" Maarbrückerftr. 17. Brandenburg„Brandenburger Zeitung, Märkisches Vollsblatt" Kurstr. 73. Braunschweig.Braunschweiger Volkssrcunb" Kleine Burg 16. Bremen„Bremer Bürger-Zeitung" Hankcnstr. 21—22. Bremerhabcn„Norddeutsche Volksstimme" Am Hasen 49. Breslau.Vollswacht" Neue Graupenstr. 6. Cassel„Bolksblatt sur Hessen und Waldeck" Töpsennarkt 6. Chemnitz„Bolksstimme" Userstr. 14. Crefeld„Niedcrrheuiische VoltStribüne", Breltestr. 44. Dessau„VolkSblatt sür Anhalt" Ballenstedterstr. 6. Dortmund„Arbelter-Zeitung" Kielstr. S. Dresden.Sächsische Arbcitcr-Zeituna" Zwingerstr. 22. .Sächsischer VollSsrcund" Zwingerstr. 22. Düffeldorf„Volks-Zeitung" Benrathcrstr. 6. Elberfeld-Barmen„Freie Presse" Fricdrichstr. 37. Erfurt„Tribüne" Kleine Arche 1. Forst i. L..Märkische Volksstimmc" Franksurterstr. 11. Frankfurt a. M., Bolksstimme" Groffer Hirschgrabcn 17. Furth Zürcher Bürger-Zeitung" Moststr. 7. Gera„Reuffische Tribüne" Alte Schloffgasse 11. Görlitz.Görlitzer Bollszeitung" Teichstr. 6. Greiz„Reuffische Volkszcitung" Untere Silberstr. 2. Halle a.®..Volksblatt sür Halle" Gciststr. 21. Haniburg„Hamburger Echo" Fchlandstr. 11. Harburg„VolkSblatt" Groffer Schippsee 4, pari. Hannover„Volkswille" Burgstr. 9. Hof„Obersräntische VolkSzeitung" Karolinenstr. 89. Karlsruhe„Voltssreund" Louisenstr. 24. Kiel„Schleswig-Holsteinische VolkS-Zeitung" Bergstr. 11. Köln„Rheinische Zeitung" Ursulaplatz 6. Königsberg i.Pr.„KönigSbergerVolks-Zeilung" Knochen- straffe 32, pari. Leipzig„Leipziger Volkszeitung' Tauchaerstr. 19—21. .VolkSzeitung für das Muldenthal" Tauchaer- straffe 19—21. LudwigShasen„Psälzische Post" OggerSheimerstr. 27. Lübeck„Lübecker Bolksbote" Johannisstr. S0. Lüneburg„Lüneburacr Volksblatt" Schröderstr. 11. Magdeburg.Volksstimme" JakobSstr. 49. Redaktion: Münzstr. 3. Mainz„Mainzer VolkSzeitung"(„Hessische Volksstimme") Margarethengasse IS. r—» Mannheim„Volksstimmc" R 3, 14. Mülhausen i. E.„Freie Presse" Bäckerstr. 17. München„Plünchener Post" Wittelsbacherplatz 2. Nürnberg„Fränkische Tagespost" Luitpoldstr. 9. Offenbach„Lffenbachcr Abendblatt" Groffe Marktstr. 25. Rostock„Mecklenburgische Volkszeitung" Doberanerstr. 6. Saalfeld„Saalseider Voltsblatt" Rosmaringaffe 15. Solingen.Bergische Arbeiterstimme" Hohegasse 7. Stettin„Volks-Bote" Schillerstr. 10. Stratzbnrg i. E.„Freie Preffe sür Elsaß-Lothringen" Finkmattstadcn 2. Stuttgart„Schwäbische Tagwacht" Furthbachstr. 12. Zwickau i. S.„Sächsisches Volksblatt" Richardstr. 15. Wöchentlich dreimal erscheinende Blätter. Aachen„Aachener Volksblatt" Augustinerbach 12. Breslau„Schlesische Vollswacht" Neue Graupenstr. 5/6. „Posencr Volkszeitung" Neue Graupenstr. 5/6. „VolkSzeitung" sür die Kreise Landcshut, Bolkenhain, Jauer. Crcfeld„Niederrheinische Volkstribüne" Breitestr. 44. Gotha„VolkSblatt für die Herzogtümer Coburg und Gotha" Mohrenberg 7. Waldenburg„Wahrheit" Friedländerstr. 18. Wöchentlich zweimal erscheinende Blätter. Delmenhorst.Delmcnhorster Volksblatt" Schulftr. 8. Sangenbiela»„Der Proletarier auS dem Eulcngebirge" Ober-Langenbiclau, 2. Bezirk. Posen„Gazela Ludowa" Breitestr. 21. Saalfeld„Thüringer Volkssrcund"(Schwarzvurger Volks- sreund) Rosmaringasse 7. Wöchentlich einmal erscheinende Blätter. Cassel„Der Wegweiser" Hohenthorstr. 2. Dresden„Der arme Teufel" Falkenstr. 10. Gtetzen„Mitteldeutsche Sonntags-Zeitung" Kirchcnplatz 11. Köln„Rheinische Zeitung"(Wochenausgabe) Ursulaplatz 6. Stuttgart„Schwäbischer Volkssreund" Furthbachstr. 12. Aller 14 Tage erscheinend. Stuttgart„Die Gleichheit' Zeitschrist sür die Interessen der Arbeiterinnen, Furthbachstr. 12. Monatlich zwettnal erscheinend. Königsberg„Der Ostpreuffische Landbote" Knochenstr. 32. Monatlich einmal erscheinende Berlin„Die Fackel" Voltaitr. 45. Hanau.Der Bauernsreuno" Philipp Ludwigs-Anlage 9. Witzblätter(Erscheinen aller 14 Tage). Müllchen„Süddeutscher Postillon" Senefelderstr. 4 Stuttgart«Der wahre Jacob" Furthbachstr. 12. Illustrierte Nnterhalttrngsblätter. Berlin„In srcien Stunden" SW. 68, Lindenstr. 69. Er scheint in Wochenhesten. Hamburg„Die Neue Welt" Fehlandstr. 11. Erscheint wöchentlich einmal. Gelverkschastspresse DeuWlwds. Ell. Quartal 1904. Dreimal wöchentlich erscheinend. Leipzig„Correspondent sür Deutschlands Buchdrucker und Schristgieffer", Salomonstr. 8. Wöchentlich erscheinend. Mtenbnrg.Correspondent sür die Arbeiter und Ar« beiterinnen der Hut- und Filzwaren- Industrie", Wilhelmstr. 2, parterre. Berlin„Bildhauer-Zeitung", Solmsstr. 33. „Corrcspondenzblatt der Generalkommission der Gewerk- schasten Deutschlands", Engcl-Uscr 15. „Die Einigkeit", Organ der Vertrauensmänner-Centrali- sationen Deutschlands, W. 30, Goltzstr. 43, Hl. „Allg. Fahr-Zcitung", Schützenstr. 58. „Der Gastwittsgehilse". Dirckscnstr. 39 I. „?llla. deutsche Gärwer-Zciwng-, is. 37, Metzerstr. 3. „Fachzeitung sür Schneider", Köpnickerstr. 32. „Der Töpfer", Engel-User 15. Bochum„Deutsche Berg- und Hüttmarbeiter-Zeitlmg", Johanniterstr. 12. Bremen„Deutsche Böttcher-Zeitung", Hankcnstr. 21/22. Charlottenburg„Die Ameise", Organ des Porzellan- arbeiler-VerbandeS, Rostnenstr. 3. Chemnitz«Der Textilarbeiter", Userstr. 14. Gotha„Schuhmacher-Fachblatt", Mohrenberg 7. Hamburg„Deutsche Bäcker-Zeitung", Organ des Bäcker- Verbandes. Hamburg 23, Maxstr. 27. „Der Bauhilfsarbeiter", Bremerreihe 15, Part. «Der Grundstein",(sür Maurer), St. Georg, Brenner- straffe 11, I. „Holzarbeiter-Zeitung", Hamburg 19, Frucht-Allee 79/81. „Schmiede-Zeilung", Uhlenhorst, Herderstr. 2. „Der Stukkateur", Barmbeck, 22, Am Holst. Kamp 39a, II. „Vercins-Anzeiger sür Maler je.", Barmbeck, Schmalen- bcckerstraffe 17. „Der Zimmerer", Barmbeck, Fefflerstr. 23, 4 Karlsruhe„Glaser-Zeiwng", Schützenstr. 8a. Leipzig„Der Steinarbeiter", Gr. Fleischergaffe 14 I. .Der Tabakarbciter"(sür Cigarrenarbener), Tauchaer- straffe 19/21. Leipzig-Schkeuditz„Graphische Presse", Schkeuditz. Linden-Hannover„Brauer-Zeitung", Burgstr. 9. Löbtau-Dresde»„DerFachaenosse"(sürGlaS-, Porzellan- und Thonwarcn-Arbeitcr), Rciscwitzcrstr. 34. Stuttgart„Bnchbinder-Zeitung", Sophtenstr. 10. .Der Handschuhmacher", Schreiberstr. 26, I. .Metallarbeiter- Zeitung", Druckerei deS deutschen Metallarbeiter-Verbandes, Rötestr. 16b. «Der Schläger", Druckerei des deutschen Metallarbeiter- Verbandes. Monatlich dreimal erscheinend. Altenburg„Müller-Zeitung", Publikationsorgan deS Verbandes deutscher Mühlenarbeiter, Zwtckauerstr. 12. Berlin„Zeitschrift sür Graveure und Ciselcure", SO., Marianneiiplatz 5, Hos I. Aller 14 Tage erscheinend. Altona-Ottonsen„Die Biene", Organ deS Centraiverbandes der Konditorgehilsen»c. Eulenstr. 61, III. Berlin„Der Courier", Centralorgan sür die Interessen der im Handels-, Transport- und Verkehrsgewerbe beschästiglcn Arbeiter Deutschlands, SO., Engel-User 15. „Correspondenzbtatt des Verbandes der Vergolder Deutschlands", NW. Wilsnackerstr. 39. „Deutscher Maschinist und Heizer", Organ der Ma- schinistcn und BerusSgcnosscn Deutschlands, SO.,. Pücklerstr. 55. „Die Gewerkschaft", Organ sür die Interessen der Arbeiter in Gasanstalten und sonstigen städtischen Be- trieben. Berlin W. 27, Bülowstr. 21. „Lederarbeiter-Zeitung", SO. 16, Engel-User 15, IV. „Sattler-Zeitung", SO. 16, Adalbcrtstr. 56. „Allg. Steinsetzer-Zettung", NW., Waldenserstr. 13. „Solidarität", Organ aller im graphischen Bcruse be- schäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, NO. 18, Elbingerstr. 27, v. lV. „Solidarität"' Pubiikationsorgan der deutschen Metall- arbeiter-Gewerkschatt, S., Urbanstr. 83. Bremerhaven„Der Werstarbeiter", Schlfferstr. 82. Frankfurt a. M.„Neue Deutsche Dachdecker-Zeitung", Brückenstr. 31. Hamburg„Corrcspondenzblatt der Tapezierer", Stein- dämm 99. „Friseurgehilfen-Zeitung". Hamburg 31, Osterstr. 166, lU „Der Hafenarbeiter", Gänsemarkt 35, II. „Handlungsgehilsen-Blatt", Valentinskamp 92. „Der Schissszimmcrer", Eiweck, Konveutstr. 5. „Der Kupferschmied", Eilbeck, Maxstr. 6, l. „Der Seemann", St. Pauli, Hnscnstr. 116. „Weckruf der Eisenbahner", AuSschläger-Allee 32. Hannover„Der Proletarier"(sür Fabrk- zc. Arbeiter und ülrbeiterinnen) Schillerstr. 5, II Leipzig-Bvlkmarsdorf„Der Lithograph", Natalienstr. 12. Offenbach„Porteseuiller-Zeitung", Groffe Marktstr. 26. l. Monatlich einmal erscheinend. Berlin«Der Bäcker", Organ für die Interessen der Bäckergesellen Berlins und Umgegend, O., Kloster» straffe 101. „Der Burcau-Angestcllte", NW., Emdenerstr. 4 „Der Fleischer", G. 22, Dragoncrstr. 15. „Gewerkschaft", Organ der Maler-Vertraucnsmänner- Centralisation, NW. 52, Alt-Moabit 132. „Der Wäsche-Bote", Organ für alle in der Wische- und Krawattcnbranche, Dampswäschereien und Plättereien beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, Neu-Weiffen- see, Lehderstr. 116. „Die>sanitätswarte", SO: 16, Neanderstr. 13. Hamburg„Fachzeitung sür Civilmusiter", Hamburg- Eimsbüttel, Hellkamp 33, HI. Etage. „Der Organisator", Schäscrstr. 19. Leipzig„Monats-Blätter" des Lagerhalter-VervandeS, Connewitz, Mariinstr. 5. Obige Zusammenstellung verössenilichen wir zu Be- giim jedes Quartals. In der Zwischenzeit sich ergebende Adreff- oder sonstige Veränderungen bitten wir unS zur Vormerkung mitteilen zu wollen. Berlin, dcp 8. Juli 1904. Der Partcivorstand. 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Oer Kampf im Bäckergemerbe Vielseitigem Verlangen Rechnung tragend, werden wir jetzt an jedem Sonntag in diesem Blatte die Liste derjenigen Bäckereien bekannt geben, welche die bescheidenen Fordernngen der Bäckerei- Arbeiter bewilligt haben und(UlCtjl III ihren Betrieben aufrecht erhalten! Helft mit, die Bäckerei-Arbeiter wirtschaftlich frei und selbständig zu machen! Dies ist nur dann möglich, wenn es gelingt, das Kost- und Logiswesen dauernd aus allen Bäckereien zu beseitigen. Erst dann werden die Bäckerei-Arbeiter genau wie andre Arbeiter da wohnen und essen können, wo es ihnen gefällt, und erst dann sind sie in der Lage, sich ein eignes Heim gründen und sich verheiraten zu können. |SW~ Unterstützt uns in dem Kampfe, das Errungene zn erhalten, und kauft nur Brot und andre Backwaren aus folgenden geregelten Bäckereien: Starilvii. Im Norden werden nur Tarif- Bäckereien aufgeführt. Ackerstr IS, Eduard Goldacker. „ 68, Eduard Goldacker. . 1S3, O. Schumann. . 5, Dahlke. . 171, P. Nentwig. Adolsstr. 11, Tennigkeit. , 1, E. Bathle. , 12b, Hönisch. Andlamerstr. 19, Eduard Goldacker. 36, K. Graul. Artilleriestr. 27, Neue Verl. Brotfabrik. 3, Eduard Goldacker. Badstr. 37a, Schimetzeck. Bernauerstr. 47, Schirwcck. . 35, H. Schröder. Biesenthalerstr. 2, Menstng. Bohenstr. 11, Leopold fthle. Borsigstr. 18, O. Zschoch. Brunnenstr. 41, Herm. Sorge. . 95, Hanke. 3, Th. Mollweide. „ 56, D. Pirwitz. „ 27, O. Hanke. „ SS, O. Hanke. » 96, Eduard Goldacker. 129.. . 48, Rothe. Buttmannstr. 20, Hirsch. Burgsdorsstr. 15, O. Kratockwill. 9, Jung. Buchholzerstr. 16, E. Vogler. Carmen Sylvastr. 163, E. Feist. Chaussecstr. 38, Eduard Goldacker. Chorinerstr. 55, F. Hanke. Coslinerstr. 3, E. Schmidt. Cremmenerstr. 15, Adols Morlok. Dalldorserstr. 38, Tzschetzsch* Danzigerstr. 70, C. Rint. . 76, O. Schmidt. „ 94, Atzmus. , 21, W. Singer. 76, C. Schmidt. Demminerstr. 18, Neue Berliner Ge- nossensch.-Bäckerei. » 23, F. Gutsch. „ 25, Grund. Dunckcrstr. 2, Czerwcnk. „ 73, C. Jaenke. 78, F. Deinert. Drontheimerstr. 6, H. Schröder. Elsasserstr. 82, Brotsabril Bcrolina. Exerzierftr. 19, Koschcl. Eibingerstr. 76, Fritz Bark. 90, Herm. Trapp. Fehrbellinerstr. 27, M. Höselbarth. Fraiileckistr. 45, Joh. Thiel. 51, K. Wittkopf. 53, Ed. Goldacker. Fürstenbergerstr. 12, Brotfab. Berolina. Gerichtftr. 14, Schwemlcr. , 4, H. Schröder. GIcimstr. 19, stracke. 60, Melsch. Graunstr. 22, Dohrmann. , 52, F. Hanke. „ 5, B. schenk. 32, F. Hanke. Grenzstr. 13, Zicgelski. Grünthalcrstr. 61, F. Altrock. 5, P. Jambor. Gartenstr. 61, E. Viehweger. Gerichtstr. 14, Ichweinmler. Gaudystr. 9, Joh. Bauer. Graunstr. 28, Wolff. 37, Eduard Wuttke. Hagcnauerstr. la, Fritz Hanke. Hochmeislcrslr. 1, S. Elbinger. 9, L. Rapp. ., 20, P. Meyer. Hochstr. 31, O. Fenske. Neue Hochstr. 18, Verl. Gen.-Bäckerei. „» 35, Stratmeyer. „» 24. H. Schulz. „„ 28, O. Korherr. Hochstädtcrstr. 23, P. Jambor. Hussitenstr. 43, Kießling. Jasmunderstr. 18, A. Döring. Jnvalidenstr. 144, Ed. Goldacker. Kastanicn-Allee 13/14, Pape. 103, Adamitz. , 57, Aug. Künscher. , 10, Eduard Goldacker. 46, Bing. Kolonicstr. 28, A. Schneider. , 71, C. Richert. 34, E. Muche. 151, Otto Schcer. kolbergerstr. 27, I. Braun. Kopcnhagenerstr. 74, P. Schön. Köslinerstr. 1. Tschöcke. 3. C. Schmidt. Kuglerstr. 8. W. Zicbell. Lynarstr. 4, Kadak. . 14, Pawlick. „ 1, Marquardt. Lhchcnerstr. 105, H. Schröder. Liebenwalderstr. 60, Th. OuaSnica. , 59, H. Schröder. L°rtzingstr.36.�.5� Lüde'ritzstr. 60, P. Gärwer. Liebenwalderstr. 31, M. Jäckek. Lychenerstr. 17, P. Borrowsky. . 4, Waltervorm. Schwede. Marstr. 17, E. Schulze. Metzerftr. 2, Sachwitz(vorm. ZeitlerS). Müllerftr. Z/t, Wwe. Blum. » 11, Brotfabrik Berolina. » 33, Mittlers Brotfabrik. „ 37, Friedrich Beyer. „ 166a, Hanke. Oderbergerstr. 49, Böhme. „ 46, Schönherr. , 38, Baldin. „ 21, Wagner. Oudenarderstr. 44, P. König. Oranienburgerstr. 60/63, Simons Brotfabrik. Pappel-Allee 24, Ernst Pseiser. 21. Fehse. , 18, I. Göcken. „ 14, M. Hösclbarth. , 104, Rich. Müller. „ 136, E. Drestler. Pankftr. 51, F. Klang. . 21, H. Schröder. ., 456. G. Göller. Prenzlauer Allee IIa, Ed. Goldacker. „ 24, Ed. Goldacker. „ 203, M. Herrmann. Putbuserstr. 21, P. Hanke. , 14, H. Jaape.» , 37, I. Bauer. 46, R. Block.« „ 24, Kundt. 48, H. Schröder. Prinzen-Allee 53, Schmidt. „ 57, M. Schwendy. 61, H. Mehls. Prinz Eugenstr. 10, O. Senff. „ 16, H. Oßwald. . 5, Jonschcr. , 8, H. Reiche. 20, O. tzörder. Ramlcrstr. 36, G. Haehn. 24. G. Seidel. „ 31, Th. Dahlenburg. Raumcrstr. 55, K. Scharlock. Ravcnestraste 1, Ernst. Reinickcndorjerstr. 20, P. Hanke. , 69, Frau Petsch. 69, Pitzsch. 41, R. Wenzel. , 54a, W. Herberg. 47, H. Bloch. Rheinsbergerstr. 13, A. Scholz. , 26, M. Lorenz. „ 48, Seidel. Rhinowcrstr. 2, O. Schwienhagen. Ruppinerstr. 8. F. Baacke. 12, O. Hanke. Rügenerstr. 3, Heublein. 16. Höhn. Rykestr. 24, Georg Sh. „ 34, E. Vogler. Swincnlünderstr. 27, Osw. Gros/mann. „ 66, N. Becker. , 80, Kcstncr. 106, C. Kunze. „ 54, Paulischeck. 82, M. Manne!. 93, Schubert. 74. F. Hanke. Schönh. Allee 177, Eduard Goldacker. Schulslr. 20, . 37,..,, „ 25, Th. Schmidt. » 37, Jonschcr. » 51, P. Krumbach. „ 110, Stritzke. Schlicmannstr. 24, C. Reisewitz. "chivedtcrstr. 52, A. Hübner. , 230, O. Kumm. 240, W. Hürth. 48, A. Lochel. 240, Kurth. Sparrstr. 6, Elsner. Slettinerstr. 54, P. Zcschmann. Stolpischcstr. 64, P. Ladtkc. Strclitzerstr. 4, I. Hentschel. , 46, Georg Witt. . 31, P. Scheunemann. „ 64, Brauner. Stargarderstr. 78, Bark u. Walter. „ 63, E. Burger. „ 74, F. Hanke. 12a. A. Ebert. Seestr. 68o, A. Mindt. Schönholzcrstr. 5, Mittclbach. Schwartzkopffstr. 7, G. ThomaS. Schulzendolierftr. 14, O.-Agrikola. . 23. A. Franz. Tilsiterstr. 77, F. Stahnsdorf. Triststr. 2, M. Förster. 43, Heinrich Naehr. Tieckstr. 16. A. Jurke. Tresckowstr. 44, L. Lehmann. 57, K. Mörschner. Teglerstr. 11, H. Laux. Uscdomstr. 4, stollberg. » 15, H. Schröder. Utrechterstr. 8. Kersten. Wattstr. 21. F. Riebenstahl jr. Willdenowstr. 29, I. Breier. Weitzenburgerstr. 55, H. Nobiling. 42, A. AhmuS. 16. A. AtzmuS. Wiesenstr. 31, I. Schneemann. , 19a, P. schardien. . 28, Seeger. Wolgasterstr. 13, Wwe. Dreier. Wollinerstr. 50, Nico!. , 58, F. George. 44. E. Raddatz. 23, I. Dahlen. 31, R. Bordasch. Hugo stolzmann. t Jöschcr. Wcddiiigstr. 7, H. Brendel. Weinbcrgsweg 7, Hanke. Wichcrtstr. 5, H. Langwinkel. Wörtherstr. 34, Bührig. Zionskirchstr. 2, Regen. 26, E. Förster. Zionskirchplatz 1, Th. Mollweide. Xordosten. Barnimstr. 17, C. Dorendorp. Büschingstr. 18, A. Sllfert. 29, B. Stoloff. Elifabethstr. 15, W. Porath. Franksurtcrstr. 108, Büttner. KI. Franksurtcrstr. 14, F. Mitielsdors. Friedenstr. 57, Ernst Rolle.« Georgenkirchstr. 48, Weitzeck. Greissloalderstr. 29, Kaschel.« 76. G. Wegner. » 12, O Hanke.« 202, H. Förster. Heinersdorfcrstr. 12, P. Lamlcr. Jmmanuclkirchstr. 10, K. Krause. 33, R. Kleiner.« , 21, I. Krell. 30. R. Baldin. 39, H. Dönike. LandSbergerstr. 94, A. Bludau. Landsberger Allee 157/58, G. Eggert. Landwehrslr. 12, H. Oeck. Lippchncrstr. 2, H. Haff.« „ 8, H. Kruse. „ 26, R. Lange. Lichtenbergcrstr. 21, I. Gößmann. Marienburgerstr. 7, A. Seemann.« 24, L. Schmidt. Neue Königftr. 23, P. Stiffchke. 60. Ed. Goldacker.« 55/56, I. schultasch. Oldcnburgerstr. 14, Rickert.« Pallisadenslr. 9, R. Schäle. „ 20, H. Kähne. 58, H. Hecht.« Raabestr. 12, H. Böhme. Woldenbergstr. 17, P. Bleh. «V»'. Moabit. Mt-Moabit 77, O. Blottner.« Bandelstr. 34, Broffabrik Berolina.« Beusselstr. 24, H. Gras. „ 42, A. Schinidt.« „ 44, R. schwämmlein.« 74, Th. Krull. 50. W. Wesche.« 59, I. Sieg. Berlichingenstr. 1, W. Frcyer.« 12, R. Mittelstraße. Bredowstr. 20, M. Schubert. „ 16, Th. Kähner. Birkenstr, 32, St. Wackerhagen.« Bremerstr. 56, O. Acsterling. ,. 60, I. Begier. Claudiusstr. 10, A. Tacke. Drcyscstr. 12, P. Bausch.« Emdenerstr. 21, F. Folzing. „ 17, H. Blume. 44, ö. Üinfc. Gotzkowskystr. 6, G. Müller. 33, F. Drenske. Huttenstr. 41, A. Sternsdorff.« „ 4, F. Rechenberg.« Jagotvstr. 10. F. Bartel. Kirchstr. 12, O. Fliegner.« Lübcckcrstr. 47, E. Schmidt.« Lüneburgerstr. 27, Langner.« Mclanchthonstr. 18, Brodsbr. Berolina.« Oldcnburgstr. 14, C. Pcickert.« Perlcbergerstr. 7, E. George. Putlitzstr. 16, E. Schumann. Rostockerstr. 31, F. küglcr. , 51, D. Hering.« , 40, Th. Beyer.• , 46, M. Polonius.« Siemensstr. 17, F. Heyden. 7, C. Laaks.« Sickingenstr. 41, R. König. Stendalcrstr. 5, Corts u. Co.« Stephanstr. 55, F. Handtke.« Stromstr. 33, I. Hohne. Turmstr. 67, Hanke. 47, Ed. Goldacker.» Utrechterstr. 8, W. Kersten.« Waldstr. 25, E. Jglijch. , 42, R. Heinrich.« 36, F. Bureck. 46, Müller. Waldenserstr. 28, F. Trcskow.« Wicleffstr. 66, G. spieckermann. 36, E. ASwaldt.« , SS, W. Werdermann.« , 21, Otto Heinrich. Wittstockerstr. 7, C. Giesmaun. „ 25, B. Lakowski.« Wilsnackerstr. 33. P. Hanke. 15, Ed. Goldacker.« Wilhclmshavenerslr. 17, Matthes.« 33b. Rinke.« 27, R. Topp. , 16, A. Danelzik. Osten. Andreasstr. 4, G. Fischer. , 16, Hanke.« 23. Probst. . 32, Wilhelma, Brotsabril.« Kleine Andreasstr. 7, Christall.« Andreasplatz 3, L. Böttcher. Blumenstr. 13, Berolina Broffabrik.« „ 50a, Junkers Erben. , 51a, E. Krause.« , SS, W. Dombrowsky. Boxhagenerstr. 13, SllbrechtS Bäckerei. 33, P. Sturm. Breslauerstr. 32, C. Brademann. Büschingstr. 11, F. Schütze. Blumcnthalstr. 19, K. Martin. „ 10, C. Hanke. Cadincrstr. 20, Max Geisler. „ 14, O. Bäsch. 4, O. Stcdlin. Ebelingstr. 5, M. Blender. Eibingerstr. 19, C. Piotrowski. 86, H. Haff.« 97, H..Haff.« Eldenaerstr. 2, I. Spöttlich.« Eckertstr. 1, A. Schcer. 13, E. Hertig. Friedenstr. 47, G. Jackisch. . 44, O. Hartmann. 57, E. Rolle.« 74, Türpe. Friedrichsbergerstr. 16, W. Schorrig. 20, SB. Behrcnd. Friedrichssclderstr. 17, K. Kauze. „ 26, Hering. „ 39, F. Bröge. Fruchtstr. 36. A. Gcrland. „ 37, Scherickau. . 29, B. Niebisch. , 46, Polenz. „ 73, A. Grüneberg. 83a, H. Hibet. fürstcnwalderstr. 7, R. Schützendübclä ranksurter Allee 75. SR. Bailisch. . 108, Büttner. ,„ 145, W. Engel. .„ 179, Horstmcyer. „ 173, Berolina Brodf.« Gr. Frankfurterstr. 2, H. Prager. „„ 85, Ed. Goldacker.« Gabelsbergcrstr. 8, A. Weise. Gaudystr. 9, I. Bauer. Graudenzerstr. 12, G. Sperrling. Grüner Weg 54, Sehne. „„ 63, Hanke.« „ 75, E. Wolff. „ 115, Spüllmann. Gubcnerstr. 42, K. Darmstädt. , 49, C. tzönke. 57, Deutz. Hausburgstr. 5, I. Riehl.« 26, Schneider. eidenseldstr. 21, kalms.« olzmarktstr. 50a, F. Stock. „ 55, I. Siieboldt. Hübnerstr. 6, Riegler.» 14, G. Treu. Jfflandstr. 2, F. Stachowski. Jnsterburgerstr. 12, 31. Manthe. Kochhannslr 34, W. Brüse. 43, Joseph GrogowSki. Koppenstr. 23, G. Werner. 49, Ladislaus Starossa.« 99, O. Siedcrsleben. Kopernikusstr. 3, Vorwärts-Brotsabr. 9, A. Wiemann. Königsbergerslr. 9, P. Zimmer. 18, O. Luke. „ 30, O. Lohndorf. 35, I. Sommerfeld. Krautstr. 10, Sllbrecht. 22, Arndt.« , 25, Julius Freudenhammerä ,, 41, Paul Brehmer. 3, Eduard Goldacker.« Kreuzigerstr. 1, Hanke.« LandSbergerstr. 146, O. Schwarze. Allee 123, P. Rohwisel. „, 43, Gruschka. „ 57, 3l. Ramin. Langenbeckstr. 12, C. Siewald. Langcstr. 21, G. Hildcbrandt. „ 36, Brotfabrik Berolina.« „ 40, SN. Kohling. , 46, 21. Rnppmann. 13, Ed. Goldacker.« 106, H. Hartmann. Lichtenbergerslr. 6, F. Scheel. Liebigstr. 38, Hanke. 15, Bauer.« Lithauerstr. 14, F. Hildebrandt. Löwestr. 1, Kahlsutz.« 18. Emst.« Lcbuserstr. 11, R. Vienert.« Martusslr. 9, K. Keil. 27, Mohlnau. Markusftr. 38, L. Köppe. . 15, W. Stütze. Kleine Markusstr. 12/13, Lehmann. Memelerftr. 4, Estler.« , 7, Knocke.« 20. L. Holbe.« 47. Nikisch.« 52, F. SNehlvose. 59, G. Donitze. Mirbachstr. 14, Genosscnsch. Volksbrot.' 29. I. Jenschke.« Mattemstr. 2, W. Zcglin. , 13, H. Dorn er.« Münchebergerstr. 15, O. Lau. 32, E. Albrecht. Mühlenstr. t, C. Merkel. 32, Hornig. 51. J. Schön.« 68. Gäckel. Muskauerstr. 28, P. Helnzelmann.« Am Ostbahnhos 1, R. 3ldam. Pallisadenstr. 44, P. Martin. , 84, K. Kinzel. , 100, F. Kunkrolv. Petersburgerstr. 2. E. Wiedekind. Petersburgerstr. 32, C. Schwazla.« 66. Alb. Thiel. 21. P. Mertens. Posenerstr. 2, St. Cymer. 16. H. Vieffch. Pintschstr. 4, R. Goigens. Proskauerstr. 28, Bloch. Richthosenstr. 5, R. Zclm. „ 18, E. MagneS. 33, H. Neumann. Rigaerstr. 138, B. Burkat. Romintenerstr. 20, I. Stöwer. , 44, E. Küster.« 57. M. GorgenS. Rüdersdorserstr. 20, 28. Böder. . 62, Heinr. Büttner. „ 67, Anna Krocker. Samariterstr. 2, F. Fischer. , 11, Fr. Hanke. 21, O. Schöning. Schreinerstr. 4, R. Langsritz. 57, Louise Ramisch. 60, R. Steffen. Strautzbergerstr. 1, C. Stcglin. 9 33, C. Schiecke. , 17, A. Pirsche!. „ 5, F. Schubert. „ 46, Fr. Müller. Stratzmannstr. 8, Ernst Feller. 24, Hein. Stralauer Platz 18/19, Heida.|~ Stralauer-Allee 23, H. Winnenberg.« 17, 21. Lipski.« Thaerstr. 11, Fr. Reinike. Tilsiterstr. 26. A. Getzner.« , 34, Köpig. , 77, Fcrd. Stahnsdorf. , 91, Hanke. 12, K. Bieringe.« Thomerstr. 67, P. Reich. Wallnerthcaterstr. 10, L. Frankel. Warschauers�. 1, Heinr. Godike. 4. I. Rülke. 8, L. Prccht. 27, H. Lüda. Oerr. Schulze. Liebig. Knals. Biewe. Weberstr. 36, Ed. Goldacker. Weidenweg 7, Herm. Müller. 25, Moltrecht. „ 37, Keumütz. „ 30, Berolina, Brotfabrik.« „ 57, Hause. 74, Klose.« „ 82, O. Latzau. „ 87, R. Kirschmeyer.« Wilhelm Stolzestr. 2, O. Schachsal. 35, R. Bachmann. Zellcstr. 2, Franke. Zomdorserstr. 8, L. Göbel. . 27, Nieffching. „ 34, Maatz. 55, Richter.« Südost. Adalbertstr. 93, R. Finger. , 66, F. Hoppe. Admiralstr. 10, Punke. ,. 22. C. Blümel.» „ 30, Max Heinroth.« 37, Rabatt-Sparverein.« Alexandrincnstr. 46, F. Riebenstahl. Annenstr. 41, F. Niemeyer. 5, E. Kadclbach. Britzerstr. 7, I. Targatsch. . 41, L. Osterhagen. „ 21, E. Fritz. Cuvrystr. 22. O. Schömig. , 42. C. SNüller. , 37, G. Stanz. . 44, F. Lebus. 28, Jsmer.« Falckensteinstr. 37. A. Mantheh.« „ 43, C. Weber. „ 45, Hanke. „ 20, Kulinskh. 28. Albrecht. Forsterstr 42, Protzeck. „ 20, Rabatt-Sparverein.« „ 48, B. Scharfenberg.« „ 3, G. Marks. Görlitzerstr. 63, Diefenbach. „ 68, Rabatt-Sparverein.« „ 36, Sehnert. 55, Fischer.« Görlitzer Ufer 32, Nowosadko. Grünauerstr. 21, P. Maiwald. 12, H. Butz. 26, R. Sarai.« Gräfestr. 12, Rabatt-Spar-Verein.« 35, Rabatt-Spar-Verein.« Glogauerstr. 2, M. Kotzan.« 26, H. Grotzmann.« 28, Rabatt-Spar-Verein.« Gubcnerstr. 32, R. Ladewig. Kottbuser Damm 35, C. Müller. 20. G. Böhme. 2, R. Halbauer. Kottbuser Ufer 21, G. Wenzel.« 44, Rabatt-Spar-Ver- ein.Süd-Ost".« Rattvorstr. 6, Dietschmons. 59, C. Schulz. Kottbuserstr. 6a, Beckmann. 21, G. Wenzel.« Kvpnickerstr. 23, Hanke. 114, G. Weil. Köpnickerstr. 172, Laudahn.« 90, Bobel.« 81b, F. Pflugk. Lausitzerstr. 16, C. Städler. 25, St. Käus.« 47, Schmidt.« 2, Albrecht. Liegnitzerstr. 7/8, M. Jauthe. , 22, Rabatt-sparbereln.« 28. G. Mieth. Lübbenerstr. 10, Fr. Behlau. 24, C. Witschel.« „ 29, Gierz.« Manteuffelstr. 45. Bobel.« 67, A. Lippert.« , 87, L. Schirrmcister.« 90, E. Lelleil.« . 99, Sl. Brauer.» 103, L. Ratzmann.« Mariannenstr. 5, W. Tocrlitz.« 27, R. Lutosch. Muskauerstr. 6, P. Tews.« , 18, Kanatkowskt. , 28, Heinzelmann.« 34, C. Schulz.« Michaclkirchstt. 29. Jstri-Broffabril. Naunynstr. 1, E. Barth.« 7, Ficlitz.« „ 64, E. Heilmann. „ 68, H. Neumann. „ 73, Stojaczyk.« „ 90, Hanke. Ohmgaffe 9, Nowosavko.« Oppelncrstr. 4, Schenk. . 20, S. Stephan.« „ 24, C. Röder. „ 35, A. Krause. 46, Rabatt-Sparverein.« Orani'enstr. 11,' R. Moritz. 196, F. Thieme. Prinzenstr. 99, Wieske. . 59, Ed. Goldacker.« Pücklerstr. 42, E. Frombcrg.« » 48, R. Heide. Plan-User S2a. Otto Grigoleit. Reichenbergerstt. 3, Schrein.« 51. Bobel.« „ 58, Miger.« „ 61, C. Schulz. „ 64, P. Gehricke. „ 82, A. SNaher. SSa, F. Tschenke. „ 101, Wagner.« III, Eh. Schrtn. 114, 21, Hülsberg.« 138, 21. Rost. „ 146, Bergmann. . 153, G. Zenker. , 158,Rabatt-Sparv«.« 168, H. Weber.« 185, I. Rudnick. Rattborstr. 2, Rabatt-Spar-Verein.« „ 6, Joh. DieffchmonS.« 17. I. Rücker. Skalitzerftr. 1, Fritz Richter. , SSo, E. Menzel. „ 63, Dehme!.« . 101, C. Plenert.« , 109, 21. Köhler. . 124, E. Huth.« „ 138, Sahlmann. Sorauerstr. 1, ö. König. . 8, O. Wagenknecht.« 12, A. Jsmer*. 18, M. Eule. Schmidstr. 8a, C. Lange. Schlesischestr. 19, C. Tennert.« Waldemarstr. 66, P. Hamel.« Wienerstr. 8, Zobel. , 32, E. Klammek.« . 36, Joh. Dietichmons. . 49, H. Heinrich. . 56, 21. Laugwitz.« 58, F. Bachstein. Wrangelftr. 9. A. Wohler.« , 21, G. Gumtau.« » 45, R. Hetz. , 77, E. GeiitzmaiM. 82, F. Meister. Zeughosstr. 8, A. Heibich. Süden. ?oppe. ocinroth. Sldalbertstr. 66, Admiralstr. 30,! Alte Jakobstr. 79, Eugen Mosch. 7, H. Lück. .. 88, Klautsch. Blücherstr. 16. O. Blottner.« „ 69, Broffabrik Berolina.« Bcrgmannstr. 14a. Polenz. 104, O. Blottner.« Boeckhstr. 37, Wodetztt. 46, H. Schulze. Bärwaldstr. 47, P. Dehmelt. Brandenburgstr. 21, A. Becker.« Camphausenstr. 6, I. Zindler. Dieffenbachstr. 6, I. Zinder. . 27, L. Pritzkar. 52. C. Kelch. Dresdenerstr. 81, C. Stockmann. , 6, Ed. Goldacker.« 104, K. Herse. Fidiclnstt. 14, Aug. Preutz. Fichtestr. 22, H Bergner. Fürstenstr. 8, R. Loudwin. Gneisenaustr. 96, Ullbrich.« Gräfestr. 14a, G. Heinig. , 10, Fr. Krause. . 67, I. Brendel. Vräsestr. 85, Böttcher u. Cs. 4, A. Racdi. Grimmstr. 1, Hentsch. Hasenheide 49, D. Hartmann. Jerusalemerstr. 3/4, R. Richter. Iahnstr. 21, Köhler. Oranienstr. 4, W. TremuS. . Itv/m. 81. Tacke. « 186, Hanke. Prlnzenstr. 64, Brotfabrik Berolina.' Ritterstr. 15, Hcrm. Trapp.» Stallschreibcrstr. 32a, Hanke. Skalitzerstr. 95, H. Stammwitz. Schmidstr. 8a, C. Lange. Schünleinstr. 27, O. Hollunder. » LI, C. Anders. 6, E. Drauschke. Solmsstr. L7, S. Kranz. Urbanstr. 1, Neubarth.* » 49, W. Hein. „ 83, R. Schnccklein. Wasserthorstr. 16, Lautenschläger. 21, Bebel.* Südwesten. Bergmann ftr. 10, Kposius» 14a, Wilh. Polenz.» Friesenstr. 27, Brotfabrik Berolina.» Kreuzbcrgstr. 38, K. Hesse. Mittcnwaldcrstr. 30, Franz Dohna!.' Möckernstr. 124, O. Blottner.» Markgrasenstr. 73, R. Richter. 74. Tust. Rothe.» Mariendorferstt. 3, I. Stcinke. Mittenwaldcrstr. 44, G. Schröder. Nostizstr. 9, A. Bockisch.» . 49. Aug. Michcli.» Wilhelmstr. 133, R. Richter. Jorkstr. 40, O. Blotwer.» „ 65, A. Trümpier. Fimmerstt. 84, N. Richter. Zossenerstr. 41, O. Blottner.» Westen, Blumenthalstr. 6a, Gerdwitz. Dennewitzftr. 4, Elias Radanovitz.» Denncwitzstr. 6, O. Blottner.» 33, M. Jahn. Friedrich Wilhelmstr. 20, Tl. Zapp. Frobenstr. 20, Brodsabrik Berolma.» Markgrasenstr. 74, G. Rothe. Neue Steinmetzstr. 1, Karl Zeglin. Nürnbergerstr. 29, G. KakowSky. Steglitzerstr. 71, O. Schaper. Steinmetzstr. 27, M. Poche. , 43, O. Hoher. Göbenstr. 18, Brotfabrik Berollna.» Grotz-Görschenstr. 8, O. Gaedicke.» „ 9, Elias Rad anovitz.» Kirchbachstr. 14, O. Gaedicke.» Kursürstenstr. 9, O. Blottner.» Centrnin. Alexanderstr. 28, W. Hittig. „ 26, Arnold. 21, Eduard Goldacker.» Auguststr. 26, Brotfabrik Berolina.» Lllexandrinenstr. 28, M. Hilbich.» Kleine Alexanderstratze 26, F. Arnold.» Dragonerjtr. 15, O. Hanke. 36, N. Neumann. Elsasserstr. 92. H. Vetter. „ 19, Thuiges. KI. Frankfurtcrsir. 14, Mittelstädt.» Gtpsstr. 7. L. Lisken.» Grenadierstr. 47, E. Hannisch. Kreuzst. 17. R. Skibbe* Linienstr. 56, E. Schneider.» 65. P. Hanke.» Lothringerstr. 16, I. Schmitz. Mendclssohnstr. 9, I. Neumann.» Mulackstr. 10, A. BeiSkc. Lranienburgerstr. 39, M. Struck. 84, Hanke. Sophiestratze, Aschlngers Bierquelle.» Steinflr. 18. Otto Minuth. AIteSchönhauserstr.33, Ed. Goldacker.» Ottnrlottenltni'jr. SlnSbacherstr. 25, A. Kühnast. Cauerstr. 17, G. Schulz. Eourbierestr. 9, K. Dunker. Christstr. 18, B. Liebe. Dankelmannstr. 46, Lehmann. ErasmuSstr. 12. Schmidt u. Hamerski. Floraftr. 10, Waag. Friedrich Karlsplatz 1a, W. Nitsche. Goethestr. 25, G. Schott. ,. 79, W. Weigand. Guerickestr. 40, P. Toraeler. t utten ftr 32/33, E. Schässer. antstr. 24, Görnig. „ 40. A. Lüdtke. .. 61. L. Förster. Kanalsw. 15, G. Lenke. Kaiser Friedrichstr. 59, S. Larisch. Kirchstr. 35, E. Knorr. Knobelsdorssstr. 8, H. Schmidt. 42, P. Bley. Krummestr. 20, O. Schulz. Leibnitzstr. 62, O. Wörde. Vlotzstr. 19, O. Blottner* Nehringstr. 3, E. Brandt. Nettelbeckstr. 14. O. Blottner* Pestalozzistr. 76, I. Spitzbart. Rückertstr. 3. O. Wilde.» Plötzenjeestr. 12, A. Thiele. eoophie Charlottenstr.lSa, PaulDahne.» 80. H. Proell.» „ 93 H. Gramm. Spandauerstr. 20, v. Luck. Spreestr. 46, Porath. Schillerstr. 83. R. Roth, Scharrenstr. 23, A. Karsch.» Schlüterstr. 17. E. Kraus. Stuttgarter Platz 15, A. Nitsche. Tauroggenerstr. 10, G. Jandke. Wallstr. 8. P. Reiche. .. 85, A. Ulbrig. Wilmersdorserstr. 59. M. Funk. „ 70, W. Gaidke. „ 153, O. GciSler. Schüneberg. SlnSbacherstr. 8, O. Blotwer.» Akazienstr. 12, Wwe. Herbst Albertstr. 12. A. Borbet. Slugsburgerstr. 36, O. Blottner.» Bahnstr. 21, A. Lehmann. „ 40, O. Sterling.» , 46, O. Blotwer.» 47, N. Schwämmlcin. Barbarosfastr. 78, Wctzel.» Brunhildstr. 9, Fach. Bclzigerstr. 61, P. Kernchen. Ebersstr. 85, Rauchschnabct Feurig str. 67, E. Mersert.' 54, F. Michaelis.» r. 7, P. Naumann. Frankenstr. 2, Eduard Hanke.» Fritz Reuterstr. 9, H. Gork. Gothcnstr. 11, O. Blotwer.» , 21, E. Brauer. „ 44, M. Sperlich. Goltzstr. 2. I. Wurst, sr. Hanke. Goltzstr. 31. O. Blottner.» Goltzstr. 63. Brotsabr. Berolina.» Gustav Freytagstr. 9, H. Beck. Gruncwaldstr. 129, O."Blottner.» 110. . 120, Sl. Lehmann(Jnh. Schäser). Hauptstr. 53, F. Kaiser. 85, K. Hettgen.» 102/3, F. Fächer. 126, R. Steuer.» Hohensricdbergstr.LI, Friede. Templtn.» 5, E. Obiglo. 19, O. Blotwer.» ohenstauffenstr. 7, Zl. Lehmann.» uiser Friedrichstt. 14, F. Pietschmann. , 11, Peter. „ 4, Brots.Berolina.» Kolonnenstr. 46, E. TotzlowSky. KrimhUdstr. 1, O. Reincmann. Kysshäuserstr. 9, G. Schwemmer. . 11. Lohndors. Marsw. 27. H. Zobel. Mciningerstr. 9, E. Naudyus. Nollendorsstr. 28, B. Maiberg. Prinz Georgstt. 7, P. Bockisch.» Sedanstr. 6/7, F. Lchmaim.» 18. P. Pranke. 22, L. Johannes* 34, E. Brauer. 36, I. Lehmann.» 39, E. Niemann. 83, H. Wurst. Siegfried str. 1, Brotsabr. Berolina.» 4, Joses Wagner.» Steinmetzstr. 22, O. Blotwer.» 42, O. Blottner.» Tempelhoserstr. 8, Hampe. 5, W. Danicke. Wartvurgstr. 3, E. Horstmeier. Winterseldtstr. 20, H. Pomcrenke.» Ziethenstr. 3, R. Hosfmann.» Rixdorf. In Rixdorf werden nun die Tarif-Bäckereien aufgeführt. Bcrgstr. 73, M. Kupsernagel. 122, Conrad Pente. 32, Rob. Kictzling. 77, Otto Gabbert. 134, Stich. Liebenow. Berlinerstr. 20, A. Voigtländer. 26, B. Reich. 80/81, Spandel. 85, R. Leinau. Boddinstr. 64, F. Godawa. Dclbrückstr. 35, F. Ecke. 65, R. Seiler. Elsenstr. 82. F. Pietsch. Emscrstr. 44, M. Jeschal. Erkstr. 4, Speisckorn. „ 15, G. Mae». Falkstr. 3, Siabatt-Sparvcrein Südost. „ 21, M. Lehmann. „ 25/26, G. Persicke. Fuldastr. 10, E. Krocker. Fuldastr. 60, M. Kasten. Friedelstr. 3, L. Marmul. Hermannstr. 42, M. Firnstein. 210, A. Brix. „ 231, Friedrich. Herthastr. 3, Hilmer. i�erzbergstr. 11, Gribat. 28, W. Stange. Hersurthstr.. 34, R. Seiler. Hobrechtstr. 1, P. Neubauer. tzobrechtstr. 71, H. Grünhagen. Hohenzollernplatz 11, W. Schmidt. „ 13, Dornbusch. 18, O. Markus. Jansenstr. 2, O. Hacker. Jägerstr. 70, Paul Hahn. . 77. E. Haas-. Juliusstr. 65. I. Scholz. 31, Otto Ecke. Kaiser Friedrichstr. 175, J.Weigmann. Kaiser Friedrichstr. 12, Sl. Braun. , 7, A. Herrmann. Knesebeckstr. 33, Rob. Galler. 38, C. Gruhlke. „ 41, M. Belzig. 68. R. Richter. 146,«. Hentschel. Kirchhosstr. 2, Rabatt-Sparv. Südost. , 32, C. Hoffmann. „ 46/47, Brcsla. Kopfstr. 45, I. Hornig. Lessingstr. 22, Aug. Jahnke. „ 30, Hoppe. 34. R. Richloff. Münchenerstr. 17/18, Friedrich. 31. Alb. Voigt. 44, R. Weigelt. Mainzerstr. 56, Joh. Brchmer. Panmerstr. 13, K. Junker. „ 16, A. Jsmer. 4, Otto Görtz. Pflügerstr. 11. W. Ohlhoff. Prinz Handjerystr. 22, W. Bennewitz. »„ 24, Brix. . ,38, Leuchte. 58, I. Bartsch. 83. O. Gricbat. Richardstr. 104, Sandte. . 15, Paul Blasius. , 63, Lüdicke. Richardplatz 7, Rich. Liebenow. Ringbahnstr. 25, P. Scholz. 30, V. Kosicl. Reuterstr. 32. Arthur Siybitzki. . 94, Fritz Bosse. „ 76, P. Wernecke. Selchowcrfw. 4, M. Lehmann. Steinmetzstr. 23, Kummer. . 29, Rich. Liebenow. 39, R. Senstleben. Steinmetzstr. 94, P. Rother. „ 121, Löwigt. „ 129, Slabalt-Sparvercin. 131, I. Runge. Schöncweiderstr. 9, Fr. Leinau. Thomasstr. 7, R. Lobbes. 37. Arndt. Thürwgerstr. 18, E. Würfel. 36, CarlAdameck. Walterstr. 18, C. Pritschkow. Warthestr. 9, Cziicior. „ 68, H. Dallinger. Wanzlickstr., Kassube. Wisimannstr. 7, I. Treffer. 21. B. Krüger. Wipperslr. 12, Krell. Weserstr. 206, C. Slawmski. Ziethenstr. 19, W. Ossa. 20, M. Lehmann. 36, F. Zahn. 41, Emil Pankow. 57. Carl Jeltrust. 75, Klein. 81, Hcntzschel. Britz. Buckowerstr. 8, W. Spielhagen. Buckower Chaussee 4, Laqua. Bürgerstr. 12, K. Dicckhoff. „ 24, O. Weihrauch. „ 50, A. Friese. Chaussecstr. 17, Witwe Clausnitzer. „ 361), G. Ramdohr. „ 43, E. Schädel. „ 50, M. Fischer. „ 68, Otto Markwart. „ 68/70, G. Heidemann. „ 77, K. Braun. „ 101, Pannwitz. „ 152, St. Wiangke. 114, C. Radtke. Jahnstr. 45, O. Schulze. Rudowerstr. 6, A. Haupt. Werderstr. 89, Fr. Parniko. Dalldorf. Bahnhos str. 9, F. Korstädt. Hermsdorserstr. 1, A. Gutschow. Oranienburgerstr. 10, E. Jahn. 21. P. Pasch. Oranienburger Chaussee 17s, G. Trost. Rosenthalstr. 2a, H. Karstadt. „ 3, W. Frost. „ 4a, A. Plätwcr. 9, Ch. Prächter. Tristste. 11, O. Richter. Strotan. Zllt-Stralau 49, C. Hartwig. Dorsstr. 10, H. Schäser. Alt» and IVea-Welssensee. Berlinerstr. 1, O. Hohenschild. 87, I. Harenburg. Charlottenburgerstr. 78, R. Mick. , 79, H. Dahm. , 79,A.SchadwinIeI 93, A. Gollw. 98/ E. Engel. Elsasistr. 15, G. König. Falkenbergerftr. 46, I. Frösch. Feldmannstr. 94, O. Lehmann. Friedrichstr. 1, Fr. Roth. Friesickestr. 22, H. Bohndorff.» Gäblerstr. 8, F. Christukat.» 60, Kiekebusch. 60, W. Engel.* Grosie Seestr. 26, F. Köhler. Gustav Adolsstr. 7, Ernst Engel. 116, A. Beyer. , 152, P. Klinner. 156, Lud. Mägdefrau. Hauptstr. 82, A. HerkS Ww.» HeinerSdorser Weg 11, G. Schneider. „ 24, R. Engel. , 37, H. Schulz. . 48, P. SikorSki. Kaiser Wilhelmstr. 27, L. Höhne. 37, P. Achterhagen. Uhlandstr. 3. W. Lubach König-Chauffee 10, Herm. Schüler.» 22, J. Dahn. „ 34, F. Wiedemann. „ 41,Brotsabr.BeroIina» „ 46, P. Springer. 52, C. Vogt. Kronprinzenstr. 13, G. Holz. Langhansstr. 55, I. Stöhr. „ 94, G. Höhne. „ 122, Krön.» 142, G. Kasischke. Lothringerstr. 12, Sl. Schenk. 31, A. Kcmpe.» Lehderstr. 112, O. Strunz. Parkstr. 7, S!. Lausse. Pistoriusstr. 95, I. Kitust. Prenzlauer Chaussee 3/4, M. Kohler.» 20, B. Pätzold* Rölkestr. 17a, I. Boschinkq. „ 127, W. Vogel. Sedanstr. 35a, K. Moschler. 63, E. Dahn. Straße 2, O. Bauer. Straßburgstr. 20, H. Höhne* Streustr. 2, I. Bauer. Wilhelmstr. 23, E. Schwarz. „ 30, E. Großkops. Wörthstr. 24. Zl, Popp.» Relnlelrendorf. Antonicnstr. 56, Fr. Hoffmann.» Auguste Victoria-Zlllee 53, C. Hinrich, Amendcstr. 104, Fr. Schmidt.» Berlinerstr. 14, Hattwig. „ 42, H. Guthsmuths. „ 104, Rich. Krause.» 134, W. Gottschalk. Bürgerstr. 20, Popp. Eichbornstr. 12, Behrend.» „ 25, H. ZieSmer. „ 39, O. Fliegner. 72, O. Köhler. Gcsellschaftsstr. 3t. H. Koblitz. Grüner Weg 51, M. Modrow. ,. 52. R. Milster. Hausottcrstraße, R. Witte. Herbststr. 24, Fr. Kottenhahn. Holländerstr. 125, C. Siitschke. Juftusjtr. 14, Modrow. 29, H. Kahle. Marlstr. 5, Sl. Schecr. Pankower Allee 72, W. Köpke. Provinzstr. 28, H. Schenkel. „ 51, Herm. Baumgärtel. „ 72, E. König. „ 80, I. Schivarz. 86, C. Braun. Rcsidenzstt. 61. Busse.» „ 75/76, R. Zimmer. „ 150, E. Liebing. 1t 8, C. Stege.» arnweberstr. 135, F. Naujack. ivedenstr. 16, Hebrock. Pankow. Berlinerstr. 6, Lommatzsch. „ 23, H. Cope. „ 84, I. Kalbow. Brehinestr. 54, O. Harm. Florastr. 24 u. 35, G. Piest. „ 34, W. Hein. „ 50, F. Eckert. „ 78, E. Sasse. Hchnstr. 5, M. Koller. Kaiser Friedrichstr. 67, Wienicke. Kreuzftr. 17, Skibbe.» Kuglerstr. 8, W. Zibcll. Maximilianstr. 2, R. Volch. ,. 50, A. Rohr. Mühlenstr. 13, C. Barsekow. 53. M. Köhler. „ 78/80, K. Linde. Neue«chünholzerftr. 4, H. Steuer. Schloßstr. 4, R. Grunow. Schönholzerstr. 7, R. Sciffer.» Wollankstr. 22. W. Schmidt. „ 130, B. Hartmann. Prledrlobsfelde. Berlinerstr. 1, G. Meyer. , 2, O. Franke. . 102, O. Wölsert. Schloßstr. 10, C. BeverSdors. Ober-Sebünewelde. Frischenstr. 1, Sl. Berger. 21, M. Pietsch. Lausnerstr. 4, H. SIrache. Maricnstr. 18, Th. Mielke.» Ohmstr. 7, F. Dams. Siemensstr. 16, H. Jähne. Wilhelminenhosstr. 1, H. Kunze. . 17, Fronober. , 37, Emil Strutzke. 47. Th. Mielke.» Zfegel. Berlinerstr. 3, L. Gieße. Schlicperstr. 29, L. Schwanz. 67, Weißhaupt. Schloßstr. 22. H. Witte. 27, Petersohn.» Haselhorst bei Spandau. Otto Engel. Steglitz. Ahornstr. 16a, E. Thiel. Adolsstr. 7. H. Orschcl. Burgstr. 3, C. Felsch. Düppelstr. 22, Holz. Düntberstr. 2, M. Gortzig. Fichteslr. 7t. B. Liepelt. Florastr. 2a, E. Lämmke. Hubertusstr. 3, I. Michalski. Herderstr. 3, Leupold. Schloßstr. 95. W. Papier. 116, E. Kummer.» Schildhornstr. 94, H. Zahl. Schützenstr. 1, G. Bollmann. „ 11, Herinmin Knaths. Wilmersdorf. Slugustastr. 3, I. Schramm. Berlinerstr. 33. W. Groffe.» Brandenburgischestr. 3, H. Angerstein. Düsscldorserstr. 4, G. Jauch. Sigmaringenstr. 35, I. Larisch.» llhlandstr. 46. H. Forstemann. „ 128, Zl. Wiese. „ 135, E. Pasemann. „ 140, M. Esser. Halensee. Kronprinzendamm 4, H. Schildhauer. Baiumelsbnrg. Mt-Boxhagen 30/31, E. Knops. Goethestr. 16, Ad. Plaschner.» Hauptstr. 82, Ww. Hercks. Kanlstr. 1, E. Böhme.» « 13, A. Spöttlich. 47, R. Schubert. Lessingstr. 2, Wilh. Merten.» „ 10, Otto Stiebe.» Neue Prinz Alber-tstr. 5, Fr. Hensel.» ". Seidel.» WW . 30, G. Hahn. „ 48, M. Lunkwitz' Neue Bahnhosstr. 9, O. Fritsche.» 27, R. Hanisch. Sonntagstr. 36, B. Joachrm.» Schillerstr. 27. P. Mickciburg.» Türrschmidtstt. 2, A. Westphahl.» „ 31, G. Schon.» „ 40, Th. Böhme.» Alt-Kllenleke. Köpnickerstr. 44, O. Stadclhoss. Rudowerstr. 57, M. Lange. 76, Hermann Werner.» W. Neuster. Mühlenbeck. Paul Groß. A. Hencke. Gross-Ziethen, Chausseestr. 37, A. Warner. Selchow b. Teltow. Bahnhosstr. 2, I. Wernitz. liichtenberg und Friedrichsberg. Blumenthalstr. 7, E. Schültke.» „ 10, E. Hanke. 24, K. Biedermann. 27, H. Holland. Friedrich Karlstr. 14, G. Adomctt. Kreuzigerstr. 20, A. Wenger. Psarrslr. 38. L. Heßlcr* RummelSburgerstr. 22, C. Opitz. 33, Werner. Scharnweberstr. 37. W. Köpke. 71, Geyer. Mainzerstr. 24, L. Schmidt.» Blumenthalstt. 7. E. Schultke. Dorsstr. 82, B. Mögdesrau. Franlsurter Chaussee 20. K. Förstxrling. ,, 50, C. Dammköhler. Wagncrstr. 79, W. Sorge.» 99, N. Sorge. Wilhelmstr. 57, Sl. Jesse.» Schöncrllnde. E. Weege. Waffe.» W assmannsdorf. G. Stengel. Frans. Bachholz. Berlinerstr. 43, W. Mai. Pankowerstr. 4, H. Ulrich. W. Prcuß. Perwenitz b. Paaren. W. Leue. lilndenbcrg. W. Pach. i. Dannbier. Backow bei Berlin, Bahnhosstr. 7, Thielscher. Chausseestr. 11, A. Michalicka. 40/41, O. Maaß. , 53, K. Tarlaff. Marlendorf. Berlinerstr. 79, M. Borchardt. 84, Kalbow. Chausicestr. 3, F. Franzke. 12, A. Tech. . II, R. Basener. 13, W. Sollnow. „ 16, Burschke. 42. G. Freimuth.» 67, K. Richter. „ 59. E. Gchrling. 70, H. Polenz. . 79, L. Stichnow. „ 85, C. KaliSle. Kaiser Friedrichstr. 62, H. Wienicke. Lanlwitzerstr. 4, Br. Knops.« Tempelhof. Berlinerstr. 34. Br. Wilde. „ 38, SB. Rönnpagel. , 45, I. Niemczewski. Gross-Beeren(Kr Teltow). W. Hertel Nachs. Schuhmann. Kleln-Beeren. Fr. Thieme. Teltow. Berlinerstraße, E. Hartmann. Eichstädt bei Velten, Dorsstraße 26. H. Biltte. Borsigwalde. Eruststr. 6, E. Etzat. Heinersdorf. Prenzlauer Chaussee 2, A. Neumann. Rothenbachstr. 51, O. Neumann. Hermsdorf. tauptstr. 34, K. Herrmann. othenbachstt. 51, Otto Neuman». Stolpe a. b. Nordbahn. Dorsstr. 3, A. Gütschow. Lübars a. d. Nordbahn. H. Kügow. Rosenthal. A. Zickow. HelUgensee. M. Lahrmann. W. Kühne. Alleder-Schtfnewelde. Beuthstr. 11, C. Manke.» Berlinerstr. 84, I. Kallow. Blankenburgcrstr. 11, M. Zagwurst.» Buchholzerstr. 8d, G. Remter.» 8d, M. Geisler.» Hohen-Schünhaasen. H. Ätaihoser. Koslestr. 17, A. Kusche. Ken- Hohen- Schönhausen. Berlinerstr. 8, E. Schulze. Wr Ortenberg. Weißenbach. Treptow. Elsenstr. 38, W. Barling Nachsolg B. Roebert. Llchtcnow-Herzfelde. H. Vulprecht. Schmargendorf. Brettestr. 22, E. Klingbell. Dahlem bei Steglitz. K. Schilling. Frledenao, Lauterstr. 24, O. Marold. Stahnsdorf. Zl. Häsener. Hennigsdorf. Chausseestr. 16, L. Wolter. 33, W. Seiler. 69, Zl. Lunte. Hauptstr. 2, A. Mohnkopf. 17, O. Graffenöerger. 20, Carl Wolter. Neuendorserstr. 4, H. Wolter. Waltersdorf. Dorsstraße, Th. Sparr.» Pichelsdorf bei Spandau. Carl Landt. Samt bei Mühlenbeck. O. D eifert H. Henje. Grünau. Köpnickerstr. 107, P. Stadelhoff. Adlershof. Zl. Wartenberg. C.Schulz. E. Lelleick. Joh. Laserich. Wohlgeinuth. Frau Römisch. Fr. Zable. Itzlederschünhaasen. Kaiser Wilhelmstr. 37, Achterhagen. 27, Höhne.« Uhlandstr. 3, Lübach. Beuthstr. 11, Manke. Blankenburgerstr. 11, M. Zugwurst. Buchholzerstr., G. Remter. 86. M. Geisler. Die mit einem* versehenen Bäckermeister haben den Tarif des Einigungsamtes anerkannt, und bitten wir die Konsumenten, diese besonders zn unterstützen. Der Bevölkerung im Norden und Osten Berlins hiermit znr Nachricht, dast wir durch die fortwährenden Dnrchbrechttttgett nnsrer Forde- rnngen seitens eines Teils der Bäckermeister im Norden und Osten gezwungen find, nur noch diejenigen Meister dem Publikum z« empfehlen, die den vor dem Ginignngsamt des Berliner Gewerbegerichts festgelegten Tarif anerkannt haben. Alle diese Bäckermeister miissen den mit nnferm Berbandsftempel versehenen und vom Bäcker- meifter eigenhändig unterschriebenen Tarif als Legitimation dem Publikum vorlegen können oder denselben aushängen. Diese Bäckermeister müssen für uns als die zuverlässigsten gelten. Hnusfrauen! Arbeiter! Bürger! Berücksichtigt daher in erster Linie die taristrenen Bäckereien! Der Borstand des Berbandes der Bäcker und Berufsgenossen Dentschlands. (Mitgliedschaft Berlin.) NB. Unser Bureau befindet fich jetzt G i p s st r. 2, Hos parterre.— Telephon: Amt IH, Nr. 1243._________ " Bzrantw. RedaÜeur:. Paul BütMer, Berlin. Fijr den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Krück».Verlag: Vorwärts vuchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW. 297/4 Nr. 160. 21 Iahrgaug. 4. StillP Ks Jirniiirts" Iniinn InlUIntt Sonntag, 10. Inli 1904. Eine entartete Mutter. Eine Majorsgattin der Kindrsmißhandlung angeklagt. Braunschweig, 8. Juli. Heute begann der Prozeß gegen die Ehefrau des Majors im 92. Jnfanterie-Regiment Hermann von Sydow, Magdalene geb. Wanschaff, die der Körperverletzung, begangen an ihrer eignen Tochter, beschuldigt wird. Auf dem Gerichtstische liegt eine aus Leder geflochtene Klopfpeitsche, mit der die Angeklagte die Züchtigung ihres Kindes verübt haben soll. Die Anklageschrift legt der An- geklagten zur Last, seit dem 11. März 1899 in Ausübung eines und desselben Verbrechens ihre am 23. Juni 1892 geborene Tochter vorsätzlich mittels gefährlicher Werkzeuge nnd in einer das Leben gefährdenden Weise ihre Tochter Annemarie mit einer aus Leder geflochtenen Pritsche geschlagen, sie an den Haaren gerissen, gegen einen Tisch und den Fußboden gestoßen zu haben, sie fast unbekleidet in den Garten gejagt zu haben, sie an die Kehle gegriffen zu haben, mit den Fingernägeln in die Ohrmuscheln gekniffen zu haben und das Kind mit einer Scheuerbürste abgeseift zu haben. Die Angeklagte erklärte, daß sie sich der Anklage gegenüber vollkommen unschuldig fühle. Sie habe es für ihre Pflicht gehalten, ihre Tochter streng zu erziehen. Das Kind habe schon früh einen störrigen Charakter gezeigt und sei auch körperlich zurückgeblieben, habe auch schwache Augen und müsse eine Brille tragen. Das Kind habe häufig gelogen und sei sehr vergeßlich. Sie habe es täglich an seine Pflichten erinnern müssen. Auch naschhaft sei es gewesen. Daß sie ihre Tochter fort- während gezüchtigt, sei nicht wahr.— Vorsitzender: Das ganze Dicustpersonal, das in all den Jahren in Ihrem Hause gewesen ist, sagt es aber. Diese Personen, die inzwischen in alle Winde zerstreut gewesen waren und erst zusammengesucht werdenmußten, können doch kein Komplott gegen Sie geschmiedet haben.— A n g e k l.: Davon'.bin ich aber fest überzeugt. Meine Plättfrau hat die Sache mit den Dienstmädchen zusanuncngeklatscht.— Vors.: Wenn das Kind Fehler hatte, die mit Strenge nicht zu unterdrücken waren, dann hätten Sie es doch einmal mit Liebe und Nachsicht versuchen sollen.— A n g e k l.: Ich habe auch niemals versäumt, das Kind zuerst mit Liebe auf seine Fehler aufmerksam zu machen. Ich habe nicht geahnt, daß daraus ein solcher Klatsch entstehen könnte.— Vors.: Wann haben Sie denn das Kind gezüchtigt?— A n a e k l.: Wenn es gelogen oder genascht hatte. Mit der Klopfpeitsche habe ich das Kind nie ge- schlagen, auch nicht mit eurer langen Peitsche. Nur mit einer alten Reitpeitsche habe ich öfter geschlagen. Auch mit der Kante des Lineals habe ich niemals geschlagen. Einmal habe ich es auch an den Zöpfen gerissen, sowie es auch einmal etwas unsanft mit dem Kops auf den Tisch„gestubbt". Daß ich das Kind in ungenügender Bekleidung in de» Garten gejagt hätte, ist ebenfalls unwahr.— Vorsitzender: Sie sollen das Kind auch mit den Fingernägeln in die Ohren ge- kniffen haben?— Die Angeklagte bestreitet auch dies. Sie habe das Kind auch nie mit einer Scheuerbürste abgeseift, sondern nur damit gedroht, weil das Kind sich nicht gehörig wusch. Der Verteidiger teilt mit, Herr Polizcchräsident Prötzel habe der Angeklagten geraten, in eine Anstalt zn gehen, dann.falle die ganze Sache in den Brunnen". ES spreche jedenfalls zu Gunsten der Angeklagten, daß sie diesen Rat nicht befolgt, sondern sich dem Gerichte gestellt habe.— Der Vorsitzende stellt fest, daß die Polizei von der Sache durch einen anonymen Brief KennwiS er- halten habe, der die Unterschrift trug:.Eine Mutter aus der Nachbarschaft".— Die Angeklagte entgegnet, sie sei zum Polizeipräsidenten vorgeladen. Der Polizeipräsident habe ihr gesagt, die Zeugen seien sämtlich unbescholtene Leute. Wenn die Angeklagte der Gefängnisstrafe fich entziehen wolle, dann möge sie in eine Anstalt gehe». Sie sei sehr nervös. Der Polizeipräsident habe befürchtet, daß die Sache in die Zeitungen komme und ihr die Folgen in den schwärzesten Farben vorgemalt. auch gesagt, er würde sie sofort verhaften lassen, wenn sie das Kind noch einmal berühre.— Borsitzender: Wer die Sache gelesen, der konnte allerdings auch entrüstet sein. Ich habe auch das Gefühl gehabt. Ich sagte mir, eine solche Mutter kann es doch wohl gar nicht geben.— Hierauf wird die Tochter der Angeklagten, die zwölfjährige Annemarie v. Sydow, an der sie die Mißhandlungen begangen haben soll, in den Saal geführt. Nach ihren Personalien befragt, giebt sie klare und deutliche Antworten. Aus die weitere Vernehmung des Kindes wird verzichtet. Die Kindergärwerin Margarete Klein war zwei Jahre als Erzieherin im Sydowschen Hanse. Die Zeugin meint, die Behandlung des Kindes hätte besser sein können. Frau v. Sydow sei sehr streng gewesen. Annemarie sei zwar ein schwächliches, aber doch sehr leb- Haftes Kind gewesen. In seiner Kleidung sei es nicht immer akkurat gewesen. Der Bruder des Kindes, Hans Henning, sei von der Mutter zärtlicher behandelt worden. Eigentliche Mißhandlungen hat jedoch die Zeugin nicht wahrgenommen. Einmal habe die Angeklagte ihre Tochter fest in die Ohren gekniffen und ein andermal hat die Zeugin auf dem Rücken des Kindes Spuren von Schlägen gesehen. Frau von Sydow habe mit einer Kinder peitsche geschlagen. Das sei sehr häufig vorgekommen. Die Angeklagte habe auch viel über Kopfschmerzen geklagt. Als Annemarie einmal die Röteln gehabt, habe sich die Mutter gar nicht darum gekümmert. Einmal habe die Angeklagte zu dem Kinde gesagt:„Und wenn ich Dich über den Kopf schlage, daß Du liegen bleibst." Die Kindergärtnerin Josefine Becker sagt aus: Das Mädchen wurde von seiner Mutter an de» Haare» gerissen und habe auch Schläge an den Kopf be- kommen. Einmal habe die Angeklagte das Kind mit dem Kopfe etwas heftig auf den Tisch gestoßen. Das hat die Zeugin nicht mit ansehen können. Auch, an den Haaren sei das Kind von der Mutter hin- nnd hergezogen. Für den Knaben sei immer bessere Kleidung beschafft worden. Das Mädchen habe nägelbeschlagene Schuhe tragen müssen. Wenn das Kind mit den Händen unter der Bettdecke schlief, dann habe dio Angeklagte es geschlagen, weil das Kind die Hände auf die Decke legen sollte.— Die Erzieherin Elsa Harser ist drei Wochen im Sydow- scheu Hause gewesen. Sie hat ihre Stellung verlassen, weil Annemarie so viel gestraft wurde. Die Angeklagte habe gleich ins Gesicht geschlagen, wenn das Kind einen kleinen Fehler begangen. Einmal hat die Angeklagte auch das Kind mit der Peitsche geschlagen. Das Kind habe so viel Schläge bekommen, daß es nicht mehr weinen konnte. Die Zeugin hat einmal versucht, dem 5iinde eine Strafe zu ersparen; die Angeklagte ist aber dahinter ge- kommen und da? Kind ist dann doch noch gestraft worden. Der Bruder Hans Henning habe einmal gesagt:„E s i st s ch e u ß I i ch von Muttchen, daß sie Annemarie so behandelt." Die Köchin B r ü g g e m a n n bekundet, daß das Kind von seiner Mutter häufig ins Gesicht geschlagen worden sei. Die Ange- klagte sei immer sehr aufgeregt gewesen und habe das Kind imnier mit der Reitpeitsche geschlagen. Es hieß immer, das Kind lüge in der Schule. Das Kind sei oft ganz blau am Körper gewesen. Ein- mal habe die Angeklagte es mit dem Kopfe auf den Tisch gestoßen, daß die Nase blutete. Einmal ist das Kind von seiner Mutter mehrere Stunden lang, von 5 bis 8 Uhr, in eine dunkle Kammer gesperrt worden, weil es die Schularbeiten nicht gemacht hatte. Frau v. Sydolo sei fortgegangen und habe angeordnet, daß sich niemand um das Kind bekümmern solle. Einmal habe das Kind zur Strafe im Garten schlafen sollen. Das Kind, dem der Arzt wegen seiner Rückenverkrümmung häufiges Gradeliegen auf der Chaffelongue oder auf einem Teppich verordnet hatte, mußte auf Geheiß der Angeklagten unter der Treppe auf dem bloßen Fußboden liegen. Als das Kind eines TageS im Garten schlafen sollte, habe die Frau Major gesagt:„Geh' runter, Du kannst im Garten schlafen. Du bist zn ungezogen." Das Kind hatte dc�ei nur ein Nachthemd an. Es war schon etwas herbstlich. Als die Zeugin das Kind anrief, wurde es von seiner Mutter zurückgerufen. Wenn die Angeklagte mit einem Lineal Schläge austeilte, dann mußte das Kind die Hände hochhalten, und die Angeklagte schlug dann so, daß auf den Händen rote Striemen zu sehen waren. Die Zeugin Anna Hesse war vom 1. Juni 19 bis I. Oktober 1992 im Svdowschen Hause; sie hat häufig gesehen, daß das Kind schlecht behandelt worden ist. Anden meisten Tagen hat es Schläge bekommen, zum Teil schon vor der Schule. Das Kind konnte zuletzt gar, licht mehr weinen! Die Mutter hatte jeden Tag an ihm etwas auszusetzen und züchtigte es dann. Einmal hat die Zeugin beobachtet. daß die Mutter das Kind an den Haaren gefaßt, hemmgeschleudert und es dann wahrscheinlich zu Boden geworfen hat, denn die Zeugin hörte einen Fall; einmal ist das Kind mit dem Kopf gegen die Wand geschleudert lvorden. Eines Tages mußte das Kind drei Stunden lang in einer dunklen Kainmer zubringen; ein Bursche brachte ihm dann abends ein— Stück trockenes Brot. Das Kind hat fast immer Striemen auf dem Rücken, auf den Armen und an den Beinen gehabt. Mit dem Lineal wurde dem Kinde auf die Hände geschlagen, so daß die Fingerspitzen bluteten. Die Zeugin hat auch öfter gesehen, daß die Angeklagte das Kind mit de» Fingernägeln in die Ohren kniff, so daß diese bluteten. Das Kind hatte fast immer Schorf an den Ohren. Die Ohren waren selten heil. Einmal hat die Zeugin durchs Schlüsselloch beobachtet, wie das Kind von seiner Mutter an dem Zopfe über die Stuhllehne zurückgezogen wurde; die Angeklagte hat dann nrit der anderil Hand das Kind an die5tehle gepackt! Die Zeugin hörte deutlich, lvie das Kind wimmerte. „Altes, greuliches Balg, Scheusal, Greuel" hat die Angeklagte das Kind öfter genannt. Der Bruder Hans Hennina wurde besser von seiner Mutter behandelt; gegen Annemarie war sie niemals liebevoll. Herr Dr. med. Strauch hat das Kind Vz Fahr in der Turn- stunde gehabt; er hat beobachtet, daß das Kind blaue Flecken auf dem Rücken und ani Arme hatte; blutrünstig waren diese Flecken jedoch nicht; sie können von einer Züchtigung herrühren. (Fortsetzung folgt.) Mocden-Spielplan cler Berliner Cbeater. Neues königl. Opern- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Geisha. Sonntagabend: Der Zigcunerbaron. Montag: Der Bcttelswdcnt. Dienstag: Die Geisha. Mittwoch: Die Fledermaus. Donnerstag: Orpheus in der Unterwelt. Freitag: Der Zigeunerbaron. Sonnabend: Die Puppe. Sonntagnachmittag: Das süße Mädel. Sonntagabend: Die Geisha. Montag: Die Fledermaus. Schiller-Theater O.(Wallncr-Theater.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Zar und Zimmermann. Sonntagabend: Der Troubadour.(Botel.) Montag: Der Prophet. Dienstag: Martha.(Böte!.) Mttwoch: Die Ent- sührung aus dem Serail. Donnerstag: Die weiße Dame.(Bötel.) Freitag: Unbestimmt. Sonnabend: AIcssandro Stradclla.(Bötel.) Sonntag» abend: Die Jüdin. Montag: Die Entsührung aus dem Serail. Neues Theater. Von Sonntag bis Freitag allabendlich: Einen Jux will er sich machen. Von Sonnabend ab: Geschlossen. Theater des Westens. Sonntagnachmittag: Alt-Heidelberg.(Ansang 2'lt Uhr.) Sonntagabend: Mamzelle Nitouch'e. Montag: Der jüngste Lieutenant. Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag: Mamzelle Nitouchc. Sonnabend: Liebeshandel. Sonntagnachmittag: Alt-Hcidelberg. (Ansang LH, Uhr.) Sonntagabend und Montag: Licbeshandel. Kleines Theater. Sonntag: Nachtasyl. Montag: Der Märtyrer. Liebcsträume. Dienstag: Nachtasyl. Mittwoch: Fräulein Julie. Donners- tag: Nachtasyl. Freitag: Der Märtyrer. LtebeSttäume. Sonnabend, Sonn- tag und Montag: Geschlossen. Bellc-Alliänre-Theater. Allabendlich: Winter-Thmian. Carl Weist- Theater. Sonntagnachmittag: Vmeta, die versunkene Stadt.(Ansang 3 Uhr.) Allabendlich: Der Weg zum Herzen. Central- Theater. Sonntag, Montag, Dienstag und Mittwoch: Onkel Brästg. Donnerstag, Freitag, Sonnabend: Hanne Nüte. Sonntag: Onkel Bräsig. Montag: Onkel BräfigS Slbentcuer. Stadt- Theater Moabit. Allabendlich: Großstadtzauber. Ansang 3 Uhr. Slpollo-Theater. Allabendlich: VenuS aus Erden. Specialitätm. Ansang 8 Uhr. Metropol- Theater. Allabendlich: Ein tolles Jahr. Anfang 8 Uhr. Wintergarten. Edith Helena. Helotse Titcomb. Spectalitäten. Ansang 3 Uhr. Passage-Theater. Terka Semmeloff. Ansang S UHr, Sonnwgs 3 Uhr. Urania- Theater. Taubensttaße 43/49. Die Insel Rügen. Ansang 3 Uhr._ eingegangene Druchrcbrlften. Eugen Wolf. Vom Fürsten Bismarck und seinem Haus. Preis S M. Berlin 1994. Verlag Egon Fleische!, Lüchowstt. 2. Allen Freunden und Bekannten die ttaurlge Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater und Großvater, der Zimmermann, jetzige Gastwirt Ferlünairi Zunk nach langem Leiden am Sonn- abend, den 9. Juli, 1 Uhr uns durch den Tod entrissen wurde. Die Beerdigung findet am DienS- tagnachmitlag 4 Uhr von der Leichenhalle des neuen RIxdorscr Kirchhofes am Mariendorfer Weg aus statt. L618b Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsrc gute Mutter, Schwiegmnutter. «Schwester, Schwägerin und Tante tupfe Golisch geb. Conrad 57662 am 7. d. Mts. nach schwerem Leiden verstorben ist. vi» trauernden Hinterbliebenen. Evn*t Golisch nebstKindern. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 19. d. MtS., nach- mittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Oppeln erstr 30, aus nach dem Emmaus-Kirchhos statt. Dr. Simmel, Specialarzt für[13/8* Haut- and Ilamleldon. 10—2,5—7. Sonntag» 10—12 2—4. Parzellierungs-Terrain Biesdorf. Stadtbnhnverkehr, Gas- nnd Wasserleitung, gut geschnittene Parzellen 70 Quadratruten. 115/16 Zn billigen Preisen Qnadratrnte IS M. an. Auskunft mündlich im Restaurant Heese, Biesdorf, und im Oomptoir Berlin, Gontard- stresse 5 II. !IToi SB Hk. an!! 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Wie kommen nun diese Delegierten dazu, über die Köpfe ihrer Mandatgeber hinweg, solches zu beschließen? Dieses ist nicht die Freiheit, nach der wir ringen. Centtalisiert waren wir doch schon durch den Bund, warum noch mehr cenlraltsieren. Für jeden Parteigenossen gilt der Spruch:„Wo wir mit thaten, wollen wir auch mit raten". Dieses sollten sich doch auch die Genossen, die Führer im Bunde „Solidarität" zu Herzen nehmen. Für die dem Gau IX gegenüber begangene Eigenmächtigkeit bekamen die Delegierten in der Bezirksversammlung, welche am 1. Juni bei F. Wille stattsand, ihren Lohn darin, daß ein Vertrauensvotum welche» ihr Verhalten aus dem Bundestag gutheißen sollte, mit 104 gegen 36 Stimmen abgelehnt wurde. Zu was alles diese Genossen sähig sind, zeigen die Artikel im„Arbeiter-Radsahrer", welche uns nach Form und In» hall verraten, weS GeisteSkind sie find. Ver Vorswna des Arbetter-HadJahm-vundes„Treihelt". I. A.: Frans Lilehr, Weinftr. 3, I. Die Vereine und Einzelfahrer werden ersucht, sich rechtzeitig an solgenden Starten zu beteiligen: 1. Am 17. d. MtS., mittags 1 Uhr: Andreas-PIatz zur Korsosahrt nach Rixdors. 2.. 24.„ morgens 3 Uhr, mittags 1 Uhr: Schlesische Brücke z. Arbeiter-Sportfcst Friedrichshagen. tzllle Anfragen werden bereitwilligst beantwortet durch Obigm. 291/9 SiaKer Nähmaschineii. Einfache Handhabung! 5S45L. Graste Haltbarkeit! Hohe Nrbeitsleijtung! Weltausstellung rifanfl Dfiv höchster Preis Paris 1900: UFdOU f HX � Ausstellung. Unentgeltlicher Unterricht, auch tu moderner Knilststickerci. Elektromotore für Nähmaschinenbetrieb. Singer Co. Mähmaschinen Hct. Ges. _ Berlin W., Leipziger« tr'asse 92. } Vitien-Koienie Kieder-SeMaißenl Baustellen in schönster Lage Nieder-Schönhansens an vollständig regulierten Straßen mit GaS- nnd Wasserleitung; nur hochlicgcndes, trockenes Land, PLI? D'tH* bOlt 83 3W* NN» 46192*| Auskunft jederzeit im Bureau, Kaiserweg 3, Nieder-SchSnhausen. 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