Nr. 166. HbtnnementS'BedlnflUiiscti: toonncmtnU< Preis pränumer-mda � BierteljShrl. Z.SV Mk., monatl. 1,10 Ml, WSchentlich 28 Pfg. frei WS HauS, Sinzeine Nummer S Pfg. Sonntags- nummer mit illustrierter Sonntags» Vellage.Die Neue Welt- 10 Pfg. Post. Wonnement: 1,10 Mark pro Monate eingetragen in die Post. ZeitungS, Preisliste. Unter-Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungar» L Mark, für das übrig- vuSlan» S Mark pro Monat. S1. Jahrg. eifltilbl»glich lüLtk lllonlig,. Devlinev Volkesbl�kk. Die TniertionS'GebQDr betrügt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum io Pfg. für politische und gewerkschaftliche Vereins- und BersammlungS-ilnzeigen LS Pfg. „Utein« Snreigen", das erste ssett- gedruckte) Wort 10 Psg. jedes weitere Wort B Psg. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächst« Nummer müssen biS S Uhr nachmittags in derExpedilionabgegeben werden. Dt- Expedition ist an Wochen- tagen biS 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittag» geöffnet relegramm-ildresse: nS»laM(ai»knt Berlin". Zcntralorgan der rozialdcmohratifchcn Partei Dcutfchlands. Redaktion: SM. 68» Lindenstrassc 69. Asernsprecher: Amt IT, Nr. 1983. Sonntag, den 17* Juli 1904. Expedition: SM. 68» Lindenetrasee 69. Kerusprecher: Amt IT. Nr. 1984. karteigenolsen! Laut Beschluß des letzten Parteitages findet der diesjährige in Bremen statt. Auf Grund der Bestimmungen der ZK 7, 8 und 9 der Partei-Organisation beruft die Parteileitung den diesjährigen Parteitag auf Sonntag, den 18. September, abends 7 Uhr. nach Bremen, in das Lokal„Casino", Auf den Häfen, ein. Als provisorische Tagesordnung ist festgesetzt: Sonntag, den 18. September, abends 7 Uhr: Vorversammlung. Konstituierung de? Parteitages. Festsetzung der Geschäfts- und Tagesordnung. Wahl der MandatSprilftingS- Kommission. Montag, den 19. September, und die folgenden Tage: 1. Geschäftsbericht des Vorstandes. Berichterstatter: W. Pfannkuch und ll. G e r i s ch. 2. Bericht der Kontrollkommission. Berichterstatter: H. M e i st e r. S. Bericht über die parlamentarische Thätigkeit. Berichterstatter: G. Ledebour. 4. Maifeier. Berichterstatter: R. F i s ch e r. 5. Kommunalpolitik. Berichterstatter: H. Lindemann. 6. Der internationale Kongreß in Amsterdam. Berichterstatter: P. Singer. 7. Organisation. 8. Sonstige Anträge. 9. Wahl des Vorstandes, der Kontrollkommission und des Ortes des nächsten Parteitages. Parteigenossen! Der Parteivorstand richtet an Euch die Aufforderung, die Vorbereitungen für den Parteitag— also die Wahl von Delegierten wie die Stellung von Anträgen— rechtzeitig zu bewirken. Die Anträge müssen spätestens den 4. September in den Händen des Borstandes, Adresse: J.Auer. Berlin LW. 47, Kreuzberg st r. 30. sein, wenn sie entsprechend den Bestimmungen des§ 8 Absatz n der Partei-Organisation im„Vorwärts" veröffentlicht werden und in die gedruckte Vorlage Aufnahme finden sollen. Anträge von einzelnen Parteigenossen bedürfen der Gegen- Zeichnung der Vertrauensperson oder des Vorstandes der örtlichen bezw. Kreisorganisation, falls sie zur Veröffentlichung und Beratung gelangen sollen. Die Parteigenossen, die zum Parteitag kommen, werden ersucht. von ihrer Delegation dem Lorstande und dem Lokalkomitee recht- zeitig Mitteilung zu machen, damit ihnen die Vorlagen und eventuell weitere Mitteilungen zugesandt werden können. Die Adresse deS Lokalkomitees lautet: Heinrich Schulz, Bremen, Hankenstr. 21/22. Mandatöformulare sind durch das Parteibureau I. Auer, Berlin SW, 47, Kreuzbergstr. 30 zu beziehen. Die Genossen, die Anträge einreichen, werden darauf aufmerksam gemacht, daß etwaige den Anträgen beigegebenen Motive weder im „Vorwärts", noch in der den Delegierten zugehenden Vorlage Auf- nähme finden können. E« steht den Genossen das Recht zu, ihre Anträge selbst oder durch befteundete Genoffen auf dem Parteitag mündlich zu begründen. Ein Abdruck der Motive verbietet sich aber aus räumlichen Gründen und um Wiederholungen zu vermeiden. Berlin, 17. Juli 1904. Mit socialdemokratifchem Gruß Der Parteivorstaud. Rußland im Spiegel der„Kreuz-Zeitung". Die polizeiliche Auffassung der Weltvorgänge sieht in allen Revolutionen— mögen sie mit der Waffe des freien Worts oder mit blutiger Gewalt durchgekämpft werden— nur die Bosheitsakte schlecht gesinnter Menschen, die au» reiner Niedertracht die erprobte Ordnung der Staaten und das ruhige Glück weise regierter Völler zu stören trachten. In diese polizeiliche Auffassung hat sich auch die preußisch-deutsche Regierung völlig hineingelebt, die die russischen „Schnorrer und Verschwörer" aus dein Lande treibt und deren deutsche Freunde wegen hochverräterischer Umtriebe mit schweren Freiheitsstrafen bedroht. Anders aber als in Polizeigehirnen spiegelt sich das System, zu deffen Wohl neun preußische Staatsbürger ins Gefängnis gehen sollen, in dem Urteil de» deutschen Volkes wieder. Trotz aller EcdrückungS- und Erstickungspolitik der russischen Regie- rung hat sich die W a h r h e i t über Rußland auf ihrem Marsche durch Europa nicht aufhalten lassen. Selbst das konservativste aller nichtrussischen Blätter, das sonst in Deutschland die Einführung russischer Zustände betreibt, hat sich ihrer Gewalt nicht aanz zu entziehen vermocht. Das sollen die nachfolgenden Eitate beweisen, die sämtlich den Wochenübersichten de» Professor Dr. Th. Schie- mann*) in der. Kreuz. Zeitung" entnommen sind. *) Gesammelt in drei Bänden unter dem Titel„Deutschland fd die große Politik' im Verlag von G. Reimer. Berlin. 1002, * 1904. Fanatischer Haß gegen Deutschland, Unterdrückung des Deutsch- tums in den Westprovinzen, grenzenlose Mißloirtschaft, traditionelle Beamtenbestechung, herkömmliche Mißachtung der Gesetze durch die Behörden, Begünstigung blutiger Staatsverbrechen in fremden Ländern, schamlose Unterdrückung der Gewiffensfreiheit— das ist das Zeugnis, das selbst die königlich preußische„Kreuz-Zeitung" dem russischen Staate auszustellen gezwungen ist. Von dieser Regierung hat die preußische den Strafantrag gegen die Köuigsberger Hochverräter erbeten! Weil ein paar deutsche Arbeiter nicht russisch gelernt und unbewiesenermaßen Schriften zur Verbreitung weitergegeben haben sollen, von denen einige nach einer nicht einwandfreien Uebersetzung staatsgefährliche, d. h. für Rußland gefährliche Stellen enthalten sollen, darum stehen sie jetzt vor preußischen Richtern! � Im allgemeinen lassen sich die Wünsche der Studenten als ziem- lich harmlos bezeichnen. Sie verlangen nicht mehr an Freiheit, als ans allen deutschen Universitäten den Studenten geboten wird.. Wenn nun die Regierung ihre Strafgewalt so braucht, daß sie die jungen Leute als Gemeine in die Armee steckt, wird dadurch eine bleibende Verbitterung in sie hineingetragen, die unter Umständen gefährlich werden kann, während, wenn man sie milder anfaßte, nichts übrig bliebe, als die Erinnerung an einen dummen Streich. Die Freude am Radikalismus und am Lärmen überdauert in der russischen Jugend nur selten das 29. bezw. Lb. Lebensjahr. Dann pflegt der Ucbergang zum Tfchinownik sich zu.vollziehen, das heißt zum Staatsphilister, der an seine Carriere denkt und an andres nicht. Aber das sind Wahrheiten, die man in den Kreisen der hohen Be- amtenschaft nicht verstehen will, und so drängt sich Mistgriff auf Mist- griff und alle zwei Jahre hört die Welt von einer neuen Studenten- emeute.(„Kreuz-Zeitung" vom 30. Januar 1901.) In Ruhland wird nunmehr offiziell zugegeben, daß die längst angekündigte Hungersnot wirklich eingetreten sei.... Es ist wahr- Haft entsetzlich und bleibt unverständlich, wie das Reich fast alle 2— 3 Jahre eine solche Kalamität ertragen kann. Sie beginnt bei- nahe einen chronischen Charakter anzunehmen.... Man wird an die Zustande. erinnert, wie sie im 3. und 4. Jahrhundert unsrer Aera im römischen Imperium hestandcn. („Krcuz-Zeiwng" vom 13. Februar 1901.) Wir würoen diesen Dingen(Italiens Stellung zum Dreibund) geringere Bedeutung beimeffen, wenn nicht die unerhörte Feindselig- kcit de� russischen Preffe gegen Deutschland offenbar von der russi- scheA Regierung wohlwollend geduldet würde. Gerade der Vorstoß des russischen Finanzministers gegen den Reichskanzler ist wie ein Signal betrachtet worden und wirkt noch heute nach. Darüber kommen besonnene Erwägungen nicht zur Geltung... („Kreuz-Zettung" vom 3. März 1901.) Der Ekel an dem Bestehenden, wie er ohne Zweifel wirklich vor- Händen ist, kann einen andern Ausweg in einem kriegerischen Abenteuer nach Westen hin suchen. Wie läßt sich das systematisch be- triebeue Hetzen gegen Deutschland anders erklären, das nicht nur «i'.ie Specialität de» Fürsten Uchtomski ist. sondern ganz ebenso auch von den übrigen Blättern, z. B. von der„Nowoje Wremja' be- trieben wird.(„Kreuz-Zeitung" vom 1. Mai 1901.) Wie die Strömung in der ruffischen Gesellschaft sein mutz, zeigt der Umstand, daß die Regierung sich genötigt gesehen hat, die „Nowoje Wremja" zu maßregeln, weil sie einen Artikel über die „Arbeiterunruhen" recht vorsichtig gedruckt hat, was„jedermann" in Petersburg denkt und wohl auch sagt. Der betreffende Artikel (Nr. 9051 vom 24. Mai) liegt uns vor. Er würde, in einem beliebigen europäischen Blatt gedruckt, wohl kaum bemerkt worden sein. („Kreuz-Zeitung" vom 29. Mai 1901. Es folgt aus- führliche Wiedergabe des in Ruhland konfiszierten Artikels. Auch du, mein Sohn BrutuSl Red. d.„V.".) Man sage nicht, daß die Wereschtschaginsche Erzählung(Er- tränkung von 20 000 Chinesen im Amur) keinen Raum in einer politischen Betrachtung finden sollte! St« ist außerordentlich wichtig, ein Stück aus der Praxis der Orientpolitik Rußlands und eine drastische Illustration zugleich, die bestimmte nationale Eigentümlich- leiten erklärlich macht. Chinesen und Russen leben 30 Jahre lang neben und miteinander in Blagoweschtschensk und der reiche Chinese ist dem gemeinen Mann unter den Russen ein darin(Herr) wie die andern auch.... Aber ein Moment der Erregimg, und das alles ist vergessen, und mit den Ungläubigen wird umgesprungen, schlimmer als mit dem Vieh. Gefühllos bringt man sie um; von der„herz- lichsn Gutmütigkeit" der Russen ist nichts mehr übrig geblieben, und unter all den tausend russischen Bewohnern von Blagoweschtschensk Sat sich nicht einer gefunden, der einem Gastfreund das Leben gerettet ätte; sie sind umgekommen bis auf den letzten Mann. („Kreuz-Zeitung" vom 22. Januar 1902.) Weit offener aber spricht sich Fürst M e s ch t s ch« r S k i in feinem letzten Tagebuch« aus. Er schreibt:„Rußland braucht Wohl- stand des Volkes. Liberalismus und Fortschritt." Es frage sich nur. wie das zu erreichen sei. Der Kampf gegen die„Tyrannen der Selbstherrschaft", dte Beamten, sei unmöglich. Die besten Kräfte des Volkes nnd die PolkSfteiheit gingen in Knechtschaft unter und der Augenblick könne kommen, wo dieser Krebs den ganzen Organismus zerfressen habe.(„Kreuz-Zeitung" vom ö. Februar 1902.) Vor noch nicht 14 Tagen lasen wir in einer russischen Zeitung, wenn wir nicht irren, in der«Nowoje Wremja", eine Korrespondenz aus Sibirien, die allen Ernstes dafür eintrat, daß der gute alte bestechliche» Beamten ruinierten das Land und die Leute, weil sie unerbittlich auf Ausführung der Gesetze dringen; dabei aber könne man nicht leben, denn die'Gesetze rechneten nicht mit den wirklichen Zuständen und den Menschen, wie sie nun einmal seien. Mit dem Beamten aber, der sein Trinkgeld(die wijätkn) einstreiche, finde man sich zurecht, und schließlich habe jeder Teil seinen Vorteil davon. Jener Korrespondent hätte noch hinzufügen können, daß es sich um einen uralte» eingewurzelten Brauch handelt, und das direkte oder indirekte Umgehen der Gesetze die Regel in Ruhland ist. ' Kreuz-Zeitung' vom LS. April 1902.) Die ganze Geschichte der russischen Verwaltung gipfelt in dem Gedanken Ccntralisation und als Alexander II. den Versuch machte, andre Wege einzuschlagen, ist man bald genug genötigt gewesen, wieder umzukehren. Zudem beruht in den Westprovinzen das auch von dem jetzigen Kaiser so erbarmungslos durchgeführte Russtfi- lationsshstem auf Centralisation. («Kreuz-Zeitung" vom 21. Januar 1903.)! Der Glaube der 12 Millionen RaSkolniks oder Altgläubigen ist nach wie vor verboten, und ebenso sind, wie der§ 93 zeigt, die prote- stantischc wie die katholische Kirche in der unwürdigen Lage geblieben. welche ihr die„Toleranz" der herrschenden Kirche aufgezwungen hat Und daS nennt man in Ruhland: Gewissensfreiheit! („Kreuz-Zeitung" vom S. Mai 1903.) Ein Leitartikel der„Times" vom 13. Juni zieht eine Parallele zwischen der auf rnsssfches Anstiften erfolgten Entthronung Alex- anders l. von Bulgarien nnd der Ermordung König Alexanders von Serbien. Der Unterschied liege nur in dem blutigen Ausgang, den das letzte Attentat genommen, nicht in Anlage und Leitung der Ver- schwörungen, die vielmehr eine auffallende Aehnlichkeit zeigten. Die Bemerkung ist richtig, wenn auch nicht gerade von einer für Rußland freundlichen Gesinnung eingegeben. („Kreuz-Zeitung" vom 24. Juni 1903.) Denn in der That, toenn wir annehmen müßten, daß die russische Regierung, die ja Blätter, wie z. B. die„Nowoje Wremja", nicht eben selten zu offiziösen Kundgebungen benutzt, hinter jenen Angriffen stände, welche elf Monate im Jahre in russischer Sprache gegen uns gerichtet werden, so ließe der Schluß sich nicht abweisen, daß wir un? auf Feindseligkeiten von jener Seite gefaßt zu machen haben. Das ist nun in Wirklichkeit gewiß nicht zu erwarten. Aber für be» deutungslo» vermögen wir dieses unausgesetzte Schüren gegen Deutschland trotzdem nicht zu halten. Steter Tropfen höhlt den Stein! Das ist der Weg, auf dein politische Dogmen sich im Volks- bewußtsein festsetzen; gegen Glaubenssätze aber läßt sich bekanntlich mit Gründen nicht streiten und deshalb meinen wir, daß diese systematische Erziehung der öffentlichen Meinung Ruhlands zum Hah gegen Teutschland nicht nur schädlich, sondern direkt gefährlich ist. („Kreuz-Zeitung" vom 28. Oktober 1903.)� poUtifcke(lebersickt. Berlin, den 16. Juli. Der Prozeß de« Zaren. Königsberg, 16. Juli.(Privatdepesche de«„vorwärts".) In zeitweise leidenschaftlich bewegter und erregter Sitzung lvurde heute ein Teil jener russischen Wirtschaft aufgedeckt, zu deren Verteidigung preußische Richter aufgeboten und deutsche Reichs- angehörige in« Gefängnis geworfen wurden. Der russische Absolutismus von seinen höchsten Behörden bis zu den russisch- letttschen Galgenvögeln, die zum Teil Bauern, Spitzel, Polizisten und Schmuggler sind, erschien in all' seiner Verworfenheit, Verlumptheit und Barbarei ans der Anklagebank. Und daneben saßen die journalistischen Begünstiger, die gewerbsmäßigen Denun- zianten und Verleumder der Socialdemokratte wie der Kriminal- kommissar der„Post", der sich Redakteur Dr. Ruhkopf nennt. Am Anfang der Sitzung behauptete die Verteidigung und zum Schluß bestätigten es die Sachverständigen und Dolmetscher, daß der russische General-Konsul „in der Eile' nicht nur die Citate der revolutionären Schriften, sondern auch da? russische Strafgesetzbuch entscheidend gefälscht hat, eine Fälschung, die von der rnsstschen Botschaft noch ausdrücklich auf eine Anfrage de« Gerichts in der Voruntersuchung als lauterste Wahrheit unter dem Amtssiegel der höchsten Vertretung des Zaren behauptet wurde. Zunächst zieht die auf den Auskünften de» russischen General- konsulats beruhende Anklageschrift die in Betracht kommenden MajestätsbeleidigungS-Paragraphen überhaupt nicht heran, sondern operiert nur mit dem russischen HochverratS-Paragraphen—„Tod durch den Strang!"— dem der Anschein verliehen wird, als ob er auch formale Zarenbeleidigungen in Druckschriften und sonst trifft. In Wirklichkeit sind diese verbalen Majestätsbeleidigungen durch andrePara- graphen geregelt und find zum Teil mit milderen Strafen bedacht, als nach deutschem Recht. So werden z. B. aus Dummheit oder in der Trunkenheit auSgestoßene Zarenbcleibigungen nur mit Strafen von 7 Tagen bis 8 Monaten Haft geahndet. Für diese MajestätSbeleidigungS- Paragraphen giebt es gar keine Gegenseitigkeit. Damit ist eine Ver- urteilung wegen Zarenbeleidigung in Deutschland an«- geschlossen; und weil da« die russischen Behörden wußten, täuschten sie die preußische Staatsanwaltschaft, indem sie vorspiegelten, daß der in dem Hochverratsparagraphin vorkommende Ausdruck„gegen die Ehre des Zaren" sich auf w ö r t l i ch e Beleidigungen bezieht, während er in Wirklichkeit thätliche Beleidigungen meint. So eifrig aber waren unsere preußischen Behörden, dem Zaren zu dienen, daß sie die nichtsnutzige Täuschung gar nicht einmal merften. Freilich, nach den heuttgen Feststellungen war der Liebe Mühe umsonst! Alle die Zarcnbeleidigungeu, deren sich dU deutschen Verschwörer durch Verteilung der Schriften schuldig gemach. haben, müssen ausscheiden. Schlimmer ist noch die Fälschung, die das Generalkonsulat ai dem russischeil Hochverratsparagraphen verübt hat. Dieser verlang die bestimmte B e r b ü r g u n g der Gegenseitigkeit durch besondere,. Staatsvertrag oder Gesetz. Durch die Entstellung des Passu>. in der Uebersetzung wird die russische Bestimmung entkräftet. Nach dem wirklichen Wortlaut ist die Gegenseitigkeit nicht verbürgt und es kann also wegen Hochverrats gegen den Zaren in Preußen Deutschland rechtmäßig nicht prozessiert werden. Gegenüber solchen Leistungen der hohen russischen Behörden er» scheinen die Schustereien des russischen LunipeuprolctariatS an der Grenze fast verzeihlich. Erschienen gestem die preußischen Litau»" als Zeugen, so marschierten heute die russischen Letten auf, mit denen die Verständigung nur durch Dolmetscher erfolgen konnte, Den Mittelpunkt der heillosen Gesellschaft bildet der Bauer, Spitzel und Schmuggler K a r o l alias S ch l i p p e r n i ck, der Krön- zeuge, von dem die ganze Anklage ausgeht. Die Hauptstütze des wunderbaren Prozesses ist ein stupider Bursche, dem alles Menschliche fremd ist. Fast tiefsinnig wirkte heute das Wort, das der An- geklagte Kugel, ein höchst origineller, nicht leicht zu ergründender und keineswegs unintelligenter Mensch, über diesen russischen Lockspitzel sagte:„Ich wünsche keinem, dah er geboren und so schlecht wird, wie dieser Mensch k"— Karol war in Preußen gebeten worden, Schriften über die Grenze zu schaffen. Er über- mittclte diesen Austrag dem Polizeimeister in Polaugen. Der riet ihm zu dein Handel, Karol nahin die Schriften in Empfang, ließ sich den Transport bezahlen und übergab sie dem jenseits der Grenze wartenden Russen, In dem Augenblick erschien die russische Polizei, die den Schlippernick für die Verräterei bezahlt hatte. Hier ge- langte nun wirklich ein Verbrechen zur Kenntnis der Staatsanwaltschaft. Karol hat unzweifelhaft auf preußischem Boden einen schweren Betrug verübt, aber die Königsberger Staatsanwaltschaft beantragte nicht die Festnahme des Russen— Gegenseitigkeit ist in diesem Falle verbürgt—, sondern man entließ ihn, nachdem er feierlich vereidigt worden war, Die Vernehmung der Letten ergab ein anschauliches Bild von der russischen Wirtschaft auf dentfchem Boden. Jeder Zeuge öe- kannte bis jetzt auf die Frage nach dem Schmuggel, daß alles Schmuggel treibt.„Schmuggeln Sie auch?" fragt der Vorsitzende. „Nein, nein, beschwört der Zeuge entsetzt,„ich nicht, aber alle andern schmuggeln." Das schwören sie sich gegenseitig zu. Hirsch Feinstein in Nimmersatt ist eines der beliebtesten Verkehrslokale für die„Zunft". Hier, auf preußischem Boden, verkehren ungeniert russische Gendarmen und russische Spitzel, die auch wohl selber Schmuggel treiben. Es scheint auch durchaus kein Phantasiegemälde — der Vorsitzende liebt augenfällig solche Argumente—, wenn Kugel berichtet, wie man versucht habe. ihn über die Grenze zu schleppen, um ihn dort festzunehmen. Denn erwiese» ist etwas noch viel Schlimmeres. Der Schmuggler- Wirt Feinstein ist zur Zeit der Verhaftung der Frau Kugel in Ruß- land sechs Wochen festgehalten worden, und aus keinem andren Grunde, als weil man von ihm die Namen der Schriftenschmuggler erpressen wollte. Die preußische Negierung jedoch, anstatt gegen diese Frechheiten des Zarismus zu protestieren, setzt Deutsche aus die Anklagebank und in den Kerker I— Freilich, diese preußische Regierung hat ja auch ihre Verteidiger, die öffentliche Meinung' und ihre Presse. Als Repräsentanten dieser Presse lernte man heute den Redakteur der„Post", Ruhkopf, kennen, der gemeinsam mit den, von 1893 bis 1903 andauernd wegen schweren Diebstahls, versuchter Erpressung, Betrugs und Unter- schlagung bestraften Abel die Kellerverschwörnng im„Vorwärts" enthüllt hat. Er erzählte, mit Abel ziemlich übereinstimmend, die rührende Geschichte, wie aus Entrüstung über die Ver- logenheit Bebels und auch aus patriotischer Aufwallung der ihm völlig unbekannte Abel eines Tages erschien and ihm mitgeteilt habe,>me in den Schauern tiefsten Geheimnisses die Russen im„VorwärtS"-Keller Hausen. Zwar hatte Bebel das Gegenteil im Reichstage erklärt, zwar wußte Ruhkopf, daß die Eni- rüstung Abels die Eigenschaft hatte, die Rede Bebels vorausgeahnt zu haben; denn schon vorher hat er die Polizei unterrichtet, der nichts Neues gesagt werden konnte. Aber er zweifelte nicht an dem Edelmut seines Gewährsmannes, der nicht einmal Honorar verlangt hatte. Indessen Ruhkopf, der geschworen hatte, nichts zu verschweigen, hatte Das Wichtigste vergessen zu sagen: Die„GeschäftSbeziehnngen" Abels mit der„Post" waren nämlich schon älter. Abel hatte schon vorher zwei Artikel über den Russenverkehr im„Vorwärts" der „Post" gesandt und diese waren, wie er nicht ohne Stolz erklärte, fast unverändert angenommen und— honoriert worden. das wußte Ruhkopf, aber er sagte es nicht, damit sich später ein ihm völlig unbekannter Abel um Bebels Rede entrüsten konnte. Auch sonst litten die polizei-phantastischen Aussagen des„Post"- Redakteurs an bedenklichen Lücken und Irrtümern. Sein Mitarbeiter Abel begann sehr theatralisch und einstudiert mit der erfreulichen Er- ckärung, daß er niemals Socialdemokrat gewesen, daß Schönstedt, der Justizminister, eine„sehr feingeistige Rede" gehalten und August Bebel im Reichstage eine gemeine Lüge geäußert habe. Er hoffte damit einen guten Eindruck bei den Richtern zu machen. Als er sah, daß dies Bemühen vergebens war, versuchte er sich wenigstens dadurch einen Abgang zu sichern, daß er klagte, wie der Geschäftsleiter des„Vorwärts" ihm grausam seine einzige Uhr ge- pfändet habe, als seine Unterschlagungen ans Licht kamen. Er verschwieg aber, daß diese Uhr Eigentum deS„Vorwärts" war. Abel hatte sie statt des Geldes für ein Inserat erhalten. Man er- raubte sie ihm zu tragen. Er wollte sie ratenweise abzahlen an den„Vorwärts". Nach der ersten oder zweiten Rate mußte die Entlassung erfolgen. Natürlich wurde die Uhr zurückbehalten. Abel oerschwieg diese Erläuterungen unter seinem Eide. So sind nun einmal die patriotischen Verteidiger des Zarismus. Der Vorsitzende war offenbar nicht sehr erbaut über diesen Belastungszeugen. Das erklärt vielleicht den heftigen Ausfall gegen die Socialdemokratie. Eine mißverständliche Aeußerung Glockes benutzte er, um zu erklären, es sei Princip bei den Socialdemokraten, vor Gericht nicht die Wahrheit zu sagen. Die Verteidiger wiesen das scharf zurück. Gerade heute, am Tage der Enthüllung der russischen Fälschungen, am Tage der Ruhkopf und Abel hätte der Vorsitzende nicht über socialdemokratische Moral Betrachtungen anstellen dürfen. Oben- drein ergab es sich gerade heute, daß der Staatsanwalt— im Falle Braun— eben erst eine Behauptung des Angeklagten für unmöglich erklärt hatte, die er selbst vor wenigen Wochen in den Akten als wahr bewiesen hatte. Am Schluß traf heute die telegraphische Nach- richt des Polizeipräsidenten von Charlottenburg ein, der polizeiliche Zeugenaussagen und Vorlage von Akten in der Angelegenheit Weber verweigert. Das Gericht lehnte Beschwerde von Amts- w e ge n ab. Die Verteidigung wird sich nun beschweren. Das Abzahlungsgeschäft Mirbach. Die Mirbachiade hat einen neuen Akt. Die„Köln. Ztg" erhielt vom Geheimrat Budde, dem Direktor der Berliner Hypotheken- bank-Aktiengesellschaft, eine Anzahl von Briefen, die zwischen Budde und dem Freiherrn von Mirbach gewechselt sind über die „Auflösung" des Conto K. Mit Zustimmung des Freiherrn werden die Briefe veröffentlicht. Sie lauten: Berlin W., Taubenstr. 22, den 9. Juli 1904 ELcellenzl Hochverehrter Herr Obcrhofmcistcr! Ew. Excellenz haben in Ihrer gerichtlichen Zeugenaussage vom IS. Juni c. bekundet, daß Sie diejenigen 325 000(mit aufgelaufenen Zinsen 327 358,30) Mark Re st guthaben Ihres Kontos K. bei der Pommernbank, über welche Ew. Excellenz ans Wunsch der früheren Direktoren der Bank, um das Konto auszulösen, am 28. De- zcmber 1900 als empfangen quittiert haben, t h a t s ä ch l i ch nicht erhoben und erhalten haben. Im Interesse der weiteren Verfolgung unsrer Ansprüche auf Erstattung dieser nach dem Kassa- buche wirklich der Bank entnommenen Summe bitte ich um sehr ge-- fällige Auskunft ergebenst, ob Ew. Excellenz darüber irgend welche Kenntnis oder Vermutung haben, von wem und für welche Personen oder Zwecke dieses Geld erhoben sein könnte. Mit vorzüglicher Hochachtung habe ich die Ehre zu zeichnen Elv. Excellcnz ergebenster gez.: I. B u d d e, Direktor der Berliner Hypothekenbank-Aktiengesellschaft. * Berlin, den 12. Juli 1904. Ew. Hochwohlgeboren erwidere ich auf Ihre Anfrage vom 9. d. M. ganz ergebenst, daß mir von dem Verbleib der 325 000 Mark(ff- 2353,30 Mark Zinsen) nicht das geringste bekannt ist. Wenn dieses Geld wirklich der Kaste der Pommernbmik entnommen ist, so kann ich nur vermuten, daß die früheren Direktoren der Bank, Herr Schultz und H e r r R o m c i ck, dasselbe erhoben haben, da sie sich hierzu wahrscheinlich für berechtigt hielten,, nachdem ich auf ihre Stiftung verzichtet hatte. Denn mir gegenüber haben die Herren stets erklärt, daß sie dieses Geld aus ihren eignen Mitteln bei der Pommernbank auf das Konto K.(Kirchenbauverein) eingezahlt hätten; über die anderweite Verwendung dieser 325 000 Mark(ff- 2358,30 Mark Zinsen) ist mir, wie gesagt, nicht das geringste bekannt. Gleichzeitig erlaube ich mir. Euer Hochwohlgeboren ganz ergebenst mitzuteilen, daß die unter meiner Leitung stehenden Stiftungen und Vereine auf meine Anregung hin in Erwägung gezogen haben, die durch mich empfangenen, von den früheren Direktoren der Pommern- bank gespendeten Gelder soweit zurückzuzahlen, als die Pommern- bank durch diese Spenden nachweisbar etwa Verluste gehabt haben sollte. Ich ersuche deshalb Euer Hochwohlgeboren, mir hierüber gütigst Auskunft erteilen zu wollen. In vorzüglichster Hochachtung Euer Hochwohlgeboren ergebenster F r e i h e r r V. M i r t> a ch. Berlin, den 13. Juli 1904. Euer Excellenz gestatte ich mir. für die im gestrigen Schreiben erteilte Auskunft verbindlichsten Dank auszusprechen. Ich entnehme daraus, daß die Berliner Hypothekenbank wegen der fraglichen 325 000 Mark nur gegen die früheren Direktor en der Pommernbank Ersatz- ansprüche geltend machen kann. In Bezug auf das an mich gerichtete Ersuchen beehre ich mich folgendes zu erwidern: lieber die von Herrn Schultz im Jahre 1899 geleistete Zahlung in Höhe von 00 000 Mark habe ich erst durch Ew. Excellenz Zeugenaussage vom 15. Juni c. Kenntnis erhalten. Herr Schultz hat im Jahre 1899 bei der Pommernbank und der Jmmobilienverkehrsbank grosie Summen in bar für seine persönlichen Bedürfnisse entnommen und gegen Jahresschluß seine Schulden bei der Jmmobilienverkehrsbank beglichen durch Einbringen von Werten in gleichen Nominalbeträgen, die sich in der Folge zum großen Teile als wertvoll und realisierbar heraus- gestellt haben. Ich kann, da die Bücher der Bank nichts darüber ergeben, nicht nachweisen, daß auch die vorgedachten 60 000 Mark der Pommernbank oder Jmmobilienverkehrsbank entnommen sind, und würde, wenn das der Fall wäre, nicht behaupten können, daß die Pommernbank um eben diese Summe ge- schädigt i st. Anders verhält es sich mit den im Jahre 1900 an Ew. Ercellenz gelangten Zahlungen von 150 000 Mark und 25 000 Mark(die letzteren Teilbetrag der mehrgedachten auf Konto K. bei der Pommernbank eingezahlten 350 000 Mark). Bezüglich dieser insgesamt 175 000 Mark ist nachgewiesen, daß sie von den Herren Schultz und Romeick bei der Jmmobilienverkehrsbank buchmäßig er- hoben, indes von der Pommernbank thatsächlich gezahlt sind. Die Deckung für diese Schuld ist von den genannten Herren bei der Jmmobilienverkehrsbank gegeben worden und durch lleberweisung völlig wertloser Forderungen. Hier halte ich den Nachweis für erbracht, daß die Pommernbank wirklich geschädigt worden ist. An andrer Stelle habe ich bereits erklärt, daß die geschädigte Bank keinerlei Rechtsanspruch auf Rückerstattung hat. Eine dennoch gewährte Erstattung würde deshalb eine völlig freiwillige Leistung sein. Sollten Ihre Vereine sich zur Rückzahlung entschließen, so würde die Berliner Hypothekenaktiengesellschaft als Rechtsnachfolgerin der Pommerschcn Hypothekenattienbank die legitimierte Empfängerin fein. Mit vorzüglichster Hochachtung verbleibe ich Ew. Excellenz ganz ergebenster gez.: Budde. Berlin. 15. Juli 1904. Ew. Hochwohlgeboren beehre ich mich auf Ihr Schreiben vom 13. d. M. ganz ergebenst zu erwidern, daß die unter meiner Leitung stehenden Stiftungen und Vereine sichbereiterklärthaben.dic Summe von 175 000 Mark an die Berliner Hypothekcnbank-Aktiengescllschaft, als Rechtsnachfolgerin der Pommerschen Hypothekenaktienbank, a n s z u- zahlen. Die Auszahlung soll sofort erfolgen, und bitte ich Ort, Tag und Stunde, wo dies geschehen kann, mir gütigst mit- zuteilen. In vorzüglichster Hochachtung Euer Hochwohlgeboren ergebenster Freiherr v. Mirbach. So will da? Gewissen der Kirchenbauer sich Ruhe schaffen. So soll die Pommernsünde wettgemacht sein, und wehe demjenigen, der dann noch wagt, die fromme Vortrefflichkeit durch böse Nachrede zu kränken. Spät, sehr spät! kommt die Neuethat der Mirbach-Unter- thanen. Leichter ward es den Vereinen des Oberbosineisters ein- zunehmen als herausgeben. Aber niemand möge behaupten, daß der allgemeine Unlville der Oeffentlichkeit den Entschluß herbei- geführt hat. Die Frommen gingen in sich und gaben heraus, was sie nach schwerem Ringen der Seele als unrecht Gut erkannten. 175 000 M. werden zurückgegeben! Wer mag nockj zweifeln, daß nun alle Akten der Hofbankaffaire geschlossen werden müssen? In Wahrheit aber verstärkt dieser neue Akt der Mirbachiade nur das trübe Bild der früheren. Die Vereine des Frhrn. v. Mirbach erklären, das Pommerngeld zurückerstatten zu wollen, n m d a s die Schultz und Romeick»achweislich die Pfandbricfinhaber g e- prellt haben. Es muß inmitten der Finanzverwirrung der Pommernhinterlassenschaft mit unerbittlicher Genauigkeit bei Heller und Pfennig die Schädigung nachgewiesen werden; wo der Nachweis nicht durchaus zu führen ist, da fühlt sich die fromme Neue der Kirchenerbauer ledig aller Verpflichtung. Man giebt wie auf Abzahlung an den öffentlichen Unwillen das- jenige heraus,>vas erwiesenermaßen andern Leuten gehört. Man erstattet eine Abschlagszahlung, um daS andre behalten zu dürren und in der Hoffnung, nun die Ankläger vom Halse zu bekommen. Herr Budde hat deutlich genug gesagt, daß auch der 60 000 Mark-Posten eine Minderung des Bankvermögens bedeutet, aber es ist nicht„nachweisbar", ob die Bank geschädigt wurde. Also haben die Kirchenvereine keinerlei Anlaß, diese Summe heraus- zugeben. Auch die weiteren 50 000 M.. die durch Freiherrn von Mirbach an das„Kleine Journal" gegangen sind, scheinen der Rege- lung nicht zu bedürfen. Und Conto K bleibt ei» Mysterium wie zuvor. Freiherr von Mirbach wiederholt die Angaben, die er schon vor Gericht ge- macht hat. Entweder haben die Schultz und Romeick die 325 000 M., die Freiherr von Mirbach quittiert hat. aber nicht wirklich empfing, in ihre Taschen gesteckt; dann ist es unverständlich, daß das Gericht sie in diesem Anklagepunkt freisprach. Oder ein a n d r e r hat die Summe erhalten. Die Gerüchte des Ge- heimnistes von Conto X werden nicht verstummen, ehe hier nicht Aufklärung geschaffen. 175 000 Mark wurden hingeworfen zur Begleichung der Kirchenbau- und Hofbank-Schuld I Nicht einmal der materielle Schaden wird vergütigi, der durch die Verleihung ter lockenden Hofbankfinna zahlreichen Vertrauensseligen zugefügt ist. Und noch lveit weniger denkt die Kirchlichkeit daran, den Bund mit der Finanz zu lösen, ans dem all' diese Fäulnis quillt. Man zahlt das„nachweisbar" durch Betrug ersvorbene Gut ab, um auf wohl- erworbenem Mammon desto wohlgefälligere Werke der Frömmigkeit zu bauen.— . Veutscdes Reick. lieber Könizsberger Absonderlichkeiten äußert sich die„FrankfurterZeitung": „Der Königsberger Geheimbund-Prozeß hat schon in seinem Beginn einige Aufklärungen geliefert, die für das hier geübte Ver- fahren ungemein charakteristisch sind. Auffällig ist da zunächst die Erschwerung der Verteidigung, welcher wesentliche Unterlagen vorenthalten worden sind. Es ist zu Ungunsten eines Angeklagten darauf Bezug genommen worden, daß dieser vor einigen Jahrzehnten einmal wegen Majestätsbeleidigung bestraft worden war. Das betteffcnde Utteil aber ist den Verteidigern nicht gezeigt worden, obwohl es bei den Akten war, angeblich weil es sich in einem besonderen Bündel befand. Noch merkwürdiger aber ist die Thatsache, daß den Verteidigern nicht einmal die Titel der inkriminierten Schriften, welche der Hauptanklage zu Grunde liegen, bekanntgegeben worden sind. Selbst der Vorsitzende des Gerichtshofs sprach seine Verwunderung hier- über aus; aber dieser Vorgang reiht sich nur an andre noch größere Absonderlichkeiten des Untersuchungsverfahrcns an. In der Donnerstagssitzung ist nämlich bekundet morden, daß die vom Steueramt auf die Polizei gelieferten Schriften einfach an — das russische Generalkonsulat zur Dnrckisicht gegeben wurden; dies Konsulat lieferte daraus der Polizei die angebliche Inhalts- angabe, und auf Grund eines solchen„Thatbestandes" wurde dann das hochnotpeinliche Verfahren gegen die„Verbrecher" ein- geleitet. Das ist ein bisher unerhörtes Vorgehen. In Königsberg i. Pr., wo es sickier unparteiische und autoritative Personen genug giebt, welche russische Schriften übersetzen können, wo eigentlich die Polizei selbst solche Dolmetscher müßte stellen können, wo an der Universität sicher geeignete Persönlichkeiten vorhanden sind, da geht man an das russische Konsulat, eine Behörde, die von vornherein Partei in der Sache ist und ein lebhaftes Interesse daran hat, daß von dem Schriftenschmuggel nach Rußland— der an sich in Deuffchland nicht strafbar ist— durch straftechtliche Verfolgung der Beteiligten ab- geschreckt werde. Und was nun dieses auf seine Zuverlässigkeit absolut nicht zu kontrollierende Konsulat oder die in ihm die Polizei- spionage übenden Personen als Inhalt der Schriften angeben, das gilt den preußische» Behörden als ausreichende Information, um daraufhin einzuschreiten. Sollte etwa diese Information die ganze Grundlage auch für die Anklage bilden? Das wird noch ans- zuklären sein; denn es wäre doch unglaublich. wenn das Gericht mit Feststellungen solcher Art, denen jede Autorität abzusprechen ist, behelligt sein sollte. Es ist aber schon schlimm genug, daß auf solche„vorläufigen Informationen" hin, wie es der Staatsanwalt nannte, Leute Monate lang in Unter- snchungShast genommen werden konnten. Diese Inhaltsangaben sind öffentlich als Fälschungen bezeichnet worden, ohne daß daran" bis heute eine Erwiderung erfolgt wäre. Es genügt nicht, nun mit der Verlegenheitsentschnldigung zu kommen, daß in der Eile ein Irrtum wohl möglich sei. Bei Citaten, die d e ni I u st i z in i u i st e r besonders zur Verfügung gestellt wurden, mit denen so stark nach außen zu wirken versucht wurde, darf es keine„Irrtümer" geben, und am allerwenigsten dürfen solche Irrtümer zu langdauernden Freiheitsentziehungen führen. Auf diese Dinge und überhaupt auf die vielen Geheimnisse, mit denen dieser ganze Prozeß umgeben ist, wird noch zurückzukommen sein."— Lorenz hilf! Die„ P o st" hat von Anbeginn des Königsberger Russen- Prozesses Förderung der Scharftnacherei erhofft, sie hat die dreisten Schwindeleien eines wegen gemeiner Vergehen aus dem„Vorwärts" entlassenen Menschen begierig aufgenommen und die Anklage mit allen Demmziantenkünsten geschürt. Jetzt sieht die„Post" ihr Hoffen kläglich zusammenbrechen. Der Königsberger Prozeß verläuft durchaus gegen ihre Wünsche. Und vollends durch die heutigen Vorgänge im Königs- berger Gerichtssaal wird das Hetzblatt der Reaktion von allen An- ständigen in seiner Gewissenlosigkeit gebrandmarkt; mußte doch der Redakteur Dr. Ruhkopf selbst gestehen, daß er sich von dem sauberen Gewährsmann Abel dumm und elend hat beschwindeln lassen. Mittlerweile aber unternimmt die„Post" Zuflucht zum Saubersten der Sauberen, zum Lorenz. Er soll ihr zum letzten Notversuch einer Beeinflussung des Königsberger Prozesses verhelfen und er besorgt das Geschäft in der Methode der minder leistungsfähigen Polizeigehilfen. Aus eignem hebt die„Post" in ihren viele Spalten um- fassenden Denunziationsartikeln— sie leistet deren sofort zwei, im Morgenblatt und Abendblatt— sogleich mit dem neuen Denunzianten- werk an. daß der„Vorwärts" in seinen Betrachtungen über den Prozeß„den Gerichtshof, die Staatsanwaltschaft und die Regierung in belvußter Fälschung der thatsächlichen Prozeßvorgänge lächerlich" mache. Die„Post" kennt in Berlin bereits die Vorgänge in Königs- berg so genau, daß sie sich der Aufgabe nicht entziehen kann, allerlei Behörden die Abscheulichkeiten des„Vorwärts" anzuzeigen. Mit Lorenz' Hilfe will dann die„Post" erweisen, daß die Social« demokratie ihre Ziele mit Gewalt erreichen will, daß schon ans den Grundsätzen der Socialdemokratte ihre Bereitwillig- k e i t zu Haudluugen zu folgern ist, wie sie den Königsberger Angeklagten zur Last gelegt werden. Der.Post"-Lorenz beweist seine Befähi- gung zum Polizeikommissar, indem er nach alter Manier uralte Citate aus dem Zusammenhang gerissen, auftischt; er beginnt— und kennzeichnet damit sogleich, wie wenig er doch in seiner einstigen socialdemokratischcn Gesinnung zu lernen verniocht hat— mit der heiteren Behaupttmg: eS lasse sich der Beweis führen,„daß die Marx'schen Lehren und die Lehren des russischen an- archistischen Soeialisten Baknnin so gut wie identisch gewesen sind". DieJdentitätwarso bedeutend, daß beide Männer sich aufsschärfste befehdeten und daß Marx sich von jeder Arbeit mit Bakunin lossagte. Vom kommunistischen Manifest, dessen bekannte Aeußerung über die Notwendigkeit der Gewaltanwendung längst durch neuere Partei- kundgebungen überholt ist, geht Lorenz zu Zeittingsausschnitten, die — das Gegenteil von dem zum Ausdruck bringen, was Lorenz wünscht, die nichts andres sagen, als daß gerade dann die zu- künftige Entwicklung Deutschlands eine friedliche sein wird, wenn das Proletariat sich zu möglichst ansehnlicher und die Feinde bannender organisatorischer Kraft erhebt. Weiter belastet Polizeikommissar Lorenz die Socialdemokratie durch die Sympathie, die sie terroristischen Attentaten in Rußland gezollt habe. Gerade diese Thorheit hätte die„Post" diesmal nicht übernehmen sollen, da sie soeben erst höchst bedenklicher Beschönigung des letzten Attentats des Finnländers Schauman gegen Bobrikow überführt wurde. Und zu stets erhabenerer Polizeilogik erhebt sich Lorenz. Er verteidigt die falsche Üebersetzung des russischen Konsulats, die den ersten Anstoß zur Einleitung des Verfahrens gab, also: „Die Verteidigung im Königsberger Prozeß macht viel Auf- Hebens davon, daß die vom russischen Konsulat zunächst gelieferte Üebersetzung der beschlagnahmten Schriften»falsch" ist. Das trifft nur auf de» Wortlaut zu, keineswegs auf den Sinn. Die falsche Uebersetzung ist so zu erklären, das; die Schriften der mehr oder weniger akademisch gebildeten russischen Revolutionäre in den Form wen düngen der Hegels che n Dialektik abgefaßt find, was auch ganz und gar für die Sprache von Marx und ziemlich weit für die Denk- und Ausdrucksweise z. B. der„Genossen" Kautskh und Mehring zutrifft. Nun sind heutzutage die wenigsten Menschen im stände, sich in der Hegelschcn Ausdrucksweise zurechtzufinden. Auch der Uebersetzer des russischen Kon- sulats ,st dazu offenbar nicht im stände gewesen und hat deshalb nur den Sinn, nicht den Wortlaut getroffen." Ganz Polizei-Dialektik I Der Wortlaut ist gleichgültig, der Sinn ist alles. Zugleich erfährt man von Lorenz die interessante Thatsache, daß die gefährlichen Schriften, die das russische Volk, das kaum lesen und schreiben kann, zu Hochverrat und andern Verbrechen aufreizen sollten, in einer Sprache abgefaßt sind, die zu verstehen »die wenig st en Menschen im stände sind"! Sollte die .Post" selbst beweisen, daß die Angeklagten in Königsberg den Inhalt der angeblich hochverräterischen Schriften gekannt haben, s o wird sie Freispruch fordern, da den Angeklagten ebenso wie dem russischen Generalkonsul die Unmöglichkeit zuzubilligen ist, die Unverständlichkeiten der Hegelschen Sprache zu verstehen. Die„ P o st" erachtet dies Lorenz-Material als überaus„be- lastend" für die Socialdemokratie. Wenn auch, so fügt sie schließlich hinzu, jetzt, infolge der Bourgeoisneignngen der Führer,„der revolutionär- gewaltthätige Charakter dieser Bewegnng zurück- tritt", so habe das keine Bedeutung für alle Zukunft. Anscheinend leistet die Polizei nicht genügend unter- irdischen D i e n st, um die Königsberger Anklagebehörde mit Material gegen die Socialdemokratie zu versehen. Die„Post" erachtet sich dazu ersehen, die ungenügende Polizeileistnng aus- zugleichen. Wir überlassen sie der ehrenhaften Aufgabe, die den Spießgesellen der Fink und Abel durchaus gebührt. Wir cisieren, was ein nichtsocialdcmokratischcs Blatt, an- gewidert vom„Post"-Lorenz-Treiben, sagt. Die„Berliner Zeitung" führt aus: „Ein unsauberes Gewerbe. Während ganz Deutsch- land gespannt nach Königsberg blickt, wo sich tapfere Angeklagte in heißem Kampfe gegen eine ans Liebedienerei gegen Rußland geborene Anklage wehren, bemüht sich eine von einem ehemaligenSocialdemo- kraten herausgegebene Korrespondenz, noch in letzter Stunde dem Staatsanwalt zu Hilfe zu kommen. Sie stellt ihre endlosen Spalten einzig in den Dienst der Aufgabe, die deutsche Socialdemokratie der revolutionären Gewaltpolitik zu verdächtigen und sie mit den russischen Terroristen in einen Topf zu werfen. Das wäre ja noch ein verhältnismäßig Hann- loses Vergnügen, da die Korrespondenz sich allgemeiner Mißachtimg erfreut. Aber ein deutsches Blatt, fteilich ist es die„Post" der Herren Fink und Abel, giebt sich dazu her, das denunziatorische Treiben der Korrespondenz durch Abdruck der Winke für den Staatsanwalt zu unterstützen. Ein solches Verfahren steht jedenfalls moralisch weit unter dem Niveau selbst der russischen Terroristen."_ Die deutsche Regiernngsform im englischen Urteil. In einem durchaus deutschfreundlichen Artikel der laufpnden Nummer der»Contemporary Review" wird unter anderm folgendes gesagt: „Für die meisten Leute sind der Zar und der Sultan einzige überlebende Exemplar des orientalischen Despotismus. Diese erslere ist ihnen die Verkörperung der Autokratie, der letztere das einzige überlebende Exemplar des orientalischen Despotismus. Diese Ansicht ist jedoch nur theoretisch richtig.... Aber es giebt ein Land, wo die perfönliche Herrschaft keine Fiktion ist, nämlich Deutschland. In keinem andern europäischen Staate ist die Be- herrschung der äußeren und inneren Angelegenheilen so vollständig in den Händen eines Mannes; in keinem andern Lande ist die Re- gierung so buchstäblich eine persönliche wie in Deutschland. Aber wie ist das möglich— wird man mir entgegenhalten— wie ist das nur möglich in einem Lande, wo die Socialdemokratie über 3 OVO 000 Stimmen erhalten hat, und wo die Kultur, die Wissenschaft und das Denken so hoch entwickelt sind? Und dennoch ist dem so.... Diese persönliche Herrschaft ist die hervorstechende Charakteristik des modernen Deutschlands. Sie zeigt sich in jeder Sphäre des Lebens, sowohl in der civilen, militärischen wie der bureaukratischen.... Die deutsche Polizei, die meistens aus ausgedienten Soldaten besteht, behält natürlicherweise den alten militärischen Kastengeist. Die ganze uniformierte Beamtcnwelr wird gelehrt, sich als eine Staats- klaffe zu betrachten, nicht ganz so hoch wie die Militärklasse, aber immerhin höher als die„Civilisten". Der Verfasser giebt dann ein Resumc der künstlerischen und litterarischen Urteile des Kaisers, be- spricht die Konflikte mit der städtischen Verwaltung Berlins und meint, daß die Deutschen sich im großen ganzen fatalistisch dem Regime fügen.„Im deutschen Geiste ist ein gewisser Fatalismus vorhanden, ein Gefühl der Ergebung: „was ist. muß sein". Diese Resignation verkrüppelt die Individualität und untergräbt die Initiative der Deutschen.... Das Resultat ist, daß die Deutschen, trotz ihrer Vorliebe für Kritik und Wissenschast, politisch ungebildet sind." So weit es sich um die bürgerlichen Klassen in Deutschland handelt, hat der Verfasser des Artikels in der„Eon- tcmporary Review" richtig beobachtet.— DaS neue badische Wahlrecht. Karlsruhe, lS. Juli. sEig. Bcr.) In heißer Arbeit— täglich zwei Kommissionssitzungen und da- zwischen noch Plenarsitzungen— ist die badische Wahlreform noch zum Abschluß gebracht worden. Am Freitagvormittag wurde in der Verfassungskommission der Zweiten Kammer noch eine Attacke deS Ccntrums gegen die Wahlkreiseinteilung abgeschlagen und damit den Herren die Lust an dem Extraprofit in Mandaten versalzen. Dann kam das ganze umfangreiche Werk im Plenum zur Verhandlung. „Verhandlung" ist eigentlich zn viel gesagt, man war ja in der Hauptsache einig, ändern ließ sich auch nichts mehr, denn alle Be- schlüsse beruhten auf Kompromiß, und so gab es nur noch Dankreden nach allen Richtungen hin. In der Schlußabstimmung stimmten die Socialdemokraten— diesmal allein � aus principiellen Gründen gegen die Verfassungsänderung. Den Beigesetzen stimmten sie zu.— Mit dem Abschluß der VerfassungS« und Wahlrechtsreform hat Baden nunmehr von allen deutschen Bundesstaaten das beste Wahlrecht. Es bleibt leider auch an diesem„besten Landtags-Wahlrecht" noch recht viel z u w ü n s ch e n ü b r i g und man kann sich danach einen Begriff machen wie wenig politisches Recht das Volk in den einzelnen deutschen Vaterländern hat. Die badische VerfassungS- und Wahlrechtsreform erstreckt seine Neuerungen auf drei Gebiete; in der Verfassungsreform ist die Verteilung der Rechte zwischen beiden Kammern festgelegt, fowohl was die Zusammensetzung wie die legislatorischen Rechte anlangt. Ferner ist das Wahlrecht in seinen Grundzügen festgelegt. In dem LandtagS-Wahlgesetz ist nur das Verfahren bei den Wahlen geordnet und durch die neue Wahlkreis- Einteilung soll alten, durch die BcvölkerungSverschiebung herbeigeführten Ungerechtig- leiten abgeholfen werden. Die Verfassungsänderung bringt eine Vermehrung der Mitglieder um 11 in der Ersten Kannner und um 10 in der Zweiten Kammer. Die Erste Kammer zählt nach der Reform 40 und die Zweite 73 Mitglieder. Der Zuwachs in der Ersten Kammer entfällt ausschließlich auf das bürgerliche Element; sechs werden gewählt auS Handels-, Land- wirtschafts- und Handwerkerkammer, der Rest setzt sich zusammen auS drei Oberbürgermeistern, einen Kreisausschuß ersetzenden und einen Vertreter der technischen Hochschule. Auch diese fünf Mitglieder werden gewählt. Außerdem ist der Großherzog gebunden, zwei höhere Richter mitzuernennen. Die legislatorischen Rechte bei der Kammer haben eine empfindliche Verschiebung zu Gunsten der Ersten Kammer erfahren.„Alle Gesetze, welche die Finanzen betreffen" konnten bisher von ihr nur im ganzen angenommen oder abgelehnt werden. Unter diesem, dem Einfluß der Zweiten Kammer fast allein unterliegenden Gesetzen waren von größter Bedeutung die S t e u e r- g e s e tz e. Mangelnder Eifer für die Volksrechte hat fteilich zu- gelassen, daß die Vorrechte der Zweiten Kammer häufig durchbrochen ivurden, und waren diese ursprünglich unbestrittenen Vorrechte schließlich recht bestritten. Durch die Verfaffungsresorm ist nun diese Streitftage zu Gunsten der Ersten Kammer entschieden worden, jetzt hat das„Herrenhaus" genau die gleichen Rechte wie die Zweite Kammer und Gesetze über direkte und indirekte Steuern, welche den Herren unangenehm sind, können ohne weiteres von ihnen reaktionär verstümmelt werden. Das Wahlrecht für die Zweite Kannner, welches in seinen Grundziigen in der Verfassung festgelegt ist, ist nunmehr das all- gemeine, gleiche, geheime und direkte, das nur zu der alten und leider überall üblichen Einschränkung, daß Almosenempfänger nicht wählen dürfen, noch neue Beschränkungen erhalten hat. infofern, als die- jenigen vom Wahlrecht ausgeschlossen sind, welche nicht seit zwei Jahren die Staatsangehörigkeit oder seit einem Jahr Staats- angehörigkeit und Wohnsitz in Baden besitzen; ferner diejenigen, welche im letzten Jahre von Aufstellung der Wählerlisten zurückgerechnet mit der Zahlung ihrer Staats- oder Gemeinde- Abgaben im Rückstände sind. Wegen diesen Einschränkungen stimmte hauptsächlich die socialdemokratische Fraktion gegen das Gesetz. Das Landtags-Wahlgesetz(Gesetz über das Wahl- verfahren) ist im allgemeinen dem Reichstagswahl-Verfahren in seiner neuen Form nachgebildet, oder es ist vielleicht richtiger, wenn gesagt wird, das alte badische Wahlverfahren, das schon die Vorteile enthielt, welche seit der letzten Reichs- tagswahl im Reichstags- Wahlrecht enthalten sind. ist diesem angepaßt worden. Nur sind die Verbesserungen, die wir voraus hatten, geblieben. So wird erfordert ein vollständiger Isolier- raun, zur Couvertierung der Stimmzettel nicht nur die in Preußen vielfach üblich gewordene Kiste auf dem Tisch. Die W a h l z e i t währt von 11 Uhr vorniittags bis 8 Uhr abends. Im zweiten Wahlgang gilt relative Mehrheit. An diesem zweiten Wahlgang nehmen die zwei Kandidaten mit den meisten Stimmen unter allen Umständen, sonst noch diejenigen teil, tvelche mindestens 15 Proz. der abgegebenen Stimmen erhalten haben. Alle vier Jahre findet Gesamterneuerung des Landtages statt an stelle der bisherigen hälftigen Erneuerung. Dies Gesetz bringt eine Reihe Verbesserungen, deshalb stimmte die socialdemokratische Fraktion dafür. Die Wahlkreis-Einteilung, die auch uusre Zu- stinmmng fand, ist nicht ideal, es sind viele natürlich zusammen- gehörige Kreise zerrissen worden, aber da die Kreise möglichst alle gleich stark sein sollen und außerdem 24 städtische und 49 ländliche zu bilden waren, ist eine bessere Einteilung schwer zu treffen. Die Einwohnerzahlen schwanken zwischen 26 500 und 28 900. Bei der nächsten Wahl im Herbst 1905 wird also direkt gewählt, unsrer Partei dürften ca. 12 Mandate sicher sein, das Centrum wird vielleicht auf 30, die Nationalliberalen auch ungefähr auf diese Höhe kommen. Mit der Zeit aber macht sich hoffentlich der Einfluß des direkten Wahlrechts darin geltend, daß nnsre Partei zu der ge- bührenden Vertretung im Landtage kommt. Daß das nicht allzu lange dauert, das ist der Wunsch, mit dem wir die Wahlreforni be- grüßen.—_ Hilgers Rückzug. Bochum, 16. Juli.(Privatdepesche deS„Vorwärts".) Kein zweiter Saarprozeß. Hilger zog den Strafantrag gegen den Redakteur Leim Peters von der„Bergarbeiterzeitung" zurück. Leimpeters hatte in St. Ingbert sehr heftige Angriffe auf den Saar- fiskus gerichtet, in derselben Versammlung, wegen der Krämer ge« maßregelt. Die„Bcrgarbeiterzeitung" brachte einen wörtlichen Bericht, der sehr scharfe Angriffe, viel schärfer wie Krämers Flug- blätter enthielt. Hilger klagte gegen Leimpeters. Der Prozeß sollte nächstens in Bochum stattfinden und ist jetzt erledigt, weil Hilger genug hat.*_ Gegen den Major u. Sydow, den Gatten der kürzlich in Braunschweig wegen Kindesmißhandlung zu vier Monaten Ge- fängnis verurteilten Frau v. Sydow, ist eine Militär-Unter- s u ch u n g eingeleitet worden. In dem Urteilstenor gegen seine Frau hieß cS bekanntlich, daß sich der Major an einer der Miß- Handlungen beteiligt hätte. Wegen dieses Vergehens nun hat sich der Major demnächst vor dem Kriegsgericht der 19. Division zu ver- antworten. Einstweilen aber haben Herr und Frau Major v. Sydow ein Bad zur Erholung aufgesucht!— Hueland. Oesterreich-Ungar». Wien, 16. Juli. Wie die„Neue Freie Presse" aus Trieft meldet, wurden der Vorstand und sechs Mitglieder des italie« nischen Turnvereins verhaftet, weil bei einer Haussuchung im Vereinsgebäude zwei Bomben, Zündhütchen, Pistons, Kapseln und V« Kilogramm weißes Pulver gefunden worden ist. Die Polizei war von Görz aus von dem Vorhandensein der Bomben benach- richtigt worden. Offenbar Spitzel- Bomben, um Vorwand gegen die italienische Bewegung in Trieft zu gewinnen!— England. Der dentsch-englische Schiedsvertrag. London, 14. Juli. Der deutsch-cnglischc Schiedsvertrag hat in England eine sehr kühle Aufnahme gefunden. Das beste Kommentar dazu ist das Schweigen der„Time s". Sie haben weder gestern noch heute etwas darüber gesagt. Dieses Schweigen ist sehr beredt.— Die„Morning Post" erklärt:».,. Wenn deutsche GeschichtS- schreiber Großbritannien als den Feind denunzieren, so verlangen sie für Deutschland eine Stellung, wie sie Louis XlV. und Napoleon für Frankreich beanspruchten. Es war deshalb an der Zeit, daß unser Land diese Thatsache ins Auge faßt und in Deutschland denjenigen Rivalen zu sehen, der nach der Oberherrschaft zu Land und zu Wasser strebt. Dies müßte die Basis unser Politik sein." Die„Daily Mail" legt dem Schiedsverträge keine Bedeutung bei. Man darf ihn nicht mit dem englisch-französischen vergleichen. „Das englisch-französische Abkonimen war nur möglich, da die französische und englische Nation zur lleberzcugung gelangt sind, daß von irgend welchen feindlichen Plänen zwischen beiden keine Rede sein kann. Dasselbe kann unglücklicherweise von der deutschen Nation nicht gesagt werden. Wir werden erst dann an die deutsche Freund- schaft glauben, wenn die deutsche Regierung ihr Flottenbudget herabsetzt. So lange dies nicht geschieht, bleibt nnsre Freundschaft mit Frankreich der Grundstein unsrer äußeren Politik."— „Der Vertrag mit Deutschland, erklärt die„Pall Mall", ist voll- ständig verschieden von dem Abkommen mit Frankreich. Jener be- zieht sich nur auf untergeordnete Punkte... Ein Konflikt mit Deutschland kann nicht aus einem direkten Zusammenschluß zwischen britischen und deutschen Interessen entstehen, sondern aus Komplikationen in der internationalen Politik. Derartige Komplikationen können möglicherweise entstehen in Fragen, die die Zukunft Oesterreich» Ungarns, Hollands, Belgiens und der Türkei betreffen. Von unmittelbarer Wichtigkeit kann der Friedens« vertrag zwischen Rußland und Japan werden, da dieser Vertrag über das Schicksal Chinas entscheiden wird. Die Erledigung der- artiger internationaler Fragen hängt nicht von dem guten Willen des Königs und des Kaisers ab. Dann muß noch eines in Betracht gezogen werden. Unser Abkommen mit Frankreich wurde nur des- halb möglich, weil eS von der öffentlichen Meinung beider Länder verlangt wurde. Dagegen wäre es unsinnig, die Thatsache ignorieren zu wollen, daß zwischen England und Deutschland kein gegenseitiges Vertrauen vorhanden ist. Das englische Volk hat unsrer Ansicht nach die wohlbegründete Besorgnis, daß Deutschland alles aufbieten würde, unfern Bundesgenossen (Japan) um die Früchte seines Sieges zu bringen." Asien. Aus Ticntsin wird dem„Reuterschen Bureau" gemeldet: Am Donnerstagabend kam es in der Eingebornenstadt von Schanhaikwan zu einem Zusammenstoß zwischen betrunkenen französischen und japanischen Soldaten, die sich mit Bajonetten angriffen. Zwei Franzosen wurden getötet. 9 Japaner, mehrere Franzosen und ein Polizist wurden verwundet. Letzterer erlitt schwere Verletzungen. Afrika. Tanger, 15. Juli. Die Nachricht, daß Eingeborene einen An- griff auf den hiesigen Korrespondenten der„Times" unternommen hätten, bestätigt sich nicht; wohl aber hat die marokkanische Regierung 120 Soldaten abgesandt, um sein Haus gegen Uebersälle zu be- wahren.—__ Königsberger Geheimbnnds- und Hochverrats-Prozetz. Königsberg, 16. Juli. Fünfter Verhandlungstag. Der Vorsitzende eröffnet um 9 Uhr die Sitzung und teilt mit, daß Oberstaatsanwalt Dr. Dröscher auf einer mehrtägigen Gebirgstour in Oesterreich begriffen ist und daß ihm deshalb die Ladung nicht hat zugestellt werden können, daß dagegen die Akten wider Reichwald in Mlawa vom Gericht in Allenstein ein- gegangen seien. Vert. Haase: Die Verteidigung hat gestern im Vertrauen darauf. daß die Uebersetzung des russischen Strafgesetz- buches durch die Botschaft in Berlin vollkommen sei, auf jede Nachprüfung verzichtet. Jetzt wird uns mit« geteilt, daß diese Uebersetzung in wesentlichen Punkten nicht zutrifft. (Große Bewegung.) Bor allem hat uns die Botschaft darüber im Unklaren gelassen. daß andre Paragraphen für uns von Bedeutung find, weil diese gerade die MajestätSbeleidiguugen behandeln und der hier angezogene Paragraph ausschließlich thätliche Akte und andre Akte des Hochverrats gegen den Zaren behandelt. Es ist ferner von Wichtigkeit, festzustellen, daß in dem ersten Paragraphen, der von der Gegenseitigkeit handelt, die entscheidende Stelle wezgelassen ist, nämlich, daß die Gegenseitigkeit durch besonderes Traktat oder Staats- gesctz verbürgt sein muß.(Wiederholte große Bewegung.) Der Verteidiger überreicht zugleich einen schriftlichen Antrag auf Vernehmung des Professors Dr. v. Reußner vom Orienta- tischen Seminar in Berlin als langjährigen Lehrers des russischen Staatsrechts, um ihn als Sachverständigen zu vernehmen. Der Sachverständige Professor Dr. Reußner ist bereits anwesend. Bert. Haase: Mir liegt als Verteidiger des Angeklagten Braun die Pflicht ob, nachzuweisen, daß mein Klient vom ersten Augenblick an die volle Wahrheit gesagt hat. Nun hat Kriminalkommissar Wohlfromm hier bestritten, Braun die Mitteilung von seiner Be- laftnng durch Klein gemacht zu haben. Ich habe setzt in den Akten eine» eigenhändigen Vermerk der Staatsanwaltschaft gefunden, der dieses Gespräch ganz so wie Braun wiedergiebt.— Erster Staatsanwalt Gcheimrat Schütze bittet, auf diesen Punkt nicht weiter einzugehen, da er nach der eidlichen Aussage der Frau Borchardt die Darstellung Brauns gar nicht mehr in Zweifel ziehen wolle. Vert. Heinemann weist die Fehler in der lleber« s e tz u n g der russischen Botschaft im einzelnen nach. Der Präsident stellt fest, daß nur zwei Paragraphen bezweifelt seien. Bei den übrigen nehme er nun an, daß sie endgültig als richtig anerkannt werden.— Vert. Liebknecht: Nach diesen Erfahrungen mit den Uebersetzungen durch amtliche russische Behörden behalte ich mir alles vor. Staatsanwaltschaftsrat Dr. Caspar: Nach dem Prozeßbericht der„Königsberger Hartnngschen Zeitung" soll in einer der lettischen Schriften gestanden haben:„Die Socialdemokratie will möglichst wenig Blut vergießen". Ich vcvstand gestern die Stelle so,„als ob sie möglichst viel Blut der Feinde und möglichst wenig Blut ihrer eignen Anhänger vergießen will".— Vert. Haase bestreitet die Richtigkeit dieser Anffassimg. Uebrigens fände die Vereidigung all- täglich die schwersten Fehler in gewissen Prozeßbcrichten, ohne daß sie jemand hier gleich berichtigte. Sachverständiger Dr. B a l l o d wird beauftragt, daSrussische Strafgesetzbuch in den hier in Betracht kommenden Para- graphen wörtlich zu übersetzen. Zunächst bestätigt er auf Befragen des Vorsitzenden, daß litauisch und lettisch nicht ohne weiteres jedem gleich verständlich seien. Diese Sprachen verhielten sich etwa wie dänisch und hochdeutsch. Auf Befragen der Staatsanwaltschaft sagt noch Kriminal- kommissar W y n e n, daß M i n k a, dessen Name in Treptaus Notiz- kalender gefunden wurde, ein inLondon lebender Social» d e m o k r a t sei. giebt aber auf Befragen des Verteidigers Lieb- knecht zu, daß in seinem Verlage auch Schriften TolstojS erschienen seien. Der Zeuge spricht noch die Ueberzeugung ans, daß die Attentate in Rußland mit der social- revolutionären Partei zusammenhingen. Das habe der Prozeß Hirsch- Gerschuiig bewiesen.— Vert. Liebknecht: Wenn die Staatsanwaltschaft auf diese letztere Aussage Gewicht legen sollte, so müssen mir darauf bestehen, daß die Beweisaufnahme jenes Prozesses unter den deutschen Garantien wiederholt wird.— Bor« sitzender: Aber wir schweifen schon wieder ab. Von den heute vorgelagenen Zeugen Ivird zunächst vernommen Bauer Karol alias Schlippernick aus Polangen. Auf die Frage, ob er wegen Meineides vorbestraft sei, antwortete er: wegen Konterbande!(Heiterkeit.) Der Zeuge sagt lettisch ans mit Hilfe des Dolmetschers Dr, Ballod. Plötzlich unterbricht der Vorsitzende: Angeklagter Kugel, Sie verstehen alles, das seh' ich Ihnen am Gesicht an.— Kugel: Ja, ich verstehe alles, was der Dolmetscher sagt.(Heiterkeit.)— Zeuge Karol bestätigt, daß Kugel nur lettisch und nicht litauisch kann.— Zeuge erzählt dann weiter, Kugel habe einmal im Febniar 1900 seine Frau zu ihm geschickt, er könne etwas verdienen, wenn er etwas bednicktes Papier über die Grenze schaffe. Er habe sich ge- fürchtet, daß es schlechte Bücher seien. Er sei zum Polizcimeister gegangen und der habe ihm befohlen, die Schriften zu schmuggeln und ihm zu bringen; er werde dafür bezahlt. Als er aber mit Kugel bei Feinstein verhandelt habe, sei er über den Schmuggelpreis nicht einig geworden. Der Polizeimeister habe ihm dann den Vor- Wurf gemacht, er hätte die Schriften auch für den niedrigsten Preis hinüberführen sollen, er aber habe gesagt: Nein, denn dann hätte Kugel gleich gemerkt, daß ich die Schriften nicht zum Empfänger fahre. (Heiterkeit.) Schließlich habe Kugel ihm einen besseren Preis geboten, und da habe er die Schriften hinübergeschafst. Ein zweites Mal habe er sie gleich an dir Polizei abgegeben, weil die Adressaten ja schon beim ersten Mal verhaftet worden waren(Heiterkeit).— Vors.: Habe» Sie noch etwa? zu bemerken?— Zeuge Kugel: Herr Präsident, wer be- zahlt mir meine Reise?(Große Heiterkeit.)— Bors.: Sie haben früher gesagt, Klein wäre beim zweiten Mal beim Verpacken der Schriften in Memel anwesend gewesen.— Zeuge Karol sauf Klein zeigend): Der war es bestimmt nicht, aber vielleicht der(Braun- Königberg zeigend).(Große Heiterkeit.) Schließlich sagt Zeuge aus, es wäre in einem Uhrladen(ftiiher sagte er: Tuchladen) gegenüber dem Gronauschen Geschäft in Memel gewesen.— Vors.: Nun, Treptau, da kommen wir der Sache schon näher.— Bert. H a a s e: Treptau hat selbst gesagt, daß Russen bei ihm Schriften verpackt und abgeholt haben.— Zeuge Karol erzählt noch, daß er vom Polizeimeister in Polaugen für die erste Sendung acht Rubel bekommen und daß Kugel ihm von dem Inhalt der Pakete gesagt habe:.Es giebt in Rußland junge Leute: wenn die diese Schriften lesen, werden sie klüger."(Heiterkeit.)— Angeklagter K u g e l:„Wußte ich doch überhaupt nicht selbst, wag sind in die Paketen."(Heiterkeit.) Die Verteidiger stellen noch fest, daß sich in dem Protokoll der kommissarischen Vernehmung Karols in Libau große Ungenauigkeiten befinden, so der Name: Fritz Klein, die Bezeichnung.revolutionäre Schriften" usw. Zeuge Andreas Skudik, Polizist und Bauer, ebenfalls in Polangen, schildert dieselben beiden Fälle vom Standpunkt der Polizei aus. Er giebt an, daß einer der im ersten Falle Verhafteten Ernst Rolan war. Im zweiten Fall hat der Bnider des Zeugen diesem die Schriften in die Hände g e- schmuggelt. Zum zweiten Fall bemerkt Zeuge Skudik, der Gastwirt Fe in st ein sei dafür bekannt, daß er jeden Schriften- schmuggel sofort der rtlssischen Polizei mitteilt.— Vert. Schwarz: Ist der Zeuge von dem Polizeimeister in Polangen beauftragt worden, Kugels Haus zu bewachen?— Zeuge: Nein. Ich bin nur öfter über die Grenze geschickt worden, um aufzupassen, ob Schriftenttansport» unterwegs seien.— Vert. Schwarz: Ist Ihnen bekannt, daß andre Polizei- beamte beauftragt Ivorden sind, Kugel bettunken zu machen und über die Grenze zu schleppen?— Der Zeuge verneint.— Weiter- hin wird sein Bruder Jan Skudik vernommen. Er giebt an, nur wegen Schmuggelns von Schnaps bestraft zu sein. Zeuge hat eines Tages auf Veranlassung seines Vaters von Kugel aus einen jungen Russen über die Grenze bringen wollen, er hat aber gemerkt, daß er falsche Schrifttn bei sich hatte und ihn deshalb der Polizei angezeigt. Der Verhaftete war Rökan. Dafür hat Zeuge 60 Rubel von der Polanger Polizei bekommen. Zeuge Ansas Szuiszell bekundet, daß K u g e l häufig mit allen möglichen Schmugglern bei Feinstein verkehrt hat, mit Karol, mit Skudik usw.— Vors.: Sind das denn Schmuggler?— Zeug«: Da drüben schmuggelt alles. (Heiterkeit.) Vors.: Schmuggeln Sie denn auch?— Zeuge: Rein, nein! (Große Heiterkeit.) Ich habe nur Sachen bei nur abholen lassen.— Vors.: Hat Kugel Sie überreden wollen, Socialdemokrat zu werden?— Z e u g e: Er hat mir einen Wahlzettel für Braun ge- geben. Zeuge Hirsch Salomon Frinstein, Gastwirt in Nimmer- satt, giebt an, daß Kugel viel mit Schmugglern verkehrt und sich vom Schmuggeln ernährt hat. Einmal seien Kugel, Treptau und Schlippernick zu ihm gekommen. Der Zeuge giebt an, daß Kugel ihm bis heut« die Miete schuldig ist für die Zeit, wo er bei ihm wohnte.— Vors.: Angeklagter Kugel, Sie haben doch von Treptau für die Auslösung der Sachen Geld bekommen?— Angekl. Kugel: Das brauchte ich nicht zu bezahlen, weil ich die konttalt- mäßig festgesetzte Leistting nicht bekommen habe.(Heiterkeit.)— Zeuge Feinstein: Kugel ist eines Tages zu meiner Tochter gekommen, hat gesagt, wir hätten uns geeinigt, und hat seine Möbel geholt. Zeuge hat ihn wegen BettugeS angezeigt, aber es war schon verjährt. Schließlich hat Zeuge gellagt, die Exekutton ist aber fruchtlos ausgefallen und er hat noch die Kosten bezahlen müssen. Auf eine Frage des Vert. Schwarz erzählt Zeuge F e i n st e i n, er sei nur wegen der Frau Kugel inRußland verhaftet und, obwohl er deutscher Unterthan sei, sechs Woche» festgehalten worden, um auszusagen, was Frau Kugel treibe. Zeuge bestteitet, daß russische Polizeibeamte zahlreich nach Preußen herübergekommen seien, um herumzuschnüffeln. Vert. Schwarz: Herr Präsident, Kugel macht mir soeben eine Mitteiluiig, die er bisher, wie er sagt, auS Furcht, daß es ihm in Deutschland schlecht gehen könnte, unterlassen hat. Der An- geklagte Kugel erzählt nun, daß vier starke kräftige Männer einmal versucht hätten, sich seiner in Nimmersatt zu bemächtigen, um ihn gewaltsam nach Rußland zu bringen. Er habe sich aber mit einem Revolver gewehrt, der ihm ftüher einmal zur Reparatur über- geben worden sei und zu dem er sich m Tilsit Pattonen gekaust habe. Schließlich habe er sich in ein HauS gerettet.— Vors.: DaS ist eine etwas mysteriöse Geschichte. die von viel Phantasie zeugt. Schon der Revolver, zu dem Sie sich bereit» vorher die Patronen gekauft haben wollen, macht einen durchaus unglaubwürdigen Eindruck.— Zeuge Oberwachtmeister v. F r i t s ch e n aus Memel: Ich habe viel- fach auch den Zeugen Lemke bei meinen Recherchen im vorigen Jahre diesenVorfall erzählen hären.— Zeuge Fein- stein kann sich des Borfalls nicht entsinnen.— Angekl. Kugel erinnert diesen daran, daß er selbst zwei Leute, die b e i ihm Bier tranken, bei seiner Vernehmung im Gefängnis in Liebau als russische Gendarmen wiedererkannt habe.— Zeuge Feinstein bestätigt das.— Vors.: Daran ist doch nichts Schlimmes, wenn Polizisten einmal jenseits der Grenze Bier trinlen.— Zeuge Redalteur B o r ch a r d t erbietet sich zu be- zeugen, daß Kugel ihm diese Mitteilung schon vor zwei Zähren gemacht habe.— Der Borsitzende erklärt den ganzen Borfall für unerheblich. Der Gerichtshof beschließt, alle fünf Zeugen zu vereidigen und im Einverständnis mit der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft auf die Ladung des Oberstaatsanwalts Dr. Dröschrr zu verzichten. Dann ttitt eine Pause von zehn Minuten ein. Nach Wiederaufnahme der Verhandlung bekunden die Zeugen Kaufmann Fritz Alexander und Buchdruckereibesitzer Eduard DomlowSki aus Tilsit, daß bei MertinS Rusien Pakete ab- holten. Zeuge Dr. Karl Ruhkops, Redakteur der Berliner„Post", sagt aus: Ohne irgend welches Zu- thun sind unsrer Redaktion von dem Zeugen Abel Mitteilungen ge- macht worden, daß im Keller des„vorwärts", in den allen sonstige» Angestellten der Zuttitt versagt worden sei, Schriften von Russen ver- packt würden, deren Charakter er nicht kenne, von denen er aber annehmen müsse, daß eS sich um verbotene Schrifttn handle, weil sie ausschließlich von Russen verpackt worden seien und nicht von Angestellten des„Vorwärts". Da ich annahm, daß nach den hier schon vorgenommenen Verhaftungen auch in Berlin die Polizei auf solche Mitteilungen zugreisen würde, so prüfte ich den Abel auf seine Glaubwürdigkeit. Er versicherte, er habe nur u u s N 0 t die Stelle beim„Vorwärts" angenommen. Er sei auch nicht als Socialdemokrat, sondern nur wegen seiner geschäftlichen Tüchtigkeit angestellt worden. Auf die Frage, was im Keller unten vorginge. wurde ihm geantwortet:.Ach, das sind die Russen I' Abel habe keinerlei Entgelt verlangt und erhalten, sondern seine Mtteilung nur auS Erbitterung über Bebel» Bestreiten der Beziehungen der russischen Socialdemokratie zur deutschen Partei gemacht. Inzwischen hat ja die Vernehmung de« Angeklagten Pätzel die Richtigkeit der Aussagen Abels bestätigt.— Verteidiger H a a s e: Haben Sie der Polizei Anzeige gemacht?— Zeuge Dr. R u h k o p f: Abel sagte mir, Verantw. Redakteur: Paul Büttner. Berlin. Jnserateuttil vuantw. er hätte die Anzeige schon erstattet. die Polizek have aher nicht zugegriffen.— Verteidiger Schwarz:„Sie glauben, daß etwas Strafbares geschehen sei? Würden Sie auch einen Leitartikel bringen, wenn Sie bei einigen Leuten aus Ihren Kreisen strafbqre Handlungen vermutete»?— Der Präsident bittet, die Fragen nicht so polittsch zu fassen.— Vert. Lieb- k n e ch t: Haben Sie nun an die ehrliche Entrüstung des Abel geglaubt, als Sie erfuhren, daß er schon bei derPolizei gewesen war? Zeuge R u h k o p f: Ich nahm an, er hätte die Anzeige aus patriotischen Gründen erstattet.— Vert. Heinemann: Warum glaubten Sie denn, daß etwas Sttafbares geschehen sei, nachdem die Polizei nichts Strafbares gefunden hatte?— Zeuge: Die Polizei kann auch irren.— Vors.: Sie wollten jedenfalls die GeheimniSthuerei aufdecken; durch die öffentliche Erörterung mußte sich dann ergeben, ob etwas Strafbares geschehen sei oder nicht. Zeuge Hermann Abel, vorbesttaft im Jahre 1883 wegen schweren Diebstahls, 1885 wegen BettelnS, 1391 wegen ErpresiungSversucheS, 1893 wegen Gewerbe- Vergehens, 1903 wegen Unterschlagung, erklärt: er sei durch die exaltierte Art und Weise, wie August Bebel die feinsinnige Bemerkung des Justizminifiers Schönstedt,.die Untersuchung könne noch weiter greifen", in Abrede gestellt hat, zu seinen Mitteilungen an die„Post" veranlaßt worden. Bebel habe die gemeine Lüge aus- gesprochen, im Keller würde nichts verpackt, was nicht offen im Laden verkauft werde. Dabei lägen im Keller in einem Koffer verpackt russische Schriften, die im.Vor- wärts" gar nicht verkaust würden. Zudem sei Bebel Firmen- träger deS„Vorwärts", und es sei undenkbar, daß solche Eingriffe in den Geschäftsbetrieb, ohne daß die leitenden Persönlichleiten Kenntnis davon haben, möglich seien.— Vert. Haas«: Ist denn Bebel öfter in der Expedition des„Vorwärts" gewesen?— Zeuge Abel: Er ist wiederholt durch die Expeditton gegangen. Er war ja auch oft mit Russen zusammen.— Vert. H a a s e: Jawohl, auch mit Franzosen, Engländern und besonders mit vielen Deutschen!(Heiterkeit.) Sie behaupten, durch Bebels Parlamentsrede so empört gewesen zu sein? — Zeuge Abel: Ja.— Vert. Haase: Warum waren Sie aber schon vorher auf der Polizei, nm Anzeige zu erstatten?— Zeuge Abel: Ich war zwangsweise aus dem Geschäft des„Vorwärts" ausgeschieden und die allerdings wahren Ursachen sind unter anderm von dem Expedienten Glocke verbreitet worden.-» Vert. Haase: Also deshalb. Haben Sie von der„Post" irgendwelchen Entgelt erhalten? Haben Sie sich um eine Stelle beworben oder sonst mit ihr in Beziehung ge- standen?— Zeuge Abel: Ich hatte früher einen Artikel und eine Nottz für die„Post" geschrieben, die honoriert«orde» sind. Vert. Haase: Herr Zeuge Ruhkopf, ich will nicht sagen, daß Sie diese Thatfache haben verschweigen wollen, aber aus Ihrer Aus- sage war sie jedenfalls nicht zu entnehmen. Wußten Sie vor. diesem Artikel?— Zeuge R u h k o p f: Ja. Vert. Heinemann: Sie sagten, daß den übrigenAngestellten der gutritt zum Keller untersagt gewesen sei? Was war eigentlich in diesem Keller außer den russischen Schriften? — Zeuge Abel: Nur Makulawr.— Verteidiger Liebknecht: Ich bitte diese Aussage zu protokollieren.— Verteidiger Heine- mann: War in diesem Keller nicht auch die Garderobe für die Angestellten der Expeditton?— Zeuge Abel: Allerdings.— Verteidiger Liebknecht: Und Sie wagen von Bebel«l» einem gemeinen Lügner zu sprechen I Sie sind wegen BettngS und Unter- schlagung aus dem„Vorwärts" entlassen worden. Soll ich Ihnen das von Ihnen unterschriebene Schriftstück hierüber vorlesen?— Zeuge Abel: Bitte, mir ist das ganz schnuppe! Der Reichstags-Abgeordnete Fischer hat mir dabei noch meine Uhr und Kette abgeknöppt.(Heiterkeit.)— Borsitzender: Ich glaube ja, daß Sie durch die ständigen Angriffe der Verteidiger gereizt werden, aber Sie müssen doch in einem an- ständigen Tone antworten. Sie haben schon vorher einen Abwesenden, der sich hier nicht verteidigen kann, in ganz ungehöriger Weise an- gegriffen.— Vert. Heinemann: Sie sagten, es war eine ge- meine Lüge Bebels, daß im Laden des„Vorwärts" dieselben Schriften verkaust würden, die unten im Keller verschickt wurden, und beriefen sich dabei darauf, daß Tie die im Keller gefundenen russischen Bücher gesehen hätten. Ist Ihnen nicht bekannt, daß Marx'„Kapital". Bebels„Die Frau" und Kautsky«„Erfurter Programm" den Russen gebunden im Laden des„Vorwärts" verkauft werden? Zeuge Abel: Nein, sie wurden höchstens aus dem Engros- lager geholt.(Lachen im Zuhörerraum.)— Verteidiger Heinemann: War Ihnen irgendwie verboten, in den Keller zu gehen, oder mußten Sie nicht vielmehr jeden Morgen und jeden Abend von dort Ihre Garderobe holen? Zeuge Abel: Ja, ich habe nie das Gegenteil behauptet.— Vert. Heinemann: Herr Zeuge R u h k o p f, was sagen Sie dazu?— Zeuge R u h k o p s: Ich kann nur nach bestem Wissen und Gewissen versichern, daß Abel mir gesagt hat, dem Personal sei der Eintritt in den Keller verboten gew e sen.— Verteidiger Haase: Herr Ruhkopf, wie kommen Sie darauf, daß der„Vorwärts" an dem Verttieb der russischen Schriften be- teiligt sei, ehe Sie diese Nachricht hatten?— Zeuge R u h k o p f: Der„Vorwärts" nahm sich der Verhafteten in Königsberg in einer so übertrieben lebhaften Weise an und machte daraus eine so große Haupt- und Staatsaktion, daß diese Ver- mutung sehr nahe lag.— Verteidiger Haase: Das ist für die ArtJhrer Folgerung sehr charakteristisch.— Zeuge Abel giebt schließlich noch an. daß auch unter der Adresse von Bruns russische Druckschriften an den.Vorwärts" gekommen feien. Zeuge Expedient des„Vorwärts". Theodor Glocke, erklärt, daß er russische Parteigenossen öfter» im Keller des.Vorwärts" habe ein- und ausgehen sehen.— Der Vorsitzende hält ihm vor. daß er früher anders ausgesagt habe.- Zeuge Glocke: Ich war allerdings damals zurückhaltender.— Vors.: Sie bestätigen un» damit, was ein Vertrauensmann Ihrer Partei uns schriftlich gegeben hat, daß e» nämlich Grundsatz der Socialdemokratie ist, vor Gericht ja nicht die Wahrheit zu sagen.(Große Bewegung.) Vert. Haase(sehr erregt): Ich weiß wirklich nicht. Herr Präsident, wie Sie dazu kommen, aus diesem Borfall und dem Brief, den Linde genügend aufgeklärt hat, einen so verallge- meinernden Borwurf gegen meine Partei zu erheben. Wenn die Be- schuldigten ihre Aussage verweigern, so ist das ihr gutes Re% und jeder Versuch, sie zu einer SuSsage zu veranlassen, ist unzulässig. -- Vors.: Derartige Ausführungen gehören wohl ins P l a i d o Y e r.— Bert. Haase: Auch ich vermeide derarttge AuS- sührungen. aber eine solche Bemerkung kann ich unmöglich unwiber- sprachen lassen und ihre Richtigkeit damit gleichsam zugeben. Zeuge Expedient Rautmann schließt sich den Bekundungen Glocke'« und Pätzel'» an._ Db-GlMte-Berlm. u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstgl Die Sachverständigen Dr. Ball od und Professor Rost legen nunmehr die wortgetreue Uebersetzung der einschlägigen Paragraphen des russischen Sttafgesetzbuchs vor. Der strittige Paragraph lautet in der Uebersetzung des Königsberger Konsulats, die von der russischen Botschaft in Berlin bestätigt ist, folgender- maßen: Russisches Strafgesetzbuch Z 260: Wenn ein in den§§ 241, 242 und 249 vorhergesehenes Verbrechen gegen ein auswärttges Reich verübt worden ist, mit welchem Gegenseitigkeit verbürgt ist, oder gegen den Herrscher des- selben Reiches, so wird der Thäter zur Verbannung nach Sibirien und zum Verlust aller Rechte verurteilt. Der hier angezogene 8 241 lautet: „Jedes Verbrechen und Vergehen gegen daS Leben, die Gesundheit und die Ehre des Kaisers von Rußland... wird mit dem Tode Bestraft." Die Verteidigung behauptet, daß im§ 260 nach dem Worte »Gegenseitigkeit" die Worte„durch besondere Traktate»der Gesetze" fehlen und daß in dem§ 241 das Wort„Ehre" nur so viel wie„körperliche Unversehrtheit" bedeute, so daß für Mnjestäts- beleidtgungen die Gegenseitigkeit nicht verbürgt wäre. Die S a ch- v e r st ä n d i g e n stellen fest, daß die bezeichneten Worte in dem russischen Sttafgesetzbuch stehen und daß die wörtlichen und schrist- lichen Majrstätsbeleidigungen in andren als den von der russischen Botschaft angegebene» Paragraphen angegeben werden.(Große, langnndaurrnde Bewegung.)— Der Gerichtshof beschlieht, den Zeugen Glocke wegen Verdachts der Mitthäterschaft nicht zu vereidigen, wohl aber die Zeugen Abel, Ruhkopf und R a u t m a n n. Inzwischen ist ein T e l e g r a m m des Charlottenburger Polizei- Präsidenten eingelaufen, worin er die Vorlegung der Akten über die Beschlagnahme bei Weber verweigert und den Polizeibeamten Zwitschinski und v. Kusinowski die Aussage hierüber verboten hat.— Vert. Liebknecht beantragt, daß daS Gericht gegen diesen Bescheid von Amtswegen die gerichtlich zulässige Beschwerde erhebt. Die Aktenvorlegung kann nur verweigert werden, wenn durch die Mitteilung die Sicherheit des Staates gefährdet wird. Davon kann hier nicht die Rede sein, eS sei denn, daß Tbat- fachen dadurch zu Tage kommen, die aufs äußerste belastend für das Berliner Polizeipräsidium find. Der Gerichtshof lehnt diesen Antrag ab.— Bert. Lieb- knecht erklärt, daß nunmehr die Verteidiger den Beschwerde- weg beschreiten würden und giebt zugleich für den Zeugen Glocke folgende Erklärung ab: Der Zeuge Glocke bedauert das Mißverständnis, das zu dem hefttgen, allgemeinen Angriff des Vorsitzenden geführt hat. Er hat seiner Zeit in Berlin die Empfindung gehabt, als Beschuldigter aussagen zu müssen, und ist darum so zurückhaltend gewesen. Er bedauert, so ungeschickt gewesen zu sein, durch seine heutige Darstellung die allerdings unmotivierte Aeußcrung des Präsidenten verursacht zu haben. Hierauf wird die Verhandlung auf Montag 9 Uhr vertagt. Schluß L'/z Uhr._ Letzte INacbncbten und Depefeben« Der Rückzug des Vatikan. Rom, 16. Juli.(W. T. B.) Der„Osservatore romano* veröffentlicht unter Bezugnahme auf einen in dem Pariser„TempS" vom 13. d. Rl enthaltenen Artikel mit der Ueberschrift„Frantteich und der heilige Stuhl" eine Note, in der e» heißt: Es ist durchaus falsch, daß die Erzbischöfe von Rouen. Avignon, Aldi und Algier und die Bischöfe von Tarentaise und Mende aufgefordert worden seien. nach Rom zu kommen, oder daß sie Gegenstand irgend einer DiS- ziplinarmaßregel gewesen seien. Es ist serner durchaus falsch, daß der heilige Stuhl jemals daran gedacht habe, wegen des dem fran- zösischen Botschafter Nisard erteilten Urlaubs zu Repressalien zu gveifen und die Bischöfe zu besttafen, die im vergangenen Jahre sich dem Proteste des Erzbischofs von Paris nicht anschlössen. Es ist durchaus falsch, daß der heilig« Stuhl jemals die auf Irrtum beruhenden Grundsätze, von denen der„TempS" spricht, direkt oder indirekt zugelassen oder anerkannt habe. Vom Ausstand in Boryslaw. BorySlaw, 16. Juli.(W. T. B.) Gestern überfiel eine Anzahl Ausständiger einen Schacht der Karpathen-Pcttoleumgesellschast und versuchte, die Arbeiten zur Ableittmg des Rohöls in die Behälter zu verhindern.(?) Militär hinderte die AuSstänoigen daran. Auch in Weglowka sind die Napthagrubenarbeiter in den Ausstand getreten. In Rowno, Rogi und Weglowka haben die Unternehmer die AuS- ständigen aufgefordert, am Montag die Arbeit wieder aufzunehmen, weil sonst der Dienslvertrag als gebrochen gelten müßte. Wegen der Ausbreitung des Ausstandes im westgalizischen Erdölrevier ist da» Militär dort noch weiter verstärkt worden. Bom ostastattschen Kriegsschauplätze. Petersburg, 16. Juli.(W. T. B.) In dem Telegramm des Statthalters Alexejcw an den Kaiser heißt e« weiter: Wie gemeldet wird, wurden m Dalny Truppenlandungen vorgenommen, und zwar waren daselbst bis zum 2. d. Mts. gegen 20 000 Mann und 50 Geschütze gelandet worden. Der Feind bessert die Docks und die elektrische Centralstatton aus: Auch die Eisenbahn wird wieder hergestellt, da aber keine Loko- motiven vorhanden sind, werden die Wagen von Chinesen geschoben. Am 9. Juli stellten die Japaner den Vormarsch ein und befestigten seitdem ihre Stellungen stark. Tägliche Schannützel erschweren ihnen die Arbeiten. Regengüsse haben die Wege sehr vervorben. Die Stimmung der Truppen ist vortrefflich. «ergedorf, 16. Juli.(W. T. B.) Der heute nachmittag um 2 Uhr 25 Min. von Hamburg nach Schwarzenbeck abgegangene Personenzug fuhr kurz vor Bergedorf auf einen vorauffahrenden Güterzug. Mehrere Personen wurden verletzt, darunter einige schwer; der Materialschaden ist bedeutend. Meran, 16. Juli.(W. T. B.) Der Ortlerführer Alois Pinggera ist gestern abgestürzt und in einem Gletscherbach ertrunken. Darmstadt, 16. Juli.(23. T. 23.) Heute vormittag um 10 Uhr wurde die zweite Auspellung der Darmftädter Künstlerkolonie im Ernst Ludwighause vom Großherzog eröffnet. Der Groß- Herzog hielt eine Ansprache, indem er ausführte, ein neues Geschlecht sei sich seines Rechtes und seiner Pflicht bewußt ge- worden, nicht nur in den Formen der Vergangenheit, sondern auch seinem eignen Künstlerempfinden gemäß frei und zweckmäßig zu ge- stalten. In diesem Drange des fteien und neuen GettaltenS offen- bare sich sie der Gegenwart eigne kulturschaffende Kraft, m deren Dienst er die Künstlerkolonie geftellt habe. Sharleville. 16. Juli.(W. T. B.) Seit drei Tagen stehen die Ardenneuwaldungen in Flammen. 500 Hektar Wald sind schon zer- stört. Ein Dorf ,st ernstlich bedroht. Zur Hilfeleistung sind Truppen entsandt worden. London, 16. Juli.(W. T. B.) Bei Kingsbridge(Devonshire) wurde heute ein Leichnam an Land gespült. AuS amerikaniichen Münzen und Karten mit dem Namen Kent Looims, die bei dem Leichnam gefunden wurden, vermutet man, daß eS die Leiche des Sekretärs des Staatsdepartements der Bereinigten Staaten ist. der von Bord de» Dampfers„Kaiser Wilhelm II" kurz vor dessen An- lunft in Plhmouth am 30. v. M. verschwunden war.__ Paul Sweer S:Co..P- rkin s 3V. Hittzu4Beilagenu.Nntcrhaltung»dlatt Kr. 166. 21. 1. ßtilojt dks Jotraätls" Ktllim Oolblilalt. Somltag, 17. IM 1904. Achtung! Parteigenossen! Seht die Wählerlisten zu den Stadtverordneten-Wahlen nach! Dieselben liegen vom IS. bis znm 30. Juli. und zwar an den Wochentagen von 2—3 Uhr und Sonntag? von 11— 1 Uhr, für ganz Berlin im Wahlbureau, Poststr. 16 II. Zimmer 5V, zur öffentlichen Einsichtnahme aus. Da nur derjenige. der in den Wählerlisten eingetragen ist, sein Wahlrecht ausüben darf, ist es die Pflicht aller Wähler, sich davon zu überzeugen, ob ihr Name in der Wählerliste verzeichnet ist. Wer nicht verzeichnet ist, reklamiere sofort! Parteigenoffen I Sind in diesem Jahre auch keine allgemeinen Wahlen, so ist es doch von größter Wichtigkeit fiir jeden, sich zu überzeugen, daß sein Name mit verzeichnet ist. Bei allen Nachwahlen hat sich als arger Mißstand herausgestellt, daß viele unsrer Genossen nicht wahlberechttgt waren, weil sie nicht in der Liste standen. In dem Glauben, es finden doch keine Stadtverordneten-Wahlen statt, haben sich viele um die Auslegung der Wählerlisten nicht gekümmert und sind dadurch ihres Wahlrechts verlustig gegangen. Deswegen er- suchen wir alle Genoffen recht dringend, Einsicht in die Wählerlisten zu nehmen oder einen Bekannten, der Zeit hat, damit zu be- auftragen. Erfülle jeder seine Pflicht und überzeuge sich, ob fein Recht gewahrt und er eingetragen ist. Dritter Wahlkreis. Achtung! Parteigenossen! Die Wähler des 17. Kommunal- Wahlbezirks ersuchen wir be- sonders, fich zu überzeugen, ob sie in der ausliegenden Wählerliste verzeichnet sind, damit sie nicht, falls wir infolge des durch freisinnige Riederttacht diktterten Wahlprotestes zu einer Nachwahl gezwungen werden, ihres Wahlrechtes Verlust ig gehen. Für diejenigen, welche verhindert sind selbst einzusehen, sind die unterzeichneten Genoffen bereit, die Einficht vorzunehmen: W.Börner, Cigarrenhandlung, Ritterstt. 15; E. Götte, Restaurant, Branden- burgstt. 18; O. Blume, Restaurant, Alte Jakobstt. IIS; G. Ladewig, Restaurant, Kommandantenstr. KS; St. Fritz. Speditton, Prinzen- sttaße 81; Lestram, Restaurant, Prinzen- und Sebasttansttaßen-Ecke. Der 17. Kommunal-Wahlbezirk umfaßt die Stadtbezirke: »»3. Prinzenstt. 17— 2S und 91—102, Ritterstt. 10—29 und 96—116. 184. Fürstenftt. 2-23, Luisen-Ufer 87—46, Ritterstt. 1—9 und 116—126. RLS. Luckauerstt. 17, Luisen- Ufer 28—36, Oranienplatz(west- licher Teil). Oranienstr. 42—68 und 160—166, Prinzessinnenstraße. ISS. Brandenburgstraße 37—46, Moritzplatz. Oranienstr. 68a bis 69 und 137—149, Prinzenstt. 80—88 und 82—90, Stallschreiber- sttaße 3-16 und 62—64. 131. Alexandrinenstt. 44—63 und 66-86, Sebasttanstt. 12 bis 24 und 63—76, Stallschreiberstt. 16 und 48—61. 132. Luckauerstt. 1—16, Prinzenstt. 39—64 und 69— 81, Sebastianstt. 1—10 und 77—38, Stallschreiberstt. 1—2. 133. Buckowerstraße, Dresdenerstt. 21— 30 a und 113—118, Kaiser Franz-Grenadier-Platz. Luisen-Ufer 1—22. 134. Alexandrinenstt. 64 und 66. Annenstr. 1—10 und 41 bis 63. Dresdenerstt. 31—64 und 93—112, Neanderstr. 17 und 18, Prinzenstt. 55—68. Die Berliner Vertrauensleute. Die Kriegslage in Oftasien. London, 14. Juli. sEig. Ber.) Der Fortgang deS Krieges war bis jetzt unerwartet langsam. Die Langsamkeit erklärt sich teil- weise dadurch, daß die Japaner alle wichttgen Plätze und Pässe in ihrem Rücken befestigen, um da? einmal Eroberte halten zu können. Dann find sie über die Schwäche des Feindes wohl informiert, indem sie wissen, daß Kuropatkin auf keinen Fall eine Streitmacht zusammen- bringen kann, die im stände wäre, ihnen gefährlich zu werden. Trotz alledem ist nicht zu leugnen, daß die Japaner zuweilen auf er- rungene Borteile verzichten, da die einzelnen Heerführer allzu sttikte an dem Gesamtplan festhalten. Die japanische Front, die sich gegen- wärtig auf etwa 200 Kilometer ausdehnt, bewegt sich fast gleich- ,,ittg. Die Lage ist jetzt etwa wie folgt: K u r o k i mit der ersttn Armee von etwa 100 000 Mann hat seinen äußer st en rechten Flügel im Nordosten vom Motien- paß und ist auf die Eisenbahnlinie Liaujang— Mulden gerichtet; sein Centrum befindet sich zwischen Motien- und Talienpaß und ist der Eisenbahnlinie Haitscheng— Liaujang zugewandt; seine Linke ist in Verbindung mit jNodzuS dritter Armee, die in Takuschan landete, dann am 9. Juni Siuyen be- setzte und von da in nordwestlicher Richtung nach Ta- schitschao marschiert.(Taschitschao ist der Knotenpunkt der mandschurischen und der Niutschwang- oder Ainkau-Vahn.) Anfang Juli war Nodzu bereits in Verbindung mit OkuS zweiter Armee, die beiKiantschou undTelissu die Russen schlug und dann nach einem weiteren Treffen am 9. Juli K a i p i n g besetzte. OkuS Armee wurde bei Kaiping von NodzuS linkem Flügel unttrstützt. Diese beiden Armeen haben etwa 140 000 Mann. Nun ist folgendes zu beachten: Ein Teil von OkuS Armee marschiert jetzt auf Niutschwang lDinkau). Bis diese Zeilen veröffent- licht find, dürfte Oku schon die Zweigbahn Uinkau-Taschitschao be- setzt und die Russen von der See abgeschnitten haben. Er wird sich dann westlich von der mandschurischen Bahn befinden. Die Bahn- linie Liaujang-Haiffcheng-Taschitschao ist zugleich die Front Kuropat- kinS Oestlich von dieser marschiert Nodzu. Kuropatkin wird also in der Front wie im Rücken die Japaner haben. Währenddem die Japaner von Osttn und Westen die Ruffen einschließen, dürste Kuroki sich zwischen Liaujong und Mulden einschieben, um Kuropatkin« Rückzug abzuschneiden. Dann hätten die Ruffen ihr Sedan. Die»Morning Post' enthält heute eine Korrespondenz von ihrem Berichterstatter Mr. Whigham, der sich in Mulden befindet. Die etwa zweiundeinhalb Spaltt lange Korrespondenz ist eine scharfe Anklage gegen die Verlogenheit AlexejewS und Pflugs. Sie hat von nichts andrem als von dem ChnismuS, den Lügen und der Unfähigkeit dieser Leute zu berichten. Und noch mehr ist zwischen den Zeilen zu lesen: im russischen Lager in der Mandschurei herrscht vollständige DeSorgani- satton und Kopflosigkeit. Man darf absolut nichts glauben, was aus Mulden und Port Arthur kommt. Die.Ouarterly Review' für Juli-September bringt eine Ab- Handlung über die Vorgänge am Hofe des Zaren. Die Ab- Handlung ist von einem hohen russischen Beamten geschrieben. Sie zerstört vollständig die Legende vom Friedenszaren. Der Zar wurde von drei Ministern angefleht, die Räumung der Mandschurei verttagsgemäß vollziehen zu lassen. Aber er wollte von einem Rückzüge nichts wissen. Er hielt die Japaner für viel zu schwach, um gegen Rußland Krieg zu führen. Noch drei Tage vor dem Kriegsausbruch wies er jeden Gedanken an ernste Ausgleichsverhandlungen mit Japan zurück. Jetzt ist der Zar ganz dem SpirittSmuS verfallen und führt beständig Konversationen mit den von seinen Gauklern heraufbeschworenen Geistern. Die letzten russischen Nachrichten melden neue Vorpostengefechte nördlich von Kaiping. Sie beweisen also, daß. wenn auch die Armee Okus zwar einen Teil ihrer Truppen gegen Niutschwang abgezweigt hat, von einem Zurückweichen ihres an der Bahnlinie Kaiping-Haitscheng stehenden Centrums keine Rede sein kann. Die Schwächung dieses Centtums könnte allerdings Gefahr mit sich bringen, wenn die Russen in der Lage wären, einen kräftigen Vorstoß nach Süden zu unternehmen. Dazu sind sie aber, vielleicht wegen der Regenüberschwemmungen äugen- scheinlich nicht in der Lage. Ein völkerrechtswidriger russischer Uebergriff. Die Dampfer der russischen Freiwilligen-Flotte, welche seit einigen Tagen in dem Roten Meere bereits verschiedene englische Schiffe angehalten und auf Konterbande untersuchten, haben jetzt auch einen deutschen Dampfer angehalten. Ein Telegranun berichtet: Aden, 16. Juli. Der heute früh hier angekommene deutsche Postdampfer„Prinz Heinrich" wurde gestern nach- mittag 2 Nhr von dem russischen Hilfskreuzer„Smolensk" an gehalten und gezwungen, 31 Säcke Briefpost, 24 Säcke und Kisten Pakctpost abzugeben, die für Japan bestimmt waren. Dieser Mt der Russen»erstößt gegen das Bölkerrecht. Ein neutrales Schiff, das feindliche Depeschen führt, ist der Wegnahme unterworfen, wenn es als ein Depeschenschiff prakttsch im Dien st e des Feindes segelt; dagegen sind Post- dampfer unter neutraler Flagge, die solche Depeschen in der gewöhn- lichen und üblichen Weise entweder als Teil ihrer Post in Postsäcken oder auch getrennt davon aus äußerlichen Gründen und ohne be- sondere Vereinbarung oder Remuneratton an Bord haben, nicht der Beschlagnahme unterworfen. Sie dürfen nicht festgehalten werden, eS sei denn, daß klare Verdachtsgründe einer Verletzung der Kriegs- gesetze in Bezug auf Konterbande, neuttalitätswidrige Leistungen vorliegen, und zwar müßten in diesem Falle die Postsäcke uneröffnet weiter befördert werden. Ohne Zweifel wird die deutsche Regierung gegen die russischen Uebergriffe mit der nötigen Energie Verwahrung einlegen und dafür sorgen, daß ein zweiter Verstoß dieser Art nicht wieder vorkommt. Russische Grostsprecherei. AuS Paris wird gemeldet: Der Mitarbeiter des.Echo de Paris" Marcel Huttn hatte in Petersburg eine Unterredung init dem zum Kommandanten deS Ostseegeschwaders ernannten Admiral Rosche st« w e n s k y. Hutin berichtet über den Verlauf des Interviews: Hutin:.Gehen Sie direkt nach dem äußersten O st e n, ohne irgendwo anzuhalten?" Admiral:.Natürlich machen wir unterwegs Station. Ich habe nicht die Absicht, mich zu ver- stecken. Unsre erste Station dürste wahrscheinlich Kiel sei», wo das Geschwader mit den Hafenbehörden die üblichen Begrüßungen wechseln wird und ich die üblichen Besuche mache." H u t i n:„Und nach Kiel?" Admiral:.Wir werden dann die englischen Küsten be- rühren. Ich denke 24 Swnden in Plhmouth zu bleiben." H u t i n:.Sie wollen die Engländer, die Freunde der Japaner, besuchen?" Admiral:.Warum nicht? Die Engländer werden uns ohne lauten Enthusiasmus, aber korrett empfangen." H u t i n:.Sie vergessen mir zu sagen, welcher französische Hafen das Geschwader der alliierten Nation aufnehmen wird." Admiral:.Wir werden voraussichtlich keinen französischen Hafen anlaufen. ES ist unter den gegen- wältigen Umständen besser, alle üblen Kommentare zu vermeiden, wir berühren keinen französischen Hafen, denn es ist jetzt nicht der Augenblick, um Feste zu feiern." H u t i n:.Es wäre doch sonderbar, wenn Sie die Ver- kündeten Japans besuchten und vergäßen, im Vorbeifahren den Verbündeten Rußlands guten Tag zu sagen." Admiral:.Es ist kein Berg essen; man erachtet, daß eS beffer ist, deplacierten Manifestationen vorzu- beugen." Hutin:.Erachtet man das bei uns oder in Rußland?" Admiral:.Bei Ihnen." Die Großsprecherei RoschestwenskyS berührt um so komischer, als eS noch recht staglich ist, ob daS berühmte Ostseegeschwader jemals nach Ostasien auslaufen wirdl Kampfe bei Port Arthur. Petersburg, 16. Juli. Ein Telegramm des Statthalters Alexejew an den Kaiser vom 14. Juli besagt: Nach Berichten aus Port Arthur vom 6. Juli wurde am 3. und 4. d. Mts. auf dem rechten Flügel der russischen Verteidigungslinie um den Besitz der Stellungen bei Lunwa n t a n g gekämpft. Gegen Abend wurde der Feind zurückgedrängt. Viele von seinen Befestigungen ivurden von den Russen genommen. An beiden Tagen liefen der Kreuzer.Nowik", die Kanonenboote und Torpedo« boote aus und beschossen die feindlichen Stellungen vom Flügel aus, wodurch sie zum Gesamterfolg beitrugen. Den größten Schaden richteten die feindlichen Maschinengewehre an, deren Zahl mehr als 20 betrug. Aus russischer Seite wurden in diesem zweitägigen Kampfe zwei Offiziere und 36 Mann getötet und 6 Offiziere, 247 Mann verwundet. Die Verluste der Japaner betrugen nach Aussagen von Chinesen 2000 Mann. Nach einem Bericht vom 7. Juli nahmen die Russen am 6. Juli einen Berg, der den Besitz des Lunwantangpasses sichert, auf russischer Seite wurden zwei Offiziere getötet und ein Offizier und 21 Mann verwundet. Wahrscheinlich handelt eS sich bei diesen Kämpfen, wie ja die Japaner offiziell behaupten, nur um wenig bedeutsame Vorposten- gefechte, die von den Russen über Gebühr aufgebauscht werden. Zudem gesteht der Bericht Alexejews zu, daß die Gefechte am 3. und 4. Juli nicht den Erfolg hatten, die Stellungen beiLunwantang zu sichern. Erst am 7. Juli soll ein Berg besetzt worden sein, der den Besitz von Lunwantang sichert. Ob das der Fall ist und welche strategische Bedeutung die Gefechte überhaupt hatten, ist sehr fraglich. � Italien liefert Kriegsmaterial an Rnstland. Rom, 14. Juli. Gestern ist in Mailand ein bedeutender Lieferungsvertrag vom russischen Gesandten in Rom, dem Fürsten Purosoff, unterzeichnet worden. Durch ihren Gesandten hat die russische Regieruna 100 000 kuaelli-bere JHüriifle Benedetti firi Diese Schutzpanzer sind von einem Italiener Benedetti vor Jahren erfunden worden und wurden im Herbst 1903 vor dem italienischen Kriegsminister geprüft und als vollständig kugelfest befunden. An- gekauft wurde die vorzügliche Erfindung vom italienischen Staate natürlich nicht. Die bestellten Kürasse sollen 170 Ouadratcenttmeter Flächenausdehnung haben, 12 Millimeter Dicke und 600 Gramm Gewicht. Das Stück kostet 16 Rubel und die Lieferung soll am 16. August aus den Kriegsschauplatz gesandt werden. Die Firma wird 260 Arbeiter mehr einstellen. d->r r o I o I s, unierzeia)iic> lovroen. �urcy ihren mcianuieii ifche Regierung 100 000 kugelsichere Kürasse Benede Gesellschaft für die Herstellung solcher Schutzpanzer t t i bei bestellt KerUner partci-Hngclccieiibeiten. Parteigenossen und Genossinnen! Dienstag, den 2. August, abends 8i/z Uhr, findet im Feen-Palast die Parteivrrsammlung statt zwecks Stellungnahme zum internationalen Kongreß in Amsterdam und Wahl der Delegierten. Wir bitten, von allen andern Versamm- lungen an diesem Tage Abstand zu nehmen und die Versammlung zahlreich zu besuchen. Die socialdemottattschen VerttauenSleutt Berlin». Ruppin-Templiner Wahlkreis. Unsre diesjährige Kreis- konferenz findet Sonntag, den 7. August, vormittags 11 Uhr. in Zehdenick im Lokale des Herrn Schlegel statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Kreis-VertrauenSmannes und der Bezirks-Verttauens« Personen. 2. Organisation. Referent: Gen. Freithaler. 3. Agitation und Presse. 4. Die Provinzialkonferenz und Wahl der Delegierten. 6. Der allgemeine Parteitag und Wahl der Delegierten. 6. Anttäge und Verschiedenes. 7. Wahl des Kreis-Vertrauensmannes. L. Krasemann, Kreis-Vertrauensmann. Charlottenburg. Die Generalversammlung des Wahl« Vereins findet am Dienstag, den 19. Juli, abends 8 Uhr. im Volkshause, Rosinenstr. 3, statt. Genosse Zub eil wird über: „Die Angriffe auf die S o ci a l d em o kr ati e im Reichstag und Landtag" referieren. Außerdem sind Delegierte zu der Generalversammlung des Kreises zu wählen, du sieb mit dem kommenden Parteitag zu beschäftigen haben wird. Di» Wichtigkeit der Tagesordnung verlangt also gebieterisch das Er- scheinen jedes Genossen. Für Frauen rst die Tribüne reserviert. Heute Sonntag feiert der sechste Kreis sein Sommerfest in. Moabiter Schützenhause. Bei der allgemeinen Beliebtheit dieses Festes und dem reichhaltigen Programm— Gesangsaufführungen. Auftreten von Turnern, Radfahrern, Feuerwerk, Gartenkonzert vol. zwei stark besetzten Musikkapellen— und bei dem geringen Entre» ist auf einen guten Besuch wohl sicher zu rechnen. Für das Amüse- ment der Kinder ist in vollstem Maße gesorgt. Da das Lokal hin. reichend Play bietet und die Verbindung durch Ring- und Sttaßen- bahn eine sehr leichte ist sfiehe Inserat), so ist wohl zu hoffen, daß jeder Genosse des sechsten Wahlkreises an diesem Sonntag mit Kind und Kegel nach dem Moabiter Schützenhause wandert. BilletS find bei allen Bezirksführern zu haben. Friedrichsfelde, Karlshorst, Mohlsdorf. Dienstag, den 19. d. M.. abends 8»/, Uhr. findet bei Haberland, Wilhelmstr. 38. eine Versammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Vortrag über das Koalittonsrecht. Referent: Genosse U m b r e i t. 2. Diskussion. 3. Abrechnung von der Maifeier. 4. Verschiedenes. Um recht zahlreichen Besuch wird gebeten. Gäste willkommen. Der Borstand. Lichtenberg. Die Parteigenossen Lichtenbergs veranstalten ihr diesjähriges Volksfest am Sonntag, den 24. Juli, im Lokale von Mente, Röder st r. 36/36. Em reichhaltiges Programm, Konzert, Specialitäten, Theater, Austreten der Harburger Sänger, großes Prachtfeuerwerk und Tanz sorgt für Unterhaltung der Fest- teilnehmer. Für die Kinder wird das Komitee den am 1. Mai mit so großem Beifall aufgenommenen Kinderfestzug mit größerer Aus- stattung neu arrangieren, außerdem findet eine Kinder-Fackelpolonaise statt, zu der jedes Kind eine Stocklaterne gratis erhält. Bei dem verhältnismäßig geringen Entree von 20 Pf. glaubt das Komitee auf einen guten Besuch rechnen zu dürfen. Siehe heuttgeS Inserat. Treptow-Bauuischulenweg. Dienstag, den 19. Juli hält der Wahlverein im Restaurant Ackermann, Baumschulenstraße 78, seine regelmäßige Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht: Vortrag des Genossen Bäge über„Babel und Bibel". An- träge zur Provinzialkonferenz, zum Parteitage und zur Kreis« Generalversammlung. Wahl der Delegierten. Kassenbericht und Verschiedenes.— Gäste willkommen. Grüna». Am Montag, den 13. Juli, abends'/z9 Uhr, findet im Restaurant Wendenschloß sJnh. Dietrich) eine B o l k s v e r« s a m m l u n g statt, in der Reichstagsabgeordneter Genosse Zubeil sprechen wird über:.Die Feinde des Wahlrechts". Da uns in der Mite de« Dorfes kein Lokal zur Verfügung steht, so sind wir gezwungen, die Versammlung auf Köpenicker Gebiet abzuhalten. Zahlreiches Erscheinen sowohl der Köpenicker als auch der Grünauer Arbeiterschaft erwartet Der Einberuser. Johannisthal. Am Sonntag, den 17. Juli veranstalten die Parteigenossen der Laubenkolonie von Johannisthal ein W a l d f e st und laden Freunde und Bekannte zu demselben ein. Tempelhof. Die für Dienstag, den 19. d. M.. fällige Monat». Versammlung fällt umständehalber au». Dies den Partei- genossen zur Nachricht. Der Lorstand. Rixdorf. Am Sonnabend, den 23. Juli, veranstalttt der social. demokrattsche Wahlverein in dem Lokale„Reue Welt" sein dies- jähriges S o m m e r f e st. Wir erwarten von den Parteigenossen. daß sie zn diesem Fest, wozu wir alles aufgeboten haben, um jedem ein paar angenehme und fröhliche Swnden zu verschaffen, für recht zahlreichen Besuch Sorge tragen. Eintrittskarten zun, Preise von 26 Pf. sind bei sämtlichen Bezirksführern und Zahlstelleninhabern sowie an der Kasse zu haben. Alles Nähere im heuttgen Inserat. Der Vorstand. Schöneberg. Am Dienstag findet bei Obst die General- Versammlung deS Wahlvereins statt. Auf der Tagesordnung steht außer verschiedenen VcreinSangelegenheiten ein Vortrag des Genossen Dr. Ma urenbrech er:„Die preußische Geschickte in der Schule und in der Wirklichkeit". � Zehlendorf. Die Versammlung des Wahlvereins findet am Dienstag, den 19. Juli, abend» 8 Uhr. bei Giese, Teltowerstr. 23 statt. Tagesordnung: Vortrag, Kassenbericht.— Gäste willkommen. _ Der Borstand. Lokales* Die schönen Tage. Ja, sie sind wirflich«schön", diese sonnenhellen, regenlosen Juli-Tage— so.schön", daß wir sie.schon fast nicht mehr schön" nennen möchten. Die Witterungskunde belehrt un« zwar, daß die Httze, die wir jetzt haben, noch lange nicht die ärgste ist, die man in Berlin erlebt hat, und man braucht m der That nicht zu den be- kannten»ältesten Leuten" zu gehören, um fich an heißere Tage erinnern zu können. Doch dieser Trost bringt dem Schwitzenden keine Kühlung und dem Verschmachtenden keine Erquickung. Wer seinen Goethe kennt— oder wenigsten» in Büchmanns.Geflügelten Worten" nachgelesen hat, was ein Gebildeter von heutzutage aus ihm ennen muß— der wird mit ihm seufzen:„Alles in der Welt läßt sich ertragen, nur nicht eine Reihe von schönen Tagen"— trotz der Weisheit der Wetterkundigcn. Aber helfen wird freilich auch daS incht. llcberhaupt Pflegt ja ein Ungemach durch Seufzen und Klagen nicht leichter, sondern eher noch schwerer zu werden. Wenn es nicht beseitigt werden kann, dann muß aber doch versucht werden, es in Geduld zu tragen, so schwer es sei. Auch die Schwere dieser qualvoll langen Reihe von allzu schönen Tagen wird ertragen werden müssen, bis ein wohlthätiger Gewitterregen sie von uns nimmt. Die lautesten Klagen über„die gräßliche Hitze" kommen ja auch gar nicht von denjenigen, für die sie bei längerer Dauer wirklich zur llnerträglichkeit werden kann. Wer jetzt in der heißen, stickigen Lust eines Fabriksaales oder einer Arbeitsstube sitzen, wer als Maschinenheizer vor dem Gluthauch einer Kesselfeuerung ausharre» muß, der lernt oft die ganze„Schönheit" dieser„schönen" Tage kennen. Ein einziges Mittel ist uns bekannt, daß gegen die Hitze noch helfen könnte: man muß mal etwas über sie schreiben. Es ist nämlich eine alte Erfahrung, daß die Witterung in der Regel dann ganz unerwartet umschlägt, wenn ein Zeitungsartikel über dieses Thema unterwegs ist. Heute mittag setzen wir uns noch ahnungslos hin. um über„die schönen Tage" zu jammern— und morgen früh, wenn unser Blatt in die Hände der Leser gelangt, gießt es vielleicht schon in Strömen vom Himmel herab. Einem Zeitungsschreiber ist es gewöhnlich nicht lieb, sich berichtigen lassen zu müssen, doch in diesem Falle würde es uns wirklich freuen, wenn uns aus den Wolken eine baldige Berichtigung käme. Aber, bitte, nur nicht gleich am Sonntag, damit nicht den Sonntagsausflüglcrn ihr bißchen Vergnügen verdorben wird. »Wider die Pfaffenherrschaft". Kulturbilder aus den Rc- ligionskämpfen des 16. und 17. Jahrhunderts. Von Emil Rosenow. Heft 14 beginnt mit dem 11. Kapitel:„Panorama der Pfaffen- kultur", in dem der Verfasser unter anderm behandelt: Wanderung durch eine mittelalterliche Stadt.— Die Macht des Klerus in den Städten.— Mittelalterliche Bordellwirtschaft.— Pestbilder.— Angst- und Bußtaumel usw. Von den in diesem Heft enthaltenen Illustrationen nennen wir zwei Darstellungen mittelalterlicher Bäder, eine Ansicht von Nürnberg um das Jahr 1439, einige Totentanz- bilder von Nikolaus Manuel und endlich„Die vier Reiter"(Tod, Teuerung, Krieg, Pestilenz) von Albrecht Dürer. � In jeder Woche erscheint ein Heft für 29 Pf. Abonnenten können jederzeit eintreten und die bereits erschienenen Hefte � nach- bezichen. Bestellungen nehmen alle Parteibuchhandlungen und Kolporteure, in Berlin die Parteispediteure sowie sämtliche Zeitungs- spedstionen cntgegeu. Sonntägliche ßäsenbahnleidcn. Ein warmherziger, solidaritäts- begeisterter Parteigenosse fühlt sich veranlaßt, einen Klageschrei zu erheben über die„Unanständigkeit" der Arbeiter am Sonntag, weil sie fich nicht auf jeden Fall erdrücken lassen wollen. Aucki nicht der leiseste Vorwurf gegen eine pflichtvernachlässigende Eisenbahn- Verwaltung, die doch wohl in erster Linie dafür zu sorgen hat, daß rollendes Material genügend zu Gebote steht.„Geduldige Schafe gehen viel in einen Stall", dieses bekannte Sprichwort sucht die Eisenbahn-Verwaltung nach Kräften zu Ehren zu bringen. Drei, vier Wagen II. Klasse fahren fast leer mit, aber wehe dem, der in der Eile und bei dem Menschenandrang hineinspringt, wenn er nicht einmal„Zweitklassig" ist. Jüngst machten wir, eine Arbeiter- Organisation, einen Ausflug, und von � Rahnsdorf gings per Bahn nach Hause. 18 Personen in einem Abteil. Unser Solidaritätsgefühl veranlaßte uns in Friedrichshagen noch einmal die Thür freizugeben und sieben neue Fahrgäste strömten herein. Also, sage und schreibe, 25 Mann in einer Abteilung bei drückender Hitze, eine Luft wie Feuer. Eine Parteigenossin wurde krank, nur mit Mühe wurde größeres Unglück vermieden. Seitdem habe ich mir geschworen, nicht mehr auf Kosten der Gesundheit der Rücksichtslosigkeit der Bahn- Verwaltung Vorschub zu leisten. Daß nicht mehr Unglück vorkommt, ist geradezu verwunderlich. Deshalb bin ich im Gegensatz zu dem Einsender der Meinung, daß nicht dem fahrenden Publikum, sondern . der Eisenbahn-Verwaltung das Gewissen zu schärfen sei. Bermächtuisse und Geschenke für wohlthätige Zwecke sind bei der Stadthauptkasse im Juni in Höhe von 1 086 413 M. eingegangen. Ein so hoher Betrag in einem einzigen Monat ist seit langem nicht da gewesen. Allerdings befinden sich darunter das Kapital der „Jagowstiftung zur Vermehrung nützlicher Kenntnisse und Fähig- leiten" mit allein 891 237 M. und das Vermächtnis des Malers Eduard Rabe mit 118 440 M. Das Gegenstück zu diesen Summen bildet ein Geschenk von nur 70 Pf., das eine Dame aus Petersburg spendete. Der Umbau der Görlitzcr Bahn wird jetzt auf der ganzen Strecke bis AdlerShof eiftig gefördert. Die neue Bahnhofsanlage für Adlershof ist im Bau, an dem neuen Personenbahnhof für Nieder- schöneweide sind die Maurerarbeiten wieder aufgenommen worden, der neue Bahnhof für Haltestelle Baumschulenweg, der recht stattlich zu werden verspricht, wächst rasch empor. Zwischen Niederscköiielveide und Baumschulenweg wird an der Aufstellung der großen Eisenbahn- brücke gearbeitet, auf der die Görlitzer Bahn hier über die Nordost» liche Zweigstreck� des Teltowkanals hinweggeführt werden muß. Die Dammaufschüttringen sind am weitesten vorgeschritten zwischen Baumschulenweg und der Kreuzung der Görlitzer Bahn mit den, Ringbahndamm. In der Nähe dieser Kreuzung ist die Höherlegung des Bahnkörpers mit Schwierigkeiten verknüpft. Die Züge der Görlitzer Bahn fahren, von Berlin kommend, unter der Ringbahn hindurch, aber schon kurz dahinter sollen sie die Puderstraße und den sogenannten Sackführerdamm künftig auf Brücken überschreiten. Uin den Höhenunterschied so weit zu mildern, daß er auf so kurzer Strecke von den Zügen überwunden werden kann, sollen Puderstratze und Sackführerdamm hier tiefer gelegt werden. Fahrplanänderung von 11 Linien der Straßenbahn. Die um- fangreiche Veränderung im Fahrplan der Straßenbahn, die seit längerer Zeit geplant wird, hat jetzt die Genehmigung des Polizei- Präsidenten gesunden. Sie betrifft nicht weniger als 11 Linien. Deren Einführung wird nächstens erfolgen. Eine neue Ringbildung entsteht durch Schließung der Linie 30 Mllllerstraße— Winterfeldtplatz. Deren Betrieb wird mit dem Großen Ring 3 vereinigt, so daß dessen Wagenfolge verdoppelt wird und während des Tages eine Zugfolge von VU Minuten entsteht. Die Hohenstaufcnstraße. die zwischen dem Winterfeldtplatz und der Motzstraße die Linie 30 verliert, erhält als Ersatz die Linien 82. 89 und 90 Zoologischer Garten— Schlesisches Thor— Treptow. Die Schleife dieser Linien im Westen wird etwas geändert. Sie gehen nicht»nehr durch die Bülowftraße zum Rollen- dorfplatz, sondern durch die Pallas- und Göbenstraße zum Winterfeldtplatz, wo sie ihre Schleifenfahrt beginnen. Die Linie 82 ab Schlesisches Thor nimmt vom Winterfeldtplatz folgenden Weg: Hohensiaufen-, Motzstraße, Pragerplatz, Rosberitzcr- straße, Kaiser-Allee, Joachimsthalerstraße, Hardenbcrgstraße, Kur- fürstendamm, Maaßenstratze, Winterfeldtplatz. Es werden dabei die Geleise der Westlichen und der Charlottenburger Gesellschaft benutzt. Die Linien 89 und 90 von Treptow und vom Schlesischen Thor machen den umgekehrten Weg. Die Göben-, Pallas- und Hohen- siaufenstraße mit Umgebung erhalten so die gewünschte Verbindung mit dem Zoologischen Garten. Dem neuen Fahrplan des Großen Ringes 3 werden die mannigfachen, seinen Weg berührenden Linien angepaßt und überall gleiche Abstände hergestellt. Es betrifft, dies die Linien 8 Charlottenburg— Gesundbrunnen, 22 Müllerstraße— Rix- dorf, 23 Gesundbrunnen— Potsdamerstraße, 24 Nettelbeckplatz— Pots- damerstraße. und 31 West-Reinickendorf— Schlesischer Bahnhof. Die Linie 24 wurde schon bisher thatsächlich bis Nettelbeckplatz geführt. Einige Aenderungen erfährt endlich der Fahrplan der Linie 63 Central- Viehhof— Moritzplatz. Ein schwerer Eiscnvahn-Unfall ereignete sich auf der Strecke der Berlin- Hamburger Eisenbahn, wobei ein Lokomotivheizer den Tod fand und ein Zugführer schwer verletzt wurde. Auf der offenen Strecke zwischen den Stationen Zernitz und Pauliuenaue verschob sich eine Ladung Thonröhren während der Fahrt eines Güterzuges. In diesem Augenblick sahen der Heizer und Zugführer des gerade vorbei- fahrenden Zuges 7073 zum Fenster hinaus und wurden von den rutschenden Röhren getroffen, und zwar mit solcher Gewalt, daß dem Heizer Boch der Schädel gespalten wurde. Der Tod trat sofort ein. Dem Zugführer Hermann K l i e m t wurden die Zähne aus- geschlagen, auch erlitt er schwere Erschütterungen. Er wurde mit dem Schnellzuge Nr. 11 nach Berlin gebracht. Nach dem Lehrter Bahnhof waren Arzt und Träger telegraphisch bestellt, von dort er- folgte unter Aufsicht eines Beamten der Transport nach der Charits. Beide Verunglückte waren alte Beamte und Familienväter, Boch war zwanzig Jahre im Dienst, Kliemt beinahe ebenso lange. Der Unfall sollte die Bahnverwaltung veranlassen, schlecht ge- ladene Ladungen nicht zu befördern.' Man sieht mitunter Ladungen von Fässern auf niedrigen Lolvries hoch aufgestapelt und ganz primitiv verschnürt, ebenso sieht man Waggons mit E'senschicnen, die Iveit über die Puffer hinanS ragen. Hoffentlich werden künftig die bestehenden Bestimmungen über die Verladung sorgfältiger beobachtet. Durch die Straßenbahn verlebt wurde gestern nachmittag die 59 Jahre alte Arbeiterfrau Emilie Bänsch aus der Wicchertstr. 138. Die schwerhörige Frau überschritt die Kaiser Friedrichstraße in Pankow und konnte das Warnungszeichen des herrannahenden Wagens nicht wahrnehmen. Sie wurde zur Seite geschleudert und erlitt einen rechtsseitigen Bruch des Schlüsselbeins. Ein Schutzmann brachte sie nach einem Berliner Krankenhaus. Aus der Spree gelandet wurde heute morgen bei Ober-Schöne- weide die Leiche eines Mannes im Alter von 33 bis 40 Jahren. Er ist von starkem Bau, 1,68 Meter groß, hat kurzes blondes Haar und einen blonden Schnurrbart und trug einen hellgrauen Sommer- anzug und Zugsticfcl. Sclbstiuordvcrsuch. Ein achtzehnjähriger junger Mann, an- scheinend ein Comptoirschreiber, sprang gestern mittag 1/.ß Uhr in der Nähe der Schillingsbrücke vom Bollwerk herab in die Spree, um seinem Leben ein Ende zu macheu. Auf Zurufen des Publikums machte der Schiffer eines in der Nähe liegenden Spreekahns ein Boot los und eilte dem mit den Wellen Kämpfenden zu Hilfe. Es gelang ihm auch im letzten Augenblick»och, den bereits Ermatteten in daS Boot zu ziehen. Der junge Mann, der in sehr erschöpftem Zustande zunächst nach einer benachbarten Bade- Anstalt und später in die Charits gebracht wurde, gab an, daß ihn Arbeitslosigkeit und Mangel an Existenzmitteln zu der verzweifelten That veranlaßt hätten. Gesuch. Am 4. Juli, abends gegen 9Vz Uhr, wurde in der Potsdamcrstraße, zwischen Potsdamer Brücke und Platz, einer jüngeren unbekannt gebliebenen Dame von einem jungen Burschen, welcher der Dame folgte, eine kleine Tasche ans imitierter Schlangenhaut, enthaltend ein Damentaschentnch aus weißem Leinen, gez. G., und einen Hausschlüssel entrissen. Die Tasche, welche von der betreffenden Dame an einem Kettchen am Arm getragen wurde, riß der Thäter mit solcher Gewalt los, daß nur das Kettchen im Besitze der Eigentümerin, verblieb. Die unbekannte Dame wird behufs Empfangnahme des Täschchens ersucht, sich schriftlich oder persönlich zu I. Nr. 5559 IV. 22. 04 im nächsten Polizeirevier oder im Polizeipräsidium, Zimmer 33, zu melden. Zum Zweiten Allgemeinen Nrlieiter-Sportfcst, welches ani Sonntag. den 24. Juli 1904 in Friedrichshagen, am Müggelsee, stattfindet, wird der Bahnverkehr zwischen Friedrichshagen-Berlin und um- gekehrt ein 7 Ve-Minutenverkehr sein, es werden also stündlich acht Züge fahren. Das Komitee glaubt durch diesen Bahnverkehr dem Andrang in den Abendstunden genügen zu können, und ersucht die Festteilnehmer, den Ordnern, die durch rote Abzeichen kenntlich sind, im eigenen Interesse Folge zu leisten. Ferner verkehren am Tage des Festes außer den Extrafahrten der Sterngesellichaft vorinittags von 8— 12 Uhr, noch von„Cafs Alfen", Vor dem Schlesischen Thor 2, 1. uni 1 Uhr, 1>/z Uhr und 2 Uhr: Dampfer nach Friedrichshagen? 2.. um 2 Uhr von der Michaclbrücke der Dampfer„Polarstern" und 3. un, 2-/2 Uhr von Stralauer Brücke(Kahnt u. Hertzer) der Dampfer„Germania". Für alle Fahrten pro Person 35 Pf. Für den Dampfer„Germania", 2Vz Uhr. find Vorverkaufsbillets zum Preise von 30 Pf., für Kinder über 6 Jahren die Hälfte, bei Eduard Möller, 80., Reichenbergerstr. 16, bei O. Hübner, Restaurant, 0., Koppenstr. 68, und C. Krause, Restaurant,<0., Alexanderstr. 13, bis Sonntag, den 24. Juli, mittags 12 Uhr, zu haben. Im Zoologischen Garten sind neben einer ganzen Anzahl andrer interessanter Kreuzungen auch drei M ö w e n b a st a r d e erbrütet worden, die sich jetzt bereits in ihrem gefleckten braunen Jugend- kleide mit den Eltern auf und an den, Pelikanteiche herumtreiben. Der Vater, eine Riantelmötve, übernimmt den Hauptteil am Brut- und Aufznggeschäft und verteidigt seine Nachkommen viel energischer als die schwächere Mutter S i l b e r m ö w e. Da fast alle Möwenarten in der Jugend dasselbe gefleckte Kleid tragen, so sind auch diese Bastarde als solche vorläufig nicht zu erkennen; erst nach zwei Jahren erscheint das für die einzelnen Arten charakteristische Alterskleid, auf das wir bei diesen Mischlingen gespannt sein dürfen. Der Eintrittspreis beträgt an diesem Sonntag nur 30 Pfennige; Kinder unter zehn Jahren zahlen die Hälfte. Am Nachmittag findet von 4 Uhr ab großes, von zwei Militärkapellen ausgeführtes Promenaden-Konzert in, Garten statt. DaS Berliner Aquarium ist außer durch eigne Erwerbungen auch durch Zuweisungen seitens mehrerer Freunde des Instituts in den Besitz interessanter und wertvoller Objekte gelangt. Das wertvollste der letzteren ist ein stattlicher und munterer Orang-Utang, der eins der beiden Affenhäuser als Wohustätte eingeräumt bekommen hat und dort in Gesellschaft zweier beweglicher nackter südaftikanischer Hunde sich äußerst wohl zu fühlen scheint, denn er entwickelt einen regen Appetit und ist zu allerhand Scherzen aufgelegt. Der neue Gast ist dem Aquarium von Herrn Professor Dr. Lassar, unsrem bekannten Spccialisten für Hautkrankheiten, überwiesen worden, zum Dank für das Entgegenkommen, welches dieser Forscher bei Gelegen- heit wissenschaftlicher Untersuchungen im Aquarium gefunden hat, wobei es gelungen war, menschliche Infektionskrankheiten auf einen Schimpanse zu übertragen und auf diese Weise die am Menschen sich zeigenden Erscheinungen auch am Anthropomorphen-Affen hervor- zurufen. Und da diese Krankheitsherde sich wiederum als ansteckend erwiesen, indem das Kontagium von den, ersten Schimpanse auf einen zweiten übergeimpft zu werden vermochte, so konnte hierdurch — wie die„Berk. Klinische Wochenschrist" berichtet— die Beweisführung des interessanten pathologischen Experiments vervollständigt werden. Im wissenfchastlichcn Theater der Urania wird der neue, mit zahlreichen Lichtbildern ausgestattete Vortrag über„Die Weltaus- stellung in St. LouiS" am Sonntag, Montag, Mittwoch, Donnerstag und Sonnabend wiederholt. Hieran anschließend wird am Sonntag, Montag und Sonnabend der mit farbigen Bildern und Wandelpanoramcn erläuterte Vortrag„Der Garda-See" gehalten, während am Mittwoch und Donnerstag im Anschluß an den Vortrag über die Weltaus- stellung der ebenfalls mit farbigen Bildern und Wandelpanoramen illustrierte Vortrag„An den Seen Obcritaliens" zur Darstellung gelangen wird. Am Dienstag und Freitag finden Wiederholungen des Vortrags„Die Insel Rügen" statü Der Cirkus Sarrasani in der Schicklcrstraße, dessen elektrisches Transparent allen Stadtbahnreisenden schon von weitem entgegen- leuchtet, erfreut sich andauernd eines vorzüglichen Besuches. Der Hauptgrund für den Andrang aber liegt in den Leistungen der Manege. Die Löwen«, Bären- und Elefantendressuren, die vorziig- lichen Schul- und Freiheitspferde des Direktor?, erstklassige Stehend« reiter, Akrobaten- und Drahtseilkünstler und, was der Berliner be- sonders liebt, ganz famose Clowns und Auguste bilden das täglich wechselnde Repertoire. Clown Nelson mit seinem Saltomortale über einen geschlossenen Landauer steht einzig da; seine Piöce ist eine Quelle ungetrübter Heiterkeit. Wer daher wirklich von Herzen lachen und sich amüsieren will, der besuche den Sommercirkus Sarrasani; er wird sicher seine Absicht erreicht sehen. Fcucrvcricht. In der letzten Nacht hatte die Feuerwehr un- unterbrochen zu thun. Unter andrem wurde sie nach der Grimm- straße 8 gerufen. Eine Frau drohte dort um 11 Uhr aus dem Fenster heraus auf die Straße zu stürzen. Als die Feuerwehr erschien, hatten Hausbewohner mittels einer Leiter sie schon herunter- geholt und in sichere Obhut gebracht. Gleichzeitig mußte in der Kleinen Hamburgerstr. 17 ein Wohnungsbrand gelöscht werden. Um Mitternacht brannten in der Zwinglistr. 21 Kohlen u. a. und eine Stunde später in der Adalbertstr. 5 ein Bauzaun u. a. Heute ftllh um 5 und 6 Uhr kam Feuer auf dem Schlesischen Güterbahnhofe und in der Neuen Hochstr. 44 aus. Kohlen, Möbel, Kleider, Gardinen ec. standen dort in Flammen. Ferner mußten in der Luckenwalderstraße 2 IV in einer Wohnung. in der Liebenwalderstraße 34 in einer Bäckerei und an andren Orten Brände gelöscht werden. Weitere Feuermeldungen liefen dann noch aus der SivGemünderstraße 64, Stargarderstraße 74, Anhaltstraße 2, Bernauerstraße 45/46 und vom Spittelmarkt 3 ein. In der Anhalt- straße 2 war die Brandstelle nicht zu ermitteln. Außerdem brannte gestern abend am Gefundbrumien in der Nähe des Bahnhofes trockenes Gras._ GcwerfcrcbaftUcbcB. In der eignen Schlinge. In der„Arbeitgeber- Zeitung" stößt ein Einsender aus H am- bürg belvegliche Töne über die geringe Solidarität der Brauereien gegenüber den Hamburger Ringbraucreien aus. Eine Anzahl kleiner Brauer benutzen die Gelegenheit des Boykotts, ihr eignes Absatzgebiet zu vergrößern. Das nennt der Einsender, man höre und schaudere, in der„Arbeitgeber-Zeitung"„unfair" und„Gesinnungslumperei".— Und die Redaktion dieses Blattes, die doch in jeder Nummer sonst ein dutzendmal Polizei und Gerichte zum Schutze der Unsolidarität anruft, findet kein Wort des Tadels über diese Beschimpfung von Nnteniehmern, die doch nur von der„Freiheit" Gebrauch machen, die nach dem Wunsche der„Arbeitgeber-Zeitung" den Streikbrechern erhalten bleiben muß. Ja, die„Arbeitgeber-Zeitung" geht noch weiter. In ihrem Inseratenteil veröffentlicht sie„terroristischerweise" die Namen der Brauereien, die den Hamburger Ringbrauereien so unbequem sind. Sie und der Hamburger Einsender möchten wohl gern noch mehr thun. um die Außenseiter zur Raison zu bringen; doch der Artikelschreiber klagt: „Und was das seltsamste ist: kritisiert man diese Handlungs- weise in der gebührenden Form, dann drohen sie obendrein, d i e Gerichtsbarkeit zu Hilfe rufen zu wollen. ES wäre in der That wünschenswert, daß eine solche Drohung einmal verwirklicht würde, damit der weiten Oeffentlichkeit Kunde von dieser Gesinnungslumperei würde. So lange das nicht ge- schieht, so lange nicht auf solche Art einmal an einem Specialfall der moralische Werl jeuer Leute im allgemeinen dargethan wird, bleibt den geschädigten Hamburg-Altonaer Brauereien nicht viel andres übrig, als nach wie vor die Firmen einzeln zu nennen, die sich weigern, auf die Lage ihrer Hamburg-Altonaer Kollegen Rücksicht zu nehmen, um sie auf diese Art zu einer Abkehr auf dem eingeschlagenen Wege zu veranlassen." Was Du nicht willst, das man Dir thu, das ftige Du keinem Andern zu!— Wenn die„Arbeitgeber-Zeitung" eS für recht erklärt. daß unsolidarische Arbeiter vom Gericht vor dem Vorwurf der Gefinnungsluniperei geschützt werden, dann muß sie dies auch für die Arbeitgeber zugestehen. Und wenn sie den Hamburger Brauereien das Recht zugesteht, gegen diejenigen ihrer Kollegen vorzugehen,„die ihnen bei diesem schweren Kampfe in den Rücken fallen," dann kau» sie dies auch den Arbeitern nicht versagen. Die Verteidigung der„Gesinnungslumperei" durch das Gericht ist eine Drahtschlinge, die niemand anders als die„Arbeitgeber- Zeitung" gelegt hat, um darin das Edelwild der Arbeitcrorganisatton verrecken zu lassen I_ Berlin und Clmgegend. Die Stemsctzrr-Jiuluilgc» haben sich nun doch entschlossen, daS Einigungsamt ebenfalls anzurufen. Sie haben es allerdings gethan mit dem Vorbehalt, nur mit den Gesellenausschüsscn zu verhandeln. Auch an dieser Bedingung wollen die Arbeiter die Einigung nicht säicitern lassen und haben sich deshalb damit einverstanden. erklärt. Allerdings erwähnen die Stcinsetzermeister in der neuerdings von ihnen aufgestellten Arbeitsordnung von den Löhnen der Rammer überhaupt nichts. Das soll darin seinen Grund haben, daß an- geblich auch die Steinsetzer von den Rammern nichts mehr wissen wollen. Hier ist der Wunsch der Vater des Gedankens; wahr ist daran kein Wort. Da die Rammer an der Anrufung des Einigüngs- amtes auf Arbeiterseite beteiligt sind und ihre Forderunge» zu Protokoll gegeben haben, wird man sie jedenfalls nicht einfach bei Seite schieben können. Dieselben sind sich auch bewußt, daß sie eventuell in den Gesellenaus- schüffen gute Sachwalter haben, die ihre— der Rammer— Sache ebenso sicher vertreten wie die eigne. Andrerseits ist aber zu bemerken, daß die neue Arbeitsordnung für die Steinsetzer schon lange nicht mehr so böse Bestimniungen enthält, als man denselben ursprünglich aufhalsen wollte, so daß nunmehr Hoffnung vorhanden ist, in den Verhandlungen vor dem Einigungsamt auch die letzten Steine des Anstoßes aus dem Wege zu räumen. Die Verhandlungen werden jedenfalls Ende der Woche stattfinden; die Ausständigen sehen denselben mit Ruhe entgegen, da am Montag schon wieder über 100 Steinsetzer zu den alten Bedingungen in Arbeit treten. ES bröckelt jetzt schon ganz bedenklich an dem Ring der„vier ver- einigten Steinsetzerinnungen", so daß es begreiflich erscheint, daß jetzt mit einem Male die Innungen selber— im Interesse der Arbeiter!— auf Verhandlungen hindrängen. AuS der Hochschule deS WortbrnchS. Bisher hatten die Bäckerinnungen immer über die„paar Tarif- genossen" gehöhnt. Man hat diejenigen ehrlichen Bäckermeister, die eingesehen hatten, daß der Kriegszustand durchaus nicht im Interesse des Berufs gelegen sei— und daher eine vernünftige Einigung an- strebte» und mit dem Gesellenverbande vor das Einigungsamt des Gcwerbegerichts gingen—, nach allen Regeln der Kunst lächerlich zu machen versucht. Ja, die Ehrenmänner unter den Scharfmachern haben sich nicht entblödet, zu erklären:„Wer den Tarif unterschreibt, ist ein Lump!" Die Innung hat den beschränktesten unter den Bäckermeistern so lange zugesetzt, bis sie einen Wechsel von 500 Mark unter- schrieben, der in dem Augenblick fällig Mi» soll, wo die Bäckermeister den Tarif unterschreiben. Dieser Wechsel ist. wie bald jedes Kind weiß, nicht einklagbar; ein großer Teil der Bäckenneister kehrt sich auch nicht daran, trotzdem findet die Innung noch genug Dumme, die an den Humbug glauben. Die Innung droht weiter ihren Mitgliedern mit dem Ausschluß aus der Innung und schwindelt den im Gesetz unkundigen Leuten vor. es würden ihnen dann die Lehrlinge entzogen. Ein andermal wird mit Geld- strafen bis zu 20 M. gedroht. Alle diese Einschüchterungsversuche haben nichts gefruchtet; es haben bereits über 600 Bäckereien den Tarif anerkannt. Diese auszuschließen oder zu bestrasen, geht nicht. Deshalb werden jetzt in den Bezirksvereinen die Bäckernieister wieder Aufgehetzt, sich nicht an den Tarif zu kehren, also auch noch Tarifbrecher zu werden. Am Freitag war der Bezirksverein Norden in der Bockbrauerei, Chausseestr. 58. beisammen, um zu be- raten, wie der Rücktritt vom Tarif, also der Tarifbruch, am besten bewerlstelligt werden könnte..In der Versammlung, in welcher eine sehr gedrückte Stimmung herrschte, waren kaum 40 Bäckermeister anwesend. Saufmaii», Schulzendorfer- stratze 14, stimmte ein bewegliches Klagelied darüber an, dah trotz der Warnungen der Innung so viele Meister, selbst sein Nach- folger,-den Tarif unterschreiben konnten. Diese Meister würden es noch bitter bereuen. Redner erzählte eine Reihe gruseliger Räuber- geschichten, die die Anwesenden vor diesem fürchterlichen Tarif- vertrage graulich machen sollten. Bäckermeister Barth, Schul- st r atze 28, erzählte, datz die Tarifmeister die 380 M. Geldstrafe bezahlen mützten, zu denen die Streikleitung verurteilt sei..Seht Ihr, so geht es Euch, wenn Ihr Euch in die socialdemokralische Gewaltherrschaft begebt!" rief Kaufmann pathetisch aus. trotzdem er wohl weitz, datz die Behauptung Barths eine sau st dicke— na, sagen wir— Legende ist. Nun wurde der Antrag gestellt, die Meister, die den Tarif unter- schrieben haben, bezirksweise einzuladen und dahin zu bearbeiten, datz sie den Tarif brechen sollen. Kanfinann versprach sich von der Sache sehr wenig: das zeige schon der schlechte Besuch der heutigen Versammlung.- Er werde es aber versuchen, die Kollegen zur„Rück- kehr" zu bewegen. . Hiernach kann jeder Einsichtige sich selbst ein Urteil bilden, wo hier die„Hetzer zum Streik" zn suchen sind. Was lagt der fromme„Reichsbote" hierzu? Bisher hat er sich übrigens nnsres Wissens über die lange Kette fortwährender Treubrüche der Bäckermeister mit keine». Silbe auf- geregt. Oder ist es bei den Unternehmern Sitte,„nur seinen Standesgenossen Treue, Wahrheit und Eid zu halten, nicht aber dem Gegner??" Eine �Berichtigung". Herr Lederfabrikant Adolf David, Ritterstr. 75, sendet uns folgende Berichtigung: Es entspricht nicht den Thatsachen, datz irgend welche Lohn- abzüge gemacht wurden. Da bei den Accorarbeilern, die, wenn sie auf die Artikel eingearbeitet waren, einen Wochenlohn von 30 bis 35 M. verdienen, immerzu Zankereien bestanden, erklärte ich den- selben bei der letzten Unterhandlung: ES wird ein neuer Tarif ausgearbeitet, und zwar soll der Werlführer sein ungeübter Arbeiter) jeden Artikel nach der Zeit selbst machen und auf Grund der dazu gebrauchten Zeit wird der entsprechende Accordpreis sestgesetzt, so datz ein flotter Arbeiter, der die Artikel täglich macht, bedeutend mehr verdienen kann. Bis zur Fertigstellung des neuen Tarifs bleiben die alten sverlangten) Preise bestehen. Ich meine also, einen günstigeren Vorschlag im Interesse der Arbeiter konnte ich gar nicht machen. Und auf diesen Vorschlag hin legten die Arbeiter die Arbeit nieder. Ich bin überzeugt, wenn Sie die Angelegenheit objektiver betrachten, Sie das Vorgehen der Arbeiter nicht billigen. Antzerdem möchte ich noch bemerken, datz der Verband vor Veröffentlichung des Artikels swie überhaupt bis jetzt nicht) keinerlei Erkundigung bei mir einzog. Zu weiterer Aufklärung des Thatbestandes bin ich jederzeit gern bereit. Hochachtend Adolf David. ES handelt sich also wieder um einen der Fälle, wo beWohl- thäterte Arbeiter schnöde eine angebotene Wohlthat zurückwiesen. Zur Erklärung wollen wir bemerken, datz der Vorstand des Sattler- Verbandes sehr oft wegen Differenzen der Arbeiter mit der Firma bei Herrn David vorsprechen mutzte. In dieser letzten Angelegenheit hat er dem Vertrauensmann Vollmacht gegeben, die Sache mit dem Arbeiter-Ausschutz gemeinschaftlich zu regeln. Was min diese„Regelung" anbelangt, so würde sie in der von Herrn David vorgeschlagenen Form in der That für eine Reihe von Arbeitern eine ganz erhebliche Lohneinbutze bedeuten. Kein Mensch mit gesunden Sinnen wird ja annehmen, datz Herr David den Arbeitern eine Lohnaufbesserung aufdrängen will und datz diese sich dagegen durch einen Streik wehren. Oeutick/es Reich. Der Bremer Bierboykott wurde nach 2>/z Monate langer Dauer am �Freitagabend vom Bremer Gewerkschastskartell für beendet erklärt. Durch die Erklärung der B r a uerei a r b e i t e r, bis zuni 1. Oktober 1905 nicht mit Forderungen hervorzutreten, lietzen sich die Brauereien zu Verhandlungen herbei, die damit endeten, datz die Böttcher, um die es sich in dem Kampfe ausschliehlich handelte, zunächst zu dem alten Lohn von 26 M. wieder anfangen und am 1. Oktober d. I. 28 M. erhalten, soweit sie diesen Lohnsatz noch nicht erreicht haben.— Die Böttcher haben sich mit diesen Bedingungen einverstanden erklärt und treten am Montag wieder in Arbeit. Die Unternehmer behalten sich vor. bis zum 1. Juli nächsten JahreS die Böttchereien in ihren Betrieben auszuheben und bis zu dem Datum alle Böttcher wieder zu entlassen. lieber den Umfang der Aussperrung im Maingebiet wird folgendes bekannt: Nach den bisher gemachten Angaben arbeiten in Frankfurt a. M. auf 65 Werkplätzen zusammen 640 Zimmerer, davon sind 478 organisiert, 162 nicht organisiert. Donnerstagabend ist nun auf 24 Werkplätzen, wo zusammen 310 Zimmerer beschäftigt werden, 222 Mann zum 16. d. M. gekündigt worden. Unter den Gekündigten befinden sich auch unorganisierte Zimmerer, während vielen organisierten Zimmerern nicht gekündigt wurde. Auch in Darmstadt haben die Arbeitgeber im Baugewerbe endgültig beschlossen, die organisierten Arbeiter vom nächsten Montag ab auszusperren. Schon seit einigen Tagen seiern dort autzer den 200 Zimmerern, die sich noch im Ausstand befinden, auch schon einige Maurer. Als die Maurer am Domurstagmittag Kenntnis von dem Beschluh der Arbeitgeber erhielten, legte ein grotzer Teil von ihnen die Arbeit nieder. In Wiesbaden dürste die Zahl der aus- gesperrten Maurer etwa 500 betragen. In Mainz ist das Aus- standsgebiet schon ziemlich gesäubert: von den 75v Manreni, die am Ausstand beteiligt waren, sind etwa 500 abgereist. Der Beginn der Aussperrung wird durch folgende Telegramme gemeldet: Frankfurt a. M., den 16. Juli. Die Aussperrung im Bau- gewerbe hat heute begonnen. An den Baustellen wurde um 12 Uhr die Arbeit eingestellt. Nach Angabe deS ZimmererverbandcS sind in Frankfurt 640 Zimmcrleute beschäftigt, von denen 473 organisiert sind. Wiesbaden, den 16. Juli. Die vom Arbeitgeberverband inscenierte MaurerauSsperrung wird voraussichtlich schlimme Folgen für die kleineren Unternehmer haben, die sich schon bisher bei normalen Verhältnissen kaum über Wasser hielten. Zuzug von Holzpflastcrern ist von Mannheim fernzuhalten, da dort Differenzen ausgebrochen sind. Susl»nck. Die Bauarbeiter-Ausspcrruilg in Stockholm. Die Arbeit ruht nun auf allen Bauplätzen, wo der neue Tarif nicht anerkannt wurde. Bewilligt halten bis zum Donnerstagabend 32 Baumeister. Dadurch, datz auch die Ban-Hilfsarbeiter ausgesperrt sind oder streiken, wurden selbstverständlich auch, die Maurer in Mitleidenschaft gezogen, so datz sie ebenfalls die Arbeit ruhen lassen müssen. Sonderbarerweise sind auch die Mitglieder der Streikbrecher- organisation, weil von ihnen welche streiken, in die Ans- sperrung einbezogen, wie der Centrale Arbeitgeberverband am Donnerstag durch das Schwedische Telegrammbureau verkünden Uetz. Außerdem werden bielleicht auch noch die Cementierer aus- gesperrt werden, da sich ihre Arbeitgeber jetzt dem Centralen Arbeit- gebcrverband angeschlossen haben und auch bei ihnen auf einigen Plätzen gestreikt wird. Ein Telegramm auS Stockholm meldet außerdem: Die Aussperrung der im Baugewerbe beschäftigten Arbeiter Stockholms wird vom 18. Juli ab auf die Bautischler und Zimmer- leute ganz Schwedens ausgedehnt, welche Mitglieder der betreffenden Fachvereine sind. Arbkiterinnen Kerlins, wahret Eure Rechte! Die Bestimmungen der Gewerbe-Ordnung, die zum Schutze der Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeiter erlasien sind, werden viel- fach seitens der Unternehmer nicht beachtet und die Rechte der Arbeiterinnen werden oft gekürzt. Das Gesetz bestimmt: Die Arbeitszeit dauert für Arbeiterinnen über 16 Jahre 11 Stunden täglich, mit einstündiger Mittagspause; an Vorabenden von Sonn- und Festtagen nur 10 Stunden, und es mutz die Arbeitsstätte an diesen Tagen bis spätestens b'/z Uhr verlassen sein. Jugendliche Arbeiter von'14— 16 Jahren dürfen täglich nur 10 Stunden mit einstiindiger Mittagspause sowie je �/zstündiger Frühstücks- und Vesperpanse beschäftigt werden. Kündigungen und Entlaffungen. Gründe für sofortiges Ver- lassen der Arbeit sind z. B.: Unsittliche Angriffe der Unternehmer oder ihrer Vertreter. Thätlichkeiten, grobe Beleidigungen, un- regelmäßige Lohnzahlung, bei Accordarbeit nicht ausreichende Be- schäftigung uslo. Die Kündigungsfrist beträgt 14 Tage; sie kann durch gegen- seitige Vereinbarung ausgeschlosien werden. Wenn Kündigungsfristen bestehen, müssen sie für beide Teile gleich sein. Ausstellung von Zeugnissen. Die Arbeiterin hat das Recht, ein Zeugnis über Art und Dauer ihrer Beschäftigung zu verlangen: be- sondere Merkmale, welche die Schädigung der Arbeiterin zur Folge haben können, sind ungesetzlich und zurückzuweisen. Strafgelder. Bestimmungen über Lohnabzüge in Form von Strafgeldern müssen in der Fabrikordnung, die sichtbar aushängen mutz, bekannt gegeben sein. Die Verhängung jeder Strafe mutz der Arbeiterin ohne Verzug mitgeteilt werden. Hygienische und Schutzmasjrcgcln. Arbeitsräume, Betriebs- Vorrichtungen, Maschinen und Gerätschaften sind so einzurichten und zu unterhalten, datz die Arbeiterinneu gegen Gefahren für Leben und Gesundheit geschützt sind. Es ist für genügend Licht, reine gute Lust, Beseitigung von Staub und Abfällen zu sorgen; ebenso sind Schutzvorrichttingen an Maschinen anzubringen. In Anlagen, deren Betrieb es mit sich bringt, daß die Arbeiterinnen sich umkleiden und nach der Arbeit reinigen, müssen ausreichende, für beide Geschlechter getrennte Ankleide- und Waschräume vorhanden sein. Bedürfnis- anstalten niiissen in genügender Zahl vorhanden und so eingerichtet sein, datz Sitte und Anstand nicht verletzt werden. Arbeiterinnen, achtel darauf, datz diese zu Eurem Schutze er- lassenen gesetzlichen Bestimmungen durchgeführt und innegehalten werden. Wir weisen darum von neuem darauf hin, datz nachstehende Personen bereit sind, um es den Arbeiterinnen zu ermöglichen, ohne Nachteile für ihre Existenz auf Beseitigung der Mißstände in den Arbeitsstätten hinzuwirken, wahrheitsgetreue Beschwerden entgegen- zunehmen und für schleunigste Abhilfe Sorge zu tragen. Die Name» der Beschwerdeführer werden streng geheim ge- halten! Beschwerden nehmen entgegen: Fräulein Baader, Blücher- stratze 49, Hof II. Frau Bauichk», Rostockerstr. 43, Ouergeb. I. Frau Dr. Weyl, Lothrmgerstr. 67, I. Frau Lutz, Waterloo-Ilser 9, im Laden. Frau Panzeram, Pappcl-Allee 128, vorn I. Frau Tirtz, Blumenstr. 63, I rechts. Frl. Heideman», Alte Jakobstr. 108, IV. Frl. Grimberg, KLpnickerstr. 8b, IV. Frau Zeetze, Rixdorf, Steinmetz- stratze 120, Hof I. Frau Schmidt, Charlottenburg. Wilmersdorfer- stratze 130. Sprechzeit jeden Mittwochabend von 7—9 Uhr. Gewerkschafts-Bureau, im Gewerkschaftshause, Engel-Ufer 15, im Laden. Vorm. 9—1 und nachm. 6—8 Uhr. Die Gewerbe-Jnspettions-Assessorinnen Frl. Reichert, Engel- Ufer 4, Frl. Kümmert, Georgenkirchplatz 21, Frl. v. Bennigsen-Förder, Prinzen-Allee 88. sind für Arbeiterinnen allein jeden Donnerstag von 7—8 Uhr abends und jeden ersten Sonntag im Monat von 9—10 Uhr vormittags zu sprechen. Dir Beschwrrdekommission der Arbriterinnen Berlins. Gerichts-Leitung. Eine unsaubere Geschichte lag der Anklage wegen vollendeter und versuchter Erpressung zu Grunde, welche gestern vor der siebenten Ferienstrafkammcr des Landgerichts I gegen den Biehkommissionär Paul Müde verhandelt wurde. Es war zu Ohren des Angeklagten gekommen, datz ein Arzt an einem jungen Mädchen eine Operation vorgenommen habe, die unter Umständen als ein Verbrechen Wider das keimende Leben aufgefatzt werden konnte. Er ließ den Arzt unter dem Vorwande, datz er seiner bedürfe, zu sich nach der Wohnung kommen. Hier stellte er ihm vor, was er Strafbares begangen. Er verlangte von ihm 500 M.. widrigenfalls er die Sache zur Anzeige bringen würde. Richtig war es, datz er die Operation vorgenommen hatte, aber er hatte es in Gemeinschaft mit einem zweiten älteren Arzt gethan, nachdem dieser seine Ansicht ebenfalls dahin geäutzert hatte, datz das keimende Leben geopfert werden müsse, um das der Mutter zu erhalten. Aber trotzdem lictz der Arzt sich herbei, dem Angeklagten die 500 M. zu geben, da er einen Skandalprozetz ver- meiden wollte. Beim Angeklagten kam der Appetit beim Essen, nach einiger Zeit schickte er wiederum zum Arzt. Dieser war so vorsichtig, diesmal zwei Kriminalbeamte mit zu nehmen, die er vor der Thür des Angeklagten warten lietz. Seine Erwartung täuschte ihn nicht, der Angeklagte verlangte jetzt noch 1500 M. unter derselben Drohung wie vorher. Ter Arzt ging zur Thür und gab den beiden harrenden Beamten einen Wink. Diese nahmen den Erpresser fest. Nachdem die Schuld des Angeklagten im gestrigen Termin erwiesen war, ver- urteilte ihn der Gerichtshof zu anderthalb Jahren Ge» f ä n g n i s bei sofortiger Verhaftung. Privatgast oder Schankgast. In der Schankstube des Gastwirts und Bäckermeisters Hermsdorf hielten sich eines Tages nach Eintritt der Polizeistunde noch drei Herren auf, die auf ihn warteten, um gemeinsam mit ihm zu einem Ballvergnügen zu gehen. H. war in seine nebenan belegene Bäckerei gegangen, um seinen Bäckergesellen zu wecken. H. erhielt eine Anklage wegen Uebertretung der Polizei- stunde und wurde auch in zweiter Instanz zu einer Geldstrafe ver- urteilt. Das Landgericht führte aus: Es sei festgestellt, datz die Leute vor dem Eintritt der Polizeistunde als Schankgäste zu H. ge- kommen seien. Wenn er ihnen nach dem Eintritt der Polizeistunde nichts mehr gegen Entgelt verabfolgte und sie nur zu dem Zwecke festhielt, um mit ihnen ein andres Lokal aufzusuchen, so ändre das nichts an der Rechtslage. Zu Privatgästen wären sie geworden, wenn H. sie in seine Privaträume geführt oder seinen Willen, sie als Privatgäste zu betrachten, in andrer Weise deutlich kundgegeben hätte.— Das Kammergericht gab der hiergegen eingelegten Revision statt und verwies die Sache mit folgender Begründung an das Land- gericht zurück: Unrichtig sei die Auffassung des Landgerichts, datz Angeklagter die Herren aus den Restaurationsräumen hinaus und in seine Privaträume hätte führen müssen, damit Privatgäste aus den Schankgästen würden. Es sei den Wirten nicht verboten, nach dem Eintritt der Polizeistunde auch in ihren Schankräumen Privatgäste zu dulden. Das Landgericht müsse sich deshalb noch einmal mit der Sache beschästigen. Vmnilektes. lieber eine Schreckensnacht auf dem Flakensee berichten einige Teilnehmer an einem Ausflüge, die sich auf einem Motorboote auf der Rückfahrt nach' Erkner befanden, der„Deutschen Gastwirts- Zeitung" folgendes: Nach der Abfahrt von Woltersdorfer Schleuse wurden einige Passagiere abgesetzt, und nun folgte für die übrigen Fahrgäste eine bange Stunde der Gefahr und Aufregung. Stach kurzer Zeit der Abfahrt, schon mehr und mehr von der Nähe mensch- licher Wohnungen entfernt und nach der Waldseite zu verschlagen, blieben die unterwegs öfter schon wiederholten Bemühungen deS Kapitäns, den Motor in Gang zu bringen, dauernd erfolglos. Unsre Rufe nach Booten und Hilfe aus der unglückseligen Lage blieben un- beachtet, da die Zeit schon ziemlich vorgeschritten war. Da der Motor aus Mangel an Benzin versagt hatte, schickte sich der Kapitän an, das Reservoir neu zu füllen. An einer verborgenen offenen Flamme hatte sich das Benzin entzündet, und im Augenblick loderte auf dem Verdeck ein helles' Feuer. Zu bewundern ist die Ruhe und Geistesgegenwart der 14 Passagiere, unter denen sich drei Damen aus Berlin befanden, sowie die Schnelligkeit, mit der wir der Flammen Herr wurden. Jedoch ein Unglück kommt nie allein. Von Erkner nach der Wolters- dorfer Schleuse zu nahte ein Dampfer mit Kähnen im Schlepptau. Unsre Zurufe sowie Bewegungen mit der Laterne, wodurch wir unsre Hilflosigkeit kundgeben wollten— wir hatten weder Ruder noch Stangen an Bord—. wurden nicht verstanden. Der Dampfer koppelte los und kehrte um, so datz der Kahn in voller Fahrt auf uns zu kam und das Motorboot sicher umgeworfen hätte, wenn dje Schiffer nicht im letzten Augenblick der Gefahr noch unsre Not bemerkt hätten. Durch die Wasserbewegung näher ans Land gekommen, verdanken wir unsre rechtzeitige Rettung einem mutigen Passagier, der über Bord sprang, mit einer ihm zugeworfenen Leine dem Ufer zuschwamm und das Boot auf den Sand zog. Das Aussteigen ging, da die Ufer flach waren, mit einigen Hindernissen glücklich von statten, und langsam kehrte jetzt auch der Humor wieder in die geängstigte Gesellschaft zurück. In wilder Jagd ging es nun über Böschungen und Abhänge dem Bahnhofe zu, wo es vor allen Dingen dem Kapitän, der be- deutend früher anlangte, hock? anzurechnen ist, datz aus seine Ver- anlassung und Rücksprache mit dem Stationsvorsteher der letzte Zug, der schon eingesahren war, auf die Boötsfahrer wartete. Ein gräßliches Verbrechen wurde nach der Ablöschung eines großen Waldbrandes in der Dresdener Heide bei Leipzig ent- deckt. Jir dem verbrannten Komplex wurde die_ stark verkohlte Leiche eines etwa fünfzehnjährigen Mädchens ge- f u n d e n. Es liegt unzweifelhaft ein L u st mo r d vor. Der Thäter legte das Feuer an, um die Spur seiner Unthat zu verwischen. Die sofort angestellten Ermittelungen führten auf die Spur eines aus der Leubener Korrektionsanstalt entwichenen Häftlings namens Biener, der unter dem Verdachte, das Verbrechen begangen zu haben, verhaftet wurde. Eisenbahnzusammenstoß. Bergedorf, 16. Juli.(W. T. B.) Der heute nachmittag um 2 Uhr 25 Minuten von Hamburg nach Schwarzenbeck abgegangene Personenzug fuhr kurz vor Bergedorf auf einen vorauffahren den Güterzug. Mehrere Personen wurden verletzt, darunter einige schwer; der Materialschaden ist bedeutend. In Catanzar» geriet Luigi Leto in Streit mit seinem achtzig» jährigen Bater. weil dieser sich trotz seines hohen Alters noch einmal verheiratet hatte, und schoß auf ihn. Der Alte lief darauf fort, um seine Waffe zu holen. Inzwischen erschoß der Sohn seine Stief- mutier und schoß dann den Vater, der wieder zurückkehrte, durchs Herz; die letzte Kugel des Mörders galt dem Vater der Stufmutter, der, in den Unterleib getroffen, zusammenbrach. Der Mörder entfloh.— An demselben Tage gerieten in Butera bei Palermo die Brüder Rocco und Giuseppe Gcntile in Streit. Giuseppe zog blind vor Wut seinen Revolver und schoß seinen Bruder nieder. Beim Anblick der Leiche aber packte ihn die Reue, und er erschoß sich auf dem Leichnam des Bruders. Moorbrand. Aus Osnabrück wird gemeldet, daß ein großer Teil des großen Lohner Moors in Flammen steht. Bisher ist es nicht gelungen, des Feuers Herr zu werden. Touristeilunfall. Aus Genf, wird gemeldet. datz ein Beamter des dortigen Statistischen Bureaus. Georges Laurier, vom Moni Saleve abgestürzt ist und dabei tödlich verletzt wurde. Die Pocken in Wien. Betreffend die Gerüchte von zahlreichen Blatternerkrankungen in Wien konstatiert das„Neue Wiener Abend- blatt", daß im ganzen sechs Personen an der Seuche erkrankt sind. Dieselbe» befinden sich im Jnsektionsspital. Seitens der Gesund- heitsbehörden sind die umfassendsten Vorsichtsmaßregeln getroffen worden. Die Krankheitskeime wurden von Personen außerhalb Wiens eingeschleppt. u"............> j ßncfhaFtcn äer Redaktion. Klr büken bei jeder Anfrage eine Chiffre szwei Buchstaben oder eine Zahl) anzugeben, unter der die Antwort erteilt werden soll, und die letzte Wonnementsquittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beant- wortet und schriftliche Antwort wird nicht erteilt. Juriltilcher Ceil. Tle juristische Sprechstunde findet täglich uiitSlnsnahme deS So», ladend« von?>/, bis v?2 Mir abend» statt, weöffnct!? llbr. Backwiy. 1. Für fast alle Gemeinden Preußens ist, dem Gesetz ent- sprechend, die Desinsektion für den Fall von Diphtherie und schwerem Scharlach vorgeschrieben. Unentgeltliche Desinsektion ist leider nicht durch» gejährt. Ist sür das Ruppincr Dorf die Desinsektion für alle Mieter tosten« frei, nicht aber für die Eigentümer, so ist diese Verordnung rechtsgültig und social weitergehend als die Berliner DeSinsettionsordnung. 2. Sobald das Vergnügen mit Rücksicht aus die Anzahl der Teilnehmer, die Leichtigkeit des ZuWitts usw. als öffentliches charakterisiert werden kann: ja. — O. K. 70. 1. Ein Geselle oder ein Handlungsgehilfe, der kranken- versicherungspslichtia ist, kann als Selbstversicherer in der Kaste verbleiben, wenn er selbständig geworden ist. Handwerker und selbständige Gewerbe» treibende können serner einer Krankenkasse beiweten, wenn deren Statut dem H 26a Zistcr 5 des Krankcnversicherungs-Gcsetzcs entspricht und die Besiimmung getroffen hat, daß solche Personen als Mitglieder ausgenommen werden könne», sosern ihr jährliches Gesamteinkommen 2000 M. nicht über- steigt. Eine Kasse, die Ihrem Wunsche entspricht, ist uns nicht bekannt. 2. Ja. 3. Nein.— F. Ich. 17. Ob und inwieweit die Bezeichnung eines Getränkes als Sekt zulässig ist, vermögen wir weder aus der Beschreibung noch aus dem Stoff selbst zu entscheiden. Die Rechtsprechung ist nach dieser Richtung so eigenartig, daß auch ein in der Technik des PantschenS Sach- verständigster die Grenze zwischen der chemischen und juristischen Pantscholoaie mit Sicherheit nicht zu erkennen vermag. Sie müssen sich schon selbst Ihr Urteil bilden. Maßgebend sind die Rcichsgesetze vom 14. Mai 1879(Nahrungsmilielversälschungs-Gesetz) und vom 24. Mai 1901. Am sichersten gehen Sic, wenn Sie eine wahrheilsgcmäße Beschreibung der Entstehung und Zusammensetzung des Getränks dem Titel beifügen; durch- aus sicher gehen Sie, wenn Sie sich jeder Bezeichnung entHallen, die das Wort„Wein" oder„Sekt" enthält.— E.«. 1034. 1. Ja. 2. Nein. —(f. Bö. 146. DaS Nichtbefolgen der Aufforderung eines Schutzmannes, ihm Hilfe zu leisten, ist nur dann(mit Geidswase bis 150 M. oder mit Hast bis zu sechs Wochen) strafbar, wenn der Betreffende bei Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not von der Polizei b e h ö r d e(der Schutzmann ist leine Behörde, oder deren Stellvertreter(das kann ein Schutzmann infolge ausdrücklicher Bestellung sein) zur Hilfe aufgefordert ist und der Aufforderung ohne erhebliche eigne Gefahr genügen konnte. In Berlin kann ein schütz- inann niemals Vertreter des Polizeipräsidiums sein. Einen gesetzlich ge- schützten Anspruch aus Hilse hat er mithin niemals. Die Abneigung, ihm Hilst zu leisten, würde geringer sein, wenn das Publikum das Gejähl hätte, daß das Recht aus feiten der Beamten liegt und daß die Behörde, deren Befehle der einzelne Beamte auszuführen hat, stets dem Allgemeinwohl dienliche Zwecke verfolgt, niemals das Recht verletzen läßt und gegen Mißbrauch der Amtsgewalt stets erfolgreich austritt.— 91. F. Zu spät. WAARENHAUS HERMANN UETZ Leipzigerstrasse 46-49— Krausenstrasse 46-49. ir bringen ährend dieser oche aaren ans allen Ahiheilnngen eiche wir, weil die Saison eit•vorgeschritten, nicht weiter führen, Sehr billig jum Verkauf. Kleiderstoffe Schwarz Reinw. Diagonalcheviot Schwarz Reinw. Crepe Schwarz glatt' Alpacca Elfenbein Reinw. Cachemirs Japanische Waschseide(Kaiki) Reinseid. Taffet farbig Lyoner Foulards Seidene Schotten und streifen i i Schuhe durchweg Mtr. 95 pf 95«. 125 durch weg Mtr. durchweg Mtr. Damen Leder-Haus- u. Reiseschuhe Damen Segelschuhe, Tanzschuhe Herren Segelschuhe Strandschuhe, Herren Leder-Reiseschuhe Kinderstiefel 21/24 Grösse Damen braun und schwarz Spangenschuhe Damen- u. Herren Lawn-Tennis-Schuhe Damen graue Stoifschnbo mit Absatz, Sandalen durchweg 2" durchweg 160 z Wasch Stoffe Wert durchweg bis 40 Pf. Mtr- Waschseide imitirt Batist Percal Bulgarenstoffe Organdy Zephyrstoffe Baumw. Mousseline Blusenleinen mit. 28 35 re Knaben u. 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Driul«.Verlag: Vorwärt» Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer Lr Co.. Berlm LÄ. Nr. 166. 21. Jahrgang. 2. KeilW des Jotmürtf Krlim lolWliitl Sonntag, 17. Ittli 1904. Um zwei Millionen. Aus B u d a p e st wird uns vom 13. Juli geschrieben: Leicht wird Franz Joseph seine„Lohnerhöhung" nicht bekommen. Die Ver- Handlung der Regierm:',?dorlage auf Erhöhung der Civilliste um zwei Millionen Kronen baue.!, schon eine volle Woche und obwohl die außerordentliche Hitze das Interesse an parlamentarischen Berhand- lungen sehr vermindert, wird die„Debatte" vielleicht noch eine ganze Woche fortgesponnen werden. Bei Lohnkämpfen darf man nicht wehleidig sein und so muß es der König, der sein großes Ein- kommen noch um den tüchtigen Happen von vier Millionen szivei in Oesterreich, zwei in Ungarn) vermehrt haben will, schon wagen, daß ihm Tag für Tag die größten Sottisen gesagt werden. Gegenüber den offiziellen Schönfärbereien von den„brausenden Eljens", die den„heißgeliebten Monarchen" angeblich immer begrüßen, wo er im Ungarlande erscheint, stechen die kaprizierten Zwischenrufe in der De« batte sehr ab. Vielleicht können sie deshalb auch das Interesse inehren. Bon den Heißspornen der äußersten Linken wird die Vor- läge als„Schurkerei",„Unverschämtheit",„Schweine- rei" bezeichnet. Der Abg. Ratkay, der offizielle Redner der Unabhängigkeitspartei, führte aus: Baron Banffy hat für den Bau der Burg in Ofen ein Zinsen- freies Darlehen von zehn Millionen Gulden bewilligt.(Ab- geordneter N e s s i: Tie reichen Habsburger nehmen ein zinsen- freies Darlehen!) Daraus ergiebt sich, daß die Königsburg eigent- lich vom ungarischen Staate bezahlt wurde, denn die Zinsen dieses Tarlehens würden jährlich 400 000 fl. betragen, somit mehr, als die Civillifte für den Bau der Burg und für sämtliche Budapester Hof- ämter ausgeworfen hat. Wie viel der König jährlich in Ungarn verausgabt, läßt sich nicht genau ermitteln. Die Kosten seines hiesigen Aufenthaltes können nicht genau berechnet werden, da man selbst das Fleisch und da? Wasser von Wien hierherkommen läßt. Im ganzen dürfte der Hofstaat höchstens eineinhalb Millionen Gulden in Ungarn verausgaben. Die Subvention der Wiener Hof- theater aber beträgt mehr als eine Million Gulden. Unter solchen Umständen ist die Erhöhung der Civillifte eine starke Zumutung. Man begründet sie mit der Teuerung. Wenn die Verhältnisse rn Wien teurer geworden sind, warum kommt der Hof nicht nach Budapest? Und wenn sich die Kosten in Budapest verteuert haben, so kann das der Hofstaat nicht gefühlt haben, denn er befindet sich niemals hier. Der Kaiser von Oesterreich und König von Ungarn hat die höchste Civilliste unter allen Monarchen. Der Minister- Präsident hat im Ausschuß erklärt, man könne nicht verlangen, daß der König die Kosten des Regierens aus seiner Tasche zahle. Wie ist es aber mit den Herren Erzherzogen? Die kSnnten doch einmal den Versuch machen, auL eignen Mitteln zu leben! Sie erhalten ja meist als Militärs eine Gage und besitzen Privatvermögen. Es ist doch. vielleicht nicht absolut nötig, daß die Nation zu ihrem Unterhalt bei- trägt. Wenn sie es aber thut, so wäre es doch endlich an der Zeit, daß wir von der Erhaltung jener Erzherzoge befreit werden, die niemals zu uns kommen,»nsre Institutionen nicht respektieren, unsr« Geschichte nicht kennen und keinerlei Beziehungen mit uns unter- halten. Wir können ja nicht einmal durchsetzen, daß der Erzherzog. Thronfolger zu uns kommt, selbst zufällig nicht mit der Eisenbahn, nicht mit dem Dampfboot, auch nicht mit dem Luftballon. Wenn er aber doch hierher kommt, dann meidet er uns demonstrativ und dadurch entsteht die Meinung, daß der Thronfolger Ungarn haßt. Darum ist es nicht zu verwundern, daß ein Erzherzog hierher kommt und unsre Sprache eine Landessprache nennt und daß eS uns geschehen kann, daß der Kaiser ohne Gegenzeichnung eines Ministers den Armeebefehl von Chloph erließ..." Und der Abgeordnete Gabanyi, ein echter„Kurucze", ließ sich folgendermaßen vernehmen: Man sagt, daß sich der Hof vermehrt habe, darum benötige man das Plus von zwei Millionen. Meine Herren! Dafür können wir wirklich nichts, daß sich die königliche Familie in so rapider Weise vermehrt.(Heiterkeit.) Wir haben derzeit 55 Erzherzoge. Doch verdienen bloß Erzherzog Joseph und Erzherzog Joseph Angust das Geld, da sie in Ungarn leben; die übrigen nicht.(Heiterkeit.) Abgeordneter Baszony: Der Erzherzog Mathias verdient r» auch. Abgeordneter Gabanyi: Meinetwegen, der kleine Mathias soll auch etwas bekommen.(Heiterkeit.) Gegen die Vermehrung könnte man sich so wehren, daß man aus den Erzherzogen katholische Pfaffen macht.(Heiterkest.) Abgeordneter Ugron: Die Habsburger sollen zum Zweikinder- System greifen!(Stürmische Heiterkeit.) Präsident ersucht die Redner, daß sie mit mehr Achtung über die Mitglieder des königlichen Hauses sprechen. Abgeordneter Hock: Was für eine Rede ist das? Ist es denn eine Beleidigung, wenn man katholische Geistliche aas den Erzherzogen machen will? Abgeordneter Gabanyi: Und ,ch sage eS in vollstem Ernst. «(Schallende Heiterkeit.) Aus den Damen der erzherzoglichen Familie mlge man Nonnen machen.(Heiterkeit.) Keinen Heller sollten wir geben, wir haben keinen ungarischen Hofstaat, auch wurde ein Eidesbruch begangen. Präsident: Wie verstehen Sie das? Abgeordneter Gabanyi: So, daß der König geschworen hat. da» Land als einen selbständigen Staat zu regieren, was jedoch nicht geschieht Präsident: Die Person de« Königs ist heilig, sie darf nicht in die Diskussion gezogen werden.(Lärm und Protest auf der äußersten Linken.) Abgeordneter Gabanyi: Der italienische Kömg hat zwe, Millionen von seiner Civilliste nachgelassen. Abgeordneter Kecskemety: Ja. der macht es billig. Wir sollten eine Licitation arrangieren.(Heiterkeit links.) Abgeordneter Gabanyi: Es wäre überhaupt richtig, daß der König die ihm bisher durch 37 Jahre bezahlte Civilliste zurückbezahlte und daß dieses Geld unter die Lehrer, Geistlichen und Eisenbahner verteilt wird.... In dieser Tonart geht eS nun die ganze Woche. Doch darf man deshalb nicht glauben, daß die Leute ctlva Republikaner seien, di« bei der Gelegenheit ihrer Abneigung gegen die Monarchie fröhnen wollen. Ganz im Gegenteil: eS sind höchst loyale Menschen. denn daS, was sie kränkt, ist ja eigentlich der Umstand, daß ihre Loyalität kein Objekt findet. Die ganze Debatte ist erfüllt von der Klage, daß der„König" so selten nach Budapest kommt, viel weniger als der„Quote" entspräche, daß die Erzherzöge Ungarn meiden und daß in der königlichen Residenzstadt kein eigner Hofhalt existiere. Am schärssten war die Beschwerde Graf«pponys formuliert, der allen Ernstes davon sprach, daß der König daS ganze Jahr im „Auslände" lebe und.ausländischen' Einflüssen ausgesetzt ist. ..Ausland' ist nämlich nach dieser Auffassung Oesterreich.... Man muh übrigens zugeben, daß der Standpunkt der Extrem« magyaren, so wunderlich er sich ausnimmt, die Logik für sich hat. Ungarn zahlt dieselbe Eivilliste wie Oesterreich— nämlich 9,3 Mil- lionen Kronen, die jetzt auf 11,3 Millionen erhöht werden sollen— und hat vom Könige und seinem Hofe gar nichts. Was nützt einem aber der Mantel, wenn er nicht gerollt ist, wa« hat man von dem österreichischen Monarchen, wenn er immer auswärts wohnt? Wenn sich der Standpunkt derjenigen, die auch die Glorie des Hofes zweck- mäßig verteilt haben wollen, übrigen» durchsetzt, so blüht künftig dem Monarchen dieses komischen Doppelstaates eine neue Arbeit, Er wird da» Herrschen schier im Umherziehen betreiben müssen.... Der Militarismns. Die Bezeichnung Militarismus ist. wie der treffliche so über- schricbene Artikel in den: Handbuch für socialdcmokratische Wähler darlegt, kein bloßes Schlagwort; es wird darunter nicht nur da« bestehende Militärsystem verstanden, sondern auch der Geist, die Sitten und Gewohnheiten, die der Einfluß des bestehenden Militär- syscems auf das gesamte öffentliche und sociale Leben hervorgerufen hat und die sich in unheilvoller Weise immer mehr Geltung ver- schaffen. Es ist der Geist der Ueberhebung, der KuSschließlichkeit und� einer gewissen Feindseligkeit gegen das Voll, der geflissentlich genährt wird; es ist die Sitte, daß der Soldat überall dem Bürger voransteht, daß nicht Wissen und Bildung, sondern der militärische Rang, die Uniform in: gesellschaftlichen Leben herrscht. Der Militarismus in diesem Sinne ist int er- national; international seine Erscheinung, international seine Schäden, international seine Kompromittterung. In jedem 'militaristisch verseuchten Lande kommen Dinge vor, wie sie uns Lieutenant Bilse aus einer kleinen deutschen Garnison erzählt hat-» viel schlimmere noch werden totgeschwiegen! In einem vor wenigen Tagen herausgegebenen Buche gegen die französische Militärjusiiz (A bas la justice militaire; Paris 1904) frischt G. Lhcrmitte akten- mäßig belegte Dinge aus der neuesten Geschichte des französischen Heerwesens auf, die, wenn sie unsren Patrioten als Trost für die Schrecken des Bilse-ProzesieS er- scheinen, uns hingegen den besten Beweis liefern, daß die heutige Heeresorganisation und der militaristische Geist, die ja in der französischen Republik ihrem Wesen nach genau so sind wie in dem kaiserlichen Deutschland, den Keim der Berderbnis in sich selbst tragen. Wenn auch ähnliche Ungeheuerlichkeiten aus Deutsch- land bisher nicht gemeldet worden sind, so möchten wir doch den Lobrednern u n s r e s Militarismus raten, nicht vorher in lauten pharisäischen Jubel auszubrechen, ehe sie nicht z.B. sich der ver- schiedenen Prozesse gegen Offiziere wegen Fälschung von Schießlisten erinnert oder die höchst beachtenSiverte Kritik gelesen haben, die ein so nationalliberaler Mann wie Professor Paasche an dem Etat für die famose.ostasiatische Besatzungsbrigade" geübt hat. Es dürste sehr gewagt sein, daß unsre„Patrioten" sich an die zottige Helden- brüst schlagen und enthusiastisch deklamieren:„Wir Wilden sind doch bessere Menschen 1" Aus dem Bericht, den der Abgeordnete und jetzige französische Marineminister Camille Pelletan im Jahre 1900 über den Militär- Etat der Kammer erstattete, ergab sich, daß es mit der Ehrlichkeit der mit den: Rechnungswesen der Truppenkörper betrauten Offiziere sehr übel bestellt war. Der Chef des Bureaus im Kriegsministerium, Herr Denise, und der Gehilfe des Ministerialdirektors, Herr Prioul, wurden darauf mit einer Untersuchung betraut, über deren Ergebnis sie u. a. folgendes berichteten: „Unsere Untersuchung hat sich endgültig auf 132 Infanterie- und 51 Kavallerie-Regimenter erstreckt. Man wird zugeben, daß diese Zahl groß genug ist. um Schlußfolgerungen auf das Ganze der Armee daraus zu ziehen. Die 183 untersuchten Regimenter haben wir in vier Gruppen eingeteilt: A. solche Regimenter, bei denen schwere Verfehlungen aufgedeckt wurden und deren Verwaltung schlecht war; B. solche Regimenter, bei denen Unregelmäßigkeiten in der Ver- waltung und die Nachlässigkeiten eineu ernsten Charakter trugen: C. solche Regimenter, bei denen zahlreiche Unregelmäßigkeiten in den Abrechnungen vorkamen, ohne daß die Verwaltung be- sonders schlecht erschienen wäre; v. solche Regimenter, bei denen die Verwaltung als gut an- erkannt werden konnte, obschon auch bei ihnen noch viele Verstöße gegen die Vorschriften zu konstatieren waren. Das Resultat der Untersuchung haben wir demgemäß in folgender Tabelle zusammengefaßt: Infanterie- Kavallerie- Regimenter Regimenter Serie A. IV 8 Serie B. 63 28 Serie 0. 84 13. Serie D. 16 2 � Zusammen 27 91 47 18 Prozentsatz 14,5 60,0 26,0 9,5 182 61 188 100 (Bergl.: Anlage zum Bericht über das Generalbudget, Kriegs« Ministerium, Seite 108 ff. von 1900.) Die französische Heeresverwaltung gab also selbst zu, daß bei 165 von 183 untersuchten Regimentern Unterschlerfe, Diebstähle, Urkundenfälschungen und zahlreiche andere Verbrechen oder Unregel« Mäßigkeiten vorgekommen waren, d. h. bei 90 Proz. Und in dem Berichte heißt es selbst:„Die Zahl(der untersuchten Regimenter) ist groß genug, um Schlußfolgerungen auf das Ganze der Armee daraus zu ziehen l' In demselben Berichte findet sich aber noch eine überaus interessante Stelle, die ein helle» Licht aus die Zustände unter dem franzosischen Militarismus wirft; es heißt da:„Jedes einzelne der von der Untersuchung betroffenen Regimenter ist bereits früher mehrfacher Kontrolle unterzogen worden und hat mehrfach gleiche Versprechen gegeben(nämlich endlich Ordnung zu schaffen). Und doch sind die Zustände so, wie die oben gegebene Tabelle er« kennen läßt. Man wird es deshalb begreiflich finden, daß wir die Nummern und die Standquartiere der Regimenter unterdrückt haben." Lhermitte, der in seinem Buche den Nachweis liefert, daß die Militärjustiz niit furchtbarer Wucht den gemeinen Soldaten trifft, der sich irgend eine, wenn auch noch so begreifliche Erregung zu Schulden kommen läßt, dagegen vor den Epauletten der Offiziere Halt zu machen pflegt— Lhermitte fügt dieser Bemerkung hinzu:„Man begreift allerdings das Gefühl, das die Herren Denise und Prioul unter solchen Un, ständen geleitet hat: sie wollten ihre Kameraden von der Linie nicht entehren; sie wollten die Adressen der Männer nicht veröffentlichen, an die sich PelletanS Vorwürfe richteten:„Wir haben nicht nur festzustellen, daß die vorschriftsmätzigei, Register an manchen Orten gar nicht existieren oder seit fünf Jahren nicht geführt worden sind, nein, es gtebt ihrer auch solche, die geradezu phantastisch geführt werden; in einem hatte man z. B. viele monatelang Einnahmen und Ausgaben in dieselbe Rubrik eingetragen. Auf Schritt und Tritt beg«inet man Mystifikationen von höchst wunderbarem arithmetischen Charakter' z. B. 36 Tschakos a 2,60 Frank macht zusammen 141 Frank! Anderwärts haben wir Differenzen von sehr erheblichem Betrage festgestellt; wenn zwei Nachweise sich auf denselben Gegenstand bc- ziehen, dann finden sich zwischen ihnen Unterschiede, die oft hohe Summen darstellen.(Stenographische Berichte über die fran« zösischen Kammerverhandlunqen, 15. Februar 1900, Seite 475.)... Wenn der kleinste Krämer seine Bücher so führen würde, dann liefe er. wie Sie wissen, Gefahr, ins Gefängnis gesteckt zu werden, wenn er sie vorlegen muß.... Wissen Sie, wie viel Geld die Ver- waltung zur Deckung des Deficits in sechs Jahren ausgegeben hat? Zwanzig Millionenl" Daß auch nach dieser vernichtenden Enthüllung und Kritik Pelletans der französische Militarismus sich nicht gebessert hat. stützt unsre Annahme, daß wir es mit organischen Schäden zu thun haben, solchen, die im System selbst ihre Wurzel haben. Außer- ordentlich charakteristisch ist dafür ein Bericht de» Abgeordneten Berthelot über Krieaszüge in Süd-Oran, der Kammer erstattet am 26. März 1991. Bcrthelot sagte damals:„Im Juni(1900) hat man uns eine specifizierte Abrechnung über alle Ausgaben vorgelegt mit Angaben über den Personalbestand. Bestand der Kamele, Em« schädigungcn für gefallene Kamele, Ausgaben für Nahrungsmittel und so weiter. Ferner hat man uns im November eine Abrechnung über die seit dem Beginne des Jahres gemachten Ausgaben vorgelegt, und endlich jetzt im März eine Generalabrechnung, in der die beiden vorhergehenden rekapituliert worden sind. Wenn man nur eine einzige dieser Abrechnungen nachprüft, dann bestechen sie durch ihre Genauigkeit und Gewissenhaftigkeit. Wenn man sie aber mitein- ander vergleicht, dann merkt man, daß sie durchaus nicht zusammen stimme n. Ob man den Personalbestand nachprüft. oder den Bestand der Kamele, oder die Zahl der gefallenen Tiere, ob man irgend eine beliebige Ausgabe ins Auge faßt, immer stößt man auf Differenzen, die keinerlei Zusammenhang zwischen den Ziffern erkennen lassen. Am 1. Juni erklärte man uns, die Zahl der gefallenen Kamele belaufe sich auf 13 307. Im Monat Dezember giebt aber die Division Algier tn ihrer Generalabrechnung sämtlicher Ausgaben diese Zahl auf nur 7361 an; in einen 4— 5 jvionate längeren Zeitraum erklärt man auf einmal 5946 weniger Ab- gang bei den Kamelen gehabt zu haben. Das ist aber noch nicht alles. Für die zuerst angegebenen 13 000 gefallenen Kamele hatte man die den Eigentümern gezahlten Entschädigungen mit 150 Frank pro Stück eingesetzt und als an die Eigentümer ausgezahlt verbucht. Die Kammer hat damals die Höh« dieser angegebenen Summe bemängelt, den Betrag aber bewilligt. Im Dezember hat man aber nun nicht nur die Zahl der gefallenen Tiere niedriger angegeben, sondern auch obendrein erklärt, es seien nur 100 Frank Entschädigungen für das Stück gezahlt worden. Es handelt sich dabei nicht, wie ich zu bemerken bitte, um Voranschläge, sondern um Abrechnungen über geleistete Ausgaben; auf Heller und Pfennig sind die Beträge, die man angeblich au S- g e z a h l t hat und für die man Belege in der Hand haben will und muß, angegeben worden II" Wo ist das Geld für die augeblich gefallenen und ersetzten Kamele geblieben? Wer hat die Buchungen ausgeführt? Wer hat die Quittungen der Eigentümer ausgestellt? In den französischen Parlmnentsakten findet sich darüber nichts. Im offiziellen steno- graphischen Berichte haben wir eine Fortspinnung dieser Debatte nicht entdeckt: die Kammer hat die bittere Pille„patriotisch" hinunter- geschluckt, die betreßten und ordensgeschmückten Diebe und Fälscher haben ihr sauberes Handwerk weitergeführt und stehen gewiß heute noch in der französischen Armee in Ehren und Aemtern. Natürlich giebt eS auch im französischen Militär-Straf- gesetzbuche Paragraphen, die derartige Verbrechen mit strengen Strafen bedrohen, aber— wo kein Kläger ist. da ist kein Richter, und eine Krähe hackt der andern kein Auge aus! In Frankreich sind die Offiziere im„Ehrenpunkte" genau so kitzlich, wie in— je Km andern Lande; sie nehmen dort dieselben Vorrechte für sich in An- spruch, kurz eS ist eben der internationale Militarismus, der dort herrscht und für die private, von NichtmilitärS ausgeübte Kritik fast so unangreifbar ist, wie in andern Ländern, Ihn diesseits, wie jenseits der Grenzen zurückzudrängen, ist eine der ersten und wichtigsten Aufgaben jedes wirklichen Voltsfreundes. Zmtttt deutscher Abjtineuteutag und Großlogen-Fest von Deutschlands Großloge II. d. I.(0. G. S. Altona-Hamburg, 16. Juli 1904. Nachdem am gestrigen Freitagabend der«Alkoholgegnerbund. Landesgruppe Deutschland",«ine zwanglose Begrüßung der Gäste vorgenommen hatte, fand heute vormittag von 9— 1 Uhr eine Sitzung der Abgeordneten dieser Vereinigung im Logen- Hause, Sommerhuderstr,, des„Jndependant Order of Good TemplerS" statt, die sich indessen vorwiegend mit inneren Angelegenheiten be- faßte und zu recht lebhaften Auseinandersetzungen führte,— Heute nachmittag 3 Uhr Fortsetzung der Abgeordneten-Versammlung und Sitzung 5er Leiter von Abstinenzsanatorien, sowie Jahres-Hauptversammlung des„Deutschen Vereins ab- stinenter Lehrer" und de»„Deutschen Vereins ab- stinenter Eisenbahner".— Abends 8 Uhr: Empfangsabend im TirkuS Busch. Die Festvorträge haben übernommen Prof. Dr. Johann Bergmann- Stockholm und Landrichter Dr. P o p e r t« Hamburg.— Die Logenhäuser und Abstinenzlokale des hiesigen StädtekomplexeS sind festlich geschmückt, ebenso ist in den Straßen und an den Häusern Altonas zum großen Teile Fahnen- und Guirlandenschmuck sichtbar. Es herrscht eine drückende Hitze. ßHefbaften der Redahtton. >rirtifcH«r CriL Dh. Main». Ein Anspruch aus Entschädigung steht Ihrem vruder nicht zu,— Nt. G. 18. Da der Berel» sich nicht mit öffentlichen An- gelcgenhcitcn beschäftigt, so Ist eine Anmeldung nicht erforderlich,— K. S7. 1. Ihr Kind haben Sie zu ernähren. Ihre Frau so lange nicht, als sie gegen Ihren Willen die Ehewohnung nicht teilt. 2. Sic können aus Herausgabe Ihres Kindes antragen. 8. Da Sie nicht spätestens am 27. Juni den Der- trag aufgekündigt haben, fo find Sie an ihn bis zum 1. Oktober 1903 ge- bundeir 4. Ja. 3. Gegen da« Borgerccht Ihrer Frau schützen St« sich durch Aushebung diese» Borgerechts und Eintragung der Aushebung in das Heiratsregister. Beispiele hierfür finden Sie S. 223 Nr. 20 und 21 de» dem „Arbeiterrecht" velgesügten Führers. Da» Buch liegt in den öffentlichen Lesehallen auS. 3. Nein, Sie können zunächst nur aus Rückkehr klagen. — Albert N. in Anklam. Dem Arbeiter steht lediglich ein Ausbruch gegen die Berussgenossenschast, nicht gegen den Arbeitgeber, zu. Gegen lctzternt kann ein Strafantrag wegen fahrlässiger Körperverletzung gestellt werden.— H. M. 14. Ein Mittel, jemand, der nicht als Zeuge ver- nommen wird, zur Aussage zu zwingen, giebt eS nicht. Eine Schadens- ersatzllage gegen die betreffenden Arbeitgeber ist zulässig, hat aber wenig Aussicht aus Erfolg, Gelangt es zum Prozeß, aber nur dann, so eignet sich die Sache eventuell zur Besprechung.— N. 31, Ja. — Otto 153. Der Klage gegenüber haben Sie sich wie irgend einer andren gegenüber zu verteidigen. Durch Ihren Widerspruch gegen den Zahlungsbcsehl ist dieser gegenstandslos geworden und deshalb Klage erhöhen. Es ist nicht ersichtlich, welche Rechte nach Ihrer Ansicht der Kläger verloren haben soll.— BS. M. 1. Ja. 2. Nein. — F. L. IL. Der Passus eines Vertrages, durch den ungleiche Kündigung»- siistcn vereinbart werden, ist, lallS«S sich um«inen Gewerbchilsen handelt, nach h 122 der Gewerbe-Ordnung, falls daS Berlragsverhaltnis einen HandlungSgehilsen betrifft, nach§ 67 H.-G.-v. ungültig, in der Regel gültig hingegen, sofern«in andrer Privatberirng vorliegt, Sie sind als Kassen- böte einer VersichcrungSgescllschast nicht Gewerbegehilse oder den Borschristcn des Bürgerlichen Gesetzbuchs unterliegender„Dienstverpflichteter". Ist die Versichermigsgcfellschajt eine solche, die die Versicherung gegen Prämien über- nimmt, so sind SieHandlungsgehus« und stehtJhnen Swocheniliche Kündigungs- Irist zum Ouartalsersten zu, da dann der betreffende Passu» Ihre» Vertrages ungültig ist und an seine Stelle die gesetzliche Frist tritt. Ist Ihre VerstcheningSgesellschaft eine Gtsellschast aus Gegenseltlgkeit, so liegt kein HnndlungSgehIssenverhältnis vor, die von Ihnen angezogene Vorschrift ist dann gültig. Zuständig Ist da« Amisgertcht. — W. P.®. C8. 1., 2., 5. Nein. 3. Ja. 4. Wenn Sie Beklagter stnd, nein. Wegen böslichen Verlassens kann tn der Regel nur aus Wieder- Herstellung dcS ehelichen Lebens und erst dann aus Ehescheidung geklagt werden, wenn das verurteilende Erkenntnis ein Jahr lang unbcsolgt ge- blieben ist.— I. G. Ein Recht aus Ausnahme in eine Heilanstalt der Landes- verslcherungS-Anslalt hat leider niemand, die Ausnahme kann gewährt werden. O. R. SV. St« kännen gegen Ihren Ehemann aus Alimentation klagen, können serner beantragen, Ihnen zu gestatten, von Ihm getrennt zu leben und können endlich aus Scheidung antragen.— W.®. 1. Ja — F. H., Lichtenberg. Nach der überwiegend in der Rechtsprechung ver- tretencn Anficht ist Ihr Sohn tranken- und Invaliden-versicherungspftichtig Strasbar sind Sie aber nicht, weil Sie sich im guten Glauben bcstndc» konnten, daß Ihr Sohn nicht als Geselle und dergl. seine Arbeit verrichtet sondern als zu Arbeiten im Geschäft de« Vater« verpflichteter minderjähriger HauZsohn� Eine Versicherung liegt in Ahrem und Ihres Sohnes Interesse. — H. G. 100. Sie sind zur Rückgabe der Mark verpflichtet und müßten noch darüber hinaus auf Verlangen des Käufers Schadensersatz leisten.— R. H.. Dennewitzstrasie. Nein: ob der Bestohlene als Zeuge vernommen wird, hängt von der Sachlage ab. Im allgemeinen ist die Vernehmung überflüssig, wenn der Dieb ein Geständnis ablegt. Nachricht vom Termin erhält der Bestohlene nur, wenn er als Zeuge geladen ist, oder wenn er es ausdrücklich beantragt in Kenntnis gesetzt zu werden.— Paul 13«!. Entschädigungsansprüche gegen den Militärfiskus stehen Ihnen nur zu, wenn Sic nachweisen, daß die nach Ihrer Entlassung äusgcbrochenen Krankheiten auf Vorsälle im Dienst zurückzuführen sind, und dieser Nachweis von militärischer Seite anerkannt wird. Besragen Sie Ihren Arzt, ob solch Zu- sammenhang zu konstatieren �ist— Ihre Schilderung läßt das nicht vcr- muten— und beantragen Sie bejahendenfalls Entschädigung bei der Militärbehörde.— M. W. 1000. Sie würden dabei den Kürzcrn ziehen. — M. P. 124. Stand das Haus zur Zeit des Vertragsabschlusses unter Zwangsverwaltung, so ist der Vertrag nur güllig, wenn er mit dem Ver- Walter oder einen von ihm Bevollmächtigten geschlossen ist. War der Ver- trag gültig, wird aber das Grundstück im Wege der Zwangsvollstreckung lSubhastation) versteigert, so kann der Erstchcr den Mietsvcrtrag bis am dritten des ersten Monats kündigen, der aus das Quartal folgt, in dem der Zuschlag erteilt ist. Ersteht der neue Besitzer das Haus also bis am 30. Sep- tember, so kann er vis am 3. Oktober den Vertrag zum t. Januar aus- kündigen.— N. M. 4. 1. Mindestens 20 Marken jährlich sind zu kleben: Die Art der Marlen steht im Belieben Ihrer Frau. 2. So- viel uns bekannt: Gartenstraßc 74, Kr.- K. der Stellmacher. — R. M. 100. Der Vater könnte aus Rückkehr der Mutter klagen und falls die Rückkehr binnen Jahressrist nicht erfolgt, eventuell Ehescheidung beantragen. Die von der Mutter gemietete Wohnung steht auch dem Vater srei. Im übrigen besteht ein gesetzliches Hindernis gegen Ihren Plan nicht. — H. S. 46. 1. Vergehen gegen§§ 223 a und 224 liegen nach der mit dem Gesetz übereinstimmenden Praxis nur dann in dem Fall der Aus- dehnung einer Operation über das vereinbarte Maß hinaus vor, wenn diese Ausdehnung nicht dem mutmaßlichen Willen des Patienten entsprach. In Ihrem Fall war der Arzt berechtigt, die Zustimmung anzunehmen, da ohne diese Ausdehnung voraussichtlich den gesamten Organismus schwer an- greifende Leiden erwachsen wären, der Zweck des betreffenden Organs doch vereitelt war und eine schwere lebensgesührdcndc Operation nach wenigen Jähren sich als notwendig herausgestellt hätte. Anders läge es, wenn die Ausdehnung etwa ausdrücklich untersagt tvar. 2. und 3. Nein.— X. Ja. — I. O. 15. Der Vater eines außerehelichen Kindes ist gesetzlich ver- pflichtet, dem Kinde bis zur Vollendung des 10. Lebensjahres den der Lebensstellung der Mutter entsprechenden Unterhalt zu gewähren. Der Unterhalt umsaßt den gesamten Lebensunterhalt sowie die Kosten der Erziehung und Vorbildung zu einem Berufe. Wenn der Unterhalt mit 0 M. monatlich bcswitten werden könnte, so sollte man den, der das Kunst- stück sertig bringt, zuni Finanzminister machen. In der Berliner Gerichts- Praxis tverden 15 bis 25 M. monatlich als angemessen erachtet. 2. Die Verpflichtung des Vaters besteht auch sür die Zeit eigner Verdienst- und Vermögenslosigkeit. Die Militürzeit befreit keineswegs von der Ver- pflichtung zur Alimentenzahlung. 3. Der Vater hat kein Recht zur Erziclung oder Herausgabe des von ihm außer der Ehe erzeugten Kindes. Die vor dem 1. Januar 1300 bestandene landrechlliche Befugnis, nach vollendetem vierten Lebensjahr die Herausgabe zu verlangen und sür den Fall einer Weigerung nicht mehr zu zahlen, bestand sür diejenigen Fälle nicht, in denen eine NichtHerausgabe im Interesse des Kindes lag. Das war nach oormundschajtsgerichtlichcr Praxis sür alle jene Fälle, in denen durch frühere Nichtzahlung der Alimente der Vater seine Interesse- losigkeit gegenüber dem Wohl des Kindes offenbart hatte. Das Recht aus Herausgabe des Kindes besteht gegenüber den nach dem 31. Dezember IßSS geborenen Kindern in Deutschland nicht mehr. 4. Ist kein vormundschasts- gerichtlich bestätigter Vergleich geschlossen, so ist der Vormund so berechtigt wie verpflichtet, aus Zahlung angemessener Alimente zu klagen.— X. Y. Ja. — Unfall 44. Es ist unmöglich, Ihnen im Raum des Bricskastens oder des gesamten Raumes des„Vorwärts" die sämtlichen Vorschriften d«« Unsällocrsichenlngs-Gesetzcs darzulegen. Darauf lausen aber Ihre allgemein gehaltenen 10 Fragen hinaus. Soweit sich Ihr Fall auS Ihrer Darlegung erkennen läßt, diene Ihnen folgendes zur Aufklärung: Wie viel Sie that- sächlich verdienen, ist sür die Frage der Höhe der Entschädigung nicht aus- schlaggebend. Es kommt daraus an, in welchem Grade Ihre Erwerbs- sähigkeit beeinträchtigt ist. Sie behalten also beispielsweise die Rente, wenn Sie auch durch einen Kramladen das Doppelte von vordem verdienen, Ihre Rente tvird gekürzt, wenn nach Ansicht der letzten Instanz die Erwerbs- sähigkeit sich gehoben hat, und zivar auch dann, wenn Sie thatsächlich nichts verdienen. Eine Absindung kann Ihnen aus Ihren Antrag für die Rente bis 15 Proz. gewährt werden. Verschlechtert sich Ihre Erwerbs- sähigkeit(z. B. durch Aufbrechen der Unfallswunde), so können Sie Erhöhung beantragen, verbessert sich ihre Erwerbssähigkeit, so kann die Berussgenossen- schaft Herabsetzung durchzusetzen suchen. Gegen alle Bescheide ist der in den Bescheiden angegebene Berusungsweg, gegen Entscheide der Schiedsgerichte Rekurs an das Reichs- Versichcrungsamt zulässig. Ob in Ihrem Falle zu einer Berufung zu raten ist, lägt sich ohne Kenntnis deS von Ihnen nicht ge- schilderten Falles und des Enffchcidcs nicht sagen. Haben Ihnen Gewerk- schastskollcgen, die mit derartigen Sachen öfters besaßt find, nach Schübe- rung des Falles und Einsicht in die Bescheide abgeraten, so liegt kein Grnnd zu der Annahme vor, daß der erteilte Rat ein irriger war. — F. K. 35. I. Wenn Sie kein Testament errichten, ja. 2. Ja, Sie müssen aber die Formvorschristen genau beobachten. Eine Anleitung und ein Beispiel finden Sie aus 238 Nr. 55 des Anhangs zu dem in den öffentlichen Lesehallen auSliegenden„Arbeiterrecht". 3.«ie können civil- rechtlich klagen und überdies, salls in der That das Kleid, an dem Ihnen Psandbesitz zustand, entrissen ist. istrasantrag stellen.— A. G. 26. Wenn der mit dem Vermieter geschlossene Btictsvcrtrag nicht das Gegenteil besagt — Berliner Formulare enthalten ost das Gegenteü— so hat der Wirt, nicht der Mieter, die Wohnung sowie Darnpsanlagen, Backanlagen und dergleichen in brauchbarem Zustande zu erhalten.— lk. B» 3- Ja. SocialdeniokratisGtierWalilTereiii liir den zweiten Am 15. Juli verstarb unser Mtglied, der Genosse EmH Schall, Lichterselderstr. 32. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 18. d. Mts., nach- mittags 0 Uhr von der Leichen- halle des Heilig-Kreuz-Kirchhofes in Mariendors aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 8/10»er Vorstand. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Emil Schall am 15. Juli verstorben ist. Ehre seinem Andenken k Die Beerdigung findet am Montag, den 18. Juli, nachmittags um 6 Uhr, von der Leichenhalle des Helligkreuz- Kirchhofes in Mariendors aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 80/�����Dl�Ort�8rwa1�g. SocialilemokratisehJahlvereiö für den !1S. Todes- Anzeige. Am 14. d. M. verstarb unser Mitglied, der Steinhauer ftidolk Krause Exerzierstraße 20. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonntagnachmittag 4 Uhr, von der Halle des neuen Pauls-Kirch- hoses bei Plötzensee(Seestraße) aus statt. Um zahlreiche Beteiligung er- sucht 247/18 Der Tloritaud. lest bin von Wilhelmstr. 20 nach Potsdamcrstr. 20a verzogen. 16/10»r. A. Frendenberg. Deutseber Holzarbeiter-Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, der Tischler Iw Konrad am 14. Juli verstorben ist. Ehre seinem Andenken l _Sie Beerdigung findet am Sonntag, den 17. Juli, nachmittags 2 Uhr, vom städtischen Kranken- Hause am Friedrichshain aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 80/10 Die Ortsverwaltung Centraiverband der Handels-, Transport--u. Verkebrsarheiter Deutschlands. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied Gustav Finger (Kellerarbeiter) am 15. Juli verstorben ist. Ehre seinem Andenken l Die Beerdigung findet am Montagnachmittag 4 Uhr vom Krankenhausc am Friedrichshain aus nach dem Äuserstehungs- Kirchhos in Wcißensee statt. Die Ortsverwaltung I. hiermit die traurige Nachricht, daß mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater, Großvater, Bruder, Onkel und Schwager, der Vergolder Hermann Velebei im 49. Lebensjahre nach langen, schweren Leiden verschieden ist. Dies zeigt tiesbewübt an Ww. Minna Welchel nebst Kindern, Ncu-Weißensee, Langhansstr. 30. Die Beerdigung findet Montag, den 18. Juli, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle der Markus- Gemeinde in Wilhclmsberg aus statt. 5808L Um stille Teilnahme wird ge- beten. vis Hinterbliebenen. __ Roh-Dabak__ MaxJacoby, Streliherstr. 52. Alt bekannte billige Preise. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Tischlers 2757b MMm Heine sage ich allen Freunden und Be- kannten, insbesondere dem Lotterie- verein von 1904 sowie Herrn Spaar meinen innigsten Dank. Die trauernde Wittwe Emstfne Heine. Sngltseh. Unterricht (Konversation u. AnfangS-Unter- richt) erteilt und Ueberfetinngen übernimmt(55102� 6crtrud Swicnty, Schöneberg, Sedanstraße57, Hl Rohtalpak Max Otto, Filiale; 56432» t928rnnnenstr.t52. Billige Preise. Reiche Auswahl. Roh-Tabak.. Droste Auswahl, billigste Preise. fDiÄ Original-Fabrikpreise. 5. J.Fränkel, Parade 5. 11. Kottbuser Strasse 11. 181. Brnnnenstrasse 181. Größte Ausw. Villigste Preise. Vorzügliche Qualität. 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HS#- Unterstützt uns in dem Kampfe, das Errungene zu erhalten, und kanft nur Brot und andre Backware» aus folgenden geregelten Bäckereien: Xorden. Im Norden werden nm? Tarif- Bäckereien aufgeführt. Ackerstr. 16, Eduard Goldacker. , 68, Eduard Goldacker. „ 153, O, Schumann. „ 5, Dahlke, „ 171, P. Nentwig. Adolsstr. 11, Tennigkeit. „ 1, E, Ballilc. 12b, Hönisch, Anklamerstr, 19, Eduard Goldackcr. 36, K, Graul, Artilleriestr. 27, Neue Verl, Brotfabrik. 3, Eduard Goldackcr. Badstr, 37a, Schimehcck, Bernauerftr. 17, Schiweck, . 35, H. Schröder. , 97, O. Marx. Biesenthalcrstr, 2, Mensing. Boycnstr. 11, Leopold Jhle. Borsigstr, 18, O, Zschoch� Brunucnstr. 11, Hcrm, sorge, » 95, yanke. » 3, Zi). Mollweide. „ 56, D. Pirwitz. „ 27, O. Hanke, 95, O, Hanke, , 96, Eduard Goldacker. 129, ,. 48, Rothe, Buttinnmiftr, 20, Hirsch, BurgSdorsftr. 15, O, Kratockwill. a, Jung. Buchholzerstv E, Vogler, Carmen Shlvnfkr, 163, E, Feist. Chausseestr, 38, Eduard Goldacker. Chorin erstr. 55, F, Hanke, Cöslinerstr. 3, E, Schmidt, Crcmmenerftr. 15, Adolf Moria!. Dalldorserstr, 38, Tzschctzsch.» Danzigerstr. 70, C, Rink, , 76, O, Schmidt. , 91, Minus. » 21, W, Singer. 72, G, Bondran, Demmmerstr, 18, Neue Berliner Ge- nossensch,-Bäckerei. 23. F, Gutfch, 25. Grund. Dunckerstr, 2, Czerwenk. „ 73, C, Jaenke. . 78, F, Dcinert. Drontheimcrstr. 6, H. Schröder, Elsasserstr. 82, Brotfabrik Berolina. Exerzierstr. 19, Koschcl. 1a, Voley. Fehrbellincrstr. 27, M, Höselbarth. tiranseckistr. 45, Joh, Thiel, 51, K, Wittkops, 53, Ed, Goldacker. Fürstenbergerstr, 12, Brotsab, Berolina, Gerichtstr. 14, Schwemler. 4, H, Schröder. Gleimstr. 19, Stracke. 60. Metsch. Graunstr. 22, Dohrmann. , 52, F. Hanke. , 5, B, Schenk. , 32, F. Hanke. 28, Wolfs, 37, Eduard Wuttke. Grcnzstr. 13, ZiegelSki, Grünthalerstr, 61, F, Altrock, 5, P, Jambor. Gartcnstr, 61, E, Bichwcger. Gaudhstr. 9, Joh, Bauer, Greifenhagenerstr, 15, A, Niklasch. Hagenauerstr, 1a, Fritz Hanke. HennigSdorserstr, 25, Voley. Hochmeisterstr. 1, E. Elbinger. » 9, L. Rapp. „ 20, P, Meyer, Hochstr, 31, O. Fenske, Neue Hochstr. 18. Berl, Gen.-Bäckerci, „» 35, Stratmeyer. .. 24. H. Schulz. „„ 28, O, Rorherr. Hochstädterstr, 23. P, Jambor. Hussitenstr, 43, Kiegliiig, Jasmunderstr. 18, A. Döring. Jnvalidenstr, 144, Ed, Goldacker. Aaslanien-Allee 13/14, Pape. 103, Adamitz, „ 57, Aug, Künscher. „ 10, Eduard Goldacker, 46, Bing, Kolonicstr. 28, 81. Schneider. » 71, C, Richert. „ 34, E, Muche. 151, Otto Scheer. Kolbergerstr. 27, I, Braun, Kopenhagenerstr, 71, P. Schön Köslinerstr, 1, Tschöcke. 3, C, Schmidt. Kuglerstr, 8. W, Ziebell. Lynarstr, 4, Äadak, . 14. Pawlick. „ 1, Marquardt, LIebenwnlderstr, 60, Th, Ouasnica. » 59, H, Schröder. 31. M, Jäckei. 10, Voley. Lortzingstr, 36, F, Hanke. „ 17, F, DahmS. Liideritzstr. 60, P. Gärtner, Lychenerstr. 17, P, BorowSth. , 4. Walter vorm, Schwede. » 105, H. Schröder. Marstr, 17, E. Schulze, Metzerstr, 2, Sachwitz(vorm. Zeitler), Müllerstr, 32, Wwe. Blum. 11, Brotfabrik Berolina. „ 33, Wittlers Brotfabrik. „ 37, Friedrich Beyer. „ 166a, Hauke, Odcrbcrgcrstr, 49, Böhme, „ 46, Schönherr. „ 38, Balbin. 21, Wagner, Oudenarderstr. 44, P, König, Oranienburgerstr. 60/63, Simons Brotfabrik. Pappcl-Allee 24, Ernst Pfeifer. „ 21, Fehse. 18, I, Goeken. „ 14, M, Höselbarth. „ 104, Rich, Müller. 136, E, Drefjler. Paukstr, 51, F, Klang, 21, H, Schröder. „ 45d, G. Göller. Pflugstr. 3, I. Kosellek, Prenzlauer Allee IIa, Ed, Goldackcr, „ 24. Ed, Goldacker, „ 203, M, Herrmann, Putbufcrstr. 21, P, Hanke, „ 14, H, Jaapc,' . 37, I, Bauer. 46, R. Block« „ 21, Kundt. 48, H, Schröder. Prinzen-Allee 53, Schmidt, „ 57, M, Schwendh. 61, H, MehlS, Prinz Eugenstr, 10, O. Scnff, 16, H. Ozwald. 5, Jonschcr. 8, H. Reiche. „' 20, O, Härder. Ramlerstr, 36, G, Haehn. . 21, G, Seidel. „ 31, Th. Dahlenburg. Raumcrstr. 55, K, Scharlock. Ravcnvslrage 1, Ernst, Neinickendorferstr, 20, P, Hanke, „ 69. Frau Petsch, 69, Pitzsch, ,. 41, R, Wenzel. 5ia, W, Herberg, 47. H. Bloch. Rheinsbergcrstr. 13, A, Scholz, 26, M, Lorenz. » 48, Seidel, Rhinowerstr, 2, O, Schwienhagen. Ruppincrstr, 8, F. Baacke. 12, O. Hanke. Rügenerstr, 3, Heublcin. „ 16, Höhn, Rykestr, 24, Georg Sy. „ 34, E, Vogler, Swinemünderftr', 27, OSw, Grofzmann, 66, R, Becker. 80, Gegner, 106, C, Kunze, „ 54, Paulisch eck, .. 82, M, Manuel. 93, Schubert. 74, F, Hanke, Schvnh, Allee 177, Eduard Goldacker. Schulslr. 20, Hugo Stolzmann. , 37, F, Jonscher, , 25, Th, Schmidt. 51, P, Krumbach. 110, Stritzle. Schliemannstr, 24, C, Rciscwitz. Schwedterslr. 52, Sl. Hübner. „ 230, O, Kumm. 48, A, Löchcl. 240, Kurth. Sparrjtr. 6, Eisner. Slettinerstr, 54. P, Zeschmann. Slvlpischcstr. 64, Badlkc, Strelitzerstr, 4, I. Hentschel. , 46, Georg Witt. „ 31, P. Schcunemann. „ 64, Brauner. Stargardcrstr. 78, Bark u. Walter. „ 63, E, Bürger. ,, 74- F. Hanke. „ 12a, A. Ebcii. 70, Langnickel. Seestr, 63o, A. Mindl, Schönholzerstr, 5, Mitlclbach, Schwartztopststr. 7, G. Thomas. Schutzendorjerstr. 14, O. Agrikola. 23, Zl. Franz, Tristste, 2, M. Förster, „ 43, Heinrich Nachr. Ticckstr. 16, A, Jurte, Tresckowstr, 44, L, Lehmann. 57, K, Mörschner. Teglerstr, II, H, Laux, Usedomflr, 4,«tollbcrg. 15, H. Schröder. Utrechtcrslr, 8. Kcrstcn Watlftr. 21, F, Riebcnstahl fr. Willdcnowslr. 29, I. Breier. Weijjenburgerstrv 55, H, Slobiling. 42, A, Aymus. . 16, A. Minus. Wiefenstr. 31, I, Schneemann. . 19a, P. Schardien. 28, Secger. Wolgaster ftr, 13, Wwe. Dreier. Wollinerstr. 50, Ricol. , 58, F. George. „ 44, E. Raddatz. 23, I. Dahlen. Wollinerstr. 31, R. Bordafch. Weddingftr, 7, H. Brendel. WeinbcrgSweg 7, Hanke, Wichertstr, 5, H, Längwinkel. Wörthcrftr, 31. Bührig. Zionstirchftr. 2, Regen, 26, E, Förster. ZionSlirchplatz 1, Ter Mollweide. Xordogten. Barnimftr, 17, C, Dorcndorp. Büschingstr. 11, F, Schütze.« 18. A. Alfert. 29, B, Rolost, Elisabethstr, 15, W, Porath. Frankfurtcrstr. 108, Büttner, Kl. Frankjurterftr. 14. F.Mittelstadt.« Gcorgenkirchstr, 48, Wcitzeck, Greissivalderstr. 29, Kaschel,« 76, G. Wegncr, „ 12, O Hanke.« 202, H, Förster, Heinersdorfcrstr. 12, P, Lamler.« Höchslestr, 11, C, Dzicnian,« Jmmanuelkirchstr. 10, K, Krause, 33, llt. Kleiner.« 21, I, Kreil, 30, R, Baldin, 39, H, Dönike. Kuglerstr. 8. W, Ziebell« Landsbergerstr, 91, 81. Bludau. 116, O, Schwarze, Landsberger Allee 157/58, G. Eggert, „ 123, P, Rohwiscl. , 43, Gruschka, 57, 81. Ramm. Landwchrstr. 12, H, Occk. Lippehnerstr, 2, H, Hast,« » 8, H. Kruse, Marienburgerstr-, 7, 8l, Seemann.« 24, L. Schmidt. Neue Königstr, 23, P, Nitschke. 60, Ed, Goldacker.« , 55/56, I, Schultasch. Oldenburgerstr. 14, Rickert ,« Pallisadcnslr. 41, P. Martin. 84, K, Kinzel. 9, R, Schäle. 20. H. Kahne. 58, H, Hecht.« Raabestr. 1Z, H, Böhme. Woldenbergstr. 17, P. Bley. XWi Hoablt. 8lIt.Moabit 77, O. Blottner« Bandclstr. 31, Brotfabrik Berolina.« Beustelstr. 21, H. Gras. 42. 8l, Schmidt ,« „ 44, R. Schwämmlein.« 71, Th. Krull. 50, W, Wesche.« 59, I. Sieg. Berlichingenstr. 1, W, Freyer.« 12, R. Mittelstraße. Bredowstr. 20, M. Schubert. „ 16, Th. Kähncr. Birkcnstr, 32, R, Wackerhagen.« Bremerstr. 56, O. Vesterling. 60. I. Begter. Claudiusstr, 10, A, Tacke. Dreysestr, 12, P, Bänsch,« Emdenerstr. 21, F. Folzing. „ 17, H, Blume. „ 41, H, Linke, Gotzkowskystr, 6, G, Müller. 33, F, DrenSke, Huttenstr. 41, 8l. Slernsdorst,« „ 4, F, Rechenberg.« Jagowstr, 10, F, Bartel, Kirchstr, 12, O. Fliegncr.« Lübcckerstr, 47, E, Schmidt« Lüneburgerstr, 27, Langner.« Mclanchlhonstr, 18, Brodsbr. Berolina.« Oldcnburgstr, 14, C, Peickert.« Perlcbergerstr. 7, E, George. Putlitzstr, 16, E, Schumann. Rostockerstr. 31, F. Kügler, „ 51, O, Hering« 40, Th. Beyer,• Sicmensstr. 17, F. Heyden.« 7, C. Laads ,« Sickingcnstr. 41, R, König. Stendalerstr. 5, Corts u, Co.« Stephanstr. 55, F. Handtke.« Stromstr, 33, I, Höhne. Turmstr. 67, Hanke, 47, Ed, Goldacker.« kltrechterstr. 8, W, Keiften.« Waldslr, 25, E. Jglisch, „ 42, R, Heinrich ,« 36, F. Bureck. 46, Müller, Watdenserstr. 28, F. Treskow.« Wicleststr, 66, G, Spicckermann. . 36, E, Aswaldt.« » 59, W, Werdermann.« 21, Otto Heinrich. Wittstockerstr, 7, C. Giesmann. 25. V, Lulowski.« Wilsnackerstr. 33. P. Hanke. 15. Ed. Goldacker.« WilhelmShavenciitr, 17, MattheS.« 33b, Rinke.« 27. R. Topp. 16, 31. Danelzlk, Osten. Andreassir. 4, G. Fischer. , 16, Hanke ,« . 23, Probst. , SS, WUhelma, Brotfabrik.« Kleine 8lndreaSstr. 7, Christall.« 8lndreaSplatz 3, L. Böttcher. Blumenstr. 13, Berolina Brotfabrik.« , 50a, Junkers Erben. , 51a, E. Krause.« 59, W. Dombrowsky. Boxhagenerstr. 13, Albrechts Bäckerei, 33, P, Sturm. Breslauerstr, 32, C. Brademann. Boxhagenerstr. 13, 8llbrechts Bäckeret, Cadiuerstr. 20, Max Gcisier. 11. O, Bäsch, 4, O. Stedlin. Ebelingstr, 5, M, Blender. Elbingerstr. 86, H, Hast« 97. H, Haff ,« 76. Fritz Bark« 90, Hcrm, Trapp ,« Eldenacrstr. 2, I, Spöttlich.« Eckertstr, 1, 8l, Scheer. 13, E, Hertig, Friedcnstr. 47, G, Jackisch, . 41, O, Hartmann. 57. E, Rolle ,« 74, Türpe. Friedrichsbergerftr. 16, W. Schorrig, „ 20, W, Behrens. Friedrichsfelderstr. 17, K. Kauze. „ 26, Hering. 39, F. Bröge. Frucht str, 36. A, Gerland. 37, Scherickau. „ 29, B, Niebisch. 46, Polenz. 73, 81. Grüneberg. 83a, H. Hibet. Fürstenwaldcrstr, 7, R. Schützendübel.« Frankfurter Allee 75, M. Bautsch. „„ 108, Büttner. „ 115, W. Engel, „ 179, Horstmeycr. „ 173, Berolina Brodf.« Gr. Frankfurtcrstr, 2, H, Präger, „ 85, Ed, Goldacker ,« Gabelsbergerstr. 8, 8l, Weise. Graudenzcrstr, 12, G. Sperrling. Grüner Weg 51, Sehne. ., 63, Hanke« . 75, E. Wolfs. . 115, Spüllmann, Gubcnerslr. 42, K, Darmstädt. , 49, C, Hönke. 57. Deutz, Hausbnrgstr, 5, I. Mehl,« 26, Schneider. Heidenseldstr. 21, Kalm.« Holzmarktstr. 50a, F, Stock, 55. I. Rieboldt. Hübnerstr. 6, Ricgler,« 14, G, Treu, Jfflandstr. 2, F. Stachowskk. Jnsterburgerstr. 12, A. Mafchke, Kochhannstr 31, W, Brüse. 43, Joseph Grogowski. Kopp cnstr, 23, G.Werner. , 49, Ladislaus Starossa.« „ 99, O. Siedersleben. Kopernikusstr, 3, VorwärtS-Brotsabr.« 9, 81, Wiemann. Königsbergerstr, 9, P. Zimmer. 18, O. Luke. 30, O. Lohndors, 35, I. Sommerseld. Krautsir. 10, 8llbrecht. . 22, 8lrndt.« 25, Julius Freudenhammer.« 41, Paul Brehmer. „ 3, Eduard Goldacker.« Kreuztgerstr, 1, Hanke ,« Langenbcckstr, 12, C. Rewald. Langestr. 21, G, Hildebrandt. „ 36, Brotfabrik Berolina.« 40, M. Kohling. 46, 81. Rappmann. „ 13, Ed, Goldacker.« 106, H. Hartmann, Lichtenberger str. 6, F. Scheel. 21, I. Götzmann. Liebigstr. 38, Hanke. . 15, Bauer.« Lithauerstr, 14, F. Hildebrandt. Löwestr, 1, Kahljutz.« 18. Ernst.« Lcbuscrstr. 11, R, Bienert.« MarluSstr. 9, K, Keil, „ Ii, M, Schneeberger. 27, Mohlnau. 38, L. Koppe. 15, W. Stütze. Kleine Markusstr, 12/13, Lehmann. Memclcrstr. 4. Estler.« 7, Knocke.« 20. L, Holbe.« 47. Nikisch« 52, F, Mchlbose. „ 59, G, Donitze, Mirbachstr. 11, Genossensch, Volksbrol.« 29. I, J-nschke.« Matlernstr. 2, W.Zeplin.« 13, H, Dömer ,« Münchebergerstr, 15, O, Lau. 32. E, Albrecht. Mühlenstr. 35. A, Müller.« „ 32, Hornig, „ 51, I, Schön.« 68, Gäckcl, Mnslnucrstr, 28, P, Hcinzelmann.« 81m Ostbahnhos 1, R, Adam, Petersburgerstr. 2, E, Wiedekind. Petersburgerstr. 32, C. Schwarz» 66. Alb, Thiel, „ 21, P. Mertens. Poscncrstt', 2, St. Cymer. 16, H, Victsch. Pintschstr, 4, R. Goigcns. Proskaucrstr. 23, Bloch. Richthosenstr. 5, R, Zclm. 33, H. 8!eumann. Rigacrstr, 138, B, Burkat, Romintenerstr, 20, I, Stöwer. „ 44, E, Küster.« 57, M, Gorgens. Rüdersdorserstr, 20, W, Böder. „ 62, Hcinr, Büttner. 67, Anna Krocker. Samariterstr, 2, F. Fischer, „ 11, Fr. Hanke. 21, O, Schöning. Schreincrstr. 57, Louise Ramisch. 60. R. Steffen. Strautzbergerstr, 1, C, Reglin. , 33, C, Schiccke. 17, 8l, Piifch ei, „ 5, F, Schubert. 46, Fr, Müller. Strahmannstr, 8, Ernst geller. 21, Hein, Stralauer Platz 18/19, Heida, Stralauer-8lllec 23, H. Winnenberg.« 17. Ä, Lipski.« Thaerstr. 11, Fr, Reinike, Tilsiterstr, 26. A, Gehner.« 34, Köpig. „ 77, Fcrd. Stahnsdors.« 91,.yanke. 12, K. Bieringer.» Thornerstr. 67, P. Reich. Wallnertheaterstr. 10, L. Fränkel. Warschauersti'. 1, Hcinr. Godike. Rülke. Prccht. Lüda. . Oerr. Schulze. . Liebig. 76, F. Knals. 82, W, Biewe. Weberstr. 36, Ed. Goldacker. Weidcnweg 7, Herrn. Müller. 25. Moltrecht.« 37, Keumütz. „ 30, Berolina, Brotfabrik.' „ 57, Hause. 74. Klose.« 82, O. Latzau. 87, R. Kirchmeher.» Wilhelm Stolzestr. 2, O. Schachsal. 35, R. Bachmann. Zellestr. 2, Franke, Zorndorjerstr. 8, L. Göbcl. „ 27, Nictsching. 31, Maatz. „ 55, Richter.« Stldost. Adalbertstr. 93, 91. Finger. 66, F, Hoppe. Admiralstr, 10, Hanke ,« „ 22, C, Blümcl.« „ 30, Max Heinroth,« 37, 9iabatl-Sparverein.« 8lnncnstr. 4t, F, Niemeyer, » 5, E, Kadelbach. Brttzerstr. 7, I. Targatsch. , 41, L, Osterhagen. , 21, E, Fritz, Caprivistr, 25. Hanke ,« Cuvrhstr, 5, W, Fiebig. . 22, O. Schörnig, 42, C, Müller. 37, G. Kaaz. 44, F, LcbuS. „ 28, Jsmer.« Falckcnsteinstr, 47, A. Mantheh.« 43, C, Weber. 45. Hanke, „ 20, Kulinskh. 28. SUbrccht. Forsterstr 42, Protzeck,« „ 20, Rabatt-Sparverein.« „ 48, B. Scharfenberg.« 3. G. Marks, Görlitzerstr, 63, Diesenbach, 68, Rabatt-Sparverein.« 36, Sehnert. 55, Fischer.« Görlitzer User 32, Nowosadko. Grünauerstr. 21, P. Maiwald, 12, H, Butz« 20, Wagner« Glogauerstr. 2, M. Kotzan.« 26, H. Grotzmann.« 28, Rabatt-Spar-Verein« Gubenerstr, 32, 91, Ladewig, Kottbuser Damm 35, C, Müller, 20, G, Böhme ,« 2, R, Halbauer. Kottbuser User 21, G. Wenzel,« „ 44, lltabatt-spar-Ver- ein„Süd-Ost".« Kottbuserstr. 6a, Beckmann.« 21. G, Wenzel,» Köpnickerstr, 23, Hanke,« III, S, Weil. 172, Landahn.« 90, Babel,' 31b, F. Wugk. Lausitzerstr. 16, E, Städler, 2». 8l. Kaus.« Lausitzerstr. 47, Schmidt.» 2. 8llbrccht. Liegnitzerstr. 7/8, M, Janthe. 22, Rabatt-Sparverein.« 28. K. 9Nicth. Lübbenerstr, 10, Hanke.« 21. C, Wistchel.« 29, Gier,« Mantcustelstr. 45, Bobcl.« 67. 8l, Lippert.« 87, L. Schirrmeister.« W. E, Lelleik.« 99, A, Brauer.» 103, L. Ratzmann.« Mantcustelstr. 61, A, Stolla ,« (beschäftigt nur Lehrlinge., „ 5, W. Bergmann.« „ 100, Laugwitz.« Mariannenstr, 5, W. Toerlitz.« 27, R. Lutosch. MuSIauerstr.[6, P. Tcws.« » 18, Kanatkowski. 28, Heinzelniann.« 34, C. Schulz.« Michaelkirchstr. 29, Jftri-Brotsabrik. Naunynstr. 1, E. Barth.« 7. Fielitz.« 19, H, Weber.« 61, E. Heilmann.« „ 68, H, 9!eumaim. „ 73, Stojaczyk.« . 90, Hanke, Ohmgasse 9, Nowosadko.« Oppelnerstr. 4, Schenk. 20, S. Stephan.« 24, C. Röder. 35, A, Krause.« 46, Rabatt-sparverein.« 49, Nah. Oranicnstr. 11. R. Moritz. 196, F. Thieme.« „ 4, W. Tremus. 110/111, A, Tacke. 186, Hanke.« Prinzenstr. 99, Mieske. 59, Ed. Goldacker.« Pücklerstr. 42, E. Fromberg.« . 17. H, Weber.« 48, O. Diettrich.« Plan-Ufer 92a, Otto Grigolelt. Reichenbergerslr. 40/41, H. Weber.« 51. Bobcl.« 58. Meyer.« 61, C. Schulz. 64. P, Gchricke. 82, A. Mayer, 95a. F, Tscheutke.« 101, Wagner.« , III, Eh, Schrew.» 114, A, Hülsberg.« 138, Sl, Rost« . 146, Bergmann.« 153, G, Zenker. „ 158,Rabart-Sparver.« 168, H. Weber.« 185, I, Rudnick. Ratiborstr. 2, Rabatt-Spar-Verein.« „ 6, Joh. DietschmonS.« 17. I, Rücker.« 59, C, Schulz. Skalitzerstr. 1, Fritz Richter. , 590, H, Rieger.« 63, Dehme!.« „ 95, ö, Stammwitz.« 101, C. Plcnert.« „ 109, A. Köhler. . 121, E, Huth.« 138, Sahlmann. Sorauerstr. 1, S. König.« . 8, O. Wagenknecht.« 12, A. Jsmer.« 18, M. Eule.« Schmidstr. 8a, C. Lange. Schlesischcstr. 19, C. Tennert.« Waldemarstr. 66, P. Hamel.« Wienerstr. 8, Zobel. . 32, E, Klammek.« . 36. Joh. DietschmonS.« „ 56, A, Laugwitz,« 58, F, Bachstein. Wrangelstr, 9, Sl, Wohler.« , 21, G. Gumtan.« 45, R. Hetz, . 77, E, Gcntzmann.« 82, F. Meister.» 91, Hanke,« Zeughosstr. 8, Sl, Heibich. Sttden. Adalbertstr. 66, F, Hoppe, Alte Jakobstr. 79, Eugen Mosch. ,„ 7, H, Lück. 88, Kiautsch. Blücherstr, 16, O, Blottner.« 69, Brotsabrik Berolina.« Bergmannslr. 14a, Polenz, 101, O, Blottner.« Boeckhjtr. 37, Wodctzki. 46, H, Schulze. Bärwaldstr. 47, P. Dehmelt, Brandenburgslr, 21, A, Becker.« Camphausenstr. 6, I, Zindlcr. Dieffenbachstr. 6, I. Zinder. „ 27, L. Pritzkar. 52. C. Kelch, DreSdeneisttr. 81, C, Stockmann. , 6, Ed. Goldacker.« 104, K. Herse. ürstenstr, 8, R. Loudwin. lnetsenaustr. 96, Ullbrich.« Gräfestr. 14a,®.©einig. „ 67, I. Brendel. „ 12, Rabatt-Spar-Vereln.* , 35, Rabatt-Spar-Verein.* 25, Böttcher u. Co. 4. A. Kttddy. Grlmmstr. 1, Hentsch. Hasenheide 49, O. Hartmann. Nahnstr. 21, Köhler. Prinzenstr. 64, BrotfabrI! Berollna.' Nitterstr. 15, Hcrm. Trapp.» Stallschreiberstr. 32a, Hanke. Schmidstr. 8a, C. Lange. Schönleinstr. 27, O. Hollunder. , 21, C. Anders. . 6, E. Drauschke. Solmsstr. 27, S. Kranz. Urbanftr. 1, Neubarth.* „ 83, R. Schnecklcin. Wasserthorstr. 16, Lautenschläger. , 21, Bobel.» GttSrvvutei». Wexandrlnensir. 46, Riebenstahl. 28, M. Hilbig.« Bergmannstr. 10, Knosius.' 14a, Wilh. Polenz.» Fidicwstr. 14, Aug. Preuh. Mesenstr. 27, Brotfabrik Bcrolwa.» Jerusalemcrstt. 3/4, R. Richter. Kreuzberastr. 38, K.©esse. Mittenwalderstr. 30, Franz Dohna!.' Mölkernstr. 124, O. Bloltner.» Markgrasenstr. 73, R. Richter. 74, Gust. Rothe.» Mariendorferstr. 3, I. Steinte. Mittenwalderstr. 44, G. Schröder. Rostizstr. 9, A. Bockisch.» .. 49, Aug. Micheli.» Simeonstr. 28, W. Bergmann.» Wilhelmstr. 133, R. Richter. Jortstr. 40, O. Blotwer.» » 65, Sl. Trümpier. Zimmerstr. 84, R. Richter. Zossenerstr. 41, O. Blottner.» Vvstoa, BImnenthalstr. 6a, Gerdwitz. Dennewitzstr. 4, Elias Radanoditz.» Dennewitzstr. 6, O. Blottner.» 33, M. Jahn. Friedrich Wilhelmstr. 20, A. Zapp. Frobenstr. 20, Brodfabrtk Berolina.» K'irchbachstr. 14, O. Gaedtcke.» Neue Steinmetzstr. 1, Karl Zealin. Nürnbergerstr. 29,®. Kakowsky. Steglitzerstr. 71, O. Schaper. Stemmetzstr. 27, M. Poche. 43, O. Hoher. Göbenftr. 13, Brotfabrik Berolina.» Groß-Görschenstr. 8, O. Gaedicke.» . 9, Elias Radanovitz.» Kurfürstenstr.». O. Blottner.» Mexanderstr. 28, B. HUtia. „ 21, Eduard Goldacker.» Auguststr. 26, Brotfabrik Berolina.» Kleme Zllcrandersttatzc 26, F. Arnold.» Dragonerstr. 15, O. Hanke. „ 36, N. Neummm. Elsasserstr. 92,©. Vetter. „ 19, Thuiges. Gipsstr. 7, L. Listen.» Grenadierstr. 47, E. Hannisch. Kreuzst. 17, R. Skibbe.» Linienstr. 56, E. Schneider.» 65, P. Hanke.» Lothringerstr. 16, I. Schmitz. Mendelssohnstr. 9, I. Neumann.» Mulackstr. 10, A. Beiske. Oranienburgerstr. 39, M. Struck. 84, Hanke. Sophienstratze, AschmgerS Bierquelle. Steinstr. 18, Otto Minuth. Me Schönhauserstr. 33, Ed. Goldacker.» Olrnrlotteiil»«'�. Anskachcrstr. 25, A. Kühnast. Cauerstr. 17, G. Schulz. Courbierestr. 9, K. Dunker. Christstr. 18. B. Liebe.» Dankelmannstr. 46, Lehmann. Erasmus str. 12, Schmidt u. Hamerski. Florastr. 10, Maajj. Friedrich Karlsplatz 1a, W. Nitsche. Goethestr. 25. G. Schott. 79, W. Weigand. Guerickestr. 40, P. Toraeier. ©uttenstr. 32/33, C. Schäffer. Kantstr. 24, Görntg. „ 40, A. Lüdtke. „ 61, L. Förster. Kanalstr. 15, G. Lenke. Kaiser Friedrichstr. 59, S. Larisch. Kirch str. 35, E. Knorr. KuobelSdorssstr. 8, ß. Schmidt. 42, P. Bley. Krumm eftr. 20, O. Schulz. Leibnitzstr. 62. O. Wörbc. Motzstr. 19. O. Blottner.» Nchringstr. 3, C. Brandt. Nettclbcckstr. 14, O. Blottner.» Pestalozzistr. 76. I. Spitzbart. Rückertslr. 3, O. Wilde.» Plöhenseestr. 12, A. Thiele. Sophie Charlottenstr.löa, PaulDähne.» 80, ß. Proell.» „ 93, H. Gramm. Spandauersir. 20, v. Lück. Sprcestr. 46, Porath. Schillcrstr. 83, R. Roth, Scharrenstr. 28, A. Karsch.» Schlüterstr. 17. E. Kraus. Stuttgarter Platz 15, A. Äitsche. Tauroggenerstr. 10, G. Jandke. Wallstr. 8. P. Reiche. „ 85, A. Ulbrig. WilmerSdorserstr. 59, M. Funk. 70, W. Gaidke. „ 158, O. Geisler. Schttneberj;* Ansvacherstr. 8, O. Blottner.» Akazienstr. 12, Wwe.©erbst. Albertstr. 12. A. Borbet. Augsburgerstr. 36, O. Blottner.» Bahnstr. 21, A. Lehmann. , 40, O. Sterling.» . 46, O. Blottner.» 47, N. Schwämmlew. Barbarossastr. 78, Wctzel.» BrmiHUdstr. 9, Fach. Belzigerstr. 61, P. Kernchen. Ebersstt'. 85, Rauchschnabel. Feurigftr. 67, E. Mersert.» . 54, F. Michaelis.» Frankenstr. 7, P. Neumann. . 2, Eduard Hanke.» §ritz Reuterstr. 9, H. Gork. wthenstr. 11, O. Blotwer.» , 21, E. Brauer. 44, M. Sperlich. Goltzftr. 2, I. Wurst, fr. Hanke. Goltzstr. 31, O. Blotwer.» Goltzftr. 68, Vrotfabr. Berolina.» Gustav Freytagstr. 9, H. Beck. Grunewaldstr. 129, O. Blotwer.» 110. 120, A. Lehmann(Jnh. Schäfer). Hauptstr. 53, F. Kaiser. 85, K. Hettgen.» 102/3, F. Fischer. 126, R. Steuer.» Hohensriedbergstr.21, Friedr. Templiu.» » 5, E. Obiglo. . 19, O. Blotwer.» ohenstauffenstr. 7, A. Lehmann.» aiser Friedrichstr. 14, F. Pietschmann. , 11, Peter. „ 4, Brots.Berolina.» Kolonnenstr. 46, E. Totzlowsky. Krimhildstr. 1, O. Reinemann. Kyfshäuserstr. 9, G. Schwcmmer. 11, Bohndorf. Maxstr. 27. H. Zobel. Meiningerstr. 9, E. NaudhuS. Nollendorsstr. 23, B. Maibcrg. Prinz Georgstr. 7, P. Bockisch.» Sedanstr. 6/7, F. Lehmann.» 18, P. Pranke. 22, L. Johannes.» 34, E. Brauer. 36, I. Lehmann.» 39, E. Niemann. 83, H. Wurst. Siegsriedstr. 1, Brotfabr. Berolina.» „ 4, Joses Wagner.» Steinmetzstr. 22, O. Blotwer.» „ 42, O. Blottner.» Tempelhoscrstr. 8,©ampe. „ 5, W. Danicke. Wartvurgstr. 3, E. Horstmeier. Winterseldtstr. 20, H. Pomerenke.» Ziethenstr. 3, R. Hofsmann.» Rlxdorf. In Rixdorf werden»HI' die Tarif-Bäckereien aufgeführt. Bergstr. 73, M. Kupscrnagel. 16, O. Wi-necke. 122, Conrad Penke. 32, Rob. Kießling. 77. Otto Gabbert. 134, Rich. Liebenow. Berimerstr. 20, A. Voigtländer. 26, B. Reich. 80/81, Spandcl. 85, R. Leinau. Boddinstr. 64, F. Godawa. ------ 35, F. Ecke. 65, R. Seiler. Elsenstr. 82. F. Pictsch. Emserstr. 44, M. Jcschal. Erkstr. 4, Spcisekom. „ 15, G. Maerz. Falkstr. 3, Rabatt-Sparverein Südost. » 2t, M. Lehmann. . 25/26, G. Perücke. uldastr. 10, E. Krocker. uldaslr. 60. M. Kasten. riedclstr. 3, L. Marmul. >ermannstr. 42, M. Firnstein. . 16, E. Reinhardt. 210, A. Brix. 231, Friedrich. «erthastr. 3, Hilmer. ierzbergstr. 11, Gribat. 28, W. Stange. Hersurthstr. 34, R. Seiler. -lobrcchtstr. 1, P. Neubauer. iobrechtstr. 71, H. Grünhagen. ohenzollernplatz 11, W. Schmidt. . 13, Dornbusch. . 18. O. Markus. Jansenstr. 2, O. Hacker. Jägerstr. 70, Paul Hahn. 77. E. Haase. JuliuSftr. 65, I. Scholz. , 31, Otto Ecke. KaiserFriedrichstr.llö, J.Weigmann. 12, A. Braun. 7, A. Herrmann. Karlsgartenftr. 13, H. Kadow. Knesebcckstr. 33, Rob. Galler. 38. E. Gruhlke. 41, M. Beizig. 68. R. Richter. 146, A. Hentschcl. KIrchhofstr. 2, Rabatt-Sparv. Südost. , 32, C. Hossmann. „ 46/47, Brcsta. Kopsstr. 45, I. Hornig. Lessingstr. 22, Aug. Jahnke. „ 30, Hoppe. 34. R. Richloff. Müncheuerstr. 17/18, Friedrich. 31. Alb. Voigt. 44, R. Weigelt. Mainzerstr. 56, Job. Brehmer. Pannierstr. 13, K. Junker. „ 16, A. Jsmer. „ 4, Otto Görtz. Pflügerstr. 11, 23. Ohlhoff. Prinz Handjerystr. 22, W. Bennewitz. n. 24, Brix. ,, 38, Leuchte. 58. I. Bartsch. ,. 75, O. Lemke. 83, O. Griebat. Richardstr. 104,©andke. 15. Paul Blasius. 63, Lüdicke. Richardplatz 7, Rich, Liebenow. Ringbahnstr. 25, P. Scholz. „ 30, B, Kosiel. Reuterstr. 32, Arthur Rybitzki. , 94, Fritz Bosse, „ 76, P. Wernecke. Selch owerstr. 4, M. Lehmann. Steinmetzstr. 23, Kummer. „ 29, Rich. Liebenow. 39, R. Senftleben, Steinmetzstr. 94, P. Rother. „ 121, Löwigt. „ 129, Rabatt-Sparverein. „ 131, I. Runge. Schöncweiderstr. 9, Fr. Leinau. Thomasstr. 7, R. Lobbes. 37. Arndt. Thüringerstr. 18, E. Würfel. „ 36, CarlAdameck. Walterstr. 18, C. Pritschlow. Warthestr. 9, Cziicior. 68, H. Dallinger. Wanzlickstr., Kassube. Witzmannstr. 7, I. Treffer. 21, B. Krüger. Wipperstr. 12, Krell. Weserftr. 208, C SlawinStt. Ziethenstr. 19, W. Ossa. 20, M. Lehmann. 36, F. Zahn. 41, Emil Pankow. 57. Carl Jeltrust. 75. Klein. 81, Hentzschel. Britz. Buckowerstr. 8, 28. Spielhagen. Buckower Chaussee 4, Laqua. Bürgerstr. 12, K. Dieckhoff. 24, O. Weihrauch. 50, 91. Friese. Chausseestr. 17, Witwe Clausnitzer. 36b, G. Ramdohr. 43, E. Schädel. 50, M. Fischer. 68, Otto Markwart. 68/70, G. Heidemann. 77, K. Braun. 10l, Pannwitz. 152, A. Wiangke. 114, C. Radlke. Jahnstr. 45, O. Schulze. Rudowerftr. 6, 9l. Haupt. Werderstr. 89, Fr. Parniko. Balldorr. Bahnhosstr. 9, F. Korstädt. ' ermsdorserstr. 1, A. Gutschow. iranienburgerstr. 10, E. Jahn. 21, P. Pasch. Oranienburger Chaussee 17«, G. Trost. Rosenthalstr. 2a, H. Karftädt. 3, W. Frost. 4a, 81. Plättner. 9, Ch. Prächter. Triftftr. 11. O. Richter. Stralau. Alt-Stralau 49, C.©arwng.» 56, P. Franke.» Dorsstr. 10, H. Schäfer. Alt- nnd kVeu-Welsscnsee. Berlin erstr. 1, O. Hohenschtld.» 87, I. Harenburg. Charlottcnburgerstr. 78, R. Wtck. , 79,©. Dahm. , 79,A.SchadwwkeI 93.. A. Gollin. „ 98, E. Engel. Elsatzstr. 15. G. König. Falkenbergerstr. 46, I. Frösch. Fcldmannstt. 94, O. Lehmann. Friedrichstr. 1, Fr. Roth. Friesickeitr. 22, tz. vohndorff.» Gäblerstr. 8, F. Christukat.» 60, Kiekebusch. 60, W. Engel.» Groh« Seeftr. 26. F. Köhler. Gustav Adolsstr. 7. Ernst Engel. . 116, 81. Beyer. 152, P. Klinner. 156, Lud. Mägdesrau. Sauptstr. 82, A. HerkS Ww.� einerSdorser Weg 11, G. Schneider. 24. vi. Engel. , 37, H. Schulz. , 48, P. Sikorski. König-Chauffee 10, Herrn. Schüler.» . 22, I. Dahn. „ 34, F. Wiedemann. „ 41,Brotsabr.Berolina» 46, P. Springer. 52, C. Vogt. Kronprinzenstr. 13, G. Holz. Langhansstr. 55, I. Stöhr. , 94, G. Höhne. , 122, Krön.» 142, G. Kasischke. Lothringenstr. 12, A. Schenk. 31. A. Kcnrpe.» Lehdcrstr. 112, O. Strunz. Parkstr. 7. A. Lausse. Piftoriusstr. 95, I. Knust. Prenzlauer Chaussee 3/4, M. Kohler.» 20, B. Pätzoldü Rölkestr. 17a, I. Boschinky. .. 127, W. Vogel. Sedanstr. 35a, K. Moschler. „ 63, E. Dahn. S trage 2, O. Bauer. Stratzburgstt. 20, H. Hähnge.» Stteuftr. 2, I. Bauer. Wilhelmstr. 23, E. Schwarz. 30, E. Grotzkopj. Wörthstr. 24. A. Popp.» Belnlolt«ndark. Antonienstr. 56, Fr. Hoffmann.» Auguste Victoria-Allee 53, C. Hwrich. vlmendestr. 104, Fr. Schmidt.» Berimerstr. 14, Hattwig. „ 42, H. Guthsmuths. „ 104, Rich. Krause.» 134, Sä. Gottschalk. Bürgerstr. 20, Popp. Eichbornstr. 12, Behrend.» „ 35,©. Ziesmer. „ 39, O. Fliegner. 72, O. Köhler. Gesellschaftsstt. 31, H. Koblitz. Grüner Weg 51, M. Modrow. .. 52, R. Milster. Hausottcrfttaße, R. Witte. Herbststr. 24, Fr. Kottenhahn. Holländerstt. 125, C. Nitfchke. Juslusstr. 14, Modrow. 29. H. Kahle. Markstr. 5, A. Scheer. Pankowcr Allee 72, W. Köpke. Provinzstr. 28, H. Schenkel. 51, Herm. Baumgärtel. 72. E. König. 80, I. Schwarz. 86, C. Braun. Residenzstr. 61, Busse.» „ 75/76, R. Zimmer. „ 150, E. Licbing. ,. 118, C. Stege.» Scharnweberstr. 135, F. Raujack. Schwedenstr. 16, Hebrock. Bau Ii«»«'. Berliner str. 6, Lommatzsch. 23, ß. Cope. 84, I. Kalbow. Brehmestr. 54, O. Harm. Florastr. 24 u. 35, G. Piest „ 34. W. Hein. „ 50, F. Eckert. 78, E. Sasse. Hehnstr. 5, M. Koller. Kaiser Friedrichstr. 67, Wienicke. Kreuzstr. 17, Skibbe.» Kuglerstr. 8, W. ZIbell. Maximilianstr. 2, R. Boleh. 50,«. Rohr. Mühlenstr. 13, C. Barsekow. „ 53, M. Köhler. ,. 78/80, K. Linde. Neue Schönholzerstr. 4, H. Steuer. Schlotzstr. 4, R. Grunow. Schönholzerstr. 7, R. Seiffer.» Wollankstr. 22, W. Schmidt. „ 130, B. Hartman». Frledrlchafelde. Berimerstr. 1, G. Meyer. , 2, O. Franke. . 102, O. Wölsert. «chlotzstr. 10, C. Beversdorf. Ober-Scbttnewelde. Frischenstr. 1, A. Berger. 21, M. Piclsch. Laufnerftt. 4, H. Slrache. Märiens». 18, Th. Mielke.» Ohmstr. 7, F. Dams. SiemenSstr. 16, H. Jähne. Wilhelmmenhosstr. 1, H. Kunze. 17, Fronober. 37, Emil Strutzke. 47, Th. Mielke.» Tegel. Berlinerstr. 3, L. Giehe. Schliep erstr. 29, L. Schwanz. 67, Weitzhaupt. Schloßstr. 22. H. Witte. . 27, Petersohn.» Haaelhorst bei Spandau, Otto Engel. Rttpeiilek. Bahnhosstr. 5, SB. Hartmann.» 16, 81. Borzym.» 2, F. Rötzler.» Kaiser Wilhelmstr. 100, R, Springhorn.» Kaiserin Augusta Victoriastr. 23, W. Paege.» Kaiserin Augusta Victoriastr. 16, Gust. Kühn. Grünstr. 36, 8lugust Haase. Müggelhetmerstr. 2, Reppmann. 13, Trager. 21, Herm. Kabisch. 32o, Gustav Hoppe. 39, Gustav Gratzier. Dorotheenstt. 16, Julius Huster. Pestalozzistr. 18, Konrad Licher. Schönerlwderstr. 12, C. Bcrnard.» Parisiusstr. 11,©. Thiele. Rudowerstr. 12, P. Hein.» Grünauerstr. 27, P. Krämer.» Alter Markt 64, R. Reppmann.» Glicnickerstr. 1, Grams.» Marienstr. 44, D. Jurzok.» „ 13, Anna Hoppe. Adlershof. 8t Wartenderg. C Schulz. E. Lelleick. Joh. Laserich. Wohlgemuth. Frau Römisch. Fr. Zabke. Grünan. Köpntckerftr. 107, P. Stadelhojs. Steglitz. Ahorns». 16a, E. Thiet Adolfs». 7,©. Orschet Burgstr. 3, C. Feljch. Düppels». 22, Holz. Dünthcrs». 2, M. Gortzig. Fichtes». 71, B. Liepelt. Florastr. 2a, E. Lämmke. ©erders». 3, Leupold. Schlotzs». 95, W. Papier. 116, E. Kummer.» Schildhornstr. 94.©. Zahl. Schützens». 1, G. Bollmann. „ 11, Hermann KnathS. 38, Z. Wache. Wilmersdorf. Augustas». 3, I. Schramm. Berliners». 38, W. Groffe.» Brandenburgisches». 3, H. Slngerstein. Düsseldorfers». 4, G. Jauch. Sigmaringens». 35, I. Larisch ,» Uhlands». 46, H. Forstemann. 128, A. Wiese. „ 135, E. Pasemann. „ 140, M. Effer. Halensee. Kronprinzendamm 4, H. Schildhauer. Rnmmelsbnrg. 8M-Boxhagen 30/31, E. Knopf. Goethes». 16, 9ld. Plaschner.» Hauptstr. 82, Ww. Hercks. Kants». 1, E. Böhme.» . 13. 91. Spöttlich. „ 47, R. Schubert. Lessingstr. 2, Wilh. Merten.» „ 10, Otto Riebe.» Neue Prinz Albertstr. 5, Fr. Hensel.» 25, P. Seidct» , 30, G. Hahn. . 48, M. Lunkwitz» Neue Bahnhosstr. 9, O. Friffche.» . 27, R. Hanisch. Sonntags». 36, B. Joachim.» Schillers». 27, P. Mickclburg.» Türrschmidtstr. 2. 91. Westphahl.» , 31, G. Schön.» , 40, Th. Böhme.» Alt-Ollenlcke. Köpnickers». 44, O. Stadelhoff.» Rudowers». 57, M. Lange. . 76, Hermann Werner.» W. Neuster. HtllUenbecb, Paul Groß. A. Hencke. Gross-Zlethen. Chausseestr. 37, 81. Warner. Selchow B. Teltow. Bahnhofs». 2, I. Wernitz. Xilchtenberg und Friedrichsberg. BImnenthalstr. 7, E. Schüttle.» „ 10, C. Hanke. „ 19, K. Martin. , 24, K. Biedermann. 27, H. Holland. Frankfurter Chaussee 20, Försterling.» „„ 50, Dammköhlcr.» Friedrich Karls». 14, G. 8ldomeit. Kreuzigers». 20, 8l. Wenger. Psarrs». 38, L. Kegler.» Rummelsburgers». 22, C. Opitz. , 38, Werner. Scharnweberstr. 37, W. Köpke. 71, Geyer. Mainzers». 24, L. Schmidt.» Blumenthals». 7, E. Schultke. Dorff». 82, B. Mägdesrau. Frankfurter Chaussee 20, K. Försterling. , ,60, C. Dammköhler. Wagners». 79, W. Sorge.» 99, N. Sorge. Wilhelms». 57. A. Jesse.» ScbOnerUnde, E. Weeze. Masse.» Wassmannsdorf. G. Stengel tflederschOnhaasen. Kaiser Wilhelms». 87, Achterhagen. 27, Höhne.» Uhlands». 3, Löbach. Bcuthstr. 11, Manke.» Blankcnburgerftr. 11, M. Zugwurst. Buchholzerf»., K. Remter. , 86, M. Geisler. Hohen-Schönhaasen. E. Maihoser. oslcs». 17, 8t Kusche. Zfeii- Hohen- Schttnhaasen. Berliners». 8, E. Schulze. Wartenberg. Weitzeubach. Treptow. Eisens». 38, W. Barling Nachfolger B. Roebert. Kilchtenow-Herzfelde. H. Bulprecht. Schmargendorf. Breites». 22, E. Klingbell. Dahlem bei Steglitz. K. Schilling. Friedenau. Lauters». 24, O. Marold. Stahnsdorf. 81 Häfener. Hennigsdorf. Chauffeestr. 16, L. Wolter. , 33, W. Seiler. 69. 81. Lunke. Haupts». 2, A. Mohnkopf. . 17. O.©raff' , 20, Carl Wolter. Neuendorserstr. 4, H. Wolter. Waltersdorf. Dorfstratze, Th. Sparr.» Flchelsdorf bei Spandau. Carl Landt Samt bei Hhhlenbech. O. O eifert H. Hense. Franz. Bnchholz. Berliners». 43, W. Mai. Pankowers». 4, H. Ulrich. W. Preutz. Perwenitz d. Paaren. W. Leue. Llndenberg, W. Pach. F. Höst. C. Dannbier. Bachow bei Rerlln. Bahnhofs». 7, Thielscher. Chausseestr. 11, 91. Michalicka. , 40/41, D. Maatz. . 53, K. Tarlaff. Marlendorf. Berliners». 79, M. Borchardt 84, Kalbolv. Chaussees». 11. R. Basener. , 13, W. Sollnow. , 16, Burschke. „ 42, G. Freimuth.» 67. K. Richter. 59. E. Gehriing. „ 70, H. Polenz. 79, L. Richnow. Kaiser Friedrichs». 62, H. Wienicke. Lankwitzers». 4, B. Knops.» Tempelhof. Berliners». 34, Br. Wilde. , 33, W. Rönnpaget , 45, I. Niemezewskt Kross-Bceren(Kr Teltow). W. Hertel Nachs. Schuhmann. Hleln-Beeren. Fr. Thieme. Teltow. Berlinerstraße, E. Hartmann. Eichstädt bei Velten. Dorsstratze 26, H. Bilike. Borsigwalde. Ernsts». 6. E. Etzat Heinersdorf. Prenzlauer Chaussee 2, 8t Neumann Rothenbachs». 51, O. Neumann. Hermsdorf. Haupts». 34, K. Herrmann. Rothenbachs». 51, Otto Neumann. Stolpe a. b. Nordbahn. Dorfs». 3, A. Gütschow. lifibars o. d. Nordbahn. H. Kügow. Rosenthal. A. Zickow. Heiligensee. M. Lahrmann. W. Kühne. Die mit einem* versehenen Bäckermeister haben den Tarif des Einigungsamtes anerkannt, und bitten wir die Konsumente«, diese besonders zu unterstützen. festgelegten Tarif anerkannt haben. AlledieseBäckermeister müssen den mit imserm Verbandsftempel verseheneu und vom Bäcker- meister eigenhändig unterschriebenen Tarif als Legitimation dem Publikum vorlegen können oder denselben aushängen. Der Bevölkerung im Norden und Osten Berlins hiermit zur Nachricht, dast wir durch die forttvährenden Durchbrechungen unsrer Forde- rUNgeN seitens eines Teils der Bäckermeister im Norden Und Osten gezwungen sind, nur noch diejenigen Meister dem Publikum zu empfehlen, die den vor dem Ginigungsamt des Berliner Gewerbegerichts Diese Bäckermeister müssen für uns als die zuverlässigsten gelten. Hausfranen! Arbeiter! Bürger! Berücksichtigt daher in erster Linie die taristreuen Bäckereien! Der Vorstand des Verbandes der Bäcker und Bernfsgenofsen Deutschlands. (Mitgliedschaft Berlin.) HB. Unser Bureau befindet sich jetzt Gipsstr. Hof parterre.— Telephon: Amt III, Nr. 1243.«7/4 ' gfrantlr, flsfhnk»'"-; Paul Büttner,»etlin. Für ien Inseratenteil veranttv.: Tb. Glocke. Berlin. Druck u. Verlad: Vorwärt« Buchdruckerei u. VeilagSanstalt Paul Singer Li Eo.. Berlin SW. St. M. 21. 3. IriliMf b Jontärts" Kttlim NxIKMM. Sonntag, 17. Ivli 1904. Soziales. Eine Berschlechterimg der Arieiterversichernngsgesetze scheint ge- plant zu sein. Man beabsichtigt, die zahlreich meist sehr befriedigend Wirlenden Schiedsgerichte für Arbeiterversicherung zu vermindern. In dem eben erschienenen Berichte über die ordentliche Genossen- schaftsversammlung der Brauerei- und Mälzereigenossenschast, die am 28. Juni 1904 im Saalbau zu Frankfurt a. M. tagte, kam Brauereidirektor B. Knoblauch aus Berlin auf die Verhandlungen des kürzlich in Eisenach abgehaltenen Verbandstages der deutschen Berufsgenossenschaften zu sprechen. Er führte aus:„Es wurde dort lebhaft über die Schiedsgerichte geklagt, weil die Vorsitzenden außer- ordentlich abhängig seien von den Landesversicherungs-Anstalten. Der auf dem Verbandstage anwesende Regierungsvertreter hat darauf erklärt, daß eine große Umwälzung in der Organisation in Aussicht stehe. Die große Anzahl der jetzt bestehenden Schiedsgerichte ist zu dem Zwecke errichtet worden, um es den verunglückten Arbeitern zu erleichtern, im Verhandlungstermine persönlich zu erscheinen. Aber die Erfahrung hat gelehrt, daß die Arbeiter doch nur in den seltensten Fällen kommen. Deshalb beabsichtigt man jetzt regierungs- seitig die große Zahl der Schiedsgerichte wieder einzuschränken." Daß damit eine ganz erhebliche Schädigung der verletzten Arbeiter geschaffen wird, ist für jeden Kenner der Verhältnisse voll« ständig klar. Eine ganze Reihe von Urteilen zu Gunsten der im Dienste der Industrie Verunglückten ist in den letzten Jahren dadurch herbeigeführt worden, daß die Schiedsgerichte sich durch den Augen- schein über den Zustand der Verletzten ein Bild schaffen konnten und daß durch ärztliche Sachverständige in Gegenwart des Gerichts Untersuchungen der Verletzungen und ihrer Folge-Erscheinungen vor- genommen wurden. Der Einwand, daß zu wenige Arbeiter ihre Rechte persönlich vor den Schiedsgerichten vertreten, mag, wenn er auch richtig wäre, doch zu einer so weit tragenden Aenderung des Gesetzes nicht ausreichen. Vielfach werden die Rentenbeansprucher durch die Bemerkung in der Vorladung abgeschreckt, daß sie keinen Anspruch auf Reisekosten haben. Das Gewerbe- Unfall- Versicherungsgesetz ist erst seit kurzer Zeit in Kraft, seine Bestimmungen sind noch lange nicht Gemeingut der Ar- beiterschast geworden. Die Zahl der Schiedsgerichte nun einzuschränken, erscheint, um ein recht vorsichtiges Wort zu gebrauchen, „voreilig". Ein andrer Gesichtspunkt spricht aber noch gegen die geplante Aenderung. Sowohl der Vorsitzende wie auch die Beisitzer der Schiedsgerichte für Arbeiterversicherung werden viel sicherer und sachkundiger beurteilen können, je kleiner der Bezirk ist, in dem die abzuurteilenden Unfälle sich ereignet haben. Es werden wenige Fälle in der Geschichte der Gesetzgebung zu finden sein, wo nach so kurzer Frist ein bestehendes, noch wenig ein- gelegtes Gesetz abgeändert wird. Es würde sich empfehlen, daß die Arbeitersekretariate Material sammeln würden, damit die geplante Verschlechterung des Unfallversicherunas-Gesctzes durch unsre Ver» treter im Reichstage erfolgreich bekämpft werden kann. Hauspflegedienst. An die Armenverwaltueg zu Berlin sind zu Wiederholten Malen Familienväter, deren Eheftauen entweder bett- lägerig krank sind oder ein Krankenhaus haben auffuchen müssen, mit der Bitte herangetteten, ihnen für sich und ihre Kinder eine ältere Frau— vielleicht eine Almosenempfängerin— nachzuweisen, die bereit ist, ihnen für ein bescheidenes Entgelt und gegen Ge- Währung von Verpflegung und Wohnung vorübergehend den HauS- halt zu führen und insbesondere die Aufficht über die Kinder zu übcrnehnien. Diesen Anträgen will die Armenverwaltung, wie die „Kommunale Praris" berichtet, entgegenkommen, um die Notlage der durch unverschuldetes Unglück hart gettoffenen Familien zu mildern. Die Familienväter, die gezwungen sind, ihrem Berufe nachzugehen, werden, wenn ihnen nicht hilfsbereite Angehörige zur Seite stehen. sehr häufig nicht im stände sein, ältere, zuverlässige Frauen zu ermitteln, die die Pflege der erkrankten Hausfrau übernehmen und die Hauswirtschast vorübergehend besorgen wollen. Sie sehen sich daher genötigt, ihre Kinder, die sonst jeder Aufsicht ermangeln, in städttsche Wmsenpflege zu geben, wodurch ihnen und der Armenver- waltung erhebliche Kosten entstehen. Die Armenverwaltung glaubt nun annehmen zu müssen, daß sich unter der minderbegüterten Be- völkerung eine Reihe von alleinstehenden Frauen finden wird, welche aus Liebe zur guten Sache und um des kleinen Verdienstes willen bereit ist, Hauspflegedienste in armen Familien zu übernehmen. Sie hat daher die Bezirksvorsteher ersucht, gemeinsam mit den Mitgliedern ihrer Kommissionen sich die Ermittlung von geeigneten Frauen an- gelegen sein zu lassen und etwaige Frauen, welche sich zur Ueber- nähme von Hauspflegediensten bereit erklären, ihr namhaft zu machen. Eine Zuständigkeitsftage. Gegen die Fulla-Compagny klagte Sch. beim Berliner Gewerbegericht auf Gewährung einer Lohnentschädigung wegen unberechtigter Entlassung. Er behauptete, in der Betriebs- stätte des neuen Unternehmens Werkmeister gewesen zu sein. In der Verhandlung vor dem Gewerbegericht wurde sestgestellt, daß Sch. thatsächlich eine gewerbliche Thätigkeit im Bettiebe entfaltet hatte, indem es seine Aufgabe war, den Betrieb einzurichten und sozusagen in Gang zu bringen. Dabei mußte er auch selber zufassen. Der Chef war jedoch unzufrieden mit den technischen Leistungen des Klägers, inhibierte dessen entsprechende Thättgkeit und verwendete ihn acht Tage lang als Reisenden, bevor die Entlassung erfolgte. Der Gerichtshof stellte sich auf den Standpunkt, daß diese letzte, kaufmännische Thättgkeit des Klägers für die Gerichtsbarkeit ent- scheidend sei. Wegen Unzuständigkeit des Gewerbegerichts müßte die Klage abgewiesen werden, wenn nicht ein Vergleich zu stände käme. Es gelang dem Gerichtshof, die Parteien zu einem Vergleich auf einen Wochenlohn zu bewegen. Artisten unterstehen der Gewerbe-Ordnung. Ein für Arttsten wichttges Urteil hat das Landgericht Nürnberg gefällt. Der Varistü- besitzer Kobl, ein früherer Bezirksfeldwebel, hatte die Gesangs- und Tanzduettisten Geschwister Selpini und den Humoristen Martell für den Monat April engagiert und in einem Vertrage festgelegt, daß ihm das Recht zustehe, bei ungenügenden Leistungen den Vertrag sofort oder nach achttägiger Kündigung zu lösen. Die Genannten wurden aber schon am 2. April wieder entlassen, weil Kobl mit ihren Leistungen und mit dem Beifall des Publikums nicht zufrieden war. Sie stellten Klage beim Gewerbegericht auf Entschädigung. Kobl erhob den Einwand der Unzuständigkeit, aber daS Gewerbegericht verurteilte ihn, indem es aussprach, daß Artisten von der Art der Kläger als Gewerbsgehilfen zu betrachten und somit der Gewerbe-Ordnung unterstellt seien. Kobl legte Berufung beim Land- gericht ein und beantragte, das Gewerbegericht für unzuständig zu erklären oder Beweis über die mangelhaften Leistungen der Kläger erheben zu lassen. Das Gericht setzte aber nur den Anspruch des Klägers Martell herab, im übrigen verwarf es die Berufung und erklärte das Gewerbegericht für zuständig. Mocken- Spielplan der Berliner Cheater. Neues könlgl. Opern- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Bettelstudent. Sonntagabend: Die Geisha. Montag: Die Fledermaus. Dienstag: Der Bettelsludent. Mittwoch: Die Geisha. Donnerstag: Das Schwalbennest. Freitag: Der Zigeunerbaron. Sonnabend: Der Prinz- gemahl. Sonntagnachmittag: Die Fledermaus. Sonntagabend: Der Prinzgemahl. Montag: Die Geisha. Schillcr-Theater«.(Wallner-Theater.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Undine. Sonntagabend: Die Jüdin. Montag: Die Entsührung aus dem Serail. Dienstag: Postillon von Lonjumeau.(Bötel.) Mittwoch: Der Prophet. Donnerstag: Der Troubadour.(Bötel.) Freitag: Unbestimmt. Sonnabend: Unbestimmt. Sonntagabend: Fra Diavolo.(Botel.) Montag: Unbestimmt. Neues Theater. Geschlossen. Theater des Westens. Sonntagnachmittag: M-Heidewerg.(Ansang 2'/z Uhr.) Allabendlich: Liebeshandel. Sonntag, den 2t. Juli: Alt- Heidelberg.(Ansang 2ll, Uhr.) Kleines Theater. Geschlossen. Belle-Alliauce-Theater. Allabendlich: Winter-Thmian. Earl Weist> Theater. Sonntagnachmittag: Othello, der Mohr von Venedig.(Ansang 3 Uhr.) Sonntagabend, Dienstag und Mittwoch: Der Weg zum Herzen. Donnerstag bis Montag: Von Berlin bis zu den Herero. Central» Theater. Allabendlich: Einakter aus ReuterS Werken. Ttadt> Theater Moabit. Allabendlich: Grotzstadtzauber. Ansang 8 Uhr. Apollo-Theater. Allabendlich: Venus aus Erden. Specialitäten. Ansang 8 Uhr. Metropol> Theater. Allabendlich: Ein tolles Jahr. Ansang 8 Uhr. Wintergarten. Edith Helena. Heloise Titcomb. Specialitäten. Ansang 8 Uhr. Passage-Theater. Terka Semmelosf. Ansang 5 Uhr, Sonntags 3 Uhr. Nrania-Theater. Taubenstrasje 48/tg. Sonntag: Die Weltausstellung in St. Louis. Der Gardasee. Dienstag und Freitag: Die Insel Rügen. Mittwoch lmd Donnerstag: Die Weltausstellung in St. Louis. An den Seen OberitalienS. Ansang 8 Uhr. Marktpreise von Berlin am 15. Juli. Nach Ermittelungen des kgl. Polizei-Präsidiums. Für 1 Doppel-Centner: Weizen"), gute Sorte 00,00— vo.vo M,, Nüttel 00,00-00,00 M.. geringe 00,00-00,00 M. Roggen"), gute Sorte 13,50-00.00 M.. mittel 00,00-00,00 M.. geringe 00.00-00,00 M. Futtergerste»), gute Sorte 14,60-13,60 M.. mittel 13,50 bis 12,50 M., geringe 12,40-11,40 M. Haser»), gute Sorte 16,00-15,30 M.. mittel 15,20—14,60 M., geringe 14,50—13,90 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 40,00-28,00 M. Speisebohnen, weiße 50,00-26,00 M. Linsen 60,00—25,00 M. Kartoffeln 12,00-8,00 M. Richtstrob 4,50-4,00 M. Heu 6,90—5,20 M. Für 1 Kilogramm Butter 2,60—2,00 M. Eier per Schock 3,80—2,40 M. ») Frei Wagen und ab Bahn.") Ab Bahn. Waflerstand am 15. Juli. Elbe bei Aussig— 0,62 Meter, bei Dresden— 2,04 Meter, bei Magdeburg 0,36 Meter.— U n st r u t bei Swaußsurt-s- 0,80 Meter.— O d e r bei Rattbor+ 0,61 Meter, bei Breslau Ober- Pegel-f 4,38 Meter, bei Breslau Unter- Pegel— 1,66 Meter, bei Frankfurt+ 0,38 Meter.— Weichsel Sei Brahemünde-s- 1,96 Meter.- W a r t h e bei Posen+ 0,06 Meter. N e tz e bei Usch 0,37 Meter. Wttterungsübrrficht vom IS. Juli 1SV4. morgen»« Uhr. Etattonen »Ä SS Swinemde. erlin Frants.a.M. München Wien 765 763 765 765 769 767 II S« "B SSO SO SO O Sttll Sttll Vetter vis; cV »II L? HS> 1 wölken! 2heiter 2wolkenl 2 wölken! —!wolkenl — wolkenl Stattonen SS Haparanda Petersburg Cort Aberdeen Paris ä= S B ES S B{ 752 S 76438 758S« 765jNM0 Wetter 2 bedeckt tthetter 2wolkenl wolkenl »»i nS. s l> s?1 w% 16 17 14 22 Wetter- Prognose für Sonntag, den 17 Juli lv«4. Ein wenig kühler, zeitweise wolkig bei mäßigen südwestlichen Winden und etwas Neigung zu Gewittern. 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Tretlageraehäuse.... 0.60, 0.70 Muffen, Stuck..... 0.20, 0.30 Kettenbolzen, 100 Stück... 2.50 Kilometerzähler...... 0.60 Rucksäcke.. 1.40, 1.76, 2.00, 2,50 Regcnpclerin.5.00. 3.50. 3.76, 4.00,4.60 Revolver.. 3.00, 3.60, 4.00, 5.00 auswärt« gratis und franoe versandt. Ernist flachno w. Hauptgeschäft: Arkonaplatz 1. 1. Filiale: Brnnnensfr. 171.( 2. Filiale: Wollineratr. 58, HI. —— Tel. Amt III 8054.—— l�Für Reftaurateure:c. giebt es keine prakttscherenKälesorten wiemeine Postkollo-Zusammenstellung von: 40 fortions-Öelikatess- u. 40 Portions-8ierkäs'ehen in nur wirkt, hochfeinst. Ware M. 6,40 franko. Nachnahme. 4». M�sl a e l, Aaol»!., Memmingen, daher. Allg. Keppdecken 8! taust man am preis. wertesten nur direkt w derJabrit, 72 Wall- strafte 73, wo auch alt« Steppdecken autgearbetiet werden. v.«trohmandel, verliu 14. Illustrierter Preiskatalog gratis. Bfnr 5 Mark kostet die echte BöhncI System Nickel« Anker- liositopt- Latent- Uhr samt schöner Nichei. kette und Futteral. 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MF- Die Kasseeknche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet.-MW 2 hochelegante Kegelbahnen, Würselbuden, Konditorei, Blumenstand ee. In den tzittlen: Grosser Ball. 3�- Cb schön l"ME Täglich: MW C6 Regen!__ im herrlichen Garten oder grotzen Saal: 55842** i Das konkurrenzlose Juli-Programm. U. a. mit stürmischem Beifall: Die 5 Walsens, die besten Akrobaten der Welt. 4 Vulkanos, bester Clichnic-Akt. Orig.: Fritz Grand, Humorist. 8enor u. Gerard, die berühmten Tanz-Humorislen und Wirbeltänzer. Die fesche Hannen. Rennert-SIange, Instrumental-Komiker, usw. Der Bäcker-Streik! Grotze aktuelle Pantomime, ausgeführt von der„Lcslcr-Conipagnie". Kaffeeküche. Warme Küche. Kegelbahn. Bolksbelustigustgen. Bis 2 Uhr: Dali. Entree Wochentags LK Ps. Sonntags 3O Pf. Sckönkaufer �Ztlee 103. Jeden Sonntag: 55442* | Jägerhaus, 2 Jedl I Großes TrcUMonzcrt, ausgeführt von einer Lv Mann starken Musik-Kapelle. Jeden Montag findet das allbcliebte \ � Kinder-feft&&& unter Leitung des berühmten Onkel Knesebeck statt. Hierzu ladet ergebenst ein W. Sclnnldt. « ♦♦♦ f Dff® i JUlif ... ente's Volks-Lsrten t Liehtenlierg. Roeilerslr. 35 36. an ßet Jeden Sonntag: Watter-Konxert, ♦ Harburger Sänger, ifSf Ball ♦ Specialitäten und erstklassige Schaunummern. Ansang 4 Uhr. Eintritt 20 Ps. Kinder frei. 2662b* ♦ : ♦ AM- Um 5 Uhr:-»« k Großes Tauben- Schanfliegen.% Konzert-darten 3aU-Salon .. FriedrieDslierg\�sr FrankfurteFCliausseelZO Jeden Sonntag: Konzert u. Specialitäten-Vorstellung. SM- Im Saale: Grosser Ball.'IMsZ 53952* -Jeden Miktwoch: T 3 tt Z* R 6 U tl 1 O 11. Küche und Keller in bekannter Güte, Hierzu ladet freundlichst ein Ernst Köllich. KlostersQarten�l am Spandauer Schiffahrtskanal, direkt am Iungfcrnfteg. Stadt- und Ringbahn-Stalion Bahnhos Beusselslratze, elektrische '' Strntzenbdhn Nr. 12 Gärlitzer Bahnhos— Plotzensec. eS, ßrosses JUililär-Jtonzerl Grosses Imder-Ireudenfest. Jeden Mittwoch: Im Niesen- IT«»II unter Leitung des Tanzmeistcrs Herrn Parkett-Saal: Max Fuss. '1| Groste verdeckte Hallen. Zwei Kegelbahnen. Bo lksbelnstigungS-Platz. W. Paaternacki. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an. . geöffnet. 56852*;(j Amt 2 Nr. 2694._ I Zpr Königsbank. Grosse Frankfurferstr. 11/. Inhaber: Fr. Walter. Empfehle den Vereinen und Gewerkschaften meinen Saal und Garten zur Abhaltung von Festlichkeiten jeder Art unter günstigen Bedingungen. Jeden Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Humoristische Vorträge der berühmten Original Norddeutschen Ouartett-Sänger. Jeden Sonntag, Moniag und Donnerstag: Groster Ball._ 56792* NEU-TIVOLI NR rHÄV. w» wozu ergebenst einladet Fritz Preuss. 565 II-* 8ade's Volksgarten Ititrbffrrtfie Haltestelle d. elektrischen �Illi iilll llst». Strassenbahn(Siemens). s?nnt°g- Sr. SptliaWtkll-ziorsttllnng. infa�'Är. Im Saale: Gr. Dali.— Bereinen bestens empfohlen. Amt IV 1273. Tnsilmo. n Mm VI. Wahlkreis. Sonntag, den 17. Juli 1904: ♦ grosses JoraraerJesf im Gesamt-Etablissement„Moabiter Schützenhaus", Plötzensee. Grosses Garten-Konzert von morgens 8 Uhr, ansgeführt von awel stark nesetzten SInsik- Kapellen. Gesangs-Huffübrungen von Mitgliedern des Arbeiter-Stingerbnudes Berlins und Umgegend, Curnerlsche Hufführungen ausgeführt von Mitgliedern des Turnvereins„Fichte". Grosses 3lasser-f euerwerk* Vorführungen von Mitgliedern des Bert* Hrbelter- Radfahrer- Vereins (Mitglied des Arbeiter-Radfahrer-Bundes„Solldarltüt"). Von 4 Uhr nachmittags: €anz Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pfennig nach. die Kinder: Jedes Kind erhält am Eingang zwei Bons, von denen der eine gegen eine Stocklaterne umgetauscht werden kann, während der andre für zur einmaligen Benutzung der Schaukel oder des Caroussels berechtigt. Aufführungen eines Kasperle-Theaters(ohne Entree). Für ausreichende Fahrverbindung Ist Sorge getragen, da die Strassenbahn- Gesellschaft die Linien 10, II und 12 an diesem Tage bis Plötzensee durchführt und bei Bedarf vom Rosenthaler Thor ab Einsetzwagen verkehren. Von der Haltestolle ist zwei Minnten Weg bis zum Schützenhaus. Vom Ringbahnhof Beusselstrasse ist das Lokal zehn Minuten entfernt. Bei etwa eintretenden Unglücksfällen steht den ganzen Tag die Arbeiter- Samariter-Kolonne gratis zur Verfügung. Der Arbelter-Schwimmerbnnd hat am See eine Rettungswache stationiert. Billeta im Vorverkauf JäO Pf., an der Kasse 25 Pf. Anfang früh 8 Uhr. Um recht zahlreichen Besuch bittet 219/9* Das Komitee. m u DeutRIjer ßucl)bindemrband ———— Zahlstelle Berlin.- Morgen, Montag, den 18. Juli: Ii im Etablissement„Kette Welt*', Hasenheide 108—114. Oarteii-Kouzert. �pecialitäten ersten Ranges. Theater- Vor st ellnng für Kinder. Von 5 Uhr ab im Riesen-Fcstsaal:(hl'Ofjft ißllll. Eintritt in ben Saal für Herren 30 Pf., für Damen 10 Pf. SM- Bei eintretender Dunlelheil: Kackelzug für Kinder. Jedes Kind erhall am Eingang des Gartens zwei Bons für Slocklalerne und Schaukel oder Karoufsel-c.— Die Äaffeetüche ist den geehrten Damen von 2 Uhr an geöffnet.___ WM- Nach dem Konzert: Gro»«eB Feuerwerk.— Programm am Eingang gratis."Vd Billet 5>a Pf., an der Kasse 25 Pf. Anfang 4 Uhr. B illets sind noch bei den Werkstuben-VerirauenSpersonen sowie in unsrem Bureau Engel-User 15, 11 bis Montagmittag 1 Uhr zu haben. 21/6 Zahlreichen Besuch erwartet_ Die OrtaverwaUnnK-_ j}(eue Welt! j Kasenheide 108/114. Kasenheide 108/114. Sonnabend, den 23. Juli 1904: S J Grosses Sommer-yest j • de» G J socialdemokratischen Wahlvereins � 1 Rixdorf. J Grosses Konzert, Theater, • Speeialitätenvorsfelhmg.® S G S Lei eintretender Dunkelheit; Tacketzug. Jedes Kind erhält eine Stocklaterne gratis I Zum Scbluss: 3rillant-Jeuen»erk.| T a m v Herrren. welche daran teilnehmen,«A jm grossen oaaie i a n z. zahlen 50 pt nach. W M Anfang 4 Ihr. Entree SS Ff. P| w Die Meekücbe ist von 2 Uhr an geöffnet, mr rinlaeelrorfan ofnd In den Zahlstellen, bei den BezlrksfUhrern Cilllladdanl(CU nnd an der Kasse zu haben. Achtung! J Achtung! Sonnabend, 23. Juli 1904, in den Gesamträumen der Brauerei Friedrlcbsbain(früher Lipps) Am Friedrichshain 22—29-------— 22. Stiftungsfest des Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins u. Umg. bestehend in: Konzert, Gesang, Spccialitlitcn-Thcater, Klnder-Fackelzuc, Festrede. Im grossen Saale: TAMZ. Unter Mitwirkung der Berliner Volkssänger-Gesell- schaft Lewandowsky und des Gesangvereins der Musikinstrumenten-Arbeiier(M. d. A.-S.-B.). Die Musik wird von Civil-Berufsmusikern unter Leitung des Dirigenten Herrn Schonert aus- feführt. Anfang des Konzorts 4 Uhr, der Vorstellung 6 Uhr. Die KafleekUchc steht en geehrten Damen zur Verfügung. Jedes Kind erhält am Eingang einen Bon für Mütze und Stocklaterne. Programme, Herren 50 Pf., Damen 30 Pf., sind in sämtlichen Zahlstellen des Vereins und im Bureau zu haben.— Um zahlreiche Beteiligung bittet Das Komitee. Ä dos Vereins und im Bureau zu Sonntag, den 24. Juli 1904"WM Grosses Volksfest veranstaltet von den Parteigenossen Eichtenbergs in Mente's Volksgarten, Lichtenberg, Röderstrasse No. 35/36 bestehend in 222/15 Konzert ♦ Speciatifäten-Theater ♦ Auftreten der Karburger Sänger ♦ Kinderfestzug (Wiederholung des mit so grossem Beifall am 1. Mai aufgenommenen Kinderfestzuges in grösserer Ausstattung). Kinder-Fackelpolonaise, wozu jedes Kind eine Stocklaterne gratis erhalt.— Kinderbelustigungen aller Art.— Grosses Prachtfeuerwerk. Entree 20 Pfennig. TT«1 n V Herren, die am Tanz teilnehmen, Entree 20 Pfennig. Anfang 3 Uhr.* zahlen 50 Pfennig nach. KassenerSffnung 2 Uhr. Ben geehrten Damen steht die KatTeekttche von 2 Ehr an znr Verfttgiing.—— Socialdemohratischer Vlahlverein für Heiniehendorf, Wilhelmsruh n. Umg. Sonntag, den S4. Juli 1904: fltosses Sommerfest im fark-Kestaurant von Lange(Bernau), Schönholz 1t (groffer schattiger Garten, dicht am Walde gelegen). Gr. Garten-Konzert, Gesangsaufführungen. ' Austreten der Gesangsduettisten Gebr. fUedel, Sehende Bilder a* Kinderbelustigungen. Bon 5 Uhr ab f AXX. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Ps. nach. Die Kaffeetüche ist von it Uhr ab geöffnet. 291/12 Anfang des Konzerts 4 Uhr. Eintritt 20 Pf. Für Kinder Eintritt nnd eine«locklaterne gratis. TS bittet um zahlreichen Besuch Das Komitee. M. Mörschels ' Kestaurant ___ Zum Sportshaus. Zlegcnhals, am Crossinsee. Bahnstation Zeuthen. Fernsprech-Amt Känigs-Wueterhausen No. 75. Jeden Donnerstag: Grosse Danipfcr- Extrafahrt mit Musik. Abfahrt 2 Uhr nachmittags an der Siralauer Brücke, Ecke Waisen-Brücke. Dampierstailon Kahnt 4 Hertzer. Hin- und Rückfahrt nur 5v Pf., Kinder die Hülste.— Freunde und Bekannte lade ergebensi dazu ein.— NR. Für Jnbrikeu! Sonnabend, den 16., 23. und 30. d. M., ist mein großer Saal(700 Personen fassend) noch frei. 5753L' Seliefuciis festsäle Hildorsdorferstr. 45. Säle und Bereinszimmer von 50-2««» Personen fassend für Persammlungen und Festlichkeiten noch einige Sonnabende und Sonntage frei.— Eouiantefte Bedingungen. 56322« Restaurant Pferdebucht w Köpenick empfiehlt fich den Vereinen, Parteien, Gewerkschaften, Gesellschaften, Fabriken und Schulen zu Landpartien.— Herrlich im Eichenwald gelegen, gemutticher Aufenthalt, solide Preise.£56292*] W. Wolter. Montag, den 18. Jnli er.: r- mit Musik nach iKUggelhcim aus zwei Dampfern. Abfahrt morgens 7'/, Ehr von der Stralaner Brücke. Rundfahrt auf dem Seddin-See. � � Im Saale: LnoSSVI' Lslls �& Belästigungen für Klein n. Gross und sonstige grosse —— licberraschnngen.—— 86/11 Billets a 1,25 Mark.— Kinder unter 14 Jahren sind frei. Um rege Beteiligung ersucht Die Konsmlsslon. _ Billris sind an Bord des Schiffes zu haben. Kasselwerder JMK an der Oberipree. Billigste Dampfer-Extrafahrten(Kyffhäuser-Dainpfer) von Michaelbrücke ab nachmittags 2 Uhr circa halbstündlich nach Hassciwerder. Wochentags 10 Ps., Sonntags 30 Ps. Jede» Sonntag: Qrosses GartensKonzert u. Ball. Wochentags s 53232* Frei Konzert n. Tanzkrllnzchcn. Volksbelnstignngen. Mein Lokal, 10000 Personen fassend, empfehle Gewerkschaften, Vereinen,, Fabriken ic. zur gefälligen Benutzung. Einige Sonnabende noch frei. Um. geneigten Zuspruch bittet_ Gustav Heinpcl. ________ H �.. K Brandenburgische Straste Itti VpNINLV8U9Vz» Kestaurant LelUe. Angenehmer Famiiien-Aulenibaii. ♦ Musikalische Unterhaltung. Ferclnszinimer(80 Personen). 0 Blllardztmnier. Warme Küche zu soliden Preisen. S652L* �Älessiml! Whelmdlmlwj z» lis, odmji:«-. Inhaber: Obr. Fennel. Mp* Heute GrosteS Militär- Konzert und Schlachtmustk.-W Illumination des ganzen GartenS durch 5000 elektrische farbsi Glühlampe». 5769! ge «* Soeialdemohratischer Wahlverein für den 4. Berliner Jleiehstags-Wahlhreis (Südosten). Dienstag, den IS. Juli, abends 8-/, Uhr. in der Drachenburg vor dem Tchlesischen Thor: 243/17 Vonssmmlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen kleompo über Technische Fortschritte im Verkehrswesen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet__ Der Borstand. Deutscher IHetallarbeiter Verband. V.Wahlkreis. Dienstag, den 19. Juli, abends SVa liljr: 2 Volks-Versammlungen in den Lokalen: iK»!«!», Belforterstr. 15, Altes Scliützenliaus, Linienstr. 5. TageS-Ordnung: 1. Der Wortbrnch der Bäckermeister und welche Echüde» er- wachsen den Konsumenten? Referenten die Genossen Itartl» und Sfachttaall. 2. Freie Diskussion. 207/2* MP- Alle Genossen und besonders die Genosfinnen sind zu zahn reichem Besuche und lebhaster Agitation sür diese Versammlungen ver pflichtet. Die"Vertraaeniilente. Chartottentmrg. Soeialdemokraliseher Vahlverein Dienstag, den 19. Juli, abends 8 Uhr: General- Versammlung im„Volkshause", Rvsinenstr. 3. Tagesordnung: 1. Die Angriffe gegen die Soeialdemokratie im Reichstag und Landtag. Referent: Reichstagsabg. Genosse Znbell. 2. Diskussion. 3. Bericht des Vorstandes. 4. Anträge zur Generaloersammlung des Kreises. 5. W der Delegierten zur Generalversammlung des Kreises. S. Verschiedenes. 5*- Jeder Genosse hat die Pflicht, zu erscheinen. Für die Frauen ist Tribüne reserviert. 230/11 Dei- Torstand. die Sehoneberg. Soelaldcmohrat. fttahlvcrcln. Dienstag, den 19. Juli, abends 8'/, Uhr, bei Obst, Meiningerstrasie 8 MIT* General- Versammlung"WD Tages-Ordnung: 1. Staffen, und RevisionSberlcht. 2.„Djf plellMcht GtjWltt iu der Schule und in der Mirklichbeit." Reser-nt- Gen°ffe Dr. Maurenbrecher. 3. Diskussion. 4. Wahl der Delegierten zur General- Versammlung des Kreises. 5. Vereinsangelegenheiten. 15/19 ZM" iklltslledsdneh legitimiert. ihlreichem Besuch ladet ein D Zu zabl Der Borstand. und Klrngegend. DicnStag, 19. Juli, abends 8lU Uhr, im Lokal znm„Deutschen Kaiser", Königs-Chaussee 49: Genez-al- Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vorstandsbericht. 2. Bericht des Kassierers. 3. Abrechnung von der Maifeier und der Gemeindewahl. 4. Bericht der Bibliothekare. S. Bericht der Revisoren. K. Neuwahl des Gesamtvorstandes. 7. Abänderung des § 15 des Statuts. 8. Stellungnahme zum Stiftungsfest. 9. Vereins. Angelegenheiten. Der wichtigen TageS-Ordnung halber erwartet zahlreichen und pünkt. lichen Besuch_[18/6]_ Der Torstand. Central-Verband deutscher Textilarbeiter. Filiale Berlin IV. Stlckereibrancbe. Sonnabend, den 23. Jnli» nach Hirschgarten, Welt-Restanrant Qr. Sommernachtsball. Borgens 21- M Kaffeekochen. Fahrpreis 60 Pf. Abfahrt abends 8'/, Uhr von der Michaelbrücke(zwischen Jannowttz- und Schillingsbrücke). Billets find im Arbeitsnachweis, Wallstr. 32/33, sowie bei den Mitgliedern zu habe». 197/5 Um zahlreiche Beteiligung bittet_ Der Borstand. Stukkateure Filiale Berlin. Montag, den 18. Juli, abends 8'/, Uhr, bei Franke» Sebastianftr. 39: General-Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal 1904. 173/17 2. Weshalb und warum sind wir gewerkschaftlich organisiert? 3. Verschiedenes. Am Eingang Bücherkontrolle und Aushändigung einer gedruckten Staffenabrechnung. Die erste Halbjahrs• Statistik Uber die Arbeitslosigkeit ist richtig auszufüllen und wird an der Thür- kontrollc eingezogen. Die DrtsverTvaitong. Hetzersche Kasse. Sonntag, den 24. Juli 1904, vormittags 10 Uhr, in Wilkes Saal (früher Nümann), Brunnenstrasie 183: Gcmral-Vcrfammlung. TageS-Ordnung: 1. Verlesung des Protokolls der General-Versammlung vom 24. Januar 1904. 2. Kassenbericht des Rendanten pro 1. Halbjahr 1904 und Bericht der Revisoren. 3. Bericht der am 24. Januar 1904 gewählten Statuten- änderungs-Kommission und event. Beschlusisassung über Abänderung des § 8. 4. Festsetzung der Publikationsorgane pro Jahr 1905. 5. Verschiedene Kassen-Angelegenheiten. NM- Mitgliedsbuch legitimiert.-MA 2735b Otto Winkler, Vorsitzender. Bnrean: Berwaltungsstelle Berlin. Bngei-I/i'er 15, Zimmer 1—5. Fernsprecher Amt IT, 3353. Am Montag, den 18. Juli, abends 8'/, Uhr, findet im Lokal von Bnggenhagen, Oranien- strafte 147(Moritzplah), eine Tcrtrauensmäiimr-Koiifcrcnz der gesamten Vertrauensleute Berlins Tages-Ordnung: SteUungnakme 2ur General-Versammlung. statt. Ohne Mitgliedsbuch und Karte kein Zutritt. 118/12 Die Ortsverrvaltnng. Achtung!"Wff IV Achtung! Central-Verband der Kaurer Deutschlands. Zweigvereiu Berlin. Mitwoch, den 20. luli, abends 8� Wr, im Ueueu Kouzerthaus, (Grand-Hotel Alexanderplaft): grosse vaulleputietten-versammlung. IM- Laut Beschluß der letzten Versammlung sind sämtliche Organisations-Funktioniire verpflichtet, an dieser Versammlung teilzunehmen. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen 8tröbsl über„Bildung und Bildungsmittel". 2. Diskussion. Die Terbandsieitnng. I. 21.: E. Thons. Central-Verband der Maurer Deutschlands Zweigverei» Berlin. Sektion der Gips- nnd Cementbranche(Gruppe Rabitzputzer). Mittwoch, den 20. Juli 1904, abends 8'/, Uhr. in den„Armin- Hallen", Kommandantenstrafte SO t Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: I. Beratung event. Verbefferungsoorschläge zum Vertrag. 2. Gewerkschaftliches. 144/18 Um rege Teilnahme der Mitglieder an der Versammlung ersucht Der Borstand. -m r. Filiale Berlin. Mittwoch, den 20. Juli, abends 8'/, Uhr. bei Feind, Weinstr.H: General-Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Arbeitersekretörs Gustav Link über:»Einiges aus der Acheiterverficherungs-Gesetzgebung." 2. Bericht des Vorstandes und Kassierers. 3. Verbandsangelcgenheiten. 54/19 Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht_ Der Borstand. Verein deutsciier Schuiimacher. Montag, den 18. Juli, abend« 8'/» Uhr, im„Rosenthaler Hof", Rosenthalcrstraße 12: General- Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Kassen- und Geschäftsbericht pro 2. Quartal 1904. 2. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes._ AM- Mitgliedsbuch und Karte legitimiert.-WW 170/9__ Die Ortsvcrwaltnng. nineri Filiale Berlin. ». Montag, den 18. Juli, abends 8'/, Uhr: MitgUeder-Uersummlung im Gewerkschaftshause, Engel-User 15, Saal 4. Tages-Ordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion über den Bericht der Delegierten in der x Gewerkschas..... Berliner 3. Vereinsangelcgenheiten. Regen Besuch erwartet 2. Kassenbericht vom zweiten Quartal. 124/12 Die Ortsverwaltnng. Aclitnng I Achtung! Dienstag, den 19. Juli, abends 6'/, Uhr Okff. Mrtnll-Arbkittt- u.-Arbc/tmiliitli- V ersammlung/ im Schloßpark„Wllhelmlnenhof", Ober-Schöneweide. TageS-Ordnung: 1. Bortrag über:„Die Darifvertrage und ihr Wert für die Arbeiter". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 118/1 Zahlreichen Besuch erwartet Der Einberufer. Adolf Cohen. Sniibliiibninbtt-Kmbkultnjse für Öctlin und Umgegend. Eingeschriebene Hilsslasse Nr. 118. Donnerstag, den»8. Juli, abends 8'/, Uhr, bei HVilke, Brnnnenftrafte 188; Ausserordentliche General- Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Abrechnung vom ersten und zweiten Quartal 1904 sowie RevisionS- berichL 2. Wahl sämtlicher HilsSkassierer. 3. Innere Kaffcnangelegenheiten. Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet.----- - Mitgliedsbuch legitimiert.» 38,7« I s iMMyi] •Mi i lfl WiMltW ur ifiw If Kranken-u-Sterbekasse aller gewerbl. Arbeiter für Schöneberg und Berlin««. Sonntag, Sl.Jnli, vorm. 10 Uhr: keverAl-VerzAmmluiig in Obsts Festsiilen, Meiningerstr. 3. Tagesordnung: 1. Halbjährlicher Kassenbericht. 2. Verschiedenes. 291/10 Mitgliedsbuch legitimiert. Um pünktliches Erscheinen ersucht Dor Torstand. 67392* beendeter SftlSOll Ausnahmepreise Eine Partie imit. Teppiche ein larbenpräclitiges ganz neues Gewebe in eebl orientai. Mustern 90X165 cm M. 4,65(Wert 6,50) 130X195„„ 7,85„ 11,50) 160X230„„ 12,25„ 17,50) 200X300,„ 17,50„ 24,00) 250X350,„ 25,00„ 33,00) 300X400„„ 33,00 B 46,00) günlttge Kaufgelegenheit kür Hotels, Ptllswnate oto. Nach auswärts per Nachnahme. Teppich- Specialhaus Emil Lefevre Be*.Un Oranienstr. ÜB. Pracht-Katalog etwa 600 Abbildungen gratis und f ranco. Achtung! Ausschneiden! Sioimtag, Ä4.«Tnli 1904, am Klüggelsee bei?riedrichshageii. Der Bahnverkehr zwischen Friedrichshaaen— Berlin und umgekehrt ist am Festtage ein 7'/, Minuten-Vertehr, also stündlich 3 Züge.— Dampfer- verkehr t Stern-Gesellschast von früh 8 bis 12 Uhr nach Bedarf ab Stralauer Brücke.— Ab»CafS Alfen*, Vor dem Schlesischen Thor 2: Abfahrt mittags 1 Uhr, 1'/, Uhr und 2 Uhr.— Ab Michael-Brücke: Dampfer .Polarstern" um 2 Uhr, pro Person 35 Pf., Kinder über 6 Jahre 20 Pf.— BorverkaufS-BtlletS: Ab Stralauer Brücke, an der Waisen-Brücke(Station Kahnt u. Hertzer), früh 7 Uhr sind zu haben bei Richter, Wasserthor- strage 1/2 IV; früh 10'/, Uhr: bei Hackenbcrg, Maybach-User 5 IN: nach- mittags'/.Z Uhr: bei Ad. Möller, Reichenbergerstr, 16, Restaurant Hübner, Koppenstr. 68. Restaurant Kraus«, Ale;anderstr. 13, Cigarrcngeschäst Franz Keller, Torellstr. 2(hier auch zu Abfahrt um 10'/, Uhr), pro Person 30 Ps., Kinder über 6 Jahre 15 Ps.— Uebersahrt an der Fähre Friedrichshagen. Müggelschlösichen pro Person 5 Ps., Kinder find frei. Die Uebersahrt ge- schicht mittels Dampfer, 2 Motorboote, Dampssähre(ca. 300 Personen lassend) und 6 Kähnen.— Dampser-Rücksahrten nach Berlin halbstündlich. Arbeiter- Kacltabrer- Bund „f rdbeit". Der Arbeiter- Radfahrer« Bund.Freiheit", der sich über ganz Deuffch- land erstreckt, nimmt Vereine sowie auch Einzelsahrcr aus. Der Bundes- beitrug beträgt pro Mitglied und pro Monat 0,20 Mk. und 0,10 Mk. Delegierten-Bcitrag pro Jahr. Das Eintrittsgeld beträgt 0,60 Mk., wofür daS BundeSabzelchcn, welches Eigenwm des Bundes bleibt, geliefert wird. — Bei Radunsällen gewährt der Bund laut Statut staffelweise Unterstützung und zwar im ersten Jahre 6,00 Mk., im zweiten 7,50 Mk. und im dritten 9,00 Mk. Alle Anfragen, den Bund betreffend, werden bereitwilligst be- antwortet durch die Geschäftsstelle: I. A.: Fran» L-iehr, Berlin NO., Weinstr. 3 L 13/7 Die Ausgabe der ersten tausend Bundesabzeichen gelangt am Sonnabend, den 23. Juli, von nachmittags 5 Uhr ab zur Ausgabe, und werden die ver» ehrten VereinS-Vorstände sowie Einzelsahrer gebeten, dieselben in unsr« Geschäftsstelle abzugeben. Für die Bundesvcreine Berlins ist der Start nach Ziixdors zur Korso- fahrt heute mittag 1 Uhr: Andreasplatz. Der Torstand. Zum Ausschneiden. Billigste mit Slnslk von Michaelbrücke direkt nach Woltersdorfer Schleuse(Rieckserder). Montag vorn», i'lt, nachm. 2'/, Dienstag Mittwoch Donnerstag Freilag Einfache Fahrt früh 9'/. Uhr 40 Ps. 15/12« Nachmittags hin und zurück 40 Ps. Sonntags ewsache Fahrt früh S Uhr 50 Ps. Auherdem täglich von 2 Uhr ab nach Rest. K/Hhiueer. Wochentags 10 Ps. Sonntags 10 Ps. WWW- Billige Dampfer sür Vereine und Gesellschaften.* Telephon A. 7. 2841. H.--------* . Tismcr, Nieder-Schönewelde 14. «im? Crapps" Kesfaurant zur Untergrundbahn. Treptow. Grosses Familien-Restaurant ÄfKÄ?" ♦ Familien-KatTeeküche. iW Borzügl. Speisen u. Getränke zu soliden Preis, ff. Weiftbier. Helles Lagerbeer d. Verl. Bockbrauerei. echt. Kulmbacher. Lolksbelustig. aller Art. Schietzstand, Schaukel, Würselbuden»c. Willy Trapp. Lerantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Aruck u. Verlag: VsrwärtS Buchdruckerei u. Verlagsanjtalt Paul fsnr«- f sso.« Berlin SV Nr. 166. 21. Jahrgang. 4. Mißt des Jrnmrlö" fnlinn PolMItti Zonntag, 17. Juli 1964. Nun also, was trinken wir? Zu dieser Frage schreibt uns Herr Dq Juliusburger: In?h:. 157 des„Vorwärts" vom Donnerstag, den 7. Juli findet sich eine Erwiderung auf meine in Nr. 155 des„Vorwärts" vom Dienstag, den 5. Juli enthaltene ausdrückliche Empfehlung der unbedingten, vollständigen Enthaltsamkeit von allen alkoholischen Getränken. Der Herr Einsender meint, die Abstinenzler mögen darob die Hände ringen, aber thatsächlich liegen die Dinge so, daß der Arbeiter in der Werkstatt vielfach gar nicht ohne Bier auskommen kann. Aberzunächstscheintmirdcr Herr Einsender selbstdurch die That seine Behauptung zu widerlegen; denn auf seine Veranlassung ist ja eine Wasserkanne angeschafft worden, in der er sich von der Straße Wasser holt und damit seinen Durst stillt, während die andren Bier trinken. Was er kann, warum sollen das nicht auch die andren können? Leider besteht die Sitte in den Werkstätten und auf den Arbeitsplätzen. Bier in Flaschen einholen zu lassen, warum sollte es nicht möglich sein, auch gutes Trinkwasser in Kannen herbei- tragen zu lassen? Es wird möglich sein, sobald die Er- kenntnis von dem Unwerte der alkoholischen Getränke in die Massen eingedrungen sein wird. Das helle Licht der Wissenschaft muß in das dunkle Vorurteil, daß der Alkohol nährt und stärkt, hineinleuchten. Selbst Herr Professor Hueppe, der bekannte Prager Hygieniker und erklärte Gegner uiffrer Abstinenzbeslrebungen, sagt, daß Alkohol in den Mengen, in denen er als Nahrungsmittel in Betracht kommen könnte, ein so schweres Gift ist, daß dies ihn als Nahrungsmittel wieder ausschließt. Die Wissenschaft ist sich schon jetzt darüber einig, daß der Alkohol kein Nahrungsstoff ist und die alkoholischen Getränke keine brauchbaren Nahruirgsmittel sind. Ebensowenig kann man dem Alkohol eine wahrhast stärkende Wirkung zuschreiben; er führt nicht neue Kräfte zu, sondern betäubt das rechtzeitig sich einstellende Ermüdungsgefühl, dieses wundervolle, höchst zweckmäßig wirkende Warnungssignal für Körper und Geist in ihren Verrichtungen und Leistungen innc zu halten. Natürlich kann durch die alkoholische Lähmung des Ermüdungsgefühles und hierdurch hervorgerufene Anspannung der Reservekräste eine äugen- blickliche zeitliche Mehrleisümg erzielt werden, die aber, fortgesetzt, von Körper und Geist durch Schädigung des Gesundheitszustandes teuer bezahlt wird. Man soll sich eben weder seinen Körper noch seinen Geist peitschen lassen. Darum fort mit dem Alkohol aus jeder Werkstatt, von jedem Arbeitsplatze. Der Herr Einsender stagt nun, wer kann ein alkohol- freies Getränk nennen, das aus die Dauer nicht anwidert? Ich will ihm zunächst zwei nennen. Erstens den Kaffee. Aus der vorzüglichen Schrift von Dr. Alfred Grotjahn:„Alkohol und Arbeitsstätte", deren Studium ich recht eindringlich empfehle, will ich folgende Stelle er- wähnen:„Die Maschinenfabrik Briegleb, Hausen u. Co. in Gotha hat einen Kaffee- Ausschank, der unter Regie und Kontrolle der Arbeiterschaft selbst, die zu diesem Zwecke einen Aus- schuß von fünf Personen wählt, steht. Der Kaffee wird mittels eines von Dagand in Paris gelieferten Apparates her- gestellt. Bei durchschnittlich 250 Arbeitern stellte sich der Konsuln von 0,4 Liter haltenden Bechern schwarzen Kaffees zu 1 Pfennig auf 67 284 Becher im Jahre 1896.— Bor allen Dingen gehe man aber daran, Theeküchen einzurichten. Der Thee giebt ein an- genehmes, belebendes, ermunterndes Getränk, und gewährt durch den Zucker, den man demselben zusetzen kann, einen wirklichen Nährwert, den der Körper leicht und ohne jeden Schaden ausnutzen kann. Für heiße Tage oder dem Feuer ausgesetzte Arbeit empfiehlt sich als entschieden erfrischendes Getränk kalter Thee, in den man etwas Saft aus einer Citrone hineinpreßt. Ein solches Getränk kann sich der Arbeiter fürs erste, so lange es keine gemeinsamen Theeküchen in den Werkstätten giebt, zu Hause herstellen und in einer Kanne zur Arbeit mitnehmen. Dr. Grotjahn empfiehlt, einen Liter springend kochendes Wasser in ein erwärmtes Gefäß zu gieße«, in das man vorher einen stark gehäuften Theelöffel voll Thee geworfen hat, und zehn Mirniteii ziehen zu lassen, worauf man den Thee abgießt. Da man mit einem Pfund Thee weit reicht, ist der Thee ein sehr billiges Getränk. Endlich muß natürlich darauf gedrungen werden, daß die Gewerbcpolizci für ein- wandfreies Trinkwasser in jeder Arbeitsstätte sorgt, und wir Abstinenten wünschen sehnlichst, daß die Arbeiter in Abstinenz- organisationeu sich eine hygienische Organisation schaffen, um diese Maßnahme zu erreichen; dies wird aber umso eher gc- schehen, je energischer die Arbeiterschaft den Kampf gegen den Alkohol aufnehmen und je mehr in ihr die Ueberzeugung von der Wichtigkeit und Tragweite der Enthalffamkeitsbewegung Wurzel schlagen wird. Von andrer Seite wird uns noch geschrieben: Im Anschluß an die drei zeitgemäßen Einsendungen unter dieser Ueberschrift gestatten Sie wohl auch einen, alten Praktiker einige Worte. Das Durstlöschende im Bier und nan, entlich im Weißbier besteht in dem Kohlensäure- und Pflanzensäuregehalt desselben. Ihr Alkohol- und Hopfengehalt übt keinerlei dürft- löschende, sondern nur eine momentan aufregende, bald nachher aber erschlaffende Wirkung aus. Ein stark Kohlensäure und Pflanzensäure— Weinsäure oder Citronensäure— enthaltendes, daher noch besser als Bier durstlöschendes, dabei angenehm schmeckendes, gesundes und billigeres Getränk kann sich jeder selbst bereiten, wenn er eine gute halbe Messerspitze voll doppelt- kohlensaures Natton und eine ganze Messerspitze voll Weinsteinsäure oder Cittonensäure sich ziehe letztere vor) schnell durch Umrühren in einem Glase frische» Wassers auflöst. Man kaufe sich in einer guten Droguenhandlung V« Pfd. doppeltkohlensaures Natron und V« Pfd. pulverisierte Weinsteinsäure oder Citronensäure, wofür man in einem reellen Geschäfte 70 bis 80 Pf. bezahlt und womit man sich reichlich den ganzen Sommer über reichende erfrischende und ausgezeichnet durstlöschende Gettänke an der Arbeitsstätte und zu Hause zubereiten kann. Man hält sich dieselben am besten in zwei Holz- oder Papp- schachteln vorrättg, und es kann jeder die gehrauchten Mengen ganz nach seinem Geschmack und der herrschenden Temperatur wählen und ändern, bei großer Hitze nimmt man etwas mehr Säure, bei kühlerer Witterung etwas mehr Natron. Man wird es nick,: bereuen, wenn man einen Versuch damit macht. Zur Abwechslung kann man auch statt Citronensäure einmal etwa? Essig nehmen oder eine gute Scheibe von einer frischen Cittoue. Der käufliche Cittonen- fast ,st verhältnismäßig teuerer und nicht immer ohne Zusätze. Wer diese Brauselimonade lieber winkt, kann auch entsprechend Zucker zusetzen. Gutes frisches Trinkwasser ist aber jeder Arbeitgeber ver- pflichtet, seinen Arbeitern während der Arbeit leicht erreichbar zu machen; jedenfalls würde eine deshalb nötige Vorstellung beim Gewerbe-Jnspektor darin bald Abhilfe schaffen. Etos Industrie und Handel Russische Erntc-AuSsichten. Zu dem industriellen Notstande, den der ostasiattsche Krieg in Rußland hervorgerufen hat, dürste sich bald ein bedeutender Ernte-Ausfall, besonders in Weizen und Roggen, gesellen. Schon die Meldungen, die vor einigen Tagen das„Russische Handels-Telegraphen-Bureau" veröffentlichte, ließen erkennen, daß der Weizen und Roggen in Besjarabien wie in den Gouvernements Gerson, Pultawa und WitcbSk äußerst schlecht steht und auch in ver- schiedenen andren südlichen Gouvernements nur auf Mindcrcrträgc ge- rechnet werden darf. Nach den Meldungen südrussischer Blätter ist der Getteidestand jedoch noch weit ungünstiger als der offiziöse Bericht zugiebt. Auch in Charkow, Taurien und einem großen Teil der Krim droht eine Mißernte und zwar nicht nur in Brotgetteide, sondern auch in Futterfrüchten, so daß die südrussischen Bauern in Voraussicht des nahenden Mangels an Viehfutter bereits vielfach ihr Vieh zu verschleudern begonnen haben. Selbst die Meldungen aus dem mittleren und östlichen Sibirien, vornehinlich dem Trausbaikal- Gebiet, lauten recht pessimistisch. Zu der Heimsuchung des russischen Volkes durch den aus imperialiftiichen Gelüsten Heraufbeschworenen Krieg tritt die Gefahr einer Mißernte. Einen besseren Bundes- genossen könnten sich die Japaner in ihrem Kampf gegen den lhönernen russischen Koloß kaum wünschen. Uebrigens haben sich auch in Rumänien die Ernte-Aussichten bedeutend verschlechtert. Die Trockenheit hat die Ernte in einigen Distrikten vernichtet, in andren die zu erhoffenden Erträge sehr ver- mindert. Nur dem Mais hat die Witterung nichts anhaben können, so daß man von dieser Frucht noch eine mittlere Ernte erwarten darf. Die fruchtbarsten und ertragreichsten Gebiete des Landes in der Donauniederung, ferner zwischen Sereth unv Pruth, sowie in der Dobrudscha, haben am härtesten gelitten. Die Landwirtschaft des Staates hat sich auf ein sehr mittelmäßiges Jahr gefaßt zu machen, und der Handel wird schwer unter den ungünstigen Aus- sichten zu leiden haben. Ziussische Kriegsanleihe in Deutschland. Die„Köln. Ztg." be- streitet in einer anscheinend aus gewissen Berliner Finanzkreisen inspirierten Notiz, daß es die Aufgabe des bekanntlich zum deutschen Reichskanzler nach Norderney gereisten früheren russischen Finanz Ministers v. Witte sei, als einer der Gegenleistungen für die Zu- stimmung der russischen Regierung zu den Getreide-Miuimalzöllen des neuen deutschen Zolltarifs von der deutschen Regierung die Be- günstigung der Emission einer größeren russischen Kriegsanleihe in Deutschland zu verlangen. Herr v. Witte, meint das Blatt naiv, sei ja nicht mehr Finanzminister, sondern nur Präsident des russischen Ministerkomitces. Außerdem aber sei in Rußland zur Zeit ein„unmittelbarer" Geldbedarf nicht vorhanden. Zum Schluß giebt das Kölner Blatt jedoch selbst zu, es sei mit großer Wahrscheinlichkeit daraus zu rechnen, daß bis zum Herbst dieses Jahres eine russische Anleihemaßuahme am deutschen Markt zu stände kommen werde.„Darauf", heißt es,„deuten gewisse An- zeichen am Geldmarkt hin und auch die Goldsendungen aus Frank- reich dürsten damit in einem gewissen Zusammenhang stehen. In welcher Form diese Anleihe bewerkstelligt wird, ist noch ungewiß und hängt naturgemäß in erster Linie wohl von der allgemeinen Lage in Rußland ab. Sind die Aussichten auf Beendigung des Krieges günstiger, so dürfte eine feste Anleihe die für Rußland bequemste Art der Geldbeschaffung darstellen; ist aber die Kriegslage noch ungewiß, so wird Rußland vielleicht abermals zur Ausgabe von Schatzanweisungen schreiten, da auf diesem Wege einmal den Gläubigern größere Vergünstigungen zugestanden werden können und andrerseits durch die Ausgabe von Schatzanweisungen auch eine Beeinflussung des Preisstandes der alten Anleihen nicht zu gegenwärtigen ist. In dieser Hinsicht also werden die Ereignisse auf dem Kriegsschauplatz voraussichtlich bestimmend für die Art der Anleihe sein." Salzprcisc. Der„Verein der Neckar-Salinen" hat, wie der „Frankfurter Zeitung" gemeldet wird, für den Rhein-Main-Distrikt die Preise mit sofortiger Wirkung um 50 Pf. pro 100 Kilogramm erhöht. Da die Erhöhung im Einverständnis der deuffchen Salinen- Vereinigung erfolgt, dürsten die anderen Verbände für ihre Rayons die Preise in gleicher Weise regulieren, so daß die durch den Kampf mit dem in den Verband nunmehr aufgenommenen Beuther Werk geworfenen Preise wieder nach und nach auf den alten Stand gesetzt werden. Internationales Spicgelglassyndikat. Seit mehreren Wochen werden, wie wir kürzlich bereits berichteten, zwischen den Direktoren der bedeutendsten Spiegelglaswerke des europäischen Kontinents wegen der Bildung eines internationalen Glassyndikats VerHand lungen geführt. Jetzt wird gemeldet, die Verhandlungen seien bereits so weit vorgeschritten, daß in der Versammlung, die in 14 Tagen in Brüssel stattfinden soll, die Unterzeichnung der Statuten erfolgen dürfte. Die Eiscnkrise in den Vereinigten Staaten von Amerika greift weiter um sich. Nach der Meldung des Londoner Fachblattes „Jronmongcr" ist der Preis des Roheisens in letzter Woche nochmals um Y» Dollar pro Tonne gesunken. Alle Hochöfen in Tennessee sind jetzt ausgeblasen, ausgenommen zwei für basisches Eisen. Trotz der Produktionseinschränkung um 230000 Tonnen nahmen die Roh- eisenlager im Juni weiter um 84 000 Tonnen zu. Hus der Frauenbewegung. Verein für Frauen und Btädchey der Arbeiterklasir. Am Sonn- tag, den 24. Juli, findet ein Ausflug nach Schmargendorf, Restaurant „Sanssouci", statt. Wir bitten die Mitglieder, Freunde und Gönner des Vereins schon jetzt darauf hinzuweisen. Alles Nähere siehe in der Donnerstagsnummer. Desgleichen geben wir bekannt, daß während der Ferien Bei träge an nachfolgenden Stellen entgegengenommen werden: Fr. Franke, Moabit, GotzkowSkystr. 13. Fr. Kühnemann, Wöhlertstr. 21. Fr. Steinkopf, Schwedterstr. 34. Fr. Panzeram, Pappel-Allee 128. Fr. Reinke, Litauerstr. 15. Fr. Klotzsch, Koppenstr. 81. Fr. Schulz, Wrangelstr. 105. Der V o r st a n d. Der Verein für Frauen und Mädchen Schönebergs und Umgegend hielt am Montag, den 11. Juli, seine regelmäßige Mitglieder� Versammlung im Klubhause, Hauptstr. 5/6, ab, in welcher der Lager Verwalter R. Küter einen lehrreichen Vortrag über:„Die Frau im wirtschaftlichen Kampf" hielt, wofür demselben am Schlüsse reicher Beifall gespendet wurde. Es folgte alsdann eine rege Diskussion. Unter Vereinsangelegenheiten machte die Vorsitzende bekannt, daß am 13. August das vierte Stiftungsfest des Vereins im Lokale„Wilhelmshof", Ebersstr. 80/81, stattfindet. Herr Dr. Maurenbrccher wird die. Festrede halten. Da für Theater und sonstige Unterhaltung gesorgt ist, dürfte das Fest zu einem genuß- reichen Abend werden. Die nächste Vereinsveriammlung findet am Montag, den 8. August, statt, in welcher ebenfalls Herr Dr. Mauren- brecher einen Vortrag mit Recitation halten wird. Der Vor st and. Der BildnngSverein für Frauen und Mädchen zu Ober-Schöne- weide hält am Montag, den 18. Juli, abends 8>/z Uhr im Lokal von Schulte, Wilhelminenhofftr. 43, seine regelmäßige Mitglieder- Versammlung ab. Fräulein Ida Altmann hält einen Vortrag über:„HypnotismuS und Suggestion in physischer und moralischer Hinsicht". Der Vorstand bittet, daß die Mitglieder alle vollzählig erscheinen, da ein Besprechen des Vergnügens wegen notwendig ist. Gäste sind herzlich willkommen. Adlershof. Der Verein für Frauen und Mädchen hält am Montag, den 18. d. Mts., abends 8l/z Uhr, im Lokale von Wöllstein seine Generalversammlung" ab. Tagesordnung: 1. Vortrag des Ingenieurs Herrn P. M. Grempe über:„Die Beleuchtungs- und Heizungsfragen im Haushalte des Arbeiters". 2. Diskussion. 3. Bericht und Neuwahl des Borstandes und der Revisoren. 4. Anträge und Verschiedenes. Pünktliches und zahl- reiches Erscheinen der Mitglieder ist Pflicht. Der Vorstand. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter (E. H. Lg, Hamburg). Filiale Berlin 2. Montag, den 13. Juli, abends 8�, Uhr, bei Schulz, Admiralstr. 18o: Versammlung. Arbeiter- Samariterkolonue. Die nächste Uebungsstunde kann umständehalber erst Dienstagabend 3 Uhr in der Centrale, Drcsdenerstr. 45, stattfinden. Vortrag über Verbrennungen, Erfrierungen, Hitzschlag, Blitzschlag, Beschädigungen durch Elekwicität. Nachher praktische Ucbungen. Gäste will« kommen. Neue Teilnehmer können jederzeit eintreten. Einschreibegeld sowie Monatsbeilrag je 25 Pj. Bibliothek steht unentgeltlich zur Verfügung. Arbeiter Rummelsburgs Z Dienstag, den lv. Juli, im Restaurant „Bcllevue", Rummelsburg: Öcffcntlicher Vortrag über den Zweck deS Badens und Schwimmcns sür Arbeiterkreise. Gründung eines Schwimm- Vereins. Es ladet ergebcnst ein der Berliner Schwimmllub„Welle", Mitglied des Arbeiter-Schwimmbundes. Litterarirches. Müller, August, Arbeitersekretariate und Arbeiter- Versicherung in Deutschland, München, Verlag von G. Birk u. Co. 184 Seiten Oktav. Diese Schrift ist eine Doktor-Disfcrtation, die sich weit über ähnliche Schriften erhebt, zu deren Besprechung in der Regel kein Anlaß vorliegt. Ihr Verfasser ist den deutschen Parteigenossen wohl- bekannt, cr ist der frühere Gärtner, wurde Redakteur unsres Magde- burger Partciblattes, der in einem kaum jemals der Vergessenheit anheimfallenden Majestätsbcleidigungs-Prozesse verwickelt war. Später bezog er die Universität Zürich und hat mit der genannten Schrift, die seine wissenschaftliche Befähigung tüchtig ausweist, seine Universitätsstudicn beschlossen. Wir besitzen mehrere selbständige Schriften über die Arbeiter- sekretariate, so von Kaufmann. Morizet und Soudek. Unzweifelhaft überragt die Müllersche Arbeit alle ihre Vorgänger. Es ist ihm ge- lungen, ein enges, schon mehrfach wissenschaftlich bearbeitetes Gebiet unter neuen Gesichtspunkten zu behandeln, ein Werk zu schaffen, aus dem man sich auf das beste über die Arbeitersekretariatc und über ihre außerordentliche Nützlichkeit unterrichten kann. Er hat aber neben dieser Aufgabe eine andre überaus dankenswerte erfüllt, auf Grund der Erfahrungen der Arbeitersekretariate einen bedeutungs- vollen Kommentar zu der deutschen Arbeiterversicherungs-Gesetz- gebung gegeben. In dem ersten Teil, der Wesen und Bedeutung der Arbeiter- sekretariate behandelt, werden Entstehung der Arbeitersekretariatc, ihre Verfassung und Aufgaben, dann die Thätigkeit der Arbeiter- sckretäre, die Frage der Gebührenerhebung, ihre Jahresberichte und socialistischen Arbeiten kritisch erörtert, das Verhältnis der Behörden zu den Arbeitcrsckretariaten beleuchtet, das Cenralarbeitersekretariat besprochen. Abschließende Betrachtungen finden sich am Ende des ersten Teils. Zu dem Kapitel über die Entstehung der Arbeitersekretariatc haben wir kritisch zu bemerken, daß der Satz nicht gut aufrecht zu erhalten ist:„Es ist daher kein Zufall, daß die Arbeitersekretariatc in Teutschland entstanden und bisher auch auf dieses Land beschränkt blieben." Ter Verfasser führt selbst auf der gleichen Seite sechs Schweizer Orte mit Arbeitersekretariaten auf und weitere, in denen demnächst solche errichtet werden sollten. Er hat wohl nicht unrecht. wenn er das eidgenössische Arbeitersckretariat nicht als das Vorbild der deutschen Arbeitersekretariate gelten lassen will, wenn dessen Beamte auch im Nebenamte oft ähnliche Aufgaben zu erfüllen hatten. Aber es wäre wohl der Untersuchung wort gewesen, ob nicht das Börner Arbeitersekretariat in gewisser Hinsicht als Vorbild für deutsche ähnliche Einrichtungen gedient haben mag. Der Verfasser unterschätzt die Thätigkeit der Arbeitersekretariatc als Gewerkschafts- sekretariate, so gilt es vor allem für die Mustcreinrichtung in Deutschland, für das Nürnberger Arbeitersekrctariat, daß es alle Aufgaben eines Gewerkschaftssekretariates thatsächlich erfüllt und auch den Unternehmern gegenüber als solches wirkt. Wenn der Ver- fasser feststellt, daß die örtliche Thätigkeit der neuen Rentenstellen der Thätigkeit der Sekretariate auf dem Gebiete der Arbeitcrver- sicherungen noch keinen Abbruch gethan hat, so ist zu bemerken, daß diese Rentenstellen vorläufig nur als Gesetzes-Paragraphen zu existieren scheinen. Ter Referent wenigstens hat bisher von der Einrichtung dieser vom Grafen von Posadowsky erdachten Ein- richtungen zur Niederkonkurricrung der Arbeitersekretariatc noch nichts in Erfahrung bringen können. Sehr richtig sind die Vorschläge Müllers zur Verbesserung der inneren Statistik der Sekretariate, die dadurch herbeigeführt werden könnte, daß die einzelnen Bestimmungen der Arbeiterschutz- und Arbeiterversicherungs-Gesetze. die Anlaß zur Auskunftserteilung gc- geben haben, besonders in der Statistik erscheinen. Nicht sür alle Orte ist die Klage berechtigt, daß die Verbreitung der Jahresberichte zurückgeht. Erwägenswert sind seine Vorschläge über die gleich- zeitige Erörterung bestimmter Fragen in allen Jahresberichten der Sekretariate. Ebenso empfiehlt es sich, seine Ratschläge in Er- wägung zu ziehen, die statistische Wirksamkeit der Sekretariate aus ihrem regelmäßigen Thätigkeitsbereiche auszuscheiden, da diese In- stitute mit andern Aufgaben schon überlastet sind. Zur Charakterisierung des socialpolitischen Geistes unsrer Be- Hörden eignet sich in trefflicher Weise das Kapitel über Behörden und Arbeitersekretariatc. Aus den abschließenden Bemerkungen sei ein Satz wörtlich angeführt:„Für die politische Arbeiterbewegung sind die Arbeitersekretariatc aber auch noch von andrer Weise von Be- deutung: Sie bilden einen Uebergang zur Verwirklichung de- Erfurter Programms der deutschen Socialdemokratie: Unentgeltlich. keit der Rechtspflege und des Rcchtsbeistandes." Nicht vollständig zutreffend ist die Behauptung, daß die Arbeitersekretäre einer Konkurrenzprüfung unterworfen werden. Wohl wird von manche» Aufsichtsstellen der Sekretariate von den Bewerbern die Einsendung eines Aufsatzes über die Aufgaben der Sekretariate gefordert, aber dies scheint ungenügend, um die Eignung der künftigen Sekretär., festzustellen. In der Regel begnügt man sich mit der Kenntnis der Person und ihrer Leistungen oder mit Empfehlungen. Turchaus originell ist der zweite Teil des Buches: Die Ar beiterversicherungs-Gesetze im Spiegel der Sckretariatsbcrichte. Wc» sich ernstlich mit den Wirkungen der Kranken-, Uitfall- und Inda lidenversicherungs-Gesctzgcbung befassen will, wird diesem Teil de! Buches seine Aufmerksamkeit schenken. Eine ganze Reihe der Be. schwcrdcn der Arbeiter gegen die Handhabung der Gesetze werde». systematisch erörtert auf Grund der reichen Materialien in der. Berichten unsrer Arbeitersekretäre. Es würde den Raum einer Be- sprechung weit überschreiten, wollte man diesen Teil des Btlchcs in seinem Jirhalte den Lesern vorführen. Die Anregung des Ver« fassers, die Wirksamkeit der Sekretäre nach dem Muster des Münchener Instituts festzustellen, sei hier wiedergegeben: Es läßt sich in jedem Falle von dem Verletzten Vollmacht erteilen und erreicht damit, daß ihm sämtliche Aktenstücke zur Weiterbeförderung an die Mandanten übergeben werden. Es kann sich also über den Ausgang der Klagen orientieren. Würde dies von allen Sekretariaten ge- schehen, so könnte man feststellen, daß sie allein durch ihre Wirksam- keit auf dem Gebiete der Unfallversichcrungs-Gesetzgebung Hundert- tausende den Angehörigen der Arbeiterklasse zuführen und damit allein reichlich die aufgewandten Kosten ersetzen. Sehr beachtenswert sind die Betrachtungen des Verfassers über die Aerzte, sie sind von einer gewissen Aktualität in der Zeit der Kämpfe der Krankenkassen mit den Aerzten. Wenn wir auch an dem Buche einiges auszusetzen gehabt haben. so ist doch der Gesamteindruck ein vorzüglicher. Wir können das Werk jedermann empfehlen, der sich auf dem Gebiete der Gewerk- schaflsbcwegung, der Thätigkeit der Arbeitersekretariatc informieren »rill und vor allem jedem der theoretisch oder praktisch mit der Durch- führung.der Arbeiterversicherungs-Gesetzgebung zu thun hat. ad. br. <3 0 & o o H �on�deMBeMeaHlancestpas� Anzüge nach Mass A4 und SO Mark. 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