Nr. 168. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando; Bierteljährl. 8,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Post. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Norwärts Berliner Dolksblaff. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferusprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der Zusammenbruch der Anklage! Mittwoch, den 20. Juli 1904. = Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Der oben im worden, mit welchem auf Grund von Traktaten oder$ 103 Str.-G.-B. bedroht mit Gefängnis oder Festungshaft von einer hierüber beröffentlichter Gesege in dieser Be Woche bis zu 2 Jahren den, der sich gegen den Landesherrn eines ziehung die gehörige Gegenseitigkeit vereinbart nicht zum Deutschen Reich gehörenden Staats einer Beleidigung Die Verhandlung in Königsberg i. Pr. bietet außerordentliche ist, oder aber wider die souveräne Gewalt dieses Staates, so werden schuldig macht, sofern in diesem Staat dem Deutschen Reich die Die Verhandlung in Königsberg i. Pr. bietet außerordentliche die Schuldigen, insofern sie nicht zugleich noch ein Verbrechen begangen Gegenseitigkeit verbürgt ist". Das russische Strafgesetzbuch enthält Ueberraschungen über die Art der Vorbereitung der Anklage und die haben, das einer andren schwereren Bestrafung unterliegen müßte, feinen Paragraphen, der wörtliche Beleidigungen, die in Rußland offenbare Hinfälligkeit ihres Inhalts dar. Den Angeklagten werden verurteilt: zur Entziehung aller besonderen ihnen persönlich und dem von Russen gegen den deutschen Kaiser oder den preußischen die Druckschriften, für deren Inhalt und Verbreitung sie verantwort- Stande nach zugeeigneten Rechte und Vorzüge und zur Verweisung König begangen werden, mit Strafe bedroht. lich sein sollen, vorenthalten. Es werden belastende Stellen als an- nach Sibirien zum Aufenthalte oder zur Abgabe in die Korrektions- Art. 260 citierte Art. 241 bezieht sich, wie sein Wortlaut zeigt, lediglich gebliche Uebersetzungen aus diesen Schriften mitgeteilt- in Wahr- Arrestantenabteilungen nach dem im Artikel 31 dieses Gesetzbuchs auf körperliche Angriffe gegen den Baren. Die wörtlichen Beheit enthalten die Schriften das Gegenteil der sogenannten Ueber- festgesetzten vierten oder fünften Grade, fegung. Es wird für eine über 200 Schreibschriftseiten lange Anklageleidigungen werden durch Artikel 245 und 246 mit Strafe geahndet. schrift den Angeklagten nur eine Frist von fünf Tagen zur Verständigung Beide Artikel sind im Artikel 260 nicht angezogen, d. h. sie finden gelassen. Es wird der Termin zur Hauptverhandlung bereits in nur auf den Baren, nicht auf ausländische Kaiser oder Könige Anwendung. Diese Artikel 245 und 246 des russischen Strafgesetzbuchs Aussicht genommen, bevor der Anklagebeschluß ergangen ist. Dem Gericht figt ein Vorsitzender vor, der erst am 1. Juni nach Königsberg versetzt war: bordem war er Staatsanwalt in Erfurt. Als Referent fungiert ein Gerichts assessor. Das russische Strafgesetzbuch selbst liegt der der Anklage in einer unzutreffenden Uebersetzung vor. Der Staatsanwalt will gar auch noch ein neues russisches Strafgesetzbuch, das noch nicht erlassen ist, eventuell angewendet wissen usw. Jetzt hat sich ergeben, daß auch die elementarste Voraussetzung des gewaltig in Scene gefeßten Strafverfahrens vollständig fehlt. Die Staatsanwaltschaft hat Rußland zur Stellung des Strafantrages aufgefordert, ohne irgendwie zu prüfen, ob die deutsche Justiz überhaupt gesetzlich berechtigt ist, dem provozierten russischen Strafantrag Folge zu leisten. Der Vertreter des Reichskanzlers im Auswärtigen Amt mußte dem Gerichtshof auf die an das Auswärtige Amt gestellte Anfrage die erschütternde Antwort übermitteln, daß der Reichsregierung nichts bekannt ist von einem Staatsvertrag oder besondrem Gesey, worin die durch das deutsche Strafgesetzbuch erforderte Gegenseitig feit für Bergehen, wie sie in Frage stehen, in Rußland garantiert ist. Nun hat der Gerichtshof bei der deutschen Botschaft in Petersburg telegraphisch Auskunft erbeten, ob diese ein solches russisches Gesetz feststellen könne. Nachdem der Prozeß vor drei Viertel Jahren eingeleitet ist, wird jest die erste und oberste Bedingung der Möglichkeit zu strafrechtlicher Verfolgung untersucht. Die juristische Blamage der Anklagejustiz ist nicht geringer als die politische Blamage der Erbettelung des Strafantrages. verübt worden, so unterliegen die Schuldigen: ist jedoch ein derartiges Verbrechen unter erschwerenden Umständen der Entziehung aller Standesrechte und der Verweisung nach Sibirien zur Ansiedlung in weniger entfernten Orten." Von den im Artikel 260 des russischen Strafgesezes citierten Artikeln betrifft 253 den hier ausscheidenden Landesverrat. Die Artikel 241, 242, 243, 249 lauten wie folgt: " Artikel 241. Jeder böswillige Anschlag und jede verbrecherische Handlung wider das Leben, die Gesundheit oder die Ehre des Herrn und Kaisers und jegliches Vorhaben, ihn vom Thron zu stoßen, der Freiheit und souveränen Gewalt zu berauben oder aber die Nechte dieser zu beschränken, oder Seiner Geheiligten Person irgendwelchen 3wang anzuthun, unterwirft die dessen Schuldigen: der Entziehung aller Standesrechte und der Todesstrafe." lauten: ,, Art. 245. Diejenigen, welche überwiesen worden, geschriebene oder gedruckte Schriften oder Abbildungen in der Absicht verfaßt und verbreitet zu haben, Nichtachtung für die souveräne Gewalt oder aber die persönlichen Eigenschaften des Kaisers oder die Verwaltung seines Reiches zu erregen, werden- als Beleidiger der Majestät berurteilt: zur Entziehung aller Standesrechte und zur Verweisung zu schwerer Zwangsarbeit in Festungen auf eine Zeit von 10 bis zu 12 Jahren. Die Teilnehmer an der Abfassung oder an der böswilligen selben Strafe. Verbreitung solcher Schriften oder Abbildungen unterliegen derberurteilt: ,, Artikel 242. bezeichneten Gestalten wird nicht bloß in dem Falle als wirkliches Der böswillige Anschlag in jeder der oben Verbrechen betrachtet, wenn der Schuldige schon den Versuch der Ausführung feiner verbrecherischen Absichten gemacht, sondern auch dann, oder Abbildungen schuldig gemacht, die jedoch böswilliger VerDiejenigen, welche sich der Anfertigung derartiger Schriften wenn er durch den einem andern gemachten Vorschlag, an demselben breitung derselben nicht überwiesen worden, werden hierfür teilzunehmen oder durch Anzettelung einer dahinzielenden Ver- für einen verbrecherischen Vorsaz schwörung oder Verbindung oder durch Eintritt in eine solche Verbindung oder Verschwörung oder aber durch mündliches oder schriftfiches Aussprechen seiner Gedanken und Entwürfe hierüber oder auf eine andre Weise zu irgend einer dahinzielenden Vorbereitung geschritten ist." als zur Festungshaft auf eine Zeit von einem Jahr und vier Monate bis zu zwei Jahren und acht Monaten, mit Entziehung einiger besonderer Rechte und Bezüge in Grundlage des Artikels 50 dieses Gesetzbuchs. Diejenigen, welche derartige Schriften oder Abbildungen bei Artikel 243. Alle diejenigen, welche als Teilnehmer am Komplott sich gehabt, gleichfalls aber böswilliger Verbreitung derselben nicht ( Gehilfen), Begünstiger, Anstifter oder der Nichtverhinderung Schuldige überwiesen worden, werden, falls fie nicht beweisen können, daß sie an einem böswilligen Anschlage oder an einer berbrecherischen Hand- solche Schriften oder Abbildungen auf besondere Anordnung oder lung wider die Geheiligte Person des Herrn und Kaisers oder wider mit Genehmigung der zuständigen höheren Obrigkeit bei sich haben, die Rechte Seiner Selbstherrschenden Gewalt teilgenommen, ebenso verurteilt: Wir geben im folgenden gleichzeitig zum besseren Verständnis böswilligen Anschlag oder um die Uebelgesinnten wußten und im aber auch die Hehler der Schuldigen und diejenigen, welche um den des Prozesses, die in Betracht kommenden strafgeset- stande waren, darüber eine Anzeige zu machen, diese Pflicht aber lichen Bestimmungen des deutschen und russischen nicht erfüllten, werden verurteilt: zu derselben Strafe." Strafgesetzbuchs wieder. Und zwar folgen wir bei der AnArtikel 249. Für Hochverrat, das heißt für Aufstand wider den gabe der ruffischen Gesetze der wirklichen, von der Anklage ab- Kaiser und den Staat durch Zusammenrottung und Verschwörung, weichenden Uebersetzung. Diese Uebersetzung ist in Peters- ingleichen aber für das Vorhaben, die Regierung im ganzen Reiche burg in der zweiten Abteilung Seiner Kaiser- oder in einem gewissen Teile desselben umzustürzen oder aber die lichen Majestät Eigner Kanzlei" hergestellt und in Regierungsform oder die durch die Gesetze festgestellte Thronfolge der Buchdruckerei der zweiten Abteilung Seiner Ordnung zu ändern, und für das dahinzielende Anzetteln einer Kaiserlichen Majestät Eigner Kanzlei" gedruckt. Weshalb die Verschwörung, oder für die Teilnahme an einer für diesen Zwed Anklage und das Gericht bis zur Jntervention seitens der Verteidigung nicht diese amtliche, sondern eine falsche Uebersetzung benutte, mag der Lauf des eigenartigen, die Rechtszustände in Deutschland so traß beleuchtenden Prozesses vielleicht noch klarstellen. " * Die Angeklagten find angeklagt wegen verbotener Verbindung (§ 128 Str.-G.-B.), wegen Vorbereitung zum Hochverrat gegen Rußland(§ 102 Str.-G.-B.) und wegen Beleidigung des Baren(§ 103 Str.-G.-B.). Was besagen diese Paragraphen? zum Arrest auf eine Zeit von sieben Tagen bis zu drei Monaten, und können hierauf auf eine Zeit von einem Jahre bis zu drei Jahren unter polizeiliche Aufsicht gestellt werden." ,, Art. 246. Wer sich erdreistet, freche beleidigende Worte wider den Herrn und Kaiser, wenn auch nicht in Gegenwart desselben auszustoßen oder in einer Behörde oder an einem öffentlichen Orte ausgestellte Porträte, Statuen, Büsten oder sonstige Abbildungen desselben vorsätzlich beschädigt, verunstaltet oder vernichtet, wird für diese Beleidigung der Majestät verurteilt: zur Entziehung aller Standesrechte und zur Verweisung zu schwerer Zwangsarbeit in Fabriten auf eine Zeit von sechs bis zu acht Jahren. Falls der Schuldige sich solche freche Worte oder Handlungen in trumfenem Mute ohne Vorbedacht erlaubt, so wird er verurteilt: zur Einsperrung auf eine Zeit von vier bis zu acht Monaten." schon gebildeten Verschwörung, oder an den Handlungen derselben mut Kenntnis ihres Zwecks oder an dem Ansanunein, Aufbewahren oder Berteilen von Waffen und andern Vorbereitungen zum Aufruhr unterliegen alle sowohl Hauptschuldige als auch Teilnehmer am Komplott( Gehilfen), Anstifter, Begünstiger, der Nichtverhinderung Legt man die amtliche Uebersetzung des russischen StrafSchuldige und Hehler: der Entziehung aller Standesrechte und der gesetzbuchs zu Grunde, so fällt die Anklage in sich zusammen, Todesstrafe. selbst wenn alles, was russische und deutsche Polizei- und Postspizzel Diejenigen, welche um einen derartigen böswilligen Anschlag zusammengetragen haben, wahr wäre. Daran konnte auch eine amtund das Vorbereiten der Ausführung desselben wußten und im liche Auskunft des Justizministers, an den sich das Gericht hilfe§ 128 bedroht die Teilnahme an einer Verbindung, deren Dasein, stande waren, solches zur Kenntnis der Obrigkeit zu bringen, fuchend gewendet hat, nichts ändern. Der Minister konnte nur erBerfassung oder Zweck vor der Staatsregierung geheim gehalten werden dennoch aber diese Pflicht nicht erfüllten, werden verurteilt: zu der- lären, er kenne eine Vorschrift, auf der die Anklage hätte aufgebaut soll. Unter Staatsregierung ist die deutsche Regierung verstanden. selben Strafe." werden können, auch nicht. Das Gericht hat sich nun an die russische Dieser Paragraph trifft so wenig wie irgend ein andrer Straf- Demnach ist in dem russischen Gesetz Deutschland für die unter Regierung gewendet. Es hätte auch den Zaren als Zeugen laden paragraph auf die Versendung von Waren( Druckschriften) nach dem Anklage gestellten Thaten die Gegenseitigkeit nicht verbürgt. Der können: er hätte bestätigt, daß ein für ganz Rußland gültiges Inlande oder nach dem Auslande zu- und das ist ja nach den bis-§ 102 des deutschen Strafgesetzbuches bedroht Verbreitung von Gesez, das ähnlich antifurelle Vorschriften wie§§ 102 oder 108 des herigen Verhandlungen das Verbrechen, das den in Königsberg An- Schriften zur Ausführung eines Hochverratsunternehmens und deutschen Strafgesetzbuches vorschreibt, niemals publiciert ist. Denn geklagten zur Laft gelegt wird. andre ein hochverräterisches Unternehmen vorbereitende Handlungen: das ist die Wahrheit. Artikel 7. Die durch Wort oder Schrift oder aber durch irgend Konsuls erhalten hatten, zu kennen. Warum soll nicht auch die eine sonstige Handlung tund gegebene Absicht, ein Verbrechen Anklage Geseze kennen, die nie existiert haben? Es giebt Staaten, zu begehen, wird als Anzeichen des verbrecherischen Vor- in denen als das erste Erfordernis einer Anklageerhebung gilt, daß satzes angesehen. die den Angeklagten zur Last gelegte That mit Strafe bedroht sei. Artikel 8. Das Aufsuchen oder Anschaffen von Mitteln zu diesen Staaten rechnet sogar Deutschland. zur Begehung eines Verbrechens wird nur als Vorbereitung zu demselben angesehen. 1 Politische Ueberficht. Nach§ 102 des Strafgesetzbuch& wird Hochverrat, hoch- wegen solcher angeblichen Handlungen ist die Anklage erhoben. Die Den nicht russisch sprechenden Angeklagten wird zugemutet, berräterisches Unternehmen, Vorbereitung zum Hochverrat, öffentliche Artifel 241, 242, 243, 249 des russischen Strafgesetzes handeln den Inhalt russischer Schriften, die ihnen nie, auch nicht in Aufforderung zum Hochverratsunternehmen gegen einen nicht zum nicht von solchen Handlungen. Vielmehr bestimmen Artikel 7 der Voruntersuchung, zu Gesicht gekommen sind, zu kennen, ja sogar Deutschen Reich gehörigen Staat mit Strafe gegenüber einem und 8 des russischen Strafgesetzbuches allgemein: auch den Inhalt, den die Schriften nur durch Zusätze des russischen Deutschen bedroht, falls in dem andern Staate dem Deutschen Reich die Gegenseitigkeit berbürgt ist und die auswärtige Regierung Strafantrag Die in gestellt hat. Königsberg Angeklagten sollen von Schriften durch Verbreitung oder andre Darstellungen des Hochberrats zum Unternehmen gegen Rußland auf gefordert oder sonstige Hochverräterische Handlungen gegen Rußland begangen haben; das Strafmaß liegt zwischen einem Und speciell trifft Artikel 251, der in Artikel 260 nicht anMonat und drei Jahren Festungshaft. Nur um diese Delitte, nicht gezogen ist, für hochverräterische Vorbereitungen und Aufforderungen um die übrigen in§ 102 des Strafgesetzbuches gedachten Delifte mittels Druckschrift Strafvorschriften. Artikel 251 lautet:„ Die VerBerlin, den 19. Juli. handelt es sich: allein für diese ist die Straffammer zuständig. fasser und Verbreiter geschriebener oder gedruckter Proklamationen, Der Prozeß des Zaren. Ist in Rußland Gegenseitigteit verbürgt? Aufrufe, oder aber Schriften und Abbildungen, welche bezwecken, zu Königsberg, 19. Juli.( Privatdepesche des Vorwärts".) Eine Verbürgung der Gegenseitigkeit liegt bei der Anklage günstiger Aufstand oder offenbarem Ungehorsam wider die souveräne Gewalt Ein Prozeß, wie der Königsberger, ist sicher ohne Vorbild in Interpretation vor, wenn in dem Auslande, gegen das die Strafthat aufzureizen, werden verurteilt: zur Entziehung aller Standesrechte der ganzen Justizgeschichte der modernen Kulturstaaten, und wir verbegangen sein soll, zur Zeit der That ein Strafgesetz besteht, das und zur Verweisung zu schwerer Zwangsarbeit in Festungen auf muten, daß man feinerlei Neigung verspüren wird, ihn nachzuahmen. in ähnlicher Weise wie§ 102 Str.-G.-B. einen Deutschen einen eine Beit von 8 bis zu 10 Jahren. Derselben Strafe unterliegen Heute erfolgte der Zusammenbruch in so grotester Art, daß die Ausländer mit Strafe bedroht, der gegen Deutschland gerichtete diejenigen, welche der böswilligen Verbreitung solcher Schriften über- Empörung vor Gelächter nicht mehr aufzukommen vermochte. Das Hochverräterische Handlungen begeht. Ist dies hier der Fall? wiesen worden sind, und überhaupt alle, welche wissentlich an diesem Auswärtige Amt hat flipp und flar festgestellt, Verbrechen teilgenommen haben usw." Die Antlage hatte behauptet:§ 260 des russischen Strafgesetzbuches verbürge Gegenseitigkeit, und berief sich hierfür auf eine irrige Uebersetzung des§ 260.§ 260 lautet in der oben citierten amtlichen Ausgabe auf deutsch: Wenn eins von den oben in den Artikeln 241, 242, 248, 249 und 258 bezeichneten Verbrechen wider einen fremden Staat verübt Trifft§ 102 des deutschen Strafgesetzbuchs also auch dann nicht zu, wenn die in Königsberg Angeklagten der ihnen zur Last gelegten That schuldig wären, so steht es ähnlich mit der sogenannten Barenbeleidigung. daß weder ein Staatsvertrag besteht noch noch daß ein Gesetz ihm bekannt ist, das die im russischen und deutschen Strafgesetzbuch verlangte Gegenseitigkeit enthält. Nach den Bekundungen des Sachverständigen Professor b. Reußner war schon gestern tein Zweifel, daß die Antwort so lauten würde. Im„ Vorwärts" war ja auch schon gestern als sicher behauptet worden, daß das Auswärtige Amt = Mirbachiana. wäre. bie Frage verneinen würde. Dennoch, so wenig unerwartet die] Mit einem höchst eindrucksvollen Antrag endigte die heutige die Gemeinden zur Schaffung und Erhaltung von unparteichen Antwort war, wirkte sie, als sie nun eintrat, mit der ganzen Kraft Sigung. Wenn schon das Wort„ revolutionär", von Russen geschrieben, in Rechtsberatungsstellen anregen, bei denen die unbemittelten Beelementarer Ueberraschung. Die ganze Ungeheuerlichkeit des Ver- Deutschland strafbar sein soll, dann muß man auch ein Urteil bölferungsfreise umsonst oder gegen geringes Entgelt Rechtsaus fünfte fahrens tam erst jetzt zum vollen Bewußtsein. über den systematischen Terrorismus gewinnen, den das über Fragen der Arbeiterversicherung, des Arbeiterschutzes, des ArbeitsDie erste Vorfrage, bevor von der Staatsanwaltschaft etwas absolutistische Regiment selber ausübt. Die Ber- berhältnisses, ferner über Steuer-, Schul-, Militär-, Vormundschafts-, Unterstügungs- und Mietsangelegenheiten usw. erholen können. unternommen werden durfte, war natürlich die Prüfung, ob die teidigung beantragt die Ladung des Bürgermeisters von Sofia, des Thunlichst soll dabei für alle Gemeinden mit einer starken Arbeiternach deutschem Recht geforderte Gegenseitigkeit verbürgt sei. Viele ehemaligen Dragomans beim russischen Konsulat in Sofia und bevölkerung und in der Regel wenigstens für alle Großstädte Monate lang, unter direfter Oberleitung des preußischen Justiz- des Redakteurs der dortigen„ Abendpost". Sie sollen bezeugen, daß mit 100 000 oder mehr Einwohnern, in denen dem Bedürfnis nicht ministers, wurde das Belastungsmaterial zusammengeschleppt. das asiatische Departement der russischen Regierung im Auslande, bereits in ausreichender Weise genügt ist, die Errichtung einer beDeutsche Reichsangehörige wurden in Untersuchungshaft gesperrt, insbesondere in Bulgarien, Verschwörungen, Dynamitattentate, ſonderen nicht gewerbsmäßigen, allen Minderbemittelten ohne Rückdie bei dem einen bis zu diesem Augenblick noch fortdauert. Gegen Fürstenmorde und Zugentgleisungen terroristisch organisiert. ficht auf Konfession, Organisation oder politische Parteizugehörigkeit Braun war noch kurz vor dem Prozeß ein neuer Verhaftungsbefehl Dem Gericht war der Antrag zu schwierig. Es wird erst morgen leicht zugänglichen, mit dem erforderlichen Personale besetzten Rechtsaustunftsstelle angestrebt werden, die durch gleichmäßige Beerlassen worden, obwohl bereits im November vorigen Jahres für Beschluß fassen. teiligung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer an jeden normal Denkenden feststand, daß er überhaupt völlig der Aufsicht die erforderliche Gewähr für völlige Unparteiunbeteiligt war. Ein Riesenapparat von Zeugen wurde aufgeboten, eine gigantische Anklageschrift angefertigt, Berge von Papier ver- Weltruf genießenden Blumenzüchtereien, fißt die Firma Gebr. In Quedlinburg, der Blumenstadt, bekannt durch seine lichkeit bietet und in engere oder losere Verbindung zu den nicht gewerbsmäßigen allgemeinen Arbeitsnachweiſeſtellen zu bringen schrieben, Unsummen vergeudet. Und nach dem alles das ge- v. Dippe, welche die größte Samenkultur betreibt und deren Handel schehen, ergiebt sich, daß der von den Russen mit gefälschten so ziemlich in das ganze Ausland geht. Als Zweck dieser Einrichtung kommt für die Minister„ nebenbei" in Betracht, daß durch eine unparteiische zuverlässige Rechts, Citaten und gefälschten Strafgesetzbuchs- Paragraphen eingeleitete so ziemlich in das ganze Ausland geht. Etta im Jahre 1897 traten die damaligen beiden Firmen- beratung der Anstellung verfehlter Klagen mehr als bisher entgegenProzeß schon vor der Geburt tot war. Man hatte ein Rathaus ohne Fenster und Thüren gebaut. Es war unterlassen inhaber Karl und Frizz Dippe zuerst mit größeren gewirkt und die Thätigkeit namentlich auch der Gewerbegerichte die Deffentlichkeit. So ftifteten fie Stiftungen in bi für wesentlich erleichtert wird". worden, die formellen Vorbedingungen, die den Prozeß erst möglich ein Striegerdenkmal 25 000 Mart, ferner für den Deutschen Ein bißchen Parteilichkeit", wie sie ja jeder Anwalt für seinen machten, zu prüfen. Indem die preußische Regierung Striegerbund jährlich 6000 M. Alsdann erwiesen sich die beiden Klienten besigt, könnte wohl einer Anstalt, die die Rechtsinteressen in blinder Lust des Zarendienstes, von der russischen die Brüder Herrn v. Mirbach gefällig, indem sie für dessen Lieblings- schaden, und ein paar verfehlte Klagen" wären nicht so schlimm, der unbemittelten Bevölkerungsfreise" zu vertreten hat, gewiß nicht Stellung des Strafantrages erflehte, hat sie wert, die Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche, größere Aufwendungen wie die Errichtung behördlicher Stellen, die ihren Beruf am Ende den russischen Botschafter direkt zu rechtswidrigen Handlungen machten, so z. B. 25 000 M. zur Kanzel und 50 000 M. zur Orgel. gar darin erblickten, Unbemittelte von der Verfolgung irgendwie verleitet, um Staatsbürger des eignen Landes einferkern zu können. Der russische Botschafter durfte gar nicht den Straf Nicht lange nachdem die„ Quedlinburger Zeitung" die Nachricht über zweifelhafter Rechtsansprüche von vornherein abzuschrecken. diese Verdienste brachte, konnte dasselbe Blatt berichten, daß Herr antrag stellen. Aber man wird sich nicht wundern, daß nach Karl Dippe zum Kommerzienrat und Herr Frig Dippe Eisenbahnministers gegen die Beamten- Konsumvereine hat, so Budde als Konsumvereinstöter. Das neuerliche Vorgehen des folchen Proben deutscher Gefälligkeit Rußland sich vollkommen bezum Dekonomierat ernannt worden seien. Aber bald nach dieser meldet eine Korrespondenz, bereits dazu geführt, daß von einer für rechtigt glaubte, deutsche Schiffe in Beschlag zu nehmen. für die beiden Brüder Dippe gewiß unerwartet gekommenen Bot- Cassel geplanten großen„ Brotbäckerei" des dortigen EisenbahnJa, es wird wohl sogar der Meinung sein, damit dem Deutschen schaft wurde ihnen noch weit größere Freude zu teil, sie wurden beamtenvereins Abstand genommen wurde. Reiche eine Ehrung zu erweisen. Es müßte eigentlich erwarten, daß in den Adelstand erhoben und Frau Karl Dippe erhielt Deutschland selbst so liebenswürdig sein würde, bei Rußland anden Luisenorden, den fie fleißig auf ihren Wagens zuregen, es möge die Güte haben, sich deutscher Schiffe ganz nach fahrten spazieren führte. Allerdings find beide Brüder Belieben zu bemächtigen. v. Dippe auch Patrioten bis auf die Knochen gewesen, denn abgesehen von ihren Stiftungen für Kriegervereinszwecke, sollen sie ihrem Patriotismus um jene Zeit noch ein weit größeres Opfer für Flottenzwede gebracht haben. tommen. Der Minister hatte dem Verein ein Grundstück am Bahnhofe in Cassel gegen billigen Zins in Erbpacht abgetreten, damit dort eine allen technischen Anforderungen entsprechende Genossenschaftsbäckerei errichtet würde. Die Casseler Mittelstandsretter liefen Sturm und brachten den Fall auch in den Landtag, wo der Minister erklärte, daß in Caffel teures und mangelhaftes Brot erzeugt werde, woraus sich die Forderung der Beamten nach Selbsthilfe erfläre. Inzwischen aber hat sich der Minister von den städtischen Behörden Caffels zu der Ansicht befehren lassen, daß das Casselaner Brot billig und vorzüglich sei. Infolgedessen ist die Auflassung des erwähnten Grundstückes stillschweigend wieder zurückgezogen worden, gleichzeitig erfolgte der dieser Tage bekannt gewordene Erlaß. Eisenbahnbeamtenvereins soll ebenfalls auf Schwierigkeiten gleichartiges, für Magdeburg geplantes Bäderei- Unternehmen des bei der aufsichtführenden Behörde gestoßen sein. Militärdebatte in der bayrischen Kammer. Es war durchaus falsch und ungerecht, die Schuld an der Weltblamage dieses Prozesses etwa der allerdings märchenhaften Ungeschicklichkeit des Ersten Königsberger Staatsanwalts zur Last zu Tegen. Der Prozeß ist ein Unternehmen der preußisch- deutschen Zweifellos hatten es ja die Neugeadelten dazu, und nur der Regierung. Sie bricht moralisch in sich zusammen. Die Uleber- böseste Nörgler fönnte ihre Opfermütigkeit, welche nicht um Zehnschreitungen der preußischen Reaktion haben in diesem Verfahren tausende feilicht, in Vergleich stellen zu den Löhnen, welche die den Punkt erreicht, wo eine Steigerung nicht mehr möglich scheint, schwerreiche Firma ihren Arbeitern und Arbeiterinnen zahlt. Für wenn unser Vaterland nicht aus der Reihe der civilisierten Staaten eine Arbeitszeit von morgens 3 oder 4 Uhr bis abends um 6 und gestrichen werden muß, soweit seine offiziellen Gewalten in Betracht 8 1hr( im Sommer) erhalten die Gespannknechte dieser Millionen firma einen Wochenlohn von etwa 14 bis 15 Mark! Die Nach der telegraphischen Nachricht des Auswärtigen Amts in Arbeiterinnen werden mit einem Tagelohn von 1 Mark bis Berlin ist der Prozeß erledigt. Er muß zwar streng prozessual bis 1,50 Mart und die männlichen Arbeiter mit einem zum bitteren Ende jeder neue Tag eine neue Bloßstellung der solchen von 1,50 Mark( im Winter 1,40 Mark) bis höchstens Militäretats." Kriegsminister Frhr. v. Asch beantwortete mehrere München, 19. Juli. Die Sigung begann mit der Beratung des Ankläger durchgeführt werden. Aber es kann schon aus dem 2,50 M. bezahlt, und dies bei einer Arbeitszeit von mindestens elf Interpellationen betreffend das Auftreten des bayrischen Militärformalen Grunde der nicht verbürgten Gegenseitigkeit feine Ver- Stunden im Sommer. Die Gärtner erhalten einen Anfangslohn bevollmächtigten Generalmajors v. Endres im Reichstage. Abg. urteilung wegen Hochverrats und Barenbeleidigung erfolgen. Und von ganzen 45 Mark pro Monat, welcher von Jahr zu Jahr um v. Vollmar( Soc.) kam auf das Vorkommis im Reichstage da Königsberg nur nahe der russischen Grenze liegt, aber doch nicht 3 M. monatlich steigt. zurück, wo der General v. Endres einen Abgeordneten betreffs der in Rußland, so erscheint auch die übrig bleibende Anklage auf Ge- Die mehr als 2000 Arbeiter und Arbeiterinnen derer v. Dippe Vorbildung der bayrischen Offiziere rettifizierte. Jm weiteren Verlaufe leben durchweg in sehr dürftigen Verhältnissen, gleichwohl aber der Besprechung betonte der Seriegsminister, daß Bayern daran herrscht bei ihnen allen die rührendste„ Zufriedenheit", denn dafür festhalte, daß zum Uebertritt zum Offiziercorps das Abiturientensorgt wiederum die Firma- ganz in Uebereinstimmung mit Mirbach- des Abg. Segis( Soc.): Es bezweifle niemand, daß die Socialexamen eines Gymnasiums nötig sei, und auf Ausführungen schen Principien, daß nicht gewiffenlose Heßer und Auswiegler demokraten im Ernstfall als Soldaten ihre Schuldigkeit thun werden, ihre Leute unzufrieden machen. Den v. Dippeschen Leuten ist wenn sie aber socialdemokratische Politik treiben, so werden wir ihnen streng verboten, socialdemokratische Versammlungen zu be- entgegentreten. Auf einzelne Beanstandungen des liberalen Abfuchen oder gar das socialdemokratische Parteilokal in Quedlinburg geordneten Schmidt- Wunsiedel hob der Kriegsminister zu besuchen. Die Dippeschen Arbeiter werden in ihrer Zufriedenheit hervor: Bei der Beurteilung der Diensttauglichkeit müsse durch das schöne Bewußtsein bestärkt, daß sie in letzter Linie die ein strengerer Maßstab gelten, zumal für jeden Befreiten ein andrer kostspieligen und schönen Spenden der Firma für kriegerische eingezogen werde. wie für kirchliche Zwecke aufbringen dürfen! heimbündelei undenkbar. Indessen, der Erste Staatsanwalt sucht noch das papierne Bort Arthur seiner Anklage zu halten. Die heitere Anregung in dem Bescheide des Auswärtigen Amtes, in Rußland selbst nach dem in Berlin unbekannten GegenseitigteitsGesetz zu suchen, griff er begierig auf. Sollte sich nicht doch ins fensterlofe Haus Licht in Säcken aus Rußland- transportieren laffen? So beantragte er, bei der russischen Regierung anzufragen, ob das für die Königsberger Staatsanwaltschaft unbedingt not wendige Gesetz vorhanden sei! Die Rätselfrage Bei den Ausgaben für die Militärjuftiz tadelt Abgeordneter b. Vollmar( Soc.) die zunehmende Einschränkung der Seffentlichteit auch der bayerischen Kriegsgerichte; in Preußen soll ein Erlaß des Kaisers darüber vorliegen. Ist auch bei uns ein solcher Erlaß ergangen? Der Kriegsminister erwidert: Ein solcher Erlaß ist in Bayern nicht ergangen. Das Gericht beriet lange über den Antrag des Ersten Staatsanwalts, unschlüssig kehrte es in den Saal zurück, um sich von dem Sachverständigen Prof. v. Reußner belehren zu lassen, in welcher Weise und wo die russischen Geſetze veröffentlicht seien. Jetzt schien der„ Köllnischen Zeitung": wie man quittiert ohne zu der Prozeß in Heiterkeit bersten zu wollen. Rechtsanwalt empfangen und die darin eingeschlossene und ergänzende Frage, Heinemann regte an, dem erprobten russischen wie man empfängt ohne zu quittieren, hat jenseits des Rheins Bezugnehmend auf eine Petition bayrischer Gastwirte um AufGeneralkonsul in Königsberg aufzutragen, die hundert längst ihre Lösung gefunden. Wir wollen aber betonen, daß diese hebung der Saalsperre betont der Kriegsminister, eine generelle VerBände der umfassenden Gesezesiammlung durchzusehen, und Antiport außerhalb Paris keinen andern Wert als den der malerischen fügung ist hier nicht angezeigt, den Ortskommandanten steht die fügte auf die verzweiflungsvolle Frage des Vorsitzenden hinzu, Anschaulichkeit hat. Dort hatten die großen Eisenbahngesellschaften Entscheidung zu. Uebrigens erfolgen Saalverbote nicht ausschließlich einen besonderen„ Dienst der Presse" eingerichtet, welchem der wegen socialdemokratischer Versammlungen. daß ja der in dem Prozeß funktionierende Dolmetscher Professor Generalsekretär Carlier vorstand, dem also die Pflicht oblag, die Reihe Ausgabekapitel bewilligt worden war, wurde die weitere BeNachdem noch eine Dr. Rost die Uebersetzung besorgen könne. Niemand im Saal öffentliche Meinung bei guter Laume zu halten. Zu dieser ratung auf Mittwoch vertagt. blieb ernst, alles lachte laut und ausgelassen. Schließlich gab das Thätigkeit schrieb das Blatt„ Le Transport"( citiert im Gericht dem Wunsche des Staatsanwalts nach, aber es ist nun auch Matin", 23. Oftober 1902): Es find feine Checks, so mißtrauisch gegen russische Auskünfte geworden, daß es seinen Antrag erweiterte, und auch darüber Auskunft einforderte, wo das zu ermittelnde Gesez publiciert sei. Es soll auch schon vorgekommen sein, daß in Rußland gerade gebrauchte Gesetze nachträglich gefälscht wurden. " Freilich man foll nicht hochmütig auf Rußland herabsehen. Russischer fann in Väterchens" Reich faum ein Prozeß vorbereitet werden, wie dieser Hochberratsprozeß. Während der ganzen Zeit der Voruntersuchung hat sich die Verteidigung ebenso unablässig wie vergeblich bemüht, den objektiven Thatbestand festzustellen und zu ermitteln, was denn den einzelnen Angeklagten zur Last gelegt werde. Alle Bemühungen waren umsonst. Heut lernte man staunend die Ursachen kennen. Der Thatbestand ist überhaupt nicht mit Sicherheit festzustellen. Deshalb ist die Anflage auf den seit den Herenprozessen nicht mehr in solcher Volltommenheit erzielten dolus eventualissimus gekommen. Es sei ganz gleichgültig, welche Schriften von den einzelnen Angeklagten verbreitet oder bei ihnen vorgefunden seien. Jedes Mitglied der„ geheimen Verbindung" hafte ohne weiteres für jedes Blatt, das irgendwo gefunden sei. Es ist noch als seltene Milde zu begrüßen, daß fie nicht für die Verbreitung aller Schriften zur Verantwortung gezogen werden, die jemals auf Erden gedruckt worden sind. Das Belastungsmaterial befindet sich in dem Zustande einer Sortiments. Buchhandlung, die durch ein Erdbeben oder durch einen Rosateneinbruch durcheinander geraten ist. " welche der allmächtige Herr Carlier versendet, es sind einfache Quittungen, und damit fertig. Der Check ist der Enthüller unter den Zetteln, der Check muß, vor Zahlung, mit der Unterschrift dessen versehen werden, der den Genuß davon hat. Die Quittung ist einfältig und hinterläßt nicht die geringste Spur. Sie empfangen z. B. ein Stückchen Papier folgenden Inhalts: " Erhalten von Herren X. und Z., Bankiers, Rue Taitbout, die Summe von zwanzigtausend Franks, zu Lasten meines Contos. Carlier."" " Ein neuer Volksvertreter. Es wird gemeldet:" Auf Präsenim Landschaftsbezirk Littauen ist der Rittergutsbefizer v. Sanden tation des alten und des befestigten Grundbesizes auf Lareningten im Kreise Darlehmen durch Allerhöchsten Erlaß vom 30. Juni d. J. auf Lebenszeit in das Herrenhaus berufen worden, Königsberg i. Pr., der am 30. Juni 1903 infolge Uebereignung seines als Nachfolger des Oberlandesgerichts- Präsidenten v. Plehme in landtagsfähigen Besitztums an seinen Sohn aus dem Herrenhause ausgeschieden war. Klerikale Duldsamkeit. Zu dem Spitteler Friedhofs fall äußert sich nochmals unter Heranziehung unires Artikel in „ Sie erheben oder lassen erheben, ohne daß Sie irgend ettvas Nr. 160 die„ Central- Auskunftsstelle der katholischen Presse", ohne zu unterzeichnen haben, ohne daß überhaupt Ihr Name genannt wird. jedoch etwas Neues zu bringen. Die„ Central- Auskunftsstelle" treibt Und was die Art und Weise betrifft, wie man erhebt, so ist die Bolemit auf eigne Faust weiter, ohne den Pfarrer von Spittel sie ein reines Gedicht. Rue Taitbout im Hofe rechts. Im hinzuzuziehen, wie ja auch erst auf Veranlassung der Auskunftsstelle ersten Stock liest man auf einer Thür:„ X. u. Cie.". Ein kleiner der Pfarrer sich zu der Sache geäußert hat. Die neueste Aeußerung Schalter aus mattem Glase. Sie klopfen an, der Rahmen gleitet in der„ Central- Auskunftsstelle" ist zwar ziemlich lang, beschränkt sich feinen Schienen empor, eine Hand erscheint, empfängt Ihre Quittung, aber auf die kirchlichformale Seite der Sache. Von unsren und der verschwindet damit und kommt wieder mit einem Päckchen, welches andren Blätter Mitteilungen vermag sie nicht eine einzige anzufechten. Sie hurtig einstecken, während die matte Glasscheibe sich fenft. Nicht Wir können aber nicht zugeben, daß die Angelegenheit in der von allein laffen Sie keinerlei Spur Ihres Verweilens zurück, Sie selber der Central- Auskunftsstelle beliebten Weise verdreht und verschoben bewahren auch kein Dokument, welches dafür spricht, daß Sie Gelder wird und stellen daher fest, daß bisher niemand diese Thatsachen erschüttern konnte: Der durchaus achtbare, in seinem Beruf verempfangen haben." der Enquete- Kommiffion der Kammer mit reizender Offenherzigkeit gehörigen fich die denkbar größte Mühe gaben und seine Mutter sogar Im Jahre 1895 bereits hat denn auch Herr Carlier selbst vor unglückte Bergmann Weiland in Spittel wurde, trotzdem seine Anausgefagt, daß bei seiner Bank nichts zu finden sei eine Bittfahrt nach Meh zum Bischof Benzler machte, zuerst als fein eignes Conto. Niemand zeichnet dort Quittungen. im Friedhofswinkel begraben, nur weil er evangelisch getraut Ich versende folgenden Zettel: Empfangen von Herren Vernes die war und sein Kind hatte in der Konfession der Mutter taufen lassen. Summe von so und so viel. Gezeichnet: Carlier."" Es ist ein ein- Als dann der Lothringische Bezirkspräsident eine menschenwürdige facher Caffagutschein, für den die Herren Vernes keinerlei Erklärungen Bestattung des Weiland auf Grund des Vetorechts der reichsländischen Regierung( Artikel 17 des Defrets vom 23. Prärial XII) anverlangen." Herr Carlier hat also beständig quittiert, ohne zu empfangen, ordnete, ließ der ultramontane Bürgermeister von Spittel auf und man weiß, warum. wessen Betreiben, ist nicht in die Deffentlichkeit gekommen- ein Aber, wie gesagt, das war in Paris. Grab in den Weg oder an den Weg schaufeln, so daß es jeder als Reger" grab erkennen konnte. Es tam infolgedessen zu er regten Auftritten zwischen dem Pfarrer und dem Bürgermeister auf der einen und dem Polizeikommissar und der Gendarmerie auf der andern Seite, weil die ersteren ein ordnungsmäßiges Reihengrab verweigerten. Es mußte, um einen braven Mann vor der schmachbollen Beerdigung im Friedhofswinkel zu retten, die Regierung bis ans Ministerium in Bewegung gesetzt werden; es mußten drei Gräber gegraben werden, wovon zwei als unwürdig verworfen wurden; es mußte schließlich Polizei und Gendarmerie aufgeboten werden, die dann die Anordnungen zur würdigen Bestattung Weilands in den Reihen der gestorbenen Mitbürger seiner Sonfeffion gewaltsam durchführten. Entweder läßt sich die Zugehörigkeit der Schriften überhaupt nicht mehr bestimmen, oder es ist nicht zu ersehen, wie viele bei dem einen und dem andern der Angeklagten gefunden sind, oder die Angaben sind unzuverlässig. Wenigstens hat in einem Fall Warum Freiherr v. Mirbach quittiert hat, ohne zu empfangen, Rechtsanwalt Haase den kaum zu erschütternden Nachweis geführt, daß die Maiflugblätter von 1901 nicht, wie behauptet, bei klein beschlagnahmt sein können. das ist noch rätselhaft. Herr Carlier wußte recht gut, wo das Geld geblieben; Freiherr v. Mirbach hat erklärt, er habe nicht einmal eine Vermutung, wo die Summe von 325 000 M. geblieben ist, die Die Sortierung erforderte viel Zeit und stellte große Ansprüche er quittiert hat, ohne sie zu empfangen. an die Geduld. Der Betrieb wurde häufig durch lange Pausen voller Ratlosigkeit gestört. Die heute geprüften Schriften sind fast durchweg auch im Sinne der Auflage einwandfrei. Die Broschüren, * Deutfches Reich. " auf die der Staatsanwalt den größten Wert legt, sind nur in Vom socialen Königtum. Der preußische Landtag hat für das einzelnen Exemplaren vorgefunden, so daß grade fie nicht zur Taufende Etatsjahr einen Betrag von ganzen 30 000 Mark bewilligt, Massenberbreitung bestimmt find. Der Erste Staatsanwalt erregt aus dem„ neben Beihilfen zur Ausgestaltung der nicht gewerbs fich allerdings schon über jeden Say, in dem das Wort„ revolutionär" mäßigen Arbeitsvermittelung erforderlichenfalls auch Schwarze Schulfeinde. Der Stadtmagistrat Würzburg hatte vorkommt. Den Schluß eines Maiflugblattes: Hoch die inter- folche zur Errichtung und Unterhaltung von Rechtsberatungsbeschlossen, eine Hilfsschule für schwachbegabte Kinder zu errichten, nationale revolutionäre Socialdemokratie!" hielt er offenbar für Jetzt haben, so berichten die B. P. N.", der Minister des die von pädagogischer Seite als unbedingt notwendig bezeichnet einen Beweis, daß auch die socialdemokratische Arbeiterpartei Ruß- Innern und der für Handel und Gewerbe eine Verfügung an die worden war. Das Gemeindekollegium verweigerte aber die geringen lands terroristisch ist. Regierungspräsidenten erlassen. Die Regierungspräsidenten sollen Mittel hierzu, weil die Schule einen simultanen Charakter tragen inter- stellen gewährt werden sollen". = ben Namen Kugels trage, bei diesem gefunden sei. Die andern fönnten vielleicht auch von Klein stammen. Es folgt die Schrift ,, König Hunger", follte. Das war nicht anders möglich, weil nach den Erhebungen Schweden. des Magistrats 27 Kinder in Frage fämen, von denen fünf Russische Polizeispionage. Social Demokraten teilte am protestantischer Konfession sind. Die ultramontane Fraktion, Sonnabend folgendes Ereignis mit, das, wie unser Stockholmer deren Wortführer der Reichstags Abgeordnete Dr. Thaler Bruderorgan bemerkt, in hochpolitischen Kreisen das allergrößte ivar, fürchtete, daß das Seelenheil der schwachbegabten Aufsehen erwecken dürfte". Vor einiger Zeit kamen nämlich bei bei klein gefunden. Sie trägt das Motto:" Im Kampfe sollst du katholischen Kinder durch die wenigen protestantischen Schicksals- Stockholms Gasanstalt einige Prahme mit Teertonnen beladen an. dein Recht finden" und ist als Nr. 1 der„ Bibliothek für Volksgenossen Schaden erleiden könne, und brachte deshalb die Sache zu Die Tonnen sollten von dort weiterbefördert werden, direkt nach fachen" von den Socialrevolutionären herausgegeben. Die Kapitel Fall. Herr Thaler meinte, sein Herrgott habe ihn gelehrt, daß nur Petersburg mit einem Dampfer. Unterwegs wurden nun auf diesen dieser Schrift: Arbeiterschaft, Arbeitsteilung, Tauſchware, Warenwert, auf konfessionellem Boden Schule gehalten werden könne, deshalb Tonnen von irgend jemandem Inschriften angebracht wie:„ Nieder Geld zc. zeigen schon, daß es sich um ein nationalökonomisches Werk verbiete es ihm sein Gewissen als Christ und guter Bayer, für eine mit Rußland!"" Hoch Japan!"" Tod dem Bobrikow!" und der handelt. Zu allgemeinem Erstaunen findet sich nur noch ein Eremsolche Schule zu stimmen. Jammervoll war das Verhalten der gleichen mehr. Davon erhielt die Polizei in Petersburg Kenntnis plar vor. Auf die Prüfung wird verzichtet, da für das Delikt der Liberalen. Der größte Teil war zu dieſer wichtigen Sache über- und sie veranlaßte sofort telegraphisch, daß in Stockholm eine Unter- Verbreitung das eine Exemplar nicht in Betracht kommt. haupt nicht erschienen und von den anwesenden Liberalen stimmten suchung nach dem Urheber der Inschriften vorgenommen wurde. Es folgt eine Schrift Der Spion", in vier Exemplaren befogar noch einige gegen die Schule! 24 Eremplare Auf dem Gaswerk fand sich ein Herr vom russischen Konsulat ein schlagnahmt; bei wem, ist nicht zu ermitteln. und auch in dessen Umgegend wurden russische Polizeispione gesehen. der Schrift„ Grausamkeiten gegen politische Verbrecher in Sibirien" Bis jetzt hat man offenbar feine Spur von dem Thäter entdeckt. sind bei Kugel gefunden, ebenfalls bei diesem sind in sehr großer Zahl Exemplare der kleinen Broschüre„ Die Arbeiterfrau" gefunden. So geht die Prüfung fort. Agrarische Germanisationspolitik. " gar Rußland. solche Juden, die nach dem 20. Juli in den Dörfern des genannten Rayons erscheinen. Türkei. Königsberger Arbeiters", " Es wird Eine die Sache schnupft geworden und fragte als humorvoller Jüte den Beamten, Geheimbunds- und Hochverrats- Prozeß. fluffes mitreißen zur Sache der Freiheit und zum Haß gegen die ob er nicht auch am untern Ende des Rückens nachsehen wolle. Es schien, meint der dänische Briefschreiber, daß der Deutsche diese Bemerkung verstand, denn die beiden schieden nicht als die besten Freunde." Jedenfalls ist diese ebenso kleinliche wie gehässige Maßregel ein praktisches Erempel auf jene internationale Solidarität, die vor wenigen Wochen in Curhaven gefeiert wurde. Gefängnisarbeit. Wie die Köln. 3tg." mitteilt, hat der Minister des Innern, nachdem berechtigte Klage darüber geführt worden fei, daß in Strafanstalten, Gefängnissen und Erziehungsanstalten durch dort Internierte dem freien Korb= machergewerbe ein erheblicher Wettbewerb durch Korbmacher= Königsberg, 19. Juli. Siebenter Verhandlungstag. Nach Eröffnung der Sizung überreicht Erster Staatsanwalt Dr. Schüße einen Brief des Oberstaatsanwalts Dröscher, der mitteilt, daß ihn die Ladung erst jetzt erreicht hätte. Da bereits auf die Vernehmung dieses Zeugen verzichtet ist, wird der Brief durch Kenntnisnahme erledigt. Sachverständiger Professor No st hält gegenüber der neulichen Aufstellung des Rechtsanwalts Liebknecht seine Gruppierung Kiel, 17. Juli. Der Köller- Kurs, der auch nach Köller in Nordschleswig fröhlich weiter gedeiht, hat eine neue Nuance ge= zeitigt: die Die Titel der nächsten Broschüren sind: Politik und Offiziere" Germanisation vermittelst der agrarischen Petersburg, 19. Juli. Die Gesetzsammlung veröffentlicht Hungerpeitsche. Am 1. Juli d. J. ist nämlich auch der folgende Abänderungen der Bestimmungen über die Juden: In den und die Maitage in Charkow". Wo diese Broschüren beschlagsogenannte engere Grenzverkehr mit Dänemart gesperrt worden. westlichen Grenz- Gouvernements und in Bessarabien unterliegen die nahmt sind, ist nicht festzustellen, doch läßt der Vorsitzende hinzusetzen„ Memeler Kiste", weil entweder Klein, Treptau Bisher war es auch an der dänischen Grenze gestattet, kleinere Juden in dem Rayon von 50 Werft von der Grenze allen Gesezen Bei der Broschüre Quantitäten von Fleisch, Speck, Margarine, Mehl und ähnlichen über den Aufenthalt der Juden in der Ansässigkeitszone. Die Be- der Kugel Besitzer der Broschüren war. Konſumartikeln zollfrei einzuführen. Dieser engere Grenzverkehr" Stimmung, die den Juden von 50 Werft von der Grenze in dem" Grausamkeiten gegen politische Verbrecher" kann zunächst nicht festwar von größter Bedeutung für die minderbemittelte Bevölkerung Rayon verbietet, sich außerhalb der Städte und Flecken festzusetzen gestellt werden, welcher Richtung der Verlag Libre parole" an gehört. Zeuge Buchholz belehrt den Sachverständigen, daß der Grenzorte, die so ihren notwendigsten täglichen Konsum durch und aus einem Dorfe ins andre überzusiedeln, bezieht sich nur auf dies der Einkauf von dänischen Waren um ein Drittel oder Berlag der Genfer Anhänger Tolstois um die Hälfte billiger gestalten konnte. Die Leute schickten in der Regel ihre Kinder nach beendigtem Schuluntersei. Ebenso macht er darauf aufmerksam, daß die Liga der russischen revolutionären Socialdemokratie nicht etwa mit der heutigen Partei richt über die Grenze und ließen die Waren in den Hökereien, Konstantinopel, 18. Juli.( Meldung des Wiener f. t. Telegr. ber revolutionären Socialisten zusammenfalle, sondern die mehr auf die sich eigens zu diesem Zwecke in der Nähe der Grenze nieder- Korresp.- Bureaus.) Die Demobilisierung der Redif- Bataillone gelassen hatten, entnehmen. Schon vor Jahresfrist verlautete, daß macht Fortschritte. Aus dem Sandschak Prizrend, wo nur 5 Nizam- russischen Socialdemokratie vor ihrer Vereinigung mit der vorwiegend den politischen Kampf gerichtete Gruppe Plechanoff- Arelrod der die Einfuhr von Fleisch- und Fettwaren gänzlich verboten werden Bataillone verblieben, sind bereits alle Redif- Bataillone abgegangen. gewerkschaftlichen auf dem zweiten Parteitage bezeichne.- Gine sollte. Unmittelbar vor dem Inkrafttreten der absoluten Sperre Die Konsuln der Entente- Mächte halten die Zahl der Nizam- Broschüre:„ Aus dem Soldatenleben. Märchen und fam jedoch der Bescheid, daß die drakonische Maßregel noch um ein Bataillone angesichts der jüngst wieder gestiegenen Erregung der Wahrheit", ist bei Kögst gefunden worden, insgesamt Jahr vertagt sei. Auch dieses Jahr hoffte man zubersichtlich, daß Albanesen zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung für unwieder ein Aufschub gewährt werden würde, zumal auch deutsch- genügend. 13 Bataillone werden als unentbehrlich angesehen. russischen Regiment alles betrunken sei, der Hauptmann den 69 Exemplare. Die ganze Broschüre schildert, wie jezt im patriotische Kreise in Nordschleswig dahin zielende Anträge bei der Die aus Saloniki stammende Meldung, daß alle flawes des Wachtmeister, dieser den Unteroffizier und der Unteroffizier den Regierung gestellt hatten. Diese Hoffnung ist nun zu schanden ge- 3. Corpsbereichs einberufen werden, ist falsch. Vorläufig wurden Soldaten prügle. Der Verfasser malt dann als Zukunftsbild aus, worden und die Entrüstung ist nicht nur bei der dänisch gesinnten nur 16 Bataillone Redifs 2. Klasse( früher flawe) und zwar je wie ein gegen streifende Arbeiter geschicktes Bataillon Haufenweise Bevölkerung, sondern auch unter der" patriotischen" Beamtenschaft im 4 in den Wilajets Monastir und Uesküb, sowie in den Sandschaks Grenzgebiete groß. Die deutschen Zollbeamten, die als Konsumenten Saloniki und Seres angeblich nur zu einer vierwöchigen Waffen- zum Volke übergeht und mit ihm in den Ruf einstimmt:„ Nieder selbst von den kleinlichen Maßregeln hart betroffen werden, be- übung einberufen. Eine längere Beibehaltung unter den Waffen und mit der Selbstherrschaft, es lebe die politische Freiheit!" haupten, daß das Verbot für keine andre Grenze des Reiches als Ginberufung weiterer Bataillone ist vorauszusehen, falls der an die weitere Broschüre" In der Kaserne, Beobachtungen eines schließt folgendermaßen: für die gegen Dänemark gelte. Man kann", so wird der„ Schlesw.- Provinzialbehörden ergangene Befehl, die Entlassung aller 95 mobilen Holft. Volkszeitung" aus Kolding geschrieben, hier in" Dänemark Redif- Bataillone des Salonifier und Adrianopeler Corpsbereichs vor- einer langen und systematischen Propaganda in der Armee selbst und noch mehr inmitten der arbeitenden Klaffen sein, gar nicht verstehen, welchen Vorteil sich das große Deutsche Reich zubereiten, ausgeführt wird. von einem solchen Verbote verspricht. Es scheint, daß man den Jeder Schritt aus diesem Die nach Guemendsche als Stellvertreter der Civilagenten ent- aus der sich die Armee rekrutiert. " Agrarierschutz" mit der Germanisationspolitik tombinieren will. sandten Rappaport und Betrojeff stellten fest, daß das von der Bande Wege vorwärts wird seine Reflere in der Kaserne haben, bis die Das deutsche Grenzzollwesen ist in letzter Zeit überhaupt äußerst besetzte Haus von den Truppen angezündet wurde und dadurch Armee Hand in Hand mit dem sich erhebenden Wolk die Ketten der diensteifrig etwas zu ſehr, meinen die Grenzbauern gehand- 34 Häuser verbrannten, sowie daß hierbei thatsächlich Ausschreitungen jahrhundertelangen Sklaverei abschütteln und das Volk von dem habt worden. Die Torffuhren müssen halten, während die Last stattfanden. Die Bevölkerung wurde durch die Untersuchung, welche chimpflichen Joche des Absolutismus befreien wird."- Zur Erdurchsucht wird, oder die Beamten begleiten sie bis zum Hause, um von den Behörden nicht gehindert wurde, sehr beruhigt. Für die flärung dieses Citats weist Verteidiger Liebknecht auf zwei andre zu sehen, ob im Torf nichts versteckt war. Jüngst wurde ein Bauer Betroffenen dürfte eine Hilfsaktion von der Pforte angesprochen Stellen hin. Die eine lautet:" Ich will nichts gegen die aus Bastrup, der einen Körperfehler, einen sogenannten Buckel werden. Strenge der Disciplin sagen, weil ohne diese die Armee hatte, von einem Zollbeamten, der ihn nicht kannte, aufs Korn geüberhaupt unmöglich ist. Aber ist die Armee überhaupt nötig?" nommen. Der Beamte wurde recht kleinlaut, als er den Mann mit Daran schließ sich eine längere Empfehlung des Milizsystems. dem Buckel körperlich visitiert hatte. Nun war dieser etwas verAn einer andern Stelle heißt es:" Im Felde ist die Armee Man muß sie durch die Macht des moralischen EinUnterdrückung. Es ist ein großer Fehler der Demonstranten, das Heer beim Erscheinen mit Steinen und Verachtungsrufen zu empfangen. Die Abwehr von Angriffen ist ja notwendig, aber man darf nicht selbst zum Angriff übergehen." Dann heißt es weiter: Die Armee raubt dreifach das Volk aus", und auf diese Darlegung folgt dann der von der Staatsanwaltschaft citierte Schluß. In Zusammenhang damit steht eine andre Broschüre, die beim Befizer Millart gefunden wurde. Sie ist von der socialistisch- revolutionären Partei herausgegeben und beginnt mit dem Hinweis auf die Art der Verwendung gegen den„ inneren Feind", gegen verarmte Bauern, protestierende Studenten, Seftierer, sowie gegen streikende Arbeiter aufrecht. Das Große Banner" stehe rein auf dem Standpunkt allüberall. Viel Blut sei geflossen, aber jetzt sei es Zeit, die Waffen arbeiten gemacht würde, bestimmt, daß in den genannten Anstalten der socialdemokratischen Arbeiterpartei und charakterisiere diese gegen die Bedrücker zu richten." Gegen die Kommandeure der neue Verträge über Korbmacherarbeit nicht mehr abge- Richtung genau. Nadeschdin andrerseits stehe im wesentlichen auf Soldaten, die befehlen, auf das Volk zu schießen, richtet Gure fchloffen und die alten nicht erneuert werden. Auf Auflösung der dem Standpunkt der Socialdemokratie. Er gehöre nur insofern zu Bajonette und Kugeln; nicht gegen Eure Väter und Brüder, sondern abgeschlossenen längeren Verträge sei nach Möglichkeit Bedacht zu den Socialrevolutionären, als er den Terror unter gewissen Um- gegen Eure Unterdrücker, vereinigt Eure Waffen mit denen der nehmen. Wo eine Kündigung vor Ablauf des Vertrages vorgesehen ständen anerkennt. ist, soll sie binnen längstens drei Jahren vorgenommen werden. Bert. Liebknecht: Die„ Rote Fahne" wurde Bauern und Arbeiter. Das Blut, das fließen wird, fällt auf die von einer Gruppe herausgegeben, die längst nicht mehr besteht. Feinde der Arbeitersache zurück. Laut ruft die Erregung von allen Von der schlesisch russischen Grenze wird uns gemeldet, daß Selbst wenn dieses Organ hier und da den Standpunkt der Social Seiten, in Städten und Dörfern erdröhnen Schläge, Unheil und russischerseits im Grenzverkehr eine Erleichterung ge- demokratie vertritt, fann es zur Charakterisierung dieser Partei nicht Verderben verkündend den Volksfeinden." Es wird dann weiter schaffen ist. Die Inhaber von Halbpässen wurden bisher beim Ab- dienen. Nadeschdin schließlich stand, wie schon wiederholt betont wurde, dargelegt, daß der Treueid nicht binde; er sei doppeldeutig: dem lauf der Gültigkeit derselben in Rußland schweren Belästigungen außerhalb jedes größeren Parteiverbandes. Der Bar sei aber ein Feind des Zeuge Buchholz: Baren und dem Vaterlande. ausgesetzt, gewöhnlich gewöhnlich verhaftet und Verbrechern gleich be- Bezüglich der„ Roten Fahne" irrt der Rechtsanwalt. Sie wurde, wie Vaterlandes, zudem hätten die Zaren oft selbst den Eid gebrochen. handelt, oft nach dem Innern des russischen Reiches die stra", von der ausländischen Parteivertretung der russischen Biele seien dadurch auf den Thron gekommen, daß sie ihren Vortransportiert und erst nach Zahlung einer erheblichen Geld- Socialdemokratie herausgegeben, denn die Partei war damals ge- gängern die Treue brachen und sie ermorden ließen. Bar" sei auch summe über die Grenze geschafft. Ein neuer Erlaß der russischen spalten; die eine Richtung gab die„ Rote Fahne", die andre die Iskra" nur ein Wort. Es habe vernünftige und dumme, gute und Grenzbehörde läßt nunmehr auch abgelaufenen Halbpäffen ihre Heraus. Hingegen kann den Aeußerungen Nadeschdins feinerlei Wert rohe Baren gegeben, den grausamen Johann, den wahnsinnigen Baul Gültigkeit und befreit die Inhaber derselben von dem bisherigen zugeschrieben werden. Man kann nicht sagen, er gehöre zur und Alexander I., der den Soldaten das Leben schwerer gemacht barbarischen Verfahren. Der Grenzverkehr erfährt dadurch eine focialrevolutionären Partei, eher umgefehrt. Ursprünglich habe als im Buchthause. Zum Schluffe werden die Soldaten daran gab es in Rußland nur eine revolutionär- terroristische Richtung. erinnert, daß sie ihrer Klassenlage nach auf die Seite des Volkes Russische Post. Nach einer Bekanntmachung der russischen Posts Aus ihr hat sich, wie Sie aus den älteren Schriften ersehen können, gehören und daß die Regierung nur auf sie sich stütze. verwaltung sollen aus dem Auslande kommende verschlossene Briefe allmählich die socialdemokratische Partei entwickelt. Denselben Weg Bert. Liebknecht macht darauf aufmerksam, daß auch in dieser mit inliegenden Druckschriften russischer ist auch Nadeschdin gegangen, weim er auch nicht völlig Socials Schrift dargelegt werde, wie allmählich der Zarismus verängstigt Sprache fünftig nicht mehr ausgeliefert, sondern zurückgewiesen demokrat geworden ist. Staatsanwaltschaferat Dr. Caspar: und ganz langsam desorganisiert werden würde. Dieser Nadeschdinschen Richtung sind auch die Schriften aus Eine ähnliche Broschüre Offiziere und Politik" von Serebritoff Was verschlossene Briefe enthalten, weiß die russische Behörde dem" Swoboda"-Verlag zuzuzählen. Vert. Liebknecht: Aber ist gleichfalls nur in etwa sechs Exemplaren aufgefunden worden. natürlich ohne sie zu öffnen! die„ Rote Fahne" erschien zu der Zeit, wo die socialdemokratische Der Sachverständige Prof. No st geht dann über zu der bereits Arbeiterpartei noch nicht die jetzige Organisation hatte. Zeuge erwähnten Schrift Der Spion". Sie enthalte eine Schilderung, Die National- Zeitung" teilt mit, daß die Nachricht, sie sei von Buchholz: Ihr jetziges Programm und ihre Organisation hat die auch auf deutsche Verhältnisse zutreffen könnte. Ein Arbeiter Scherl verspeist, nicht richtig ist. die russische Partei allerdings erst auf ihrem zweiten Parteitage wird durch die Ungunst der Verhältnisse allmählich dazu geführt, erhalten. als Spizel der Polizei anzugeben, was er unter seinen Arbeitskollegen Es soll nun ermittelt werden, welche Schriften bei den jeßigen gehört hat. Schließlich wird der Spitzel in einer finsteren Nacht erAngeklagten gefunden worden sind. Sachverständiger Professor mordet. Rost: Die Schriften find Eine Flugschrift der" Swoboda"-Gruppe: Aus dem Land von heute", ist in 153 Exemplaren bei Klein gefunden worden. Sie schildert, wie ein Mädchen im Gefängnis von einem hohen Beamten Nach einer in der letzten Nummer des amtlichen Kolonialblattes wie fie angekommen sind, sondern wie sie nach der Uebersetzung von vergewaltigt und dann von dem Gefängnistosaken gemißbraucht veröffentlichten Uebersicht sind nach Südwestafrika bis zum 7. Juni mir zurückgegeben sind. Vors.: Demnach ist es nicht möglich. worden ist und sich schließlich selbst in der Verzweiflung getötet hat. entsandt worden 211 Offiziere, 51 Sanitätsoffiziere, 64 Militär- die auf die Angeklagten entfallenden Schriften sofort besonders Bei der eingeleiteten Untersuchung sei der Beamte mit beamte, 4965 Unteroffiziere und Mannschaften, 32 Feldgeschüße, hier aufzubauen. Vert. Liebknecht: Aber einmal wird feßung bestraft worden. In einem andern Falle hat die Libauer 12 Munitionswagen, 6 Maschinengewehre, 3320 Pferde aus Ost- das doch geschehen müssen! Polizei die Teilnehmerin an einer Arbeiterversammlung einfach mit preußen, Bosen und Schlesien. Ferner wurden eingeführt aus der Mertins gefunden ist. Ihr Inhalt besteht aus mehreren Tausend gesteckt. Die Flugschrift schließt. Die Kronen find uns verhaßt, die Zunächst wird die Kiste ausgepackt, deren Inhalt durchweg bei der gelben Kontrollmarke versehen, d. H. unter die Prostituierten Kapkolonie 1310 Pferde und 420 Maultiere, aus Argentinien Exemplaren verschiedener Nummern der„ Jskra", ferner aus ein- Märtyrer des Volts ehren wir! Die mit dem Blute des Volks be547 Pferde und 25 Maultiere. Von der Schutztruppe für Kamerun zelnen Broschüren, durchweg in russischer Sprache:" Der Arbeiter fleckten Throne werden wir mit dem Blut unsrer Feinde purpurn wurden nach Südwestafrika abgegeben 4 Unteroffiziere, 1 Sanitäts- in der revolutionären Bewegung" von Plechanoff, das Arbeiter- färben! Schonungslose Rache allen Feinden, allen Parasiten des Unteroffizier, 2 Feldgeschütze, 1 Maschinengewehr. Ferner wurden Programm" von Lassalle," Revolution und Konterrevolution" von Wolfes, Rache und Tod allen Königen und Kapitalisten! Nahe ist die nach Südwestafrika entsandt 6 Feldgeschütze, 1 Maschinentanone, Mary, Wovon ein jeder lebt" von Dickstein, sodann Programm feierliche Stunde des Sieges. Auf zum blutigen Kampf!" 6 Maschinengewehre. Der Gesamtverlust bis zum 19. Juni entwürfe und zwei fleinere Flugschriften. Nach Auskunft des Sachbetrug 428 Mann, 428 Mann, darunter 32 Offiziere. Gefallen find verständigen sind dies durchweg Schriften der ſocial129 Mann, darunter 14 Offiziere, verwundet 121, demokratischen Arbeiterpartei. 14 Offiziere, an Wunden gestorben 9 Mann, darunter 3 Offi- schaftlichen Organs der russischen socialdemokratischen Arbeiterpartei. Die nächsten Schriften sind Nummern der„ Jskra", des wissenziere, an Krankheiten 48, darunter 1 Offizier. Vermißt und Als der Name der Mitarbeiterin Wera Sassulitsch verlesen wird, ermordet„ etwa" 121. macht der Staatsanwalt darauf aufmerksam, daß sie an der Ermordung Alexanders II. beteiligt gewesen ist. Vert. Haase: Aber seitdem ist sie die allerschärfte Gegnerin des Terrorismus ge= willkommene Erleichterung. werden. Südwestafrikanische Aussichten. Noch auf zwei Jahre soll Oberst Leutwein in einem Brief an den Hauptmann a. D. v. Perbandt die Dauer des südwestafrikanischen Krieges veranschlagt haben! darunter Inzwischen hat sich der Verlust noch bedeutend erhöht. Die beiden letzten Verlustlisten, die fast nur neueste Todesfälle aus dem Monat Juli meldeten, verzeichneten weitere 18 Tote! Und das soll noch zwei Jahre so weiter geben! Ausland. Desterreich- Ungarn. Wien, 19. Juli.( Meldung des t. t. Telegraphen- Korrespondenz Bureaus.) Das in deutschen Blättern verbreitete Gerücht von dem Rücktritt des österreichisch- ungarischen Botschafters in Konstantinopel, Freiherrn v. Calice, entbehrt jeder Begründung. worden. " leider nicht so geordnet, " In einer„ Arbeiterhymne" lautet der Schluß:„ In unsrem Kampfe werden wir uns nicht der Krone des Selbstherrschers nahen, die mit dem Blute des Volkes übergossene Krone wird einst von selbst zusammenbrechen". Bert. Schwarz fragt an, bei tem eigentlich die Sarja" gefunden sei. Der Vorsitzende meint, daß Aktuar Brandstetter schon einmal einmal gefagt habe, fie stamme von Kugel. Vert. Schwarz: Dann habe ich mich verhört. Ich bitte die Frage zu wiederholen. Wors.: Ein Ueberhören ist ganz unmöglich, der Zeuge hat ganz laut gesprochen. Zeuge Aftuar Brandstetter bestätigt, daß ein Exemplar, das daß " Vers Nach einer Pause von zehn Minuten teilt der Vorsitzende mit folgendes Telegramm eingegangen ist: vom Justizministerium Das Aus„ Landgericht Königsberg i. Pr. wärtige Amt erteilt die Auskunft dahin, daß zwischen dem Deutschen Reich oder Preußen und Rußland ein Staatsvertrag, wie ihn Artikel 260 des russischen Strafgesetzbuches vorsicht, nicht besteht. Auch ein Gesetz des Inhalts, wie ihn Artikel 260 des Strafgesetzbuches vorgesehen, ist im Auswärtigen Amt nicht bekannt. Ob ein solches besteht, würde in Rußland festzustellen sein. gez. Der Reichskanzler. J. V.: Franzius. Auskunft folgt in Urschrift nach." Der Erste Staatsanwalt Dr. Schütze beantragt, sofort den vom Auswärtigen Amt indizierten Weg einzuschlagen und durch Vermittelung der deutschen Botschaft in Petersburg Auskunft von den russischen Behörden einzuholen. Wert. Liebknecht: Es ist nur zu befürchten, daß diese Aus- 1 anerkennt, will der Verteidiger Liebknecht von der Stellung eines Tunft 3 bis 4 Wochen danern könnte bei der Pünktlichkeit und Bereit- besonderen Antrags Abstand nehmen. willigkeit der russischen Behörden uns gegenüber. Schließlich hätten Morgen soll mit der Prüfung der Schriften fortgefahren wir auch alle Veranlassung, die Zuverlässigkeit der Auskunft zu prüfen. Verteidiger Liebknecht: Jch habe noch einen Beweisantrag 12 feien. Vert. Heinemann fragt an, ob man nicht den russischen Generalkonsul mit der unparteiischen Ermittelung des Gesezes betrauen könne.( Stürmische langanhaltende Heiterkeit.) Vielleicht tönne auch Professor Rost diese 100 Bände über= sezen.( Erneute Heiterkeit bei den Richtern, den Angeklagten und im Zuschauerraum.) werden. " Umsturz der Verfassung und den Mord der Herrscher in Serbien und Bulgarien betrieben hat, insbesondere Wort zu brechen und die Verpflichtungen zu verleben, die sie der Organisation der Bäckereiarbeiter gegenüber eingegangen sind. Ir dieser Hinsicht hätten sich in letzter Zeit eine große Zahl von Bäckermeistern in den östlichen und nordöstlichen Stadtteilen hervorgethan. Die wortbrüchigen Meister seien allerdings nicht der eignen EinDer Gerichtshof zieht sich nun zur Beratung über den von der gebung gefolgt, sondern man habe unter ihnen um in der Sprache Staatsanwaltschaft gestellten Antrag zurück. Nach etwa 20 Minuten zu stellen. Ich beantrage den Vorsitzenden der bulgarischen Sobranje Zurückziehung der eingegangenen Verpflichtungen zu bewegen. Der der Scharfmacher zu reden weidlich gehetzt und gewühlt, am sie zur erscheint er wieder und befragt den Gutachter Professor v. Reuß- und Bürgermeister von Sofia, Dr. Petrow, ferner den russischen zweite Obermeister der„ Konfordia"-Innung, Schmidt, Fruchtstr. 21, ner, ob und wie die russischen Geseze publiziert würden. Der Konsulatsdragoman Jakobson und den Redakteur der Wet- habe sich den Osten, wo sehr viele Mitglieder der Konkordia" Sachverständige teilt mit, daß die Veröffentlichung in zwei Zeitungen, scherna Posta"( Abendpost) in Sofia darüber zu vernehmen, Innung ihr Domizil haben, als Feld seiner agitatorischen Thätigkeit dem„ Regierungsboten" und der allwöchentlich erscheinenden Samm- ob es wahr ist, daß die russische Regierung seit 1881 bis in die ausersehen. Der Erfolg der Bemühungen des Obermeisters sei nicht lung der Verordnungen und Gesetze der Regierung" erfolge. Sach- neueste Zeit unter Leitung des asiatischen Departements durch ihre ausgeblieben. Zahlreiche Bäckermeister im Osten hätten ihre Be verständiger Dr. Ballod macht darauf aufmerksam, daß vollständige Geheimagenten und diplomatischen Vertreter mit ungesetzlichen ver- willigungen zurückgezogen und ein verhältnismäßig erheblicher Teil Gefeßessammlungen im Seminar für osteuropäische Geschichte in Berlin brecherischen Mitteln den der Gesellen habe die Schlafstelle im Hause des Meisters wieder bezogen. Im Nordosten sei es besonders der Bäckermeister Sturm in der Landsbergerstraße, der seine Kollegen im Sinne der Innungsführer bearbeite. Aus diesem Stadtteil sei als Bekundung der Zurückziehung ein ganzes Paket der bekannten Plakat: auf dem Verbandsbureau eingelaufen, und zur weiteren Bekräftigung des Wortbruches folgten 61 eingeschriebene Briefe hinterher, in denen ebensoviele Meister erklärten, daß sie die von ihnen unterschriebenen Forderungen nicht mehr anerkennen wollen. Das seien die Erfolge der unausgejezten Wühlarbeit, welche die Innungsscharfmacher betreiben. Unter solchen Umständen haben die Bäckereiarbeiter einen schweren Stand, um das aufrecht zu erhalten, was sie durch ihren Streik und durch die anerkennenswerte Unterstützung der Bevölkerung Berlins errungen haben. Es gilt nun, die Errungenschaften des Kampfes zu erhalten, und dazu ist es nötig, daß die gesamte Arbeiterschaft, daß alle human denkenden Elemente der Bevölkerung den Bäckereiarbeitern die bisher bewiesene Gunst erhalten, und so weit es in der Macht der Konsumenten steht, dafür sorgen, daß die Früchte eines erfolgreichen Stampfes nicht durch schnöden Wortbruch vernichtet werden. nicht will, daß die Bädereiarbeiter wieder zurückgestoßen werden in die alten unwürdigen Verhältnisse, wer nicht will, daß die Bäckergehilfen für immer unter der Botmäßigkeit ihrer Arbeitgeber stehen und in drückender Abhängigkeit erhalten werden, der möge die Bewegung der Bäckergehilfen, die im wahren Sinne des Wortes ein Stück Stulturbewegung ist, unterstützen und seinen Bedarf an Backwaren nur in solchen Bäckereien einkaufen, die im Vorwärts" als vertrags- und tariftreu bekannt gegeben werden. Hierauf zieht sich der Gerichtshof wieder zurüd und berkündet nach 15 Minuten folgenden Beschluß: Durch Bermittelung der deutschen Botschaft in Petersburg eine amtliche Auskunft darüber einzuholen, ob in Rußland ein publiziertes Gesetz besteht, das nach§ 260 die Gegenseitigkeit verbürgt und wo es eventuell zu finden sei. Danach wird die Verlesung der Schriften fortgesetzt. Nach einer mur bereinzelt borgefundenen Schrift über Gewaltatte gegen Juden folgt ein Aufruf einer agrar- socialistischen Liga:" Nieder mit der Polizei!" Die russische Polizei sei eine Bande von Dieben, Räubern und Erpressern. Dann wird der Nat gegeben, Standale zu provozieren. Es werden Beispiele gegeben, nach denen Polizisten ermordet worden sind. Es heißt dann weiter:„ Niemand wird freiwillig auf seinen Lieblingsbiffen verzichten. Von unten, von dem Polizei- Sergeanten an muß das System bekämpft werden. Jeder fann fämpfen, jeder muß kämpfen." Vert. Liebknecht bittet, die Stelle über das Provozieren von Unruhen im Wortlaut vorzuTefen. Es ergiebt sich, daß der Nachsatz lautet:" Man muß bei jedem Zusammenstoß mit der Bolizei einen Skandal provozieren, Gewalt gegen Gewalt setzen und, wenn die Polizei schlägt, wiederschlagen. Weiterhin werden verlesen Stellen aus einem„ Aufruf an den gesamten russischen Bauernstand", herausgegeben von der Socialrevolutionären Gruppe. Sie fordert auf, endlich die gekrümmten Rücken zu glätten und zu verlangen, was man durch Bitten nicht erreicht habe. Das Bolt solle endlich für die gehezte Wahrheit eintreten. Wenn die Intelligenz der Stadtarbeiter und Landarbeiter sich zusammenschlösse, dann ginge es den großen und kleinen Bedrückern schlecht. Werde die Forderung nach einem ständischen Parlament nicht erfüllt, so werde das Volk zur Gewalt greifen, werde die Steuern berweigern, feine Truppen mehr liefern. Ebenfalls bei Klein in einem Exemplar gefunden ist eine von eben dieser Gruppe herausgegebene Schrift:„ Mit uns läßt sich nichts machen" von Netrassoff. Bu sieben Achtel wird der Raum ausgefüllt mit der Schilderung der Lage der Arbeiter in der Weberindustrie. Dann wird gegen die Regierung der Vorwurf erhoben, daß fie die Arbeiter in der elendesten Lage hielte und ihnen feinen andren Ausweg ließe als den politischen Mord. Von weiteren beschlagnahmten Nummern der Iskra" aus dem Jahre 1901 läßt sich wieder nicht feststellen, bei wem sie gefunden worden sind. Es heißt da:" Ebenso im Interesse seines Endzieles wie der augenblicklichen unmittelbaren Verbesserung seiner Lage muß das Proletariat die Beseitigung der Selbstherrschaft und die Begründung einer freien Demokratie fordern, in der sein Klasseninteresse gesetzmäßigen Schuß genieße."- In einem andren Artikel heißt es, man müsse den Feinden nicht nur ge= legentlich vereinzelte Schläge beibringen, sondern sie hartnädig auf der ganzen Linie bekämpfen, sie überall dahin berfolgen, wo fie Bedrückung säen und Haß ernten. Schließlich wird die Freude ausgesprochen über den guten Verlauf einer Demonstration in Petersburg auf dem Newsti- Prospett, und es wird aufgefordert, diese Waffe der Unbewaffneten weiter zu gebrauchen. Die folgenden Nummern sind aus dem Jahre 1903 meist in großer Zahl und bei mehreren der Angeklagten gefunden worden. Eine solche Nummer vom 15. April hat folgenden Inhalt: Die Aufhebung der Solidarhaft, der reformerische Socialismus des Herrn Millerand, die die Demonstration am 2. März Mostow, die Ereignisse in Wilna, Chronik der Arbeiterbewegung, Briefe aus Fabriken und Werkstätten, Kongreß der Jaurèsisten in Bordeaux, aus dem Gesellschaftsleben, aus der Partei usw. Der Leitartikel führt aus, daß die an sich nüzliche Reform der Aufhebung der Solidarhaft der Bauern für Steuerschulden durch die Bureaukratie werde vereitelt werden. In einer späteren Nummer wird die Frage untersucht, warum im berflossenen Jahre keine Massendemonstration zu stande gekommen sei. Einige Helden hätten vor der Menge demonstriert und Nieder mit der Selbstherrschaft!" gerufen, aber die Menge sei still geblieben. Das sei keine Massendemonstration. Die Aufklärung müsse viel weiter getragen werden. Was bis jetzt geschehen sei, dürfe nur der Prolog zum Prolog des großen Dramas sein. in Es folgt ein Maifestblatt aus dem Jahre 1901, in großen Mengen bei Klein beschlagnahmt. Vert. Ha ase: Mir scheint es schlechterdings unmöglich, daß diese Flugblätter von 1901 bei Klein gefunden worden sind, der erst im Jahre 1903 Vertrauensmann geworden ist. Da muß eine ganz toloffale Konfusion die Ermordung Stambulows und des serbischen Königspaares veranlaßt hat und ob die in Bezug hierauf veröffentlichten geheimen Dokumente in dem bei Wilhelmi in Berlin 1893 erschienenen Werke Leonoffs sowie die im Jahre 1903 in der„ Wetscherna Posta" publizierten Weißmanns echt sind. Zur Begründung dieses Antrages gestatte ich mir, auf die in dem Buche Leonoffs mitgeteilten chiffrierten Telegramme hinzuweisen. Es heißt da in einem Telegramm des russischen Gesandten in Bukarest an den Direktor des Asiatischen Departements vom 20. Januar 1888: " Der in Sofia angekommene Kaufmann Nowikow bringt zu meiner Kenntnis, daß der ihm gegebene Auftrag, die Entfernung des Prinzen von Koburg aus Bulgarien ins Werk zu setzen, und zivar auf dem Wege der Verschwörung, in der gegenwärtigen Zeit nicht ausführbar ist, da die Behörden in Sofia namentlich jetzt nach der Unternehmung des Kapitäns Nowakow strenge Sicherheitsmaßregeln für die Person des Fürsten ergriffen haben. Zur Ausführung des geplanten Vorhabens glaubt der Kaufmann Nowikow Dynamitpatronen anwenden zu können. Solches wurde ihm auch von vertrauenswerten Personen geraten, die sich bereit erklärt haben, thätigen Anteil zu nehmen. Infolgedessen habe ich die Ehre, Eure Excellenz ergebenst zu bitten, wenn möglich gütigst anzuordnen, daß von unsren Vorräten Dynamitpatronen nach Ruftschuk geschickt werden, wo man die Ankunft des Prinzen von Koburg erwartet." " Wer Wenn Die Haltung der Versammlungsbesucher lieferte den Beweis, daß die Arbeiterschaft mit ihrer Sympathie nach wie vor auf der Seite der Bäckergehilfen steht. In der Versammlung bei Schulz in der Belforterstraße fam es zu einem Zwischenfall, der Als die Versammelten dem ReFerner eine geheime Mitteilung des russischen Gesandten an den erwähnt zu werden verdient. Direktor des Asiatischen Departements vom 23. Januar desselben ferenten durch lebhafte Zwischenrufe zustimmten, was sich in dem fleinen Saale Jahres, in der der Gesandte folgenden Vorschlag des Kaufmanns ein wenig laut anhörte, erhob sich der überwachende Polizeilieutenant und bemerkte: Nowikow zu unterstützen bittet: Der Kaufmann bittet, ihm zu gestatten, aus Staatsfabriken die Zwischenrufe nicht unterbleiben, müsse er dagegen einGewehre und Revolver behufs Lieferung an die bulgarische Armee schreiten. Genosse Wels, der den Vorsiz hatte, erwiderte darauf, zu kaufen. Er ist der Meinung, daß diese Lieferung ihm ermög- seines Erachtens seien die Zwischenrufe durchaus nicht so störend, lichen würde, einige der einflußreichen bulgarischen Offiziere auf daß sie Grund zu polizeilichem Einschreiten geben könnten. Der unfre Seite zu ziehen. Als Waffenlieferant für die dortige Polizeilieutenant meinte dagegen, er habe infolge der Zwischenrufe Armee wird Herr Nowitow während seines Aufenthalts in die letzten Ausführungen des Referenten nicht verstehen können. Bulgarien ungehindert gegen den Prinzen von Koburg auftreten Nun, wenn das der Fall, antwortete Genosse Wels, dann ich Ihnen die letzten Ausführungen des Referenten wiederholen. Er hat gesagt: Wenn sich die Bädergesellen während des Streiks das erlaubt hätten, was die Meister ungestraft gethan haben, dann wären die Gesellen ins Gefängnis gekommen. mit war dieser Zwischenfall unter allgemeiner Heiterkeit der Zuhörer erledigt. In der Versammlung im Schützenhause erstand den Bäckermeistern ein Verteidiger in der Person des in letzter Zeit als Verkannt gewordenen Herrn Komoll. Indem der Reichsverbändler für trauensmann des Reichsverbandes gegen die Socialdemokratie beden Mittelstand im allgemeinen und für die Bäckermeister im besonderen eintrat, konnte er natürlich nicht umhin, durch plumpe Ausfälle gegen die Socialdemokratie den Unwillen der Versammlung zu erregen. Natürlich fanden die Ausfälle des Herrn durch die nachfolgenden Redner die gebührende Zurückweisung. können." Ferner ein Telegramm vom 12. Februar 1888 zwischen den selben Persönlichkeiten, in dem es heißt: Der Kaufmann Nowikow reist nach Petersburg, um, wenn möglich, Eurer Excellenz über den Stand der Verschwörung gegen den Prinzen von Koburg zu berichten und um die Ueberlassung von Dynamitpatronen zu bitten." Und wiederum am 10. Juni berichtet der Gesandte: " Der in Bulgarien lebende Kaufmann Nowikow benachrichtigte mich, daß er Personen gefunden hat, welche bereit sind, auf dem Wege der Verschwörung den Prinzen von Koburg aus Bulgarien zu entfernen. Nowikow bittet, zu diesem Zwecke ihm Dynamit patronen zu überlassen und ebenso um eine Geldsendung zur Entschädigung für die Familien der Personen, welche sich zu der That entschlossen haben und sich einem möglichen Mißgeschic aussetzen. Nowikow glaubt, daß 50 000 Frant genügen würden". Schließlich noch folgendes Telegramm des Direktors des Afiatischen Departements an den russischen Gesandten in Bukarest, das ich seiner hohen Bedeutung wegen hier wörtlich wiedergebe: „ Der Präsident des Komitees der slavischen WohlthätigkeitsGesellschaft hat den Direktor der Staatspolizei gebeten, die Beamten werde Das In allen vier Versammlungen wurde eine Resolution anschieden verurteilt und die brotfonfumierende Bevölkerung berpflichtet, genommen, die das wortbrüchige Verhalten der Bäckermeister entihren Bedarf nur da zu entnehmen, wo die Forderungen der Bäckerei Arbeiter anerkannt sind. des Departements anzuweisen, den Bulgaren bei der Entfernung Letzte Nachrichten und Depefchen. Der russischen Regierung ist nichts bekannt. des Prinzen von Koburg aus dem Fürstentum und bei der Beseitigung der dortigen Machthaber behilflich zu sein. Die Köln, 19. Juli.( W. T. B.) Die Kölnische Zeitung" meldet: nach Bulgarien in Verkleidung gesandten Agenten haben dem Wirklichen Staatsrat Durnowo gemeldet, daß sie nach Untersuchung der Eisenbahnstrecke Rustschuk- Varna die Gegend bei Tschukur als am meisten geeignet gefunden haben, = eine Entgleisung herbeizuführen. Herr Durnowo fügt dieser Mitteilung hinzu, daß seine Agenten, welche die Ausführung dieses Planes leiten können, in Jemaila wohnen und wenn möglich als Fischer nach Rustschuk kommen werden. Infolgedessen bitte ich Sie, gnädiger Herr, den Personen, welche sich bereit erklärt haben, den Plan auszuführen, mitzuteilen, daß Sprengstoffe und ein Situationsplan ihnen von russischen Fischern in Rustschuk übergeben werden wird. Ich bitte dies gleichfalls dem Gendarmerie- Kommandanten von Jemaila mitzuteilen." Vors.: Ich glaube Ihnen ja sehr gern, daß all das in Ihrem Buche steht, aber was soll das für diesen Prozeß beweisen? Vert. Liebknecht: Es soll dadurch bewiesen werden, falls stattgefunden haben. Mir liegt prozessual zwar gar nichts daran, eine Verurteilung der Angeklagten erfolgt, die denn das Flugblatt fordert nur den Achtstundentag und die politische ich allerdings für ausgeschlossen halte, das Straf Freiheit, aber es scheint doch recht schwierig zu sein, für diesen maß wegen Hochberrats und Majestätsbeleidigung Brozeß auch nur objektive Grundlagen zu schaffen. Wir haben es ja sehr niedrig bemessen werden muß, denn ein Land, in dem die Nevorher gehört, daß die bei Klein, Kugel und Treptau beschlagnahmten gierung in dieser Weise arbeitet, mag, zwar vielleicht formell die Schriften nur durch Papier getrennt in einer Kiste verpackt worden Unterlage bieten, feine Verfassung durch einen solchen Prozeß zu find. Da kann vieles durcheinander gekommen sein. Schließlich schützen, aber Verschwörungen und Verfassungsverlegungen müßten bei findet der Zeuge Brandstetter einen Zettel mit der Aufschrift ihm doch ganz anders beurteilt werden, als in einem Rechtsstaate. Kugel. Bei diesem und nicht bei klein sind also Kurz, ich will nachweisen, die Flugblätter beschlagnahmt worden.( Be= wegung.) verkünden. daß Rußland kein Rechtsstaat ist Der Kampf im Bäckergewerbe. " " " Auf sofort erhobene Beschwerde wegen der Wegnahme der japanischen Bost ist vorläufig die Antwort erteilt worden, daß der russischen Regierung über den Vorfall nicht das Geringste bekannt fei, daß fie das Eingehen des Berichts des Kommandanten der Smolenst" abwarten müsse, ehe sie in dieser Angelegenheit Smolensk" die japanische Poft mit Ausnahme zweier zurückbehaltenen Beschlüsse fasse. Inzwischen ist bereits bekannt geworden, daß die Stücke für Nagajati an den englischen Dampfer Perfia" abgegeben hat, der am 23. Juli in Bombay erwartet wird. Die Postsäcke werden dann auf dem schnellsten Wege nach Singapore befördert werden, von wo aus sie, wenn sie die fälligen Dampfer der Peninsular and Oriental Line" oder der Massageries Maritimes" erreichen, im besten Falle mit vier Tagen Verspätung in Japan eintreffen können. Die sämtlichen Poſtfäce find an Bord der„ Smolenst" von den Russen geöffnet, untersucht, dann mit russischen Stempeln bersehen und, abgesehen von den zwei Stücken, unter Verschluß der Persia" übergeben worden. " " Suez, 19. Juli.( B. H.) Der beschlagnahmte englische Dampfer Malaffa" ist heute früh unter russischer Marineflagge mit russischer Mannschaft und unter Führung russischer Offizie hier eingetroffen. Chicago, 19. Juli.( B. H.) Zwischen den ausständigen Konfervenpadern und der Polizei fam es zu blutigen Zusammenſtößen. Viele Personen wurden schwer verwundet. Die Führer des Streites hielten darauf eine geheime Versammlung ab, in der die Fortsetzung des Ausstandes beschlossen wurde, falls die Arbeitgeber nicht binnen 24 Stunden die Forderungen der Arbeiter bewilligen. Vom ostasiatischen Kriegsschauplage. Tokio, 19. Juli.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Der Die nächste Schrift„ Der Prozeß von Taganrog", in und nicht denselben Schutz genießen kann wie ein solcher. Erster Staatsanwalt Dr. Schüße: Ich widerspreche unternommene allgemeine Angriff hatte keine ernsten Verluste im am bergangenen Sonntag von den Russen gegen den Motienpaß dem die an der Rostower Demonstration am 2. März 1902 Beteiligten abgeurteilt wurden, enthält ein Kapitel aus der Anklageschrift, ein diesem Antrage. Wir wollen doch nur feststellen, ob sich AnGefolge, doch fand eine Reihe kleinerer verzweifelter GeStapitel aus den Reden der Verteidiger, die Rede Mandelstamms usw. gehörige des Deutschen Reiches strafbar machen, wenn sie Befechte statt. Die japanischen Vorposten behaupten in ErEine Stelle aus diesem Werk lautet in der lebertragung der Anklage- strebungen auf den Umsturz der russischen Verfassung unterstützen. Vors.: Der Gerichtshof wird morgen früh seinen Beschluß vereinigten sich, als diese eintrafen, zu einem Gegenangriff. So wartung von Verstärkungen hartnädig ihre Stellungen und schrift:„ Wir wiederholen: Die Antwort auf den„ weißen" Terror muß die Verstärkung der revolutionären Agitation unter hielt z. B. die bei Hifiatatang aufgestellte Vorpostencompagnie, obden Massen sein. Auf diesem Wege werden wir die härtesten VerSchluß nach 3 Uhr. gleich fie von überlegenen Streitkräften angegriffen wurde, ihre folgungen zu erdulden haben. Viel Blut wird vergossen werden. Position den ganzen Tag über. Der Angriff auf diesen Aber wir werden ihn nicht verlassen, da er allein zum Siege führt. Vorposten begann um 8 Uhr durch ein Bataillon russischer Wenn wir uns an ihn halten, können wir überzeugt sein, daß wir Infanterie und eine Eskadron Kavallerie; die Russen er uns an dem Zarismus rächen werden, indem wir ihn besiegen und Gestern abend wandten sich die Vertreter des Verbandes der hielten dann noch so viel Verstärkungen, daß sie schließlich ein Renicht einen Stein auf dem andern in seinem scheußlichen Gebäude Bäcker wieder an die Bevölkerung Berlins, um das Interesse derselben giment start waren, doch hielt die japanische Vorpostenkompagnie Laffen." an dem von den Bäckereiarbeitern zur Verbesserung ihrer Lage ge- hartnäckig stand. Alle Offiziere und die meisten Mann Vert. Liebknecht macht darauf aufmerksam, daß im russischen führten Kampf rege zu halten. Diesmal war es der Osten und Nord- schaften wurden getötet oder verwundet, aber auch die Legt an Stelle der Punkte der Sa ste he: Mancher wird durch osten der Stadt, wo die Bewohner von den Bäckereiarbeitern zur Verwundeten fämpften weiter, bis bis schließlich Verstärkungen die Kugeln der Feinde aus unsren Reihen gerissen werden", so daß ferneren Unterstübung ihres immer noch nicht abgeschlossenen Kampfes eintrafen, und die Russen sich zurückziehen mußten. der flare Sinn der sei, daß der Zarismus noch viel Blut vergießen aufgerufen wurden. Vier Volksversammlungen fanden zu diesem Als die Russen den Rückzug antraten, wurde von der ganzen werde, nicht die Socialdemokratie. 3wed statt. Im Lokal Königsbank" in der Frankfurterstraße japanischen Linie die Verfolgung aufgenommen. Sieben russische Als letzte Schrift wird die Schrift Markows ,, Die Arbeiter- referierte Hetzschold, im„ Elysium" in der Landsberger Allee sprach Bataillone, die mit vier Geschützen auf den Höhen von Tawan eine fache in Rußland, ein socialistisches Programm" vorgenommen. Schneider, im Schükenhaus" in der Linienstraße hatte Barth und Stellung eingenommen hatten, hielten die Verfolgung auf. General Bert. Liebknecht fragt den Sachverständigen, ob dies nicht in Schulz Festsälen" in der Belforterstraße hatte Nachtigall das Kuroki berichtet, die Ruffen feien zwei Divisionen stark gewesen. die wissenschaftliche Schrift eines hervorragenden Theoretikers sei. Referat übernommen. Die Nussen versuchten vergeblich, den linken Flügel der Er halte es für zweckmäßig, zur Orientierung über die Jstra- Partei Nachdem die Referenten die Biele und den feitherigen Verlauf Japaner zu umgehen, die Japaner hielten den Gipfel des die Schrift vollständig vorzutragen. Da der Sachverständige Pro- der Bewegung erörtert hatten, führten sie aus, daß es bei einem Motienpasses besetzt und setzten den Versuchen der Russen, fie feffor No st gleichfalls den wissenschaftlichen Charakter der Schrift großen Teil der Bäckermeister sozusagen als Ehrensache gelte, das von dort zu vertreiben, hartnäckigen Widerstand entgegen. Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Inferatenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstolt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt " Nr. 168. 21. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Vom ostasiatischen Kriegsschanplay. Die russische Niederlage am Motien- Pak wird nunmehr auch von ruffisch- offizieller Seite zugegeben. Die cussischen Verluste werden auf mehr als 1000 Mann angegeben. Wahrscheinlich sind sie aber beträchtlich größer, so daß eine japanische Meldung, die die russischen Verluste auf 2000 Mann oeziffert, jedenfalls ziemlich richtig sein wird. Man weiß ja, wie vie Russen über ihre Verluste am yalu und bei Wafangou geschwindelt haben. Dort haben fie anfangs ihre Verluste auf den oritten Teil des später selbst zugestandenen Verlustes angegeben. Wie immer versucht das offizielle Telegramm Kuropatkins Die neue schwere Niederlage als ein harmloses Mißgeschick darzustellen. Man habe im Ernste den Motien- Paß gar nicht nehmen, sondern nur die Stärke der Japaner erkunden wollen. Merkwürdig, daß die Russen, die doch so gut über die Vorgänge bei Port Arthur und über die Gesundheits- und Verpflegungszustände der Japaner unterrichtet sein wollen, 2000 Mann opfern mußten, um die Stärke der japanischen Truppen in ihrer aller nächsten Nähe zu erkunden. Die ewigen Lügen und findischen Vertuschungsversuche der russischen Heeresleitung machen einen mehr als flaglichen Eindruck! Aden durch den Kapitän des von ihm angehaltenen britischen Dampfers Beipara" auf, an die Konsuln in Suez und Port Said zu telegraphieren, daß er jedes englische ber Batete nicht deutlich aus dem Ladungsverzeichnis erfichtSchiff beschlagnahmen werde, auf welchem der Inhalt lich wäre." " " Mittwoch, 20. Juli 1904. lieber wäre es uns, wenn die christlichen Arbeiter nicht der Socialdemokratie bis weit über die Grenze der Wahrheit und Gerechtigkeit entgegenfämen." Partei- Nachrichten. konservativen Junker die einzigen Arbeiterfreunde find. Die Die Wahrheit" der„ Kreuz- Zeitung" bedeutet, daß die Gerechtigkeit" der Kreuz- Zeitung" bedeutet: Buchthaus- Geseze, Es ist nicht gut glaublich, daß der russische Kapitän England Kontrattbruchbestrafung, Rechtlosigkeit der Landarbeiter, Raub des so täppisch provociert haben sollte. John Bull ist doch nicht der gleichen Wahlrechts. Wenn die christlichen Arbeiter dieses Programm deutsche Michel, der nur dann Panzerhandschuhe anzieht, wenn es nicht durch Mitwirkung oder Duldung fördern, werden sie zunächst gilt, gegenüber Haiti oder Venezuela dem deutschen Ansehen" zu den„ Unklaren", zu den„ Utopisten" geworfen; bald wird man Geltung zu verschaffen. sie noch anders nennen! Englische Blätter haben bereits das russische Vorgehen als Seeräuberei bezeichnet und ein entsprechendes Vorgehen geNach einer von den Londoner Blättern wiedergegebenen Depesche der römischen, Tribuna" aus Suez sind die russischen Hilfsfreuzer, Smolensk" und" Petersburg" in südlicher 7. August, vormittags 11 Uhr, in der Centralhalle in WittenUnfre diesjährige Kreistonferenz findet am Sonntag, den Richtung aus Suez in See gegangen. Ihnen folgt un berge statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Kreis- Vertrauensmittelbar der britische Kreuzer Terrible". Man mannes und der einzelnen Orte. 2. Drganisation, Agitation und glaubt, der„ Terrible" habe Befehl erhalten, englische Handels- Presse. 3. Die Provinzialfonferenz und Wahl der Delegierten. fchiffe gegen die russischen Piraten" zu schützen. 4. Der diesjährige Parteitag und Wahl der Delegierten. 5. Anträge und Verschiedenes. 6. Wahl des Kreis- Vertrauensmannes. Friz Hernowsky, Kreis- Vertrauensmann. fordert. " Justiz gegen Gewerkschafts- Christen. Wahlkreis Westprieguit. Gewerkschaftliches. in Holland. An die organisierten Handlungs-, Comptoir- und Ladengehilfen und ihre Vereine, welche auf dem Boden des Klassenkampfes stehen. Werte Kollegen! Amsterdam, den 16. Juli 1904. Zunächst wird den Mitgliedern des Verbandes christlicher Auf Veranlassung des Centralverbandes der Handlungsgehilfen Bauhandwerker und Bauhilfsarbeiter die Veranstaltung einer Ber- und Gehilfinnen Deutschlands, Sig Hamburg, und in Uebersammlung unmöglich gemacht. Der Bürgermeister„ berbietet" am einstimmung mit demselben ladet unsre Gruppe Sie ein zu einer 8. Juni dem Gastwirt Jänsch die Versammlung. Die Polizei- internationalen Konferenz am 17. August 1904, um verwaltung teilt am 11. Juni des weiteren mit, daß der Seidelsche Saal nach einer hier eingegangenen Mitteilung nicht zur Ver- 1 Uhr nachmittags, zu Amsterdam im„ Paviljoen Vondelpark fügung steht", der Distriks- Kommissar versagt am 17. Juni die während des diesjährigen internationalen socialistischen ArbeiterGenehmigung zu einer Versammlung unter freiem Himmel, fongresses. Zugelassen werden ausschließlich diejenigen Organi„ weil aus der Abhaltung der Versammlung Gefahr für die fationen und Gruppen von Laden- und Comptoirgehilfen, welche auf öffentliche Sicherheit und Ordnung zu befürchten ist" wes- dem Boden des Klassenkampfes stehen. halb? Weil in einem Grundstück fern von der Straße 30 Maurer über ihre Interessen beraten wollten! Die Polizeiverwaltung von Gräz versagt weiter am 18. Juni die Genehmigung zu einer Versammlung in einer Scheune, da die Scheune des St. den für öffentliche Versammlungsräume geltenden Vorschriften nicht entspricht". Dabei war für die 30 Personen fassende Scheune nur eine Mitgliederversammlung angemeldet. Die eingelegte Beschwerde wies der Landrat am 21. Juni zurück. Tagesordnung: 1. Berichterstattung über den Stand der Gehilfenorganisation in den verschiedenen Ländern; 2. Gehilfenorganisation und Arbeiterbewegung; 3. Stellungnahme zur Internationalen Föderation; 4. Einsetzung eines internationalen Sekretärs. Weitere Punkte für die Tagesordnung können noch bis zum 7. August eingereicht werden beim unterzeichneten Schriftführer. entwicklung und Ausbildung dieser Organisationen in der Richtung des klassenbewußten Proletariats, sowohl national als auch interDas vom 17. Juli datierte Telegramm Kuropatkins lautet: Einen politischen Anschauungsunterricht, wie er lebendiger nicht Nachdem die Armee Kurokis auf der östlichen Front die Pässe gedacht werden kann, haben die Posener Behörden dem„ Fünften des Fenschuilingebirges besezt hatte, hatten wir im allgemeinen christlichen Gewerkschaftstongreß" erteilt, der am Sonntag in Essen Gruppe von socialdemokratischen Handlungs- und Comptoirgehilfen nur ungenügende Nachrichten über die Stärke zusammentrat. Die Behauptung der Socialdemokratie, daß der und die Stellungen dieser Armee. Nach Angaben Klassenstaat in jedem Arbeiter, der die Interessen seiner Klasse bervon einer Seite hatte sie Verstärkungen erhalten und Kuroki sollte tritt, seinen Feind erblickt, wird glänzend gerechtfertigt durch einen sogar einen Teil der Truppen, die sich bei Saimatsi befanden, herangezogen haben. Nach andern Angaben wären Truppen Fall, der sich in Gräz( Posen) zugetragen hat und über den der nach dem Dalinpaß und nach Siujan dirigiert worden. Lic. Mumm in der„ Täglichen Rundschau" wie folgt berichtet: Es lief sogar eine Meldung ein, wonach Kuroki sein Hauptquartier aus Pichachegou nach Tuinpu verlegt haben sollte. Auf Grund verschiedener Nachrichten und auf Grund von Rekognoszierungen durfte man die Vermutung hegen, daß die Hauptstreit kräfte des Gegners in der Umgebung von Liaofchanguan zusammengezogen worden sind, und daß die Avantgarden auf dem Siaofaolin, dem Ufanguan-, dem Sinkailin-, dem Laholin-, dem Bapanlin und dem Shaeilinpaß Stellung genommen haben. Um die Kräfte des Gegners festzustellen, wurde für den 17. Juli ein Vormarsch gegen die feindlichen Stellungen in der Richtung auf Liaoschanguan angeordnet. Der General Graf Keller wurde angewiesen, sich nicht unter allen Umständen der Pässe zu bemächtigen, fondern ent sprechend den Streitkräften des Gegners zu handeln. Die linke Kolonne, in Stärke von drei Bataillonen, wurde gegen den Sybeilinpaß gesandt. Die mittlere Kolonne, unter dem Befehl des Generalmajors Kaschtalinski, in einer Stärke bon 14 Bataillonen und 12 Ge schügen, erhielt den Befehl, den Siaokaolinpaß, die Höhen beim Gößentempel und den Ufanguanpaß anzugreifen. Die rechte aus einem Bataillon bestehende Kolonne sollte den Kreuzpunkt der nach Sinpailin- und den Laholinpaß führenden Wege befehen, um den rechten Flügel der Kolonne General Kaschtalinskis zu decken. Die Gesamtreserve wurde bei Thawuan zurückgelassen und ein Teil der Truppen hielt die Stellung bei Thawuan besetzt. Am 16. Juli um 10 Uhr abends verließ die Spitze der Kolonnen Thawuan. Gegen 11 Uhr abends vertrieb ein Bataillon des 22. Regiments in einem Bajonettkampf die japanische Feldwache beim Kreuzpunkt der Wege nach dem Laholin- und dem Sinfailinpaß. Einzelheiten des hierauf folgenden Kampfes sind bisher nicht festgestellt: der allgemeine Berlauf desselben war nach den teleüber den Stand der Gehilfenorganisation in Ihrem Lande bis zum Ferner ersuchen wir um Einreichung eines schriftlichen Berichts graphischen Berichten des Generals Grafen Keller folgender: Die Japaner räumten die Bässe, den Gößentempel und Siaokaolin und ließen während der Nacht dort nur Feldwachen zurüd. Bei Herrn Hasse wirklich eine so klassische juristische Begründung gegeben Die Kosten der Konferenz betragen für jeden Delegierten 4 M. Wenn der Gräßer Untersuchungsrichter für die Verhaftung des 7. August, oder, wenn die Zeit zu kurz ist, Einreichung zur Konferenz, wenn möglich in zwei Sprachen. Tagesanbruch besetzte die Stolonne des Generals Raschtalinski hat, wie Herr Lic. Mumm auf Grund genauer Informationen" diese Pässe, nachdem sie die feindlichen Feldwachen zurückgeworfen versichert, dann ist sein Vorgehen ein russischer Wintüraft und eine( vier Reichsmark), zugleich mit der Mitteilung der Teilnahme einhatte. 52 Gegen 5 Uhr morgens besetzten die Japaner vollkommen widerrechtliche und ungefeßliche Freiheitsberaubung, ab- zusenden. mit bedeutenden Streitkräften und zahlreicher Alle Mitteilungen und Geldsendungen sind zu adressieren an den Artillerie den ufanguanpaß und die Höhen südlich des gesehen davon, daß Herr Hasse, selbst wenn seine Verhaftung gesetzfelben. Der Feind eröffnete auf den Flügel der Kolonne lich begründet" wäre, weit übler daran ist als ein christlicher Bank- unterzeichneten Schriftführer. des Generals Kaschtalinski sowohl von dieser Stellung als direktor, der Millionen veruntrent hat. Im Auftrage der Gruppe: auch vom Gebirgskamm im Osten des Gößentempels ein äußerst Die christlichen Arbeiter werden aber entweder einsehen müssen, startes Artilleriefeuer. General Ratschalinski schob, um die daß sie als Vertreter ihrer Klasseninteressen in die moderne GewerkHöhen südlich des Passes zu besetzen, aus seiner Reserve schaftsbewegung eintreten müssen, deren Chikanierung durch die zuerst ein und hierauf noch drei Bataillone vor. Aber Behörden sie jetzt noch durch weinerliche Klagen über angeblichen der Versuch, fich der Höhen zu bemächtigen, gelang nicht, trot Terrorismus zu begünstigen pflegen und dann werden fie unter des Feuers einer Gebirgsbatterie, da Feldgeschüße des Geländes den Verfolgungen der Behörden genau so viel und so wenig zu wegen nicht verwendet werden konnten. Gegen 8 Uhr morgens hielt es General Graf Keller, der den Verlauf des Kampfes vom leiden haben wie andre klassenbewußte Arbeiter auch. Oder fie Wachtturme bei Thawuan aus verfolgte, für notwendig, zur müssen sich zu reinen Streifbrecherkolonnen und Hilfstruppen der Kolonne des Generals Kaschtalinski zu stoßen. Er schob aus Scharfmacher formieren und dann werden sie Liebkind bei den der Gesamtreserve drei Bataillone auf die Behörden sein und sich von den schönen Worten der Minister nähren. Höhen beim Gößentempel bor, um die bereits besetzten Ein Mittelding giebt es nicht für sie! Stellungen zu behaupten. Der Ansturm des Feindes Weitere genaue national. Wir erwarten von dieser Konferenz durch ihre Behandlung der Die Erregung in Gräß hatte sich inzwischen in einem Streit verschiedenen Fragen mit Bezug auf die Organisation der HandelsLuft gemacht. Am 13. Juni waren die Maurer, da die Arbeitgeber angestellten im allgemeinen und den Austausch der Meinungen der die Mitglieder der Lohnkommission entließen, ohne Kontraktbruch Klassenbewußten unter denselben einen kräftigen Stoß zur Weiterin Ausstand getreten. Am 24. Juni wurden acht Streikende und am 25. Juni zwei Streifende verhaftet. Ein Arbeitswilliger, der provozierend borging, hatte eine Dhrfeige erhalten. Der Gewerkschaftssekretär Hasse, der alles gethan hatte, den Streit zu verhüten, kam am 4. Juli nach Ausbruch des Streits wieder nach Gräß. Am selben Tage nachmittags wurde er auf seinem Zimmer verhaftet. Der Getvertschaftssekretär Jakobi reiste zum Verhafteten, wurde indessen nicht zugelassen, der Untersuchungsrichter in Gräß erklärte, Hasse sei verhaftet, weil er sich an einem Streit beteiligt habe. Mit dieser Begründung sigt Gewerkschaftssekretär Hasse bis zum heutigen Tage in Untersuchungshaft. Wir ersuchen um gefällige Mitteilung: 1. ob Ihr Verein an der Konferenz teilnehmen wird, spätestens bis zum 1. August; 2. wieviel Delegierte er zu entsenden gedenkt, spätestens bis zum 7. August. Der Ausschuß. G. 2. Niermeyer. H. J. Wegerif. G. van Bleyswijt Sombeet, Schriftführer. Berlin und amgegend. Die streikenden Rammer hielten gestern eine Versammlung ab, in der Trampe einen Ueberblick über die Situation des Streits gab. Er teilte mit, daß die Gesellen- Ausschüsse sich bereit erklärt treten, falls die Lohnkommission der Rammer nicht zugelassen wird. haben, die Interessen der Rammer vor dem Einigungsamt zu berDa ein Teil der Innungsmeister den bisherigen Tarif der Steinseger anerkannt und die Steinfeger dort die Arbeit wieder aufgenommen haben, so werden bei diesen Firmen auch Rammer ge= braucht und deshalb erscheine es ratsam, daß auch die Rammer bei machte eine weitere sofortige Unterstüßung der im Auch der Kongreß der christlichen Gewerkschaften erfährt bereits den betreffenden Firmen die Arbeit wieder aufnehmen. Ce Kampfe befindlichen Truppen durch Reserben in der christlich sten Bresse eine Beurteilung, die den oben müsse dann abgewartet werden, was bei den bevorstehenden notwendig. Diese Stellungen waren indessen ihrer Lage geschilderten Justizaki bemerkenswert ergänzt. Wie der Untersuchungs- Verhandlungen des Einigungsamtes für die Rammer erreicht nach nicht günstig. Als General Graf Keller ins Bordertreffen richter den christlichen Arbeiter mur duldet, so lange er nicht frebel- wird. In der gegenwärtigen Situation müssen die gelangt war, erschienen ihm die Streitkräfte des Gegners so haft streift, ebenso mag die Kreuz Zeitung" die christliche Rammer den Steinfegern dieselbe Solidarität beweisen, die Bedeutend, im Vergleich zu den unsrigen, daß er sich entschloß, Gewerkschaft nur leiden, so lange sie der konservativen Reaktion die Steinfeger den Rammern bei diesem Streit entgegenbrachten. den Kampf nicht fortzusetzen und weder seine noch die allgemeine uneingeschränkte Dienste leistet. Die Kreuz- Zeitung" versichert den Die Versammlung beschloß nach kurzer Diskussion, daß die Nammer, Reserve aufs Spiel zu setzen, umfomehr, als ein weiterer Angriff ohne Kongreß zunächst ihres großen Interesses und ihrer ganzen vorbehaltlich der Entscheidung des Einigungsamtes, bei allen Firmen, die Feldartillerie hätte geführt werden müssen. General Graf Sympathie". Dann aber tritt noch mühsam beherrscht der heftigste die den bisherigen Tarif der Steinfeger anerkennen, die Arbeit zu Keller beschloß daher um 10% Uhr morgens, die Widerwille hervor: den alten Bedingungen wieder aufnehmen. Dieser Beschluß wurde Truppen auf die Stellungen beim Janselinmit allen gegen eine Stimme gefaßt. Die Arbeit wird unter den paß zurida uz ie hen. Die Truppen zogen sich langsam im Beschluß ausgedrückten Vorausseßungen heute( Mittwoch) wieder Schritt für Schritt in voller Ordnung unter dem Schuße des aufgenommen. Die noch nicht in Arbeit Tretenden melden sich nach Feuers einer Feldbatterie zurüd. Um die Mittagszeit ging der Feind gegen den rechten Flügel der Stellung beim Janselinpaß zum Angriff vor. Beim Dorfe Tschudjapura, etwa 4 Werst südlich von Thawuan, wurde hierbei eine japanische Gebirgsbatterie nach 34 Schüssen der dritten Batterie der dritten Brigade endgültig zum Schweigen gebracht. Diese unsre Batterie befand sich in einem Gebirgssattel im Süden des Janselinpasses. Gegen 3 Uhr nach mittags hörte derkampf auf. Die Truppen kehrten nach, Thawuan zurüd. Dem Vorrücken der Japaner wurde vor dem Thal des Lanhe Einhalt gethan auf einer von uns eingenommenen und behaupteten Steйung. Infolge der ohne Schlaf berbrachten Nacht und des drückend heißen Tages waren unsre Truppen sehr ermüdet. Sie waren mehr als 15 Stunden ununterbrochen auf den Beinen gewesen. Die Berluste sind nicht genau festgestellt, doch berichtet General Graf Keller, daß sie mehr als tausend Mann betragen. Besonders hat das 24. Regiment gelitten. General Graf Keller rühmt besonders das Verhalten der Kommandeure des 24. Regiments und des Regiments Jelez, dessen Kommandeur am Fuße ernstlich verwundet wurde, aber bis zum Schlusse am Kampfe teilnahm. Eine weitere japanische Meldung besagt: London, den 19. Juli.( W. T. B.) Wie dem Reuterschen Bureau" aus dem Hauptquartier Kurotis über Fusan vom 18. d. Mts. gemeldet wird, haben die Japaner am 17. in der Schlacht am Motien- Paß 300 und die Russen 2000 Mann verloren. Die Japaner seien eine Brigade und ein Ba taillon start gewesen. Die russischen Uebergriffe im Noten Meer. Daily Mail" meldet:" Der Kapitän der„ PetersBurg" forderte die britischen politischen Vertreter in Die „ Es liegt aber wohl in der Natur aller solcher Klassenbertretungen, daß sie ihre Agitation überspannen. Auch in Effen find diesmal Worte gesprochen worden, gegen die wir uns wenden müssen. Der erste Redner, Arbeitersekretär Schiffer wie vor zur Kontrolle. Krefeld, hob zwar in der Einleitung hervor, daß ohne Autorität, ohne Nang- und Standesunterschiede die notwendige gesellschaftliche und ökonomische Ordnung nicht aufrecht erhalten werden tönne. Dann aber führte er bittere lage darüber, daß den Arbeitern vielfach anstatt des Brotes der Gleichberechtigung Steine in den Weg gelegt werden", statt Gerechtigkeit wird uns Unter drückung, statt Achtung Mißachtung zu teil". Er berechnet, daß von den 22 Millionen erwachsenen Personen in Deutschland 16 Millionen der Klasse der Lohnarbeiter angehören, um dann auszurufen: Zum Streit in der Lederwarenfabrik von David. des Vorwärts" vom Sonntag, den 17. Juli cr., bezüglich des in Auf die Berichtigung des Herrn Adolf David in der Nr. 166 feinem Betriebe ansgebrochenen Streits haben die Ortsverwaltungen der unterzeichneten Verbände folgendes zu erwidern: Seit mehr den zwei Jahren sind wir unausgefeßt bemüht, die Lohn- und Arbeitsbedingungen in dem betreffenden Betriebe auf einen Standpunkt zu bringen, den man gegenüber den Konkurrenzbetrieben des Herrn David als einigermaßen annehmbar be= zeichnen kann. " Und da will man über uns zur Tagesordnung übergehen! Der Arbeiter will an der allgemeinen Kulturentwicklung und den Fortschritten auf allen Gebieten teilnehmen, und zwar mit vollem Recht, denn alle Fortschritte, es flingen mag, taum eine Woche vergangen ist, ohne Es ist Thatsache, daß in dem gegebenen Zeitraum, so unglaublich alle Vervollkommnungen betrachten wir als Gottesgabe, daß es notwendig wurde, durch die Organisation einzugreifen oder die nicht nur denen zu gute kommen soll, die ohnehin mit aber daß die dortselbst beschäftigten Arbeiter vorstellig werden Glücksgütern genug gesegnet sind, sondern auch den Arbeitern." mußten, um Differenzen, entstanden aus Abzügen von Accordpreisen, Die große Unklarheit dieser Säge, die doch ganz den Eindruck Löhnen, Ueberstunden und Heimarbeit, zurückzuweisen. machen, als seien sie in einer socialdemokratischen Versammlung Des weiteren: Sowie ein neuer Artikel angefertigt wurde, der gesprochen, zieht sich durch die weiteren Ausführungen des gegen bestehende Artikel nur die kleinste Abweichung in der HerRedners. Er flagt über Klaffenstaat und Klassenjuftiz, über das ftellung ausmachte, wurden bedeutende Abzüge von den Preisen Verbot des Streitposten stehens, über den Gesetz- gemacht. entwurf betreffend den Kontraktbruch der ländlichen Um diesem Zustand abzuhelfen, wurde feit langem die AusArbeiter, über Ausnahmegeseze gegen die Arbeiterschaft hängung eines Accordpreistarifes verlangt, bis jetzt jedoch vergebens, und über andre Dinge, von denen er nur mangelhafte Kenntnisse obwohl dieses von Herrn Devid wohl mehr denn ein Dugendmal hat oder denen er vom rein socialdemokratischen Standpunkte aus den Beauftragten der Organisation sowie den Arbeitern versprochen gegenübertritt. Bor solchen utopistischen Forderungen wurde. In letzter Zeit, als die geschilderten Maßnahmen bezüglich macht unsre Sympathie mit den christlichen Gewerkschaften ent- der Verschlechterung der Preise fast tagtäglich vor sich gingen, wurde schieben halt. Wir fassen die Sache nicht allzu pessimistisch auf, besonders auf die Aushängung des Tarifs gedrängt. da ähnliche agitatorische Uebertreibungen bei den meisten Kon- Am Montag, den 11. Juli endlich fündigte Herr David von gressen von Klassenorganisationen vorzukommen pflegen. Aber einer Reihe von Artikeln einen Abzug an, aus dem, wenn wir dem von Adolf David, Ritterstr. 75. aber leider der ver= felben wirklich stattgegeben hätten, den Arbeitern ein Verlust am I an Bückler- Versammlungen erinnert wurde, obwohl die Mehrzahl sorgungen machen zu können. Der sehr sicher auftretende Schwindler Arbeitsverdienst von 6-10 m. pro Woche erwachsen wäre. dieser Herren Aerzte sicher Herrn Püdlers Freunde nicht sein erhielt auch bisher das Geld stets anstandslos ausbezahlt. Eine gewählte Kommission der Arbeiter hat am Montag, den dürften. Es ist daher kein Wunder, wenn der Herr Daß die Fahrkarten- Automaten auf den Perrons der Stadt- und 11. d. M. im Auftrage der Organisation den ganzen Tag mit dem Vorsitzende des Vereins einige Scheu bor der öffent- Ringbahn nicht nur zur Erleichterung des Verkehrs auf der StadtUnternehmer wegen der Abzüge verhandelt, jedoch vergebens. An dem betreffenden Montagabend fand nochmals eine Sigung lichen Kritik der Vorgänge und der Mitglieder des Vereins zu bahn dienen, sondern unter Umständen auch eine ericiterung der der Arbeiter mit den Vertretern der Organisation statt, um die empfinden scheint. Er leitete die Sigung nämlich mit einer ab- Börse der Fahrgäste herbeizuführen im stande sind, dafür ein Angelegenheit noch einmal einer gründlichen Aussprache zu sprechenden Bemerkung über die politische Presse ein, soweit sie sich drastisches Beispiel. Kommt da am Sonntag seelenvergnügt mit unterziehen. Es wurde in dieser Sizung beschlossen, daß die Kom- des Falles Jakob angenommen habe. Nun würden wir diesem Herrn Kind und Kegel ein Genosse vormittags zum Bahnhof Schönhauſer mission der Arbeiter am Dienstag, den 12., noch einmal bei Herrn Censor zwar gern zugeben, daß die politische Presse über rein Allee, um mit der Bahn dem Sommerfest des sechsten Kreiſes zuer zu gebrauchen, spendet David vorstellig werden sollte, um über die Zurücknahme der Abzüge medizinische Fachfragen nur in gewissen Grenzen berichten und zuteilen. Um als moderner Mensch auch alle Neuheiten der Technik vertrauensvoll dem aufgestellten zu verhandeln. Als nun auch diese Verhandlung resultatlos verlief, urteilen kann; hier aber handelt es sich um eine hervorragend Fahrkarten- Automaten Nickel, seinen legten die Arbeiter im Einverständnis mit den Leitern ihrer Organi öffentliche Frage, weil zunächst eine in der Medizin völlig unerhörte Nickel verschwand, doch kein Billet erschien. Darob bas erstaunt, fationen die Arbeit nieder. Dieses die Ursachen und der Thatbestand Methode angewandt wurde, die einer menschlichen Vivisektion gleich wird nun der Automat geschüttelt und geklopft, doch nichts rührt des Streits der Sattler und Lederarbeiter in der Lederwarenfabrit tommt, und weil hinzu kam, daß Herr Jakob in einem Berliner sich. Also hin zum Schalter, um das verlorene Gut wieder zu Tageblatte über seine Methode" einen eingehenden Bericht der erhalten. Da wird ihm nun die tröstliche Versicherung, daß er sich öffentlichen Kritik unterbreitet hatte. Herr Sanitätsrat Becher kann an die Automaten- Gesellschaft, Kölnischen Fischmarkt, wenden müſſe; hier könne man nichts zurückzahlen. Auf die verwunderte Frage also mit seiner Censur ruhig im eignen Hause beginnen. unfres Genossen, was denn geschehe, damit nicht noch andre Was die Sache selbst betrifft, so handelte es sich bekanntlich um darüber klagen brauchen, daß sie ihr Geld nuglos wird ihm die weise Antwort:„ dann wird der die neue„ Erfindung" des Herrn Prof. Jakob, des Assistenten an geuden, Eine zur der ersten medizinischen Klinik des Charité- Krankenhauses, der Apparat zugeschraubt". aufgestellte Rechnung Tuberkulose dadurch beizukommen, daß er die Infusionen von Wiedererlangung des Nickels hat ein recht betrübendes Resultat Tuberkulin und ähnlichen angeblichen Heilmitteln direkt in die ergeben. Abends nach Feierabend hinzufahren, erwedt unfrem GeLungen machte. Bei diesen Versuchen soll er auch nach wiederholten noffen die Befürchtung, daß dann die Räume der Automaten- Gesellbegründeten Behauptungen seines intimen Gegners Dr. Westen- schaft schon geschlossen sind und dann wären die 20 Pf., die er gehöfer vom Pathologischen Institut der Charité in zwei Fällen den Luft- gelangen, gleichfalls eingebüßt. Nun ist er noch nicht klar, ob er auf brauchen würde, um vom äußersten Norden nach dem Centrum zu röhrenschnitt gemacht haben, ohne jeden andern Grund, als um eben die einige Arbeitsstunden Verzicht leisten soll oder endgültig den Nidel Infusionen auszuführen. In dem einem Falle soll nach Dr. Westenhöfer fahren läßt. Es geht doch nichts über einen geregelten Großstadtfogar eine erhebliche Verschlimmerung der Krankheit eingetreten und der verkehr! Tod der Patientin beschleunigt worden sein. Ueber diese beiden Fälle Zu der Notiz Wüste Schlägerei auf einem Dampfer" in unsrer handelte es sich auch vornehmlich am Montagabend. Die beiden Gegner er- gestrigen Nummer wird uns von dem betreffenden Athletenklub mitgingen sich nach allen Regeln der Kunst in gegensäglichen Behauptungen, geteilt, daß die Darstellung übertrieben sei. Zu einer Schlägerei fei wobei Herr Jakob seine Blößen noch durch blasphemische Wige zu es überhaupt nicht gekommen. Allerdings sei dadurch, daß ein Gast decken suchte. Die übergroße Majorität der anwesenden Aerzte aber des Vereins während der Fahrt aus Uebermut über Bord ins Wasser verdammte ganz unzweideutig das Vorgehen Jakobs und nahm sprang, große Erregung namentlich bei den Damen hervorgerufen einen Antrag auf Einsetzung einer Untersuchungskommission worden, auch seien dem Urheber der Erregung die verdienten Vormit lebhafter Zustimmung auf. Die Abstimmung über diesen verwürfe nicht erspart worden, ohne daß es jedoch zu einer Thätlichkeit nünftigen Antrag fand nicht mehr statt, aber es ist dringend zu gebührlichen Betragens in Röpenick an Land gesetzt worden, was gekommen sei. Zwei andre Personen seien dann noch wegen unwünschen, daß der Antrag ausgeführt wird, schon damit die aber ebenfalls ohne Anwendung von Gewalt von ſtatten gegangen. Deffentlichkeit nicht sofort gezwungen wird, an eine andre Untersuchungsinstanz zu appellieren, damit die Kranken vor weiteren solchen und ähnlichen„ Heil" versuchen energisch bewahrt bleiben. Daran hat das Publikum ein erhebliches Interesse. Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Sattlerverbandes. Die Ortsverwaltung Berlin des Verbandes der Portefeuiller. Zum Streik der Arbeiter in den Vakuum- Werken ist folgendes zu berichten: Der Betrieb ruht noch vollständig. Die Geschäftsleitung lehnt es grundsäglich ab, die Forderungen der Arbeiter: einen Anfangslohn von 21 M.( jezt 15-18 m.) und nach sechs wöchentlicher Beschäftigungsdauer 24 M.( bis jegt selten oder gar feine Zulage) zu bewilligen. Wohl will sie, um die Uneinigkeit der Arbeiter herbeizuführen, einzelnen Personen eine Zulage gewähren, und sollen dann in ca. 14 Tagen neue Verhandlungen geführt werden. Obgleich die Arbeiter immer von neuem die Hand zum Frieden boten, lehnten es die Herren stolz ab, von ihrem " Ultimatum" auch nur einen Schritt zu weichen. Die Geschäftsleitung hat nun die Betriebswerkstätten geschlossen und will so verjuchen, die Arbeiter auszuhungern. Herr Lissa( von der Geschäftsleitung) hat ja das große Wort gesprochen:„ Wir wollen sehen, wer es länger aushält, ich sege meine Stirn durch." Arbeiter aller Art werden ersucht, den Zuzug auf das strengste fernzuhalten. Herr Rechtsanwalt Loewe, der Anwalt der Bädermeister, ersucht uns um Aufnahme folgender Berichtigung: Es ist unwahr, daß der Bäckermeister Barth in einer Versamm lung erklärt hat, die Tarifmeister müßten die 180 M. Geldstrafe bezahlen, zu denen die Streifleitung verurteilt sei. Weber diese Aeußerung noch eine irgendwie ähnliche Aeußerung hat Herr Barth gethan. Deutfches Reich. läßt sich noch immer nicht genau feststellen. In Frankfurt wurden am Sonnabendmittag 1200 Maurer festgestellt. 40 von 79. In an Ein Dampferunfall, der unter den Fahrgästen große Aufregung hervorrief, bei dem aber schließlich niemand zu Schaden kam, ereignete sich am Dienstagvormittag nach 1/410 Uhr an der Oberbaumbrücke. Der Personendampfer Graf Moltke" von der„ Stern" Gesellschaft, der sich auf der Fahrt nach Woltersdorfer Schleuse befand, hatte eben die Anlegestelle„ Schlesisches Thor" verlassen und fuhr unter der Oberbaumbrücke hindurch, als von einem Dampfrohr " Die Maurer von Kattowiz( D.-S.) traten am Montag in einen partiellen Streit. Es bestehen hier auf den Bauten fast unglaubliche Zustände. Die Behandlung durch Poliere und Meister ist so roh, wie wohl in keiner andren Gegend Deutschlands. Für Schutz des Lebens und der Gesundheit wird nichts gethan, und erst seit die Organisation besteht und anfängt Einfluß zu gewinnen, ist Die Ordnung in den Bureaus der städtischen Verwaltung war eine kleine Besserung zu spüren. Der Lohn beträgt 29 Pfennig pro vor einiger Zeit von uns beleuchtet worden durch Mitteilung der Stunde bei elfstündiger Arbeitszeit, die aber noch fortwährend Scherereien, die einem nerventranten Stassen boten St. gemacht die Badung herausflog und mit lautem Zischen der Dampf herausüberschritten wird. Außerdem besteht Taglöhnung, vierzehntägige wurden, als er nach seiner Entlassung aus der Irrenanstalt strömte. Das Schiff trieb bei der städtischen Bade- Anstalt„ CuvryLohnzahlung und Kündigung. Die Maurer fordern den Zehn- Dalldorf einen in die Anstalt mitgebrachten, amtlich in Ver- ftraße" vorbei, gelangte 300 Meter hinter der Brücke an das Ufer stundentag, 35 Pfennig Stundenlohn, wöchentliche Lohnzahlung und wahrung genonimenen Geldbetrag zurüdforderte. Herr und setzte die Fahrgäste auf dem Stein- und Stätteplas SchlesischeAbschaffung der Kündigung. – Die Arbeitsgelegenheit ist im ganzen St., der sich in geistiger Verwirrung aus seiner Wohnung entfernt straße 30 ans Land. Nachdem die Bestürzung sich gelegt hatte und Industriegebiet sehr günstig. Allein im Kattowizer Lohngebiet find hatte und nach planlosem Umherirren von der Polizei angehalten ein andrer Dampfer herbeigeholt worden war, fuhr die Mehrzahl bei 49 Arbeitgebern 83 Arbeitsstellen mit 692 beschäftigten Maurern worden war, war zunächst nach der Charité gebracht und von da der Fahrgäste mit diesem weiter. vorhanden. Bei fünf Arbeitgebern stehen die Maurer im Streit. nach Dalldorf überwiesen worden. Bei der Einlieferung in der Der Säbel eines Soldaten hat wieder einmal blutige Arbeit Charité hatte er 1,77 m. bei sich gehabt. Nach der Entlassung aus Die Zahl der Ausgesperrten im Maingebiete der Anstalt Dalldorf mußte er wegen dieses Geldes sich von einer verrichtet. In der Nacht zum Montag, gegen 2 Uhr früh, gerieten Auf dem Bureau an der Ecke der Blücher und der Camphausenstraße Behörde zur andern umherschicken lassen. in Dalldorf wurde Herrn St. gesagt, er möge sich drei junge Leute, ein Schlosser Alfred Schulze aus der Gneisenaudie Armendirektion wenden. Die Armendirektion gab ihm den Be- straße und zwei am Planufer wohnende Brüder Heinrich, mit einem Wiesbaden scheint die Aussperrung strikt durchgeführt worden scheid, ihr sei„ bon den beregten 1,77 Marf nichts befannt geworden", Gar de kürassier in einen Wortwechsel, der als harmlofer Scherz zu sein. Hier haben 700 Maurer die Arbeit einstellen müssen. In er solle bei der Charitédirektion anfragen. Die Charitédirektion begann und mit einer wüsten Schlägerei endete. In einer BedürfnisOffenbach sind es 350, in Hanau 60 und in Höchst etwa antwortete ihm, die 1,77 Mark seien in der Charité bei ihm vor- anstalt hatte Schulze in Gegenwart des Soldaten die Aeußerung 25 Maurer. Das wären zusammen 2335 Maurer. gefunden, aber bei seiner Ueberführung nach Dalldorf dort ab- gethan, er selber habe auch schon beim Militär gestanden und einer Was die Zahl der Zimmerer anbelangt, so haben in Frank- gegeben worden. Von der Direktion der Anstalt Dalldorf bekam er der Brüder Heinrich fragend hinzugefügt, das jei wohl bei den Da die jungen Leute, die zwischen 18 und furt 35 Unternehmer, die 462 Zimmerer beschäftigen, 331 derselben die Auskunft, die 1,77 Mark feien von ihm mitgebracht worden, man Kürassieren gewesen. ausgesperrt. Die Gesamtzahl der Unternehmer beträgt 88, die der habe sie damals an die Einziehungsabteilung der Stadthauptkasse 20 Jahren alt find, alle drei eine nichts weniger als türassiermäßige Zimmerer 722, von denen 544 organisiert sind. Die Zahl der überwiesen und die Armendirektion sei hiervon benachrichtigt worden. Figur haben, so hätte diese Bemerkung höchstens erheiternd Ausgesperrten erreicht also noch nicht 50 Proz. aller Zimmerer. In Die Armendirektion aber erwiderte ihm auf seine nochmalige An- wirken tönnen. Der Soldat aber fand sie gar nicht erheiternd, nahm sie gewaltig übel, antwortete den jungen Offenbach find von 104 Zimmerern 69 ausgesperrt, in an au frage, daß fie bezüglich dieses Geldes ihrem früheren Bescheide„ nichts sondern hinzufügen könne". Leuten mit Schimpfreden und gab ihnen Ohrfeigen. Die drei liefen Herr St. wunderte sich, daß die Armendirektion an jenem Be- auf die Straße hinaus, der Soldat setzte ihnen nach, und es scheid, wonach ihr von den beregten 1,77 Mart nichts bekannt ge- entspann sich ein Kampf, bei dem der Verteidiger der militärischen worden" wäre, nach wie vor festhielt, obwohl die Direktion der Anstalt Ehre schließlich den Säbel zog und wütend zuhieb. Die Dalldorf behauptete, daß sie der Armendirektion Mitteilung von dem Zeitungsmeldung, daß die Brüder Heinrich mehr oder minder Sie sind unverlegt Verbleib des Geldes gemacht habe. Er übergab die Angelegenheit erheblich verlegt worden seien, ist unzutreffend. weiteren Verfolgung und eventueller Aufklärung dem geblieben und danken ihrem Schöpfer, daß diese erste Berührung mit zur Vorwärts". Wir konnten nichts andres thun als sie dem Ur- einem Angehörigen unsres schneidigen Kriegsheeres so glimpflich für teil der Deffentlichkeit unterbreiten. Dieses Mittel hat sich oft be- fie abgelaufen ist. Dagegen ist Schulze von verschiedenen Säbelwährt und auch in dem vorliegenden Falle hat es feine hieben getroffen worden und hat mehrere Verwundungen erhalten. allem sind ihm ein paar Knöchel der rechten Hand Wirkung gethan. Wir erhalten jetzt, leider etwas verspätet, Bor so daß er möglicherweise eine dauernde von Herrn St. die Nachricht, daß ihm vier Wochen nach unsrer Ver- zerschlagen worden, in seiner Erwerbsarbeit davontragen wird. öffentlichung die Armendirektion mitgeteilt habe, die 1,77 Mart Beeinträchtigung feien von der Anstalt Dalldorf für ihn aufbewahrt und Der Ruf der von dem Soldaten angegriffenen drei Schwächlinge gehört. nunmehr durch die Armendirektion zur Auszahlung ange- nach polizeilicher Hilfe wurde von keinem Schußmanne wiesen worden, und daß nach Ablauf einer fünften Woche ihm das Passanten fielen dem Säbelschwinger in den Arm und suchten seine Geld per Postanweisung zugegangen sei. Aus der kahlen Zuschrift Tapferkeit zu dämpfen. Leider gelang es nicht, ihn festzuhalten. In der Armendirektion ist nicht zu ersehen, wem eigentlich Herr St. Begleitung eines andren Soldaten, der inzwischen dazugekommen diese Probe kommunal bureaukratischer Ordnung zu danken hat. war, tomite er in der Kaserne verschwinden. Wir können, offen gestanden, nicht finden, daß die jungen Leute, War das Geld, wie die Dalldorfer behaupteten, nach Berlin abgeführt worden oder war es in Dalldorf geblieben? Hatten die denen diese Sürassiersattacke begegnet ist, ganz frei von eigner Schuld Dalldorfer dem Berliner Bureau Mitteilung gemacht oder war der sind. Wer in der Nacht zum Montag einen Soldaten auf der Straße Armendirektion thatsächlich von den beregten 1,77 Mart nichts be- trifft, der muß sich selber sagen, daß der Mann nicht aus dem Dienst, tannt geworden"? Es hätte wirklich nichts geschadet, wenn die sondern wahrscheinlich aus einer Kneipe tommt. In solchen pflegt das Selbstbewußtsein eines Soldaten Armendirektion nach diesem langen hin und her den Beschwerde- Augenblicken zu machen als unter der Nachhabt hat, darüber aufgeklärt hätte, wie denn das alles zu wirkung bei vermeintlichen Bestande gekommen ist. Auch ein paar Worte der Ent- Wer aber weiß, daß ein Soldat schuldigung hätten dem Ansehen der städtischen Behörden gewiß leidigungen, die er von einem Civilisten erlitten zu haben glaubt, unter Umständen zur Waffe greifen darf und soll, teinen Abbruch gethan. der wird es vorziehen, sich mit Soldaten überhaupt nicht einzulassen, Der Wasserspiegel der Spree ist in den letzten 24 Stunden weder im Ernst noch im Scherz, nicht in der Nacht und nicht am abermals um drei Centimeter gefunken, und ein weiteres Fallen Tage. Dem Soldaten wird mit heißem Bemühen eingepautt, wie des Gewäffers wird noch von dem Oberlauf gemeldet. Unter diesen gewaltig der Abstand sei, der ihn vom Civil trennt. Da ist es wird aus Cluses( Departement Haute- Savoie) gemeldet. Als dort Verhältnissen gestaltet sich der Frachtverkehr auf dem Gewässer nur richtig, daß auch das Civil von sich aus eine deutliche Grenze ausständige Uhrmacher, welche mit Erlaubnis des Maires einen Um- immer ungünstiger und der anhaltend niedrige Wasserstand dürfte gegenüber dem Militär zieht. Bei den biederen Bewohnern des zug veranstaltet hatten, bei der Uhrenfabrik Crettiez vorübertamen, auf den Baumarkt Berlin bald einen ungünstigen Einfluß ausüben. platten Landes gilt es ja wohl als Ehrensache, den Säbelheld, fielen plöglich Schüsse, durch welche drei Männer und eine Frau Die Steinzillen der Ziegelbrennereien bei Rathenow können nur ber sich bei ihnen produzieren will, niederzuschlagen wie einen tollen getötet und etwa 15 Personen verwundet wurden, mehrere schwer. mit halber Ladung die Havel befahren, wodurch nicht nur eine Sund. Aber in Berlin ist das Civil gefitteter. Weshalb, so wird Die Ausständigen schleuderten hierauf Steine gegen die Fabrik und wesentliche Berringerung der Zufuhr, sondern auch eine erhebliche mancher fragen, läßt man junge, heißblütige Leute die für den Dienst legten Feuer bei derselben an. Wie festgestellt ist, haben die Söhne noch die für den Baumarkt erforderlichen Steinmengen von den tragen? Ja, weshalb! Eine naive Frage. legten Feuer bei derselben an. Wie festgestellt ist, haben die Söhne Vertenerung der Frachtkosten herbeigeführt wird. Bisher fonnten bestimmte Waffe auch auf Spaziergängen und Kneipenbesuchen bei sich des Uhrenfabrikbesitzers Crettiez die Revolverschüsse auf die vorüber- an den Landungsstellen befindlichen Lagerstellen aus ergänzt werden, Einen Kampf mit Zuhältern hatten zwei Schuhmänner am Die Zahl der ausgesperrten Zimmerer beträgt also 440, die Gesamtzahl der Ausgesperrten also nach vorläufiger Feststellung 2775. In den Versammlungen der Ausgesperrten herrscht eine begeisterte Stimmung, die auch die Frauen ergriffen hat. Auch ein Führer der christlichen" Arbeiter forderte in Frankfurt auf, den Unternehmern die den Arbeitern verabfolgte Ohrfeige zurückzugeben. Den Scharfmachern ist es also wieder einmal geglückt, die Arbeiter thatsächlich scharf zu machen. Husland. " Aus Boryslaw berichtet der offiziöse Telegraph unterm 19. Juli: Der gestrige Tag ist ruhig verlaufen. In der Nacht warfen unbekannte Thäter in das Innere einer Druckpumpe der Magazingesellschaft eine mit Pulver gefüllte Schachtel, die mit einer in Del getränkten Lunte versehen war. Das Pulver explodierte, doch gelang es, das Feuer gleich zu löschen. Heute wurden vier VerHaftungen vorgenommen. Die Bauarbeiter- Aussperrung in Stockholm wird, nach den letzten uns vorliegenden Nachrichten, unverändert aufrecht erhalten. Seitens des Maurerverbandes ist ein scharfer Protest gegen die Hineinziehung feiner Mitglieder in den Konflift an die Baumeister- Bereinigung gefandt worden, worin darauf hingewiesen wird, daß zu der die Arbeit der Maurer lahmlegenden Aussperrung der Maurer- ArbeitsTeute fein Grund vorlag, da sich diese Gruppe bereits vor der AusSperrung mit den Baumeistern geeinigt hatte, namentlich was den Stundenlohn anbetrifft. Antwort auf das Protestschreiben wird bis spätestens den 20. Juli vormittags verlangt. Bleibt die Antwort aus, so soll über andre Maßnahmen beschlossen werden. Eine fanatische Scharfmacher- That D führer, der außer den Scherereien noch allerlei Porto- Unkosten ge- sich viel stärker geltend des gegen mancherlei abstumpfenden Dienstes. ziehenden Ausständigen abgegeben. Sie wurden verhaftet und in das doch ist jetzt das Lager nahezu erschöpft, da die Anfuhr schon seit Sehr in Montagabend um 8 Uhr vor dem Hause Swinemünderstr. 36 zu Gewahrsam nach Bonneville gebracht. Unter der Bevölkerung herrscht Wochen nicht mit dem Berbrauch Schritt hält. Der 27 Jahre alte Arbeiter Ernst Sorrer und der fünf begreifliche Erregung. Auf Befehl des Präfekten wurden mehrere Mitleidenschaft gezogen sind durch die Dürre diejenigen Vororte, bestehen. Compagnien Jufanterie und eine Schwadron Dragoner entsandt. welche in der Nähe des Teltow- Kanals liegen. War hier das Jahre jüngere Kellner Adolf Belle, beide aus Swinemünderstr. 39, Grundwasser schon durch die Ausschachtung des Teltow- Kanals be- hatten durch ihr Benehmen in der Trunkenheit eine große Kinderschar Sie kehrten in das Wirtshaus von Riede in Die Beseitigung der Nachtarbeit in den italienischen Bäckereien. deutend zurückgegangen, so ist es jetzt mit dem Kanalspiegel noch hinter sich hergelockt. Die italienischen Bäckerei- Arbeiter haben beschlossen, im ganzen weiter gesunken. Die Teichstellen der Mierschen Eiswerke in Nixdorf Nr. 36 ein, auf dessen Ladentisch ein mit Weißbier gefülltes Glas Sorrer goß zuerst den Inhalt unter die Kinder und warf Lande in eine energische Bewegung zur Abschaffung der Nachtarbeit sind vollständig eingetrocknet, zahlreiche Hausbrunnen in Briß und stand. einzutreten. Eine ausführlich begründete Resolution soll den Rigdorf total versiegt, und ebenso wird über Wassermangel in den dann das Glas hinterdrein. Darüber entstand allgemeine Empörung Als zwei Schußmänner vom Deputierten, Senatoren, den Kommunalverwaltungen, Arbeiter- Brunnen in den westlichen und südwestlichen Vororten, die von dem und es bildete sich ein Auflauf. organisationen, Arbeiterkammern usw. zugesandt werden, mit dem Teltow- Kanal berührt werden, geklagt. Hoffentlich wird mit dem 90. Revier dazu kamen, griffen Sorrer und Zelle beide an. Sorrer erhielt drei Säbelhiebe über den Ersuchen, die Bäderei- Arbeiter in ihrem Bestreben zu unterstützen. jetzt eingetretenen Witterungswechsel endlich ein ergiebiger Regen Beamten zogen blank. Inzwischen waren noch eintreten und somit die Befürchtung einer ernsten Wasserkalamität Kopf, Zelle zwei über Schulter und Arm. weitere Schußmänner hinzugekommen, die bei der Festnahme der beseitigt. beiden Rowdys behilflich waren. Auf der Wache erhielten sie einen Verband und wurden dann nach einem Krankenhause gebracht. Beide find als gewaltthätige Menschen bekannt und auch schon bestraft. Lokales. Der Fall Jakob. Die Ein Sarg Schwindler treibt gegenwärtig in Berlin und Umgebung sein Unwesen. Der etwa 35jährige Mann, der sich den Der Fall Jakob, über den wir mehrfach berichteten und der Namen Hoffmann beilegt und vermittelst eines Krankenkassenbuches Icgitimiert, bestellt gewöhnlich einen Sarg für seine verstorbene Frau uns auch eine so eigenartige Berichtigung des Angegriffenen selbst oder für sonst irgend ein Familienmitglied. Wenn er den Laden vereintrug, fam am Montagabend erneut eingehend im hiesigen Verein lassen will, bemerkt der Besteller, daß er sein Portemonnaie verfür innere Medizin zur Besprechung. Diese Besprechung gessen, und bittet den Sargfabrikanten, ihm doch einige Mark zu nahm teilweise einen so tumultuarischen Verlauf, daß man beinahe' leihen, um noch verschiedene, für die Beerdigung notwendige Be- male herumgeschleudert und derart verlegt, daß an seinem Aufkommen Tödlich verunglückt ist am Dienstagnachmittag in der Fahrstuhlfabrit von C. Flohr in der Chausseestraße der 19jährige Schloffer Robert Meier. Bei der Reparatur einer elektrischen Leitung kam der junge Mann einer Transmission zu nahe, wurde von derselben mehrere Selbstmord aus Liebesgram. Die 22jährige Aufwärterin Quise Selbstmord aus Liebesgram. Die 22jährige Aufwärterin Luise Bormoser, die bis zum 1. d. M. Potsdamerſtr. 89 wohnte, unterhielt mit dem Rechtskandidaten Rudi St. ein unglückliches Verhältnis. Nachdem sie erfahren hatte, daß St. einem andren Mädchen gegen über verpflichtungen hat, band sie sein Bild auf dem Herzen fest, irrte längere Zeit im Tiergarten umher und sprang endlich in das Wasser. Ihre Leiche wurde gestern gefunden. gezweifelt wird. Db er es an der nötigen Vorsicht fehlen ließ, oder kasse wies am Schluß des ersten Quartals einen Bestand von 5527,731 gekommen, um die Weltausstellung zu besuchen und die Fortschritte mit der Arbeit nicht recht vertraut war, muß erst die Untersuchung Mart auf. Einschließlich dieses Bestandes betrug die Einnahme im der Amerikaner auf dem Gebiete der Medizin zu studieren. Vor ergeben. Gerade in dieser Fabrik sollen in letzter Zeit ältere Ar- 2. Quartal 9908,65 M. Nach Abzug der Ausgaben konnten 6858,75 einigen Tagen kehrte er aus St. Louis nach New York zurück und beiter entlassen und dafür jüngere, billigere Arbeitskräfte eingestellt Mark auf der Bank untergebracht werden. In Händen des Kassierers bereitete sich zur Heimkehr vor. Mit den New Yorker Verhältnissen worden sein, welche für derartige gefährliche Arbeiten nicht die sind 39,44 M., in Händen des Vorsitzenden 600 M.- Am Schlusse des war er vertraut, da er schon früher in Amerika war. Als er sich eines nötige Kenntnis besitzen. borigen Quartals hatte die Filiale 700 Mitglieder, am Schlusse des Abends auf dem Wege nach einem Hotel befand, wurde er, wie er letzten Quartals 881 Mitglieder. Dem Kassierer wurde Decharge erzählt, von zwei Negerinnen angesprochen, die ihn gegen den Pfosten erteilt. Ein Antrag, die zweiprozentige Entschädigung des Kassierers einer Straßenlaterne stießen. Während eine der Dirnen ſeine Arme umzuwandeln in ein festes Mantogeld von 60 M. pro Vierteljahr, fethielt, legte ihm die zweite eine Hand auf den Mund und durchwurde abgelehnt. Die große Mehrheit der Versammlung sprach sich suchte mit der andern Hand ſeine Taschen, aus denen sie dann eine für den bisherigen Zustand aus. In einem Referat über das Geldbörse, Wertpapiere und Briefschaften nahm. Dann schlugen die Thema:„ Warum organisieren wir uns?" ermahnte der Vorsitzende Straßenräuberinnen den Professor zu Boden und liefer davon. Der Krebs die Mitglieder, in jeder Beziehung praktische Solidarität zu leberfall war so unverhofft gekommen und die Frauenzimmer hatten üben und an den tariflichen Abmachungen strikte festzuhalten. Redner so schnell geplündert, daß der Professor vor Ueberraschung sich nicht hatte an dem Verhalten mancher Kollegen Verschiedenes zu rügen. zur Wehr sehen konnte. Nachdem er sich von der ersten Ueberraschung Die Versammlung bewilligte den Steinsehern und Rammern 150 m. erholt, lief er ins Hotel und erstattete Anzeige. Der Polizei ist es an Streitunterstüßung. Der Vorstand wurde beauftragt, kommen- aber nicht gelungen, die Spur der verwegenen Negerinnen zu finden. den Winter wieder einen Zeichenunterricht einzuführen, in der Art, wie er vor zwei Jahren erfolgte. Für den halbjährlichen Kursus sind etwa 5 M. zu entrichten. Außerdem wurden noch eine Reihe interner Verbandsangelegenheiten erledigt. Bei einem Arzt gestorben ist der 31jährige Kaufmann Emil Beiershöfer, der nach Berlin gekommen war, um sich ärztlich untersuchen zu lassen. Als er die Art der Krankheit erfuhr, verfiel er in Bewußtlosigkeit, wurde aber von dem Arzt wieder zur Besinnung zurückgebracht. Dann sollte er sich erholen, erhielt aber einen neuen Anfall von Ohnmacht, aus dem er nicht wieder zu erwecken war. Der Schred hatte ihn getötet. Feuerbericht. In den letzten 24 Stunden hatte die Feuerwehr nur fleinere Brände zu löschen, darunter mehrere Preßkohlen und Stellerbrände in der Staligerstr. 61, Zimmerstr. 51, Lothringerstr. 17, Waterloo- Ufer 6 und Brücken- Allee 20, wo Hobelspähne, Körbe 2c. in Brand geraten tvaren. In einem Falle war der Brand durch Selbstentzündung von Dellappen entstanden. Ferner hatte die Feuerwehr noch in der Dennewigstr. 33 zu thun. Robert Steidl, der beliebte Humorist und Operetten- Bonvivant Robert Steidl, der beliebte Humorist und Operetten- Bonvivant des Apollo- Theaters, ist von seiner Urlaubsreise zurückgekehrt und wird von heute an als Fris Leichtfuß in der Paul Linckeschen Operette, Venus auf Erden" wieder auftreten. Aus den Nachbarorten. 104 Achtung! Nieder- Schönhausen. Der Wahlverein hält sein Sommerfest am 24. d. M. in Wenzels Lindengarten, Lindenstr. 43, ab. Wir laden die Genossen im Umkreise dazu ein. Da alles aufgeboten wird, um das Fest zu jedermanns Zufriedenheit ausfallen zu lassen, hoffen wir auf rege Beteiligung. Den Genossen bringen wir nochmals in Erinnerung, daß Thiels, Liedemits und Donaths Lokale gesperrt sind. Friedenau- Steglit. Freitag, den 22., abends 8 Uhr, findet der sechste Vortrag über das Erfurter Partei Programm im Gesellschaftshause, Friedenau, Rheinstr. 14, statt. Rigdorf. In der Trunkenheit lief der Tischler Friedrich Fein in der Richardstraße gegen einen Motorivagen der Straßenbahn und zog sich erhebliche Kopfberlegungen zu. Ein Schußmann brachte ihn nach der städtischen Krantenanstalt. Vom Hizilag befallen wurde in der Bergstraße der 53 Jahre alte Schuhmacher Hermann Lehmann. 2. fiel auf der Straße um und mußte nach dem Krankenhaus geschafft werden. Bei einer Schlägerei in einem Schanklokal wurde der Steinträger Brätow aus der Prinz Handjerhstraße arg zugerichtet. Außer zahlreichen Kopfwunden erlitt B. auch einen Bruch des Nasenbeins, so daß er längere Zeit arbeitsunfähig sein wird. Die Thäter find zur Anzeige gebracht. " " Die Firma Bebel, Singer, Vollmar u. Co. Eine heitere Episode spielte sich vor einigen Tagen in einem Coupé zweiter Klasse auf der Fahrt nach einem bekannten Ostseebade ab. Auf einer der legten Kreuzungsstationen war der Andrang der Passagiere ein beDie Hausdiener, Packer- und Geschäftskutscher- Vereinigung hielt sonders großer, so daß die Schaffner sich nicht mehr anders zu am 14. Juli cr. ihre fällige Generalversammlung in den Industrie- helfen wußten als die Passagiere dritter Klasse in der zweiten Klasse In einem Coupé zweiter Klasse saß bisher ein Sälen", Beuthstr. 20/21, ab. Nach Erledigung einiger interner An- unterzubringen. gelegenheiten gab der Vorsitzende die Verlegung des Bureaus sowie einziger Herr, dem man den Reservelieutenant und notleidenden Arbeitsnachweises nach Brüderstr. 14 bekannt und forderte unter Agrarier schon von weiter Ferne ansah; derselbe schien von den Hinweis auf die kürzlich herausgegebene Agitationsschrift zur regen Neuzukommenden sehr unangenehm berührt und brimmite etwas wie Agitation für die Vereinigung auf. Im Hinblick auf eine Notiz im Skandalös!"„ Unerhört!" Schließlich wandte er sich an unsre Vereinigung nicht vertreten gewesen sein soll, berichtigte Kaiser eh! Unglaublich, man sollte doch, äh, mehr " Borwärts", wonach in einer der letzten Sigungen des Kartells einen ebenfalls neu eingestiegenen Passagier mit den Worten: als Ersatzdelegierter, daß er anwesend war. Nach Bewilligung Wagen zweiter Klasse gehen lassen! Aeh! eines Beitrags von 20 M. für die streifenden Metallarbeiter schloß 3 weiter Passagier: „ Dritter wäre viel not die Versammlung mit dem Ausdruck des Bedauerns, nicht mehr bei wendiger!" Reservelieutenant: Aeh, sehr richtig steuern zu können. bemerkt, äh!( Jovial) A eh! Reifen wohl gefchäftAchtung! Schlächtergesellen. Mittwoch, den 20. d. M., abends ich? Aeh!"- 3 weiter Passagier:„ Na- so ähnlich, Reservelieutenant: 9 Uhr, im Gesellschaftshaus Berliner Musiker"( großer Saal), Staiser jedenfalls nicht zum Vergnügen." renommierte Firma natürlich? Aeh." Wilhelmstr. 18m: Bersammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Reichs- Res tags- Abgeordneten Herrn Moltenbuhr über:" Der Maximalarbeitstag in Passagier:" Größte und angeſehenste Deutschlands." unsrem Berufe und der Nußen desselben für Meister und Gesellen". 2. Was ferbelieutenant: Aeh heißt und macht in?" Zweiter hat der diesjährige Meister- Berbandstag zur Besserung der Lage des Gesellen Passagier: Heißt: Bebel, Singer, Vollmar und standes gethan? 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Verschiedenes. Compagnie und macht in Socialismus!" Allgemeines Deutscher Arbeiter- Abstinenten- Bund, Ortsgruppe Berlin. Mitt- Gelächter der Mitreisenden erfüllte das Coupé, der Herr Reservewoch, den 20. d. M., abends 8 Uhr, im„ Englischen Garten", Merander- lieutenant fagte aber nur noch einigemal:„ Aeh äh" und berstraße 27c: Vortrag. stummte, und es flang wie der Schrei nach Erlösung, als er ant Reiseziel aus dem Coupéfenster hinausrief: Aeh- Gepädträger! Aleh, schnell!" Vermischtes. Aeh diese! " Eingegangene Druckschriften. 3weiter Geheime Untersuchungen über die Ursachen von Norges" Untergang. Eine Geheimniskrämerei, die geeignet ist, allerlei Verdacht zu Kommunale Pragis", 8eitschrift für Kommunalpolitik erwecken, wird bei den Verhören der nach Kopenhagen heimgekehrten und Gemeinde- Socialismus. Herausgeber Dr. Albert Südekum, geretteten Seeleute des untergegangenen Auswandererschiffes be- Berlin W. 15. Die neueste am 15. Juli erschienene Nummer 14 enthält Einiges von der trieben. Bisher waren derartige Verhöre vor dem See- und Handels- an erster Stelle einen Artikel Dr. Leo Arons: gericht in Kopenhagen stets öffentlich, in diesem Fall aber hat man die Berfassung und Verwaltung der Städte und Landgemeinden in den östlichen Provinzen Preußens; dann berichtet P. in einem Artikel über: WitwenOeffentlichkeit und die Presse ausgeschlossen und Waisenversorgung der städtischen Arbeiter in Dessau und an dritter Der Gerichtsvorsitzende Madsen begründet diese sonderbare Maßregel Stelle erscheint die Fortseßung des Artikels: Kommunales aus den Berichten damit, daß die Seeleute und auch der Kapitän Gundel durch die der Arbeiterfekretäre und Gewerkschaftskartelle für das Jahr 1903 von Gustav Anwesenheit von Vertretern der Presse leicht nervös werden Hoch- Hanay. Ein reichhaltiger Notizenteil schließt sich dem an. Das Nr. 15 des„ Süddeutschen Postillon ist soeben erschienen. fönnten. Die Begründung ist so unverständlich wie die Maßregel selbst. Haben doch nach allem was man erfahren hat, Mannschaft wie Titelbild ist eine Mirbachiade, die der Maler in farbenprächtiger Fußboden Kapitän bei der Katastrophe Unerschrockenheit und Todesverachtung mosait gegeben hat. Der heilige Schuster der katholischen Stirche, St. Crispin, Brit. Auf einem am Tempelhofer Weg belegenen Felde des bewiesen, und sie sollten nun nervös werden vor ein paar Zeitungs- spielt dies Thema weiter, in gerechter Entrüstung über seine neumodischen Landwirts Karl Dankert brannten drei große Getreidehaufen nieder. schreibern! Uebrigens giebt sich auch„ Det forenede Dampfstibselskab" Racheiferer Romeid und Schulz; hatte für geen genügig ber Es wird Brandstiftung vermutet. selbst alle mögliche Mühe, um ihre geretteten Leute von Reichen das Leder gestohlen und daraus für Arme Schuhe gemacht, aber Zwischen diesen folgen in bunter Reihe Stoßgebet der Geschröpften. Der Spandauer Magistrat will in der Sommerurlaubs- jeglichem Verkehr mit dem Publikum fernzu= Abschiedsgesuch eines deutschen Marine- Offiziers. Sport und Minister Civilisten- Denimal. Münchens neuere Entwicklung. frage der städtischen Arbeiter durchaus seinen Kopf durchsetzen, halten. Als der erste gerettete Seemann auf dem Centralbahnhof Ernennung. Die Stinkbombe als Kriegswaffe. Strandidyll. denn er hat dem erneuten Beschluß der Stadtverordneten zum in Kopenhagen eintraf, wurde er von zwei Angestellten der Gesell- Das Conto K. Rostocker Eisenbärte und eine Reihe kleiner Scherze, zweitenmal seine Genehmigung versagt und besteht auf seinem schaft empfangen und sofort gleichsam wie ein Verbrecher zwangs- Nationalliberale. Die Nummer ist bei allen Filialen und rückständigen Standpunkt: Den städtischen Arbeitern dürfe tein weise nach dem Comptoir der Gesellschaft befördert. Viele weibliche Glossen, Splitter und Sprüche. Anspruch auf Sommerurlaub zugestanden werden, vielmehr Angehörige der Verunglüdten hatten sich eingefunden, um von dem Beitungsträgern für 10 ẞf. zu haben. folle das Wohlwollen entscheidend sein. Was es damit aber auf sich Seemann etwas über das Schicksal ihrer Lieben zu erfahren. Sie Marktpreise von Berlin am 18. Juli. Nach Ermittelungen des hat, haben die Arbeiter nur zu häufig bereits fennen gelernt, und wurden von den Angestellten brutal zurückgestoßen und konnten, Für 1 Doppel- Centner: Weizen**), gute Sorte darum wird kein nur irgend social denkender Mensch die rück- ebensowenig wie die Vertreter der Presse, auch nur das Geringste er- tgl. Polizei- Präsidiums. mittel 00,00-00,00 R., geringe 00,00-00,00 m. ständigen Anschauumgen des Spandauer Magistrats sich zu fahren. Ebenso wurden die später heimkehrenden Seeleute von der 17,30-00,00 m., eigen machen können. Nunmehr soll gemäß der Städte- Gesellschaft in Empfang genommen und vor Verkehr mit Publikum Roggen**), gute Sorte 13,65-13,63 m., mittel 13,61-13,59 M., geringe 13,57-13,55 M. Futtergerste*), gute Sorte 14,60-13,60 m., mittel 13,50 Ordnung eine gemischte Kommission sich noch einmal mit und Presse bewahrt. Am Donnerstag brachte der Dampfer" Tjaldur" bis 12,50 M., geringe 12,40-11,40 m. Hafer*), gute Sorte 16,00-15,30 m., der Sache befassen, ehe der Streitfall dem Regierungs- 11 Gerettete von den Färöern, darunter 5 Passagiere; 19 Personen mittel 15,20-14,50 R., geringe 14,40-13,70. Erbsen, gelbe, zum Kochen Präsidenten zur Entscheidung unterbreitet werden kann. Was aus waren es, die in demselben Rettungsboot fieben Tage und Nächte 40,00-28,00 m. Speisebohnen, weiße 50,00-26,00 M. Linjen 60,00-25,00 W. dieser erneuten Kommissionsberatung herausspringen soll, erscheint auf dem Meer zugebracht hatten, 8 von ihnen mußten noch auf den Startoffeln 12,00-8,00 M., neue, Richtstroh 0,00-0,00 M. Heu 0,00-0,00. unerfindlich, da die erste Kommission sich mit allen gegen die eine Inseln bleiben, weil sie so trant waren, daß sie die Neise nach Kopen- Für 1 Stilogramm Butter 2,60-2,00 m. Eier per Schod 3,80-2,40 m. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Stimme des Oberbürgermeisters im Sinne des Stadtverordneten hagen noch nicht ertragen konnten. Auf Grund verschiedener MitBeschlusses ausgesprochen hat. Durch seine ungerechtfertigte ab- teilungen hat unser Bruderorgan" Social- Demokraten" erfahren, Wafferstand am 18. Juli. Elbe bei Aussig 0,60 Meter, bei lehnende Haltung hat der Spandauer Magistrat allerdings bewirkt, daß die Rettungseinrichtungen von" Norge" bei weitem nicht ausMeter. 2,15 Meter, bei Magdeburg Unstrut bei daß die städtischen Arbeiter in diesem Jahre wahrscheinlich ganz um reichend für die Masse der Passagiere und auch durchaus nicht in Dresden - Oder bei Ratibor+ 0,55Meter, bei Breslau ihren Urlaub tommen werden. Das socialpolitische Licht des Ma- tadellosem Zustand waren. Diese Ansicht wurde auch durch die nun Straußfurt+0,80 Meter. 1,68 Meter, bei gistrats der Arbeiterstadt Spandau leuchtet! in Kopenhagen eingetroffenen Bassagiere bestätigt. Uebrigens ist ber Begel+4,20 Meter, bei Breslau Unter Begel dieser Tage ein andres Auswandererschiff von„ Det forenede Damp- art he bei Posen+ 0,10 Meter. Nese bei Ujh+ 0,28 Meter. Frankfurt+0,36 Meter. Weichsel bei Brahemünde+1,90 Meter. sfibselskab", der Dampfer" Jsland", von der Seebehörde in Norwegen festgehalten worden, weil er nur für 200 Personen Rettungsboote hatte, während er 800 befördern follte. Der Direktor Brand von„ Det forenede" hat seiner Zeit mit großer Energie und mit Erfolg danach gestrebt, den dänischen SeeLeuten und Hafenarbeitern das Koalitionsrecht zu rauben. Dem- Stationen gegenüber war es wohl weniger wichtig, für die nötige Sicherheit auf den Schiffen zu sorgen. Eine Erklärung dafür, wie es möglich war, daß das von einem erfahrenen Kapitän geleitete Schiff der Rockallflippe zu nahe kommen konnte, scheint ein Telegramm aus London Swinemde. 760 2 3 5 heiter zu enthalten, wonach am 24. Juni auf einem Schiff in der Nähe Hamburg 764 N Berlin 762 WNW 4 heiter der Klippe Abweichungen des Kompasses beobachtet wurden, die das Frankj.a.M. 766 N 5 wolten! 16 Aberdeen 769 NND 2halb bd. 766 ND München 4 wolfen! 16 Paris 764D Schiff 30 Seemeilen aus dem Kurs brachten. 2 wolkent Bien 762 WNW 3 wolfen! 18 Wetter: Prognose für Mittwoch, den 20. Juli 1904. Ziemlich fühl und veränderlich, vielfach wolkig mit etwas Regen und frischen nordwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Gerichts- Zeitung. Witterungsübersicht vom 19. Juli 1904, morgens 8 Uhr. Barometer. stand mm Wind. richtung Windstarle Better Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometer unu quvij Wind. richtung Windstärke Wetter Regen 12 Haparanda 754 SD 15 Petersburg 756 DGD 1 Nebel 14 Cort Temp. n. C. 5° C. 4° 9. 2 halb bd. 11 10 12 20 Briefkaften der Redaktion. Chinakrieger. Es ist uns nichts davon bekannt, daß Teilnehmer der Ein aus Mutwillen begangener grober Unfug hat für den Anstifter, den Produktenhändler Adolf Wolf, schwere Folgen gehabt. Am 7. April v. J., in der zehnten Abendstunde, fuhr der Droschfenfutscher Jahn mit seiner Droschte vor dem Hause Fruchtstraße 28 vor. Er begab sich behufs Besichtigung einer Wohnung, die er zu mieten gedachte, in das Haus zum Verwalter und ließ seine Droschke vor dem Hause stehen. Während dieser Zeit tam Wolf aus einem benach barten Schantlokale, in dem er wacker gezecht hatte. In seinem animierten Zustande kam ihm der Gedanke, dem Kutscher einen Boffen zu spielen. Er schwang sich auf den Bock, ergriff Leine und Peitsche, Dieselbe Geheimthuerei wurde fortgesetzt, als am Freitag 15 Geund trieb das Pferd zu schnellster Gangart an. Das sonderbare rettete ankamen, die der deutsche Dampfer" Energie" aufgenommen Gefährt erregte allgemeine Aufmerksamkeit. In der Annahme, daß und in der schottischen Stadt Stornoway ans Land gesezt hatte. Wolf das Fuhrwerk gestohlen habe, suchten ihn Straßenpassanten und Unter ihnen war der Kapitän Gundel. Die Geretteten wurden, Wagenführer aufzuhalten. Wolf peitschte indessen unablässig auf soweit sie zur Besagung gehörten, sofort in geschlossenen das Pferd ein. Dem Gaul wurde schließlich die Sache zu bunt, er Droschten nach dem See- und Handelsgericht gebracht und dort nahm alle seine Sträfte zusammen und ging durch. Wolf verlor alle ebenso wie die früher angekommenen Seeleute unter Ausschluß der Gewalt über ihn. Schließlich raste das Fuhrwerk derartig gegen die Oeffentlichkeit verhört. Es waren aber auch einige von" Norges" Bordschwelle, daß es umschlug. Wolf flog im Bogen vom Bock Passagieren mit angekommen und unter ihnen ein Parteigenosse, herunter und kam unter die Droschke zu liegen. Er trug eine Lungen- der Sägewerkbefizer Rahn, der der Redaktion unsres Bruderorgans China- Expedition Anspruch auf Erlaß von Reserve- llebungen erheben können. quetschung davon, die ihn vier Wochen ans Bett fesselte. Außerdem einige Mitteilungen über das Unglück machte." Es war flares Sie können den Versuch machen, beim Bezirkskommando unter Hinweis auf erhielt er wegen Verübung groben Unfugs einen richterlichen Straf- Wetter," sagte er unter anderm, und es kann nur davon die Rede die Teilnahme an der Expedition um Befreiung von der Uebung einzu 17 345. Wenden Sie sich an die Verlagsbuchhandlung Paul befehl über drei Wochen Haft, gegen den er jedoch Einspruch erhob. sein, daß die Kompasse des Schiffes deklinierten. Die Panik und kommen. 2. 6. 1875. Von Zeit zu Zeit werden Im Termin wurde seitens der Verteidigung geltend gemacht, daß Verzweiflung unter den 800 Menschen war groß. Viele, besonders Barey, Berlin, Hedemannstr. 10. Näheres wird jedesmal durch die Presse von der Verübung groben Unfugs teine Rede sein könne. In Betracht Frauen, waren so von Schreck gelähmt, daß wir sie nicht bewegen staatliche Heizerfurse veranstaltet. Ein gutes Boot fann bekannt gegeben. lleber den nächsten Kursus ist noch nichts beſtimmt. komme lediglich das Hinaufspringen auf die Droschke. Dies sei ein fonnten, in die Rettungsboote zu steigen. Aft des Mutwillens, aber fein grober Unfug. Das Durchgehen des sich wohl auf dem atlantischen Ocean halten und wären Brivate Heizerprüfungen nimmt auch ab der Dampfkessel- Revisionsverein. Die städtische Maschinenbauschule, Pferdes, der Umsturz des Wagens und der entstandene Menschen- mehrere Boote vorhanden gewesen, so wären auch Näheres im Bureau, Alt- Moabit 90. Straßmannstr. 6, unterrichtet unter anderm in Maschinenlehre; dabei werden auflauf seien lediglich unbeabsichtigte Folgewirkungen der unsach- um so mehr Menschen gerettet worden. auch Behandlung der Dampskessel und Heizanlagen berücksichtigt. Näheres gemäßen Behandlung des Pferdes. Schlimmstenfalls sei eine gering- 4 Rettungsbooten und 4 Jollen, die„ Norge" an Bord hatte, waren dort. P. S. Uns find die Aufnahmebestimmungen für schweizerische Univerfi. fügige Geldstrafe als Ahndung des Mutwillens ausreichend. Der infolge des Schiffbruchs mindestens 600 Pafia= Amtsanwalt vermochte dagegen einen gröberen groben Unfug" sich giere zum Tode verurteilt. An Bord der" Energie" täten nicht bekannt. Fragen Sie einmal bei Duessel, Redaktion des„ Volks. M. H. 25. Wenden Sie sich an ein Antiquariat. faum vorzustellen, da Wolf durch seine Handlungsweise nicht nur sich wurden wir recht gut behandelt. Der Kapitän ließ uns ausges bote", Stettin, an. 8. D. 89. 8acherlin. selbst in Gefahr gebracht, sondern auch das Publikum im hohen Grade hungerte Menschen essen und trinken, was wir wollten. Aber nach G. 7. 78. 1. In Posen. 2. Drei Jahre. R. 100. Städtische gefährdet habe. Der Gerichtshof war derselben Meinung, berück der Hungerkur von 6 Tagen und Nächten waren unsre Mägen nicht Schuster, Nixdorf. Wenden Sie sich in fichtigte aber den gesundheitlichen und materieller Schaden, den Wolf für starte Füllung empfänglich. Doch wir haben allen Grund, dem Sparkasse am Mühlendamm. beiden Fällen direkt an den Verlag des" Bolfsrecht" in Zürich. durch seine Verletzung und Erstattung der Reparaturkosten für die Kapitän und der Mannschaft der„ Energie" für ihre herzliche und nicht gut durch den Briefkasten zu erledigen. Wenden Sie sich an die Droschte erlitten hatte. Die erst festgesezte Strafe wurde auf zwei großartige Hilfeleistung Dank zu sagen. So gut waren die Leute Redaktion des" Braunschweiger Boltsfreund", Braunschweig, Kleine Burg 16. Starfer, Kaklerstraße. Nein. A.. 10. Adressieren Sie nur: Wochen Haft herabgesetzt. gegen uns während der ganzen Reise." „ Social- Demokratens" Redaktion hatte nach dem Verhör auch Direktion der Harzer Gebirgsbahn in Wernigerode am Harz. J. Sch., eine Unterredung mit dem Kapitän Gundel, der es beklagte, daß er straße 48. Wöchnerinnenheim Berlin S. 59 am Urban. ebenso wie die übrige Mannschaft über den Schiffbruch selbst nichts Neuweißensee. 1. Rußland und hat 1067 Meter. 2. Seemeile 1855 Meter. Knoten dasselbe. Faden 1,82 Meter. 3. 899 Tonnen. 4. Zur Zeit 1 967800. aussagen dürfe, so lange die Verhöre dauerten. 1510 5. Uns nicht bekannt. 6. Bei dem Vorstand derjenigen Landesversicherungsanstalt, bei welcher Sie zulegt Ihre Beiträge gezahlt haben, einen diesbezüglichen Antrag zu stellen. 7. Alle Quittungen sowie die jetzt laufende Karte sind einzureichen. Das übrige erfahren Sie dort. 8. Jft ganz davon abhängig, in welcher Anzahl dieselben Anträge eingehen. R. G. 360. Nach Adam Nieje haben Sie in Jbrer Chiffreangabe die wirklich recht ihwierige Frage meisterhaft gelöst. Verfammlungen. Bei den Das Der Centralverband der Stuffateure Deutschlands( Filiale Abenteuer eines Heidelberger Professors in New York. Berlin) hielt am 18. Juli bei Franke, Sebastianstraße, eine gut- Opfer eines nächtlichen Raubanfalles wurde in New York Professor besuchte Versammlung der Mitglieder ab, welcher der Kassenbericht Dr. Robert Noa aus Heidelberg. Zwei farbige Frauenzimmer haben für das zweite Quartal vorlag. Die Einnahmen und Ausgaben für ihm, seinen Angaben zufolge, 2200 Mart und wertvolle Dokumente, die Haupttaffe Hamburg balancieren mit 3580,10 M. Die Filial- I darunter auch seinen Baß, geraubt. Professor Noa war nach Amerita G. K. 25. Beuffel. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabende Sou 7 bis 9 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 br. des ominösen Paragraphen find Sie nicht verpflichtet, sich eine derartige| 1. Nein. 2. In der wissentlichen Beihilfe tönute Begünstigung bet Beeinträchtigung der Bewohnbarkeit Ihrer Räume gefallen zu lassen, jedoch Erwachsenen erblickt werden. 5. S. 1000. Ein Recht auf Aufnahme lässt sich nicht mit Sicherheit voraussagen, wie der Prozeß ausfallen in eine Lungenheilanstalt giebt es nicht, die Versicherungsanstalt kann dem 5. S. 100. 1. Deutsche werden ohne Unterschied des Geschlechts mit wird. K. N. 1. Nein. 2. Statuteneinreichung ist erforderlich, Antrag auf Aufnahme stets stattgeben und ihn stets ablehnen. vollendetem 21. Lebensjahre volljährig. Auf Antrag können Sie schon vom wenn der Zwed auf Erörterung öffentlicher Angelegenheiten abzielt. vollendeten 18. Lebensjahre ab für volljährig erklärt werden. 2. Welche 3. Eine Schant- Stonzession ist auch in Ihrem Falle erforderlich. Fiedler. Sie müssen dem Wirt mitteilen, daß die Kündigung verspätet antam und Sie deshalb wohnen bleiben. Mittel im Einzelfalle zur Durchführung des Erziehungsrechtes und der ErB. G. 84. In GesamtE. E., Spandau. Nach dem Jnhalt Ihres Versicherungsvertrages Preußen besteht das Standesamt seit dem 1. März 1875, in Gesamtziehungspflicht anzuwenden find, läßt sich nicht sagen. Das Amtsgericht hat find Sie nicht berechtigt, einseitig vom Vertrage zurückzutreten, sondern Deutschland seit dem 1. Januar 1876. In einigen Teilen Deutschlands auf Antrag gegen einen Mißbrauch des Erziehungsrechts einzuschreiten. Ein müßten die Versicherungsbeiträge in vollem Umfange zahlen. Merkur. bestanden schon vordem Standesämter. D. Schloß a. 31. Die Besolcher Mißbrauch kann in der von Ihnen angedeuteten Maßregel erblickt werden. Ihre Anfrage ist so allgemein gehalten, daß sie nicht erkennen läßt, wie der rechnung des Jahres- Arbeitsverdienstes für die InvalidenversicherungsP. A. Wenn Sie sich nicht einigen, tönnen Sie lediglich auf Zahlung Fall, über den Sie Auskunft haben wollen, liegt. Die einschlägigen Vor- Beiträge richtet sich nach dem ortsüblichen Tagelohn, nach dem Umstand, flagen und dann sich die Forderung überweisen lassen. Damit das Pfand schriften finden Sie in Art. 66 bis 69 H.-G.-B. Abonnent seit 84. welcher Art Kasse der Arbeiter angehört und danach, ob Wochenlohn, nicht verfällt, müßten Sie für Prolongierung Sorge tragen und die Kosten 1. Ja, beim Amtsgericht. 2. Ja. 3. Nein. O. R. 100. 1. u. 2. Ja. Monatslohn usw. vereinbart ist. Die einschlägigen Vorschriften haben wir mit einflagen. B. G. 24. Die Bewilligung des Armenrechts befreit nur G. 5. 26 a. Sie können auf Herstellung eines ordnungsmäßigen Bu- ausführlich wiederholt dargelegt. Sie finden dieselben S. 305, 306 des in von vorläufiger Zahlung der Gerichts- und eignen Anwaltskosten. Auf die standes der Maschinen lagen.- 100. 1. Rein. 2. Ja. J. W. 8. Die den öffentlichen Lesehallen ausliegenden Arbeiterrechts". W. 34. 1. Die Erstattungspflicht der Kosten des gegnerischen Anwalts hat die Bewilligung sechswöchentlich vereinbarte Kündigungsfrist ist einzuhalten. Teinen Einfluß. A. N. Lohn Versicherungsanstalt kann Heilverfahren eintreten lassen, verpflichtet ist fie N. R. 36. 1. Das Gerücht ist falsch. Die katholische beschlagnahme ist in Ihrem Falle unzulässig. Der Beamte ist im Recht. hierzu nicht. Eine bestimmte Zahl Marken ist nicht Boraussetzung der AufReligion ist die ältere. 2. Ja. F. B. 23. 1. und 2. Jn 5 Jahren. Aus der Differenz des Billetbetrages kann auf Betrugsabsicht geschlossen und nahme. F. R. 22. Wer am 21. August 1903 sein 70. Lebensjahr vollendet Betrugsanflage erhoben werden. Legen Sie Ihren Fall unter Anführung vor 2. Die Bescheinigung ist zu erteilen, wenn Ihre Frau hatte, muß 501 Marken nachweisen können, um Altersrente zu erhalten. der Beweismittel der Eisenbahndirektion Berlin dar und beantragen Sie gründende Beschäftigung nicht lediglich vorübergehend aufgenommen Krankheit berufsmäßig eine die Versicherungspflicht beEin Antrag vor Erfüllung des Nachweises wäre zwecklos. R. 2. Troz Niederschlagung der an sich mit Recht geforderten sechs Mart. S. St. hätte. Legen Sie Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde ein. æ. Ja. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 20. Juli. Anfang 7%, Uhr: = Nenes königl. Opern Theater. Die Geisha. Belle: Alliance. Gastspiel von Emil Winter- Tymians in diesem Genre dastehenden sächsischen einzig 15 Humoristen und Sängern. Zum Schluß: Der geprellte Salontiroler. Anfang 8 Uhr. Schiller 0. Der Prophet. ( Wallner Theater.) Westen. Liebeshandel. Central. Dlle Kamellen. Läuschen und Rimels. Hanne Nütes Abschied. Jochen Päsel. Ein kleiner Beamter. Carl Weiß. Der Weg zum Herzen. Metropol. Ein tolles Jahr. Winter Garten. Edith Helena. Heloise Titcomb. Specialitäten. Apollo. Venus auf Erden. Specialitäten. Stadt Theater Moabit. Großstadtzauber. Reichshallen. Gastspiel von Dstar Junghähnels humoristisch. Herrengesellschaft. Passage Theater. Terta Semmeloff. Specialitäten. Anfang 5 Uhr. Urania. Taubenstraße 48/49. Die Weltausstellung in St. Louis. An den Seen Oberitaliens. Juvalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Morwitz- Oper. Mittwoch abend 8 Uhr: Der Prophet. Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: 1 0000 Neue Welt.....@ Hasenheide 108/114. Mittwoch, den 20. Juli 1904: Arnold Scholz. Die Weltausstellung in St. Louis. Grosses Ernte- Fest Hierauf: An den Seen Oberitaliens. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTAN'S ANOPTICUM. PA Friedrichstr. 165. Der unverwundbare Fakir!! Die zusammengewachsenen Schwestern Rosa u. Josefa. Passage- Panoptikum. Das Bärenweib, lebend. Der 16 jährige Riesenknabe Der lange Josef 217 ctm gross. Nada und Mnemos, Gedankenleser. Der Leichenfund. Aga, die schwebende Jungfrau. Alles ohne Extra- Entree. Passage- Theater. Terka Semmeloff russische Tänzerin. Naniva, japanische Truppe. Vierzehn erstklass. Nummern. Donnerstagabend 8 ur: Etablissement Buggenhagen Gastspiel Heinrich Bötel. Der Troubadour. Freitagabend 8 Uhr: Die Jüdin. Der Sommergarten ist eröffnet. Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. Im großen schattigen Natur: garten ieden Abend 8 Uhr: Im Garten des Schiller- Theaters N. Konzert. täglich großes Militär- Konzert. Central- Theater 8 11hr: Ginakterabend aus Frit Reuters Werken: 1. Olle Ramellen. 2. Läuschen und Niemels. 3. Hanne Dienstags, Donnerstags, Sonntags: Führmann- Walde- Sänger. Sonnabends Tanz. im Kaisersaal: Nütes Abschied. 4. Jochen Bajel Carl Weiss- Theater. 5. Bräfigs legtes Stündlein. 6. Ein fleiner Beamter. Emil Richard, tgl. Hofschauspieler, a. G. Morgen und folgende Tage: Dieselbe Vorstellung. Metropol- Theater Der grösste Erfolg dieses Jahres: Ein tolles Jahr. Gr. dramatisch- satirische Revue in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Victor Hollaender. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Apollo- Theater. 74 Uhr: Gr. Gartenkonzert. 8-9 Uhr: Das große Juli- Specialitäten- Programm mit Gebr. Darvas, Handvoltigeure, Emmi Kröchert, Exc.- Soubrette. 92 Uhr: Große Frankfurterstr. 132. Noch mehrere Aufführungen: Der Weg zum Herzen. Anfang 8 Uhr. Im Garten: Große Vorstellung. Uhr. infang 5% Li Kinderferienfest. Heute: Großes Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute: Große Extra Vorstellung zum Benefiz für den Ballettmeister Taglioni. Einmalige Aufführung von Satanello ober: Der tanzende Freier. Große Ballettpantomime unter Mitwirkung namhafter Herren u. Damen. Außerdem das Juli- Attraktions- Programm. Anfang 4 Uhr. Im Saale: Gr. Ball. 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Illustrierte Kataloge auf Verlangen gratis und frei. Der Danksagung. Kollegen bei der Beerdigung meines lieben Mannes [ † 10 " für den Allen Teilnehmern, Freunden und Socialdemokratisch. Wahlverein 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Franz Bizek sage ich hiermit meinen innigsten Dank. Die trauernde Witwe Bertha Bizet. Sanssouci. Kottbus er Thor Stat. der Hochbahn Täglich im Garten: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Sonntag, Montag, Donnerstag: Nach der Soiree: Tang. Bochentags haben Bors abenden ausgegebenen, Gültigkeit. zugstarten, auch die zu den Theater COOLOCISCHER CARTEN Z Täglich nachmittags ab 5 Uhr: MilitärDoppel- Konzert Eintritt 1 M., ab 6 Uhr 50 Bf. Stinder unter 10 Jahren die Hälfte. Schweizer- Garten Am Königsthor. Am Friedrichshain. Täglich: Todes- Anzeige. Am 18. d. M. verstarb unser Mitglied, der Händler Alex. Carthaus Reinickendorferstr. 46c. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 21. d. M., nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause aus nach dem neuen NazarethKirchhoj, Reinickendorf, Berlinerstraße, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 238/11 Der Vorstand. Socialdemokratisch. Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Todes- Anzeige. Am Sonntag, den 17. d. M., verstarb unser Mitglied, der Zimmerer Emil Jachner Dunderstr. 68. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 20. d. M., nachmittags 6 Uhr, von der Halle des Gethsemane- Kirchhofes in Nordend ( Nieder- Schönhausen) aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 247/19 Der Vorstand. Deutscher Theater- Vorstellung Metallarbeiter- Verband mit wechselndem Programm. Am 1. und 15. jeden Monats Specialitäten Wechsel. = Zum Schluß: Zurück von den Hereros. Gr. Gesangsposse mit Tanz v. M. Koch. Entree 30 PT. Täglich: Ball. Jeden Mittwoch: Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unfer Mitglied, der Dreher Reinhold Grahlmann am 15. d. Mts. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 21. Juli cr., Kinderfest. admittags 3 Uhr, von der W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Nur noch wenige Tage: Verbotene Wege, Leichenhalle des Krankenhauses am Urban aus statt. Rege Beteiligung erwartet 118/6 Die Ortsverwaltung. od.: Getreue Nachbarnu. besgleichen. Arbeiter- Schwimmer- Bund. Else u. Jean. The Amados. Don Toledo. Ein ungeschliffener Diamant. Anfang 6 Uhr. Staffeeküche v. 3 Uhr ab. Bei schlechtem Wetter Vorst. im Saal. Rerliner Prater Theater Kastanien Allee 7.9 Täglich: Vineta. Bantomime: Ein ruhiges Zimmer zu vermieten. Satanello- Trio. Wardinis. Clown Steffi. Ball, Konzert, Specialitäten. Anf. 4 Uhr. Eintr. 30 Pf. Num. Pl. 50 Pf. Fröbels Allerlei- Theater fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Hente Sonder- Abend. Konzert, Theater, Specialitäten. Konzert, Theater, Specialitäten. 15 neue Nummern. Arbeit bringt Segen. Boltsstück mit Gej. in 2 Alt. v. Braune. Extra Tanz. Tanzlehrer P. 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Juli, nachmittags Uhr vom„ Urban", Grimm straße, aus nach Nieder- Schönhausen, Friedens- Kirchhof statt. Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand. Nachruf. Am 9. Juli verstarb nach langen Leiden unser Ehrenmitglied Herr Albert Dube. Seine Verdienste, welche der selbe sich auch als Mitbegründer des Bereins erworben hat, bewahren ihm bei uns ein ehrendes Andenken. Männer- Gesangverein ,, Echo" ( 1869). 26985 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung unsres lieben Baters und Bruders Emil Schall fagen wir unfren innigsten Dant. 28225 Die trauernden Hinterbliebenen. Berantwo. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. It. 168. 2L 2. ßtilnjf i>es Joraärts" KnIimMM, Mittwoch, 20. Juli 1004. V. Ksugreß der christlichen Gewerkschaften Deutschlands. Essen, 19. Juli. Der Kongreß wurde eingeleitet am Sonntagmorgen durch eine allgemeine Versammlung im.Kolosseum", an der gegen 3000 Per- sonen teilnahmen. Gewerkschaftsbeamter Schiffer-Krefeld redete über:„Die Gleichberechtigung der Arbeiter"; er wies an dem unzulänglichen Stande der Socialgesetzgebuna, des Koalitionsrechts usw. nach, wie viel dem Arbeiter an der Gleich- berechtigung noch fehle. Diese Gleichberechtigung sei nur zu erreichen durch eine Stärkung der christlichen Gewerkichasten. Wie der Redner die Gleichberschtigung auffaßte, bewies er durch folgende Sätze: .Standesunterschiede bestanden immer und werden immer bestehen: sie find notwendig zur Aufrecht- erhaltung der gesellschaftlichen und Wirtschaft- lichen Ordnung. So strebt der kluge und charaktervolle Mann nicht nach Verwischung d er S t a n d e s un t e r s ch i e d e, sondern nach Wahrung seiner eignen Interessen unter Rücksichtnahme auf die berechtigten Interessen andrer Stände".— Arbeitersekretär Behrens meinte: Ohne die christlich- nationalen Arbeiter sei die Arbeiterbewegung nicht vollständig; wie die Arbeiterbewegung als größte Kulturerscheinung der Gegenwart überhaupt, ebenso b e- beut s am sei die christliche Arbeiterbewegung, die christlichen Arbeiter hätten neben den materiellen Interessen auch Ideale: Die Anhänglichkeit an Vater- land und Kaiserhaus, das wolle man sich nicht nehmen lassen und das trenne die christlichen von den socialdemo krattschen Arbeitern, mit denen allerdings in gewissen Fällen ein Zu- sammengehen möglich sei.— Arbeitersekretär G i e s b e r t s (M.-Gladbach) nennt das abgelaufene Jahr eine.gesegnete Zeit" für die christlichen Gewerkschaften, die mehr hätten erreichen können, wenn die Trägheit und Gleichgültigkeit unter den chri st lichen Arbeitern nicht so groß wäre. Am Montag wurden die Verhandlungen des Kongresies eröffnet durch B r u st, der auch mit Ellerkainp, dem Führer der lippe- schen Ziegler, zum Vorsitzenden gewählt wurde. Brust findet, daß die christlichen Gewerkschaften.schöne Erfolge" erzielt haben. Nach dem Geschäftsbericht, den Stegerwald- Köln erstattet, stellen sich diese.schönen Erfolge" so dar: Die christlichen Gewerkschaften zählen gegenwärtig 101(KX> Mitglieder, im Durchschnitt des Jahres 1903 91(XX), sie haben im verflossenen Jahre einen Zuwachs von 8103 Mitglieder zu verzeichnen.(Die in den Statistiken mit aufgeführten Eisenbahnnerverbände kommen als Arbeiterorgani- sationen nicht in Betracht, sie werden mitgezählt, nur die kläglich geringe Zahl der christlichen Gewerkschaftsmitglieder, die so auf 203 000 anschwellen, zu bemänteln.) Stegerwald ist der Meinung, daß das vergangene Jahr.nicht ungünstig" für die christliche Gewerkschaftsbewegung gewesen sei, man könne.im allgemeinen zufrieden sein." Es sei fest- gestellt, daß im Verhältnis zu ihrer Stärke die christlichen GeWerk- schasten mehr an Strerks und Lohnbewegungen be- teiligt gewesen seien als die andren Organisationen. Die freien Gewerkschaften seien stärker, weil sie mehr Mittel und mehr Beamte hätten. Sodann schlug der Redner ein Thema an. das in der Dis- kussion noch öfter wiederkehrte: das ablehnende Verhalten der Presse— eigentlich der ultramontanen Presse— den christlichen Gewerkschaften gegenüber. Die Finger einer Hand, so meinte Stegerwald. reichten hin. um die Zeitungen aufzuzählen, die sich der christlichen Gewerkschaften annähmen; über dieses Thema werde in der geschlossenen Generalversammlung noch zu reden sein. Die Diskussionsredner ergingen sich namentlich in Schilderungen der Schwierigkeiten, die der christlichen Gewerkschaftsbewegung entgegenständen, sie Nagten über den„Terrorismus" der freien Gewerkschaften, über die Teilnahmlosigkeit und Feindselig« keit der bürgerlichen Presse, über das Verhalten der Be- Hörden— der geistlichen nicht minder Wiederwelt- lichen. sagte ein Redner aus dem Münsterlande, nach dessen Er- fahrungen in Westfalen die Geistlichen den chri st lichen Gewerkschaften mehr Hindernisse in den Weg legen als die Unternehmer.— Ein Redner meint. daß in manchen Gegenden die christlichen Gewerkschaften mehr verfolgt und bekämpft würden als die Social- demokraten.— Einen Beitrag zum patriarchalischen System des ehrbaren Handwerks brachte ein Redner au? Paderborn, der mit- teilte, daß bei Gelegenheit einer Lohnbewegung der Schuhmacher die Meister den Gesellen den Hausschlüssel ab- genommen hätten, um sie vom Besuch der Versamm- lungen abzuhalten: ein andrer Redner beklagt sich über das Verhalten der Jnnungsmeister, die sich vielfach arbeiterfeindlicher als die Großindustriellen zeigen. Ein intereffanteS Thema regte Schiff er-Krefeld, einer der Führer der christlichen Textilarbeiter an, er beantragte, daß der Ausschutz des GesamtverbandeS in den nächsten zwei Jahren einen internationalen Kongreß der christlichen Arbeiter einberufen solle. Die christliche Arbeiterbewegung werde erst dann zu wirklicher Bedeutung gelangen, wenn sie aus inter« nationale Grundlage gestellt werde. Die folgenden Redner waren mit diesem Borschlag einverstanden, der in der Fassung zur Annahme gelangte, daß die Einberufung eines Kongresses der christlichen Arbeiter aller Länder in Erwägung gezogen werden solle._ 5. Gtneralversammlnns des Derems der Lithagrapheil, Steindrulker und Kerufsgellssseu Deutschlands. Dresden, 13. Juli. Nach dem Bericht der Mandats- Prüfungskommission sind «1 Delegierte anwesend, außerdem als Vertreter des Hauptvorstandes der Verbandsvorsitzende und der Hauptkassierer Brell, der Vorsitzend« des Ausschuffes Rieh-Nürnberg, und die beiden Redakteure Obier und Hansen. Die österreichische Bruderorganisation hat einen Ver- treter entsendet; als Vertreter der Generalkommission erscheint Rob Schmidt, als Vertreter der Buchbinderorganisation Kloth- Leipzig und als Vertreterin deS graphischen Hilfsarbeiter-Verbandes Frau Paula Thiede. � Ter Vorsitzende Sillier giebt einen kurzen Bericht— wir haben die Hauptzissern bereits gebracht— und knüpft daran noch eine Reihe von Bemerkungen, die sich auf die verschiedenen Konflikts- Punkte beziehen. R i e ß- Nürnberg rügt, daß die Mitgliedschaft Berlin III, cnt- gegen den gegebenen Vorschriften, ihre Delegierten in einer Mit- gliederversammlung statt durch Urabstimmung gewählt habe. Tischendörfer verteidigt das Verfahren der Berliner Litho- graphen. ES werde auch noch in andern Zahlstellen so gehandhabt. Dazu wird ein dringlicher Antrag angenommen, daß sich zukünftig bei Wahlen jede Mitgliedschaft strikte an die betreffenden Be- stimmungen zu haften habe. Dürr- Stuttgart drückt seine Entrüstung darüber aus, daß eS seinem gewählten Mitdelegierten nicht möglich war. auf die Generalversammlung zu kommen, weil sein Arbeitgeber, der noch dazu der Schwiegersohn eines socialdemokratischen Reichstags- Abgeordneten sei und viele Arbeit für den„Wahren Jakob" zu leisten habe, nicht die Erlaubnis wegen angeblich«ringender Arbeit gegeben habe. Görlitz- München teilt mit, daß auch ihm die Erlaubnis ver« weigert worden sei, daß er aber einfach seine Stellung, trotzdem er ßehn Jahre dort beschäfrigt war, aufgegeben Hab«. Sillier be- merkt dazu, daß eS ähnlich noch vier andern Delegierten gegangen sei; sie hätten sich an dui Verbandsvorstand gewendet und dieser habe ihnen empfohlen, trotzdem zu fahren. Es müsie endlich einmal energisch dagegen Front gemacht werden, daß die Arbeitgeber, mit denen man noch dazu in Tarifgemeinschaft lebe, so vorgehen. Darauf giebt der Hauptlassierer seinen Bericht, dabei auf den gedruckt vorliegenden Bericht verweisend, aus dem wir schon einige Ziffern gegeben haben. Es könnte konstatiert werden, daß jetzt von ca. 15 000 im Beruf Beschäftigten 10 630 oder 70— 71 Prozent organisiert seien. 42 Prozent der eingegangenen Beiträge würden zu Unterstützungen verwendet und 65 Prozent der Unterstützungen gingen für Arbeitslosen-Unterstützung darauf, während die Reffe- Unterstützung zurückgegangen sei. Zum Schluß teilt er der Generals Versammlung mit, daß die Mitgliedschaft München einen Antrag auf Ausschluß des Verbandsvorsitzenden Sillier eingereicht habe. (Pfuil) Der Vorstand habe diesen Antrag nicht in der Fachpresse veröffentlicht, um die Organisation nicht zu blamieren. Rieß- Nürnberg geht in seinem Ausschußbericht sehr ein gehend auf die schwebenden Differenzen mit den Münchener Kollegen ein und verurteilt scharf deren Vorgehen gegen den Vorstand. Es hätte sich gehört, daß der Ausschuß von dem Münchener Antrag unter- richtet worden wäre. Rieß erörtert dann eingehend den Berliner Streitfall und besonders das Verhalten Tischendörfers, gegen den er sich in sehr scharfer Weise wendet, besonders in seinem Ver- halten gegen den Redakteur Obier und den Ausschuß. Tischendörfer habe mit unehrlichen Waffen gekämpft. In der Differenz mit dem Unternehmer F e t t b a ck in Hannover habe der frühere Vorstand durch Tischendörfer, der ein politischer Parteifreund von ihm sei, über die Köpfe der Verwaltung mit demselben verkehrt. Der Ausschuß stelle sich da auf die Seite der Hannoverschen Kollegen. Betreffend der Beschickung des Heimarbeiterschutz-Kongresses durch Berufsgenossen wirft Rieß Tischendörfcr Mandalsiägerei vor. Es war bestimmt worden, daß die Berliner Filiale III, Leipzig und der Vorstand je einen Delegierten bestimmen sollen. Tisckendörfer sei delegiert worden, nachdem er sich erboten habe, auf eigne Kosten auf den Kongreß zu gehen. Ebenso wurde von Rieß mißbilligt, daß die Berliner Filiale III auf Kosten der Verbandskäffe, ohne Zustimmung des Vorstandes und Ausschusses, eine Statistik aufgenommen habe. Zum Schluß seiner Ausführungen wendet sich Rieß scharf gegen die Drohungen, die von gewisser Seite ausgestoßen seien, und die nur auf Gründung einer Sondororganisation der Lithographen hinzielen könnten, obgleich Tischendörfer bei Gelegenheit des Frankfurter Schiedsgerichts ehrenwörtlich versichert habe, daß er niemals daran gedacht habe und auch nie die Hand dazu bieten würde, die Gründung einer Sonderorganisation zu betreiben. Von zwei Seiten kommen Anträge, die Erledigung all der Differenzpunkte zunächst einer fllnfgliederigen Kommission zu über- weifen. Darüber entspinnt sich eine lange Geschäftsordnungs- Debatte. Ein Münchener Delegierter und Tischendörfer verlangen zunächst, vor der Generalversammlung ihren Standpunkt zu ver- treten. » Nachmittags-Sitzung. Nach Verlesung der Präsenzliste und zweier Telegramme wird die Beratung fortgesetzt. Zu den Streitigkeiten zwischen den Mit- gliedschaften München, Düsseldorf und Hannover mit dem Vorstand und der Angelegenheit Tischendörfer soll eine Kommission eingefetzt werden, die diese Sachen zu prüfen hat. A l b u- Düsseldorf berichtet über die dortigen Vorgänge. Er bemerkt, daß in Düsseldorf die Differenz noch immer bestehe; nur um der Allgemeinheit willen sei man dort vorläufig noch etwas zurückhaltend in den Angriffen gegen den Vorstand. Einverstanden aber sei man mit dessen Haltung nicht. Der Vorstand habe nicht die Interessen der Kollegen im rechten Sinne gewahrt. Dieselbe Meinung giebt Brummer- München zum Ausdruck. Dieser berichtet über das, was in München Anlaß zur Unzufriedenheit gegeben hat. Der Antrag München auf Ausschluß Sillicrs brauche nicht gerade zum Beschluß erhoben zu werden, aber Sillier sei seinem Posten nicht mehr gewachsen. Redner wendet sich energisch gegen die Ansicht des Vorstandes, daß Kollegen, die über 2000 Mark hier und dort verdienten, nicht versicherungspflichtig seien. welchen Standpunkt der Vorstand eingenommen habe. Das habe viel Staub aufgewirbelt. T i s ch e n d ö r f e r- Berlin legt ausführlich sein« Ansichten dar, die sich zunächst nach einem Geschäftsordnungs- Beschluß nur auf die Schiedsgerichtsfrage und auf die Broschüre be- schränken. Er spreche in diesen Punkten im vollen Einverständnis mit den Kollegen in Berlin I und II. Er bitte dringend, das All- gemeininteresse nicht hinter das Jnteresse Einzelner zu stellen. Man habe kunstlich einen„Fall Tischendörfcr" gemacht. Der Vorsitzende £?.? Ausschusses, Rieh, habe sich für verpflichtet gehalten, gegen Tischendorser scharf zu machen. Redner erklärt, vor dem Schiedsgericht nicht durch Ehrenwort versprochen zu haben, für irgendwie andre Bestrebungen(nationalsocial) nicht mehr thätig sein zu wollen. Er beantragte, ein neues Schiedsgericht einzusetzen. Einem Beschluß der beschlossenen Kommission könne er sich nicht fügen, denn er halte die Generalversammlung nicht für fähig, objektiv zu sein, da in diesem Punkt gegen ihn lTischendörfer) fast allseitig vorgefaßte Meinungen beständen.(Oho!) Sollte er vor dem Schiedsgericht eine Erklärung abgegeben haben, die wie ein Versprechen aufgefaßt worden sei, so habe er jedenfalls nur das, was er habe sagen wollen, nicht richtig aus- gedrückt. Die Sache bitte er, der Gewerkschaftskommission in Berlin zu unterbreiten, diesem Schiedsspruch würde er sich fügen, während er sonst gegen die Kommissionsbeschlüsse protestieren müßte. Wenn er auch mit diesem zu Protokoll gegebenen Protest sich begnügen würde, so würde dann aber doch die Angelegenheit wiederkehren. Nach diesen Ausführungen entsteht eine sehr erregte Debatte, weil durch die Haltung Tischendörfers Unklarheit entsteht darüber, ob man den bereits gefaßten Beschlutz, auch den Fall Tischendörfer der Kommission zu überweisen, aufrecht erhalten will, oder, dessen Wunsche entsprechend, die Sache an die Gewerkschaftskommission in Berlin zu überweisen. Das letztere wird abgelehnt, darauf eine Kommission von 7 Delegierten gewählt und hierzu bestimmt: Rudolf, Bauknecht, Bessner, Risch, Hefsel, Müller und Schubert. Die Generaldebatte nimmt darauf ihren Fortgang. Ausführlich geht T i f ch e n d ö r f e r auf die verschiedenen Differenzpuntte ein. Der Ausschuß halte sich für die oberste Instanz, wolle oft den Vor- stand vergewaltigen und verschulde infolge dieser falschen Amts- auffassung die meisten Differenzen. Diese ohne große? Aufsehen in Güte zu erledigen, fehle eS dem Ausschusse am guten Willen. Eine besondere Staatsaktion habe Rieß(Vorsitzender des Ausschusses) daraus gemacht, daß der Vorstand gegen die Mitarbeiterschaft von Parvus, an der„Graphischen Presse", sich gewendet habe. Die Parvusschen Artikel möchten ja ganz gut sein, aber der Vorstand habe eS doch im Verbandsinteresse für nötig gehalten, hier auf Aenderung zu drängen. Er habe dabei nichts andres gethan, als was der socialdemokratische Parteivorstand gegen die Parteivresse sich ebenfalls erlaube. Wenn vom Vorstand das Statut nicht gehalten sein sollte, so geschah auch das in dem Bewußtsein, daß dann eben eine zwingende Notwendigkeit vorgelegen habe. An der ferneren Debatte beteiligten sich Müller. Bremen, Görlitz- München, Stiebe- Kaufbeuren, P u r s ch e- Zittau und Haß- Berlin. Letzterer stellt sich säst uneingeschränkt auf den Standpunkt des Hauptvorstandes, während die übrigen nur zum Teil den Vorstand verteidigen. Sozialed« Ersatzpflicht wegen tödlichen Ausganges einer Trlnkwett«. In einem Innsbruck« Gasthause wettete ein Fuhrmann mit einem Maler, er werde in demselben Zeiträume ebenso viele große Wein- gläser Kognak trinken, als der letztere Schnapsgläser, mit derselben Flüssigkeit gefüllt, leeren werde. Der Fuhrmann hatte die Wette ge- wonnen, war aber nach einer Stunde zusammengebrochen und ge- storbeu. Der Maler, die Wirtin und ein dritter an dem Zustande-' kommen der Wette Beteiligter wurden wegen Vergehens gegen die körperliche Sicherheit verurteilt. Auf Grundlage dieses die Mitschuld der drei Genannten feststellenden gerichtlichen Ausspruches begehrte nun die Witwe des durch Alkoholmißbrauch Getöteten von den Verurteilten Ersatz in Gestalt einer Rente für sie und die Kinder deS Getöteten. Das Gericht anerkannte die Berechtigung eines solchen Anspruches, �stellte aber durch Einvernehmung von Zeugen fest, daß die Vermögens- Verhältnisse des Fuhrmanns, der sein Geschäft immer mehr ver- nachlässigt hatte, dessen Trinkfestigkett also mit dem Niedergange seines Erwerbs erkauft worden war, zur Zeit seines Ablebens nicht gestatten, die Höhe seines Einkommens aus mehr als 725 Kronen (1 Krone— 85 Pf.) jährlich zu veranschlagen; da nun der Witwe aus dem Nachlasse noch eine Rente von 543 Kronen zukommt, könne der Entgang nur mit 182 Kronen beziffert werden. Von diesem Entgange falle aber, da den Fuhrmann selbst zum mindesten ein gleiches' Verschulden an dem tödlichen Ausgange treffe, wie die übrigen, auf diese letzteren nur die Hälfte. Es ivurden also die drei Genannten schuldig erkannt, zu ungeteilter Hand eine Rente von 91 Kronen jährlich an die Witwe und die Kinder des Verunglückten zu leisten._ Hub Industrie und Handel. Friedrich Krupp, Aktiengesellschaft. Essen. Die Handelskammer in Essen veröffentlicht den zweiten Teil ihres Jahres, berichts, der eine interessante Uebersicht über die Ausdehnung der Kruppschen Werke bietet. Nach diesem Bericht gehören der Firma Krupp außer der Gußstahlfabrik in Essen mit einem Schietzplatz in Meppen das Kruppsche Stahlwerk vormals F. Asthöwer u. Co. in Annen i. W., das Grusonwerk in Buckau bei Magdeburg, die Ger- maniawerft in Kiel, das Hüttenwerk Rheinhausen mit 6 Hochösen, von denen 4 bereits in Betrieb sind, und den Stahl- und Walzwerken, deren Betrieb Anfang 1905 eröffnet wird; 3 weitere Hochofenanlagen bei Duisburg. Neuwied und Engers; eine Hütte bei Sayn mit Maschinenfabrik und Eisengießerei; 3 Kohlenzechen, nämlich: Zeche Hannover, Zeche Hannibal und Zeche Sälzer u. Neuack; eine große Anzahl von Eiscnsteingruben in Deutschland, darunter 10 Tiefbau- anlagen mit vollständiger maschineller Einrichtung; außerdem ist die Firma an mehreren andern Kohlenzechen und an Eiscnsteingruben bei Bilbao in Nordspanien beteiligt; eine Reederei in Rotterdam mit Seedampfern. Auf der Gußstahlfabrik waren im Jahre 1903 in den etwa 60 Betrieben in Thätigkeit: 5350 Werkzeug- und Arbeitsmaschinen, 20 Walzenstraßen, 138 Dampfhämmer mit zusammen 248 475 Kilo Fallgcwicht, 63 hydraulische Pressen, 372 Dampfkessel, 529 Dampf- Maschinen mit zusammen 51 275(43 843) Pferdekräften. 5 Gas- motoren mit zusammen 527 Pferdekräften, 752 Elektromotoren, 609 Krane mit zusammen 6 507 400 Kilo Tragfähigkeit. Die Gesamtzahl der auf den Kruppschen Werken beschäftigten Personen einschließlich 4190 Beamten beträgt 45 239. Von diesen entfallen auf die Gußstahlfabrik Essen 25 041, das Grusonwerk in Buckau 3329, die Germauiawerft in Kiel 2311, die Kohlenzechen 7877, die Hüttenwerke, Schießplatz Meppen usw. 6231. Der Durch- schnittslohn beharrt noch immer auf derselben Stufe, auf die er im vorigen Jahre gesunken ist. Die auf der Gußstahlfabrik durch- schnittlich pro Kopf und Tag bezahlten Löhne betrugen: 1908 4,56 M.. gegen 4,52 in 1902, 4,63 in 1901, 4,78 in 1900, 4.72 in 1899, 4,57 in 1898, 4,43 in 1897, 4,24 in 1396, 3,95 m 1890. Der Konflikt der großen SchiffahrtSgesellschasten. Wie bekannt. haben iüngst die Leiter der großen deutschen und englischen SchiffahrtSgesellschasten in London unter dem Vorsitz Gerald Balfours, des englischen Handelsministers, konferiert, um den zwischen der Cunard-Linie und verschiedenen kontinentalen Linien ausgebrochenen Konkurrenzkampf beizulegen. Ueber daS Resultat der Verhandlungen ist bisher nichts bekannt geworden, da, wie es hieß, die Beteiligten sich verpflichtet hätten, zu schweigen. Jetzt wirb der„Frankfurter Zeitung" aus Hamburg geschrieben, daß die' Konferenz zu keinerlei Ergebnis geführt hat. Thaffache sei, daß die ungarische Auswanderung der größte Stein des Anstoßes gewesen sei, über den keine Verständigung erzielt werden konnte, daß schrist- liche Verhandlungen als aussichtslos gelten, daß für einen späteren Zeitpunkt, der aber keineswegs feststeht, neue mündliche Be- sprechungen in Aussicht genommen seien, daß inzwischen d« ruinäse Frachtenkampf unverändert weitergeht, und daß infolge der Rede Lord JnverclydeS beim Stapellauf eines EunarddampierS die Ge» reiztheit zwischen den Parteien vorläufig noch zugenommen habe. Deutsch-niederländische Telegraphengesellschaft. In Köln wurde heute von einem deutsch-niederländischen Konsortium unter Führung der Dresdner Bank eine deutsch-niederländffche Telegraphengesell- schaft mit sieben Millionen Mark Aktienkapital und dem Sitze in Köln gegründet. Die Gesellschaft will von den ostindischen Besitzungen Hollands(CelebeS) nach der Insel Jap und von da einerseits nach Shanghai und andrerseits nach der Insel Guam, zum Anschluß an das Pacific-Kabel der Commercial Cable Compagnie ein Untersee- kabel legen und betreiben. Sie wird die der Firma Fetten u. Guilleaume, Carlswerk, in Mülheim a. Rh. und einer holländischen Gruppe von der deutschen und niederländischen Regierung erteilten Konzcssionen für diese Kabelstrecken übernehmen und von beiden Regierungen Subventionen von insgesamt 1 900 000 M. jährlich er- halten. Der zur Legung der Kabel erforderliche Kapitalaufwand von ca. 14'/, Millionen Mark soll, soweit er nicht durch Einzahlungen auf das Aktienkapital gedeckt wird, durch Ausgabe von Obligationen beschafft werden, deren Verzinsung und Amortisation durch die Sub- ventionen sichergestellt wird. Ausfuhrhandel der nurdamerikanischen Union nach Kanada. Ob- gleich schon seit dem Jahre 1900 die brittschen Produkte bei der Einfuhr nach Kanada eine Zollreduktion von 83>/z Prozent genießen, nimmt die kanadische Einfuhr von Waren, die in den Vereinigten Staaten von Amerika hergestellt sind, weit schneller zu als die Ein- fuhr brittscher Erzeugnisse. So haben z. B. die Vereinigten Staaten in den ersten zehn Monaten des vor seinem Ende stehenden Fiskal- jahres der Donnnion für 104 000 000 Dollar Waren geliefert gegen 93 000 000 Dollar bezw. 89 000 000 Dollar in der entsprechenden Periode der beiden vorhergehenden Jahre. In den ersten zehn Monaten des Jahres 1897, in welchem in Kanada eine Zollreduftion zu Gunsten von Großbritannien und damit eine Gesetzgebung in Kraft ttat, von welcher man in Kanada bofste, sie werde die Ein- fuhr von dem Mutlerlande vermehren, die aus den Ver. Staaten dagegen einschränken, waren es dagegen nur für 51 903 579 Dollar Waren, die von der Union nach Kanada ausgeführt wurden. Dir Störung der Binnenschiffahrt durch die Abnahme de? Wasser- standeS der Flüsse und Kanäle nimmt von Tag zu Tag zu. Nach Meldungen aus Lübeck ist der Schiffahrtsverkehr zwischen Hamburg und Lübeck auf der Elbe jetzt gleichfalls eingestellt worden. Alle Frachtkontrakte treten bis auf weiteres außer Kraft. Die Abnahme bezw. Beförderung von Gütern geschieht nach besonderer Ueberein» kunft. Auch der Schiffahrtsverkehr Lübeck-Berlin, Lübeck-Dresden und Lübeck-Magdeburg ist bi» auf weiteres eingestellt worden. Der Saatenstand Oesterreichs in der Mitte des MonatS Juli. Infolge der außerordentlichen Dürre hat sich nach offizieller Meldung der Stand der Saaten und der Feldfrüchte bedeutend verschlechtert. Die Weizen- und Roggenernte verspricht nur einen teils schwachen. teils mittelmäßigen, teils aber guttnittleren Ertrag. Die Gerste, be« sonders die Spätsaat, bietet«in klägliches Bild. Die Haferernte wird direkt als schlecht bezeichnet werden müssen. Auch das Wachstum der Zuckerrübe ist vielfach stark beeinträchtigt. Deutscher Metallarbeiter- Verband Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsftelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV. 3353. Laut Beschluß der Ortsverwaltung wird unsre Bibliothek am Sonnabend, den 23. Juli cr. auf mehrere Wochen zwecks Renovierung und Inventur geschlossen. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 3353. Donnerstag, den 21. Juli, abends 8%, Uhr: Versammlung der Elektromonteure 118/4 A im Gewerkschaftshause, Engel Ufer 15( Saal 3). Tages- Ordnung: 1. Vortrag über:„ Das Dreileiter- System". Aufnahme neuer Mitglieder. Die Ortsverwaltung. Unfren Mitgliedern zur Nachricht, daß in folgenden zwei Bezirken probeweise das Hauskassierer- System eingeführt ist. Bezirk I( Süd- Osten): Cuvrystraße, Eisenbahnstraße, Falckensteinstraße, Görlitzerstraße, Görlitzer- Ufer, Gröben- Ufer, 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Heckmann- lfer, Lausitzer Platz, Lübbenerstraße, Muskauerstraße 1-11 und 47-55, Oppelnerstraße, Staliterstr. 45-97, Schlesische Straße, Sorauerstraße, Wrangelstr. 23-112, 3enghofstraße. Bezirk II( Norden): Arkonaplatz, Brunnenstr. 58-128, Demminerstraße, Jasmunderstraße, Granfeeerstraße, Graunftraße, Gleimstraße, Lortzingstraße, Usedomstraße. Binetaplats, Wolgasterstraße, Wollinerstraße, Wattstraße, Putbuserstraße, Namler: straße, Rügeuerstraße, Ruppinerstraße, Swinemünderstraße, Schönholzerstraße und Stralsunderstraße. 118/ 5* Achtung! Achtung! Die Ortsverwaltung. Central- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Mittwoch, den 20. Juli, abends 82 Uhr, im Neuen Konzerthaus, ( Grand- Hotel Alexanderplatz): Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68 Lindenstraße 69 Wir empfehlen den Genossen zum Abonnement: Wider die S ค่ Verein socialdemokr. Gaft- u. Schankwirte Berlins und Umgegend. Freitag, den 22. Juli, nachm. 5%, Uhr, beim Kollegen Wernau, Schwedterstraße 23/24: Ausserordentliche Generalversammlung. Tages- Ordnung: 1. Kassenbericht vom zweiten Quartal und Bericht der Revisoren. 2. Bericht der Rechtsschutz Kommission. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Anträge Köpnid und Franke. 5. Vereinsangelegenheiten. 69/10 Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. J. A.: Ferdinand Ewald. Grosse Baudeputierten- Verfammlung. pfaffenberrfchaft 2. All Arbeiter- Sportfest dieser Bersammlung teilzunehmen. Laut Beschluß der letzten Versammlung sind sämtliche Organisations- Funktionäre verpflichtet, an Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Ströbel über Bildung und Bildungsmittel". Die Verbandsleitung. J. A.: E. Thöns. 2. Diskussion. Der Kampf in Bäckergewerbe! Folgende Bäckermeister haben am Dienstag, den 19. d. Mts., den Tarif anerkannt und unterschrieben, sind als geregelt zu betrachten und in der Sonntagsliste nachzutragen: Osten. Blumenstraße 50a, J. Junkers Erben. Ebelingstr. 5, M. Blender. Königsbergerstr. 18, Ludo. Langenbedstr. 12, D. Rehwaldt. Rüdersdorferstr. 20, W. Bödner. Weidenweg 82, D. Bertau. Wienerstr. 58, F. Bachstein. Köpenick. Berlinerstr. 12, C. Stufinski. Glienickerstr. 3b, M. Friedrich. Grünauerstr. 10, N. Stiehr. Die Forderungen durch brochen resp. folgende Bäckermeister und sind deshalb aus zu streichen: Norden. Fennstr. 51, Hankes Bäckerei. 34, " Filiale. Rosenstr. 111, D. Scheibe. Louisenstr. 9, D. Reglaff. Friedrichsfelde. Berlinerstr. 102, Wölfert( hat den Tarif schon vor 14 Tagen unterschrieben). Deutsch- Wusterhausen. Emil Kirste. zurückgezogen haben der Liste der Bewilligten Arbeitskräfte von den Kommissio-| Mühlenstr. 32, Hornig. nären. Nordosten. Immanuelkirchstr. 30, N. Baldin. Osten. Chauffeestr. 87, Stolberger-, Ede Gerichtstr., Hankes Fil. Der Vertreter dieser Bäckerei und Filialen, Herr Derling, bezieht seine| Cadinerstr. 4, D. Steddin. M. Mörschels Restaurant Zum Sportshaus. Samariterſtr. 21, D. Schöning. Warschauerstr. 8, 2. Precht. Weidenweg 37, Keumüz. Schöneberg. Gothenstr. 44, W. Sperlich. Die Verbandsleitung. Bureau: Gipsstr. 2. Telephon Amt III, 1243. Ziegenhals, am Crossinsee. Bahnstation Zeuthen. Fernsprech- Amt Königs- Wusterhausen No. 75. Jeden Donnerstag: Grosse DampferExtrafahrt mit Musik. Abfahrt 2 Uhr nachmittags an der Stralauer Brüde, Ecke Waisen- Brücke. Dampferstation Kahnt& Hertzer. Hin und Rüdfahrt nur 50 Pf., Kinder die Hälfte. Freunde und Bekannte lade ergebenst dazu ein. NB. Für Fabriken! Sonnabend, den 16., 23. und 30. d. 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Er zeigt wie inmitten der zu sammenbrechenden römischen Gesellschaft die urchristlich- kommn: nistische Agitation beginnt, aus der sich die Kirchenherrschaft ent widelt. Der Leser sieht wie das Papsttum entsteht und wie es den Gipfel seiner Macht, bis zur WeltHerrschaft ersteigt, bis die wach sende fapitalistische Wirtschaftsweise die Pfaffenherrschaft in Blut und Kriegsgetümmel erstickt. Das Werk ist ein dauern= des, wertvolles Bildungsmittel für die deutsche Ärbeiterklasse. 28116 am Sonntag, den 24. Juli 1904 in den Gesamträumen des Müggelschlösschen u. des Strandschloss am Müggelsee bei Friedrichshagen, veranstaltet von Arbeiter- Sportvereinen Berlins u. Umg. Korso- und Reigenfahren der Radfahrer- Vereine, Reigen- und Riegenschwimmen, sowie Springen und Wasserballspiel, Geschwadersegeln und-Rudern, Segelund Ruderregatta, turnerische Aufführungen, Athletik und Ringsport, Massengesänge, Volksbeluftigungen aller Art. Großes Konzert von 3 Kapellen. 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Juli, von nachmittags 5 Uhr ab zur Ausgabe, und werden die verehrten Bereinsvorstände sowie Einzelfahrer gebeten, dieselben in unsrer Geschäftsstelle, Berlin NO., Weinstr. 31, bei Franz Liehr ab. zuheben. Der Vorstand. Prinzen, Dr. Schünemann Dr. Simmel, St Specialarzt für Hants, Harn und Frauenleiden, Seydelstr. 9. Wochentags 12-3, Kleine Anzeigen. Teppiche mit Farbenfehlern Fabril niederlage Große Frankfurterstraße 9, parterre. + 37* Restauration Unterandrer nehmungen wegen fofort billig zu verkaufen. Kundt, Weserstraße 208, am Kottbuser Damm. Linoleum, Tischdecken, Tapeten, Teppiche, Läufer, Reste. Holzmarkt straße 52. Ringschiffchen, Bobbin, Schnell Aufpolsterung! Sofa 5,00, Matratze näher, ohne Anzahlung, Woche 1,00, 4,00, auch außerm Hause. Bachmann, 2358* gebrauchte 12,00. Stöpniderstraße 60/61, Blumenstraße 35 b. Brenzlauerstraße 59/60 und Große Fahrräderankanf. Möbel, PianinoFrankfurterstraße 43. + 96* Beleihung. 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