Nr. 169. Abonnements- Bedingungen: bonnements- Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter SonntagsBeilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für ble nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Der Stand der HandelsvertragsVerhandlungen. Donnerstag, den 21. Juli 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferusprecher: Amt IV. Nr. 1984. Rußlan abgelehnt wird. Man fieht, fuhr, und der Schwerpunkt der Tegteren liegt für uns, wie bekannt, an wa Its in der Einfuhr von Getreide, besonders wieder von Roggen, für den setzt das Werk fort, mit blutigem Hohn und höllischem Witz die wir faum einen andren Lieferanten haben, Rußland freilich auch preußische Justizaltion und das preußische Gericht zu traktieren. Die faum einen andern Abnehmer. Weizen ist für Rußland nicht ganz liebenswürdige Einladung an die preußischen Angeklagten, fich RußSeit der Nacht vom 13. zum 14. Dezember 1902, in der wider so wichtig, weil wenigstens anderweitige Absatzgebiete vorhanden land freiwillig auszuliefern, verschärft die verächtliche, lässig verRecht und Gesetz der Wuchertarif zur Verabschiedung fam, find über sind, und auch Deutschland kann anderweitig Weizen beziehen. zögerte Antwort und die beabsichtigte Tücke, den Vernehmungsanderthalb Jahre verflossen. Die Regierung erklärte damals durch Unser Hauptlieferant ist dafür jetzt sogar die nordamerikanische termin erst in die Zeit nach Abschluß des Königsberger Prozesses den Reichskanzler, daß sie auf die schleunige Erledigung der Vorlage Union geworden, die gerade deshalb in unsrer handelspolitischen anzusehen. um so mehr dränge, als sie möglichst schnell zu neuen Handels- Kalkulation so an Bedeutung gewonnen hat. Der Vorsitzende, der mit den Angeklagten, Zeugen und auch verträgen zu kommen wünsche. Inzwischen hat die Regierung ge= Trotz der Bedeutung, die für Rußland seine Getreide- Ausfuhr selbst den Verteidigern mit höchst peinlicher Schneidigkeit zu ber lernt, was ihr jeder halbwegs Einsichtige damals voraussagte, wie nach Deutschland hat, werden jedoch wohl schließlich die Norderneyer lehren liebt, hat gegen diese Verlegung der Würde eines preußischen ungeeignet dieser Tarif, den Graf Bülow„ ein Werk zum Segen Verbandlungen zu dem Resultat führen, daß die russische Regierung Gerichts durch russische Behörden nichts einzuwenden; ja, er hätte des Vaterlandes" nannte, zur Abschließung neuer Handelsverträge die deutschen Getreide Minimalzölle acceptiert, während die am liebsten das russische Telegramm gar nicht verlesen, und mußte ist. Sie muß Jahre vergehen lassen, ehe die neuen Verträge überhaupt deutsche Regierung außer zu allerlei politischen Liebesdiensten erst zur Mitteilung genötigt werden. so weit greifbare Gestalt bekommen, daß sich darüber in den gesetz- sich zu wesentlicher Erleichterung der russischen Vieheinfuhr in gebenden Körperschaften reden läßt. Ueber den gegenwärtigen Stand dieser Vertragsverhandlungen gehen durch die Presse seit einigen Wochen allerlei Meldungen, die fich zwar nicht völlig kontrollieren lassen, die aber doch so viel Wahres enthalten, daß der Regierung jezt das Feuer auf den Nägeln brennt, und daß fie endlich auf dem Wege des Abschlusses von Handelsberträgen vorwärts zu kommen fucht. Zu dieser selben russischen Regierung ist das preußische Gericht das deutsche Zollgebiet und zur Annahme eines Teils der erhöhten gestern geflüchtet, damit sie das fehlende Gegenseitigkeits- Gesetz Industriezölle des neuen russischen Tarifs versteht. In ihrer traurigen ermittele, obwohl nach den Gutachten der Sachverständigen und des heutigen Position möchte die russische Regierung es doch nicht gern Auswärtigen Amtes das Gefeß nicht existiert. Ja, im Grunde steht mit dem lieben westlichen Nachbar verderben, und die deutsche Re- es schon seit dem Strafantrage der russischen Botschaft in Berlin gierung ist andrerseits zu begierig, endlich mal auf dem Gebiete der vom 5. Dezember 1903 fest, daß die Gegenseitigkeit in Rußland Handelsvertragsverhandlungen so etwas wie einen Erfolg aufweisen nicht verbürgt ist: denn der russische Botschafter berief sich in diesem zu können, als daß sie selbst starke Zumutungen der Zarenregierung Antrage nicht etwa auf einen Staatsvertrag oder ein bestehendes Mit Belgien und Italien sollen die Verhandlungen da- ohne weiteres von der Hand weisen sollte. Gesetz, sondern er gab einfach das unverbindliche Versprechen nach zum Abschlusse gekommen sein. Kein besonderes Wunder; Ueber die Möglichkeit eines Tarifvertrages mit den Ber- ab, daß die russische Regierung ,, pour des cas analoges", für beide Länder haben keine hohen Industriezölle, beide führen kein einigten Staaten schwebt noch völliges Dunkel, das sich vor entsprechende Fälle, Gegenseitigkeit gewähren wolle; das heißt, Korn aus. Die Reibungsflächen waren also uns gegenüber nur dem November kaum lüften dürfte, wo mit der Präsidentenwahl auch man würde, wenn in Rußland Hochverrat gegen Deutschland oder sehr klein und die Regierung braucht sich nichts darauf einzubilden, die Zollpolitik der Union entschieden wird. Da es indes zweifellos Majestätsbeleidigungen gegen Wilhelm II. verübt würden, etwa durch daß hier schon endlich ein Abschluß erreicht wurde. Nach einem ist, daß Herr Roosevelt, der Mann der republikanisch- schutzöllnerischen einen allerhöchsten Ultas ein durch kein Gesetz und keine Verträge Hanseatischen Blatte, das Herrn Bülow sehr nahe steht, sollen auch Partei, Sieger bleiben wird, so wird es wohl auch für Deutschland bisher gefordertes Prozeßverfahren einleiten. Das war ein völlig die Verhandlungen mit der Schweiz auf gutem Wege sein, und nicht zu einem regelrechten Tarifvertrage kommen, sondern höchstens wertloser Wechsel auf die Zukunft, feine Rechtsgarantie, wie sie durch ein Wiener Blatt berichtet dazu aus Bern, daß sie im Auguft auf bei dem bestehenden Reciprocitätsvertrage bleiben, der unfern Agrariern das Gesez erheischt wird. Dhnehin ist bisher niemals in Rußland deutschem Boden wieder aufgenommen werden sollen. Von ernst- freilich schon zu viel ist. Und doch wäre ein Tarifvertrag ein derartiger Prozeß eingeleitet worden, obwohl Beleidigungen haften positiven Ergebnissen kann man hier noch auf keinen Fall mit den Vereinigten Staaten für Deutschland ganz außerordentlich des deutschen Kaisers unter Genehmigung der Censur in sprechen. Ebensowenig bei den Vertragsverhandlungen mit Ruwichtig, marschiert doch die Union mit über einer Milliarde seit Hülle und Fülle in Rußland vorkommen. Und gerade weil weder mänien, mit dem in diesen Tagen weiter verhandelt wird. Doch langem an der Spitze unsrer Lieferanten und gerade wieder, wie Vertrag noch Gesetz existiert, forrigierte das Königsberger russische scheint eine Verzögerung besonders durch den Ministerpräsidenten schon angedeutet und bekannt, mit den notwendigsten Lebensmitteln. Generalfonfulat im§ 260 bes ruffischen Strafgesetzbuches die Worte Sturdza hervorgerufen zu sein. Unfre Ausfuhr dorthin erreicht eine halbe Milliarde an Wert. ,, einen auswärtigen Staat, mit welchem auf Grund besonderer Ver träge oder durch darüber allgemein publizierte Bestimmungen ein Gegenseitigkeitsvertrag vereinbart ist“ um in auf Grund besonderer Verträge oder sonst". Dies, oder sonst" sollte von vornherein eine einfache Zusicherung der ruffifchen Regierung als genügende Verbürgung der Gegenseitigkeit erscheinen lassen. Zum Ueberfluß legte heute noch Rechtsanwalt Heinemann die amtlichen Materialien zu dem neu publizierten, aber noch nicht in Kraft getretenen russischen Strafgesetzbuch vor, aus denen unzweideutig hervorgeht, daß die Auffassung der Verteidigung und ihres SachAnklage angeführte Hochberrats- Paragraph auf den Fall nicht zutrifft und daß die Gegenseitigkeit weder durch Vertrag, noch durch Gesetz berbürgt ist; einen derartigen Vertrag hat Rußland außer mit Desterreich nicht abgeschlossen. I and. Abschrift. Läßt das Gericht keine Mittel unversucht, um Rußland zur Lieferung des fehlenden Rechtsmaterials gegen preußische StaatsAm zweifelhaftesten aber steht es mit den Verhandlungen und Aus diesem Stande der Dinge ergiebt fich also allgemein das ihren Ergebnissen gerade noch bei denjenigen Ländern, mit denen Resultat, daß gerade die Verhandlungen mit den für uns Handelsverträge für Deutschlands Bollswirtschaft geradezu eine wichtigsten Staaten nicht vom Flede tommen und daß nur da etwas Lebensfrage bedeuten: bei Desterreich- Ungarn und Rußerreicht wurde, wo der Handel für uns keine ausschlaggebende bolkswirtschaftliche Bedeutung hat. Das ift ein Unfre handelspolitischen Beziehungen zu Desterreich- Un- Ergebnis, daß gerade von unsrer Partei in den Kämpfen um den garn drehen sich hauptsächlich um die Viehzölle und um eine Wuchertarif bis ins einzelste vorausgesagt wurde, und unsre Partei Veterinärkonvention, die die Agrarier mit aller Macht verhindern bleibt sich deshalb auch darin nur fonfequent, wenn sie den etwa wollen, weil dadurch die Einfuhr des Viehes erleichtert wirklich auf der Basis des Wuchertarifs zu stande kommenden Verund δας deutsche Volt billigeres Fleisch bekommen könnte. tragsentwürfen im Reichstage ihre Zustimmung nicht giebt. Die verständigen über die geltende Rechtslage richtig ist, daß der von der Als vor zwölf Jahren der jetzt bestehende Handelsvertrag deutsche Socialdemokratie wird in keiner Form an der infamen Ausmit Desterreich- Ungarn geschlossen wurde, war auch die Ein- beutung des deutschen werkthätigen Boltes Anteil nehmen, sie wird fuhr von Getreide immer noch recht ansehnlich, jetzt kommt von dagegen weiter, wie bisher, bis zur letzten Anspannung ihrer Kräfte Getreide nur noch Gerste für uns aus Desterreich( besonders Mähren) im Kampfe ausharren. ernstlich in Betracht. Unfre Ausfuhr nach dem Donaustaate zersplittert sich in viele Kleine Artikel und besteht vorwiegend aus Fabrikaten, nur an Steinkohle führen wir auch einen beträchtlichen 3. M. 128. 03. Im Namen des Königs! In der Straffache gegen 1. den bürger zu veranlassen felbst gegenüber dem Auswärtigen AmtPosten dorthin aus. Jetzt soll es sich bei den Vertragsverhandlungen Rebatteur Karl Reid, geboren am 2. Dezember 1867 zu Arnstadt in so verhindert es um so energischer Beweisanträge gegen Rußland. hauptsächlich um die erwähnte Veterinärkonvention drehen, ohne die Thüringen, Dissident, 2. den Redakteur Julius Kalisti, geboren am Der gestern von der Verteidigung gestellte Beweisantrag über Desterreich- Ungarn an andern Punkten auf keinen Fall nachgeben will. 5. Juni 1877 zu Samter, mosaisch, wegen Beleidigung, hat die die Organisation von Fürstenmorden und terroristischen VerDie deutsche Regierung scheint, wenn man einigen häufig offigiös 3. Straffammer des Königlichen Landgerichts I Berlin in der Sigung brechen durch das Asiatische Departement der russischen ReBedienten Blättern glauben darf, vernünftigerweise hierin nachgeben vom 8. Januar 1904 für Recht erkannt: Die Angeklagten werden gierung wurde heute vom Gericht in schroffster Form abgelehnt. zu wollen. Dagegen wird nun in der agrarischen Bresse, von dem wegen öffentlicher Beleidigung verurteilt, Reid zu fünf Monaten Obwohl diese Thatsachen unmittelbar zu dem Prozeß gehören, schon Bündlerorgan bis zur Kölnischen Volkszeitung" herab, Sturm geblasen. Gefängnis, Kalisti zu vier Monaten und einer Woche Gefängnis. um die terroristische Propaganda in einem Lande zu erklären, dessen Die lettere giebt der„ Kreuz- Zeitung" schon recht, daß sich im Dem Landrat des Kreises Kattowik, dem Amtsvorsteher Schröter Regierung selbst den Terrorismus züchtet, wurde in dem Abwird die Befugnis zugesprochen, die Verurteilung der Angeklagten Reichstage eine Mehrheit für eine solche Stonvention nicht finden auf deren Kosten im„ Borwärts" und im Streisblatt des Streises lehnungsbeschluß die verlegende Wendung eingefügt, daß der Antrag werde. Das Centrum wird also seine Fleischverteuerungs- Politit tattowik je einmal binnen einem Monat nach Zustellung einer nicht darauf abzielt", Beweismaterial zu schaffen. Als Lieb. Hand in Hand mit den extremen Agrariern fortsetzen, und die Ausfertigung des rechtskräftigen Urteils öffentlich bekannt zu machen necht gegen diese Unterstellung zu protestieren versuchte, wurde er ganzen Vertragsverhandlungen mit Desterreich- Ungarn, deren Ende und zwar dem bezeichneten Landrat die Befugnis der Veröffent- mitten im Sage unterbrochen und gewaltsam wurde ihm das Wort auch sonst noch nicht abzusehen ist, werden für nichts sein, wenn die lichung bezüglich der Verurteilung des Leid zu fünf Monaten Ge- entzogen. fängnis, dem Amtsvorsteher bezüglich der Verurteilung des Kaliski Dinge so bleiben, wie sie scheinen. Unfre Berhandlungen mit Rußland sind wegen des Besuches zu bier Monaten und einer Woche Gefängnis. Die Artikel in den des Herrn Witte in Norderney jetzt besonders in aller Munde. Kein Nummern 143, 168, 176, 192 des 20. Jahrganges des„ Vorwärts". Antrag, Kugel aus der Haft zu entlassen, weil wegen überschrieben Gendarmen zum Schuße des Centrums"," Der oberMensch zweifelt daran, daß Rußland nur durch seine bedrängte schlesische Krawall"," Im Beuthener Gefängnis verstorben"," Eine politische Lage sich herbeiläßt, auf die deutschen Bittgeschenke, wie Wahlschlacht", sowie die zu ihrer Herstellung bestimmten Platten Rönigsberger Prozeß und die eigenartige Neutralität" im und Formen sind unbrauchbar zu machen. Die Kosten des Verostasiatischen Kriege, mit einigem Entgegenkommen in den fahrens fallen den Angeklagten zur Laft. Die Richtigkeit der AbHandelsvertrags- Verhandlungen zu erwidern. Rußland weiß schrift der Urteilsformel wird beglaubigt und die Vollstreckbarkeit zu gut, welche Lebensfrage ein Handelsvertrag gerade mit ihm bes Urteils bescheinigt. Berlin, den 9. Juni 1904( L. S.) Schüne, für Deutschland bedeutet, und es ist dafür charakteristisch, daß die Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts I, Straffammer 3. Verhandlungen mit ihm, obwohl sie zuerst von allen begannen, doch noch am weitesten zurück sind. Denn wie die„ Frankfurter Zeitung" einer entgegengesetzten Wiener Meldung gegenüber zuverlässig berichtet, geht aus der Art der Norderneyer Verhandlungen unzweifelBerlin, den 20. Juli. haft hervor, daß es sich nicht etwa nur um eine Einigung über die wichtigsten Streitpunkte des Vertrags handelt, die man in einigen Der Prozeß des Zaren. Königsberg, 20. Juli.( Privatdepesche des„ Vorwärts".) Konferenzen erledigen könnte, sondern daß alle wichtigeren Posten des Vertrages durch beraten werden. Damit stimmt stimmt auch auch Bis zur Stunde ist seitens der russischen Regierung die Ausdurchaus die hier neulich wiedergegebene Meldung der„ Nowoje funft noch nicht erteilt worden, ob es ein die Gegenseitigkeit verIn größerer Zahl beschlagnahmt wurden von dieser Kategorie von Bremja" überein, wonach es sich nicht bloß etwa noch bürgendes russisches Gesetz giebt. Offenbar hat man in der Kürze um die Differenzen wegen der deutschen Minimalzölle auf Getreide der Zeit das gewünschte Gesez noch nicht zum Drud befördern Schriften nur die Wiedergeburt des Revolutionismus" von Nadeschdin handle, sondern auch um die russischen hochgeschraubten Industrie- tönnen. Dagegen traf am Schluß der Sigung ein andres ruffisches und Burzeffs: Nieder mit dem Baren!" Die erstere Schrift ist in zölle als Erfaz für die agrarischen Liebesgaben. Rußland ist jetzt Telegramm ein, das mit bewunderungswürdiger Beschleunigung geheimnisvoller Weise unter die bei Nowagrozti vorgefundene nächst den Vereinigten Staaten unser größter Lieferant; unsre Ein- telegraphisch die vor 14 Tagen telegraphisch beantragte kommissarische socialdemokratische Litteratur geraten, im übrigen aber gar nicht zur fuhr dorther ist seit dem am 20. März 1894 nach dem deutsch- Vernehmung Stubbiks zugesteht und bereits auf den 5. August 1904 Verbreitung gelangt. Sie hat auch gar nicht den terroristischen An Nadeschdins russischen Bollfriege 1893/94 in Straft getretenen Handelsvertrage nicht etwa, wie Berleumder Rußlands mutmaßen könnten, Charakter, den ihr die Anklage zuschreibt. bon 353,4 Millionen Mart auf 841,6 Millionen Mark im Jahre 1908, 1905 oder 1906- Termin anberaumt. Die russische Mit- Broschüre hat ja gerade der russische Generalkonsul seine daß also um 138 Proz. gestiegen, die Ausfuhr dorthin um 122 Brog., teilung fügt hinzu, zwar bie Königsberger An- Uebersetzungskunst bewiesen. Die heldenhaften Versuche des Ersten bon 184,6 Millionen Mark auf 413 Millionen Mart. Unfre geklagten bei der Vernehmung Stubbits willkommen feien, Staatsanwalts, die Fälschungen des Ruffen zu retten, führten dazu, Ausfuhr ist also nur halb so groß als unfre Ein- dagegen die verlangte Anwesenheit eines Rechts daß noch einmal die eilige" Thätigkeit dieses Menschen in aller Politische Ueberficht. Bei solcher Haltung des Gerichtshofes war es denn auch nicht weiter überraschend, daß der am Schluß von Sch to arz gestellte mangelnder Gegenseitigkeit die Anklage auf Hochverrat und Zarenbeleidigung fallen gelassen werden müsse, ftritt abgelehnt wurde. Der Staatsanwalt erklärte, er halte daran fest, daß die Gegenseitigkeit do ch verbürgt sei, und das Gericht sprach die verblüffende Meinung aus, daß sich die Sachlage nicht geändert habe. Das Gericht jetzt anscheinend noch immer Hoffnung auf in die aus Petersburg erbetene Auskunft. Die heutige Sigung wurde sonst ausgefüllt durch weitere Prüfung der Schriften. Es kamen die Schriften in Frage, in denen die Anklage terroristische Wendungen aufgespürt hat. Sie find zumeist in zwei oder drei Exemplaren aufgefunden worden, ein Beweis, daß sie nicht für die Agitation, sondern für die Information von Politikern bestimmt sind. Die Verteidigung konnte wiederholt, indem sie den Zusammenhang, aus dem die Stellen gerissen waren, wiederherstellte, nachweisen, daß die Citate den staatsanwaltschaftlichen Sinn nicht hatten. " Bei der Prüfung der Burzefffchen Schriften versuchte der Vorsitzende einmal die Behauptung durchzusetzen, daß dieser Phantast doch nicht so allein stehe, wie von allen Sachkundigen versichert worden fei. Buchholz, den auch das Gericht mit Vorliebe zu Nate zieht, stellte sofort das Mißverständnis richtig. Wenn feine Zwischenfälle eintreten, so darf man für Donnerstag auf die Plaidoyers der Staatsanwälte rechnen, die wirklich und wahrhaftig die zerfetzte Anklage nicht preisgeben wollen. " Schärfe festgestellt werden konnte. Ja, es gelang mehr: es ließ Jabhängig. Dben bürgert sich die Herrschaft derf... Auf den Pommernbank- Prozeß müssen wir heute noch einmal fich sogar eine Stelle finden, die er nicht ganz und gar in ihr offiziellen Lüge ein, und unten waltet die voll zurückkommen. Bei der Begründung des Urteils betonte der VorGegenteil übersetzt hat. tommenste Willkür." Rettung aus diesem berderblichen fizende des Gerichtshofes u. a., daß die Thränen und Spargroschen Swist zwischen Staat und Gesellschaft" giebt es nach Reußner nur des armen Mannes bei dieser Angelegenheit keineswegs die Rolle gespielt hätten, die einige Zeitungen ihnen angedichtet." Das sollte in der Entwicklung zum modernen konstitutionellen Rechtsstaate. für die Herren Schulz und Romeid offenbar eine Art„ mildernder Schon im Vorwort spricht er seine Ueberzeugung aus, daß Rußland Umstand" sein, freilich von höchst sonderbarer Logik. Aber die ganze ein europäisches Land ist, welches dieselben Phasen politischer Ent- Behauptung wird seltsam illustriert durch einen Brief, der dieser Tage wicklung erlebt, die das Ausland durchgemacht hat, und zu denselben bei der Schriftleitung des Hessischen Sonntagsblattes" aus NordStaatsformen gelangen muß, zu denen man dort gelangte". deutschland einlief. Da schreibt eine arme Musiklehrerin, daß sie Mit den Worten des bedeutenden russischen Staatsrechtslehrers sich 25 Jahre lang bitter gequält, bis sie endlich einen Notgroschen Korkunow sagt er:" Es besteht augenblicklich keine Frage, welche von 2000 Mark zusammengespart habe; auf den dringenten Rat eines Bankiers hätte sie Pommernbant Papiere gedringender, unaufschiebbarer, reformbedürftiger wäre wie die Frage, nommen; er hätte gesagt, die Pommernbank sei Hofbank Ihrer der russischen Gesellschaft ihre Rechte auf bürgerliche Freiheit zu Majestät und vollständig sicher, und so sei auch sie betrogen sichern." worden, und, so wie ihr, sei es manchem gegangen usw. Dies ist nur ein Beispiel- ob sich nicht in Wahrheit doch recht viele abgesehen von den be= zusamenfinden ließen, so viele, daß man trogenen wohlhabenden" Aktionären, denen das Betrogenwordenſeir. doch gewiß auch keinen Spaß macht sehr wohl von" Thränen und Spargroschen des armen Mannes" reden kann." Wir zweifeln nicht, daß Freiherr von Mirback in Eile das Spargeld der armen Musiklehrerin zurückerstatten wird. Breß- Stimmen über Königsberg. Unter den sich überstürzenden Blamagen des Königsberger Russen- Prozesses hat allgemach auch ein Teil der bürgerlichen Presse fich nicht länger der kritischen Stellungnahme entziehen können. Erst da der Prozeß auch juristisch zusammenbricht, da die Erfolglosigkeit der Anklage offenbar wird, entschließt man sich zu der Pflicht, die selbst der mildeste Liberalismus längst hätte üben müssen gegen die moralische Schande, die durch diesen Schutz des russischen Absolutismus auf Deutschland gehäuft wird. Es ist beschämend für liberale Blätter, daß sie erst jetzt ein Wort gegen den ungeheuerlichen Prozeß finden. Ohne die grotesken Ungeschicklichkeiten und tollen Rechtsbrüche der russischen Stügen dieses Prozesses würde diese Presse noch heut die Angeklagten ihrem Richter überlassen unter der reizvollen Berufung, daß man über einen Prozeß erst sprechen könne, wenn er zu Ende ist. Und doch ist die moralische Verurteilung des Prozesses völlig unabhängig von den juristischen Fälschungen, durch die Rußland den Angeklagten, die es zu verderben wünschte, besondere Triumphe bereitet. Die„ Vossische Zeitung" insbesondere beweist ihren Liberalismus wiederum glänzend, indem sie einer überaus fänftig" Gemeinwohl und Absolutismus. " Wir aber sagten uns nach der Lektüre der bedeutsamen Schrift, der einzig wertvollen, die wir über russisches Staatsrecht in deutscher Sprache besitzen: Keine internationale Aufgabe ist heute für die westeuropäische und besonders für die deutsche Socialdemokratie wichtiger als die Frage, wie die freiheitliche Bewegung der russischen Gesellschaft durch uns unterstützt und zum Siege geführt werden kann! 1001 in Deutfches Reich. Erlaffe" = " " n Oberschlesische Kultur". ( Wassernot. Schulno t.) V Das Ruffen- Regiment des deutschen Kaisers, an welches jüngst das zärtliche Glückwunschtelegramm erging, zählt zu den ruhmreichsten Truppenteilen des russischen Reiches. Wie die B. 8tg." Duellmord auf Befehl des Kriegsministers. aus russischen Blättern ersieht, wurde das Wyborgsche Regiment im Jahre 1700 vom Zaren Peter I. aus Nowgoroder Bewohnern als Aus München wird uns geschrieben: Im bayrischen Landtage hat sich am 19. Juli ein Vorgang ab- Infanterieregiment„ Jwan Kuloms" formiert und am 25. Juli 1712 Wyborger" benannt. Unter den kriegerischen Auszeichnungen des gespielt, der nach mehreren Richtungen hochinteressant ist. Er zeigt Regiments befinden sich filberne Trompeten, die es für die Einnämlich einmal, mit welcher Dreistigkeit die Volksvertretung von nahme Berlins 1760" erhalten hat". einem Minister mitunter angelogen wird und zum andren offenbart Die höfifche Regimenterleihe führt zu seltsamen Geschichtser, weshalb der Duellunfug im Heere trotz aller allerhöchsten scherzen. Hoffen wir, daß die Wyborger, wenn sie nach des Kaisers noch immer nicht beseitigt ist. In der Debatte über den Militäretat für 1904/05 besprach Abq. Wunsch gesund aus der Mandschurei heimkehren, nicht Sehnsucht lichen Bemängelung des ohne rechtliche Grundlage eingeleiteten Dr. Heim( C.) die Vorgeschichte eines Duells, das im Jahre 1898 nach anderm Silberzeug aus Berlin empfinden. Verfahrens die ausdrückliche Verwahrung beigiebt:" Sympathien zwischen zwei Kavallerie- Offizieren dem Major Seiß und dem Der Kleinste Reichstags- Wahlkreis in Deutschland steht vor einer mit den Angeklagten haben wir gewiß nicht." Gewiß, die„ Vossische Premierlieutenant Pfeiffer in Augsburg stattgefunden hat und mit Ersazwahl. Der Vertreter für Schaumburg- Lippe, Zeitung" ist über den Verdacht solcher Sympathien erhaben. Ihr dem Tode des einen der beiden Duellanten endigte. Die Presse Landgerichtspräsident Deppe, ist im Alter von 60 Jahren Der Wahlkreis, den er bertrat, Liberalismus ist unendlich entfernt, mit heldenhaften Männern zu habe num behauptet, auf Intervention des betreffenden Regiments- verstorben. hat nur sympathisieren, die Europa von Rußland und Rußland vom fommandeurs sei die Sache ursprünglich beigelegt worden, aber 43 132 Einwohner; die Kleinstaaten bilden bekanntlich je einen Absolutismus befreien. nachträglich sei das Duell herbeigeführt worden angeblich auf Wahlkreis für sich, wenn sie auch nicht einmal das sonstige Grund eines Kriegsministerial Erlasses, durch den die Erfordernis von 100 000 Einwohnern erfüllen. Der verstorbene Abbeiden Teile zum Ergreifen der Waffen gezwungen wurden. geordnete gehörte feiner Fraktion an, er bezeichnete sich als den Dr. Heim bemerkte noch, er glaube ja nicht an diese Nationalliberalen nahestehend. Bei der vorjährigen Wahl erhielt Unter diesem Titel hat der frühere ordentliche Professor Mitteilungen, da sich der Kriegsminister sonst einer strafbaren Hand- von 9551 Wahlberechtigten Deppe 3328, der socialdemokratische des russischen Staatsrechts an der Universität Tomst, lung nach§ 115 des Strafgesetzbuches schuldig gemacht habe; er Kandidat 2310, der freisinnige 1256, der antisemitische 375 Michael v. Reußner, der in seinem am Montag vor den Schranken bitte aber doch um eine entsprechende Erklärung. Stimmen. In der Stichwa hI siegte Deppe mit 4552 gegen 3241 des Königsberger Gerichts erstatteten Rechtsgutachten der Anklage Ohne einen Augenblick zu zögern, antwortete der Kriegsminister, für den Socialdemokraten abgegebenen Stimmen. Unfre Partei hat jede rechtliche Grundlage entzog, soeben ein staatsrechtliches er könne versichern, daß von seiten des Kriegsministeriums ein ihren stärksten Stützpunkt in der Kohlen- und Glasarbeiterschaft in Stadthagen und Umgegend. Wert erscheinen lassen, das der russischen Staatswissenschaft solcher Erlaß nicht ergangen fei. Daraufhin nahm Dr. Heim nochmals das Wort und verlas zur Ehre gereicht. In streng wissenschaftlicher Form werden folgenden, am 5. Dezember 1898 unter Nr. 17417 vom föniglich fennzeichnete, hervorragend findische Arminius- Broschüre Die Deutsche Tageszeitung" empfiehlt eifrig die von uns gedarin mit großer Tiefe und Klarheit die Grundprincipien bayrischen Kriegsministerium betreffend Ehrenhandel heraus gegen das Reichstags- Wahlrecht. Wie steht das denn? Hat nicht des europäischen Absolutismus im allgemeinen und des russischen gegebenen kriegsministeriellen Erlaß:„ Das Zurückdrängen eines die Deutsche Tageszeitung" bisher stets in Anspruch ge= im besonderen entwickelt und vom Standpunkte der modernen Zweikampfes zwischen zwischen Major Major Seit und dem Premier deutschen Staatslehre einer gründlichen Kritik unterworfen. Im lieutenant Pfeiffer durch den Regimentskommandeur entspricht nommen, daß sie den Feldzug gegen das Reichstags- Wahlrecht mißbillige? Ausdruck sehr zurückhaltend, niemals die Sphäre der strengen wohl den Bestimmungen der Beilage 11 zur Druckvorschrift juridischen Begriffe überschreitend, ist dieses Buch gerade seiner Nr. 31. Der erste Absah dieser Beilage legt jedoch die allerhöchste Sachlichkeit wegen eine umso wirksamere Waffe gegen den zarischen Willensmeinung dahin fest, daß Zweifämpfen der Offiziere mehr als Absolutismus. bisher vorgebeugt werde und im Sinne des zweiten Absages joll die zur Versöhnung gebotene Hand angenommen werden, so weit Fast alle Orte des dichtbevölkerten oberschlesischen Industries Auf ausführliche Wiedergabe des hochinteressanten Inhalts der Standesehre und gute Sitte es zulassen. Hieraus erscheint bezirks leiden Jahr für Jahr zur Sommerzeit an Waſſermangel. Schrift müssen wir hier verzichten; wir wollen nur in Ergänzung des die Folgerung wohl berechtigt, daß auch heute Die Ursache ist darin zu suchen, daß alle natürlichen Wasserzuflüsse vom Verfasser am Montag abgegebenen Gutachtens einige bezeichnende noch Fälle denkbar sind, in welchen der Austrag durch den Grubenabbau in die Tiefe geleitet werden, die künstlichen Citate anführen. In eingehender Beweisführung zeigt er, daß die mit den Waffen unvermeidlich erscheint. Ein der Wasserleitungen aber mit ihren zu engen Rohrleitungen und Jdee des Vertrags zwischen Fürst und Volk„ allein, unter Aus- artiger Fall dürfte hier vorliegen, wo es sich um intime Be- mangelnden Hochbassins den Bedürfnissen der stetig steigenden Beeines Kameraden völkerungsziffer des Industriebezirks in immer geringerem Maße schließung alles andren, für die ideelle Grundlage erfannt werden ziehungen eines Offiziers mit der Frau Hätte Premierlieutenant Pfeiffer Pfeiffer einen Zweikampf entsprechen. Im gegenwärtigen besonders heißen und trockenen muß, auf welcher der absolute Staat bestehen kann“;„ dieser Ver- handelt. ernstlich gewollt, wie dies in seiner trag bestätigt den Gedanken, daß allein in der freiwilligen punkt des Offiziers aus Lage vom Stand Sommer haben diese Uebelstände sich zu einer dringenden Gefahr nur natürlich gewesen wäre, so für Gesundheit, Sicherheit und Leben der Bewohner dieses Unterwerfung der Unterthanen die ganze fittliche Begründung der wäre derselbe zustande gekommen. Das Kriegsministerium Bezirkes ausgebildet. Der Wassermangel schafft große sanitäre neueren Selbstherrschaft enthalten ist, daß, sobald sie in ein glaubt feine Anschauung über diese Angelegenheit unter Gefahren, bedroht die Bewohner mit mit ständiger Feuersfeitiges Herrschen übergeht, sie diese ihre wichtigste Be- Hinweis auf die Erlasse vom 14. und 18. v. Mts. Nr. 15 970 und gefahr in einzelnen Orten schon zu Betriebsgründung einbüßt und ihrem Untergang entgegeneilt, r. 16 366, wo es sich um minder gravierende Veranlassungen einstellungen geführt. Die gefährliche Lage wird durch ein Teledaß endlich der Staat in seinem Princip ein Verband, teine handelte, mit voller Klarheit aussprechen zu sollen. gramm turz, aber treffend charakterisiert, das von der GemeindeHerrschaft ist, ein Verhältnis zwischen dem Monarchen und dem gez. Freiherr v. Asch." vertretung und den Grundbesitzern von Schwientochlowit „ natürlichen Menschen", nicht zwischen dem Herrn und seiner Sache auch nicht ein Wort erwidern! Wenn es ihm nicht noch nachträglich gesandt wurde, und das folgenden Wortlaut hat: Der Striegsminister konnte auf diese vernichtende Feststellung dieser Tage an den preußischen Minister des Innern ab ist." Da aber der russische Despotismus am Unterthanen die „ Seit sechs Wochen heißem Wetter Schwientochlowig täglich heiligste Würde: Mensch" nicht achtet, ihn nicht als gelingt, den Nachweis zu führen, daß das von Dr. Heim verlesene Schriftstück gefälscht ist und daran ist wohl kaum zu denken ohne Wasser. Troß fast fünfjähriger Unterhandlungen mit Be Subjekt, sondern als Objett" betrachtet, so geht die so ist der Nachweis geführt, daß die Militärverwaltung selbst gar hörden ist unsre Wasserversorgung sehr mangelhaft. Geſundheit und logische Konsequenz dahin, daß er diesen Vertrag gebrochen nicht daran denkt, den Duellmord aus der Welt zu schaffen. Neben Eigentum der 22 000 Einwohner iſt in ſteter großer Gefahr. und dem Volke gegenüber jede Rechtsverbindlichkeit ver- dieser Feststellung würde die immerhin bezeichnende Thatsache, daß Typhus- Erkrankungen wieder eingetreten. Bitten gehorsamst und Toren hat. es ein Vertreter des„ vornehmsten Standes" nicht unter seiner Würde dringend um schleunige Abhilfe." auf hält, die Volksvertretung dreift anzulügen, die weniger bedeutende Rolle Selbstverständlich wird auch dieser Not- und Hilfeschrei nichts Auch die umumschränkte Monarchie müsse nach Jellinek der Voltsüberzeugung ihrer Rechtmäßigkeit ruhen. spielen. Daß Asch nun bald Cylinder und Regenschirm hervor helfen, denn die Regierung hat keine Mittel für solche wahrhafte Diese Grundlage des Absolutismus habe früher in Rußland suchen muß, ist klar. Und man darf gespannt darauf sein, ob num Kulturaufgaben zur Verfügung, und die Grubenbefizer haben keine auch ein strafgerichtliches Verfahren gegen ihn eröffnet wird.(§ 175 Lust, zur Beseitigung der von ihnen verursachten Kalamität ihr bestanden, ist aber durch die neuere wirtschaftliche und des Strafgesetzbuches lautet:„ Wer durch Mißbrauch seiner Dienst- fauer erworbenes Geld" herzugeben. allgemein fulturelle Entwicklung zerstört worden." So lange gewalt oder Dienstesstellung einen Untergebenen zu einer von dem Ein andres Bild: In Alt Zabrze, einem von Jahr zu Jahr die juridische Normierung im großen großen und ganzen dem felben mit Strafe bedrohten Handlung vorfäßlich bestimmt hat, an Einwohnern stark zunehmenden oberschlesischen Industriedorf, thatsächlichen Durchschnittsniveau der Massen entsprach, konnte sie wird als Thäter oder als Anstifter mit erhöhter Strafe belegt."). noch mehr oder weniger ihrer Bestimmung gerecht werden. Allein Im übrigen ist zu bemerken, daß Dr. Heim wohl faum fo der Zustand verschärfte sich bedeutend, sobald die für die unwissende, gegen den Kriegsminister vorgegangen wäre, wenn dieser beim Fall träge, zur Selbstthätigkeit ungeeignete Voltsmasse berechnete zwin- Eras seinen Parteifreund Dr. Pichler nicht so schwer getränkt hätte. gende Staatsordnung, welche dem Lebensdrange der Persönlichkeit feinen Ausgang bot, in schroffen Gegensatz zu dem lebendigen und " " Lange Minister- Gesichter. thatsächlichen Stande der Massen geriet.. sobald ein neuer In der„ Schlesischen Volkszeitung", dem Centrumsblatt, wird ,, natürlicher Mensch" in Wirklichkeit nicht nur bereits vorhanden, sondern dem alten auch schon erheblich über den Kopf gewachsen war. Hier kommt ein vollkommener Widerspruch zwischen der alten juridischen Form und ihrem neuen faktischen Inhalt zum Vorschein. Die nach Maßgabe des ehemaligen natürlichen Menschen" festgesetzten Rechte und Pflichten werden nun vom neuen Menschen als eine Bedrückung, eine Rechtlosigkeit", als Entziehung der bürgerlichen Freiheit empfunden, und die unvermeidliche Erlösung aus diesem Zustande bietet sich in der gesunden vernünftigen Reform oder schlimmstenfalls im gewaltsamen Umschwung. Ein Gesetz wird nur geachtet, so lange es selbst diejenigen achtet, für die es gilt." Diese Säße dürften wohl den Kerngedanken des Buches ente halten. Wie v. Reußner führen übrigens auch andre von ihm citierte moderne russische Staatslehrer, z. B. Tschitscherin und Kortunow eine recht deutliche, an die älteren und bedeutenderen Staatslehrer des deutschen Bürgertums Dahlmann und Mohl erinnernde Sprache gegen den Absolutismus. erzählt: werden die vorhandenen 8826 Volksschüler von 108 Lehrern in 90 Schulzimmern unterrichtet, auf einen Lehrer tommen also durchschnittlich 82 Schüler, während in jedes Schulzimmer durchschnittlich 98 Schüler hineingepfercht werden! Würde man- eine gewiß nicht unbescheidene Forderung auf 50 Schüler einen Lehrer rechnen, dann fehlen in Alt Zabrze nicht weniger wie 68 Lehrer. Und wenn man für jedes Klassenzimmer eine Besetzung mit durchschnittlich 60 Schülern fordert die höchste Ziffer, die den Raumverhältnissen entsprechend zugelassen werden sollte dann müßten in Alt Zabrze noch 57 neue Schulklassenzimmer geDie Ernennung des neuen Kammergerichtspräsidenten v. Schmidt schaffen werden. Um den entsetzlichen Schulverhältnissen ein wenig hat in weiten juristischen Kreisen Aufsehen erregt, da derselbe abzuhelfen, hat die Gemeinde, mit dem Bau eines 16 Schultlassen 37 Bordermänner übersprang, wie es in der Armee nur enthaltenden Schulgebäudes begonnen ein Tropfen auf einen Prinzen thun. Es war als Präsident auch eine andre glühenden Stein! Der Regierungspräsident in Oppeln aber fordert Persönlichkeit ausersehen: der Präsident des Oberlandes einen Anbau, damit im ganzen Gebäude 24 Klassen untergebracht gerichts in Frankfurt a. M. Derselbe ist ein vorzüglicher Jurist werden können. Die Gemeindevertretung ist jedoch nicht in der Lage, und war früher am Reich 8 Justiz amt thätig. Diefes dieser Forderung nachzukommen, da die Steuerkraft der meist hätte auch gerne deffen Ernennung gesehen und der preußische proletarischen Einwohner des Ortes schon auf das höchste angespannt, Justizminister Schönstedt war nicht abgeneigt, dem die Gemeinde aber auch an der Grenze der Möglichkeit, Schulden u Wunsche zu entsprechen. Der Frankfurter Oberlandesgerichts- fontrahieren, angekommen ist. Die Gemeindevertreter bitten daher präsident hätte dem Nufe auch Folge geleistet. Aber es die Regierung wenigstens die zur Errichtung des Anbaus erforderfam anders. Man hielt eben im Justizministerium liche Beihilfe zu decken. eine Sigung unt fich mit der der Neubesehung So sieht's im Lande der Schulen" aus. Uebrigens bietet diese Stelle des neuen Kammergerichtspräsidenten zu befaffen, kleine Geschichte wieder eine nette Illustration zu den Großprahlereien da meldete man, daß der neue Präsident in der Person des Herrn des Abg. Bolg von der opferwilligen Fürsorge der oberschlesischen v. Schmidt, der auch ein tüchtiger Jurist ist, bereits ernannt sei. Gruben- und Hüttenbarone für die Volksschule.Anfangs gab es im Ministerium lange Gesichter, man war verdust, fügte sich aber! Nun entstand die Schwierigkeit, den Frankfurter Oberlandesgerichtspräsidenten zu beruhigen; auch Dies gelang. So wurde der neue Kammergerichtspräsident durch Unterschrift des Ministers Schönstedt„ ernannt". ab. Sehr eindringlich schildert Reußner am Schlusse seines Werkes die Entwicklung der zarischen Selbstherrschaft zum alten reglemen- Nähere Auskunft über die Sache fann Kabinettstierenden Polizeistaate zur alles bevormundenden allmächtigen chef v. Lucanus erteilen, wenn er will!" Bureaukratie, in deren Händen der Zar selber ein willenloses Werkzeug Das Centrumsblatt freilich soll sich über den Lucanus nicht geworden ist. Diese eine wahre Plage des russischen Volkes bildende erzürnen. Es erinnert fich vielleicht, daß beispielsweise den Sprößling Beamtenregierung geißelt er mit folgenden Worten des einflußreichen seines Parteiführers Dr. Spahn weder allzu große Jugendlichkeit russischen Staatsrechtslehrers Tschitsch erlin:" Das Interesse der noch der Widerspruch der Fakultät gehindert hat, urplöglich Professor Bureaukratie besteht darin, im Verwaltungsgebiet unbeschränkt zu der Geschichte in Straßburg zu werden. Auch damals fonnte herrschen. Dieser Zweck wird dadurch erreicht, daß der Gesellschaft Stabinettschef v. Lucanus Auskunft erteilen, wenn er wollte. möglichst wenig Mittel, selbständig zu wirken, gegeben werden, während dem Monarchen die wahre Dinge Von der Mirbach- Bank. verheimlicht wird. Dadurch der Lage geht alles in die Hände Im„ Hessischen Evangelischen Sonntagsblatt" wird erzählt, wie des Beamtentums über; selbst der Wille des Mon- eine arme Musiklehrerin bei der Pommernbank um ihre Ersparnisse archen, bei der scheinbaren Selbstherrlichkeit, wird von ihm tam: " " Eine Kleine Aufmunterung im Dienst." Vor dem Kriegsgericht der" Marine Akademie hatte sich der Bootsmannsmaat ueberschaer, aus Berlin gebürtig, wegen einfacher und gefährlicher Körperverlegung, begangen an Schiffs= jungen während der letzten Auslandsreise des Schulschiffes Moltke", zu verantworten. Die Anflage war auf folgende Weise zu stande gekommen. Der Schiffsjunge Sperber war zu seinen Als er nach Vein Basel wohnenden Eltern beurlaubt worden. endigung seines Urlaubs nicht zurüctehrte, fragte man bei seinem Bater, einem deutschen Zollbeamten, wegen des Grundes an und erhielt die Mitteilung, der Vater fönne den Jungen absolut nicht zur Rückkehr bewegen, da dieser auf dem Schiffe von mehreren Vorgesetzten fortgefest, mißhandelt worden sei. Die daraufhin angestellte Untersuchung ergab, daß in der That auf dem„ Moltte" von mehreren Unteroffizieren und auch von einem Offizier zahlreiche Schiffsjungen mißhandelt worden waren; jedoch seien, wie die Anklage behauptet, nur die dem Bootsmannsmaat Ueberschaer zur Last gelegten Fälle so schwer gewesen, daß sie zu einer stand- oder kriegsgerichtlichen erinnerte er sich nicht mehr, was den Vertreter der Anklage zu der Frankreich. ma England. " Berfolgung ausreichten. Ueberschaer trattierte bei jeder Gelegenheit So wird's gemacht! Immerhin steht es einem Geschäfte, wie der Zarentrabanten. Gegenüber den Einwänden einer andern die Jungen mit heftigen Faustschlägen, so daß vielfach Nasen- dem Einsiedler, das sein" Christentum so aufdringlich zur Schau Zeitung, Der Arbeiter des Südens", einer inzwischen auf bluten erfolgte. Ein Junge mußte acht Tage lang mit starken trägt, am allerschlechtesten an, mit solchen elenden Praktiken die Aus- Parteitagsbeschluß eingegangenen Propaganda- Zeitung der" Iskra" Ohrenschmerzen im Lazarett liegen. Bei Exercitien auf der beutung der Arbeiter zu steigern und den Reingewinn zu erhöhen. Gruppe, hebt die Russische Revolution" hervor, daß der bedingte Untermarsrae trat er zwei Jungen, darunter auch Sperber, auf Terrorismus nicht der einzige Programmpunkt der Socialrevolutionäre die Hände. Fußtritte waren ein beliebtes Erziehungsmittel des sei, daß diese vielmehr noch ein ganz außerordentlich weitergehendes Angeklagten und auch der Besenstiel spielte eine wichtige Rolle in Die Zuspihung des Vatikanstreits. Aktionsprogramm hätten. Vert. Liebknecht bestätigt das durch seinem pädagogischen Arsenal. Einem Jungen warf er beim Geschütz- Paris, 20. Juli. In dem heute vormittag abgehaltenen Vorlegung eines in der„ Tribune Russe", dem jezigen Centralorgan ererzieren eine eiserne Richtspeiche in die Seite, so daß der Miß- Ministerrat machte Minister Delcassé Mitteilung von der an den der Revolutionäre, erschienenen Programmentwurfes. In einem handelte tagelang heftige Schmerzen verspürte. Das seien kleine Batikan gerichteten Note, in welcher die Zurückziehung der vom andren Aufsatz dieser Nummer der" Russischen Revolution" Aufmunterungen im Dienst" gewesen, meinte der Angeklagte, einen Batikan direkt an die Bischöfe von Dijon und Laval gerichteten wird auf eine Aeußerung Blechanoffs Bezug genommen. Jagdhieb kriegt so'n Junge ja öfters mal". An die meisten Vorfälle Schreiben verlangt und erklärt wird, wenn diese Zurückziehung Meinungsverschiedenheiten." Sie ist 1884 unmittelbar nach dem Zeuge Buchholz: Gemeint ist Plechanoffs Schrift„ Unfre Bemerkung veranlaßte, solche Vergeßlichkeit sei ein beliebtes nicht erfolgt, so würden die Beziehungen Frankreichs zum Vatikan Uebertritt Plechanoffs von seiner früher agrar- anarchistischen Richtung Verteidigungsmittel der Unteroffiziere. Keiner der abgebrochen werden. Minister Delcassé hat dem Sekretär des zur Socialdemokratie erschienen und heute längst überholt. armen Jungen hatte übrigens die Schindereien Nuntius in Paris hiervon mündlich Mitteilung gemacht. Weiter heißt es dann in dieser Nummer: Die Propaganda unter zu melden gewagt. Das Gericht nahm schließlich 12 Fälle den Arbeitermassen wird die Notwendigkeit des terroristischen als erwiesen an und verurteilte den Angeklagten wegen fortgejezter Kampfes nicht beseitigen, aber dafür wird sie ihm neue, einfacher und gefährlicher Körperverlegung zu drei Monaten GeLondon, 20. Juli. Dem Vicekönig von Indien, Lord Curzon, ist bisher nicht dagewesene Chancen verleihen". Aehnlich heißt es in fängnis. Auf Degradation wurde nicht erkannt, da der An- heute das Ehrenbürgerrecht der Londoner City verliehen worden. einer Nummer des„ Volksblättchens":" Der Terror wird wiederkehren, geflagte wegen solcher Delikte noch nicht vorbestraft sei. Die Guildhall war von einer großen Zuschauermenge und hervor- aber sich nicht gegen den Zaren, sondern gegen die verhaßten Mitragender Persönlichkeiten angefüllt. Der Kabinettsminister konnte glieder seiner Regierung richten." Zeuge Buchholz: Dieses wegen der langen Dauer der Sigung des Unterhauses nicht an der Blättchen wird von einer zersprengten Gruppe von Tolstojanern Feier teilnehmen. Ale Lord Curzon nach der Verleihung des Ehrenbürgerrechts eine Ansprache hielt, wurde er mit lebhaftem die Soldaten" erschienen, der auffordert, entgegen dem Befehl, nicht In seinem Verlage ist auch Tolstojs„ Aufruf an herausgegeben. Beifall begrüßt. In seiner Rede bemerkte der Vicekönig, Indien zu schießen. werde in der Weltpolitik eine Rolle von zunehmender Bedeutung Es folgen Schriften, die bei Klein gefunden sind, zunächst spielen. In Asien werde wahrscheinlich über die Zu- Nummern des„ Echo". Es heißt da in einem Artikel Was uns not funft des Reiches entschieden werden. Lord Curzon thut": verweilte dann ausführlich bei dem inneren Fortschritt Indiens In einem Lande der Knechte ist es das Recht, die Pflicht und die " Wir müssen freie Bürger statt Sklaven des Zaren werden. und der ständigen Zunahme der Loyalität gegen England. politit empfohlen habe, besonders nicht, nachdem Tibet auf den Bert. Liebknecht: Ich bemerke, daß in diesem Artikel weiterhin empfinde kein Bedenken darüber, daß er der Regierung die Tibet- Schuldigkeit, durch die Revolution den Sturz des Barentums herbeizuführen und Rußland aus der Knechtschaft zu befreien." Schuß seitens einer andern Macht rechne. Die Befürchtungen wegen betont wird, daß Rußland in die freie Familie der Völker WestTibets seien nicht eingebildete, sondern thatsächliche und dringende. europas eintreten müsse, mit andern Worten, daß Westeuropa bereits Er hoffe, Klarheit zu verbreiten, Mißbehagen und Ränke zu be= feitigen und harmonische Beziehungen zwischen den Tibetanern und für frei gehalten wird. Der Verteidiger bittet, weiter zu lesen. Da heißt es: Nieder mit der Selbstherrschaft! Immer weiter und den Engländern herzustellen. tiefer breitet den Gedanken des Socialismus und der Freiheit aus! Bildet Kreise, in denen man sich selbst bilden kann! Verbreitet Zeitungen, Broschüren und Proklamationen! Arrangiert Streits und Volksversammlungen! Sprechet laut und offen in diesen von Euren = Die Soldatenstecherei in Benneckenstein bei Erfurt, von der wir berichtet haben, hat vor dem Ober- Kriegsgericht in Cassel eine andre Beleuchtung als vor dem Kriegsgericht der 38. Division in Erfurt erfahren. Wir teilten seiner Zeit mit, daß der Musketier Erdmann wegen thätlichen Angriffs auf einen Vorgesezten, trozdem ihm der Vorgesetzte sieben Messerstiche beigebracht hatte, zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Auf die eingelegte Berufung des Musketiers Erdmann wurde dieser nunmehr vom OberKriegsgericht freigesprochen, nachdem 15 Zeugen in dieser Sache vernommen worden waren. offizier Wille, der auch vom Kriegsgericht in Erfurt nicht verDer Marine Untereidigt worden ist, wird sich nunmehr vor einem Kriegsgericht zu verantworten haben, denn drei der Stiche hatte er dem Infanteristen, den er in gemütlicher Kneipstimmung im Gasthof hatte Griffe machen lassen, von hinten beigebracht. Daraufhin wollte der Gestochene erst nach seinem Seitengewehr gegriffen haben. Seltenes aus Sachsen. Ein Dresdener Gerichtshof hat einmal wieder oft geschieht es nicht ein Urteil gefällt, das nicht von dem daselbst gewohnten Geiste einseitigster Reaktion erfüllt ist. Wegen angeblicher Beleidigung durch die Presse war Genosse " er Obstruktion" im Unterhause. 25 Stunden- Sihung. Er " " London, 20. Juli. Im Unterhause dauerte die Sigung, in der vielen Aufgaben! Brandmarkt die Willkür aller Behörden und wecket Düwell, Redakteur der Sächsischen Arbeiter- Zeitung", angeklagt. die Finanzbill beraten wurde, die ganze Nacht durch und bis in den Haß gegen die Unterdrückung! Gewaltig an Geist und stark durch Er sollte den verstorbenen Pfarrer Gast in Hosterwiz beleidigt heutigen Spätnachmittag. Die lange Dauer der Sizung wird teil- unsre Entschlossenheit werden wir unter dem roten Banner der haben durch eine Notiz, die sich mit einer Weihnachtspredigt weise auf den Unwillen der Opposition über die Art zurück- Socialdemokratie den Kampf zu Ende führen! Das Winterpalais dieses Geistlichen kritisch beschäftigte. Pfarrer Gaft hatte sich in geführt, wie die Regierung die parlamentarischen Geschäfte be- mit dem Thron des russischen Monarchen wird in unire Gewalt dieser Predigt sehr deutlich gegen die kämpfenden Grimmitschauer handelt. Trotz der langen Dauer verlief die Sizung in voller kommen und sich aus einem Tempel des Allreußengottes in ein einArbeiter ausgesprochen. Er hatte Gelegenheit genommen, faches Volkshaus verwandeln, zugleich mit der Verwandlung von zunächst den Austritt vieler dieser Ausgesperrten aus der Ordnung. ganz Rußland aus einem Romanowschen Landgut in ein Land freier Landeskirche zu bedauern. Im Anschluß daran hatte Nach Schluß der Specialdebatte über das Finanzgesetz erklärte Bürger." Dann folgen Parodien auf die Rede, die der Zar bei der bemerkt, daß Christus unermüdlich und raftlos gearbeitet habe, aber Unterstaatssekretär des Aeußeren Earl of Percy auf eine Anfrage Parade in Nurst an die Adligen, die Gemeindevorsteher und die viele Leute wollten kaum noch 10 Stunden, ja, am liebsten bloß noch betr. das Anhalten britischer Dampfer durch russische Schiffe, die Landschaftsrepräsentanten gehalten hat. Sie beginnen mit den 8 Stunden arbeiten usw. Ueber dicfe Predigt hatte nun die Sächs. Regierung erkenne an, daß die Angelegenheit von großer Wichtigkeit Worten:" Seid gegrüßt, liebe Mitwölfe!" Arb.- 8tg." fich fritisch geäußert. Pfarrer Gast ist inzwischen ge- fei, es finde eine erschöpfende Untersuchung statt. storben. Für ihn hat die Kircheninspektion Strafantrag gestellt. Das Gericht erfamtte auf Freisprechung aus folgenden Gründen: und 38 Minuten. Dann vertagte sich das Haus nach einer Sigung von 25 Stunden Man lebe heute nicht mehr in einer Zeit, wo die sogenannte Arbeiterfrage eine untergeordnete Rolle spiele, sondern diefe stehe heute im Vordergrunde des öffentlichen Lebens. Jedermann könne und müsse bemüht sein, um zum Königsberger Ausgleich dieser Differenzpunkte und zur Ruhe und zum Frieben Geheimbunds- und Hochverrats- Prozeß. Demonstrauten am 1. Mai ausveitschen laffen und sei zur Belohnung Königsberg, 20. Juli. Achter Verhandlungstag. Vom letzten Artikel wird zunächst nach der Anklageschrift der Schlußsatz verlesen, der lautet:" Seht Euch vor, daß Ihr einst nicht unvorbereitet überfallen werdet, daß Ihr im stande feid, zu Taufenden und Zehntausenden mit bewaffneten Demonstrationen zu antworten, damit Euch alle nicht ein einziger Braber, ein neuer Hirsch Leckert, zu rächen braucht!"- Vert. Liebknecht weist auf den Zusammens hang dieses Passus hin: General v. Wahl habe friedliche zu wirken. Auch ein Prediger sei zuständig, in dieser dafür ins Ministerium des Innern berufen worden. Da empfehle Richtung seine Ansicht fundzugeben, besonders da feine dieser Artikel, sich nicht wehrlos auspeitschen zu lassen. Dieser Stellung eine zum Frieder wirkende sei. Aber ein Prediger dürfe Artifel stehe in enger Beziehung zu dem vorhergehenden, der schildert, natürlich nicht einseitig zum Frieden mahnen. Seine Nach Eröffnung der Sigung verkündet der Borsigende folgenden wie ein 16jähriges jüdisches Mädchen in brutalster Weise vom BolizeiReden dürften nicht agitatorisch sein. Ob ein Ein- Beschluß: Der Antrag des Rechtsanwalts Liebknecht, den Vorsitzenden Juspektor und dann von Kosaken vergewaltigt worden sei und als Antgreifen in diesen allgemeinen Streit auch von der Kanzel richtig sei, der bulgarischen Sobranje und Bürgermeister von Sofia, Dr. Pettow, wort auf ihre Beschwerde ein gelbes Billet- die Einreihung unter die Sarüber könne man sehr geteilter Meinung sein. Thue das aber ein den früheren Dragoman des russischen Konsulats in Rustschuk, Prostituierten erhalten habe. Auch dort würden die Arbeiterinhen Geistlicher, dann muß er auch gewärtigen, daß seine Jacobson, und den Redakteur der Wetscherna Bosta"(" Abendpost") aufgefordert, mit allen Mitteln dieser viehischen Behandlung den Ausführungen fritisiert w werden. Zwar wäre die als Zeugen zu laden, wird abgelehnt, weil die unter Beweis ge- äußersten Widerstand entgegenzusetzen. Weihnachtspredigt nicht agitatorisch gewesen, das schließe aber nicht stellten Thatsachen mit dem hier verhandelten Prozeß aus, daß trozdem mancher darüber andrer Meinung sei und Gegen- nichts zu thun haben, weil nach Inhalt der Begründung des äußerungen fallen. Die Beweisaufnahme habe nichts ergeben, daß Antrages angenommen werden muß, daß der Antrag weder darauf Pfarrer Gast in seiner Person angegriffen worden sei. Allerdings abzielt noch geeignet ist, für die hier vorliegenden Fragen Beweissei die Sprache, in der die Kritik geübt wurde, sehr unhöflich, aber material zu schaffen, und weil die behaupteten Thatsachen, selbst es ließe sich daraus die Absicht der Beleidigung nicht folgern. Es wenn sie bewiesen werden würden, im Falle der Verurteilung der sei nur eine grob- sachliche Kritik gewesen. Angeflagten aus§§ 102 und 103 auf das Strafmaß ohne jeden Einfluß sein müßten. Karlsruhe, 20. Juli.( W. T. B.) Der Landtag ist heute in Anwesenheit der Minister und Mitglieder der Ersten und Zweiten Kammer durch den Staatsminister v. Brauer geschlossen worden. Staatsminister v. Brauer warf einen Rückblick auf die Ergebnisse der abgeschlossenen Session unter besonderem Hinweis auf die Verfassungsreform. Dieses neue Gesez verwirkliche, anknüpfend an die der Verfassung von Anbeginn eingeflößten und durch jede Reform entschiedener ausgeprägten freiheitlichen Grundsäße fruchtbare Gedanken, welche eine wesentliche Erweiterung der Volksrechte bedeuteten, zugleich aber auch eine Gewähr dafür schafften, daß auch die in der Minderzahl befindlichen, für das Volksleben thätigen Kräfte eine ihrer Bedeutung entsprechende Vertretung im Landtage erhalten. Als der Landesherr nach reiflicher Erwägung zur Aenderung der Verfassung seine Zustimmung gab, habe ihn das Vertrauen erfüllt, daß die neuen Rechte in einem auf das Gesamtwohl gerichteten Geiste ausgeübt werden würden. Ausland. Schweiz. Fromme Ausbeuterpraktiken. " Vert. Liebknecht: Es findet sich in diesem Beschluß der Ausdruck: mein Antrag ziele nicht darauf hin, Beweismaterial zu schaffen? Borf.: Allerdings, das ist die Ueberzeugung des Gerichts. Vert. Liebknecht: Angesichts dieses Angriffes auf die Verteidigung.. Vors: Das ist kein Angriff. Wir müssen jetzt endlich darauf dringen, daß Sie sich furz fassen. Ich kann Ihnen weitere Erklärungen nicht gestatten. Das Wort hat der Rechtsanwalt Heinemann. Wert. Liebknecht: Ich werde mit meinen Mitverteidigern.... Vors.( überschreiend): Hören Sie denn nicht, das Wort hat der Rechtsanwalt Heinemann. Die Verteidiger Liebknecht und Haase verlassen den Saal, tehren aber nach furzer Besprechung zurüd. Eine Beilage zu dieser von Nadeschdin redigierten Zeitschrift enthält folgende Stelle:„ Unser Ziel ist der Kampf mit dem Selbstherrschertum, ist eben die Arbeiterrevolution. Die Arbeiterklasse muß den Thron zerstören, und ihn durch eine freie Regierung ersetzen." Dann wird der Terror gegen die besonders schädlichen Bedrücker empfohlen, aber nur unter der Voraussetzung, daß er vom Centralfomitee der socialdemokratischen Partei organisiert und ständig wachsam kontrolliert werde. So lange bis das geschehen sei, fei er wertlos und schädlich. Ebenfalls bei Klein gefunden worden ist die Schrift„ Der Volksheld" in zwei Exemplaren. Sie schildert die grenzenlose Roheit der vom Fürsten Obolensti angeordneten Massendurchpeitschungen, und teilte mit, daß mangels jedes andren Mittels gegen einen solchen Unmenschen die Kampfesorganisation der social- revolutionären Partei das Todesurteil über ihn gefällt habe. Es folgt eine Schilderung des Attentats, das Katsur am Tage darauf, dem 29. Juli 1902, im Vergnügungspark zu Charkow an dem Fürsten Obolensti verübt habe. Nach einer Selbstbiographie und einem Bilde Katschurs schließt die Schrift folgendermaßen! ,, Arbeiter, Kameraden und Bauern! Katschurenko hat uns durch seine Heldenthat ein großes Beispiel gegeben, wie man für das Glück und die Freiheit des Volkes kämpfen muß. In diesem Kampfe müssen wir alles opfern, alle Sträfte, alle Fähigkeiten und, wenn erforderlich, auch das Leben!" Vert. Heinemann: In den vom russischen Justizministerium herausgegebenen Materialien zum neuen Strafgesetzbuch wird dargelegt, daß im§ 241 der Angriff auf die„ Ehre" des Baren nur so viel bedente, wie thätlicher Angriff, daß die schriftlichen und Zeitraum von 100 Jahren( 1800-1896)", herausgegeben von wörtlichen Majestätsbeleidigungen demnach nicht unter den Hochverrat fielen, daß ferner ein formeller Gegenseitigkeitsvertrag nur mit wenigen Staaten, z. B. mit Desterreich, aber nicht mit Deutsch land geschlossen fei. Die Dolmetscher und Sachverständigen beftätigen die Richtigkeit dieser Inhaltsangabe. Sodann wird in der Verlesung und Prüfung der Schriften Die Es folgen zwei historische Schriften. Die erste im Jahre 1896 in London im Verlage Free- Preß- Found" erschienene Schrift„ Ein wl. Burzeff unter Mitwirkung von S. M. Kratschinski( Stepniak), enthält Dokumente und Briefe, die die revolutionäre Bewegung in Zürich, 19. Juli.( Eig. Ber.) In dem berühmten Wallfahrtsort Rußland, sowohl die terroristische wie auch die liberale charakteriMaria Einsiedeln in dem frommen Kanton Schwyz betreiben fieren. Den Schluß bildet eine Chronik und Biographien. die frommsten und treuesten Söhne der katholischen Kirche, die GeVorf.: brüder Benziger, eine große polygraphische Fabrit, die mehrere Es zeigt dieses Werk doch, daß Burzeff nicht allein stand. hundert Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt und die vor mehreren Zeuge Buchholz: Bei diesen rein historisch referierenden Schriften Jahren durch den vierteljährigen Streit von ca. 200 Arbeitern mehr ist Burzeff von der ganzen socialrevolutionären und socialdemo= berüchtigt als berühmt geworden ist. Die Fabrik ist auch in den fortgefahren, zunächst mit solchen, die bei dem Besizer Millart ge- kratischen Partei unterstützt worden, eben weil er ein erster SachKreisen der Buchdrucker und Buchbinder Deutschlands wegen funden sind. Eine Schrift des jüdischen Arbeiterbundes Zur verständiger auf diesem Gebiete ist. Aber dieser weite Kreis derer, ihrer unglaublichen Anstellungsverträge bekannt, durch die Frage des Terrorismus", Verlag von Abraham Nathanson in die ihn unterstützt haben, beweist gerade, daß es sich nicht um die vollendete Sklaverei etabliert wird. Da die Firma, London, lehnt den Terrorismus stritt ab und stellt sich durchaus parteipolitische, sondern um rein wissenschaftliche Erziehung handelt. die vor mehreren Jahren in eine Aktiengesellschaft umgewandelt auf den Standpunkt der russischen Socialdemokratie. Vors.: Aber Stepniat, der Mitarbeiter an diesem Werk wurde, sich viel mit der Herstellung lukrativer heiliger Druckfachen bei demselben gefundene russisch- socialdemokratische Zeitung Rote ist, ist doch zugleich derjenige, der 1878 die Ermordung des Gendarmeriebeschäftigt, hat sie schon vor langer Zeit vom Bapste den schönen Fahne" wendet sich ebenfalls scharf gegen die Socialrevolutionäre, Das zweite historische Wert von Burzeff Schischdow" ist gleichsam Obersten Mesenzew beleitet hat. Sachverständiger Dr. Rost: Titel„ Typographen des heiligen apostolischen Stuhles" erhalten. die durch ihre aufrührerischen terroristischen Kampfmittel das KlassenVor kurzem enthüllte eine Gerichtsverhandlung ein recht bewußtsein des Proletariats verdunkeln. Die Zeitung giebt dann eine Materialfammlung zum ersten. Es enthält sehr scharfe Proflaunchriftliches, dafür aber umso echteres fapitalistisches Stüd einen Ueberblick über die Partei der Socialrevolutionäre, der auch mationen, wie z. B. eine solche zur Hinrichtung Wiatkowstis am Intriguen und Coulissenarbeit. Die Generalversammlung der die Kampfesorganisation„ Der Bauernbund" und die" Agrar- 4. November 1888 wegen Unterminierung des Winterpalais. frommen Aftiengesellschaft vom 28. Juni 1901 hatte beschlossen, den socialistische Liga" angehörten, sowie über ihre Organe„ Der wissen- heißt da:" Tod um Tod! Blut um Blut! Rache für die Hinnach reicher Amortisation und Abschreibung verbliebenen Rein- schaftliche Bote", Die Revolution", das Centralorgan„ Das richtung! Worauf soll man noch warten, wenn der Bar ein wildes gewinn von 85 531 Frank an die Aktionäre nicht zu verteilen, revolutionäre Rußland" und die populäre, für Arbeiter und Bauern Tier ist! Hezen wir ihn ohne Furcht zu Tode!" Doch verhält sich sondern zu weiteren Abschreibungen zu verwenden, um ihn bestimmte„ Boltssache". Auf ein weiteres Eingehen auf diese bei auch diese Schrift überall rein referierend als Materialauf diese Weise verschwinden zu lassen und dann feine Millart gefundenen Schriften, die hauptsächlich in lettischer Sprache fammlung. Dividenden zu verteilen, weil, wie in der Verwaltungsrats geschrieben sind, wird verzichtet. Nach Prüfung dieser Schrift, die ebenfalls bei dem Angeklagten fizung vom 11. Juni 1901 erklärt worden war, die in Aussicht Aus Nr. 44 der„ Jstra", die bei Klein und Mertins in großen Klein in drei Exemplaren gefunden worden ist, tritt eine Pause stehende Lohnreduktion den Arbeitern gegenüber leichter durchzuführen Mengen vorgefunden ist, hebt die Anflage folgenden Saz hervor, von 10 Minuten ein. fei, wenn von einer Ausfolgung des Saldos Umgang genommen den die Redaktion einer Zuſchrift aus Cherson zufügt:„ Wir hoffen, Es folgt dann nach Wiederaufnahme der Verhandlung die werde". Damit war eine Minderheit der Aftionäre nicht einverstanden, daß die Zeit nicht mehr fern ist, wo die aus jahrhundertelangem Prüfung der Schrift, die zu dem hier schwebenden Verfahren die die eben die Summe als Dividende haben wollte, und so focht sie den Schlafe erwachenden Bauern gänzliche Freiheit haben und sie es erste Veranlassung gegeben hat, Nadeschdins„ Wiedergeburt des Beschluß der Generalversammlung vor Gericht an. Bei den Ver- verstehen werden, daß man nicht gegen das Leben eines Landschafts- Revolutionismus in Rußland".- Die Verteidiger find nicht gegen das Leben handlungen vor demselben wurden jene hochinteressanten Enthüllungen beamten, sondern des ganzen Selbst- anivesend. Der Vorsitzende läßt mit der Prüfung gemacht. Die ebenfalls sehr frommen Richter, die vielleicht zu jener herrschertums tonspirieren muß." Die folgenden Schriften der Schrift beginnen, indem er fagt: Da die Herren sa Aktionär- Mehrheit gehörten, wiesen unter parteiischer Beschränkung sind wieder bei Millart gefunden. Vert. Haase bittet lange warten lassen, müssen wir anfangen. Inzwischen erscheinen der Redefreiheit des Klagevertreters, unfres Genossen Dr. Brüstlein, noch einmal, zu beachten, daß von vielen dieser Schriften nur ein die Verteidiger, die unterdessen eine Beratung abgehalten haben. Von Advokat in Bern, die Klage ab, mit der sich nun auch noch das bis höchstens sechs Exemplare gefunden worden seien, so daß es sich Nadeschdins Schrift find 93 Exemplare bei Nowagrogti gefunden worden Bundesgericht in Lausanne zu beschäftigen haben wird. offenbar nicht um eine Verbreitung", sondern um Bibliotheks: Die Schrift ist zum Teil referierend, zum Teil giebt sie die eignen bez iv. Studienexemplare handelt. In der Nr. 22 Ansichten des Verfassers wieder. Danach soll sich die gesellschaftliche des„ Revolutionären Rußland", die im Verlage der„ Société nouvelle" Schichtung und damit die revolutionäre Bewegung in Rußland vollin Paris erschienen ist, feiert der Leitartikel den 2. April, den Ge fommen verändert haben. Die Aufgabe der Intelligenz sei, das denktag der Ermordung des Ministers Sip, in durch Balmascheff. Selbstbewußtsein der Arbeiter durch Schriften, Beranstaltungen und Dieses Attentat sei die Antwort auf die Grausamkeiten Versammlungen zu wecken. Der Verfasser verlangt ein centrales Das Interessanteste an dieser interessanten Affaire, welche zeigt, wie die Kapitalisten und Ausbeuter es treiben, ist, daß damals, im Jahre 1901, thatsächlich Lohnreduktionen bor genommen und zahlreiche organisierte Arbeiter entlassen und gemaßregelt wurden. " AktionSkomnee, rrt dessen Hand alle Fäden wänden sollen. Die Erfüllung der Aufgabe müsse sich auf den verschiedensten Wegen voll- ziehen. Die Notwendigkeit terroristischer Akte beweise das Leben. Aber der ganze Erfolg beruhe auf einer geschlossenen mächtigen Organisation. Eine spätere Stelle dieser Broschüre soll nach der llebersctzring des Konsulats lauten:„Die Revolution soll den Bauern das ganze Land in Besitz geben, welches den Besitzern und dem Staate weg- zunehmen ist." In Wahrheit ist nur davon die Rede,„daß der Staat eine möglichst grohe Menge Landes den Bauern in Pacht geben soll". Seine eigne Anficht über den Terror faßt Nadeschdin dahin zusammen:„Das ist nämlich gerade das Ziel, welches der Terror in den Vordergrund zu stellen sich bemüht: hat einmal eine verstärkte energische Aktion unter den Massen begonnen, so ist seine excitative Rolle erfüllt. Ob er dann die Eigenschaft eines wirklichen Terrors behält oder sofort seinen Platz einer Reihe bewaffneter Massen- erhebuugen gegen die regierende Gewalt überläht. darüber wird die Zukunft entscheiden. Der Thron des Selbstherrschers aller Reußen wird bei der starken Gärung unter den Müssen von revolutionären Russen schutzlos dastehen. Das ist nicht ein Granit, der mit ver- goldetem Zierrat versehen ist, sondern lediglich ein vergoldeter, hölzerner Block, der durch Termiten zerfressen wird. Es bedarf keiner gigantischen Anstrengung, um ihn von seinem Platz zu rücken. Er wird in Trümmer zerfallen bei dem ersten Anprall der Massen. Weder ein Zaun von Bajonetten, weder der Beutel großer Kapitalisten, weder das Geheul der getreuen adeligen Unterthanen, noch die Autorität des„Zaren-Vüterchens" in den Augen der dumpfen Massen— nichts wird den Thron des Selb st- Herrschers retten können, ebenso wie nichts Alexander II. vor der blutigen Vergeltung der terroristischen Kämpfer für die Volkssreiheit be- wahrt hat. Nichts wird ihn erretten, wenn dieser Terror in dem entbrannten Kampfe erscheinen wird."— Erster Staatsanwalt Dr. S ch ü tz e: Ich möchte auf eine Ab- weichuug in der Uebersetzung des Konsuls aufmerksam machen. Da steht:„Nichts wird den Thron Nikolaus' II." usw. Der Konsul hat also den Namen des Zaren suppeditiert. Kann man aber unter dem Selbstherrscher etwas andres verstehen als Nikolaus II., wenigstens in diesem Zusammenhange?— Sachverst. Dr. R o st: Gemeint ist jeder absolutistische Herrscher.— Bert. Haase: Natürlich.— Vors.: Das ist Sache der Auslegung.— Vert. Liebknecht: In der Uebersetzung des Konsuls heißt es:„Nichts whd Nikolaus II.„vor der Wut des Volkes" retten I" Auch die„Wut des Volkes" hat der Generalkonsul„suppeditiert". Es folgt eine weitere Stelle aus derselben Schrift, die das Mtionsprogramm zusammenfaßt. Es soll erreicht werden: 1. eine plaimiäßige Leitung der Arbeiterbewegung, 2. Ausnutzung der Studentenbewegungen zu revolutionären Zwecken, 3. Ausnutzung aller oppositionellen Strömungen in der russischen Gesellschaft, 4. Ausnützung aller Kräfte, die sich auf dem Dorfe entwickeln, K. Propaganda und Agitation in der Armee angesichts ihrer innner häufigeren Verwendung gegen die Arbeiter, 6. Herstellung eines Bundes mit den andren Revolutionären, 7. Organisation eines systematischen Terrors als eines besonderen excitativen Mittels zu emer weiteren politischen Bewegung unter den Massen.— Erster Staatsanwalt Dr. Schütze: Ich möchte hier auf den Unterschied dieser Uebersetzung mit der des Konsuls aufmerksam machen. Dieses übersetzt:„Excitative Mittel zur Erzielung revolutionärer Erfolge".— Sachverständiger Dr. R o st: Davon kann ich hier nichts finden.— Erster Staatsanwalt Dr. Schütze: Es soll ja auch keine Ueber- setzung, sondern nur eine Inhaltsangabe sein.— Verteidiger Liebknecht: Ich möchte zugeben, daß der Konsul diese Stelle ausnahmsweise annähernd richtig wiedergegeben hat. �Heiterkeit).— Vert. Haase: Ich möchte doch bitten, auch einige Stellen aus dem Nachwort vorzulesen. Da heißt es:„Die wenigen Seiten, die wir dem Terrorismus gewidmet haben, haben zu vielen Mißverständnissen Anlaß gegeben..„ Wer ist schuld?... Wir haben selbst � den Anlaß gegeben zu äußerst unerwünschten Auslegungen unsrer Worte und werden die Verantwortung für den verursachten Schaden auf uns nehmen müssen. Wir wollen uns jetzt deutlich erklären. Nach meiner tiefen Ueberzeugung ist es schädlich, sich mit der Propaganda des Terrorismus zu beschäfttgen und sein Erscheinen hervorzurufen. Einerseits ist eS eine fruchtlose Thätigkeit, andrerseits eine schädliche. Fruchtlos ist sie um deswillen, weil sie nicht nur keine ernsthafte terroristische Strömung, sondern nicht einmal eine ernsthafte Einzelaktion hervorrufen kann. Die excitative Rolle des Terrors gegenüber der Intelligenz hat sich bei uns nicht nur in die Breite ausgedehnt, indem ihre Schäden sozusagen auf die Arbeiterklasse gefallen waren, sondern sie war auch sozusagen in die Ferne gewachsen. Die Notwendigkeit eines excitativen Schlages, die im gegebenen Moment gefühlt würde würde, ohne jeden Borbehalt verallgemeinert, zu einer excitativen Bedeutung des Terrors für eine unbestimmt dauernde Zukunft. Das ist zweifellos unser Fehler... Bei der Arbeiterklasse haben wir es mit einem Milieu zu thun, das ständig Leben, Bewegung und Kampf entfaltet, das von seiner eignen Aftivität erfüllt ist und der Erregung nicht bedarf. Wenn dem so ist, so ist es gar nicht notwendig. die Bedeuttmg terroristisch« Akte für die Arbeiterschaft hervorzuheben, es ist gar nicht möglich, ihnen eine specicll excitative Bedeutung vorzuschreiben."— Alle diese Stellen bezeichnet Nadeschdin als unumgänglich notwendige Ergänzung seiner Broschüre.— Diesen Stellen gegenüber verweist die Staatsanwaltschaft aus folgende Ausführungen, die ebenfalls im Nachwort stehen:„Sind die politischen Morde erforderlich in dem gegenwärtigen Kampfe des Prole- tariats mit der Regierung? Nach unsrer Ansicht kann es nur eine Antwort geben: die Bejahung". Es wird dann eine angebliche Aeußerung PlechanoffS cittert, die er in einer Genfer Rede gethan haben soll:„In jedem Socialdemokraten sitzt und muß auch ein Stück Terrorist wie Robespierre sitzen. Ich bin selbst Terrorist in meinem Innern, aber ich ziehe es vor. daß Nikolaus II. nicht durch die Kugel stirbt. fondern durch das Schafott auf dem Kasanscheu Platz."— Erster Staatsanwalt Dr. Schütze: Diese Stelle findet sich genau ebenso in der Uebersetzung des Herrn Konsuls.— Bert. Lieb knecht: ES ist doch zu beachten, daß diese Stelle in der Schrift selbst gar nicht vorkommt. Der Herr Konsul hat uns nicht gesagt, daß gegen diese Stelle aufs schärffte polemisiert und dieses angebliche Eitat aus Plechanoff, dessen Richtigkeit wir übrigens energisch bestreiten, durch die Ausführungen Nadeschdins widerlegt wird. Gerade das ist die stärkste Unrichttgkeit in der Uebersetzung des Konsuls.— In der That wird festgestellt. daß der Verfasser fortfährt:„Um die Wahrheit zu sagen, denken wir nicht an irgendwelches Vorwegnehmen, überhaupt nicht an den Tod Nikolaus IL Im Jahre 1848 gelang es Louss Philipp, als das Proletariat die Oberhand gewann, aus Paris in einem Wagen zu entkommen, und zwar von demselben Markte, auf welchem sein Vater hingerichtet wurde, und aus der siegreichen Volksmenge wurde kein einziger Stein nach ihm geworfen. Das Volk war so hoch- herzig, daß eine Prinzessin das Geschehene sogar für eine höchst erbauliche Abwechslung im Hofleben hielt. Ob Nikolaus II. im Wagen von dem Kasanschen Markte fortfahren wird oder ob man ihn auf einem Lastwagen mit schnmtziger Wäsche expedieren wird, wie man einst die Führer der Reaktion zur Zeit der Revolution fortbrachte, oder ob er in Frauenkleidung entfliehen wird— das interessiert uns sehr wenig. Die Geschichte selbst wird für den Zaren das Schafott Ludwigs XVI. oder den Unterrock GuizotS bestimmen. Das ist Sache der Zukunft." Vert. Liebknecht: Der Verfasser schließt daraus, daß der Terrorismus als Kampfmittel sinnlos sei. Wozu von Terrorismus reden, wenn eine gut organisierte Arbeiterklasse nur mit dem Hammer gegen den Thron zu stoßen braucht, damit er in Trümmer fällt.— Sachverst. Professor Rost: Ja, aber andrerseits wird gesagt, daß die Arbeiterklasse heute noch nicht so weit sei. Mau habe es in Rußland mit einem Regime der Raserei zu thun. Sie sind bis zu einer solchen Tollheit gelangt, daß es nicht nur eine Pflicht der Arbeiterpartei ist, sie fortzuräumen, sondern daß dies bald jeder Durchreisende für seine Schuldigkeit halten wird. Die rohe, freche Reaktion muß an Leuten, wie Wahl und Bogdanowitsch, gesühnt werden. Politische Morde müssen wir mit blutigen Schlächtereien beantworten, auch ohne den Gedanken an polittsche Vorteile für die Bewegung. Zusammenfassend und exemplificierend werde dann ge- schlössen: Gewiß werde es jedem lieber sein, einen Sabatow mit reichlichen Diäten zu versehen und abreisen zu lassen, wohin er wolle. Aber wenn es unter den gegenwärttgen Umständen nicht anders geht, so mag er lieber getötet werden, als unendlichen Schaden anzustiften. Und gerade jetzt, nicht später. Denn einen tollen Hund töte man, wenn er die Leute zerfleische, nicht, wenn er sich schon selbst den Stahl in den Leib gerannt habe. Ehrlose Handlungen und Beschimpfungen müsse das Proletariat ebenso rächen, wie jeder einzelne das für seine Person thue. Vert. Liebknecht: Im ganzen. glaube ich, kann man Nadeschdins Anschauungen so zusammenfassen: Er ging ans von dem Standpunkt des exzitativen Terrors und endete bei der Ehren- Notwehr durch den politischen Mord. Nicht als besonderes Kampf- mittel, sondern als Schnvmittel gegen moralische Versninpfiing erscheint ihm die Gewaltthat. Das meint offenbar Nadeschdin, wenn er mit Henckells Versen schließt:„Wir sind die Vandalen der Milde, wir sind die Barbaren des Rechts, wir füh.en die Freiheit im Schilde, die Freiheit des Menschengeschlechts. Vert. Schwarz: Der Herr Staatsanwalt hat wiederholt auf die Uebersetzungen des Konsuls zurückgegriffen. Wo ist denn die von ihm so wiedergegebene Stelle:„Die Vereinigung der Social- Revolutionäre in ein Centraliomitee soll die Revolution unter den Russen so propagieren, durch den Terrorismus den Umsturz herbei- führen und das Todesurteil über jene Leute verfügen, welche es ver- urteilt?"— Sachverst. Dr. R o st: Ich kann mich nicht entsinnen, etwas Derartiges gefunden zu haben. Damit wird diese Schrift Nadeschdins verlassen und zu den Schriften Wladimir Burzeffs übergegangen. Von der Schrift: „Nieder mit dem Zaren!" sind nur zwei Exemplare, dagegen von einem verkürzten Auszug aus ihr unter dem Titel:„Was soll man thun?" ISS Stück, schließlich noch 2 kleine Broschüren in vereinzelten Exeniplaren gefunden worden, alles beim Angeklagten Klein. Als Motto trägt die Schrift Voltaires Wort: öerasoe rinkarne und eine Widmung an Karpowitsch und Lagowiski. Die Artikel beginnen mit einer Polemik gegen das„eng begrenzte" Programm der Social- demokratie, dem die allumfassende Wirkung des Terrors gegenüber- gestellt wird. Die Geburtshelferin der neuen Zeit werde den Kaiser- schnitt vollbringen müssen, wie es ja schon im Evangelium heiße: Gebet dem Cäsar, was des Cäsars ist. Vom Schafott und aus den Mauern der Schlüsselburger Festung mahnten die Geister der Volksbefreier, den Kampf in ihrem Sinne wieder aufzunehmen.— Ein andrer Artikel beschäftigt sich mit dem damals erfolgten Attentat Valmnscheffs gegen Ssipjagin. Darüber heißt es: Balmäscheffs Name wird für jeden rechtschaffene» russischen Mann stets heilig bleiben. Ohne Zweifel werden alle russischen Revoluttonäre ihn einen Helden nennen. Wir aber fügen noch hinzu: Balmascheff ist nicht nur ein Held, er ist der ausgezeichnetste ge- sellschastliche Arbeiter der neuen russischen Geschichte. Hoch Karpowitsch! Es lebe Balmascheff!"— Im Anschluß an die Broschüre eines revolutionären Studenten heißt es:„Schüsse sind erforderlich, lautes Schießen auf der ganzen Linie ist erforderlich, sonst fängt die Gesellschaft von neuem an zu zaudern, und es wird schwer sein, sie zu neuem Leben anzufachen. Es bedarf der alten Terroristenhelden, der Apostel der Freiheit und der Märtyrer des Blutes, die sich selbst verleugnen. Schläge, Schläge von allen Seiten sind erforderlich." Schließlich wird ausgefordert, das Kampf- Programm auf einen Punkt zu dirigieren, den Zarcnmord, und falls es sich nötig erweisen sollte, zu einer ganzen Reihe Zarenmorde, und zum systemattschen polittschen Terror. Im Anschluß an Stepniak heißt es dann, daß alle Mittel, welche bei der gegenwärttgen Regierung wirksam sein dürften, anerkannt werden sollen, von den friedlichsten kulturellen bis zu den schärfften revolutionären, je nach den örtlichen und zeitlichen Bedingungen. Auf die Zugeständnisse habe man keine Hoffnung, deshalb müsse jetzt alles auf den polittschen Terror und die Militärverschwörung gesetzt werden. Wir sind Revolutionäre, nicht nur bis zur direften Volks- erhebung, sondern auch bis zur Militärverschwörung und nächtlichen Ueberfällen auf den Palast, bis zu Bomben und Dynamit. Damit wird die Prüfung der Schriften für heute abgebrochen. Der Vorsitzende teilt noch mit, daß aus Lirbau ein Tele- gramm eingetroffen sei, wonach die kommissarische Ver- nehmung Skubbiks am S. August stattfinden könne. Die Anwesenheit der Angeklagten sei gestattet, die der Verteidiger nicht.(Langanhaltende Heiterkeit.) Vert. Schwarz: Ich habe noch einen Antrag zu stellen. Nach der Uebertragung des russischen Gesetzes durch die beiden Sach- verständigen, dem Gutachten des Professors v. R e u ß n e r, der Vorlegung der Motive zum neuen russischen Strafgesetzbuch, sowie nach der Auskunst des Reichskanzlers ist, wie mir scheint, nach- gewiesen, daß die Gegenseitigkeit bezüglich des Hochverrats und der Majestätsbeleidigung von Rußland nicht verbürgt ist. Deshalb be- antrage ich, den Angeklagten Kugel aus der Haft zn entlassen, weil unmöglich angenommen werden kann, daß er dieser beiden Straf- thaten verdächttg ist. Erster Staatsanwalt Dr. Schütze: Ich halte die Gegenseitig- keit nach wir vor für verbürgt und alle Einwände, die von der Ver- teidigung vorgebracht worden sind, kür rechtsirrtümlich. Ich muß deshalb diesem Antrage widersprechen. Nach kurzer Beratung lehnt der Gerichtshof den Antrag der Verteidigung ab. Die Gründe, die zum Erlaß des Hastbefehls ge- führt hatten, wären noch nicht hinfällig geworden.(Bewegung.) Schluß S'/z Uhr.• Versammlungen. Kupferschmiede. Am Sonnabend, den 16. Juli cr., hielt die Filiale Berlin des Verbandes der Kupferschmiede Deutschlands im Gewerkschaftshause ihre Generalversammlung ab. Nach dem Kassen- bericht hatte die Centraikasse inkl. eines Bestandes von 272,61 M. eine Einnahme von 2982,86 M., der eine Ausgabe von 2618,64 M. gegenübersteht, so daß eine Mehreinnahme von 964,22 M. zu ver- zeichnen ist. Von diesen wurden 764,22 M. an die Centralkasse nach Hamburg gesandt; der Rest verblieb der Filialkasse. Von den Aus- gaben sind hervorzuheben 1S2,S6 M. für Reise-Unterstützung, 1133,36 M. für Orts-Unterstützung, 423 M. für Streik-Unter- stützung, 111,95 M. für Jnvaliden-Unterstützung. Die Filiale zählte bei Beginn des zweiten Quartals 428, am Schluß 441 Mitglieder. Neu eingetreten sind 37, von den andern Verbänden übergetreten 2 Kollegen. Die Filialkasse hatte eine Einnahme von 969,48 M., eine Ausgabe von 586,88 M., mithin einen Bestand von 322,66 M. Der Dispositionsfonds hatte inkl. eines Bestandes von 2916,58 M. eine Einnahme von 3553,38 M., der eine Ausgabe von 567,66 M. gegenübersteht, so daß derselbe einen Bestand von 3645,78 M. auf- weist. Von den Ausgaben sind 382 M zur Unterstützung streikender Kollegen verwandt. Nach der Berichterstattung hielt Genosse Dr. Zadel einen sehr lehrreichen mit großem Beifall auf- genommenen Vortrag über„Arbeitszeit und Gesundheit."— Unter Gewerkschaftlichem beantragte der Vorstand, 166 M. der Bibliothek für Neuanschaffungen zu überweisen und drei Kollegen zu wählen, welche mit dem Bibliothekar eine geeignete Auswahl treffen sollen. Ferner wurde beantragt, drei Kollegen wegen Alters von der Kon- trolle des Arbeitsnachweises zu entbinden. Diese Anträge wurden angenommen. Ein Antrag des Vorstandes, der Rest des Sterbe- gelbes eines unverheirateten Kollegen der Filialkassi. einzuverleiben, wurde abgelehnt und beschlossen, denselben der Mutter des Ver- storbenen zukommen zu lassen, zuvor jedoch Erkundigungen über dieselbe einzuziehen.— Den streikenden Rammern wurden 56 M. bewilligt. Ein Antrag, das Filialstatut,. Lohntarif, Prozent- berechnung, Bibliothek-Verzeichnis zu revidieren und neu drucken zu lassen, wurde angenommen und fünf Kollegen zur Revidierung des ' Filialstaints gewählt. Der ausgeschlossene Mandel erklärt sich mit seinem Ausschluß nicht einverstanden und beantragt die Entscheidung durch ein Schiedsgericht. Die Versammlung wählte die vor- geschriebenen zwei Kollegen. Ferner teilte der Vorsitzende mit, daß C. Fritz vom Centralvorstand zum Vertreter der Gewerkschaft bei der Generalkommission gewählt worden ist. Nach Mitteilung eines durchreisenden Kollegen wird in der Filiale Küstrin der Minimallohn. welcher im Jahre 1966 durch die Bezirkskonferenz auf 42'/- Pf. bei 16stündiger Arbeitszeit festgesetzt wurde, nicht gezahlt. So wurde dem Kollegen bei der Firma Wegner 28 Pf. die Stunde bei llstündigcr Arbeitszeit geboten. Für Kost und Logis hatte derselbe 11 M. wöchentlich ohne Wäsche zu zahlen. Bei dieser langen Arbeitszeit und dem geringen Lohn trotz der guten Geschäftskonjunktur glaubte der Kollege für die schlechte Geschäftszeit im Winter nichts erübrigen zu können und legte die Arbeit nieder. Es gelangte folgender Antrag zur Annahme: Die Versammlung beauftragt den Vertrauensmann des 4. Agitationsbezirks, umgehend mit den Filialen des Bezirks in Verbindung zu treten und festzustellen, in welchen der Minimallohn von 42'/- Pf. die Stunde nicht gezahlt und noch länger als zehn Stunden gearbeitet wird. Sie ist der Meinung, daß die Filialen die günstige Geschäftskonjunktur, die wir gegenwärtig haben, nicht un- benutzt vorübergehen lassen dürfen. Filialen, von denen der Ver- trauensmann keine Kenntnis hat, was für Löhne daselbst gezahlt werden, sind aufzufordern, dies umgehend demselben mitzuteilen. Die Arbeiter der Gummiabteilung des Kabelwerkes Oberspree (Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft) erörterten am Sonnabend in einer Werkstattbesprechung die Ursachen ihres gegenwärtigen Minderverdien st es. Wie aus der regen Debatte hervorging, hatten die Arbeiter bisher einen regelmäßigen Verdienst von 56 Pf. pro Stunde, der aber seit einigen Wochen auk 45— 46 Pf. gesunken ist. Allgemein war die Ansicht vertreten, daß die Uriache hiervon in einer technischen Neuerung zu suchen sei, die sich nicht bewährt hat, und deren finanziellen Ausfall man jetzt aus den Arbeitslöhnen wieder weit zu machen sucht. Zur Isolation der Kabeldrähte wird nämlich seit einiger Zeit eine neue Gummimischung verwandt, die billiger ist wie das früher verarbeitete Material. Die Mischung be- steht in der Hauptsache aus Altgummi, der sehr unrein und mit Messingspänen durchsetzt ist. Bei der Prüfung der überzogenen Drähte stellte sich nun heraus, daß der Strom durch die in der Isolier- masse enthaltenen Messing- und Eisenteile abgeleitet wird, die Drähte also unbrauchbar sind. Gegenwärtig liegen in der Abteilung etwa 666 666 Meter solcher unbrauchbaren Kabel als Ausschuß, der den Arbeitern nicht bezahlt wird. Die Zahlung des Accords erstreckt sich nämlich nur aus die fertigen Drähte, die die Prüfungsstation als brauchbar passiert haben. Infolgedessen hat sich bei der gegenwärtigen Menge der fehlerhaften Drähte der Arbeitsverdienst erheblich ver- ringert, obwohl die Arbeiter keinerlei Schuld an dem Ausschuß tragen. Bemängelt wurden auch die zur Herstellung der Isolation dienenden maschinellen Einrichtungen, weil dieselben sehr uncgal arbeiten; ebenfalls wurde die Art der Untersuchung fertiger Drähte auf der Prüfungsstation scharf getadelt. Aus all diesen Gründen kamen die Arbeiter zu dem Entschluß, eine Kommission zu wählen, die der Direktion Kenntnis von den Uebelständen in der Gummiabteilung geben soll mit dem Wunsche, daß, wenn keine brauchbare Gummi- Mischung zur Verarbeitting gelangt, die Drähte dann gleich nach ihrer Herstellung, nicht aber erst nach ihrer Prüfung bezahlt werden mögen. Die jetzigen Zustände, wo die Arbeiter für mißlungene Experimente einiger' chemisch- technischer Betriebsbeamten mit Verdienst- reduzierungen büßen müssen, wurden allgemein als unhaltbar be- zeichnet. Ter sottaldemokratische Wahlverein für Mariendorf hielt am 5. Juli seine ordentliche Generalversammlung im Lokale des Genossen Reichardt ab. Nach dem Bericht des Vorstandes haben im verflossenen halben Jahre 16 Vorstandssitzungcn, 7 Mitgliederversammlungen. 1 Kreis- Generalversammlung, 1 Kreis-Vorstandssitzung, sowie eine Agitationstour und zwei Flugblattverbreitungen stattgefunden. Der Mitgliederbestand beträgt 149. Nach Berufen eingeteilt besteht der Verein aus 65 Arbeitern, 32 Maurern, 6 Klempnern. 5 Zimmerern, je 4 Tischlern und Schneidern, je 3 Buchdruckern und Schlossern, je 2 Cigarrenmachern, Drehern, Heizern. Malern, Schuhmachern und Tapezierern und je 1 Anstteicher, Buchbinder. Bäcker, Bildhauer, Konditor, Fliesenleger, Gärtner, Gastwirt, Kaufmann, Sattler. Steinsetzer, Silberarbeiter, Stukkateur, Töpfer und Uhrmacher. Nach dem Kossenbericht steht einer Einnahme von 261,13 M. eine Ausgabe von 72,65 M. gegenüber. Es bleibt ein Bestand von 187.48 M. Gesammelt wurden für Förderung der Bibliothek 49,86 M.; der Bibliothekfonds hatte eine Ausgabe von 5 M. für Einbinden mehrerer Hefte, und verbleibt also ein Bestand von 44.86 M. in demselben. Genosse Greulich gab bekannt, daß das Lokal von Staffel, Marien- selbe, den Arbeitern zur Verfügung stehe. Zum 2. Vorsitzenden wurde Genosse Spannberg gewählt. Genosse Greulich gab dann auSführ- lichen Bericht der Gemeindevertretung für Marienfelde. Unter„Ver- schiedcnes" wurde der vorige Versammlungsbeschluß betreffend den Ausschluß des Genossen Kleist gegen 4 Stimmen aufgehoben. Letzte Nachrichten und Depefchen. Auflösung der Ersten Kammer. Amsterdam, 26. Juli.(W. T- B.) Das Amtsblatt veröffentlicht ein königl. Dekret, durch welches die Erste Kammer'mit dem 23. Juli aufgelöst und die Neuwählen durch die Provinzialräte für dm 3. August angesetzt werden._ Englands Protest gegen dir Wegnahme der„Malacca". London, 26. Juii. Das„Reutersche Bureau" meldet auS Peters- bürg: Der britische Botschafter hat heute nachmittag an die russische Regierung eine energische Protestenote gerichtet wegen der Wegnahme des Dampfer?„Malacca". In der Note wird die sofortige Freigabe des Dampfers gefordert mit dem Hinweis darauf, daß die russische Regierung sich nicht auf rechtlichem Boden befunden habe und daß die an Bord der„Malacca" befindliche Munitton der brittschen Regierung gehöre und für daS in den chinesischen Gewässern befindliche englische Geschwader bestimmt und daS fetner die Kisten gezeichnet gewesen seien mit einem deutlichen Pfeil, dem Zeichen, das als offizielle Marke der englischen Regierung bekannt sei. Schließlich wird Rußland in der Note auf die volle Schwere der etwaigen Folgen hingewiesen. Vom ostafiatischen Kriegsschauplätze. London. 26. Juli.(Meldung des„Reuterschen Bureaus".) Die durch das russische Vorgehen gegen den Dampfer„Malakka" in England hervorgerufene Erregung wird immer heftiger, nachdem neuere Nachrichten die Angelegenheit mit größerer Klarheit dar- gestellt haben. Man glaubt, die Regierung werde durch die öffent- liche Meinung gezwungen werden, Rußland ernstere Vorstellungen zu machen. Die Führer der Opposition sollen sich bereit erklärt haben, jede Aktion zu unterstützen, welche die Regierung wegen der im Roten Meere stattgehabten Beschlagnahme unternehmen sollte. Es hat sich herausgestellt, daß die„Smolensk" und„Petersburg" nicht nur die Dardanellen, sondern auch den Suezkanal unter der Handelsflagge passiert haben. Die Besatzung des Dampfers „Malakka" ist in Port Said an Land gesetzt worden, um von dort aus weiter defördert zu werden. Der Kapitän de? Dampfers hat sich auf dem Dampfer„Osiris" nach Brindisi begeben und wird den Be- Hörden über die Angelegenheit Bericht erstatten. Petersburg, 26. Juli.(W. T. B.) In Tambow schlug gestern während eines heftigen Unwetters der Blitz in zwei Lagerzelte, wo- durch 12 Soldaten des Kirsanowschen Regiments verletzt wurden, darunter zwei schwer. Gestern wurden durch einen Erdrutsch in den der sndrussischen Kohlenindustrie- Gesellschaft gehörenden Gruben in Gorlowka sechs Arbeiter verschüttet. Zwei von ihnen wurden lebend, drei als Leichen zu Tage geschafft, der sechste wurde noch nicht aufgefunden._ Beranftv. Redakteur: Paul Büttner» Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke» Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. BerlagSanstaltPaul Singer L-Co.. Be rlin S W. Hierzu 2 Beilagen u.UnterhaltungSblstt Nr. 169. 21. Jahrgang. 1. Beilage des„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Achtung! Parteigenossen! Seht die Wählerliften zu den Stadtverordneten- Wahlen Dieselben liegen noch nach! bis zum 30. Juli, mnd zwar an den Wochentagen von 2-3 Uhr und Sonntags von 11-1 Uhr, für ganz Berlin im Wahlbureau, Poststr. 16 II, Zimmer 57, zur öffentlichen Einsichtnahme aus. Da nur derjenige, der in den Wählerlisten eingetragen ist, sein Wahlrecht ausüben darf, ist es die Pflicht aller Wähler, sich davon zu überzeugen, ob ihr Name in der Wählerliste verzeichnet ist. Wer nicht verzeichnet ist, reklamiere fofort! Parteigenossen! Sind in diesem Jahre auch teine allgemeinen Wahlen, so ist es doch von größter Wichtigkeit für jeden, fich zu überzeugen, daß fein Name mit verzeichnet ist. Bei allen Nachwahlen hat sich als arger Mißstand herausgestellt, daß viele unsrer Genossen nicht wahlberechtigt waren, weil sie nicht in der Liste standen. In dem Glauben, es finden doch keine Stadtverordneten- Wahlen statt, haben sich viele um die Auslegung der Wählerlisten nicht gekümmert und find dadurch ihres Wahlrechts verlustig gegangen. Deswegen erfuchen wir alle Genoffen recht dringend, Einsicht in die Wählerlisten zu nehmen oder einen Bekannten, der Zeit hat, damit zu beauftragen. Donnerstag, 21. Juli 1904. Mit Brüderlichem Gruß Stuttgart, 15. Juli 1904. Konstantinopel find Depeschen bezüglich der Dardanellen Wir schließen in der Hoffnung, die Vertreter unsrer Bruder gewechselt worden. In jedem Moment fönnen toichtige verbände recht zahlreich in Amsterdam begrüßen zu können. Entscheidungen eintreten. Das Marinetommando hat eine Sigung einberufen, um den Schutz des Roten Meeres gegen russische Uebergriffe zu besprechen. Auch die Amerikaner scheinen sich die russischen Freibeutereien nicht gefallen lassen zu wollen. Aus Washington wird gemeldet: Das amerikanische Staatsministerium verfolgt mit der größten Aufmerksamkeit das Vorgehen der russischen Freiwilligenflotte. Es ist bereit, amerikanische Schiffe gegen jede Belästigung auch dann zu beschützen, wenn diese japanische Bostsachen an Bord haben. Das amerikanische Geschwader in Triest hat Befehl bekommen, am 24. b. M. nach Fiume zu segeln. Rußland wird num doch wohl seinen schneidigen Kapitänen schleunigst Bügel anlegen müffen! Der Vorstand des deutschen Holzarbeiter.- Verbandes. Theodor Leipart, Stuttgart, Furtbacherstr. 16. Berlin una amgegend. Die ftreitenden Steinsetzer und Rammer hielten gestern eine gemeinsame Versammlung im Gewerkschaftshause ab. Knoll, der den Situationsbericht erstattete, führte unter anderm aus: Bei mehr als 30 Firmen arbeiten bereits über 500 Steinfeger unter dem bisherigen Tarif. Damit ist die Absicht der Innung, den Tarif zu berschlechtern, durchkreuzt und bei den Verhandlungen vor dem Einigungsamt, die an einem der nächsten Tage stattfinden, würden auch die Petersburg, 20. Juli.( W. T. B.) Ein Telegramm Kuropatkins Intereffen der Rammer durch den Gesellenausschuß der Steinfeger an den Kaiser von gestern besagt: Auf der Südfront traten vom vertreten. Die Solidarität zwischen beiden Gruppen werde selbstDer Referent empfahl 17. bis 19. Juli teine besonderen Veränderungen ein. Am 18. Juli verständlich auch ferner bethätigt werden. Streitkräfte nach Sihejan( auf der Straße Liaujang- Saimatsi) gegen wurde um 5 Uhr nachmittags bemerkt, daß bedeutende japanische folgende Resolution: unfre Abteilungen vorrückten. Nach zweitägigem Stampfe zieht sich Die Versammlung erhebt Protest gegen die von der Berliner Innung ausgestreuten Gerüchte, daß die Steinfeger die Rammer die letztere in der Richtung auf das Dorf Guntsiatsy östlich von fallen gelassen haben. Die Steinfeger und Rammer sind sich Anpin zurüd. ihrer gemeinsamen Selasseninteressen viel zu sehr bewußt, als daß von einem Fallenlassen der Forderungen des einen Teiles durch den andren die Rede sein könnte. Die Versammlung erblickt in der Ausstreuung derartiger Gerüchte nur einen Versuch, die öffentliche Meinung zu täuschen und zugleich ein Mittel, nicht nur die berechtigten Forderungen der Rammer in den Hintergrund zu drängen, sondern auch von dem zu Recht bestehenden Steinsetzertarif nuberechtigterweise wesentliche Teile auszumerzen. Nach einer längeren Besprechung von Einzelheiten der gegen wärtigen Situation wurde die Resolution einstimmig angenommen. 11 London, 20. Juli. Das„ Reutersche Bureau" erfährt, daß die Baffagiere der Malacca" an Bord des nach Osten fahrenden Dampfers Marmoro" gebracht worden seien, der ebenfalls der Beninsular and Oriental Linie gehört. Der Präsident dieser Gesellschaft Sir Thomas Sutherland teilte dem genannten Bureau mit, gänzlich im Dunklen sei. Es sei unmöglich über diesen Gegenstand irgend eine Meinung zu äußern. Erfülle jeder seine Pflicht und überzeuge fich, ob fein daß er über die Gründe der in Frage stehenden Beschlagnahme Recht gewahrt und er eingetragen ist. II. deutscher Abftinententag und Großlogen- Feft des J. O. 6. T. Altona, 18. Juli. Dritter Wahlkreis. Achtung! Parteigenossen! Die Wähler des 17. Kommunal- Wahlbezirks ersuchen wir be= sonders, sich zu überzeugen, ob sie in der ausliegenden Wählerliste verzeichnet sind, damit sie nicht, falls wir infolge des durch freifinnige Riedertracht diktierten Wahlprotestes zu einer Nachwahl gezwungen werden, ihres Wahlrechtes verlustig gehen. Für diejenigen, welche verhindert sind selbst einzusehen, sind die unterzeichneten Genossen bereit, die Einsicht vorzunehmen: W. Börner, Cigarrenhandlung, Nitterstr. 15; E. Götte, Restaurant, Branden burgstr. 18; D. Blume, Restaurant, Alte Jakobstr. 119; G. Ladewig, Restaurant, Kommandantenstr. 65; St. Friz, Spedition, Prinzenstraße 31; Jestram, Restaurant, Prinzen- und Sebastianstraßen- Ecke; Im Bunde abstinenter Frauen" hielt Frau Dr. phil. Lepke, Restaurant, Prinzenstr. 59. Der 17. Kommunal- Wahlbezirk umfaßt die Stadtbezirke: 123. Prinzenſtr. 17-29 und 91-102, Ritterstr. 10-29 und 96-115. 116-126. Die Aussperrung der Metallarbeiter bei der Firma Schwidlinski zeitigt wieder sonderbare Polizeimaßregeln gegen die Streif posten. Bisher verkehrten die Streitposten in einer Sneipe, die sich in demselben Hause wie die Fabrit, Manteuffelstr. 29, befindet. Vor einigen Tagen jedoch fündigte der Wirt den Streifpoften plötzlich Zunächst ist nachzutragen, daß am Sonntag auch die abfti- bie Freundschaft mit der Aufforderung, sich ein andres Aufenthaltsmerkenswert zu verzeichnen, daß die Großloge am Sonntag befragt, ließ der Wirt durchblicken, er sei nach dem Polizeinenten Juristen eine Sigung abhielten. Ferner ist als be- lokal zu suchen. Nach dem Grunde dieser befremblichen Maßregel von 7 Uhr morgens bis Montag früh um 5 Uhr, mit einer bureau beordert worden, und dort habe man ihm nahegelegt, zweistündigen Mittagspause, also 20 Stunden tagen mußte, um die Streifpoften fernerhin nicht mehr in seinem Lokale au dulden. bie ganze Tagesordnung zu erschöpfen. Den Vorsiz führte während Die Arbeiter gingen natürlich. Vielleicht aber dürfte der Wirt bald der ganzen Zeit der Großtempler Blume- Hamburg. einsehen, daß Streifpoftengroschen einen sehr reellen Kurswert haben, benn es steht kaum zu erwarten, daß die Firma Schwidlinski oder Wegscheider Biegler Berlin ihren Vortrag: Ifo hol und fociale Reformarbeit": Unser Volt fönne sich erst auch die Polizeibeamten jenes Reviers den Wirt für den künftigen Auch das StreitpostenVerdienstausfall schablos halten werden. dann mit Recht ein Kulturboff nennen, wenn es allen seinen stehen ist der Polizei wieder ein Dorn im Auge, wie folgender Schichten gelänge, die Menge der Kulturfaktoren sich zu eigen zu Borfall lehrt: Sam da gestern ein Streiftposten nach dem Metallmachen. Die arbeitenden Klaffen würden ständig zu niedrig ein124. Fürstenftr. 2-28, Luifen- Ufer 37-46, Ritterstr. 1-9 und geschäßt. Genügender Lohn als Antwort auf die Existenzfrage und arbeiter- Bureau und meldete, daß die Polizei das Poſtenstehen vor der Fabrit einfach berbiete. Darauf ging der VerbandsGleichberechtigung im praktischen Leben als solche auf die Persön= 125. Ludauerstr. 17, Luisen- Ufer 23-36, Dranienplay( westlichkeitsfrage. Der Kampf gegen die Unfittlichkeit, die verschiedenen bevollmächtigte iesenthal selbst nach der Manteuffelstraße, um licher Teil), Oranienstr. 42-58 und 150-165, Prinzessinnenstraße. Wohlthätigkeitsbestrebungen seien einseitige Flidarbeit. Wenn man zu sehen, was wahres an der Sache sei. Nicht lange, so wurde ein 126. Brandenburgstraße 37-46, Morigplag, Oranienstr. 58 a bebente, daß ein Behntel des gesamten Aderlandes nur der Bro- Streifpoften vom Schuzmann fiftiert. Wiesenthal trat nun an die bis 69 und 137-149, Prinzenstr. 30-38 und 82-90, Stallschreiber- duktion affoholischer Getränke diene, daß ein riesiges Kapital in der Stelle des Verhafteten und stand Posten. Sofort wies ihn ein SchutzAltobolindustrie angelegt sei, bas nur zerstörend wirke, nicht auf- mann fort, und als er hiergegen protestierte, wurde er gleichfalls straße 3-15 und 52-64. 131. Merandrinenftr. 44-63 und 66-86, Sebaftianstr. 12 menschen" mehr und mehr degenerieren und zu ihrem eigentlichen die Vernehmung des Sünders bewerkstelligte, war die Zahl der ver131. Alexandrinenftr. 44-68 und 66-86, Sebastianstr. 12 bauend, so sei es verständlich, daß die Gehirne dieser Kultur- nach der Wache des 49. Reviers gebracht. Noch während der Lieutenant bis 24 und 68-76, Stallschreiberstr. 16 und 48-51. Gebrauche unfähig würden. Allerdings ginge ja dieser geistige Nebel hafteten Streifpoften bereits auf vier angewachsen. Wiefenthal 132. Lucauerstr. 1-16, Prinzenstr. 39-54 und 69-81, von Deutschlands höchsten Bildungsstätten, feinen Universitäten, in fuchte dem Lieutenant nun das Unzulässige des Streifpoftenverbots Sebastianstr. 1-10 und 77-88, Stallschreiberstr. 1-2. erster Linie aus. Prof. Ed. Meyer- Berlin habe gefagt, der deutsche arzumachen, doch dieser antwortete ihm, feine Verhaftung sei nicht 133. Budowerstraße, Dresdenerstr. 21-30 a und 118-118, Student ertränte seine Freiheit im Biertopfe. Die deutschen wegen des Streifpoftenstehens erfolgt, da dieses ja erlaubt fei, Kaiser Franz- Grenadier- Platz, Luifen- lfer 1-22. Frauen sollten hier ihre ganze Energie zur Aenderung einsehen, denn sondern nur, weil er der Aufforderung des Schutzmanns, fich zu 134. Allegandrinenstr. 64 und 65, Annenstr. 1-10 und 41 um ihre Kinder handle es sich. Sie brauchten feine Vorträge entfernen, nicht Folge geleistet habe. Hierauf fragte Wiesenthal, zu halten, nicht in die Oeffentlichkeit gehen, nur selbst nicht wie er denn das erlaubte Streifpoftenftehen ausüben solle, bis 53, Dresdenerstr. 31-54 und 98-112, Neanderstr. 17 und 18, trinken und durch das eigne gute Beispiel auf ihre Männer und wenn der Schutzmann ihn am Stehen hindere und fortweise? Der Lieutenant blieb die Antwort schuldig. Bei bent Brinzenftr. 55-68. bor allem auf die Kinder einwirken. Die schwedischen Frauen hätten gerade in dieser Hinsicht erlösend für ihr Volt gearbeitet. weiteren Disput erflärte Wiesenthal dem Lieutenant rund und nett, Sollte das die deutsche Frau nicht ebenfalls fönnen? Der Bund er würde, sobald seine Personalien aufgenommen seien, sofort wieder an feinen Plaz als Streitposten gehen. abstinenter Frauen" bewiese das Gegenteil. Der Verein abstinenter Pastoren" tagte Montagvormittag von Darauf fagte der Lieutenant:" Dann bleiben Sie bis auf weiteres 10-1 Uhr. Der erste Jahresbericht fonnte nicht mit großen Zahlen hier!" Und so geschah es vorläufig. Als sich die Bureaubeamten prunten. In der Versammlung fam vielfach zum Ausdrud, daß dann etwas später ablöften, meinte einer der Neuantretenden anf bie Unkenntnis über den Alkohol im Kreise der Kollegen sehr groß den Arrestanten deutend zu seinem abgelöften Kameraden:„ Na, was sei, ganz abgesehen davon, daß eine ganze Anzahl derselben in soll denn mit dem da?" Prompt erfolgte die Antwort: spezifisch- kirchlichen Abstinenz- oder Mäßigkeitsvereinen vertreten bleibt so lange hier, bis bei Schwidlinski die Arbeit fei, gäbe es doch viele, deren Stellungnahme in dieser Frage bis wieder aufgenommen ist!" Nach einer Stunde schien der Lieute zur Ünduldsamkeit gegenüber Guttemplern und andren Abstinenten nant sich dann eines andren besonnen zu haben, Wiesenthal wurde ginge. Besonders wußte Pastor Bahnsen- Hamburg einige trasse wieder entlassen. Merkwürdig ist, daß, so lange die Firma SchwidFälle zu nennen. Da die Alkoholfrage nicht lediglich eine social- linski Streifarbeit in Berlin geliefert bekam, sich die Polizei um die hygienische und ökonomische, sondern auch eine religiös- fittliche Streifposten gar nicht bekümmerte. Jest aber, nachdem hier keine Seite habe, so müsse man unter allen Umständen versuchen, die firch Streitarbeit mehr angefertigt wird, und auch die Kollegen zweier lichen Behörden, den Kongreß für die innere Mission und ähnliche Leipziger Betriebe die Ausführung von Streifarbeit verweigert zur Stellungnahme zu veranlaffen. Die Abstinenzbewegung befinde haben, jezt geht die Polizei mit einem Mal mit äußerster Schärfe fich heute auf einer Stufe, die es ganz gleich erscheinen Taffe, ob vor. Die Unternehmer haben es bei den wirtschaftlichen Kämpfen Diese stehen selbst fich die Geistlichkeit daran beteilige oder nicht. Ginge sie nicht mit, eben bedeutend bequemer wie die Arbeiter. bann würde man eben ohne sie vorwärts gehen; dann verscherze man Streitposten, jene aber lassen die Polizisten für fich Streitposten sich aber auch die Gelegenheit, die ganze Frage von der religiös- stehen. ethischen Seite zu behandeln. Die Berliner Vertrauensleute. Vom ostasiatischen Kriegsschauplat Hegen heute bedeutsame Nachrichten nicht vor. Die eingegangenen Telegramme lauten: London, 20. Juli.„ Daily Chronicle" meldet aus Inkau, General Du erwarte in Kaiping Verstärkungen, die unter dem Schutz von fieben japanischen Kreuzern landen. Auch nördlich von Port Arthur fänden neue Landungen statt. Man erwarte in dieser Woche bedeutende Ereignisse. Der Wert des russischen Rubels fei gefunten. London, 20. Juli. Die Times" erfährt aus Tokio vom 19. ds., daß angeblich drei japanische Torpedobootszerstörer den Liaofluß, in welchem ein russisches Kanonenboot und ein Torpedobootszerstörer liegen, gesperrt haben. Nach einer weiteren Meldung der„ Times" aus Tokio sollen die Russen in Nordosttorea Wege anlegen und den Tumenfluß überbrüden. Sie träfen auch sonst Vorbereitungen, die auf das Eintreffen größerer Truppemassen schließen ließen. Neuer Streifzug des Wladiwostok- Geschwaders. Tokio, 20. Juli.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die ruffischen Kreuzer Roffija"," Rurit" und" Gromoboi" haben sich durch die Tsugarustraße nach dem Stillen Ocean begeben und haben öftlich von der Tsugarustraße einen japanischen Dampfer durchsucht, dessen Name jedoch nicht befannt ist, auch weiß man nicht, was aus dem Dampfer geworden ist. " Gewerkschaftliches. An alle Holzarbeiter- Berbände. Werte Kollegen! Tokio, 20. Juli.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Auf Wir geben hierdurch bekannt, daß der Internationale Grund der hier eingegangenen Meldung, daß das Wladivostok Solzarbeiter Kongres am 12. Auguft, vormittags 9 Uhr, Geschwader die Tsugaruftraße passiert hat, ist an die an der Ost- in Amsterdam im Konventsaal des Geboue de Geelvind" füfte verkehrenden Kauffahrteififfe eine amtliche Singel 530, eröffnet wird. Wir ersuchen alle Delegierten, rechtzeitig Warnung ergangen. Die Schiffe suchen eiligst zur Stelle zu fein. Schughäfen auf. Am Nachmittag ließ das Wladiwostot- Geschwaber einen heute aufgebrachten japanischen Handelsdampfer frei und dampfte, von einer japanischen Torpedobootsflottille berfolgt, oftwärts. Die Ruffen im Roten Meere. Port Said, 20. Juli.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) Die, Malacca" ist heute früh hier eingetroffen. Sie führte die russische Kriegsflagge und hatte einen russischen Kapitän von der Kriegsmarine, vier Offiziere und 45 Matrofen und Heizer an Bord. Die Mannschaft der„ Malacca" ist als friegsgefangen erklärt und jeder Verkehr mit der Küste unterfagt worden. Eine bewaffnete Wache bewacht das Fallreep. Dem englischen Kapitän des Schiffes, der gegen die ihm zu teil gewordene Behandlung Einspruch erhob, ist mehreremale mit Verhaftung gedroht worden. " Die Kollegen in Amsterdam haben ein Empfangskomitee gebildet, beffen Mitglieder, kenntlich an einer weißen Rosette, die Delegierten am Bahnhof empfangen werden. Sämtliche Delegierten werden ge beten, den Zeitpunkt ihrer Ankunft in Amsterdam dem Sekretär des Algemeenen Meubelmakersbond, Kollegen v. d. Wijngaart, Runstraat 24 in Amsterdam, vorher anzuzeigen. Derselbe ist auf Wunsch gern bereit, für Quartiere au forgen. Jeber Delegierte hat sich durch ein Mandat der von ihm vertretenen Landesorganisation zu legitimieren. Als Beitrag zu den Roften des Kongresses hat ferner jeder Delegierte eine Eintrittsgebühr von 10 Fr. zu entrichten. Die provisorische Tagesordnung des Kongresses lautet: 1. Konstituierung. Rostendedung. 2. Notwendigkeit und Möglichkeit einer dauernden internicht gefallen laffen zu wollen. Sie haben ihrerseits die„ Malacca" Sekretariats und Beschlußfaffung über dessen Aufgaben und über die Die Engländer scheinen sich die russische Seeräuberei allerdings nationalen Verbindung. Eventuell Schaffung eines internationalen it Beschlag belegt. Ein Telegramm melbet: 8. Uebertritt und gegenseitige Unterstützung der Mitglieder im London, 20. Juli. Nach einer beim Lloyd" eingegangenen Ausland. Abschluß von Kartellverträgen. Depesche halten die Behörden von Port Said die Malacca" bis zum 4. Abhaltung ausländischer Streifbrecher bei Lohnlämpfen. Eintreffen weiterer Instruktionen an. Für die Verhandlungen sind zwei Tage, nämlich der 12. und Ferner veröffentlicht„ Daily Expreß" folgende Information 18. August, in Aussicht genommen. aus Regierungsfreisen: Anträge an den Kongreß müssen in franzöfifcher, englischer oder Der englische Ministerrat hat am 19. Juli eine energisch abgefaßte Note an Rußland entworfen, die, wie man erwartet, deutscher Sprache abgefaßt sein. Auch die Verhandlungen des sofort per Gilfurier nach Petersburg abgefandt wird. Zwischen Kongreffes follten möglichst nur in diesen drei Sprachen, für welche der englischen Regierung und den Gesandten in Uebersetzer zur Stelle sein werden, geführt werden. Der Die Direktion der ,, Bacuum- Werke", welche gestern noch auf ihr Wort versicherte, daß neue Leute vorläufig nicht eingestellt werden, sondern daß der Betrieb bis Anfang September stillstehen sollte, hat schon gestern unter Decadresse Arbeiter gesucht! Festzustellen ist hierbei, daß den Arbeitswilligen ein Mindestlohn von 21 Mart garantiert wurde. Durch Nichtbewilligung einer Forderung in dieser Höhe wurden die Arbeiter zum Streit gezwungen. Obgleich sich Hunderte von Menschen auf die Annonce meldeten, ist es ben Streifenden doch gelungen, den Plan der Geschäftsleitung zu nichte zu machen. Wir ersuchen nochmals dringend, den Zuzug auf das strengste fernzuhalten. Centralverband der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin I. er Mit dem Streit bei der Firma Hoffmann in Rigdorf beschäftigte fich am Sonntag eine start besuchte Bersammlung der Bau- und Arbeitskutscher. Der Referent gab eingehenden Bericht über die Verhandlungen mit dem Unternehmer. Es wurde scharf gerügt, daß Herr Hoffmann sich erlaubt, feine Kutscher, trotzdem ein Teil schon mehrere Jahre bei ihm beschäftigt war, als Strolche und Strunke zu betiteln. Auch wurde das Verhalten des Arbeitswilligen" Ewald Derselbe hat die Lohnforderung mit Richter scharf verurteilt. um dadurch bei feinen Kollegen den Anschein zu als erster unterschrieben, erwecken, daß mit den Forderungen einverstanden sei. Hauptzwed seines Handelns war, Zutritt zu den Betriebsbesprechungen zu erlangen, um Herrn Hoffmann alles mitteilen zu können. Bis jetzt ist es dem Unternehmer noch nicht ge= lungen, Arbeitswillige zu bekommen, infolgedessen ist die Situation fuhrwerts- Betriebes von Reil in der Schönleinjir. 11 ihrer Dr. für die Streifenden günstig. Einen hübschen Erfolg verdanken die Kutscher des Arbeitsganifation. Sie forderten eine Erhöhung ihres Lohnes von 26 auf 30 Mark pro Woche. Nach eintägigem Streit erklärte sich Herr Keil bereit, seinen Leuten einen Wochenlohn von 28 Mart und außerdem fämtliche Versicherungsbeiträge zu zahlen. Achtung, Geldschrankschloffer! Seitens einer Magdeburger Firma ber Geldschrankbranche werden fortgesetzt in Berlin Geldschrankschloffer gesucht. Nach Erhundigungen, welche wir in Magdeburg eingezogen, erfahren wir, daß verhältnismäßig wenig Aufträge vorhanden sind, so daß anzunehmen ist, daß diese Neueinstellungen zur Verdrängung andrer Kollegen benügt werden sollen, die bekanntlich fich im Frühjahr dieses Jahres einen Tarif geschaffen haben. Folge deshalb kein Kollege den Lockungen aus Magdeburg. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Drtsverwaltung Berlin. Cirkular: Deutfches Reich. " Husland. Lokales. Nun also, was trinken wir? geworfen als beantwortet, da leider die deutsche Stadtstatistik fich über den Begriff der Kleinwohnung noch nicht geeinigt hat: wir stoßen immer noch auf die für statistische Vergleiche so überaus pein" Zu dieser Frage gehen uns aus Anlaß der in der Sonntags- liche Verschiedenheit in der Auszählung der Wohnungen, indem einerEin Aushungerungs- Erlas. Bekanntlich befinden sich die Maurer- nummer veröffentlichten Zuschriften noch weitere Meinungsäußerungen feits nach sämtlichen Wohnräumen, andrerseits allein nach den heizand Zimmergesellen Bremens seit circa 7 Wochen im Streit. Um 3. Da ist zunächst ein Schreiben einer Parteigenoſſin, die uns ein Kleinwohnungen sind also mit einiger Vorsicht aufzunehmen; voran baren Zimmern geschieden wird. Die Angaben über die Zahl der die Streitfasse zu entlasten und um die Unternehmer zu Verhand- amüsantes Erlebnis mit einem„ Abstinenzler" schildert. Ihr steht Lübeck mit dem höchsten prozentualen Zugang an Kleinlungen geneigter zu machen, ist der größte Teil der Streifenden Mann erhielt kürzlich den Besuch eines Kollegen, der ihr nicht so wohnungen( 79 Proz.), es folgen Danzig( 74 Proz.), Essen, Nürnabgereist und hat in den verschiedensten Städten Arbeit erhalten. ganz taktfest" vorfam und dabei einen merkwürdigen Wohlgeruch berg, Plauen( 70 Broz.) bis hinab zu Kaffel mit 10 Proz. und Dieses paßt den Unternehmern nicht, sie verlangen die Abgereisten ausströmte.„ Sie haben sich wohl parfümiert?" fragte sie ihn. Mülhausen i. E. mit nur 9 Proz.; im Durchschnitt wurden in den zurück, sie wollen dieselben durch Hunger zur bedingungslosen„ Nein! Wieso?"„ Oder waschen Sie sich mit wohlriechender berichtenden Städten von über 50 000 Einwohnern unter je 100 Wiederaufnahme der Arbeit zwingen. Der Arbeitgeberverband für Seife?"" Nein. Ich habe nur ein paar Mundpillen genommen. Wohnungen überhaupt 49 Kleinwohnungen errichtet. das Baugewerbe des Stadt- und Landkreises Düsseldorf versendet Es soll feiner riechen, daß ich ein paar Glas Bier ge- dem Wohnbedürfnis der ärmeren Schichten der Bevölkerung hätte an sämtliche Maurer- und Zimmermeister Düſſeldorfs folgendes trunken habe, ich bin nämlich Abstinenzler". Die Einsenderin genügt sein können, darf man wohl mit Fug und Recht bezweifeln. So lange der Wohnungsbau in der Hauptsache eine Angelegenheit Düsseldorf, 6. Juli 1904. fügt hinzu: Solche Abstinenzler soll's eine ganze Menge geben", privaten Erwerbes bleibt, wird sich daran nicht viel ändern. Es ist Sehr geehrter Herr Kollege! aber mit dieser schnell fertigen Verallgemeinerung dürfte sie den rentabler und bequemer für die Hausagrarier und solche, die es Wie Ihnen bereits bekannt sein dürfte, befinden sich in Bremen Abstinenzlern denn doch wohl unrecht thun. werden wollen, größere und teuerere Wohnungen zu bauen. Die die Maurer- und Zimmergesellen seit dem 3. Juni d. J. im Streik. Von der ernsten Seite wird die Trinkfrage behandelt in der Arbeiterschaft mag zusehen, wo sie mit ihrer Brut" bleibt! Im Auftrage der Maurer- und Zimmermeister von Bremen appellieren Buschrift eines Parteigenossen, der Tags über in den Straßen bei Zum Achtuhr- Ladenschluß. Man schreibt uns: Ist es nicht wir an Ihre Kollegialität, sich mit den Bremischen Maurer- und Reparaturen des Asphaltpflasters beschäftigt ist. Dieser Asphalt- sonderbar, daß hier in Berlin der Frage des Achtuhr- Ladenschlusses Zimmermeistern solidarisch zu erklären und solche Leute, welche bis arbeiter schreibt uns, daß all' die gutgemeinten Ratschläge, die da fich so viele Bedenken entgegenstellen, daß diese Forderung mit so Anfang Juni in Bremen gearbeitet haben, nicht einzustellen oder aber, falls Sie es schon gethan haben, dieselben sofort zu entlassen, für die Ersetzung des Bieres durch alkoholfreie Getränke gegeben vielen Widerständen zu kämpfen hat, während in den großen Städten damit der Streit nicht unnötig in die Länge gezogen wird. Jns- worden sind, den auf der Straße arbeitenden Leuten in den Vereinigten Staaten der Sechsuhr- Ladenschluß seit Jahren Ich glaube, der amerikanische Kaufmann macht besondere machen wir auf die Hanseatischen Invalidenmarken auf- nicht viel nüßen können. Er klagt, daß er und einige seiner Kollegen die Regel ist? bei ihren Versuchen, den Durst mit andern Getränken zu löschen, in ebenso merksam." gute Geschäfte wie der deutsche, er versteht sich in jeder Beziehung auf seinen Vorteil und ist ebenso Daß solche Uriasbriefé an die in Betracht kommenden Unter- den heißen Tagen der vorigen Woche recht böse Erfahrungen rücksichtslos wie der deutsche, wenn es sich um einen nehmer affer größeren Städte gesandt wurden, ist wohl selbstgemacht haben. Selterwasser bekam ihnen schlecht, sie„ zogen sich Geschäftsgewinn handelt. Dennoch macht er um 6 Uhr seinen verständlich. Durch ihre Organisation wollen die Unternehmer nun eine nicht näher zu beschreibende Krankheit zu". Kaffee oder Thee bei Laden zu und Sonntags wird überhaupt nicht aufgemacht. jede Lohnbewegung der Arbeiter vereiteln. Eine solche Gefahr kann sich zu führen, sei für sie ein schwieriges Ding, da sie an manchen Das gilt besonders für die großen Geschäfte, die Riesenbazare und die Arbeiterschaft nur von sich abwenden, wenn sie unablässig auf Tagen an sechs bis acht weit auseinander liegenden Stellen der Stadt auch die mittelgroßen, denn ich will nicht übersehen, daß es viele die Stärkung ihrer Organisation bedacht ist. zu thun haben. Auch die Bereitung von Brauselimonade, wie eine fleine Geschäfte giebt, wo der Kaufmann sich mit einem oder zwei Zuschrift sie vorschlug, sei solchen Arbeitern nicht leicht möglich. Gehilfen bis 8 Uhr oder ein wenig später plagt. Die Regel ist der Der Einsender Sechsuhr- Ladenschluß und pünktlich wie in einer Fabrik wird FeierAussperrung der Feilenhauer in der Schweiz. Die Arbeiter der Wasser sei mitunter gar nicht zu beschaffen. Feilenfabrit von Schwarz in Winterthur stellten vor mehreren nennt als Beispiel den vornehmen Westen Berlins, speciell das Tier- abend gemacht. Eine Ausnahme von dieser Regel bildet der Sonnabend, wo bis 9 oder manchmal bis 10 Uhr verkauft wird; dafür Wochen an den Fabrikanten folgende Forderungen: Minimallohn, gartenviertel. Er hat dort selten einen Brunnen gefunden, und die find Sonntags alle Geschäfte geschlossen. Von Zeit zu Zeit müssen Abschaffung der Accordarbeit, Einführung des Zehnstundentages und Häuser waren alle verschlossen. Bittet man da einen Portier um die Handlungsgehilfen darum kämpfen, daß der Sechsuhr- LadenRegelung des Lehrlingswesens. Da die Forderungen nicht bewilligt Wasser, so wird man obendrein angeschnauzt. Dem Hund der Herr schluß ihnen erhalten bleibt, denn es ist teine Bolizeiwurden, traten vor vier Wochen die 24 Arbeiter der Fabrik in den schaft würde das Wasser nicht versagt werden, aber uns ist das in Verordnung deswegen da. Ich war in Chikago und in San Francisco, Streit. Daraufhin hielt der Verein schweizerischer Feilenhauermeister den letzten Tagen im Tiergartenviertel passiert. Was bleibt uns also als solche Kämpfe stattfanden, die sich weniger gegen die großen als eine Generalversammlung ab, in der er einen neuen Tarif aufstellte übrig als doch wieder das Bier!" gegen die kleinen und Kaufleute mittleren Ranges richteten. Da hieß und beschloß, falls denselben die Streifenden nicht annehmen, auf Diese Klagen verdienen Beachtung. Es ist wahr: wer auf der es auch überall, das ginge unmöglich, aber es ging doch, und zur den 30. Juli allen Feilenhauern in der Schweiz, welche die Streitenden unterstüßen, auszusperren. Die Arbeiter haben sich Straße beschäftigt ist, dem ist mit den Vorschlägen der Alkoholgegner Zufriedenheit aller wird die Regel jetzt überall respektiert, vom Publikum wie von den Herren Prinzipalen. Das Publikum hat sich jedoch nicht einschüchtern lassen, sie haben den ungenügenden schlecht geholfen. Für Straßenarbeiter kommt es nicht nur darauf vollständig daran gewöhnt, seine Einfäufe so einzurichten, daß die Fabrikantentarif abgelehnt und beharren auf ihren Forderungen. an, daß sie überhaupt etwas trinken können, sondern auch darauf, Handlungsgehilfen ihren Feierabend haben wie jeder andre Arbeiter. daß sie viel zu trinken haben. Wir wissen sehr wohl, daß im all- Man darf auch nicht etwa glauben, daß das Straßenleben Die Lohnbewegung der Tabakarbeiter im Wynenthal( Schweiz) gemeinen viel zu viel getrunken wird. Auch Alkoholgegner leisten nach 6 Uhr erstorben sei, weil ie Geschäfte schließen. spißt sich zu einem sehr erbitterten Kampfe zwischen Kapital und das Straßenleben ist vielfach reicher und Arbeit zu. Die Unternehmer haben erklärt, daß sie nach den bereits in der Vertilgung unschädlicher" Getränke manchmal Unglaubliches, Im Gegenteil, gemachten Konzessionen"( Lohnaufbefferung bis zu 6 Proz.) von ohne zu bedenken, daß Limonaden, Selterwasser oder unverfälschtes bunter wie in Berlin, und hier ist wieder ein Unterschied weiteren Zugeständnissen absehen müßten. Ihr fefter und un- Wasser, im Uebermaß genossen, dem Herzen kaum weniger schaden zwischen dem deutschen und dem amerikanischen Kaufmann. Der deutsche schließt den Laden zu, löscht die Lichter aus und verschließt abänderlicher Entschluß sei, bei Ausbruch eines Streits in einer als Bier, daß man mit dem so eifrig empfohlenen Kaffee oder Thee, oder verhängt die Schaufenster; der amerikanische läßt die Schaueinzigen Fabrik sofort sämtlichen ca. 2000 Arbeitern zu fündigen. wenn man ihn als ständiges Durstlöschungsmittel benutzt, kaum fenster offen und im hellsten Lichterglanze strahlen die Waren und Auch eine Boykottierung soll mit einer Aussperrung sämtlicher weniger sich seinen Geist peitschen läßt", als es Dr. Juliusburger ziehen das Publikum an, welches seine Wahl treffen fann für die den Alkoholkonsumenten vorwirft. Die meisten Menschen sind gar nächsten Einkäufe. Bis um 11 oder 12 Uhr bleiben die Schaufenster Die Lohnbewegung der Landarbeiter in Schonen. Die Organi- nicht so durftig, wie sie glauben, und könnten mit viel geringeren so erleuchtet. Das ist ein Stück Reklame für den Kaufmann, welche sation der schwedischen Landarbeiter hielt am Sonntag im Volkspart Mengen Flüssigkeit auskommen, als fie fich zutrauen. Wer aber im nur die Beleuchtung fostet. Dasselbe geschieht Sonntags und zu Ystad eine Generalversammlung ab, an der 300 Delegierte teil- Sommer in den heißen, stauberfüllten Straßen arbeiten muß, der Feiertags. nahmen und die Arbeiter von 101 Gütern repräsentierten. Es wurde tann ohne ein gewisses Quantum Getränk gar Sechzuhr- Ladenschluß wacht; die Waffe des Boykotts iſt ſehr Es ist jetzt die organisierte Arbeiterschaft, welche über den mitgeteilt, daß der Streit nun auf neun Gütern beendet ist, nachdem nicht bestehen. Und da hat nun unser Asphaltarbeiter durchaus wirksam gegen störrige Ladeninhaber und die Handlungsgehilfen find der geforderte Lohn von 600 Kronen( Bargeld und Naturalien) zu recht. Er kann nicht soviel Getränk mitnehmen, wie er den Tag gegenwärtig besser organisiert wie jemals vorher, und sie können gestanden wurde und ebenso das Koalitionsrecht der Arbeiter. Von über braucht, und wenn er das könnte, so kann er es nicht an sich jedesmal auf die Unterstützung der Arbeiter verlassen, wenn es ca. 50 Gütern lag ein Angebot vor, den Lohn zu bewilligen, jedoch einem fühlen Ort aufbewahren; man weiß ja, wie wenig darauf ankommt. Der Preis der Freiheit ist auch dort ewige Wachs mit der Bedingung, die Arbeiter sollten aus ihrer Dr den Straßen- famkeit. Die Kaufleute drüben müßten sich zu einem gewaltigen ganisation austreten. Gestreift wird zur Zeit noch auf die Unternehmer sich darum kümmern, ob Arbeiter beantwortet werden. " bier Gütern. Die Arbeiter eines Gutes sind ausgesperrt. Die Ver- arbeitern geeignete Unterkunftsräume zur Verfügung stehen, Kampfe rüften, um etwa den Achtuhr- Ladenschluß einzuführen. Hier sammlung beschloß, die Streifenden und Ausgesperrten thatkräftig zu und wie gleichgültig selbst der Magistrat sich zu diesem ist es gerade umgefehrt, hier müssen die Angestellten darum unterstützen. Es wurden ferner Beschlüsse über Fortsetzung der Lohn- Mißstand verhält. Auch Brunnen find nicht immer in erreich- tämpfen. Was in diesem Falle drüben ein großer Sieg der bewegung und weitere Streits gefaßt, die jedoch vorläufig geheim barer Nähe und oft genug geben sie nicht einmal trintbares Sapitalisten wäre, wird hier zu einer Errungenschaft der Arbeiter, sonderbarer Weise. gehalten werden. Zur Versammlung hatten sich auch mehrere Wasser. Nun also, was trinken wir da?! Bolizeibeamte eingefunden, entfernten sich jedoch, nachdem ihnen flargemacht war, daß es sich nicht um eine öffentliche Veranstaltung handelte. Soziales. " Es geht mit der Trinkfrage ähnlich wie mit so vielen andren Ift Groffe geiftestrant oder nicht? Gestützt auf die VeröffentFragen: fie kann von dem einzelnen und für den einzelnen schwer lichung der Aftenstücke aus dem Strafgefängnis zu Plögensee, hatten gelöst werden. Wenn dem Arbeiter die Möglichkeit werden soll, bei die Angehörigen des Grosse ein Gesuch um Wiederaufnahme des der Arbeit auf den Alkohol zu verzichten, dann müssen die Arbeit Verfahrens bezw. um seine Ueberführung in eine Frrenanstalt beim geber samt den arbeitvergebenden Behörden gezwungen werden, Justizminister eingereicht. Dies Gesuch ist mit dem Hinweis abihm diese Möglichkeit zu schaffen. Aber das ist unbequem und gelehnt, daß die Beobachtung des Grosse im Strafgefängnis zu manchmal sogar fostspielig, und in solchem Fall thun die Herren Blößensee nicht ergeben habe, daß er bei Begehung der That geistesArbeitgeber nicht mit, so sehr sie auch sonst auf die„ Sauffäde" frant gewesen; und was die Ueberführung in eine Jrrenanstalt anschimpfen. lange, so gäbe die gegenwärtige geistige Beschaffenheit des Grosse Der englische Arbeitsmarkt im Monat Juni gestaltete sich nur um ein weniges besser als im Monat Mai. In den 172 Gewerk schaften mit einer Mitgliederzahl von 573 373, welche Berichte an das Arbeitsamt einfandten, waren Ende Juni 34 066 oder 5,9 Proz. arbeitslos gegen 6,8 Proz. im Mai und 4,5 Proz. im Juni 1908. Der durchschnittliche Prozentsaz Arbeitsloser am Ende des Monats Juni in den letzten zehn Jahren war 3,8 Proz. Die Streit bewegung im Monat Juni war nicht bedeutend; nur 6792 PerDie Bauthätigkeit in deutschen Städten im Jahre 1902. Seit auch dazu keine Veranlassung. Außer der Beifügung der betreffenden fonen waren an Streits beteiligt. Der Erfolg für die Arbeiter war dem Jahre 1899 veröffentlicht das statistische Amt der Stadt Köln Zeitungsausschnitte, hatten die Angehörigen nicht verabsäumt, nur ein geringer: Von 17 alten und neuen Konflikten, deren end- a. Rhein Vierteljahrsberichte über die Bauthätigkeit in dieser Stadt. Belege dafür beizubringen, daß außer dem Water, der gültige Resultate im Juni bekannt wurden, endeten nur zwei mit Allmählich haben eine Anzahl statistischer Aemter und Bau- im Delirium verstorben, auch schon der Großvater des Grosse 121 Personen zu Gunsten der Arbeiter, während drei mit 309 Per verwaltungen dazu vergleichende Mitteilungen geliefert, die, wenn geistig nicht normal war. Seine verheiratete Tochter, die Vaterfonen zu Gunsten der Unternehmer beendet wurden, und acht mit sie auch unvollkommen sind und sich nur auf die Neubauten und die schwester des Groffe also, hat nämlich aus einer Ehe mit einem 1975 Personen endeten durch Kompromiß. Eine Aenderung der in diesen hergestellten Wohnungen beziehen, doch immerhin ein in gefunden Manne zwei Kinder geboren, die von einer geistigen und Lohnhöhe kam für 14 700 Personen in Betracht; 7700 davon er den Hauptzügen forrettes Bild von den Eigentümlichkeiten in der förperlichen Beschaffenheit waren, daß sie menschlichen Wesen überhielten eine Erhöhung, während 7000 von einer herabsetzung des Bauentwicklung der einzelnen Städte gewähren. Das statistische Haupt nicht glichen. Lohnes betroffen wurden. Das Netto- Resultat der Lohnveränderungen Amt von Köln hat sich nun der dankenswerten Aufgabe unterzogen, diese Beide Unglüdsgeschöpfe find in Jdiotenist die Verminderung des Lohneinkommens für die Arbeiterschaft Angaben zu sichten und herauszugeben. Wir ersehen daraus, daß sich anstalten verstorben. Bezüglich der angeblichen Simulation des namentlich aus einem von 3200 M. pro Woche. im Jahre 1902 nach dieser Zusammenstellung neuere Zahlen Grosse, die ganz vernünftig gean den Oberstaatsanwalt hergeleitet liegen noch nicht vor die Bauthätigkeit, gemessen an der Zahl haltenen Briefe desselben der neuerrichteten Wohnhäuser, am lebhaftesten in Bremen ge- wird, hat sich herausgestellt, daß dieser Brief ihm von staltete. Dort wurden 41,71 Wohnhausbauten auf je 10 000 der einem Mitgefangenen aufgefegt ist( die Hauspolizei hatte den Aerztliche Standeswürde. Der Kampf der Honetten Leipziger ortsanwesenden Bevölkerung errichtet. Diese Zahl überschreitet die Grosse mit Rücksicht auf seinen Geistes zustand in die Fliderbarade Aerzteschaft gegen die ehemaligen Distriftsärzte der Leipziger Drts- au andren Städten gemeldeten erheblich, denn das an zweiter verlegt, wo das Aufsetzen von Gesuchen geſchäftsmäßig betrieben Strantentasie treibt immer niedlichere Blüten. Wie die Boffische neubauten im gleichen Verhältnis aufzuweisen; über 20 haben über Briefe in der Einzelhaft, also ohne fremde Beihilfe von ihm geStelle stehende Plauen i Bogtland hat nur 26,83 Wohnhaus- wird), während die in den Zeitungen veröffentlichten ganz finnlosen Zeitung" meldet, hat der Aerztliche Bezirksverein Leipzig- Stadt neubauten im gleichen Verhältnis aufzuweisen; über 20 haben übergegen 44 frühere Distriktsärzte das ehrengerichtliche Verfahren beim folgen dann Duisburg( 19,27), Düsseldorf( 17,19), Mannheim schrieben sind. Aus diesem vernünftigen Briefe auf eine Simulation haupt nur noch Frankfurt a. M.( 24,70) und Lübed( 23,76); es Briefe in der Einzelhaft, also ohne fremde Beihilfe von ihm ge= ärztlichen Ehrenrate beantragt. Die Verlegung der Standeswürde( 16,94), Elberfeld( 16,03) und schließlich Ende der zu schließen, ist deshalb doch nicht gut möglich. Wäre Grosse der erblickt der Bezirksverein darin, daß die betreffenden Distriktsärzte Reihe Dresden( 5,48), Königsberg( 4,70) und Altona( 3,66). hartnädige Simulant, so ginge seine Dummheit ins Unglaubliche, fich dem„ Leipziger Sanitätsverein" zur Behandlung von Familien- Der Durchschnitt belief sich für 33 Städte mit je über 50 000 Gin- wenn er die mit schweren körperlichen Opfern zu erlaufende Vorangehörigen der Ortstrantenfaffen- Mitglieder zur Verfügung gestellt wohnern bei einer Gesamtbevölkerung von rund 7/10 Millionen täuschung durch plötzliches Vernünftigsein aller Welt selbst verriete. haben, obwohl ihnen bei Umwandlung ihrer Verträge in solche ge- auf 11,10 auf 10 000 Einwohner, oder 7880 in absoluten Zahlen. Die Angehörigen werden alles daran setzen, um bei dem bevorwöhnlicher Kassenärzte ihr Distriktsarztgehalt vertragsmäßig garan Der angegebene Durchschnitt wurde von 11 Städten überschritten, stehenden Beleidigungsprozeß gegen die Redakteure des„ Vorwärts", tiert war und der Aerztliche Bezirksverein es ausdrücklich als von 22 aber nicht erreicht. standesunwürdig bezeichnet hatte, bei dem genannten Verein eine Stelle als Arzt anzunehmen. Bild davon, wieviele einzelne Wohnungen dadurch entstanden Die Zahlen der neuerbauten Wohnhäuser geben uns noch kein der Beit am Montag" usw. eine Untersuchung des Grosse von autoritativer Seite zu erzielen. Der Sanitätsverein sei offenkundig gegründet, um die Erfolge der Die furchtbare Hike dieses Sommers ist eine große Gefahr für alten Leipziger Aerzte in ihrem Ausstande mit der Orts- Krankenkasse sind; es beruht das auf der ungleichen Größe, der neu errichteten zu verkleinern und sie in ihrem Erwerb empfindlich zu schädigen. Wohngebäude. In den Zahlen prägt sich ganz deutlich die Eigen- die Säuglinge. Um so erfreulicher ist es, daß in Berlin bereits seit Ein solches, dem persönlichen Hasse einzelner gegen die alten Ber- mit der Zahl der neu errichteten Wohngebäude an der Spizze der Liste, so einigen Monaten Vorkehrungen getroffen sind, um auch für die bandsärzte entsprungenes Unternehmen zu unterſtügen, verlege, so rückt es, wenn man die Ziffern der neuhergestellten Wohnungen be- Rinder der wenig Bemittelten eine einwandfreie Milch bereit zu meint in seinem feinen Ehrgefühl der Bezirksverein, Ehre und An- trachtet, an die sechste Stelle. In Bremen haben eben die Wohn- wo die Mutter nicht selbst nähren fann, frische, gleich nach halten. Der beste Schutz gegen Brech durchfall ist da, fehen des ärztlichen Standes. Die Kreishauptmannschaft hatte den früheren Distriktsärzten die fernere Thätigkeit an den ärztlichen Be Vorteilhaft heben sich die niederrheinischen und südwestdeutschen liner Ruhställen. Es ist verkehrt, daß von einigen Müttern noch Be- gebäude nur die geringe Durchschnittszahl von 2,49 Wohnungen. Dem Metten start abgefühlte Milch aus jauberen Berratungsanstalten der Orts- Krankenkassen untersagt. Das Ministerium des Innern hat die dagegen erhobene Beschwerde abgewiesen, und Städte von denen des übrigen Deutschlands mit ihren greulichen immer kuhwarme Milch verlangt wird; denn nur dann verdirbt die Die Kreishauptmannschaft hat die Raffe angewiesen, ihrer Verordnung Mietstafernen ab. Man nehme nur Städte wie Charlottenburg, in mich nicht, wenn sie im Stall fauber gewonnen und dort denen im Durchschnitt 19,19 Wohnungen auf einen Neubau ent- sofort abgekühlt wird. Mehr als 170 Ruhställe haben sich fielen, oder Posen mit 14,77, Breslau mit 13,20, München, Dresden, bereit erklärt, gefühlte Milch zu liefern und sich der tierärztDie Görlig mit mehr als 10. Welch' ein Unterschied von Crefeld( 3,08), lichen Kontrolle der Gesellschaft zur Bekämpfung der SäuglingsUhrenfabrit Sandoz in Dachsfelden( Kanton Bern) hat den Neun- Mülhausen i. E.( 3,18), Lübeck( 3,39), Duisburg( 4,03), Düſſelſterblichkeit zu unterwerfen. Die Kubställe find allen Aerzten bestundentag und den freien Sonnabendnachmittag eingeführt. In dorf( 4,97)! Winterthur führte die Tricotwarenfabrik Achtnich u. Cie. den freien Beziehen wir die Zahlen der neuerrichteten Wohnungen auf fannt und werden auf Wunsch im Bureau der Gesellschaft, FrobenSonnabendnachmittag ein, verlängerte aber dafür die Arbeitszeit an ie 10000 der ortsanwesenden Bevölkerung der verschiedenen Städte, so straße 35, bekannt gegeben. den ersten fünf Wochentagen von 10 auf 104 Stunden. Der ergiebt sich folgendes Bild: In Plauen beträgt die Wohnungszunahme Fabrikant ließ die ca. 100 Arbeiterinnen über seinen Vorschlag abstimmen und die Mehrheit erklärte sich dafür. binnen zwei Tagen nachzukommen. Fortschritte der Arbeitszeitverkürzung in der Schweiz. am tümlichkeit der Bauweise in den einzelnen Städten aus. Steht Bremen Die Entweichungen aus öffentlichen Erziehungsanstalten wollen 162, in Crefeld sinkt sie auf 21; im Durchschnitt von 31 Städten be- fein Ende nehmen. Es sind aber ganz bestimmte Anstalten, die trägt sie 77. Für das Proletariat kommt wesentlich in Frage, wieviele immer wieder durch solche Vorkommnisse von sich reden machen. von den 52000 neuen Wohnungen in den berichtenden Städten sogenannte Am letzten Sonntag sind wieder aus dem in Neu- Weißensee unterKleinwohnungen find. Die Frage danach ist aber leichter aufgebrachten Bethabara stift ein paar Mädchen ausgebrochen. anzusehen. zu haben. Bethabara ist diejenige Anstalt, aus der wir erst kürzlich einen Durch einen Fehltritt verunglückte beim Aufstellen eines Letter- 1 Aus den Nachbarorten. Ausbruch zu melden hatten. Ein von der Berliner Baisen- gerüstes gestern der Arbeiter Julius Krause aus der Belleallianceverwaltung dorthin zur Fürsorge- Erziehung überwiesenes straße 65. In der Philippstraße sollte das Gerüst zum Anstreichen Lichtenberg. Die Parteigenossen Lichtenbergs veranstalten ihr Mädchen war nach Berlin zu einer ihr bekannten Familie geflohen, des Hauses dienen. Durch den 3 Meter tiefen Sturz erlitt St. einen diesjähriges Boltsfest am Sonntag, den 24. Juli, im Lokale und man hatte hier Spuren von Mißhandlung an ihr entdeckt. Sie schweren Bruch des einen Oberschenkels und mußte nach einem von Mente, Röderstr. 35/36. Ein reichhaltiges Programm, Konzert, behauptete, man habe sie in Bethabara mit einem Riemen Krankenhause gebracht werden. Specialitäten, Theater, Auftreten der Harburger Sänger, großes geschlagen, weil sie im Betsaal gelacht hatte. Sie wiederholte Brachtfeuerwerk und Tanz sorgen für Unterhaltung der Festteilnehmer. Erhängt und mit Wasser erschossen hat sich gestern vormittag für die Kinder wird das Komitee den am 1. Mai mit so großem diese Behauptung auf dem Fürsorge- Erziehungs- Bureau der Berliner Waisenverwaltung und gab sie zu Protokoll. Zugleich wurde der um 11 Uhr der 47 Jahre alte frühere Klempner Gustav Cohn aus Beifall aufgenommenen Kinderfestzug mit größerer Ausstattung neu aufnehmende Bureaubeamte genötigt, die Mißhandlungsspuren selber der Glſaſſerſtr. 3. Er litt an Atemnot, konnte seit 5 Jahren nicht arrangieren, außerdem findet eine Kinder- Fackelpolonaise statt, zu mehr feinem Beruf nachgehen und suchte sich durch den Hausierhandel der jedes Kind eine Stocklaterne gratis erhält. Entree beträgt Wir haben das alles seiner Zeit unfren Lesern mitgeteilt, aber mit Schuhen zu ernähren. Obgleich vier Kinder schon mitarbeiteten, 20 Pf. Billets sind bei sämtlichen Bezirksführern und an der Kaffe eine amtliche Aufklärung ist bisher weder aus Bethabara, geriet er dennoch in Not. Gestern war die Ehefrau mit dem zehnnoch aus dem Bureau der Waisenverwaltung an die Deffentlichkeit in der Küche liegend tot vor. Neben ihm lag eine Pistole, die mit jährigen Sohn fortgegangen. Bei der Rückkehr fanden sie den Bater Bankow. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in der letzten gelangt. Dafür ist das Mädchen alsbald wieder nach Bethabara zurückgebracht worden ganz so, wie wir es damals Wasser geladen gewesen war und ein zerrissener Bindfaden, an dem Sizung mit der Vergebung der Asphaltierung der Wollantstraße. Die Arbeiten wurden der Firma Zöller, Wolfers und Dräger übervermuteten. Bethabara scheint ja überhaupt bei der Berliner WaisenCohn sich erhängt hatte. tragen. Ein Teil des sogenannten Stettiner Weges soll der Beverwaltung ein großes Vertrauen zu genießen. Die Anstalt wird Berzweiflungssprung. Wegen schlechter Behandlung, die ihr von bauung erschlossen werden; auch diese Straße soll mit Asphalt benicht nur als geeignet angesehen, von der Berliner Waisen ihrer Dienstherrschaft widerfuhr, stürzte sich die 24jährige Anna legt werden. Der Firma Borfig wurde die Ausführung und verwaltung Fürsorge- göglinge gegen Bezahlung überwiesen zu er- Großkopf in der Martin Lutherstraße aus einem Fenster des ersten Lieferung der Kessel- und Pumpenanlagen für die Pumpstation der halten, sondern die Stadt gewährt ihr auch noch eine besondere Stockwerke auf den Hof hinab und zog sich dabei schwere innere Gemeinde Pankow übertragen. Die gesamte maschinelle Anlage Unterstügung, jährlich 1500 m. will „ Mehr Licht" man dem Rathause Die Stadt Berlin muß allerdings froh sein, daß ihr ihre Verlegungen zu. Das Mädchen war seit dem 1. d. M. bei dem kostet 52 450 m. es wird beschlossen, vor dem Rathause Fürsorge- Zöglinge abgenommen werden. Ihre eignen Anstalten Kreisphysifus Dr. Ludwig Pape im Dienst, hatte die Stellung angedeihen lassen; reichen zur Unterbringung von Fürsorge- 3öglingen bei weitem nicht aber am 15. d. M. bereits wieder gekündigt, weil sie angeb- und in der Wollantstraße eine Vermehrung der Gaskandelaber eintreten zu lassen. Da die von Nieder- Schönhausen und Nordend aus, und an eine Vermehrung ihrer Anstalten will sie nicht heran. lich schlecht behandelt wurde und nur ungenügend zu essen bekam. kommenden Wagen der elektrischen Straßenbahn schon vor Pankow Da kann sie nicht lange prüfen oder wählen, sondern muß sich Thatsache ist, daß die früheren Dienstmädchen die gleichen Klagen besetzt sind, so bemüht sich die Gemeinde seit langer Zeit, daß die mit allen möglichen und unmöglichen Anstalten erhoben und immer nur furze Zeit in ihrer Stellung verblieben, Endhaltestelle Schönhauser- Allee nach Pankow verlegt wird. bon Vereinen usw. einlassen. Man darf schon jest sagen, weshalb Frau Dr. P. die Mädchen in letzter Zeit nur gegen sechs- Große Berliner verlangt als Gegenleistung die Erlaubnis, in der daß alle an das Fürsorge- Erziehungs- Gesetz geknüpften Hoffnungen monatige Kündigung mietete. Die Anna Großkopf konnte sich nun Schloßstraße ein zweites Geleiſe legen zu dürfen, die Gemeindevereitelt werden müssen, wenn die Erziehung solchen ungeeigneten in den für sie unerträglichen Zustand nicht schicken und bat brieflich Wieder in Haft genommen und in das Untersuchungs- Gefängnis einen hier wohnhaften Bruder, fie abzuholen, da sonst ein Unglüd verehelichte Dlga Götsch aus geschehe. Der Bruder kam auch, wurde aber nicht zur Schwester Rigdorf. Bekanntlich war die G. von dem Bauarbeiter Sitora be- vorgelassen, die sorgfältig in ihrer Stube von der Herrschaft einschuldigt worden, sie habe ihm, während er schlief, yfol einflößen geschlossen war. Als man das geängstigte Mädchen auch heute früh und damit vergiften wollen. Das Rirdorfer Amtsgericht entließ, wieder in seiner Kammer einschloß, öffnete es in seiner Verwie wir berichteten, die Beschuldigte jedoch aus der Untersuchungs- zweiflung das Fenster und sprang auf den Hof hinab. Es wurde haft, weil es die Handlung der G. nur als Körperverlegung anjah. zunächst nach der Pförtnerwohnung gebracht und dort sowohl von Anders jedoch das Landgericht II, welches die sofortige Wieder Dr. Bape wie auch von einem zweiten Arzte untersucht. Anscheinend berhaftung der G. anordnete, welche gestern auch erfolgt ist. liegen schwere innere Verlegungen vor. Die Kriminalpolizei nahm Von den Berliner Unfallstationen. Im Monat Juni d. J. wurden sofort den Thatbestand auf. die Hilfsstellen des Verbandes für erste Hilfe Berliner Sanitätswachen, Berliner Unfallstationen vom Roten Kreuz und Berliner Rettungsgesellschaft in 6383 Fällen in Anspruch genommen. Darunter befanden sich 5266 chirurgische Fälle, 1078 innere Erkrankungen und 39 geburtshilfliche Fälle. Innerhalb der einzelnen Hilfsstellen wurde 5890, außerhalb derselben 493 Personen erste Hilfe geleistet. Anstalten überlassen bleibt. Moabit eingeliefert wurde 1 Auf ein Verbrechen schließen läßt ein unheimlicher Fund, der hinter dem Gemeinde- Friedhof von Treptow an der Köpnicker Landstraße und der Neuen Krug- Allee gemacht wurde. Dort lag in einem Roggenfeld, das abgemäht wurde, die bis zum Stelett verweste Leiche eines fechs bis sieben Monate alten Kindes. Das Geficht und das Geschlecht konnte bei dem Zustand der Leiche nicht mehr erkannt werden. Näheres war noch nicht zu ermitteln. Die vertretung stimmte dem zu. In Pankow ist das Steueramt zweiter lasse in ein solches erster Klasse umgewandelt worden. Es find demgemäß etwaige indirekte Steuern, wie Braufteuer, Stempelsteuer und auch Zollabgaben betreffende Gesuche direkt an das genannte Steueramt zu richten. Gerichts- Zeitung. eine Entscheidung des Kammergerichts von großem Interesse. Herr Für Radfahrer, besonders für die Besitzer von Motorrädern, ist Fränzel war mit einem Motorgweirad abends nach dem Bahnhof Wannsee gefahren, ohne daß die hinten angebrachte Erfennungsnummer des Fahrzeugs beleuchtet war. Dadurch sollte er sich gegen die Polizeiverordnungen des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg vom 8. Juni 1901 und vom 10. Februar 1902 Er wurde auch in zweiter Instanz vom vergangen haben. einer zu Landgericht Geldstrafe berurteilt. Fränzel legte ein Revision und machte folgendes geltend: Nach der Praris des Kammergerichts könne die Polizei nicht im Wege der Ein gefährlicher Brand kam Dienstagabend 10 Uhr in der Bolizeiverordnung Kontrollvorschriften zu dem Zwecke schaffen, Ciselieranſtalt von Lind Nachfolger, Inhaber Krüger, in der Genthiner- Nochmals: Eine Revolverschießerei. Zu dieser Notiz in Nr. 167 ihr die Ermittelung des Thäters zu erleichtern. Darum handele es straße 3 zum Ausbruch. Er entstand auf nicht ermittelte Weise in unfres Blattes wird uns noch geschrieben: Scheibe befand sich ohne sich hier aber. Die Beleuchtung der Nummer während der Dunkeleinem Teile des dritten Stockes im linken Seitenflügel, wo die den 2c. Fritz im Lokal, als der Wirt sich nach seiner zwei Treppen be- heit solle der Polizei in den Fällen, wo Kraftfahrzeuge zu schnell Arbeitsräume und das Comptoir untergebracht sind. Die dort vor- legenen Wohnung zur Nachmittagsruhe begab. Friß betrat das fahren oder Unheil anrichten, die Ermittelung des verantwortlichen handenen in der Eifeliertechnik benötigten Bechplatten begünstigten Lokal und verlangte von Scheibe, welcher sich mit einer dritten, Fahrers erleichtern. Die Vorschrift sei schon deshalb ungültig. bie schnelle Verbreitung des Feuers, so daß bei Ankunft der Wehr nicht im Lokal befindlichen Person in Privatflage befand, diese weitens sei aber auch nicht anwendbar, weil es gar nicht möglich sei, die Flammen aus sämtlichen Fenstern schlugen. Da in einem Klage zurüdzunehmen, worauf leẞterer nicht einging. Hierauf fiel bei dem Motorrad, die hinten vorschriftsmäßig angebrachte Nummer zu Nebenraum fich außer Benzinvorräten auch allerhand Säuren Frig über Scheibe her und schlug mit allen möglichen gerade beleuchten, denn wenn sich dort wirklich eine Laterne anbringen befanden und die unter dem Brandherde liegende Tischlerei erreichbaren Utensilien unbarmherzig auf denselben ein. Als der ließe, dann bestände wegen des Benzins und der aus ihm entvon Dennewit sowie die im rechten Seitenflügel unter- nun ins Lokal tretende Wirt den Scheibe aus seiner gefährlichen Lage wickelten Dämpfe eine ständige Explosionsgefahr. Das Kammergebrachte Dampfwäscherei" Frauenlob" bedroht waren, so befreien wollte, ging Frizz auf ihn mit Stuhl und Zinkmaß los und gericht verwarf indessen die Revision mit folgender Begründung: bedurfte es eines energischen Angriffes mit mehreren Schlauch fügte dem Wirt durch Demolieren der verschiedensten Gegenstände in Was den ersten Einwand betreffe, so stehe nicht lediglich eine leitungen, um das Feuer auf seinen Herd zu beschränken, was seiner Raferei noch beträchtlichen Schaden zu. Der Wirt habe von Kontrollvorschrift in Frage. In erster Linie handle es sich bei jener schließlich auch gelang. Der große Ciselierraum und das an seinem Revolver nur in der Notwehr Gebrauch gemacht. Vorschrift darum, das zu schnelle Fahren zu verhüten, denn schließende Comptoir brannten total aus. Der entstandene Schaden er tönne fich der Verfolgung ist für den Besitzer deshalb so empfindlich, weil sämtliche Geschäftsder Fahrer, welcher wisse, bücher und ein großer Posten wertvoller Zeichnungen vernichtet nicht entziehen, werde eher geneigt sein, die für den Radund Motorverkehr erlaffenen Vorschriften zu wurden. Die Feuerwehr konnte erst lange nach Mitternacht wieder Bestimmung sei rechtsgültig im Hinblick auf§ 6a des Polizeiständen polizeilicher Vorschriften gehöre.- Auch der Einwand, es verwaltungs- Gesezes, wonach der Schutz der Person zu den Gegensei ohne Gefahr nicht möglich, die hinten anzubringende Nummer zu beleuchten, sei unerheblich. Wenn es nicht möglich set, die Nummer zu beleuchten, dann dürfe man eben während der Dunkelheit ein Motorrad nicht benutzen. Somit sei die Verurteilung F.s gerechtfertigt. abrücken. Lebensgefährliche Brandwunden am ganzen Körper erlitt am Unbekannt verstorben. Das Polizei- Präsidium teilt mit Am 18. Juli cr. abends wurde im Chauffeegraben vor dem Hause Brenzlauer Allee 193 ein unbekannter, circa fünfzigjähriger, an scheinend dem Arbeiterstande angehöriger Mann im bewußtlosen Zustande aufgefunden. Er hatte eine unerhebliche blutende Verlegung Der Unbekannte verstarb alsbald, die Leiche ist nach dem Schauhause geschafft worden. an der Stirn. Der Tote ist von mittlerer Statur, 1,68 Meter groß, hat graumeliertes Kopfhaar und Schnurrbart und war bekleidet mit schwarzem, weichem Filzhut, schwarzem Jadett, grauer Hose, grauer Unterhose, weißem Hemde und Zugstiefeln. Personen, welche über die Persönlichkeit des Verstorbenen AusMittwochabend das Dienstmädchen Marie R. bei einem Brande, der durch eigne Unvorsichtigkeit in der Küche des Gastwirts Jsidor Kochmann, Niederwallstr. 23, Ecke des Spittelmarkts, ausgekommen war. Drei Mädchen waren dort im ersten Stock beschäftigt. Eine von ihnen plättete. Die Maschine, die mit Coats gefeuert wird, war so überhitzt, daß die Platten noch eine halbe Stunde später glühten. An der Glut entzündeten sich die Kleider des Mädchens, das mit großer Geistesgegenwart sich in Betten 2c. einhüllte. Leider waren aber die Brand- funft geben können, werden ersucht, schriftlich oder mündlich zu den wunden zu groß. Diese waren besonders an der Brust, dem Bauch und den Armen so bedeutend, daß die Wermste sofort mit einem Aften 6609 IV 27. 04 in einem Polizei- Revierbureau der KriminalMannschaftswagen der Feuerwehr, nachdem Samariter ihr Beistand polizei, Zimmer 326, Mitteilung zu machen. geleistet hatten, nach dem nächsten Krankenhause gefahren werden Bermißt wird seit dem 17. Juli d. J. der Bäckermeister Start mußte, wo sie leider fast hoffnungslos darniederliegt. Die übrigen Stege, am 6. Januar 1876 in Jelen, Kreis Wrongowiß, geboren, Mädchen kamen mit dem Schrecken davon. in Reinickendorf, Residenzstr. 18, wohnhaft gewesen. Derselbe war bekleidet mit grauem Anzug und Ueberzieher, grauem Hut, schwarzen hohen Schnallenschuhen; er hatte 25 m. bei sich. Etwaige Nachrichten über den Verbleib des Vermißten werden auf sämtlichen Polizeirebieren, bei der Kriminalpolizei und Amt Reinickendorf zur 3.-Nr. 939 IV, Dat. Dtt, entgegengenommen. beachten. Die Verband der Frisenrgehilfen Deutschlands( Zweigverein Berlin). Donnerstag, den 21. d. M., abends 10 Uhr, bei Pfeffer, Rosenthalerſtr. 57: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen Wermke über: Der Wert der Genossenschaften für das Barbier- und Friseurgewerbe. 8 weigverein Rigdorf. Donnerstag, den 21. 5. M., abends 10 Uhr, bei Fr. Hoppe, Berlinerstraße 14: Mitglieder- Bersammlung. Vermischtes. dem bereits Heide, Moor, fertiggestellter Torf und Forsten zum Lingen, 20. Juli. Ein im Lohner Moor ausgebrochener Brand, Opfer gefallen sind, hat seit gestern mittag noch größere Ausdehnung angenommen. Alle Löschversuche der von der Eisenbahnwerkstätte Wiederum wurde ein Messerstecher in der Person des Dach- abgesandten Arbeiterkolonne waren bisher vergeblich. Das Feuer deckers August Meißner aus der Wiclefftr. 8 verhaftet. In diesem hat bereits den Ems- Vechte- Kanal übersprungen, da die Windrichtung Hause befindet sich eine Schankwirtschaft, wo Meißner mit den sich geändert hat. Die ausgedörrten Altendorfer Gemeindeforsten Brüdern Borch zusammentraf. Aus Hänseleien, die er mit ihnen sind nicht mehr zu retten. Die Ausdehnung ist so groß, daß nur anfing, entspann sich eine Schlägerei, als die Gebrüder Borch sich noch anhaltender Regen zu löschen im stande ist. Der Schaden ist die Belästigungen verbaten. Auf der Straße zog Meißner sein ganz enorm. Messer und versette dem älteren Zimmermann Gustav Borch einen auch längere Zeit vergeblich und erst um 9 Uhr abends fand fie Tödlich verunglückt ist beim Turnen der 22jährige Schloffer einen solchen. Der Arzt stellte nun fest, daß Böttcher eine schwere Reinhold Grahlmann aus der Putbuserstr. 39. Er turnte in einem innere Quetschung erlitten hatte, und da sich sein Zustand Verein auf dem Turnplay in Schönholz an einem Barren, tam bei in der Nacht noch verschlimmerte, erfolgte gestern Morgen seine einem Ueberschwung zu Fall und brach den Wirbelknochen des GeUeberführung nach dem Krankenhause. Auf der Unfallstation nickes. Man schaffte ihn zunächst nach der elterlichen Wohnung und der Lindowerstraße wurde uns eine etwas von der von dort nach dem Lazarus- Krankenhaus. Aerztliche Kunst konnte obigen abweichende Darstellung gegeben. Als Böttcher um aber den Tod nicht abwenden. in Bei einem schweren Unglücksfall fieben Stunden ohne ärztliche Hilfe war der Kutscher Otto Böttcher, der bei seiner Mutter in der Reinickendorferstr. 46B wohnt. lleber den außergewöhnlichen Vorfall, der im Wedding- Stadtteile erklärlicherweise großes Aufsehen hervorrief, erhalten wir von einem Korrespondenzbureau folgende Darstellung: Böttcher stürzte vorgestern nachmittag gegen 2 Uhr in der Reinickendorferstraße am Nettelbeckplay von dem von ihm geführten Steinwagen und wurde überfahren. Nach der Unfallstation in der Lindowerstraße gebracht, wurde ihm angeblich ärzt liche Hilfe verweigert, weil er weder Geld bei sich hätte, noch einer Krantentasse angehöre. B. wurde bann nach der 91. Polizeiwache nach der Basewalkerstraße geschafft und dort stundenlang zurüdgehalten, ohne daß man Stich in die Brust und Lunge und einen zweiten in die Weichteile, kurz vor 1 Uhr morgens im Hause Wilhelmstr. 2. Um diese Zeit Magdeburg, 20. Juli. Eine schwere Explosion ereignete fich heute seiner Forderung nach ärztlicherhilfe entsprochen dann dem jüngeren Mag einen solchen in ein Schulterblatt. hätte. Erst um 8 Uhr abends von der Wache entlassen, vermochte Troßdem der Vorgang sich in der Nacht abspielte, war dennoch kehrte der Kaufmann Karl Hinze in Begleitung seiner Frau und sich der Verletzte mit unterſtüßung seiner hinzugerufenen Schwester ein Zusammenlauf entstanden. Die Polizei kam hinzu und setzte den seines Schwagers heim. Trotzdem die Eintretenden im Treppenhauſe und mehrerer Arbeiter mühsam nach seiner Wohnung zu schleppen. Messerhelden fest. Gasgeruch wahrnahmen, wurde ein Zündholz angebrannt. In dem Die Versuche der Schwester des B., einen Arzt aufzutreiben, waren felben Augenblick erfolgte unter furchtbarem Knall eine Explosion. Hinze selbst wurde gegen die Wand geschleudert und erlitt außer Brandwunden erhebliche innere Verlegungen. Seiner Gattin und dem Gaste der Eheleute wurde das Gesicht verbrannt und die Haare versengt. Gleichzeitig aber wurden durch den Luftdruck mehrere Thüren eingeschlagen, Fensterrahmen herausgeriffen und sämtliche Glasscheiben im Hause und der nächsten Umgebung zertrümmert. Aus der im zweiten Stock gelegenen Wohnung des 2 Uhr mittelst Droschke dorthin gebracht wurde, nahm Jm Cirkus Sarrajani bildet Hoffland, der Mann mit dem Warenagenten Bendig Heinemann schlugen starte Stichflammen in der anwesende Arzt sofort die erforderliche Untersuchung vor. Löwengebiß, eine große Attraktion. Der hochgewachsene, den Hausflur. Nachdem es der Feuerwehr gelungen war, das Feuer Der Kutscher, der vermutlich Schmerzen hatte, aber auch sehr breitschultrige Skandinavier mit den riesenstarken Kinnladen, mit zu löschen, bot sich beim Betreten der Heinemannschen Wohnung ein start angetrunken war, widersetzte sich dieser Untersuchung, denen er dicke Eisenstangen biegen kann, erregt geradezu Sensation. furchtbarer Anblick. Im Schlafzimmer lag der gänzlich verkohlte belegte den Arzt mit groben Schimpf- und Droh Wenn er einen Stuhl mit den Zähnen hebt, auf dem ein Erwachsener Leichnam des Wohnungsinhabers. Sämtliche Gashähne in seiner worten und benahm sich so renitent, daß schließlich zwei Blaz genommen hat, wenn er einen andern mit den Zähnen um Wohnung waren geöffnet. Heinemann hatte offenbar mehrere Schußleute hinzugerufen werden mußten, die den Verunglückten nach sich her schleudert oder wenn er gar Pferd und Reiter mit seinem Stunden vorher bereits Selbstmord begangen durch Einatmung von der 91. Polizeiwache sistierten. Als Böttcher abends gegen 18 Uhr Gebiß in die Höhe hebt, so erdröhnt jubelnder Beifall. Man nennt Gas. Die Motive, die den bejahrten und in guten Verhältnissen von dort entlassen worden war, ließ er sich nochmals nach der Unfall. Hoffland nicht umsonst den Mann mit dem Löwenrachen, wenn man anlaßten, sind unbekannt. Heinemann war eine in der hiesigen lebenden Mann zu seiner folgenschweren Verzweiflungsthat verStation in der Lindowerstraße führen und verlangte kategorisch, daß seine außergewöhnliche Stärke bezeichnen will. Auch die Löwender Arzt ihn nach dem Krankenhauſe ſchaffen lasse. Dieser Forderung gruppe von Heinrich Bügler ist eine Sensation des Cirkusrepertoirs. Geschäftswelt bekannte Persönlichkeit. konnte jedoch seitens der Stationsleitung um so weniger entsproch.it werden, als B. weder einer Krankenkasse angehörte noch Geld bei Feuerbericht. Wegen eines Fabrikbrandes wurde am Dienstags fich hatte, außerdem aber der Arzt den Umfang der inneren Ver- abend die dritte Compagnie nach der Genthinerstr. 3 gerufen. Durch legung bei der Widerspenstigkeit des Patienten nicht genau feststellen fräftiges Wassergeben gelang es, die Flammen auf die Fabrikräume fonnte. Auch leistet die Unfallstation nur die erste Hilfe im zu beschränken. In der Steglitzerstr. 11 stand der Dachstuhl des Bedarfsfalle unentgeltlich. zweiten Quergebäudes in Flammen. Auch dort gelang es, den Brand Wie weit die Vorgänge auf der Polizeiwache in der erst ge- durch energisches Vorgehen mit zwei Schlauchleitungen auf den gebenen Darstellung richtig sind, vermochten wir nicht festzustellen, Dachstuhl und die Bodenräume zu beschränken. Am Arkona- Plazz 1 weil seitens des diensthabenden Polizei- Wachtmeisters war gestern abend das Dach in Brand geraten. Nachts mußten Swinemde. 762 N unsrem Rechercheur jegliche Auskunft verweigert zwei Brände in der Friedenstr. 42 und Neuen Jakobstr. 17, wo Hamburg wurde. Thatsache ist jedenfalls, daß der Verlegte stundenlang auf Kohlen, Gardinen u. a. brannten, gelöscht werden. In der Oudenarder- Berlin der Wache verblieb. 4 wolfen! 17 Aberdeen Als ihn nach seiner Entlassung mehrere Ar- straße 2 hatte man nachts einen Bauzaun angezündet. Ferner hatte ranks.a.m. 763 D beiter, die fich des Verunglückten angenommen hatten, nach der die Feuerwehr in der Königgrägerstr. 134 zu thun, to im zweiten Bien 762 N 2wolfen! 18 63. Polizeiwache nach der Reinickendorferstraße bringen wollten, um Stock die Wandtäfelung u. a. brannte. Weitere Brände wurden von dort ärztliche Hilfe zu erbitten, begann Böttcher zu wimmern aus der Bachstr. 4, Brunnenstr. 101, Mittelstr. 50, Neue Promenade Wetter: Prognose für Donnerstag, den 21. Juli 1904. Etwas wärmer, vorwiegend heiter und trocken, bei schwachen und weigerte sich, zu folgen, weil er Furcht hatte, vielleicht auch dort und Ererzierstraße gemeldet. Auf dem Uebungsplatz an der einsamen östlichen Winden. so lange festgehalten zu werden. Pappel mußte ein Grasbrand gelöscht werden. Berliner Betterbureau. 0 Witterungsübersicht vom 20. Juli 1904, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Wind Windstärke richtung Better 3 heiter Temp. n. T. 5ºC.= 4° R. Stationen Barometer Wind richtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 16 Haparanda 756 N 4 bedeckt 11 13 Petersburg 748 N 763 N 3 heiter 763 NW 1 molten! 15 Cort München 764 D 2wolten! 18 Baris 11 3 bedeckt 765 SSD 1bebeat 11 761 OND 1heiter 19 Briefhaften der Redaktion. Juriftifcher Ceil. und Sie an das Amtsgericht verweijen. Emma. Sechs Wochett. N. 5. 3a. Wenn Ihnen die Aufsicht übertragen ist, Sie, sonst die Eltern. Grete 5. Ein Vorname genügt. A. K., Fruchtstr. 31. Nein, die Sache ist durch den Befizer des Kirchhofs( Gemeinde oder Kirche) Nein. M. B. C. 46. regeln. O. n. 100. Ja. mittel 15,20-14,50 M., geringe 14,40-13,70 9. Erbsent, gelbe, zum Rocjen 40,00-28,00. Speisebohnen, weiße 50,00-26,00 M. Linsen 60,00-25,00 M. Startoffeln 12,00-8,00 m., neue, Richtftroh 4,32-4,16 m. Heu 7,10-5,20 M. Für 1 Kilogramm Butter 2,60-2,00 M. Gier per Schod 3,80-2,40 M. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Marktpreise von Berlin am 19. Juli. Nach Ermittelungen des Wafferstand am 19. Juli. Elbe bei Aussig 0,76 Meter, bet fgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Centner: Weizen**), gute Sorte Dresden 2,10 Meter, bei Magdeburg+0,22 Meter. Unstrut bei 17,45-17,44 m., mittel 17,43-17,42 M., geringe 17,41--17,40 M. Straußfurt+0,85 Meter. Dder bei Ratibor+0,55 Meter, bei Breslau Roggen**), gute Sorte 13,65-13,64., mittel 13,63-13,62 M., geringe Ober- Begel+4,14 Meter, bei Breslau Unter- Begel- 1,83 Meter, bei 13,61-13,60 M. Guttergerste*), gute Sorte 14,60-13,60., mittel 13,50 Frankfurt+ 0,28 Meter. Weichsel bei Brahemünde+ 1,86 meter. bis 12,50 M., geringe 12,40-11,40 m. pafer), gute Sorte 16,00-15,30., Barthe bei Posen+0,20 Meter. Ne ze bei Usch+0,26 Meter. Kopenhagen. 1. Nein. 2. Ein Jahr. 3. Seit 1. April 1894. 4. Nach Berlin. 6. G. 14, R. B., 5. s. 100, St. 112. Ja.- Martha 100.3u Im Falle eines Zugriffs der Gläubiger Ihres Vaters würden Sie vorausfichtlich unterliegen und Ihr Vater würde strafrechtliche Verfolgung zu gewärtigen haben. Die Verfügung der Mutter war nicht rechtsgültig. 2. 3. 25. Unfres Wissens sind die Stellen befent; aber Ihr Sohn fönnte sich direkt an das Kommando der Werftdivision in Stiel wenden. R. B. Ohne Heirat ist das nicht möglich.- G. P. 70. 1. Nein. 2. Ja. 3. Nein. Aber das Gewerbegericht wird möglicherweise sich für unzuständig erklären Für den Inhalt der Inserate übernimmt die. Mebaftion bem Publikum gegenüber feinerlei Berantwortung. Theater. Donnerstag, den 21. Juli. Anfang 7, Uhr: Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Die Weltausstellung in St. Louis. Hierauf: An den Seen Oberitaliens. Neues tönigl. Opern Theater. Sternwarte invalidenOrpheus in der Unterwelt. Belle- Alliance. Gastspiel von Emil Winter- Thmians in diesem Genre einzig bastehenden sächsischen 15 Humoristen und Sängern. Zum Schluß: Der geprellte Salontiroler. Anfang 8 Uhr. Schiller 0.( Wallner Theater.) Der Troubadour. Westen. Liebeshandel. Central. Dlle Kamellen. Läuschen und Rimels. Hanne Nutes Abschied. Jochen Bäsel. Ein kleiner Beamter. Carl Weiss. Der Weg zum Herzen. Metropsl. Ein tolles Jahr. Apolle. Venus auf Erden. Speciali täten. Stadt Theater Moabit. Großstadtzauber. Meichshallen. Gastspiel von Ostar Junghähnels humoristisch. Herrengesellschaft. Passage Theater. Terta Semmeloff. Specialitäten. Anfang 5 Uhr. Urania. Zaubenstraße 48/49. Die Weltausstellung in St. Louis. An den Seen Oberitaliens. Juvalibenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. 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Die Mitglieds-Karten müssen in den Zahlstellen abgegeben werden mit der Erklärung bezüglich der weiteren Mitgliedschaft und können gegen die neuen Karten für 1904 bis Umschreibungen 1905 eingetauscht werden. aus der bisherigen Zahlstelle in eine andre können nur im Juli und August nach Begleichung von etwaigen Beitragsresten vorgenommen werden, jedoch muss die neue Karte für 1904/5 aus der alten Zahlstelle abgeholt werden. ( SchillerFür die Morwitz- Oper Theater O.) liegen in unsern Zahlstellen I. Parkett- Billets aus ( Kassenpreis 2,50), für die Mitglieder der Freien Volksbühne ermässigt auf 1,00 M. inkl. Garderobe zu allen Abendvorstellungen.( Sonntags 50 Pf. mehr,) Rechtzeitige Vorbestellung in den Zahlstellen ist zu empfehlen. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. 229/ 7* Max Kliem's Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: Gr. Konzert, Theater- u. Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeben Donnerstag: Elite- Tag. Die Raffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 Hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Grosser Ball. Hasenheide 108/114. Neue Welt. Arnold Scholz. Donnerstag, den 21. Juli 1904: Slife- Tag. Gala- Monstre- Feuerwerk mit der vollständig neuen Schlußfront: Die Mitternachtssonne Grönlands. Militärkonzert. Specialitätenvorstellung. Das sensationelle Juli- Programm. Anfang 5 Uhr. Billets im Borverkauf 40 Pf. Entree 50 f. Basseportouts haben Gültigkeit gegen Nachzahlung von 25 Pf. Flotten- Schauspiele Kurfürstendamm 158/156. Fernsprecher: Amt Wilmersdorf No. 343. Strassenbahn- Verbindung mit Linien 91, A, T, V, A/ E. Täglich zwei Vorstellungen, um 4 und 8 Uhr. Sonntags drei Vorstellungen, um 3, 5%, und 8 Uhr. Größte Wasserschauspiele der Welt. Die Flotte im Frieden und im Kriege. Beschiessung von Port Arthur durch die japanische Flotte. Vollständig gedeckte Tribüne. Konzertmusik. 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Sonntagvorm. 9 Uhr: einfache Fahrt 0,50 nadm. 9 B 0,50 COLOGISCHER Z CARTEN Täglich nachmittags ab 5 Uhr: MilitärDoppel- Konzert Eintritt 1 M., ab 6 Uhr 50 f. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Victoria- Brauerei Lützowstr. 111/112. Täglich im Garten oder Saal: Horsts Norddeutsche Humoristen und Quartett- Sänger. Anj.: Woche 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Bons haben Gültigkeit. Reichshallen- Theater. Gastspiel des berühmten Oskar Junghähnel mit seiner humoristisch. HerrenGesellschaft. Grossartiges, völlig origin. Programm. Anf. 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Socialdemokrat. Wahlverein f.d.4.Berl. Reichstagswahlkreis. ( Süd- Ost.) Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Maurer Hermann Rathmann wohnhaft Sorauerstraße 7 ( Stadtbezirk 108) seinen tödlichen Verlegungen er legen ist. 243/18 am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitagnachmittag um 4%, Uhr bom Krankenhause am Urban nach dem Emmaus- Stirchhofe statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Paul Schultz am 15. Juli verstorben ist und am Montag, den 18. Juli, zur legten Ruhe gebettet wurde. 86/18 Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Socialdemokratisch. Wahlverein für den 6.Berliner Reichstagswahlkreis. Berichtigung. In der Todesanzeige in Nr. 168 d. Bl. muß es heißen Emil Jaehner ( nicht Jachner). Zurückgekehrt Heute: Elite- Tag. 28455 Die Reise durch Berlin in 80 Stunden. Paul Coradini, Berlins Liebling. Powel und Powel, Eccentrics am Trampolin- Barren. F. O. Shields, tom. Jongleur. Boltes Compagnie Bantomime Vagabundenstreiche. Im Saale: Elite- Ball. Entree 30 Pf., numerierter Plaz 50 ẞf. erliner Prater Theater Kastanien Allee 7-9 Der Vorftand. Dr. Alfred Hahn, Gerichtstraße 47. Flundern, fi aus frisch dem Rauch nur 1,90 M. Poftd. fetttriefende Matjes, H. 3, M. Ernst Napp Nachf., Swinemünde Nr. 56. 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Die Referate waren vorher gedruckt und an die Delegierten verteilt worden; sie boten nichts Neues, und sonderlichen Nutzen theoretischer und praktischer Art können sie nicht beanspruchen. Der Referent über die Arbeitslosen- Versicherung beschränkte sich auf eine Wiedergabe des über diese Frage vorliegenden Materials; er enthielt sich jedes selbständigen Vorschlages bezüglich der Gestaltung einer Versicherung gegen Arbeitslosigkeit, weil, wie er fagte, dazu die rechnerischen Grundlagen fehlten. Die Diskussion förderte nichts Wesentliches zu Tage, man befand sich, wie ein Redner bemerkte, in einem Chaos von Meinungen. Be merkenswert war, daß Giesberts( M.- Gladbach) sich gegen eine Arbeitslosen- Versicherung bon wegen wandte; fie bedeute den Tod für die Arbeiterbewegung, da eine reaktionäre Regierung den dadurch gegebenen Ginfluß auf die Vermittelung der Arbeit unzweifelhaft gegen die Arbeiterorganisationen anwenden werde. Von allen Rednern wurde die Notwendigkeit der Arbeitslosen Unterstübung durch die Gewerkschaften betont, und hierfür Stimmung zu machen war auch wohl nur der Zweck des Referates. Die von dem Kongreß angenommene Resolution fordert zunächst die christlichen Gewerkschaften zur Einführung der Arbeitslosen- Unterstüßung auf; von der Regierung wird die reichsgesetzliche Regelung des Arbeitsnachweises und der Arbeitszeit für alle Arbeiter, ferner vollständig freies Koalitionsrecht und endlich reichsgesetzliche Arbeitslosen- Unterstügung unter Mitwirkung der Arbeiter gefordert. Reichs= Quartal entfällt. erklärt, daß die Agitationstour des Ausschußvorsißenden Rieß nicht Ungarn, 25 752 aus Rußland, 6648 aus Deutschland, 4104 aus eine Mache des Ausschusses oder deſſen Vorsitzenden gegen den Vor- andern Ländern, insgesamt 53 155 Personen. Von europäischen stand, sondern eine ganz zufällige Thatsache gewesen sei. Es habe Ländern empfing nur England einen nennenswerten Zuzug von in Leipzig nur an einer Stimme gefehlt, und dann wäre Tischendörfer Hamburg, nämlich 6108 Ruffen, außerdem Oesterreicher und Deutsche für diese Agitationstour bestimmt worden statt Rieß. Redner ver- in geringerer Zahl. Nach Britisch- Nordamerita wanderten 6116 teidigt warm den Verbandsvorsitzenden Sillier. Habe dieser Fehler Personen aus; von denen, die dieses Ziel wählten, waren 5859 aus gemacht, so käme das daher, daß man ihn in seinem neuen Amte in Desterreich- Ungarn und nur 48 aus Deutschland. Wenige Ausfeiner Weise in Berlin unterstützt habe. Das Vorgehen gegen Sillier wanderer zogen nach Merilo, Centralamerika und Westindien, meist erwecke den Anschein einer ganz bestimmten Absicht. Auch dieser Deutsche. Nach Brasilien gingen 514 Personen( 350 Deutsche) und Redner wendet sich gegen Tischendörfer. Es sei bedauerlich, daß dieser nach Argentinien 653( 272 Deutsche, 136 Russen). Afrika wurde bei seinen sonstigen großen Fähigkeiten eben infolge seiner andern von 1522 Personen, die über Hamburg gingen, aufgesucht; darunter Anschauungsweise dem Verbande nicht ganz gehöre. Wäre dies der waren 898 Deutsche. Die ganze Mißstimmung gegen Berlin richte sich hauptsächlich gegen betrug der Gesamtabsatz des Synditats an Coats 3976 220 Tonnen, Fall, dann würde jedenfalls der Verband sehr viel Nuzen haben. Rheinisch- westfälisches Kohlensyndikat. Im ersten Halbjahr 1904 Tischendörfer. Dieser tolle in seiner Herrschsucht andern seine im ersten Halbjahr 1903, wovon Meinung aufzwingen. Weder wegen seiner früheren gegen 4158 840 Tonnen noch wegen feiner jebigen Parteizugehörigkeit 1022 424 Tonnen auf das erste und 1953 796 Tonnen auf das Die zweite Quartal entfielen, gegen 2012 211, bezwv. 2 146 629 Tonnen habe ihm jemand einen Vorwurf gem ich t. Berliner Kollegen seien von ihm irregeleitet. Rob. Schmidt in den entsprechenden Quartalen des Vorjahres. Es ergiebt sich ( Bertreter der Generalkommission) äußert sich dahin, daß der Aus- also ein Minderabsatz für das erste Semester 1904 von 182 620 schuß seine Rechte gegen den Vorstand falsch anzuwenden scheine. Tonnen, der im Gegensatz zum Vorjahre namentlich auf das zweite Ersterer scheine ein übermäßiges Aufsichtsrecht auszuüben, das aber gehöre nicht zu den Aufgaber eines Verbandsausschusses. In Berlin Kapitalistische Interessenwirtschaft. Die Leipziger Straßenbahnhabe Tischendörfer. soweit dieser in der dortigen Gewerkschafts- Gesellschaften möchten gerne den von ihr eingeführten Einheitstarif tommission thätig sei, bisher noch nichts Unrechtes gethan. Bayer von 10 Pf. wieder aufheben, doch ist bisher der Versuch an dem Frankfurt a. M. hält die Vorwürfe gegen den Vorstand bezüglich der Widerspruchsrecht der Stadtverordneten gescheitert. Auf Eingabe der Statutenverlegung troß Tischendörfers Verteidigung aufrecht. Bau- Straßenbahn- Gesellschaften bei der Regierung vertritt die letztere Recht Stuttgart wendet sich gegen den Ausschuß, soweit dieser nun aber die Meinung, daß die Regelung der Tarifverhältnisse nicht gegen den Vorstand seine Befugnisse überschritten habe, andrerseits zur Kompetenz der Stadtverordneten gehöre, nur der Rat habe darmüsse aber auch er sich gegen die Vorgänge in Berlin aussprechen. über mit der Regierung zu bestimmen. Im Verfolg dieser AufWenn Leute, auf hervorragende Posten gestellt, Ansichten vertreten, fassung ist dem Nate aufgegeben worden, mit der Straßenbahndie der allgemeinen Auffassung in der Kollegenschaft zuwiderlaufen, Gesellschaft über einen Zonentarif in Verhandlung zu treten, welcher so könne das zu nichts Gutem führen. Es müsse dann eine allgemeine Erhöhungen bis zu 25 Pf. für die Einzelfahrt bringt. Die StadtBekanntlich haben sich die christlichen Gewerkschaften an dem Zerrissenheit eintreten. Redner habe großes Vertrauen zu Tischen- verordneten halten an ihrem Einspruchsrechte fest und der Stat wird allgemeinen Heimarbeiterschußkongreß nicht beteiligt; die Veranstaltung dörfer, trotzdem müsse er aber sagen, daß es für der. Verband von fie unterstüßen, umsomehr, als eine Notlage beider Straßenbahnhatte den empfindlichen Leuten ein zu„ socialdemokratisches Gepräge; großem Nuken sein würde, wenn jener den Schritt nach links machte. Gesellschaften( 7 und 3½½ Proz. Dividende) nicht vorliegt. dieses Verhalten hat selbst in christlichen Arbeiterkreisen Befremden Das würde zwar ein großes materielles Opfer für Tischendörfer und Unwillen erregt. Man glaubte offenbar, das Unterlassene da- sein, doch hoffe er( Redner) nicht, daß dieses Moment Tischendörfer Produkte hochzuhalten, legt die Maggi- Gesellschaft ihren Abnehmern Die Reklame der Maggi Gesellschaft. Um die Preise ihrer durch nachzuholen, daß man die Heimarbeiterfrage auf die hindere, diesen lehteren Schritt zu thun. Riez( Ausschuß) pole die Verpflichtung auf, unter einen bestimmten Preissatz beim VerTagesordnung des gegenwärtigen Kongresses fette. Angesichts der mifiert gegen Schmidt( Generalkommission) wegen dessen Ansichten fauf nicht herunterzugehen. Trotzdem haben verschiedene Händler, maßvollen und einmütigen Demonstration des großen Heimarbeiter über die Auffassung eines Verbandsausschusses. Des letzteren falsche kauf nicht herunterzugehen. Trotzdem haben verschiedene Händler, schußkongresses nahm sich die Veranstaltung der Christlichen recht Anwendung seiner Befugnisse habe den Streit nicht verursacht, die sich die Maggi- Produkte nicht direkt, sondern durch Vermittelung schwach aus. Das Referat war eine ärmliche Nachlese der gewaltigen sondern lediglich Tischendörfers Quertreibereien. Dieser hätte zum dritter verschafften, unter den von der Gesellschaft vorgeschriebenen Thatsachen und Anklagen der Berliner Verhandlungen, und ebenso Beispiel bei der Reichstagswahl in Lübeck unschön gegen Schwarz Grund allgemeiner Rechtsvorschriften über den unlauteren WettBreisen verkauft. Darauf versuchte die Maggi- Gesellschaft auf nichts als ein verwässerter Auszug der Berliner Beschlüsse. Der den Verband blamiert. Weil er mit ſeinen Ansichten nicht durch- Hanseatische Ober- Landesgericht hat indes die Klage abgewiesen, ist die dem Kongreß vorliegende und später angenommene Resolution gehandelt. Auf dem Krantentassentage in Leipzig habe Tischendörfer Grund allgemeiner Rechtsvorschriften über den umlauteren Wettbewerb gegen solche Verkäufer ihrer Erzeugnisse vorzugehen. Das Referent meinte am Schluß seiner Ausführungen: auf dem Wege gebringen, hätte Tischendörfer sogar einen unabhängigen indem es ausführte: Gewiß sei gegen das Bestreben eines Fabrider gewerkschaftlichen Organisation eine Verbesserung der Arbeits- Sonderverband gründen wollen.( Widerspruch von und Lebensbedingungen der Heimarbeiter zu erlangen, sei ausge- Tischendörfer.) Möfinger Hannover greift gleichfalls Tischen- tanten, aus dem Absatz seiner Erzeugnisse, zumal einer Ware, schloffen, die große Mehrzahl sei gar nicht organisationsfähig. Nichts- dörfers Verhalten an. Dieser habe in jener Schiedsgerichts- Sigung die durch Aufwendung großer Retlamekosten destoweniger fordert die Resolution auf, für die Organisation der sogar auf wiederholte Fragen durch Ehrenwort versichert, diese anders eine weite Verbreitung erlangt habe, einen Heimarbeiter in christlichen Gewerkschaften zu wirken und den weitige Thätigkeit zu unterlassen. Redner verteidigt ferner ebenfalls möglichst hohen Gewinn zu erzielen und so chriftlichen Gewerkverein der Heimarbeiterinnen zu unterstützen. die Thätigkeit Silliers. Nach einer kurzen Kontroverse zwischen zunächst die hohen Reklame und sonstigen UnWenn die Heimarbeiter auf die Hilfe durch die chriftlichen Gewerk- Schmidt und Riez verteidigt Albrecht- Berlin die ange- durch den Verkauf seiner Erzeugnisse thunlichst fosten wieder einzubringen, dann aber auch sich schaften warten, kann ihr Elend noch recht lange dauern. griffenen Berliner Kollegen. Die Kollegen hätten eben Tischendörfer Die Diskussion verlor fich ins Weite und vielfach in Neben- auf fenen Bosten gestellt, weil sie ihn achteten und seine Fähigkeiten zu bereichern, bom geschäftlichen und rechtlichen sächlichkeiten; fast alle Redner mußten an die abgelaufene Redezeit zu schäßen wüßten. Redner ist der Ansicht, daß der frühere Vorstand Standpunkte aus nicht das mindeste einzuwenden. erinnert werden und ihre Ausführungen unvollendet abbrechen. beffer als der jetzige gewesen sei. Czech Leipzig: Er habe immer als geeignetes Mittel zu diesem Zweck stehe es ihm auch zweifellos Einige Abwechslung tam in die Debatte durch das Auftreten mehrerer die Angriffe gegen Tischendörfer abgewehrt vom Standpunkte der frei, feine kaufmännischen Abnehmer vertraglich zu verpflichten, die weiblicher Delegierten, die als Hausgewerbetreibende oder als Ab- Neutralität. Das wäre jest nicht mehr möglich. Die Mißstimmung von ihm hergestellten Waren nicht unter einem gewiffen, fest begesandte der chriftlichen Organisation der Heimarbeiterinnen recht gegen Tischendörfer ließe sich nicht mehr zurückhalten. Diese stimmten Preise an das verbrauchende Publikum abzugeben. Er biel Sachtenntnis aufwiesen und mit viel natürlicher Wärme Stimmung sei nicht fünstlich großgezogen worden, sondern erkläre habe aber nicht das Recht, allgemeingültig vorzuschreiben, daß kein sprachen. sich logisch aus der politischen Tendenz, die Tischendörfer sonst ver- Kaufmann feine Waren unter einem von ihm, dem Fabrikanten, 6folge. Das mache sich so start bemerkbar, daß es nötig sei, darauf vorgeschriebenen Preise in den Verkehr bringen dürfe. Seine verAuch das Referat über die Arbeiterausschüsse brachte hinzuweisen, daß jeder innerhalb der Gewerkschaft auch eine gewerk- traglichen Abmachungen mit seinen Stunden bänden nur die Gegennichts Neues. Der Wert oder Unwert diefer Institute in ihrer schaftliche Disciplin zu bewahren habe und nicht gegen den Willen kontrahenten, hätten aber feine Wirkung gegen Dritte. Ein Kaufjetzigen Gestalt und unter den jetzigen Verhältnissen ist zur Genüge der großen Mehrheit seinen abweichenden Neigungen in solchem Maße mann, der die persönliche Verpflichtung zu übernehmen sich weigere, durch die Erfahrung feftgestellt. Auch der christliche Referent hält, nachgehe. Wenn das nicht anders werde, müsse eben reiner Tisch sei beim Verkauf der Erzeugnisse in Bezug auf die Festsetzung der wie es in der von ihm befürworteten Resolution heißt, die Arbeiter- gemacht werden. Sillier( Vorsitzender) bespricht verschiedene ausschüsse nur insofern für bedeutungsvoll, als sie geeignet find, Streitfälle und verteidigt die Haltung des Vorstandes zu diesen. Dem fleine Differenzen, die nicht selten zu großen Schwierigkeiten führen, Kollegen Rieß bei dessen Agitationstour den Kollegen Bahrisch nach auf friedlichem Wege aus der Welt zu schaffen. Die gefeßliche Ein- zusenden sei einstimmiger Beschluß des Vorstandes gewesen. Nur führung der Arbeiterausschüsse soll unter folgenden Bedingungen er die Motive waren verschieden. Der Ausschuß faffe thatsächlich seine folgen: die Mitglieder find durch geheime und direkte Wahl aus der Stellung zum Vorstande falsch auf. Oft wolle der Ausschuß bei verAuswärtiger Handel des deutschen Zollgebietes. Bom 158. Bande Mitte der Arbeiterschaft zu wählen; ihre Befugnisse sind geseblich hältnismäßigen Geringfügigkeiten das Bestätigungsrecht haben. der Statistik des Deutschen Reiches", der den auswärtigen Handel festzulegen, die Mitglieder sollen vor Maßregelungen geschüßt sein; Weitere Ausführungen wolle er für spätere Gelegenheit sparen. des deutschen Zollgebietes im Jahre 1908 zur Darstellung bringt, ist zum Schluß sollen, da die Ausschüsse nur in der Organisation ihren Dürr- Stuttgart richtet gegen Tischendörfer äußerst scharfe An- soeben das 6. Heft über den Handelsverkehr mit der Schweiz, im Rüdhalt haben, die Hindernisse beseitigt werden, die der Ausbreitung griffe. Tischendörfer ließe sich immer weiter treiben. Ueber den Jahre 1903 erschienen. In den umfangreichen Tabellen über die der Gewerkschaftsbewegung im Wege stehen. Es versteht sich, daß der Grad von Neutralität denke dieser schon derart, daß er es für an- Einfuhr und Ausfuhr der einzelnen Warengruppen und Warene Referent vor allen Dingen die Stärkung der chriftlichen Gewerkschaften gängig halte, in christlichen Versammlungen gattungen im Special- und Gesamteigenhandel find die Ergebniſſe Vorträge zu halten, wie es thatsächlich vorgekommen sei. des Jahres 1903 denen seit dem Jahre 1897 gegenübergestellt. Dem empfahl, als Mittel, um das Geforderte zu erreichen. Es liegt noch eine Reihe von Anträgen vor. Ein von Steger( Widerspruch Tischendörfers.) Das sei auch dann ein Fehler, wenn Tabellenwert vorausgeschickt ist eine allgemeine Besprechung dieses wald( Köln) eingebrachter Antrag fordert auf zu einem Proteft es in einschränkender Weise geschähe, denn die Christlichen müßten Handelsverkehrs, die mit einer Vergleichung der deutschen und der gegen das im preußischen Abgeordnetenhause verhandelte Kontrakt- dann annehmen, daß ihre Organisation nicht falsch sei, und so treibe schweizerischen Statistik und ihrer Ergebnisse schließt. Die Schweiz liefert dem deutschen Zollgebiet hauptsächlich Erdie Arbeiter richte; er bittet um Ablehnung des Antrages, da die besonders traurig aber sei es, wenn Kollegen dann erklärten, nicht zeugnisse der Seiden- und Uhren- Industrie, der mechanischen Frage nicht genügend vorbereitet sei. Es wird eine Kommission mehr mitthun zu wollen, falls gegen ihren Willen etwaige Beschlüsse Spinnerei und Stickerei und der Viehzucht. Dagegen bezieht sie aus eingesetzt, die eine Resolution über diese Frage ausarbeiten soll. gefaßt würden. Redner geht auf eine große Anzahl verschiedener dem deutschen Zollgebiet Brennstoffe, wie Steinfohlen usw., EisenNach diefer von dem Kongreß angenommenen Resolution wird be- Borgänge ein und wünscht eine stärkere Disciplin und mehr gegen waren aller Art, fertige Kleider, Leibwäsche und Bußwaren, Leder schlossen, von einer Betrachtung der Kontrafbruch- Borlage abzusehen, feitige Ehrlichkeit. und Lederwaren, wollene Tuch- und Zeugivaren, Baumwollenwaren, da teine Referate vorgesehen sind und deshalb eine gründliche Belitterarische und Kunstgegenstände und Maschinen. Die Werte der handlung des Gegenstandes nicht möglich ist; im übrigen wird hinbedeutendsten Einfuhrartikel aus der Schweiz im Jahre 1903 sind für: gewiesen auf die Beschlüsse des Frankfurter Arbeiterfongresses, weiter Rohseide 28 Millionen Mark, Floretseide 18,5, Taschenuhren 18,8, bruchgefeb. = Aus der frauenbewegung. Preise völlig frei und nur sein eignes Interesse sei bei der Preisstellung für ihn maßgebend. Auch wenn er wisse, daß er durch eine niedrigere Preisfestsetzung das Bestreben des Fabrikanten, die Preise womöglich allgemein auf eine von ihm bestimmte Höhe zu bringen, durchkreuze, handle er feineswegs rechtswidrig. auf die Resolution des vierten Kongresses der christlichen Gewerk- Berein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Sonntag, Baumwollenwaren 11,2, Safe 7,8, ühe 6,6, rohes eindrähtiges schaften, worin für die Landarbeiter das Koalitionsrecht und Beden 24. Juli, findet ein Ausflug nach Schmargendorf, Restaurant Baumwollengarn 5,6, Wollengarn( außer hartem Kammgarn usw.) feitigung ihrer Ausnahmestellung gefordert wird; ber Stongreß Sanssouci", Nublaerstr. 21, statt. Treffpunkt bis 8 Uhr nachmittags protestiert endlich gegen jede direkten oder auf Umwegen die Arbeitsfreiheit der Landarbeiter einschränkenden Bestimmungen. Am morgigen Mittwoch findet als Abschluß des Kongresses die geschlossene Generalversammlung des Gesamtverbandes der christ lichen Gewerkschaften statt; die Presse hat keinen Zutritt. Die ge schloffene Versammlung dient der Erledigung interner Angelegen. heiten, die man nicht gerne der Oeffentlichkeit unterbreitet. Dort wird das Verhalten der Centrumspresse den christlichen Gewerkschaften gegenüber. und jedenfalls auch das Vorgehen der Berliner Richtung erörtert werden. 5. Generalversammlung des Vereins der Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen Deutschlands. Dresden, den 19. Juli, bortfelbst. Fahrgelegenheit mit den Südring- oder Bollringzügen fowie mit der Straßenbahn vom Potsdamerplatz( Linkstraße) bis Schmargendorf. Um recht rege Beteiligung wird gebeten. Freunde des Vereins sind hiermit herzlichst eingeladen. Der Vorstand. 5,0, Maschinen und Maschinenteile( außer Lokomotiven, Lokomobilen, Dampffeffeln, Krazen und Nähmaschinen) 4,4, Pergament, Bruchgold, Bruchsilber 4,4, Bücher, Karten, Musitalien usw. 4,3, Rinds häute, grüne und gefalzene 3,8 Millionen Mart; die ber hauptsächlichsten Ausfuhrartikel des Zollgebietes nach der Schweiz: Brenns stoffe 36,5, grobe und feine Eisenwaren 17,0, Kleider, Leibwäsche, Der Verein für Frauen und Mädchen in Adlershof hielt am Bußwaren und Hüte 18,7, Leder und Lederwaren 18,3, wollene TuchMontag, den 18. Juli, abends 8 Uhr, im Saale von Wölstein feine und Zeugwaren, unbedruckt 12.5, Baumwollenwaren 10,5, Bücher, erste Generalversammlung ab. Zum ersten Punkt der Tagesordnung Karten, Musikalien usw. 10,0, Maschinen und Maschinenteile 6,7, hielt Herr Ingenieur P. M. Grempe einen mit großem Beifall Gold 5,3, Buder aller Art 4,7, Eck- und Winkeleisen 4,6, Rohfeide, aufgenommenen Vortrag über die Beleuchtungs- und Heizungsfrage gefärbt, 3,9, Hafer 3,8, halbseidene Zeuge, Tücher, Schale 3,8, im Haushalte des Arbeiters, woran sich dann eine lebhafte Diskussion Wollengarn( außer hartem Sammgarn usw.) 3,7, Blatten und Bleche Inüpfte. Frau Ulbricht erstattete den Vorstands- und Frau Neuaus schmiedbarem Eisen 3,3, Anilinöl, Anilinsalze 3,0, Waren aus mann den Kaffenbericht. Aus dem Kassenbericht ist zu bemerken, edlen Metallen 3,0 Millionen Mart. Die Gesamt- Ein- und Ausfuhrdaß die Einnahmen 61,60 m. betrugen, die Ausgaben 30,81 M., so daß ein Kassenbestand von 30,79 M. vorhanden ist. Auf Antrag der Frau Driest wurden der gesamte alte Vorstand und die Revisoren per Afflamation wiedergewählt. Unter Verschiedenem wurde noch beschlossen, am Sonntag, den 7. August, im Garten von Wönstein ein gemütliches Beisammensein mit Kaffeekochen zu veranstalten. Aus Induſtrie und Handel. werte betrugen 1903 einschließlich der Edelmetalle in der Einfuhr 171,8, in der Ausfuhr 304,1 Millionen Mart, ohne Edelmetalle 165,4 beztv. 296,6 Millionen Mart. Der Morganfche Dampfertrust. Die Gründung der Inter national Mercantile Marine Company stellt sich immer mehr als eine völlig verfehlte Spekulation Morgans heraus. Bekannt ist, daß der Trust mit Verlusten arbeitet; aber in Wirklichkeit scheint es um ihn noch weit trauriger zu stehen, als man meist annimmt. Der jüngst erschienene Jahresbericht zeigt ein geradezu elendes Betriebsergebnis. Der gange Gewinn beträgt trop der trampshaftesten Anstrengungen, einen Nutzen herauszurechnen, nur 355 295, mit dem Ueberschuß auf Affecurangconto 1 797 797 Dollar. Um dieses Resultat herauszubekommen sind aber noch die Ergebnisse der Leyland- Linie und der National- Linie, die mit besonders hohen Verlusten ge= arbeitet haben, von den Abrechnungen der übrigen dem Trust angeschlossenen Linien getrennt worden. Eine Dividende tann natürlich nicht verteilt werden. Die Generaldebatte zum Vorstands- und Ausschußbericht nimmt ihren Fortgang. Rudolf- Hamburg spricht sich dahin aus, daß die Animosität gegen Berlin und da besonders gegen Tischendörfer berechtigt sei. Der Klassencharakter des Verbandes müsse gewahrt bleiben. Das müßten auch die Berliner Kollegen beherzigen und deshalb zu den verschiedenen Aemtern Leute wählen, die selbst, aus innerer Ueberzeugung, den allgemein für den Verband anerkannten Die überfeeische Auswanderung über Hamburg war in den Grundsäßen zuneigten. Nur solche Männer fönnen für wichtige ersten sechs Monaten des laufenden Jahres beträchtlich schwächer Aemter geeignet sein und den Berband im allgemein anerkannten als im gleichen Zeitraum des letzten Jahres. Die Erholung von der Sinne leiten.( Sehr richtig!) Aust- Berlin spricht sich in ähn wirtschaftlichen Strife hat sofort die Auswanderung erheblich eingelichem Sinne aus. In Berlin mache sich ohne Zweifel ein Bug nach schränkt. Der ausgehende Reiseverkehr über Hamburg während der rechts bemerkbar in der Neutralitätsfrage, den er nicht Lust habe, Zeit vom 1. Januar bis 30. Juni 1904 bezifferte fich auf 69 353 mitzumachen. Die gleiche Ansicht vertritt Ma cher- Nürnberg. Personen gegen 86 480 des ungewöhnlich verkehrsreichen ersten Halb Ihm schließt sich Billmann- Nürnberg an. Nachdem er das jahrs 1903. Speciell die deutsche Auswanderung mit höchstens Berhalten vom Ausschußvorsitzenden Rieß zu den Nürnberger Be- 4341 Personen( nämlich 8899 deutsche Reisende minus mindestens Eingegangene Druckfchriften. schlüssen zu dessen Gunsten richtig gestellt hat, erklärt er, was Tischen- 4558 Nichtauswanderer) hat der vorjährigen Auswanderung gegendörfer zum Nußen des Verbandes aufgebaut habe, reiße er durch seine über eine Verminderung von 2093 Personen erfahren. Ziel der über Fortschritt, socialer. Heft 17: Achelis, Prof. Dr. Th.: Rechtsallgemeine Haltung wieder ein.( Sehr richtig!) Wurzel Berlin Hamburg reisenden Personen war wie stets in erster Linie die Ver- Stapitalismus. entstehung und Rechtsgeschichte. Heft 18: Gaulle, J.: Kapital und Heft 19: Sydow, Dr. G.: Socialgesetzgebung und verteidigt den Vorstand in seiner Gesamtheit. Er hält den Ausschuß einigten Staaten von Amerika: dahin gingen in den letzten sechs Socialreform in Deutschland. Beft 20: Stellen, T.: Arbeiterbildungsfür ein überflüssiges Organ. Obier( Redakteur des Fachorgans) Monaten 16 651 Männer, Frauen und Kinder aus Desterreich- vereine. a sejt 15 P. Leipzig, Felig Dietrich. Teue Freie Volksbühne. Morwitz Oper( Schiller- Theater 0.) Sonntag, den 24. Juli 1904, nachmittags 3 Uhr: Die Fledermaus. Operette von J. Strauss. Billets für Mitglieder a 90 Pf., Gäste a 1,10 M. sind in allen Zahlstellen sowie beim Kassierer zu haben. 150/12 I. A. Heinrich Neft, Kassierer, Veteranenstr. 6. Єinfetzer! Freitag, den 22. Juli, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 7: Central- Verband der Töpfer Deutschlands. Filiale Berlin. Weitere Besprechung der Mitglieder der roten Karten. Freitag, 22. Juli, abends 6%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: General- Verfammlung. 86/19 Der Kassierer. Dr. Simmel, Str. 41- richt, daß ich das Prinzen, Freunden und Bekannten zur NachZages Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Bericht des Baukontrolleurs. 3. Ersakwahl zum Filialvorstand( 2. Kassierer). 4. Bericht des Gesellenausschusses über die 196/2 5. Gewerkschaftliches. Specialarzt für[ 13/8 Lokal von Heinrich Knoblich, Berhandlungen mit dem Innungsvorstand betreffs Meißener Arbeiten. Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4. Neue Welt! Hasenheide 108/114. Hasenheide 108/114. Sonnabend, den 23. Juli 1904: Grosses Sommer- Fest des socialdemokratischen Wahlvereins Rixdorf. Soldinerstraße 76, übernommen habe. Zu freundlichem Besuch ladet ein Ernst Beyer, Schankwirt. Keine Konkurrenz ist imstande, solch reelle Ware auf den Markt zu bringen, wie ich dieselbe in meinen bewährten Käse- Post- Colli Sortierungen I und III biete. Für Haushaltungen M. 7,07, für Restaurateure M. 7,35 franko Nachn. Exquisite Qualit., große Reichhaltigkeit. G. Maisch Nachf., Memmingen, bayer. Allgäu. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Rixdorf. Heute Donnerstag, den 21. Juli, abends 8, Uhr, bei Thiel, Bergstr. 152/53: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 1. Quartal. 2. Verbands- Angelegenheiten. 86/20 Die Ortsverwaltung. Gewerkschafts- Kartell für Berlin u. Umg. Sonntag, den 24. Juli, nachmittags 3 Uhr, in Frankes Festsälen und Garten, Sebastianstr. 39( nahe der Alten Jakobstraße) Sebastianstr. 39: Grosses Sommer- Fest bestehend aus 291/17 Theater, Konzert, Gesang und Tanz, humoristischen Vorträgen und Zitherspiel. Die Mufik wird von dem fachverein der Civilberufsmufiker unter persönlicher Leitung des Dirigenten Herrn Schonert ausgeführt. Eintritt inkl. Programm 25 Pf. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Die Kaffeeküche steht den geehrten Damen von 4 Uhr an zur Verfügung. Eintrittskarten find zu haben bei den Vorständen der im Kartell vereinigten Gewerk schaften und im Kartell- Bureau. Der Ausschuß. Bahlreiche Beteiligung erwartet Grosses Konzert, Theater, Der Kampf in Bäckergewerbe! Specialitätenvorstellung. Bei eintretender Dunkelheit: Fackelzug. Jedes Kind erhält eine Stocklaterne gratis! Zum Schluss: Brillant- Feuerwerk. Jm grossen Saale Tanz. Herrren, welche daran teilnehmen, Anfang 4 Uhr. zahlen 50 Pf. nach. Entree 25 Pf. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. Einlasskarten sind in den Zahlstellen, bei den Bezirksführern 5. und an der Kasse zu haben. Pfennig. Das erste Jedes Wort: fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. 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Fennstr. 51, Hankes Bäckerei. 34, Filiale. Chauffeestr. 87, Kolberger, Ede Gerichtstr., Hankes Fil. Der Vertreter dieser Bäckerei und Filialen, Herr Derling, bezieht seine Arbeitskräfte von den Kommissionären. Liebenwalderstr. 13, Richter. Nordwesten. Stromstr. 33, Höhne. Osten. Cadinerstr. 4, D. Steddin. Mühlenstr. 32, Hornig. Samariterſtr. 21, D. Schöning. Warschauerstr. 8, 2. Precht. Weidenweg 37, Neumüz. Kleine Anzeigen. Nähmaschinen. Zahle bis 10 Mart Ringschiffchen, Bobbin, Schnell für jeden Kauf oder Nachweis einer näher, ohne Anzahlung, Woche 1,00, Nähmaschine auf Teilzahlung. Alle gebrauchte 12,00. Stopniderstraße 60/61, Systeme. Woche 1,00. Postkarte bitte. Brenzlauerstraße 59/60 und Große + 96* Lieferung sofort. Borchert, Born- Frankfurterstraße 43. dorferstraße 50. 116/ 4* Nähmaschinen aller Systeme Abessinier nach wie vor 8 Mart ohne Anzahlung, wöchentlich 1,00. Fünf Garantie. Unterricht im an, Werkzeuge umsonst. Lieferant des Jahre Bundes der Laubenkolonisten. 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