Redaktion: 8 AI. 68, Ltndenstrasse 69. K-rnsprecher: Zliut IV. Nr. lS8Z. Mittwoch, den I«. August 1904. Expedition: 8 AI. 68, Lindctistraase 69. Aerniprecher: Amt IV. Nr. 1S84. ffbonnemtnts'lledlnaiiiws: Abonnements. Preis pränumerando Z BierteljShrl. S.Z0 Mk., mon-tl. 1,10 Ml, wSchcntlich 28 Pfg. frei inS HauS. Einzelne Nummer 5 Psg. EonntagS- Nummer mit illustrierter EonntagS. Beilage»Die Neue Welt' 10 Pfg. Post- Wonnement: 1.10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn S Marl, für daS übrige Ausland S Mark pro Monat, vichelit tilgllch außtr Blsntias. Derlinev VolkSblÄtk. DI« Tnlertlons- Gebühr betrügt für die sechsgespaltene Kolonel» zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschastliche BereinS- und BersammlungS-Anzcigen 2S Pfg. »Alein« Anreisen", das erste(fett- gedruckte) Wort 10 Psg., jed-S weitere Wort S Pfg. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Numnier müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bii 1 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. lelegramm- Adresse: „SozialleiDSknt Berlin". Zentralorgan der roziatdemohratifchen parte» Deutfchlands. Nr. m 21. Jahrg. Hausagrarier. Die großen Städte sind hauptsächlich von Arbeitern bewohnt, da im günstigsten Falle auf zwei, oft auch drei, hier und da auf vier Arbeiter ein Bourgeois kommt; diese Arbeiter haben selbst kein Eigentum und leben von dem Arbeitslohn, der fast immer ans der Hand in den Mund geht.... die Wohnungen der Arbeiter sind durchgehends schlecht gruppiert, schlecht gebaut, in schlechtem Zu- stände gehalten, schlecht ventiliert, feucht und ungesund; die Ein- lvohner find culf den kleinsten Raum beschränkt, und in den meisten Fällen schläft wenigstens eine Familie in einem Zimmer; die innere Einrichtung der Wohnungen ist ärmlich in verschiedenen Abstufungen bis zum gänzlichen Mangel auch der notwendigsten Möbel.. der Durchschnitt liegt aber dem schlimmsten Falle weit näher als dem besten. Diese Worte schrieb Friedrich Engels im Jahre 1845 in Bezug auf englische Verhältnisse. Aber sie gelten noch heute, nicht nur für England, sondern für alle kapitalistischen Länder. Mag manches sich an der Lage der arbeitenden Bevölkerung im Laufe der letzten beiden Menschenalter verändert haben: der Wohnungsjammer der minderbemittelten Schichten schreit noch immer zum Himmel und wird bei gesteigerten hygienischen und kulturellen Anforderungen schmerzlicher empfunden als je zuvor. Das Privateigentum am Grund und Boden und den Wohnhäusern gestattet, ja gebietet geradezu die wucherische Ausbeutung des unabweisbaren Wohnbedürfnisses der Massen, und ein mörderischer Raubbau wird mit den Kräften des Volkes bettieben. Mit dem Vorschreiten der Wissenschast von den großen volksverwnstenden Seuchen sind auch die Gewissen geschärst worden, und man unternimmt allerlei, um den gröbsten Schäden abzuhelfen: Heilanstalten für Tuberkulosekranke werden gegründet, Erholungs- stätten, Rekonvalescentenheime, Waldschulen eingerichtet, ein paar Kinder der Armut schickt man allsommerlich auf ein paar Tage oder Wochen in Ferienkolonien. Merkblätter werden verteilt zum Kampfe gegen abscheuliche Geschlechtskrankheiten— aber daS alles ist im letzten Grunde und im Vergleich mit der furchtbaren Größe des Elends nutzlose Sisyphusarbeit, so lange der Wohnungsnot nicht gesteuert ist. An Stelle der wenigen Dutzende von Menschen, denen man Heilung, der Hunderte, denen man wenigstens vorübergehende Linderung ihrer Leiden bringt, treten Tausende und Abertausende, die in dem grauenhasten Pferch der überfüllten Proletarierwohnung den Keim zum leiblichen, geistigen und moralischen Siechtum in sich auf- nehmen. Wer die Gesundheit unsres Volkes im großen Stile bessern will, der muß aufs Ganze gehen und darf die Kräfte nicht an Teilaufgaben zersplittern. Es heißt die Axt an die Wurzel des Uebels anlegen, die Befriedigung des Wohnbedürfnisses dem privaten Kapitalisten aus den Händen nehmen und zu einer öffentlichen An- gelegenheit machen. Bei dem Drängen nach gründlichen Reformen auf dem Gebiete de» Wohnungswesens sind wir gewöhnt, den Widerspruch der Hausbesitzer zu treffen. Mit jenem Grade von Un- Verschämtheit, der seine Opfer beinahe fassungslos zu machen pflegt, stellen sich die Hansbesitzer geradezu als die Interessenten in diesen Diskussionen hin, als die, auf die es in erster Linie ankomme. Sie gehören in die letzte Linie. Im Ver- gleich mit der Wichtigkeit der Behausungsverbefferung für die Massen der Bevölkerung können die Interessen der Hausbesitzer nur sehr geringen Anspruch auf Beachtung erheben: ob die paar hundert- tausend(hoch gerechnet» Hausbesitzer, die aus dem Vermieten von Wohnungen ein Geschäft machen, ihr angelegtes Kapital ein paar Prozent höher oder niedriger verzinst erhalten, spielt für daS Ge- deihen unsrer Volkswirtschaft gar keine Rolle; die Art aber, wie die Millionen der Nichtbesitzer wohnen, ist für den Bestand unsres ganzen Volkes ausschlaggebend. Diesen Sachverhalt muß man mit um so größerem Nachdruck feststellen, weil neuerdings die Hausbesitzer mit Hilfe einer vorzüglichen Organisation und einer geschickt geleiteten Stimmungsmache gegen jede, auch die bescheidenste Reform auf dem Gebiete des Wohnungswesens wüten. So jetzt wieder auf dem 26. Verbandstage der städtischen Haus- und Grundbesitzervereine Deutschlands in Breslau. Mit verzückten Worten, jubilierend ob seiner Erfolge, leitete Herr Leberecht Hartwig in Dresden, der Verbandsdirektor, diesen Vecbandstag durch einen Festartikel im Monatsblatt des Verbandes ein; 25 Jahre, so schrieb er, bestehe jetzt der Verband, mit 25 Vereinen sei er 1879 begründet worden, jetzt zähle er 219 Vereine mit 120 Mitgliedern. Und weiter: „Wenn man erwägt, daß eins der konservativsten und ruhigsten Elemente des modernen Staatswesens die städtischen Hausbesitzer sind, wie ihnen noch immer die Nachwirkungen der ehemaligen, unter fast feudalem Drucke leidenden Vergangenheit anhaften, wie sie in unglaublicher Duldsamkeit geneigt sind, bei sich selber auf die Forderungen der Gerechtigkeit und Billigkeit zu verzichten, so mutz ein solches Wachstum alle Angehörigen des Centralverbandes mit hoher Freude erfüllen....... Allüberall zeigt sich Mehrung. Ausbreitung. Weiter-entwicklung und mächtiges Emporwachsen. Und wenn auch noch viel, sehr viel zu erreichen bleibt— wächst doch der Mensch mit seinen höheren Zwecken—, so wächst auch der Ccntralverband mit seinen Aufgaben, so wachsen auch seine einzelnen Glieder im Hinblick aus die starre Wucht der ihnen feindlich gegenüberstehenden Mafien der Ungerechten, der Be- thörten, der Streber nach Ruhm aus dem Wege des unver- nünftigen Kampfes gegen den Hausbesitz, der Machtbesitzenden, aber Gerechtigkeitssinnes- und Wohlwollensarmen, er wächst zu einer Spannkraft, die endlich zum Siege führen muß. zum Siege unter dem Zeichen: Dasselbe Recht und keine höheren Pflichten und größeren Lasten für die Hausbesitzer, wie sür alle andern Staatsbürger." Man muß den Mann keimen, der diese Dithyrambe verfaßt hat; die Einführung der kaufmännischen Sonntagsruhe bekämpfte er einstmals damit, daß dann seine Frau Sonntogabends keinen ftischen Aufschnitt kaufen könne; gegen Volks- und Schulbrausebäder sprach er mit dem gewichtigen Argument, daß er in seiner Jugend auch nicht gebadet habe und doch gesund und stark geworden wäre; sein Gerechtigkeitssinn muß allerdings von dem Dresdener Gericht schmählich verkannt worden sein, das ihm in einem Urteil mit dürren Worten Mangel an Treu und Glauben bei einem Grundstücksgeschäste vorwarf I Zu den„ruhigsten und konservativsten Elementen" mögen sich die Hausbesitzer s. 1s. Hartwig zählen und auf Verbandstagen prahlend verkünden, sie würden von ihren Mietern wie ein Vater geliebt und verehrt: in Wirklichkeit gehören sie zu den schlimmsten Feinden aufstrebender Volksschichten und treiben auch dem kühlsten Beobachter unsrer Zustände durch ihr Gebühren die Galle ins Blut. Schwächlich und in jeder Beziehung unzulänglich ist das, was bisher in Deutschland auf dem Gebiete der Wohnungsreform von den Regierungen und ihren Organen und den Gemeinden geleistet worden ist: durch tausend Rücksichten gefefielt, ängstlich ausspähend nach dem Wohlwollen der„konservativsten und ruhigsten Elemente" hat man nur hie und da einen kleinen Anlauf genommen; ein wenig Bauordnung, ein wenig Wohnungsinspektion, ein wenig Geld für Baugenossenschaften— das ist alles. Wie aber tobte man dawider auf dem Tage der Hausagrarier: „In Großstädten von über 100 990 Einwohnern besteht ein Bedürfnis für Baugenossenschaften überhaupt nicht.... Der Centtalverband verurteilt jedwede vorzugsweise Unterstützung von Baugenossenschaften aus öffentlichen Mitteln als den Grund- sähen eines loyalen Wettbewerbes mit dem privaten Unternehmer- dim widerstteitend und richtet an die billig denkende Bevölkerung aller Bundesstaaten das Ersuchen, aus Gründen der Gerechtigkeit sich diesem Urteil anzuschließen.... Wenn der Staat den Arbeitern billige Lebensmittel liefern wollte, dann würden sich die Land- Wirte mit Recht dagegen wenden. Ebenso dürsten es sich die städtischen Hausbesitzer nicht gefallen lassen, wenn der Staat einigen Klassen zum Schaden der Hausbesitzer billige Wohnungen liefere." Mit solchen und ähnlichen lapidaren Sätzen that man eine der wichttgsten Seiten der socialen Frage ab; und als ein Auch- Hausbesitzer, der Rechtsanwalt Dr. Cohn aus Dessau, bei einer Besprechung der Sklavereiverträge, die man Mietskontrakte zu nennen beliebt, einen faden Abguß selbstverständlicher socialer Wahrheiten der Versammlung anzubieten wagte, schrie man ihn einfach nieder— aus Gründen Hartwigscher„Duldsamkeit" offenbar.— Unser gesamtes kommunales Leben in allen Teilen des Reiches krankt an einer historisch überlieferten aber mit jedem Tage unvernünftiger und hassenswerter werdenden Bevorzugung der Haus- besitzer; aber Hartwig greinte,„in den Parlamenten wisse man kaum, daß es einen Hausbesitzer st and gäbe; man müsse dafür sorgen, daß im Reichstage und den Einzel-Landtagen auch der Hausbesitzer st a n d Sitz und Sttmme erhalte". Ist's gleich Wahnsinn, hat es doch Methode! Wer, wie die Hausbesitzer, sich für den Angelpunkt der Welt hält, wer sich den Ruhm anmaßt, die Entwicklung de? modernen städtischen Lebens geschaffen zu haben, wer sein„Recht" auf Ausbeutung seiner ärmeren Mitmenschen als ein heiliges, unantastbares Recht hin- stellt— nun, der darf auch Majestätsrechte für sich im öffentlichen Leben beanspruchen. Eine Diskussion ist mit Leuten, wie sie sich auf dem Breslauer Tage produzierten, für uns unmöglich. Wir bescheiden uns bei dem Gedanken, daß selbst Götter vergeblich gegen die Dummheit kämpfen; und hier paart sich mit der Dummheit der ungebändigte Erwerbstrieb. Die Hausbesitzer durch Belehrung von ihrem gemeinschädlichen Treiben abbringen zu wollen, wäre ein lächerliches Beginnen. Sie werden nur der Macht weichen. Die Wohnungsfrage ist eine Machtfragc. Diese Macht müssen wir erreichen; dies ist die Aufgabe und das Ziel unsres Klassenkampfes und insofern mündet jeder Versuch einer Lösung der Wohnungsfrage in den großen proletarischen Kampf um die Befteiung ans socialem Elend ein; insofem ist auch richtig, daß die Wohnungsfrage nicht zu lösen ist, ehe nicht das kapitalistische Wirtschaftssystem beseittgt ist. Diese Wahrheit ist so richtig, daß wir sie— als verzerrtes Echo vom Hausagrariertage zu uns herüberschallen hörten. Zum Liller Parteitag. P a r i s. 7. August.(Elz. Der.)_ Die Socialistische Partei Frankreichs(?. S. cke?.) wird vom S. bis zum 11. August in Lille ihren dritten Jahreskongretz abhalten. Seit ihrem Entstehen auf dem Kongreß zu Commentty(1992), dem übrigens schon 1991 der guesdistisch-blanquistische Vertrag von Jvry voraufgegangen war. hat sich ihre äußere Lage, wie diese durch die allgemeine politische Situation des Landes bestimmt wird. nicht geändert. Dieselben ungünstigen Milieu-Bedingungen drückten auf ihre Entwicklung mit einer Wucht, die in keinem Lande mit einer alten socialistischen Bewegung ihres gleichen findet. Die Herrschaft des Blocs, der Vereinigung der bürgerlichen Demokratie und der ministeriellen Socialisten; das Nebenbestehen der innerlich, organisatorisch schwachen, aber äußerlich, im Parlament und in der Presse einflußreichen, den Vorderplan der politischen Bühne ausfüllenden P. S. F.(Jauresisten); der wachsende Einfluß der socialrevolutionären Nurgewertschaftlerei— das sind die drei Haupt- momente, die, in wechselseitiger Wirkung ihre Bedeutung verstärkend, das normale Wachstum der parlamentarisch-socialistischen F. L. cke F. von drei Seiten zugleich eindämmen und hemmen. Der antiklerikale Vordergrund der Bloc-Politik wirkt anziehend auf die breiten Schichten des Kleinbürgertums und der demokratisch gesinnten Arbeiterschaft, und zwar desto mächtiger, als die anti- klerikale Aktion des Kabinetts Combeö thatsächlich allerdings immer umfangreicher und gründlicher wird. Der socialreformerische Hinter- grund der Bloc-Politi' rückt immer mehr in eine Nähe, die jedenfalls sichtbar genug ist, um breite Schichten der socialistisch-unklaren Ar- beiterschaft mit einem Glauben an den Bloc zu erfüllen, der der Entwicklung ihres Klassenbewußtseins, dem Streben nach eljjiem Zusammenschluß in einer proletarischen Partei nur hinderlich sein kann. In dieser Beziehung zeitigt die jüngste Periode der Renaissance der bürgerlichen Demokratie in Frankreich ähnliche Folgen wie die einsichtige Politik der herrschenden Klassen Englands seit der Nieder- läge des Chartismus. Der größere Vorteil dieser Folgen fällt freilich hier dem ministeriellen Socialismus zu. weil und insofern er die Vorhut des Blocs bildet. Aber es liegt auf der Hand, daß die Lage der proletarischen Klassenpartei dadurch nicht verbessert, sondern ver- schlimmert wird. Der Kampf der P. S. de F. um Einfluß und Wähler gegen die französischen Linksradikalen, die sich sogar den Namen:„Socialisteu" zulegen, ist natürlich schwieriger als der Kampf gegen die bürgerlichen Afterdemokraten Deutschlands. Und noch viel schwieriger ist unter den gleichen Bedingungen derselbe Kampf gegen den ministeriellen Socialismus, der unter Beibehaltung der grundsätzlichen Formeln der internationalen Socialdemokratie seine Taktik und Thätigkeit aufs engste der Erfordernissen der rtttgerlichen Kartellpolitik angepaßt hat. Diese Anpassung an die derzeitige politische Situation, welch letztere übrigens von den ministeriell-socialistischen Theoretikern zu einem historischen Entwicklungsgesetz Frankreichs und weiterhin aller demokratischen Länder erhoben wurde, ist es in erster Linie, die dem Jauresismus über alle seine bisherigen inneren Konflitte, über die von Zeit zu Zeit auflodernde Empörung seines linken Flügels wider die antiproleiarischen Handlungen der Führer immer wieder ohne erheblichen Schaden hinweggeholfen hat. Im Kampf ums Dasein müssen bekanntlich gewisse Arten mitunter eine Rückentwicklung durchmachen, um dem ungünstigen Milieu widerstehen zu können. Eine solche Rückentwicklung scheint mir für die historische Viertel st unde der ministerielle Socialismus darzustellen. Der anpassungsfähige Bloc-Socialismus schadet aber dem proletarischen Socialismus nicht nur unmittelbar, indem er zu seinem eigenen Vorteil das Rekrutierungsgebiet des letzteren verengert, sondern auch mittelbar durch die Ablenkung revolutionär gesinnter Proletarier von jeder politischen Thätigkeit überhaupt. Niemand kann füglich bestreiten, daß die antipolitische, mehr oder minder anarchistische Strömung unter den revolutionären GeWerk- schaftlern ihre Erstarkung in der Hauptsache eben dem ministeriellen Socialismus verdankt, dessen Taktik das proletarische Empfinden organisierter und organisationsfähiger Arbeiter aufs tiefste verletzen muß. Das ist eine Thatsache, die von den linksstehenden Mitgliedern der Jauresistischen Partei selbst wiederholt betont wurde. Immerhin kann die P. S. de F. zur Zeit ihr RekrutierungS- gebiet erweitern zunächst und vor allem unter dem linken Flügel der Gewerkschaftler, selbstverständlich in Bekämpfung der anarchistischen Tendenzen mancher seiner Wortführer. Dem Zwecke der Annäherung mit den revolutionären Gewerkschaften, mit denen übrigens die Partei durch ihre Mitglieder bereits vielfach in Fühlung steht, dient der auf die Tagesordnung des Liller Kongresses gesetzte Punkt:„Ueber die Beziehungen zwischen der politischen und gewerkschaftlichen Or- ganisation des Proletariats." Das ist der wichtigste Beratungs- gegenständ. Von der glücklichen Lösung dieses Problems hängt die nächste Entwicklung der Partei ab, solange ihr der Weg zu den rückständigen Schichten des Proletariats durch die derzeitige all- gemeine Situation mehr oder minder versperrt ist. In Zusammenhang damit bezw. beim Punkt:„Internationaler Kongreß zu Amsterdam", dessen Tagesordnung durchgehend in Lille zur Vorberatung kommt, wird die Frage des General- st r e i k s behandelt werden, die bereits auf dem vorjährigen Kongreß in Reims angeschnitten wurde. Hervorzuheben ist ferner die gleichfalls in Reims angeschnittene Unterrichtsfrage. Seither haben die Parteigruppen in einer Enquete zu dieser Frage Stellung genommen. Es handelt sich um einen Beschluß über das Staatsmonopol in Bezug auf die Primär- schule. In Reims kam es hierüber zu einer Debatte hauptsächlich zwischen Guesde und Lafargue auf der einen Seite und Vaillant auf der andern. Vaillant trat unter gewissen Bedingungen für das Schulmonopol des Staates ein, Guesde und Lafargue lehnten es strikte ab, wobei sich Guesde auf die Prinzipienerklärung der Partei von Jvry berief, die dem Bourgeoisstaat jegliche Herrschaftsmittel verweigert. Gelegentlich dcS Berichts der Kammerfraktion mag eS noch vielleicht zu einigen Kritiken Wider ihre Haltung kommen, Wider gewisse Abstimmungen oder Stimmenthaltungen derselben zu Gunsten des Ministeriums Combes. Darauf deuten wohl die Schlußsätze des Sekretariatsberichts zum Parteitag hin:„Unter dem allgemeinen Gesichtspunkt wäre zu wünschen, daß die Partei noch schärfer als sie es gethan hat, den spccifischen Klassencharakter der Partei, ihren Charakter als einer Oppositions- und Revolutionspartei hervorgekehrt hätte. Auf diesem Wege kann sie nicht verlieren. Vielleicht würde dadurch höchstens die Wahlsituation gewifier Parteimitglieder er- schüttert werden, aber auch das ist nicht einmal geWitz. Dagegen würde so die Partei den Vorteil einer innigeren und dauerhafteren Fühlung mit der Gesamtheit der zielbewußten Elemente der Arbeiter- klaffe gewinnen. Sie würde so gewinnen die Eingliederung in ihre Reihen aller proletarischen Kämpfer, die heute sich in abseits ge- führten Schlachten verirren, und zwar gerade deshalb, weil ihnen die Partei nicht als das erscheint, was sie ihrem Wesen nach ist, was sie immer mehr und mehr stin muß, die revolutionäre Partei ihrer Klaffe, die alle Waffen und die allerwichtigste Waffe, die politische Waffe benutzt zum Zwecke der beschleunigten und endgültigen Be- freiung der Welt der Arbeit." Ueber die innere Lage der Partei seien dem Sekretariatsbericht folgende Angaben entnommen. Einleitend streift der Bericht die ungünstigen äußeren Be- dingungen, unter denen die Partei zu wirken hat. Dessenungeachtet habe sie ihre Positionen und ihren specifischen Charakter beibehalten, ist sie den zahlreichen Faktoren, die auf ihre Verflachung und Auf- lösung hinarbeiten, widerstanden. Ein Beweis, daß alle Bestandteile der Partei sich auf der Höhe ihrer Aufgabe gezeigt hätten. Der Bericht erstreckt sich nur auf zehn Monate, da der Parteitag mit Rücksicht auf den Amsterdamer Kongreß zwei Monate vor dem normalen Datum einberufen wurde. Trotzdem zeigt die Thätigkeit des Centralrates einen stärkeren Umfang als im Vorjahre. Der Centralrat beteiligte sich an 189 Volksversammlungen anstatt bloß 129 im Vorjahre, abgesehen von den im Berichtsjahre besonders zahlreich gewesenen Wahlversammlungen(Gemeinde- und De- partemcntswahlen), die auf mehr als 1990 sich beziffern. Die Agitation müßte aber noch viel intensiver sein, um allen Forderungen gerecht zu werden. Der Bericht regt zu diesem Zwecke an eine engere Mitwirkung der Föderationen unter einander und mit dem Centralrat, die Organisation von Agitationstouren und die Anstellung eines oder zweier ständiger Agitatoren, die dem Centralrat stets zur Verfügung stehen müßten. Die Gemeindewahlen vom Mai I. J. haben einen Verlust von 8 und einen Gewinn von 25 Gemeinderäten gebracht, also einen Reingewinn von 17 Gemeinden. Freilich sind die Verluste, darunter Lille, Montluçon und Bourges, qualitativ so empfindlich, daß die zahlreichen Gewinne, die sich meist auf kleine industrielle und ländliche Orte erstrecken, sie nicht aufzuiviegen vermögen. Der Bericht erblickt aber, meines Erachtens allzu optimistisch, in dem bloßen quantitativen Resultat den besten Beweis für die Ausdehnungskraft der Partei". Die Wahlen von Montluçon sind übrigens wegen Korruptionsmanöver der beourgeoisen reaktionären Sieger fassiert worden. „ daß weder Dr. Spahn noch irgend ein andres Mitglied der Centrumsfraktionen an einer Besprechung über Abänderung des Reichstags- Wahlrechts teilgenommen hat, ja daß in den Kreisen der Centrumsführer überhaupt von einer derartigen Konferenz nicht das geringste bekannt ist." denn auch aus Furcht, Schwierigkeiten in seiner militärischen Zu den Wahlrechts- Umtrieben hat nun endlich die„ Ger Laufbahn zu haben und nach den bekannten Vermania" von Dr. Spahn selbst Erkundigungen eingezogen. Die sprechungen v. Mirbachs( der Prinz war damals mit„ Germania" erklärt erfahren zu haben, einer bürgerlichen Dame aus Köln verlobt), sowie in der Hoffnung, dann sofort fein Vermögen zu erhalten, einen Revers, daß ihm Rechnung gelegt sei. Da aber weder die Rechnungslegung, noch die Herausgabe des Vermögens erfolgte, noch auch seitens v. Mirbach irgend etwas geschah, um die Zusage, daß die zukünftige Gemahlin des Prinzen den Titel Prinzessin führen dürfe, zu verwirklichen, so war der Die Teilnahme Dr. Spahns hatten wir nicht behauptet. Prinz gezwungen, 8wangsvollstreďungs- Maßregeln Wir hatten die Centrumspresse aufgefordert, bei Dr. Spahn Er zu ergreifen. Er erwirkte zunächst die Rechtskraft des Urteils des fundigungen einzuziehen, weil wir benachrichtigt worden sind, daß Landgerichts Dortmund und stellte dann beim Landgericht Dort- die konservativen Parteien sich an ihn mit der Anfrage gewendet mund den Antrag, die Pfleger bei Festsetzung einer Strafe von haben, wie er sich zu ihren Plänen stelle. Wenn die„ Germania“ 1500 M. zur Rechnungslegung anzuhalten. Gegen diese Zwangss vollstreckungsmaßregel flagten nun wieder die Pfleger mit der Be- erklärt, daß Dr. Spahn keinerlei Kenntnis von jenen Plänen erhalten hauptung, daß der Prinz rechtsgültig auf Rechnungslegung ver- hat und daß das Centrum keinerlei Neigung für sie habe, so zichtet habe. Mit dieser Klage wurden die Pfleger durch drei wiederholen wir, was wir jüngst aussprachen, daß das Centrum, Instanzen rechtsfräftig abgewiesen, zuletzt Ende Juli indem es dem Drängen der konservativen Neaktionsparteien widerdurch das Reichsgericht. Danach besteht also das erste Urteil des steht, sich das politische Verdienst erringen kann, das Deutsche Reich Landgerichts Dortmund zu Recht, und man darf gespannt sein, ob vor schweren Erschütterungen zu bewahren, Erschütterungen, die die Pfleger jetzt dem Urteil nachkommen oder es auf die Straf allerdings die Socialdemokratie am wenigsten zu wie er sich aus den Akten des Dortmunder Landgerichts ergiebt." Es war von erheblichster Wichtigkeit, möglichste Klarheit zu Da erregen sich allerlei Blätter, daß Freiherr v. Mirbach trotz alledem und alledem aus der Oberhofmeisterei nicht weiche. fchaffen, wie weit die Bettelungen der Wahlrechtsfeinde gediehen jefbit ber gleichetanzler sind. Die tonservative Reaktion ist völlig entschlossen, den ersten Und doch hat selbst der Reichsfanzler als er das Recht eines nahen Verwandten vertreten wollte, nichts günstigen Augenblick zur Ausführung ihrer Absichten zu ergreifen. gegen den Freiherrn v. Mirbach auszurichten vermocht. Man be- Sie brennt auf eine Gelegenheit, die Socialdemokratie irgendwie zu greit, daß die Monarchischen, welche die verheerenden Wirkungen der provozieren, um die Mittelparteien mitzureißen und den KardorffBund der Gewaltthätigkeit zu erneuern. Wenn das Centrum sich dieser Mirbachiade auf die guten Gesinnungen" schwer befürchten, nur noch auf die Rückkehr des Kaifers hoffen! Er soll die Versuchen versagt um so besser! Säuberung vollbringen, für die keine öffentliche Meinung und kein Kanzler stark genug ist. Berlin, den 9. August. Militaristische Aussichten. Die Generalratswahlen vom 31. Juli haben im ersten Wahlgang, der zur Stunde allein stattgefunden hat, die Wiederwahl des Abg. Constans in Montluçon, je einen neuen Sig in Bourges und in La Tour de France( Ost- Pyrenäen) gebracht. Dazu kommen die Ende Mai in Paris und Umgebung in den Generalrat gewählten 5 Parteibertreter, darunter ein neuer Sitz in Jvry. In den Stichwahlen ist noch auf drei Mandate zu rechnen. Die Stimmenzahl in den 110 Kantonen( einschließlich Paris), in denen die Partei Kandidaten hatte, beträgt 110 bis 130 000. Die Zahl der Föderationen ist von 38 auf 45 gestiegen, von denen 3/4 in voller Leistungsfähigkeit wirken. Die Zahl der eingeschriebenen Partei mitglieder ist seit dem Vorjahre von etwa 15 000 auf etwa 17 000 gestiegen, wie das aus dem Vertrieb der Mitgliedskarten ersichtlich ist. Politische Ueberficht. festjegung ankommen lassen werden. Das ist der Sachverhalt, scheuen hätte. Die Socialdemokratie rit osobe,| 1111= Nach der Darstellung der„ Tremonia" stand dem Freiherrn Die Deutsche Tageszeitung" will über die Pläne zur Heeres- stehliche Macht über die Carriere der Offiziere zur Verfügung. v. Mirbach auch das Militärkabinett und seine unwiderand Marinevermehrung folgendes erfahren haben: " Die neue Heeresvorlage soll dem Reichstage zugleich Da ein prinzlicher Lieutenant mit dem Oberhofmeister einen Rechtsmit dem Etat zugehen, so war es wenigstens vor einigen streit hat, bestellt man ihn in das Militärkabinett, als Wochen beabsichtigt. Der Etat aber dürfte Anfang Dezember gelte es dienstliche Angelegenheiten, und nötigt ihn fanft zum Veroder gleich bei dem Zusammentritt des Reichstages vorgelegt zicht auf Ansprüche, von deren Berechtigung er durchdrungen ist. werden. Es ist sonach anzunehmen, daß man sich über den Das Buch Mirbach ist unerschöpflich.- 4 bu wesentlichen Inhalt der neuen Heeresvorlage innerhalb der zuständigen Stellen des Bundesrats geeinigt hat. Das entspricht der deutsch- russische Handelsvertrag hat begreiflicherweise bei auch unsren Informationen, die überdies dahin gehen, daß die den Konservativen wie beim Centrum helle Freude geweckt, die sich Verstärkungen sich in verhältnismäßig bescheidenen Grenzen halten in den poffierlichsten Sprüngen austobt. Selbstverständlich darf werden. Wie man uns ferner versichert, ist, wenn auch nicht mit dabei der große Bimetallist Dr. Otto Arendt nicht fehlen, und boller, so doch mit einiger Sicherheit darauf zu ebenso selbstverständlich ist, daß er die Leistungen der andren an rechnen, daß der Reichstag sich im nächsten Frühjahre mit einer unfreiwilliger Komik noch überbietet. In einem Artikel des„ Tag" nannten Staatsbeamten Mores zu lehren. Aber Herr Köhler ging Ergänzung des bestehenden Flottengesetzes befassen wird. Von verkündet er, daß der deutsch- russische Handelsvertrag einen welcher Art diese Ergänzung sei, das steht noch nicht fest, so daß Wendepunkt" unfrer ganzen inneren Politik bedeutet. ein Urteil über Notwendigkeit und Zweckmäßigkeit unmöglich ist." Bunächst spricht er zwar noch von einer„ fachlichen Prüfung" der Die Deutsche Tageszeitung übt sich auch bereits schon Bugeständnisse an Rußland, besonders der Viehzoll- Ermäßigungen und aber in der Melodie, welche die militaristischen Parteien zum Text der der Abschwächung der veterinärpolizeilichen Maßregeln; aber Militär- und Marinevorlagen flöten werden: dann geht es mit Töff- Töff- Geschwindigkeit ins luftige Land der Phantasie: " " Eine parlamentarische Doktorfrage. Der antisemitische Bauerns bündler Söhler Langsdorf, Mitglied des hessischen Landtags, hörte, wie uns aus Hessen geschrieben wird, vor einigen Monaten über einem„ unschuldigen" Mädchen, das einen Kindesmord begangen Altweibergeschwäb über das„ brutale Vorgehen" eines Staatsanwalts, cines Streisphysikus und eines Untersuchungsrichters gegenhaben sollte. Der Kreisphysikus sollte auf Veranlassung des Staatsanwalts resp. des Untersuchungsrichters das Mädchen einer ge wissermaßen gewaltsamen Untersuchung unterzogen haben, die das unjinnige Ergebnis gezeitigt hätte: das Mädchen hat geboren. Ein Derfarzt, der das Mädchen dann auf Veranlassung der Eltern des Testeren untersuchte, fand denn auch, daß das Mädchen nicht geboren habe. Nun stand für den Abg. Köhler die Schuld des Staatsanwalts, des Kreisphysikus, des Untersuchungsrichters usw., die das schuldige Mädchen beleidigt hatten, fest. Flugs ſette er sich hin, verfaßte in dem ihm eignen liebenswürdigen Stil eine schneidige Interpellation, in der er die Regierung aufforderte, den oben ge= dabei recht eigenartig vor. Er ließ die Interpellation, nach seiner Angabe, bei dem Herausgeber der„ Hungener Landpost" drucken und reichte dann ein Exemplar davon bei der Kammer ein. Am Tage nach der Einreichung erschien dann die Interpellation in der Hungener Landpost". Staatsanwalt, Physikus usw. fühlten sich Hungener Landpost" beleidigt und stellten Strafantrag gegen Köhler und den Zeitungsverleger in Hungen. Nebenbei sei bemerkt, daß das unschuldige Bei den jezigen Zeitläuften würde es gewissenlos sein, dem Reiche das zu verweigern, dessen es zu seiner Sicherheit unbedingt Sind die Handelsverträge angenommen und der Zolltarif Mädchen, das von dem Dorfarzt als Jungfrau erkannt worden war, bedarf. Man wird aber drei Gesichtspunkte niemals aus den durchgeführt, so schließen sich daran zwei gleichwichtige politische inzwischen eingestanden hatte, geboren und das Kind Augen lassen dürfen: 1. Das Deutsche Reich muß stets seinen Folgerungen. Einmal wird das„ Brotwuchergeschrei" seine praf getötet zu haben! Köhler bestreitet nun der Staatsanwaltschaft Hauptschwerpunkt auf das Landheer legen, da Deutschlands Bu- tische Widerlegung finden und dadurch die Parteien, welche es das Recht, wider ihn ein Strafverfahren einleiten zu können. Die funft nicht auf dem Meere, sondern auf dem Lande entschieden zum Wählerfang ausnuten, bloßstellen und dann wird der Interpellation, die er als Abgeordneter eingereicht habe, bleibe unter wird. 2. Die unbedingte Notwendigkeit aller Mehrforderungen Gegensatz der bürgerlichen allen Umständen straffrei. In der„ Hungener Landpost" aber sei der Kreise in Stadt und Land muß überzeugend nachgewiesen werden. 3. Alle Bewilligungen die Schärfe verlieren, die er leider in der Hize des Kampfes um Nachdruck erst erfolgt, nachdem die Interpellation bei der Kammer haben ihre gegebene Grenze an der Leistungsfähigkeit des Volts. Die Bollfragen vielfach angenommen hatte. Das„ Lieber ein( einen Tag zuvor) eingegangen sei. Die Hungener Zeitung habe Die Hebung dieser Leistungsfähigkeit ist deshalb die unerläßliche Socialdemokrat als ein Agrarier" wird ebenso aufhören wie das lediglich nachgedruckt, was gesetzlich erlaubt sei:„ einen Bestandteil der Verhandlungen der Kammer". Staatsanwaltschaft und Gericht Borbedingung der Wehrhaftigkeit und Sicherheit des Reiches."„ Lieber ein Linkenmann als ein Mischmaschkandidat" diese Die agrarische Note macht die alte Melodie weder neu noch unselige Verblendung, welche hüben und drüben Interessen haben sich nicht auf diesen Standpunkt gestellt und Termin vor der flangvoll. fragen bor allen großen nationalen Lebensfragen in den Gießener Straflammer anberaumt. Der Abg. Köhler erschien nicht, Die Natlib. Korr." hat es jedoch anders gehört als das Vordergrund drängten, hat die Neichstagswahlen der letzten der Antrag auf Verhaftung wurde abgelehnt und gegen den Zeitungsverleger allein verhandelt. Er wurde zu 500 M. Geldagrarische Blatt: Jahrzehnte nur Scheiden zu fehr beeinflußt. Ob dem Reichstag bereits in seinem nächsten Tagungs- Durchführung der Handelsverträge die großen Interessen- strafe verurteilt, der Antrag, auf Gefängnis zu erkennen, wurde abschnitt Anträge zur Förderung der Wehrkraft Deutschlands zur fragen, die sich um Freihandel und Schutzzoll gruppieren, aus abgelehnt, da Köhler der schuldigere Teil sei. Ob sich der VerSee gemacht werden, ſteht aus zwei Gründen zur Zeit noch der praktischen Politik für geraume Zeit aus, so entschwindet ein urteilte mit den 500 M. zufrieden geben wird, ist bisher nicht be= fannt. Dagegen wird sich der Landtag auf Grund einer von nicht fest. Zunächst läßt sich noch nicht vollständig übersehen, Haupttrennungsgrund aus dem Parteileben, und es können statt welchen Umfang die Forderungen für die Verstärkung der Wehr dessen die großen, einigenden, nationalen Fragen in den politischen Freunden Köhlers eingebrachten Interpellation mit der Frage zu bezu Lande gewinnen werden; außerdem aber wird für die Art der Vordergrund rücken. Damit aber öffnet sich eine erfreuliche Aussicht schäftigen haben, ob die in Hungen gedruckte Köhlersche Inters pellation bereits zu einem„ Bestandteile der Kammerverhandlungen" Geltendmachung weiterer Forderungen auf dem Gebiete der Aus- auf eine Aenderung der Zusammensetzung des Reichstages." gestaltung unsrer Wehr zur See bis zu einem gewissen Gade maßDem Moniteur des Bundes der Landwirte, der Deutschen geworden war, als sie in der„ Hungener Landpost" erschien. gebend sein, inwieweit die einzelnen Nationen aus den neuesten Tageszeitung", ist diese Arendtsche Kombinationsleistung unheimlich. Aus Scherf- Schwamm. Aus alle wird berichtet, daß die Firma Kriegsvorgängen Erfahrungen zu ziehen für richtig halten." taktischen Gründen will sie das alte Gerede aufrecht erhalten wissen, August Scher I dort als Redaktion und Verlag des Neuen HalleJedenfalls werden Militarismus und Marinismus und dazu daß der neue Vertrag in feiner Weise den Erwartungen der Agrarier schen Adreßbuches auftritt und anzeigt, die beiden bisher daselbst Nolonial sowie Weltpolitik bald und viel fordern! Sobald erst entspricht und wieder mal die heiligen Rechte der Landwirtschaft erschienenen Adreßbücher werden infolge gütlichen Uebereinkommens der Wuchertarif die Reichsfinanzen einigermaßen bessert, ver- hinter den Wünschen der Industrie hätten zurückſtehen mit dem vorliegenden Jahrgange ihr Erscheinen einstellen. Ende müssen. Langt Moloch seine Nahrung. eine So erteilt sie denn dem Herrn Arendt derbe dieses Jahres wird für 1905 ein einziges von Scherl herausRüge über seinen unangebrachten Optimismus".„ Ob es gegebenes Neues Adreßbuch von Halle erscheinen. Die Verleger der taftisch flug ist", meint sie, solche optimistische Gedanken in die bisherigen Adreßbücher haben für Einstellung ihrer Ausgaben eine Erörterung zu werfen, mag dahingestellt bleiben. Sicher ist es besser Abfindung von, wie verlautet, 90 000 M. erhalten. Der Scherlund zweckmäßiger, fübles Blut zu bewahren und zunächst abzu Schwamm vollbringt den Aufsaugungsprozeß der Mittelbetriebe im warten, wie die Handelsverträge, von denen man sich so unendlich Buchdruckgewerbe in unheimlichen Zügen. viel verspricht, thatsächlich aussehen." Zugleich wirft sie, um zu zeigen, wie viel es noch zu fordern " Mirbach ohne Ende. mit der Berluftliste aus Südwestafrika. Zwar scheint nichts zu genügen, um einen Oberhofmeister von ben Verdiensten des Freiherrn v. Mirbach in den Ruhestand zu setzen, aber für den Betrachter heutiger Kulturzustände bleibt es von hohem Intereffe zu erkennen, ein wie großes Conto ein Oberhofmeister ertragen kann. Die neuerdings veröffentlichte Angelegenheit giebt, int einer zweiten Notiz die alte Frage auf: Aus Okahandja wird unter dem 6. August berichtet: In dem des Prinzen Sayn- Wittgenstein wird in der Dortmunder wie steht's mit den Meistbegünstigungs- Verträgen? Es bereits gemeldeten Gefecht bei Otateitei 2. August von 2. Compagnie " Tremonia" durch neue Mitteilungen ergänzt. Das dem Centrum müsse, erklärt sie, doch als selbstverständlich gelten, daß die Regiment 2 schwer verwundet: Oskar Stwichhirdt aus Dachangehörige Blatt erzählt: bestehenden Meistbegünstigungsverträge, soweit sie nicht überhaupt rizen, Streis Gotha, Querschuß durch den linken Oberschenkel; leicht Die vom„ Leipziger Tageblatt" aufgerollte zweite Mirbach- unfündbar jeien, spätestens ein Jahr vor dem beabsichtigten Inkraft veriimdet: Sanitätsunteroffizier Kilian aus KönigsAffaire, so wird uns von informierter Seite geschrieben, ist für treten des Zolltarifs und der neuen Tarifverträge gekündigt würden. Hofen, Kreis Schweinfurt, Streifschuß an beiden Unterschenkeln; uns Dortmunder nichts Neues. Die Sache spielte seit Jahren am Man hat auch wenig und nichts Sicheres darüber gehört, daß mit den Arthur Bergau aus Kolberg, Kreis Kolberg, Streifschuß am Dortmunder Landgerichte, wo sie an der Civilkammer öffentlich Meistbegünstigungsstaaten Verhandlungen über die fünftige Gestaltung Kopf: Reiter Wladislaus worsti aus Bromberg, Streifverhandelt und dadurch einem großen Kreise des Dortmunder der Handelsbeziehungen eingeleitet worden seien. Daß die bisherigen schuß an linker Hand. Auf Patrouille Sedonas von Publikums bekannt geworden ist. Wir können zur Sache noch Meistbegünstigungsverträge nicht ohne weiteres fortbestehen können, Dmatjatje wa nach Otjiwarango 4. August verwundet: Unterfolgendes mitteilen: Vor mehreren Jahren klagte der damals liegt auf der Hand. Der Neichstag wird, unfres Erachtens, wenn offizier 2agy aus Oppeln, Weichteilschuß am Hals, Gefreiter dahin nichts geschehen sollte, eine feiner ersten Sofmann aus Arnstadt, früher Husar in Stendal, Schuß durch in einem Düsseldorfer Kavallerie- Regiment als Lieutenant stehende bis zweite Sohn des Grafen v. Hachenberg( früheren Prinzen Sayn- Sigungen dazu benusen müssen, um die Regierung rechten Fuß. Reiter Wersich, geboren 30./3. 83 Großkirchen, Wittgenstein- Sayn) Prinz Friz von Sayn- Wittgen über ihre Absichten betreffs der Meistbegünstigungs- Kreis Lüben, Preußen, früher Leibfürassier Breslau, 2./8. aut stein Sayn durch Rechtsanwalt Stock gegen 1. den Ober- berträge zu befragen." Typhus in Otjosondu gestorben; Reiter Landsmann, ges Hofmeister Ihrer Majestät der Kaiserin Freiherrn v. Mirbach; Warum auch so leicht das Bundes- Schreirezept preisgeben? boren 5./4. 81 in Arnschwang, Kreis Cham, Oberpfalz, früher 2. den früheren fürstlich Fürstenbergschen Domänialrat, jetzigen Feldartillerie- Regiment 33 Meg, am 3./8. in Otjosondu am Typhus " Post"-Abel betreibt nun sein Denunziantenwerk gegen den gestorben. Staatsminister pon Sachsen- Koburg- Gotha, v. Hentig; 3. den weil er die Königsberger Schande eine Ausland. Die Sache kam vor Schande genannt Schweiz. Freiherrn v. Huene auf Rechnungslegung und Auskehrung des Professor Delb weil er das Attentat auf Plebwe aus den von am 50 000 Eine Zurückweisung der Reaktion. ihnen verwalteten Vermögens. dem Landgericht Dortmund zur Verhandlung, weil verzweifelten russischen Zuständen zu erklären versuchte." Post" Vormundschaftsgerichte für die Angehörigen der früheren Abel bezüchtigt Herrn Delbrück der Anreizung zu Attentaten auch in reichsunmittelbaren Adelsfamilien die Oberlandesgerichte find. Im Deutschland: Was für eine Begriffsverwirrung muß in den Köpfen der vorliegenden Falle war Vormundschaftsgericht der 5. Civilsenat St. Gallen, 7. Auguft.( Eig. Ber.) Die bessere Bildung des Schüler entstehen, wenn ein Lehrer ungescheut den Grundsatz aus Volkes und daher auch die bessere Bildung der Wolfsschullehrer ist des Oberlandesgerichts Hamm. In Hamm war also die Rechnung sprechen darf, daß, wenn der Despotismus schlechthin unerträglich den flerikalen Finsterlingen überall ein Dorn im Auge, so auch in zu legen. Nach erlangter Großjährigkeit hatte der Prinz Friedrich zunächst in Güte von den ihm bestellten Pflegern Rechnungs- geworden ist, als letztes und äußerstes Heilmittel, das der Schweiz, wo äußerst charakteristischerweise auf dem Gebiete der Menschentum zu retten, der Mord erscheint! Hat denn bei dieser Volksschule in jeder Beziehung die katholischen Kantone in legung und Aushändigung des Vermögens verlangt. Die Pfleger Auffassung eine bestimmte Gruppe von Deutschen nicht die Be- legter Linie stehen. Im Kanton St. Gallen hat diese klerikale weigerten sich mit der Begründung, daß sie keine rechtigung, von ihrem Standpunkt aus die Mordversuche auf Reaktion letzten Sonntag eine sehr erfreuliche NiederRechnung legen könnten, da sie sich nicht mit erlitten. Der Kantonsrat allen den Kaiser Wilhelm und den Fürsten Bismard lage hatte mit gegen der Vermögensverwaltung befaßt hätten, troßals erlaubt anzuerkennen? Der Herr Professor fönnte in eine nur zwei Stimmen ein Gesetz betreffend die Verwendung der bom dem sie gerade zu diesem Zweck bestellt worden waren. In erster peinliche Lage versetzt werden, wenn einer seiner lassen- Bunde gewährten Volksschulsubvention von 150 000 Fr. beschlossen, Instanz nach dem Klageantrag berurteilt, legten die Pfleger Berufung beim Oberlandesgericht Hamm ein. Während bewußten oder jesuitisch erzogenen Schüler ihn mit wonach davon 30 000 Fr. für fociale Zwecke( Ernährung und Be diese schwebte, suchte man den noch sehr jugendlichen seinen eignen Waffen schlüge." fleidung von Schulkindern, Schaffung von Milchstationen und FerienBost" Abel schont auch den Professor nicht, der die Staatskunst folonien), ebensoviel an die Nuhegehalte der Lehrer, 15000 Fr. Prinzen auf alle mögliche Weise zu veranlassen, die unbequeme Klage zurückzuziehen. Auch der Prinz hatte schon des Grafen Bülow überschwänglich feiert. Er wird denunziert, daß für Erhöhung der Lehrerbesoldungen, 12 000 Fr. zur Förderung 11 000 Fr. zur Einfrüher durch seinen Onfel, den früheren Reichskanzler Fürst Hohen- aus seiner Lehre Attentate auf deutsche Kaiser und Staatsmänner der obligatorischen Fortbildungsschulen, eines vierten Jahresturses am Lehrerseminar und lohe, eine gütliche Regelung der Sache versucht, Hohenlohe erklärte gefolgert werden können. In Wahrheit beruht Professor Delbrüds führung eines Bau und Umbau von Schulhäusern aber, nichts gegen v. Mirbach machen zu können. Eines Tages Ürteil über die russischen Zustände gerade in der eindringlichen Dar 52 000 Fr. an den werden sollten. Die meisten Klerikalen Vertreter erhielt nun der in Düsseldorf stehende Prinz den dienstlichen legung, daß Rußland tief unter der westeuropäischen Stultur steht verwendet Befehl, sich im Militärkabinett Seiner Majestät in Berlin zu und daher mit völlig andrem Maße gemessen werden muß. melden. Hier wurde ihm bedeutet, daß er zu Delbrück sagt das Gegenteil von dem, dessen Post"-Abel ihn einem Hotel in Berlin zu gehen und dort sich mit demmziert. Selbst in Rußland ist" Post"- Abel würdig des Preises den Pflegern zu einigen habe. Der Prinz unterschrieb für Denunziationen vermittelst Fälschung und Betrug. im Kantonsrat hatten gemeinsam mit den übrigen Parteien für das Gefezlein gestimmt, aber draußen im Lande gefiel den Setzkaplänen und Genossen vor allem der vierte Seminarkurs zur Erhöhung der Bildung der Volksschullehrer nicht und so sammelten sie Unter schriften, um das Gesetz zur Volksabstimmung und Verwerfung zu Gurgmann geforderte Todesstrafe macht namentlich in bürger- 1 bringen. Von 52 000 Stimmberechtigten gaben nur 4300 ihre lichen Kreisen Aufsehen. Unterschriften her, und am Sonntag ist das Gesetz in der Volts% -Flüchtlinge aus Port Arthur, die die Festung am 6. August ver ließen, wollen übrigens von einer Schlacht, wie sie nach Meldung der„ Russischen Telegraphen- Agentur" am 5. August stattgefunden abstimmung mit 24 866 gegen 14 066 Stimmen angenommen und so Es sei hervorgehoben, daß auch bei diesem Prozeß die„ interden Finsterlingen die wohlverdiente Niederlage bereitet worden. nationale Solidarität" und die brüderliche Fühlung zwischen der haben soll- dabei sollten wieder einmal 10 000 Japaner ins Gras Handelt es sich dabei auch um keine große welterschütternde An- Bülowschen und der Plehweschen Polizei nicht versagt gebissen haben nichts bemerkt haben. Es habe seit den dreigelegenheit, so ist der Sieg des Fortschritts über die Reaktion, die hat. Vor 6 Wochen hat der Posener Polizeirat Zacher, tägigen Kämpfen vom 26.- 28. Juli lediglich ein beiderseitiger entschiedene Hochhaltung der Volksschulbildung durch die große der sich ja im Aufspüren des„ inneren Feindes" und auch in Artilleriekampf stattgefunden. Volksmehrheit doch ein hocherfreulicher Erfolg. " fuppeditierten" Uebersetzungen verdächtiger Schriftstücke ins Ein ferneres amtliches russisches Telegramm schildert Kämpfe, Polizeideutsche bereits so rühmlich hervorgethan fiche den die vor Port Arthur zwischen der Port Arthur- Flotte und der Flotte England. Prozeß Leitgeber und Genossen!- offenbar im Auftrage des Admirals Togo stattgefunden haben sollen. Seltsamerweise London, 9. August. Unterhaus. Norman( liberal) fragt der russischen Staatsanwaltschaft Nachforschungen fehlt nur die Angabe des Tages, an dem das erste Flottenan, ob die deutsche Regierung bemüht sei, den Fungtingsee im nach der Person des Genossen Kasprzat vorgenommen. Yangtsethal zur Vornahme von Marinemanövern von der chinesischen Mehrere Bekannte Kasprzats, auch sein Hauswirt, wurden gefecht stattgefunden haben soll. Das Telegramm hat folgenden Regierung zu pachten. Der Unterstaatssekretär des Auswärtigen Garl auf die Polizei bemüht, wo ihnen einige Photographien und of Bercy verneint diese Anfrage; die Regierung habe gehört, daß Handschriften vorgelegt und sie einem peinlichen Verhör unterzogen das Gerücht darüber unbegründet sei. Norman richtet darauf an wurden, ob sie Martin Kasprzak darin erkennen. Die preußische die Regierung die weitere Anfrage, ob zwischen der englischen und Polizei leistet der zarischen Polizei bei der Treibjagd auf der chinesischen Regierung Unterhandlungen über eine Abänderung politische Verbrecher" in Rußland und zwar auf einen der Bedingungen stattgefunden hatten, an die Englands Befit von deutschen Reichsangehörigen willige Handlangerdienste! Weihaiwei geknüpft sei, und ob die englische Regierung beabsichtige, Türkei. Weihaiwei käuflich oder in irgend einer andren Weise zu erhalten, falls die gegenwärtige Pacht sofort aufhöre. Earl of Perch beantwortet die erste Anfrage mit nein; was die zweite Anfrage anbetreffe, so könne er feine Mitteilungen über die Politik der Negierung unter hypothetischen Umständen machen. Rußland. Konstantinopel, 8. August.( Meldung des Wiener L. f. Telegr.Korrefp.- Bureaus.) In den Kreisen der amerikanischen Gesandtschaft wird erklärt, daß, nachdem die bei dem Yildiz und der Pforte unternommenen Schritte zur Lösung der schwebenden Fragen, ungeachtet zahlreicher Versprechungen, bisher ohne Ergebnis geblieben sind, nunmehr der amerikanische Gesandte Leishman die Bom Warschauer Kriegsgericht. weitere Verfolgung der Angelegenheit eingestellt hat und seit Die Verhandlungen in Sachen des Genossen Martin Donnerstag die Frage zwischen der Pforte und dem Staats= Kasprzak und Benedikt Gurgmann sind am zweiten sekretär Hay direkt verdandelt wird. Konstantinopel, 9. August.( Meldung des Wiener t. t. Telegr.Verhandlungstage, wie bereits telegraphisch aus Warschau gemeldet Sorresp.- Bureaus.) wurde, auf unbestimmte Zeit, wahrscheinlich auf drei Monate, vertagt bezüglich der Vermehrung der fremden Gendarmeric- Offiziere und Die bereits signalisierte Antwort der Pforte worden. Dieser Beschluß des Gerichts erfolgte auf Antrag der Ver- Buteilung von Unteroffizieren ist den Botschaften der Entetemächte teidigung und nach einer ausführlichen Begründung ihrerseits, zitaugleich aber gemäß einer zustimmenden Weisung aus Peters- zugegangen. Die Pforte macht darauf aufmerksam, daß die Botburg, von wo aus der Prozeß eigentlich geleitet wird. Wie wir schaften im März d. J. 25 Offiziere als Maximum erklärten, und jezt erfahren, ist auch die Uebergabe der Sache Kasprzaks und daß eine Vermehrung dann auch von andren Großmächten gefordert Genoffen an ein Feldkriegsgericht durch den Generalgouverneur brei Wilajets bereits 5 Millionen Frant festgelegt und könnte keine werden könnte. Die Pforte habe für das Gendarmerie- Budget der Tschestkow auf Grund eines speciellen Befehls des 8aren Nicolaus erfolgt. Da in diesem Falle, wie in allen weiteren finanziellen Lasten tragen. Uebrigens feien 5 Offiziere für politischen Prozessen, das Urteil im voraus von Petersburg aus ie eine Sandschak genügend. Eventuell werde die Pforte noch die sechs bittiert und vor der Verhandlung gefällt ist, die Verhandlung selbst belgischen und schwedisch- norwegischen Offiziere zuteilen. Di Giorgis und die andren fremden Offiziere erkennen die Förderung an, welche somit nur eine Komödie darstellt, so erscheint die Vertagung des die Pforte der Reorganisation angedeihen lasse, und daß sie, wenn Brozesses als eine Konzession der Regierung an die öffentliche Meinung.. Man hält es im gegenwärtigen mache. Die Pforte bitte die Botschafter, ihre Regierungen zu verauch der ursprüngliche Plan noch unerfüllt sei, feine Winkelzüge Augenblick nicht für richtig, die Blutthat zu vollstrecken. Ueber den Verlauf des ersten Verhandlungstages schreibt man darmerie- Offiziere abzusehen. Maßgebende Kreise bezeichnen diese anlassen, von der Forderung nach Vermehrung der fremden GenDie Verhandlungen des Feldkriegsgerichts finden im Gebäude auf Befehl des pildiz verfaßte Antwort der Pforte als vielfach unrichtig. Es scheint dies der letzte Versuch, die Offiziers- Berder Verwaltung des Militärbezirks statt. Den ersten Verhandlungstag füllte das Vorlesen der Anklage- mehrung zu verhindern. Weitere Schritte werden sofort erfolgen, Den ersten Verhandlungstag füllte das Vorlesen der Anklage- um die Pforte zu veranlassen, die von den beiden Militär- Adjoints schrift und das Verhör eines Teiles der Zeugen aus. Die Anklage- als unbedingt notwendig beantragte Vermehrung der Gendarmerieschrift ist ein sehr umfangreiches Dokument. Nach der Darstellung der Anklageschrift war der Vorgang am 27. April folgender: Des Offiziere gut zu heißen. bewaffneten Widerstandes, bei dem vier Personen der Gendarmerie uns aus Warschau: " Afrika. Kapstadt, 9. August. Dr. Jameson, der Premierminister und der Polizei bei der Ausübung des Dienstes getötet worden der Kapiolonie ersucht das Reutersche Bureau, dem Gerücht entsind, werden beschuldigt die Mitglieder der Socialdemokratie RussischBolens und Litauens Martin Kasprzak, der sich für den gegenzutreten, daß er den eingeborenen Kolonisten das Wahlrecht preußischen Staatsangehörigen Christian Wilhelm Mayer ausgiebt", entziehen wolle. und der Ingenieur, Technologe Benedikt Gurgmann. Es ist be= zeichnend, daß die Anklage nur bejagt, Kasprzak gebe Vom Kriegsschauplah Wortlaut: wurde leck. " Petersburg, 9. August. Telegramm des Generaladjutanten Alexejew aus Mukden vom 7. August an den Kaiser: Der Kommandant des Geschwaders von Port Arthur meldet unter dem 7. d. M.: Die zur Beschießung der feindlichen Positionen ausgelaufenen Kreuzer, Bajan"," Askold"," Pallada", Nowik und die Kanonenboote wurden von den feindlichen Schiffen Tschin 3en"," Izukushima",„ Mazzu schima",„ schijoda", „ Tschijoda", zwei Streuzern zweiter Klasse und 30 Torpedo booten angegriffen. Ein achtzölliges Geschoß vom Kreuzer Bajan" explodierte am He der Jukuschima", die aus der Schlachtordnung ausscheiden mußte, worauf alle feindlichen Schiffe wandten und ins offene Meer zurückfuhren. Dabei stieß der Krenzer Tschijoda" auf eine unsrer Verteidigungsminen und Mit dem Vorderteil tief im Wasser fuhr er in der Richtung auf Talienwan ab. Durch einen Schuß der Batterie Am Nr. 22 wurde ein japanisches Kanonenboot getroffen. 27. Juli, als die Japaner einen allgemeinen Angriff zu Lande unternahmen, wurden zur Unterstügung des rechten Flügels auf Bitten des Generals Stössel die Schiffe Bajan", unter dem Breitwimpel des Kapitäns 1. Nanges Reitzenstein, Netwisan, Pallada, Askold, das Kanonenboot Dtwaschni, unter der Flagge des Konter Admirals Reschinski, Gremjaschtschi, Giliat, der Kreuzer Nowik und zwölf Torpedo boote ausgeschickt. Unter fortwährendem Schießen einiger vorausfahrenden Schiffe gelangten sie nach Lungantan und beschossen von dort die japanischen Stellungen bis 8 Uhr. Bei der mit denselben Vorsichtsmaßregeln unternommenen Rückfahrt auf die Reeden explodierte eine Mine unter einem Baggerschiff. Konter- Admiral Withöft hat am 30. Juli bei Port Arthur 5 Panzerschiffe, 4 gepanzerte Kreuzer, 10 andere Kreuzer und 48 Torpedoboote des Feindes gezählt. London, 9. August. Wie„ Daily Telegraph" aus Tschifu meldet, wird in der letzten dort aus Port Arthur eingetroffenen Beifung eine Botschaft des Kaisers Nicolaus veröffentlicht, in welcher es heißt: Ich hoffe, daß mein Volk, würdig der heiligsten Ueberlieferungen der russischen Rasse, Port Arthur mit Tapferfeit, Entschiedenheit und Treue verteidigen wird; ich rechne darauf, daß die Offiziere die Mannschaften ermahnen werden, die Fahne Hochzuhalten auf diesem fleinen Teile Rußlands, der jetzt vom Mutterlande getrennt ist. Zu meinem Volfe habe ich Die Bot das Vertrauen, daß es die Soldaten unterstützen wird. schaft wurde den Soldaten vorgelesen und von diesen mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Ebenso beifällig wurde ein Telegramm Kuropatkins aufgenommen, das die Bevölkerung auffordert, sich gut fich für einen preußischen Staatsangehörigen Maher aus" und erliegen auch heute nur wenig bedeutsame Mitteilungen vor. Von zu halten, da er ihr vor August nicht Hilfe bringen könne. Der heute hier von Kalfutta eingetroffenen englischen Dampfers Plymouth, 9. August. Lloydsmeldung. Der Kapitän des Manora" berichtet, daß er 25 Meilen füdlich vom Kap Finisterre cinen großen Krenzer getroffen habe, der die russische Flagge und das Kriegsschiffwimpel führte und mit Kanonen ausgerüstet war. Kapitän ist der Ansicht, daß es augenscheinlich eins der vor kurzem on Rußland angekauften deutschen Schiffe gewesen sei. Der Kreuzer die Flagge zu hissen. Als die„ Manora" dies gethan hatte, fuhr der steuerte auf die„ Manora" zu und forderte sie durch Signale auf, Streuzer weiter. Aus Induftrie und Handel. Regierung und Großindustrie. Die wichtigste, weil amtliche Meldung besagt: Petersburg, 9. August. Telegramm des Generals Alexejew an den Kaiser vom 7. August: Generallieutenant Stöffel meldet vom 27. Juli: Heute von 5 Uhr früh an eröffnete der Feind aus einer starken Batterie das Feuer gegen unsre ganze Front. Darauf ging er zu Angriffen auf der ganzen Front, besonders gegen den Berg Jupilatsu, 17 Werft von Port Arthur, über. Gegen 8 Uhr abends war der Feind mit ungeheueren Verlusten auf der ganzen Linie zurü hielten zärtlich besorgt alles von dem Kartell fern, was deren Preisgeschlagen. Ich bleibe in meinen Stellungen. Zwei Tage haben wir uns auf unsren vordersten Positionen gegen einen bedeutend stärkeren Feind gehalteit. Der Plan des Herrn Möller, die Hibernia- Gesellschaft zu verstaatlichen, hat die rheinischen Großindustriellen im höchsten Maße aufgebracht und die bisher zwischen ihnen und der Regierung vorhandene schöne Harmonie gleichgestimmter Seelen plötzlich zerrissen. Sie waren sich sonst gegenseitig so wohl geneigt. Die preußischen Minister lobten bei allen möglichen Gelegenheiten die Verdienste der großen Syndikate um das Aufblühen der deutschen Industrie und wähnt mit feiner Silbe, daß Kasprzak selbst deutscher Bürger ist. 2iaujang ist teine einzige Meldung eingetroffen, dort herrscht die Das Gericht befleißigt sich offenbar, diesen Umstand zu ver- Stille vor dem Sturme. Dafür schildert eine ganze Reihe von schweigen und zu vertuschen. Am 27. April d. J., um 9 Uhr früh begab fich Kasprzat in die Wohnung des Schuhmachers Telegrammen die Ereignisse vor Port Arthur. Pawlat, wo sich die Geheimdruckerei der Socialdemokratie RussischIn diesen Telegrammen wird zwar mancherlei über die gute Bolens befand, und begann zu segen.( Bemerkt sei, daß Stasprzat, Stimmung der russischen Truppen und die großen Verluste der von Beruf Dachdecker, schon vor Jahren die Schriftießerei Japaner gemeldet, allein der Gesamteindruck ist doch der, daß die einigermaßen erlernt hat, 11111 für die Partei im Notfall Japaner troballe dem näher an Port Arthur heranFlugblätter und dergleichen herstellen zu fönnen.) Später erschien gerüdt sind. Von den Zehntausenden von Japanern, die in den in der Druckerei der Polytechniker Ladislaus Feinstein und gleich Gefechten gefallen sein sollen, ist übrigens in diesen heutigen Teledarauf auch der Ingenieur Gurgmann. Feinstein verließ alsbaló wieder die Druckerei und begab sich in die Stadt, wo er auch auf grammen keine Rede. Ebensowenig von einem japanischen Sturm der Straße( nicht in der Druckerei selbst, wie vielfach an- auf die Festung. Vielmehr scheint es, als ob es die Japaner nur genommen war) berhaftet wurde. In der Befürchtung, daß die in auf die Einnahme gewisser Fortifikationen abgesehen gehabt hätten, der Geheimdruckerei befindlichen Socialdemokraten irgendwie von die ihnen augenscheinlich auch geglückt ist. der Verhaftung Feinsteins benachrichtigt und gewarnt werden möchten, wurden sofort der Rittmeister innitiched mit einem Polizei- Agenten per Droschke hingeschickt, gleichzeitig begaben sich der Stabslapitän Ordano w sfy mit einem großen Detachement Polizisten nach demselben Ort zu Fuß. Winnitscheck drang sofort mit dem Hausverwalter in das Zimmer ein, wo Kasprzak gerade mit dem Setzen beschäftigt war. Als beide eintraten, deckte Kasprzat seine Arbeit mit einem Bogen Papier zu. Der Rittmeister riß das Papier weg, worauf Kasprzak einen Schuß gab und Winnitscheck fiel tot auf die Erde. In diesem Augenblic trat Ordanoisty ins Zimmer, auch er fiel fofort, von Kasprzat tödlich getroffen. K. stürzt darauf in das Vorderzimmer, hier gerät er aber zehn Polizisten in die Hände. Er giebt noch zivei Schüsse ab, wobei die Schußleute Pytlin und Tarafiewitsch, tödlich verwundet, fallen, die übrigen aber die Flucht ergreifen, um sich im dritten Hof( das Haus hat drei Höfe) zu verstecken. Einer von den flüchtigen Schutzleuten, Bo w biel, kehrt dann doch zurück und stürzt sich auf Kasprzat. Ringend fallen beide auf die Erde, der Schuhmann, ein Mann von herkulischer Kraft, zu oberst, den gefangenen Socialdemo fraten unter sich würgend. Kasprzak gelingt es jedoch, von unten noch einen Schuß zu geben und dem Schuhmann Diefer entreißt darauf Kasprzak den eine Hand zu verwunden. Revolver. K. packt ein in der Nähe liegendes Messer und befreit sich von dem auf ihm liegenden Schutzmann, indem er ihm eine breite Wunde im Gesicht beibringt.( Nach der Behauptung Bowbiels, auf den sich die Anklage stützt, war hier eben der Ingenieur Gurßmann beigesprungen, indem er den Schußmann am Kragen packte und Kasprzak die Flucht ermöglichte, was jedoch von beiden Angeklagten, wie bereits gesagt, rundweg verneint wird). Bowbiel ergriff hierauf zum zweiten Mal die Flucht. Kasprzat rettete fich bis auf den Hinterhof des Hauses, wo er jedoch von den hier verborgenen Polizisten ergriffen und geworfen wurde. Gurzmann lief ungefehrt auf die Straße und wurde hier am Eingang des Hauses festgenommen. So sieht der Vorgang in dem trodenen Kanzleistil der Anklageschrift aus, die sich natürlich bemüht, die Treibjagd der mehr als zwei Dutzend bewaffneter Polizisten und Gendarmen durch das ganze Haus und mehrere Höfe auf den einen Kasprzak möglichst günstig für die Bolizei und belastend für ihr Opfer zu schildern. Bezeichnend ist dabei, daß, obwohl die bewegte Scene natürlich eine Menge Zuschauer aus der zahlreichen Bewohnerschaft des dreihöfigen Hauses herbeigeloďt hatte, die Staatsanwaltschaft gar keine Belastungszeugen finden fonnte, als die Gendarmen und Polizisten. Nur der Hausmeister Dobrzynski thut sich durch kriechende Dienstfertigkeit gegenüber der Anklage hervor. Am zweiten Verhandlungstage wurden die weiteren Zeugen bernommen, worauf die Verteidigung ihren Bertagungsantrag ausführlich begründete. Der Gerichtshof zog sich zu einer furzen Beratung zurück und erklärte dann seine Zustimmung zu dem Antrage. Die Verhandlungen wurden unter strengstem Ausschluß der Deffentlichkeit geführt und Extramaßnahmen waren getroffen, damit ja nichts aus der Auflageschrift und der Zeugenvernehmung ins Publikum dringt. In den Gerichtssaal wurden nur zugelassen: die Frau Kasprzats, die nächsten Verwandten Gurtzmanns und eine koloffale Menge Gendarmen. Die Socialdemokratie Russisch- Polens hat aus Anlaß des Prozesses ein Flugblatt verbreitet, worin sie die fast zwanzigjährige revolutionäre Thätigkeit Stasprzats in Warschau und in Bosen schildert. Die von der Staatsanwaltschaft auch für den Ingenieur Als politik stören konnte; die Großindustriellen und ihre finanziellen Partner aber waren andrerseits wieder so sehr von der GeschäftsVom 30. Juli meldet Generallieutenant Stössel: Hente tüchtigkeit der Minister sowie der geheimen und nicht geheimen früh begannen die Japaner, ungefähr fünf Divisionen Regierungsräte überzeugt, daß sie diesen, wenn sie aus den bestart, den Angriff gegen unsre Stellungen auf den Wolfsbergen, fammten Gesundheitsrücksichten ihre amtliche Thätigkeiten hatten einacht Werft von Port Arthur. In Anbetracht der großen Ueberlegen stellen müssen, mit Vorliebe Aufsichtsratsposten antrugen oder sie als heit des Feindes und unsrer schwachen Stellungen, erhielten unsre Syndikatsleiter, Direttoren 2c. in Dienst nahmen. Nun hat plötzlich Truppen den Befehl, sich in feinen Stampf einzulassen, und sich die Verstaatlichungsidee des bisher nicht gerade als ideenreich auf die nächste Position zurückzuziehen. Der Rüd geltenden Herrn Möller einen Stonflikt heraufbeschworen. Rückzug wurde in vollständiger Ordnung ausgeführt, wobei die voll hat die lange Ercellenz den rheinischen Kohlen- und HüttenArtillerie zur Deckung desselben ein wirkungsvolles Feuer baronen Was bedeutet Feind seinen gegolten. eröffnete Angriff das Lumpige Stehen brachte. Unfre Verluste sind noch nicht festgestellt, Hammerwerk in Brackwede gegen die Riesen werke der Haniel, aber jedenfalls gering; die Verluste der Japaner dagegen sehr Thyssen, Stinnes, Lueg usw. Immerhin war er nun mal Minister, bedeutend. Die Japaner verfügten in den Kämpfen am 26. und und es konnte nichts schaden, dort in der Regierung jemand zu 27. Juli über ungefähr 70 000 Mann und eine bedeutende Anzahl haben, der einer von den ihrigen war, wenn auch nur zweiter oder von Belagerungsgeschüßen. Die Stimmung der Truppen ist aus- dritter Güte. Wie kann dieser Mensch aber nur sich gestatten, gezeichnet, der Gesundheitsstand ist gut. auf Verstaatlichungspläne zu verfallen? Das muß ihm eingetränkt werden! gegen den und zum Danach haben die Japaner in den Gefechten am 26. bis 28. Juli noch gegen Befestigungen gekämpft, die sich 17 Werst von Port Arthur befanden; am 30. Juli dagegen unternahmen sie einen erfolgreichen Angriff gegen die Wolfsberge, die sich nur noch 8 Werst von Port Arthur befanden. nie Zuerst muckte der Verein für die bergbaulichen Interessen im Ober- Bergamtsbezirk Dortmund auf und erteilte der langen Excellenz eine Rüge. Nun folgt die bekannte„ Nordwestliche Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller". In einer borgestern in Düsseldorf abgehaltenen Sigung nahm ihr Vorstand folgende Resolution an: Ueber diese Kämpfe liegt ferner folgende Meldung vor: Tschifu, 8. Auguft.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) Aus Port Arthur hier eingetroffene russische und chinesische Flüchtlinge, welche einen Teil der dreitägigen Schlacht sahen,„ Die Nordwestliche Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und bestätigen, daß dieselbe nicht ein Werst, sondern je nach dem Stablindustrieller hat gegen die beabsichtigte Verstaatlichung der Terrain 10 beziv. 15 Wer st von den inneren Forts entfernt Bergwerks- Aktiengesellschaft Hibernia, falls sie den ersten Schritt zur stattfand. Die Japaner seien damit beschäftigt, ihre Ver- Verstaatlichung des Bergbaues überhaupt darstellt, auch vom Standschanzungen näher an die Festung heran zu legen, der Wider- punkt der Eisen- und Stahlindustrie aus die schwersten Bedenken und stand der Russen beschränke sich darauf, die an den Schanzen tritt den in dieser Beziehung vom Verein für die bergbaulichen arbeitenden Japaner durch Artillerie zu beschießen. Auf Interessen im Ober- Bergamtsbezirk Dortmund am 6. August 1904 dem Wolfshugel sollen jest 60 japanische Geschüße stehen. geltend gemachten Befürchtungen bei." Ein Flüchtling, welcher dem Kampf am Wolfshügel beiAlls Dritter wird sich, wie verlautet, das Kohlensyndikat mit wohnte, erzählt, derselbe sei von 4000 Russen verteidigt gewesen, welche auf die austürmenden Japaner Felsblöcke einer Erklärung einstellen. Armer Möller, bald dürftest Du am Ende hinabgerollt und hierdurch eine verheerendere Wirkung ausgeübt Deiner Ministerherrlichkeit stehen! hätten, als durch ihr Gewehrfeuer. Auch seien durch geschickt gelegte und zur Erplosion gebrachte Minen Felsstücke ein bis zivei Regierung und Kokssyndikat. Wie der mäßigende Einfluß der Werst weit geschleudert worden. Durch solche Minen seien zwei Regierung auf die Preisbildung des Kohlenmarktes aussieht, von dem japanische Schwadronen aufgerieben worden. Die Flüchtlinge be- in der Motivierung der Verstaatlichungsofferte die Rede ist, zeigt stätigen, daß die Verluste der Japaner bei den letzten Kämpfen die Antwort, die sich die Handelskammer zu Flensburg auf eine Einfehr schwer waren, das Gelände unterhalb des Wolfshügels gabe geholt hat. Die Handelskammer hatte sich an den Minister sei mit Leichen bedeckt gewesen. Zwei französische Kriegs- der öffentlichen Arbeiten mit der Bitte gewandt, Koksvers berichterstatter, welche versuchten, auf Dschunken nach Port Arthur sendungen in der Provinz dieselben tariflichen Vergünstigungen zu ges zu gelangen, erzählen, sie hätten vor der Hafeneinfahrt 24 japanische währen, welche das Rheinisch- westfälische Kokssyndikat genießt. In Kriegsschiffe gesehen, die dort eine halbmondförmige Aufstellung der Eingabe wurde darauf hingewiesen, daß der industrielle Aufgenommen hatten. schwung des letzten Jahrzehnts im vorigen Jahrhundert einen stetig Ivachsenttzn Mangel an Schmelzlols brachte, dem für den Westen und Norden des Deutschen Reiches der Hauptsächlichste Lieferant— das Rheinisch-Westfälische Kokssyndikat— im Laufe der Hochkonjunktur nicht mehr gewachsen gewesen wäre. Es seien auf Anregung aus den Kreisen der Koksverbraucher im Norden drei Kokereien: Kokerei Wilhelmsburg A.-G., Kreis Harburg, Norddeutsche Kohlen- und Koks- werke A.-G. Hamburg, Schlesw.-Holst. Kokswerke A.-G. Rade am Kaiser Wilhelm-Kanal neu entstanden. Durch die bestehenden außer- ordentlich niedrigen Tarife würden aber diese erwähnten drei Koks- werke, deren Entstehen an den Hafenplätzen notwendig gewesen wäre, um den vorhandenen Mangel an Koks zu beseitigen, in ihrer Existenz bedroht. Die Kammer erhielt vom Minister zunächst den Bescheid, daß die Eingabe der königl. Eisenbahn-Dircktion Altona zur geschäftsmäßigen Behandlung überwiesen sei und von dieser sodann eine abschlägige Antwort erteilt worden sei. In dieser wurde erklärt, daß für die Gewährung des Rohstofftarifs für die von den Seehäfen und den Umschlagsplätzen zum Versand nach deutschen Städten gelangenden Brennstoffe ein Bedürfnis nicht anerkannt werden könne. Gegen diese Maßnahme, die seinerzeit nur für einen begrenzten Zeitraum mit Rücksicht auf die damaligen außergewöhnlichen wirtschaftlichen Verhältnisse getroffen worden war. sprächen vielmehr gewichtige Be- denken, namentlich das, daßdurch Tarifermäßigung die Einfuhr ausländischer Brennstoffe nach Deutschland begünstigt werden würde. Eisen- und Stahlwerke H-csch, Aktiengesellschaft, Dortmund. Nach den Mitteilungen in der Aufsichtsratssitzung verteilen die Werke diesmal 12 Proz. Dividende gegen 8 Proz. im Vorjahre— ein ganz respektabler Entbehrungslohn. Der Nein- gewinn beträgt nach bedeutenden Abschreibungen 2 7S8 378 M.(im vorigen Jahre 2 034 449 M.). Davon werden 3S0 000 M.(524 520) der Rücklage, 100 000 M.(75 000) der Beamtenversorgung, 75 000 M. (0) der Albert Hocsch-Stiftung und 25 000 M. der Arbeiterwitwen- Unterstütznngskasse zugewiesen. Der nach Abzug der satzungsmäßigen Gewinnanteile alsdann noch verbleibende Rest soll ans neue Rech- nung vorgetragen lverden. An der Dividende von 12 Proz. nimmt für 1903/04 ein Aktienkapital von 1 800 000 M. teil, während für 1302/03 8 Proz. auf 1 200 000 M. Kapital verteilt wurden. In der letzten Nummer des„Anzeiger für Berg-, Hütten- und Maschinenwesen", Esten, a. d. R., Verlag W. Girardet, sucht die Firma tüchtige Eisenformer für Sand- und Masscguß zum sofortigen Ein- tritt. Ob die Firma ihren Zweck erreichen wird, ist mehr wie frag- lich, da die Former allerorts von dem Stand der Dinge unter- richtet sein dürften. Mittlerweile versendet der Kühncmänner-Verband ein Rundschreiben, in welchem die bekannte Vertrauens- kommission anordnet, daß sämtliche zum Verbände ge- hörigen Gießereien für die im Streik befindliche Berliner Maschinenbau-Aktiengesellschaft Guß zu liefern haben, und daß machen, indem man die Anerkennung des Tarifs von ihnen Ser- lange.— Als Zweck der Vereinigung bezeichnet das Statut Wahrung geschäftlicher Interessen der Mitglieder, ferner:„Uebergriffen der Gesellen sowie der Innungen entgegenzutreten", und endlich, Sorge für die Lehrlingsausbildung und„das Bestreben, Meistern und Gesellen ein auskömmliches Einkommen zu sichern." Das letztere macht sich als Statutenbestimmung ganz hübsch, es wird aber kein verständiger Bäckergeselle Hoffnung darauf setzen, daß eine Meisterorganisation, die sich nicht einmal dazu aufschwingen kann, ihre Mitglieder zur Anerkennung des Tarifs zu verpflichten, GevverKfcKaftUcKes. Die Rache der„Sieger". Die Organisation der Crrnimitschauer Zehnstundenkämpfer ist nicht tot zu bekommen. Kein Mittel hat dazu verfangen. Jetzt beschuldigen Fabrikanten und Arbeitswillige die Leiter der Organi- sation des Meineids und der Verleitung zum Meineide, und die Staatsanwaltschaft hat in ihrem Sinne eingegriffen. Am Sonnabend wurden die Genossen Hecht und Schiller in Crimmitschau, über die schon vorher zwecks eines Ermittelungs- Verfahrens die Briefsperre verhängt war, verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis übergeführt. Schiller ist des Meineides, Hecht der Verleitung dazu angeklagt.— Es wird ihnen so ergehen, wie unsren Genossen, die in dein denkwürdigen Königsberger Hochverratsprozeß beteiligt waren; man verhängt über sie die Strafe der Untersuchungshaft und mutz sie nachher freisprechen. Ueber die Vorgeschichte dieser Verhaftung wird uns folgendes mitgeteilt: Am 11. Juli 1904 fand in Zwickau vor dem Landgericht eine Beleidigungsklage des bekannten Scharfmachers Lukas Schmidt gegen den Geschäftsführer deS Textilarbeiter-Verbandes Albert Hecht ihren Abschluß. Hecht wurde hierbei, nach Ueberzeugung aller mit den näheren Umständen Bekannten, unschuldig zu 3 Wochen Gefängnis verurteilt. In dieser Verhandlung zeugte der nicht in bestem Leumunde stehende Arbeiter Vogel gegen Hecht, wo er aussagte, Hecht habe am 19. März den Fabrikanten Schmidt, als er(Vogel) seine Frau vom Verband abmeldete, einen„Lump" genannt. Der jetzt ebenfalls verhaftete frühere Vorsitzende des Verbandes, Schiller, sagte unter Eid aus, Vogel sei am 12. März auf dem Bureau der Textilarbeiter gewesen und er habe mit Vogel den Streit gehabt. Hecht habe damals im Gefängnis gesessen. Beide Zeugen standen sich also mit ihrem Eide gegenüber. Auf wie schwachen Füßen die Anklage gegen Hecht und Schiller steht, mag folgendes ergeben: Hecht ist am 19. März, an welchem er angeblich die Beleidigung begangen haben soll, aus dem Gefängnis entlassen worden. Es war dies nachmittags 2 Uhr. Schiller hatte für die Zeit, wo Hecht im Gefängnis war. für diesen die 0 schäfte geführt und die Kasse verwaltet. Erst abends nach 8 Uhr hat er die Kasse wieder Hecht übergeben. Hecht ist in der Zeit von seiner Entlassung bis zur Uebernahme der Kaste nur einmal im Bureau gewesen, und zwar nur, um die Anwesenden zu begrüßen. Hecht hat einen Hinweis auf diese Umstände vor dem Schöffen- gericht in Crimmitschau unterlassen, weil er sehen wollte, ob der Zeuge Vogel wirklich schwören würde, daß er(Hecht) es sei, der den Fabrikanten Schmidt beleidigt habe. Vor der Schöffen- gerichts-Verhandlung hat Hecht dem Rechtsanwalt H ü b t e r in Leipzig schon Mitteilung von dieser Absicht gemacht. Dieser hat dies vor dem Landgericht Zwickau unter Eid bezeugt. Die„Leipziger Volkszeitung" teilt überdies mit, daß Fabrikant Schmidt im Sühneverfahren den 12. März als den Tag des Vor- gangeS im Verbandsbureau angegeben habe, genau wie dies Schiller beschwor. Erst als bekannt wurde, daß Hecht erst am 19. März aus dem Gefängnis entlasten wurde, besann sich plötzlich der Zeuge Vogel darauf, daß die Geschichte an diesem Tage gewesen sei. Man sieht, mindestens einmal wieder eine recht zweifelhafte Ge- schichte, derentwegen diese Justizaktion unternommen wurde, die in ihren Anfängen sehr an die Meineidaffären in Essen und Wismar erinnert. Hoffentlich ist ihr Ausgang ein für die Angeklagten günstigerer. *•* Die Leitung des Textilarbeiter- Verbandes erläßt folgende Be- kanntmachung: Ach tun gl Textilarbeiter von Crimmitschau und Umgegendl Durch die plötzliche Inhaftnahme unsrer Kollegen Hecht und Schiller erleidet die Geschäftsführung des Verbandes keine Unterbrechung und werden die Verbandsgeschäfte in der bisherigen ordnungsmäßigen Weise durch einen vom Verbands- vorstand beauftragten Kollegen weitergeführt. Keiner lasse sich per- blüffen durch diese unerwartete Maßnahme. Ein jeder halte in Treue aus. Nur in der Einigkeit liegt unfre Macht! SerUn un» clmgegenck. Der Stand des Formerstreiks bei der Firma Schwartzkopff ist ebenfalls noch unverändert. Arbeitswillige sind nicht vorhanden, und bei der guten Organisation der Former ist auch kaum zu erwarten, daß sich Berufskollegen finden sollten, die den Streikenden in den Rücken fallen. Die Firma Schwartzkopff thut zwar, als brauche sie gar keine Arbeitskräfte, doch in Wirklichkeit ist sie auf das eifrigste bemüht, Ersatz für die Streikenden zu beschaffen. Da ihr daS in Berlin nicht gelingt, so wendet sie sich nach auswärts. dieserhalb mit den einzelnen Gießereien direkt in Verbindung petzen wird. Ferner hat die Vertrauenskommission beschlosten, um das einheitliche Vorgehen aller Betriebe des Verbandes zu beweisen, daß die den Gießereien spätestens am Montag, den 8. d. M., zugehen- den Modelle am heutigen Mittwoch, den 10. d. M., bis späte st ens 10 Uhr vormittags in Arbeit zu geben sind. Sollten die Former usw. sich weigern, den Guß anzufertigen, so sind dieselben als Streikende zu betrachten und sofort Nachricht nach der Gartenstratze zu richten. Wohl in Beachtung dieses lliundschreibcns hat die Eisengießerei „C y k l o p" in der Pankstratze bereits gestern sämtliche Former bis auf einen, die die Anfertigung Schwartzkopffscher Streikarbeit der- weigerten, entlassen. Ob es die Kühnemänner wieder zu einer größeren Aussperrung treiben und damit die Gußarbeiten gänzlich aus Berlin hinausdrängen wollen, bleibt vorläufig abzuwarten. Die Berliner Former sehen den weiteren Maßnahmen der Metall- industriellen mit gewohnter Ruhe entgegen. Zum Glaserstreik. Der Stand des Streiks ist andauernd günstig. Wie sehr die Arbeitgeber bereits in Verlegenheit sind, beweist folgender Vorfall: Der Meister Eugen Gundlach, Kulmstraße 14, er- klärte sich gestern zur Anerkennung des neuen Tarifs bereit und verlangte gleichzeitig vier Bauglaser. Da dieser Meister nun bisher so gut wie gar keine Gesellen beschäftigt hatte, so schöpfte die Streik- lcitung Verdacht, daß eS sich hier um eine Schiebung handeln könne, dergestalt, daß Herr Gundlach die Arbeiten für eine der nicht be- willigten Firmen ausführen wolle. Vier mit Arbeitsberechtigungs- karten versehene Gesellen wurden darauf zu Meister Gundlach hin gesandt. Dieser war hocherfreut und schickte die Gesellen sofort nach dem Neubau der Beamtenhäuser in der Lothringerstraße, der von der nichtbewilligten Firma Z i e l k e verglast wird. Als den Gesellen hier der Zielkesche Werkführer entgegenkam, wußten sie natürlich gleich, woran sie waren. Sie ließen den Mann auf dem Bau allein und gingen wieder hin, wo sie hergekommen waren. Die Firma Zielke mußte somit erfahren, daß die Streikenden sich von ihren ehrenwerten Jnnungsmeistern keineswegs so leicht über den Löffel barbieren lassen.— Auch die Polizei erweist sich jetzt als Hüterin der Meisterinteressen. Am Montag wurde bereits ein Streikposten verhaftet, der an der Ecke� Potsdamer- und Linkstraße eine von Streikbrechern der Firma Stavenow ausgeführte Arbeit beobachtete und sich auf das Koalitionsrecht berief, als ihn ein Schutzmann wcg� weisen wollte. Dagegen ist die Polizei anscheinend sehr nachsichtig, wenn es sich um Uebertretungcn bestreikter Firmen und deren Ar beitswillige handelt. So sahen nämlich Streikposten, daß am Sonntag zwei Arbeitswillige auf dem Bau Alt-Moabit 41— 42 arbeiteten. Der Vorfall wurde der Polizei gemeldet mit dem Er- suchen, die Sonntagsarbeiter festzustellen und nachzuforschen, ob die ausführende Firma auch die behördliche Erlaubnis zur Sonntags arbeit habe. Es wurde den Beschwerdeführern auch zugesagt, Er Mittelungen i» dieser Richtung anzustellen. Bis jetzt ist ihnen aber noch keinerlei Bescheid über das Ergebnis derselben zugestellt worden Der Jnnungsvorstand hatte es nach dem Vorkommnis in der letzten Jnmingsversammlllng, die bekanntlich schon nach kurzer Debatte geschlossen wurde, um den Gesellenausschutz los zu werden. für gut befunden, den indirekt exmittierten GesellenanSschuß gestern abend wieder zu einer gemeinsame» Sitzung cinziiladen. Der Wunsch des Jnnuiigsvorstandcs ging nochmals dahin, daß der Gesellenalisschnß in den nächsten Tagen eine Gesellenversammlung einberufen möge, um sich, wenn angängig, zur Führung von Verhandlungen wegen Beilegung des Streiks und Abschluß eines iieueil Tarifs, auch für die Charlottenburger Innung, autorisieren zu lasten. Der Vorstand be- wies damit, daß ihm an Verhandlungen nunmehr viel gelegen ist. Der Gesellenausschuß sagte zwar zu, dem Wunsche des Vorstandes zu entsprechen, ob die Gesellenschast jedoch von dem gefaßten Be- scblusse, Verhandlungen nur durch die Organisatioiisvcrtretimg führen zu lasten, abgehen wird, dürste bei dem jetzigen Stande des Streiks noch sehr ftaglich sein. Streikbrecher werden gesucht. Tischler, Polierer, Einsetzer, Bild- Hauer, Drechsler und Maschineuarbeiter erhalte» nach cincin ständig imederlehrenden Inserat in der„Volks-Zeitung" Arbeit»achgewiesen Alexanderstr. 31. Verschwiegen wird in dem Inserat, daß es sich dabei um den Arbeitsnachweis der Holzindustriellen handelt, der von den organisierten Berliner Holzarbeitern gesperrt ist. Ter Streik bei Orenstein u. Koppel in Spandan weist noch denselben Stand auf, wie am Tage der Arbeitsniederlegung. Ob- wohl die Firma in fast allen größeren Jndustrieorten sowohl durch die bürgerliche Presse als auch durch Agenten nach Streikbrechern fahndet, ist der Betrieb so gut wie leer. Am Sonnabend, dem kritischen Tage, den die Firma als Endtermin zur Wiederaufnahme der Arbeit angesetzt hatte, fanden sich von den 350 Streikenden nur zwei Leute, die Angst genug hatten, die Arbeit wieder aufzunehmen; alle übrigen blieben fest und sind von bestem Geiste beseelt. Am selben Sonnabend kam es zu einer heiteren Episode. Der bekannte Streikbrechcrwagen am Bahnhof, mit dem großen Einladungsplakat, der bisher nur ausschließlich von dem Kutscher benutzt war, lauerte an diesem Tage besonders der Arbeitswilligen, die da kommen sollten. Als jedoch Stunde auf Stunde verrann und kein Mensch drin Platz nehmen wollte, da erbarmten sich die Gewerkschaftsführer Wiescnthal und Siering der unbenutzten„Equipage". Sie stiegen ein, und als der Kutscher sah, daß niemand mehr mitwollte, fuhr er die beiden unter dem heimlichen Kichern der Streikenden nach der Fabrik. Dort angekommen, öffneten sich sofort die Fabrikthore sperrangelweit. Meister, Schreiber und Polizisten stürzten dienst- beflissen heraus, um die vermeintlichen Arbeitswilligen höflich in Empfang zu nehmen und unter sicherem Schutze in die Fabrik zu geleiten. Doch die Gesichter der Herren wurden ziemlich lang, als sich die beiden Fahrgäste in ihrer wahren Gestalt vorstellten mit dem Wunsche, den Herrn Direktor zu sprechen. Etwas verblüfft sagte man ihnen, der Herr Direktor lehne es ab, mit Gewerkschaftsführern zu unterhandeln. Beide gingen darauf wieder von bannen in dem guten Bewußtsein, wenigstens den Pferden deS Streikbrecherwagens eine kleine nützliche Bewegung verschafft zu haben. Die Freie Bereinigung der Bäckermeister Berlins hielt am Dienstag ihre erste Versammlung ab, welche die Statuten beriet und den Vorstand wählte. Die Freie Vereinigung ist eine Organisation derjenigen Bäckermeister, die mit der Leitung der Innungen, nament- lich mit deren Verhalten beim Bäckerstreik nicht einverstanden sind. In der Versammlung, die vor einigen Wochen die Gründung der Freien Vereinigung beschloß, hatte es den Anschein, als ob diese Vereinigung eine Organisation der tariftreuen Bäckermeister ein sollte im Gegensatz zu den Innungen, welche den Tarif grund- ätzlich bekämpfen. Der Statutenentwurf, welcher der jetzigen Ver- ammlung vorlag, machte in Bethätigung dieser Ansicht es den Mit- gliedern zur Pflicht, daß sie den vor dem EinigungSamt abge- schlossenen Tarif anerkannt haben müssen. Dieser Passus wurde jedoch gestrichen mit der Begründung, daß man den KrciS der Bei- trittsberechtigten nicht zu eng ziehen dürfe. Man rechne auf die Mitgliedschaft aller derer, die mit der Leitung der Innungen nicht zufrieden sind, und solche gäbe eS bis in die Reihen der Jnnungs- vorstände hinein. Diesen dürfe man den Eintritt nicht unmöglich o--Ä5 I den Gesellen„ein auskömmliches Einkommen sichern" kaum vorm. L. Schwartzkopik' sich die genannt? Firma-, veutkcbcs Reich. Der Steil der Mühlcnarbeiter in Hameln dauert fort. Jetzt werden selbst die Arbeitswilligen rebellisch und verlassen teilweise den Betrieb.— Die Mühlenarbeiter in Halle sind ebenfalls in eine Lohnbewegung eingetreten. Die Keriiinachcr der Ascherslebcncr Maschinenbau-Aktiengesellschast haben nach wochenlangen Verhandlungen und fünf Tagen Streik mit der Direktion einen Vergleich abgeschlossen. Die Kernmacher zogen ihre Forderung auf reine Lohnarbeit und Stundenlohn von 30 bis 40 Pf. zurück; die Direktion erhöhte den Accordsatz um 10 Proz., gestand für jede 14tüaige Schicht eine spezialisierte Abrechnung zur Einsichtnahme für die Kernmacher und eine Garantie für bestimmten Verdienst pro Stunde»ach den folgenden Klassen zu: 1. Klasse 38 Pf. pro Stunde, 8 Mann, 2.„ 36„„„ 7„ 3.„ 34„„„ 3„ 4.„ 31„„. 12., Vorarbeiter 43 Pf. pro Stunde. Die Festlegung geschah mit den Arbeitern zusammen. In der letzten Lohnperiode erhielten die Kernmacher 21—24 Pf. pro Stunde, in der vorletzten 28—30 Pf. Zur Bewegung der Holzarbeiter in Leipzig. Seit Montag be- finden sich insgesamt 36 Drechsler, 3 Tischler, 3 Maschinenbauer und 2 Bildhauer im Ausstände. Bewilligt haben bis jetzt 3 Arbeit- geber mit zusammen 24 Arbeitern. Da die Arbeitsniederlegung fast in allen Betrieben eine einheitliche und geschlossene war(nur wenige Arbeitswillige sind vorhanden), so hofft man, daß der Streik nicht von langer Dauer sein werde. Der Tischlerstreik in Offenbach, der seit Anfang April dauert, ist durch gegenseitige Vereinbarung beigelegt. Der Arbeitgebervcrband zieht die von ihm ausgegebene schwarze Liste zurück und verpflichtet sich bei Einstellungen zunächst die in Offen- dach im Ausstande gewesenen Leute zu berücksichtigen. Zur Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse wurde eine Kommission gewählt. — Zuzug von Tischlern ist von Offenbach natürlich noch jo lange fernzuhalten, bis die Streikenden untergebracht sind. Huglanck. Bom internationale» Bergarbeiter-Kongreß. Paris, 9. August.(W. T. B.) Der internationale Kongreß der Grnbenarbeiier hat heute einen Antrag auf gesetzliche Einführung des Achtswndentages mit Einschluß der Ein- und Ausfahrt für Gruben- und Erdarbeiter in den B-rgwerlen angenommen. AlS moderner Harun al Raschid soll der Gouverneur von Nebraska beim letzten Metzgerstrcik in der Kleidung eines Arbeiters sich miter die Ausständigen gemischt haben, um zu sehen, ob die Entsendung von Truppen erforderlich seil Das Resultat war. daß der Herr Gonverneur jede geringste Truppensendung für un- nötig erklärte I Ein Glück, daß der gute Mann sich nicht nach einer Eni- sendung von Militär unter die Streikenden gemischt hat, denn dann hätte er sicherlich Wunderdinge erlebt von feiten der— Soldaten I Letzte JVachricbten und Depefeben. Dritter internationaler Matheiiiatiker-Koiigreß. Heidelberg. 9. August.(W. T. B.) Der dritte internationale Mathematiker-Kongrcß wurde gestern unter starler Beteiligung er- öffnet. Die Anzahl der Teilnehmer dürfte gegen 400 betragen. Die Begrüßungsansprache hielt Geh. Hofrat Prof. Cantor. Die eigentlichen Sitzungen begannen heute vormittag 10 Uhr im großen Saale des ehemaligen MuseumSgebäudes. Nach einer kurzen Be- grüßungsansprache Professor Webers-Straßburg eröffnete der Erb- großherzog den Kongreß. Namens der Regierung begrüßte Geheim- rat v. Marschall die Versammlung, namens der drei badischen Hoch- schulen Hofrat Professor Braune und im Namen der Stadt Heidel- berg Oberbürgermeister Wilken. Gehcimrat Königsberger hielt sodann die Gedächtnisrede auf den vor 100 Jahren geborenen be- rühmten deutschen Mathematiker Jacoby. Petersburg, 9. August.(W. T. B.) Die russische Telegraphen- Agentur meldet aus Mulden vom heutigen Tage: Die Japaner be- nutzen die Eisenbahnlinie Schanhaikwan— Jnkou zur Verproviantierung ihrer Armee. ES heißt, daß sie längs derselben Linie ihre Truppen mit der Bestimmung nach Hsinmintun mobilisieren. Rom, 9. August.(W. T. B.) AuS Anlaß des ersten Jahres- tageS seiner Krönung begab sich d e r P a p st auf der seckia gestatoria in die Peterskirche und wohnte dort einer päpstlichen Kapelle bei, welche in Gegenwart der Kardinäle des Patriciats und sehr zahl- reicher eingeladener Persönlichkeiten stattfand. Nach �Beendigung derselben begab sich der Papst in seine Gemächer zurück. Saragossa, 9. August.(W. T. B.) Hier ist ein allgemeiner Ausstand eingetreten. Alle Geschäfte sind geschlossen. Gendarmen und Truppen patrouillieren in den Straßen. Mehrere Ruhestörer wurden verhastet. Washington, 9. August.(Meldung de?„Reuterschen Bureaus".) in dem heutigen Ministerrate setzte Staatssekretär Hay die Gründe ür sein Ansuchen, daß ein Geschwader nach Smyrna geschickt werden solle, auseinander. Neuerliche Verhandlungen seien mit der Pforte begonnen worden; wenn diese fehlschlügen, sei es möglich, daß der amerikanische Gesandte in Konstantinopel den Posten ver- lassen und an Bord des amerikanischen Flaggschiffes gehen werde. Dies würde eine ziemlich ernstliche Lage schaffen. Washington, 9. August.(Meldung des„Reuterschen Bureaus".) Die Thatsache, daß das Staatsdepartement noch keinen Beweis dafür erhalten hat, daß der„Kuight Commandor" eine Ladung, die einem amerikanischen Bürger gehört, an Bord hatte, wirkt darauf hin, das Interesse der Finanzkreise an der Angelegenheit zu vermindeni; die internationale Frage zwiichen Rußland und England, ob eine kriegsführende Macht das Recht hat, Konterbande führende neutrale Schiffe zu versenken, beansprucht aber nach Ansicht hiesiger amtlicher Kreile viel Interesse, da die geographische Lage der Vereniigteii Staaten derart ist, daß es im Falle eines Krieges mit eurer euro- päischen Macht für die amerikanischen Schiffe notwendig sein könnte, die Ansicht der russischen Regierung anzunehmm; denn wie man sagt, würde es unmöglich sein, eine Prise über den atlantischen Ocean nach einem amerikanischen Hafen zu bringen. Das Staats- dcpartcnleiit hat bisher zu der Angelegenheit leine Stellung ge- nommen, überwacht aber die Entwicklung der«ache. Pueblo(Colorado), 9. August.(W. T. B.) Nach weiteren Meldungen sind von den bei dem Eyenbahnunsall Umgekommenen bis heute nachmittag 63 geborgen worden._ Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u.Verlag: Vorwärts Buchdr.u.Verlag»an!talt Paul Singer L:Co..BerlmSVV. Hierzu 2 Beilagen u.UnterhaltungSblatt Nr. 186. 21. 21. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwo, 10. Auguft 1904. Parteigenossen! Heute ist Zahlabend in allen Bezirken Berlins! Der Programmentwurf der Socialdemokratischen Partei in der Schweiz. II. Arbeitsprogramm der Socialdemokratischen Partei der Schweiz. 1. Ausbau der Demokratie. Proportionales Wahlverfahren. Wahl der gesetzgebenden administrativen und richterlichen Behörden durch das Volt. Obligatorisches Referendum. Gesetzgebungs- Initiative. Decentralisation der Bundesverwaltung. Autonomie der Gemeinde. Erleichterung der Stimmabgabe durch Einführung gedrudter Stimmzettel und Aufstellung von Wahlurnen am Sonnabendabend. Obligatorische Stimmabgabe durch die Urne bei allen Wahlen und Abstimmungen. Abschaffung der Bürgergemeinde. Erleichterung der Einbürgerung von Ausländern. Trennung von Kirche und Staat. 2. Gleichheit und Gleichstellung der Bürger. Gleichstellung der Frau mit dem Manne im öffentlichen und Privatrecht; als Anfang: Ausdehnung des aktiven und passiven Wahlrechts der Frau für die Schul-, Kirchen- und Armenbehörden. Beseitigung der bürgerlichen Ehrenfolgen der fruchtlosen Bei= treibung und bes Stonturses, sowie bei Unterstützung aus öffentlichen Mitteln. Gleichstellung der Schweizerbürger mit den Kantonsbürgern in tantonalen und Gemeindeangelegenheiten. 3. Schutz der persönlichen Freiheitsrechte. Abschaffung der Bundesanwaltschaft und der politischen Polizei. Weitherziges Asylrecht. Humane Handhabung der Bestimmungen über Niederlassung und Aufenthalt. Wirksamer Schutz der freien Meinungsäußerung, der Preßfreiheit, des Versammlungs-, Vereins- und Streikrechtes durch wirksame Strafbestimmungen. Parlamentarische Immunität für alle eidgenössischen, kantonalen und tommunalen Boltsvertretungen. 4. Demokratisierung des Wehrwesens. Vereinfachung der Bekleidung und Ausrüstung. Wahl der Offiziere durch die Mannschaft. Bekleidung und Ausrüstung der Offiziere durch den Staat. Gleiche Verpflegung für Offiziere und Mannschaft. Abschaffung des Militärstrafrechtes und der Militärgerichtsbarkeit in Friedenszeiten. Unterstübung der Familie während des Dienstes des Ernährers. Schutz des Wehrmannes gegen die ökonomischen Folgen der Entlaffung wegen des Militärdienstes. Abschaffung des Schuldverhaftes wegen Richtbezahlung des Militärpflichterfakes. 5. Steuergesetzgebung. Progressive Vermögens- und Einkommenssteuer in Staat und Gemeinde. Stärkere Belastung des Kapitaleinkommens gegenüber dem Arbeitseinkommen. Besteuerung des Wertzuwachses unbebauter Grundstücke. Publikation der Steuerregister. Erbschaftssteuer, progressiv nach der Größe des Erbanfalles und der Entfernung der Verwandtschaft. Strenge Maßregeln zur Ermittelung der Steuerobjekte. Nonfistation des der Steuer entzogenen Vermögens. Steuerbefreiung eines zum Leben notwendigen Betrages. Betämpfung der indirekten Steuern und der Schutzollpolitik. 6. Schulwefen und Berufslehre. Unentgeltlichkeit der Lehrmittel und Unterrichtsmaterialien. Unentgeltlicher Unterricht für alle Begabten bis zu den obersten Stufen, Universität und Polytechnikum einbegriffen. Unterstützung der Bedürftigen durch ausreichende Stipendien, Berabfolgung von Nahrung und Kleidung. Einführung des Handarbeitsunterrichts für beide Geschlechter. Haushaltungs- und Kochschulen. Obligatorische Fortbildungsschule für beide Geschlechter. Ausschluß des Religionsunterrichts aus der Schule. Ausdehnung des Voltsschulunterrichts mindestens bis zum 15. Altersjahre. Ausreichende Sorge für die Bildung Schwachbegabter und nicht Bollsinniger, sowie für bildungsunfähige Kinder. Berufslehre in Lehrwerkstätten und Fachschulen, als Ersatz für die Berufslehre beim Meister. 7. Sorge für die Jugend außerhalb der Schule. Kindergärten, Jugendhorte. Spielturse. Ferienkolonien. Waldschulen. 14. Armenwesen. Agitation benötigte Anzahl von Exemplaren der„ Brandenburger Staatliche Armenunterstützung durch das Mittel der Wohnsitz- Beitung" dem Kreisvertrauensmann baldigst anzugeben hat, damit gemeinde. Gleichmäßige Verteilung der Armenlasten. Ausreichende dieser beim Verlag die für den ganzen Streis notwendige Auflage Unterſtüßung, um vorübergehend Berarmte wieder auf eigne Füße bestellen kann. zu stellen. Humane Behandlung der Unterstüßungsbedürftigen und Schutz ihrer Ehre. Bei Stellungnahme zu der im September stattfindenden Provinzialfonferenz fand eine Resolution des Genossen Krasemann Annahme, durch welche die Agitationskommission Auftrag ers 15. Gewerblicher Arbeiterschuh. halten soll, im Herbst dieses Jahres ein Flugblatt, das KontraktbruchsAusbau des Fabrikgesetzes. Ausdehnung auf alle Betriebe, Gesetz betreffend, herauszugeben und den Wahlkreisen unentgeltlich in denen Motoren oder Personen unter 18 Jahren verwendet werden. zur Verfügung zu stellen. Als Delegierte zur Provinzialfonferenz Verkürzung des Magimalarbeitstages, zunächst auf 10 Stunden und wurden gewählt die Genossen Krasemann, Kabler und stufenweise bis auf acht Stunden. Freigabe des Sonnabend- Poßern, zum Parteitag in Bremen wurde Genosse rases nachmittages. Verbot der Bußen und des Decomptes. Verbot der mann gewählt. Die Wahl des Vertrauensmannes fiel wieder auf Beschäftigung von Kindern unter 15 Jahren. den Genossen Krasemann. weiblicher Fabrikinspektoren. Heranziehung der Arbeiter zur Fabrikinspektion. Anstellung Unterstübung der Wöchnerinnen während der Schonzeit. Schutz des Laden- und Wirtschaftspersonals namentlich durch Beschränkung der Arbeitszeit. Allgemeines Verbot der Sonntagsarbeit. In der Konferenz des Wahlkreises Westpriegnik, die am Sonntag in Wittenberge tagte, konnte festgestellt werden, daß die Organi fation im Streise trot vieler Schwierigkeiten Fortschritte macht. Der „ Märkische Landbote" ist in 7000 Gremplaren verbreitet worden. Die Zahl der verbreiteten Fackeln" ist von 300 auf 600 monatlich Agitationskomitee hat neun Sigungen abgehalten. Die Einnahmen der Kreiskaffe haben 386,50 M., die Ausgaben 362,24 M. betragen. Bestand bleibt 24,26 M. Beschränkung und Regelung der Heimarbeit und Einrichtung gestiegen. Das Blatt wird in 67 Orten verbreitet. Das Kreisvon Betriebswerkstätten. Folgen. 16. Arbeitsvertrag und Lohnschutz. Kollettiver Arbeitsvertrag. Gewerbegerichte. Schneller Rechtstrieb und hoher Verzugszins für Lohnforderungen. 17. Rampf gegen die Arbeitslosigkeit und deren Ständige Beobachtung des Arbeitsmarktes und Vorsorge für Bereithaltung öffentlicher Arbeiten im Regiebetrieb für die Zeiten der Arbeitslosigkeit mit Bezahlung der ortsüblichen Löhne. Ausreichende Unterstützung der Arbeitslosen, denen keine Beschäftigung geboten werden kann. Für die Verbreitung der Presse soll eine lebhafte Agitation be trieben werden. Bernowski- und Lindemann- Wittenberge delegiert. Zum Zur Provinzialfonferenz in Berlin werden die Genossen der aber beruflich nicht abkömmlich ist und das Mandat nicht an Delegierten des Parteitages wird Genosse Dr. Beyl vorgeschlagen, nehmen kann. Es wird beschlossen, das Mandat einem Delegierten des sechsten Berliner Wahlkreises mit zu übertragen. Ein Antrag des Wahlvereins Wittenberge ersucht die Konferenz, sich dahin zu erklären, daß die Maifeier in der bisher üblichen Weise Unterstüßung der von den Arbeiterorganisationen eingerichteten beibehalten wird. Für diesen Antrag sprechen: Hernowski, Bander, Arbeitslosenversicherung durch Gemeinde, Kanton und Bund. Fischer und in längerer Ausführung ein Wittenberger Genosse, 18. Monopole, öffentliche Dienste und Betriebe. sowie Dr. Weyl. Letzterer empfiehlt die Annahme der von FischerTabakmonopol mit der Zweckbestimmung, daß die Erträgniffe Berlin vorgeschlagenen Berliner Resolution, weil es wichtig sei, für Zwecke der Versicherung und socialen Fürsorge verwendet werden. sich für die Maifeier in der bisherigen Weise zu erklären, Monopolifierung der Wasserkräfte mit Beteiligung der Kan- da von zwei Richtungen gegen dieselbe Front gemacht werde. tone und Gemeinden, unter Voranstellung der öffentlichen Interessen. Die eine Richtung wolle die Maifeier gänzlich fallen lassen, die Monopolisierung des Getreidehandels und der Müllerei. andre verlange eine stritte Durchführung der Arbeitsruhe sowie der Straßenbahnen. Einrichtung von Gemeindebäckereien, Die Konferenz macht die Berliner Resolution zu der ihrigen; bie Kommunalisierung der Gas-, Waffer- und Glektricitätswerke, viel welde Konsequenzen aus dem Ruhenlaffen der Arbeit entstehen. als wirksame Demonstration für den Achtstundentag, gleich-Moltereien, Schlacht- und Viehhöfen, sofern diese Unternehmungen nicht von Genossenschaften in ausreichendem Maße gepflegt werden. Kommunale Arbeits- und Wohnungsvermittelung. Unentgeltliche Bestattung. 19. Anstellungsverhältnisse der Staats- und Gemeinde angestellten. Minimallohn und Marimalarbeitszeit. Ferien mit Lohnzahlung. Bersicherung gegen Krankheit, Unfall, Invalidität und Alter. Unterstüßung Hinterlassener. Arbeiter, deren Beschäftigung einen ständigen Charakter hat, sollen in die Kategorie der Festangestellten versetzt werden. Lohnzahlung während des Militärdienstes. 20. Regelung des Submissionswesens. Ausschluß solcher Unternehmer von öffentlichen Arbeiten, die das Vereinsrecht der Arbeiter berleben oder die Tarifverträge nicht einhalten, oder die den öffentlichen Arbeitsnachweis nicht benüßen. Verpflichtung der Unternehmer öffentlicher Arbeiten, in erster Linie ansässige Arbeiter zu beschäftigen, eine bestimmte Magimalarbeitszeit innezuhalten und Löhne zu bezahlen, die den Tarifberträgen oder dem ortsüblichen Lohnsatz entsprechen. Partei- Nachrichten. Entgegnung! Feind jeder Breßpolemik verzichte ich, dem Verfasser des„ Wirrnis" artikels in Nr. 183 des„ Vorwärts" in der von ihm beliebten persön lichen Schreibweise zu antworten. Nachdem ich 18 Jahre im Klaffenfampf stehe und jederzeit meine materiellen und geistigen Kräfte dem Proletariat rüdhaltlos zur Verfügung gestellt habe, glaube ich mich gegen den Vorwurf der leichtfertigen" Schädigung des Broletariats in seinem Befreiungskampfe nicht verantworten zu sollen und richtet sich derselbe für jeden, der mich kennt, wohl selbst. Die weitere fachliche Vertretung meiner Anschauungen wird auf dem Kongreß in Amsterdam und nachher erfolgen. Dr. R. Friedeberg. 8. Geistige und sittliche Hebung des Volkes. Die Kreiskonferenz für den Kreis Ruppin- Templin fand am Kampf gegen den Alkoholismus. Sachgemäße Verwendung des Sonntag in Zehdenid statt. Beim ersten Punkt der Tagesordnung Alkoholzehntels, namentlich Förderung aller Bestrebungen, durch-Berichterstattung- konnte der Kreisvertrauensmann die Thätigwelche die Arbeiter und ihre Organisationen vom Wirtshaus un feit der Genossen in den einzelnen Agitationsbezirken lobend hervor abhängig gemacht werden: Errichtung von Boltshäusern, öffent- heben. Auch haben sich die Einnahmen aus dem Streife selbst in erlichen Versammlungslokalen und Lesesälen. freulicher Weise vermehrt. Aus den Berichten der Bezirks- VerUnentgeltliche wissenschaftliche und fünstlerische Darbietungen: trauensleute ist ebenfalls ein zufriedenstellender Fortschritt zu verVorträge, Konzerte, dramatische Vorstellungen, Museumsbesuche. zeichnen. 9. Reform des Strafrechtes und des Straf= ⚫ prozesses. 1 Vertretung derselben auf dem internationalen Kongreß soll dem Delegierten des sechsten Berliner Wahlkreises übertragen werden. Dem Antrage Fischer, die Tagesordnung des Parteitages noch durch die Behandlung der Schulfrage zu bereichern, stimmt die Konferenz zu. Ein Antrag von Jahn- Wittenberge auf Gründung eines KreisWahlvereins wird abgelehnt, weil der Kreis hierfür noch nicht reif erachtet wird. Eine Wahllreis- Konferenz für Kaffel- Melsungen beschloß einstimmig, den Kreis zu einer einheitlichen Organisation zusammenzu schließen. Ein entsprechendes Statut wurde ſofort beſchloſſen. In einer Konferenz der Wahlkreise Altona und Lauenburg wurden folgende allgemein interessierende geschäftliche Mitteilungen gemacht: Nach der Abrechnung für die Zeit vom 16. August 1903 bis 6. August 1904 hatten die Kreise eine gemeinschaftliche Einnahme von 6362,74 M., eine Ausgabe von 4460,82 m. Es verbleibt somit ein Kassenbestand von 1901,92 m. Die Einnahmen der in beiden Wahlkreisen vorhandenen zehn Organisationen betrugen 25,467,90 M., die Ausgaben 17 179,88 m. Der Kassenbestand betrug am 1. Juli 1904 13 176,73 M. gegen 10 123,71 M. im vorigen Jahre. An die Agitations tommission in Neumünster wurden 1900 m., an die Parteikasse in Berlin 5300 M. gesandt. Der Wahlfreistasse überwiesen wurden 3576,35 M. Für die Landtagswahlen verausgabten die Organi fationen der einzelnen Orte 3604,30 m., für Kommunalwahlen( Gemeinde- und Schulvertreterwahlen) 1991,41 m., für Agitation 2886,20 m. Agitationsversammlungen fanden 20 statt. Flugblätter wurden verteilt: Allgemeine 30 000, zur Landtagswahl 74 200, au Gemeindewahlen 31 100, Broschüren 1760, Voltskalender 19 500 Maizeitungen 7246. Versammlungslokale find 25 größere und 20 leinere vorhanden. Versammlungen fanden statt: öffentliche, 92 Vereins Versammlungen. Der Abonnentenstand stellt sich wie folgt: Vorwärts" 23( 6)[ die eingeflammerten Ziffern geben den vorjährigen Abonnentenstand an. D. B.], Neue Beit" 32( 26), Hamb. Echo" 6314( 5790), Schleswig- Holst. VoltsBeitung" 154( 6), Lübecker Voltsbote" 30( 55), Jacob" 3091( 3084), Postillon" 102( 111). Die Zahl der Mitglieder in beiden Wahlfreisen ist von 5809 im vorigen Jahre auf 6238 gestiegen. " " 36 den Entwurf zu einem Organisationsstatut vor, wonach die dazu geFür das westliche Westfalen legt ein damit beauftragtes Komitee hörenden fünf Wahlkreise einheitlich organisiert werden auf ber Grundlage der Vereinsbildung. Die Kreisfonferenz jedes Wahlkreises foll zusammengefeßt sein aus Delegierten der einzelnen Orte nach dem Verhältnis der Parteibeiträge. Die Provinzialfonferenz foll Bum Bunft 2- Drganisation betonte Genosse Freythaler zusammengesetzt werden aus Delegierten, deren Anzahl von der Bahl bei der Einleitung zunächst Notwendigkeit und Nutzen der Organi- der bei der letzten Reichstagswahl abgegebenen Stimmen bestimmt Berbeiständung des Angeschuldigten während der Untersuchung. sation, um sodann auf die für den Kreis als geeignet erscheinende wird. Die Beitragsleistung an die Provinzialorganisation wird fest Erhöhung des strafmündigen Alters auf das zurückgelegte 16. Alters- Organisationsform näher einzugehen. jahr. Beschränkung des Untersuchungs- und Sicherheitsverhaftes Seine Ausführungen gipfelten darin, daß die Vorbedingungen auf dringende Fälle. Fürsorge für die Familien der Verhafteten für eine geschlossene Kreisorganisation vorhanden seien. Er empfahl durch den Staat. Bedingte Verurteilung. Beseitigung der Um- der Konferenz folgenden Antrag zur Annahme: wandlung von Geldbußen in Freiheitsstrafe. Ausgestaltung des Die Kreistonferenz beschließt, für den ganzen Kreis ist eine festStrafvollzuges im Sinne eines Besserungs- und Erziehungsmittels. gefügte, geschlossene Organisation zu schaffen und zwar auf folgender Abschaffung der Todesstrafe. Beseitigung der Strafminima. Ent. Basis: schädigung unschuldig Verhafteter und Verurteilter. 10. Civilprozeß und Schuldbeitreibung. Unentgeltlicher Rechtsbeistand. Unentgeltliche Prozeßführung für Bedürftige. Beseitigung der Lohnpfändung. Ermäßigung der Beitreibungsgebühren. 11. Oeffentliche Gesundheitspflege und Wohnungspolitit. Boltsbäder. Spielpläge und Promenaden. Versorgung mit Säuglingsmilch. Anstellung von Schulärzten. Vermehrung des staatlichen und kommunalen Grundeigentums. Wohnungsinspektion. Erstellung von billigen Wohnungen durch die Gemeinde. 12. Oeffentliche Krantenpflege. Unentgeltliche ärztliche Hilfe und Heilmittel. Ausreichende Beschaffung von Krantenheilanstalten. Sanatorien für Lungen- und Rervenleidende. Beschaffung unentgeltlicher Krankenpflege im Hause. Erholungshäuser für Genesende. Unentgeltliche Geburtshilfe und Wöchnerinnenpflege. Ausreichende Asyle für Unheilbare. 13. Einrichtungen der Versicherung und socialen Fürsorge. Versicherung gegen die ökonomischen Folgen von Krankheit, Unfall, Invalidität, Alter und Tod. Ausreichende freundliche Asyle für Invalide, Gebrechliche und Altersschwache Der Kreis ist in eine entsprechende Anzahl von Bezirken einzuteilen. Für jeden dieser Bezirke ist ein Wahlberein zu gründen. Diese Wahlvereine bilden in ihrer Vereinigung den Kreis- Wahl verein. Die ganze Agitations- und Organisationsthätigkeit hat durch diesen Wahlverein zu erfolgen. Zur Ausarbeitung der Statuten ist eine Kommission zu wählen, welche baldmöglichst ihre Thätigkeit aufzunehmen und das Resultat einer alsbald einzuberufenden Delegiertenkonferenz zur Beschlußfaffung zu unterbreiten hat. In der Debatte wurden Einwendungen gegen diefe Form der Organisation an sich nicht gemacht und der Antrag nach Aufklärung einzelner, die Organisation selbst nicht treffender Bedenken angenommen und auch sofort eine Kommiffion gewählt. Zum Punkt Presse wurde nach dem Referat des Genoffen Riesel folgende von diesem eingebrachte Resolution einstimmig angenommen: bestimmt. Soziales. Der Achtstunden- Tag. Die Juli- Nummer des amerikanischen Official Journal" giebt eine Zusammenstellung über die derzeitige Achtstunden- Gesetzgebung in Amerika. Danach haben, außer den Vereinigten Staaten, noch 27 Staaten und Territorien( d. H. Gebiete unter 60 000 Einwohnern) ein Achtstunden Gesetz. In sechs Staaten ist der Achtstunden- Tag als Magimal- Arbeitstag vorgeschrieben, und es sind keinerlei Ausnahme- Bestimmungen für irgend welche Tage, Konjunkturen oder dergleichen vorgesehen: Diese sechs Staaten find: Konnektikut, Illinois, Indiana, Missouri, New York, Pennsyl vania.- Nevada und Vereinigte Staaten heben in den bezüglichen Bestimmungen die Rieselfeld Arbeiter, New York die Arbeiter am Reservoir ausdrücklich hervor. In Wistonsin ist der Achtstundentag für die Manufakturen und Maschinenbranche vorgeschrieben; weitere Bestimmungen existieren hier nicht. In folgenden Staaten wieder ist der Achtstundentag für die Arbeiter in Bergwerken und Schmelzhütten gesetzlich festgelegt: Arizona, Kolorado, Missouri, Montana, Nevada, Utah, Wyoming. Den Achtstundentag als Maximal- Arbeitstag in GemeindeDie Streistonferenz beschließt, angesichts der immer größer betrieben haben eingeführt: Kalifornia, Kolorado, Kolumbia, werdenden Anstürme der Realtion in eine intensivere Agitation Hawaii, Idaho, Kansas, Maryland( Baltimore), Minnesota, Mons für die Parteipresse einzutreten. Die Zahl der vorhandenen tana, Nevada, Ohio, Pennsylvania, Portorico, Utah, Washington, Abonnenten entspricht keineswegs der bei der letzten Reichstagswahl West- Virginia, Wyoming. Die Vereinigten Staaten bereiten ein abgegebenen Stimmen. Die Konferenz ist der Meinung, daß mit Gesetz vor, wonach Staats arbeitern der Achtstundentag garantiert der größeren Ausdehnung der Parteipreffe die Genossen mehr werden soll. gestärkt werden in den Bestrebungen der Socialdemokratie gegenüber der heutigen Gesellschaftsordnung. Aus diesen Erwägungen heraus beschließt die Konferenz, in eine persönliche Agitation für die Parteipresse einzutreten. Anschließend hieran stimmte die Konferenz dem Vorschlage zu, daß jeder Bezirksvertrauensmann die für seinen Bezirk zu dieser Neberarbeit und Invalidität. In beachtenswerter Weise hat das Reichs- Versicherungsamt in einer Entscheidung die Frage behandelt, ob ein durch erhebliche ueberarbeit erzielter Verdienst als Maßstab für die Feststellung der Invalidität im Sinne des Invaliden- Versicherungsgefeges gelten kann. Ein Schiedsgericht hatte seine Feststellung, wonach die Klägerin Nicht im Sinne des§ 5 Abst 4 des Jnvaliden-Versichcrungsgesetzes erwerbsunfähig war, im wesentlichen darauf gestützt, das; diese in 233 Arbeitstagen 262 M., somit durchschnittlich 1,16 M., also mehr als ein Drittel des für sie in Betracht kommenden Lohnes verdient hatte. Das Schiedsgericht berücksichtigte dabei nicht, daß der Vertreter der Klägerin ausführlich dargelegt hatte, die Klägerin verdiene in der 16stgstündigen Fabrikarbeitszeit, in der andre Näherinnen 2 M. bis 2,26 M. verdienen, nur 66—76 Pf. und erreiche das Mehr nur durch eine tägliche, auch sonntägliche Mehrarbeit von vier Stunden, und diese übermäßige Anstrengung sei nur auf Kosten der Gesundheit möglich. Ist das letztere in der That der Fall, so kann es keinem Zweifel unterliegen, daß eine solche Thätigkeit nicht in Be- tracht kommen kann, da sie nicht den Kräften und Fähigkeiten der Klägerin entspricht, sondern sie in einer Weise übersteigt, die das Gesetz, das überall von regelmäßigen, im Arbeits- und Wirt- schaftsleben üblichen Verhältnissen ausgeht, nicht gewollt hat. Aber auch, wenn die Gesundheit der Klägerin durch die von ihr verrichtete Arbeit nicht nachweisbar leidet, kann eine Thätigkeit, bei der nur durch außerordentliches Ueberschreiten der üblichen Arbeitszeit das Drittel des Z 5 Abs. 4 des Jnvalidenversicherungs- Gesetzes erzielt wird, nicht als eine solche angesehen werden, die der Klägerin unter billiger Berücksichtigung ihrer Ausbildung und ihres bisherigen Berufes zugemutet werden kann, und der aus dieser Thätigkeit erzielte Verdienst kann nicht mit dem verglichen werden, was körperlich und geistig gesunde Personen derselben Art mit ähnlicher Ausbildung in derselben Gegend durch Arbeit zu verdienen pflegen. Allerdings wird nicht jede, auch gering- fügige Ueberschreitung der üblichen Arbeitszeit hierbei von Be- beutung sein; daß aber ein Verdienst, der nach den Angaben der Klägerin in wöchentlich 91 Arbeitsstunden erzielt wird, nicht mit einem in nur 63 Arbeitsstunden erzielten Gewinn in Vergleich ge- stellt werden kann, liegt auf der Hand. Wenn das Schiedsgericht dies gleichwohl gethan hat, so hat es den Begriff der Erwerbs- unfähigkeil, wie ihn Z 5 Absatz 4 des Jnvalidenversicherungs-Gesetzes giebt, verkannt. Die Entscheidung beruhte daher auf der unrichtigen Anwendung des bestehenden Rechtes und unterliegt somit der Auf- Hebung, und zwar um so mehr, als auch das ärztliche Gutachten, das seiner Zeit für die Entziehung der früher bewilligten Rente maßgebend gewesen ist, durch die Höhe des von der Klägerin er- zielten Verdienstes beeinflußt war. Ungültige Polizeivorschrift zur Regelung des Schulbesuchs. Eine Regierungs-Polizeiverordnung vom 12. Dezember 1399 sollte der westpreutzische GutsbesitzerLiedtke dadurch übertreten haben, daß er nicht dafür sorgte, daß ein von ihm beschäftigtes, noch schul- pflichtiges Kind die Schule regelmäßig besuchte. Die Verordnung macht nämlich nicht nur die Eltern und deren gesetzliche Vertreter für Schulversäumnisse strafrechtlich verantwortlich, sondern auch die Arbeitgeber noch schulpflichtiger Kinder. L. wurde auch in zweiter Instanz zu einer Geldstrafe verurteilt. Er legte Revision ein und bestritt die Gültigkeit der Verordnung, soweit sie auch die Arbeit- geber mit Strafe bedroht. Der Oberstaatsanwaltschaft am Kammer- gericht schloß sich dem Rechtsmittel an und beantragte ebenfalls die Freisprechung des Angeklagten. Er betonte, daß das Polizeiver- waltungsgesetz nicht als Stutze jener Verordnung in Betracht kommen könne, da es keine Vorschrift enthalte, wonach die Regelung des Schulbesuchs der Kinder ein Gegenstand polizeilicher Vorschriften wäre. Somit könne es sich nur um eine Ausführungsverordnung der im 12. Titel des Teils II Allgemeinen Landrechts erlassenen Be- stimmungen über den Schulbesuch handeln. Danach könnten aber nur nachlässige Eltern oder deren gesetzliche Vertreter(Vormund zc.) durch Strafandrohung angehalten werden, für den regelmäßigen Schulbesuch der Kinder zu sorgen, nicht aber Arbeitgeber schulpslich- tiger Kinder. Das Kammergericht schloß sich dieser Auffaffung an und sprach den Angeklagten frei, indem es die Verordnung für u n- gültig erklärte insoweit, als außer den Eltern und ihren gesetz. lichen Vertretern auch noch den Arbeitgebern die Ver- pflichtung auferlegt werde, für den Schulbesuch der Kinder zu sorgen. Zur Reform des Apothekenwcsens machte auf dem letzten West- fälischen Städtetage der Geh. Medizinalrat Dr. Rapmund einige beachtenswerte Mitteilungen. Er führte aus, daß man in den letzten Jahren dahin gekommen sei, daß die Regelung des Apothekenwesens, wie es früher seitens des Reiches geplant gewesen sei, nicht vor sich gehen könne, in Preußen solle indes die geplante Reform zur Durch- führung gebracht werden. Wenn man seitens des Staates nun aber ernstlich daran' denke, Reformen zu schaffen, dann solle man sie aber auch so einrichten, daß die bedauerlichen Erscheinungen im Apotheken- Wesen nicht allein beseitigt, sondern daß auch ihre Wiederkehr ver- hindert würde. Um allen Uebelständen abzuhelfen, gebe es nur ein Mittel, und zwar entweder die Verstaatlichung oder die Kommunalisierung der Apotheken. Die Kom- munalisierung sei die beste Lösung. Der Redner erörterte dann die praktische Ausführbarkeit des Planes nach folgenden, gesetzlich fest- zulegenden Grundsätzen: Vom Tage des Inkrafttretens des Gesetzes dürfen neue Genehmigungen zur Eröffnung oder zum Betriebe von Apotheken nicht mehr erteilt werden. Die bestehenden übertragbaren und verkäuflichen, sowie die bestehenden Apothekerberechtigungen er- löschen an einem bestimmten Tage, die persönlichen, nicht Übertrag- baren Apothekerberechtigungen mit dem Tode des jetzigen Inhabers unter Berücksichtigung der seiner Witwe und seiner minorennen Kinder gesetzlich zustehenden Vergünstigungen. In jedem Kreise ist mindestens eine Haupt- oder Stammapotheke einzurichten und mit einem öffentlichen Nahrun gsmittelunter- suchungsamt zu verbinden, falls nicht schon in andrer Weise für ein solches Amt Sorge getragen ist. Die bis zum Tage des Inkrafttretens des Gesetzes mit veräußerlicher oder Übertrag- barer Apothekenberechtigung betriebenen Apotheken sind vom Kreise gegen volle Entschädigung anzukaufen, lieber die Kostegfrage machte der Referent auf Grund des von der Staatsregierung gesammelten Materials folgende Angaben. Im preußi- scheu Reiche sind im ganzen 3133 Apotheken vorhanden, ihr Durch- schnittswert ist auf 1S3 366 M. ermittelt. Demnach wäre für den Ankauf ein Kapital von„442 Millionen Mark" aufzutvenden. Setze man von dieser Summe den Wert der Gebäude ab, so verbleibe noch eine verzinsliche Summe von rund 346 Millionen Mark. Rechne man eine Verzinsung von 4'/- Proz. und 1 Proz. Abtragung, so sei jährlich ein Kapital von„16,5 Millionen Mark" aufzubringen. Die Brutto- einnahmen aus dem Apothekenbetriebe würden sich auf rund 52 Millionen Mark belaufen, nach Abzug der Unkosten dürfe man auf eine Verzinsung des für den Apothekenankauf aufgewendeten Kapitals von mindestens 25 Proz. rechnen. Aufhebung der Nachtarbeit im Bäckergewerbe, ohne daß das ver- wöhnte Publikum nötig hätte, den ganzen Tag altes Gebäck zu essen, ist wohl möglich. Dies ist wieder einmal dadurch bewiesen, daß in Parma(Italien) die gesamte Brotwaren-Fabrikation in die Hände einer socialistischen Produktiv-Genossenschaft übergegangen ist, die nur zwischen ö Uhr morgens und 5 Uhr nachmittags backen läßt! Produzenten sowohl wie Konsumenten sind mit der neuen Einrichtung sehr zufrieden, jene, weil ihre Gesundheit und ihr sonstiges Befinden, letztere, weil die Güte und die Reinheit des Gebäcks sich sofort gehoben hat. Der XIV. Kongreß des Deutschen Vereins der Naturheilkundigen findet am 16. bis 12. September d. I. in Dresden, Gewerbehaus, Ostra-Allee 6, statt. Teilnehmerkarten sind zu haben beim 1. Vor- sitzenden des Vereins M. Canitz, Berlin C. 54, Münzstr. 29, L Hus der frauendexvegung. Pankow. Der neugegründete Verein für Frauen und Mädchen von Pankow und Schönhansen hält Donnerstag, den 11. August, abends S'/z Uhr, bei Miede, Berliner- und Mühlenstraßen-Ecke. seine erste Mitgliederversammlung ab. Tagesordnung: Vortrag der Frau E. Ihrer über:„Der Wert der Bildung für die Frauen." Diskussion. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Bcrlimv partd-Hngelegenbeitcn. Erster Berliner Wahlkreis. Dienstag, den 16. August, Wahl- bereins-Versammlung in den„Arminhallen", Komman- dantenstr. 26. Vortrag des Genossen Dr. Max Mauren- b r e ch e r über:„Warum laufen wir Rußland nach?" Diskussion. Gäste, auch Damen, haben Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Charlottenburg. Heute abend Zahlabend in allen Bezirken. Rixdorf. Heute abend 8V-z Uhr findet die Mitglieder- Versammlung des Wahlvereins in den Victoria- s ä l e n, Hermannstr. 49, statt. In Anbetracht der wichtigen zur Verhandlung stehenden Punkte ist zahlreiches Erscheinen der Mit- glieder unbedingt erforderlich. Gäste, auch Frauen als solche, haben Zutritt._ Lokales. Wenn man einen Schutzmann belehren will. Wer sich mit Schutzleuten einläßt, der zieht dabei gewöhnlich den Kürzeren. Das mindeste, worauf er sich gefaßt machen darf, ist ein polizeiliches Sttafmandat wegen Erregung eines Auflaufs, Ver- Übung groben Unfugs usw. Zu seinem Schaden hat das dieser Tage wieder ein Mann erfahren müssen, der nicht ein stummer Zuschauer bleiben wollte, als in seiner Gegenwart ein Schutzmann seiner Amtspflicht zu eifrig nachkam. Er hielt es fiir sein Recht, den Beamten darüber zu belehren, daß er im Irrtum sei und sich vergriffen habe. Aber die Geschichte hat für ihn damit geendet, daß die Polizei ihm selber eine Lehre gab. Der vorwitzige Schutzmannsbelehrer, ein Tischler, hatte auf dem Alexanderplatz sich aus einer Bank niedergelassen, um auszu- ruhen. Neben ihm saß ein junger Mann, der den Kopf hängen ließ. Auf den Tischler machte er den Eindruck, daß ihm unwohl sei. Alsbald hatte auch ein Schutzmann den hängenden Kopf bemerkt, aber da Schutzleute die Menschen mit andren Augen zu betrachten pflegen, als wir gewöhnlichen Staats- bürger, so war dem Beamten sofort klar, daß der Kopfhänger nicht krank war, sondern nur schlief. Und alldieweil es selbst bei ärgster Sonnenglut nicht geduldet werden kann, daß jemand am helllichten Tage auf offener Straße einnickt, so kam der scharf- äugige Beamte auf den in klsKrauti ertappten Schläfer zu und nötigte ihn aufzustehen und weiterzugehen. Indem er ihm dabei half, entwickelte er mehr Kraftaufwand, als dem Kopfhänger erwünscht war. Aber der Schutzmann kannte seine Pflicht, ließ sich auf keine Unterhandlungen ein und brachte den Säumigen rasch auf die Beine. Das war nun aber seinem Nachbar, dem Tischler, ganz und gar nicht recht. Weil er, wie gesagt, den jungen Mann für krank hielt und durch die von ihm gestammelten Eutschuldiguiigen in dieser Ansicht bestärkt wurde, so stellte er den Schutzmann wegen der nachdrücklichen Art seiner Hilfeleistung zur Rede. Im nächsten Augenblick hatte der Schutzmann ihn selber beim Wickel und ging mit ihm los. Jetzt erklärte mit einem Mol der Tischler, auch er sei krank, er habe am Tage vorher einen Rippenbruch erlitten. In der That hatte er sich eben erst bei einem Arzt untersuchen lassen, war dann nüt dem auf„Rippenbruch" lautenden Krankenschein(den wir gesehen haben) nach dem Bureau der Orts-Krankenkasse der Tischler gegangen und hatte auf dem Heimwege sich auf dem Alexauderplatz ausruhen müssen. Aber der Schutzmann ließ sich auch ihm gegenüber aus keine Verhandlungen ein, sondern brachte ihn im Schub auf die nächste Polizeiwache. Dort oben nahm dann die Sache den üblichen Verlans. Als der kranke Tischler nach längerem Verweilen wieder freigegeben wurde. wies er auf seinen Rock hin, der die Berührung mit der Polizei nicht vertragen hatte und aus den Nähten gegangen war. Er meinte, daß er so doch nicht über die Straße gehen könne, aber ein paar der anwesenden Schutzleute gaben ihm zu verstehen, daß es doch ratsamer sei, sich nun schleunigst zu empfehlen. Als der Entlassene noch fragte, ob man ihm nicht Name und Nummer des Schutzmanns nennen wolle, antwortete man:„Das kriegen Sie über acht Tage zugeschickt I" Der Manu wollte nicht recht glauben, daß die Polizei so eut- gegenkommend sein und sich diese Mühe machen werde. Er ging daher am andren Tage noch einmal zur Wache und trug einem Wachtmeister den Fall vor. Auf Verlangen gab ihm der schon jetzt Stummer und Namen des Schutzmanns an, aber als unser Tischler auf den Rock und den Rippenbruch zu sprechen kam, wurde ihm erwidert, die Polizei sei doch nicht dazu da, ihm seine Sachen zu flicken, und man könne auch nicht von einem Schutzmann verlangen, daß er einen Sistierten gleich auf der Straße ärztlich untersuchen lasse. In der nächsten Woche wurde dann dem Tischler Name und Nummer des Schutzmannes thatsächlich noch schwarz auf weiß zugeschickt. Die Zuschrift begann:„Sie haben am 27. Juli dieses Jahres gegen 3lf2 Uhr nachmittags auf dem Aleranderplatz, Ecke Grunerstraße, dadurch groben Unfug erregt und einen Auflauf erregt, daß Sie, als ein Aufsichtsbeamter einen auf der Bank schlafenden Mann weckte, laut skandalierten und schimpften. Der wiederholten Aufforderung eines Aufsichtsbeamten. Sich ruhig zu verhalten und weiter zu gehen, haben Sie keine Folge geleistet. Die Ucbertretung wird bewiesen durch das Zeugnis des Schutz- manns Knaak, 4636." Aus dem übrigen Juhalr des Schreibens er- sah der Empfänger, daß sein Versuch, einen Schutzmann zu belehren, mit fünf Mark bewertet worden ist. Aus den städtischen Heimstätten für Genesende bekommt das Heimstättenkuratorium allwöchentlich die vorgeschriebenen Berichte über die Frequenz. Diese Berichte lauten nun schon seit Monaten übereinstimmend:„Es ist kein Bett frei!" Die frei werdenden Betten werden jedesmal sofort wieder belegt. An Anwärtern ist ja kein Mangel; es sind so viele vorgcvicldci, daß deispielsweise in Giitergotz, der Heimstätte für lungenkranke Männer, die Warte- zeit jetzt schon längst nicht mehr nach Wochen, sondern nach Mo- naten zählt. Die Berichte enthalten Angaben auch über diese Vormeldungcn und über die W a r t e z e i t. Scbon im Frühjahr haben wir mehrfach daraus hingewiesen, wie von Woche zu Woche die Zahl der Vor- Meldungen immer mehr anschwoll und dementsprechend die Wartezeit immer mehr sich verlängerte. Im Juni und Juli haben diese Zustände sich natürlich noch bedeutend verschlimmert. Die ersie Hälfte des Juli bildet in der Regel den Höhepunkt. In seiner zweiten Hälfte be- ginnen die Vormeldungen nachzulassen, und es verringert sich dann auch wieder die Wartezeit, die den jetzt etwa noch um Aufnahme nachsuchenden Pfleglingen zugemutet werden muß. Es ist begreiflich, daß der Rückgang schon so zeitig beginnt: denn wer sich im Juli beispielsweise für Blankenburg(genelende Frauen und Wöchnerinnen) ineldet. der kommt erst im September heran, und wer in Gütergotz aufgenommen werden will, muß sich bis zum Oktober gedulden, wo da draußen schon wieder der unfreundliche Herbstwind über die ab- gcerntctcn Acckcr streicht. Diesmal ist der Umschwung noch etwas später als sonst ein- getreten. Nur in der Heimstätte Heinersdorf(genesende Männer) werden nächstens wieder normale Zustände sein. Am letzten Sonn- abend waren dort nur noch sieben Personen vorgemeldet und die Wartezeit dauerte nur noch zwei Tage. Dagegen waren an dem- selben Sonnabend noch vorgemcldet: 129 Personen in Blankenburg (genesende Frauen und Wöchucrinncii). 31 Personen in Blnnkciiselde und Malchow(beide für lungenkranke Frauen), 218 Personen in Gütergotz(lungenkranle Männer), und die Wartezeit datierte: für Blankenburg noch 54 Tage, für Blankenfelde und Malchow 29 Tage, für Gütergotz 82 Tage. Wer also für Gütergotz sich Anfang August gemeldet hat, der hat Aussicht, Ende Oktober aufgenommen zu werden! Wir haben oft gezeigt, daß solche Zustände zu danken sind der Langsamkeit und Lässigkeit, mit der der Magisttat und die fteisinnige Mehrheit der Stadtverordneten an die Vermehrung der Heimstätten herangegangen sind. In der Stadtverordneten-Ver- sammlung ist ja erst wieder bei der diesjährigen Etatsberatung den Socialdemokraten, die den Mangel an Heimstätten beklagten, vom Magistrat ganz dreist geantwortet worden, die Stadt thue in dieser Hinsicht immer noch mehr, als ihre Pflicht sei. Falsche Fleischstempel. Berliner und Reinickendorfer Kriminal« beamte haben bei einer nächtlichen Untersuchung mehrerer Fleischereien in Reinickendorf ein geradezu haarsttäubendes Ergebnis erzielt. Am 14. v. M. wurde der auf dem Schlachthofe Berlin an der Eldenaer« stratze angestellte Stempler Christian Schallnat aus der Kochhann- straße 19 angehalten, weil er mit einem Fleischstempel auf Reinicken- dorfer Gebiet bettoffen wurde. Seit längerer Zeit wurde ein reger Verkehr zwischen ihm und Reinickendorfer Schlächtermeistern beobachtet. Schallnat hatte sich nun zur Erklärung seiner Anwesenheit mit dem Stempel das folgende Märchen ausgedacht. Er habe den Stempel in einem Wirtshause der Dircksenstraße an der Markthalle gefunden und dabei beobachtet, wie zwei Schlächter den Stempel suchten und zwei Meister in Reinickendorf nannten. Er sei auf dem Wege, den Eigen- tümern den Stempel auszuliefern. Das Gegenteil wurde ihm damals nicht nachgewiesen, so daß er entlassen werden mußte. Bei seinen Vernehmungen machte er aber sich widersprechende Angaben, so daß er später festgenommen wurde. Der Kriminalpolizei gelanges, in einem 76jährigen Mann den zu ermitteln, der den Stempel auf Bestellung an Schallnat geliefert hatte. Jetzt sollten auch die Meister ermittelt werden, die infolge falscher Stempelungen minderwertes und krankes Fleisch nach Berlin auf den Markt bringen. Ein Berliner Kriminalkommissar besetzte daher zwei Gehöfte in Reinickendorf und hielt unter Hinzuziehung des Professors Eggeling von der königlichen Hochschule bei den Meistern Koch, Amendestr. 94, und Korb, Amende- straße 9, Durchsuchungen ab. An der elfteren Stelle wurden mehrere Stücke tuberkulösen Fleisches und eben solche Leber be« schlagnahmt; an der letzteren fand man geradezu haar« sträubende Zustände. Schon beim Betteten des Grundstückes schlug den Beamten ein pestartiger Geruch entgegen. In einemBlech- kästen auf dem Hose stand tuberkulöses Fleisch, das schon mehrere Wochen alt und in Fäulnis übergegangen war. Die Dunggrnbe wurde zum Aufbewahren der Geschlinge von den geschlachteten Tieren benutzt. In einem im Schlachthaus eingemauerten Kessel, der l'/o Meter im Durchmesser hat, befanden sich Fleischabfälle, die von Maden wimmelten. Auf die Frage des Professors und der Beamten, was mit dem ttiberkulösen und verfaulten Fleisch ge- schehe, antwortete Meister Koch, daß er es erst völlig verwesen lasse und dann Schweine damit füttere.(Guten AppetitI) Dem Fleischbeschauer Rehberg, den man ebenfalls hinzugezogen hatte, lvaren die Fragen der Beamten sehr peinlich und er nahm plötzlich eine Sublimatpille. Die Beamten hatten dies gesehen: er mußte sie aus« speien und sollte, nachdem ihm ein Arzt den Magen ausgepumpt hatte, nach einem Krankenhause gebracht werden. Dem widersetzte er sich aber und konnte auch schließlich entlassen werden. Beide Schlachthäuser wurden amtlich geschlossen. Als aber die Beamten den Rücken wandten, war Herr Korb jun. durch eine zweite Thür, zu der anfangs kein Schlüssel vorhanden war, wieder in das Schlachthaus getreten, um in Ver- wesung übergegangenes Fleisch zur Herstellung von Wurst einzusalzen. Die Untersuchungen der Kriminalpolizei haben zu einem immer- hin wichtigen Ergebnis geführt. Außer dem Messingstempel, den der Stempler Schallnat führte, waren noch Kautschukstempel in Ge- brauch. Diese hat der Schlächter Wiebecke aus Rixdorf verttieben. Er wurde gestern aus Rixdorf nach der Berliner Kriminalpolizei geholt und hat bei dem mit ihm vorgenommenen Verhör einen Handel mit Stempeln auch zugestanden. Er ließ die Stempel in Berlin herstellen und verkaufte sie an die Schlächtermeister, die damit ihr Fleisch stempelten und eS dann auf den Markt brachten. Auch aus Weißensee wurden der Schlächtermeister F i n k e und die Frau B e h m geholt, die ebenfalls einen solchen Stempel gebraucht haben. In vielen Fällen ist der Nachweis, daß die verdächtigen Meister falsche Stempel besaßen, nicht gelungen, da über die Angelegenheit Schall« nat eine Notiz in die Presse gelangte und einer An« zahl von Meistern die Notwendigkeit an die Hand gab, sich der Stempel schleunigst zu ent« ledigen. So ist auch zu erklären, daß von verschiedenen Stellen aus Reinickendorf und Weißensee in der letzten Zeit nur wenig Fleisch im Vergleich zu früher in den Handel gebracht wurde. Aus dem Fenster sprang DienStagmittag 2'/» Uhr in der Prinzen« straße 101 eine unbekannte Frau, die sich, nachdem sie Jackett und Hut abgelegt hatte, aus dem Bodenfenster auf den Hof herabstürzte. Die Unglückliche, die schwere innere Verletzungen und einen mehr- fachen Bruch des linken Beines erlitt, wurde durch einen berittenen Schutzmann per Droschke nach dem Krankenhause am Urban ge- bracht. Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete sich am Dienstagmorgen in der R i ch a r d st r a ß e in Rixdorf. Der bei der Großen Berliner Straßenbahn angestellte 29 Jahre alte Oberschlosser Friedrich Bretschneidcr revidierte die Oberleitung, stürzte dabei vom Turm- wagen herab und zog sich außer andren Verletzungen einen kompli- zierten Schädelbruch zu. Man schaffte den Verunglückten nach dem nahen Krankcnhause, wo er noch während der Einlieferung verstarb. In einem Anfall plötzlicher Geistesstörung wollte sich die un- verehelichte Margarete R. von einem Balkon des Hauses Kaiser F r i e d r i ch st r. 125 in Rixdorf auf die Sttaße stürzen, konnte aber noch rechtzeitig zurückgehalten werden. Der hinzugezogene Kreisarzt konstatierte gemeingefährliche Geisteskrankheit, worauf das unglückliche Mädchen durch die Polizei einer Heilanstalt zugeführt wurde. Wiederum wird eine Lysolvergiftung gemeldet. Die 44 Jahre alte Bcamtcnlvitwe Martha Krüger aus der Brunnenstt. 193 litt an Atemnot und war seit 2 Tagen bettlägerig. Als ihre Wirtin gestern morgen zum Einkaufen ausging, benutzte sie die Jett, um sich zu vergiften. Sie wurde bewußtlos, aber noch lebend angettoffen) ein Arzt von der Rettungswache III pumpte den Magen aus und ließ die schwer leidende Frau in einem Rettungswagen nach emem Krankenhaus bringen. Wie sie zu dem Lysol gekommen ist. von dem noch ein Rest auf dem Tische stand, ist nicht bekannt. Eine brave That! Am Sonnabend, den 7. d. M., nachmittags Vz3 Uhr stürzte ein 12 jähriger Knabe aus Unvorsichttgkett bei der Gasanstalt in der Nähe der sogenannten Schillerwiew zu Charlotten- bürg in den.Verbindungskanal" und war in der Gefahr des Er« trinkens, da der Kanal dort ziemlich sief csi und die ab» schüssigen, gemauerten Uferquaies ein Herausklimmen unmöglich machen. In der höckisten Gefahr sprang der des Weges kommende Gasarbeitcr Albert Liedtke, Berlin, EmSenersttaße 14 wohnhaft, in voller Kleidung dem schon zum zweitenmal unter- gesunkenen und wieder auftauchenden Knaben nach und rettete ihn mir eigner Lebensgefahr vor den, Tode des Ertrinkens. Der Knabe ist mit dem unfreiwilligen Bade und dem Schreck glücklich davongekommen. Fciicrbcricht. Ein Dachstuhlbrand kam gestern in der Wallner- Thcaterstr. 37 ans»och nicht ermittelter Ursache zum Ausbruch. Die Feuerwehr mußte längere Zeit Wasser geben, um die Flamme« zu Löschen. Gleichzeitig hatte die 2. Compagnie in der Großen Frank Vermißt wird seit dem 7. ds. Mts. der Schüler, Walter Stabenow, geboren 15. Oftober 1890 in Pinnow, Kreis Anger münde, Rodenbergstraße 5, bei den Eltern wohnend, 1,60 Meter groß, blond, Augen bläulich, Gesicht länglich und blaẞ, Bekleidet war derselbe mit dunkelgrauem Jackettanzug, blauer Müze, braunen Segeltuchschuhen, schwarzen Strümpfen, weißem Hemd und Chemisett und schwarz farriertem Schlips. Etwaige Mitteilungen über den Verbleib des Stabenow werden in jedem Polizeirevier oder im Polizeipräsidium, Zimmer 332 II, entgegengenommen ev. wird um Nachricht zur Tagebuch- Nummer 6987 IV 35. 04 ersucht. Aus den Nachbarorten. " " " Briefkaften der Redaktion. E. T. Ueber Verleger und Drucker des Blattes Deutsches Reich" ift uns nichts bekannt. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 lbr. Ober- Schöneweide. In der Angelegenheit des von seinem Amte| Sigung der Kommission erscheinen, deren Einsetzung der Magistrat furterstr. 116 zu thun, wo ein größerer Brand in einer Schuh- suspendierten Gemeindevorstehers Eckardt bereiten eine Anzahl heute beantragt. Genosse Rieger fragte den Magistrat so von un macherei ausgekommen war und u. a. Ledervorräte brannten. hiesiger Einwohner eine Petition vor, welche wünscht, daß Eckardt gefähr, ob man denn etwa in nächster Zeit ein paar BombenattenGestern abend um 8½ Uhr erfolgte ein Alarm nach der Schloß- wieder in sein Amt eingesetzt wird, da noch die Berufungsinstanz fate in Spandau erwarte, denn es sei absolut nichts geschehen, was freiheit. Vor dem Nationaldenkmal schlugen aus einem der zu urteilen hat. Bezeichnend ist die Art und Weise, in welcher die Vermehrung der Polizeikräfte rechtfertigen fönnte. Schließlich Kandelaber infolge elektrischen Kurzschlusses mächtige Flammen gewisse hiesige bürgerliche Größen, denen Eckardt in seiner Thätig werden in die gemischte Kommission zehn Mitglieder aus der Verempor. Die Leitung wurde geschlossen. Schaldecken und Balken keit wohl nicht ganz zu Willen war, durch Verbreitung von allerlei sammlung, darunter unsre Genossen Pieper, Rieger und brannten Friedrichstr. 113, Gardinen, Möbel, Papier u. a. Frieden- Klatschnachrichten in Berliner Sensationsblättern gegen Scholz gewählt. In geheimer Sigung werden u. a. noch die drei straße 31, Graunstr. 3 und an andren Stellen. In der Virchow- ihn Stimmung zu machen suchen. Es wird hier in bürger- Vertrauensmänner für die Feststellung der Schöffen und Gestraße 4 mußte ein Wohnungsbrand gelöscht werden. Durch die Ent- lichen Kreisen rückhaltlos, als als in lobendem Gegensatz dazu schworenenliste gewählt. Hierbei wählte die Versammlung schlossenheit eines Feuermannes wurde ein Brand in der Hollmann- stehend, die Haltung des" Vorwärts" in dieser Sache zum erstenmal auch einen Socialdemokraten in der Person straße 17, wo Asphalt sich entzündet hatte, im Entstehen gelöscht. anerkannt. Allerdings liegt für die hiesige Arbeiterschaft des Stadtv. Ducksch. kein Anlaß vor, anders als vom Standpunkt der Bedeutung für Spandau. Ueber den Wert eines Regierungss die Gemeinde diese Angelegenheit zu behandeln. Sensation liegt ihr fern. versprechens stellen die Arbeiter der hiesigen Staatsbetriebe zur Zeit praktische Betrachtungen an. Nachdem die Forderung der Profitgier. Zu dieser Notiz in Nr. 178 des Vorwärts" erhalten Staatsarbeiter nach einer gründlichen Aufbesserung ihrer Löhne in wir folgende Buschrift: den letzten Jahren stets mit dem Hinweis beantwortet wurde, daß Zur Steuer der Wahrheit erwidern wir auf den Bericht in Bälde die im Gange befindlichen amtlichen„ Erhebungen" zum aus der 1. Beilage der Nr. 178 des Vorwärts" mit der Spigmarke Abschluß gelangen sollten und daß alsdann mit Sicherheit eine Profitgier" folgendes: Das Urteil des Herrn Verfassers gründliche Abänderung der geltenden Lohnordnung zu erwarten fei, wird durchaus nicht durch Sachkenntnis getrübt, wie wir nachstehend haben sich die Vertrauensseligsten unter den Staatsarbeitern beweisen werden. Die Spandauer Dampfschiffahrts- Gesellschaft be- in der süßen Hoffnung getröstet, daß ein solches Versteht bereits seit dem Jahre 1874 und hatte bis zum Jahre 1893 in sprechen doch zweifellos auch gehalten werden würde. Ge= In Treptow Baumschulenweg ist von dem Turnverein Tegel allein eine eigne Brücke am Tegeler See und erst als Herr legentlich der diesjährigen Beratung des Militär Etats Jahn", Mitglied des Arbeiter- Turnerbundes, welcher sich in Holz jah, daß wir von dort aus dem Verkehr auf dem Tegeler See im Reichstage wurde aber vom Ministertische aus der Monat Mai erfreulicher Entwicklung befindet, eine Damen- Abteilung ge- und der Oberhavel einen ungeahnten Aufschwung gaben, erwarb er als der Zeitpunkt bezeichnet, bis zu welchem das verheißene Wunderbildet worden, welcher schon eine größere Anzahl Damen beigetreten sich an dem inzwischen befestigten Bollwert ebenfalls eine Landungs- find, genannt die neue Lohuordnung, voraussichtlich geboren werden find. Die Turnabende finden vorläufig jeden Mittwochabend von stelle. Dem Herrn Einsender stellen wir gern einen unsrer Fahrpläne, würde. Nun ist der Monat Mai verstrichen und es ist fast ein 812-10 Uhr statt. Damen als Gäste sind sehr willkommen. die strikte innegehalten werden, zur Verfügung und bitten ihn, uns weiteres Vierteljahr darüber ins Land gegangen, aber von der neuen Wintergarten. Die Eröffnung der neuen Saison im Winter- einen solchen des„ Vater Holk" von diesem Jahre zu beschaffen. Uns Lohnordnung ist nichts zu hören und zu sehen. Nachgerade sollte garten findet am Dienstag, den 16. August, statt. Der Vorverkauf Weil Herr Holz sich eben an keine bestimmte Fahrzeit bindet, waren sicherste und zuverlässigste Mittel, war es noch nicht möglich, einen solchen zu Gesicht zu bekommen. auch dem einfältigsten Arbeiter die Erkenntnis dämmern, daß das für die Pläge beginnt am Sonnabend, den 13. Auguſt cr. seine Lage zu verbessern, gerade die Gefahren der Kollisionen am Leuchtturm in dieser Saison einzig die gewerkschaftliche Organisation ist, und daß besonders groß. Dazu kam noch, daß durch das Anlegen zweier man nur dann sicher sein kann, in seinen Erwartungen Reedereien an einer Brücke oft Verkehrshindernisse dadurch ent- nicht getäuscht zu werden, wenn man nicht geduldig standen, daß Passagiere mit Billets des Herrn Holtz von unsern auf ein Einsehen der in Betracht kommenden Instanzen hofft und Lichtenberg. Die Einwohnerzahl des„ Dorfes" ist am 1. August Schiffsführern mit dem Bemerken zurückgewiesen werden mußten, harrt, sondern frisch ans Werk geht, sich das mutig zu er auf 49 450 gestiegen. Der Einspruch einiger Grundbesizer, denen sie gelten nur zur Fahrt auf den Schiffen des Herrn Holz. Um fämpfen, was den Arbeitern unter nichtigen Ausflüchten ver fich auch einige Gemeindevertreter als„ Privatpersonen" angeschlossen hierdurch entstandene Verwirrung und Unannehmlichkeiten beim weigert wird! Der gegenwärtige Lohnkampf in der„ Musterhaben, gegen das Drtsstatut vom 30. Oftober 1902, dem rückwirkende Bublikum ferner zu vermeiden, stellten wir Herrn Holz unsre Brücke bude" von Orenstein u. Koppel sollte endlich auch die Staatsarbeiter Kraft bis einschließlich 1897 beigelegt wurde und nach welchem die an der Moltkestraße unentgeltlich zur Verfügung. Auch dem dazu bringen, sich der Lethargie zu entreißen! Grundbesizer zu 75 Broz. der Bürgersteig- Regulierungskosten heran- Eigentümer der Brücke am Leuchtturm, Herrn Weihrauch stellten gezogen werden sollen, ist nun auch vom Bezirksausschuß als der wir unter Begründung der vorhingenannten Hindernisse schon im zweiten Instanz zu Gunsten der Gemeinde entschieden. Da bekannt- Frühling anheim, sich für eine der beiden Reedereien zu entscheiden. lich die„ Grundbesizer" ein besonderes Interesse" an der Ent- Seine andauernde unschlüssigkeit bewog uns, bei der zuständigen wicklung der Gemeinde bekunden, dürfte der Prozeß noch nicht be- Behörde im Interesse der Sicherheit des Publikums die Verlegung endet sein. Als Entschädigung für die Niederlage der Privi- unsrer Abfahrtsstelle nach der Moltkestraße( Tegelort) zu beantragen. legierten" teilt das hiesige Ortsblatt" zum Nutz und Frommen Letzteres ist uns auch bereitwilligst genehmigt worden. der Interessenten" das Aktenzeichen des Prozesses Hausschild" zur Des weiteren bemerken wir, daß die in Rede stehende Brücke gefälligen Kenntnisnahme mit. In diesem Prozeß haben bekanntlich sechs Jahre länger als die Badeanstalt besteht, und von uns auch, die Grundbefizer endgültig erstritten, daß eine Observanz am Drte wenn es erforderlich war, benutzt wurde. Zum Schluß sei noch beK. 26. Das Versprechen enthält die rechtsgültige Zusage der Er. nicht besteht und demzufolge die Gemeinde den Grundbesitzern die bis 1896 merkt, daß der ganze Bericht auf uns den Eindruck macht, als ob er höhung des Lohnes um ein Monatsgehalt für diejenigen, die ein Jahr im aufgewendeten Bürgersteig- Regulierungskosten zurückerstatten muß. bestellte Arbeit wäre, dem wir nichts weiter entgegen zu stellen Betriebe thätig sind. Wer am 1. Januar eingetreten ist und 80 Mark Grundbesizer George will der Gemeinde beweisen, daß" man" seinen brauchen wie die nackte Wahrheit, wie es oben geschehen ist. Bu monatlich Sehalt erhielt, hat am nächsten 1. Januar 80 Mark ertra zu ver Willen nicht ungestraft außer acht lassen darf. Die Stadt Berlin näherer Auskunft bitten wir, dem Verfasser bei seinem nächsten langen. Diese Gehaltsforderung ist wie jede andre beim Gewerbegericht 5. G. 30. 1. Der Stadt Berlin steht( auf Grund der hat mit den Kanalisationsarbeiten in der Scharnweberstraße auf- Hiersein nicht zu verfehlen, unser Comptoir in Tegelort aufzusuchen, einzuflagen. hören müssen, weil Herr George, obwohl im Mai von ihm die Ver- wo wir die umfassendste Aufklärung über die Verkehrsverhältnisse 88 50 fg. Titel 19 Teil II A.-L.-R. und des Resfripts vom 2. Juli 1801) ein Erbrecht auf den ganzen Nachlaß der bis an ihr Lebensende außerhalb pflichtung eingegangen war, innerhalb vier Wochen das benötigte auf der Oberhavel und dem Tegeler See bereitwilligst erteilen einer städtischen Armenanstalt I a u send unterstützten Personen zu. Ebenso Straßenland zur Freilegung der Scharnweberstraße kosten- und werden. steht ihr ein Erbrecht in den Nachlaß der unentgeltlich bis zu ihrem AbLastenfrei aufzulassen, die Auflassung noch immer nicht bewirkt und Unser Gewährsmann bemerkt uns hierzu: leben in den Anstalten verpflegten Hospitaliten zu. In dem Fall, daß solche nun das Betreten feines Grundstücks untersagt! Durch diese Maß- Wie bei vielen Berichtigungen, so gehts auch hier; man be- Personen eine Ehefrau oder eheliche Nachkommen hinterlassen, steht diesen nahme will G. die Gemeinde zwingen, die Erteilung eines Pflaster- richtigt etwas, was gar nicht behauptet wurde oder aber ganz der Pflichtteil zu. Soweit Ihre Anfrage erkennen läßt, kann in Ihrem tonsenses für die Straße 35 zu beschleunigen, obwohl ihm bekannt nebensächlich ist. Ob die Spandauer Gesellschaft bereits Fall von einem Erbrecht feine Rede sein. Es ist im Interesse einer genauen Beantwortung dringend zu raten, ist, daß erst die Schulhausbaufrage in dem Drtsteil geregelt werden im Jahre 1874 eine Anlegestelle hatte, unt nach Spandau nicht allgemein gehaltene Fragen 8 it formu. muß. Ermutigt zu einem solchen Beginnen ist der Herr durch das zu fahren oder nicht, kommt für die Beurteilung der lieren, sondern den Fall selbst genau zu schildern bisherige Entgegenkommen gegenüber dem Grundbefit"! Daß wirklichen Sache gar nicht in Betracht. Thatsache ist, daß der und an die Schilderung die Frage anzufügen. 2. Das wieder einmal ein Grundbesizer" sein Gemeindevertreter- Mandat Einsender bereits vor 15 Jahren mit Holz nach Tegelort resp. Erbrecht tritt erst mit dem Tode des zu Beerbenden in Kraft. Werden die nicht ausüben kann, weil bei ihm Steuern nicht einzuziehen sind, Heiligensee gefahren ist, und daß heute noch eine große Zahl Be Kinder Erben, so erben sie auch die Schulden mit. Db in Breußen seit sei nebenbei erwähnt. wohner vorhanden sind, die ausschließlich von demselben befördert dem 1. Januar 1900 den Armenverbänden ein Recht auf Rückerstattung zu Schöneberg. Das städtische Statistische Bureau hat bezüglich wurden. Ob H. einen Fahrplan befißt, thut hierbei nichts zur Sache. steht, ist streitig. Die Frage ist nach zutreffender Ansicht zu verneinen. In berneinendem Sinne hat das Reichsgericht bereits vor dem 1. Januar 1900 des Grundstückswechsels, der in diesem Jahre hierselbst Ebensowenig, wer schuld an den häufigen Kollisionen, die hier zu für die Rheinprovinz und das hannoversche Gebiet entschieden. Eine nach stattgefunden hat, folgende Aufzeichnungen zusammengestellt. In gegeben werden, ist. In meiner Einsendung habe ich von beiden 1900 erlaffene Entscheidung des Reichsgerichts auf diesem Gebiete ist uns den ersten 6 Monaten haben 193 Grundstücke, und zwar 113 bebaute Unternehmen gesprochen und damit gesagt, daß der eine so schuldig nicht bekannt. 3. Der Tod giebt den Erben das Recht, den Mietsvertrag und 80 unbebaute den Besizer gewechselt. Mit Ausschluß der durch ist wie der andre. Worum es sich dreht, ist folgendes: Die unter Einhaltung einer Bierteljahrsfrist vorzeitig zu fündigen. Ist der Tod Vererbung oder Schenkung in andern Besitz übergegangenen Grund- Spandauer Gesellschaft legt nicht mehr an der Anlegestelle Leucht- in der Zeit vom 1. Juni bis 30. September erfolgt, so tanı: also der Erbe Stücke, deren Zahl 11 beträgt, stellt sich der Gesamtumfaß für die turm an, weil auch der andre Unternehmer dort beilegt. Eine große und der Wirt den länger laufenden Vertrag bis am 3. Oftober zum 1. Januar fündigen. E. B. 4016. 1. und 2. Ja. 3. und 4. Nein. bebauten Grundstücke auf 25%, Millionen Mark, und für die un- Bahl in dieser Gegend wohnender Personen sind daher gezwungen, O. R. 15. Gegen den Ausweisungsbefehl steht Ihnen als Deutscher bebauten auf 13 Millionen Mark, zusammen auf 38 Millionen wenn sie nach Spandau oder Tegel fahren wollen, einen großen Ausländer haben das Recht nicht Beschwerde an den) berpräsidenten, Die Legung des großen Schöneberger Umweg zu machen, um die neue Haltestelle zu erreichen. Der Be- gegen dessen ablehnenden Bescheid Klage beim Oberverwaltungsgericht zu. Kanalisationsdruckrohrs nach den Rieselgütern bei ſizer des Grundstücks zwischen Leuchtturm und Anlegestelle hat durch Grit nach rechtskräftigem Entscheid dieses Gerichts tritt der Befehl für Sie Ragow- Brufendorf ist jest innerhalb der Gemarkung Tempelhof in Anschlag bekannt gegeben, daß der Weg durch sein Gehöft nur für in Straft. Sind Sie in der That nur wegen Jagdvergebens bestraft, so Angriff genommen worden. Die Einlegung des einen Meter im Treidelzwecke gestattet wird. Viele der Sommergäste, die darauf ist selbst bei der reaktionären, polizeilich vorgebildeten inschauung des Durchmesser umfassenden Druckrohres hat die Gemeinde Tempelhof halten müssen, pünktlich ihre Wirkungsstätte zu erreichen, und die im Oberverwaltungsgerichts nicht anzunehmen, daß Ihre Klage erfolglos fein nur unter der Bedingung gestattet, daß sie berechtigt ist, ihre Ab- Vertrauen auf den für diesen Sommer festgesetzten Fahrplan in wird. Die Art der Strafthat muß gemeingefährlich" für das Gemeinwesen wäffer aus dem jebigen Gemeindebezirt, ausschließlich des fiskalifchen der Gegend gemietet haben, sind in eine heifle Lage ge- fein. Die Bertilgung der in Berlin aufhaltsamen Tierchen dürfte auch von Oberverwaltungsrichtern eher als nüßlich wie gemeingefährlich erachtet Tempelhofer Feldes, in die Schöneberger Kanalisation überzuführen. raten. ein Verkehrs- Institut hat dem werden und ist nicht strafbar. M. O. Ja. N. It. Leider nicht. gegenüber eine gewisse Rücksicht Nach Fertigstellung der Tempelhofer Strede wird unverzüglich mit Reinickendorferstr. 25. Ja. Y. 1. Wenden Sie sich an einen der Verlegung innerhalb des Gemeindegebiets von Brik begonnen u üben. Daß die Brücke an der Moltkestraße selbst älter ist als wissenschaftlich vorgebildeten Arzt, zu dem Sie Vertrauen haben. Grundwerden, welches ebenfalls seine Abwässer in die Schöneberger Kanali- die Bade- Anstalt, wird gar nicht bestritten. Aber darauf kommt es fäßlich lehnen wir es ab, bestimmte Aerzte oder bestimmte Kliniken zu em sation überführt. Wir wollen hoffen, daß durch die gemeinsame auch gar nicht an. Es handelt sich hier um das unangenehme pjehlen. 2. Es ist möglich, gegen die Forderung aufzurechnen. Daß eine Benutzung der Kanalisation bei dem unvermeidlichen Anwachsen Faktum, daß das Baden daselbst nicht mehr den Genuß gewährt, Nachlaßforderung aus dem Accept besteht, hat der Testamentsvollstrecker zu der genannten Gemeinden in späteren Jahren feine Unzuträglich wie in früherer Zeit. Das Wasser am Ufer ist selten so rein, wie beweisen. Steineswegs ist durch Nichterwähnung der Forderung im Testa. ment diese getilgt. teiten entstehen werden. Tilgner. Der Austritt aus der Kirche in Preußen Die Badenden zogen vor, weit hinaus zu geschieht durch Erklärung usw. vor dem Amtsgericht des Wohnorts der AusBei der Mitte Mai d. J. vorgenommenen Erhebung des schivimmen, um sich zu erquicken. Jetzt wird durch die neue Anlege- fretenden. Sie können also in Berlin die Austrittserklärurig nur abgeben, Schöneberger Wohnungsmarktes wurden 1239( No- stelle das Wasser noch schlechter, den Badenden wird aber auch die wenn Sie in Berlin wohnen. Sie wohnen in Sachsen uno müssen deshalb bember 1903 1122) leerstehende Wohnungen ermittelt. Von der Möglichkeit genommen, hinaus zu schwimmen, weil jeden Augenblick bei dem Amtsgericht ihres dortigen Wohnfißes den Austritt erklären. Nach Zahl der zur gleichen Zeit überhaupt vorhandenen 32 809 Woh- Dampfer vorbeifahren. Das sind alles Unannehmlichkeiten, die dem sächsischen Gesetz vom 20. Juni 1870 find Sie( mustrittsberechtigt, Sie müssen den Austritt zu gericht nungen( November 1903 31 158) bildet die angegebene Zahl 3,78 meines Erachtens durch die Rigorosität der Gesellschaft hervorgerufen wenn Sie älter als 21 Jahre sind. Prozent( 3,60 Proz.). Es ist somit nur eine geringe Zunahme des find und deren Einführung durch den Profit diftiert wurde. Dieses lichem Protokoll erklären, dabei aber glaubhaft nachweisen, daß Sie dem Pfarrer Ihrer Parochie vier Wochen vorher die Absicht auszutreten zu er relativen Angebots festzustellen. Der Anteil der unvermieteten zu kennzeichnen, war der Zweck der Zeilen. Der zum Schluß der kennen gegeben haben. Das sächsische Gesez findet auch auf nichtsächsische Wohnungen beträgt bei den kleinen 1,98( 1,74 im November 1903)," Berichtigung" gemachte Hinweis der bestellten Arbeit charakterisiert Staatsangehörige Anwendung, die in Sachsen ihren bauernden Wohnsiz bei den mittleren mit 2-4 Zimmern 4,80, bei den größeren dieselbe zur Genüge. Bisher hat Einsender seine Ferien oder gar haben. Es tann die persönliche( mündliche) Anzeige beim Pfarrer gefordert Wohnungen mit 5 und mehr Zimmern 8,44 Bro3.( 8 Proz.). Der eine Beurlaubung wegen Erkrankung nicht benußt, um Nebenarbeiten werden. Mart. " Und Publikum inmitten des Sees. Ueberfluß an leerstehenden großen und mittleren Wohnungen gegen- für jemand zu verrichten auch für eine Dampfer Gesellschaft Marktpreise von Berlin am 8. Auguft. Nach Ermittelungen des über den fleinen ist also auch hier wieder festgestellt. Das geringste nicht Angebot von Wohnungen der letzteren Art weist das sogenannte Inselviertel auf, das größte das östliche Gebiet des Friedenauer Ortsteils. " zu die fgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Centner: Weizen**), gute Sorte 17,85-17,82 9., mittel 17,79-17,76., geringe 17,73-17,70 2. Roggen**), gute Sorte 14,05-14,04., mittel 14,03-14,02., geringe 14,01-14,00 M. Futtergerite*), gute Sorte 14,80-14,10 m., mittel 14,00 bis 13,30 m., geringe 13,20-12,50 M. Safer*), gute Sorte 16,40-15,70 m., 40,00-28,00 m. Speisebohnen, weiße 50,00-26,00 M. Linfen 60,00-25,00 m. mittel 15,60-15,00., geringe 14,90-14,30 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen Startoffeln, neue, 12,00-8,00 m. Richtstroh 0,00-0,00 m.eu 0,00-0,00 m. Für 1 Kilogramm Butter 2,60-2,00 m. Gier per Schod 4,00-2,40. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Wasserstand am 8. August. Ibe bei Auffig 0,76 Meter, Bet Dresden 2,19 Meter, bei Magdeburg+ 0,02 meter. Unstrut bei Straußfurt+0,80 Meter. Oder bei Ratibor+ 0,71 Meter, bei Breslau Frankfurt+ 0,18 Meter. Ober- Begel+4,14 Meter, bei Breslau Unter Begel 1,88 Meter, bei Weichsel bei Brahemünde+ 1,72 Meter. 23 ar the bei Posen- 0,00 Meter. Neze bei Usch+ 0,25 Meter. Aus der Stadtverordneten- Situng in Spandau. Ohne wesentliche Debatte bewilligte die Versammlung die geTreptow- Baumschulenweg. Das Rechnungsjahr für 1903 fchloß forderten 22 700 2. für die Pflasterung der Charlottenburger mit einer Etatüberschreitung von 11110 M. ab. Dieselbe ist zum Chaussee, jedoch unter der ausdrücklichen Bedingung, daß der zu größten Teil durch Zurückzahlen von Steuerbeträgen entstanden. pflasternde Teil sogleich auch mit den nötigen Rohrleitungen für Einen Beitrag zur Selbstverwaltung der Gemeinden liefert eine seit Be- und Entwässerung, sowie für Gas versehen wird. Die 1901 schwebende Eingabe, die Berufung der Volksschullehrer der Polizei- Angelegenheit", welche hierauf zur Verhandlung Gemeinde zu überlassen. Das Kultusministerium lehnt es natürlich fam und die außerordentliche Sigung veranlaßt hat, wurde von den ab, verspricht aber, Vorschläge wohlwollend entgegenzunehmen. Einen Stadtvv. Sturm( Kons.) und Rieger( Soc.) dazu benußt, um dem Antrag einer Anzahl Treptower Einwohner, bis zur Fertigstellung Magistrat bezw. Ober- Bürgermeister als dem treibenden Keil in des neuen Schulhauses in der Bouchéstraße eine Straffe für die kleinen dieser Sache, feinem außerordentlichen Eifer, Schulkinder, welche einen Weg von etwa einer Stunde nach dem Amts- Verwaltung der städtischen Polizei der Regierung in die Hände zu Schulhause haben, einzurichten, lehnte die Gemeindevertretung mit allen spielen, ein paar derbe und unverblümte Wahrheiten zu sagen. gegen die Stimmen unsres Vertreters ab. Jedoch soll die Schul- Nachdem mehrfach bereits seitens der Stadtverordneten die Berfommission neue Schulräume beschaffen, wenn die vorhandenen nicht staatlichung der Polizei abgelehnt worden war, wobei sich der ausreichen. Das dem Forstfiskus gehörige feilförmige Stüd Gelände Oberbürgermeister damals sogar als Gegner der Verstaatlichung diesseits des Kanals ist Treptow eingemeindet worden. Zur An- bekannt hatte, mußte es jest natürlich überraschen, daß der Oberlegung eines Hafens an dem Teltow- Stichkanal zwischen Kiefholz bürgermeister in jüngster Beit so äußerst energisch die Verstaatstraße und Canner Chaussee, gegenüber dem Hafen, welchen der lichung der Polizei betreibt. Forstfiskus erbauen läßt, wurden 12 500 M. der Kanalbauverwaltung Im Frühjahr d. J. haben die Stadtverordneten zuletzt ein überiviesen. Das Kanalisationsprojekt erfordert einen Kostenaufwand solches Ansinnen abgelehnt, nichtsdestoweniger aber erschien bont 2 300 000 m. Die Druckrohrleitung durch die benachbarten eines Tages eine Abordnung der Regierung in Spandau, um Gemeinden nach den Berliner Rieselfeldern Dsdorfs hat in wenigen Stunden, durch eine Droschten- Rundfahrt durch die Swinemde. 760 23 bis auf Briz zu einem befriedigenden Ergebnis geführt. Die Ge- Stadt, die lokalen Verhältnisse zu studieren". Das Ergebnis dieser Hamburg Berlin meinde Briz, welche nur durch die Körnerschen Sandgruben die Studienfahrt war denn auch, daß sich die Kommission von der NotRohre legen lassen will, berlangt, daß Treptow daselbst Straßen wendigkeit überzeugt hat, daß die vorhandenen Polizeikräfte bei anlegt. Hierüber sollen noch weitere Verhandlungen stattfinden. weitem nicht ausreichten und daß auch fünf neue Polizei- Wien Der Gemeindevorstand wurde beauftragt, eventuell andre Wege aus- wa chen( 1) einzurichten wären. Diese Studienfahrt wurde in der Wetter- Prognose für Mittwoch, den 10. August 1904. findig zu machen. Mit dem Bau der Pumpstationen und Sammel- Versammlung nach Gebühr fritisiert, und ziemlich allgemein wurde Ziemlich fühl, vielfach trübe mit schwachen Regenschauern und mäßigen stellen soll im Herbst d. J. begonnen werden. Es steht somit die der Wunsch laut, die Herren Regierungsvertreter, die bisher nur westlichen Winden. Vermietung der dritten Etagen in sicherer Aussicht. recht einseitig informiert seien, möchten doch einmal zu einer k " Witterungsübersicht vom 9. August 1904, morgens 8 Uhr. Stationen München Barometer. stand mm Wind. richtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 50.4° R. Stationen Barometer ſtanb mm Wind richtung Windstärke Better Temp. n. T. 2 bedeckt 11 4 bedeckt 15 Haparanda 751 ND 15 Petersburg 743 N 2 Regen 4 wolfig 16 Cort 3 halb bd. 16 Aberdeen 765 WNW 3halb bd. 14 2 Regen 15 Paris 766 NND 1 wolfig 17 763 2328 4 wolfig 763 23 767 D 765 NW 1 bedeckt 19 Berliner Wetterburegn 1.3iehung 2. Klasse 211. Nat. Breng. Lotterie. 283 309 516 21 61 628 819 118248 306 658 838 110287 Biehung vom 9. August 1904, vormittags Bur die Gewinne über 96 Mt. sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt ( Ohne Gewähr.) Nachbend verboten. 262 347 556 93[ 300] 682 780 904 28 45 1428 659 757 803 959 2067 108 44 81 276 312 31 559[ 300] 656 732 91 820 29 3051 227 43 55 465 549 52 613 71 4200] 876 4156 337 55 414 38 57 945 83 5055 82 225[ 300] 322 631 739 74 801[ 200] 39 6120 33 216 28[ 400] 341 79 529 800 7014 330 409 17 99 635 72 8224 55 596 748 9502 84 668 768 98 820 73 10055 99 268 77 727 46 53 880 984 11044 659 861[ 200] 94 955 12416 768 847 49 964 85 13171 75 227 870 14113 504 81 926 15088 128 84 217 48 301 777 899 992 16220 312 433 90 686 758 832 84 17081[ 200] 114 31[ 200] 371 519 734 845 995 18197 285 304[ 1000] 95 442 61 65 592 94 97 708 46 55 844 19005 97 315[ 200] 405 15 95 520 40 628 48 849 62 900[ 400] 20145 72 77 225 387 725 47 85 21031 92 131 221 34[ 200] 720 867 75 988 98 22172 85 539 668 795 928 61 23287 90 326 465 608 78 833[ 200] 83 904 90[ 200] 24052 81 195 205 75 469 87 659 61 88[ 300] 774 25038 74 675 717 845 906 26154 73[ 400] 82 307 48 414 41 50 576[ 200] 04 633 866 934 27037 43 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OF 18iehung 2. laffe 211. Fal. Breuß. Lotterie.| 108110 80 80 314 39 436 744 60 84 109068 215 89 Blehung von 9. August 1:04, nadmiflags/ Mar die Gewinne über 96 ML d den betreßenden Nummern tx slammern beigefügt, Ragbrad verboten. ( Ohne Gewähr 80 180 92 319 500 7 65 640 722 31[ 300] 881 908 48 2951 1122 201 22 27 474 513 89 606 894 914 15 53 54 159 315 43 430 515 720 892 917 27 78 3054 114 53 408 15 75 77 520 628 702 837 79 4038 314 33 36 564 83 613 44 775 801 960 5255 310 14 70 516 002 64 99 722 6015 41[ 200] 92 93 180 212 15 41[ 300] 76 92 323 98 516 34 708 845 929 7604 794 8042 1500] 56 199[ 200] 272 322 682 991[ 430] 9053-65 107 19 455 694 745 92 831 77 946 10346 562 622 11025 81 86 228 64 357 500[ 200] 27 664 850 92 917 85 89 12128 1000] 44 479.574 811 13109 11 24 95 300 41 483 585. 17 45 80 923 25 15058 14052 101 78 450 792 981 893[ 400] 914 22 111 20 229 373 411 14 534[ 200] 98 646 756 61 82 942 16057 302 460 64 895 96 944 17052 147 77 88 443 [ 200] 663 780[ 300] 831 913 18027 176 90 250 350 71 19131 357 69 583 632 458 534[ 200] 693 768 72 775 883 71 20195 296 348 79 89 412 38 54,657[ 400] 799 814 22169 21176[ 200] 239 96 340 518 741 930 94 226 67[ 200] 23146 78 298 436 549( 2001 79 651 962 24044 86 108 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Heute nacht ist die große Medgyaszaischer Dampf- Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diek' Verlag) ist soeben bas mühle samt großen Mehlvorräten und 12000 Centnern Weizen 45. Heft des 22. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir niedergebrannt. Bei dem Versuche einen größeren Geldbetrag und hervor: Bum internationalen Stongreß. Von Start Stautsky. Zur Lage die Bücher zu retten, hat sich der Sohn des Eigentümers lebens- in Holland. Bon Henriette Roland- Holst. Socialpolitisches aus den Begefährliche Brandwunden zugezogen. richten der Arbeitersekretariate für das Jahr 1903. Von Gustav Hoch ( Hanau). Das Verhältnis zwischen der socialdemokratischen Bartei und schau: der Gewerkschaftsbewegung. II. Von A. Bringmann. Litterarische Rundschau: Edgard Milhaud, La démocratie socialiste allemande. Von F. M. Abjatquellen für Schriftsteller. Von e. Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Duartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft tostet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Sur Eisenbahn- Katastrophe der Missuri- Pacific- Bahn berichtet, Daily Mail", daß ein furchtbarer Wolfenbruch die Stüßen der Brücke unterwaschen hatte. Die Lokomotivführer waren wegen des strömenden Regens und der Dunkelheit nicht im stande, etwas zu sehen. Nachdem die Lokomotive die Brücke passiert hatte, überschlug sie sich und fiel, den Rauch, Speise und Expreßaufenthalt weilende Professor Eller aus Zittau ist seit dem 4. d. M., Touristen- Unfall. Innsbrud. Der in Steinach zum Sommer wagen mit sich reißend, in den Fluß. Die Strömung aufenthalt weilende Professor Eller aus Zittau ist seit dem 4. d. M., tvar derartig, daß fte die schweren Wagen fortspülte. an welchem Tage er eine Tour auf den Badaunerkogl unternahm, 125 Personen waren im Zuge und zumeist in den herab- abgängig. Eine Rettungsaktion wurde eingeleitet. gestürzten Wagen. Zwei Schlafwagen blieben auf der Brücke Schiffsunfall. Wie man dem Fremdenblatt" aus Triest meldet, ft hen. Aber auch von ihren Insassen waren einige schwer ver- stießen in dem gestrigen Nachtmanöver in den Gewässern von Teodo wundet. Dem Hilfszug von Pueblo folgte ein zweiter mit Wagen die Torpedoboote Marabu" und" Kranich" zusammen. Beide boll Särgen. 25 Menschen wurden gerettet. Zweihundert Torpedoboote seien ziemlich schwer beschädigt und nach Pola gebracht Männer suchen nach den Verunglückten. 50 Leichen fand man im worden. Morast 12 Kilometer von der Unglücksstätte entfernt. Der eiserne Schrank des Expreßwagens war erbrochen und geplündert. Viele Leichen sind wahrscheinlich auf immer unter dem Schwemmsand begraben. Freiwillige sind aufgeboten und patrouillieren zum Schutz des Eigentums am Ufer. Der Zug war betannt unter dem Namen Weltausstellungs- Flieger". Bum Brande des Marine Arsenals in Toulon wird noch ge meldet: Der durch den Brand des Arsenals verursachte Schaden ist noch erheblicher als man zuerst annahm und beläuft sich auf ztvei Millionen. Sechs kleine Mädchen ertranken mit ihrem Vater im Mississippi bei Alton. Sie waren mit ihrer siebenten Schwester an den Fluß gegangen, um zu baden, und gerieten in der Dämmerung an eine tiefe Stelle. Nur das siebente Mädchen wurde gerettet. Es meint, daß der Vater von den Kindern, die sich in ihrer Todesangst an ihn anflammerten, mit in die Tiefe gezogen worden sei. Budapest, 9. August. Im Komitat Trentschin brannten in drei Ortschaften 175 Wohnhäuser mit etwa 330 Nebengebäuden nieder. In Trentschin- Nato tamen bei einem Brande drei Personen um. Aus den westlichen Landesteilen treffen Berichte über ausgiebige Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Die Weltausstellung in St. Louis. Hierauf: Der Gardasee. InvalidenMittwoch, den 10. Auguft. Sternwartet. 57/62. Anfang 7, Uhr: = Nenes königl. Opern Theater. Drpheus in der Unterwelt. Belle- Alliance. Gastspiel von Emil Winter Tymians Humoristen. Anfang 8 Uhr. # Schiller O.( Wallner Theater.) Undine. Weften. Liebeshandel. Berliner. Zapfenstreich. Neues. Einen Jur will er fich machen. Residenz. Die 300 Tage. Kleines. Nachtafyl Metropol. Ein tolles Jahr. Apollo. Venus auf Erden. Speciali täten Passage- Panopticum. Das Bärenweib, lebend. Der 16 jährige Riesenknabe Der lange Josef 217 ctm gross. Nada und Mnemos, Gedankenleser. Der Leichenfund. Aga, die schwebende Jungfrau. Alles ohne Extra- Entree. Chantant in Galata niedergebrannt. Mehr als 30 Personen find in Konstantinopel, 9. August. Bergangene Nacht ist das Café den Flammen ums Leben gekommen. Bisher wurden acht verkohlte Leichen aus dem Schutt gezogen. " Gregor. Erdbeben. Wellington( Neuseeland), 9. August. Heute vormittag Aus der Bewegung. um 10 Uhr 22 Minuten fand hier ein heftiges Erdbeben statt, wie Bon W. Kähler. es feit vielen Jahren nicht verspürt worden ist. Mehrere öffentliche Gebäude wurden schwer beschädigt und viele Privatfirmen und Familien haben große Verluste erlitten. Menschenleben sollen nicht in Mitleidenschaft gezogen sein. Die Erderschütterung wurde sowohl auf der Nord- wie auf der Südinsel wahrgenommen. Bon der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen ( Stuttgart, Dieg' Verlag) ist uns soeben die Nr. 17 des 14. Jahrganges Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: zugegangen. Aufruf der Vertrauensperson. Zur Frauenkonferenz in Bremen. Bon Breußen. II. Luise Bieb. Muß Strafe sein? Von Julian Borchardt, Königsberg in Zur Lage der Fabritarbeiterinnen in Görlig. Bon Anna Im Zeichen der Wohlthätigkeit. Von Wilhelm Holzamer. Brief von der Agitation in der Provinz Sachsen. Feuilleton: Späte Rosen. Bon Theodor Storm. ( Schluß.) Notizenteil: Gewerkschaftliche Arbeiterinnen- Organisation. weibliche Fabrifinspektoren. Socialistische Frauenbewegung im Ausland. Dem Internationalen Kongreß in Amsterdam widmet der Wahre Jacob" das Titelbild seiner soeben erschienenen Nummer Die Werfleute an der Arbeit", das der römische Künstler Rata Langa gezeichnet hat. Auch das doppelseitige Bild von Hans G. Jenzsch Dem Licht entgegen!" ist eine Huldigung für die Teilnehmer am Befreiungskampf der Unter einem Felsblock begraben. Dieppe, 9. Auguft. Gestern Menschheit und in einem schwungvollen Gedicht„ Amsterdam" begrüßt Klara abend löste sich beim benachbarten Dorfe Femme- Grosse ein Müller den Kongreß. Außerdem enthält die Nummer die Juustrationen Bloď von ungewöhnlicher Größe los. In dieser Zeit unheimliche Gäste"," Der Herr Staatsanwalt", Bülow und sein Esel waren in jener Gegend zahlreiche Erwachsene und Kinder mit Michel" und Auf der Höhe". Der tertliche Teil bringt die Gedichte Suchen von Musche In zwischen den Felsen beschäftigt. Bisher mit dazugehöriger Zeichnung von M. Tilte, ferner den Aufsak„ Demosthenes" ,, Germanias Klage",„ Der Musterstaat", Rangierertod" von Klara Müller wurde festgestellt, daß zwei Personen verschüttet find, doch herrscht von Adolf Braun mit dazugehörigen Zeichnungen aus dem alten Hellas die Besorgnis, daß die Zahl der Verunglückten noch und außer zahlreichen fleineren Beiträgen in Poesie und Brosa noch das größer ist. Eine Compagnie des 128. Infanterie- Regiments ist Feuilleton: Die Heldenmutter". Der Preis der 12 Seiten starten Nummer Samit beschäftigt, die Trümmer fortzuräumen. Nur noch kurze Zeit! Flotten- Schauspiele Kurfürstendamm 153-156. Straßenbahn- Verbindung: Linien A, T, V, A/ E, 91. Größte Wasser- Schauspiele der Welt. In die Luft sprengen von Kriegsschiffen. Heute Mittwoch, den 10. August: Billiger Tag. Vorstellungen um 4 und 8 Uhr. Eintrittspreise: 2,10, 1,60, 1,10, 0,80, 0,60, 0,30 M. Neue Welt. Hasenheide 108/114. Mittwoch, den 10. August 1904: 20/6 Arnold Scholz. Be Treater the FD CASTAN'S Letztes großes Erntefest Herrnfeld Nur eine Nacht. Am andern Morgen. Stadt Theater Moabit. Der reiche Bustekohl. Reichshallen. Stettiner Sänger. PANOPTICUM Paffage- Theater. La belle Georgette. Der unverwundbare Fakir! Specialitäten. Anfang 5 Uhr. Urania. Taubenstraße 48/49. Die Weltausstellung in St. Louis. Der Gardasee. Jnvalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Morwitz Oper. Mittwochabend 8 Uhr: Populäre Borstellung bei halben und ermäßigten Preisen. Undine. Donnerstagabend 8 Uhr: Der polnische Jude. Freitagabend 8 Uhr: Borlegtes Gastspiel Heinrich Bötel. Der Troubadour. Der Sommergarten ist eröffnet. Im Garten des Schiller- Theaters N. täglich großes Militär- Konzert. Italienisches Original- Orchester, Damen und Herren. Der Kampf um Port Arthur, gr. akt. Spektakel- Schauspiel. OOLOGISCHER ZCARTEN Täglich nachmittags ab 5 Uhr: Militär- Doppel- Konzert. Eintritt 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Stinder unter 10 Jahren die Hälfte. In der Arena: Der See- Elefant. Eintritt vom Garten 20 Pf., von der Straße 30 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Neues Theater. Cirkus Schiffbauerdamm 4a- 5. Einen Jux will er sich machen. Anfang 8 Uhr. Sarrafani. Morgen: Einen Jux will er sich Grösster und elegantester Zelt- Cirkus Europas. machen. Central- Theater 8 Uhr: Einakterabend aus Frik Reuters Werken: 1. Dlle Stamellen. 2. Läuschen und Riemels. 3. Hanne Nütes Abschied. 4. Jochen Päsel. 5. Bräfigs legtes Stündlein. 6. Ein fleiner Beamter. Emil Richard, tgl. Hofschauspieler, a. G. Morgen und folgende Tage: Dieselbe Borstellung. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Täglich: Mr. Ralphs berbunden mit Ernte- Festzug, Bonbonregen, Fackel- Polonaise und Gratis- Verlosung wertvoller goldener Damen- und Herren- Uhren. Gala- Specialitäten- Vorstellung. Gr. Erntefest- Ball Das neue Auguft- Programm. Anfang 4 Uhr. bei stark besetzt. Drchefter. Entree 15 Pfennig. Freitag, den 12. August: Voranzeige. Benefiz Hans Hoffmann. Max Kliem's Sommer- Theater Hasenhelde 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. -Täglich: Gr. Konzert, Theater- u. Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Kinderfeste. Jeden Mittwoch: Die beliebten Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 Hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. In den Sälen: Grosser Ball. Jeden Dienstag u. Donnerstag bis auf weiteres Grosse Extra- Dampfer- Fahrten. mit Musik nach Sporthaus Ziegenhals am Croffin- See. Abfahrt morgens 1,9 und nachmittags 2 Uhr von der Stralauerbrüde, Ede 59492* Waisenbrüde, Sahnt u. Herker. Fahrpreis hin und zurüd nur 50 Pfennig. Max Mörschel. NB. Am Sonnabend, den 20. August, findet ebenfalls eine Extrafahrt statt. Abfahrtszeiten und Fahrpreis wie oben. Kleine Fabriken und Vereine tönnen sich beteiligen. Auskunft erteilt Gustav Schmidt, Stralauerbrüde 1. 5 dresser Schweine. Schlosspark Wilhelminenhof an der Oberspree. HabunaApollo- Theater. 7 Uhr: Garten- Konzert. 8-9 Uhr: Die phänomenalen Attraktionen des grandiosen Inhaber: Chr. Fennel. Heute Mittwoch: Grosses Militär- Konzert und Elite- Ball. Täglich: A Billigste Dampfer- Extrafahrten von der Michaelkirchbrücke 59462* nach Müggelwerder mit Mufit. Abfahrt 9 Uhr vormittags und 2 Uhr nachmittags. für bleibende 30 und zurüd. Nachtasyl. August- Specialitäten- Programms. Conft 40 W. Stinder die Häfte. Sonntags einfache Fabri 40 41. 67652 Anfang 8 Uhr.o Morgen: Nachtasyl. Venus auf Erden. Etablissement Buggenhagen Operette Paul Lincke. Moritzplatz. von Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. W. Noacks Theater. 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Anfang 4 Uhr. am Königsth., am Friedrichshain 29/32. Täglich: Theater n. Specialitäten- Vorstellung. Volksbelustigungen und Ball. Seben Liesecke in Italien. 10 U.: Gesangspoffem. Tanz v. 2.Elh. Beden Kinderfreudenfeft. Mittwoch: Entree 30 Pf. Sonnab., 13. Aug., ist für Vereine frei. Reichshallen- Theater. Man wieder täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Victoria- Brauerei Lützowstr. 111/112. Täglich im Garten oder Saal: Horsts Norddeutsche Humoristen und Quartett- Sänger. Anf.: Woche 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Bons haben Gültigkeit. Ostbahn- Park. Entree 30 Pi. Numerierter Platz 50 Bf. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferst. 71. Fröbels Allerlei- Theater Hermann Imbs. fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Täglich: Konzert, Theater, Specialitäten. Gr. Konzert, Theater Extra- Tanz. Kaffeeküche. und SpecialitätenVorstellung. Bollständig neue Spielfolge. Anfang 4%, Uhr. Eintritt 30 Bf. Donnerstag, 18. August: Benefiz für Jokosa, Bottstein, Zeunert. Sonnabend, der 27. August, für Vereine frei. Vorsicht Mütter! Bum Schrecken der Eltern erkranken und sterben sehr viele Kinder nach dem Genuß von Milch in der Zeit, wo die Kühe mit Gras oder Rüben gefüttert werden, weil die Kuhmilch infolge dieser Futtermittel bei den Kindern die heftigsten Darmfrankheiten hervorruft. Gewissenhafte Eltern bestellen deshalb während der heißen Jahreszeit die bewährte Trockenfuttermilch bei der Milchkuranstalt„ Schweizerhof". 1 Liter Kindermilch 35-50 Pfennig. Für Säuglinge, die diesen Gefahren besonders ausgesett find, wähle man Prof. Gärtners Säuglingsmilch, welche wir in mehreren, dem Alter des Kindes angepaẞten Mischungen trinkfertig und sterilisiert liefern. Gärtners Säuglingsmilch ist der natürliche Ersatz der Frauenmilch und weist die glänzendsten Ernährungsresultate auf, die je bei der Säuglingsernährung erzielt worden sind. 20/ 9* Vollmilch in plombierten Flaschen 1 Liter 20 Pf. frei Küche. Bustellung in alle Stadtteile und Vororte. Versand nach ganz Deutschland. Milchkuranstalt Central- Verband der Maurer Deutschlands. Socialdemokratisch. Wahlverein Zweigverein Berlin. freitag, den 12. Auguft cr., abends 8% Uhr, im großen Saale des ,, Gewerkschaftshaufes", Engel- Ufer 15: General- Versammlung. Zages Drdnung: = 1. Abrechnung vom 2. Quartal. 2. Bericht und Wahl der Delegierten zur Gewerkschaftsfommission. 3. Antrag betreffend verloren gegangener Marken. Mitgliedsbuch mitbringen! 148/ 6* Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68 Lindenstraße 69 Wir empfehlen den Genossen zum Abonnement: Das Erscheinen aller Kollegen erwartet Die Verbandsleitung. J. A: Emil Thöns. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Morgen Donnerstag, abends 8, Uhr, bei Keller, Koppen- Straße 29: Wider die General- Versammlung. Schweizerhof Pfaffenherrschaft NW., Emdener- Strasse 40-41. Teleph.- Amt II Gegen 2517. Monatsraten von 2 Mk. an liefern wir Musikwerke selbstspielende sowie Drehinstrumente mit auswechselbaren Metallnoten von 18 Mk. aufwärts. 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Bericht der Arbeitsvermittler und der Kontrollkommission. Ersazwahlen der Ortsverwaltung. Wahl des Gauvorstandes. Anträge. Verbandsangelegeuheiten. Eintritt nur mit Mitgliedsbuch. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 87/14 Die Ortsverwaltung. Achtung, Glaser! Mittwoch, den 10. August, abends 18 Uhr: Geffentliche Versammlung im großen Saal des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15. Tages Ordnung: 73/5 1. Vortrag des Genossen Rehbein. 2. Unfre Lohnbewegung. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Wir ersuchen alle Kollegen, ihre Frauen mitzubringen. Der Einberufer. für den 6.Berliner Reichstagswahlkreis. Todes- Anzeige. Am 5. d. Mts. verstarb unser Mitglied, der Zimmerer Josef Pawlowski, Wittstockerstraße 18. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Mittwochnachmittag 5 Uhr vom Trauerhause aus nach dem Sebastians- Kirchhof in Reinickendorf West( Humboldtstraße) statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 248/7 Der Vorstand. Verband der Schneider und Schneiderinnen und verwandten Berufsgenossen Deutschlands. ( Filiale Berlin.) Todes- Anzeige. Am 8. August verstarb unser Mitglied Reinhold Giersch ( Yorkstr. 75) im 44. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! 163/4 Die Ortsverwaltung. Allgemeine Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Drechsler und deren Berufsgenossen Berlin B. Nach kurzem Krankenlager ver starb unser Mitglied Adolf Schön am Herzschlag. 2635 Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 10. d. M., nachmittags 5 Uhr, von der Halle des AndreasMarkus- Kirchhofes, Wilhelmsberg, aus statt. Die Ortsverwaltung. Sanssonel. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Dr. med. Falk, Kottbuser Thor- Stat. der Hochbahn Täglich im Garten: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Sonntag, Montag, Donnerstag: Nach der Soiree: Tanzkränzchen. Neu! Zum Schluß: Neu! Unser Kind. Verwaltungsstelle Berlin. Borsigwalde, wohnt jetzt Reinickendorf ( West), Scharuweberstraße 64, der Antonienstraße. 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