Nr. au. RftonnementS'RedlnguDgen: TOonrtemcntä. Preis prnnumerand» i MerteljShrl. 3,30 ml, monaH. 1,10 Mk, wöchentlich 28 Pfg. frei WZ Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummcr mit Illustrierter SonniagZ- Beilage»Die Neue Welt' 10 Pfg. Post- Abonnement! 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post-ZeiUmgS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich, Ungarn S Mark, für das übrige Ausland S Mark pro Monat. Sld Jahrg. EridKint tZgll» auütr ülontass. Sevlinev VolkSblÄtk. Ott Inrertlons'GetQor detrSgt für die fechsgefpaltene Kolonek- geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische Und gewerkschaftliche Vereins- und Versamnllungs-An, eigen 25 Pfg. „Kleine Hnrclgen", da? erste(fett- gedrulkte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über IS Buchstaben zahlen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis B Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse! „Sozialdemokrat Rerliu". Zentralorgan der rozialdcmokratt fehen Partei Daitfcblands. Redahtion: SQL 68» Ltndcnetrasse 69. Kernfprcchcr: Amt IV, Nr. 1«83. Donnerstag, den 8. September 1904. Expedition» SM. 68» Lindenstravse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Rußland am Scheidewege. Der Eindruck, den die furchtbare Niederlage bei Liaujang in Petersburg gemacht hat, scheint niederschmetternd zu sein. Selbst bis in die„höchsten Gesellschaftskreise" hinein scheint das Bewußtsein gedrungen zu sein, daß es mit der bisherigen Wirtschaft nicht weiter geht. Das schärfste Bild von. der Stimmung in diesen Kreisen giebt auch die„politische Wetterfahne" Rußlands, die„Nowoje Wremja", die stets den Mantel nach dem von einfluß- reichen©teilen wehenden Winde zu hängen pflegt. Die heute hier eingetroffene Nummer dieser Zeitung, die die Lieblingslektüre aller konservativen und selbst höfischer Kreise in Petersburg ist, enthält höchst beachtenswerte Betrachtungen über die Lage, in welche Rußland durch seinen entscheidenden Mißerfolg auf dem Kriegsschauplatz gebracht ist.„Der Standhaftigkeit und dem Pflichtgefühl des russischen Sol- baten, heißt es in dem Artikel, sind noch aktivere Eigenschaften seitens des Gegners entgegengetreten." Das gegenwärtige Stadium des Krieges betrachtet der Artikelschreiber lediglich als Anfang einer weit schärferen Rebellion der gelben Rasse gegen die weiße, von der sie sich lange genug bedrängt gefühlt hat. An den Hinweis, daß nunmehr„das Erwachen von Tamerlanischen Epochen, der räuberische Angriff auf die Geistesschätze, von dem der deutsche Kaiser in seinen bekannten allegorischen Bildern prophetisch voraus- gesagt hat", begonnen habe, wird die Frage geknüpft!„Womit werden wir nun in den Kampf eintreten?" Die Antwort lautet: „Wir müssen erwachen und mit Bewußtsein handeln. Der Glaube an die Erdenwälle genügt nicht, wenn der Feind an den Sieg und die Kraft des Geistes glaubt, man kann sich ihm nur mit einer noch stärkeren, noch erhabeneren Geisteskraft entgegenstellen. Jndeffen ist eine GemtttSdeprcffion in der Gesellschaft und im Volke während vieler letzter Jahrzehnte— die traurige keinem Zweifel unterliegende Wahrheit. Das Volk ist durch eine ganze Reihe wirt- schastlicher Katastrophen entkräftet, der Gesellschaft hat sich sein trauriger Seelenzustand mitgeteilt und das ganze Staatssystem unsres Baterlandes lief hinaus auf eine Erledigung. laufender Ge- schäfte. Von den warmen Lebenskräften, die um uns herum auf dem ganzen Erdenrund so emsig an der Arbeit tvaren, war bei uns nichts zu spüren. Eine solche Sachlage wurde bei uns von vielen auf die Macht der bureaukratischen Routine zurückgeführt, aber gegen die Routine kann nur mittels Sclbstthätigkeit angekämpft werden, und diese kann nicht geschöpft werden bei der Quelle, die sie so lmige getötet hat. Es ist schwer zu bestimmen» womit und wie man unser deprimiertes und verlangsamtes Leben erfrischen kann, aber es ist klar, daß es neue Kräfte nur in einer freien Ent- Wicklung schöpfen kann. Ist es erforderlich gegen den Feind neue Waffen zu schmieden, so ist es auch nötig, mit derselbe» Beschleunigung Reformen für die Verteidiger des Vaterlandes zu schmieden. Es sind solcher Reformen viele nötig, sie müssen aber des Geheimnisses der Kanzlriberatuugen entkleidet, zu einer allgemeinen Sache des ganzen Volkes gemacht werden, was alle zum Leben und zur Hoffnung er- wecken würde". Wir dürfen nun allerdings auf Grund dieses Petersburger Stimmungsbildes, das uns die„Nowoje Wremja" bietet, keinesfalls großen Hoffnungen hingeben. Zu Reformen der bisherigen Lotter Wirtschaft wird sich ja die Regierung aus Selbsterhaltungstrieb ent schließen müssen, aber jedenfalls wird man sich die denkbar größte Mühe geben, daß nur das geschieht, was den unhaltbaren Armeezuständen, die Rußland aufs ärgste vor der ganzen Welt bloßgestellt haben, ein Ende macht, sonst aber die Raub» und Unterdrückungswirtschast der absolutistischen Hof- und Bureaukratenclique unangetastet gelassen wird. Soll für das bedrückte Volk aus der gegenwärtigen harten Bedrängnis der russischen Regierung etwas herausspringen, so könnte das nur durch gewaltigen Druck von unten erzielt werden. Daß die russische Regierung sich übrigens bereits, den Beistand gewisser Kreise, auf deren Unterstützung sie in ihrer Geldklemme augenblicklich besonders angewiesen ist, durch Konzessionen, die trotz ihrer Geringfügigkeit ihr sicher doch sehr unangenehm sind, zu er- kaufen sucht, das zeigt der kaiferliche UkaS über die künftige R e ch t S- läge der Juden. Jetzt, wo er uns im Wortlaut borliegt, finden wir die von uns ausgesprochene Vermutung, daß eS sich in der Hauptsache um Vergünstigungen für reiche Juden handelt, vollauf bestätigt. Die jüdischen Kommerzien- und Manufakturräte und die Kauf- lente erster Gilde dürfen anßerhalb des jüdischen Ansiedelungs- gebieteS leben und Handel treiben: die Juden mit höherer Bildung dürfen nicht bloß wie früher außerhalb dieses Gebietes unter der Bedingung leben, daß sie ihren durch akademische Bildung erlangten Beruf ausüben, sondern sie dürfen dort auch im Handel bezw. in der Industrie thätig sein. Die Frauen der akademisch gebildeten Juden, ihre Söhne bis zur Volljährigkeit oder, wenn sie studieren, bis zum 2S. Lebensjahre, die Töchter bis zur Verheiratung dürfen auch außerhalb des An- siedelungsgebietes leben. Weil sie dieses Recht früher nicht hatten, war die ftandalöse Ausweisung der Familienmitglieder der nach dem Kriegsschauplatze abkommandierten jüdischen Aerzte auS ihren langjährigen Wohnorten möglich, ein Verfahren, das seiner Zeit Entrüstung selbst in den russisch-nattonalgesinnten Kreisen hervor- rief. Im Ansiedelungsgebiet selbst dursten die Juden bisher nur in Städten und Flecken, nicht aber in Dörfern leben. Nunmehr dürfen Kaufleute erster Gilde, akademisch Gebildete und Handwerker sich auch auf dem Lande ansiedeln und Räumlichkeiten zur Be- treibung eines Gewerbes in der Zeit ihres Aufenthalts dort mieten strber nicht als Eigenttimer besitzen). Wir sehen, daß auch dieses erweiterte Wohnrecht den Betreffenden nicht ganz chikanenfrei über- lassen ist und baß dadurch auch neue fette Nebeneinkünfte für zahl- reiche Polizisten geschaffen sind, in deren Hand die Chikanierung liegt. Immerhin ist doch namentlich dadurch, daß den jüdischen Hand- werkern das Wohnrecht innerhalb des„Ansiedelungs-Gebietes" auch auf dem Lande gewährt wird, ein wenig Lust geschaffen auch für viele arme Leute, die, in den verhältnismäßig nicht zahlreichen Städten und Flecken dieses Gebietes bis zum Ersticken zusammengepfercht waren. Auch wird den Juden, die im fernen Osten für Rußland kämpfen, das Recht eingeräumt, sich nebst ihren Familien in ganz Rußland aufhalten zu dürfen, allerdings nur, wenn sie einen Orden erlangt haben und während ihrer Dienstzeit straffrei geblieben sind. Wie gesagt, bedeutet diese Reform nur eine geringfügige Aenderung in der Lage der Inden— daS GroS der Masse der jüdischen Bevölkerung bleibt nach wie vor an das engbcgrenzte An- siedclungsgebiot in Westrußland gefesselt, wo sie keine ausreichende Erwerbsmöglichkeit findet und im Elend verkommt, sofern sich nicht ein geringer Teil davon durch Flucht nach England und Amerika aus dem grauenvollen Elend rettet. Die Judenfrenndschast der russischen Regierung geht nicht so weit, daß sie unserm Großjuden Ballin die Profite entzieht, die er durch Absang und materielle Ans Nutzung dieser Aermsten der Armen während ihrer Durchfahrt durch unser geliebtes Deutschland einheimst. Nach wie vor dürfen die Juden nur IV Prozent der Studierenden einer bestimmten Lehr. anstatt bilden, nach wie vor bleiben Juden von den Staatsämtern und den meisten fteien Berufsarten ausgeschlossen, nach wie vor dürfen jüdische Eltern und Großeltern nicht außerhalb des Ansiedelungs- gebietes bei ihren dort wohnbercchtigten Söhnen und Enkeln leben, wie bisher werden sie dort selbst»och, wenn sie bereits im Sterbe- bette liegen, von der Polizei belästigt werden. UebrigenS be- zeichnet der UkaS die gegenwärtigen Bestimmungen als durch Gerechtigkeit gebotene vorläufige eine allgemeine Revision der Juden-Gesetzgebung wird ausdrücklich in Aussicht gestellt. Es ist das ein— ftir jeden Russe»— ohne weiteres begreiflicher Appell an die jüdischen Taschen. Ein jeder russisch-jüdische Bourgeois wird ohne weiteres begreifen, daß es nunmehr gilt, dafür zu sorgen, daß zur Abhilfe der Finanz misere der russischen Regierung jüdischerseitS allerorts soviel tvie möglich beigetragen wird und daß die Regierungsleistuug für die Juden in streng kaufmännisch abgewogenem Verhältnis zu ihrer Gegenlei stung in barem Gelde st ehe» wird! Und die russisch-jüdische Bourgeoisie wird nicht unthätig sein, sie wird sich auch noch bemühen, dem bedrängten Zarentum in andrer Weise beizuspringen, sie wird sich in Ergebenheitsadressen an den„vergötterten Monarchen" überbieten, und noch häufiger als früher werden zu unsrer Kenntnis häßliche Fälle kommen, wo unsre jüdischen Genossen von ihren nahen Verwandten der Polizei ans Messer geliefert wurden, damit man oben nur ja nicht an der Fähigkeit der Juden, auch„gute Gesinnung" an den Tag zu legen, zweifle I AuS dem Beispiel der„Judenreform" sehen wir klar, daß in- mitten der Gänmg, die jetzt Rußland erfaßt hat— auch abgesehen von den Kreisen, die unmittelbar an der Erhaltung des Absolutismus interessiert sind—, sich auch in benachteiligten Schichten der Bevölkerung Tendenzen geltend machen können, die auf Erhaltung des gegen- wärtigen Systems hinauslaufen. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist zu erwarten, daß um den Preis von Sonderreformen auch andre Elemente— die verarmenden Grundbesitzer, verschiedene Handels- und Gewerbegruppen, Vertreter der Bourgeoisie andrer bedrückter Nattonalitäten ic.— für sich selbst Reformen herauszuschlagen suchen werden unter Anbietung ihrer Dienste zum Schutze des ganzen absoluttstischen Systems. Eine Klasse giebt eS freilich, der wir zutrauen können, daß sie das Verständnis dafür haben wird, daß ihre Lage nicht durch irgend. welche kleinlichen, schwindelhasten Sonderkonzessionen, sondern nur durch eine fundamentale Veränderung des russischen Staats- rechts wesentlich gebessert werden kann— durch Einführung einer konstitutionellen Verfassung, die allein Rußland den sofortigen Abschluß des verbrecherischesten, im Interesse einer kleinen Clique heraufbeschworenen, alle Kräfte des Landes aus- saugenden Krieges bringen, die allein Rußland vor vollständiger Verelendung retten und freie Bahn für eine Fortentwicklung seiner materiellen und kulturellen Kräfte schaffen kann. Diese Klasse, von der wir allein erwarten können, daß sie ein richttges Verständnis ftir den einzigen Weg aus Rußlands Misöre haben wird, ist die Arbeiterschaft aller in Rußland lebenden Nattonalitäten. Wird sie in der gegenwärtigen Krise ihre Stimme erheben, wird sie der Regierung zu verstehen geben, welche Lösung des gordischen Knäuels sie für die richtige hält? Werden die Führer der ver- schiedenen Richtungen, in welche unsre russischen Genossen geteilt sind, sich schnell vereinigen zur Ausgabe einer Parole für eine gemeinsame große Kundgebung der vorgeschrittenen Elemente der russischen Arbeiterschaft? Mit spannungsvoller Er- Wartung blickt das Proletariat der ganzen Welt auf seine russischen Brüder. Davon, ob es ihnen, die schon so viele glänzende Beispiele von rastloser Energie und die schwierigsten Hinder- nisse wegräumenden Geschicklichkeit gezeigt haben,— auch in diesem Falle gelingen wird, ihre Stimmen in ver- nehmbarer und eindrucksvoller Weise zu erheben, wird es wesentlich abhängen, welche Richtung das am Scheidewege stehende Rußland einschlagen wird— ob wir es nach Verlauf der Krise seben werden — als ein neues, freies Land, oder ob es nach wie vor der Tummelplatz sein tvird eines nur mit wenigen Schein-Reförmchen notdürftig ausgeflickten Absolutismus. Vom Kriegsschanplatz sind die schon gestern spärlich einlaufenden Nachrichten heute fast völlig versiegt. Von Kuropatkin liegt lediglich eine Meldung voin 5. September vor, in der er berichtet, daß die Armee den Rückzug nach Norden erfolgreich durchgeführt und sich damit der gefährlichen Lage entzogen habe, durch die feindlichen Truppen abgeschnitten zu werden. Am b. September hätten unbedeutende Gefechte, namentlich auf dem linken(nördlichen) Flügel statt- gefilnden, bei denen die Russen nur etwa 1 Mann verloren hätten. Ans Tokio liegt eine amtliche Meldung überhaupt nicht vor. Das„Reutersche Bureau" meldet, daß Kuroki bei Jantai auf einen so verzweifelten Widerstand der Russen gestoßen sei, daß er ihn erst nach viertägigem Kampfe hätte brechen können. Infolgedessen sei den Russen der Rückzug nach Mulden ni ö g l i ch g e w e s e n. Diese dürftigen Nachrichten lassen über den augenblicklichen Stand der Operationen nur sehr unsichere Schlüsse zu. Aus der Kuropatkinschen Meldung ist lediglich zu ersehen, baß es den Russen faktisch möglich war, den Rückzug anzutreten. Ob sie nun ohne weitere Hindernisse Mulden erreichen werden oder sich gar über Mulden hinaus zurückziehen können, ist eine schwer zu beantwortende Frage. Wahrscheinlich haben— mehrere Meldungen behaupten daS— auch die Japaner energisch die Verfolgung auf- genommen. Ob sie abermals dix Absicht haben, die Russen zu einer 'Schlacht zu zwingen oder ob sie sich damit begnügen werden, auch Mulden zu nehmen, muß abgewartet werden. Abzuwarten bleiben vor allen Dingen auch die näheren Nach- richten über die beiderseitigen Verluste in der zehntägigen Schlacht bei Liaujang. Erst wenn darüber amtliche japanische Mit- teilungen vorliegen, wird sich die volle Tragweite der russischen Niederlage übersehen lassen. Die„Vossische Zeitung" meint, die Niederlage bei Liaujang sei nun doch nicht, wie man anfangs annehmen zu sollen glaubte, ein russisches S e d a n gewesen, wohl aber ein russisches Königs- grätz. Diese Beurteilung, der man überhaupt bei den ernsthafter zu nehmenden militärischen Kritikern begegnet, dürfte ungefähr das richtige treffen. Die russische Hauptarmee scheint eine so schwere Niederlage erlitten zu haben, daß sie unfähig ist, in diesem Jahre — angesichts des bevorstehenden Winters— einen neuen Ent- scheidungskampf anzunehmen. Erst wenn wirklich gewaltige Verstärkungen auS Rußland ein- getroffen fein werden, wird der Krieg im nächsten Frühjahr seinen Fortgang nehmen können. Ob sich dann aber die Chancen der Russen wesentlich gebessert haben werden, ist sehr fraglich. Denn wenn die Russen ihre Armee auch auf eine halbe Million vermehrt haben sollten, so hindert nichts die Japaner, ihre Truppen ebenfalls um 200 000 Mann zu verstärken. Zeit zum Einexerzieren dieser Truppen haben sie ja nun zur Genüge und an Mannschaften nkdngelt es bei ihrer 50 Millionen-Bevölkerung erst recht nicht. Auch die Kredite werden nach den bisherigen Erfolge» der Japaner zu beschaffen sein. Japan steht dann in einem halben Jahre nicht schlechter da als heute. DaS heißt: in günstigerer Positton als Rußland, das seine Zufuhr 7000 Kilometer weit zu bewerkstelligen hat, während Japan höchstens 700 Kilometer weit Landtransporte bewältigen muß und mehrere Eiscnbahnstränge zur Verfügung hat. Die Prahlereien der russischen und russenfreundlichen Presse sind also nicht ernst zu nehmen. Rußland dürste seine Freibeuterrolle in Ostasien ein- für allemal ausgespielt haben I London, 7. September. Dem„ Reuters chen Bureau" wird ans Petersburg gemeldet: Eine große Anzahl von Re- kruten soll unverzüglich eingezogen werden. Seft Beginn des Krieges sind, abgesehen von den Truppen zur Bewachung der sibiri- scheu Bahn, 315 000 Mann nach der Mandschurei entsandt worden, welche noch nicht einmal sämtlich den Kriegsschauplatz erreicht haben. Vor Ende Oktober werden das 4., 8. und 13. Corps mit zusammen 102 000 Mann zur Front stoßen; bis Ende September werden 1108 Geschütze an Kuropatkin nachgesandt sein.(??) Petersburg, 7. September. DaS Artilleriegefecht zwischen den Russen und den Truppen KurokiS dauert fort. Die Avantgarde KurokiS ist univeit Mulden ein- getroffen. Kuropatkin hat den vorbringenden Truppen KurokiS drei Divifio n e n entgegengestellt. Petersburg, 7. September. Da Kuropatkin z>v i f ch e n Mu kden und Jantai keine günstige Stellung ausfindig gemacht hat, um den Feind aufzuhalten, wird er sich bei Telin 70 Meilen nördlich von Mulden den Japanern entgegenstellen. » Die japanische Presse gegen den Chauvinismus. Die wichtig st eZeitschrist Japans,„Kyoi-Ku-Kai", erhebt in ihrer neuesten Nummer einen lebhaften Protest gegen die chauvinistischen Demonstrationen in den Schulen, die sie für sehr unangebracht erklärt. Die Schulen wären für den Unterricht da, aber nicht in erster Linie für eine kriegerische Propaganda, wie es viele Lehrer anzunehmen schienen, die, statt ihre Pflicht zu thun, die jugendlichen Gehirne auf- reizten, indem sie ihnen immer nur vom Kriege und von Schlachten sprächen.„Die große Zukunft wird uns den Frieden vorbehalten mit seinen mannigfachen Aufgaben, und gerade die Jugend, die heute mit den Gedanken an Schlachten und Krieg genährt wird, wird sehr mannigfache und schwierige ökonomische Probleme zu lösen haben." Dieselbe Zeitschrift belagt sich auch darüber, daß man jezt die Schulen| vernachlässigt und daß die Behörden ihre Pflichten gegen diese so weit vergessen, daß sie die Volksschulen ohne Bücher lassen. Der Hauptgrund ussischen Niederlage läge in der mangelhaften Bildung dieses Voltes, so daß man sich durch dieses Beispiel gewarnt sein lassen follte. Auch darauf wird hingewiesen, daß von den 109 000 Volksschullehrern 36 000 ihr Amt wegen des Krieges haben in Stich Lassen müssen. Man sucht sich allerdings dadurch zu helfen, daß die übrigen doppelte Lektionen halten, am Tage und am Abend. Politische Ueberlicht. Berlin, den 7. September. Flottenpolitik und Weltfrieden. fenden würden, wenn Sie wüßten, was ich schon alles habe durchmachen müssen, um die so wichtige Anstalt zu erhalten und der katholischen Sache einen Skandal zu ersparen. Seien Sie mir deshalb nicht böse, wenn ich Sie, hochgeehrter Herr, herzlichst bitte, das Almosen, das Sie jedenfalls aus Anlaß des Jubiläums für gute Zwecke geben, uns bezw. dem Leo- Hospiz zuzuwenden. Eine Empfehlung desselben ist auf dem Umschlag des Büchleins abgedruckt, aus der zugleich hervorgeht, daß die Anstalt im Einverständnis der geistlichen Behörde gebaut ist. und Zugleich möchte ich die Bitte beifügen, uns doch gütigst auf beiliegender Liste einige Namen guter wohlthätiger Katholiken angeben zu wollen. Indem ich im voraus für die erhoffte Berücksichtigung dieser Bitten meinen herzlichsten Dank ausspreche, zeichne ich hochachtungsvoll D. Stephan, " sellten sich zu den andren, es wurde eröffnet, daß nur ein Vertreter erscheinen werde. Aber trotzdem läßt man den Mut nicht sinken, in edler, selbstloser, patriotischer Begeisterung drängt man allen Unmut zurück in der bestimmten Erwartung, daß der Vertreter nicht ohne eine Doppelfracht Orden und Auszeichnungen eintreffen wird. In den Bier- und Weinkneipen bildet die Frage: Wer wird dekoriert? den Hauptgesprächsstoff. Hoffentlich gehen die gewagtesten Kombina tionen vom„ Ober" bürgermeister bis zum Nachtschutzmann in Erfüllung, damit das patriotische Feuer nicht erlischt. Verstümmelte Füße und 1 Jahr 3 Monate. Aus Halle berichtet man uns unterm 7. September: Die Unhaltbarkeit des MilitärStrafgesetzbuches wurde auch durch folgende, vor dem Kriegsgericht der 8. Division stattgehabte Verhandlung gegen den Füsilier Richard Zacharias von der Unteroffizierschule in Treptow an der Rega, der wegen Selbstverstümmelung und Ungehorsams angeklagt war, dokumentiert. Zacharias, ein jetzt knapp 19 jähriger junger Mensch, Sohn eines arment Bergmannesin Bernburg, Bei dem Festmahl in Hamburg, das am Dienstag nach der Berlin, Rüdersdorferstr. 45. mit dem 15. Lebensjahre als Unteroffizierschüler aus großen Truppenparade stattfand, beantwortete der Kaiser eine An- Wie uns zu dem Schreiben mitgeteilt wird, ist dasselbe an ver- Neigung in den Militärdienst getreten. Bei guter Führung ließ er ver- war sprache des Hamburger Bürgermeisters Dr. Mön keberg, der den schiedene arme ſchlesische Grubenarbeiter versendet worden. Gegen sich auf Anraten der Aerzte eine Zehe des rechten Fußes, die ihn Marinismus und Militarismus als Hort des Friedens gepriesen, mit wohl angemessener, wenn sich die Zeitung des Leo- Hospizes bei seitigung der Behe noch mehr am Marschieren behindert wurde und den Bettel an sich wäre noch nichts zu sagen, aber es wäre doch am Marschieren hinderte, amputieren. Da er aber durch die Beeiner Rede, in der es hieß: sort des Friedens gepri ihrem Almosenyeischen an solche Personen wendete, deren Ein- der Dienst ihm in der Front zu schwer fiel, befürchtete er als unSie haben der Reihe der Tage gedacht, die ich hier bei Ihnen kommen ihnen das Spenden einer milden Gabe ermöglicht, statt tauglich vom Dienst entlassen zu werden. zugebracht habe, und der Ereignisse, die sich daran geknüpft haben. sich an Proletarier zu wenden. Es scheint aber, als ob die besseren Er meldete sich, um Soldat bleiben zu können, nunmehr zum Nun, der inhaltsschwerste, der 18. Oktober 1899, und wohlthätigeren" Glaubensgenossen so wenig Neigung zu mild- Bezirkskommando als Schreiber, und faßte in seiner Unüberlegtheit hat Früchte gezeitigt, und der Appell an das thätigen Stiftungen beſißen, daß man sich mit größerem Erfolge an enticing of fideret als Schreiber Unterkommen zu finden, deutsche Volt ist nicht ungehört geblieben. Der Grubenarbeiter wenden zu sollen glaubte. Erfolg desselben ist in dem Kerne der deutschen Flotte sich auch noch den linken Fuß zu verstümmeln. Am Abend des Freilich scheinen auch die angebettelten Proletarier wenig Lust 24. Januar nahm er eine Platzpatrone, die er sich von den Schießzit erblicken, der nunmehr beranfert bor der Elb zu verspüren, sich Beiträge abzudarben, die die Wohlhabenden nicht übungen heimlich aufbewahrt hatte, und jagte sich bei dem mündung maddeutige Bolt hat die Berechtigung, die erivarten. entbehren mögen. shi Reinigen des Gewehres einen Schuß durch den den linken ung der Playpatrone, wurde Flotte und das Heer sich zu halten, deren es Der Bankrott eines Bischofs. nidal Fuß. In der Aufbewahrung der Platzpatrone wurde Ungehorsam bedarf zur Vertretung seiner Interessen, und Bei der Untersuchung des durchschossenen Fußes entdeckte niemand wird es daran hindern wollen, die das wieder einmal das centrumstraditionelle liebliche Thema von Mann hatte furchtbare Schmerzen auszuhalten, er brachte 16 Wochen Wir zeigten fürzlich an der Hand eines Centrums Flugblattes, man sofort, daß Selbstverstümmelung vorlag. Der junge ſelben auszubauen nach seinem Wunsch und Mästen mit Arbeitergroschen behandelte, in wie vornehmer weit im Lazarett zu und ist schließlich als gänzlich untauglich entlassen Willen. Der gestrige Tag hat wohl für manches Hamburger Herziger" und intelligenter Weise die Heizkaplane gegen die Social- worden. Er ist ein Krüppel und es besteht nach SachverständigenKind zum erstenmal das Bild einer großen Parade gebracht, und demokratie zu polemisieren pflegen. Zu der ultramontanen Auf- Gutachten die Gefahr, daß der linke Fuß noch amputiert werden muß. ich bin fest überzeugt, daß mancher Hamburger, als er die glitzernden machung über die Riesengehälter der socialdemokratischen Agitatoren Reihen der herrlichen Truppen des 9. Armeecorps und des forschen paßt sehr gut folgende Korrespondenz der„ Rheinisch- Westfälischen zum Bezirkskommando gewollt; nur deshalb habe er sich den Fuß Der Angeklagte erklärte, er hätte gern Soldat bleiben und Landungscorps gesehen hat, zum erstenmal sich darüber klar ge- Beitung": worden ist, was es heißt, Armee und Flotte. zerschossen. Der Ankläger beantragte die im vorliegenden Fall Best, 3. September. Vor zwei Wochen wurde bereits furz niedrigst zulässige Strafe von 1 Jahr 3 Monaten und 1 Tag Gegemeldet, daß der römisch- katholische Bischof von Rosenau, fängnis. Der Verteidiger regte die Einreichung eines Gnadengesuchs Dr. Jwankowitsch, in Geldverlegenheiten geraten sei und an. Das Gericht ging aber darauf nicht ein und verurteilte den eine fo große Schuldenlast auf sich genommen habe, Angeklagten nach Antrag. Zum Ueberfluß wurde auch noch die daß sich die Regierung genötigt sah, über das ganze Ver- fofortige Verhaftung des fluchtverdächtigen" jungen Mannes mögen der Rosenauer Diocese die gerichtliche mit den verstümmelten Füßen beschlossen. In der Rede am 18. Oftober 1899, auf die der Kaiser hier anspielte, lauteten die markantesten Säge: bitter not ist uns eine starke, deutsche Flotte... Es muß dazu aber unser Volt sich entschließen, Opfer zu bringen... Da nun der Kaiser seiner Genugthuunig darüber Ausdruck ge= geben hat, daß sein Appell an das deutsche Volt nicht ungehört verhallt sei, könnte man annehmen, daß er das durch die letzte Flottenvorlage festgelegte Maß der Flottenvermehrung für absehbare Zeit für ausreichend halte. Diese Deutung wird man aber den kaiserlichen Worten schwerlich geben dürfen. Hat doch der Kaiser vor einigen Monaten erst der Generalversammlung des deutschen Flottenvereins seine Genugthuung über dessen Wirksamkeit aus gesprochen. Diese Generalversammlung hatte aber ein neues abenteuerliches Flottenprogramm aufgestellt! Die kaiserliche Anspielung auf den Erfolg seiner Rede vom 18. Oftober 1899 gilt offenbar der Annahme der Flottenvorlage im Jahre 1900. Bekanntlich gab er aber gleich nach dieser Annahme des Fünfmilliarden Gesezes die Losung aus: Nun aber weiter! = Die Erfolge der kaiserlichen Mahnungen sind allerdings nicht ausgeblieben. Die bürgerlichen Parteien haben sich so ziemlich ausnahmslos zur Weltpolitik" bekehrt. Und der ungemein rührige Flottenverein hat die Marinepropaganda in die Hände genommen, der vor einigen Jahren noch die kaiserlichen Neden selbst dienen mußten. Das Volk hat sich freilich, das verdient demgegenüber denn doch festgestellt zu werden, feinestvegs zur Welt- und Flottenpolitit bekehrt, das beweisen die drei Millionen socialdemokratischen Stimmen des Jahres 1903! Das Volt ist in weiten Kreisen der Ansicht, daß wir einer Flotte haben auf den ostasiatischen Strieg hingewiesen: dort habe sich die Notwendigkeit einer starken Kriegsflotte zur Evidenz herausgestellt. Allerdings aber nicht für Deutschland, das sich wohl hüten wird, in die Fußstapfen der asiatischen Raubpolitik Rußlands zu treten, sondern einzig für die beiden Gegner, die dort um die Herrschaft in Korea und der Mandschurei kämpfen! Solange Deutschland nicht abenteuerlichen überseeischen Eroberungsplänen nachhängt, bedarf es keiner starken Flotte. In den südwestafrikanischen Sand wüsten lassen sich Linienschiffe und Auslandskreuzer ja wohl schwerlich verwenden! Wenn man die Sachlage richtig beurteilt, muß man viel eher zu der Ansicht gelangen, daß wir schon zu viel Kriegsschiffe besitzen. Schon die jetzige Flotte hat uns zu allerhand überflüssigen, tostspieligen Exkursionen verleitet. So zu dem schönen Chinakreuzzug, so zu den Aktionen gegen Venezuela! Es ist also gerade das Umgekehrte von dem der Fall, was Bürgermeister Mönkeberg behauptete: Unfre Flottenrüstungen dienen nicht der Erhaltung des Friedens, sondern beschwören allerhand schädliche Verwickelungen herauf! Mit unsren Schiffskanonen fönnen wir die Absatzverhältnisse für unsren Handel und unsre Industrie in den wichtigsten Absaßländern niemals verbessern. Koloniale Abenteuer und Experimente aber sind, das haben wir ja schon zur Genüge erfahren, ein ebenso unfruchtbarer, wie kostspieliger Sport. Zur Verteidigung unsrer Küsten aber ist die schon vorhandene Flotte bereits mehr als ausreichend! erblickt. Sperre zu verhängen. Die Inventaraufnahme in der Bruder nimm den Bettelstab, Soldat bist du gewesen. Aus Rosenauer Diocese ergab, daß Jivankowitsch nicht einmal selbst münchen wird berichtet: Der Parkettschreiner Anton Fest ner in über seine finanzielle Lage unterrichtet war, denn seine Schulden München hat den Feldzug 1870/71 mitgemacht. Wegen seiner an betrugen nicht, wie er dem Minister Berzeviczy mitgeteilt hatte, den Tag gelegten Tapferfeit wurde er mit dem Eisernen Kreuz 600 bis 800 000 kronen, sondern mehr als das Doppelte, obgleich II. Klasse ausgezeichnet. Er kam krank aus dem Kriege zurück. So der Staat ihm in der letzten Zeit zur Ordnung seiner Verhält- lange er noch jünger war, konnte er leidlich den Unterhalt für ſeine nisse schon 200 000 kronen zur Verfügung gestellt hatte. Wie Iwankowitsch so viel Schulden anhäufen konnte, ist bisher ein Rätsel. Familie verdienen; nun ist er 68 Jahre alt, seine Frau ist bettlägerig. Nach dem Zeugnis eines praktischen Arztes leidet er an chronischer Bei dem großen Reichtum der römisch- katholischen Kirche Ungarns Zungenblähung, die wahrscheinlich auf die Strapazen des Feldzuges gehören die Einkünfte des Bischofs von Rosenau wohl zu den minder bedeutenden; immerhin konnte Jwankowitsch als aus dem Kaiser Wilhelm- Fonds; das war zum Leben zu wenig, zurückzuführen sei. Seit einiger Zeit bezieht er monatlich 10 Mark Bischof über ein Jahrescinkommen von 80 000 kronen frei ver- zum Sterben zu viel; das von ihm an das Bezirkskommando gefügen. Da seine Residenz, Rosenau, ein stilles kleines Städtchen ist, richtete Gesuch um Gewährung einer monatlichen Pension auf hatte er auch repräsentative Pflichten nur in beschränktem Maße Grund des ärztlichen Zeugnisses wurde abschlägig beschieden, zu erfüllen. Trotzdem vermochte er in der letzten Zeit nicht nachdem der Stabsarzt konstatiert hatte, daß keine Wahreinmal feine Dienerschaft zu bezahlen, und feine scheinlichkeit dafür gegeben sei, daß die chronische LungenWechselaccepte wanderten bei den verschiedenen Geldanstalten von Hand zu Hand. Seltsamerweise weigert sich Jwankowitsch auch in blähung des Veteranen auf die Strapazen des Feldzuges dieser Lage, auf seine Bischofswürde zu verzichten, zurückzuführen sei. Im vorigen Jahre richtete er neuerdings ein da man ihm nicht, wie er verlangt, eine Pension von 8000 Bejuch, diesmal an den Vorstand für das Juvalidenwesen des bayKronen, sondern nur ein Gnadengehalt von 4000 rischen Kriegsministeriums, Oberst v. Schenk. Um die Kosten der Kronen bewilligen will. Voraussichtlich wird die römische Sturie neuerlichen ärztlichen Untersuchung zu sparen, radierte er die JahresSchritte thun, damit Jwankowitsch seine Stelle niederlegt. zahl des schon früher beigelegten Zeugnisses und änderte die JahresDer Herr Bischof Swankowitsch bezog also, obwohl er einer der zahl 1902 in 1903 um. Er bat um Pension, damit er in den letzten ich I echt bezahltesten Tagen seines Lebens nicht betteln müsse.net nad ungarischen Kirchenfürsten war, 80 000 Stronen Einkommen, also ein paar Mal soviel, wie die Lieb- Veteranen gar keine Pension, dagegen wurde der mit dem Eisernen Die Fälschung wurde erkannt, das dankbare Vaterland gab dem fnecht, Mehring, Auer, Kautsky, Schoenlant, Fiſcher 2c. zuſammen Kreuze dekorierte Krieger dem Staatsanwalt ausgeliefert. Er hatte genommen. Trotzdem machte er über eine Million Kronen Schulden! sich wegen eines Verbrechens der Privaturkundenfälschung vor dem Christus hatte nicht, wohin er sein Haupt legte. Seine Nach- Landgericht München I zu verantworten. folger beziehen Einkünfte, die den Nevenuen kleiner Fürsten oder berief sich aber auf seine große Notlage. Der Staatsanwalt hänger und Bewunderer dieses Systems die Stirn, die Vertreter des thränenden Auges um eine milde Strafe. Das Gericht erkannte von Millionären gleich kommen. Und gleichwohl besigen die An beantragte einen Monat Gefängnis, der Angeklagte bat Proletariats zu verlästern, weil die Arbeiterschaft, die sie auf ihre nach langer Beratung auf Freisprechung, da es, wie in der Bosten gestellt, ihnen Gehälter zahlt, die sie in den Stand jetzen. Urteilsbegründung ausgeführt, sich nicht davon überzeugen könnte, nach langer Beratung auf Freisprechung, da es, wie in der ihre Kräfte im Dienste der Partei, statt im zermürbenden Kampf daß das gefälschte Zeugnis zum Beweise von Recht und Rechtsums Dasein aufzubrauchen. verhältnissen erheblich war. pl Die russische Presse in Deutschland." Zu den Blättern, die, Südwestafrikanisches. Russendienste nicht nur im Intereſſe Ballins, sondern aus Princip Ueber die trostlosen Zustände der Landungsleisten, gesellt sich auch die National- Zeitung". Ueber das von uns Baren läßt sich das Blatt aus Rußland schreiben: als eine Berhöhnung der Gnade charakterisierte Gnadenmanifest des berhältnisse unfres einzigen füdwestafrikanischen Hafens Swakopmund erhebt die„ Deutsche Zeitung" bittere Klage. Sie veröffentlicht aus der„ Deutsch- Südwestafrit. 3tg." eine Reihe von Wochentagsnotizen vom 4. bis zum 8. August, aus denen hervorgeht, daß von einem Löschen der vor dem Hafen ankernden Schiffe keine Rede sein kann. Acht große Schiffe liegen ungelöscht auf der Reede, gracht gelandet zu haben! die fleinen Kapstädter Dampfer seien wieder abgedampft, ohne ihre „ Das ganze Manifest atmet den Geist des edlen, milden und wohlwollenden Menschen wieder, der Zar Nikolaus II. in feltenem Maße ist, und dem es im eignen Glück ein Herzensbedürfnis wird, fremdes Leid zu lindern und andren Glück zu spenden." als der Verzicht auf die unmögliche Arbeit, zu holen, wo nichts ist, ist Daß hinter dem Erlaß der Steuerrückstände nichts weiter stedt, bekannt; die„ National- Zeitung" macht daraus aber eine Aktion, die sogar diese Gnade noch zu gnädig findet. Ihr sind die jüdischen Steuer- Das Blatt erklärt, daß eine Beseitigung dieser traurigen Zuerlässe ein furchtbares moralisches Gift, das in die von der Gnade stände nur dann erwartet werden könne, wenn Deutschland dazu betroffenen Kreise hinausgetragen werde. Der Steuererlaß zerfege fchreite die Walfisch bai, den Swakopmund benachbarten das Rechtsbewußtsein und fordere zum passiven Widerstand beim englischen Hafen zu erwerben! Steuerzahlen geradezu heraus. Das System wirke direkt wie eine Zwar sei auch die Walfischbai der Gefahr zunehmender Brämie auf möglichste Steuerentziehung. Dieser von hochsinnigster Versandung ausgesetzt, allein sie stelle doch wenigstens einen Menschenliebe diftierte Erlaß sei gefährlich, weil er den braven, Hafen dar, während Swakopmund trotz alles Kostenaufwandes für genügsamen und arbeitswilligen russischen Bauer völlig entmutige Molenbauten schwerlich jemals in wirklich brauchbaren Zustand und zu einem auf Staatskosten durchgefütterten Proletarier verfegt werden tönne. So unangenehm es daher sein möge, die degradiere. Es ist natürlich richtig, daß diefer Gnadenerlaß das russische bedeutenden Ausgaben für Swakopmund völlig zum Fenster hinausAussaugungssystem in feiner Weise ändert, aber es ist charakteristisch geworfen zu haben, so bliebe doch nichts andres übrig, als Engfür das kapitalistische Blatt, daß es sich gerade gegen die land die Walfisch bai abzukaufen, was vielleicht auch Bereits Mitte Juni veröffentlichten wir einen Bettelbrief des Steuererlassung der Bauern richtet, die seit Jahren überhaupt kein allzu wohlfeiles Geschäft wäre! Leiters des Leo- Hospizes Dr. Stephant, aus dem hervorging, wie nur eine Hungereristenz führen. Offenbar steckt hinter diesen Wehfläglich es um die Opferwilligkeit der reichen katholischen Kirche be- rufen die Sorge des westeuropäischen Kapitals, daß ohne die Ausstellt ist. Da der Bettel immer weiter geht, muß der Eingang beutung der Massen in Rußland bis zum letzten Tropfen die russischen milder Gaben ein sehr spärlicher gewesen sein. Wir sind heute in Papiere zu den zweifelhaften Werten werden könnten. Daß sich diese Sorge natürlich hinter den Vorschlägen von Reformen verder Lage, folgendes Bittschreiben des Dr. Stephan zu versteckt, gehört zu diesem System russischer Preßmacher in Westöffentlichen. Europa. Deutfches Reich. Der Leo- Bettel geht weiter. Sehr geehrter Herr! Man sieht, wie sich die Ausgaben für unsre famose südwestafrikanische Sand- und Dornenkolonie ins Ungemessene zu steigern drohen! " Südwestafrikas in tröstlicher Weise auseinander, daß die Verfolgung In der Täglichen Rundschau" setzt ein Kenner der fliehenden Hereros nur äußerst geringen Erfolg verspräche. Der Todestag des großen Papstes Leo XIII., den wir eben Denkmalsschmerzen. Das Pfahlbürgertum in Bochum steht auf Die Eingeborenen hätten Proben genug davon abgelegt, daß es begangen haben, und das von Pius X. ausgeschriebene Jubiläum der Stufe der Spießbürgerei mit in vorderster Reihe. Recht be- ihnen möglich sei, infolge ihrer Widerstandsfähigkeit gegen Strapazen hat mich veranlaßt, Ihnen anbei ein Jubiläumsbüchlein mit den zeichnend für den Respekt vor der Pickelhaube ist z. B. die That- und Wassermangel große Strecken zu passieren, die für ihre weißen betreffenden Vorschriften und Gebetchen zur Erinnerung desselben fache, daß Bochum wohl einen Vertreter der Socialdemokratie in Verfolger völlig unpassierbar seien. Auf einem Terrain, zu übersenden und Ihnen im Anschluß daran eine herzliche Bitte den Reichstag entsandte, daß der Arbeiterschaft aber in der Stadt auf dem Weiße gar nicht vorwärts fämen, über Bergwüsten und borzutragen. nicht ein einziges Lokal zur Wahrnehmung seiner Klasseninteressen durch Dorngestrüpp, hätten sie schon mit großen Viehherden ohne Schon um Ostern dieses Jahres habe ich Ihren hoch zur Verfügung steht. Man wird's doch nicht mit der Behörde ver- jeden Schaden Nachtmärsche von 40 Kilometern zurückgelegt. Sie würdigen Herrn Pfarrer gebeten, er möchte bei den besseren derben! Ein Kaiser Wilhelm- Denkmal zu bauen, war der würden deshalb immer wieder durchzubrechen vermögen, auch wenn und wohlthätigeren Katholiken der Pfarrei das Anliegen Bürger Herzensbedürfnis. Pläne wurden nach Berlin gesandt des in Berlin zu Ehren Leos XIII. erbauten Arbeiterheims Leo- aber, o Pech, keiner fand Gnade an höchster Stelle. Was von hier man sie noch so sicher eingekreiſt zu haben wähne. Hospiz recht warm empfehlen. Ich weiß nicht, wie weit das ge- aus gewünscht" wurde( ein Reiter- Standbild wurde verlangt), schehen ist, befürchte aber, daß bei der Menge solcher Bittgefuche follidierte mit den zur Verfügung stehenden Mitteln. Aber es war die Wahl schwer fällt, welches zuerst zu berücksichtigen wäre. nichts zu machen, man mußte tiefer in den Beutel greifen. Endlich Auch befürchte ich, daß ich von Ihnen als zudringlich ange- war die Sache so weit in Ordnung, die Genehmigung zum sehen werde und daß Sie bei Empfang dieser Zeilen ärgerlich Denkmalbau konnte tief entzückt in Empfang genommen werden. werden, jedoch hoffe ich, daß Sie nach Durchlesung des beiliegenden Mit Fleiß ging's an die Arbeit und bereits in den nächsten Tagen soll Der Wechselbalg verworfen. Basel, 6. September.( Eig. Ber.) Cirkulars zu der Ueberzeugung kommen, daß wohl kaum ein Werk das enthüllte Monument der staunenden Welt die Selbstlosigkeit" des Bei schwacher Beteiligung ist am Sonntag in der Volksabstimmung augenblicklich die Unterstüßung der Katholiken Deutschlands in der Bürgertums verkünden. Bestimmt rechnete man darauf, Wilhel mII. das revidierte Wirtschaftsgesetz mit 4900 gegen 3800 Stimmen verWeise verdient wie gerade das Leo- Hospiz. Zudem bin ich über- werde selbst den Weiheakt für das unter erschwerenden Umständen worfen worden. Die fistalisch mittelstandsretterische Mißgeburt zeugt, daß Sie schon aus Mitleid mit mir ein Almosenl erbaute Denkmal vornehmen. Getäuschter Hoffnung Schmerzen ge- hat damit das verdiente Schicksal ereilt. " Das sind höchst erbauliche Kriegsaussichten! asding Husland. Schweiz. Amerika. Tarifbewegung der Bildhauer der Stuck- und Modellbranche. I polierer sich dem Holzarbeiter- Verbande anschließen mögen. Mit Die schon totgeglaubte Partei der Populisten ist wieder recht Die Unternehmer dieser Branche hatten vor einiger Zeit angeregt, dieser Frage beschäftigte sich auch jüngst eine Versammlung der lebendig geworden. Ihr Kandidat Thomas E. Watson hat fürz- daß ihnen die Gehilfen helfen möchten, eine Besserung im Beruf Bahlstelle Nixdorf des Verbandes der Möbelpolierer. Dieselbe lich in New York eine große Rede gehalten, mit der sich die Bresse durch Bekämpfung der„ wilden Unternehmer" einzuführen. Die nahm nach einem Vortrage des Genossen Barenthin über lebhaft beschäftigte. Er hat das Programm der Partei folgender- im Centralverein der Bildhauer organisierten Modelleure und An-„ Lokal- und Central- Organisation" einstimmig nachstehende Resomaßen entwickelt: Verstaatlichung der Eisenbahnen, Telegraphen und trager waren jedoch der Meinung, daß eine Besserung der Zustände lution an: Telephone; eine progressive Einkommensteuer; zollfreie Einfuhr von wurden von ihnen der Prinzipalsvereinigung folgende Vorschläge im Holzarbeiter- Verbande organisiert sind und der Verband der im Beruf am besten durch eine Tarifvereinbarung erfolge. Es Da nachweislich die Mehrzahl der Möbelpolierer Deutschlands allen Gegenständen, die der Arme notwendig zum Leben braucht; unterbreitet: Die Arbeitszeit beträgt höchstens 7% Stunden täglich. Möbelpolierer tros seiner seit vier Jahren bestehenden centralistischen einen kürzeren Arbeitstag; Postsparkassen, und, last not least, Sie beginnt frühestens 8 Uhr und ist beendet spätestens 4½ Uhr, Form in mehr Geld, mit Hilfe von Papier oder Silber, aber auf Sonnabends 3½ Uhr, an den Tagen vor hohen Festen 2 Uhr ohne ist er außer stande, seinen Einfluß auf bessere Lohn- und Arbeitsder Provinz 1tur eine Zahlstelle erworben hat, alle Fälle mehr Geld.- Die Populisten sind start in Colorado, Idaho, Kansas und Nevada. Sie Kürzung des Lohnes. Der Lohn für Gipsbildhauer und Modelleure bedingungen in den Provinzen in wünschenswverter Weise geltend gelvannen diese Staaten bei ihrem ersten Auftreten 1892 und hatten Erfolge beträgt: mittel 42 M., minimal 36 M.; der Lohn für Antrager: zu machen. Ferner, da durch die gemeinsame Gütererzeugung beide in Nord- Dakota und Oregon. Sie verloren später durch ihre Ver- mittel 60 M., minimal 48 M. wöchentlich. Accordarbeit ist möglichst Berufe Tischler und Polierer den Maßnahmen der Unterbindung mit den Demokraten und waren 1900 ziemlich zusammen- zu vermeiden. Für die qualitativ minimalſten Arbeiten an der nehmer in gleicher Weise unterworfen sind, so haben im wirtschaftgeſchrumpft. Man hält es für möglich, daß sie diesmal wieder Fassade dürfen unter 12 M. pro Quadratmeter nicht gezahlt werden. lichen Kampfe beide Berufe die gleichen Interessen an der gemeinneuen Boden gewinnen, wahrscheinlich auf Kosten der Demokraten. Bessere Arbeiten nach Uebereinkunft. Für alle Accordarbeiten muß famen Aktionsfähigkeit. Die Versammlung ist der Ansicht, daß dieses Sie rechnen auf die ehemaligen Nachfolger Bryans, denen der Gold- den Gehilfen der zuletzt von ihnen erreichte Lohn sichergestellt nur dadurch erreicht werden kann, wenn sich der Verband der Möbelmann Barker nicht gefällt, und vielleicht werden sie Colorado ge- qualitativ minimalſten Arbeiten per Quadratmeter 30 M. zu be= werden. Bei Accordarbeiten für Innendekoration ist für die polierer dem Deutschen Holzarbeiter- Verbande anschließt. winnen, das jetzt republikanisch vertreten ist. Als Vicepräsidenten haben die Populisten Th. H. Tibbles aufgestellt, der schon mit John rechnen. Innenarbeiten, bei denen eventuell Aenderungen vorDeutfches Reich. Brown für die Rechte der Neger und unter dem Präsidenten Hayes ausführenden Gehilfen gestellt werden, sind nur in Lohn aus- Schuhwarenfabrik von Franz Heyde ist beendet. In einem Vergleich, genommen werden, oder bei denen höhere Anforderungen an die Bernan. Die Aussperrung der Arbeiter und Arbeiterinnen der für die Rechte der Indianer eingetreten ist. zuführen. Bei Arbeiten außerhalb des Ringbahnbereiches ist das welcher auf dem Bürgermeisteramt abgeschlossen wurde, hat Herr Fahrgeld dritter Wagenklasse zu vergüten und ein entsprechender Heyde aufs Neue die bereits am 10. August von ihm acceptierten Zuschlag zu zahlen. Die über den Ringbahnbereich hinausgehende Forderungen durch Unterschrift anerkannt. Danach haben die bisher Fahrt ist bis zum Höchstbetrage einer Stunde auf die Arbeitszeit gezahlten Löhne Gültigkeit bis 1. April 1905 und ist der Lohnanzurechnen. Für Ueberstunden sind 25 Proz. Zuschlag, nach 8 Uhr tarif auszuhängen. Entlassungen wegen Zugehörigkeit zur Dr abends 50 Proz. Zuschlag zu zahlen, ebenso für Arbeit an Sonn- ganisation und deren Bethätigung finden nicht statt. Bevor bei und gesetzlichen Feiertagen. Ueberstunden am Bau dürfen nur ge- fchlechtem Geschäftsgang Entlassungen stattfinden, ist die Arbeitszeit macht werden, wenn in der Stellenvermittelung keine Gehilfen zu zu verkürzen. Der Werkführer Kempin, auf welchen in der Haupthaben sind. Die Löhne der Ausgelernten unterliegen im ersten sache die Differenzen zurückzuführen waren, ist entlassen; dagegen Jahre nach beendeter Lehrzeit der freien Vereinbarung. Nach Ab- haben die beiden Kollegen Zoller und Deregowski auf ihre Wiederlauf desselben müssen die tariflichen Mindestlöhne gezahlt werden. einstellung verzichtet. Kollegen, welche gewillt sind, bei Herrn Heyde Für Gerüst und Zutragen des Materials und den nötigen Schub in Arbeit zu treten, werden ersucht, sich an die Ortsverwaltung des gegen Witterungsverhältnisse hat die Firma zu sorgen. Desgleichen Vereins deutscher Schuhmacher, Gasthof zum weißen Schwan", zu hat sie einen verschließbaren, wetterdichten Raum zur Aufbewahrung wenden. der Garderobe zu gewähren. Die Kosten für den Transport des Die Gauleitung der Provinz Brandenburg. Werkzeuges hat der Arbeitgeber zu tragen. Anerkennung der Stellenbermittelung des Centralvereins der Bildhauer Deutschlands In der Metallspielwarenbranche zu Zirndorf bei Nürn Der Premierminister Reid hat seinem Zorne gegen die Arbeiter- und ausschließliche Inanspruchnahme desselben durch beide vertrag- berg ist eine Bewegung der Metalldrücker im Gange. Die be partei in einigen erregten Ansprachen an das Parlament Ausdruck schließenden Teile. In Arbeit stehende Gehilfen, welche außerhalb scheidenen Forderungen der Arbeiter lauten: 56 stündige Arbeitszeit verliehen. Nach seiner Meinung habe die Arbeiterpartei alles Ver- der oben festgelegten regulären Arbeitszeit noch Arbeiten für andre pro Woche, 16 M. Minimallohn für Ausgelernte, vom 18. Lebenstrauen in die Regierung erschüttert und visionäre Hirngespinste dem Firmen fertigen oder selbständig Arbeiten zur Ausführung bringen, jahre ab 18 M., vom 20. Jahre ab 21 M.; in Geschäften, wo in Lande zur Lösung der Arbeiterfrage vorgelegt. Er ging soweit, von werden von den vertragschließenden Organisationen gegenseitig Accord gearbeitet wird, ist ein Accordtarif auszuhängen, auf dem Anmaßung, Korruption und Verrücktheit zu reden. Seine lächer zur Kenntnis gebracht und es wird von Fall zu Fall über das Vor- die Preise so gestellt sind, daß der oben erwähnte Minimallohu er lichen Vorwürfe verfehlten aber die beabsichtigte Wirkung. gehen gegen solche Personen entschieden. Der Tarif tritt am reicht wird. Eine Einigung wurde bisher nicht erzielt. Es ist auch „ Saturday Review" bemerkt dazu, daß diese Angriffe 15. September in Kraft." daß diese Angriffe 15. September in Kraft." Ueber diese Vorschläge der Gehilfen schon zu einem teilweisen Streit gekommen. gegen die Arbeiterpartei ein deutliches Zeugnis ablegen von der haben nun am 31. August Vertreter des Centralvereins bezw. der Unfähigkeit Reids für den hohen Posten, den er einnimmt. Gegen in ihm organisierten Modelleure und Antrager mit Vertretern der Silberschläger- Gewerbe die wöchentliche Arbeitszeit auf 32 Stunden Zur Berhütung der Ueberproduktion wurde im mittelfränkischen eine Partei, die sicher darauf rechnen kann, daß sie eine starke Ge- Freien Vereinigung der Stuck- und Bildhauergeschäfte verhandelt. festgesetzt, und zwar in der Weise, daß am Montag und Sonnabend folgschaft, wenn nicht eine überwältigende Mehrheit in der Be- Man kam über Arbeitszeit und Lohn nicht weit hinaus; eine überhaupt nicht gearbeitet wird. völkerung gewinnen wird, könne man solche Anklagen nicht erheben. Einigung wurde nicht erzielt; die weitere Verhandlung wurde auf Der schwache Halt, den das Kabinet Neid besigt, wird dadurch noch Montag, den 12. September, vertagt. Am 2. September hat die geringer, und höchst vorteilhaft hebt sich das vorhergegangene Arbeiter schlägen Stellung genommen und Gegen vorschläge ihrer KomUnternehmer- Vereinigung als solche zu den VorMinisterium dagegen ab. mission genehmigt, die am Sonntag der Kommission der Gehilfen zugegangen sind. Ein Vorspiel zu den Novemberwahlen. Am 12. und 13. September finden in zwei kleinen Staaten, Maine und Vermont, StaatsWahlen statt. Diese Wahlen erhalten ein besonderes Interesse dadurch, daß sie die Stärke der Strömung in den Novemberwahlen angeben, nicht etwa die Strömung selbst, denn sie werden republitanisch ausfallen. Wichtig ist nur, welche Majoritäten die Republikaner gewinnen. Daraus enspinnen sich dann die Berechnungen( und die Wetten!), welche Macht die Republikaner im Repräsentantenhause gewinnen werden. Im letzten Hause( dem 58. Kongreß) faßen 207 Republikaner 1nd 175 Demokraten. Verlieren die Republikaner nur 17 Size, sind ihnen die Demokraten schon überlegen. Von Wichtigkeit ist auch das moralische Gewicht, welches recht große Majoritäten der republikanischen Seite für die Wahlen am 8. November geben würde. Australien. Gewerkschaftliches. Berlin uná amgegend. Drechsler- Konferenz. Am Sonntag, den 11. September, vormittags 9 Uhr, findet in Berlin im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, eine Konferenz des Deutschen Holzarbeiter- Berbaudes, Gau IV, Branche der Drechsler, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Die Lage der Drechsler im Gau IV und wie führen wir eine Verbesserung derselben herbei? Referent: Otto Dahlte. 2. Unfre Tattik bei Lohnbewegungen. Durch die Konferenz soll eine Aussprache herbeigeführt werden darüber, wie es möglich ist, Verbesserungen im Drechslerberuf vor zunehmen. Insbesondere soll dieselbe einen Einblick in die Lohnund Arbeitsbedingungen der einzelnen Orte gewähren. Um eine Uebersicht über den Herstellungspreis der Arbeiten zu bekommen, wird mit der Konferenz eine Ausstellung von Drechslerarbeiten verbunden werden. Unterzeichneter ersucht alle Zahlstellen, wo Drechsler in Frage kommen, sich durch Delegierte vertreten zu lassen. Der Gauvorstand des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes. J. A.: F. Stusche. Husland. seit einigen Tagen ohne Polizeischutz. Das Publikum ſympathiſiert mit den streikenden Schußleuten, die eine bescheidene Lohnzulage fordern, welche ihnen um so mehr zu gönnen wäre, als in der abgebrannten und noch immer nicht wieder aufgebauten Stadt außera ordentliche Teuerungsverhältnisse herrschen. Ein Polizeistreit ist in Aalesund ausgebrochen. Die Stadt ist Der Streit in Marseille beendet? Der englische Gewerkschaftskongreß. Sodann Ueber die bisherigen Verhandlungen und über diese Gegenvorschläge der Unternehmer berichtete Welter am 5. September in einer gut besuchten Versammlung der Bildhauer der Stuck und Modellbranche, welche vom Centralverein der Bildhauer nach dem„ Luisenstädtischen Klubhause", Annenstraße 16, einberufen worden war. Der Redner betonte, daß die des Dockarbeiter- Verbandes hat die hiesige Dockarbeiter- Vereinigung Wolffs Bureau" berichtet aus Marseille: Der Generalsekretär Vorschläge der Gehilfen eigentlich nichts weiter bedeuten, als eine telegraphisch aufgefordert, die Arbeit wieder aufzunehmen. Auf den Festlegung zumeist schon bestehender Verhältnisse, be- Quais herrscht vollständige Ruhe; der Lastwagenverkehr nimmt zu; sonders was die Arbeitszeit und die Löhne sowie das betrifft, was die bei Umzügen beschäftigten Backarbeiter haben die Arbeit wieder damit zusammenhängt. Nur hier und da müsse nachgeholfen aufgenommen. Zur Zeit sind 176 im Hafen liegende Schiffe verwerden. Im Grunde handle es sich nur um eine Stabilisierung. schiedener Nationalitäten außer Dienst gestellt. Die meisten haben Trozdem sträubten sich die Unternehmer, darauf einzugehen. Warenladungen an Bord. Redner ging dann die einzelnen Forderungen durch und stellte ihnen die Gegenvorschläge der Prinzipale entgegen. Die Prinzipale schlagen unter anderm vor, daß die Arbeitszeit höchstens 8 Stunden( nicht 7%) betragen solle. Die Lohnzahlung Gewerkschaften zusammengetreten. Seit 1873 hat in der genannten Am Montag ist in Leeds der 37. Jahreskongreß der englischen ( bezw. Feierabend) soll Sonnabends um 4 Uhr und am Tage vor Stadt kein solcher Kongreß mehr stattgefunden. Damals waren nur den hohen Festen um 3 Uhr nach Möglichkeit auf der Arbeits- 132 Delegierte anwesend, die 140 Vereinigungen mit ca. 3/4 Millionen stätte erfolgen. Nur Minimallöhne sollen festgelegt werden, und Mitglieder vertraten; heute sind deren 450 anwesend, die zusammen zwar für Gipsbildhauer 27 M.( Minimalforderung der Gehilfen 11/2 Millionen organisierte Arbeiter vertreten. 36 M.), Modelleure 30 M.( Minimalforderung 36 M.), Antrager Stongresses ist der Abgeordnete Richard Bell, Generalsekretär des Der Präsident des 39 M.( Minimalforderung 48 M.). Beim Berlesen dieser Gegen- Eisenbahnerverbandes. Das Parlamentarische Komitee hat einen vorschläge brach in der Versammlung, wie aus einem Munde, ein umfangreichen Bericht vorgelegt. Unter anderm ist daraus zu entallgemeines Hohngelächter aus. Bei Accordarbeit wollen sich die Der Streit der Arbeiterinnen des Glühlampenwerkes der Firma Prinzipale auf Festlegung von Minimalpreisen pro Quadratmeter Bollpläne Chamberlains beteiligte. Jeden Monat wurde ein Flugnehmen, daß das Komitee sich energisch an dem Kampfe gegen die Siemens u. Halste beschäftigte gestern abend eine Versammlung überhaupt nicht einlassen. Nur die freie Vereinbarung soll hier blatt in der Auflage von je 50 000 den Gewerkschaften zur Verder Arbeiter und Arbeiterinnen des Charlottenburger Werkes der maßgebend sein. Von den andern Gegenvorschlägen der Unter- breitung zugestellt; die Freihandels- Vereinigung übernahm es, Firma, die den großen Saal der Kronen- Brauerei in Alt- Moabit nehmer sind noch hervorzuheben, daß man die Stellenvermittelung weitere Auflagen dieser Flugblätter herstellen zu laffen. mit den Galerien füllte. Der starte Besuch der Versammlung war der Gehilfen nur nach Maßgabe der Verhältnisse" benutzen will wird ausführlich über die Taff- Vale- Angelegenheit berichtet. Das jedenfalls zu einem guten Teil der unfreiwilligen Agitation zu und daß der Zuschlag bei unvermeidlicher Ueberzeitarbeit( sie soll Parlamentarische Komitee hatte bekamitlich einen Gesezentwurf danken, die durch die rigorose Behandlung, die die Streifenden bei möglichst vermieden werden) allgemein nur 25 Broz. betragen soll. der Firma erfahren mußten, und durch die polizeilichen Verfolgungen Bon allen Anträgen der Gehilfen nahmen die Unternehmer nur den Gewerkschaften durch die bekannten Entscheide der Lords und der eingebracht, die Trade Disputes Bill, wodurch das den und Chikanierungen der Streikposten geleistet wurde. Die Arbeiter anstandslos an, der die Löhne der Ausgelernten betrifft. und Arbeiterinnen des Stadtgeschäftes von Siemens u. Halske und Es entspann sich eine lebhafte Debatte, in der viele Redner wieder zugesichert werden sollte, und in welchem ferner festgelegt Gerichte entzogene alte Recht des friedlichen Streifpostenſtehens der Allgemeinen Elektricitäts- Gesellschaft in der Ackerstraße hatten aus der Mitte der Versammlung die Gegenvorschläge der Prinzipals- war, daß alles, was einer einzelnen Person gesetzlich zu thun erlaubt der Versammlung eine Sympathielundgebung gesandt. Das Re- vereinigung für Hohn und für un annehmbar erklärten. All- ist, auch zwei oder mehr Personen( also einem Verein) nicht verferat hielt Wiesenthal. Er erwähnte zunächst, daß vor etwa gemein sprach man sich für ein Festhalten am eignen Tarifentwurf boten werden könne. vierzehn Tagen eine Arbeiterin verhaftet und polizeilich sehr ein- aus. Schließlich wurde folgende Resolution angenommen:" Sollten Dieser Entwurf wurde, wie bekannt, in gehend vernommen worden ist unter dem Verdacht, vier Glühlampen, die am Montag stattfindenden Verhandlungen eine Festlegung des zweiter Lesung zwar angenommen, aber auf Veranlassung Balfours auf die die Firma ein Patent hat, gestohlen zu haben. Als die Tarifs nach unsern Vorschlägen nicht herbeiführen, so ist den nicht publiziert, so daß derselbe noch keine Gesetzeskraft erlangt hat Arbeiterin in die Fabrit zurückkehrte, sagte zu ihr der Meister Prinzipalen zu eröffnen, daß vom 15. September ab der Tarif für und in der nächsten Session wieder eingebracht werden muß. BeWeiß:" Machen Sie sich keine Gedanken, wir wissen, daß Sie nicht den Centralverband maßgebend ist, und die Gehilfenschaft gewillt züglich der Herausgabe eines täglichen Arbeiterblattes, die vom gestohlen haben." An dies Ereignis anknüpfend, berichtete der ist, ihn durch Arbeitsniederlegung zur Durchführung zu bringen." vorigen Kongreß beschlossen worden war, berichtet das Komitee, daß, Redner über Aussprüche von Meistern und Vertretern andrer Glühwie eine vorgenommene Umfrage ergäbe, hierfür in den Kreisen der lampenfabriken, die darauf hindeuten, daß nicht die Arbeiterin, Achtung, Rahmenmacher, Tischler, Polierer 2c. Bei der Firma Gewerkschaften wenig Sympathie vorhanden wäre. Wie üblich, sondern eine andre, höher gestellte Person die Geheimnisse der Firma Macensen, Rahmen- und Tablettfabrik, Ritterstraße 47, haben wurde der Kongreß vom Lord- Mayor von Leeds willkommen geverraten haben kann. Des weiteren ging der Redner auf die Ent- sämtliche Holzarbeiter und Buchbinderinnen wegen Lohndifferenzen heißen. An Sam Woods, der wegen schwerer Erkrankung dem stehung des Streiks und die daraufhin an die Firma gestellten die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist streng fernzuhalten. Kongreß nicht beiwohnen kann, wird eine Sympathie- Rundgebung Forderungen ein. Einen augenfälligen Beweis dafür, wie notübermittelt. wendig die geforderte Schutzkleidung ist, ergaben einige der Versammlung Der Streit der Glasschleifer. Dem Beschluß ihrer letzten Verfammlung vorgelegte, von Säuren zerfressene Kleidungsstücke der ſammlung gemäß haben die Glasschleifer gestern in den Werkstätten, Maurerstreit in Warschau. Nach einer Mitteilung der„ KattoArbeiterinnen. Der Redner kritisierte außerdem scharf das Ver- wo die Forderungen nicht anerkannt sind, die Arbeit niedergelegt. wiger Zeitung" haben in Warschau 6000 Maurer die Arbeit einhalten der Polizei gegen die Streifposten. In der sehr lebhaften Die Zahl der Streifenden beträgt ungefähr 200. Die Verhandlungen, gestellt. Ihre Versuche, sich auf öffentlichen Plägen zu versammeln, Diskussion schilderten mehrere Arbeiterinnen ihre Erfahrungen, die die gestern zwischen den aus je fünf Vertretern bestehenden Kommissionen wurden durch die Polizei wiederholt gewaltsam verhindert, wobei es sie als Streitposten machen mußten. Sodann wurde eine längere der beiden Parteien stattfanden, haben zu keiner Einigung geführt. Verwundungen auf beiden Seiten gab. Ein Polizist wurde durch von der Leitung des Glühlampenwerkes verfaßte Darstellung der Die Arbeitgeber hatten als Beistand den Gewerkschaftssekretär einen Arthieb schwer verlegt. Entstehung des Streits verlesen, die den Arbeiterinnen in den Körsten hinzugezogen, die Arbeitnehmer ihren Verbandsvorsitzenden beiden andern Werken der Firma zugestellt worden ist, die aber Girbig. Die Arbeitgeber zeigten wohl ein gewisses Entgegenkommen, durchaus nicht zutreffend ist. Folgende Resolution wurde ein- aber nicht in dem Maße, wie es zu einer schnellen Beendigung des stimmig angenommen: Streits notwendig gewesen wäre. Sie wollten die tägliche ArbeitsDer Wahlverein des dritten Kreises hielt am Dienstag bei „ Die Versammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma zeit auf 9 Stunden statt der geforderten 82 Stunden festsetzen, Franke, Sebastianstraße, eine Versammlung ab, in welcher Genoffe Siemens u. Halske, Werk Charlottenburg, nimmt Kenntnis vom Sonnabends auf 8 Stunden statt 71/2 Mit den Lohn- Redakteur H. Ströbel über das ostasiatische Menetekel" einen Stande des Streits der Glühlampen- Abteilung. Die Anwesenden forderungen waren sie im allgemeinen einverstanden, doch mit der interessanten Vortrag hielt, den er durch zwei selbstgezeichnete Kartenverurteilen das Vorgehen des Herrn Direktors Friedmann auf Einschränkung, daß die Accordarbeit für Buchstaben- und Mora- stizzen des russisch- japanischen Striegsschauplatzes veranschaulichte. das schärfste und verpflichten sich, die Streifenden in jeder Weise schleifer beibehalten, diesen Arbeitern aber ein Mindestwochenlohn Der Referent führte ungefähr folgendes aus: Schuld an dem Kriege zu unterstüßen. Sie glauben, daß die beste Antwort auf das rigorose garantiert werden sollte. An einzelnen andern Bestimmungen wurden ist Rußlands Expansionspolitik. Da es in Europa nur Binnenmeere Vorgehen der Direktion ist, wenn alle Kollegen und Kolleginnen geringfügige Abänderungen vorgenommen. Abgebrochen wurden die hat, suchte es sich im Osten bis ans offene Meer auszudehnen, dessen sich dem Deutschen Metallarbeiter- Verbande anschließen, da nur Verhandlungen bei dem Punkt Arbeitsnachweis, den die Arbeitgeber aufhäfen es nötig brauchte. Der alte Plan Rußlands, die Türkei zu durch eine feste und straffe Organisation es möglich sein wird, auch paritätischer Grundlage errichtet wissen wollten. Die Arbeiter wollen zertrümmern, ist ihm bisher nicht gelungen: 1854 fam es zum der Firma Siemens u. Halste klar zu machen, daß ihre Arbeiter dagegen ihren gut funktionierenden Arbeitsnachweis nicht preisgeben. Strimtrieg, England und Frankreich legten sich zu gunsten der Türkei und Arbeiterinnen nicht nur Ausbeutungsobjekte, sondern Menschen Es ist sehr wahrscheinlich, daß die voraussichtlich morgen stattfindende ins Mittel; 1877/78 ging Rußland abermals gegen die Türkei vor, sind, welche nicht nur Pflichten zu erfüllen, sondern auch Rechte zu Versammlung der Streikenden im Einverständnis mit der Lohn- die sich jedoch tapfer hielt, bis sich England abermals einmischte. beanspruchen haben." tommission die Vorschläge der Arbeitgeber ablehnt. Der Streif Nummehr ging Rußland nach Asien, brang bis Afghanistan und Tibet vor, dauert unverändert fort. besetzte in China die Mandschurei. 1891 begann der Bau der ostsibirischen Eisenbahn. Dadurch sah sich Japan in hohem Grade beunruhigt. Es führte zunächst Krieg gegen China( 1894), aus welchem es als Sieger hervorging. Die Großmächte sezten sich in den besten Häfen fest: Deutschland„ pachtete" 1897 Kiautschou, die Russen nahmen Port Arthur, England setzte sich vis- a- vis in Weiheiwei fest. Dann folgte der Boreraufstand mit der Ermordun des deutschen Gesandten, aus welchem sich der Nachekrieg gegen E., entwickelte. Außerdem wurde folgender Beschluß gefaßt: „ Die Versammlung nimunt Kenntnis von den Mitteilungen der Der Streit der Lithographen bei Prager u. Lojda, welcher seit Arbeiterausschüsse und den Ursachen des Streits und beschließt: 26. August währte, ist beendet. Von der Firma wurde die HerabDie Arbeiterausschüsse der einzelnen Werke delegieren aus ihrer fegung der Arbeitszeit von 9 auf 81 Stunden zugestanden. Die Mitte je ein Mitglied zu einer Kommission. Diese so zusammen- Arbeit ist am Mittwoch wieder aufgenommen worden. gesetzte Kommission ist unter Zuziehung der Streiffommission berechtigt, über die Ursachen des Streiks und die Bedingungen des Friedens zu verhandeln." Auf dem Wege zur Einheit. Im Verband der Möbelpolierer besteht eine starke Strömung, die dahin drängt, daß die MöbelVerfammlungen. Die anderen Mächte zogen sich zurück, ohne daß China auf- 1 mehr als 3,80 M. und 4 M. berdienen wollten, um die Schulden zu werden. Am 5. d. M. Beschoffen die auf den Hügeln öftlich geteilt worden wäre, nur Rußland nahm die ganze Mandschurei und abzutragen, die die Familie habe machen müssen.( Lebhafte, all- der Bahnlinie stehenden Geschüße der Japaner während der ganzen wollte sich noch in Korea befestigen. Andrerseits suchte sich Japan, gemeine Zustimmung.) Schubert ermahnte am Schluffe des Referats 24 Stunden die russischen Truppen. Die ruffische Artillerie wurde das in rascher Entwicklung ein moderner Kultur- und Industriestaat die Versammelten, die Vorschläge der Unterkommission der Arbeiter auf die Hügel gebracht, wo sie morgens in paralleler Linie zu der geworden war, ebenfalls auszudehnen. Der jezige Strieg begann ausschüsse eifrigst zu diskutieren, die Anschauung zu zerstreuen, daß der Japaner stand und die Flanke der sich zurückziehenden Armee Samit, daß Japan zunächst die russische Flotte unschädlich nur ein Verlangen der Ortsverwaltung des Verbandes vorliege, und deckte. Truppen mit Kanonen und Transportwagen strömen auf der machte. Rußland hatte hatte feine Streitfräfte falsch verteilt, barzuthun, baß die Gasarbeiter selber das Bestreben beseele, der Eisenbahnstrecke in Mulden ein. Ein großer Teil der ea hatte in Wladiwostot zu wenig Streuzer stationiert, schweren Thätigkeit angemessene Bezahlung zu erzielen.( Großer Transportwagen wurde zurückgelassen, da sich die die bald geschwächt watent. Alsdann versuchte Japan die Beifall.) Wege infolge des gestern niedergegangenen Regens in äußerst schlechtem Festung Port Arthur von der Seeseite zu nehment, jedoch mit wenig Verschiedene Mitglieder der Unterkommission begründeten dann Bustand befinden. Die Hauptarmee räumt Mukden und Erfolg; nunmehr versperrte man monatelang die Hafeneinfahrt, alte im einzelnen die folgenden Forderungen: Hofarbeiter: An geht nordwärts. Handelsschiffe mit mutigen Mannschaften wurden int den fangslohn 4 M., steigend von 2 zu 2 Jahren um 20 f. bis zunt Paris, 7. September. Petit Parifien" berichtet aus Petersburg, Grund gebohrt. Endlich gelang gelang es doch. Die Japaner Höchstlohn von 5 M. Betriebsarbeiter: Anfangslohn daß in den Hospitälern des Roten Kreuzes zur Zeit 28 000 Vergingen nunmehr ans Land, zunächst an verschiedenen 5,50 M., steigend von 2 zu 2 Jahren um 20 Pf. bis zum Höchstlohn wundete verpflegt werden. Punkten Koreas, marschierten weiter nordwärts, überschritten den Valu, bcn 6,50 M. Reinigungsarbeiter: Anfangslohn 4,50 W., Tschifu, 7. September.( B..) Wie berichtet wird, sind die denn Rußland stellte ihnen hier viel zu wenig Truppen gegenüber. ebenso steigend bis 5,50 M. Steigrohrreiniger: Anfangs- meisten der in den Hospitälern von Charbin untergebrachten verDann landete Japan auf der Halbinsel Lianjang. Drei Armeen lehn 5 W., ebenso steigend bis 6 M. Schloffer, Schmiede, wundeten Japaner von der Schlaffrankheit befallen. gingen gegen die Russen vor, warfen dieselben überall zurück und Stellmacher, 8immerleute: Anfangslohn 4,80 m., schlossen Port Arthur ein. Das Ostseegeschwader soll schon seit 1/2 Jahr steigend von 2 zu 2 Jahren um 20 Bf. bis zum Höchstlohn bon auslaufen und gegen Japan zu Hilfe kommen: es scheint aber, M. Hilfsarbeiter in den Werkstätten: Anfangswie so vieles in Rußland, in schlechtem Zustande zu sein. " Vom ostasiatischen Kriegsschauplake. John 4,20 m., steigend von 2 zu 2 Jahren um 20 Pf. bis zunt Tokio, 7. September.( Meldung des„ Neuterschen Bureaus".) Seit 10 Tagen tobt im Umkreise von Liaujang die Hauptschlacht. Höchstlohn von 5,20 M. Mas chinisten und Geiger: An Der Kaifer hat an die Armee eine Botschaft gerichtet, in der er fie 180 000 Ruffen stehen 250 000 Japanern im Kampfe gegenüber, noch fangslohn 4,80 M., steigend von 2 zu 2 Jahren um 20 Pf. bis zum zu dem glänzenden Siege beglückwünscht, der angesichts furchtbarer ist derselbe nicht zu Ende, obwohl beide Teile wohl au 100 000 öchstlohn von 6 M. Maurer: Anfangslohn 6 M., steigend von Schwierigkeiten errungen sei. Das Ende des Krieges liege noch in Mann Verluste haben; vielleicht die gewaltigste Schlacht, die in den 2 zu 2 Jahren um 20 Pf. bis zum Höchstlohn von 7 M. Für weiter Ferne; die Truppen follten fortfahren, geduldig ihre Mühen legten 100 Jahren stattgefunden hat. Allem Anscheine nach werden Schlacken und Schaben pro Stunde 5 Pf. mehr. Abschaffung zu tragen. die Japaner die Russen nicht entkommen lassen, schon jetzt sind der Accordarbeit: Wo die Accordarbeit nicht beseitigt wird, die Verluste Rußlands genügend, daß es diese Niederlage nicht so müssen die betreffenden Arbeiter in regelrechter Arbeitszeit 50 Proz. Oyama über die Schlacht bei Lianjang. leicht wird vertinden können. Zivar hat das russische Reich noch viele mehr verdienen als bei gewöhnlicher Lohnarbeit. Tokio, 6. September.( W. T. B.) Heute ist hier ein ausführ Menschen, ob es aber entsprechend große Armeen nach Ostasien Sowohl die Kommiffionsmitglieder als auch eine Anzahl andrer licher Bericht des Marschalls Dhama eingegangen, der heute abend senden und dort verproviantieren kann, ist wohl kaum anzunehmen. Gasarbeiter, die zur Diskussion das Wort nahmen, traten lebhaft veröffentlicht worden ist und einen Ueberblick über die zehntägigen Denn auch Japan, das sich jährlich um reichlich eine halbe für diese Forderungen ein. Sie bestätigten die Ausführungen Million vermehrt, tann rasch neue Truppen ausbilden und viel Schuberts als durchaus zutreffend und hoben felber noch hervor, Kämpfe vom 24. Auguft bis zum 4. September giebt. Es heißt schneller an Ort und Stelle befördern. Wie der Krieg auch weiter wie anstrengend und gesundheitsschädlich die verschiedenen Thätig in dem Bericht: Die Russen halten immer noch die Steinverlaufen wird, aller Wahrscheinlichkeit nach wird Japan die Halbinsel feiten in den Gasanstalten seien. Die Arbeit vor den Oefen würde fohlengruben bei Jantai besetzt. Es wird dort höchstwahrscheinverlaufen wird, aller Wahrscheinlichkeit nach wird Japan die Halbinsel mit dem Nehmen russisch- römischer Schwizbäder berglichen, wobon lich zu einer Schlacht kommen. Die Gruben von Jantai find die Korea und Port Arthur behalten. Was wird nach dem Kriege weiter geschehen? Japan wird jedenfalls nicht dulden, daß sich den betreffenden Betriebsarbeitern 35 in der Woche zu Teil würden, einzigen Steinkohlengruben in der Mandschurei, und ihr Besis Deutschland über Kautschou hinaus ausdehnt. Unfre Kolonie wird ein Vielzuviel von diesem Kurmittel. Von mehreren Seiten wurde ist deshalb eine Frage von vitaler Bedeutung für die Ruffen mit ein Teil der russischen gleich Rull werden. Unfre Ausgaben für Ostafient werden zum Fenster Reinigungsarbeiten geflagt. Das Allgemeinbefinden leide darunter, Truppen hält Jungschuifsu im Süden von Jantai immer noch besetzt. über die schädliche Einwirkung der giftigen Dünste bei den Rücksicht auf den Eisenbahnbetrieb, hinausgeworfen sein, denn China zahlt die 150 millionen Entschädigung einfach nicht. Japan wird sich mehr mit China befreunden. Daher ist unsre wenn es auch stimmen möge, daß verschleimte Luftwege dadurch zum Kurotis Streitkräfte stehen in enger Fühlung mit dem Feinde. Kolonialpolitik thöricht und blödsinnig. Richt nur hier, sondern auch Genosse Wurm, Mitglied der Gasdeputation, erklärte die For- dem gründlichen Aushusten angereizt würden. Stadtverordneter Der linke Flügel und das Centrum der Japaner haben auf linken Ufer des Taitseflusses Halt gemacht. Dhama in Südwestafrika, wo uns die Hereros ständig entschlüpfen. Einzelne berungen, die auch einige der Arbeiter für sehr mäßig erachtet haben, beabsichtigt, einen Teil dieser Truppen zur Besetzung der nördlich Kapitaliſten haben Vorteile von dieser Politik, wir Socialdemokraten für bescheiden. Er werde dafür energisch eintreten. Scharfe Kritit von Muchang gelegenen Höhen zu entfenden und längs der haben diefelbe als fulturwidrig principiell zu verurteilen. leber ben beifällig aufgenommenen Vortrag des Genossen Ströbel wurde eine Denunzianten au Maßregeln gegen Arbeiter bewegen ließen. Eisenbahnbrücken über den Taitse verbrannt. Ueber die Verluste ben beifällig aufgenommenen Vortrag des Genossen Ströbel wurde eine übte er an den Unterbeamten in den Gasanstalten, die sich durch Eisenbahn vorzurücken. Kuropatkin hat alle Brücken, auch die Diskussion nicht beliebt und die Versammlung 1/211 Uhr geschloffen. Denunzianten dürften von ihnen nicht einmal angehört werden. Der Japaner seit dem 25. August, so heißt es in dem Bericht weiter, Der Wahlverein bes 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises hatte auch in unsren städtischen Betrieben müsse dafür gesorgt werden, fönnen keine genauen Zahlenangaben gemacht werden, da sie noch am Dienstag, den 6. September, eine Versammlung nach Schmidts daß die Neinlichkeit der Moral Einzug halte. Die Versam mnicht festgestellt sind, sie dürften aber schwer sein. Auch von genommenen Gesellschaftshaus, Gartenstr. 6 einberufen. Der Reichs- lung stimmte einhellig den Forderungen zu. russischen Geschützen wird von Oyama nichts berichtet; es tags- Abgeordneter Genosse Frizz Kunert sprach über das Thema: Nach einem begeisterten Schlußwort Schuberts trennte man sich mit ist, jedoch bekannt, daß 16 10 Centimeter Canetgeschütze „ Die Verrufserklärung der Landarbeiter und des Gesindes im bonnernden Hochs auf den Verband. bei Anping und Anschantschan erbeutet sind. Die Truppen, preußischen Landtage." Vor seinem schon in einer früheren Verjagt Dhama weiter, find in vortrefflicher Stimmung, sammlung des Wahlkreises gehaltenen Vortrage teilte der Referent Charlottenburg. Ueber den Generalstreit hielt Genosse troßdem sie 10 Tage hindurch beständige, mit vielen Opfern verder Versammlung mit, welche entscheidende Wendung der Riefen Buchholz am Dienstag in einer von etwa 600 Personen beiderlei bundene Angriffe gegen den Feind zu machen hatten, der Befestigungstampf zwischen Japan und Rußland durch die bevorstehende Ein- Geschlechts besuchten Volksversammlung einen zweistündigen Vortrag. werke bejezt hielt, die fast permanente waren. Kuropatkin erhielt bis zum nahme Muldens durch die Japaner genommen hat, und welche welt- Nachdem er einen interessanten Ueberblick über die geschichtliche Ent- 30. August fortwährend Verstärkungen. Er verfügte schließlich über geschichtliche Bedeutung diese Niederlage Rußlands barstellt. Nach wicklung der Idee des Generalstreils und die teils mit, teils ohne zwölf volle Divisionen; feine Verluste find nicht bekannt. Kurofi Beendigung des Vortrages und kurzer Diskussion nahm die Ver- Erfolg durchgeführten allgemeineren Streits gegeben, ging er zu einer tieß auf den Höhen westlich von Heihinghai auf berzweifelten Widerstand sammlung folgende Resolution einstimmig an:„ Die Versammlung erhebt kritischen Prüfung der zur Empfehlung eines Generalstreits von und erst nach viertägigem anhaltendem und wildem Kampfe gelang gegen den ausnahmerechtlichen Charakter des Gesezentwurfes be- riedeberg, Kautsty, Rosa Luxemburg u. a. es ihm, die Russen aus ihren Stellungen zu vertreiben. Es ist klar, treffend die Erschwerung des Vertragsbruchs landwirtschaftlicher geführten Gründe über, die im wesentlichen die folgenden feien: daß die Hartnäckigkeit des Widerstandes der Russen an dieser Stelle Arbeiter und des Gesindes Proteft. Die Versammelten sehen in 1. Der Generalstreit ist das einzige Mittel, das dem Prole- die ruffische Rildzugslinie offen hielt und so eine vernichtende Niedersolcher Gesetzesmache eine Verrufserklärung und eine zwar der tariat übrig bleibt. schleierte, aber doch beabsichtigte schwere Schädigung der erwähnten lage abwendete. ländlichen Arbeiterkategorien. Die Versammlung betrachtet endlich diesen neupreußischen Berrufsentwurf als einen schamlosen Einbruch realtionar- partitularistischer Bestrebungen in das Reichsrecht und in die Neichsverfassung zu Gunsten des vollsfeindlichen Junker- und Agrariertums." Eine öffentliche Versammlung aller auf den Gasanstalten der an= 2. Der Generalstreit ist das einzige wirksame Mittel, weil der Arbeiter auf allen andren Gebieten unterzufriegen und nur in der Probuftion unerfeßlich ist. 3. Gegen den Generalstreit kann die Regierung feine Gewalt gebrauchen, wie bei der Anwendung gewaltsamer Mittel seitens der Arbeiter. Das legtere ist nicht richtig, wie mannigfache Er allne@ Der Nachfolger Plehwes? Petersburg, 7. September.( W. T. B.) Wie verlautet, wird Fürst Swiatopolt- Mirsti, der Generalgouverneur von Wilna, zum Minister des Innern ernannt werden. Stabt Berlin beschäftigten Arbeiter, die sehr zahlreich besucht war, fahrungen beweifen. Gegenüber dem zweiten Argument ifta Zum Streit der Chicagoer Fleischwarenarbeiter. tagte am 6.September im großen Saal von Dräfel, Neue Friedrich- zu bemerken, daß die Produktion für den Arbeiter genau Chicago, 7. September.( W. T. B.) 25 597 Ausständige haben Straße. Es handelte sich im wesentlichen um die Stellungnahme so umentbehrlich ist, wie er für die Produktion; ein zu den von einer Unterkommission der Arbeiterausschüsse aus gemeiner Streit kann daher stets nur ganz furze Zeit aus- fich für Fortsetzung des Streits in der Fleischwaren- Industrie ausgearbeiteten Lohnforderungen, welche in Form einer gehalten werden. Der Generalstreit kann also feiner Natur nach nur gesprochen und 2403 für Wiederaufnahme der Arbeit. Petition möglichst bald bei den vorgesetzten städtischen Behörden für ganz furze Zeit als Demonstration, als moralisches Druckmittel Detmold, den 7. September.( B. H.) Die Typhus- Epidemie eingereicht werben sollen. Zunächst referierte der Stadtverordnete zur Erreichung eines bestimmten Zwedes, wie 1902 in Schweden in nimmt immer größeren Umfang an. Ueber 200 Personen find be Arbeiterfekretär Schubert über die wirtschaftliche Lage Betracht kommen, keineswegs. aber als Mittel zur Erkämpfung reits von der Krankheit ergriffen. Alle öffentlichen Unterhaltungen der städtischen Gasarbeiter. Er erinnerte daran, daß des endgültigen vollständigen Sieges. Seine einseitige Propagierung und Vergnügen sind verboten; von der Abendmahlfeier in den vor etwa 4 Jahren auf Anfuchen der Arbeiter der Lohn für Be- lenkt von den andern Mitteln, die das Proletariat befigt, ab; hier Kirchen wird wegen der Ansteckungsgefahr Abstand genommen. Ein triebsarbeiter von 5 W. auf 5,50 M. und für Hofarbeiter von kommt vor allem die politische und gewerkschaftliche Organisation in Todesfall ist indessen noch nicht vorgekommen. Die Garnison wird 3,50 M. auf 3,80 m. erhöht worden und den letzteren nach vielen Betracht, sowie auch die in Deutschland noch in ihren Anfängen im Sennelager bei Paderborn in strengster Isolierung gehalten. Berhandlungen zugestanden worden sei, daß sie nach dreijähriger steckende genossenschaftliche Organisation, wozu noch als mächtiges Dortmund, 7. September.( B. H.) Die Wechselfälschungen des Thätigkeit 4 M. erhalten sollten. Seitdem sei nicht das geringste Mittel der Propaganda das Recht der freien Rede in Versammlungen imb geschehen, die Lohnverhältnisse unsrer städtischen Gasanstalts in Schriftverken kommt. Alle diese Mittel und die niemals zu unter- Thonwerksbesizers Johannes Peters find weit umfangreicher, als arbeiter zu beffern, trok wiederholter Bitten, und auch nicht während bindende Agitation von Mund zu Mund müssen ständig benugt anfänglich angenommen wurde. Der Betrag von 150 000 m. dürfte der Zeit der Teuerung. Dem öfter gehörten Einwurf, daß die werden, um unsre Jdeen zu verbreiten, die Zahl unsrer Anhänger überschritten werden. Forderungen nur von außerhalb der städtischen Betriebe stehenden zu stärken. In der Diskussion erklärte sich Genosse Aachen, 7. September.( B. H.) Auf dem hiesigen Bahnhof fuhr Leuten erhoben würden, hält Rebner die Ausführungen entgegen, lemming mit den Ausführungen des Referenten zwar gestern abend ein Personenzug auf den dort haltenden holländischen die von Männern der Praxis aus ihrer Erfahrung heraus auf der einverstanden, doch müsse er Protest erheben gegen die Güterzug. Hierbei wurde ein Bremser getötet und eine Anzahl vorjährigen Konferenz deutscher Gasarbeiter über die schwere geradezu rüde Art, wie in einigen Berliner Wahlkreisen Genosse Bassagiere verlegt. Der Materialschaden ist bedeutend. Frohnde in den Gaswerken der Stadt Berlin gemacht wurden. Ein Friedeberg beschimpft sei. Zweifellos zeige fich in der Partei eine Mainz, 7. September.( B. H.) Der deutsche Feuerwehrtag von auswärts zugezogener Arbeiter fand die Arbeit an den Oefen Bunahme der Verfimpelung, wie beispielsweise auch die lasche schließt mit einem Defizit ab, das nach oberflächlicher Schäzung viel schwieriger und anstrengender, die Size größer, als anderwärts, Haltung der Maifeier gegenüber auf dem Amsterdamer Kongreß ca. 12 000 W. beträgt und wohl von der Stadt getragen werden muß. Hiergegen Front But und er vermißte den technischen Fortschritt. Ein andrer konnte nach beweise. einer Besichtigung der Kopenhagener Gaswerke feststellen: dort lutionäre Bewußtsein der Wien, 7. September.( B. S.) Ein römisches Telegramm des rebo= Das machen und wieder mehr zu stärken, strömten die Oefen nur die halbe Temperatur aus wie die in Berlin, sei ein unbestreitbares Verdienst der von Genossen Friede- offiziösen Fremdenblatt" bestätigt, daß die Handelsvertrags- Verauf den Arbeiter fämen dort weniger Retorten als hier, auch werde berg entfalteten Agitation. Genoffe Rupp pries die Idee handlungen zwischen Italien und Desterreich- Ungarn einem günstigen dort nicht so viel Dampf entwickelt, denn er werde sofort wieder des Generalstreite sowie jede andre Agitation zur Revolutionierung Ende nahe gerückt sind und daß die Unterzeichnung der Verträge in abgekühlt. In Berlin hätten die Feuerhausarbeiter 3 oder 4 Oefen der Geister. Genosse Cahn Berlin feierte den den General den nächsten Tagen erfolgen dürfte. zu besorgen, in Kopenhagen dürften sie, wenn sie 2 Oefen besorgt streit durch den Vortrag eines warm empfundenen Gedichtes. Genf, 7. September.( B. H.) Der Rat der revolutionären haben, thun und lassen was sie wollten. Won andern Gasarbeitern In seinem Schlußwort bemerkte Genosse Buchholz, daß die armenischen Komitees hat heute folgende Depesche an die Minister find Aeußerungen gefallen wie: der Gasarbeiter sei nur ein halber Generalstreit- Jdee gerade in den zurückgebliebensten Ländern wie der Auswärtigen Angelegenheiten der Signaturmächte des Berliner Ber Mensch, und weitere haben als wesentlichste Notwendigkeit die Gr- Spanien, Italien eifrig propagiert werde; aber mit schönen Ge- trages gerichtet: Die türkische Regierung hat die Mobilisierung des leichterung der Arbeiten an den Oefen bezeichnet. Solche schwere dichten, die auch dort den Massen begeistert und begeisternd vor vierten Armeecorps in Erfinghian angeordnet und sie wird unter Thätigkeit, fährt Redner fort, raube vorzeitig die Gesundheit. getragen werden, habe man dort nichts erreicht, dagegen doch dem Vorwande, den Aufstand zu unterdrücken, zu neuen Megeleien Nirgends, fei es in Privat- oder in Staatsbetrieben, werde so einiges in fortgeschritteneren Ländern durch mühsame, andauernde fchreiten. Die revolutionären Armenier verlangen durchaus nicht, gesundheitsschädliche Arbeit so ungenügend entlohnt, als es hier Arbeit. Arbeiter, die gar nichts zu verlieren haben als daß man fie schone, aber sie haben das Recht zu verlangen, daß die von der Stadt geschehe. Hinweise darauf seien in der Deputation ihr elendes Dasein, fönnen auch einen Generalstreit ris- türkische Regierung bei ihrem Stampfe gegen die armenische Bewegung und in der städtischen Vertretung früher schon von gewissen Herren fieren. Bei uns in Deutschland aber müssen wir fest nicht ihre unmenschlichen mörderischen Angriffe gegen unschuldige kurzweg damit abgethan worden, daß Uebertreibungen vorlägen und halten, was wir errungen haben, und dürfen es selbst in einem der Wesen richtet, Männer, Frauen und Kinder. Andernfalls würde die es sich nur um eine Heze handele, die Arbeiter unzufrieden zu Demonstration dienenden Generalstreit von kurzer Dauer auch rebolutionäre Partei genötigt fein, zu extremen Maßregeln zu machen. Nun, die Statistik der Betriebs- Krankenkasse führe eine für einen solchen müssen die Chancen sorgfältig abgewogen werden greifen, deren sie sich jetzt enthält. Wir hoffen, daß die Diplomatie zwingende Sprache. Im Jahre 1908 waren auf 5 Gasanstalten der nicht leichtsinnig aufs Spiel seßen. Nach dem mit großem Beifall durch eine wirksame Intervention endlich die Sicherheit der friedStadt Berlin beschäftigt 3675 Personen. Davon erfrantten 2565, aufgenommenen Schlußwort des Genossen Buchholz wurde die lichen Bevölkerung garantieren wird. also 69,8 Proz. Es waren bei 594 Erkrankungen der Atmungs- Verjanmlung mit einem dreifachen Hoch auf die Socialdemokratie organe, bei 185 Gelent- und Gliedererkrankungen, bei 330 Influenza, geschlossen. bei 9 Knochenbrüche, bei 405 Muskel- und Sehnenerkrankungen, bei Reinidendorf. Der Wahlverein beschäftigte sich am 30. Auguft 318 Krankheiten der Verdauungsorgane, bei 354 äußere Ver- in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit der Wahl legungen. Das Verhältnis sei noch schlechter auf dem Wert IV einer Schiebsfommission. Folgende fünf Genossen wurden dazu erallein. Von 1584 dort Beschäftigten seien im Jahre 1903 nicht nannt: Hannemann, Karl Wolf, 3. 23oIf, erm. weniger als 1271, also 80 Proz., erkrankt. Von diesen 1271 hatten orenz und Krüger. Als Abteilungsführer wurden bestätigt: 298 Erkrankungen der Atmungsorgane, 74 Gelent und Glieder- Für den Westen Sleemann, für den Often Willy Leon frankheiten, 176 Influenza, 212 Mustel- und Sehnenerkrankungen, hardt; zu Abteilungstaffierern Genosse Neuhof für den 147 Krankheiten der Verdauungsorgane und 191 äußere Verlegungen. Westen und Genosse Thürnagel für den Osten; ferner als Redner legt dar, daß man mit Tagelöhnen von 3,80 M. und 4 M. Bezirksführer Genosse GI a mann und an Stelle bon enschel heutzutage nicht mal die notwendigen Bedürfnisse als Familien- Botas cinsti. Genosse Mette hat sein Amt als Revisor bater befriedigen fönne. In städtischen Verwaltungstreifen werde freiwillig quittiert. nur immer von den hohen Löhnen" der Betriebsarbeiter gesprochen, M. meine. Hike Baris, 7. September.( B. H.) Dem Matin" zufolge ist der Genfer Schnellzug nach Chamonig auf der Brücke bei Estampière mit einem andern Buge zufammengestoßen. Der Maschinist des Schnellzuges wurde getötet, desgleichen drei Passagiere. 80 weitere Passagiere wurden verletzt. London, 7. September.( W. Z. B.) Der hiesige foreanische Geschäftsträger erklärte gegenüber einem Vertreter des Reuterschen Bureaus, die Annahme, daß das Abkommen zwischen Korea und Japan ein japanisches Protektorat über Korea bedeute, sei durchaus ungerechtfertigt. Storea habe einen fremdländischen finanziellen Berater haben müssen, aber darin habe nichts Neues gelegen und die Ernennung eines diplomatischen Beraters sei nicht anders anzusehen. ber fürchterlichen Dige vor ben Defen, bie hieraus erwachsenden Letzte Nachrichten und Depeschen. Dampferans Wenzell", welcher in Cardiff 1000 Tonnen Kohlen hohen Bedürfnisse zur Ergänzung der Kräfte bergesse man dabei aber vollständig. Ja, man habe gesagt, die Arbeit müsse doch nicht Die russische Retirade. London, 7. September.( B. 5.) Das Gerücht, daß der deutsche verladen hat, von den englischen Behörden angehalten worden sei, weil dieselben bermuteten, daß die Kohlen für russische Kriegsschiffe bestimmt seien, wird amtlich bestritten. Der Befehl zur Einstellung der Kohlenladung sei jedenfalls von deutscher Seite erfolgt, um so schlimm sein, denn andre Arbeiter drängten sich danach. Leider Murden, 6. September.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) sei es wahr, daß sich Arbeiter danach sehnten. Nicht die Arbeit vor Ein Teil der russischen Armee, die sich auf dem Schienen ben Oefen mache das aber. Es seien bielmehr Leute, die mal etwas wege nach Mukden zurückzieht, ist in Gefahr abgeschnitten einen Neutralitätsbruch zu berhindern. Verantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt St. 211 21. 1. KeilU des Jnrnätls" Kerlim WMV. DoNerstag, 8. Zeptembek Partei-j�acdricbten. Elende Verleumdungen unsrcs holländischen Parteigenossen Van Kol hat ein Anarchistenblatt in die Welt gesetzt und die reaktionäre Presse hat selbstverständlich diese Lügen aufgegriffen und weiter verbreitet. Van Kol wird darin als„ein steinreicher Bourgeois und ein Protz comme il kaut" bezeichnet, der mit vor Rührung fast zitternder Stimme auf dem Amsterdamer Kongreß über die Leiden des indischen Volkes und die Ausbeutung der englischen Kolonien gesprochen, aber kein Wort über die Ausbeutung der indischen Untertanen Hollands verloren habe. Das sei be- greiflich, weil Van Kol seinen Reichtum selbst durch die Ausbeutung indischer Eingeborener zusammengescharrt habe und noch heute Besitzer ausgedehnter Plantagen in Holländisch- Indien sei.— Wer nur einigermaßen die Vorgänge in der Zweiten Kammer des niederländischen Parlaments kennt, der weiß von vornherein, daß es eine schändliche Lüge sein muß, wenn gesagt wird, Van Kol schweige über die Ausbeutung der niederländisch- indischen Eingeborenen. Hat er doch, seitdem er 1897 zum ersten Mal als Kammermitglied gewählt wurde, einen unermüd- lichen, hartnäckigen und fast ununterbrochenen Kampf gegen die schändliche Ausbeutung und Mißhandlung der Eingeborenen von Nieder- ländisch-Jndien geführt, einen Kamps, der ihm glühenden Haß der indischen Kapitalisten, aber auch Liebe und Verehrung in weiten Kreisen des indischen Volks eingetragen hat. Daß Van Kol, als es sich auf dem Internationalen socialistischen Kongreß um Annahme der von der englischen Delegation beantragten Resolution gegen die Raubpolitik in Britisch-Ostindien handelte, nicht eine Rede über die holländische Kolonialpolitik hielt, ist selbstverständlich. Andernfalls hätte eine mehrtägige Kolonialdiskussion entstehen können; denn man müßte doch mit demselben Recht den deutschen, den belgischen und den Delegierten all der Länder, die Kolonial- Politik treiben, den Vorwurf des Totschweigens ihrer vaterländischen Kolonialgreuel machen und sie verpflichtet halten, gerade bei dieser Gelegenheit die Sünden ihrer Kolonialkapitalisten und-Regierungen aufzudecken. Was nun die Behauptung, Van Kol sei selbst Besitzer und Ausbeuter ausgedehnter Plantagen in Holländisch-Jndicn, an- betrifft, so können wir konstatieren, daß unser Parteigenosse weder „Besitzer" von Plantagen ist, noch mit der Leitung oder dem Betrieb irgend eines kolonialen Unternehmens etwas zu thun hat. Er, der zwar vermögend, aber keineswegs„steinreich" ist, hat allerdings sein Vermögen in indischen industriellen und landwirtschaftlichen Unternehmungen angelegt. Kein verständiger und mit den wirt- schaftlichen Verhältnissen einigermaßen vertrauter Mensch wird ihm daraus einen Vorwurf machen. Uebrigens stammt das Pamphlet ursprünglich aus„De vrije Socialist", dem Blatte von Domela Nieuwenhuis und da ist es bemerkenswert, daß Nicuwcnhuis selbst seiner Zeit 30 000 Gulden durch Van Kol in indischen Unter- nehmungen hat anlegen lassen. Die Schimpfereien, wie„Protz" und so weiter, sind bei keinem Mann so unangebracht wie bei Van Kol. Die Herausgabe einer Broschüre zur Landarbriterfrage wurde auf dem mecklenburgischen Parteitage beschlossen. Der Parteitag der schweizerischen Socialdcmokratie findet am S., 7. und 3. November in Biel statt.— Das Centralkomitee des schweizerischen GrütlivereinS hat beschlossen, die Arbeiter ernstlich zu ermahnen, der Aufforderung zur militärischen Dienstverweigerung keine Folge zu leisten.— Mit dem 1. Januar 100S soll das seit der Wahl des Genossen Wullschleger in die Vasler Regierung der- waiste Vereins- und Parteisekretariat wieder besetzt werden. Die Enthüllung des Denkmals für Georg Hcrwegh ist. wie das Denkmalskomitee mitteilt, für einen der ersten Sonntage im Oktober vorgesehen. Am Tage der Einweihung soll eine Biographie Herweghs herausgegeben werden. Das Komitee in Liestal nimmt noch Beiträge entgegen. pollrelliebea, Oerfcbttiches iiftv. Rechtshandhabung im monarchischen Deutschland. Sachsen-Weimar bemüht sich seit je, selbst die königlichen Sachsen zu überbieten in der Kunst, Arbeitcrversammlungen unmöglich zu machen. Zwei kennzeichnende Fälle aus jüngster Zeit liegen wieder vor. Seitens des Porzellanarbeiter-Verbandes waren in den letzten Wochen mehrere AgitationStonren nach Thüringen veranstaltet worden. lind so sprach denn in einer Reihe von thüringer Ortschaften die Genossin Helma Steinbach über das Thema:„Unsre Waffen im proletarischen Klassenkampfe". In den weimarischen Orten Martinroda und Blanken- Hain durfte Genossin Stcinbach jedoch nicht reden; in Blankenhain war es sogar nur eine Zahlstellenversammlung, die durch ein starkes Polizei- Aufgebot verhindert wurde. Auf die Beschwerde dagegen erging ein Bescheid, der an Rabulisfik nichts zu wünschen übrig läßt. Die Arbeiter beschwerten sich, daß ihnen eine Gewerkschafts- Versammlung verboten worden sei. Die Bezirksverwaltung aber stellt in ihrer Entgegnung fest, daß es sich ihrer und der Ansicht des Blankenhainer Bürgermeisters nach nicht um eine gewerkschaftliche, sondern um eine politische Versammlung gehandelt habe. Gegen das Verbot einer solchen aber hätten fich die Beschwerdeführer gar nicht gewandt, sondern fic sprächen nur von einer Gcwcrkschafts- Bcrfammlung. Da von einer solchen die Bczirksvcrwaltung jedoch nichts wisse, erübrigte sich für dieselbe auch die Beantwortung der Frage, ob das Thema in einer Gewerkschafts-Versammlung:„Unsre Waffen im proletarischen Klassenkampf" zur Aufreizung geeignet seien I Behörden, die es sich zur Aufgabe machen, anstatt die Gesetze zu beachten, die Arbeiter an der Ausübung ihrer Rechte systematisch zu verhindern, könnten keine bessere Methode anwenden. Der Bescheid ist blanker Hohn. Der Polizeigeist empfindet offenbar gar nicht das Unwürdige eines solchen Verfahrens. Man darf sich aber nicht wundern, weim im Volke jede Spur von Achtung vor einem„Recht" schwindet, das zu einem bloßen Mittel der Vcrulkung der Bürger herabgewürdigt wird. In einem andren Falle sollte der Vorsitzende des Verbandes der Porzellanarbciter, Genosse Wollmann, in Stadtlengsfeld (Bezirk Dermbach) über das Thema: Wie wird sich die Zu- kunft unsrer Arbeiterschaft ge st alten? sprechen. Am 25. August— am Tage vor der Versammlung— wurde die Versammlungsannieldung anstandslos vom Gemcindevorstand be- stättgt. Die letzten Borkehrungen für die Versammlung waren gettoffen, da ging dein Einberufer plötzlich folgendes Schriftstück zu: „Gemeindcvorstand. Stadtlengsfeld, am 26. August 1904. Die Abhaltung der für heute abend anberaumten öffentlichen Verbandsversanunlung wird hiennit untersagt. Gründe: Die durch Z 152 der Gewerbe-Ordnung gewährleistete gewerb- liche Koalinonsfreiheit trifft die geplante Versammlung nicht. Letztere unterliegt vielmehr den Beschränkungen, unter die das Landesrecht die Vereins- und Versammlungsfreiheit stellt. Nach der dies- seitigeu Gesetzgebung ist aber die Abhaltung einer Versammlung zu untersagen, wenn durch dieselbe eine dringende Gefahr für die öffentliche Ordnung und Sicherheit zu besorgen ist. Eine solche Gefahr liegt hier vor. Der bestellte Referent ist der Vorsitzende des Verbandes der Porzellanarbeiter und befindet sich nach Inhalt des Verbandsorgans„Die„Ameise" jetzt auf AgitationSreise. um eine allgemeine und intensive Agitation zu be- treiben. Die Arbeiter der hiesigen Porzellanfabrik stehen aber dem Verbände fern und es besteht daher die Gefahr, daß durch die Ver- sammlung die öffentliche Ordnung und der Friede zwischen Arbett- geber Mld Arbeitnehmer bedroht wird. Diese Gefahr wird noch dadurch erhöht, daß sich die Versammlung nicht nur auf die Porzellanarbeiter beschränkt, vielmehr jeder Fabrikarbeiter eingeladen ist und als Einberufer nicht einmal ein Arbeiter der Porzellanfabrik, sondern ein Arbeiter aus der Filzfabrik thätig ist. Eine derartige allgemeine Arbciter-Vcrsammlnng mit einem ans- wärtigen Agitationsredncr ist bei den hiesigen einfachen Verhältnissen geeignet, eine dringende Gefahr für die öffentliche Ruhr und Ordnung mit sich zu bringen. Bittorf." Dieser Gemeindevorstand macht zwar den Versuch, seine Ent- scheidung sachlich zu begründen, die Begründung ist aber m:r ein Beweis dafür, daß man in Weimar jede Arbeiter-Versammlung ohne weiteres verbieten kann, daß die Arbeiter dort überhaupt kein Ver- sammlungsrecht haben._ Soziales. llnfallrente für Hilflose. Der Töpfer Nowak hatte in Kiel auf einem Neubau einen Be- triebsunfall erlitten, der ihn aufs schwerste schädigte. Er war abgestürzt, wobei am meisten die Beine, gelitten hatten. Er erhielt von der Äaugeweris-Berufsgenossenschaft mit 1080 M. eine Hilf- l o s e n r e n t e" in Höhe von 80 Proz. des Jahresarbeits- Verdienstes, das heißt 13'ch Proz. mehr, als die gewöhnliche Vollrente für Unfallverletzte ausmacht. Die Bcrufsgcnossenschaft erkannte an, daß N. nicht nur vollständig erwerbsunfähig, sondern auch zum Teil„hilflos" im Sinne der neuern Gesetzgebung sei. Sie bezog sich auf ein ärztliches Gutachten und führte in der Be- gründung unter andern, aus:„Der für die Hilflosigkeit ge- währte Rententeil beträgt also 180 M. jährlich. Wir beabsichtigen, Sie durch unfern Arzt, Dr. Müller, weiter behandeln zu lassen. Derselbe wird Ihrer Ehefrau Anleitung zur Aus- führung von Massage und Bädern geben. Der hier- durch und durch Ihre sonstige Wartung Ihrer Ehefrau erwachsende Zeitverlust ist von uns dahin geschätzt, daß er durch die 180 M., welche wir über die Vollrente hinaus als Hilflosenrente gewähren, angemessen entschädigt wird."-- Nowak legte Berufung ein und verlangte wegen vollendeter Hilflosigkeit eine Rente in voller Höhe seines Jahresarbeitsverdienstcs.-- Das Schiedsgericht in Kiel verwarf jedoch die Berufung. Es erachtete das der Berufs- genosscnschaft von Dr. Müller erstattete Gutachten für entscheidend und war der Meinung, daß die Hilflosigkeit des Klägers durch die Erhöhung seiner Vollrcnte von 66% Prozent seines Jahresarbeits- vcrdienstes auf. 80 Proz. desselben angemessen berücksichtig sei. In- dessen hat sich das Schiedsgericht der Begründung der Berufs- genossenschaft nicht angeschlossen. In der Beziehung führte das Schiedsgericht aus: Die Hilflosenrente verpflichte den Kläger nicht, sich auf eigne Kosten, wenn auch mit Hilfe der Ehefrau, einer Heilbehandlung zu unterziehen, und noch weniger werde eine Verpflichtung der Ehefrau gegenüber der Beklagten dadurch be- gründet. Die Ausführung von Massage und die Bereitung von Heil- bädern gehörten nicht zu der Wartung und Pflege, welche durch Hilflosigkeit bedingt werde. Diese habe sich der Kläger, durch wen immer mit Hilfe der Hilflosenrente selbst zu besorgen. Die Heil- behandlung bleibe aber, soweit sie nötig, daneben Sache der Bcrufsgenossenschaft. Falls diese sich dabei der Ehefrau bedienen wolle, habe sie sich mit ihr darüber zu einigen. Nowak legte darauf beim Neichs-Vcrsicherungsamt Rekurs ein, welchen der Reichs-Arbeitersekretär Robert Schmidt vor dem verhandelnden Senat vertrat. Es wurde betont, daß Kläger so hilflos sei, wie man es sich schlimmer nicht denken könne. Es komme ihm fraglos die Hilflosenrente von 100 Proz. des Jahresarbeits- Verdienstes zu. Zum Beweise dafür wurde ein Gutachten des Dr. Raben beigebracht. Darin wird ausgeführt: Die Hilflosigkeit N.s, die mit seiner völligen Erwerbsunfähigkeit verbunden sei, sei eine gänzliche. Nowak sei, wahrscheinlich durch seine sitzende und liegende Lebensweise ein korpulenter Mann geworden. Er wiege etwa 180 Pfund. Ohne Hilfe könne er sein Bett nicht aufsuchen und ver- lassen; er könne sich nicht selbst an- und auskleiden. Ohne Hilfe könne er die notwendigsten Bedürfnisse, so Darmentleerungen, nicht verrichten. Die Gebrauchsfähigkeit der Beine sei gleich Null.— Bei dem dauernden Sitzen habe sich Stuhlträgheit herausgebildet, so daß Abführmittel anzuwenden seien, nach deren Einnahme un- bedingt eine Person bei Nowak bleiben müsse, bis er seine Notdurft verrichtet habe. Die Zeitdauer sei dabei oft recht lange und vorher unberechenbar. Dann sei noch zu bemerken, daß Nowak ohne Gefahr nie allein gelassen werden könnte, zum Beispiel wenn ein Brand auskäme, könnte er selber sich unmöglich retten. Für Nowaks All- gemeinbefinden nützlich wäre es, wenn er sich Bewegung verschaffen könnte. Nur mit Unterstützung von ein oder zwei Personen und unter Zuhilfenahme von Krücken wäre dies möglich.— Es müsse verneint werden, daß Nowak auch nur zeitweilig allein gelassen werden könne. Das Reichs- Versicherungsamt, dem Gehcimrat Flügge vorsaß, hob das Schiedsgerichtsurteil auf und verurteilte die Berufsgenossenschaft, Nowak 100 Proz. des Jahres- arbcitsverdienstes als Hilflosenrente zu gewähren. Den 70. Geburtstag des ReichStags-Präsidenteii Grafen Balle- strcm feiert das radikal-polnische Blatt„Gornoslazak"(Oberschlesier) mit einer Schilderung der Arbeiterverhältnisse auf den Ballestrem« schen Gütern. Wir entnehmen dieser Schilderung die Behauptung, daß auf dem Gute Kochczütz des Herrn Grafen die landwirtschaft- lichen männlichen Arbeiter pro Tag 90 Pfennige, die Weib- lichen 60 Pfennige Lohn erhalten. Die Arbeitszeit dauert von 6 Uhr früh bis 8 Uhr abends. Als die so glänzend gelohnten„freien" Arbeiter gleich den„Einliegern" ihr Vieh auf die herrschaftlichen Stoppelfelder getrieben hatten, wurden sie mit je 5 Mark Geldstrafe belegt, was der Kasse des Herrn Grafen Ballesttem bei 13 Bestraften die gewiß sehr willkommene Einnahme von 90 Mark verschaffte. Das Land ist in jener Gegend sehr sandig, die Not der „freien" Arbeiter, die alle ein kleines Besitztum ihr eigen nennen, daher besonders groß, was das Vorgehen der gräflichen Verwaltung in besonders schlechtem Licht erscheinen läßt. Der„Gornoslazak" bemerkt dazu:„Das kleine Bild wirst ein grelles Licht auf die Verwaltung eines Herrn, der an der Spitze einer Partei steht, die sich katholisch nennt und sich der dem armen Volke erwiesenen Wohl- thaten bei jeder Gelegenheit zu rühmen pflegt." Unzuständigkeit dcS Gcwerbrgcrichts. Die Direktrice Fräulein S. hatte gegen die Firma Fischbein u. Wendel(Wäschekonfektion) einen Prozeß beim Gewerbegericht angesttengt. Da ihr Jahresgehalt bei einem Monatssatz von 170 M. 2000 M. überstiegen hätte, so hatte das Gericht die Zuständigkeitsfrage zu prüfen. In Bettacht kommt 8 3 Absatz 2 des Gewerbegerichtsgesetzes, wonach als Arbeiter iin Sinne dieses Gesetzes auch gelten: Betriebsbeamte, Werk- meister und mit höheren technischen D i e n st- leistungen betraute Angestellte, deren Jahresarbeits- verdienst an Lohn oder Gehalt 2000 M. nicht übersteigt. Die Kainmer I, der Magistratsrat Dr. Leo vorsah, stellte fest, daß die Klägerin hauptsächlich für die„Abteilung Kinderschürzen" der Firma zum„Mustern" engagiert worden war. Sie sollte neue Muster er- finden, die Muster' zeichneu und mit de» Arbeiterinnen über die Ausführung verhandeln. Das Zerschneiden der Stoffe nach be- stimmten Mustern besorgten die Arbeiterinnen selber.— Die Klägerin wurde wegen sachlicher Unzuständigkeit des Ge- Werbegerichts abgewiesen. Begründend führte der Vor- sitzende aus: Dem aus lauter sachverständigen Beisitzern zusammen- gesetzten Gerichtshofe habe es keinem Zweifel uilterlegen, daß es sich hier um eine leitende, niit höheren technischen Dienst- leistungen verbundene Stellung im Sinne des§ 3 Absatz 2 des Gewerbegerichtsgesetzes handele, ob man nun die Klägerin als Direktrice bezeichnen wolle oder nicht. Da in jener Stellung das Jahreseinkommen der Klägerin 2000 M. überschritten hätte, so sei die Zuständigkeit des Gewerbegerichts nach Absatz 2 des 8 2 des Gesetzes nicht gegeben. Fräulein S. müsse ihren Anspruch an die Firma beim ordentlichen Gericht geltend machen. Hiid Induftrie und ftandd« Zur Verstaatlichung der Hibernia liegen einige neue Mit» teilungen von Interesse vor. Zunächst teilt die„Rhein.-Wests. Ztg." aus Bochum mit: Die Anfechtungskläger gegen die Eintragung der Versammlungsbeschlüsse vom 27. August haben beim Landgericht Bochum den Erlaß einer einstweiligen Sperrverfügung beantragt, wonach der Registerrichter beim Amtsgericht Herne mit der Eintragung der Kapitalerhöhung warten soll bis zur Erledigung des in Bochum anhängig gemachten Rechtsstreites und ferner die Verwaltung von Hibernia sich des Antrages auf Eintragung der Kapitalerhöhung bis dahin enthalten soll. Das Landgericht beschloß hierauf, über diesen Antrag auf Erlaß einer einstweiligen Verfügung bereits aus den 3. September eine Verhandlung anzuberaumen. Sodann haben sich die kürzlich in Essen versammelten Vertreter der vereinigten Handelskammern des niederrheinisch westfälischen Jndustriebezirks gemüßigt gefühlt, folgende Resolution zu fassen:„Von der Ueberzeugung durch- drungen, daß der von der königlichen Staatsregierung geplante Ankauf der Bergwerksgesellschaft Hibernia die Verstaatlichung weiterer Kohlengruben auch gegen den Willen der derzeitigen Re- gicrung zur Folge haben wird, und im Hinblick darauf, daß eine auch nur überwiegende Verstaatlichung des Bergbaues aus politi» fchen, wirtschaftlichen und socialen Gründen auf das nachdrücklichste bekämpft werden mutz, richtet die Vereinigung von Handelskammern des niederrheinisch-westfälischen Jndustriebezirks an die beiden Häuser des Landtags die dringende Bitte, jedem auf einen Ankauf von Bergwerken des hiesigen Bezirks gerichteten Vorgehen der Staatsrcgierung die Zustimmung zu versage n." Diese Re- solution soll„mit eingehender Begründung" an beide Häuser des Landtags gesandt werden. Schließlich liegt eine bemerkenswerte Zuschrift de? stell- vertretenden Vorsitzenden des Aussichtsrates der Hibernia. des be- kannten Abgeordneten v. E y n e r n, an die„Köln. Ztg.' vor, in der er nochmals die privatkapitalistischen Gründe gegen die Äer- staatlichung auseinandersetzt. Beachtenswert sind in dieser Zu- schrist die Widersprüche über eine künftige Ver» staatlichung. Einmal heißt es im Vollbewußtsein des vor- läufigen Sieges:„Das Entscheidende ist, daß die Verstaatlichung der Hibernia, nach Statut und Gesetz, in deren Generalversammlung bei einem Widerspruch von einem Viertel dcS vertretenen Aktien- kapitals nie beschlossen werden kann. Und dieses Viertel wird immer dasein. Dafür hat das Ungeschick und die kränkende Art gegen die Verwaltung gesorgt, mit denen der Herr Minister seine Ideen ins Leben rief. Dafür hat der Unwille ge» sorgt, der die finanziell nicht ganz unmächtigen Organe der Ge- sellschaft beseelt. Dafür sorgt die auch zu großen Opfern bereite Bevölkerung unsres Westens." Ein andermal aber, ebenso wörtlich: „Uebcrzeugt uns der Staat, daß behufs seines Einflusses auf die Kohlenversorgung weiterer Bcrgwerksbesitz für ihn w ü n s ch e n s- wert ist, so werden ehrlich geführte und offene Verhandlungen für ihn keine verschlossenen Thüren finden." Und zum Schluß:„Nach meiner Ansicht dürste eS der königlichen Staats- rcgierung nicht unwillkommen sein, wenn nach den heißen Kämpfen ehrliche Maller ihre Dien st e anböten und wenn diese sich überzeugen könnten, beiderseits mit ehrlichem und redlichem Wollen zu thun zu haben." Die Widersprüche bei Herrn v. Eynern dürften sich wohl dahin auflösen, daß er seinerseits bei gehörig er- höhtcm Profit bezüglich der Verstaatlichung mit sich reden lassen werde. Die Regierung aber weiß jetzt, wo sie„ehrliche Makler" finden kann. Vom Tarifkampf der Schiffahrtsgesellschaften war gestern, be- sonders von Wien aus, gemeldet worden, daß die Ausgleichs- Verhandlungen gescheitert seien, und daß„der Kampf nunmehr in schärferem Matze fortgeführt werden solle". Diese Nachricht hatte an den Börsen einigen Glauben gefunden und die Attionäre der deutscherseits in Frage kommenden Gesellschaften stark beunruhigt; besonders scheint sich die Gesellschaft des Herrn Ballin getroffen zu fühlen, denn das Wolffsche Bureau beeilt sich, aus den gestrigen Hamburger Abendblättern folgende Beruhigungspille des Herrn Ballin zu verbreiten:„Mit Bezug darauf, daß der Tarifkampf zwischen der Cunard-Gesellschaft und den verbündeten festländischen und englischen Schiffahrtslinien von gewisser Seite zur Be- unruhigung der Aktionäre der Hamburg-Amerika-Linie ausgebeutet werde, sind hiesige Blätter von der Direktion dieser Gesellschaft zu der Erklärung ermächtigt, daß der aus dem laufenden Geschäft, also ganz abgesehen von Schiffsverkäufen, erzielte Rein- gewinn, ungeachtet der durch den Konkurrenzkampf erforderten Opfer, sich für das gegenwärtige Jahr, soweit eine Schätzung möglich ist, bereits höher stelle, als zum gleichen Zeitpunkte des Vorjahres." Ueber den Ausgang der Ausgleichsverhandlungen schweigt sich Herr Ballin also so deutlich aus, daß man annehmen darf, die Verhandlungen sind thatsächlich gescheitert. Kalispekulation. Die Fachzeitung„Industrie" bringt einen Artikel über Kalispekulation, in welchem ausgeführt wird, die zur Zeit herrschende Hausse st immung habe auf das Publikum derart eingewirkt, daß man geradezu wieder von einem Kalifieber wie in den Jahren 1895/93 reden könne. Wo eS nur einigermaßen aussichtsvoll erscheine, würden neue Bohr» Unternehmungen ins Werk gesetzt und alte, schon halb vergessene Unternehmungen nehme man wieder in Angriff. Die Kali» Industrie sei bereits Gegenstand einer Spekulation getvorden, die in ihren Folgen verhängnisvoll werden müsse. Das große Publikum, welches über die Verhältnisse, insbesondere die Kosten des Kali. Bergbaues in keiner Weise orientiert sei, lasse sich durch die Aussicht auf vermeindlichen leichten und hohen Gewinn verleiten zu Kapital» anlagen, die aussichtslos oder doch mit einem unverhältnismäßig großen Risiko verbunden sein. Man könne unter diesen Umständen die beteiligten Kreise uno insbesondere das Publikum nur auf- fordern, sich durch die der Haussestimmung von 1895/98 folgenden empfindlichen Rückschläge warnen und bei Kalispekulation doppelte Vorsicht walten zu lassen. Besserung in der amerikanischen Bauinwollindnstrie. AuS Boston, den 6. September, wird gemeldet: Die Lage der Baum- Wollindustrie nimmt jetzt zum erstenmal, seitdem diese Industrie daniederlag, ein besseres Aussehen an. 13 000 Arbeiter, welche un- beschäftigt waren, sind entweder wieder angenommen oder be- nachrichtigt worden, daß man sie innerhalb weniger Tage wieder beschäftigen werde. Insgesamt waren während des Daniederliegens der Industrie 75 000 Personen ohne Arbeit oder auf kurze Schicht gesetzt. Serlmer parteL-)Znge1egenkeiten. Achtung, Parteigenossen! Dienstag, den 13. September, abends 8 Uhr. findet im großen Saale des Gewcrkschastshanses die Partei» Versammlung statt, in welcher die Delegierten der Berliner Partei» genossen über den Internationalen Kongreß in Amsterdam Be» richt erstatten werden. Wir ersuchen die Genossen, an diesem Tag« andre Versammlungen nicht einzuberufen. Die Vertrauensleute von Berlin und Umgegend. Neuenhagen( Ostbahn). Sonnabend findet in Nagels Restaurant wählen, in der auch das Rote Kreuz Vertreter entfendet und der als jata Gehilfe beschäftigt. Vorgestern morgen wurde er mit 1500 2. ( Bruchmühle) das Vergnügen des Wahlvereins statt, bestehend Beschwerdekommission fungiert. Heute darf die Schwester nach einer Bank in der Behrenstraße geschickt, lieferte aber das Geld in Gesangs- Aufführungen und Tanz. Um zahlreiches Erscheinen schalten und walten, wie sie will, und der Patient muß froh sein, nicht ab, sondern verschwand damit. Kirstein hatte, wie man nach ersucht Das Komitee. daß man ihn duldet. Köpenick. Die Sammelliste zum Parteitag 10 045 ist abhanden gekommen. Es wird gebeten, die Liste, auf welcher 2 M. 60 Pf. gezeichnet sind, beim Cirkulieren auzuhalten. Lokales. Aus den Walderholungsstätten vom Roten Krenz. behen dem„ Vorwärts" von Zeit zu Zeit immer wieder klagen darüber zu," daß dieses Unternehmen den Patienten nicht das biete, was es bei sachgemäßer und umsichtiger Leitung ihnen bieten könnte. Diesmal sind es die Zustände in der Erholungsstätte Jungfernheide, die eine große Zahl von Patienten veranlaßt haben, sich an uns zu wenden und uns eine öffentliche Besprechung vorzuschlagen. Ausgaben für Fleisch, Gemüse usw. sowie für Milch, sondern auch seiner Flucht erfuhr, ein Verhältnis mit einer Gärtnerstochter aus der Potsdamer Gegend. Es wird vermutet, daß er mit seiner Gevom Charlottenburger Knie" nach dem Wilhelmsplate zu wird raten ist. Der Flüchtige ist mittelgroß, hat rötlich blondes Haar und Der erste Spatenstich" zur Weiterführung der Unterpflasterbahn liebten eine Vergnügungsreise macht oder in schlechte Gesellschaft ge nunmehr endlich heute, Donnerstag, gethan werden; es findet ein bartloses Gesicht und trägt einen dunkelblauen englischen Jackettheute vormittag 8 Uhr die offizielle Streckenübergabe an die bau- anzug, einen schwarzen Sommerüberzieher und einen schwarzen ausführende Firma Siemens u. Halste statt. Der Termin ist steifen Filzhut. insofern wichtig, als von ihm ab die Vertragsfrist läuft, binnen welcher die Unternehmerin den Tunnelbau betriebsfertig herzustellen hat. Gebaut wird zunächst vom„ Knie" aus, etwa hundert Meter westlich vom Bahnhofe gleichen Namens entfernt. Bis hierher ist der Tunnel schon vor Jahr und Tag fertig gestellt werden; es braucht hier nur eine provisorisch eingesetzte Scheidewand entfernt zu werden, um den Tunnel weiter führen zu können. Vordem muß freilich die Baugrube ausgehoben und mit Spundwänden abgeschlossen sein, damit das Grundwasser abgehalten werden kann. Beim Baumbeschneiden schwer verunglückt ist der 63 Jahre alte Lokomotivführer Auguſt Welle aus Frankfurt a. D., der seinen Urlaub bei seinem Schwiegersohn, dem Buchhalter Haffner hier in der Urlaubs mit seiner Tochter die Familie Altmann in Hermsdorf, um Welle besuchte vor Ablauf des Schönebergerstr. 17a, zubrachte. ich von ihr zu verabschieden. Beim Beschneiden eines Baumes dort im Garten glitt ihm das Messer auf dem sehr harten Holze ab und schnitt ihm an der linken Hand die Pulsader durch. unglüdte mußte nach Berlin in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Beschwerdeführer haben diesen Weg gewählt, weil das Mittel, Jahres reichende amtliche Aufstellung vor. Danach mußten die Mehreren zur Haft gebrachten Fahrraddieben sind gestohlene Fahr Ueber den Wasserverbrauch. Berlins liegt jetzt eine bis Juli dieses Verhaftete Fahrraddiebe. Polizeilich wird bekanntgegeben: fich an Ort und Stelle zu beschweren bezw. den Vorstand um Abhilfe städtischen Wasserwerke in dem diesmal sehr heißen und trockenen räder abgenommen worden, welche zum größten Teil umgebaut zu bitten, nach den bisherigen Erfahrungen keinen Erfolg verspricht. Juli 6 223 797 Subikmeter Wasser nach Berlin nebst einigen an- worden sind. Die uns überreichte Beschwerde trägt 64 Unterschriften von Patienten, geschlossenen Vororten hineinfördern, um 611 424 Rubikmeter mehr Fahrräder nicht geben. Es läßt sich deshalb eine genaue Beschreibung der die in der Erholungsstätte Jungfernheide untergebracht sind oder es als in demselben Monat des vorigen Jahres, auf den ein Wasser- Mai d. J., zurückliegen. Rokognoscenten wollen sich Wochentags Die Diebstähle können bis etwa Monat waren. Wir haben viele der Unterzeichner teils in der Erholungs- verbrauch von 5 612 373 Kubikmeter tam. Das Mehr beträgt fast in den Vormittagsstunden von 8-12 Uhr bei der Kriminalpolizei stätte teils in ihren Wohnungen aufgesucht und sind dabei zu der 11 Proz. der im vorigen Juli geförderten Wassermenge. Bei der Zimmer 38, zwecks in Augenscheinnahme der Fahrräder melden. Ueberzeugung gekommen, daß da draußen in der That vieles der Straßenbesprengung, die im Juli vorigen Jahres mit 268 716 StubikMenderung bedarf. meter, in diesem Jahr aber mit 306 390 Rubikmeter an dem Wasser- Gefährliche Burschen. Auf das nächtliche Treiben gewisser Wer die Erholungsstätten in ihren Anfängen gekannt hat und verbrauch beteiligt war, stellt sich das Mehr des diesjährigen Juli Elemente auf dem Tempelhofer Felde wirft die Verhaftung zweier fie jest ansieht, der wird ohne weiteres zugeben, daß sie in der äußeren sogar auf 14 Proz. Um wieviel die Entnahme von Wasser aus Hof- Brüder ein bezeichnendes Licht. Ein junger Mann war mit seiner Einrichtung Fortschritte gemacht haben. Auch die Erholungsstätte oder Straßenbrunnen und öffentlichen Wasserläufen gestiegen ist, läßt Braut, einem Dienstmädchen, am späten Abend auf dem TempelJungfernheide hat Verbesserungen bekommen, die von Nugen für die sich nicht ermitteln. Trotz der bedeutenden Steigerung des Wasserhofer Felde von vier Männern angehalten worden, die sich als Batienten sind. Zwar fehlt noch verschiedenes, was nötig ist und verbrauchs haben übrigens die Kanalisationswerte feine nennens- Sittenpolizeibeamte ausgaben und nach kurzem„ Verhör" den jungen ohne große Kosten zu beschaffen wäre man sieht dort z. B. den werte Zunahme der Abwässermenge gehabt. Aus der Stadt hinaus- Mann„ entließen", während das Mädchen mit den vier Männern Anschlag:" Das Ausspucken ist im Interesse aller Kranken streng gefördert wurden im Juli vorigen Jahres rund 7 782 000 tubik- mitgehen mußte. An einer abgelegenen Stelle suchte einer von untersagt", doch sucht man vergeblich nach Spucknäpfen- aber meter, im Juli dieses Jahres rund 7 810 000 Rubikmeter. Es fehlten ihnen dem Mädchen Gewalt anzuthun, nachdem sie vorher ihre hoffentlich wird mit der Zeit auch da noch manche Lücke ergänzt eben diesmal beinahe gänzlich die Niederschläge. Wohnung hatte angeben müssen. Auf ihre lauten Hilferufe entflohen werden. Großes wird man freilich auch von der weiteren EntWie alarmiert man bei Bränden die Feuerwehr am schnellsten? bald darauf den Besuch des Hausverwalters Wilhelm Hellmann aus die Burschen. Das Mädchen war nicht wenig überrascht, als es widlung nicht erwarten dürfen, so lange den Erholungsstätten nicht Die schnellste Alarmierung fann durch die auf den öffentlichen Schöneberg erhielt, den es als Mitglied jener Bande vom Tempelein unerschöpflicher Geldsack zur Verfügung steht. Krankenkaffen, Straßen aufgestellten Feuermelder, durch die nächsten Polizeirebiere, hofer Felde wiedererkannte. Berufsgenossenschaften usw. zahlen nicht viel zu, da kann auch nicht sowie durch Fernsprecher und die in öffentlichen Gebäuden auf- Bruder Paul später als Hauptschuldiger in Haft genommen. Der Hellmann wurde mun sofort, ſein viel geleistet werden. Bon den Mißständen, die sich aus dieser Unzulänglichkeit der gestellten Apparate geschehen. Schnelligkeit ist die Hauptsache. Die erstere wurde danach vorläufig wieder auf freien Fuß gesezt. Mittel erklären, wollen wir heute völlig absehen. Zwei Beschwerde- Handhabung der Feuermelder ist einfach. Nach Zertrümmern der Für Fahrgäste mit Tragelasten. Gelegentlich der Umleitung des punkte aber sind durch all' die Jahre und in all' den Klagen immer Glasscheibe wird der sichtbare Schlüssel im Apparat zum Aufschließen der Klappe benutzt. wiedergekehrt: die Mängel der Beköstigung und das un- bare und leicht erreichbare Knopf durch Ziehen in Bewegung Wagen für Reisende mit Traglasten beseitigt und dafür in jedem Nach Deffnen der Klappe ist der dann sicht- Borortsverkehr auf die Stadtbahngeleise wurden auch die besonderen freundliche Benehmen der leitenden Schwestern. fezzen. Der Meldende erwartet dann Hier könnte schon bei einigem guten Willen kostenlos mancher bedie anrüdende Buge ein Abteil für derartige Passagiere eingerichtet. Aus dieser rechtigten Klage abgeholfen werden. Und gerade diese beiden Punkte Feuerwehr oder schreibt die Brandstelle auf einen Bettel, der nebst Neuerung hatten sich jedoch Unzuträglichkeiten entwickelt, weil die sind von wesentlicher Bedeutung für den Erfolg eines Aufenthaltes in Bleistift nach Deffnen der Klappe auf der inneren Seite zum Ge- Vorortbewohner, wenn sie mit Traglasten das reservierte Coupé eindeu Erholungsstätten. brauch angebracht ist. Für jede Feuermeldung zahlt die Feuerwehr nehmen wollten, diefes bereits von Stadtbahn- Fahrgästen besetzt Ueber die Beköstigung haben wir manches recht bittere dem, der die erste Meldung macht, in der Regel eine Prämie von fanden. Auf Grund zahlreicher Beschwerden bei der Eisenbahndirektion Wort gehört. Vielfach sind wir der Ansicht begegnet, daß an den 3. Nachgewiesene Unterlassungen von Brandmeldungen sind unter Berlin werden nunmehr Wagen in den Betrieb gestellt werden, Patienten noch verdient und besonders beim Verkauf der Milch bestraft; in der legten Zeit sind deshalb mehrere Personen mit baut, zur andern Hälfte für Reiſende mit Tragelasten, der vierten Patienten noch verdient und besonders beim Verkauf der Milch Umständen strafbar. Böswillige Feuermeldungen werden regelmäßig welche zur Hälfte als gewöhnliche Personenwagen dritter Klasse geein brillantes Geschäft gemacht werde. Wir teilen diese Ansicht nicht. brei Monaten Gefängnis bestraft worden. Hausbesizer sollten Klasse ähnlich, eingerichtet sind. Die über die Stadtbahn verkehrenden Die Unkosten der Erholungsstätten bestehen ja nicht bloß in den im eignen und im Interesse ihrer Mieter Hinweise auf die beste und Vorortzüge erhalten je einen derartigen Begleitwagen, der hinter der Lokomotive oder als Schlußwagen angehängt wird. Bis diese in Aufwendungen für Gehälter, für Instandhaltung oder Neu- schnellste Feuermeldung in ihren Häusern anbringen lassen. Wagen fertig sind, werden auf denjenigen Bahnlinien, die für den beschaffung von Inventar, für allgemeine Verwaltung usw. Vielleicht Der Ruf: Menschenleben in Gefahr!" erging Mittwochnach- Tragelastenverkehr Hauptsächlich in Betracht kommen, wie früher bekann der Vorstand diesen stets wiederkehrenden Beschwerdepunkt aus mittag an die Feuerwehr und zwar vom Zeughause aus. Brand- fondere Wagen eingestellt oder ein gewöhnlicher Personenwagen der Welt schaffen, wenn er eine specialisierte Aufstellung der bezüg- direktor Giersberg und Brandinspektor Rohnst o d eilten sofort reserviert, bei welchem drei Abteile für Reisende mit Tragelaften und lichen Ausgaben veröffentlicht. Der Vorwärts" ist bereit, sie mit mit zwei Löschzügen dorthin. Es stellte sich heraus, daß beim ein Abteil für Bassagiere mit Hunden vorgesehen sind. zuteilen. Reinigen des Kessels, der die Heizung für das Zeughaus liefert, der Heizer Begründeter erscheinen uns die Klagen über die Art der Zu- Salewski verunglückt war. Der Kefsel sollte nämlich inwendig ge- nach dem Louisenstädtischen Konzerthause in der Alten Jakobstr. 37 Feuerbericht. Mittwochvormittag gegen 9 Uhr wurde die Wehr bereitung des Mittaga gsmahles. Der Geschmack des strichen werden, um die Bildung von Kesselstein zu verhüten. An einzelnen kann natürlich nur in der Familie berücksichtigt werden. Dieser Arbeit beteiligte sich auch der angestellte Kesselreiniger M. gerufen, weil hier das Balkenlager zwischen Keller und Konzertsaal angeblich durch eine Gasflamme in Brand geraten war. Der Kein Verständiger wird Rücksichtnahme auf seinen besonderen Ge- Als er nun mit einem Farbentopf in den Kessel hinabgestiegen war, 17. Löschzug beseitigte die Gefahr in kurzer Zeit. Derselbe Löschschmack verlangen, wenn er aus einem gemeinsamen, für Hunderte wurde er von angesammelten Gasen betäubt und kam nicht wieder bestimmten Kessel beföstigt wird. Aber in der Erholungsstätte zum Vorschein. Die Versuche von den Hausangestellten, dem Ver- og hatte dann in der Prinzessinnenstr. 24 zu thun. Dort war in einer Tischlerei Feuer ausgekommen, das Späne, Hölzer 2c. er Jungfernheide hat man uns über die Zusammensetzung der Gerichte unglückten Rettung zu bringen, waren erfolglos, weshalb man Dinge erzählt, die darauf schließen lassen, daß beim Roten Kreuz die Feuerwehr herbeirief. Diese ließ sofort die gesamte Breßluft griffen hatte, aber auch noch im Entstehen unterdrüdt werden konnte. Allerlei Gerümpel und alter Hausrat brannte gegen Abend in ein Specialkochbuch für das" niedere wolf" benutzt einer Gassprite und später noch ein Quantum solcher wird. Gewisse in Boltsbeglückung machende Herrschaften find ja der Luft unter hohem Druck in den Kessel, um die giftigen Gase heraus- der Bartelstr. 11 in einem Steller und eine größere Menge Fett um die Gate her gleichzeitig in der Stargarderſtr. 69/70.- Unfug am öffentlichen Ansicht, daß die meisten Frauen aus der Arbeiterklasse keine Ahnung zudrängen. Dann unternahm es der Feuermann Kamerad vom vom Kochen haben, und daß der Arbeiter geduldig runterwürgt, was 20. Löschzuge an der Fischerbrüde, in den Kessel hinabzusteigen. Es Feuermelder lag einer Alarmierung zu Grunde, die die Wehr nachts ihm vorgesetzt wird. wurde ihm dabei eine Leine um den Leib gebunden. Diese Vorsicht nach der Christianiastraße führte. Leider ist der Thäter wieder unentdeckt entkommen. Niedergedrückter Rauch gab in der AckerBeachtung verdienen auch die Klagen über die Art, in der die erwies sich als notwendig, denn er gab bald das Zeichen zum Auf- straße 137 zu Feuerbefürchtungen Anlaß. Die alarmierte Wehr Speisen serviert werden. Jeder bekommt nur ein EB- ziehen. Fast leblos wurde er emporgezogen und sofort mit Sauer- fonnte aber keinerlei Brandherd feststellen. Der Rauch rührte lediggeschirr, einen Napf aus emailliertem Eisenblech. Da wird dann auf stoff behandelt. Er erholte sich zwar einigermaßen, doch hatte er Alle übrigen Alarmierungen, die in den den Milchreis das Stotelette gepact, auf das Schweinefleisch die eine fchivere Gasvergiftung davongetragen, so daß er nach dem legten 24 Stunden noch nach der Frankfurter Allee 138, HagelsBackpflaumen usw. Es giebt Leute, denen es trotzdem schmeckt, zu- nächsten Krankenhause gebracht werden mußte. Nach längerer Zeit letzten 24 Stunden noch nach der Frankfurter Allee 138, Hagelsbergerstr. 53/54 und noch nach verschiedenen andren Stellen erfolgten, mal da man solche Raritäten nicht alle Tage kriegt, aber dem Durch konnte auch der verunglückte M. geborgen werden. Bei ihm erwiesen betrafen durchweg Brände, die teils vor Ankunft der Löschzüge von schnittsmenschen verdirbt das den Appetit. Langt es denn wirklich sich jedoch alle Wiederbelebungsversuche als erfolglos. Hausbewohnern beseitigt waren, teils die Wehr nur ganz kurze Zeit nicht zu einem zweiten Geschirr? Oder meint man auch hier wieder, beschäftigten. der Arbeiter fenne es nicht besser und für ihn sei das gut genug? Dann haben wir wohl auch den Mangel an Sauberkeit als standesgemäß" zu betrachten. In der Erholungsstätte Jungfernheide sahen wir eine Gabel, die eben erst in der Küche einem Patienten überreicht worden war. Bei ihrem in der Küche einem Patienten überreicht worden war. Bei ihrem Die Beföstigung bildet den Hauptanlaß, sich mit Beschwerden Ein Teil der Handwerksmeister entbehrt jedes Verständnisses für an die Schwester zu wenden. Und hieraus ergiebt sich um ein die Pflichten der Lehrlingsausbildung. Es kommen Fälle vor, wo Anlaß zu neuen Beschwerden, zu den Klagen über das un der Lehrling volle drei Jahre nur als Handlanger, Pader, Arbeitsfreundliche Benehmen der Schwester. Wer in der bursche gebraucht wird, ohne vom Gewerbe selbst etwas zu Birch- Pfeiffer, welches heute, Donnerstag, erstmalig in Scene geht, Jungfernheide das Essen bemängelt, der kann die Antwort zu hören bekommen:„ Sie haben wohl gut gefrühstückt?" oder:„ Sie lernen. Trotz des gesetzlichen Verbotes werden Lehrlinge als Boten ist in den Hauptrollen besetzt mit den Damen Bentendorf, Hüfter, tönnen ja gehen, wenn's Ihnen nicht past!" oder:„ Mich wundert benutzt und müssen oft schwerbeladene Handwagen meilenweit Bottstein, und den Herren Ruff, Böhm und Dehmig. nur, daß Sie überhaupt noch rauskommen!" Auch andre Beschwerden schleppen. Bei Aufnahme der Lehrlinge in die Innungs- Stammrolle" Die Dame aus Trouville", die Posse, die bereits 250 Aufführungen werden manchmal in dieser Weise abgethan. Ist das die richtige Art, auch solche, die Berliner Gemeindeschulen besucht haben, find nicht in Scene. Bozena Bradzky, Elsa Wannovius, Erna Bijaco, Helene erlebt man geradezu unglaubliches, Jungen, die auswärtige, aber erlebte, geht am Donnerstag im Belle Alliance Theater mit den Patienten einer Erholungsstätte umzugehen? Daß der„ Vorwärts" angerufen werden sollte und Unter- im stande, die leichteste Rechenaufgabe zu machen, ja viele können nicht Brahms, sowie die Herren Herbert Baulmüller, Heinz Gordon, einmal ihren Namen ordentlich schreiben. Trotzdem die Meister dies Arthur Winkler, Fritz Schlotthauer, Georg Wolff, Walter Formes schriften gesammelt wurden, ist der Schwester von etlichen Patienten wissen, zeigen sie doch vielfach kein Interesse für die Fortbildung der und Felig Müller spielen die Hauptrollen. Fräulein Bradzty wird brühwarm mitgeteilt worden. Man sagt uns, die Schwester habe Lehrlinge. Ihr persönliches Geschäftsinteresse geht ihnen im zweiten Aft eine neue Tanzparodie von Oskar Straus einlegen, sich hierüber sehr ungnädig geäußert, und von Patienten sei sie eingerichtet, daß sie das Tanz- AB C.". Diese Vorstellung wird Freitag und Sonndahin verstanden worden, daß sie die Unterzeichner, wenn sie die Lehrlinge zu feiner Tageszeit entbehren können. Sie abend wiederholt. Sonntag findet die letzte Vorstellung von fie herausbekäme, sämtlich entlassen würde. daß man draußen mit Entlassungen sehr rasch bei der Hand stehen und fallen mit der Lehrlingsausbeutung. Die Lehrlinge Charleys Tante" mit Guido Thielscher statt. ist. Aber eine Entlassung aus solchem Grunde wäre doch geradezu ersetzen die ungelernten, aber auch die gelernten Arbeiter; die Ununerhört. Sie wäre ein Mißbrauch, den der Vorstand nur durch ſitte, statt Gesellen die doppelte Zahl Lehrlinge zu beschäftigen, herrscht in zahlreichen Betrieben. Von der obligatorischen Fortfofortige Entlassung der Schwester selber anden könnte. Sind denn bildungsschule ist zu hoffen, daß sie nicht nur für eine beffere Ausdie Männer, die von ihren Krankenkassen hinausgeschickt werden, dumme Jungen? Sollen die Familienväter, die da draußen Er- bildung der Lehrlinge sorgt, sondern auch die Zahl der Lehrlinge in holung suchen, von einer jungen Dame sich wie die Schulkinder be- manchen Gewerben herabmindert und der Lehrlingszüchterei enthandeln lassen und dazu schweigen? Wir selber haben in den Vor- gegenwirkt. jahren in zwei Erholungsstätten als Besucher uns mit durchaus Der Briefmarkenhändler Sury. Gegen den noch immer in Saft höflichen Anfragen an die Schwestern gewandt und sind höchst befindlichen belgischen Briefmarkenhändler Sury ist die VorJm Cirkus Sarrafani find The Noranas mit ihren prächtigen erstaunt darüber gewesen, wie furz angebunden die Damen waren. untersuchung noch nicht abgeschlossen. Es sind bisher gegen siebzig Auf einen solchen Posten gehört eine reifere Person, die Erfahrung Zeugen vernommen, die zum Teil von S. vorgeschlagen, über dessen Aras, Kakadus, Papageien und Tauben eingezogen. Die beiden befitt; nicht eine Dame, sondern eine praktische Frau aus dem Volk, Leumund Auskunft geben sollten, zum größten Teil aber von ihm Damen bilden mit den farbenprächtigen Tieren ein wunderhübsches Bild, ganz abgesehen von der außerordentlichen Dressur der Vögel. die einiges Verständnis für die Anschauungsweise und die Gewohn- Geschädigte sind. Die Kakadus drehen Saltomortales, sie machen Purzelbäume, sie heiten der Arbeiterklasse mitbringt. Dann würde nicht jede Lappalie Eine Bente von Silber und Gold wurde zwei Dieben ab- rollen gleich Walzen und absolvieren Kunststücke, die man nie vorzu gereizten Worten und Zusammenstößen führen, die den Aufenthalt in den Erholungsstätten zu einer sehr fragwürdigen Erholung" genommen, die nach Spandau gefahren waren, um sie an den Mann dem gesehen hat. Borzüglich sind die elektrisch glühenden Apparate machen. Gewiß, auch von Patienten werden manchmal Un zu bringen. Es handelt sich um ein silbernes Besteck und zwei und Requisiten, die in ihrer Eleganz unübertrefflich find. große goldene Ohrringe mit blauer Email. Der Kaufmann, dem die gezogenheiten gegenüber den Schwestern begangen. Der Cirkus Busch, dessen Eröffnungsvorstellung am SonnabendUnfre Gewährsmänner selber haben uns schlimme Dinge erzählt fäufer, einen Schloffer Otto Domrös und einen Maler Bernhard Eliteprogramm. In seinem Besitz ist ein Springpferd, das mit Unfre Gewährsmänner selber haben uns schlimme Dinge erzählt Sachen in Spandau zum Verkauf angeboten wurden, ließ die Verabend stattfindet, bringt dieses Mal thatsächlich ein hippologisches und ihre Entrüstung darüber geäußert. Bilder Borstand Gärtner, festnehmen. Die Sachen stammen wahrscheinlich aus einem uns antworten, so versichern wir aus: Auch wir verurteilen die Flegeleien aufs schärfte im voraus: und sind ganz damit ein- größeren Einbruch, den die Kriminalpolizei noch nicht aufklären Eleganz über ein Hindernis von zehn nebeneinanderstehenden verstanden, daß man solche Burschen ausweist. Leider wird aber fann, weil der Bestohlene noch keine Anzeige gemacht hat, vielleicht Pferden hinwegfetzt; so dann mehrere edle Pferde, welche mit Reiter manche ungezogene Bemerkung erst durch die Schwester selbst noch nicht weiß, daß er bestohlen worden ist. Das Besteck über sechs Pferde springen; ferner 8 Fuchshengste edler Rasse, die in provoziert. Wie's in den Wald hineinschallt, so schallt's dann lag in einem blau ausgelegten Etui von H. Brucklacher in der Freiheit vorgeführt, artilleristische Exercitien mit verblüffender Sicherheit ausführen; sechs Bergzebras aus dem Damaralande, die Dranienstraße 43. in unvergleichlich komischer Weise als„ Spreewälderinnen" auftreten; Anblick wurde uns anders. Als Lehrlingsnepper fann man wohl jene ehrsamen Handwerksmeister bezeichnen, die, mit der Gewissenlosigkeit eines Gauners behaftet, junge Leute als Lehrlinge annehmen, ohne sich um deren ordentliche Ausbildung zu kümmern. Ueber diese gemeingefährliche von der Tapezierer- Innung in einer freisinnigen Versammlung Menschensorte machte ein Kundiger, der frühere Obermeister reß folgende Mitteilungen: und bor viele Geschäfte find ſo " lich vom Schornstein her. Theater. Die Erstaufführung von Jbsens John Gabriel Borkmann" findet nächsten Donnerstag, den 15. d. M., im Schiller. Holthaus wird den John Gabriel spielen, Meta Bünger die Frau, Theater N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater) statt. Friedrich Curt Keller den Sohn, Betty Ullerich die Ella Bentheim, Frieda Brodt die Frau Wilton, Erich Ziegel den alten Foldal und Gusti Beder die Frieda. Die Regie des Stückes hat Woldemar Runge. uisen Theater:" Der Goldbauer", Schauspiel von Charlotte " In der Urania in der Taubenstraße wird Herr Dr. Donath am Sonnabend noch einmal den Vortrag Ueber Radium" im Hörsaal halten. Billets für diesen Vortrag sind bereits von heute ab an der Kaffe erhältlich. Im wissenschaftlichen Theater wird ein neuer scenischer Vortrag vorbereitet, welcher das Berner Oberland zum Gegenstand hat; es werden deshalb die Vorträge:„ Die Weltausstellung in St. Louis"," Die Jusel Rügen" und„ Von der Zugpizze zum Wagmann" nur noch kurze Zeit zur Wiederholung gelangen. wieder heraus. Wie wär's, wenn einmal der Versuch gemacht würde, den Mit 1500 Mark durchgebrannt ist der 19 Jahre alte Handlungs- es folgen Freiheitsdressuren des Direktors und des rühmlichst bekannten Patienten der Erholungsstätten ein leines Stüd Selbst- gehilfe Eugen Kirstein aus der Gugfotstr. 11 zu Schöneberg. Der Dresseurs Ernst Schumann; ferner 15 riefige Polarbären, durch verwaltungsrecht einzuräumen? Vielleicht beginnt man junge Mann lernte vier Jahre in der Passementeriewaren Fabrit Wir. Hendricks vorgeführt und 10 Riesen- Elefanten, in ganz neuer damit, daß die Patienten jeder Erholungsstätte sich einen Ausschuß von Kazz in der Jerusalemerstr. 18 und war dort seit einem Jahre Manier durch Mr. Philadelphia ausgebildet. = Srlistmord. Im Hause Forsterstraße 4 hat sich gestern die Frau des Arbeiters Ruppert wegen Familienzwistigkeit vergiftet. Die Frau hinterläßt sechs Kinder: aui Freitag, den 9. d. M., sollte die eine Tochter konfirmiert werden. /Zug den Nachbarorten. Neb er eilten Raubmordversnch wird aus Groß-Lichterfelde berichtet: In der Nacht zum Mittwoch gegen 11 Uhr schickte sich der 76 alte Rentier David Hesse, dessen Villa in der Marien- strahe 2a, in Groß-Lichterfelde-Ost belegen ist, an, in seinem Parterre- Schlafzimmer das Bett aufzusuchen. Niemand war bei ihm oder in seiner Nähe, da seine Gattin in einem Sanatorium weilt und das Dienstmädchen sich bereits nach oben begeben hatte. Im Begriff sich auszukleiden— es bräunte nur ein StearWcht im Zimmer— erhielt der alte Herr plötzlich von hinten einen wuchtigen Schlag auf den Kopf mit einem sogen.„Totschläger". Dem schwer Getroffenen rann das Blut über den Rücken. Taumelnd drehte er sich um und sah sich dem Thäter gegenüber, der sich vor dem Schließen der Hausthür in die Villa eingeschlichen und versteckt haben muß. Es entspann sich ein Ringen auf Leben und Tod zwischen dem Ueberfallenen und dem Verbrecher. Dieser suchte sein Opfer zu erwürgen und ließ erst davon ab, als der alte Herr auf die Worte des Verbrechers:„Geld oder das Leben!" sich bereit erklärte, das in der Wohnung vorhandene Geld jenem zu behändigen. Zu diesem Behuf führte Herr Hesse, der sich kaum noch aufrecht halten konnte, den Räuber nach dem Eßzimmer, öffnete dort den Schreib- sekretär und übergab dem Verbrecher einen Barbetrag von 100 M. In demselben Augenblick, als der Mann auf den Korridor heraus- trat, um, wie er vorgab, durch die Hausthür zu verschwinden, kam das durch das Geräusch aufgescheuchte Dienstmädchen die Treppe herab. Jetzt machte der Kerl kurz kehrt und sprang durch das Fenster in den Garten. Als der That dringend verdächtig erscheint der 23 Jahre alte, aus Brandenburg a. H. gebürtige Maler Otto Kegel, der bereits seit sechs Wochen beschäftigungslos war und in der Schillerstr. 7 bei Frau Weller eine Schlafstelle inne hatte. Als der zu Kegels Aufspürung entsandte Polizeibeamte dort sichtbar wurde, verriegelte Kegel von innen die Thüre seines Zimmers, flüchtete durch das Fenster und entkam trotz der sofort mit ver- stärkten Kräften— auch die Gendarmen wurden aufgeboten— aufgenommenen Verfolgung. Herr Hesse soll lebensgefährlich ver- letzt sein. „Hüe guet Brandenburg allewege." Aus Schmargendorf schreibt man uns: Unterm Hohenzollernkurs segeln wird die auf heute plötzlich einberufene Sitzung der Schmargendorfer Gemeinde- verWetting, welche sich mit der Aenderung des Ortsnaniens zu be- fassen hat. Bekanntlich soll die auf einmal alt und häßlich ge- wordene Bezeichnung Schmargendorf in das klangvolle, ursprüngliche „Markgrafcudorf" zurückgeändert werden. Dieser von außen hereingewagene Wunsch, der zuerst auftauchte, als auch mit der Anlegung des H o h e n z o II e r n dammcS begonnen wurde und welcher der Stimmung in gewissen Kreisen Rechnung trägt, muß jetzt Schmargendorf als innerstes Herzensbedürfnis seiner Einwohner verlassen. So wird's gewünscht. Nun, wenn heute der Patriotismus der Gemeindevertretung sich im Taumel der Begeisterung mit der Thatsache abzufinden weiß, daß bei der letzten Rcichstagswahl die Socialdemokratie in Schmargendorf als stärkste Partei hervorgetreten ist, so wird es wohl der Arbeiterschaft gleichgültig sein, ob sie ihre Agitation im alten socialdemokraii scheu Schmargen- dorf oder im neuen roten Markgrafeudorf entfalten kann. Was mag der Mann verbrochen haben? Das große Töpferdorf Velten hatte vor einiger Zeit die Neuwahl eines Gemeindevorstehers vorzunehmen, und die Gemeindevertretung hatte durch eiustünmigen Beschluß Herrn Dr. jur. Knappe hierfür in Aussicht genommen. Die Bestätigung zu der Wahl ist jedoch seitens der Regierung ver- sagt worden, und zwar ohne Angabe von Gründen. Herr Knappe beabsichtigt, um eine Angabe der Gründe zu erzwingen, eine müud- liche Verhandlung vor dem Bezirks-Ausschuß zu beantragen. Die Veltener Gemeinde-Vertreter werden an ihrer Wahl festhalten. Es ist doch eine schöne Sache um das Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden. Allen bösen Erfahrungen zum Trotz bilden liberale Schwänner sich immer noch ein, daß wir in Preußen wirklich ein solches Recht besitzen. Die rote Fahne auf dem Charlottenburger Rathaus. Eine Korrespondenz meldet: Einen Sturm im Glas Wasser hat eine rote Fahne auf dem Charlottenburger Rathaus erregt. Am Sedantage, so wurde dort berichtet, wurde aus dem bedeutend hohen Turm des Rathauses eine rote Fahne geschwenkt. Diese Thatsache hat eine umständliche Untersuchung hervorgerufen. Man vermutete eine politische Demonstration. Es wurde jedoch festgestellt, daß es sich lediglich um einen alten Brauch der Bauhandwerker handelt. Ein jeder kennt die rote Fahne, die vor Neubauten geschwenkt wird, wenn ein Stein- oder Mörtelwagen von dem Grundstück des Neubaues auf die Straße fährt. Die Fahne soll die vorbeifahrenden Fuhr- werke und Fußgänger warnen. Auch bei dem Charlottenburger Rathaus hat die Fahne lediglich die Bedeutung des Signals. Das Gerüst wird jetzt abgebrochen.. Es müssen da große Balken herabgelassen werden. Sind diese an dem Flaschenzug be- festigt und von ihren früheren Verbindungen gelöst, so erhält der unten arbeitende Maschinenmeister das Zeichen zum Herablassen mit Hilfe der Fahne. Die Erregung über die rote Fahne erscheint be- greiflicher, wenn jetzt erzählt wird, auch bei der Fertigstellung des Turmes wäre unter die Flagge der Stadt eine rote Fahne in demonstrativer Weise angebracht, bald aber bemerkt und wieder ent- fernt worden. Uns will scheinen, daß auch nicht das geringste Unglück in Eharlottenburg angerichtet worden wäre, wenn wirklich jemand in demonstrativer Absicht auf dem dortigen Rathausturm die rote Fahne geschwenkt hätte. Nur das Rindvieh gerät bekanntlich im Anblick der roten Farbe außer Fassung. Die plöl, liche Schlieszung der Schöneberger Volksbücherei und Lesehalle hat allerhand Gerüchte geweckt. Den regelmäßigen Be- suchern der Lesehalle kann es natürlich nicht entgangen sein, daß sie acht Tage nach Beendigung der alljährlichen Inventur, die diesmal sogar sechs Wochen gedauert hatte, mit einem Male wieder ge- schloffen wurde. Hoffentlich bringt der Magistrat bald Licht in diese dunkle Angelegenheit. Befremdend mutz es auf den Besucher dieses öffentlichen Instituts wirken, daß seit dem 31. Mai 1992 für die jetzt 18 999 Bände umfassende Bücherei noch kein Nachtrag zum Katalog herausgegeben ist, so daß also eine vollständige Ueber- ficht über das vorhandene Material fehlt. Im Etat für 1993 waren bereits 599 M. zur Neuauflage des Katalogs eingestellt. aber immer noch mußten sich die Leser mit unvollständigen, zum Teil mangelhaften Ergänzungen begnügen. Daß die diesmalige Revision, die in den letzten Jahren von dem kürzlich verstorbenen Dr. Ignatius vorgenommen wurde, sich so lange hinzieht, wirft ein eigentümliches Licht auf die Verwaltung. Das Institut selbst, das von Jahr zu Jahr ausgebaut wurde, erforderte bereits in diesem Etat einen Zuschuß von 13 624 M., wovon auf die Ver- waltungskosten allein 8169 M., auf persönliche Ausgaben 5574 M. entfallen, denen nur eine Einnahme von 469 M. gegenüberstehen. Die Stellung des seit dem 1. April 1994 amtierenden Leiters der Anstalt, Dr. Richter, ist mit 3909 M.. diejenige des Bücherwarts, die von Fräulein Richter versehen wird, mit 1359 M. dotiert. An Entschädigung für Hilfskräfte wurden in diesem Jahre 690 M. ver- ausgabt._ Gerfebts-Zeitung. In den Tod getrieben. Die Tragödie eine? Lehrlings erregte gestern im Saale der zehnten Strafkammer des Landgerichts I all- gemeines Mitgeftihl. Ter Schlossermeistcr Friedrich Rosenburg aus der Chausseestraße wurde beschuldigt, einen seiner Ausbildung überwiesenen Lehrling derartig mißhandelt zu haben, daß der Junge den Lebensmut verlor und sich im Grunewald das Leben g e- n o m m e n h a t. Der 16jLhrige Paul N e h r i n g, der Sohn eines Lokomotivführers, war nach kurzer Probezeit bei dem Meister Rosenburg als Lehrling eingestellt worden, scheint dort aber nach den Bekundungen, die vier seiner Lehrkollegen im gestrigen Termin machten, ein wahres Martyrium durchgemacht zu haben. Seine Mutter hat wiederholt, wenn er sich zu Hause wusch, Striemen und Beulen an seinem Körper bemerkt: wenn sie aber ftagte, wo er diese Zeichen körperlicher Gewalt her hätte, war der Junge verschlossen und gab niemals eine rechte Antwort. Nur seiner älteren Schwester gegenüber hatte er mehrfach die Aeußerung gethan:„Wenn man mich aus dieser Lehrstelle nicht wegnimmt, dann hänge ich mich noch auf l" Ab und zu war die Mutter eines andren Lehrlings zu Frau Nehring gekommen und hatte erzählt, daß der Meister nach den Erzählungen ihres Sohnes die Lehrlinge arg mißhandeln solle, und eine Bestätigung dieser Behauptung wurde durch die Thatsache geliefert, daß jene Mutter ihren Sohn aus der Lehre nahnt und »och zwei andre Lehrlinge wegen schlechter Behandlung die Lehrstelle verließen. Der Vater des Stehring gab auf solche allgemeinen Reden nicht viel: er wußte? daß Lehrjahre keine Herren- jähre sind und hielt es nicht ftir vorteilhast, den Jungen in eine neue Lehrstelle zu bringen, zumal dieser, wie gesagt, über empfangene Mißhandlungen sich gar nicht ausließ. Der junge Nebring scheint dem Angeklagten persönlich verhaßt gewesen zu sein, denn nach dem Zeugnis der ehemaligen Lehrkollegen hat der Meister bei den lumpigsten Kleinigkeiten sofort auf ihn los- geschlagen. Mit Maulschellen und Schlägen gegen deu Kopf, bei denen die Nase zum Bluten kam, soll der Knabe fast täglich traktiert worden sein. Er hat mehr Prügel bekommen wie die andren. Aus der Fülle der Mißhandlungen' hatte die Anklage vier Specialfälle herausgegriffen: In dem einen Falle ist der Junge mit einer Drehbankschnur gezüchtigt worden, daß eine daran be- findliche Schnalle entzwei ging und der Knabe schmerzerfüllt schrie: „Ach liebes Meisterchen, schlagen Sie doch nicht zu sehr I" Der An- geklagte soll dabei blindlings darauf losgeschlagen haben, un- bekümmert darum, wohin er traf. Als der Knabe einmal beim Schnneden etwas falsch gemacht hatte, rief ihm der Lehrherr zu:„Du Ochse, was machst Du für Dummheit" und gab ihm mit dem Schmiedehammer einen Stoß gegen den Kopf, daß er eine große Beule an der Stirn davon trug. Wieder ein andres Mal gab der Angeklagte im Jähzorn dem Jungen einen Stoß mit einem Band- eisen und einen Fußtritt gegen das Gesäß, so daß der Junge zwischen das am Boden liegende Eisen fiel. Bei einer ähnlichen Gelegenheit soll er den am Boden liegenden Lehrling noch weiter mit Fußtritten bedacht haben. Unter solcher Behandlung ist der Knabe seines Lebens überdrüssig geworden. Nachdem er schon wiederholt seinen Lehrkollcgen gegenüber Selbstmordgedanken geäußert hatte, erhielt am 3. Juni der Lehrling Erich Liebig folgenden Brief von ihm:„Lieber Erich! Ich bin endlich aus dem Leben geschieden. Der Meister hat mich dazu gezwungen, da ich mich nicht länger von ihm mit Schlägen traktieren lassen wollte. Ich bin ein Mensch und kein Hund, den er mit Füßen stoßen kann. Er hat immer gesagt, er wird mich noch windelweich kriegen, aber es wird ihm nicht gelingen. Im Grunewald kannst Du mich als Leiche finden. Ich habe nur noch die letzte Bitte, daß Du meiner Beerdigung beiwohnst. Lebe wohl! Dein Paul." Aehnliche Briefe erhielten auch die Eltern dcS Knaben und noch mehrere seiner Freunde. Er hatte Ernst gemacht: Als man im Grunewald Nachforschungen nach ihm anstellte, fand man ihn in der Nähe von Schildhorn an einem Baum erhängt vor.— Der Angeklagte bestritt die Angaben der Lehrlinge und behauptete, daß die letzteren, und mit ihnen der Verstorbene, sich vielfach sch�uuyiitz gemacht hätten und er im Interesse der Aufrecht- erhaltung der Zucht und Ordnung mehrmals Züchtigungen habe vornehmen müssen, bei denen er aber sein Züchtigungsreckit nicht überschritten habe. Die vernommenen Lehrlinge blieben aber bei ihrer Darstellung. Der Versuch des Angeklagten, die Sache so hinzustellen, als ob der Knabe nicht aus Angst vor ihm. sondern aus Angst vor seinem eignen Vater in den Tod gegangen sei, mißlang vollständig.— Staatsanwalt Assessor Dr. Recke hielt den Angeklagten für überführt, das ihm als Lehr- Herrn zustehende Züchtigungsrecht in der unerhörtesten Weise über- schritten und dadurch einen jungen Menschen in den Tod getrieben zu haben. Er beantragte sechs Monate Gefängnis. Der Gerichtshof schloß sich den Ausführungen des Staatsanwalts an und erkannte nach dessen Antrage. Dieser Mörder eines armen Knaben ist billig genug davon ge- kommen, wenn man bedenkt, daß seine Strafe nicht viel höher aus- fiel, als die in den bekannten Erpressungsprozessen ehrenhaften Arbeitern zudiktierte. Halunken, die als„ehrsame Handwerksmeister" ihreLehrlinge barbarisch mißhandeln, giebt es wohl mehr als diesen einen Rosen- bürg, und es fragt sich, wie solchen Brüdern die Prügellust aus- zutreiben ist. Unsres Erachtens ist es Aufgabe der Gesellen und Arbeiter, die Meister zu gesitteten Menschen zu erziehen. Wer sich derartige Roheiten mit ansieht und dem Meister nicht entsthaft zu verstehen giebt, daß er seine Bestialität zu zügeln habe, wer in der Werkstatt die wehrlosen Knaben nicht in Schutz nimmt, der macht sich mitschuldig an den Roheitsvergehen und ihren traurigen Folgen. Die organisierte Arbeiterschaft kann manchen Jammer verhindern, wenn sie auf prllgelsüchtige Meister ernsthaft acht giebt. Auf einer höchst misoliden Grundlage beruhte ein„Lombar- dierungS-, Kreditgewährungs- und HypothekenbeleihuugS-Geschäft", welches im Frühjahre 1992 von dem Kaufmann Benno Linde- mann im Hause Georgenkirchplatz 22 eingerichtet wurde. Linde- mann hatte selbst kein Vermögen, von der 599 M. betragenden Mitgift seiner Ehefrau war aber noch die kleinere Hälfte vorhanden, die für Beschaffung der Comptoir-Einrichtung draufging. Nun betrat Lindemann den üblichen Weg, um in den Besitz von Mitteln zu Kelangen. Durch die Verurteilung so vieler Kautions- hwindler gewarnt, suchte Lindemann zunächst einen Buch- Halter mit einer„Einlage". Es ging ihm ein Herr Born aus Goldap ins Netz, der allerdings einräumte, von der Buchhalterei nichts zu verstehen, aber dennoch mit einem Monats- gehalt von 125 M. angenommen wurde, weil er sich bereit finden ließ, eine Einlage von 2509 M. zu machen. Lindemann wußte es ihm so glaubhaft vorzustellen, daß das Geschäft einen glänzenden Gewinn abwerfen werde, daß Born sich übertölpeln ließ. Auch erklärte Lindemann, daß er eiit� großes Depot bei der Bank habe und dies wurde auch von der Ehefrau Lindemann bestätigt. Bei dieser Bank sollte auch Borns Einlage hinterlegt werden. Dies ist allerdings geschehen, aber Lindemann hob es nach und nach bald wieder ab, um damit seinen Lebensunterhalt zu bestreiten. Als das Geld verbraucht war, wurde ein andres Opfer gesucht und dies in der Person des früheren Lehrers R. gefunden, der eine Einlage von 1909 M. hergab. Schließlich kaufte Lindemann ein kleines Cigarrengeschäft für 199 M. und nahm daftir einen Verkäufer an, der eine wenn auch nur geringe Einlage zu leisten hatte. Sämtliche Angestellten sind um ihre Er- sparnifse gekommen. Lindemann hatte nicht ein einziges Hypotheken- geschäft zu stände gebracht Das Cigarrengeschäft hatte eine Ein- nähme von täglich 3—5 Mark erzielt. Lindemann stand nun gestern wegen Betruges in drei Fällen vor der dritten Ferien-Strafkammer des Landgerichts I, während seine Ehe- frau sich wegen Beihilfe zum Betrüge in einem Falle zu ver- antworten hatte. Lindemann bestritt entschieden, daß er darauf ausgegangen sei, einen der von ihm Angestellten zu schädigen. Er habe thatsächlich viele Hypothekengeschäfte an der Hand gehabt und sich die größte Mühe gegeben, aber leins sei zu stände gekommen. Die Beweisaufnahme fiel zu Ungunsten der Angeklagten aus, woraus der Staatsanwalt gegen Lindemann neun Monate Ge- f ä n g n i s, gegen dessen Ehefrau einen Monat Gefängnis beantragte. Der Gerichtshof erkannte mit Rücksicht auf die Gemein- gefährlichkeit des Treibens_ des Angeklagten Lindemann gegen diesen auf e i n I a h r G e f ä�t g n i s bei sofortiger Verhaftung. gegen die Eheftau Lindemann auf einen Monat Gefängnis. Vermilektes. Die Prinzessin Luise v. Koburg hat mit ihrem Versteckspiel an« scheinend Erfolg. Aus allen möglichen Städten und Ländern kommen Nachrichten, in denen mitgeteilt wird, daß die Flüchtigen irgendwo gesehen worden sein sollen. Bisher hat jedoch niemand von ihrem Aufent- halt genaue Kenntnis. Ein Telegramm aus Paris, wo sie an- geblich sein sollte, meldet: Weder auf den hiesigen Bahnhöfen noch auf der Polizeipräfektur findet die Nachricht Bestätigung, daß die Prinzessin Luise von Koburg hier eingetroffen sei. Die Angehörigen der Prinzessin Luise wollen übrigens von der französischen Regie- rung benachrichtigt sein, daß die französischen Gerichte einem eventuellen Auslieferungsbegehren keine Folge leisten werden. — Aus R o m wird bekanntlich versichert, Prinzessin Luise von Koburg befinde sich in Venedig, während aus Genf berichtet wird, die Prinzessin bewohne in Begleitung Mattasiichs eine Villa am Vier- waldstädter See. Die Prinzessin werde Gutachten von französischen und schweizerischen Psychiatern einholen, um diese den Behauptungen verschiedener deutschen Psychiater entgegenzustellen. Sie soll mehrere Persönlichkeiten beaustragt haben, jich über die Möglichkeit threr Ehescheidung zu informieren. Zwei politische Persönlichkeiten haben sich bereits damit beschäftigt. Wie aus Wien verlautet, wurde von koburgischer Seite ein Verhaftungsantrag gegen die Mitwirkenden in der Entführungs- Affaire der Prinzessin Luise, und zwar gegen Herrn Joseph Meitzer und die Freundin Mattasiichs, Frau Marie Stöger, gestellt. Ein Forstbrand ist in G e l b e n s a n d e, dem Ort, wo der Kronprinz von Preußen Verlobung feierte, gestern ausgebrochen. Gestern nachmittag gegen 2 Uhr entstand in der großherzoglichen Forst unmittelbar hinter dem großherzoglichen Jagdhause vermutlich durch die Funken der Lokomotive des kurz vorher vorübergefahrenen Zuges ein Waldbrand. Das Feuer brach an zwei verschiedenen Stellen der Forst aus. Die großherzoglichen Herrschaften und der Kronprinz beteiligten sich lebhaft an den Löscharbeiten. Bisher ist es noch nicht gelungen, des Feuers Herr zu werden. Das groß- herzogliche Jagdhaus ist zwar nicht unmittelbar bedroht, doch herrscht die Gefahr, daß das Feuer noch größere, Dimensionen an nimmt. Eine Million von einem Wiener Rechtsanwalt unterschlagen. Das„Neue Wiener Abendblatt" meldet, daß sich bei der Inventar« aufnähme in der Kanzlei des Rechtsanwalts Herz, der sich vor einigen Tagen erschossen hat, das Fehlen verschiedener ihm an- vertrauter Depots in Höhe von mehr als einer Million Kronen ergeben habe. Die verheerende Feuersbrnnst, die in D i n g e l st ä d t auf dem Eichsfelde ausgebrochen war, ist früh zum Stillstand gekommen. Es sind im ganzen etwa 59 Häuser niedergebrannt. Den Anstrengungen von 14 Feuerwehren gelang es, die bereits brennende Hauptpfarr- kirckie so weit zu retten, daß nur der Dnchstahl und die Fenster be- schädigt sind. Der Schaden wird auf über eine Million geschätzt. Das Feuer kam in der mechanischen Weberei von I. Engelhardt u. Co. aus und entstand durch das Platzen eines Motors. Um 5 Uhr nachmittags waren bereits 14 Häuser niedergebrannt. Der Brand dehnt sich immer weiter aus. Bald war die ganze Haupt- straße von den Flammen ergriffen: ebenso ein Teil der Lindenstraße und der Heiligcnstädterstraße. Auch auf die Häuser in der Bahnhofstraße war das Feuer übergesprungen. Ganze Häuserkomplexe sind total niedergebrannt. Vis zu der drei Stunden entfernten Stadt Heiligenstadt trieben die Brandwolken. Außer der Engelhardtschen Weberei ist auch die große Fabrik von Kunckell sWeberei) sowie die Apotheke, das Lehrerhaus, der Neubau des Dr. Gertler und mehrere Geschäftshäuser bereits eingeäschert. Um 6 Uhr fing die katholische Haupt-Pfarrkirche, die herrliche St. Gertrudis-Kirche, ebenfalls zu brennen an. Die Kirche brennt im Innern lichterloh und ist verloren. Die Kirche hat keinen Turm, sondern nur einen Stumpf: sie faßt gegen 4999 Personen. Das Mittelschiff ruht auf zehn schlanken Pfeilern. Das hohe Chor ist prächtig ausgemalt und mit Fenstern verziert, die kostbare Glas- malerei aufweisen. Die Feuerwehr war dem Element gegenüber machtlos, da großer Wassermangel herrscht und ein heftiger Wind aus Südosten geht. Von Heiligenstadt, Mühlhausen und allen Dörfern rücken die Feuerwehren herbei. Die Sturmglocken läuten und alles eilt zur UngliickSstättc. Ein Viertel der Stadt, und zwar das schönste, liegt in Asche. Viel Vieh ist verbrannt. Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen. Die Typhus-Epideniie in Testhen geht sichtlich zurück. Seit dem Ausbruch der Epidemie im Stadtgebiete wurden beim Heere 39, bei der Landwehr 24 und bei den Bürgern 119 Krankheitsfälle konstatiert. Beim Militär wurde seit dem 27. August keine, bei der Bürgerschaft eine nur geringe Zunahme verzeichnet. In der Stadt ereigneten sich drei Todesfälle: in 11 Landgemeinden kamen 22 ver- einzelte Typhusfälle vor, von denen zwei tödlich verliefen. Furchtbare Pulverexplosion. Aus Neapel wird telegraphiert: Im Laboratorium des Pyrotechnikers Orsini in Bari fand eine furchtbare Pulverexplosion statt, wobei das Laboratorium zerstört wurde. Orsini und zwei seiner Söhne wurden getötet, die Tochter erlitt furchtbare Brandwunden. AuS Aachen wird über einen Eiscnbahnunfall gemeldet: Gestern abend 9l/t Uhr lief der Personenzug 499 von Richterich auf den vor dem Bahnhof Aachen-Templerbend haltenden holländischen Güterzug 1331 auf. wobei der Schlußbremser getötet wurde; der Material- schaden ist erheblich. Beide Geleise waren auf etwa sieben Stunden gesperrt. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen an der Unfall- stelle aufrecht erhalten. Die Untersuchung über die Ursache ist im Gang. Noch ein Eisenbahnunfall hat sich ereignet. Es wird darüber aus Hannover berichtet: In der Nacht vom 6. zum 7. September dieses Jahres vormittags gegen � 2 Uhr wurde auf der Station Wunstorf dem in Ausfahrt begriffenen Durchgangs-Gttterzug 7617 Bremen— Hainholz von dem Durchgangs-Güterzug 6791 Göttiimen- Bremen infolge Nichtbeachtung des Haltesignals am Einfayrts- mäste in die Flanke gefahren, wobei der Lokomotivführer des Güterzuges 7617� erheblich und weitere vier Lokomotiv- und Zug- beglcitbeamte leicht verletzt wurden. Beide Zuglokomotivcn und sechzehn Güterwagen entgleisten. Der Schaden an Betriebs- Material und Gütern ist beträchtlich. Infolge Sperrung der beiden Bremer Hauptgeleise am Ostende des Bahnhofes Wnnstorf mußte der Schnellzug 146 von Braunschweig nach Bremen über Lehrte— Uelzen umgeleitet werden und traf mit 2 Stunden 59 Mi». Verspätung in Bremen ein. Um 8 Uhr vormittags konnte der ein- geleisige Betrieb nach Richtung Bremen infolge Einbauens einer Umgehungsstrecke wieder aufgenommen werden, während der zwei- geleisige Betrieb erst nach Beendigung der AufräumungSarbeiten, welche im Laufe des Tages zu erwarten steht, eingerichtet werden kann. Soweit durch die eingeleitete Untersuchung bis jetzt festgestellt wurde, hat der Lokomotivführer des Güterzuges 6791 Schuld an dem Unfall, indem er das Haltesignal überfuhr. Ein Themfe-Dampfer gesunken. Der Themse-Dampfer„Queen Elizabeth", der 299 Passagiere an Bord hatte, fuhr vorgestern bei der Durchfahrt durch New Bridge auf einen Gegenstand im Fluß- bette, wie man annimmt, auf einen alten Pfahl, so unglücklich auf, daß es nur der Kaltblütigkeit des Kapitäns zu danken ist, daß ein ernstlicher Unglücksfall vermieden wurde. Der Kapitän ließ sofort das Schiff an der Landungsbrücke anlegen und befahl den Passagieren, an Land zu gehen. Kaum hatten die letzten Passagiere den Dampfer verlassen, als dieser sank. Er liegt hinten tief unter Wasser, während sein vorderes Ende hoch in die Luft ragt. Marktpreiie von Berlin am 6. September. Nach Ermittelungen des kgl. Polizci-PräsidiumS. Für 1 Doppel-Centner: Weizen"), gute Sorte 17,65—17,64 M., mittel 17,63—17,62 M., geringe 17,61-17,60 M. Roggen"), gute Sorte 13,30—13,88 M.. mittel 13,86—13,84 M., geringe 13,82-13,80 M. Futtergerste»), gute Sorte 15,20-14,40 M., mittel 14,30 bis 13,50 M., geringe 13,40— 12,70 M. Safer»), gute Sorte 16,50— 15,70 M.. mittel 15,60—14,90 M., geringe 14,80—14,10 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 40,00—28,00 M. Speisebolmen. weiße 50,00—25,00 M. Linsen 60,00—25,00 M. Kartoffeln, 12,00-7,00 M. Richtstroh 4,32-4,00 M. Heu 9,40-6,60 M. Für 1 Kilogramm Butter 2,60—2,00 M. Eier per Schock 4,00—2,80 M. ») Frei Wagen und ab Bahn,") Ab Bahn. Warenhaus A. Wertheim Rosenthalerstr. Wegen der bevorstehenden Vergrösserung unserer Verkaufsräume: Extra- Verkäufe in allen Abteilungen zu besonders billigen Preisen Die zu Extra- Preisen zum Verkauf kommenden Artikel sind in jeder Abteilung besonders ausgelegt. für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Größere Infernte bitten wir vorher anzumelden und bis 4 Uhr nachmittags einzusenden. Inserate Inferate bitten wir vorher 2. Ziehung 3. Klaffe 211. Kgl. Preuß. Lotterie.| 34[ 400] 66 74 400 11 33 572 606 36 94 749 900 114153 Biehung vom 7. September 1904, vormittags. Nur die Gewinne über 144 Mt. find den betreffenden Nummern in Slammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) Nachdruck verboten. 148 73 216[ 300] 578 725 1069 99 204 819 [ 20 000] 926 2169 450 538 626 65 74/701 3018 42 205 470 606 21 38 792 973 4004 39 347 57 68 487 665 789 91 881 85 995 5149 267[ 300] 495 511 633 728 78 980 91 97 6082 168 282 540[ 300] 82 772 7345[ 300] 588 8105 582 85 668 79 921[ 400] 9068 194 551 71 611 751 842 943 10071 129 206 73 339 74 547 95 685 810 20 67 95 11156 332 603[ 300] 32 780 813 914 12011 384 425 [ 500] 70 520 982 13101 39 426 38 81 610 715 76 867 956 14028 69 160 62[ 300] 378[ 400] 745 54 835 96 910 15092 151 341 93 668 828 936 16068 271 352 67 401 32 543 648 85 802 67 17593[ 400] 732 919 18042 52 137 62 646 50 953 19074 248 579 821 992 20006 21 104 30 272[ 400] 83 491 676 84 902 21033 95 565 849 22066 352 3001 77 722[ 300] 45 812 943 23066 89 486 537 753 24725 90 818 51 977 95 25112 305 479 80 508 67 783[ 300] 961 85 26023 61 492 598 603 868 963 27216 652[ 300] 730 800 7 58 28123 233 74 321 486 559[ 300] 29335 30052 231 351 469[ 500] 732 64 908 25 31010 79[ 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418 23 712 817 91 911 202417 593 666 203072 178 272 341 429 99 728 61 204034 200 17 22 451 725 88[ 400] 807 87 205153 95 278[ 10001 335 434 614 803 15 0001 206119 208 13 448 572 722 827 906 68 207048 111 90 912 25 99 208158[ 300] 66 69 251 354 542 53 70 619 33 829 70 209099 141 207 35 542 49 700 842 210261 304 620 95 728[ 500] 940 211555 723 95 960 65 212292 516 610 1500] 64 810 213016 40 231 443 513 856 214036[ 300 268 306 46 72 96 [ 1000] 554 609 706[ 300] 47 13001 215010 26 191 256 700 64 84[ 300] 216561 796 825 62 73 217168 241 349 529 99 218024 244 353 431 639 750 58 886 219307 13 429 544 660 84 992 220017 414 785 841 221154[ 400] 55 916 21 [ 300] 222204 88 451 79 710 816 223039 225[ 500] 98 303 461 85 505 19 35 700 Jm Gewinnrabe verblieben: 1 Gewinn zu 60 000 wt., 1 zu 15 000 m., 1 au 5000 f., 3 zu 3000 Mt., 5 zu 1000 Mt., 9 zu 500., 22 zu 400 Mt., 57 au 300 Mt. 2. Bichung 3. Klasse 211. Kgl. Preuß. Lotterie. Biehung vom 7. September 1904, nachmittags. Nur die Gewinnc über 144 Mt. find den betreffenden Nummern in Slammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) Nachdrud verboten. 9.62 82 122 234 405 20 44 832 65 944[ 300] 53 60 589 1177 343 740 827 910 2201 42 80 738 3309 86 588 777 804 917 4040 71 349 407 32 41 537 725 836 973 5325 507[ 400] 9 42 649 853 983 6334 42 412 75 85 [ 400] 650 7374 525 654 876 916[ 400] 8454 688 964 9201 44 68 488 704 77 938 67 10283 794 11020 51 516 765 996 12398 530 679 906[ 500] 13002 505 861 928 53 60 14330 36 417 69 569 726 811 99 15469 73 585 829 930 16165 68 215 92 320 86 537 48 687 835 936 17033 85 491 627 18069 302 29 487 551 96 19190[ 300] 376 659 744 804 963 20136 326 27[ 400] 596 639 714 891 933 60 21112 42 393[ 300] 507 600 46 60[ 60 000] 768 825| 1000] 44 934 22145 273 96 390 99 400 614 17 706 804 23155 460[ 5001 87 24007 94 125 241 409 733 848 990 25335 763 77 859 26050 381 82 730 860 27078 109 321 38 682 816 52 55 995 28314 414 584 700 49 963 29168 284 496 699 863 913 30028 73 99 108 55 69 201 354 473 685 759 905 31026 215 424 693 798 817 91 32013 56 199 218 378 448 979 33254 892 34049 89 1500] 116 889[ 300] 994 35148 274 660 825 981 36324 44 81 443 51 642 37201 75[ 300] 94 358 565 731 44 1400 811 941 60 38247 393 446 822[ 400] 70 82 39211 53 56 615 909 13 40253 69 352 589 668 41092 291[ 300] 427 29 527 73 659 710 906 42242 464 696 859 43075 272 511 34[ 300] 733 64 809 44236 443 82 717 828 56 45014 [ 300] 35 56[ 300] 173 291 403 539 780 825 31 46328 [ 300] 58 699 761 827 79 47238 81[ 300] 316 779 871 912 63 48095 130 93 227 457 535 738 52 49033 244 363 686 50264 409 11 56 522 622 799 802 18 953 51217 620 43 720 52158 90 205 406 554 890 53076 121 457 65 73 81 92 629 928 54481 528[ 300] 633 84 55585 56053 81 119 73 245 449 506 36 756 860 57043 85 180 266 97 360 68 427 572 666[ 400] 708 847 55 88 964 58087[ 300] 350 609 726 932 59089[ 400] 227 461 602 40 932 60019 53 678 61005 21 269 357 85 433 793[ 300] 62103 217 22 510 670[ 300] 786 927 63277 471 507 641 775 859 64210 341 826 958 98 65001 317 [ 1000] 441 739 864 66187 287 389 548 99 631 756 [ 300] 67176 305 440 533 85 617 47 68095 120 31 311 554 682 718 48 809 69166 389 473 91 511 887 70086 176 234 661 883 900 50 71155 372 405 62 562 648 72022 167 276 368 614 728[ 300] 73288 635 53 71[ 300] 817 74006 28 59 176 328 421 525 54[ 300] 59 738 59 85[ 300] 905 67 75125 83 201 340 90 438 551 619 36 717 85 76131 205 444 573 615 732 69 88 876 919[ 300] 77031 281 305 727 78290 330 401 529 744[ 3001 95 79305 511 666 80097 251 543 611[ 500] 804 81215 418 93[ 400] 538 983[ 300] 82986 83230 458 79 633 722 827 84313[ 300] 457 91 85082 410 15 71 593 934 86313 29 481 95[ 300] 663 70[ 500] 840 907[ 300] 87032 104 207[ 3000] 398[ 400] 427 77 506 822 88038 116 207 453 971 89267 354 71 99 423 505 664 797 953 68 90036 43 214 415 54 83 674 91057 62 65 87 291 420 661 72 827[ 400] 92078 114 476[ 400] 77 545 64 827 40 51 90 93134 80 88 335 61 510 704 94177 510 630 787 866 95057 78 176 689 772 968 96007 50 845 1500] 910 45 97385 89 458 59 70 561 89 99 619 753 [ 5000] 98090 152[ 400] 239 66 330 87 705 91 99227 33 450 67 500 30 833 54[ 300] 980 100024 154 288 363 91 101003 75 300 11 619 89 954 102473 660 783 98 897 103019 60[ 400] 447 500 619 104016 S6 110 259 76 78 353 415 996 105254 319 39 407 647 976 106099 275 495 614 21 64 700 994 99 107170[ 400] 329 93 443 47 862 907 11 108243 605 10 38 73 827 109192 521 745 837 65 Die Expedition. 110147 96 266 94 494 111035 202 345 965 92 112254 327 50 779 113040 262 469 510 15 53 980 114524 91 619 826 41 115065 151 282 358 421 28 33 573 684 721 853 116003 134[ 3001 214 353 441 [ 400] 559 96[ 1000] 855 951 78[ 300] 117254 363 93 517[ 5000] 613 823 928 36 118179 233 340 480 780 119103 570 601 849 74 935 121023 239 76 328 53 429 120146 221 350 506 931 429 565 77 664 732 852 13001 122017[ 400] 87 314 98 448 772 853 123107 77 575 87 784 97 836 124562 632 746 942[ 3000] 125128 202 26 429 551 677 799 126180 254 705 16 77 79 906 52 127025 65 388 426 627 75 745 67 911 128567 610 56 129571 631 732 988 130003 241 308 561 680 813 900 41 131193 95 97 514 688 132355 647[ 300] 851 133023 28 41 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709 904 202229 604 61 830 83 936 78 203430 553 685 735 54 917 204176 378 520 94 713 39 205000 364 529 782 815[ 300] 27 80 939 76 88 206169 13001 438 207016 22 138 72 268 533 49 734 208120 13001 414 80[ 300] 663 720 834[ 300] 37 906 43 61 65 209419 36 37 506 653 733 856 915 50 210196 228 334 81 473 84 697 703 804 211086 [ 400] 210 411 531 618 36 771 79 94 212015 205 311 58[ 300] 434 72 47 560 88 647[ 300] 99 707 213090 156 424 38 511 743 831 940 214130 200 394 466 74 672 749 812 215002 49 298 304 10 477 503 658 927 216025 183 407[ 300] 070[ 300] 851 217048 170 [ 300] 206 345 71 472 517 73 751 930 32 218204 42 471 87 520 736 994 219318 439 567 812 20 68 [ 300] 997 220355 89 567 861 938 221025 71 84 150 412 22 610 79 706 856 977 222021[ 400] 26 39 250 306 19 [ 500] 516 60 813 223498 572 99 603 24 791 843 994 Die Ziehung der vierten Klaffe der 211. Rönigl. Preußischen Slaffenlotterie findet ftatt am 7. und 8. Oftober 1904 Verantw. Redakteur: Franz Nehbein, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 211. 21. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 8. September 1904. wirtschaftlichen Interessen. Wenn man sich auf den Standpunkt eingeladen. Man möge sich vorher vom Genossen Eitner, O., Fruchtstr. 69, born Pf., In diesen Vereinen werde aber bem socialdemokratischen Kollegen Herren- Billet 50 Bf. Das Komitee. Konferenz focialdemokratischer Gaft- und Schankwirte. Schnelle stelle, könne man fich mit den blauen Vereinen begnügen. vorm IV, Billets besorgen, da Staffe nicht stattfindet. Damen- Billet 30 1, aus verschiedenen Gründen die Vertretung der Berufsinteressen un- Beuthstr. 19/20, 1: Vortrag von Frau Maria Holma:" Zur Psychologie der Bund für Menschenrechte( ethisch- ästhetische Vereinigung). 8 Uhr, Auf Veranlassung des Vereins socialdemokratischer Gast- und möglich gemacht. Oft werde ein der socialdemokratischen Gesinnung modernen Frau". Nachher freie Diskussion. Eintritt für Gäste 10 Pf. Schantivirte von Berlin und Umgegend trat am Mittwoch die vor- verdächtiger oder mit dem Militärverbot bedachter Wirt gar nicht Verband der Friseurgehilfen Deutschlands( 8weigverein Berlin). stehend bezeichnete Konferenz in Berlin zusammen. Ewald- in den blauen Verein aufgenommen. Uebrigens seien auch die Donnerstag, den 8. b. M., abends 10 Uhr, bei Pfeffer, Rosenthalerstr. 57: Berlin eröffnete die Verhandlungen mit einer Ansprache, in der wirtschaftlichen Interessen der socialdemokratischen Gastwirte ganz Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Wie muß die er unter andrem sagte: Als im Jahre 1889 die Stürme des verschieden von den wirtschaftlichen Interessen, welche die blauen Arbeitsvermittelung geregelt werden? 3. Verschiedenes. Socialistengefeßes ausgetobt hatten, hielten es eine Anzahl social- Vereine vertreten. Die Berliner Kollegen legen auf die Zugehörigkeit 10 ubt, bei Fr. Hoppe, Berlinerstraße 14: Bersammlung. 8 weigverein Rigdorf. Donnerstag, den 8. d. M., abends " Eingegangene Druckschriften. " Kommunale Pragis", Zeitschrift für Kommunalpolitit und Gemeinde- Socialismus. Herausgeber Dr. Albert Südekum, Berlin W. 15. Aus dem Inhalt der soeben erschienenen neuesten Nummer der„ Kommunalen Bragis" heben wir hervor: Einen Artikel von Otto Rühle Harburg: Kinder- Sommerpflege 1902. Friedrich Klein- Wurzen berichtet über die Krankenversicherungs- Pflicht der Hausgewerbetreibenden durch Drtsdemokratischer Kollegen notwendig, daß sich die gesinnungstüchtigen der Mitglieder zur Partei ganz besonderes Gewicht. Centralverband der Konditoren. Heute, Donnerstag, den 8. Septbr., Männer im Schankgewerbe zusammenthäten. Die Mehrzahl der Die beiden hier skizzierten Richtungen standen sich auch im abends 84, Uhr, in Rabes Salon, Kolbergerstr. 23: Deffentliche Versamm Gastwirte seien feine Männer, sie halten es für notwendig und weiteren Verlauf der ausgedehnten Debatte gegenüber. Nach Schluß lung, besonders für die Arbeiter und Arbeiterinnen der Chokoladenfabriken nüßlich, vor jeder Helmspite tiefe Bücklinge zu machen. Die Gast- derselben wurde im Prinzip die Gründung eines Verbandes be- in Berlin N. Tagesordnung: 1. Industriefortschritt und Frauenarbeit". wirte, welche Rückgrat haben, mußten sich zusammenschließen, des- schlossen und zur Vorberatung der Einzelheiten eine Kommission Referentin: Genossin Frau P. Thiede. 2.„ Die Ausbeutung der weiblichen halb entstand der Berein zur Wahrung der Interessen der Gast- und eingesetzt. Arbeitskraft in den Zuckerwaren- und Chokoladenfabriken Berlins und welche Schantwirte Berlins. Diesem Verein seien nicht nur von Gegnern, Nach Feststellung der Präsenzliste erschien noch je ein Delegierter Forderungen können die Arbeiterinnen stellen?" 3. Diskussion und Bersondern auch von Parteigenossen Vorwürfe gemacht, daß sich troh aus Gera und Guben. schiedenes. feines einwandfreien Statuts Geschäftsfocialisten in seinen Reihen In der Nachmittagssigung wurde auf Vorschlag der Kommission befänden. Infolgedessen habe der Verein die Aufstellung eines beschlossen, den Verband zu benennen: Verband der freien flaren Bieles und eine flare Benennung für notwendig gehalten. Gast- und Schantwirte Deutschlands". Hierauf fand Er nahm die Bezeichnung an: Verein socialdemokratischer Gaft- und die Beratung des Statuts auf Grund eines von der Berliner Schankwirte von Berlin und Umgegend. Das hatte zur Folge, daß Kommission vorgelegten Entwurfes statt. Von den angenommenen eine Anzahl Mitglieder ausschieden. Der Verein zähle jekt 500 Bestimmungen seien die wesentlichsten erwähnt: Der Siz des VerMitglieder, die alle auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung bandes ist Berlin, er erstreckt sich über das Deutsche Reich und hat stehen. Nach dieser Entwicklung des Berliner Vereins sei es den Zweck, die Ehre, sowie die materiellen und geistigen Interessen statut. Emil Nitsche- Dresden berichtet über das Gemeinderecht in natürlich, daß sich das Bedürfnis nach einer Organisation der der Mitglieder zu wahren und zu fördern. Dieser Zweck soll, soSachsen, Ferner schreibt D. Zielows über: Kommunales Wahlrecht. socialdemokratischen Gast- und Schankwirte bemerkbar macht, die weit es die kassenverhältnisse gestatten, erreicht werden durch: Unter- Neben einem reichen Notizenteil über alle Gebiete des Gemeindelebens ent sich über ganz Deutschland erstrect. stützung der Mitglieder in außerordentlichen Notfällen, sowie in hält die Nummer auch noch die Fortsetzung zum Entwurf eines preußischen Die Feststellung der Präsenzliste ergab die Anwesenheit von solchen Fällen, wo die Erreichung des Verbandszwedes die Unter- Gesetzes zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse. 30 Delegierten aus Berlin und den Vororten, Brandenburg a.., stützung notwendig macht. Gewährung unentgeltlichen Rechts- Die Kommunale Praxis" erscheint am 1. und 15. jeden Monats Bremen, Bremerhaven, Braunschweig, Altenburg, Dresden, Ham- schutes. Unterstützung der Mitglieder und deren Frauen in Todes- und kostet vierteljährlich 1,50 M.- Probenummern versendet franko burg, Hannover, Magdeburg, Köln, Velten. 20 Delegierte ver- fällen. Pflege gemeinnütziger und wissenschaftlicher Vorträge.und gratis der Verlag Berlin W. 15. treten Vereine, 10 find privatim erschienen. Mitglied kann jeder werden, der das Gast- und Schankwirtsgewerbe Mit der Leitung der Konferenz wurde Ewald- Berlin betraut. felbständig oder in Vertretung betreibt, einer politischen oder gewerk- Wafferstand am 6. September. Ibe bei Aussig 0,82 Meter, bei Ueber die Gründung eines Verbandes social- schaftlichen Organisation im Sinne der modernen Arbeiterbewegung Dresden 2,17 Meter, bei Magdeburg 0,03 Meter. Unstrut bei demokratischer Gast- und Schankwirte Deutsch angehört. Straußfurt+0,65 Meter. Dder bei Ratibor+ 0,75 Meter, bei Breslau lands sprach Bitfin Berlin. Er sagte unter andrem, die hier Durch Annahme der letzteren Bestimmung ist ein Passus der Ober- Begel+4,46 Meter, bei Breslau Unter Begel 1,70 Meter, bei gepflegten Bestrebungen hätten weder bei den Parteigenossen noch Berliner Vorlage gefallen, nach dem jedes Mitglied einer focial- Frankfurt+0,28 Meter. Weichsel bei Brahemünde+1,96 Meter. in der Partei- und Gewerkschaftspresse das wünschenswerte Ver- demokratischen Organisation angehören oder, wo eine solche nicht ar the bei Posen- 0,22 Meter. Nete bei Usch+ 0,29 Meter. ständnis und Entgegenkommen gefunden. So weit er sehe, habe besteht, den Nachweis führen sollte, daß er die socialdemokratische nicht eines dieser Blätter auch nur ein Wort zu der einberufenen Partei dauernd durch Geldmittel unterstützt. Konferenz gesagt. Die gegnerische Presse, voran die" Post", habe Der Verband erhebt ein Eintrittsgeld von 3 M. und einen die Einberufung des Kongresses verspottet, aber kein einziges Partei- monatlichen Beitrag von einer Mart, in außerordentlichen Fällen organ habe für die socialdemokratischen Gast- und Schankwirte eine kann der Vorstand Extrabeiträge erheben. Der Verband gewährt Lanze eingelegt. Bei größerem Verständnis der Bestrebungen der eine Notfallunterstützung bis zu 100 m. und Sterbegelder je nach socialdemokratischen Gast- und Schankwirte in Parteikreisen würde der Dauer der Mitgliedschaft von 50-250 M. diese Konferenz stärker besucht worden sein. Der zu gründende Verband solle die wirtschaftlichen Interessen der Mitglieder wahrnehmen, sowohl gegenüber den Lieferanten als namentlich auch gegenüber den Behörden, unter deren Drud die socialdemokratischen Gastwirte besonders zu leiden haben, derart, daß man das Gefühl = " Hus der Frauenbewegung. für Frauen und Mädchen Baftiute bebin Behörden mit zweierlei mag messen und die ſocial- ben 12. september, im totale boll Detar Bölfſtein, Dismardſtr. 24, demokratischen Wirte ungünstiger behandeln wie anders gesinnte. feine Mitglieder- Versammlung ab. Auf der Tagesordnung steht Um die Maßnahmen der Behörden zu kritisieren und abzuwehren, unter anderm ein Vortrag des Herrn Dr. 2. Ratkowski- Berlin über sei die Schaffung eines Breßorgans notwendig. Ferner werde daran Nahrungsmittel und Ernährung". Zahlreiches Erscheinen wird erZahlreiches Erscheinen wird ergedacht, solche Kollegen zu unterstüßen, die wegen Hergabe ihrer wartet. Männer haben als Gäste Zutritt. Der Vorstand. Lokale zu Arbeiterversammlungen von bürgerlicher Seite wirtschaftlich geschädigt werden. Eine derartige Unterstützung durch den Verband fördere auch die Interessen der Partei, indem sie die Sicherung von Versammlungslokalen fördere. . In der Diskussion herrschte Einstimmigkeit über die Grün dung des Verbandes. Ueber die Tendenz desselben traten jedoch Meinungsverschiedenheiten zu tage. Schnelle- Brandenburg trat dafür ein, daß der Verband in erster Linie eine wirtschaftliche Interessenvertretung der Kollegen sein müsse und die Betonung der politischen Gesinnung deshalb nicht angebracht fei. Die politische Gesinnung des Einzelnen werde bethätigt durch Anschluß an die politische Organisation der Partei. Der geplante Verband dürfe den Mitgliedern nicht die Zugehörigkeit zur socialdemokratischen Partei zur Pflicht machen, er müsse vielmehr ohne Unterschied der politischen Richtung jeden Kollegen aufnehmen, der im Sinne des Verbandes seine wirtschaftlichen Interessen vertreten wolle. Es gebe eine ganze Reihe wirtschaftlicher Angelegenheiten, die ein socials demokratischer Gastwirt in Gemeinschaft mit andersgesinnten Kollegen, die von den blauen Vereinen nichts wissen wollen, vertreten könne. Ein Hamburger Delegierter erklärte sich namens feiner Mandatgeber für die Verbandsgründung unter der Voraus setzung, daß derselbe auf dem Boden der Partei stehe. Berlin betonte mit großer Entschiedenheit, der Verband sei gedacht als Zusammenschluß politisch Gleichgesinnter zur Wahrung ihrer Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 8. September. Anjang 7 Uhr: Opernhaus. Der fliegende Hol Ewald= Im Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse hielt am Montag Frau Wally Bepler einen Vortrag über das Thema:„ Was leiftet die Volksschule für die Erziehung des Menschen, und was müßte dieselbe leisten?" Die Versammlung folgte mit lebhaftestem Interesse den idealen Forderungen, welche die Referentin für die Jugenderziehung aufstellte, und zeigte regsten Anteil an der zersetzenden scharfen Kritik der Vortragenden an der heutigen Voltsschule. Ein eingehenderer Bericht über diesen Vortrag und die Distuffion erfolgt später im Zusammenhang mit den folgenden Vorträgen. Die nächste Versammlung findet ausnahmsweise Dienstag, den 20. September, in den Arminhallen", Kommandantenstraße 20 statt. Herr Dr. Penzig spricht über:„ Gesinnungsbildung in der Der Vorstand. Schule". Gäste willkommen. Witterungsübersicht vom 7. September 1904, morgens 8 Uhr. Stationen Barometerstand mm Wind. richtung Windstärke Swinemde. 768 Hamburg Berlin Better Zemp. n. C. 5° C.= 4° R. Stationen Barometer. stand mm richtung Wind Windstärke Wetter Temp. n. E. = 18 DGD 3molten! 15 Haparanda 771 SGD 2halb bd. 11 764 D 2wolfent 14 Petersburg 773 NND 766D 3 wolfen! 15 Cort 1wolten! 10 09 2 bedeckt 14 Aberdeen 761 N 1wollig München 766 SS mollig 13 Paris 764 N 2bedect 13 wien 766 Still Obolten! 14 Wetter- Prognose für Donnerstag, den 8. September 1904. Bewolkung; nachher Regen und Abkühlung. Zunächst etwas wärmer bei mäßigen südlichen Winden und zunehmender Berliner Betterbureau. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9%, lhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. M. 88. 1. Der alte Vertrag gilt für den neuen Eigentümer und die alten Mieter weiter. 2. Vertretung der Interessen der Landwirtschaft. Kies- Schaubel. Sie könnten sich an den Amtsvorsteher und im Fall einer Ablehnung an den Landrat wenden. Aussicht auf Erfolg ist aber gering. -R. M. 23. Eine uneidliche, wissentlich unwahre Aussage fann möglicher weise als strafbare Begünstigung verfolgt werden. Die Beantwortung der übrigen Fragen hängt von der Lage des Einzelfalles ab, den zu schildern Sie unterlassen haben. Sedan 41a. 1. Das ist möglich. 2. Die Betreffende würde zur Zahlung der Miete verurteilt werden. O. R. Nein. G. G. 32. Der Vater des außerehelich erzeugten Kindes ist, ohne Rücksicht auf seine Bermögenslage, rechtlich verpflichtet, den gesamten Unterhalt für das von ihm erzeugte Kind bis zum vollendeten 16. Lebensjahre zu bestreiten. Die Gerichtspraxis set an Stelle eines hiernach zu be Socialdemokratischer Agitations Verein für den Reichstags messenden Betrages einen Monatsbeitrag von etwa 14-25 M. Dem außer Wahlkreis Züllichau Schwiebus Krossen Sommerfeld. Sonn- ehelichen Erzeuger steht ein Recht auf die Person, Erziehung, Heraus. abend, den 10. September, abends 8, Uhr, in Feuersteins Festsälen, Alte gabe usw. des Kindes nicht zu. R. 23. 24. 1. Ja. 2. Nein. Jakobstr. 75: 8weites Stiftungsfest, verbunden mit Gesangsaufführungen, Ünion. Sie sind leider zur Zahlung in vollem Umfange ver humoristischen Vorträgen und Tanz. Der Ueberschuß wird für Agitation pflichtet und haben kein Rüdtrittsrecht. X. y. 2. Einen Anspruch verwendet. Freunde und Gönner des Vereins werden hierzu freundlichst auf Rüderstattung haben Sie nicht, können aber weiterversichern. Achtung! Centralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands( Bezirk Berlin). Heute Donnerstagabend 9 Uhr in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Sigung. Gäfte find willkommen. Die Ortsverwaltung. Central- Theater Neues Theater. Urania.: Schiffbauerdamm 4a- 5. Salome. Borher: Der Kammersänger. 8 Uhr. Freitag: Minna von Barnheim. Kleines Theater. Unter den Linden 44. Deutsches. Troilus und Greffida. Fräulein Julie. Berliner. Zapfenstreich. Leffing. Die Frau vom Meere. Westen. Die Fledermaus. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Medea. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Johannisfeuer. Central. Tannhäuser- Parodie. Neues. Salome. Vorher: Der Kammerfänger. Kleines. Fräulein Julie. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Trianon. Ihr zweiter Mann. Metropol. Ein tolles Jahr. Belle: Alliance. Die Dame von Luifen. Der Goldbauer. Trouville. Deutsche Volfsbühne. Aennchen von Tharau. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Venus auf Erden mit Hans, das denkende Pferd. Specialitäten. Herrnfeld Theater. Nur eine Nacht. Am andern Morgen. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Paffage Theater. Dida. Speciali täten. Anfang 5 Uhr. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Die WeltAnfang 8 Uhr. Freitag: Elektra. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Die Weltausstellung in St. Louis. Hierauf: Der Gardasee. Anfang 8 Erster großer Erfolg in dieser Saison. Tannhäuser- Parodie. Achtung! Apollo- Theater. Rahmenmader, fler, 8 Uhr: Venus auf Erden Burlesque- Operette in 4 Atten von Joh. Nestroy und Karl Binder. Einlagen und Variationen von Proch, von b. Polierer usw. Bei der Firma T. H. Mackenzen, Rahmen und Tablette Fabrit, Ritterstraße 47, haben sämtliche Holz arbeiter und Buchbinderinnen wegen Parodie Lohndifferenzen die Arbeit niedersugugift ftreng fernzuhalten. Paul Lincke mit der Sternwarte invalzen or getragen. Hanbe- Burg, Hans, das denkende Pferd, str. 57/62. CASTAN'S PANO Emmy Freitag: Der Vogelhändler. Sonnabend: Tannhäuser- Parodie. ANOPTICUM National- Theater. Friedrichstr. 165. Luisen- Theater. Rosa Bum erstenmal: Der Goldbaner. Morgen: Der Goldbauer. Sonnabend: Bon Stufe zu Stufe. Sonntagnachmittag: Maria Stuart. Sonntagabend: Der Goldbauer. Deutsche Volksbühne. Im Carl Weiß: Theater Gr. Frankfurterstr. 132. das gelehrte Pferd! Z Weinbergsweg 12a- 13b. vorgeführt von Robert Steidl und Martin Kettner. Ab 9, Uhr: Die neuen Attraktionen des großen September- Programms. Trianon- Theater. Eröffnungs- Vorstellung: Georgenstraße zwischen Friedrich- und Figaros Hochzeit. Eröffnungstag wird noch bekannt gegeben. Abonnements werden bis 15. September täglich im Theaterbureau entgegengenommen. 25/ 13* Casino Theater COOLOGISCHER Lothringerstr.37. Unf.23.8, Sonnt.7% CARTEN Gr. Erfolg d. glänzenden Programms. Täglich nachmittags ab 4 Uhr: Großes Militär- Doppelkonzert. Aennchen von Tharau. Gaftspiel der Stapelle ber Matrofen租 Schauspiel i. 3 Akten v. Willibald Meris. Anfang 8 Uhr. Morgen: Mennchen von Tharau. Sonnabend: Die Räuber. Sonntagnachm. 3 Uhr( ermäßigte Preise): Die Räuber. Sonntagabend: Aennchen v. Tharau. Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: aus ftellung in St. Louis. Nerauf: Eine Hochzeitsnacht. Der Gardasee. Jnvalidenstraße 57/62. Stern ( Une Nuit de Noces.) warte. Täglich geöffnet von 7 Schwant in 3 Aften von H. Kéroul bis 11 hr. und A. Barre. Artillerie aus Eurhaven unter Leitung des kaiserl. Musikdir. Stolle. Eintritt 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. In der Arena: Der See- Elefant bis 8 Uhr abends( b. elektr. Licht). Deutsch- Amerikanisches Theater. Köpenickerstr. 67. Heute abend 8 Uhr! Gastspiel Adolf Philipp. Zum Ueber'n 326. GROSSEN Male: TEICH " Die Kunst dem Volke". 9% 15: ,, Mutter Gräbert" Sonntagnachm. 4 Uhr: Der Denunziant. Palast- Theater. Bürgerliche Schauspiele. Burgstraße 22. Eröffnung: 10. September. Novität. Zum 1. Male: Vom Himmel zur Hölle. Gr. Ausstattungsposse mit Gesang und Balletts in vier Aften von G. Höppner und T. W. Geride. Mufit von A. Rensch. Balletts von A. Chlebus. Jupiter: Dir. R. Winkler. Mit neuen Dekorat. u. Kostümen. Anfang 8 Uhr. Preise: 0,50-2,00. Universitätsstraße. Ihr zweiter Mann. Lustspiel in 3 Alten von André Sylvane und Maurice Froyez. Anfang 8 Uhr. Scala- Theater. inienfte. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! Löwy's Duell. Boffe mit Gesang in einem Aft, sowie 30 internation. Specialitäten. Anfang 7 Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. Passage- Theater. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Anf. Sonnt. 8, Wochent. 5 Uhr. die Erschaffung eines Weibes aus dem Nichts. Dida Pocahuntas, die indische Nachtigall. Littke Carlsen, Karikaturen. Lucie Verdier, Vortragskünstl. 14 erstklassige Nummern. Jean Paul, Komiker. Die Ortsverwaltung. Cirkus Sarrasani. Grösster u. elegantester Zelt- Cirkus Europas. Die grosse Bucharische Gaukler- Karawane. Hänschen, das kluge Pferd. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Die oberen Zehntausend. Sittengemälde a. d. Berlin. Volfsleben. Dazu die erstklassigen Specialitäten. Anfang 6 Uhr. Kaffeeküche b. 3 Uhr ab. Bei schlechtem Wetter Vorst. im Saale. Fröbels Allerlei- Theater fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Ab 1. September nur noch Sonntags, Montags u. Mittwochs Vorstellung. Nächste Vorstellung: Sonntag, 11. September. Extra- Tanz. inf. 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Berliner Fallx Sobeuerk- Trio. U Stralsunderstr. 1. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: Medea. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Franz Grillparzer. Freitagabend 8 Uhr: Das Heiratsnest. Sonnabendabend 8 Uhr: Johannisfeuer. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater) Donnerstagabend 8 Uhr: Johannisfeuer. Etabliment Buggenhagen Berliner Bock- Brauerei. Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. Im großen schattigen Natur garten jeden Abend 8 Uhr: Schauſpiel in 4 Atten von Hermann Konzert. Sudermann. Freitagabend 8 Uhr: Johannisfeuer. Sonnabendabend 8 Uhr: Medea. Thalia- Theater. Belle- Alliance- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Direktion: Kren& Schönfeld. Belle- Alliancestr. 7/8. Die Eröffnungsvorstellung Heute Donnerstag, abends 8 Uhr, des neuerbauten Hauses findet am 15. September statt mit der Eröffnungs- Novität: Der Weiberkönig. Guido Thielscher in der Titeltolle. Debut: Lina Abarbanell. Vorverkauf vom Freitag an. zum erstenmal: Die Dame von Trouville. Schwank m. Ges. u. Tanz in 3 Aften. Herbert Paulmüller, Bozéna Bradsky, Heinz Gordon in den Hauptrollen. Freitag und Sonnabend: Dieselbe Borstellung. Sonntag zum letztenmal: Charleys Tante. Freie Volksbühne Die Vorstellungen müssen eine halbe Stunde früher wie im Vorjahre: pünktlich um 22 Uhr gebeten, 2%, Uhr spätestens zu erscheinen. I. Serie 1. Abteilung. Sonntag, 11. September, im Berliner Theater 2, Uhr: Götz von Berlichingen. Sonnabend, 8. Oktober, in der Brauerei Friedrichshain: Herbstfest. Die neuen Mitgliedskarten müssen abgeholt und mit der eigenhändigen Unterschrift des Mitgliedes versehen werden. Die in den Karten enthaltenen Daten der Veranstaltungen sind maßgebend. 229/11 Hasenheide 108/114. Neue Welt. Arnold Scholz. Donnerstag, den 8. September 1904: Zum Schluß der Sommer- Saison: .....*** Volkstag. Letztes Gala- Monstre-Feuerwerk Der Brand und die Beschießung von Heidelberg. Lektes Militär- Konzert. Reg.- Mufit des IV. Garde- Reg. 3. Fuß Dir. Fr. A. Bergter. Letzte Specialitäten- Vorstellung. Sämtliche Passepartouts und Saisonfarten haben Gültigkeit ohne jede Nachzahlung. Boranz.: Donnerstag, 15. Sept. 1. Gastsp. d. Bernh. Rose- Theaters. ID Anfang 5 Uhr. Entree 25 Pf. Nur noch kurze Zeit! 205L Flotten- Schauspiele Am Kurfürstendamm Straßenbahnlinien A, A/ E, T, V, 91. Größte Wasser- Schauspiele der Welt auf 6000 qm großem See. Rettung Schiffbrüchiger mittels Raketenapparat in der Abendvorstellung. Ermäßigte Preise: Mk. 2,60, 2,10, 1,60, 1,10, 0,70, 0,40. Vorstellungen: Wochentags 4 und 8 Uhr. Sonntags 3, 5%, u. 8 Uhr. Heute Donnerstag: Elitetag, verbunden mit großartigem Pracht- Feuerwerk in der Abendvorstellung. 27/7 Deutsche Konzert- Hallen. An der Spandauer Brücke 3. Vollständig neu ausgestattet! Täglich: Gr. internat. Künstlerkonzerte. x Theater- Ahteilung. Special- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Gebrüder IC Herrnfeld- Theater Diez' Specialitäten- Theater, 8um 178. Male der größte Herrnfeld- Schlager Nur eine Nacht. 2 Alte aus einer The und Nachspiel zu„ Nur eine Nacht" mit Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Anfang auch Sonntags- 8 Uhr. Dirett Ringbahnstation. Täglich Db schön! Db Regen! im herrlichen Garten od. gr. Saal: das nene konkurrenzlose Programm, 33 Sensations- Nummern, u. a.: Peter Bügler mit seinem konkurrenzlosen Dreffuraft: Am andern Morgen. 3 Riesen- Bären und 1 Dogge, u. a. Ringkampf des Dompteurs mit den größten Bären. Orig. Darnet- Truppe( 5 Berf.), Afrobat. mit Sprung- Schleuderbrett. Zenta Demeter, die famose Soubrette. Ada u. Ottfried Relay, Duett neuester Richtung". Metropol- Theater D. Josef Giampietro a. D. Henry Bender, Josef Josephi. Anton Grünfeld, Frid Frid. Der größte Erfolg dieses Jahres Ein tolles Jahr. Ar. dramatisch- satirische Revue in 5 Bildern. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. " Köhley- Trio, fenfat. Hochturnkünstler. Anton Hildach, Humorist. Orig. The Elrados, fom. Redaft usw. Kaffeeküche. Volksbelustigungen. Bis 2 Uhr: Ball. Entree 20 Pf. Sonntags 30 Pf. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Die Tochter des Heimgekehrten. Paul Coradini. Arthur Wolf. The Milfords. W. Kurt Surini, Münzenmanipulator. The Barretts mit ihrer Pantomime: Dorfidyll Anf. 4, Uhr. Jm Saale: BALL. Entree 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. Dienstags, Donnerstags, Sonntags: Führmann- Walde- Sänger. Sonnabends Tanz. im Kaisersaal: Weimanns Volksgarten- Theater. Badstraße 56, Gesundbrunnen. Donnerstag, den 8. September: Fortsetzung der Ningkampf- Konkurrenz. Heute ringt: Degen mit Karl Kricheldorf, Hein mit Gustav Kricheldorf, Schneider mit Roschack. Konzert. Theater- und Speciali täten Vorstellung. erliner Prater Theater Kastanien Allee 7-9 Täglich Der rechte Weg. : Hermann Wehling, Humor. Olly Marietta, Soubrette. Boeren- Schüßen van Niekerk u. Du Plessis. Ein Liebes- Idyll, Pantomime. Sanssouci. Kottbuser Thor Stat. der Hochbahn Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger Tempelhoferberg. Sonntag, den 11. September 1904: Sommer- Fest= veranstaltet von den Parteigenossen des 2. Berliner Reichstags- Wahlkreises, bestehend aus: Konzert, Gesang, Ball, Kinematographen. Unter Mitwirkung der Sänger- Gesellschaft Lewandowsky. Stonzert ausgef. v. Berliner Sinfonie- Orchester. Rapellm. M. Fischer. Gesang von Mitgliedern des Arbeiter- Sänger- Bundes. Großer Ball. Teilnehmende Herren zahlen 50 Pfennig nach. Billets im Vorverkauf 20 Pfennig, an der Kasse 30 Pfennig. Das Reservieren der Tische und Stühle ist nicht gestattet. Zahlreichen Besuch erwartet CA 238/14 Das Komitee. WINGARTEN Geld- Lotterie 76 54 Annie Dirkens Soubrette. Pas de Deux oriental. Tilly Bébé Paula Worm, Operettensängerin. Ital.Harfenorchester, 23Harfenistinn. Rudolf Segommer, Ventriloquist. Severin und Mlle. Dorville in der Pantomime, Der Trunkenbold". mit ihren 12 Löwen. Nirvana, lebende Bilder. Die Klein- Familie, Radfahrer. 1. Tanzkränzchen. Die 8 Cocktails, Tanz- Ensemble. Jeden Dienstag und Mittwoch: Theater Abend. Die in voriger Saison ausgegebenen Vorzugskarten haben Gülligkeit. Reichshallen- Theater. Täglich: Stettiner Sänger. Neue Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Gustav Behrens Ziehung schon 15.- 17. September. 10169 Geldgewinne bar ohne jeden Abzug zahlbar, im Betrage von Mark 236 000 Hauptgewinn: 75000 Mk. Lose à 3M.( Porto u. Liste 30Pf.) Die Baggesens, komische Jongleure Oscar Bräuer& Go.Nachf. Die 3 Meteors, Hochturner. Biograph, darstellend d. Ringkampf| zwisch. Hackenschmidtu. Jenkins. Victoria- Brauerei Lützowstr. 111/112. Täglich im Garten oder Saal: G. m. b. H., Bankgeschäft, Berlin W., Friedrichstr.181. 0., Andreasstr. 46a. SO., Oranienstr. 177. teppdecken 1182 Gelegenheitskauf! Horsts Norddeutsche Humoristen Bunt Kattun, und Quartett- Sänger. Similiseide Anf.: Woche 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Bons haben Gültigkeit. Zur Einsegnung! Wollatlas Ersatz für Deckbett Farben rot, in den blau, oliv Bunte NormalSpeGesangbücher Schlafdecken FrankfurterAllee 85. von 1,25 Mk. an. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler August Elbinsky am 6. September nach schwerem Krankenlager verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 9. September, nachmittags 5 Uhr von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofes in Rigdorf aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 88/14 Die Ortsverwaltung. Am 6. September, mittags 1212 Uhr, verschied meine innigft geliebte Frau, unsre Schwester, Schwiegertochter und Schwägerin Johanna Bahr geb. Beyer im 33. Lebensjahre. bom Um stille Teilnahme bitten K. Bahr. Familie J. Bahr. Die Beerdigung findet am Freitagnachmittag 4 Uhr Trauerhause Keibelstraße 9 aus nach dem St. Georgen- Kirchhof, Landsberger Allee statt. 9925 Central- Verband der Maurer Deutschlands Zweigverein Berlin. Am 4. September 1904 berstarb unser Kollege, der Maurer Hermann Sprenger an den Folgen eines Unfalles auf dem Neubau des Kabelwertes in Ober- Schöneweide. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 8. September 1904, nachmittags 5 Uhr, von der Balle des Dantes- Kirchhofes, Reinickendorf- West, Blankestraße, aus statt. 148/14 Um rege Beteiligung ersucht Die Verbandsleitung. Todes- Anzeige. Allen Bekannten zur Nachricht, daß am 6. September nach lurzem Leiden meine liebe Frau, unfre Mutter und Schwester 285 Marie Pfennig 485 675 525 750 Schlafdecken 150 250 350 Wolldecken 300 400 fehlerhaft September- Engagements Album- und Lederwaren- Fabrik Special Emil Lefèvre. Der kleinste Cake Walk- Tänzer d. Welt. Marga Manzoni m. ihrem flugen Hans. Oskar Gundau, The Wiedemanns Original- Luftalt u. Oranienstr. 30, Ecke Adalbert- Str. außerdem die übrigen Specialitäten. Gr. Lager aller Arten Lederwaren Anf. 7 Uhr. Sonntags 5%, Uhr. u. Schmucksachen zu bill. Preisen. Haus Oranienstrasse 158. Berlin S. Orts- Krankenkaffe 19 geb. Herrmann sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet Freitagnachmittag 6 Uhr vom Heilig- Kreuzkirchhof, Mariendorf, aus statt. 9876 Berlin, 6. September 1904. Für die frauernden Hinterbliebenen Alexander Pfennig, Tischler, Mittenwalderstr. 46a. Allen Bewerbern zur Nachricht, daß eines Lagerhalters die Stellung besetzt ist. Buchhandlung„ Volkswohl", 2382 Spandau. Ausserordentliche General- Versammlung der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer Voigt's Ritter- Sälet. d. Barbiergewerbe. der Orts- Krankenkaffe der No. 7509. Ritterstrasse 75. Telephon Amt IV. Ritterstrasse 75. Gewerkschaften, Vereinen und Fabriken bringe für die Herbstsaison Freitag, den 16. September cr., Maschinenbau- Arbeiter und abends 8 Uhr, im Saale des Königstadt- Casino, Holzmarktstr. 72: meine mit allem stomfort der Neuzeit versehenen Festsäle mit Bühne, 1. circa 700 Personen fassend, in empfehlende Erinnerung. Vereinszimmer in jeder gewünschten Größe stehen ebenfalls zu Festlichkeiten, Versammlungen und Sigungen jeder Art zur Verfügung. 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Nach§ 35 des Statuts ist die Wahl geheim und durch Stimmzettel vor zunehmen. Das Mitgliedsbuch ist bei der Wahl als Legitimation vorzulegen. Die Herren Arbeitgeber werden ersucht, den Kassenmitgliedern die Quittungsbücher zur Wahlhandlung zu berabfolgen. 274/19 Der kommissarische Vorstand der Orts- Krankenkasse für das Barbiergewerbe, Stralauerstr. 3-6. Gerbing, Magistratssetretär. verw. Gewerbe zu Berlin am Donnerstag, den 22. September, abends 8, Uhr, in Wilkes Festsälen, Brunnenstr. 188. Tages Drdnung: 1. Bericht und Beschlußfassung über den Vertrag mit den Aerzten. 2. Antrag des Vorstandes auf Abänderung des§ 37 des Statuts. 3. Verschiedenes. Anfragen und Beschwerden, zu welchen die Einsicht in die Kassenbücher notwendig ist, müssen bis zum 18. ds. Mts. mündlich oder schriftlich behufs Beantwortung derselben in der General- Versammlung dem Vorstande mitgeteilt werden. Zahlreiches und pünktliches Er scheinen der Herren Bertreter ist wegen der Wichtigkeit der Tages. ordnung unbedingt erforderlich. Das Mandat legitimiert. Berlin, den 6. September 1904. 9835 Der Vorstand. A. Salinger. Karl Gutheit. Sertraudten Str 26-27 Peek& Cloppenburg th Geschäftshaus für Heren- und Knaken- Konfektion Confirmanden- Anzüge. Montag, den 12. September, abends 81% Uhr: Volks- Versammlung 92261 im Kösliner Hof, Köslinerftraße 8. Tages- Ordnung: Der Weg zum Socialismus. Ref.: Reichstags- Abgeordneter Eduard Bernstein. Bum zahlreichen Besuch, namentlich der Frauen, ladet ein Deutscher Holzarbeiter- Verband. Donnerstag, den 8. September cr., abends 8 Uhr, im ,, Englischen Garten", Alexanderstr. 27c: Versammlung der Laden- und Comptoireinrichtungs- Branche. 88/15 Zagesordnung: 1. Unfre jezige Lage. 2. Diskussion. Der Einberufer. Die 19 Möbelfabrik von Adalbert Schulz bare Reichenbergerftr. 5 liefert Einrichtungen von 240 bis 5000 Mk. in nur anerkannt gediegener Ausführung zu äusserst billigen Preisen. Coulanteste Bedingungen. T.-A. IV 6877. Ehrenpreise u.gole Medaillen Trinkt Bilz BilzBrause. Ges. gesch Bestes alkoholfreies Erfrischungsgetränk. Otto Starick, N.O., Landsberger Allee 6-7. Tel. VII, 1666. [ 791* Der Einberufer. Von der Reise zurück. 126/17 Orts Krankenkasse des Bekanntmachung! Maurer- Gewerbes. Die bei dem Brande am 25. August durch Freitag, den 16. September, abends 82 Uhr, Engel: Ufer 15, Saal 7: Außerordentliche Feuer, Wasser und Rauch leicht befchädigten Waren, bestehend in General- Versammlung Paletots, Anzügen, Hosen u. Joppen der Vertreter d. Kassenmitglieder und der Arbeitgeber. Tages- Ordnung: 1. Beschlußfassung über den mit Bahnarzt Theodor Lewin, sem Berein freigewählter Kassenärzte Staliterstr. 46. 980b abzuschließenden Vertrag. 2. Beratung und Beschlußfassung über die von den Kassenangestellten vorgeHühner, Enten, Tauben, Puten, Gänse, slagenen Anstellungsverträge. 3. Ver× Kücken Kücken bene Italiener Kücken, baldlegend, offeriert F. Wegner, Mariannenstr. 34, SO. 81 Der Vorstand. A. Daehne, Vorsitzender. 9816* A. Kelpin, Schriftführer. Donnerstag, den 8. September er., beginne ich mit der Fabrikation meiner beliebten Wurstwaren. Abends 6 Uhr: Frische Wurst. TEB 234L Restaurant Zum goldenen Bienenkorb", Voltastraße 43, Ecke der Wattstraße. Emil Böhl. follen zu bedeutend herabgesetzten Preisen ausverkauft werden. 225L* A. Wormann, 1. Dresdener- Str. 1, Ecke Skalitzerstrasse, am Kottbuser Thor. Haltestelle der Hochbahn. Gewerbegericht zu Berlin. J.-Nr. 355/04 Gew.- Ger. Bekanntmachung. zur Bei Accordarbeitern sind Betriebsstörungen, deren Dauer länger wie Stunde beträgt, falls fie vormittags eintreten, bis Mittagspause, falls sie nachmittags eintreten, bis zum Schluß der Ar beitszeit mit dem halben Lohn zu bergüten." Möbelverkauf! In meiner Möbelfabrik, Gneisenans straße 15, am Halleschen Thor, stehen viele Wohnungs- Einrichtungen, verlichen gewesene und neue AusZwischen Arbeitgebern und Arbeit nehmern wegen Meinungsverschieden= heiten über die Auslegung des Tarif- ſtattungen zum sehr billigen Verkauf. vertrages der Nadler, Drahtweber, Zeitzahlung bei ganz geringer AnBeamten ohne Hilf sarbeiter und Arbeitsburschen von zahlung gestattet. Berlin und Umgegend hinsichtlich des Anzahlung. Durch große Gelegen heits- Einkäufe zu billigen Preisen § 11 entstanden, welcher lautet: liefere ich gediegene Einrichtungen für 150, 200, 300, 400 Mart, hoch elegante von 500 bis 10000 Mart. 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Juni 1904 nachstehenden Schiedsspruch gefällt: Betriebsstörungen find solche Störungen im Betriebe, bei denen mindestens ein zusammenhängender Teil des Gesamtbetriebes außer Thätigkeit gefekt wird. Für kleinere Betriebe mit nur einer in oder zwei Maschinen ist die Außerbetriebsetzung einer Maschine als Betriebsstörung anzusehen. Gez.: v. Schulz. A. Körften. E. Bernhard. Maas. Hugo Hanff. W. Behrend. Borstehendem Schiedsspruche haben fich die Parteien unterworfen. Berlin, den 3. September 1904. Lamente Der Vorsitzende des Einigungs2. Jipliid dad antes. gez. von Schulz. Solo 2152* Möbel ab Fabrik Gediegene Arbeit. Eine erste ansehnliche Möbelfabrik ist bereit, an Beamte, Brautpaare 2c. kompl. Einrichtungen sowie einzelne Gegenstände bei oder Anzahlung laut Kassa- Katalog abzugeben. Adressen bitten unter L. 1 in der Haupterped. d. Bl. abzugeben. Fordern Sie die kostenfreie Zusendung des Kataloges. 120 001-0008 1700 about middagende 00,000,000 smals into altun Sun Coco njejtshja, 00.00 Wer täuscht??? lodom Der er fog. Arbeiter- Radfahrer- Bund Freiheit", der schon vor Wochen erklärte, daß er sich auf weitere Zeitungspolemiken nicht einläßt, bricht sein gegebenes Wort und erläßt unter obiger Spitmarke am 27. August in der Leipziger Volkszeitung" ein Geistesprodukt, welches verdient, niedriger gehängt zu werden. Es ist ja wohl begreiflich, daß für ein neues Unternehmen Reklame gemacht werden muß. Nur darf man dabei das Publikum nicht über die mangelnde Leistungsfähigkeit mit hochtönenden, aber wohlfeilen Redensarten hinwegtäuschen wollen. Andernfalls muß man es sich gefallen lassen, daß man in die gebührenden Schranken zurückgewiesen wird. Oder, verehrter Freiheitsbund, ist es keine Redensart, wenn in der Zeitung öffentlich angekündigt wird, daß das erste Tausend Bundesabzeichen an 150 Mitglieder verabfolgt wird??? Es wird nun im oben erwähnten Inserat auf die Vorgänge auf dem Bundestag des Arbeiter- Radfahrer- Bundes Solidarität" in Erfurt, Pfingsten 1904 hingewiesen. Beim Lesen dieser Worte muß der Uneingeweihte schaudern ob der Missethaten, welche die Theilnehmer dieses Bundestages dortselbst begangen haben. Demgegenüber sei hier festgestellt, daß die Delegierten des Bundestages in ihrer übergroßen Mehrheit( mit allen gegen 6 Stimmen) einen Beschluß faßten, der dem Bunde nur zum Vorteil gereichen kann, und nach dem an jedem Drte fortan nur ein Bundesverein bestehen soll. otelcides Anstatt diesen Beschluß nun zu respektieren und dadurch ihre demofratischen Principien in die Wirklichkeit umzusetzen, haben einige Sonderbündler, getrieben durch ihre Herrschergelüfte, das Bedürfnis gefühlt, einen neuen Bund gründen zu müssen.setiadiA Da man aber die Einrichtungen des Arbeiter- Radfahrer- Bundes ,, Solidarität" als mustergültig anerkannt hat und vorerst nichts Besseres im neuen Bunde bieten konnte, kopierte man im Freiheitsbunde diese Einrichtungen bis aufs Tüpfelchen über dem i und geht nun damit krebsen. Es lebe die Principienlosigkeit! Die vom Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität" über die Leistungen des Freiheitsbundes angestellte Berechnung wird von letzterem als unrichtig zurückgewiesen; Teider aber hat man seitens der Freiheitsleute vergessen, die nötigen Unterlagen dafür zu bringen. Also: Heraus mit den Beweisen! Dann lassen wir uns gerne eines Besseren belehren. So lange dies aber nicht geschieht, so lange erlauben wir uns an die Richtigkeit unsrer Berechnungen zu glauben. Mit Ausdrücken aber, die dem Zierreich entnommen sind und die sich mit allerhand liebenswürdigen Eigenschaften einiger Vierfüßler befassen, wird nichts bewiesen. Wenn aber die Leistungen des Freiheitsbundes dadurch gesichert sein sollten, daß die Bundesverwaltung eine ehrenamtliche ist, so können wir nur wünschen, daß es den Vorstandsmitgliedern noch recht lange möglich ist, ihre Aemter im Ehrenamt zu berwalten. Auch der Umstand, daß dem neuen Bunde innerhalb acht Wochen 18 Vereine beigetreten sind, beweist nichts für die Notwendigkeit oder die Lebensfähigkeit desselben. Wir wollen sogar, großmütig wie immer, der Freiheit" noch sechs unsrer seitherigen Vereine abtreten, die sich ebenfalls nicht in die neue Ordnung fügen zu können glauben, damit das zweite Dugend voll wird und wieder weitere 1000 Freiheitsabzeichen zur Ausgabe gelangen können. " Jedenfalls ist die Thatsache bemerkenswert, daß sich die Mitgliedschaften der " Freiheit" ausschließlich aus Ueberläufern zusammensetzt, und daß es der Freiheit" bis jetzt nicht gelungen ist, einen Verein zu gewinnen, der seither noch keinem Bunde angehörte. Dagegen muß konstatiert werden, daß der Arbeiter Radfahrer- Bund ,, Solidarität" seit dem berüchtigten Bundestag, also seit Ende Mai d. J. 180 Vereine mit 1895 Mitgliedern und 63 Einzelfahrern, also insgesamt 1958 Mitglieder neu aufgenommen hat, ohne den Zuwachs, welchen die schon bestehenden Vereine aufzuweisen haben. Diese Thatsache spricht für sich und bedarf keines Kommentars. Wir haben alle Ursache zu der Annahme, daß sich der Arbeiter- Radfahrer- Bund Solidarität" in derselben aufsteigenden Richtung auch für die Folge bewegt, in der er sich seither bewegt hat, und die Nebenbuhlerschaft des Freiheitsbundes nicht zu fürchten hat. Die Geschäftsleitung des Arbeiter- Radfahrer- Bundes ,, Solidarität". Frankfurt a. M., Schleusenstraße 11. Phil. Althaus, Vorsitzender. 11907 28/7 H. Sachs, Sekretär. Seipzigerstr. 50 H. Esders& Dyckhoff Granienstrasse 48 Ecke Ecke Luckauerstrasse. Herren- und Knaben- Garderoben fertig und nach Maß. Mark 10.50, 12.50, 15.00, Sinsegnungs- Anzüge 18.50 his 38 Mark. Schul- Anzüge Damen- Konfektion ' s Gesellschaftshaus, Graumanns Festsäle Tey's Brunnenstraße 184. 71L* Zu Versammlungen u. 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