Nr. 212. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando! Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormittags geöffnet. Telegramin- Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die gelbe Gefahr. Freitag, den 9. September 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. einer Weltmacht emporgeschwungen. Da aber nun einmal die schlingt und weltpolitische Konflikte heraufbeschwört, aber handelstapitalistische Expansionspolitik diese Thatsache geschaffen hat, so ist politisch verteufelt wenig einträgt, ist nur mit aller Genugthuung ungeheuer thöricht, sich über die Japaner zu entrüsten, die mur mit zu begrüßen. Hilfe der Europäer das geworden find, was sie jetzt sind. Man sollte sich deshalb ruhig und gefaßt mit den einmal gegebenen historischen Thatsachen abfinden und seinen Ingrimm verbergen, der ja nur die Asiaten veranlassen kann, ihre Rüstungen mit größerer Intensität fortzusetzen. " genommen haben. Politifche Ueberficht. Berlin, den 8. September. Spahn gegen den Zolltarif! Und jetzt hat derselbe Herr Spahn in seinem Wahlkreise eine Mede gehalten, in der er die Unbrauchbarkeit des neuen Zolltarifs offen zugestand. Nach dem jezt veröffentlichten Wortlaut seiner Rebe hat Herr Spahn wörtlich gesagt: Der Bolltarif ist gar nicht so eingerichtet, daß er ohne Handelsverträge unverändert in Wirksamkeit treten könnte. Der großartige Sieg, den Japan bei Liaujang über die russische Von einer gelben Gefahr können also nur solche Leute reden, die Hauptarmee erfochten und der die militärische Tüchtigkeit dieses fein andres Mittel der nationalen Bereicherung kennen, als die brutale machtvoll aufstrebenden ostasiatischen Staates allen Zweiflern einUnterdrückung fremder Nationen und Rassen. Gerade wir Socialdringlichst dargethan hat, hat in den Kreisen der europäischen Weltdemokraten aber, die wir auf dem Standpunkte der friedlichen intermachtpolitiker begreiflicherweise große Erregung hervorgerufen. Es nationalen Entwicklung stehen, die wir vom friedlichen Wettbewerb auf liegt nunmehr auf der Hand, daß die Zeit zu Ende ist, wo die alten Aber soviel Besonnenheit darf man eben unsrer politischen allen Gebieten des materiellen und geistigen Fortschritte den FortKulturstaaten Ostafien als Tummelplaz ihrer weltpolitischen Presse nicht zutrauen. Wir begegnen daher in den verschiedensten schritt der Kultur erhoffen, gerade wir können mit doppelter Genug Abenteuerlust betrachten konnten. Japans Sieg wird unzweifelhaft Blättern allerhand Artikeln, in denen abermals die gelbe Gefahr" thuung auf die Entwicklung blicken, die die Ereignisse in Ostasien für die ganze fernere Entwickelung Ostasiens von der größten Be erörtert wird, ohne daß man doch ein Mittel anzugeben wußte, deutung sein. Wenn sich auch Japan nach seinem wahrscheinlichen wie dieser gelben Gefahr" zu begegnen fei. So ist es endgültigen Siege über Rußland damit wird begnügen müssen, sich namentlich die Kreuz- 8eitung", die sich in verschiedenen die Oberherrschaft über Korea und die Halbinsel Liautung zu sichern, Nummern mit diesem Thema beschäftigt hat. Die„ Kreuz- Beitung" so wird es damit doch gleichzeitig eine Machtposition gewonnen begeht sogar die Lächerlichkeit, die gelbe Gefahr" Gefahr" mit der haben, die ihm ermöglicht, jeder europäischen Eroberungspolitik in jubenliberalen Weltanschauung" in Verbindung zu bringen! Als China entgegenzutreten, denn Japan wird natürlich fortfahren, seine ob es nicht auch das doch sicher„ judenliberale"„ Berliner Tageblatt" Als ein Gewehr, das nach rückwärts losgeht und den Schützen militärischen und marinistischen Rüstungen mit aller Energie fort- gewesen wäre, das vor einigen Monaten vor der gelben Gefahr trifft, bezeichneten wir den neuen Bolltarif, der in den Dezemberzusetzen und dadurch seine Großmachtstellung auf eine sichere Basis gezittert hatte! Es ist denn auch gar nicht wahr, daß die liberale stürmen des Jahres 1902 gefchaffen wurde. Die Socialdemokratie zu stellen. Presse besonders lebhaft für Japan Partei ergriffen habe. Die hat die Gesetzwerdung dieses unmöglichen Tarifs auf das äußerste Aber auch davon abgesehen, wird Japans Riefenerfolg nicht einzige Preise, die fast ausnahmslos zu Ungunsten Rußlands Stellung bekämpft, die bürgerlichen Parteien betrachteten ihn keineswegs als ohne Einfluß auf die Entwicklung Chinas bleiben. Schon jetzt zeigt genommen hat, ist die socialdemokratische Preise gewesen, und ein Wusterwerk und waren uneins und gespalten. Da war es sich der gewaltige Eindruck, den Japans rüstiges Aufwärtsstreben auf diese Presse ging dabei wesentlich von der Auffassung aus, daß, abgesehen Herr Spahn, der den Cylinderhut aus dem Schrank nahm, China hervorgebracht hat darin, daß China die Ausbildung seiner von der wohlverdienten Züchtigung, die dabei dem raubsüchtigen zum Grafen Bülow lief und mit diesem und den konservativen Truppen nicht mehr wie früher europäischen Instruktoren überläßt, Barismus zu teil werde, ein Sieg Japans dazu beitragen müsse, und liberalen Parteiführern das große Werk der Einigkeit schuf, sondern, daß es seine militärischen Bildner aus Japan bezieht. Auch den erzreaktionären russischen Absolutismus zu brechen. Von einer das uns jetzt als beschlossenes Gesetz vorliegt. Als die Socialsonst wird China aller Voraussicht nach fernere Anregungen zur einseitigen Verherrlichung Japans war in der socialdemokratischen bemokratie auch diesen Entwurf durch sachliche Einwürfe bekämpfte, fulturellen Entwicklung nicht mehr von Europa empfangen, sondern Bresse gar keine Rede, wenn auch die socialdemokratischen Blätter ba war es wieder Herr Spahn, der als Henker der Geschäftsauf dem Wege über Japan. nicht umhin konnten, die staunenswerte Intelligenz und kulturelle ordnung die Beratung guillotinierte und dem Entwurf durch einen Man darf selbstverständlich nicht glauben, daß China ebenfalls Entwicklungsfähigkeit der Japaner anzuerkennen. Sehr begreiflich ist unverhüllten Gewaltstreich zur Annahme verhalf. eine freie Rulturentwidlung im europäischen Sinne nehmen wird es allerdings, daß gerade unsre reaktionäre Presse, die vermutlich wie Juba Das fleine Inselreich Japan stellte ökonomisch und auch für die Aufrechterhaltung des Barismus zittert, die japanischen politisch unerhin einen Einheitsstaat dar, dessen Organisierung im Erfolge schon deshalb bedauert, weil sie die brutale Selbstherrschaft europaichen Sinne verhältnismäßig leicht erfolgen konnte. China des garen zu erschüttern drohen. dagegen istbein Riesenreich, in dem von einer auch nur einigermaßen Bemerkenswert ist übrigens, daß die russische Regierungspresse vorhandenene centralistischen Organisation des Staatswesens teine behauptet, die Sympathien des deutschen Kaisers Rede fetan. Abgesehen von dem Bölkerkonglomerat, aus dem ständen vollständig auf Seite der Nussen. So erzählt der bekannte der chinesische Staat besteht, ist auch die ganze wirtschaftliche Struktur russische Publizist Fürst Meschtschersky im„ Grashdanin", daß der des kolossalen Landes noch eine derartig patriarchalische, daß eine deutsche Kaiser nicht nur aus persönlicher Zuneigung den Russen den Centralisierung im Sinne moderner Staatsgebilde vor der Hand Striegserfolg wünsche, sondern auch aus Sympathie für die Aufgabe den gewaltigsten Schwierigkeiten begegnet. Erst wenn durch ein dieses Krieges, die darin bestehe, die wachsende Straft der gelben ausgedehntes Eisenbahnnetz die einzelnen Teile des Landes enger mit Raffe zu brechen. Dieser Gedanke, den er in seinem berühmten einander verbunden sein werden, erst wenn durch dieses Eisenbahn- Bilde mit dem chinesischen Drachen darstellte, wiederhole sich auch in neg die altertümliche Produktionsform Chinas der modernen seinen Ansichten über den russisch- japanischen Krieg. Industrialisierung verfallen sein wird, erst dann wird es auch Wir wissen nicht, ob diese Behauptung des Fürsten Meschtschersky Durch dieses doppelte Zeugnis wird es vobkommen flar, welche möglich sein, durch eine straffe Centralisation des Beamtenwesens irgend welche Unterlage befigt. Jedenfalls sehen wir aber, daß sich Taktik die Brotwucherer zur Durchsetzung ihrer Forderungen geden Einheitsstaat herzustellen, erst dann wird es auch möglich sein, Blätter wie die Kreuz- Beitung" diese Gedankengänge zu eigen gewählt haben. daß China gleich Japan sich ein starkes, wohlorganisiertes modernes macht haben. Die„ Kreuz- Zeitung" beruft sich übrigens auch auf ein Als eine Waffe im Kampfe gegen das Ausland Striegsheer schafft, das nach außen hin der Macht des Landes Aus- englisches Blatt, auf die„ Daily News", die gleichfalls den wurde der Bolltarif der Bevölkerung empfohlen. Das war eine be brud giebt. russisch- japanischen Krieg von dem Gesichtspunkt eines Konflikts wußte und völlig sinnlose Unwahrheit. Denn was wir damals Wenn deshalb auch die Kulturentwicklung Chinas nicht ebenso zwischen Ost und West betrachten. Man dürfe sich nicht der That- immer und immer wieder wiederholten wie kann ein Bolltarif, mit Siebenmeilenstiefeln vor sich gehen wird, wie in dem japanischen fache verschließen, daß der Sieg Japans ein Sieg Aftens über der gar nicht in Kraft gefegt werden kann, ohne daß dadurch die Wunderlande, so wird sich doch immerhin diese Entwicklung in einem Europa bedeuten würde, wie er seit der Einnahme von Konstantinopel deutsche Volkswirtschaft dem Ruin zugetrieben würde, eine Waffe weit fürzeren Zeitraum zu vollziehen vermögen, als man bisher nicht zu verzeichnen gewesen wäre. Wenn die Russen aus Afien gegen das Ausland sein? Seit wann fürchtet man sich vor Pistolen, anzunehmen geneigt war. So lange lediglich die Staaten der weißen vertrieben würden, könne man dann annehmen, daß die Indier von denen man weiß, daß sie nicht losgehen können? Was ver Nasse die Erschließung des Landes versuchten, mochte eine solche nicht wünschen würden, die Engländer aus Indien zu vertreiben? hinderte das Ausland, auf das unsinnige Spiel einzugehen, und Erschließung bei der Raffenabneigung auf große Schwierigkeiten Der gegenwärtige Krieg sei ein Zusammenstoß von russischem wie es richtig geschehen ist die Wirkungen der„ Waffe" dadurch .stoßen. Da nun aber jetzt aller Wahrscheinlichkeit nach Japan, die Imperialismus und japanischem Imperialismus. auszugleichen, daß es auch seinen autonomen Zolltarif in bas nahe verwandte Rasse und das Volk mit verwandter Kultur, diese Wir haben ja eingangs dargelegt, daß auch wir die Tragweite Phantastische übersteigert? Erschließungsarbeit übernehmen wird, ist mit ziemlicher Bestimmtheit eines japanischen Sieges feineswegs unterschätzen, aber wir müssen zunehmen, daß die Entwicklung Chinas sich in einem rascheren doch entschieden bestreiten, daß der Sieg Japans einen Sieg Aftens bollziehen wird. über Europa bedeuten würde. Er bedeutet lediglich einen Sieg des Sapins allebem ergiebt sich aber, daß die europäischen Kulturstaaten zum nationalen Selbstgefühl und nationalen Straftbewußtsein erjoch hoffen dürfen, noch länger in Ostasien jene rücksichtslose Räuber- wachenden Aftens über europäische Raubgelüfte, und ein solcher rent betreiben zu können, die sie dort bisher betrieben haben. Sieg bedeutet durchaus keine Bedrohung der europäischen Kultur, perden mit der neuen Weltmacht Japan und dem sich langsam durchaus keine Bedrohung unfrer heiligsten Güter", sondern eine cripfelidierenden China zu rechnen haben. Nicht mehr eine brutale durchaus begrüßenswerte geschichtliche Entwicklung. Eroberungspolitik wird in Ostasien auf Erfolge hoffen dürfen, Wir können uns nur freuen, wenn durch den Stärkezuwachs sondern nur eine vernünftige Politik des friedlichen wirtschaftlichen Japans und die Entwicklung Chinas der ostasiatischen Beutepolitik der europäischen Mächte ein recht starker Riegel vorgeschoben wird, bedeutet doch diese weltpolitische Raubpolitit durchaus feinen Fort schritt wirklicher Kultur, sondern nur einen brutalen Ausbruch kapitalistischer Rücksichtslosigkeit. Wettbewerbes. Dieses Geständnis deckt sich vollkommen mit den Ausführungen, die die nationalliberale Partei in ihrer offiziellen Reichstags- Wahlschrift im Mai 1903 machte. Auch dort wurde der Abschluß von neuen Handelsverträgen als dringend notwendig bezeichnet, weil der neue Bolltarif total unbrauchbar sei und seine Inkraftfezung binnen wenigen Wochen zu Hungersnot und Rebellion führen müßte. Jezt aber zeigt es sich klar, wozu die Brotwucherer diese Waffe gebraucht haben. Nicht dazu, um dem Auslande zu drohen, sondern um dem eignen Wolfe die Pistole an die Brust zu feßen. Brotwucherische Handelsverträge, mögen ihre Lasten für das Bolt noch so groß sein, sollen jezt als das fleinere Uebel erscheinen. Die sich vor zwei Jahren mit dem Entwurfe eines unmöglichen Gefeßes als die wahren Vollsfreunde drapierten, gebärden sich jetzt wieder als die wahren Volksfreunde, indem sie das Volk vor den verheerenden Wirkungen dieses Tarifs retten zu wollen vorgeben, und mit der Drohung, diese Wirkungen könnten sich doch am Leibe des deutschen Volkes erproben, ihre eigentlichen Brotwucher- Absichten durchsetzen wollen. Diese Veränderung der oftafiatischen Lage ist auch unsern bürger lichen und weltpolitischen Blättern nicht entgangen, und sie hat Die Freisinnige Volkspartei, die sich um das Bus allem Anscheine nach wenig Befriedigung hervorgerufen. Befinden standekommen der Waffe" große, von den Konservativen hoch Von einer gelben Gefahr kann also in Wirklichkeit gar keine gerühmte Verdienste erworben hat, wird der Gefolgschaft des Brotwir uns doch in der Aera der Weltpolitik, im Zeitalter des Wetteifers tolonialer Eroberungswust. Statt verständigerweise das Mittel Rede sein. Es ist gar nicht daran zu denken, daß Asien sich ein wuchers auch jetzt nicht untreu, wo die erprefferischen Absichten der der friedlichen Eroberungspolitik durch den Handel vorzuziehen, hat man fallen lassen könnte, nun auch umgekehrt die alten kapitalistischen Waffenschmiede offenbar werden. Die Socialdemokratie sich auf den kostspieligen, unsicheren Sport planloser Eroberungen Staaten Europas und Amerikas seinerseits durch eine Expansions- aber, der Bangemachen nie gegolten hat, fürchtet auch nicht den geworfen. So hat man sich namentlich auch in Ostasien festgefeßt, politik zu bedrohen. Dazu ist denn doch die Kraft dieser alten Flederwisch dieses unmöglichen Zolltarifs und giebt, so lange der in der Hoffnung, von dem ungeheueren China einen möglichst großen Staaten eine viel zu große. Die Japaner haben ja schon gegen Stampf nicht zu Ende ist, nicht ihre gute Absicht auf, der Sippe Fezen Landes an sich bringen zu können. Da diese Aussichten auf über dem durch und durch torrumpierten Rußland erfahren müssen, von Ströcher bis Nichter, die Waffe, mit der sie das Bolt bebrohen, eine Aufteilung Chinas durch die japanischen Erfolge geschwunden mit welchen ungeheuren Schwierigkeiten ein Kampf gegen um die eignen Ohren zu schlagen. Es ist unmöglich, auf Sie werden sich damit Grund eines unmöglichen Bolltarifs mögliche find, ist man ergrimmt über die Frechheit der Japaner, ebenfalls zu europäische Heere verbunden ist. einer Weltmacht aufrüden zu wollen. Man fürchtet, und wohl nicht begnügen, die Angriffe der alten Kulturstaaten gegen Ostasien andelsverträge zu machen! ohne Grund, daß die Zeit nicht mehr fern sein wird, wo die Barole abzuwehren. Kreisblatt- Geheimnisse ,, Afien den Afiaten" nicht mehr nur ein frommer Wunsch, sondern eine Von einer gelben Gefahr kann auch insofern feine Rede sein, unerbittliche Thatsache sein wird. Man sieht die Zeit nahen, wo die daß nunmehr China und Japan ihre Absazmärkte der europäischen plaudert in der Frankf. 8tg." ein ehemaliger Kreisblatt- Redakteur Japaner sich ebenfalls ihre Monroedoktrin schaffen und wo sie deren Zufuhr völlig verschließen würden. Die thatsächlichen Verhältnisse aus. Der Aermste war durch die Verhältnisse gezwungen, lange Geltung auch erzwingen werden. beweisen ja, daß die wichtigsten Handelsstaaten die größten Ausfuhr- Jahre in einem westdeutschen Kreisstädtchen für das dortige KreisSchon vor einiger Zeit, als in den Blättern zum erstenmal bas mengen nicht nach noch untultivierten Staaten verschicken, sondern blatt die politische Soft zuzubereiten. Der eigentliche Chefredakteur Gespenst der gelben Gefahr heraufbeschworen wurde, wiesen wir gerade nach denjenigen Staaten, die kulturell und industriell bereits war natürlich nicht etwa er, auch nicht einmal der Verleger, wie das darauf hin, daß es die europäischen Staaten selbst gewesen seien, die höchste Stufenleiter erklommen haben. So wird es auch in Dst sonst im kapitalistischen Zeitungsbetrieb der Fall zu sein pflegt, sondern der Herr Landrat, ein" Junker von reinster Agrarfarbe", welche diese Gefahr erzeugt hätten. Hätte die kapitalistische Profit- asien sein. Je rascher der Fortschritt zur modernen Industrialisterung der den Redakteur kommandierte und schurigelte, wie den erst gier nicht vermittelst der Schiffstanonen Japan gezwungen, Europa in Ostasien vor sich gehen wird, desto rascher werden sich auch die besten seiner Bureaukulis. Der ehemalige Streisblatt- Redakteur und Amerita feine Häfen zu zu öffnen, so würde fich Handelsverbindungen Europas mit Ostasien entwideln. Daß die oft erzählt: Entwicklung Japans nicht vollzogen haben. Japan asiatische Politik fortan in friedlichem Wettbewerb bestehen wird hätte dann nicht die die Russen geschlagen. und sich zu und nicht in weltpolitischer Räuberpolitit, die Riesensummen ver die " war die Zeit der Reichstagswahlen, die Socialdemokratie hatte einen Erfolg errungen, " " Was sich also in Saarbrücken abspielt, ist nicht das Ningen I einer niedergehaltenen Arbeiterschaft um ihre Rechte, sondern der Kampf eines ausgesprochenen, mächtig gewordenen Pfaffentums gegen die freiere Weltanschauung in Christentum und Politit, ein Kampf, der zur Zeit in ganz Deutschland tobt, im Saargebiete unter dem von den Geistlichen frebelhaft emporgehobenen Kreuzeszeichen aber mit ganz besonderer Gewalt aufgeflammt ist. Nur von diesem Gesichtspunkte aus kommt man zu einem richtigen Urteil über die Lage der Dinge." Sonntagabend in manchem Berliner Gasthause begrüßt viel stille und heiße Gebete werden in diesen Tagen zu Gott dem Herrn aufsteigen, daß er das junge Paar und mit ihm unser deutsches Volk segnen wolle. Als ein froher Nachklang des Sedantages durcheilt diese Nach richt von der Verlobung des fünftigen deutschen Kaisers die deutschen Gaue und drängt alle schweren Botschaften aus dem fernen Often zurück." Für Erfolg bei Fortsetzung solcher sehr östlichen Betrachtungen Teisten wir jede Garantie! Berwaltungsvorschläge für Südwestafrika. ber die reichs- und bibeltreuen Thron und Altarstigen aus allen Himmeln fallen ließ. Während alle Welt betonte, wie trefflich das herrschende Regierungssystem an dem Erfolge der Roten mitgearbeitet, gingen die„ Stüßen" vor der Deffentlichkeit mit hohler Phrasendrescherei über den Reinfall hinweg. Innerlich jedoch ivurmte es die Herren furchtbar. Schließlich tam man auf den Gedanken, daß doch irgend jemand an dem betrübenden Ergebnis Schuld tragen müsse. Endlich hatte man den Prügeltna ben gefunden. Er nannte sich das Amt= liche Kreisblatt". Daraufhin erhielt ich die üb liche Einladung zu einer Besprechung mit dem Kein Wort davon und kein Versuch der Rechtfertigung, daß das Herrn Landrat und diesem ziemlich Vereinsrecht, das Versammlungsrecht, das WahI= ungnädig empfangen. Ich muß Sie wirklich bitten, recht, das Recht, nach Belieben Zeitungen zu lesen Herr Redakteur, fester auf die Socialdemokraten einzuhauen. In der jüngsten Reichstagswahl haben diese gegen früher allein und zu halten, Wirtschaften zu besuchen usw. für die in unfrem Kreise über 300 Stimmen gewonnen. Sie müssen das Bergarbeiter im Saargebiet durch die dort herrschende Volk mehr bearbeiten. Vor allen Dingen bitte ich mir aus, daß Diftatur aufgehoben sind beziehungsweise nur Sie nichts bringen, das geeignet sein könnte, Majestät und Reinsoweit bestehen, als diese es erlaubt! gierung in ein schiefes Licht zu stellen." Als ich eine Erividerung Unter dem kapitalistischen Lesepublikum des Züricher Blattes 1. Die Verwaltung soll einem Civilgouverneur als stammelte, hieß es:„ Wenn Sie das nicht wollen oder mag der klägliche Beschönigungsversuch ja manche verständnisinnige Vertreter des Kaisers unterstehen, dem ein ihm sonst untergeordneter, tönnen, müssen wir uns eben den geeigneten und geistesverwandte Gläubige gefunden haben; vor der Kritik ist aber in Bezug auf die technisch sachgemäße Ausführung etwaiger Mann dafür suchen." Damit konnte ich den heimischen er aber in der Schweiz ebenso kläglich gescheitert, wie im Gerichts- Operationen nur seinen militärischen Behörden verantwortlicher Penaten zusteuern. Das Schreckgespenst der Stellen= saale zu Saarbrücken. Das„ Saarsystem" bleibt im Urteil der Schuytruppen Kommandeur beizugeben ist. losigkeit und die bevorstehende Vergrößerung durch soll der llebelstand vermieden sein, daß der größte Teil meiner Familie lehrten mich die bittere Pille öffentlichen Meinung des In- und Auslandes gerichtet. des Schutzgebietes vernachlässigt werden mußte, sobald der schlucken, und ich parierte. Gouverneur genötigt war, in irgend einen Teil der weiten Kolonie zur Unterwerfung von Unruhen eines Eingebornen.mnes zu Felde zu ziehen. " Der politische Horizont, dessen erleuchtende Strahlen täglich auf meine bedauernswerte Leserschar scheinen sollten, ward mir in Form der der Schweinburgschen Neuen Reichs= forrespondenz", die mir täglich gratis auf den Redaktionstisch flatterte, vorgezeichnet. Diese manchmal mehr als alberne Burechtstutzung wichtiger politischer Ereignisse im Sinne der Negierung war das Leitpferd meiner politischen Thätigkeit. We he mir, wenn ich einmal einen Seitensprung machte, der meinem hohen Gebieter nicht gefiel. Sofort drohte man mir mit Kündigung und sprach von unerklärlicher, reichsfeindlicher Haltung". Mir passierte es einst, daß ein Artikel, den ich der gewiß zahmen Kölnischen Zeitung" entnahm, den Herrn Landrat dermaßen aufregte, daß er meinem Verleger den Kreisblatttitel entziehen wollte. Hatte Richter, Bebel oder sonst ein Linksstehender der Regierung im Parlament eine Abfuhr zu teil werden lassen, so war ich angewiesen, von diesen Neden mur zu erwähnen, daß die Herren Richter, Bebel usw. in ihrer üblichen Weise versucht hätten, den großen Eindruck des Regierungsredners zu schmälern". " * Deutfches Reich. Der Polizeiminister v. Hammerstein soll wie August Scherl erfährt- thatsächlich ausrangiert und durch den Oberpräsidenten von Hannover, Wenzel, ersetzt werden. Das Organ August Scherls rächt sich für seine Düpierung in der Verlobungsangelegenheit des Kronprinzen mit der bissigen, fast anarchistischen" Bemerkung: " Uuser Gewährsmann fügt hinzu, daß die Ernennung Dr. Wenzels schon in den nächsten Tagen amtlich bekannt gemacht werden wird. Dabei darf man jedoch nicht außer acht lassen, daß derartige Personalfragen häufig noch in letter Stunde eine andre Lösung finden, als selbst in unterrichteten Kreisen" angenommen wird." Herr Scherl nimmt blutige Rache dafür, daß„ man" ihn am vorigen Sonnabend von der Verlobung des Kronprinzen nicht rechtzeitig in Kenntnis gesetzt hat, ja sogar ihn in die Frre geführt hat. Die obige Notiz ist nichts weniger wie eine zielbewußte Drohnote. In punkto Flottenpolitik hatte man mir ebenfalls den Wenn man ihm keine Informationen giebt, so geht Scherl mit seiner Weg gezeichnet. Ich durfte über die Kostenfrage keine Ziffern ganzen Herde Abonnenten in die Opposition über. Solche Schwenkung hat Scherl auch schon früher einmal gemacht, bringen, da das Publikum in seiner Urteilsunfähigkeit in solchen als er sich von den Informationsbehörden schlechter behandelt glaubte Sachen leicht zu falschen Schlüſſen kommen könnte. Interessant ist als Rudolf Mosse. Sofort brachte er ein paar boshafte Bemerkungen ferner die Thatsache, daß ich sogar gebeten wurde, von dem Das half. Schert wurde wieder genügend Kindesunterschiebungsprozeß Kwileda fo gegen die Regierung. wenig wie möglich zu bringen, da die hier zu Tage gefüttert. Mag's auch diesmal nützen! tretenden Mißstände geeignet seien, andre Standes= Von einem Triumph des monarchischen Gedankens durch die personen in der öffentlichen Meinung herab- Hamburger Truppenrevue faselt die Schweinburgsche zusetzen". Korrespondenz: " Als im Bommernbank- Prozeß die Mirbachiana Auffehen erregte, wurde mir schleunigst übermittelt, daß ich nur dann davon Notiz zu nehmen habe, wenn Mirbach selbst dazu Stellung genommen. Den Bilse- und Hüssener- Prozeß mußte ich in seinen Einzelheiten gänzlich totschweigen, nur das Urteil durfte gebracht werden. Kriegsgerichts- Verhandlungen sowie alle Gerichtsverhandlungen, in denen höhere Beamte hineingezogen wurden, bedurften zur Veröffentlichung im Kreisblatt der besonderen Erlaubnis des Herrn Landrates. Auch von Parteipolitik weiß ich ein Liedchen zu singen. Heute sandte man mir einen Artikel, der dem Centrum einen gelinden Tritt versezte und morgen erhielt ich wieder die Weisung, einem Centrums- Vorschlage wohl= wollende Förderung zu teil werden zu lassen. Als der§ 2 des Jesuitengesetes aufgehoben wurde, mußte ich darauf aufmerksam machen, daß die Triebfeder der Regierung der Wunsch gewesen sei, das veraltete Ausnahmegesetz aufzuheben, während faum ein Jahr vorher mir der selbe Landrat den Befehl gab, gegen den damaligen Centrumsantrag Front zu machen. In meiner Thätigkeit als Streisblatt- Redakteur verzeichne ich Fälle, bei denen ich heute amtlich dementieren mußte, was mir amtlich gestern zugegangen war. Auf mein Vorhalten wurde mir entgegnet, daß die Regierung es so wünsche". Es ist ja kein Geheimnis, in welcher Weise auf Wunsch der Regierung" das öffentliche Leben durch die Kreisblätter gefälscht wird, allein die Geständnisse dieses ehemaligen Kreisblatt- Redakteurs beleuchten dies russische System der Preßcensur jedenfalls sehr drastisch. Um dies skandalöse System der Knebelung und Beherrschung der Presse durch amtliche Subventionen, die doch aus dem Säckel der Allgemeinheit fließen, in seiner vollen Schädlichkeit zu würdigen, muß man sich vergegenwärtigen, wie viel solcher Streisblätter es giebt, und daß in großen Gebieten des ganzen Landes, in den kleinen Städten und auf dem platten Lande, vielfach über haupt kein andres Blatt gelesen wird, als das jeweilige Streisblatt, das auf Befehl des Landrats alles zu interschlagen hat, was der Regierung unangenehm und das alle Nachrichten, die es bringen darf, in chnisch gefälschter Darstellung bringen muß! Auch eine Flucht ins Ausland". Aus Zürich wird uns geschrieben: er aus dem Prozeß selbst hervorgegangen. Der Sprecher der Abordnung, welche die südwestafrikanischen Ansiedler in der Entschädigungsfrage nach Deutschland gesandt haben, Farmer Erdmann- Haris, führt in der Deutschen Kolonialzeitung" aus, daß bei der nach Niederwerfung des Herero- Aufstandes zu er wartenden Neuordnung der Dinge im Schutzgebiet die folgenden Aenderungen anzustreben seien: Da= 2. Es soll nur das beste und zuverlässigste Beamten material hinausgesandt und dieses zunächst in einem prat tischen Vorbereitungsdienst seine Qualifikation eriveisen. 3. Die bisherige Verpflichtungszeit der Beamten Jahre auszudehnen. für den Dienst in der Kolonie von drei Jahren iſt auf ſechs 4. Der Bevölkerung des Schutzgebietes ist ein gewisses Maß von Selbstverwaltung einzuräumen, indem man den einzelnen Bezirken in ihren örtlichen Angelegenheiten unter Mitwirkung der Bezirksamtmänner eine möglichst uneingeschränkte Selbst verivaltung gewährt, deren Organ ein aus Wahlen hervorgegangener Bezirksrat zu sein hätte. Ebenso wäre dem Gouverneur für Maßnahmen von allgemeinem Landesinteresse ein Beirat mit beschließender Stimme zur Seite zu setzen, in den jeder Bezirksrat ein Mitglied abzuordnen hätte. Den Beschlüssen des Beirats gegenüber soll dem Gouverneur ein Veto, dem Veto des Gouverneurs gegenüber die Berufung an den Reichskanzler zustehen. Wir zweifeln daran, daß, selbst wenn diese Vorschläge angenommen werden sollten, die Entwicklung unsrer südwest- afrikaniſchen Schmerzenskolonie eine gedeihliche ſein wird. So selbstverständlich die Forderung der Selbstverwaltung ist, so stellte doch bisher die bureaukratische Verwaltung noch einen, wenn deren auch schwachen, Schutz der Eingeborenen dar, Menschenrechte die Mehrheit der Farmer und Händler schwerlich ans zuerkennen geneigt sein wird. Der Fall Groeneveld beweist nichts. Groeneveld war eben eine Ausnahme, sonst wären die skandalösen Wieder einmal haben die Schilderungen über den be- Zustände der Gefängnisse in Südwestafrika schon längst an den geisterten Empfang des Kaisers, über die lebhaftige, Pranger gestellt worden. freudige Anteilnahme an den Einzelheiten der Sehr berechtigt klingt auch die Forderung, daß nur das beste Parade das Ausland, das bereits anfängt, über die traurige und zuverlässigste Beamtemmaterial, das sich auf sechs Erscheinung der deutschen Parteisplitterung zu höhnen, darüber Jahre verpflichten müsse, Verwendung in der Kolonie finden dürfe. aufgeklärt, daß allen Entstellungen und Verleumdungen zum Troßz Es fragt sich nur, ob ein solches Beamtenmaterial bereit sein wird, das deutsche Volk hinter seinem Kaiser steht und sich auf sechs Jahre hinaus nach einer so trostlosen Kolonie vermit althergebrachter Vorliebe und gerechtem Stolze an allem bannen zu lassen! Bisher gingen nur Karriereschnaufer und ges hängt und für alles zu haben ist, was dazu dient, die deutsche scheiterte Existenzen dorthin ob das so leicht anders werden wird? Wehrmacht zu erhalten und zu stärken. Für jeden objektiven Wenn das Herrenmenschentum und die Vetternwirtschaft aufhört, Beobachter war dies der freundliche und erfreuliche was kann dann noch reizen, eine Einöde wie unsre tenth HowestEindruck der Hamburger Festtage." afrikanische Kolonie aufzusuchen? Trotz aller Reformvorschläge, mögen sie sich noch ரார்ட் hören, wird der Kolonialjammer ſchwerlich verstummena Husland. Schweiz. Hat denn Herr Schweinburg jemals daran gezweifelt, daß die Hamburger Pfeffersäcke trotz ihrer„ Republik", die bekanntlich die bösartigste Geldsackrepublik darstellt, die sich denken läßt, nicht bis auf die Knochen monarchisch seien? Was hat denn aber der monarchische Gedanke der Ballin und Konsorten mit der Stimmung des Volkes zu thun? gut an mis ji n not mist bi Dies glid Es sind ja im Anschluß an die„ glitzernde" Truppenschau drei Regimenter„ Hamburg"," Bremen" und" Lübeck" genannt worden. Miliz und Arbeiterschaft. In der Schweiz war bisher zwischen wie monarchisch gesinnt das Volk dieser drei Hansestädte ist, ergiebt dem Militär und dem Wolfe keinerlei tiefgehende Mißstimmung, sich schon daraus, daß im vorigen Jahre in Hamburg 100 000, och scharf hervortretende Gegenfäße zu bemerken. Handelt es sich in Bremen 25 000 und in übed 11 000 socialdemokratische doch um ein wirkliches Volksheer, das mur der Verteidigung des Stimmen abgegeben wurden, so daß alle drei Städte ausschließlich Vaterlandes dienen soll und in das jeder waffenfähige Bürger, durch Socialdemokraten vertreten sind. Da wir ja aber die socialdemokratischen nicht ausgenommen, mit Freuden einauch bereits ein Kriegsfahrzeug„ Vorwärts" besitzen, haben wir liche Verhältnis dürfte sich indes zum Schaden des Landes trat, un seiner Bürgerpflicht zu zu genügen. gegen die Taufe der drei Regimenter nichts einzuwenden. bald ändern, wenn die schweizerische Regierung fortfährt, durch Ver,, Sewero- Germanskaja Wseobschtschaja Gazeta". Für eine deutsche wendung von Miliztruppen gegen Streifende die arbeitende BeSo hat der Centralvorstand des schweize Bunge sind die Worte, die wir als Spizmarke gesezt haben, zwar völkerung zu brüsfieren. etwas schwierig, aber man wird sich üben müssen, diese Laute zu be- rischen Metallarbeiter- Verbandes den von uns mitgeteilten Antrag Denn das deutsche Regierungsblatt, die Nord betreffend Dienstverweigerung bei Streits seinen Seftionen zur Beherrschen. deutsche Allgemeine Zeitung", die übrigens von einem schlußfassung unterbreitet. Es soll geprüft werden, ob nicht in den zwar nicht mit Fischdünger, aber dafür mit Guano handelnden Gewerkschaften mit der antimilitärischen Propaganda zu beginnen ufsichtsrat Ballins unterhalten wird, hat sich, wie wir hören, ent- fei und ob nicht die schweizerische Arbeiterschaft aufgefordert werden schlossen, fünftig ihren Titel ins Russische zu übersetzen und sich so soll, an den freiwilligen militärischen lebungen, wie Schießübungen, zu nennen, wie wir oben angegeben haben, um bei Väterchen keinen Borunterricht usw. bis auf weiteres nicht mehr teilzunehmen, sowie Zweifel mehr an der Ergebenheit des Grafen Bülow aufkommen zu jede militärfreundliche Haltung innerhalb der Arbeiterschaft so lange laffen. zu bekämpfen, bis die Regierungen von Truppenaufgeboten bei Streits Abstand nehmen. " Wir wissen, daß die„ Sewero- Germanskaja Wseobschtschaja Gazeta", deren Chefredakteur auch aus Rußland gebürtig ist, mit Blehwe verzweifelt ächst und mit dem Zarewitsch jauchzend sabbert. Jetzt lernen wir aber auch die besondere russische Richtung des deutsch- russischen Regierungsorgans kennen. Italien. Wieder ein blutiger Konflikt zwischen Soldaten und Streifenden. Rom, 6. September.( Eig. Ber.) lit Der Herr Geheimrat Hilger, der Direktor des Saargebiets, hat fürzlich eine Flucht in die Schweiz ausgeführt. Die großkapitalistische, arbeiterfeindliche und socialistenfresserische„ Neue Wir haben in der gestrigen Nummer den Artikel der„ Nowoje In Buggeru( Sardinien) haben vorgestern nachmittag Zürcher Zeitung" hatte seiner Zeit Artikel ihrer beiden. Berliner Wremja", des Organs der russischen Aristokratie wiedergegeben, in Soldaten auf streikende Arbeiter geschossen. Die Salve wurde Korrespondenten über den„ berühmten" Saarbrückener Prozeß ver- der die Werzweiflungsstimmung Rußlands geschildert war und Re- wenige Schritte Entfernung abgegeben und streďte drei Arbeiter öffentlicht, die ganz selbstverständlich nach Lage der Dinge den Herrn formen an Haupt und Gliedern gefordert wurden. Dieser unter der tot nieder, während etwa 20 andre verwundet wurden Hilger nicht im schönsten Lichte erscheinen ließen, sondern ebenso, wie russischen Censur gedruckte Artikel hat die Berliner Nachricht wurde erst durch die gestrigen Abendblätter bekannt, Regierungscensur nicht passiert. Die Nordd. Allg. 3tg." Verzeihung die Sewero- Germanskaja seobjchtscha Gazeta" erhielten sie gestern gegen 4 Uhr nachmittags und gabert m Herr Hilger wünscht jetzt, daß er im Auslande besser beurteilt giebt nur die einkleidenden, als Vorwand benußten Albernheiten des entsprechendes Telegramım an den„ Vorwärts" auf: den Giral werde als er ist, und darum brachte das genannte Züricher Blatt Petersburger Blattes über die gelbe Gefahr" wieder, bricht aber berichtend, den Angriff der Truppen und die Zahl der Toten. Gegen einen spaltenlangen Beschönigungsartifel, in dem der Prozeß, die dort ab, wo die entscheidenden Ausführungen beginnen: die 10 Uhr abends wurde uns mitgeteilt, daß in Gemäßheit der über Prozeßberichte und die bezüglichen Artikel fummarisch als schwarz- Schilderung der düsteren Stimmung in Rußland, die Forderung den Telegraphenverkehr herrschenden Bestimmungen" unser Tele. rote Mache" abgethan werden. Da die gegenteiligen Thatsachen be- grundlegender Reformen. So etwas darf nur in Petersburg, nicht gramm nicht befördert werden könne. Wenn sich die kannt sind, erübrigt sich jede Widerlegung dieser leichten Art, unUnglücksnachricht nicht bestätigt hätte, so wäre die Aufhaltung des angenehme Dinge abzuthun. Telegramms berechtigt gewesen. Leider ist sie aber Wort für Wort wahr und mußte dem Ministerium auch um die Stunde längst befannt sein, obwohl die Zeitungen sie noch nicht gebracht hatten. Neugierig darf man sein, ob auch die Drahtberichte an bürgerliche Blätter aufgehalten wurden. " in Berlin gesagt werden. Man sieht: das Berliner Organ des gesamt- osteuropäischen Barismus nimmt seine Stellung auf dem äußersten rechten Flügel Ser russischen Preffe; es findet schon hochverräterisch, was die Nowoje Wremja" drucken lassen darf. " Von den wesentlichen Einzelheiten des Beschönigungsartikels mögen folgende erwähnt sein. Die von einem geistlichen Zeugen vor Gericht bekundete und durch das ganze Beweisverfahren im SaarSehr empfehlenswert. Aus der Arminius- Broschüre über den brückener Prozeß erhärtete Thatsache, daß die Bergleute vor den Steigern erzittern, wird als„ Unsinn" aus der Welt geschafft." Mißbrauch des Reichstags- Wahlrechts durch die Socialdemokratie" citiert die Konservative Korrespondenz" eine Zusammenstellung, aus Die Prügel, die ein Steiger einem Bergmann über die untere ber hervorgehen soll, daß das Wahlrecht in sämtlichen europäischen Fortsetzung des Rückens" gegeben und die nach der eidlichen Aus- Kulturstaaten( einschließlich Frankreichs!), in denen eine sage desselben„ nicht spürbar" gewesen, werden als„ Scherz" Arbeiterbewegung in Betracht kommt, viel weniger frei und viel erklärt, das nur auf ein vertrauliches Verhältnis mehr beschränkt ist als in Deutschland". zwischen Bergarbeiter und Vorgesezten im Wir sind viel zu vaterlandslos, um es ertragen zu können, so Saarrevier schließen lasse! fürchterlich in der Welt voran zu sein. Wir sind also bereit, auf In ähnlicher Weise werden andre, dem Geheimrat unangenehme diesen Vorzug zu verzichten und erklären uns bereit, mit dem Thatsachen„ beseitigt". Daran schließt sich eine Selbstverherrlichung französischen Wahlrecht vorlieb zu nehmen. Wir nehmen an, durch das, was er früher in Zabrze gethan und mun im daß also die Wahlrechts- Aenderung, die von den Konservativen geSaarrebier geleistet hat. Die Prozesse haben ergeben und das plant wird, die Einführung des französischen Systems ſein wird. richterliche Urteil hat es festgestellt," sagt der Beschönigungsversuch, „ daß die Lage unsrer Vergarbeiter gut ist, die Löhne ausreichend sind, ein" System" der Bevormundung nicht besteht, daß Hilger in der Fürsorge für die 44 000 Bergleute kann übertroffen werden kann, daß der Vorwurf der Entrechtung" usw. wider besseres Wissen erhoben wurde...." " Und zum Schlusse heißt es: Aus Buggeru hat man folgende Einzelheiten über die Blutthat: In dem kleinen Ort Sardiniens befindet sich ein Bergwerk, in dem filberhaltiges Blei gefördert wird. Die dort über Tag und unter Tag beschäftigten Arbeiter sind etwa 2800. Man pflegt ihnen am 1. Oktober für das Winterhalbjahr die Mittagspause von zwei auf eine Stunde herabzusetzen; dies Jahr erklärten sie, davon nichts wissen zu wollen, und legten, da die Bergwerksgesellschaft darauf bestand, am 3. September die Arbeit nieder. Selbst nach dem Bericht der„ Tribuna" verhielten sich die Streikenden ganz ruhig. Trotzdem forderten die Behörden aus Iglesias Militär. Am Nachmittag des 4. trafen zwei Compagnien Infanterie ein. Die Truppen sollten in " Das Reich" Stöckers. In Berlin ist die Probenummer eines einer großen Zimmererwerkstatt untergebracht werden. Als die neuen nationalen Volksblatts" erschienen, das die bankrotte Firma Streifenden andre Arbeiter damit beschäftigt sahen, die Wohnung für die Soldaten zu räumen, forderten sie sie auf, diese Arbeit zu unterder christlich- socialen Bewegung wieder aufleben laffen will. Das Blatt empfiehlt sich durch folgende Notiz: „ Die Verlobung unfres ritterlichen Thronerben mit dem lassen und beivarfen sie mit Steinen. Darauf machten die Truppen temperamentvollen edlen Blute aus dem tren evangelischen einen Bajonettangriff. Da die Steinwürfe fortdauerten, Stamme Herzog Niklots drängt für den Augenblick alles wurde plöglich, ohne die üblichen drei Trompetenstöße zur Warnung, andre zurück. wurde die Nachricht auf die Stopf an Stopf vor den Soldaten stehende Menge Mit brausendem Hoch dauert weiter. Rußland. Aus Induftrie und Handel. = = gefeuert. Von den drei am Boden liegenden Arbeitern Am 4. September stand die Hauptmasse der russischen Armee noch| Anrechnung bei der Zohnzahlung zu verabfolgen. Der Baragraph war einer sofort tot, die beiden andern starben gleich füdlich der Zweigbahn Jantai- Kohlengruben, während Kuropatkin selbst ist geschaffen, um das sogenannte Trucksystem aus der Welt zu darauf. Die Toten sind 31, 34 und 37 Jahre alt und fämt das Fortschreiten der umfassenden Bewegungen des japanischen rechten schaffen, bei dem den Arbeitern durch den Zwang, ihre Bedürfnisse lich Bergleute. Es herrscht große Bestürzung im Drt; der Streit Flügels nördlich der Kohlengruben und in der Richtung auf Mukden an Waren aller Art bei dem Unternehmer zu decken, der färgliche beobachtete und gemeldet hatte. Während der nach Norden gerichteten Lohn wieder aus der Tasche geholt wird, um wieder in den unBewegung der Russen am 5. September sind sie vom Feinde bedroht Wann wird man endlich einsehen, daß es eine verbrecherische gewesen und mußten erneuter Angriffe gewärtig sein. Die Marsch ergründlichen Geldbeutel des Kapitaliſten zurückzuwandern. Provokation ist, unter eine in voller Ruhe einen wirtschaftlichen folonne fonnte man schwerlich formieren. Wir wissen ja auch, daß Leider besitzt der§ 115 alle Mängel unsrer Socialgesetzgebung; Konflikt auskämpfende Arbeiterschaft bewaffnete Macht zu senden? diese über 100 Kilometer lang wäre und daß er läßt weit die Hinterthüren auf, durch welche die Ausbeutung des Und wenn man schon mal Soldaten senden will, so schicke zu ihrer Bildung mehrere Tage erforderlich Proletariats nach der angeblich verbotenen Richtung hin weiter beman nicht zwei Compagnien in einen Drt, in dem nären. Nur um eine Bewegung in entwickelter, gefechts- trieben werden kann. Was den Unternehmern untersagt ist, ist ihren fast 3000 Arbeiter ausstehen. Es ist doch eine alte Erfahrung, daß bereiter Front, mit starker Flankendeckung nach Osten, fann Beamten, den Werkmeistern usw. nicht ausdrücklich verboten. Es die Truppen, sobald sie eine verschwindende Minderheit bilden, am es sich am 5. September gehandelt haben. Und so wird ist in vielen Berufen üblich, daß sich diese durch Verkauf von Wie weit kann ersten den Kopf verlieren und Ercesse begehen! Wie lange noch wird es auch gestern und heute gewesen sein. Nahrungsmitteln an die Arbeiter einen Vorteil verschaffen. Understand und Schuld der Behörden den Boden mit Proletarier- tief durchweichten Boden solcher Marsch in dem abermals durch Regen In hervorragendem Maße ist das der Fall im Baugewerbe. querfeldein durch= leichen decken, wie lange noch werden die Proletarier im bunten Rod geführt werden? Welch unerhörte Leistung bürdet er den Die Bauarbeiter aller Branchen können ohne einen kühlenden Trunk, sich zu dieser Blutarbeit hergeben? Soldaten auf? Wie finden sie am Abend Verpflegung und Ruhe? gleichviel welcher Art, sehr oft nicht auskommen. Der im glühenden Die kurze Strecke, die die Armee auf solche Art an jedem Tage Sonnenbrande heftig transpirierende Körper fordert gebieterisch zurücklegen kann, giebt dem Feinde erneute große einen Ersatz der verloren gegangenen Körperflüssigkeit. Da tritt Allgemeiner Maurerstreik in Warschau. Russisch- Polen, 1. September.( Eig. Ber.) Der Maurerstreik Chancen in die hand." dann oft der allmächtige Bolier scheinbar rettend und helfend, in dauert unverändert fort, und die Arbeiter halten sich tapfer und soliWirklichkeit Profit heischend, in die Bresche. In seiner Macht liegt darisch. Die Zahl der am Streift Beteiligten, die Handlanger und es, welchen Bier- oder Selterlieferanten er auf dem Bau zulassen die jugendlichen Arbeiter einbegriffen, wird auf über 9000 geschätzt. will- was Wunder, wenn er daraus Vorteil zieht oder gar felber Im Gewerbe herrscht allgemeiner Stillstand. Die Zersplitterung im Maurergewerbees handelt sich selbstverständlich um zahlreiche ankündigten, begann gestern in Bochum der gerichtliche Kampf um Die Hibernia vor Gericht. Wir wir in unsrer letzten Nummer die Bierlieferung in die Hand nimmt? So war es auf einem Umbau in der Leipzigerstraße, wo der in verschiedenen Teilen der Stadt gelegene Bauten bereitet die Generalversammlungsbeschlüsse vom 27. August. Bei den Polier ebenfalls das Bier von der Brauerei entnahm. Er zahlte für einer planmäßigen Leitung des Streits und der Verständigung unter gestrigen Verhandlungen wegen dieser Anfechtungsklage vor dem den Kasten Bier a 30 Flaschen 2,25 Mk. und gab die Flasche mit 10 Pf. den Ausständigen beträchtliche Schwierigkeiten, aber dieselbe Ursache Landgericht waren die Kläger vertreten durch Rechtsanwalt legt auch zu einem großen Teil die Rettungsaktion" der Polizei Heitmann, Rechtsanwalt Bondi Dresden, Gehrke Frankfurt der Gewerbe- Ordnung nicht hätte thun dürfen, that der Polier, er an die Arbeiter weiter. Was der Unternehmer wegen des§ 115 und der Gendarmerie lahm, die auf den zahlreichen größeren und und Geheimrat Müller von der Dresdner Bank. Kleineren Arbeiterversammlungen nicht fertig werden können. In waren durch Rechtsanwalt Mumenhoff- Bochum und Rechtsanwalt steckte den Ueberschuß aus diesem Geschäft, der bei der Anzahl den lezten Tagen ist eine größere, etwa 1500 Stöpfe zählende Ver- Springer- Berlin vertreten. Die Reden der Vertreter beider Parteien der Arbeiter circa 50 Mark die Woche betrug, in seine Tasche. sammlung zu verzeichnen, die hinter dem griechisch- katholischen dauerten vier Stunden, sie befaßten sich bis auf Direktor Müller Als die Arbeiter Abrechnung und Herausgabe des Ueberschusses Friedhofe in der Vorstadt W o la stattfand, und an die sich ein großer von der Dresdner Bank vorwiegend mit den rein juristischen Fragen. verlangten, wies er sie Hohnlachend ab, und da auch der UnterDemonstrationszug mit roter Fahne, auf der socialdemokratische Dieser aber suchte auch„ vom kaufmännischen Standpunkte aus" die nehmer einen Eingriff zu Gunsten der Arbeiter ablehnte, verließen Aufschriften prangten, unter Absingen von Arbeiterliedern anschloß. Handlungsweise der Dresdner Bank zit rechtfertigen, die Die Demonstration dauerte eine halbe Stunde. Eine andre Ver11ur von einem ihr zustehenden Recht Gebrauch gemacht fammlung, die für 4 Uhr auf gestern in der Chlodnastraße anberaumt habe, wenn sie eine Beteiligung an der Abstimmung ablehnte. war, ist von der Polizei verhindert worden. Das Aufgebot von Müller führte, nach einem Bericht des„ Berl. Tagebl.", weiter aus, Bolizeimannschaften war diesmal sogar für die Warschauer Ver- die Verstaatlichung sei nur möglich auf dem Wege güt= hältnisse ungewöhnlich groß. Im Hofe des Wolster Spitals, am Ende licher Verständigung. Die Möglichkeit solcher Verständigung meister, Bolier oder sonstige sonstige Vorgesezte, der aus dem der Chlodnaſtraße, und in der Machlaidschen Brauerei waren zwei aber liege gar nicht so weit. Der Redner verweist zum Belege Verkauf von Nahrungsmitteln oder Getränken an die Arbeiter Kosakenabteilungen in Bereitschaft gehalten. Zahlreiche Droschken hierfür auf die gestern auch von uns mitgeteilte Erklärung Eynerns. Nutzen zieht, in seinen Privatinteressen leicht in Konflikt wurden von der Polizei gezwungen, sich an verschiedenen Stellen Ein Rätsel ist mir, sagte Müller weiter, wie man den Organen der mit dem Unternehmerinteresse gerät; nicht der fleißige, aber mäßige quer über die Straße aufzustellen, um jeglichen Verkehr unmöglich Hibernia vorwerfen kann, sie machten sich der Untreue schuldig, wenn Arbeiter ist ihm der liebste, sondern der unmäßige, wenn auch faule. Unter diesen Umständen blieb den Streifenden nichts andres sie sich mit den Agenten des Staates verständigten. Man darf Gegen dieses System der Arbeiterausbeutung Front zu machen, ist doch unsern Staat nicht behandeln wie einen fremden Feind, übrig, als einen andern Ort für die geplante Versammlung zu mit dem ein Pakt zu schließen Untreue und Berrat wäre. nicht nur eine Forderung der Menschlichkeit und Ethik, sondern liegt wählen, und alle, die die Möglichkeit hatten, sich noch zu ber= ständigen begaben sich zum Stadtschlagbaum an der Czerniakowska- Bezüglich der Frage, ob die Handelsgesellschaft und Bleichröder sogar im Unternehmerinteresse. straße. Hier konnten sie auch ungehindert die Versammlung ab- berechtigt waren, an der Abstimmung über die Emissionsofferte halten und die socialdemokratischen Redner anhören. Erst am Ende teilzunehmen, stellte Müller fest, daß vor der Düsseldorfer VerDie Lohnbewegung in der Luguspapier- Branche. Am 17 August der Versammlung erschien die heilige Hermandad mit dem ſammlung eine Verständigung zwischen dem Konsortium, dem die Gendarmerie- Rittmeister Lewandowski an der Spize, der es Handelsgesellschaft und Bleichröder angehörten, darüber erzielt hatten die Arbeiter und Arbeiterinnen in der Luruspapier- Industrie auch übernahm, die Schlußrede zu halten. Er suchte den Streifenden war, daß die jungen Aktien an das Konsortium Bleichröder ihre Forderungen in Gestalt specialisierter Lohntarife aufgestellt fie den Fabrikanten mit dem Ersuchen, bis vor allem auseinanderzusehen, wie sehr Versammlungen und Handelsgesellschaft begeben werden sollen. Namens der Dresdner und Streits ungefeßlich seien, worauf ihm einige Arbeiter zuriesen, sie Bank erklärte der Redner, daß diese jederzeit der Kapitalserhöhung 8. September darauf zu antworten, eingereicht. Gestern abend fand zustimme, wenn das Bezugsrecht nicht ausgeschlossen wird. Er er im Buggenhagenschen Saale eine impofante Versammlung statt, um hätten sich das Recht dazu selbst genommen und wollten es auch be- flärt aber dann ausdrücklich, daß er keineswegs damit habe andeuten sich über die Antworten der Fabrikanten Bericht erstatten zu lassen. halten. Dann verlegte sich der Rittmeister aufs Ueberreden und versicherte nun auf sein Offiziersehrenwort", daß, falls die Ver- wollen, daß etwa der Minister geneigt sei, die Offerte abzuändern. Die Versammlung war größtenteils von Arbeiterinnen besucht. Der Saal, sammelten ruhig auseinandergingen, keine Verhaftungen durch die Nach weiteren Debatten wurde die Verhandlung kurz nach 2 Uhr in dem gegen 2000 Personen dicht gedrängt zusammensaßen, wurde polizeilich abgesperrt. Aus dem Bericht, den der Obmann der Bolizei vorgenommen werden sollten. Als die Streifenden aber abgebrochen. Die Urteilsverkündigung sollte abends erfolgen. Branche erstattete, ging hervor, daß nur einzelne Fabrikanten teils dieser Einladung Folge leisteten und der Plaz sich allmählich ent- Bochum, 8. September. Die Kammer für Handelssachen erkannte zustimmend, teils ablehnend, die meisten aber gar nicht geantwortet leerte, hat der Biedermann, troh seines Ehrenwortes, doch der Ver- über den Sperrantrag der Dresdner Bank bezüglich der hatten. Nach reger Diskussion nahm die Versammlung folgende suchung nicht widerstehen können, circa 20 Arbeiter zu verhaften. Generalversammlungs= Beschlüsse der Hibernia dahin, daß Resolution an: Seitens der Streifenden sind bis jetzt keine Ausschreitungen begangen worden, außer einem Fall, für den die Polizei die Verantwortung zu tragen hat. Ein Polizeiwachtmeister, der einen Streifenden beschimpfte und, als dieser ihm etwas entgegnete, ihn blutig geschlagen hatte, wurde von einem danebenstehenden Kollegen des Mißhandelten, einem Zimmermann, durch einen Arthieb auf der Stelle erschlagen. Dem Thäter gelang es, zu entfliehen. zu machen. " " 1 Afien. Vom Kriegsschauplatz liegen heute folgende Meldungen vor: London, 8. September. Der Berichterstatter des„ Standard“ im Lager Kuropatkins meldet, daß bei den Kämpfen um Anping die japanische Centrumsarmee sehr schwere Verluste erlitten habe. Der rechte Flügel sei erfolgreicher gewesen, da er keinen einzigen russischen Gegenangriff auszuhalten hatte. Die Japaner hätten acht Geschütze erbeutet, die von den Russen verzweifelt, sogar durch Herunterrollen von Felsblöcken verteidigt wurden. diese den Bau. Uns ist unerfindlich, aus welchem Grunde das Unternehmers tum solche Gepflogenheiten noch unterstützt und nicht einfach verbietet. Es liegt auf der Hand, daß der WerkBerlin una amgegend. zum der zuständige Register Richter - in Herne die Beschlüsse Die Versammlung nimmt Kenntnis davon, daß die Fabrikanten der General Versammlung über die Erhöhung des Aktienkapitals auf die eingereichten Forderungen bis heute nicht geantwortet bis zum Erlaß eines Urteils erster Instanz in der Anfechtungsklage haben. Die Versammelten ersehen daraus, daß es die Fabrikanten auszusehen hat. Den weitergehenden Anträgen wurde nicht statt- unter ihrer Würde halten, auf" Forderungen" Antwort zu erteilen. gegeben, weil sie nicht hinreichend begründet seien, und weil ihr In Erwägung, daß die Arbeiterschaft die Hand zum Bweck, die Ausgabe der neuen Aktien zu verhindern, durch das Frieden geboten hat, indem der Vorschlag einer Tarifgemeinerlassene Urteil gesichert erscheine. schaft gemacht wurde; int weiterer Erwägung, daß die Herne, 8. September. Durch die seitens der Kammer für geforderten Löhne in der Buchbinderbranche längst zur Geltung Dresdner Bank heute erlassene einstweilige Verfügung ist ein Präjudiz Fabrikanten. Handelssachen des Landgerichts Bochum über den Sperrantrag der gekommen sind, bedauert die Versammlung den Standpunkt der für die Aussichten der Anfechtungsklage nicht gegeben, die Hibernia Bergwerks- Gesellschaft wird mit möglichster Beschleunigung das werden von jeder Fabrik drei Kollegen beauftragt, innerhalb Um den letzten Versuch einer gütlichen Einigung zu machen, Urteil erster Instanz im Anfechtungsprozeß, für den ein Termin am dieser Woche bei den Firmeninhabern vorstellig zu werden. 10. Oftober angesetzt ist, herbeiführen wie auch im übrigen ihr von diesen Verhandlungen ist der Lohnkommission sofort Mitteilung Entschluß, die Selbständigkeit unter allen Umständen aufrecht zu zu machen, welche dann die geeigneten Schritte zu unternehmen hat, erhalten mit allen Kräften durchgeführt werden soll. um den Forderungen Geltung zu verschaffen. sogenannte Formierungsarbeit an für Telephonzwecke bestimmten Polarisationszellen. Die Arbeit wurde früher im Berliner Werke von Siemens u. Halste ausgeführt und die Zellen werden auch hauptsächlich an dieses Werk geliefert. Wenn man die in der Verfammlung am Mittwoch vorgezeigten, von Säure zerfressenen und zerlumpten Kleidungsstücke gesehen hat, ist es unverständlich, wie die Direktion behaupten kann: Die Japaner und der Socialismus. In der soeben eingetroffenen Nummer des Socialist", des Centralorgans der japanischen Socialdemokratie, wird die Frage erörtert, wie es komme, daß der Socialismus, der mun doch schon seit 12 Jahren propagiert werde, in Japan nicht schnellere Fortschritte macht. Als wesentlichster Grund hierfür wird die immerhin noch geringe Entwicklung der Industrie angegeben, Unternehmen auf großkapitalistischer Basis, in denen viele Arbeiter zusammen beschäftigt sind, seien immer noch Köln, 8. September. In der heutigen Aufsichtsrats- Sigung der Die Anwesenden verpflichten sich, für den Ausbau der Organinicht viele vorhanden. Die Kleinindustrie ist noch bor- Aktiengesellschaft Westfälische Drahtwerke wurde beschlossen, der sation zu wirken, da mur eine starke Organisation im stande ist, Verherrschend und jeder Arbeiter trägt sich noch mit der Hoffnung, einst selbständig zu werden. Sodann wird aber auch der Volkscharakter am 20. Oftober einzuberufenden Generalversammlung die Verbesserungen der Lohn- und Arbeitsbedingungen mit Nachdruck herbeials hinderlich bezeichnet. Es gehe ein romantisch ritterlicher Geist vorzuschlagen. Der Reingewinn inkl. Vortrag beträgt 467 930,61 M.; teilung einer Dividende von 10 Proz. gegen 9 Proz. im Vorjahre zuführen. durch die Nationen, der das Geld verachtet, dafür aber nach Ruhm und soll wie folgt verteilt werden: Abschreibungen 148 381,75 M., Zum Streit der Arbeiterinnen des Glühlampenwerks von Siemens und Ehre geize. Auch machten sich die Eindrücke aus der Feudalzeit Zuweisung zum Reservefonds 14 669,83 m., vertragsmäßige und u. Halske. Wie bereits gestern erwähnt wurde, hat die Direktion noch geltend und kämen zum Ausdruck in der Unterordnung unter statutarische Tantieme 33 515,39 M., Dividende 240 000 M., Vortrag des Glühlampentverts es für nötig befunden, eine schriftliche DarHöherstehende, besonders in einer fast maßlosen Verehrung des auf neue Rechnung 31 363,64 m. legung der dem Streit zu Grunde liegenden Verhältnisse zu geben, Mikado. Es wird aber der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß nach die den Arbeiterausschüssen des Charlottenburger Werkes in der Beendigung des Krieges alle Verhältnisse in Japan einer großen Notstandstarife für die Industrie. Wie die„ Dresdener Zeitung" Franklinstraße und des Berliner Stadtgeschäfts vorgelegt wurde. Umwälzung unterworfen werden, daß die industrielle Entwicklung in erfährt, beabsichtigt die sächsische Regierung, selbständig Der Arbeiterausschuß des Glühlampenwerkes wurde nicht davon in viel rascherem Tempo vor sich gehe und daß damit dem Socialismus Notstandstarife für die Industrie in Kraft zu sehen, nachdem Kenntnis gefeßt, vermutlich deswegen nicht, weil man annahm, daß ein weites Thätigkeitsgebiet eröffnet werde. Preußen- abgelehnt hat, mit ihr in dieser Richtung vorzu- die Arbeiter dieses Werks bereits so gut von den Ursachen des Ausstandes gehen. Wie die Dresdener Handelskammer, so beschloß unterrichtet waren, daß sie Aufklärungen der Direktion nicht nötig auch der dortige Stadtrat bei der Regierung wegen Gewährung hatten. In dem mit der Schreibmaschine hergestellten, 31, Quartermäßigter Eisenbahnfrachtfäße bis zum Wiederbeginn der Schiffahrt, feiten umfassenden Schriftstück wird zunächst ausführlich über die die Elbe war, wie der„ Berl. Ztg." aus Dresden geschrieben wird, Art der in Frage kommenden Arbeit berichtet. Es handelt sich um vorgestern erst um 1 Centimeter gestiegen, vorstellig zu werden. Den Stadtverordneten liegt ein dasselbe Ziel anstrebender Antrag vor, in welchem betont wird, daß wegen der aus dem Fortfall der Schiffahrt für Induſtrie und Gewerbe sowie für breite Schichten der Bevölkerung folgenden Gefahren Abhilfsmaßregeln sofort getroffen werden müßten. Vom Schiffahrtstampfe. Die Meldung der Wiener Blätter, daß London, 8. September. Aus Kupantse wird der„ Daily Mail" die Friedensverhandlungen bereits endgültig gescheitert seien, wird gemeldet, daß nördlich von Liaujang noch gekämpft von der Hamburg- Amerika- Linie dementiert. Lord Inverclyde iſt, wird. Täglich kommen etwa 80 Eisenbahnwagen mit wie die Direktion der Hamburg- Amerika- Linie mitteilt, mit den Verwundeten durch. Englische und amerikanische Bericht- Vorschlägen der verbündeten kontinentalen und der Morganschen erstatter, die in Kupantse eingetroffen sind, beschweren sich über die Gesellschaften nach Liverpool zurückgekehrt und unterhandelt dort Behandlung durch die Japaner, die alle Nichtjapaner als Spione gegenwärtig mit den maßgebenden Persönlichkeiten der CunardLinie. Eine Entscheidung ist bis zur Stunde noch nicht gefällt Verhält sich die Sache wirklich so, dann müßte erst jetzt in den betrachten. Tagen des Streits eine neue Vorrichtung erfunden sein, die das London, 8. September. Eine Tientsiner Drahtung des„ Standard“ Zechenvereinigung. Gerüchtweise verlautet, daß verschiedene Ausfließen von Säuren verhindert, sonst bilden die zerfreffenen vom 7. September besagt, daß die japanischen Truppen die Verfolgung der Russen fortseßen und ihnen Bechen der Firma Stinnes zu einer Aktiengesellschaft zusammen Kleidungsstücke ein nicht zu widerlegendes Beweismittel für das Auch wäre es ja dann ganz unnötig, daß den wenig Raft gönnen. Sie befeßten Jantai und ihre Vortruppen sind gelegt werden sollen, der eventuell ein Hüttenwert angeschlossen Gegenteil. Arbeiterinnen auf Wunsch Schürzen zum Schuß gegen Säureder russichen Nachhut hart auf den Fersen. Die Russen räumen werden wird. Mukden und ziehen sich eiligst weiter nach Norden zurück. Vom amerikanischen Eisenmarkt. Die monatliche Statistik der flecke" geliefert werden. Welche Arbeiterin wird sich wohl mit Taufende von Chinesen sind bei dem Bau von Befestigungs- Hochöfen lautet dem" Iron age" zufolge sehr ermutigend, da nach einer schweren und unbequemen Wachstuchschürze belasten, wenn sie werten bei Tieling beschäftigt, das der Schauplatz der nächsten dieser die August- Ausweise eine Zunahme der Produktion deren nicht bedarf? Uebrigens erzählten in der Versammlung Kämpfe werden dürfte." Daily Mail" erfährt aus Tolio, um 292 000 Tonnen gegen 246 000 Tonnen im Juli aufweisen. mehrere Arbeiterinnen, daß sie vielmals vergeblich um Lieferung einer Kurotis Armee strebe danach, nordöstlich von zum größten Teil ist dicje Zunahme auf die Wiederaufnahme der brauchbaren Schürze ersucht hätten; und es sei vorgekommen, daß wenn sie ihre zerfressenen Schürzen vorzeigten, mit Mukden den Russen zuvorzukommen und deren Haupt- Arbeit bei den Stahlgesellschaften in den mittleren und westlichen sie, In den stattgehabten Versammlungen unanständigen Redensarten wie Schafskopf" und„ Altes armee doch noch abzuschneiden. Die Nachricht von der japanischen Distriften zurückzuführen. Besetzung Mukdens werde stündlich erwartet. Sidlich wurden neue Preise für Stahlbarren festgesezt; wahrscheinlich dürfte Schwein, schämen Sie sich" empfangen wurden. Was von Mutden sei ein heftiger Nachhutkampf im Gange. eine Ermäßigung um 1 Dollar pro Tonne vereinbart werden. In nun die Lohnabzüge, die eigentliche Hauptursache des Streits anPetersburg, 8. September. Der Generalstab erklärt, Kuroki fast allen Gebieten sollen verschiedene gute Aufträge von größerem belangt, so sucht man die Sache so darzustellen, als ob die Arbeiterinnen mit leichter Mühe recht viel verdienen könnten, und als ob dringe in östlicher, Du und Nodzu in nördlicher Umfange vorliegen. die Lohnabzüge durch technische Verbesserungen vollständig gerechtRichtung vor, der eine rechts, der andre links der Eisenbahnfertigt wären. Ja, man ist sogar mündlich soweit gegangen, den linie. Die Japaner errichten neue Brücken über die Flüsse. Der Arbeiterinnen Feindseligkeit gegen technische Verbesse= Eisenbahnbetrieb ist bereits wieder zwischen rungen der Arbeitsmethode vorzuwerfen. Daß eine derartige Ges Port Arthur und gentai aufgenommen worden. Kuropatkin hat im Einverständnis mit Alexejewo die Errichtung von sinnung, wie sie sich vor einem halben Jahrhundert im Zerschlagen Der§ 115 der Gewerbe- Ordnung verbietet den Unternehmern, von Arbeitsmaschinen tundgab, nun schon lange nicht mehr in der borgeschobenen Forts in der Umgegend von Mukden beschlossen.(?) Der militärische Sachverständige der Kreuz- Zeitung" ihren Arbeitern Waren zu kreditieren. Er gestattet ihnen jedoch, den organisierten Arbeiterschaft zu finden ist, das ist bekannt genug. Schreibt: Arbeitern Lebensmittel für den Betrag der Anschaffungskosten unter Liegt wirklich hier eine Verbesserung der Arbeitsmethode, die die worden. Gewerkschaftliches. Parasiten. " Von irgend welcher schweren Säure- Arbeit" kann also keine Rede sein. Früher war die Möglichkeit vorhanden, daß durch Undichtigkeit einzelner Zellen kleine Mengen von unverdünnter Säure heraustreten konnten; jezt ist auch dieser Uebelstand beseitigt. Im übrigen stehen auf Wunsch Schürzen zum Schutz gegen Säureflecke zur Verfügung." " " Deutfches Reich. Verfammlungen. = Lohnherabfezung von 9 auf 7 Pf. rechtfertigt, bor, so wäre es ein in der 21. Beile heißen: Darin waren die Preise um 3-4 Bf. I vorher in der Markthalle gekauft zu haben, so daß dasselbe unmög leichtes gewesen, durch Verständigung mit dem Arbeiterausschuß die pro Quadratmeter höher angesetzt. Dieser Vertrag war der lich schon in Fäulnis übergegangen fein konnte. Der Staatsanwalt Sache zu regeln, zumal wenn man nach dem vom Generaldirektor eigentlich gültige, denn der zweite Vertrag hatte, wie ein auf der beantragte mit Rücksicht auf die gesundheitlichen Gefahren, die durch Profeffor Budde geäußerten Grundsaz gehandelt hätte, wonach Rückseite des ersten aufgeklebtes" usw. den Genuß eines solchen Fleisches hervorgerufen werden, drei die durch technische Fortschritte erzielten VorMonate Gefängnis. Der Gerichtshof erkannte auf zwei Wochen teile zum Teil der Firma, zum Teil aber auch den Gefängnis. Arbeitern zu gute kommen sollen. Meidet die Eine neue Wendung hat der Klassenkampf in Königsberg Werksleitung in Zukunft das rigorose Aufzwingen von Lohnherab- genommen. Während die Arbeitgeber sich in der hartnäckigsten Weise setzungen durch Entlassungen und Entlassungsdrohungen und ver- sträuben, mit den Streifenden zu verhandeln, haben sie seit Wochen Handelt, wie sich's gehört in derartigen Fällen, mit dem Arbeiter- die größten Anstrengungen gemacht, um eine Anzahl Arbeitswillige ausschuß, so wird sie auch damit ein Mittel gefunden haben, um zu bekommen, damit sie mit denen einen Vertrag abschließen wahlfreis Züllichau- Schwiebus- Grossen- Sommerfeld hielt am Der socialdemokratische Agitations- Verein für den Reichstagsfolchen die Produktion schwer schädigenden Streits zu entgehen. fonnten. Das ist jetzt geschehen. Der Arbeitgeberbund für 3. September im Gewerkschaftshause eine gut besuchte Versammlung Hinsichtlich der in Nummer 209 des„ Vorwärts" veröffentlichten das Baugewerbe hat mit der Streifbrecher- Organisation einen 3. September im Gewerkschaftshause eine gut besuchte Versammlung Postkarte wird in dem Schriftstück der Direktion erklärt, daß jene Vertrag abgeschlossen. Dieser Arbeiterorganisation sollen ab, in der Gen. Pa e ch= Schwiebus in einem einstündigen Referat Arbeiterin der Werksleitung mitgeteilt habe, sie hätte kommen wollen, 170 Mann angehören. Natürlich werden die Arbeitgeber jetzt ver- Agitations- Vereins sprach. Aus dem Referat wäre hervorzuheben, über die politische Bewegung im Kreise und die Aufgaben des über die politische Bewegung im Kreise und die Aufgaben des um sich vorzustellen, sei aber von den streikenden Arbeiterinnen nicht langen, daß die 1400 Maurer, die in den freien Gewerkschaften or durchgelassen worden, und darauf hätte die Werksleitung fie auf die ganisiert sind, diesen Vertrag anerkennen sollen. Daran ist aber nicht daß die Bewegung erst mit dem Jahre 1893 richtig erwachte, als der polizeiliche Hilfe( welche genügend vorhanden ist") aufmerksam zu denken, denn er enthält solche Varagraphen, die für ehrliche Arbeiter wurde und er eine erhebliche Stimmenzahl erhielt. 1898 erhielt er verstorbene Genosse Mehner als Reichstagskandidat aufgestellt gemacht. Es ist sonderbar, daß dann diese der Firma auch unter einfach unannehmbar find. Sehr stark zu bezweifeln ist auch, ob wirklich bei der Reichstagswahl 2487 Stimmen. 1899 fand die erste Kreisdiesen Umständen wenig zur Ehre gereichende Karte der Streit- 170 Arbeitswillige hinter dem Vertrag stehen. Sicherlich wird man leitung übermittelt wurde. Uebrigens hat sich die Polizei von der Werksleitung Vorfizende des Arbeitgeberverbandes hat sich die größte Mühe ge- Genossen Mehner trat, stieg die Stimmenzahl auf 3742. Auch noch die Poliere und die Invaliden dazu gerechnet haben. Der konferenz im Kreise statt, woran sich 14 Delegierte beteiligten. 1903, wo Genosse Silberschmidt an Stelle des verstorberen Informationen über den Streit verschafft, aber nicht vom geben, um seine Schüßlinge dem Centralverband der christlichen der Agitations- Verein hat dem Kreise gute Dienste bei der ReichsMetallarbeiter Verband. Daß sich unter diesen Umständen Maurer anschließen zu können. Das ist ihm aber nicht gelungen. tagswahl und bei Flugblattverbreitungen geleistet. Der Referent in den Köpfen von Leuten, die meist keine Gelegenheit hatten, fich über Zur Ehre des Vorstandes der christlichen Maurer fei es hier gesagt, hob hervor, daß es besondere Aufgabe des Agitations- Bereins sei, die wahre Bedeutung der wirtschaftlichen Kämpfe der Arbeiterschaft zu daß er sich entschieden geweigert hat, diesen Streitbrecherverband die ungefähr 2500 Bauhandwerker, welche im Sommer hier in Berlin unterrichten, ganz falsche Vorstellungen bilden mußten, ist selbstverständ- aufzunehmen. So blieb es denn leider nur beim„ Ortsverein". arbeiten, für den Verein zu gewinnen, und dann Verbindungen mit lich. Unverständlich ist es aber, was seitens einzelner Polizeibeamten Dieser hat nun für dieses Jahr auf eine Mehrforderung großmütig ihrer Heimat vermitteln. Silberschmidt behandelte in der streitenden Arbeiterinnen auf der Straße oder im Polizeibureau, verzichtet, dagegen aber einen Vertrag abgeschlossen, der auf vier Diskussion in längeren Ausführungen die Organisationsfrage. In wo mehrere Arbeiterinnen 8, 9, ja 10 Stunden widerrechtlich fest- Jahre gelten und am 1. April in Kraft treten soll. Der Stunden- einer Resolution verpflichteten sich die Versammelten, auch in gehalten wurden, alles geboten wird. Wenn z. B. einer Arbeiterin lohn ist auf 55 Pf. festgesetzt. Junggesellen erhalten 40 Pf. und Zukunft ihre Pflicht und Schuldigkeit für ihren heimatlichen Wahlbom Polizeibeamten aus einem fleinen Buch borgelesen Gefellen, die im zweiten Jahre arbeiten, erhalten 50 Pf. Von den freis zu thun. Der Verein zählt 81 Mitglieder. 6 Genossen ließen wurde, fie tönnte wegen Streitposten stehens mit einzelnen Paragraphen heben wir folgenden hervor: Kein Arbeitnehmer sich neu aufnehmen. drei Monaten Gefängnis bestraft werden, wenn darf sich aus irgend einem Grunde weigern, mit andren Gesellen, ein andrer erklärte, wegen desselben Vergehens gäbe es 150 M. gleichviel ob Mitglied des Verbandes oder nicht, ob organisiert oder Geldstrafe oder zwei Tage Zuchthaus, so muß man doch derartige nicht organisiert, ob Jnländer oder Ausländer, zusammen zu arbeiten. Scherze bei einer so ernsten Angelegenheit für höchst unpassend Finden in dieser Richtung öffentliche oder geheime Boykottierungen, erklären. Nicht minder ungehörig erscheint es, wenn ein Beamter Berrufserklärungen, Bausperren usw. statt, so wird eine derartige Emil Eichhorn, Das neue Landtags- Wahlrecht. Ein Führer durch einer Sistierten Wein anbietet mit der Bemerkung, daß genug Handlung als Vertragsbruch angesehen. Jedes Agitieren auf der die badische Wahlrechts- und Verfassungsreform nebst einem Anhange: Die Savon vorrätig sei, und sie einlädt, mit ihm in Baustelle ist untersagt. Der Zutritt zu den Arbeitsstellen ist andren neue Wahlkreis- Einteilung. 53 Seiten. Druck und Verlag von Adolf Ged, den Wintergarten zu gehen. Was sonst von Redensarten, als den dort beschäftigten Personen ohne Erlaubnis des Arbeit- Offenburg. Preis 50 Bf. die das sexuelle Gebiet berühren, in der Versammlung gebers nicht gestattet." Der Maurerfireit dauert indessen un- Institut, Berlin W. 30, Neue Winterfeldtstr. 37. Preis 3 M. Profeffor B. Asmus, Jesuitenspiegel. 192 Seiten. Berliner Berlags erwähnt wurde, kann zum Teil hier nicht wiedergegeben werden. verändert fort. Jede der so behandelten Arbeiterinnen hat einen Brief folgenden Wortlauts an die Polizeidirektion Charlottenburg gesandt: Eingegangene Druckfchriften. Endesunterzeichnete beschwert sich hiermit gegen die Polizei- au unterbreiten, der zunächst die Schaffung einheitlicher Breise für Letzte Nachrichten und Depefchen. Tarifverträge. Die Holzbildhauer in Fürth i. B. haben in einer Versammlung beschlossen, den Unternehmern einen Tarifentwurf Beamten der Rebiere 2 und 6. Massenartikel in allen Geschäften bezweckt und in seinem zweiten Als ich am 5. September cr. vormittags Uhr in der Teile eine Reihe von Allgemeinforderungen stellt. Bei Bearbeitung Vom oftasiatischen Kriegsschauplake. Helmholtzstraße das im§ 152 der Gewerbe- Ordnung garantierte des ersten Teiles stellten sich in den einzelnen Geschäften große Preis- Petersburg, 8. September.( W. T. B.) Ein Telegramm Koalitionsrecht ausübte, wurde ich sistiert und zur Wache nach der unterschiede heraus, daß für manche Artikel das Doppelte und noch General Ljapunows an den Kaiser von gestern meldet ergänzend -Straße geführt. Ist nun dieſe Siſtierung an sich ungefeßlich, mehr bezahlt werden muß. Im zweiten Teil wird auf alle nicht über den Anschlag der Japaner auf den bei Korffatow gesunkenen so ist es doppelt schwer verständlich in einer so wenig belebten im Tarif angeführten Artikel ein Aufschlag von 15 Proz. Kreuzer Novik", daß man, als die Japaner vor dem russischen Gegend. Selbst wenn aber aus Unkenntnis der Beamten dies er- verlangt, ebenso für alle im Lohn beschäftigten Arbeiter. Feuer sich vom„ Nowvik" entfernt hatten, an Bord des Kreuzers flärlich wäre, so ist es unerklärlich, weshalb ich, nachdem mein Der Mindestlohn für Ausgelernte foll 15 M., bom achtNationale festgestellt war, noch auf der Wache festgehalten wurde. zehnten bis zum zwanzigsten Lebensjahre 19 M. betragen. Bei Vielleicht um die anzüglichen und verlegenden Neden der Beamten neuen Arbeiten soll der Durchschnittslohn garantiert werden. Das mitanzuhören? Zwischenmeistersystem ist, so weit es noch vorhanden ist, zu beseitigen, ebenso die Heimarbeit; die bisherigen Heimarbeiter sollen in die Betriebe aufgenommen werden. Für Ueberstunden wird ein Zuschlag von 25 Prozent gefordert. Die Arbeitszeit soll auf 57 Stunden festgesetzt werden, wo schon eine fürzere Arbeitszeit existiert, soll diese davon nicht berührt werden. Die Unternehmer haben ihren Bedarf an Arbeitern ausschließlich durch den Arbeitsnachweis des Verbandes zu decken. Indem ich den Vorgang zu Ihrer Kenntnis bringe, erwarte ich vertrauensvoll Ihre Nachricht, welche nur eine Neftifizierung der in Frage kommenden Beamten enthalten kann. Hochachtungsvoll-" Wenn diese Beschwerden erfolglos bleiben, werden sich die Beschwerdeführenden selbstverständlich an die höheren Instanzen und schließlich an den Minister und Reichstag wenden. Daß für die Sistierungen nicht das beliebte Auskunftsmittel„ Verkehrsstörung" angeführt werden kann, das beweisen die Photographien, die von den Sistierungsorten angefertigt worden sind. Was den Stand des Streits anbetrifft, so werden die wenigen Streitbrecherinnen, die sich der Weltfirma zur Verfügung gestellt haben, ihr wenig nügen fönnen. Uebrigens wurde in der Verfammlung behauptet, daß darunter mit Ungeziefer behaftete Personen seien und daß eine gründliche Reinigung der Plätze nötig sein werde, bevor die Streifenden die Arbeit wieder aufnehmen könnten. Husland. Der 37. englische Gewerkschaftskongres. Zündschnüre" von ausgelegten aber nicht explodierten Minen fand. Bum Wegräumen der Minen wurde sofort geschritten. Neun Minen, die von den Japanern an verschiedenen Stellen des Kreuzers gelegt waren, wurden glücklich entfernt. Tokio, 8. September.( Meldung des„ Neuterschen Bureaus".) Nach berichtigter Schäßung bestand die russische Streitmacht, die an den Kämpfen bei Liaujang beteiligt war, aus 184 Bataillonen Infanterie, 128 Eskadrons Kavallerie und 572 Geschützen. " Die gefundenen russischen Kreuzer. " London, 8. September. Ueber die Abgabe des kaiserlichen Be fehls an die russischen Hilfskreuzer Petersburg" und" Smolenst" wird dem„ Reuterschen Bureau" aus Sansibar gemeldet: Der Die eigentlichen Verhandlungen des Kongresses begannen am bald die russischen Schiffe" Petersburg" und" Smolenst" in Sicht. englische Kreuzer Forte" verließ Sansibar Dienstag früh und bekam Dienstagmorgen mit der üblichen Präfidential- Adresse des Präsidenten, Ein englischer Offizier ging mit der chiffrierten russischen Depesche die diesmal der Abgeordnete Richard Bell hielt. Wie immer, so an Bord der" Petersburg". Später tam der Kommandant der behandelte der Redner so ziemlich die ganze Politik des letzten Jahres. Petersburg" an Bord des" Forte" und erklärte, daß fie fofort abBei der Besprechung der Schulfrage stellte der Redner fest, daß allein dampfen würden; darauf wechselten die Schiffe Salut und die Russen in London täglich 122 000 Schulkinder hungrig zur Schule tämen. dampften fort. Sie wurden zuletzt 15 Seemeilen westlich von der Das Achtstundengesetz für Bergwerke sei am 19. März in zweiter Südspige von Sansibar gesehen, nachdem sich ihnen vorher noch ein Allgemeine tarifliche Vereinbarungen für das Berliner Bautischler- rede eines Konservativen nicht mehr erledigt worden, ähnlich die" Petersburg" hat sieben 5zöllige und einige kleinere Geschüße, Lesung zwar angenommen, aber durch eine Art Obstruktions- Kohlendampfer angeschlossen hatte." Forte" liegt noch in Sansibar, Gewerbe werden durch Verhandlungen bezweckt, welche zur Zeit wie das mit der Trade Disputes Biй geschehen. zwischen Vertretern der Meister und solchen der Gehilfen gepflogen Redner Der die Smolenst" mehrere Geschütze verschiedenen Kalibers, alle tam sodann auf die bekannten Entscheide gegen die ziemlich veraltet, an Bord. werden. Die Anregung ist von den Meistern ausgegangen, nachdem Gewerkschaften zu sprechen, ging sodann auf die Zollschußfrage ein, bereits nach und nach in etwa zweidritteln der in Betracht berührte die Siege der Arbeiterpartei in Australien und vieles kommenden Betriebe der sogenannte Nettotarif seitens der Gehilfen andre. Hierauf wurde der Bericht des P. C. nach kurzer burchgedrückt ist. Dieser Tarif gilt für die einfachste Arbeit. In einer Diskussion genehmigt. Ohne Debatte fand eine Resolution An- Petersburg berichtet, ist die Ernennung des" Fürsten Swiatopolt Paris, 8. September.( B. H.) Wie das„ Echo de Paris" aus gutbesuchten Vertrauensmänner- Versammlung der Bautischler, die am nahme, in welcher die Errichtung eines besonderen Ministeriums für Petersburg berichtet, iſt die Ernennung des Fürsten Swiatopolt7. Sept. im Gewerkschaftshaus stattfand, berichtete die Tarifkommission Arbeit gefordert wird. Die beiden Genossen Pete Curran und Mirsti zum Nachfolger des Ministers des Innern Plehwe amtlich über den Gang der bisherigen Verhandlungen. Ueber die erste Herbert Burrows, die zum Freidenkertongreß nach Boston reisen, bekannt gegeben worden. Außerdem wird gemeldet, daß General Position ist man noch nicht hinausgekommen. Der Nettotarif sieht werden beauftragt, diesem die Grüße des Kongresses zu übermitteln. Trepoff, der Großmeister der Moskauer Polizei und frühere Polizeiunter 1 als Grundmaße für ein sechsflügeliges Doppelfenster eine Godann gelangt eine Resolution zur Annahme, in welcher für die hef in Petersburg zum Generalpräfekten von Petersburg an Stelle Höhe von 2,30 Meter und eine Breite von 1,60 Meter vor. Dafür Gemeinden größere Freiheit gefordert wird bezüglich der Aus- des Generals Poellon ernannt werden wird. beträgt der Preis 20 M. Die Meister wollen als Grundmaße führung von Arbeiten in eigner Regie. Den englischen Kommunen, 2,40 Meter mal 1,90 Meter und wollen dafür 19,25 M. zahlen. Es entspann sich eine ausgedehnte Debatte. Die meisten Redner so wurde ausgeführt, seien in dieser Beziehung die Hände durch die Autorität des Parlaments gebunden. verlangten, daß an dem Nettotarif festgehalten werde. Die Kommission wurde schließlich beauftragt, auf Grund des Nettotarifs weiter mit den Meistervertretern zu verhandeln. Gerichts- Zeitung. Blehwe hat seinen Nachfolger. Serbische Finanznöte. hat der Finanzminister Batschu mit der Societe Financiere d'Orient Belgrad, 8. September.( W. T. B.) Der„ Stampa" zufolge die Vorverhandlungen wegen Aufnahme einer 30 Millionen- Anleihe abgeschlossen, und zwar zum Begebungskurs von 77 mit 2 Broz. Kommissionskosten. Der Effettivbetrag der Anleihe würde sich somit auf 22,5 Millionen belaufen. Die Anleihe soll zur Deckung des zu erwartenden Deficits sowie zur Anschaffung von Geschürzen in Frankreich dienen. Patschu hätte dafür der französischen Gruppe den Bau und Betrieb der serbischen Nebenbahnen zugesichert. London, 8. September.( B. H.) Der Kongreß der englischen fyndizierten Arbeiter, an welchem die meisten englischen Arbeiter berbände, auch nichtsocialistische, teilnehmen, nahm einstimmig eine Eine Formerversammlung, die am Mittwoch im„ Rösliner Hof" Tagesordnung an, worin die Politik Chamberlains verdammt und tagte, beschäftigte sich mit den zwischen den Unternehmern und die Notwendigkeit des Freihandels ausgesprochen wird. Arbeitern der Eisenindustrie abgeschlossenen Vereinbarungen. Es wurde allgemein betont, daß es fast überall zu Mißhelligkeiten zwischen den Formern und den Meistern gekommen sei, die wohl barin ihre Ursache hätten, daß die Meister ungehalten wären, weil ihnen in dem Einigungsvertrage keine einflußreiche Rolle zugeteilt sei. Derartige vorübergehende Störungen würden sich aber ohne flussung eines Arbeitswilligen hatte sich der Vergolder hier aus den Laplatastaaten eingetroffen ist, die Löschung gestern Hamburg, 8. September.( W. T. B.) Wie das Hamburger Der landesübliche Arbeitswilligenschuh. Durch strafbare Beein Fremdenblatt" meldet, hat der englische Dampfer Bishopsgate", der Schwierigkeit regeln lassen, ohne daß das Vertragsverhältnis beeinträchtigt werde. Es gelte run, das Errungene festzuhalten und Alfred Jhau eine Anklage wegen Vergehens gegen die Gewerbe- hier aus den Laplatastaaten eingetroffen ist, die Löschung gestern weiter auszubauen, wozu notwendig sei, daß jeder sich angelegen Ordnung und Beleidigung zugezogen, welche gestern vor der vierten unterbrechen müssen, weil mehrere tote Ratten an Bord gefunden sein lasse, die Vereinbarungen genau zu beachten und innezuhalten. Ferien- Straflammer des Landgerichts I gegen ihn verhandelt wurde. wurden, deren Untersuchung dem hygienischen Institut rätlich erschien. Von den Streifenden waren bis Mittwoch noch 80-90 nicht wieder Im Mai d. 3. legte ein Teil der in einer Holzbearbeitungsfabrit Das Schiff ist vorläufig in Quarantäne gelegt und mit einem Generatorgasapparat ausgeräuchert worden; die Untersuchung der in Arbeit gebracht, jedoch wird angenommen, daß auch diese bald beschäftigten Vergolder die Arbeit nieder, weil ihnen die geforderte Ratten ist noch nicht beendet. wieder in Arbeit treten könnten. Lohnerhöhung nicht bewilligt wurde. Der Angeklagte fing vor der Fabrik einen Kollegen ab, dem er ansah, daß er Arbeit suche, und Konstantinopel, 8. September.( B. H.) Der Handelsminister Die tarifmäßigen Lohnerhöhungen im Buchbindergewerbe find der auf Befragen auch erklärte, daß er auf dem Wege zur Fabrit Möller sowie einige 60 Großindustrielle und mehrere Chefs großer jetzt in fast allen in Betracht kommenden Werkstuben durchgeführt. sei. Dann bist Du ja ein Streitbrecher, denkst Du denn, daß später Schiffahrtscompagnien beabsichtigen, anfangs Oktober eine StudienBu großen Arbeitsniederlegungen ist es nicht gekommen; in einer einer von uns wieder mit Dir arbeiten wird? Du wirst feine fahrt nach Konstantinopel zu unternehmen. Die Pforte teilte ihren größeren Werkstube wurde eine Stunde, in einer andren 10 Minuten Arbeit wieder bekommen!" Der Angeklagte soll noch ein Schimpf- Botschaftern mit, daß sie die Erfüllung der Bestrebungen des gestreift und damit die Anerkennung des Tarifs erzielt. Mit ein- wort hinzugefügt haben. Der Angeredete ließ sich von seinem Brinzen Georg bezüglich Kretas durch die Großmächte als eine zelnen Arbeitgebern werden jedoch noch Verhandlungen gepflogen. häßlichen Vorhaben aber nicht abbringen und beging Streifbrecherei. flagrante Verlegung des status quo würde ansehen müssen, für Der Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten eine Gefängnis- deren Folgen sie jede Verantwortung ablehne. Die Pforte erhielt Die Lohnbewegung der Leder- und Papier Galanteriearbeiter strafe von einem Monat. Der Gerichtshof folgte aber insoweit den von den meisten Kabinetten beruhigende Versicherungen. und Arbeiterinnen hat ohne große Kämpfe zum Erfolg geführt. Ausführungen des Rechtsanwalts Dr. Liebknecht, als auch er den Alle maßgebenden Firmen haben die Forderungen bewilligt; mit Fall als sehr milde liegend anjah. Es wurde nur auf drei Tage einigen wird noch verhandelt. Bei der Firma Mackensen, Gefängnis erkannt. Ritterstr. 47, mußte von neuem zur Arbeitsniederlegung gegriffen werden, nachdem bereits eine teilweise Einigung erzielt worden war. Von den 40 Streifenden gehören jedoch nur 18 der Papier- Galanteriebranche, die übrigen der Holzrahmenbranche an. " Minifteriums Reid wurde gestern im Bundesparlament bekannt Sidney, 8. September.( B. H.) Das Regierungsprogramm des gegeben. Danach soll der Tarif mindestens für die Dauer des Wegen wissentlichen Verkaufs verdorbenen Fleisches hatte sich der jeßigen Parlaments unangetastet bleiben. Inbetreff der Vorzugs Schlächtermeister Josef Kosiet aus Charlottenburg vor der Ferien- zölle ist die Stellungnahme der Reichsregierung abzuwarten. straffammer des Landgerichts II zu verantworten. Am 4. April Geschäftsanträge für Schaffung von Prämien für die Eisentaufte eine Schuhmacherfrau bei dem Angeklagten ein halbes Pfund industrie werden der Initiative von Abgeordneten über Der Streit der Glasschleifer, der mit über Erwarten großer Schweinekarbonade. Als sie zu Hause das Fleisch zurecht machen lassen. Die Vorlagen über über die die Schiedsgerichte und die Einmütigkeit durchgeführt wird, hat bereits teilweise Erfolg gehabt, wollte, strömte ihr ein intensiver Fäulnisgeruch entgegen und bei Cabotage sollen weiter beraten werden. Ferner werden Vorindem außer den bereits erwähnten noch drei größere Firmen die näherem Zusehen bemerkte sie, daß die Oberfläche des Fleisches einen lagen angekündigt in betreff von Vorarbeiten für eine BahnForderungen anerkannt haben, darunter eine, die 20 Arbeiter be- grünlich- grauen Farbton hatte und an den Knochen bereits Schimmel- verbindung mit Weſtauſtralien, Handelsmarken und die Papuas. schäftigt. Dort herrschte bis jetzt noch die zehnstündige Arbeitszeit, pilze zeigte. Da der Angeklagte eine Zurücknahme des Fleisches ver- Es ist eine Koalition der Arbeiterpartei mit den Schutzöllnern der die nun auf 8 Stunden verkürzt worden ist; ebenso waren bort weigerte, wurde dieses der Polizei fibermittelt. Der Kreistierarzt Fraktion Sir W. Lynes erfolgt. Das Programm derfelben fordert erhebliche Lohnzulagen nötig, um die geforderten Säge zu erreichen. Dr. Jeß stellte fest, daß das Fleisch schon einen hohen Grad von neben baldiger Diskussion der Vorzugszölle Tarifrevision, AntiTiefenfäulnis besaß und der Genuß eines solchen Fleisches schwere Trustgesetz, Tabakmonopol, Schiedsgerichte und Schuß der Cabotage, Berichtigung. In der Gewerkschaftsnotiz Verwerfliche Unter Schädigungen des menschlichen Organismus hervorrufen könne. entsprechend den Wünschen der Arbeiter. Ein baldiger Vorstoß gegen nehmer- Praktiken" in Nr. 210 ist ein Fehler unterlaufen. Es muß vor Gericht behauptete der Angeklagte, das Fleisch erst zwei Tage Reid ist vereinbart worden. Verantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblats it. 212 21 1. KeilU des„Amarls" Kerlilttt Alksdlktt. 9 1901 kommunales. Stadtverordnetrn-Bersammlung. 26. Sitzung vom Donnerstag, den 8. September 1904, nachmittags ö Uhr. Mit der heutigen Sitzung nimmt die Versammlung nach zwei- monatiger Sommerferienpause ihre regelmäßigen Arbeiten wieder auf. Die Tagesordnung ist ungemein reichhaltig; sie weist nicht weniger als 36 Nummern auf. Doch sind darunter 29 Rechnungen, die kurzerhand dem Rechnungs-Ausschuß überwiesen werden, und 22 Gegenstände— Personalien, Anstellungen, Pensionierungen, Unterstützungen be- treffend—, deren Erledigung in nichtöffentlicher Sitzung erfolgt. Auch unter den verbleibenden 35 Nummern sind nur einige wenige von allgemeinerem Interesse. Der Vorsteher Dr. Langerhans erklärt die Sitzung um b'/z Uhr für eröffnet und teilt zunächst mit, daß aus Anlaß der Verlobung des Kronprinzen mit der Prinzessin Cäcilie von Mecklenburg-Schwerin der Vorstand der Versanimlung namens der letzteren im Verein mit dem Magistrat Glückwunschadressen an das Kaiserpaar, den Bräutigam und die Prinzessin-Braut abgesandt hat. Sodann widmet der Vor- fteher den in der Zwischenzeit verstorbenen Stadtvv. Echem und S u t t e r sowie dem früheren Stadtrat©truvc und dem früheren Stadtv. E i s o l t ehrende Nachrufe, während deren die Versammlung sich von den Sitzen erhebt. Hierauf vollzieht Oberbürgermeister Kirschner die Einführung des zum unbesoldeten Magistratsmitglied gewählten bisherigen Stadtv. Handelsrichters Maas und nimmt ihn den Eid auf die Verfassung und die Städte-Ordnung ab. Der Stadw. Dr. Fricdeberg sSoc.) hat sein Mandat nieder- gelegt. Nunmehr tritt die Versammlung in die Erledigung der eigent- lichen Tagesordnung ein. In dem neuen Verwaltungsgebäude der Landes- Versicherungsanstalt Berlin am Kölnischen Park sollen vom 1. Januar 1905 ab für jährlich 3800 M. im Erdgeschoß be- legene Räume für die Ma gi str a ts a b t ei lun g für Invalidenversicherung gemietet werden. Die Versammlung giebt ihre Zustimmung. Die St. Andreas-Kirchengemeinde will den Kirch- türm erneuern und beantragt beim Magistrat, den Patronats- bei trag, der in Holz, Steinen, Kalk bezw. deren Ersatz oder in dem Wert davon besteht, dazu zu leisten. Die Kosten sind auf ca. 6700 M., der Patronatsbeitrag ist auf 1200 M. geschätzt. Der Magistrat ist mit der Gewährung einverstanden, will den Betrag aber nicht in baar leisten, sondern ihn auf die 2706 M. in Anrechnung bringen, welche auf Grund polizeilicher Verfügung als Kirchenbaulast- Beitrag mit Vorbehalt haben gezahlt werden müssen und infolge der Reichsgerichts-Entschei- d u n g vom 13. Juni er. bereits zurückgefordert, aber noch nicht er- statter worden sind. Ohne Debatte erklärt sich die Versammlung einverstanden. Nachdem durch den neuen Lehrplan für die Gemeinde- schulen der Zeichenunterricht eine Umgestaltung erfahren hat, war vom Kultusminister die feste Anstellung eines Zeicheninspektors angeregt worden. Damit will der Magistrat indessen nicht vorgehen, hält es vielmehr einstweilen für ausreichend, einen mit der neueren Methode vertrauten Zeichen- lehrer iin Nebenamte zunächst auf drei Jahre mit der Revision des Unterrichts zu betrauen. Jährlich sollen 100 Schulen revidiert werden I die Entschädigung ist auf 3000 M. pro Jahr bemessen. Stadtv. Dr. Nathan(soc.-fortschr.) beantragt Ausschußberatung. Stadtschulrat Dr. Gerstenberg betont, daß es sich hier um eine Einrichtung handelt, die erst im Werden begriffen ist. Es bleibe ja mibcnommen, nach 3 Jahren zur Kreierung eines besonderen Aufsichtsbeamtenpostens zu schreiten. Stadtv. Dr. Nathan hält doch größere Schnelligkeit des Vor- gehens für geboten; es genüge nicht, daß hundert Schulen jährlich revidiert werden, sondern die betr. leitende Kraft müsse überall ein- zugreifen in der Lage sein, um den gewollten Zweck bei Schülern und Lehrern zu erreichen. Der Antrag Nathan wird abgelehnt, die Vorloge angenommen. Zur Erlangung von Entwürfen für den Äiordpark soll ein allgemeines Preisausschreiben veranstaltet werden; die drei besten Arbeiten sollen mit 5000, 3000 und 2000 M. gekrönt werden. Stadtv. Singer(Soc.): Ich freue mich der Förderung des Projektes und wünsche nur, daß der Park von der Dcnkmalswut der- schont bleiben möge. Man scheint nun aber die Absicht zu haben, das Preisgericht aus Mitgliedern der Park- und Gartendeputation zusammenzusetzen. Bei allem Respekt vor dem technischen und künst- lerischen Verständnis dieser Herren möchte es doch wünschenswert sein, daß über die Gestaltung dieses Parkes auch Fachmänner gehört werden, welche auf dem Gebiete des künstlerischen Städtebaues Specialstudien gemacht haben. Es existtert darüber schon eine sehr schöne Litteratur, ich erinnere nur an die Werke, die hier im Verlage von Wasmuth erscheinen. Ich hätte nichts dagegen, wenn zu den Herren auch Fachleute genommen werden, welche außerhalb Berlins wohnen.(Beifalls Stadtv. Dinse sN. S.) unterstützt diesen Wunsch Singers hin- fichtlich des Preisrichter-KollegiumS. Die Vorlage wird angenommen. Zur Kenntnisnahme hat der Magistrat die Antwort mitgeteilt, die er den: Kultusminister auf seine Erlasse betreffend die Bedingungen der Ueberlassung einiger Teile des bisherigen Botanischen Gartens gegeben hat. Der Magistrat hat diese Bedingungen bekanntlich zurückgewiesen. Stadtv. Kollokowsky(soc.-fortschr.) kann diesen Beschluß nur billigen, würde aber sehr bedauern, wenn damit nun die ganze An- gelegenheit erledigt und begraben sein sollte. Im Interesse der dortigen Bevölkerung, die leider keineswegs mit dem.reichen Westen" identifiziert werden könne, sei dringend zu wünschen,� daß der Botaniiche Garten erhalten würde. Wo ein Wille sei, sei auch ein Weg. Man solle mit Schöneberg kooperieren. Stadw. Barth(A. L.) kann den Magistrat nicht freisprechen von dem Vorwurf, die ganze Sache so dilatorisch behandelt zu haben, daß sie jetzt nach allen Seiten verfahren erscheine. Die von der bestehenden gemischten Deputation gefaßten Beschlüsse seien nicht ausgeführt worden. Allerdings sei die Forderung des Fiskus, das abzutretende Terrain als Bauland für 2 Millionen zu erwerben, unbillig, und die weitere Forderung, das Vorkaufsrecht der Schöneberger Bauern an der Grunewaldstraße abzulösen, in ihren finanziellen Konsequenzen geradezu unübersehbar. Hoffentlich komme aber die Sache durch oie Initiative des Magistrats doch endlich vom Fleck. Stadtv. Singer sSoc.): Man kann ja bedauern, daß der Ma- gistrat so lange Zeit zu seiner Antwort an das Ministerium gebraucht hat. Man soll aber bei alledem nicht vergessen, daß es sich heute für uns hier nicht darum handeln kann, dem Magistrat Vorwürfe zu machen, sondern der Regierung gegenüber muß ausgesprochen werden, was die Bürgerschaft über die Offerte der Regierung denkt.(Lebhaste (Zustimmung.) Meine Freunde würden, wenn eS sich um eine Be- schlußfassung handelte, die Haltung des Magistrats in allen ihren Teilen billigen. Die Art, wie der Minister die Sache uns gegen- Aber behandelt, ist eine solche, wie sie in einem Kulturstaat nie vor- kommen würde; sie Muftriert treffend das Wort, daß Preuße» für Kulturaufgaben keiu Geld &Jch teile auch die Hoffnungen nicht, welche von andren aus dt» Finanzminister und seinen guten Willen gesetzt iverden; wir würden also auch weitere Unterhandlungen für überflüssig halten. Im preußischen Abgeordnetenhause scheint es ja jetzt Mode zu werden, daß die Minister dem Parlament, wenn nicht falsche, so doch ganz unvollständige Angaben machen. Beweglich hat der Minister darüber geklagt, daß die Stadt Berlin überhaupt nicht auf seine Offerte geantwortet hat. Der Minister hat aber verschmäht, dem Hause mitzuteilen, daß neben den 2 Millionen große Summen der Stadt zur Last fallen würden, weit über 2 Millionen hinaus, ja, daß der Stadt Verpflichtungen auferlegt werden sollten, die gar nicht zu übersehen sind, nämlicb bezüglich der Vorkaufrechtsablösungen. Bei solcher In- formation ist es ja kein Wunder, wenn der Landtag einstimmt in die Beschwerden über Berlin, das bloß immer haben, aber niemals geben möchte. Die Regierung verschmäht es nicht, aus fiskalischem, aus finanziellem Interesse einen Park zu zerstören, welcher seit Jahrhunderten wissenschaftlichen Belehrungen und der Erholung der Bürgerschaft dient, dieselbe Regierung aber legt der Stadt das Opfer mif, zwei Millionen zu bezahlen mit der Verpflichtung, den Park dauernd zu erhalten! Eine solche Politik ist thatsächlich der preußischen Finanzwirtschaft würdig. Es ist ein höchst bedauerliches Zeichen tmsrer Entwicklung, daß wir von einem so unglaublichen Opfer hier sprechen müssen, das gebracht wird um der Millionen willen, welche für die Staatskasse dabei herauskommen. Das ist derselbe preußische Staat, der sich weigert, für Schul- und andre Kulturzwecke irgend erhebliche Summen aufzuwenden; er nimmt den Bürgern noch diejenigen Stätten, wo sie Erholung finden können, einfach,' um Geld daraus zu schlagen! Wir können ja nicht auf die Entscheidung einwirken, wir müssen uns damit begnügen, festzustellen, daß wir eine der seltsamsten Verquickungen in einem preußischen Gesetz vor uns haben: die Opferung des Botanischen Gartens um des Neubaues der Charit» willen! Was soll nun von hier aus geschehen? Wir haben uns erboten, die Kosten der Unterhaltung des Botanischen Gartens als Park zu tragen. Ein weiteres kann von unsrer Seite nicht geschehen; wir haben als Stadtgemeinde nicht die Aufgabe, der Banspekulation zu dienen, dagegen inutz aufs energischte protestiert werden. Auf- gäbe der heutigen Versammlung wäre, einen scharfen Protest gegen die Art zu erheben, mit der jetzt in Preußen alte Kulturstätten vcr- nichtet werden, um Gelder für den Staat zu schaffen. Gegenüber der Stimmung in den betreffenden Kreisen der Bürgerschaft vcr- spreche ich mir auch von neuen Verhandlungen gar nichts; der Kultus- minister hat den ernsthaften Willen, auf diesem Wege die Sache zu fördern, nicht erkennen lasseit.(Beifall.) Stadw. Rosenow(N. L.): Ich kann den Unwillen der Vertreter des Westens verstehen. Was die Rechtslage betrifft, so möchte ich hier zurücksveisen, was der Finanzminister im Landtage iibcr die Frage der Schenkung des Kleinen Tiergartens seitens der Stadt Berlin an den Großen Kurfürsten gesagt hat. Stadtrat Friedet hat seitdem urkundlich nachgewiesen, daß die Stadt Besitzerin des Kleinen Tier- garten* gewesen ist und diesen seiner Zeit an den Kurfürsten ab- getreten hat, ohne bis jetzt das versprochene Aequivalent erhalten zu haben. Der Minister aber stellte es so dar. als ob das eine ganz dunkle Angelegenheit und der Tiergarten von allem Anfang an Jagdrevier geweseu sei. Was der Staat jetzt noch als Park erhalten will, ist übrigens bloß ein Torso, der überdies weit mehr Schöneberg als Berlin zu Gute kommt. Der dortige Oberbürgermeister ist aus dem Berliner Schoß hervorgegangen; er sollte sich doch dessen erinnern. Was Schöneberg bietet, ist so lächerlich klein, daß es Berlin nicht zugemutet werden kann, daraufhin weiter zu unterhandeln. Wir brauchen dem Fiskus nicht die Kastanien ans dem Feuer zu holen. Stadtv. Cassel(A. L.): Wir teilen das Bedauern sämtlicher Vorredner über die Entwicklung der Sache, halten aber auch die Haltung deS Magistrats für durchaus korrekt. Nicht wir haben diese Opfer zu bringen, um der Absicht des Fiskus, das Terrain auszuschlachten, Vorschub zu leisten, und insoweit kann ich auch den Ausführungen des Kollegen Singer lediglich beipflichten. Damit schließt die Besprechung dieses Gegenstandes. Gegen die Richtigkeit der Gemcindewahlerliste, die vom 15.-30. Juli cr. öffentlich ausgelegen hat und von 1476 Personen eingesehen worden ist, sind 18 Einwendungen erhoben worden. Die Prüfung der Einsprüche wird dem Ausschuß für die Vorprüfung der Gültigkeit der Stadtverordnetenwahlen überwiesen. Die Gilka-Bötzowschen Erben beabsichtigen einen Teil des ihnen gehörigen Geländes zwischen Prenzlauer-Allee und Greifswalderstraße auszuteilen und zwei neue Straßen 29a und 29b zur Verbindung der Prenzlauer-Allee mit der Witts- und Greifswalderstraße anzulegen. Der Magistrat ist einverstanden und sucht die Zustimmung der Versammlung nach. Stadtv. Hintie(Soc.): Die Genannten besitzen das ganze Terrain an der Greifswalderstraße von der Elbingerstraße bis Weißensee. Hier bietet sich einmal eine Gelegenheit, darauf hinzuwirken, daß sie zur Regulierung der Greifswalderstraße selbst etwas beitragen. In oiesent Sinne beantrage ich Ausschußberatung. Die Versammlung beschließt demgemäß. Schluß nach 7 Uhr._ partci- JVacbricbtcn. Das Strascont» der Arbeiterbewegung wurde im August d. I. mit 3 Jahr 11 Wochen und 1 Tag Freiheitsstrafen mid 900 M. Geldbuße belastet. Totenliste der Partei. Ein alter Laffalleaner, der Parteigenosse Wilhelm Welker, ist in Frankfurt a. M. gestorben. Die Frankfurter„Volksstimme" schreibt über ihn: Wilhelm Welker wurde am 22. September 1333 zu Kassel ge- voreu, ging frühzeitig in die Fremde und trat anfangs der sechziger Jahre in Leipzig in den dortigen Arbeiter-Bildungsverein ein. Als er später nach Frankfurt übersiedelte, wohnte er bei dem Cigarren- Händler Strang, der später nach der Gründting der Frank- furier Lassallegemeinde als erster Bevollmächtigter stmgierte. Nach Strauß wurde Bernhard Becker Bevollmächtigter, nach diesem Welker, nach Welter bekanntlich Fritz Ellner, dessen siebzigsten Geburlstag wir kürzlich feierten. Welker zeichnete sich gleich in den ersten Wochen seines hiesigen Aufenthalts durch großen Eifer in der Agitation aus, sprach auch wiederholt in der Umgegend und erfteute sich bei allen Lassalleanern durch sein schlichtes ehrliches Wesen großer Beliebtheit. Ein„ge- borener Redner" war er ja fteilich nicht, er sprach aber ftisch von der Leber weg und in humoristischer Weise. Nach einem Referat, das Welker einmal im Rebstock hielt, kam der damalige Frank- furter Polizeikommissär zu unsrem alten Genossen Elluer und meinte:.Gottverdammich noch aamol, machts doch net zu doll, ei, Ihr halt ja Redde, als ob's morje schon uff de Barrikade gehe sollt!" Eine VersantmlungSüberwachung und dergleichen gab's damals in der freien Stadt Frankfurt nicht, auch wurden von der Polizei trotz der wiederholten „dringenden Vorstellungen" der preußischen Polizei keinerlei Versuche gemacht, der agitatorischen Thätigkeit der Frankfurter Laffalleaner- Gemeinde Hindernisse in den Weg zu legen. Das wurde natürlich anders, nachdem Frankfurt die Ehre hatte, preußisch zu werden. Gleich nach der Besetzung der Stadt durch Vogel von Falckenstein am 16. Juli 1866 mehrten sich die„verdächtigen Gestalten" in der Nähe des damaligen Parteilokales zum Rebstock und am 20. Oktober 1866, 2 Tage nach der Einverleibung Frankfurts in Preußen fanden sowohl bei unsrem Genossen Ellner, wie bei Genossen Welker die ersten hochnotpeinlichen Haussuchungen statt, die sich dann wiederholten von Woche zu Woche. In Anerkennung seiner Verdienste um die Ausbreitung der Ideen Lassalles wurde Welker auch bei der ersten Wahl zum Nord- deutschen BundesrcichStag(12. Februar 1867) als socialistischer Kandidat aufgestellt und brachte es auf ca. 370 Stimmen, eine für damalige Verhältnisse unerwartet hohe Zahl. Ein arbeitsreiches Leben, voll von Kämpfen und Widerwärtig- leiten hat also hier seinen Abschluß gefunden. Wenn Welker auch in den letzten Jahren, verhindert durch ein schweres nervöses Leiden, in der Partei keinen„aktiven Dienst" mehr zu thun vermochte, so blieb er doch bis zu seinem letzten Atemzuge dem Socialismus treu und hat in stiller Kleinarbeit manche» Indifferenten, inanchen Schwankenden „konfirnnert", wie er zu sagen pflegte. In den Zeiten der schwersten Kämpfe stand Welker stets in vorderster Linie. Unter Zustimmung Lassalles gründete Welker den ersten freien Turnverein in Frankfurt, später unter dem Socialistengesetz schuf er zusammen mit unsernr alten Genossen Obst den Arbeiter-Leseklub, der jedoch auch der Auf- lösung verfiel. Wir wollen das Andenken des wackeren Toten stets in Ehren halten! In der Buchdruckerei der„SchleSwig-Holsteinischen Volks-Zeiwng" in Kiel wird am 1. Oktober die effektiv achtstündige Arbeitszeit für das gesamte Personal eingeführt werden. Das socialdemokratische Plakat am BahnhofSzaune. Das„Sächsische Volksblatt" in Zwickau hatte auf ergangene Offerte einer Plakatfirma ein großes Plakat bestellt, das am Bahnhofs- zäune angebracht wurde und dort für drei Jahre bleiben sollte. Dieser Tage erhielt der Verlag jedoch von der Plakatfirma folgende Zuschrift: Dresden-A. 21. 3. September 1904. „Sächsisches Volksblatt". Zwickau. Wir sind in der tmangenehmen Lage, Ihnen die Mitteilung machen zu müssen, daß Ihr Reklantc-Plakat am Bahnhofszaune zu Zwickau auf Veranlassung der königlichen Generaldirektion der Sächsischen Staatseisenbahnen entfernt werden mußte. Bei Annahme Ihres Auftrages haben wir von der politischen Richtung Ihrer Zeitung keine Kenntnis gehabt, und unser Vertteter hat uns leider über diesen Punkt nicht infonniert. Andernfalls wären wir laut Ver« trag mit der königlichen Generaldirektton gar nicht in der Lage ge- Wesen, Ihren Auftrag annehmen zu können. Wir bedauern das Ver- sehen unsres Reisenden und bitten deshalb um Entschuldigung. Die Ihnen zugestellte Rechnung vom 31. August ist natürlich hierdurch annulliert. Hochachtungsvoll Leutert u. Schneidewind. Die königlich sächsische Staatsbahnvvrwaltung erweist sich also sehr besorgt um die Verhütung von Eisenbahnunfällen. polirellicbes. Sericbtlicbes ufo. — Verfolgungen der Partciprcsse. Vor wenigen Wochen haben erst die Genossen Radlof und Mehrlcin von der Breslauer„VolkSwacht" das Gefängnis verlassen, und am 7. September wurde den Redakteuren Mehrlein und Löbe bei einer polizeilichen Vernehmung eröffnet, daß vier neue Prozesse gegen dieselben wegen Preßvergehen ein- geleitet sind. Genosse Mehrlein war kürzlich auch zu einer Geldstrafe von 1000 M. verurteilt worden wegen Beleidigung aller deutschen Unter- offiziere; in einer der letzten Gerichtsverhandlungen gab der Vor- sitzende zu, daß diese Vertirteilung tinhaltbar ist, weil der ß 135 nur eine Höchststrafe von 600 M. zuläßt.— Em gleichartiges Versehen würde einem Redakteur circa einen Monat Gefängnis einbringen. Soziales. Verbrechen und Sttafjustiz. Die jüngst erschienene Bearbeitung der Kriminalstattstik für daS Jahr 1901 läßt wieder einmal einen Blick thun in die Wirkungen der deutschen Strafjusttz. Die nachfolgende Tabelle, die für die 20 Jahre seit Bestehen der Kriminalstatistik eine Scheidung der« ienigen Verurteilten, die im betreffenden Jahre zum erstenmal be- straft wurden, von denen vornimmt, die schon vorbestraft waren, zeigt in den Prozentzahlen der letzten Reihe, mit welcher tödlichen Sicherheit der Strafvollzug Verbrecher züchtet, während sein offizieller Zweck sein soll, vor dem Verbrechen abzuschrecken und die Verbrecher zu bestrafen. Die Prozentzahlen der folgenden Tabelle geben das Verhältnis der Vorbestraften zu den zum erstentnal Bestraften. Es wurden danach bestraft im etwas über ein Drittel der zum erstenmal Bestraften, 1901 be- trug sie drei Viertel. Und diese Steigerung geht mit unheimlicher, durch nichts gestörter Regelmäßigkeit vor sich. Aber noch mehr. Von der Gesamtzahl der Vorbestraften waren 1882 einmal vorbestraft: 42 Proz., zweimal vorbestraft: 22 Proz., drei- bis fünstnal vor- bestraft t 25 Proz., sechsmal und öfter: 9 Proz.(Rest unbekannt, wie oft vorbestraft). 1901 aber waren von der Gesamtzahl der Vor- besttaften 36 Proz. nur einmal vorbestraft, 19 Proz. zweimal, 27 Proz. drei- bis fünfmal, 18 Proz. sechsmal und öfter. Der Anteil der mehr als fünfmal Bestraften an der Gesamtzahl der Vorbestraften hat sich also in den 20 Jahren verdoppelt. Es hat sich zwar die Gesamtzahl der Verurteilten im Verhältnis zur strafmündigen Civilbevölkerung des Reiches ständig erhöht; es wurden im Jahre 1882 auf 100 000 strafmündige Civilpersonen 996 wegen Verbrechen und Vergehen gegen die Reichsgesetze verurteilt, 1901 aber 1223. Noch in keinem der 20 Jahre war diese Ver- hältniszahl so groß wie 1901, es wird aber nicht nur diese Vermehrung ausschließlich durch die Vorbestraften ver- ursacht, sondern dir Vermehrung der Gesamtzahl durch die Bor- bestraften entsteht trotz Abnahme der Erstbcstrafungen. Es wurden im Jahre 1882 auf 100 000 strafntündige Civilpersonen 736 zum erstenmal bestraft, im Jahre 1901 aber nur 695. Die Zahl unter- liegt in der Reihenfolge der Jahre gewissen Schwanlungen, aber die Zahl 7S6 wurde nur!m Jahre 1884 überschritten(741) und nur noch im Jahre 1894 erreicht. Und unter der Zahl 695 stehen nur die Jahre 1838 mit 677. 1839 mit 690, 1890 mit 687, 1891 mit 691 und 1900 mit 670, die günstigste Zahl der 20 Jahre. Trotz des offenbaren Zu- sammenhanges der Schwankungen in den Erstbestrafungen mit der wirtschaftlichen Konjunktur eine unverkennbare Tendenz zur Abnahme der Bestrafungen. Trotzdem aber die dauernde Zunahme der Ge- samtbestrafungen, verursacht durch die unheimlich rasche Zunahme der Bestrafungen Vorbestrafter. Die bürgerliche Gesellschaft könnte in ihrem eignen Interesse gar nichts Klügeres thun, als ihre ganze Straffustiz einpacken und ihre Gefäugniffe abbrechen. Je mehr sie straft, um so mehr Verbrechen werden begangen. Die Bekämpfung des Verbrechens liegt nicht auf dem Boden der Straffustiz, sondern auf dem Boden der Socialpolitik. Die verspätete Aushändigung der Jnvalidenkartc, des Kranken- buchs ic. nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses führt oft zu Prozessen vor dem Gewerbegericht, bei denen Schadensersatz der- langt wird, weil der Angestellte ohne die„Papiere" keine andre Be- schäftigung erhalten konnte. Gelingt der Nachweis des Schadens und eines Verschuldens des Arbeitgebers oder seiner be- rufenen Vertreter, und sei es auch nur ein fahr- lässiges Verschulden, so ist der Anspruch nach der gelverbegerichtlichen Praxis begründet. Einfache Bummelei, gewisse Ungenauigkeiten im Geschäftsbetriebe rechnen auch zu solchen Fahrlässigkeiten. So hatte der Jnstrumentenfabrikant Berger mit einer Lohnentschädigung für mehrere Tage dafür zu büßen, daß er die„Papiere" eines früheren Angestellten an die nicht mehr maßgebende Adresse, die er auf der Jnvalidenkarte fand, gesandt hatte, so daß der Arbeiter sie erst einige Tage später erhielt. Gcwerberichter Dr. Schalhorn rügte bei der Gelegenheit nicht nur die Fahrlässigkeit mancher Unternehmer in Bezug auf die Herausgabe der ihnen auver- trauten Bücher und Karten, sondern hob auch hervor, daß die aus einer Stellung austretenden Arveiter oft unnötige Prozesse ver- hindern könnten, z. B. dadurch, daß sie beim Austritt auf die als- baldige Auslieferung der„Papiere" oder schnellste Zu- sendung beständen und diese durch genaue Angabe ihrer letzten Adresse ermöglichten:c. Diese Mahnung ist durch- aus beachtenswert. Denn selbst wenn vor Gericht Schadensersatz erzielt wird, bringt doch der Prozeß Zeitverlust und Unbegnemlich- leiten. Andrerseits aber besteht auch die Möglichkeit der gerichtlichen Annahme eines eignen Verschuldens des Arbeiters und damit die Möglichkeit der Abweisung des Anspruchs auf Schadensersatz. Es kommt eben bei solchen Ansprüchen sehr wesentlich auf ein Abwägen der Einzelumstände im gegebenen Falle an. Ein Lehrlingsschutz-Gesetz im Kanton Zürich. Zürich, 6. September.(Eig. Ber.) Dem Züricher Kantonsrat liegt ein von der Regierung aus- gearbeiteter Entwurf zu einem Lehrliugsgesetz vor, der den zweiten Versuch darstellt, das Lehrlingswesen gesetzlich zu regeln. Vor Jahren sollte das durch ein allgemeines Gewerbegesetz geschehen, allein dasselbe wurde in der Volksabstimmung verworfen. An dem vorliegenden Entwurf ist schon der 8 1 insofern bemerkenswert, als er nicht vor dem Fabrik- und Handelslehrling Halt macht und sich nur auf den Handwerkslehrking beschränkt, sondern die Wirk- samkeit des Gesetzes auf jede minderjährige männliche oder weib- liche Person erstrecken will, welche in einem Handwerks- mäßigen oder industriellen Betriebe, in einer Lehr- Werkstätte, einer Fachschule oder in einem Handels- g e s ch ä f t einen bestimmten Beruf erlernen will. Für Gewerbe und Industrie wird das vollendete 14., für den Handel das 15. Lebensjahr des Lehrlings als die unterste Altersgrenze be- zeichnet. Der Entwurf schreibt sodann den schriftlichen Lehrvertrag mit den nötigen inhaltlichen Bestimmungen und dessen Ausfertigung in 3 Exemplaren vor, wovon außer den beiden beteiligten Parteien auch die kantonale Volkswirtschaftsdirektion(Ministerium) eins erhält; ihr ist auch von eventuell vorkommenden Vertrags- abänderungen Mitteilung zu machen. Ueber die Aufhebung des Lehrvertrages und über die daraus sich ergebenden civilrechtlichen Folgen entscheidet das gewerbliche Schiedsgericht, und wo ein solches nicht besteht, der zuständige Richter. Pflichtvergessenen Lehrherren kann bis auf die Dauer von fünf Jahren das Recht, Lehrlinge zu halten, entzogen werden. Für Lohnzahlung darf dem Lehrling gegenüber das Accordsystem nicht in Anwendung gebracht werden (diese Bestimmung ist eine socialdemokratische Verbesserung). Für den obligatorischen Schulunterricht und den(fakultativen) Religions- Unterricht ist dem Lehrling die nötige freie Zeit einzuräumen und zwar für den Unterricht, der in die Arbeitszeit fällt, wenigstens 4 Stunden wöchentlich. Die tägliche Arbeitszeit darf, insoweit nicht das Arbeiterinnenschutzgesetz mit dem Zehnstundentag in Betracht kommt, 11 Stunden nicht übersteigen. Zu Nacht- und Sonntags- arbeiten darf der Lehrling nicht verwendet werden, es sind jedoch Ausnahmen gestattet. Für nichtig erklärt wird die in den Lehr- vertrag event. aufgenommene sog. Konkurrenzklauscl. Ueber die Dauer der Lehrzeit, über die Maxnnntzahl von Lehrlingen in einem Be- triebe kann der Regierungsrat auf dem Verordnungswege Be- stimmungen aufstellen. Die Lehrlingsprüfung wird obligatorisch erklärt. Die Oberaufsicht über das Lehrlings- und berufliche Bildungswesen wird von der kantonalen Volkswirtschaftsdirektion ausgeübt, der fachmännische Inspektoren und I n s p e k t o r i n n e n Bericht zu erstatten haben. Der VolkswirtschgftDdircition werden ferner Kommissionen für das Fabrik-, Gewerbe- und Handelswesen zur Seite gestellt und� aus gleich viel Vertretern der Arbeiter und der Unternehmer, die auf unverbindlichen Vorschlag der beider- seitigen Organisationen von der Regierung gewühlt werden, zu- sammengesetzt. Diese Kommissionen haben über alle wichtigeren Fragen bezüglich des Lehrlingswesens und des fachmännischen Bildungswesens Gutachten abzugeben. Für die Förderung des Lehrlingswesens sind Staatsbeiträge in Aussicht genommen. Die Uebertretung des Gesetzes wird mit Geldbußen von 5 bis 200 Franken bedroht... So ist der Entwurf aus den Beratungen der kantonsrätlichen Kommission hervorgegangen und er enthält bereits einige, von den socialdemokratischen Mitgliederp durchgesetzte Ver- besserungen. Ihre abgelehnten Anträge unterbreiten sie nun dem Kantonsrat für die zweite Lesung des Entwurfes als„Minderheits- antrag", aus dem folgendes angeführt sei. Die tägliche Arbeits- zeit darf 10 Stunden nicht übersteigen. Der Lehrling soll einer 36stündigen ununterbrochenen, vollständigen Sonntagsruhe teil- haftig werden. Ueber die Mittagszeit sind wenigstens IVi Stunden freizugeben. Es ist verboten, den Lehrlingen über die gesetzliche Arbeitszeit des Geschäfts hinaus weitere Arbeit nach Hause mit- zugeben. Während der Ruhepausen dürfen die Lehrlinge den Arbeitsraum verlassen. Obligatorische Unterrichtsstunden für Lehr- linge unter 18 Jahren zählen bei Berechnung der zulässigen Arbeits- zeit mit. Die körperliche Züchtigung ist untersagt. Ausnahmsweise Verlängerung der Arbeitszeit darf nur aus folgenden Gründen bewilligt werden: Arbcitsversäumnis infolge von Betriebsstörung, Arbeitsübcrhäufung in der Saison, Bestellungen anläßlich un- vorhergesehener bestimmter Ereignisse, Abwendung von großem Schaden, drohende Materialverderbnis, Verhütung der Arbeits- losigkeit andrer. Die Verlängerung der Arbeitszeit darf täglich höchstens 2 Stunden und nicht mehr als 75 Stunden im Jahr be- tragen; sie soll möglichst vor 8 Uhr abends endigen und auf keinen Fall über 9 sthr hinausgehen. Der Lohn für die Ueberstunden soll wenigstens um 25 Proz. höher sein als der gewöhnliche Lohn. Ueber- zeitarbeit bis zu 6 Tagen kann der Gemeinderat bewilligen, für längere Dauer ist die Volkswirtschaftsdirektion zuständig. Die Ueberzeitbewilligung ist im Arbeitsraum anzuschlagen. Schließlich fordert der socialdemokratische Antrag noch hygienisch befriedigende Arbeitsräume und Schutzvorrichtungen zur Unfall- und Krankheits- verWunz. ßerlimr partei-Hngclegenbciten. Zur Lokal-Liste. Schmargendorf. Das Lokal„ E a f s Pein", Hubcrtusbaderstraße 8, am Grunewald, steht jetzt der Arbeiter- schaft zu Versammlungen ec. zur Verfügung.— Berlin. Am Sonntag, den 11. September veranstaltet der Verein ehemaliger Schüler der 40. Gemeindeschule ein Wohlthätigkeits-Konzert in der Neuen Philharmonie, Köpnickerstr. 96/97. Da man versucht, in Arbeiterkreisen dazu Billets abzusetzen, so weisen wir darauf hin, daß dies Lokal der Arbeiterschaft zu Versammlungen zc. nicht zur Verfügung steht; das Konzert ist daher streng zu meiden. Die Lokal-Kom Mission. Das Mitglied der Kontrollrommissiou, Johannes P f a r r, wohnt jetzt Ouitzolvstr. 122, Hof Part. Lobaled. Aus der Stadtverordneten-Versammlung. Die gestrige Sitzung der Stadtverordneten, die erste nach den Sommerferien, wurde vom Vorsteher Langerhans mit einer Ver- beugung nach oben eröffnet, die der Verlobung des Krön- Prinzen galt. Herr Langerhans hatte amtlich seine Freude über dieses Ereignis zu äußern. Sie kam ihm augenscheinlich ebenso von Herzen, wie seinen freisinnigen Kollegen, die ihm in loyaler An- dacht zuhörten. Die üblichen Glückwunsch- und Ergeben- heits- Adressen sind bereits abgeschickt worden, weil Magistrat und Stadtverordneten- Versammlung der Haupt- und Residenzstadt nicht auf sich warten lassen durfte. Herr Langerhans hatte nur noch die nachträgliche Zustimmung zu erbitten. Es folgten ein paar Nachrufe auf Mitglieder des Magistrats und der Stadtverordneten-Versammlung, die in den Ferien ver- starben sind, sowie die Einftihrung eines neugewählten Stadtrats in sein Amt. Aus den geschäftlichen Mitteilungen ist von Interesse die Nachricht, daß unser Parteigenosse Dr. Friedeberg sein Mandat niedergelegt hat. In der langen Reihe der Verhandlungsgegenstände traten be- sonders zwei hervor. Zur Erlangung von Entwürfen für den Nordpark, der auf den Rehbergen angelegt werden soll, will der Magistrat ein Preisausschreiben erlassen. Genosse Singer sprach den in unsrer Zeit leider nicht überflüssigen Wunsch aus, daß diese städtische Parkanlage von der Denkmalsseuche verschont bleiben möge. Zu einer längeren Debatte führte das den Stadt- verordneten zur Kenntnisnahme vorgelegte Schreiben, durch das der Magistrat in der Angelegenheit der Erhaltung des Botanischen Gartens dem preußischen Unterrichtsministerium mitgeteilt hat, daß die Stadt Berlin auf die unverständlich hohen und übertriebenen Forderungen des Fiskus nicht ein- gehen kann. Die Plusmacherpolitik des Fiskus wurde einmütig von allen Rednern verurteilt. Ein paar fteisinnige Stadtverordnete aus dem speciell interessierten Potsdamer Viertel wollten dabei auch einige Scitenhiebe gegen den Magistrat führen, aber Genosse Singer wies darauf hin, daß es im Augenblick wichtiger sei, sich mit dem Verhalten der Regierung in Sachen des Botanischen Gartens zu beschäftigen. Der vom Magistrat eingenommene Stand- Punkt sei durchaus zu billigen; die Stadtgemeinde sei nicht dazu da, die Bauspekulation des Staates zu unterstützen. Singer nannte es ein bedauerliches Zeichen der Zeit, daß dieser ganze Streit um den Botanischen Garten überhaupt nötig sei. Siechenhaussorgen. Der„Vorwärts" hat oft dargelegt, daß die Stadt Berlin die Pflicht hat, für die Unterbringung armer und hilfsbedürftiger alter Leute in Hospitälern und Siechenhäusern mehr als bisher zu thun. Hierzu wird jetzt„aus der hiesigen städtischen Praxis heraus" dem„Lokal-Anzeiger" mitgeteilt, daß „diese Art von Fürsorge häufig gar nicht so leicht zu bethätigen ist, wie es den Anschein hat". Als Beispiel wird angeführt, daß ein alter, kränklicher Mann, der in Wind und Wetter an einer Brücke Streichhölzer feilhielt, sich den Bemühungen, ihn von dort wegzubringen und ins Siechenhaus zu schaffen, hartnäckig widersetzt habe. Ebenso sei ein armer, alter Schuhflicker nebst Ehefrau, obwohl beide kränklich waren, nicht zu bewegen gewesen, „die Wohlthat des Hospitals anzunehmen". Als der Mann im 92. Lebensjahre halb mit Gewalt dorthin gebracht wurde, habe er deshalb das Leben genommen. Wir sehen nicht recht ein, was mit der Veröffentlichung dieser Vorkommnisse bezweckt wird. Hat man im Rathaus keine andren, wichtigeren Sorgen als die, wie man arme, alte Leute wider ihren Willen in die Siechenanstalt hinein bekommen kann? An Bei- spielen, die gleichfalls„aus der hiesigen städtischen Praxis heraus" mitgeteilt wurden, hat der„Vorwärts" früher gezeigt, daß alte Leute manchmal sehr warten müssen, ehe die Thore der Siechenanstalt sich ihrer Hilfsbedürftigkeit öffnen. Selbstverständlich geschieht es nicht aus Hartherzigkeit, daß die Verwaltung sich so lange bitten läßt. Die vorhandenen Anstalten sind zu klein, das ist im„Vorwärts" oft genug gesagt worden. Hätte man aber im Rathaus bei Zeiten sich Sorge darum gemacht, daß die Siechenanstalten vermehrt werden mußten, dann stände es heute anders und besser um die Fürsorge der Stadt Berlin für das hilflose Alter. Es ist wahr, daß mancher Arme sich in kein Siechenhaus und kein Altenheim hineinbegeben mag, obwohl man ihm die Aufnahme anbietet. Aber sicherlich ist sehr viel größer die Zahl derjenigen, die um Aufnahme bitten und trotzdem nicht aufgenommen werden, nicht aufgenommen werden können, weil kein Platz für sie da ist. Die Bauthätigkeit Berlins im Jahre 1903. Nach den Veröffent- lichungen des statistischen Amtes der Stadt Berlin sind im Jahre 1903 in Berlin 685 Neubauten als gebrauchsfertig abgenommen worden(gegen 606 im Vorjahre). Der Gesamt-Versicherungswert dieser neuen Gebäude, deren ganze bebaute Fläche 328 079,50 Ouadratmckter umfaßte, betrug 122 323 972 M. Von den Neubauten waren: 524 Wohnhäuser, 19 andre Gebäude mit Wohnungen und 142 Gebäude ohne Wohnungen. Durchschnittlich betrug die Fläche eines neugebautcn Wohnhauses 507,10 Quadratmeter(im Vorjahre 477,71). Der durchschnittliche Versicherungswert eines neugebauten Wohnhauses stieg von 174 231,04 M. im Jahre 1902 auf 185 781,89 Mark im Jahre 1903. Bon den 524 neuen Wohnhäusern waren 500 fünfstöckig; 6 Stockwerke hatten 4; drei- oder vierstöckig waren 13, zweistöckig 6; nur ein einziges bestand aus einem Stockwerk. Durch diese Neubauten im Jahre 1903 entstanden 14 357 neue Wohnungen mit zusammen 27 983 heizbaren Zimmern. Hierzu kommen noch 143 Umbauten, durch welche 253 Wohnungen mit 786 heizbaren Zimmern geschaffen wurden. Auf jeden Neubau entfielen 1,77 Läden und 0,25 Restaurationslokale; durch jeden Umbau entstanden durch- schnittlich iLaden und0,38Restai>rationslokale. Von 100 inJahre 1903 durch Neubau entstandenen Wohnungen hatten 0,86 nur Küchen, 0,99 nur 1 Zimmer ohne Küche; von den mir Küchen versehenen Wohnungen 32,89 ein Zimmer, 45,41 zwei, 17,57 drei und vier, 1,77 fünf und sechs und 0,51 sieben und mehr Zimmer.— Von 100 durch Umbau entstandenen Wohnungen hatten 1,53 nur Küchen, 5,14 ein Zimmer ohne Küche; außer der Küche hatten ein Zimmer 20,95; zwei Zimmer 34,73; drei und vier Zimmer 17,79; fünf und sechs Zimmer 13,83; sieben und mehr Zimmer 5,93 umgebaute Wohnungen. Die Zahl der im Jahre 1903 abgerissenen Gebäude betrug 132, darunter war in 116 Fällen die Zahl der zu diesen Gebäuden ge- hörigen Wohnungen und Zimmer angegeben. Danach waren in diesen zum Abbruch gelangten Häusern 1044 Wohnungen mit 2961 Zimmern vorhanden. Die Hauptwerkstätten der Eisenbahn in Tempelhof sind in der Nacht zuni Donnerstag zum großen Teil total niedergebrannt. Die große Lackiererei und Sattlerei mit zahlreichen Eisenbahnwagen und großen Vorräten sind in kurzer Zeit ein Raub der Flammen geworden. Das Feuer, dessen Widerschein meilenweit zu sehen war, kam aus unbekannter Ursache abends um 10 Uhr in der Lackiererei nahe der Anhalter Eisenbahn zum Ausbruch. Es wurde von einem Maschinenmeister bemerkt, als es schon eine geraume Ausdehnung erlangt hatte. Die Tempelhofer freiwillige Feuerwehr war schnell zur Stelle, stand aber dem Feuer machtlos gegenüber. Es brannten fünf miteinander verbundene große Schuppen von einer leichten Bauart. Die Dachbedeckung bestand aus einer Holzverschalung mit Teerpappe. Brandmauern, die zur Isolierung hätten dienen können fehlten. Es dauerte dann auch nur kurze Zeit und der ganze Komplex, etwa 110 Schritt im Geviert, stand mit allem, was drum und darauf war, in Flammen. Diese gefährdeten nun besonders die offenen Hallen, in denen viele Wagen demontiert standen, um geprüft und repariert zu werden. Auch der große Wasserturm, der Lokomotivschuppen und ein Oelbassin waren sehr gefährdet. Zum Glück war die Windrichtung eine äußerst giinstige und erhielt die Tempelhofer Wehr bald von allen Seiten V e r st ä r k u n g. Die Berliner Feuer- wehr erschien unter Leitung der Brandmeister Mende und v. Brasch mit den Zügen 9, 11 und 12; die Schöneberger rückten mit ihrer Dampfspritze an. Hinzu kamen noch die Wehren aus Steglitz, Friedenau, Wilmersdorf, Schmargendorf, Britz, Lankwitz, Marten- dorf usw. Sogar aus Treptow kam noch um Mitternacht eine Spritze an. Etwa 20 Schlauchleitungen wurden vorgenommen. Trotzdem die Charlottenburger Wasserwerke sofort gebeten worden waren, eine Reservemaschine zur Verstärkung der Wasser- zufuhr zu benutzen, erwies sich der Druck in der Leitung infolge der geringen Weite der Wasserleitungsröhren und der großen Wasser- entnähme mit 20 Schlauchleitungen als viel zu schwach und wahrscheinlich hätte der Brand eine weit größere Ausdehnung erlangt, wenn die Berliner und Schöneberger nicht mit ihren Dampffpritzen an rechter Stelle eingegriffen hätten. Brandmeister Mende ließ von Osten an- greifen und dadurch wurden die offenen Stellen wirksam geschützt. Der Wasserturm, der schon an mehreren Hallen, besonders oben ani Dach in Brand geraten war, wurde von der Schöneberger Wehr geschützt. Während die Wehren erfolgreich an der Lokalisierung des Feuers arbeiteten, waren die Beamten thätig, um das rollende Material aus der Nähe der Brandstätte zu entfernen, eine Lokomotive war unausgesetzt in Bewegung, alle Geleise frei zu machen, auf denen mehrere hundert Wagen standen, die alle im Bereich der Flammen waren. Von IO�/z bis 12 Uhr bildeten die Werkstätten ein riesiges Flammenmeer. Das Innere war von den Strahlrohren nicht zu erreichen. Nur die Umfassungsmauern konnten mit Erfolg be- strichen werden. Die Dächer stürzten nacheinander krachend in die Gluten. Die Konturen der vielen im Innern der Gebäude hell brennenden Waggons, darunter viele zweiter und dritter Klasse, konnte man deutlich erkennen. Gegen Mitternacht erschien der Brand- direktor Giersberg mit dem Brandinspektor Becker und erteilte einige Anordnungen. Die Berliner Wehr war auf die Meldung:„Groß- feuer" alarmiert worden, weitere als die schon genannten drei Züge der dritten Compagnie rückten aber nicht aus, weil es bei dem Wassermangel und der Anwesenheit so vieler Wehren zwecklos gewesen wäre. Um 1 Uhr konnte die Gefahr für eine weitere Aus- dehnung des Riesenbrandes als beseittgt gelten, um so mehr, als der Wind nachließ. In später Stunde erschienen noch der Polizei- Präsident Graf v. Westarp aus Schöneberg mit dem Branddirektor Flöter sowie mehrere Höhere Eisenbahnbeamte. Zahlreiche Gendarmen aus dem Kreise Teltow und Schutzleute aus Schöneberg mußt«! die von Tausenden von Personen umlagerte Brandstelle gegen den Andrang absperren. Nach 1 Uhr rückte die Berliner Feuerwehr ab. Die übrigen Wehren hatten noch chis gestern ftüh zu thun. Auch heute am Tage ist die Tempelhofer Orts- und die eigene Wehr der Hauptwerkstälte noch thätig. zVon dieser stehen nur noch die Umfassungsmauern und drinnen brennen noch eine Menge Balken, Wagenteile usw. Der Betrieb soll, da der Wasserturm benutzt werden kann, aufrecht erhalten werden, i Dieser Brand hat übrigens genau dieselben Erscheinungen gezeitigt, wie der Brand der eisenbahnfiskalischen Schwellenttänkstatton in Moabit. Obgleich eine eigne Feuerwehr in den Werkstätten eingerichtet ist, fehlte es an genügender Wasserzufuhr, an Brand- mauern usw. Wäre es der Berliner Feuerwehr mit ihrer Dampf- spritze 11 nicht geglückt, dem Vordringen der Flammen unter Be- Nutzung des günstigen Windes mit Erfolg Widerstand zu leisten, dann wären alle B e m ü h un g e n ergebnislos gewesen. Der Schaden ist natürlich sehr groß, da sehr viele Wagen, mehr als hundert, vernichtet sind; er soll sich auf zwei Millionen Mark be- laufen. Bis auf die Achsen sind sie verbrannt und auch die Vorräte der Sattlerei, Lackiererei usw. sind vollständig von den Flammen verzehrt. Der Brand hat gezeigt, daß die Wasserversorgung dort alles zu wünschen übrig läßt. Hydranten, besonders Ueberflur-Hydranten waren reichlich vorhanden, sie lagen aber mit Ivenigen Ausnahmen zwischen den Geleisen, während an den Zufahrtstratzen Hydranten fehlten. Ein Teil der Feuerwehren konnte deshalb die Spritzen nicht benutzen und mutzte un thätig zusehen. Mit den Spritzen war nicht über die Geleise zu den Hydranten zu kommen. Als dann schließlich rund 20 Schlauchleittmgen an die Hydranten angeschlossen waren, erwies sich der Druck als viel zu schwach; er war gleich Null. Das Dach des Wasserturmes war nicht zu erreichen. Mit Mühe und Not löschten schließlich die Schöneberger mit ihrer Dampfspritze die Flammen am Wasserturm, wozu das Wasser zum Schluß noch an Fangleinen in Eimern in die Höhe gezogen werden mußte. Amüsant war es auch mit anzusehen, tvie jede Feuerwehr ängstlich bemüht war, eine» Hydranten zu bekommen, der dann in sichere Obhut genommen wurde. Wer später kam, konnte sich dann auf eigne Faust eine Gelegenheit suchen, wo es Wasser gab. Das Kamittergericht wird die von ihm auf fünf Jahre ge- mieteten 34 Räume in dem neuen Privathause an der Ecke der Schützen- und Charlottenstraße in der nächsten Woche beziehen. Es werden dort der Strafsenat und die Ober-Staatsanwaltschaft unter- gebracht werden, während die dadurw in dem alten Hause frei- gewordenen Räume zwei neuen Hilfssenaten überwiese» werden, deren Bildung durch die Häufung der Geschäfte bei den Civstscnaten notwendig geworden ist. Die Platinndicbe. Die Voruntersuchung gegen die Urheber des großen Plattnadiebstahls bei der Firma Siemens u. Hälske, über den wir wiederholt berichteten, ist nunmehr abgeschlossen und die Staatsanwaltschaft hat Anklage wegen Einbruchsdiebstahls gegen die beiden Brüder Schlosser Stanislaus und Alexius Obierski, die Arbeiter Bretag und Hartmann, sowie wegen Hehlerei gegen die Händler Enseleit und Grasnick und den Uhrmacher Hoppe erhoben. Ein vierter Hehler, der Handelsmann Koch, hat sich im Moabiter Unter- suchungsgefängnis erhängt. Koch befand sich bereits wegen eines andern Delikts in Untersuchungshaft, als die Charlottenburger Kriminalpolizei feststellte, daß K. von dem Haupthehler Enseleit einen Teil des gestohlenen Platins angekauft hatte. In seiner Haftzelle machte auch der an dem Einbruchsdiebstahl be- teiligte Arbeiter Hartmann einen Selbstmordversuch durch Erhängen; H. wurde jedoch noch rechtzeitig gerettet. Als die Behörde dem Führer der Bande, Stanislaus Obierski, diese That seines Komplicen mitteilte, beguemte dieser sich endlich zu einem vollen Geständnis über den Aufbewahrungsort der bis dahin noch nicht gefundenen Edelmetalle, der den andren Dieben nicht bekannt war. An fünf einzelnen, in dichter Schonung liegenden Stellen der Jungfernheide wurde das Metall ausgegraben. Es sind nunmehr fünf Sechstel des gesamten gestohlenen Platins wieder zur Stelle. Der noch fehlende Rest war von den Dieben in kleinen Posten unter der Hand verkauft worden, so daß sich die jetzigen Besitzer kaum noch entdecken lassen werden. Für die Wiederhcrbeischaffung deS gesamten Materials hatte die bestohlene Firma 3000 M. Belohnung ausgesetzt; dieser Betrag ist jetzt entsprechend dem geringeren�wieder- erlangten Quantum auf 2500 M. herabgesetzt worden, die zur Ber» I werden. Briefen Kellerhoffs nicht um§ 175. " Aus den Nachbarorten. Eine Wahlrechtsdebatte im Charlottenburger Stadtparlament. Vermischtes. tellung an Beamte der Charlottenburger Kriminalpolizei kommen| Einen Mörike- Abend veranstaltet am Sonntag, den 11. September, wegen gar nicht wissen konnte, wer sein Beiniger war. Dem über abends 8 Uhr, die Neue Freie Voltsbühne" in den fallenen Billenbesizer David Hesse ging es gestern nachmittag schon Der Abgeordnete Dasbach bittet uns, folgende Mitteilung auf- Berliner Industrie- Sälen, Beuthstr. 19/20. Mitwirkende: Dr. Gust. erheblich besser und Lebensgefahr erscheint nunmehr ausgeschlossen. zunehmen: Die meisten Berichte über Kellerhoffs Erpressungsversuch Kühl( Vortrag und Recitationen), Frau Else Moest- Schoch( Gesang), find lückenhaft und unrichtig. Die meisten Blätter melden, K. habe Kapellmeister Frizz Otto( Klavier). Eintrittskarten( für Gäste a 50 Bf.) sich einer Erpressung schuldig gemacht. Dies ist unrichtig; es handelt sind außer an den bekannten Zahlstellen auch in der Amelangschen sich nur um einen Versuch, denn der Abg. Dasbach hat an Keller- Buchhandlung, Potsdamerstr. 126, zu haben. hoff nichts gezahlt, sondern dessen anonyme Briefe der Polizei zur Ermittelung des Absenders übergeben, und diese Ermittelung ist mit Dasbachs Beihilfe gelungen. Diese Angaben fehlen in den meisten Blättern. Ferner wird behauptet, der Abg. Dasbach sei mit Kellerhoff intim befreundet" oder„ jahrelang befreundet gewesen". Dies iſt auch nicht wahr. Er hat Kellerhoff nur zweimal bei politischen Versammlungen gesehen. Endlich handelt es sich in den anonymen Die Baugenossenschaft Paradies wird am Sonntag die Feier der Grundsteinlegung auf ihrem 144 Morgen großen Gelände bei Bohnsdorf begehen. Es sollen dort zunächst drei Häuser mit ungefähr 15 Wohnungen errichtet werden. Die Genossenschaft zählt zur Zeit 1200 Mitglieder. Das Bureau befindet sich Kottbuser Ufer 44, Hof I rechts; der Vorsitzende Herr G. Koßka wohnt Wienerfraße 29 parterre. Ein mutmaßlicher Kindesmord beschäftigt wieder die Kriminalpolizei. In dem Hause Markusstr. 35 war ein Klosetrohr verstopft. Als ein Arbeiter nach der Ursache forschte, fand er in dem Rohr die Leiche eines Kindes, das nach ärztlichem Gutachten schon einige Wochen alt gewesen sein muß. Spuren äußerer Gewalt wurden zwar an der Leiche nicht wahrgenommen, doch ist trotzdem nicht an zunehmen, daß das Kind eines natürlichen Todes gestorben sei. 119 Zur Flucht der Prinzessin Luise von Koburg. Die Humanité", das Blatt unfres Parteigenossen Jaurès in Paris, veröffentlicht nach einem Telegramm von dort einen Artikel von Albert Südekum, in dem dieser erzählt, daß Prinzessin Luise von Mittwoch bis Sonnabend nach ihrer Flucht in seinem Hause in Berlin geweilt hat, daß Versammlung in zweiter Lesung den socialdemokratischen Antrag auf aber erst bekannt geben wird, wenn sie alle Garantien hat, Am Mittwoch beriet die Charlottenburger Stadtverordneten sie sich jetzt in vollkommener Sicherheit befindet, ihren Aufenthalt Ersatz des Dreiklassen- Wahlsystems zu den Gemeindevertreterwahlen daß sie nicht nach einer Jrrenanstalt zurückgebracht werden kann. dem der Antrag zur Prüfung überwiesen war, war zu folgenden Hause längere Gespräche mit ihr geführt hat, giebt folgendes Urteil durch das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht. Der Ausschuß, Südefum, der während des Aufenthaltes der Prinzessin in seinem Beschlüffen gekommen: a) das geheime und das gleiche Wahlrecht ist über fie ab:" Sie ist eine sehr lebhafte und interessante Frau; für die Stadtverordnetenwahlen anzustreben. Das allgemeine Wahl meiner Ansicht nach ist sie im vollen Besitz ihrer Geisteskräfte, sie recht soll ohne irgend welchen Census von allen Bürgern ausgeübt hat sicherlich alle Fehler, die ihrer Geburt und ihrer Erziehung anwerden, die mindestens ein Jahr in der Gemeinde wohnen; b) das haften; sie ist viel zu sehr Prinzessin, um wie alle Welt sein zu können. Privileg der Hausbesitzer soll aufgehoben werden; c) der Magistrat| In jedem Augenblid ihrer Flucht, während deren sie vom Mizgeschick soll ersucht werden, geeignete Schritte zu unternehmen, um die vor verfolgt wurde, hat die Prinzessin bewunderungswürdigen Mut und stehenden Beschlüsse zu verwirklichen. Auf Grund dieser Beschlüsse Geistesgegenwart gezeigt. Sie will übrigens weiter nichts haben als empfahl der Ausschuß der Stadtverordneten- Versammlung folgenden ihre Freiheit, alle andern Pläne, die man ihr zuschreibt, wie die Antrag:" Der Magistrat wird ersucht, mit den Vertretungen andrer Scheidung vom Prinzen Koburg und die Heirat mit Mattafich, Kommunen in Verbindung zu treten, um gemeinsam geeignete find reine Erfindung, sie ist gläubige Katholikin; um eine Scheidung Schritte bei den gefeßgebenden Faktoren behufs Ersehung des zu erhalten, müßte sie einen Religionswechsel vornehmen, und daran Dreitlassen Wahlsystems durch das geheime, denkt sie nicht. gleiche, allgemeine, nur an die Bedingung eines Unfre Leser werden begreifen, daß bis dahin, wo es alle mög Die Verzweiflungsthat einer Familie. Eine unerwartete Wendung einjährigen Aufenthalts geknüpfte Wahlrechtlichen Fährlichkeiten zu überwinden galt, die liebe Neugier hat die Untersuchung hinsichtlich der Verzweiflungsthat in der Schön- unter Aufhebung des Privilegs der Hausbesizer unbefriedigt bleiben mußte. Es wird sich nunmehr sehr Holzerstraße genommen, über die wir am Montag berichteten. In bei den Wahlen zur Gemeindevertretung zu unternehmen." bald Gelegenheit finden, in dieser Angelegenheit das Nötige mit dem Hause Schönholzerstr. 22 wurden, wie wir mitteilten, der Genosse Dr. Borchardt hob als Referent hervor, daß nach zuteilen. Ginframhändler Oskar Habicht, ein früherer Bäckergeselle, und seine Ansicht des Ausschusses die Stadtverordneten- Versammlung zweifellos Chefrau Leonie, geb. Weniger, durch Leuchtgas vergiftet auf- für die Beratung eines Antrags auf Aenderung des Wahlrechts auswärts verbreiteten Nachrichten über die hier herrschende TyphusZur Typhus- Epidemie wird aus Detmold berichtet: Die gefunden. Von einem Leitungsrohr, das im Keller mündete, war der zuständig sei. Der Ausschuß habe sich einstimmig für die geheime Epidemie sind zum Teil unrichtig und übertrieben. Bis jetzt Herschluß abgeschraubt. Habicht wurde ins Leben zurückgerufen und Wahl ausgesprochen, da vermieden werden müsse, daß die Wähler find 288 Erkrankungen vorgekommen; der größere Teil ist aber nur nach der Charité gebracht, seine Frau war bereits tot. Nach der ganzen durch öffentliche Stimmabgabe wirtschaftlich geschädigt werden. Bon typhusverdächtig bezw. typhusähnlich. Die einzelnen Fälle sind sehr Bachlage war anzunehmen, daß die Eheleute wegen mißlicher Ver- der ursprünglichen Absicht, die Censuswahl einzuführen, seien die- typhusverdächtig bezw. typhusähnlich. Die einzelnen Fälle sind sehr leicht, und die Krankheit ist im Abnehmen begriffen. Heute morgen mögensverhältnisse gemeinsam in den Tod gegangen feien. Die jenigen Ausschußmitglieder, die diesen Gedanken propagiert hatten, find 12 typhusverdächtige Erkrankungen angemeldet worden. Prof. weiteren Ermittelungen der Kriminalpolizei förderten jedoch Dinge von selbst wieder abgekommen, nachdem nachgewiesen sei, daß die Emmerich- München wird zur Vornahme von Untersuchungen hier Lage, die den Ehemann schwer belasten. Hierbei spielen Zahl der Wähler, die jetzt 34 655 beträgt, sich bei einem Census von eintreffen. Die Krankheit ist wahrscheinlich durch Soldaten aus namentlich Briefe, die man von ihm gefunden hat, eine Rolle. Es 900 M. auf 29 221, bei einem Census von 1500 M. auf 13 335 und besteht jetzt der dringende Verdacht, daß Frau Habicht mit der Ver- bei einem Census von 2100 M. fogar auf 9917 verringern würde. wassers durch das hygienische Institut in Göttingen hat ergeben, daß Friedrichsfelde eingeschleppt worden. Die Untersuchung des Trinkweiflungsthat feineswegs einverstanden war, sondern von ihrem Der Ausschuß fordere ein gleiches Wahlrecht in vollem Umfange das Wasser vollständig frei von Typhuskeimen ist. Manne wider ihren Willen umgebracht worden ist. Habicht und die Beseitigung des Privilegs der Hausbesizer, das sich als wurde daher gestern, als er geheilt das Krankenhaus verlassen konnte, überlebt und schädlich erwiesen habe und um so weniger gerechtvon der Kriminalpolizei verhaftet und wegen Mordes der Staats- fertigt sei, als die Grundstücke, namentlich in Charlottenburg, recht anwaltschaft vorgeführt. häufig ihren Besitzer wechseln und der Hausbesizer in heutiger Zeit zu den Gewerbetreibenden gezählt werden müsse. Wer etwa glaubte, daß das Plenum sich der Ansicht seines Ausschusses fügen werde, der sollte durch die Debatte eines besseren belehrt werden. Die liberale Fraktion, die im Ausschuß durch drei Ver- Mitglieder vertreten war, von denen zwei Dr. v. Liszt und Dr. Spiegel- für den socialdemokratischen Antrag gestimmt hatten brachte im Plenum einen nichtssagenden Gegenantrag ein, der den Magistrat ersucht, mit den Vertretungen andrer Kommunen in Verbindung zu treten, um gemeinsame Schritte bei den gesetzgebenden Faktoren zu unternehmen behufs Abänderung des Gemeinde Wahlrechts bezüglich der öffentlichen Abstimmung, des Dreiklassen- Wahlsystems sowie des Privilegs der Hausbesiger in seiner jezigen Ausdehnung. Verschwunden ist seit Dienstagvormittag die 76 Jahre alte Witwe Amalie Ditschkowski, die bei ihrem Schwiegersohn, Arbeiter Maaß, Schönleinstr. 30 vorn 1 Treppe, wohnt. Die alte Frau ist etwas schwachsinnig und leidet an Krämpfen; es wird vermutet, daß ihr ein Unglück geschehen ist. Wer etwas über den Verbleik der Verschwundenen weiß, wird gebeten, Herrn Maaß Mit teilung zu machen. Ueber eine Feuersbrunst wird aus Neutomischel gemeldet: Das im hiesigen Streise belegene 1021 Einwohner zählende Dorf Bolewiz ist zur Hälfte niedergebrannt. 116 Gebäude sind vollständig zerstört; ein Mann wird vermißt. 180 Familien find obdachlos. Das Feuer ist gelöscht, seine Entstehungsursache ist noch Man ist im Begriff, Baracken für die Obdachlosen nicht ermittelt. aufzustellen. Magdeburg, 8. September.( B. H.) Der Buchhalter, Jensen, der auf einer Bant in Stopenhagen 5000 Kronen unterschlug, wurde In seinem Besitz wurden noch rund 2000 Kronen hier verhaftet. gefunden. Brand eines Kohlenlagers. Aus Essen a. R. wird berichtet: Das ungefähr 20 000 Doppelwaggons umfassende Kohlenlager des Kohlensynditats an der Eisenbahnstrecke Bottrop- Osterfeld geriet in Brand. Der größte Teil der Kohlen ist verloren. urteilt. Attentat einer Berlinerin. Ueber einen Mordversuch und Selbstmord einer Berlinerin in Magdeburg werden von dort folgende Einzelheiten gemeldet: Die Köchin Bertha Stief aus Berlin war zu Anfang dieser Woche in Magdeburg eingetroffen und hatte in der ung ihres Bräutigams, eines Kaufmanns, in der Georgenfirebaselbst Logis bezogen. Nachdem beide am Abend verschiedene Was die Liberalen wollen, ist aus dem Antrag nicht ersichtlich. der Lehrer Engelbert Knülle wegen Sittlichkeitsverbrechens an neun Duisburg, 8. September.( B. H.) Vor der Straffammer wurde Bolale besucht hatten, begaben sie sich nach ihrem gemeinsamen Darüber sollte erst die Rede ihres Wortführers, des Stadtv. Otto, unter 14 Jahren alten Schülerinnen zu 22 Jahren Gefängnis verDurier zurück. Da die Stief in der Frühe des andern Klarheit schaffen. Herr Otto erklärte, daß seine Freunde die Bes unter 14 Jahren alten Schülerinnen zu 2 Jahren Gefängnis verTage wieder nach Berlin zurückreisen wollte, so wurde, um seitigung der öffentlichen Stimmabgabe und des Dreiklaffen- WahleVersäumen des Zuges zu verhindern, die im Bimmer systems befürworten, daß sie aber mit einer Ausnahme( die Preußisches Boltsbildungswesen. Schulunterricht im Ruhstall bebliche Weckeruhr auf 3 Uhr morgens gestellt. Der Kaufmann Herren v. Liszt und Spiegel waren in der Sizung nicht anwesend) wird seit einiger Zeit in Bagenz im Landkreise Kottbus erteilt, da legt sich nun zu Bett, während seine Braut wach blieb. Als der die Uebertragung des Reichstags- Wahlrechts auf die Gemeindevertreter- das alte Schulhaus durch einen Neubau ersetzt wird und geeignete Bede die genannte Zeit verkündete und der Kaufmann hiervon wahlen ablehnen müßten. Besonders warm legte sich Herr Otto für das Grfagräume angeblich nicht zu erlangen waren. Die Thür des erichte, frachte ein von der Stief abgefeuerter Revolverschuß, von Hausbesikerprivileg ins Beug, das er wohl einschränken, aber beileibe eigenartigen Schullokals muß ständig offen bleiben, um etwas Licht den et am Kinn getroffen wurde. Der Angeschossene lief sofort, nicht beseitigen will. hineinzulassen, da die kleinen Fensterscheiben zertrümmert und die nur mit einem Hemd bekleidet, zur Thür, um Hilfe herbeizurufen. Ihm entgegnete Genosse Hirsch, der in scharfen Worten Löcher mit Stroh zugestopft sind. Unfre gestrige Notig ergänzend, In demselben Augenblick ertönte ein zweiter Schuß, den die Stief den Umfall der Liberalen kennzeichnete, die noch vor wenigen sollen einige Hausväter erklärt haben, daß sie ihre Kinder nicht sich selbst in den Mund beigebracht hatte und der ihren sofortigen Jahren, als sie nur wenige Mitglieder zählten, Schulter an Schulter mehr zum Unterricht schicken würden, wenn kein andrer Raum dazu Tod herbeiführte. Ihre Leiche wurde einstweilen nach der Leichen mit den Socialdemokraten im Charlottenburger Stadtparlament bemußt würde. Demnächst soll das Schullokal durch den Kreisarzt halle des altstädtischen Krankenhauses gebracht. Auch ihr Bräutigam gegen die hausagrarischen Bestrebungen gekämpft hatten, jetzt aber, besichtigt werden. hatte die Krantenanstalt aufgesucht, doch konnte er nach Anlegung infolge ihrer Waffenbrüderschaft mit den Hausagrariern nicht einmal Die Pilgerfahrt der Prinzessin Alice. Während man sich über eines Notverbandes sofort wieder entlassen werden, da ſeine Ver- die Beseitigung eines Privilegs zu fordern wagten, das selbst Eugen die Flucht der Koburgerin unterhält, frischt das R. W. Journal" legang nur unbedeutend war. Das Motiv zu der That ist darin zu Richter als veraltet bezeichnet habe. Die Liberalen scheinen eine den Standal der Prinzessin Alice, geschiedene Frau des Prinzen suhen, daß der Kaufmann das seit etwa sechs Jahren mit der Stief Einschränkung des Privilegs nur in dem Maße anzustreben, wie Friedrich von Schönburg- Waldenburg, wieder auf. Diese Affaire unterhaltene Liebesverhältnis jetzt lösen wollte. ihnen jeweils geeignete Hausbesitzer als Kandidaten zur Verfügung spielte bekanntlich in der Hauptsache in Dresden, und fie scheint stehen. Redner wies auf das Verschwommene des liberalen Antrags nunmehr einen tragikomischen Abschluß zu finden. Das Genumite hin, der überhaupt keine positive Forderung enthalte und kritisierte Blatt teilt mit: die jämmerliche Haltung, die die Liberalen einnehmen. Daran, die Um eine Schuld zu fühnen, unternimmt foeben ein fürstliches gemeingefährlichkeit der Hausagrarier zu geißeln, wurde er von dem Baar eine Pilgerreise von Sachsen aus zu Fuß nach der Ewigen liberalen Vorsteher- Stellvertreter Kaufmann gehindert, der den Stadt( Rom). Prinz von Schönburg- Waldenburg hatte sich im Zusammenhang zwischen dem Privileg der Hausbesitzer und den Jahre 1897 in Venedig mit der Prinzessin Alice von Bourbon verBestrebungen der Hausagrarier, Reformen auf socialpolitischem mählt. Dort wurde das Paar von dem damaligen Patriarchen Gebiete zu hintertreiben, nicht einzusehen vermochte. Sarto, jezigen Papst Pius X., getraut. Die Ehe war indes, wie " Feuerbericht. Gestern vormittag gegen 11 Uhr lief von der Ph Tharmonie in der Bernburgerstraße aus Feueralarm ein. Da nur eine Alarmierung von diesem Gebäude aus von vornherein als Wattelfeuer" angesehen wird, so rückten sofort mehrere Löschzüge mit Dampfsprißen aus. Auch Branddirektor Giersberg eilte dorthin. Es stellte sich aber heraus, daß die Gefahr bereits von dem Hausperjonal beseitigt war, weshalb die Wehr unverzüglich wieder Kehrt machen konnte. In einem Festsaal waren lediglich einige Lappen in Brand geraten. Früh bald nach 3 Uhr Die weitere Debatte verlief programmmäßig. Die beiden andren bekannt, feine glüdliche und es fan zur Scheidung. Seither hat wirde der 17. Löschzug nach der Ritterstr. 45 gerufen. Hier bürgerlichen Fraktionen, die" Freie Vereinigung" und die Fraktion Bapst Pius X. allen seinen Einfluß aufgewendet, um eine Ausnar auf dem dritten Hofe in einer im dritten Stock belegenen Alt Charlottenburg" hielten es nicht der Mühe für wert, föhnung der Geschiedenen herbeizuführen, und das ist ihm denn Retallwarenfabrit Feuer ausgekommen, das schon lange Zeit ihre Haltung zu motivieren, fie begnügten sich mit der bloßen auch gelungen. Die weitere Folge hierbon ist die nunmehrige unbemerkt geschwelt haben mußte. Als es nämlich vom Wächter be- Stimmabgabe. Nach heftigen, zum Teil sehr erregten Auseinander- Pilgerfahrt des wiedervereinigten fürstlichen Paares nach Rom, merkt wurde, brannte schon die ganze Balkenlage und Schaldecke sezungen zwischen den Liberalen und den Socialdemokraten wurde um dort vom Papste die volle Abfolution zu erbitten. zum zweiten Stock und auch schon eine Reihe Regale. Der Wächter der Ausschußantrag in namentlicher Abstimmung mit 26 gegen die Das fürstliche Pilgerpace fehrt auf seiner Fußreise in den gefend in seiner Aufregung in der Umgegend keinen öffentlichen 11 Stimmen der Socialdemokraten und des Stadtv. Dr. Benzig wöhnlichen Gasthöfen ein, die es auf seinem Wege vorfindet, und Feuermelder, weshalb er sich den Weg zu der in der Lindenstr. 41 abgelehnt und hierauf der liberale Antrag angenommen. Daß der bethätigt seine Bußfertigkeit auf dem ganzen weiten Weg durch belegenen Hauptfeuerwache machte. Dadurch dauerte es geraume Magistrat einem so wenig substanziierten Antrag nicht beitreten Werke der Wohlthätigkeit, indem es überall Almosen verteilt. PrinBit, bevor die Wehr an Ort und Stelle war. Es war tann, ist selbstverständlich. Das wissen auch die Liberalen, denen es zessin Alice trägt eine schwarze Reisetoilette ohne jeglichen Schmuck; jetoch schwer an den Brandherd heranzukommen, da große einzig und allein darauf antam, eine Wahlreform zu hintertreiben. als Kopfbedeckung einen schwarzen Schleier. Der Prinz legt den berchloffene Eisenthüren Eisenthüren den Eingang Eingang zu dem brennenden unsre Genossen werden dafür sorgen, daß diese neueste Nummer weiten Weg in einem schlichten grauen Anzuge zurüc; er trägt Naime persperrten. Erst als dem dritten Hofe aus dem Sündenregister des Freisinns nicht in Vergessenheit gerät. gleichsam zur Betonung des Besens seiner Pilgerfahrt eine schwarze eine große mechanische Leiter errichtet hatte, konnte man Armbinde. Als Fußbekleidung trägt er Sandalen und das Haupt fich Buch Einschlagen der Fabrikfenster Eingang verschaffen. Die Der Lichterfelder Verbrecher figt bereits hinter Schloß und Riegel. bedeckt ein dunkler Filzhut." Baltefflone und Schaldecke brannten schon in ihrer ganzen Aus- Zu dem Raubmordversuche an dem 76jährigen Rentier David Die Sächsische Arbeiter- Zeitung" schreibt hierzu:„ Die Idee dehnung Die Wehr hatte num fast zwei Stunden zu thun, um die esse in Groß- Lichterfelde- Ost können wir weiter melden, daß es der beiden ist zweifellos originell. Hoffentlich kommen sie nicht Gefahr beseitigen. Der Brand soll durch einen sogenannten nach einer gestern( Donnerstag) mittags bei der Groß- Lichterfelder zu sehr herunter von der ungewohnten Reise. Die Prinzessin Kanonenofen ausgekommen sein. Ein zweiter größerer Brand Polizeibehörde eingegangenen telegraphischen Meldung aus Branden- Alice, eine Freundin der ehemaligen Kronprinzessin Luise von Sachsen, beschätigte die Wehr abends in der Pallisadenstr. 57. Dort hatten burg a. d. H., dem Geburtsorte des Verbrechers, gelungen ist, den war bekanntlich im vorigen Jahre bei Nacht und Nebel aus Dresden Cellauibwaren in einem Keller Feuer gefangen und mußte längere flüchtigen Thäter Otto Kegel dortselbst festzunehmen. Er ist ge- geflohen. Damals hieß es, sie sei mit einem Kammerdiener ihres Beit Waffer gegeben werden, um die Flammen zu ersticken. Wegen ständig und wurde alsbald dem Brandenburger Amtsgericht zugeführt. Gemahls durchgegangen. Der Waldenburger hatte die Prinzessin, eine Gaserplosion erfolgte ein Alarm nach der Schwerinstr. 16/17. Sie Polizeikommissar Mohr- Groß- Lichterfelde begab sich dorthin, um den eine Tochter des spanischen Kronprätendenten Don Karlos, ihres var durch grobe Unvorsichtigkeit herbeigeführt worden. Zwei Ber- Gefangenen in Empfang zu nehmen und in das Untersuchungs- Geldes wegen geheiratet und war deshalb katholisch geworden, wessmen trugen dabei Brandwunden davon und mußten von den gefängnis in Moabit einzuliefern. halb es auch mit seinen Eltern zum Bruche kam. Die Ehe des Gamaritern der Wehr verbunden werden. Möbel, Kleidungs- Den Plan, den Villenbefizer Heffe zu berauben, muß Regel seit fatholischen Waldenburgers war, wie alle diese Ghen, nicht glücklich, sücke und Decken gingen in der Reichenbergerstr. 122 in einer geraumer Zeit schon verfolgt haben. Nur zu dem Zweck, um Lokal- die Prinzessin liebte" ihren Mann, wie die Prinzessin Luise den Bohnung in Flammen auf, während in der Manteuffelstr. 56 im fenntnis zu gewinnen, hat er offenbar vor Wochen Malerarbeit in Koburger, und so wie diese wandte auch sie ihrem Gemahl den Rücken. Suergebäude ein Hängeboden brannte. Außerdem erfolgten in der Hesseschen Villa, Marienstr. 2 a, übernommen, denn nach Aussage Die Scheidung der Ehe ist anfangs des Jahres von den Gerichten ausEn letzten 24 Stunden noch Alarmierungen nach der Neuen eines seiner früheren Arbeitgeber war er ein Pfuscher im Maler- gesprochen worden, die Bemühungen des Prinzen aber, dem Sromenade 7, Chausseestr. 1a, Wiesenstr. 55 und nach einigen andren handwerk und taum im stande, die einfachsten Arbeiten dieser Art Söhnchen die legitime stammung abzusprechen, ihn also zu einem Orten, doch handelte es sich in allen diesen Fällen um ganz un- auszuführen. Bastard zu stempeln, scheiterten. Durch die Romfahrt des wiederbedeutende Anlässe. Jetzt erklärt sich auch sein Verhalten bei der nächtlichen Scene bereinigten Paares abe ist die Ehetragödie der Waldenburger zu Theater. Gerhart Hauptmanns Schauspiel Rose Bernd im Bestibil der Villa. Hierhin hatte ihn der schwerverwundete einer föstlichen Komödie geworden. Hoffentlich betrügen die fürstvird nach 98 Abendvorstellungen am nächsten Sonntag im Rentier, den Leuchter mit dem brennenden Licht in der Hand, geleitet, lichen Pilger den Papst und den lieben Gott nicht, wie jener Bilger Lessing Theater' zum erstenmal, als Nachmittags- wie Heffe nachträglich äußerte, mit der heimlichen Absicht, dem aus dem Wolke, der fh auf seiner Bußfahrt noch eine besondere Borstellung mit Else Lehmann in der Titelrolle gegeben. Räuber beim Verlassen der Hausthür unter dem Schuße der Geißel durch das Gelölnis auferlegt hatte, auf Erbsen nach Ront Central Theater. In der Freitag stattfindenden Aufführung Dunkelheit zuletzt blizschnell einen Fußtritt in den Bauch( nach der au pilgern. Auf diese Weise kam der Mann jedoch nicht weit: der ellerschen Operette: Der Vogelhändler", liegen die sogenannten„ amerikanischen" Manier) zu versetzen. Obwohl nun beshalb ließ er sich die Erbsen kochen und erreichte so auch mit dem apartien in den Händen der Damen Josefine Bettori( Kur- Regel bequem durch das Vestibül hätte zur Hausthüre gelangen Brei in den Schuhen das Ziel. fürfi Marie Hastadt( Wirtin) und der Herren Rudolf Ander können, machte er doch in dem Augenblick, wo das Dienstmädchen Lynchjustiz und tein Ende. Wie die Frankfurter Zeitung" aus con Weps), Hans Horsten( Graf Stanislaus), Emil Albes und die Treppe herabkam, kehrt, durcheilte nochmals die ganze Flucht der New York meldet, wurde in Huntsville"( Alabama) ein deutscher Salt Senad( die beiden Professoren), Karl Schulz( Adam). Neu Gemächer und sprang durch das Fenster des Schlafzimmers in den Hausierer von Negern ermordet. Die Neger wurden verhaftet. bejebt md die Hauptpartien der Baronin Adelaide mit den Garten. Denn er mußte fürchten, sofort von dem Mädchen als Hierauf begab fid eine etwa 1000 Personen zählende Menge nach Daven Selene Boß, der Kellnerin Jette mit Liſa Weise einer der früher in der Villa beschäftigt gewesenen Arbeiter erkannt dem Gefängnis und stürmte es. Dabei wurden drei Soldaten geBrief- Christel, die von Wini Grabiz dargestellt wird.- zu werden, wogegen Herr Heise seiner Hochgradigen Kurzsichtigkeit tötet. Der Mörder wurde aufgeknüpft, Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, 9. September. Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Figaros Hochzeit. Deutsches. Lady Windermeres Fächer. Berliner. Zapfenstreich. Leffing. Der Richter von Zalamea. Westen. Der Troubadour. Anfang 8 Uhr: Schiller 0. ( Wallner Theater.) Das Heiratsueft. Schiller N.( Friedrich WilhelmSchiller- Theater. Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Freitagabend 8 Uhr: Das Heiratsnest. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater) Freitagabend 8 Uhr: Johannisfener. Die Insel Rügen. Luftspiel in 3 Aufz. von Gustav Davis. Schauspiel in 4 Atten von Hermann Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTAN'S ANOPTICUM. PANO Friedrichstr. 165. Rosa ſtädtisches Theater). Johannis das gelehrte Pferd! feuer. Ceutral. Der Bogelhändler, Neues. Minna von Barnhelm. Kleines. Elektra. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Trianon. Ihr zweiter Mann. Metropol. Ein tolles Jahr. Belle- Alliance. Trouville. Die Luisen. Der Goldbauer. Dame von 2 JOOLOGISCHER CARTEN Täglich nachmittags ab 4 Uhr: Dentirse Goltsbigne: Rennojen Großes Militär- Doppelkonzert. Voltsbühne. von Tharau. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Benus auf Erden mit Hans, das denkende Pferd. Specialitäten. Herrnfeld Theater. Nur eine Nacht. Am andern Morgen. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Passage Theater. Dida. Specialitäten. Anfang 5 Uhr. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Die Insel Rügen. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Schiffbauerbammi 4a- 5. Minna von Barnhelm. Anfang 8 Uhr. Sonnabend: Salome Herzens. Logik des Gastspiel der Kapelle der MatrosenArtillerie aus Curhaben unter Leitung des kaiserl. Musikdir. Stolle. Eintritt 1 M., ab 6 1hr 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. In der Arena: Der See- Elefant bis 8 Uhr abends( b. elektr. Licht). Cirkus Sarrasani. Grösster u. elegantester Zelt- Cirkus Europas. Die grosse Bucharische Gaukler- Karawane. Hänschen, das kluge Pferd. Casino Theater Lothringerstr.37. Sonnt.72Kleines Theater. Gg 4. glänzenden Programms. Unter den Linden 44. Elektra. Anfang 8 Uhr. Sonnabend: Des Pastors Niete. Central- Theater Anfang 8 Uhr, Ende 10% Uhr: Der Vogelhändler. Operette in 3 Aften von Karl Beller. Sonnabend: Taunhäuser- Parodie. Sonntagnachm.: Die Fledermaus Gr. Erfolg d. " Die Kunst dem Volke“. 9%, Uhr: ,, Mutter Gräbert" Sonntagnachm. 4 Uhr: Der Denunziant. Apollo- Theater. 8 Uhr: Venus auf Erden von Paul Lincke mit der Parodie in erster Besetzung. Abends: Tann Hans, das denkende Pferd, häuser Parodie. Luisen- Theater. vorgeführt von Robert Steidl und Martin Kettner. Ab 92 Uhr: Die neuen Attraktionen des großen September- Programms. Der Goldbaner. Metropol- Theater Sonnabend: Von Stufe zu Stufe. Sonntagnachmittag: Maria Stuart. Sonntagabend: Der Goldbauer. Montag: Dr Goldbauer. Josef Giampietro a. D. Deutsche Volksbühne. Henry Bender, Josef Josephi Im Carl Weiß- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Alennchen von Tharau. Schauspiel i. 3 Aften v. Willibald Alegis Anfang 8 Uhr. Sonnabend: Die Räuber. Sonntagnachm. 3 Uhr( ermäßigte Preise): Die Räuber. Sonntagabend: Aennchen v. Thavau. Anton Grünfeld, Frid Frid. Der größte Erfolg dieses Jahres Ein tolles Jahr. Gr. dramatisch- satirische Revue in 5 Bildern. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. 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Saal: das neue fonkurrenzlose Programm, 33 Senjations- Nummern, u. a.: Peter Bügler mit seinem konkurrenz losen Dressuratt: 3 Riesen- Bären und 1 Dogge, u. a. Ringlampf des Dompteurs mit den größten Bären. Orig. Darnet- Truppe( 5 Perf.), Akrobat. mit Sprung- Schleuderbrett. Zenta Demeter, die famose Soubrette. Ihr zweiter Mann. Ada u. Ottfried Relay,„ Duett neueſter Eine Hochzeitsnacht. Ihr zweiter Mann. ( Une Nuit de Noces.) Schwank in 3 Aften von H. Kéroul und A. Barre. Deutsch- Amerikanisches Theater. Köpenickerstr. 67. Zum 327. Male: Houte abend 8 Uhr! Lustspiel in 3 Aften von André Sylvane und Maurice Froyez. Anfang 8 Uhr. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Die oberen Zehntausend. Gastspiel Adolf Philipp. Sittengemälde a. d. Berlin. Boltsleben. Ueber'n Dazu die erstklassigen Specialitäten, GROSSEN Anfang 6uor. Kaffeeküche v.3 Uhr ab. Bei schlechtem Wetter Vorst. im Saale, TEICH National- Theater. Weinbergsweg 12a- 13b. Eröffnungs- Vorstellung: WING! 765 Figaros Hochzeit. Annie Dirkens Eröffnungstag wird noch bekannt gegeben. Abonnements werden bis Soubrette. 15. September täglich im Theater- Pas de Leux oriental. bureau entgegengenommen. 25/ 13* Tilly Béb mit ihren 12 Löwen. Paula Wom, Operettensängerin. Weimanns Ital. Harfenorchester, 28Harfenistinn. Volksgarten Theater. Badstraße 56, Gesundbrunnen. Donnerstag, den 8. September: Fortjehung der Ningkampf- Konkurrenz. Heute ringt: Degen mit Karl Kricheldorf, Hein mit Gustav Kricheldorf, Schneider mit Roschack. Konzert. Theater und Specialitäten Vorstellung. Richtung". Köhley- Trio, sensat. Hochturnkünstler. Anton Hildach, Humorist. Orig. The Elrados, tom. Redatt usw. Kaffeeküche. Volksbeluftigungen. Bis 2 Uhr: Ball. Entree 20 Pf. Sonntags 30 Pf. Palast- Theater. Bürgerliche Schauspiele. Burgstraße 22. Eröffnung: 10. September. Novität, Zum 1. Male: Vom Himmel zur Hölle. Gr. Ausstattungspoffe mit Gefang und Balletts in vier Aften von G. Höppner und T. W. Geride. Musit von A. Nensch. Balletts bon A. Chlebus. Jupiter: Dir. R. Winkler. Mit neuen Dekorat. u. Kostümen. Anfang 8 Uhr. Preise: 0,50-2,00. Rudolf Segoner, Ventriloquist. Fröbels Allerlei- Theater Severin und Mlle. Dorville in der Pantomime„ Der Trunkenbold". fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Nirvana, leberde Bilder. Die Klein- Familie, Die 8 Cocktails, Ab 1. September nur noch Radfahrer. Sonntags, Montags u. Mittwochs Vorstellung. Tanz- Ensemble. Die Baggesens komische Jongleure. Nächste Vorstellung: Die 3 Meteors Hochturner. Biograph, daritellend d. Ringkampf Sonntag, 11. September. zwisch. Hackenschmidtu. Jenkins. Extra- Tanz. Anf. 4 Uhr. Eintritt 30 Bf. Gebrüder Herrnfeld- Theater 8um 179. Male der größte Herrnfeld- Schlager Nur eine Nacht. 2 Afte aus einer Ehe und Am andern Morgen. Nachspiel zu„ Nur eine Nacht" mit Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Anfang auch Sonntags- 8 Uhr. Victoria- Brauerei Lützowstr. 111/112. Täglich im Garten oder Saal: Horsts Norddeutsche Humoristen und Quartett- Sänger. Anf.: Woche 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Bons haben Gültigkeit. Reichshallen- Theater. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Außerdem: Das SensationsSeptember- Programm. Im Saale: Gr. Ball. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Bi. Numerierter Platz 50 Bf. Sperrfis 75 Pf. Sonntag, 18. September: Große Eröffnungs- Vorstellung. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. glid on 12-4 Ube: Mittagstisch. Im großen schattigen Naturgarten jeden Abend 8 Uhr: Konzert. Dienstags, Donnerstags, Sonntags: Führmann- Walde- Sänger. Passage- Theater. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Anf. Sonnt. 3, Wochent. 5 Uhr. die Erschaffung Dida eines Weibes aus dem Nichts. Pocahuntas, die indische Nachtigall. Jean Paul, Komiker. Littke Carlsen, Karikaturen. Lucie Verdier, Vortragskünstl. 14 erstklassige Nummern. 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Freitag, 9. September 1904. Schlacht- und Viehhof. Wir halten diese Forderung eigentlich für selbst- Eine Versammlung der Galvaniseure, Hilfsarbeiter und verständlich, da wir es hier mit einem öffentlichen Institut zu thun haben Arbeiterinnen fand am 5. September im Gewerkschaftshause statt. Konferenz socialdemokratischer Gaft- und Schankwirte. und Berlin der einzige play ift, an welchem Sonntags geschlachtet Sie war recht gut besucht, besonders auch von Arbeiterinnen, was stimmt. Aber die Innung will sich nur auf dem Wege des Gesetzes ein Beweis dafür ist, daß das Verständnis für die GewerkschaftsAm Donnerstag fezte die Konferenz ihre Verhandlungen fort wird. und nahm zunächst die Vorstandswahl vor. Zum Verbands- oder einer Verordnung zur Beseitigung der Sonntagsschlachtung bewegung auch bei dieser bisher nur schwach organisierten Branche vorsitzenden wurde Ewald, zum Kaffierer Franfe gewählt. zwingen lassen, da nicht genügende Kühlräume vorhanden seien der Metallindustrie mehr und mehr Eingang findet. Die VerDie übrigen Vorstandsmitglieder sind durch die Zahlstelle Berlin und der Engroshandel auch Sonntags stattfindet. Die für sammlung diente hauptsächlich der Agitation. Das Referat über zu wählen. Als Siz des Verbandsausschusses wurde Hamburg be- uns so wichtige Forderung des kostenlosen Arbeitsnachweises die Frage: Welche Fortschritte hat die Tarifbewegung gemacht hat die Innung ebenfalls verworfen. Zunächst sei sie und welchen Wert hat ein Tarif für uns Galvaniseure? Hielt bis 1. Juli 1905 an Hierauf begründete Litfin die Notwendigkeit der Schaffung fontrattlich den Sprechmeister ge- Wücke. Er erwähnte in seinem Vortrage auch die beim Gürtlerbunden. eines Preßorgans, welches die Interessen des Verbandes zu vertreten Alsdann verlangt die reiche Innung von den armen und Drückerstreik im vorigen Jahre mit einer Anzahl Firmen abEinem damals seitens der hat. Die Gründung eines Blattes wurde einstimmig beschlossen. Gesellen 20 Pf. Einschreibegebühr. Von der Einrichtung eines pari- geschlossenen Tarifvereinbarungen. ein Mit Arbeitgeber geäußerten Wunsche entsprechend, wird jeßt daran geDas Blatt soll unter dem Titel:„ Der freie Gastwirt" monat- tätischen Arbeitsnachweises könne keine Rede sein, lich einmal erscheinen und den Mitgliedern unentgeltlich geliefert bestimmungsrecht der Gesellenschaft bleibt also ausgeschlossen. arbeitet, auch für die übrigen in den Vertragswerkstätten vertretenen werden. Als Redakteur wurde Litfin gewählt. Wir werden von den Meistern als Menschen zweiter Klasse Branchen Tarifvereinbarungen zu schaffen, wobei selbstverständlich behandelt. Der beliebigen Ausbeutung der Gesellen durch auch die Arbeiterinnen berücksichtigt werden. Wie die Mitteilungen die„ Sprechmeister" ist nach wie vor Thür und Thor geöffnet. des Referenten ergaben, sind die Beratungen, die hierüber mit den Unter dem Deckmantel Inmungssprechmeister" vermitteln diese Leute Vertretern der Arbeitgeber gepflogen werden, ziemlich weit voraußerhalb Stellungen für Berlin, anstatt für ihren Kreis, um den geschritten, so daß bald ein endgültiges Ergebnis vorliegen wird. Gesellen das Geld aus der Tasche zu locken. Marktpreise von Berlin am 7. September. Nach Ermittelungen des Für 1 Doppel- Centner: Weizen**), gute Sorte gl. Polizei- Präfidiums. 17,60-17,58., mittel 17,56-17,54 M., geringe 17,52-17,50 m. Roggen**), gute Sorte 13,90-13,89., mittel 13,88-13,87., geringe 13,86-13,85. Futtergerste*), gute Sorte 15,20-14,40 m., mittel 14,30 bis 13,60 m., geringe 13,50-12,80 M. Hafer*), gute Sorte 16,50-15,70 m., mittel 15,60-14,80 m., geringe 14,70-14,00 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 40,00-28,00 M. Speisebohnen, weiße 50,00-25,00 M. Linsen 60,00-25,00.. Heu 9,20-6,80 M. Kartoffeln, 12,00-7,00 M. Richtstroh 4,40-4,00 2. Für 1 Kilogramm Butter 2,60-2,00 M. Gier per Schod 4,00-2,80 m. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Ort und Zeitpunkt der nächsten Generalversammlung zu bestimmen, bleibt dem Vorstande überlassen. Nachdem noch einige geschäftliche Angelegenheiten erledigt waren, schloß der Vorsitzende Ewald die Konferenz mit einem Hoch auf den Verband der freien Gastwirte Deutschlands. Verfammlungen. " " Wafferstand am 7. September. Elbe bei Aussig 0,77 Meter, bei: Dresden 2,16 Meter, bei Magdeburg 0,03 Meter. Unstrut bei Straußfurt+0,60 Meter. Dder bei Ratibor+ 0,71 Meter, bei Breslau Ober- Begel+4,44 Meter, bei Breslau Unter- Begel 1,75 Meter, bei Frankfurt+0,26 Meter. Weichsel bei Brahemünde+1,95 meter. art he bei Posen-0,22 Meter." Nezze bei Usch+0,28 Meter. Witterungsübersicht vom 8. September 1904, morgens 8 lär. Wir waren gegenüber der Innung zu jeder Verhandlung bereit, diese erkennt den Centralverband aber nicht an, da die Gesellen unter sich nicht einig seien. Sie will nur mit dem Gesellenausschuß verhandeln. Letzterer hat es aber nicht für nötig gehalten, in der heutigen Versammlung zu erscheinen, Die Schlächtergesellen Berlins waren am Montag im großen er seht sich einfach über die Majorität hinweg; wir protestieren ganz Saale des Gesellschaftshauses Berliner Musiker versammelt. Acht- energisch gegen dieses Verhalten. Die andren Organisationen haben hundert Personen füllten Saal und Galerien. Da Keslinte so gut wie keine Bedeutung, sie tagen hinter verschlossenen Thüren nicht erscheinen fonnte er verhandelte mit der Freien Vereinigung und beschimpfen uns, wie z. B. der Moabiter Verein. der Meister, die zu gleicher Zeit bei Feuerstein tagte hielt Nur wenige Meister haben jetzt schon in ihren Betrieben geregelte Hensel das einleitende Referat über die Gesellen Verhältnisse, es bleibt uns nichts übrig, wenn ein sachliches Vorgehen fürsorge der Berliner Fleischerinnung im nichts nügt, dem Beispiele der Hamburger, Frankfurter und ameriLichte der Wahrheit". Er führte ungefähr aus: tanischen Kollegen zu folgen und zum Streit zu greifen. Nächste Unfre Forderungen sind diesmal minimale, aber die Innung hat in Woche sollen weitere 3 Versammlungen stattfinden, in welchen über ihrer Versammlung am 31. August alles rundweg abgelehnt. Wir die weiteren Schritte in der Lohnbewegung Beschluß gefaßt werden verlangen als Handwerksgesellen den zwölfstündigen Arbeitstag. fol. Keslinte war inzwischen eingetroffen. Er teilte mit, daß Die Innung hat sich aber im Princip nur mit einer täglich die Freie Vereinigung der Schlächtermeister" sich ganz im Schleppelfstündigen Ruhepause einverstanden erklärt und einer 66stündigen tau der Innung befinde und sich vorläufig auf nichts einlassen wolle. Ruhepause pro Woche zugestimmt. Wir verlangen Be- Es bleibe den Gesellen demnach nichts übrig, als sich zu organizahlung der nötigen Ueberstunden- Arbeit mit 50 Pfennig pro fieren und das Pulver troden zu halten. Die Diskussionsredner Stunde, die Meister waren nicht einmal für einen geringeren Lohn- äußerten sich meist im Sinne des Referats. Der zweite Punkt: Stationen satz zu haben, sie wollen diese Leistungen nach wie vor umsonst Die Meisterpresse und die Geheimnisse des Wurstkessels", wurde von haben. Ebenso verhalten sie sich gegenüber der Forderung eines der Tagesordnung abgefeßt. Minimallohnes bon 10 M. neben Kost und Logis pro Woche strifte Ein Flugblatt, welches die jetzige Situation schildert, gelangte ablehnend, so daß auch fernerhin ein großer Teil der Gesellen zur Verteilung und es fand eine Resolution einstimmige Annahme, Swinemde. 765 23523 1wollig 16 aparanda 767 S 14 Petersburg 773 Still nur 7 bis 9 M. pro Woche festen Lohn erhält. in der die Versammelten im Interesse aller Schlächtergesellen fordern, Hamburg 767 WSW 2Nebel 766 WNW 3 bededt 16 Cort Was die Einhaltung der gefeßlich festgelegten dreistündigen daß nunmehr seitens der Regierung bezw. des Bundesrats eine Be- Frank.a.m. 769 S 2bedeckt 12 Aberdeen 761 SSW 2bedeckt Arbeitszeit an Sonntagen betrifft, so meinten die Meister: es stünde schleunigung in der Einführung des gesetzlichen 12stündigen Marimal München 770 28 4 Regen 11 Paris 769 Still halb bd. 9 ja den Gesellen frei, dem Geseze Geltung zu verschaffen, hätten arbeitstages herbeigeführt wird. Die Versammelten halten auch Bien 766 S 1 heifer also gegen eine Denunziation der Meister seitens ihrer Gesellen fernerhin an den vom Centralverband gestellten Forderungen fest und Wetter- Prognose für Freitag, den 9. September 1904. nichts einzuwenden. Wir fordern ferner die Einstellung des beauftragen die Leitung, für die Durchführung derselben, sei es auf Nachts etwas fühler, am Tage wärmer, vielfach heiter, aber veränderlich Tötens von Vieh am Sonntag( außer in Notfällen) auf dem hiesigen gütlichem oder ernstem Wege, Sorge zu tragen. bei ziemlich lebhaften südwestlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. " Deutscher Holzarbeiter- Verband. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Heute Freitag, abends 812 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Sonntag, den 11. September, vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Fischer, Waldstr. 8: Bezirks- Versammlung für Moabit. Tages- Ordnung: Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353. Sonntag, 11. September, vormittags 10 Uhr, im Lokale von Kube in Borsigwalde, Ernst- und Schubertstraßen- Ecke: Morgensprache der Mitglieder d. Deutsch. Metallarbeiter Verbandes aus Dalldorf und Borsigwalde. Die Ortsverwaltung. 1. Vortrag des Genoffen Dupont über:" Die nie versiegende Kraft der modernen Arbeiterbewegung". 2. Diskussion. 8. Verbandsangelegenheiten 120/10 und Berschiedenes. Achtung! Einsetzer! Achtung! Sonntag, den 11. September, vormittags 10 Uhr, finden in den bekannten Lokalen die Bezirkssihungen statt. NB. Laut Beschluß der Versammlung vom 28. Auguft soll eine Liftenabstimmung über die allgemeine Einführung des Extra- Fonds in allen Beairten vorgenommen werden, und sind die Kollegen verpflichtet, sich am Sonntag alle daran zu beteiligen, da das Ergebnis der Abstimmung für jeden bindend ift. Die Kommission. Montag, den 12. Septbr., abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- lfer 15( Saal II): 88/16 Kommissions- Sitzung. Der Obmann. Sonntag, den 11. September, vormittags 9 Uhr, im Lokale des Herrn Bolzmann, Lichtenbergerstr. 21: Ausserordentliche Branchen- Versammlung der Stellmacher Tages Drdnung: 1. Bekanntgabe des Resultats der statistischen Aufnahme über die Lohnund Arbeitsverhältnisse der Berliner Stellmacher. 2. Distuffion. 3. Branchenangelegenheiten. 4. Berschiedenes. Die Kommission. Dienstag, den 13. Septbr., abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 8): Branchen- Versammlung der Jalousie- Arbeiter. Tages Drdnung: 1. Abrechnung vom Bergnügungskomitee. 2. Bahl eines Obmannes. 3. Verschiedenes. Bitte um zahlreiche Beteiligung. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Obmann. Bekanntmachung. Hierdurch die ergebene Mitteilung, daß das früher Münselsche Wallstrasse 70-71. Lohtannin- Bad, New Colln& W. 6-8 a. bon dem Eigentümer des Hauses in unsern Befit übergegangen ist. Die Anstalt ist vollständig renoviert und werden daselbst neben den als Specialität abgegebenen Lohtanninbädern aus täglich frischer Abkochung auch medizin., elektr. Glühlicht. u. Dampf schwigtastenbäder verabsolgt und zwar 2192* täglich für Damen u. Herren. Die früher verausgabten Billets werden in Zahlung genommen. Vereinigte Badeanstalten G. m. h. H., Schützenstr. 18. Vereine. bereine. Neues Pianino. Dirdfenstr. 39. I. Etage, L. Katz& Co. Spandauerstr. 45, am Molkenmarkt. Größtes Special- Geschäft sämtlicher Gastwirtsartikel. Rich. Rosien N., Schwedterstrasse 26. Bur Saison empfehle meiner geehrten Kundschaft mein reichhaltiges Möbellager zur gefl. Besichtigung. Abonnenten des„ Borwärts" gewähre bei Bareinkauf 4 Prozent Rabatt.. Hausfrauen gebrauchet Kondensierte Alpenmilch Nestle Voller Rahmgehalt. überall käuflich. 2522 Fey's Gesellschaftshaus, Brunnenstraße 184. 71L* Bimmer für 80 und 20 Personen, auch für GesangKarl Grosser.( Zwischen Bahnhof Börse und Alexanderplat.) 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Spar- und Produktiv- Genossenschaft Berlin- Rixdorf. Achtung! Bauarbeiter. Achtung E. G. m. b. S. Montag, 12. September, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause ( großer Saal), Berlin SO., Engel- llfer 15: 2. Ausserordentliche General- Versammlung. 1. Auflöſung der Genoſenſchaft( nach§ 78 des Genoffenschafts- Gefebes). 2. Wahl der Ordnung: 3. Etwaige Anträge der Mitglieder; dieselben müssen mindestens drei Tage vorher schriftlich beim Vorstande eingereicht werden. 4. Antrag des Genossen Schulzky, Schiedsgericht betreffend. Nur das Mitgliedsbuch legitimiert. Nur Mitglieder haben Zutritt. Ehegatten müssen zur gegenseitigen Vertretung eine schrift: liche Vollmacht des andren Teils vorweisen. *) Laut Statut muß die Auflösung von zwei innerhalb 4 Wochen stattfindenden Generalversammlungen beschlossen werden. 126/ 14* 1 Verband der Bau-, Erd- u. gewerbl. Hilfsarbeiter Deutschl. Sonntag, den 11. September 1904, vormittags 10 Uhr: Außerordentliche Generalversammlung im Gewerkschaftshause( großer Saal), Engel- Ufer 15. Tages Ordnung: V 3. Wahl 1. Die Kämpfe im Baugewerbe und ihre Lehren für die Zukunft. Referent: Stollege G. Behrendt- Hamburg. 2. Diskussion. eines Ausschußmitgliedes. 4. Verbandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Eintritt. Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder wird erwartet. Montag, den 12. September 1904, abends 72 Uhr: Die Lohnkommission. 103/16 ArbeiterRadfahrer- Verein „ Berlin". ( Mitgl. d. Arb.- Radf. Bundes Freiheit".) Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gürtler Otto Pritzel am am 6. d. Mts. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet 11. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Santt Andreas- und Markus- GemeindeKirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. Rege Beteiligung erwartet 120/11 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Allen Berwandten und Bekannten, Mitglieder des früheren Arb.- Radf.- dem Gesangverein Schildhorn sowie Vereins Berlin" haben sich einen den Kollegen der Gießerei der A. E. G. neuen Verein gegründet. Freunde für die rege Beteiligung und die und Genossen, die den Sport und die zahlreichen Kranzspenden bei der BeGeselligkeit pflegen wollen, werden erdigung meines lieben Mannes gebeten, sich uns anzuschließen. Der Emil Fitzner sage ich hierdurch Berein tagt jeden 1. und 3. Donners- meinen besten Dank. tag im Monat beim Sportgenossen B. Krone, Liegnigerstr. 18. Sonntag, 2552 den 11. Tour nach Bichelswerder ( Freund). Start Mittags 1 Uhr Hallesches Thor. Gäste willkommen. Louise Fitzner. Für die beim Hinscheiden meines Sohnes, Schwiegersohnes, Bruders genauer Feststellung des Geschäftsguthabens jedes einzelnen Sektions- Versammlung der Sektion der nächste Verf.: Donnerstag, 15. d. M. lieben Mannes und Baters, unfres Zweds Mitgliedes ist es unbedingt nötig, daß so fort nach dieser Generalversammlung die Mitgliedsbücher abgegeben werden. Im eignen Interesse, um sich vor event. Schaden zu bewahren, ersuchen wir dringend, daß alle Mitglieder diesem Verlangen nach kommen. Die Bücher sind in den Verkaufsstellen abzugeben und vom 30. Oftober cr. ab ebenda wieder in Empfang zu nehmen. Der Aufsichtsrat. F. Schulze, Borsitzender. Der Vorstand. L. Breslauer. E. Wutzky. Töpfer- Träger im Rosenthaler Vereinshaus, Rosenthalerstr. 57. Tages Ordnung: 1. Vortrag. Referent: Genosse Schütte. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 34/11 Die Ortsverwaltung. Berliner Arbeiter- und Schwagers Radfahrer- Verein". Albert Hentschel Touren zum Sonntag, richtigster Teilnahme, sowie für die erwiesenen vielfachen Beweise aufden 11. September: zahlreichen Kranzspenden sagen wir Freitag, 9. September, abends 8%, Uhr, bei Buggenhagen Berliner Bockbrauerei. am Moritzplatz: Achtung, Glasarbeiter! Oeffentliche Versammlung. Freitag, den 9. September, vormittags 91%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Oeffentliche Versammlung Vortrag des Genossen Adolf Brand: sämtlicher Glasschleifer, Bolierer und Beleger. Kaplan Dasbach und die Freundesliebe. Tages Ordnung: 1. Der Stand unsrer Lohnbewegung. 2. Diskussion. 292/18 Mit kollegialischem Gruß: Der Einberufer. Tischler- Verein zu Berlin. ( E. H. 89.) Herrenpartie nach Finkenkrug zc. Sonntag, den 11. September. Abfahrt 7 Uhr Lehrter Bahnhof. Rege Beteiligung erwünscht. 199/5 Der Vorstand. Jedes Wort: 5 Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Ptg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Pfandleihhaus Weidenweg 19. Spottbilliger Gardinenverkauf.+ 49* Betten, Bettwäsche, Bettinlette, Aussteuerwäsche. Spottpreise. Pfandleibhaus Weidenweg neunzehn. VerTaufszeit genehmigter Ladenschluß. Standalöse Rechtszustände unter dem§ 175 des Str.-G.-B. Die Versammlung am Montag über das gleiche Thema wurde Dr. polizeilich aufgelöst! Zur Deckung der Unkosten Eintritt 20 Pf. 292/17 Simmel, Str. 41, Prinzen- Dr. Schünemann Specialarzt für Hants, Harus und Frauenleiden, Seydelstr. 9. Wochentags 12-13, 1,6-28. Specialarzt für[ 25/ 12* Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4. 1. Abt.: Treffpunkt nachmittags allen, insbesondere auch den Inhabern und Kollegen der Firma A. Lade, sowie dem deutschen HolzarbeiterVerband, Zahlstelle Rigdorf, unsren herzlichsten Dank. 10065 2. u. 3. Abt.: 7 Uhr früh nach NeuMühle( Riedel); 2 Uhr mittags nach Schmöckwitz( Noaks). Starts: Heinrichsplatz. 4. Abt. nachmittags 2 Uhr Tabberts Waldschlösschen( Wuhlheide). Start Andreasplatz. 5. Abf.: 6 Uhr früh nach Teupitz; 12 Uhr mittags nach Schmöckwitz ( Noaks). Start Andreasplatz. 6. 2bt. u. 9. Abt.: 7 Uhr früh nach Finkenkrug. Start Brandenburger Thor; 2 hr mittags nach Pichelswerder( Freund). Start Brandenburger Thor.) 7. Abt.: 6 Uhr früh nach Dahme i. M. ( Kaiser- Garten); 1 Uhr mittags nach Erkner( Brode). Start Müllerstr. 7a ( Krause). Die Hinterbliebenen. Zur Einsegnung! Gesangbücher von an. 1,25 Mk. Album- und Lederwaren- Fabrik Oskar Gundau, 8. Abt.: 6 Uhr früh nach Eberswalde, 1 Uhr mittags nach Bernau Oranienstr. 30, Ecke Adalbert- Str. ( Elisium). Start früh Fennbrücke, Gr. Lager aller Arten Lederwaren mittags Waldstr. 8. 28/8 u. Schmucksachen zu bill. Preisen. Kleine Anzeigen. Spottbillige hochelegante Stores, Gardinen, Betten, Aussteuerwäsche, Plüschdecken, Schlafdecken. Brautleuten wird günstige Gelegenheit gegeben, im Pfandleibhaus Weidenweg 19 ein aufaufen. + 49* Ringschiffchen, Bobbin, Schnellnäher, ohne Anzahlung, Boche 1,00, gebrauchte 12,00. Stopniderstraße 60/61, Brenzlauerstraße 59/60 und Große Frankfurterstraße 43 Nähmaschinen, Wheeler- Wilfon von 8 Langschiff von 10 Mart mann, Gollnowstraße 26. 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