Nr. 313. HbonncmentS'Bedingungen: lOorotementä- Preis pränumerando: Pierteljährl. 3.30 Ml., monati. 1.lv Ml. wöchentlich 28 Pfg. frei WS HauS. einzelne Nummer S Pfg. Sonntags» nummer mit Mustrierter Sonntags- Beilage»Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Marl pro Monat, Eingetragen in die Posl-ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn S Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. 21. Jahrg. vlchtlil täglich auOtr montags. Devltnev VolksblÄkk. DK TnKrtionS'Gebfllp beträgt für die sechsgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerlschastliche Vereins- und Versammlungs.Anzeigen 25 Pfg. „Kleine Hnzelgen". das erste ssett» gedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bi! 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben «erden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Delegramm- Adresse: „Ssdaldcaisltnt Rcrllo". Zentralorgan der sozial demokratischen parte» Deutschlands. Redaktion: 831. 68» Lindenstrasse 69. Fferiisprecher: Amt IV. Nr. 1383. Sounabeud, den 10. September 1904. Expedition: 831. 68, tlndenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1984._ Ein Wendepunkt in der„christlichen Arbeiter- Bewegung" Westdeutschlands. Aus dem Ruhrgebiet wird uns geschrieben: Wenig beachtet von der breiteren Oeffentlichkeit und doch hoch- bedeutsam für die Entwicklungsgeschichte der sogenannten.christlichen' Gewerkschaftsbewegung im westdeutschen Industriegebiete vollzog sich seit einigen Wochen im Ruhrkohlengebiete unter den Bergleuten ein W a h l k a m p f», dessen Abschluß am 10. September eintritt. An diesem Tage finden nämlich in 31v„Sprengeln" des großen B 0 ch um er Knappschafts- Vereins fcirca 290 000 Mitglieder) die Arbeitervertreter« Wahlen statt. Die„Acltesten' sind die gesetzlichen Vertreter der Knappschafts- Mitglieder und bilden mit den in gleicher Zahl gewählten Werks- Vertretern die beschließende Behörde des Vereins. Aus beiden Vertretergruppen werden je lö Personen zum engeren Vor« st a n d delegiert, der die laufenden Vereinsgeschäfte regelt. Nur mit der Einschränkung, daß die Aeltesten einen so minimalen Einfluß auf die Kassenverwaltnng haben, daß sie nicht viel mehr als De- koration darstellen, sobald auch nur ein Aeltester im Vor- stand sich bei entscheidenden Abstimmungen den Werks- besitzern anschließt. Daß mindestens ein solcher Zechen- ältester immer im Vorstand fitzt mid die Arbeiterrechte nieder- stimmt, das haben die Werksbesitzer bisher stets möglich gemacht. Bei den Arbeitervertreterwahlen griffen die Zechenverwaltungen stets mit terroristischer Macht ein, so daß bisher immer so viel Zechen« älteste ffie nennen sich selbst.Mäßige") zum Amte kamen, um bei den Vorstandswahlen über die Opp ositi on(so nennen sich die Zechengegner) zu siegen. Die Aeltestenwahlen finden alle sechs Jahre statt, das Wahlverfahren ist geh eim und direkt, laut Stawt; das Berggesetz stellt den Wahlmodus frei. Auch 1833 gelang es noch einigen 70 bis 80 Zechenältesten zu siegen. Außerdem eroberte der christliche Verband" 80—30, der „alte Verband" 104 Sprengel. Keine der drei Gruppen hatte dennoch die Majorität für sich, da? führte 1399 zu dem be- kannten Bündnis zwischen dem„christlichen" und dem„social- demokratischen" Verband, zwecks Beseitigung der Zechenältesten aus dem Kassenvorstand. Mit Leichtigkeit wurden nun in den drei folgenden Vorstands-Ersatzwahlen die Mäßigen besiegt, eS blieb nur noch ein Zechcnhelfer(Bloch) im Vorstände; ihn sollte 1904 das Schicksal ereilen. Aber da geschah das, was seitdem die Ruhrbergmannschaft in Aufregung hält. Hatte Centrums-Abg. Brust, der Vor- sitzende des„Christlichen Gewerkvereins", schon 1301 den Zoll- wucher-Tarif(für den Brust agitierte) zum Anlaß des Bruches mit dem. alten Verbau de" genommen, so gelang es ihm doch noch nicht, auch den Keil zwischen die Alte sie n der beiden Verbände zu treiben, welche redliche Mühe sich auch Brust im Verein mit der Centrums- und Zechenprcsse gab. Noch im Vorjahre tagten die Aeltesten gemeinsam und stellten Anträge zur Re° form des KnappschastSwesenS, die der Regierung zur Ergänzung ihres AbändenmgsentwurfeS zum Berggesetz zugestellt wurden. DaS war noch im August 1903— zum Pfingst- tag 1304 waren 83 Gewerkvcreinsältesten von Brust nach Alten- essen zusammenberufen und dort gelang eS dem«christ- lichen"Gewerkvereins«Führer auch dieAeltesten zum Bruch mit ihren Kollegen aus dem„alten Wer- bände" zu bestimmen! Dafür ging die Gewcrksvcrcinöleitung ein Bündnis mit den Zechenältesten ein, infolgedessen am 11. Juni dieses JahreS bei der Vorstands-Ersatzwahl die ZechengewerkvereinSliste siegte über die Verbandsliste. Gegen das 1899 vereinbarte Reformprogramm wählten die Zechen-Gewerkvereinler zwei Grubenbeamten(einer ist zwar pensioniert, aber rechnet zu denBeamten) in den Kassenvorstand als „Arbeitervertreter". Das hatte die sofortige Folge, daß der bc- kannteste Reformgegner, Herr Werksbesitzer Dr. W e i d t- mann zum zweiten Vorsitzenden gewählt wurde mit 17 von 30 Stimmen; zwei Zechen- Gewerkvcreinler wühlten den Reform- gegner. Wenn nun auch der eine Bloch auS dem Borstand war, so sorgte doch Herr Brust für genügenden Ersatz; außerdem wurde der allzu kompromittierte Zechenfreund Bloch ent- schädigt, indem ihm zechengewerkvereinSseitig ein andrer wichtiger Vertrauensposten übertragen wurde, und dann wurde Bloch Mit- glied des Gewerkvereinsl Dieser selbe Herr„Arbeiter- Vertreter" hat am 14. November 1903 in der Berliner Konferenz der Knappschoftsvereine mit den Werksherren sogar gegen Reformvorschläge der Regierung, z. B. gegen daS gesetzliche geheime Wahlrecht der Kaffenmitglieder. gestimmt! Daraus erkennt man schon zur Genüge, welche totale Schwenkung die .christliche Bergarbeiterführung" machte, daß sie diesem Wahl- rechts feinde zum Mitgliede erkor. Aber man ging noch weiter: Bloch ist jetzt in Essen auch der offizielle Aeltestenkandidat des„christlichen" Gewerk- Vereins III Nun einmal A gesagt, mußte auch das ganze kapitalistenfreund- liche Alphabet durchbuchstabiert werden. Für die am 10. September stattfindenden allgemeinen Aeltestenwahlen hat der Gewerkvrrciu ein formelles Bündnis mit den Zechenherren geschloffen!!! DaS geht schon daraus hervor, daß heute die Gewerkvereinsleitung daS 1883 geschaffene, jetzt noch gültige Kassen statut ganz im Sinne der Werksbesitzer lobt, während bis voriges Jahr Herr Brust sich in den gröbsten Ausfällen gegen das Statut erging. Früher schrieb der„Bergknappe", das neue Statut enthalte Verschlechterungen, Rückschritte, die Wünsche der Mit- gtieder seien„nicht i-m entfernte st en" befriedigt. Damals gab der.Bergknappe' den„Mäßigen"(Zechenältesten) die alleinige Schuld an der schlechten Statutfassung. Als die W e r k s b e s i tz e r in der Generalversammlung des Vereins nochmals alle Refonnanträge der Oppositton ablehnten, schrieb der„Berg- knappe": „Man merkte bei einzelnen Werks besitzern geradezu höhnische Grimasssen(III). Als fie gegen die Gleich- stellung der alten Invaliden von vor 1892 stimmten, erschollen aus den Reihen der Arbeitervertreter die Rufe:„ P f u i I" „Haben kein Herz!"„Haben ein Herz von Stein!" Der Vorsitzende bezeichnete dieses als nicht parlamentarisch, doch sind uns diese Rufe leicht erklärlich. Wie es den armen alten Invaliden zu Mute ist, davon haben ja Herr Bergrat Ludwig und die Werksvertreter kein Verständnis oder wollen es nicht haben.(!!!) Hoffentlich wird das beinahe protzige Verhalten der Werksvertreter vollständig ernüchternd auf die Bergleute wirken.(III) Sie sehen, daß von der Seite nicht der gering st e Fortschritt im Knappschaftswesen auf gütlichem Wege zu erreichen ist. Hier müssen andre Mittel in Anwendung kommen." Das gerade Gegenteil schreibt die Gewerkvereinsleitung jetzt von dieser Aeltestenwahl. Jetzt sollen die„Socialdemokraten" gegen das Statut gestimmt haben, welches„thatsächlich nur Vor- teile" brachte. Jetzt sollen die oppositionellen Aeltesten— darunter auch ehrliche Gewerkvereinsvertreter!—„Stock- prügel"(!) verdient haben, weil sie gegen das Stawt stimmten. DaS Statut ist 1898 angenommen worden gegen die Stimmen der oppositionellen Aeltesten beider Verbände; jetzt sind diese Oppositionellen flugS zu„Socialdemokraten" gestempelt, die„alles oder nichts" haben wollen; echte Centrumsdemagogie, wieman sieht. Die Werksbesitzer werden jetzt als wohlwollende Herren an- gekatzbuckelt, ohne die„man nichts machen kann". Reinste Harmonielehre! Man erkennt die ehedem mit g e w a l t- samen Mitteln gegen die Werksbesitzer drohende Gewerkvereinsleitung nicht mehr wieder. Der Eintritt Brusts in die C e n t r u m S f r a k t i 0 n hat Wunder gewirkt, er empfiehlt jetzt, den.Arbeitgebern mit Liebe entgegenzukommen". Die Zechen- ältesten sind heute Gewerkvereins-Mitglieder und-Kandidaten, die Wahlparole lautet jetzt:„Jagd nur auf Rotwild!" Das ist eine Wendung, die zu einem S e d a n der„christlichen Arbeiterbewegung" führen mutz. Denn im Kuappschaftswesen kulminiert das Jntereffe der Bergarbeiter, handelt eS sich doch um ihre Versicherung gegen Folgen von Krankheit und In- Validität und um die Hinterbliebenenrente. Wie unter dem Einfluß der Werksbesitzer„thaffächlich nur Vorteile" geschaffen sind, dafür genügen schon folgende Zahlen als Beweis: Es betrugen im Durchschnitt: Arbeiter- Pension Witwen- Waisen- beitrage pro Invalide geld geld 1875 23,06 M. 261,36 M. 192.74 M. 45,07 M. 1885 25,69, 261,21. 162,62. 55,23„ 1902 52.55„ 236,71„ 156,00„ 35,83„ Kommentar überflüssig. Auch für die Bergleute, denen eS gar nicht einleuchten will, daß sie nun als„Christen" verpflichtet seien, die von der ZechengewerkvereinS-Leiwng präsentierten Zechen- kandidaten zu wählen. In einer Reihe Sprengel rebellierten die „christlichen Bergleute" gegen das Bündnis Brusts mit den Zechen- Verwaltungen. Schon ist es zu christlichen Rebellenkandidaten ge- kommen, man hat die Mitglieder zu tief eingeschätzt. Hunderte Gewerkvereinler traten zum Verband über, der großartige Fortschritte macht. Zu alledem stellt sich heraus, daß der angebliche„paritätische" Gewerkverein keinen einzigen evan- gelischen, nur katholische Beamte besitzt I Darum inter- pellicrt, höhnte CentrumSabg. Brust: eS müssen erst evangelische Schlauköpfe gebacken werden!!! Die Centrumsmache der „neutralen christlichen' Operationen ist damit allen Bergleuten offen- bar. Verschiedentlich sind daraufhin„evangelische Aeltesten" auf- gestellt worden. Rkit dem Abschwenken ins Zechenlager ging dem Gewerkverein der Nimbus einer mit radikalen Tiraden operierenden Arbeiterorganisation verloren, die Vereinigung wird nur noch Zechen- gewerkverein genannt. Das ist ihr Sedan. Krampfhaft versucht man immer noch den radikalen Schern zu retten, besinnungslos werden beispiellose Schmutz- flugblätter, in denen sogar tote Verbandsführer infam insultiert werden, zusammengeschmiert, kulturhistorische Dokumente klerikaler Gemütsverrohung. Welchen Eindruck diese unerhörte Kampfesweise macht. ergiebt sich klärlich aus dem werksfreundlichen„Rheinisch-Westfälischen Tageblatt", welches schreibt: „Der Kampf um die Knappschaftswahlen setzt so scharf ein, wie nie zuvor. Leider werden aus christlicher Seite in diesem Kampfe die allerschwerstcn Fehler gemacht. Das Flugblatt, das in diesen Tagen vom Vorsitzenden des christlichen Gewerkvereins, Herrn August Brust in die Welt gesetzt wurde, hat der von ihm vertretenen Sache nicht nur nichts genutzt, sondern im Gegenteil ganz erheblich geschadet. Die darin nicderaclegten wüsten Schimpfereien übersteigen in der That so sehr alles Zu- lässige, daß man sich gar nicht wundern darf, wenn viele Berg- leute sich davon geradezu angewidert fühlen und lieber gar nicht zur Wahl gehen, als sich zum Bundesgcnoffen und� Spieß- gesellen eines solchen Schimpfvirtuosen zu machen." Die« der Wutschrei eines Blattes über die grandiose Un- geschicklichkeit eines Zechenhelfers. Das Schmutzflugblatt hat denn auch sehr niederdrückend und empörend gewirkt aus solche Kreise, deren Hilfe die Zechen sehr nötig haben. Wie der Wahlausfall sein wird, läßt sich natürlich nicht bestimmt voraussagen. Die Arbeiterfeinde machen ungeheure Anstrengungen. Zechenverwalttmgen, Klerisei, Lehrer, Windthorst-Bund. national- liberale Wahlmacher sind gegen den Verband aufgeboten. Mit Kandidatenmaßregelungen suchen die kapitalistischen Scharfmacher die Verbändler einzuschüchtern. Das unsinnigste, verlogenste, gemeinste Zeug publiziert die mit Bolldampf für die Zechenpartei agitierende Centtumspresse gegen den Bergarbeiter-Verband und die Social« demokratie. Ein Spektakel, gerade so lärmend und widerlich wie bei der Reichstagswahl. Unsre Gegner wissen recht gut, daß es sich um einen Entscheidungskampf handelt. Eine Niederlage drückte den Zechengewerkverein sofort zur BedeutungS« losigkeit herab. Aber auch gesetzt der Fall, die klerikale Verhetzung im Bunde mit kapitalistischem Terrorismus würde am Sonn- abend die Majorität der Sprengel erobern, so wäre dies doch nur ein Pyrrhussieg. Alle Wohlgerüche Arabiens können von dem„christlichen Gewerkverein" nicht mehr das Odium nehmen, welche« er in den Augen der Arbeiterschaft durch daS offenkundige Bündnis mit den Kapitalisten auf sich lud. Siegen kann der Zechengewerkverein nur mit Hilfe des kapitalistischen Terrorismus, denn an Mitgliedern ist der Verband der viel Stärkere. Dies weiß jeder Bergmann und damit ist das Schicksal der„christlichen Bergarbeiter- organisation" besiegelt. So oder so: zerschellt die klerikale Sonder« bündelei nicht am 10. September bei der Aeltestenwahl, dann zieht die kompromittierende Kapitalistenhilfe den„siegreichen" Zechengewerk» verein in den Abgrund. Die freie Bergarbeitergewerk» schaft siegt auf alle Fälle. poUtifcbe Gebcrlicht. Berlin, den 9. September. Freisinn und Wahlrecht. Daß die Freisinnige Volkspartei gegen das allgemeine Wahlrecht ist auf den Gebieten, wo sie herrscht, ist bekannt. Ja die Freisinnige Volkspartei ist sogar noch für eine Verschlechterung des preußischen Dreiklassen-Wahlrechts in Staat und Gemeinde zu haben. Der letzte freisinnig-nattoualliberale„Reform'antrag im preußischen Ab- geordnetenhaus läuft darauf hinaus, das Wahlrecht in der Richtung zu Ungunsten des Proletariats zu verbessern, daß statt der Dritte- lung nach UrWahlbezirken die ganze Stadt einen Bezirk bilden soll. So unsinnig natürlich die Drittelung nach UrWahlbezirken ist, so mildert dieser Unsinn doch etwas den plutokratischen Charakter des preußischen Wahlrechts, indem eS in proletarischen Vierteln auch die Besitzlosen in die zweite und erste Klaffe borrücken läßt. Infolge dessen ist im dritten Berliner Landtags- Wahlkreise bei der letzten Wahl die Socialdemolratie dem Freisinn so nahe ge- kommen, daß bei den nächsten Wahlen aller Voraussicht nach der Freisinn verdrängt werden wird. Um dieses Unglück zu verhüten, hat man mit den Nationallibcralen zusammen jenen Reformantrag ein- gebracht, dessen Verbesserungen— neue Einteilung der Wahlkreise — nicht angenommen werden, deffen Verschlechterung dagegen— Beseitigung der Drittelung nach UrWahlbezirken— zur Annahme ge- langen dürfte. Den ganzen stumpfen Haß der Freisinnigen Volkspartei gegen das Princip des ReichstagS-Wahlrechts offenbart eine Auslassung der„Vossischen Zeitung" gegen den Antrag unsrer Charlottenburger Stadtverordneten auf Einführung des ReichStags-Wahlrechts in den Gemeinden. Vor 40 Jahren war das freisinnige Bürgertum in den Städten im Konflikt mit der Regierung. Noch heute weinen die fteisinnigen Heldengreise vor Stolz und Rührung, wenn sie von jenen Zeiten de? Kampfes gegen Junkertum und Regierung erzählen. Heute schreibt das Organ derselben Heldengreise. eS sei ganz umnöglich, an die Einführung des ReichstagS-Wahlrechts für die Gemeinden zu denken, weil dann die Socialdemolratie ans Ruder kommen würde und damit ein Konflikt zwischen der Stadt und der Regierung entstehen würde. Um solche Ge- fahr zu vermeiden, hat man ja auch schon wiederholt in fteisinnigen Kreisen für das Gemeinde-Wahlrecht eine„Reform" dahin angeregt, daß statt des Dreiklassen-Systems das gleiche Wahl- recht eingeführt würde, aber mit einem C e n s u S, so daß auch die Herrschaft der Socialdemolratie in der dritten Klasse auf diese Weise fortreformiert würde. In dieser Tendenz schreibt denn auch die„Vossische Zeitung": „Wie sich die Charlottenburger Anttagsteller die AuSführmtg der Wahl im einzelnen denken, wissen wir nicht; eS ist auch einerlei. Jedenfalls werden sie der Ueberzeugung sein, daß die Socialdemokratte die erdrückende Mehrheit in der Stadtverordneten- Versammlung haben würde, wie in vielen Großstädten, so zumal in Berlin. Mit kühlem Lächeln ginge der„Massen- tritt der Arbeiterbataillone" über nationasiociale oder social- liberale oder socialfortschrittliche Kandidaten zur Tagesordnung über. Denn finden schon die„Revisionisten" nicht überall Gnade vor den Augen der„Genossen", wie sollten sie sich für bürgerliche Kandidaten erwärmen, die nicht einmal Republikaner sein wollen? Also im„roten Hause" regiert die Partei der Herren Bebel und Singer. Sie übernimmt die Verwaltung der städttschen Betriebe; sie verfügt über die Anstellung der Beamten; sie besetzt die Deputationen, beispielsweise auch die Schul« dcputation, sie ernennt die Stadträte, den Bürgermeister und den Oberbürgermeister. Freilich, einstweilen nimmt die Regierung für eine Anzahl Wahlen das Bestätigungsrecht in Anspruch. Wie mm. wenn die Wahlen des socialdemokratischen Oberbürgermeisters und der übrigen socialdemokratischen Magisttatsmitglieder nicht bestättgt werden? Die„Genossen" mit dem Männerstolz vor Königsthronen werden sich nicht fügen, die Regierung noch weniger, und so wird eine Stelle nach der andren vom StaatSministerium kommissarisch besetzt. Herr Singer kann schon jetzt seine Sehnsucht nach einer Erhöhung des Ein- kommensteuerzuschlags über 100% hinaus nicht zügeln, denn während die Masse der Arbeiter steuerftei bleiben soll, soll die„Bourgeoisie" da. " = Immer kränker wird Freiherr v. Mirbach im„ Lokal- Anzeiger" jetzt soll er bereits nicht mehr fähig sein, als Oberhofmeister der Kaiſerin zu fungieren. Und wurde doch noch bis vor kurzem von demselben„ Lokal- Anzeiger“ so heftig gesund gebetet!-pinio worden war." Bluten. Je stärker sie besteuert wird, um so besser. Die„ Kapitalisten", p Bei der großen Zahl russischer Deserteure, die naturgemäß ohne Verbotene Schriften." Von der 8. Gendarmerie- Brigade, Saar zu denen auch Leute mit 2000 oder 3000 Mart Ginkommen Baß reisen, bedeutet diese Praxis, wie wir schon hervorhoben, eine brücker Offizier- Distrikt, erhalten wir folgende Zuſchrift:„ Am gehören, sollen zahlen, damit desto mehr dem„ klassenbewußten Verlegung der Neutralität. Deserteure werden selbst nach dem sonst 26. August d. J. brachte die„ Saarbrücker Zeitung“ eine Notiz aus Proletariat" zugeführt werde. Das Bürgertum zahlt die Steuern, unterhalb der Grenze der Civilisation stehenden preußisch russischen Saarbrüden, bei einem socialdemokratischen Bädergesellen eine Hausdem Borwärts", wonach die Gendarmerie in Dudweiler, Kreis und die Socialdemokratie verfügt über sie. Bei einem Zuschlage von mehr als 100 Proz. aber hat die Staatsregierung den Stadt- Auslieferungsvertrag nicht ausgeliefert. Diefe Nichtauslieferung von suchung nach verbotenen Schriften pp. abgehalten hätte. Haushalt zu genehmigen. Das nächste ist, daß einem von der Deserteuren ist eine der ersten grundsäglichen Regeln des Völkerrechts. Der weitere Passus in Ihrem Blatte, der Bäckermeister sei bon Socialdemokratie nach ihren schönen Grundsätzen aufgestellten Die Zurückbringung an die Grenze ist aber nur eine hinterlistige und um der Gendarmerie aufgefordert worden, den Gesellen zu entlassen, Haushalt die Genehmigung verweigert wird, und der Konflikt ist so verwerflichere Form der Auslieferung. Sie kann heute nur so entspricht jedoch nicht den Thatsachen, da schon 14 Tage vor dieser Auf Schritt und Tritt überhaupt giebt es dann Kampf gedentet werden, daß Deutschland das Streben hat, entgegen dem behördlicherseits angeordneten Durchsuchung von dem betreffenden zwischen der Stadtverwaltung und der Staatsverwaltung, und man Völkerrecht und unter Bruch der Neutralität Nußland vor Desertionen Bäckermeister dem Gesellen aus eigner Entschließung gekündigt muß mit Blindheit geschlagen sein, wenn man nicht erkennt, daß dieser Kampf nur mit der Vernichtung der Bürgerfreiheit und zu schützen. Nach allen Thatsachen, die wir in den letzten Wochen mitgeteilt wird in der Berichtigung nicht gesagt. Wodurch die eigne Entschließung" des Meisters veranlaßt ist, mit der ministeriellen Diktatur enden kann.... Angesichts dieser Gewißheit verlohnt es der Mühe nicht, sich weiter mit haben, ist die Praxis gegenüber den russischen Flüchtlingen und wird in der Berichtigung nicht gesagt. Die Haussuchung nach verbotenen Schriften" scheint uns in der Frage abzugeben, ob das Reichstags- Wahlrecht auf die Ge- Reisenden nunmehr völlig aufgeklärt. Es ist eine Verquickung von Liebes- jedem Falle des Rechtsgrundes zu entbehren. Auch die durch den meinden übertragen werden solle. Was für eine einzelne, gefez- dienſten für Rußland und Liebesgaben für die Hamburger und Bremer Saarbrückener Prozeß verurteilten Flugblätter kann jeder besitzen. gebende, nicht zur Verwaltung berufene Körperschaft des Reichs Großreedereien. Auf der einen Seite bringt man Rußland Deserteure Nur die Verbreitung ist nicht statthaft. notwendig ist, braucht darum noch nicht unverändert für ein Organ zurück, auf der andren Seite zwingt man die Russen, unter Ander Selbstverwaltung angemessen zu sein." 14 Tage gelinden Arrest. Es giebt noch milde Nichter, kann der brohung der Zurückbringung, sofern man bei ihnen genügende Geld- Gendarmerie- Öberwachtmeister Kern aus Iserlohn sagen. Dieser Mit Eugen Richterscher Phantasie malt die Vossische Zeitung" mittel vermutet, deutsche Dampfer- Fahrkarten nach Amerika zu lösen. hatte sich wegen Mißhandlung von Civilpersonen vor dem Kriegsdie Schreken eines socialistischen Regiments in der Gemeinde. Es giebt sicher fein fultiviertes Boll und es giebt auch in der allzu gericht in Hagen zu verantworten. Es wurde erwiesen, daß Kern Selbst Einkommen von 2 und 3000 Mark würden dann als ruffischen Vergangenheit Preußens fein Beispiel eines ähnlichen Ver- als Oberstkommandierender der Arbeitswilligen- Schutztruppe beim el kapitalistisch verfolgt werden und jede arme Witwe würde von der haltens, dem gegenüber sich die ganze bürgerliche Presse in hart- ierlohner Streit drei Personen mißhandelt hat. Um möglichem Ballonmützenherrschaft auf dem Rathaus bis zum letzten Pfennig näckiges Schweigen hüllt. falschen Verdacht vorzubeugen, sei ausdrücklich bemerkt, daß die Mißausgepreßt werden. handelten nicht etwa zur Kategorie der Staatsstügen, amtlich als Der Schrecken der Schrecken aber ist der Bossischen Zeitung" Arbeitswillige" firmiert, gehören. Der Beamte erhielt für seine doch der unvermeidliche Konstikt mit der Regierung. Das Blatt soll schlagenden Argumente die horrende Strafe von 14 Tagen- gelinden nur die Konsequenzen aus dieser Anschauung ziehen. Denn auch Arrest! Und wenn Streitende einen frechen Beamten geschlagen hätten?? der Freifinn hat trotz allem Servilismus Konflikte mit der Regierung 14139 Auf Wunsch des Reichsgerichts, fo berichtet man uns unterm bis in die letzte Zeit hinein nicht vermeiden können. Weil Unempfindliche Minister. Der Redakteur des Oldenburger 9. September, wurde heute vormittag vor der Straffammer des die Stadt keine Kirchen bauen wollte, hat ihr der nun-„ Residenzbote" Biermann ist zu schweren Gefängnisstrafen verurteilt Landgerichts Halle zum zweiten Mal verhandelt gegen den Redakteur mehr entschlafene Freiherr von Mirbach seiner Zeit jenen worden, weil er behauptet hatte, daß der Justizminister von Olden- des Voltsblattes", Genossen Robert Fette, wegen Majestätsgroben Brief geschrieben und auch die von Der Krone burg, Herr Ruhstrat, ein Spieler sei. Der Redakteur ist nicht nur beleidigung. Es handelt sich um die bekannte Wiener Polizeinotiz verfügte Konzessionsverlängerung der Straßenbahn über die Stadt- ins Gefängnis gebracht worden, sondern man hat den Strafvollzug von einem angeblichen Verwandten des Kaisers, der in einem Spital verwaltung hinweg hat doch zu einem kleinen Konflikt geführt. Es auch zu einer Verschärfung der Strafe benutzt und als die Frau des verstorben sein soll. In der vorigen wegen derselben Sache stattwird dem Freisin im Interesse der Vermeidung von solchen Zu- Verurteilten um ein wenig Milde für ihren Mann bei dem Miniſter gehabten Verhandlung, an der die Vertreter der Presse teilnehmen sammenstößen also nichts weiter übrig bleiben, als seine Herrschaft bat, beschimpfte der Herr den abwesenden Mann gegenüber der wehr- Surften bei der heutigen Verhandlung wurden losen Frau aufs tattloseste. schleunigst an die Christlichsocialen und Konservativen abzutreten, Preßvertreter ausgewiesen war unser Genosse Der Redakteur ist für eine Zeitlang unschädlich gemacht, aber freigesprochen worden. Auf die Revisions des Reichsdie ja wohl in keinen Zwiespalt mit der Regierung geraten werden. Der„ Residenzbote" lebt und fährt fort, gegen den Justizminister gerichts verurteilte die Straffammer heute unsern Kollegen aph Die Argumente des freisinnigen Blattes find Argumente gegen Ruhstrat die schwersten Angriffe zu erheben. Herr Ruhstrat hat zu vier Monaten Gefängnis. In der Urteilsbegründung hieß das Princip des Reichstags- Wahlrechts überhaupt unter seinem Zeugeneid behauptet, daß seine Spielaffairen jahrelang es: Das Gericht geht davon aus, daß jeder, von dem behauptet Sie beweisen, daß die freifinnige Volkspartei ihre innere Dhumacht fühlt zurücklägen. Der„ Residenzbote" hat dem gegenüber behauptet, daß wird, in seiner Familie befindet sich ein unehelicher Verwandter, sich und sich bewußt ist, daß sie nur noch von Gnaden des elendesten Herr Ruhstrat unter seinem Eide die Unwahrheit gesagt habe und beleidigt fühlen kann. Durch die Behauptung könne die Ehre eines aller Wahlsysteme sich aufrechtzuerhalten vermag. Und das ist be- daß er bis in die neueste Zeit hinein dem Hazardspiel gefröhnt jeden Mitangehörigen der Familie verletzt werden. Dieses hätte habe. greiflich; denn es giebt keine schlechtere Stadtverwaltung als die des fich auch der Angeklagte bei der Veröffentlichung der Notiz sagen Seltsamerweise hat man, obwohl schon Monate ins Land Berliner Freisinns, die statt einer vernünftigen Kommunalisierung der gegangen find, seitdem diese Behauptung ausgesprochen worden ist, müssen. städtischen Betriebe alle ertragreichen Institute dem Privatkapital feinerlei Anstalten getroffen, diese Behauptung zur gerichtlichen urteilung eines socialdemokratischen Redakteurs aufhebt. Das Es kommt taum jemals vor, daß das Reichsgericht eine Ver ausgeliefert hat. Diese Rücksicht auf die private Unternehmer Klärung zu bringen. Es giebt hier nur zwei Bege, entweder ist gegen sind nicht selten Revisionen erfolgreich, wenn doch einmal intelligenz", auf Aktionäre und Aufsichtsräte ist allerdings unter gerichtlich nachzuweisen, daß die Behauptungen des„ Residenzboten" Straffammern Freisprechungen aussprechen. Solche Glücksfälle müssen einer socialistischen Verwaltung unmöglich. Man braucht gar unwahr sind oder aber, die Justizverwaltung und die Staatsnicht an höhere direkte Steuern zu denken und kann doch anwaltschaft in Oldenburg haben sich zu erinnern, daß ein Justiz- revidiert werden. sicher sein, daß der fommunale Socialismus entwickelt minister nicht wie ein Monarch unverantwortlich und gegen die Strafandrohungen des Gesetzes sicher ist, sondern daß auch er unter und durchgeführt, eine ungleich höhere Leistungsfähigkeit der Stadt dem Recht des deutschen Strafgesezbuches steht, das falsche eidliche in ihren socialpolitischen Aufgaben zur Folge haben würde. Die„ Voffiche Beitung" iſt zudem so unwissend, daß Oldenburger Staatsanwaltschaft weder gegen den„ Residenzboten" Aussagen vor Gericht mit schnerer Strafe bedroht. Leitet die ste über ihrem tindischen Gewäsch den Umstand übersieht, daß es noch gegen den Justizminister ein Strafverfahren ein, so würde bereits längst blühende Stadtverwaltungen giebt, die unter social- das beweisen, daß in Oldenburg das deutsche Recht außer Kurs demokratischem Einflusse stehen. gesetzt ist. sirismann and 636 Deutfches Reich. " dede sid milk 1583 914 die and tim Ein füdwestafrikanischer Soldatenbrief. Das Centrumsblatt Offenburger Zeitung" veröffentlicht den Aus Baden schreibt man uns: bjihaenena an seinen in Rammersweier bei Offenburg Brief, den ein Soldat am 27. Juni d. J. im Kriegslazarett zu wohnenden Bruder gerichtet hat. Der Soldat schildert das mächtige Umsichgreifen des Typhus unter der deutschen Kriegstruppe. Von den Kollegen seiner Abteilung waren einige schon zu Okohandja ,, in die Erde gebettet worden", andre brachten sie von dort Gegen das Reichstagswahlrecht. Das sächsische Regierungsorgan, dessen Redakteure Beamte find, das„ Dresdner Journal", richtet nach Objihaenena mit, dort gesellten sich binnen kurzer Zeit immer mehr hinzu, bis schließlich die Krankenzahl die Höchftpeinen neuen Angriff gegen das Reichstagswahlrecht. Zu der Beziffer mit etwa 110 Köpfen aufwies; einige davon starben schon gründung einer neuen Mittelstandsvereinigung schreibt das Blatt: Mit der Begründung der neuen Mittelstandsvereinigung ist innerhalb fünf Tagen, andre wieder folgten diesen in der fünften bis zehnten Woche". die Organisierung der deutschen Berufsstände um einen erheblichen - so katholisch fromm er ist nicht Schritt vorwärts gekommen, und zu diesem Ergebnis kann man Der Briefschreiber will es. die deutschen Handwerker nur beglückwünschen, nicht nur um ihrer seinem Schöpfer, sondern der immunisierenden Wirkung" des von felbst willen, sondern aus Gründen des allgemeinen Staatswohls. Jugend an getrunkenen Weines und der eignen Willenstraft verIst es doch nur eine Frage der Zeit, daß die berufsständische danken, daß er glücklich dem Sensenmann entronnen" ist; der rote Organisation des deutschen Volkes auch die Grundlage für seine geholfen. 18 Mann hat der Typhus allein hier dahingerafft, etwa Bordeaug oder Burgimderwein habe ihm wieder auf die Beine politische Bertretung bilden wird." Frühere Einberufung des Reichstages. Die Deutsche Tageszeitung" wiederholt ihre Nachricht, daß der Reichstag bereits Ende Oftober oder Anfang November zusammentreten werde, damit die Handelsverträge vor Ende des Jahres erledigt werden könnten. Spahn und Königsberg. Der Centrumsführer Abgeordneter Spahn, der ja als Reichsgerichtsrat die Vermutung einer juristischen Autorität hat. äußerte sich in seiner in Rheinbach bei Köln ge= haltenen Rede über den Königsberger Prozeß wie folgt: „ Rußland war der Mittelpunkt auch einer inneren Frage, die " Hat der fromme Bauernsohn und schwarze Centrumsbruder seine helle Christenfreude an der blutigen Schwarzwildjagd", so rührt diese Seelenstimmung von dem ihm Bergnügen bereitenden Gefecht bei Okoharni her, wo die schwarzen Bestien, wenn auch unter großen Verlusten unsrerseits( 32 Gefallene) etwas hiebe bekamen." a Womit diese christkatholische Seele am besten erquickt werden kann, ergiebt sich aus einer andern Stelle des Briefes: " So war ich auch mal in der Nähe einer Maschinenkanone, als etwa 200 Meter von uns drei schwarze Gestalten auftauchten; drei Schüsse und die Stücke ebenso bieler Köpfe flogen in die Luft." dn Nach den Reichstagswahlen versuchten die ärgsten Reaktionäre 80 find von ca. 200 der ganzen Abteilung daran im Sommer Reichstag und Presse beschäftigt hat: des Königs im roten stönigreich, ein wenig nachzudenken. Fünfviertel Jahre ertranft". id motion and indlog nd berger Socialistenprozeſſes. Die Erklärungen der preußischen später ist man wieder bei mittelalterlicher Phantastik angelangt, Der katholische Bauernsohn, der diesen Brief schreibt, ist von Minister der Justiz und des Innern im Reichstage wiegten in welche die allgemeine Politif in enge Zunstwirtschaft auflösen einer hurrachristlichen Mordlust beſeelt, die es kaum erwarten kann, den Glauben ein, das Verfahren vor dem Landgericht Königs- möchte. an der Schwarzwildjagd teilzunehmen"; er wünſcht berg gegen neun Socialdemokraten vollziehe sich unter den sting meine Vereinigung der Hereros und Ovambos, damit zwei Fliegen Voraussetzungen der Strafprozeß- Ordnung. Man fühlte fich Meinungsfreiheit in der Socialdemokratie. Mit welchem Recht mit einem Schlage" vernichtet werden könnten; mit den Bonzelzwarts umso sicherer, als der Justizminister seine Mitteilungen auf die Socialdemokratie über die journalistische Freiheit würden die letztgefandten 200 Mann schon" flar" werden. So sehr einen eingehenden Bericht der beteiligten Staatsanwaltschaft stützen andrer spottet", will die Norddeutsche Allgemeine der brieffchreibende Sanitäts- Unteroffizier nach Rache schnaubt für fonnte. Run mußte nach monatelanger Voruntersuchung gegen 3eitung", ausgerechnet dieses Berliner Kreisblatt für Rußland, den Tod der gefallenen Kameraden", möchte er doch kein Gefecht die in Untersuchungshaft befindlichen Angeklagten das gegen sie an folgendem Bericht der Frankfurter Zeitung" beweisen: mehr mitmachen wie bei Drifoforero:„ von etwa 40 Mann 26 tot, wegen Hochverrats und Majestätsbeleidigung eingeleitete Verfahren Auf der Wahlkreistonferenz des neunten badischen Landtags- der Gefallenen Gewehre mit Munition, das eingestellt werden, weil der von einem Deutschen gegen Rußland Wahlkreises erfuhr der Leiter des socialdemokratischen Volksfreunds" Maschinengewehr und, was das schlimmste ist, das begangene Hochverrat, die von einem Deutschen gegen den Kolb heftige Angriffe wegen seiner revisionistisch gehaltenen Berichte Gefecht verlieren, macht einem deutschenSoldaten russischen Kaiser verübte Majestätsbeleidigung in Deutschland nicht über den Amsterdamer Kongreß, und es wurde beschlossen, bei teinen Spaß." bestraft werden können, da Rußland den Russen im umgekehrten der Preßkommission gegen seine Schreibweise Beschwerde zu er Falle nicht bestraft. Graf Bülow hatte im Laufe der Debatte heben. Stolb erhob im„ Volksfreund" Protest gegen diesen Beschluß über die vorgekommenen Ausweisungen Mitteilungen über Aus- als gegen eine Ueberzeugungs- und Gewissensfolter, die zwar in weisungen gemacht, welche unter dem Fürsten Bismarck vor- der katholischen Kirche üblich, niemals aber mit den Grundsätzen gekommen waren, die sein Verhalten rechtfertigen sollten. Für der Socialdemokratie in Einklang zu bringen ist"; es wird ihm aber den Königsberger Fehler giebt es fein zur Entlastung kaum viel nügen. Und in Rastatt beschwerte man sich über die heranzuziehendes Gegenstück. Die Frage der GegenseitigRedakteure des„ Volksfreund", weil sie nicht jede Einsendung der feitsverbürgung war eine Voraussetzung des Strafverfahrens. Genossen ungekürzt aufnehmen. Dazu sagt nun Kolb, daß die Daß sie ungeprüft geblieben war nnd ohne die Sachkunde Redakteure des„ Boltsfreund". thatsächlich nicht mehr recht wissen, der Berteidiger auch vor der Urteilsfällung nicht geprüft wozu sie eigentlich berechtigt sind und wozu nicht, ob sie die einworden wäre, ist ein schwer verständliches Versehen, wenn man die laufenden Berichte und Artikel überhaupt noch redigieren dürfen Zahl der Beamten bedenkt, die mit dieser Strafsache befaßt waren, oder ob sie die Manuskripte so in die Seßerei geben müssen, wie und beachtet, welche Bedeutung ihr nach den Verhandlungen im fie einlaufen; ob sie zu gewissen Fragen ihre eigne Ueberzeugung Daß diese auftauchenden schwarzen Gestalten, die mit drei Reichstage beigelegt worden war. Aus dem Ausgang dieses äußern oder nur die Meinung andrer in Druck geben dürfen. Schüssen zermalmt wurden, nicht Wehrlose( Frauen oder Kinder) Prozesses wird die Socialdemokratie mit dem Vorwurfe der Er meint schließlich: Die Frage: Sind die Redakteure des„ Volts- waren, ergiebt sich aus der Schreibweise dieses blutlechzenden Klaffenjustiz den Nutzen ziehen. Uebrigens haben die Verhand- freund" Redakteure oder Kulis? fängt an brennend zu werden."„ Christenmenschen" allerdings nicht. Das Offenburger Centrumslungen im Reichstag über die Auslieferungspraxis dargethan, daß Ein socialdemokratischer Redakteur ist Beauftragter der Partei- blatt veröffentlicht den Brief mit Wohlbehagen ohne jede Kritik! der preußisch- russische und der bahriſch- ruffische Auslieferungs- genossen; er kann diesen Auftrag nur übernehmen und ausführen, t wenn und so lange er die Ueberzeugungen innerlich hat, die er zu hold sh thad sigta Husland. bertrag durch einen deutsch- russischen zu ersetzen sind." of 300 Das ist alles sehr schön und gut, nur kommt diese Schärfe der vertreten hat. Die socialdemokratische Partei läßt sich wohl einen Goldmarg Beurteilung viel zu spät. Herr Spahn hat sich zu dieser Stritit erst Redakteur gefallen, der seine individuelle Ueberzeugung gegenüber Frankreich.og midi di pi verstanden, nachdem das Werk gethan und die Verurteilung unsrer der Partei zum Ausdruck bringt, aber sie würde jeden Redakteur Ein Berichtigungsschreiben von Jules Guesde. Parteigenoffen sich als unmöglich erwiesen hat. Herr Spahn be fofort entfernen, von dem sie erkannt hat, daß er gegen seine innere Paris, 7. September.( Eig. Ver.) Die Aeußerungen von Jules teiligt sich an einem Rettungsversuch, nachdem der ins Waffer Ueberzeugung seinen Auftraggebern nach dem Munde redet. Natürlich Guesde in Amsterdam über die Republik find auch von Clemenceau Geworfene längst schwimmend das Land erreicht hat. erreicht hat. Im muß der Redakteur socialdemokratisch schreiben, und es ist auch der Heichstag hat Herr Spahn nichts dazu gethan, um Parteigenossen Pflicht und Recht zu opponieren, wenn ihnen die von ausgelegt worden schlechthin im Sinne eines gleichgültigen Verden Kampf unsrer Partei gegen die Russendienste der ihrem Redakteur bertretene besondere Richtung nicht gefällt. haltens gegenüber der Republik. Jules Guesde berichtigt in der Regierung zu unterstützen und auch in seiner neuerlichen Rede ver- Niemals aber fällt es Socialdemokraten ein, einen Redakteur zwingen heutigen" Aurore" diese unrichtige Auslegung in folgendem gißt der Herr Reichsgerichtsrat ganz und gar seine Meinung über zu wollen, gegen seine Meinung zu schreiben. Schreiben: Die Berurteilung im Königsberger Prozeß zu sagen. Die Glaubt ein Redakteur in der Socialdemokratie sich aber einmal Geheimbündelei" ist juristisch ebenso absurd, wie der Hochverrat und ungebührlich in seiner Freiheit beeinträchtigt, nun so rauft er sich die Barenbeleidigung. Warum hat Herr Spahn nicht auch darüber eben in aller Freundschaft und Deffentlichkeit mit seinen feine Anschauung zum besten gegeben? Wartet er erst noch auf die Auftraggebern, die ja nicht ja nicht seine Unternehmer", sondern Entscheidung des Reichsgerichts?- tofilase joft seine Parteigenossen sind. Wir empfehlen erst einmal den Redakteuren der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" und der Ruffendienste und kein Ende. Es gehen uns fortgesetzt Mit Frankfurter Zeitung" an ihren Auftraggebern öffentlich teilungen zu über Schifanierung russischer Reisender und Aus- Kritik zu üben, wenn sie Anlaß zu Beschwerden haben. Sobald Lieferung von Russen an Rußland. So wird uns berichtet, daß neuer- wir zum erstenmal bei diesen Herren ein solches Schauspiel erleben, dings nicht nur an der Grenze, sondern auch unterwegs in den vom werden wir an ihre Meinungsfreiheit glauben. Sie sind gerade Dften kommen den Zügen durch die preußischen Bahnbeamten Baß- dann frei, wenn fie fich in öffentlicher Kritik über Bedrückung der revisionen vorgenommen werden und zwar ausschließlich in der Meinungsfreiheit durch ihre Brotherren" zu beklagen den Mut vierten Wagenklasse. Ein Beamter, der von den Betroffenen gefragt haben werden. Wir fürchten, wir werden eine solche Probe niemals wurde, was ihn sein Paß interessiere, berief sich auf neuerliche Daß gerade die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" sich über Instruktionen und und er fügte hinzu, daß russische Reisende, die Meinungsknechtschaft bei der Socialdemokratie erregt, begreifen die ohne ordnungsmäßigen Baß betroffen würden, an die Grenze wir völlig nach den Herzensbekenntnissen jenes westdeutschen Kreiszurüde bracht würden. blatt- Kollegen. dmc " sid silic Bürger Clemenceau! Gestern zurückgekehrt, lese ich erst heute Ihre vier Artikel in der„ Aurore". Trotzdem ich mir zur Regel gemacht habe, nach dem Dichterwort meines Weges zu gehen und die Leute sprechen zu lassen," glaube ich doch, angesichts des Umstandes, daß Sie in Amsterdam nicht zugegen waren, Sie gegen Worte warnen zu sollen, die auf der Reise einigermaßen entſtellt worden sind. " Thatsächlich hat meine socialistische Auffassung, weit entfernt davon, fich gegen die Vorteile der republikanischen Staatsform gleichgültig" zu zeigen, vielmehr nach Marr daran erinnert, daß die Republik der ideale Boden für die von uns erstrebte Revolution ist, da sie die Klassen in ihrem kollektiven und unmittelbaren Antagonismus einander gegenüberstellt, ohne daß ihr notwendiger Kampf durch dynastische Berechnungen und Manöver gefährdet werden könnte. Aber, nachdem ich so die starke Seite( vertu) oder die Ueberlegenheit des republikanischen Regimes Betont habe, fügte ich hinzu, daß, wenn das Proletariat, nieder. Japanische Gewehre und abgerissenen wie das Jaurès wollte, gerade wegen dieses Regimes seinem Gliedmaßen flogen weit umher. Felsblöde fielen bis eignen Kampfe entzogen, darauf verzichten müßte, seine eigne in die russische Stellung. Die Rufsen waren anfangs selbst wie Republik zu errichten, um in der Verteidigung der Republik seiner betäubt. Am andern Tage beerdigten die Russen die Leichen. Die Herren sich Tahmlegen zu lassen( s'immobiliser), dann wäre Bahl der japanischen Verluste konnte nicht feſtgeſtellt werden, da die so aufgefaßte und so bethätigte Republit nur verstümmelte Leichenteile aufgefunden wurden. die schlimmste Regierungsform. Es war also eine Verurteilung nicht der Republik, sondern des Gebrauches, den die Anhänger des neumethodischen Socialismus von der Republik machen wollen. Gruß. Jules Guesde." Nach dieser Richtigstellung dessen, was Sie meine„ Ansprache" nennen, empfangen Sie, Bürger Clemenceau, meinen revolutionären Clemenceau brudt in seinem Blatte die Nichtigstellung ab mit der einzigen Bemerkung, daß der Ausdruck„ Ansprache" unter seiner Feder keine ungünstige Bewertung einschließe. Vom Kriegsschauplat liegen auch heute nur wenige wichtige Nachrichten vor. Dem„ Tag" wird von einem Special- Berichterstatter aus Mukden gemeldet, daß die Räumung von Mukden im Gange sci. Derselbe Berichterstatter berichtet auch über folgende Episode Am 2. September stürmte das Regiment Wyborg das aus den Kämpfen um Lia ujang: Dorf Sykwatun. Der Regimentskommandeur versammelte vor dem Anmarsch zum Gefecht das Regiment vor dem deutschen Militärattache Major v. Rundel und brachte ein Hoch auf Kaiser Wilhelm aus." Das Regiment Wyborg ist das Regiment, dessen EhrenKommandeur Wilhelm II. ist. Trotzdem kann das von diesem Regiment in der Schlacht ausgebrachte Hoch auf den deutschen Kaiser nur als ganz gröbliche Taktlosigkeit bezeichnet werden. Seltsam ist nur, daß der deutsche Militärattaché sich zu einer solchen Demonstration hat mißbrauchen lassen! Ueber die Kämpfe bei Lianjang Partei- Nachrichten. Soziales. Arbeiterschutz in Australien. In der zum australischen Staatenbunde gehörenden Kolonie west australien ist am 1. Juli 1904 ein Fabritgesetz in Kraft getreten. Der Wortlaut des Gesetzes wird im Bulletin des Internationalen Arbeitsamtes veröffentlicht. Das Gesetz unterscheidet sich sowohl materiell wie hinsichtlich seiner Technik so vorteilhaft von deutscher Arbeiterschutz- Gesetzgebung, daß es nützlich erscheint, einiges Zu den verschiedenen Organisationsvorschlägen an den Bremer Charakteristische daraus mitzuteilen. Es wird nicht nur für Arbeiter Parteitag nahm eine Versammlung des socialdemokratischen Volks- interessant, sondern selbst für Gesetzgeber recht lehrreich sein. Zunächst ist schon bemerkenswert, daß das Gesetz erst am vereins in Krefeld Stellung. Das Referat hatte Genosse Gewehr- 16. Januar 1904 erlassen wurde und schon am 1. Juli in Kraft geElberfeld, Mitglied des niederrheinischen Agitationskomitees, überHommen. Gewehr trat für eine feſtere Organiſation ein, erklärte es Definitionen der darin vorkommenden wesentlichen Ausdrüde, jedoch, daß ihm der Vorschlag der Breslauer Genossen in etwas zu weit ginge. Für die Abführung eines festen Beitrags an die Haupt- worunter die wichtigste die Definition des Wortes" Fabrik" ist und kasse, für Anstellung von Parteisekretären und für eine Erweiterung diefe Definition ist einfach, umfassend und zweifelsfrei. des Parteivorstandes ist Genosse Gewehr aber unter allen Umständen. Besonders habe er als notwendig die Erweiterung des Parteivorstandes im mehrere Personen erkannt; die Mitglieder des Vorstandes seien mit Arbeiten überlastet und fönnten deshalb ihrer Aufgabe, Anregungen nach jeder Richtung die Rechte des Fabrifinspektors gegenüber der Fabrik. Unter anderni Das Gesetz enthält ausführliche zweifelsfreie Vorschriften über geben, Versammlung war im großen und ganzen mit den Ausführungen des Referenten ein- hat der Inspektor das Recht: jede Person, die er in einer Fabrik verstanden und nahm zum Schluß folgende Resolution ein- antrifft, oder von der er begründete Ursache hat, anzunehmen, daß sie in einer Fabrik beschäftigt wird, in Bezug auf die Vorschriften stimmig an: Die heutige Generalversammlung des Volksvereins erkennt die dieses Gesetzes zu vernehmen und zu verlangen, daß diese Person Notwendigkeit einer Reorganisation der Partei an und erwartet eine Erklärung unterzeichne, durch die sie die Wahrheit der von ihr vom Bremer Parteitag, daß derselbe eine straffere Centralisation bei der Vernehmung gethanen Aussagen bescheinigt. schafft. Sie beauftragt den Krefelder Delegierten zum Parteitag, eine Frage zu beantworten, durch deren Beantwortung er sich selbst Doch darf bei einer solchen Vernehmung niemand gehalten werden, eines Vergehens beschuldigen würde. zu Die nicht nachkommen. in diesem Sinne zu wirken." Aus Induftrie und Handel. Herr v. Eynern auf dem Kriegspfade. Herr v. Eynern versendet folgende Mitteilung: muß. werden." = Fabriken dürfen nicht betrieben werden, wenn sie nicht registriert find. Bei der Registrierung muß sowohl der Betriebszweig, die Betriebsart, bie Betriebskraft wie auch die Höchstzahl der zu beschäftigenden Arbeiter angegeben werden. Der Betriebsinhaber einer Fabrik, dessen Geschäftsführer und Angestellte haben jederzeit Anstalten zu treffen, die ein Inspektor zum Zwecke des Zutritts, der Inspektion, Prüfung und Untersuchung oder der Ausübung seiner Rechte auf Grund dieses Gesetzes oder einer gesetzlichen Maßnahme betreffend die öffentliche Gesundheitspflege in Bezug auf die Fabrik fordert. Inspektor in der Ausübung seines Amtes, wenn ſie: Die Arbeitszeit der Knaben und Frauen wird auf 834 Stunden Arbeit " Aus Börsenkreisen erfahre ich, daß der in dem Schlußpassus meines Artikels in der Köln. 8tg." enthaltene Ruf nach § 18. Bon einer Person wird angenommen, sie behindre einen geht den„ Times" von ihrem Korrespondenten beim Hauptquartier einem ehrlichen Makler" mißverständlich dahin aufgefaßt Ser linken japanischen Armee folgender Bericht zu: worden ist, als wären Verhandlungen oder eine Verständigung a) ohne begründete Ursache einen Inspektor in der Ausübung Am 30. Auguſt ſetzte der japaniſche Infanterie- Angriff ein, er scheiterte aber. Ein neuer Angriff begann darauf am 31. August um zwischen der staatlicherseits zur fpekulativen Aus irgend einer seiner Befugnisse oder Pflichten auf Grund dieses Gesetzes 2 Uhr morgens. Die dritte japanische Division wurde dabei von dem nuhung der alten Hibernia- Aktionäre benutzten Bantgruppe und Hemmit; Was ich gewünscht b) oder unterläßt, einer vom Inspektor auf Grund gesetzlicher rechten russischen Flügel zurückgetrieben. Die fünfte Division bahnte der Verwaltung der Hibernia im Gange. habe und zwar gewünscht habe im allgemeinen allgemeinen Staats- Befugnis gestellten Aufforderung Folge zu leisten oder irgend ein ſich mit Merten den Weg durch die Drahthindernisse, erlitt aber intereſſe, ist, daß ehrliche Makler" sich finden mögen, die dem Herrn Dokument beizubringen, zu dessen Herbeischaffung ihn dieſes Geſetz furchtbare Verlufte; ihr Angriff scheiterte an dem linken Flügel der Handelsminister den Weg zeigen, sich aus den Fesseln zu lösen, mit verpflichtet; Ruffen. Bei Tagesanbruch mußten die Japaner die Stellungen, temanden am Erscheinen vor oder an der Einvernahme durch denen er sich durch seine Abmachungen hat binden lassen. Die welche sie genommen hatten, vor dem Granatfeuer der Russen verzweifelten Proteste feiner Berbündeten in der einen Inspektor verhindert oder zu verhindern sucht. räumen. Man nimmt an, daß die japanische Artillerie versehentlich Generalversammlung und die nach richtigem socialdemo auf die eignen Truppen geschoffen hat. Am 31. Auguſt ging die fratischen Muster versuchte Obstruktionspolitit, täglich und 48 Stunden wöchentlich begrenzt. Steine Orbeitsschicht fünfte japaniſche Division wieder sprungweiſe vor. Die Japaner für welche niemand anders verantwortlich gemacht werden wird als dieser Arbeiter darf länger als fünf Stunden ohne eine Ehpauſe you verwendeten dabei in der Schüzenlinie handhaubigen in Gruppen der Minister, von je 12 Mann. Auch dieser Angriff scheiterte an der zweiten Reichstage mit Fingern und auf welche die Socialdemokraten im 4 Stunden dauern. Knaben und Frauen dürfen nicht zwischen hinweisen werden, Legen 6 Uhr abends und 8 oder 7 Uhr früh beschäftigt werden. boll= Linie der russischen Verteidigungswerke. Schließlich wurde auch ein dritter verzweifelter Angriff Otus um 7 Uhr abends niedergeworfen, gültiges Zeugnis ab, wie berechtigt ein solcher Wunsch sein außer der Fabrik wird in diese Zeit eingerechnet. Ueberzeit, die mit obgleich ein Bataillon bis in die ruffischen Schüßengräben gelangte. Hibernia nicht verstaatlicht werden wird, habe ich Stunden an einem Tage, zwei Tage in einer Woche und 30 Tage Ein weiterer Angriff war für die Nacht befohlen, aber unnötig ge- unumwunden Ausdruck gegeben und ich wüßte nicht, daß seit der in einem Jahre gestattet. worden, da Kuropatkin um Mitternacht die Räumung der zweiten Düsseldorfer Versammlung und nach den in ihr gemachten näheren Es werden weiter scharfe Vorschriften gegeben über Schadensrussischen Stellung befahl. Diese Angriffe hatten die Japaner mehr als 10 000 Mann geMitteilungen des Vorstandes über die Aussichten dieses Aktien- ersatz( der Unternehmer muß den Arbeitern gesetzwidriges oder foftet, ungerechnet die Verluste der zehnten Division und der Armee unternehmens, für jezt und für die Zukunft die Lage der Aktionäre schuldbares Ausbleiben oder Verlassen der Arbeit als Ursache des Kurofis. Die Japaner machten nur sieben Gefangene. Die Verluste Wozu und worüber soll da die Hibernia verhandeln? Der Schlußanders als noch günstiger wie vorher angesehen werden kann. Schadens nachweisen).. Ausführliche hygienische Vorschriften werden gegeben. Unter der Japaner in den weiteren Kämpfen um Liaujang waren noch passus meines Artikels, daß es nach meiner Ansicht der königlichen anderm über Temperatur, Geruchsbelästigung durch Aborte, Begrößer. In einer der geräumten Schanzen lagen russische und Staatsregierung nicht unwillkommen sein dürfte, wenn ehrliche schaffung von Trinkwasser. Personen, die den Arbeitern Lebensjapanische Leichen in hohen Haufen nebeneinander. Der 1. September Makler ihre Dienste anböten, wird nunmehr wohl richtig verstanden mittel zubringen, dürfen nicht in einem Gesundheitszustande sein, Er wurde dazu benutzt, Reserven herander nach Ansicht des Inspektors geeignet ist, Krankheitskeime oder zuziehen. Am 2. September morgens war Dlus Armee wieder im Kampf. Bunächst beweist diese geharnischte Erklärung nur wieder die andre Berunreinigungen auf die Lebensmittel zu übertragen. Ein Dhu und Nodzu hatten eine starke ruſſiſche Stellung von allgemeine Erfahrung, daß die Kapitalisten gegenüber der Regierung Unternehmer, der nach Durchführung eines genau geregelten Streit19 Kilometer Länge vor sich. Die russischen Schanzen zogen sich niemals fräftigere Töne finden als wenn es um den Profit geht. verfahrens eine solche Person noch weiter zum Lebensmittelzutragen weſtlich der Eisenbahn nach Südosten durch die Vororte und Bauern Sodann ist die Denunziation des Herrn Möller mit der nach verwendet, macht sich strafbar. gehöfte hin. Die dritte japanische Division versuchte eine Umgebung, richtigem jocialdemokratischen Muster versuchter Obstruktionspolitit"§ 30 beſtimmt: Zur Beschränkung der Krankheitsgefahren in während die ganze Artillerie der 3. Division einschließlich der ebenso lächerlich wie bewußt täuschend. Die Vertreter der Dresdner folge von Ansteckung sollen die folgenden Vorschriften Anwendung schweren 15 Centimeter- Geschüße vom Centrum aus feuerte. Die Bank haben auf der Generalversammlung der Hibernia auch nur finden: 4. japanische Division rückte westlich der Eisenbahn vor. Zwei 1. Es ist verboten, Güter oder Stoffe herzustellen oder zu von Rechten Gebrauch gemacht, die ihnen die privatkapitalistische andre Divisionen sollten einen Angriff auf die Front übernehmen. Tradition und das bestehende Recht durchaus offen ließen, und der sich bearbeiten oder sie zu diesem Zwecke anzunehmen in einer Fabrik Die japanische Infanterie, die übermüdet war, geriet in ein furcht jetzt so entrüstet gebärende Herr v. Eynern würde ganz zweifellos in a) in der mit Wissen des Fabrikbesizers eine Person sich aufbares Artilleriefeuer. General Stackelberg versuchte einen Gegen- umgekehrter Lage ebenso gehandelt haben. Mit Herrn v. Eynern hält, die an einer ansteckenden Krankheit leidet; angriff auf die 5. Diviſion, der aber mißlang. Die Japaner sahen über socialdemokratische Obstruktionspolitik zu diskutieren, verjagen b) in der eine solche Person sich zu beliebiger Zeit im Laufe der beständig die Eisenbahnzüge abfahren. Nach Einbruch der wir uns schließlich sehr gern. Wir möchten nur noch darauf hin- vorhergehenden 14 Tage aufhielt, es sei denn, daß und bis die Dunkelheit eröffneten die Japaner ein starkes Artilleriefeuer. weisen, daß Herr v. Eynern die Erklärung auch wohl vor Kenntnis Fabrit und alle darin befindlichen Güter und Stoffe zur ZufriedenAuf den 3. d. M. war ein allgemeiner Angriff angesagt. war ein allgemeiner Angriff angesagt. Des vorgestrigen Bochumer Landgerichtsurteils verfaßt hat, er könnte heit des Inspektors desinfiziert wurden. Der Angriff in den ersten Morgenstunden versagte. Von 9-10 Uhr vormittags entspann sich ein heftiger Artillerie sonst nicht von„ berzieifelten Protesten" reden. kampf. Ein neuer Infanterie- Angriff um 10 Uhr scheiterte infolge Reichsbank. Aus der gestern veröffentlichten Wochen über des Feuers der russischen Artillerie. Der fünften Division gelang ficht der Reichsbank vom 7. September ergiebt sich, daß die Bank es zwar, bis in die Schanzen vorzubringen, aber nur um entsetzliche einen Posten von 27 Millionen Mart Reichs- Schatzscheine über Verluste zu erleiden. Die Japaner richteten darauf mit ihren zu- nommen hat, sodaß der Gesamtbestand auf 135,6 Millionen Mark sammengesetzten Batterien ein so heftiges Artilleriefeuer gegen die angewachsen ist. Im übrigen waren die Veränderungen der einrussischen Linien, daß auf dem linken russischen Flügel das Feuer zelnen Conten ohne Bedeutung. Das Wechselportefeuille verringerte teilweiſe beſtumate. Siber auch noch in der Nacht hielten die high in 24.4 Millionen Mart, die Lombardforderungen gingen um Russen die Schanzen besetzt. Um 3 Uhr morgens am 4. September 2,9 Millionen Mart zurück. Insgesamt sind gegenwärtig in Wechseln rückten die Japaner wieder zum Angriff vor und konnten sich mm- und Lombard 814,5 Millionen Mark angelegt. Die Giro- Einlagen mehr der Eisenbahnbrücke bemächtigen, nachdem Kuropatkin, um betragen 520 Millionen Mart. Die steuerfreie Notenreserve differiert 1 Uhr nachts mit den letzten sibirischen Schützen abgerüdt war. gegen die Vorwache nur unwesentlich. Sie bergrößerte sich um Eine solche Notiz darf nur vom Inspektor und nur dann wegUeber die 3,2 Millionen Mark und berechnet sich gegenwärtig auf 180 841 000 M. genommen werden, wenn dieser sich davon überzeugt hat, daß die Angriffstaktik der Japaner Harpener Bergbau Aktiengesellschaft. Zu den andauernd fich Maschine gesichert wurde. Bis zur Beseitigung der Notiz durch den über eine Verschmelzung der Harpener Bergbaugesellschaft Inspektor darf die Maschine nicht benutzt werden. Ohne Beschränkung der Wirksamkeit der vorstehenden Bestim mit den Rheinischen Stahlwerten sowie mit dem Bochumer Verein erhaltenden Gerüchten wird der„ Bossischen mungen kann der Inspektor durch schriftliche Aufforderung von dem Zeitung" von der in allen drei Gesellschaften vertretenen Finanzstelle Inhaber verlangen, eine bestimmte Maschine zu reparieren oder einbeweist noch nicht allzu viel. wird aus Paris gemeldet: 2 2. Stellt sich heraus, daß solche Güter und Stoffe in Uebertretung dieses Paragraphen in einer Fabrik sind oder waren, so darf der Inspektor fie auf Kosten des Eigentümers mit Beschlag belegen, fortbringen und desinfizieren lassen. Auf summarisches Ansuchen des Inspektors können zwei Friedensrichter die Zerstörung solcher Güter durch den Inspektor auf Kosten des Eigentümers anordnen. Ein Abschnitt giebt Unfallverhütungsvorschriften. Daraus ist folgendes bemerkenswert: Der Inspektor kann durch Anbringung der von ihm unterfertigten Notiz:" Die Verwendung dieser Maschine ist als gefährlich verboten" an einer Maschine, die ihm gefährlich erscheint, deren Gebrauch untersagen. und auch mehreren der nfanterieus neue Angriffs- versichert, daß ihr hiervon nichts bekannt sei. Diese Versicherung zufriedigen oder einem bestimmten Defekt der Maschinerie abzuD Die Russen hatten für sich den Vorteil der günstigen Position, da die bei Shushampo und wußten gelegenen fünf Hügel vorzüglich zur Verteidigung zu verwerten find. Aber gegen die den Russen form der Dtuschen war kein Stand halten möglich. Die japanischen Kompagnien schienen jeden Der Ausnahmetarif für bestimmte Futtermittel wird mit Gültig Zusammenhalt verloren zu haben. Immer 15 Mann stürmten, feit vom 10. d. M. für die gleiche Geltungsdauer und zu den am ohne zu schießen, borwärts, warfen sich zu Boden, und 10. September er. in Kraft tretenden Anwendungsbedingungen nach über sie hinweg, oder seitlich von ihnen stürmten andre Abteilungen einer den Weltesten der Kaufmannschaft von Berlin amtlicherseits zu vor, bis alle in günstiger Schußweite vom Grünen Hügel lagen. gegangenen Mitteilung auch auf den Versand nach den im König Sie fümmerten sich nicht um die während des reich Sachsen liegenden Stationen der preußischen Staatsbahnen und Sturmlaufs erlittenen Verluste an Offizieren ben preußisch- sächsischen Gemeinschafts- und Mitbewerbsstationen aus und Unteroffizieren, ein jeder Mann wußte genau, gedehnt. was die Situation erforderte. Das Schlachtfeld bot einen entsetzlichen Anblick. Trotz starker Biwaffeuer gelang es nicht, die Millionen von Fliegen, die von den Leichen zu den Verwundeten flogen, zu verscheuchen. In mancher Tranchee lagen über hundert Japaner und Russen als Opfer der grauenhaften Bajonettkämpfe." London, 9. September. Nach hier eingetroffenen Meldungen haben die Japaner im Kampf bei Lianjang 132 Proviantwagen, 38 Munitionswagen, 97 meist unverdorbene Geschüße und viele Tausende von Gewehren, Revolvern und Säbeln erbeutet. alisha Konkurs. Ueber das Vermögen der Chemischen Fabrit Opladen A.-G., die erst Ende 1903 mit einem Aftienkapital von 600 000 m. begründet wurde, ist der Konturs eröffnet worden. Die Zweigstelle der Bergisch- Märkischen Bant in Köln ist angeblich mit 400 000 m. beteiligt, doch soll sie für die Forderung ziemlich gedeckt sein, so daß ein größerer Ausfall nicht zu befürchten fei. helfen. Werden diese Bestimmungen nicht beobachtet, so wird angenommen, die betreffende Fabrit werde nicht in Uebereinstimmung mit diesem Gesetze betrieben." Jede ernstliche Körperverlegung muß dem Inspektor angezeigt werden. Als ernstlich gilt jede Verlegung, die voraussichtlich den Verlegten für wenigstens 48 Stunden arbeitsunfähig macht. Es werden weiter Vorschriften gegen Feuersgefahr gegeben, Borschriften zur Verhütung des Schwißsystems( Weitervergeben der Arbeit ist unbedingt verboten) und über Beschaffenheit der Backstuben.radiogid nd it tod Sehr wertvoll sind auch die folgenden einfachen Bestimmungen: § 48. Beim Verfahren gegen einen Betriebsinhaber wegen Bes schäftigung einer Person in Uebertretung dieses Gefeßes: 1. gilt die Anwesenheit einer Person in einem Teile einer Fabrik, in dem Arbeiten der Fabrik ausgeführt werden, als hinreichende Boraussetzung für Beschäftigung der Person zu dieser Zeit in der Fabrit; 2. liegt dem Angeklagten ob, nachzuweisen, daß eine beschäftigte Person, die nach Ansicht der Richter augenscheinlich das vom Kläger angejagte Alter hat, nicht dieses Alters ist. § 50. Werden die Operationen einer Fabrik in verschiedenen genommen, so werden alle zusammen als ein und dieselbe Fabrik aneinander grenzenden Gebäuden, Gehegen oder Pläßen vors betrachtet. Kriegsaufträge. Große Kriegsaufträge für Rußland und Japan sind deutschen Fabrikanten erteilt worden. So hat, wie der Sonfektionär" mitteilt, die russische Regierung 100 000 Belte bei Von Port Arthur. der Firma Strohmeyer u. Co. in Konstanz bestellt. Die japanische London, 9. September. Dem„ Reuterschen Bureau" werden aus Regierung hat 100 000 Gummifragen bei der Continental Tschifu Einzelheiten über den Angriff der Japaner am 3. d. M. auf Schuhfabrik Emil Blasig in Weißenfels hat einen großen Auftrag Caoutchouc- Compagnie in Hannover in Auftrag gegeben. Die Port Arthur berichtet, der durch Sprengminen scheiterte. Die Japaner marschierten durch das Thal zwischen dem Langen Hügel auf Stiefel für russische Soldaten erhalten. Von einer Gubener und dem Divisionshügel. Das Thal war von den Russen vor drei Strumpffabrik sind durch Vermittelung einer süddeutschen Export- Strafen, auch für Behinderung des Inspektors in der Ausübung firma etwa 20 000 Dugend Paar Behenwärmer für die feines Amtes, werden bis zu 200 m. verhängt, aber wenn die ZuWochen auf 1%, Kilometer Länge unterminiert worden. Auf Explosivstoffe wurden Felsstüde gelegt und diese wieder mit russische Armee geliefert worden; wegen Lieferung von Mützen widerhandlung gegen das Gesetz oder eine Anordnung des Ineiner Tonschicht bedeckt. Die Thätigkeit der Japaner hatte für das russische Heer schweben mit derselben Firma noch Unter- spektors andauert, so kann für jeden Tag, an dem die Zuwidereinen Angriff an diesem Punkte vermuten lassen. Als nachts der handlungen. handlung weiter dauert, eine Zusagstrafe bis zu 100 m. verhängt werden. Nach der zweiten Verurteilung kann der Minister nach seinem Ermessen die Fabrik aus dem Register streichen, so daß sie nicht mehr betrieben werden darf. Posten den Angriff der Japaner meldete, schossen die Russen Neues Braunkohlenlager. Wie dänische Zeitungen berichten, hat nicht, sondern beleuchteten den Feind nur mit Scheinwerfern. ein Brunnengräber in Jelling beim Bohren in Thyregod das VorDie Japaner eröffneten das Feuer, ohne daß die Russen erwiderten. handensein eines starken Braunkohlenlagers konstatiert. Das etwa Als die Kolonnen der Japaner sich auf dem Minenfelde befanden, 18 Fuß mächtige Lager ist mit einer etwa 30 Fuß dicken Sandschicht wurden die Minen eletrisch entzündet. Die furcht bedeckt. Es soll jezt die Ausdehnung des Lagers festgestellt werden, bare Erschütterung warf selbst die Russen da um zu sehen, ob eine Ausbeute lohnen wird. Mit wenigen einfachen Bestimmungen ist hier vielen Möglichteiten der Obstruktion rabiater Unternehmer gegen die Durchführung des Gesetzes borgebeugt. EZ wird ganz nützlich sein, wenn wir bei Abfassung von Arbeiterschntzgesetzen von diesen Methoden zur Siche- rung der Durchführung der Gesetze Lehre nehmen. Zur Blciwcißfrage. Das von uns schon in Nr. SOS des.Vorwärts" gekennzeichnete„Gutachten" der rheinisch- w e st- f ä l i s ch e n Vi a I e r- und A n st r e i ch c r- I n n u n g e n an den Reichskanzler und den Minister des Innern, das sich gegen den Entwurf zur Verhütung der Bleivergiftungen wendet, enthält in seiner Begründung die Behauptung: es seien in Rheinland und Westfalen in den letzten vier Jahren in den 47 Malerinnungen, die 40 000 Gehilfen und Lehrlinge beschäftigten, nur 49 Blei- Erkrankungen mit vorübergehender Erwerbsunfähigkeit fest- gestellt worden. Demgegenüber hat die Organisation der Maler- und Anstteichergehilfe» in Köln aus den gedruckten Jahresberichten der Orts-Krankenkasse für Bauhandwerker in Köln festgestellt, daß bei einer jährlichen Mitgliederzahl von 800 A n- streichergehilfen in den letzten vier Jahren 77 Blei- Erkrankungen, darunter zwei tödliche, vor- gekommen sind. Die„Statistik" der Malerinmingen ist demnach als schwindelhast zu bezeichnen. Sie steht auf einer ähnlichen Höhe wie die„Gutachten", die seiner Zeit durch die Bleiweißfabrikanten von den Malerinnungen eingezogen wurden. Es befanden sich darunter Gutachten von„Innungen", die gar nicht existierten. Eine öffentliche Maler- und Austreichergehilfen-Versammlung in Köln nahm einstimmig eine Resolution an, worin sie die lieber- zeugung ausspricht, daß nur auf dem Wege des Blciweiß- Verbots der gefährlichen Krankheit der Bleiweißvergiftungen Ein- halt gethan werden kann. Da aber das völlige Verbot vorläufig abgelehnt ist, nimmt die Versammlung als Äbs-blagszahlung die bundcsrätliche Verordnung an, verpflichtet sich, für deren Durch- führung Sorge tragen zu wollen, und bittet, alle Verschlechierungs- antrage der Innung als unbegründet abzuweisen, da die Angaben über die Krankheitsfälle und die Unersetzbarkeit des Bleilv«ißeS nicht den Thatsachen entsprechen. Eine Bersan», lkimg von Gcwerbegerichtsbrifitzern für Rheinland- Westfalen nahm folgende Resolution an: „Das Proportionalwahlsystem bei der Wahl zu den Gewerbe- gerichten wird von den Gemeindebehörden ausschließlich zur Schwächung der Vertretung der modernen Gewerkschaften benutzt. Die Konferenz der Arbeiterbeisitzer verwirft deshalb das fakultative System der Verhältniswahl, das als Mittel des Klaffen- kampfes gegen die moderne Arbeiterbewegung ausgenützt wird." GeweiitfcKaftUcKes. Berlin und Clmgegend. Der Streik der Glasschleifer, Polierer und Beleger. Gestern vormittag erstatteten die Mitglieder der Lohnkommission in einer zahlreich besuchten Versammlung der Streikenden Bericht über den Stand der Bewegung und über die Verhandlungen mit der Kom- Mission der Arbeitgeber. DaS Ergebnis der Verhandlungen ist bereits, was die Hauptpunkte anbetrifft, in der DonnerStagnummer des„Vorwärts" mitgeteilt worden. Im allgemeinen haben sich die Arbeitgebervertreter, wie in der gestrigen Versammlung berichtet wurde, ziemlich schroff und ablehnend verhalten. So erklärte z. B. der Arbeitgeber Dittmcmn zu Beginn der Verhandlungen, daß er sich nicht an die Beschlüsse der Kommission binden würde, nahm aber dann diese Erklärung zurück, nachdem die Vertreter der Arbeiter deswegen seinen Ausschluß aus der Kommission beantragt hatten. Ein andrer Arbeitgeber, Herr Salamonis, pochte auf seinen Geldsack und meinte, ihm könne die Geschichte gern 30 000 M. kosten, da käme es ihm nicht darauf an. Wiederum ein andrer Arbeitgeber bemerkte höhnisch, zu den Arbeitervertretern ge- wandt:„Wer frißt denn die meisten Eisbene!" Daß, ivo mit solchen Redensarten„verhandelt" wird, nicht viel herauskommen kann, ist klar. Uebrigens sind die Arbeitgeber eistig bemüht, Streikbrecher heranzuholen und der Herr Salamonis hat sich in Fürth in Bayern im Hotel National einlogiert und lebt dort wohl in der Hoffnung, daß auf seine Annonce hin die Fürther Glas- schleifer gelaufen kommen, um in Berlin Arbeitswilligendicnste zu ver- richten. Er wird wohl enttäuscht werden, denn die Glasarbeiter Fürths sind vortrefflich organisiert und die Berbandsleitung in Berlin hat alles gethan, um überall die Kollegen vom hiesigen Streik in Kenntnis zu setzen. Die Arbeitgeber haben unter dem Namen„Freie Vereinigung der Glasschleifereibesitzer und verwandter Gelverbe Berlins und Umgegend" eine Organisation gegründet, die den Zweck hat,„ge- schlössen und einig den Arbeitnehmern entgegen- zutreten". So besagt ein Einladungsschreiben, das auch in die Hände der Sweikleitung geraten ist. Die Arbeiter haben bekanntlich ihre Forderungen auch damit begründet, daß durch eine solche Lohnrcgelung der Schmutzkonkurrenz entgegengewirkt werde; das wäre eigentlich eine Aufgabe für Arbeitgeber-Organisationen, die neue„Freie Ver- einigung" zieht es wie gesagt vor, den Kampf gegen die Arbeiter zu führen. UebrigenS haben die Arbeitgeber vorgestern abend unter sich eine Besprechung gehabt, von der ebenfalls in der gestrigen Streik- Versammlung Bericht gegeben wurde. Dort soll der Arbeitgeber Otto Matthes gesagt haben, wenn er seinen Arbeitern Nord- Häuser, wenn er ihnen Schnaps und Bier gäbe, dann ginge alles gut bei ihm. Im allgemeinen erklärte man, daß die Forderimg des paritäsischen Arbeitsnachweises anstrecht erhalten werden müsse und daß darauf gedrungen werden müsse, einen Tarifvertrag auf längere Zeit abzuschließen. Schließlich sprach man aber auch davon, am Sonnabend eine allgemeine Aussperrung zu veranstalten, falls die Arbeitenden nicht auf Beendigung des Streiks dringen wollten. Trotz dieser drohenden Haltung der Arbeitgeber wurde die Situation, sowohl von den Lohnkommissionsmitglied« rn, als auch von dem Verbandsvorsitzenden Girbig, der auf die Notwendigkeit festen Znsanimenhaltens der Streikenden hinwies, als sehr günstig bezeichnet, zumal der Glas- arbeiter-Verband sowohl finanziell wie auch an Mitgliedern stark genug sei, um auch einem längern Kampf gewachsen zu sein. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: „Die Versammlung spricht der Lohnkommission für ihr Verhalten bei den Verhandlungen mit den Arbeitgebern ihre volle Anerkennung aus und beauftragt sie, bei weiteren Verhandlungen an der bis- herigen Taktik festzuhalten, aber von den gestellten Forderungen nichts abzulassen." An der Situasion hat sich im übrigen nichts geändert, doch sollen einige weitere Firmen zum Nachgeben geneigt sein. Die nächste Versammlung der Streikenden findet am Montagvormittag statt.— Es wurde noch mitgeteilt, daß bei der Firma Ehlers in Altona gestreikt wird und ein Agent aus Hamburg hier Arbeitswillige sucht. Die Arbeiter der Kohlenfirma Dahlmann u. Uno, welche auf dem Lehrter Güterbahnhofe beschäftigt sind, haben die Arbeit eingestellt. Sie fordern den Zehnstundentag und einen Lohn von 3,75 Rt. pro Tag. Der Inhaber der Firma, Herr N e u m a n n, lehnte nicht nur diese Forderungen ab, sondern weigerte sich auch, mit dem Verband der Handels- und Transportarbeiter behufs Beilegung des Konfliktes zu unterhandeln.—. Es sind an dem Streik viele ältere Leute be- tciligt, sogar solche,' die 13, 16, 18 und 20 Jahre in dem Betriebe beschäftigt waren. Man sieht schon daran, daß es sich um keinen unüberlegten Schritt handelt, sondern daß die Leute durch die Not zu demselben gezwungen werden. Der Streik der MilchauSlrägcr bei Bolle ist bekanntlich verloren gegangen, zumeist dadurch, daß den jungen Leuten jede Organisation fehlte, aber auch, Iveil die Firma genügend Streikbrecher fand. Wie sie dazu kam, darüber bringt eine bürgerliche Korrespondenz folgende merkwürdige Aufklärung: „Der ungünstige Ausgang der Bewegung ist zum größten Teil durch den Umstand herbeigeführt worden, daß jetzt gerade die Konfirmationen stattfinden. Die Firma hat denn auch bereits zahlreiche Konfirmanden engagiert, die, soweit sie vom weiteren Schulbesuch dispensiert worden sind. schon jetzt ihres Amtes walten. Von den Streikenden habe ein Teil die Arbeit wieder aufgenommen, die übrigen sind entlassen." Die Schulauffichtsbehörde hätte angesichts dieser Feststellung alle Ursache, sich über die Frage zu äußern, ob es in Berlin wirklich ein ausreichender Schulentlassungsgrund ist, daß ein schulpflichtiger junger Mensch für einen Privatbetrieb dringend als Streikbrecher gebraucht wird. Oeutlefies Reick. Bon einer Urkuudenfölfchung Breslau« Gewerkschaftsführer machte die arbeiterfeindliche Presse ganz Deutschlands vor vier Wochen viel Wesen. Drei Vorstandsmitglieder des Bauarbeiter- Verbandes, die mit dem Arbeitgeberbunde einen Tarifvertrag abgeschlossen hatten, warteten nicht die gemeinsame Ausarbeitung des endgültigen Aktenstückes ab, sondern redigierten den schon seit Jahren bestehenden Maurertarif desselben Arbeitgeberverbandes nach bestem Wissen für ihre Verhältnisse um, wobei einige Fehler passierten, indem nicht vereinbarte Bedingungen im Satz stehen blieben. Als sie auf dieseu Irrtum aufmerksam gemacht wurden, stellten sie die Angelegenheit in einer öffentlichen Erklärung richtig. Sofort stürzte sich die„Schlesische Zeitung" und ähnliches Gelichter auf die drei Arbeiter und denunzierte sie der strafbaren Urkundenfälschung. Die Staatsanwaltschaft stellte sofort Untersuchungen und Vernehmungen an. Jetzt ist das Verfahren gegen die Betroffenen eingestellt worden, hoffentlich zur Beruhigung aller Scharfmacher. Denn wenn ein Breslauer Staatsanwalt sich von der Unschuld der„Urknndenfälscher" überzeugt, dürste es auch für die schlimmsten Arbeiterfeinde nichts niehr zu erobern geben. Rechtskräftig geworden ist das auf einen Monat Gefängnis lautende Urteil gegen den Vorsitzenden der Breslauer Maurer wegen Bedrohung eines Unternehmers. Der Verurteilte Widera hatte dem Bauunternehmer Kippte gesagt, daß die Arbeit auf seinem Bau nicht eher aufgenommen wird, bis ein gemaßregelter Maurer wieder eingestellt und ein schuldiger Polier entlassen werde. Diese „Ankündigung eines Uebels" ist auch nach dem Urteil des Ober- Landesgerichts einer Bedrohung gleich zu achten. Selbst wenn die Ankündigung nur als eine Warnung gemeint war, ist in der Beurteilung kein Unterschied zu machen. Christliche Vcrräterci. Der bürgerlichen Presse wird von christ- sicher Seite mitgeteilt, daß der Streik der Stukkateure in Düsseldorf beendigt sei. Diese Mitteilung ist nicht richtig; wahr ist, daß die Christlichen zu Verrätern an ihren streikenden Kollegen geworden sind. In einer öffentlichen Versammlung der Streikenden wurde noch in Anwesenheit und mit Zustimmung der Christlichen beschlossen, ohne Lohnerhöhung unter keinen Umständen die Arbeit aufzunehmen. Am nächsten Tage schlössen die Christlichen mit den Unternehmern einen Sondertarif ab, in welchem nur die Accordsätze berücksichtigt loerden; sie verrieten die Sache ihrer Kollegen hinter deren Rücken. Die Führer der Christlichen haben sich verpflichtet, innerhalb einer Woche den Unternehmern 200 Streikbrecher zu schaffen und sind allenthalben auf der Suche. Es wird nun ersucht, den christlichen Verrätern überall auf die Finger zu sehen, damit sie ihr Versprechen nicht halten können. Der Streik an sich steht so günstig, daß— wen» in nächster Zeit keine Streikbrecher eintreffen— derselbe mit einem Siege der Arbeiter endet. Ruslanck. Die Bauarbeiter-Bussperrung in Budapest. Von den 10 000 Bau- arbeiten:(Maurer und Hilfsarbeiters, die vor einigen Tagen von den Meistern ausgesperrt wurden, sind jetzt etwa 1000 wieder in Thätig- keil; 33 Baumeister sind aus dem Scharfmachcr-Kartell ausgetreten und haben die Forderungen der Arbeiter bewilligt. Bis zum Jahre 1903 war in Budapest nur eine sehr schwache Organisation der Bauarbeiter vorhanden, da diese nach dem im Jahre 1897 ver- loren gegangenen Streik gänzlich der Auflösung verfallen war. Die Löhne hatten demzufolge einen sehr tiefen Stand erreicht. Im Jahre 1903 erstarkte die Organisation wieder und es ge- lang den Arbeitern im Sommer vorigen Jahres einen Tarif durchzudrücken, wonach der Lohn auf 34 Heller pro Stunde festgesetzt wurde, und zwar sollten diese Abmachungen bis zum 1. März 1904 Geltung haben. Zu einem neuen Vertrag kam es nicht, aber die Meister verpflichteten sich zu einem Minimallohn von 33 Heller pro Stunde. In Wirklichkeit machten sie den Minimallohn zum Maximallohn, so daß die Arbeiter im Laufe des Sommers durch das Mittel des Boykotts, das sie gegen die schlechtesten Bezahl« anwendeten, den Lohn nack und nach auf 42 und 44 Heller brachten. Nun kündigten die Baumeister die Minimal- löhne und führten die„freie Vereinbarung" wieder ein und suchten den Lohn wieder auf 30 Heller herabzudrücken. Dies führte zu partiellen Streiks und zum Boykott und so haben die Baumeister jetzt die Aussperrung beschlossen, um sich des Druckes der Organisation möglichst zu entledigen. Die Meister suchen Polizei und Regierung gegen die Streikenden mobil zu machen und dieser Tage hat die Polizei im Bureau der Maurergewerkschaft eine Haussuchung vor- genommen, ohne aber irgend etwas Belastendes zu finden. Der 37. englische Gewerkschaftskongreß. Im weiteren Verlaufe der Verhandlungen hatte der Kongreß Stellung zu nehmen zu einer Resolution bezüglich der obligatorischen Schiedsgerichte, welche die Hafenarbeiter gestellt hatten. Es zeigte sich, daß der größte Teil der Delegierten ftir dieses Verfahren, alle gewerblichen Konflikte durch das obligatorische Schiedsgericht zur Entscheidung zu bringen, wenig Sympathie hat man fiirchtet, daß damit die Interessen der Arbeiter einem arbeiterfeindlichen Bureau- kratiSmus überantwortet würden. Die Resolution wurde durch Kartenabftimmnng mit 869 000 gegen 383 000 Stimmen ab- gelehnt. Sodann sprach sich der Kongreß mit 178 gegen 49 Ssimmen für die Monopolisierung der Branntwein- Industrie(inklusive des Handels) durch den Staat mis. Um diese Monopolisierung zu erleichtern, soll den Gemeindebehörden das Recht eingeräumt werden, dies Gewerbe zu monopolisieren, sobald die Majorität der Steuerzahler sich hierfür ausspricht. In der zu Gunsten des Freihandels angenommenen Resolution heißt es, daß nach Meinung des Kongresses ein Abweichen von den Principien des Freihandels den Interessen der arbeitenden Klassen im höchsten Grade schädlich sei; der Schutzzoll trage dazu bei. die not- wendigsten Lebensmittel zu verteuern, und hindere auch den Fortschritt zu internarionalem Frieden. Nur etwa V» Dutzend Delegierte stimmten wider diese Resolution. Daß die bekannte Geringschätzung in den Kreisen der englischen Tradcs-Unionisten gegenüber der gewerkschaftlichen Bewegung andrer Länder zum eignen Nachteil der Engländer noch immer fortbesteht, bewies die Ablehnung einer Resolution mit 246 gegen 83 Ssimmen, in welcher das Parlamentarische Komitee aufgefordert wird, zu allen ausländischen Arbeiterkongresse» Vertreter zu entsenden und solche auch'zu den englischen Kongressen einzuladen. Die Resolution war von Ben Till et(Hafenarbeiter) gestellt worden, der engere Beziehungen zwischen den Arbeitern aller Länder wünscht und der hervorhob, daß man gegenseitig auf diesen Kongressen lernen könne. S t e a d m a n verwies als Schatzmeister des Kon- gresses auf die hohen Kosten, und ein Herr Walker von Belfast meinte, das wäre weggeworfenes Geld. Ihren anti- militärischen Geist legten die Delegierten durch die An- nähme einer Resolution an den Tag, die sich gegen den obligatorischen Militärdienst, wie ihn die königliche Militärkommisston in Vorschlag gebracht hat, ausspricht. ES folgte die Verhandlung über einige Resolutionen, in welchen eine Herabsetzung der hohen Naturalisationsgebühren gefordert wird, damit es auch Arbeitern ermöglicht werde, englische Staatsbürger zu werden. Diese Resolutionen fanden Annahme. Ebenfalls angenommen wurde eine Resolution.� in welcher die Regierung aufgefordert wird, ein Alters-Pensionsgesetz vorzulegen, nach welchem alle Bürger (Männer und Frauen) nach zurückgelegtem 60. Lebensjahre eine Staatspension von mindestens 6 Schilling pro Woche erhalten sollen. Es folgten eine Reihe Beschlüsse, die auf dem Gebiete des Arbeiterschutzes und der socialen Fürsorge liegen. So wird eine bessere Fürsorge für die Blinden gefordert, 1. durch Errichtung von nationalen und kommunalen Werkstätten mit Garantie, daß dort auch auskömmliche Löhne gezahlt werden; 2. durch Errichtung technischer Schulen für begabte Blinden, um diese mög- lichst selbständig zu machen; 3. durch Zahlung ausreichender Unter- stützung an minderbcfähigte alte Blinden. Ferner wurde durch An« nähme' einer Anzahl Resolusionen bessere Bau- und Fabrikinspektion, Anstellung einer größeren Anzahl von Inspektoren sowie der gesetz- liche Achtstundentag gefordert. Auch wird eine Verminderung der Sonntagsarbeit im'Handelsgewerbe und eine für alle Geschäfte gleiche Ladenschlußstunde gefordert. Versammlungen. Ardeitervertretcr-Berein. Wichtig für Unfallverletzte sind AuS« führungen, die anläßlich einer Debatte über Rekursentscheidungen des Reichs-Versicherungsamts am 8. September im Arbeitervertreter- Verein fielen. Die Arbeitervertreter beim Schiedsgericht und Reichs- Versichernngsamt, welche zu Worte kamen, sowie andre bei der Durchführmig der Versicherungsgesetze beteiligte Redner hoben her- vor, daß die Verletzten oft selbst schuld seien, wenn sie ihrer Renten- anspräche verlustig gingen. Zum Beispiel würde häufig in Verkennnug des Begriffes„Unfall" dann, wem: eine jedem äugen» fällige, gewaltsame Einwirkung auf den Körper nicht stattfand, sondern die Gesundbeitsschädigung sich infolge eines weniger beachteten Vorganges entwickelte, Anspruch auf Rente erhoben._ In solchen Fällen wird oft von Arbeitern die Schuld der Schwierigkeit der Arbeit oder einer Arbeitseigcnheit ganz allgemein zu- geschoben, weil viele Arbeiter der irrigen Meinung sind, daß auch eine langsame Schädigung des Körpers durch eine schwere oder eigenartige Arbeit zu den entschädigungspflichtigen„Un- fällen" gehöre. Diese Leute, verleitet durch ihre falsche Auf- fassung, beachteten häufig nicht, daß eine g a n z b e st i m m t e, auf einen kleinen Zeilraum beschränkte, mehr od e r minder plötzliche Einwirkung der Arbeit auf den Körper in letzter Linie es war, wovon ihr Leiden(etwa eine Knie- oder Handentzündung zc.) ausging. Gerade aber darauf kommt e s a n, daß bei Unfallrenten-Ansprücheu gleich von vorn- herein die Plötzlichkeit, die zeitliche Begrenzung einer bestimmten Einwirkung auf den Körper behauptet werden kann, behauptet wird und sich schließlich nachweisen läßt. Sie gehört zum Begriff des Unfalls. Schädigungen durch langsame Ein- Wirkung schwerer und besonders gearteter Arbeit gelten als Be- triebs k r a n k h e i t e n, nicht als Folgen entschädigungspflichtiger Betriebsunfälle. Für sie giebt es keine Unfallrente.— Hierüber müßten, meinten die Redner, die versicherten Arbeiter noch viel mehr belehrt werden. Auch würde sich bei manchen Erkrankungen der Beweis des Zusammenhanges mit einem Betriebsunfall viel eher führen lassen, wenn die Versicherten, die einen Unfall mit scheinbar geringen Folgen oder scheinbar ohne Folgen erlitten, alle späteren Krankheitserscheiuungen gleich daraufhin untersuchen ließen, ob sie vielleicht mit dem einst erlittenen Unfall zusammen- hingen. Mancher könnte sich so eine ihm von Rechts wegen zu- kommende Rente sichern, was ihm sonst vielleicht nicht möglich wäre. Die Entschädigungspflicht der Berufsgenossenschaften und Kranken- kaffen neben einander während der 14. bis �26. Woche nach dem Unfall betrifft ein von Stygel maier' verlesener Bescheid des Reichs- Versicherungsamtes. Darin wird ausgeführt, daß die letzte Novelle zum Krankenversicherungs- Gesetz mit der obligatorischen Einführung der Unterstützungspflicht bis zu 26 Wochen nicht beabsichtigt habe, die Krankenkassen zu Gunsten der Berufs- genossenschaften zu belasten, etwa durch Ueberwälzung eines Teils der Entschädigungslast aus Unfällen für die Zeit nach Beginn der 14. Woche seit dem Unfälle. Weiter heißt eS:„Die Berufsgenoffen- schaften haben daher von Beginn der vierzehnten Woche an nach wie vor an erster Stelle auf Grund der Unfall-Versicherungsgesetze die Fürsorge und Entschädigung für Unfallverletzte zu leisten, ohne daß es ihnen freisteht, von einem Eintreten aus irgendtuelchen Gründen(der Fall des§ 11 Absatz 1 de» Gewerbe- Unfallgesetzes bildet keine Ausnahme von diesem Grundsatz) abzusehen und dadurch mittelbar sich unter Umständen zu Lasten der Krankenkassen einen Vermögensvorteil durch Ersparung von Ausgaben zu sichern.— Aller- dings sind auch die Krankenkassen nicht mehr befugt, Unfallverletzte lediglich unter Hinweis auf die Leistungspflicht der Unfallversicherungs- organe vor Beginn der 14. Woche nach dem Unfälle an im Falle etwaiger Zögerung dieser Organe ohne Fürsorge zu lassen." Ueber die Bedeutung dieses Bescheides für die Krankenkaffen wurde sehr lebhaft debattiert. Besonders von Gutfleisch wurde die Auffaffung vertreten, daß die Kassen, die in strittigen Fällen für Unfallverletzte auch noch nach Ablauf der 13. Woche eintreten, doch vielfach die Leidttagenden sein werden, weil sie vollen Ersatz von den ver- pflichteten Berufsgenossenschaften wohl kaum erlangen würden. Ihm gegenüber machte Albrccht geltend, daß sich bei einiger Vorsicht die Kassen im Civilprozeß(gegen die Berufsgenoffenschaft) zu ihrem Rechte verhelfen könnten.— Man besprach noch einige andre Fach- angelegenheiten._ Letzte Nachrichten und Depefchen. Reichstags-Stichwahl Schaumbnrg-Lippe. Bückevurg, 9. September 1904.(Privattclegramm.) Bei der heute im Wahlkreise Schaumburg-Lippe stattgehabten Reichstags- Stichwahl erhielt von 7072 abgegebenen gültigen Stimmen Amts- gcrichtsrat Dr. Brunstermann-Stadthagen(kons.) 4516, Klingen- Hagcn-Herford(Soz.) 2656 Stimmen. Somit ist Dr. Brunstcr- mann(kons.) gewählt._ Vom ostafiatischen Kriegsschauplätze. London, 9. September.(B. H.) Wie nachträglich aus Tfchifu gemeldet wird, sind bei der Explosion der Flattermine von Port Arthur von den 700 Mann der japanischen Kolonne die Hälfte getötet worden; auch die Geretteten sind fast sämtlich verwundet. Budapest. 9. September.(W. X. B.) In einer heute ab- gehaltenen Versammlung von Delegierten der Arbeiterschaft aller Gewerbezweige Budapests wurde beschlossen, den Bauarbeitern, mit denen die übrigen Arbeiter sich solidarisch erklären, während der Daner der Aussperrung allwöchentlich eine Geldbeihilfe zukommen zu lassen. Lemberg, 9. September.(B. B.) Der Verband der polnisch- akademischen Bereine Galiziens übersandte dem japanischen Ge- sandten in Wien ein Glückwunschtelegramm zum Siege der Japaner bei Liaujang. Paris, 9. September.„Humanitö" berichtet, daß Judet aus der Redaktion des„Petit Journal ausgetreten sei. um die Leisiing deS „Eclair" zu übernehmen. Die Blätter kommentteren diesen Wechsel lebhaft. Marseille, 9. September.(W. T. B.) Die Hafen- und Dock- arbeiter, sowie die Arbeiter verwandter Betriebe beschlossen, die Arbeit bei den Arbeitgebern wieder aufzunehmen, die nicht dem Arbeitgeberbund angehören; sie werden ein Drittel ihres Lohnes dazu hergeben, um den ausständigen Arbeitern zu Hilfe zu kommen. Marseille, 9. September.(W. T. B.) Die eingeschriebenen Seelente beschlossen den Ausstand so lange fortzusetzen, bis die Arbeitgeber im Princip einer Regelung der Arbeit an Bord zustimmen. Florenz, 9. September.(B. H.) Der Sohn eines hier ansässigen Mannes Namens Fabiani hat in Paris ein Metall erfunden, welches von purem Golde weder in Farbe noch Qualität zu unterscheiden ist. Die Herstellungskosten des Metalls sollen sehr geringe sein; Rothschild habe bereits die Erfindung für sechs Millionen Frank angekauft. Belgrad. 9. September.(W. T. B.) Die Regierung ordnete bis auf weiteres die zollfreie Einfuhr von Mais nach Serbien an. Vergntw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr.u. Verlagsanstalt Paul Singer L- Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen. Nr. 213. 21. Jahrgang. 1. KnlP des Jorniitlü" Knlim MUliti Sovuabend, 10. September 1904. Berliner partei-Hngelegenbeiten» Dalldorf. Da die Mitgliederversamnilimg des Wahlvereins für Waidmannslust und Umgegend am Sonnabend, den 3. d. Mts,, nicht abgehalten werden konnte, so werden die Mitglieder darauf auf- merksam gemacht, daß dieselbe am heutigen Sonnabend, abends Sll2 Uhr, bei Kall,„Zur Mühle", mit derselben Tagesordnung statt- findet. Um zahlreichen und pünktlichen Besuch wird gebeten. Nicdcr-Schönhausen. Am Sonntag unternimmt der Wahl- verein eine Herrenpartie nach dem Liepnitz-See. Die Ge- nassen treffen sich früh Va7 Uhr bei Wenzel, Lindenstr. 43. Abmarsch von da pünktlich 7 Uhr. Abfahrt des Zuges 7 Uhr 57 Minuten vom Bahnhof Pankow-Schönhausen. Freunde sind willkommen. Ten, pclhof, Mariendorf und Umgegend. Heute, Sonnabend, der- anstalten die Wahlvereine ein gemeinsames Herb st Vergnügen im Tempelhofer Tivoli, Inhaber H. Stein, Berlinerstr. 50. Das Fest findet statt unter Mitwirkung des Berliner Ulk-Trios zc. Es wird alles aufgeboten werden, um den Parteigenossen ein angenehmes Fest zu bereiten. Um zahlreichen Besuch bitten Die Vorstände. Tempelhof. Sonntagnachmittag 4 Uhr findet im Lokale Tempel- hofer Tivoli, Inhaber H. Stein, eine Vereinsversammlung des W a h l v e r e i n s statt. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Dis- kussion. 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung ist em geselliges Beisammensein in demselben Lokale. Um zahlreichen Besuch bittet _ Der Vorstand. Lokalea. Wieder zwei Stadtverordneten-Ersatzwahlen! Das Jahr 1904 ist ungewöhnlich reich an Stadtverordneten- Ersatzwahlen der dritten Abteilung. Im Frühjahr waren zwei Ersatz- Wahlen vorzunehmen: im 32. Bezirk, weil dem Stadtverordneten Genossen Leid wegen„Majestätsbeleidigung" sein Mandat aberkannt worden war, und im 40. Bezirk, weil der Stadtverordnete Genosse Freudenberg sein Mandat niedergelegt hatte, um zur Wiederherstellung seiner Gesundheit nach Egypten zu gehen. Im Herbst haben wir wieder zwei Ersatzwahlen: im 22. B e z i r k, weil der Stadtverordnete Genosse Friedeberg sein Mandat niedergelegt hat, und im 30. B e- zirk, weil der bisherige Vertreter, der freisinnige Stadtverordnete Sutter, gestorben ist. Ob nicht auch noch im 17. Bezirk eine Nachwahl stattfinden muß, das wird von dem Ausgang der Klage abhängen, die gegen die Ungültigkeitserklärung der Wahl unsreS Genossen Kerfin an- gestrengt worden ist. Vorläufig aber künimern uns nur der 22. und der 30. Bezirk. Der 22. Bezirk liegt im vierten Reichstags- Wahlkreis, der 30. größtenteils im fünften, zu einem kleinen Teil im sechsten ReichstagS-Wahlkreis. Zum Wahlbezirk 22 gehören die Stadtbezirke 152, 153, 154, 155, 156, 158, 159. d. h. der größte Teil der Großen Frankfurterstraße mit ihrer nördlichen und süd- lichen Umgebung. Der Wahlbezirk 30 umfaßt die Stadtbezirke 210, 211, 212, 213. 214, 215, 255, 256, d. h. die Große Hamburgerstraße mit ihrer östlichen und westlichen Umgebung sowie die angrenzenden Strecken der Acker- und der Bergstraße bis etwa an den Pappelplatz. Im 22. Bezirk wurde im November 1901 der Vertreter der Socialdemokratie mit einer so. stattlichen Mehrheit gewählt, daß loir dem Ausgang der Ersatzwahl niit zienrlicher Ruhe entgegensehen können. Von 5548 eingeschriebenen Wählern beteiligten sich 2219, und von diesen gaben 1645 ihre Stimme für uns ab. Der„entschieden freisinnige" Gegenkandidat brachte es nur auf 529 Stinimen und ein dritter Bewerber, der sich verschämt nur als„liberal" bezeichnete, fand ganze 45 Anhänger. Der Freisinn wird vermutlich den Kampf um den Bezirk noch nicht aufgeben, sondern auch diesmal noch mit einen, Kandidaten auf. dem Plan erscheinen. Wenn aber alle unsre Genossen im 22. Bezirk ihre Pflicht thun, so werden wir nicht nur das Mandat behaupten, sonden, auch den Beweis liefern können, daß iu diesem Stadtteil die Zahl unsrer Anhänger seit den letzten Wahlen wieder noch un, ein Beträchtliche» zugenommen hat. Der 3 0. Bezirk gehört zu denen, die erst durch die Social- demokratie erobert werden sollen. Das vorige Mal, im November 1899, gelang das noch nicht. Wird es uns diesmal ge- lingen? 1899 kamen von 6347 eingeschriebenen Wählen, 2121 zur Wahl, und davon stimmten 1145 für den Freisinn. Das war nur noch eine knappe Mehrheit. Die Fortschritte, die wir bei den Stadtverordnetenwählen der letzten Jahre in allen Stadtteilen ge- , nacht haben, berechtigen zu der Hoffnung, daß der Freisinn auch hier diesmal nicht mehr die Mehrheit behalten, sondern es höchstens noch zu einer Stichwahl bringen wird. 1399 fielen von der„kleineren Hälfte" der Stimmen 523 auf die Bürgerpartei, 453 auf die Social- demokratie. Die Bürgerpartei hat ja inzwischen so weit ab- gelvirtschastet, daß 1903 ihr letzter Stadtverordneter hinauSgewählt wurde. SBill sie im 30. Bezirk noch einmal mitmachen, so wird fie sich diesmal wohl mit dem dritten Platz begnügen müssen. Welches dann das Ergebnis der Stichwahl sein wird, darüber wollen wir uns heute noch nicht den Kopf zerbrechen. Die Wahl im 80. Bezirk muß und wird zeigen, daß den Fortschritt der Socialdemokratie nichts aufhalten kann. Früher oder später werden wir in jedem Bezirk der 3. Abteilung die Mehrheit erreichen. In der gestrigen Magistratsfitzung wurde der Donnerstag in sein Amt eingeführte Stadtrat Maas vom �Oberbürgermeister Kirschner begrüßt. Zum Direktor der vierten städtischen Realschule wurde der Oberlehrer Professor Dr. Tanger vom Magistrat gewählt, und zu Oberlehrern Dr. Wölbe l fünfte Realschule), Kandidat Härtung (Frankfurt a. O.) zum Oberlehrer der zehnten Realschule, und der Hilfslehrer Lange zum Oberlehrer an der zweiten Realschule, sowie Fräulein Lehmann zur ersten Lehrerin an der Sophienschule. Der Magistrat beschloß, den Preis für Fortschaffung, Reinigen und Be- seitigen eines Kubikmeters Abwäffer der städtiichcn Kanalisation auf 5 Pf. festzusetzen. Zur Enthüllung des Robert Zelle-DenkmalS ist der Magistrat zum Montag, den 19. d. M., eingeladen worden. Der neue WohmingS-Gefetzentwurf. Die Fraktion der Linken, die Stadtverordneten Haberland und Genossen, haben der Berliner Stadtverordneten-Versammlung folgenden Antrag unterbreitet:„Die Stadtverordneten-Bersammlung ersucht den Magistrat, möglichst ge- ineinsam mit andren Städten geeignete Schritte zur Abwendung der Gefahren einzuleiten, welche durch Bestimmungen des neuen WohnungSgesetz-VorschlageS, insbesondere durch die beabsichtigten Aenderungcn des Fluchtlmien-GesetzeS vom Jahre 1875 der Selbst- Verwaltung der Kommunen drohen." Die Dürre dieses Sommers. Ein weiteres starkes Fallen des Wasserspiegels der Spree ist in den letzten 48 Stunden festgestellt worden. Der Pegel im Landwehr-Kanal ist um vier Centi- inetcr, in, Spree-Kanal um drei Centtmeter und in der Spree um zwei bis fünf Centiineter gefallen. Auch die Havel hat noch nicht ihren niedrigsten Stand erreicht. Anfang dieser Woche war der Wasserlauf zwar bis auf acht Centiineter gesttegen, ist jedoch in- zwischen wieder gefallen und bei Rathenow um drei, bei Branden- bürg um einen Centtmeter unter den bisherigen niedrigsten Stand gesunken. Der Pegel bei Brandenburg zeigte gesten, 0,46 unter Null, der niedrigste bisher überhaupt bekannte Stand.— Der Grundwasserspiegel in der Umgebung Berlins ist zwar langsam, aber ständig gefallen und befindet sich gegen- wärtig etwa l'/z Meter unter normal. Unter diesen Umständen beginnt die Wasserversorgung der Vororte, die keine Wasserleitung haben, zu leiden. Flache Brunnen sind schon seit längerer Zeit der- siegt, neuerdings beginnt auch das Wasser in den Tiefbrunnen knapp zu werden, so daß diese geschont werden müssen.— Als eine Folge der Dürre ist seit kurzem in der Milch vers orgung Berlins eine Stockung eingetreten. Die märkischen Bauern haben wegen des Futtermangels den Viehbestand vielfach sehr eingeschränkt und liefern kaum halb so viel Milch als früher. Die Pächter sind infolgedessen nicht in der Lage, genügende Mengen Milch aufzutreiben, und die Milchhändler haben zumeist schon in den frühen Nachmittagsstunden ihren Vorrat ausverkauft. Die Nachmittagslieferung bleibt vielfach gänzlich aus. Kommunalfortschrittliches von der schule. Die Berliner Schul- Verhältnisse sind gestern in der Magistratssitzung behandelt worden. Es wurde beschlossen, keine der bestehenden Anstalten in irgend einer Weise zu ändern, ferner ein Reform-Gymnasium nicht einzurichten. Dagegen soll eine neue(die 14.) Realschule in Berlin eröffnet werden; ebenso eine Ober-Realschule, welcher als Unterbau die Einrichtung der bestehenden Realschulen dienen soll. Endlich soll eine neue höhere Mädchenschule errichtet werden, welcher Gymnasialkurse angereiht werden sollen. Eine Warnung vor Berliner Heiratsvermittler« hat, wie wir be- reits meldeten, das österreichische Ministerium des Innern erlassen. In dem an sämtliche polittschen Landesstellen gerichteten Erlaß heißt es:„Eine Reihe von in Berlin bestehenden Heiratsvermittelungs- Unternehmungen suchen mit Erfolg auch in Oesterreich einen regen Geschäftsbetrieb zu enttvickeln. Wiederholt vorgekommene Be- schwerden lassen es geboten erscheinen, das Publikum vor dem schwindelhasten Treiben dieser Unternehmungen nachdrücklichst zu warnen. Der Geschästsbettieb der Institute vollzieht sich in nach- stehender Weise: Dieselben inserieren entweder allgemein als Heiratsvermittler mit dem Zusatz:„Für Damen kostenfrei", um sich Bildnisse und Angebote von Frauenspersonen zu verschaffen, oder um Gesuche von Männern zu erhalten, auf die es ihnen allein an- kommt. Wenn sich jemand auf ein solches Inserat meldet und wenn er auf die Sache eingeht, so erhält er eine Nachnahmesendung. Der Nachnahmebetrag schwankt zwischen 10 und 50 M. Die Nachnahme- sendung enthält ein Blatt mit den.Ausführungsbestimmungen". Danksagungen und Vermählungsanzeigen von angeblich durch das Institut zuiammengebrachten Eheleuten(nur mit Chiffern bezeichnet), die sogenannte Damenliste und Fraucnbildnisse. Die sogenannte Damenliste enthält ohne Namen unter Nummern eine Art Nationale zahlreicher Frauenspersonen: Alter, Personenbeschreibung, Familien- Verhältnisse, Bildungsgang. Vermögen, Ansprüche. Mit den Nummern der sogenannten Damenliste korrespondieren die Nummern auf den Frauenbildnissen. Diese sind offenbar mechanische Massenproduktionen von Photogrammen, deren Aufnahmen, nach der Bekleidung der dargestellten Frauenspersonen zu schließen, meist vor sieben oder acht Jahren und noch früher gemacht worden sein müssen. Der suchende Mann muß dirett mit der erwählten Frauensperson korrespondieren, indem er den mit der betreffenden Nummer der sogenannten Damenliste adressierten, ver- schlossenen Brief dem Institut zur Weiterbeförderung einschickt. Erfolgt hierauf keine Antwort und der Reflektant beschwert sich, so erklärt das Institut, die Dame, deren Name natürlich nicht genannt wird, wolle von dem Suchenden eben nichts wissen. Erstattet der Heiratslustige nun eine Strafanzeige, so(stebt der Vermittler ent weder eine im entferntesten Ausland wohnende, schwer oder gar nicht erreichbare Person als die betreffende Dame an oder will deren Angebote auch nur unter Scheinnamen erhalten haben, so daß ihm die Merkmale des Betruges nicht nachzuweisen sind. Die Höhe des Nachnahmebctrages, mn welchen die einzelnen geschädigt er- scheinen, wird mit den Unkosten des Instituts motiviert." KindeSauSsctzungen. DaS Polizeipräsidium teilt mit: Am 3. d.M. nachmittags-übergab eine 18- bis 20jährige Frauensperson an der Oranien- und Kommandantenstraßen- Ecke einer älteren Frau ihr circa vier Wochen altes Kind(Mädchen) mit der Bitte, dasselbe so> lange zu behalten, bis sie eine in der Nähe befindliche Bedürfnis� anstalt aufgesucht habe. Da die Person nicht wieder zurückkehrte und spurlos verschwunden war, ist anzunehmen, daß sie sich ihres Kindes auf diese Weise hat entledigen wollen. Das Kind ist dem Waisenhause übergeben worden. Zweckdienliche Angaben zur Er- mittelung der Mutter des Kindes werden mündlich oder schriftlich auf jedem Polizeirevier oder im Polizeipräsidium, Zimmer 318 zur Nr. 8187 IV/27. 04 entgegengenommen.— Am 8. dieses Monats vormittags gegen 8 Uhr ist im Hause Gräfesttaße 6 im Erdgeschoß deS OuergebäudeS vor der Thür zur Wohnung des Omnibusklitschers Kröplin von einer un- bekannt gebliebenen Frauensperson ein vier Wochen altes Mädchen ausgesetzt worden. Das Kind war mit einem weiß- und rot gestteiftem Kleide bekleidet, trug einen weißen Latz und war in ein braun- und graukariertes Umschlagetuch eingewickelt. Das Kind ist im Waisenhause untergebracht. Zweckdienliche Nachrichten über die Persönlichkeit der Frauensperson und des miSgesetzten Kindes werden von der Kriminalpolizei— Zimmer 334 deS Polizeipräsidiums— zu Nr. 8298 IV. 27. 04 mündlich oder schriftlich entgegengenommen. Zum Lustmorde. Große Menschenansammlungen fanden Freitag- abend in der Franseckisttaße statt, weil daS Gerücht verbreitet war, daß der Mörder v. Busse durch Kriminalbeamte in den Abendstunden nach seiner Wohnung transportiert werde, um an Ort und Stelle Auskunft über die Vorgänge bei der Mordthat zu geben. Bald hatten sich mehr als tausend Menschen auf der Straße eingefunden und mehrfach wurde die Drohung laut, daß man den Verbrecher bei seinem Erscheinen lynchen werde. ES war deshalb auch ein starkes Schutzmannsaufgebot zusammengezogen, das jedoch keinen Anlaß zum Einschreiten fand. Als bis 10 Uhr der Erwartete nicht eintraf, zerstreute sich die Menge. Weun der Arbeiter alt wird. Der 50 Jahre alte auS Löwen- berg gebürtige Maurer Gustav Krüger war seit 30 Jahren lungen- leidend. Bor vier Wochen aus dem Krankenhause entlassen, fand er bei einer Frau Miete in der Pappel-Allee 21» eine Schlafstelle. Er klagte, daß er nun von der Krankenkasse nichts mehr bekomme, weil die Zeit abgelaufen sei, und daher keine Miete bezahlen könne. Aus Mitleid behielt ihn seine Wirttn bis vor 14 Tagen bei sich, riet ihm aber wiederholt, fich an den Armenvorsteher zu wenden. Jedesmal erklärte der Kranke, daß er dazu zu stolz sei, ging endlich weg und ließ nichts mehr von sich hören. Vorgestern nachmittag kurz vor 2 Uhr kam er vollständig erschöpft nach der Bedürfnisanstalt an der Ecke der Kastanien- und Schönhauser Allee, brach dort zu- sammen und verschied auf der Stelle. Ein Arzt konnte nur noch feststellen, daß er wahrscheinlich an allgemeiner Körperschwäche ge- starben war. Das Polizeipräsidium teilt mit: Seit kurzer Zeit werden als Beilagen zu Zeitungen Prospekte verbreitet, auf welchen Max Egert, Berlin, Jerusalemcrsttaße 66, zur Bestellung von Ottoman- Staats-Eisenbahnlosen einlädt. DieProspekte(auf grünem Papier), welche nicht etwa von einem deutschen Unternehmer, sondern von einem der wiederholt öffentlich besprochenen Amsterdamer Bankinstitute ausgehen, scheinen geeignet, das unwiffende Publikum zu täuschen. Sie enthalten neben den Ankündigungen„Billigste Lose oer ganzen Welt l",„Jedes Los muß gewinnen!",„Keine Nieten!" in Fettdruck die Worte„2 ganze Originallose nur 5 Mark; erst die genauere Betrachtung des zartgedruckten ersten Teiles des Satzes läßt erkennen, daß„5 Mark" nicht der Kaufpreis für zwei ganze Ortginallose, sondern eine monatliche Vergütung von„Zinsen, Verwaltungsunkosten zc." für die auf Kredit zu kaufenden Originallose sein soll. Es wird hierzu bemerkt, daß die erwähnten Lose, die sogenannten„Türkenlose", Prämieneffekten sind, die z. Zt. im Kurse über 128 M. stehen, daß also derjenige, welcher auf Grund des Prospettes eine Bestellung auf zwei solcher Lose macht, eine Zahlungsverpflichtung auf ca. 256 M. eingeht, ferner die Verpflichtung übernimmt, bis zur Abnahme der Ziehung der betr. Stücke— die letztere kann sich bis zum Jahre 1974 erstrecken— monatlich je 5 M. für„Zinsen, Verwaltungskosten zc." zu entrichten. Die Leser des Prospektes werden deswegen, um nicht»»vorher- gesehene Vermögensschädigungen zu erleiden, zur Vorsicht an- gehalten. Der Landsmann. Der Kaufmann Stark aus Galizien be- treibt in der Blankenfeldestr. 8 eine Eiergroßhandlung. Vor acht Wochen kam ein junger Landsmann von ihm, ein 19 Jahre alter Handlungsgehilfe Michael Schönbach nach Berlin und klagte ihm seine Not. Stark nahm sich seiner an, gab ihm Beschäftigung und versprach ihm, auch weiter für sein Fortkommen sorgen zu wollen. Aber der junge Mann lohnte das Wohlwollen sehr schlecht. Am vergangenen Montagnachmittag sollte er Kleinhändler, Kunden seines Arbeitgebers, besuchen. Ein Bursche begleitete ihn mit einem mit Eiern beladenen Handwagen. In der Blumenstraße schickte er den Jungen unter dem Vorwande, daß er allein einen guten Kunden besuchen wolle, mit dem Wagen wieder nach Hause. Dann ging er weiter und kam nicht wieder. Als Stark nach langem vergeblichen Warten endlich das rätselhafte Verschwinden seines jungen Lands- mannes aufzuklären versuchte, fand er, daß er für 600 Mark Lieferungsscheine gefälscht, außerdem 50 M. unterschlagen und mit dem Gelde das Weite gesucht hatte. Der Flüchttge wird jetzt wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung von der Kriminalpolizei gesucht. Die 6. Berliner Saison des Cirkns Albert Schumann wird an- läßlich des zwanzigjährigen Bestehens der Gesellschaft ein ganz be- sonders wirkungsvolles Gepräge erhalten. Am Sonnabend, den 17. September dieses Jahres, abends 7ffz Uhr, findet die Gala- Eröffnungsvorstellung statt, deren Programm die erstklassigsten Attraktionen der Gegenwart aufweist. Unter anderm wird Georg Lurich, der stärkste Athlet der Gegenwart, debütieren. Neben den Dressuren des Herrn Direktor Albert Schumann werden die Vor- führungen des französischen Naturforschers Mr. Pernelet mit seinen 40 Krokodilen in einem eigens konstruierten, in riesigen Dimensionen gehaltenen Glasbassin Sensation erregen. Mr. Albert Carre wird einen Dressurakt mit 30 auserlesenen Pferden und einer Meute von 20 Hunden bringen, der durch die Neuheit der gezeigten Produkttonen die Bewunderung aller Fachleute und Laien erregt. Den Clou bildet die Erstaufführung der historischen Ausstattungspantomime„Michael Strogoff. der Kurier des Zaren". Ein Zusammenstoß zweier Straßenbahnwagen hemmte gestern abend auf längere Zeit den Verkehr im Süden Berlins. Gegen 8 Uhr rannten zwei Wagen der Linien 64 und 38 an der Dorl- und Bellcalliancestraßen-Ecke zusammen. Beide Wagen wurden stark beschädigt: die Fahrgäste kamen mit dem bloßen Schrecken davon. Das Gartenufcr von der Fasanenstraße bis zur Lichtensteiu- Brücke wird behufs Herstellung eines Rcgenauslasses nach dem Landwehrkanal vom 12. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Feucrbcricht. Die böswilligen Alarmierungen der Wehr wollen kein Ende nehmen, denn es vergeht jetzt fast kein Tag, an dem nicht ein derartiger Fall zu verzeichnen ist. In der Nacht zum Freitag wurde der öffentliche Feuermelder in der Jagowstraße wiederum böswillig gezogen, ohne daß eS gelang, den Frevler zu ermitteln. — Zur lelben Zeit hatten in der Lindowerstraße 11 Bretter meiner Töpferei Feuer gefangen, während am Grünen Weg 119 ein Posten Späne in einem Keller in Flammen standen. In beiden Fällen konnte indes die Gefahr leicht beseitigt werden.— In der Neuen Schönhauserstraße 14 mußte später ein Brand abgelöscht werden, der den Fußboden und die Balkenlage ergriffen hatte.— Kohlen brannten auf dem Anhalter Güterbahnhofs— Gegend Abend erfolgte ein Alarm nach dem Passage-Theater, wo infolge Kurzschlusses an dem Schaltapparat ein Feuer entstanden war. Ein Mann trug da- bei Brandwunden an den Händen davon. Die Wehr beseittgte die Gefahr in kurzer Zeit.— Außerdem erfolgten noch von einigen andren Orten Alarmierungen, die indes auf„blinden Lärm" zurück- zuführen waren.—_ In Sanssouci, wo sonst die Norddeutschen Sänger unter Herrn Hoffmanns Leitung ihre ernsten und heiteren Lieder zun, besten geben, wird an zwei Tagen der Woche gemimt. Solches geschah an dieser Stätte bereits im vorigen Jahre, doch scheint es, als ob das Programm sich jetzt abwechslungsreicher gestalten wollte. Wir sahen vorgestern eine Posse von Pohl„Die Manöver von Berlin" und wollen gleich bemerken, daß ganz vortrefflich gespielt wurde. Kein Wunder allerdings, wenn man erwägt, daß Herr Adolf Hoff- mann selbst die Haupttolle des Stückes übernommen hatte und auch die übrigen Partien wohlbewährten Kräften anvertraut waren. Eine andre Frage ist es allerdings, ob die Posse selbst vor der Gegenwart noch stand halten kann. Ihr Held ist der sagenhafte Polier alten Schlages, der feine Maurer in Kommando hat, nach Kräften ihre Erziehung leitet, sie vor allzu starken Räuschen zu schützen sucht und an ihrem Familiengeschick väterlichen Anteil nimmt. Wo ist eine solche Gestalt in der Gegenwart zu finden, Ivo gerade im Baugewerbe alle persönlichen Beziehungen unterdrückt sind und der Arbeiter nur als Apparat zur Erzeugung von Mehrwert in Betracht kommt? Aehnlich veraltet wie dieser Polier sind die übrigen Figuren des Stückes, von denen die lebenslustige Konfektioneuse mit dem Herz auf dem rechten Fleck die Zuschauer wohl zu rühren weiß. Aber wenn an vornehmerer Stätte alte Possen aus den vierziger Jahren ausgegraben werden, warum soll dann das Kunst- instttut in der Kottbuserstraße nicht ein gleiches versuchen? Es schien denn auch, daß trotz alledem das Publikum nicht allein an der Dar- stellung, sonder« auch an dem Inhalt des Stückes lebhaften Anteil nahm. Die Direktton des Palast-TheaterS bittet uns mitzuteilen, daß der Specialitätenteil allabendlich um 8 Uhr beginnt, während die Ausstattungsposse„Vom Gimmel zur Hölle" um 1/ß Uhr in Scenc geht. Der Einlaß ist Wochentags um 7 Uhr, am Sonntag um 6 Uhr._ Aua den Nachbarorten. Die Rixdorfer Stadtvcrordneetn waren am Donnerstagabend nach längerer Fcrienpause zur ersten Sitzung zusammengetreten. Bürgermeister Voigt führte die neugewählten Stadttäte M i e r und W i l s ch k e in ihr Amt ein und vereidigte sie in der üblichen Weise. Nach Mitteilungen des Vorstehers, au« denen hervorzuheben ist. daß einzelne städtische BerwalmngSzweige wesentlich höhere Ueberschüsse ergeben haben als im Voranschlag festgesetzt ist(Haupt- etat, Ordinarium 400 000, Kanalisation einschließlich Waßmannsdorf 144 000, Gasanstalt 161000 M.), nahm die Versammlung Ergänzungs- wählen für den Magistrat vor. Am 31. März 1905 läuft die Wahl« Periode der Stadttäre Bürkner, Marggraff, Niemetz und Wilschke ab. Die Herren wurden sämtlich wiedergewählt gegen die Sttmmen der socialdemokratischen Fraktion, welche als Protest gegen das Bestätigungsrecht der Regierung weiße Stimmzettel abgaben.— Die durch die Neuwahlen für den Magistrat erledigten beiden Stadtverordneten-Mandate sollen auf Vorschlag des Wahlausschusses in Kürze zur Ersatzwahl gestellt werden.— Derselbe Ausschuß empfiehlt die gegen die Richttgkeit der Stadtverordneten- Wählerlisten erhobenen 51 Einwendungen dahin zu erledigen, daß 46 davon anerkannt, diejenigen jedoch des Arbeiters Barkowsly, des Invaliden Vrose, des Arbeiters Hanisch, deS Tischlers Hoffmann und des Arbeiters Lorenz abgewiesen werden. Die Versammlung stimnite diesem Antrage einstimmig zu.— Am 9. Juni dieses Jahres wurde die Aufnahme einer Anleihe von 900 000 M. für eine Erweiterung der städtischen Gasanstalt beschlossen. Die Genehmigung hierzu ist jetzt eingetroffen. Der Magistrat beantragt nun im Einverständnis mit der Deputation für die städtischen Be- leuchtungsanstalteu die Bewilligung eines Teiles dieser Anleihe und zwar 269 000 M. Davon sollen 250 000 M. zur Erweiterung des Rohrnetzes und 19 000 M. zur Anschaffung eines Gassaugers und eines Stadtdruckreglers verwandt werden. Um die Leistungsfähigkeit der Gasanstalt nicht in Frage zu stellen, ist die unverzügliche Inangriffnahme dieser Erweiternngen notwendig. Die Versammlung trat dem Magistratsantrage bei.— Der Regelung a) der Weichselstraße von der Weser- bis zur Pflügerstraße, b> der projektierten Straße 20(Nansenstrcrße) von der Pflügerstraße bis zum Maybach- Ufer, c) der Straße 84b vom Richardplatz bis zur Straße 184 wurde im Sinne der Vorlagen des Magistrats zugestimmt. In geheimer Sitzung wurde dann die Neuregelung bezw. Festsetzung der P f l i ch t st u ndenzahl für die R e i t o r e n an den städtischen Gemeindeschulen beraten. Die Magistratsvorlage besagt, daß es zunächst in Anbetracht des verschiedenen Umsanges unsrer Schulen(14— 24 Klassen) notwendig sei, mit dem bisherigen Modus zu brechen, nach welchem alle Rektoren gleichmäßig 18 Pflicht- stunden erteilen, gleichviel, welche Anzahl Klassen ihrer Aussicht unterstellt ist. An diese Stelle müsse eine Staffelung treten. Aber auch eine allgemeine Ermäßigung der Pfljchtstundenzahl sei deshalb notwendig, weil sich in den letzten Jahren die Amtsgeschäfte der Rektoren wesentlich vermehrt haben, und weil ferner eine möglichst umfassende Beaufsichtigung des ganzen Schulbetriebes seitens des Schulleiters wünschenswert sei. Die Vorlage setzte daher für die Rektoren, welchen a) 14— 16 Klassen unterstellt sind, 16— b) für solche mit 17—19 Klassen 14 und o) für solche mit 20 und mehr Klassen 12 wöchentliche Pflichtstunden fest. Obwohl die hier angeführten und viele andre gewichtige Gründe für diese Regelung sprachen, wurde die Vorlage, für die nur die social- demokratische Fraktion eintrat und stimmte, dennoch abgelehnt. Angenommen dagegen wurde ein Antrag, der die Pflichtstundenzahl auf 18 bezw. 16 und 14 normiert.— Neben der Genehmigung einiger Vorlagen, die Veamtenangelegenheiten be- trafen, nahm die Versammlung noch die Wahl von Mitgliedern und Stellvertretern für die Einkommensteuer-Voreinschätzungs-Kommission im Bezirk Hasenheide vor; gewählt sind u. a. auch die Genossen Schwieger und Stöhr. Nach Ernennung von Schiedsmännern und Schiedsmanns- Stellvertretern sowohl als auch von Armenpflegern wurde die Sitzung geschlossen. Neue Straßenname». Durch Erlaß des Kaisers haben die nach- stehend bezeichneten, bisher unbenannten Straßen des Gemeinde- gebiets Charlottenburg folgende Namen erhalten: die bis- herige Straße 1b Abteilung V den Namen Giesebrechtstraße. Sie führt vom Kurfürstendamm nahe der Leibnizstraße in nordwestlicher Richtung bis zur Wilmersdorferstraße, wo sie mit der Mommsen- straße zusammentrifft; ferner die Straße 12b, die vom Beginn der Wilmersdorferstraße durch die frühere Flora nach dem Luisen-Platz i führt, den Namen Eosanderstraße; sodann die Straße 12s, die von der Berlinerstraße durch die Flora nach dem Charlottenburger Ufer führt, den Namen Lohmeyerstraße; die Straßen 9a, 9b und 9o, die von der Leibnizstraße in gleicher Linie mit dem Kurfürstendamm bis zur Joachim-Friedrichstraße, der Verlängerung der Holtzendorff- straße auf Halenseer Gebiet, führen, den Namen Sybelstratze. Den Straßen 2 und 3 der Abteiltmg VI jenseits der Spree ist die Be- Zeichnung Tegeler Weg, zu dem sie gehören, beigelegt worden. Privatdoccnt Jastrow-Charlottenburg, der sich gegenwärtig auf einer volkswirtschaftlichen Studienreise durch Nord- amerika befindet, ist von dem Präsidium des„Internationalen wissenschaftlichen Kongresses", der vom 19. bis 25. September in St. Luis tagt, aufgefordert worden, das Fach der Ver- lv a l t u n g s>v i s s e n s ch a f t als einer der amtlichen Redner zu übernehmen. Die Veranstaltung in St. Louis ist der erste wissen- schastliche Kongreß, der der Verwaltungswissenschaft einen selbst- ständigen und, nach der bisher veröffentlichten Fassung des Pro- gramms zu schließen, einen sehr weiten Raum gewährt. Schöncberg. Um einem längstgefühlten Bedürfnis abzuhelfen, soll nach einer Vorlage des Magistrats eine neue besoldete Stadt- rats stelle geschaffen werden. Natürlich wurden gelegentlich der Beratung in der letzten Stadtvcrordnetensitzung wieder ver- schiedene Wünsche in Bezug auf das dem neuen Stadtrat zu über- tragende Decernat geäußert. Während von der einen Seite die neue Kraft für das höhere Schulwesen requiriert wurde, verlangten andre eine stärkere juristische Unterstützung für das Grundstücks- Wesen, also— für die Hausbesitzer. Vorläufig soll erst noch ein Ausschuß über die Stadtratsfrage„beraten". Lichtenberg. Die Gemeindc-Vertretnng genehmigte in Aus- führung des Flei s ch b es ch au- G e s e tz e s die Ortspolizei- Verordnung und ein Ortsstatut über die Errichtung einer Freibank. Der Ankauf eines Fleischsterilisators für 2200 M. fand ebenfalls Genehmigung. Unsre Genossen erhielten auf ihre Anfrage, aus welchem Rechtstitel der Kreis-Landrat seine Berechtigung herleite, die Verwendung von Ueberschllssen aus der Einnahme der Fleisch- beschau-Gebühren zu allgemeinen Gemeindezwecken zu untersagen— keine Antwort! Auch die Anregung der Frage der Errichtung eines Gemeinde-Schlachthofes, die von den Genossen gegeben wurde, muß wiederholt werden. Die Anstellung eines Tierarztes sollte im Nebenamte erfolgen. Der Antrag der Parteigenossen, einen Tierarzt mit einem Anfangsgehalt von 4500 M. unter Verbot der Privatpraxis anzustellen, fand Unterstützung und Annahme. Die Erteilung eines Pflasterkonsenses für die Straße 35a wurde genehmigt. Die Festsetzung der Baufluchtlinien für die Wördenstraße und die Straße 24 an der Krimhildstraße nach den Wünschen der Terrain- spekulanten wurde abgelehnt, ebenso die nachgerade zur Seeschlange gewordene Anlegung der Straße 37 a auf dem Terrain der Köhneschen Konkursmasse. Aus letzterer sollen 10 000 M. zur Verbreiterung der Eisenbahnunterführung in der Gürtelstraße gefordert werden. In der S t a d t w e r d u n g s f r a g e wurde beschlossen, den Instanzenweg zu erschöpfen und mit einem motivierten Antrage unter Zugrundelegung einer Denkschrift sich an den Minister zu wenden. Zur Bildung eines Fonds behufs Unterbringung be- dürftiger Lungenkranker in Heilstätten wurden 2000 M. bewilligte SericKts-Leitung. Ein Diebstahls- und Hehlerei- Prozeß beschäftigte gestern die dritte Ferien-Strafkainmer in längerer Verhandlung. In der Nacht zum 10. Juni v. I. lvurde dem Schlächtermeister Linke mis seinem verschlossenen Pferdestall ein brauner Wallach nebst Geschirr im Werte von 2000 M. gestohlen. Es wurde angenommen, daß zwei Personen den Diebstahl ausgeführt hatten. Ihre Spur wies nach Eberswalde und von da nach Joachimsthal. Hier wurde das Pferd anfangs Juli bei dem Mehlhändler Lorenz gefunden. Dieser gab an, daß er es vor einigen Wochen von dem Bäckermeister Groh zu Joachimsthal für 500 M. gekaust habe. Groh, hierüber bestagt, erklärte. daß er das Pferd am 17. Juni von einem Herrn Benzer für 450 M. gekaust habe. Es habe irgend ein Verdacht nicht in ihm auftauchen können, denn Benzer sei Pächter der Joachimsthaler Jagd ge- wesen, was doch auf eine gewisse Wohlhabenheit habe schließen lassen. Bei den iveiteren Ermittelungen stellte sich heraus, daß der angeb- liche Benzer die Jagd unter einem falschen Namen gepachtet hatte, er hieß nicht Benzer, sondern Adolf Ludwig, und war seines Zeichens ein Kistenhändler aus Berlin, der sich keineswegs einer vorlvurfsfreien Vergangenheit erfreute. Ludwig gab an, daß er das Pferd im Auftrage eines Unbekannten, der sich Weudt genannt habe, an Groy verkauft habe. Nun hatte man Ludwig zu damaliger Zeit vielfach mit einem übelbcleumundeten Menschen, dem Schlächtergesellen Biesdorf, verkehren sehen. Es wurde angenommen, daß Ludwig und Biesdorf zusammen den Diebstahl ausgefiihrt hatten. Gegen den Bäckermeister Groy wurde Anklage wegen Hehlerei erhoben, da er den Umständen nach hätte annehmen müssen, daß Ludwig das für einen so billigen Preis erworbene Pferd nicht auf redlichem Wege erworben haben könne. Inzwischen ist Biesdorf geisteskrank und nach der Irrenanstalt Herz- berge gebracht worden. Es konnte somit nur gegen Ludwig, der vom Rechtsnnwalt Dr. Schwindt, und gegen Groy, der vom Rechts- anwalt Dr. Flatau verteidigt wurde, verhandelt werden. Beide Angeklagten bestritten ihre Schuld. Ludwig blieb dabei, daß er Biesdorf nur ganz oberflächlich kenne und Groh erklärte, daß er unmöglich den Herrn Jagdpächter für einen Dieb oder Hehler hätte halten können. Nach einer umfangreichen Beweisaufnahme hielt der Staatsanwalt den Angeklagten Ludwig des schweren Dieb- stahls für überführt und beanttagte gegen ihn zwei Jahre Zucht- Haus, Ehrverlust und Polizei-Aufsicht, gegen Groy die Freisprechung. Der Verteidiger Ludwigs suchte nachzuweisen, daß dieser sich höchstens einer Begünstigung schuldig gemacht habe. Der Gerichtshof kam zu einem andern Ergebnis. Er nahm an, daß Ludwig der Hehlerei überführt sei. Wenn Biesdorf aber bei Begehung des Diebstahls bereits geisteskrank gewesen fei, was erst festzustellen sei, so könne dieser nicht bestraft werden, ebenso wenig Ludwig wegen Hehlerei. Die Verhandlung gegen Ludwig sei deshalb zu vertagen. Groy wurde freigesprochen. Strcikprozesse. Zwei Vergolder sind gestern vom Schöffen- gericht zu 10 und 3 M. Geldsttafe verurteilt worden, weil sie beim großen Vergolderftreik Arbeitswillige bedroht und beleidigt haben sollten. In zwei andren von der Strafkammer abgeurteilten Fällen, die den Vergolder F. betrafen, erfolgte einmal Freisprechung, da die mit dem amtlichen Schutz versehene Frau als Zeugin er- klärte, daß der Angeklagte sie weder bedroht noch beleidigt habe. In dem andren Falle beschworen die Arbeitswilligen Vergolder Karl Vieth und Reinhold U tz i n g, daß F. sie Lumpen und Streik- brecher gescholten habe. Der Angeklagte wurde zu drei Tagen Gefängnis verurteilt. Der Staatsanlvalt hatte einen Monat beantragt. Der Prozeß eines Geheimen Kommcrzicnrats. Gestern begann in Dresden beim dortigen Landgericht der auf mehrere Tage berechnete Prozeß gegen den Geh. Kommerzienrat Viktor Hahn, Inhaber des früheren Bankhauses Eduard Rocksch Nachfolger in Leipzig. Mit angeklagt sind die Prokuristen Kühl und Fritz Hahn. Viktor Hahn ist angeklagt wegen Vergehens gegen das Depotgesetz sowie wegen Unterschlagung, Betruges und Untreue. Verteidiger des Kommerzienrats Viktor Hahn ist Rechtsanwalt Zehme-Leipzig. Prozeßleiter ist Landgerichtsdirektor Abee. 45 Zeugen sind geladen. Hahn betont, daß keine Depotunterschlagung vorliege; da die Depots sein Eigentum seien, habe er rechtlich über sie die steie Verfügung gehabt. Die Mitangeklagten Prokuristen Kühn und Fritz Hahn bestreiten gleichfalls jede Schuld. Für die Verhandlung wurden fünf Tage angesetzt._ Verein ehemal. Gutergotzer z»r Bekämpfung der Tuberkulose. Sitzung Sonnabend, den 10. September, abends 9 Uhr, im Musikerhaus, Kaiser Wilhclmstr. 18 m. Gäste willkommen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 11. Septbr., vorm. 8'/« Uhr, in der Schul-Aula, Kleine Franksurterstt. 6: Versammlung. Freireligiöse Vorlesung. Um 10'/. Uhr vormittags ebendaselbst: Vortrag des Fräulein Ida Altmann:„Die heilige Zahl". Gäste, Damen und Herren, sehr will- kommen.— Montag, den 12. September, abends 3'/, Uhr pünktlich, im großen Saal von B. Franke, Sebastianslr. 39: Beschließende Versammlung. Endgültige Beschlußsassung in der Feuerbestattungsangelegenheit, wozu alle Mitglieder, also auch die mit grünen Quittungen, dringend eingeladen werden. Vermiscktes. Die Flucht der Prinzessin Luise von Koburg. Es wird unsre Lese� interessieren, die von unsrem Parteigenossen Südekum in der„Humanits" gegebene Schilderung im Wortlaut kennen zu lernen. Südekum schreibt: Heute, am 6. September, befindet sich Luise von Koburg zwar völlig in Sicherheit, doch kann aus begreiflichen Gründen über den Ort, wo sie sich verborgen hält, noch nichts näheres bekannt gegeben werden. Nun hat ja ein Wiener Journalist, dem es nicht möglich schien, sein gegebenes Wort zu halten, sich bereits der Authenttcität seiner Jnformattonen gerühmt und bekannt gegeben, daß die Prinzessin von Bad Elster nach der bayrischen Stadt Hof geflohen und von dort nach Berlin gereist ist, wo sie sich im Hause eines socialdemokratischen Reichstags- Abgeordneten aufhalte. Die Prinzessin hat bei mir gewohnt. Vor längerer Zeit schon hatte ich mit Mattasich das lieberem- kommen getroffen, daß er für den Fall der Ermöalichung einer Flucht der Prinzessin meine Gaststeundschast anbieten(olle. Sie hat sich vom Mittwoch bis Sonnabend voriger Woche in meinem Hause aufgehalten; dann traten wir die Reise an, anfänglich im Automobil, um sie bald darauf mit andern Beförderungsmitteln fortzusetzen. Sowohl in Oesterreich wie in Deutschland geben sich einige Juristen die Mühe, darzulegen, daß die Flucht der Prinzessin ohne Konflikt mit dem Gesetz unternommen swurde und daher keine Möglichkeit gegeben sei, die Flüchtige wieder festzunehmen. Die erste Voraussetzung trifft selbstverständlich zu, nur sind daraus recht unzutreffende Schlußfolgerungen gezogen worden. Gewiß liegt kein Verbrechen oder Vergehen in der Flucht aus einem Hause, in dem man gegen seinem Willen festgehalten wird. Aber auch das klarste Recht schützt nicht vor der Anwendung brutaler Gewalt. Diese Thatsache ist der Prinzessin schon einmal bitter zu Gemüte geführt worden, nämlich damals, als der beim Prinzen von Koburg in Sold stehende Wiener Advokat Bacharach sie gewaltsam aus ihrem Bett gerissen und sie ohne richterliches Urteil, unter Anwendung gröblichster Willkür, in ein Irrenhaus gebracht hat. Wer will dafür bürgen, daß man nicht zum zweitenmale zu brutaler Gewalt seine Zuflucht nimmt? Es wird ja zur Zeit ge- sagt, daß man an hoher Stelle keinerlei Interesse daran habe, die Prinzessin in ihrer Flucht aufzuhalten; und thatsächlich ist ja an dieser Stelle heute auch kein solches Interesse vorhanden. Wird ja sogar erzählt, daß Wilhelm II. erklärt habe, es liege keine Ursache vor. sich mit der Angelegenheit der Prinzessin zu befassen l Aber in einer Zeit, wo wir die un- geheuerlichsten Verfolgungen tagtäglich vor Augen haben, wo bie Polizei die russischen Emigranten und selbst ausländische Parlamen- tarier, wie unfern Freund Pernerstorfer, rücksichtslos bedrängt, ist Mißtrauen mehr denn je geboten. Ferner lehrt auch die Erfahrung, daß unter den gegebenen Umständen weniger die Spitzen der Re- gierung als die untergeordneten Diener der Polizeigewalt zu fürchten sind. Auch um eine Prinzessin festzunehmen, bedient ntmt sich einfach ivgend eines beliebigen Polizisten, mit dessen Handlungsweise man sich in dem Falle, daß sie gar zu sehr böses Blut erregt, ja schließlich nicht zu identifizieren braucht. Gerade um der Brutalität einer solchen Null aus dem Wege zu gehen, hat die Prinzessin sich ver- borgen gehalten, und es versteht sich, daß sie sich auch heute noch nicht an die Oeffentlichkeit wagen darf. Sobald völlige Sicherheit gegeben ist. daß sie nicht wieder in ihren Kerker zurückgeführt wird, aber auch gewiß nicht früher, wird die Prinzessin aus ihrer jetzigen Zufluchtsstätte hervortreten. Während ihre? Aufenthalts in meinem Hause habe ich oft Ge- legenheit gehabt, mit der Prinzessin längere Gespräche anzuknüpfen; und so konnte ich mir wohl ein Urteil über sie bilden. Sie ist eine überaus lebhaste und interessante Dame und nach meiner Ueber- zeugung im vollen Besitz ihrer Geisteskräfte. Sie hat gewiß die Fehler, die durch Geburt und Erziehung ihr an- hasten müssen, sie ist viel zu sehr Prinzessin, als daß sie wie alle Welt sein könnte. Aber wenn dies ein genügender Grund wäre, jemand in eine Irrenanstalt zu bringen, so müßten am Ende alle Fürstenschlösser Europas und der übrigen Weltteile geleert oder in Irrenhäuser umgewandelt werden. Während unsrer ganzen Flucht, wo wir wahrhaftig oft genug von allerhand Mißgeschick be- troffen wurden, hat die Dame einen Akut, eine Geistesgegenwart an den Tag gelegt, die bewunderungswürdig genannt werden muß. Ich zweifle keinen Augenblick daran, daß unparteiische und gewissenhafte Aerzte ihr den vollen Besitz ihrer Geisteskräfte zuerkennen werden. Und im übrigen könnte eS doch wahrhaftig kaum ein besonderes Erstaunen erregen, wenn eine sechsjährige Gefangenschast auch auf dem Geisteszustand einer Frau ihre schlimmen Spuren eingezeichnet hätte! Mir bleibt nur übrig zu wiederholen, was ich bereits früher mitgeteilt habe, nämlich, daß�die Prinzessin weiter will nichts als ihre Freiheit. Alle übrigen ihr zugeschriebenen Pläne, die Scheidung von ihrem Manne, die Heirat mit Mattasich, beruhen auf blanker Er» findung. Sie ist gläubige Katholikin und müßte, um eine Scheidung durchzusetzen, sich einem Glaubenswechsel unterziehen; doch denkt sie nicht an dies. Nur von einem Verlangen wird sie beseelt, nämlich soviel Bewegungsfreiheit zu haben wie ihre Mitmenschen; sie will sich das steie Verfügungsrecht über ihre eigne Person zurückerobern, das ihr genommen wurde, damit gegen Mattasich ein infames Justizverbrechen ins Werk gesetzt werden konnte. Weiter will sie nichts. Die Geschichte liegt an' sich so einfach, daß die Oeffentlichkeit sich kaum einen Tag darum bekümmern würde, wenn es sich nicht gerade um eine Prinzessin handelte. Aber soll eine Dame, eben weil sie Prinzessin ist, einem grausamen Geschick ausgesetzt bleiben? In der Stellung einer solchen Frage liegt schon ihre Antwort. Und in ihr liegt ebenio der Hinweis auf die Machen- schaften der Freunde des Prinzen von Koburg, die den erklärlichen Zweck haben, nach Kräften die Beweggründe derer, die Herrn Mattasich ihre Hilfe geliehen haben, herabzusetzen. In der Freitagsnummer der„Humanitö" setzt Südekum seine Schilderung fort und teilt mit, daß sich die Prinzessin in Frank- reich in Sicherheit befinde. In dem Bericht wird der Aufenthaltsort der Prinzessin nicht angegeben, auch wird es abgelehnt, ihn Zeitungs- berichterstattern zu nennen. Auf der Pariser Polizeipräfektur wird ver- sichert, daß sich die Prinzessin und Mattasich nicht in Paris befinden: man glaubt, daß sie sich in einem Vorort von Paris aufhalten. Dem ent- gegen teilt das„Journal" mit, die Prinzessin Luise bewohne in Paris eine Wohnung, welche nur vier Minuten von der großen Oper entfernt gelegen ist. Das Blatt giebt sodann noch einige Einzel- heiten über die Flucht aus Bad Elster. Danach habe die Prinzessin um 2 Uhr nachts das Hotel über die gewöhnliche Treppe verlassen, da der Nachtwächter bestochen gewesen sei. Die übrigen Angaben decken sich mit den bereits bekannten Thatsachen; nur ist noch hervorzuheben, daß die Automobilfahrt über Magdeburg ging, wo infolge eines Maschinendefetts gerastet werden mußte, dann bestiegen die Flüchtlinge in Hildesheim den Zug nach Köln und fuhren dort über Belgien nach Paris._ Pcstr litten in Hamburg. Laut Mitteilung der Hamburger Polizei- behörde hat die Untersuchung der auf dem Dampfer„Bishopsgate" gefundenen Ratten ergeben, daß einige derselben mit Pestkennen behaftet waren. Es sind alle Vorsichtsmatzregeln getroffen; die Ausräucherung des Schiffes mit dem Rattentötungsapparat ist bereits beendet. Die Löschung de/ Ladung wird unter behördlicher Aufsicht fortgesetzt; Menschen sind nicht erkrankt, es liegt nicht der geringste Grund zur Beunruhigung vor. Dampferzusanimcnstoß. Aus Le H a v r e wird gemeldet: Der Dampfer„Flandria" stieß Freitag auf der Seine mit dem Schlepper „Anton" zusammen. Der„Anton" wurde mittschiffs angerannt und sank. Der Kapitän, seine Frau, ihr Kind und ein Mann von der Besatzung sind ertrunken. Die übrige Mannschaft wurde von der „Flandria" gerettet. Der Bankdircktor Hollmann jr. von der Borbecker Spar- und Kreditbank, der nach bedeutenden Unterschlagungen im April d. I. geflüchtet war, ist in Paris verhaftet worden. Auslieferung»- Verhandlungen sind eingeleitet. Freifrau und Hochstaplerin. Unter dem Verdacht der Hochstapelei wurde in Aue in Sachsen die aus Sachsen-Meiningen gebürttge 47 jährige Klavierlehrerin Viktorine Freiin v. Wolsf-Todtenwardr, verehelicht gewesene Rittergutsbesitzer Dathu, verhaftet. Sie hatte sich in Begleitung ihres 20jährigen Sohnes in einem dortigen Hotel einlogiert, trat vornehm auf und stellte in Aussicht, daß sie von ihren in Dresden und Meiningen wohnenden Verwandten, die den höchsten Kreisen angehörten, demnächst Geld erhalten werde. Als dieses aber ausblieb, erstattete der Wirt Anzeige bei der Polizei. Die Angaben der Freiin stellten sich als erfunden heraus, und es erfolgte die Verhaftung der Verdächtigen. Dem Vernehmen nach wird sie von verschiedenen auswärttgen Behörden gesucht. „Ein gutes Beispiel weckt Ätachciscrung." Von einer geheimniS- vollen Affaire wird aus süddeutscher Quelle folgendes berichtet: Es werden demnächst sensationelle Enthüllungen über eine Familien- angelegenheit, ähnlich der der Prinzessin Luise von Koburg, ver- öffentlicht werden. Es wird darin der volle Nachweis über die gesetzwidrige Unterbringung und Festhaltung der gemütskranken, keineswegs irrsinnigen Gattin eines höheren Staats- b e a m t e n einer süddeutschen Residenzstadt erbracht werden. Mehrere hochgestellte und höchstgestellte Personen find stärkstens kompromittiert. In der umfassenden Schrift wird der weitesten Oeffentlichkeit Einblick darüber gegeben, was heutzutage noch alles möglich ist in unsrem Rechtsstaate.— Man wird abwarten müssen, was diese Enthüllungen in ihrem Kern Wahres erhalten. Einsturz der Kathedrale in Orleans. Wie ein Telegramm aus Orleans meldet, stürzte dort gestern unter donnerähnlichem Getöse die Kathedrale ein. Das Bauwerk zeigte schon seit einiger Zeit be- deutende Risse und die Behörden waren von dem Zustande der Kirche rechtzeittg in Kenntnis gesetzt worden. Menschen sind bei dem Ein- stürze nicht verunglückt. In Allis in Frankreich ersttckten gestern fünf Arbeiter in- folge Einatmung von Kohlengasen. New Jork, 9. September. Bei Charlotte in Nord-Karolina brach ein Zug der Seaboard-Air-Linie durch eine Brücke über den Catawba-Flutz. Viele Menschen sind verunglückt. Sechs Passagier- wagen stürzten in das teilweise trockene Flußbett hinab, die Loko- mottve und der Tender fielen auf sie, wodurch die Trümmer in Brand gerieten. Die Zahl der Toten ist noch unbekannt, da. bei dem Herabstürzen des Zuges die Telegraphenlettung zerriß.— Nach einer weiteren Meldung wurden bei dem Bahnunglück 15 Personen getötet und 20 verletzt. Marktpreise von Berlin am 8. September. Nach Ermittelungen des kgl. Polizei-Präsidiums. Für 1 Doppel-Cenwer: Weizen"), gute Sorte 17,65—17,62 M.. mittel 17,59—17,56 M., geringe 17,53—17,50 M. Roggen"), gute Sorte 13,90—00,00 M., mittel 00,00—00,00 M., geringe 00,00-00,00 M. Futtergerste»), gute Sorte 15,20-14,40 M.. mittel 14,30 bis 13,60 M., geringe 13,50—12,80 M. Haser»), gute Sorte 16,50-15,70 M.. mittel 15,60—14,80 M., geringe 14,70—14,00 2)i. Erbsen, gelbe, zum Kochen 40,00—28,00 M. Speisebobnen, weihe 50,00—25,00 M. Linsen 60,00—25,00 M. Kartoffeln. 12,00—7,00 M. Richtsttoh 0,00—0,00 M. Heu 0,00—0,00 M. Für 1 Kilogramm Butter 2,60—2,00 M. Eier per Schock 4,00—2,80 M. ») Frei Wageq und ab Bahn.»») Ab Bahn. Wasserstand am 8. September. Elbe bei Aussig— 0,72 Meter, bei Dresden— 2,13 Meter, bei Magdeburg+ 0,01 Meter.— Unstrut bei Straußsurt-s- 0,60 Meter.— Oder bei Rattbor+ 0,66 Meter, bei Breslau Ober-Pegel-ff 4,40 Meter, bei Breslau Unter-Pegel— 1,78 Meter, bei Frankfurt-ff 0,24 Meter.— Weichsel bei Brahcmünde-ff 5,32 Meter.— Warthe bei Posen— 0,22 Meter. Netze bei Usch-ff 0,29 Meter. Wetter-Prognofe für Sonnabend, den 10. September 1S04. Zunächst etwas wärmer, ziemlich trübe mit leichten Regensällen und mätzigen westtichen Winden; später austtärcnd, aber kühler. Berliner Wetlerburea«. Bnefhaften der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anstage eine Chiffre lzwei Buchstaben oder eine Zahl) anzugeben, unter der die Antwort erteilt werden soll, und die letzte Abonnementsquittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beant- wortet und schristliche Antwort wird nicht erteilt. Juriktikcster Oeil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends do» 7'lt bis«'/. Uhr abends statt. Geöfiuet: 7 Uhr. Stixdorf. P. 2. 34. 1. Nein. 2. Ein Anspruch aus Rückerstattung steht Ihnen nicht zu. 3. Wenn Sic sorlan mindestens 200 Marken kleben.— H. S. 1000. Von 1200 M. ab.- August L. Die Geschäjtssührerm ist Verjährung 58. in der Kaffe frankenversicherungspflichtig, zu der das Geschäft gehört. Die| Aufhebung des Vertrages. 2. Hafenheide. Die Aufnahme eines nicht- zwang. Beweispflichtig für die Grundlagen der Klage ist der Kläger. In Invalidenversicherungs- Pflicht liegt zur 3. Klaffe vor. Wilhelmsruh. preußischen Deutschen in den preußischen Staatsverband ist kostenfrei. Für erster Reihe wäre daher der Beklagte zum Eide darüber zu verstatten, ob 1. Ja: 536 B. G.-B. 2. Die Baupolizeiverordnungen lassen sich hierüber die eventuell erforderlichen Atteste ist zu bezahlen. R. F. 52. Sie haben er das Darlehn empfangen habe. Geppert. Nein. aus. Die Polizeibehörden sind zuständig. N., Kottbus. 1. Das all- durchaus recht gehandelt. Rixdorf, Herzbergstraße. 1. Der Zweck der Die Verjährungsfrist kann fünf Jahre betragen. Droht Ihnen jemand, Sie gemeine Landrecht und die Baupolizeiverordnungen. 2. Ja. 3. Nur aus Genossenschaft untersagt das. 2. Sie können auf Beseitigung der Tauben anzuzeigen, falls Sie nicht dies oder jenes thun oder unterlassen, so ist es besonderen hygienischen Gründen. 4. Landrat. 5. Drtsstatutarische Beschlüsse lagen. K. F. 1. und 2. Nein. K. 225. Die Berufsgenossenschaft durchaus verkehrt, der Erpressung stattzugeben. Suchen Sie sich den Beweis nach dieser Richtung hin sind uns nicht bekannt. In dem von Ihnen beschrie: hat recht: Unfälle nach und von der Arbeitsstätte unterliegen für die Drohung zu verschaffen und übergeben Sie dann die Erpressungsbenen Fall wäre Beschwerde an den Landrat und weitere Beschwerde angebracht. nur in besonderen Umständen der Entschädigungspflicht. Ein weiter luftigen der Behörde. Königsbergerstr. Soweit die Sachlage zu er H. D. in Ch. Hinterlegen Sie die Miete. Machen mehrere An- gehender Antrag der Socialdemokraten ist im Reichstage abgelehnt. fennen ist, liegt auf seiten des Wirts weder Chikane, noch sonst ein spruch auf eine Miete, so ist dem Mieter stets zu raten, die Miete zu 23. 107. Da das Streitobjekt 300 Mart übersteigt, ist das Landgericht, Mißbrauch seines Rechts vor; Sie müßten Gelegenheit zur Aus. hinterlegen. Kontrakt. Leider berechtigt Sie der Mißstand nicht zur und zwar Potsdam, zuständig. Für Landgerichts- Prozesse herrscht Anwalts- führung der baulichen Aenderung dem Wirt geben. A. Nein. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 10. September. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Cavalleria rusticana. Coppelia. Deutsches. Lady Windermeres Fächer. Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Sonnabendabend 8 Uhr: Johannisfeuer. Die Weltausstellung in St. Louis. Shauspiel in 4 Alten von Hermann Hierauf: Der Gardasee. Hörsaal 8 Uhr: Dr. B. Donath: ,, Radium". Sternwarte Invalidenstr. 57/62. Berliner. Des Meeres und der BCASTAN'S Liebe Wellen. Leffing. Die Frau vom Meere. Westen. Der Wildschüz. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Johannisfeuer. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Medea. Ceutral. Tannhäuser- Parodie. PA Sudermann. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater) Sonnabendabend 8 Uhr: Medea. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Franz Grillparzer. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Sonntagabend 8 Uhr: Die Ehre. Montagabend 8 Uhr: Johannisfeuer. Ein unbeschriebenes Blatt Sonntagabend 8 Uhr: Pension Schöller. Montagabend 8 Uhr: Medea. CASTAN'S Thalia- Theater. Belle- Alliance- Theater. Friedrichstr. 165. Rosa Neues. Salome. Borher: Logit das gelehrte Pferd! des Herzens. Kleines. Pastors Rieke. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Trianon. Ihr zweiter Mann. Metropol. Ein tolles Jahr. Belle- Alliance. Trouville. Die Dame von Luisen. Von Stufe zu Stufe. Deutsche Volksbühne. Die Räuber. OOLOCISCHER 6. Saison. Jubiläums Jubiläums- Saison anläßlich des 20 jährigen Bestehens des Cirkus Albert Schumann Karl- Straße. vormals Renz. Tel.: Amt III, Nr. 2941. In dem auf das prächtigste renovierten Cirkus- Gebäude. Sonnabend, den 17. September cr., abends präcise 7½ Uhr: Gala- Eröffnungs- Vorstellung. Neu! Unter vielen andern: Neu! Die größte Sensation des 20. Jahrhunderts! 40 Riesen- Krokodile I dressiert und zusammen vorgeführt von Monsieur Pernelet. Herr Albert Carré, Sohn des königl. niederDresdenerstr. 72/73. Direttion: Kren& Schönfeld. Belle- Alliancestr. 7/8. Neu! ländischen Cirkusdirettors Oskar Carré, mit seinen Neu! Die Eröffnungsvorstellung des neuerbauten Hauses findet am 15. September statt mit der Eröffnungs- Novität: Der Weiberkönig. Heute Sonnabend 8 Uhr: Die Dame aus Trouville. Herbert Paulmüller, Bozéna Bradsky, Heinz Gordon in den Hauptrollen. Sonntag zum legtenmal: Charleys Tante Guido Thielscher in der Titeliolle. Debut: Lina Abarbanell. mit Guido Thielscher. Vorverkauf v. 10-2 an der Theaterkasse und an den bekannten Verkaufsstellen Zeit! 28/8 ZCARTEN Flotten- Schauspiele Täglich nachmittags ab 4 Uhr: Deutsch- Amerikanisches. Uebern Großes Militär- Doppelkonzert. großen Teich. Apollo. Venus auf Erden mit Hans, das denkende Pferd. Specialitäten. Herrnfeld Theater. Nur eine Nacht. Am andern Morgen. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Passage Theater. Dida. Speciali täten. Anfang 5 Uhr. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Bon der Zugspige zum Wazmann. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Neues Theater. Schiffbauerdamm 4a- 5. Salome. Borher: Logik des Herzens. Anfang 8 Uhr. Morgen: Minna von Barnhelm. Gastspiel der Kapelle der MatrosenArtillerie aus Curhaven unter Leitung des kaiserl. Musikdir. Stolle. Eintritt 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. In der Arena: Der See- Elefant bis 8 Uhr abends( b. elektr. Licht). Cirkus Sarrasani. Grösster u. elegantester Zelt- Cirkus Europas. Die grosse Bucharische Gaukler- Karawane. Hänschen, das kluge Pferd. Am Kurfürstendamm Straßenbahnlinien A, A/ E, T, V, 91. Größte Wasser- Schauspiele der Welt Vorstellungen: Wochentags 4 und 8 Uhr. Sonntags 3, 52 u. 8 Uhr. Ermäßigte Preise: Mk. 2,60, 2,10, 1,60, 1,10, 0,70, 0,40. Deutsche Konzert- Hallen. An der Spandauer Brücke 3. Vollständig neu ausgestattet! Täglich: Gr. internat. Künstlerkonzerte. x Theater- Abteilung. Special- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. X. Berliner Saison! Neu! Neu! 30 dressierten Pferden und 20 Hunden. Neu! Neu! Der bis jetzt unbesiegte stärkste Mann der Welt, Georg Lurich, mit seinen phänomenalen Leistungen. Neu! Neu! Soeurs Miniggio Original- Klown Busto die besten französ. Parf.- Reiterinnen. mit seinen neuesten Entrees. Neu! Onofri Troupe Neu! Zwanzig Personen, die berühmten Pantomimisten aus Madrid. Neu! Neu! Im Marstall des Grafen X., Pferde- Pantomime, dargestellt von Pferden. Original- Dressuraft des Direktors Alb. Schumann. Neu! Neu! Neu! Grosse Spring Konkurrenz. 1. Die dreifache Springfahrschule mit Baguette Sprüngen über Hecken. Herr Albert Carré. 2. Zwei irländische Springpferde; u. a.: Sprung über 2 Meter hohe feste Barriere. Herr Hess. 3. Spring- Potpourri; u. a.: Der phänomenale Sprung über 6 lebende Pferde von Herrn Court Tietze mit dem berühmten Springpferde, Pegas II". Sprung vom Boden zum Boden. Nen! La Jardinière, neue u. eigenartig hohe Schule, Neu! geritten von Frl. Dora Schumann. Neu! Berliner Taxameter. Neu! Komische Scene, ausgeführt von mehreren Herren der Gesellschaft. Pferd dressiert vom Direktor Alb. Schumann. Neu! Neu! Neu! Neu! Originelle Reiter- Sportspiele Die berühmte engl. Reiter Familie ausgeführt von 9 Herren. Cottrell Powell. Nen! Michael Strogoff. Neu! Historische Pantomime nach dem Roman von Jules Verne aus der Zeit Kaiser Alexanders II, von Rußland. Vorverkauf der Billets von Mittwoch, den 14. d. M., ab täglich. Hochachtungsvollſt und ergebenst Alb. Schumann, königl. preuß. Kommiffionsrat. Gebrüder Cirkus Busch Herrnfeld- Theater Sonnabend, den 10. September, abends 72 Uhr: Kleines Theater. gentsch- Amerikanisches Eröffnungs- Vorstellung. Unter den Linden 44. Des Pastors Rieke. Anfang 8 Uhr. Morgen: Fräulein Julie. Central- Theater Anfang 8 Uhr, Ende 10% Uhr: Tannhäuser oder: Der Sängerkrieg. Burlesque- Operette in 4 Atten bon Joh. Nestroy und Karl Binder. Einlagen und Variationen von Proch, gesungen von der Coloratur- Sängerin Emmy Raabe- Burg. Luisen- Theater. Von Stufe zu Stufe Sonntagnachmittag: Maria Stuart. Sonntagabend: Der Goldbauer. Montag: Der Goldbauer. Dienstag: Der Hüttenbesizer. Mittwoch: Der Goldbauer. Donnerstag: Erstes Gastspiel Emil Thomas, zum erstenmal: Hasemanns Töchter. Köpenickerstr. 67. Zum Heute abend 8 Uhr! Gastspiel Adolf Philipp. Ueber'n 328, GROSSEN TEICH Male: National Theater. Weinbergsweg 12a- 13b. Eröffnungs- Vorstellung: Figaros Hochzeit. Eröffnungstag wird noch bekannt gegeben. Abonnements werden bis 15. September täglich im Theaterbureau entgegengenommen. 25/ 13* Trianon- Theater. Georgenstraße zwischen Friedrich- und Universitätsstraße. In dieser Vorstellung werden insgesamt mitwirken: ca. 50 dressierte Pferde, 12 Elefanten, 15 Polarbären, 6 Zebras usw. Gala- Programm! Mit größten und neuesten Ueberraschungen. P. Busch, fönigl. preuß. Sommissionsrat. Preise der Pläge: Logensiz 5 M., Parkett 3 M., Balkon 2 M., I Platz 1,50 M., II. Platz 1 M., Galerie 50 Pf. An Wochentagen zahlen Kinder: Logenfiz 3 M., Sperrfiz 2 M., Balton 1,50 M., I. Play 1 M., II. Platz 60 f. Militär vom Feldwebel abwärts zahlt an Wochentagen: Balkon 1,50 M., I. Blak 1 M., II. Blag 60 Pf., Galerie 30 Pf. Billets im Vorverkauf sind täglich an der Cirkuskasse, sowie im Invalidendant, Unter den Linden 24, und in der Billet Abteilung des Warenhauses A. Wertheim, Leipziger straße 132/33, zu haben. 27/ 18* D Ihr zweiter Mann. Metropol- Theater Lustspiel in 3 Aften von André Sylvane und Maurice Froyez. Anfang 8 Uhr. Deutsche Volksbühne. Passage- Theater. Jm Carl Weiß: Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Die Räuber. Trauerspiel in 5 Aufz. von Schiller. Anfang 8 Uhr. Sonntagnachm. 3 Uhr( ermäßigte Preise): Die Räuber. Sonntagabend: Aennchen v. Tharau. Residenz- Theater. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Anf. Sonnt. 3, Wochent. 5 Uhr. die Erschaffung eines Weibes aus dem Nichts. Dida Pocahuntas die indische Nachtigall. Jean Paul, Komiker. Littke Carlsen, Karikaturen. Lucie Verdier, Vortragskünstl. 14 erstklassige Nummern. Josef Giampietro a. D. Henry Bender, Josef Josephi Anton Grünfeld, Frid Frid. Der größte Erfolg dieses Jahres Bum 179. Male der größte Herrnfeld- Schlager Nur eine Nacht. 2 Atte aus einer Ehe und Am andern Morgen. Nachspiel zu„ Nur eine Nacht" mit Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Anfang auch Sonntags- 8 Uhr. Diez Specialitäten- Theater, Landsberger Allee 76/79. Direkt Ringbahnstation. Db schön! Täglich Db Regen! im herrlichen Garten od. gr. Saal: das neme konkurrenzlose Programm, 33 Sensations- Nummern, u. a.: Peter Bügler mit seinem konkurrenzlojen Dressuraft: 3 Riesen- Bären und 1 Dogge, u. a. Ringkampf des Dompteurs mit den größten Bären. Orig. Darnet- Truppe( 5 Berf.), Afrobat. mit Sprung- Schleuderbrett. Zenta Demeter, die famose Soubrette. Ada ut. Ottfried Relay," Duett neuester Richtung". Köhley- Trio, fenfat. Hochturnkünstler. Anton Hildach, Humorist. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Orig. The Elrados, tom. Redakt usw. W. Noacks Theater. este große Erira- Borſtellung. Ein Engel. Schwank in 3 Aften von J. Rosen. Anfang 7 Uhr. Kaffeeküche v. 3 Uhr ab. 1 BALL. Bei schlechtem Wetter Vorst. im Saale. Ehren- und Vorzugsfarten zum lettenmal gültig. Ein tolles Jahr. Scala- Theater. Gr. dramatisch- satirische Revue in 5 Bildern. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Linienftr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! Löwy's Duell. Bosse mit Gesang in einem Aft, sowie Dir.: Casino- Theater Richard Alexander. Casino- Theater Bernhard Rose- Theater 30 internation. Specialitäten. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Lothringerstr.37. Anf.Wch.8, Sonnt.72Eine Hochzeitsnadyt. Gr. Erfolg d. glänzenden Programms. ( Une Nuit de Noces.) Schwant in 3 Aften von H. Kéroul und A. Barre. 9% " Die Kunst dem Volke". „ Mutter Gräbert" Reichshallen- Theater. Sonntagnachm. 4U6r: Der Denunziant. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Apollo- Theater. von 8 Uhr: Parodie Venus auf Erden Paul Lincke mit der Hans, das denkende Pferd, vorgeführt von Robert Steidl und Ab 9%, Uhr: Die neuen Attraktionen Martin Kettner. des großen September- Programms. Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute Sonnabend: Wegen Privatfestlichkeit geschlossen. tag, den 11. September: Grosse Gala- Schluss- Vorstellung. Die Tochter des Heimgekehrten. Außerdem: Das Sensations, September- Programm. Im Saale: Gr. Ball. Anfang 7 Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. Victoria- Brauerei Lützowstr. 111/112. Kaffeeküche. Volksbelustigungen. Bis 2 Uhr: Ball. Entree 20 Pf. Sonntags 30 Pf. Sanssouci. Rottbuser Thor- Stat. der Hochbahn Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Palast- Theater. Bürgerliche Schauspiele. Burgstraße 22. Eröffnung: 10. September. Novität. Zum 1. Male: Vom Himmel zur Hölle. Gr. Ausstattungsposse mit Gesang und Balletts in vier Atten von G. Höppner und T. W. Geride. Musit von A. Nensch. Balletts von A. Chlebus. Jupiter: Dir. R. Winkler. Mit neuen Dekorat. u. Kostümen. Anfang 8 Uhr. Preise: 0,50-2,00. erliner Prater Theater Kastanien Allee 7-9 Täglich Der rechte Weg. Hermann Wehling, Humor. Olly Marietta, Soubrette. Boeren- Schüßen van Niekerk ut. Du Plessis. Ein Liebes- Idyll, Pantomime. WINE BARTEN 76 5 Annie Dirkens Soubrette. Pas de Deux oriental. Tilly Bébé mit ihren 12 Löwen. Paula Worm, Operettensängerin. Ital.Harfenorchester, 23Harfenistinn. Rudolf Segommer, Ventriloquist. Severin und Mlle. Dorville in der Pantomime„ Der Trunkenbold". Norddeutsche Sänger Nirvana, lebende Bilder. u. Tanzkränzchen. Jeden Dienstag und Mittwoch: Theater Abend. Die in voriger Saison ausgegebenen Borzugskarten haben Gültigkeit. Gustav Behrens SpecialitätenTheater, Frankfurter Allee 85. Die Klein- Familie, Die 8 Cocktails, Radfahrer. Tanz- Ensemble. Die Baggesens, komische Jongleure. Die 3 Meteors, Hochturner. Biograph, darstellend d. Ringkampf zwisch. Hackenschmidtu. Jenkins. Weimanns Volksgarten- Theater. Badstraße 56, Gesundbrunnen. Fortsetzung der Ningkampf- Konkurrenz. Heute ringt: Degen mit Karl Kricheldorf, Hein mit Gustav Kricheldorf, Schneider mit Roschack. Ronzert. Theater: und Speciali. täten Vorstellung. Anfang 4 Uhr. Entree 30 Bi. Täglich im Garten oder Neue September- Engagements Etablissement Buggenhagen Numerierter Platz 50 Pf. Sperrfik 75 Pf. Fröbels Allerlei- Theater Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Sonntags, Montags u. Mittwochs fr. Ab 1. September nur noch Saal: 1 Neu! Horsts Der kleinste Cake Walk- Tänzer d. Welt. Marga Manzoni m. ihrem flugen Hans. Norddeutsche The Wiedemanns Driginal- Quftakt u. außerdem die übrigen Specialitäten. Humoristen Nächste Borstellung: Quartett- Sänger. Sonntag, 11. September. Anf.: Woche 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Vorstellung. Extra- Tanz. Anf. 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. und Bons haben Gültigkeit. Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. Im großen schattigen Naturs garten jeden Abend 8 Uhr: Anf. 7 Uhr. Sonntags 5%, Uhr. Konzert. Specialarzt für Saut, Sarn: und Dr. Schünemann Dienstags, Donnerstags, Sonntags: Frauenleiden, Seydelstr." 9. Bochentags 12-3, 6-8. Führmann- Walde- Sänger. Sonnabends Tanz. im Kaisersaal: Bekanntmachung! Die bei dem Brande am 25. August durch feuer, Wasser und Rauch leicht befchädigten Waren, bestehend in Achtung! Kistenmacher. Achtung! Sonnabend, den 10. September 1904, abends 8% Uhr, in den Andreas- Testsälen, Andreasstr. 21: Paletots, Anzigen, Hosen u. Joppen Oeffentliche Versammlung. Tollen zu bedeutend herabgesetzten Preisen ausverkauft werden. 225L* A. Wormann, 1. Dresdener- Str. 1, Schutzmarke. Ecke Skalitzerstrasse, am Kottbuser Thor. Haltestelle der Hochbahn. AUSVERKAUF. Wegen horrender Mietssteigerung- jährlich 1500 Mart Lager in 56662* Tages Ordnung: 1. Bericht der Lohnkommission über den Stand des Streits. 2. Anträge der Lohnkommission. Pflicht aller Kollegen ist es, zu erscheinen. Die Lohnkommission. 103/16 Musikinstrumenten- Arbeiter! Mittwoch, den 14. September, abends 8 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Oeffentl. Versammlung. Tages Ordnung: 1. Wte stellen sich die Kollegen zu einer Lohnbewegung bin ich gezwungen, mein grin diesem Herbst? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Hüten, Schirmen, Müßen, Krawatten Da die Versammlung für alle Musikinstrumenten- Arbeiter außerordentlich wichtig ist, so erwarten usw. zu verkaufen, es fommen nur meine bekannt die unterzeichneten Vorstände, daß auch der legte Stollege am Blake ist. Die Delegierten jämtlicher Organisationen guten Qualitäten zum Verkauf und ist jeder be- unires Berufs werden aufgefordert, Handzettel für diese Versammlung am Sonntagmorgen 10 Uhr im Gewerkschaftsrechtigt, bei Bezahlung 10%, in Abzug zu bringen. Hause( Saal II) abzuholen. Bu zahlreichem Besuch laden ein Otto Gerholdt, Dresdenerstr. 2, Ecke Stalizerstraße. Jos. Gremmer's Wwe. Landshut, Bayern. Erste und alteste Brasiltabakfabrik Brasilschnupftabak per Pfd. Mk. 170, Mk. 1.50 und Mk. 1.30. Von 6 Pfd. an franco. Staniol- Packete zum 10 Pfg.- und 5 Pfg.- Verkauf Beste und vortheilhafteste Bezugsquelle. Per Cassa von 6 Pid. an 3 Proz. Sconto und 3 Proz. Jahresumsatzprämie. Die Branchenkommission des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes. Die Agitationskommiffion des Fachvereins. Der Ortsverein der Pianoforte Arbeiter. Parteigen offen! 88/ 19* Dienstag, den 13. September, abends 8 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Partei- Versammlung. A Tages- Ordnung: 1. Bericht der Delegierten vom internationalen Kongres in Amsterdam. 2. Diskussion. Rege Beteiligung erwarten Die Vertrauensleute. 212/ 3* Norddeutsche Schleife Central- Verband der Glaser. Arheiter- Baugenossenschaft Paradies Abfahrt Sonntagnachmittag 2 Uhr 65/14 Görliger Bahn. 0. R. Möbelverkauf, paffendste Gelegenheit für Brautleute. Die Möbelfabrit Schützenstraße 2, Ede Friedrichstraße, liefert komplette Wohnungs- Einrichtungen zu 150, 200, Achtung! Glaser! Achtung! Montag, den 12. September 1904, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: zu Berlin( E. G. m. b. h.). Bureau: SO. 26, Kottbuser Ufer 44, Hof rechts, I links. Die Feier der Grundsteinlegung zur Bebauung unfres Socialdemokratisch. Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Todes- Anzeige. Am 8. d. M. verstarb unser Mitglied, der Metallschleifer Paul Schwanzer Badstraße 42/43. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 11. d. M., nachmittags 4 Uhr, vom Paul Gerhardt- Stift, Müllerstraße 56, aus nach dem neuen Pauls- Kirchhof, Seestraße, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 248/16 Der Vorstand. Central- Kranken- UnterstützungsVerein der Schmiede und verw. Gewerbe Deutschlands. Berlin V. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied Paul Schwanzer am 8. d. Mts. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, Sen 11. Sept., nachmittags 4 Uhr, vom Paul Gerhardt- Stift, Müllerstraße 56, aus statt. 1046b Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schleifer Paul Schwanzer am 8. d. M. gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 11. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, vom Paul Gerhardt- Stift aus nach dem neuen Pauls- Kirchhof, Seestraße, statt. Rege Beteiligung erwartet 120/13 Die Ortsverwaltung. Außerordentl. Mitgliederversammlung. 144 Morgen umfassenden Geländes in Bohnsdorf bei Grünan, Verein der Lithographen, SteinTages- Ordnung: 1. Abrechnung von der Lohnbewegung. 2. Bericht der Tariflommiffion. 3. Die Handhabung des paritätischen Arbeitsnachweises in der Gormannstr. 13. 300, 400 M., Hochelegante Einrichtungen 4. Werkstatt- Rundschau; die Bezirkskassierung. 5. Verschiedenes. bis zu 10 000 M. und darüber. Teilzahlung bei geringen Anzahlungen gestattet. Beamten ohne Anzahlung. Staunend billig und empfehlenswert find die kurze Zeit verliehen gewesenen Möbel, zumal diefelben wie neu sind, um damit zu räumen. Kleiderspind findet dortselbst am Sonntag, den 11. September 1904, nachmittags 3½ Uhr statt. Alle Freunde und Gönner unsrer großen Sache werden hiermit freundlichst dazu eingeladen. Der Vorstand. J. A.: G. Kosska, Vorsitzender. drucker und Berufsgen. Deutschl. Filiale I Berlin. Todes- Anzeige. Am Mittwoch früh 5 Uhr ber starb unser Kollege, der SteinVerband der Möbelpolierer.leifer Die Kollegen werden ersucht, in allen Werkstätten, in denen es bisher| 126/18 noch nicht geschehen, die Wahl der Vertrauensleute vorzunehmen und die Namen der Gewählten dem Vorstande in dieser Versammlung mitzuteilen. Nur Mitglieder haben Zutritt, das Verbandsbuch legitimiert. Die Drud exemplare des Lohntarifs und Nachweisreglements gelangen zur Ausgabe. Jede Werkstatt muss vertreten sein. 24, Stommobe 18, Cofa mit Auszug 30, Bekanntmachung! Montag den 12. September, wird der Bettstelle mit Matraße 20, Muschelparitätische Facharbeitsnachweis für das spinde, Bertilos 36, Salongarnitur, Glasergewerbe Berlins eröffnet. Die Arbeitsvermittelung findet werkBlüschgarnituren 105, Muschelbett- täglich in den Sommermonaten von 7-9 Uhr, in den Wintermonaten von stellen mit Matraßen 40, geschnigte 8-10 Uhr, im städtischen Arbeitsnachweis- Gebäude Gormann- Strasse 13 Büffette, Bücherspinde, Paneelsofas mit Der Vorstand. J. A.: Jahn. Von tausenden von Aerzten des In- und Auslandes empfohlen. Satteltaschen 85, Schreibtisch 40, ftatt. Der Nachweis der Berliner Glaser- Innung gilt als gesperrt. Chaiselongue, englische Schlafzimmer, 73/13 Speisezimmer in Eichen, auch Nußbaum, Salons, Altmahagoni, auch Jugendstil, sehr billig. Gekaufte Möbel werden 8 Monate tostenfrei aufbewahrt, durch eigne Gespanne geliefert, Musterbuch auch nach außerhalb. gratis. Bitte genau auf Hausnummer 2 zu achten. Club- Haus 2142* uferes beste Nahrung Sonnabend, den 10. September, abends 812 Uhr: Oeffentliche Versammlung bei Gark, Weißensee, König- Chauffee 55. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Barenthin über: Wie nützen wir die günstige Geschäftslage für uns aus? 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Alle Möbelpolierer von Weißensee haben pünktlich zu erscheinen. Montag, den 12. September, abends 81% Uhr, Huffitenstr. 40: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Thema sowie Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. für gesunde und magenkranke Kinder. Alle Möbelpolierer werden ersucht, nur unsre Arbeitsnachweise zu benutzen, da täglich eine große Anzahl Adressen unbesetzt bleiben. Kutekes Kinder 72 Kommandanten Strasse No. 72. Hervorragend bewährt bei Brech• Jeden Sonntag: 1282* durchfall, Darmkatarrh, Diarrhoe, Verstopfung etc. Die Kinder gedeihen Grosser Ball. Empfehle meine drei Festfäle zu Versammlungen u. Geftlichkeiten. vorzüglich und leiden nicht an Sabe noch Sonnabende und Sonntage frei, H. Ebert. Heute die berühmten Grüß würstchen, Stück 10ẞf. 3 Stück 25 Pf. Brunnens Wurstmeyer, trake Nr. 6. 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Da alle Kollegen bis auf den Kollegen Adolf Elias die Dampferpartie- Billets abgerechnet haben, werden die Kollegen, welche mit dem Elias Der Vorstand. 292/19 Eugen Kühne im 32. Lebensjahre. am Die Beerdigung findet Sonnabend, den 10. September, abends 6 Uhr von der Leichenhalle des Emmaus Kirchhofes, Rigdorf, Hermannstraße aus statt. 15 Um selbigen Tage verstarb unser Mitglied und Kollege, der Steinbruder Otto Reibestein im 51. Lebensjahre. am Die Beerdigung findet Sonntag, den 11. September, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Neuen St. Johannes- Kirchhofes( Plögensee) aus statt. Die Ortsverwaltung. Deutscher zusammen arbeiten, ersucht, ihn darauf aufmerksam zu machen, da er felbft Holzarbeiter- Verband. jedenfalls den„ Borwärts" nicht liest. Herren- und Knaben- Garderoben Rahnsdorfer Mühle Paradiesgarten Kastanien2670* Moritz Gross, Allee 42. Montag Dienstag und den 12. und 13. gewähre ich auf meine festen billigen Preise 10 Prozent Rabatt. Sonnabend und Sonntag geschlossen. 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Smith'sches [ 1842* Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Robert Lehfeld am 4. September plöblich verstorben ist, und am Freitag, den 9. September zur letzten Ruhe gebettet wurde. Ehre seinem Andenken! 88/20 Die Ortsverwaltung Invaliden- Unterstützungskasse d. Steindrucker u. Lithographen. Die Beerdigung des am 7. September verstorbenen Steinbruders Otto Reibestein findet statt am Sonntag, den 11. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Johannes- Kirchhofes in Blößensee. Das Komitee, 10385 Ambulatorium für Herz- und Nervenkranke Dr. Simmel, Prinzen BERLIN W. 32 Potsdamerstr. 52. Funktionelle Untersuchung und Behandlung. Prospekt frei durch die Verwaltung Teilzahlung Bgestattet! Siegm Misch Dresdenerstr. 16, 1. Elage 1 Complette bürgerliche Reelle Ware! Billige Preise! Minute v. Hochbahn Kottb. Tor. Specialität: Binrichtungen Colossale Auswahl! Specialarzt für Str. 41, [ 25/12 Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10 12. 2-4. Achtung! Achtung! Bremer Maurer. Alle hier arbeitenden Kollegen werden ersucht, zu der am Sonntag, den 11. d. M., morgens 10 Uhr, im Gewerkschaftshause stattfindenden Bus sammenkunft zu erscheinen. 148/15 Die Kommission. 3. A.: Karl Lüde. Berantw. Redakteur: Frans Rehbein, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Kaul Singer& Co., Berlin SW Nr. 213. 21. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 10. September 1904. Aus der Frauenbewegung. gestecktes Chokoladenpläßchen kann also ein teurer Bissen werden. sondern nur am 4. und 19. jeden Monais erfolgt und Bei der geringsten Veruntreuung," so befagt ein andrer Paragraph immer 3 Tage Lohn einbehalten werden. Das Geld trägt der Die Süßigkeiten des Arbeiterinnenlebens. der Arbeitsordnung, erfolgt sofortige Entlassung. eventuell polizei- Firma freilich Zinsen, die Arbeiter aber haben keinen Vorteil davon. Eine Versammlung der Arbeiterinnen von Chokoladen und liche Anzeige, eine Strafe in Höhe des durchschnittlichen Tages- Noch lästiger ist die Bestimmung, daß jedes„ Mädchen“, das in Buderwarenfabriken fand am 8. September in Rabes Salon in der arbeitsverdienstes und hat der Veruntreuende außerdem Schadensersay Arbeit tritt, zwei Arbeitskleider von der Firma kaufen( 1) muß, das Kolbergerstraße statt. Sie war ziemlich gut beſucht und diente zu leiſten. Die Hebler, welche Verunfreungen andrer nicht aut erſte in den erſten 14 Tagen, das zweite nach weiteren hauptsächlich zur Agitation und zur Besprechung der Mißstände in Anzeige bringen, haben dieselbe Strafe verwirft." Ob es gesetzlich 14 Tagen der Beschäftigung. Bleibt sie länger als 6 Monate den Fabriken. Zunächst hielt Frau Paula Thiede einen inhalt- zulässig ist, daß die geringste" Veruntreuung und der Umstand, bei der Firma, so erhält fie die Hälfte des Preiſes zurück. reichen Vortrag über die Ausbeutung der weiblichen Arbeitskraft daß jemand irgend eine Lappalie, die in den Augen Man sollte doch meinen, daß die Firma, wenn sie ihre Arbeiterinnen = und über den Wert der Organisation für die Arbeiterinnen und eines übermoralischen Herrn als Veruntreuung erſcheinen uniformieren will, dies auch thun muß, ohne ihnen unnötige Koften für die Arbeiterschaft im allgemeinen. Nach diesen, mit.leb- fann, nicht anzeigt, mit dem laut§ 184b der Gewerbeordnung nur aufzuladen. Die Arbeitsordnung enthält noch einige andre lästige haftem Beifall aufgenommenen Ausführungen sprach Weidler, als Ausnahme vorgesehenen Verlust eines ganzen Tages- und unpassende Bestimmungen, so z. B. auch die, daß niemand ohne her Vorfügende ber biefigen Filiale des Centralverbandes der verbieniſtes beftraft wird, iſt mindeſtens zweifelhaft. Mich in ambter Griaubnis die Arbeit verlaffen bari, baß man aljo, wenn man über der arenaben über die in den Hinsicht ist die Firma um die Moral, besonders ihrer jungen weib- einmal ein notwendiges Bedürfnis zu Chokoladen und Zuckerwarenfabriken und über die Erfolge, die lichen Arbeiter sehr besorgt, leider nicht durch anständige Löhne, hat, erst um gütige Erlaubnis nachsuchen muß. die vom Redner vertretene Organisation an mehreren andren Orten sondern nur durch Paragraphen wie der folgende:" Jugendliche Die bielen Mißstände, Die vielen Mißstände, die bei dieser und bei andren erzielt hat. Die Löhne sind im allgemeinen viel zu gering, um ein Arbeiter, besonders die weiblichen, haben sich auf Firmen bestehen, wurden von dem Referenten und in der menschenwürdiges Dasein führen zu können. Die Arbeiterinnen ver- ber Straße eines anständigen Verhaltens zu berecht lebhaften Diskussion gebührend gekennzeichnet, Es wurde dienen in den hiesigen Fabriken durchschnittlich ungefähr 8,50 bis fleißigen. Die älteren Beschäftigten wollen ein wadhjames darauf hingewiefen, wie notwendig hier eine starke Organisation iſt. 9 M. Männliche Arbeiter, die jahrelang in einem Betriebe thätig Auge über Zuwiderhandelnde führen und find, erhalten 17 oder 18 M. pro Woche. Die bekannte Firma Hilde- inspektor melden usw." dem Fabrit- Leider wurde in der Verfanimlung auch die dort gar nicht hinSolche Bestimmungen, das Ver- gehörende Kompetenzfrage der Gewerkschaften zur Sprache gebracht, brand bot fürzlich einem tüchtigen Pfefferkühler, also halten Minderjähriger außerhalb des Betriebes betreffend, können indem ein Vertreter des Fabrik- und Hilfsarbeiter Verbandes für einem erfahrenen Specialarbeiter des Konditorgewerbes, 18 M. Wochen- ja laut Gewerbe- Ordnung mit Zustimmung eines diese Organisation, im Gegensatz zum Konditorenverband Propaganda lohn. Natürlich iſt man besonders bestrebt, die weibliche Arbeitskraft so ständigen Arbeiter ausschusses erlassen werden; ein machte. Die Stimmung der Versammlung schien jedoch viel mehr werd, töniglich preußische und fallester Stollwerd in Berlin nicht. 2 biel wie möglich auszunuzen. Die große Firma Gebr. Stoll- Arbeiter ausschuß besteht aber, soweit bekannt ist, bei zu Gunsten der Konditorenorganisation zu sein. dolnobmok die scheint der Firma offenbar ganz besonders verbiche Geschlecht erverdächtig: Namentlich Köpenick. Der Frauen und Mädchen- Arbeiter- Bildungsverein ordnung für den Berliner Betrieb gemäß in ihrer Arbeits die weiblichen Deſcaveler" handelt, und er fragen Coral on hält Wittwoch, den 14 September, age Bereinsberatung ab, auch von Mädchen und überflüssigem Wortwechfet" handelt, find mit steter Sorgfalt zu Schönerlinderstraße, seine regelmäßige Vereinsversammlung ab, in Knaben", die sich, wenn es für erforderlich gehalten wird, beim beaufsichtigen." Eigentlich wird jeder, der sich bei Gebr. Stollwerd welcher Genoffin Frau Mesch über Heimarbeit" referieren wird. Nachhausegehen"( soll doch wohl heißen: vor dem Verlassen der durch seiner Hände Arbeit zu ernähren sucht, von vornherein als Männer und Nichtmitglieder find als Gäste willkommen. ebih ter tizen Qitation zu unterziehen haben vorher Verbrecher behandelt, jogar die Stein'e ma che frauen, die, wie gesehenen Visitationen", heißt es weiter, haben sich auch die Arbeitsordnung besagt, na ch auch die Arbeitsordnung besagt, nach beendeter Arbeit durch Neu- Weißensee. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterdie erwachsenen Arbeiter zu unterwerfen". Ueberhaupt wacht die Aufseherin visitiert werden. die Firma sehr strenge über ihr allerheiligstes Eigentum. Klasse. Montag, den 12. September, abends 82 Uhr, im Lokal des Auch sonst ist die Firma sehr auf ihren Vorteil bedacht; so in Herrn Garz, König- Chaussee 55: Vortrag der Frau Dr. Berwig " Naschen" wird mit 50 Pfennig bestraft, ein in den Mund der Einrichtung, daß die Lohnzahlung nicht wöchentlich. über Frauenkrankheiten". Gäste willkommen. Der Vorstand. reichische hoflieferanten, hat besondere 082910 Dieser weiche Herrenhut kostet mit Satinfutter 1,75 Mark. mit Atlasfutter 2, kleinere Form 1,50 " " Dieser schwarze steife Hut mit Futter kostet 2 Mark. S.M.S.SIGE Grösste Auswahl in Herren-, Knaben- und Mädchen- Mützen Neuheit: Die modernen Beulenhüte führe zu m. 2,- bis 5,50 Oscar Arnold Grösstes Special- Geschäft Engros für Hüte, Mützen und Pelzwaaren nur Dresdenerstr. 116( Kein Export Laden) Einzelverkauf zu erstaunend billigen Preisen and aussergewöhnlich reichhaltige Auswahl in allen Preislagen. Nur neueste Moden. Dieser steife, schwarze Hut mit Futter, Cylinderhüte u. Chap. claques moderne Form, koftet M. 1.90. in großer Auswahl. Special- Hut- Engros- Lager, nur neneste Moden. Abteilung für den Einzelverkauf 5915L* Neue Königstr. 48, 1 Treppe, drittes Haus am Alexanderplatz. Größte Auswahl, anßergewöhnlich billige Preise. 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