Nr. 214. Abonnements- Bedingungen: S Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonels zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Versammlungs- Anzeigen 25$ fg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Königsberger Urteilsgründe. I. Die Urteilsbegründung des Königsberger Prozesses ist nunmehr den Verurteilten zugegangen. Monströs wie alles in diesem Verfahren umfaßt sie 240 mit Maschinenschrift eng geschriebene Foliofeiten, übertrifft also die Anklageschrift noch um 20 Seiten. Es ist unmöglich, in der Tagespresse dieses Ungeheuer auch nur auszugsweise wiederzugeben. Die Urteilsbegründung wird aber in seinem wesentlichen Zeil in der demnächst erscheinenden Buchausgabe des Königsberger Prozesses Aufnahme finden. Sonntag, den 11. September 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. feit hat, in Rußland wegen Hochberrats gegen Deutschland und giebt sich somit ein Hörigkeitsverhältnis( Kabala)**) für die Auswegen Beleidigung des deutschen Kaisers ein Verfahren einzuleiten. wanderer und ein Schaden für unsre Transportunternehmungen. Die Anklage beruhte auf Anwendung falscher Paragraphen. So Gerade nach der letzten Richtung hin wird geplant, die wird zugestanden. Verschwiegen wird freilich, daß der russische Auswandererangelegenheit zu regeln. Einerseits die Mittel zur Gegenseitigkeits- Paragraph außerdem in einer gefälschten Erlangung der erforderlichen Auswanderungserlaubnis zu erleichtern, Uebersetzung zur Grundlage des Verfahrens gemacht wurde. Die um die illegale Auswanderung ganz zu beiseitigen, andrerseits den Urteilsbegründung nimmt an, wie es die Verteidigung gethan hat, Transport der Auswanderer russischen Eisenbahnen und Dampferdaß die im Königsberger Prozeß in Frage stehenden Handlungen nicht linien zuzulenken. Erforderlichenfalls plant man neue Linien nach durch den russischen Hochverratsparagraphen getroffen werden, Nord- und Südamerika, sowie nach Afrika zu gründen." sondern durch andre Paragraphen, bei denen von Gegenseitigkeit überhaupt nicht die Rede ist. Das ist die zweite Unmöglichkeit des Verfahrens. nicht beabsichtigt waren? Wird sie schweigen zur Behauptung, daß in Deutschland ein hörigkeitsverhältnis russischer Auswanderer zu deutschen großkapitalistischen Gesellschaften geduldet wird? Und wird nunmehr die gesamte bürgerliche Presse auch weiterhin versuchen, die von uns aufgestellten zum Himmel schreienden Mißstände totzuschweigen? So weit die Birschewiji Wedomosti". Was sagt nun die deutsche Regierung zu der wuchtigen Anklage, die mummehr nicht von einem Socialistenblatt, sondern von einem gutVon der Anklageschrift unterscheidet sich die Urteilsbegründung Aber würde man der Deduktion der Anklage auch folgen und gesinnten russischen bürgerlichen Blatte gegen die deutschen Zustände zu ihrem Vorteil. Während vor dem Königsberger Prozeß es offenbar den ruffischen Hochverratsparagraphen heranziehen können, so wäre erhoben ist? Wird sie auch gegenüber der Behauptung dieses nicht geboten schien, Strafverfahren mit der genügenden juristischen das Verfahren doch immer noch gleichfalls unzulässig. Es ist aller- Blattes, in Deutschland würden massenhaft russische AusVorarbeit zu stügen, hat man nach den Erfahrungen der Verhandlung dings in dem russischen Strafgesetzbuch gewissermaßen platonisch die wanderer von deutschen Schiffsagenten( die, wie wir wissen, sich sichtlich alle Mühe gegeben, ein juristisch durchdachtes einwand- Möglichkeit der Gegenseitigkeit beim Hochverratsparagraphen aus- von unsren Behörden unterstützt werden) genötigt, ihr Geld im freies Meisterstück zu liefern. Wenn man bedenkt, daß mit der Ab- gesprochen, aber es handelt sich nur um ein leeres Schema, das der Interesse deutscher Reedereien für Fahrten auszugeben, die von ihnen fassung dieses Urteils ausdrücklich ein junger Assessor bestellt worden Ausfüllung noch bedarf. Diese Ausfüllung tann nur durch einen ist, so kann man verstehen, daß er den Ehrgeiz hatte, zu zeigen, was Staatsvertrag oder ein in Rußland ordnungsmäßig veröffenter tönne. lichtes Gefeß geschehen. Da nun weder ein solcher Vertrag, noch Während die Anklageschrift ohne den Versuch einer eindringenden ein solches Gefez existiert, so gewährt thatsächlich Rußland auch hinrechtlichen Beweisführung blind und wild mit dem dolus eventualis fichtlich des Hochberratsparagraphen teine Gegenseitigkeit. und bem dolus eventualissimus wirtschaftete, versucht die UrteilsDie Urteilsbegründung versetzt mit diesen Deduktionen allen an begründung die Strafbarkeit der Angeklagten in der Form juristischer dem Verfahren beteiligten Personen einen Schlag, wie er wohl Wir wiederholen noch einmal, die Absicht, die Ballin- Praktiken Deduktionen zu beweisen. Auch ist zuzugestehen, daß die Art, wie schwerlich jemals von einer Urteilsbegründung gegen eine totzufchweigen, wird nicht gelingen, wir werden die Regierung die Anklageschrift mit den Citaten aus den russischen Schriften um- Anklageschrift und deren Schuldige und Mitschuldige geführt sowohl wie die bürgerliche Presse zum Neden nötigen. Je später sprang, wie sie sie verstümmelte und aus dem erläuternden Zu- worden ist. Welchen Rest von Vertrauen soll das deutsche Volt zu man aber mit der Sprache herausrücken wird, um so schlimmer ſammenhang riß, wie sie endlich aus einzelnen Stellen das seiner Justiz noch behalten, wenn eingestandenermaßen in einem Ver- wird es für das Ansehen der Verschwörer des Schweigens Gegenteil deffen herauslas, was wirklich in ihnen stand, fahren, das in der ganzen Welt Aufsehen erregt hat, nicht einmal die bestellt sein. Doch, der Schaden, den sich die gesamte bürgerdaß diese Arbeitsmethode in der Urteilsbegründung ver- primitivsten rechtlichen Vorprüfungen vorgenommen geworden find. liche Preffe durch ihr bisheriges Schweigen in dieser für die mieden ist. Die Schriften werden, wenn natürlich auch in Selbst wenn die Unwissenheit aller in Betracht kommenden Juristen über nationale Ehre Deutschlands hochwichtigen Angelegenheit zugefügt tendenziöser Zusammenstellung, doch im großen und ganzen forrett das ausländische Recht verzeihlich wäre, so giebt es doch keine Ent- hat, wird jedenfalls nicht mehr zu verbessern sein. wiedergegeben. Allerdings hatte der Verfasser der Urteilsbegründung schuldigung dafür, daß kein Versuch gemacht worden ist, an teiner wird dafür gesorgt werden, daß jeder anständige es leichter als die Staatsanwaltschaft. Die Hauptanklage wegen Hoch- ber beteiligten Stellen dieser Unwissenheit abzuhelfen! Auch hier werden Mensch sich das richtige Urteil bilden können wird verrats gegen Rußland und Barenbeleidigung find ja inzwischen die Altenauszüge, die in der Buchausgabe zur Veröffentlichung gelangen, über dieses traurige Blatt in der Geschichte der deutschen bürgerausgeschieden. Die Anklageschrift mußte( mit dem Eventualdolus beweisen, daß die mit der Voruntersuchung betrauten Personen wirtschaften, weil weder feststand, welche Schriften bei den einzelnen geradezu mit dem Kopf darauf gestoßen wurden, daß die Sache nicht Angeklagten vorgefunden waren diese heillose Verwirrung gesteht in Ordnung wäre, daß fie Mißtrauen in die Versicherungen des die Begrundung ohne weiteres ein-, noch daß sie wirklich verbreitet russischen Generalfonfuls in Königsberg und in die der russischen waren. Umgekehrt stand über jeden Zweifel, daß die Angeklagten Regierung segen müßten. gar nicht wissen fonnten, was in den Schriften stand, jedenfalls Alle Vorzüge, die wir diesem Teil der Urteilsbegründung nachdarüber unmöglich unterrichtet sein konnten, daß der Bar beleidigt rühmen können, werden aber aufgehoben und anfgewogen durch die oder zu einer Ermordung aufgefordert wurde. Diese unlösbaren Begründung der Geheimbündelei. Hier wird wieder munter Schwierigkeiten versuchte die Anklageschrift, wie aus den Aften- die Schablone der Anttageschrift angewandt, und weil thatsächlich das auszügen der Buchausgabe des Prozesses erst flar hervorgehen wird, Verfahren wegen Geheimbündelei noch absurder war als das wegen durchweg mit dem Eventualdolus zu bewältigen, und es ist zu Hochverrats und Barenbeleidigung, so ist es ja an sich unmöglich, auch Staats- Eisenbahnen bringt, sind jedenfalls so groß, daß ein winziger hoffen, daß die unglaubliche Verwendung, die dieses neuer- unter Anwendung scharfsinnigsten Assessorenwiges ohne Verdings so beliebte juristische Hilfsmittel hier gefunden hat, schlingungen und Verrenkungen der gesunden Rechtsauffaffung das einigermaßen jede künftige Verwendung kompromittieren und Unbeweisbare zu beweisen. deshalb einschränken wird. Der Verfaffer der Urteilsbegründung Wir werden diesem Teil der Urteilsbegründung einen zweiten brauchte sich um den Nachweis des Bewußtseins, das die An- Artikel widmen. geklagten hinsichtlich des Hochverrats und der Barenbeleidigung ge= habt haben sollen, keine Mühe zu geben, und so finden sich in ihr jene fraufen, alle Rechtssicherheit selbst in Frage stellenden Kon struktionen nicht. Politifche Ueberlicht. Berlin, den 10. September. Ballin in Nöten. find nämlich lichen Preffe. Was nun die Sache selbst anlangt, so zeigen uns die angeführten statistischen Daten zunächst, welchen großen materiellen Vorteil unser Fistus von der jährlichen Beförderung einer so großen Anzahl von Leuten hat. Sollte die Monopolisierung der Beiden großen Reedereien damit begründet sein, daß sie die Kosten für die eventuelle Rücktransportierung der in Amerifa zurückgewiesenen Auswanderer durch Deutschland nach Rußland übernehmen, so leuchtet die Sinfälligkeit einer solchen Begründung ohne weiteres ein. Die Einnahmen, welche die gewaltige Zahl der russischen Auswanderer den deutschen Teil davon genügt, um die wenigen Zurückkehrenden nach Rußland zurück zu befördern. Sollte aber das jetzt so überaus kraß zu Tage getretene Schröpfungstalent Ballins in der That die Begründung abgeben zu einer Neuregelung des Auswandererwesens in Rußland unter vollständiger Umgehung Deutschlands, dann wäre Deutschland in der That der geschädigte Teil. " 1 Um das Ansehen Deutschlands, das durch das Weiterbestehen der standalösen Ballin- Wirtschaft wieder einmal aufs schwerste bedroht ist, zu retten und auch um den Deutschland drohenden materiellen Schaden Die rechtlichen Darlegungen der Urteilsbegründung zerfallen in abzuwenden, ist es dringend geboten, mit der größten Beschleunigung zwei Teile. Soweit die Freisprechung von der Anklage des Hoch- Ballin, der noch immer seinen Konkurrenzkampf mit der eng- für die Neuregelung des russischen Auswandererwesen unter vollständiger Verrats und der Barenbeleidigung begründet wird, ist die juristische lischen Gunnardlinie nicht mit Erfolg durchgekämpft hat und jetzt Ausschaltung der Ballingefellen zu sorgen. Sorge man schleunigst Beweisführung von scharfer Bernunft, einwandsfrei und vermeidet durch die ihm gefällige Preffe täglich verkünden läßt, eine Ber- dafür, daß die armen Leute, die uns ihr Geld lassen, in alle gezwungenen Tüfteleien. Das ist allerdings nicht das Berdienst ständigung mit dieser Linie stände in der nächsten Zeit bevor, wird anständiger Weise, ohne Bladereien", ohne Nötigung, ihr des Gerichtes, denn die Urteilsbegründung eignet sich in diesen vor- mun auch noch von einer andren Seite bedroht. Die Geld in unerwünschter Weise auszugeben, ohne„ Hörigkeitstrefflichen Partien einfach die Darlegungen der Verteidigung sowie russischen Großkapitalisten tvie es der auch neidisch verhältnis" Ehre des deutschen Boltes ihrer Zeugen und Sachverständigen an. Gerade dadurch aber geworden und wollen ihm die fetten Profite, die er aus aus allein entspricht Deutschland passieren können, forge man wird dieser Teil der Urteilsbegründung ber- den Aermsten der Armen herausschlägt, nicht gönnen.") In der auch dafür, daß schleunigst die In der auch dafür, daß schleunigst die wie uns berichtet wird- tägnichtenden Anklage gegen das ganze Berfahren und gegen Petersburger Zeitung:„ Birschetvija Wedomosti"(„ Börsenzeitung") lich zunehmende Zurücktransportierung von Auswanderern, die von alle seine Mitschuldigen vom Reichskanzler, dem Staatssekretär lesen wir:„ Bekanntlich ist nach der geltenden Gesetzgebung das Ver- Ballin nicht als ausbeutungsfähiges Objekt angesehen werden, nach des auswärtigen Amtes und namentlich dem preußischen Justizminister lassen der Heimat ohne eine behördliche Erlaubnis eine kriminell Rußland aufhört. bis zu den Königsberger Staatsanwalten, Untersuchungsrichtern und strafbare That, es ist aber für Personen, die zu den direkte Steuern Oder wird man erst hören, bis diese amtlich beförderte„ Verder Kammer, die das Hauptverfahren zu eröffnen sich herbeiließ. zahlenden Ständen gehören, sehr schwer, eine solche Erlaubnis zu fehrspolitik" der deutschen Reedereien zwischen englischen und Läge hier nicht bloß eine beispiellose Fahrlässigkeit vor, sondern erlangen, und daraus resultieren zwei Strömungen. Einerseits russischen Repressalien zermalmt wird? könnte sich auch nur der Verdacht erheben- der natürlich vollständig treiben die wirtschaftlichen Verhältnisse einen Teil der Bevölkerung einer zu Freifinn und Wahlrecht. Die Voff. 8tg." polemisiert in ihrer heutigen Abendnummer einen ganzen Leitartikel lang gegen unsre geftrige Feststellung ihres reaktionären Angriffs gegen den Antrag der Charlottenburger Ge nossen auf Einführung des allgemeinen gleichen Wahlrechts für die Kommune. So viele Worte fie freilich verschwendet, so wenig gelingt es ihr, ihre schmähliche reaktionäre Haltung in der Frage des kommunalen Wahlrechts zu beschönigen. Statt flipp und flar zu erklären, wie sich das skandalöse hinfällig wäre daß die für das Verfahren verantwortlichen Personen dazu, ihr Glück in der Fremde zu suchen, andrerseits wird diese undie juristische Unmöglichkeit des Verfahrens gekannt haben, so wäre das aufhaltsame Bewegung durch Vorbeugungsmaßnahmen eingeengt. eine schwere strafbare Handlung, denn es wären Personen in Anklage und Eigenmächtig siedeln über ins Ausland Juden, Polen, Letten, Untersuchungshaft gebracht, von denen die verantwortlichen Beamten Finnländer usw.; die Nationalrussen sind in dieser Bewegung gar wußten, daß sie nach Lage der Gefeße nicht prozessiert werden nicht vertreten. Der Umfang einer solchen Emigration läßt sich konnten. Indessen solch ein Verdacht ist eben ausgeschloffen. Die natürlich nicht genau statistisch feststellen, aber die Daten der aus verantwortlichen Beamten haben" nur" fahrlässig gehandelt. Tändischen Auswanderer- Bureaus ergeben, daß alljährlich ins Ausland Allerdings werden die in der Buchausgabe zur Veröffentlichung heimlich gegen 40 000 Personen auswandern, mit behördlicher gelangenden Aften erst die Klarheit darüber verbreiten, welchen Genehmigung aber gegen 10 000. Grad diese Fahrlässigkeit erreicht hat, und man wird sich dann Zur Beförderung von Auswanderern aus Rußland giebt es nur fommunale Klaffenwahl- System, das sie verteidigt, mit dem frei. wohl die Frage vorlegen müssen, ob sich nicht wenigstens auf ein Bureau in Libau, das einer dänischen Gesellschaft gehört, die sie tinnigen Programm auf Abschaffung der Klassen. disciplinarischem Wege eine Ahndung der unerhörten Vorgänge als nach Amerika transportiert. Die andren gelangen in die Hände auswahlen in Einklang bringen läßt, schwaßt sie allerhand krauses nottvendig herausstellen wird. ländischer Agenten in Berlin und Hamburg und werden nach in Beug über den Revisionismus, über Kautsky und Singer zuDie Urteilsbegründung giebt flipp und Klar zu, daß das Ver- Kontrollstationen erlebten Bladereien oft nicht fahren wegen Hochverrats gegen Rußland und Barenbeleidigung dorthin dirigiert, wohin zu fahren sie den Wunsch haben. Es er dreifach und vierfach unhaltbar war. Der Strafantrag der russischen Botschaft, der die Verbürgung der Gegenseitigkeit aussprach, konnte*) Bei dieser Gelegenheit sei ein Irrtum, den wir zu Gunsten der die notwendige Voraussetzung der Verbürgung nicht erfüllen, weil Ballinschen, Verkehrspolitik" begangen haben, berichtigt. Die deutschen dieses Versprechen erst nach der That gegeben wurde. Die Ver- Reedereien haben zwar ihre Amerikapreise von London aus herabbürgung der Gegenseitigkeit ist aber eine Bedingung der Straf- gefeßt, aber nicht von deutschen Häfen. Noch immer müssen die barkeit der Handlung, muß also schon vor der That geschehen sein. zwangsweise für Ballin und Wigand gepreßten russischen Auswanderer Wenn mar aber selbst, so giebt die Urteilsbegründung ferner zu, zusammengespart haben, 140 Mark für Zwischendeckkarten bezahlen, und Flüchtlinge, die mühsam sich in langen Jahren ein paar Pfennige ein Versprechen der russischen Botschaft an sich für ausreichend hält, während die englischen Linien nur 40 Mart nehmen. Da lohnen so war es in diesem Falle aus dem Grunde wiederum nichtig, weil die sich schon die Unterhaltung der Kontrollstationen genannten Menschen ruffische Regierung nach dem russischen Recht gar nicht die Möglich- fallen. fammen. In dem am 24. September 1894 einstimmig angenommenen Programm der Freifinnigen Volkspartei heißt es: I. Die freiheitliche Ausgestaltung des Gemeinwesens als unerläßliche Voraussetzung der Volkswohlfahrt erheischt: a) Aufrechterhaltung der bundesstaatlichen Grundlage des Deutschen Reiches, Schonung berechtigter Eigenart, Selbstverwaltung in Kommunalverbänden und Gemeinden, Reform **) Das Wort Kabala heißt eigentlich fch were Form der Ausbeutung, die mit einem der Sklaverei ähnlichen Abhängigkeitsverhältnis verknüpft ist. bes Wahlrechts in denselben( also den Gemeinden!) nach den dings übertrifft Deutschlands Einfuhr nach England diese Summe| präsidenten versandt hat. Allerdings verstand sich Herr v. Hammers Er wollte die Aufs Bedürfnissen der Einzelstaaten, keine Klassenwahlen, keine öffent- um circa 300 Millionen. Aber Englands Handelsbilanz ist über- stein auf den Runimel sehr schlecht. liche Abstimmung. haupt eine passive. Bei andren Ländern in noch ganz andrem rufe durch die Zeitungen veröffentlichen lassen, was Statt also gemäß diesem Programm den Antrag der Charlotten- Grade, als bei Deutschland. So beträgt beispielsweise die Ausfuhr des Bettels aufgehoben hätte, der nur durch eine intime behörd natürlich, wie der gewandte Mirbach wohl wußte, die ganze Wirkung burger Genossen zu unterstützen, bekämpft das freifinnig- volkspartei- der Niederlande nach England 680 Millionen Mark gegen liche Bearbeitung gefördert werden konnte. Deshalb hob Herr v. Mirbach liche Blatt denselben mit den schäbigsten Mitteln! 168 Millionen englischer Einfuhr. Belgien führt ebenfalls für die unzweckmäßige Verfügung des Ministers aus eigner MachtvollkommenEs begeistert sich förmlich für die programmmäßig ver- 520 Millionen Mark Waren England aus, während beit durch direktes Schreiben an die Oberpräsidenten auf. Auch wenn worfenen Klassenwahlen! Sein einziges Argument ist, daß die umgekehrt England nur für 168 Millionen Mark Waren nach Herr v. Mirbach wirklich von diesem Schreiben nichts gewußt Socialdemokratie, sobald sie die Herrschaft in den Kommunen Belgien einführt. Nicht anders steht es mit rant hat die Oberpräsidenten hätten sich eine grobe Pflichtwidrigkeit besäße, die Einkommensteuer erhöhen würde. Die Bourreich, das für rund 1000 Millionen Mark Waren nach zu Schulden kommen lassen, wenn sie nicht sofort aus geoisie müßte dann die Steuern zahlen und das Proletariat England erportiert, während England nur für 330 Millionen Mark eignem Antrieb den Minister von der Hofmeisterlichen Order gegen die ministerielle Order in Kenntnis gesetzt hätten so dürfte auch Herrsche! Waren nach Frankreich importiert! England hat also alle Ursache, bann Herr v. Hammerstein nicht den Anschein zu erwecken suchen, Es zeugt von unbegreiflicher Stupidität, daß die Boffin nicht mit der deutsch- englischen Handelsbilanz zufrieden zu sein. Umso daß er von der ganzen Sache nichts wüßte. einsieht, daß dies Argument ebenso gut gegen das mehr, als die Ausfuhr der englischen Kolonien nach Deutsch- Endlich hat Herr von Hammerstein doch dem Scherling vergleiche Wahlrecht im Staat ausgespielt werden kann. land die Ausfuhr Deutschlands nach diesen Kolonien weit übertrifft. traut, daß er nicht an seinem Amt klebe, sich aber ge= Oder ist die„ Vossische Zeitung" nur so lange für das allgemeine, Diese englischen Kolonien, Indien, Egypten, Kanada, Britisch- Afrika sundheitlich außerordentlich gekräftigt fühle und gar nicht gleiche Reichstags- Wahlrecht, als die Einnahmen des Reichs durch und Australien führten für 460 Millionen Waren nach Deutschland daran denke, seinen Abschied zu nehmen, indirekte Steuern, statt durch direkte Steuern gedeckt aus, während Deutschlands Ausfuhr nach den genannten Kolonien großangelegten Plan der Konsolidierung der werden? Nach dem freisinnig- volksparteilichen Programm dürfte sie nur 156 Millionen beträgt! Diese Kolonien bilden aber auch die kommunalen Verhältnisse" Berlins, in dessen Ausführung das allerdings nicht sein, denn dies Programm verlangt ja aus wichtigsten Absatzmärkte für England, dessen Ausfuhr dorthin rund er seine wichtigste Aufgabe" erblicke, im Auge habe. Spuft der„ Spreepräfekt"? 2000 Millionen beträgt gegenüber den 156 Millionen der deutschen " Entlastung der notwendigen Lebensmittel und unentbehrlichen Ausfuhr! Neue Kämpfe in Südwestafrika. Verbrauchsgegenstände von Steuern und Zöllen,.. progressive Besteuerung von Einkommen und Erbschaften." drücklich " " " Diese Zahlen beweisen den ganzen Aberwitz der Unterstellung Berlin, 10. September. General v. Trotho meldet aus der Rh.- Westf. 3tg." Gerade aus handelspolitischen Gründen hat Otjorondu vom 8. September. Am 3. September wurde VolkHeute liegen im Reiche die Dinge bekanntlich so, daß gerade das England alle Ursache, mit Deutschland in gutem Einvernehmen zu manns Spize auf dem Marsch von Okahitua nach Okosondusu Hererobanden Proletariat durch indirekte Steuern und Zölle die Ausgaben des leben. Daß trotzdem seit einigen Jahren die Antipathie Englands von Viele angegriffen. Hereros, Wäre aber die oben citierte freisinige gegen Deutschland in rapider Zunahme begriffen ist, ist nicht Eng- darunter zwei Großleute, wurden getötet, diesseits Programmforderung durchgeführt, so würde auch im Reiche die lands Handelseifersucht zuzuschreiben, sondern den gewaltigen ein Reiter verwundet. Am 5. September zersprengte Deimling Bourgeoisie für die Ausgaben aufkommen müssen. Müßte nun unter Mariner üstungen Deutschlands, durch die England bei Okowindombo starke Kräfte des Feindes, der zahlreiche Tote und viel Vieh verlor; diesseits keine Verluste. Estorff jagte den Feind solchen Umständen dem Proletariat das gleiche Wahlrecht genommen seine Kolonien bedroht glaubt! Das ist aber nur ein von Okosondusu in die Flucht über Otjomasfu- Otjimbinde. Der werden? Nach der freisinnigen Kommunal- Logit doch unbedingt! Grund mehr, diesem tollen Rüsten endlich Einhalt zu eind ist anscheinend nach Osten und Südosten geMan sieht, zu welch erzreaktionären Argumenten die Boss. thun! wichen. Für die Verfolgung nach Osten bieten sich überaus große Zeitung" in ihrer Ratlosigkeit gegriffen hat! Schwierigkeiten durch den Mangel an Wasser und völlig unerforschtes Gelände. Langfames Vorfassen unter sorgfältiger Aufklärung ist angeordnet. Estorff mit Volfmann steht 14 Kilometer östlich von Otjimbinde, Deimling, in engster Verbindung mit ihm, geht von Okowindombo Oparalane- Ewaruſe. auf Epata, Reizenſtein ist in Otjomasu, Meister im Marsch auf Freilich ist diese reaktionäre Argumentation nicht das geistige Eigentum der„ Vossischen Zeitung". Der famose Herr Jacobi, der intellektuelle Hintermann der„ Vossischen Zeitung", hat sich ganz ähnlich im Berliner Stadtverordnetent- Kollegium geäußert. Und auch die Freifinnige Zeitung" bekannte sich zum brutalsten GeldjacksWahlrecht mit den Worten:„ Wer keinerlei Steuern zahlt, kann auch nicht beanspruchen, ein Wahlrecht auszuüben." Dem Hinweis auf die Verwerfung des kommunalen lassen Wahlrechts durch das freisinnige Parteiprogramm begegnen die braven Freisinns- Mannen gern mit der perfiden Ausrede: Ja, wenn wir gegen lassen wahlen sind, können wir deshalb nicht für Censuswahlen eintreten? Jedes politische Kind weiß aber, daß Censuswahlen noch einen zehnmal reaktionäreren Wahlmodus darstellen, als Klassenwahlen. Wo in den Kommunen Censuswahlen existieren, in Kiel, Altona, Frankfurt a. M., ist das Proletariat entweder gar nicht in der Lage, auch nur einen einzigen Vertreter in das Stadtparlament zu entfenden, oder es gelingt ihm höchstens, ein oder zwei Stadtverordnete durchzubringen. Der Freisinn ist also noch viel reaktionärer als selbst die reaktionären bürgerlichen Parteien, denen doch die Barrikade des Klassenwahlrechts genügte! " Nachdem die„ Vossische Zeitung" mit solchem Cynismus ihre erzreaktionäre Gesinnung bekundet, beweist sie schließlich auch noch ihre Unwissenheit durch die Frage, wo denn der Kommunalsocialismus durch Municipalisierung von Betrieben so glänzende Ergebnisse erzielt habe. Vielleicht setzt sich die Vossische Zeitung" einmal mit einem Sachkundigen in Verbindung, der ihr verrät, daß dickleibige Werke eristieren, in denen die Erfolge beispielsweise des englischen Municipalsocialismus eingehend geschildert werden. Aber von so etwas braucht das kommunalpolitische Leiborgan des Herrn Jacobi nichts zu wissen! Flottenargumente. Bei einer Besprechung der Hamburger Kaiserrede führten wir aus, daß wir eher schon zu viel als zu wenig Kriegsschiffe befäßen. Einer Flotte ersten Ranges bedürften nur solche Staaten, welche ausgedehnte und wertvolle Kolonialländer befäßen, was auf uns nicht zuträfe. Wolle man also keine abenteuerliche koloniale Eroberungspolitik treiben, so seien die schon vorhandenen Kriegsschiffe mehr als ausreichend. Gegen diese Argumentation läßt sich nichts Bernünftiges borbringen. Soweit gegnerische Blätter gegen unsre Ausführungen polemistert haben, begnügten sie sich denn auch mit der Citierung der Rheinisch- Westfälischen Zeitung", die folgende kindliche Auffassung vertrat: „ Es ist bekannt und braucht trotz aller hezzerischen Uebertreibungen der Citypresse von uns gar nicht geleugnet zu werden, daß der Seehandel mit beiden in Ostasien kriegführenden Mächten an den britischen Häfen vorbei und überwiegend in deutsche Hände geraten ist, und gerade die Handelsflotte der Hansastädte hat aus diesem Kriegsgeschäfte bei aller Wahrung der Neutralität Vorteile gezogen, welche die britischen Reeder mit steigendem Neide erfüllt. Alles Toben gegen die russische Seeräuberei, alle Versuche, Deutschland zum Vollstrecker englischer Proteste zu benutzen, find fruchtlos geblieben, and England bleibt heute nichts übrig, a Is auf bessere Zeiten zu warten, da es der friedlichen Konkurrenz des deutschen Seehandels ein Ende mit friegerischen Mitteln Ende machen tann. Daß wir heute nicht kriegsbereit sind, wie es notwendig wäre, um uns vor dem Schicksale Rußlands zu bewahren und die Angriffslust etwaiger europäischer Japaner schon im Reime zu erstiden, ist eine leidige Wahrheit, die gottlob heute nicht mehr ungläubigem Lächeln begegnet." Die Auslassungen der Rhein.- Weftf. 3tg." grenzen an Aberwig. England foll sein letztes Heil darin erblicken, Deutschlands Handel gewaltsam zu vernichten! bereit sein? " * Deutsches Reich. Hammerstein kapituliert vor Scherl. Regierung gefigelt hat, weil sie ihn über die Verlobung des KronDie biffigen Bemerkungen, mit denen der„ Lokal- Anzeiger" die Berlin, 10. September. Gouverneur Leutwein meldet: Abprinzen nicht unterrichtet hatte, haben schnell den gewünschten Erfolg teilung Stempel ist vor Eintreffen der Expedition Lengerke mit gehabt. Herr v. Hammerstein, der preußische Polizeiminister, hat 34 Mann von Plattbeen ausgerückt, um eine durch Morenga sich sofort unter die geistesverwandten Mitarbeiter des Lokal- abgeschnittene Patrouille zu befreien. Er stieß Anzeiger" aufnehmen lassen und hat in das Blatt seine Meinungen am 30. August auf dem Wege Kouas- Langhas, westlich Schanzogberg, inseriert, die ebenso von Geist wie von Wahrheit überschäumen. auf den Feind, welcher 70 bis 100 Gewehre stark war. Beim AnDie Ein Vertreter der Scherlmacht, die ja nach den statistischen Auf- sturm fiel Lieutenant v. Stempel und Sergeant Stolle. fassungen des Ministers den Einfluß hat, daß sie uns jährlich 30 000 Compagny Koppy ist zur Aufnahme der Abteilung Stempel am oder waren es 300 000?- Socialdemokraten wegkapert, hat den 1. September von Hasuno ausgerückt. Wo gegenwärtig Abteilung Freiherrn v. Hammerstein mit seinem Besuche beehrt. Wir erfahren, Rengerte, ist nicht gemeldet. daß der Minister trotz Königsberg und Mirbach auf seinem„ reizenden Berlin, 10. September. Amtliche Meldung. Reiter HerLandsiz" regiert, sich sehr wohl fühlt und gar nicht daran denkt, mann Zietlow, geb. 24. September 1882 in Prüßnow, Kreis seinen Abschied zu nehmen", und zwar deshalb nicht, weil nicht der Regenwalde, Pommern, früher im 1. Pommerschen Feldartilleriegeringste Grund dazu vorliegt. Dieses Gerücht wird jedes Jahr Regiment Nr. 2 in Belgard, ist am 6. September im Lazarett von mit aller Pünktlichkeit von meinen Freunden in die Welt gesetzt."-Dtojongoto gestorben. Das ist ebenso wißig gesagt wie beruhigend. Sergeant Friedrich Kaplid aus Niebel, Kreis BauchOffenheit, die den Mann ziert, der sich nie ganz bewußt wird, was im Lazarett von Okahandja am Typhus gestorben. Dann aber entwickelte Herr v. Hammerstein mit der schönen Belzig, früher im Regiment Gardes- du- Corps, ist am 8. September er sagt, sein Verhältnis zu Mirbach. " Kriegsfreiwilliger v. Reichel aus Terpen bei Saalfeld, Ostpreußen, am 11. Auguſt bei Waterberg durch einen Streifschuß am linken Arm und durch einen Schuß in das rechte Knie verwundet. " Herr v. Hammerstein hat thatsächlich nichts davon gewußt, daß Freiherr v. Mirbach an die Oberpräsidenten geschrieben hatte; dies war vielmehr ein selbständiger Aft des Oberhofmeisters. Nach dem dann ein besonderes zweites Komitee in Berlin entstanden war, dem so ziemlich alles angehörte, was zur Gesellschaft gehört, an der Spitze der Reichskanzler sowie fast sämtliche Minister, unter ihnen auch Herr v. Hammerstein, außerdem die Oberpräsidenten, erhielt Minister v. Hammerstein vom Freiherrn v. Mirbach gedruckte Aufrufe mit der Bitte, sie Er muß Kohlen schaffen. Einer der Beteiligten plaudert im in seinen Kreisen zu verbreiten. Diese Drucksachen hat der Dortmunder Amtsblatt über eine Unterhaltung in einem großen Minister ohne Anregung des Herrn v. Mirbach an die Ober- Kreise mittlerer Grubenbeamten, vom verantwortlichen Betriebspräsidenten in ihrer Eigenschaft als Komiteemitglieder mit führer bis zum einfachen Steiger herab. Das Interesse konzentrierte dem Anheimgeben geschickt, sie in Zeitungen zu publizieren. sich auf die Frage der Verstaatlichung des Bergbaues. Man sprach In dieser Maßnahme rein privater Natur dokumentierte sich nach den genannten Mitteilungen durchweg für Verstaatlichung fich lediglich das Interesse des Ministers an der Sache selbst. Wie aus, weil man sich als Staatsbeamter günstiger stehe als wenig hieraus ein angeblich von Mirbach inspirierter Mißbrauch jetzt. Das Gehalt der mittleren Beamten in der Privatindustrie der Amtsstellung konstruiert werden kann und das ist häufig möge um ein geringes höher sein, als das der gleichen Chargen behauptet worden geht daraus am deutlichsten hervor, daß im Staatsbetriebe, dafür werde hier den Beamten aber eine höher Herr v. Mirbach absolut gegen eine Publizierung in Zeitungen anzuschlagende Garantie ausreichender Pension geboten. war und vielmehr die privaten Sammlungen vorzog. Alls Der Privatbeamte müsse auch intensiver arbeiten, um die allererste ihm einmal aus einer Provinz die beabsichtigte Ver- Bedingung: Erzielung einer möglichst großen und anstaltung einer öffentlichen Sammlung bekannt wurde, verhinderte billigen Förderung", zu erfüllen ,,... er muß Kohlen er durch direkte Schreiben an die Oberpräsidenten weitere Ver- schaffen!" öffentlichungen, ohne zu wissen, daß der Minister durch seine vorDies Wort, inhaltsschwer, giebt auch schon die Erklärung für erwähnte Anheimgabe eine private Anregung dazu gegeben die weitere Klage über die Schneidigkeit junger Direk hatte. Von diesen Briefen Mirbachs wußte aber der Minister toren. Es wird durch den hier von Beamten bestätigten im Bergnichts. Infolgedessen ist erklärlich, daß er im Abgeordneten- bau maßgebenden Imperativ: Kohlen schaffen! aber auch bestätigt, hause eine erschöpfende Antwort nicht geben fonnte. was an dieser Stelle schon so oft über die ständig steigende UnfallAndrerseits steht fest, daß seine provisorische Antwort völlig ziffer gesagt worden ist. Beim obersten Beamten fängt die Jagd forrett war. Als Herr v. Hammerstein sagte, er werde nach mehr Kohlen an, jeder nachgeordnete Beamte muß die Bu späterhin, wenn er die Aften studiert habe, Auskunft geben, kannte friedenheit des nächsten Vorgesetzten zu erlangen wissen, damit dieser er in der That erst 3-4 Oberpräsidialberichte. Er war eben mit wieder bei der höheren Instanz seine Tüchtigkeit als Treiber nach der Durchsicht der Aften noch nicht fertig. Die Einforderung der weisen kann. Bei solchem System kommt die Rücksicht auf Gesundheit Berichte der Oberpräsidenten ist aber nur erfolgt, weil für den und Leben an letzter Stelle. Wer nicht mehr Kohlen schafft, ist unKaiser ein Bericht zusammengestellt werden mußte. Die Inter- brauchbar, und da steigt die Förderung und die Unfallziffer! Der pellation folgte turz darauf. Erst nach dieser und nach seiner betreffende Schreiber giebt den Verwaltungen den guten Rat, lug provisorischen Stellungnahme im Hause der Abgeordneten hat zu sein, die Zufriedenheit der Beamten durch Gewährung einer Herr v. Hammerstein durch das Studium der weiteren Berichte auskömmlichen Pension zu erhalten, was bei den reichen Erträgen, die der Bergbau abwirft und auch in Zu Kenntnis von der eigentlichen Sachlage erhalten." London, 10. September.( Bureau Laffan.) Vei einem Gefecht zwischen deutschen Truppen und Hereros am Kurrasberge wurden, wie die„ Times" aus Kapstadt melden, Lieutenant v. Stempel und drei Mann getötet. " " Der„ Lokal- Anzeiger" ist nunmehr, wie sich das einem Mit- kunft abwerfen wird", als berechtigte Forderung anerkannt arbeiter gegenüber geziemt, von dieser Klarstellung" völlig be- werden müsse. Die Forderung in Ehren, sie ist nicht unberechtigt, friedigt. Das Blatt, das ihn vor zwei Tagen ausrangierte, findet wir meinen aber, daß die Beamten in der Gesamtheit besser das Berhalten des Ministers so ganz und gar nicht belastend", handelten, wenn sie ihre Klagen nicht in ihres Herzens Schrein ver„ daß von einer Verquickung der Person des Herrn v. Hammer- schlössen, wenn sie in aller Deffentlichkeit die bestehenden Mißstände stein mit der Angelegenheit Mirbach abgesehen werden muß. Die besprechen, nicht aber unwidersprochen die Erklärung hinausgehen ganze Angelegenheit hat eine große Aehnlichkeit mit der Affaire laffen, gegen ein kleines Taschengeld lasse man sich Löhning, wo Minister v. Rheinbaben auch lange schwieg, dann doch wieder zum Mitschuldigen des herrschenden aber, als er vom Leder zog, einen großen Erfolg erzielte." Systems machen. Nachdem die Gedanken der Beamten " " Der„ Lokal- Anzeiger" erlaubt also, versöhnt, dem Manne seines einmal den Weg in die Deffentlichkeit gefunden haben, sind Angenommen, England habe wirklich einmal einen so wahn- Vertrauens, weiter im Amte zu bleiben, vorausgesetzt, daß er für diese es nun auch ihrem Ansehen schuldig, frant und frei Farbe zu wizigen Einfall und es gelinge ihm auch faktisch, die deutsche die Lieferung ordentlicher Informationen an Scherl sorgt und die bekennen. Allerdings große Hoffnung hegen wir nach dieser Richtung Könnte es dann auch die fernere thatfräftige Begönnerung seiner Sparlotte sich angelegen sein nicht. Es sollte uns nicht wundern, wenn schneidige, junge Handelskonkurrenz niederzuschlagen. Deutschland entrissenen Handelsmärkte mittels seiner Schiffstanonen läßt. Freilich die Erinnerung an den Fall Löhning ist boshaft. Direttoren es fertig bringen, ihre Untergebenen zu Gegenfür sich erobern? Würden dann nicht die andern Handels- Herr Rheinbaben hat ja gewiß von dem Leder, das ihm so reichlich erklärungen zu ihren eignen Ansichten zu veranlassen. Die Entstaaten, zum Beispiel Nordamerika, Deutschlands Erbe anzutreten zur Verfügung steht, gezogen, aber großen Erfolg hat er nur beim schuldigung dafür ist schon in der Publikation des Blauderers ausLokal- Anzeiger" gehabt, während ihm herr Löhning das Leder gesprochen,... es tommt leicht vor, daß ein Beamter entlassen wird. ganz gründlich gerbte. Wir vermuten, daß diese zarte und dem Mit der Hungerpeitsche verschafft der Kapitalismus sich duckende Nur wer aus der Erkenntnis des Socialismus das Aber England müßte von allen andern Umständen ab- Finanzministerium sicher sehr unerwünschte Erinnerung an den Fall Sklaven. gesehen wirklich komplett verrückt sein, wenn es die ihm von der Löhning eine kleine Bermahnung an Herrn v. Rheinbaben darstellen Bewußtsein möglicher ja naturnotwendiger Aenderung der beRheinisch- Westfälischen Zeitung" untergeschobene Abficht ausführte. soll, daß auch er etwas mehr Dampf hinter Scherls Lottopläne stehenden Zustände erlangt, findet Kraft und Mut, jetzt schon dem Unternehmerterrorismus durch solidarisches Handeln die Stirne Hat doch England nicht die geringste Ursache, die mache. Nachdem der„ Lokal- Anzeiger" derart Hammerstein und Rhein- zu bieten. Werden die Beamten den Weg finden? jezigen Handelsverbindungen mit Deutschland gewaltsam zu zer- baben mit seinem Wohlwollen bedacht hat, proklamiert er noch ein bisher unbekanntes trotz oder wegen der Verlobungsaffaire Dogma von der unfehlbarkeit des Monarchen:" " Daß das Verhalten des Ministers v. Hammerstein in der Mirbach- Angelegenheit ganz einwandsfrei war, erhellt auch aus dem Umstande, daß der Kaiser vor Mirbachs Rücktritt über alles ganz genau informiert war und keinerlei Anlaß zu einem Tadel hatte." stören. Eingestelltes Verfahren. Wegen des Ausdrucks märchen= Zunächst ist es schon ganz lächerlich, anzunehmen, daß England hafte Ungeschicklichkeit"( in Sachen des Prozees des Deutschlands Konkurrenz in Japan fürchten müsse. Englands AusBaren) war bekanntlich gegen den Redakteur der Königsberger fuhr nach Japan betrug 1902 100 Millionen Mark, BritischBolkszeitung" Genossen Marchionini Strafantrag wegen angeblicher Beleidigung des Ersten Staatsanwalts gestellt worden. Indien führte: ebenfalls für 100 Millionen Mark Waren nach Gestern abend erhielt Genosse Marchionini vom Oberstaatsanwalt Japan aus, Deutschland dagegen nur für 50 Millionen Mark. Die folgendes Schreiben: britische Ausfuhr nach Japan ist also viermal so groß als Zur Sache selbst hat Herr v. Hammerstein jetzt in seiner UnKönigsberg, den 6. September 1904. die deutsche. Wenn England in Japan einen Konkurrenten zu Nachdem Herr Erster Staatsanwalt Geheimer Justizrat Schütze fürchten hat, so ist es nicht Deutschland, sondern Nordamerika, dessen schuld bekannt, daß er thatsächlich das preußische Abgeordnetenhaus geflissentlich in die Frre geführt hat. Nicht um das erklärt hat, daß er seinerseits auf strafrechtliche Verfolgung des VerAusfuhr bereits 100 Millionen Mark erreichte. ältere Schreiben Mirbachs handelt es fich, sondern um fassers des in Nr. 167 der Königsberger Volkszeitung" erschienenen Doch wie steht es sonst um die Handelsbeziehungen zwischen den zweiten Aufruf des Freiherrn v. Mirbach, über den Artikels keinen Wert lege, habe ich den von mir gestellten StrafEngland und Deutschland? Englands Ausfuhr nach Deutschland er der preußische Polizeiminister im Abgeordnetenhause völlige antrag zurückgenommen und das Verfahren eingestellt. reichte 1902 die respektable Höhe von 610 Millionen Mart. Aller- Ahnungslosigkeit spielte, obwohl er selbst ihn an die OberVoßwinkel. Wie foir von vornherein annahmen, hat der Erste StaatsGenosse Greulich aus Zürich ist in New York angekommen| dem russischen Hauptquartier berichteten, gaben ihrer Ueberzeugung anwalt sich also nunmehr auch überzeugt, daß er in keiner Weise und hat dort in einer großen Versammlung vor deutschen Socialisten Ausdruck, daß Liaujang das Grab der japanischen Armee werden beleidigt worden ist. einen Vortrag gehalten. V Italien. Eine schamlose Gesetzesverletzung. würde. Dies war offenbar die Ueberzeugung des russischen General stabes. Die Befestigungen um Liaujang haben Millionen Rubel verschlungen. Es ist deshalb kein Zweifel, daß Kuropatkin Liaujang halten zu können glaubte. Aber die unvergleichliche Energie, die die Japaner auf den Angriff anwenden, hat einen blutigen Strich durch die russische Rechnung gemacht. Ein neuer Sensationsprozeß in Königsberg. Wegen angeblicher Beleidigung der Polizeibehörde ist Strafantrag gestellt gegen den Gauleiter des Centralverbandes der Maurer, Genossen SchwarzLangfuhr und gegen den Vorsitzenden des Lokalverbandes der Maurer, Rom, den 8. September.( Eig. Ber.) Heute haben die BeGenossen Gerlach. In Aeußerungen, welche die beiden Genossen in hörden, um die Interessen der Großgrundbesitzer in Magliano einer Versammlung der streifenden Maurer am 10. Mai gethan Sabina zu wahren, zu einer schamlosen Gesetzeswidrigkeit Zu- Warum die Japaner mit ihrer bewundernswerten Organihaben, erblickt die Polizeibehörde den Vorwurs, daß sie beim Maurer- flucht genommen. Der Streit der Landarbeiter in Magliano, von sationsfähigkeit, mit ihrem Elan und ihrer Todesverachtung dennoch streit Gewalt vor techt gehen lasse und zu Gunsten der Unter- dem wir bereits wiederholt berichtet haben, hat jezt 35 Tage in im Verfolgen und in der Ausnutzung des Sieges schwach sind, läßt nehmer Partei ergreife. Die Beschuldigten haben einen umfang voller Ruhe angedauert. Der Hartnäckigkeit der Grundbefizer gegen sich nicht so leicht erklären. Noch vor sechs Wochen sprach ich mit reichen Wahrheitsbeweis angetreten. Dabei dürfte das über beschlossen die Landarbeiter, zum äußersten Mittel zu greifen und ganze ungeſetzliche Vorgehen der Polizei zur Sprache kommen. Von das Vieh zu verlassen. Erst hatte man den Plan, die meinen japanischen Freunden darüber. Die einzige Erklärung läßt besonderem Intereſſe ist, daß die Polizei bestreitet, die An- Viehherden in den Ort zu treiben und den Besizern zu über sich vielleicht darin finden, daß die Japaner bis zum Jahre 1894 geschuldigten durch polizeiliche Maßregeln an der Aufklärung der geben; aus Besorgnis, das Großvieh könnte Unheil anrichten, be- nur innere Kriege und Stammesfehden auszufechten hatten, und Arbeiter über die Lage des Streiks gehindert zu haben. Hierzu sei gnügte man sich aber damit, die Grundbesitzer zu benachrichtigen, bei solchen Konflikten genügte die Besiegung des Gegners. Von einer außerhalb der Arbeitszeit Gelegenheit genug gegeben. Und dabei daß die Streifenden die Schlüssel der Ställe am 9. September ab- Verfolgung und völligen Vernichtung der Geschlagenen wurde stets wurden die Arbeitswilligen sogar während der Nacht sorgsam von liefern würden. Kaum hatten die Behörden von diesem Plane ge- abgesehen. Diese Traditionen der Samurai( Kriegerkaste) lassen der Polizei behütet. hört, so ließen sie heute früh das Komitee der Landarbeiter- Gewerk- sich nicht so leicht verwischen. Die neue Aera der auswärtigen schaft auf das Rathaus bitten. Die zehn Genossen, ebenso der Ver- Kriege hat offenbar in der Heeresorganisation die Energie in der treter der Arbeitskammer von Rom, Genosse Colli, erschienen beVerfolgung noch nicht entwickelt. reitwilligst, da sie glaubten, es handle sich um einen Vermittelungsversuch. Kaum hatten sie den Saal betreten, so wurden die Thüren hinter ihnen geschlossen und sie alle für berhaftet er klärt. Husland. Blehwes Nachfolger. " • " 20 000 Mann mit 300 Geschützen abgesandt wurden, um die Armee Dyamas zu verstärken. Petersburg, 10. September. Ruropaktin ist ohne Nachricht über Auf die Dauer des Krieges hätte auch eine Entscheidungsschlacht Nachdem der Student Karpowitsch den erzreaktionären Minister bei Liaujang keinen Einfluß ausüben können. Die Japaner find der Volksaufklärung Bogolepoto getötet hatte, sah die russische entschlossen, die Mandschurei von den Russen zu befreien. Sie Regierung, durch die gewaltige Gährung, die alle Stände des Kaum war dieser Anschlag ausgeführt, so begaben sich die haben sich auf einen dreijährigen Feldzug vorbereitet, und die vor Landes erfaßt hatte, erschreckt, sich genötigt, ihn durch den ganz un- Polizisten, begleitet von einigen Eskadrons Kavallerie, in das einigen Wochen in Japan entdeckten Geldfelder werden die Kriegsverdientermaßen im Geruche des Liberalismus stehenden Gewerkschaftslokal, schlugen mit einer Art die Thür ein kasse speisen. Die Abrichtung von Soldaten geht in Japan unGeneral Wannowsky zu ersetzen. und demolierten den Saal, wo sie alle Papiere fortschleppten und gehindert vor sich, und abgesehen von den einigen Tausend Socialisten Die Studenten beruhigten sich die Gewerkschaft für aufgelöst erklärten. Ganz, wie das zu Zeiten ist die japanische Bevölkerung zu den größten Opfern bereit. bald in Erwartung von Reformen, die Gesellschaft schwamm des Ministeriums Pellour geschehen konnte! Ebenso ist die russische Regierung entschlossen, die Mandschurei in Glückseligkeit. Doch die Freude währte nicht lange, bald wurde In normalen Zeiten hat nicht einmal Crispi ähnliche Gewalt wieder zu erobern. Das Schreiben des Zaren an Alexejewo aus wieder lustig drauflos gepeitscht und dann verschwand auch thaten gewagt. Um einer geringeren Gesetzesverlegung wegen ist Anlaß der Ernennung Kuropatkins zum Oberbefehlshaber der Wannowsky unbemerkt in der Versenkung und wurde zuerst durch Saracco gefallen, weil er die Arbeitskammer in Genua auf Armee sagt deutlich, daß es sich im ostasiatischen Kriege darum den farblosen Beamten Senger ersetzt, dem der offen säbelraffelnde gelöst hatte. Wenn noch etwas Lebenskraft in der Opposition ist, handle, die Herrschaft Rußlands im Pacifischen Ocean definitiv zu Soldat Glasow folgte. so wird diese Gesezwidrigkeit Giolitti den Hals brechen. Die Regierung scheint wiederum eine gewaltige Gärung Menschen, sind auf das höchste erregt und erbittert. Das viele des japanisch- russischen Krieges. Die Lage ist ungeheuer ernst. Die Vandarbeiter, gegen 2500 befestigen. Jenes Schreiben ist eines der wichtigsten Dokumente im Lande zu befürchten, denn offenbar um ihr vor Militär reizt die Bevölkerung, die sich noch dazu sicher weiß, An eine Intervention der Mächte zu Gunsten des Friedens beugen und oppositionell auftretende Strömungen im Keime ersticken daß dieses, besonders die Kavallerie, in den engen Straßen ist kaum zu denken. Denn es liegt in ihrem Interesse, daß sich zu lassen, will sie ihr Glück noch einmal mit dem alten falschen des auf einem Berge gelegenen Ortes nichts ausrichten Rußland und Japan erschöpfen. Spiel versuchen. Fürst Swiatopolt- Mirsty, der neue fann. Die Schlüssel der Ställe find bereits abgeliefert. Minister, gilt als ein anständiger Mensch. Haarsträubende So find ohne Futter und Pflege gegen 2000 Stück Großvieh, London, 10. September.( ,, Bureau Laffan".) Aus einer russischen Schandthaten sind über ihn nicht bekannt und das will für einen 500 Maultiere, Esel und Pferde, über 10 000 Schafe und einige Quelle, deren Vertrauenswürdigkeit nicht zu bezweifeln sei, will der russischen Staatsmann nicht wenig sagen. Vielmehr wird von ihm erzählt, 1000 Schweine. Die Ernte auf den Feldern ist zum Teil bereits Daily Expreß" erfahren haben auf Grund in Petersburg am daß er sogar als Gouverneur von Charkow dem Uebereifer der poli- verloren. Wahrscheinlich werden die Gutsbesitzer das Vich in die gestrigen Freitag eingetroffener amtlicher Depeschen, daß die Lage der Armee Kuropatkins nicht so verzweifelt ist, wie angenommen tischen Polizei gelegentlich entgegenarbeitete. Als Blehwe Minister des Felder lassen, damit es nicht zu Grunde geht. Innern wurde, umgab dieser sich, um der Bevölkerung gegenüber friedlichen Beilegung in weite Ferne gerückt. Die Gewaltthat der Behörden hat die Wahrscheinlichkeit einer wurde. Das ist hauptsächlich dem Erfolge des Generals Meyendorff zu danken, der mit etwa 42 000 Mann 22 deutsche Meilen südlich zwei Seiten bei verschiedenen Gelegenheiten herauskehren zu können, von Mukden Kuroki aufhält. Kuroki unternahm wiederholte Angriffe mit zwei Gehilfen: wo brutale Gewalt anzuwenden war, schickte er Nach dem Blutbad von Buggern. Rom, 8. September.( Eig. Ber.) auf Meyendorffs Corps, die aber mit schweren Verlusten abgewiesen den ehemaligen Henker von Wilna, Wahl, hin, wo mit einschmeichelnder In Buggern ist die Rnhe wieder hergestellt um den teuren wurden. Inzwischen hat bereits über die Hälfte der russischen NachList vorzugehen war, trat sein andrer Gehilfe, Swiatopolk- Mirsky, Preis dreier Menschenleben. Die Bergwerksgesellschaft hat nach hut Mukden sicher erreicht. 12 000 Mann russischer Truppen beder auch Chef des Gendarmeriecorps war, in Aktion. Diefer gegeben und die zweistündige Mittagsruhe auch für den Winter be- finden sich noch in sehr gefährlicher Stellung füdlich von Mukden. letztere wurde auch mit der Mission betraut, die nach Sibirien willigt. Die Gesellschaft hat für die Opfer des Blutbades 200 Lire Es ist zweifelhaft, ob es ihnen gelingen wird, die Hauptabteilung wegen der Moskauer Demonstration vom 9. Februar 1902 ver- gesandt, das Ministerium des Innern 1000 Lire. Die Verwundeten zu erreichen. Die russische Armee ist in fünf Heeressäulen sind auf dem Wege der Besserung. Die Protestbewegung für die geteilt, deren erste bereits Tieling Tieling erreicht hat, wo fie bannten Studenten zu bewegen, sich durch Kundgebung ihrer Reue" neue Blutthat beginnt in gauz Italien, wie bei dem halben Dußend sich mit größter Schnelligkeit zur zur Verteidigung der Stadt die Rückkehr nach der Heimat zu erkaufen. Die meisten Studenten andrer Bluttaten, die in den letzten Jahren vorhergingen. Auf allen rüstet. Die zweite Heeressäule ist auf dem Wege zwischen ließen ihn abfahren, sie erklärten es für unter ihrer Würde, mit der lastet die Ueberzeugung, daß die Protestbewegung nichts, aber auch Mukden und Tieling, die dritte bei Mukden, die vierte ist das Corps Regierung in irgend welche Verhandlungen einzutreten. Trotzdem gar nichts vermag, um die Wiederholung dieser Schändlichkeiten zu Mehendorff, die fünfte wird auf drei Seiten von den Japanern hart wurden sie alle„ begnadigt". hindern. bedrängt. Die Verluste der Russen bei Liaujang und auf dem Wege Sollte die Zeitungsnachricht sich bewahrheiten, daß gleichzeitig Rußland. nach Mukden bezifferten sich bis zum Mittwochabend auf 29 600 Tote der Moskauer Oberpolizeiminister Trepow zu einem hohen Bosten Wie der neue Generalgouverneur von Finnland die an ihn ge- und Verwundete, ohne die Verluste der Kavallerie zu rechnen, die im Ministerium des Innern berufen worden ist, so würde ja die richtete Begrüßungsrede zustutte. Als der Fürst Obolensti seinen durch den östlichen Flügel verhüllt werden. Die Verluste der Japaner gegenwärtige Taktik der russischen Regierung dadurch in das hellste Posten als finnländischer Generalgouverneur antrat, ließ er sich bis zum gleichen Zeitpunkt betrugen 33 000 Mann. bekanntlich von finnischen Deputationen begrüßen und schlug selbst Mukden, 10. September. Die Verluste der beiden Armeen in der Licht gerückt sein. Trepow war Gönner und Förderer des be- einen verhältnismäßig liberalen Ton an. Aber sogar die loyal ge- Umgebung von Liaujang find ungeheure. Die Zahl von 50 000 rüchtigten Subatow, des Vaters des russischen Spigel- sinnten Finnen, die das Amt übernahmen, den neuen russischen Mann, welche von mehreren Kriegsforrespondenten angegeben wurde, socialismus. Herrn willkommen zu heißen, vermochten nicht immer die Worte bleibt weit hinter der Wahrheit zurück. Eine japanische Armee von Wer die schwankende Stellung vieler liberaler und radikaler zu finden, die dem Gewaltigen wohlbehagten. Wie„ Fria ord" mit- 40 000 Mann soll sich westlich von Mukden befinden. Kreise Rußlands fennt, muß sich sagen, daß die Ernennung teilt ,, mußte die Begrüßungsrede, die der Altfennomane Propst Rom, 10. September. Ein Telegramm aus Tokio berichtet, daß Swiatopolt- Mirskys kein übler Schachzug seitens der russischen Johansson an ihn richten wollte, ihm zuerst im Manuskript vorRegierung ist. Er soll jetzt die unruhigen Elemente einlullen, und gelegt werden und zweimal umgearbeitet werden, ehe er bei erster bester Gelegenheit durch einen unverhüllten Reaktionär in Gnaden gestattete, daß sie vor ihm gesprochen werde. Das ge- das Schicksal seiner Nachhut. Es heißt, d as sibirische Armee ersegt werden. Die Peitsche, die Rute, die Gefängnisschlüssel und nannte schwedisch- finnische Blatt schreibt über diese Rede: " Der Unterschied zwischen der ursprünglichen Abfassung und corps sei von den Japanern völlig erdrückt worden die Galgen werden jedenfalls aber auch unter ihm nicht verrosten. der endgültigen ist gane wesentlich. In der Rede, die der Propst und habe alle Geschüße eingebüßt. Unfre russischen Genossen durchschauen das durchsichtige Johansson hielt, war nicht ein einziges offenes Wort über das, Komödienspiel der russischen Regierung und werden es durch was Finnland und das finnische Volk wünscht und begehrt, zu urteilt der militärische Mitarbeiter der„ B. N. N.": Die AufUeber die weiteren Kriegsaussichten freuzen.finden. Das Wenige, was darin überhaupt an Andeutungen über die wirklichen Verhältnisse vorkam, war so in unterthänige Ge- fassung, daß Rußland in Europa ein schier unerschöpfliches Menschenlöbnisse der Treue eingehüllt, daß es sehr viel guten Willen er- reservoir habe, während Japan bei seiner weit geringeren Beist in allen Orten, wo die Gewerkschaften Ansehen und Einfluß be- forderte, um es herauszufinden. Dagegen enthielt die ursprüngliche völkerungszahl nach gegebener Zeit am Ende seiner militärischen Abfassung mindestens einen Teil Wahrheit. Gewiß wurde auch Leistungsfähigkeit angekommen sein müsse, ist von rein statistischem fizen, glänzend gefeiert worden.( Durch Kongreßbeschluß vom Jahre darin von der Freude in unserm Lande über die Geburt des Thron- Standpunkte aus richtig; aber militärisch liegt der Fall 1894 ist der erste Montag im September zu einem gefeßlichen Feier- folgers gesprochen und von der Hoffnung, daß Obolenstis Wirken anders. Japan ist noch auf längere Zeit hinaus im tage zu Ehren der Arbeit für die ganzen Vereinigten Staaten erklärt dem Lande zum Wohle gereichen werde. Aber man verheimlichte stande, seine Feldarmee rascher ergänzen zu worden. Nach zwölfjähriger Agitation gelang es den Gewerkschaften, nicht ganz die Zustände im Lande. Nach einer Schilderung der können als sein Gegner. Seit Beginn des Krieges find das Zugeständnis vom Kongreß zu erhalten.) Die Arbeiter feierten vorhergegangenen glücklichen Entwicklung der Verhältnisse wurde jetzt volle fieben Monate vergangen. Japan hat vom ersten Tage das zehnjährige Jubiläum ihres Labor Day. Die Gouverneure hervorgehoben wie diese Entwicklung aufhörte, als der Kaiser es für der Mobilmachung an, genau nach deutschem Muster, für jedes mancher Staaten erließen Proklamationen an die Bevölkerung, die nötig erachtete, eine engere Verbindung zwischen Finnland und Infanterie- Regiment ein Ersazbataillon zu je 1000 Mann Geschäfte zu schließen und die Rußland herbeizuführen. Die Art, wie die Arbeit zur Vereinigung aufgestellt, und diese 53 Ersazbataillone sind bis jetzt durchaus in Arbeit ruhen zu lassen. Die Eisenbahnen arrangierten Vergnügungsfahrten. Straßen Dasein in Gefahr gebracht. verrichtet wurde, hat die Staatsverfassung und das nationale der Lage gewefen, die Abgänge der Armee an Toten, Verwundeten Die Hoffnungen auf eine glückliche und Kranken zu decken. Es konnten fernerhin in diesen Ersatzumzüge mit Musik, Massenversammlungen, Festspiele und Zukunft sind verdunkelt. Das Gefühl persönlicher Sicherheit ist bataillonen fortlaufend teils neue Wehrpflichtige, teils alte Soldaten eine fast allgemeine Arbeitsruhe gab es überall, wo die nicht gefestigt. Eine durch diesen Zustand hervorgerufene Ver- eingestellt werden. Erstere Kategorie fann aber schon nach drei Arbeiter durch ihre stramme Organisation in der Lage waren, für zweiflung veranlaßte Schaumans Verbrechen. Um Frieden und Monaten als soweit ausgebildet gelten, daß sie, in die festgefügten jedes Mitglied den Feiertag zu behaupten. Die Feier dieses Tages Ordnung wiederzugewinnen, sind Finnlands Stände zu großen Kaders der Feld- Armee eingestellt, sehr bald den Wert brauchbarer das meinte man, geloben zu können aber eine Feldtruppen erreichen, zumal bei der natürlichen militärischen Angilt als Pflicht gegen die Union, und manche Union hat fünf Dollar Opfern bereit und mehr noch Strafe auf Nichtbeteiligung gesetzt. unerläßliche Bedingung in dieser Hinsicht ist, daß die Ruhe im stelligkeit der Japaner und ihrer Vorbildung in förperlicher Hinsicht durch die zahlreichen Turns, RingRing- und Schießvereine. Freilich darf man den amerikanischen Arbeitertag nicht etwa mit Lande auf Grund der Landtagsordnung wiedergewonnen wird. deutsch französischen So ungefähr war der Inhalt der Rede, die man im Namen m Kriege zum Beispiel wurden der Maifeier vergleichen. Der amerikanische Feiertag der des finnischen Voltes" vorzulesen gedachte. Aber sobald Obolenski die Ersatzmannschaften der Infanterie vielfach schon nach Arbeiter bedeutete durchaus keine Demonstration für den Klassen Einwendungen machte, änderte man alles nach seinen Wünschen acht Wochen den Feldtruppen zugeführt und assimilierten sich dann kampf der Arbeiter, er richtete sich keineswegs gegen die um. Und so fam durch gemeinsame Arbeit der Deputation der in fürzester Zeit. Hinsichtlich der ausgedienten Soldaten ergeben kapitalistische Gesellschaft, sondern sollte gewissermaßen nur die Ehre Altfennomanen und Obolenstis die Rede zu stande, die ihm selbst zubersichtliche Nachrichten, daß sich fortgesetzt so viele Mannschaften Sieser Kategorien als Freiwillige melden also nach Absolvierung und die Bedeutung der Handarbeit symbolisieren. Die herrschenden den Zustand des Landes vor Augen führen sollte." der gesetzlichen Dienstzeit daß einen Menschenmangel auf absehbare Klassen Amerikas waren denn auch so klug, ihren anfänglichen Zeit die japanische Heeresleitung nicht zu befürchten braucht. AllerWiderstand gegen diese Demonstration der Arbeiterschaft aufzugeben, dings ist es nicht möglich, alle Feldtruppen der Japaner mit dem neuen die schließlich nicht mehr als ein zünftlerisch angehauchtes BoltsInfanteriegewehr auszurüsten, und es führen deshalb auch die Reservefest darstellte. Ja, die Bourgeoisie gewann der Arbeiterbrigaden das alte Muratagewehr. Erstens haben aber diese Reservefeier sogar bald eine gute Seite ab. Die alten politischen Parteien Die Drahtnachrichten der englischen Kriegskorrespondenten über brigaden deren jede Felddivision eine besitzt genau dieselbe pflegten sich nun den Labor Day vielfach zu nutze zu machen, be- die Schlacht bei Liaujang beginnen heute einzulaufen. Sie sind kriegerische Leistungsfähigkeit entwickelt, wie die mit dem neuen fonders in Wahljahren. Sie benutzten sie dazu, Heerschau über eine weitere Bestätigung der von der japanischen Armee und Flotte gewehr als eine mindestens ebenso moderne Schußwaffe angesprochen Gewehr bewaffneten Felddivisionen. Zweitens muß das Muratagroße Wählermassen zu halten. Gouverneure und Bürgermeister, bisher gezeigten Eigenschaften: unüberwindlich in der Attacke, werden wie das Drei- Linien- Gewehr, mit dem die gesamte russische Kongreßmänner und andre Politiker drängen sich gern hinzu, todesmutige Tapferkeit und kameradschaftliches Verhältnis zwischen Infanterie ausgerüstet ist. Und mit Feldgeschüßen ist nehmen die Paraden ab, halten die Festreden und erhöhen ihre Offizieren und Gemeinen, aber langsam in der Verfolgung des ge- Japan hinreichend versehen, so daß die Bewaffnungsfrage Popularität und ihre Chancen bei der kommenden Wahl. schlagenen Feindes und zaudernd in unvorhergesehenen Situationen. selbst bei einer langen Dauer des Krieges feine Das ist etwas anders geworden erst in den letzten Jahren. Diese Tugenden und Schwächen haben sich mit solcher Regelmäßigkeit Schwierigkeiten bereiten tann. Immer mehr Arbeiter betrachten die Politiker der alten Parteien zu Lande und zu Wasser gezeigt, daß mit ihnen in dem noch bevormit Mißtrauen; die Zahl der Socialisten in den Gewerkschaften ist stehenden Feldzuge gerechnet werden muß. Am Yalu, bei Telissu, gewachsen. Durch die Masse der Streiks und den Umfang Haitscheng, Motienpaß, Anping, Anschantschon, Liaujang und zu derselben, durch die Brutalitäten im wirtschaftlichen Kampfe Wasser im Golf von Petschili und in der Straße von Korea haben viele Arbeiter den Humbug der schönen Worte schönen Worte von überall dieselben Erscheinungen. Die Japaner sind stets im stande, einer Harmonie zwischen Kapital und Arbeit einsehen gelernt. die Ruffen zu schlagen, aber unfähig, sie unschädlich zu machen. Die Umsturz und den Kapitalismus vor der Vernichtung zu bewahren. Andrerseits werden sie mit dem Socialismus immer mehr vertraut. Theorie der russenfreundlichen französischen, deutschen und einiger Zu diesem Zwecke sind alle umstürzlerischen Vereine und solche, Kürzlich brachte„ Chicago Daily News", eine Zeitung von sehr großer wenigen englischen Blätter, daß Kuropatkins Strategie auf erfolg- welche dem Kapitalismus gefährlich werden können, wie die GewerkAuflage, einen zwei Spalten langen Artikel über den Socialismus, reiche Rückzugsschlachten berechnet ist, verdient nicht die geringste schaften, unter strenger Aufsicht zu halten und die Propaganda für geschrieben von Eugen Debs. Beachtung. Denn die ungeheure Mühe und die nach Millionen sich sie ist nach Möglichkeit zu unterbinden. Die Polizei hat auch thätig berechnenden Kosten, die die Russen auf die Befestigung ihrer einzugreifen, wenn irgend einmal Arbeiter von ihrem KoalitionsPofitionen verwendeten, wären nach dieser Theorie einfach un- recht Gebrauch machen und streiken; sie muß dann, eventuell durch verständlich. Alle Korrespondenten, die in den letzten Wochen aus Freiheitsberaubung, verhindern, daß die Streikenden den nur Der amerikanische Labor Day Genosse Debs hat seine Redetour durch die Vereinigten Staaten am 1. September in Indianapolis begonnen, wo er vor einer Massenbersammlung sprach. Der Krieg. London, 8. September.( Gig. Ber.) Gewerkschaftliches. Die neueste Aufgabe der Polizei. Die erste Aufgabe der Polizei ist es, den Staat vor dem aus Unkenntnis Arbeitswilligen Aufflärung geben. Das Gefeß untersagt die Propaganda für einen Streit nicht, aber die Polizei verhindert sie. Neuerdings scheint die Polizei noch einen Schritt weiter zu Neuerdings scheint die Polizei noch einen Schritt weiter zu gehen und auch Propaganda für wohlgefinnte Vereine und christliche Gewerkschaften zu betreiben. " Der Polizeikommissar fragte: Sind Sie Bergmann?" Der Gefragte harmlos:„ Ja!" Als Herr G. Ein Jahr liegt nun hinter dem 22 Wochen währenden Kampfe| liche Laube sowie die sonstigen Anlagen von unbekannter Hand Bes in Crimmitschau. Während dieser Zeit sind die Tausende von schädigt waren. Am 14. Mai bemerkte Herr Grunert, wie ein Arbeitern und Arbeiterinnen aus den Mitteln des Textilarbeiter- etwa 12 jähriger Knabe auf den mühsam angelegten Beeten Verbandes und durch Aufbringung von Geldern durch die deutsche herumlief. Wie sich später herausstellte, war es der jetzt in Arbeiterschaft unterstützt worden. Auch die Ausgesperrten find nach Zwangserziehung befindliche Knabe Weinert. dem Stampfe ſelbſtverſtändlich weiter unterstützt worden. Darunter be- den jugendlichen Sünder zur Polizeiwache bringen wollte, fanden fich eine ganze Anzahl, die erst bei Beginn des Kampfes dem Ver- erhob dieser ein widerliches Geschrei. Wie bei allen derartigen An Ein Bergmann aus Gelsenkirchen( Mitglied des Ver- bande beigetreten waren, feinen Pfennig an Beiträgen gezahlt hatten. läffen hatte sich bald eine Anzahl Neugieriger angesammelt, unter bandes) kam am 5. September zu der Polizei, um eine Anzeige Einer wie der andre wurde jedoch reichlich unterstützt, so ihnen der Angeklagte. Ohne zu wissen, um was es sich eigentlich wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung zu machen. daß bitterer Mangel von allen Familien ferngehalten wurde. handelte, wurden aus der Menge allerlei Vermutungen laut. Schließ Hierbei spielte sich folgender Vorfall ab: Die Zahl der Ausgesperrten hat sich von Woche zu Woche lich sprach einer den Verdacht aus, daß G. mit dem Knaben unverringert. Nach einem Jahre, am 17. August, waren noch lautere Absichten gehabt. Diese Unterstellung fand allgemeinen zehn Arbeiter ausgesperrt. Daß die Unterstützung nicht zeit- Glauben. Einer der Männer erflärte, daß man den„ Unmenschen" lebens gezahlt werden konnte, ist selbstverständlich und war zur Polizei bringen müßte, und der Angeklagte rief:" Dem wollen auch dem letzten Ausgesperrten klar, als die Verbandsleitung mit wir es anstreichen, unsre Kinder zu verführen!" Die Situation für Herrn Da die Unternehmer noch in allerletzter Zeit von auswärts Ihncht hätte. Zum Glück wurde durch das Erscheinen eines Schußmannes Arbeitskräfte herangezogen hatten, mußte mit der Thatsache eine Wendung herbeigeführt. Der Staatsanwalt war der Ansicht, Polizeikommissar:„ Das thut mir aber sehr leid; laffen Sie gerechnet werden, daß die legten Ausgesperrten in Crimmitschau daß dem Angeklagten eine ganz empfindliche Strafe gebühre; er fich doch aufnehmen!" Arbeit nicht mehr erhalten würden. Die Annahme von habe sich gänzlich unberufen in Dinge hineingemischt, welche ihn Arbeit an andren Orten mußte also in Erwägung gezogen werden, nichts angingen, und einen außerordentlich schweren Vorwurf gegen wie ja auch eine ganze Anzahl Ausgesperrter schon auswärts einen unbescholtenen Mann erhoben. Der Fall grenze nahe an wenn sie dann noch unterſtügung zahlte, wenn angebotene Arbeit geklagten rette ihn vor einer Freiheitsstrafe. Der Staatsanwalt arbeiten. Pflichtwidrig würde die Organisationsleitung handeln, Freiheitsberaubung und nur die bisherige Unbescholtenheit des Anabgelehnt würde. Die Erfahrung hat leider gelehrt, daß es auch Arbeiter beantragte eine Geldstrafe von 60 Mart. Der Gerichtshof erkannte gab, die sich nicht ernstlich um Arbeit bemühten, da die ihnen bei auf 30 Mark Geldstrafe. mehreren Kindern gezahlte Unterstützung so hoch war, als der früher Aschenbrödel oder Turteltäubchen? Diese Frage lag gestern erzielte Verdienst. Zwei der letzten Ausgesperrten haben freiwillig der 3. Straffammer des Landgerichts I zur Beantwortung vor. Der auf die Zahlung weiterer Unterstützung verzichtet. Andre haben in Polizeikommissar:„ Sind Sie im christlichen Gewerk- ihnen darüber Rücksprache nahm, was nun weiter geschehen sollte. G. wurde immer bedrohlicher, es fehlte nicht viel, daß man ihn ges berein?" Der Gefragte ruchlos:„ Nein." Der Gefragte heuchlerisch: Ja- ich weiß aber nicht wo!" Polizeikommiffar:" So, dann will ich Ihnen einen Better schreiben und Sie gehen dort hin zu dem Sekretär, der wird das weitere schon besorgen. Gehen Sie aber nicht zu den Der vom Polizeikommissar dem Bergmann übergebene Bettel Tautet: Herrn B. Walter, Socialdemokraten!" 5./9. 04. Kirchstraße. Walter ist der Vertrauensmann des christlichen Zechengewerk baftigkeit, die gebietet nur notwendige Ausgaben zu machen, wird geübt. Dr. Broh, hatte Steinberg jedoch seine Fabrik mitsamt dem SchlafdeckenMerten, P.-C. vereins. Zu ihm wurde der Bergmann geschickt, ging aber trotz der Warnung des freundlichen Polizeikommissars Merten doch zu den bösen Socialdemokraten und verriet seinen Wohlthäter! " Aussicht gestellt, daß sie in nächster Zeit in Arbeit treten können. Fabrikbejizer Steinberg aus M.- Gladbach war angeklagt, durch ( Name) will Mitgl. des Gew. Bereins werden Ihnen und dem Rest wird die Unterstüßung noch heute weiter Fabrikation von Schlafdecken, auf denen ein„ Aschenbrödel" darund Rechtsbelehrung erhalten. gezahlt. Die Leiter der Organisation sind sich ihrer Verantwortung gestellt war und die auch mit diesem Namen von ihm bezeichnet bewußt. Sie verwenden die gesammelten Gelder im Sinne der wurden, ein Gemälde„ Turteltäubchen" nachgeahmt zu haben, das Spender für die letzten Opfer des Kampfes; aber auch die Gewissen- der Maler Franz Weinert unter dem Pseudonym Th. Walther hergestellt hat. Nach den Angaben seines Verteidigers, Rechtsanwalts muster von einem Vorbesizer übernommen und keine Ahnung, daß fein Aschenbrödel" identisch mit dem ihm völlig unbekannten Er mußte aber, um sich wegen dieses Zurteltäubchen" sei. Bergehens gegen die bildende Kunst" zu verantworten, mun schon das zweite Mal vom Rheine die zeitraubende und kostspielige Reiſe hierher machen. Auch diesmal war sie vergeblich, da wiederum, wie schon das erste Mal, ein wichtiger Zeuge furz vor dem Termine von dem Erscheinen entbunden worden war, weil er sich fern von Berlin auf einer Geschäftsreise am Rhein befand. Da drängt sich die interessante Frage auf, wer in solchen Fällen den Beschuldigten, den wirklichen Aschenbrödeln unsrer Strafprozeß- Ordnung, ihre Unkosten erstattet. Der Verteidiger will Schritte thun, daß der Fiskus dem Angeklagten die Kosten der beiden vergeblichen Reisen und die Geschäftsversäumnis erstattet. Man sieht, mit den Leuten, die freiwillig auf die Polizei kommen, ist wegen ihrer Verderbtheit nichts anzufangen. Vielleicht versucht die Polizei es einmal mit den ihr Bugeführten! Man sage etwa einem gefangenen Beutelschneider:" Sind Sie in der christlichen Schneiderorganisation?" Oder einem Geldschrankfnacker:" Gehören Sie dem christlichen Metallarbeiter- Verband an?"- Die Polizei wird hier dankbare Gemüter finden, wenn sie diese Leute, statt mit ihren Aften zum Staatsanwalt, mit einem Empfehlungszettel nach den Bureaus der christlichen Gewerkschaften sendet! Berlin und amgegend. Die organisierte Arbeiterschaft der Unterweserorte hat ohne Debatte einstimmig einen Antrag des Kartellausschusses angenommen, der die hiesige Arbeiterschaft verpflichtet, pro Kopf und Woche bis zum 1. Oktober einen Ertrabeitrag bon 1 Mart zu leisten, um den Ausgesperrten die Mietzahlung zu sichern, und weiter wurde im gleichen Antrage beschlossen, falls die Aussperrung sich noch über den 1. Oktober hinaus erstrecken sollte, von diesem Termin ab einen Ertrabeitrag von 50 Pf. pro Kopf und Woche zu erheben, um eventuell sogar am Neujahrstermin die Ausgesperrten von der Sorge der Mietaufbringung zu befreien. Wie wird den Unternehmern bei dieser Bethätigung der Solidarität? Die Mühlenarbeiter von Nürnberg, Fürth und Umgebung haben ebenfalls beschlossen, an die Mühlenbefizer die Forderung auf Abschluß eines Tarifvertrages zu richten. Die Mühlen in dem ganzen Rayon sollen in drei Kategorien eingeteilt werden, für die verschiedene Lohnabstufungen festzuseßen sind. Die Arbeitszeit in allen An hohen Ueber die Lohnbewegung der Kiftenmacher berichtete Judel wühlen mit drei und mehr Arbeitern soll 10% Stunden mit regel- Letzte Nachrichten und Depefchen. in der gestern abend abgehaltenen Versammlung, daß von mäßigen Paufen betragen. Den in Jour beschäftigten Arbeitern iſt den vier Firmen, die bei der letzten Berichterstattung noch durch Ablösung die Mittagspause freizugeben. Die Sonntagsausstanden, uunmehr weitere zwei Firmen bewilligt haben. Im arbeit soll auf das Mindestmaß beschränkt werden. Zu den Knappschaftswahlen im Ruhrgebiet Streit befinden sich noch 10 Arbeiter der Fabriken von Thurow und Festtagen soll die Arbeit vom Vorabend um 6 Uhr bis zum wird uns gestern abend telegraphisch aus Dortmund gemekdet: Königsdörfer. Dazu kommen noch fieben Arbeiter der Fabrit von nächsten Werktag früh um sechs Uhr ruhen. Die Materialienbezüge Nach den bisherigen Resultaten dürfte der Bergarbeiter- Berband Mellinger, die neuerdings wieder die Arbeit niedergelegt haben. und Mühlspesen sollen wegfallen. Der Mindestlohn für Magazin Zweidrittel- Majorität erlangen. Im Streit stehen also nur noch 17 Arbeiter, alle andern arbeiten arbeiter soll 23, für alle übrigen 25 M. in der ersten, 21 refp. 23 m. 3weidrittel- Majorität erlangen. jekt zu den geforderten Bedingungen, so daß man fagen fann, in der zweiten Kategorie betragen, für die Mühlen der dritten der Tarif von 1900 ist jetzt für ganz Berlin anerkannt, Kategorie, wo sich die Abschaffung der Koft noch nicht ermöglichen Zum ostasiatischen Krieg. und die Bewegung hat ihr Ziel im allgemeinen er= läßt, wird als Mindestlohn für Arbeiter über 18 Jahren 13 M., für reicht. Die Versammlung beschloß, den Streit über die Firmen, folche unter 18 Jahren 10 m. bei vollständiger Verköftigung be- soll Beweise erhalten haben, daß England die Japaner über die Wladiwoftock, 10. September.( B. H.) Der russische Generalstab welche den Tarif noch nicht anerkannt haben, so lange aufrecht zu tragen. Des Nachts soll diesen Arbeitern mindestens einmal warmes russischen Flottenbewegungen bei Aden und Perim auf dem Laufenden erhalten, bis diese Firmen die Forderungen ebenfalls bewilligt Effen verabreicht werden. Die Ueberstunden sollen möglichst beseitigt erhalten hat. haben. Alles erforderliche wird der Lohnkommission überlassen. werden, wo dies nicht durchzuführen ist, sind sie mit 25 Prozent Rom, 10. September.( B. H.)" Popolo Romano" will aus Die Lohnverhältnisse der Werkstattstuffateure sind bereits seit Aufschlag zu vergüten, ebenso der Wegfall der Effens einer Reihe von Jahren wesentlich ungünstiger als die der weit zahl- pausen. Sonntagsarbeit ist mit 50 Proz. Aufschlag zu vergüten. Paris erfahren haben, Delcassé habe erklärt, daß nach dem ersten reicheren Gruppe der Baustukkateure, obgleich ihre Arbeit durchaus Arbeiter, die schon den geforderten oder einen noch höheren Lohn Siege der Ruffen die Mächte auf Grund der Beschlüsse der Haager Friedenskonferenz invasieren könnten. nicht weniger Geschicklichkeit und Anstrengung erfordert. Nach dem erhalten, sollen 10 Proz. Zuschlag bekommen. Zur Schlichtung von jebt geltenden Lohntarif betragen die Minimallöhne der Werkstatt- Differenzen wird ein Tarifausschuß eingesetzt. Die Dauer des Verituffateure nur 4,75 m. bis 5,25 m. pro Tag, der geringste Lohn trages wird auf zwei Jahre bemessen. Chemnik, 10. September.( B. H.) Wie der Allg. Ztg." von der Baustukkateure ist dageger 7 M. Dieses ungerechte Verhältnis, tompetenter Seite mitgeteilt wird, ist die gestrige Konferenz im das hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, daß die WerkstattStaatsministerium mit Mitgliedern der Ständekammern in Dresden stuffateure es nicht so gut verstanden haben wie ihre Kollegen bom Der chriftliche Metallarbeiterverband hat vom vorigen Sonntag Einstellung der Binnenschiffahrt eingetretenen Misstände gänzlich betreffs Einführung eines Notstandstarifes zur Abhilfe der durch Bau, sich einen ihren Leistungen einigermaßen entsprechenden Lohn ab bis zum Mittwoch dieser Woche in Offenbach seine dritte resultatlos verlaufen. Die Regierung hat die Einführung rundweg zu sichern, wurde am Sonnabend in einer außerordentlichen Ver- Generalversammlung abgehalten. Es ist zwar, wie uns aus dem abgeschlagen. Weiter erfährt das Blatt, daß die Industriellen sich fammlung der in den Werkstätten thätigen Mitglieder des Central Kongreßorte geschrieben wird, gelegentlich dieser Tagung weiblich hierbei nicht beruhigen werden. Den Verhandlungen wohnte außer verbandes der Stuffateure besprochen. Wie von Krebs, dem Vor- auf die böse Socialdemokratie rafonniert und von den freien dem Minister v. Metzsch und Finanzminister Dr. Rüger mit ihren fizenden der Filiale, ausgeführt wurde, und ebenso von den Dis- Gewerkschaften nichts Gutes gesagt worden, aber trotz alldem ließen Räten noch Geh. Hofrat Dr. Mehnert und Oberbürgermeister fussionsrednern, soll bei der im nächsten Frühjahr stattfindenden die Verhandlungen erkennen, daß in absehbarer Zeit den Förderern" Dr. Beutler- Dresden bei. Beratung eines neuen Tarifvertrages darauf hingewirkt werden, der chriftlichen Gewerkschaftsbewegung die Rolle jener Henne zufallen Der Streit der Arbeiterinnen des Glühlampenwerkes von Siemens u. Halste hat sich in den letzten Tagen noch weiter ausgedehnt. Die Zahl der Streifenden ist infolge der Verweigerung von Streitarbeit auf 820 angewachsen. Die Haltung der Streikenden läßt nichts zu " Statt # daß jene Ungerechtigkeit beseitigt wird. Ferner wurde in der Ver- wird, die Enteneier ausgebrütet hatte und erleben mußte, wie trotz Innsbruck, 10. September.( W. T. B.) Zum Präsidenten des sammlung die Frage erwogen, ob es nicht zweckmäßig ist, einen ihres großen Gegaders die flügge gewordenen Enten davon Juristentages wurde Geheimrat Professor Brunner und zum Affordtarif für Werkstattarbeit aufzustellen, der vor allem auch dazu schwammen. So wird's den Geistlichen gehen und auch den Mitvorsitzenden Sektionschef Dr. Klein, Professor Schmidan, dienen soll, eine Norm für die Arbeitsleistung bei Lohnarbeit zu Freunden der Christlichen, die hinter der Germania" und Ober- Reichsanwalt Dr. Olshausen- Leipzig und Dekan Hruzageben. Es werden umfangreiche Untersuchungen über die Arbeits- ähnlichen Arbeiter" Blättern steckend, empfohlen haben: fördert Junsbrud gewählt. In der handelsrechtlichen Abteilung begann verhältnisse der Werkstattstuffateure vorgenommen, die eine zu- die Chriftlichen, um den Socialdemokraten Abbruch zu thun, denkt die Sigung mit einer Trauerkundgebung für den verstorbenen berlässige Grundlage für die Tarifbewegung geben werden. an das: Divide et impera! Berliner Justizrat Staub, welcher die Begutachtung des Themas Es waren auf der Generalversammlung anwesend 35 Delegierte. Recht und Pflicht des Aufsichtsrats zur Einberufung der Die Mitgliederzahl beträgt jetzt angeblich an die 10 000. Orts- Generalversammlung einer Aftiengesellschaft" übernommen hatte. gruppen bestehen 205. Der Verband war an 63 Streits beteiligt, An seiner berichtete Professor Rehm Straßburg die zusammen 31 424 M. Stosten verursachten. über das im Druck vorliegende Gutachten Staubs. Ueber das Am Montag referierte der christliche Arbeiterfekretär loft Recht am eignen Bilde haben Justizrat Keyßer Berlin und Eſſen über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in der Metall- Geheimrat Gareis München Gutachten abgegeben, worüber bon industrie. Die nach den Ermittelungen der Berufsgenossen- Rechtsanwalt Wildhagen- Leipzig und Professor Rietschel- Tübingen schaften gezahlten Durchschnittslöhne der Metallarbeiter variieren Bericht erstattet wurde. 1301 Mark( Rheinischzwischen 792 Mark( Schmiede) und Paris, 10. September.( B. H.) Luise Michel ist aus London Kloft kam zu dem sehr tommend hier eingetroffen, um eine Reihe von Vorträgen zu halten. Westfälische Hütten- und Walzwerke). socialdemokratischen" Schluß, daß diese Löhne in keinem Ver- Sie begiebt sich von hier nach Barcelona. hältnis zu dem Gewinn aus den hergestellten Produkten stehen". wünschen übrig; sie sind fest entſchloſſen, im Ausstand zu verharren, Achtung! Galanterie- Arbeiter und Arbeiterinnen! Bei der Firma Br. u. E. Kühne, Prinzenstr. 22, haben die Kollegen die Arbeit niedergelegt, da die bewilligten Forderungen wieder zurückgezogen find. Es bittet dieses streng zu beachten bis annehmbare Zugeständnisse erzielt sind. Die gemeinsame Lohntommission des Buchbinder- Verbandes und Portefeuiller- Verbandes. Deutfches Reich. " V Die Versammlung nahm eine Resolution an, in der gefordert Marseille, 10. September.( W. T. B.) Siebenhundert Dock wird: 1. die reichsgesetzliche Einführung eines zehnstündigen arbeiter nahmen heute die Löschung der Waren aus acht hier vor Eine Versammlung der Schlächter in Frankfurt a. M., Maximal- Arbeitstages unter gleichzeitiger Festsetzung der Höchst- Anker liegenden ausländischen Schiffen vor. die fich mit der Lohnfrage beschäftigen sollte, konnte nicht stattfinden, grenze der in Ausnahmefällen zulässigen Ueberstunden. 2. Für Brüssel, 10. September.( B. H.) Am 6. November findet in weil nach einer Mitteilung des Polizeipräsidiums auf der Anmel- diejenigen Feuerbetriebe bei denen eine Unterbrechung eine Unterbrechung des Luvain die Enthüllung des Denkmals für die im Generalftreit 1902 dung, die das Gewerkschaftshaus als Versammlungslokal angab, Broduktionsprozesses vorab nicht möglich ist, sowie in den gesundheits- Gefallenen statt. der Ort der Versammlung fehlte. Die Frankfurter Bolizei war schädlichen chemischen Industriezweigen soll entweder durch Reichsfich demnach unklar darüber, ob fie die überwachenden Beamten in gesetzgebung oder durch Verfügung des Bundesrates die achtstündige das Berliner, Dresdener oder irgend ein andres der eristierenden Arbeitszeit eingeführt werden. 3. Neben der reichsgesetzlichen RegeGewerkschaftshäuser entfenden sollte. Die nächste Versammlung der Schlächter soll nun in der„ Konkordia" stattfinden; das dürfte den Spürfinn der Frankfurter Polizei auf eine noch härtere Probe stellen, denn Lokale mit dem schönen Namen„ Stonfordia" giebt es in der Welt noch mehr als derzeit Gewerkschaftshäuser. = Barcelona, 10. September.( B. H.) Eine große Anzahl Anarchisten sind aus Anlaß der letzten Bombenattente verhaftet lung betrachtet die Generalversammlung es als eine der vornehmsten worden. Bei Untersuchung der Bombe, die im Justizministerium gePflichten des Verbandes, überall dort, wo angängig und notwendig, worfen wurde, wurde festgestellt, daß sie Dynamit enthielt. Man die Dauer der Arbeitszeit nach Berufen anzuftreben und durch Tarif- fchließt hieraus, daß die Bombe im Auslande verfertigt worden ist. berträge, in welchen auch die Lohnfrage entsprechende Berücksichtigung Konstantinopel, 10. September.( B. H.) Infolge von Konfularfinden muß, festzulegen. meldungen, daß sich die aufständische Bewegung der Abanefen werde. Ueber die letzten Bier von Crimmitschau vergießt das Berliner Pausen während derselben sowie die Regelung des Ueberstundenwesens Djakowa und Uestüb unhaltbar geworden seien, fordern die BotIn diesen Tarifen ist Anfang und Ende der Arbeit, Dauer der weiter ausdehnt, und die Zustände in den Vilajets Prizrend, Tageblatt" Krokodilsthränen aus Mitleid. Andre fapitalistischen genau zu bestimmen. Die Generalversammlung ersucht die Mit- schafter der Mächte die Pforte auf, energische Maßregeln zu er Blätter thun desgleichen und entrüsten sich über den Tertilarbeiter glieder des Verbandes, für die Verwirklichung dieser Forderungen greifen, damit endlich die Ruhe in diesen Bezirken wieder hergestellt Verband, weil er die legten Opfer des großen Kampfes bezt. Aufgaben energisch einzutreten." in Stich Lasse. wird davon gefaselt, daß der Wir sind überzeugt, daß viele Freunde" der Chriftlichen lange Weber Ausstand mit einem Nachspiel endige, das die Gesichter gemacht haben, als sie die Annahme der obigen Resolution englischen Mittelmeergeschwaders sowie den andren hier anwesenden Konstantinopel, 10. September.( B. H.) Dem Kommandanten des Arbeitersolidarität in einem höchst fragwürdigen Lichte zeige", erfuhren. Wir können mit dieser Entwicklung der christlichen englischen Marine- Offizieren wurden von seite des Sultans besondere indem den legten Ausgesperrten die Streiftarten abgenommen Gewerkschaftsbewegung zufrieden sein. worden seien, obgleich der Textilarbeiterverband durch den großen Aufmerksamkeit erwiesen. Die Pforte ist beunruhigt darüber, daß Streit erheblich reicher geworden ist". Wenn es fich darum handelt, Bulgarien zur Sicherung der Einfahrt seiner Häfen am Schwarzen den Arbeiterorganisationen etwas anzuhängen, ist die bürgerliche Presse Meere, Burgas und Warna, in Fiume und in Frankreich eine größere flott auf dem Boften. Es steht derselben Bresse schlecht an, Mitgefühl Anzahl Torpedoboote bestellt hat. Die bulgarische Regierung ließ mit den vier legten" zu heucheln, nachdem sie der Aushungerungjedoch hier beruhigende Versicherungen abgeben mit dem Hinzu der Zehnstundentämpfer frohlockend zusah und die dauernde AusWie leicht man in den Verdacht geraten kann, zu den gefähr fügen, daß es sich nicht um Torpedoboote, sondern um Hafensperrung Hunderter braver Arbeiter nach beendetem Kampfe durch lichen Kinderfreunden" zu gehören, fam in einer Verhandlung zur Torpillen handle. die Industrieprozen mit feinem Worte mißbilligte. Der Zwed ist Sprache, die gestern vor dem Schöffengericht stattfand. Der Maurer Lima, 10. September.( Meldnug der Agence Havas.) Ende flar erkennbar: Arbeiter sollen mit Mißtrauen erfüllt, eine Organi- Ferdinand Neumann hatte sich wegen Beleidigung zu verantworten. des Monats wird Pardo die Präsidentschaft übernehmens er erhielt sation heruntergerissen werden, trotzdem nicht der geringste Grund Der Technifer Grunert zu Steglitz ist dort Befiger eines Stück bei der Wahl 120 000 Stimmen, eine Majorität, die bisher nie ers dazu vorliegt. Das sei kurz nachgewiesen. Gartenlandes. Wiederholt hatte er bemerkt, daß die darauf befind- reicht worden ist. Gerichts- Zeitung. Verantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr, u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsblatt It. 214. 21. 1. Knltzt ilcs, Amiirls" Krlim AIKsM Sonntag, ü. Septtvlber 1904. Partei-I�ackrickten. Zum Parteitag in Bremen. . �eit einigen Jahren Hai sich die löbliche Sitte herausgebildet, rah die Besucher des Parteitages von den gastgebenden Genossen durch entsprechende Druckschriften über die Partei- und Lokalverhält- nisse des Tagungsortes unterrichtet werden. Die bremischen Partei- genossen sind diesem Brauche gefolgt, thun aber noch ein übriges, indem sie den Delegierten, die sich bis jetzt beim Lokalkomitce an- gemeldet haben, die Schriften schon jetzt zu vorheriger Orientierung zusenden. In einer hübsch ausgestatteten Festschrift, die auch zum Preise bon.1 M. käuflich ist, wird die bremische Parteigeschichte und einiges Wissenswerte über allgemeine Verhältnisse in Bremen kurz dar- gestellt. Die Darstellung der Anfänge der Parteigeschichte in Bremen ist nicht bloß von lokaler Bedeutung. Es werden darin, gestützt auf altes Urkundenmaterial, das dort sorgfältig aufbewahrt wurde, Mit- teilungen gemacht, die für die Parteigeschichte überhaupt wertvoll sind. Außer dem„Kassa-Konto" aus dem ersten Jahre des Be- stehens der bremischen Mitgliedschaft des Allgemeinen deutschen Ar- beitervereins(1864/65), das über die Einnahmen des Vereins, die die Zahl und den Beruf der Mitglieder Auskunft giebt, ist interessant die kurze Darstellung der Streitigkeiten innerhalb des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins, soweit Bremen davon berührt wurde. Aus dem Protokoll des„Lassalleschen Allgemeinen deutschen Arbeiter- Vereins" von 1870 wird ein interesiantes Dokument mitgeteilt, das sich alz Vorbemerkung auf der ersten Seite dieses Protokolls be- findet: Vorbemercung. Durch eine öffentliche Proclamation, im Juni 1869 der beiden Herren: Fritz Mende und I. B. v. Schweitzer wurde den hiesigen Mitgliedern des Lassallischen Allgem. Deutsch. Arb. Vereins be- kannt, daß binnen Llurzem, die Einheit beider Parteien, in einen einzigen„Allgem. Deutsch. Arb. Verein" erfolgen sollte. Die hiesige Mitgliedschaft nahm den Vereinigungsvorschlag einstimmig an. Am 24. Juni 1869 wurde der zu Dresden domicilierte Lassall. Allgem. Deutsch. Arb. Ver. aufgelöst, und zu gleicher Zeit, der durch Verschmelzung beider Vereine(des zu Berlin domici. Allgem. Deutsch. Arb. Ver. u. des zu Dresden domi. Lass. Allg. Deutsch. Arb. Ver.) hervorgegangene:„Allgemeine Deuffche Arbeiter Ver- ein mit dem Sitz zu Berlin begründet und bekannt gemacht. Grundbedingung desselben war: Das Statut und Organisation Lassalles herausgegeben am 23. Mai 1363. Am 4. Juli 1869 wurde durch Majoritätsbeschluß Herr I. B. v. Schweitzer, Präsi- dent des Vereins. Kurze Zeit, nach dem Vereinigungsvertrage, wurde von Herrn v. Schweitzer. Starut und Organisation, in der gröbsten Weise verletzt und gefährdet. Von dem Vorstandsmit- gliede Hr. Fr. Mende zur Rechenschaft gezogen, verweigerte Hr. v. Schweitzer jede Rechtfertigung. Hr. Mende unterbreitete daher dem Vorstande, einen Antrag auf Ausstoßung des Hrn. v. Schwei- her u. des Sekretärs Hr. E. W. Tölcke. Die Majorität des- selben stimmte für diesen Antrag. Durch die Generalversamm- lung zu Halle a. S. am 23. Dezember 1869 war die Handlungs- weise rechtsgültig geworden. Am 19. Januar 1379 ward Hr. Fritz Mende mit 12 749 Stimmen zum Präsidenten des seit dem 26. Juni 1369 zu Berlin domicilirten Allg. Deutsch. Arb. Vereins gewählt. Das war jedoch noch nicht die Einigung des deuffchen Prole- kariats. In die fortgesetzten Kämpfe der Zeit läßt einen Blick thun der„Offene Brief an die deutschen Arbeiter. Die Vereinigung aller socialdemokratischcn Parteien zum Zwecke der Wahlagitation." Von August Kühn, unserm Abgeordneten für Neichenbach-Neu- rode, der damals in Bremen lebte. Kühn redet darin einer Ver- schmelzung aller socialdemokratischen Parteien Deuffchlcmds das Wort. Er schreibt unter anderm: „Jetzt vergeht keine Woche, wo sich nicht die Arbeiter der ver- schiedenen socialdemokratischen Parteien wie Rasende gegenseitig zu- sammenhauen, und dies alles wegen einiger Personen, die da Herr- scheu wollen und herrschen, und von denen die Arbeiter, größtenteils ohne daß sie es selbst merken, systematisch gegeneinander gehetzt werden. Ja. wären selbst diese Personen nicht so, wie sie sind, selbst dann forderte es das Interesse der Sache, daß sie fallen gelassen würden; denn hoch über allen andern Rücksichten, wären sie auch noch so edel und menschlich, steht gebieterisch das Interesse der Sache ... Wenn ich jetzt, bis zum Ucberfluß überzeugt davon, daß eS nie anders werden wird, solange ein Schweitzer, ein Mende oder eine Gräfin Hatzfeldt der Arbeiterbewegung angehören, durch meine Pflicht gedrängt werde zu sprechen, und dabei wenigstens noch jetzt vorziehe, mich nicht in Einzelheiten einzulassen, so wolle man dies nicht mißdeuten denn ich thue dies bloß deshalb nicht, weil ich ver- meiden möchte, den notwendig daraus hervorgehenden Kampf, welcher, wie man das ja sattsam weiß, sehr leicht ein gemeiner werden dürste. Kühn läßt zum Schluß keinen Zweifel darüber, daß er aus dem Hatzfeldt-Mendeschcn Verein ausscheiden und zu den Eisenachern. bei denen«doch wenigstens noch eine Ansicht geltend gemacht werden könne." übertreten werde." Für Kühn, dessen Brief lebhafte Erörterungen hervorrief, war die Folge, daß er aus dem Verein in Bremen ausgeschlossen wurde. Mit ihm aber traten gegen 149 Mitglieder aus. Unter fort- währenden Streitigkeiten rieb sich dann die Bremische Mitgliedschaft der Lassalleaner auf, bis sie im Juli 1830 einschlief. Die Tarstellungen der Festschrift werden durch einige interessante Abbildungen belebt. So ein Faksimile der Handschrift Lassalles, ent- haltend die Ernennung des ersten Bevollmächtigten der Bremischen Mitgliedschaft dcS Allgemeinen deutschen Arbeitervereins vom 6. April 1364, dann nach einer Photographie aus dem Jahre 1875 die 24 Vorstandsmitglieder des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins und die erste Seite der Probenummer der„Bremer Freien Zeitung" vom 25. Juni 1376, die mit einem Leitartikel über die historische Berechtigung des Socialismus beginnt. Für die Gegenwart wertvoll ist die Schilderung der Organisation des Wahldienstes nebst der Abbildung einer Karte, mit deren Hilfe der„Schlepperdienst" recht praktisch ausgeführt werden kann. Dann folgen Angaben über Verwaltung und Innere Politik Bremens, Gewerkschaftsbewegung und Bildungswesen, gleichfalls durch einige Abbildungen unterstützt. Davon ist besonders interessant die Abbildung Bremischer Arbeiterwohnhäuser(Einfamilienhäuser) auS dem 13. Jahrhundert, von 1863— 1879 und von 1897/98. Die neuesten dieser Häuser unterscheiden sich recht vorteilhaft nicht nur von denen aus dem 18. Jahrhundert, sondern fast noch mehr von denen aus 1363— 1879. Ein„Führer durch Bremen", der jedoch nicht vom Lolalkomitee hergestellt ist, sondern von diesem nur für die Delegierten gelauft wurde, giebt Auskunft über die vielerlei Sehenswürdigkeiten der Rolandstadt, die viel schöner sind als die Abbildungen, die der Führer davon giebt. Ten Roland betrachte man mit ganz besonderer Ehrfurcht. Urvätergeist offenbart sich in dieser an den Steinpfeiler gelehnten Bildsäule. Noch viel ehrwürdiger ist er. als der Vers auf dem Schilde andeutet: Vr�bsit äo iok ja openbar De Carl und mennich Vorst vorwar Besser Stede gegeven hat Des danket Code, is min radt. Das will sagen, daß er ein Denkzeichen der Markt- und GerichtSfttiheit fei, die der Stadt von Karl(dem Großen) und andern Fürsten ge- geben worden sei. Mag sein, daß ihn der Künstler, der 1494 den Auftrag ausführte, an Stelle des 1366 von den Erzbischöflichen ver- brannten hölzernen Roland die jetzige Steinsäule zu errichten, als «in Denkzeichen der Fürstengnade auffaßte und darin den Segen des Christengottes erkannte. In Wirklichkeit hat der Roland mit Fürsten- gnade wohl kaum etwas, mit dem Christengotte schon gar nichts zu thun. Er ist vielmehr ein Band, das zurückleitet in die Zeiten germanischen Heidentums, da unsre Vorfahren auf den Gräbern ihren Helden ein Mal errichteten und damit die Malstatt sdiufen, an der sich der Stamm oder die Stämme der wandernden Barbaren zu wichtigen GestHäften zusammenfanden, zur Totenverchrung, zum Festcfciern, dann zu Gerichts- und Marktzwccken. Der Roland verbindet uns unmittelbar mit unfern heidnischen kulturlosen Vor- fahren, er ist das älteste Sammelzeichen erwachenden Gemein- schaftssinnes. Den Roland ehret!_ Parteipresse. Unter dem Titel„M ülhauser Volks- z e i t u n g" wird unser Parteiblatt in Mülhausen i. Elf. vom 1. Oktober an wieder als völlig selbständiges Blatt erscheinen. Das Blatt erschien, in eigner Druckerei hergestellt, bis Ende März 1894 unter dem Namen„Elsaß-Lothringtsche Volkszeitung" als selb- ständiges Blatt und fiel dann dem Tiktatur?aragraphen zum Opfer. Seitdem mußten sich die Genossen Mülhausens mit einem auswärts Sedruckten Blatte behelfen. Es wurde zuletzt in Frankfurt a. M. ergestellt und hatte nur einen eignen lokalen Teil. Nunmehr ge- denken die Genossen wieder ein eignes selbständiges Blatt, das in Mülhausen gedruckt wird, erhalten zu können. BerUmr partci-Hngclecfenbeitcn. Achtung, Parteigenossen! Dienstag, den 13. September, abends 3 Uhr, findet im großen Saale des GewerkschastShauseS die Partei- Versammlung statt, in welcher die Delegierten der Berliner Partei- genossen über den Internationalen Kongreß in Amsterdam Be- richt erstatten werden. Wir ersuchen die Genossen, an diesem Tage andre Versammlungen nicht einzuberufen. Die Vertrauensleute von Berlin und Umgegend. Zur Lokal-Liste. Zur Beachtung! Am Sonntag den 9. Oktober erscheint die nächste Lokal-Liste; näheres am Sonntag den 18. September.— Reinickendorf. Am Sonntag den 11. Sep- tember veranstaltet der Turnverein„Froh und Heiter" in Gördes „Waldschlößchen", Eichhornstr. 45, eine Festlichkeit, zu welcher man versucht, Billets in Arbeiterkreisen abzusetzen. Da dieses Lokal zu Versammlungen ze. nicht zur Verfügung steht, so meide man strengstens das Vergnügen. Die Lokal-Kommission. Charlottcnburg. Am Dienstag, den 13. September, findet im Volkshause, Rosinen st r. 3, die General-Ver- sammlung des Konsumvereins statt. Der Umsatz betrug 113 282 M. mit einem Reingewinn von 5182 M. Die Verwaltung schlägt eine Rückvergütung von 4 Proz. vor. Der Schmargendorfer Wahlvercin hält am Dienstag, abends 3Vz Uhr, im Wirtshaus Schmargendorf seine ordentliche Mitglieder- Versammlung ab. Da wichtige Punkte auf der Tagesordnung stehen, wird zahlreicher Besuch erwartet. Britz. Die Wahlvereins- Versammlung findet am Dienstagabend 81/« Uhr bei&. Weniger, Werderstr. 27, statt. Vortrag von Max Schütte über:„Alexander II. von Rußland und der Nihilismus". Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste haben Zutritt. Pankow-Nieder-Schönhausen. Am Dienstagabend S'/p Uhr ist die Mitgliederversammlung des Wahlvereins bei Mierke, Berlinerstraße. Zossen. Die Versammlung des Wahlvereins findet schon am Dienstagabend 8 Uhr ber Rüffer statt. Wichtige Tages- ordnnng: Vortrag sowie Wahl eines ersten Vorsitzenden. Durch Verzug unsres Genossen Schwitzky ist eine Neuwahl erforderlich. Ober- Schöneweidr. Mittwochabend 8'/, Uhr hat der hiesige Wahlverein seine Mitgliederversammlung bei Kaufhold, Wilhelmincnhofftr. 18. Tagesordnung: Vortrag:„Der Kampf um die politische Macht". Wahlverein Wilhelmsruh. Die am 11. d. M. fällige Mitgliederversammlung fällt aus und findet die Versammlung am Dienstag, den 29. d. M., abends S1/, Uhr bei Hamann statt.— Am Dienstag, den 13. d. M., abends 8'/3 Uhr. findet bei Hamann, Kronprinzen« straße 15, ein Vortragsabend statt:„Die Chemie im täglichen Leben". Referent: Genosse G i e s e.— Handzettel-Verteilung zum Vortrags- abend Sonntagvormittag 19 Uhr von Wilmroth, Prinz Heinrich- straße, aus. lokales. Bom Garten Eben. Nicht erst aus Gustav Freitags Bildern auS der deutschen Ver- gangcnheit wissen wir, daß das Gerede von der guten alten Zeit insoweit eitel Flunkerei ist, als der moderne Mensch vor Un- behaglichkeit nicht auS noch ein wüßte, wenn er in den roman- tischcm oder klassischem Schimmer umstrahlten Stätten mit den Helden von ehedem zusammen hausen sollte. Wo diese Thatsache ohne sonderlichen Zweifel gilt, darf wohl auch angenommen werden, daß es mit dem Aufenthalt im Paradiese seinen Haken hat, daß der biblische Garten Eden ohne den Komfort der Neuzeit nur im mäßigen Grade als Sommerfrische geeignet befunden würde. Von dieser Anschauung sind vielleicht auch einige Pioniere ausgegangen, die vor etlichen Jahren schon die Schritte gen Norden lenkten, um dort ein neues Goen zu gründen. Es mag den Männern mehr um eine gewisse Urwüchsigkeit denn um Himmelswonnen zu thun gewesen sein, als sie sich entschlossen, den Apfel der Erkenntnis im eignen Heim zu pflücken, von wo kein Cherubim oder Gendarm den Rascher vertreiben kann. Der Garten Eden in der Nähe von Oranienburg wird daher von solchen Pilgern mit beträchtlicher Enttäuschung be» treten werden, die sich ihm in der Erwartung nähern, dort einen irdischen Abklatsch himmlischer Schönheit zu finden. Das moderne Paradies sieht durchaus nicht schön aus, kann wenigstens diejenigen nicht ästhetisch befriedigen, die von einem Obstgarten mit prätentiösen Namen mehr verlangen als allerlei Bäume, lustig anzusehen und gut zu essen. Aber die Gründer dieses GartenS haben das Argument für sich, daß das Eden der biblischen Sage, wenn es jemals auf der Welt gewesen wäre, den Europäer der Gegenwart auch nicht sonderlich befriedigt hätte. ES ist ein mächtig großes Stück Erde, das von einer Genossen� schaff zu dem Zweck erworben wurde, ihren Mitgliedern nicht allein ein eignes Heim, sondern auch bis zu gewissem Grade die Möglichkeit selbständiger Ernährung zu gewähren. Darum ist jedem Hause ein Morgen Land beigefügt, auf welchem der Bewohner Obstbäume zu pflanzen hat. Der größere Teil des Gebiets ist allerdings noch nicht bewohnt und wird daher von der Gesamtkolonie kultiviert. Aepfel-, Birn- und Pflaumenbäume sehen wir in überragender Fülle. Sie sind alle noch klein, vielfach spalierartig beschnitten und spenden in ihrer jugendlichen Unbedcutendheit noch keinen Schatten. Unter Bäumen süß zu träumen ist hier nicht möglich. Aber e« sind gute Arten, die man hier angepflanzt hat; und die erstaunlich großen Früchte deuten nicht allein auf ein ertragreiches Obstjahr hin, sondern auch auf sachkundige Pflege, auf ein ziel- bewußtes Arbeiten. Schnurgerade Wege durchschneiden die Kolonie und zeigen ebenfalls an, daß die Grazie, die Schlangenwindungen liebt, hier keine Heimstätte hat. Und auch die Wohnstätten unter- scheiden sich merklich von den Schmuckbauten, die andre Baugenossen- schaffen auf ihrem Grund und Boden errichtet haben. Die Gebäude tragen vielfach Holzbekleidung oder sinl aus Cementplatten her- gerichtet und frei von der Last irgend rvclchen ZierratS. Ob es billig ist, im Garten Eden zu wohnen? Die Häuser sind auf Grund deS ErbbaurechtS von der Kolonie erbaut und gehören also den Bewohnern nominell nicht zu eigen. Diese zahlen sechs Prozent der Bauunkostcn als Miete und können für 499 bis 599 M. jährlich auf ein Heim von etwa fünf Zimmern rechnen. Allerhand Unkosten, die namentlich für Wasser nicht gering sind, kommen noch hinzu; als einmalige Ausgabe ferner noch die Einrichtung des Obstgartens, und wer einen Anteilschein der Genossenschaft zu 599 M. in Ratenzahlung erwerben will, hat natürlich auch diese Ausgabe in Betracht zu ziehen. Nach einigen Jahren mag der Ertrag an Obst einen Teil dieser Aus- gaben wieder ausgleichen. Es ist das Kreuz solcher Genossenschaften, daß sie in der Nähe der Stadt den Grund und Boden haarsträubend teuer bezahlen müssen, in weiterer Entfernung hingegen dem Großstädter nur dann nützen können, wenn ihm seine Verhältnisse ein Dasein in Welt- abgeschiedenheit gestatten. Ruhe herrscht auf dieser Heimstätte, die vom Bahnhof Oranienburg etwa dreiviertel Stunden entfernt liegt und wohl nicht allzuoft von Neugierigen besucht wird. Wer seinen mißhandelten Nerven Erholung gönnen will und dies unter Beihilfe eines ansehnlich gerundeten Geldbeutels kann, der möge immerhin im neuen Paradiese seine Zelte aufschlagen. Der Arbeiter, der kleine Mann der Großstadt thut gut zu resignieren. Aus der Kindcr-Krankenpflege der Ehariti wird uns ein merkwürdiges Vorkommnis mitgeteilt, das sehr der Aufklärung bedarf. Da der Versuch, durch Anfrage bei der Charite» Direktion Licht in die Sache zu bringen, nicht gelungen ist, so wird der Fall hiermit der Oessentlichkeit übergeben. Ein Tischler I., der nach dem Tode seiner Frau mit zwei kleinen Kindern zurückgeblieben war, mußte das jüngste wegen einer Krank- heit in die Charite geben. Nachdem es dort einige Zeit behandelt worden war, erklärte man eS für geheilt, und der Vater wurde auf- gefordert, eS abzuholen. Das ließ sich zunächst nicht machen, weil Herr I. den Tag über in Arbeit ist. Als I. am 3. August eine nochmalige Aufforderung erhielt, ging er am 9. nach der Charite und verhandelte mit der zuständigen Pflegerin. DaS Ergebnis der Verhandlungen war, daß das Kind weiter in der Charit« blieb. Am 14. machte I. dort einen neuen Besuch, verhandelte von neuem mit der Pflegerin, und wieder blieb das Kind noch in der Anstalt. Als aber am ZI. August I. nach der Charite kam, wurde ihm ge- sagt, das Kind sei inzwischen in daS Waisenhaus der Stadt Berlin gebracht worden. Warum? Die Abholung sei unterblieben, antwortete man mit Achselzucken dem Vater, da habe man es dem Waisenhause übergeben müssen. Dem gegenüber versichert uns der Vater, daß ihm nach dem 8. August keine erneute Aufforderung, das Kind abzuholen, zugegangen sei, und daß er aus den Verhandlungen mit der Pflegerin beide Male die Ueberzeugung gewonnen habe, sein Kind dürfe noch in der Charite bleiben. Um sich darüber Ausklärung zu verschaffen, auf Grund welcher Bestimmungen man eS an das Waisenhaus abgeliefert hatte, wandte Herr I. sich mit einer schriftlichen Anfrage an die Charite-Direktion. Er hat jetzt eine schriftliche Antwort erhalten, aber die erbetene Aufllärung hat er nicht darin gefunden. Die Direktion schreibt:„Hier ist nichts darüber bekannt, daß Ihnen der längere Verbleib Ihres KindeS in der Charite bewilligt worden wäre, jedenfalls sind Sie bei uns nicht deshalb vorstellig geworden." Der Vater weiß jetzt, daß er nicht mit der Pflegerin, sondern mit der Direktion hätte verhandeln müssen. Warum er aber diesen Irrtum damit büßen mußte, daß man sein Kind ins Waisenhaus steckte, darüber schweigt die Charite- Direktion. Die Direktion hat ihrer Zuschrift nur noch die Bemerkung an- gefügt:„Da das Kind geheilt war, durfte es nicht länger in der Charit« verbleiben." Mit diesem Grundsatz kann man sich ein- verstanden erklären. Es fragt sich aber, ob das Kind deS Herrn I. wirklich nicht mehr der Anstaltspflege bedurfte. Zwischen dem 14. und dem 21. August überwies man es dem Waisenhause als„ge- heilt". Am 21. erhielt I. Kenntnis davon und eilte sofort nach dem Waisenhause, Alte Jakobstraße, um das Kind zurückzufordern. Es konnte ihm nicht ausgeliefert werden, weil es bereits nach dem Waisenlazarett RummelSburg gebracht war. Am 22. ging er ein zweites Mal nach der Alten Jakobstraße, und nun wurde die Aus- lieferung angeordnet. In dem betreffenden Schreiben an den Direktor Jahnke in Rummelsburg hieß es:„Wir haben ihn(den Vater) darauf aufmerksam gemacht, daß sein Sohn Kurt schwer krank ist; er besteht aber auf Herausgabe." Aus der Charite war das Kind als„geheilt" zwangsweise entlassen und ohne Wissen des Baters dem Waisenhause überwiesen worden. Im Waisen- hause aber galt wenige Tage nachher das Kind als so«schwer krank", daß man es nur widerwillig hergab! Der Vater bekam sein Kind, brachte eS in Privatpflege und holte zu weiterer Behandlung einen privaten Arzt. Warum er eS nicht im Waisenlazarctt ließ? Im Hinblick auf die mancherlei Vor- kommnisse, die aus der Berliner Waisenpflege bekannt geworden sind, will er fortan mit dem städtischen Waisenhause ebensowenig zu thun haben, wie mit der königlichen Charite. Unser Parteigenosse Singer ist von einem schlimmen Mißgeschick bettoffen worden. Er leidet an einer schmerzhasten Venenentzündung, die ihn, wie es heißt, voraussichtlich für mehrere Wochen an« Bett fesseln wird. Wir nehmen an. daß diese Beftirchtung sich nicht bestätigt und Genosse Singer bald wieder mobil im Dienste der Partei thätig sein kann. Die Konsum-Grnossenschaft Berlin und Umgegend hat ihr fünftes Geschäftsjahr hinter sich. Der sechzehnseitige Geschäftsbericht kon- stottert, daß die Genossenschast diesmal finanziell besser abgeschnitten hat, als in den beiden Vorjahren. Der Umsatz ist ttotz der Aus- merzung der WarcnhnuS-Artikel annähernd der gleiche wie im Bor- jähre geblieben: 814 258,89 M. und wurde em Reingewinn von 24 879,96 M. erzielt. Die Mitgliederzahl stteg von 4737 auf 5227. Die Genossenschaft besitzt jetzt 16 Verkaufsstellen und beschäftigt 2 Geschäftsführer, 1 Kassierer. 1 Buchhalter, 1 Ceutral-Lager- Verwalter, 15 Lagerhalter. 1 Lagerhalterm, 16 Verkäuferinnen, 3 Laaerarbeiterinnen, 1 Lagerarbeiter und 16 Reinemachefrauen; insgesamt 56 Personen. Die Gehälter der Lagerhalter steigen bis zu 2299 M. jährlich, die der Verkäuferinnen bis zu 99 M. monatlich. Für die versicherungspflichttgen Angestellten werden die vollen Beiträge zur Kranken- und Invalidenversicherung gezahlt. Jeder Angestellte erhält jährlich eine Woche Ferien unter Fortbezug de« Gehaltes. Die Genossenschaft unterhält auch eine Sparkasse, die sich seitens der Mitglieder eine« regen Zuspruchs erfreut; seit Bestehen(11 Monate) wurden 44 669,28 M. ein- und 7311,35 M. ausgezahlt. Die Umsätze der. einzelnen Berkaufs« tellen schwanken zwischen 24 999 und 77 999 M: pro Jahr. Nach reichlichen Abschreibungen und Zuweisungen zu den verschiedenen Fonds 'ollen die Mitglieder eine Nückvergüttgung von 3 Proz. erhalten. Bei der Großeinkaufs-Gesellschaft in Hamburg ist die Genossenschaft mit 5 Anteilen beteiligt, außerdem ttug sie mit Erwerbung eines Anteiles von 5999 M. zur Ernchtung einer Seifenfabrik in Aken a. E. bei. Vor 5 Jahren wurde die Genossenschaft ohne jegliche Mittel ins Leben gerufen; heute kann sie. wer die schwierigen Verhältnisse in Berlin kennt, mit denen die Gcnossenschaftsbewegung zu kämpfen hat, immerhin mit Stolz auf die Errungenschaft zurückblicken. Die städtische höhere Webcschule, MarkuSstr. 49. beginnt im Winterhalbjahre den Unterricht in der Abend- und Sonntags- 'chule für Weber. Wirker. Stricker, Posamentiere. Kurbelstickcr und -Sttckerinncn, Musterzeichner und-Zeichncrinncn. KonfektionSzeichncr und-Zeichnerinnen, Zuschneider und Zuschneiderinnen. Färber und fiaufteute am Sonntag, den 9. Oktober d. J., vormittags 9 Uhr. Der Unterricht für die Tagesschule beginnt am Montag, den 19. Oktober, 8 Uhr vormittags. An der Tagesschule sind folgende Unterrichtskurse eingerichtet: t. Kaufmännischer Kursus; 2. Musterzeichnen- Kursus seine Klasse für Weberei und Druckerei, eine Klasse für Stickerei und Posamentiererei); 3. Konfektionskursus sje eine Klasse zur Her- stellung von Frauenbekleidung und von Wäsche): 4. Posamentier- und Besatzkonfektionsknrsus; 5. Hand- und Maschinenstickereiknrsns seine Klasse zur Ausbildung von Geschäfts- und eine zur Ausbildung von Arbeitspersonal); 6. Wirkerei- und Strickereikursus; 7. Färberei- kursus. Anmeldungen von Teilnehmern am Unterricht nimmt der Direktor der Schule, Herr Weber, entgegen. Ter sogenannte Eisblock in der Alten Jakobstraße 29, wo sich die Kneipe der„Mutter Dietzen" befand, die nicht größer als eine Selterwasscrbude war, ist verschwunden und hat einem modernen Kaufhause Platz gemacht. Was trotz aller Verhandlungen der städtischen Behörden nicht gelingen wollte, ist nunmehr dem Privat- kapital gelungen. Die Straße hat ein wesentlich besseres Milieu erhalten und wird nach der Durchlegung bis zur Gitschincrstratzc, die schon in allernächster Zeit erfolgen soll, und durch den Bau des Reichspatentamtes auch einen noch größeren Verkehr erhalten. Dann dürfte es aber an der Zeit sein, die auf die Dauer unhaltbaren Zu- stände in der Simeonstraße zu bessern. Diese Straße besitzt einen Durchgang mit einer engen Durchfahrt nach der Alten Jakobstraße, wo es oft zu unliebsamen Scencn kommt. Das Pflaster dieser Privatstratze ist unter aller Kanone und wird auch wohl, so lange die jetzigen Besitzer daran herumflickcn, wohl schwerlich trotz aller Reklamationen besser werden. Leider sind bis jetzt alle Bemühungen, diese Zustände zu bessern, an dem geringen Entgegenkommen der Hausbesitzer und an den hohen Forderungen der Eigentümerin des Grundstücks Alte Jakobstraße 3, das niedergelegt werden muß, gc- scheitert. Tie Alte Jakobstratze bietet außer der Merkwürdigkeit, daß sie fast mitten im Herzen von Berlin belegen eine Sackgasse geblieben ist, noch andre Sonderbarkeiten. Zunächst die, daß viele Berliner, und das will doch viel sagen, sich nur schwer zurechtfinden. Die Hausnummern zählen nämlich in dieser Straße nicht, wie bei andren Berliner Straßen, von dem Ende oder Anfang der Straße an, sondern von der Hollmannstratze an, was nicht einmal die meisten Droschkenkutscher wissen. Und da außerdem die Hausnummern 23, 148 bis 165, sowie 14, 27 und 23 fehlen, so ist es nicht zu verwundern, wenn Fremde, die dort jeniand aufsuchen wollen, fast täglich köpf- schüttelnd Fragen stellen, weil sie nicht zurechtfinden. An eine Acnderung kann aber gedacht werden, wenn die direkte Verbindung mit dem Halleschcn Thor hergestellt ist. Die Stlidtverordnetcn-Bcrsamiuluilg hält nächsten Donnerstag keine Sitzung ab. Rückgang der sittenpolizeilichen Kontraventionen. Die Zahl der Verurteilungen wegen sittenpolizeilicher Kontravention ist nach Aus- weis der städtischen Statistik in der letzten Zeit auffallend zurück- gegangen, �m Juli vorigen Jahres waren noch 453 Verurteilungen bei der Abteilung des Amtsgerichts I am Alexanderplatz ergangen. Etwaige in Moabit erledigte Fälle sind hierbei nicht gezählt, da Angaben darüber nicht vorliegen. Vom Juli vorigen Jahres stieg die Zahl der Vernrteilnngen langsam bis zum Oktober. Sie betrug im August 1903 455, iin September 461 und im Oktober 494. Seitdem ist die Zahl dieser Fälle fast ständig zurückgegangen. In den beiden letzten Monaten des vorigen Jahres hatte sie noch 357 und 361 betragen. Sie sank weiter im ersten Viertel dieses Jahres und betrug im Januar 349, im Februar 302 und im März 277._ Nacb einer kleinen Zunahme im April fällt sie seitdem wieder ständig. Sie betrug im genannten Monat 334, iin Mai 309, im Juni 287 und endlich im Juli 282. Die Zahl dieser Verurteilungen ist also seit einem Jahr um mehr als ein Drittel zurückgegangen. Wie die Zusammenstellung zeigt, scheint der Wechsel der Jahreszeiten in dieser Beziehung wenig Einfluß zu haben. Auch ist es zweifelhaft. ob der Rückgang mehr durch eine Besserung der allgemeinen ivirtschaftlichcn Lage oder die größere Nachsicht der polizeilichen Organe bei der Anzeige von derartigen Vergehen bedingt ist. 4 Nene Genieindcschiilc» sollen zum Beginn des Winterhalbjahres im Norden und im Nordosten der Stadt eröffnet werden, eine an dem Wedding am Leopoldplatz und eine hinter dem Fricdrichshain an der Thorner und der Kniprodestraße. Im Sommerhalbjahr sind sechs neue Gemeindeschulen hinzugekommen, die sich auf den Osten, den Norden und den Nordwesten verteilen. Das ganze Schul- jähr 1904/05 bringt sonach eine Vermehrung um acht Schulen, durch die bis zum Winter die Gesamtzahl der Gcmeindeschulen Berlins auf 273 steigen wird.- Schon seit längerer Zeit sind es fast nur noch die äußeren Stadtteile des rechten Spree-UferS vom Osten herum bis zum Nordwesten, in denen neue Gemeindeschulen eingerichtet werden. Ans die letzten zehn Jahre, vom Frühjahr 1895 an, entfallen 67 neu eröffnete Gemeindeschulen, und unter diesen sind nur 7, die auf dem linken Spree-Ufer im Südosten, Süden und Südwesten liegen. Das erklärt sich daraus, daß fast nnr noch im Osten, Nordosten, Norden und Nordwesten eine erhebliche Ver- mehrung der Bevölkerung stattfindet, weil nur hier noch unbebaute Gebiete größeren Umfanges vorhanden sind, auf deucn neue Wohn- hausbanten errichtet werden. An der kgl. technischen Hochschule zu Charlottenburg treten mit Beginn des Winter-Semesters nicht weniger als sieben neue etats- mäßige Professoren und sechs Privatdocenten ein. Zu den ersteren gehört der Ober-Jngenieur(früher bei der A.-G. Siemens u. Halske) Dr. ing. Walter Reichel, bekannt als Führer des„Siemens-Wagens" bei den Schnellfahrversuchen der Studien- gesellschaft; derselbe hat die in der Abteilung für Maschinen- Jngenieurwesen neu begründete Professur für elektrische Konstruktions- lehre erhalten und wird auch Vorlesungen und Hebungen über »elektrische Bahnen" abhalten. Ferner sind zu nennen: der Bau- rat George de T h i e r r y- Bremen, dem die durch Ausscheiden des Geh. Banrats Bubendey erledigte Professur für Wasserbau übertragen wurde, der Stadtbaurat a. D. Brix, dem die neu geschaffene Professur für städtischen Tiefbau(einschließlich Straßenbahnen, Be- und Eni- Wässerung der Städte 2c.) übertragen wurde, der Assistent beim Kuiistgewerbemuseum Richard Borrmanil, der ebenfalls eine neugeschaffene Professur(Geschichte der Baukunst) erhalten hat. der frühere Privatdocent Dr. Krigar- Menzel(Physik), der Ober- ingenieur M a t h e s i u s(Metallurgie) und der Schiffsbau-Jngenieur Laas(praktischer Schiffsbau). Die neuen Privatdocenten sind: Kgl. Baurat Graes und Dr. S ch u b i n g(in der Abteilung für Architektur), Dr. ing. R e i ß n e r(Bau-Jngcnieurwesen), Ober- ingenicur Z e h m e und Elektriker Dr. B r e s l a u e r(Maschinen- Jngenieurwesen), sowie Oberlehrer Dr. Petzoldt(Abteilung für allgemeine Wissenschaften).— Der Besuch der technischen Hochschule hat auch im verflossenen Jahre wieder a b- genommen: die Gesamtzahl der Hörer(einschließlich Hospitanten) betrug im Winterhalbjahr 4157(gegen 4464 im Vorjahre), im Sommerhalbjahr 3585(gegen 3904). Die Zahl der Studierenden ging von 3260 bezw. 3463 auf 2897 bezw. 3089 herab. An dem Unterricht nahmen wieder 30 bezw. 24 kom- mandierte Offiziere und Maschinen-Jngenieure der kaiserl. Marine teil. Bon den Studierenden wandte sich die Mehrzahl dem Maschinen- Jngenieurwesen zu, im Sommerhalbjahr 1192: das Bau-Jngenieur- Wesen studierten 613, Architektur 453, Schiffsbau 342, Chemie und Hüttenkunde 291. Das Abgangszeugnis erhielten 769 Studierende, gestrichen wurden 205. Die Diplom-Hauptprüfung bestanden 204, den Grad eines Diplom-Jngenieurs erwarben 103 Inhaber eines Diploms, sowie 62 Regierungs- bezw. geprüfte Bauführer, die Würde eines Dr. ing. endlich wurde vom Senat an 18 Kandidaten verliehen. Eine Erinnerung an den Kwilecki-Prozeß bringt die heutige Nummer des„Justiz-Ministerial-Blattes". Unter den Personalien der Staatsanlvaltschaft steht als letzte:„Dem Staatsamvalt Dr. Müller in»Elberfeld die nachgesuchte Dienstentlassung erteilt." Dr. Müllers Amtsthätigkeit in dem rheinischen Wirkungskreise währte ein halbes Jahr. Er entgleiste in seinem Plaidoher, indem er den Geschworenen sagte, daß sie dem Schwurgerichtsverfahren mit der Freisprechung der Gräfin das Todesurteil sprechen würden. Die Ge- schworenen sprachen darauf die Gräfin frei. Wir hatten bisher von der preußischen Staatsraison kaum erwartet, daß sie einen ihrer öffentlichen Ankläger eine solche Provokation entgelten laffen würde, und möchten heute noch annehmen, daß irgend ein äußerer Grund die Ursache der Entlassung abgegeben hat. Das Polizeipräsidium erläßt folgende Bekanntmachung: Diejenigen Gewerbetreibenden, welche in Berlin eine gewerbliche Niederlassung besitzen und im Jahre 1905 persönlich oder durch in ihren Diensten stehende Reisende für die Zwecke ihres Gewerbe- betriebcs Waren aufkaufen oder Bestellungen auf Waren suchen wollen, werden in ihrem eignen Interesse hiermit aufgefordert, die hierzu gemäß§§ 44, 44a der Reichs-Gewerbe-Ordnung erforderlichen Legitimationskarten für das Jahr 1905 sobald als möglich— jedoch nicht vor dem 15. Oktober d. I.— bei dem Revier, in dessen Bezirk ihre gewerbliche Niederlassung liegt, zu beantragen, damit in der Aussertigung der Karten keine Verzögerung eintritt. Falls der Reisende bereits im Besitz einer Karte für das laufende Jahr ist, empfiehlt es sich, diese Karte bei Stellung des Antrages auf Ausfertigung der neuen Karte vor- zulegen und ferner, wenn der Reisende nicht in Berlin wohnt, ein polizeiliches Führungszeugnis für die Zeit vom Ausstellungstage der diesjährigen Karte ab zu überreichen. Wird eine Karte für einen Reisenden beantragt, der nicht in Berlin wohnt, und auch noch nicht im Besitze einer Lcgitimationskarte war, so bedarf es der Ein- reichung von Führungsattesten für mindestens die letzten 5 Jahre (§Z 44, 57 ff. Reichs-Gewerbe-Ordnung). Unlauterer Wettbewerb. In der Brandschcn Versammlung am Donnerstag bot eine junge Dame Bons älv Pf. zum Kaufe an, die den von unsrer Partei herausgegebenen und von unsren Partei- genossen vertriebenen Bons so ähnlich sehen, daß sie ohne genaue Prüfung gar nicht von ihnen zu unterscheiden sind. In genau der- 'elben Schrift wie ünsre Parteibons tragen diese Bons die Auf- chrift:„Agitationsfonds„Kampf" 10 Pfennig" und darüber mit rotem Ausdruck die Buchstaben„A F K". Auf die Frage, welchem Zweck diese Sammlung diene, erhielt man die Antwort:„Dem Agitationsfonds für die revolutionäre Zeitschrift„Kanipf" von Senna Höh." Die Leute vom„Kampf" müssen ihren eignen Anhängern wohl wenig Opfersinn zutrauen. Anders kann man sich die offenbar auf Tauschung berechnete Nachahmung der socialdemokratischen Sammel- bons nicht erklären. Im geschäftlichen Leben heißt das unlauterer Wettbewerb. „Ter Milchverkauf ist wegen Milchmangels eingestellt worden." So liest man jetzt auf einem Plakat in den Schaufenstern ver- schicdcncr Geschäfte, die sich nebenbei mit dem Verkauf von Milch zu befassen pflegen. Dieser Mangel ist auf die anhaltende Dürre zurückzuführen. Mit dem Abbruch der alten französischen Kirche auf dem Gendarmen-Markt wird am Montag begonnen werden. Das Haus ist in den Jahren 1701— 1705 errichtet und im Jahre 1861 um- gebaut worden. Der große, sich an die Kirche anschließende Kuppel- bau, der aber ohne inneren Zusammenhang mit ihr ist, wurde gleich dem Kuppelbau an der Neuen Kirche erst in den Jahren 1780— 1785 nach Ganthards Plänen erbaut. Schwere Verletzungen durch einen Messerstich erhielt in der ver- gangenen Nacht der Former Otto Michaelis aus der Jasmunder- stratze 12. Der Thätcr ist ein bisher noch nicht bekannter Mann, der sich in das Haus Strelitzcrstraße 34 flüchtete, von dort aber entkommen ist. Michaelis war mit einem Freunde nachts die Ver- längerte Wattstraße hinuntergegangen, als beide plötzlich Hilferufe vernahmen, die von einer Frau herrührten: sie eilten weiter und fanden eine am Boden liegende Person, die erzählte, daß ein Mann, dem sie kein Gehör schenken wollte, sie mißhandelt und nieder- geworfen habe. Infolge der Hilferufe hatten sich mehrere Leute angesammelt. Die mißhandelte Frau glaubte nun unter diesen ihren Peiniger, einen großen jungen Burschen, wieder zu erkennen. Er wurde zur Rede gestellt, und einer der Passanten ohrfeigte ihn. Jetzt zog der Rowdy sein Messer und stieß auf den ihm zunächst Stehenden zu. Dies war der Former Michaelis: er stürzte sofort bewußtlos zu Boden. In der allgemeinen Bestürzung gelang es dem Thäter, zu fliehen; er eilte in das bereits erwähnte Haus und entkam von dort. Bisher ist seine Persönlichkeit nicht ermittelt. Michaelis wurde nach dem Lazarus-Krankenhause geschafft, wo er schwerkrank darniederliegt. Nach Feststellung der Aerzte ist die Lunge durch den Messerstich getroffen worden. Um sich das Leben zu nehmen, hat die 34 Jahre alte Mehlkutschersftau Martha Lange aus derKleinenAugnststr.llihreFamilleverlassen. Lange besuchte am vergangenen Sonntag mit seiner Frau und seinen fünf Kindern ini Alter von 2 bis 12 Jahren den Schweizer-Garten und kam erst spät nach Hause. Nachdem er am Montagmorgen um 6 Uhr zur Arbeit gegangen war, verschlief sich seine Frau und konnte infolgedessen die drei schulpflichtigen Kinder nicht mehr in die Schule schicken. Als Lange das am nächsten Morgen erfuhr, machte er seiner Frau heftige Vorwürfe. Es kam zu einem lärmenden Streit, der damit endete, daß sie mit der Drohung, sich das Leben nehmen zu wollen, weglief. Da sie bis jetzt nichts mehr von sich hören ließ, so ist anzunehmen, daß sie die Drohung ausgeführt hat. Wegen eines Fahrstuhl-Unsalls wurde am Sonnabendnachmittag nach 3 Uhr die Feuerwehr nach dem Cafs Victoria, Unter den Linden 46, Ecke Fricdrichstraße gerufen. Dort wurde der Fahrstuhl ausgebessert, lvobei der Arbeiter S. im Innern des Fahrstuhl- schachtes beschäftigt war. Angeblich soll nun, während der Arbeiter mit der Reparatur beschäftigt war, eine Kette gerissen sein, wodurch der Fahrstuhl in Bewegung kam und den Aermsten fest gegen das Manerwerk klemmte. Er wurde zwar schnell befreit und nach der Unfallstation geschafft, indes hatte er schon schwere Brustverletzungen erlitten, die seine Ueberführung in ein Krankenhaus erforderlich machten.— Fast zu derselben Zeit mußte ein Wohnungsbrand in der Sellerstraße 15 und ein Feuer auf offener Straße am Exerzier- platz an der einsamen Pappel, Schwedterstraße, gelöscht werden, wo Stroh am Zaun u. a. brannten. Ferner wurden noch einige Preß- kohlenbrände gemeldet. Ein Fluchtversuch wurde von einigen Sti�fgefangenen der Strafanstalt Rummelsburg unternommen, als sie auf freiem Felde in der Gemarkung Osdorf mit landwirtschaftlichen Arbeiten beschäftigt wurden. Da sie einen bedeutenden Vorsprung hatten, gelang es den Aufschern nicht, sie wieder einzuholen. Trotzdem sollten sie sich nicht lange der Freiheit freuen, im Dorfe Lichtenrade wurden sie durch ihre Änstaltökleidung als Flüchtlinge kenntlich, ergriffen und ins Spritzenhaus gesperrt, bis die benachrichtigten Rummelsburger Beamten sie wieder in Empfang nahmen. Ein gefährlicher Fund wurde bei den Ausschachtungsarbeiten für die städtische Gasanstalt in Tegel gemacht. Es wurden etwa 60 Centimeter tief im Erdboden drei gefüllte Granaten und eine Vollkugel aufgefunden. Die Verwaltung des Tegeler Schießplatzes, von dem Funde benachrichtigt, ließ die Geschosse unter Anwendung der nötigen Vorsichtsmaßregeln nach dem Laboratorium in der Jungfernheide bringen, wo sie entladen wurden. Die Kugeln haben etwa 30 Jahre an der Fundstelle gelagert und sind dort zweifellos von Kugelsuchern vergraben worden, die dann die Abholung der Geschosse aus irgend welchen Gründen unterlassen mußten. Die Kinder-Poliklflnk von Dr. Michael Cohn. Ziegelstr. 2. ist wieder eröffnet. Arme kranke Kinder erhalten daselbst unentgeltliche ärztliche Behandlung wochentäglich V28— Vü4 Uhr. Als Bauernfänger wurde gestern der Krankenwärter Alfred Dehme! aus Ober-Schöneweide hier festgenommen. Tehmel traf ein Dienstmädchen, ßdas aus Dresden Hierher gekommen war, um Stellung zu suchen, auf dem Anhalter Bahnhofe. Da die Fremde über Durst klagte, so fiihrte er sie, nachdem sie ihre Habseligkeiten einstweilen auf dem Bahnhof untergestellt hatte, in eine Kondityrei in der Leipzigerstraßc. Hier erzählte sie im Laufe der Unterhaltung, daß sie 100 M. Ersparnisse in der Tasche habe. Nun fand der Bauernfänger es hinten in der Stube plötzlich zu schwül und drückend und vcranlaßte seine Begleiterin, sich mit ihm dicht an der Thür niederzulassen. Dchmcl brachte jetzt das Gespräch wieder auf die Ersparnisse und erbot sich, dem jungen Mädchen ein neues Portemonnaie zu schenken, da das ihrige wohl schon schlecht und abgerissen sei. Durch dieses Versprechen verlockte er es, das alte Portemonnaie mit den 100 M. aus der Tasche zu ziehen, ritz es dann plötzlich an sich und rannte mit der Beute unter Zurücklassung seines Hutes auf die Stratze. Die Beraubte nahm seinen Hut, eilte ihm nach und rief, so laut sie nur konnte:„Haltet den Diebl" Noch lauter schrie Dehme!:„Haltet ihn, haltet ihnl" Dieser alte Kniff nützte ihm aber nichts. An der Ecke der Leipziger- und Mauerstraße nahm ihn ein Schutzmann, der das Manöver durch- schaute, am Kragen und brachte ihn nach der Wache. Das Portemonnaie, das er unterwegs weggeworfen hatte, konnte dem Mädchen mit dem ganzen Inhalt wiedergegeben werden. Dehme! wurde heute mittag von der Kiminalpolizei der Staatsanwaltschaft vorgeführt. Straßensperrungen. Die Kronenstraße von Markgrafen- bis Charlottenstraße wird behufs Asphaltierung vom 13. d. Mts. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt; ebenso wird die Straße Siegmundshof von Achenbachbrücke bis zum Rampenfuß behuss Holzpflasterung vom 12. d. Mts. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt.— Auf Antrag der Direktion der städtischen Gaswerke wird der„Luiscnsteg" zwecks Vornahme von Reparaturen aus die Dauer von 2 Monaten für jeglichen Verkehr gesperrt. Fahrstuhlunfall in. Biktoria-Case. Als gestern nachmittag der Monteur einer Fahrstuhlfabrik im Viktoria- Cafe, Unter den Linden 46, mit einer Reparatur des Fahrstuhls beschäftigt war, setzte er diesen durch eigne Unvorsichtigkeit plötzlich in Bewegung. Er wurde hierbei im Fahrstuhl schacht festgequetscht, weshalb man sofort die Feuerwehr herbeirief. Bevor diese scdoch eintraf, war der Ver- unglückte bereits aus seiner gefährlichen Lage befreit. Er hatte indes so schwere Verletzungen davongetragen, daß er mittels Kopp- schen Krankenwagens unverzüglich nach der königlichen Klinik in der Ziegelstraße geschafft werden mußte. Tie Vorträge in der Ausstellung der Sccession, die am Montag- und Dienstagabend stattfinden, beginnen Punkt 8% Uhr; das Ausstellungsgebäude ist von Wi Uhr an geöffnet. Am Montag spricht Dr. Max O s b 0 r n, am Dienstag Dr. Alexander Koch- Hess e. Einige Einlaßkarten sind noch im Cigarrengeschäft von Horsch, Engel-Ufcr 15, zu haben. Ans dem Berliner Aquarium ist wieder über verschiedenes Neue zu berichten. Das hinterste Glashaus der«chlangcngalerie rechter- seits, welches von dem zum ersten Male hier vertretenen nur auf Haiti vorkommenden riesigen Rhinozeros-Leguan bewohnt wird, hat nun auch den nächsten Verwandten dieser gewaltigen Echse, nämlich den Kammlcguan, aufgenommen. Diese im tropischen Südamerika und in den Ländern und Inseln Mittelamerikas heimatende und auch eine Länge von 1— 1% Meter erreichende Eidechse unterscheidet sich von dem erstgenannten Familiengenossen durch einen großen hängenden Kchlsack mit Stachclkamm, durch das Fehlen des/ Stirn- hornes und der gewölbten Nasenplatten, durch eine lebhaftere Färbung uslo.; sie lebt meist auf Bäumen und genießt hier allerhand Pflanzenstoffe. Zu der Ergänzung der Reptilienbestände trug auch die zoologische Station Rovigno bei, indem sie zwei Arten Schild- kröten einsandte, und zwar vier Exemplare der in den österreichischen Adrialändern und weiter nach dem Südosten unsres Erdteils ver- breiteten Landschildkröte und eine im adriatischcn Meere gefangene, als„Cauana" bezeichnete Seeschildkröte mit fast herzförmigem Rückenschild, schmalem Brustpanzer, hakigen Kiefern und einer ober- seits schön kastanienbraunen Färbung. Dem Berliner Zoologischen Garten ist von Regierungsapotheker Willems aus Bangkok in Siam ein Hirsch zum Geschenk ge- macht worden, welcher der Gruppe der Aristoteleshirsche oder Sam- bure angehört. Diese über Südasien verbreitete Gattung tritt in verschiedenen geographischen Arten auf und ist durch ihre, im Ver- hältnis zu unserm Rotwild etwas plumpe Figur, das Vorhandensein eines gut entwickelten Wedels sowie dadurch gekennzeichnet, daß die Hirsche auch im höheren Alter entsprechend unserm Reh immer nur sechs Enden im Geweih tragen. Der Hirsch, ein Kolbenspießer, der bei den nahe verwandten Pferdehirschcn untergebracht ist, ver- dient deshalb besonderes Interesse, weil er als nachweislicher Siamesc geeignet ist, Licht in das Dunkel der Samburhirschformen zu bringen. Der Schwimmklub„Vorwärts" feiert am nächsten Sonnabend sein 7. Stiftungsfest in den Andreas-Festsälen, Andreasstr. 26. Ein vortreffliches Programm bürgt dafür, daß der Besuch des Festes lohnend ist. Druckfchlcr-Bcrichtigung. Von den Manövern von Berlin ist in der gestrigen Besprechung der in Sanssouci aufgeführten „Maurer von Berlin" die Rede. Wir bitten unsre Leser, diesen hanebüchenen Druckfehler entschuldigen zu lvollen. Arbeitcr-BildungSschule Berlin. Heute abend 7 Uhr im großen Saale des Gewerkschaftshauscs, Engel-Ufer 15, E x p e r i m e n ta l- Vortrag des Ingenieurs P. M. Grempe:„Die Entwicklung der Verkehrsverhältnisse in Deutschland"(mit 80 Lichtbildern). Zahl- reicher Besuch wird erwartet. )Zixs den Nachbarorten. Friedrichsfeldc. Die Furcht mancher Herren davor, öffentliche Interessen auch öffentlich zu verhandeln, trat wieder, in der letzten Gemeindeverttetersitzung zu Tage. Der betreffende Punkt der Tagesordnung lautete:„Beschlußfassung über einen Antrag von Gemeindeverordnetcn betreffend den Bebauungsplan des Oberfeldes." Der Gemeindevorsteher beanttagte im Einver- ständnis mit den Schöffen die Oeffentlichkeit für diese Beratung aus- zuschließen. Genosse P i n s e l e r trat dem sofort entgegen, da gerade die Oeffentlichkeit ein Interesse hat, zu erfahren, wie einzelne Einwohner ihre persönlichen Interessen in den Vordergrund schieben. An sich war der Sachverhalt folgender: Wiederholt ist der Bebauungsplan für das zwischen dem Magerviehhof und Biesdorf gelegene Terrain seitens der Gemeindevertretung auf Wunsch der Besitzer genehmigt und geändert worden. Immer scheiterte die Sache, weil der Landrat deS Kreises, Herr v. Treskow, der gleichzeittg Besitzer deS hiesigen Rittergutes ist, den hiesigen Amtsvorsteher anwies, die Genehmigung des Bebauungsplanes zu versagen, da die Entwässerung nicht genügend sei.(Aus- führlich wurde diese Sache schon im Bericht der vorigen Sitzung be- handelt. Siehe Nr. 179.) Nach kurzer Diskussion wurde der Antrag des Gemeindevorstehers mit sämtlichen Stimmen gegen die Stimmen des Gemeindevorstaudcs, d. h. des Vorstehers und der Schöffen, ab- gelehnt, also die Oeffentlichkeit beibehalten. Die Anttag- steller, 5 BauerngutSbefitzer, wünschten im öffentlichen Interesse, die Ge- memde solle gegen die erneute landrätlichc Anweisung an den hiesigen Amtsvorsteher, die Genehmigung zu versagen, beim Regierungs- Präsidenten Klage erheben. Dieser Antrag wurde abgelehnt und den Interessenten empfohlen, auf eigne Kosten zu klagen.— Ein andrer Punkt betraf die Beschlußfassung über Ankauf eines von der Frau v. Treskow angebotenen Grundstückes. Diese Grundstücke waren mit 100 000 M. zur Grundwcrffteuer veranlagt, welche Summe der Besitzerin, der Mutter des Landrats v. Treskow, zu hoch war. Nun hat sie der Gemeinde die Grundstücke für insgesamt 80 000 M. zum Kauf angeboten. Die Sache wurde unter heftigem Wider- spruch vertagt. Die Majorität war deshalb für Vertagung, weil der Gemeindevorsteher die schon mehrfach erfolgte Anregung, bei Beschlußfassung über derartige Objekte den Vertretern einige Tage vor der Sitzung genaue Informationen zukommen zu lassen, wieder nicht beachtet hat. Da Gen. P i n s e l e r diese Unterlassung in scharfen Worten rügte, kam es zu einem Zusammenstoß mit dem Gemeindevorsteher. Letzterer mußte aber im Verlauf der Diskussion Uhlandstr. 141 die Dienertreppe hinaufgingen und dann mittels gesehen worden, um eine Ueberflutung des Plazes zu verhüten. Gine feine Unterlassungsfünde eingestehen und versprach Besserung. Das Dietrichs und Brecheisens den Bodenverschlag des Direktors Vogels- ganze Anzahl Zugangsstraßen zu dem Kaiserplay war, wie tagelang in der Wilhelmstraße gelegene Grundstück soll nun bebaut werden. Dorf aufbrachen. Sie hatten hier die ganzen Wintersachen, welche vorher bekannt gegeben worden war, für den Verkehr gesperrt worden. Der Entwurf des Gebäudes, enthaltend Baubureau, Fleischschauamt, in einem Schranke hingen, den sie ebenfalls erbrachen, zusammen- Allein im entscheidenden Augenblick zeigte es sich, daß die PolizeiFreibant, Fleischsterilisation, Arrestzellen, Beamtenwohnungen 2c., gebündelt und wollten damit verschwinden, als die Bortierfrau mannschaften nicht stark genug waren, das Absperrungsgebot durch fieht eine Bausumme von ungefähr 68-70 000 m. vor. Des ferneren den Boden betrat. Bei ihrem Anblicke ergriffen die Diebe zuführen. Die sich stauende Menschenmenge schob sich immer weiter wurden zwei neue Stellen für Bureau- Assistenten bewilligt. die Flucht, fie wurden aber verfolgt und eingeholt. Der Polizei nach vorn, drängte immer mehr dem Kaiserplay zu, und jetzt wußten die Polizeiorgane kein andres Mittel, die andrängende Menschenmasse zurückzuhalten, als daß sie Feuerspritzen herbeischaffen ließ und die Schläuche auf die vorderen Reihen des Publikums richtete! Nun entstand eine furchtbare Panik unter den Zuschauern. Diejenigen, die von der Feuerspriße getroffen wurden, drangen nach hinten, eine Menschenmenge bis dicht an die Häusermauern gepreßt dastand. Die Schreckensszene, die sich in dem jetzt entstehenden Gedränge abspielte, läßt sich nicht beschreiben, und welch zahlreiche Unglücksfälle sich ereignet haben, liegt auf der Hand. Die Sanitätskolonnen und die Der Berliner Verein zur Förderung der Kunst" veranstaltet war die Anzeige zugegangen, daß bei dem General Kersting in der auch in diesem Winter sechs volkstümliche Kunstabende im Festsaale Fasanenstraße furze Zeit vorher ebenfalls eingebrochen war, wobei des Kaiser Friedrich- Realgymnasiums zu Rigdorf. Die Abende den Dieben eine Menge Wäsche in die Hände gefallen war. Sauerfind auf folgende Tage gelegt: 23. Oftober, 13. November, 27. De- mann gestand ein, diesen Diebstahl allein ausgeführt zu haben. zember, 29. Januar, 26. Februar, 26. März. Die in Aussicht Trotzdem tam er bei der Strafabmessung billiger davon als sein genommenen Themen lauten: 1. Schleswig- Holsteinische Kunst. Genosse Wandelt, der erheblicher vorbestraft war. Dieser wurde zu Rückwärtsbewegung der hinteren Reihen war aber unmöglich, da die 2. Wartburg- Abend( Minnesänger, Tannhäuser usw., Dichtung, 2 Jahren 6 Monaten Zuchthaus, Ehrverlust und PolizeiMalerei und Musik. Projektionsbilder). 3. Weihnachten. 4. Japan aufsicht verurteilt, während Sauermann mit einem Jahr Gein der Kunst. 5. Desterreichische Volksdichter. 6. Scherz, Satire fängnis davonkam. und Fronie. Dem Verein stehen künstlerische Kräfte in großer Anzahl zur Verfügung. Voraussichtlich halten folgende Herren den der 130. Abteilung des Schöffengerichts erörtert. Der Kaufmann zu ihrer Hilfe befohlenen Soldaten hatten, soweit sie der unglücklichen einleitenden Vortrag: Der Dichter Remer, Dr. Luther, Private Wolf Cohnt hatte sich wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittel Opfer habhaft werden konnten, alle Hände boll zu thun, um die Verlegten und ohnmächtig Gewordenen fortzufchaffen. Die Empörung gefeß, seine Angestellte, Fräulein Wilhelmine Fahle wegen Beihilfe im Publikum über das rücksichtslose Vorgehen der Polizei war gezu verantworten. Der Angeklagte Cohn stellt fabriksmäßig Krebs- waltig, und es ist ein Wunder, daß sie nicht an Ort und Stelle zum butter her, die er in kleinen Blechdoſen in den Handel bringt. Nach Ausbruch gekommen ist, und den Polizisten die Wasserschläuche entdem Gutachten des Gerichtschemikers Dr. Juckenack besteht das rissen worden sind. Und allgemein ist das Verlangen, daß diejenige Fabrikat nicht nur aus einem Auszug von Krebsen und Butter, sondern Stelle, die den Befehl zum Herbeiholen der Feuersprize gegeben hat, es enthält 40 Teile Ochsenfett und 60 Teile Butter und ist außerdem fünft zur Rechenschaft gezogen werde. Es heißt, daß der Kaiser, als er lich gefärbt. Nach dem Gutachten des Sachverständigen verdient dies vom Balkon des Rathauses aus dieses Vorgehen gegen das Publikum Fabritat nicht die Bezeichnung„ Krebsbutter". Der Angeklagte Cohn und die entstandene Banik bemerkte, seinen lebhaften Unwillen da behauptete, daß er den Zusatz von Ochsenfett im Interesse der rüber geäußert habe, mit dem Hinz Sas Wachsen unterworfen als Ochsenfett. Dagegen befundete ein andrer Fabrikant der Socialdemokratie nicht wundern. Inwieweit von Krebsbutter, der Kaufmann Möwes, daß er weder einen Zusatz diese Meldung richtig ist, läßt sich nicht beurteilen. Jedenfalls wird von Ochsenfett, noch von Farbe mache. Der Gerichtshof war der die Feuerſprizenangelegenheit im Altonaer Stadtverordnetenkollegium Ansicht, daß beide Zufäße auf eine Täuschung des Publikums be- noch zu lebhaften Grörterungen Anlaß geben. rechnet seien. Cohn wurde zu 50 Mart, die Mitangeklagte Fahle zu 20 Mark Geldstrafe verurteilt. meister Müller in der Lehre stand, war auf dem Hofe des Müller- größeren Haltbarkeit mache, denn Butter sei leichter dem Verderben sich unter folchen Umständen über man dürfe dozent Dr. Hirschberg usw. Abonnementskarten( übertragbar, numeriert) fosten einschließlich Programm und Liederterte für die vorderen Reihen 3 M., für die dann folgenden Reihen 2,10 m. Für einzelne Vorstellungen werden nur unnumerierte Karten an der Abendkasse zu 40 Pf.( einschließlich Programm und Liedertert), verkauft. Meldungen werden im Rathause zu Rirdorf, Zimmer 57, entgegengenommen. Tödlich abgestürzt ist am Donnerstag ein Maurerlehrling in Spandau. Der junge Mann, der bei dem Stadtrat und Maurerschen Grundstücks mit Buzarbeiten beschäftigt. Nachmittags um 46 Uhr stürzte er plöblich vom 2. Stockwerk des Gerüftes rücklings ab. Im Fallen schlug der Arme noch mit dem Kopf auf eine eiſerne Gerüststange und blieb bewußtlos auf dem Erdboden liegen. Vergeblich wurde nach dem städtischen Krankenhause nach ärztlicher Hilfe telephoniert; leider war dort solche nicht zu erlangen, und erst nach etwa 4 Stunden erschien ein Arzt an der Unfallstelle, auf dessen Veranlassung der Verunglückte sofort nach dem Krankenhause geschafft wurde, wo jedoch nur noch der inzwischen eingetretene Tod fonstatiert werden konnte. Auf Veranlassung des Vaters, Zimmerers Bogusch, inhibierte die Polizei die von dem Müllerschen Poſtengesellen bereits in Angriff genommenen Abrüstungsarbeiten und stellte einstweilen einen hoffentlich ergeben, inwieweit obige Anllagen berechtigt ſind. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Wir glauben faum, daß die Hoffnung auf die Altonaer Stadtverordnetenversammlung sich erfüllen wird, da diese trotz alledem hurrapatriotisch bis auf die Knochen ist und Dank dem hohen Census, iwonach gewählt wird, keinen einzigen Socialdemokraten unter sich zählt. Was die angeblichen Aeußerungen des Kaisers über die Königliches Opernhaus. Sonntag: Die Hugenotten. Montag: Ursachen des Wachstums unsrer Partei betrifft, so ist zu be= Margarete. Dienstag: Siegfried. Mittwoch: Der Schauspieldirektor. merken, daß die Ungeschicklichkeit der Polizei als Werbefaftor zwar Coppelia. Donnerstag: Götterdämmerung. Freitag: La Traviata. Sonn- für uns in Frage kommt, aber doch nur eine minderwertige Rolle abend: Bajazzi. Coppelia. Sonntag: Die Zauberflöte. Montag: Tann- spielt. Wir, sind in dieser Hinsicht so wenig um Proselyten ver= Neues Königl. Polizeiposten vor das Haus. Die amtliche Untersuchung wird ja häuser antal. Opern- Theater. Sonning bis Mittwoch: Beschlossen. legen, daß wir mit der Feuersprize abgekühlte Patrioten gar nicht Spandau. Recht wenig Gegenliebe findet der Oberbürgermeister Kölbe bei den Stadtverordneten mit seiner Absicht, die hiesige städtische Polizei in staatliche Verwaltung zu bringen. Nachdem vor einigen Wochen auf Antrag des Magistrats eine gemischte Kommission eingesetzt worden war, erschienen in der ersten Sizung dieser Kommission von 10 Stadtverordneten nur 5( und darunter überdies unsre 3 Genossen, welche dieser Kommission angehören). Infolge dessen wurden auf Vorschlag des Oberbürger. meisters teine Beschlüsse gefaßt, da er sich mit der Hoffnung tröstete, daß die nächste Sibung besser besucht sein werde. In der zweiten Sizung erschienen aber gar nur 3 Stadtverordnete, so daß auch diese Sizung resultatlos blieb. Da aber der Oberbürgermeister durch dieses geflissentliche Fernbleiben des größten Teils der Kommissionsmitglieder von seinem Verstaatlichungsfieber immer noch nicht abgekühlt ist, so beruft er zum Montag eine dritte Kom missionssitung ein. Ob mit besserem Erfolg, wissen wir heute noch nicht zu sagen! 100 8 88 Gerichts- Zeitung. 1988 der Weise. Donnerstag: Die Journalisten. Freitag: Ein Sommernachtstraum. Sonn- einmal sonderlich bedauern. abend: Im stillen Gäßchen. Sonntag: Don Carlos. Montag: Nathan Prinzessin Luife von Koburg. Das Ministerium in Koburg soll, nach einer Meldung aus Wien, durch den koburgischen Familienrat Deutsches Theater. Sonntag u. Montag: Lady Windermeres Fächer mit der Abgabe eines Rechtsgutachtens in der Affaire der Prinzessin Dienstag: Troilus und Cressida. Mittwoch: Lady Windermeres Fächer. betraut worden sein. In demselben soll auch die Frage der NachDonnerstag: Troilus und Cressida. Freitag: Lady Windermeres Fächer. Sonnabend, Sonntag und Montag: Kettenglieder. Oprüfung des Geistes zustandes der Brinzessin ſowie der Aufhebung der Suratel erörtert werden. Die Untersuchung der Prinzessin durch Berliner Theater. Sonntag und Montag: Zapfenstreich. Dienstag: Im bunten Rod. Mittwoch: Zapfenstreich. Donnerstag: Des Montag: Die Brinzessin wohnt, wie jetzt authentisch berichtet wird, in Meeres und Pariser Psychiater hat bereits begonnen. Freitag und Sonnabend: Zapfenstreich. der Liebe Wellen. Paris im Westminster- Hotel, Rue de la Paix. Im bunten Rod. Montag: Zapfenstreich. abend: Der Richter von Zalamea. Montag: Die Frau vom Meere. Dienstag: Leffing- Theater. Sonntagnachmittag 2 Uhr: Rose Bernd. Sonntag. 67 000 Mart unterschlagen. Mit 67 000 Mart find die Arbeiter Der Richter von Zalamea. Mittwoch: Die Frau vom Meere. Donnerstag: Hermann Lehmann und Anton Leier aus Lüdenscheidt flüchtig ge= Der Richter von Zalamea. Freitag: Die Frau vom Meere. Sonnabend: Der worden. Es handelt sich um Geld, das zu Lohnzahlungen bestimmt Richter von Zalamea. Sonntagnachmittag 22 Uhr: Die versunkene Glode. war. Auf die Flüchtigen fahndet auch die hiesige Kriminalpolizei, Sonntagabend: Die Frau vom Meere. Montag: Unbestimmt. Sonntagabend: Der Zigeunerbaron. Montag:: Die Fledermaus. Dienstag: Berlin gewandt haben, um ihren Raub in Sicherheit zu bringen. Theater des Westens. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Freischüß. weil mit der Möglichkeit gerechnet wird, daß sich die Verbrecher nach Freischüt. die von der Beruntreuung durch den Draht benachrichtigt wurde, Gasparone. Mittwoch: Der Wildschüß. Donnerstag: Tell. Freitag: Der reifhük. Sonnabend: Der Zigeunerbaron. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Lehmann, der aus Sempten im Kreise Guben stammt, ist 25 Jahre Gasparone. Sonntagabend: Tell. Montag: Der Freischüß. alt und mittelgroß und hat einen ganz fleinen dunkelblonden Schnurrbart und eine starke spizze Nase. Leier stammt aus Kauptmannsdorf in Böhmen, ist 37 Jahre alt und 1,68 Meter groß und hat dunkelblondes Haar und einen kleinen blonden Schnurrbart und Bockennarben. Neues Theater. Minna von Barnhelm. Montag: Salome. Dienstag: Minna von Barnhelm. Mittwoch: Salome. Donnerstag: Minna von Barnhelm. Freitag: Salome. Sonnabend und Sonntag: Die lustigen Weiber von Windsor. Montag: Kabale und Liebe. Der Prügelknabe für fremde Verfehlungen zu sein, ist immer eine wenig beneidenswerte Rolle, namentlich wenn es mit so großem förperlichen Ungemach verbunden ist, wie es in einer gestern vor Schiller- Theater O.( Wallner- Theater) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein blutiges Drama hat sich aus geringfügigem Anlaß in der Gericht verhandelten Strafsache dem Belastungszeugen Kaufmann Maria Stuart. Sonntagabend: Die Ehre. Montag: Johannisfeuer. Mart abgespielt. Nach einer Meldung aus Kottbus erschoß Griesbach bereitet war. Der Angeklagte, Restaurateur Canst Scheune- Dienstag: Das Heiratsnest. Mittwoch und Donnerstag: Medea. Freitag: mann, ging eines Abends die Wilhelmshavenerstraße entlang und Pension Schöller. Sonnabend: Die Kreuzelschreiber. Sonntagnachmittag gestern nachmittag in Mockow bei Lieberose der Jagdaufseher 3 Uhr: Johannisfeuer. Sonntagabend: Die Kreuzelschreiber. Montag: Kuhney aus Berlin nach voraufgegangenem Streit auf der stieß auf einige junge Burschen von der Sorte, denen man gern medea. Straße den Schuhmacher Konzat aus Mockow, der ihm eine Ohrin einem weiten Bogen aus dem Wege geht. Er wurde von diesen Schiller- Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag- feige gegeben hatte. Nach dieser That verübte Kuhney Selbstmord. zuerst angeulft und dann angegriffen und als er ein nachmittag 3 Uhr: Ein unbeschriebenes Blatt Sonntagabend: Pension Er war von Berliner Bächtern der Gemeindejagd des Dorfes mit in der Wilhelmshavenerstraße belegenes Schanklofal be- Schöller. Montag: Medea. Dienstag und Mittwoch: Johannisfeuer. Der Jagdaufsicht betraut worden. treten wollte, schlug man bon hinten auf ihn. Nun Donnerstag bis Sonntag: John Gabriel Borkmann. Sonntagnachmittag war seine Geduld zu Ende: er packte seinen Spazierstock fester, drehte 3 Uhr: Die Räuber. Montag: Johannisfeier. Die Kriegsschüler und Wissenschaft scheinen in Kassel in inniger Residenz- Theater. Von Sonntag, den 11. September bis Montag, Beziehung zu einander zu stehen. Unser dortiges Parteiblatt meldet: sich um und verfolgte die auseinanderstiebenden Angreifer auf die Dort hieb er auf den Zeugen Gr. los, den Kleines Theater. Sonntag: Fräulein Julie. Montag: Des Paſtors fich die hiesigen Striegsschüler nicht versagen, kurz vor ihrem Abgang andre Seite der Straße. 11. Sept. Eine Hochzeitsnacht. den er für einen der Beteiligten hielt, und brachte ihm mehrere Rieke. Dienstag: Nachtasyl. Mittwoch: Des Pastors Rieke. Donnerstag: Beulen und Hautabschürfungen bei. Gr. war aber an dem ganzen Nachtasyl. Freitag: Des Pastors Rieke. Sonnabend: Fräulein Julie. Sonn- von der Kriegsschule ihre Kriegstüchtigkeit" daß Vorfall völlig unbeteiligt und wollte sich diese Rolle des Prügel- tag: Elettra. Montag: Nachtasyl gefüllten Tintenaß fie freihändig zurige fora stüchtigkeit“ dadurch zu befunden, Inaben, die ihm hier zugewiesen wurde, nicht gefallen lassen. Trianon- Theater. Von Sonntag, den 11. September bis Montag, fässern von der Kriegsschule aus in die Zimmer der hessischen Montag, war zur kritischen Zeit ganz zufällig an den Chatort gekommen den 19. September: Shr zweiter Mann. Landesbibliothek schleudern. Entsprechend dieser Ueberlieferung hat Belle Alliance Theater. Sonntag: Charleys Tante. Montag bis es fich auch in diesem Jahre ein zukünftiger schneidiger Volksund zu seinem Erstaunen in so summarischer Weise zum eno bildner" angelegen sein lassen, ein gefülltes Tintenfaß auf einen Empfänger der einem andren zugedachten Prügel gemacht worden. Montag: Die Dame aus Trouville. Luisen- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Sonntag Tisch der hessischen Landesbibliothek zu schleudern( bekanntlich beAuf den von ihm gegen Sch. gestellten Strafantrag hatte das Schöffen- abend und Montag: Der Goldbauer. Dienstag: Der Hüttenbesizer. Mittfindet sich die hessische Landesbibliothek in dem ersten Stockwerk des gericht diesen zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt, wobei es an- twoch: Der Goldbauer. Donnerstag und Freitag: Haſemanns Töchter. Museums vis- a- vis der Kriegsschule) und dadurch mindestens zwanzig nahm, daß der Angeklagte ohne ersichtlichen Grund auf einen Sonnabend: Der Goldbauer. Sonntagnachmittags 3 Uhr: Von Stufe zu Menschen, der ihm nichts zu leide gethan, eingeschlagen habe. In Stuje. Sonntagabend: Hasemanns Töchter. Montag: Von Stufe zu Stufe. wertvolle Bände, die einen respektablen Wert repräsentieren, zum dem gestrigen Termin vor der Berufsfammer glückte dem RechtsDeutsche Volksbühne. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Räuber. Teil vernichtet." anwalt Unger der Nachweis, daß der Angeklagte thatsächlich an- Räuber. Mittwoch und Donnerstag: Aeamchen von Tharau. Freitag: ausgebrochen. 15 Gebäude, viel Vich und große Erntevorräte sind Sonntagabend und Montag: Aennchen von Tharau. Dienstag: Die Stettin, 10. September. In Zicher bei Köslin ist Großfeuer gegriffen worden und bei seiner berechtigten Verteidigung dagegen Die Räuber. Sonnabend: Genoveva. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Aennchen vernichtet worden. in der Erregung nur einem bedauerlichen Irrtum zum von Tharau. Sonntagabend: Genoveva. Montag: Unbestimmt. Opfer gefallen sei und die Stockhiebe gegen jemand gerichtet habe, der sie nicht verdiente. Der Gerichtshof war mit dem Verteidiger der Ansicht, daß bei dieser Sachlage die erkannte Strafe viel zu hoch sei, und setzte sie auf 20 M. herab. " = Wien, 10. September. Der wegen Veruntreuung vom Berliner Central- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Fledermaus. Sonntag abend bis Donnerstag: Tannhäuser. Freitag: Die Fledermaus. Landgericht steckbrieflich verfolgte ehemalige Rittergutsbesitzer Heinrich Sonnabend und Sonntag: Tannhäuser. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Wejher aus Göldeniz in Mecklenburg wurde in einem hiesigen Fledermaus. Montag: Unbestimmt. Hotel verhaftet. Teich. Briefkaften der Redaktion. Apollo Theater. Allabendlich: Venus auf Erden mit Hans das denkende Pferd. Specialitäten. Deutsch- Amerikanisches Theater. Allabendlich: Ueber'n' großen Gebrüder Herrnfeld Theater. Allabendlich: Nur eine Nacht. andern Morgen. Metropol Theater. Allabendlich: Ein tolles Jahr. Wintergarten. Allabendlich: Annie Dirkens. Tilly Bebe. Spe- handwerker: Schlosser, Schmiede, Maurer, Zimmerleute usw. Boraussetzung cialitäten. in Am Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Sonntag: Die Weltausstellung St. Louis. Hierauf: Der Gardasee. Dienstag: Von der Zugspitze zum Bazmann. Freitag: Die Insel Rügen. Passage- Theater. Dida. 23. R. 1. Bei der Berliner Feuerwehr werden jährlich gegen 20 bis 25 Feuermänner neu eingestellt. Wer auf solche Anstellung reflektiert, muß seiner Militärpflicht genügt und sich während derselben tadellos geführt, auch das 26. Jahr noch nicht überschritten haben. Bevorzugt werden BauGleichfalls als Prügelknabe" wollte sich der Kaufmann Alexander v. S. betrachtet wissen, der unter der Anklage der Unterschlagung vor derselben Berufungskammer stand. Der Angeklagte war Geschäftsführer der Berliner Honigwerke", deren Besizer seinen Stiefsohn als Kaffenverwalter ihm zur Seite gesetzt hatte. Die Honigwerke standen mit der Spediteurfirma vormals Bartz u. Co. derart in Verbindung, daß sie durch diese die Waren an die Kunden verschicken und die Nachzur Einstellung ist vollständige körperliche Gesundheit, die durch eine Untersuchung durch den Feuerwehr- Arzt dargethan werden muß. Die Annahme nahmebeträge einkassieren ließen. Der Angeklagte holte dann von erfolgt auf eine Probezeit von sechs Monaten. Während dieser Zeit kann Zeit zu Zeit die betreffenden Gelder von den Spediteuren ab, hatte der Gingestellte entweder freiwillig ausscheiden oder auch entlassen werden, sie an den Kassenverwalter abzuliefern und vorschriftsmäßig zu falls sich seine Untauglichkeit für den Feuerwehrdienst herausstellt. Das buchen. Er war nun angeklagt, in zwei Fällen nicht die wirklich Anfangsgehalt bei fester Anstellung beträgt 1200. und steigt von vier zu abgehobenen, sondern weit geringere Beträge gebucht und die übervier Jahren um 75 M. bis zum Höchstgehalt von 1650 M. Während bisher schießenden Gelder unterschlagen zu haben. Er gab diese unzutreffende Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be nur die Angestellten pensionsberechtigt waren, find Verhandlungen im Gange, Buchung zu, behauptete aber, daß er die einkassierten Gelder voll nutzung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26. Geöffnet werktäglich von die auch den Hinterbliebenen der verstorbenen Feuermänner Pensionen beziv. an den Stiefsohn des Besizers abgeliefert habe. Dieser sei aber- Rehead, Beit und 3-6 hr. Reliftenversorgung gefeßlich gewährleiſten ſollen. 2. Um als ebamme mit seinem Gehalt nie ausgekommen, habe Gelder aus der Kasse in den Lesesälen liegen zur Zeit 515 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art zugelaffen zu werden, beantragen Sie beim Polizeipräsidium Zulassung zum und Richtung aus. Der neue Katalog der reichhaltigen Ausleih- Bibliothek nächsten Hebammen- Kursus. Von dort erhalten Sie Nachricht, mit welchen für Privatzwede vorübergehend entnommen und aus Angst erscheint am 15. d. Mts. Papieren und wann Sie sich beim Stadtphyfitus zur Vorprüfung zu melden vor seinem Vater und einer etwaigen Kontrolle durch den Centralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen haben. Diese Vorprüfung besteht im Rechnen, Lesen, Schreiben usw. felben ihn gebeten, vorläufig nur die geringeren Beträge zu buchen, Deutschlands( Bezirk Berlin). Heute Sonntag: Besuch der Aus- F. P. 30. 1. Der Verein ist anarchistisch. Db Herr M. Sch. ihm zur da es sich um Bosten handelte, deren Eingang nicht sofort fest itellung für Arbeiterwohlfahrt", Charlottenburg, Frauen- Zeit noch angehört, tönnen wir im Augenblid nicht feststellen. 2. Ueber die zustellen war. In der Verhandlung vor dem Schöffengericht hoferstraße 11/12; Eintritt frei.-Treffpunkt 1% Uhr vor dem Aus- Kompetenzfrage ist nicht die Redaktion„ befugt" zu entscheiden, noch weniger der Referent selbst; die Entscheidung darüber liegt vielmehr in den Händen hatte der als Zeuge vernommene Staffierer die Richtigkeit dieser stellungsgebäude. Allgemeine Familien Sterbekasse. Heute Zahltag: Aderstraße 123 des socialdemokratischen Wahlvereins, beziehungsweise bei dem Vorstande Darstellung entschieden bestritten und das Schöffengericht hatte den bei Diete von 3-6 Uhr. desselben. Schließlich sei bemerkt, daß der Name des betreffenden Herrn Angeklagten zu einem Monat Gefängnis verurteilt. In auch in der„ Referentenliste" zu finden ist. N. M. Nein. der Berufungsinstanz blieb der Angeklagte dabei, daß er hier die Charlottenburg. Nein! Unentgeltlich nicht. 432. Nein. Rolle des Prügelknaben für den Stiefsohn des Besizers spielen Gewerkschaftshaus. Geringe Tiefen über Sandbänken, Klippen usw. solle. Dieser bestritt dies wiederum und behauptete, daß er jedes- Abkühlung des Patriotismus. Am Abend des Zapfenstreichs( Gewerkschaftshaus), Bimmer 37. Tillack. Wenden Sie sich an Herrn Eugen Simanowski, Engel- Ufer 15 mal, wenn er sich Geld aus der Kasse genommen, dafür einen hatte die Sanitätstolonne in Altona infolge des Vorgehens der vorhanden. 3. Unmöglich. Eine Geschichte der bisherigen Versuche ist in 23. B. 79. 1. Nur Projekt. 2. Nicht Kontrollzettel in diese gelegt habe. Der Gerichtshof beschloß nach Polizei über 300 Unglüdsfälle zu behandeln. Darüber wird nach London erschienen: Perpetuum mobile 2c. erfolgter Beweisaufnahme, diesen Beugen nicht zu bereidigen, hielt Hamburger Blättern berichtet: die Sache nicht für genügend aufgeklärt, um eine Schuld des Angeklagten feststellen zu können, und sprach diesen frei. Vermischtes. Sil R. 62. 1. und 2. Uns nicht befannt. 3. 60 000 M. 4. Großer MüggelDie Zahl der Unglücksfälle, die sich bei dem durch die unvoll- berg. 2. G. Fleischbeschauer: Meldung beim Sturatorium des Vieh- und tommenen Absperrungsmaßregeln entstandenen Gedränge ereignet Schlachthofes, Eldenaerstraße. Militärdienst nicht nötig. Erforderlich ein Zwei der gefährlichsten Bodendiebe Berlins, die vielfach vor- haben, läßt sich zur Stunde auch nicht annähernd feststellen. Aber Ausbildungskursus mit Abschlußprüfung. Wartezeit vielleicht Jahre, da bestraften Tapezierer Hermann wandelt und der Arbeiter Heinrich die Schilderungen, die Augenzeugen jenes Schreckensabends entwerfen, under Gladt Berlin: im 1. Lebensjahr 18 M.( für rekonvalescente Kinder vorgemerkt sind. J. 2. Monatliches Pflegegeld für WaisenSauermann, standen gestern wiederum wegen zweier schwerer sind beredte und schwere Anklagen gegen die Polizei, die sich ihrer 30 M.); im 2. Lebensjahr 13,50 M.; im 3. bis 6. Lebensjahr 12 M. in Diebstähle vor der Straffammer. Die Angeklagten hatten sich in Aufgabe auch nicht entfernt gewachsen gezeigt hat. Es war von Berlin und näheren Vororten, 10,50 M. in ferneren Orten; für Knaben im der Herberge zur Heimat kennen gelernt und verabredeten dort, daß vornherein vorauszusehen, daß der Zapfenstreich eine Unmenge 3u- 7. bis 14. Lebensjahr 12 M. in Berlin und näheren Vororten, 9 M. in fie gemeinsam Bodendiebstähle ausführen wollten. Am 23. Juli schauer nach dem Kaiserplab in Altona loden würde, und von der ferneren Orten; für Mädchen im 7. bis 15. Lebensjahr 9 M. in Berlin und ingen sie gegen 5 Uhr morgens nach Wilmersdorf, wo sie im Hause Polizei waren deshalb weitgehende Absperrungsmaßregeln vor- näheren Vororten, 7,50 M. in ferneren Drten. A.JANDORF& Co SPITTELMARKT 16/17 Ecke Leipziger Strasse BELLE ALLIANCE- STRASSE 1/2 Am Blücherplatz GROSSE FRANKFURTER STRASSE 113 Ecke Andreas- Strasse Von Montag den 12. September bis Sonnabend den 17. September soweit der Vorrat reicht. Dessertteller weiss Speiseteller weiss, fach oder tief Deckelnäpfe weiss Stück 6 Pf. Stack 7 Pt Stück 25 Pf Salz- u. Mehlmesten weck 55 Pt. weiss Stück Wasch- Garnituren 5 teilig, Druckmuster. Glas Stack 4 Pt. F 10 und Ltr. Stück glatt SchleifenWassergläser gepresst Liqueurgläser gepresst Stack 5 Pt. Bierbecher. Goldr. 4 Ltr. 7 Pf., 17 Pf. Rot- oder Rheinweingläser la 18. Rot- oder Rheinweingl. st. Stack 28Pr. Teebecher mit Bordüre Stack 10 P. Wasserbecher geschliffen Stack 23 Pt. Bierbecher mit Bordüre Stack 12 PL. Besondere Gelegenheit! Steingut weiss Salatschüsseln Satz 6 Stack, 98Pt. 265 Fischgläser glatt Stück 20 PL. Butterglocken Konenglas Stück 23 PL Zuckerschalen gepresst, Kronen- 23 Pt Käseglocken gepresst glas Kronenglas Stack 35 Pt. Kompottschalen Satz 3 Stück 35 PL Kronenglas Kompottteller geschliffen Stack 16 Pt. Wasserkaraffen schliffen Stack 58 PL Citronenpressen FRUCHTSCHALEN farbig mit Metallfuss.. 9 PL 78 Stück Aufschnittbretter blastStack 20 PL mit Muster Speisenäpfe belmuster Stack 43 PL Vorratstonnen blau Zwiebelmuster Stack 33 PL Salatschüsseln blau Zwiebelmust. 425 Satz 6 Stack 1. Wasch- Garnituren 5teilig, rot oder blau Fond... 395 Porzellan PL. Kaffee u. Teetassen weiss 9 Dessertteller ca. 21 cm, weiss 10 Pf. Speiseteller ch 15 Pt, tier 18 P. Saucieren weiss Teetassen Rosenmuster 45 PL. ca.16cm dekoriert ca.1 cm Salatschüsseln 25.1833PL Kaffeetassen 20 Pf. 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Der Verein für Frauen und Mädchen Schönebergs Ein Krüppel, der sich an zwei Stöcken fortschleppt, soll Einkommen- und läßt wegen andauernder Krankheit" Steuerbefreiung eintreten. und Umgegend hält Montag, den 12. September, abends 8 Uhr, steuer bezahlen. Er ist in der Zeit, für welche ihm die Steuer ab- Im übrigen widerspricht es dem Geiste und Wortlaute des focialen" feine jährliche Generalversammlung im Lotale des Herrn Weimann, berlangt wird, 282 Tage in Heilanstalten gewesen, hat also nichts Einkommensteuer- Gesezes nicht, daß dem Krüppel Steuern ab- Hauptstr. 5/6( Klubhaus) ab. Die Tagesordnung lautet: Jahresberdienen können. Seine Frau mußte, um mit ihrem Kinde verlangt werden für das, was ihm in der Heilanstalt zur Wieder- bericht des Vorstandes, Kassenbericht, Neuwahl des gesamten Vorunterdes nicht zu verhungern, in die Fabrik gehen und hat herstellung seiner Gesundheit gewährt wurde; es widerspricht standes und verschiedene Vereinsangelegenheiten. Es ist Pflicht in dieser Zeit 464 M. mühsam erschunden. Der Mann dem Geiste und Wortlaut des Gesetzes nicht, daß sämtlicher Mitglieder von Schöneberg und angrenzenden Ortschaften, weiß, daß wir in Preußen ein sociales" Einkommensteuer- dem franken Manne als Einkommen zugerechnet werden zahlreich in dieser Versammlung zu erscheinen. Mitgliedsbuch Gesetz haben, nach welchem das sogenannte Existenzminimum die Hungerpfennige, sie sich seine Frau in der Fabrik erschinden legitimiert. Der Vorstand. bon 900 m. steuerfrei bleibt. Im Bewußtsein seiner vollkommenen mußte, weil der Mann im Krankenhause lag. Giebt das doch zusammen Armut erhebt er Beschwerde gegen seine Veranlagung und wird ein schönes Einkommen! Der Mann wird im Krankenhause geabgewiesen. Es ist nicht bloß für den armen Krüppel interessant füttert: Einkommen Nr. 1; die Frau muß derweilen sehen, wie sie gewesen, zu erfahren, wo sein steuerpflichtiges Einkommen herrührt, was zusammenschindet, um das Kind nicht hungern zu lassen: Ein es hat vielmehr ein allgemeines öffentliches Interesse, zu wissen, tommen Nr. 21 Und wenn sie betteln gegangen wäre: Einkommen wie monarchisch- kapitalistische Steuerpolitik die Groschen aus den hätte sie doch gehabt und Einkommen muß versteuert werden. So Krüppeln herauszuholen versteht. will es die sociale Gerechtigkeit! " Ihr Einkommen berechnet sich für die Zeit vom 26. Mai 1903 bis 31. März 1904 wie folgt: Krankengeld vom 26. Mai bis 6. Juni 1903 nach Abzug von drei Karenztagen. 9,00 Mart Wert des Unterhalts in der Heilanstalt vom 6. Juni bis 19. September 1903 105 Tage a 80 f. 84,00 Familienunterstützung in der gleichen Zeit von 15 Wochen a 4,50 M. Wert des Unterhalts in der Charité vom 6. Oft. 1903 bis 31. März 1904 177 Tage a 80 f.. Krankengeld vom 19. September bis 6. Oftober 1903 2 Wochen a 9 M. Familienunterffügung vom 6. Oftober bis 26. Nov. 1903 7 Wochen a 4,50 M. Verdienst der Ehefrau vom 30. Mai 1908 bis 2. April 1904. Zusammen in rund zehn Monaten Das Jahreseinkommen ist hiernach anzunehmen auf rund. Ab für ein Kind • 67,50 " 141,60 " 22,50 " 31,50 468,99 820,09 Mart " 980,00 Mart 50,00 Bleibt steuerpflichtig 980,00 Mart " Der Ehrenrat des ärztlichen Bezirksvereins Leipzig- Stadt verurteilte die ehemaligen Distriktsärzte seines Bezirks zu je 600 M. Geldstrafe und zweijährigem Ehrenrechtsverlust. Im Bezirk LeipzigLand lautete das Urteil bekanntlich auf je 1500 W. Geldstrafe und fünfjährigen Ehrenrechtsverlust. Marktpreise von Berlin am 9. September. Nach Ermittelungen des tgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Centner: Weizen**), gute Sorte Roggen), gute Sorte 13,90-00,00 9, mittel 00,00-00,00 M., geringe 17,65-17,62 M., mittel 17,59-17,56 M., geringe 17,53-17,500. Roggen**), gute Sorte 13,90-00,00., mittel 00,00-00,00 m., geringe 00,00-00,00 2. Futtergerste*), gute Sorte 15,20-14,40., mittel 14,30 bis 13,60 m., geringe 13,50-12,80 m. Hafer*), gute Sorte 16,50-15,70., mittel 15,60-14,80 M., geringe 14,70-14,00 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 40,00-28,00 M. Speisebohnen, meiße 50,00-25,00 M. Linsen 60,00-25,00 2. Startoffeln, 12,00-7,00 m. Richtstroh 4,50-4,16 M. Heu 9,70-6,80 M. Für 1 Kilogramm Butter 2,60-2,00 M. Gier per Schod 4,00-2,80 m. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Wasserstand am 8. September. Elbe bei Auffig- 0,68 Meter, bei 2,11 Meter, bei Magdeburg+0,01 Meter. Unstrut bei Dresden Oder bei Ratibor+ 0,64 Meter, bei Breslau Straußfurt+0,65 Meter. 1,77 Meter, bei Weichsel bei Brahemünde+1,95 meter. PARAGO Ein Kontraktbruch. Der Tischlermeister B. flagte gegen den Tischler G. auf Zahlung einer Buße für Kontraktbruch gemäß § 124b der Gewerbeordnung. Der Beklagte wandte folgendes ein: Ober- Begel+4,40 Meter, bei Breslau Unter Begel Frankfurt+0,24 Meter. Der Meister habe ihm, weil er in der Arbeitszeit Billard gespielt ar the bei Posen 0,22 Meter. Neke bei Usch+ 0,29 Meter. habe, aufgefordert, sich zu entschuldigen. Er habe geantwortet, er habe sich nicht zu entschuldigen, worauf der Meister unter anderm gefagt hätte, dann solle er doch das Arbeiten lieber ganz sein Witterungsübersicht vom 10. September 1904, morgens 8 Uhr. lassen. Nun sei er gegangen. Der Kläger stellte den schließ lichen Ausgang der Affaire etwas anders dar. Beklagter habe erst eine Viertelstunde später die Werkstelle verlassen. Von einer Ent- Stationen lassung des Beklagten sei nicht die Rede gewesen. Die Kammer IV des Gewerbegerichts verurteilte den beklagten Tischler auf Grund des§ 124 b der Gewerbe- Ordnung zu einer Buße Barometer. Better Stationen 1wolkig Wetter Temp. n. 6. 15.= 4° 8.1 15 Haparanda 757 SS 2bedeckt 11 bon 17,40 M., dem ortsüblichen Tagelohn für eine Woche. Be- Swinemde. 762 WSW 2wolfen! 12 Betersburg 763 SD 1bedeckt 10 gründend führte der Vorsigende Dr. Leo aus: Selbst wenn man Hamburg 763 S 763 WSW 1 bedeckt 15 Cort Berlin den Angaben des Beklagten folge, müsse er verurteilt werden. Frankf.a.M. 765 S 2 bedeckt 15 Aberdeen 760 NM 4halb bd. 11 Die Rechnung stimmt lieblich. Es ist gegen sie noch eine Be- Wenn er, statt zu arbeiten, Billard spiele und dann auf die VorMünchen 767 23 2Regen 13 Paris 767 NN2wolftg 13 schwerde beim Finanzminister möglich und sie wird wohl versucht haltungen des Arbeitgebers fage, er habe sich nicht zu entschuldigen, Wien bedeckt 16 werden. Ob sie Erfolg haben wird, ist noch sehr zweifelhaft. Am so sei das ein so unglaubliches fontraftwidriges Verhalten, daß der meisten Aussicht auf Erfolg bietet sie noch in formalen Punkten. Gerichtshof darin ein Vergehen gegen§ 124b der Gewerbe- Ordnung Nämlich in der Höhe des Ansatzes der täglichen Verpflegungs- sähe, nämlich einfachen Kontrattbruch. Des Nachweises eines gebühren in den Heilanstalten und in dem Umstande, daß Schadens bedurfte es bei Anwendung des§ 124b nicht. Donnerstag, den 8. September, Orts- Krankenkasse verschieb fanft und unerwartet d. Schneider, Schneiderinnen meine liebe Frau, unsre gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter, Frau Wilhelmine Dudeck geb. Ulirich 2902 im 58. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Ferd. Dudeck, Badstr. 40. Die Beerdigung findet Sonntagmittags 4 Uhr auf dem neuen St. Pauls Kirchhof in Plögensee statt. Verband der Bau-, Erd- und gewerbl. Hilfsarbeiter Deutschl. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Johann Wawrzyniack am 8. September verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 11. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des St. Hedwigs Kirchhofes in Reinickendorf aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Am 6. d. M. starb an den Folgen eines Unfalles unser Sollege, Der Einfeger 1080b Max Jacob Schöneberg, Kaiser Friedrichstr. 7. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 11. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Wilmersdorfer Gemeinde- Friedhofes, Berlinerstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Werkstatt- Ausschuß der Bautischlerei von H. Hellmuth. G. m. b. H. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Schöneberg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Tischler Max Jakob am Dienstagnachmittag in feinem Beruf tödlich verunglückt ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 11. September, nachmittags 3Uhr, von der Leichenhalle des Wilmersdorfer Fried hofes aus ftatt. 89/3 Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung Schöneberg Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau fage ich allen herzlichen Dant.[ 10526] W. Kellich. und verwandter Gewerbe zu Berlin.Die Vertreter der Drts- Krantenkaffe der Schneider, Schneiderinnen und verwandter Gewerbe zu Berlin werden zu der am Dienstag, den 20. September 1904, abends 82 Uhr, im Neuen Klubhaus, Stommandantenstraße 72, stattfindenden Ausserordentlichen General- Versammlung laut§ 52 des Kassenstatuts hiermit eingeladen. Zages Ordnung: 1. Anträge auf Erhöhung der Beiträge um Broz. und Abschaffung ber V. Lohn resp. UnterſtügungsKlasse. Abänderung der§§ 12, 13, 20, 29, 30, 38 und 39 des Statuts. 2. Berschiedenes. U. a. Bewilligung einer Summe für Ueberschreiben der Bücher. Der Vorstand. Frau Emma Reimann, Borsigende. Fritz Kunze, Schriftführer. Bon der Reise zurück. 3abnarst Theodor Lewin, Stalikerstr. 46. 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Der Richter von Zalamea. Nachmittags 22 Uhr: Rose Bernd. Montag: Die Frau vom Meere. Westen. Der Zigeunerbaron. Nachmittags 3 Uhr: Der Freischütz. Montag: Die Fledermaus. Central. Tannhäuser- Parodie. Nachmittags 3 Uhr: Die Fledermaus. Montag: Tannhäuser- Parodie. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Ehre. B Nachmittags 3 Uhr: Maria Stuart. Montag: Johannisfeuer. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Pension Schöller. Nachmittags 3 Uhr: Ein unbe schriebenes Blatt. Montag: Medea. Neues. Minna von Barnhelm. Montag: Salome. Kleines. Fräulein Julie. Montag: Des Pastors Rieke. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Montag: Eine Hochzeitsnacht. Trianon. Ihr zweiter Mann. Montag: Dieselbe Borstellung. Belle- Alliance. Charleys Tante. Montag: Die Dame von Trouville. Luisen. Der Goldbauer. Nachmittags Uhr: Maria Stuart. Montag: Der Goldbauer. Deutsche Volksbühne. Aennchen von Tharau. Nachmittags 3 Uhr: Die Räuber. Montag: Mennchen von Tharau. Metropol. Ein tolles Jahr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Montag: Dieselbe Borstellung. Apollo. Venus auf Erden mit Hans, das denkende Pferd. Specialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Montag: Dieselbe Vorstellung. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Ein Trauerspiel in 5 Aften von Friedrich Schiller. Sonntagabend 8 Uhr: Die Ehre. Sternwarte Invaliden- Schauspiel in 4 Att. v. H. Sudermann. str. 57/62. CASTAN'S PANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Rosa das gelehrte Pferd! Z OOLOGISCHER CARTEN Deute Sonntag 50 Pf. Eintritt: Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Nachmittags ab 4 Uhr: Doppel- Konzert. Gastspiel der Matrosenkapelle aus Curhaven, kaiserl. Musikdir. Stolle. In der Arena: Der See- Elefant. Eintritt vom Garten 20 Pf., von der Straße 30 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Berliner Aquarium Unter den Linden 68a Eingang Schadow- Strasse No. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis: 50 Pfg. 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Mittwoch: Der Goldbauer. Donnerstag: Erstes Gastspiel Emil Thomas, zum erstenmal: Hasemanns Töchter. Palast- Theater. Bürgerliche Schauspiele. Burgstraße 22. Jubiläums- Saison. 10 Jahre. Um 8 Uhr: Novität: Vom Himmel zur Hölle. Gr. Ausstattungspoffe mit Gesang u. Tanz in 3 Bildern v. Höppner und Geride. Musik von Rentsch. Balletts von Chlebus. Jupiter: Dir. R. Winkler. Vorher: Niesenschaunummern ersten Ranges. Anfang 8 Uhr. Kassen- Eröffnung 7 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Figaros Hochzeit. Eröffnungstag wird noch bekannt gegeben. Abonnements werden bis 15. September täglich im Theaterbureau entgegengenommen. 25/ 13* Vorverkauf der Billets von Mittwoch, den 14. d. M., ab täglich. Hochachtungsvollſt und ergebenst Alb. Schumann, königl. preuß. Kommissionsrat. Nur noch Trianon- Theater. wenige Tage Georgenstraße zwischen Friedrich- und Universitätsstraße. reiter Mann. Lustspiel in 3 Aften von André Sylvane und Maurice Froyez. Anfang 8 Uhr. Passage- Theater. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Anf. 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September, im Böhmischen Brauhause, Landsberger Allee 11-13: Rekruten- Abschiedsfeier. Anfang 82 Uhr. Es ladet freundlichst ein 10876 Billet 25 Pf. Das Komitee. Berliner Bock- Brauerei. Schwimmklub„ Vorwärts" Tempelhoferberg. Hente, Sonntag, den 11. September 1904: Sommer- Fest= veranstaltet von den Parteigenossen des 2. Berliner Reichstags- Wahlkreises, bestehend aus: Konzert, Gesang, Ball, Kinematographen.ex Unter Mitwirkung der Sänger- Gesellschaft Lewandowsky. Konzert ausgef. v. Berliner Sinfonie- Orchester. Kapellm. M. Fischer. Gesang von Mitgliedern des Arbeiter- Sänger- Bundes. Großer Ball. Teilnehmende Herren zahlen 50 Pfennig nach. Billets im Borverkauf 20 Pfennig, an der Kasse 30 Pfennig. Das Reservieren der Tische und Stühle ist nicht gestattet. Bahlreichen Besuch erwartet Ernst Konzert- Garten Friedrichshery 238/14 Das Komitee. Höflichs Ball- Salon Frankfurter Chaussee 120 ( Mitglied des Arb.- Schw.- Bundes) Sonnabend, den 17. September 1904: VII. Stiftungs- Fest in den Andreas- Festsälen, Andreasstr. 26. Auftreten der Boltssänger- Gesellschaft Strzelewicz. Grosser Ball. Programm inkl. Tanz 50 Pf. Um recht zahlreichen Besuch bittet 192/20 Anfang 8 Uhr. Der Vorstand. Berliner Arbeiter- Radfahrer- Verein ( Abteilung 5.) Mitgl. d. Arb.- Radf.- Bundes ,, Solidarität". Sonnabend, den 24. September, in den dem Feste entsprechend dekorierten Festjälen des Böhmischen Brauhauses, Landsberger Allee 11/13: Großes Herbstfest a la Kostümfest ,, Ein Kirmeẞfest( Bauernfest) in Pümpelhagen". Auftreten des Berliner Ulk- Trio. Reigenfahren. Humoristisches Radrennen auf untersetten Rädern mit Motorführung. Bänkelsänger mit Leierkastenbegleitung. Schaubuden. Sel. Saal: Tanz a la Pariser. Gr. Saal: Tanz bei starker Kapelle. Kein Kostümzwang. Keine Kaffeetafel. Anfang 9 Uhr. Passierschein 5 Silbergroschen. Es ladet freundlichst ein Das Komitee. Bassierscheine beim Strugwirt Mertowski, Andreasstr. 26. Achtung! Im Interesse eines jeden Arbeiter- Radfahrers bitten wir, 1302* obigen Bund sowie Verein nicht mit Bereinigungen ähnlich flingenden auberwechseln, umſomehr, da lettere bei ihrer ganz geringen Heute Sonntag: Konzert u. Specialitäten- Vorstellung. Im Saale: Grosser Ball. Jeden Mittwoch: Tanz Reunion.itgliederzahl feine nennenswerten Gegenleistungen bieten können. Küche und Keller in bekannter Güte. Hierzu ladet freundlichst ein Ernst Höflich. Kloster- Garten* am Spandauer Schiffahrtskanal, direkt am Jungfernsteg. Stadt- und Ringbahn- Station Bahnhof Beusselstraße, elektrische Straßenbahn Nr. 12 Görlitzer Bahnhof- Plößensee. Heute Sonntag Grosses Militär- Konzert. Berliner Jugendwehr bei freiem Entree. Jeden Mittwoch: Grosses Kinder- Freudenfest. 3m Riefen Ball unter Leitung des Lanzmeisters Herrn Parkett- Saal: Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. Amt 2 Nr. 2694. 56852* Max Fuss. Großze verdeckte Hallen. Zwei Kegelbahnen. Voltsbelustigungs- Plak. W. Pasternacki. 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Verfammlungen. lichen Prostituierten einen ausgedehnten persönlichen Verkehr aufgeben und sich auf Romanschreiben verlegen. Er, Dasbach, gepflogen haben. Dasbach soll solchen Beuten, wenn sie Geld von garantiere dafür, daß Brand als Romanschreiber schönes Geld verihm verlangten und das soll sehr oft geschehen fein Summen dienen werde. Weiter habe Dasbach gesagt, so ein fähiger Mann bis zu 100 m. und mehr gegeben haben. Auch der junge Mann, wie Brand könne doch eine bessere Stellung bekleiden. Brand Kaplan Dasbach und die Freundesliebe. Am Freitag trug der der in dem bekannten Kölner Prozeß wegen Erpressung berurteilt meint, Dasbach habe ihn durch die Zusicherung eines einträglichen Schriftsteller Adolf Brand seine Ausführungen zu dem vorstehenden wurde, soll, wie Herr Brand behauptet, in Berlin sehr freund- Erwerbes zur Zurücknahme seiner Veröffentlichung bewegen wollen. Thema einer start besuchten Versammlung im Buggenhagenschen schaftlich mit dem Kaplan Dasbach verkehrt haben, und zwar soll Unter andrem behauptete Herr Brand noch, Dasbach habe einen Saale bor. Eine am Dienstag mit demselben Thema einberufene Dasbach diesen Verkehr, gegen den sich der junge Mann anfangs jungen Mann, der ihm durch fortgefeßte Geldforderungen zu unVersammlung verfiel bekanntlich der polizeilichen Auflösung, während sträubte, angeknüpft haben. Das Kölner Urteil ist nach Brands bequem wurde, in Zwangserziehung bringen lassen. Herr Brand allgemeine Betrachtungen über die sogenannte Meinung mindestens infolge eines Rechtsirrtums gefällt worden. Als Brand am Schluß seines Vortrages wieder einen Versuch Freundesliebe anstellte. Der Vortragende behauptete nicht, daß Dasbach Handlungen be- machte, über den„ kulturellen und ethischen Wert der FreundesDa Herr Brand sich als„ Genosse" bezeichnet, fei uns folgende gangen habe, die gegen den§ 175 verstoßen, er glaubt aber beweisen liebe" zu sprechen, untersagte der überwachende Beamte diese AusEinschaltung gestattet: Herr Brand ist in der That Mitglied des zu können, daß Dasbach in andrer grob sinnlicher Weise homo- führungen, wogegen der Vorsitzende Bab unter lebhaftem Beifall socialdemokratischen Wahlvereins in Charlottenburg. Seine Aus- feguelle Neigungen zu befriedigen suche. Herr Brand will durch der Versammlung energisch protestierte. Als später ein Schreiben führungen in der letzten und in der vorherigen aufgelösten Ver- feine Darlegungen den Kaplan Dasbach als Heuchler kennzeichnen, verlesen wurde, worin ein Bantier Opiz ein Mitglied eines deutschen fammlung hat er jedoch weder im Einverständnis mit der Partei da derselbe als Centrumsabgeordneter für die Beibehaltung des Fürstenhauses des Vergehens gegen§ 175 beschuldigt, griff der gemacht, noch fönnen wir uns nachträglich mit denselben identifi-§ 175 eintrete, während er doch seiner von Brand behaupteten überwachende Polizeilieutenant wieder ein, indem er das Schrifts cieren. Wenn wir von der Versammlung Notiz nehmen, so zwingt Veranlagung gemäß ein Gegner dieser Strafbestimmung sein müßte. stück, ehe es ganz berlesen war, tonfiscierte. uns dazu lediglich die Persönlichkeit des Angegriffenen, über die Herr Brand führte weiter aus: Nach seiner auf den Kaplan Erwähnt sei noch, daß es in dieser Versammlung, die der man nicht ohne weiteres hinweggehen kann, nicht die des Angreifers. Dasbach bezüglichen Veröffentlichung habe dieser ihn aufgesucht, um Bewegung für Beseitigung des§ 175 dienen sollte, nicht ohne eine Wir müssen es auch Herrn Brand selbst überlassen, seine Aus- ihn zu einer öffentlichen Erklärung des Inhalts zu veranlassen, Anrempelung der Socialdemokratie abging. Herr Brand sagte, über führungen vor der Oeffentlichkeit zu vertreten. Wenn wir von den- daß Dasbach nicht homosexuell veranlagt sei. Dasbach sei infolge die Beseitigung des§ 175 sei die Meinung innerhalb der Socialselben Notiz nehmen, folgen wir nur einer publicistischen Pflicht. einer telegraphischen Weisung des Centrumsabgeordneten Graf von demokratie geteilt. Die Socialdemokraten, welche für Beibehaltung In der Freitag- Versammlung sprach Herr Brand die Ver- der Schulenburg zu Brand gekommen, um die besagte Ver- des§ 175 feien, wollten es mit dem Centrum nicht verderben, um mutung aus, daß die Versammlung am Dienstag wohl deshalb auf- öffentlichung zu verhindern. Die Veröffentlichung habe aber damals der Socialdemokratie die Möglichkeit eines Zusammengehens mit dem gelöst worden sei, weil er verhindert werden sollte, eine Angelegenheit schon vorgelegen und würde unter keinen Umständen unterblieben Centrum offen zu halten. Diese, gelinde gefagt unglaublich naive borzutragen, über welche er am selben Tage dem Oberstaatsanwalt sein. In einer zweieinhalbstündigen Unterredung mit Herrn Brand Ansicht wurde später auch von einem Herrn Conrad weiter Jfenbiel Material zugestellt hatte, durch das eine sehr hochgestellte habe Kaplan Dasbach gesagt, sein Verkehr mit den männlichen gesponnen. Dieser Herr bezichtigte in einer Weise, die der Berliner Persönlichkeit mit Bezug auf§ 175 des Str.-G.-B. belastet werde. Brostituierten hätte nur den Zweck gehabt, sich über das schnodderig" zu nennen pflegt, die Socialdemokratie und den Die Ausführungen, die der Redner über den Abgeordneten Wesen der männlichen Prostitution zu informieren. Dasbach habe" Vorwärts" der Liebedienerei vor dem Centrum. Als dann später Kaplan Dasbach machte, gipfelten in der Behauptung: Dasbach sei bei dieser Gelegenheit mit einem feierlichen Schwur unter Berufung ein anwesender Parteigenosse Goßmann, der schon in der Dis homosexuell veranlagt und huldige der Freundesliebe. Diese Be- auf Gott den Allmächtigen und Allwissenden beteuert, daß er nie fussion gesprochen hatte, das Wort erbat, um auf die bezeichnete hauptung stüßt der Redner auf eine Reihe von Thatsachen, für eine sinnliche Regung weder einem Weibe noch einem Manne gegen- Ausführung Brands etwas zu erwidern, schnitt ihm der Vorsißende die er den Beweis vor Gericht zu führen bereit ist. Nach den An- über empfunden habe. Am Schluß der Unterredung habe Kaplan unter ausdrücklicher Zustimmung der überwiegenden Mehrheit der gaben des Herrn Brand soll der Abgeordnete Dasbach mit männ- Dasbach Herrn Brand ersucht, er möge doch seine jezige Thätigkeit Versammlung einfach das Wort ab. Wäsche, Hüte, Handschuhe etc. für die Einsegnung sehr billig. 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Rege Beteiligung erwarten 212/ 3* Die Vertrauensleute. 126/17 Montag, den 12. September, abends 8 Uhr: Volks Versammlung = im Kösliner Dof, Köslinerstraße 8. Tages- Ordnung: Der Weg zum Socialismus. Ref.: Reichstags- Abgeordneter Eduard Bernstein. Bum zahlreichen Besuch, namentlich der Frauen, ladet ein Der Einberufer. Musikinstrumenten- Arbeiter! Mittwoch, den 14. September, abends 8 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Oeffentl. Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Wie stellen sich die Kollegen zu einer Lohnbewegung in diesem Herbst? 2. Distusfion. 3. Verschiedenes. Da die Versammlung für alle Musikinstrumenten- Arbeiter außerordentlich wichtig ist, so erwarten die unterzeichneten Vorstände, daß auch der letzte Sollege am Plage ist. Die Delegierten jämtlicher Organisationen unsres Berufs werden aufgefordert, Handzettel für diese Bersammlung am Sonntagmorgen 10 Uhr im Gewerkschafts88/ 19* hause( Saal II) abzuholen. Zu zahlreichem Besuch laden ein Die Branchenkommission des Deutschen Holzarbeiter: Verbandes. Die Agitationskommission des Fachvereins. Der Ortsverein der Pianoforte Arbeiter. Den Genossen, Kollegen u. Freunden zur Nachricht, daß ich in Rixdorf, Hermannstr. 152/53, Ede franoldstraße, ein 10486 Socialdemokratischer Wahlverein Rixdorf. Weiß- und BayrischDienstag, den 13. September, abends 8½ Uhr: Mitglieder- Versammlung im Lokale des Herrn Thiel, Bergstr. 151–152. Zages Drdnung: = 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Vortrag des Genossen Kazenstein über:" Der Kampf gegen den Militarismus“. 3. Bericht der Delegierten von der Kreis- Generalversammlung. 4. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Gäste haben Zutritt. Verband der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend. Montag, den 12. September 1904, abends 812 Uhr, Mitglieder Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen W. Buchholz Aber:" Die focialistische Gesellschaft". 2. Distusfion. 3. Mitteilungen und Gewerkschaftliches. 75/15 Des interessanten Vortrages wegen erwartet das pünktliche Erscheinen aller Mitglieder Der Vorstand. Herren- Konfektions- Schneider! Montag, den 12. September, abends 8½, 11hr: Der Vorstand. 235b Bier- Lokal unter dem Namen ,, Neuer Krug" eröffnet habe. Ausschank von Berliner Kindl und Johanniter- Bräu, ff. Weissbier usw. Vereinszimmer, 30 Personen fassend, zu vergeben. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlín. Bureau: SO., Engel- Ufer 15. Fernsprecher: IV, 3578. Montag, den 12. Septbr. 1904, abends 8 Uhr: Bezirks- Versammlungen. Halte mich den geehrten Kirchhofs- Westen und Süd- Westen: in Habels Brauerel, Berg. besuchern bestens empfohlen. August Nierich. Oekonom- Gesuch. Das Kölner Gewerkschaftshaus sucht zum 1. Dezember einen mit Küche und Wirtschaftsbetrieb durchaus erfahrenen energischen Dekonom. Derselbe muß perfekte Buchführung verstehen, sowie tautionsfähig sein. Offerten mit Angabe der bisherigen Thätigkeit und Gehaltsansprüche stand des Gewerkschaftshauses, Severinstr. 199, erbeten. werden bis zum 15. Oktober mit der Aufschrift„ Dekonom" an den VorParteibeamter 2752 für die Provinz Schleswig- Holstein gesucht. Laut Beschluß des Parteitages für die Provinz Schleswig- Holstein ist daselbst ein besoldeter Agitationsleiter, mit dem Wohnsik in Neumünster, anzustellen. Das jährliche Gehalt soll 2400 M. betragen. 2762* Zwei öffentl. Verfammlungen arbeiterbewegung, einen knapp gefaßten Aufſas über die Aufgaben eines im Norden in den Berolina- Festfälen, Schönhauser Allee 28 1. im Often in Haberechts Salon, Gr. Frankfurterstr. 30( ob. Saal). Tages- Ordnung: Die Bewerber haben unter Angabe ihrer bisherigen Thätigkeit in der Agitationsleiters bis zum 27. September an den Genossen H. Stubbe, Hamburg 19, Linden- Allee 62 III, mit der Aufschrift: Bewerbung" einzureichen. Die Kommission. 1. Die gegenwärtigen Zustände in der Herrenkonfektion. Referenten: Central- Krankenkasse der Maurer Kollegen 2. Diskussion. Die Kollegen der Herrenkonfektionsbranche werden ersucht, zahlreich zu erscheinen, für einen guten Besuch der Versammlungen zu agitieren und auch ihre Frauen zu denselben mitzubringen. 163/8 Die Einberufer. Grundstein zur Einigkeit. Sonntag, den 18. September, vorm. 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: mmlung. Verein deutscher Schuhmacher. Versammlung Bureau: Waßmannstr. 32 A, Hof part. Montag, den 12. September 1904, abends 8 Uhr: Außerordentliche Generalversammlung in den Residenz- Sälen, Landsbergerstr. 31. Zages- Ordnung: 1. Der Streit bei Schweiger, die Sperre bei Kusche und die Stellung des Fabrikantenverbandes dazu. 2. Fortsegung der Diskussion über die Generalversammlung. 3. Vereinsangelegen heiten und Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch und Karte tein Zutritt. 170/12 Die Ortsverwaltung. Tagesordnung: 1. Wahl der Hilfskassierer. 2. Veränderung der Bureaustunden. 3. Verschiedenes. 149/ 5* UnfallMitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Lebens- Versicherung. VICTORIA zu BERLIN. Lebens- Versicherungsbestand: über 1 Milliarde u. 100 Mill. Mk. Gesamt- Vermögen: über 440 Millionen Mk. Prämien- und Zinsen- Einnahme in 1903: 95 080 296 Mark. Pro 1903 erhalten die Versicherten 19 154 862 Mark Ueberschuß als Dividende. tebello Volks- Versicherung. Deutscher Metallarheiter- Verband. VICTORIA. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353. Achtung! Metallarbeiter. Achtung! Montag, 12. Septbr., abends 8 Uhr, im Lokal des Hrn. H. Thiel, Rigdorf, Bergstr. 151-152: Bezirks- Versammlung für Rixdorf, Brik, Tempelhof, Treptow i. Marienfelde. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Arbeiter Sekretärs Genoffen Bauer. = 2. Diskussion. 3. Bericht der Kartelldelegierten und Neuwahl derselben. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Kollegen! Wir erwarten von Euch, daß alle erscheinen, um zu zeigen, daß das Interesse für die Organisation noch besteht. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß von Montag, den 12. Septbr., ab die Bibliothek wieder eröffnet ist. 120/14 Die Ortsverwaltung. Konsum- Verein eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht au Charlottenburg. Dienstag, den 13. September 1904, abends 8 Uhr, im ,, Volkshaus", Rosinenstraße Nr. 3: Ordentliche Generalversammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht des Aufsichtsrates. 3. Beschlußfaffung über die Verteilung des Reingewinnes. 4. Vortrag über die Großeinkaufs Gesellschaft. 5. Ersatzwahlen für Vorstand und Aufsichtsrat. D 6. Vereinsangelegenheiten. 126/ 16* Aus dem Aufsichtsrat scheiden aus die Herren Dr. Borchardt, Boche und Schönborn, aus dem Vorstand Herr David; sämtliche Herren find wieder wählbar. D Die Mitglieder werden ersucht, Mitgliedsbuch und Karte Aur Legitimation mitzubringen. Der Aufsichtsrat H. Jacob, Borsitzender. Einbruch5372L* FEUER- VERSICHERUNGS- ACTIEN- GESELLSCHAFT. Ganz neue liberalste Bedingungen. Feuer- Versicherung. eu.gold Medaillen Ehrenpreise Ges. Bilz CECO gesch. Trinkt BilzBrause. Bestes FEB alkoholfreies Erfrischungsgetränk.. Otto Starick, N.O., Landsberger Allee 6-7. Tel. VII, 1666 Die Möbelfabrik von Adalbert Schulz Reichenbergerftr. 5 liefert Einrichtungen von 240 bis 5000 Mk. in nur anerkannt ge diegener Ausführung zu äusserst billigen Preisen. Coulanteste Bedingungen. T.-A. IV 6877. [ 79L* HaftpflichtDiebstahlmannstr. 5-7. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen M. H. Baege über: Bibel und Babel". 2. Diskussion. 3. Berbands- Angelegenheiten und Verschiedenes. Auch Nichtmitglieder und Frauen haben Zutritt. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Wedding und Gesundbrunnen: bei Serrn Raabe, Kolbergerstr. 23. Tagesordnung: 1. Vortrag des Arbeitersekretärs Genossen G. Link über: Das Unfallversicherungs- Gesez und seine Bedeutung für die Arbeiter". 2. Diskussion. 3. Verbands- und Werkstatt- Angelegenheiten. 4. Wahl der gesamten Kommission, zweier Beitragssammler und eines Bezirksleiters. Wegen des lehrreichen Vortrages ist es Pflicht eines jeden Kollegen nebst Frau pünktlich zu erscheinen. Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt: bei Wernau, Schwedterstr. 23-24. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Wollheim über:„ Das Erdinnere und die Bulkanausbrüche". 2. Diskussion. 3. Verbands- und Werkstatt- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Osten u. Nordosten: bei Mann, Straußbergerstr. 3. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Brückner über:„ Die Ges werkschaftsbewegung einst und jetzt". 2. Diskussion. 3. Wahl des Bezirks. leiters und Schriftführers. 4. Berschiedenes. Süden und Südosten: im Märkischen Hof, Admiralftr. 18c. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Georg Davidsohn über: Bereschtschagin". 2. Diskussion. 3. Wahl des Bezirksleiters. 4. VerbandsAngelegenheiten. Nichtmitglieder und Frauen haben freien Zutritt. Um pünktliches Erscheinen wird ersucht. bei Lutterbüse, Friedrich Bezirk Friedrichsberg: Karlstraße Nr. 11, abbs. 6 Uhr. 2. Diskussion. 3. Wahl des Bezirksleiters. 4. Verschiedenes. Tagesordnung: 1. Vortrag: Ueber den Wert der Krankenversicherung." Bezirk Friedrichsfelde: Donnerstag, den 15. September, 82 bei Haberland, Friedrichsfelde, Wilhelmstraße 38. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegen. heiten. Bezirk Rummelsburg: bends 8 Uhr bei Schulz, Kant- und Goethestraßen- Ede. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes." Achtung! Kammmacher! Achtung! Dienstag, den 13. Sept. 1904, abends präcise 8, Uhr, bei Kienitz, Große Frankfurterstr. 133: Branchen- Versammlung der Kammmacher u. aller in der Celluloid- Haarschmuckbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Hildebrandt über: Lohn- und Accordarbeit". 2. Diskussion. 3. Werkstatt- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Der sehr wichtigen Tagesordnung wegen ist es Ehrenpflicht eines jeden Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Stock- und Celluloid- Arbeiter abends 82 Uhr, bei Bareinz, Brüdenstraße 7. Kommissions- Sitzung. Dienstag, den 13. Septbr., abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 8): Branchen- Versammlung der Jalousie- Arbeiter. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom Vergnügungskomitee. 2. Wahl eines Dbmannes. 3. Verschiedenes. Bitte um zahlreiche Beteiligung. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. Bilderrahmenmacher. Dienstag, den 13. d. M., abends 8%, Uhr, bei Voigt, Ritterstraße 75: Branchen- Versammlung. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen aller Kollegen notwendig. Der Obmann. Parkettbodenleger. Montag, den 12. Septbr., abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Kommissions- Sitzung mit Vertrauensleuten. Jede Firma muß durch ihren Vertrauensmann vertreten sein. Die Delegierten zur Münchener Konferenz sind hierzu eingeladen. Der Obmann. 89/1 Brandenburgische Straße 100. Wilmersdorf. Restaurant Selke. Angenehmer Familien- Aufenthalt. Musikalische Unterhaltung. Vereinszimmer( 80 Personen). Billardzimmer. Warme Küche zu soliden Preisen. 56522* Sportpark Friedenau. Sonntag, den 11. September, nachmittags 312 Uhr: 28/3 Großer Preis von Europa. 100 Kilometer- Rennen mit Motorführung der internationalen Preise: 5000, 4000, 3000, 2000 Mark. Flieger- Rennen. Germania- Prachtsäle Chausseestr. 103. Arnold Scholz. Sonntag, den 11. Sept. 1904: Hamburger Sänger. ( Steidl, Wolff.) In einer kleinen Garnison. ( Von Wilh. Wolff.) Werner mit seinem klugen Hans. Nach der Soiree: Familien- Ball. Anfang 6 Uhr. Entree 50 Pf. Im weißen Saale bon 5 Uhr ab: Großer Ball bei start befektem Orchester. Von Bellealliancestr. 98 verzog. Telephon Amt IV 5797. Gesellschafts- Haus. Richard Felsch, Rigdorf, Knesebeckstraße 48-49. Heute Sonntag: Große Theater: u. SpecialitätenVorstellung. 58362* Jm Saale: Familienkränzchen. Anfang 4 Uhr. 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Zudem ist noch eine Beschränkung beziehungsweise Erhöhung dadurch eingetreten, daß Lagermaße für die Folge nicht über 10 Quadratmeter Oberfläche als solche abgegeben werden. Bei fleinen Lagermaßen bis 0,50 und 0,75 Quadratmeter Fläche ist der Quadratmeterpreis um 1 M. erhöht. unQualitätsware ab, während nach den meisten andren Ländern hauptsächlich billigere Messer verschickt werden. In Zuderhauern ( Plantagenmesser) und Aexten weist der Umsatz eine mächtige Steigerung auf, ebenso in Sägen. Von deutschen Regierungen Steigerung auf, ebenso in Sägen. gingen nur kleinere Aufträge auf Seitengewehre und Säbel Die wiederholten Bemühungen hiesiger Fabrikanten, teile ein. namhaftere Bestellungen auf das nur deutsche Seitengewehr, Modell 98, zu erlangen, waren erfolglos. Während in der ersten Jahreshälfte nur wenige ausländische Aufträge einliefen, konnte in der zweiten Jahreshälfte mit der Ausführung einer großen Bestellung auf Seitengewehre für eine ausländische Regierung begonnen werden. Sonntag, 11. September 1904. Aufseher in der Grube. Häuer. Einkommen Geleistete in Kronen Schichten 4,14 3174 4,08 2654 Professionisten 3,44 2874 Aufseher über Tage 3,37 3361/2 Maschinisten in der Grube 3,28 328 Maschinisten über Tage 3,09 3363/4 2,63 2513/ 2,29 2861/4 1,97 254 1,17 2651/2 Förderer Sonstige Tagesarbeiter. Schlepper Arbeiterinnen Russische Finanznöten. Obgleich die russische offiziöse Presse jede Woche einigemal verkündet, daß es der russischen Regierung an das Durchschnitts- Jahreseinkommen pro Kopf der GesamtarbeiterNimmt man sämtliche Arbeiterkategorien zusammen und berechnet Phönix, Aktiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb in Geldmitteln gar nicht fehlen könnte, ſucht dieſe auf jede Art und schaft, so ergiebt sich ein Verdienst von 810,55 Kronen. Das macht Ruhrort. In der gestrigen Adminiſtrationssikung wurde der A6- Weise Geld zu machen". Wie bereits telegraphisch angekündigt in Reichswährung ausgedrüdt ca. 689 M. Im preußischen Bergbau schluß für das Geschäftsjahr 1903/04 vorgelegt. Er ergiebt ein- wurde, hat die russische Staatsbank weitere 40 Millionen Rubel schließlich des Gewinnvortrages von 426 778 m.( i.. 581 238) Noten emittiert, so daß die Gesamt Notenausgabe sich auf ergab sich für das Jahr 1901 pro Kopf der Belegschaft ein Durcheinen Gesamtgewinn von 6 187 059 M.( 6 068 308). Dem Vorschlage 800 Millionen Rubel beläuft. Davon befinden sich 48 711 000 Rubel hnittseinkommen von 1076 M., für den Steinkohlen- Bergbau in Oberschlesien ein solches von 842, in Niederschlesien von 841 M. der Direktion gemäß wurde beschlossen, hiervon 2 664 816 M. als noch in den Kassen der Bank, so daß der thatsächliche Umlauf am Abschreibung auf den Buchwert der Anlagen und 200 000. 3 Rubel am 16./29. August betrug. Eine weitere Vermehrung der Amerika. Auslandsverkehr in den Seehäfen der Vereinigten Staaten von 23. August/ 5. September 741,3 Millionen Rubel gegen 713,5 Millionen So bedeutend sich die amerikanische Industrie und der außerordentlichen Abschreibungen auf Eisensteinzechen und Konamerikanische Außenhandelsverkehr entwickelt haben, so sehr steht noch zeffionen zu verwenden. Die Dividende wird auf 8 Proz. bemessen. Notenausgabe wird in Aussicht gestellt. Der Außenhandel Japans hat bisher unter den Folgen des immer die amerikanische Seeschiffahrt hinter jener der großen euroAus der Solinger Stahlwaren- Industrie. Die Solinger Handels- Krieges nur sehr wenig gelitten. Nach der offiziellen Statistit ſtellte päiſchen Staaten zurück. An dem Schiffsverkehr in den amerikanitammer hat etwas spät soeben ihren Jahresbericht herausgegeben. Danach ist in der Fabrikation von Tischmessern sich die Einfuhr nach Japan in der ersten Hälfte dieses Jahres dem fchen Seehäfen hat die Handelsflotte der Vereinigten Staaten nur und Gabeln eine Besserung nicht eingetreten, wenn auch über Werte nach auf 182 634 872 en gegen 166 048 828 Yen im gleichen einen geringen Anteil. Nach den neuesten statistischen VeröffentMangel an Aufträgen im allgemeinen nicht geflagt werden konnte. Abschnitte des Jahres 1903. Der Wert der japanischen Ausfuhr be- lichungen des amerikanischen Handelsamtes trafen im letzten FistalDurch den Wettbewerb der Thüringer Fabriken hat ein Rückgang trug in derselben Zeit 137 465 703 en gegen 125 918 757 Yen in jabr 1903/04 an der atlantischen Küste der Union insgesamt 16,15 in den Preisen stattgefunden. Von hiesigen Firmen werden um der ersten Hälfte des verflossenen Jahres. Die Zunahme der Ein- Millionen Netto- Registertonnen Dampfschiffe und 1,03 Millionen geschliffene Mefferklingen nach Thüringen geschickt und dort zu sehr fuhr entfällt vornehmlich auf Materialien für den Kriegsbedarf und Tonnen Segler ein. Gegen das vorhergehende Fiskaljahr hat der niedrigen Löhnen fertiggestellt, so daß die Konkurrenz immer auf Nahrungsmittel. Besonders zugenommen hat die Einfuhr von Gesamtverkehr an der atlantischen Küste im Jahre 1903/04 nachmehr erschwert wird. Jm nördlichen Teile Deutschlands hat Schweden Weizen, Weizenmehl, Buder, Kohlen, Roheisen, Stangeneisen, gelassen: er betrug 1902/03 in einkommender Dampfschiffstonnage 16,83, in Segelschiffstonnage 1,27 Millionen Netto- Registertonnen. Tranchier- und Küchenmesser mit Erfolg eingeführt. Gefördert Nägeln, verzinnten Eisenplatten, Maschinen. Der Anteil der Vereinigten Staaten am Auslandsverkehr ihrer wird die ausländische Konkurrenz vielfach durch solche Fabrikanten, Ueber die Lage der österreichischen Bergarbeiter hat das arbeits- atlantischen Küste betrug nur 1,62 Millionen Dampfertonnen und die ungeschliffene Klingen nach allen Weltgegenden zur Weiter- statistische Amt im österreichischen Handelsministerium während des 244 000 Segelschiffstonnen gegen 14,53 Millionen und 789 000 verarbeitung liefern. Das Geschäft in Rasiermessern war Jahres 1901 eine Erhebung veranstaltet, deren Ergebnisse, soweit sie Tonnen der entsprechenden Schiffsgattungen unter fremdländischer sehr lebhaft. Es fann feinem Zweifel unterliegen, daß das englische fich auf Arbeitszeit, Arbeitsleistung, Lohn- und Einkommensverhältnisse Flagge. Auch der Anteil der amerikanischen Handelsflotte an dem Rasiermesser durch das deutsche vielfach verdrängt worden ist. Das beziehen, endlich im Druck erschienen sind. Die Erhebungen sind Verkehr in den Golfhäfen war ein sehr mäßiger. Es liefen in diese Geschäft mit Kanada wurde durch die Deutschland zu teil gewordene für das Ostrau- Kariviner Steinkohlenrevier angestellt worden und Häfen ein 3,55 Millionen Tonnen Dampfer und 496 000 Tonnen Bolldifferenzierung aufs schwerste bedroht. In der Scheren untersuchten die Verhältnisse von 38 Kohlenschächten mit rund 35 000 Ar- Segler, davon 414 000 und 111 000 Tonnen unter amerikanischer fabritation, besonders im Erport, ist eine stetige Abnahme zu ver- beitern. Zunächst fällt bei der Betrachtung der Zusammensetzung Flagge. zeichnen. In immer größerem Umfange werden maschinell geschmiedete der Arbeiter auf, daß die Frauenarbeit mit 2258 Köpfen oder Die Häfen der Vereinigten Staaten an der Küste des Stillen Scheren in ungeschliffenem Zustande ins Ausland geschickt, wo sie billig 6,5 Proz. sehr stark vertreten ist. Die Arbeiterinnen machten zu- Oceans zeigen, was die Dampfschiffstonnage anlangt, für die amerifertiggestellt und den ganz in Solingen hergestellten Erzeugnissen eine sammen im Jahre 1901 nicht weniger als 599 313 Schichten, das kanische Flagge das günstigste Resultat. Im ganzen wurden 2,09 fast nicht zu überwindende Konkurrenz machen. Der Absatz nach macht pro Arbeiterin 2651/ geleistete Tagewerke. Dabei stellte sich Millionen Registertonnen Dampfer gezählt, und davon entfielen mehr Desterreich Ungarn ist noch immer lebhaft. In Taschen das durchschnittliche Jahreseinkommen der Arbeiterin nur auf als die Hälfte, nämlich 1,25 Millionen Tonnen auf die amerikanische messern bringt die hiesige Industrie die größte Auswahl auf den 311,20 Kronen( 1 Krone 85 Pfg.) Die Häuer verdienten im Schiffahrt. San Franzisco, das den Hauptverkehr hat, wurde von Markt, ja man darf sagen, daß Solingen in der Mannigfaltigkeit Jahresdurchschnitt 1067 Kronen, die Förderer nur 663 und die 515 000 Tonnen Dampfern, darunter 275.000 Tonnen amerider Qualitäten und Formen unerreicht dasteht. Die Beschäftigung Schlepper gar mur 499,95 Kronen. Nach ihrem durchschnittlichen tanischen, besucht. Der einkommende Segelschiffsverkehr des Hafens war im vergangenen Jahre gut. Auch nach dem Auslande wird Einkommen pro Jahr rangieren die verschiedenen Arbeiterkategorien brachte es auf 361 000 Tonnen, davon 37 000 Tonnen unter ameriviel verkauft. Die Vereinigten Staaten von Amerika nehmen viel folgendermaßen: tanischer Flagge. Goldund FHRERPREIS v3gold För Silber- Medaillen Waren. 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