Nr. 168. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mr, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mr., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Fefttagen bis 9 Uhr Vor: mittags geöffnet. fern sprech- Anschluß: amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Staatssozialismus. In der Münchener Post"( Nr. 161 vom 19. Juli) schreibt Bollmar: In eigener Sache. Donnerstag, den 21. Juli 1892. Vorausfehungen überzeugt haben würde, einen loyalen Rückzug anzutreten. " " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Es ist wirklich Verdacht dadurch auf mich gelenkt werden soll. bedauerlich, daß ein Blatt von der Stellung des Vorwärts" Deshalb zog ich es vor, mich durch die nun in einigen zu Mitteln greifen kann, die ich ganz anders bezeichnen würde, Barteiblättern wie in der weiteren Presse beginnenden Unrichtig wenn sie nicht gar so findisch wären. feiten und Anspielungen nicht herausfordern zu lassen, sondern Soviel zur Abwehr und Kennzeichnung des gegen mich eineinstweilen mit der Mittheilung des Originaltertes der an- geschlagenen Verfahrens. Nachdem der Vorwärts" in seiner Nr. 155 vom 6. d. M. gefeindeten Stelle zu begnügen. Dieselbe erfolgte, wie die Leser Als fachliches Ergebniß des vom Baune gebrochenen den bekannten Angriff in Sachen des„ Staatssozialismus" gegen wissen, in Nr. 150 der M. Post" vom 6. d. M. Wie die Re- Streites bleibt einzig die magere Thatsache übrig, daß mein mich veröffentlicht hat, tommt er nun in seiner Nr. 160 vom daktion bereits bemerkt hat, ist denn auch derjenige Theil der Widersacher meine Auffassung über den Staatssozialismus für 12. d. M. auf die Angelegenheit in einer längeren Ausführung Parteipresse, welcher überhaupt auf die Sache eingegangen war, irrig" hält, das heißt, daß ich den Staatssozialismus anders surfict, welche er als abschließend betrachtet sehen möchte. Da ist überwiegend zu der Ansicht gekommen, daß nach Veröffentlichung definire als er. Diese Thatsache ist allerdings unbestreit Denn im es denn Zeit, um feine Legendenbildung aufkommen zu lassen und des wirklichen Wortlautes jeder Grund zur weiteren Grörterung bar. Vorwärts" wird der Staatssozialismus einer Verschiebung des Kampfgebietes vorzubeugen, den Hergang wegfalle. furzerhand dem Staatskapitalismus" gleichgesetzt, d. h. der Verder Sache getreulich festzustellen. Man sollte denken, daß auch die Stellung, welche der Vor- fasser erblickt das Staatssozialistische lediglich in der Ausdehnung Dem Ersuchen eines französischen Publizisten entsprechend, wärts" nun zu nehmen hatte, feinen Augenblick zweifelhaft sein des industriellen Staatsbetriebes und hält diese für eine wesenthabe ich vor etwa zwei Monaten einen Aufsatz geschrieben, welcher fonnte. Er hatte in seinem ersten Artikel ausdrücklich erklärt, lich verwerfliche. Diese Auffassung ist aber offenbar viel zu einen größeren nichtsozialistischen Lesertreis in Frankreich über daß ihm nur der Satz von der Annäherung an den Staats- eng und nach jeder Richtung unzulänglich. Jedenfalls wird " Staatssozialismus unter Bismarck und unter Wilhelm II." sozialismus" Anlaß zur Kritik geboten habe. Jetzt war der eine solche Frage nicht im Vorbeigehen und unterrichten sollte. Diese Arbeit war für ein Buch bestimmt, Beweis geliefert, daß eine solche Aeußerung von mir weder dem gethan, daß man einfach das Wort Staatssozialismus für Derlei welches die Urtheile einer Reihe von Vertretern der ver: Wortlaute noch dem Sinne nach gethan war. Bei dieser flaren eine Wortfälschung" und" Falschmünzerei" erklärt. schiedensten ökonomischen und wirthschaftlichen Sachlage blieb dem Vorwärts" nach den einfachsten Regeln der Klingende Worte, die sich regelmäßig da einzustellen pflegen, Richtungen über die gleiche Frage umfaffen sollte. Da das Buch Geradheit nur ein Schritt zu thun, nämlich zu erklären, daß er wo Begriffe fehlen, fönnen ja auf den Unkundigen einen jedoch nicht erschien, brachte der Empfänger meines Briefes den sich übereilt habe und daß, nachdem sich die Hinfälligkeit der gewiffen Eindruck machen, aber entschieden wird mit ihnen selben in Nr. 25 der Pariser Revue bleue" vom 18. Juni zur Voraussetzung feines Angriffes ergeben, damit selbstverständlich gar nichts. Veröffentlichung. auch die daraus gezogenen Schlüsse in Wegfall fämen. Damit Wie verschieden die Auffassung darüber, wie der Staatswäre die Angelegenheit in einer Weise erledigt gewesen, wie sie sozialismus zu definiren sei und welche Gefahr derselbe für fich nicht nur unter Genoffen gehört, sondern auch unter anstän- unsere Partei bilde, unter Sozialdemokraten sein kann, dafür ein digen Gegnern aller Parteimeinungen üblich ist. Beleg. den Aus dieser Zeitschrift entnahm und übersetzte nun, wie ich mich mittlerweile überzeugt habe, zuerst die Berliner Tägliche Rundschau" eine Anzahl von Stellen nach ihrer Wahl und fügte denfelben einige Bemerkungen hinzu. Diefen Berichten brachten fodann die hiesigen Neuesten Nachrichten" im Wesentlichen zum Wiederabdruck. Daß derselbe ein durchaus unzulängliches, stellenweise geradezu falsches Bild von meinen Ausführungen giebt und zwar sowohl durch das, was er bringt, als durch das, was er wegläßt, ist schon bemerkt worden. Eine Stelle des Berichtes, auf welche es hier allein antommt, legte mir die Worte in den Mund: Die Sozialdemokratie babe in ihr Programm eine ganze Reihe Bestimmungen auf genommen, die... man wohl als eine Annäherung an den Staatssozialismus betrachten tann." Nun fonnte jeder Sozialist von einiger Ueberlegung und guten Treuen ohne Weiteres sehen, daß diese Worte unmöglich Don mir geschrieben sein konnten, sondern offenbar in der Phantasie des Uebersetzers oder Berichterstatters ihren Ursprung haben mußten. In der That hat denn auch die Parteipresse, so weit mir bekannt geworden, in ihrer großen Mehrheit es für unnöthig gehalten, sich über jenen Bericht zu erregen. Anders das Zentralorgan„ Vorwärts". Gilfertig, um nicht zu sagen mit Begier, griff es den gegnerischen Bericht auf und fonnte nicht einmal abwarten, bis der Verfasser das ihm zu geschriebene anerkannt oder richtig gestellt haben würde. Und an die Wiedergabe der ihm am passendsten erscheinenden Stelle tnüpfte der Vorwärts" sodann ohne jeden Vorbehalt die schärfsten Angriffe gegen mich. " n " damit abLeider hat es aber der Vorwärts" für gut befunden, einen Borher aber noch eine Bemerkung. In der gegnerischen anderen Weg einzuschlagen. Zwar muß er wohl oder übel nach Presse, welche sich natürlich ob des neuen Streites schon ver Durchlesen des authentischen Textes und nach Einsicht des Voll- gnügt die Hände reibt, wird die Sache vielfach so aufgefaßt, marschen Artikels in der" Revue bleue" allerdings zugeben, daß als ob durch den Vorwärts" der Parteivorstand gesprochen die Stelle, bei welcher unsere Kritik ansette, im Original ver- und mir den Krieg erklärt" habe. Dies ist durchaus unschieden lautet." Austatt aber mit dieser Erklärung zu schließen, richtig. Ein Mitglied des Vorstandes, mit welchem ich über die behauptet der Verfasser mit der Kleinlichen Rechthaberei, welcher Angelegenheit Briefe gewechselt, theilte mir unterm 9. d. mit, daß das offene Bekenntniß gethanen Unrechts unmöglich ist, unmittel- er den Chefredakteur des Vorwärts" feit fast 14 Tagen nicht bar darauf wieder: jener gegnerische Bericht gebe von meiner gesehen und gesprochen" habe, wie derselbe überhaupt in die Auffassung doch im Ganzen ein richtiges Bild." Man bemerke Vorstandssigungen so gut wie gar nicht kommt". Die Angriffe die Logit! Erst greift man mich einzig deshalb an, weil ich des Vorwärts" rühren demnach lediglich von diesem Blatte von einer Annäherung an den Staatssozialismus" gesprochen selbst oder richtiger gesagt denn ein Kampf, wie der mir aufhaben soll. Dann stellt sich heraus, daß der Bericht gerade in gedrungene, muß von beiden Seiten mit völlig offenem Visir diesem Punkte ein vollkommen falscher gewesen. Und nun wird geführt werden persönlich vom Genossen Liebknecht her, der schlankweg behauptet: das mache gar keinen Unterschied, jener ja seine Ausführungen zum Theile auch in offener BoltsverBericht sei trotzdem im Ganzen" richtig. sammlung wiederholte. Damit wird auch die ganze Sache er klärlicher. " Nach dieser Leistung können die weiteren, vom Vorwärts" gegen mich angewandten Kampfmittel nicht mehr überraschen. Es Als im Vorjahre das neue Programm geschaffen werden sei hier nur eines, der Charakteristik wegen, angeführt. Ich nenne sollte, arbeitete Liebknecht den ersten Entwurf aus, welcher im im Aufsatze unsere Partei, um nicht fortwährend das gleiche Erfurter Protokoll als" Entwurf des Parteivorstandes" bezeichnet Wort anzuwenden, abwechselnd Sozialdemokratie, sozialistische ist. Wer den Wortlaut desselben vornimmt, wird finden, daß Bewegung und auch meine Partei". Diese Art, daß der zu sich ein ganzer Absatz, der fiebente, eigens gegen den StaatsNichtparteigenoffen sprechende Verfasser oder Redner die Partei, fozialismus fehrt. Und viele der Leser, welche die Münchner welcher er angehört, als seine Partei bezeichnet, ist etwas so Rede Liebknecht's am 24. September v. 3. gehört haben, werden Einfaches und Selbstverständliches, daß jede weitere Erklärung sich erinnern, welchen Werth der Verfasser des Entwurfes gerade Mein erster Gedanke angesichts einer so erstaunlichen Hand- überflüssig ist. Namentlich ist diese Bezeichnungsweise eine all- auf diesen Absatz legte. Gleichwohl fam aber derselbe nicht in lungsweise war dee, mit einer geharnischten Erklärung zu ant- gemeine parlamentarische Gewohnheit und der Leser kann sie zu das neue Programmi. Es wurde gegen ihr geltend gemacht: worten. Dieser Gedanke blieb jedoch unausgeführt. Denn ein- Hunderten von Malen in den Reden unserer sämmtlichen Ab- Das Programm habe lediglich allgemeine Säße aufzustellen, welche mal ist eine Preßpole: mit der Sache um so weniger nützlich und geordneten finden. Der Verfasser des Vorwärts" Artifels glaubte auf alle Erscheinungen der Sozialpolitik Anwendung finden, nicht auch meinem eigenen Gefühl um so widerstrebender, je weniger aber etwas besonders Geschmackvolles zu thun, indem er nicht aber sich gegen einzelne Parteimeinungen zu wenden; vielleicht fie eine fachliche Grundlage hat und je mehr sie deshalb noth- nur die beiden Male, wo dieser Ausdruck in meinem Text vor- hätte eine besondere Erklärung gegen den Staatssozialismus wendig persönlich werden muß. Sodann aber wollte ich dem kommt, ihn durch Sperrdruck hervorhebt, sondern schließlich auch früher einmal nothwendig sein können, während heute von dieser " Borw." durch keine, wenn auch noch so berechtigte Bitterfeit es noch in seinen eigenen Worten in dreifacher Ausgabe darauf Seite feinerlei Gefahr mehr zu befürchten sei; endlich aber könne erschweren, sobald er sich von der völligen Hinfälligkeit seiner hinweist. Ich brauche nicht erst anzudeuten, welcher schwarze die Bezeichnung des Staatssozialistischen in gewiffem Sinne auch Feuilleton. Nachdruck verboten.] Das schlagende Wetter. Roman von Maurice Talmeyer. Uebersetzt von B. und A. G. Jacquemin fuhr fort: ( 18 19 Ich glaube, sie stirbt vor Hunger. Sie bettelte. Haben Sie nicht irgend etwas? Herr Grellepois zuckte verdutzt die Achseln und machte die ihm eigene gemüthlich verneinde Bewegung der Kinnbacken und sagte nur: Und der Wirth rief sehr laut: Gute Nacht, Steiger Jacquemin. Indessen machten sich bei Ghilaine nervöse Zuckungen bemerklich. Der Herr Grellepois aber fehrte zu seinem Hause zurück, stieg die drei Stufen am Eingange hinauf, kehrte sich um und rief noch einmal mit familiär grüßender Handbewegung: Steiger Jacquemin! Dann stieß er die Thüre auf und verschwand in der Kneipe. an ihn antlammern. Ermattet wie er war, deckte er es auf, schlug die Laken zurück und legte Ghilaine sanft hinein, deren krampfhaft zusammengezogene Finger nun von seinem Rocke sich lösten. Und dann deckte er sie zu, damit sie sich erwärmite. Darauf sammelte er im Dunklen die Ueberreste von Holz und Kohlen, die auf der Erde herumlagen, zündete ein Feuer in dem kleinen Ofen an, horchte, ob Ghilaine sich bewegte und hörte sie athmen, als ob sie einschlafen würde. Dann ging er fort, und blaß, erschöpft, beinah zusammenbrechend kam er zu Hause an. Jacquemin empfand das wie eine Befreiung. Schnell Es war die Zeit des Abendessens, und der Tisch war umfaßte er Ghilaine, hob sie empor und richtete sich dann gedeckt. Niemals vielleicht war ihm die glückliche Ordnung selbst auf, um sie wie ein schlafendes Kind eilig die Straße und die Helle gesunde Sauberkeit seines Hauses so aufhinab zu tragen. Zuweilen fühlte er die Hände der Blöd- gefallen und noch nie hatte er sich so unglücklich gefühlt. sinnigen sich zusammenballen, wie zwei kleine weiche Krallen Eine weiße hübsch bemalte Porzellanschüssel erglänzte auf und mit der verzweiflungsvollen Wuth einer Sterbenden sich dem Tische unter dem hellen Licht der Lampe, die blanken gestrichenen Holzmöbel erschienen so licht, wie frisch gevielleicht... Er lief fast in einem Athem bis zur Sambre, wandte strichene Strohhütten auf dem Lande, die von der aufsich nach der Richtung der Sackgasse hin, und als er sie gehenden Sonne bestrahlt werden. Vom Ofen her ließ sich erreicht hatte, erklomm er sie so schnell als möglich, stieß ein anheimelndes Knistern hören, und selbst die Wände die Thür des Erdgeschosses auf und trat ein. Er fürchtete, schienen Unschuld, Frieden und Glück zu athmen. Jacquemiu daß er mit der Last in den Armen stolpern würde, aber sah das Alles, die weiße Schüffel, das bereitstehende Abend obgleich er fühlte, wie ihn seine Kräfte beim Herumtappen effen, und alle die hübschen Sachen ringsum, und es drang verließen, suchte er in dem finstern schmutzigen Raume Es ist schon etwas spät, aber Judeß ich bezweifle es-- nein! Ja, sagte Jacquemin, ich verstehe. Ich werde sie nach ihrer Wohnung tragen. Lassen Sie mich mal sehen, sagte Grellepois plötzlich und leuchtete Ghilaine nah' ins Gesicht. Und er rief aus: Die Blödsinnige! Jacquemin wich nicht von der Stelle. Der Schenk- das Bett. wirth sagte zuerst nichts und fuhr endlich mit kaltem| Zone und den Namen des Steigers schallend laut betonend fort: Steiger Jacquemin, drin sind Freunde, die Ihnen helfen fönnen, wenn Sie sie nach Hause tragen wollen. Dante, sagte Jacquemin, indem er Ghilaine ein wenig aufhob, sie ist nicht schwer. Wie Sie wollen, mein Junge. ihm wie ein furchtbarer Stich ins Herz. Dann aber war es ihm, als ob die Thränen, die ihm in die Augen treten So viel er sich erinnerte, befand sich dasselbe im Hinter wollten, sich in seinem Herzen in Stein verwandelten. Er grunde des Zimmers, der Thür gegenüber. Er schritt lang- fühlte plöglich, daß an die Stelle feines Mitleids, seines sam nach dieser Richtung hin und stieß in der That nach Schmerzes mit sammt allem Leiden, Weinen und Lieben wenigen Schritten darauf. Mit der einen Hand betaftete ein falter Haß getreten war, ein entseglicher Haß, ein Haß er es, konnte aber nichts darin finden. Er suchte das gegen alles, was sein Schicksal verschuldet und sein Unglück Kopftissen und entdeckte, daß die Bettdecke immer noch herbeigeführt hatte. Er ging durch das Zimmer nach der darüber ausgebreitet war, und daß das ärmliche Bett noch Thür, schloß dieselbe zu, ohne zu wissen warum und benahm ebenso war, wie er es vor Monaten gesehen. sich, wie wenn ihn Fiebergluth gepackt hätte. In diesem " auf verschiedene Maßregeln angewendet werden, welche wir zur Die drei Texte nebeneinander gestellt, geben Jedem GeBeit selbst anstreben müßten. Der letztere Einwurf wurde ins- legenheit zu prüfen, ob denn wirklich, wie Vollmar bebesondere vom Verfasser dieses selbst vertreten; wer seine dies: hauptet, von ihm der Beweis erbracht" ist, daß eine bezüglichen Ausführungen eingehender kennen will, braucht blos die Münch. Post" Nr. 226 vom 4. Oft. v. J. nachzuschlagen, solche Aeußerung von mir( Bollmar) weder dem Wortlaut noch wo er zugleich den Beweis finden wird, daß ich schon damals dem Sinne nach gethan war." Thatsächlich st i m men dem diefelben Gedanken über den Staatssozialismus geäußert habe, Sinne nach die drei Lesarten durchaus überein, nur daß welche jetzt in der Revue bleue" stehen und nun wie etwas die Fassung der Revue bleue" und der Münchener Bost" wenn Nagelneues hingestellt werden. möglich noch schärfer und unzweideutiger ist. Begreiflicher Weise war Liebknecht dieser Gang der Dinge Und um jedem Einwand sogleich die Spitze abzubrechen, nicht erfreulich, woraus ihm Niemand einen Vorwurf machen so sei festgestellt: Bollmar beklagt sich zwar( Münchener wird. Werden doch wenige Genossen in der Programmkommission Post", Nr. 150 vom 6. Juli) über die Mangelhaftigkeit" und im Parteitag gesessen haben, welche nicht auf ein oder den des Berichts" der Neuesten Nachrichten" und erklärt andern Programmwunsch verzichten mußten; und auch ich " " " Bourgeoisie sehr schwach sein fann, aber nur so lange, als die wirthschaftlichen Interessen der letzteren nicht in Frage tommen. Deshalb fann es feine wahrhafte Sozialreform ohne oder im Gegensatz gegen die sozialistische Bewegung geben, besonders in einem Lande wie Deutschland, wo diese Bewegung Durch eine wohlorganisirte und festgeschlossene Partei repräsentirt wird, die bewußt auf ihr Ziel losgeht und mit ebensoviel Um ficht wie Thatkraft zu handeln versteht. Statt deffen wird meine Partei noch immer als Feind betrachtet; als ein Feind, gegen den man nicht mehr, es ist richtig, die von Bismarc angewendeten Mittel gebraucht, aber dessen Niederlage um ein Wort des Kanzlers Caprivi zu gebrauchen- das treibende Motiv jedes Gefehentwurfs, jeder vorgeschlagenen Maßregel ist. Welche Erfahrungen wird man machen müssen, um endlich zu begreifen, daß die alleinige Rampfesweise gegen den Sozialismus die ist, seinen gerechten Forde rungen nachzugeben, um zu begreifen, daß der Sozialismus, weit davon entfernt, eine Gefahr für die Zivilisation zu fein, viel mehr ein Werkzeug nothwendiges Wiedergeburt der Menschheit ist?" bedauere, daß in einem oder dem andern Punkte nicht so be-( Münchener Post" vom 8. Juli):" Der Vorwärts" wird schlossen wurde, wie ich es für richtiger gehalten hätte. Aber aus dieser Gegenüberstellung( der Vollmar'schen Lesart, von wohin follte es führen, wenn jeder Genosse bei der ersten uns wiedergegeben in Kolumne 3 der Uebersicht, und paffenden oder unpassenden Gelegenheit, und noch ehe die des Texts der Neuesten Nachrichten") sehen, mit welchem Tinte des Programmes trocken geworden, hartnäckig wieder Geschick das Bourgeoisblatt übertragen hat." auf seinen Lieblingswunsch zurück käme und dies noch dazu Aber nie und nirgends, so sehr er die schlechte Uebersetzung in solcher Weise unter persönlichen Angriffen gegen Die: der Neuesten Nachrichten" tadelt, wendet er sich gegen den jenigen, welche an der Verwerfung seines Antrages mitgewirkt französichen Urtext, der am 18. Juni erschienen ist, haben? Wenn Liebknecht glaubt, daß ein Bedürfniß zu einer neuen sodaß ihm, wenn er Anlaß dazu gehabt hätte, Zeit und Ge Erörterung der Frage des Staatssozialismus vorhanden sei, so legenheit genug geboten gewesen wären, richtig zu stellen oder habe ich nichts dagegen einzuwenden. Möge er vorangehen und, zu dementiren. Der Text der" Revue bleue" ist demnach ein fordert Bollmar die Regierung auf, nicht länger die 3. B. in der„ Neuen Zeit" oder wo es ihm sonst beliebt, seine klassisches Beweismittel, so daß wir keine Ursache hätten, aber unpraktisch. Denn die Entscheidung über eine wesentlich" dem Wege wissenschaftlicher Untersuchung. der Dieser Schluß ist eine Elegie. In gefühlvollem Ton Beweissäge aufstellen und begründen. Ich werde ihm dann gerne uns um das deutsche Original", das auf dem Schreibtisch Exekutive der Bourgeoisie zu sein, bittet er den Klassenstaat zu Diensten sein und mit der Antwort nicht auf mich warten Vollmar's derweilen im Stillen gelegen, zu kümmern. Aber aufzuhören, Klassenstaat zu sein. Mit Einem Federstrich laffen. Dagegen halte ich den Vorschlag, die Frage auf dem was er aus diesem" Original" der Originale in der wandelt er den Klassenkampf, den das Proletariat gegen nächsten Parteitag zu erledigen, für zwar recht wohlgemeint," Münchener Post" wiedergiebt, bestätigt die Richtigkeit die Besitzenden führt und kraft der geschichtlichen Entwick theoretische Frage, wie die vorliegende, liegt doch offenbar auf unserer Auffassung. Der Kern seiner Ausführungen bleibt: lung führen muß, in eine friedfam- idyllische AuseinanderDas Erfurter Programm nähert sich in einer Reihe von ſetzung, bei der die Herrschenden nur ein flein wenig nach Wie immer man es aber auch damit halten möge, so irrt Punkten dem Staatssozialismus, und deshalb zugeben haben. Das große Drama des Befreiungskampfes Liebknecht jedenfalls sehr, wenn er meint, daß nunmehr für ist ein gegen den Staatssozialismus gerichteter Artikel nicht der Arbeiterklasse erscheint ihm als ein Joyll, in welchem eine weitere Breßpolemit kein Grund vorhanden" sei. Erst aus in das Programm aufgenommen worden. So sicher Boll zu guter Letzt Philemon Klaffenstaat und Baucis Ar fallen, den Streit in das eigene Lager und in die weitere Deffent- mar dies geschrieben hat, so sicher liegt hier eine doppelte Erfurter Programm, mag die moderne Arbeiterbewegung, mag beiterklasse ein behagliches Stillleben führen. Mag das lichkeit tragen, und dann, wenn es Funken giebt, nicht mehr mit objektive unwahrheit vor. Es ist nicht wahr, daß das Programm Theorie und Praxis auch dabei in die Brüche gehen, thun wollen: das soll in einer Partei, welche" Wahrheit, Recht staatssozialistische Forderungen aufstellt, und, wohlgemerkt, Bollmar macht den Gewalthabern sanfte Vorwürfe, daß sie und Sitte" als die Grundlage für das Betragen aller ihrer Bollmar spricht in seinem Aufsatze in der Revue bleue" von dem Mitglieder untereinander und gegen alle ihre Mitmenschen" ertennt, doch nicht Brauch werden! preußisch- deutschen Imperialsozialismus. Es ist nicht wahr, uns für Feinde der heutigen Zustände, für ihre Gegner Ich stelle es dem Vorwärts", der es ja für seine Pflicht daß die Programmkommission den Artikel gegen den Staats- halten. Wir sind ihre Feinde, und darum ist es Material zu unterbreiten", anheim, in wie weit er auch von Vor- abgelehnt hat. An Ohrenzeugen, die den Sachverhalt kennen, tämpfen, bis er fällt. erklärt, feinen Lesern„ bas ganze zur Beurtheilung nothwendige sozialismus aus dem von Vollmar angegebenen Grunde unsere Aufgabe, unser Recht, unser Stolz, gegen den Kapi talismus und feine politische Organisation so lange zu Den Lesern aber theile ich mit, daß angesichts des um meine Trotzdem stellt Vollmar den Thatbestand auf den Kopf, Ausführungen erhobenen Streites nunmehr mein Aufsatz in seiner Gesammtheit auch im deutschen Original in Kürze erscheinen er lenguet, was schwarz auf weiß gegen ihn zeugt. wird, so daß die Leser dann am besten werden selbst urtheilen mit Vollmar zu reden, es ist wirklich bedauerlich", daß Vollmar. er zu Mitteln greifen kann, die wir ganz anders bezeichnen würden, wenn sie nicht gar so kindisch wären". " " stehendem Notiz nehmen zu müssen glaubt. fönnen. * * * fehlt es nicht. Um Staatssozialismus. Es ist Regierungssozialismus. Was Bollmar am Schlusse sagt, ist nicht mehr Jedes Jahr in der politisch todten Zeit ein Pro nunciamiento und ein Streithandel Vollmar's, jedes Jahr ein Schritt weiter nach rechts. Wo Vollmar heute steht, wiffen wir. Wie weit er fich bis zum nächsten Sommer entwickelt haben wird, werden wir sehen. Die Redaktion des Vorwärts" hat zu den sach- Ju der That, Vollmar hat wahrlich Anlaß, sich über die lichen Ausführungen des Vollmarischen Artikels Folgendes Jlloyalität" des Vorwärts" zu beschweren. Es genügt Sollte er aber dann sagen, daß wir uns von ihm zu bemerken. Da es uns darauf ankommt, eine urkundlich ihm nicht, dem Staatssozialismus seine staatsmännische Re- mehr und mehr entfernen, so falle er temmer Sinnestäuschung genaue Darlegung des Streithandels zu geben, so sei zuerst verenz zu erweisen. Er geht noch weiter, und er hütet sich, zum Opfer! Wir stehen, wo wir standen, er aber ist von der Satz von der Annäherung an den in seiner letzten Erklärung diese Frage auch nur mit einer uns fortgerückt. Staatssozialismus"" der Gegenstand einer so Gilbe zu streifen. Wir übergehen seine Ausführungen über Wohlan, will er nicht fizzen auf der Bank der revo einfachen, wie einleuchtenden Textvergleichung. Und zwar Bismarck und Wilhelm II., die im beften Falle alte Ge- lutionären Sozialdemokratie, so ist dies seine ureigene seien nebeneinandergestellt, das, was die Münchener meinplätze sind, soweit sie nicht grundsägliche und geschicht- Sache! Neuesten Nachrichten" sagen, das was Vollmar liche Irrthümer enthalten. Am Schlusse seines Aufsatzes in der Revue bleue", in welcher der Vollmar'sche Brief in der Revue blene"( S. 792) faßt er den Juhalt seines tinischen Dichters Wort: erschienen ist, das was Wollmar in der Münchener Gedankenganges zusammen. Da liest man: Post" vom 6. Juli sagt: Neueste Nachrichten": Auch ich bin der Ansicht, daß die fozialistische Partei feinen Grund hat, mit ganz besonderer Erbitterung die Idee vom Staatssozialismus selbst zu bekämpfen. Unsere Partei hat im Gegentheil in ihr Programm eine ganze Reihe Bestimmungen aufgenommen, die die stufenweise Vorbereitung einer besseren sozialen Organis fation zum Zwecke haben, und die man wohl als eine Annäherung an Den Staatssozialismus trachten tann. Auch bei der neuen Redaktion unseres Programms 1891 zu Erfurt haben wir uns geweigert, einen Artikel aufzunehmen, wie man uns vorgeschlagen hatte, der fich gegen den Staatssozialismus richtet..." be= Wollmar " Man sieht, daß eine Regierung sehr stark und eine in der, Revue bleue", G. 789: " Folglich bin ich der Ansicht, daß die sozialistische Partei keinen Grund hat, mit ganz besonderer Erbitterung den Gedanken des Staatssozialismus selbst zu bekämpfen. Unsere Partei hat im Gegentheil eine ganze Reihe von Plänen dazu bestimmt, gradweife eine beffere gesellschaftliche Organisation vorzubereiten, verfochten und in ihr Programm aufgenommen, welche( die Neihe. der Pläne) man wohl als eine An= näherung an den Staatssozia= lismus betrachten tann. Dies giebt die Erklärung dafür, daß wir uns in der endgiltigen Redaktion des neuen Programms auf dem Erfurter Rongreß im Jahre 1891 geweigert haben, einen uns vorgeschlagenen Artikel auf zunehmen, Der fich gegen den Staatssozialismus richtete.")" Vollmar in der Münchener Post": " In Wirklichkeit lautet der betreffende Absatz, nach dem deutschen Original, im Zusammenhang folgendermaßen:" Des halb bin ich auch der Meinung, daß die Sozialdemokratie feinerlei Grund hat, den Gedanken des Staatssozialismus an fich mit besonderem Eifer zu bekämpfen. Werden doch im Gegentheil eine Reihe von Maßnahmen zur stufenweisen Anbahnung einer besseren Gesellschafts Organisation von uns angestrebt und schließlich mitbeschlossen werden, welche man ganz wohl als staatssozialistische 0 Für die deutsche Sozialdemokratie aber gilt des floren Sein werd' ich, was ich war, Und leben werd' ich, wie gelebt ich habe." * Erklärung. Vollmar hat in dem vorstehenden Artikel ein Zitat aus dem Briefe eines Vorstandsmitgliedes wiedergegeben. Das nöthigt mich zu einer Erklärung, da jener Brief, aus dem Bollmar zitirt, von mir herrührt. Bollmar schreibt: Ein Mitglied des Vorstandes, mit welchem ich über die Angelegenheit Briefe gewechselt, theilte mir unter dem 9. b. mit, daß er den Chefredakteur des Vorwärts"" feit faſt 14 Tagen nicht gefehen und gesprochen" habe, wie derselbe ,, überhaupt in die Vorstandssitzungen so gut wie nicht kommt". Wer dieses Zitat liest, muß glauben, daß ich Liebknecht bezeichnen kann. Diese Erwägung hat der Pflichtverletzung habe beschuldigen wollen. Nichts aber auch dazu mitgewirkt, daß bei Ausarbeitung des neuen Programms meiner Lag mir ferner als dieses. Vollmar giebt die Stelle in Partei zu Erfurt 1891 ein besonderer Satz einem Zusammenhang wieder, daß sie einen ganz andern gegen den Staatssozialismus, welcher im Sinn erhält, als sie in meinem Briefe besitzt. Entwurfe enthalten war, weggelassen Der zitirte Satz stand in meinem Brief als Antwort auf briefliche Aeußerungen Vollmar's, wonach er annahm, daß ich in unausgesetztem Verkehr mit der Redaktion bes Vorwärts" bez. mit Liebknecht persönlich stehe und dem nach) von Allem unterrichtet sei, was in der Nedaktion des Vorwärts" vorgehe, und meine Bemerkungen hatten keinen andern Zweck, als diese Meinung Bollmar's als irrig dar zuthun. wurde." *) Der französische Text lautet: Aussi suis- je d'avis que peut bien considérer comme se rattachant au socialisme le parti socialiste n'a aucun motif de combattre avec un d'État. C'est là ce qui explique que, dans la rédaction déacharnement tout particulier l'idée même du socialisme d'État. finitive du nouveau programme de notre parti au Congrès Notre parti a, au contraire, soutenu et porté à son pro- d'Erfurt, en 1891, nous avons refusé d'inscrire un article gramme toute une série de projets destinés à la graduelle qui nous était proposé et qui était dirigé contre le socialisme préparation d'une meilleure organisation sociale et que l'on d'Etat." Moment bemerkte er, daß Babette blaß im Hintergrunde des Zimmer stand und hörte sie sagen: Was ist Dir Vater? Du bist so sonderbar. Du kommst so spät. Was ist denn geschehen? Er sagte auf's Gerathewohl: Ich wäre beinahe von einem Förderwagen getödtet worden. Ich glaubte, Du wärest zum Herrn Bürgermeister gegangen? Man hörte jetzt, daß Jemand sich bemühte, die Thür zu öffnen. Wer kommt? schrie Jacquemin. Mein Gott, sagte Babette zitternd; es ist wahrscheinlich Toubeau. Warum Toubeau? Er kommt zum Abendbrot... Er war schon gegangen, warum Du nicht kämst Er kann die Thür nicht öffnen. Du hast ja den Schlüssel umgedreht. Ich?! Ja, gewiß! Das wäre! Ich werde öffnen. Du wirst doch nicht lange bleiben? " wolltest mur Deine Pflicht thun, Du hast Dich aufgeopfert, Jacquemin schien nachzudenken und antwortete: jetzt wirst Du dafür bestraft. Sei's drum! Gewiß, da er Zwei Tage. Uebermorgen spät in der Nacht werde ich durchaus vom Schicksal zerschmettert werden sollte, hatte es wieder da sein. Nach kurzem Stillschweigen fügte er hinzu: ihn so recht fest gepackt, zu einer möglichst schlecht gewählten Während dieser zwei Tage wirst Du so wenig wie Stunde; und das, was ihn niederschmetterte, war nicht das möglich aus dem Hause gehen. dereinstige Verbrechen, sondern seine Rene in der Gegen Ein neues Schweigen folgte. Dann erwiderte Babette: wart. Wenn er sich nicht eines Tages dadurch einen Toubeau wird mir das Nöthige besorgen. Toubeau! sagte Jacquemin in leidenschaftlicher Erregung halblaut wie zu sich selbst. Er machte ein paar Schritte, setzte sich neben den Ofen und wiederholte laut: Toubeau, laß uns allein! Menschen zum Feinde gemacht hätte, daß er einem Rncip wirthe seine betrunkenen Gäste abwendig machte, wenn er nicht thörichter Weise darauf verzichtet hätte, mit den Anderen gemeins fame Sache zu machen, in ihrer Sittenverwilderung, ihrem Glend und ihrer Schande, so hätte Niemand im Lande ihn ver derben wollen; und wenn er Toubeau hätte untergehen Zwei Thränen blinkten in Toubeau's Augen, er stand lassen, wenn er ihm nicht zu seinem eigenen Unheil das auf, sah Jacquemin schmerzlich bestürzt an, und ging, wie Leben gerettet und nicht in seinem Hause aufgenommen gewöhnlich in die Kammer, die ihm, als er vor fünf hätte; wenn er Ghilaine nicht ernährt und ihr Hilfe ges Monaten zu neuem Leben erwachte, wie ein Baradies er bracht hätte; wenn er nur, nachdem sie einem so schlimmen schienen war. Er schloß die Thür hinter sich. Dann wandte sich Jacquemin zu Babette und sagte auch zu ihr mit harter Stimme: Laß mich allein! Babette ging hinaus und er blieb allein. Geschick überantwortet, es nicht hätte beschwören wollen; wenn er im Gegentheil, nachdem er sie durch seine Unthat so schwer getroffen hatte, er diese vollendet hätte durch sein Bergessen, so hätte er wohlgemuth hierbleiben können, ruhig, geachtet und sogar glücklich. Man hätte nicht über Babette Es war in der That Toubeau. Jacquemin warf ihm geredet, und sie hätte ihn nicht der Bosheit preisgegeben, einen drohenden Blick zu und dann verschwand er auf eine Die Ereignisse stehen stets mit einander in gewissen das Geheimniß, welches man zu errathen, seine Vergangen Weile in einer Kammer, kam zurück, aß hastig ohne ein Beziehungen. Babette hatte zweifellos die Blicke auf ihn heit, sein falscher Name, den man zu durchschauen begann, Wort zu sprechen, nahm allmälig eine finstere Ruhe an gezogen, und das, was sie gethan, hatte die Neugier der Leute alles das hatte ein Ereigniß verschlimmert, was, soweit es und Babette wagte vor Angst kaum zu athmen, als er im Dorfe erweckt. Das aber, was ihn jetzt am aller- ihn anging, nichts Schlimmeres war, als ein nicht mehr schlimmsten bedrohte, was ihn aus dem Lande jagte, ihn gut zu machender Leichtsinn. Und so ward er denn selbst Babette, morgen früh werde ich sehr zeitig fortgehen; zurückwarf in das Bagabundenleben, das war das zu Grunde gerichtet. Man grüßte ihn nicht mehr. In ich muß eine Reise machen. Am Abend brauchst Du nicht Wiederauftauchen einer Minute aus seiner Vergangenheit, nächster Zeit schon konnte er kein Brot mehr finden und und seine Vergangenheit trug zwei Namen, und die hießen dann mußte auf mich zu warten. auf dem Punkte anlangen, daß Eine Reise?! Andenken an das Gute, das er gethan, das er gewollt, die und Noth leiden und sehen mußte, wie seine Tochter Toubeau und Ghilaine. Ja, von seiner Seele hatte beim seine Ersparnisse erschöpft wären und daß er Hunger ergriffen. Eine innere Stimme rief: Einfaltspinsel! Du das, weil er seine Pflicht erfüllt und weil er, obschon ihm alles plöglich sagte: Ja! Morgen? Ja, morgen. 5 er Daß nun Vollmar ohne jede Veranlassung und ohne 13entralstelle des Boltsvereins für das zum Ankauf eines Landgutes am Chiemsee daß er sich für verpflichtet hielt, zuvor mir ein Wort davon katholische Deutschland. Es lautet: zu sagen bez. mich um meine Einwilligung anzugehen, Stellen aus einem Privatbrief von mir tendenziös aus nugt, ist ein Verfahren, für das ich nur die schärfste Zurück weifung habe, und ich habe auch Veranlassung genommen, dies Vollmar in der ungeschminktesten Weise zu sagen. Bollmar klagt den Vorwärts" an, daß er ihm gegen über illoyal verfahren sei, er hatte alsdann um so mehr Ursache, sich nicht einer Kampfesweise zu bedienen, welche dieselbe Anklage gegen ihn rechtfertigte. Berlin, den 20. Juli 1892. M. Bebel. Politische tebersicht. Berlin, den 20. Juli. Zentralstelle des Volksvereins für das kath. Deutschland. " verwendet werden soll". Fürst Bismarck war als ReichsKanzlers für den Bankfürsten Bleichröder stets zu sprechen, unangemeldet durfte dieser wahlverwandte Genius dem Säkularmenschen" nahen; über die höchsten und letzten Fragen haben damals diese feinen Geister ihre Gedanken ausgetauscht. Und der Austausch ist der Inbegriff. Wie schade, daß im Englischen Austausch( Exchange) auch Bon der Ueberzeugung geleitet, daß der von den christlichen Börse heißt! Heute verzichtet er auf den todten Marmor Vertraulich! M.- Gladbach, den 12. Juli 1892. Hochgeehrter Herr! Bergleuten an der Saar gegen den sozialdemokratischen Vorstand des Rechtsschutzvereins geführte Stampf einer energischen und nimmt aufopfernd das lebendige, Profit heckende LandUnterstützung bedarf, und daß bei einer Niederlage ihrerseits gut. Meint der Alt- Reichskanzler, er sei nun zur Genüge die dortige Arbeiterbewegung der sozialdemokratischen Partei- a usgehauen? leitung in die Hände fallen müßte, hat der Vorstand des„ Boltsvereins für das katholische Deutschland" sich gern bereit erklärt, Vor der eignen Thür kehren. Dumme Jungen und durch Entfendung von Rednern, Abhaltung von Versammlungen, böse Buben haben in Grevenbroich( Rheinprovinz, ReVertheilung von Flugschriften u. a. den Kämpfenden Hilfe zu gierungsbezirk Düsseldorf) auf dem jüdischen Friedhof Teiften. Nach einem von Herrn Dechant Desterling in Grabsteine beschädigt und jüdischen Händlern Ladenscheiben Dudweiler und Herrn Rechtsanwalt Döhmer in St. Johann eingeworfen. Natürlich sind solche schmähliche Ausgegebenen Plane, der Ew. Hochwürden bekannt ist, sollen in = Jedoch die allen Pfarreien zum Zwecke eines geeinigten Vorgehens Ver- schreitungen entschieden zu verurtheilen. trauensmänner unter den Bergleuten gewählt werden. Nach Kölnische Zeitung" fleidet es fürwahr trefflich, wenn sie einer Vorversammlung derselben in St. Johann soll ebenda( Nr. 587 vom 19. Juli) wehleidig jammert: Wenn die Amtliche Statistik. Dem soeben erschienenen Sta= tistischen Jahrbuch für das Deutsche Reich, in nächster Zeit eine Hauptversammlung stattfinden, für welche Hetze im bisherigen Stil weiter geht, darf man sich freilich der Volksverein auswärtige Redner( die Herren Wiese nicht darüber wundern, daß der Böbel die antisemitische herausgegeben vom kaiserlichen statistischen Amt, XIII. Jahr Werden, Hitze, Fusch& u. a.) gewinnen wird. Unmittelbar Weisheit in seiner Weise aus der Theorie in die Praxis gang 1892 feien vorläufig einige allgemein interessante An- Darauf werden an den bedeutenderen Orten des Saarreviers überträgt." Denn sie treibt, paßt es ihr in den Kram, gaben entnommen. Auf 1000 ber mittleren Bevölkerung Versammlungen mit Rednern befchickt werden. Die Verbreitung recht niedlich ihre antisemitischen Scherzchen. Für die im Deutschen Reich kamen im Jahre passender Flugschriften oder Flugblätter ist in Aussicht ge brutalen Gewaltthaten der von ihren Gesinnungsgenossen nommen. Mehr geborene Geborene Gestorbene als gestorbene Indem wir Ew. Hochwürden ersuchen, unsere Bemühungen angeworbenen Eislebener Todtschläger, für die Land36,97 25,95 geneigteft zu unterstützen, bitten wir ebenso höflich wie dringend, friedensbrecher in Blumberg und für andere Bubenstreiche 37,90 25,13 im Sinne des von Herrn Dechanten Oesterling versandten hat die Kölnische" Nichts übrig: Die Gemißhandelten sind Zirkulars, die Wahl von Vertrauensmännern gütigst zu treffen, freilich Sozialdemokraten. damit auf der am nächsten Sonntage in St. Johann stattfindenden Versammlung derselben eine fräftige und organisirte Attion eingeleitet werden kann und die spätere große Versammlung sich glänzend gestalte. 1890 1889 Von 100 Geborenen waren unehelich Ehe schließungen 8,03 8,03 11,38 12,77 1877 8,7 1882 9,3 1878 8,7 1879 8,8 1880 1881 9,0 9,1 1883 9,2 1884 9,5 1885 9,5 1886 1887 9,4 1888 9,3 1889 9,3 1890 9,1 9,5 rung an: 1887/88 1334 1888/89 1447 1889/90 Personen 2462 1890/91 2999 " 1 Ihres Interesses für unsere Bestrebungen in dieser dringlichen Angelegenheit uns versichert haltend, zeichnen Hochachtungsvollst Der Vorstand des Volksvereins für Zentralbureau für die Sklavenfrage. In der Generalatte der Brüsseler Antislaverei- konferenz haben sich die betheiligten Mächte verpflichtet, einander gegenseitig alle zur Bekämpfung des Sklavenhandels Der Aufstieg seit 1877 ist ein stetiger, seit 1887 ist eine dienlichen Auskünfte mitzutheilen. Zu diesem Zwecke sollen nicht ins Gewicht fallende minimale Abnahme zu verzeichnen. die betreffenden Regierungen in bestimmten Zwischenräumen Je mehr Ehehindernisse vorhanden sind, desto zahlreicher die das kathel. Deutschland. die auf die Anhaltung und Befreiung von Sklaven bezügunehelichen Geburten, deren Ziffern ab- und zunehmen im Frz. Brandt jr., 1. Vorsitzender. lichen statistischen Angaben, sowie die zur Unterdrückung des umgekehrten Verhältniß zur wirthschaftlichen Prosperität.- F. Size. Stlavenhandels im Wege der Gesetzgebung getroffenen MaßUeber den Fortschritt des Großbetriebs unterrichtet Dr. Pieper, Generalsekretär. regeln gegenseitig austauschen. Rur Regelung dieses Ausdie Statistik des Brausteuergebiets. Die Zahl der gewerb Das schwarze Aufgebot wird unter die Fahne gerufen, tausches hat nun die belgische Regierung in ihrem auslichen Brauereien betrug 1873: 10 927, die von ihnen ge- um den Fortschritt der Arbeiterbewegung aufzuhalten und wärtigen Ministerium ein Zentralbureau errichtet, wovon wonnene Menge Bier 19 654 Hektoliter; im Etatsjahre 1890/91 die Bergleute des Saarreviers in das Garn des Zentrums auch die deutsche Reichsregierung in Kenntniß gesetzt worden gab es 8054 gewerbliche Brauereien, die 32 279,5 hektoliter zu locken. Mit Hilfe der Herren Pastöre, die ihren amt ist. Läge es nicht näher, wenn die belgische Regierung, in erzeugten. Beim Betriebe der normalspurigen Eisen- lichen Einfluß, ihre Beziehungen zu den Schäflein, Beicht- deren Bereich ein wahres Paradies des Ausbeuterthums sich bahnen mit Ausschluß des Werkstättenbetriebs wurden stuhl und Hausbesuch in die Waagschale werfen werden, aufgethan hat, ein internationales Zentralbureau für die verlett will der Ultramontanismus die Gewerkschaftsbewegung ohnsklavereifrage errichtete? Reicher, erschöpfender katholisiren", das heißt in den Dienst der Pfaffen und Stoff im eigenen Lande und draußen steht zu ihrer VerJunker stellen. An dem Klassenbewußtsein der Bergleute, fügung. Und unsere Reichsregierung, so bereit, afrikanische das erst kürzlich in der großen Bildstock- Versammlung so Sllavenstatistik zu machen, thäte beffer, die deutsche LohnEs betrug der Verbrauch auf den Kopf der Bevölke glänzend sich bekundet hat, wird auch dieser neueſte Plan knechtschaft durch ein eigenes arbeitsstatistisches des„ Sozialpolitikers" Size und seiner Gefolgschaft scheitern. Bureau untersuchen zu lassen. Aber als schätzbares Material" ist das Schriftstück hoch zu Przibram. Im Przibramer Rohlenbezirk herrschen bewerthen. noch die alten unerträglichen Zustände. Da die Arbeiter Die Verföhnung. Bismarck hat der Kölnischen dagegen Einspruch erhoben, wurden fie folgerichtig durch Zeitung" ihren bettelhaften offiziösen Eifer vorgerückt; die f. f. Gendarmen mit blanker Klinge zur Einsicht in die Frau Hurtig von Köln hat ihm erwidert, sie sei eine ehr- Nothwendigkeit jener Mißstände erzogen. Gehen wieder liche Frau, denn sie habe ihm jüngst einmal nicht als Ge- hunderte von braven Grubenleuten in dem fiskalischen Werk legenheitsmacherin gedient. Jetzt singt Frau Hurtig auf zu Grunde, so wird das liberale Parlamentsgesinde einihren alten Geschäftsfreund wieder Jubellieder, und er bemüthig mit der Rechten der Regierung eine Verbeugung dient sich ihrer für seine lieblichen Bedürfnisse. Back schlägt machen und für die„ Helden" eine Marmortafel bewilligen. sich, Pack verträgt sich! Auf den Kopf der Bevölkerung betrugen die GetreideHörigkeit in Bosnien. Die Verpflichtung zum Bölle 1887: 98,8, 1888: 119,8, 1889: 201,9, 1890: 225,4, Ju Sachen Bismarck. In der National- Frohndienst ist durch Beschluß der Landesregierung in 1891: 214,6 Mart. Die Anzahl der unfallver Beitung"( Nr. 430 vom 20. Juli) veröffentlicht der be- Bosnien und der Herzegowina angeblich aufunfallver- Beitungs sicherungspflichtigen Betriebe betrug im Jahre kannte Geheimrath Dr. Hinzpeter folgende Erklärung: gehoben worden und zwar vom Jahre 1893 ab. Die 1890: 1. gewerbliche: 390 622 mit einer Durchschnitts" Die Hamburger Nachrichten" brachten am Robotpflicht macht die Bewohner jener Bezirke zu Staatszahl von 4 926 672 der versicherten Personen. 2. 4843 621 5. Juli d. J. einen längeren Artikel, der den folgenden Passus hörigen. Vom 18. bis 60. Lebensjahre müssen sie sechs landwirthschaftliche Betriebe mit einer Durchenthielt: Windthorst braucht die Information( über die Wahl Tage jährlich unentgeltlich öffentliche Arbeiten verrichten des Herrn von Caprivi zum Nachfolger des Fürsten Bismarck) schnittszahl von 8 088 698 der versicherten Personen. Und diese unter 2 aufgeführte Durchschnittszahl giebt nur einen ungefähren Ueberblick über den Umfang der landwirthschaftlichen Unfallversicherung im Jahre 1890", da sie auf die Berufszählung vom 5. Juni 1882 sich gründet. Ein Wink für die Bedeutung der Landagitation! Näch stens Weiteres! Branntwein. Bier. 1887/88 4,4 Liter 97,9 Liter 1888/89 5,4 97,5 1889/90 • 5,8 n . 105,8 " 0 1890/91 . 5,5 105,8 Die Getreidezölle ergaben: 1 1887 1888 1889 1890 1891 . 46 479 000. 17,1 pet. = 19,7 des gesammten Bollbetrages. 57 167 000 " 98 740 000 = 27,4 111 440 000 107 140 000 = " " 28,2 = 27,2 " Das Zentrum und die Bergarbeiter. Aus welchen Beweggründen die Ultramontanen die gewerkschaftlichen Arbeiterverbände und vor Allem die proletarischen Kerntruppen des Westens, die Grubenarbeiter, für sich zu gewinnen suchen, erläutert folgendes an die Geistlichen gerichtete vertrauliche Rundschreiben der tehren wollen, und er sagte sich mit boshafter Freude, un" nicht aus dem Munde des Kaisers gehabt zu haben, wohl aber und überdics jedes Lastthier für dieselbe Zeitdauer verfügt das Zentrum fiber manche Verbindungen bei Gofe, zur Verfügung stellen. Werden die armen Landarbeiter auch abgesehen von der französischen und katholischen Frau von dieser Last nun ohne Weiteres befreit, die ihre Untereines zur Zeit des Kanzlerwechsels bei Hofe sehr angesehenen drücker ihnen gewaltthätig aufgewälzt haben? Nein! An Pädagogen." Ueber den gewiß eigenthümlichen Geschmack dieser Stelle des Naturaldienstes tritt vielmehr eine Geldabgabe, Jufinuation will ich lieber kein Wort sagen; es würde auch die den kleinen Leuten die Herrlichkeiten der heutigen Geldin jeder Beziehung zu weit führen. Ich will mich damit be- wirthschaft, Zwangsvollstreckung und Auspfändung ins gnigen, zu erklären: Meine Frau ist nicht katholisch; sie Haus bringt und ihren Verfall beschleunigt. Die Robots hat nie in ihrem Leben ein Wort mit einem Mitgliede des Bentrums gewechselt, und sie ist im Frühjahr 1890 nicht einen Pflicht für Laftthiere ist ohne jede Ersatzleistung" be= Augenblick in Berlin gewesen. Diese Berichtigung gebe ich nur stimmt. mit Widerstreben und nur ganz ausnahmsweise in der ErFranzöfifche Bourgeoisschmerzen. Den Gegenstand wägung, daß es nützlich sein dürfte, auch das größere Publitum in den Stand zu setzen, sich über den historischen der heftigsten Angriffe von Seiten der Bourgeoispresse bildet Werth der Darstellungen der Hamburger Nachrichten" ein der kürzlich erschienene Aufruf zur Beschickung des sozialUrtheil zu bilden." demokratischen Kongresses zu Marseille. Der Aufruf, Daß der wüthende Alte von Friedrichsruh wie tele- zu dessen Unterzeichnern u. a. die Genossen Ferroul, feine irdische Strafe drohte, die Gefahr auf sich genommen graphirt lügt, ist allgemein bekannt. Der von ihm jetzt Guesde und Lafargue gehören, läßt in der That an hatte, zu thun, was er für Recht hielt. gepflegte Hintertreppen- Klatsch bekundet nur den Tiefstand Schärfe und Klarheit der Sprache und der Gedanken nichts Der Zorn erwachte in ihm, Fieberhige stieg ihm in die seiner geistigen Verfassung. So sicher es ist, daß der zu wünschen übrig. Es erinnert an das Jahr 1879, wo Schläfen. Er schwankte einen Augenblick zwifchen Lachen historische Werth" seiner Darstellungen ein negativer ist, sich zum ersten Mal das französische Proletariat auf dem und Schluchzen, und plöglich, nachdem er tief darüber nach- fo mag dieser kleine Beitrag zu dem unerschöpflichen Kapitel damals stattfindenden Marseiller Kongreffe als Klasse fühlen gedacht und gegrübelt hatte, erinnerte er sich der Blöd- Bismarckischer Geschichtslügen der Vollständigkeit wegen ge- lernte und beschloß, eine eigene, allen Bourgeoisgruppen finnigen, zu der er noch in derselben Nacht hatte zurück- bucht werden. entgegengesetzte politische Partei zu bilden. Es erinnert gleichfalls an die am 1. Mai 1892 erfochtenen Wahlsiege, erschütterlich entschlossen, daß er Ghilaine verlassen wolle, Das Landgut am Chiemsee. Anspruchslos, ein die es jetzt auszunutzen gilt; letztere Aufgabe, die neudaß Toubeau von nun an nicht mehr für ihn existiren Muster der Selbstlosigkeit, ein guter Hasser aller Raffgier, gewählten sozialistischen Gemeinderäthe zu planmäßiger und brauche, daß er sich um Beide nicht mehr kümmern wolle, hat Fürst Bismarck Dotation auf Dotation eingefäckelt, zentralisirter Thätigkeit zu vereinigen, wird eine der wichtigsten als um die anderen Elenden des Dorfes. Er wollte das Bismarckspenden zusammengehamstert, Rittergüter fich des Kongresses sein. Außerdem soll namentlich die Frage Land verlassen, er wollte ihren Namen aus seinem Geschenken lassen. Blos im Interesse des Staatswohls war der Propaganda auf dem Lande ernstlich erörtert werden. Um dächtniß und aus seinem Gewissen auslöschen, und da sie er Minister für das jetzt einen Landrathskreis bildende material hierzu zu erhalten, hat der Nationalrath der Partei sein Unglück gewesen waren, wollte er auch nicht mehr ihre Herzogthum Lauenburg und bezog für seine aufreibende Fragebogen versandt, mit Hilfe derer man eine Statistik Borsehung sein. Thätigkeit neben seinen 100 000 t. Gehalt ein Einkommen, über die ländlichen Verhältnisse, über die Vertheilung des Was seine Tochter betraf, so hatte er seinen Entschluß das viermal so hoch war, als ein Landrathsgehalt. Und Grund und Bodens, über die Lage des Kleinbauern, des gefaßt. Es war unmöglich für sie, länger in Pont- sur- als endlich 1876 die Personal- Union zwischen Preußen und Bächters, des ländlichen Tagelöhners u. s. w. aufstellen will. Cambre zu bleiben. Sie mußte fort voll hier. Lauenburg aufgehoben und das Herzogthum in einen Land- Der Kongreß wird am 24. September eröffnet werden Er kannte in Brügge Jemanden, dem er hoffte, rathstreis umgewandelt wurde, ließ dieser nichts weniger und bis zum 28. September dauern. Ihm wird sich eine Babette augenblicklich anvertrauen zu fönnen. Er als geldhungrige Vaterlandsfreund von dem knechtseligen große öffentliche Versammlung anschließen, in der man die hatte sich zu der Reise entschlossen, um vorher die Frau preußischen Landtage sich einen Ruhegehalt, eine Beusion Beschlüsse des Kongresses vorlesen und erläutern wird. Die aufzusuchen, und dann wollte er bei seiner Rückkehr in von 6000 M. als lauenburgischer Minister a. D. bewilligen. Tagesordnung des Kongresses lautet folgendermaßen: einigen Stunden seine Angelegenheiten ordnen und mit Kluger Geschäftsmann, wie er ist, schätzt er Denkmäler 1. Bericht des Nationalrathes über die Lage der Partei Babette verschwinden. niedriger als Rittergüter oder Landsize, die im Grundbuch und ihre Thätigkeit während des verflossenen Jahres Nach und nach wurde Jacquemin ruhiger. Er dachte verzeichnet sind, eine Rente abwerfen und den Reichthum( Streiks, Wahlen, Presse u. s. w.). 2. Bericht der Delegirten noch ein paar Minuten kaltblütig über all das nach, wozu handgreiflich mehren. In Kiffingen hat er jüngst geäußert, über die gewerkschaftlichen und politischen Verhältnisse in er fich entschloffen hatte, sah nach der Uhr und fühlte ein die Gegend des Chiemsees, jenes schönen oberbayrischen Sees, ihren Gemeinden. 3. Der erste Mai 1893. 4. Der interlebhaftes Bedürfniß nach Kuhe, löschte daher die Lampe gefalle ihm sehr gut, er hätte Lust, sich dort anzusiedeln. Daß nationale Kongreß zu Zürich. 5. Die nächsten legislativen aus und ging zu Bett. Er fühlte seine Seele von bittrer ein Jdealist wie Bismarck nicht auf seine Kosten solche Wahlen. 6. Die sozialistischen Gemeinden und das ProBefriedigung erfüllt und von der Kette befreit, mit der er Pläne verwirklicht, leuchtet ein. So wird denn das Komitee gramm von Lyon. 7. Propaganda und Organisation der fich freiwillig fünf Monate lang gefeffelt gehalten hatte. zur Errichtung eines Bismarckdenkmals demnächst zusammen- Bartei auf dem Lande., Uebermüdet, faft gebrochen, schlief er ein. treten in erster Reihe, um zu erwägen, ob nicht das Bis( Fortsetzung folgt.) 1 marckdenkmal vom Starnberger See nach dem Chiemsee Französischer Spiohenprozeß. Aus Paris wird verlegt werden soll, in zweiter Linie aber auch, ob statt gemeldet: Ein Prozeß wegen Hochverraths, verbunden mit eines Bismarckdenkmals die disponible Summe nicht lieber Spionage, ist gegen den Buchhalter des Kriegsarsenals von Burde und dessen deutsche Geliebte, welche wichtige Waffenmodelle neuester Konstruktion entwendet haben sollen, eingeleitet worden. Beide sind verhaftet. Die Waffenmodelle und die wichtigsten Dokumente über Landesvertheidigung find vorgefunden worden. Lütticher Dynamitprozeß. Das Depeschen- Bureau Herold meldet unterm 20. Juli aus Lüttich:„ Die Augeklagten beschuldigen sich gegenseitig. Der bereits früher verurtheilte Hansen belastet alle Uebrigen auf das schwerste, während jene erklären, Hansen stehe im Dienst der Polizei. Hansen's Belastungen erweisen sich theilweise als erfunden. Der allgemeine Eindruck bleibt dagegen der, daß alle Angeklagten gemeinsam operirt haben. Der bekannte Anarchist Merlino, welcher als Berichterstatter des Anarchistenblattes " Der freie Mensch" gegenwärtig verhaftet ist, wird aus gewiesen." Lockspitelei, Bourbaix in neuer Auflage, das ist offenbar auch in diesem Prozeß der Kehrreim. a) Merseburg und Erfurt mit dem Sitz des Steuer- fals gewählt hervor. Herr Mundt ersuchte hierauf diejenigen ausschusses in Merseburg, Borstandsmitglieder, welche dem Verein als solchem bereits im b) Münster und Minden mit dem Sitz des Steuer- Jahre 1891 angehörten und über das Vermögen des Vereins c) Koblenz, Trier und Aachen mit dem Sitz des Steuerausschusses in Koblenz; da Grashold, und zwar zu dessen Geschäftszwecken verfügt hätten, ( in Summa 577 m.) widerrechtlich zu Gunsten des Herrn sich darüber zu äußern, ob sie es nicht vorzögen, ihr Amt als 3. jeder der nach benannten Regierungsbezirke für sich: Breslau, Liegnik, Oppeln, Magdeburg, Arnsberg, des Vereins nicht zu gleicher Zeit Vorstandsmitglieder sein Vorstandsmitglieder niederzulegen, da eigenmächtige Schuldner Cassel, Wiesbaden, Düsseldorf und Köln mit dem Gi tönnten. Herr Grashold als Vorsitzender lehnte dies ent des Steuerausschusses am Sig der Regierung. schieden ab, weil der Vorstand sich feiner Schuld Die Zahl der Mitglieder der Steuerausschüsse der Ge- bewußt wäre. werbesteuer- Klasse I wird für die Veranlagungsbezirke: Als hierauf Herr Hergt Herrn Grashold entgegen hielt, daß die Handlungsweise des bas Berlin und Hannover auf 12, maligen Vorstandes, welcher aus den Herren Grashold, Königsberg, Danzig, Posen, Liegnig, Oppeln und Caffel auf 6, Koopman, Schlesinger, Frau Rulfowsti und Fräulein Löchelt für alle übrigen Veranlagungsbezirke auf 9 bestand, eine durchaus ungehörige sei und der Vorstand aus dem festgesetzt. Jahre 1891 das Verdienst" habe, die Organisation des Vereins Bezirk und die Stadt Berlin für sich einen Beranlagungsbezirt Namen der übrigen aus dem Jahre 1891 anwesenden Vorstands. II. Für die Gewerbesteuer- Klaffe II bildet jeder Regierungszu Grunde gerichtet zu haben, erklärte Herr Grashold im mit dem Sitz des Steuerausschusses am Sitz der Regierung be- mitglieder( Frau Klukowski und Frl. Löchelt), sowie für ſeine ziehungsweise in Berlin. Borstandsmitglieder niederlegen müßten, was denn auch ohne eigene Person, daß sie unter diesen Umständen ihr Amt als Widerspruch angenommen wurde. Hierauf bat Herr mund den jezigen Kassirer Herrn Gust um Auskunft darüber, ob es richtig sei, daß in einem Vierteljahresbericht im Jahre 1891 der Kassirer Herr Koopman 1000 Brieftouverts mit dem Betrage von 110,40 m. liquidirt habe. Herr Gust bejahte dies, erklärte aber dabei, es sei ihm mündlich die Mittheilung gemacht worden, daß in dieser Summe Unterstützungsgelder inbegriffen wären. Belege jedoch seien hierfür nicht vorhanden. Herr Mundt erwiderte, nehmen, daß der Verein bemogelt worden sei. Sollten sich die wenn ihm hierfür nicht Belege vorgelegt würden, müsse er an Belege noch finden, so nehme er diese Worte zurück, jetzt liege Ueber die Situation in Pennsylvanien schreibt uns ben Verein als solchen vorläufig zu vertagen und die übrigen aber dazu feine Veranlassung vor. Es wurde darauf beschlossen, Sozialistischer Parteikongres in Valencia. Die unser Newyorker Korrespondent unterm 6. Juli: Die pennsylvanischen Eisenmagnaten haben sich also doch den Vereinsmitgliedern alle 3 Monate von der finanziellen Lage Vorstandsmitglieder im Verein mit den Revisoren zu verpflichten, spanische Arbeiterpartei wird ihren diesjährigen Nationalkongreß nächsten Monat in Valencia ab- nicht durch die republikanischen Politiker bestimmen lassen, mit des Vereins Mittheilung zu machen, ferner wurde die Erhebung halten. Auf Palma de Mallorca, der Hauptinsel der den geplanten Lohnreduktionen deren Nothwendigkeit sie durch der monatlichen Beiträge vorläufig eingestellt, jedoch gehen Jenen, spanischen Balearen- Gruppe, erscheint seit Anfang Juli die ftets zunehmende Konkurrenz des Südens mit feinen billigen die zur Zeit Mitglieder des Vereins sind, ihre Nechte nicht Arbeitskräften begründen Arbeitsträften begründen bis nach der Präsidentenwahl zu verloren. zum ersten Mal ein sozialdemokratisches Wochenblatt unter warten. In und um Pittsburg, dem Zentrum der Eisenindustrie, dem Titel" La Bandera roja"," Die rothe Fahne." III. Für die Gewerbesteuer- Klasse III bildet die Stadt Italien. Unsere italienischen Genossen werden ihren Berlin und in der Regel jeder Kreis für sich einen Veranlagungsersten Nationaltongreß am 14. und 15. Auguſt bezirk. dieses Jahres in Genua abhalten; die Tagesordnung Die ausnahmsweise bestimmte Vereinigung mehrerer Kreise deffelben ist folgende: 1. Beziehungen des Zentralkomitees zu einem Veranlagungsbezirk für Klasse III wird durch die der Partei zum internationalen Arbeitssekretariat für betreffenden Regierungen zur öffentlichen Kenntniß gebracht Italien. 2. Diskussion und Abstimmung über die Partei- werden. statuten und Ernennung des Zentralkomitees. 3. Gründung des Parteiorgans. 4. Vorschläge betreffs des internationalen Kongresses in Zürich. 5. Organisation eines nationalen Gewerkschaftskongresses. 6. Bestimmung des Ortes, wo der zweite Nationalkongreß stattfinden soll. IV. Für die Gewerbesteuer- Klasse IV bildet ausnahmslos ieder Kreis und die Stadt Berlin einen Veranlagungsbezirk. Klaffen II, III und IV wird von den betreffenden Regierungen V. Die festgesetzte Mitgliederzahl der Steuerausschüsse der öffentlich bekannt gemacht werden. den find sämmtliche Eisen- und Stahlwerke geschlossen und dadurch Eine öffentliche Versammlung der Bau- und ges Entsetzlich schreckensvolle That. Elisée Réclus, ohustala" afzeptiren. Von den in den ganzen Bereinigten 17. Juli über die Gründung eines unterſtüßungsvereins. Herr ca. 100 000 Arbeiter beschäftigungslos geworden, bis sie die neue werblichen Silfsarbeiter Berlins verhandelte am der weltberühmte Geograph, alter Sozialist, Kommunard Staaten vorhandenen 460 Walzwerken stehen 250 still. Der Gadegast legte der Versammlung einen Statutenentwurf vor, und Deportirter von 1871, ist am 20. Juli in seine neue bekannte Philanthrop" Garnegie hat ebenfalls eine all wonach die neue Organisation heißen soll: Kranken- Unterstüßungs Stellung als Professor au der Universität Brüssel eingeführt gemeine Lohureduktion angekündigt, infolge dessen in und Begräbniß- Verein für Bau- und gewerbliche Hilfsarbeiter worden. Sämmtliche Schlafmützen beider Welten sind ins feinem Werke zu Homestead 3800 Arbeiter im Streit Berlins". Der Entwurf wurde mit kleinen Abänderungen einWanten gerathen, die Gänsehaut ist epidemisch in der sind. Das ganze Werk ist in letzten Wochen stimmig angenommen und dann zur Wahl eines provisorischen Professorenwelt, faltes Fieber schüttelt sämmtliche deutsche in eine Art Festung verwandelt worden. Rund herum zieht sich Borstandes geschritten. Aus derselben gingen hervor die Herren Kultusminister. So etwas kommt bei uns nicht vor. Das eine zwölf Fuß hohe Planke, oben mit Eisenstacheln versehen, Gadega ft als erster und Kandale als zweiter Vorsitzender, hieße die Revolution auf das Katheder setzen. Weiche von geladen" werden können. In furzen Abständen sind in der Interessenten werden hiermit darauf aufmerksam gemacht. Die die, wie es heißt, event. mittest eines starken elektrischen Stromes Noeding als Kassirer und Deredder als Schriftführer. uns, Satanas! So lautet das akademische Stoßgebet beim Blanke Löcher angebracht, deren Eigenschaft als Schießscharten nächste Versammlung wird im„ Vorwärts", Berliner Boltsblatt, Bolte der Dichter und Denker", die so sehr nervenschwach augenscheinlich ist. Im Mittelpunkte des Werkes erhebt sich ein bekannt gemacht werden und es sind dazu alle Diejenigen, welche find, wie z. B. der Senat der Münchener Hochschule, die hoher Thurm, von dessen Galerie aus die ganze Umgebung beobachtet sich für den Verein interessiren, schon im Voraus eingeladen. über den Vorwärts" die Acht und Aberacht verhängt. werden kann. Um das Werk laufen die Geleise der zwei, Homestead berührenden Eisenbahnen; die Stationen derselben befinden In Weißensee fand am Dienstag Abend eine von zirka Frei- Rußland. Zu dem Artikel über Frei- Rußland" fich zwar außerhalb der Umzäunung, doch glauben die Streifenden, 1000 Berfonen befuchte Boltsversammlung statt. An Stelle des ( Nr. 166 vom 19. Juli) tragen wir hiermit nach, daß diese baß die Einbeziehung der Geleife in die Bestigungslinie" erkrankten Referenten Paul Singer sprach Genoffe Richard auf's Wärmste zu empfehlende Zeitschrift durch die Post den Zweck hat, etwaige mit der Bahn eintreffende Scabs" un- Fischer unter dem Beifall der Versammlung über das ans ( Postzeitungskatalog Nr. 2272 b) zu beziehen ist. gestört ausladen zu können; sie haben danach Vorkehrungen gesetzte Thema: Anarchismus und Sozialismus." In der Dis getroffen, fie dennoch abzufangen. fuffion trat der Unabhängige" Petersdorf gegen dessen Aus" " " Prozeß Beltschew. Nach zehnstündiger Berathung Carnegie behauptet, jederzeit genügend„ Hände" erhalten zu führung auf, hielt sich aber im wohlthuenden Gegensatz zu der faßte, wie der offiziöfe Telegraph meldet, der Gerichtshof plvanien aufzuweisen hat, ist dies auch nicht zu bezweifeln. Wie auf dem Boden fachlicher Auseinandersetzung. Nach einem Schaar fönnen, und bei der Armee Arbeitsloser, welche besonders Penn- sonst üblichen unabhängigen" Art der Diskussion vollständig am 19. Juli folgenden Beschluß: Milaroff, Boppoff, Carnegie ferner erklärt, handelt es sich für ihn nur um einen wort Fischer's nahm die Versammlung mit allen gegen ein paar Georghieff und Alexander Karaguloff werden zum Tode, Ausgleich zwischen den sehr differirenden Zöhnen, da durch die in Stimmen folgende von Genossen Posselt eingebrachte Res Basilieff, Dzudzuff und Bobecoff zu 9 Jahren, Stoicoff zu den letzten Jahren stattgehabten technischen Vervollkommnungen solution an: 16 Monaten, Lepavteff zu 5 Jahren, Karaweloff zu 5 Jahren, in der Stahlproduktion die bisher von den höchstbezahlten Ar- Die heute im Saale des Herrn Sternecker in Weißenfee Kitantscheff zu 3 Jahren und Velikoff zu 15 Jahren Ge- beitern geleistete Arbeit von jedem ungelernten Arbeiter ebenso tagende Bolksversammlung erklärt sich mit den Ausführungen bes fängniß verurtheilt. Grigor Karaguloff, Makedonski, Moloff, gut geleistet werden könne. Sehr interessant sind die Aussagen Referenten voll und ganz einverstanden und verpflichtet sich, das Karastojanoff, Nojaroff und Milkoff werden freigesprochen. eines in Homestead ansässigen Arztes über den Stand der Dinge Gehörte in jeder Beziehung und an jeder Stelle zum Ausdruck Rußland ist der eigentliche Schuldige, er dang die Mörder, gegenüber einem Berichterstatter der New- Yorker Volksztg.", zu bringen, um so dem Sozialismus bez. der sozialdemokratischen die den bulgarischen Minister Beltſchew meuchlerisch tödteten, habe ich schon lange erwartet, jagte er, er mußte kommen, und dadurch die Menschheit endlich vom Drucke des kapitalistischen und es ist werth, sie im Wesentlichen mitzutheilen. Diesen Kampf Partei als einzig revolutionärer Partei zum Siege zu verhelfen er organisirte die Verschwörung gegen das bulgarische Ge- Ginestheils fucht die Firma sich mehr Bewegungsfreiheit zu Individualismus zu befreien." meinwesen, und in den Augen der zivilisirten Welt ist der schaffen, um durch Lohnreduktionen noch billiger fabriziren zu Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie schloß die Ver Barismus als Baudit, als Wegelagerer wieder einmal ge- tönnen und ihre Mitbewerber schneller zu besiegen, anderntheils fammlung um Mitternacht. richtet. hat die technische Entwicklung solche Fortschritte gemacht, daß die nothwendige Geschicklichkeit sehr reduzirt und leicht erlernt werden tann. Es ist natürlich, daß der Kapitalist eine solche günstige Stellung für sich auszubeuten sucht, daher seine Bestrebungen, an den 8, 10, 15 und 20 Dollar hohen Löhnen herunter zu schneiden. Gr will die alte Klassifikation der Arbeiter beseitigen und eine einführen, die mehr den technischen Fortschritten angepaßt ist. das beweist die Geschichte der Dagegen können die Arbeiter auf die Dauer nicht ankämpfen, der Arbeiterbewegung. Die Amalgamated ( die Gewerkschaft Association" der in Depeschen. Von der Cholera. Am 17. Juli find in Astrachan 268 Cholera- Erkrankungen und 182 Todesfälle, in Sfaratow 109 Erkrankungen und 78 Todesfälle, in Esamara 56 Er frankungen und 45 Todesfälle, in Kasan 2 Erkrankungen und 1 Todesfall vorgekommen. In Zarizyn erkrankten am ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) 16. Juli 124 Personen, von denen 70 starben. Bis zum Lemberg, Mittwoch, 20. Juli. Die amtliche„ Gazeta 18. Juli find in Woronesch von 4 Erkrankten 2 gestorben. Lwowska" meldet, wegen der Choleragefahr seien in allen Orten Auf den Stationen der Woronesch- Rostow- Bahn sind zu Frage kommenden pennsylvanischen Arbeiter) pennsylvanischen Arbeiter) hat sich Brody, Bodwoloczyska und Szczakawa feien Aerzte entfendit Galiziens Sanitätsfommissionen gebildet; in die Grenzorte demfelben Tage 34 Personen erkrankt und 20 gestorben. bisher Den Leufel um. Die unteren zahl- Mug den Berichten der Grenzbehörden gehe hervor, daß die Gi ge= ( Depeschen des Bureau Herold.) Die Schiffswerfte In Rostow erkrankten am 12. Juli 35 Personen. Von reich en Schichten ihrer Nebenarbeiter wanderung aus den verseuchten Gegenden äußerst gering und zu diesen starben 12. Jn Asow, wo 18 Personen erkrankten, fümmert; es waren nur die Aristokraten des Ge= find 9 gestorben. Zur Zeit liegen dort noch 22 Personen werts, welche geschützt wurden. Hier hat die Kompagnie Befürchtungen kein Anlaß sei. Wien, 20. Juli. Das Abgeordnetenhaus nahm das Valutas an der Cholera darnicder. Die Anzahl der Erkrankungen logar Arbeitern 2,50 Doll. per Tag gegeben, wo Anleihegesetz und des Konversionsgesetz in zweiter Lesung mit in der Umgegend der genannten Städte ist bedeutend ge war, daß dieselben nur 1,50 Doll. erhielten." die Amalgamated Association einverstanden großer Majorität an. Damit sind sämmtliche Valutavorlagen ers ringer. Ein Erlaß des Baren betreffend die Einfuhr aus Bier warf der Berichterstatter ein, daß ja bann bie Kompagnie ledigt, was mit Bravorufen begrüßt wurde. Der Finanzminister Zentralafien ist am 19. Juli veröffentlicht worden. Durch ihr Vorgehen die Rolle eines revolutionären Faktors ver- wurde von vielen Seiten beglückwünscht. Darnach müssen Baumwolle, Wolle, sowie andere trete." Gewiß", antwortete der Arzt; ich betrachte diese VorWaaren und Gegenstände an der Grenze desinfizirt werden, gänge als Sozialist; ich habe mich öfters über diese ge- London, 20. Juli. Ein allgemeiner Ausstand der Arbeiter während die Einfuhr roher Häute, Därme und roher schwollenen Aristokraten unter den Eisenarbeitern hier geärgert, auf den Schiffswerften und den Marinewerkstätten von Sunder Früchte( Limonen und Granaten ausgenommen) überhaupt wenn fie so bar aller Solidarität gegen ihre schlechter bezahlten land wird telegraphisch hierher gemeldet. verboten wird. Reisende, welche aus Zentralasien kommen, Nebenarbeiter waren. Jetzt seit diese Kompagnie ihre ganze Macht fündigten eine 5-6/ aprozentige Lohnkürzung an, welche bie ein, um die Verhältnisse mehr zu egalisiren und erzeugt dadurch einen Arbeiter ablehnten und ihrerseits kategorisch die Einführung des unterliegen einer siebentägigen Beobachtung. Aber das mehr solidarischen Geist unter denselben. Daneben bringt sie Achtstundentages verlangten. Elend und der Schmutz, die Greuel der Massenquartiere aber auch den Arbeitern mit Keilschrift bei, daß nur durch und die Aushungerung des Volks sind durch einen Utas eine Umgestaltung der Verhältnisse sie sich ein menschennicht aus der Welt zu schaffen. Die Cholera ist im würdiges Dasein dauernd erobern können."- Ueber den Ausfranzösischen Norddepartement in Saint Martin auf- gang der Sache meinte er:„ Wenn feine politischen Einflüsse getreten. Das Aussteigen der Zwischendecks- Auswanderer einen Vergleich herbeiführen, dann wird eine Armee Pinkerton's auf den Hamburger Bahnhöfen ist zur Verhütung der und die Miliz oder das reguläre Militär einschreiten, um die J. N., Effen, Lindenallee. Das tommt ganz auf den bes Einschleppung von Epidemien polizeilich verboten worden. Bufuhr der Stabs zu ermöglichen. An Arbeitskräften fehlt es Die Auswanderer werden direkt in die Nähe der Aus- nicht; täglich melden sich solche, die erklären, daß sie lange außer treffenden Menschen an. Arbeit, daher bereit sind, fede Arbeit anzunehmen." K. C., Friedenstraße. In Nordamerika besteht Zivilehe. wandererschiffe gefahren und bleiben bis zur Einschiffung Die Streifenden haben einen republikanisch- demokratischen In Milwautee wird sich höchst wahrscheinlich ein Konsulat be in besonders eingerichteten Baraden am Ameritaquai. Klub" gegründet und erklärt, ihre Stimme für den demokratischen finden. Sind die Kajüten passagiere, die reichen Leute, denn Präsidentschafts- Kandidaten abgeben zu wollen. Bisher waren sie J. J., Lindenstr. 20. Wenden Sie sich direkt an den seuchenfrei? eingefleischte Schutzöllner". Bürgermeister Belle. Soziale Lebericht. Zum preußischen Gewerbesteuer- Gesek vom 24. Juni 1891, und zwar bezüglich der§§ 10, 12 und 15 erläßt der Finanzminister unterm 11. Juli a. c. folgende Bekannt machung: = " Bemerkt sei noch, daß 700 ber ungelernten Arbeiter, welche von der Lohnreduktion nicht betroffen wurden, ebenfalls die Arbeit niederlegten, also mehr Solidaritätsgefühl an den Tag Briefkaffen der Redaktion. Kirchensteuer. Sie haben unserer Anficht nach nur bis zum Herbst Kirchensteuern zu entrichten. legten, wie in der Regel bei den„ Aristokraten des Gewerts" zu die finden war. Versammlungen. F. W. K. 19 C. Zehnstellig. R. C. 103. In Preußen besteht Erbschaftssteuer. Ueber theilen. bereit. W. A. H. Zu mündlicher Auskunftsertheilung sind wir M. B. 100. Sie müssen Ihre Wohnung in den Tages stunden zur event. Besichtigung bereit halten. 3., Heinrichsplay. Sie müssen die Alimente zahlen. F. W., Schöneberg. Lassen Sie die Hirsch- Duncker'schen I. für die Gewerbesteuer- Klasse I bilden je einen Veranlagungsbezirk: Wäschebrauche. Am 13. d. M. tagte der Verein aller Ar1. Die Provinzen Ostpreußen, Westpreußen, Brandenburg, beiter und Arbeiterinnen in der Wäschebranche. G3 wurde zu so Bommern, Posen, Schleswig- Holstein, Hannover und die nächst der Vierteljahresbericht erstattet. Die Decharge- Ertheilung Diese Leute nicht. Stadt Berlin, mit dem Sitz des Steuerausschusses in für den Kassirer sette man aus, da die Revisoren noch nicht Friedrich Krüger, Hirtenstr. 10. Wir bitten um Ihren Königsberg bezw. Danzig, Potsdam, Stettin, Posen, revidirt hatten. Sie entschuldigten dies damit, daß nichts zu Besuch( von Abends 6 Uhr ab). Schleswig, Hannover und Berlin; revidiren gewesen sei, welche Erklärung zu einer erregten Debatte führte. Aus der dann vorgenommenen Neuwahl der Revisoren gingen die Herren Mundt, Drescher, Eck und Wolffram. 2. die zu je einem Veranlagungsbezirt vereinigten Regierungsbezirfe Beran wortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SWBeuthstraße 2. Hierzu eine Beilage. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 168. Parteinachrichten. recht abhängig. " Donnerstag, den 21. Juli 1892. aus, daß in Oderberg baldigst eine Filiale jenes Verbandes er: richtet wird, und ging mit dem Gesang der Arbeitermarseillaise auseinander. Lokales. 9. Jahrg. Berlin noch herrscht, geht aus folgender Notiz hervor, die wir in bürgerlichen Blättern finden: „ Der Schiffsführer Voigt und der Steuermann des Dampfers Raiserin Augusta Victoria" sind bis zur Klarstellung der Katastrophe, deren Untersuchung seitens der Staatsanwaltschaft mit großem Eifer betrieben wird, außer Dienst gestellt worden. Wie ferner mitgetheilt wird, gehört es zu den größten Selten heiten, daß die Signallaternen an der Köpenicker Dammbrücke spät Nachts brennen. Der Magistrat der Stadt Köpenick hält sich nämlich nicht für verpflichtet, die Durchfahrt des Nachts über zu erhellen, glaubt vielmehr, daß die Interessenten dazu verpflichtet sind." Erleuchtung der Brücke nicht einigen können, müssen erst auf der Also weil sich die Betheiligten über die Verpflichtung zur nämlichen Stelle zwei Mal Unglücksfälle passiren, bei denen Menschenleben zu Grunde gehen. Wenn ein halbes Dutzend Menschen ertrunken sein werden, wird die Sache vielleicht Spruchreif. Wie nothwendig die Einführung des allgemeinen gleichen direkten und geheimen Wahlrechts zu den Ge= meindevertretungen ist, geht drastisch aus einem Bericht hervor, welcher der in Bant erscheinenenden Nordwacht" aus Sande bei Bergedorf zugesandt wurde. Derselbe lautet: Am 19. Mai fand in unserer Gemeinde die Wahl von drei Gemeindevertretern statt. 3um besseren Verständniß des Nachfolgenden schicken wir voraus, daß die Gemeinde Sande an Be- Den Parteigenoffen Berlins, speziell des VI. Wahl. wohnern etwa 2500 Seelen zählt, von denen ungefähr 70 bis 80 kreises zur Nachricht, daß die Angelegenheit mit dem Gtabliffe wahlberechtigt und wählbar sind, weil sie ein, wenn auch noch ment„ Zum Schultheiß"( früher Gisteller), Chausseestraße, geregelt so fleines eigenes Haus hesitzen. Davon ist nämlich das Wahl ist, da der Dekonom Herr Schuster schriftlich erklärt hat, seine Alle Nicht Hausbesitzer, und Lofalitäten zu allen Versammlungen zur Verfügung zu stellen. mögen sie noch so viel Steuern bezahlen, sind Die Lokalkommission1: nicht wahlberechtigt. Die Wähler wählen nach dem beJ. A.: J. Wernau, Rosenstraße 30. tannten Dreitlassen- Wahlsystem, je nach Maßgabe der von denselben zu entrichtenden Steuer für jede Klasse 3, also zusammen schule beabsichtigt, für diejenigen Arbeiter, welche während der Für Nachtarbeiter! Der Vorstand der Arbeiter- Bildungs. 9 Vertreter, von denen jedes zweite Jahr aus jeder Klasse ein Klagen über Mißstände im Vorortverkehr, namentlich Mitglied ausscheidet und durch eine Neuwahl( Wiederwahl zulässig) 8-5 Uhr Unterrichtsturse, vorläufig für Deutsch, Geschichte, So schreibt man der National- Zeitung": Am Sonntag zwischen Nacht beschäftigt sind, an den Nachmittagen in der Zeit von auf der Anhalter Vahn, werden fortgesetzt in der Preffe laut. ersetzt wird. Eine solche Gemeindevertreterwahl, die gewiß einem unbetheiligten Zuhörer das größte Vergnügen bereitet haben würde, Buchführung und Rechnen, einzurichten. Diejenigen Personen, 9 und 10 Uhr war in Lichterfelde der Andrang zur Bahn ein ging nun am Abend des 19. Mai vor sich und zwar im Lokale des welche an diesem Unterricht theilnehmen wollen, werden ersucht, sehr starker. Leute, die es nicht verstanden, sich vorzudrängen, Herrn H. Peters,„ Holsteinischer Hof". Von Geiten der Mit sich in den nachstehend bezeichneten Zahlstellen zu melden. und die um 9 Uhr 30 Minuten auf dem Bahnhof waren, sahen glieder des Bürgervereins, Ladeninhaber, Handwerker und sonstige Der Unterricht beginnt, sobald eine genügende Anzahl Schüler den um 9 Uhr 48 Min. nach Berlin abgehenden Zug abdampfen, ohne Geschäftstreibende, war als unabhängiger Kandidat Herr F. vorhanden ist. daß es ihnen gelungen wäre, auch nur in das innere Gitter zu Dammert, und von Seiten der mit dem hiesigen Eisenwerk in gelangen. Und der nächste Zug ging um 10 Uhr 45 Minuten, Konner stehenden Stimmberechtigten Herr H. Peters als Kandidat eine volle Stunde später. Es hätte so nahe gelegen, einen Extrafür die 3. Wahiklasse aufgestellt. Nachdem nun von dem Gemeindezug einzustellen, aber es geschah nicht. Um 10 Uhr 2 Minuten vorsteher die Wahlhandlung eröffnet und von demselben noch fam ein Zug von Berlin, der seine Passagiere landete und dann den Wählern der 3. Klasse( welche in Gegenwart der anderen leer wieder abfuhr. Warum nahm er nicht die Hunderte mit, zucrst wählt, dann aber abtreten muß) der Kandidat des Eisendie schon lange durchnäßt auf die Abfahrt warteten? Das werts bestens empfohlen wurde, wobei kein anderer Vorschlag Schlimmste ist, daß es nicht möglich ist, eine Auslunft zu er zur Geltung fam, ergab die Wahl von 35 anwesenden und abhalten, weil man feinen Beamten sieht. Als dann endlich um gegebenen Stimmen für Herrn F. Dammert 18, für Herrn 10 Uhr 45 Minuten der fahrplanmäßige Zug von Berlin H. Peters 17 Stimmen, somit doch für Herrn Dammert die abJ. A.: H. Mattutat, Wrangelstr. 124. eintraf, und alle Wagen im Nu besetzt waren, hielt es der solute Majorität. Dem durch den Herrn Gemeindevorsteher geStationsvorsteher für angemessen, den Üeberschüssigen den letzten, Eine Agitationstone in den Oberbaruimer Kreis ver Viehwagen ähnlichen, als Schußwagen angehängten Wagen zur bildeten Wahlvorstande schien das Resultat nicht zu behagen; er einigte am Sonntag, den 17. d. W., eine Anzahl Berliner und Benutzung anzubieten und kategorisch zu erklären: er erlaube nicht, erklärte der Versammlung, daß eine Stichwahl stattfinden müsse, Bernauer Genossen. Vom schönsten Wetter begünstigt setzten sich die an der Spitze des Zuges befindlichen völlig leeren Wagen zu indem Herr Dammert nicht die absolute Majorität habe. Herr dieselben von Bernau ausgehend nach Wernenchen zu in BeBergner, Mitinhaber des Eisenwerks suchte uns dies deutlicher zu wegung, unterwegs jedes Dorf mit Schriften belegend. Kein allgemeinen Einspruch erfolgte die charakteristische Antwort: sei und eine Stimme sich doch nicht theilen ließe u. s. w., somit welch' eifrigem Fleiß das sogenannte sozialdemokratische Gift Dann bleiben Sie eben bis zum nächsten Zuge( 11 Uhr 15 Min.) machen, indem er ausführte, daß doch die Hälfte von 35 gleich 17½ benutzen, dieselben sollen für Südende refervirt bleiben. Und auf Haus wurde übersehen, und es war eine Freude zu sehen, mit allgemeinen Einspruch erfolgte die charakteristische Antwort: von der Bevölkerung eingefogen wurde. Die Theilnehmer wurden Die Anmeldestellen sind folgende: Für die Nord- Schule: Für die Dit- Schule: Für die Südost- Schule: Für die Süd- Schule: Scholz, Kastanien- Allee 35. Gleinert, Müllerstr. 174. Gumpel, Barnimstr. 42. Schulz, Admiralstr. 40 a. Kehr, Köpnickerstr. 126. Fafforte, Junkerstr. 1. Goepel, Kazbachstr. 1. Der Vorstand: vorstand akzeptirte diese Ansicht und der Herr Vorsitzende bestimmte häufig von Zeuten, welche feine Schriften erhalten hatten, ein- in bereits vollen Kupees an. eine„ Stichwahl". Herr Schulte war der Ansicht, daß, da die absolute Majorität von 35 abgegebenen Stimmen 18 jei, eine geholt und um solche gebeten. Auch ein Zeichen, wie ungern Ein blutiges Renkontre mit Soldaten hat sich wieder nochmalige Wahl nicht erforderlich, verließ das Wahlzimmer und man diese Sozialdemokraten kommen steht. Ueberall freundliches einmal in der Nacht zum Montag vor dem Halle'schen Thore zunochmalige Wahl nicht erforderlich, verließ das Wahlzimmer und Entgegenkommen. Aber das dicke Ende kam nach oder um mit getragen. Der 20jährige Schriftseher Bruno Schmidt, welcher bet ersuchte seine Freunde, das Gleiche zu thun. Herr Gemeindevorsteher Eggers erwiderte:„ Minetwegen fön't ju all tosam rut- Schiller zu reden:" Das Unglück schreitet schnell", schneller aber seiner Mutter, Tempelherrnstraße 1, wohnt, ging furz vor Mittergahn", worauf auch die übrigen Wähler des Herrn Dammert noch die Polizei von Wernenchen unter Assistenz der königlich nacht in Begleitung mehrerer Freunde und Kollegen in etwas andas Wahlzimmer verließen. Bei der nun trotzdem vorgenommenen Preußischen Gendarmerie. Die Agitationstour war beendet( Beit geheitertem Zustande die Blücherstraße nach dem Halleschen Thor 4,30 Uhr Nachmittags). Gemüthlich saßen die Theilnehmer der zu. An der Heilig- Kreuz- Kirche, rempelte" er ohne Absicht" Wahl" ergaben sich für Herrn Peters 16 Stimmen, indem einer Tour im dortigen Schützenhause beim Glase Bier, als sich zwei einen Soldaten von der 7. Kompagnie des Kaiser Franz- Grenadierfeiner Wähler ebenfalls das Wahlzimmer verlassen hatte, und drohende Wollen, in Gestalt eines Polizisten und Gendarmen, Regiments an. Schmidt will dann von dem wüthenden Soldaten wurde Peters als einstimmig gewählt proklamirt. Im Statut der Gemeindevertretung,§ 9, heißt es nun mit unzweifelhafter oben genanntem Lokal näherten. Diese vier Augen des Gesetzes er denselben zur Rede stellte, von ihm einen wuchtigen Säbelam Horizont zeigten und sich, was die Beine laufen wollten, sofort zu Boden geschleudert worden sein und erhielt, als Deutlichkeit: Als gewählt ist Derjenige zu betrachten, welcher forderten die Legitimationen der Anwesenden und notirten hieb über den Kopf. Schmidt flüchtete hinter seinen Freunden die absolute Stimmenmehrheit( mehr als die Hälfte der Stimmen) fich die Namen derselben, nach welchem für fich hat". Dammert hat 18 Stimmen erhalten, die Hälfte Atte die offen daliegenden, übrig gebliebenen Beitungen weiteren Verlauf erhielt Schmidt's Freund, der Schriftfeher feierlichen her, während der Soldat mit blankgezogener Waffe folgte. Im der 35 abgegebenen Stimmen beträgt nur 171/2 Stimmen, Dams( Maifest Zeitung, Vorwärts, mert hat also mehr als die Hälfte der Stimmen für sich und ist Maifest- Zeitung, Vorwärts, Volksblatt für Nieder- Barnim) Wittig, von dem wüthend um sich schlagenden Soldaten einen für konfiszirt erklärt wurden. somit ohne Weiteres als gewählt zu betrachten. Nichtsdestoweniger auf das Ungesetzliche dieser Handlungsweise fruchteten nichts und es einem der Herren, den Soldaten festzuhalten, bis ein NachtProtest und der Hinweis Hieb, welcher das eine Ohrläppchen durchschnitt. Endlich gelang hat sich auch die vom Eisenwerk majorifirte Gemeindevertretung zählten denn die beiden Hüter der Ordnung auf Verlangen, in wächter herbeifam, der die ganze Gesellschaft nach der Kaisergemüßigt gefühlt, die ungefeßlich vorgenommene Wahl des Herrn Ermangelung einer Wiegeschale, die Zeitungen vor, um nach Franz- Kaserne brachte, wo der Vorfall zur Kenntniß genommen Peters gut zu heißen. Diese Gemeindevertretung war und ist auch jetzt noch wie folgt zusammengesetzt: Die erste Wählerklasse, stattgefundener Bescheinigung ihrerseits über die erfolgte Beschlag- wurde, worauf der Wächter die Zivilisten nach dem nächsten nahme mit dem corpus delicti zu verschwinden. Broschüren sind Polizeirevier führte. Schmidt, welcher inzwischen bewußtlos zuwelche nicht gefunden worden und wurden dieselben in den auf dem sammengebrochen war, wurde von einem fremden Herrn nach der Rückwege nach Bernau angetroffenen Ortschaften vertheilt. Mit Sanitätswache am Plan- Ufer geschafft, wo der sofort herbeidem Bewußtsein, einen befriedigenden Erfolg errungen zu haben, gerufene Arzt nach Säuberung der Wunde dieselbe nähte und trennten sich die Berliner Genossen um 10 Uhr Abends auf dem einen Verband anlegte. Der Verletzte ist arbeitsunfähig; er weiß Stettiner Bahnhofe. Nachzutragen ist noch, daß Protest gegen übrigens nicht genau, ob ein oder zwei Soldaten bei der Sache die ungefeßliche Beschlagnahme bereits eingereicht ist. betheiligt waren. nur zwei Wähler hat, und zwar den Fabrikanten Bergner, Mitinhaber des hiesigen Eisenwerks, und den Gemeindevorsteher Eggers( als Bevollmächtigter der Chriftiania Hufnagelfabrit " Forense"), wird vertreten durch den Fabrikanten Bergner selbst, den Werkführer W. Seifert und den Gastwirth Peters. Vertreter der zweiten Wählerklasse sind der Schmiedemeister Harden, der Malermeister Lorenzen und der Schlächtermeister Tiedemann. Bertreter der dritten Klasse sind der auf dem Eisenwerk beschäf- Oranienburg. Wie wir seiner Zeit berichteten, hatte der Ein Revolverattentat auf den städtischen Gartentigte Fabritarbeiter Deucker, der Maschinenmeister Stiehler und Arbeiter- Bildungsverein zu Zehlendorf am 1. Mai d. J. ein direktor Hermann Mächtig, sowie auf den Obergärtner Emil der Seilermeister Graf. Als Protokollführer fungirt bei den Bergnügen veranstaltet und dasselbe beim Amtsvorsteher an- Clement ist gestern Vormittag um 103/4 Uhr im Vittoriapart Sigungen der Vertretung der Sohn des Gemeindevorstehers gemeldet. Der Herr Amtsvorsteher hatte jedoch nicht dem Vor- ausgeführt worden. Vor einiger Zeit wurde der Gärtner GrüneEggers( der Buchhalter auf dem Eisenwerk ist), obgleich derselbe, sigenden des Vereins die Anmelde- Bescheinigung gesandt, sondern berg aus dem Viktoriapart, versetzt und später aus dem Dienst da er weder stimmberechtigt noch wählbar ist, nach§ 17 dem Gastwirth Nieter, bei welchem das Vergnügen statt entlassen. G. schob die Schuld an diesen gegen ihn getroffenen des Statuts nicht einmal als Zuhörer den Sitzungen beiwohnen finden sollte, die von diesem gar nicht nachgesuchte Erlaubniß Maßregeln dem Direktor M. zu und hegte feit dieser Zeit einen darf. Infolge dieser Zusammensetzung der Gemeindevertretung zur Abhaltung einer öffentlichen Tanzlustbarkeit bis 11 Uhr Haß gegen den Beamten. Es fiel nun gestern Morgen den Auf( bei deren Abstimmungen die Stimme des Vorstehers den Aus- ertheilt. Als nun die Mitglieder des Vereins und sehern im Viktoriapart auf, daß Grüneberg sich in merklich scheuer schlag giebt) hängen alle Abstimmungen von der Stellungnahme einige von diesen eingeführte Gäste sich beim Tanze ver- Weise im Viktoriapark umhertrieb und augenscheinlich jede Bedes Herrn Bergner zu denselben ab, da nur die drei Vertreter gnügten, trat um 12 Uhr der Gendarm Berg aus Oranienburg gegnung mit bekannten Personen vermied, indem er vielfach sich der dritten(?) Klaffe gänzlich unabhängig sind. Um nun einen herein und bot Feierabend. Der Wirth erhielt ein Strafmandat hinter Strauchwerk versteckte. Gegen 9 Uhr betrat Herr Mächtig einigermaßen entsprechenden Ausgleich herbeizuführen, hatte der von 15 M., gegen welches er selbstverständlich Widerspruch erhob. Den Part, war aber nicht einen Augenblick allein, da Clement hiesige Bürgerverein als Vertreter für die dritte Klasse den Ar- In der am 13. d. M. vor dem hiesigen Schöffengericht statt ihn auf seinem Rundgang begleitete, und nach und nach beiter F. Dammert aufgestellt, der durchaus unabhängig ist, da gefundenen Verhandlung wurde festgestellt, daß eine geschlossene mehrere Beamte sich dem Vorgesetzten angeschlossen hatten. er in Bergedorf sein Brot verdient. Dammert wurde auch, wie Gesellschaft( der Arbeiter- Bildungsverein zu Zehlendorf und die Hin und wieder tauchte die Gestalt Grünebergs in der Ferne auf, schon angeführt, gewählt, aber, da die Wahl den Herren Eggers von Mitgliedern desselben eingeführten Gäste) die Räumlichkeiten um ebenso schnell wieder zu verschwinden. Um 10%, Uhr begab u. f. w. nicht gefiel, als Vertreter nicht zugelassen. Die Beschwerde des Herrn Nieter für den betreffenden Abend gemiethet hatte; sich der Direktor mit Clement und einem Arbeiter in das Bureau bei der Gemeindevertretung ist erfolglos gewesen, die Wähler infolge dessen wurde Herr Nieter, obwohl der Amtsanwalt den des Viktoriaparks, welches hart an der Kreuzbergstraße liegt. Dammert's haben aber nun durch Dr. Jonas in Wandsbeck die Strafantrag aufrecht erhielt, freigesprochen. Damit ist auch das Eine Viertelstunde später erschien der 45 Jahre alte Grüneberg Klage beim Kreisausschuß einreichen lassen, die unzweifelhaft Feierabendbieten seitens des Beamten für ungerechtfertigt erklärt in demselben Raum, zog einen Revolver aus der Tasche und Erfolg haben wird. Herr Peters wird dann den Gemeinde- und dürfte eine Beschwerde über denselben resp. den Amtsvorsteher gab zunächst einen Schuß auf Clement ab. Das Geschoß drang vertreter- Sessel gefälligst verlassen und Herrn Dammert Plat wohl als begründet anerkannt werden. Das Vergnügen bleibt ihm in den rechten Oberarm. Clement taumelte zurück, riß eine machen müssen, dessen Erscheinen allerdings von den Herren freilich gestört. Thür auf und flüchtete in ein Nebengeniach, welches er hinter Bergner und Eggers, den bisherigen Alleinherrschern in der Gemeindevertretung, nicht mit besonderer Freude begrüßt werden In keinem der bisher über das Dampfer- Unglück bei sich verschloß. In diesem Augenblick hatte Grüneberg bereits den dürfte. Der ganze Vorgang zeigt, wie schließlich einzelne Be- Köpenick erschienenen Berichte ist auf die geradezu unheimliche noch anwesenden Arbeiter zur Thür hinausgedrängt, so daß er seinem früheren Vorgesetzten allein gegenüberstand. Mächtig war sitzende eine aus freier Wahl" hervorgegangene Gemeinde- Uebereinstimmung zwischen dieser und der vor drei Jahren aufgesprungen, Grüneberg hielt ihm aber die Waffe entgegen und vertretung und dadurch die Gemeinde selbst vollständig beherrschen, an genau derselben Stelle stattgehabten gleichen Katastrophe jagte dem wehrlosen Manne zunächst einen Schuß in den linken während den übrigen Gemeindebürgern nur das Recht verbleibt, hingewiesen worden. Die„ Berliner Zeitung" konstatirt darüber Unterarm; ein zweiter Schuß traf den linken Oberschenkel, welchen Steuern zu bezahlen und den Mund zu halten. In Oberberg i. M. tagte am 17. Juli unter freiem Simmel eine von 4-500 Personen besuchte Versammlung der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Holzplägen beschäftigten Arbeiter, in welcher Stadtverordneter 3ubeil aus Berlin über den Nutzen der Gewerkschaftsorganifation referirte. Der Genannte ermahnte die Anwesenden zum Anschluß an die Organisation und führte zum Beweise dessen, wie höchst nöthig das ist, die in Oderberg üblichen geringen Löhne sowie die lange Arbeitszeit und dabei die Thatsache an, daß daselbst eine Schneidemühle existirt, 100 die Ar beiter aus sechs Arbeitstagen sozusagen neun machen. Diefe Schneidemühle gehöre einer Berliner Firma. In einer Resolution erklärte sich die Versammlung mit dem Referenten einverstanden und verpflichtete sich: 1. In Erwägung, daß die heutige fapitalistische Produktionsweise den Arbeiter dazu zwingt, sich zu organisiren, um der immer mehr um sich greifenden Arbeitslosigkeit einen Damm entgegen zu setzen; 2. in Erwägung, daß nur durch die größtmögliche Aufklärung es allein möglich ist, den Arbeiter vor Bersumpfung zu bewahren, dahin wirken zu wollen, daß die Anwesenden dem Verband obiger Branche( Siz Bremen) beitreten." Die Versammlung sprach dann die Hoffnung Folgendes: 1. Das diesmalige Unglück paffirte am Sonntag, den 17. Juli; das im Jahre 1889 am Sonntag, den 21. Juli, zeitlich also an dem nämlichen Sonntag. 2. Der Dampfer, auf dem das Unglück sich zutrug, war, wie diesmal, auch am 21. Juli 1889 die Kaiserin Augusta Victoria"( damals Kapitän Seegert). 3. Die Ursache des Unglücks führte, wie diesmal, auch da mals der Kapitän 1. auf die mangelhafte Beleuchtung der Köpenicker Brücke, und 2. auf die des Regenwetters wegen aufgespannten Schirme zurück, die ihm die freie Aussicht auf die Brücke genommen. 4. Wie am 11. Juli 1889 so forderte auch diesmal die Kata strophe zwei Menschenleben, 1. die Gattin des Former meisters Kalischer, 2. die Gattin des Formers Kliemfe; außerdem wurden, wie diesmal, auch damals noch mehrere Personen schwer verletzt. 5. Der Dampfer Kaiserin Augusta Victoria" war, wie dies: mal, auch vor drei Jahren von einer Privatgesellschaft ( Eisengießerei„ Bulcan") gemiethet, die gegen 11 Uhr von dem bei Friedrichshagen gelegenen Müggelschlößchen zurückfehrte. das Geschoß quer durchbohrte. Mächtig fiel nun vornüber. Grüneberg, der sein Opfer noch nicht toot wähnte, schoß ihm eine dritte Kugel in das linke Schulterblatt. Der Mörder hat dann den Revolver ruhig zu sich gesteckt und ist merkwürdiger Weise, obgleich sich Arbeiter und Publikum vor dem Bureau gesammelt hatten, ruhig nach der Bellealliancestraße zu fortgegangen. Man benachrichtigte sofort die Revierpolizei, welche auch unter dem Polizeilieutenant Léon alsbald eintraf und zunächst ärztliche Hilfe herbeiholte. Es erschienen die Doktoren Eisack, Dunkelberg, Grünfeld und Wagner, welche den Verwundeten die erste Hilfe leisteten. Nach Anlegung von Nothverbänden wurden Clement mittels Droschte, und der Direktor mittels des Ringel'schen Krantenwagens nach dem Krankenhause am Urban gebracht, Die Verwundung des Ersteren schließt die Gefahr für sein Leben aus. Anders steht es mit dem Gartendirektor Mächtig, dessen Verletzungen als sehr schwere und vielleicht lebensgefährliche bezeichnet werden müssen. Das Haus Bellealliancestraße 35, wo Grüneberg wohnt, ist in allen seinen Theilen polizeilich abgesucht worden, ohne daß aber Grüneberg gefunden wurde, und wird fortdauernd von der Polizei beobachtet. Von einem versehten Liebhaber wird aus Spandau Welche Krähwinkelei übrigens in unmittelbarer Nähe von folgende Geschichte erzählt. Ein Einwohner von Rummelsburg, Mitte der fünfziger Jahre und Wittwer mit mehreren Kindern, das Verhalten des Angeklagten in ein so trübes Licht 1 19 859. Von Diesen wurden Die Zahl der während desselben Zeitraums erhobenen hatte vor 2 Monaten die Bekanntschaft einer um mehr als die gestellt, daß der Amtsanwalt die von Polizeiwegen fprüche auf Bewilligung von Invalidenrenten betrug bei Hälfte jüngeren Kellnerin gemacht und diese lieben gelernt. Er erkannte Strafe für für zu niedrig hielt und eine Haft den 31 Versicherungsanstalten und den 9 zugelassenen Rassen glaubte auch, daß seine Neigung von dem jungen Mädchen er strafe von sechs Tagen beantragte. Dieser Antrag wurde einrichtungen insgesammt widert würde. Beide wollten nun ein Paar werden und am vom Schöffengericht zum Beschluß erhoben. Der Verurtheilte 5591 Rentenansprüche anerkannt und 7861 zurückgewiesen, 5516 Montag famen sie nach Spandau, dem früheren Wohnort der nahm die zweite Instanz in Anspruch, aber ohne Erfolg, denn blieben unerledigt, während die übrigen 891 Anträge auf andere Braut, um die erforderlichen Papiere herbeizuschaffen. Nachdem gestern wurde das Erkenntniß des Schöffengerichts bestätigt, mit Weise ihre Erledigung gefunden haben. alles besorgt war, suchten sie eine Restauration auf. Während der Begründung, daß den Aergerniß erregenden Szenen von Von den erhobenen Invalidenrenten- Ansprüchen entfallen der Mann sich an Speise und Trant erfrischte, entfernte fich die Thierquälerei energisch entgegengetreten werden müsse. auf Schlesien 2937, Ostpreußen 1875, Rheinproving 1415, West Geliebte heimlich durch eine Hinterthür aus dem Lokal, um nicht wieder zurückzukehren. Stunde auf Stunde wartete der Ver preußen 1047, Hannover 1024, Brandenburg 872, Sachsen- Anhalt Auf versuchte Erpressung lautete die Anklage, die gestern 753, Bosen 734, Pommern 685, Westfalen 536, Hessen- Nassau laffene, bis ihm endlich flar wurde, daß er hintergangen war. vor der ersten Strafkammer des Landgerichts I gegen den Schreiber 433, Berlin 298, Schleswig- Holstein 285. Auf die acht Ver Die Geliebte, die nicht allein ihre eigenen Papiere, sondern auch Hermann Hübner verhandelt wurde. Der Angeklagte hat das sicherungsanstalten des Königreichs Bayern kommen 2670 Inwerthvolle Dokumente des Mannes mit sich führte, blieb ver- Gymnasium bis Unter- Prima besucht und hat dann eine Stelle validenrenten- Ansprüche, auf das Königreich Sachsen 594, schwunden und konnte von dem„ Verfekten" troß eifriger Nach als Schreiber beim Polizeipräsidium erhalten. Am 7. Juni d. J. Württemberg 567, Baden 562, Gr. Heffen 227, beide Mecklen forschungen nicht wieder gefunden werden. Zief bekümmert fand Hübner im Thiergarten bei den Belten ein Packet Rech- burg 207, Thüringische Staaten 804, Oldenburg 41, Brauns kehrte dieser heim nach seiner verwaisten Häuslichkeit, wo die nungen und Bankabschlüsse. Er ermittelte den Verlierer in der schweig 105, Hansestädte 83, Elsaß- Lothringen 432 und auf die Ungetrene bereits eine Zeit lang provisorisch als bessere Hälfte Person des Buchhalters Jakoby, dem er den Fund auch ab- 9 zugelassenen Kasseneinrichtungen zusammen 1173. gewaltet hatte. lieferte. Da die Papiere für den Finder keinen Werth hatten, Unter den in den Genuß der Invalidenrente tretenden Per so händigte Jakoby dem Angeklagten eine Belohnung von sonen befanden sich 256, welche bereits vorher eine Altersrente Von einem Pferde erschlagen wurde vorgestern Vor- einer Mark aus. Dieser nahm das Geld auch an und bezogen. mittag ein Lohnkutscher an der Ecke der Jäger- und Mauerstraße. ging. Zu Hause überlegte er sich aber, daß ihm wohl Derselbe stand im Begriff seine Pferde abzusträngen, als das eine ein höherer Finderlohn gebühre. Er schrieb an Jakoby einen derselben ausschlug und den Kutscher so schwer am Kopfe traf, daß er sofort bewußtlos zusammenbrach. Die Revierpolizei forgte für die sofortige Ueberführung des Verletzten in die königliche Klinit; unmittelbar nach der Einlieferung ist der Kutscher jedoch verstorben. Der Schlächter Herr Carl Neumann, Oranienstr. 2a wohnhaft, ersucht uns um die Mittheilung, daß er mit dem bei dem Raub im Thiergarten betheiligten Schlächter gleichen Namens nicht identisch ist. NachPolizeibericht. Am 19. d. M. gegen Mittag versuchte sich eine Frauensperson in der Wohnung ihres Zuhälters zu vergiften. Sie wurde nach der Charitee gebracht. Am Engelufer fiel ein 12jähriges Mädchen beim Spielen in den Kanal, wurde aber alsbald wieder herausgezogen und seinen Eltern zugeführt. mittags brachte sich ein in der Tresckowstr. 16 im Gesindedienst stehendes Mädchen, offenbar in einem Anfall von Geistesstörung, mit einem Rüchenbeil so schwere Verlegungen am linken Handgelent bei, daß es nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden mußte. Gegen Abend wurde auf dem Bürgersteig vor dem Grundstück Reichenbergerstraße 161 ein 4jähriger Knabe durch eine aus der Durchfahrt des Hauses herauskommende Droschke überfahren. Er erlitt einen Bruch des rechten Oberschenkels. Den Führer der Droschke trifft, nach Aussage von Augenzeugen, feine Schuld. Im Laufe des Tages fanden zwei unbedeutende Brände statt. Gerichts- Beitung. " Ein gelungenes Konterfei der bürgerlichen Pro Brief des Inhalts, daß er auf einen Lohn von 100 Mark An- duktionsweise entwirft das Amtsblatt für den Stadtrath spruch mache. Diese Summe solle ihm unter einer an- zu Meerane, das Meeraner Wochenblatt", in gegebenen Adresse postlagernd geschickt werden, widrigenfalls Nr. 161 vom 14. Juli 1892 in einem Festartikel, worin der er dem Chef von dem Verluste Kenntniß geben und den nach- König von Sachsen bewillkommnet wird: lässigen Verlierer dadurch in eine schiefe Lage bringen würde. feit jenen Tagen, die den geschäftsaufblühenden Jahren Der Bedrohte erstattete Anzeige, Hübner wurde verhaftet, als von 1871, 1873 2c. noch erheblich näher lagen,( hat sich) Bieles, er sich auf dem betreffenden Bostamt einstellte. Der Gerichtshof Vieles geändert. Der Kampf um's Dasein ist ein erbitterterer belegte den bisher unbescholtenen und geständigen Angeklagten geworden; die Konkurrenz mit ihren unaufhaltsamen Riefens mit zwei Wochen Gefängniß, wovon eine Woche durch die er schritten blieb nicht ohne nachtheilige Einwirkung auf das alllittene Untersuchungshaft für verbüßt erachtet wurde. gemeine und spezielle Geschäftsleben! Die Gegenwart ist absolut nicht mehr dazu angethan. im redlichen Kampfe die Geldschränke zu füllen und Staatspapiere in erheblicher An zahl anzukaufen, wie es ehedem wohl der Fall gewesen sein mag. Möchte das nur vor Allem der Arbeiterstand bedenken, der immer und immer wieder Grund sucht und findet, zu murren und zu klagen." Das Meeraner Wochenblatt" hat mit vorstehenden Auf Soziale tebersicht. An die Puzzer Berlins! Die Adressen der im Versammlungsbericht in Nr. 164 vom führungen eine Rechtfertigung des sozialdemokratischen Pres Sonnabend, den 16. Juli, erwähnten Kommission, welche die gramms geliefert, wie sie wenigstens von einem Amtsblatt nicht etwaigen Beschwerden und Unregelmäßigkeiten entgegennehmen besser verlangt werden kann. wird, sind folgende: H. Neumann, W., Kirchbachstr. 5. Stadloff, SO., Boeckhstr. 6. W. Hohendorff, SO., Görligerstr. 44. K. Deumich, N., Swinemünderstr. 145. B. Förster, Lübeckerstr. 43. Der Vertrauensmann. " Versammlungen. wurde der Kassirer Der fozialdemokratische Wahlverein für den sechsten Berliner Reichstags- Wahlkreis hielt am 19. de. Mts. feine Aufruf an alle Kammmacher Deutschlands! vierteljährliche Generalversammlung ab. Dieselbe hörte mit Kollegen! Wie Ihr alle wißt, ist unser Geschäft eines der großem Interesse einen Vortrag des Genossen Robert Wolf wirthschaftlich am schlechtesten gestellten: Sange Arbeitszeit, über die Bestrebungen der modernen Handwerker- Bewegung und niedere Löhne, schlechte und ungesunde Arbeitsräume", das sind deren Verhältniß zur Sozialdemokratie". Der Vortragende vers so die hauptsächlichsten Mißstände in unserem Gewerbe. anschaulichte, wie die Innungsbewegung als Trumpf von der Fragen wir uns nun, wodurch können wir hier eine gründ- Bourgeoisie und den Regierungen gegen die fortschreitende Bes Unter besonders erschwerenden Umständen sollte der Klempner August Böttner, welcher gestern vor der 122. Ab- liche Abhilfe schaffen? Run, einzig und allein doch nur durch wegung des Proletariats, wenn auch ohne Erfolg, ausgespielt theilung des Schöffengerichts stand, zwei Diebstähle ausgeführt eine feste und einheitliche Organisation. Wenn wir in ge- worden sei, unterzog die Bestrebungen der Innungsleute einer haben. Im Januar d. 3. traf der Angeklagte mit dem fchloffener Masse dem Unternehmerthum gegenüberstehen, so eingehenden Kritik und zeigte weiterhin, wie der Handwerker ihm oberflächlich bekannten Klempner Biedermann zusammen. bilden wir eine Macht, mit der in allen Fällen gerechnet werden stand blind seine eigenen Interessen verkenne und wie der Sieg Er überredete denselben, ein Lokal zu besuchen, wo sie beide ver- muß, während wir als Ginzelne vollständig kraftlos sind und des Sozialismus unausbleiblich sei. Dem Vortragenden wurde schiedene Schnäpfe und Gläser Bier zu sich nahmen. Dem Wirth zum willenlosen Werkzeug herabsinken. Von teiner Seite haben allseitiger Beifall gezollt. Nachdem in der Diskussion die Ge fiel es auf, daß Biedermann sehr bald angetrunken wurde, wir Hilfe zu erwarten, wenn sie nicht aus uns selbst kommt. noffen Rogge und Stampehl gesprochen hatten, nahm die während die genoffenen Getränke auf den Angeklagten eine Kollegen! Es ist wahrlich hohe Zeit, daß auch die Kamm- Generalversammlung den Kaffenbericht für das zweite Bierteljahr besondere Wirkung nicht auszuüben schienen. Der Wirth fab macher endlich einmal aus ihrem lethargischen Schlaf erwachen entgegen. Derselbe ergab eine Einnahme von 1745 m. 50 Big ferner, daß die Uhrkette des Biedermann sich losgelöst hatte und und mit allen anwendbaren Mitteln nach einer Befferstellung eine Ausgabe von 786 M. 7 Pig., und einen verbleibenden Be daß Böttner dieselbe ergriff. Du willst mir wohl meine Uhr ihrer Lage streben! Seht Euch einmal andere Gewerfe an, stand von 959 M. 43 Pfg. Neu aufgenommen wurden 359 Mitausspannen?" fragte Biedermann, ebenfalls nach der Kette mit welcher Aufopferung und welchem Eifer die Arbeiter für glieder. Auf Antrag der Revisoren greifend, worauf Böttner erwiderte: Nein, ich will Dir nur die ihre Organisation eintreten! Sollten denn gerade wir die einzigen einstimmig entlastet. Von dem vorhandenen Kaffenbestande Kette wieder festmachen." Der Wirth legte dieser kleinen Szene fein fein, welche theilnahmslos unseren kämpfenden Mitbrüdern zu- wurden 500 M. dem Vertrauensmann zur Agitation und 100 M. Gewicht bei. Bald darauf entfernten sich die beiden Gäste. Am fehen? Nein und abermals nein! Organisiren wir uns und zeigen der Arbeiter- Bildungsschule überwiesen. Die Lassallefeier wird folgenden Tage erschien Biedermann wieder im Lokale und er- wir, daß wir nicht gewillt sind, uns stets nur als gefügige Aus- auch in diesem Jahre in würdigster Weise gefeiert werden. In zählte dem Wirth, daß ihm Abends zuvor seine Uhr gestohlen beutungsobjekte benüßen zu laffen. Echließen wir uns Mann für Aussicht genommen sind vier Lokale( Moabit, Wedding, Schön worden sei. Sein Begleiter habe ihn nach Hause geführt. Unter Mann der Vereinigung der Drechsler und Berufsgenossen Deutsch hauser- und Rosenthaler Vorstadt), ein dreizehngliedriger Ausschuß wegs sei ihm so schwer in den Gliedern geworden, daß er sich lands an; denn nur auf diesem Wege können wir hoffen, jemals wurde mit den erforderlichen Vorarbeiten betraut. Demſelben nicht habe auf den Beinen halten können und bald sei ihm die eine Befferstellung unserer Lage zu erzielen. Kollegen, welche mit gehören die Genossen Körsten, Rogge, Backschaft, Faltenberg, Besinnung völlig geschwunden. Man habe ihn in besinnungs- indifferenten Berufsgenossen zusammenarbeiten, müssen es für ihre Strigtowski, Jante, Raschte, lofem Zustande auf dem Flur des Hauses gefunden, in dem er höchste Pflicht ansehen, diese auf ihre Pflichten und Rechte auf- Weinberg, Dornbusch, Feistel, Babiel, Hermers wohnte, seine Uhr fei fort gewesen. Er habe Biedermann in Vermerksam zu machen und sie zu unserer Organisation heranzuziehen. Ich midt und Böttcher an. Auf der Tagesordnung stand bacht, daß derselbe ihm ein Betäubungsmittel ins Bier gethan, Ebenso werden alle zielbewußten Arbeiter ersucht, falls sie mit weiter der von mehreren Genossen" gestellte und bis zur General denn die Getränke, die er zu sich genommen, tönnten eine Kammmachern zusammenkommen sollten, dieselben auf diesen Aufruf versammlung vertagte Antrag, betreffend den Ausschluß des Mits gliedes Bär aus dem Wahlverein. Man machte den Eintritt solche Wirkung nicht hervorbringen. Nach einigen Tagen aufmerksam zu machen. gelangte ein ähnlicher Fall zur Kenntniß der Polizei. Der Der Vertrauensmann der Kammmacher Berlins: in die Verhandlung von der Namensnennung der Antragsteller abhängig, wobei konstatirt wurde, daß kein Mitglied der„ Fünfer Charlottenburg, Magazinstraße 15, Quergebäude 1V. Kommission" Antragsteller sei. Da sich feiner der Antragsteller Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. meldete, um den Antrag zu begründen, ging die Generalversamme lung über den Antrag zur Tagesordnung über. Genosse Thal, mann behaupteten im Termine mit aller Entschiedenheit, daß der Deutscher Schneider und Schneiderinnen- Verband, Mitglied der Lokalfommission von Reinickendorf, stellte sodann in Angeklagte ihnen ein Betäubungsmittel ins Bier geschüttet haben Filiale Berlin. Die Mitglieder werden darauf aufmerksam Abrede, daß beim Parteifeste in Reinickendorf Bier der Nords müsse, sie könnten unmöglich durch den Genuß der Getränke in gemacht, daß Montag, den 25. Juli cr., Abends 81/2 Uhr, Rosen- deutschen Brauerei verschänkt worden sei. Der Wirth des Lokales den bewußtlosen Zustand gebracht worden sein. Als Sachver- thalerstr. 38, eine Verbandsversammlung stattfindet. In der Seeschlößchen" in Reinickendorf habe zwar vordem Bier der ständiger war der Sanitätsrath Dr. Mittenzweig geladen worden, felben wird Genoffe Zahnarzt Robert Wolf einen Vortrag Norddeutschen Brauerei verschänkt, schänke aber jetzt Bier von welcher es, wenn auch nicht für erwiesen, so doch für wahr über:" Handwerkerbestrebungen und Sozialdemokratie" halten. Oswald Berliner aus. Die Angelegenheit mit den Kellnern, scheinlich hielt, daß die Bestohlenen durch Morphium oder Chloral- Nach der Diskussion findet die Wahl der Delegirten zum Ver- welcher Umstand gleichfalls in der vorigen Versammlung gerügt hydrat betäubt worden seien. In Betreff des ersten Falles wurde bandstag statt; die Mitglieder werden aufgefordert, ihre Mit- worden war, ist nach der Versicherung Thal's geregelt worden. erwiesen, daß der Angeklagte im Besitze der Uhr des Biedermann gliedsbücher mitzubringen und den Kontrolleuren am Eingang Thal ersuchte um Unterstützung des Seeschlößchens", da ber gewesen ist. Er hat dieselbe verfekt und will sie von einem vorzuzeigen. Außerdem machen wir darauf aufmerksam, daß Wirth allen Anforderungen Genüge leiste. Beiber werde hier Kolporteur, der nicht zu ermitteln gewesen ist, gekauft haben. laut Wahlreglement nur diejenigen Mitglieder wahlberechtigt und gegen noch sehr gefehlt. Die Versammlung beschloß ferner, nu Hielt der Staatsanwalt den ersten Fall schon auf Grund dieses wählbar sind, welche weniger als 13 Wochen im Rückstande sind, über Anträge, Resolutionen und Fragen, die mit Namensunters Umstandes für zweifellos erwiesen, so schloß derselbe daraus, daß deshalb ersuchen wir die rückständigen Beiträge baldigst, mindestens schriften versehen sind, in Verhandlung einzutreten. Thal be Der Angeklagte auch im zweiten Falle der Thäter sei. Bei der aber am Gingang des Versammlungslokal zu entrichten. Das richtete noch, daß die von der Freien Bercenigung der Zivil großen Gemeingefährlichkeit, die in der Handlungsweise des An Erscheinen aller Mitglieder ist dringend nothwendig, damit die Berufsmusiker zum Sommerfeste gestellten Mufiter der Organis getlagten liege, beantrage er eine Gefängnißstraße von Delegirten auf dem Verbandstag auch die Meinung der Filiale fation nicht angehört haben. Wie der Vorsitzende mittheilte, find einem Jahre sechs Monaten. Der Gerichtshof getreu zum Ausdruck bringen können. Gäste haben Zutritt und die auf die Nummern 525, 711, 787, 676 gelegentlich der Mais hielt nur im ersten Falle den Angeklagten für hinreichend erwartet zahlreiches Erscheinen überführt und erkannte hierfür auf eine Gefängnißstrafe von Tischlermeister Röhn hatte eines Abends mit dem Angeklagten einige Glas Bier getrunken. Er wurde des Abends vom Nachtwächter in besinnungslosem Zustande vor seinem Hause gefunden, auch ihm war die Uhr entwendet worden. Röhn wie Biederneun Monaten. Robert Voigt, Die Lokalverwaltung. " feier, und die auf die Nummern 75, 85, 40, 116, 192, 123, 464 gelegentlich des am 26. Juni bei Knebel stattgehabten Sommers festes entfallenen Gewinne beim Genossen Rajchte, Wiesenstr. 8 abzuholen. Nach Erledigung des Fragekastens wurde die Vere sammlung mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie Der Krankenunterstützungsbund der Schneider( E. H. Der Oberingenieur Max Hahn hatte sich gestern wegen Nr. 18, Braunschweig), welcher seine Generalversammlung am Unterschlagung vor der I. Strafkammer des Landgerichts 1. zu 18. d. M. in Göttingen begann, hat sich am 19. b. M. init 36 geschlossen. verantworten. Der Angeklagte, welcher Jnhaber eines Patent gegen 16 Stimmen für das Weiterbestehen der Kaffe erklärt, bie Bureaus ist, war mit einer Frau Horn in Geschäftsverbindung wird sich also den neuen Bestimmungen des Krankenversicherungs- 19. Juli in der Invalidenstr. 1a tagte und sehr zahlreich besucht der öffentlichen Versammlung der Maurer, die aut getreten. Dieselbe hatte ein Patent auf einen neuen Apparat Gesetzes anpassen. zum Maßnehmen erhalten. Um dasselbe in gewinnbringender Alters- und Invalidenversicherung. Nach den im Reichs- legte war, besprach Kollege Blaurock den augenblicklichen Stand Weise zu verwerthen, hatte Frau Horn mit dem Anund eine Versicherungsamt angefertigten Zusammenstellungen, welche auf flar, wie das Unternehmerthum jede Gelegenheit benüße, um die getlagten einen Gesellschaftsvertrag gefchloffen dienen den von den Vorständen der Invaliditäts- und Altersversicherungs- 2öhne zu drücken und den kaum errungenen Sieg der Arbeiter bedeutende Summe eingefchoffen welche dazu Ar- Anstalten und der vom Bundesrath zugelassenen besonderen Kassen zu seinem eigenen Vortheil auszunuzen und wie ein enger und follte, Kosten der Einführung Des neuen tikels zu bestreiten. Die an den Artikel geknüpften Erwartungen einrichtungen gemachten Angaben beruhen, betrug am 30. Juni 1892 fefter Zusammenschluß der Arbeiter unbedingt nothwendig fel, gingen nicht in Erfüllung. Es stellte sich heraus, daß der An- die Zahl der seit dem Inkrafttreten des Invaliditäts- und Alters- um die Errungenschaften aufrecht zu erhalten, die Lohnreduktion geklagte verschiedene Tausend Mark des Gesellschaftsvermögens versicherungs- Gefches erhobenen Ansprüche auf Bewilligung von zu verhindern und die Schinderei auf den Bauten zu beseitigen. nicht zu den vereinbarten, sondern zu Sonderzwecken verausgabt Altersrenten bei den 31 Versicherungsanstalten und den Nach eingehender Diskussion fanden eine Resolution des Kollegen hatte. G3 wurde deshalb obige Antlage gegen ihn erhoben. 9 vorhandenen Kaffeneinrichtungen 205 076. Von diesen wurden Gerde gegen eine Stimme und ein Antrag des Kollegen Durch die Beweisaufnahme erachtete der Gerichtshof die Schuld 158 246 Rentenansprüche anerkannt und 37 072 zurückgewiesen, Iauroc einstimmige Annahme. Die Resolution lautet: des Angeklagten für erwiesen und wurde derselbe zu fe ch 3 5617 blieben unerledigt, während die übrigen 4141 Anträge auf Sn Erwägung, daß weder von den Staats- noch Kommunal Monaten Gefängniß und einem Jahr Ehrverlust verandere Weise ihre Erledigung gefunden haben. Bon den erhobenen Ansprüchen entfallen auf Schlesien 23 339, sicher stellende Reformen zu Behörden durchgreifende, die wirthschaftliche Lage der Arbeiter erwarten sind, in weiterer urtheilt. Ostpreußen 19 524, Brandenburg 15 664, Rheinproving 18 759, Grwägung, daß die Vertreter des Geldsacks die Lage Arbeiter nur dann verbessert haben, Daß die Gerichte gegen Thierquäler keine Milde Hannover 11 964, Sachsen- Anhalt 11 321, Pofen 10 474, Schles Der walten laffen, hat der Stutscher Wilhelm Schneider er- wig- Holstein 7895, Westfalen 7703, Westpreußen 7557, Bommern durch die Macht der Arbeiterorganisationen dazu gezwungen fahren müssen, welcher gestern vor der siebenten Straftammer 6959, Hessen- Nassau 4423, Berlin 2157. Auf die 8 Versicherungs- wurden, und da fernerhin, so lange ein wirksames Arbeiterschu bes Landgerichts I stand. Schneider hatte eines Tages sein anstalten des Königreichs Bayern kommen 20 733 Alters- Renten- Gesetz fehlt, die Kapitalisten stets bemüht sein werden, die Löhne Pferd in unbarmherziger Weise geprügelt und einen Mann, der ansprüche, auf das Königreich Sachsen 8509, Württemberg 4638, au türzen und die Arbeitszeit zu verlängern, weshalb eine brauch ihn dieserhalb zur Rede stellte, ebenfalls gemißhandelt. Die Baden 3829, Gr. Heffen 8687, beide Mecklenburg 4191, bare Rampfesorganisation unentbehrlich ist, so verpflichten fich Bolizei schickte ihm deshalb ein Strafmandat über 20 Mart zu, Thüringische Staaten Oldenburg 727, ber avorauf Schneider richterliche Entscheidung beantragte. Er tam Hansestädte 1322, Elsaß- Lothringen 6236 und auf die 9 zugelassenen Interessen der Maurer Berlins und Umgegend beizutreten, und, vom Regen in die Traufe. Durch die Beweisaufnahme wurde| Kaffeneinrichtungen insgesammt 2726, Ida im Kampfe gegen das Kapital auch Kapital erforderlich ist wenn fie total, Annenstr. 14 part. Verein der Barbiere, Friseure und Perridenmacher Berlins und 10 Uhr, Nosenthalerstr. 38. umgegend. Generalversammlung am Donnerstag, den 21. Sult, Abends Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter( E. S. 29 beamten am Donnerstag, den 21. Juli, Abends 8 Uhr, bet Röllig, Neue Friedrichstr. 44. Die Delegirten sind hierzu besonders eingeladen. Allgemeiner deutscher Tapesirerverein, Filiale Berlin. General Rivdorf. Deffentliche Maurerversammlung von Nixdorf und Umgegend am Donnerstag, den 21. Juli, Abends 8 Uhr, bet Kummer, Berlinerstr. 136. und 89, Samburg), Filialen Berlins und Umgegend. Bersammlung der Ortsversammlung. Abrechnung pro 2. Duartal. Vereinsangelegenheiten. Neuwahl des Vertrauensmannes und Berathung über die heutigen Lohnverhältnisse. fleißig zum Generalfonds der Maurer Berlins und Umgegend| Außerdem sind von den 233 Gehilfen 36 im Sommer und 42 im Wenn nun am Schluffe des von der Streit- Kontrollkommission beizusteuern, sowie auf den Bauhandwerker" zu abonniren." Winter frank gewesen; auf jeden Kranken kamen 32 Krankheits- angenommenen Antrages der Brauer die Erwartung ausgesprochen Der Antrag lautet:" Die heutige Versammlung beschließt, tage, so daß der Durchschnittsverdienst inklusive der Werkführer wurde, daß der Brauer Feldmeier wieder in Arbeit genommen um den arbeitslosen bezw. arbeitsuchenden Kollegen es möglichst 972 M. betrug. Das niedrigste Jahreseinkommen, was von der werde, so ist diese Forderung nebenfächlicher Natur, da der Anleicht zu machen, vernünftige, unseren Anforderungen entsprechende Mehrheit verdient wurde, betrug 415 M. Die Ausgaben betrugen trag fein Hauptgewicht auf die Arbeitsordnung und die KoalitionsArbeit zu erhalten, Handzettel drucken zu lassen, auf welchen die durchschnittlich für Miethe 272 M., Lebensmittel 679 M., Kleider, freiheit legt. Denn wenn von Seiten der Brauereibeamten ergrößten und brutalſten Ausbeuter und Lohndrücker namhaft ge- Schuhe u. f. w. 50-280 M. Mithin ergab sich ein Defizit von klärt wird, daß die Brauer, welche nach Versammlungen gehen, macht werden, damit die Berliner Maurer dieselben stets gut im 48-600 m. Redner wies zum Schluß seiner Rede auf den entlassen werden, wenn der Vorwärts" bei Strafe der EntGedächtniß behalten." Mit einem brausenden dreifachen Hoch auf Streit der Weber in Riydorf und Umgebung hin, die in der laffung ebenfalls verboten ist," dann muß es um das Koalitionsdie Arbeiterbewegung schloß die imposante Versammlung. felben traurigen Lage gewesen wären, und doch den Kampf gegen recht der Arbeiter der Unionsbrauerei schon übel bestellt sein. die fapitalistische Produktionsweise mit Begeisterung geführt Im Auftrage des geschäftsführenden Ausschusses Eine zweite Versammlung der Maurer fand am gleichen hätten. Der Referent erntete großen Beifall. Es wurde dann Der Berliner Streit- Kontrollkommission. Tage bei Joël statt. Referent war hier Kollege Wilte. Der folgende Resolution einstimmig angenommen: Hermann Faber, SO., Grünauerstraße 4, Hof 1 Treppe. felbe führte aus: Um solide Bauten aufzuführen, müßten vor Die Versammlung der Maler und Anstreicher Berlins erklärt Vereinigung der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter allen Dingen die Zwischenunternehmer beseitigt werden. Die fich mit den Ausführungen des Referenten Schweißer einver- Schönebergs und Umgegend. Die regelmäßige Mitgliederversammlung felben suchten sich an den Arbeitern durch Verkürzung der Arbeitsstanden. Sie beschließt, eine Kommission von fünf Mann zu fällt diesen Monat aus. Zentralverband deutscher Konditoren, Pfefferküchler und BerufsStaats- und Kommunalbauten durch Unterbieten der Konkurrenten hat. Ferner soll dieselbe jetzt die Agitation für den Achtstunden- geneffen, sewis deren Hilfsarbeiter und-Arbeiterinnen, Lotalverein Berlin. Generalversammlung heute, Donnerstag, Abends 8% Uhr, im VereinsEinbuße erlitten haben. Wenn auch seiner Zeit eine Petition, tag beginnen, um denselben event. im nächsten Jahre zur die u. A. die unbedingte Nothwendigkeit betonte, daß den Durchführung zu bringen. Zu diesem Zweck soll die Diskutirklub der Hausdiener. Generalversammlung am Donnerstag, Maurern der nach der Steuerliste festgesetzte Lohn gezahlt werden Kommission in nächster Zeit Versammlungen einberufen, Abends 9 Uhr, bei Sommer, Grünfir. 21. Musterzeichner- Verein Berlin. Sigung am Donnerstag, den 21. Juli, müffe, im Rothen Hause mit allerhand haltlosen Einwendungen auch sind in den Werkstellen Vertrauensleute zu ernennen, im Bereins total bei Albert, Landsbergerstr. 82. abgelehnt worden wäre, so sei es doch nothwendig, immer wieder welche an den Sonnabenden den Vertrieb der Agitationsmarken dort anzuklopfen, bis man endlich Gehör gäbe. Aehnlich, oft in die Hand nehmen. Die Versammlung beschließt ferner, Alle, noch schlimmer stehe es bei Privatbauten. Redner legte flar, Mann für Mann, der Vereinigung der deutschen Maler beizu wie durch Einstellen jüngerer und Hinausdrängen älterer Ar- treten und nach besten Kräften für den Agitationsfonds zu beiter die Arbeitslöhne heruntergedrückt und die Arbeitszeit verfteuern." längert wird und beleuchtete eingehend die für die Arbeiterschaft In die Kommission wurden Kollege Kölln als Kassirer, hieraus entstehenden überaus traurigen Folgen; im Anschluß hieran sowie die Kollegen Fleischer, H. Kube, Mannewig und allen Kollegen nahelegend, daß nur eine gutgeordnete Organi G. Bonath gewählt. Kollege IIn machte noch bekannt, sation, die am Orte selbst domizilive, Abhilfe schaffen könne. Als daß am Montag, den 25. Juli, Abends 8 Uhr, in der Ressource empfehlenswerthes Beispiel führte er die Jüterbogter Kollegen wieder eine Versammlung stattfindet, und Tud die Kollegen ein, an, welche einmüthig die elfstündige Arbeit einstellten und zehn für dieselbe recht fleißig zu agitiren. Mit einem brausenden, ftündige Arbeitszeit forderten. Ohne Streit erreichten sie in ganz dreifachen Hoch auf die Lohnbewegung sowie den Achtstundentag furzer Zeit ihren Zweck, nur über einen Meister mußte seines wurde die imposante Versammlung geschlossen. Bögerns wegen die Sperre verhängt werden. An diesem Beispiel fei zur Evidenz erwiesen, daß es unbedingt nothwendig sei, den Arbeiter- Bildungsschule. Am 18. Juli hielt Herr Dr. einzelnen Orten größtmögliche Bewegungsfreiheit zu lassen. Pinn( Lehrer der Schule) einen interessanten, mit lebhaften Ginige Redner sprachen im ähnlichen Sinne. P. Wilke rügte Beifall aufgenommenen Vortrag über„ Völkerwanderung und das Mißstände auf dem Bau Charlottenburg, Sophienstr. 1, betreffs Nationalitätsprinzip." Damit gelangte der erste Theil der Der Arbeitszeit. Silberstein tadelte das zurückhaltende Be- 3yklus- Vorträge der Geschichte( Alterthum und Mittelalter) zum tragen der Kollegen beim Bau auf dem Rathhausthurm, sowie Abschluß. In diesen Vorträgen beleuchtete der Referent, vom die dort übliche elfftündige Arbeitszeit. Frese berichtete über Nugen der materialistischen Geschichtsauffaffung ausgehend, zu Mißstände beim Bau Magnus( Polier Fechner), in der Jakob- nächst die Entstehung der Religionen sowie die sozialen Zustände straße. Klimann meinte, daß an vielen Mißständen die im Alterthum, ferner Kultur und Religion der alten Deutschen, Arbeiter oft selbst mit Schuld hätten. Stolz müßten die Arbeiter das Verhältniß der Kirche zum Staat im Mittelalter, die Entals solche sein im Bewußtsein dessen, daß ohne Arbeiter die ganze stehung der Lehre Mohamed's und ihre Bedeutung. Sehr einMenschheit nicht bestehen kann. Nicht in die Vororte hinaus gehend wurde die Kulturentwickelung und die für das Mittelsollten sich die Arbeiter verdrängen lassen, weil man sie in alter so charakteristische Ausgestaltung des Feudal sammt dem der Stadt nicht mehr sehen wolle und nur dulde, daß sie durch Zunstwesen behandelt. In dem letzten, oben zuerst angeführten Opfer an Geld und Zeit die Stelle erreichen, auf der sie ihren Referate leitete der Vortragende bereits zur Neuzeit über, deren Verdrängern Schlösser und Villen erstehen lassen. Der Kapitalist wesentlichste Epochen im Herbst d. J. in einem besonderen Vorglaube, ein Arbeiter wolle nichts, wenn er nichts fordere; deshalb trags- Zyklus behandelt werden sollen. Aus all' diesen Schildejei es um so mehr Recht und Pflicht des Arbeiters, Forderungen rungen ging deutlich hervor, daß die Weltgeschichte nicht von zu stellen, als auf einer Seite grenzenloser Ueberfluß, auf der einzelnen Personen gemacht wird, welche landläufige Fabel man anderen Seite Noth, Entbehrung, Mangel und unwürdige Be- der Jugend noch immer einpauft, und daß die materialistische handlung zu Tage träten. Ferner wurde mitgetheilt, daß man Geschichtsauffassung die beste ist, weil nur sie die Vergangenheit auf dem Bau Meißner in der Maaßenstr. 16 sogenannte todte so, wie sie wirklich gewesen ist, vor Augen führt und wir daher Erde verarbeite, was nach der Bauordnung unzulässig sei, und aus ihr richtige Schlüffe zichen können darauf, wie die Zukunft daß man einem Kollegen, welcher hierauf aufmerksam machte, sich gestalten wird. Solche Geschichte wird einzig und allein in Am 1. August beginnt schärfste zu tadeln sei. Ferner wurden Mißstände erwähnt, die Herr Dr. med. ey I seine Vorträge im selben Lofal über auf dem Bau Potsdamerstr. 30 hinsichtlich der Sammellisten be-" Hygiene." Der Allgemeinnützlichkeit dieses Themas wegen sei stehen. Schulze ermahnte, Verkürzung der Arbeitszeit und Er- fchon jetzt darauf aufmerksam gemacht. höhung der Löhne zu erstreben, um Besserung zu erzielen; hierzu " sei jedoch geschlossenes Vorgehen aller Gewerkschaften, der ge Die Zentral- Kranken- und Begräbnißkaffe der Sattler fammten Arbeiterschaft nöthig. Im Schlußworte hob Wilte und Berufsgenossen Deutschlands Hoffnung" hervor, daß es weniger der Worte, als entschlossenen energischen( E. H. 64), Ortsverwaltung Berlin, hielt am 18. Juli ihre Handelns bedürfe, um Besserung zu schaffen. Ein Antrag, man Hauptmitglieder- Versammlung ab. Das Andenken der im verfolle an maßgebender Stelle wegen der 11stündigen Arbeitszeit floffenen Quartal verstorbenen vier Mitglieder Alwin Hartmann, beim Rathhausthurm Bau vorstellig werden, wurde einstimmig Louis Hopf, Ferdinand Rojahn und Eduard Löwe wurde von angenommen, sowie auch die Resolution, welche im Bericht über den Anwesenden durch Erheben von den Sigen geehrt. Nach der die in der Invalidenstraße stattgehabte Maurerversammlung schon gegebenen Abrechnung beliefen sich die Einnahmen des zweiten Quartals auf 3777,25., hierzu der Bestand des vorigen veröffentlicht ist. Quartals: 1249,73 M., ergiebt die Gesammtsumme von 5026,98 Nachträgliches zur Buchdruckerversammlung. Gegnerische Mart. Die Ausgaben erforderten 4265,41 M., es blieb also am Blätter brachten über die letzte Buchdruckerversammlung Berichte, 1. Juli ein Bestand von 761,57 M. Gewählt wurden zum Bewelche so Bweideutiges enthielten, daß eine Richtigstellung am vollmächtigten E. Wiese, zum Schriftführer J. Leister, zum Plage ist. So gab z. B. der Bericht der Kreuz- Zeitung" eine Revisor Th. Dammann, zu Beisitzern H. Wendt und B. Stelle der Rede des Gehilfenvertreters Best ect in folgender Böttcher. Ferner wurde der Zentralvorstand beauftragt, in Weise wieder: Kürze einen ausführlichen Bericht über den Stand der Kasse in Zukunftsbilder machen uns nicht satt; dafür danken wir der Sattlerzeitung" zu veröffentlichen; außerdem beschloß man, ergebenst.( Lebhafte Zustimmung.) Und wenn man die Herren, auf Sonntag, den 7. August, Vormittags, eine Hauptmitglieder die solche Zukunftsbilder immer mit so schönen Farben ausmalen Versammlung einzuberufen betreffs Berathung der nach beiden und das gegenwärtige Glend predigen, vor die Alternative stellt: Seiten hin ausgearbeiteten Statuten, sowie behufs Wahl der Dier, nehint dies und hofft auf ienes", so werden sie auch Delegirten zu der am 25. September 1892 in Leipzig stattfindenden bestens danken, denn sie sind flug, aber sie leben davon, daß die außerordentlichen Generalversammlung. Dummen ihnen glauben.( Bustimmung.) Darum hüten Sie sich vor diesen Leuten.( Stürmisches Bravo.)" Noch einmal die uionsbrauerei. In Nr. 169 des Dazu wird uns geschrieben: Herr Besteck hat nicht von Zu-" Vorwärts" schildert die Direktion der Unionsbrauerei, bezugfunftsbildern in politischer bez. sozialer Hinsicht gesprochen, son- nehmend auf einen Antrag der Brauer Berlins, welcher im bern er trat zunächst einem Herrn entgegen, welcher die Buch- Bericht der Berliner Streit- Kontrollkommission angeführt ist, die brucker erst ganz proletarisirt zu sehen wünscht, ehe sie reif" Sachlage vollkommen unrichtig. Der Unterzeichnete fieht würden für die politische Bewegung, welche Auffassung bekannt- fich deshalb veranlaßt, der Arbeiterschaft Berlins die nöthige lich so unverständig ist wie nur möglich, und betonte diesem Herrn Klarheit zu verschaffen. Die Brauer Berlins haben seit einiger gegenüber ganz richtig, die Buchdrucker wollten nicht tiefer Beit bei Einführung der Arbeitsordnungen in einzelnen Brauereien tommen als sie schon sind, sondern höher, und nun ging er zu böse Erfahrungen machen müssen. So auch bei der Unionsbrauerei. jenen Leuten über, welche das irdische Glend predigen und Alle Versuche der Brauergesellen auf Abänderung der von der dafür das himmlische Paradies in so schönen Farben Direktion der Unionsbrauerei aufgestellten Arbeitsordnung blieben maleu, und bemerkte zu diesen geistlichen Zukunftsbildern, erfolglos, während die übrigen Brauereien die Wünsche ihrer daß die Buchdrucker es mit dem diesseits hielten und sich dieses Arbeiter schließlich berücksichtigten. fo angenehm wie möglich machen wollten. Die ganze, fibrigens Die Kommission der Brauer Berlins ersuchte nun den Ausauch ihrem Wortlaute nach unrichtige Stelle des Kreuz- Beitungs- fchuß der Berliner Streit- Kontrollkommission um eine Vermittlung Berichts bezieht sich also nicht auf die Sozialdemokratie, sondern in dieser Sache. Zwei Mitglieder des Ausschusses und einige auf die Klientel der Kreuz- Zeitung" und überhaupt der gegnerischen Presse. Bonentarif, Verein für Eisenbahn- Reform, Berlin West, Steglitzerstraße 70. Ordentliche Versammlung am Donnerstag, den 21. Juli, Abends gang gegenüber dem Polizeipräsidium. 8 Uhr, im Restaurant 3um Prälaten", am Alexanderplay, Bogen 6, EinArbeiter- Bildungsschule. Donnerstag Abends 8-10% Uhr: SüdSchule: Hagelsbergerstr. 43: Unterricht im Rechnen; Südost- Schule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Geschichte( alt); Dft- Schule, Martusfraße 31: Unterricht in Rechnen; Nord- Schule, Müllerstr. 179a; Unterricht in Deutsch( mittlere) und Chemie. In alle Lehrfächer, mit Ausnahme auch jezt im Laufe des Semesters, eintreten. der Mathematik und Buchführung, fönnen noch Schüler und Schülerinnen, Lese- u. Diskutirklubs. Donnerstag. Dieggen, Abends 8% Uhr, Neue Zeit, Abends s uhr, Boyenstr. 40, bet bet Schröder, Wiefenſtr. 39. Gieshoit. Süd- Ost, bei Toltsdorf, Gorauer- und Görligerstraßen Ece. erwegh, Abends 8 Uhr, Reichenbergerstraße 54, Ecke Lausitzerstraße, bet Schayer.- Aug. Gelb, Donnerstag bei gubeit, Naunynstraße 86, Abends - Safenclever, Abends 8 Uhr, Restaurant Bischof. Baumschulenweg Treptow. Emanzipation, Abends 8% Uhr bei Spat, Weinstr. 28. Distutirtlub der Hausdiener, Abends 9 Uhr bet Sommer, Grünftr. 21: Sißung. St. Urban, tunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer witglieder. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Donnerstag. Uebungs Annenftr. 9, bet Proß.- Kornblume, Blumenstr. 54, bei Wuttke. Frühtingstufi, Flottwellstr. 5, bet Bartel. Bregelschluß, Annenstr. 16, bei sehner. Weiße Rose, Reinickendorf, Residenzsir. 112, bei Carus. Morgenroth 1, Rummelsburg, Berlinerftr. 9, bei Friesecke. Dorf glödlein, Wilmersdorf, Berliner- u. Augufisir.- Gcle bei Schulz.- Echo 2, Alte Schönhauserstr. 42, bei Reimann. Einigkeit,( Sutmacher), PappelButunft 1, Steglit, Kurhaus Friedenau. Allee 3-4, bei Strauſe. Harmonie, Tempelhof, Dorfstr. 10, bet Gerth. Veilchenblau, Kott bei Deter. bufer Damm 39, bet Jatob.- 3utunft 2, Nied.- Schönhausen, Buchholzerftr. bet Sempet. Ostpreußischer Männer Gesangverein, Holzmarktstr. 3 Admiralfiraße 38, bet Bülow.- Seeger'fcher Gefangverein, LangeStraße 65 bei Tempel von 9-11 Uhr.- Maiglöckchen 2, S.-D., Reichenbergerstr. 16 bei Bäßold. Eintracht, Glienicke bei Adlershof, bet feller. Ginigreit 2, Groß- Lichterfelde, Amalienstraße, bei Hann.- HoffFreie Sänger, Edelweiß, Melchiorstraße 15, bei Stehmann. Borar, 1 Fein Korn bei Klatt, Boeckhstr. 51. Stedes Liebertafel Zimmer- Schüßengesellschaft Geselliger Verein Azalie, Michaelnung s". Brandenburg, Neuft. Markt 2, bei Weyomers. Langestr. 108, bet Nebelin. 8utunft 3, Belten, bei W. Grunow. Kreuzberger Sarmonie, Lindenstr. 106, bet Poppe. Nordstern, Müllerstr. 7 bei Stetchardt. Morgengrauen,( Bäder), 3 bis 5 Uhr Nachmittags, Barnimstr. 16, bei Heindorf. Treue Brüder, Ahrendtstraße 23. Libertee, Eisenbahnstraße 20 bet Siegmund.. Echo, Reichenberger- und Forsterstraßen- Ecke, bei Spindler. west end, Blumenthalftr. 5 bei Behrendt. Vorwärts 9, Charlotten burg, Schillerstr. 102 bet Stahl. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. ale zufchriften den Bund betreffend find zu richten an: Mar Gent, Berlin N., Belforterstraße 26, 1 Tr. Donnerstag: Geselliger Berein Frei und zuftig bei Göße, Drantenfiraße 153. Brücke 1( zu den 3 Raven). Humoristischer Verein Bautenschwenger, bet Sommer, Stallschreiberstraße 58.- Musikverein Animo, bei Schmidt, Wrangelstr. 141. Geselliger Berein Grüne Eiche( vor dem Halle'schen Thor), bet Raporte, Solmsstr. 1. Vergnügungsverein Hilaritas, bet Tempel, Breslauerfir. 27. Theaterverein Fideler Geist, bet Schneider, Adalbertstr. 8. Mufitverein Osiris, bei Moll, Adalbertstr. 21. Männer Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. straße 42.- Gesangsabtheilung des sozialdemokratischen Arbeitervereins Männer Gefangverein Mufitverein Frisch Auf, Annenstr. 14, bet Ehrenberg. Theaterverein Lessing, Abends 9 Uhr, bei Musehold, Landsberger Privat- Theaterverein, Fideler Geist 2", Abends 9 Uhr, im traße 31. Märkischen Hof, Admiralstr. 18. Turnverein Gesundbrunnen( Behrlings- Abtheilung) turnt Montag Gefelliger Berein Freiheit, Abends 9 Uhr, bet Thierbach, Schwedterstraße 44.- Geselliger Berein egina, Oranienstr. 121, bei Seifert. C. Probz. Gefangverein Alt- Dessau, Abends Uhr, bei π. Niemann, Görlizerfür weißenfee und Umgegend. Donnerstags und Sonnabends Abends bet Müller( Pfeifenmüller), Königs- Chaussee. Tyrolienne, Abends 9 Uhr bet Faustmann, Reichenbergerstr. 73a. und Donnerstag Abend von 8-10 Uhr, in der Turnhalle, Banfftr. 26. Geselliger Klub Blau- Bettchen, Abends Uhr, Annenstraße 9 bet Berein ehemaliger 22. Gemeindeschüler, punft 9 Uhr, bet Echröder, Stegligerstr. 18. Pfcopfenverein Wedding, Abends Freundschaft, Abends 9 Uhr, suhr, bei Helterhoff, Antonftr. 5. bet Buffe, Schönhauser Allee 46. Bergnügungs- Verein Renata jeden Donnerstag uhr Abends im Restaurant Gös, Drantenstr. 153. Rauchtlub Kollegia, Abends 9 Uhr, in Bernhardt's Destillation, Stalizerfir. 41. Stauchtlub Waldesgrün, Abends 8% Uhr, Restaurant . Kahlert, Reichenbergersir. 113a.- Rauchklub Ohnesorge, Abends 9 Uhr, Rauchtlub ernipige, Abends in Rogge's Bierhaus, Kohlenufer 2. Nauchklub Arcona, Abends 8% uhr, bei A. Böhl, Rüdersdorferfir. 8. Rauchtlub Arabi Pascha Klub Ohne streit, jeben abends 9 Uhr, bet Berndt, Berlebergerfir. 17. Donnerstag Abend 9 Uhr im Restaurant Böhmer, Briherfir. 32. Süd- weit, Abends 9 Uhr, Simeonftr. 23 bet Flick. klub Stü wärts, Abends 8 Uhr, bei Arndt, Palisadenstr. 47. 9 Uhr, bet Siementinsti, Reichenbergerstr. 71. Stattlub Tournee, Abends 8% Uhr, bei Ullrich, Wrangelftr. 84. Sprechtfaal. Rauchklub StatMitglieder der Kommission sprachen darauf bei der Direktion der Die Redaktion stellt die Benugung des Sprechsaals, soweit der Staum dafür Unionsbrauerei vor, um eine gütliche Einigung herbeizuführen. abzugeben ist, dem Bublifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Leider jedoch war auch dieser Versuch, die Sache auf gütlichem Intereffes zur Verfügung; ste wahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. In einer öffentlichen Versammlung der Maler und Wege beizulegen, erfolglos. Der zweite Direktor der Brauerei Achtung Klempner! Auftreicher Berlins, welche sehr stark besucht war, referirte am erklärte vielmehr furzweg, er habe gar keine Veranlassung, des Bezüglich der Listen, welche vom Fachverein der Klempner 18. Juli Kollege Sch weiter im Anschluß an die acht Tage wegen mit dem Ausschuß der Streit- Kontrollkommission in Unterfrüher stattgehabte Versammlung über die jeßigen Lohn- und handlung zu treten. Seine Leute feien mit der Ar- ausgegeben wurden, ohne gestempelt zu sein, ersuche ich diejenigen Arbeitsverhältnisse. Derselbe schilderte zunächst die im Maler- beitsordnung zufrieden und im Uebrigen fönnten die Berliner Kollegen, die im Besis solcher find, mir dieselben auf schnellstem gewerbe herrschende traurige Lage und wies auf die Errungen- Arbeiter thun was fie wollten; es wäre ihm vollständig gleich- Wege zuzustellen, da ich bis heute weder weiß, wieviel gedruckt schaft des Streits von 1889 hin, die heut burch die kapitalistische giltig. So die Auslassungen des zweiten Direktors der Brauerei. noch wieviel ausgegeben sind. Produktionsweise vollständig für die im Malerbetriebe beschäftigten Servorgehoben soll noch werden, daß bei dieser Unterredung vom Arbeiter wieder verloren gegangen sei. Nicht genug, daß die Ausschuß der Streit Kontrollkommission mit teinem Wort des bürgerliche Gesellschaft die Löhne auf die niedrigste Stufe herab- Brauers Feldmeier erwähnt wurde. aber dem Arbeiter A. Winter, Boechstr. 11. Vermischtes. gedrückt habe, dieselbe führe das Ausbeutungssystem auch in einer Da sich also eine gütliche Regelung dieser Sache auf feine Weise fort, wie es wohl rücksichtsloser nicht mehr getrieben wer- Weise erreichen ließ, und die Brauer der Unionsbrauerei am ben tönne. Es gelte nun, den Kampf dagegen wieder mit allen felben Tage noch außerdem in einer Versammlung einstimmig nur gefeßlichen Mitteln aufzunehmen, um einigermaßen nicht nur erklärten, mit der Arbeitsordnung ihrer Brauerei nicht einDas Verlorengegangene zurückerobern, sondern gleichzeitig den verstanden zu sein, so wurde in der Versammlung der Berliner Neber die Luft- oder vielmehr die Meerfahrt der drei Achtstundentag zu erringen, dadurch die Reserve- Armee der Ar- Streif- Kontrollkommission vom 15. d. M. folgendermaßen ein- geretteten Luftschiffer Porlié( Kapitän des Ballons Jupiter) Debeiter etwas zu verringern und so dem Ausbeutungssystem stimmig beschlossen: meyer und Besançon berichtet die„ Köln. Volksztg." Näheres. das sozialistische Ziel erreicht, einigermaßen Halt zu bieten. Dadurch werde zwar noch nicht Die Berliner Arbeiterschaft zu verpflichten, so lange fein Porlié, der schon am Sonntag, den 10., in Havre ein Mal aufdoch Bier der Unionsbrauerei zu trinken und deren Lokale nicht zu gestiegen war, fah am Montag wohl, daß das Wetter sehr schlecht eine etwas bessere Existenz und mehr Gelegenheit ver- besuchen, bis dieselbe die ihr von ihren Arbeitern vorgelegte war; aber er unternahm auch die zweite Fahrt, indem er höchstens schafft, sich wissenschaftlich auszubilden, um dann mit um fo Arbeitsordnung anerkannt und schriftlich versichert hat, das ein fleines Fußbad befürchtete und hoffte, daß im Falle der Noth größerem Nachdruck im Wege der Agitation und Organisation Koalitionsrecht der Brauerei- Arbeiter in feiner Weise zu beein- eines der Schiffe, die in gleicher Richtung zur See gehen sollten, für die Sache der sozialistischen sowie gewerkschaftlichen Bewegung trächtigen. Ferner spricht die Versammlung die Erwartung aus, ihn und feine Gefährten aufnehmen würde. Staum waren sie eintreten zu können. Redner führte hierauf einige statistische daß der gemaßregelte Brauer Feldmeier wieder in seine alte aber im Korbe, als der Wind sie heftig nach dem Kanal hinausSablen über die jenigen Löhne an. Der Stundenlohn beträgt Thätigkeit berufen wird." trug und das Ankerseil riß. Durch den strömenden Regen schwer danach bei neunstündiger Arbeitszeit durchschnittlich bei 233 Se- Die Berliner Arbeiterschaft wird hieraus ersehen können, daß gemacht, fant der Jupiter und das Schiffchen streifte die Meereshilfen im Sommer 35, 48 und 67 Pfg.; das heißt unter den mit die Unionsbrauerei, wenn dieselbe die Person des Brauers Feld- fläche. Borlié und Besançon kletterten in den Ring hinauf, während 67 Pfg. Bezahlten sind nur die Herren Poliere oder Werkführer meier anführt und die Empfehlung des Boykotts durch die Ber- Demeyer unten blieb und bald bis an den Hals im Wasser stand. Die zu verstehen. Im Winter beträgt dagegen der Lohn nur 30, 43 liner Streit Rontrolltommiffion als durch die Entlaffung des zwei oben Hängenden bekamen ihren Theil Naß in Gestalt von und 65 Bfg.( Wertführer) bei 61/ 2ftündiger Arbeitszeit. Von den Brauers Feldmeier herbeigeführt, hinstellen will durchaus Salzwellen, die ihnen wie Riefenohrfeigen an die Köpfe flogen.. Das währte volle neun Stunden, und mehr als ein Mal glaubten 233 Gehilfen waren 119 durchschnittlich drei Monate arbeitslos. Falsches berichtete. 48 Literarisches. bie Drei im Rampf zu unterliegen. Sie flogen an vielleicht Schifffahrts- Gesellschaft auf dem Genfer See, infolge seiner Aus- unversehrt, die meisten nach stehenden Häuser drohen einzuftürzen. vierzig Schiffen mehr oder minder nahe vorbei, ohne daß eine sagen vor dem Untersuchungsrichter in Haft genommen worden. Die Bevölkerung kampirt im Freien. Rettung möglich gewesen wäre. Um fünf Uhr Morgens ruhte Das Ergebniß seiner Bernehmung wird streng geheim gehalten. der Jupiter beinahe auf den Wellen, und die Germania fandte Die verschiedensten Gerüchte gehen darüber von Mund zu Mund. einen Rettungstahn mit vier rüftigen Matrosen aus, welche nach Nach dem glaubwürdigsten soll festgestellt worden sein, daß Riffe unfäglichen Anstrengungen und mit eigener Lebensgefahr die im Dampffeffel der Direktion gemeldet wurden, diese aber geSchiffbrüchigen heranzogen, aufnahmen und zur Germania glaubt habe, den Dienst des Montblanc" nach oberflächlichen brachten, den Jupiter nachziehend. Diesen ließ man dann aber Reparaturen wieder fortlaufen lassen zu können. Danach wäre fahren. Borlié, der am schlimmsten daran war, wurde in das also wieder durch gemeinste Unternehmerhabsucht Leben und Ge- Die ,, Allgemeine Medizinische Zentral- Zeitung", welche Bett des Kapitäns gelegt und mit warmen Tüchern gerieben. sundheit vieler Menschen aufs Spiel gesetzt worden. jezt im 61. Jahrgang steht, hat Verlag und Redakteur gewechselt. Alle drei erhielten die beste Pflege und gute Matrosenkleider, die Ein Zyklon, der am Dienstag Abend auftrat, richtete in Sie erscheint nunmehr im Verlage von D. Coblenz, Berlin, und fie nach Paris mitbrachten. Alle sind von Dankbarkeit gegen die dem Städtchen Polesella in Venetien furchtbare Berheerungen wird redigirt von Dr. H. Lohnstein. Sie wird fortan außer wackern Hamburger erfüllt und schwören, ein zweites Mal möchten an; über 40 Steinhäuser wurden zerstört und viele ihrer Dächer den praktischen Fächern noch mehr die theoretischen Diszipline sie ein solches Abenteuer nicht bestehen. Die Dampferkatastrophe auf dem Genfer See wird Man zählt zwei Todte und sechs Verwundete. Die Feldfrüchte auch über Verhandlungen der ärztlichen Vereinigungen pünktlich noch ein sehr ernstes Nachspiel haben. Die Kesselexplosion des sind vernichtet. Nach einer späteren Meldung ist die Stadt Bericht erstatten, sowie die medizinische Buchlitteratur besprechen. Dampfers Montblanc" scheint die Folge einer unerhörten Nach- Polesella vollständig in Trümmern. Ganze Straßen find in Die Zeitschrift erscheint zweimal wöchentlich und ist gnt redigirt. läffigteit gewefen zu sein. Nach der Allg. Schweizer 3tg." ist Ruinen verwandelt. Alle Bauernhöfe und Weinberge auf einen Ingenieur Samuel Rochat seit mehr als 25 Jahren Direktor der Kilometer im Umkreis sind verwüstet; kaum ein Haus blieb Für den Inhalt der Inserate über. nimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 21. Juli. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Bettelstudent. Kroll's Theater. Der Troubadour. Oftend- Theater. Heinrich Heine. Borher: Das Sonntagskind von Berlin. Bellealliance- Theater. Gefährliche Mädchen. " Große öffentl. Steinmetzversammlung am Donnerstag, den 21. Juli, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Deigmüller, Alte Jakobstraße Nr. 48 a. Tages Ordnung: 1. Feststellung eines Marmor- Tarifs. 2. Verschiedenes. Sämmtliche Steinmetzen, besonders die in Marmorarbeiten, sind verpflichtet, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vertrauensmann. 291.20 Ordentliche Mitgliederversammlung Der Zentral- Krankenkasse der Maurer, Steinhauer, Studateure etc. Adolph Ernst- Theater. Ein alter am Hallodri. Berl. Sommer- Theater ( Bock Brauerei, Tempelhofer Berg). Donnerstag, den 21. Juli: Spezialitäten 1. Ranges. Drei Geschw. Neumann, Gesangs- Trio. Georg Rösser, Gesangs- Humorist, Gebr. Schwarz, Mlle. Adrienne Ancion, Dora Ebert, Curt Ellis. Zum 16. Male: Ein moderner Rasirsalon. Posse m. Gesang in 1 Akt v.L'Arronge. Inscenirt von Paul Pauli. Gold und Silber. Grosses Ballet- Divertissement. Prima Ballerina: Marie Ala. 6 SoloTänzerinnen, ein Solotänzer, Corps de Ballet 20 Damen. Anfang: des Konzerts 61/2 Uhr, der Vorstellung 7, Uhr. Täglich: Grosse Vorstellung. Viktoria- Brauerei. Lützow Straße 111/112. Im Konzertgarten resp. Saal) ( außer Läglich Sonnabends): Stettiner Sänger. Stets wechselnd. Programm. Anfang 8 Sonntags 7 Uhr. Uhr. Entree 50 Pfg. Wochentagsbillets à 40 Pf.( S. Plakate. PassagePanopticum. Neu! Blaue Grotte mit Wasser, Kähnen u. Beleuchtungseffekten. Neu! Eine Kriminal= geschichte in sieben lebensgroßen Gruppen. ( Grundstein zur Einigkeit) Sonntag, den 24. Juli, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Brochnow( früher Orschel), Sebastianstraße 39. 229/16 Tages- Ordnung: 1. Abrechnung des Kassirers vom 2. Quartal und Bericht der Revisoren. 2. Wahl des ersten Bevollmächtigten, des zweiten Kassirers, des ersten Schriftführers und der drei Revisoren. 3. Innere Kassenangelegenheiten. Die örtliche Verwaltung. Unterstützungsverein der Maurer im im Westen Berlins. Großer Sommernachts- Ball am Sonnabend, den 23. Juli 1892, Etablissement ,, Königshof", Bülow- Strasse No. 37. Um 12 Uhr Kaffeepause, während derselben Gesangsvorträge. Anfang 8 Uhr. Ende?? Billets, für Herren 50 Pf., für Damen 25 Pf., sind in allen mit Plakaten belegten Handlungen sowie bei den Komiteemitgliedern zu haben. 487/3 [ Kontrol- Mr.334] P Das Komitee. Hamburg- Amerikanische Verlags- Buchhandlung des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuth- Strasse No. 2. Soeben erschien: Tieferung 1 von Sozialpolitisches Handbuch. Herausgegeben Don Dr. H. Lux- Magdeburg. Erscheint in 5 Lieferungen à 30 Pfennig. Diefelben gelangen in Zwischenräumen von 14 Tagen zur regelmäßigen Ausgabe. Komplett broschirte und ge bundene Exemplare werden in ca. 8 Tagen fertig gestellt sein und wollen sich die Besteller auf solche bis dahin gedulden. Das„ Sozialpolitische Handbuch" ist für jeden Genossen, der fich hervorragend an der Agitation betheiligt, öffentlich auftritt, und dem Gegner gegenüber schlagfertig sein muß, ein unentbehrliches Hilfsmittel. Der Verfasser hat, unterstützt von Mitarbeitern, mit diesem Werke ein Nachschlagebuch geschaffen, welches in den wichtigsten Fragen über die proletarische Bewegung, ihre treibenden Kräfte, ihre wirthschaftlichen und politischen Widerstandsmomente Aufschluß giebt. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Alle Buchhandlungen, Rolporteure und Zeitungsspediteure nehmen Bestellungen entgegen. Bei Aufträgen von Auswärts bitten wir um gleichzeitige Einsendung des Betrages.( Porto extra.) acketfahrt Actien Gesellschaft. 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Jeder Genoſſe, der sich ire, Thor 3, M. Apel, Berlin, Unter den Linden 21( nur für Cajüten- die dazu angethan ist, für unsere Sache neue Anhänger zu gewinnen, an den Dienst der Partei stellt, sollte sich die Massenverbreitung dieser Broschüre, Passagiere, sowie die Direktion in Hamburg, Dovenfleth 18/21. gelegen sein laffen. [ 2555L Charlottenburg. Wallstr. 46, Brauerei Gambrinus, Bismarditr. 23, Sempfiehlt helles Lagerbier( Gambrinusbräu) und dunkles Versandtbier Castan's Panoptikum. Geöffnet von 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. Moabiter Gesellschaftshaus, Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten. Alt- Moabit 80/81. Entree 30 Pfg. Hellmuth Peters. Anfang 4 Uhr. 2289L Altes Schüßenhaus, Linienstr. 5, ( neu renovirt) empfiehlt sich den werthen Vereinen zu allen Festlichkeiten, sowie Versammlungen. Franz Beyer, 819 b. Berlin N., Chauffecftr. 103. Billigste Bezugsquelle für Wein, Liqueure, Rum, Cognac, Pruchtsäfte. 2725L separat ( Gambrinusversandt). 2826L Altenberg's dem. 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