Nr. 215. Abonnements- Bedingungen: V Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Post Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- BeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 11h abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ., Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Königsberger Urteilsgründe. II. Dienstag, den 13. September 1904. " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Die Geheimorganisation des deutschen bürgerlichen Buchhandels, der Etappensystems über die Grenze gebracht werden. Das wußte nicht natürlich durchweg auf den Schmuggelweg nach Rußland angewiesen nur die Polizei, das war auch bereits gerichtsnotorisch. Es ist ist, steht zu der in Königsberg bestraften Verbindung in einem Ver- gerade im Falle Bäßel festgestellt worden, durch den Prozeß von " Es ist zweifellos."" Es ist offenbar."" Es besteht kein Be- hältnis wie der Gaurisankar zu den Rehbergen, wie das deutsche Illowo im Jahre 1895, auf welche Weise die Schriften geschmuggelt denken gegen die Annahme."„ Es ist leicht verständlich.“„ Es ist Heer zu der Armee des Fürstentums Lichtenstein. worden sind, und daß damals der Oberstaatsanwalt Drescher auseine festgestellte Thatsache."„ Es ist erwiesen" uſtv. Die Verbindung" wird aber noch weiter aufgeputzt. Alle sach- drücklich die rechtliche Zulässigkeit solcher Verbreitung anerkannt verständigen Zeugen haben angegeben, daß die verschiedenen Rich- hat. Die Verteidigung hat schließlich auf einen Beweisantrag in tungen der russischen Revolutionäre ihre Schriften nicht gemeinsam dieser Richtung berzichtet, weil von feiner Seite Zweifel in die verschickten, es müßte sich denn um die Beilegung einzelner Richtigkeit der Darstellung gesetzt wurden. In der UrteilsExemplare zu Zwecken der Information und für Bibliotheken handeln. begründung aber findet man von dieser Feststellung kein Wort, durch Diese zerstreuten Verbindungen genügen nicht der Königsberger welche die Nichtgeheimhaltung wenigstens für Bäkel über jeden Phantasie, und so findet sie es auf Seite 205 ber Urteilsbegründung 3weifel gestellt würde. Was hätte denn Bäkel auch geheim halten leicht verständlich, daß jede Richtung auch die Preßerzeugnisse der sollen? Etwa den Bestand jener einheitlichen Riesenverbindung, die andren Richtungen mit zu verbreiten suchte, wenn dadurch nur der nur in der Phantasie des Urteilsbegründers besteht? Aber noch revolutionäre Gedanke Förderung erfährt. Jedenfalls besteht aber mehr: Der Zeuge der Staatsanwaltschaft, der Berliner Generalkein Bedenken gegen die Annahme, daß, falls die Art der Be- kommissar Wynen, hat ja ausdrücklich bekannt, unter seinem Gide thätigung des politschen Kampfes- was mindestens recht festgestellt, daß der Berliner Polizei nicht nur die Handlungen der zweifelhaft ist bei der Schriftenbersendung überhaupt irgend eine einzelnen Personen bekannt waren, sondern daß die Organisation Rolle gespielt haben sollte, die Anhänger der verschiedenen Richtungen des Schriftenschmuggels, die Verbindung in allen Einzelheiten längst sich doch zu einer einzigen Organisation unter einer gemeinschaft- auf dem Berliner Polizeipräsidium bekannt war. Ja, das Berliner lichen Leitung zusammengeschlossen haben." Polizeipräsidium hat sogar viel mehr gewußt, als überhaupt jemals wirklich geschehen war. Herr Wynen hat ausdrüdlich bekundet, nur Gines sei dem Berliner Polizeipräsidium nicht bekannt gewesen, nämlich, daß auch verbotene Schriften verbreitet wurden. haltung beweisen will, verstößt also gegen die wirklichen Festa Dieser Teil der Urteilsbegründung, der die Absicht der Geheimstellungen des Prozesses und so sind auch die andern Hilfskonstruk tionen, durch welche die Absicht der Geheimhaltung bewiesen werden soll, teils juristisch unmöglich, teils stehen sie im Widerspruch zu Jeder Kenner reichsdeutscher Urteilsbegründungen weiß, daß feine Formeln eine solche Rolle in derlei Aftenstücken spielen, wie diese und ähnliche Feststellungen unumstößlicher Wahrheit. Jeder Richter hat das berechtigte Intereffe, seine Urteilsbegründungen gegen Anfechtungen durchs Reichsgericht zu panzern. Da es in Deutschland gegen Straffammer- Urteile teine Berufung giebt, so ist ja das Reichsgericht die einzige Instanz, die seine Entscheidungen noch zu Falle bringen könnte. Da aber das Reichsgericht nicht die materielle, sondern nur noch die formelle Nachprüfung zu erledigen hat, so folgt daraus, daß der Richter der ersten Instanz sich gegen formale Verstöße in erster Linie zu sichern bestrebt sein muß. Mag die sachliche Rechtsfindung noch so bedenklich und falsch sein, wenn nur der Frrtum und die Beweislosigkeit in der Form einer unumstößlichen thatsächlichen Feststellung gegeben ist, so ist er gegen die Anfechtungen des Reichsgerichts gefeit. Daher kommt es denn, daß die Versicherungen unAber diese in die Form einer Feststellung" gekleidete nebelhafte zweifelhafter Feststellungen in den Urteilsbegründungen um so Vermutung ist nicht nur beweistos behauptet, sondern aus dem üppiger wuchern, je brüchiger das kunstbaumwollene Gewebe des Thatsachenmaterial des Prozesses selbst geht genügend flar hervor, Urteils ist. Wird immer wieder die Feststellung als zweifellos, als daß der behauptete Zusammenhang nicht besteht. Die beschlagaugenscheinlich, als notorisch, als selbstverständlich, als über nahmten Schriften gerade haben das ergeben. Welche Schriften jedes Bedenken erhaben hingestellt, so tann man stets darauf find beispielsweise durch den Expedienten der Vorwärts- Buchhandlung rechnen, daß sich hinter dieser formellen Sicherheit der verbreitet worden, die auf Beziehungen zu den russischen Terroristen Feststellung die traurige Einsicht verbirgt, daß eigentlich gar nichts hindeuten? Nichts dergleichen hat sich unter diesen Sendungen befestgestellt ist, oder daß gar das Gegenteil von dem erwiesen ist, funden, und die Staatsanwaltschaft selbst hat in den Plaidoyers des was dem Reichsgericht als festgestellt unterbreitet wird. Es mag Prozesses verschiedene unter sich zusammenhängende Verzehnmal sachlich falsch sein, was die Urteilsbegründung als wahr bindungen angenommen. heitsgemäße Feststellung bezeichnet, nach der heutigen Pragis genügt Jezt aber kommt die Urteilsbegründung und malt das Riesenes für das Reichsgericht, daß etwas festgestellt ist, um es als einwand- netz einer einheitlichen revolutionären Verbindung hin. Das erinnert frei gelten zu lassen. Es folgt daraus, daß eine fluge Prozeß an die alten immer wiederkehrenden Polizeiprotokolle, die im Anfang führung eigentlich jede Behauptung des Angeklagten durch einen des 19. wie im Anfang des 20. Jahrhunderts stets nach der gleichen Das Wahlprogramm Roosevelts. Beweisantrag stüßen muß, und daß man in dieser Hinsicht den Ge- Methode angefertigt sind, two die von Entdeckerstolz erhigten Polizei- Roosevelt, der republikanische Präsidentschaftskandidat, hat nunrichten nicht das mindeste Vertrauen entgegenbringen darf. Häufig hirne den erschreckten Philistern haarklein erzählen, wie sie alle mehr in einem Briefe, mit dem er seine Präsidentschaftskandidatur verzichtet der Angeklagte und dessen Verteidiger auf die Beglaubigung Fäden einer geheimnisvollen Verschwörung aufgedeckt haben und es acceptierte, auch ein unverblümtes politisches und wirtschaftspolitisches einer Behauptung durch einen Beweisantrag, weil man aus dem Verhalten flar zu Tage liege, daß diese Fäden nach London und Petersburg Glaubensbekenntnis abgelegt. Dies Glaubensbekenntnis deckt sich ja des Gerichts schließt, daß die Behauptung nicht in Zweifel gezogen wird. und New York und Sidney und Kopenhagen und Bosen und freilich durchaus mit den Richtungslinien, die die Politik des Nicht selten aber entdeckt man dann in der Urteilsbegründung, daß Warschau und wohl gar auch noch nach Timbuktu reichen. Die Ur- Präsidenten Roosevelt bisher schon deutlich genug erfennen ließ, das Gegenteil der Behauptung des Angeklagten als wahr teilsbegründung beliebt eben, um mit dem Zweiten Staatsanwalt allein Roosevelt erklärt nunmehr in programmatisch verbindlicher unterstellt ist; und gegen diese nachträgliche Feststellung" in der des Königsberger Prozesses zu reden, die Schriftenverbreitung in Form, daß er diese bisherige Politik auch während seiner fünftigen Urteilsbegründung ist der Angeklagte vollständig wehrlos. ein dreifaches Dunkel zu hüllen: in ein Dunkel des Umfanges, der Präsidentschaftsperiode befolgen will. Ueber die Erklärung Roosevelts Mittel und des Zweckes, damit die geringfügige Wirklichkeit, die längst wird gemeldet: bekannt war, als die Enthüllung eines furchtbaren weitgespannten Geheimnisses durch die segensvollen Wirkungen des Königsberger Prozesses erscheine. Die allgemeinen Darlegungen treffen auf den zweiten Teil der Urteilsbegründung im Königsberger Prozeß ganz und gar zu. Dem Verfasser des Schriftstückes waren in diesem Falle die Feststellungen erschwert, weil die Verteidigung in der ausgedehntesten Weise das Hilfsmittel des formellen Beweisantrages benutzt hatte, und dennoch erlebt man die verblüffende Erscheinung, daß an den Punkten, wo ein formeller Beweisantrag als überflüssig nicht gestellt oder als allgemein zugestanden zurüdgezogen wurde, die Urteilsbegründung prompt mit Feststellungen" arbeitet, die zweifellos feien, während in Wirklichkeit das Gegenteil zweifellos ist. Um das Delikt der Geheimbündelei konstatieren zu können, war es notwendig, vier Thatbestands- Indizien festzustellen": erstens daß eine Verbindung bestand, die eine Unterordnung des Willens einzelner unter einen Beschluß oder Auftrag für längere Dauer herstellte; zweitens mußte eine Geheimhaltung der Berbindung vor der Staatsregierung beabsichtigt gewesen sein; drittens mußten die Angeklagten Mitglieder, Teilnehmer, der Verbindung sein; und viertens war festzustellen, daß die Verbindung auf öffentliche Angelegenheiten des Deutschen Reichs Einfluß zu üben bezweckte. In dieser Tendenz wird denn auch mit ebenso großer Ausführlichkeit wie zweifelhafter Zuverlässigkeit Material herangeschleppt, um die Absicht zu erweisen, daß die Verbindung vor der Staatsregierung geheim gehalten werden soll. Die Schriften find durch die Zollbehörden gegangen, der Angeklagte Treptau hat sie sogar, als sie von der Polizei festgehalten wurden, öffentlich reklamiert. Nowagrozti hat den Zollbeamten durch die, wie die Urteilsbegründung empört meint, unbescheidene" Antwort, die Schriften seien nicht für die Heilsarmee" noch ausdrücklich auf ihren politisch wichtigen Inhalt hingewiesen. " den festgestellten Thatsachen. ( Ein Schlußartikel folgt.)! Politische Uebersicht. Berlin, den 12. September. In Erwiderung auf die Erklärungen Parkers tritt Roosevelt für seine Politik und für die Art und Weise ein, wie die Flotte für deren Ausführung benutzt wurde, und rechtfertigt die Entsendung von Kriegsschiffen nach Panama, Beirut, Tanger, Smyrna zu ver schiedenen Zeiten. Die Flotte, heißt es in dem Briefe, ist der mächtige Schutz des Friedens, hauptsächlich weil sie ges fürchtet und bereit ist für den Dienst der aus Irgend wärtigen Politit. ein Aufgeben der Philippinen würde eine Katastrophe bedeuten und die Stimme der Vereinigten Staaten würde ini fernen Osten nichts mehr gelten, wenn sie die Philippinen aufgäben. Roosevelt kommt dann auf den Vertrag mit China zu sprechen, der voller Vorteil sei für die Zukunft Ameritas. Die Monroe Dottrin, sagt Roosevelt in feinem Briefe weiter, hat neue Kraft erhalten, aber die amerikanischen Republiken wissen, daß diejenigen, die Gerechtigkeit fuchen, mit reinen Händen kommen und die Verantwortlichkeit für die Ausübung des Rechtes auf Freiheit übernehmen müffen. Das Staatsdepartement ist bis an die Grenze des diplomatischen Gebrauchs gegangen, um der Welt klar zu machen, daß es die innerste Ueberzeugung. Amerikas ist, daß verschieden artige Behandlung und Bedrüdung der religiösen Ueberzeugungen Atte von Ungerechtigkeit sind, und das Staatsdepartement wird fortfahren, einen Druck in diesem Sinne auszuüben. Roosevelt bezeichnet den Versuch, die Tarifrevision mit der Lösung der Trustfrage zu identifizieren, als unaufrichtig und sagt, den durch die Trustfrage hervor gerufenen Mißständen könne man nur auf der in den letzten drei Jahren vom Kongreß und der Exekutive geschaffenen Grundlage beikommen. Die Handelsmarine müsse ihren Anteil an den Vorteilen des Schutzolls haben wenn das Schutzoll- System geändert werde, dürfe es nur mit äußerster Umsicht und in konservativer Richtung geschehen. Keine Periode, heißt es dann weiter, fei materiell so produttiv gewesen, und zwar ebenso für Arbeitnehmer wie für Arbeitgeber, als die letzten sieben Jahre unter der absoluten Herrschaft der Republikaner. Der Brief schließt mit den Worten:„ Wir halten uns immer vor Augen das wichtigste Ziel der Politik und Verwaltung, nämlich die Herrschaft des Friedens im Lande und in der ganzen Welt." und Die Schriftenverbreitung durch den Vorwärts" war seit faſt 10 Jahren bekannt. Der Schriftenschmuggel wurde im Reichstag offen erörtert und zugestanden. Trotzdem haben die Angeklagten versucht, diese Handlungen vor der Staatsregierung geheim zu halten! Troßdem weiß der Jurist der Urteilsbegrü..dung eine geheimnisvolle Verbindung mit Gründen für das Urteil herbeizuAlle vier Thatbestandsmerkmale der Geheimbündelei find in führen: Gewiß, es sei bekannt gewesen, daß einzelne AnKönigsberg nicht erwiesen worden und waren überhaupt nicht er- getlagte Schriften verbreitet hätten. Das beweise aber nicht, weisbar, weil sie in Wirklichkeit nicht vorhanden sind. Dennoch daß keine Geheimhaltung beabsichtigt gewesen sei. Hier wird verwird in der Urteilsbegründung zum Teil unter Feststellung wechselt" heißt es der Bestand einer auf die planmäßige offenkundig falscher Thatsachen das Vorliegen des zu erfüllenden dauernde Einfuhr von russischen Schriften nach Rußland gerichtete Thatbestandes erhärtet. Der Angeklagte Nowagrosty hat in organisierte Verbindung mit einzelnen Thatfeinem ganzen langen Leben einmal binnen vier Wochen vier Schriften- ia chen, deren Zusammenhang nicht aufgedeckt war. Allerdings fendungen empfangen, von deren einzelnen noch dazu der Verdacht war den deutschen Behörden nicht unbekannt, daß ein Schriftenbesteht, daß sie von Agenten der russischen Polizei abgesandt worden schmuggel über die Grenze stattfinde." Auch Zoll- und Steuerfind. Das ist die Verbindung von längerer Dauer und die behörden, sowie die Polizei hätten davon gewußt. Dadurch wurde Unterwerfung unter einen fremden Willen. Danach würde aber noch keineswegs der Bestand und Zweck der Ver= jeder Deutsche, der etwa ziweimal fich zu der Gefälligkeit verstanden bindung flar gelegt." Und diese Konstruktion soll nach etwas hat, als Decadresse zu dienen, als Mitglied einer Verbindung auf aussehen, zerfällt aber bei der leisesten Prüfung in nichts. Was längere Dauer zu gelten haben. Es ist bekannt, daß wohl der wird den Angeklagten diesen Darlegungen zufolge vorgeworfen? ganze Zeitungskorrespondenzdienst von und nach Rußland wegen der Sie sollen zwar nicht ihre eignen Handlungen geheim gehalten russischen Postunsicherheit und der russischen Censur mit Deckadressen haben, aber sie wären so tüdisch gewesen, Handlungen geheim zu arbeitet. Es giebt demnach wohl kaum einen Zeitungsredakteur oder halten, die entweder niemals geschehen sind, oder von denen sie Journalisten, der zu Rußland Beziehungen unterhält, der nicht eine gar nichts wissen konnten. Der Angeklagte Bäbel beispielsweise hat Roosevelt tritt also für die Fortführung der von den DemoVerbindung im Sinne dieser Urteilsbegründung unterhält. sicher nur gewußt, daß die Schriften aus der Schweiz kämen, bon fraten so herb kritisierten Weltpolitik ein. Er denkt nicht daran, Das Gefühl, daß diese gelegentlichen, unorganisierten und sehr der Jstra"-Redaktion, und daß sie dann auf den Wegen jeden den Filippinos ihre Selbständigkeit zurückzugeben. Die Philipwenig ausgedehnten Hilfeleistungen für die Verbreitung russischer Schmuggels über die Grenze geschafft würden. Von Stubit, Minta, pinen sollen den Stichpunkt für die amerikanische Weltpolitit in Schriften teine Verwendung im Sinne des Gesetzes darstellen, Rohlau und wie die„ Verschwörernamen" alle heißen mögen, hat er Ostasien abgeben. Demgemäß sollen auch die marinistischen hat auch die Urteilsbegründung. Darum arbeitet sie mit den sicher gar nichts gewußt, nicht einmal von dem ehrenwerten Kron- Rüstungen fortgeführt werden. Während Roosevelt aber von Mitteln, die eine fleine Provinzbühne anwendet, um zu meiningern. zeugen des ganzen Prozesses, dem Herrn Karol- Schlippernick. Die einer ferneren tolonialen Eroberungspolitik nicht lassen will, soll die Das zur Verfügung stehende Statistenpersonal erscheint bald als Bolt Angeklagten sollen geheim zu halten beabsichtigt haben, was sie Monroe Dottrin, die den europäischen Staaten Gebietsund Ritter, Soldaten und Mönche, Bauern und Geister. Das wenig gar nicht wissen fonnten. erwerbungen auf dem amerikanischen Kontinent verwehrt, energisch mehr als halbe Dugend Adressen, die in den beschlagnahmten Es ist aber auch nicht wahr, daß überhaupt durch den Prozeß aufrecht erhalten werden. Korrespondenzen zu finden waren, tauchen immer aufs neue auf und irgend eine neue Thatsache aufgedeckt worden ist. Diese Behauptung Was Amerikas innere Politik anlangt, so denkt Roosevelt nicht suchen den Eindruck einer gewaltigen weltumspannenden Ver wird nur möglich dadurch, daß entscheidende Thatsachen und ent- daran, den Trusts in energischer Weise zu Leibe zu rüden. Nur schwörungs- Drganisation zu erwecken. Die Postagentur des Kleinsten scheidende Bekundungen verschwiegen werden. Bei jedem Schriften in den unzulänglichen Balliativmittelchen, die man bisher schon Dorfes des Deutschen Reiches hat eine verzweigtere Organisation schmuggel ist es notwendig, daß sie irgend woher kommen und daß in Anwendung gebracht, soll das einzig zulässige Kampfmittel gegen als diese Verbindung" zur Verbreitung der russischen Schriften. fie irgend wohin mittels eines mehr oder minder komplizierten die anmaßenden, die Masse aussaugenden Kapitalvereinigungen be " brief hervor, der uns zur Verfügung gestellt wird: ftehen. Von der Forderung der Demokraten und Populisten, 14. d. Mts. vormittags bis Sonnenuntergang angegriffen und dann Anzahl leicht verlegt wurden; eine Anzahl Perden Zolltarif herabzusetzen und dadurch in die Monopolwirtschaft durch einen Zug unter Lieutenant Schmidt der Compagnie Koppy sonen wurden verhaftet. der Trusts, die sich zum Teil auf den Hochschutzöllen aufbaut, entsetzt worden. Diesseits verwundet: Gefreiter Daß diese erneuten Plünderungen sich unter der Duldung Bresche zu legen, will Roosevelt nichts wissen. Das Schutzzollsystem Diesner, Fleischschuß rechter Oberarm. der russischen Behörden ereigneten, geht aus folgendem PrivatBerlin, 11. September. Amtliche Mitteilung. Neiter foll nur mit„ äußerster Vorsicht" und in konservativer Richtung" Mag Ninfle ib, geboren in Asendorf, Mansfelder Seelreis, früher geändert werden. Im Gegenteil soll die Handelsmarine Ameritas Trainbataillon Nr. 4, ist am 9. b. Mts. im Lazarett Okahandja am Smela, 6. September. Die jüdische Bevölkerung von Smela ist durch erhebliche Subventionen künstlich emporgebracht werden. Typhus gestorben. Reiter Johann August Mößner, ge- von einem großen Unglück betroffen worden. Ganz unerwartet inDie Präsidentschaftswahl wird zeigen, welche Kraft der boren 10. September 1882 zu Langenaltheim, Mittelfranken, ist am folge eines Streites zwischen einer Jüdin und einer Russin wegen eines demokratischen Partei innewohnt. Bislang scheint es freilich nicht, 8. d. Mts. im Lazarett Otjojondu am Typhus gestorben. Tuches, das diese bei der Jüdin gestohlen hatte und das ihr wieder als ob die Mittelstandspolitiker und Farmer, die der demokratischen Wie man sieht, handelt es sich nur um fleinere Gefechte. Die weggenommen wurde, begannen Ausschreitungen, die fast den ganzen und populistischen Partei angehören, mit ihrem Ansturm gegen die Hereros haben sich allem Anschein nach in fleine Trupps aufgelöst, Sonntag, die ganze Nacht und Montag bis 11 Uhr morgens republikanische Schutzzollpolitik, der bei den Farmern der Auffassung deren Verfolgung ebenso zeitraubend wie undankbar sein wird. dauerten; bis das Militär aus Tscherkassy( die Kreisstadt; befindet folonialfreundliches Blatt macht bereits die Beentspringt, durch eine Herabsetzung der amerikanischen Schußzölle merkung, daß in diesem langwierigen Guerillafrieg das Hauptfich ca. 25 Werst von Smela, mit der sie durch eine Eisenbahnauch eine Herabsetzung der quartier ein recht überflüssiger Lurus sein dürfte. Tinie verbunden ist) angekommen war, dauerte es 1½½ Tage. Auch die Scherl- Presse giebt jetzt ihr Urteil dahin ab, daß das so Ganz Smela ist ausgeplündert; es sind übrig geblieben vier Läden, großartig augelegte und mit solchem Aplomb in Scene gesetzte Ein- die von den Russen selbst losgebeten wurden, die Kowalewka( so freisungsmanöver am Waterberg als vollständig erfolg wird ein Stadtviertel genannt, in dem etwa ein Zehntel der geIos anzusehen sei, eine Erkenntnis, die ziemlich spät kommt. famten jüdischen Bevölkerung lebt) und unsre Straße von der Offenbar hängt auch hier wieder die plögliche Einsicht mit einer Feuerwehr ab; das haben die hiesigen jungen Leute mit noch 60 Störung der offiziösen Beziehungen zusammen. Die nicht inspirierte aus Tscherkassy, die mit Revolvern bewaffnet waren, gerettet. Auffassung der Lage ist aber jedenfalls die vernünftigere. Siege gekrönt fein sollten. Der deutsche Juristentag und das Koalitionsrecht. In Jnsbruck tagt gegenwärtig der deutsche Juristentag, der sich in einer Abteilungsfizung mit der Frage beschäftigte: Welche Maßnahmen empfehlen fich für die rechtliche Behandlung der Ringe und Kartelle?" Die Mehrheit faßte einen Beschluß, dessen Hauptsatz lautet: ein staatliches Eingreifen gegen etwaige übertriebene wirtschaftliche Preissteigerungen und die Gewährung gleicher Koalitionsfreiheit sowie die Rechtsfähigkeit, welche die Organisationen der Unternehmer genießen, an die Arbeitnehmer sei unerläßlich"! Der Beschluß soll dem Plenum mitgeteilt werden; es bleibt abzutvarten, was dabei herauskommen wird. Die praktischen Juristen in den deutschen Gerichten werden in jedem Fall trotz des Juristentages das, was an Koalitionsrecht für die Arbeiter noch besteht, auf dem Wege der Auslegung strafbar zu machen. Der Jeu- Minister und die Presse. Herr v. Hammerstein hat sich bereitwilligst von einem Abgesandten des Herrn Scherl interviewven lassen, nicht so sein oldenburgischer Kollege Herr Nuh strat von einem Sendling des UllsteinBlattes, der Morgenpost". Der Beauftragte dieses Blattes sollte Herrn Ruhstrat fragen, was er zu thun gedente, da ihm doch vom oldenburger, Residenzboten" implicite der Vorwurf des wissentlichen Meineides gemacht worden war. Das oldenburger Blatt hatte behauptet, daß der Herr Minister bis in die neueste Zeit hinein gespielt habe, während Herr Ruhstrat in dem ber- ühmten Prozesse gegen Biermann das Gegenteil beschworen hatte. Auf diesen ungemein schweren Vorwurf wurde kein Ver= fahren gegen Biermanns Blatt eingeleitet. Herr Ruhstrat geruhte jedoch nicht, dem neugierigen UlsteinBlatt Rede und Antwort zu stehen. Aus Pontresina sandte er dem Interviewver folgende Postkarte: Ihr Schreiben vom 12. d. M. erhalte ich hier heute. Ich dente gar nicht daran, einen der Ihrigen zu empfangen und bitte mich nicht wieder zu belästigen. Schreiben können Sie über mich was Sie wollen. Pontresina, 30. 8. 04. Ruhstrat( Oldenburg). Ein man, 2 daß fie den Dem" Hamb. Korresp." geht von dem Juhaber einer großen Plünderung iſt um so bemerkenswerter, als der Metropolit Farm bei Steetmanshoop vom Anfang August eine Zuſchrift zu, in beim Beginn der Verheerung hier durchreiste. Als er über den Markt der Klage geführt wird über die wachsende Unbotmäßigkeit des ein- fuhr, hielten ihn die Juden auf und baten ihn, zu der Menge geborenen Gesindes. Schließlich wird über das materielle Ergebnis hinauszugehen( es war bloß eine Bande von etwa 50 Burschen). bes Hererofrieges folgende trübselige Betrachtung angestellt: Er antwortete nichts und fuhr weiter. Man kann " Der Krieg ist seit dem 14. Januar im Gange; nach Schäzung eigentlich sagen, daß dank ihm die Verwüstung so groß wurde; denn der Regierung stehen uns 10 000 Hereros gegenüber, denen alle die gesamte Polizei war neben ihm und niemand störte die Plünderer Zufuhr von Proviant abgeschnitten ist, so daß sie zu ihrer Ver- in ihrer Arbeit. Als mant die Polizei um Hilfe bat, pflegung auf Fleisch angewiesen sind. Nach Angabe von Ueber- antwortete Wladyla"( Wladyka läufern und entflohenen Gefangenen sollen die Hereros täglich 250 Rinder schlachten müssen, und Sie können sich denken, wie wenig Herrscher; so wird der Metropolit gewöhnlich genannt) nicht vers Rinder übrig bleiben müssen, wenn der Krieg noch bis Ende 1904 lassen dürfe, fie blieben denn auch bei ihm, während die Geschäfte dauert. Sodann ist der jetzige Fleischüberschuß im Lande von den und Häuser geplündert wurden. angesammelten Truppen aufgebraucht worden und die Regierung Gestern ist der Gouverneur angekommen. Er fuhr durch muß erstens einen großen Bedarf für den eignen Konsum zurück die Stadt und schrie den Juden zu:" Fort, nach Hause!" Darin behalten, zweitens Zuchtvieh für spätere Entschädigung der An- 6e stand seine ganze Thätigkeit und Hilfe. Einer siedler in Reserve halten. Wenn nun berechnet wird, daß die Hereros jüdischen Deputation hat er versprochen, am andern Tag die nötigen allein von ihren durch Rinderpest vorher dezimierten Herden bis Anordnungen zu treffen, er ist jedoch während der Nacht nach Kiew Ende 1904 ungefähr 80 000 Rinder geschlachtet haben werden, was wohl den ganzen Bestand bedeutet, so ist mit Sicherheit an ausgeriffen. Die Polizei schreitet sehr ungern ein; die Haus zunehmen, daß nach Abzug des Regierungsbedarfes nicht suchungen werden nicht mit der erforderlichen Energie ausgeführt, viel zum Verkaufe übrig bleiben wird. Sofort nach Ausbruch des diejenigen, bei welchen Waren gefunden werden, bleiben in Freiheit;: Aufstandes stiegen die Rinderpreise so enorm, daß hente schon auch die Führer der Menge sind nicht verhaftet. Kurz, diese 250 Mart bis 300 Mark für eine gute Ruh verlangt werden, und Verheerung wird ungestrafter als alle bis daß tros dieses hohen Preises die Nachfrage größer ist als das Angebot." Der Ausgang des Krieges wird also der sein, daß unsre teure Kolonie nach Beendigung des Nachekrieges nicht nur entwölfert, sondern auch so ziemlich von allem Vieh entblößt sein wird! Aufstand in Deutsch- Neu- Guinen. herigen bleiben. Wir hatten an die Redaktionen der " Nowosti" und andrer Zeitungen telegraphiert, daß sie diese Greuel bekannt machen möchten, bekamen aber die Antwort, daß die Censur. es nicht erlaube. Frankreich. " 1 Auch aus unser polynesischen Kolonie läuft eine Hiobspost ein: Genosse Jules Guesde sendet uns mit der Bitte um Veröffent Brisbane, 11. September.( Meldung des Neuterschen Bureaus.) lichung folgende Zeilen: In Anbetracht des mit K. E. unterzeichneten Herr Ruhstrat, der sich doch anfangs seine durch das olden- Hier ist eine Nachricht eingelaufen aus Deutsch- Neuguinea, wonach Artikels im„ Vorwärts" vom 2. September, den man mir soeben burgische Blättchen angegriffene Ehre durch das Gericht wieder flicken eine Abteilung Eingeborener die katholische Mission angegriffen hat, übersetzt, werden Sie es nicht für unbillig halten, daß ich sowohl Tassen zu müssen glaubte, ist ja mit einem Male merkwürdig un- und die Priester Mathias Raschen, Heinrich Ruttar, die Brüder gegen die Worte protestiere, die ich in Amsterdam gesprochen haben empfindlich geworden! Offenbar sind ihm die Urteile der Preffe Josef Bley, Eduard Plarschaert, Schellekens, und die Schwestern foll, als auch gegen die noch folgenden Schlußfolgerungen, die minder unbequem, als neue gerichtliche Feststellungen! Anna, Sofie, Agathe, Agnes und Angela getötet worden sind. 36 Ein- mein Gegner daraus zieht. Uebrigens fündigt das oldenburger Regierungsblatt an, daß geborene wurden gefangen genommen und 16 hingerichtet. Ihre Was die Frage der Republik( als Staatsform) anlangt, von der der Affaire Ruhstrat demnächst ein Ende gemacht absicht war alle Weißen zu ermorden, doch gelang ihnen dieses Bor- ich behauptet haben soll, daß sie die Befreiung des Proletariats werden solle. Durch Verlängerung des Sommerurlaubs des haben nicht. auch nicht um einen einzigen Tag beschleunige", so darf ich mich Jeu- Ministers?! Berlin, 12. September. Nach einem heute über Macassar ein- wohl auf den Brief beziehen, den ich sofort bei meiner Rückkehr nach Die unerschütterliche Ruhe und Unthätigkeit der oldenburgischen Regierung gegenüber den Angriffen des„ Residenzboten" auf den gegangenen amtlichen Telegramm des kaiserlichen Paris an den Chefredakteur der„ Aurore" richtete.( Dieser Brief Minister Ruhstrat geht jetzt selbst dem Leiborgan der Re- Gouverneurs in Herbertshöhe( Deutsch- Neuguinea) sind wurde bereits in Nr. 213 von uns abgedruckt. Red. d.„ Vorwärts".) In Bezug auf den Kampf gegen den Klerikalismus, den ich für gierung, dem„ Oldenb. General- Anzeiger", zu weit. Das Blatt am 13. August die Missionsstationen Sankt Paul, bergeblich" erklärt haben soll, habe ich lediglich die These unfres verwahrt sich zwar dagegen, als ob es den Behauptungen des Sens Nach ar map und die Trappistenniederlassung in den alten Liebknecht wieder aufgegriffen, mit der er sich auf dem Parteifationsblattes irgend welches Gewicht beilege; aber, so schreibt es, Bainingbergen auf der Gazellehalbinsel durch Eingeborene tage zu Halle bei Beginn der Auseinandersetzung mit den sogenannten „ alles hat seine Grenzen, und die Grenzen mit Bezug überfallen worden. Dabei wurden getötet: die Patres Jungen" äußerst energisch dagegen wandte, daß man an Stelle des auf die Beleidigungen gegen Minister Rubstrat sind schon längst Rascher und Rutten, die Brüder Bley, Plaschaert, Stampfes gegen ein nur zu sehr existierendes Lohnsystem und Unterweit überschritten, so daß in diesem Falle jede vornehme Schellekens, sowie die Schwestern Holler, Balta, nehmertum einen Kampf gegen einen Gott setzte, der nicht eriſtiert. Nuhe unangebracht und sowohl für die Person ge= fährlich, als auch für das Land, in dessen Ministerium utsch, Schmitt, Rath. Die Polizeitruppe nahm sofort die Wenn ich dabei von„ Komödie" gesprochen habe, so geschah es im Hinblick auf das Projekt der Trennung von Kirche und Staat, von Herr Ruhstrat einen der verantwortungsvollsten Posten be- Verfolgung der Mörder im Gebirge auf. Ein späteres gleich dem Jaurès triumphierend verkündet hatte, daß Combes es demfleidet, verhängnisvoll ist. Und wir würden der ganzen Sache noch falls am heutigen Tage aber über Brisbane eingetroffenes amtliches nächst der Kammer vorlegen werde- ohne dabei zu bemerken, daß feine Bedeutung beilegen, wenn die heftigen Angriffe gegen den Telegramm des Gouverneurs von Deutsch- Neuguinea berichtet, daß sich feine Mehrheit finden werde, einen solchen Gesetzentwurf zu Minister nur vom„ Residenzboten" ausgingen; die Nuhstrat- Affaire in den Baining bergen die Ruhe wiederhergestellt votieren. ist aber allmählich zu einer Landes- und Reichsangelegenheit ge- sei. Fünfzehn Eingeborene seien im Kampfe erschossen und ein- Wenn endlich K. E. die Politik unsrer Partei mit dem einen worden, die nicht mehr aus der Welt zu schaffen ist und die so oder undzwanzig gefangen genommen. Die Verfolgung dauere Wort abschlachtet, daß wir wie hypnotisiert in der Erso einer klaren Entscheidung bedarf und sie auch finden wartung des großen Tages" verharren, so dürfte es genügen, wird." wird? fort. Hoffentlich erfährt man auch etwas über die Ursache dieser daß ich zu ihrer wahrhaften Darlegung vor den Genossen DeutschErhebung! Die Erbitterung der Eingeborenen muß eine äußerst große lands darauf verweise, wie alle Programme für unmittelbare und gewesen sein, daß sie sich auch gegen die Missionare und Schwestern tägliche Verbesserungen sowohl auf dem Gebiete des induſtriellen richtete. Die„ Koloniale Zeitschrift" würde sich ein Verdienst erwerben, wenn sie einmal in die Zustände in dieser Kolonie hineinleuchten wollte! Ob die oldenburgische Regierung auch gegen diesen, von ihr fo nahestehender Seite kommenden Mahnruf ihr Ohr verschließen wie auch des landwirtschaftlichen und kommunalen Lebens von unsren Parteitagen ausgegangen sind; noch im vergangenen Jahre unterDie ungeschriebene Zuchthausvorlage. Vor dem Schöffengericht zeichnete der Guesde, den man zum Anarchisten stempeln möchte, in Köln stand ein Grundarbeiter unter der Anklage des Streiteinen Aufruf an Frankreichs Arbeiter, in dem es hieß:" Reformen bergehens. Er hatte gelegentlich des Kölner Bau- und ErdarbeiterStreits einen Berufskollegen angesprochen, daß er dem Verbande Sidney, 12. September. Der Dampfer„ Waldemar" vom Nord- und Revolution sind weit entfernt, einander auszuschließen, sie Denn die den herrschenden Klassen abbeitrete, was dieser ablehnte. Mittags geriet der Angeklagte mit deutschen Aloyd meldet, daß am 13. August auf dem Baininger Berge getroßten Reformen, so geringfügig sie an sich sein mögen, vermehren dem Arbeitswilligen aneinander und er mißhandelte ihn gemeinsam bei Herbertshöhe die katholischen Missionen St. Paul und Nacharmap mit noch andern Personen durch Schläge. Der Staatsanwalt bean- von Eingeborenen der Bergstämme und befreiten Sklaven über- sowohl die Bewegungsfreiheit wie auch den Mut und das Feuer tragte fünf Monate Gefängnis mit der Begründung, daß es sich fallen worden sind. Alle Missionare wurden niedergemegelt und des kämpfenden Proletariats. Werden aber die Reformen verweigert, um die„ Terrorisierung eines Arbeitswilligen" handle. Der für 60 000 M. Vorräte geplündert. Den Anlaß gab angeblich der dann bilden sie ein hervorragendes Mittel zur Aufpeitschung der Arbeiterklasse: indem die Verweigerung der Reformen die Unfähigs Verteidiger kennzeichnete den Antrag als jedes Waß bedeutend über- Freilauf von Sklaven. Der Ueberfall erfolgte unerwartet um 9 Uhr feit oder den bösen Willen der regierenden Bourgeoisie enthüllt, treibt Die Missionare wurden bei ihrer Arbeit überrascht. schreitend; der Antrag gehe über das geschriebene Recht hinaus und morgens. zu einem ungeschriebenen Gesez, der Zuchthaus- In St. Paul wurde der Vorsteher Pater Mathias durch einen sie das bedrängte Proletariat dazu, seine Befreiung auf gewaltsamem borlage, über. Das Gericht verurteilte den Angeklagten unter Gewehrschuß von dem von ihm befreiten und aufs beste be- Wege zu beschleunigen." Ich beschränke mich auf diese wenigen Worte, ohne in die Bes Hinweis auf dessen Vorstrafen zu zwei Monaten Gefängnis. handelten Sklaven Tomari ermordet, ebenso der herbeieilende Bruder Josef Bley und die Schwester Auma. Die Brüder Eduard richtigung von Einzelheiten einzugehen, und überlasse den Lesern Ein Platz an der Sonne". Die„ Trierische Landeszeitung" Blarichaert(?) und Schellekens, die Schestern Sophia und Amata des Vorwärts", die notwendigen Schlußfolgerungen daraus zu veröffentlicht den Brief eines Sergeanten vom Stabe des Majors wurden durch Beilhiebe, die Schwester Agnes auf der Hauptveranda ziehen. Mit internationalem Gruße v. Glasenapp, datiert vom 2. August aus Windhoek. In dem Brief und die Schwester Angela an der Rückwand des Altars durch Keulenheißt es u. a.:... So ist zum Beispiel in Gobabis( Dften) hicbe getötet. In Nacharmap wurde Pater Heinrich Rutalar geföpft. wiederum eine Typhus epidemie ausgebrochen. Auch die Die ferner geplante Ermordung der Missionare von Marienburg nördlichen Abteilungen der Schußtruppe sollen viel unter dieser wurde durch deren Abwesenheit vereitelt. Von der von HerbertsAus dem Kaukasus wird uns geschrieben: Am 1. Augnst spielte Krankheit zu leiden haben, desgleichen sollen die Hereros durch höhe abgesandten Polizeitruppe wurden 16 der Mörder erschossen, sich im Flecken Tschiatury( Centrum der kaukasischen ManganerzSiechtum viele Leute verlieren. Unser Marine- Expeditionscorps, das 20 gefangen. Die Verfolgung dauert fort. Der Kapitän des industrie) eine jener fleinen romantischen Episoden ab, an denen mit rund 670 waffenfähigen Köpfen ausrückte, ist zur Zeit auf Waldemar" erzählt, ein Komplott zur Niedermachung aller Weißen 300 feld dienstfähige Leute durch Krankheit, Tod sei im Juli entdeckt und vereitelt worden. und Verwundungen herabgemindert.... Gefallen find von uns bei Dwitoforero 1 Offizier, 1 Mann, Ofaharui 33 Mann, fünf davon find ihrer Verwundung erlegen. Im Norden fommen noch einige Leute hinzu. Mehr noch sind aber dem Wüterich Typhus zum Opfer gefallen, so daß wir ungefähr 80 bis 100 Tote aufzuweisen haben..." Um ein typhusverseuchtes Sand- und Dornengelände werden die Söhne und die Millionen des Bolles, einem Bahn zuliebe, strupellos geopfert. Sie lauten: Aus Südwestafrika Husland. Rußland. Eine mutige That. Jules Guesde. der socialistische Kampf in Rußland so reich ist und die so häufig Menschenleben zum Opfer fordern. In dem Flecken wurde unlängst ein in den dortigen Arbeiterfreisen sehr bekannter focialdemokratischer Agitator, Verfasser einer weitverbreiteten Agitationsparteischrift, bei der Festnahme eines Propagandakränzchens mitverhaftet. Da die Polizei ihn nicht rekognoscierte wir unterlassen daher die Nennung seines Namens follte er furz darauf mit einigen andren Verhafteten unter gewöhnlicher Bewachung nach der Gouvernementsstadt Stutais abgeschoben werden. Da befchlog ein andrer Genosse den Verhafteten zu befreien und erhielt auch die Zustimmung des socialdemokratischen Komitees in Kutais. Er lauerte mum dem Transport an einem gutgewählten Orte auf und gab, als dieser sich näherte, einen blinden Schuß ab, um Blutvergießen zu vermeiden und nur Verwirrung unter der Bewachung hervorzurufen. Der Plan ist auch gelungen: die Verhafteten sind glücklich in der Als die entstandenen Panik geflüchtet, aber der Befreier, der Bauer Prokop Neue Judenverfolgungen in Rußland. Petersburg, 11. September. ( W. T. B.) Ueber Ruhe störungen, die am 4. und 5. d. Mts. in Smela, Gouvernement Stiew, fich ereigneten, wird der„ Russischen Telegraphen- Agentur" aus Kiew gemeldet: Ein israelitischer Ladenbefizer hatte eine Bauersfrau mißhandelt, weil er sie im Verdacht hatte, daß sie ihm ein liegen neue Meldungen über Zusammenstöße mit den Hereros vor. Tuch gestohlen. Eine Voltsmenge rottete sich zusammen und verwüstete 100 Häuser und 150 Läden, die Berlin, 12. September. General von Trotha meldet unter dem plünderte und 10. September 10 Uhr vormittags aus Otiosondu: Israeliten gehörten. Am 4. September abends fing eine Gruppe Estorff stieß am 9. September bei winaua- Naua auf von 60 Jsraeliten eine Schlägerei mit Christen an. abziehende Werft Samuel Mahareros, nahm es nach Israeliten auf die Christen Schüsse abgaben, wurde Polizei her- Les chat, selbst ist auf der Strecke geblieben, durchbohrt von den furzem Widerstande im dichten Busch. 50 Hereros tot; dies- beigerufen, die von den Revolvern Gebrauch Kugeln der den Transport begleitenden Soldaten. seits ein Reiter leicht verwundet. Haupttrek der machte und zwei Personen verwundete. Am 5. SepAmerika. Hereros anscheinend Flucht nach Südosten. Deimling im Vormarsch tember morgens begaben sich mehrere Hundert Eisenbahnarbeiter von Oparalane nach Often; Estorff folgt über Otarupoko, Reizen von der benachbarten Station Bobrinskaja trotz des Einschreitens sehr günstig ausgefallen. Die Staatswahl in Vermont ist für die republikanische Partei Die Majorität über die demokratischen stein sperrt Wasserstellen Otjimbinde bis Okunjahi, Meister folgt der Behörden mit einem Eisenbahnzuge nach Smela, wo die Ruhe- Stimmen beträgt 32 000 Stimmen. Die Republikaner konnten schon Deimling über Oparalane. Kommando Oparakane. Zur Unterdrückung der Ruhe eine Majorität von 25 000 Stimmen als ein günstiges Zeichen für Berlin, 12. September. Gouverneur Leutwein meldet: störungen sich alsbald, erneuerten. Die unter Unteroffizier Ebernickel auf Platbeen verschanzte störungen wurde Militär herbeigerufen, das von der Waffe Gebrauch die große Wahl im November deuten. Ein Majoritäts- Botum unter Abteilung Stempel ist von Morenga erfolglos aml machte, wobei fünf Personenschwer und eine größerel 25 000 hätte den Mut der Demokraten start belebt. Die Kleinen . Die Verluste bei Lianjang. Borläufe von Vermont und Maine gelten gewöhnlich als Stimmungs- 1kräfte waren an 8ahl den japanischen gleich und be- In der gestrigen Besprechung der Streifenden des Glüh barometer für das Land. Die Siegeszuversicht der Republikaner trugen ungefähr 180 000 Mann; aber die Russen verloren mehr lampentverkes wurde auch erwähnt, daß die Firma durch ist stark gewachsen. Die Wahlivetten in New York stehen jetzt drei Leute hinter ihren Schuhwehren, als die Angreifer, infolge der Zeitungsannoncen Arbeiterinnen bei hohem 2ohn" fucht zu eins zu Gunsten von Roosevelt. In Wall Street wurde eine größeren Schußweite und Feuergeschwindigkeit der japanischen( der hohe Lohn" beläuft sich auf ungefähr 14 bis 17 Pf. die Stunde) Wette von 24 000 Dollar angeboten, daß der Staat New York für Artillerie. und daß sich unter den Blättern, die auf diese Weise StreitRoosevelt stimmen würde. Die New Yorker Staatswahl wird mit brecherinnen zu vermitteln suchen, auch die Morgenpost" be großer Wichtigkeit behandelt, denn ohne New York haben die Demokraten feine Aussicht, Parker zum Präsidenten zu wählen. Zofio, 11. September.( Amtliche Meldung.) Die Gesamtverluste findet, die sich bei andern Gelegenheiten in ihrem redaktionellen Teil Durch die letzten scheußlichen Lynchmorde au Negern ist doch werden auf 17539 Maun beziffert, einschließlich 136 Offiziere ſchicht, der japanischen Armee in den Kämpfen bei Lianjang seit dem 26. August schon recht arbeiterfreundlich aufgespielt hat. Wenn so etwas gedann Sollten fich die Vertreter dieser Blätter etwas das öffentliche Gewissen geweckt worden. Die Presse tadelt tot, 464 verwundet. Auf den rechten Flügel der Armee entfallen nicht wundern, wenn sie feine Sympathien bei der Ardie schwache Haltung der Behörden, und der Gouverneur von davon 4866, auf das Centrum 4992 und auf den linken Flügel anbelangt, so zeigte sich in der Besprechung, daß alle einmütig entbeiterschaft finden. Was die Haltung der Streifendent Alabama hat sich veranlaßt gesehen, eine Belohnung von 7681 Maun. drei Neger gelyncht haben. Der Gouverneur von Georgia hat durch veröffentlicht folgende vom heutigen Tage datierte Depesche aus Tokio: folgungen der Streifposten( gestern find wiederum zwei fiſtiert Die hiesige japanische Gesandtschaft schlossen sind, den Streit fortzusetzen. Den polizeilichen Vereine kriegsgerichtliche Untersuchung feſtſtellen laſſen, in wie weit das wie Marschall Oyama berichtet, hat die japanische Armee worden) halten die Arbeiterinnen mit rühmenswerter Tapferkeit stand Militär schuldig war, das sich farbige Gefangene von einem Pöbel- des rechten Flügels nach dem Kampfe vom 4. und 5. 5. M. das und beweisen damit, daß sie auch hierin männlichen streikenden Arhaufen entreißen ließ und den Lynchmorden zusah. Diese An- Kohlenbergwerk Jantai und den Yumentsegel besetzt. Die Haupt- beitern um nichts nachstehen. Die Zahl der Streifenden beträgt, fündigungen und Untersuchungen freilich können im besten Falle doch macht der Nussen hat sich, wie man glaubt, nördlich des Hun- abgesehen von den 11 Glasbläsern, jetzt 344. nur als Warnungen gegen die Lynchmörder angesehen werden. An Flusses zurückgezogen. Eingeborene sagen, die Russen hätten eine wirkliche Verfolgung und Anklage glaubt Niemand. 1500 Dollar auszusetzen für die Ergreifung der Leute, die kürzlich London, 10. September. Vom Kriegsschauplatz. Die Ausfahrt der baltischen Flotte. Kronstadt, 11. September. Die Ostseeflotte unter Admiral Roschdestwensky ist heute nachmittag 2 Uhr nach dem äußersten Often in See gegangen. Das Geschwader ist aus folgenden Schiffen zusammengefekt: 1. Linienschiff Imperator Alexander III." Stapellauf 3. Februar 1901, 13 516 2.) " 2. Linienschiff ,, Borodino"( 1901, 13 516 T.) 3. 4. 5. " " 6. , njas Suworow"( 1902, 13 516 T.) „ Dsljablia"( 1898, 12 900 T.) Navarin"( 1891, 9600.) „ Ssissoi Welifi"( 1894, 9100 T.) 7. Großer Kreuzer Admiral Na chimo tv( 1885, 8600 T.) 8. " " Dmitri Donskoi"( 1883, 5800 2.) 9. Panzerdeckkreuzer" Aurora"( 1899, 6630.) 10. Kleiner geschützter Kreuzer, Siwetlana"( 1896, 3900 T.) ,, Almas"( 1903, 3300.) 11. 12-20. Torpedobootszerstörer. Ueber die baltische Flotte urteilte vor einigen Tagen ein offenbar gut unterrichteter Mitarbeiter der„ Times": 10000 Mann ant Toten oder Verwundeten in Eisenbahnzügen fortgeschafft. Seitens der Japaner sind über 3000 Russen beerdigt worden. Vor der Räumung von Lianjang brannten die Russen die Magazine in der Nähe der Eisenbahnstation nieder, aber die Japaner erbeuteten doch eine gewaltige Menge Vorräte und Munition. Armeen bei den letzten 10 Schlachttagen werden nunmehr auf Petersburg, 11. September. Die Verluste der bei den feindlichen 70000 Mann veranschlagt. Von 300 Grenzsoldaten, welche einen exponierten Posten zu verteidigen hatten, und die von den Sapanern umzingelt wurden, find mur 90 mit dem Leben davon gekommen, welche sich mit dem Bajonett einen Durchgang erfochten. Viele Leichen befinden sich noch im hohen Grase, die erst aufgefunden werden, wenn das Gras gemäht wird. Es fehlt auch an Leuten, die nach Leichen suchen. Mehrere japanische Truppenabteilungen sollen sich schwerer Vergehen gegen die Disciplin schuldig gemacht haben, indem fie trotz strengsten Verbotes in Liaujang plünderten und einen russischen Missionar töteten. Die Der Streik der Glasschleifer. Die Zahl der streifenden Glasschleifer, Polierer und Beleger ist zur Zeit 175; zu den neuen Bedingungen arbeiten 73. Die Streifenden halten einmütig aus im Kampfe. Wahrscheinlich wird der Streik in den nächsten Tagen noch auf ein paar Werkstätten ausgedehnt werden, wo die Arbeitgeber bisher glaubten, ihre Arbeiter würden unberührt vom Kampfe der Kollegen in stumpfer Zufriedenheit weiter arbeiten. Von den willigen, die von auswärts herangeholt wurden, werden vermutlich Streifenden ist feiner abtrünnig geworden und die wenigen Arbeitsbald zu der Erkenntnis kommen, daß sie wohl etwas Besseres thun könnten, als hier ihren Kollegen in den Rücken zu fallen. Es steht also offenbar für die Arbeiter recht günstig mit dem Streit. Arbeitgeber scheinen in großer Verlegenheit zu sein; einzelne versuchen jetzt selbst ihre notwendigsten Arbeiten herzustellen, bei einem hat sogar die Frau Meisterin sich an die Arbeit herangemacht und der bereits im vorigen Berichte erwähnte Herr Dittmann sucht wiederum, wie im Jahre 1900, Mädchen anzulernen. Die werden aber wohl dieser Arbeit, die sich keineswegs für das weibliche Geschlecht besons ders eignet, bald überdrüssig werden. llebrigens nehmen die ArUeber die Bedeutung des japanischen Sieges bei Lianjang Streifenden, die sich durchaus im Rahmen der gesetzlich gewährleisteten beitgeber in reichlichem Maße die Polizei in Anspruch, obgleich die urteilt der militärische Mitarbeiter der Berliner Neuesten Nachr." Rechte bewegen, keinen Anlaß zu polizeilichem Einschreiten und zu der " Aber auch in operativer Beziehung haben die Kämpfe Polizeibewachung geben, wie sie unnötigerweise vor den Häusern der bei Liaujang die russische Armee in der Mandschurei in vom Streit betroffenen Arbeitgeber zu finden ist. Aus keinem andern eine ungünstige Lage gebracht. Durch den Verlust von Grund als weil sie Mädchen, die um Arbeit nachfragen wollten, auf Liaujang und den höchst wahrscheinlichen Verlust von Mufden ver- den Streit aufmerksam machen wollten, sind 2 Streikende sistiert Tieren die Russen einen Teil ihrer Magazine, worden. Auch bei diesem Streit suchen einzelne Polizeibeamte durch Depots usw., was die Verpflegung und Er Androhung gefeßlich nicht zulässiger Maßnahmen die Streifenden haltung der Armee erschwert. General Kuropatkin vom Streifpostenstehen abzuhalten. So wurde in der gestrigen muß aber sehr ernstlich mit diesen Verhältnissen Streifversammlung der Glasschleifer berichtet, ein Wachtmeister habe rechnen, denn eine Armee, welche in der Hauptsache auf eine einem Streifenden gegenüber geäußert: Was meinen Sie wohl, einzige Zufuhrlinie aus der Heimat angewiesen ist, kann wenn ich Ihnen überhaupt verbiete, die Große Frankfurterstraße zu infolge ungenügender Verpflegungsverhältnisse geradezu operations- betreten?" Selbstverständlich bleiben derartige Drohungen unfähig werden! Diese seit Liaujang sehr in Vordergrund wirkungslos, denn die Streifenden kennen ihre Rechte und wissen, tretenden Erwägungen müssen aber auch auf die operativen Ent- wie sie ihre Pflicht als Streifposten zu erfüllen haben, und die schlüsse der russischen Feldherren von schwerwiegendem Leitung des Streits sorgt schon dafür, daß ein jeder mit den beEinfluß sein. Die Japaner dagegen sind an solche treffenden Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung genau vertraut ist. Rücksichten nicht gebunden. Ihr Zufuhrwesen Der Herr Salamonis hat, wie es scheint, in Fürth keinen guten funktioniert nach wie vor ausgezeichnet, zumal fie Fang gemacht, er soll jetzt in Freden nach Arbeitswilligen suchen, jetzt in den fruchtbaren Teil der Mandschurei eingerückt sind, wird aber wohl auch dort nicht viel Glück haben. während die Russen immer mehr in unfrucht= bare, arme Landstriche geraten." " Der wirkliche Grund, warum Rußland nicht Miene mache, eine große neue und tüchtige Flotte von Schlachtschiffen, Panzerkreuzern, gemischten Kreuzern und Torpedojägern nach Ostasien zu senden, sei nur zum Teil in der zweifelhaften Lage Port Arthurs, hauptsächlich vielmehr in dem Umstande zu suchen, daß eine solche Flotte überhaupt nicht vorhanden sei. Rußland besize im Augenblick zwei neue oder vergleichsweise neue Schlachtschiffe, aber außerhalb des Stillen Meeres feinen einzigen Panzerkreuzer erster Klasse, mit Ausnahme des über zwanzig Jahre alten, vor zehn Jahren umgeflickten„ Dmitri Opnsipi“ bon etwas über 6000 Tonnen und etwas über 15 Seemeilen Schnelligkeit. Auch sei fein einziger erstklassiger Kreuzer im Bau begriffen. Vor handen seien nur drei geringere Panzerfreuzer von durchschnittlich 7000 Tonnen:" Bamyat Dsowa", Admiral Nachimow" und Wladimir Monomach", die zwischen 17 und 23 Jahren alt feien. Der Streit und die Sperre in den Filzschuhfabriken von Dazu kämen dann noch vier dem Namen nach erstklassige PanzerSchweiger und von Kusche sind durch Verhandlungen zwischen den freuzer aus Eisen gebaut, von denen der jüngste nahezu 30, Vertretern des Verbandes der Berliner Schuhfabrikanten und des Kassel, 11. September. Daß Rußland bei der angeordneten Bereins deutscher Schuhmacher erledigt worden. Die Vereinbarungen der älteste über 40 Jahre zähle. Solche Schiffe zum An- Mobilisierung zweier weiterer Armeecorps schon recht weit in wurden gestern abend von einer außerordentlichen Generalversammgriff nach Ostafien hinaussenden, hieße die Götter versuchen. den Jahrgängen zurüdgreifen muß, erhellt daraus, lung der hiesigen Filiale des Vereins deutscher Schuhmacher gut Benn man in die Liste der Schlachtschiffe„ Sissoi Weliti", daß mehrere bei hiesigen Ziegeleibefizern beschäftigte Arbeiter aus ung der hiesigen Filiale des Vereins deutscher Schuhmacher gut Navarin"," Imperator Alexander II." und" Imperator Südrußland und Podolien, von denen einige schon inmitten der geheißen. Wir werden ersucht, hierüber folgende Erklärung zu Rifolai I." einschließe, so nehme sie sich auf dem Papier ganz vierziger Jahre stehen, telegraphische Gestellungsbefehle von ihren beröffentlichen: achtunggebietend aus, aber auch nur auf dem Papier, denn das Militärbehörden erhalten haben. Den Telegrammen folgten am Handlung von Vertretern des Berliner Fabritanten- Verbandes, des In einer am 8. b. M. stattgefundenen gemeinschaftlichen Verjüngste der genannten vier Kriegsschiffe sei über zehn Jahre alt, nächsten Tage schriftliche Einberufungsbefehle, denen ein besonderer Vereins deutscher Schuhmacher und der beteiligten Parteien find in das Durchschnittsalter der übrigen betrage 15 Jahre und die Wasser- Hinweis auf die im Falle der Nichtbefolgung des Befehls zu er- Sachen Schweiger und Kusche folgende Abmachungen getroffen verdrängung unter 10 000 Tonnen bei nicht über 14 Knoten Schnellig- wartenden Strafen beigefügt war. feit. Von den neuen Schiffen seien" Borodino"," Drel" und„ Knjas Suworow" beinahe fertig oder im Probestadium, Imperator Paul I.", ,, Andrei Pewozvanni" und" Slawa" aber noch zu weit zurück, um vorderhand Erwähnung zu verdienen. " Nach einer russischen Meldung soll die Fahrt nach Ostasien prompt von statten gehen können, da deutsche und englische Kohlendampfer in genügender Zahl auf dem Wege bereit ständen, den Kohlenvorrat der Schiffe zu ergänzen. Man wird ja sehen, wie weit das berühmte Geschwader kommen wird. Vielleicht handelt es sich nur um eine Demonstration! Ein weiterer Schlachtbericht Petersburg, 12. September. In den letzten Tagen wurden hier zwei Japaner verhaftet, die vor dem Ausbruch des Strieges als Handlungsgehilfen hier thätig waren. Einer derselben war zur griechisch- katholischen Kirche übergetreten und hatte eine Russin geheiratet. Aus den in der Wohnung der Verhafteten gefundenen Papieren geht hervor, daß beide japanische Marine- Offiziere sind, welche Spionage betrieben. Gewerkschaftliches. worden: In der Sache Kusche sind beide Kommissionen übereingekommen, 1. daß der Boykott gegen Rusche aufgehoben wird; 2. daß Kusche ehrenwörtlich zusichert, teine geringeren Löhne zu bezahlen als vor dem Boykott; 3. die Aufhebung des Boykotts der Fabrikanten über König, Hildebrandt und Büttner ist in Erwägung zu ziehen. In der Sache Schweiger: 1. daß der von beiden Parteien ausgearbeitete Lohntarif von beiden Seiten angenommen wird; 2. daß der Arbeiter Kurz auf seine Wiedereinstellung verzichtet; 3. daß sämtliche Arbeiter die Arbeit bei Schweiger wieder aufnehmen können, soweit sie die Arbeit aufnehmen wollen. Auf Grund dieser Vereinbarungen ist der Streit bei der Firma Deutfches Reich. Dem„ Reuterschen Bureau" werden von seinem Korrespondenten Mit einem glänzenden Siege des Vergarbeiter- Verbandes aus dem russischen Hauptquartier über die Kämpfe bei Liaujang haben, wie uns ein Privattelegramm aus Bochum meldet, die folgende Einzelheiten gemeldet: Am 31. August war das russische Gewehrfeuer unbeschreiblich heftig, aber da meist ohne zu zielen nappschaftswahlen geendet. Von 310 Sprengeln hat nach aller Schweiger, Rungestr. 20, beendet. Nachdem die gestern stattgeschossen wurde, nicht sehr wirksam. Bei den wiederholten ver- den bisher bekannt gewordenen Zahlen der Verband 175 erobert; gefundene Generalversammlung des Vereins deutscher Schuhmacher zweifelten Angriffen auf die russischen Stellungen zwangen die 175 erhielt der christliche Zechengewerkverein; die„ Gemäßigten" be- ihre Zustimmung in Bezug auf die Sache Kusche gegeben hat, erjapanischen Offiziere die Leute, die versagten, mit dem Säbel vor- kamen 16, die Polen 5 Size. Die christliche Zechen- flären wir hiermit die Sperre über die Filzschuhfabrit von Kusche, wärts, wenn sie die Gräben erreicht hatten; an einer Stelle lagen majorität ist gestürzt; eine große Verbandsmajorität steht Büschingstr. 8, für aufgehoben. Die Toten, einer an dem andern, bis auf 1000 Fuß an das Fort fest! Viele„ christliche" Führer sind nicht wiedergewählt. Ortsverwaltung des Vereins deutscher Schuhmacher. heran. Am Morgen des 1. September wurde allen Nichtkombattanten Jm Bezirk Oberhausen hat der Bergarbeiter- Verband von Achtung! Galanterie- Arbeiter und Arbeiterinnen! Der Streit befohlen, Liaujang zu verlassen; die fremden Kaufleute verkauften ihre Waren in der Eile auf den Straßen oder versuchten sie auf 35 Sitzen 25 erobert, im Bezirk Bochum von 49 Sitzen 33, im bei den Firmen Mackensen, Ritterstraße 47, und Kühne Lowrys zu verladen, aber durch das Plazen der Granaten über der Bezirk Dortmund von 68 Sigen 55; in diesen Bezirken hat also( Galanteriewarenfabriken) dauert unverändert fort. Buzug ist streng fernzuhalten. Die Lohnkommission. Station wurden sie zur Flucht getrieben. Die fremden Militär- der Verband eine Majorität von mehr als zwei Drittel. attachés wurden unter Bedeckung nach Norden geführt; sie be= Die Wahlbeteiligung war, wie der erbitterte Kampf vorausobachteten, wie ein ununterbrochener Strom von Transportmaterial ahnen ließ, eine beispiellos starke. In der Arbeiterschaft, und Soldaten die Eisenbahnbrüde passierte. Als die erste Granate nicht nur unter den Bergleuten, herrscht heller Jubel. in die Fremden- Niederlassung fiel, waren in 15 Minuten die Auf die Werkpresse hat der Ausfall der Wahl geradezu niederTruppen- und Lazaretzüge und auch andre Züge, gefüllt mit den Einwohnern, zur Abfahrt bereit und nur die Chinesen blieben schmetternd gewirkt; ein Zechenblatt nennt Brust, den bekannten zurück. Ein Haufen Menschen, die im Pagoda- Park- Restaurant Leiter des christlichen Zechengewerkvereins, schon den„ Organisator frühstückten, flohen von Furcht ergriffen über Hals und Kopf, die der Niederlagen". Kellner voran. Offiziere und Ordonnanzen, ein allgemeines Durcheinander suchten Schutz unter dem nördlichen Wall der Stadt. Die Chinesen fingen sofort an zu plündern, aber, wenn man sie dabei abfaßte, wurde furzer Prozeß mit ihnen gemacht. Inzwischen Die Werksleitungen haben über den Ausfall der Wahl anfüllten sich die Verteidigungs- und Schüßengräben im Westen und scheinend den Kopf verloren und beginnen bereits mit Maßregelungen Süden der Stadt mit neuen russischen Truppen, während man das der dem Verband angehörigen neugewählten Knappschafts- Aeltesten. Gros der Armee thatsächlich sich zurückziehen sah. Man konnte die Japaner in vorzüglicher Haltung herankommen sehen und dem töd- Auf der Zeche„ Herkules" wurde, wie uns aus Essen gemeldet lichen Schrapnel- und Gewehrfeuer die Stirn bieten. Ueber die wird, am Montag der neugewählte Aelteste Wagner, der den Hügel im Süden, wo die Russen die Entfernungen abgesteckt hatten Bechenfreund Schäfer verdrängte, gemaßregelt. Die Belegschaft und ihre Geschütze eine schredliche Verwüstung anrichteten, tamen wurde vorstellig und es kann, wenn die Verwaltung nicht nachgiebt, die Japaner glänzend über die Schutzwehren. Ein Bataillon verlor jeden Tag zum Ausstand kommen. Die Erregung der Arbeiter ist alle Offiziere und ein Unteroffizier ergriff das Kommando. Um eine gewaltige. 8 Uhr morgens am 2. September ging Kuropatkins Zug nach Norden ab bis auf zwei Drittel des Weges nach Jentai; 5 Meilen von dort hatte mit Tagesanbruch die Schlacht angefangen; ein ununterDiese Snappschaftswahlen sind das Jena des Zechengewerkvereins, vielleicht gar das Jena des Centrums unter den Bergleuten! Berlin und Amgegend. Den Textilarbeitern Neu- Münsters in Holstein, die in eine Bewegung zur Erringung des Behnstundentages getreten find, ist von den Arbeitgebern erklärt worden, daß diese zur Zeit nicht in der Lage sind, ihren Wunsch zu erfüllen. Eine Versammlung der Textilarbeiter beauftragte die Vorsitzenden des christlichen und deutschen Tertilarbeiterverbandes unter Hinzuziehung des Centralvorsitzenden Hübsch, nochmals zwecks Schlichtung der Differenzen auf gütlichem Wege persönlich bei dem Fabrikantenverein vorstellig zu werden. Die Beauftragten haben in einer demnächst einzuberufenden Versammlung Bericht zu erstatten. dem Einigungsant des Gewerbegerichts tam eine Einigung au stande, Der Steinfegerstreit in Bre 3 I au fann als beendet gelten. Vor daß die Arbeit am Montag wieder aufgenommen wird. Die Meister verpflichteten sich, die zehnstündige Arbeitszeit strikte innezuhalten. Ueberstunden dürfen nur in den dringendsten Fällen verlangt werden, und nur unter Bezahlung des tariflichen Zuschlags von 15 Proz. Maßregelungen der am Streik beteiligt Gewesenen dürfen nicht stattfinden. Die Steinsetzer Königsbergs find in einen Abwehrstreit ge München, 12. September. Das gesamte Wächterpersonal der antritt wegen Lohndifferenzen in den Ausstand getreten. Die UnterMünchener Wach- und Schließgefe schaft ist gestern abend vor Diensthandlungen der Direktion mit den Angestellten haben bisher zu feinem Resultat geführt. treten. brochener Regen von Geschossen fiel auf die Eisenbahnlinie; die Der Streit der Arbeiterinnen des Glühlampenwerkes von Russen verloren hier einen Hügel, gewannen ihn und verloren ihn Siemens u. Halste dauert unverändert fort. Daß die Direktoren wieder, wobei Kuropatkin persönlich die Leute anfeuerte. Ein un- der beiden andren Werke der Firma die Arbeiterausschüsse für den mittelbar darauf überstürzter Rückzug der gesamten Liaujang- Streit zu interessieren suchten, geschah offenbar nur unter der VorArmee wurde nur durch die Wiedereroberung eines Hügels östlich aussetzung, die Ausschüsse würden ihrer Darstellung der Die städtischen Arbeiter von Fürth i. B. ließen durch ihre von Jentai verhindert; er ging bald wieder verloren, aber der Zwed Sachlage unbedingten Glauben schenkeu und somit auf seite der Organisation an die Stadtverwaltung eine Anzahl von Forderungen war erreicht. Firma treten. Wie wäre es sonst zu erklären, daß am stellen. Es wird zunächst bezüglich der Alters- und InvalidenBei Tagesanbruch war Kurokis Ziel noch nicht erreicht, doch Sonnabend der Direktor Dihlmann auf dem Werke versicherung verlangt, daß der Rentenanspruch nach zehnjähriger hatten die Japaner einen unverkennbaren Sieg errungen. Nachdem in der Franklinstraße dem Arbeiterausschuß mitteilte, man wolle Dienstzeit 50 Proz. des legten Diensteinkommens betragen und mit in der Nacht des 2. September heftiges Gewehrfeuer geherrscht hatte, sich nicht in den Streit beim Glühlampenwerk 1 Proz. jährlich bis zu höchstens 75 Proz. steigen soll. begann am 3. September bei Tagesanbruch Geschüßfeuer. Am mischen? Warum trat man denn überhaupt mit den Arbeiter- Rentenbezug darf aber nicht unter 400 m. jährlich für männliche Nachmittage dieses Tages erreichte das Gewehrfeuer der Japaner ausschüssen in Verbindung? Offenbar hielt man die Arbeiter- und 300 M. für weibliche Personen betragen. Unzulässig soll es die Stadt vom jenseitigen Ufer des Taitseflusses aus. In der Stadt ausschüsse für eine gute Einrichtung, falls sie den Interessen der sein, daß der Lohn eines Arbeitecs wegen verminderter Leistungsstand alles Holzwert, die hölzernen Brücken usw. in Flammen, Firma dienen wollten, wurde ihrer Mitwirkung aber sofort über- fähigkeit herabgesetzt wird. Ferner wird die Schaffung einer 220 Chinesen waren verwundet. Bei Einbruch der Nacht wurden alle brüssig, als man merkte, daß sie wie es den Pflichten eines Witwen- und Waisenversorgung verlangt, wonach die Witwe eines russischen Posten eingezogen und die Pontonbrüden wurden in aller Arbeiterausschusses entspricht die Rechte der Arbeiterinnen schüßen verstorbenen Gemeinde- Arbeiters 50 und jede Waise 15 Broz. des NentenHaft abgebrochen. Die Japaner nahmen Besitz von der Stadt und und auf die von den Streifenden vorgeschlagene vernünftige Regelung bezuges der Alters- und Invalidenversorgung erhalten follen, Halb- und ich selbst wurde gefangen genommen. Die russischen Streit der Sache hinwirken wollten. Bollwaisen nur bis zum vollendeten 15. Lebensjahre. Die andern Der Forderungen Betreffen Regelung der Lohnverhaltnifse verschiedener Arbeiterlategorien usw. Das Gemeindekollegium Befaßte sich mit den Anträgen und sprach sich nicht gegen dieselben aus, sondern der- wieS sie zur Etatsberatung. Hustand, Der 37. englische GewerkschastSkongreh. Die Sitzungen des Arbeiterparlaments, wie die liberalen Blätter in berechnender Schmeichelei den Gewerkschaftskongreß be- zeichnen, sind vorüber. Die Verhandlungen zogen sich ruhig und ge- schäftsmäßig dahin, fast nie erlangten sie einen höheren Schwung. Punkt für Punkt wurde verhandelt. Resolution nach Resolution durch Abstimmung erledigt; viele der letzteren sind alte bekannte, die schon von früheren Kongressen beschlossen worden sind und die immer wiederkehren. Die Debatte über das Arbeitervertreter-Komitee, die vielleicht zu einigen politischen und prineipiellen Auseinandersetzungen geführt haben würde, wurde durch das Geschäftsordnungs- Komitee des Kongresses nicht zugelassen, weil der Gewerkschafts- kongreß keine Macht und kein Recht habe, die Angelegenheiten einer andren unabhängigen Organisation zu diskutieren. Und so ging der Strom der Resolutionen langsam an dem Kongreß vorüber, ohne irgend wie Anstrengung hervorgerufen zu haben. Immerhin sind einige Beschlüsse von erheblicher Wichtigkeit gefaßt worden, die wir hier noch kurz anführen möchten: Zunächst gelangte wiederum eine Resolution zur Annahme, die sich gegen das Schwitzsystem und die Heimarbeit ausspricht und in der die Ausdehnung der Fabrikinspektion auf dieselbe verlangt wird. Ebenso gelangte eine Resolution zur Annahme, welche die Be- fchästigung von ausländischen und ungelernten Arbeitern in den Berg- werken verboten wissen loill, allerdings nachdem die Antragsteller das Verlangen damit begründet hatten, daß die Beschäftigung von Ausländern, die der englischen Sprache nicht mächtig sind und darum Anordnungen, Zurufe usw. leicht mißverstünden, eine ständige Ge- fahr für Leben und Gesundheit ihrer selbst und ihrer Mitarbeiter bildeten. Sodann wurde das P. C. noch beauftragt, eine Anzahl von Berggesetzen vor das Parlament zu bringen, darunter befindet sich die Forderung der achtstündigen Arbeitszeit m den Bergwerken, wobei der übliche Protest der Northumberland-Bergleute gegen den obligatorischen Achtstundentag pronipt abgegeben wurde. Mit Ach und Krach(nämlich mit BIS 000 gegen 513 000 Stimmen) wurde sodann beschlossen, ein wöchentlich erscheinendes Arbeiterblatt herauszugeben. vorausgesetzt, daß die dazu nötigen 200 000 M. von den Gewerkschaften aufgebracht werden. Zum Unfallversicherungsgesetz wurden eine Reihe Abänderungsanträge angenommen, deren wichtigste sind: die Ausdehnung derselben auf alle Industrien und Gewerbe, welche Ge- fahren für Leben und Gesundheit der Arbeiter in sich bergen, Zahlung einer Rente von nicht weniger denn 50 Proz. des vollen Arbeitslohnes und zwar vom ersten Tage des Unfalls ab. Zu scharfen Angriffen gegen die Regierung kam es bei der Debatte über die Einführung der Chinesen in Südafrika. Steadman (Schiffszimmerer) betonte hierbei, daß die englischen Arbeiter den Arbeitern andrer Nationalität durchaus nicht feindlich gegenüber- stünden; sie wollten sich nur dagegen wehren, daß chinesische und andre ausländische Arbeiter auf englischen Boden kommen und durch billige Löhne die Lebenshaltung der englischen Arbeiter herab- drücken. Von den übrigen Beschlüssen sei noch hervorgehoben die Annahme einer Resolution, in welcher die Erwerbung von Grund und Boden und die Erbauung von Arbeiterwohnungen durch die Kom- munen, sowie billige Eisenbahnfahrten für die Arbeiter gefordert wird. Der Kampf in Marseille dürfte wohl zu Gunsten der Arbeiter entschieden sein. Die straffe Disciplin und Solidarität der Hafen- arbeiter triumphiert über die Brutalität der kapitalistischen Koalition; der starre Zusammenhalt der Unternehmer ist gebrochen. Ein Teil der kleineren Unternehmer, welche es überdrüssig waren, im Interesse der Reeder den Kampf mit den Arbeitern zu führen, solvie ein Teil der ausländischen Schiffahrtsgesellschaften haben die Aus- sperrung aufgehoben und die Hafenarbeiter haben beschlossen, bei diesen die Arbeit wieber aufzunehmen. Bereits am Sonnabend sind gegen 700 Arbeiter unter Aufsicht und Mitwirkung der Organi sation wieder eingestellt worden. Dieselben zahlten laut Beschluß 1200 Frs. von ihrem Tagelohn in die Streikkasse; bezüglich der See leute ist noch alles beim alten._ Budapest, 12. September. In der heutigen Einigungsverhandlung zwischen den ausständigen Maurern und den Baumeistern ist eine Einigung nicht erzielt worden. Die Baumeister verlangten gegenüber der Forderung eines Mindestlohnes die gleichzeitige Festsetzung einer Mindestarbeitsleistung, ferner die Zusicherung, daß die Einhaltung der Vereinbarung nötigenfalls erzwungen werde. Die Forderungen der Arbeiter waren ferner: Anerkennung des Vertrauensmänner- Systems, Aufhebung der schwarzen Listen und Einsetzung eines ständigen Ausschusses aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern zur Ab- stellung von Beschwerden. Tie grosse Steinhauer-Aussperrung in BohuSlän dauert jetzt bereits über 4 Monate und hat den Arbeitern schon ungefähr 140 000 Kronen gekostet. In der vorigen Woche haben wiederum VerHand- lungen mit den Arbeitgebern stattgefunden, haben aber, obgleich sie sich über drei Tage erstreckten, zu keiner Einigung geführt. Die Arbeitgeber hielten an ihrer Preisherabsetzung auf die für D e u t s ch- land und England bestimmten Stein so rten fest und weil die Arbeiter hierauf nicht eingehen wollten und konnten, wurden die Verhandlungen abgebrochen. Die Arbeitgeber wollen ihr An- gebot zu dem erlvähnten Punkt des Tarifs bis zum 14. September aufrechterhalten, es ist aber sehr unwahrscheinlich, daß die Arbeiter »och darauf eingehen.— Es sind im ganzen 10 Arbeitgeber, die die Aussperrung der ea. 1000 Steinhauer verfügt haben und durch- führen._ Hu9 Induftric und Handel. Zur Hibernia- Angelegenheit. Die Leiter des Rheinifch-weft- fälifchen Kohlenshndikats scheinen nun doch eingesehen zu haben, daß es für sie vorteilhafter sei, in der Hiberniafrage einzulenken. Als Punkt 2 steht auf der Tagesordnung der zum 10. d. M. einberufenen Zechenbesitzer-Versammlung:„Erneute und erweiterte Ermächtigung des Aufsichtsrates und Vorstandes zu Verhandlungen mit dem Berg- sislus." Tie Getreidevreise auf den deutschen FruchtmSrktcn haben während des August eine merkliche Steigerung erfahren, was um so mehr zu beachten ist. als sonst von Juli auf August eine Er- Mäßigung einzutreten pflegt. Die Preissteigerung erstreckt sich auf sämtliche Getreidearten. Der Durchschnittspreis für den Doppel- centner Weizen stellte sich fürs Reich auf 17,51 M. gegen 17,20 im Juli und 10 M. im August vorigen Jahres. Am höchsten von den einzelneu Provinzen und Staaten war der Durchschnittspreis in Elsatz-Lothringen mit 13,58. am niedrigsten in Westfalen mit 10,25 Mark. Roggen stieg im Durchschnitt für das gesamte Reich von 13,40 auf 13,52 M. Als höchste Preise wurden für Ostpreußen. Bayern, Württemberg und Baden 10 M. notiert. Gerste stellte sich für das Reich im Durchschnitt von 55 Marktorten auf 13,95 M. im August gegen 13,07 im Juli und 12,75 im August 1903. Der höchste Durchschnittspreis mit 10,45 M. ergab sich für Württemberg, der niedrigste mit 11,55 für Schleswig-Holstein. Für Hafer ergab sich ein Durchschnittspreis von 13,77 M. gegen 13,51 im Juli und 13,09 im August vorigen Jahres. Nur für nachstehend aufgeführte Pro- vinzen und Staaten ist gegenüber dem Juli ein Abschlag der Preise eingetreten. Weizen ist in Westpreußen(von 18,04 aus 16,85 M.), in Pommern, Posen, Schlesien Schleslpig-Holstein, Hannover und Schtoarzburg-Sondershausen ge allen; Roggen in Ost- und West- Preußen, Pommern, Posen, Schlesien, Schleswig-Holstein und Hessen- Nassau; Gerste in Westpreußen, Posen und im Rheinland; Hafer endlich in Westpreußen. Brandenburg, Pommern, Posen und Schlesien. Ein Erfolg der Anatolischen Bahngesellschaft. Zwischen dem 'Ministerium der kaiserlichen Civilliste und dem Generaldirektor der Anatolischen Bahnen Geheimrät Zander wurde, wie Lee„Frank- furter Zeitung" aus Konstantinopel gemeldet wird, ein Vertrag unterzeichnet, wonach sich die Anatolischen Bahnen verpflichten, auf eigne Kosten Vorstudien über das Vorkommen von Petroleum in den der Civilliste durch mehrere Fermane konzessionierten Gebieten der Vilasets Mossul nnd Bagdad vorzunehmen. Dagegen er- halten die anatolischen Bahnen, falls sie auf Grund ihrer Studien die Ausbeutung der Quellen übernehmen, das Recht hierzu auf die Dauer von 40 Jahren. In diesem Falle hat über die Be- schaffung der Betriebsmittel eine besondere Verständigung mit der kaiserlichen Civilliste zu erfolgen, welche ihrerseits an den Netto- Überschüssen in einem noch zu fixierenden Verhältnis beteiligt sein wird. Auch für den Fall, daß aus irgend einem andern Grunde als dem Verzicht der Gesellschaft eine Verständigung über die Ex- ploitierung zwischen beiden Parteien nicht zu erzielen wäre, bleibt den anatolischen BahneDein Vorrecht vor jedem Dritten gewahrt. Französische, cnglffche und holländische Interessenten waren gleichfalls seit zwei Jahren bestrebt, die Vorkonzession von der Civil- liste zu erhalten. Hamburg-Amerika-Linie. Ein hiesiges Blatt hatte gemeldet, daß die Hamburg-Amerika-Linie ihr Aktienkapital zu erhöhen be- absichtige. Diese Meldung wird von der„Neuen Hamburger Börsen- halle" dementiert. Es sei weder für dieses, noch für die nächsten Jahre eine Kapitalserhöhung geplant. Die Deutsch-Lnxemburgische Bergwerks- und Hütten-Aktien- gescllschaft in Bochum, von deren Absicht, die Aktiengesellschaft „Friedlicher Nachbar" zu erwerben, wir kürzlich berichteten, beruft für den 30. September nach Bochum eine ordentliche und eine außer- ordentliche Generalversammlung ein. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: Herabsetzung des Grundkapitals von 24 175 000 Mark auf 12 087 000 M. durch Zusammenlegung der Vorzugs- und der Stammaktien im Verhältnis von 2: 1 zwecks Vornahme von Abschreibungen; ferner Genehmigung eines mit der Bergbau-Aktien gesellschaft„Friedlicher Nachbar" abgeschlossenen Vercinigungsver trags und in Verbindung hiermit die Erhöhung des Grundkapitals um nom. 5 000 000 M. durch Ausgabe von 5000 auf den Inhaber lautenden, vom 1. Juli 1904 ab dividendenberechtigten Aktien, welche den Aktionären der Bergbau-Aktiengesellschaft„Friedlicher Nachbar" gewährt werden sollen; drittens Erhöhung des Grundkapitals zu Verstärkung der Betriebsmittel der Gesellschaft um weitere 2 913 000 Mark durch Ausgabe vcm auf den Inhaber lautenden vom 1. Juli 1904 ab dividendenberechtigten Aktien. Frankreichs Getreideernte. Das Bulletin des Halles veröffcnt licht eine Schätzung der Getreideernte in Frankreich und in der ganzen Welt für das Jahr 1904. Für Frankreich schätzt das Blatt die dies jährige Ernte auf 100 038 700 Hektoliter gegen 128 880 915 Hekto liter m Jahre 1903, das bedeutet also gegen das Vorjahr in runden Zahlen einen Mindercrtrag von 22 Millionen Hektoliter gegen den Durchschnittsertrag der letzten 5 Jahre, der 117 124 082 Hektoliter betrug. Das genannte Blatt bemerkt dazu, daß in diesem Jahre die Qualität der Ernte den quantitativen Aus- fall einigermaßen ausgleiche; außerdem müsse man den großen Ertrag an Getreide des vorigen Erntejahres besonders in Betracht ziehen, wodurch die nötige Menge des einzuführenden Getreides bedeutend verringert werde. Rußlands sinkender Kredit. In seinem„Wirtschaftliches bei Fortdauer des Krieges" überschriebenen Leitartikel behandelt der „Deutsche Oekonomist" die Finanzlage und die Kreditwürdigkeit Rußlands. Bietet der Artikel auch in Bezug auf die russischen Finanzverhältnisse nichts Neues, so ist er doch insofern interessant, als er zeigt, wie sehr die letzten Niederlagen Rußlands auch im kapitalistischen Lager das Vertrauen zur russischen Regierung voll- ständig untergraben. Noch vor einem halben Jahre wären derartige Ausführungen, wie sie sich heute der„Oekonomist" leistet, in der Finanzpresse kaum möglich gewesen: „Auf alle Fälle sollten vorsichtige Leute niemals die Wahrschein lichkeit aus den Augen verlieren, daß Rußland sich wieder an den ausländischen Geldmarkt wenden muß, umsomehr, wenn sich, wie nur zu wahrscheinlich, der Krieg in die Länge zieht. Bei der Beurteilung der Güte einer solchen Anlage sollte namentlich der Privatmann vor sichtig sein. Die Thatsache, daß bisher die Zinsen stets mit voller Ehrlichkeit und Sicherheit bezahlt sind, darf man unmöglich als maß- gebend ansehen. Ganz abgesehen davon, daß Rußland auch schon lange Zeit ein hohes Goldagio gehabt hat und daß es vor kurzem seinen Papierrubel zu Zweidrittel seines ursprünglichen Goldwertes in Gold einlösbar gemacht hat: Rußland lebt jetzt unter ganz un- gewöhnlichen Umständen. Im Innern kracht der ganze Bau. Die Ermordung des Gouverneurs von Finnland und des Ministers des Innern find wie ein blitzartiges Aufleuchten in dunkler Nacht. Sie zeigen, daß die unheimlich schleichenden Gewalten noch'.mmer vor- Händen sind und die Grundvestcn des Staates bedrohen. Die riesigen Menschenopfer in Ostasien für den durchaus unpopulären Krieg werden die Stimmung des Volkes nur noch mehr reizen und die Erbitterung in weitere Kreise tragen. Die Führung des Krieges hat in einer Weise die Verkommenheit der Verwaltung enthüllt, daß man gar nicht sagen kann, woher denn noch Vertrauen kommen soll. Von oben bis unten herrscht Fäulnis. Bestechlichkeit, Veruntreuung, mangelhafte Ausführung sind an der Tagesordnung. Selbst wenn nian gar nicht einmal mit einer politischen oder finanziellen Kata- strophe rechnen will, so muß die Aussicht auf wachsenden Geldbedarf schon Besorgnis erwecken. Denn der Kreis der Kreditgeber dürfte enger und enger werden. Früher zählten die Russen auf den nord- amerikanischen Geldmarkt; dort dürste jetzt wenig Aussicht sein, denn die Amerikaner haben das russische Vordringen in der Man- dschurei und ihre Bestrebungen, China unter die Fuchtel zu bringen, mit ausgesprochenster Abneigung betrachtet.... Frankreich ver- größert schon jetzt ungern die Summen, die es den Russen anvertraut hat... In Deutschland scheinen die Staatsmänner jetzt gut mit Rußland zu stehen. Das ist ja auch nur zu rühmen, denn so scharf die Volksverhetzung gegen England verurteilt werden mußte, so wenig wäre eine solche gegen Rußland wünschenswert. Von da bis zu einer Geneigtheit der deutschen Kapitalisten, ihr Geld der russischen Finanzverwaltung anzuvertrauen, ist noch ein weiter Schritt. Müssen sie doch damit rechnen, daß diese zu immer schlech- teren Kursen Geld aufnehmen muß und daß daher, selbst wenn das Kapital sicher sein sollte, der Einkaufspreis der Anleihe schon nach wenigen Monaten zu teuer sein könnte." nassen Katzenstein:„Der Kampf gegen den Militari»» m u s" und Bericht von der Kreis-Generalversammlung. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder ist daher unbedingt not- wendig. Auch haben Gäste Zutritt. Riinimelsburg. Mittwoch, den 14. September, findet in sämtlichen Bezirken Zahlabend statt; die Genossen werden ersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. Wlihluerciu Grofj-Lichterfelde. Morgen, Mittwoch, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Reisen, Chaussecstr. 104: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Gerhard Hildebrand über:„Die Agrarierherrschaft im deutschen Industriestaat". 2. Berichterstattung über die Geueral-Versammlung des Central-WahlvereinS. Treptow. Morgen, Mittwochabend, ist bei Schmidt, Kiefholz- straße 22, Bezirksversammlung mit außerordentlich wichtiger Tagesordnung. Die Parteispedition ist bei Voigt, Elsen- straße 37, vorn HI. Potsdam. Donnerstagabend 8V3 Uhr ist eine Volksversammlung für Männer und Frauen im Vietoria-Garten, Alte Luisenstraße 32. Vortrag des Genossen Dr. Karl Liebknecht: Geheimbundprozeß in Königsberg und Russenlurs in Deutschland. Berliner partel-Hn�elegenheiten. Achtung, Parteigenossen! Heute abend 8 Uhr findet im großen Saale des Gewerkschaftshauses die Parteiversammlung statt, in welcher die Delegierten der Berliner Parteigenossen über den Jnter- nationalen Kongreß in Amsterdam Bericht erstatten werden. Wir ersuchen die Genossen und Genossinnen um zahlreiche Beteiligung. Die Vertrauensleute. Den PartritagS-Delegierten zur Nachricht, daß der bequemste Zug zur Fahrt nach Bremen morgens 8 Uhr 15 Minuten vom Lehrter Haupt-Bahnhof abfährt. Diejenigen Genossen. welche am Sonntag diesen Zug benutzen wollen, mögen dies behufs Platzbestellung spätestens bis Sonnabend früh dem Genossen Wilhelm Frehthaler, Gartenplatz 1, mitteilen. Lichtenberg. Mittwoch, den 14. September: Zahlabend des Wahl- Vereins in sämtlichen bekannten Zahlstellen. Verloren ging zwischen Statton Lehrter Bahnhof und Zoologischer Garten eine Liste zum Parteitag. Der Finder wird gebeten, sie an Wilhelm Knick, Wollinerstraße 30, gelangen zu lassen.— Desgleichen ging in der Seestraße die Liste 5547 verloren. Abzugeben bei Fahrow, Ravensftr. 0. Rixdorf. Heute, DlonStagabend 8'/, Uhr, findet im Lokal von Thiel. Bergstr. 151/152. die Versammlung des Wahlvereins statt. Alls der Tagesordnung steht unter andrem: Vortrag des Ge- Letzte Nachrichten und Depelchcn. Excesse gegen Juden. (Privatdepesche des„Vorwärts".) Kattowitz, 12. September. In der russischen Grenzstadt Sosno- wiee kam es gestern gelegentlich der jüdischen Neujahrsfeier zu groben Ausschreitungen gegen die Juden. Die Synagoge und viele jüdische GrschnftSlokale wurden demoliert, mehrere jüdische Männer und Frauen durch Stockschläge und Messerstiche verletzt. Die Ursache der Angriffe bot das Gerücht, ein christlicher Knabe sei von den Juden getötet worden. Die Polizei verhielt sich zunächst ganz passiv; später wurden von ihr zehn Exeedenten verhaftet. Herbert Bismarck. Hamburg, 12, September. Die„Hamburger Nachrichten" teilen mit, sie müßten zu ihrem großen Bedanern heute bestäligen, daß Fürst Bismarck ernstlich erkrankt ist und daß sein Znstand zu Be- sorgnissen Anlaß giebt.— Zum ostasiatischen Krieg. Kupantse, 11. September.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die Japaner sind sehr enttäuscht darüber, daß der Plan ihrer Armee mißlungen ist, welcher darauf ausging, einen Enffcheidungskampf bei Liaujang zu erzwingen und dadurch die gegenwärtige Man- dschnreiarmee zu vernichten. Tie Japaner schaffen indessen in jeder möglichen Weise Verstärkungen und Vorräte nach Norden. Im' Mündungsgebiete und auf den Nebenflüssen, benutzen sie Boote hierzu, während auf allen Straßen und Nebenwegen Getreide und Schießbedarf auf zahllosen Schubkarren der Eingeborenen weitergeschafft wird. Marschall Oyama hat sein Hauptquartier in Liaujang auf- geschlagen, das sich allmählich zu einer modernen japanischen Stadt umtvandelt. Alle Anzeichen sprechen dafür, daß die Japaner, wenn möglich, eine entscheidende Schlacht auf dem russischen Gebiete an- nehmen, beziehungsweise erzwingen möchten. Diese Schlacht dürfte wahrscheinlich in einiger Entfernung nördlich von Mukdcn zu stände kommen. Die Japaner, welche schon bisher glaubten, daß die Russen Dumdumpatronen benutzen, da hin und wieder böse Verwundungen beobachtet wurden, behaupten, daß dies nunmehr bewiesen sei, da in Liaujang einige Dumdumpatronen gefunden worden seien; der Be- weis ist jedoch keineswegs schlüssig. Einige ständige Brücken, die noch nicht fertig sind, haben den Eindruck erweckt, daß die Russen die Eisenbahn zerstören; die Bahnlinie ist indessen überall unversehrt und die Russen nehmen offenbar an, daß sie wieder zurückkehren; sie haben längs der Bahnlinie eine Bekanntmachung angeschlagen, in der sie die chinesische Bevölkerung unter Androhung künstiger Be- strafung ermahnen, die Bahnlinie nicht zu beschädigen. Der Bormarsch der Japaner. Petersburg, 12. September. Der Korrespondent der„Birshewija Wjedomosti" telegraphiert ans Tieling: Die Japaner, denen man nachsagte, daß sie langsam vorrücken, gehen jetzt sehr schnell vor; sie verstehen es vorzüglich, ihre Umgehung s- bewegungen zu verschleiern. Die Vermehrung ihrer Truppen hilft den Russen wenig, denn die Japaner erhalten auch Verstärkungen aus Jnkou. Außerdem droht Kurokis Flankenmarsch nach Norden fortwährend unsre Verbindungen abzuschneiden. So wird die Initiative zum Handeln in den Händen der Japaner bleiben und dieses Manöver wird sich immer wiederholen._ München. 12. September.(B.©,)' Wie die„Münchener Neuesten Nachrichten" auf das bestimmteste versichern, ist in Re- gierungskreisen von einer neuen Marinevorlage in der nächsten Reichstags-Session nichts bekannt. Es soll auch nicht beabsichtigt werden, in dieser Session mit Marineforderungen, die über den etatsmäßigen Rahmen des Flottengesetzcs von 1900 hinausgehen, an den Reichstag zu kommen, daß aber mit großer Wahrscheinlichkeit •ur die Tagung 1905/00 eine Novelle zu diesem Flottengesetz zu er- warten ist, Straßburg i. E.» 12. September.(W. T. B.) D i e 13. H a u p t- Versammlung des Verbandes deutscher Gewerbe- vereine, die heute hier zusammentrat, faßte nach längerer Erörterung folgenden Beschlußantrag: Die Versammlung erhebt entschieden Widerspruch gegen die auf Ein- ührung des allgemeinen obligatorischen Be- ähigungsnachweises sürdasHandwerk gerichteten Bestrebungen. Sie erblickt in der fortgesetzten Behandlung dieser Frage eine Störung der friedlichen Entwicklung der Organisation des Handwerks, wie sie in der Gewerbe-Ordinmgs- Novelle vom Jahre 1897 beabsichtigt wurde und erioartet von der Regierung, daß sie solchen lviederholten Störungsversuchen keine Folge geben werde. Die Versammlung empfiehlt jedoch zur Förderung des Handwerks t. daß die im§ 129 der Gewerbe-Ordnung auf- geführten Rechte nur denjenigen vorbehalten werden sollen, welche den Meistertitel führen dürfen, 2. daß bei Vergebung von öffent- lichen Arbeiten bei Gleichwertigkeit der Leistungen die geprüften Meister für ihre Arbeiten den Vorzug vor denjenigen der ungeprüften Handwerker erhalten sollen. Dettweilcr, 12. September.(W. T. B.) Amtliche Meldung. Heute nachnnttag 2 Uhr 40 Min. ist kurz an der Station Dettweiler von Schnellzug 4(Ostende— Basel) der am Schluß laufende drei- achsige Postwagen entgleist und umgefallen. Zwei vor dem Postwagen laufende vieracksige Wagen entgleisten mit je zwei Achsen. Ein Postbeamter und drei Reisende sind leicht verletzt. Beide Hauptgeleise waren gesperrt. Der Personenverkehr wurtz„ jedoch durch Umsteigen auftechterhalten. Bis 0 Uhr abends war die Be- triebsstörung beseitigt. New York. 12. September.(B. H.si New York wurde durch eine neue Schandthat der schwarzen Hand in Aufregung versetzt. 0 Italiener zertrümmerten mittels Pumpen den Laden eines italienischen Barbiers, weil der Besitzer die Erlegung von 500 Dollar verweigerte. Tie Pumpen verursachten einen Brand, der zwanzig Familien beinahe den Rettungswcg abschnitt._ Kexgntw, Redakteur: Franz Rehbei», Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u.Verlag: Vorwärts Buchdr.u. Verlagsanstalt Paul Singer LcCo., Berlin S�v. Hierzu 2 Beilagen u. Nnterhaltungsblatt 21 Nr. 215. 21. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Distag, 13. September 1904. Parteigenossen! Mittwoch Zahlabend in allen Bezirken Berlins und Charlottenburgs! Wahre Wissenschaft für die Arbeiter.[ schaft, " Der Trades- Unions- Kongreß. nämlich mit der ,, wahren“,„ objektiven", tendenz-| erprobten und einheitlichen Grundsägen erfolgen kann. Drt und lofen" aus dem Lager der wahren Arbeiterfreunde" Zeit der Zusammenkunft lassen sich auf dem Parteitage selbst noch In der letzten Nummer des„ Korrespondenzblattes der General- zusammenzukuppeln. Liebknecht, der sich wie feiner gegen die so- näher festiegen." fommission der Gewerkschaften" tritt Herr Chr. Tischendörfer genannte objettive Geschichtsschreibung verwahrte, würde den Burschen Parteipresse. In die Redaktion des Braunschweiger für Maßregeln zur Verbreitung von Wissen in den Kreisen der ge- wohl träftig schütteln, der ihn vor diesen Wagen spannen wollte. Boltsfreund" tritt am 1. Oktober der Genosse Otto Friedrich werkschaftlich organisierten Arbeiter ein. Wir haben selten eine gute Die Arbeiter sollten sich vor nichts mehr hüten als vor einer ein, der bisher als politischer Redakteur im übecker„ Volksboten" Sache mit so schlechten Mitteln vertreten sehen, wie in diesem Fall. Geschichtsschreibung, die sich ihnen im Gewande der Tendenzlofigkeit thätig war. Wir wünschen sehr, daß den Arbeitern ein möglichst umfang- präsentiert. Der glücklichste Fall bei solcher Geschichtsschreibung ist reiches Wissen zu teil werde, aber wir hoffen zugleich, daß bei der ein wüster Haufen planlos zusammengetragener Einzelthatsachen Mehrzahl der Arbeiter nicht solch alberne Gespreiztheit, wie bei ohne jede Ordnung, ohne jeden leitenden Gedanken; meist aber Herrn Tischendörfer die einzige Frucht des Unterrichts sein möge. walten gerade in dieser Art Geschichtsschreibung die unter der Maste London, 10. September. Der sagt von sich: der Objektivität versteckten, darum um so gefährlicheren Tendenzen Die sechstägigen Verhandlungen des 37. Jahreskongresses der Wenn nämlich einzelne Mitglieder, vielleicht in manchen Ge- der Verherrlichung des Kapitalismus, der Arbeiterfreundlichkeit der britischen Gewerkschaften in Leeds und die in Verbindung mit dem werkschaften nur ein Mitglied, die eigne Fortbildung weiter pflegen Unternehmer oder irgend eines Fürsten, der„ göttlichen Weltordnung", Kongresse abgehaltenen Konferenzen und Volksversammlungen zeigen und hierdurch größere Gesichtspunkte für die Gewerkschaftsaufgaben der„ historischen Mission der Hohenzollern" und dergleichen. gewinnen will, werden sie von den Genossen nicht begriffen. Die einen Fortschritt im politischen Denken und in der moralischen Stärke Masse" fühlt sich bei ihren beschränkteren Kenntnissen nicht wirkenden Kräften; solche Wissenschaft kann gar nicht tendenz- der politischen Selbständigkeit hat aufrüttelnd gewirkt; die ArbeiterGeschichte ist die Wissenschaft von den im Gesellschaftsleben der Vertreter der britischen Arbeiterorganisationen. Der Gedanke nur sehr wohl, sondern kommt sich noch außerordentlich flug bor. Fragt man die Nufer im Streit, ob sie die los sein. führer wurden bor neue Aufgaben gestellt und der Versuch, sie allernotwendigsten Bücher, z. B. über andre Gewerkschafts- Hätte Tischendörfer nur eine kleine Anzahl der Broschüren aus zu lösen, hat die Kritik innerhalb der Arbeiterbewegung einrichtungen, gelesen haben, so wird dies verneint, aber gleichzeitig den verschiedenen Abteilungen eines Großbetriebes" studiert ver- angespornt. Das Parlamentarische Komitee, das jedes Jahr vom behauptet, daß man sie und ihre Geschichte trotzdem sehr genau schlingen nützt nichts!- er hätte sicher mehr Gewinn davon gehabt Kongresse gewählt wird, um die Beschlüsse des Kongresses auszufemme". Natürlich ergeben sich derartige Differenzen auch bei vielen als von dem Umgange mit den wahren Arbeiterfreunden", und er führen, hatte diesmal mehr Angriffe abzuwehren, als in früheren andren Gewerkschaftsfragen, hängen aber einzig und allein mit dem hätte sicher seinen ganzen Artikel ungeschrieben gelassen. Der Hoch- Jahren. Die Arbeiter werden unzufrieden und deshalb kritisch. Mangel an objektiver Kenntnis der Dinge zusammen. Es ist heute, mut, mit dem er auf diese Broschüren herabjieht, beweist uns mur, Allein diese Unzufriedenheit ist nicht revolutionär, obwohl der so parador es flingen mag, eine unumstößliche Thatsache, daß auch die Aber er steht ihm kongreß socialistische in der freien Arbeiterbewegung, welche als solche nach Licht und daß er von ihrem Inhalt keine Ahnung hat. Resolution ans Luft, Weisheit und Klarheit strebt, es oft fein größeres Verbrechen schlecht. Was redet der Mann zusammen: genommen hat. Die Kongreßdelegierten fühlen sich als giebt, als wenn man in geistiger Beziehung eine Pferde- Mit einer Tendenzbildung hat man vor Jahrzehnten in der gleichberechtigte Bürger eines demokratischen Gemeinwesens, über länge weiter gekommen ist. In der Masse" findet sich Arbeiterschaft eingesetzt, und mit einer solchen wird nun in allen dessen Politik und Gesetzgebung die Arbeiter selbst entscheiden dann gewöhnlich ein vermeintlich ganzer Kerl", den gewerkschaftlichen Organisationen weiter gearbeitet." könnten, wenn sie nur wollten. Und auf dem Kongresse Kampf gegen die höhere Einsicht mit der„ gebührenden" Rücksichts- Die Arbeiterfache wird aber erst dann zu einer vorteilhaften hat dies ihnen kein geringerer als Sir John Gorst, der frühere Lofigkeit aufnimmt und auch siegreich" durchführt. Fortgeschrittene unerschütterlichen Position im Wirtschaftsleben gelangen, wenn sie tonservative Unterrichtsminister, mit aller wünschenswerten DeutlichGewerkschaftsführer find deshalb vielfach zu einem geradezu traurigen eine auf allgemeiner nicht einseitiger Kenntnis der Gesamt- feit auseinandergesetzt. Am 4. September, am Vorabend der ErDasein verurteilt. Sie dürfen häufig nicht mehr sagen, als die verhältnisse begründete Vertretung gefunden hat." Masse bertragen" fann, müssen sogar entgegen ihrer eignen Ueber- Wir setzen einen Preis auf den, der sich bei diesen Phrasen öffnung des Kongresses, hielten die Gasarbeiter eine öffentliche Boltszeugung, die sich nachher fast immer als richtig erweist, ganz ver- etwas denten kann. versammlung in Leeds ab, in der auch Gorst sprach: Ich habe tehrte Dinge anstandslos geschehen lassen. Hierbei trösten sich dieselben dann entweder damit, daß die Masse erst durch Schaden flug einer Tendenzbildung eingesetzt habe? Was soll das wohl heißen, daß man in der Arbeiterschaft mit einen großen Teil meines Lebens im Parlamente zugebracht, und Will Tischendörfer damit ich sage Ihnen, das Unterhaus ist eine Versammlung reicher werden könne" oder sie schieben" unbemerkt die Sache trotz aller sagen, daß er eine Arbeiterbewegung ohne Tendenz wünscht? Ist Leute, die fein wirkliches Interesse Interesse für eine Reform Beschlüsse so, wie sie verlaufen muß. Manche Führer werden aber überhaupt eine Bewegung ohne Tendenz denkbar? Oder laviert" unfres focialen Lebens haben. Ich habe immer gefunden, auch dieser Lavierungen müde und ziehen sich schließlich ganz zurüd. Tischendörfer, wie er so schön sagt, zwischen der Einsichts- daß die Socialreformer in der Opposition find, aber Eine Rettung vor diesen unwürdigen Treibereien sowie materiellen losigkeit der Masse und einer Tendenz, von der er noch nicht sagen sobald sie zur Regierung gelangen, wird ihr socialpolitischer Eifer und moralischen Schädigungen der Gewerkschaften liegt einzig und darf, daß es die Tendenz der friedlichen Harmonie sei? allein in der Ausbildung recht vieler Mitglieder." abgekühlt. Das Parlament, wie es jetzt ist, beschäftigt sich mit Was heißt eine Vertretung, die auf allgemeiner Kenntnis der Amendierungen von Gefeßen und mit der Amendierung von AmendieGott, diefer einzige fluge, weise, so ungeheuer gebildete Tischen Gesamtverhältnisse begründet ist? Die Bertretung der dörfer unter der großen Herde Dummköpfe! Einsam sitt er auf Arbeiterfache fann geschickt sein, das heißt, die Arbeiter rungen. Wir brauchen eine felbständige Arbeiterpartei, so stramm dem Throne des Wissens, unter ihm tribbelt alles in Nacht und können sich durch Leute vertreten lassen, die geschicht sind, die etwas organisiert und so eifrig wie die irische Partei. Die irischen Führer Finsternis und begreift nicht das Licht, das da oben glänzt! wissen. Die Forderungen der Arbeiter tönnen begründet werden mit binden sich an keine der beiden großen Parteien, fie suchen nicht nach Was der Mann, ohne den geringsten Widerspruch von der Re- Argumenten, die sich auf Kenntnis der bestehenden Zustände stüßen, die Aemtern, sie wollen nicht Minister werden. Deshalb haben sie in den daktion des„ Korrespondenzblattes" zu finden, dann als Bildungs- Vertretung steht, oder in dem Auftrage, den die Vertretung von den Arbeiter handeln. Erst dann wird die Regierung auf die Beschlüsse Vertretung der Arbeiter tann begründet sein in der Wacht, die hinter der letzten 30 Jahren so außerordentliche Erfolge erzielt. So müssen auch die ideal auftischt, das ist ganz würdig dieses großmäuligen Geredes. Bertretnen erhalten hat, aber ob Tischendörfer das eine oder das Ihrer Kongresse achten." Und Gorst steht keinesfalls einzig da. Die Nicht Wissen, nicht Bildung schlechtweg, sondern die wahre" andre oder irgend etwas andres mit der Klugen Rede fagen will, fonservative, Morning Post" erklärte, eine politische Arbeiterbewegung Bildung, das ,, echte",„ objektive" Wissen, das ist es, was dem Ar- läßt sich nicht erforschen. sei nötig; die liberalen Daily News" meinten, sie würden eine felb beiter fehle, und was ihm Tischendörfer, der, ach, so unbewußt Geständige Arbeiterpartei aufrichtig begrüßen, auch wenn der Liberaschobene, jetzt endlich verschaffen will. lismus darunter leiden sollte. " An einer Stelle schreibt Tischendörfer: " Warum stellen sich die Arbeitgeber- Verbände feine billigen Dann leiden viele Genossen an einer großen Ueberschätzung der Arbeitskräfte aus dem Arbeiterstande zur Vertretung ihrer Interessen praktischen Erfahrungen und sind der leidigen Ueberzeugung, damit an? Würden sich dazu keine Personen, die vorher 1500 Mark vberallein auskommen zu können. Sie verschlingen vielleicht eine um- dient haben und nachher etwa 2000 bis 2500 Mart bekommen fangreiche Broschürenlitteratur und glauben, damit für ihre weitere könnten, wie die Gewerkschaftsführer, finden? Genug! Man giebt Ausbildung gethan zu haben, was möglich und nötig ist. Dabei aber dort 5000 bis 15 000 Mart für seine Angestellten aus. Aus wird natürlich ganz übersehen, daß es meist ganz gleichartige Liebhaberei? Wahrhaftig nicht, sondern um frische, intelligente, Schriften aus verschiedenen Abteilungen eines Großbetriebes find, thatfräftige Geschäftsführer zu haben, auf die man sich in jeder Lage welche ihre einzige geistige Nahrung bilden. Streit- und Tendenz verlassen tann." broschüren sind nötig und müssen beachtet werden, als Grundlage Solchen Unsinn schreiben und sich dann hinstellen mit der Klage, für eine wirkliche Fortbildung sind sie aber ganz unzureichend, viel- daß man nicht verstanden werde, weil man der Masse um eine( Gewerkschaftsvorlage), die im April zur zweiten Lesung kam fach sogar schädlich, wenn kein gutes Maß allgemeiner Bildung vor- Pferdelänge geistig voraus sei! handen ist. " So steht es natürlich auch mit der Rede und bei Arbeiter führern auch mit den Umgangsformen. Und da wundert man sich noch über die Stagnation nicht der Mitgliederzahl nicht der Mitgliederzahl aber der Erfolge der Gewerkschaften." Uebersicht über die politischen und gewerkschaftlichen Ereignisse der Der Jahresbericht des Parlamentarischen Komitees giebt eine legten zwölf Monate. Einen großen Platz nimmt die zollpolitische Agitation Chamberlains ein, ebenso die Gegenagitation der Gewerkschaftsführer. Es ist kein Zweifel, daß diese Gegenagitation sehr viel zur vorläufigen Niederlage der Schuzzollpolitik beigetragen hat. Der nächstwichtige Gegenstand, mit dem der Jahresbericht sich be schäftigt, ist die Trades Unions and Trades Dispute Bill und mit neununddreißig Stimmen angenommen wurde. Da An einer andern Stelle citiert Tischendörfer einige Säge aus aber die Regierung Der Ausgangspunkt der modernen Arbeiter= gegen gegen die weitere Durchberatung der bewegung lag in dem Worte: Wissen ist Macht." dem Bericht einer Gewerkschaft, deren einziger Mangel schlechter Bill Obstruktion machte, so wird eine Wiedereinbringung der Kein geringerer als der alte Liebknecht hat diesen Satz unzählige- Sagbau ist, und dann meint er: Vorlage nötig sein. Der Jahresbericht schließt mit einem Aufruf male ausgesprochen. Trotzdem wurde er fast immer falsch veran die Arbeiter, sich ihrer Macht bewußt zu werden, denn obwohl standen. Die Gewerkschaftsbibliotheken beweisen diese Thatsache. In die Tage der Verfolgung für die Gewerkschaften vorbei seien, so sei denselben finden sich wohl alle Schriften einer bestimmten Richtung doch noch viel gegen juristische Spißfindigkeiten und parlamentarische über ihre eigne Wirksamkeit und die Thätigkeit andrer, aber nur ganz felten Bücher andrer Richtungen und Personen. Man hindert Nebenbei: Tischendörfer meint vielleicht, weil er ein Fremdwort Obstruktion zu kämpfen.„ Vergessen Sie deshalb nicht, daß unsre gewerkalso geradezu die Arbeiter, sich ein eignes Urteil über anwendet, wird sein Sag schöner wie die von ihm verspotteten schaftliche Lage unzufriedenstellend ist, und sehen Sie darauf, daß volkswirtschaftliche Probleme zu verschaffen und rechtfertigt Säße des Gewerkschaftsberichts! Davon abgesehen. Wer ungenügende ur Männer ins Parlament gelangen, die unfre Lage verstehen, mit unbewußt die Meinung objektiver Beobachter, welche dahin Erfolge der Gewerkschaftsbewegung auf die Umgangsformen der Führer uns sympathisieren und für uns zu arbeiten gewillt sind." geht, daß auch in den freien Gewerkschaften die Arbeiter in Die Eröffnungsrede des Präsidenten Mr. Richard Bell war im einer ganz bestimmten Anschauung erhalten werden sollen, zurückführt, bei dem eilt es sehr, daß er sich mit der Geschichte, ins Nahmen des Jahresberichts gehalten, nur schloß sie mit einem Hin Damit wird aber kein Wissen erzeugt, das eine Macht bildet, besondere der Geschichte der Gewerkschaftsbewegung beschäftigt. Dringend weis auf das Arbeiterministerium Australiens, das zwar nur kurze sondern eine Wust von Begriffen, der bei jedem heftigen Windstoß zu empfehlen ist ihm dabei, daß er die ganze„ wahre" Geschichte auf Zeit regierte, aber nichtsdestoweniger. die Glückwünsche des wie Spreu verweht werden kann. die Seite legt und zu der greift, die sich ehrlich als das giebt, was Die Stämpfe der verschiedenen Gewerkschaftsrichtungen unter Geschichte allein sein kann: eine Darstellung des historischen Ge- der Niederlage Watsons Neuwahlen ausgeschrieben worden, so britischen Trades- Unions- Kongresses verdiene. Wären nach einander und gegen ihre gemeinsamen Bartner, die Arbeitgeber- schehens von einem bestimmten Standpunkte aus. berbände, ergeben dies tagtäglich. Mit einer Tendenzbildung hat man borjahrzehnten in der Arbeiter Tischendörfer den Arbeitern die Wissenschaft seiner Freunde ver- die Macht der australischen Arbeiter. Möchte dieses Beispiel die Es wären noch einige Worte zu sagen über den Weg, auf dem hätten die Arbeiter gewiß die Mehrheit erlangt. Aber schon die Thatsache, daß sich die Liberalen und Konservativen foalieren, zeige schaft eingefekt und mit einer solchen wird nun mitteln will, indessen ist zu einer solchen Kritik wohl noch Zeit. in allen gewerkschaftlichen britischen Arbeiter zu ähnlichen Thaten anspornen. weiter „ böses Belipiel" hat hier Ginstweilen war es wichtiger, die Pfeudo- Wissenschaft ins rechte Licht britischen Arbeiter organisiert und einig wären, dann könnte keine gearbeitet. Ein verdorben. zu rücken, die hier angepriesen wird. Nicht Tischendörfers wegen Koalition etwas gegen sie ausrichten." die guten Sitten" auf lange auf lange Zeit hinaus Die Arbeitersache wird aber erst dann und auch nicht seiner Einpaufer wegen, wohl aber deswegen, weil zu einer vorteilhaften unerschütterlichen Bo- ihm das„ Korrespondenzblatt der Generalfommission" für seinen Artikel fition im Wirtschaftsleben gelangen, wenn sie zur Verfügung stand, ohne sich durch einen kräftigen Strich davon eine auf allgemeiner nicht einseitiger- Kennt nis der Gesamtverhältnisse begründete Wer tretung gefunden hat." Und an andrer Stelle noch deutlicher: zu scheiden. Partei- Nachrichten. Partei- Organisation. Den Delegierten zum Barteitage unterbreitet Genosse Dittmann, Parteisekretär in Frankfurt a. M., folgendes: Wenn die Von den angenommenen und abgelehnten Anträgen und den barüber stattgefundenen Diskussionen dürften die folgenden beachtenswert sein: Arbeitsminister: Der Kongreß beschloß, darauf zu dringen, daß ein Kabinettminister ernannt wird, der die Fabrikgesetzgebung verwalten, Nachrichten über internationale Arbeitergesetze fammeln, den Fortschritt der Maschinentechnik beobachten und Vorschläge gegen die Monopolisierung von Rohmaterialien machen soll. Dieser Beschluß will thatsächlich die Ernennung eines Rabinettministers für Socialreform und socialökonomische Studien. " Der Unterricht soll sich in erster Linie auf die Theorie, Geschichte und Praris der Gewerkschaftsbewegung erstrecken. Daß hier bei die Entwickelung und Praris der Unternehmerverbände, die Socialgefeggebung und die Arbeiterbewegung des In- und AusLandes mit zur Beleuchtung tommen muß, versteht sich von selbst. gehender beschäftigen. Es wird aber nicht angängig sein, bei den Voraussichtlich wird den Parteitag die Organisationsfrage einObligatorische Schiedsgerichte: Der Antrag Ben Ein Haupterfordernis ist jedoch die absolut wahrheitsmäßige Darstellung der offiziellen Verhandlungen Detailfragen der Organisationspragis näher Tillets auf Errichtung von obligatorischen Schiedsgerichten nach ganzen Materie. Deshalb dürfen die Docenten nicht unter bem alleinigen Gesichts- zu erörtern, und doch dürfte eine Besprechung gerade dieser Fragen neuseeländischem Muster, um Streits und Aussperrungen unmöglich punkt ausgewählt werden, ob fie Parteigänger sind manchem Delegierten sehr erwünscht sein. zu machen, wurde mit 869 000 gegen 383 000 Stimmen abgelehnt. nicht. Insbesondere die Vorlesungen über geschichtliche Vor- Parteitages, welche sich für praktische Organisationsarbeiten interDer Unterzeichnete erlaubt sich daher allen Teilnehmern des Die Diskussion über diesen Antrag war lebhaft, die große Mehrheit gänge können durch eine Parteibrille ganz wertlos gemacht werden. In dieser Beziehung ist auf allen Seiten bereits effieren, den Vorschlag zu machen, fich in Bremen an einem Abend der Redner war der Ansicht, daß die Arbeiter auf den Streit nicht sehr viel gesündigt worden. Wir haben im heutigen Geschlecht zu sammelten Erfahrungen zusammenzufinden. Diesem Vorschlage sei delegierten Whitefield, daß so lange kein Lohnminimum gesetzlich einem gegenseitigen Austausch der auf diesem Gebiete ge- verzichten könnten. Erwähnenswert ist die Ansicht des Bergarbeitermeist entweder gar keine geschichtliche Bildung, oder eine solche in die Bitte hinzugefügt, von der heimischen Organisation Muster und festgelegt sei, der Verzicht auf die Streitwaffe den Arbeitern gefährparteimäßiger Verfassung. Dieser Zustand ist ein Glend für die Gegenwart, aber noch mehr für die Zukunft, denn die Ge- Proben des Verwaltungsmaterials in mehreren Eremplaren mitzubringen, lich werden könnte, oder zu schichte, und zwar die wahre Geschichte, ist die größte Lehr- wie Statuten, Mitgliedsbücher, Reglements, Instruktionen, Listenschemas, Kreditnoten: Ohne jede Debatte wurde der Antrag anmeisterin. Daß natürlich auch begabte erfahrene Arbeiterführer als Schemas derstaffenbücher, Abrechnungsformulare, Starten des Mitglieder genommen, daß öffentliche administrative Körperschaften berechtigt Docenten herangezogen werden müssen, bedarf keiner weiteren Be- regiſters usw. Es dürfte fich empfehlen, jedes Stück mit dem sein sollen, eigne Kreditnoten auszugeben, um auf diese Weise der Docenten herangezogen werden müssen, bedarf keiner weiteren Be- Stempel der betreffenden Organisation zu versehen, damit die Her- Aufnahme von Anleihen( bei Kapitalisten) und den damit verweisführung." Der arme Tischendörfer ist ein Opfer feines Umganges mit funft nicht zweifelhaft werden kann. Docenten und wahren Arbeiterfreunden", die in ihm den Wahn gweifel für manchen in der praktischen Organisationsarbeit thätigen Eine solche Aussprache, wie sie hier vorgeschlagen, wird ohne bundenen Kosten vorzubeugen. Arbeiterpresse: Der Kongreß war der Ansicht, daß die großgezogen haben, daß er der einzige vernünftige Arbeiterführer Genossen unmittelbaren Nutzen haben und dazu beitragen, daß die britischen Gewerkschaften das Risiko, das die Herausgabe eines ſet, der berufen ist, die Arbeiter mit der Wissen Führung der Parteigeschäfte im engeren Sinne mehr als bisher nach| täglichen Blattes einschließt, nicht übernehmen könnten. Nur die Heraus zu richten. * Der fünfte internationale Dermatologen- Kongreß Tarif ausarbeiten. Weiter soll für die Verkürzung der langen Arbeitszeit, Beseitigung der Ueberstunden- und Sonntagsarbeit, wurde Montagvormittag im Langenbeck- Hause eröffnet. Vertreter des Haltens kleiner Materialien durch die Arbeiter und Abschaffung der Reichs-, Staats- und städtischen Behörden waren natürlich an- des in manchen Betrieben erhobenen Dampfgeldes gewirkt werden. wesend, wogegen auch in keiner Weise etwas einzuwenden ist; nur Dem Referat folgte eine eingehende Aussprache über die Lohn fällt das geflissentliche Fernbleiben derselben Behörden von Arbeiter- und Arbeitsverhältnisse in den verschiedenen Orten. Die AusKongressen, zumal es gewöhnlich mit der Lage der Dienstgeschäfte führungen der Delegierten boten alle dasselbe Bild: Die Accordbegründet wird, um so mehr auf. löhne find durchweg so niedrig, daß nur bei äußerster Anstrengung Babe eines Wochenblattes wurde mit 518 000 gegen 513000 Stimmen beschlossen. Die Schwierigkeiten, mit denen die Arbeiterpresse in England zu kämpfen hat, setzte der alte Bergarbeiterführer Harvey auseinander:„ Die Arbeiter lesen sehr wenig, außer Nachrichten über Sport, Wettrennen, und kümmern sich gar nicht um die Erscheinungen des induſtriellen Lebens. Solange das Wetten und Spielen dauere, wird eine Arbeiterzeitung nicht bestehen können. Denn ein Arbeiterblatt kann diese Nachrichten nicht bringen, und ohne diese Eigentümlich fühlt man sich bei solchen Gelegenheiten auch durch ein oft nicht einmal ausfömmlicher Lohn erzielt werden kann und Nachrichten werden die Arbeiter das Blatt nicht kaufen." die modernen Worte berührt, welche die Vertreter der Behörden bei alledem geht das Bestreben der Betriebsinhaber dahin, die Arbeiterpolitik: Alle Anträge, die darauf abzielten, die finden, und die in scharfem Gegensatz zu der reaktionären Haltung niedrigen Löhne noch immer weiter herabzudrücken. Aus einigen bisherige Politik der neuen Arbeiterpartei( Labour Representation derselben Behörden den Erfordernissen des modernen Lebens gegenüber Drten wurde berichtet, daß daselbst eine ausgedehnte LehrlingsCommittee= 2. R. C.) zu modifizieren, wurden zurückgezogen, da ſtehen. züchterei und Lehrlingsausbeutung herrscht, wodurch natürlich die der Kongreß sich nicht für berechtigt hält, in die Kompetenzen des Grafen v. Posadowsky, wies auf die sociale Fürsorge, auf die Be- werden. Unterstaatssekretär Hopf, der Vertreter des Staatssekretärs Lohn- und Arbeitsbedingungen der Gesellen wiederum verschlechtert 2. R. T. einzugreifen. Diese Erklärung des Kongresses ist sehr seitigung der schlechten Wohnungsverhältnisse hin, die neben der Eine sprechende Illustration zu diesen Ausführungen bot eine wichtig. Sie ist die Mündigkeitserklärung der neuen Arbeiterärztlichen Wissenschaft zur Bekämpfung der Seuchen notwendig ist. fleine Ausstellung von Drechslerarbeiten, die im Nebenzimmer des partei; es wird ihr nunmehr viel leichter sein, im socialistischen Auch betonte er, daß im Kampfe gegen die ansteckenden Geschlechts- Konferenzsaales eingerichtet war. Es handelte sich in der Hauptsache Sinne zu wirken. frankheiten die Beseitigung alter Vorurteile erstrebt werden müsse, um Arbeiten, die in der Möbeltischlerei Verwendung finden, sowie Verschiedenes: Angenommen wurden die Anträge über durch welche die Kranken bewogen würden, ihren Zustand zu verheim um Galanterie- Artikel und dergleichen. Die an jedem Stück verAchtstundentag, Alterspensionen, Ausbau des Arlichen. Es sind das beinahe triviale Selbstverständlichkeiten; aber zeichneten Arbeitslöhne erregten wegen ihrer auffallenden Niedrigkeit beiterschutzes und der Demokratie, ebenso der Antrag in unsrer Zeit des immer stärker werdenden Muckertums im Munde nicht nur bei den Kennern berechtigtes Aufsehen, sondern auch der eines hohen Staatsbeamten jedenfalls beachtenswert. Laie konnte ohne weiteres beurteilen, daß für die ausgestellten der Stukkateure, der die Trades- Unionisten auffordert, ihre Thätigkeit Der Vertreter des Kultusministers, Dr. Kirchner, welcher Artikel Hungerlöhne im wahren Sinne des Wortes gezahlt werden. auf die Vergesellschaftung der Produktionsmittel die Dermatologen zu ihren Erfolgen in der Bekämpfung der Lepra Nach Schluß der Diskussion nahm die Konferenz eine Resolution ( Aussatz), des Lupus( fressende Flechte) und der Geschlechtskrankheiten an, welche besagt, daß für die Beseitigung von Mißständen, wie Nicht ohne Interesse ist noch ein scheinbar nebensächliches Er- beglückwünschte, betonte speciell im Hinblick auf die Behandlung des Zahlung eines Dampfgeldes, Lieferung von Werkzeugen und eignis, das John Burns schädlich werden könnte. Der Arbeiter Lupus mit Belichtung, sog. Finsen- Behandlung( nach Professor Materialien durch die Kollegen sowie Leistung von Ueberstunden abgeordnete Shackleton, der auch auf dem Amsterdamer Kongreß Finsen in Kopenhagen), daß die Staatsbehörde bereitwillig und Sonntagsarbeit, bei jeder Gelegenheit Sorge zu tragen ist. war, unternahm in Leeds eine indirekte Attacke gegen John Burns, Mittel zur Verfügung stellen werde, damit möglichst bald in Es wird eine Kommission eingesetzt, welche alles auf die Lage der weil dieser es ablehnt, im Parlament harmonisch mit der Arbeiter- jeder großen. Stadt ein Institut zur Behandlung von Lupus Drechsler bezügliche Material zu sammeln und zu verarbeiten sowie errichtet werde. Das wäre freilich sehr wünschenswert; denn in Gemeinschaft mit dem Gauvorstand den Zahlstellen mit Rat und fraktion zusammenzugehen. Burns verteidigt sich in der Preſſe, die Finsen- Behandlung ist, wie auch in einem Vortrage des englischen That zur Seite zu stehen hat. aber die Mitglieder der Arbeiterfraktion bleiben die Antwort nicht Arztes Malcolm Morris hervorgehoben wurde, eine derartig In die Kommission wurden Schneider, Dahlke und Graf ge= schuldig. kostspielige, daß schon dadurch ihre allgemeine Anwendung vorläufig wählt. noch gar nicht in Frage kommt. Dr. Kirchner ist also mit seinem Hierauf sprach der Gauvorsteher Stusche über die Taktik bei Der Kongreß war von 473 Delegierten besucht, die 1 422 500 Verlangen nach öffentlichen Instituten auf durchaus richtigem Wege; Lohnbewegungen und Streits. Eine für alle Fälle maßgebende organisierte Arbeiter vertraten. wenn wir aber an das Verhalten des Kultusministeriums z. B. im Taktik lasse sich nicht festlegen, sie sei vielmehr nach der Lage jedes Falle des Professors Kromayer bezüglich der Klinik für Haut- Einzelfalles zu bestimmen und müsse das Ergebnis ruhiger, sachlicher frankheiten in Halle denken, so fehlt uns durchaus der Glaube an Erwägungen sein. In der Diskussion wurde allgemein der Wunsch eine nahe Verwirklichung dieser vom Vertreter des Kultusministeriums nach einer Verbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse aus für dringend notwendig erklärten Institute. gesprochen und verschiedene Vorschläge nach dieser Richtung gemacht. An die Eröffnungssißung schloß sich die erste wissenschaftliche Reipart, der als Vertreter des Verbandsvorstandes anwesend Der Schlosser St. hatte Maschinenmontage in Accord übernommen. Während des Accords wurde er entlassen. Durch Sizung, aus der wir einen Vortrag des Professor Neisser- war, sagte unter anderm, der Hauptvorstand würde nicht betrübt Breslau erwähnen:„ lleber Versuche, Syphilis auf Affen zu über- sein, wenn er schon im nächsten Frühjahre eine Reihe von DrechslerKlage beim Gewerbegericht verlangte er die Auszahlung der vollen Accordsumme. Die beklagte Firma H. u. W. machte geltend, die tragen." Jahrhundertelang hat es für ganz unmöglich gegolten, ftreits zu bewilligen hätte. Es sei jedoch dahin zu wirken, daß die Kündigung sei durch die vom Kläger unterzeichnete Arbeitsordnung einen Affen syphilitisch zu machen. Erst vor sehr kurzer Zeit ist es Organisation so start werde, daß die Kollegen ohne Streit etwas ausgeschlossen. St. gab die Unterschrift zu, behauptete aber, er habe dem Professor Metschnikoff in Paris gelungen, bei der Hoch- erreichen können. Damit war die Tagesordnung erledigt. die Arbeitsordnung nicht durchgelesen. Nachdem der Gerichtshof feft- stehenden anthropoiden Affenart Chimpanse Syphilis zu erzeugen. Es gelang ihm dann auch, niedriger stehende Affenarten zu Herr Adolf Brand ersucht uns um Aufnahme folgender Zeilen gestellt hatte, daß dem Kläger die geleistete Arbeit mit dem Durch- infizieren und den berühmten Versuch Jenners, auf dem die Schutz- zu dem Versammlungsbericht unsrer Sonntagsnummer: Nicht ich schnittslohn von 47% Pf. pro Stunde bezahlt worden war, entschied die Kammer V unter dem Vorsitz des Magistratsrats Dr. Schalhorn impfung gegen die schwarzen Pocken beruht, mit der Syphilis zu habe die Partei angerempelt, sondern der angebliche Genosse zu seinen Ungunsten. Der einfache Kündigungsausschluß durchbreche wiederholen: Ein Affe von der Art Makatus wurde syphilitisch Goßmann behauptete mit einer sehr sonderbaren Kühnheit, mein auch das Accordverhältnis. Die wirklich vom Kläger geleistete Arbeit infiziert, und die Krankheit dann von ihm auf einen Schimpanse Auftreten in Sachen des§ 175 entspreche nicht den Grundsäßen der sei mit dem Durchschnittslohn genügend entschädigt. Die Arbeits- übertragen, der nunmehr eine leichte Syphilis durchmachte und über- Partei. Ferner rief er die helle Entrüstung der Versammlung durch ordnung sei hier maßgebend. Daß Kläger sie vor Leistung der stand; dann aber erwies er sich als immun( ansteckungsfrei) gegen die Behauptung hervor, es ginge niemand etwas an, ob ein ReichsUnterschrift nicht durchlas, ändre nichts an ihrer Anerkennung durch Syphilis, als versucht wurde, menschliche Syphilis auf ihn zu über- tags- Abgeordneter heuchele. Das Wort wurde ihm, als er es nach tragen. Die leichte Syphilis von Makakus schützte ihn also vor der Schluß der Rednerliste noch haben wollte, nicht abgeschnitten, sondern die Unterschrift. schweren menschlichen, wie uns die Kuhpocken vor den schwarzen von der Versammlung fast einstimmig durch Beschluß verweigert, weil Die Buchbinder K. und M., die unstreitig von der Firma Blattern schüßen. Ein einzelner Fall ist freilich noch nicht beweisend er in seiner Rede nichts andres thun wollte, als eine Erklärung über Bertinetti unter Kündigungsausschluß engagiert worden waren, und berechtigt noch nicht zu weittragenden Schlüssen; aber Metsch ni- das Wesen der Socialdemokratie abzugeben. Dazu bestritt ihm aber hatten einen größeren Posten Buchdeckel gegen einen Accord- toff, der anwesend war und in der Diskussion das Wort der Vorsitzende die Befugnis und die Versammlung schloß sich, wie preis pro Tausend zu machen. Sie wurden vor entlassen Beendigung der Gesamtarbeit ergriff, berichtete von zahlreichen gleichartigen Fällen, während elf gesagt, dem an.( Wir nennen das allerdings mit Zustimmung der und beanspruchten Schimpansen, die unmittelbar mit menschlicher Syphilis angesteckt Versammlung das Wort abschneiden". Red.) nun durch Klage bei der Kammer VIII des Socialdemokratischer Agitations Verein für den Reichstags. gerichts den Gesamtpreis und nicht bloß. was die Berechnung für wurden, ohne den Umweg über Makakus, von der schrecklichen KrankWahlkreis Züllichau Schwiebus Krossen Sommerfeld. Heute, die geleistete Arbeit ergab. Auch diese Kläger glaubten, der Kün- heit in schlimmster Form befallen wurden. Ein andrer Weg der Bekämpfung der Syphilis, den Professor Dienstag: Versammlung bei Grosser, Dircksenstr. 39, vorn 1 Treppe( früher digungsausschluß könne einen Accord nicht durchbrechen. Nachdem Neisser ebenfalls anführte, ist der durch die Injektion von Syphilis- an der Stadtbahn). Das Erscheinen aller Genossen aus dem Streiſe iſt der Beklagte freiwillig 2,50 M. nachgezahlt hatte, die noch an Serum. Das Serum soll das Blut widerstandsfähig gegen das Pflicht. der Zahlung für die von den Klägern hergestellte Anzahl Syphilisgift machen, ohne doch seinerseits schädlich zu wirken. Deckel fehlten, wurden die Kläger zur Zurücknahme ihrer er einem Tiere einen halben Liter Marktpreise von Berlin am 10. September. Nach Ermittelungen des Klagen veranlaßt. Die Kammer VIII Sunter dem Vorsitze des Neisser berichtete, daß Für 1 Doppel- Centner: Weizen**), gute Sorte 17,60-17,58 M., mittel 17,56-17,54 M., geringe 17,52-17,50 M. Magistratsrats Dr. Meyer stellte sich ebenfalls auf den Stand- Syphilis- Serum zugeführt habe, ohne daß irgend eine Erkrankung gl. Polizei- Präsidiums. punkt, daß die Frage des Wochenlohns oder Accordlohns mit der erfolgte; dasselbe Tier wurde aber dann bei der Inokulation Roggen), gute Sorte 13,90-00,00., mittel 00,00-00,00 m., geringe ( Impfung) mit Syphilis von dieser in ganz typischer Weise befallen. 00,00-00,00. Futtergerste*), gute Sorte 15,20-14,40 M., mittel 14,30 Frage des Kündigungsausschlusses gar nichts zu thun habe. Der Der Vortragende schloß hieraus, daß das gegenwärtig zur Verfügung bis 13,60 m., geringe 13,50-12,80 m. Hafer*), gute Sorte 16,50-15,70 wt., Entlassung, wenn nicht ausdrücklich bei Kündigungsausschluß für stehende Serum von Syphilitikern noch keineswegs immunisierend mittel 15,60-14,80 m., geringe 14,70-14,00 M. Erbsen, gelbe, zum Stochen Accordarbeit die Nebenbedingung gestellt sei, daß die Entlassung oder schüßend) wirke; ein schüßendes Serum muß also erst noch gefunden 40,00-28,00 m. Speisebohnen, weiße 50,00-25,00 M. Linsen 60,00-25,00 M. werden. Weiter aber hob der Vortragende mit Nachdruck als Kartoffeln, 12,00-7,00 M. Richtstroh 4,66-4,16 M. die Niederlegung der Arbeit nur nach Beendigung jeden Accords er- zwingenden Schluß aus diesem und andren Versuchen hervor: Die Für 1 stilogramm Butter 2,60-2,00 M. Gier per Schock 4,00-2,80 m. folgen dürfe. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Serum Injektion ist absolut unschädlich. Soziales. Kündigungsausschluß und Accordarbeit. = Stationen Barometer stand mm Wind. richtung Windstärke Swinemde. 763 WNW = Better Temp. n. E. 5° C. 4° R. 1 Stationen = Heu 9,40-6,60 M. Barometer ſtand mm richtung 28ind Windstärke Wetter Temp. n. C. Man wird die nachdrückliche Betonung dieser Behauptung beDie sich in erschreckendem Maße häufenden Unfälle in den landund forstwirtschaftlichen Betrieben Oberfrankens haben die land- und greifen, wenn man sich erinnert, daß Prof. Neisser derjenige Arzt Witterungsübersicht vom 12. September 1904, morgens 8 1hr. forstwirtschaftliche Berufsgenossenschaft in Oberfranken als erste in ist, der vor noch nicht langer Zeit Syphilis- Serum auch auf Kinder Bayern dazu veranlaßt, einen Aufsichtsbeamten anzustellen, der die übertragen und deshalb sehr berechtigte Angriffe erfahren hat. Mag Aufgabe hat, die Betriebe zu überwachen und für strenge Durch er noch so sehr von der Unschädlichkeit überzeugt gewesen sein, die führung der Unfallverhütungs Vorschriften Sorge zu tragen. übrigens feineswegs so sichergestellt ist, als der Vortragende beGegen die leichtsinnigen Betriebsinhaber geht die auf feinen Fall war diese Injektion für die beGe- hauptete nossenschaft energisch vor. Sie hat Bestimmungen erlassen, troffenen Kinder nützlich; denn in seinem heutigen Vortrage betonte wonach die Unternehmer bei Außerachtlassung der Unfall- Neisser selbst: Eine Schußwirkung übt dieses Serum nicht aus. Weiter bemerkte der Vortragende noch, daß auch andre anthro- Hamburg 766 berhütungs- Vorschriften mit empfindlichen Geldstrafen belegt und bei Unfällen, die durch Nichtbeachtung der Vorschriften hervorgerufen poide Affen als der Schimpanse, nämlich der Drang und der Gibbon, find, zur Ersatzleistung herangezogen werden können. Es find bereits für Syphilis empfänglich seien; für die weiteren Versuche ist das Ersazansprüche bis zu 2000. festgesetzt worden. Der Aufsichts- beachtenswert, weil der Schimpanse in unserm Klima meist rasch zu beamte ist seit 1. März in Funktion und hat bereits 1251 Revisionen Grunde geht. in Hauptbetrieben und 206 in Nebenbetrieben vorgenommen. Der Erfolg seiner Thätigkeit äußert sich schon nach diesem halben Jahre durch eine merkliche Verminderung der Unfälle. Das Ortsstatut über das Kaufmannsgericht der Stadt Leipzig ist von der zuständigen Ratsabteilung im Entwurf fertiggestellt worden. Verfammlungen. Gaukonferenz der Drechsler. Berlin München Frankf.a.M. 767 ien o Do 10 14 4 wolfig 12 Haparanda 754 N 2wvoltig 10 12 Befersburg 757 SS 1wolfig 10 SW 2wolfig 765 WNW 4h eiter 13 Cort 2halb bd. 10 Aberdeen 768 DSD 3bedeckt 768 SD 2 heiter 12 Paris 763D 2halb bd. 766 23 1 heiter 15 Wetter- Prognose für Dienstag, den 13. September 1904. Troden und vielfach heiter, aber ziemlich fühl bei frischen östlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Briefkaften der Redaktion. meter= 0,9374 erst. 100. G. D. 1. Sehr wahr! 2. 1 Kilo7 Kilometer 1 deutsche, beziehungsweise 1 geographische Meile. Alles weitere berechnen Sie sich danach selbst. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Die im Gau IV des Holzarbeiter- Verbandes organisierten Nach dem Entwurf wird sich der Bezirk des Kaufmannsgerichts Drechsler hatten, der Einladung des Gauvorstandes folgend, zu der auf die Stadt Leipzig erstrecken. Es sollen je 30 Unternehmer- und am Sonntag im Gewerkschaftshause abgehaltenen Konferenz 5. B. Ja. A. H.( 100.) Möglich ist es, aber äußerst schwierig. Gehilfenvertreter mit fünfjähriger Amtsdauer gewählt werden. In 37 Delegierte entsandt. Außer Berlin waren folgende Orte ver- Sprechen Sie zunächst mit dem Rektor Ihres Sohnes; später vielleicht mit Cirkus. Beide Direktionen geben dem Entwurf ist die Verhältniswahl nach dem System der freien treten: Bernau, Biesenthal, Kottbus, Driesen, Finsterwalde, Frant- dem hiesigen Seminar- Direktor. R. T. 17. Geschäftlich gebräuchlich. Und Liste geplant. Es soll Stimmenhäufung zulässig sein, d. h. es wird furt a. D., Guben, Landsberg, Witten, Lübbenau, Luckenwalde, darüber keine Auskunft. Ihre A. Quittung? dem Abstimmenden freigestellt, statt 30 Beisigern seine Stimme zu Berleberg, Rirdorf, Schöneberg, Schönlante, Spandau, Straußberg, geben, nur für 1 Beisiger zu stimmen, dieſem einen aber 30 Stimmen Trebbin, Weißensee, Zehdenick. zukommen zu lassen. Der Abstimmende könnte auch 3 Beisitzern Zum ersten Punkt der Tagesordnung: Die Lage der Drechsler je 10 Stimmen geben usw. Auch sollen sogenannte ber bundene im Gau IV hielt Dahlke das einleitende Referat. Er führte ( nicht zu verwechseln mit den ge bundenen) Listen statthaft sein. unter anderm aus: Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Drechsler Die Wahl soll wie die Gewerbegerichts- Wahlen in folgender feien erheblich ungünstiger als die der Tischler. Der durchschnittliche Batelt 2. 1. Nein. 2. Ohne Kenntnis des Vertrages nicht zu beWeise vor sich gehen: Ort und Zeit der Wahl find mindestens Wochenlohn betrug im Jahre 1893 für Drechsler 16,77 M., für zweimal in den Amtsblättern bekannt zu machen und zwar dergestalt, Tischler 18,98 M., im Jahre 1897 für Drechsler.18,80 m., für antworten. Sehen Sie sich direkt mit der Gesellschaft( Lindenstraße) in Verbindung. Bildhauer Schönlante. Aus$$ 615, 616 B.-G.-B. ist daß zwischen der ersten Bekanntmachung und dem ersten Wahltage Tischler 20,30 M., im Jahre 1902 für Drechsler 19,31 M., für eine Ersatzpflicht herzuleiten, falls den Unternehmer eine Fahrlässigkeit bei eine Frist von mindestens vier Wochen liegt. Zur Beteiligung an Tischler 22,50 M. Im Gau IV seien über 1300 Drechsler, 130 un- der Aufbewahrung trifft. Sonst wäre eine Klage aussichtslos. 2. F. 777. der Wahl wird nur zugelassen, wer im Besize eines auf seinen gelernte Arbeiter und 267 Lehrlinge beschäftigt. Mehr als die Hälfte Eine Klage hätte nur dann vielleicht Aussicht auf Erfolg, wenn Sie nicht der hierorts gebräuchlichen Mietsformulare benutt haben. Namen lautenden Wahlberechtigungsausweises ist. Der Rat giebt dieser Arbeitskräfte entfallen auf Berlin, ein Viertel auf 6 Zahl eins vor der Wahl Karten aus, die der Abstimmende mit seinen stellen der Provinz und das letzte Viertel verteile sich M. 94. Dies Vergehen kann als Urkundenfälschung betrachtet werden. R. G. 4. 1. Ja. 2. Die Mutter tönnte und sollte flagen. Th. K. Personalien vorschriftsmäßig auszufüllen und der Wahlgeschäftsstelle auf 45 Bahlstellen. Mehr als drei Viertel aller Drechsler F. K. 27. 1. Ja. 2. Nein, einzusenden hat. Die Wahlgeschäftsstelle prüft die Karte und sendet arbeiten in Accord. Nur wenige sind noch beim Meister 100. 1. Soweit ersichtlich nein. 2. Sa. sie dem Betreffenden als Wahlberechtigungsausweis zurück. Mit in Kost und Logis. Die Arbeitszeit schwankt zwischen 52 und aber zwangsvollstreckung durch einen Gerichtsvollzieher vornehmen lassen. 3. Nein. Arbeiterin. Unterbreiten Sie den Fall Ihrer Gewerkschaft diesem Wahlberechtigungsausweis hat der Wähler zur Urne zu 66 Stunden in der Woche. Hier zeigt sich wieder die bekannte und dem Gewerbe- Inspektor und Klagen Sie auf Zahlung des unter dem schreiten und ihn gleichzeitig mit der Stimmliste abzugeben. Die Thatsache, daß der Lohn um so niedriger, je länger die Arbeitszeit Namen Strafgeld Ihnen vorenthaltenen Lohns. m. m. 1. Leider nicht. Ausweise werden gesondert aufbewahrt. Der Möglichkeit, daß ein ist. Es werden durchschnittlich verdient bei einer Arbeitszeit von A. P. 27. 1. und 2. Sie könnten nur auf Zahlung( eventuell mit Wähler zweimal zur Wahl geht, ist vorgebeugt. Die ersten Wahlen 52-54 Stunden 24,97 M., bei 54-60 Stunden 18,92 m., bei öffentlicher Zustellung) flagen und dann die Sachen pfänden und versteigern E. Sch. Ein Verwaltungsstreitverfahren fönnten Sie sollen möglichst Ende November d. J. vorgenommen werden; es 62-66 Stunden 15,54 M. Die Accordlöhne differieren oft für ein iſt aber nicht ausgeschlossen, daß sie sich bis Mitte Dezember hin- und dieselbe Arbeit ganz erheblich. So werden beispielsweise für einschlagen: sehr viel Aussicht auf Erfolg hat es aber nicht, falls die H.. Nein. ziehen. einen bestimmten Artikel in drei Berliner Werkstellen 2,50, 2,03, 1,70, thatsächlichen Angaben in dem Landratsbescheid zutreffen. O. 3.52. Nein: Sie können die Sachlage dem Borstande der Anwalts. in Driesen aber 1,20 m. Arbeitslohn gezahlt. Im allgemeinen arbeitet tammer unterbreiten.- A. 63. 1. Außer. 2. Die Ehefrau müßte, falls Driesen für die Hälfte bis ein Drittel des Lohnes, der in gepfändet wird, Interventionsflage erheben und unter Glaubhaftmachung Berlin gezahlt wird. Die Folge davon ist, daß von außerhalb ihres Eigentumsrechts Einstellungsantrag erwirken. Friedenau. Dienstag, den 6. September, hielt der Bildungs- sehr viel Arbeit nach Berlin geliefert und die Löhne dadurch gedrückt Bunächst wenden Sie sich nach fruchtlofem Ablauf des Sühnetermins vor berein für Frauen und Mädchen von Steglitz und Umgegend bei werden. Um diesem Lohndruck zu begegnen, trat der Redner für dem Amtsgericht an den Armenkommissions- Borsteher oder an den Magistrat Grube, Kaiser- Allee, eine Wanderversammlung ab, in welcher eine möglichst einheitliche Gestaltung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse mit dem Antrage, Ihnen zu bescheinigen, daß Sie die zur Durchführung reichen Sie dem Landgericht, Civilkammer, legen dar, weshalb Fräulein Altmann einen interessanten und lehrreichen Vortrag hielt ein. Er schlug namens des Gauvorstandes vor, daß eine Kommission des Prozesses erforderlichen Kosten nicht zahlen können. Das Attest überflagen wollen und welche Beweismittel Sie führen können „ Die Kunst, Kinder zu erziehen". Derselbe fand großen gebildet werde, die dem Gauvorstande zur Seite stehen und mit den Sie Beifall. Die nächste Vereinsversammlung findet Donnerstag, den Bahlstellen Verbindungen aufrechterhalten soll. Die Kommission soll und beantragen Bewilligung des Armenrechts. Buttmannstraße. 1. So weit ohne Stenntnis des Wortlautes 22. September, bei Wahrendorf, Schloßstr. 117, statt. sich über die Lohn- und Arbeitsverhältnisse informieren und einen über Aus der Frauenbewegung. lassen. 3. Rein. 3. Ja... 71. G. 100. Nein. Des Vertrages erfichtlich ist Ihr Verkäufer, und nur dieser, Urkunde bezüglich Ihrer ersten Frau beibringen. Ferner müssen Sie vom| entgegen, so fordern Sie den Wirt wiederholt auf, die läftigen Dinger zu schadensersatzpflichtig. 2. Der Wirt geht vor. 3. Seine. X. Ja. Vormundschaftsgericht einen Auseinandersetzungsschein sich beschaffen. 3. Nein; entfernen, seben ihm eine Frist, drohen ihm an, nach Ablauf der Frist auf M. S. 1904. Darüber, wann die Alimentenklage anzustellen ist und zweckmäßig ist aber die Abschließung eines Ehevertrages. W. F., Char: seine Kosten einen Kammerjäger in Anspruch zu nehmen und führen die innerhalb welcher Zeit der erste Termin anzuberaumen ist, besteht keine lottenburg. 1. Ja. 2. Neue Friedrichstr. 20. O. 2. 04. 1. Die Drohung aus. Waldenburg 100., M. R. 100., O. R. 118. Vorschrift. Das Kind kann innerhalb 30 Jahren klagen. W. B. 25. Zahlungsverpflichtung besteht ungeschwächt weiter. 2. Das ist möglich das 1-3: Ja. F. B. Ob die Ihrem Vater gezahlten Renten- und Unter Es kann beim Landgericht auf Zahlung der vollen Summe geklagt werden. Gericht kann Dispens erteilen, die geschiedene Ehefrau kann vorher be stüßungsgelder richtig berechnet und auf wie lange Zeit sie zu zahlen sind, - P. 2. 41. 1. Sie müssen außer Ihrer Geburtsurkunde die Sterbe- fragt werden. W. M. 8. Stehen Vorschriften Ihres Vertrages nicht ist ohne Einsicht in die Bescheide und in das Kassenbuch nicht zu beantworten. Parteigen offen! usly.. Dienstag, den 13. September, abends 8 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- lfer 15: Partei- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Delegierten vom internationalen Kongres in Amsterdam. 2. Diskussion. Rege Beteiligung erwarten Achtung! internationalen Die Vertrauensleute. Achtung! 212/ 3* Central- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berline, Deutschlands. Freitag, den 16. September er., abends 8 Uhr, im großen Saale des ,, Gewerkschaftshauses", Engel- Ufer 15: Ausserordentliche General- Verfammlung. Zages- Ordnung: ev Weimanns Volksgarten Theater. Badstraße 56, Gesundbrunnen. Fortsetzung der Ningkampf- Konkurrenz. Heute ringt: Degen mit Karl Kricheldorf, Hein mit Gustav Kricheldorf, Schneider mit Roschack. Konzert. Theater: und Speciali: täten- Vorstellung. Gustav Behrens SpecialitätenTheater, Frankfurter Allee 85. Elisabeth Kolberg Reinhold Belger Verlobte. 11305 Stettin. Alice Gurau Henri Pinn Verlobte. Danksagung. 11346 Berlin. Allen denen, die meinem Manne Paul Schwanzer die lette Ehre erwiesen haben, besonders der Firma S. J. Arnheim, sage ich hiermit 3032 meinen tiefgefühltesten Dank. Wm. Anna Schwanzer nebst Kindern. 3/ Pfund Brot 5³ ( Backware 6 Std. 10 Bf.) Nach langem Leiden verstarb am 11. d. M. mein lieber Mann, unser guter Bater, lieber Bruder und Schwager, der Schriftgießer Wilhelm Ziegener Arndtstraße 10, im Alter von 36 Jahren. 11266 Auguste Ziegener, geb. Figur. Bruno Ziegener. Die Beerdigung findet am Mittwochnachmittag 5 Uhr von der Leichenhalle des Central- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 50 pr. Socialdemokratisch. Wahlverein Pf. Albrechts Bäckereien: Wrangelstr. 135, Krantstraße 19, Falckensteinstr. 28, Lausitzerstr. 2. Markthalle Püdlerstr., Stand 222/23. Centrale: Borhagenerstr. 13. Neue September- Engagements Marthalle Andreasstr., Stand 16/18. Der Neu! 1. Vortrag des Genossen Katzenstein über: Politische und wirtschaftliche Arbeiter Marga Manzoni m. ihrem Klugen Hans. bewegung". 2. Diskussion. 3. Ausstellung der Kandidaten zur Gewerbegerichtswahl. Mitgliedsbuch legitimiert. Das Erscheinen aller Stollegen erwartet 148/ 16* Die Verbandsleitung. J. A.: E. Thöns. Atung Kupferschmiede. At66666 Der kleinste Cake Walk- Tänzer d. Welt. The Wiedemanns Original- Luftakt u. außerdem die übrigen Specialitäten. Anf. 7 Uhr. Sonntags 5%, Uhr. 604 Jede Uhr zu reinigen kostet In den am 17. September, 1. u. 15. Oktober und 5. November, bei mir unter Garantie nur 1,50 Mk., außer Bruch. Kleine Reparaabends 8, Uhr, im Gewerkschaftshaus( Saal VII), stattfindenden turen billiger. Trauringe in jedem Gold und Doublé zu billigsten Façonpreisen in jeder Preislage und Nummern stets am Lager. 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September, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des St. Hedwigskirchhofes in Reinickendorf, Berlinerstr. 8, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 294/10 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. unfer Mitglieb, ber Stollege Den Kollegen zur Nachricht, daß Max Hiller gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 13. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Michael- Kirchhofes in Mariendorf aus statt. Rege Beteiligung erwartet 120/15 Die Ortsverwaltung. Hiermit die traurige Nachricht, daß meine innig geliebte Frau, unfre gute Schwester und Schwägerin Johanna Milt geb. Grosse am 10. d. M., früh 2 Uhr, nach langen, schweren Leiden sanft ent schlafen ist. 3022 Um stille Teilnahme bittet im Namen der trauernden Hinterbliebenen Bernhard Milt. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 14. d. M., nachmittags 42 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofes, Nixdorf, Hermannstraße, aus statt. Allen Freunden und Bekannten sowie dem Sparverein Südost, dem Lotterieklub Südost, der Direktion der Firma Priester& Eick und dem Verbande der Steindrucker und Lithographen für die herzlichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich meinen tiefgefühlten Dank. 3012 Wwe. Johanna Kühne, geb. Voss. Bekanntmachung! Die bei dem Brande am 25. August durch Feuer, Wasser und Rauch leicht befchädigten Waren, bestehend in Paletots, Anzügen, Hosen u. Joppen follen zu bedeutend herabgesetzten Preisen ausverkauft werden. 225L* A. Wormann, 1. Dresdener- Str. 1 Ecke Skalitzerstrasse, am Kottbuser Thor. Haltestelle der Hochbahn. Warenhaus spi A. Wertheim val200 2019 Rosenthalerstr. 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Grosse Berliner Strassenbahn. Westliche Berliner Vorortbahn. Südliche Berliner Vorortbahn. Berlin- Charlottenburger Strassenbahn. Bedingungen für allgemeine Zeitkarten. Auf sämtlichen Linien der oben genannten Gesellschaften sowie im Verkehr derselben untereinander werden bom 1. Oktober d. J. ab für die Ausgabe und Benutzung allgemeiner Zeitkarten unter Aufhebung der für die vorgenannten Bahnen bisher bestandenen Einzelbestimmungen folgende gleichmäßige Bedingungen eingeführt: 1. Allgemeine Zeitkarten werden auf die Dauer eines Kalendermonats für eine einzelne Linie, für mehrere oder für sämtliche Linien der boraufgeführten Bahnen ausgegeben. 2. Die monatlichen Fahrpreise der allgemeinen Zeitkarten betragen: a) für eine fahrplanmäßige Linie. SPOON 3 zwei drei bier Linien 7,50 M. 10,00 13,00 16,00 einer oder mehrerer Gesellschaften. das ganze Bahnnet der Großen Berliner Straßenbahn 20,00 M. das ganze Bahnnetz einer der andern Gesellschaften je 15,00 " " h) für das gesamte Bahngebiet aller vier Gesellschaften zufammen. das Bahngebiet zweier der genannten Gesellschaften zusammen • 25,00 " 30,00 A. Die im Binnenverkehr der Berlin- Charlottenburger Straßenbahn innerhalb des Stadtgebietes von Charlottenburg zur Zeit bestehenden Beitkartenpreise bleiben in Geltung. B. Die auf fürzeren Strecken der Weftlichen Berliner Borortbahn be stehenden Ausnahmefäße werden unter den bisherigen Sonder bestimmungen weiter gewährt. Berlin, den 13. September 1904. Grosse Berliner Strassenbahn. Westliche Berliner Vorortbahn. Südliche Berliner Vorortbahn. Berlin- Charlottenburger Strassenbahn. Die Direktionen. Vereinigte Bade- Anstalten G. m. b. H. 1. Wilhelmsbad SW. Schützenstr. 18. Fernspr. I, Nr. 2762. 2. Bürgerbad ( Eröffnung November 1904) NO. Weberstr. 40 b. Wannenbäder 0,40-1,50 ( Elegante Salons). 10215* Neu!!! Russ.- Römische mit LichtLuftperlbassin. Sämtliche medizinische Bäder. 3. Erstes Lohtanninbad Größtes Specialbad für LohtanninWallstr. 70/71, Nen Kölln a. W. 6/8. Fernspr. IV, Nr. 2269. bäder aus täglich frischer Abkochung. 2 Früher verausgabte Billets werden in Zahlung genommen. In allen 3 Badeanstalten werden sämtliche medizin. Bäder, elektr. Lichtund Dampfschwizfasten( in Nr. 2 u. 3 täglich auch für Damen) verabfolgt. Kohlensaure Sool-, dem Hause. Spec.: Stahl- u. Sauerstoff} Perlbäder auch außer Berantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 215. 21. Jahrgang. 2. ßfilüjc des Jotmitls" Kerlim MMhtl Dienstag, 13. September 1904. Ein Befreinngsfchrei. Daß die Socialdemokratie die Vorkämpferin aller Geknechteten nnd Unterdrückten ist, hat jetzt auch«in F ü r st e n k i n d erkannt. Prinzessin Luise von K o b u r g, die mit Hilfe unsres Partei- genossen S ü d e k u m aus sechsjähriger Jrrenhast befreit worden ist, hat an den„Vooruit", unser Partciblatt in Gent, einen Brief gerichtet, der in vollem Wortlaut wiedergegeben zu werden verdient. Das auch zeitgeschichtlich wertvolle Dokument lautet in deutscher Übersetzung: Bad Elster, 1. September. Geehrter Herr Redakteur des«Vooruit"! Sie werden zweifellos überrascht sein, diesen Brief zu erhalten. Ich bin Luise von Koburg, die vernachlässigte Tochter Ihres Königs Leopold, die mißhandelte Frau des Prinzen Philipp von Sachsen-Koburg. Es schmerzt mich, diese Titel aufzuzählen, aber es ist notwendig. Ich will die ganze Welt die Wahrheit wissen lassen. Darum schreibe ich an den„Vooruit". Wenn ich an die Bourgeois- Blätter schriebe, würden sie sich wahrscheinlich weigern, meine Mit- teilungen zu veröffentlichen, oder würden sie mindestens in wirkungs- loser Form bringen. Sind das nicht die Zeitungen, die mich als wahnsinnig erkannten und meinten, mem Vater habe das Recht, mich für all das Böse zu strafen, was ich gethan habe? Wenn mau diesen Blättern glauben darf, ist mein Vater ein guter Mann, der nur gut und ehrlich handelt, während seine Kinder, meine Schwester Stephanie und selbst meine unschuldige Schwester Klementinc, uu- würdige Geschöpfe sind, die ihrer Familie Schande machen. Selbst meine Mutter verschonen diese strengen Richter nicht. Ich habe beschlossen, die Wahrheit zu sagen. Wir Fürsten und Fürstinnen sind Geschöpfe von F l e i s ch u n d B l u t wie die übrige Menschheit, und obgleich in unsrer Jugend alles Erdenkbare gethan wird, um die Natur in uns zu unterdrücken, so kommt doch eine Zeit, wo die Natur gerächt wird und alle Etikette abstreift. Als ich in meiner Kndcrzeit im Park des Schlosses Laeken spielte, sah ich um mich herum Sonderbares geschehen. Mein Vater war nur selten zu Haus, meistenteils war er mit den j ü n g st e n und hübschesten Hofdamen zusammen. Meine Mutter empfand dies so furchtbar, daß sie ihren 5iummer oft dem Adjutanten, einem bekannten General in Brüssel, anverttaute. Mein Vater jagte dem Vergnügen nach, und all die vornehmen Damen und Herren seines Kreises folgten seinem Beispiel. Ich will nicht die Tinge wieder- holen, die ich hörte. Sie würden zu großes Aufsehen erregen. Gewiß ist. daß die Verderbtheit bei Hofe tief war. und daß unter all dem Staat und der vergoldeten Pracht viel faul war. So wuchs ich in einer Welt des Heucheins auf, die nur nach außen den Anschein der Vornehmheit und des Anstandcs hatte. Als ich das heiratsfähige Alter erreichte, wurde der„Gothaische Kalender", aber nicht die zukünftige Braut befragt. Einige Hof- damcn, die mein Vater mit seiner gnädigen Gunst beehrte, wählten den Prinzen Philipp von Koburg. Meiner Mutter mißfiel diese Wahl sehr, aber ihre Ansicht hatte aufgehört, im Familienrat zu gellen. Eines Tages sagte eine Hofdame zu mir:„Sie sollen den Prinzen Philipp heiraten. Ihr Vater wünscht es." Ich war sehr traurig, denn ich fühlte große Zuneigung zu einem jungen Gärtner von ausgezeichnetem Charakter und Betragen, der mir öfters Blumen überreichte, wenn ich die Gewächshäuser meines Vaters besuchte. Aber das war nur ein Mädchentraum, und ich lernte bald erkennen, daß ich höher hinausblicken müßte. Ich wurde verheiratet. Während der ersten Tage nach meiner Hochzeit drang eines Tages mein Mann, den ich als Trunkenbold er- kannte, begleitet von drei Edelleuten, die ebenso betrunken waren wie er, in mein Schlafzimmer. Er verlangte, rch solle mich seinen Freunden zeigen. Ich war darüber empört, deshalb bearbeitete er mich derart mit seiner Reitpeitsche, daß ich wochenlang die Spuren seiner Roheit trug. Sic können sich denken, wie ich dieses Vieh liebte. Meine schlechte Behandlung und das schändliche Benehmen meines Mannes dauerten jahrelang. Ich beklagte mich bei meinem Vater. Er hatte keine Zeit, sich mit mir zu beschäftigen. Seine Beziehungen zu Theaterherrschaften in Paris und zu Madame Dubarry in London ließen ihm nicht Zeit, sich um die Durchpeitschung seiner Tochter zu kümmern. Außerdem war meine an den Kronprinzen Rudolf von Oesterreich verheiratete Schwester ebenso sehr zu bemitleiden wie ich. Während ihr Gemahl mit Maria von V e t s e r a liebelte, blieb sie der Verzweiflung überlassen. Das Drama von Meverling endete dieses Leben. Ich weiß ein gut Teil über dieses tragische Ereignis, aber ich kann nicht alles erzählen. Der Kronprinz ist tot, und die Prinzessin heiratete den Grafen L o n y a y, der den tiefsten Haß meines Vaters auf sich lenkte. Andrerseits will mein Gatte mich nicht freigeben. Er hält mich fest. Ich habe jedoch ein Herz, und wenn ich meine ganze tiefe Liebe für Ädattasich gestehe, thue ich niemand Böses. Ich bin an Heuchelei gewöhnt worden und wünschte mich davon frei zu machen. Mein Vater und mein Mann wollten mich dadurch, daß sie mich als wahnsinnig behandelten, dafür bestrasen, daß ich in meiner Liebe für Mattasich versucht hatte, einige Jahre des Glückes zu finden. Ich wurde festgenommen, eingekerkert, unter Aufsicht gehalten, ent- mündigt und gequält. Ich konnte nicht einen einzigen Brief empfangen, ohne daß er durch die Hände von Spionen gegangen wäre. Ich konnte zu niemand sprechen, ohne von meinen Wächtern beauf- sichtigt zu werden. Und doch gelang es mir, herauszubekommen, daß Mattasich noch am Leben war und mich noch immer liebte. Ich bin alt, aber mein Herz bleibt jung und sucht Zuneigung. Ich ent- floh mit Mattasich, und ich bedaure es nicht. Ich bin frei und habe einen sicheren Zufluchtsort bei denen gefunden, die mich lieben und achten. Ich habe nicht mehr Heuchler um mich und fühle mich, von meinem Vater und meinem Manne entfernt, sicher. Ich will nicht länger Prinzessin sein, ich will eine geachtete, von Liebe und Rück- ficht umgebene Frau s ein. Ich habe genug von der Doppel- züngigkeit und Verderbnis der Höfe. Alle Höflinge Europas sind verderbt, sie erregen mir ein Gefühl der Uebelleit. All denen, die sagen, ich handelte schlecht, sei eine gefallene Frau, antworte ich, daß sie lügen. Ich bin eine Frau, die frei geworden ist. 20 Jahre lang haben sie mein Herz und mein Gewissen bedrückt. Ich nehme mir jetzt, was mir schändlich gestohlen wurde. Bin ich schuldig? Man vergesse nicht: Ich bin Mattasichs Weib. Ich bin frei, ich verlange mein Recht auf Leben, aus Glück. Wer soll es streiten? Ich hosse, geehrter Herr Redakteur, daß Sie meinen Brief der- öffentlichen werden, und begrüße Sie � k e, E x p r i n z e s s i n von Belgien. Man könnte darüber lächeln, daß eine Fürstin ihr gequältes Herz in einem socialdemokratischen Blatt ausschüttet, wo sie weiß, daß die Socialdemokratie auch in Belgien ihre r e p u b l i- ka nis che Ueberzcugung nie verfehlt hat. Aber das Geschick der Prinzessin Luise war zu tragisch, als daß ihr Schmerzensschrei nicht überall unter gesitteten Menschen tiefes Mitgefühl erregen mußte. Und es stellt dem U r t e, l s v e r m ö g e n der„Exprinzessin" ein glänzendes Zeugnis aus. daß sie aus den von ihr freimütig be- kanntgegebenen Gründen nur auf die Hilfe von S o c i a l d e m o- traten sicher rechnen zu können vermeinte. Selbswerständlich wird die Socialdemokratie, die keinen Unterschied in der Person kennt, vorkommcndcnfalls zunial unter ähnlichen Umständen auch andern Hilfesuchenden fürstlichen Geblüts ihren Beistand nicht versagen.'__ Lokalca. Vom Bibliothekswesen der Stadt Berlin. Die städttschen Volksbibliotheken haben auch im Etats- fahr 1003/04 wieder eine Zunahme der Benutzung gehabt. Es wurden diesmal 1285 942 Bände ausgeliehen, 88 000 mehr als im vorher- gehenden Jahre. Die meisten Entleihungen hatte wieder die 20. Bibliothek(Ravenestraße), obwohl sie zwei Monase wegen Um- bau geschlossen war. In zehn Monaten wurden hier 144 962 Bände entliehen. An zweiter Stelle folgte, wie im vorhergehenden Jahre, die 1. Bibliothek sMohrenstraße) mit 132 912 entliehenen Bänden. Andrerseits hatte die wenigsten Entleihungen die 23. Bibliothek (Olivaerstraße), aus der nur 13 093 Bände weggegeben wurden. Der vom Bibliotheks-Kuratorium erstattete Verwalttmgsbericht für 1903/04, den der Magistrat jetzt veröffentlicht, stellt neben die Zahlen des Berichtsjahres ivieder diejenigen des um ein Jahrzehnt zurückliegenden Jahres, um zu zeigen, welche Fortschritte in- zwischen gemacht worden sind. Diese Zusammenstellung stimmt uns immer sehr nachdenklich, weil sie uns innrer wieder vor Augen rückt, was in früheren Jahren vom Bibliotheks-Kuratorium versäumt worden ist. Im Etatsjahr 1893/94 verfügten die damals 27 Biblis- theken über einen Bücherbestand von 95 768 Bänden, und es wurden 375 837 Bände ausgeliehen. Im Etatsjahr 1903/04 war in 28 Biblis- theken ein Bücherbestand von 145 478 Bänden vorhanden, und es wurden 1 235 942 Bände ausgeliehen. Die Benutzung hat, wie man sieht, sehr viel mehr zugenommen als der Bücherbestand. Vor zehn Jahren wurde jeder Band durchschnittlich nur viermal aus- geliehen, gegenwärtig aber kommen auf jeden Band im Durchschnitt neun Entleihungen. Vor zehn Jahren steckte aber in den städttschen Volksbibliotheken auch noch eine Unmenge alter Scharteken, die kein Mensch lesen mochte. Damals wurde überdies die Benutzung der Bibliotheken in jeder Weise er- schwert, so daß mancher von vornherein darauf verzichten mußte. Der„Vorwärts" hat in der ersten Hälfte der neunziger Jahre diese Zustände oft genug geschildert. Inzwischen sind die bekannten Reformen durchgeführt worden, die Erneuerung der Bücherbestände nach vorurteilsfreieren Gesichtspunkten, die Offenhaltung der meisten Bibliotheken an allen Tagen und für mehrere Stunden und so weiter. Die Erfolge dieser Reformthättgkeit sind nicht ausgeblieben. Auch die städtischen Lesehallen, von denen jetzt 11 vor- Händen sind, haben im letzten Jahre wieder eine Zunahme des Be suches gehabt. Es wurden 126 205 Besucher gezählt, 4229 mehr als im vorletzten Jahre. Die Zunahme wäre wahrscheinlich bedeutender gewesen, wenn nicht die zweite Lesehalle wegen Umbaues ein paar Monate geschlossen worden wäre. Den stärksten Besuch hatte die?- mal die erste Lesehalle sMohrenstraße), wo 20 145 Personen gezählt wurden. Diese Lesehalle wurde 1896 eröffnet. Wie langsam ent- schloß man sich zu jenem ersten Versuch, den man sich von privater Seite hatte vormachen lassen müssen, und wie zaghaft ging man an seine Ausführung I Seitdem sind erst acht Jahre vergangen und die Entwicklung der Lesehallen hat bereits alle damaligen Erlvartungen übertroffen. DeS Ehrenamts verlustig. Mit dem seltenen Falle, daß einem städtischen Ehrenbeamten das von ihm innegehabte Amt vor Ablauf der Wahlzeit entzogen wird, hatte sich die Stadtverordneten- Versammlung in ihrer letzten geheimen Sitzung zu beschäfttgen. Ein hiesiger Rentier. in der Landsberger Vorstadt lvohnhast, hatte sich nämlich in seiner Eigenschaft als Mitglied einer städttschen Armen- Kommission einer Verletzung der ihm obliegenden Pflichten schuldig gemacht. Dem Magistrat' erschien es daher notwendig, den Herrn von seinem Amte vorzeittg zu entheben und er stellte bei der Stadtverordneten- Versammlung eineit diesbezüglichen Antrag. Maßgebend filr derartige Fälle Ist der Absatz 2 des§ 75 der Städte- Ordnung, welcher bestimmt, daß die zu den bleibenden Verwalttmgs- Deputationen gewählten stimmfähigen Bürger und andern von der Stadtverordneten-Versammlung auf eine bestimmte Zeit gewählten, unbesoldeten Gemeindebeamren„durchBeschluß der Stadtverordneten auch vorAblauf ihrerWahl Periode von ihrem Amte entbunden werden" können. Ein Grund für diese Maßnahme ist im Gesetz nicht genannt. Im vorliegenden Falle aber hatte der Magistrat die„Verhandlungen" beigefügt, auf welche er diesen außergewöhnlichen Antrag stützt. Aus derselben erhellte auch die behauptete Pflichtverletzung so eklatant, daß die Stadtverordneten-Versammlung ohne große Debatte der Magistratsvorlage zustimmte. Der Herr Rentter ist demnach nicht mehr Mitglied der betreffenden Armeukommission. Romane und Erzählungen für das arbeitende Volk bringt die illustrierte Wochenschrift„In Freien Stunden", von der Heft 37 heute ausgegeben wird. Das Heft bringt die Fortsetzung von E. Spindlers Roman„Der Jesuit" und der Erzählung„Ein Rekrut" von Erckmann-Chatrian. Als kleine Erzählung enthält dieses Heft „Der eifrige Gendarm", eine lustige Geschichte. Am 1. Juli hat ein neues Abonnement begonnen, auf das wir unsre Leser aufmerksam machen. Wöchentlich erscheint ein 24 Seiten starkes Heft für 10 Pf., das von allen Parte ibuchhandlungen und Kolporteuren geliefert wird. In Berlin nehmen die Partei- Speditionen, sowie jeder Zcitungs- Spediteur Abonnements entgegen. Abonnenten können jederzeit eintreten. „Wider die Pfaffenherrschaft", Kulturbilder aus den Rekigions- kämpfen des 16. und 17. Jahrhunderts. Von Emil Rosenow. Das 22. Heft dieses überaus reichhaltig illustrierten Werkes ist soeben er- schienen. Es enthält die Fortsetzung des 12. Kapitels:„Der Mönch, der Papst und der Kaiser", in dem der Verfasser jene für Deutsch- land so ereignisreiche Zeit darstellt, in der Luther seinen Kampf mit dem Papsttum begann. Er zeigt, wie Luthers Sache zugleich Sache der deutschen Fürsten war, die gegen die Uebermacht des päpst- lichen Stuhles ankämpften. Die Ursachen und die Wirkungen dieser revolutionären Kämpfe legt der Verfasser in leicht verständlicher Art dar. Die Ausführungen werden ergänzt durch die dem Text bei- gegebenen Bilder, von denen wir erwähnen: Das Porträt des Kur- sürsten von Sachsen Johann Friedrich; das Titelbild von Luthers berühmter Schrift:„An den christlichen Adel deutscher Nation" und der Titel des vom Kaiser Karl V. erlassenen„Landfrieden". Auch die Titel der gegen Luther erlassenen„Bannbulle" und von Huttens berühmten„Gesprächsbüchlein" finden wir in dem Heft. Wir empfehlen unfern Lesern das Abonnement des Werkes, von dem jedes Heft 20 Pf. kostet. Unsre Parteibuchhandlungen und Kolporteure, in Berlin die Partei-Speditionen, liefern die Hefte. Verkehrsstörungen fanden gestern ftüh in der Gerttaudtenstraße, am Spittelmarft und in der Leipzigerstraße mehrfach statt. Lange Reihen von Straßenbahnwagen, Geschäftswagen und Omnibussen standen an den Stratzenkreuzungspunkten. und nur langsam lösten sich die Wagenburgen wieder auf. Die Störungen waren durch die Pflasterarbeiten auf der Gertraudtcn-Brücke, durch Reparatur» arbeiten an den Geleisen und durch Festfahren eines Omnibusses entstanden. Durch gerichtliche Entscheidung aufgehoben wurde ein polizeiliches Strastnandat, das der in der Johannisstraße wohnende Kellner W. wegen Vogelgesanges erhalten hatte. W. hatte vor einem der Fenster seiner Wohnung ein Bauer aufgehängt mit einer Grasmücke. Der Gesang des Vögelchens belästigte jedoch die im gegenüber liegenden Hause wohnende Gattin eines Äersicherungsdirektors Sch. Die Dame richtete eine Beschwerde an die Polizei und der Kellner erhielt in- solgedessen ein Strafmandat in Höhe von 1 M., gegen welches er richterliche Entscheidung beantragte. In der Sitzung des Schöffen- gcrichts des Amtsgerichts� I_ wurde am Sonnabend die Sache verhandelt. Es wurde festgestellt, daß W. außer der Grasmücke auch noch eine Lerche und ein Rotkehlchen besitze und daß außerdem andre Mieter des Hauses Johannisstt. 22 Singvögel hielten. Der, als Belastungszeuge vernommene Direktor Sch. gab an, daß seine Frau durch den Gesang der Grasmücke derartig nervös geworden sei, daß sie sechs Wochen in einer Heilanstalt hätte Iveilen müssen, von dort aber, ohne Besserung zu finden, zurückgekehrt sei. Der Amtsanwalt beantragte gegen W. 1 M. Sttafe oder einen Tag Haft. Er wies darauf hin, daß die Grasmücke, wenn chr Gesang auch nicht übermäßig laut sei, sich doch außerhalb des Fenstc'rkreuzcs befunden habe. Wenn ein Hund im Zimnier belle, ein Papagei oder ein Kanarienvogel innerhalb der Wohnräume einen größeren Lärm verursachen, so könne dagegen von Rechtswegen nicht eingeschritten werden. DaS Schöffengericht ttat gar nicht in eine Prüfung der Frage ein, ob der Gelang einer Grasmücke an sich ruhestörend sei. Der Angeklagte müsse schon aus formellen Gründen freigesprochen werden. Durch den Gesang des Vogels hätte sich nur eine Person belästigt gefühlt, von ruhestörenvem Lärm aber könne nur gesprochen werden, wenn mehrere Personen sich in ihrer Ruhe gestört fühlen. Der Angeklagte sei freizusprechen und die Kosten des Verfahrens seien der Staatskasse aufzuerlegen. Die Staatsanwaltschaft hat gestern bei Herrn Brandt in Char- lottenburg 300 Exemplare der Broschüre„Kaplan Dasbach und die Freundesliebe" konfisziert, nachdem diese Schrift wochenlang unbeanstandet durch den Buchhandel vertrieben worden ist. Die Beschlagnahme stützt sich angeblich darauf, daß Herr Dasbach in der Broschüre beleidigt sei. Berschwundener Gerichtsvollzieher. Verschwunden ist seit Mittwoch voriger Woche der Hilfs- Gerichtsvollzieher Julius Blischke aus der Blumenstr. 67s. Blischke diente neun Jahre im 84. Infanterie- Regiment, kam als Unteroffizier zur hiesigen Schutzmannschaft, der er' sechs Jahre angehörte, nnd war seit einem halben Jahre als Hilfs-Gerichtsvollzieher beim Amtsgericht I beschäftigt. Hier hatte er Kosten und Strafgelder einzuziehen, namentlich im Bezirk der Oranienstraße, und alle acht Tage die Eingänge abzuliefern und abzurechnen. Das geschah auch am Sonnabend vor acht Tagen. Von Montag bis Mittwocki muß nun nach den Berechnungen des Amtsgerichts Blischke wieder etwa 400—500 M. eingezogen haben. Am Mittwochmorgen ging er zur gewohnten Zeit von Hause weg. Um 11 Uhr vormittags besuchte er mit einem jungen Manne eine Gastwirtschaft nnd nahm dann eine Droschke mit dem Bemerken, daß er nach Hause fahren und nachmittags mit seiner Frau die Nennen auf Westend besuchen wolle. Er kam jedoch nicht mehr nach seiner Wohnung und ließ auch nichts mehr von sich hören. Am Freitag ließ das Amtsgericht seine Dienstsachen abholen. Ob der Verschwundene auf der Rennbahn, die er oft besuchte, Geld verloren hat oder ob ihm ein Unfall zugestoßen ist, konnte noch nicht ermittelt werden. Blischke ist verheiratet und Vater von zwei Söhnen im Alter von sieben und vier Jahren. Port Arthur in Flammen. Schneller als den Japanern ist zwei Charlottenburger Knaben die Vernichtung der Forts vor Port Arthur gelungen. Am Sonnabcndnachmittag gegen 5 Uhr spielten auf dem Wiescngelände hinter der Umzäunung der Flottenschauspiele am Kurfürstcndamm eine Anzahl Knaben. Zwei etwa zwölfjährige Jungen zündeten Streichhölzer an und warfen sie durch eine Fuge im Zaun in einen Behälter, in welchem sich Feuerwerkskörper für die Vorführung der Kampfscene um Port Arthur befanden. Mit donnerühnlichein Krachen explodierten die Fcuerwcrkskörper und setzten den die Scenerie von Port Arthur umgebenden Zaun in Brand. Die Feuerwehren von Charlottenburg und Halensee waren nach kurzer Zeit zur Stelle, doch nahmen die Ablöschungsarbciten nahezu eine Stunde in Anspruch. Als ein besonderes Glück ist es zu bezeichnen, daß kein Südwind herrschte, da sonst die ganzen Ein- richtungen der Flottenschauspicle vernichtet worden wären. Ein weißer Rabe. Die Opttsche Anstalt C. P. G o e r z A.- G. Friedenau und Wintcrstcin i. Thür, gewährte ihrer gesamten Arbeiter- schaff einen Erholungsurlaub fiir die Zeit vom 6. bis 12. September bei voller Lohnzahlung. Während dieser Zeit ruhte der Betrieb voll- ständig, trotzdem die Anstalt gerade jetzt außerordentlich stark be- schäftigt ist. Gegen 850 Arbeiter erhielten diesen Urlaub. Der Er- holungsurlaub ist zuerst von socialdemokratischen Betrieben ein- geführt worden. Die bürgerlichen Unternehmer, die ihn bewilligt haben, sind an den Fingern herzuzählen. Entführung einer Minderjährigen. Wieder einmal hat die Berliner Kriminalpolizei sich mit einer Entführungsgeschichte zu be- schäftigen, in die ein verheirateter Mann und ein minderjähriges Mädchen verwickelt sind. Der Sachverhalt stellt sich nach einem uns zugehenden Bericht folgendermaßen dar: Der 37 Jahre alte Buch- Halter Richard Keil aus der Berlinerstraße 20 in Rixdorf, der seit zwei Jahren in dem Abzahlungshause von Landau in der Oranicn- strahe 103 Geschäftsführer war, verliebte sich dort in die 19 Jahre alte Buchhalterin Hedwig Wilms, die Tochter eines Zimmer- manns aus der Fruchtstraße 29. Als Frau Keil von dieser Liebschaft erfuhr und durch ihre Schwester der jungen Buchhalterin ins Gc- wissen reden ließ, gab diese ihre Stellung auf und nahm in einem Komptoir in der Großen Frankfurterstraße ein neues Engagement an. Seitdem hatte sie um so öfter ein Stelldichein mit dem Ge- liebten. Vor acht Tagen überraschte Frau Keil das Paar vor der Thür des Hauses Fruchtstratze 29. Es folgte ein stürmischer Auf- tritt, der schließlich einen Strahenauflauf zur Folge hatte. Dieser Vorfall gab Keil wohl die unmittelbare Veranlassung, mit seiner Geliebten das Weite zu suchen. Hedwig Wilms verließ am nächsten Tage ihre Stellung und ging zu ihrer kranken Schwester in der Möckernstraße unter dem Vorwande, sie pflegen zu wollen. Da konnte sie ohne Verdacht die elterliche Wohnung meiden und sich zur Flucht bereit halten. Keil erzählte gleich darauf seiner Frau und seinen Bekannten, er habe von einem Onkel in England 20 000 Mark geerbt. Frau Keil war mit dem Vorschlage, die Verwandten in England einmal zu besuchen und das Geld bei dieser Gelegenheit gleich persönlich zu erheben, durchaus einverstanden, und ihr Mann besorgte schleunigst einen Auslandspaß auf den Namen„Keil und Frau". Am andern Tage verließ Keil zur gewohnten Zeit seine Wohnung, ging aber nicht ins Geschäft und kam auch nicht wieder nach Hause. Er schrieb vielmehr seiner Frau, daß er eine dreitägige Geschäftsreise habe antreten muffen. Jetzt erst schöpfte Frau Keil Verdacht, und dieser wurde ihr zur Gewißheit, als sie sah, daß der Auslandspaß aus dem Pult verschwunden war. Die Ermittelungen ergaben dann auch, daß Hedwig Wilms unter der Vorspiegelung, eine Stunde an die frische Luft gehen zu wollen, ihre kranke Schwester verlaffen hatte und nicht zu ihx zurückgekehrt war. Die verlassene Ehefrau, die mit drei Kindern von vier bis zwölf Jahren zurück- geblieben ist, verfolgte das Pärchen, das ohne Zweifel unter dem Namen Keil und Frau reist, nach Hamburg, mußte aber gestern zurückkehren, ohne es gefunden zu haben. Auch die Kriminalpolizei, der der Vater des Mädchens wegen Entführung einer Minderjährigen Anzeige machte, hat noch keine Spur der Flüchtigen gefunden. Woher Keil das Geld zur Reise genommen hat, weiß man nicht. Ein Fahrstuhluiiglück, bei dem eine Person schwer verletzt wurde, ereignete sich im Victoria-Hotcl, Unter den Linden 46. Das Seil des Fahrstuhles war beschädigt und sollte ausgebeffert werden. Der Monteur war nachmittags damit beschäftigt, als durch den Irrtum eines seiner Kollegen der Fahrstuhl in Bewegung gesetzt wurde. S. wurde dadurch zwischen das Rollcserüst und die Kabinendecke ge- klemmt. Noch bevor die sofort alarmierte Feuerwehr erschien, gelang es aber dem Direktor des Victoria- Cafos, den Unglücklichen aus seiner furchtbaren Lage zu befreien. Er hatte so schwere Quetschungen des Brustkastens erlitten, daß seine Ueberführung in die Königliche Klinik notwendig wurde. Doch dürste der Verletzte mit dem Leben davonkommen. Vermißt wird seit 8. d. M. die in einer Pension der Scydel- straße wohnhaft gewesene Comptoiristin Sophie L., 1,50 groß, Haare und Augenbrauen blond, Auge» grau, Gesicht rund, blaß, Gestalt schwarze Schnürstiefel, weißer Wa Belohnung von 30 M. aus für ein Hundertkilometer- Rennen ausgesetzt. Sieger wurde zu aller ist der mehrfach wegen Diebstahls vorbestrafte am 23. Dezember 1859 mittel, fchwarzer Hut, schwarzer Rod, farbige Bluse, blaues Jackett, gez. S. L. Auf die Ermittelung ist seitens der Angehörigen gefeßt. Nachricht an jedes Polizeirevier oder an die Kriminalpolizei erbeten zu 7374. IV. 18. 04. find. Vermischtes. Auf der Radrennbahn Friedenau wurde am Sonntag der Große einen Obstdiebstahl vollführte, ist bisher noch nicht gelungen. Die Preis von Europa ausgefahren. Es waren im ganzen 14 000 M. Potsdamer Staatsanwaltschaft verfolgt ihn jetzt steckbrieflich. Es Verwunderung der Amerikaner Walt hour; Robl versagte völlig. zu Schmolde geborene Arbeiter Oskar Stephan. Die Palmen dürfte Das Rennen war außerordentlich stark, vielleicht an 30 000 Personen er in Berlin, wohin er sich nach der That gewandt hat, verkauft Man merkt die Absicht... Eine Laubenkolonie ist vom Vater besucht. Die Konkurrenzen verliefen wie folgt: Großer Preis von Europa, haben. ländischen Frauenverein Charlottenburg an der Kaiserin Augusta- 100 Kilometerrennen. 10 Kilometer: 1. Dickentmann, 8 Min. 22,3 Ober- Schöneweide. Heute, Dienstagnachmittag 5 Uhr, findet Allee errichtet worden. Für Arbeiter natürlich, die dort nach des Sekunden. 2. Walthour( 19 Meter zurück). 3. Robl( 70 Meter). in der Schulaula in der Frischenstraße die öffentliche Sigung der Tages Last und Mühen ihre Erholung finden sollen. So weit, so 4. Hall( 1140 Meter). 50 Kilometer: 1. Dicentmann, 41 Minuten Gemeindevertretung statt. Auf der Tagesordnung steht unter gut. Aber es scheint, daß man für die angebliche Wohlthat, die hier 1,4 Sekunden. 2. Walthour( 70 Meter zurück). 3. Robl( 830 Meter andrem: Vermehrung der Zahl der Gemeindevertreter. Errichtung gespendet wird, das Opfer des Patriotismus verlangt. zurück). 4. Hall( 4950 Meter zurück). 1 Stunde: 1. Walthour eines Kaufmannsgerichtes. Obligatorische Fortbildungsschule. 2. Dickentmann, 72,240 Kilometer. 3. Robl, Schon mehrfach ist es aufgefallen, daß bei Besuchen und Festlich- 72,930 Kilometer. teiten, die unter Leitung erzkonservativer Regierungsbeamter erfolgen, 71,030 Kilometer. 100 Kilometer: Sieger Walthour, 1 Stunde 2. Dicentmann( 970 Meter zurück). 3. Hall das übliche Patrioten och von diesen Herren ausgebracht wurde. 23 Min. 18 Sek. So auch Sonntag wieder bei einem in der Kolonie abgehaltenen( 9500 Meter). Hauptfahren 1000 Meter: 1. Scheuermann, 1 Min. Die Abkühlung des Patriotismus in Altona, worüber wir am Meilenrennen: 1. ScheuerErntefest. Wir können uns mit der Thatsache abfinden, daß es 26,2 Sef. 2. Theile. 3. Wegener. auch Arbeiter bon fonservativer Gesinnung giebt, mann, 11 Min. 58 Sek. 2. Theile. 3. Wegener. Führungspreis Sonntag in unserm Bericht über die Kaiserparade allerhand obgleich solche Leute in Berlin bekanntlich dünne genug gesät Freudenberg. Prämienfahren 3000 meter: 1. Theile, 4 Min. melden konnten, stellt sich als ein Stück Krieg im Frieden dar. Wenn diese als Kolonisten spontan ihren Monarchen 9,4 Set. 2. Wegener. 3. Möder.- Tandemhauptfahren 2000 Meter: Der amtliche Bericht der Samariter- Kolonne vom Roten Kreuz, der hochleben lassen, so ist gewiß nichts dagegen einzuwenden. Aber 1. Scheuermann- Wegener, 3 Min. 16 Sef. 2. Möder- Freudenberg. in den Altonaer Nachrichten" veröffentlicht wird, meldet, daß etwa 50 Fälle von Verlegungen behandelt worden sind. Indessen ganz anders liegt der Fall, wenn ein Geheimrat in Begleitung 3. Heering- Althoff. die bereits erwähnten Krankheitsfälle beziehungsweise Hilfediverser Damen und Herren aus seiner Gesellschaftsschicht sich zum Cirkus Busch ist wieder hier. Bei einem großen Teil der Be- leistungen find nur. ein Kinderspiel gewesen gegen das, Volke herabläßt, dort eine Rede hält und an deren Schluß das be- völkerung bedeutet die Wiederkehr des Cirkus den Beginn der was die Mitglieder der vereinigten Sanitätsfolonnen am Abend geisterte Hoch ausbringt. Wie das auf die große Zahl derer wirkt, Saison" und das Interesse, das die Berliner für die Künste der gelegentlich des Zapfenstreiches zu thun gehabt haben. Die Zahl der die nicht monarchisch gesinnt sind, braucht nicht erst auseinander- Manege übrig haben, macht es erklärlich, daß bei der Eröffnungs infälle stieg hier infolge des beengten Raumes, auf dem sich 40 000 gesezt zu werden. Können die Herrschaften, wenn sie nun einmal Vorstellung alle Pläge ausverkauft waren. Busch bietet altes und bis 50000 Menschen zusammengedrängt hatten, ins ungemessene. Laubenkolonien stiften wollen, dies nicht ohne patriotische Neben- neues in abwechslungsreicher Fülle. Unter den alten Bekannten Schließlich konnten die Mitglieder der Sanitätskolonne troh ihrer absichten thun, tönnen sie nicht zum mindesten abwarten, ob die nennen wir außer dem Direktor selber vor allem Herrn Burckhardt- Instruktion nicht mehr die nötigen Notizen vornehmen. Aus dem Mehrzahl der Kolonisten sich etwa veranlaßt sieht, aus eignem Foottit, der die hohe Schule mit unübertrefflicher Eleganz ritt. In Depot der Kolonne, der nächsten Apotheke, mußten alle Augenblicke Antriebe, ohne daß irgend welcher Anstoß von außen kommt, Freiheitsdreffuren leistet neben Herrn Busch Herr Ernst Schumann Hoffmannstropfen usw. geholt werden. In den meisten Fällen, ihrer etwa vorhandenen patriotischen Begeisterung durch ein solches ganz vorzügliches; die Komit seiner von acht Fuchshengsten aus welche Hilfe nötig machten, handelte es sich um schwerere Hoch Luft zu machen? geführten Artillerie- Uebungen wirkt drastisch. Aufsehen erregt eben- und leichtere Ohnmachtsanfälle, um Krämpfe, Knochenbrüche, Als Leiche wiedergefunden wurde die 79 Jahre alte Witwe falls die französische Reiterfamilie Lerusson, die auf dem Jagdwagen Quetschungen, Blutungen usw. Eine Frau verlor sehr viel Blut inAmalie Ditschtowsky geb. Herbach, die bei ihrer Tochter, der wie von Pferd zu Pferd halsbrechende Sprünge ausführt. Beim folge Krampfaderbruches und wurde ohnmächtig. Rasche Hilfe eines Arbeiterfrau Mees in der Schönleinstr. 30 wohnte und seit acht Anblick des Zwergclowns François vergißt man das Unbehagen, Samariters rettete ihr das Leben. An allen Orten lagen Kranke, Tagen vermißt wurde. Die Greisin, die seit neun Jahren an das einem sonst beim öffentlichen Auftreten verkrüppelter Menschen so im Depot der Kolonne, Bahrenfelderstraße 61, im Sigungszimmer Krämpfen litt, war schon zweimal in einem Jahre drei Tage weg beschleicht. Daß im Zeitalter tierischer Gelehrsamkeit der des Rathauses; hier lagen 15 Personen und viele saßen auf den und wurde das einemal in Charlottenburg und das andremal im lieben Kreatur eingeräumt ist, ver Bänken; mehrere Mitglieder der Kolonne sowie Damen des Grunewald wiedergefunden. Jetzt war sie vom Park auf dem steht sich. Zehn Elefanten, die von einem unscheinbaren Samariterdienstes waren unter Leitung von Herrn Dr. Soltsien mit Hohenstaufenplatz aus verschwunden. Vorgestern landete man sie in Herrn Philadelphia vorgeführt sind, erregen ihrer Klugheit halber der Pflege von Kranken bezw. Verletzten beschäftigt. Auf dem Blaze Spandau als Leiche aus dem Schiffahrtsfanal. Ob sie den Tod im gerechtes Erstaunen; blendender wirken allerdings die 15 Polarbären zwischen Museum und der Tribüne lagen viele Strante auf StrohWasser gesucht hat oder in einem Krampfanfall verunglückt ist, weiß des Herrn Henrichsen, die ihre Künste unter allerhand pomphaftem schüttung. Es ist im ganzen von 60 Samaritern in etwa 300 Fällen man nicht. Beiwerk zeigen. Die kleine Welt wird sich für die dressierten Gänse Hilfe geleistet worden. Feuerbericht. Die Brandchronik der letzten 24 Stunden ist eine des Clowns Pinta am meisten interessieren. Das Neueste im Cirkus ist ein Vortrag zur Schonung des Pferdes. Ein Rittmeister teilung: ungewöhnlich reichhaltige, denn sie weist über 20 Alarmierungen auf. In der Nacht zum Montag wurde die Wehr nach dem Tiergarten- Grimsgaard aus Norwegen doeiert vom Katheder herab über die„ Das Publikum steht ruhig und gelassen da und wartet der Helmspizen Ufer gerufen, weil dort auf einem Spreekahn Feuer ausgekommen Grausamkeit, die in der Anwendung von Gebiß und Peitsche Dinge, die da kommen sollen. war. Bei Ankunft des ersten Löschzuges stand schon der ganze In- liegt und reitet dann vortrefflich die hohe Schule ohne die An-" Zurüd, zurüd, wollen Sie zurück gehen!" Klatsch, hat einer Alles drängt 20 Schritte halt der Kajüte in Flammen und mußte mit mehreren Schlauch- wendung dieser althergebrachten Lenk- und Zuchtmittel. Das neue einen nicht zu sanften Rippenstoß. leitungen Wasser gegeben werden, um die Gefahr zu beseitigen. Geschirr ist im Cirkus zur Besichtigung ausgestellt. Zu rühmen ist, zurück. Kaum ist die Ruhe hergestellt, da, jetzt wird Plaz Kurz darauf liefen zwei Alarmierungen ein und zwar nach der daß die einzelnen Nummern jetzt durchweg in viel fürzerer Zeit als gemacht, das Publikum darf wieder vorgehen; zwei Minuten später Rigaerstraße 120 und nach der Lothringerstraße 65. In beiden früher ausgeführt werden. Fällen handelte es sich um Wohnungsbrände, bei denen Möbel, Decken und Kleidungsstücke vernichtet wurden. Ein größerer Posten Wolle war später in der Mühlenstraße 73/77 in Brand geraten. Die zweite Compagnie hatte längere Zeit Wasser zu geben, um die Flammen zu ersticken. In der Beusselstraße 9 war auf dem Boden ein Feuer entstanden, das allerlei Gerümpel und alten Hausrat ergriff, während in der Besselstraße 11 Gardinen eingeäschert wurden. Kohlen brannten abends in der Steglitzerstraße 63 und Fette in der Manteuffelstraße 35. Böswillig in Brand gesteckt wurde nachmittags ein Baun am Augustenburger Plak, doch gelang es leider nicht, den Frevler zu ertappen. In der ReichenbergerIn der Reichenbergerstraße 148 war eine Betroleumlampe explodiert und hatte Decken und Wäscheſtücke in Brand gesetzt. Der achte Löschzug konnte die Gefahr leicht beseitigen. Auch in der Gertraudtenstraße 22, Wazmannstraße 11, Elsasserstraße 49, Chauffeestraße 95 und in der mannstraße 11, Elsasserstraße 49, Chausseestraße 95 und in der Großen Frankfurterstraße 143 mußten Stubenbrände abgelöscht werden. In allen diesen Fällen wurden im wesentlichen Möbel und Kleidungsstücke beschädigt. Außerdem wurde die Wehr im Laufe des Sonntags noch nach der Prinzenstraße 93, Petersburgerstraße 32, Strausnidstraße 11, Blücherstraße 37a, nach der Kastanien- Allee 68 und noch nach verschiedenen andern Stellen gerufen, doch konnte hier durchweg die Gefahr in kurzer Zeit beseitigt werden. Die Ausstellung der Laubenkolonisten. ein weiter Spielraum Hus den Nachbarorten. In der„ Neuen Hamburger Zeitung" findet sich folgende MitDa . tommt eine Abteilung Soldaten, die mit Gewehrkolben und die beigegebenen Unteroffiziere mit saftigen Schnauzereien das Cirkusspiel des Zurückgehens erneuerten. Ueberall hört man Rufe der Entrüstung; dem einen ist ins Auge gestochen, dem andern Johannisthal. In dem Konflikt zwischen der Gemeindevertretung ist die hand gequetscht usw. Der Vorgang erinnert lebhaft und dem Gemeindevorsteher wegen der anderweitigen Unterbringung des Gemeinde- Amtes vom 1. April 1905 ab hat der Kreisausschuß wobei die Kosaken mit Bleiknuten die Menge bearbeitet ant die russischen Studenten- Demonstrationen, sich auf seiten des Vorstehers gestellt. Der Kreisausschuß erklärt die Verlegung für unpraktisch, weil das Gemeinde- Amt dann nicht mehr haben, mit der Ausnahme, daß es hier ein Bolt ist, welches friedin der Mitte des Ortes liege( als ob dies auf das Funktionieren des liebend und patriotisch, ſeinen König und Kaiser sehen will und dazu Verwaltungsapparates von Einfluß wäre) und die Mehrbelastung unter allen Umständen ein Recht hat." der Gemeinde ja nur 550 M. pro Jahr betrage. Daß diese Mehr- welche soviel böses Blut erregt haben, direkt auf den Willen des Nach dem Hamburger Fremdenblatt" find die Anordnungen, belastung für eine Gemeinde, deren Einwohner meist dem Arbeiter Oberbürgermeisters Dr. Giese zurückzuführen. Dieser Herr ſtande angehören, die einen Kommunalzuschlag von 180 Broz. erhebt Dr. und die außerdem die Kanalisation des Ortes sowie die teilweise ist ein sehr großer Patriot. Als Mitglied des Herrenhauses war er recht fühlbare sein muß daran scheint der Kreisausschuß nicht ge- ständigen Hafenarbeiter zu sprechen und 1898 bei der Feier des Höherlegung und Neupflasterung der Straßen vornehmen muß, eine 1896 so schlecht wie nur irgend ein Scharfmacher auf die ausdacht zu haben, eder aber der Gemeindevorsteher hat dies dem Schleswig- Holsteinischen Aufstandes von 1848 fielen Worte der BeKreisausschuß verschwiegen. Die Gemeindevertretung beschloß denn leidigung gegen die Berliner Helden des 18. März aus seinem Munde. auch mit 8 gegen die 4 Stimmen des Vorstehers Kober und der Ver- Der Kaiser hat ihn bei seiner lezten Anwesenheit in Altona zum Getreter Riech, Wieland und Ostwald die Angelegenheit dem Bezirks- heimen Ober- Regierungsrat ernannt. ausschuß zur Entscheidung zu unterbreiten. Nun fehlt nur noch, daß Zur Flucht der Prinzessin Luise von Koburg schreibt Genosse der Kreisausschuß das Ansinnen des Gemeindevorstehers an die Dr. Südek um dem„ Neuen Montagsblatt" unter anderm:„ Es Gemeindevertretung gutheißt, mitten im Rechnungsjahr sein Gehalt ist kein Zufall, daß die belgische Königstochter ihre Zuflucht gerade bei Lumpengehalt nennt er es geschmackvoll. um 900 M. zu erhöhen, einem Socialdemokraten suchte; nur bei einem solchen glaubte sie sich weil der zur Durchführung der Kanalisation angestellte Techniker gesichert, wie ja denn auch Mattasich seine Befreiung nur der un600 M. mehr pro Jahr erhält als er. Die Johannisthaler Steuer- eigennüßigen, furchtlosen und energischen Bemühung zweier öfterzahler können sich dann auf eine abermalige Erhöhung des Kom- reichischer Socialdemokraten verdankt. Ich sehe darin ein Anzeichen munalzuschlages gefaßt machen. Unter diesen Verhältnissen wird der dafür, daß alle Berleumdungen unsrer Gegner den moralischen Kredit Wunsch ein allgemeiner, daß der Landrat, auf dessen Empfehlung der Socialdemokratie nicht zu erschüttern vermögen. Mit der Widerhin der Vorsteher vor drei Jahren gewählt wurde, dem Herrn die legung aller Märchen, die über die Flucht der Prinzessin verbreitet Ausübung seiner früheren Thätigkeit in der Viktoriastraße 18 wurden, kann ich mich nicht aufhalten, es würde eine Arbeit von wieder ermöglicht. Tagen sein. Noch gestern stellte" ein hiesiges Lokalblatt fest", daß ich nach Wien zu Verhandlungen mit dem ehrenwerten Prinzen Philipp von Koburg gereist sei: ich erlaubte mir, unterdessen in Mühlhausen in Thüringen ein Referat in einer Kommunalwählerversammlung zu halten." Ueber eine Geschoßexplosion auf einem italienischen Kriegsschiff wird der„ Agenzia Stefani" in Rom vom Marineministerium mitgeteilt: Am 9. d. M. explodierte durch Zufall in der Geschoßkammer des in den Gewässern von Tschimulpo befindlichen Kriegsschiffes der Anstalt als nicht nicht gemeingefährlich Marco Polo" ein 152 Millimetergeschoß. Es wurde sofort Wasser Am Sonnabend zeigte Müller wieder Spuren in die Geschoßkammer gelassen, um weiterem Unglück vorzubeugen. Von den zuerst in die Stammer geeilten Personen erlitten ein Matrose und zwei Heizer durch die Gase, die sich entwickelt hatten, eine schwere Vergiftung, an deren Folgen sie starben; 17 Personen erlitten leichtere Vergiftungen und befinden sich auf dem Wege der Besserung. Die Ursache der Explosion ist noch nicht sicher festgeſtellt; die Untersuchung darüber ist im Gange. Es ist ein Jammer mit der diesjährigen Landwirtschaft. Die Folgen der Dürre machen sich jetzt schon erschreckend bemerkbar; die Kartoffeln, die in früheren Jahren für einen Thaler den Centner zu haben waren, kosten heute über fünf Mark; Gemüse ist für schweres Geld kaum zu haben und was die Konserven betrifft, so ist wohl einzig der Spargel nicht teurer geworden. Pilze aber giebt es fast gar nicht; tosten die Pfefferlinge, falls sie überhaupt einmal bei einem Grünwarenhändler zu haben sind, doch jetzt dreimal so viel Ende eines Wahnsinnigen. In einem Wahnsinnsanfall hat sich wie in früheren Jahren. Wenn trotz dieser trüben Aussichten für Ausstellung des Bundes der Pflanzervereine an- ul den Winter die gestern bei Buggenhagen am Morigplatz abgehaltene der frühere Versicherungsinspektor der Gesellschaft Alliance" Hans Müller in der Badewanne erschossen. Müller wohnte im vierten sehnliches geleistet hat, so ist dies Resultat dem unermüdlichen Fleiß Stock des Hauses Knobelsdorffstr. 3 zu Charlottenburg; er war vor der Laubenkolonisten zu danken. Allerdings zum Teil auch dem Um- einiger Zeit wegen eines hochgradigen Nervenleidens von seiner stande, daß das Land des hauptsächlichsten Ausstellers des Vereins Frau in eine Privatheilanstalt nach Zehlendorf gebracht worden. Oftwacht, in Rummelsburg ziemlich tief gelegen ist. Während es in Da aber die Frau die monatlichen Kurkosten von 150 M. nicht zu normalen Jahren unter allzu großer Feuchtigkeit zu leiden hat, fam ihm bezahlen in der Lage war, wurde Müller auf ihren Antrag vor diesmal die Dürre einigermaßen zu statten. Aber daß dieser Zufall einigen Tagen aus erst in zweiter Reihe eine Rolle spielte, zeigten die Produkte andrer entlassen. nicht so günstig gelegener Kolonien. Allerdings muß der Kolonist, großer Erregtheit; er bedrohte seine Frau und seine im Alter von der Mustergültiges leisten will, namentlich in einem Sommer wie sechs und neun Jahren stehenden Kinder, und Frau Müller wollte dem jetzt zu Ende gehenden ungemein fleißig sein und vor allem deshalb ihren Mann wieder in eine Frrenanstalt überführen lassen. im Wassertragen nicht müde werden. Nur bei liebevollster Behand- Zu diesem Zwecke wandte sie sich an die Revierpolizei. Da diese Yung jedes Gewächses ist ein Ziel zu erringen, das den Pflanzer mit jedoch kein Attest des Kreisphyfifus als Unterlage hatte, riet man der Frau, den Kranten wieder auf ihre Kosten unterzubringen und Stolz erfüllt. Man glaube nicht, daß nur eine dilettantische Kunst auf den bestellte ihr für die Ueberführung einen Stranfentransportwagen. Lauben zur Geltung fomme. Gin Rummelsburger Kolonist hatte Dieser traf dann auch bald vor dem Hause ein. Als sich die Krankenwohl an die anderthalb Dutzend verschiedener Kartoffelforten aus- träger nach der Wohnung begaben, fanden sie die Korridorthür von gestellt, ein andrer eine Serie von Niesenkürbissen, deren einer innen verriegelt. Der Kranke, der sich vorher noch am Fenster ge103 Pfund wog. Dann tamen vier Tomaten, die zusammen gerade zeigt und wohl den Krankenwagen, der mehrere Häuser weit zurüd Als jezt ein vier Pfund wogen; ferner aus der Kolonie„ Neu- Kalifornien" vor- hielt, gesehen hatte, drohte jeden zu erschießen. zügliche Hepfel. Pfirsiche waren ebenfalls vertreten, ja selbst Schlosser, der mit den Krankenträgern und einem Schußmann erTrauben fehlten nicht. Alles dies erfordert Sachkenntnis neben der schienen war, die Thür öffnen wollte, krachte im Inneren ein Schuß. Ausdauer. Gleich den Früchten der Erde waren auch Brachteremplare Anstatt nun die Thür gewaltsam zu erbrechen, eilten sowohl der von dem was freucht und fleucht in stattlicher Fülle zu sehen, vor Strantenträger als auch die Schußleute davon und überließen den Tobenden nun sich selbst. Die sich vor dem Hause ansammelnde, allen Dingen natürlich Hühner und Kaninchen. Agram, 12. September. Einer Blättermeldung zufolge wurde der Es ist leider in Rücksicht auf den Raum nicht möglich, die lange nach Hunderten zählende Menge fah nach einiger Zeit, wie sich der Gerichtsrat Cacic wegen Vergewaltigungsversuchs einer Angeklagten seines Amtes enthoben. Liste der Prämiierten hier bekannt zu geben. Wir erwähnen daher Stranke wiederum am Fenster zeigte. Die ganze Nacht über brannte Gerichtsrat Cacic wegen Vergewaltigungsversuchs einer Angeklagten nur, daß die filberne Medaille des Vereins zur Beförderung des Licht in der Wohnung, aber niemand wagte es, sich den Eingang zu London, 12. September. Nach dreijähriger Abwesenheit ist der Gartenbaues Herrn Schneider vom Verein Ostwacht zu teil wurde; erzwingen. Der Frau mit ihren Kindern verschaffte die Polizei Nachtdie Bundes- Ehrenpreise erhielten die Herren Engel und Roß vom quartier im Charlottenburger Bürgerhause. Gestern früh um 9 Uhr Dampfer Discovery" aus dem antarktischen Meere zurüdgekehrt und selben Verein, den Ehrenpreis des Vereins deutscher Kaninchenzüchter wurde schließlich doch die Wohnung gewaltsam geöffnet; man fand gestern im Hafen von Portsmouth eingelaufen. Die Bevölkerung Herr Schulze- Berlin, den Ehrenpreis des Vereins Fortuna für Ge- nun Müller entfeelt in der mit Wasser gefüllten Badewanne vor. bereitete den Teilnehmern der Expedition( 43 Mann) einen großflügel die Herren Bobbe- Berg und Thal. Bemerkt sei noch, daß Er hatte sich mit einem Revolver erschossen. Die Leiche wurde nach artigen Empfang. Die Expedition hat großartige Erfolge sowohl von einer Firma in Stargard in Pommern eine transportable Laube dem Schauhaufe transportiert.- Der seltsame Fall dürfte wohl in geologischer wie geographischer Hinsicht aufzuweisen. Das Schiff nahm Kurs nach dem Victoria- Land und drang in das große Gisgebiet von schmucker Gestalt und stattlicher Größe ausgestellt war. Stoften- noch ein. Nachspiel haben. punkt leider 300 Mart. Die Ausstellung war selbstverständlich vor allem am Sonntag zahlreich besucht. Ein Familiendrama am Starnberger See. Aus München wird gemeldet: Im Starnberger See, in der Nähe des Schloßgartens bei Berg, wurden gestern die Leichen einer 25jährigen Frau in schwarzer Trauerkleidung, eines 4jährigen Mädchens und einer anderthalbjährigen Knaben aufgefunden. Bei der Toten, die vermutlich aus Augsburg stammt, wurde ein größerer Geldbetrag gefunden. Prag, 12. September. Heute früh 9 Uhr ist aus bisher unbekannten Gründen der Zug Nr. 566, welcher von Hrabowska nach Brag abgelassen wurde, entgleift. Zwei Waggons stürzten um. Ein Zugführer wurde getötet, ein andrer schwer verletzt. " Baumfrevel in faiserlichen Gärten. Die„ Potsdamer Kor- ein, welches bis jetzt noch unentdeckt war, und das den großen antrespondenz" meldet: Am Marstall des Kaisers beim Neuen Palais arktischen Kontinent bildet. Die Forscher drangen auf Schlitten bis zum wurden in einer der letzten Nächte sämtliche Obstbäume von bös- Südpol vor. Der Führer der Expedition Kapitän Scott, drang bis Die Kunstabende der Freien Boltsbühne werden in diesem Jahre, willigen Menschen derartig eingeschnitten, daß sie in Zukunft ein- zum 82,17 Grad vor und schlug somit den Rekord um 384 Kilometer. nachdem die diesbezüglichen Verhandlungen mit dem Magistrat und gehen werden. Mehrere Bäume wurden bereits durch den Wind Er teilt mit, daß er große gebirgige Gebiete entdeckt hat, welche sich der Rathauskommission zu einem günſtigen Abschluß führten, im umgebrochen, die andren werden verdorren. Die Obsternte an diesen bis 82,20 Grad südlicher Breite erstrecken. Dies scheint darauf Bürgersaale des Rathauses stattfinden. Der erste Bäumen steht dem Ober- Hofmarschallamt zu, welches darüber zu hinzuweisen, daß der Südpol in eine Reihe von Gebirgen ausläuft. Kunstabend wird am Montag, den 31. Oktober, abends 8 Uhr, verfügen hat. Einige Tage vor dem nächtlichen Baumfrevel hatten Die Kosten der Expedition belaufen fich auf 125 000 Pfund. abgehalten. Die Kunstabende folgen dann monatlich bis zum aber Unbefugte bereits die Aepfel und Birnen abgeerntet, was zu während der Expedition starb nur ein Mann. Zwei Hilfsdampfer April. In den Spielplan wurden zunächst aufgenommen für einer großen Untersuchung Veranlassung gegeben hat. Man glaubt waren nach dem Süden abgegangen, um der Discovery" Hilfe zu die I. Serie:" Göz von Berlichingen" von Goethe im nun, daß das Einschneiden der Bäume auf Rache beruht, die nach bringen. Der König gab Befehl, eine goldene Medaille prägen zu Berliner Theater, für die II. Serie im Metropol- Theater:" Die Lage der Sache und bei der Abgeschloffenheit des Terrains nur ein lassen, die jedem Teilnehmer ausgehändigt werden soll. Komödie der Liebe" von Henrik Ibsen, und als III. Serie mit den Verhältnissen Vertrauter ausgeführt haben kann. Schon Kapitän Scott wurde zum Schiffstapitän ernannt. London, 12. September. Aus Vancouver wird berichtet, daß dort im Berliner Theater:" Die Karlsschüler" von Heinrich vor zwei Jahren wurden beim faiserlichen Marstall einmal die Laube, als Einleitung zu den diesjährigen Schiller- Feiern der Freien Stachelbeersträucher in ähnlicher Weise vernichtet. Die Verhaftung zum erstenmal in Kanada ein Eisenbahnzug von Räubern überfallen Boltsbühne.( Nähere Angaben folgen darüber in den Inseraten und des Diebes, welcher fürzlich im Part von Sanssouci eine Anzahl wurde. Die Räuber bedrohten den Zugführer mit dem Tode. Sie: wertvoller Palmen gestohlen hat, außerdem auch am Pfingstberg erbrachen die Boäcke und entwendeten 7000 Dollar. der Monatsschrift Freie Voltsbühne“.) Der Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 13. September. Anfang 72 Uhr: Opernhaus. 7 Uhr. Schiller- Theater. Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Dienstagabend 8 Uhr Das Heiratsnest. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater) Dienstagabend 8 Uhr Johannisfeuer. Sudermann. Nur noch kurze Zeit! 29/10 Flotten- Schauspiele Am Kurfürstendamm 153 Straßenbahnlinien A, A/ E, T, V, 91. Von der Zugspitze zum Watzmann. Lustspiel in 3 Aufz. von Gustav Davis. Schauspiel in 4 Atten von Hermann Größte Wasser- Schauspiele der Welt Sternwarte Invaliden- Mittwoch abend 8 Uhr: str. 57/62. ericho( feftina P CASTAN'S Neues königl. Opern Theater. Geschlossen. = Deutsches. Troilus und Cressida. Berliner. Jm bunten Rock. Leffing. Der Richter von Zalamea. Westen. Gasparone. Central. Tannhäuser- Parodie. Anfang 8 Uhr: = Schiller 0.( Wallner Theater.) Das Heiratsnest. Schiller N.( Friedrich Wilhelmſtädtisches Theater). JohannisNeues. Minna von Barnhelm. Kleines. Nachtasyl. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Trianon. Ihr zweiter Mann. Belle- Alliance. Die Dame aus Trouville. Luisen. Der Hüttenbesizer. Deutsche Volksbühne. Die Räuber. Metropol. Ein tolles Jahr. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Venus auf Erden mit Hans, das denkende Pferd. Specialitäten. Herrnfeld Theater. Nur eine Nacht. Am andern Morgen. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Baffage Theater. Dida. Speciali täten. Anfang 5 Uhr. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Von der Zugspige bis zum Wahmann. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 hr. Medea. D CASTAN'S Donnerstagabend 8 Uhr: PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Rosa das gelehrte Pferd! OOLOGISCHER Zi CARTEN Täglich ab nachmittags 4 Uhr: Militär- Doppel- Konzert. Gastspiel der Matrosenkapelle aus Curhaven, kaiserl. Musikdir. Stolle. Eintritt 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Stinder unter 10 Jahren die Hälfte. In der Arena: Der See- Elefant. Eintritt vom Garten 20 Pf., von der Straße 30 Pf., Kinder die Hälfte. Besichtigung bis 8 Uhr abends bei elektrischer Beleuchtung. Medea. Thalia- Theater. Mittwoch abend 8 Uhr: Johannisfeuer. Donnerstagabend 8 Uhr: Zum erstenmal: John Gabriel Borkman. In die Luftsprengen von Kriegsschiffen. Vorstellungen: Wochentags 4 und 8 Uhr. Sonntags 3, 52 u. 8 Uhr. Mittwochs: Billiger Tag. Donnerstags: Elitetag mit Feuerwerk. Belle- Alliance- Theater. Deutsche Volksbühne. Dresdenerstr. 72/73. Direktion: Kren& Schönfeld. Belle- Alliancestr. 7/8. Die Eröffnungsvorstellung des neuerbauten Hauses findet am 15. September statt mit der Eröffnungs- Novität: Heute und folgende Tage abends 8 Uhr: Die Dame aus Trouville Im Carl Weiß: Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Die Räuber. Trauerspiel in 5 Aufz. von Schiller. Anfang 8 Uhr. Mittwoch u. Donnerstag: Aennchen Freitag: Die Räuber. Der Weiberkönig. Herbert Paulmüller, Bozéna Bradsky, von Thavau. Heinz Gordon, Else Wannovius in den Hauptrollen. Guido Thielscher in der Titeltolle. Debüt: Lina Abarbanell. Borverkauf v. 10-2 an der Theaterkasse und an den bekannten Verkaufsstellen. Deutsche Konzert- Hallen. An der Spandauer Brücke 3. Vollständig neu ausgestattet! Täglich: Gr. internat. Künstlerkonzerte. x Theater- Abteilung. Special- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Cirkus Busch. Dienstag, den 13. September 1904, abends 72 Uhr: Nur noch Luisen- Theater. Budapester Stierkämpfe. wenige Tage Abends 8 Uhr: Reiterfamilie Lecusson. 15 Polarbären, dress. u. vorgef. v. Mr. Hendiks, Der Hüttenbefizer. und die vorz. Programm- Nummern. Mittwoch: Der Goldbauer. Donnerstag: Erstes Gastspiel Emil Thomas, zum erstenmal: Hasemanns Töchter. Passage- Theater. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Neues Theater. Casino- Theater Anf. Sonnt. 3. Wochent. 5 Uhr. Schiffbauerdamm 4a- 5. Minna von Barnhelm. Anjang 8 Uhr. Morgen: Salome. Lothringerstr.37. Anf. Wch.8, Sonnt.72. Gr. Erfolg d. glänzenden Programms. " Die Kunst dem Volke". 9½ Uhr: ,, Mutter Gräbert" Kleines Theater. National- Theater. Unter den Linden 44. Nachtasyl. Anfang 8 Uhr. Morgen: Des Pastors Rieke. Central- Theater Heute Anfang 8 Uhr: Weinbergsweg 12a- 13b. Dida die Erschaffung eines Weibes aus dem Nichts. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Geschlossen! Sonnabend, den 17. September er.: Eröffnung der Wintersaison Der Galeerensklave mit Anfang 8 Uhr. Fröbels Allerlei- Theater fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Heute keine Vorstellung. Gebrüder Herrnfeld- Theater Zum 183. Male der größte Herrnfeld- Schlager Nur eine Nacht. 2 Afte aus einer Che und Am andern Morgen. Nachspiel zu„ Nur eine Nacht" mit Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Anfang auch Sonntags- 8 Uhr. WINTEL ARTEN 8 765 Morgen Mittwoch: Pas de Deux oriental. Letzte Borstellung der Sommer Tilly Bébé Spielzeit. 15 Attraktionen ersten Ranges. Extra- Tanz. X Kaffeeküche. Anfang 5 Uhr. Eintritt 30 Pf. Cirkus Scala- Theater. Sarrasani. Grösster u. elegantester Zelt- Cirkus Europas. die indische Metropol- Theater Pocahuntas, die indische Nachtigall. Jean Paul, Komiker. Littke Carlsen, Karikaturen. Lucie Verdier, Vortragskünstl. 14 erstklassige Nummern. Eröffnungs- Vorstellung: Deutsch- Amerikanische Figaros Kochzeit. Eröffnungstag wird noch bekannt gegeben. Abonnements werden bis 15. September täglich im Theaterbureau entgegengenommen. 25/ 13* Trianon- Theater. Tannhäuser Georgenstraße zwischen Friedrich- und oder: Der Sängerkrieg. Burlesque- Operette in 4 Aften von Joh. Nestroy und Karl Binder. Morgen und folgende Tage: Tannhäuser( Operette). Universitätsstraße. Ihr zweiter Mann. Lustspiel in 3 Akten von André Sylvane und Maurice Froyez. Anfang 8 11 hr. Apollo- Theater. Bernhard Rose- Theater 8 Uhr: Gesundbrunnen, Badstraße 58. Geschlossen. Venus auf Erden veginn der Winter- Saison 1904. Paul Lincke mit der Große Eröffnungs Vorstellung: von Parodie Hans, das denkende Pferd, vorgeführt von Robert Steidl und Martin Kettner. Ab 92 Uhr: Die grandiosen September- Specialitäten. Bajazzo u. Familie. Boltsschauspiel in 4 Aften. Anfang 6 Uhr. Nach der Vorstellung: Ball. Theater. Köpenickerstr. 67. Zum Heute abend 8 Uhr! Gastspiel Adolf Philipp. Josef Giampietro a. D. Bender. Josephi. Grünfeld. X Frid- Frid. Der größte Erfolg dieses Jahres Ein tolles Jahr Gr. dramatisch- satirische Revue in 5 Bildern. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. 331. GROSSEN Residenz- Theater. Male: TEICH Victoria- Brauerei Lützowstr. 111/112. Täglich im Garten oder Saal: Horsts Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Linienstr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! Löwy's Duell. Bosse mit Gesang in einem Aft, fowie 30 internation. Specialitäten. Anfang 7 Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. Palast- Theater. Bürgerliche Schauspiele. Burgstraße 22. Jubiläums: Saison. 10 Jahre. Um 82 Uhr: Novität: Vom Himmel zur Hölle. Gr. Ausstattungsposse mit Gesang u. Tanz in 3 Bildern v. Höppner und Gericke. Musik von Rentsch. Balletts von Chlebus. Jupiter: Dir. R. Winkler. Vorher: Riesenschaunummern ersten Ranges. Eine Hochzeitsnacht. Anfang 8 Uhr. Staffen Eröffnung ( Une Nuit de Noces.) Schwant in 3 Aften von H. Kéroul und A. Barre. Sonntagnachm. 3 Uhr: Nora. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. 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