Nr. 221. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljahrt. 8,30 R., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit Wustrierter Sonntags. Bellage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. 1.0.urd into 69 ad id ide Vorwärts е Berliner Dolksblatt. sid 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solonel zeile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Dienstag, den 20. September 1904. ausdrücklich erklärten Willen nach Ruhleben transportiert und dort In der Gefangenschaft Ballins. Auf dem Lehrter Bahnhof in Berlin wollte am Sonnabendmittag ein Reisender mit dem 1 Uhr 27 Minuten nach Hamburg abgehenden Zuge abreisen. Ein Ballin- Agent gefellte sich zu ihm und fragte ihn, woher und wohin. Aus Russisch- Polen und nach Hamburg. Da geht der Bug erst 24 Uhr. Der Ballin- Agent, der auf Ruffen und Bolen wohl dressiert ist, sah dem Reisenden auf die Stiefel: Sie haben doch keine russischen Stiefeln an? Der Agent war unschlüssig; der Reisende passierte die Berronfperre. Er kehrt noch einmal um, tritt in den Wartesaal, um einen Schnaps zu trinken. Als er wieder zum Zuge will, ist der Ballin- Agent, der inzwischen seiner Sache ficher geworden, neben dem Bahnsteigschaffner und diesmal darf der Reisende nicht durch; er könne erst 14 Uhr fahren. Alles Protestieren, daß er 22 Uhr nach Hamburg fahren wolle, war erfolglos. Er mußte warten. Es gefellte sich noch ein Pole zu ihm, der mit einer Schiffskarte der Hamburg- Amerika- Linie versehen war, aber feinen Baß hatte, und ein Nusse, der zwar einen Baß, aber feine Ballinsche Schiffstarte hatte. Er brauchte auch keine solche, denn sein Reiseziel war London. Zu dem Zuge 1/4 Uhr wurden die drei unter Leitung des Ballin- Agenten durch die Kontrolle gelassen und ihnen erklärt, daß sie nach Ruhleben müßten. Der erste Reisende, der nach Hamburg wollte, und der Russe, der nach London wollte und mit einem Basse versehen war, protestierten lebhaft dagegen; fie seien gesund und wollten nicht nach Amerita. Es half ihnen nichts. Sie wurden unter Aufsicht der Bahnbeamten in dem Zuge verpackt und allein ihretwegen hielt der Zug in Ruhleben. Dort wurden fie vom Stationsvorsteher in Empfang genommen und in den Auswandererbahnhof gesperrt. Auch hier protestierte der erste Reisende und der Nusse, jedoch erfolglos. festgehalten werden; Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Herbert Bismard. Auch der älteste Sohn des Er- Reichskanzlers ist am Sonntags daß Bahnbeamte, preußische Staatsbeamte, auf den Wink der vormittag gestorben. Fürst Herbert Bismard hat dant der Protektion Ballin- Agenten Reisende, die mit gültiger Fahrkarte versehen find, seines Vaters eine überaus rasche diplomatische Karriere gehabt, der nicht passieren lassen; dann durch Bismarcks Sturz im Jahre 1900 ein jähes Ende bereitet daß Russen, die mit Paß versehen sind, schließlich wieder los- wurde. Herbert Bismard, der im Jahre 1849 geboren wurde, trat gelassen werden, wenn sie den Ballinschen Ueberredungskünsten im Jahre 1873 in den Dienst des Auswärtigen Amtes, in dem er genügend Widerstand leisten; von Stufe zu Stufe überaus rasch, avancierte. Im Jahre 1882 daß aber solche, die keinen Paß haben und als Militär- wurde er Botschaftsrat in London, im Jahre 1884 in Petersburg, flüchtlinge gelten( als solcher hatte sich unser Agent ausgegeben), ging. Aber noch in demselben Jahre wurde er bereits in das Ausvon wo aus er in demselben Jahre als Gesandter nach dem Haag dem russischen Henker wieder ausgeliefert werden; daß sich selbst die Polizei noch sehr ernstlich bemüht und in der von seinen Diplomaten vor allen Dingen das eine verlangte, wärtige Amt in Berlin eingestellt. Der Reichskanzler Bismard, bare Unkosten stürzt, bevor sie einen solchen anscheinenden Militär- daß fie auf Kommando einschwenkten wie Unteroffiziere, hatte wohl flüchtling losläßt. besondere diplomatische Unteroffiziertalente bei seinem Sohne ents Der ganze preußische Polizeis und Beamtenapparat steht im deckt. Er hatte ihn deshalb zu dem dritten Direktor" des AusDienste einmal der Hamburg- Amerika-Linie und andermal des wärtigen Amtes ausersehen. Da sich der Reichstag sträubte, führten russischen Saren, um ihm die Flüchtlinge wieder zuzuführen, die die Bismarcianer bei dieser Gelegenheit eine breiste Komödie auf. Sie veranstalteten Geldsammlungen und zeichneten ungeheure sich nicht von Ballin nach Amerika befördern lassen wollen. Russische Summen, um durch diese freiwilligen Beiträge das Gehalt des dritten Snute oder 140 M. an Ballin zahlen. Wer Ballin den Tribut Direktors aufzubringen. Als aber der Reichstag die Stelle schließlich zahlt, der darf der Knute entfliehen. Ballin hat also das doch bewilligte, zogen die Nationalliberalen und konservativen GroßGeschäft der Befreiung der Zarenopfer in Generalenterprise ge- industriellen ihre splendiden Zeichnungen bis auf den letzten Pfennig nommen. Ohne ihn darf keiner der Unglücklichen aus Rußland zurück. heraus, dafür garantiert die preußische Polizei. leber Herbert Bismards diplomatische Talente gleitet auch die Es ist ein würdiges Dreiblatt, das sich da zu gemeinsamer Man spricht nur davon, daß er ganz im Sinne seines bedeutenderen bürgerliche Presse mit einigen Rebensarten der Verlegenheit hinweg. Kulturarbeit zusammengefunden hat: Russische Knute, preußische Baters zu wirken bestrebt gewesen sei. Er habe unter dem bePolizei und Ballinscher Reedereiprofit und als Opfer Hunderttausende tannten Unstern gestanden, unter dem die Söhne großer Väter zu unglücklicher Proletarier. stehen pflegen. Irgend etwas Bofitives über seine diplomatischen Leistungen weiß kein Blatt zu berichten. Geld oder Leben! Politische Uebersicht. Berlin, den 19. September. Die Eröffnung des Parteitages. Bremen, 18. September. In der Republik" Bremen hat sich die deutsche SocialdemoIn Ruhleben wurden die drei gebadet und ärztlich untersucht. fratie zu ihrem Barteitage versammelt. Schon am Sonnabend und Der Pole mit der Schiffstarte zahlte für die ärztliche Untersuchung Sonntagvormittag tagte als Borparlament die Konferenz der social2 M., der Nusse ohne Schiffstarte 4 M., der erste Reisende ohne Schiffstarte und ohne Legitimationspapiere nichts. W In der That dürfte auch kein Beweis für die diplomatische Be fähigung Herbert Bismards beizubringen fein. Nur zwei Mal hat er als Diplomat von sich reden gemacht. Beide Male aber nicht gerade in rühmlicher Weise. Das erste Mal bei der SamoaAffäre im Jahre 1887. Herbert Bismard versuchte damals im Interesse einiger deutscher Handelshäuser in einem Häuptlingsstreit Partei zu ergreifen. Diese Parteinahme führte aber nur dazu, daß damals unnük das Blut einer Anzahl von Marinemannschaften ber goffen wurde. Den Streitigkeiten wurde zunächst durch eine Naturdemokratischen Frauen Deutschlands und ordnete die ihr gestellten drei deutsche Kriegsschiffe, die im Hafen von Apia vor Anker lagen. fatastrophe ein Ende gemacht. Im Jahre 1888 vernichtete ein Orlan Aufgaben in ebenso sachkundiger wie begeisterungsvoller Aussprache, Ein großer Teil der Mannschaft fand in den Wellen den Tod. Bei Abends gegen 7 Uhr tam ein Polizeibeamter und nahm die die noch besonderer Würdigung bedarf. Am heutigen Abend fanden der im Jahre 1889 stattgefundenen Samoa Konferenz wurde drei ins Verhör. Der Pole mit Schiffstarte ohne Baß durfte fich die Delegierten des Parteitags im weiten, schönen Kafinosaal Bismards Bersuch, den deutschen Raufleuten ein Uebergewicht über noch am Abend abreisen, der Russe ohne Schiffstarte mit zusammen, den die Bremer Genossen in Blumen- und Fahnenschmuck die amerikanischen zu verschaffen, gründlich bereitelt. Erst viele Baß nicht. Obwohl er energisch darauf drang, daß er in überaus feftlich hergerichtet. Da reihte sich Fahne an Fahne der Jahre später wurde bekanntlich die deutsch- amerikanische Konturreng Geschäften nach London reisen müsse, wollte man ihm Bremer Gewerkschaften und vorn über der Rednerbühne wehte die auf Samoa dadurch geschlichtet, daß jeder Staat einen Teil der Junsel unter allerlei Vorwänden begreiflich machen, daß er mit der Hamburg- alte rote Fahne der Partei; bei den Festen der Arbeiter zugesprochen erhielt. Amerika Linie nach Amerika reisen müsse. werden diese Fahnen durch die Straßen vorangetragen eine für gemuth- affäre im Jahre 1889 ab. Die Schweiz hatte da Ebenso Häglich schnitt Herbert Bismard bei der Wohl. die meisten Delegierten andrer Bundesstaaten freundliche Ueber- mals den preußischen Spikel Wohlgemuth wegen seines frechen Lockraschung. spikeltreibens ausgewiesen. Herbert Bismard hatte daraufhin Drohnoten gegen die Schweiz losgelaffen, die die Schweiz indessen nicht zur Nachgiebigkeit bewogen. Mochte auch Herbert Bismard mit allen möglichen Repressalien drohen, mochte er auch von der Schweiz verlangen, daß nur solche Deutsche dort Gastrecht fänden, endlich auch den Bismarckschen Leibjournalisten Pindter gegen die die ein polizeiliches deutsches Leumundsattest beibrächten, mochte er Schweiz als ein wildes Land" loswettern laffen, die Schtveis froch nicht zu Kreuze! Dem ersten Reifenden, der keine Legitimationspapiere und auch teine Schiffstarte hatte, aber Geld genug, um nach Hamburg zu reisen, erklärte der Polizeibeamte, er müsse wieder nach der Grenze zurüd. Bunächst mußte er jedoch die Nacht in Ruhleben zubringen. Sein Geld im Betrage von 50,50 m. wurde ihm von dem Polizeibeamten gegen Quittung abgenommen und erst auf die Frage, wovon er denn inzwischen leben solle, erhielt er 10 M. zurüd. Das war am Sonnabend. Den Sonntag mußte der Reifende in Ruhleben verbringen troz mehrfacher Versuche fortzukommen oder über sein Schicksal Auskunft zu erlangen. Am Montag früh endlich, nach der zweiten in der Gefangenschaft Ballins verbrachten Nacht, sollte sich sein Schicksal entscheiden. Nach längeren Berhandlungen, in denen der Reisende immer wieder lebhaft gegen feinen Rücktransport protestierte und freigelaffen zu werden verlangte, sollte er endlich in einem Zug zur Grenze gebracht werden. Jest zog der Reisende endlich andre Saiten auf. Er präsentierte den Polizei, Ballin und Bahnbeamten, die sich um ihn gesammelt hatten, folgende Karte: Herr.... ist von uns beauftragt, als unser Berichterstatter die Zustände in Bahnhof Nuhleben zu erforschen. Redaktion des„ Borwärts". Die Wirkung, die das fleine rote Kärtchen hervorrief, läßt sich nicht beschreiben. " Sie? Sie sind Berichterstatter des Vorwärts"? Was wollen Sie denn von uns? Wissen Sie denn nicht, daß nur Auswanderer nach Ruhleben dürfen? ,, Aber, meine Herren! Ich habe doch mit größter Entschiedenheit dagegen protestiert, nach Nuhleben gebracht zu werden; Sie haben mich ja gegen meinen Willen hierher gebracht!" Zunächst wurde nun der Berichterstatter des Vorwärts" noch feineswegs entlassen. Er hatte sich nur plötzlich einer bis dahin arg vermißten höflichen Behandlung zu erfreuen. In Begleitung des Bolizeibeamten mußte er darauf, nachdem der erste Schreck etwas überwunden war, zum Amtsvorsteher von Rubleben. Die Kosten der Fahrt trug der Polizeibeamte. Db das Ballin dem Fiskus er fest, ist uns unbekannt. Der Kongreß ist überaus zahlreich besucht, wie es der unabläffigen Teilnahme des deutschen Proletariats an den socialdemokratischen Jdealen entspricht. An den Seiten, im Hintergrund und auf den hohen Galerien bes Saales haben sich dichtgedrängte Massen der Bremer Arbeiterschaft gesammelt und vervollständigen das Kongreßbild zu großem, wahrhaft feierlichem Eindruck. Ein stimmenmächtiger Sängerchor singt ein Frühlingslied der neuen Zeit, in dem sein Verfasser, Genosse Wurm, gezeigt, daß der Ebenso wenig Rühmli.hes, wie über die diplomatische Thätigkeit Mann der nüchternen Socialpolitik dem Schwung der Poesie nicht Herbert Bismards ist über seine parlamentarische Thätigkeit entwöhnt ward. Danach ertönte Bottiers hinreißende Inter- zu berichten. Als Reichstagsabgeordneter vermochte er sich absolub nationale" in deutscher Nachdichtung von Franz Diederich. Nun feine führende Rolle zu erkämpfen. So sehr er auch in seiner abs betrat Genoffe Schmalfeldt bie Tribüne zum Willkommensgruß gebrochenen, polternden Sprechweise seinen Bater zu fopieren fuchte an die Delegierten. Schmalfeldt ist einer jener Trefflichsten aus der Rebeblüten brachte er es nicht hinaus. Sein Tod hinterläßt in der über einige Spigen gegen die Minister und über einige agrarische Arbeiterschaft, in denen sich die ganze Größe der socialdemokratischen freifonservativen Partei ebenso wenig eine Lüde, wie fein der Entwicklung offenbart: ein Veteran der Partei, der als fchlichter zeitiges Ausscheiden aus der Regierung und der Diplomatie. Cigarrenarbeiter begann und nach vielen notreichen Kampfesjahren jetzt durch das Vertrauen des Volkes Reichstags- Vertreter der reichen, stolzen Hansastadt wurde. Er schilderte uns die Geschichte der bremischen Arbeiterbewegung und feierte die Einigkeit der deutschen Socialdemokratie. Der Generalftreit in Italien. 0 Die italienische Regierung läßt noch immer keinerlei Telegramme durch. Alle Telegramme, die durch das„ Wolffsche Bureau" und andre Telegraphen Agenturen verbreitet werden, haben der Seit unser Liebknecht geschieden, hat Bebel auch die fenem italienischen Cenfur vorgelegen und beanspruchen infolgedessen eine sonst zugefallene Aufgabe der repräsentativen Eröffnung der Partei nur sehr mäßige Glaubwürdigkeit. Die Telegramme melden allerlei tage übernehmen müssen. Jubelnd begrüßt leitete er die Beratungen Einzelheiten über die Ausstandsbewegungen der einzelnen Städte. mit einer Uebersicht über die politische Situation ein. Er wies auf Danach ist es in den verschiedenen Orten zu Zusammenstößen Saarabien und Königsberg, er zeigte, wie die Gegner gekommen. Am 17. September wurde in Genua ein Haufe von wider Willen uns die Waffen schärfen, und er spottete ihrer Thorheit, Ausständigen durch die Polizei mit Revolverschüssen auseinanderauf innere Zwiespältigkeiten in unsrer Partei Hoffnungen zu fegen. getrieben. Ebenso tam es in Terni zu einem Zusammenstoß. Genoffe Diet, der neben dem Bremer Arbeiterfekretär Weiter wird berichtet, daß in einer ganzen Reihe von andern Ebert zum Vorsitzenden erwählt wurde, eröffnete seine Präsident- Städten der Ausstand teils noch in voller Ausdehnung besteht, teits schaft mit der wißigen Erinnerung an des Reichskanzlers Bülow neu insceniert worden ist. So in Turin, in Artona, Forli, faueres Lob, daß die Socialdemokratie in Organisation, Agitation Terni, Mailand, Parma, Bologna und andern und Opferfreudigkeit die Censur la verdienen: der Kongreß solle Städten. In einzelnen dieser Städte soll immer nach den dieses Beugnis noch übertreffen und tüchtiges Werk verrichten zur regierungsoffiziösen Verlautbarungen der Ausstand bereits Beseitigung verrotteter Zustände. wieder eingestellt oder seine Beendigung doch beschlossen sein. Ueber die Ursache des Generalstreits wird uns aus Rom bom 15. September gemeldet: Der Bu einer Debatte führte die Feststellung der Tagesordnung. Bei dem Amtsvorsteher ging das Staunen nochmals los und Genosse Bittorf Berlin begründete den vom Vorwärts" anwar so träftig, daß die Fertigstellung des in folchen Fällen bei uns geregten, von vielen Wahlkreisen gestellten Antrag, die Schul- Schon wieder, faum zehn Tage nach dem Blutbad von Buggeru, unerläßlichen Protokolls erhebliche Mühen verursachte. Viele Bogen frage auf die Tagesordnung zu fezen. Dagegen sprachen Geyer, hat man gewagt, auf Arbeiter zu schießen, diesmal ohne provoziert Papier flogen darüber in den Papierforb. Endlich war das über Bebel und Genoffin 3ettin. Alle diese verkannten teineswegs zu sein, ohne den Anschein eines mildernden Grundes, faltblütig, standen und unser Berichterstatter, der sich als vorsichtiger Mann die überragende Bedeutsamkeit der Frage, aber sie hielten die dies- fchlächtermäßig. In Castelluggo, bei Trapani sind auch durch seinen Militärpaß als sicherer Reichsdeutscher ausweisen jährige Tagesordnung für genug belastet und verwiesen die Karabinieri in das Lokal der Landarbeiter- Gewerkschaft getonnte, durfte gehen. auf den nächsten Parteitag. Freythaler wandte sich gegen brungen und verlangten, die Mitgliederliste einzusehen. Nachzutragen ist noch, daß man den mit Baß versehenen Stussen, diese Verzögerung, doch der Parteitag beschloß, die Tagesordnung Sekretär verweigerte dies, wie das sein Recht und seine Pflicht ist. der ja ohne Gefahr wieder nach Rußland zurückkehren darf, schließlich so zu belaffen, wie sie der Parteivorstand nun einmal vorbereitet Man erklärte ihn darauf für verhaftet und als die Anwesenden hat gehen lassen. Zum Kauf einer Ballinschen Schiffstarte hatte hat. Die Berliner Anregung behält die Bedeutung, die brennend gegen die Gewaltthat protestierten, schossen die Karabinieri auf die man ihn trotz lebhaftester Bemühungen nicht bewegen tönnen. wichtige Frage aufgeworfen und ihre Behandlung wenigstens für nmstehenden Arbeiter. Es wurde minutenlang hintereinander ge eine spätere Stunde gesichert zu haben. Auch ist vorerst durch das bedeutende Referat der Genoffin Zetkin auf der Frauenkonferenz ein gut Teil dessen erreicht worden, was die Antragsteller beabsichtigten. Es ist also festgestellt: daß Leute, die verdächtig sind, Ruffen oder Polen zu sein, bon Ballins Agenten auf dem Bahnhofe in Berlin abgefangen werden; daß solche Leute, gleichviel wohin sie reisen wollen, gegen ihren schossen: ein Arbeiter blieb tot, ein andrer starb auf dem Wege zum Hospital, drei liegen verwundet im Krankenhaus, die Zahl der leichter Verwundeten ist noch nicht bekannt. Einer der Toten hat nicht weniger als elf Schußwunden. Keiner der Karabinieri ist verletzt. Der Eindruck der Trauerbotschaft ist wohl in der ganzen Arbeiter- schaft Italiens der gleiche: das Maß ist voll. So kann und darf es nicht weiter gehen, wenn nicht die italienische Arbeiterbewegung als Symbol der Ohnmacht und Schwäche der Geschichte überliefert Werden soll. Gleich nach Buggeru hatten die organisierten Arbeiter von M o n z a und Mailand angeregt, mit dem allgemeinen Streik auf das Verbreckien zu antworten..Mit der Gewalt soll man Ge- Walt zurückweisen", schrieb der, A V a n t i*. Andre Stimmen meinten, man sei nicht vorbereitet, man solle fiir künstige Fälle den Generalstreik bereit halten. Im heutigen„Avanti" schreibt Dugoni, es sei gräßlich zu denken: Wir warten auf neues Blut, und dann protestieren wir. Nun, wir haben ja nicht lange warten müssen. Es ist schon ver- gössen, das neue Blut, ruchloser, stevelhafter als bei allen andern Konflikten. Die Stunde ist da: jetzt handle man. Die Mailänder Arbeitskammer hat sich mit 109 Arbeitskammern und Organisationen in allen Teilen Italiens in Verbindung gesetzt, um alle Verab- redungen zu treffen. Das Maß war voll. Die neue Blutnachricht aus dem Süden bringt es zum Ueberlaufen. Es ist jetzt genug: um das Leben unsrer Arbeiter, um unser Recht auf Existenz müssen wir uns wehren. Soll etwa das Recht des systematischen Mordes Giolitti durch die thatenlosen Proteste der socialistischen Partei und der Gewerkschaften Italiens verbrieft und sanktioniert werden? Wir stehen am Vorabend ernster, sehr ernster Ereignisse, deren Verantwortung auf die fällt, die sie durch fortgesetzte Verhöhnung der elementaren Menschenrechte der Arbeit heraufbeschworen haben. Auf Befehl von Rom aus wurden die Carabinieri, die geschossen haben, verhaftet. Das ist nur der erste Schritt zur Dekorierung: die Braven werden ihre Orden bekommen.— ••' Dcutfches Reich. Die Gegenseitigkeit im Königsberger Prozeß. In der.D e u t s ch e n Juristen-Zeitung" ist von angeblich unterrichteter Seite be- hauptet worden, daß man in Berlin die amtliche deutsche Ausgabe des russischen Strafgesetzbuchs benutzt und an der. C e n t r a l- stelle" nicht gewußt habe, daß man in Königsberg eine g e- fälschte Uebersetzung des§260 des russischen Strafgesetzbuchs benutzt habe. Wir haben schon darauf hingewiesen, daß diese angebliche Information falsch ist. Der preußische Justizminister hat eine der drei Uebersetzungen des russischen Konsuls übermittelt erhalten; das geht ans den Prozeßakten hervor. Aber es giebt noch einen andren Beweis, daß der preußische Justizminister nicht nur die amtliche Uebersetzung des Königsberger Generalkonsuls kannte, sondern auch sich mit dieser später vom russischen Botschafter bestätigten Auskunft begnügte. Er Hat'S nämlich selber gesagt, am 22. Februar 190t, im preußischen Ab- geordnetenhauS: .Zunächst jhatj der dortige russische Generalkonsul die amtliche Erklärung abgegeben, daß nach Maßgabe der russischen Gesetzgebung die Gegenseitigkeit für die Verfolgung derartiger Strasthaten auch in Rußland verbürgt sei... Die Staatsanwaltschaft hat dann... an mich darüber berichtet zum Zwecke der Inkenntnissetzung der russischen Regierung. Ich habe den Bericht pflichtgemäß weiter- gegeben an das Auswärtige Amt, das ihn dann der russischen Regierung unterbreitet hat. Die russische Regierung hat demnächst Strafantrag gegen die beteiligten Personen gestellt und dabei aus- drücklich durch ihren Botschafter erklären lassen, daß die Gegen- seitigkeit bezüglich gleicher Strathaten gegen die p r e u ß i s ch e sl) Regierung in Rußland verbürgt sei." Der russische Generalkonsul— der russische Botschafter, das waren die einzigen Gewährsmänner der.Centralstelle". Das Rettungsmärchen der»Juristen-Zeitung" ist demnach er- ledigt.— Ruhstrats Opfer» der Redakteur B i e r m a n n, ist nach Ver- büßung seiner zehnmonatigen Gefängnisstrafe wieder nach Oldenburg zurückgekehrt und, wie beruhtet wird, von einer ungeheuren Menschen. menge mit lautem Hurra empfangen worden. Auch vor seiner Wohnrmg wurden Biermann Ovationen gebracht. Ruhstrat weilt indes auch fern von Oldenburg, und wenn man seine Ankunft rechtzeitig erfährt, darf auch er eines zahlreichen Publikums gewiß sein, daS zu seinem Empfange bereit sein wird. Er wird aber schwerlich Verlangen tragen nach der ihn erwartenden Ovation. Wenn er auch gesagt hat:„Schreiben können Sie, so viel Sie wollen", so wird„Se. Dickfelligkeit" sich kaum dazu aus- schwingen, zu sagen:„Schreien können sie, so viel sie wollen I" Uebrigens tritt in den nächsten Tagen der oldenburgische Land- tag zusammen. Dort wird man unter allen Umständen mit oder über Herrn Ruhstrat reden, ob er will oder nicht.— Den Bericht über die Fraucnkonferenz mußten wir zu unsrem Bedauern infolge seines unerwartet großen Umfanges abbrechen und können den Rest erst in der nächster Nummer geben. Im Anschluß an die öffentlichen Verhandlungen fand am Sonntagnachmittag eine geschlossene Zusammenkunft der Delegierten statt, die von 3— S Uhr tagte und in der interne Organisationssragen besprochen wurden. Mirbach soll den Drang in sich gefühlt haben, sich zu recht- fertigen, aber nur, wie das„Verl. Tageblatt" versichert, vor einigen seiner Vertrauten; diesen habe er eine umfangreiche Schrift gesandt. Die„Vertrauten" des Herrn v. Mirbach haben doch immer behauptet, daß er ohne Fehl sei. Vielleicht sollen die Vertrauten erst ihre Meinung darüber sagen, ob die Oesfentlichkeit die„Rechtfertigung" mit der notwendigen Gutgläubigkeit aufnehmen würde. Leute, die Herrn v. Mirbach dieser Tage gesehen haben wollen, behaupten, daß daS„Herzleiden" dem Herrn vortrefflich bekomme. Er sehe nicht einmal von des Rechtfertigungsgedankens Blässe an- gekränkelt aus. TaS Direktorium des EentralverbandeS deutscher Industrieller hat in seiner Sitzung am 17. September eine Erklärung beschlossen, worin er unter Bezugnahme auf die Angelegenheit der Hibernia sich „mit aller Entschiedenheit gegen die Verstaatlichung bedeutsamer Zweige der privaten Gcwerbethätigkeit" erklärt. Er befürchtet, daß es bei der Verstaatlichung der Kohlenbergwerke nicht bleiben würde, wenn erst damit cmgefangen würde. Herr Jencke ist vom Vorsitz des Direktoriums zurückgetreten. An seiner Stelle wurde V o p e l i u s- Sulzbach gewählt. Als erster Stellvertreter Kirdorf- Rheinelbe und als zweiter Stellvertreter Regierungsrat König- Berlin. Chronik der Majcstätsbeleibigungen. Vom Landgerichte München l wurde die 39 Jahre alt« Wäscherin Anna Oberhauser wegen Beleidigung des Prinzregenten zu sieben Monaten Gefängnis verurteilt. Sie hat aus Aerger darüber, daß sie nach dem Tode ihres Mannes aus der Schatulle des Re- genten eine geringere Unterstützung erhielt, als sie erwartet hatte, hier nicht wiederzugebende gröbliche Beleidigungen ausgestoßen und winde später von einem Wohnungsnachbarn, mit dem sie sich über- warfen hatte, denunziert. Ter Staatsanwalt hatte 1 Jahr(1) und sofortige Verhaftung beantragt. Die Würde der Gerichte muß ungeheuer gewinnen, wenn sie von dem Worte eines Denunzianten in Thätigkeit gesetzt werden können, ebenso wie die Würde der Majestät sehr gewinnen muß, wenn ihr Schutz nur einem häßlichen Racheakt zu danken ist.— Südwest-Afrika. Eine strenge Depeschen- Censur ist nunmehr auch auf unserm südwest-aftikanischen Kriegsschauplatz eingeführt worden. Gouverneur Leutwcin hat die Anordnung getroffen, daß für die Dauer des gegenwärtigen Aufstandes Veröffentlichungen über Truppen- bewegungen oder Verteidigungsmittel verboten seien, soweit nicht der Truppenkommandeur oder sein Beauftragter zu der Veröffentlichung seine Zustimmung erteilt habe. Zuwiderhandlungen sind mit einer Geldbuße bis zu 300 Mark oder mit Haft resp. Gefängnis bis zu drei Monaten bedroht. Der Erfolg dieser Anordnung hat sich bereits darin gezeigt, daß der Schcrl-Presse keine Originalmeldungen mehr zugegangen sind, während sie früher rascher zu berichten vermochte als die Regierung selbst. Vielleicht übt die Scherl-Presse jetzt deshalb eine so pessi- mistische Kritik an der südwest-afrikanischen Strategie, weil ihr der Nachrichtendienst abgeschnitten oder doch äußerst erschwert worden ist. Es könnte fraglich erscheinen, ob diese Nachrichtensperre hin- reichend begründet ist. Daß die Japaner und Russen eine solche Nachrichtensverre üben, bat seine sehr begreiflichen strategischen Gründe. Den Hereros hingegen dürften Nachrichten der deutschen Presse schwerlich die Möglichkeit geben, sich geplanten Angriffen zu entziehen. Der Erfolg dieser Nachrichtensperre wird deshalb nur der sein, daß die Nachrichten vom südwest-afrikanischen Kriegs- schauplatz nun nur noch spärlicher fließen.— Sehr pessimistisch über die jetzige Kriegslage urteilt auch ein Mitarbeiter der„Frankfurter Zeitung", der im vorigen Jahre das südwest-aftikanische Gebiet bereffte. Derselbe meinte, daß eS schließlich vernünftiger wäre, die Hereros samt dem Rest ihres Viehes über die Grenze zu drängen, als durch neue wahrscheinlich mißglückende Einkreisungsmanöver nur noch eine größere Zer- sprengung der Hererobanden zu erreichen, wodurch dann die Kolonie in die Gefahr eines jahrelangenverzweiseltenKlein- k r i e g e s gebracht würde. Die Hoffnung, die Haupt schuldigen Häuptlinge zu erwischen, sei ohnehin eine sehr geringe.— Berichtigung. Im Leitartikel der Sonntagsnummer fehlt erste Spalte, dritter Absatz, letzte Zeile hinter„Proletariat" das Wort: „abzuschwächen".— In der zweiten Spalte, Zeile 18 von oben, muß es heißen:„Rechtssicherheit des einzelnen"(statt„Eigentums"). Parteitag der sotialdemokratlslhen Partei Aeiitschlauds. (Schluß aus der ersten Beilage.) Wolf-Bochum: Wenn es richtig wäre, daß das Verlangen nach einem ReichstagS-Abgeordneten als Referenten ein Armutszeugnis be- deutet, so würde auch Berlin sich ein Armutszeugnis ausstellen, denn die Berliner beanspruchen, wie ein Blick in den„Vorwärts" zeigt, nicht nur für öffentliche, sondern auch für Wahlvereins- und Gewerkschafts- Versammlungen häufig RcichstagSabgeordnete. Wie die Dinge ein- mal liegen, verspricht man sich draußen im Lande von einem Reichs- tagsabgeordncten oder, um ein Wort Auers zu gebrauchen, von einem Paradepferd eine große Zugkraft. Man kann es also den zurückgebliebenen Gegenden nicht übel nehmen, wenn sie Reichstags- abgeordnete verlangen. Wir wollen ja. wie ich einmal an einer Konferenz sagte, die Abgeordneten nicht als Parade- Pferde, sondern als Zugochsen.(Stürmische Heiterkeit.) Ich bin nicht derjenige, der glaubt, daß es jetzt, wo unsre Frattion so stark ist, leicht ist, Abgeordnete als Referenten zu bekommen, ich weiß sehr wohl, daß unsre Abgeordneten auch noch ihrem Benff nachgehen müssen, aber man soll eS nicht immer so darstellen, als ob nur von den zurückgebliebenen Gegenden Abge- ordnete gefordert werden. Noch eins: Wir sind seit Jahren in Erwägungen darüber getreten, ob wir für unfern Kreis nicht einen Beamten fest anstellen können, wir brauchen im Kohlenrevier eigentlich für jeden einzelnen Kreis einen Beamten, wir hoffen aber, daß wir bald in der Lage sein werden, aus eignen Mitteln einen Beamten zu besolden; wir wenden uns damit nicht an die Gesamtpartei. Ist aber die Gesamtpartei bereit, uns durch Anstellung eines Provinzial-Agitationsleiters zu Hilfe zu kommen, dann würden wir das dankbar acceptiercn. Die Verhandlungen werden wegen Eintritts der Mittagspause vertagt. Die Delegierten, die sich für die Alkoholfrage interessieren, treten nach der Sitzung zu einer Besprechung zusammen. Schluß 1 Uhr. Nachmittags-Siyimg. Vorsitzender Dieb eröffnet die Sitzung, indem er die aus dem AuSlairde erschienenen Genossen Franz Schuhmeier.Winarski, N e m e z und P'o p p aus Oesterreich und A S k e w aus London herz- lich willkommen heißt. Schuhmeier-Wien dankt fiir die Begrüßung: Wir sind erschienen, um Ihnen namens der österreichischen Genossen Gruß und Handschlag zu entbieten. Wenn wir in Oesterreich auch verschiedene Sprachen haben, so sind wir doch eines Sinnes und Herzens in der Sache, und diese ist es, die uns auch mit Ihnen verbindet. Be- sonders im letzten Jahrzehnt sind Sie sehr erstartt und haben mit Ihrer Entwicklung bewiesen, wie falsch es ist, zu sagen: so war es immer, und so wird es bleiben. Auch wir in Oesterreich sind um ein gutes Stück vorwärts gekommen. Wir haben die deutsche Socialdemokratte immer als Kriegsschule des Proletariats bettachtet. und so wollen wir auch diesmal von Ihnen lernen und dann das Erlernte für uns ausnützen. Und wenn man irgendwo zu lernen bestrebt sein muß. dann in Oesterreich, wo polittsche und Wirtschaft- liche Zustände herrschen, wie kaum in einem andren Lande Europas. Gegenwärtig ist das Regiment in Oesterreich ja etwa? lockerer. Daraus dürfen Sie aber keinen weitergehenden Schluß ziehen. In Oesterreich gelten nicht Gesetze, sondern Personen. Bei uns herrscht der Absolutismus, jetzt aber mit besonderer Schlamperei.< Heiterkeit.) Wir sind jetzt auf einer Sttlfe angelangt, wo unser ganzes politisches Leben zu versumpfen droht. Nur eine Partei hat bei uns immer ihr Programm hochgehalten, das ist die internationale Socialdemokratte. Personen zahlen bei uns nicht, die Sache steht oben an. Nock ein paar Worte im Auftrage der österreichischen ReichSratS-Fraktion. Wir haben ja nur ein Scheinparlament in Oesterreich. Wir haben nur ein Parlament, so lange es der Re- gienmg den Willen thut. Mit Neid sehen wir auf Ihr Parlament. i Heiterkeit.— Bebel ruft: Da sind Sie aber bescheiden!) Ja. denn Sie haben wenigstens die Möglichkeit, zu arbeiten, und die haben wir nicht. Ob wir in Oesterreich überhaupt einmal zum parlamentarischen Leben kommen werden, ist sehr fraglich. Gegen eine Forderung wie daS allgemeine geheime und direkte Wahlrecht, die die Zeit mit schreiender Notwendigkeit erheischt, sträubt man sich mehr und mehr. Es scheint, als ob wir heute von der Regelung dieser Frage entfernter sind als je. Unser Bürgertum fürchtet, seine Sitze im Parlament zu verlieren. Die Regierung ist überhaupt bei uns nicht gewöhnt, vor- wärtS zu schreiten. So kommen wir in Oesterreich absolut nicht vom Fleck. Bei uns strebt alles nicht zueinander, sondern auseinander. — Doch die Kurze ist des Witzes Würze. Ich will schließen mit dem Wunsche: Viel Glück zur Arbeit, die wir alle zusammen ver- richten wollen im Namen der Freiheit für die Arbeiterschaft und fiir das gesamte Volk.(Lebhafter Beifall.) Genosse A s t e w- London überbringt die Grüße der Social vemooratio?selsration. Zunächst erstattet nunmehr den Bericht der MandatsprüfungS- Kommission Frau Z i e tz- Hamburg. Auf Grund der Mandate, die unS zugegangen, und der An- Meldungen, die uns geworden sind, stelle ich fest, daß 279 Besucher deS Parteitages hier weilen, darunter als Gäste: Genosse Popp- Wien, Neinez-Prag und Askew-London. Es sind 225 Delegierte mit 258 Mandaten anwesend. 59 Abgeordnete, von denen 5 außerdem ein Mandat besitzen und von denen 5 weitere auch als Funktionäre der Partei anwesend sind. Außer diese» Funktionären der Partei, die gleichzeitig Abgeordnete sind, sind noch 7 anwesend, entweder in ihrer Eigenschaft als Partei- Vorstandsmitglieder, als Konttolatt«. oder als Vertreter der Presse oder von Parteigeschästen. Ferner sind unter den Delegierten 15 Frauen, und zwar eine als Gast, Genossin Popp aus Wien, ferner 13 Genossinnen mit Man- daten und eine als Parteisnnktionärin, Genossin Zetkin als Konttolleurin. Ich habe namens der Mandatsprüfungs-Kommission zu beanttagen, sämtliche Mandate für gültig zu erklären. (Bravo!) Allerdings ist uns ein Protest zugegangen aus dem neunten badischen Reichstags-Wahlkreise gegen das Mandat deS Genossen Fendrich. Er stützt sich darauf, daß in der Wahlkreis- Konferenz dieses Kreises zum ordentlichen Delegierten Genosse Horst- Durlach ernannt worden sei, daß dann aber außerdem dem Genossen Fendrich ein Mandat ausgestellt worden sei in dieser selben Wahl« kreis-Konferenz, weil Genosse Fendrich um das Mandat nachgesucht und versprochen habe, es unentgeltlich auszuüben. Die Partei- genossen erklären in demselben Protest das Mandat für ein sogenanntes Gcfälligkeitsmandat. Sie führen aus, daß die Ausstellung eines solchen Mandats die Würde des Parteitags herabsetze.(Sehr richtig!) Ein solches Verfahren würde dazu führen, daß Genossen, welche Geld genug zur Verfügung haben, um auf eigne Kosten zum Partei- tag zu gehen, Gelegenheit gegeben werde, einfach em Mandat kaufen zu könne».(Sehr richtig!) Die Mandate zum Parteitag würden so ihren Charakter als Vertrauensausträge verlieren. Diese Begründung des Protestes ist der Kommission schriftlich zugegangen. Eine weitere mündliche Anfechtung dieses Mandats stützt sich darauf, daß Genosse Fendrich gar nicht organisierter Parteigenosse sei. Auf unsre Anfrage hat Genosse Fendrich erklärt, er sei seit März-April d. I. wieder organisiert; inzwischen habe er allerdings 1'/, Jahre keiner Organi- sation zugehört und entschuldigt das damit, daß er damals abseits von der großen Heerstraße in einem kleinen Orte gewohnt und deshalb seine Parteimitgliedschaft nicht auftecht erhalten habe. (Lachen.) Auf eine Erkundigung beim Landesvertrauensmann ist ein Bescheid noch nicht eingelaufen. Bevor das geschieht, können wir das Mandat unter keinen Umständen für ungültig erklären. Das Rlandat ist ordnungsgemäß in der Kreiskonferenz ausgestellt. Wir sind allerdings in der Kommission einstimmig der Meinung gewesen, daß die Prorestler Recht damit haben, daß auf diese Weise zu stände gekommene Mandate nickt den Ausdruck des Vertrauens involvieren. (Sehr richtig!) Wir geben deshalb dem Parteitag anheim, bei der Beratung des Organisationsstatuts einen Passus ins Statut zu bringen, der derartige Ausstellungen von Gefälligkeitsmandaten unmög- lich macht. Zur Zeit haben wir eine solche Bestimmung im Statut nicht. Es ist auch noch nicht erwiesen, daß Fendrich zur Zeit der Ausstellung des Mandats nicht Parteigenosse war, obgleich es einen eigenartigen Eindruck macht, wenn jemand kurz vor den Wahlen znm Parteitag erst wieder Mitglied der Partei wird und dann gleich ein Ehrenrecht der Partei ausüben will.(Sehr richttg!) Aus rein formellen Gründen aber beantragen wir, auch dieses Mandat für gültig zu erklären. Eichhorn-Mannheim: Unser Organisattonsstatut giebt uns keine Handhabe, daS Mandat von Fendrich für ungültig zu erklären, wenn man nicht von dem geschriebenen Buchstaben absehen und den Geist gelten lassen will. Zweifellos will es der Geist des Statuts nicht, daß solche Gefälligkeitsmandate zu stände kommen, daß ein Genosse, dem etwas daran liegt, mal auf oen Parteitag zu erscheinen, auf diese Weise ein Mandat erhält. Wollten wir nach dem Geist des Statuts verfahren, dann müßten wir das Mandat für ungülttg erklären. Ich weiß nicht, wie die Genossen darüber denken und bin schon voll- ständig zuftieden, wenn die Debatte dahin führt, daß für die Zu- kunft im Organisationsstatut Fürsorge gettoffen wird dagegen, daß solche Gefälligkcitsmandate ausgestellt werden können. Es muß das Niveau des Parteitages herabdrücken, wenn die Delegierten sich auf eigne Kosten von Kreisen hierher entsenden lassen, die sonst keinen Delegierten schicken können.(Sehr richttg!) Das ist nicht die Art, wie wir den Parteitag zusammengesetzt zu sehen wünschen. Darüber, ob er endlich im Augenblick der Ausstellung des Mandats organisiert gewesen ist, ist noch keine Auskunft erteilt. Unser Statut giebt uns ja auch keine Handhabe zum Eingreifen, denn hiernach ist jeder, der die Partei dauernd unterstützt, Partei- genösse. Ich weiß aber, daß in Mainz diese Bestimmung dahin deklariert ist, daß diejenigen, die nicht durch zwingende Gründe abgehalten sind, sich zu organisieren— und solch« Gründe liegen bei Fendrich nicht vor— selbstverständlich organisiert sein müssen.(Zustimmung.) Ans diesem Grunde waren die Genossen in Pforzheim der Meinung, daS Mandat für ungülttg zu erklären. da Fendrich zur Zeit seiner Wahl nicht organisiert gewesen sein s»ll. Vielleicht empfiehlt es sich, die Beschlußfassung so lange auszusetzen, bis eine Antwort auf die Frage der Organisattonszugehörigkeit ein- gegangen ist. Genosse Fendrich: Es widerstrebt mir natürlich, in eigner Sache zu sprechen, deshalb nur wenige Worte. Eichhorn, der die Situatton so genau kennt, wie keiner, hätte manches sagen können, um die Sache in objektivem Lichte erscheinen zu lassen. Ich bin jetzt 16 Jahre in der Partei thättg und ich meine, wemr ein Genosse etwa anderthalb Jahre nicht organisiert ist, so muß das doch seine ganz besonderen Gründe haben. Ich war zwei Jahre schwer krank, dreiviertel Jahr lag ich fast tatäglich zu Bett in einem weltfremden Orte, nicht einmal in einem Dorfe, oben im Schwarz- wald, wo man leine Verbindung hat. Die Aerzte hatten mich auf» gegeben. In dieser Lage kann man doch wohl vergessen, einmal die Beittagsmarken zu kleben. In diesem Früh- jähr, als ich halbwegs wieder gesund war, zog ich nach Freiburg und hatte mich hier selbstverständlich organisiert. Ich bin seit dem 1. April in Freiburg organisiert. In dam Gefälligkeitsmandat erblicke auch ich eine Gefahr. Aber erstens trifft es gar nicht zu. daß mein Wahlkreis nicht in der Lage war. eine Vertretung aus eignen Mitteln zu schaffen. Zweitens gehöre ich nicht zu denen, die aus Ueberfluß an Geldmitteln nach Bremen reisen. Die Sache liegt doch so: Ich habe den Genossen in Durlach ganz ehrlich geschrieben: ich habe mich auf daß Feuilleton zurückgezogen. Es liegt in Bremen eine Anzahl Anträge auf Herausgabe einer Jugendzeitschrift vor. Das ist eine Sache, die mir sehr am Herzen liegt. Wollt Ihr mir die Möglichkeit geben, für mich zu ivirken, dann gebt mir ein Mandat. Ich zahle die Kosten. Die Genossen in Durlach haben darin keine Gefahr gewittert und mir das Mandat gegeben. An Ihnen ist es zu entscheiden, ob das eine des Parteitages unwürdige Art der Ausübung eines Mandats wäre. Nicht aus eignen Interessen, sondern um Partei-Jnteressen willen bin ich hierhergekommen, um in einer Specialftage, von der ich etwas verstehe, mitzureden. Schöpflin beantragt, die Gülttgkeitserklärung des Mandats des Genossen Fendrich so lange auszusetzen, bis die Antwort vorliegt, ob Fendrich einer Organisation angehört. Vorsitzender Dietz glaubt, daß die gettennte Abstimmung über alle übrigen Mandate und das Fendrichsche Mandat den Schöpflin- che» Antrag überflüssig machen würde. Eichhorn-Mannheim hält es für richttger, über den Schöpflin- che» Antrag abzustimmen, da ja eine sofortige Ungülttgkeitserklärung des Fendrichsche» Mandats nicht beabsichtigt sei. Vorsitzender Dietz erklärt, nach diesem Abstimmungsmodus verfahren zu wollen. Damit schließt die Diskussion. In ihrem Schlußwort hebt Frau Zietz hervor, daß es fiir Fendrich, auch wenn er krank gewesen sei, Ehrenpflicht hätte sein sollen, der Partei- organisatton treu zu bleiben.(Zustimmung.) Es geht unmöglichan. daß «mand. der so lange seine Pflichten gegen die Partei vernachlässigt hat, kurz vor der Delegicrtenwaht sich wieder aufnehmen läßt.(Zuslinimung.) Fendrichs Getundheitszustand verbot ihm, an den Partei-Versamm- lnngen teilzunehmen, aber er erlaubte ihm. auf dem Parteitage zu erscheinen. Uebrigens stand seiner Wahl in der Wahlkreis-Konserenz eine starke Oppositlon gegenüber: er wurde ffnt U gegen 11 Stimmen zeivählt.(Hört, hört!) Ich hatte den Austtag, zu beantragen, ämtliche Mandate für gültig zu erklären aus formalen Gründen. auch daS Fendrichsche Mandat, falls es sich ergeben sollte, daß er organisiert ist. Daraus ergiebt sich von selbst, daß die Abstimmung über die Gültigkeit des Fendrichsche» Mandats so lange ausgesetzt werden innß. bis- die Auskunft des Landesvorstandes vorliegt. Der Parteitag beschließt, alle Mandate für gültig zu erklären mit Ausnahme des Mandates = Monatszuschuß für den Vertrauensmann gegangen, um diesem die Existenz zu ermöglichen. Ferner ist ein Kopfblatt der„ Schlesischen Volkswacht" bewilligt worden, dessen Deficit die Partei getragen hat. Posen beiveist wieder, daß dem Versuch, von außen her eine Bewegung zu schaffen, der Erfolg versagt bleiben muß. Schablone lassen sich solche Fälle nicht beurteilen. Nach irgendwelcher Auf Grund unsrer Erfahrung bemühen wir uns, die rechte Mitte zu halten. Redner tadelt, daß große Orte, die über reiche eigne Mittel verfügen, ihre Pflicht gegenüber der Zentraltasse vernachlässigen. bon Fendrich, das an die Kommission zurüd- 1er fei bereit getvesen, sofort die Forderungen zu bewilligen. Ich| gedeihliche Entwicklung eines Blattes vorhanden waren, hat sich der verwiesen wird. kann Ihnen nur vortragen, was uns als offiziell beglaubigtes Parteivorstand noch niemals ablehnend verhalten. Die Genossen Die Versammlung tritt in die Tagesordnung ein und setzt Material vorgelegen hat. Unter diesen Umständen erscheint uns das müssen natürlich nachweisen, daß genügend Kapital und Kräfte für die Debatte über den Geschäftsbericht des Vorstandes und der rigorose Vorgehen gegen Schweckendiek als eine unbegründete Härte, ja die Leitung eines Blattes vorhanden sind. Verschiedene Redner Kontrollkommission fort. als eine gewisse Leichtfertigkeit gegenüber dem Gewerkschaftsinteresse. Jede haben die Art der Agitation des Vorstandes bemängelt. Böhle- Straßburg kommt auf den Fall Emmel zurück. Ich habe Gewerkschaft hat doch ein wesentliches Interesse daran, daß die Zahl besondere hat Ullenbaum billigere Broschüren gewünscht. Aber Ins der Gerichtsverhandlung beigewohnt und kann bezeugen, daß Emmel der Ausgesperrten so klein wie möglich sei, damit sie weniger Unter- hat nicht der Vorstand 20 000 Exemplare der Broschüre über vollständig vom Kläger zum Angeklagten wurde. Jeder andre hätte stügung zu zahlen hat. Gegen die grundsätzliche Auffassung von die Zustände in Saarabien unentgellich den Genossen in dieser Lage seine Aemter niedergelegt. Das war Emmel der der Neutralität der Gewerkschaftsbewegung haben wir mit unserm zur Verfügung gestellt. Partei schuldig, und dadurch daß er es unterließ, hat er die Partei Beschluß nicht zu verstoßen gemeint. Wir wollten nur dem Ausdruck reit, den Genossen Broschüren im Interesse der Agitation zu ( Hört! hört!) Wir sind stets begeschädigt. Die Vorwürfe treffen weniger die Mühlhauser Genossen als die geben, daß unsrer Ansicht nach eine innere unzerreißbare Herstellungskosten zu überlassen, wenn entsprechende Anträge an uns leitenden Personen in Mühlhausen, diese sind allein schuld daran, Einheit und gewissermaßen eine Gegenseitigkeit der Verpflichtungen gestellt werden. Ueber den Königsberger Prozeß ist eine sehr umdaß es so weit gekommen ist. Ich bitte, die Resolution der Kontroll- zwischen gewerkschaftlicher und politischer Organisation besteht. Wenn fangreiche Broschüre in Vorbereitung, die demnächst erscheint. Schon tommission anzunehmen; ich bin überzeugt, daß die Mühlhauser auch die Gewerkschaften als politisch neutrale Organisationen formal der Umfang der Broschüre macht es nötig, daß wir einen höheren Preis daGenossen sich dann unserm Beschluß unterwerfen werden. nicht in der Lage sind, irgendwie in politischen Kampfesfragen eine für nehmen. Aber das schließt nicht aus, daß wir Kreisen, die nicht in der Dönnecke Mühlhausen hält eine rege Agitation auf dem Lande Entscheidung zu treffen, so können sie doch in jenen Fällen, wo Lage sind, sie zu kaufen, dieselbe zur" gitation zur Verfügung stellen. für notwendig. Die Frage der Referenten spielt eine große Rolle. Jch solche ihrer Mitglieder, die zugleich politisch organisiert sind, sich Der Genosse Wolf betonte die Notwendigkeit, Abgeordnete als halte es für unbedingt erforderlich, daß von Zeit zu Zeit auch Ab- schwerer Verfehlungen im politischen Klassenkampfe schuldig machen, Referenten zu bekommen. Er citierte das Wort Auers von den geordnete Referate übernehmen. Denn die einheimischen Genossen einen gewissen moralischen Einfluß geltend machen, um Mitgliedern, Paradepferden. Auer hat damit dem Streben entgegentreten wollen, werden allmählich in ihrem Bezirk zu bekannt. Ich bin der letzte, die sich im politischen Kampfe ehrloser Handlungen schuldig machen, die socialdemokratischen Versammlungen zu öffentlichen Schaustellungen der leugnet, daß unsre Abgeordneten viel zu thun haben. Aber die Verwerflichkeit ihrer Handlungen auf dem andren Kampfgebiete herabzuwürdigen. Diesem Streben aber wird Borschub geleistet, wenn es es wird immer angeführt, daß es früher viel leichter war, einen zum Bewußtsein zu führen. Abgeordneten als Referenten zu bekommen, als jetzt. immer heißt, es muß der oder der Abgeordnete sein, sonst nutzt Das deutet Wir haben der Einheitlichkeit von Socialdemokratie und Ge- die Versammlung nichts. Ich meine, bei der fortschreitenden Entdarauf hin, daß sich in dieser Beziehung unter den Ab- werkschaftsbewegung als gleichwertige Kampfbewegungen des klassen- wicklung der Partei sind ja auch hier eine Menge Genossen, die sich geordneten eine Art Berufskrankheit ausbildet. Ich bewußten Proletariats dadurch Ausdruck gegeben, daß wir mit allem mit der Hoffnung tragen, beim nächsten Wahlgang in den Reichstag spreche nicht von allen Abgeordneten, aber einige Abgeordnete haben Nachdruck aufs neue betont haben, daß der mit Bewußtsein geübte zu kommen; sind sie nun bis dahin minderwertig? Darin bin ich so viel Zeit zu theoretischen Arbeiten, daß ein Teil dieser Zeit wohl Streifbruch als ehrlose Handlung gebrandmarkt und verurteilt mit den Genossen einverstanden, wenn sie darauf dringen, daß unsre auch zu praktischen Arbeiten verwendet werden könnte. Die An- werden muß. Also über die Schärfe und Bestimmtheit dieses Abgeordneten nicht bloß die großen Städte besuchen, sondern auch nahme des Antrages 20( Agitationskommission) halte ich für un- Standpunktes kann kein Zweifel obwalten. In der Mülhausener die kleineren Orte. Wenn da die Worte, die hier gefallen sind, auf bedingt notwendig. Meines Erachtens sollte jeder Abgeordnete ein- Angelegenheit hat es mal eine Agitationstour auf dem Lande unternehmen. Wenn dann gelegen, einer der beiden Parteien, Wesbecher oder Emmel, ohne gewesen.( Bustimmung.) der Kontrollkommission durchaus fern- guten Boden gefallen sind, dann ist diese Debatte nicht vergebens jeder Abgeordnete nur zehn Vorträge hält, so macht das bei 78 Ab- gewissenhafte Prüfung Gefolgschaft zu leisten. Es hat ihr vielmehr Das Wort nimmt dann Gerisch: geordneten schon 780 Vorträge. Eine solche Agitation würde sicher reiches Thatsachenmaterial vorgelegen, das sich seit langen Jahren von Nuzen sein. Während sonst immer dem Vorstande vorgeworfen wird, daß er im Partei- Archiv angehäuft hat. Bei der Verwertung dieses zu knapp wirtschafte, hat ihm heute Genosse Schulz- Posen vor Thöne- Kassel bringt eine Beschwerde gegen den Vorstand vor. Materials haben all die Vorgänge, die sich vor dem bürger- gehalten, er habe nach Posen zu reichliche Mittel bewilligt und Wir hatten in unserm Parteiblatt die Namen der Firmen veröffentlichen Gericht abgespielt haben, mur die Bedeutung licht, die nicht bei uns inserieren, und aufgefordert, bei diesen Einzelerscheinungen. von sei deshalb moralisch mitschuldig an der Lotterwirtschaft in Posen. Abgesehen von dem, was sich als Aber ist dieser Vorwurf denn wirklich richtig? So schlimm ist es Firmen nicht zu kaufen. Diese Aufforderung erklärte der Vorstand juristisch nachweisbar ergiebt, liegen doch eine im„ Vorwärts" für unzulässig und nannte sie einen groben Unfug Reihe schwerwiegender moralischer Imponderabilien vor. ganze wirklich nicht gewesen. Ich habe immer die Hand auf den Beutel In deren gehalten, und nur das absolut Notwendige ist bewilligt worden. ( Sehr richtig!), ja, die Partei schädigend.( Sehr gut!) Natürlich Erörterung jezt einzutreten, solange die Verhandlungen vor Gericht Aber wir dürfen uns auch nicht nachträglich den Vorwurf der griffen dies die bürgerlichen Blätter fofort gegen uns noch nicht zu Ende geführt sind, müssen wir als unklug zurückiveisen. Knauserei machen lassen. Nach Bosen ist weiter nichts als der auf. Ein Teil der betreffenden Firmen stellte Strafantrag Wenn aber Wicky gemeint hat, der Parteitag dürfe, folange das gegen unser Parteiblatt wegen Erpressung und erzielte wirklich die Gericht nicht Beschluß gefaßt habe, die Resolution der KontrollVerurteilung des Redakteurs zu 3 Monaten Gefängnis. Ich meine, tommission nicht annehmen, so hat er übersehen, daß es sich um eine es wäre nüzlicher gewesen, wenn der Vorstand seine Erklärung nicht Verurteilung der unerhörten Herausforderung seitens der Mülöffentlich erlassen und dadurch die Firmen, die Strafantrag stellten, Hausener Genossen handelt. Ich hoffe, daß Sie der Resolution ein dazu ermutigt hätte, sondern wenn er zunächst an den Redakteur stimmig zustimmen werden. Es wäre das erste Mal, daß ein solcher persönlich geschrieben hätte. Hoffentlich wird so etwas nicht wieder Fall von Disciplinbruch ungerügt bliebe.( Lebhafter Beifall.) vorkommen. Ehlers- Bielefeld verbreitet sich über den Bielefelder Fall. Hoffmann- Bielefeld: Der Fall Schweckendieck ist weniger persön- Der Genosse Schweckendiek ist zwar jetzt 68 Jahre 63 alt, licher als principieller Natur. Zu der Entscheidung der Kontroll- aber so rüstig, daß er es mit jedem hier im Saale auf- Meister rekapituliert in seinem Schlußwort nochmals den Verlauf tommission hatte die Bielefelder Parteigenossenschaft noch nimmt. Er lehnte es wiederholt ab, die Forderungen zu bewilligen. der Affäre Emmel. Milder als die Kontrollkommission nicht Stellung genommen, sonst würde wohl schon heute Darauf erst schritt man gegen ihn ein. Es lag gar keine Ursache gegenüber Emmel vorgegangen ist, konnte unmöglich die Berufung an den Parteitag vorliegen. Die Bielefelder vor, gegenüber diesem Manne unsre Grundsätze zu ignorieren. vorgegangen werden. Ich kann es Ihnen verraten, daß uns sehr Genossen sind feine Kannibalen, die gegen einen alten Man kann nicht sagen, daß man allgemein gegenüber Leuten von viel Material vorlag, und daß in der Kontrollkommission sehr wohl Mann wüten. Sie fühlen auch menschlich und hatten auch einen 63 Jahren nachsichtig sein müsse; das kommt ganz auf den einzelnen die Ansicht vertreten wurde, daß dies Material durchaus genügte, guten Grund, als sie den Ausschlußantrag gestellt haben. In dem Mann an. Es ist Schweckendiet anheimgegeben worden, sich um Emmel auszuschließen. Diese Ansicht blieb aber in der MinderUrteil der Kontrollfommission ist ein Irrtum enthalten. In Biele zu organisieren. Wir haben für ein solches Mitglied, heit. Was den Stil unsrer Erklärung in der Bielefelder Sache anfeld haben wir eine Zwangsinnung, der jede Firma angehören muß. das immer nur auf seinen Vorteil bedacht war, gedankt und die langt, so ist das ja Geschmackssache. Ich glaube, daß diese Erklärung Das wußte auch Schwedendied. Er wußte, daß auch die Firma, Aufnahme abgelehnt. Auf den Schiißenfesten spielte er eine vor der Kritik wohl bestehen kann. Zur Sache selbst wiederhole ich, bei der er arbeitete, zu der Zwangsinnung gehörte, gegen die vor große Rolle; in den Parteiversammlungen schimpfte er aber darüber, daß unser Urteil sich auf eingehende Prüfung des uns vorliegenden gegangen werden sollte. Ganz entschieden müssen wir daß die Arbeiter auf die Schützenfeste liefen.( Heiterkeit.) Wir Materials gründete. Wenn die Bielefelder reichhaltiges Material uns gegen die theoretischen Ausführungen der Kontroll- haben jahrelang durch diesen Genossen Schwierigkeiten gehabt. Solche haben, warum haben sie es denn nicht eingeschickt? Wenn die Bieletommission über das Verhältnis der Gewerkschaften zur Leute können wir nicht gebrauchen. felder glauben, sie würden mit einer Berufung Erfolg haben, so Partei wenden. Es wird so dargestellt, als wenn sich die Ge- Hoffmann- Bielefeld protestiert dagegen, daß über die Resolution mögen sie Berufung einlegen. Wir würden uns deswegen durchaus werkschaften so zur Partei verhalten müßten, wie die Partei zu den abgestimmt werden soll. Gegen die Entscheidung den Kontroll nicht etwa beleidigt fühlen. Wir urteilen nach Recht und Gewissen, Gewerkschaften. Ich will die Neutralitätsfrage hier nicht anschneiden, kommission hat Bielefeld ja noch gar keine Berufung eingelegt. aber allen können wir es nicht recht machen. Dazu sind wir auch aber soviel steht fest: die Partei verlangt mit vollem Recht, daß Bielefeld hat daher auch das Material über den Fall nicht vorgelegt. nicht eingesetzt.( Lebhafter Beifall.) ihre Mitglieder gewerkschaftlich organisiert sind, aber man so lange die Berufung nicht eingelegt ist, darf über die Resolution Persönlich bemerkt Schulz- Posen: Es hat mir fern gelegen, darf nicht umgekehrt von den Gewerkschaften verlangen, nicht abgestimmt werden. Ich bleibe dabei, daß die von der Kontroll- dem Parteivorstande den Vorwurf der Verschwendung von Parteis daß fie ihren Mitgliedern die Pflicht auferlegen, einer kommission angeführten Thatsachen falsch sind. Was das Verhältnis mitteln machen zu wollen. Ich wollte nur darauf hinweisen, daß socialdemokratischen Organisation anzugehören. Gewiß wird in den zwischen Gewerkschaften und Partei anlangt, so ist die Partei der dadurch, daß der Parteivorstand in jeder Weise durch finanzielle Gewerkschaften das Klaffenbewußtsein gepflegt, aber Sie können engere Kreis. Es fönnen sehr wohl in den Gewerkschaften Personen Unterstützung die Bewegung in Posen hochzubringen suchte, eine nicht von dem nationalsocialen und dem konservativen Arbeiter, der sein, die der Partei nicht angehören. Die Kontrollkommission erklärt, Lotterivirtschaft insofern bei uns eingerissen ist, als die Genossen in als Novize zu Ihnen kommt, verlangen, daß er socialdemokratisch Streitbruch ist eine ehrlose Handlung, aber trotzdem muß von Fall Posen auch in Zukunft denken: alles Gute kommt von oben! organisiert sei. Die Partei muß darauf halten, daß der Streifbruch zu Fall entschieden werden. Die Resolution ist übrigens so miserabel Sogar die Beschickung von Parteitagen geschah auf Agitationskosten. unter allen Umständen als ehrlose Handlung gilt. Noch einmal: nur die stilisiert, daß sie schon deshalb unannehmbar ist. Vors. Diet: Sie überschreiten den Rahmen der persönlichen fachliche Seite ist in der ganzen Angelegenheit für uns entscheidend. In Bemerkung. Bielefeld besteht das allerbeste Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaft. Stets sind sie Hand in Hand in der dunkelsten Ecke, wenigstens des evangelischen Deutschlands, thätig gewesen. Dieses gute VerRichard Fischer- Berlin geht als Leiter der Druckerei des„ Vorhältnis sollte nicht gestört werden. Wir sind nicht gesonnen, auch wärts" in einer persönlichen Bemerkung auf den von Vetters in die u ur den Kleinsten Teil der Schuld auf uns zu nehmen, wenn aus Debatte gezogenen Fall der Entlassung des Maschinenmeistes Hellmann einer falschen Entscheidung irgend welche Unannehmlichkeiten folgen. ein. Ich möchte vorausschicken, daß es nicht angängig ist, jeden einzelnen Leber- Jena: Ich will nicht in Klagelieder darüber einstimmen, Böhle- Straßburg: Genosse Dreesbach als Vorsitzender des Fall, der sich in der Vorwärts"-Druderei abspielt, hier vor dem daß Reichstags- Abgeordnete es abgelehnt haben, in Versammlungen Schiedsgerichts wird bestätigen, daß das, was ich gesagt habe, Wort Parteitag zur Entscheidung zu bringen.( Sehr richtig!) Un zu referieren. Wenn die Versammlungen genügend vorbereitet für Wort zutrifft. Die Art, wie Wicky gegen mich polemisiert hat, mittelbar nachdem die Germania" den Fall aufgegriffen hatte, find, dann werden wir Erfolge aufzuweisen haben, auch wenn kein muß ich als ganz ungehörig zurückweisen. Wie kommt Wicky dazu, erschien im Vorwärts" eine attenmäßige Darstellung. Die Abgeordneter spricht. Für uns in Sachsen- Weimar ist ein eignes zu sagen, ich reise im Lande umher, un mir Mandate zu holen? Parteigenossen hatten also Gelegenheit, die Angriffe der Drgan nötig. Die Erfurter Tribüne" kann unsre speciellen Inter- Auf die Vorgänge in Mühlhausen will ich nicht eingehen. Würde bürgerlichen Presse zurückzuweisen. Hellmann war, nachdem essen nicht so vertreten, wie es nötig ist. Was die Anstellung von ich alles schildern, was da passiert ist, so würden Sie sagen: wie er 15 oder 16 Jahre in der Buchdruckerei beschäftigt war, die früher Beamten betrifft, so sollten einmal die Gewerkschaftsbeamten sich ist es nur möglich, daß das in einem Parteirate vorkommen kann. den Vorwärts" druckte, bei uns als Obermaschinenmeister angestellt mehr als bisher der Partei widmen und zweitens sollten da, wo es Dreesbach: Ich kann die Erklärung abgeben, daß die gesamten worden. Nach 12 Jahren sah sich die Leitung der Vorwärts" möglich ist, Parteisekretäre angestellt werden. Schiedsrichter die moralische Qualifikation des Genossen Weßbecher Druckerei genötigt, ihn zu entlassen, weil er seiner Aufgabe Berten- Düsseldorf: Nach den Ausführungen des Referenten nicht im mindesten als erhebend betrachten. Das geht daraus nicht gewachsen war. Wir weigerten uns, die Maschinen abtönnte es scheinen, als beständen in Düsseldorf zwei Partei- hervor, daß wir uns mit dem Ausschluß beider Genossen ein zunehmen, weil sie nicht dem Vertrage entsprechend funktionierten. organisationen, die sich bekämpfen. Das ist nicht der Fall. Wir verstanden erklärten. Thatsache ist aber doch, daß gegen Emmel Die Fabrik wies uns nach, daß es nicht an den Maschinen, sondern haben eine feste Organisation, die für uns maßgebend ist, die ehrenrührige Vorwürfe erhoben waren, die kein Genosse auf sich an der ungenügenden Besetzung derselben durch den ObermaschinenWindhoff allerdings bekämpfte, weil er auf andre Weise seinen Ehr- ſizen lassen darf, und zwar nicht nur von Weßbecher. Drei Monate meister lag. Wir haben alles Mögliche versucht, wir haben einen geiz leichter zu befriedigen hoffte. Wir haben nicht nur mit dem lang hatte in der Presse ein Kampf um Emmel getobt, in dem zweiten Maschinenmeister angestellt, wir haben Hellmann an eine Centrum, sondern auch mit Gegnern aus unsern eignen Kreisen zu Emmel bont verschiedenen Seiten beschuldigt worden war; andre Maschine gestellt, aber ganz klapgte es da auch nicht. Man fämpfen. Wenn Sie uns in diesem Kampfe moralisch unterstützen, Emmel und seine Freunde antworteten darauf, indem sie kann doch nicht so teure Maschinen einem Mann überso werden wir auch mit dieser Gesellschaft fertig werden. die Angreifer wieder schimpften, ohne etwas zu wider- geben, von dem man weiß, daß er sie nicht beherrscht. Habicht- Limburg: In dem nassauischen Kreise wird der aktuelle Tegen. Deshalb waren wir der Ansicht, daß Emmel Wir haben uns dann bemüht, Hellmann andre Stellung zu russisch- japanische Krieg und die ebenso aktuelle Schulfrage in der Klage erheben müsse. Jn zivei Justanzen erkannte darauf das Ge- verschaffen, er hat sie abgelehnt. Es find noch andre Agitation so gut wie nicht behandelt. Es fehlt uns an geeignetem richt, daß für den Vorwurf des Betruges der Beweis erbracht sei. Dinge vorgekommen, so daß wir uns schließlich fragen Material. Die Anstellung eines Parteibeamten begrüße ich. Natür- Ich meine, darauf hätten die Mülhausener Genossen Emmel sofort mußten, ob wir eine weitere Beschäftigung von Hellmann noch verlich müßten die Beamten die Bevölkerung über alle aktuellen Fragen flar machen müssen, daß er von seinen Aemtern zurückzutreten habe. antworten können. Wir haben mit ihm Rücksprache genommen und aufklären und namentlich den ländlichen Arbeitern über alles Auskunft Das geschah; und wenn später die Mülhausener Genossen auf- ihm Zeit gegeben, sich nach einer andern Stelle umzusehen. Schließgeben können. Sehr wichtig ist die Frage der Neuregelung der gefordert wurden, ihn nicht wiederzuwählen, so geschah das im lich haben wir ihm, so leid uns das auch that, tündigen müssen. Wahlkreiseinteilung. Diese Frage bedeutet für uns ein gutes Interesse der Partei. Wenn wir da in dem Antrage auf Aus- Gegen seine Eigenschaften war kein Wort zu sagen, aber er war Agitationsmittel, und wir dürfen dieses Mittel nicht aus der Hand schluß Weßbechers Ja gesagt haben, so geschah das, weil wir uns seiner Aufgabe nicht gewachsen. Daraus irgendwie Kapital gegen geben aus Furcht, daß uns das allgemeine Wahlrecht entrissen fagten: sind die Beschuldigungen nicht wahr, so ist Weßbecher ein die Partei zu schlagen, ist einfach unmöglich. Hätten wir Hellmann werden könnte. Ich bitte, daß diese Frage mehr in den Vordergrund Berleumder; find sie aber wahr, dann ist ferner bewiesen, daß Weß- für eine andre Arbeit das hohe Gehalt gegeben, das er früher bezogen gerückt wird. Das Gleiche gilt von der Schulfrage. becher jahrelang Thatsachen verschwiegen hat, obwohl er sie kannte. hatte, obwohl er seiner Aufgabe nicht gewachsen war, so würden die Wicky- Mülhausen: Wie gegen den Genossen Emmel in Erst als er sich mit Emmel entzieit hatte, trat er gegen ihn auf. Angestellten sich darüber beschwert haben; und ihm weniger Lohn Mülhausen vorgegangen ist, beweist die Behauptung, daß er Er hat also nicht im Interesse der Partei gehandelt, sondern nur, zu geben, ja, das babe ich einmal gethan, aber nicht wieder; denn der Partei 30 000.. unterschlagen habe, eine Behauptung, um seine Nachgier zu befriedigen. dann müßte ich mir den Vorwurf der Lohndrückerei gefallen lassen. deren Unsinnigkeit auf der Hand liegt. Es ist darauf hingewiesen Voortmann- Metz: Es liegt mir fern, die Angelegenheit Emmel Auch bei uns muß ebenso, wie in andren Betrieben, jeder, der eine worden, daß Genosse Bebel gegen Emmel verschiedene An- hier zu untersuchen. Es liegt nicht im Interesse der Partei, wenn Funktion übenehmen will, seiner Aufgabe gewachsen sein. schuldigungen erhoben habe und es hätte sich herausgestellt, daß die Sache öffentlich weiter breitgetreten wird. Wir haben wichtigere Genosse Bebel angelogen worden war. Zu denen, die diese Dinge zu erledigen. = Vorsitzender Diet teilt mit, daß die Delegierten Arons und Stadthagen beantragen, den Fall Schweckendiek durch Vorlegung der Resolution der Kontrollkommission für erledigt zu erklären, da Berufung nicht eingelegt ist. Die Folge dieses Antrages würde sein, daß über die Resolution nicht abgestimmt wird.( Zustimmung der Antragsteller.) Der Antrag wird genügend unterstützt. Anschuldigung erhoben hatten, gehörte auch Böhle. Die Unter- Weitere Wortmeldungen liegen zu dem Bericht des Vorstandes suchungskommission hat sich an ihn gewendet, aber keine Antwort erhalten. nicht vor. Schulz( fortfahrend): Gerisch hat mich also falsch verstanden, wenn er glaubt, ich wollte dem Parteivorstand Vorwürfe machen. " " " Es wird zur Abstimmung geschritten. Zunächst wird dem Vors stande einstimmig Entlastung erteilt. Der Antrag 9 wird angenommen, ebenso der Antrag Arons- Stadthagen, nachdem Meister erklärt hat, daß die Kontroll kommission feinen Wert auf die Abstimmung ihrer Resolution lege. Angenommen wird auch schließlich die Mülhausener Resolution der Kontrollkommission. Die Debatte wendet sich darauf den Anträgen zu, 20, 22 und Antrag Db Böhle zu feige war, oder ob er die Kommission nicht für würdig Das Schlußwort nimmt Pfannkuch und wendet sich zunächst erachtete, lasse ich dahingestellt. Genosse Böhle holt sich sein Mandat gegen die Ausführungen von Thöne in Kaffel. Die fragliche Notiz, auch auf Umwegen. Er ist nicht in seinem Wahlkreise aufgestellt und die ich im Falle Garbe geschrieben habe, hat einiges Aufsehen erregt. bezahlt sein Mandat selbst. Wollen Sie unfre Erfolge nicht ab- Daß sie den Anlaß für die Staatsanwaltschaft gab, gegen das schwächen und die Genossen in Mülhausen nicht entmutigen, dann Kasseler Volksblatt" einzuschreiten, ist sehr unwahrscheinlich. Trok die sich auf Agitation beziehen: bitte ich Sie dringend, jeden Beschluß in der Mülhauser Angelegen- unsrer Warnungen aber hat das„ Kasseler Boltsblatt" die Pfannkuch( 127): die Pfannkuch( 127): Sekretäre sind nach Bedürfnis anzustellen. heit auszusetzen, bis die Sache Emmel vor Gericht entschieden ist. fragliche Annonce nun erst recht aufgenommen. Vielleicht hat Bartei- Orte beziehungsweise Kreise oder die Provinzial Soviel Gerechtigkeit muß man einem Genossen geben. fich der Staatsanwalt gesagt: Wenn das Blatt auf auf die Agitationskomitees haben das Vorschlagsrecht. Der Vorschlag ist für " Bettin Stuttgart: Schweckendiek hat sich in der Kontroll- parteiamtlichen Warnungen keine Rücksicht nimmt, dann müssen den Parteivorstand, dem das Recht der Anstellung zusteht, nicht fommission auf ein reichhaltiges Material gestützt. In dem Urteil der wir es ihm noch deutlicher machen.( Heiterkeit.) Leber hat bindend. Das Anfangsgehalt der Sekretäre beträgt 2000 m., Schiedsrichter heißt es ausdrücklich, daß der Meister des Genossen gemeint, daß man in Weimar ein Parteiblatt dringend brauche. steigend von 3 zu 3 Jahren um 200 M. Der Parteivorstand ist um Schweckendiek dem Unternehmerring angehört( hört! hört!); außer Ja, das meinen die Genoffen andrer großer Städte auch. An einen Sekretär zu vermehren." dem habe der Unternehmer bedauert, daß die Streitleitung nicht mit Gründen, die sehr plausibel erscheinen, fehlt es nicht, aber die Prosperität Dr. Südefum: Der Antrag Nürnberg will die Direkti einer Anfrage an ihn herangetreten sei( Buruf: Das stimmt nicht!); muß doch einigermaßen gesichert sein. Wo die Vorbedingungen für eine geben, in welcher Weise die Agitation in Zukunft bef zu gestalten ist. " Er schlägt bor, eine Agitationstommission| mindestens 4 Wochen lang feine, Neue Welt" erscheinen könnte. Es Bestimmung in den Händen social fortgeschrittener Beisiger zum Nuken für das ganze Reich zu bilden, die eine systematische Agitation au ist richtig, daß Berlin jezt den dritten Teil der Auflage für die Gesamtheit der kaufmännischen Angestellten ausschlagen. Wenn betreiben hat. Durch den Antrag Pfannkuch( 127) ist ein großer befigt. Es ist ungehalten über die hohen Frachtkosten, die aber die Beisiger aus den Reihen der alten social rüdständigen Teil dessen, was wir wünschen, bereits zugesagt, nur er es tragen muß. Aber diese Frachtkosten würden bei dem Vereine hervorgehen, so ist sehr zu befürchten, daß diese Elemente die möglicht er nicht das, was unser Antrag hauptsächlich be- Druck in Berlin auf Hamburg fallen, und so wäre an dem finan- rückständigen Ansichten der alten Vereine in den Anträgen zum zwedt, nämlich die lebhaftere Fühlung des Parteivorstandes mit ziellen Ergebnisse für die Gesamtepartei nichts geändert. Zubeil Ausdruck bringen werden. Die Gutachten und Anträge, die solche den Parteigenossen draußen im Lande. Wenn jetzt dem hat mit besonderem Nachdruck betont, es handele sich jetzt in Berlin Beisiber ausarbeiten würden, würden wohl den Interessen der Prinzi Parteivorstande noch ein Sekretär hinzugefügt wird, so wird um ein eignes Parteigeschäft. Ja, das Hamburger Geschäft ist doch pale entsprechen, denen der Gehilfen aber stracks zuwiderlaufen. Die es ja möglich sein, daß dieser sich der Agitation mit besonderem auch unser eignes Geschäft. Es ist viel älter, als das Berliner( Heiter Gegner einer Socialreform würden mit Behagen solche gehilfenfeindEifer widmet. Aber an dem ganzen System, das bisher geherrscht teit) und hat der Partei großen Nußen gebracht.( Sehr richtig!) liche Gutachten und Anträge für ihre rückschrittlichen Bestrebungen hat, wird dadurch nichts geändert. Ein Versuch mit einer solchen In die Lage, in der jetzt der Vorwärts" ist, würde beim Drud in ausnüßen. Jeglicher Fortschritt der Socialreform fönnte gehemmt Agitationstommission könnte doch wenigstens für ein Jahr gemacht Berlin das„ Echo" kommen, dessen Auflage noch unausgesetzt steigt werden. Diese drohende Gefahr gilt es abzuwenden. werden. Ich glaube ja, es wird wenn der Antrag Pfannkuch und dann Nachlieferungen der„ Neuen Welt" erforderlich machen würde. angenommen wird, auch nicht anders werden, als unser Antrag es Auf einem Parteitage kann die ganze Angelegenheit nicht erledigt Reihen der alten Vereine hervorgegangenen Beisiger ihren StandAuch bei der Funktion als Einigungsamt fönnten die aus den will. Wenn die Sekretäre nach dem Bedürfnis der einzelnen Landes- werden. teile angestellt werden, so wird man auch dazu kommen, sie von Zeit Borstande zur Erwägung überwiesen werden. Sie muß sehr genau besprochen und sollte deshalb dem punft: Harmonie der Interessen unter allen Umständen, zu Unzu Zeit zu Konferenzen zusammen zu berufen, um sich darüber zu gunsten der Handlungsgehilfen geltend machen. Es ist also durchVorsitzender Dick stellt nachträglich noch den Antrag 105 mit aus nicht gleichgültig, welche Beisiker gewählt werden. vergewissern, welche Agitationsstoffe auszubeuten find. Gerade in zur Debatte. den Wahlkreisen, die wir bei der letzten Wahl bei einer WahlDie Kaufmannsgerichte stellen die Handlungsgehilfen vor neue Bühler erhebt Widerspruch, daß Fendrich das Wort erteilt werde, Aufgaben. Vor den ordentlichen Gerichten konnte sich jeder durch beteiligung unter 50 Proz. neu gewonnen haben, ist eine rege bevor über sein Mandat endgültig entschieden sei. Agitation dringend notwendig; alle diese Kreise sind ohne weiteres einen rechtskundigen Prozeßbevollmächtigten vertreten lassen. Vor Vorsitzender Diet: Es ist überall Sitte, so lange ein Mandat dem Kaufmannsgericht ist eine geschäftsmäßige Vertretung nicht geals gefährdet zu betrachten. Wir bitten Sie, dem Antrag Dresden nicht für ungültig erklärt worden ist, seinen Inhaber zur Abstimmung stattet; hier muß jeder in der Regel seine Sache selbst führen. Wer zuzustimmen. und zur Rede zuzulassen.( Zustimmung.) da über seine gefeßlichen Rechte nicht informiert ist, fann leicht zu Klüß- Breslau beantragt zur Geschäftsordnung, die Beratung des Fendrich: Die Hauptfrage scheint mir die zu sein: Wollen Schaden kommen. Gesetzestunde ist unter den Handlungsgehilfen Antrages 20 mit der Beratung der zum Punkte" Organisation" ge- wir eine Zeitschrift, die sich nur die Jugend wendet noch wenig verbreitet, die Kaufmannsgerichte zwingen aber zum stellten Anträge zu verbinden. oder eine Familien Zeitschrift, die dem Unterhaltungs- Studium der Gesetze. Aufklärung über die gesetzlichen Rechte kann bedürfnisse der Genossen mehr als bisher entgegenkommt. niemand besser geben, als die Berufsorganisation; sich ihr anzuAus rein praktischen Gründen muß man zu dem Schlusse kommen, schließen, liegt schon allein deswegen im Interesse der Handlungsdaß für eine Familien- Zeitschrift, wenn auch nicht in ausreichendem gehilfen. Dann wird eine starte Organisation auch die Gefahr be Maße, bereits gesorgt ist. Was uns fehlt, ist eine Jugend- Zeitschrift. feitigen können, daß die Kaufmannsgerichte mit gehilfenfeindlichen Bröck hat in seinem Artikel in der Parteitags- Nummer der„ Neuen Beisigern besetzt werden. Zeit" durchaus das Richtige getroffen, wenn er sich dagegen wendet, daß eine solche Jugend Zeitschrift gewissermaßen eine Agitationsschrift für unsre Jugend sei. Daß sie die Jugend in die socialistische Gedankenwelt einführen soll, davon kann keine Rede sein. Eine derartige Zeitschrift wäre von vornherein zum Tode verurteilt; denn sie würde nicht gelesen werden, namentlich nicht von denen, für die sie geschrieben ist. Von der Kommissionsberatung bitte ich entschieden Abstand zu nehmen; denn dadurch würde die Schwierigkeit nur noch vergrößert. Eine solche Zeitschrift braucht mehr einen geeigneten Verleger und einen geeigneten Redakteur. Sobald sich diese zwei zusammenfinden, ist jede Kommissionsarbeit überflüssig. Ich will Ihre Geduld, ja zum Teil Ungeduld, nicht lange in Anspruch nehmen, sondern vielmehr bitten, dem Antrage der Genossen in Durlach, der ja den Gedanken einer Jugendzeitschrift am entschiedensten zum Ausdruck bringt, auzustimmen. Dieser Antrag wird angenommen. zustellen. Nunmehr beantragt Klük, auch die Anträge 22 und 127 zurüd Vorsitzender Diet: Ich bitte Sie dringend im Interesse der Erfüllung dieser Wünsche, das nicht zu thun. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Diskussion über den Punkt„ Organisation" solche Dimensionen annimmt, daß man gezwungen ist, diese ganze Angelegenheit einer Kommission zu überweisen. Diese Kommission bringt vielleicht erst im nächsten Jahre ihre Resultate, während es sich bei dem Antrage Pfannkuch um sofortige Erfüllung eines feit Jahren gehegten Wunsches handelt. Hindern Sie das nicht, sondern nehmen Sie es an. Lehnen Sie den Antrag 22 ab. Besser wäre es noch, er würde von Elberfeld zurückgezogen. nommen. = 9 ant Der Antrag Pfannkuch wird einstimmig angewird, den socialdemokratischen Ideen zum Siege zu verhelfen. Da Der Parteitag geht über zu dem Punkt: Presse". Der hierzu vorliegende Antrag 124 betreffend Schaffung eines neuen illustrierten Wochenblattes wird nicht genügend unterstützt, desgleichen Antrag 125; Antrag 126 wird genügend unterstüßt, ebenso folgender Zusagantrag zu dem Antrage 38: " Die angeführten Adressenverzeichnisse sind nicht auf Conto des bisherigen Textumfanges zu bringen, sondern als Erweiterung des bisherigen Kalenderinhalts aufzuführen." Von den Kaufmannsgerichten allein dürfen die Handlungs. gehilfen alles Heil indessen nicht erwarten. Mit Anträgen und Gutachten werden die Mißstände im Handelsgewerbe nicht aus der Welt geschafft, dazu müssen die Handlungsgehilfen selbst Hand mit anlegen. Die beste Waffe zur Erringung von Fortschritten ist die gewerkschaftliche Organisation, sie zu stärken ist Pflicht aller, die für sich und ihre Berufsgenossen bessere Zustände herbeiführen wollen. Leider muß konstatiert werden, daß der größte Teil der Handlungsgehilfen in unentschuldbarer Teilnahmlosigkeit dahinlebt und zum Besuch einer Versammlung, zum Lesen einer aufklärenden Schrift nicht zu bewegen ist. Nur durch mündliche Agitation können diese Gleichgültigen für die Gewerkschaft gewonnen werden. hoffen, uns nicht vergeblich an die Solidarität der organisierten Arbeiterschaft zu wenden, wenn wir sie ersuchen, die ihnen verwandten und bekannten Handlungsgehilfen auf den Ernst der Situation aufmerksam zu machen, und sie zum Beitritt zu der Gewerkschaft, dem Centralverband der Handlungsgehilfen und-Gehilfinnen Deutschlands, Sib Hamburg, zu veranlassen. Wir Der Centralverband nimmt alle Handelsangestellten ohne Unterschied auf. Bei einem monatlichen Beitrag von 60 Pf. für weibliche und 1 M. für männliche Mitglieder gewährt der Centralverband Stellenlosenunterstützung auf die Dauer von 8 Wochen, Rechtsschutz usw., ferner wird die Verbandszeitung" Handlungsgehilfen- Blatt" den Mitgliedern frei und unentgeltlich zugestellt. Agitationsmaterial, Eintrittsscheine, Probenummern des Berbandsblattes sind erhältlich bei dem Verbandsvorsitzenden Mar Josephsohn, Hamburg 1, Valentinstamp 92, II; in Berlin im Bureau der Ortsverwaltung Berlin, Neue Friedrichstraße 20, I. Eingegangene Druckfchriften. Der Antrag 22( Elberfeld) wird zurückgezogen. Pfannkuch wiederholt zur Begründung des Antrages 127, daß die Steigerung des Gehaltes der Parteisekretäre nicht ins Unendliche gehen soll. Die Festsetzung der Marimalgrenze wollten wir uns aber für einen späteren Zeitpunkt vorbehalten, wo wir Erfahrungen gesammelt haben werden. Vollmar: Ich stehe der Jdee des Antrages 127 durchaus sympathisch gegenüber und möchte nur berhüten, daß in einem Dr. Liebknecht: Einige Worte zur Begründung des Antrages 105, Bunkte ein Mißverständnis entsteht. Es ist in dem Antrage gesagt, der eine besondere Agitation unter den Proletariern wünscht, die daß die Sekretäre vom Parteivorstande ernannt werden, daß ihr zur Armee einberufen werden. Man wird einwenden: Wozu ist eine Gehalt so und so viel betragen soll 2c. Es versteht sich meines Er- derartige Agitation denn notwendig der Kampf gegen den Miliachtens von selbst, daß es sich dabei nur um die Sekretäre tarismus ist doch in unserm allgemeinen Kampf gegen den handeln kann, die vom Vorstande angestellt und bezahlt werden. Sapitalismus einbegriffen? Und wer nicht außerhalb der Kaserne Wir haben eine ganze Reihe von Sekretären, die von lokalen oder Socialdemokrat geworden ist, wird es sicher in der Kaserne. Aber Bezirksorganisationen angestellt sind und auf die der Antrag 127 ich sehe nicht ein, weshalb wir nicht diese besondere Art der Agitation, selbstverständlich keine Anwendung finden kann.( Zwischenruf Pfann- die ja nebenher schon betrieben wird, specialisieren und betreiben buch: Vollständig einverstanden!) Das wollte ich nur feststellen, da sollen, gerade deswegen, weil der Militarismus unser schlimmster der Wortlaut des Antrages eine andre Deutung zulassen würde. Feind ist, und weil der Kampf gegen ihn nirgends besser geführt Hoffmann- Hamburg meint, man fönne sehr wohl jetzt schon eine werden kann als unter den Soldaten. Natürlich nicht, während sie Magimalgrenze etwa bon 3000 M. festsetzen. Es steht dem Parteitage Soldaten find. Aber wenn sie Socialdemokraten find, bevor sie dann ja immer noch frei, diesen Beschluß in einem späteren Jahre Soldaten werden, dann werden sie richtige Erfolge erzielen. Es ist abzuändern. ja die Anschauung der bedeutendsten Vertreter unsrer Partei, daß Ser Militarismus in sich selbst zermorschen muß, bevor es gelingen Bon der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen wir nicht in der Lage sind, direkt in der Kaserne Agitation betreiben( Stuttgart, Diez Verlag) ist uns soeben die Nr. 20 des 14. Jahrganges au fönnen, wird es sich empfehlen, die Agitation in die Zeit zu zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Bur Schulfrage. Von Anna Gregor- Görlik. berlegen, wo die Geseze sie nicht verhindern. Natürlich ist eine Bum Parteitag in Bremen. solche Agitation in gewissem Sinne gefährlich, es sind überall August 1903 bis Ende Juli 1904.( Schluß.) Bericht der Vertrauensperson der Genofsinnen Deutschlands von Anfang Von der socialen Frage. friminelle Fußangeln ausgelegt, aber wir brauchen doch diejenigen, Bon Julian Borchardt. Der siebente ordentliche Verbandstag der Fabrik die zum Militär ausrüden, nicht zum Ungehorsam aufzufordern, arbeiter. Bon Quise Ziek. Aus der Bewegung.- Feuilleton: Ge sondern wir wollen nur unsre Jbeen propagieren unter ganz beson- ftorbenes Künstlerleben. Von Lu Märten Charlottenburg.( Schluß.) derer Hervorhebung des Charakters des Militarismus, dann werden Notizenteil: Weibliche Fabrikinspektoren.- Frauenstimmrecht.- Frauen Es stehen demnach zur Diskussion die Anträge 28, 29, 32, 33, Das Militär ist ja für uns gefährlich, es stellt die brutale konzendie Socialdemokraten wissen, was sie beim Militär zu thun haben. bewegung. 85-39, 105 und 126.( 126 wünscht die Herausgabe einer Jugend- trierte Gewalt des Kapitalismus dar und wird vielfach zu wirt- 10 Pf., durch die Poft bezogen beträgt der bonnementspreis vierteljährlich. Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer Jentsch- Berlin IV begründet den Antrag 32 betreffend Aus- schaftlichen Kämpfen gebraucht, um Streitbrecherdienste zu leisten. ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pf. geftaltung der„ Neuen Welt". Die Neue Welt" hat in ihren wohl, Ich erinnere nur an den Eisenbahnerstreik in Ungarn. Ich weiß sehr Illuſtrationen eine getwiſe Einseitigkeit. Alle Errungenschaften auf wissen, daß es eine große Gefahr wäre, wollten wir die Retruten Letzte Nachrichten und Depefchen. schaftlichem und technischem Gebiete werden vollständig übergangen, zum Widerstand auffordern, das würde dazu führen, daß ungezählte obgleich sie für das Proletariat von höchstem Interesse sind. Ebenso müssen wir dafür sorgen, daß, wenn es einmal zu heftigen ZuJahre Zuchthaus und Gefängnis verhängt würden. Wohl aber Zum italienischen Generalstreik. wie in der„ Neuen Welt" vor Augen geführt wird, was auf dem sammenstößen zwischen der gegenwärtigen Staatsgewalt und dem„ Journal" telegraphiert über Nizza folgendes aus Rom: Der Paris, 19. September.( B. 5.) Der Korrespondent des Gebiete der Plastik und der Malerei geleistet wird, ebenso ist es organisierten Proletariat kommt, sich die Staatsgewalt nicht mehr Ministerrat beschloß, die zweite Reserve unter die Fahne zu beauch möglich, die technischen und wissenschaftlichen Errungenschaften so stark fühlt, wie gegenwärtig, wo sie sicher ist, daß ihr die blindlings rufen, um mit diesen Truppen in den durch den Streit bedrohten zur Kenntnis des Proletariats zu bringen, so daß es einigermaßen gehorchende Armee zur Verfügung steht. Ich weiß, daß unser Städten die Ordnung aufrecht zu erhalten. Der Ministerpräsident auf dem Laufenden bleibt. Nehmen Sie daher unsern Antrag an, Antrag insofern in Deutschland nicht den günstigen Boden hat, oder überweisen Sie ihn dem Parteivorstande zur Berücksichtigung. wie in andern Ländern, weil uns ein Glied in der Kette der Agitation hat seine Reise nach Racconigi vertagt. In Porto Nuovo wurden Schließlich möchte ich den Vorstand bitten, zu erwägen, ob noch fehlt, nämlich das Glied der socialdemokratischen Jugend- viele Eisenbahnzüge angehalten, sogar Rinder warfen nicht die„ Neue Welt" in der Vorwärts"-Druckerei hergestellt organisation. Aber wenn wir den Antrag annehmen, so werden sich vor die Maschinen. Es kam zu Straßentumulten, Zubeil vertritt den Antrag 29, betreffend Jugendlitteratur. Der speciell die Aufgabe der Gewerkschaften sein, denen ja die jungen getötet wurde. Die Apotheken wurden von der Gendarmerie wir auch in Deutschland Erfolge aufzuweisen haben. Es wird wobei der 45jährige Arbeiter Garello von Polizei- Agenten Gedanke ist nicht neu. Es sind schon ähnliche Versuche ge- Leute angehören, auf sie einzuwirken. Hoffentlich wird der Antrag befezt, Wir betonen immer, daß die Zukunft ge einen Impuls geben zu einer nachdrüdlicheren Agitation gegen das wundeten bei den Straßentumulten um die Medikamente für die zahlreichen Ver hört, wem die Jugend gehört, trotzdem haben wir heute nicht Faustbollwert des Kapitalismus, gegen den Militarismus. Ich bitte schützen; die Menge griff die Gendarmerie mit Steinen und wundeten bei den Straßentumulten vor der Vernichtung zu ein einziges Wert in unsrer Litteratur, welches erzieherisch auf um seine Annahme. unfre Jugend einwirken tann. Gewiß ist die Aufgabe Revolvern an. Bei dem Gedränge wurde ein Arbeiter totgedrückt. schwierig, aber wir müssen trogdem trachten, sie mit der Zeit zu Bahlreiche Fahnen, die anläßlich der Geburt des Thronfolgers auslösen. Dann wird das Kapital, das wir für den guten Zweck auf gehangen, wurden von der aufgeregten Menge zerrissen. In Genua wenden, sich reichlich verzinsen. Was den Druck der„ Neuen Welt" brangen die Ausständigen in den Bahnhof und verhinderten die anbelangt, so ist es durchaus begreiflich, daß die Berliner den Wunsch haben, daß die Neue Welt", wenigstens soweit es sich um Abfahrt der Züge. In Nivaverrelo wurden die Eisenbahnschienen die Auflage des„ Borwärts" handelt, in der Vorwärts"-Druderei streckenweit aufgerissen, so daß der Eisenbahnverkehr unterbrochen hergestellt wird. Der jezige Zustand wird immer unerträglicher. Sobald wurde. In Mailand feiern sämtliche Eisenbahnangestellten. In eine Sonntagsnummer einmal stärker verlangt wird, müssen die Berliner, Como durchziehen die Streikenden die Straßen. Der Dampferum die Neue Welt" liefern zu können, immer erst in Hamburg nachbestellen. Das dauert 3, 4, 5 Tage. Es ist notwendig, daß hier dienst ist eingestellt worden.- Der Bürgermeister hat infolge der jezigen eine Renderung eintritt. Niederzahlreichen 1 werden kann. macht worden. " " = # Es läuft ein Antrag B. Fischer Berlin Frey to a IdBankow ein: Alle Anträge, die sich auf die Presse beziehen, darunter auch den Antrag 105, dem Parteivorstande zur Erwägung zu überweisen.( Bebel: Das geht nicht für 105, das fönnen wir unmöglich! R. Fischer Berlin: Laß mich nur machen!) Der Antrag wird genügend unterstützt. W Die Bedeutung . Die Arbeiterdrr Kaufmannsgerichte für die Handlungsgehilfen. Durch das am 1. Januar 1905 in Straft tretende Gesez, be- megelungen die öffentlichen 2ustbarkeiten Bérard- Hamburg: Ich bin in der angenehmen Lage, mit dem treffend Saufmannsgerichte, erfährt die Erledigung der Berufs- zum Beichen der Trauer verboten. Antrage Berlin FV mich einverstanden erklären zu können. Auch streitigkeiten der Handlungsgehilfen eine durchgreifende Aenderung. börse hat den Mitgliedern schwarz umränderte Aufrufe überreichen ich meine, daß mehr für Illustrationen in der Neuen Welt" Die Handlungsgehilfen können ihre Klagen vor dem den Gewerbe- lassen, hiermit zum Ausstand auffordernd. Der Streit ist in den geschehen muß. Nun werden Sie sagen: Ja, warum forgen Sie gerichten nachgebildeten Kaufmannsgericht anbringen, das ihre Klagen benn nicht bafür? Nun, in unsren Betrieben hat der Verleger rasch und billig erledigt. Der Hauptvorzug der Kaufmannsgerichte großen Städten mit Ausnahme Mailands beigelegt. Der Abbekanntlich nichts zu sagen, der Redakteur alles. Deshalb ist es mir gegen den bisherigen Rechtsweg besteht aber darin, daß Handlungs- geordnete Gerauld Richard, der auf der Fahrt nach Rom zum Freiangenehm, daß dieser Antrag erfolgt ist. Ich wünsche mur, daß der gehilfen als Beisizer bei der Rechtsprechung mitwirken. Die Bei- maurer- Kongreß begriffen war, telegraphiert seinem Blatt, Petit Redakteur der„ Neuen Welt" sich diesen Antrag als Fingerzeig dienen fiber zu den Kaufmannsgerichten werden durch die Beteiligten selbst Republiqne", daß er mit zahlreichen andern Reisenden nach Nizza läßt. Das Beste ist es, den Antrag Berlin IV. dem Vorstande zur Berückgewählt. Wahlberechtigt ist, wer das 25., wahlfähig, wer das zurückkehren mußte, da der Bug entgleist war. fichtigung und mit dem Ersuchen zu überweisen, recht bald an die Frage 30. Lebensjahr überschritten hat. Die Wahlen müssen nach dem heranzugehen. Es ist weiter der Wunsch ausgesprochen, daß die, Neue Welt" System der Verhältniswahlen vorgenommen werden. Mailand, 19. September. Die Streitbewegung ist im Abflauen den technischen Errungenschaften folgen und fie besprechen soll. schrift soll den Handlungsgehilfen der verschiedensten Richtungen Mailand sind die Läden teilweise wieder geöffnet. Der auf einigen Diese Vor- begriffen. In Turin wurde die Arbeit wieder aufgenommen. In Wenn wir so die Aufgaben des Blattes erweitern, fann es nicht eine Vertretung sichern; inwieweit das möglich sein wird, werden Eisenbahnlinien unterbrochene Berkehr ist wieder aufgenommen mehr als Beilage für politische Zeitungen gelten und für einen so die demnächst stattfindenden Wahlen zeigen. billigen Preis abgegeben werden. Der Wunsch Berlins, die„ Neue Welt" entweder in der ganzen oder doch in der Berliner Auflage noch in letter Stunde durchgebrachte Erhöhung des Wahlrechtsalters Frieden ausgehen. Die durch den schmählichen Umfall der Rechten des Reichstags worden. Tritt nichts Unvorhergesehenes ein, so dürfte die Sache in zu drucken, ist ja begreiflich. Berlin hat jetzt eine eigne bon 21 auf 25 Jahre und des Wahlfähigkeitsalters von 25 auf 30 Druckerei und ist in solchem Umfang eingerichtet, daß der Jahre hat zunächst fast die Hälfte der Handlungsgehilfen vom Wahl- Bern, 19. September.( B. H.) Der Bundesrat wird sich in der Wunsch besteht, viele Druckarbeiten zu erhalten und sie auch recht ausgeschlossen. Mit den socialen Fragen haben sich bisher fast morgigen Sigung mit den schweizerisch- österreichisch- ungarischen andern wegzunehmen. Auch in unsrer Partei muß man mit Anstand mur die jüngeren Handlungsgehilfen beschäftigt; da die meisten von Handelsbeziehungen befassen. Falls zwischen Deutschland und der operieren. Auf früheren Parteitagen haben wir uns lange darüber diesen noch nicht 25 Jahre alt sind, so sind sie auf die Wahl der Bei Schweiz ein neuer Handelsvertrag zu stande kommt, kann die unterhalten, ob Hamburg sich zum Druck der„ Neuen Welt" eine fizer fast ohne Einfluß. Wollends unmöglich ist es diesen social thätigen Schweiz den gegenwärtigen Vertrag mit Desterreich- Ungarn nicht besondere Maschine anschaffen soll. Ich habe mich lange dagegen Gehilfen, aus ihren Reihen Beisitzer zu stellen. Es kann also leicht fortbestehen lassen. gesträubt, denn eine solche Maschine tostet ein großes Stück der Fall sein, daß die Anhänger der alten kaufmännischen Vereine Geld und kann zu nichts Andrem gebraucht werden. Budapest, 19. September.( B. H.) Der von Arad abgegangene Erst bei den Wahlen den Ausschlag geben werden. Und das kann für die Personenzug entgleiste bei Nemet- Szafo. Er stürzte einen 14 Meter als der Borstand zu mir sagte:" Wenn Sie die Maschine Fortführung der Socialreform im Handelsgewerbe von großem Nach hohen Bahndamm hinab, wobei zwei Bahnbeamte und neun Passa nicht laufen dann wird die„ Neue Welt" in Berlin ge- teil sein. druckt," giere leicht verwundet wurden. entschloß ich mich zur Anschaffung der Maschine. Die Kaufmannsgerichte haben das Recht, Gutachen und Anträge Geht der Druck der Neuen Welt" nach Berlin, dann muß sich über Fragen, welche das kaufmännische Dienstverhältnis betreffen, an haltenen Brotestversammlung italienischer Socialisten gegen das Lugano, 19. September.( W. T. B.) Nach einer hier abge Berlin sofort eine solche Maschine anschaffen oder unsre Maschine die Behörden und gefeßgebenden Körperschaften zu richten. Da sich Ministerium Giolitti zog ein Trupp von 50 Personen vor das übernehmen. Bei dieser Uebernahme werden sich angesichts der diese Anträge auch auf Fragen des Ladenschlusses, der Sonntagsruhe, italienische Konsulat, riß das Konsulatswappen ab und warf es in großen Auflage harte, technische Schwierigkeiten einstellen, so daß Ueberwachung der Schuhgefeße usw. erstreden können, so fann diese den See. " Verantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 221. 21. Jahrgang.j Witte Parteitag 1. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bienstag, 20. September 1904. der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Bremen, 18. September 1904. die Zuschauer freigegeben, während sie an den übrigen Tagen frei bleiben sollen. Eine dicht gedrängte Menge, die Bremer Parteigenossen und Genoffinnen, füllt sie heute und die Galerie, die etwa genoffen und Genoffinnen, füßt sie heute und die Galerie, die etwa tausend Zuhörern Plaz bietet. machen suchen, en D V Hierauf wird die vorgeschlagene bloc unverändert angenommen. Die Dauer der täglichen Sizungen wird auf 9 bis 1 und 3 bis 7 Uhr festgesetzt. Es folgt die Festsetzung der Tagesordnung. Moment gekommen, wo in der deutschen Socialdemokratie endlich Freunde haben ihm auf das allerdringendste geraten, die vergleichsder große, längst erhoffte und ersehnte Krach eintreten werde. Der weise günstigen Fortschritte, die zu aller unsrer Freude sein GeſundStrach ist nicht eingetreten und er wird auch nicht eintreten, davon heitszustand in den letzten Monaten gemacht hat, nicht wieder dadurch bin ich fest überzeugt. Wir haben uns damals gründlich aus- in Frage zu stellen, daß er den Verhandlungen hier beiwohnt. gesprochen, wir werden uns in diesen Tagen wieder aussprechen. Diesen Wünschen hat er Rechnung getragen. Ich glaube aber die Heute abend tritt hier im großen Saale des„ Kasino" der deutsche So lange wie wir Parteitage abhalten, wird es immer vorkommen, Hoffnung aussprechen zu können, daß sowohl Singer als auch Auer Heute abend tritt hier im großen Saale des„ Kasino" der deutsche Parteitag zusammen, der fünfzehnte feit Fortfall des Socialisten- daß Meinungsverschiedenheiten eintreten, einmal ernsterer, ein- in nicht allzuferner Beit wieder ihre vollen Kräfte der Partei zur Socialisten- mal milderer Art. gesezes. Die Bremer Genossen haben es vortrefflich verstanden, dem Aber davon sind wir alle überzeugt, Verfügung zu stellen in der Lage sein werden.( Beifall.) Stongreß eine würdige Stätte zu bereiten. Ein mächtiges Schild, daß, wie immer diese Meinungsverschiedenheiten fich geltend Auf Vorschlag von Braun- Königsberg werden hierauf Dieg das von grünen Laubgewinden und roten Fähnchen umrahmt ist, schließlich doch immer der Grund- Stuttgart und Ebert Bremen zu Vorsitzenden mit gleichen Rechten während ein großes Banner in den Bremer Stadtfarben: rot und gebanke obwaltet, dem Besten der Allgemeinheit, der Partei gewählt. Die Wahl erfolgt einstimmig. weiz darüber weht. verkündet über dem Hausportale, daß hier der zu dienen. Wir werden aber nicht allein innerhalb dieses Dick übernimmt den Vorsiz: Ich danke Ihnen für das Ver Parteitag der focialdemokratischen Partei Deutschlands seine Be- Parteitages, sondern wir werden auch in der späteren Zeit harte trauen, das Sie uns durch die Wahl erwiesen haben. Wir vers ratungen abhalten wird. In dem Flur, der zum Saale führt, sowohl wie das Büchlein, das uns die Bremer Parteigenossen als aber auch um Ihre Unterstützung und wenn wir mal einen Fehler und schwere Kämpfe zu bestehen haben. Der Genosse Schmalfeldt sprechen Ihnen, die Verhandlungen unparteiisch zu leiten, wir bitten grüßt von rotem Bostamente die Büste Liebknechts, eine Arbeit des Gruß zu diesem Barteitag eingehändigt haben, hat uns darüber begehen sollten Sie sind ja durch den langjährigen Borfiz von Singer Berliner Bildhauers May. Der mächtige Saal selber hat focia belehrt, welche geschichtlichen Vorgänge im Laufe der vier Jahrzehnte, verwöhnt worden( Heiterkeit) um gütige Nachficht. Ich bin feft listischen Schmuck angelegt. An den Säulen, die die Galerie feitdem in Bremen eine socialdemokratische Partei besteht, Bremen überzeugt, daß der gute Geist, der bisher stets über unsren Vertragen, find fünfzig prächtige Gewerkschaftsfahnen in Gruppen zu felbft durchgemacht hat. ztvei und drei angebracht. Socialistische Inschriften in GoldMan kann sagen, was uns jenes Büchlein handlungen geschwebt hat, auch diesmal uns treu bleiben wird. Vor buchstaben auf rotem Grunde laufen um den Balkon der Galerie erzählt und was uns heute Schmalfeldt vorgetragen hat, ist im furzem hat der Reichskanzler unfrer Partei das Zeugnis ausgestellt: herum, während in seinen Mittelfeldern auf Schildern die Namen einen die Geschichte der gesamten Partei. Allüberall Kämpfe Agitation, Organisation und Opferfreudigkeit Ia. offentlich wird der bisherigen Barteitage verzeichnet sind. An der einen Seite des schärffter Art, zeitweilig Niederlagen, aber dann ging es vorwärts, das in Zukunft nicht nur so bleiben, sondern noch wesentlich beffer Saales erhebt sich aus immergrünen Gewächsen eine eindrucksvolle immer vorwärts, bis wir zu dem geworden sind, was wir heute werden. Wir werden bemüht sein, gerade in diesen Tugenden uns Gruppe: die Kolossalstatue der Freiheit und darunter die Büsten von find, und es wird weiter vorwärts gehen, bis wir das geworden zu vervollkommnen, damit es uns endlich gelingt, die alte morsch Lassalle, Engels und Karl Marr. Für das Bureau ist die breite find, was wir alle werden wollen: die Sieger über die bürgerliche gewordene Gesellschaftsordnung zu beseitigen und eine bessere, höhere Bühne bestimmt, während die Redner von der Tribüne davor, die Gesellschaft, die Sieger über den bürgerlichen Klassenstaat.( Bravo!) an ihre Stelle zu setzen.( Beifall.) zwischen den Tischen für die Presse steht, sprechen werden. Die als die, welche uns unsre Gegner Tag für Tag felber liefern, fie Forst gewählt: 8ucht Berlin, Schmidt- München, Fräulein Und wie können wir uns in diesem Kampfe bessere Waffen wünschen Bu Schriftführern werden auf Vorschlag von Buder. Delegierten es sind über dreihundert find an breiten bequemen Tischen untergebracht, die in sechs find es ja, die uns die Waffen selbst schärfen, ohne es zu wollen. Ba a der- Berlin, Dörnte- Hannover, Lehmann- Mannheim, in der geteilten Längsreihen das Parterre Was hat sich nicht alles in den legten Monaten nach Schluß Wasner- Stuttgart, Beder Dortmund, Uilenbaum- Elberdes Saales füllen. Die Räume unter der Galerie find heute für des Reichstages und noch während des Reichstags zugetragen, feld und Feldmann Langenbielau. wodurch die öffentliche Meinung und fpeciell auch die In die Mandatsprüfungs Rommission entsendet Stimmung der Parteigenoffen auf das allerſtärkste beeinflußt der Parteitag auf Vorschlag von Straßmeier- Effen die Delegierten: wurden. Wir erblicken im Deutschen Reich fast überall retrograde, Braun- Königsberg, Freythaler- Berlin, Keidel- Pirmasens, rückwärtige Bestrebungen, nirgends einen großen Zug, nirgends Knierim München, Fisher Seifhennersdorf, Hofrichter. Männergesang leitet um 7 Uhr die Eröffnung des Parteitages lichung trachtet, überall fleinliche Erbärmlichkeit, überall ein pold- Zeiz. Männergesang leitet um 7 Uhr die Eröffnung des Parteitages einen großen Gedanken, der in unfrem Staatswesen nach Verwirt Köln, Düwell- Dortmund, Frau Bietz Hamburg und 2eo. ein. Ein freier Chor, der sich aus allen Arbeitergesangvereinen Streben, jedem Fortschritt entgegenzutreten in der Furcht, daß jeder Bremens gebildet hat, bringt Emanuel Wurms Festgesang und Fortschritt der Socialdemokratie zu nuze kommen und der bürger- ordnung. Der Parteitag schreitet zur& e stsegung der Geschäfts. die Pottiersche Internationale in Franz Diederichs lichen Gesellschaft schaden werde. Wenn einst vor jetzt elf Jahren Uebertragung zum Vortrag. Lebhafter Beifall dankt den Sängern. der Reichskanzler Graf Caprivi bei einer Rede unires leider ver- Diefe Geschäftsordnung hat 14mal ihren guten Dienst gethan, so Diet: Es liegt ein Entwurf zu einer Geschäftsordnung vor. Dann betritt, von stürmischem Beifall begrüßt, der Vertreter storbenen Freundes Karl Grillenberger bemerkte: die verbündeten daß wir vielleicht gut thun würden, sie ohne Debatte anzunehmen. der bremischen Socialdemokratie im Reichstage Regierungen brächten feine Gesegesvorlage ein, die sie nicht zuvor Allerdings ist hierzu der Antrag 1 gestellt. Aber vielleicht wird es Schmalfeldt daraufhin geprüft hätten, welche Wirkung fie auf die Social- genügen, wenn ich erkläre, daß die Leitung des Parteitages genau die Rednertribüne und heißt die Barteigenossen im Namen des demokratie ausübe, so können wir sagen, dies Programm wird bis so verfahren wird, wie es in dem Antrag vorgeschlagen ist. Wir Bremer Lokalfomitees herzlich willkommen. Die Bremer werden es heute und noch in viel höherem Grade als zu Caprivis Zeiten in werden durch diese Erklärung wohl die Jungfräulichkeit unsrer Gefich angelegen sein laffen, den Delegierten den Aufenthalt so an- Deutschland erekutiert, und mit dem vorzüglichsten Erfolge für die schäftsordnung schützen.( Große Heiterfeit.) genehm als möglich zu machen. Auch in Bremen ist früh die Fahne Socialdemokratie. Was konnten wir nur z. B. als Partei befferes Straßmeier Essen: Nach dieser Erklärung des Genossen des Socialismus entfaltet worden. Ein einfacher Tischlergeselle, der wünschen, als daß nach jenen großen Debatten im Deutschen Reichs- Dietz ziehen wir unsern Antrag zurück. aus Hamburg hierher gekommen war, Deckwit mit Namen, hat tage über den Russenkurs, wo das Vorgehen der KönigsGeschäftsordnung zuerst den Samen des Socialismus hier ausgestreut; im April 1864 berger Staatsanwaltschaft vom Reichskanzler, vom Staatswurde er durch einen eigenhändig von Lassalle, jenen unvergeßlichen sekretär des Auswärtigen Amts, vom preußischen Justizminister auf das Agitator und Organisator, unterzeichneten Brief zum Vorsitzenden allerentschiedenste vertreten, als notwendig, als durch die Gesetze und Bevollmächtigten des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins er gerechtfertigt dargestellt wurde, dann der große Königsberger nannt. Die Bremer Parteigenossen haben stets schwer zu kämpfen ge- rozeß ein Debacle für das offizielle Preußentum, für das Die provisorische Tagesordnung, die der Parteivorstand vorhabt, einerseits gegen ein übermütiges, fast übermächtiges Großkapital, offizielle Reich wurde, wie wir es uns schöner und blamabler für schlägt, lautet: 1. Geschäftsbericht des Vorstandes. Berichterstatter: andrerseits gegen die damals noch rückständigen im Schlepptau der bürger diese Einrichtungen nicht wünschen konnten.( Sehr richtig!) Was Pfannkuch und Gerifch. 2. Bericht der Kontrollkommission. fichen Barteien sich befindenden Arbeiterklasse. Aeußerst schwer war der alles seit jener Zeit auf den verschiedensten Gebieten geschehen ist, Berichterstatter: Meister. 3. Bericht über die parlamentarische Kampf auch deshalb, weil man stets mit Erfolg versuchte, den alles hat nur dazu beigetragen, der Socialdemokratie Wasser auf Thätigkeit. Berichterstatter: Ledebour, 4. Maifeier. Bericht sogenannten Lokalpatriotismus unter den Bremern zu hegen und zu ihre Mühlen zu liefern. Man versucht ja jetzt in verschiedenen erstatter: R. Fischer. 5. Kommunalpolitik. Berichterstatter: pflegen. Alles, was von auswärts fam, wurde in Acht und Bann deutschen Staaten Wahlreformen einzuführen. Die Wahl- Lindemann. 6. Der internationale Kongreß in Amsterdam. gethan, bei den Bremer Großkaufleuten stand das Wort in Geltung: reform ist in Bayern seit Jahrzehnten eine brennende Frage; Berichterstatter: Bebel. 7. Organisation. Berichterstatter: Gerisch. „ Ausländer, Fremde sind es zumeist, die unter uns gesät den Geist unsren Parteigenossen ist das Verdienst zuzuschreiben, daß sie un- 8. Sonstige Anträge. 9. Wahl des Vorstandes, der Kontrollkommission der Rebellion." Und noch bis auf den heutigen Tag wird jeder, ausgesetzt gebohrt haben, bis endlich die Mehrheit der und des Ortes des nächsten Parteitages. der über das Weichbild Bremens hinaus geboren ist, als Ausländer Kammer die Regierung zur Vorlage eines Gefeßentwurfs Hierzu liegen die Anträge 2 bis 8 vor. betrachtet und entsprechend behandelt. Im Jahre 1895 wurde ein drängte. Dieser hat der letzten Kammer vorgelegen. Die Borsitzender Diet stellt die Unterstügungsfrage. einfacher Arbeiter Heinrich Steinert deshalb aus Bremen aus- Mehrheit hat denselben auch zur Annahme gebracht, aber Die Anträge 2, 4, 6, 7, die auf die Tagesordnung gesetzt haben gewiesen, weil er nach der Katastrophe der Elbe" versucht hatte, da teine Zweidrittelmehrheit infolge der feigen, erbärmlichen wollen: Die Alkoholfrage, Koalitionsrecht und Kartelle, das Wahldie vorhandenen Schäden aufzudecken und Bebel das Material zu Haltung des bayrischen Liberalismus zu stande tam, ist anzunehmen, recht in den einzelnen Bundesstaaten, die politischen Zustände in übermitteln. Wegen dieses Kapitalverbrechens mußte er die Grenzen daß dieses Gesez, wie die Verhandlungen der Ersten Kammer Deutschland( mit Bebel als Referenten), finden nicht die nötige Bremens verlassen. Kurz darauf, im Jahre 1899, wurde ein gezeigt haben, nicht zur Verwirklichung kommen wird. Gewiß, das Unterstügung. Maurer ausgewiesen, der es gewagt hatte, mit seinen Centrum hat in Bayern für die Einführung des allgemeinen, Antrag 5: Auf die Tagesordnung zu setzen:„ Der Russenkurs Kollegen Schulter an Schulter gegen das Großkapital zu kämpfen. gleichen, direkten Wahlrechts gestimmt. Aber, Parteigenossen, es hat in Deutschland und die politische Lage" wird von den Antragstellern Aber trotz allen Machinationen ist es nicht geglückt, unsre Bewegung mich ganz besonders interessiert, daß am 11. September, jetzt vor( Dortmund) zurüd gezogen, nachdem der Vorsitzende sie darauf nieder zu halten. Mit bewundernswürdiger Zähigkeit haben die einigen Tagen, in der großen Versammlung im Süden Bayerns, in aufmerksam gemacht, daß sie bei der Behandlung der Anträge 106 Bremer Genossen die Maulwurfsarbeit verrichtet und find allmählich Tuntenhausen, Herr v. Orterer, der Präsident der Kammer, und 107( Königsberg und Osthavelland) voraussichtlich zu ihrem zu einer derartigen Macht angewachsen, daß der bremische Wahlkreis einer der Führer des Centrums, eine Rede hielt, in der folgende Recht kommen würden. jezt einen socialistischen Abgeordneten hat. Schon 1890 wurde ein schöne Stelle vorkam:„ Von der Socialdemokratie trennt das socialdemokratischer Abgeordneter gewählt, Julius Bruhns. Das Centrum eine ganze Weltanschauung, und die Zeit sei war aber mehr eine Zufallswahl. Damals war der Liberalismus nicht mehr fern, wo es im Deutschen Reich nur einen noch gespalten und aus diesem Grunde siegte Bruhns. Als darauf großen Kampf geben werde zwischen der Socialdemodie Großkaufmannschaft einsah, was auf dem Spiele stand, und uns fratie und den konservativen Parteien, vor allem daher 1893 als bereinigte liberale Partei gegenübertrat, dem Centrum. Dann werde die staatliche Autorität das fagte wurde uns der Wahlkreis wieder entrissen. 1898 zeigte er in Beziehung auf die bayrische Regierung- froh sein, wenn sie sich, daß wir große Fortschritte gemacht hatten; wir fich auf die große Masse der konservativen katholischen Männer waren von 14 000 auf 18 600 Stimmen gestiegen. Troßdem siegte stüßen könne im Kampfe. gegen das Banner des Aufruhrs. Frese mit über 20 000 Stimmen über uns. 1908 endlich war es Jett kämpft es. das sete ich hinzu noch Hand in Hand mit uns vergönnt, das Bremer Mandat zurückzuerobern. Mit denen, die das Banner des Aufruhrs tragen( Sehr gut!), weil es 25 000 Stimmen schlugen wir den Gegner, der 23 900 Stimmen hofft, mit ihrer Hilfe das allgemeine Stimmrecht zu er müssen wir finden, daß in ihr ein Punkt fehlt, der die Parteigenossen die Versicherung gebe ich Ihnen obern; nachher hofft man dann mit Hilfe der bayrischen Regierung im Lande zum Kampfe aufruft und sie begeistert. Fast alle Puntte den Wahlkreis für immer an uns gerissen.( Beifall.) Denn eine Wahlkreiseinteilung zu erlangen, die für immer, der Tagesordnung sind mehr geschäftlicher Natur. Auch die Eralles, was die Gegner gegen uns ins Feld führen tonnien, haben wenigstens auf absehbare Zeit, dem Centrum bie Herrschaft örterung unsres kommunalpolitischen Programms wird diesem Mangek sie ins Feld geführt, und deshalb werden sie jetzt den Wahlkreis in Bayern sichert. Das war ein sehr schönes Geständnis nicht ganz abhelfen. Deshalb beantragen wir die Schulfrage auf nicht mehr zurückerobern. Orterers. Ich meine, wir haben keinen Grund, uns einschüchtern zu Parteigenossen und Parteigenoffinnen! Der Parteitag hat große lassen. Wir haben bisher in allen schweren und großen Kämpfen die Tagesordnung zu setzen. Der Kampf gegen die Voltsschule, den Aufgaben zu erfüllen, und wir sind uns alle bewußt, daß die ge- mit unsren Gegnern gefiegt und können mit Sicherheit darauf die Konservativen, das Zentrum und die nationalliberale Partei samte Arbeiterschaft auf uns blidt. Die große Zahl der vorliegenden rechnen, das wird auch in Zukunft so bleiben, umso mehr, da alle gegenwärtig führen, ist eine der wichtigsten Angelegenheiten der Anträge beweist die außerordentliche geistige Regiamkeit der Genojien. Bedingungen im Deutschen Reich, die socialen, wirtschaftlichen und inneren Politik. Es ist um so notwendiger für uns, zu dieser Frage Mögen die Gemüter hie und da etwas aufeinanderplazen, so wollen politischen, mehr und mehr der Socialdemokratie in die Hände Stellung zu nehmen, als die Jungnationalliberalen und die Freiwir doch stets eingedenk sein, daß wir alle das Beste wollen, daß arbeiten. Wir haben neben dem Königsberger Prozeß ja den finnige Bereinigung sich über die Schulfrage bereits freilich nicht wir im Princip alle einig sind. In den Grundprincipien find wir Prozeß im Saargebiet gehabt, wo sich der Gegenwartsstaat äußert haben, ſo, daß die große Masse alle einig und diese Einigkeit besteht darin, daß wir Schulter an des Grafen Bülow in seiner ganzen Schönheit und Herrlichkeit einBevölkerung damit zu frieden sein könnte. Die Schuls Schulter fämpfen, um den Gegner zur Strede zu bringen, um den mal gezeigt hat. Sie wissen ja, was für Sorge ihm der Zukunfts- Landtage noch in der laufenden Seffion ein reaktionäres Schulfrage ist brennend. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird dem Socialismus zum Siege zu führen( Beifall), der, wenn er fiegt, staat im vorigen Jahre gemacht hat, ich meine, jene Rede, die er Sinne heiße ich Sie nochmals herzlich willkommen.( Lebhafter Beifall.) gar nicht besser illustriert werden, als durch jenen famosen Prozeß tönnen dort nicht unsren Standpunkt vertreten, den Völkern Freiheit und den Weltfrieden bringt. In diesem im vorigen Dezember gegen unsre Frattion gehalten hat, konnte geje borgelegt werden. Aus dem preußischen Landtage sind durch bas elende Wahlgesetz die Vertreter des Proletariats verbannt und Das Wort ergreift nunmehr im Saarrevier, der uns in der nächsten Session ausgiebigstes Da bleibt uns Material zur entsprechenden Kritik geben wird. Weiter aber nichts weiter übrig, auf unfren Parteitagen zur Schulfrage Stellung Auch das Vorgehen gegen unfren Genossen zu nehmen. Natürlich muß zur Behandlung eines solchen Themas ( mit stürmischen Hochrufen und minutenlangem Beifall begrüßt): Bernerstorfer im liberalen Musterstaat Hessen, das gleiche Vor- ein Referent vorhanden sein; wir schlagen Ihnen hierzu den GeBarteigenossen! Es ist mir von der Parteileitung der ehrenvolle gehen nachher in Baden- alles das zeigt, daß wenn es einmal auch nossen Dr. Arons vor. Wir wünschen, daß die Schulfrage als Buntt 5 uns joeben Genoſſe Schmalfeldt im Namen der Bremer Partei- nie hem Schein nach ein wenig ernsthaft wird, ſelbſt in jenen Staaten, Gemeinde vorangeht. Es gilt für unſren Kampf gegen die reaktionären die herzliche Begrüßung, welche vor der Kommunalpolitik verhandelt wird, sowie der Staat der heute als vergleichsweise freisinnig die Reaktion genoffen zugerufen hat, in Ihrer aller Namen auf das herzlichste zu einsetzt und der Wind, der heute in Berlin weht, auch für sie maß- Anschläge auf die Schule eine feste Richtschnur zu geben. Das wird Santen. Wir sind gewiß alle gern nach Bremen gekommen, wir waren überzeugt, daß die Bremer Genoffen alles, was in ihren gebend wird. Es ist ja nicht meine Aufgabe, eine Rede über die müssen wir die Forderung unfres Programms erheben: Trennung in Anspruch nehmen. Kräften steht, aufbieten würden, um uns die Tage, die wir hier politische Situation hier zu halten, ich habe mir nur diese furzen der Schule von der Kirche.( Bravo!) in ernster Arbeit zu verbringen haben, so angenehm wie möglich zu die ja auch diesen Verhandlungen mit der denkbar größten Auf- noch durch einen neuen Bunft zu belasten. Besonders wenn wir die Andeutungen zu machen erlaubt, um zu zeigen, daß unsre Gegner, Geyer: Jch rate Ihnen, die so reichhaltige Tagesordnung nicht machen. Ich glaube, wenn es eines Beweises dafür bedarf, daß merksamkeit folgen, feine Ursache haben zu jubeln und daß wir am ihnen diese Aufgabe schon bis jetzt in hohem Grade gelungen ist, allerwenigsten Ursache haben, irgend etwas in Zukunft zu fürchten. übrigen Punkte der Tagesordnung darunter leiden müssen. Ich war Beratung der Schulfrage als Punkt 5 einschließen, würden die dann zeigen Ihnen das prächtige Lokal und seine glänzende Ausschmückung sowie das ganze Arrangement, daß unsre Bremer Ge erstaunt, als ich in der Presse die Meinung las, die Partei müsse in noffen diese ihre Aufgabe zu unsrer aller Zufriedenheit gelöst haben. Damit erkläre ich den Parteitag für eröffnet. Es ist nunmehr der Schulfrage Stellung nehmen. Das ist durch das Barteiprogramm Genosse Schmalfeldt hat recht: es stehen große Arbeiten bevor, Ihre Aufgabe, ein Präsidium zu wählen. Es war bisher, ich möchte bereits geschehen, das die Stellung der Partei zu diesen Fragen so Arbeiten, in denen die Geister nach mancher Richtung vielleicht diffe fagen, eine erbliche Würde( Seiterkeit), daß Singer auf allen Bartei flar festlegt, daß besondere Erörterungen nicht notwendig sind. Ich rieren und aufeinanderplaten werden. Aber wir sind überzeugt, daß wie tagen seit Fall des Socialistengefezes den Vorsiz führte. Leider ist, gebe zu, daß durch die Aufrollung der Schulfrage in Preußen die preußibisher noch immer so auch die diesmaligen Beratungen zum Heil und zum wie Sie wohl alle wissen, Genosse Singer erkrankt. Niemand be- fchen Genossen in eine besondere Erregung verfekt find. Aber principiell Vorteil der Partei ausschlagen werden. Wir haben auf dem vorigen dauert das mehr als er selbst, aber auch wir alle bedauern auf das wissen die preußischen Genossen, wie sie in dieser Frage zu handeln Barteitage in Dresden Debatten gehabt, wie sie faum jemals auf lebhafteste, daß er verhindert ist, in unsrer Mitte zu erscheinen. haben. Es tönnte sich hier nur darum handeln festzustellen, welche einem deutschen Parteitag stattgefunden haben, wenn wir von jener( Bustimmung.) Noch ein zweiter Genoffe, den wir bisher auf allen Taktik die preußischen Genossen im Kampfe gegen die Reaktion hinBeriode absehen, wo wir noch gespalten waren und uns auf das unfern Parteitagen gesehen haben, Genosse Auer, ist leider infolge sichtlich der Schulfrage einnehmen sollen. Auch das brauchen wir, heftigste gegenseitig bekämpften. Wir sind scharf aneinander geraten. feiner Erkrankung nicht in der Lage, hierher zu kommen; seine Ab- glaube ich, hier nicht festzustellen. Denn den taktischen Kamps Unfre Gegner schöpfen aus jenen Kämpfen die Hoffnung, jetzt sei der sicht war es allerdings, aber sein Arzt, seine Familie und seine verden sie gründlich erst aufnehmen können, wenn sie wissen, was erhielt. Und diesmal haben wir Bebel ( Beifall.) Antrag 8( Dresden A, Breslau, Essen, Jena, Iberfeld und Hamburg), der verlangt, die Organisationss frage als Bunft 4 auf die Tagesordnung zu sehen, ist genügend schriftlich unterstützt. Antrag 3( Berlin, Nieder Barnim, Barmen, Elberfeld, Bremen, Dortmund, Kattowig, Magdeburg, Luckenwalde, dritter sächsischer Wahlkreis, Offenbach, Potsdam Spandau, Arnswalde, Stettin und Teltow- Beeskow) will auf die Tagesordnung gestellt haben: Die Schulfrage. der Ueber diesen Antrag wird zunächst verhandelt: Bittorf- Berlin: Wenn wir uns die Tagesordnung ansehen, fo ge Mit allem Nachdruck die Streiche der Reaktion zu bekämpfen.( Bravo!) Es Die Anträge 21, 23, 24, 26, 30, 31, 34, 40, 41, 111 finden die erforderliche Unterstützung nicht. Vor Erstattung des Berichts des Vorstandes ersucht der Bor sitzende die Mandatsprüfungskommission, sich zu ihren Verhandlungen zurückzuziehen. Den Bericht des Vorstandes erstattet hierauf Pfannkuch- Berlin: Es kann bie Reaktion auf dem Gebiete der Schule ihnen bieten wird. Dann Pfannkuch: Die Bremer Genossen haben in ihrer Liebenswird sich schon zeigen, wie sie zu handeln haben. Außerdem können würdigkeit für Donnerstag einen Ausflug nach der Insel Helgoland die preußischen Parteigenossen ja in einer besonderen Konferenz sich geplant. Selbstverständlich konnten sie ihre Arrangements nicht endüber ihre Stellung in diesem Kampfe schlüssig werden. Diese Kon- gültig treffen, denn der Parteitag ist ja souverän und hat selbst ferenz könnte gleich im Anschluß an den Parteitag oder später statt- darüber zu bestimmen, ob er die Einladung zur Dampferfahrt an finden. Der Vorredner führte an, daß die preußischen nehmen will oder nicht. Nun bin ich ja selbstverständlich darauf geLiberalen bereits Stellung genommen hätten. Wenn damit faßt, daß diejenigen, die der Meinung sind, es könne nicht genug gejagt sein sollte, daß die preußischen Genossen erst durch Arbeit geleistet werden, nicht damit einverstanden sein werden, daß Sie Liberalen zur Stellungnahme hätten angespornt werden der Donnerstag der Erholung gewidmet wird, um so mehr, da es ergangen sind, sind auch diesmal wieder eine Anzahl Anträge Trotzdem die Einladungen zu dem Parteitag sehr frühzeitig müssen, so würde ich das für verfehlt halten. Denn die Social- sich im Arbeiten im Dienste der Partei handelt. Auch demokratie muß allen andern Parteien vorangehen, wenn es gilt, der Parteivorstand konnte natürlich keine definitive Stellung und den Delegierten während der Verhandlungen nachträglich zugehen. später als zulässig eingegangen. Diese Anträge werden jezt gedruckt zu dem Vorschlage der Bremer Genossen nehmen. Meiner Bevel: Ich habe bereits in der Neuen Zeit" zu dem Antrage Meinung nach könnte es denjenigen, denen Skrupel darüber auf- Im Bericht befindet sich ein Irrtum. In Lübeck ist der Umzug bei Stellung genommen und kann mich daher furz fassen. Auch ich tauchen, ob sie einen Tag der Erholung widmen dürfen, zur Be- der Maifeier nicht verboten worden; es wurde nur das Tragen von meine, daß wir die Tagesordnung nicht weiter belasten sollen. Es schwichtigung ihres Gewissens dienen, daß sie sich sagen: Wenn wir Fahnen dabei untersagt. Um derartige Irrtümer zu vermeiden, ist dringend wünschbar, daß diesmal weit gründlicher als sonst die in 5 Tagen unser Pensum nicht erledigen, haben wir ja schließlich nicht darauf zu verlassen, daß der Vorstand sich aus der Parteipreſſe bitten wir, den Vorstand in Zukunft besser zu informieren und sich aus der Mitte der Genossen hervorgegangenen Anträge behandelt auch noch den Sonntag für uns.( Sehr gut!) Ich kann Sie nur unterrichtet. Zahlreiche Wünsche sind in Versammlungen und in werden. Ich bin noch aus einem andern Grunde gegen den bitten, dem Vorschlag der Bremer Genossen zuzustimmen. Antrag. Es kann sich hier ja nicht darum handeln, eine taktische Wir fahren von hier per Bahn nicht nach Bremerhaven, sondern der Presse geäußert worden, daß Vorkommnisse, wie sie auf dem Entscheidung etwa über unser Verhalten im Lande zu nach Nordenham. Die preußische Eisenbahnverwaltung wollte nicht vorigen Parteitage fich ereignet haben, sich nicht wiederholen treffen. Die Frage kann hier nur programmatisch behandelt werden. Die Kulanz üben und dem Parteitag einen Extrazug zur Verfügung nicht meine Aufgabe sein, jetzt noch einmal auf die Dresdener Vermögen. Der Wunsch ist gewiß allgemein berbreitet. Die Debatte würde sich nicht auf die eigentliche Schulfrage be- stellen.( Hört! hört!) schränken, sondern die ganze Bildungsfrage berühren. Das ist eine Die oldenburgische Regierung ist weitherzig. Wir sind daher handlungen zurückzulommen und zu untersuchen, wer in Dresden Angelegenheit, die die Partei allerdings in höchstem Maße interessiert, angewiesen auf das Entgegenkommen der Eisenbahnverwaltung des das Karnicel gewesen ist, das angefangen hat. Das eine aber und ich halte es für sehr wünschbar, daß eine solche Diskussion statt Großherzogtums Oldenburg. Der Preis für die Fahrt von Bremen glaube ich aussprechen zu müssen: Mag man über diesen Parteitag findet. Ich glaube aber, daß wir diesmal keine Zeit dazu haben, nach Nordenham und zurück beträgt 3 M. pro Person. Diesen Betrag denken wie man will, er hat jedenfalls die Folge gehabt, daß das da sonst die andren Gegenstände zu kurz kommen würden. Und haben die Delegierten aus ihrem eignen Portemonnaie zu bestreiten, Parteigewissen der Genossen außerordentlich geschärft worden ist. speciell die Stommunalpolitik hat, nachdem wir sie schon vor zwei während die Dampferfahrt einschließlich des Ein- und Ausbotene in( Sehr gut!) Meiner Auffassung nach haben alle die Anträge, die Jahren erörtert haben, ein Anrecht darauf, jest erledigt zu werden. Helgoland tostenlos ist. Diese Opfer bringen die Bremer Genossen auf eine festere, geschlossenere centralistische Form der Organisation der Partei abzielen, in letzter Linie ihre Entstehung in den Auch ich bin der Meinung, daß die preußischen Genossen ja den Parteitagsdelegietten.( Beifall.) Wir würden morgens 6 Uhr der Partei abzielen, in letter Linie ihre Entstehung in den eine besondere Konferenz einberufen können, wenn sie das 10 Minuten von hier abfahren und zwischen 1 und 2 Uhr in Helgo- diese Anträge zur Schaffung einer einheitlichen Organisation führen Dresdener Verhandlungen. Wenn diese Auffassung richtig ist und Bedürfnis haben, sich über die Schulfrage auszusprechen. Im übrigen land sein. Die Rückfahrt ist zwischen 5 und 6 Uhr vorgesehen, so glaube ich, daß andre Gegenstände, besonders die Kanalvorlage, so daß wir uns 3 bis 4 Stunden in Helgoland aufhalten können, um werden, dann können wir mit Stolz sagen, daß die Verhandlungen lange Zeit im preußischen Landtage beanspruchen werden, daß dieses von englischem in deutschen Besitz übergegangene Eiland zu in Dresden nicht umsonst gewesen find, sondern eine vorzügliche der Schulentwurf kaum noch zur Erledigung kommen wird. Ich besichtigen. Wir haben ja einen Genossen hier, der schon wiederholt erzieherische Wirkung ausgeübt haben. habe wahrhaftig eine sehr geringe Meinung von den Liberalen, aber eingehende Studien in Helgoland gemacht hat.( Heiterkeit.) Ich gehe nun zum Bericht selbst über. Die Drganisationsdas glaube ich doch, daß sie, mögen sie wollen oder nicht, diesen steht uns also auch ein Führer zur Seite.( Erneute Heiterkeit.) fragen werden ja als besonderer Punkt der Tagesordnung behandelt Entwurf bekämpfen müssen, genau so wie den Zedlißschen Entwurf zwischen 11 und 12 Uhr nachts würden wir dann in Bremen an- werden. Ich kann im allgemeinen nur erklären, daß selbstverständlich von 1891. Der Entwurf dürfte das ist meine Ueberzeugung, kommen. Ich bitte Sie, den Wunsch der Bremer Genossen zu erfüllen fation mit erhöhter Aktionsfähigkeit, wie es sich in den Anträgen der Parteivorstand dem Streben nach einer geschlossenen Organiman tann ja irren unter feinen Umständen im kommenden Winter und die Einladung anzunehmen. erledigt werden. Die Erörterung würde also auf dem nächsten Schulz- Bremen: Ich bin in der sonderbaren Lage, die preußische ausspricht, nicht das geringste entgegenzustellen hat. Man hat, Parteitag noch rechtzeitig genug kommen. Auch deshalb bitte ich Eisenbahnverwaltung in Schutz nehmen zu müssen.( Hört! hört!) freilich in sehr überzuderter Form, dem Parteivorstand vorgeworfen, Sie, den Antrag abzulehnen. Pfannkuch ist falsch unterrichtet, die preußische Eisenbahnverwaltung er jei mit Verwaltungsarbeiten derart überlastet, daß er nicht mehr Tagesordnung nicht durch Aufnahme des Punktes Schulfrage noch nur auf unser Ersuchen sehr lange warten lassen, so daß ergreifen. Klara Zetkin: Auch ich möchte Sie dringend auffordern, die hat es nicht abgelehnt, uns einen Ertrazug zu stellen, sie hat uns in der Lage sei, die Initiative zu größeren politischen Aktionen zu mehr zu belasten, und zwar nicht nur aus den bereits an- wir uns an die oldenburgische Verwaltung wandten. Außerdem geführten Gründen, denen ich mich voll anschließe, sondern lehnte die preußische Verwaltung jede Preisnoch aus einem andern: Die Schulfrage bedeutet heute nationale ermäßigung ab; sie berief sich auf eine generelle Verfügung. Erziehungsfrage. Das ist bedingt durch die Entwicklung der Pädagogit wonach bis zum 27. September feine Ermäßigungen gestattet seien, einerseits, welche den Unterricht immer mehr zum erziehlichen Unter- während die oldenburgische Regierung uns die übliche Ermäßigung gericht macht, und durch die Entwicklung der socialen Verhältnisse währte. Die Fahrt mit der preußischen Bahn nach Bremerhaven würde andrerseits, welche für immer größere Schichten der Bevölkerung, ca. 4 M. tosten, die mit der oldenburgischen nach Nordenham kostet nur und zwar nicht nur des Proletariats, sondern aller Klassen, die 3 Mt., sie ist nicht unbequem und dauert auch nicht viel länger. Ich Socialdemokratie eine verhältnismäßig viel größere war, damals Möglichkeit zur Erziehung der Kinder im Heim immer mehr einengt fann mich nur der Bitte von Pfannkuch anschließen. Sollten den war sozusagen jeder einzelne Perteigenosse ein begeisterter Agitator. und immer mehr die Schulanstalten zu Erziehungsanstalten werden Delegierten Bedenten aufsteigen wegen der verlorenen Zeit, so Mit der Ausdehnung der Partei sind die Kampfesmittel naturgemäß läßt. Wenn die Socialdemokratie sich mit dieser nationalen Er- tönnten wir ja eventuell eine Abendsizung einschieben. In Dresden andre geworden. Vor allem brachte das Aufkommen der Gewert ziehungsfrage beschäftigt, so bedeutet das nichts andres als die Ver- haben wir zu unserm Bedauern die geplante Dampferfahrt nicht ge- schaftsbewegung in dieser Beziehung eine nderung mit fich. Es pflichtung, diese hochbedeutsame Frage, die Frage unsrer Zukunft, macht. Rechnen wir den halben Tag von Dresden an, so opfern mußte selbstverständlich das Bestreben der Partei sein, die Arbeiter, die die Zukunft der Menschheit ist, in ihrer ganzen Tiefe wir schließlich auch nur einen halben Tag.( Große Heiterkeit.) welche durch Wahrung ihrer materiellen Interessen in den Gewerks und Breite aufzurollen und in aller Gründlichkeit zu erörtern. Der Parteitag nimmt mit großer Mehrheit die Einladung der schaften angezogen, für die Organisation gewonnen waren, zu überDas kann nicht nebenbei und zwischendurch geschehen. Wenn man Bremer Genossen an. Am Donnerstag fällt also die Sigung aus. zeugten Socialdemokraten zu machen. Was war darum natürlicher, das Bedürfnis fühlt, gegen die Verpfaffungsvorstöße auf dem als daß die Führer der Gewerkschaften aus den Reihen der Socials demokratie hervorgingen. Es ist ja eins der beliebtesten ArguGebiete der Schule Stellung zu nehmen, so genügt es, das in einer scharfen Resolution zu thun und im übrigen die Behandlung der mente unfrer Gegner, die freien Gewerkschaften als socialSchulfrage, die ich sehr begrüßen würde, auf ein künftiges demokratisch zu stigmatisieren. Ich meine aber, die Gewerkschaften selbst Jahr, vielleicht das nächste, zu verschieben. Dann können die sollten sich nicht dagegen steifen, mit dem Ehrentitel socialdemokra Genossen im Lande vorher über diese schwierigen, fomplizierten tische Gewerkschaften bezeichnet zu werden.( Sehr richtig!) Da wo Probleme eingehend aufgeklärt werden, und wenn wir dann die es darauf ankommt, wird es ihnen stets gelingen, nachzuweisen, daß Diet die Verhandlungen, indem er rügt, daß heimlich ohne sie nicht direkt unter der Leitung der socialdemokratischen Partei Frage hier in dieser weitschichtigen Weise behandeln, so bin ich über- wissen des Bureaus eine Drucksache verteilt worden sei. Das sei stehen, daß sie aber als überzeugte Socialdemokraten ein Interesse zeugt, daß wir mit dieser Verhandlung eine gewaltige werbende unzulässig. daran haben, die Gewerkschaftsbewegung möglichst im Sinne der im Kraft auch auf Schichten entfalten werden, die außerhalb des Weiter teilt der Vorsitzende mit, daß Begrüßungs- und Glück- Klaffenkampf stehenden Arbeiterpartei, der Socialdemokratie, zu Proletariats stehen, weil dann mit überzeugender Wucht die That- wunsch- Telegramme eingelaufen sind von der Partie socialiste führen. Wir beneiden die Gewerkschaften nicht um die Erfolge in sache in die Erscheinung treten wird, daß die Socialdemokratie nicht française, von dänischen Socialdemokraten in open- der Agitation, wir hoffen im Gegenteil, daß diese Zunahme der nur für die Lösung der Magenfragen fämpft, sondern der Kultur- hagen, von den Socialdemokraten Zugemburgs, von den ungar organisierten Arbeiter in den Gewerkschaften auch fünftig im gleichen fragen der ganzen Menschheit.( Lebhafter Beifall.) eßner in London, dem Organ der socialdemokratischen Be- großen Erfolge der Gewerkschaften wesentlich auch dadurch erreicht ländischen Socialdemokraten in Budapest, dem Genossen Friedrich Maße steigen werde. Es darf aber nicht vergessen werden, daß die wegung in Chicago„ Neues Leben“ und von zahlreichen einzelnen find, daß eine Reihe thätiger überzeugter Führer der politischen Bes Genossen. Der Genosse Reichstags- Abgeordneter Georg Horn ivegung entzogen wurden. Dazu kommt dann, daß mit der Austeilt mit, daß er durch Krankheit verhindert ist, am Kongreß teil- breitung der Partei die Parteipresse außerordentlich gewachsen ist. zunehmen. Wir haben etliche 70 politische Organe, wir sind stolz darauf, daß tüchtiges in den Redaktionen geleistet wird, wir sind stolz auf die steigende Verbreitung unsrer Presse wir haben über 600 000 35. Parteigenossen in Augsburg: Schluß 8 Uhr. Erster Verhandlungstag. Vormittags- Sizung. Bremen, Montag, 19. September 1904. Um 9 Uhr 5 Minuten eröffnet Freythaler- Berlin: Ich kann die Gründe von Geyer nicht unwidersprochen lassen. Gewiß ist unsre Stellung zur Schulfrage schon im Programm festgelegt, aber die Einzelheiten sind doch im Programm nicht erschöpfend behandelt. Wenn dieser Grund maßgebend wäre, dann brauchten wir ja zu feiner Frage Stellung zu nehmen. Allerdings hat der Begründer unfres Antrages die preußischen Verhältnisse etwas sehr in den Vordergrund gerückt, und infolge dessen hat Geyer gemeint, die preußischen Genossen werden ja selbst wissen, was sie zu thun haben. Aber es giebt Bundesstaaten, in denen es um die Schulfrage noch schlechter bestellt ist als in Preußen. Wenn gesagt ist, daß durch Annahme unfres träge 9, 20, 22, 28, 29, 32, 33, 35-39, 105, 108-110. Antrages andre Punkte zu kurz kommen würden, z. B. die Kommunalpolitit, so weise ich darauf hin, daß durch die Behandlung der Schulfrage für ein gut Teil kommunaler Fragen Klarheit geschaffen wird. Daß eine große große Zahl von Anträgen gestellt sind, ist richtig, aber viele dieser Anträge beschäftigen sich mit der Organisationsfrage und decken sich zum Teil. Die Organisationsfrage aber wird so erledigt werden, daß sie den Parteitag nicht in dem Umfange beschäftigen wird, wie es der eine oder der andre glaubt. Ich bitte Sie deshalb, unsrem Antrage zuzustimmen. Hiermit schließt die Debatte. Der Parteitag tritt hierauf in die Tagesordnung ein: 1. Geschäftsbericht des Vorstandes. ( Berichterstatter:. Pfannkuch, A. Gerich.) Von den hierzu gehörigen Anträgen werden unterstützt die An Der Antrag 3 wird abgelehnt. Den Antrag 8 begründet = 9. Parteigenossen in Dresden- A.: Der Parteitag möge den Parteivorstand beauftragen, in den jährlichen Geschäftsbericht eine Statistik aufzunehmen, die ein Bild über die Bewegung in den einzelnen Wahlkreisen, die Zahl der politisch Organisierten, die Beitragshöhe in den.Vereinen und die Abonnentenzahl der Parteiblätter geben soll. 20. Die Parteigenossen in Nürnberg und Hamm Soest: Zur Entlastung des Parteivorstandes ist eine Agitationsfommission zu bilden, die mit den Provinzial- und Landesvorständen der Partei stete Fühlung zu unterhalten hat. Klühs Breslau: In der Presse und in den Versammlungen Agitation in Wort und Schrift. Aufgabe der Kommission ist die Organisation einer systematischen Die Zahl der Mitglieder dieser haben die Anträge zur Organisationsfrage eine große Rolle gespielt. Agitationsfommission wird auf jedem Parteitag neu bestimmt; die Ich bitte Sie, damit diese Frage nicht zu kurz kommt, die Tages- Wahl derselben überläßt er ebenso vielen Orten beziv. LandesIch bitte Sie, damit diese Frage nicht zu kurz kommt, die Tages ordnung umzustellen und die Organisationsfrage als Punkt 4 zu verhandeln. Vielleicht könnte man auch die Maifeier hinter den organisationen, als die Kommission Mitglieder zählt. Bunft Kommunalpolitik seßen. Bühler- Essen: Die große Zahl der Anträge beweist, daß die Genossen in ganz Deutschland eine eingehende Diskussion der Organifationsfrage wünschen. Die Meinung der Genossen, namentlich derer, welche praktisch thätig sind, kann aber nicht zum Ausdruck kommen, wenn dieser Punkt erst an siebenter Stelle behandelt wird. Deshalb ersuche ich um Annahme des Antrages. Bfannkuch: Nachdem der Parteitag beschloffen hat, die Schulfrage nicht zu beraten, brauchen wir eine Umstellung der Tagesordnung nicht vorzunehmen. Die Drganisationsfrage wird zu ihrem Rechte kommen, und außerdem hat der Parteitag es ja in der Hand, wenn die voraufgehenden Punkte über Gebühr unsre Zeit in Anspruch nehmen sollten, die Debatten abzukürzen, oder auch, wenn alle Stränge reißen, noch etwas über die sonst übliche Zeit hinaus so lange zu tagen, bis die Organisationsfrage geklärt und spruchreif ist. Ich glaube, daß wir, wenn wir die Tagesordnung unverändert Lassen, allen gerecht werden. Damit schließt die Debatte. Antrag 8 wird abgelehnt. Die Tagesordnung lautet also: 1. Geschäftsbericht des Vorstandes. Berichterstatter: W. Pfannkuch, A. Gerisch. 2. Bericht der Kontrollkommission. Berichterstatter: H. Meister. 3. Bericht über die parlamentarische Thätigkeit. Berichterstatter: G. Ledebour. 4. Organisation. Berichterstatter: A. Gerisch. 5. Maifeier. Berichterstatter: R. Fischfer. 6. Kommunalpolitik. Berichterstatter: H. Lindemann.7. Der internationale Kongres in Amsterdam. Berichterstatter: A. Bebel. 8. Sonstige Anträge. 9. Wahl des Vorstandes, der Kontrollkommission und des Ortes des nächsten Parteitages. hat stattfinden können, so hat das verschiedene Gründe. Man hat die Wenn die Agitation nicht in dem von den Genossen gewünschten Maße Thätigkeit der weiblichen Vertrauenspersonen dem Parteivorstand als Musterbeispiel für eine wirkungsvolle und planmäßige Agitationsarbeit borgehalten. Man vergißt, daß in den Zeiten der Entwicklung der Socialdemokratie die Agitation unter den Frauen befindet sich bekanntlich in diesem Stadium die Zahl der Agitatoren auch der Dem Arbeiter- Notizkalender ein Verzeichnis sämtlicher deutscher Parteizeitungen beizufügen. 36. Parteigenossen in Augsburg: 1. Eine Broschüre soll herausgegeben werden, in welcher alle krassen Fälle von Wahlterrorismus und Wahlschwindeleien ge= schildert und die Strafen mitgeteilt werden, zu welchen die Schwindler verurteilt sind. In einem Anhange find die Aeußerungen und Thaten der Wahlrechtsgegner mitzuteilen. 2. In einer Broschüre, deren Kolumnen zweispaltig zu drucken find, sind Klassenurteile gegenüberzustellen. Diese Broschüre iſt gratis zu verteilen. 37. Parteigenossen in Bamberg: Von Zeit zu Zeit und namentlich in der Reichstagssession find Abhandlungen über Reichstagsdebatten in der Form eines Flugblattes herauszugeben, um die Arbeiter, einschließlich der Landbevölkerung, über die Verhandlungen der Gesetzesmacherei auf dem Laufenden zu halten und die Vorzüge der socialdemokratischen Vertretung den Arbeitern vor Augen zu führen. 38. Parteigenossen in Berlin IV: 39. Parteigenossen in Bremen: Das Mandat der Agitationskommission endet auf dem Partei- Bei allen Massen- Agitationsbroschüren ist auf der ersten oder tage, der seiner Wahl folgt. Die Wahl der Orte, welche die Mit- letzten Seite das socialdemokratische Programm nach Möglichkeit zum glieder zu bestimmen haben, erfolgt von neuem auf jedem Parteitage. Abdruck zu bringen. Die Kommission erhält einen ständigen Sekretär, der vom Parteitage gewählt wird oder mit dessen Einverständnis vom Parteiborstand und den Kontrolleuren ernannt werden kann. Der Sekretär der Agitationskommission hat Sik und beratende Stimme in den Sigungen des Parteivorstandes. Die Kommission tritt nach Bedarf, mindestens aber einmal vierteljährlich zusammen.. 22. Parteigenossen von Elberfeld: Der Parteivorstand ist gehalten, schon jetzt in den Landesteilen, wo ein besondres Bedürfnis dazu vorhanden ist und die Personenfrage befriedigend gelöst werden kann, besoldete Parteisekretäre anzustellen. 28. Parteigenossen in Durlach: An Stelle der eingegangenen Zeitschrift„ Die Hütte" eine andre Jugendschrift zu gründen. Die Verbreitung derselben ist zur Pflicht der einzelnen Parteivereine zu machen. 29. Parteigenossen von Teltow Beeskow Char Tottenburg: V Es ist eine Zeitschrift für die Jugend ins Leben zu rufen und ein eventuelles Deficit bei Herausgabe derselben durch Parteizuschuß zu decken. 32. Parteigenossen in Berlin IV: Um das Interesse für die„ Neue Welt" zu heben sowie dem Mangel an einer socialistischen illustrierten Zeitung abzuhelfen, haben sich die Illustrationen der Neuen Welt" auch auf belehrende und interessante Begebenheiten zu erstrecken. 33. Die Parteigenossen in Ottensen: Der Parteivorstand wird beauftragt, die Herausgabe von im Preise billigst gestellter Broschüren im Auge zu behalten, die die ver= schiedenen theoretischen Fragen der politischen Dekonomie und den wissenschaftlichen Socialismus in gemeinverständlicher Weise be= handeln. 105. Parteigenossen von Elbing, Potsdam- Span= dau- Ost- Havelland: Die Partei möge unter den Proletariern, die zur Armee einberufen werden, vor dem Eintritt in dieselbe in geeigneter Weise Propaganda für die Ideen des Socialismus machen. Insbesondere sind die fünftigen Soldaten durch Broschüren über ihre Pflicht In gegenüber dem sogenannten„ inneren Feinde" aufzuklären. diesen Broschüren ist den Soldaten auch Rat zu erteilen, wie sie sich angesichts der zahlreichen Soldatenmißhandlungen zu verhalten haben. 108. Parteigenossen in Breslau: Der Parteitag beauftragt den Parteivorstand, während des kommenden Jahres in geeigneter Weise die öffentliche Aufmerks famkeit auf die bevorstehende grundlegende Abänderung des Strafrechts zu lenten und auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages den Punkt„ Socialdemokratie und Strafrecht" zu setzen. = 109. Parteigenossen in Hamburg III( Samm) Berlin V, Freiburg i. B., J. Michaelis.Berlin, Ortsgruppe des Arbeiter Abstinentenbundes in Mannheim, Vom nächsten Jahre ab alljährlich im Neuen Welt- Kalender" Genosse G. Wolfstein und M. Behnke- Hamburg beandie Adressen des Parteivorstandes, der Generalfommission der Ge- tragen auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages zu sehen: werkschaften Deutschlands, des Reichs- Arbeitersekretariats, sämt„ Die Alkoholfrage". licher Partei- und Gewerkschaftszeitungen Deutschlands, sämtlicher 110. Parteigenossen von Spandau und Kiestedt. deutschen Arbeiterfekretariate sowie die Adressen der der General- annover- Linden nebst 88 Genossen beantragen, auf die kommission der Gewerkschaften Deutschlands angeschlossenen Ge- Tagesordnung des nächsten Parteitages zu sehen:" Der General werkschaften zu veröffentlichen. Streit". zahlende Wonnenten, und ihre Leserzahl macht sicher das drei- bis vierfache aus. Wir sind stolz darauf, daß selbst von bürgerlicher Seite die gute Leitung nnsrer Presse anerkannt wird. Aber wir dürfen nicht außer acht lassen, daß durch die 70 politischen Organe der Partei, denen eine fast gleiche Zahl von Gewerkschaftsblättern zur Seite steht, eine große Zahl agitatorisch thätiger Genossen, und zwar mit die besten, tüchtigsten und fähigsten Genossen, absorbiert und dauernd der mündlichen Agitation entzogen werden. Unsre Genossen im Lande haben ja immer den dringendsten Wunsch, Rcichstags-Abgeordnete als Referenten zu bekommen; wenn das nicht geht, geben sie sich ja auch mal mit einem Landtagsabgeordneten oder Stadtverordneten zu- frieden.(Heiterkeit.) Jinmer aber wünschen sie, daß der Referent einen Titel hat. Unsre Genossen sollten doch von dieser Gepflogenheit lassen.(Sehr richtig!) Wir dürfen nicht vergessen, daß unsre Reichstagsabgcordneten auch einen bürger- lichen Beruf haben, daß sie meist gezwungen sind, den.stampf ums Leben zu führen. Die Entschädigung, die sie von der Parteileitung erhalten, ist doch nur eine Entschädigung für die Unkosten, die ihnen während ihres Aufenthalts in Berlin erwachsen. In Preßäußerunaen ist den Abgeordneten nahe gelegt, daß sie ihre Thätigkeit wesentlich erhöhen und eigne Initiative entfalten müßten, und es ist zu diesem Zweck eine planmäßige Einteilung der Arbeit vorgeschlagen. Wenn die Genossen, soweit sie Abgeordnete sind, allen Wünschen in legislativer Hinsicht nachkommen sollen, dann müssen sie sich ständig in Berlin aufhalten und können ihrem bürgerlichen Beruf nicht nach- gehen. Dann erwächst aber auch der Partei die Pflicht, für ihren Unterhalt und den ihrer Familie aufzukommen. Ob die Partei dies will, soll jetzt nicht untersucht werden. Der Parteileitung sind jeden- falls die Hände gebunden, und es ist leichter Vorwürfe zu erheben, als es besser zu machen. In Mainz wurde gesagt, es seien immer dieselben„ollen Kamellen", die der Vorstand zu seiner Entschuldigung geltend mache. Aber wenn immer dieselben Beschwerden kommen, müssen wir das Gleiche antworten. Der Vorstand hat es niemals an Initiative fehlen lassen, wenn aktuelle Fragen auftauchen. Natürlich bestehen Meinungsverschiedenheiten darüber, was aktuelle Fragen find. Das haben wir gestern bei der Schulfrage gesehen. Der Vorstand hat sich darüber sehr eingehend und wiederholt unter- halten und ist zu der Meinung gekommen, daß im nächsten Jahre noch vollkommen Zeit zur Erörterung dieser Frage sei. Aber die Genossen sehen die Thätigkeit der Liberalen, sie fürchten, meine ich fast, die Konkurrenz derer um Naumann. So kleinliche Gesichtspunkte sollten nicht maßgebend sein. Die Partei ist jederzeit in der Lage, eine starke Agitation für eine bestimmte wichtige Frage zu entfalten. Soll frei- lich der Usus der Katholikentage, der auch auf unfern internatio- nalen Kongressen vorkommt, bei uns eingeführt werden, daß man sich damit begnügt, eine Protestresolution zu beschließen, nachdem man eine Agitationsrede gegen das Treiben der Reaktion auf dem Ge- biete der Schule angehört hat, bei uns eingeführt werden— nun, so müßte man sich darüber verständigen. Aber ich meine, der Socialdemokratie ist es würdig, wenn derartige Fragen auf die Tagesordnung konimen, sie nach gründlicher Vorbereitung gründlich zu erörtern.— Es wird der Parteileitung lveiter vorgeworfen, daß sie bestimmte einzelne Materien hätte in Angriff nehmen müssen. Genosse Timm meinte in der„Neuen Zeit", daß die Stengelsche Finanzreform die Gelegenheit geboten haben würde, unsre programmatische Forderung auf Einführung progressiver Einkommens- und Vermögenssteuern nachhaltig zu propagieren. Er hat auch noch andre Vorschläge gemacht in Bezug auf den Achtstundentag usw. Ich glaube, es wäre besser, derartige Einzelsragen nicht heranzuziehen, um der Parteileitung Vorwürfe zu machen. Wir haben jede sich bietende Gelegenheit benutzt, um solche Fragen zu propagieren. Ich erinnere an die Agitation bei den Zolltarif- Verhandlungen. Es wird gesagt, die Parteileitung hätte die damals hoch aufschäumende Bewegung in Fluß erhalten sollen. Ja, solche Bewegungen sind eben nicht dauerno aus der Höhe zu erhalten; sie nehmen nur in besonderen Zeiten einen allgemeinen Aufschwung. Das wird bei den Handelsvertrags- Verhandlimgen wieder geschehen. Jetzt aber kennen wir deren Inhalt noch gar nicht. Wir können nur versichern, daß die Junker dabei jedenfalls auf ihre Rechnung kommen werden. Auf solche bloßen Vermutungen kann aber eine Partei wie die Socialdemokratie keine große Agitation gründen. Dazu müssen wir erst festen Boden unter den Füßen haben. Man hat uns weiter vorgeworfen, daß noch viel Gebiete vorhanden seien, die für die socialdemokratische Bewegung noch nicht erschlossen sind. Die Thatsache kennen wir auch. Auf dem linken und rechten Rheinufer, in Ost- und Westpreußen, in Posen und Schlesien haben loir noch viel Arbeit zu bewältigen. Zur Erklärung dieser Thatsache habe ich bereits auf die Geiverkschaften hingewiesen. Ich hätte weiter die Krankenkassen und Konsumvereine nennen können, die alle eine große Zahl von Kräften vollständig in Anspruch nehmen, sodaß sie für dieAgitalion verloren gehen, weil siesonstihre geschäftlichen Arbeiten vernachlässigen würden. Finanziell sind wirja in glücklicher Lage und in dieser Beziehung wird die Parteileitung jederzeit auf dem Posten sein. Die Hauptschwierigkeit ist, daß wir nicht die geeigneten Kräfte haben. Oberschlesien hat uns sehr viel Kopfzerbrechen gemacht. Genosse Winter ist durch sein Leiden— das wir natürlich nicht kannten; sonst hätten wir ihn nicht so lange auf diesem Posten gelassen— arbettSunfähig geivorden. Jetzt haben wir dort den Genossen BruhnS und es sind Ansätze vorhanden, um in Ober- schlesien eine festgegliederte Organisation zu ermöglichen. Nicht so glücklich waren wir in Posen; wir müssen abwarten, ob die jetzt dort thätigen Genossen die richtigen Leute an der richtigen Stelle sind. Auch für andre Gegenden, für den Ober- und Niederrhein, ist seit vielen Jahren die Anstellung von Parteisekretären gewünscht worden. Wir sind diesen Wünschen nicht nachgekommen, weil wir der Ansicht tvareir, daß, wenn überhaupt Parteisekretäre angestellt werden, andre Distrikte des Reiches eher berücksichtigt werden müssen. Wenn der Parteitag, wie ich annehme, die Anstellung von Parteisekretären beschließen wird, dann wird zu prüfen sein, inwieweit das Institut verwirklicht werden kann, um der Partei in bisher noch nicht er- schlossenen Gebieten neue-Anhänger zu gewinnen. Weiter find uns Vorwürfe gemacht worden, daß wir gegeit den in der Lust liegenden Wahlrechtsraub, die Beschneidung oder Aufhebung des allgemeinen, gleichen, direkten Stimmrechts für den deutschen Reichstag, nicht entschieden genug die Initiative ergriffen hätten. Wir hätten rechtzeitiger die Gefahr kenn- zeichnen und Mittel zur Whilfe nennen müssen. Wie verschieden aber die Meinungen in der Partei sind, beweist die Thatsache, daß uns von andren Parteigenossen, auf deren Stimme ivir gleichfalls Gewicht legten, gerade nahegelegt worden ist, wir sollten nicht so oft mit dem Feuer spielen(Sehr richtig!), es könne sich sonst das Sprichwort erfüllen: Wenn man den Teufel an die Wand malt, so kommt er. Jene Kreise, die damit umgehen, das Wahlrecht zu beschränken, könnten sich sagen: wir können machen was wir wollen, wir werden stigmatisiert als diejenigen, die das Wahlrecht beschränken wollen, also machen wir es. Bei drei Ge- legenheiten hat der Parteivorstand die Frage trotzdem für aktuell gehalten, bei der sogenannten Giescbrechterei, dann als uns die Mitteilung wurde, daß die mechanischen Vorbereitungen für Neu- Wahlen getroffen wurden und drittens als die Konventikel der Konservativen und Nationalliberalen abgehalten wurden, darüber, wie man praktisch der Ausbreitung der Socialdemokratie entgegentreten könne. Bei der zweiten Gelegenheit wurden innerhalb der maßgebenden Kreise Bedenken erhoben und nur die Darlegung der positiven Thatsachen ermöglichte es. daß schließlich beschlossen wurde, die Oeffentlichkeit zu alarmieren. Also Sie sehen: In der Parteileitung sind sachliche Differenzen auch vorhanden, aber sie werden ausgetragen, ohne daß es zu persönlichen Differenzen kommt. Wenn jeder Genosse es ebenso macht, nur sachlich diskutiert und jede persönliche Anfeindung unterläßt, dann werden unsre Gegner nicht die Freude haben, über die Angriffe der Socialdcmo- kratcn miter sich zu frohlocken. Die Parteileitung hat bei den ver- schiedcnsten Fragen die Initiative ergriffen, ich erinnere an den großen Kampf in Crimniitschau. Da war eS die Parteileitung, die Besprechungen mit den in Betracht kommenden Faktoren einleitete, und ich bin überzeugt, es wird heute niemanden geben, der mit der Führung und der Beendigung des Kampfes nicht einverstanden wäre. '(Sehr wahr!) Mit den Führern der Gewerkschaften haben wir stets in gutem Einbernehmen gelebt. Wegen der Frage der Maifeier haben wir versucht, mit der Gencralkommission der Gewerkschaften und der Gewerkschaftskommission ein Einverständnis zu erzielen, es ist uns nicht voll gelungen, aber über die Art der Behandlung der Maifeierftage in Amsterdam haben wir uns doch verständigt. Wir werden uns hier auf dem Parteitage weiter damit und in Ver- bindung damit auch mit der Frage des Generalstreiks zu befassen haben. Gewünscht hätte ich allerdings, daß der Antrag, der sich auf den politischen Streik bezieht, die genügende Unterstützung gesunden hätte.(Sehr richtig!) Jedenfalls wird ja auch der politische Streik bei der Erörterung des Generalstreiks zur Sprache kommen. So dringend ist die Sache freilich nicht. lieber die Presse habe ich bereits gesprochen; ich habe nur noch eins nachzutragen. Seit 1896 wird ans allen Parteitagen der Wunsch laut, daß wir eine geeignete Jugendlitteratnr schaffen sollen. Auch diesem Parteitage liegen solche Anträge vor. Sie gehen von der Meinung aus: wer die Jugend hat, dem gehört die Zukunft, ein Spruch, der auf der Frauenkonferenz dahm er- weitert worden ist: wer die Frau hat, hat die Zukunft, weil die Frau die Kinder zur Socialdemokratie erzieht. Wir ver- kennen unsre Aufgabe in dieser Hinsicht nicht und wissen wohl, daß mehr geleistet werden könnte, als.geleistet worden ist. Ich sage„könnte": eS handelt sich hier um keine leichte Aufgabe. In Dresden ist ja ein solcher Versuch gemacht worden; ich bin überzeugt, daß die„Hütte" nicht Ivegen Mangel an materiellen Mitteln eingegangen ist. Wenn das der Hauptgrund gewesen wäre, dann würden sich die Herausgeber mit bestimmten Anträgen an die Genossen in Dresden und durch sie an die Partei- leitung um Unterstützung gewandt haben, um so mehr, als ihnen bei ftühercn Gelegenheiten ja Aussicht auf eine solche Unterstützung unter Erfüllung bestimmter Vorbedingungen eröffnet worden ist. Aber derartige Wünsche bedürfen gründlicher Prüfung und gründlicher Vorbereitung. Wenn wir einmal den Stab von Genossen, der jetzt in der Presse, in Arbeitersekretariaten, in Krankenkassen, in Gewerkschaften, in den Konsumvereinen vor- Händen ist, verdoppelt zur Verfügung haben, dann werden wir alle diese Aufgaben leicht erfüllen können. Auf die Angriffe der Jaurssisten, was wir denn mit unsren drei Millionen machten, was für Thatcn wir aufzuzeigen hätten, hat Bebel in Amsterdam ge- antwortet, daß diese Leistungen erst kommen könnten, wenn wir die doppelte Anzahl Wähler hatten. Wenn dieser Wunsch in Erfüllung gegangen ist, dann werden wir auch alle Kräfte zur Verfügung haben, um die Aufgaben, die jetzt schon von der Parteileitung ver- langt werden, vollständig zu erfüllen. Di« Stärke unsrer Partei ver- führt manchen Parteigenossen zu dem Glauben, die Partei- Entwicklung könne mit Siebeumeilenstieseln vorwärts marschieren. Nun ist eS richtig, keine einzige Kulturbewegung hat ein so rapides Vorwärtsschreiten aufzuwehen als unsre Bewegung. Wir sind durch unsre Siege, durch das rapide Wachsen unsrer Macht so stolz geworden, daß wir der Meinung sind, wir könnten in der Zukunft nur noch mit Siegen rechnen, es handle sich nur darum, daß wir zum Sturmangriff schreiten um alles zu erobern. So liegen die Dinge in Wirklichkeit doch nicht. Auf allen Gebieten müssen wir mit dem Widerstand der Gegner rechnen, wir müssen unsre Kräfte genau abmessen und er- wägen, ob sie ausreichend sind um Niederlagen zu verhüten. Eine richtige Taktik wird stets die Mittel genau abwägen und darauf aus sein, die vorhandenen Positionen zu behaupten und so zu befestigen, daß von ihnen aus neue Angriffe auf den Gegner erfolgen könne». Aber verhütet muß werden, daß gewonnene Positionen wieder aufgegeben werden. Eitz derartiger Rückschlag ist schwer zu ertragen als ein Mißerfolg bei einem neuen Angriff. Wenn wir in diesem Sinne zusammenwirken, hoffe ich, daß wir auch in Zukunft Ersprießliches erreichen werden.(Lebhafter Beifall.) Parteikassicrer Gerisch erstattet den Kassenbericht. Der Ihnen gedruckt vorgelegte Kassenabschluß zeigt Ihnen, daß unsre Kassenverhältnisse im abgelaufenen Jahre durchaus be- friedigend waren. Es ist der b e st e Abschluß, den der Parteikassierer jemals erzielt hat.(Bravo!) Nach Bestreitung aller Ausgaben bleibt eine doppelt' so hohe Sumnie übrig als früher die Einnahmen betragen haben.(Bravo I)' Es wäre aber sehr falsch zu glauben, daß die Parteileitung in Verlegenheit wäre, was sie mit dem vielen Gelde anfangen solle.(Große Heiterkeit.) Mit dem Wachstum der Ein- nahmen sind auch die Ansprüche gewachsen, ja geradezu lawinen- artig angeschwollen.(Hört, hört!) Der gute Kassenabschlutz hat einen förmlichen Sturm auf die Parteikasse hervorgerufen.(Hört, hört I und Heiterkeit.) In einer einzigen Sitzung haben der Parteileitung Antrüge auf Bewilligungen von im ganzen 160 000 M. vorgelegen.(Große Heiterkeit; Ruf: Nicht zu wenig I> Die Sorge, was wir mit dem vielen Gelde anfangen sollen, ist also durchaus nicht vorhanden.(Heiterkeit.) Wir sind entschlossen, die schwachen Punkte unsrer Stellung in der nächsten Zeit sehr zu verstärken, und das wird große Ausgaben erfordern. Daß eine große Anzahl von Wahlkreisen gar nicht in der Tabelle vorhanden sind, daß andre sich mit einer gewissen AnstandZjnmme abfinden, die durchaus nicht dem entspricht, was sie leisten können, das sind alte Klagen, mit denen wir uns schon oft befaßt haben, und worüber wir uns bei der Behandlung der Organisationsfrage näher unterhalten werden. Es muß bei dieser Gelegenheit hervor- gehoben werden, daß die Leistungen der Kreise in den Zablen unsres Kassenabschlusses nicht ganz zum Ausdruck kommen. Magdeburg z. B. leistet noch viel für die allgemeine Agitation in der Provinz Sachsen. Vielleicht gestatten Sie mir, eine persönliche Bitte vorzuwagen, die mir schon bei verschiedenen Parteitagen auf der Lippe geschwebt hat. Verschiedene Genossen wünschen, daß ihre Bei- träge unter einem Motto quittiert werden, das vielleicht in einem kleinen geselligen Kreise angebracht ist, das sich aber geschmack- los ausnimmt, wenn es an erster Stelle in der Ouittung im „Vorwärts" steht. Ein Beispiel: Ein Verein, der offenbar den Humor pflegt, überwies die Eintrittsgelder der neuen Mitglieder der Parteikasse, er wählte aber hierzu das Motto: Ferkelgeld des Schweinigelklubs.(Große Heiterkeit.) Das geht doch nicht, ich als Kassierer muß mich in solchen Fällen mit den Absendern in Verbindung setzen und sie höflichst ersuchen, das Motto zu ändern. Wir haben aber doch wichtigere Dinge zu thun, als solche über- flüssige und unnötige Arbeit zu verrichten. So günstig trotz mancher Ausstellungen der Kassenabschlutz ge- Wesen ist, ebenso günstig war die Entwicklung und der Stand der Parteipresse im vergangenen Jahre. Bei den Reichstagswahlen wird ja infolge der Aufrüttelung der.Massen unser» Parteizeitungen immer ein größerer Abonnentenstand zugeführt. Erfahrungsgemäß ist aber nur immer ein kleiner Prozentsatz davon festzuhalten, und es wäre kein Wunder, wenn auch in diesem Jahre die gleiche Er- scheinung zu Tage getteten wäre. Ganz ohne Verluste ist es aller- dings nicht abgegangen, aber immerhin hat unsre Presse sehr gut abgeschnitten. 15 Blätter haben insgesamt 8008 Abon- nenten verloren, aber in fast allen Fällen tragen bestimmte örtliche Vorgänge die Schuld daran, wie große Arbeiteraussperrungen und dergleichen. Der Verlust an Abonnenten wird nur ein vorüber- gehender sein. Dagegen haben 39 Blätter einen Zuwachs von 47 380 Abonnenten aufzuweisen. Insgesamt zählt unsre Presse gegenwärtig nach den Berichten, die diesmal so vollständig eingingen wie noch me zuvor, 620 282 zahlende Abonnenten. Sollte der Antrag 9 angenommen werden, so müßte ich die Genossen bitten, uns auch das notwendige statistische Material zu liefern, denn sonst würde durch den Antrag gar nichts erreicht sein. Im Durchschnitt kommt auf jeden Abon- nenten ein Nettobetrag von 6>/z Mark pro Jahr, also 52 Pfennige pro Monat. Die Einnahmen aus den Inseraten beziffern sich auf 2 253 538 M.; diese Einnahme legt Zeugnis davon ab, welche Stellung unsre Presse im öffentlichen Leben einnimmt. Eine der erfreulichsten Erscheinungen bei dem Wachstum unsrer Presse ist die starke Zunahme der Abonnenten der„Gleichheit". Die zähe, aufopferungsvolle Arbeit unsrer in erster Linie kämpfenden Genossin, die gewiß mancher von uns mit Bewunderung verfolgt hat, findet endlich den wohlverdienten Erfolg.(Beifall.) Einzelnen unsrer Organe sieht man es freilich schon äußerlich an, daß sie immer noch Aschenbrödel geblieben sind, sie haben an dem rapiden Aufschwung nicht teilgenommen. Hier muß energisch eingegriffen tv erden. Es haben bereits eingehende Erwägungen darüber stattgefunden, wie den im Abonnentenstande noch zurückgebliebenen Blättern nach- geholfen werden kann. Namentlich im Königreich Sachsen steht in einer Reihe von Kreisen die Leserzahl in schreiendem Mißverhältnis zu der Zahl der für uns abgegebenen Stimmen. Eine lange Erfahrung hat uns gezeigt, daß wir unser» Besitzstand erst dann als einigerniaßen befestigt und gesichert an- sehen können, wenn die Zahl der Abonnenten unsrer Presse den dritten Teil der abgegebenen Stimmen beträgt. Die bei den letzten Wahlen für uns abgegebenen Stimmen betrugen drei Millionen. Wenn die Abonnentenzahl unsrer Blätter ein Drittel dieser Summe betragen soll, so muß sie noch um 380 000 gesteigert werden. Wir haben also noch ein tüchtiges Stück Arbeit zu leisten und hoffen, daß die von uns geplanten Maßnahmen erfolgreich sein werden. Unter den Anträgen befinden sich einige, die sofort erfüllt werden können. Dazu gehören die Anträge 33 und 35. Eine weitere Reihe von Anträgen enthalten dankenswerte Anregungen: Die Anträge 32, 36, 37, 39 und 108. Da- gegen sind die Anträge 28 und 29 betreffend die Jugendlitteratnr schwerer zu erledigen,'weil eine solche Litteratur nicht einfach durch einen Beschlutz geschaffen werden kann. Für verfehlt halte ich da- gegen den Antrag 105, der bekanntlich will, daß die Partei unter den Arbeitern, die zur Armee einberufen werden sollen, eine be- sondere Agitation entfalte. Es ist doch nur zweierlei möglich: Eni- weder diese jungen Leute haben bereits an dem geistigen Leben der Nation und besonders ihrer Klasse mit Nutzen teilgenommen, dann wissen sie, wohin sie gehören. Ist das nicht der Fall, dann kann das vor dem Eintritt in das Heer durch Broschüren nicht nach- geholt werden. Wir würden dadurch den jungen Leuten das Leben beim Militär außerordentlich erschweren. Ich rate Ihnen deshalb, alle diese Anträge im großen und ganzen dem Vorstande zu über- weisen.(Bebel ruft: 105 ablehnen!) Jawohl: mit Ausnahme des Antrages 105, den wir abzulehnen bitten. Pfannkuch-Berlin giebt einen Nachtrag zu seinem Bericht. Der Vorstand hat die Gewohnheit, Fragen, die eine größere sinanzielle Tragweite haben, gemeinsam mit der Kontrollkommission zu erledigen, nicht, weil er die Verantwortung scheute, sondern um Reibungen mit der Kontroll- kommission zu vermeiden. In einer dieser gemeinschaftlichen Sitzungen haben wir die Frage der Parteisekretäre erörtert und beschlossen, Ihnen folgende Vorschläge zu machen: Es möge der Parteileitung anheimgegeben werden, die Bedürftnsftage zu entscheiden. Wird diese Frage bejaht, so sollen die Bezirke das Vorschlagsrecht für die Person des zu ernennenden Sekretärs haben. Der Vorstand soll aber an diese Vorschläge nicht gebunden sein, sondern das Recht haben, unter Umständen einen andern zu bestimmen. Als Anfangs- gehalt schlagen wir 2000 M. vor. Selbstverständlich sind darin Spesen, Reisekosten u. dergl. nicht einbegriffen. Das Anfangsgehalt soll von drei zu drei Jahren um je 200 M. steigen. Ein Maximalgehalt wollen wir vorläufig nicht feststellen. Wir können vorläufig die Entwicklung abwarten und dann ja jederzeit die Maximalgrenze bestimmen. Bebel hat gestern bereits bedauert, daß Singer und Auer durch Krankheit ferngehalten sind. Von Singer kann ich sagen, daß sein bitterster Schmerz der ist, krank zu sein, ohne Schinerzen zu haben. Auer, den ich am borigen Sonntag besucht habe, hat auf mich den erfreulichen Eindruck gemacht, daß ich ihn seit zwei Jahren körper- lich und geistig nicht so munter gesehen habe wie diesmal. Wir können also hoffen, daß er recht bald seine Krankheit überwinden wird. Nichtsdestoweniger mußten wir uns in diesem Frühjahr nach einer vorläufigen Arbeitskraft umsehen. Der wachsende Umfang unsrer Arbeiten machte das notwendig. Zahlen sprechen da eine deutliche Sprache. Die Zahl der Eingänge an Briefen usw. betrug 3400, die der Ausgänge 5400, worunter die Massensendungen nicht einbegriffen sind. Wir stellten also den Genossen Molkenbuhr ein und können heute sagen, daß wir in ihm vollständig das ge- sunden haben, was wir suchten. Wir schlagen Ihnen deshalb vor, unbeschadet des Eintritts des Kollegen Auer den Genossen Molken- buhr zur Vervollständigung des Bureaus in den Vorstand zu wählen. Dann wird das Bureau, glaube ich, den Ansprüchen gerecht werden können. Eben wird mir ein Zettel übergeben, in dem ich aufgefordert werde, die Stellung des Vorstandes zur Alkoholfrage mitzuteilen. (Unruhe und Oho-Ruse.) Das kann ich nicht, weil dazu erst eine Debatte im Vorstande stattfinden müßte.(Zuruf: Beim Biere I Heiterkeit.) Das aber glaube ich aussprechen zu dürfen: Die Alkohol- frage ist eine so brennende Frage nicht, daß sie unbedingt jetzt oder auch im nächsten Jahre auf die Tagesordnung des Parteitages ge- setzt werden müßte. Wir können uns über die Frage ja weiter in Versammlungen und in der Presse unterhalten. Ob sie mal eine Parteifrage werden wird, will ich nicht erörtern, ich wünsche es aber nicht. Meister-Berlin erstattet den Bericht der Kontrolleure: Leider kann ich mich diesmal nicht so kurz fassen, wie in den letzten Jahren. Bei der letzten Konttolle über die Geschäftsführung des Vorstandes und der Partei- Unternehmungen hatten wir keine Ursache zu irgend welchem Moniwm. Es war alles in bester Ordnung. Dagegen ist die Zahl der an uns gelangten Beschwerden größer als in den letzten Jahren. Schon in Dresden beschäfttgte uns die unleidliche Angelegenheit Emmel. Wir konnten damals ein abschließendes Urteil nicht fällen, sondern hielten ein Schiedsgerichtsverfahren für nötig. Das Schieds- gericht fand statt und erklärte, daß zur Klärung der An- gelegenhcit eine gerichtliche Klage Emmcls gegen Meßbecher wegen Beleidigung erfolgen müsse. Da die Beleidigungen verjährt waren, wiederholte Meßbecher seine Beschuldigungen und das Ge« richt hat dann in zwei Instanzen zu Ungunsten Emmels entschieden. Die Kontrollkommission beschloß daraufhin, das Urteil der letzten Instanz abzuwarten und zunächst die Genossen in Mühlhausen nur aufzufordern, Emmel bis zur Entscheidung der Sache von allen Ehrenämtern zu entbinden. Leider haben die Mühlhauser Genossen dieser Aufforderung nicht entsprochen; sie haben uns absichtlich eine Backpfeife versetzt, indem sie in derselben Versammlung, in der sie über unfern Beschluß verhandelten, die Kandidatur Emmels für den Landesausschuß aufstellten. Den: gegenüber habe ich im Namen der Kontrollkommission folgende Erklärung zu verlesen: „Ein Teil des Beschlusses der Konttollkommission in Sachen der Mülhauser Parteigenossen bestand darin, die Parteigenossen in Mül- Hausen aufzufordern, bis zur Erledigung des Beleidigungsprozesses Emmel mit Vertrauensposten nicht zu betrauen.' Dieser Beschluß wurde nach eingehender Verhandlung des Sachverhalts gefaßh mit dem die Konttollkommission sich leider bereits wiederholt zu be- schäftigen Gelegenheit nehmen mußte. Er war der mildeste Ausdruck der Konsequenzen, welche sich nach dem einstimmigen Urteil der Kontrollkommission aus denr vorliegenden Thatsachenbestand ergaben. Die Mülhauser Genossen im Wahlvercin haben es sllr gut befunden, sich über diesen Teil der Entscheidung der Kom- Mission hinwegzusetzen. Bei Kenntnisnahme der Entscheidung er- klärten dieselben, der Aufforderung nicht nachzukommen, da kein Grund vorliegt, Emnrel auf die bloße Anschuldigung Meßbechers hin das Verttauen zu entziehen. Der Wahlverein beschloß die Kandi- dawr Emmels für den Landesausschuß aufzustellen. Die Konttoll- kommission erblickt in diesem Verhalten einen schweren Verstoß gegen die parteigenössische Disciplin, einen Verstoß, welcher die schärfste Rüge herausfordert. Der Arbeiter- Wahlvercin in Mül- Hansen hatte in der Sache gar nichts mit Wetzbecher und seinen Anschuldigungen zu thun, wohl aber mit den Beschlüssen einer Partei-Jnstanz, welche vom Parteitage laut Organisationsstatut berufen ist, in schwebenden Angelegenheiten zu entscheiden. Die Konttollkommission hatte diese ihre Aufgabe Pflicht- gemäß erfüllt; die sachliche Grundlage ihrer Beschlüsse bildeten denn auch leineswe nur Meßbechers Anschuldigungen, sondern noch ein Ich bemerke noch einmal, daß die Kontrollkommission von ihrer Aufforderung an die Mülhauser Genossen von weiteren Beschlüssen gegen Emmel nur abgesehen hatte, weil sie das definitive Urteil abwarten wollte. In Düsseldorf haben wir schon seit langen Jahren Verhältnisse, bie man eigentlich für undenkbar halten sollte. Es sind dort zwei vollständige Parteien innerhalb der Partei. Das Resultat der Streitigkeiten war ein Schiedsgericht, in dem Gerisch den Vorsitz führte. Leider traten innerhalb der Verhandlung Zustände zu tage, die es Gerisch wünschenswert erscheinen ließen, das Schiedsgericht aufzulösen, um nicht weiteres Material zu einer Denunziation zu liefern. Zu der neuen schiedsgerichtlichen Verhandlung wurden Koenen und ich als Vertreter der Kommission als Zuhörer zugezogen. Es tamen Zustände zum Vorschein, wie ich sie in meiner langen Parteizugehörigfeit noch nirgends gefunden habe, und auch heute noch ist es damit nicht beffer. Das können Sie aus den heute verteilten Flugblättern er fehen, wenn Sie Ihre Zeit damit wegschmeißen wollen, sie zu lesen. Das Resultat der Verhandlung war, daß beide Parteien Rügen erhielten und daß gegen einen Genoffen eine besonders scharfe Rüge beschlossen wurde. Zum Ausschluß dieses Genossen hatte man wohl Lust, aber nicht die Courage.( Hört, hört!) Das Urteil, das über diesen Genossen gefällt wurde, war eigentlich noch schärfer als ein Ausschluß, aber man sagte sich: Man kann die Klippe des Ausschlusses um gehen, wenn man den Menschen für verrückt erklärt.( Seiterkeit.) Als die Sache dann an die Kontrolleure tam, haben wir sie eingehend geprüft. Im allgemeinen fchloffen wir uns dem Urteil des Schiedsgerichts au, aber Windhoff wurde ausgeschlossen, weil wir uns fagten, daß er sich sehr wohl dessen bewußt gewesen sein müsse, was er that. Sie finden die Begründung unfres Urteils auf S. 26 des Berichts. In der letzten Zeit ist in Bielefeld ein Schiedsgericht zusammen getreten, das einen der ältesten dortigen Genossen, den Genossen Schwedendiet aus der Partei ausschloß. Es wurde ein Partei ausschloß. Es wurde ein Schiedsgericht beim Vorstand beantragt und dies fand unter dem Borsig von Lorberg statt. " reiches Thatsachenmaterial. Die Kontrollkommission erachtet es für| Justanzen anzurufen; das wird bestätigt durch ein Schreiben des und Agitationsarbeit ist sehr schwer, denn Posen ist das ihre Pflicht, auf die höchst bedenklichen Konsequenzen hinzutveisen, die Genossen Pfeiffle, in dem zugegeben wird, daß das betreffende Land der Klassischen Armut. Von 120 000 Einwohnern wohnen in unvermeidlich sind, wenn derartige unverantwortliche Disciplin- Schiedsgericht eine Entscheidung im Sinne des§ 2 widrigkeiten Ab- Posen 24 000 in Wohnungen von einem Zimmer, die Kinderarbeit von Parteigenossen ungerügt hingehen. Sie fag 2 unfres Organisationsstatuts nicht treffen konnte. Man habe ist dort sehr verbreitet; dazu kommt das Umfichgreifen des Schnapserfucht den Parteitag, daß derselbe mit ihr übereinstimme in aber geglaubt, den lokalen Streit auch auf einen Totalen Herb be- tonfums in Bosen. Unter diesen Umständen ist es natürlich nicht der schärfsten Verurteilung dieses Vergehens. Diese Verurteilung fchränken zu können. Der Genosse Pfeiffle bittet, diesen Sach- leicht, die Arbeiter aufzuklären. Kein Wunder, daß Posen die trifft sowohl die Mitglieder des Mülhauser Wahlvereins wie den verhalt den Genossen zur Kenntnis zu bringen. Der Landesvorstand höchsten Kriminalitätsziffern aufweift! Genossen Emmel, der durch die Annahme des Mandats in der ge- fonnte daher den Ausschluß aus der Partei nicht aussprechen. Da jucht die Arbeiter zu verdummen, die Arbeitgeber zahlen schamlose Die schwarze Garde tennzeichneten Situation den Disciplinbruch unterstützte." dieser Jrrtum dem Landesvorstand untergelaufen war, mußte die Löhne, die Stadt Entscheidung der Kontrollkommission so wie mitgeteilt ausfallen. selbst verfällt Armut, der größten da die Reichen aus Posen fortziehen. Wir haben jetzt die 15 WahlWeiter beschäftigte sich die Kontrollfommission mit dem Fall des freise der Provinz Posen in drei Teile geteilt, um die Organisation Genossen May Oppenheim in Bockenheim bei Frankfurt a. M. Dieser besser betreiben zu können. Die Genoffen, namentlich die von Schönwandte sich an uns mit dem Ersuchen, eine Modifikation des Urteils lauke, richten an den Parteitag die Bitte, daß ihnen genügendes des Parteischiedsgerichts vom 7. September d. J. in seiner An- Material zur Verfügung gestellt wird, damit sie in der Lage find, gelegenheit vorzunehmen. Die von Oppenheim zu den Akten des die Arbeiter aus ihrer Stupidität aufzuraffen. Die Presse genügt Parteiarchivs gegebene Erklärung war für die Kontrollkommission ge- ums in Bosen nicht, wir fommen mit unfrem Breslauer Organ nicht nügend, um seine Angelegenheit als damit erledigt zu betrachten. vorwärts. Namentlich, seitdem es teine Unterstützung mehr vom Weiter hat sich Frau Gubela- Berlin beschwerdeführend gegen die Parteivorstand bekommt, macht es uns mehr Schwierigkeiten als Vertrauensleute an die Kontrollkommission gewandt, weil sie durch es uns helfen kann. Ich bin dem Parteivorstand dankbar, daß er den Beschluß der Vertrauensleute in ihrer Thätigkeit beschränkt sei; uns auch in Zukunft unterstüßen will. Unberechtigte Forderungen sie ersucht die Kontrollkommission um Aufhebung des Beschluffes. werden wir nicht stellen. Leider hat man Posen früher zu viel Die Kontrollkommission war aber der Meinung, daß ihre Kompetenz bewilligt, weil einzelne Personen es verstanden haben, dem Parteinicht so weit gehe. Aus der Partei ist Frau Gubela nicht ausgeschlossen, vorstand schöne Bilder vorzugaufeln. Das hat dazu beigetragen, ob die Berliner aber ihre weitere Thätigkeit als wünschenswert er- daß die Lodderwirtschaft in Pofen zunahm. Wir werden tüchtig achten, das muß ihnen selbst überlassen werden. Frau Gubela ist weiter arbeiten und hoffen, mit Unterstützung des Parteivorstandes schriftlich dahin beschieden worden. in Zabrze um Zuivendung einer Unterstügung aus der Parteitasje Einem Gesuch von Marek und der übrigen Genossen in Deutschland Fortschritte zu machen. Ullenbaum- Elberfeld: Der Vorschlag des Vorstandes auf Anfonnte die Kontrollkommission nicht zustimmen. Der Parteivorstand stellung von Parteisekretären macht unfren Antrag überflüssig. Wir hat den Genossen wiederholt und reichlich unterstützt, allerdings ist freuen uns, daß sein Widerstand gegen diesen Gedanken jest geauch jetzt noch Not vorhanden, aber wir fönnen es nicht verantworten, brochen ist. Bedenklich erscheint es mir, schon jetzt eine Gehaltswenn der Genosse fortlaufend unterstützt wird. Der letzte Fall, stala für die Parteisekretäre festzustellen. Das kann den einzelnen der uns beschäftigte, betrifft den Fall des Genossen Ged tontra Landesteilen überlassen bleiben. Pfannkuch meint, wir sollten nicht badischen Landesvorstand. Er hat seine Erledigung gefunden, ohne imuner bekannte Neichstags- Abgeordnete als Redner verlangen. Aber daß die Kontrollkommission gesprochen hat. Wir haben nur den wenn wir die indifferenten Massen aufrütteln wollen, müssen Wunsch, daß beide Teile jetzt befriedigt fein mögen und hoffen, daß wir Redner haben, deren Namen einen guten Klang befizer. dann in dem gemütlichen Ländle bessere und gemütliche Verhältnisse Unfre Fraktion ist doch jezt 80 Mann stark geworden. Da muß Play greifen werden. es leichter als früher sein, Abgeordnete als Redner git Das ist mein Bericht. Ich habe schließlich noch im Namen der schicken, oder es muß etwas faul im Staate Dänemark fein. Man vorstand für seine Thätigkeit Decharge erteilen mögen.( Bravo!) Kontrolltontmission zu beantragen, daß Sie dem gesamten Partei- freut sich ja, wenn man auf den Parteitagen die alten Stämpen in voller Frische wiedersieht. Da sollte man meinen, sie sollten auch Wort: Genoffe Meister hat das in Düsseldorf thätig gewesene Schieds- muß sich bei irgendwie gutem Willen ermöglichen lassen. Jedenfalls Gerisch nimmt zur Ergänzung seines Berichts nochmals das ein paar Wochen für die allgemeine Agitation übrig haben. Das gericht kritisiert, und zwar in der ihm eignen drastischen Weise, die sollte der Vorstand etwas Feuer dahinter machen. Unser niederich ihm persönlich nicht im geringsten übel nehme. Aber als Vor- rheinischer Agitationsbezirk hat jetzt den Genossen Baudert zu einer Es betrifft gerade diese Sache nach Ansicht der Kontroll- figender des Schiedsgerichts fühle ich mich doch verpflichtet, das Agitationstour, für deren zweiten Teil nicht weniger als 33 Ver fommission eine Angelegenheit von großem Interesse. Es handelt Gericht in Schutz zu nehmen. Genosse Meister sagte, das fammlungen geplant waren, aufgefordert. Sie ersehen daraus, fich um den 63 Jahre alten Genossen Schweckendiek, den ältesten Ge- Gericht habe nicht die Courage gehabt, Windhoff auszuschließen. welches Bedürfnis vorhanden ist. Mittlerweile kommt die Nachricht, nossen in Bielefeld, der bis heute sich als einer der bravsten Ge- Das trifft nicht zu. Das Schiedsgericht ging davon aus, daß Baudert nicht kommen könne, weil er inzwischen einen nossen bethätigt, schwere persönliche Opfer in den ganzen Jahren daß unter den in Düsseldorf obwaltenden Verhältnissen ein Urteil, Redakteurposten in der Erfurter Tribüne" übernommen hat. gebracht und in den schwersten Zeiten zur Partei gestanden hat. das irgend welchen Wert haben sollte, einstimmig gefaßt sein Als Ersay wird Genosse Hoffmann gefchickt, den wir ja acceptieren. Ein von beiden Seiten berufenes Schiedsgericht hat am 25. Juli müßte und daß ein mit einer Mehrheit von 4 gegen 3 Stimmen Es ist ja sehr schön, daß von den Partei- Unternehmungen llebers einstimmig beschlossen: Der Beschluß des Wahlvereins in Bielefeld gefaßter Beschluß für Düsseldorf absolut wertlos fei. Dazu kommt, schüsse erzielt werden; aber ich halte es für verkehrt, daß die ist aufzuheben und Genosse Schweckendiek auch ferner als Genoffe zu daß der als Hauptschuldiger erklärte Genosse Windhoff jahrelang Partei Buchhandlungen Ueberschüsse abwerfen. So hat die betrachten. Ich habe Ihnen in diefer Sache folgende Erklärung der unser fleißigfter und tüchtigster Genosse in Düsseldorf ge- Borwärts- Buchhandlung einen Ueberschuß von 35 000 Mart erzielt. Kontrolleure vorzutragen: Neuerdings mehren sich die Fälle mit wesen ist. Das war ein überaus großer Milderungs- Sie scheint sich aber ein Muster an der Münchener Partei- Buchder Zunahme des Kampfes auf wirtschaftlichem Gebiete, die zu An- grund. Wer übrigens den Genossen Windhoff aus früheren handlung zu nehmen, indem sie den Preis für Agitationsbroschüren flagen führen gegen solche Parteigenossen, welche als Mitglieder Parteitagen fennt, wird den Eindruck gewonnen haben, daß er im in die Höhe fett. So toftet Bernsteins Agitationsbroschüre über einer Gewerkschaft bei Streits oder Aussperrungen durch ein ent- höchsten Grade fanatisch und rechthaberisch ist. Sein Glaube, stets Raffalle 50 Bf. und die Broschüre über den Prozeß in Saarbrücken ehrendes Verhalten die Zugehörigkeit zur socialdemokratischen Partei allein Recht zu haben und von einer gefaßten Meinung allen 50 Bf. Solche Broschüren, die zur Massenverbreitung bestimmt sind, berloren haben sollen. Dingegen ereignet es sich sehr selten, daß Einwirkungen gegenüber nie abzugehen, ist gradezu frank- sollten so billig als möglich verkauft werden, sonst bringen sie nicht ein Ehrenstreit bei gewerksd aftlichen Organisationen deshalb zur Ein- haft. Das Schiedsgericht, das einstimmig fein Urteil ins Volk ein. Ich bitte hierin um Nemedur. leitung oder zum Austrag kommt, weil der der Berufsgenossen- abgegeben hat, bestand aus lauter alten Genossen, die Wicky- Mülhausen: Ich muß bemängeln, daß der Vorstand bei schaft zugehörige Parteigenosse in verschuldeter Weise es unter schon den Mut gefunden hätten, die nötigen Konsequenzen zu der Aufführung unsrer Erfolge bei den Kommunalwahlen Mülhausen läßt, in dem politischen Klaffenkampfe und zum Zweck einer ziehen, wenn sie den Ausschluß Windhoffs für nötig gehalten hätten. im Elsaß nicht erwähnt hat, obwohl es die einzige Stadt, wo wir die erfolgreichen Agitation für die socialdemokratische Partei seine Pflicht Aber wir haben uns gefagt, wie wir in der bürgerlichen Straf- Mehrheit haben, die durch die Nachwahl noch verstärkt worden ist. einigermaßen oder nach ganzem Vermögen zu erfüllen. Es besteht rechtspflege gegen die Todesstrafe find, so wollen wir es auch Die Kontrolleure werfen uns vor, daß wir ihre Anordnungen unter der flaffenbewußt fämpfenden Arbeiterschaft teine Meinungs- Windhoff gegenüber noch einmal versuchen. Auch mit dem Ausschluß nicht beachtet hätten. Wie liegt es aber in Wirklichkeit? Wir verschiedenheit darüber und auch bei der Kontrollfommission ist fein eines Genossen ist durchaus noch nicht alles erledigt. Das beweisen hatten ein Schiedsgericht gegen 2, 3 Genossen beantragt, aber fein Zweifel darüber gelaffen, daß bei der Notwendigkeit mit der Waffe die Dinge, wie sie jetzt in Düsseldorf weiter gehen. Schiedsgericht gegen Emmel. Das Schiedsgericht beschloß den des Streifs zu fämpfen, der mit Bewußtsein geübte Streifbruch als Ausschluß der zwei Genossen. Nachher kommt von der Kontrolleine ehrlose Handlung gebrandmarkt und verurteilt werden muß. tommission der Bescheid, daß Emmel seine Ehrenämter niederlegen Mit Rücksicht auf die schweren Folgen einer Ahndung der un folle und wir ihm keine neuen anvertrauen dürfen. Wie kommt solidarischen Handlungsweise muß von Fall zu Fall eine Beurteilung Der Vorsigende Dich schlägt vor, die Diskussion nach folgenden die Kontrollkommission dazu, ohne vorher die Sache zu prüfen, auf des Deliftes in subjektiver und objektiver Hinsicht vorangehen, ehe Punkten zu ordnen: 1. Agitation. 2. Presse. 3. Tagesordning des die Anschuldigung eines gemeinen Denunzianten, eines politischen der socialdemokratische Richter die schwerste Strafe der moralischen nächsten Parteitags.( Zustimmung.) Gauners hin( Unruhe), der mit den Mitteln der Gegner arbeitet, Bernichtung eines bisherigen Parteigenoffen, der nach allen Seiten Die Diskussion wird eröffnet. einen solchen Bescheid zu fällen. Sie konnten ja ein Schiedsgericht feine Schuldigkeit gethan hat, ausspricht. In der Bielefelder Streit- Becker- Dortmund: Am Vorstandsbericht habe ich nichts aus- gegen Emmel beantragen. Nun spricht Meister bon fache bestreitet teine Nichtung, daß die Tendenz der Streifbewegung zusetzen. Ich will nur die Verhältnisse im Ruhrgebiete besprechen. weiterem Material. Weshalb ist uns dieses weitere sich gegen die Organisation der Unternehmer richtete und demgemäß Seit die Reichstagswahlen vorüber sind, ist die Agitation dort voll- Material nicht zur Verfügung gestellt worden? Auf lautete die Stampfparole. Der Meister des Genossen Schwedendiet ständig vernachlässigt worden. Die fähigen Kräfte werden durch die bloße Anschuldigungen hin darf man doch nicht einen Parteisteht diesem Prinzipalsring fern, es fonnte wenigstens seine Zu- Bergarbeiterbewegung absorbiert. Haben wir einen tüchtigen Ge- genossen verurteilen; er muß sich vorher äußern dürfen. gehörigkeit zu der befehdeten Gemeinschaft nicht behauptet werden, nossen ausgebildet, jo kommt der Bergarbeiterverband und nimmt ch bitte Sie, die Resolution, die sich gegen die Mülhausener Geauch hatte er dem Genossen erklärt, daß er bereit sei, die Forderungen ihn uns weg. Deshalb haben wir den Antrag gestellt, nossen richtet, nicht anzunehmen. Die Kontrollkommiffion hätte einen der Gewerkschaft zu erfüllen, wenn man mit ihm verhandelte. einen befoldeten Agitator für das für das Ruhrrevier anzustellen. andern Weg einschlagen können, dann wären wir einverstanden geEr steht mit seinem Arbeitgeber in freundschaftlichem Verhältnis. Unser Kampf gegen das blaue und schwarze Pfaffentum ist wesen. Aber sie hat uns kein Wort gesagt, sondern über den Kopf Als wesentlich steht fest, daß sein Geschäft in jenem Stadium des schwer, besonders gegen die katholische Kirche mit ihren der Organisation hinsveg Beschlüsse gefaßt. Wir haben nicht das Kampfes, als Schweckendiek fortarbeitete, nicht unter die Zahl der zahllosen Organisationen. Ihnen haben wir nichts Aehnliches Recht, mit der Ehre eines Genoffen, der jahrelang in der Partei Firmen zählte, die durch Arbeitsniederlegung zur Nachgiebigkeit entgegenzusetzen. Und doch handelt es sich hier um ein weites und steht, auf die Anschuldigungen einer einzelnen Person hin zu spielen. gebracht werden sollten. Es liegt hier ein Fehler in der Streit außerordentlich günstiges Gebiet. Wir können im Sauerland Wurzel Jede Gelegenheit, sich über diese Anschuldigungen auszusprechen, hat taftit vor, wenigstens eine Abweichung von der sonst in gewerk- faffen, wir können in den Fusangelschen Wahlkreis eindringen. So ihm gefehlt. In dem Schiedsgericht, das eingesetzt war, um den schaftlichen Kämpfen angewandten Methode. Es darf aus viel Arbeiter sind dort vorhanden, die nach Aufklärung verlangen. Ausschluß gegen die beiden Genossen zu prüfen, ist mit teiner Silbe diesem Grunde angenommen werden, daß die Auffassung Schweden- Wir können sie ihnen nicht geben, weil Zeit und Personen fehlen. über Emmel gesprochen worden. Jetzt geschieht ihm Unrecht. diets über seine Stellung in diesem Streik in dieser Thatsache Wenn der Parteitag uns entgegenkommt, können wir einen aussichts- Sindermann- Dresden begründet den Antrag 9. Nur durch eine begründet ist, abgesehen davon, daß Schweckendiet für Berüd- vollen Weg beschreiten. schlagfertige Organisation können die großen Erfolge des 16. Juni sichtigung seines hohen Alters und der für seine Ueberzeugung ge- Noch etwas habe ich über die Presse zu sagen: Man hat mit hochgehalten und neue Erfolge errungen werden. Deshalb soll man brachten materiellen Opfer sich auf Beispiele aus der Streifpraris Recht in den höchsten Tönen das Lob der Preise gesungen. Aber es jedes Mittel ergreifen, um die Organisation auszubauen. Ein berufen konnte. Zweifellos wirkte diese Absonderung von der um haben sich mit der Entwickelung auch gewisse Mißstände heraus- solches Mittel ist zweifellos die Pflege der Statistik. Bei ihre berechtigten Forderungen kämpfenden Kollegenschaft schädigend gestellt. Vor allem eine gewisse Uniformität. Ich habe in meiner uns Sachsen haben wir schon seit vielen Jahren auf den Streit ein. Es darf aber nach der objektiven Lage des Mappe zwei Duzend Blätter, die an ein- und demselben Tage eine solche Statistit, wie wir sie beantragen, es ist nicht Falles bestritten oder beztveifelt werden, daß bei Schweckendiet das ein- und denselben Leitartikel gebracht haben.( Heiterkeit. allzuschwer, fie aufzustellen. Der Parteivorstand brauche sich Bewußtsein für sein Unrecht vorhanden war. Die Kontrollkommission Rufe: Wann und ivas war es?) Es handelte sich zu diesem Zweck gar nicht an jeden einzelnen Wahlkreis hält den Beweis für die Schuld Schweckendieks nicht für erbracht um die Lassallefeier. Da sollte man doch meinen, daß jedes Blatt zu wenden, sondern die verschiedenen Provinzial- Agitationskomitees und bestätigt das freisprechende Urteil des Schiedsgerichts; fie ist etwas Gutes und Selbständiges von eignen Gesichtspunkten zu sagen werden ihm das Material zur Verfügung stellen. In Sachsen sind bei objektiver Würdigung aller Momente der Ansicht, daß es der hätte. Und da wird bei einer solchen Gelegenheit ein und derselbe die Organisationen durch die Pflege der Statistit angespornt, und Streiffommission möglich gewesen wäre, den Fall Schweckendiet mit Artikel aus ein und derselben Fabrit bezogen.( Ruf: War er denn was für Sachsen möglich ist, wird auch für das übrige Deutschland etivas mehr Geschick im geeigneten Augenblick ohne Erregung der gut?) Selbstverständlich war er gut.( Große Heiterkeit. Rufe: möglich sein. Deshalb empfehle ich unsern Antrag zur Annahme. Gemüter der Arbeiterschaft beizulegen. Das ist doch die Hauptsache!) Nein, darauf kommt es nicht an. Betters- Gießen: Es giebt bei uns noch große Arbeitermassen, Wie gesagt, die Kontrollkommission hat sich namentlich durch das wir werfen ja immer der Amtsblattpresse vor, daß sie aus einer die der Aufklärung bedürfen. Von uns aus fonnte diese Arbeit in hohe Alter des betreffenden Genoffen veranlaßt gefühlt, dem Urteil Quelle gespeist wird. Auch der Dresdener Antrag, der allerdings der Weise, wie es notwendig ist, bisher nicht durchgeführt werden. des Schiedsgerichts beizutreten. Bislang ist in allen Gewerkschaften nicht die nötige Unterſtügung gefunden hat, macht auf einen schweren Es ist deshalb erfreulich, daß der Parteivorstand sich bereit erklärt hat, die Praris geübt worden ich habe das selbst von leitenden Mißstand aufmerksam. Es muß einmal gründlich gezeigt werden, nach dieser Richtung hin das nötige zu thun. Verschiedene Anträge Personen des Maurerverbandes gehört-, daß man so alte daß Redakteure für andre Blätter schreiben, für das eigne Blatt wünschen die Herausgabe weiterer Broschüren. Nach meiner Meinung Berfonen bei Streits ruhig weiterarbeiten läßt, denn wenn sie arbeits- aber nichts thun und lieber Mitarbeiter bezahlen. verfügen wir über genug Material; dagegen wäre es nötig, alllos werden, finden sie sehr schiver odec oft gar nicht wieder eine Schulz Bosen: In dem Bericht des Borstandes haben wir jährlich einen kurzen Bericht über die Thätigkeit der Reichstagsneue Stellung. Die Gewerkschaften sind bislang froh gewesen, wenn Bosener ja schon unsern Denkzettel wegbekommen. Es ist für mich Fraktion herauszugeben. Zum Schluß möchte ich den Parteivorstand es möglich war, in einem solchen Falle den Betreffenden ruhig gerade nicht angenehm, das rückständigste Gebiet des Deutschen noch fragen, wie es sich mit der Entlassung eines lange im weiter arbeiten zu lassen, weil sie sich sagten: er fann den Kohl Meiches hier vertreten zu müssen. Leider glauben verschiedene Vorwärts" beschäftigten Buchdruckers verhielt. Die Kreisblätter doch nicht fett machen und wir sind einer ganz gewaltigen Ber- Genossen, sich dadurch Lorbeeren erwerben zu können, wenn sie sich unsrer Gegner find aus Anlaß dieses Falles gegen unfre antwortung ledig. Die Kontrollkommission hat daher einstimmig in unsre örtlichen Verhältnisse einmischen. Dadurch erhält der Streit Partei vorgegangen. Ich will durch meine Anfrage der den Protest des Wahlvereins Bielefeld auf Aufhebung des Schieds- inumer neue Nahrung. Wir verlangen jetzt, daß die polnischen Geschäftsleitung des Wir verlangen jetzt, daß die polnischen Geschäftsleitung des Vorwärts" Gelegenheit geben, den Fall gerichtsurteils abgelehnt. Genossen, anstatt Radau zu machen und das große Wort zu führen, klarzustellen. Namentlich möchte ich wissen, ob es nicht Weiter beschwerten sich aus Lörrach in Baden die Genossen gemeinsam mit uns arbeiten. Bis heute ist leider eine gemeinsame möglich gewesen wäre, diefen lange Jahre als Sezer im VorMarquardt, Bauer und Fröhling gegen den Landesvorstand der Agitation noch nicht möglich. Würden nicht von außen Töne hinein- wärts" thätigen Mann anderweitig zu beschäftigen. socialdemokratischen Partei wegen Veranstaltung eines Schiedsgerichts geworfen, die den einen oder den andren den Kamm schwellen lassen, gemäß§ 2, Abs. 2 unfres Organisationsstatuts. Dieses Schieds, so wären die polnischen Genoffen schon viel weiter. Sehr schwer gericht, welches am 13. März dieses Jahres inLörrach stattfand und haben wir unter dem Lokalmangel zu leiden, die Wirte in Posen, ich mit dem Ausschluß der Beschwerdeführer befaßte, ist nach die uns ihre Lokale geben, werden ausgehungert, die Tanzerlaubnis Ansicht der Beschwerdeführer gegen die Bestimmungen unsres Statuts wird ihnen entzogen, sie werden auf Polizeistunde gesetzt, während Eingegangene Druckfchriften. Kneipen mit Damenbedienung die halbe Nacht offen haben. 51. Heft des 22." Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir Bon der„ Nenen Zeit"( Stuttgart, Dick' Berlag) ist soeben das zusammengesetzt gewesen. Die Kontrollkommission erklärte die Beschwerde für berechtigt Der Wirt, der uns jetzt sein Lokal hergegeben hat, muß hervor: Arbeiterschutz und Staatsgewalt. Bum ruffisch- japanischen Strieg. und sprach die Richtigkeit jenes Schiedsgerichtsurteils aus. Mit um Mit um zehn Uhr schließen, vermutlich, damit die Arbeiter Bon Rudolf Krafft. Die Unternehmerverbände in den Bereinigten Rücksicht auf die inzwischen in Lörrach eingetretenen Umstände glaubt sich ausschlafen können, um am nächsten Tage wieder für Staaten. Von H. Simons. Trog Krije: ein glänzendes Lustrum!( Aus die Kontrollkommission, den Lörracher Genossen eine Verständigung den Kapitalismus schuften zu können.( Sehr gut!) Trotzdem lassen dem oberschlesischen Industriebezirk.) Von Dr. August Winter. Kaffen empfehlen zu dürfen. Die Zusammensehung des Schiedsgerichts wir uns nicht beirren. Bis zum 1. Oktober 1906 haben wir uns arztfrage und Reichsstatistik. Erwiderung von Dr. G. Bepler. Litterarische war in der That nicht den Bestimmungen unsres Statuts entsprechend. Kontraktlich ein Lokal gesichert und nachher wird der liebe Herrgott Arbeitszeit für Frauen und die Erhöhung des Schuhalters für jugendliche Rundschau: Dr. August Pieper und Helene Simon, Die Herabsetzung der Der Parteivorstand war gar nicht gefragt worden, wie es das schon weiter helfen. Unfre Mitgliederzahl ist zwar jest noch flein, Arbeiter in Fabriken. Von ad. br. Erich Mühjam, Die Wüste. Von Franz Statut verlangt. Man hatte in Lörrach geglaubt, den häßlichen aber sie ist in ständigem Wachsen begriffen, und auf die Mitglieder, Diederich. Notizen: Kinderfegen und fein Ende? Von Bilh. Niepekohl Swift beilegen zu können, auch ohne die großen Partei- l die wir haben, können wir uns verlassen. Die Organisations- Berlin. Also aus gründlichster Kenntnis der Verhältnisse heraus ist das Schiedsgericht dazu gekommen, zwar mit äußerster Schärfe zu verurteilen, aber den Ausschluß nicht auszusprechen. = ( Schluß im Hauptblatt.) Verantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Nr. 221. 21. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 20. September 1904. Der Krieg in Ostasien. Auch heute wird wieder gemeldet, daß die japanische Armee gegen Mulden vorgerüdt fei. Wahrscheinlich erfolgten die japanischen Märsche wieder auf gebirgigem Terrain. meldet sogar vom Sonntag, daß bereits unweit Mukden eine Daily Expreß" Schlacht gegen die ganze russische Armee begonnen habe. Die Front der Japaner ſei 25 Meilen lang und beschreibe einen großen Halbkreis. Kuroki griff auf dem äußersten rechten Flügel an, Otus Armee bilde das Centrum, Nodzu führe den linken Flügel. Ueber Port Arthur liegen verschiedene Meldungen vor. Nach einer Drahtung foll Stössel von Kuropatkin die Nachricht erhalten haben, daß er bis Januar aushalten müsse. Im Januar werde er, Kuropatkin, zu Hilfe kommen fönnen. Weiter wird gemeldet, daß die Garnison in Port Arthur auf 8000 Mann zusammengeschmolzen sei. Auch eine ganze Anzahl von Civilisten in Port Arthur seien bereits gefallen, darunter eine Anzahl Frauen. Es werde daher ein baldiger Sturm auf die Festung erwartet. Die Blockade von Port Arthur sei jezt eine derartige, daß es den Dschunken nicht mehr möglich sei, in Port Arthur einzulaufen. Tokio, 18. September.(„ Neuter"-Meldung.) Marschall Oyama hat heute früh gemeldet, daß General Dku in Liaujang 13 Russen zu Gefangenen gemacht habe. Er berichtet ferner, daß die Japaner in Liaujang 30 Pferde, 2288 Gewehre, 127 Munitionswagen, 5892 Granaten, 659 930 Patronen und große Mengen Holz, Mehl, Neis, Futter, Werkzeuge und Kleidung erbeutet hätten. Kuroki und Nodzu hätten teine Gefangenen gemacht. Kuroki habe 40 Pferde und Munitionswagen, 800 Gewehre, 300 Granaten, 600 000 Batronen, einen telegraphischen Apparat und verschiedene Werkzeuge erbeutet. Nodzu seien 490 Gewehre, 1164 Granaten, 37 880 Patronen, 3 Heliographen, Telephonapparate, Werkzeuge und viel Mundvorrat und Holz in die Hände gefallen. Die Beute, welche Dlu gemacht habe, lohne die Errichtung eines Depots. Friedenau. Die Mitgliederversammlung ist nicht heute, sondern am Mittwoch nächster Woche. Spandau. Morgen Mittwoch 82 Uhr ist in allen Bezirken Zahlabend. Der Wahlverein Reinickendorf hält heute bei Leder, ResidenzVerband in Berlin 10 000 neue Mitglieder gewonnen. Ein großer Teil des Zuwachses kommt auf die in der Gelbmetallindustrie Bein den Streit traten, sind jetzt bis auf den letzten Mann organisiert. schäftigten. Fabriken, die voriges Jahr fast völlig unorganisiert Die Kollegen werden jetzt zeigen, daß ihre Organisation im vorigen worden ist; sie werden zur Stelle sein, um die Scharte wieder ausJahre keineswegs erdrückt oder ihre Aktionsfähigkeit lahmgelegt zuwegen. Es gilt nicht nur, die materielle Lage zu verbessern, straße 1-2, seine Versammlung mit Vortrag ab. Aühnemänner den Metallarbeitern auferlegt haben. Es gilt dem sondern sich frei zu machen von dem unwürdigen Joch, welches die suchende erst in der Gartenstraße oder in der Dresdenerstraße einer schimpflichen Zustande ein Ende zu machen, daß sich jeder Arbeitpeinlichen Untersuchung seiner Vergangenheit unterziehen muß. Hauptverhandlungstermin in dem Hochstaplerproze B. gegen Das Bewußtsein, als freier, gleichberechtigter Mensch zu gelten, muß die Familie Walewski und Genossen ist gestern aufgehoben worden, Der auf den 21. d. Mts. und folgende Tage angesetzt gewesene dem Arbeiter höher stehen, als die Aussicht auf Lohnzulagen, die da das umfangreiche Anklagematerial noch weiterer Sichtung bedarf. ihm bei gutem" Verhalten gewährt werden. In zwei Betrieben der Branche, bei Haller sowie bei Erich u. Gräß, sind die Arbeiter gegenwärtig im Ausstande, und nach den folgen. Die Arbeiter wollen nun nicht warten, bis sie auf die Sazungen der Kühnemänner müßte hierauf eine Aussperrung Straße gesetzt werden. Es ist Zeit, die Gelegenheit wahrzunehmen zugehen. Eine Konferenz der Vertrauensmänner der Gürtler und und zum Angriff gegen die Schärfsten der Scharfmacher vorDrücker hat im Einverständnis mit der Verbandsleitung eine Anzahl von Firmen ausgewählt, denen der Tarif, welchen ein Teil der nicht in der Gefolgschaft der Kühnemänner Fabrikanten am 28. September vorigen Jahres mit dem Metallder Gefolgschaft der Kühnemänner marschierenden arbeiter- Verbande vor dem Gewerbegericht abgeschlossen hat, zur unterschrift vorgelegt werden soll. schlusses empfahl der Redner die Annahme der folgenden ReAls Ausführung dieses Besolution: Die Versammlung tritt dem Beschluß der Vertrauens trauensmännern benannten Werkstätten wird der am 28. Sepmänner- Konferenz bei und beschließt: In den von den Vertember 1903 vor dem Berliner Gewerbegericht abgeschlossene Tarif am Montag den 19 September, früh, vorgelegt. Wo derselbe bis zum 20. September abends nicht unterschrieben ist, wird am 21. September früh die Arbeit nicht wieder aufgenommen." Die Ausführungen des Referenten fanden stürmischen Gürtler und Drücker entschlossen sind, in dem von ihren VerBeifall. In der darauf folgenden Diskussion zeigte sich, daß die trauensmännern vorgeschlagenen Sinne zu handeln und den Fabrikanten aufs neue den Kampf anzubieten. Insbesondere wurde noch hervorgehoben, daß die Schleifer den Gürtlern und Drückern die weitgehendste Solidarität befunden werden. Gerichts- Zeitung. Ein Wohlthäter der Menschheit. A Der Bankier Ostar Haffer hat sich eine Anklage wegen vor die vierte Straftammer hiesigen Landgerichts II führte. Der Beleidigung und Bestechung zugezogen, die ihn gestern Angeklagte, ein notorisch sehr begüterter Mann, dem als GrundMagistrat zu Rigdorf ein ihm gehöriges Terrain zum Preise von stücksspekulant die halbe Umgegend Berlins gehört, hatte dem 694 000 M. zum Kauf angeboten. Nach seiner Ansicht ist die Offerte eine sehr günstige gewesen, denn die Rute sollte 400 M. foften, außer auf eine lange Reihe von Jahren hypothefarisch zum Zinssaze von dem sollte eine Anzahlung nicht geleistet, der Kaufpreis vielmehr 3½ Prog. festgelegt werden. Im Rigdorfer Magistrat ist man Angaben des Baurates nach Abzug des Straßenlandes usw. sich der jedoch der Ansicht, daß der Preis ein zu hoher ist, da sich nach den Preis für die Rute Bauland auf 700 M. stellen würde. Dezernent in dieser Angelegenheit war Bürgermeister Voigt zu Rigdorf, in Bankier Haffer, der eine schwere Krankheit überstanden und noch dessen Bureau der Expedient Müller arbeitete. Mit letzterem hielt recht schwach war, am 1. März eine Rücksprache über die von ihm Tschifu, 18. September.( Meldung des„ Neuterschen Bureaus".). gemachte Offerte und erfuhr bei dieser Gelegenheit, daß der Beamte Der russische Lieutenant Radziwill, der den Boerenkrieg auf enggleichfalls frank gewesen sei. lischer Seite mitgemacht hat, ist als Ueberbringer von Depeschen Am nächsten Tage schickte der Anbon Generallieutenant Stössel an den General Kuropatkin hier angetlagte Herrn Müller zur Stärkung eine Riste Wein und verlangte in dem Begleitbriefe von ihm Auskünfte über die Lage der Sache gekommen. Er erzählt, die Kriegführenden seien gegen einander schäft zu stande zu bringen. Für diesen Fall wurde Herrn Müller mit dem Hinzufügen, daß er sich Mühe geben sollte, um das Gevon schonungsloser Wildheit beseelt, Parlamentär- und Uebergabeeine anständige Provision" in Aussicht gestellt. Herr flaggen würden auf feiner Seite mehr beachtet. Generallieutenant Stöffel Müller nahm den Wein nicht an und machte seiner Behörde Mitlege in einem Befehl an die Besagung Nachdruck auf die Notwendigteilung von dem Vorgefallenen, worauf die Strafanzeige erfolgte. feit, Widerstand bis zum letzten Blutstropfen zu leisten, da die japanischen Offiziere, wenn sie in die Festung eingedrungen wären, nicht in der Der Angeklagte gab den Thatbestand an sich zu, bestritt aber entschieden, irgendwie die Absicht gehabt zu haben, den Beamten zu Lage wären, ihre Soldaten davon abzuhalten, ein Blutbad anzurichten. Der Kommandierende hätte 300 Pflegerinnen geraten, die sei doch üblich, daß, wenn man erfahren wolle, in welcher Festung zu verlassen, sie hätten aber geantwortet, sie wollten sich Deputation eine solche Bauangelegenheit zu einer bestimmten Zeit liege, lieber einem Blutbade aussehen, als ihre Posten verlassen. Radziwill Nachdem am Sonntag die Gürtler und Drücker, haben gestern abend sondern den unter diesem arbeitenden Bureaubeamten nach dem Lohnbewegung der Metallschleifer, Galvaniseure und Hilfsarbeiter. man sich nicht sofort um eine Audienz bei dem Dezernenten bemühe, führte folgendes Beispiel der Wildheit der Kriegführenden an. Bei auch die Metallschleifer, Galvaniseure und ihre Hilfsarbeiter in einer Stande der Angelegenheit befrage. Er selbst sei ein sehr wohldem letzten Sturm hätten zwei japanische Compagnien, als sie sich start besuchten Versammlung beschlossen, in eine Lohnbewegung ein- habender Mann, der schon sehr viel Wohlthätigkeitsafte abgeschnitten und der Gnade der Ruffen preisgegeben gesehen hätten, zutreten. Die Forderungen sollen bei denselben Firmen vorgelegt werden borgenommen habe. Auch in diesem Falle habe er dem Herrn die weiße Flagge gezeigt. Die Russen aber hätten, absichtlich die wie die der Gürtler und Driider, so weit diese Firmen Schleifer und Müller ohne jeden Hintergedanken den Wein lediglich zu den Zweden Flagge unbeachtet lassend, Salven auf Salben auf die hilf Galvaniseure beschäftigen. Für Schleifer wird 55 Pf. Mindestverdienst zugestellt, damit er sich in seiner Krankheit starten lofen Reihen abgegeben. Inzwischen hätten die Japaner, ihre Weiß- verlangt; für die Hilfsarbeiter dieser Branche 35 Pf. Werden Hilfs- könnte. Der Hinweis auf eine etwaige Provision sei eine lofen Reihen abgegeben. Inzwischen hätten die Japaner, ihre Miß- arbeiter als Schleifer beschäftigt, so sollen fie im ersten halben Jahr thörichte Handlung von ihm gewesen, sollte aber auch nur den billigung dieser Handlungsweise ausdrückend, auf ihre eigenen 40 Pf., im zweiten halben Jahr 45 Pf., im zweiten Jahr Zweck haben, die Angelegenheit möglichst zu beschleunigen, was ihm Kameraden geschoffen. Die Folge wäre gewesen, daß 600 Mann auf- 50 Pf., danach als Schleifer 55 Pf. pro Stunde erhalten. Für bei seinem eignen leidenden Zustande sehr wünschenswert war. gerieben und zwischen die verwesten Opfer früherer Angriffe gefallen Galvaniseure werden 50 Pf. Mindestverdienst verlangt; für die Der als Zeuge vernommene Bürgermeister Voigt zu Rirdorf verfeien. Die Berwundeten hätten noch Stunden nachher Taschen Hilfsarbeiter dieser Branche 40 Bf., wenn sie als Galvaniseure be- trat den Standpunkt, daß der Angeklagte dem Expedienten Müller tücher mit den Armen hochgehalten als Zeichen um Hilfe, aber die schäftigt werden, 50 Pf. Im übrigen sind die Bestimmungen der durch seinen Brief zugemutet habe, seine Pflicht zur AmtsRussen hätten sich nicht hinausgewagt. Radziwill fügt hinzu, daß beiden Tarifentwürfe in den meisten Punkten dieselben dieselben wie verschwiegenheit zu brechen, die Kaufangelegenheit zu vermitteln. noch reichlich Munition für Geschüße und Gewehre vorhanden sei bei den Gürtlern und Drückern. Es ist auch die Be- und ihm von Zeit zu Zeit Nachricht zukommen zu laffen. Darin und daß die chinesischen Geschosse nur aus Sparsamkeitsrücksichten Stimmung getroffen, daß der Arbeitgeber neu eintretenden Arbeitern läge etwas ungefeßliches, denn der Beamte sei zu solchen privaten bei Accordarbeit den Mindestverdienst in den ersten 14 Tagen nicht Auskünften nicht berechtigt. gebraucht würden. zu zahlen braucht, wenn sie ihn nicht erreichen. Folgende Resolution wurde einstimmig angenommen: Gewerkschaftliches. Berlin und amgegend. Die Resolution wurde einstimmig angenommen.. Dann trennten sich die Versammelten unter begeisterten Hochrufen auf irgend einer Handlung zu veranlassen, die diesem verboten sei. Ge die für ihre Klasseninteressen kämpfende Arbeiterschaft. Nach Bernehmung zweier Zeugen, die dem Angeklagten bestätigten, daß es nichts Ungewöhnliches ist, nach dem Stande Die Versammlung erklärt sich mit dem Beschluß der Vertrauens- folcher Angelegenheit sich zunächst bei dem orientierten Untermänner- Konferenz einverstanden und beschließt, am Dienstag, den beamten zu erfundigen, bekundete der praktische Arzt Dr. Eisen20. September, in allen namhaft gemachten Betrieben die Tarifverträge berg, daß der Angeklagte zur kritischen Zeit schwer frant und inder Schleifer und Galvaniseure vorzulegen, und in all den Betrieben, folge deffen verängftigt und wohl von der Idee bedrückt war, daß wo die Verträge bis zum Mittwoch, den 21. September abends nicht ihm etwas zustoßen fönnte und er so weit als möglich klaren Tisch unterschrieben sind, am Donnerstag früh die Arbeit machen müßte. Gerichtsarzt Dr. Hoffmann bestätigte dem Vernicht wieder aufzunehmen. Die Kollegen verpflichten sich, teidiger, daß bei einer derartig. fchiveren Krankheit die moralische die streitenden Kollegen in jeder Hinsicht zu unterstüßen und dafür Widerstandskraft des Patienten geschwächt sei. Der zu sorgen, daß der Tarif in all den Betrieben durchgeführt wird."- Staatsanwalt erachtete den Angeklagten sowohl der Beleidigung, Eine Firma hat den Tarif bereits bewilligt. als auch der Bestechung für schuldig. Seine Offerte enthalte eine Geringschäßung der moralischen Beschaffenheit des Beamten und die Aufforderung zur Verlegung seiner Dienstpflicht. Der Angeklagte aber die Beweggründe, die jemand zur Wohlthätigkeit führen, fei ein sehr reicher Mann, der in Wohlthätigkeit viel geleistet habe Die Handlungsweise des Angeklagten enthalte eine hohe Gefahr und deshalb beantrage er 1000 Mart Geldstrafe event. 100 Tage Gefängnis. Justizrat Prerauer beantragte dagegen die Freis sprechung. Er führte aus, daß objektiv eine strafbare attive Beftechung nicht vorliege, da dem Beamten eine verbotene Handlung nicht zugemutet worden sei und daß andrerseits der Angeklagte subjektiv sicher nicht eine Ahnung davon gehabt habe, ettvas Strafbares zu begehen. Der Gerichtshof kam zur Verurteilung des An geflagten. Dieser habe dem Beamten eine ungefeßliche Handlung zugemutet, denn er sollte ihm mitteilen, welche Konkurrenten auftreten, welche Preise gefordert werden usw. In der Zusendung des Weines liege gleichzeitig eine Beleidigung des Beamten. Mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte ein hervorragend reicher Mann ist, berurteilte ihn der Gerichtshof zu 15-00 Mart Geldstrafe event. 150 Tagen Gefängnis. Den Weg der Verständigung und Einigung fanden am Sonntag nachmittag in einer in den Arminhallen abgehaltenen Versammlung die korrektoren Berlins. Der Vorsitzende des Gaues Berlin des Verbandes der deutschen Buchdrucker, Albert Massini, referierte über das Thema: Die besonderen Aufgaben einer Fachorganisation für Deutschlands Korrektoren." Einstimmig nahmen hierauf die anwesenden Mitglieder der Vereine der Gesellschaft Berliner Korrektoren und des Vereins deutscher Korrektoren sowie Achtung, Luxuspapier- Branche! In folgenden Fabriken haben die anwesenden Nichtmitglieder folgende Resolution an:„ Die heutige gestern die Kollegen und Kolleginnen die Arbeit niedergelegt: ständnis mit den Ausführungen des Herrn Massini über die Notwendigkeit Bernhard u. Co., Wilhelmstr. 29; Schwerdtfeger u. Co., tönnen bekanntlich sehr verschiedener Natur sein. allgemeine Storrettorenversammlung erklärt ihr vollständiges Einver- erb. Stange, Beuthstr. 3; Böhme, Reichenbergerstr. 158; Reinickendorferstr.& intenrath, Schlesischeſtraße. richten an alle Kollegen und Kolleginnen die dringende Aufforderung, jeden Zuzug nach diesen Firmen streng fern3u halten. Any Die Lohnkommission. Principien des Verbandes der deutschen Buchdrucker und erblickt in der Begründung einer alle Korrektoren zusammenfassenden Vereinigung und einer Centralfommission für die deutschen Storrektoren ein wirksames Mittel, um die darniederliegenden wirtschaftlichen. Die Mehlfutscher Berlins haben am Montag früh die Arbeit einmütig Interessen der Korrektoren zu fördern. An alle noch nicht einer Bereinigung angehörenden Kollegen richtet sie die dringende Aufforderung, fich zur Erledigung der zukünftigen großen Aufgaben mit ihnen zusammenzuschließen." Zur Lohnbewegung der Modelleure, Gipsbildhauer und Anträger nimmt morgen abend eine Vertrauensmänner- Sigung derselben im Gewerkschaftshause Stellung. Die Kommission legt großen Wert darauf, daß in dieser Sizung kein Vertrauensmann fehlt. Die Gürtler und Drücker nehmen den Kampf um Verbesserung ihrer Lohn- und Arbeits. berhältnisse, den sie vor faft einem Jahre nach einer Dauer von neun Wochen abbrechen mußten, wieder auf. niedergelegt, nachdem eine Einigung mit den Wiehltransport- Unternehmern nicht zu erreichen war. Es ist mun nach Eintritt des Streits im Laufe des Tages seitens der Fuhtherren eine Verhandlung mit der Kommission der Kutscher angebahnt worden. In Bezug auf eine von uns wiedergegebene Mitteilung des Fleischerverbands- Vorsitzenden Hensel über Mißstände in den Schlafräumen einer Schlächterei in der Koppenstraße ersucht uns der in Frage kommende Meister, mitzuteilen, daß das Behauptete nicht zutreffe. Richtig ist, daß sich in dem Hause ein Ruhstall befinde; derselbe stehe aber in keinerlei Verbindung mit den Schlafräumen der Gesellen. Auch werde von seiten des Meisters auf Sauberkeit gehalten; ein Hausmädchen reinige ebenso wie die Haushaltung des Meisters auch die Stube der Gesellen. Wenn die Ordnung in der Etwa 3000 Angehörige der beiden Branchen waren am Sonntag Gefellenstube das eine oder andre Mal zu wünschen übrig laffe, Die Lohnverhältnisse in dem stand die Frage: Was gedenken wir diesen Herbst zu thun?" Der Betriebe gehören mit zu den besten in Berlin; fofort nach UeberReferent Cohen berwies auf den bekannten Ausgang des vor- nahme des Geschäfts hat der neue Meister sämtliche Löhne gegen jährigen Streits und auf die Maßnahmen, welche die Fabrikanten früher aufgebessert. getroffen haben, um sich vor einer Wiederholung des Lohnkampfes Deutfches Reich. der Arbeiter zu sichern. Um sich fügsame Arbeitskräfte zu sichern, Die Elektromonteure in Hannover sind wegen Nichtanerkennung haben die Fabrikanten einem Teil der Arbeiter Zulagen gemacht, des Tarifs in den Streit eingetreten. Bei drei Firmen sind die fie haben ferner Prämien für folgsame Arbeiter, die ihnen als Forderungen bewilligt. Um Fernhaltung des Zuzuges ersucht die Arbeitswillige dienen könnten, ausgesezt, sie haben sich auswärts Ortsverwaltung Hannover des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes. nach Arbeitswilligen umgesehen, aber alles war vergebens. Es Mainz, 19. September. 100 Rüfer sind in den Ausstand gegelang den Fabrikanten nicht, die Arbeiter einzufangen und sie sich treten. für alle Fälle zu sichern. Andrerseits haben die Gürtler und Drücker niemals daran gedacht, daß mit dem Abbruch des vor= Budapest, 19. September. In Großwardein streiken seit heute jährigen Streits der Kampf gegen die Kühnemänner in der Gelb- früh 3000 Bauarbeiter. metallindustrie für immer aufgegeben sei, fie haben vielmehr von vornherein damit gerechnet, daß sie zu geeigneter Zeit ihre Fordeim vorigen Jahre nicht siegten, so steht doch fest, daß noch kein rungen aufs neue geltend machen werden. Wenn auch die Arbeiter Berliner Partei- Angelegenheiten. Etreit in der Berliner Metallindustrie den Fabrikanten so empfind- Erster Wahlkreis. Heute Dienstag, den 20. September, abends lichen Schaden bereitet hat wie der Ausstand der Gürtler und 8%, Uhr, Versammlung des Wahlvereins bei Dräsel, Neue FriedrichDrüder. Man begreift deshalb, daß die Fabrikanten weder Geldstraße 35: Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Frizz Kunert: noch Mühe scheuten, um einer Wiederholung des Streits vor- Die Verrufserklärung der Randarbeiter und des zubeugen. Die Arbeiter aber müßten Thoren sein, wenn sie nicht es indes im preußischen Landtage". Gäste, auch Frauen die Position, die sie trotz ihres borjährigen Mißerfolges. errungen haben Zutritt. Bei Behandlung eines so altuellen Themas erwartet haben, ausnuten würden, die Arbeiter müßten blind sein für ihre starken Besuch Der Vorstand. eignen Interessen, wenn sie den Fabrikanten Zeit ließen, sich von den Folgen des vorjährigen Kampfes zu erholen. Die Arbeiter sind Grünau. Der Wahlverein hält heute abend 81 Uhr seine Mitin der Zwischenzeit nicht müßig gewesen, sie haben sich gestärkt zu gliederversammlung ab, in der Genosse Böste- Rigdorf seinen Vortrag veuen Kämpfen. Seit dem 3. Quartal des vorigen Jahres hat der über das Erfurter Brogramm fortsetzen wird. Die Kommunalbehörden der Umgegend Berlins haben nummehr zur Beruhigung der Steuerzahler den auffälligen Zeugenaussagen auf den Grund zu gehen und nachzuforschen, ob Kommmal. beamte, wie unter dem Eide behauptet worden, den Grundstücksspekulanten wirklich über geheim zu haltende Angelegenheiten A u sunft geben oder mit andern Worten sich von den Spekulanten zum Schaden der Gemeinde best e che n laffen. Briefkaften der Redaktion. F. 17. Gute Artikel und Notizen über den Gegenstand find weit ver streut in verschiedenen Zeitungen, Monatsrevuen usw. zu finden. Bestimmte Bücher oder Broschüren können wir nicht empfehlen. Im allgemeinen lann man wohl sagen, daß die Wohlfahrtspflege zur Wohlfahrtsplage geworden ist und die angeblichen Wohlfahrtseinrichtungen die Abhängigkeit der arbeitenden Klassen durchschnittlich erheblich erhöht haben. Daran ändern die Säuglingsheime, die Volfsbrausebäder, die Familiengärten, AufNähere führungen zu ermäßigten Preisen usw. usw. absolut nichts. Auskunft mündlich zwischen 11 und 3 Uhr. 7. H. 3. Der Konfektionär", Kurstraße Nr. 43/44,( Berlin C), illustriert, 3 Mart pro Duartal. Db das Blatt für Sie paßt, ist eine andre Frage. D. S. Abonnementsquittung einsenden mit Wiederholung der Anfrage. J. K. ( Moabit.) Nichts erhalten. Weshalb wiederholen Sie Ihre Fragen nicht? Und darum so viel Feindschaft? 2. 00. 1. Ja. 2. Erfahren Sie durch Herrn Müde, Berlin, Fürbringerstr. 21, IV. G. Nein. 3456. Ja. B. 3. Wird gemacht. 864. Nein. N. N. Nein.- P. O. Nein. 2. A. Ja.- 3. G. 1. Ja. 2. Nein. -A. Briefkaften der Expedition. Sechster Wahlkreis( Schönhauser Vorstadt). Im Inserat fehlt die Angabe des Lokals. Wetter- Prognose für Dienstag, den 20. September 1904. Trocken und vorwiegend heiter, aber fühl bei frischen östlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 18. September. Anfang 7, Uhr: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater) Dienstagabend 8 Uhr John Gabriel Borkman. Mittwoch abend 8 Uhr: John Gabriel Borkman. Donnerstagabend 8 Uhr: Donnerstagabend 8 Uhr: Dienstagabend 8 Uhr: Die Kreuzelschreiber. Mittwoch abend 8 Uhr: Die Kreuzelschreiber. Johannisfeuer. Medea. Opernhaus. Der Schauspieldirektor: Kleines Theater| Neues Theater. Coppelia. Neues königl. Opern Theater. Wann wir altern. Die Romantischen. Deuriches. Kettenglieder. Berliner. Zapfenstreich. Leffing. Der Richter von Zalamea. Westen. Wilhelm Tell. Thalia. Der Weiberkönig. Schiller Anfang 8 Uhr: 0.( Wallner Theater.) Die Kreuzelschreiber. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). John Gabriel Borkman. Neues. Die lustigen Weiber von Windsor. Kleines. Nachtasyl. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Central. Die Fledermaus. Casino. Mutter Gräbert. Trianon. Ihr zweiter Mann. Belle- Alliance. Die Dame aus Trouville. Quisen. Mein Leopold. Deutsche Volksbühne. Genoveva. Metropol. Ein tolles Jahr. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Venus auf Erden mit Hans, das denkende Pferd. Specialitäten. Herrufeld Theater. Nur eine Nacht. Am andern Morgen. Wintergarten. Specialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Passage Theater. Dida. Speciali täten. Anfang 5 Uhr. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Von der Bugspige zum Waßmann. Invalidenstraße 57/62. Sterit warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Central- Theater Heute Anfang 8 Uhr. Gastspiel der Opernsäng. Gusti Förster u. Wiederauftreten d. Frl. Mia Werber. Die Fledermans. Operette in 3 Akten von J. Strauß. Mittwoch u. Donnerstag: Gastspiel der Opernsängerin Emmy Raabe- Burg. Tannhäuser. Luisen- Theater. Vereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Abends 8 Uhr: Nachtasyl. Mittwoch: Des Pastors Rieke. Donnerstag: Fräulein Julie. Freitag: Nachtasyl. Sonnabend: Des Pastors Rieke. Thalia- Theater. Salome. Abends 72 Uhr: Mittwoch: Salome. Donnerstag und Freitag: Die lustigen Weiber von Windsor. Sechfter Wahlkreis( Schönbaufer Vorftadt). Sonnabend, den 24. September 1904: Großes Herbst- Vergnügen veranstaltet von den socialdemokratischen Parteigenossen der Schönhauser Vorstadt. Konzert, ausgeführt von Mitgliedern des Central- Verbandes der CivilBerufsmufiker Deutfchlands( Ortsverwaltung Berlin) unter Leitung ihres Dirigenten Max Behnfeld. Turnvereins 248/ 18* Auftreten des Nordstern R. Schauß. Turnerische Aufführungen von Mitgliedern Nach der Vorstellung: Tanz. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Anfang 82 Uhr. Das Komitee. Billet 30 Pf. Kassenverkauf findet nicht statt. Belle- Alliance- Theater. Cirkus Busch. Dresdenerstr. 72/73. Direktion: Kren& Schönfeld. Belle- Alliancestr. 7/8. Täglich abends 72 Uhr: Der Weiberkönig. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 4 Akten. Sonntag, 25. Sept., nachm. 3%, Uhr: Charleys Tante. 20. September, abends 7, Uhr: Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Südwelt- Afrika. Die Dame aus Trouville Freitag: Letztes Bühnengastspiel von August Junkermann als Onkel Bräsig. Deutsche Konzert- Hallen. An der Spandauer Brücke 3. Vollständig neu ausgestattet! Täglich: Gr. internat. Künstlerkonzerte. x Theater- Abteilung. Special- Ausschank der Berliner Bock Brauerei. Urania, Metropol- Theater Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Von der Zugspitze zum Watzmann. InvalidenSternwarte str. 57/62. CASTAN'S ANOPTICUM PANOP Friedrichstr. 165. Josef Giampietro a. D. Bender. Josephi. Grünfeld. Frid- Frid. Der größte Erfolg dieses Jahres Ein tolles Jahr Gr. dramatisch- satirische Revue in 5 Bildern. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Gebrüder Rosa Herrnfeld- Theater das gelehrte Pferd! Z Bum 190. Male der größte Herrnfeld- Schlager Nur eine Nacht. 2 Afte aus einer Ehe und COLOGISCHER Hm andern Morgen. Haſemanns Töchter. CARTEN Mittwoch: Ehrliche Arbeit. Donnerstag: Ehrliche Arbeit.] Freitag: Der Verschwender. Täglich ab nachmittags 4 Uhr: Sonnabend: Käthchen v. Heilbronn. Militär- Doppel- Konzert. Sonntagnachm.: Der Verschwender. Abends: Ehrliche Arbeit. National- Theater Weinbergsweg 12a- 13b. Eröffnungs- Vorstellung: Figaros Hochzeit. Eintritt 1 M., ab 6 Uhr 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. In der Arena: See- Elefant. Eintritt vom Garten 20 Pf., von der Straße 30 Pf., Stinder d. Hälfte. Besichtigung bis 8 Uhr abends bei elektrischem Licht. Nachspiel zu„ Nur eine Nacht" mit Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Anfang auch Sonntags- 8 Uhr. Palast- Theater. Bürgerliche Schauspiele. Burgstraße 22. Jubiläums- Saison. 10 Jahre. Um 8 Uhr: Novität: Vom Himmel zur Hölle. Eröffnungstag wird noch bekannt Casino- Theater Gr. Ausstattungsposse mit Gesang gegeben. 25/ 13* Lothringerstr.37. Anf. Wch.8, Sonnt.72 Deutsch- Amerikanisches Gr. Erfolg d. glänzenden Programms. Theater. Köpenickerstr. 67. Heute: Zum Gastspiel Adolf Philipp. Ueber'n " Die Kunst dem Volke". 9½ Uhr: ,, Mutter Gräbert“ Sonntag, nachmittags 4 Uhr: Der GROSSEN Denunziant. 338. TEICH Trianon- Theater. Male: Anf. 8 Uhr. Ende 10 Uhr 30. Georgenstraße zwischen Friedrich- und Sonntag, den 25., nachm. 3 Uhr: Universitätsstraße. Ueber'n grossen Teich. Ihr zweiter Mann. Deutsche Volksbühne. Luftspiel in 3 Aften von André Sylvane Carl Weiß- Theat., Gr. Franff. Str. 132. Genoveva. Tragödie in 5 Aften von Fr. Hebbel. Anfang 8 Uhr. Mittwoch und Freitag: Genoveva. Donnerstag: Die Räuber. Residenz- Theater Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Lage 8 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. ( Une Nuit de Noces.) und Maurice Froyez. Anfang 8 Uhr. Passage- Theater, Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Nehm. Wochent. 5, Sonnt. 3 Uhr. die Erschaffung eines Weibes aus dem Nichts. Dida Pocahuntas, die indische 9, Nachtigall. Jean Paul, Komiker. The Finlays. Lucie Verdier, Vortragskünstl. 14 erstklassige Nummern. Schwant in 3 Atten von 5. Rérout Stadt- Theater Moabit, und A. Barre. Sonntagnachm. 3 Uhr: Nora. Apollo- Theater, 8 Uhr: Alt- Moabit 47/49. Gastspiel des Bernh. Rose- Theaters. Bajazzo und seine Familie. Boltsschauspiel in 4 Aften v. d'Ennerh und Mart Fourico. Venus auf Erden Unf. 8 Uhr. Entree 30, num. Bl. 50 Bf. von Nächste Vorstellung: Donnerstag, Paul Lincke mit der den 22. Septemb.: Der große Prophet. Parodie Hans, das kluge Pferd. Ab 9, Uhr: Der große Specialitäten- Teil: Teims Truppe X Martin Kettner. Harry Lamore X Les Bonnes. Mile. Daguerre X Kosmograph. W. Noacks Theater. Direttion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Die wilde Kayze. Gesangsposse in 4 Aften v. Mannstädt. Anfang des Konzerts 7 Uhr, der Vors stellung 8 Uhr. Entree 30 Bj. Victoria- Brauerei Lützowstr. 111/112. u. Tanz in 3 Bildern v. Höppner und Gericke. Musik von Rentsch. Balletts von Chlebus. Jupiter: Dir. R. Winkler. Vorher: Niesenschaunummern ersten Ranges. Anfang 8 Uhr. Kassen- Eröffnung 7 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Seala- Theater. Linienstr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! Löwy's Duell. Posse mit Gesang in einem Aft, sowie 30 internation. Specialitäten. Anfang 72 Uhr. Bor der Vorstellung: Konzert. Diez' SpecialitätenTheater Landsberger Allee 76/79. Im herrlichen Garten od. gr. Saal das neue fonkurrenzlose Programm 38 Sensations- Nummern. Kaffeeküche. Volksbeluftigungen. Bis Typographia M. d. A.-S.-B. 15 Polarbären, dress. und vorgef. von Mr. Henriksen. ,, Chips", engl. Vollblut, Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgiesser. Sprung über 6 Pferde. Herr Burkhardt. Gegr. 1879. Chormeister: Alexander Weinbaum. Foottit mit seinem ,, Titus" und die vorzüglichsten Gala- Programm- Nrn. Sonntag, den 25. September Cirkus ( aus Anlaß des 25 jährigen Bestehens des Vereins) im großen Saale der ,, Neuen Welt"( Hasenheide): Sarrasani, FEST- KONZERT Danksagung. Bei meiner Abreise aus dem mir so lieb gewordenen Berlin fühle ich mich veranlaßt, für die mir und meinem Geschäfte allgemein erwiesenen Sympathien und das stete Wohlwollen meinen herzlichsten Dank zum Ausdruck zu bringen. Der hiesige zehnwöchentliche Aufenthalt wird mir stets in angenehmster Erinnerung sein, wie auch ich der Bitte Worte verleihe, dem hochgeehrten Publikum von hier und Umgegend in gutem Andenken zu bleiben. Auch den hochwohllöblichen Behörden sowie der Presse statte ich für die mir zu teil gewordene Unterstützung verbindl. Dank ab und zeichne mit einem„ Auf Wiedersehen!" Hochachtungsvoll ergebenst H. Stosch- Sarrasani, Direktor u. Besizer d. Cirkus Sarrajani. anssouci. Kottbuser Thor- Stat. der Hochbahn Heute Dienstag: Die Maurer von Berlin. Morgen Mittwoch: Hotel Klingebusch. Donnerst., Sonnt., Mont.: Hoffmanns Mitwirkende: Alexander Heinemann( Bariton), Leo Gollanin( Tenor), Berliner Tonkünstler- Orchester( 50 Musiker). gelangt u. a.: für Chor, Soli u. Orchester. Anschließend: Festkommers zu Ehren der anwesenden Vertreter der Bruder- Gesangvereine, Vorstände usw. Eintritt 75 Pf. einschl. Programm und Liedertexte. Anf. 62 Uhr. Zur Aufführung ,, Kolumbus" von Joseph Brambach, Programme sind zu haben in den Musikalienhandlungen von Stahl, Potsdamerstr. 39, Kaun. Grüner Weg 17; in den Cigarrengeschäften von Ihm, Wrangelstr. 58, Horsch, Gewerkschaftshaus, Gottfried Schulz, Kottbuser Thor, Emil Schulz, Mittenwalderstr. 2; bei Augustin(, Vorwärts"), Lindenstr. 69. Cirkus Schumann. Heute Dienstag, den 20. September, abends präcise 7%, Uhr: Vierte große Vorstellung. Kolossaler Erfolg sämtlicher für hier vollständig neuen Specialitäten. 11. a.: Die größte Sensation des XX. Jahrhunderts: Der französische Naturforscher Mr. Pernelett m. jeinen 40 Krokodilen. Georg Lurich, der moderne Samson. Im Marstall des Grafen X. Pferdepantomime, dargestellt von Norddeutsche Sänger Bjerden. Neueſter Driginaldreffuratt u. Tanzkränzchen. Gustav Behrens des Direktors Albert Schumann. Die besten Reitkünstlerinnen der Jestzeit: Soers Miniggio. Herrn Albert Carrés großartiges hippologisches Potpourri. Der phänom. Sprung Pegase II. mit Reiter perrn Specialitäten- Courtiehe überlebende Theater, FrankfurterAllee 85. Men! Geschwister Rafael, die schönen Stonzertmalerinnen. Neu! Mr. Huson, Excentric- Spatensänger. Neu! Salvator& Selma, Straftequilibristen auf lebendem Piedestal. Neu! OriginalKoch. Außerdem die übrigen erit flassigen Specialitäten. Anfang 7 Uhr. Sonntags 52 Uhr. Weimanns Volksgarten Theater. Badstraße 56, Gesundbrunnen. EntscheidungsRingkämpfe. Konzert. Theater: und Speciali täten- Vorstellung. 6 Pferde Boden zu Boden. Militär vom Feldwebel abwärts sowie Kinder unter 10 Jahren zahlen an Wochentagen ermäßigte Preise. 3/ Pfund Brot 4 53 ( Backware 6 Std. 10 Pf.) 50pl Pf. Albrechts Bäckereien: Falkensteinstr. 28, Lausitzerstr. 2. Wrangelstr. 135, Krautstraße 19, Markthalle Bücklerstr., Stand 222/23. Markthalle Andreasstr., Stand 16/18. Centrale: Boghagenerstr. 13. Kranz- und Blumenbinderei Do 65/15 WINE BARTEN 8 765 Pas de Deux oriental. Tilly Bébé mit ihren 12 Löwen. Paula Worm, Operettensängerin. Rudolf Segommer, Ventriloquist. Soverin und Mlle. Dorville in der Pantomime, Der Trunkenbold". Harmony Four, Gesangsquartett. Nirvana, lebende Bilder. Radfahrer. Die Klein- Familie, Jane Pernyn, Pariser Sängerin. Die 6 Cocktails, Tanz- Ensemble. The Asahis, japanische Akrobaten. Die 3 Meteors, Hochturner. Biograph, darstellend d. Ringkampf zwisch. Hackenschmidtu. Jenkins. Otto Pritzkow's A Abnormitäten Ausstellung Münzstr. 16, am Alexanderpl. 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Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht is woz nadm Der Vorstand. Deuticher Metallarbeiter Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34, Amt IV, 3353. Adtung! Glasarbeiter. Achtung! Dienstag, den 20. September cr., abends 8 Uhr: Groise öffentliche Versammlung Ihre Verlobung beehren sich hier mit bekannt zu geben 13586 Auguste Bläske geb. Neiberg, Otto Pfeiffer, Bildha ter. Berlin, im September 1904. Socialdemokratischer sämtlicher Glasschleifer, Polierer u. Beleger Berlins Verein im 5. Berl. Reichstays293/4 im ,, Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15. Tages- Ordnung: 1. Der Stand unsrer Lohnbewegung". 2. Diskussion. Kollegen! Es ist Pflicht, daß jeder in dieser Versammlung erscheint. Der Einberufer. Lackierer. Mittwoch, den 21. September 1904, abends 8%, Uhr, bei Miegel, Stralauerstr. 57, großer Saal: Versammlung Wahlkreise. Am Sonnabend, den 17., ver: starb unser treues Bereitsmitglied, der Maler Gustav Koch. Als eifriges Mitglied des Bereins im 429. Bezirk hat derselbe stets für Ausbreitung unsrer Ideen gewirft. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 20., nach: mittags 5 Uhr, von der Halle plates, Gerichtstraße 37/38, aus der Sektion der Lackierer der Vereinigung der Maler, Lackierer etc. bes städtischen BegräbnisTages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen M. Schütte über: Lassalles Leben und Wirken. 2. Die letten Vorkommnisse in unsrer Filiale. 3. VerDienstag, den 20. September, abends 8% Uhr, bei Buggenhagen, schiedenes. Dranienstr. 147( Moritzplatz): Versammlung der Gürtler und Drücker. Tages Ordnung: Unfre Lohnbewegung. I 09 20 Mittwoch, den 21. September, abends 8 Uhr, im Lokal von Wernau, Schwedterstr. 23: neutin von Bezirks- Versammlung für den 13. und 14. Bezirk. dpadd Zages Ordnung: P 1. Vortrag des Kollegen Pawlowitsch über: ,, Leben und Leiden in deutschen Strafanstalten". Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. NB. Da das Lokal von Wendt, Königsgraben, nunmehr für die Arbeiter Berlins gesperrt ist, so mußten wir ein andres mieten und bitten dies zu beachten. Die Sektionsleitung. 107/13 Verein deutscher Schuhmacher. Bureau: Waßmannstr. 32 A, Hof part. Mittwoch, den 21. September, abends 81, Uhr, in den Residenzfälen, Landsbergerstr. 31: Außerordentliche General- Versammlung. Tages- Ordnung: 2. Distuffion. 3. Berfiſtattangelegenheiten und Verschiedenes. 121/4 neuer Linie junge Einrichtungen unsrer Organiſation. 2. Aufſtellung der cides Gujdeinen In Anbetracht der Wichtigkeit der Tages- Ordnungen ersucht um zahlreiches Erscheinen Die Ortsverwaltung. Central- Verband der Zimmerer Zahlstelle Berlin und Umgegend. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 32. Fernsprecher: Amt 4, Nr. 2789. Mittwoch, den 21. Septbr., abends 8% Uhr, bei Buggenhagen am Moritzplatz # 8 Große außerordentliche Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bericht vom internationalen Kongres in Amsterdam. Berichterstatter: Kamerad Kube. 2. Aufstellung von zwei Kandidaten als GewerbegerichtsBeisiger. 3. Gewerkschaftliches. 225/7 Wir richten an alle Verbandsmitglieder das Ersuchen, bestimmt und pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. J. A.: W. Witt. Achtung! Maurer. Achtung! Mittwoch, den 21. September, abends 8½ Uhr, bei Dräsel, Neue Friedrichstr. 35: tieltoaseW- dostedoev Mitglieder= Versammlung 1. zukünftige Gestaltung des Lokalfonds mit Berücksichtigung der Kandidaten zur Gewerbegerichtswahl. 3. Fortsetzung der Diskussion über die Generalversammlung. 4. Verschieden.es. 170/13 Ohne Mitgliedsbuch und Karte fein Zutritt. embre 1960 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. de Zahlstelle Rixdorf. Donnerstag, den 22. d. M., abends 81% Uhr, im Lokale des Herrn Thiel, Bergstraße 152: Mitglieder- Versammlung. 89/17 Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Verbands- Angelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen der Kollegen ersucht 170 Die Ortsverwaltung. Modelleure! Antrager und Gipsbildhauer! emix 201 Mittwoch, 21. September, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Snal 3: Vertrauensmänner- Sitzung. 22/07 Die Vertretung jeder Werkstatt dringend notwendig; Mitgliedsbuch legitimiert. Die Kommission. Achtung! Musikinstrumenten- Arbeiter. Achtung! des Vereins zur Wahrung der Intereffen der Maurer Zusammenkunft der Werkstattdelegierten muedseun ingpadam Berlins und Umgegend. 19 Ordnung: ages. Dr bn ung: 1. Stellungnahme zu den Gewerbegerichtswahlen und Aufstellung der Kandidaten. 2. Vereinsangelegenheiten. Bahlreiches und pünktilches Erscheinen erwartet Deutscher Holzarbeiter- Verband. Der Vorstand. des Ostens am Dienstag, den 20. September, abends 6½, 1hr in den Andreas- Festälen, Andreasstr. 21. 130/1 findet die Zusammenkunft E. Möbis, Uhren, Koppenstr. 82.* Meine äußerst haltbaren Rahmbierkäse Mittwoch, den 21. September, abends 8% Uhr, aus Bollm., mild pikant schmeckend, etw. im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: exquifit Feines, äußerst haltb., Steine v. 3 Bfd. Gew., offeriere in Staniolpadung, 4/ 2g. netto zu M.6 fr. Nachn. G. Maisch Vertrauensmänner- Versammlung Human Oth. Rodger, Allgäu) sämtlicher Bezirke und Branchen. Tages- Ordnung: 1. Die Lohnbewegung der Klavierarbeiter. 2. Werkstattstreits und Differenzen. 89/8 Mitgliedsbuch nebst Vertrauensmänuerkarte legitimiert. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Die Ortsverwaltung. Branche der Modell- u. Fabrik- Tischler Donnerstag, den 22. September, abends 82 Uhr, bei Schmidt, Gartenstraße 6: Branchen- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Davidson über Ferdinand Lassalle". 2. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Achtung! Die Kommission. Achtung! Gewerkschaften! Mittwoch, den 21. September, abends 8½ Uhr, im Charlottenburger Volkshause, Rosinenstrasse 3: Oeffentliche Versammlung aller dem Berliner Gewerkschaftskartell und der Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften angeschlossenen Organisationen von Berlin und Umgegend. Tages Drdnung: 1. Parlamentarismus und Generalftreik. Referent: Genosse Dr. Friedeberg. 2. Diskussion.' 293/2 Für den Süd- Osten am Donnerstag, den 22. September, abends 6, Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal 3, statt. statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 245/17 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Die Beerdigung des Kollegen Haberland findet nicht von der Leichenhalle, sondern vom Trauerhause aus, Lorkingstraße 40 am Dienstag, den 20. September, nachmittags 4 Uhr, statt. 121/3 Die Ortsverwaltung. Uhr Sonnabendnachmittag 8 verschied sanft nach langen, schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, der frühere Glaswarenhändler er fr Gottlob Hahn, Schlegelstr. 28, jest Togostr. 78, Dies tiefbetrübt an im 55. ensjahr. Die trauernden Hinterbliebenen Witwe Marie Hahn nebst Stindern. Die Beerdigung findet am Mitt woch, den 21. September, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause aus auf dem Elisabeth- Kirchhef, Ackerstraße, statt. 1366 5. Socialdemokratischer Wahlverein Charlottenburg. Am 18. d. Mts. starb an Herzleiden unser( Genosse, der Schlosser Friedrich Thiem im Alter von 41 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 21. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle, Fürstenbrunner Weg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Borstand. NB. Die Gerossen treffen fich 4 Uhr im Boltshause", Rosinenstraße 3. um Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Klempner am 17. 5. Mts. gestorben ist. Die Kollegen aus allen Betrieben haben dafür zu sorgen, daß ihre Ver Paul Kaufhold treter in der für sie bestimmten Zusammenkunft erscheinen. Jeder Delegierte fann sich aus den einzelnen Branchen Kollegen mitbringen, damit die Wir erwarten, 89/ 5* Forderungen für jede Branche aufgestellt werden können. daß die Delegierten sämtlicher Betriebe erscheinen. Branche des Dentsehen Holzarbeiter- Verbandes. Agitations- Koni mission des Fachvereins. Ortsverein der Pianoforte- Arbeiter. ☑Nähmaschinen ster Teilnahme am Grabe meines gebedeutend für die zahlreichen Beweise innigDanksagung. billiger, liebten Mannes sage ich allen, ins Familien- Näh- besondere dem Pflanzerverein Klonmaschine, elegante Ausstattung und 5 Jahre dike, der Firma Brüning und dem Garantie 37,00 M. Central- Bobbin 75,00. Wahlverein Südost meinen herzlichsten Um Vergleich mit jeder Konkurrenz wird gebeten. Kataloge gratis u. frei. BERLIN, hocharmige Ernst Machnow, Arcona- Platz 1. Orient. Arnika- Birken- Crême. 3492* Schon der vegetabilische Saft allein, welcher aus der Birke fließt, wenn rnan in den Stamm derselben hineinbohrt, ist seit Menschengedenken als das ausgezeichnetste Schönheitsmittel bekannt, wird aber dieser Saft nach Vorschrift des Erfinders auf chemischem Wege mit dem Ertraft der Arnika- Pflanze zu einer Crême bereitet, so gewinnt er erst eine wunders bare Wirkung. Bestreicht man abends das Geficht oder andre Hautstellen damit, so lösen fich schon am folgenden Morgen fast unbemerkbare Schuppen von der Haut, die dadurch blendend weiß und zart wird. Diese Crême glättet die im Gesicht entstandenen Runzeln und Blatternarben und giebt ihm eine jugendliche Gesichtsfarbe; der Haut verleiht fie Beiße, Bartheit und Frische, entfernt in kürzester Frist Sommersproffen, Leberflecke, Muttermale, Nasenröte, Mitesser und alle andren Unreinheiten der Haut. Preis eines Tiegels famt Gebrauchsanweisung M. 3,-. Doppeltiegel M. 5,-, dreifacher Tiegel M. 7, Versand gegen Nachnahme oder vorherige Geldeinsendung durch das General Depot M. Feith, Wien VI, Mariahilferstraße 45. 952* Dant. 3752 Wwe. Magdalene Leist geb. Dickert. Allen denen, die unserm Vater, Schwieger, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel, dem Steinbruder Wilhelm Hoeck, dic legte Ehre erwiesen haben, besonders den Kollegen, den Stammgästen von Fleischer und der Kreuzberger Har monic" fagen wir hiermit unsern tiefgefühlten Dant. 13005 Die trauernden Hinterbliebenen. Gänsefedern 60 Pf. pr. Pfund( gröbere zum Reißen). Schlachtfedern, wie sie v. d. Gans fallen, mit allen Daunen m. 1.50, füllfertiger Gänserupf m. 2.00, beffere Gänsehalbdaunen m. 2.50, 3.00. befte schneeweiße M. 3.50, ruffische Daunen m. 3.50, weiße böhm. Daunen m. 5.00, ge riffene Federn m. 1.50, 2.00, 2.50. Prima geriffene n. 3.00, 3.50. Dersand gegen Nachnahme. Berlin S.. Gustav Lustig, pringenstraße 46a. Erste Bettfedernfabrik.m. electr. Betriebe. Diele Anerkennungsschreib. Maurer Zeichenkursus. Zimmerer. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 20. September cr., nachmittags 4%, Uhr, von der Fürstenbergerstraße 13 aus nach Nieder- Schönhausen, Zions- Kirchhof, statt. Rege Beteiligung erwartet 121/5 Die Ortsverwaltung. Hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber Bruder und Schwager, der Stuffateur Albert Petzling am nach sehr kurzem Leiden im vollendeten 36. Lebensjahre 17. September 21, Uhr im Lichterfelder Krankenhause verstorben ist. Die Beerdigung findet heute nachmittag 3 Uhr auf dem Fried13646 hof zu Steglit statt. Dies zeigen tiefbetrübt an Wilhelm Petzling nebst Frau. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, den Boten der Partei spedition des Vorwärts" für Wedding und Oranienburger Borstadt, sowie den Genoffen des 704. Bezirks und dem Centralverband der Handels, Transports und Verkehrs- Arbeiter Deutschlands, Verwaltungsstelle Berlin I, für die zahlreiche Beteiligung und reichen Kranzipenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unsver guten Mutter und Schwiegermutter unsern herzlichsten Dant. Im Namen der trauernden Hinters bliebenen 3762 Johann Bräter. PrinzenTheoretische Aus Dr. Simmel, Str. 41, bildung 3. Polier resp. Unternehmer. 12015 Meldungen täglich. NW., Beuffelstr. 71 II. C. Karras, Maurermeister. [ 25/ 12* Specialarzt für Ilaut- und Harnleiden. 10-2,5-7. Sonntags 10-12. 2-4 A.JANDORF& C° SPITTELMARKT 16/17 Ecke Leipziger Strasse BELLE ALLIANCE- STR. 1/2 GROSSE FRANKFURTER STR. 113 Am Blücherplatz Ecke Andreas- Strasse BRUNNEN- STR. 19/21 Ecke Veteranen- Strasse Von Dienstag den 20. September bis Sonnabend den 24. September soweit der Vorrat reicht. Gardinen Gardinen 2mal Band, weiss oder erême Gardinen 2mal Band, weiss oder crême Gardinen abgepasst, weiss oder crême Gardinen abgepasst, weiss oder crême Stores moderne Muster, weiss oder crême Scheibengardinen weiss oder crème Congressstoffe glatt oder gestreift, weiss oder crême Tüllbettdecken für ein Bett, weiss oder erême % else od Tüllbettdecken for zwei Betten, weiss oder crème Rouleaux abgepasst, weiss oder crème Rouleaux abgepasst, rot oder altgold Rouleauxstoffe weiss oder crème Rouleauxstoffe rot oder altgold Meter 30, 45, 55 PL Meter 60, 75, 95 PL 50 M., Fenster, zwei Shawls 1, 2, 350 50 75 Fenster, zwei Shawls 4, 5, 6. Stack 1, 2, 375 75 75 M., Meter 28, 35, 45 PL Meter Pf. Stack 2, 3, 4 M. 45, 55, 60 15 50 B467 Fenster Schawi 234 2 75 Fenster 2 Shawls 3. 4. 650 V- 18RSION Meter 40, 65 PL Möbelstoffe Pomponfranze Möbelschnur in bunt oder einfarbig Gardinenhalter weiss oder crème Gardinenhalter farbig Fantasiestoffe für Sophabezüge ca. 180 cm breit Fantasiestoffe far Sophabezüge in rot oder bunt gemustert Möbelcattune schöne Muster Möbelcrêpe bunt gemustert mit Meter 75, 95 Pr Meter 9, 12, 22, 38Pf. Meter 6, 8PL Stack 5, 15, 25, 35PL Stack 12, 18, 25, 40P. Meter 1 1 25 Meter 23% 350 Meter 33, 45, 60PI. Meter 60, 90P. 11/ Portièren Portièren mit bunten Querstreifen und Franzen Portièren einfarbig mit Bordüre Portièren mit hübscher Blumen- Bordüre 65 95 Stack 85 Pf., 1 Stück 11 235 Stück 2, 2, 3% 190 Portièren- Garnituren Filztuch, 2 Shawls mit Lambrequin reich bekurbelt Portièren- Garnituren Titian- Plüsch, 2 Shawls mit Lambrequin, Portièren- Garnituren Diagonal- Gewebe, 2 Shawls mit Lambrequin Divandecken hübsche Muster Portièren- Garnituren Scheiben- Schleier complet 6 complet 10, 13 Diagonal- Gewebe, 2 Shawls, 75 complet 775 1 Lambrequin, complet Brise- Bise, weiss oder crême Decken Tischdecken Filztuch, reich bekurbelt, in mehreren Farben Tischdecken einfarbig, mit hubscher Bordüre Tischdecken velvet- Plusch, elegant bekurbelt Steppdecken in diversen Farben Steppdecken,„ Handarbeit“, viele Farben Plättdecken Schlafdecken hubsche Muster Wachstuch- Tablettdecken Wachstuch- Wasserleitungsschoner Wachstuch- Eimerspinddecken Stück oboilet 415 38pt Stück 25 Stack 35 Stack 55 Stück 3. 5 6 750 Stück 8 10 11 13/ 35 Stück 85 Pf. 1 Stück 22 350 sobella Wachstuch- Küchentischdecken mit Spruch, ca. 60/100 cm Zuggardinen- Einrichtung 38.| Portièrenstangen Quaste, complet Läuferstoffe mit sämtlichem Zubehör 195| Gardinenstangen M. Teppiche Stück 4, 8PL Stück 9PL Stück 23PL Stück 38Pf. nussbaum od. mahagoni imitiert, St. 23pt 23 ash Meter 3, 4 Axminster Teppiche Läuferstoffe für Zimmer oder Treppen- Belag Meter 25, 40, 65PL Perser Teppiche Imitiert, 2 seitig Tapestry- Läuferstoffe Meter 1,235 Velour- Läuferstoffe 50 M., Cocos- Läuferstoffe Jandorfs WachstuchMeter 1, 135 Küchentischdecke stuck 28P.| Satinkissen Stück 50 -191 Stück 4, 8, 11 Perser Vorleger Imitiert, 2seitig mit Franze, Grösse ca. 50/100 cm Axminster Vorleger | Stack 47 12 Stack 90Pf Stack 75PL 125 ant, b98 Linoleum habeche Muster, Mater mit Volant, hübsche Muster, Pf. 75,90PL. Jede Extra- Bestellung auf Portièren- Garnituren, Gardinenstangen etc. in kürzester Zeit lieferbar. Holzwaren Paneele, Nussbaumartig bebeizt ca. 50 60 80 100 cm. 90px 1 號 2 號 20 PL Vogelbauer 45, 90 PL., 1 Vogelbauer- Arme 42, 85 PL. Vogelbauer- Ständer 2,4 Console sm60-9 Moderne Wandbilder 45, 90PL Salon- Tische Salon- Säulen Eisenwaren Porzellanquasten Schnurhalter Stück 4 PL Stack 4 PL Eiserne Gardinenstangen 4Pf. ca. 100 120 140 160 180 cm Bildernägel Dutzend 3, 4, 5, 7Pt. 95Pt. 21/1. 10 13 2 1 號 2 號 ca. 12" 2" 21" 3" Consolhaken Schirmständer Garderobenleisten 75 33, 45 PL 95 3 4 5 6 Haken 28 35 42 48 Dtz. 8 10 12 15 PL. Vorhangstangen ausziehbar Stack 8P Teppichnägel Dtz. Dtz. 15 Pf. Diz. 18 Pf. 18Pt. Phonographen gut spielend, 245 Bespielte Walzen stuck 58 Pf. auf Eisenfüssen M. Columbia- Walzen Stück 90 Pf. Stack 9 12 15 18 20 PL Gallerieeisen 9.12 15 18 Paar 5P Rollenkasten für Zuggardinen Paar 12 Pt. stangen Verzinnte Ringe Dtz. Dtz. 2 Pf. Dtz. 3 Pf. 1 Loch 3 Loch Porzellanringe Stack 1PL Stack 2 PL Garderoben- Ecken st. 45,70 Pt. Garderoben- Ecken mit Her 90 Pt. Handtuchhalter 45, 90 PL. 13. Haken 90PL Stück Verantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 5t. 221. 21. 3. ßtilijt des.Amiills" ßtrlinrt AlksdlM Dieastag, 20. September 1004. Dritte Konferenz der focialiftischen Frauen. 1. Verhandlungstag. (Schluß der Vormittags-Sitzung.) Das Wort hat zur Berichterstattung Fräulein Baader: Als wir von der Frauenkonferenz in München zurückkehrten, bewegte uns vor allem der Kampf gegen den Wucherzoll. Es galt eine gründliche Agitation zu entfalten. Um sie allgemein und ein- heitlich zu gestalten, ließ ich in Form von Cirkularen bestimmte An- Weisungen an die einzelnen Vertrauenspersonen gelangen. Diese Anleitung hat gewirkt. Die umfassende Agitation bewirkte eine leb- hafte Beteiligung der Frauen an den Reichstagswahlen. Noch nie- mals sind so viel Frauen mit thätig gewesen, wie im verflossenen Jahre. Zugleich wurde für Arbeiterinnenschutz und Kinderschutz agitiert. Auch hier wurde von der Centralstelle durch Versendung von Druckschriften und Broschüren Anregung und Anleitung gegeben. Für die Reichstagswahlen wurde ein besonderes Flugblatt für die Genossinnen herausgegeben, dessen Kosten der Parteivorstand ge- tragen hat. Ucberhaupt hat der Parteivorstand alle unsre For- derungen glatt bewilligt. Auch eine größere Anzahl Exemplare des Handbuchs für die Reichstagswahlen und des Landtagswähler-Hand- buchs sind uns bewilligt worden; wir haben sie allen rednerisch thätigcn Genossinnen zur Verfügung gestellt. Als nächste Aufgabe trat dann die Agitation an uns heran, die sich an das Kinderschutzgesetz knüpfte. Gelang es uns auch nicht, die Gesetzgebung zu beeinflussen, so war der ideelle Erfolg dieser Agitation doch sehr bedeutend. Die Frauen wurden auf- gerüttelt und ihnen das Unrecht klar gemacht, das in der Aus- beutung der Kinder durch das Kapital liegt. Was das Kinderschutz- gesetz an Schutz bringt, ist gradezu lumpig zu nennen.(Sehr richtig 1) Das eigne Kind ist schlechter gestellt als das fremde. Und das Wenige, was das Gesetz bietet, kann durch Bundesratscrlasse noch beschnitten werden. Diese Fragen gehen uns Frauen besonders an. Ihr mütterliches Gefühl begreift es, daß es überhaupt verboten werden muß, das Kind erwerbsmätzig thätig sein zu lassen. Das Kind ist zum Lernen da, zum Arbeiten sind die Erwachsenen da. (Lebh. Zustimmung.) Wir haben in der Kinderschutzsrage die leicht verständliche Broschüre Agahds an die Vertrauenspcrsoncn und Red- nerinnen versendet. In die verflossene Arbeitsperiode fiel auch der Heimarbeiter- schutztongreß. Der Beschluß unsrer Münchener Konferenz, sich an diesem Kongreß zu beteiligen, wurde ausgeführt. Die Centralstelle erließ einen Aufruf an die Genossinnen, und verschiedene Orte beschickten den Kongreß. Sie wissen, welches Aufsehen dieser Kongreß überall erregt hat. Durch ihn wurde gewisscrinaßcn das nackte Elend aus dem Dunkel ins helle Tageslicht gezogen. In Arbeiter- kreisen war dies Elend freilich längst bekannt, aber andern Leuten wurde besonders durch die Ausstellung erst vor Augen geführt, unter welch elenden Lebensbedingungen der Arbeiter der Heimindustrie 'chmachtet. Der Lohn des Heimarbeiters pendelt nach dem Lassalle- chen Worte beständig um die Hungergrenzc herum, ja sinkt unter ie herunter. Die Regierung freilich hat sich um diesen Kongreß nicht gekümmert. Graf Bülow fand nur Zeit, die bürgerlichen Frauen des internationalen Frauenkongresses zu sich zu bitten, ihnen die Hand zu küssen und sich von ihnen den Hosknix vormachen zu lassen.(Heiterkeit.) Das Elend der Heimindustrie geht ihm Wohl zu sehr an die Nieren. Da scheut er sich vor näherer Kenntnis- nähme. Wenn aber die Damen kommen in seidenen Kleidern und Spitzen, dann versichern ihnen die glatten Herren: Wir sind ja auch für die Gleichhett, aber augenblicklich ist nichts zu machen. (Heiterkeit.) Beachtung werden w i r erst finden, wenn wir in ganz andern Massen auftreten und viel lauter schreien als bisher!(Lebh. Zustimmung.) So viel über die allgemeine Agitation. Als die Reichstags- Wahlen ausgeschrieben waren, machten wir uns, von der Parteipresse darauf aufmerksam gemacht, das Stückchen politischen Rechts zu nutze, das die Gesetzgebung uns läßt. Auf die wenigen Wochen, die zwischen der Ausschreibung einer ReichstagSwahl und ihrer Be- endigung liegen, dürfen wir bekanntlich einem politischen Verein angehören. Natürlich gehört eine gewisse Reife der Be- wegung dazu, wenn dieses Recht ausgenutzt werden soll. Die Centralstelle forderte in einem Cirkular die Genossinnen auf, von dem Rechte, einen Wahlverein zu gründen, Gebrauch zu machen. Mit dem Erfolge können wir recht zufrieden sein. In Berlin, in der Umgegend von Berlin und in Altona wurden politische Frauenwahlvereine für die bestimmte kurze Zeit ge- gründet. Der Berliner Verein gewann ziemlich tausend weibliche Mitglieder, und die Geldsammlungen ergaben im Vereinsrahmen ein viel reicheres Ergebnis als früher. Die Frauen haben ja im allgemeinen weniger Geld als die Männer. Ihr Lohn ist geringer und sie trennen sich schwerer vom Groschen. Aber in der Äahlzeit haben auch die Frauen ihre Taschen aufgeknöpft und eingesehen, daß sie am besten sparen, wenn sie für die allgemeine Sache etwas leisten. Jedenfalls konnten als Ueberschuß von Berlin aus 300 M. und von Altona aus 100 M. an die Wahlkasse der Partei abgeliefert werden. Diesen Erfolg dürfen wir nicht niedrig einschätzen. Wir könnten die Agitation ganz anders betreiben, wenn wir freies Ver- einsrecht hätten. Aber Graf Posadowslh meint: Das steht den Frauen nicht an. O doch steht es uns an!(Sehr richtig.) Wir müssen jedes Stückchen Recht ausnutzen und dürfen uns unter keinen Um- ständen das Recht, das wir haben, beschneiden lassen. Gegen jeden Uebergrifs der Behörden müssen wir Front machen. So hat man in Bochum sogar versucht, den Frauen die Teilnahme an öffentlichen Versammlungen zu verbieten. Das ist ein Bruch des Gesetzes, das auch die Beamten zu beachten haben. Nachträglich werden die Beamten ja rektificiert. Aber.rektificiert", das heißt auf deutsch oft: Du hast es gut gemacht, Du wirst befördert.(Große Heiterkeit.) Jetzt macht man uns Aussicht darauf, daß uns zur social- politischen Bethätigung ein weiteres Vercinsrecht eingeräumt werden soll. Aber wo liegt die Grenze zwischen politisch und socialpolitisch? Jeder Polizist, jeder Staatsanwalt denkt verschieden darüber.(Sehr richtig!) Der Berliner Bildungsvcrein der Frauen ist wegen politischer Bethätigung aufgelöst worden, weil ein Arzt in einem Vortrage über die Ernährung des Säuglings darauf aufmerksam gemacht hatte, daß von den Kommunen die Beschaffung gesunder Säuglingsmilch gefordert werden müsse.(Große Heiterkeit.) Aber gerade diese Sachen gehen uns an. Wir leben nicht allein für uns, sondern gehören einer großen Gemeinschaft an. Wir werden ebenso gut wie die Arbeiter vom Kapital ausgebeutet und vom Reiche durch Steuern geschröpft. Weshalb' soll uns die Erörterung politischer tragen verboten sein? Mit aller Kraft müssen wir deshalb die gitation für ein freies Vereins- und Versammlungsrecht weiter betreiben.(Sehr richtig!) Das notwendige Material habe ich den . Genossinnen in einem Cirkular zugänglich gemacht, das auch die Aussprüche der Minister Posadowsky und Hammerstein, enthält und auf den Initiativantrag der socialdemokratischen ReichStagsfraktion hinweist. Ein Cirkular, das dauernden Wert hat und für längere Zeit gültig bleiben wird, giebt Anweisungen und Anregungen zur För- derung der Agitation. Es wird auf die Beteiligung an den Gewerkschaften und auf die Werkstubensitzungen hingewiesen und in denjenigen deutschen Ländern, in denen die Frauen nicht das Recht haben, sich an politischen Vereinen zu be- tciligen, zur Gründung von Frauen- BildungS- vereinen geraten. Die BildungSbcstrebungcn machen durch ihre Vermittlung von Wissen die Gehirne empfänglicher für die Auf. nähme politischer Ideen. So haben die Bildungsvercine eine große Wirksamkeit ausgeübt und ihre Zahl nimmt ständig zu. Wir der- breites eise leicht verständliche Aroschüre voll Frzu WallZ Zepler, die ein ganzes Programm der Fragen giebt, die im Frauen-Bildungsverein zu behandeln sind. Wenn ein Hygieniker in einem solchen Verein z. B. über die Säuglingspflege spricht und seine Forderungen aufstellt: sonnige Luft, saubere Betten, gute Milch— wie manche Arbeitermutter begreift da zum ersten Male den Zusammenhang der Dinge, wenn sie sich sagen muß: Ja, all das kann ich meinem Kinde ja gar nicht geben. Wie soll ich es betreuen, wenn ich in der Fabrik so lange arbeiten muß. Und die Forderung einer Verkürzung der Arbeitszeit wird ihr begreiflich werden.(Sehr richtig!) Wir haben dann weiter ein Regulativ für die Ver- trauenspersonen ausgearbeitet. Ihre Zahl hat sich in den letzten zwei Jahren außerordentlich vermehrt. In München waren es b4, jetzt haben wir 106. Allerdings erhalte ich von manchen dieser Vcrtrauenspersonen nie eine Zeile, und ich weiß nicht, ob sie für die Bewegung arbeiten. Bekanntlich hatte die Central-Vertraucns- Person ihre Aufgaben bisher im Nebenamt zu erledtgen. Ich mußte meinem Berufe nachgehen und konnte nur die freien Stunden und die Abende meinem Amte widmen. Seit kurzem ist das anders ge- worden. Die Central-Vertrauensperson soll jetzt ihre ganze Zeit der Bewegung widmen. Sie wird nun einen größeren Druck auf die säumigen Vertrauenspersonen ausüben können. Mit manchen Orten war der schriftliche Verkehr sehr lebhaft. Besonders er- freulich ist, daß sich in Gegenden, wo man gar nicht vermuten sollte, daß eine Frauenbewegung vorhanden ist, in Ost- und Westpreußen, Vcrtrauenspersonen gefunden. Die Arbeit unsrer Agitatorinnen auch auf dem Gebiete gewerkschaftlicher Kleinarbeit ist nicht ver- geblich gewesen. Mancher neue Anknüpfungspunkt ist gefunden worden. Mit Freude begrüßen wir diese Fortschritte. Natürlich ist auch der Briefwechsel mit der Central-Vertrauensperson viel reger ge- worden, wenn ich auch nicht angeben kann, wie groß die Zahl der ein- und ausgegangenen Briefe war, da eine Liste darüber wegen Zeitmangels nicht geführt werden konnte. Auf der nächsten Kon- ferenz aber werden sich bestimmte Zahlen geben lassen. Dann wird sich auch zeigen, aus welchen Orten die Vertraucnspersonen nicht schreiben. Die Verbreitung unsrer Presse zeigt einen geradezu enormen Fortschritt. Tie„Gleichheit", die in München erst 4000 Abonnentinnen hatte, hat jetzt 12 000. Das ist das beste Zeichen, wie rege agitiert worden ist, und ein Beweis, daß die Frau bei ordentlicher Anleitung auch für ernste Lektüre zu haben ist. Wir hären ja freilich noch allerlei Beschwerden, das und das müsse anders gehalten sein, das verständen die Frauen nicht. Aber es handelt sich hier um schwere Aufgaben. Der Frau, die bisher nur Kolportage- romane gelesen hat, sind alle politischen Dinge böhmische Dörfer; sie mutz alles erst lernen. Allein es wäre falsch, zu verlangen, daß sich die„Gleichheit" diesem niedrigen Niveau anpassen solle. Ein andrer Ausweg mutz geschaffen werden, durch Flugblätter und leicht verständliche Schriften. Wer aber erst ein wenig weiter ist, der findet in der„Gleichheit" ein unerschöpfliches Material, das nur noch viel besser ausgenutzt werden sollte zu schönen, einfachen Flug- blättern, die, von einfachen Frauen geschrieben, sich den Bedürfnissen der verschiedenen Gegenden anpassen. Die Zahl der gewerkschaftlich organisierten Frauen hat sich ge- hoben, wenn sie auch noch viel zu klein ist im Vergleich zu der Zahl der erwcrbsthätigen Frauen. Hier liegt noch viel notwendige Arbeit vor uns. Als eine Einrichtung, die die politisch thätigen Frauen im Verein mit den Gewerkschaften getroffen haben, sind die B e. schwerdekommissionen der Arbeiterinnen ins Leben gerufen. Die Arbeiterinnen sind so abhängig und ein- geschüchtert, daß sie sich nicht direkt an den Gewerbc-Jnspektor zu wenden wagen. Die Arbeiterinnen wissen auch gar nicht, daß sie bestimmte Rechte haben. Hierüber müssen sie durch die Beschwerde- kommissionen aufgeklärt werden. Die beste Gelegenheit dazu geben die Werkstubensitzungen. In allen Orten sollten diese Kommissionen errichtet werden. Die Gewerkschaften wieder sollten dafür sorgen, daß diese Kommissionen mit dem notwendigen Material an Büchern, Gesetzen usw. ausgerüstet werden. Das müssen und können die ört- lichen Gewerkschaftskartclle leisten.(Lebhafte Zustimmung.) So steht uns auch hier ein gutes Stück Arbeit bevor. Aber neue Kräfte haben sich uns zur Verfügung gestellt. Es sind Talente unter den Arbeiterinnen geweckt worden, die bisher geschlummert hatten. Hier hat eine Frau gelernt, öffentlich zu reden, dort be- thätigt sich eine andre schriftstellerisch. Und da haben besonders die Anregungen unsrer Konferenzen segensreich gewirkt. Aber noch immer fehlt es uns an Agitatorinnen, deren Heranbildung in München beschloffen worden ist. Wir sind eben Proletarier in jeder Hinsicht, nicht bloß nach der Lebensstellung, sondern auch nach den �chulkenntnissen. Mühsam erringen wir uns die notwendige Bildung. Lese- und Diskutierabende sind mit gutem Erfolge ein- gerichtet warben. Wir richten uns mit dem Gesetz ein und fördern unsre politischen Kenntnisse, ohne das Gesetz zu übertreten. Diese Abende werden von durchgebildeten Genossinnen geleitet, aber auch Genossen find uns behilflich gewesen. Nur aus den Geldsammlungcn geht nicht hervor, daß die Be wegung gewachsen ist. Ich habe 70 M. weniger eingenommen, als in den vorvergangenen zwei Jahren. Da muß ich den Appell an die Genossinnen richten: Thut den Beutel auf!(Lebhaste Zu- stimmung.) Wir haben immer einen Stolz darein gesetzt, unsre Agitation aus eignen Mitteln, nicht aus dem Säckel des Partei- Vorstandes, zu betreiben. Nun war das letzte Jahr, das Wahljahr, für unsre Sammlungen sehr ungünstig. Und Ende 1903 wurde auch von den Arbeiterinnen der letzte Groschen für Crimmitschau geopfert. Auch dokumentiert sich in der Summe, die mir zu gegangen ist, nicht alles, was für die Bewegung überhaupt zu sammengebracht worden ist. Einzelne Kreise haben die Kosten selber bestritten.(Sehr richtig!) Damit bin ich am Schluß. Ich hoffe, daß auch die heutige Konferenz wirken wird zum Segen nicht nur unsrer, sondern der allgemeinen Bewegung.(Lebhafter Beifall.) Auf Vorschlag von Frau Zetkin wird beschlossen, diesen Be richt gemeinsam mit dem Referat von Frau Greifenberg-Augsburg über die allgemeine Agitation zu diskutieren. Allgemeine Agitation. Die Berichterstafterin Frau Greifenberg giebt einen interessanten Rückblick auf die ersten Anfänge der proletarischen Frauenbewegung an der Hanb einer von Frau Ihrer verfaßten Zusammenstellung, die 1893 auf der Chicagoer Weltausstellung ausgelegt wurde. Sie er- Kinert an die Organisationsbestrebungen vor und unter dem Socia- listengesetz unter besondrer Hervorhebung der Thätigkeit des Vereins zur Vertretung der Interessen der Arbeiterinnen, des Vereins der Mäntelnäherinnen und des Nordvereins der Arbeiterinnen in Berlin. Dieser Verein und alle andern, die sich in Zeitz, Luckenwalde, Gera, Halle, Düsseldorf usw. gebildet hatten, wurden wieder polizeilich aufgelöst, ihre Leiter zum Test sogar mit Gefängnisstrafen belegt. Als Grund für die Auflösung des Haupwercins wurde angegeben, daß„die Ausbreihing dieser Bewegung eine Gefahr für Deutschland darstelle"(Heiterkeit). Wenn also die Frauen sich aufzuklären, sich zu bilden beginnen, wenn sie für ihre Gleichberechtigung kämpfen, ist Deutschland gefährdet.— Nach all diesen Mißerfolgen konnten die Frauen nicht bald wieder eine ihnen freistehende Orgamsationssorm finden; deshalb forderten sie die männlichen Genossen auf, sie in ihre Organisationen aufzunehmen. Hier aber begegneten die Ar- beiterinnen vielfach dem Vorurteil, daß sie nicht gleichberechtigte Kolleginnen, sondern untergeordnete Hilfskräfte seien. Zahlreiche Arbeiter nahmen noch an, daß beim Fortschreiten der Produktions- Verbesserungen die Frauen aus den Fabriken und Werkstätten gänzlich verschwinden würden. Tie Berufszählung hat sie eines Besseren belehrt. Bon 1332— 1395 hat die Zahl der männlichen Arbeiter um 6'/». die der weiblichen um 35 Proz. zugenommen. In den ist die Ml der männlichen Urbefter um iZtö Kroz., die der weiblichen um 26,8 Proz. gestiegen, in den Kleinbetrieben die der männlichen aber nur um 1 Proz., die der weiblichen um 40 Proz.l Jetzt sehen die Arbeiter die Notwendigkeit ein, die Frauen crufzu- klären, sollen diese ihnen nicht Schmutzkonkurrenz machen. Im Jahre 1390 forderte der deutsche Parteitag zu Halle, 1391 der Internationale Kongreß in Brüssel eine lebhaftere Propaganda unter den Frauen. In den achtziger Jahren hatte von einer Frauen- bewogung größeren Umfanges nicht die Rede sein können, so viele Anregungen auch einzelne Vorkämpferinnen gaben. Auch die Ge- werkschaften hatten vor dem Entstehen der großen Centralverbände nur minimale Erfolge verzeichnen können. Erst seit Anfang der neunziger Jahre wurde die Bewegung lebhafter. 1396 wurde die Frauenagitation als besondrer Punkt auf die Tagesordnung des Parteitags gesetzt. Außer den Anregungen, die das Referat und die Resolution der Genossin Zetkin bot, nahm der Parteitag noch zwei Resolutionen an, von denen die eine eine vermehrte Thätigkeit der Frauen für die Gewerkschaften forderte, die andre die Wahl von weiblichen Vertrauenspersonen an allen Orten vorschreibt. Um eine zielbewußte Agitation im Sinne dieser Beschlüsse zu entfalten, regte Genossin Zetkin im Jahre 1900 die Whaltung einer Konferenz der thätigen Genossinnen an. Genossin Baader als Vertrauenspcrson that alles mögliche, um die Genossinnen für den Gedanken dieser Be- sprechung zu gewinnen. Der Erfolg blieb nicht aus. In Mainz waren zur Frauenkonferenz 20 Delegierte erschienen, 1901 hatten wir schon 25 weibliche Vertrauenspersonen, denen wir durch das in Mainz beschlossene Regulativ einen Wegweiser gegeben hatten. Auf der Frauenkonferenz zu München erörterten wir die Frage der Heranbildung weiblicher Agitatorinnen. Gewiß hat die Referentin Genossin Zietz praktische Ratschläge gegeben, aber woher sollen die Frauen die Zeit nehmen, geistig zu arbeiten? Die Männer sind wenigstens nach der Arbeit frei und können dann lernen, was ihnen ihr abgematteter, erschlaffter Körper noch zu begreifen erlaubt. Aber auch die Frauen haben wenigstens den Willen, geistig vorwärts zu kommen. Nicht, wie ein Minister gesagt hat, einige excentrische Frauen machen die Bewegung, sondern gerade die Masse der arbeitenden Proletarierinnen. Das beweist die zahlreiche Teilnahme der Frauen an öffentlichen Versammlungen, in denen sie nicht nur zuhören, sondern auch meist schon verstehen, weil ihr ureigenstes Interesse sie verstehen heißt. Wir können auf einen großen Erfolg — ich nenne es einen großen Erfolg— zurückblicken.(Zustimmung.) Auch die heutige Konferenz soll uns wieder neue Anregungen zur planmäßigen Agitation geben. So stolz die Bourgeoisie auf die „Einheit" des Vaterlandes ist, so haben wir doch eine große Reche verschiedener Vereinsgesetze, denen wir uns anpassen müssen in unfern zahlreichen Vaterländchen. In Hamburg, Bremen und Sachsen ist eine große Zahl von Frauen in den politischen Organisationen; das preußische Veceinsgesetz ist rigoros und reaktionär, aber das bayerische Vercinsgesetz ist noch viel schlimmer. Auch an öffentlichen politischen Versammlungen, von den Ver- einen ganz zu schweigen, können die Frauen erst seit 1893 teil- nehmen. Selbst aus ihnen weisen sie die untergeordneten Polizei- organe noch heute häusig aus. Es besteht ferner im bayerischen Vereinsrecht die Bestimmung, daß Minderjährige, d. h. Personen unter 21 Jahren, nur an allgemeinen, nicht an„öffentlichen" Ver- smnmlungen teilnehmen dürfen.(Heiterkeit.) Ein Polizeibeamter, der auf eine Frage ganz richtig definierte, daß„öffentliche" Ver- smnmlungen solche seien, die sich mit öffentlichen Angelegenheiten beschäftigen,„allgemeine" z. B. solche, die Berufsfragen erörterten, wollte gleichwohl aus einer Versammlung, in der ich über„Zweck und Nutzen der gewerkschaftlichen Organisation" sprach, die Minder- jährigen ausweisen. Unter diesen verschiedenartigen Vereinsgesetzen sollen also Frauen- Bildungsvereine gegründet werden; unerläßlich« Vorbedingung dafür ist aber das Vorhandensein von Leitern und Führern ani Ort, um Auflösung und Bestrafung zu vermeiden. Denn der Mensch soll noch geboren werden, der sagen kann, wo die Gewerkschaftsbewegung aufhört und die.Politik anfängt. Ein Beamter erklärt die Ver- kürzung der Arbeitszeit für politisch, ein andrer schon die Beschwerde» kommissionen. Welche Fortschritte trotzdem die gewerkschaftliche Organisation der Arbeiterinnen gemacht hat, zeigen folgende Zahlen: Es gab 1392/95 in den Gewerkschaftsverbänden 7000 weib- liche Organisierte von 700 000 in der Industrie beschäftigten Frauen. 1896 stieg die Zahl der Beschäftigten auf 1 145 875, die Zahl der organisierten Frauen auf 12 265. Mehrere große Streiks, die in diesem Jahre stattgefunden hatten, waren gute Agitationsmittel für die Gewerkschaften gewesen. So erklärt sich der Rückgang der Organisierten auf 11 664 im Jahre 1897. Und heute zählt die Generalkommission der Gewerkschaften 40 000 weibliche Verbands- Mitglieder! Zu diesem Erfolg haben auch die Männer ein Teil beigetragen. Aber den Hauptteil des Erfolges können die thätigen Genossinnen für sich beanspruchen; die weiblichen rednerischen Kräfte sind deshalb auch sehr begehrt, weil sie, die Charakter und Leben der Frau selbst mitleben, diese leichter persönlich gewinnen können. Der Erfolg, der erzielt worden ist, ist wesentlich auch dem Umstände zuzuschreiben, daß seit 1896 nicht nur in öffentlichen Versamm- lungen agitiert wird. Die Buchbinder, die eine stattliche Zahl von Frauen in ihrer Organisation haben, haben auf geselligem Wege, durch Familienzusammenkünfte, Deklamationen und Tanzvergnügungen die Arbeiterinnen zu sich herangezogen, sie veranlaßt, in die Werk- stattsitzungen zu kommen und ihnen dort stets durch eine rednerisch tüchtige Frau die Ziele der Organisation, wenn auch schlicht, aus. einandergesetzt. So hat auch die Zahl der an den Lohnkämpfen beteiligten Arbeiterinnen gewaltig zugenommen. 1892 waren an Angriffsstreiks 32 659 Personen, darunter 2468 Frauen, beteiligt; an Abwehrstreiks 960 Frauen. Im Jahre 1903 zählte man bei Angrifssstreiks unter 53 760 Personen 2841 weibliche, bei Abwehr- streiks unter 67 830 nicht weniger als 9869 weibliche. Gewiß dürfen wir dabei nicht vergessen, daß es brutale Arbeit- geber genug giebt, die ihren Arbeiterinneu das Organisationsrecht wehren. Gerade darum nehmen wir ja auch am politischen Kampfe teil. Eine straffere Organisation zu schaffen, ist hier, in Hamburg, in Sachsen nicht schwer. Aber im übrigen Deutschland werden die Parteiangelegenheiten immer mehr in den Wahlvercinen der Männer erledigt. Aber die Grundlage zu einer Centralisation ist durch die Besoldung der Centralvertrauensperson geschaffen, da diese ihre ganze Kraft jetzt der Bewegung widmen kann. An vielen Orten geht die Bewegung noch nicht ordentlich vorwärts. Selbst wenn thätige Genossinnen da ihren Wohnsitz haben, läßt ihnen die all, gemeine Agitation nicht genügend Zeit zur Arbeit am Orte. Auch heute noch gibt es Genossen, die der Frauenbewegung feindlich gegen- überstehen(Sehr richtig!), sie ins Lächerliche zu ziehen suchen.(Er- neutes Sehr richtig!) Genossin Baader zur Ehre sei es gesagt, daß sie ihre ganze Kraft in die Arbeit hineingelegt hat. Bis vor kurzem noch gezwungen, für ihren Lebensunterhalt zu sorgen, hat sie fast Uebermcnschlichcs geleistet. Jetzt wird sie noch mehr Anregungen geben können. Aber wenn die Vertrauensperson an einem Orte lein Lebenszeichen von sich giebt, kann sie auch nichts thun. Da müssen wir uns eben gegenseitig anregen und ergänzen. Die Bromberger Genossinnen verlangen nun, daß die rednerisch thätigen Genossinnen die neu geworbenen Kräfte gleich einarbeiten sollen. Der Antrag ist sehr gut, aber praktisch undurchführbar. Mit ein oder zwei Tagen ist da nichts gefhan. Soll aber die Red, nerin sich tagelang dort aufhalten, so mangelt es an Geld. Der Antrag scheitert an unsrer Kasse, wenn auch die Opferwilligkeit der Genossinnen von Jahr zu Jahr wächst. In: Vorjahre verlangte ew Antrag Leipzig, es sollten durch Lese- und Diskutierabende rednerische Kräfte geschult werden. Denen, die heute das neue Evangelium ins Land hinaustragen, ist es oft nicht möglich, sich auch dem noch zu widmen. Und die Arbeiterinnen sind abends ermüdet und müssen für den Haushalt sorgen. Aber wo eS möglich ist, sollen die Kräfte so geschult werden. Außer den Volksversammlungen und Werkstattsitzungen soll auch die Geselligkeit gepflegt Neiden. Kommen sich die Arbeiterinnen 2. Die für die Agitationstouren bestimmten Referentinnen ind nicht nur zur Abhaltung von Versammlungen in die Orte zu schicken, sondern die Zeit ist derartig einzuteilen, daß für jeden zu bearbeitenden Ort Zeit genug berbleibt, um feste Verbindungen zu schaffen und die gewonnenen Genoffinnen eingehend über ihre Pflichten zu orientieren. no = Die ganze in, um sich zu amüfieren, braucht doch der Ernst des Lebens und, Genoffinnen bei der Beschidung des Amsterdamer Kongresses. Die[ geblieben. Ja, wir wollen die Armee sein, die den Arbeiterinnen die schweren Kämpfe, die wir durchmachen, nicht vergessen zu werden. Anregung erfolgte von den Genossinnen von Berlin, Hamburg und und allen Ausgebeuteten das Heil bringt.( Bravo.) Als ich im Vorjahre auf einer Agitationsreise in Sachsen war, ließ Altona- Ottensen. Erst auf die Anregung hin hat sich unsre Centralbei einem Fest des socialdemokratischen Vereins in Leipzig- Blagwis Vertrauensperson mit sämtlichen örtlichen Vertrauenspersonen in spricht seine Freude über die große Summe von Thätigkeit, AufDr. Robert Michels- Marburg Genoffe Glanzmann die Mitglieder zur Polonaise antreten, gerade Verbindung gefeßt und sie gebeten, dazu Stellung zu nehmen. Zwei- opferung und Intelligenz aus, die sich in der Frauenbewegung zeigt, gegenüber der Bühne. Dann forderte er mich auf, eine Ansprache mal ist dies auch in der„ Gleichheit" geschehen und schließlich ist von vermißt aber, daß in dem ausgezeichneten Referat von Frl. Baader Zwei- ſpricht seine Freude über die große Summe von Thätigkeit, Aufzu halten. Einige Tanzlustige murrten zwar, aber sie hörten doch der Centralstelle noch einmal ein Cirkular in diesem Sinne erlassen schließlich zu.( Heiterkeit.) Von den Beschwerdekommissionen lesen worden. Da kann man wirklich nicht von einem Willfüraft reden nicht ein Grund angegeben worden ist, weshalb man sich an dem wir ja oft in unsrer lokalen Parteipresse, daß ihre Mitglieder da und die, die den Protest angezettelt haben, haben das öffentliche Leben begreife den Standpunkt durchaus, daß die proletarischen Frauen und da wohnen und Beschwerden entgegennehmen". Sie sollten verschlafen oder verschlafen wollen. Dasselbe gilt von der Besoldung nichts mit den bürgerlichen Frauen gemeinsam haben. Aber dieser Berliner Kongreß der bürgerlichen Frauen nicht beteiligt hat. Ich aber, wenn ihre Zeit es möglich macht, an den Gewerkschaftsver- der Sekretärin. Man ist zu der Besoldung erst geschritten, nachdem Standpunkt bedeutet doch nicht, daß man nicht bei einem speciellen sammlungen teilnehmen und die Arbeiterinnen über die Zustände mit den Vertrauenspersonen der großen Städte und Industriecentren Anlaß mit den bürgerlichen Frauen zusammen tagen darf. Seit in den Fabriken ausfragen. Die andre Aufgabe, die Beschwerden Fühlung genommen war. forgfältig vorzuprüfen, haben die Beschwerdekommissionen stets er- trauenspersonen sind nicht gefragt worden. Gerade diese sind am als seien fie pestfranf? Im Parlament findet diese Berührung doch Nur die erst kürzlich angestellten Ver- wann scheut die Socialdemokratie den Umgang mit Bürgerlichen, füllt, wie der jüngst verstorbene Gewerbeinspektor Börrishofer und wenigsten kritisch, sie stimmen allen Vorschlägen am leichtesten zu. der in München ausdrücklich anerkannt haben. Doch muß die Die Besoldung der Genossin Baader ist auch von dem Parteivorstand Tag für Tag statt. Auch der Heimarbeiterschutzkongreß ist ja mit Thätigkeit der Beschwerdekommissionen noch mehr in die Massen gebilligt worden. Wir haben aus Gründen der Vereinsgesetzgebung hätten sich nichts vergeben, wenn sie der außerordentlich liebenshineingetragen werden. bürgerlichen Reformern gemacht worden. Die proletarischen Frauen Abstand genommen, die Sache öffentlich zu verhandeln. Wir haben Ich hoffe, daß die folgende Diskussion Anregungen zu Ver- hier Abstand genommen, weil wir in der Ausstellung von Mandaten würdigen Einladung zum Frauenkongreß gefolgt wären. Auch der besserungen zahlreich bieten und dazu beitragen wird, daß auch und Zulassung von Gästen sehr weitherzig sind. Ich schlage Ihnen Bülow hätte uns nicht vorher verscheuchen brauchen. Auch das ParGang der bürgerlichen Frauen zur Kaijerin und zu Herrn von fernerhin die Genossen ihr Augenmerk mehr und mehr auf die vor, über den Protest zur Tagesordnung überzugehen und ihn dem Tament schickt ja Delegationen zum Kaiser. Der Verlauf des Konproletarische Frauenbewegung richten, sie anerkennen als das, was Papierforb zu überantworten. sie sein soll, nicht eine Sonderbündelei, sondern ein Mittel, die ( Lebhafter Beifall.) Frauen und Proletarierinnen zum Klassenbewußtsein zu erziehen, Hierauf wird in der Diskussion fortgefahren. gresses wäre ganz anders gewesen, wenn die socialdemokratischen damit neue Kämpfer für die Socialdemokratie gewonnen werden Frauen mitgemacht hätten. Gewiß ist sehr viel auf dem Kongreß Frau Zeise Stöln gefündigt worden und die Beteiligung an ihm ist nicht immer mit und damit die Partei einen Rückhalt hat nicht nur an den Männern, berichtet über die Agitation im Kölner Bezirk. In dem schwarzen den richtigen Gründen verlangt worden, so von dem Genossen James sondern auch an der wachsenden Zahl aufgeflärter Frauen. Ebenso Köln, dem halben Rom, hat die Agitation große Fortschritte gemacht. Broh im Bernsteinschen Montagsblatt", der da behauptet hat, die wie die Männer in der Socialdemokratie niemals ohne die Frauen Eine Organisation war nicht möglich aus vereinsgesetzlichen Gründen. bürgerlichen Frauen hätten demokratisch verfahren, als sie die zum Siege gelangen werden, ebenso können die Frauen nur von Die Kölner Genofsinnen haben sich mit dem Gewerkschaftskartell in Kaiserin besuchten, und dann die Anekdote von der amerikanischen der Socialdemokratie aus Not, Druck und Glend befreit werden. Verbindung gesezt und Anschluß gefunden. Es sind eine stattliche Genossin erzählt, die der Kaiserin die Hand gereicht habe. Ich hebe Um das zu erreichen, wollen wir Hand ans Werk legen.( Lebh. Anzahl Gewerkschaftsmitglieder gewonnen worden. das hervor, um nicht zu den Revisionisten gezählt zu werden. Ich Beifall.) Agitation fällt aber auf Köln- Stadt, in den Vororten fehlt es noch an halte es nicht für eine Schande, Revisionist zu sein, aber ich bin Mit der Diskussion über diese beiden Referate wird die über geeigneten Kräften. Wir können Ihnen nur den Antrag der Ge- es nicht. Die bürgerlichen Frauen kommen nicht aus ihrer Haut die zum Punkte„ Allgemeine Agitation" eingelaufenen Anträge ber- nofsinnen empfehlen. bunden. Weiter empfiehlt sich die Gründung von heraus, aber wenn wir dabei gewesen wären, hätte man sich geniert. Frauen- Bildungsvereinen, damit wir mehr rednerische Kräfte be- Was nimmt die Reaktion sich nicht alles heraus, wenn sie allein Antrag Bromberg: 1. Die Agitation unter den Frauen des fommen, die unbedingt notvendig sind. unter sich ist. Man dente ans Abgeordnetenhaus, ans Herrenhaus Oftens ist intensiver wie bisher zu betreiben. Frau Thiel- Teltow- Beeskow will zum Vereins- und Ver- und vergleiche damit den Reichstag, wo sich die Reaktion doch mehr sammlungsrecht sprechen, wird aber ihre Ausführungen verschieben, in Acht nimmt. So wäre es auch hier gewesen. Das Gewissen bis dieser Punkt der Tagesordnung verhandelt wird. der bürgerlichen Frauen wäre durch unsre Anwesenheit geschärft worden. Gerade aus agitatorischen Gründen hätte man hingehen Frau Wackwik- Dresden( 4. fächs. Kreis) sollen. Was für Vorurteile bestehen nicht gerade bei den bürgerberichtet über ihre Thätigkeit in ihrem Kreis. Sie hat 80 Be- lichen Frauen gegen die Socialistinnen. Socialdemokratische Frau sprechungen und 16 Versammlungen in einem Jahre abgehalten. Sie bedeutet ihnen soviel wie Petroleumengel.( Heiterkeit.) Wenn wir tritt dafür ein, sich mehr mit den männlichen Parteigenossen in Ver- unsre Principien nicht überall hin tragen, werden diese Vorurteile bindung zu sehen. Die Beschwerdekommission hat sich mit der Dame nicht aufhören. Einigen Damen meiner Bekanntschaft gab ich eine in der Gewerbe- Inspektion in Verbindung gefeht. Aber diese hat eine Broschüre der Frau Bettin: Die Frauenfrage und das Pronicht immer Wort gehalten. Wir verhandeln jetzt mit dem Gewerbe- letariat. Als sie sie gelesen hatten, meinten sie: Ja, wenn alle Inspektor selbst und haben mit ihm bessere Erfahrungen gemacht als so wären! Ich erwiderte: Ja, sie sind alle so, Frau Zetkin ist mit seiner Gehilfin. In einem Falle hat er auf unsre Veranlassung besonders rot. Daß unsre Anschauungen Boden fanden, beweist der einen Betrieb revidiert und die Arbeiterinnen von einer Arbeit in Beifall, der der Genoffin zuteil wurde. Und dieser Beifall kam einem völlig unhygienischen Raum befreit. Wir dürfen also nie nicht von proletarischer Seite. Nicht eine Verwässerung des Princips müde sein und in unsrer Agitation nie erlahmen, wenn wir zum bedeutet dieses Zusammengehen mit den bürgerlichen Frauen. Unser In der Diskussion erhält zunächst das Wort Genossin Ziele kommen wollen. Programm soll flar, deutlich und scharf ausgesprochen, nicht gebeugt Kähler- Dresden: Frau Bosse Bremen: und nicht angepaßt werden. Aber es soll ausgesprochen werden. Wir können mit den erzielten Resultaten zufrieden sein und Ueber Bremen ist nicht viel Erfreuliches zu berichten. Die Be- Bergessen wir auch nicht, daß es den bürgerlichen Frauen gelungen, ich beantrage daher, die Central- Bertrauensperson zu entlasten. wegung wurde hierher von der num verstorbenen Guillaume Schack Proletarierinnen, die Handlungsgehilfinnen zu organisieren, und Dabei wollen wir nicht verkennen, daß eine ganze Reihe von Ver- getragen. Diese Frau hat mich für unsre Sache begeistert. Durch wie ihnen Proletarierinnen der Kopfarbeit, die Lehrerinnen, noch trauenspersonen die proletarische Frauenbewegung nicht, wie sie sie kam ich zu der Ehre, hier eine Führerrolle zu spielen. Ich that, immer folgen. Vor diesen hätten wir unsern Standpunkt vertreten sollten, mit Lust und Liebe fördern. Aber ich will niemand einen was in meinen schwachen Kräften stai., es fonnte nicht viel sein. müssen und nicht sagen sollen, wir thun nicht mit. Es wird von den Genossinnen viel darüber geklagt, daß die Ich bin eine arme Proletarierin, hatte wenig Bildung und Wissen. Vorwurf machen. Wenn eine Frau auf vorgeschobenem Posten Meine Dreiftigkeit, mich öffentlich im Reben zu versuchen, war mein Männer der Frauenbewegung Steine in den Weg wälzen. Woran sieht, daß sie allein steht, und von den andern verlacht wird, auch von den Genossen, die die tiefe Notwendigkeit der Frauenbewegung einziges Verdienst. Ich konnte nicht viel leisten. Die Bewegung liegt das? Die Frau ist befangen in religiösen Vorurteilen und nicht nicht begreifen, dann erlahmt ihre Kraft und Lust, und so kommen ging etwas vorwärts, aber bald wieder zurück, sie schlief schließlich leicht dahin zu bringen, mit dem Manne zu gehen. Das Hauptwir dann zu den Vertrauenspersonen, die sich mit der Central- ganz ein. Erst durch die Mainzer Konferenz wurde sie wieder etwas gewicht muß auf den Ersatz des kirchlichen durch das socialistische Bertrauensperson überhaupt nicht in Verbindung seßen. In Mainz entfacht. Es giebt bei uns viele Genossen, die Gegner der Frauen- Element gelegt werden. Der Sab: Religion ist Privatsache! ist warnte ich selbst davor, überall die Bildung von Bildungsvereinen fonferenzen sind, aber ich halte sie doch für sehr nüßlich. Sie bringen nicht mehr im Programm angebracht, weil er falsch verstanden wird, zu dekretieren, ohne daß wir wüßten, ob wir auch nur aus den doch immer wieder frisches Leben in die Bewegung, und auch diese als besage er: Religion ist Wurst; wer fromm ist, mag fromm Maschen der einzelstaatlichen Vereinsgefeße entschlüpfen könnten. Konferenz wird für Bremen nicht verloren sein. Wir haben uns mit bleiben. Die Männer denten frei, aber die Anschauungen der Frau Jezt aber erscheint es mir notwendig, in den Ländern, wo der dem Gewerkschaftskartell in Verbindung gesetzt. Ein Erfolg fann gehen wieder auf die Kinder über. Ich möchte einmal eine Statistit naturgemäße Anschluß an die socialdemokratischen Organisationen aber nur erreicht werden, wenn die Männer ihre Frauen und Töchter unter den Parteigenossen mit folgenden Fragen aufnehmen: Ift Ihre Frau tirchlich? Haben Sie Ihre Kinder taufen lassen? it nicht möglich ist, der Agitation einen Rüdhalt und ein festes Biel zur Organisation anhalten.( Beifall.) zu geben. Daneben muß das System der Vertrauenspersonen schon Ihre Tochter konfirmiert? Ich glaube, viele sehr angesehene Barteis Frau Lungwit- Dresden mit Rüdficht auf die gesetzlichen Bestimmungen bestehen bleiben, berichtet über die Verhältnisse in ihrem Kreise. In Sachsen dürfen Auch sollte der Parteivorstand einmal ermitteln, wieviel Partei genossen würden diese Frage sehr schlecht bestehen.( Seiterkeit.) Die Hauptsache aber besteht darin, daß wir die Borurteile brechen, sich die Frauen politisch organisieren. Die Frauen zahlen für die genossen eine Frau besigen, die der Partei angehört. Die Fälle, sie wir selbst geschaffen haben.( Sehr richtig!) Ein Teil der Ge- politische Organisation ihre Beiträge. Deshalb mögen die Gelder wo Mann und Frau gleichzeitig unsrer Partei angehören, gehen nicht noffen ist selbst noch nicht aufgeklärt genug, um die Frauenbewegung an unfre Centralstelle spärlicher fließen. Das Verhältnis zu den über die Hunderte hinaus.( Widerspruch.) Was die Frauenzu unterstützen, der andre legt den Hauptwert auf die Gewinnung männlichen Genossen ist in letzter Zeit besser geworden, aber es ist bewegung in Hessen anlangt, so haben wir die Qualität der Frauen der Wahlstimmen der Männer, die Macht im Parlament geben. immer noch häufig der Fall, daß die Männer feinen Wert darauf auf unsrer Seite, aber noch nicht die Quantität.( Die Redezeit ist So ist die Frauenbewegung nicht nur im Osten, sondern in ganz legen, daß die Frauen sich organisieren. Unfre Männer müssen bei abgelaufen.) Deutschland vernachlässigt. Da darf man nicht gegenüber dem An- ihren Frauen und Töchtern die erste Aufklärungsarbeit verrichten. trag Bromberg sagen, daß er nicht durchführbar ist. Er ist es, Dann werden auch deren Kinder aufgeklärt sein. In Dresden hat wenn wir genügend Geld haben.( Sehr richtig!) Würde für die bei den Wahlen zu dieser Konferenz sogar ein Genosse gesagt, die Frauenorganisationen dasselbe aufgewender werden, wie für die Frauen wollten nur Vergnügungsreisen machen. Nun urteilen Sie Männerorganisationen, dann würden sie ganz anders aussehen. felbst, ob wir hier zum Vergnügen sind, oder um ernst über den Rednerin bittet, den Antrag Bromberg nicht abzulehnen, sondern Fortgang unsrer Bewegung zu beraten?( Beifall.) der Central- Vertrauensperson zur Ausführung bei gelegener Zeit zu überweisen.( Beifall.) Antrag Köln: Die Konferenz macht es den am Orte zu wählenden Vertrauenspersonen zur Pflicht, überall da, wo dies möglich ist, eine Kommission zu wählen, bestehend aus gewerkschaftlich organisierten Arbeiterinnen, die mit Hilfe des Gewerkschaftskartells die Organisierung der Arbeiterinnen zu fördern hat. Die Genofsinnen Berlins beantragen:" Es sind Ermittelungen anzustellen darüber, wie viele der erwerbsthätigen Frauen, deren Männer organisiert sind, einer gewerkschaftlichen Organisation oder einem Bildungsverein angehören." Frau Plum Essen: = = Frau Luz- Berlin: Frau Zieh- Hamburg: erwidern. Er hat die Veranstaltung der bürgerlichen Frauen in Ich muß zunächst einiges auf die Vorwürfe des Vorredners Parallele mit dem Reichstag gestellt. Aber die Zusammensetzung des Barlaments haben wir nicht geschaffen. Wir haben keinen Einfluß auf diejenigen Vertreter, die wir nicht in das Parlament geschickt haben Gerade die bürgerlichen Frauen, mit denen wir zeitweilig zusammengehen sollen, haben sich so rückständig wie möglich erwiesen. Ihre berufenste Vertreterin, Frau Dr. Schirmacher, erklärte, daß sie das Wahlrecht nicht verlange für die Frauen, sondern nur für die Damen( fehr wahr!), daß sie es gebunden wissen wollte an einen Census, an die Ansässigkeitsdauer u. f. f., ganz wie die männlichen Reaktionäre das Wahlrecht für die Arbeiter verklausulieren wollen. Wenn man uns auffordert, zumutet, auf dem Kongreß der Frauen zu erscheinen, die unfre politischen Todfeinde unterstützen, nicht um unfre grundsätzlichen Forderungen zu diskutieren, Unser Verhältnis zu den Berliner Genossen ist das denkbar beste. Und wenn sie mal nicht wollen, dann gibts einen sanften RippenBis zum 6. Januar d. J. konnte von einer Organisation der stoß.( Heiterkeit.) Wo es an genügendem Interesse fehlt, wird unser Frauen in unserm Kreise nicht die Rede sein. An diesem Tage ver- Berliner Antrag nachhelfen. Zu dem Dresdener Protest möchte ich sammelten wir 600 bis 700 Mädchen und Frauen, eine sehr große noch bemerken, daß er wohl von Berlin nach Dresden gegangen ist Bahl für die erste Versammlung. Wir gewannen fofort 225 Abon- und Dresden nur den Namen gegeben hat.( Sehr gut.) Er tritt nenten für die„ Gleichheit" und zählen deren jezt annähernd 500. hier unter falscher Adresse auf. Ueber die mangelnde Hilfe der ( Bravo!) Das zeigt, welche Arbeit die Genofsinnen am Orte ge- Männer möchte ich doch nicht allzuviel klagen. Bist du Gottes Sohn, Teistet haben. Wir haben alle Gelegenheiten zur Agitation benußt, so hilf dir selbst.( Lebh. Beifall.) die März-, die Maifeier, die Unterhaltungsabende. Dabei ist unfre Frau Fahrenwald- Hamburg: Arbeit sehr schwer, wir haben keine weibliche Fabrikarbeit, nur Haus- Unfre Agitation in der Frauenbewegung ist von Anfang an fondern um uns Reförmchen in homöopathischen Dosen zugestehen industrie und besonders die Frauen der so schwer zugänglichen Berg- schwer gewesen. Schon in den 90er Jahren habe ich Lese- und zu lassen, so betrachten wir das als eine Herabwürdigung.( Lebhafte Teute. Am meisten hat uns in unserm Kruppgebiete die Kaiserrede Diskutierabende in Berlin abgehalten. Ich habe aber die Erfahrung Bustimmung.) Wenn man durchaus eine Parallele ziehen will, so vom Tischtuchzerschneiden genügt. Sie hat uns zu dem Resultat der gemacht, daß unsre Genoffinnen von der schweren Tagesarbeit er- frage ich: Gehen unsre Genossen zu den Parteitagen des Freifinns Reichstagswahl und der Gewerbegerichtswahl vom 8. Januar ver- müdet, bei der Vorlesung eines wissenschaftlichen Buches einschlafen. oder der Nationalliberalen?( Sehr gut!) Wenn es etwas giebt, holfen, wo wir die christlichen Gewerkschaften und Tischtuchzerschneider( Heiterkeit und Zustimmung.) Es kann ihnen gar kein Vorwurf was unfre Ablehnung nachträglich motiviert und gerechtfertigt hat, mit über 600 Stimmen Majorität besiegt haben.( Lebhaftes Bravo!) daraus gemacht werde.1. Wissenschaftliche Bücher sind auch so um- dann ist es der Canossagang gewesen, den die bürgerlichen Frauen Dieses Beiſpiel hat uns den Wert des Zuſammenschluffes nahegelegt. fangreich, daß sie nur in vielen Abenden vorgelesen werden können. zum Reichskanzler unternommen haben in dem Moment, wo die Gerade bei den Gewerbegerichtswahlen haben auch wir mit unsrer Bwei-, dreimal fommen die Genofsinnen, dann bleiben sie weg. Viel Regierung das Frauenwahlrecht an gewähren ablehnte. Wenn wir Agitation eingesetzt. Gewiß wird von den einzelnen Orten viel gegen praktischer ist, aus guten Broschüren kleine Vorträge herauszuziehen auch den Gang nicht mitgemacht hätten, wir hätten doch die Verdie Centralkaſſe gesündigt. Aber in der Versammlung vom 6. Januar, und diese vorzutragen. Da sind Schriften von Frau Ihrer, und es antwortung übernommen für das, was wir nicht nur als Dummheit als Frau zieh und Frau Kähler ein Scherflein von uns für die ist anzuerkennen, daß sie da Großartiges geleistet hat. Da ist Frau empfinden, sondern auch als Entwürdigung bezeichnen müssen.( LebCrimmitschauer verlangten, haben wir es nicht abgeschlagen. Ich villy Braun: in ihren Schriften ist fie großartig, wenn sie auch sonst hafter Beifall.) Die bürgerlichen Frauen organisieren Proletarierinnen, hoffe, daß wir in der nächsten Zeit noch tüchtig vorwärts kommen. nicht so ist, wie wir fie gern haben möchten.( Heiterkeit.) Statt der meinte Genoffe Michels. Aber sie organisierten, wo eine Organiſation ( Lebhafter Beifall.) Leseabende schlage ich also Vortragsabende mit Diskussion vor. Zum besteht, wo wir vor ihnen organisiert haben, die Handlungsgehilfinnen; Hierauf tritt die Mittagspause ein. Reden müssen die Genossinnen aber erst angeregt werden. Unter- fie tragen Bersplitterung in das Proletariat hinein. Man sagt, haltungsabende haben wir schon in den 90er Jahren gehabt. Ich hinter den bürgerlichen Frauen stehe noch das geistige Broletariat, glaube aber nicht, daß ich mit solchen Unterhaltungsabenden meinen die Lehrerinnen, die uns noch nicht fennten. Aber wir führen unfre Genossen vom dritten Hamburger Wahlkreise kommen dürfte. Verhandlungen niemals unter Ausschluß der Deffentlichkeit, und wer ( Seiterfeit.) Sie haben uns so schon nicht besonders gern.( Erneute die kleinste Neigung hat, kennen zu lernen, was wir erstreben, und Heiterkeit.) Es ist ja richtig, daß manche Arbeiterin nur durch ein wofür wir eintreten, fomme uns anzuhören. Das Feld unsrer bißchen Klaviergeflimper und Füßetreten( Heiterkeit) herangezogen Arbeit beim Proletariat des Kopfes und der Hand ist so ungeheuer, " Die Unterzeichnete ist beauftragt, als Vertrauensperson des werden kann, aber unsre Aufgabe ist es, sie durch den Socialismus daß wir es gar nicht verantworten könnten, unsre Zeit unter bürger5. sächsischen Reichstags- Wahlkreises der Konferenz folgenden Protest zu Socialisten zu erziehen.( Sehr richtig!) Jm tommenden Winter lichen Frauen zu vertrödeln, die in Bezug auf die Forderungen, bei zu unterbreiten: Die politisch organisierten Frauen des 5. sächsischen wollen unsre Bürgerschaftsvertreter in Hamburg uns in fleinen denen wir mit ihnen gemeinsam vorgehen tönnten, längst nicht mehr Reichstags- Wahlkreises protestieren jetzt und in Zukunft ganz energisch Birkeln über die Armenpflege und die Beschwerdekommissionen unter- fortschreiten, sondern längst geradezu zurückgehen. Warum sollten gegen die willkürlichen Handlungen der Berliner Genofsinnen, zum richten. Zu dem Kölner Antrag möchte ich bemerken: Unter feinen wir da die Groschen, die wir so notwendig brauchen, für das hohe Beispiel Beschichtung des Internationalen Kongresses in Amsterdam, Umständen darf die Hilfe der sich jetzt in Berlin selbst etablierenden Entree zum Frauenkongreß ausgeben, um die Erlaubnis zur TeilAnstellung der Vertrauensperson usw. Sie erklären sich im Princip weiblichen Gewerkschaftskommission in Anspruch genommen werden. nahme zu haben und eventuell fünf Minuten Redezeit bewilligt zu mit der Anstellung einer befoldeten Sekretärin einverstanden mit der( Sehr richtig!) Wir Frauen lassen uns das Recht zu wählen nicht bekommen.( Beifall.) Forderung, daß nur die Frauenkonferenz in diesem Falle kompetent nehmen; wir stehen auf dem Standpunkt des Schneiderverbandes ist, wenn mindestens zwei Drittel der örtlichen Vertrauenspersonen in Bezug auf die weibliche Gewerkschaftskommission, die sich selbst dafür find. etabliert hat. Die Genoffinnen halten es für ihre Pflicht, zu betonen, nicht als Marionetten zu gelten, sondern als vollwichtige, jederzeit als mitthatende und mitratende Genossinnen gewertet zu werden. = Der Nachmittags- Situng wohnten mehrere Reichstags- Ab geordnete, auch die Parteivorstands- Mitglieder Gerisch und fannkuch als Zuhörer bei. Bevor in der Tagesordnung fortgefahren wird, giebt die Vorfitende Frau Zetkin der Konferenz Nachricht von dem folgenden von Frau Petermann- Dresden eingegangenen Protest: Mit Parteigruß Magd. Petermann. Frau Zetkin( unterbrechend): Stellung zu dieser Gewerkschaftsfommission zu nehmen ist Sache der Gewerkschaften und nicht Sache der Frauenkonferenz.( Sehr richtig!) Ich bitte diese Frage hier nicht zu berühren. Frau Fahrenwald: Dann ist es gut, daß es schon gesagt ist. Frau Zeffin: ( Seiterkeit.) Rednerin schließt mit der Aufforderung zu reger Es ist notwendig, einiges auf diesen Protest anzuführen, um Agitation. Als wir zum ersten Male angeklagt waren, sagte der zu zeigen, wie unberechtigt und leichtfertig dieser Protest ist. Es Untersuchungsrichter, als wir sein Zimmer betraten, spöttisch zu handelt sich absolut nicht um einen willkürlichen Att der Berliner luns: Da kommt die Heilsarmee. Das Wort ist bei mir haften Ich gehe nun dazu über, Ihnen folgenden Antrag der Ham burger Genoffinnen zur Annahme zu empfehlen: In Erwägung: Daß die Vereinsgefeße im größten Teil des Deutschen Reiches den Frauen das politische Vereinsrecht vorenthalten, daß aber dem Wesen der socialdemokratischen Partei entsprechend den Genossinnen das Recht gewahrt bleiben muß, Mitglieder der socialdemokratischen Partei zu sein und als gleichberechtigt an ihren Arbeiten und Ent scheidungen teilzunehmen; daß mithin die Anträge auf Reorganifation der Partei besonderer Prüfung bedürfen, beantragt die Frauenkonferenz: Der Parteitag wolle die Anträge auf Abänderung des Organi faftonsftatuts einer Rommiffion überweisen, welcher auch Vertreterinnen In ihrem Kreise werden hauptsächlich öffentliche Frauenberfamm-| diesen Kommissionen darf die Zahl der Frauen die der Männer der Genoffinnen angehören. lungen abgehalten. Die Einnahme für 1903 betrage 303,80 m., nicht übersteigen.( Heiterkeit.) Nun ist das männliche Uns hat bei diesem Antrag nicht etwa der Gedanke geleitet, davon gingen 100 M. an den Parteivorstand. Mat hätte sicherlich auch Geschlecht beruhigt. Das Wahlrecht haben die Frauen allerdings mit Rücksicht auf die Frauen die strammere und bessere Organisation Geld an die Central- Vertrauensperson gesandt, wie man auch 1902 nicht. Anstandshalber aber sind beim ersten Versuch auch Sozia der Partei hintertreiben zu wollen oder zu verlangen, daß man und 1904 40 und 50 M. an den Parteivorstand geschickt habe, wenn listinnen in diese Kommission berufen worden. Diese wirken nun wie langsamer vorgehen soll, wo die Interessen der Partei größere man jemals eine Aufforderung erhalten hätte. die Hechte im Karpfenteiche. Sie erteilen der Bourgeoisie gewisserSchnelligkeit erfordern und eine reaktionäre Gesetzgebung unsre Frau Ruben( zur Richtigstellung): Ich möchte aus eigner Er- maßen Anschauungsunterricht in der Armenpflege. Die Armen und Teilnahme hindert. Wohl aber sind wir der Meinung, daß sich fahrung feststellen, daß der Saal beim Vortrag der Frau de Rooh Aermsten des Volkes empfinden es als Glück, wenn sie von Frauen Mittel und Wege werden finden lassen, die beiderseitigen Interessen brechend voll war und daß in Hamburg nur ein Teil der bürger- besucht werden, die mit ihnen denken und empfinden und ihre soziale auszugleichen. In welcher Weise die beiden Gesichtspunkte vereinigt lichen Frauen gegen Bebel agitiert hat. werden sollen, darüber soll eben die Kommission befinden. Deshalb Lage mit vollem Verständnis ansehen. Die Einrichtung hat sich Vorsitzende Frau Zetkin: Die bürgerlichen Frauen Hamburgs außerordentlich bewährt und kann gar nicht mehr abgeschafft werden. bitte ich Sie, meinem Antrage zuzustimmen. haben offiziell beschlossen, für die freisinnig- bürgerlichen Kandidaten Diese Aermsten der Armen, denen durch diese Einrichtung geholfen einzutreten. Wenn ein kleiner Teil der bürgerlichen Frauen sich be- wird, haben mich beauftragt, Sie als Vorfämpferinnen zu bes wußt war, welchen Schandfleck diese Handlung bedeute, so macht das grüßen. Wer da sieht, was die Frau bei dieser beschränkten den einzelnen bürgerlichen Frauenrechtlerinnen, die ihr politisches Thätigkeit leistet, der muß wünschen, daß die Thätigkeit erweitert Gewissen nicht befleckt haben, alle Ehre, aber damit ist die Handlung wird auf alle Gebiete des öffentlichen Lebens und des Staates. der andern nicht gerechtfertigt. Die Mitteilung von der Leere des( Lebhafter Beifall.) Saales beim Vortrag der Frau de Rooy ging durch alle Blätter, und der Vorwurf wäre ernst genug gewesen, damit die bürgerlichen Nächster Punkt der Tagesordnung ist Frauen, die sich bei jedem Anlaß und ohne jeden Anlaß an die Presse wenden, ihm entgegengetreten wären.( Beifall.) Frau Popp- Wien: Ich komme zur Frage der gegenseitigen Unterstützung der männlichen und weiblichen Genossen. Auf beiden Seiten ist vielfach gesündigt worden. Von den Genossinnen ist aus Mangel an Erfahrungen wohl oft nicht der rechte Weg gewählt worden, von den Genossen ist aus Ueberbürdung, aus Mangel an Zeit manches vernachläffigt worden. Der beste Weg, Frauenorganisationen da zu begründen, wo sie noch nicht bestehen, ist der, sich von den organifierten Genossen die Frau nennen zu lassen, die sich schon lange genug in der Organisation eingearbeitet hat und sich ihr am besten anpaßt. So haben wir es in Essen mit dem besten Erfolge ge= macht und die Genossen unterſtüßen die Frauenbewegung in jeder Weife. Der Kinderschuh. Die Referentin, Genossin Zieh- Hamburg legt folgende Refolution vor: Kinderschuh- Resolution. Auch nach unsrer Meinung hat es nicht den geringsten Wert für Die Konferenz socialistischer Frauen erklärt, daß das am Man sagt, daß die Frauenarbeit da unmöglich ist, wo keine die wirklich nicht nur ihre Klasse, sondern ihr ganzes Geschlecht ferntesten den Ansprüchen an den gesetzlichen Schuß der Kinder gegen uns, in bürgerliche Versammlungen zu gehen. Diejenigen Frauen, 1. Januar 1904 in Kraft getretene Kinderschutzgesetz nicht im entindustrielle Frauenarbeit besteht. Gewiß ist nur dort das Klassenbewußtsein so stark und intensiv; aber auch die andren Frauen unter einem Drucke stehen sehen, die für seine Gleichberechtigung die vorzeitige Verwüstung ihrer förperlichen, geistigen und sittlichen fönnen wir gewinnen, wenn wir sie als Mutter, Hausfrau und und Würdigung fämpfen wollen, fommen von selbst zu uns, ver- Sträfte gerecht wird. Bürgerin packen. Beim Kinderschutz- Gesetz können wir die Mutter suchen socialdemokratische Theorie und Praris bei uns zu lernen. Sie fordert deshalb im Interesse der Zukunft des Proletariats gewinnen, mit der Agitation gegen den Bollwucher die Hausfrau, Sie sind dabei nicht erfüllt vom Dünkel, etwas Großes zu thun, und der gesamten Nation: und wenn dann die Frauen in unsre Vereine kommen, werden sie nach den harten Tagesarbeiten nur noch mühselig lernen, zu Kinder im Gewerbe, der Land- und Forstwirtschaft, bei häuslicher sondern rechneten es sich zur Ehre, zu den Proletarierinnen, die Verbot jeglicher Erwerbsthätigkeit schul- und vorschulpflichtiger empört sein über die reaktionäre Handhabung des Vereinsgefezes fommen, und für sie zu arbeiten. Vor Jahren hat Dr. Käthe Arbeit, im Boten- und Gesindedienst. Ausdehnung der Schulpflicht und diese Empörung umsehen in lebhafte Parteithätigkeit. Da wollten in Essen die Milchhändler die Preise herauffeßen. Sofort Schirrmacher in einer Wiener Versammlung, in der sie über auf das vollendete 14. Lebensjahr. Herabsetzung der täglichen veranstalteten die Genoſfinnen Essens, an denen wir überhaupt unsre Frauenblatt" La Fronde" die Nachtarbeit der Gegerinnen ver- auf 6 Stunden und Einführung eines obligatorischen FortbildungsArbeiterinnenschutz sprach, sich darüber beschwert, sich darüber beschwert, daß dem Marimalarbeitszeit für jugendliche Arbeiter von 14 bis 18 Jahren helle Freude haben, eine öffentliche Versammlung und setzten boten worden sei, obwohl dies ein durchaus gesunder Beruf sei. unterrichts für beide Geschlechter. mit der Gegenagitation ein. Außergewöhnlichen Schwierigkeiten begegnet die Frauenbewegung Lehren können. Wozu sollen wir da zu den bürgerlichen Frauen wirksamen Kontrolle des Kinderschutzes und um dieselbe zu ers ( Lachen.) Die Krankenkassenberichte hätten sie eines besseren be- Des ferneren fordert sie nachdrücklichst die Durchführung einer in der That bei den Handlungsgehilfinnen nnd Näherinnen. Auf die Gründe kann ich hier nicht eingehen. Aber wenns so gehen? Die proletarische Frauenbewegung ist etwas ganz für sich, möglichen, die entsprechende Vermehrung der Gewerbeaufsichtsschwer ist, diese Arbeiterinnen durch Versammlungen und Werkstattdas nur mit der Socialdemokratie zusammenhängt.( Lebhafte beamten und die Heranziehung von Aufsichtsbeamten aus den besprechungen zu gewinnen, so müssen alle Genossen und Genossinnen Zustimmung.) Die wirklich freigesinnten bürgerlichen Frauen gehen Kreisen der Arbeiter und Arbeiterinnen. die Pflicht üben, überall in der Familie bei ihren Bekannten, wo sie freuen sich, daß wir ihre Arbeitskraft verwenden, wie die der Pro- ganzer Kraft und Energie für die Durchführung dieser Forderungen bei den Wahlen zum Land- und Reichstage in unsre Wahlkreise und Die Konferenz macht es den Genossinnen zur Pflicht, mit solchen Arbeiterinnen begegnen, diese veranlassen, sich zu organisieren letarierinnen. Es ist auch uns unverständlich, wie Frauen gegen die zu wirken. und nicht ihren Klassengenossen das Stück Brot aus der Hand Kandidatur Bebels haben auftreten können; auch uns erfüllt ein schlagen.( Die Vorsitzende Frau Zetkin macht die Rednerin wieder1. Durch fleißiges und gründliches Studium des einschlägigen holt auf den Ablauf der Redezeit aufmerksam.) Genoffe Dr. Michels folcher Beschluß mit Entrüstung.( Lebhafter Beifall.) wollte noch von Hessen sprechen. Hessen, Baden und Württemberg 2. Durch Sammlung und Veröffentlichung von neuem Material, find in der Frauenbewegung noch weit zurück, nur in Bayern hat das aufs neue die Berechtigung und Notwendigkeit obiger Fordein der letzten Zeit durch die Agitation der Genoffin Greifenberg rungen begründet. einige Fortschritte gemacht. Hoffentlich wird die Frauenbewegung bald nicht nur im Norden und Westen, sondern auch im Süden Erfolge zu verzeichnen haben.( Lebhafter Beifall,) Frau Pötzsch- Leipzig Frau Zetkin: Materials. den Massen den nötigen Resonanzboden für unsre Forderungen zu 3. Durch aufflärende mündliche und schriftliche Agitation, um in gewinnen und zu erhalten. " Kritit und dem Fordern und Drängen des allmählich zum Klassenbewußtsein erwachenden Proletariats gelang es, einen wirksameren Schutz für die kleinen Fabriksflaven durchzusetzen. meinte, der Frauentongreß würde durch unsre Teilnahme einen Ich muß dem Genossen Michels noch einiges erwidern. Er andren Verlauf genommen haben. Daß diese Meinung irrig ist, beweist schon die Thatsache, daß die radikalen Gruppen der bürgerFrau Ruben( zur Richtigstellung): Im Interesse der Wahrheit drängen konnten. lichen Frauen die Mehrheit des Kongresses nicht weiter nach links Die Konferenz verpflichtet des ferneren die Genofsinnen, nach muß ich feststellen, daß Frau Stritt als Vertreterin der bürgerlichen resultatlos, es wäre auch resultatlos geblieben, wenn von uns jemand ausgesprochenen Schußes mit Sorge zu tragen und zu diesem Die Mitwirkung der radikalen Gruppen war besten Kräften für die strikte Durchführung des im Gesetze gemäßigten Frauen und Frau Cauer im Namen der bürgerlichen fünf Minuten mit hoher Erlaubnis hätte sprechen dürfen. Genosse Zwecke sich selbst in möglichst ausgiebiger Weise an der Kontrolle zu Radikalen im Juniheft der„ Socialistischen Monatshefte" sich für Michels sprach von einer andren Stimmung, die den Kongreß beherrscht beteiligen. das allgemeine Wahlrecht in unserm Sinne ausgesprochen haben. haben würde. Wir sind realpolitisch genug, auf Stimmungen zu Hinzufügen will ich, daß auch ich, die ich auf der äußersten Linten pfeifen. Sie verwehen wie Flugsand vor dem Winde, sie sind nicht Zur Begründung führt die Rednerin folgendes aus: stehe und mich fast zu Ihnen rechne, sehr bedauert habe, daß die der Granit, auf den wir bauen können.( Zustimmung.) Die Ge- der Unternehmer nicht nur: Frauenarbeit vor!" sondern auch: Seit der kapitalistischen Anwendung der Maschine lautet der Ruf Socialdemokratie auf dem Kongreß nicht vertreten war. Die schichte lehrt uns, daß die bürgerlichen Frauen Fleisch und Bein Kinderarbeit bor!" Je mehr der Unternehmer für seinen Betrieb des wenigen Worte Lily Brauns schlugen schon wie zündende Wetter vom Fleische der Bourgeoisie sind. Sie können nicht aus ihrer Haut konstanten Kapitals benötigte( für Maschinen, Fabrikgebäude usw.), ein. So, wenn eine bürgerliche Rednerin sagte, die weibliche heraus, sie tönnen nicht aus ihrer Klasse heraus.( Sehr richtig!) desto mehr sollte am variablen Kapital( für die lebendige menschliche Landarbeit wäre leider völlig verschwunden und Lily Braun Das hat auf dem Heimarbeitertag eine bürgerliche Frau Alice Arbeitskraft) gespart werden. Um so größer ward sein Hunger nach erwiderte, es feien zwei Millionen Proletarierinnen in der Land- Salomon selbst zugegeben. Sie sagte, fie müsse sich quaji entschul- billiger weiblicher und findlicher Arbeitskraft. wirtschaft beschäftigt. Seien Sie versichert, Sie haben mehr digen, aber die bürgerliche Frauenbewegung habe mit zu großen welch entseglicher Raubbau an der kindlichen Arbeitskraft in den Wer erfahren will, Freunde unter den bürgerlichen Frauen, als Sie wissen, aber diese Schwierigkeiten wegen des Vorurteils der Männer zu kämpfen. Das Fabriken betrieben ward, bevor die Gesetzgebung eingriff, der lese wissen, daß fie auch unter den Socialdemokraten Freunde ist charaktervoll gesprochen und mir lieber, als süße Versprechungen, es nach bei Karl Marg im ersten Bande des„ Kapital", bei Friedrich haben( Frau Zetkin ruft: Die sind auch danach! Große hinter denen feine Thaten stehen. Genosse Michels meinte, wir hätten Engels in seinem Buche„ Die Lage der arbeitenden Klassen in Heiterkeit.), auch wenn zwischen den Spitzen persönliche Reibungen den bürgerlichen Frauen das Gewissen geschärft. Was nicht die That England", oder für Deutschland in Mehrings Geschichte des bestehen. fachen vermögen, was nicht die Wissenschaft vermag, das wird auch Socialismus", oder bei Anton Günther in der Geschichte der Frau Ziek( zur Richtigstellung): Die Meinung, Ansicht und den das zündende Wort einer Socialdemokratin nicht erreichen. Der preußischen Fabritgefeßgebung 2c. 2c." Als dann endlich die GesetzGlauben der Frau Stritt in allen Ehren, aber der Kongreß hat eiferne Panzer des Klassenvorurteils kann dadurch nicht gebrochen gebung eingriff, geschah es zunächst keineswegs im Intereffe der nichts beschlossen, was dem Vortrag der Frau Dr. Schirmacher werden. In den Parlamenten liegt doch die Sache anders. ausgebeuteten Kinder, sondern im Interesse des Nuternehmers und widersprach. Im Jahre 1901 haben überdies die bürgerlichen Frauen Genau wie wir in den verabscheuungswürdigen kapitalistischen des Staates. Man wollte nicht den heranwachsenden denkenden und in einer Eingabe an den preußischen Landtag ein Kommunalwahl- Klassenstaat hineingeboren werden, ohne daß wir gefragt werden, fühlenden Menschen, sondern den zukünftigen Vollarbeiter und recht verlangt, das an gewisse Steuerleistungen gebunden sein sollte. ob wir auch darin leben wollen, so müssen wir auch mit den Refruten schützen.( Lebhafte Zustimmung.) Erst der fortgesetzten ( Lebhaftes Sehr richtig!) Uebrigens scheint mir, wir hätten wichtigeres staatlichen Einrichtungen uns abzufinden suchen. Wo ich aber meine zu thun, als auf bürgerliche Kongreffe zu gehen, um die bürgerlichen Mitarbeiterschaft frei wählen kann, da gehe ich nicht zu Leuten, von Frauenrechtlerinnen davor zu bewahren, daß sie Dummheiten machen. denen uns eine abgrundtiefe Kluft trennt.( Beifall.) Gewiß erheben ( Lebhafter Beifall.) auch wir Reformforderungen, aber welcher Unterschied besteht in der Die Gesetzgebung zum Schuße der in Fabriken beschäftigten Bewertung. Sie wollen damit die bürgerliche Gesellschaft stüßen, Kinder hat vorläufig in den Bestimmungen des§ 135 der Gewerbe berichtet von der Leipziger Bewegung. Mit großem Erfolge betreiben wir wollen das Proletariat kampffähig machen, damit wir die Ordnung ihren Abschluß gefunden. Danach ist die Beschäftigung wir die Werkstuben- Agitation. Das erkennen selbst unsre Leipziger heutige Gesellschaft stürzen können. Beim Heimarbeitertag find nicht von Kindern unter 13 Jahren überhaupt verboten, von Kindern im Genossen an, die sonst nicht viel bei uns anerkennen.( Heiterkeit.) wir zu den bürgerlichen Reformern, sondern diese zu uns gekommen. Alter von 13-14 Jahren nur dann nicht, wenn diese nicht mehr Wir haben schon Hunderte von Arbeiterinnen den Gewerkschaften Die bürgerlichen Reformer mußten sich unter die Speere des klassen- zum Besuch der Volksschule verpflichtet sind. Die tägliche Arbeitszeit zugeführt. Schwerer als das Gewinnen von Mitgliedern ist das bewußten Proletariats flüchten, um nur etwas zu erreichen. Die darf fechs Stunden nicht überschreiten. Erhalten. Sehen die Arbeiterinnen nicht sofort greifbare Vorteile, bürgerlichen Reformer haben sich vor unsern Karren gespannt, dem Da diese Bestimmungen nur für Fabriken gelten, wurde damit so tehren sie der Gewerkschaft wieder den Rücken. Wir brauchen wir die Richtung gaben. Deshalb konnten wir uns am Arbeiter- die Kindererwerbsarbeit feineswegs beseitigt. In der Landwirtschaft, daher sehr geübte Genofsinnen für die Werkstuben- Agitation und es schutz- Kongreß in Zürich beteiligen und mußten die Beteiligung an in den Werkstätten und der Heimindustrie, bei Botengängen, würde sich empfehlen, ihnen eine fleine Bergütung für ihre Auslagen dem Konventikel der Excellenzen in und außer Dienst in Brüssel ab- in den Gastwirtschaften und bei häuslichen Diensten herrscht nach und ihren Zeitverlust zu gewähren. Ausgebildet werden diese lehnen.( Lebhafte Zustimmung.) Auf dem Frauentag ertönte Beifall wie vor Ausbeuterfreiheit. Nicht wenige der auf Grund des Gesezes Agitatorinnen an den Dislussionsabenden, die als Lehrerin seit nicht bei den grundsäglichen focialistischen Forderungen, sondern bei aus den Fabriken verdrängten Kinder wurden in diesen Betrieben langem in dankenswertester Weise Genoffin Dunker leitet. Die den Reformforderungen. Ganz anders wäre es geworden, wenn nicht aufs neue und oft noch ärger ins Joch gespannt. So in der LandBeschwerdekommission haben wir seit der Begründung des Arbeiter- das Gemeinsame, sondern das Trennende hervorgehoben worden wäre, wirtschaft, wo sie als Hütekinder, beim Rübenziehen und Kartoffelfetretariats eingehen lassen. Wir haben auch im städtischen Arbeits- wenn der Bankrott der bürgerlichen Frauenbewegung ins rechte Licht roden, bei der Kornernte dem schlimmsten Sonnenbrand und allen nachweis Gelegenheit, die Arbeiterinnen auf ihre Organisationspflicht gesetzt worden wäre. Die socialistischen Principien liegen jenseits Unbilden der Witterung ausgesetzt sind. So in den Werkstätten als hinzuweisen. Unser Schmerzenskind ist der Frauenverein in Leipzig. jeder Reformweisheit. Wo diese aufhört, da fängt die welt- Schmiede, Glasbläser, auf den Bauten und Ziegeleien, in den SteinWir haben nur 266 Mitglieder, weil die Parteigenoffen uns überall bezwingende Idee des Socialismus an. Auf diesem Kongreß hätte brüchen beim Steineklopfen, in den Gastwirtschaften als Kegeljungen, Steine in den Weg legen. Ueber Partei- Angelegenheiten wird in unser Banner nicht entfaltet werden können. Der Gang zur Kaiserin während die Mädchen zum Bedienen der oft genug halb oder ganz der Familie überhaupt nicht gesprochen. Die Frauen gelten für zu war feine Aeußerlichkeit, sondern ein Zeichen dafür, daß die bürger- betrunkenen Gäste verwandt würden. Als Botengänger werden dumm, infolge dessen gehen die Kinder in bürgerliche Tunn- und liche Frauenbewegung aus Haß gegen die Arbeiterklasse das Bauch sie wieder des Morgens um 3, 4 Uhr im besten Schlaf aus den Vergnügungsvereine. Neulich wollten wir Propagandaversammlungen rutschen vor den Kronenträgern mitmacht. Es ist doch charakteristisch, Betten gerissen und ungenügend gekleidet, nüchtern, in Sturm, abhalten; die meisten Parteibereine versagten ihre Mitwirkung; eine daß die bürgerlichen Frauen zur Kaiserin gegangen find, obwohl Regen und Frost hinausgejagt, um Brot, Zeitung und Milch der gutbesuchte Versammlung bekamen wir zusammen. Aber da trat ein diese doch der Frauenbewegung ablehnend gegenübersteht und in der Kundschaft zuzutragen. Oder sie werden als Heimarbeiter in der Hochgestellter Parteigenosse auf und fritisierte uns so, daß uns zum Geschichte der Frauenbewegung feinen Platz hat. Und was hatten Textil, Tabaks, Konfektions-, Porzellanbranche, bei der GriffelSchluß nur ein Mitglied treu blieb.( Heiterkeit und Beifall.) die Frauen bei den Frauen der Ercellenzen Bülow und Posadowsky fabrikation, in der Nahrungsmittel- Industrie usw. eingepfercht in zu suchen? Unter den obwaltenden Umständen erscheint diese Wall- dunftigen, schlechtventilierten, licht- und luftlosen Räumen, wo fie fahrt geradezu als der Ausdruck der Selbstverachtung. An einer bis in die Nacht hinein bei entsetzlich monotoner geifttötender bespricht die Schwierigkeit der Organisation der Handlungs- Bewegung, die solche Früchte zeitigt, nehmen wir nicht teil, mit Arbeit angespannt bleiben. Und dazu die oft endlose Arbeitszeit. gehilfinnen. Seine Gewerkschaft sei ein Kuriosum, insofern sie solchen Elementen kongresseln wir nicht zusammen.( Lang anhaltender Auf Grund einer amtlichen Statistik wurde festgestellt, daß z. B. mehr weibliche Mitglieder zähle als männliche. Die Handlungs Beifall.) gehilfen würden bekanntlich durch die alten finanziell starken kaufin Chemnit In ihrem Schlußwort dankt 485 Rinder täglich männischen Vereine ferngehalten. Redner geht dann auf ver4 Stunden arbeiten, Frl. Baader- Berlin für die Anregungen der Diskussion und er1241 schiedene Maßnahmen ein, durch die die socialdemokratische 172 Frauenbewegung mehr für die Organisation der Handlungs- lärt, daß sie mit der Tendenz der gestellten Anträge durchaus einHandlungsverstanden sei. Was die Genoffin Wartenberg gefagt hat, werde 42 gehilfinnen interessiert werden soll. Vor allem dürfe es nicht ich mir merken und recht häufig an sie schreiben. Ich hoffe dann, vorkommen, daß Parteigenossen oder gar ein Parteiorgan wie baß die fünftige Central- Vertrauensperson eine hübsche Kaffenvor einigen Jahren die„ Mainzer Volkszeitung", geradezu zum rechnung in zwei Jahren wird vorlegen können.( Lebhafte Heiterkeit Eintritt in die kaufmännischen Hilfsvereine auffordern. Dann und Beifall.) fährt der Redner fort: Von dem Berliner Kongreß der bürgerlichen Frauenrechtlerinnen hielt uns schon das Gefühl fern. Wie tief das Intereffe der bürgerlichen Frauen an der Socialpolitik und dem Wohle der Proletarierinnen ist, fonnte man aus der Klage der Frau de Rooy aus Königsberg erkennen, die an dem Tage an dem über das Frauenstimmrecht bei den Kaufmannsgerichten gekämpft wurde, über die Organisationen der Handlungsgehilfinnen vor leeren Bänken sprach.( Hört! hört!) Die bürger lichen Damen waren draußen bei der Schlagsahne beschäftigt.( Große Seiterkeit.) Die bürgerlichen Frauen haben auch in Hamburg gegen die Wahl von August Bebel agitiert, gegen den Mann, der einen Teil seiner Lebensaufgabe darin gesehen hat, für die Befreiung der Frau zu kämpfen und dessen Buch noch gelesen werden wird, wenn die Namen der versammelten Damen in alle Winde verweht sein werden.( Stürmischer Beifall.) Frau Wartenberg- Ottensen Josephsohn Hamburg ftimmt in Bezug auf die Gleichgültigkeit der männlichen Genossen, auf denjenigen Wert der Leseabende der Genossin Fahrenwald zu. Zunächst wird der Central- Vertrauensperson Frl. Baader einstimmig Decharge für ihre zweijährige Thätigkeit erteilt. Die Anträge Bromberg und Berlin werden unverändert angenommen, der Antrag Köln mit dem Amendement Josephsohn. Gleichfalls angenommen wird der Antrag der Frau Bieß in Sachen der Partei- Organisation. Flugblatts für das Ruhrrevier zur Verbreitung unter den BergEin Antrag der Frau Plum Essen, der die Ausarbeitung eines arbeiter- Frauen fordert, wird auf Vorschlag der Frau Bettin der Central- Vertrauensperion überwiesen. der Mißverständnisse seiner Ausführungen richtig stellt, begrüßt Nach einer persönlichen Bemerkung des Genossen Dr. Michels, . IF 6 " 7 9 10-13 " 80-72 Stunden nachgeiviesen. Und anderswo ist es nicht besser, Für Charlottenburg wurde eine wöchentliche Arbeitsdauer von mitunter noch schlimmer. Das sind Arbeitszeiten, die den findlichen Organismus zerstören müssen, ja die zum Teil für einen Erwachsenen viel zu lang sind. Es bedarf keines weiteren Beweises, daß unter solchen Verhältnissen die Gesundheit der Kleinen auf das schwerste geschädigt, ihre körperliche Entwicklung außerordentlich beeinträchtigt wird. Die bleichen Wangen, die glanzlosen Augen, der gekrümmte Rücken, die gefrümmten Beine der skrophulösen, rhachitischen, blutarmen ArbeiterGesellschaftsordnung.( Bewegung und lebhafte Buſtimmung.) Bu finder sind eine entsetzliche, lebendige Anklage gegen unsre heutige der körperlichen Schädigung der Kinder kommt aber noch die geistige und intellektuelle. Es ist das wahrlich kein Wunder. Statt frisch und aufnahmefähig in die Schule zu kommen, find sie müde und unlustig, schlafen Aber vom Kapieren und geistig verarbeiten des im Unterricht ihnen beim Unterricht ein oder halten sich nur mit vieler Mühe munter. dargebotenen Lehrstoffes fann feine Rede sein. einem Fortschritt, der in Baden erreicht worden. In Mannheim und Reichstagsabgeordneter Ged die Konferenz und berichtet von Offenburg ist durch beständiges Drängen der Sozialisten ein Ortsstatut erzielt worden, wonach in den städtischen Kommissionen für Thränen des Zornes und der Erbitterung erpreßt es uns, wenn die Armenpflege und die Volksschule weibliche Mitglieder gewählt wir lesen, daß z. B. in Berlin im Jahre 1902 764 Mädchen und werden dürfen. Das weise Ministerium hat nun bestimmt: In 750 Knaben aus der 5. Schulklasse entlassen wurden, daß 1588 Knaben und 1718 Mädchen aus der 4. 188 14 170 7 " " 6. 7. " und im Gesindedienst beschäftigten. Dabei liegen Berge von nach Ablauf der zwei Jahre fann der Bundesrat weiter solche Aus Material bor und die Kommissions und Plenarberatungen nahmen zulassen! Dadurch ist der geringe Heimarbeiterschutz, den über das Gesetz haben weiteres Material beigebracht, welches das Kinderschutzgesetz enthält, noch mehr eingeschränkt. Klasse ins Leben traten.( Hört! hört 1) Und warum? Bum großen Teil lärlich beweist, daß es in der Landwirtschaft dem kindwaren es ertverbsthätige Kinder! So ist es der Profitwut der Unter- lichen Arbeiter nicht um ein Jota besser geht wie seinem hältnisse erwachsen? Sie sind in einer Resolution zum Ausdruck Welches sind nun die Aufgaben, die uns angesichts dieser Ber nehmer geschuldet, daß selbst das wenige Wissen, das unsern Kindern Leidensgenossen in der Industrie. Diese traurige Thatsache ward gebracht. Wir vertreten die Forderungen: fort mit der Kinderarbeit in der Volksschule übermittelt wird, von diesen nicht aufgenommen illustriert unter Hunderten von ähnlichen Fällen durch den Aus im schul- und vorschulpflichtigen Alter. Nach unsrer Meinung gehört werden kann, daß selbst diese einzige, ohnehin so spärlich fließende spruch des Sanitätsrats Heinacher aus Graudenz, daß ihm unter den das Kind in die Schule und auf den Spielplatz und nicht in die Bildungsquelle tausenden von Proletarierkindern so verstopft wird. Wie vielen armen, elenden Kindern, die er untersuchte zum Zwecke der Erwerbsarbeit. wäre es auch denkbar, daß im Jahre 1899 noch 399 Analphabeten unter Wiederimpfung, die elende körperliche Entwicklung der Hütejungen den deutschen Refruten gezählt wurden. Ich wiederhole: Thränen aufgefallen ist. Rednerin verliest ihre Resolution und erläutert kurz die einzelnen des Bornes und der Erbitterung erpreßt uns die Betrachtung solcher Forderungen. Dann schließt sie: Das ward des weiteren illustriert durch den Klageruf des Zustände,( Lebhafte Bustimmung), zumal man selbst erfahren hat, hessischen Geistlichen: Man möchte weinen, wenn man die müden, dann in Ihre Heimat zurückgekehrt sind, wirken Sie mit ganzer Genossinnen, nehmen Sie unsre Resolution an. Wenn Sie wie unendlich schwer, ja geradezu unmöglich es ist, aus eigner Kraft abgespannten Kindergesichter( der Weidjimgen") gleich in den ersten Kraft für die Durchführung der darin niedergelegten Forderungen. im späteren Leben die Lücken des Wissens auszufüllen und wie der Morgenstunden erblicken muß. D, diese Fronfesseln um Kindesarme Ich denke, ganz besonders die Genossinnen, die das Glück haben, Mangel an Wissen uns überall und jederzeit hemmend in den Weg und Kindesbeine! Wann wird man auf ländlicher Flur dem Kinde Mutter zu sein, werden mit heißer Sehnsucht die Durchführung dieser tritt. Dann ballt man im berechtigten Born die Faust und schwört die Kindheit wiedergeben!" Oder durch den Erlaß der anhaltischen Forderungen wünschen und dafür fämpfen wollen. Gilt es doch Kampf, unerbittlichen Kampf einer Gesellschaft, die solche Zustände Regierung:„ Nur mindestens Achtjährige dürfen zu ganzen Tages nichts Geringerem als unsren Kindern eine hellere Zukunft zu ers geschaffen hat und aufrecht erhält.( Lebhafter Beifall.) Doch kehren leistungen herangezogen werden von 6 Uhr morgens bis 6 Uhr fämpfen, für unsre Kinder die Möglichkeit zur harmonischen Aus wir zu unsern Kleinen zurück. Wir dürfen nicht vergessen, daß die abends." Trotz alledem- die agrarische Mehrheit lehnte den Kinder- bildung eines sittlich gefestigten, geistig frischen und starten, förperlich Erwerbsarbeit unendlich viele Gefahren sittlicher Natur für die schutz für die Landwirtschaft ab; alles was erreicht wurde, war die gefunden und schönen Menschen schaffen. Es gilt also um hohen Kinder mit sich bringt. Ich erinnere an den Regeljungen, der von den Annahme einer. Resolution, die eine Enquete über die Kinderarbeit Breis. Deshalb lassen Sie unsre Parole sein: Auf zum Kampf! Reglern mit Bier oder wohl gar mit Schnaps trattiert wird und auf dem Lande forderte. so nur zu leicht zum Alkoholiker wird. Ich erinnere an die Kinder, Nieder mit der Ausbeuterfreiheit! Unsren Kindern zum Schuh, den die in Steinbrüchen und Ziegeleien arbeiten, allen Unbilden der Unternehmern zum Truz!( Stürmischer, langanhaltender Beifall.) Witterung ausgesetzt, ungenügend ernährt und bekleidet, die dem Die Diskussion wird eröffnet. Beispiel der Erwachsenen folgen, zur Schnapsflasche greifen, um fich einen Augenblick das Gefühl der Sättigung, der Wärme, des Behagens zu verschaffen und so allmählich Trinker werden. Ich erinnere an den Bericht des Lehrers Agahd, wonach elf- bis zwölfjährige erwerbsthätige Mädchen unter den Prostituierten Berlins Gründung der Wirtschaftlichen Vereinigung deutscher Gaswerke, Bereinigung deutscher Gaswerke. Vorgestern fand in Köln die find, wonach unter 100 jugendlichen Strafgefangenen 70 als Kinder erwerbsthätig waren. So ist es der unerfättliche Goldhunger der Aftiengesellschaft, statt, die einen gemeinsamen Vertrieb von Gas Herrschenden, der Hunderttausenden von Proletarierkindern die goldene coats und andren Nebenerzeugnissen der beteiligten Gaswerke sowie Jugend raubt, die Jugend, von der Dichter und Denker fingen und einen etwaigen Ankauf von Gebrauchs- und Verbrauchsgegenständen fagen: Diese Zeit des Frohsinns, des Spieles, der Sorglosigkeit verpflichtet, dies nachzubeten. Wir verfennen feineswegs den hohen 60 000 m. beträgt, umfaßt vorerst 70 größere und fleinere Gaswerke Fast sämtliche Vertreter der bürgerlichen Parteien hielten sich zum Zwecke hat. Die neue Aktiengesellschaft, deren Grundkapital wird für sie eine Beit des Elends, der Entbehrung, der Not, der pädagogischen Wert der Arbeit. Fordern wir doch deswegen seit Westdeutschlands. Zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats wurde Direktor Neberarbeitung.( Lebhafte Zustimmung.) Es ist der unerfättliche langem die Einführung des Handfertigkeits- Unterrichts in den Schulen. Soehren- Bonn ernannt, zum Vorstand vorläufig Generaldirektor Goldhunger, der Hunderttausende von Proletarierkindern förperlich. Die Arbeit als Erziehungsmittel fördert und bildet den Thätigkeits- Steller- Köln. Außerdem besitzt die Gesellschaft neben den gesetzlichen geistig und seelisch zu Grunde richtet, der gleich einem Reif fällt in drang, der in jedem Kinde schlummert. Sie ist Mittel zum Zwecke, Organen einen Beirat von 10-15 Mitgliedern. der Frühlingsnacht und so manches vielverheißende Menschen- um anzuregen zum Beobachten, Denken, Urteilen, Handeln. Sie Inösplein vernichtet. Das mögen fich all jene Dämchen und fördert damit die Geistesbildung, die That- und Willenskraft und Die Jahresabrechnung der Laurahütte weist nach den in der Herren gesagt sein lassen, die auf den Höhen des Lebens in der wirkt so versittlichend, veredelnd, stärkt ferner Nerven- und Muskel- gestrigen Aufsichtsrats- Sizung vorgelegten Ziffern für das letzte Conne wandeln und pharisäiſch die Nase rümpfend an ihre Brust kraft und fördert damit die Gesundheit, die körperliche Entwicklung. Geschäftsjahr einen Bruttogewinn von 7070 513 M. und einen Reinschlagen und ausrufen: Herr Gott, ich danke dir, daß meine Kinder Ganz anders die Erwerbsarbeit, bei der ein bestimmtes Quan- gewinn von 3 569 595 M.( im Geschäftsjahre 1902/03 abel und gut und nicht verkommen und verroht find wie jene des tum einer beſtimmten Arbeit, die nach der Qualität dem Kinde nicht auf. Als Dividende werden 11 Proz., wie im vorigen Jahre, vorPöbels."( Bravo!) Danken fie doch nicht zum geringen Teil ihren behagt, nach der Quantität seine Kräfte übersteigt, Tag für Tag geschlagen. Reichtum und ihre Bildung dem Umstand, daß die Ausbeutung schon geleistet werden muß. Die ermüdet, stumpft ab, weckt feine Hirn und Knochen der Arbeiterkinder zermürbt. Und auch heute schlummernden Kräfte, sondern tötet sie. Die chronische Uebermüdung unter geringem Absatz an Hausbrandkohle infolge des milden Nach den Mitteilungen der Verwaltung litten die Erträge des Steinkohlenbergbaues der Gesellschaft im letzten Geschäftsjahre wollen fie feineswegs auf die Einnahmequelle verzichten. hemmt die körperliche und geistige Entwicklung, ganz zu schweigen Das beweist das Kinderschutzgesetz und dessen Anwendung und von den fittlichen Gefahren, denen erwerbsthätige Kinder nur zu oft Winters und der immer stärker hervortretenden Konkurrenz Handhabung. Bereits 1887 hatte die socialdemokratische Fraktion ausgesetzt sind. Bei der Erwerbsarbeit wird das Kind die Arbeit englischer Steinkohle sowie in- und ausländischer Brauneinen Initiativantrag im Reichstag eingebracht, der das Verbot jeder nicht lieben, sondern hassen und fürchten lernen. Zudem bedürfen kohle. Hierdurch wurde eine Verminderung des Absages Kindererwerbsarbeit forderte. Und seitdem ist im Parlament, in die Kinder gerade in dem Alter von 12, 13, 14 Jahren, wo bei um rund 28000 Tonnen auf den alten Gruben und eine der Presse, in Boltsversammlungen überall unire Forderung: Fort ihnen die Pubertät eintritt, ganz besonders des Schutzes. fernere Ermäßigung der bereits im Vorjahre teilweise gesunkenen festzusehen, fonnte sich die Majorität ebenfalls nicht entschließen. Das Schußalter der gewerblich thätigen Kinder auf 14 Jahre Es blieb bei 12 Jahren für fremde, bei 10 Jahren für eigne Kinder. In der Begründung der Regierungsvorlage heißt es in Bezug hierauf, daß eine mäßige Beschäftigung von Kindern insofern ihre Berechtigung habe, als sie geeignet sei, die Kinder an förperliche und geistige(?) Thätigkeit zu gewöhnen, den Sinn für Fleiß und Sparsamkeit zu erwecken und sie vor Müßiggang und andern Abwegen zu bewahren. erziehliches Moment. Die Arbeit enthalte ein wesentliches, nicht zu unterschätzendes Aus Induftrie und Handel. 3 642 657 M.) mit der Kinderarbeit! auf das nachdrücklichste wiederholt und Aber nicht nur, daß sich Reichstag und Regierung nicht zu einem Roblenpreise durch die Kohlenkonvention veranlaßt. Das Eisendurch die Kritik der Kinderarbeit und deren Folgen begründet strikten Verbot jeglicher Kinderarbeit aufschwingen konnten, wurden geſchäft gestaltete sich dagegen seit dem Zusammenschluß des Stahlworden. Auch ein großer Teil der deutschen Lehrerschaft hat in die Schutzbestimmungen noch durchlöchert, indem Bundesrat und werksverbandes im Februar d. J. bezüglich der Menge der den der freimütigsten Weise diese Kritik geübt und Abhilfe verlangt. Verwaltungsbehörden Ausnahmen von den gesetzlichen Bestimmungen Werken zufließenden Aufträge günstig, so daß der Absatz im Danach wurde im Jahre 1898 vom Reichskanzler eine Enquete gewähren dürfen. Der Bundesrat ist befugt, für die ersten zwei Geschäftsjahre 1903/4 den des Vorjahres un 10 400 Tonnen überbezüglich der Kinderarbeit und deren Schäden angeordnet. Diefelbe Jahre im Regierungsentwurf heißt es für die ersten fünf stieg. Während aber die Preise für das ordinäre Handelseisen auf ergab, daß 582 283 Kinder im schulpflichtigen Alter erwerbsthätig Jahre nach Inkrafttreten des Gejeges für einzelne Arten der im dem offenen Markte eine kleine Aufbefferung erfuhren, ging die Werfeien. Doch heißt es selbst in der amtlichen Denkschrift der Enquete,$ 12 des Gesezes bezeichneten Werkstätten, in denen durch elementare wertung der syndizierten Erzeugnisse teils speziell für Schlesien, daß diese Bahl bei weitem hinter der Wirklichkeit zurückbleibt. Es straft bewegte Triebfräfte nicht bloß vorübergehend zur Anwendung teils im ganzen Inlande erheblich herab. Dies betrifft sowohl die find weder alle Teile des Reiches, noch alle Zweige der gewerblichen kommen, sowie für Werkstätten im Handels- und Verkehrs- Lieferungen von Schienen ufw. an die Staatsbahnen als auch den in der Landwirtschaft, die vielen Kinder, die im vorschulpflichtigen Kinder zuzulassen unter teilweisem oder ganzem Dispens von den Inlandsmarkte. Unter diesen Umständen wurden die Vorteile, welche Alter beschäftigt werden usw. Und trotzdem wurden über 2 Million Schußbestimmungen ausschließlich der Sonntagsruhe. Der Bundes- die Belebung des Eisenmarktes brachte, durch den Rückgang in den teiner Lohnftlaven gezählt, die zum Teil bei harter, immer aber bei rat hat von dieser Befugnis sehr ausgiebigen Gebrauch gemacht. Erlösen mehr als aufgewogen. anstrengender, geifttötender Arbeit unter den traurigsten Umständen Für Preußen im Regierungsbezirk Düsseldorf, für Baden im Streife ihr Leben fristen. Waldshut ist in Werkstätten der Bandweberei, im legtgenannten Marktpreise von Berlin am 17. September. Nach Ermiftelungen des Dies Ergebnis hatte die Einbringung des Kinderschutz- Gesetz- Kreise auch der Stoffireberei, eignen Kindern das Spulen, ins- gl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Centner: Weizen**), gute Sorte entwurfs zur Folge, der am 30. März 1903 Gesetz ward und am besondere auch das Spulen mit den Spulmaschinen, die durch Roggen**), gute Sorte 13,90-13,88 R., mittel 13,83-13,84 M., geringe 17,65-17,63 M., mittel 17,61-17,59 M., geringe 17,57-17,55 m. 1. Januar 1904 in Kraft trat. elementare Kraft betrieben sind, gestattet bis Ende 1905, wenn 13,82-13,80 M. Futtergerste*), gute Sorte 15,60-14,70 2., mittel 14,60 Dies Gesetz bleibt leider weit hinter unfren Forderungen zurück. Wohnung und Werkstatt in einem Hause sich befinden und in der bis 13,80 M., geringe 13,70-12,90 M. Hafer*), gute Sorte 16,50-15,70 m., Wenu unfre Fraktion trozdem dafür gestimmt hat, so deswegen, Werkstatt nicht mehr als drei Stühle betrieben werden. Die übrigen mittel 15,60-14,80 m., geringe 14,70-13,90 9. Erbsen, gelbe, zum Kochen weil es einen principiellen Fortschritt bedeutet. Im Kinderschutzgesetz Schutzbestimmungen bezüglich des Alters, der Arbeitszeit, Pausen, 40,00-28,00 m. Speisebohnen, weiße 50,00-25,00 M. Linsen 60,00-25,00 M. ist zum erstenmale mit dem bisherigen, von der kapitalistischen Nachtarbeit sind aufrecht erhalten. Bedauerlicher noch als diese Startoffeln 11,00-8,00. Nichtstroh 4,66-4,00 2. Heu 9,20-6,80 M. Gesellschaft zähe festgehaltenen Princip: Vor der Familie Ausnahmen find jene, durch die der Bundesrat das Schußalter von Für 1 kilogramm Butter 2,80-2,00 m. Gier per Schod 4,00-2,80 M. muß der Gesetzgeber Halt machen", gebrochen worden. Das 10 auf 8 Jahre herabseite: fie gelten zwar nur für bestimmte Be*) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Kinderschutzgesez ist auf die Heimarbeiter ausgedehnt, es enthält zirke, aber gerade für diejenigen, in denen überhaupt diese Art hausden ersten, wenn auch winzigen Anfang eines Heimarbeiter industrieller Beschäftigung in Betracht kommt. Ausnahmen für die schutzes. Im übrigen fordert es in überaus reichem Maße unfre Botengänger. Stritik und unsern Protest heraus. Da sind zunächst wieder weite Alle diese Ausnahmen sind zugelassen in Gegenden und BeKreise der erwerbsthätigen Kinder von dem Schuße durch das rufen, in denen die schlimmste Ausbeutung und damit die schlimmsten Gesetz ausgeschlossen die Hunderttausende in der Landwirtschaft Uebelstände bei den Reichstagsdebatten nachgewiesen wurden. Und 363L* Sofastoffe Riesonauswahl aller Qualitäten. 28ole Reste! Moquettes. Plüsch Satteltaschen. Muster b. näher. Angabe franco. Emil Lefèvre, Berlin, 158. Bruch- Pollmann empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensors, fomie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigne Werkstatt. Lieferants. Drts- u.Hilfs- Krankenkassen Berlin C., 30. Finien- Straße 30. NB. Alle Bruchbänder mit elasti" Hervorragende Konsum- Cigarre! Angenehm milder Geschmack zuverlässiger Brand weiße Asche. Italia Original- Abbildung 100 Stück 4,00 Mk. Ausführliche Preisliste gratis und franco. EngrosBehren Reinhard Hellmich ger Berlin, Str. 52. 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Am Donnerstag voriger Woche trat er in„Hasemanns Töchter" sein Gastspiel im Luisen-Theater an und in der Nacht zu gestern erlosch Plötzlich das Leben des achwndsechzigjährigen Künstlers. In den Sielen gestorben, könnte man sagen, aber ach, es war für Thomas in den letzten Jahren wohl kein Vergnügen, den Karren zu ziehen. Man hat ihn einen Faxenmacher gescholten, einen Clown, der durch grobe Spähe und Gefichtsverrenkungen die Menge zum Wiehern brachte. Doch war er nicht von ordinärem Schlag, wenn er sich auch immerhin in den letzten Jahren als Bajazzo geberden muhte. Thomas war Künstler, er war Charakter und Typus. Wer das nicht wissen will, vielleicht weil er ihn nur im Metropol-Theater sein Brot sich hat verdienen sehen, den sollte die Thalsache eines Bessern belehren, dah Thomas von zahlreichen Schauspielern kopiert, ja auch parodiert, wenn auch niemals erreicht worden ist. Eine Bohömenatur, bei der es wie gewonnen, so zerronnen hieh, auch im Alter ein Kerl, der fröhlich darauf los pokulierte und wenig an das Morgen dachte, kam Thomas trotz seiner beträchtlichen Gagen gar oft in die Klemme und nahm dann an, ivas sich ihm darbot. So sahen wir ihn in den letzten Jahren in Ausstattringsstücken auf- treten, wo er aus nichtssagenden Rollen etwas machen, wo er als Spahmacher fungieren und den Humor zu Hause lassen muhte. So recht ging auch das nicht mehr, denn allerhand körperliche Ge- brechen kamen und am Eirde auch das Mihbehagen darüber, dah die alten Stücke, in denen er nach Herzenslnst sich ausleben konnte, aus der Mode gekommen waren, cm Ersatz aber sich nirgendwo ein- stellte. Es stimmt zur Wehmut, dah er, wenn auch an bescheidener Stelle, zuletzt noch in einem seiner früheren Glanzstücke im reichen Mahe Lorbeeren ernten konnte. Die Aufregung über den unerwarteten Beifall im Luisen-Theater, so heiht es, hat ihn niedergeworfen... Thomas wurde am 24. Dezember 1836 in Berlin geboren. Er sollte Buchbinder werden, schloh sich aber mit 49 Jahren einer wandernden Schauspielertruppe an und kam 1861 ans Krollsche Theater in Berlin. Bon 1866 bis 1875 wirkte er mit Reichenbach am Hamburger Thalia-Tbeater, ging hierauf wieder nach Berlin ans Woltersdorff-Theater, wurde zur Achwechslung Direktor des hiesigen Thalia-Theaters und ging dann auf Gastspielreisen. Im Jahre 1883 spielte er den Drrektor Striese am Wallner-Theater, wurde bald Mitdirektor des Königstädtischen Theaters und ging 1886 nach Amerika. Im nächsten Jahre übernahm er das Central- Theater und dirigierte dann, wenn auch ohne pekuniären Erfolg, sein Thomas-Theater in der Alten Jakobstrahe. 1893 ginqs aber- mals nach Amerika, und nun begannen die Gastspiele am Central-, am Thalia- und am Metropol-Theater in Rollen, die ihm nur zum geringen Teil lagen. Am Freitag ist er, wie gesagt, zuletzt in .Hasemanns Töchter" aufgetreten. Dann legte er sich sterbens- schwach ins Bett und entschlief in der Nacht zum Montag. Bei seiner Witwe im Hause Kurfürstenstr. 123 kam gestern schon die Kollegenschast zahlreich zum Kondolieren. Die Leiche wurde nach dem Luisenstädtischen Friedhofe in Westend gebracht, von wo aus achn die Beerdigung erfolgen soll. Elektrische Bollbahnea. Zu der unter diesem Titel in unsrer letzten Nummer gebrachten Notiz wird uns geschrieben: Gewih wird es nötig sein, für die Ausführung des Projektes der Schnellbahn Berlin-Hamburg einen eignen Bahnkörper auszuführen— wenn man durchaus Bahnen nach der alten Methode bauen will! Man kann aber die Anlage eines eignen Bahnkörpers vermeiden, wenn man sich entschlieht, Schwebebahnen zu bauen. In diesem Falle brauchten nur auf dem vorhandenen Bahnkörper die erforderlichen Stützkonstruktionen errichtet und auf den Bahnhöfen geeignete Ge- legenheiten zun. Besteigen und verlassen der Schwebcbahnwagen ge- schaffen zu werden. Die fiir einen neuen Eisenbahnkörpcr allein an Erwerbskosten für Grund und Boden auszugebenden Sunimen dürfen sicher derartig hohe sein, dah man dafür schon einen grohen Teil der Schwebebahn ausführen kann. In Elberseld- Barmen, wo die Schwebebahn nur nach reinen Zweckmähigkeits- gründen gebaut ist, kostete der Kilometer ca. 700 009 M., und wenn man in Berlin bei der hoffentlich recht bald zur Ausführung kommenden Schwebebahnftrecke die reichsten architektonischen Aus- schmückungen vornimmt, so wird man höchstens das doppelte dieser Summe aufzuwenden haben. Wollte man aber gewöhnliche Schnell- bahnen wirklich auf den vorhandenen Bahnkörpern bauen, so mühte man zum mindesten in den Kurven Landerwcrb vornehmen, da Züge mit hoher Geschwindigkeit<150 bis 200 Kilometer pro Stunde. Krümmungen von grvherem Radius erforden,, als die jetzt üblichen Ausführungen aufweisen. Sicher würden sich aber auch die interessierten Grundbesitzer die für Kurvenerweiterungcn benötigten Bodenslächen in der bei uns üblichen teuren Weise bezahlen lassen. Für die Ausführung von Schwebebahnen sollten sich also auch vor allen Dingen alle.diejenigen energisch ins Zeug legen, die Gegner des Grund- und Bodenwuchers sind! Wenn man Schwebe- bahnen auf den vorhandenen Bahnkörpern errichtet, so braucht man auch in den Kurven keine Erweiterungen. da die Schwebebahn infolge ihrer eigenartigen Konstrustion in der Lage ist, sehr enge Krümmungen mit groher Geschwindigkeit zu durchfahren. Im grohen und ganzen dürste die Schwebebahn überall oberhalb der vorhandenen Bahnkörper wenigstens mit Ge- schwindigkeiten von 150 vis 200 Kilometer durch die Krümmungen fahren können, während unten die gewöhnlichen Bahnzüge höchstens Geschwindigkeiten von 60 bis 80 Kilometer entwickeln dürfen. Der Schwebebahnwagen schwingt in den Kurven etwas unter dem Ein- fluh der Centrifugalkrast aus und schmiegt sich damit den An- sorderungen einer ruhigen und schnellen Fahrt in fast idealer Weise an. In Elberfeld-Barmen hat man bei einer Versuchsfahrt eine Geschwindigkeit von ca. 70 Kilometer erprobt, ohne dah die Ausschwingungen in den bei dieser Anlage sehr vielen, zum Teil schnell hintereinander entgegengesetzt auftretenden Kurven irgend wie auch nur im geringsten bedenklich gewesen wären. Gewih müssen, bevor man im Fernverkehr mit der Schwebebahn mit ca. 200 Kilometer Geschwindigkeit dahinsausen kann, iioch viele Vorfragen gelöst werden. Leider hat sich unsre„Studiengesellschaft für elektrische Schnellbahnen" bisher nur mit der Frage der üblichen Niveaubahnen besaht. Es wäre daher dringend zu wünschen, dah sie nunmehr auch endlich ähnliche Versuche mit Schwebebahn-Einrich- wngen anstellt, da sie sicher damit noch wesentlich bessere Resultate als mit ihren bisherigen Konstruktionen erringen dürfte. Freilich er- fordert es etwas.revolutionäres" technisches Denken, um von dem Alt- hergebrachten, den Standbahnen, zu dem Neuen, den Schwebebahnen, überzugehen. Nachdem sich aber die Schwebebahn gleich bei ihrer ersten Ausführung in Elberfeld-Barmen so glänzend bewährt hat, sollte es doch nicht mehr so schwer sein, nunmehr auch ent- sprechende Versuche für einen Fern-Schnellverkehr der Zukunft bald vorzunehmen, wozu das Schwebebahnsystem am geeignetsten ist. Das Denkmal für den früheren Oberbürgermeister Zelle wurde gestern vormittag, am 75. Geburtstage des Verstorbenen, im Viktoria- park enthüllt. An der Feier nahmen Oberbürgermeister Kirschner, Stadtverordneten-Vorstchcr Dr. LangerhanS, viele Mtglieder des Magistrats und der Stadtverordncten-Vcrsammlung. mehrere Vcr- wandte und Freunde des Verstorbenen, sowie der Schöpfer des Denkmals Professor Lessing teil. Oberbürgermeister Kirschner feierte in längerer Rede die Verdienste seines Amtsvorgängers um die Stadt Berlin, worauf die Hülle des Denkmals fiel. Das Mittelalter spukt. Gegen die städtischerseits projektierte Strahenbahn Dönhoffplatz �Groh- Görschenstrahe protestiert der Gemeindelirchenrat der S t. L u k a S- Kirche. Die letztere befindet sich auf dem Grundstück Bernburger st r. 4. Die erste der drei Südlimen soll von der Prinz Albrechtstraße durch die Deffauer-. Bernburger- und Körhenerstraße nach dem Hafenplatz zc. geführt werden. Der Gemeindelirchenrat befürchtet nun Störungen des Gottesdienstes durch den Strahenbahnlärm und hat an die Stadt- verordneten-Versammlung eine Petition gerichtet, in welcher ge- beten wird, von der Linienführung durch die Bcrnburgerstrahe Ab- stand nehmen zu wollen. Die Petition wird kaum Erfolg haben, denn die Lukas-Kirche liegt von der Dessauerstrahenecke noch füns Häuser weit entfernt, während an andren größeren Kirchen die Straßenbahnen direkt vorübergeführt sind. Wir nennen u.a. die Petrikirche, die Luther- und Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. Eine andre als die projektierte Linienführung erscheint zudem aus- geschlossen. Ein falscher Kriminalwachtmeistcr treibt wieder einmal sein Un- Wesen. Ein Mann von etwa 30 Jahren macht sich unter der Vor- spiegelung, er sei der Kriminalwachtmcister Meißner vom 39. Revier nnt Schankwirten bekannt und pumpt sie bei der nächsten Gelegen- heit, die sich ihm bietet, mehr oder weniger schwer an. Dabei er- zählt er, daß er erst vor einem Vierteljahr von Hamburg hierher gekommen sei und vier kranke Kinder habe. Die gerührten Wirte sind gern bereit, dem„Herrn Wachtmeister" aus der Verlegenheit zu helfen, und erkundigen sich erst dann, wenn die versprochene Rück- zahlung ausbleibt. Jetzt erfahren sie zu ihrem Leidwesen, daß sie einem Schwindler in die Hände gefallen sind. Der Mann ist 1,65 Meter groß und schmächtig, hat blondes Haar, Schnurr- und Spitzbart, ein schmales blasses Gesicht, eine spitze Nase und rote Flecke unter den Augen und trägt zu einem etwas abgeschabten grünlichen Jackettanzug einen eingeknifften weißen Strohhut. Er spricht die Hamburger Mundart. Ein großer Brand entstand Sonntagnachmittag in der Amalien- straße 2, Ecke der Linienstraße. Das Feuer war in einem an der Straße errichteten Lumpenspeicher ausgekommen. Die Oertlichkeit war der Feuerwehr noch von einem Brande, der vor einiger Zeit dort wütete, gut bekannt. Es brannten der linke Seitenflügel, ein einstöckiges Stallgebäude und der Lumpenspeicher an der Straße. Die Flammen, die an Futtcrvorräten, Stroh, Lumpen usw. reiche Nahrung fanden, schlugen schon aus dem Dache empor. Gestern vormittag wurde die Feuerwehr nochmals gerusen, da der Giebel des Seitenflügels einzustürzen drohte. Durch Einreißen des Mauer- Werkes wurde die Gefahr beseitigt. Helle Flammen loderten gestern abend gegen 9 Uhr in der Gegend des Centralviehhofes zum Nachthimmel empor und lockten große Menschenmassen nach der Landsberger Allee. Wie sich bald herausstellte, brannte in der Landsberger Allee 100 auf einem Stätteplatz ein großer Schuppen der Firma Kussin, der mit Baurüstzeug und alten Mobilien angefüllt war. Mit Rücksicht auf verschiedene Gebäude und mehrere Bretterhaufen, die in der Nähe des Feuers lagerten, wobei also eine Weiter- Verbreitung des Brandes leicht möglich war, wurde sofort die Mel- dnng„Miltelfeuer" gegeben, worauf die Löschzüge 1, 2, 3, 7 und 20 herbeieilten. Auch Branddirektor Giersberg war bald zur Stelle. Obgleich nun aus zwei Dampfspritzen mit mehreren Rohren an- gegriffen wurde, war doch der vom Feuer ergriffene Schuppen nicht mehr zu retten. Es gelang aber, das Element auf seinen Herd zu beschränken. Nach emstündiger Löschthätigkeit konnten die Züge wieder abrücken. Eine neue Wucheraffäre. Die Polizei scheint jetzt ein Wucher konsortium festgenommen zu haben, Velsen Treiben sie schon länger verfolgte. Vor einiger Zeit wurde mitgeteilt, daß ein gewisser Hermann II h l i g, Christinenstr. 36, auf offener Straße der- haftet, später aber wieder freigelassen worden sei. Jetzt ist er von neuem in Hast genommen worden, mit ihm sein früherer Socius Schneider. Ueber den Fall gehen dem„Berliner Tagebl." nachfolgende Mitteilungen zu: Uhlig u. Co., die in der Friedrrchstr. 105 ein Zimmer gemietet hatten, betrieben Darlehns- und Hypothekengeschäste und verliehen daneben auch PianinoS. Außer den Geschäftsinhabern selbst waren in dem„Hause noch ein Buchhalter Leidenfrost und eine Schreiberin thätia. Aber die „Geschäfte" wurden nicht in diesem Bureau, sondern in Restaurants und an andern Orten abgeschlossen. Aus guten Gründen, denn die Kunden von Uhlig u. Co., zu einem guten Teil Offiziere und Aristokraten, hätten sich schwerlich entschlossen, sich persönlich in den„Geschäftsräumen" der Firma sehen zu lassen. Als nun Uhlig seinen Buchhalter fälschlich des Diebstahls beschuldigte, rächte sich dieser, indem er Bücher und Papiere mit Belastungsmaterial gegen Uhlig u. Co. an sich nahm und der Staatsanwaltschaft zur Verfügung stellte. Der Verdacht gegen die beiden Geschäftskeute richtete sich aber nicht nur auf Wucher, sondern auch auf Betrug und Urkundenfälschung. Ein Mädchen hatte eine Erbschaft von 9000 M. gemacht, konnte sie aber nicht gleich antreten. ES wandte sich an Uhlig, um ein Darlchn auf diesen Betrag zu erhalten. Uhlig gab ihr in mehreren Beträgen 380 M. und nahm nur S Proz. Zinsen. Zu seiner Sicherheit ließ er sich aber die Erbschasts'orderung cedieren. Der Termin, an dem die Erbin die 9000 Mk. nach Abzug der Dar- lehen und Zinsen erhalten sollte, verstrich, ohne daß sie einen Pfennig sah. und als sie bei Uhlig vorstellig wurde, legt- der ihr zu ihrem größten Schrecken Schuldscheine vor, nach denen Tarlehen mit Zinsen und Erbschaft sich gerade deckten. Das Mädchen hatte nicht daran gedacht, auf den Schuldscheinen, die es unterschrieb, die Summen auch in Buchstaben ausschreiben zu lassen. Das soll Uhlig besorgt haben, indem er die ursprüngliche Zahl korrigierte. Schneider, der sich mit Uhlig entzweite, machte für eigene Rechnung ein Geschäft in der Rathenowerstraße auf und nahm seinem ehemaligen Socius einen Teil seiner Kundschaft fort. Falsche Samariter haben gestern früh im Tiergarten ihr Unwesen getrieben. Der Kaufmann Wilhelm Völlmer vom Kurfürsten- dämm 120 fuhr gestern früh um 4 Uhr mit seinem Motorzweirad durch den Tiergarten nach Berlin. Auf der Charlottenburger Chaussee in der Nähe des Großen Sterns stieß kr mit einem Milch- ivagen zusammen und zog sich außer inneren Verletzungen einen Schädelbruch zu, so daß er besinnungslos liegen blieb. Trotz der frühen Morgenstunde sammelten sich an der Unfallstelle eine Anzahl Leute, die sich hilfsbereit uni den Verunglückten bemühten. Als die Polizei kam. waren die meisten Helfer, ebenso toie der Milchwagen, der das Unheil angerichtet hatte, verschwunden. Jetzt ergab sich, daß dem Verunglückten die Uhr und das Portemonmie gestohlen waren. Die hilfreichen Samariter waren vermutlich gewerbsmäßige Fledderer. Völlmer wurde von einem Schutzmann nach de: Charits gebracht. Straßensperrung. Die Maaßenstraße von Kurfiirstenswaße bis Lützowplatz Verlängerte Wichmannstraße) wird behufs Kanalisations- arbeiten vom 26. d. M. ab bis auf weiterS für Fuhrwerke und Reiter gesperrt._ Cirkus Schumann hat jetzt ebenfalls sene Vorstellungen be- gönnen. Man hat in neuerer Zeitjfsich darüber aufgehalten, daß die Cirkuskünste sich vom artistischen aufs dranu tische Gebiet hinüber- wagen und in Ausstattungsstücken der Bühne ernsthafte Konkurrenz machen; ein Uebergriff, für den die Bühne sich dadurch rächt, daß sie wiederum Cirkusstücke zum besten giebt. Aehr als diese Wandlung kommt aber in Betracht, daß der moderne Cirkus sich von Jahr zu Jahr fleißiger bemüht, die Lehren DarwinS und Höckels durch die That zu stützen, zu zeigen, daß es nicht cllein in der Menschheit, sondern auch' in der Tierwelt mit Riesenshritten vorwärts geht. Geistig strebsame Elemente in der Kreatur kommen zur Geltung, und mehr als ein kluger HanS kann sich das berühmte Wort zu eigen machen, daß es jetzt eine Lust ist. zu leben. Löwen. Eis- baren, Elefanten und Flöhe sind seit euer guten Weile schon im Cirkus zu geistiger Thätigkeit erweckt worden; wer aber hätte daran geglaubt, daß, wie jetzt bei Schumann, sogar Krokodile abgerichtet werden können. Welch eine Wendung I Bis vor kurzem schwelgten jor allem die Verfasser der von der Jugend verschlungenen Reiseshilderungen in der Dar« stellung gräßlicher Abenteuer, die sie im Kampfe mit wilden Tieren zu bestehen hatten. Wer heute im Cirkus das ftiedferttge, kollegiale Zusammenleben von Mensch und Tier beobachtet, muß die Berichte aus den Dschungeln und dem afrikanischen Urwald gar ungläubig für arge Schwindeleien halten. Herr Pernelet, der mit Recht auf dem Cirkusprogramm ein Naturforscher genannt wird, weil er aus- sieht wie ein solcher, hauste vergnügt in dem mit vierzig Krokodilen angefüllten Aquarium und hatte nicht einmal Wasserstiefeln an. Nach diesem soll es uns nicht wundern, nächstens von dressierten Hai- fischen zu vernehmen. Auch das Pferd zeigte sich unter Herrn Schumanns Zucht selbstverständlich auf der Höhe. Es tritt u. a. als Komiker auf, so in einem Vexierstück„Im Marstall des Grafen T" und in einer vergnügten Droschkenfabrt. Wenn auch am ersten Abend noch nicht alles klappte, so wird sich das bald geben. Die Reiter und Reiterinnen und die Clowns alle herzuzählen, führte zu weit. Bemerkt sei nur, daß Frl. Lucie und Herr Powell einen staunen- erregenden Cakewalk zu Pferde tanzen und die berühmten Komiker Adolf und Coco Glanzleistungen ersten Ranges vollbringen. Im Cirkus Busch giebt es bereits eine Pantomime, die den Zeitereignissen angemessen„Aus Deutsch-Südwestafrika" benannt ist. Seit Anno siebzig haben Kriege neben ihren der Menschheit ver- derblichen Eigenschaften das Gute, daß sie dem CirkuS Gelegenheit zur Prachtentfaltung geben. Damals wurde bei Renz sehr sentimental ein Stück ausgeführt, das„Die Ulanenbraut" oder so ähnlich hieß. Heute spielt der Hererokrieg eine passende Rolle. Der Farmer Erdmann dort unten ist der Typus eines braven Staatsbürgers; nnt seiner Frau bestaunt er die exakten Leistungen von Heer und Marine, welch' letztere sinnig durch das Ballett symbolisiert wird. Im übrigen will der Farmer Erdmann seine Ruhe haben. Aber das ist es ja eben, was die Lümmel, die Hereros, ihm nicht gönnen wollen. Ueberfall, furchtbares Schießen und zuletzt, im Gegensatz zu der bis jetzt erlebten Wirklichkeit, glänzender, endgültiger Sieg der deutschen Truppen auf der ganzen Linie, der u. a. durch eine Elefanten-Apothcose gefeiert wird. Wer die Wahrheit über den Hererokrieg erfahren, wer wissen will, wie es in Südwestafrika � aussieht, braucht sich nur bei Busch das glänzende Ausstattungsstücki anzusehen. Radsport. Ueber die Rennen vom Sonntag wird berichtet.: Im Treptower Sportpark gewann Stellbrink das 75 Kilometer- rennen. Die einzelnen Rennen verliefen wie folgt: Vorgabefahren. 1500 Meter. 1. Rabe<110) 1: 592, 2. Genz(HO). 3. Wils(140). — 75 Kilometer-Rennen. 250, 200, 150, 100 Mark. 1. Stellbrink 1:15: 59< 2. Lehmann, 29 Runden. 3. Drescher. 45 Runden. 4. Blümel, 53 Runden.— Tandem-Rennen. 1800 Meter. 1. A. Hansen« I Tadewald 2: 39. 2. Stellbrink- Kclbel. 3. Br. Schmidt- Götze.— Motor- Rennen. 10 Kilometer. 1. Dunkel 8: 444. 2. Kunze. 3. Pokornh-Spatz. Unplaziert Sucher.— Nachdem Robl vor acht! Tagen in Friedenau so total geschlagen worden war. nahm er in Leipzig in der 100 Kilometer- Europa- Meisterschaft glänzende Revanche, indem er dieselben Gegner, die in! Friedenau vor ihm geendet, überlegen schlagen konnte. Robl beendete das Rennen in 1: 17: 37'/�; Zweiter Hall, 469 Meter zurück; Dritter Dickentmann, 23 Runden; Vierter Waithour. 44 Runden. In G l e i w i tz gewann der Berliner Przgrembel das 100 Kilometer-Rennen in 1: 52: 30V 5 vor Geyer-Breslau. Keller- Erfurt und Brauer-Braunfchweig stürzten und mußten aufgeben.— Auf der Pariser Prinzenparkbahn fanden gestern die französische») Meisterschaften statt und ergaben folgende Resultate: Fliegermerster- schaff: 1. Friol; 2. Piard; 3. Poulain; 4. Mathieu; 5. Jacquelin. Stehermeisterschaft<100 Kilometer): 1. Champion 1:31:10 s 1. Guignard, 2300 Meter; 3. Contenet, 3000 Meter; 4. Darragon, 10 000 Meter; 5. Bouhours, 12000 Meter. Broch und Brunii gaben auf._, Hiid den JSaebbarorten. Ncu-Weißensce. Wie schon vorausgesagt, wurde der Antrag. des Provinzial-Schulkollegiums, binnen zwei Jahren für die neu errichtete Realschule ein eignes Gebäude zu errichten, von der Gemeindevertretung mit Majorität angenommen. Unfre Genoffen vertraten den Standpunkt, daß der Erlaß des Provinzial-Schul- kollegiums nicht eher zur Verwirklichung zu bringen sei, als bis die Existenz der Schule gesichert erscheint, da man der Gemeinde hier- durch eine Schuldenlast aufbürdet, welche zu Gunsten weniger Be« mittclter Verwendung findet, jedoch auf die Schultern der All« gemeinheit fällt. Die Schule, welche jetzt von ca. 100 Schülern besucht wird, deren Zahl sich voraussichtlich in zwei Jahren höchstens verdoppelt, soll inklusive Grund und Boden 325 000 Mark kosten, würde den Etat also mit mehr als 20 000 Mark belasten.— Ein weiteres Verlangen der Regierung, das Projekt eines 24 klassigen Schulhausbaues fallen zu lasten oder auf eine Staatsbeihilfe zu verzichten und nur ein 12klassigcs SchulhauS zu bauen, wurde einstimmig abgelehnt, da bis jetzt schon 25 Klaffen obdachlos sind.— Die Aufnahme eines Darlehns im Bettage von 250000 M. zur Bestreitung der Kosten für den Neubau des Amts- gerichtSgebälldes wird beschlossen.— Zu den VolkSschulunterhaltungs« kosten für das laufende Jahr wurden von der Regierung 9000 M. bewilligt, während 11000 M. beanttagt waren.— Am 28. Sep- tember, vormittags 10 Uhr, findet für die zweite Wählerabteilung eine Ersatzwahl statt. Wie lange der Wahlakt dauert, ist nicht ver- öffentlicht, jedenfalls solange, bis der„Richttge" erwählt ist. Seltsame Verfügungen hat der Amt s v o rst e h er von Tegel vor kurzem erlassen. In einem Hause der Schlieperstraße dorftelbst wohnt ein Arbeiter S. mit der unverehelichten K. in einer Sttibe. Auf erfolgte Denunziation hat der Amtsvorsteher von Tegel an die beiden Leute, wie das Lokalblatt des Ortes meldet, je folgende Verfügung erlassen: „Nach einer hier eingegangenen Anzeige bewohnen Sie nnt der unverehelichten K. zusammen im Hause Schlieperstr. 63 ein ? immer. Dieser Zustand kann ferner nicht geduldet werden und er- alten Sie hiermit Auflage, sofort das Zusammenwohnen mit der p. K. aufzugeben. Ferner wird Ihnen hiermit das Aufliegen bei einander, sowie das Zusammenwohnen in demselben Hause verboten. Kommen Sie die)er Aufforderung nicht nach, so werde ich eine Strafe von 30 M., an deren Stelle im Unvermögensfalle eine Haft von drei Tagen ttitt, für jeden Tag der Uebertretung gegen Sie festsetzen. Weigert. Natürlich ließen die beiden Leute den UkaS unbeachtet, da nirgends das Zusammenwohnen in einem Hause verboten ist. Bier Tage darauf kam folgendes Schriftstück: Wie diesseits festgestellt worden ist, haben Sie der Verfügung vom 5. d. M.— J.-Nr. 14 959— bisher nicht Folge geleistet, wohnen vielmehr noch mit der K. in einem Zimmer zusammen. Ich setze daher die in meiner Verfügung Ihnen angedrohte Strafe von 30 M. event. drei Tage Haft hiermit gegen Sie fest und fordere Sie auf. den Betrag binnen acht Tagen an die Amtskasse Hierselbst zu zahlen. Im Unvermögensfalle wird die dreitägige Haftsttafe gegen Sie vollstteckt werden. Gleichzeitig verbiete ich hiermit nochmals das Zusammenwohnen und Aufliegen beieinander und erhalten Sie die Aufforderung, sofort da? Zusammenwohnen aufzugeben. Für jeden Tag der Uebertretung werde ich eine weitere Strafe von 30 M. event. drei Tage Haft gegen Sie festsetzen. Weigert. Obgleich der Arbeiter S. das standesamtliche Aufgebot bereits bestellt hat, so befürchtet er doch bei seiner und seiner Braut notorischen Renitenz, daß der Amtsvorsteher den Verfügungen Nach- druck verschaffen und zu diesem Zweck einen Gendarm in seinem Zimmer aufstellen wird. Dieser Beamte hätte dann wachsam und unnachsichttlch weitere Uebertretungen des amtliche» Verbots zu inhibieren. insegnungs- lle gin Anzüge in den neuesten façons in blau und schwarz Kammgarn und Cheviot. Julius indenbaum, Große Frankfurterstraße 141, Ecke Fruchtstraße. 43L* Größtes Etablissement des Ostens, Nordostens und Südostens. X Anerkannt reellste und billigste Bezugsquelle. X Kenner rauchen Zenith Cigaretten! 14L* Heinzelmann& Co., Brandenburgstr.44 Cigarren- Fabrik. * Billigste u. reelle Bezugsquelle für Wiederverkäufer u. Händler. Tel. IV, 229 Einsegnungs- Anzüge von 12–27 Mk. Jedes Wort: 5 Pfennig. fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. 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