Ur. SS4. BbonncmentS'Bedinguni««; RS onncmfnt-3- Preis pränumerando z vierteljährl. 8�0 Mk. monatl. l.lv Mk., wöchentlich LS Pfg. frei WS HauS. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt' 10 Pfg. Post- ZibonncmeM: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post.ZeitungS» Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für daS übrige AuSIaud S Mark pro Monat. AI. Jahrg. CridKlnt liglich außtr tnontags. Devlinev VolKsblstk. Sit Tn(ertlons'Gebabr beträgt für die sechsgespallene Kolonel- geile oder deren Raum 40 Pfg., für polltische und gewerkschaftltche BereinS- und BersammlungS-Anzeigen LS Psg. �Rleln« Nlnreigen", daS erste(seit- gedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Psg. Worte über IS Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedillon ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Felltagen bis S Uhr vormittags geWiet. Telegramm- ildresse: „SoilaldtBislint BirtlB". Zentratorgan der rozialdcmokratifchcn partd Doitfcblands. Redaktion: 8M. 68, Lindenetrasee 69. fferiifDrcfficr;»nit IV, Nr. 1983. Expedition: 8M. 68, Lindenetrasee 69. Fernsprecher:«int IV. Nr. 1984. Die Beendigung des Generalstreiks. Rom, den 19. September.(Eig. Ber.) Nachdem die Regierung dem Bürgermeister von Mailand die weitgehendsten Erklärungen abgegeben hat und sich der- pflichtet hat, von derBerwendung von bewaffneter Macht bei Streiks abzusehen, beschloh das Mailänder Centralkomitee der Gewerkschaften Italiens die Wieder- aufnähme der Arbeit, nachdem der Protest dreimal 24 Stunden gedauert hatte. So wenigstens heiht es in einem gestern abend der römischen Arbeitskammer zugesandten Telegramm, das Cabrini, Murialdi und Ouaglino unterzeichnet ist. Bald darauf ivurden zwei weitere Telegramme aufgegeben, in denen eS hieh, daß die Entscheidung der Centralkommisfion von der Mailänder Volksversammlung nicht angenommen und die Fortdauer des Streiks bis Mittwoch, den 21. d. Ms. abends, beschlossen worden sei. Diese Telegramme wurden erst heute mittag der römischen Arbeitskammer übergeben. So wurde das Telegramm der Generalkonnnission, die ja in der That die höchste Instanz darstellt, für Rom maßgebend und bestimmte die hiesige Arbeitskammer, ganz unvermutet, die Wiederaufnahine der Arbeit zu dekretieren. Sollte sich etwa das Telegramm der General- kommission als gefälscht erweisen, so hätte Giolitti eine Rechnung mit dem Proletariat zu begleichen, um die ihn niemand beneiden wird. In einigen Städten kam dies Telegramm schon gestern nachmittag an, wurde aber von den Arbeitskanunern als verdächtig abgelehnt. In Rom wurde also heute früh— mit einigem Murren— die Arbeit wieder aufgenommen. Ilm 7 Uhr erschienen schon die ersten Zeitungen, nur der„Avanti" wartete die übliche Stunde— 7 Uhr abends— ab, was jedenfalls nicht gerade zweckmäßig war. Wir erfahren, daß die hiesigen städtischen Schutzleute sich geweigert haben, die Trams zu führen, obwohl 70 von ihnen die erforderlichen Patente besitzen. Sie sagten, die Herren sollten zufrieden sein, daß sie nicht auch streikten, die Trams zu führen, daftir dankten sie. Außer dem Tram- und Droschkrnstreik tvar der der Straßenkehrer am ftihlbarsten: die häuslichen Abfälle, deren Abfuhr aufgehört hatte, türmten sich auf den Straßen in einer Weise, daß außer den Katzen niemand seine Freude daran haben konnte. Was die Verwendung der Truppen und Polizei betrifft, so hat man sie in den meisten Orten sehr beschränkt; auch benehmen sich die Herren recht anständig. Ein Arbeiter sagte uns, er hätte noch nie in seinem Leben so viel freundliche Worte von den Poli st engehört wiege st er n. Einem Carabmieri wurde eine Kopfwunde beigebracht, er zog blank, aber- zwei Offiziere fielen ihm in den Arm und beschworen ihn, ruhig zu sein. In Turin und in G e n u a hat trotz allem die Polizei von der Waffe Gebrauch gemacht und in beiden Städten ist ein Menschenleben ihnen zum Opfer gefallen. Die Polizei hat nichts gelernt und nichts vergessen. Es wird längere Zeit erfordern, ehe es den im alten Geist erzogenen Polizisten in Fleisch und Blut übergeht, was der Polizei eines Kulturlandes obliegt. In Turin wurde der Polizist durch einen Steinwurf am Knie verletzt, zieht den Revolver und schießt den nächsten Arbeiter nieder; die Kugel dringt durch den Mund und führt den sofortigen Tod herbei. Es ist ein wahres Wunder, daß es nicht zu einem blutigen Aufftand kam, denn die Menge wurde bei dem Anblick des Blutes von rasender Wut gepackt. Man wollte die blutüberströmte Leiche in die Arbeitskammer tragen, und es gelang der Kavallerie nur mit unendlicher Mühe, die Menge zu bestimmen, den Toten m die Leichenhalle tragen zu lassen. Ein endloser Zug von Arbeitern folgte der von der Kavallerie um- gebenen Leiche. In Genua ist gestern nacht ein Arbeiter, der mit andren Ge- «offen den General EScard veranlaffen wollte aus dem Wagen zu steigen, von einem Polizisten erschossen worden. Einzelheiten fehlen. In den andren Orten scheint kein Exeeß vorgekommen zu sein. Man spricht von blutigen Konflikten in Medicina in der Romagua. In folgenden Städten hat man, soweit bis jetzt berichtet wurde, gestreikt oder streikt noch heute: Monza. Como, Padua. Parma, Alexandria, Vigevano, Sampierdarena, Cornigliano, Spezia, Savona, Vicenza, Faenza, Cervia, �Rimini, Forli, Jmola, Reggio Emilia, Bozzolo, San Mauro, Sestri Ponente, San Remo, Pegli, Rivarolo, Santa Croce(Toskana), S i e n a Orbetello, Piombino. Mirandola, Florenz, Neapel, Bari, Spinazzola, Taranto, Bolzaneto, Ancona, Fabriano, Bologna. Terni, Ravenna, Pontedera, Pisa. Cesena und M a n t u a. In den meisten Städten hat der Streik 48 Stunden gedauert; in einigen 30 Städten währt er fort. Das Abschneiden aller Verbindung hat eine gleich- zeitige Bewegung nicht aufkommen lassen: Venedig, Neapel, Earrara, Ascoli-Picino, Palerma, Messina, Catanzaro beginnen erst heute den Ausstand. Immerhin hat die moderne proletarische Bewegung einen allgemeinen Ausstand, der so gewaltige Arbeiter massen umfaßte, nochnicht ge- sehen. In Mailand allein streikten 80- bis 90 000 Menschen, in Ligurien etwa 60 000, und e» handelte sich um Streiks, die mit so eiserner Konsequenz durchgeführt wurden. daß die Parteigenossen all ihren Einfluß aufbieten mußten, um die Totengräber und Krankenwärter zur Fortsetzung ihrer Thätigkeit zu bewegen. Natürlich kann man zur Zeit noch nicht das Facit de? Streiks ziehen. Soviel ist sicher, daß er eine gewaltige Mani- sestatio» der proletarischen Kraft und Diöciplin war, die der größte Optimist in Italien nicht erwarten konnte. Eine Bewegung, die ohne Vorbereitung für ein sociales und politisches Recht einer Klaffe solche Kraft aufbieten kann, ist eine Macht im Lande. Ueberall ist die Arbeit nur auf Be- schluß der Organisation und von allen Streikenden gemeinsam wieder aufgenommen worden; nirgends ist die Bewegung verkrümelt, nirgends an Erschöpfung oder Unlust erloschen, sondern überall beendigt worden in der vollsten Kraft, als wollte man sagen:„Wir wollten Euch zeigen, was wir können. Ihr habt eine Probe und das genügt für diesmal." In hohem Maße war der Streik Überfall erschwert durch die Sorge, die Anarchisten könnten Unruhen begehen. Das Unterdrücken der Tagespreise war ein Fehler. Die Unfähigkeit, sich der Tele- graphcn zu bedienen, eine wesentliche Schwäche. Trotz alledem hat die Bewegung die Regierung im höchsten Maße in Besorgnis versetzt und wird ihr noch böse Stunden bereiten. Die äußer sie Linke hat gestern in Mailand folgende Tagesordnung angenommen: „Die in Mailand vereinigten Abgeordneten der äußersten Linken konstatieren mit lebhafter Befriedigung das hochherzige Er- wachen der Volksenergien zur Verteidigung des Rechtes der Ar- beiter, sie geben ihre feste Absicht kund, die sofortige Einberufung des Parlaments zu fordern, um über die Aktion der Regierung und die aus ihr entspringende Verantwortlichkeit zu verhandeln, und erklären die brutale Repression der letzten Zeit als der Regierung eines Kulturlandes für umvürdig und daher das Fortbcstehen des Ministermms für unmöglich, und verpflichten sich, gesetzliche Maß- nahmen vorzuschlagen, die den Mißbrauch der Waffen von feiten der bewaffneten Macht ausschließen und den Schuldigen exempla- rische Strafe sichern, entschloffen, die Diskussion dieser Maß- nahmen mit allen Mitteln, eventuell auch durch die Obstruktion, durchzusetzen." Albertelli. Antolisei. Bossi. Cabrini. Caratti. C h i e s a. Credaro. De Andreis. Dell' Acqua. Girardini. L 0 l l i n i. Luzzatto. M a j n 0. Manzaw. M 0 r g a r i. N 0 f r i. Olivieri. Pellegrini. Pennat!. Pozzati. B 0 n d a n i. Ruffoni. Taroni. Todeschini. Turati. Die gesperrt geknickten Rainen find die der Socialisten.— Von dem Nutzen und den Lehren des Streiks in ruhigerer Stunde l «Die„Freie Deutsche Presse", vordem die„Freisinnige Zeitung", kann eS natürlich wieder nicht unterlassen, in hämischer Weise zu bemerken, daß der Streik„in den letzten Zügen" liege. Auch sonst macht sie zu dem Streik ihre grinsenden Glossen. Dein- gegenüber seien einige Bemerkungen registriert, die die Wiener „Zeit" über den Generalstreik und seinen Ausgang macht. Die „Zeit" wirft allerdings die Frage auf, ob diesmal der Anlaß aus- reichend zur Jnscenesetzung einer so gewaltigen Demonstration gewesen ist, habe es doch den Anschein, als ob Giolitti, das heißt die Regierung, die Verantwortung für die blutigen Polizeithaten weniger treffen, als einige subalterne Heißspome. Immerhin kommt die„Zeit" zu der Ansicht, daß der Demonstrationsstreik seinen Zweck erreicht habe und imposant verlaufen sei. Sie schreibt: „Der Generalstreik sollte eine imposante Demon- stration im Interesse eines großen Prineips fein, des Princips der Nicht-Jntervention der staat- lichen Gewalten in den periodisch wieder- kehrenden Zusammen st ößen dieser beiden Wirt- schaftlich antagonistischen Interessengruppen. Die Demonstration hat ihren Zweck erfüllt: Der Ministerpräsident Giolitti hat in einer Depesche an den Bürgermeister von Turin feierlichst erklärt, daß er an seiner vor drei Jahren abgegebenen feierlichen Erklärung fe st halte, die absolute Streikfreiheit respektieren zu wollen und bei friedlichen Konflikten zwischen Kapital und Arbeit nicht zu intervenieren. Damit haben sich die Generalstreiker zufriedengegeben... Die Arbeiterscharen Italiens haben eine, vielleicht überstürzte, aber glücklicherweise erfolgreiche Kraftprobe abgelegt. Sie scheinen jedoch rechtzeitig zum Bewußtsein ge- langt zu sein, daß der Anlaß dazu kein vollauf berechtigter, kein ganz opportuner gewesen sei. Deshalb dürften sie sich mit dem bescheidenen Zugeständnis Giolittis gern und rasch beschieden haben. Den» das dürste Italiens Arbeiterschaft schon gelernt haben: daß solch ein Generalstreik, wenn richtig und rechtzeitig be nützt, eine mächtige Waffe ist, die sich aber unter Umständen zum gefährlichsten Bumerang gestalten kann." Man sieht also, daß daS Wiener Blatt die italienischen Vor- gänge unendlich verständiger beurteilt, als daS Organ des Hausknechts deS Kapitalismus, des Herrn Eugen Richter». Beiläufig: Wenn die„Zeit" meint, daß der Generalstreik unter Umständen zum gefährlichsten Bumerang werden könne, so meint sie damit offenbar, daß die Waffe auf den Absender zurückprallen und ihn selbst schwer verletzen könne. Ein Bumerang, die australische Wurfkeule, ist aber bekanntlich eine Waffe, die nach dem Wurfe zu dem Werfenden zurückkehren soll, die ihn nicht verletzt. sondern ihm die Möglichkeit zum neuen Wurf giebt. In der That scheint der Streik der italienischen Arbeiter diesmal ein Bumerang gewesen zu sein. Nachdem die Waffe ihre Wirkung gethan hatte, kehrte sie m die Hand des Proletariats zurück, das sich ihrer gegebenenfalls von neuem zu bedienen vermag. poUtilcbe Gcbcrficbt. Berlin, den 22. September. Ein schöner Fall. Die Verhandlungen des Parteitages über den Fall Schippe! haben Herrn v. Gerlach zu einem raffinierten Genüsse verholfen, den er nach Feinschmeckerart in behaglicher Sorgfalt lang und lang« sam durchkostet. Da hat er erstens den„kühlen, logischen, wiffenschastlich über» legenen" Schippel, der in großer Rede auf ansehnliche Höhe steigt. Aber schnell, damit's kräftiger schmeckt, ein Prische Paprika drauf: Die llnteroffiziere der Partei können die Selbstverständlichkeit wissen« schaftlicher Ueberlegenheit nicht vertragen; sie werden wild. Dann wieder ein Schlückchen klaren Schippel, darauf ein kräftiger Schluck jammervolle Kleingeister, denen wissenschaftliche Beweis« führung einfach Sanskrit ist. Jetzt Bebel:„Selbst Bebell" Also eine bessere Mittelsorte, aber immerhin: Sein Mangel an Fähigkeiten zu objektiver Würdi« gung macht auf Gerlach doch einen zu kläglichen Eindruck. Es wird ihm übel. Darum schnell etwas Ivohlthuenden gesunden Menschenverstand hinzu mit klarem Kopfe und tiefem Sinne für Gerechtigkeit; v. Elm ist es, der das wohlige Behagen des Gourmands wieder herstellt. Dann einige Pikanterien drauf. Der„Gemäßigte" Bernstein als schärffter zollpolitischer Gegner Schippels, aber doch tolerant wie der ultraradikale Päplow. Kautsky, unanfechtbar liberal; und nun noch einmal eine scharfe Würze. Die Berständnislosigkeit der Gegner Schippels, die sich in ausgetretenen Geleisen bewegt, noch ein Stückchen Antrick, Achtstundenredner, und nun, um die lieber- reizung nicht zu weit zu treiben, in mätzigem Abfall über einige weniger charakterisierte Verteidiger Schippels wieder die konzentrierte Süßigkeit: Schippel selber, der„mit Eleganz und tadelloser Sicher- heit" seine Gegner«absticht"? Oh, wie das stört l Da muß Ledebour noch einen Genuß dazu leisten, indem er anfangs so bedeutend spricht, daß er„für das Gros der Delegierten ent- schieden zu hoch" war. Aber mit Ledebour ist der SchmauS so gut wie am Ende, drum muß dieser schließlich in„seichteste Oberflächlichkeit" verfallen und darauf kommt der kräftige, gegen Magenbeschwerden schützende Schluß der Abstimmmig, der die Annahme der„gehässigen" Resolution Bebel mit dem bitteren Zusatz Frevthaler zur Folge hat. In befriedigter Ruhe sitzt nun der litterarische Cabarettst in seinem Logensitz und hält— sich für einen großen Politiker. Ist aber nichts weiter wie ein kindisch herausgeputzter eitler Schwätzer, der aus der Politik ein zierliches Spiel machen möchte. Leider findet er keine Mitspieler. '.' Sonst beschäftigt sich noch daS„Berliner Tageblatt" mit dem Fall Schippel. Es findet im holden Verein mit der«Frei« sinnigen Zeitung" des Lobbericher Müller» das Verhalten des Partei- tageS in diesem Fall schwächlich, den Beschluß nennt es ein Fiasko und Bebel einen blamierten Europäer. So ist das nun. Einmal sind wir intolerante Feinde jeglicher Meinungsfreiheit, das andre Mal elende Schwächlinge, die sich vor den Mossianern blamieren. Die„Tägliche Rundschau" ruft im Gegensatz zum„Tageblatt": „Wehe der Wissenschaft"; auch aus Anlaß des Falles Schippel. Auch die„Konservative Korrespondenz" teilt der KretSblatt- Presse mit. daß sie von dem«grausamen Schicksal" Schippels schreiben könne. Die übrige Meute wird wohl morgen erst losgelassen werden.— . Dtutfcbes Reich. Untersuchungshaft. Vor einiger Zeit berichteten wir über das Bclcidiaungsverfahren gegen den Redakteur eine» lokalen Witzblattes in Königsberg, des„Japper". Durch einige Gedichte mit dunklen Andeutungen über sittlich bedenkliche Vorgänge, an denen ungenannte Personen beteiligt sein sollten, fühlten sich der Oberstaatsanwalt, der Gerichtsarzt Dr. Puppe und der Polizeipräsident in Königsberg beleidigt und haben Strafantrag gegen den Redakteur Beselin gestellt. In der Folge wurde der Redakteur in Untersuchungshaft ge» nommen. Kollusionsgefahr kann nicht vorliegen, denn die objektive That, die Veröffentlichung der in Rede stehenden Artikel, und die preßgcsetzliche Verantwortlichkeit des Redakteurs stehen außer Frage. Die Untersuchungshaft wurde mit Fluchtverdacht begründet. Da eS sich aber nur um ein Preßvergehen handeln kann und der An- geklagte Frau und Kinder hat, ist die Annahme des Fluchtverdachtes ebenfalls grundlos. Die Verhaftung macht deshalb um so größeres Aufsehen, als dem Verhafteten durch den Brief eines Freundes kurz zuvor an- gekündigt wurde, daß seine Verhaftung beschlossene Sache fei und nur noch die Begründung„ausgeputzt" werden solle. Als sich diese Warnung als begründet erwiesen und Beselin ber- haftet lvorden war, hat er sofort Beschwerde erhoben mit dem Er- folge, daß die Beschlußiammer des Landgerichts den Heftbefehl als unbegründet aufhob. Dagegen hat indes der Staatsanwalt das OberlandeSgericht an- gerufen und dieses hat nun den Haftbefehl wieder hergestellt. Nun ist klar, daß jetzt die Begründung mit Fluchtverdacht erst recht haltlos ist, denn wenn der Redatteuc an Flucht dächte, dann hätte er inzwischen Zeit genug gehabt zu fliehen. Wenn man den Mann trotzdem in Untersuchungshast genommen hat, so liegt die Vermutung nahe, daß die Untersuchungshaft mißbräuchlich an- gewendet wird. Auch aus den Unterweserorten wurde kürzlich ein Fall seltsamer Begründung der Untersuchungshaft bekannt. Aus Anlaß eines Streiks ist dort ein Landfriedcnsbruchprozeß eingeleitet und über mehrere Angeklagte Untersuchungshaft verhängt worden. Die Be- Stimmen. Kandidaten sind noch nicht benannt. Die„ Staatsbürger- Zeitung" macht sich große Hoffnungen. Die Kaltwasserkur in Altona, die den schaulustigen Gutgesinnten gelegentlich der Anwesenheit des Kaisers versekt wurde, hat zu dem patriotischen Märchen Anlaß gegeben, der Kaiser habe die dortige Polizeibehörde getadelt und die Bestrafung einzelner Beamten veranlaßt. Die„ Norddeutsche Allgemeine" stellt feierlich fest, daß an dieser Geschichte kein wahres Wort sei. Die„ Norddeutsche" kommt da in die ungewohnte, ihr sicher aber sehr angenehme Lage, daß wir ihr ausnahmsweise einmal glauben. Auch darauf ist bis heute nichts erfolgt. V Die schwerde dagegen wurde abgewiesen mit der Begründung, daß die nicht, Dreyler fönnte so viel verkaufen wie er wollte, wenn er pro Monat. Stredenarbeiter erhalten Im Sommer Annahme der Kollusionsgefahr in Rücksicht auf Schmidtsches Bier hätte, dann hätte der Chef( Wiggert) nichts da- 2,40-2,60 m., im Winter 2,30-2,40 M. pro Tag. die dort zur Zeit bestehenden Streitverhält gegen." Durch diese echt saarabischen Manipulationen wurde Dreyler Maschinenhaus- Arbeiter erhalten ebenfalls bloß 2,40 Mark niffe berechtigt fei Gin bestehender Streit kann un- gezwungen, seinen Handel ganz aufzugeben, da er nicht öfter wie bis 2,60 Mart pro Tag. Die im Accumulatorenbetrieb beschäftigten möglich Einfluß haben auf die prozessuale Kollusion. Die Kollusions- sechsmal hierwegen bestraft wurde. Herr Wiggert hatte also die Arbeiter, deren Arbeit besonders gesundheitsschädlich ist, erhalten gefahr" ist die Gefahr, daß ein Angeklagter Beweisstücke bei Seite Genugthuung, einen armen Teufel um seine Eristenz gebracht zu 2,90 bis 3,20 2. pro Tag. Die Reserveleute bei den schaffen oder Zeugen zu beeinflussen versuchen könnte. Inwiefern haben. Dregler versuchte nun, gegen Wiggert Schadenersahilage Lokalbahnen erhalten bei 13 stündiger Arbeitszeit 2,70 bis diese Gefahr erhöht wird durch den Umstand, daß ein Streit am zu stellen. Bezeichnenderweise wurde er jedoch zum Armenrecht 2,80 m. Wirtschaftlich am schlechtesten gestellt sind die WerkOrte besteht, ist ganz unerfindlich. nicht zugelassen, und da er selber vermögenslos ist, so waren ihm stätten Tagelöhner. In der Kaiserslauterer Werkstatt erDie beiden Fälle verdienen ernstliche Beachtung als Material gleichsam die Hände gebunden. Nun nahm Dreyler seine Zuflucht halten vier Fünftel der dort Beschäftigten 2,76 M. In Ludwigszur Reform der Vorschriften über die Untersuchungshaft. Die zur Presse, un den Bergrat Wiggert zur Klagestellung gegen ihn hafen, woselbst die Privatindustrie in Konkurrenz tritt, beträgt der Untersuchungshaft hat in den genannten Fällen ganz offenbar gar zu zwingen. Die„ St. Johann- Saarbrücker Volkszeitung" brachte Durchschnittslohn der Werkstätten Arbeiter 3,50 Mark. nichts zu thun mit dem ihr zugewiesenen Zwecke, die Bestrafung zwei Artikel, in denen Herrn Wiggert seine Handlungsweise zum Wagenwäscher erhalten in Kaiserslautern 2,20 M. und Vieh Schuldiger zu sichern. Sie erscheint hier vielmehr als ein Vorwurf gemacht wurde. Letzterer war unterdessen zum Geheimrat wagenwäscher 2,40-2,50 M. In Ludwigshafen erhalten sie Mittel, Strafe unter allen Umständen zu verhängen. befördert und nach Schlesien versetzt worden. Drerler schickte ihm 2,70-2,80 M. pro Tag. Güterboden- Arbeiter mit undie beiden Nummern eingeschrieben; das Gleiche geschah auch Hilger begrenzter Arbeitszeit erhalten 2,30-2,40 m. Zur Nachwahl in Jerichow I. und II., die durch den Tod des gegenüber. Doch reagierte weder Herr Wiggert noch Herr Hilger Daß es mit der socialen Fürsorge für die unteren An Fürsten Herbert Bismarck veranlaßt wird, stellen diesmal die Anti- auf diese Anzapfungen. Nach all diesen Mißerfolgen war Dregler gestellten der Pfalzbahn auch nicht weit her ist, versteht sich. Lohnfemiten einen Kandidaten auf in der Person des Rechtsanwalts Dr. noch naiv genug, sich, Gerechtigkeit heischend, an den Handelsminister erhöhungen sind nur dem steten Drängen der organisierten Arbeiter Wohlfarth in Genthin, der für die Antisemiten mehrmals in zu wenden und unter Klarlegung der Vorgänge und Beilage der zu verdanken, wie diese es auch sind, die der Verwaltung jede noch der Westpriegnik kandidierte. betr. Zeitungsartikel denselben zu bitten, daß Herr Wiggert zur jo geringfügige Verbesserung abtrogen. Eine Pensionskasse für die In Jerichow hat noch niemals ein Antisemit kandidiert. Der Stellung des Strafantrages veranlagt werde. Geschehen ist nichts. im Taglohu beschäftigten Arbeiter fehlt natürlich. Giebt es doch Kreis gehört zu denjenigen, die 1903 von der freisinnigen Volks- Dreyler erhielt nicht einmal einen Bescheid. Der Arme hatte offen- fogar noch Arbeiter auf der Pfalzbahn, die nach 32 Dienstjahren partei an die Reaktion ausgeliefert wurden. In der Hauptwahl richtete er unterm 3. Auguſt cr. ein Immediatgesuch an den„ obersten den letzten Jahren je 10 Pf. auf ihren Taglohn zugelegt wurden, besteht bar noch nicht genug an den bisher gemachten Erfahrungen, und so noch mit 2,60 m. pro Tag entlohnt werden. Da diesen Leuten in erhielt Bismard 10 430 Stimmen, unfer Genosse Voigt in Gommern 8140 und der freisinnige Lehrer Merten in Berlin Bergherrn", das nach seinem Inhalt an" Unterthänigkeit" durchaus Aussicht, daß fie nach 40-50 Dienstjahren 4-5 M. Taglohn erhalten. Die 6480. In der Stichwahl erhielt Bismard 14 665 und Voigt 9742 nichts zu wünschen übrig läßt. Dregler schreibt wörtlich:" Für Verordnung des Bundesrats, die dieser zum Schuße der in Accumulamich armen Mann bleibt nun nur noch der einzige Weg übrig, mich, torenbetrieben beschäftigten Arbeiter erlassen, hat die PfalzbahnUnserseits kandidiert natürlich wieder Genosse Voigt. Andre bertrauend auf die Huld und Gnade Guerer Majestät, dem Throne Verwaltung bis weit ins vorige Jahr hinein größtenteils vornehm Guerer Kaiserlichen und Königlichen Majestät mit meiner Bitt- ignoriert. Es bedurfte vielfacher Vorstellungen, bis man sich dazu schrift zu machen. Guere Majestät bitte ich ganz unterthänight, mir herbeiließ, den Leuten Seife und Handtücher zu stellen. zur Erlangung meines Rechtes gnädiglich zu verhelfen, indem Guere Die Behandlung läßt natürlich auch sehr viel zu wünschen übrig. des Armenattestes an mich anweisen lassen zu wollen, damit ich den klugen Einfall gekommen, ein bestimmtes Quantum Del zunt Majestät geruhen wollen, die zuständigen Gerichte zur Gewährung Um die Dividenden in die Höhe zu schrauben, ist ein Ingenieur auf meine Klage wegen Schadenersatz gegen den jetzigen Geheimrat Schmieren der Maschinen anzuweisen. Wer mehr verbraucht zahlt den Mehrverbrauch. Bei der letzten Lohnzahlung im Auguſt wurden Wiggert zum Austrag bringen kann." in Ludwigshafen an die 200 M. auf diese Weise vom Maschinenpersonal eingenommen. Da das Del natürlich äußerst sparsam zu gemessen wird, bleiben Achsenbrände nicht aus. Die Strafe Zur Lage der untern Bediensteten der pfälzischen Eisenbahnen. hierfür beträgt 25 M. Jm Neustädter Bahnbezirk wurden erst vor kurzer Aus Ludwigshafen a. Rh. wird uns geschrieben: Zeit für einen Mehrverbrauch von 7 Kilo Schmieröl 22 Mart in In den Reihen der untern Angestellten der pfälzischen Eisen- bzug gebracht. Und so geht es fort an allen Ecken und Enden. Das Kommunal- Wahlrecht verschlechtert. Eine neue That hat bahnen rumort es seit Jahren. Bis zum Jahre 1898 war von einer Es soll um jeden Preis gespart werden, selbst auf Kosten der der Liberalismus in Königsberg vollbracht, die sich würdig den unzufriedenheit nach außen hin nichts wahrzunehmen, seit diesem Betriebssicherheit. Die Süddeutsche Eisenbahner- Zeitung", der Hanıandern Thaten anschließen kann. Im Frühjahr wurde bekannt, Jahre aber ist der Teufel in die Bande hineingefahren, wie sich burger Weckruf", unser Ludwigshafener Parteiorgan, die Pfälzische daß der liberale Magistrat allen denen das Wahlrecht nehmen will, unlängst ein höherer Beamter ausdrückte. Und das kam so: In den Post", die„ Münchner Post", die Fräntische Tagespost", der bayrische die zwar ein Einkommen von 660-900 m. haben, aber infolge Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwunges fing es an in den Werkstätten Landtag, fie alle haben sich schon in eingehender Weise mit dem zu großer Kinderzahl oder aus sonstigen Gründen feine Steuern der Pfalzbahnen in Ludwigshafen an tüchtigem Personal zu Betrieb der Pfalzbahnen beschäftigt. Der Erfolg ist ein ziemlich zahlen. Er hat das auch thatsächlich durchgeführt, indem er solche mangeln. Kein Wunder; denn für 2,20 M. bis 2,70 M. Taglohn minimaler gewesen. Herr v. Lavale ist Hahn im Korbe in München Personen nicht mehr in die Wählerlisten aufgenommen hat. Er fanden sich keine tüchtigen Arbeiter. Dazu kam, daß die Arbeit bei der Regierung und persona grata ani Hofe und beim Regenten, begründet sein Vorgehen auf zwei Entscheidungen des Ober- Ver- fortgefeßt drängte und daß deshalb auch die Arbeiter gedrängt wurden. dessen Jagd- und Tafelgast er ist. Eine Wendung zum Bessern waltungsgerichts und befürchtet, falls er nach der bisherigen Weise Eine Wendung zum Bessern trat infolge des Umstandes ein, daß tritt erst dann ein, wenn die Pfalzbahnen in den Besitz des weiter wählen läßt, daß die Wahlen mit Erfolg angefochten und die Verwaltung von den Arbeitern höhere Leistungen forderte und bayerischen Staates übergehen, wozu jezt auch endlich begründete für ungültig erklärt werden könnten. Es hatten nun mehrere daß infolge des fühlbaren Mangels an tüchtigen Arbeitern auch Aussicht vorhanden ist. Bis dahin dominieren aber die Frankfurter Bürger, die von der Entscheidung betroffen waren, Einspruch gegen Fremdlinge" eingestellt werden mußten. Diese fezten in aller In- Geldsäcke, und Herr v. Lavale ist nichts weiter als deren Sach ihre Nichtaufnahme in die Wählerlisten erhoben, um die Anschuld mit ihrer Agitation bei den Einheimischen ein und brachten walter. gelegenheit zur principiellen Entscheidung zu bringen. Sollte der es auch wirklich zur Gründung einer Zahlstelle des Hamburger VerMagistrat mit seiner Ansicht durchdringen, so würden Hunderte von bandes. Ihr Gründer und Leiter war ein Einheimischer, ein Die österreichische Gewerbe- Inspektion blidt in diesem Jahre Bürgern meist Arbeiter und Handwerker das Wahlrecht ver- Schlosser aus Zweibrücken, der Sohn eines nationalliberalen auf eine zwanzigjährige Thätigkeit zurück, und der Bericht über ihre lieren und die besizlose Klasse noch rechtloser als bisher gemacht Führers seiner Baterstadt, der infolge der alten Freundschaft, die Amtsthätigkeit im Jahre 1903, der soeben erschienen ist, weist mit werden. Am Dienstag hat sich die Stadtverordneten- feinen Vater mit dem Chef der Ludwigshafener Werkstätte verband, einer gewissen Genugthuung auf die Entwicklung hin, die sie seitdem Versammlung mit der Angelegenheit beschäftigt und be in diese aufgenommen worden war. Diese Schlange am Bufen der genommen hat. Mit 10 Inspektionsbeamten wurde sie 1884 ins schlossen, die Einsprüche als unbegründet Pfalzbahn hatte sich auf seiner Wanderschaft in Norddeutschland, in Leben gerufen und heute beschäftigt sie deren 70. Die 9 Inspektionszurückzuweisen. Selbst die Waldeckianer traten für die Berlin und andren Orten, wo er arbeitete, der Arbeiterbewegung bezirke, in welche das Land damals eingeteilt worden war, mußten Wahlrechtsverschlechterung ein. Doch unsre Genossen hatten die angeschlossen und wirkte nun in der Heimat in eifrigſter Weise für mit der Zeit in 31 Bezirke zerlegt werden, zu denen 1886 noch eine Antwort bei der Hand. Sie stellten den Antrag, die Bürger, die diese. Seine Agitation hatte die Folge, daß er aus dem Be- Binnenschiffahrts- Inspektion und 1892 eine solche für den öffentein Einkommen von 660-900 m. haben, gänzlich von der Ge- trieb hinausflog und daß, ein unerhörtes Ereignis auf den lichen Verkehr in Wien kam. Die Zahl der inspizierten Betriebe meinde- Einkommensteuer zu befreien. Dieser Antrag soll in einer pfälzischen Eisenbahnen, ein Teil der Werkstätten- Arbeiter eines belief sich 1884 auf 2564, im Jahre 1903 dagegen auf 19 949. der nächsten Sizungen zur Verhandlung kommen. schönen Tages Knall und Fall die Arbeit einstellte. Herr Namentlich ist das Kleingewerbe in den letzten Jahren immer mehr v. Lavale, der Direktor der pfälzischen Eisenbahnen, sah nun der Aufsicht unterstellt worden. So erfreulich nun diese Auss mehr, daß Ernst gemacht werden sollte, und er erklärte dehnung der Gewerbe- Inspektion ist mit ihrem wenn auch nur sich bereit, den Forderungen der Leute entgegenzukommen. mäßigen und ungenügenden Wirken zum Besten der Arbeiter, so Aus Straßburg i. Els. wird berichtet: Der pfälzische Budde that sogar noch etwas andres: er ging fann der Bericht speciell vom Jahre 1903 nur wenig Erfreuliches Bei einem Straßburger Rechtsanwalt ist ein junger Mann persönlich in eine Versammlung der unzufriedenen Eisenbahner, um mitteilen. Die für die Ernte ungünstigen Witterungsverhältnisse, bayerischer Nationalität als Kutscher angestellt, der Livree trägt. Der zu hören, worüber sich diese beklagten. Was er aber da alles zu hören die infolge derselben eingetretene Lähmung der Binnenschiffahrt Bursche machte unlängst eine Besorgung per Rad, als ihm ein Fähn- bekam, hat ihm offenbar für alle Zeiten die Lust benommen, noch sowie die beginnenden Wirren in Ostasien übten auch auf den rich begegnete. Der Fähnrich hielt den Kutscher des Rechtsanwalts mals in eine Versammlung unzufriedener Eisenbahner zu gehen. größten Teil der österreichischen Industrien einen lähmenden Einfluß nicht nur für einen Militärburschen, sondern auch für seinen Unter- Die Redner nahmen kein Blatt vor den Mund und deckten schonungs aus. Eine Folge davon waren vielfach Lohnherabsetzungen, gebenen, und rief ihn mit sehr schneidiger Stimme zu sich heran. los die Sünden der Verwaltung in Bezug auf die Arbeiter Halbtagsschichten oder gänzliche Arbeitslosigkeit. Dabei behielten Der gutmütige Bayer tam heran, weil er an nichts Böses dachte, verhältnisse auf. Seitdem hat Herr v. Lavale keine Eisenbahner- die Preise der Lebensmittel infolge der ungünstigen Ernte ihren wurde aber wegen Unterlassung des Grußes von dem blutjungen Versammlung mehr besucht. Trotzdem ist er seinem Geschick hohen Stand. Vielfach sahen sich dadurch Arbeiter gezwungen, da Fähnrich heftig angehaucht. Aber der Münchener war auch nicht von nicht entgangen: im bayrischen Landtage setzten ihm im letzten es ihnen im Lande nicht möglich war, das zur Friftung des Lebens gestern. Gr antwortete mit gutem bayerischen Accent:„ Schau Dir Jahrzehnt von einer Tagung zur andern die socialdemo- Nötige zu erwerben, auszuwandern, neben Industrie- Arbeitern auch die Leut' doch an!' s is traurig, wannst noch net emal an Militär- fratischen Abgeordneten mit vermehrter Heftigkeit zu und es viele Landarbeiter aus Ungarn, Galizien, Krain, dem Krakauer burschen von an Civilburschen unterscheiden kannst. Nachher bloab war insbesondere der Abgeordnete Ehrhart, der es meisterhaft und dem Leobener Bezirk, so daß in diesem Jahre die Einwanderung daham und studier' Dei Instruktion!" Auf diesen Gruß war der verstand, den schlauen Fuchs einzukreisen, daß er ihm nicht mehr austam. aus diesen Landeseilen neben der aus Rußland die stärkste in die Fähnrich nicht vorbereitet. In der Erregung rief er einen Musketier In einer solch verzweifelten Situation war er wohl auch, Vereinigten Staaten strömende war. Am leichtesten fanden dort die an und gab ihm den Befehl, den Burschen zu verhaften. als er sich das Geständnis entschlüpfen ließ, daß er lieber mit aus dem Leobener Bezirk Kommenden in den amerikanischen HüttenDer Musketier kam dem Befehle nach Kräften nach und schleppte organisierten Arbeitern zu thun habe als mit unorganisierten. Und es werken Arbeit, da sie mit den hier üblichen Arbeitsmethoden schon den Burschen, den man vom Rade herunterzerrte, nach der nächsten muß anerkannt werden, daß er der Organisation der Arbeiter bisher gut bekannt waren. Die Zurückbleibenden mußten sich vielfach mit Kasernenwache. Nach Feststellung der Personalien wurde er ent- feine besonderen Schwierigkeiten in den Weg gelegt hat. Der Ham- ganz erbärmlichen Löhnen begnügen, namentlich Frauen, die mit lassen, nicht ohne daß der Münchener dem Herrn Fähnrich angekündigt burger Verband konnte zwar keinen Boden fassen, dafür aber ihrer Familie ihr Leben mit einem Wochenlohn von 4 bis 8 Kronen hatte, daß er sich die Verhaftung nicht würde gefallen lassen. Bald entwickelte sich der Schweinfurter Verband umso kräftiger. fristen mußten, so im östlichen Galizien im Stanislauer Bezirk. darauf erschien der Fähnrich in der Wohnung des Rechtsanwalts Nichtsdestoweniger ist ihm die Agitation dieses Verbandes ent- n Böhmen konnten viele Handschuhnäher und Näherinnen selbst und suchte den Burschen zu bestimmen, die Sache zu vergleichen. schieden unsympathischer als die des Bayerischen christlichen Verbandes. zu so reduzierten Löhnen keine Arbeit finden, ebenso im Bezirk Der Bursche sollte wenigstens um Verzeihung bitten wegen Be- während die Leiter dieses Verbandes in den Ludwigshafener und Triest große Scharen von Arbeiterinnen, die sonst in der Seidenleidigung des Fähnrichs, wegen des gut bayerischen Duzens usw. Kaiserslauterer Werkstätten die Schoßfinder der Meister und filatorie dort beschäftigt waren, da diese Industrien fast völlig Der Bayer ließ sich auf diesen Vergleich nicht ein, sondern eröffnete Jugenieure sind, wurden die Leiter des Schweinfurter Verbandes stockten, und viele waren deshalb gezwungen, die Armenpflege in dem Fähnrich, daß er den Fall dem Regiment mitteilen würde. Der in beiden Orten unter den nichtigsten Gründen aus dem Betriebe Anspruch zu nehmen. Nur in einzelnen Branchen der MaschinenBursche begab sich zum Regiementsfommandeur, doch bei diesem kam der Pfalzbahnen hinausgeworfen. Das nahmen die Arbeiter aber und Textilindustrie war der Geschäftsgang ein besserer, aber Lohner erst vor die richtige Schmiede. Der Fähnrich, so soll der Herr Regimentskommandeur dem doch nicht so ruhig hin, als man es sich wohl gedacht haben mochte, erhöhungen waren auch hier sehr selten. Doch gelang es in der und als vor wenigen Wochen der Gauleiter des Verbandes unter Herrenkleider- Konfektion in Wien und in einigen Provinzialstädten, Diener erwidert haben, wäre berechtigt gewesen, ihm wegen Angabe von Gründen, die förmlich an den Haaren herbeigezogen Tarifvereinbarungen und Minimallohntarife mit den UnterBeleidigung sofort das Seitengewehr in den werden mußten, entlassen wurde, veranstalteten sie eine Verſamm- nehmern zu vereinbaren. Bauch zu stoßen. Der Herr Regimentskommandeur hätte ihn lung, der über 500 Eisenbahner beiwohnten. Neben der Darlegung sofort angespießt, wenn ihn der Bursche so beleidigt hätte. der ganzen Verhältnisse brachten sie aber auch noch ein reichhaltiges Wie Anklagen wegen Majestätsbeleidigung entstehen können. Im übrigen werde Strafantrag wegen Beleidigung gestellt werden. Material zur Beurteilung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Unter dieser Spihmarke veröffentlichten wir vor einigen Wochen die Das sind ja nette Ansichten eines Regimentskommandeurs über unteren Bediensteten dieses Bahnbetriebes bei, und die Schilderung Mitteilung, daß der russische Student Moskiewicz unter eigens Recht und Geses. Selbst in Militärstrafprozeßbüchern steht kein dieser Verhältnisse lassen es erklärlich erscheinen, daß es gerade die artigen Umständen wegen Verdachts der Majestätsbeleidigung in Wort davon, daß ein Offizier das Recht hätte, jemanden wegen unteren Bediensteten sind, die für Verstaatlichung Saft genommen worden sei. Der in Berlin fremde und der deutschen Beleidigung einfach abzustechen wie ein Kalb, noch dazu einen dieses Betriebes eintreten. Sprache nur höchft mangelhaft mächtige Student hatte einen Arbeiter Civilisten und noch dazu, wenn die sogenannte Beleidigung höchstens Während im jenseitigen Bayern die Beamten im inneren Ver- nach dem Wege gefragt. Nach Erteilung der erbetenen Auskunft eine Erwiderung auf der Stelle" für eine vorausgegangene Beleidigung ist. Wie denn, wenn der Bursche, der doch zuerst beleidigt waltungsdienste es bis zu einem Höchsteinkommen von 4080 bis hatte der Arbeiter ihn um ein kleines Geldgeschenk gebeten, welches 5160 M. bringen, erhalten die in den gleichen Dienstverhältnissen ihm abgelehnt wurde. Nun erklärte der Arbeiter, er wolle dem wurde, für sich das Recht in Anspruch nahm, den Fähnrich sofort anzuspießen? Das hätte ein schönes Geschrei über Messerhelden und stehenden pfälzischen Bahnbeamten nur 3600 M. Diätare haben Studenten den rechten Weg zeigen. Er ging eine Strede weit neben ,, Verrohung der untern Volfsklassen" gegeben. einen anfänglichen Tagelohn von 2,20 M.; innerhalb drei ihm her, bis ihnen ein Schußmann begegnete. Diesem erklärte der Im umgekehrten Falle nennt mans feiner. Ehrennotwehr sagt man wohl in solchem Jahren bringen sie es auf 3 M. pro Tag. Wenn der Diätar in Arbeiter, daß sein Begleiter sich einer Majestätsbeleidigung schuldig das Beamtenverhältnis eintritt, muß er erstens vollständig gemacht habe. Auf der Wache wiederholte der Denunziant seine Falle. Ist aber sachlich dasselbe, was man bei einem gewöhnlichen gefund und zweitens militärfrei fein. Sein Gehalt be- Behauptung. Der Russe wurde als Ausländer in Haft genommen, Civilisten Messerheldentum nennt. trägt dann 1100 M. und nach zehn Jahren hat er es bis aber schon nach seiner Vernehmung wieder entlassen, da dem Unterauf 1900 m. gebracht. Die Lokomotivführer I. Klasse suchungsrichter die Behauptung des Beschuldigten, daß er nur aus erhalten 600-700 M. und die Schaffner etwa 300-4000 22. Nache für das abgelehnte Geldgeschenk falsch angezeigt worden sei, Unter den von der Verteidigung im Hilger- Krämer- Prozeß weniger als ihre bayerischen Kollegen. Nicht weniger als zwei- für glaubhaft erachtete. Jetzt hat der Student die gerichtliche An geladenen Zeugen befand sich auch der Flaschenbierhändler Julius hundert Lokomotivführer warten auf ihre Anstellung, erhalten fie zeige erhalten, daß das Verfahren gegen ihn eingestellt sei. Um zu sparen und die Dividende der Frankfurter Dregler aus Malstatt. Derselbe hatte vom Bergrat Müller seiner aber nicht. Zeit die Erlaubnis erhalten, Bier in den Schlafhäusern zu verkaufen, Aktionäre der Pfalzbahn zu erhöhen, werden die Leute als Schloffer was er auch 12 Jahre hindurch unbeanstandet gethan hat. Der Heizer in den Listen geführt und erhalten, trozdem sie den gleichen Handel fand übrigens nicht auf Grubenterrain statt, sondern Dienst versehen müssen wie die angestellten Lokomotivführer, mur Nach einer englischen Meldung soll es den Hereros abermals Dregler brachte das Bier den Leuten auf Bestellung und diese holten 3,20 M. Tagelohn und Diäten. Diese betragen im Monat höchstens gelungen sein, die deutschen Einkreisungslinien zu durchbrechen und es sich von seinem Wagen weg ab. Da tam Bergrat Wiggert. Dieser 55 M. Nach 6-7 Jahren Hilfsdienst werden sie endlich angestellt. Dabei troß erheblicher Verluste den größten Teil ihres Bichs in wirkte darauf hin, daß die Leute ihr Bier aus der Schmidtschen Bahn wärter beziehen bei einer täglichen Arbeitszeit von zwölf Sicherheit zu bringen: Brauerei fauften, und Herr Wiggert ist zufällig der Schwiegersohn Stunden, den oft 2-3 stündigen Gang auf den Posten eingerechnet, des Brauereibefizers Schmidt. Dregler bekam das sofort zu fühlen. monatlich 70,16 M. Innerhalb 25 Jahren bezieht der bayrische Selbst der Gendarm Walliczek wurde gegen ihn mobil gemacht und Kollege 4200 M. mehr als der Pfälzer. Angestellte Bremser follte ihn in Strafe bringen. Dabei that sich ganz besonders der und Rangierer stellen sich mit allen Bezügen auf 1300 m. pro Schlafhausmeister Bremer hervor, indem er den Gendarmen direkt Jahr. Bremser, die nicht angestellt sind, erhalten 2,20-2,40 M. aufforderte, er solle machen, daß er den Dregler hinausbringe. Auf pro Tag; nichtangestellte Rangierer von 2,30 M. bis zu 3 M. Tagedie erstaunte Frage weshalb meinte Bremer: Ach, so ist das ja lohn. Dazu kommen noch für beide Kategorien 18-20 M. Diäten Bauchspießer. Saarabisches. Die Hereros abermals durchgebrochen? Wie die„ Daily Mail" aus Kapstadt vom 21. September meldet, haben die Hereros den deutschen Kordon nach schwerem Kampf durchbrochen und einen großen Teil ihres Biehs mits genommen. Die Deutschen gaben keinen Pardon und töteten Frauen, Kinder und Greise, die unfähig waren, zu entfliehen. Ueber diese Nachricht, namentlich soweit sie die Niedermezelung Wehrlofer behandelt, wird man nähere Nachricht abwarten müssen. marts Husland. Desterreich- Ungarn. Der Magistrat follte doch vorsorgen, daß rechtzeitig für den Bau sucht; es gehörte wirklich große Energie und Selbstüberwindung von Gemeindeschulen das nötige geschehe; von einer Ueberraschung dazu. wenn ich um 7 Uhr aus der Arbeit kam, nach zwei Stunden durch plötzlich auftretende Bedürfnisse könne man doch nicht sprechen. am Unterricht teilzunehmen: und es find thatsächlich nur wenige, Graz, 21. September.( Eig. Ber.) Die gestrige Landtagswahl Stadtschulrat Gerstenberg: Die Lebensdauer einer Baracke ist die davon einen hervorragenden Gewinn gezogen haben. Die Vors In der vierten( allgemeinen) Wählerkurie bedeutete einen Sieg der auf 30 Jahre bemessen. Mietshäuser giebt es in der dortigen lage entspricht allerdings noch nicht allen Ansprüchen, die wir Socialdemokratie. In sämtlichen acht Wahlkreisen Steier- Gegend überhaupt nicht. Auch wir sehen in den Baracken bloß an eine Zwangs- Fortbildungsschule stellen. So wünschen wir waren socialdemokratische Wahlbewerber aufgestellt. llm einen Notbehelf, aber sie haben den großen Vorzug, daß sie versetzt die vierjährige Schulpflicht bis zum 18. Lebensjahr. Im Ausschuß 10 Uhr nachts wurde als erstes das Wahlresultat in der„ Stadt werden können, und das will uns die liefernde Gesellschaft für werden diese und andre Wünsche an uns in Form von Anträgen Graz" bekannt. Von 34 700 Wahlberechtigten hatten 14 427 ihre Proz. des Herstellungspreises besorgen. Mit im ganzen vier wiederkehren. Wir wollen den Zwang auch auf die weiblichen An5 Stimmen abgegeben, davon entfielen( wie bereits drahtlich berichtet) solchen Barackenschulen werden wir hoffentlich ausreichen. gestellten im Handelsgewerbe ausgedehnt wissen, damit auch diesen 8769 auf den Redakteur des„ Arbeiterwille", Resel, der der erste Ein Antrag Hinge auf Ausschußberatung wird zurückgezogen, jene Wohlthat zu teil werde, und weil sich sonst die Konkurrenzsocialistische Landtags- Abgeordnete Steiermarks ist. Aus dem nachdem der Stadtschulrat erklärt, daß dann der Bau sehr verhältnisse gegenüber den männlichen Angestellten noch ungünstiger Leobner Wahlkreis war bis 2 Uhr nachts folgende Stimmenzahl berzögert werden würde. Die Vorlage gelangt darauf zur als bisher gestalten würden. Erstaunt bin ich über den Hinweis bekannt: Dr. Schacherl( Socialdemokrat) 6295, Riegler( flerikal) 4359, des Vorstehers, daß die Zwangsschule bloß eine Fortsetzung und Neuper( Bauernbündler) 3244. Es folgt die Beratung des vom Magistrat vorgelegten Ent- Repetition des Volksschulunterrichts im Lesen, Nechnen und Zeichnen wurfs eines Drts statuts für die Nach den bis jetzt( 12 Uhr vormittags) recht spärlich eingelaufenen Nachrichten aus den übrigen sechs Wahlkreisen läßt sich fein positives Resultat herstellen, außer daß der socialistische Wahl bewerber im Bezirk„ Umgebung Graz", Pongraz, dem deutschen Kandidaten Regula unterlegen ist. Der Arbeiterwille" rechnet nit einer Stichwahl in Leoben, wobei aber zweifellos Dr. Schacherl die Majorität dabontragen dürfte. Die Klerikalen gewannen 13 Mandate; 12 Stichwahlen find erforderlich. Amerika. Kommunales. Stadtverordneten- Bersammlung. Annahme. Pflicht- Fortbildungsschule zu Berlin. Die Einzelheiten des Entwurfes sind bereits bekannt. Entsprechende Aenderungen in der Ordnung des Fach- und Fort bildungsschulivesens sind gleichzeitig vorgeschlagen. Dem Magistrat soll, vorbehalten sein, den Tag des Inkrafttretens zu beſtimmen; in Aussicht genommen ist der 1. April 1905. wird.( Beifall.) sein würde; dem ist nach der Begründung keineswegs so. Wir wünschen, daß auch Gesundheitspflege in den haben das Obligatorium für die Arbeiter bis zum 18. Jahre einFortbildungsschulen gelehrt wird. Bereits 19 Städte geführt. Die Angestellten bei Rechtsanwalten und Notaren, die allerdings nicht unter§ 120 der Gewerbe- Ordnung fallen, find von diesen Fortbildungsschulen ausgeschlossen; sie wünschen dringend Bon mehreien Seiten wird Ausschußberatung und die Aus- sollte die Möglichkeit, auch diese einzubeziehen, erwogen werden. ebenfalls derselben Wohlthat teilhaftig zu werden. Im Ausschuß dehnung der Einrichtung auf die weiblichen Schüler beantragt. Stadtv. Caffel( A. L.): Wir begrüßen mit Freude, daß der Wir hoffen, daß die Ausschußberatung zu der von uns gewünschten 2½ berichtet wird, werde die amerikanische Armee gegenwärtig mit einem bildung für das weibliche Geschlecht nicht fallen gelassen hat allerdings auf diesem Gebiete eine energische Ein neues Feldgeschütz. Wie der„ Morning Post" aus Washington Magistrat unfrem Initiativantrage von vor 2 Jahren jetzt zu entsgestaltung der Zwangs- Fortbildungsschule ihr gut Teil beitragen sprechen sich bereit zeigt. Anzuerkennen ist auch, daß die Fort- Stadtv. Dr. Nathan( Soc.- fortschr.): Der Liberalismus neuen Feldgeschütz ausgerüstet, welches an Leistungsfähigkeit werden soll; wir hoffen, daß dieser Gedanke beim Magistrat nitiative jahrzehntelang vermissen lassen; eine die von den übrigen Mächten verwendeten Ge- nicht einschlummern, sondern bald reale schüße übertreffen soll. Das Geschoß des neuen dreizölligen winnen wird. reale Gestaltung ge= Geſchüßes wiegt 15 Pfund und erreicht eine Geschwindigkeit von wird in der Ausschußberatung ausführlich einzugehen sein. Bebauern weiliges Nachlassen der sträste; denn schon 1872 ist die zwangs Auf die Stoftenfrage und auf die Organisation träfliche Verfäumnis liegt aber nicht vor, sondern nur ein zeit1700 Fuß in der Sekunde; die Tragweite beträgt 5 Meilen. aber müssen wir den Ton, der in der Begründung gegenüber den Rapp u. a. in einem Antrag gefordert worden. Unter den 29 000 Fortbildungsschule von liberalen Männern wie Schulze- Delitzsch, 208 dieser Geschütze sind augenblicklich in Arbeit. Leistungen der bisherigen fakultativen Schule angeschlagen wird ( Zustimmung). Diese Leistungen sind hochansehnliche und für die find doch auch eine Anzahl älterer Personen; und ca. 13 000 Lehr( Buſtimmung). Diese Leistungen sind hochansehnliche und für die Fortbildungsschülern, die sich schon jetzt in den Schulen befinden, Bevölkerung sehr erfprießliche gewesen, und auch in der Zukunft linge sind auch heute noch nicht in der Fortbildungsschule, während sollten dem Fortbildungs- und Fachschulwesen keine beengenden über die Regelmäßigkeit des Schulbesuchs durch jene 29000 überSchranken gesetzt werden.( Beifall.) Auch in Zukunft darf das frei haupt nichts Bestimmtes bekundet werden kann. Mit dem Abschlußz willige Fachschulwesen nicht von seiner Blüte heruntergebracht beim 17. Jahre bin ich einstweilen durchaus einverstanden. Die 27. Sigung vom Donnerstag, den 22. September 1904, werden. Wenn dem freiwilligen Fortbildungsunterricht der erzieh- Einteilung der Stadt in acht Bezirke mit je einem Direktor nachmittags 5 Uhr. liche Charakter abgesprochen wird, so können wir das nicht gelten wird nicht aufrecht erhalten werden fönnen. Es würde dann ein Der Vorsteher Dr. Langerhaus eröffnet die Sigung gegen lassen, ebenso wenig die Behauptung, daß der fakultative Unterricht, Direktor über 4000 Schüler zu überwachen haben; in einer höheren der lediglich auf die Abends und Sonntagstunden angewiesen sei, Besoldeten Stadträte Haad, Schäfer, Dr. Weigert, Mielenz, nicht fruchtbar wirken könne. Die Erfahrung spricht durchaus dagegen; Bedauerlich ist mir nur, daß die Mädchen erst in einer späteren Mit dem Ablauf dieses Jahres endet die Wahlperiode der un- schon wegen der Uebermüdung der Schüler durch die Tagesarbeit Lehranstalt hat der Direktor nicht über 500 im Durchschnitt zu überwachen; achtmal soviel zu überwachen ist eine unlösbare Aufgabe. Wagner, Selberg, v. Friedberg und Kolle, sowie der besoldeten das ist von den Vertretern aller Richtungen, auch von den eifrigsten VerWir haben beantragt, auch Stadträte Bohm und Mugdan. In der vorigen Sitzung ist zur Vorbereitung der Neuwahl die Niedersetzung eines besonderen Ausschusses beschlossen worden. Dieser ist vor Beginn der heutigen Sitzung von den Abteilungen gewählt und hat sich konstituiert; Vorsitzende sind Dr. Langerhaus und Michelet. Die socialdemokratische Fraktion ist durch die Stadtvv. Borgmann, Bruns, Toltsdorf berAuf die Glückwunschadressen des Magistrats und der Stadtberordneten- Versammlung anläßlich der Verlobung des Kronprinzen find Dankschreiben des Kaisers, des Kronprinzen und des Großherzogs von Mecklenburg- Schwerin eingegangen. Das Ausscheiden der Stadtvv. Suter( f) und Maas( in den Magistrat übergetreten) hat eine Reihe von Ersa gwahlen notwendig gemacht. Es werden gewählt: in den Ausschuß für die Wahlen von unbefoldeten Gemeindebeamten Stadtv. Bitterhoff( A. L.); in die Arbeitshaus- Verwaltung Stadtv. Schulze( A. 2.); in die Deputation für die Feuersocietät Stadtv. Alt( A. L.); in die Markthallen Deputation Stadtv. Giese( A. 2.); in das Kuratorium der Otto- Stiftung Stadtv. Mosch( A. L.); in die Deputation für die innere Ausschmückung des Rathauses Stadtv. Modler( A. L.); 51 Uhr. treten. in das Kuratorium der Reuter- Stiftung Stadtv. Abt; in das Kuratorium der Webeschule Stadtv. Lieber= mann( A. L.).; in die Gewerbe Deputation Stadtvv. Berger und Förster ( A. L.). = In die Straßenreinigungs- Deputation ist ebenfalls ein Mit glied zu deputieren; es werden die Stadtvs. Frick( N. L.) und Arons( Soc.) vorgeschlagen. Die Wahl wird in der nächsten Sigung stattfinden. Für den Rechnungsausschuß referiert über dessen letzte Beratungen Stadtv. Gründel( Soc.). tretern der Zwangsidee in den früheren Ausschußberatungen zugestanden Beit berücksichtigt werden sollen. den Frauen, soweit es nach der Gewerbe Ordnung an worden. Daß gewisse nene Elemente, die in die Fortbildungsschulen geht, die Wohlthat der obligatorischen Fortbildungsschule jest hineingezwungen werden, ein Hemmnis für die fortgeschritteneren zu teil werden zu lassen. Man würde sonst in den kaufmännischen Schüler bilden, ist sicher. Auch der Magistrat hat früher über die Betrieben überall das Bestreben zeigen, die männlichen Arbeitskräfte fakultative Schule und ihre Leistungen ganz anders gedacht, als es durch weibliche zu ersetzen, und damit hätten wir dem männlichen Oberbürgermeister selbst hat erklärt, in den freiwilligen Schulen spielt ja gewiß eine große Rolle; aber Herr Cassel hat doch erst die retrospektive Kritik in der Begründung vermuten läßt. Der Geschlecht ein sehr zweifelhaftes Geschenk gemacht. Die Geldfrage werde mehr geleistet als in der Zwangsschule.( Beifall.) Stadtschulrat Gerstenberg: Der Magistrat hat die Verdienste des im Februar d. J. im Abgeordnetenhause erklärt, die Berliner Bürger Stadtschulrat Gerstenberg: Der Magistrat hat die Verdienste des würden zeigen, daß sie für Bildungszwecke keine Ausgaben schenen. Geheimrats Bertram um die freiwillige Fortbildungsschule stets Alles, was in der Vorlage über die Notwendigkeit des Zwanges unbedingt anerkannt, auch waltet in der Begründung durchaus keine polemische Tendenz vor. Die fakultative Schule hat hervorragendes, gesagt ist, paßt auf das junge Mädchen genau so wie auf den jungen Mann.( Beifall.) glänzendes geleistet, aber nur an Einzelnen; an der Gesamtheit, an Sen Massen kann das nur die obligatorische Schule. Die allmähliche mit unbedingter Sympathie. Stadtv. Refenow( N. L.): Auch wir begrüßen die Vorlage. Unser Schulunterricht ist ja Durchführung in 2 bis 3 Jahren, wie sie beabsichtigt ist, wird doch nicht bloß für die Befähigten da. Entscheidend für uns in anschaulichster Weise die Rückwirkung auf das bisherige System mich ist, daß die Unterrichtszeit am Tage gewählt erkennen lassen. Für den Erwachsenen, für den Gesellen wird wird; nur ein am Tage erteilter Unterricht die Fortbildung selbstverständlich fakultativ bleiben. Auch in den der sich au noch nicht durch die Tagesarbeit heutigen freiwilligen Schulen befinden sich nicht bloß Befähigte, sondern auch eine Anzahl Minderfähiger. Im Ausschuß wird über abgespannte Schüler wendet, kann ein fruchtbringender fein. Auch die Heute noch wieders die Einzelheiten leicht Einverständnis zu erzielen sein. strebenden Handwerker werden sich bald überzeugen, daß Stadtv. Glazel( Fr. Fr.): Wir stehen der Vorlage sympathisch ihnen mit der Maßregel ein Be Gefallen geschieht. gegenüber. Bedenken sind aufgetaucht bezüglich der Frage, ob die züglich der Frage der weiblichen kaufmännischen Angestellten Arbeitgeber nicht zu sehr belastet teile ich die Auffassung der Kollegen Dove und und Nathan; ich sehe aber zugleich auch für diese Angestellten, im Gegensatz zu Kollegen Glocke, den Unterricht als eine Wohlthat an. Hoffentlich wird es mit der betreffenden Vorlage, wenn wir sie durch eine Resolution foredrn, nicht auch wie mit der heutigen über zwei Jahre dauern. Die Dispensation vom Zwangsunterricht sollte nicht vom Direktor, sondern vom Magistrat ausgesprochen werden, und nur nach sorgfältigster Prüfung aller Verhältnisse. werden; es wurde auch bemängelt, daß die weiblichen Personen im kaufmännischen Gewerbe einstweilen nicht einbezogen werden, dagegen aber die ungelernten Arbeiter dem Zwange unterworfen werden sollen. Aber die Einführung des obligatorischen Unterrichts wird von uns allen als absolut notwendig erkannt. Wir wünschen nur eventuell durch Refolutionen ausgedrückt zu sehen, daß nicht alle Lasten den Gewerbetreibenden auferlegt werden, daß auch eine Strafbestimmung aufgenommen wird für die Schüler, die sich die Lehrmittel nicht beschaffen. Gegen die Einteilung der Stadt in Bezirke und gegen die Ginfeßung von Direktoren sowie gegen die diesen zuzuweisenden Funktionen haben wir Bedenken, über die sich der Ausschuß näher unterhalten wird. = Stadtv. Gaffel tritt einer Reihe von Mißverständnissen entgegen ,, denen seine Rede unterlegen ist. Er denke mit der überwiegendsten Mehrheit seiner Freunde nicht daran, der obligatorischen Fortbildungsschule ein Bein zu stellen; der angenommene Antrag von 1902 fei aus seiner Feder geflossen. Auch die heutige Fortbildungsschule habe aufsteigende Kurse und damit ebenso hervors ragendes geleistet. In seiner Februarrede habe er gerade auch diesen Umstand gebührend hervorgehoben, was Herr Nathan zu er Eine lange Reihe von Einzelrechnungen aus den Jahren 1900 und 1901 wird dechargiert. Behufs genauerer Prüfung der anschlagsmäßigen Verwendung der bewilligten Gelder namentlich bei größeren Bauausführungen wünscht der Ausschuß, daß der Magistrat in Er- Stadtv. Dr. Langerhaus( A. 2.) sieht in der sogenannten" wägung nehmen möge, ob es sich nicht ermöglichen läßt, die Schluß- Zwangs Fortbildungsschule, wie sie jetzt vorgeschlagen ist, nur eine rechnungen der einzelnen Unternehmer von den Abschlagszahlungen Wiederholung und Vervollkommnung des Volksschulunterrichts, ohne gesondert zu sammeln und sie so gesammelt den einzelnen Stück- Fortschritt zu etwas höherem. Würde sie ohne Aenderung nach den wähnen vergessen. rechnungen und der Schlußrechnung über Bauten beizufügen. Der Magistratsvorschlägen durchgeführt, so zerstöre sie unzweifelhaft die Stadtv. Hinge( Soc.): Wenn Herr Cassel meint, Kollege Glode bezügliche Ausschußantrag gelangt ohne Debatte zur Annahme. fakultative. Er würde dem Plan nur dann zustimmen können, wenn habe die Fraktion Cassel in ihrer Mehrheit für Gegner Die Stadtvv. Haberland u. Gen.( Alte Linke) haben ein großer Teil der bestehenden Einrichtungen mit hinüber ge- der Zwangsschule erklärt, so irrt er; Glocke hat folches folgenden Antrag eingebracht: nommen werden könnte. Die fakultative Schule habe unendlich nicht gefagt. Was den Vorzug der Tagesstunden betrifft, vielen jungen Leuten ermöglicht, aus dem Proletariat in eine so hat nicht nur der Minister sich dafür erklärt; auch zahlreiche bessere Stellung sich empor zu arbeiten. Den Magistrat zu ersuchen, möglichst gemeinsam mit andren Städten geeignete Schritte zur Abwendung der Gefahren einzuleiten, welche durch Bestimmungen des neuen Wohnungsgesetz- Vorschlages, insbesondere durch die beabsichtigte Aenderung des Fluchtliniengefeges vom Jahre 1875 der Selbstverwaltung der Kommunen drohen. berivendet werden. Stadtschulrat Gerstenberg verweist dem gegenüber auf den Zwang zum Besuch der Volksschule, der doch auch von den Schülern als folcher nicht empfunden werde. Die Last, die den Arbeitgebern auferlegt verde, sei vergleichsweise gegenüber dem finanziellen Engagement der Stadt sehr klein. Schulmänner haben in gleichem Sinne resolviert. Leider ist man auf die Forderung des vierjährigen Unterrichts, wie ihn zum Beispiel auch Charlotten burg für nötig hält, nicht näher eingegangen. Im Ausschuß werden wir beantragen, den Schülern die Lehrmittel unentgeltlich zu liefern. Wenn wir den weiblichen Angestellten diese Wohlthat der Zwangsschule ebenfalls zuwenden, so gehen wir nicht etwa bahnbrechend voran, denn unter andern Wiesbaden, Mannheim, Stuttgart befizen diese Einrichtung bereits. Die kaufmännischen Gehilfenorganisationen äußern sich durchweg in derselben Richtung. Troß Herrn Nathan steht es fest, daß der Berliner Liberalismus jeit 1891 auf diesem Gebiete völlig versagt hat, seit diesem Jahre besteht die Befugnis, den Unterricht auf die erwähnten Kategorien auch der weiblichen Angestellten auszudehnen. Den Antrag Nathan werden wir selbstverständlich unterstützen. Stadtv. Glorke: Ich habe dasselbe ausgeführt, was Herr Rosenow bezüglich der Notwendigkeit des Zwangsunterrichts auch für die weiblichen kaufmännischen Angestellten ausführte und hinzugefügt, daß es sich um die Beseitigung einer gesteigerten Konfurrenz für das männliche Geschlecht handele. Die Vorlage wird mit den dazu gestellten Anträgen einem Ausschuß von 15 Mitgliedern überwiesen. Die Armendirektion bezw. die Krankenhaus- Deputation hat beschlossen, die Särge der auf städtische Kosten zu beerdigenden Leichen vom 1. Mai cr. ab in derselben Stadtv. Dr. Dove( A. L.): Jch begrüße sehr viel positiver als Auf Vorschlag des Vorstehers, der dabei einer Anregung meine Fraktionsgenossen die Vorlage( Beifall), welche einer längst der socialdemokratischen Fraktion Folge giebt, wird die Verhandlung als notwendig erkannten Maßregel die Durchführung sichern soll. dieses Gegenstandes auf die nächste Sigung verschoben. Für die Unterwerfung der weiblichen kaufmännischen Angestellten Am Leopold Play nordöstlich der neuen Nazarethkirche, unter den Schulzwang bin ich mit dem Kollegen Glazel, ohne schon zwischen Prinz Eugen- und Marstraße, soll eine Barackenschule jetzt darauf zu drängen, aber nicht dafür, die ungelernten jugend( 10 Baracken mit je 2 Klassen, 1 Turnhalle und die notwendigen lichen Arbeiter auszuschließen. Die obligatorische Schule zielt ins Rebenanlagen) errichtet werden. Die Kosten sind auf 216 000. besondere auch auf diejenigen Arbeitgeber, welche es bisher noch veranschlagt. immer außer acht gesetzt haben, daß der Lehrling dazu da ist, Auf dem städtischen Gelände zwischen Kopenhagener, etwas zu lernen; hier tritt mit Recht der Zwang ein. Uebrigens Gleim, Sonnenburger und Straße 9 foll ein Areal von Hat erst kürzlich der Handelsminister in einem Erlaß den Tages5600 Quadratmeter an der Sonnenburgerstraße zum Bau einer stunden vor den Abendstunden den Vorzug gegeben. Gerade her Gemeinde- Doppelschule liegt eine berechtigte Forderung der sogenannten Mittelstandspolitik vor, der wir zustimmen müssen, wenn wir den unberechtigten FordeStadtv. Hinge( Soc.): Es spricht nicht gerade für eine befondere rungen erfolgreichen Widerstand entgegensezen wollen. Fürsorge für unsre Volksschule, wenn man immer mehr dazu über- Stadtv. Glocke( Soc.): Namens meiner Freunde spreche ich unsre geht, Barackenschulen zu erbauen. Diese sollten doch nur ein Rotbehelf Genugthuung über die Magistratsvorlage aus, weil wir uns das fein; wir sehen aber jetzt binnen kurzer Zeit schon die dritte derartige Verdienst zuschreiben, wesentlich dazu beigetragen zu haben, daß die Vorlage an uns kommen. Man macht hier ein sehr kostspieliges Frage stets in Fluß gehalten wurde( Widerspruch) durch die AnExperiment. Die Baracken werden doch nicht so dauerhaft gebaut, träge, die bon unsern Freunden wiederholt gestellt worden daß sie auf eine längere Reihe von Jahren vorhalten können. Die sind. Kollege Preuß hat das bei der Beratung unfres Weise auszustatten, wie dies bei den von der Charité aus zu bes Errichtung einer weiteren Gemeindeschule war in dieser Gegend mit letzten Antrages ausdrücklich zugestanden. Während der Amts erdigenden derartigen Leichen schon jetzt der Fall ist. Danach ihrer lebhaften Bauthätigkeit längst notwendig. Es bedarf hier thätigkeit des Stadtschulrats Bertram wäre diese Vorlage nicht soll der Sarg innen über der Sargfüllung mit weißem, einer Doppelschule. Die Baracken müssen so angelegt werden, daß gekommen; noch auf dem Berliner Städtetag hat derselbe mit allem festzunagelndem Schirting überzogen und die Füllung des der baldigen Erbauung einer massiven Doppelschule nicht entgegen Nachdruck die Gründe der heutigen Magistratsvorlage für die Pflicht- Sarges am Kopfende in solcher Menge angeordnet werden, daß gewirkt wird. Magistrat und Schuldeputation sind verpflichtet, darauf Fortbildungsschule bekämpft, und allein unser Kollege Singer ist eine Erhöhung als Kopfkissen entsteht, endlich soll am Fußende der zu achten, daß sofort, wenn die Zunahme der Bauthätigkeit und der dort für den Standpunkt eingetreten, den jetzt auch die Vorlage Shirting soweit über den Sarg verlängert werden, daß mit diesem Bevölkerung in einer Stadtgegend es erfordert, mit dem Bau einnimmt. Das Bild hat sich mittlerweile vollständig verschoben. überragenden Teile der Leichnam bis an den Kopf überdeckt werden definitiver Schulgebäude vorzugehen. Das ist in den letzten Jahren Indirekt hat freilich noch heute Herr Cassel die Zwangsschule kann. An Mehrkosten erwachsen daraus 1,30 resp. 0,66 m. für jede nicht in dem erforderlichen Umfange geschehen. An Plätzen für die bekämpft; innd charakteristischer noch ist das Auftreten dieses Herrn, Leiche eines Erwachsenen oder eines Kindes bis zum 15. Jahre. Erbauung von Schulen fehlt es nicht, wenn man sich mur ordentlich der als Vertreter des Liberalismus doch gerade den breiten Massen Der Neubau einer städtischen Fleisch vernichtungsumsehen will. Wir haben z. B. städtisches Terrain an der Seestraße die Schulbildung im weitesten Maße zugänglich machen will. Die und Fleisch verwertungs- Anstalt( an Stelle der fiskalischen und am Courbièreplay; es fehlt also nicht an Terrain, aber vielleicht fakultative Fortbildungsschule foll ja gar nicht beseitigt werden; ich Abdeckerei und der bisherigen Einrichtungen auf dem städtischen an gutem Willen. Der Schulbau braucht auch keineswegs Jahre zu erkenne in der Vorlage eine derartige Absicht nicht. Wenn Vieh- und Schlachthofe) soll auf dem Nieselgut Blankenfelde, erfordern; wenn Gile not thut, kann man in einem halben 29 000 Schüler schon in den fakultativen Schulen vorhanden waren, eine Sammelstelle in Berlin errichtet werden. Der Magistrat legt den VorJahre fertig werden, wie ein Beispiel im Osten der Stadt zeigt. so beweist das doch nur das Bildungsbedürfnis der großen Masse, entwurf und den mit 867 000 m. abschließenden KostenüberStadtv. Körte( Fr. Fr.) schließt sich dem Vorredner in den die sich in der Bildung durch Staat und Gemeinde vernachlässigt schlag vor. meisten Punkten an. Auch er hält di Baraden für sehr kostspielig, fühlt. Merkwürdig ist die Ansicht, daß auf freiwilligen Schulen mehr Stadtv. Stapf( A. 2.) beantragt Ausschußberatung. zumial sie doch keine allzugroße Lebensdauer haben können. Miets- gelernt würde; hätten dann wohl alle Kulturstaaten zum Zwange der Stadtv. Dr. Weyl( Soc.): Auch wir beantragen die Vorlage schulen seien billiger, hätten aber auch ihre großen Schattenseiten. Bolksschule gegriffen? Ich habe auch zwei Jahre eine Fachschule be- einem Ausschuß zu überweisen. Bei der Errichtung einer solchen Anstalt handelt es sich doch wesentlich darum, die Profitsucht wurde. Ist nun auch die Forderung von 25 Pf. Minimalstundenlohn, pflichtige einen Entschluß in letzterer Richtung durch die Art, wie er eines privaten Abdeckers auszuschalten; es es dürfen da auch die ebenso wie die übrigen Forderungen erst nach Ausbruch des die Unterstügung gewährt, fünstlich zu fördern. hygienische Rücksichten nicht verlegt werden. Die Bewohner der unteren Streifs, der ja eigentlich ein Abwehrstreit war, gestellt wurde, nicht Müllerstraße jubilieren über die Beseitigung der dortigen Abdeckerei; voll bewilligt, so bedeutet doch die erzielte Lohnregelung eine an Aerzte und Krankenkassen. Bürgerliche Blätter berichten, daß andrerseits wehren sich die Bewohner von Blankenfelde und der nehmbare Verbesserung, zumal de es bis jetzt vorgekommen ist, daß eine neue, tiefgreifende Beunruhigung in weite Kreise der deutschen benachbarten Ortschaften mit aller Energie dagegen, daß dort eine Arbeiterinnen, die vier Jahre im Betriebe thätig waren, sich mit Aerzteschaft getragen sei. Die Ursache dieser Beunruhigung ist die " Bestbeule" aufgebaut wird; dazu gehören Lübars, Glienice, 17 Pf. Stundenlohn begnügen mußten. Dazu kommen die Bezahlung Gründung einer von der preußischen Eisenbahnverwaltung prote Schildow, Blantenfelde selbst, Waidmannsluft. Wenn auch alle der Wartezeit bei Accordarbeit und die übrigen Zugeständnisse, die gierten freien Krankenkasse des allgemeinen Verbandes der Eisenhygienischen Rücksichten genommen werden sollen, so ist doch wohl dazu führen müssen, daß eine Anzahl schwer empfundener bahnarbeiter der preußisch- hessischen Staatsbahnen und der Reichsnicht ausgeschlossen, daß üble, pestilenzialische Gerüche von der An- Mißstände beseitigt oder doch gemildert werden. bahnen in Elsaß- Lothringen. Diese Kasse ersuchte die Bahnärzte, stalt ausströmen. Außerdem liegt dort eine Berliner Heimstätte für Die Bersammlung in der Kronenbrauerei, wo das Ergebnis die Behandlung der Abteilung für Bureaubeamte zu übernehmen brustkranke Frauen und Mädchen; wir müssen im Ausschuß er der Verhandlungen verkündet wurde, war lange vor Beginn polizeilich und zwar gegen eine Pauschalvergütung von 4 M. für ledige und fahren, in welcher Entfernung davon die Anstalt gebaut werden abgesperrt. Der Obmann des Arbeiterausschusses Meißner, der 12 M. für verheiratete Kaffenmitglieder. Die angeblich beunruhigten soll. Im Ausschuß werden unsre Bedenken Hoffentlich zerstreut den Bericht gab und für Annahme der Vereinbarung eintrat, be- Aerztetreise finden es unerhört, daß ihnen für die Behandlungen werden. Eine Abdeckerei gehört doch im allgemerkte unter anderm, daß der Generaldirektor Berliner erklärt an staatlichen Bureaubeamten nicht mehr geboten wird, als sie sich meinen in eine unbebaute und entlegene Gegend. habe, daß alle Streifenden ohne Ausnahme zu von den Arbeiterkassen bisher haben gefallen lassen müssen, und daß Stadtv. Fischbeck: Ich muß dagegen Widerspruch erheben, als ihren alten Rechten und Pflichten in die Fabrik selbst die höheren und höchsten Beamten für diesen Sah behandelt ob Berlin eine Anstalt errichten will, die etwa gleichbedeutend wäre zurückkehren sollten und sich jeder von ihnen, werden sollen. Wie weiter mitgeteilt wird, haben die Aerzte in mit einer Abdeckerei nach dem bisherigen veralteten System. irgend welche Schwierigkeiten bereitet Barmen- Elberfeld und Düsseldorf zu dieser Angelegenheit Stellung Ganz im Gegenteil bemühen wir uns, nach einem ganz würden, sofort an den Obmann des Ausschusses genommen und sich dahin geeinigt, daß bei der genannten Kasse nicht modernen System eine Anstalt zu errichten, welche gefunds wenden sollte. Der Verbandsvertreter Wiesenthal, nur die Bahnärzte, sondern alle übrigen Aerzte zugelassen werden heitliche Schädigungen für die Nachbarschaft nicht zur Folge hat. der dann in großen Zügen den Verlauf des ganzen Kampfes und und zwar auf Grund der freien Arztwahl und Bezahlung nach Wir müssen ja nach der Gewerbe- Ordnung die Konzession für die der Einigungsverhandlungen schilderte, sprach sich ebenfalls für An- Einzelleistungen. Ferner wird die Bedingung gestellt, daß UnAnstalt erwirken und wir wollen gerade den Nachweis führen, daßnahme der Vereinbarung aus. Die Versammlung nahm gegen verheiratete nur bis zu einer Gehaltsgrenze von 2000 M., Verschädliche Wirkungen wie bei der bisherigen Anstalt hier nicht einige Stimmen folgende Resolution an: Die Versammlung beschließt nach der Berichterstattung durch heiratete bis 3000 M. der Kaffe angehören dürfen. den Arbeiterausschuß und die Streifkommission und nach den ErGewerkschaftliches. flärungen des Verbandsvertreters Wiesenthal: eintreten werden. Die Sache kostet uns annähernd 900 000 W., aber das hygienische Bedürfnis unsrer Stadt, die Notwendigkeit der Verhütung von Unterschleifen mit gesundheitsschädlichem Fleisch steht uns so hoch, daß wir eben eine vollkommene Anlage schaffen wollen, und das glauben wir mit der Vorlage gethan zu haben. Nicht die Interessen der Gemeinden Lübars und Blankenfelde, sondern die Interessen von Berlin haben wir zu vertreten.( Beifall.) Stadtv. Dr. Paul( N. 2.) tritt für die unveränderte Annahme der Vorlage mit großer Lebhaftigkeit ein und weist alle Bedenken der Vorlage als unbegründet zurück. Die Anstalt könnte ohne jeden Schaden sogar mitten in Berlin errichtet werden. 1. Wir betrachten den Streit im Glühlampenwerk durch die bedingungslose Zurücknahme der Accordreduktion als Ursache des Streiks für beendigt. 2. Die sonstigen Verbesserungen der Lohn- und Arbeitsverhält nisse der Kolleginnen aus dem Glühlampenwerk, soweit unsre Forde rungen nicht bedingungslos anerkannt sind, betrachten wir als eine Abschlagszahlung für die Zukunft. 3. Aus dem gegenwärtig beendeten Kampf lernen wir, daß es Pflicht eines jeden Kollegen und jeder Stollegin ift, Mitglied des Deutschen Metallarbeiter Verbandes zu werden, weil nur eine starte Organisation die Macht ist, mit der selbst Weltfirmen zu rechnen haben." M Stadtv. Dr. Weyl: Ich habe nicht behauptet, daß die Anstalt unter allen Umständen pestilenzialische Gerüche ausströmen wird: es genügt aber nicht, wenn der Erläuterungsbericht das Gegenteil behauptet. Wir müssen untersuchen, ob sich die betr. Maschinen bewährt haben. Ich vertrete auch nicht die Interessen von Lübars Jm großen Saale von Buggenhagen am Morikpla und Blankenfelde, ich habe ausdrücklich betont, daß die Ortschaften hatten sich gleich nach 4 Uhr die Arbeiter und Arbeiterinnen des in der Nachbarschaft von Blankenfelde mit einem Protest an uns Stadtgeschäfts von Siemens u. Halste versammelt, die bereit unterwegs sind; den müssen wir auch prüfen. Ich hoffe nach wie waren, wenn es nötig war, sofort die für dieses Werk geplanten vor, daß unsre Bedenken im Ausschuß entkräftet werden. Nicht im Arbeitsniederlegungen zu beschließen. Auch diese Versammlung Interesse der fleinen Ortschaften, sondern im Berliner Interesse war lange vor Beginn polizeilich abgesperrt wegen Ueberfüllung des und namentlich im Interesse der jungen Mädchen und der Frauen, Saales. Der Bericht, den hier Wiesenthal vom Verlauf und die zur Erholung nach Blankenfelde geschickt werden, erheben wir vom Ergebnis des Streits im Glühlampenwerk gab, fand lebhaften unfre Einwände; schon der suggestive Einfluß der Vorstellung, daß Beifall. Die Versammlung nahm folgende Resolution an: in der Nachbarschaft Tierkadaver vernichtet werden, muß eine nachteilige Wirkung ausüben.( Widerspruch und Heiterkeit.) Die Vorlage geht an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern. Die oben erwähnte Vorlage betr. die Reservierung eines Teils des städtischen Geländes an der Sonnenburgerstraße für eine Gemeinde- Doppelschule wird auf Antrag Grone= waldt( Fr. Fr.) ebenfalls einem Ausschuß überwiesen. Mit dem Ankauf von Grundstücken im Scheunen= viertel soll jetzt ein Anfang gemacht werden. Der Magistrat will die Grundstücke Bartelstraße 3, Linienstraße 227/228 und Kleine Alexanderstraße 29 für 80 000 bezt. 180 209 und 77 630 M. frei händig erwerben; er glaubt, durch diese Ankäufe zugleich auf eine für die Stadt günstigere Preisbildung der übrigen dort zu er werbenden Grundstücke hinwirken zu können. Die Versammlung erteilt ohne Debatte ihre Zustimmung. Schluß nach 9 Uhr. Der Streik der Arbeiterinnen des Glühlampenwerkes von Siemens u. Halske ist gestern zu Gunsten der Streifenden beendet worden, nachdem die Verhandlungen, die seit Sonnabend gepflogen wurden, endlich zu einem annehmbaren Ergebnis geführt hatten. ( Siehe auch 2. Beilage.) Achtung! Luguspapierbranche! In folgenden Firmen befinden sich die Arbeiter und Arbeiterinnen im Ausstand: Bernhardt u. Co., Wilhelmstraße 29. Böhme, Reichenbergerstraße 158. Friedheim u. Sohn, Holzmarktstraße 53. Finkenrath, Schwertfeger, Reinidendorferstraße 54b. Schlesischestraße 31. Stange, Beuthstraße 3. Hochstein u. Weinberg, Wasserthorstraße 50. Griebnis, Dragonerstraße 22. Kittelmann u. Wegner, Alexander Blumenthal, Marienstraße 9. Heyne, Weinmeisterstraße 12. burgerstraße 9. 3uzug ist streng fernzuhalten. Die Lohnkommission. Letzte Nachrichten und Depefchen. Zum ungarischen Bauarbeiter- Streik. Budapest, 22. September.( B. H.) Der Ausstand der Großwardeiner Bauarbeiter führte gestern zu großen Demonstrationen. Die Streifenden versuchten die bei der Arbeit Verbliebenen mit „ Die Arbeiter und Arbeiterinnen vom Stadtgeschäft von Gewalt an der Arbeit zu verhindern. Die Polizei war ohnmächtig. Siemens u. Halste erklären sich mit dem geschlossenen Bergleich ein- Der sich entspinnende Kampf dauerte mehrere Stunden. Zahlreiche verstanden und versichern, daß sie unweigerlich dem Rufe der Personen wurden verletzt. In der Angelegenheit der ausgesperrten Organisation gefolgt wären und die Arbeit in den dazu bestimmten Bauarbeiter Budapests will der Handelsminister noch einen gütlichen Abteilungen niedergelegt hätten, wenn die Differenzen im Glüh- Ausgleich versuchen, weil er sonst zu einer radikalen Lösung fich lampenwert nicht heute beigelegt worden wären." entschließen müßte. Soziales. Eine ostelbische Armenwohnung. Verhandlungen der Streifenden in Marseille. Marseille, 22. September.( W. T. B.) Die Arbeitgeber der Entlader nehmen im Princip ebenfalls die Einsetzung eines Schiedsgerichts an, aber unter der Bedingung, daß die Kohlenarbeiter ein folches ebenfalls annehmen. Die Kohlenarbeiter stellen aber Bes dingungen, welche den Arbeitgebern unannehmbar erscheinen. Die Verhandlungen dauern fort. Es giebt noch Richter in England. Den Rentenempfänger Johann Hechtschen Eheleuten hatte die unterstützungspflichtige Verwaltung des Gutes Dobrin bei Pr.Friedland als Armenunterstügung eine Wohnung" zugewiesen, über die sich das uns vorliegende ärztliche Attest wie folgt ausläßt: Auf Ersuchen des mir persönlich seit Jahren bekannten Arbeiters Johann Hecht, zur Zeit in Berlin wohnhaft, habe ich mich mit ihm London, 22. September.( B. S.) Der Richter Cluer verurteilte einer genauen Besichtigung unterzogen und gebe darliber das nach zu Geldstrafen, er rügte die orthodogen Juden und sagte, fie sollten nach seiner von der Herrschaft gemieteten Wohnung begeben, diese zwei Jfraeliten wegen der Angriffe auf die freidenkenden Juden stehende Gutachten ab: sich erinnern, daß auch sie einst verfolgt worden sind. Sie sollten jedem seinen Glauben lassen. das in England bestehende Prestige der Glaubensfreiheit achten und muß man mehrere Stufen heruntergehen. Die p. Wohnung ist zum Um nach der dem p. Hecht gemieteten Wohnung zu gelangen, großen Teil Keller und liegt in der Erde, zum Teil nach Süden zu oberhalb der Erde und stößt nach Osten zu gegen eine andre Wohnung, von welcher sie durch einen schmalen Gang geschieden ist. Der Eingang ist sehr niedrig und schmal; man muß sich bücken, wenn man in den Flur, welcher gleichzeitig Schornstein ist, gelangen will. Forderungen der Pariser Kellner. und Cafés stellten heute in einer Versammlung die Forderung Paris, 22. September.( W. T. B.) Die Kellner der Restaurants auf, daß das Trinkgelderwesen abgeschafft und ihnen in jeder Woche ein Ruhetag gegeben werde. Als beim Verlassen der Versammlung etta 50 Teilnehmer die Internationale fangen, forderten die Beamten schritten nun zu Berhaftungen, es fam zu Thätlichkeiten, Bolizeibeamten sie auf, aufzuhören; es entstand ein Gedränge. Die und die Ruhestörer warfen mit Steinen nach den Polizisten. Mehrere Personen sind verlegt, jedoch unerheblich. Die Ordnung war alsPersonen sind verletzt, jedoch unerheblich. Die Ordnung war alsbald wieder hergestellt. Der Freidenkerkongres in Rom. Am Mittwoch entschloß sich die Firma, das Einigungsamt des Getverbegerichts anzurufen und es fand dann auch noch am selben Tage eine Vorberatung statt, an der außer den Vertrauensleuten der Firma und der Arbeiter auch der Verbandsvertreter Wiesenthal teilnahm. Auf Wunsch der Firma wurden dann jedoch die Verhandlungen ohne das Einigungsamt nochmals fortgesetzt und sogar geschlagen ist, ist 77 Centimeter breit und 159 Centimeter hoch Die Eingangsthür, welche aus unbehobelten Brettern zusammen die auf gestern nachmittag festgesezte Verhandlung vor dem und schließt sehr schlecht. Die sogenannte Stube ſelbſt beſteht aus Einigungsamt abgefagt, da man ohne deffen Mitwirkung zu einer zwei Teilen, indem ein Teil durch eine Art Gewölbe( Bogen) von Einigung zu kommen hoffte. Gestern verhandelten die Vertreter der dem andern abgeteilt wird. Die längste Wand von Süden nach Parteien von 1/ 12-15 hr. Dann war endlich folgende Ver- Norden mißt 395 Centimeter, die längste von Ost nach West einbarung zu stande gekommen: 380 Centimeter, die höchste Höhe 180 Centimeter, der kleinere Abteil Vereinbarung. mißt 140 Centimeter und 2,25 und schließt sich an diesen ein kammer- Rom, 22. September.( B. H.) Der X. Internationale Freiähnliches Gelaß, eigentlich ein in die Erde gehauenes Erdloch ohne denkerkongres beschäftigte sich in den einzelnen Sektionen mit Luft und ohne Flurbelag. Der Fußboden der Stube besteht zum Specialberatungen, wobei sich namentlich die Verhandlungen über Teil aus Feldsteinen, zum Teil aus abgenußten Brandsteinen, in die Trennung von Staat und Kirche häufig zu dramatischer Höhe dem kleinen Gelaß find drei zum Teil verfaulte Bohlen als erhoben. Besonders die spanischen Delegierten entfesselten Beifalls1. Der Minimalstundenlohn für alle Arbeiterinnen beträgt Fußbodenbelag. Längs der Außenwände fann man mit einem Stod stürme, Die Romanen drücken dem Kongreß überhaupt die 20 Pf. pro Stunde. Eine weitere Erhöhung der Stundenlöhne wird fast überall in die Erde einbohren und zwar an manchen Stellen Signatur auf, so daß weniger Weltanschauungsfragen, wie die je nach der Leistung von der Direktion festgesetzt. Ferner soll nach 47 Centimeter tief, an manchen 34 Centimeter tief. Feststellung des Durchschnitts- Accordverdienstes der letzten 6 Monate für Accordarbeiter ihr eingeschriebener Lohn festgelegt werden, in der Weise, daß der Stundenlohn zwei Drittel bis drei Biertel des Durch schnittsverdienstes während der letzten sechs Monate beträgt. Die Direktion des Glühlampenwerte der Firma Siemens u. Halste verständigt sich mit der Kommiffion der Streifenden und ihren Arbeiterausschuß über die Beilegung des Streits auf folgender Grundlage: 2. Lehrmädchen erhalten in den ersten 14 Tagen 18 Pf., von der dritten Woche 20 Pf. pro Stunde. Ein kleiner Ziegelofen primitivster Art steht unter östlicher Erde dieses Raumes. Das einzige sogenannte Fenster dieses Raumes hat eine Lichtweite von 74 Centimeter Höhe und 68 Centimeter Breite, und schließt überall schlecht, so daß breite Spalten zwischen Fenster und Fensterrahmen bestehen. Ein Kamin zum Kochen besteht nicht, aber neben dem Ofen 3. Die alten Accordpreise find inkl. Bruch berechnet und bleiben ein Loch in der Wand, welches 42 Centimeter breit und 58 Centibestehen. Bei neuen Accordsäßen werden zwei bis fünf für un- meter hoch ist, und sonst offen steht und nicht zu schließen verschuldeten Bruch Aufschlag gezahlt. geht. Ein größeres Kochgefäß hat in diesem Naume nicht Blaz. Der oben geschilderte Raum ist frisch gefallt, die Luft ist feucht, der Belagpuß an den Wänden ist hohl und ist die Luft derartig feucht und schlecht, daß ein angebranntes Zündholz verlischt und nicht brennen will. 4. und 5. wird angenommen. 6. Erster Teil wird angenommen mit der Modifikation: Der alte Preis von 9 Pf. mit den alten Einrichtungen bleibt bestehen. Zweiter Teil. Bei Lohnstreitigkeiten soll der Instanzenweg innegehalten werden. Wird auf diesem Wege keine Einigung erzielt, so entscheidet unter Hinzuziehung des Arbeiterausschusses als legte Instanz die Direktion. 7. und 8. wird angenommen. Der oben geschilderte Raum ist höchst gesundheitsschädlich und auch zu einer Menschenwohnung unwirdig und sollte derselbe polizeilich als unbewohnbar geschlossen werden. Solches wird ärztlicherseits der Wahrheit gemäß bezeugt. gez. Unterschrift. Deutschen und speciell Häckel gewünscht hatten, als vielmehr aktuelle politische Fragen der romanischen Länder erörtert werden. Heute wurden Kränze niedergelegt an den Denkmälern von Giordano Bruno und Garibaldi. Der Batikan hält als Protest gegen die Invasion der Freidenker in Rom bis nach dem Schluß des Kongresses demonstrativ alle feine Sammlungen geschlossen, dagegen hat der Unterrichtsminister den Kongressisten unbeschränkt freien Eintritt in alle Sammlungen von Nom, Neapel und Pompei bewilligt. Rom, 22. September.( B. H.) Der„ Osservatore Romano" teilt mit, daß von zahlreichen Jtalienern an den Bapst Telegramme eingetroffen find, worin der Papst gebeten wird, die Abhaltung des Freidenfer- Kongresses in Rom zu verhindern. Anarchistenriecherei. Barcelona, 22. September.( B. B.) Die Polizei verhaftete mehrere Anarchisten, unter welchen man die Hauptmitglieder eines weitverzweigten Anarchistenklubs entdeckt zu haben glaubt, der seinen Siz in Perpignan hat. 11 9. Das Direktorium erklärt: Eingestellt werden alle Streifenden, sowie Plätze frei sind. Es kommen in Frage ca. 60 Personen, welche Die Hechtschen Eheleute lehnten es natürlich ab, dieses Loch zu Ein russischer Hilfskreuzer in Nöten. augenblicklich nicht eingestellt werden können. Von diesen werden beziehen, und begaben sich nach Berlin zu ihrem Sohne. Von hier Las Palmas, 22. September.( Meldung des„ Reuterschen im Laufe der nächsten Tage in dem Glühlampenwert weitere ließen sie dann den Befizer von Dobrin, Rittergutsbesizer Friß Bureaus".) Nachdem der hier eingetroffene russische Hilfskreuzer 20 bis 30 Personen Unterkunft finden, während der Rest in mög- Willins auf Sypniewo bei Bempelburg, in der Meinung, daß ihm Teret" gestern nachmittag angefangen hatte, Kohlen zu nehmen, lichst furzer Zeit in den übrigen Werken von Siemens u. Halste von den Vorgängen bisher nichts bekannt sei, von diesem unter- erhielten die hiesigen Behörden heute früh 3 Uhr Befehl, die Versowie von Siemens- Schuckert je nach eintretenden Vakanzen Unter- richten und um Gewährung einer Barunterstützung in Berlin bitten. forgung des Dampfers mit Kohlen, Wasser und Lebensmitteln zu funft finden soll. Der Herr Willins begnügte sich mit der Erwiderung, daß er verhindern. Das Beladen des„ Terek" wurde daraufhin sofort zur Gewährung einer Armenunterstüßung außerhalb Dobrins nicht unterbrochen, und der Dampfer wurde angewiesen, heute früh in verpflichtet und daß die Wohnung von der Polizeibehörde der Stadt See zu gehen; er fann dies aber nicht, da die Maschine repariert Pr.- Friedland durchaus dem Durchschnitt der dortigen Wohnungen wird. entsprechend erklärt worden sei. Der Puntt 4 besagt, daß Zangen und sonstige Werkzeuge in genügender Zahl anzuschaffen und in gutem Zustande zu erhalten sind; Punkt 5, daß den Accordarbeiterinnen jeder Aufenthalt sowie Wartezeit, die ohne Verschulden der Arbeiterin eintritt, wenn sie über eine halbe Stunde dauert, in Lohn bezahlt wird. Der Das lektere ist natürlich unrichtig. Die Polizeibehörde von Hannover, 22. September.( B. H.) Gestern abend gegen 5 Uhr Bunft 7 handelt davon, daß den Säurearbeiterinnen die nötige Br.- Friedland hat in Dobrin amtlich nichts zu thun. Es kann sich wurde im benachbarten Recklinger Hölzchen an einem zwölfjährigen Schußkleidung zur Verfügung gestellt wird, und Punkt 8 von Wasch- also höchstens um die private Aeußerung irgend eines befreundeten Knaben ein Luftmordversuch unternommen. Der Knabe, der Sohn einrichtungen, Ankleideräumen und Klosets, die in genügender Zahl Bolizeibeamten von Pr. Friedland handeln. Immerhin ist die eines Invaliden, hütete in der Nähe des Hölzchens Kühe, als ein vorhanden sein sollen, und für deren pünktliche Reinigung Sorge Aeußerung auch für die Wohnungsverhältnisse charakteristisch, die gut gekleideter junger Mann nahte und ihn in ein in der Nähe zu tragen ist. allem Anschein nach in Pr.- Friedland herrschen und die sich deshalb liegendes Häuschen schleppte. Dort warf er ihn zu Boden und berZu diesem letzten Punkte wurde noch erklärt, daß diejenigen näher anzusehen, die Aufsichtsbehörde allen Anlaß hat. suchte ihn zu verstümmeln. Er brachte dem Knaben mehrere schwere Arbeiter und Arbeiterinnen, die aus Sympathie die Arbeit ein- Im übrigen ist der Standpunkt des Herrn Willins formell be- Schnittwunden am Unterleib und, da fich der Knabe wehrte, an den gestellt haben, sofort, also heute morgen wieder anfangen können. rechtigt. Händen bei. Auf die Hilferufe des Knaben eilten Dorfbewohner Von den 180 Arbeiterinnen, die zuerst die Arbeit niedergelegt haben, Ob er auch christlich ist, ist eine andre Frage. Eins aber ist far. herbei, worauf der Thäter die Flucht ergriff. Der Knabe wurde werden 120 sofort wieder eingestellt, die 60 aber, von denen in Die Bestimmung, daß die Armenunterstützung nur am Drte des Unter- ins Krankenhaus gebracht. Eine Verhaftung wurde bereits vorPunkt 9 die Rede ist, sollen aus gelost werden, so daß also keine ftüßungstvohnfißes selbst gezahlt werden muß, muß beseitigt werden. genommen. Gefahr vorliegt, daß die Firma dabei irgend welche Maßregelung Sie stellt in Tausenden und Abertausenden von Fällen anerkannt Frankfurt a. M., 22. September.( B. S.) Wie die Blätter Unterstüßungsbedürftige, die doch schon unglücklich genug sind, bor melden wurde, der 24 jährige Theaterdirektor Ludwig Volkmann aus Das wichtigste Zugeständnis, das die Firma in dieser Ver- die Alternative, entweder ihre lezten Tage fern von ihren An- Wien wegen Zuhälterei verhaftet. einbarung gemacht hat, ist, daß die Herabsehung des Accordpreises, gehörigen und ohne deren Pflege zu verleben oder auf die Unter- Haag, 22. September.( B. S.) In Leiden verbrannten gestern durch die bekanntlich der Streit entstanden ist, zurüdgenommen fügung zu verzichten. Und oft genug bersucht der Unterstüßungs. bei einem Brande in einer Bäckerei drei Personen lebendig. Berantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Inseratenteil berantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt bernimmt. Nr. 224. 21. Jahrgang. Parteitag 1. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 23. September 1904. der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Bremen, den 21. September 1904. Dritter Verhandlungstag. M Schluß aus der Nachmittags Sigung. Das Schlußwort als Referent erhält Ledebour: gegenwärtigen Verhältnissen das einzige Mittel sind, um die Zölle gestellt wurde, organisiertes Parteimitglied war oder nicht. Die Herunterzudrücken.( Sehr richtig!) Auch hier wieder ist der erste Antwort war zweifelhaft. Auf telegraphisches Ersuchen um Schippelsche Standpunkt ganz oberflächlich. Wir kommen um die präcise Beantwortung liefen zwei Depeschen ein: Im ersten Thatsache nicht herum, daß Schippel auf einem für unsre gegen- Fall hatte Fendrich selbst angefragt, об es wahr sei ,. wärtige Aftion sehr wichtigen Gebiete mit der Partei in Differenz daß er seit April organisiert sei und im Juli Beiträge gekommen ist. Daraus folgt für mich: Da diese Frage gegen bezahlt habe. Darauf lief vom Vorsitzenden des Wahlwärtig und vielleicht auch noch auf lange Zeit für uns eine der wichtigsten vereins, Engler, eine bejahende Antwort ein. Inzwischen und entscheidendsten Aktionen bedingt, so ist Schippel allerdings gegen hatte sich die Kommission an den Kassierer des Wahlwärtig nicht fähig, ein Reichstags- Mandat für die Partei inne zu haben. vereins gewendet. Dieser antwortete, daß Fendrichs Name In diesem Sinne stimmie ich dem Amendement Freythaler zu. nicht in den Mitgliederlisten stehe und daß er keine Beiträge von Durch dieses Amendement soll Schippel nicht etwa ausgeschlossen ihm erhalten habe, daß aber Engler behauptete, er habe im Auguft werden, wie Südekum meint. Soweit ich die Sachlage beurteilen von Fendrich Geld erhalten, und zwar die Beiträge von April ab. kann, denkt der Parteitag in seiner überwiegenden Mehrheit gar Die Referentin machte auf den Widerspruch in den beiden Ausnicht daran, Schippel direkt oder indirekt auszuschließen. Das führungen von Engler aufmerksam. Das zweite Telegramm laffe Amendement hätte allerdings bedeutend beffer gefaßt werden können, die Möglichkeit zu, daß Fendrich zur Zeit seiner am 28. August stattwie ich überhaupt keine auf irgend einem Parteitag angenommene gefundenen Wahl noch nicht organisiert gewesen sei. Da aber hier Resolution kenne, die nicht besser hätte gefaßt werden können. Der Satz gelten müsse: in dubio pro reo, habe die ( Heiterkeit.) Im Sinne der Debatte bedeutet das Amendement, glaube Kommission angenommen, daß Fendrich im August schon Mitglied ich, weiter nichts, als das: es kann Schippel nicht mehr dasjenige gewesen sei. Dasselbe habe er auf Ehrenwort erklärt. Vertrauen geschenkt werden, das für einen Abgeordneten notwendig ist. Die Kommission ist der Ansicht, daß es außerordentlich merkwürdig Es soll ihm da nur in höflicher Form ausgedrückt werden, daß er ist, daß jemand im Juli Beiträge vom April ab bezahlt und daß augenblicklich zur Ausübung eines Mandats nicht befähigt ist. Faßt weder seine Mitgliedschaft noch seine Beiträge registriert sind. Bei man das Amendement so auf, so hat es nichts persönlich Verlegendes. einer richtigen Handhabung der Parteigefchäfte müßte die FestDie Ehre Schippels wird nicht angetastet; ich bitte Sie, die Reso- stellung, ob Fendrich Mitglied war, sehr einfach sein. Die Kom lution Bebels mit dem Amendement anzunehmen, damit die Klar- mission schlägt vor, aus rein formalen Gründen das Mandat heit geschaffen werde, die nun einmal unbedingt notwendig ist. für gültig zu erklären, da wir keine Handhabe haben, es Fendrich ( Lebafter Beifall.) abzusprechen. Sie hält es aber nicht für opportun, daß in dieser Weise Mandate zu stande tommen und berurteilt es aufs schärfste, daß soeben erst organisierten Parteigenossen Mandate gegeben Es folgen persönliche Bemerkungen. werden. Ich bedaure, daß verschiedene Rebner nicht das beherzigt haben, toorauf ich in meinen Einleitungsworten ganz besonderes Gewicht legte. Ich sagte, daß unsre Aufforderung an Schippel, in flarer und unzweideutiger Weije Stellung zu nehmen in der Agrarzollfrage, nicht so zu verstehen sei, daß er die Erklärung abgiebt: ich bin gegen Agrarzölle; auf eine solche Erklärung kam es uns nicht an, die lag ja unmittelbar vor( Sehr richtig!) und Schippel hat sie jezt selber wieder verlesen. Was haben wir aber im Laufe der Debatte erlebt? Eine ganze Anzahl von Genossen hat mit großem Gifer immer wieder gefordert: Schippel muß hier auftreten und erklären, daß er gegen Agrarzölle ist. Eine solche Erklärung haben wir damals nicht von ihm verlangt, und jetzt hat sie um so weniger zu bedeuten; nicht eine Erklärung, wie sie Schippel jetzt mit großem Pathos abgegeben hat, wollten wir, sondern wir verlangten, von ihm zu hören, wie er die logische Verbindung herstellen wolle zwischen der Thatsache, daß er in seinen Schriften und Reden Gedankengänge entwickelt hat, die notwendigerweise dazu führen müssen, daß Agrarzölle unvermeidlich seien und daß er dann diese Erklärung abgiebt, die er jest hier wiederholt hat, nachzuweisen, wie das logisch ver- Berichtigung eingesandt. Das habe ich vielmehr ausdrückCunow: Ich habe nicht behauptet, Schippel habe eine einbar jei. Das war der Grundgedante unsrer Aufforderung an ich mitgeteilt, aber hinzugefügt, daß Schippel ver Schippel. Jene 47 Spalten waren aber noch nicht die Antwort, Eichhorn: Die Genossen von Pforzheim werden mit dem Erfolg die wir verlangten. Das war eine historische Auseinandersetzung pflichtet gewesen wäre, in einem Artikel sofort seinen Standpunkt ihres Protestes zufrieden sein. Sie wollten nur zum Ausdruc über alles Mögliche, was dieser oder jener über Schutzölle gefagt flarzulegen. bringen, daß solche Gefälligkeitsmandate nicht erAntric: Schippel hat bestritten, daß ich über mein Buch mit teilt werden follten. Die Gerechtigkeit gebietet aber feft hat. Im Anschluß daran kam wieder die Aeußerung unvermittelt, die wir jest wiederholt gehört haben:„ lebrigens ist es mit ihm gesprochen habe. Demgegenüber stelle ich fest, daß Schippel zustellen, daß es nicht richtig ist, wenn Frau Biez sagt, Fendrich auch nicht im Traum eingefallen, Agrarschutzöllner zu sein." sogar schon lange, bevor das Buch erschien, über die darin be- sei ein soeben erst organisierter Parteigenosse. Fendrich war seit Daß es Schippel nicht im Traume eingefallen ist, Agrar- handelten Grundfragen eingehend mit mir gesprochen hat. Zum langer Zeit thätig. Seine Krankheit im Frühjahr 1902 läßt es schutzöllner zu sein, mag sein. Ich kann seine Träume nicht fon- Glück war ich dabei nicht allein; Hannover war begreiflich erscheinen, daß er seine Parteigenossenschaft eine Zeitlang trollieren. Es handelt sich hier aber nicht um seine Träume, sondern ein ihm sehr bekannter Herr dabei, als wir uns während vergessen hat. Es war aber nicht notwendig, so lange damit zu darum, daß er in wachem Zustande mit sehenden Augen jahrelang des dortigen Parteitages über diese Fragen unterhielten. warten. Weiter habe ich im Reichstage wiederholt mit Schippel Adolf Hoffmaun: Mit Gefälligteitsmanbaten haben darüber gesprochen und auch außerdem auf gemeinsamen Spazier wir sehr häufig zu thun. gängen mich über seine Grundrenten- Theorie mit ihm auseinander werden, jo lange der Parteitag nicht einen dicken Strich gesetzt. Ich habe weiter nicht nur das Buch gelesen und dann ein durch macht. Wie die Sache liegt, ist der Parteitag durchaus bedarunter Bebel, gefragt: Findet Ihr nicht auch, daß Schippel da doch recht fragwürdig. Fendrich hatte ja selber telegraphiert. Da Urteil darüber gefällt, sondern auch eine ganze Reihe von Genossen, rechtigt, das Mandat für ungültig zu erklären. Die eine Depesche ist hauptsächlich die Argumente der Agrarier vertritt? Wie Schippel tann er ja alles Mögliche telegraphiert haben. angesichts dieser Thatsachen sagen kann, ich hätte nicht mit ihm über Leinert- Hannover empfiehlt gleichfalls die Kassierung des Mandiese Dinge gesprochen, verstehe ich nicht. Das läßt nur zwei dats. Schon öfter sei festgestellt worden, daß Delegierte auf dem Deutungen zu, entweder sein Gedächtnis ist so schwach, daß er Parteitage erscheinen, die im Wahlkreise gar nicht bekannt seien und all das wieder vergessen hat oder er hat die Un- nur gefchickt wurden, weil der Kreis zu arm sei, einen eignen Delewahrheit gesagt. gierten zu entsenden. Ja, diese Delegierten erstatteten nicht einmal Borsigender Ebert: Das war nicht mehr persönlich. Bericht. Frau Zieh- Hamburg: Die Aeußerung, die Schippel von mir Fendrich erklärt, daß er sein Telegramm der Mandatsprüfungscitiert hat, ist in der That so gefallen. Ich meine aber, Schippel Kommission vorgelegt habe, um nicht in den Verdacht zu kommen, hätte aus meinen Ausführungen entnehmen müssen, daß mir vorhin als wolle er ein tendenziös oder suggestiv wirkendes Telegramm nur ein lapsus linguae passiert ist. Ich wollte Agrarzölle absenden. Seine Wahl sei im übrigen ordnungsgemäß zu stande fagen und nicht Schutzölle. Wenn er diesen falschen Zungen gekommen. schlag so gegen mich ausnutzt, muß es um seine Argumente doch ichlecht bestellt sein. v. Elm: Ich habe nicht behauptet, daß Schippel im Reichstag gegen Agrarzölle gesprochen habe, sondern mur gesagt, daß Schippel in seinem Buche und in seinen Artikeln sich vom Standpunkt der Socialdemokratie aus gegen Agrarzölle ausgesprochen hat. A Leopold Zeit ist für Gültigkeit des Mandats, billigt aber die Art, wie es zu stande gekommen ist, nicht. Frau zieh bestätigt, daß Fendrich der MandatsprüfungsKommission sein Telegramm vorgelegt hat; die Kommission habe beschlossen, sich selbst Informationen einzuholen. Daß das Mandat formell ordnungsgemäß zu stande gekommen sei, habe sie bereits am Montag zugestanden. darauf hingearbeitet hat, die Notwendigkeit von Agrarzöllen zu be weisen, wodurch eine Anzahl von Parteigenossen von dieser Notwendigkeit überzeugt worden ist. Der Genosse Enders ist Chefredakteur unsres Organs in der großen Industriestadt Chemniz. Er ist ein Mann von Charakter, den ich deshalb hochschätze, ivenn ich auch mit seinen Ansichten vielfach nicht übereinStimme. Dieser Mann steht seit Jahren mit Schippel in so enger politischer Verbindung wie vielleicht kein andrer Parteigenosse. Auch Enders war durch die Aeußerungen Schippels zu der lleberzeugung gekommen, daß Schippel Agrarschußzöllner sei. Jetzt fagt Schippel:„ Enders, ja, der, na ja, der kann das ja nicht beurteilen, der kennt meinen Standpunkt ja gar nicht." Ja, wenn Schippel das Unglück hat, daß ein solcher Mann nicht im stande ist, seinen Standpunkt flar zu erfassen, wenn Schippel gezwungen ist, diesen Mann in dieser Weise zu desavonieren, so können wir schon daraus Schlüsse ziehen. Und wir fönnten es, wenn wir nichts wüßten als diese Thatsache, daß dieser unglückliche Mann nicht in der Lage ist, eine Vertrauensstellung, wie es die eines Abgeordneten unsrer Partei ist, zu befleiden, deren Träger volle Klarheit über seine Auffassung in wichtigen Fragen schaffen muß, die das Kampfobjekt für unsre Partei bilden. Auch jetzt wieder hat Dreesbach: Wir haben kein Recht, Fendrich das Mandat abzuSchippel über alles mögliche gesprochen und fich gegen alle mögerkennen, denn noch auf jedem Parteitage waren Delegierte an lichen Genossen gewendet, die ihn angeblich nicht verstanden haben. wesend, die auf ähnliche Weise zu ihrem Mandat gekommen sind. Selbst wenn das alles richtig wäre, was er gegen Cunow, Kautsky 2c. Wir werden dafür sorgen müssen, daß in Zukunft borgebracht hat, so wäre das nebenfächlich, weil das mit der Frage, Schippel: Wenn der Genossin Zietz ein falscher Zungenschlag solche Mandate nicht mehr anerkanntwerden, aber so die uns beschäftigt, nichts zu thun hat, das alles ist bloß Beit- paffiert ist, so ist die Sache erledigt. Aber ihre Bunge ist doch sonst lange teine entsprechende Bestimmung im Organisationsstatut steht, verschwendung. Bis zu diesem Zeitpunkt ist er uns die Antwort sehr gewandt, und warum will sie denn bei mir nie einen falschen tönnen wir derartige Mandate nicht für ungültig erklären. Uebrigens hat fchuldig geblieben auf die Frage, die die Fraktion an ihn gestellt Sungenschlag anerkennen? Da sollte sie doch Nächstenliebe Fendrich Durlach im Landtage bertreten, er ist also im Streise sehr hat, auf die Frage: Wie erklären Sie diese für unser Denten un- üben und auch mir einmal einen falschen 3ungen- gut bekannt. Wir müssen weiter berücksichtigen, daß Fendrich lange vereinbare Thatsache, daß Sie auf der einen Seite für Agrarschutz ich lag verstatten.( Seiterfeit.) Daß Antric nie mit mir über Beit nerventrant war und infolgedessen sehr leicht vergessen konnte, zölle schriftstellerisch arbeiten und sich dann hinstellen und sagen:" Im Bollfragen gesprochen hat, habe ich nicht behauptet. Ich sage mur: für seine Organisationszugehörigkeit zu sorgen. Sobald er wieder übrigen ist es mir nicht im Traum eingefallen, Agrarschutzöllner zu fein". Er hat nie in einem Sinne mit mir gesprochen, daß ich hätte schaffen konnte, hat er seine Pflichten als Parteigenosse erfüllt. Im Darin, daß er diese Antwort noch nicht gegeben hat, liegt das, was annehmen können, er mißbillige mein Buch, weil es übrigen muß man auf die Auskunft von Engler, dem Vertrauensich als Verhöhnung der Fraktion bezeichnet habe. Nicht auf den in Widerspruch mit dem Grundgebanken der Partei stände. mann des Wahlkreises und Vorsitzenden des Wahlvereins, großes Ton, den Schippel angeschlagen hat, tommt es mir an das ist In Hannover fann ich mich gar nicht mit ihm über das Gewicht legen. Wenn er erklärt, daß Fendrich feine Beiträge be Nebenfachesondern darauf, daß er nicht die Antwort gegeben hat, Buch unterhalten haben, aus dem dem einfachen Grunde, weil zahlt hat, steht das für mich fest! die wir verlangt haben, daß er in 47 Spalten diese Antwort nicht es noch nicht erschienen war.( Burufe: Ueber die Grundfragen! gegeben hat. Mit einer kurzen Erklärung fönnen wir uns nicht Ueber die Grundrententheorie!) Ich wüßte nicht, weshalb ich mit begnügen, sondern müssen auch eine Entwicklung der Gründe ver- Antrick über Grundrententheorie hätte sprechen sollen. langen. Wenn er die von uns verlangte Aufklärung nicht gegeben Antrick: In Hannover hat Schippel natürlich nicht über sein hat, so lag das daran, daß er sie nicht geben fonnte, Buch, sondern über die darin behandelten Grundfragen mit mir geweil diese beiden Thatsachen eben unvereinbar sind. Schippel hat sprochen. Ich bin bereit, ihm den Namen des Mannes, der dabei Auf Antrag Arons- Berlin wird die Debatte geschlossen. die Schlußfäße seines Buches verlesen, um zu beweisen, daß er nicht war und den er sogar zu seiner Ansicht bekehrte, in einem kleineren Entsprechend dem Antrage der Kommission erklärt der Parteitag Agrarschuzzöllner sei. Er hat dabei aber die einleitenden Worte Kreise zu nennen. Ich habe Schippel schon damals in Hannover das Mandat von Fendrich für gültig und spricht den weggelassen, die zeigen, daß diese Säße nicht feinen auf wissenschaft gefagt: Wenn ich zu derselben Ueberzeugung gekommen wäre wie Wunsch aus, daß in Zukunft Mandate auf solche Weise licher Ueberzeugung gegründeten Standpunkt ausdrücken, sondern Sie, so würde ich als ehrlicher Mann sagen, meine wissenschaftliche nicht mehr zu stande fommen mögen. allerhöchstens feinen Opportunitätsstandpunkt: Weil eben die Arbeiter Ueberzeugung hat mich dahin geführt, daß ich mit Euch nicht mehr die Geschichte nicht begreifen fönnen, deshalb mache ich die weiter zusammenarbeiten kann. Antiagrarierei mit. Die einleitenden Worte hat Schippel wegDer Vorsigende Ebert macht hierauf Vorschläge für die Abe gelaffen, und das fann gar nicht auf einem Versehen beruhen. Stimmung. Es soll abgestimmt werden zunächst über die Resolution Denn Kautsky hat ihn auf diese Unterlassungssünde schon bei einer Bernstein, dann über die Resolution Päplow, weiter über die Nefrüheren Gelegenheit aufmerksam gemacht. Aber mit der Ausrede, solution Bebel mit der von Bebel acceptierten Abänderung und zudaß er es nicht gelesen habe, wird er wohl nicht mehr kommen. Er legt über das Amendement Frehthaler. Es wird beantragt, über Der französische Gewerkschaftskongreß. hat uns ja heute die abgelebtesten Citate vorgelesen, die er alle den dritten Absatz der Resolution Webel gesondert abzustimmen. Die gelesen hätte. Diese Einleitung lautet: erst seit den Agrarzöllen ist Ser reine Konsumentenstandpunkt wieder zum Siege gelangt.( Bei den Arbeitern, wie aus dem Zusammenhang hervorgeht.) Wie sollten auch die Lohnarbeiter der Städte in Brotzöllen etwas andres sehen als Stockprügel auf den Magen usw. Wenn die Worte einen Sinn Ledebour vor, nach allgemeinem parlamentarischen Brauch die haben, dann kann das im ganzen Zusammenhang nur folgendes Abstimmung über das Amendement Freythaler vor der Abstimmung bedeuten: Früher verhielten sich die Arbeiter verhältnismäßig über die Resolution Bebel vorzunehmen. indifferent gegen gölle. Erst seit die Agrarzölle die Oberhand Bebel erklärt, gegen die Tremmung der Abstimmung über seine gewonnen haben, ist der reine Konsumentenstandpunkt bei den Resolution teinen Widerspruch zu erheben. Arbeitern Durchbruch zum gekommen und deshalb, weil Richard Fischer bittet, es bei dem Vorschlage des Vorsitzenden zu die Arbeiter nicht die nötige Objektivität haben, um die belassen. Eine große Anzahl Delegierten wünschen zwar gegen das Notwendigkeit der Agrarzölle begreifen zu können.( Sehr richtig 1) Amendement, aber für die Resolution Bebel zu stimmen, wozu fie Das ist der Sinn. Schippel verhöhnt eben diesen Konsumenten- nicht in der Lage wären, wenn das Amendement vorher etwa anstandpunkt. Dieser Konsumentenstandpunkt steht für ihn noch unter genommen würde und dann die Abstimmung über die Resolution dem Standpunkt des Freihandels- Hausierburschen. Schon in dem mit dem Amendement folgte. Gegensatz, den er zwischen Konsumenten- und Produzentenstandpunkt fonstruiert, liegt es, daß er den Konsumentenstandpunt nicht billigt. Dieser Gegensatz eriſtiert nach meiner Auffassung für die Partei gar nicht, sowie man nur den Produktionsprozeß in seiner Totalität ins Auge faßt. Für uns handelt es sich nicht um einen Kampf zwischen Konsumtion und Produktion, sondern zwischen den Mitgliedern des Produktionsprozesses und feinen Ausbeutern.( Sehr gut!) In dieser ganzen Frage hat Schippel den wissenschaftlichen Standpunkt verlaffen und ist in einen ganz oberflächlichen Gedankengang hineingekommen. Ich weiß mich persönlich von aller Animosität gegen Schippel frei, es thut mir außerordentlich leid, daß der Mann in diese Position Es wird mimehr zur namentlichen Abstimmung über die Refogeraten ist. Es ist nun einmal so. Er sagt jetzt, ja, er sei wohl lution Bebel geschritten. Schußzöllner aber nicht Agrargöllner. Das ist wieder ein Widers Dabei wird festgestellt, daß für diese Abstimmungen auch die spruch. Denn wer für Industriezölle ist, muß auch für Agrarzölle Abgeordneten Stimmrecht haben, da es sich nicht um eine fein. Wenn man den Produktionsprozeß im Interesse der Ausbeuter Frage der Thätigkeit der Fraktion" handelt. durch Industriezölle erschwert, erfchwert man den Agrariern Das Resultat der Abstimmung ist bereits in der gestrigen thren Betrieb, und dann sind diese allerdings von ihrem Nummer des" Bortvärts" mitgeteilt worden. Standpunkte aus auch berechtigt, Agrarzölle zu fordern. Während die Schriftführer das Ergebnis ermitteln, wird über So gelangt die Partei mit Notwendigkeit zur Ablehnung aller Schuß- Fendrichs Mandat entschieden. Für die Mandatsprüfungskommission zölle. Schippel fagt:„ Wer für Handelsverträge ist, muß auch für berichtet Zölle fein, unter Umständen für Agrarzölle". Aber weshalb find Frau Zick über die Bemühungen der Kommission, Informationen wir denn für Handelsverträge? Nur deshalb, weil sie bei den darüber zu erhalten, ob Fendrich zur Seit, als das Mandat ausAbstimmung über die Resolution Bebel sowie über das Amendement Freythaler soll eine namentliche sein. Die Anträge 12 und 13 werden durch die Vorlegung der Refolutionen für erledigt erklärt. Zur Geschäftsordnung fchlägt Vors. Ebert: Das Bureau war sich wohl bewußt, daß in der Regel zuerst über das Amendement und dann über den Hauptantrag abgestimmt wird. Unser Vorschlag aber wird die Meinung des Parteitages besser zum Ausdruck kommen lassen. Der Widerspruch gegen den Vorschlag des Vorsitzenden wird zurückgezogen. Die Anträge werden also in der vom Vorstand vorgeschlagenen Reihenfolge zur Abstimmung gebracht. Die Resolutionen Bernstein und Päplow werden abgelehnt. Ebenso wird die Trennung der Abstimmung über die Resolution Bebel abgelehnt. Nach Verlesung eines Glückwunsch- Telegramms bom Sekretär des internationalen socialistischen Bureaus in Brüssel wird die Sigung geschlossen. Schluß 7 Uhr. Bourges, 16. September.( Eig. Ber.) Fünfter Verhandlungstag. Siebente Sigung. Vormittags 81 Uhr. fünfzehn Punkte der Tagesordnung erledigt und auch jenen nicht In den ersten vier Tagen hat der Kongreß bloß den ersten ber vollständig: es bleibt noch der Kaffenbericht unerledigt. Es ist flar, Fragen verhandelt werden können, vor allem die Statutenänderung daß in den letzten zwei Kongreßtagen nur noch die allernotwendigsten ( Proporzantrag der Reformisten) und der Achtstundentag. Kongreß beschließt daher, in der Diskussion über den Proporzantrag nur zehn Redner zu Worte kommen zu lassen, fünf für und fünf wider, und zweitens eine Kommission zur Ausarbeitung eines Berichts über den Achtstundentag zu wählen. Der Die Redner der Rechten( für den Proporz) sind: Maroug Buchdrucker und Guérard Eisenbahner. Die Redner der Linken Buchdrucker, Coupot- Mechaniker, Lucas- Angestellte, se üffere ( gegen den Propora) find: Vibert Arsenalarbeiter, HenriotZündhölzchenarbeiter, Niel, Arbeitsbörse Montpellier, 2uquetund Bille vol- Korrektoren. Die Redner für und wider werden jedesmal abwechseln. Durch Los wird entschieden, daß der erste Redner für den Proporz sprechen wird. Debatte über die Proportionalvertretung. Marour verliest einen Bericht der Buchdrucker: Der bestehende Zustand führt dazu, daß der Vorstand Beschlüsse faßt, die der wahren Meinung der Drganisationsmehrheit nicht entsprechen. Ferner werden in den Vorstand Delegierte gewählt, die den Wählern unbekannt sind.( Pariser Vertreter der Provinzorganisationen.) Man faßt Des schlüffe, ohne sich um die Meinungen der vertretenen Arbeiter zu fümmern und dann spricht man im Namen des organisierten Proletariats". Der Proporz ist nötig, um die Aktion der Regierenden zu regeln. Sind diese, wie sie behaupten, wirklich die Vertreter der Mehr heit, so haben sie ja nichts zu befürchten. Die Gegner des Proporz suchen dem Ehrgeiz der fleinen Gewerkschaften zu schmeicheln. Es giebt ja Getvertschaften, die nur ein paar Mitglieder zählen, oder gar nur aus dem Sekretär bestehen. Unter dem Proporz würden Generalstreits mur dann dekretiert, wenn sie wirklich von der Jvetot, Vorstandssekretär für die Arbeitsbörsen, verweist darauf, daß man schon lange genug gewartet habe. Der Konumissionsantrag sieht übrigens einen Zeitraum von 18 Monaten vor, um den Achtstundentag durchzuse zen. Mehrheit gewünscht würden, nicht so wie bisher. Dann würde man verbreitet sind, wie behauptet wurde. Jedenfalls ist es Zeit, mit die gesetzgeberische Aktion nicht rundweg zu verwerfen. Diese kann an auch nicht so viel gescheiterte Streits erleben, wie bisher. Nur der dieser Unwahrhaftigkeit aufzuräumen. Wie? wir wollen die Welt ihrem Teil die Verkürzung der Arbeitszeit fördern, wie man das Proporz vermag den Ernst und die Wirksamkeit der gefaßten Be- reformieren und sollten nicht imstande sein, schlechte Sitten in unsrem überall gesehen hat. Der 10 Centimes- Beitrag ist eine neue Last. schlüsse zu sichern.( Beifall rechts.) Milieu zu reformieren?( Lebhafter Beifall rechts.) Nachdem die Proportionalvertretung verworfen worden ist, kann der Vibert: Die Proporzantragsteller behaupten, daß die kleinen Luquet, Coiffeure( Versailles) betont namentlich, daß der ganzen Kongreßbeschluß zu Gunsten dieses neuen Beitrages nicht wirksam Gewerkschaften die Konföderation majorisierten. Das ist falsch. Debatte ein Gegensatz der Nichtungen zu Grunde liege: Der Pro- sein. Die Organisationen müßten hierüber erst befragt werden. Die Mächtige Organisationen sind gegen den Proporz. Der Marine- porz nach Maßgabe der Mitgliederzahl ist ungerecht. Es giebt sofortige Einführung des Achtstundentages ist unmöglich. Die Rück verband mit 12000 Mitgliedern, die Metallarbeiter mit 16 500 Mit- Berufe, die relativ wenige Arbeiter umfassen, aber für die Gesell- wirkungen dieser Reform auf die Induſtrie müssen berücksichtigt gliedern, die selbst den Buchdruckern überlegen sind, bekämpfen schaft wichtiger sind als andre Berufe, in denen zahlreiche Arbeiter werden. Es sind daher Uebergangsetappen unumgänglich. So haben den Proporz. Wir, die Arbeiter der Staatswertstätten, sind gegen beschäftigt sind. Im allgemeinen sind alle Berufe als gleich wichtig die deutschen Buchdrucker gehandelt und mit Erfolg. den Proporz, weil wir leicht infolge der bei uns für die zu erachten, daher ist die Gleichberechtigung sämtlicher Berufe in Organisation günstigeren Bedingungen die Mehrheit in der den Abstimmungen eine Forderung der Gerechtigkeit. Konföderation bilden könnten, was uns aber einschläfern könnte, Guérard, der nächste Redner, kann nicht mehr zu Worte kommen, zum Nachteil der Sache der proletarischen Befreiung.( Lebhafter da er abreisen muß. An dessen Stelle spricht für den Proporz Beifall links.) Lauche, Mechaniker: Es ist falsch, diese Debatte auf den Gegenfaß der Nichtungen zurückzuführen. Auf dem Kongreß von Rennes ( 1898) wurde der Proporz von den Eisenbahnern( Guérard) gestellt, die damals der revolutionären Richtung angehörten. Er wurde verworfen aus sachlichen Gründen, nicht aus Rücksicht auf diese und jene Tendenz. Desgleichen in den späteren Kongressen. Man unterschiebt uns die Absicht, durch den Proporz die zielbewußte MinderDie Debatte über den Achtstundentag dauert weiter fort, trotz heit unterdrücken und den socialen Frieden sichern zu wollen. In des erwähnten Beschlusses gegen jegliche Debatten. der deutschen Gewerkschaftsorganisation besteht der Proporz. Arbeiten denn aber dessen Anhänger dort für den socialen Frieden? Sind sie nicht vielmehr Mitglieder der Socialdemokratie und Bekenner des Klassenkampfes?( Beifall rechts.) Coupot: Es ist falsch, zu befürchten, daß der Proporz die Minderheit unterdrücken würde. Siehe die Organisationen, die den Proporz eingeführt haben. Uebrigens geht unser Antrag nicht bis zum wahrhaften Proporz, nicht bis zur Forderung der Engländer: Ein Mann, eine Stimme". Man sagt, die aktive Minderheit sei imstande, die Masse fortzureißen. Das ist nur insofern richtig, als die Minderheit im Geiste der Masse handelt. Andernfalls wird die Aktion der Minderheit zu traurigen Fiaskos führen. Siehe den Erdarbeiter Generalstreik in Paris 1898: eine kleine Minderheit hat es vermocht, die Arbeitsplätze zu leeren, aber nach wenigen Tagen brach die Bewegung zusammen, und ich sah mit Trauer, daß gerade die glühendsten Generalstreifler die Arbeitsstätten nicht verlassen haben. Mit einer amorphen Masse läßt sich nichts Dauerndes erreichen, sie ist unberechenbar, man muß die Massen zum Bewußtsein und zur Organisation erziehen. 01 zu treten.( Beifall links.) Die Debatte wird heute in einer Abendsigung zu Ende geführt werden. Es ist noch ein letzter Redner, Ville vol( Linke), eingeschrieben. Schluß der Situng 612 Uhr. Inzwischen wird das Ergebnis der Abstimmung über die Erwägungen des Berichts der Kontroll kommission verkündigt: sie wird abgelehnt mit 666 gegen 288 Mandaten bei 27 Enthaltungen.( Beifall links.) Elfte Sigun g. Nachmittags 22 Uhr. In Fortsetzung der Acht stunden- Debatte spricht noch Dubéros, Coiffeur( Paris), für sämtliche Anträge der Kommission und bemerkt, daß der Beitrag von 10 Centimes monatlich pro 100 Mitglieder die Summe von 1500 Frank ergeben werde. Bouget beantragt die Ersetzung des obligatorischen Beitrags durch freiwillige Geldsammlungen. Hierauf werden die Vorschläge der Kommission mit dem Abänderungsantrag Pouget durch Handaufheben votiert. Henriot Zündholzarbeiter( staatliches Monopol): Die Konföderation hat bewirkt, daß der frühere Gegensatz zwischen staatlichen Neunte Sigung. Abends 81 Uhr. und privatindustiellen Arbeitern verschwunden ist. Mit Vibert Die Proporzdebatte schließt mit der Rede von betont Redner, daß die Staatsarbeiter nicht wünschten, die Villeval Korrektoren: Thatsächlich besteht bereits die Proprivaten Arbeiter durch Stimmenmehrheit zu erdrücken. Meine portionalvertretung im Kongreß, denn die stärkeren Verbände, die Organisation ist entschlossen, im Interesse des Proletariats mehr Gewerkschaften umfaffen, haben auch entsprechend mehr Kongreß- Der Konflikt zwischen der Kohlenträger- Gewerkschaft und dem zusammen mit den privatindustriellen Arbeitern in den Generalstreit über den Vorstandsbericht zeigt, daß schon jetzt die stärkeren Ver- fchäftigt hat, entfeffelt einen heftigen minutenlangen Tumult; die mandate. Die ziffernmäßige Prüfung der gestrigen Abstimmung Dockerverband von Marseille, der den Kongreß schon mehrfach beKeüffer betont zunächst die Willkürlichkeit der Vorstandsbeschlüsse, bände die Kongreßmehrheit und folglich die Vorstandsmehrheit bilden. Delegierten verlangen den Uebergang zur Tagesordnung. Schließlich die mit der bestehenden Vertretungsbasis notwendig verknüpft hier auf dem Kongres bestehen zwei Tendenzen: sociale Friedens- wird der Konflikt dem Vorstande zur Entscheidung überwiesen. fei, und verweist auf den praktischen Mißerfolg der ewigen General- apostel, die an die Einigung zwischen Kapital und Arbeit glauben, streitsbeschlüsse und Gerealitreitspropaganda: Die Buchdrucker sind und Gegner dieser utopischen Ansicht, die die revolutionäre Aftion nicht gegen das Princip des Generalstreiks, sondern gegen die zum Zwecke des Umſturzes der kapitalistischen Gesellschaft wollen. Auffassung, als ob der Generalstreit die sociale( Unterbrechungen rechts. Unruhe.) Der Vorstand denkt nicht daran, sich einem Referendum zu Revolution herbeiführen könnte. Sie denken ferner, widerseßen im Falle wichtiger Entscheidungen... Redner bricht ab daß ein Generalstreik nur dann in Scene gesezt werden darf, wenn inmitten der sich steigernden Unruhe, die durch die fortwährenden Jener Beschluß gefaßt wurde, dachte niemand daran, daß ein Verdie wahre Mehrheit der Beteiligten sich dafür ausgesprochen hat. Unterbrechungen seitens der Rechten verursacht wird. So aber werden Generalstreits proklamiert, die von den Arbeitern nicht mitgemacht werden. Weiter verweist Redner darauf, daß der Proporz in diesem oder jenem Grade im Ausland funktioniert. Die betreffenden Angaben, die er ausführlich darlegt, wurden ihm mitgeteilt für Deutschland Kontrollmarke. Bousquet( Linke) wirft dem Buchdruckerverband vor, eine eigne Kontrollmarte geschaffen zu haben, ungeachtet eines früheren Kongreß beschlusses, der die fonföderale Kontrollmarke eingeführt hat. Als band eine eigne berufliche Kontrollmarke einführen würde. Villeval Vater( Buchdrucker von der Rechten, während sein Man schreitet nun zur Abstimmung. die nach Mandaten vor: Sohn, Delegierter des Korrektorenverbandes, der Linken angehört) genommen wird. Zunächst soll lediglich über das Princip der verliest eine fast einstündige, reich dokumentierte Rede, worin er die Proportionalvertretung abgestimmt werden. Ergebnis der Abstimmung: Die Proportionalvertretung Schaffung einer besonderen Kontrollmarken- Liga empfiehlt und die Vorvon Legien, für Desterreich vom Handelsministerium, für die ist abgelehnt worden mit 822 gegen 388 Mandate bei 1 Enthaltung. föderale Vorstand hätte bloß sämtliche berufliche Kontrollmarken zu teile einer einzelberuflichen Kontrollmarke darlegt. Der kons Das Ergebnis wird von der Mehrheit mit stürmischem, an- centralisieren und eine Liste derjenigen aufzustellen, die konföderierten haltendem Beifall und Bravo- Rufen begrüßt. Die überwältigende Mehrheit, die gestern dem Vorstand ein Gewerkschaften angehören. Die Liste, d. i. die Zusammenstellung der Vertrauensvotum erteilt hat, hat sich mit der gleichen Wucht für die photographischen Abbildungen der Kontrollmarlen wäre regelmäßig bisherige Lattik der Konföderation erklärt in der Ablehnung des in der„ Voix du Peuple“ zu veröffentlichen. Lucas, Handelsangestellte( Rechte), beantragt, die Frage auf Proporzes. Zugleich zeigt das Stimmenverhältnis der Abstimmungen, den nächsten Kongreß zu vertagen: daß, entgegen der Behauptung der Rechten, die Konföderation im Geiste der Mehrheit der Genossenschaftsmitglieder geleitet wird. Journalistendebatte. Vereinigten Staaten von Sekretären verschiedener großer Verbände, ebenso für Kanada und England und anderwärts. Wir verlangen Ueberall, wo ernste Organisationen be stehen, gilt der Proporz, der in nichts die Aktion hemmt.( Beifall also nichts Neues. rechts.) Niet verwirft den Proporz zunächst aus technischen Gründen, weil die Mitgliederzahl des Vorstandes so start anwachsen müßte, daß der Vorstand zu einem Parlament werden würde. Und wie soll die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder kontrolliert werden? Man muß immer damit rechnen, daß die Gewerkschaften je nachdem ihre Mitgliederzahl höher oder niedriger als die wirkliche Zahl angeben Arbeitsbörse, der den Journalisten das Recht entzieht, in den Eine längere Debatte entspinnt sich über den Antrag der Phoner tönnten. Eine ehrliche Anwendung des Proporzes hat zur Voraus- Vorstand der Konföderation gewählt zu werden. Der Antrag hat feßung die Kontrolle der Mitgliederlisten. Das würde aber ein zum Anlaß die polemischen Artikel des Vorstandsmitgliedes Louis inquisitorisches Eindringen des Vorstandes in die einzelnen Gewerk- Maurice in der" Petite République" gegen die revolutionäre Nurschaften herbeiführen, also eine Verlegung der Autonomie.( Lebhafter gewerkschaftlerei. Mehrere leitende Redner der Linken nahmen Beifall links.) Ich weiß nicht, wie die Deutschen und Engländer energisch Stellung gegen den Antrag, ebenso wie Delegierte der sich mit der Kontrolle abfinden; in Frankreich bedarf man mehr der Rechten, und zwar namens der Meinungsfreiheit und des Rechtes Autonomie und Freiheit, eine inquisitorische Kontrolle wäre für auf Eristenz. unser Temperament unerträglich. Redner erinnert daran, daß der Verband der Handelsangestellten( Reformisten) bei den Wahlen in den höheren Arbeitsrat ihre wahre Mitgliederzahl um einige Tausend erhöht haben, weshalb die Wahl tassiert wurde.( Stürmischer, demonstrativer Beifall links.) Schließlich wird eine Resolution Niel votiert, welche Polemiken von Gewerkschaften in politischen Zeitungen gegen die Konföderation bedauert und für die Zukunft derartige Fälle der Entscheidung des Vorstandes überweist. Schluß der Sitzung 11 Uhr abends. Sechster Verhandlungstag. Zehnte Sizung. Vormittags 812 Uhr. Finanzbericht. Sergent, Buchdrucker, betont die Wirkungslosigkeit der konföderalen Kontrollmarie, weil man nicht imstande sei, die Unternehmer zu zwingen, nur organisierte Arbeiter zu beschäftigen.( Widerspruch Organisation zuzuführen. links.) Die berufliche Marke sei ein gutes Mittel, die Arbeiter der So habe der Buchdruckerverband im letzten kommunalen Wahlkampfe die Kandidaten aller Parteien aufgefordert, ihre Affichen mit der Kontrollmarke zu versehen. In der Abstimmung wird die tonföderale kontrollmarte mit großer Mehrheit beschlossen.( Beifall links.) Gewerbliche Schiedsgerichte. Griffuelhes beantragt eine Resolution, welche die Abschaffung der Appellinstanz und die Ausdehnung des Schiedsgerichtswesens auf alle Arbeiterkategorien, einschließlich der Landarbeiter, verlangt. Briat beantragt noch, die Abschaffung des Gegenklageverfahrens zut fordern. Die Resolution nebst dem Zusazantrage Briats wird votient. Unfallgeses. Die Mitteilungen Keüffers über das Ausland sind dankenswert und lehrreich. Aber wir unterscheiden uns von den ausländischen Arbeitern durch Sitten, Geschichte und Temperament. Bei den kaltAuf Griffuelhes Antrag wird beschlossen, die Abänderung blütigen Nationen kann wohl die Organisation auf mathematischer des Unfallgesetes von 1898 im Sinne seiner Ausdehnung auf alle Grundlage aufgebaut werden, die sich an den Verstand wendet. Wir der find dagegen mehr durch das Gefühl, durch das Herz beherrscht, und über das Kassenwesen. Alles wurde in Ordnung befunden. Die vom Kongreß gewählte Kontrollfommission erstattet Bericht Arbeiterkategorien ohne Unterschied des Geschlechts und Die Nationalität. Auf Briats Antrag protestiert der Kongreß gegen dem entspricht die egalitäre( gleichheitliche jeder Getverkschaft eine Stimme) Vertretungsbasis, die ein mathematisches Verfahren Kommission hat nur an der Buchführung der Sektion der Berufs- die vom Senat votierte Bestimmung der Novelle zum Ünfallgesek, verbände auszusetzen, daß fie nicht flar ausschließt. genug sei. wonach dem Unternehmer das Recht zuerkannt wird, den verwundeten Letzteres würde die treibende Kraft, das Wesen Ferner hebt die Kommission einige kleine Zahlenfehler im ge- Arbeiter in seiner Wohnung zu Kontrollzwecken aufzusuchen.( Gin unfrer Organisation vernichten, das Solidaritätsgefühl aufs tieffte brudten Finanzbericht hervor und beantragt die Anstellung eines Delegierter links ruft: Da haben Sie den Bankrott des Parlaverletzen.( Lebhafter Beifall links.) einzigen berufsmäßigen Buchhalters für das gesamte Kassenwesen der mentarismus!) Konföderation. Krieg und Antimilitarismus. Vor Schluß der Sigung wird das endgültige, durch die Zählfommission geprüfte Ergebnis der gestrigen Abstimmung über den Vorstandsbericht verkündigt: Der Bericht wurde gebilligt mit 815 gegen 369 Mandate bei 14 Enthaltungen und 6 annullierten Zetteln. Das Ergebnis wird von der Linken mit stürmischem Beifall begrüßt. Schluß der Sitzung 1214 Uhr. Achte Sigung. Nachmittags 3 Uhr. Vorsitz: Leguéry, Diamantarbeiter, Pio che, Docker, Marseille und Frau Montagne, Wäscherinnen, Lyon. Der Antrag der Buchdrucker betreffs der Proportional Vertretung verlangt, daß bei den Abstimmungen im tonföderalen Vorstand jedes Mitglied nicht, wie bisher, eine Stimme abgiebt, sondern über eine der Zahl der beitragzahlenden Mitglieder der von ihm vertretenen Organisation proportionale Stinnenzahl verfügt. Die Proportion ist auf folgender Grundlage festzusehen: Von 1 bis 100 Mitglieder 1 Stimme 441 101 IP 201 200 500 2 st 3 IF "} 501 1000 " 17" 1001 1500 197 " " 1501 2000 " " " " 2001 3000 17: 4 11 3001 4000 191 " 4001 5000 9 IN 11 " 5001 7000 " " " 10 Stimmen usw. In ähnlicher Weise will ein Antrag der Arbeitsbörse von Vierzon die Abstimmungen im Kongreß regeln. Fortsetzung der Proporzdebatte. hervor. Die Kommission besteht nämlich in ihrer Gesamtheit aus Der Kommissionsbericht ruft eine lange und erregte Debatte Mitgliedern der Rechten. Die am Ruder stehende Linke hatte das so gewollt angesichts der von der Opposition verbreiteten verdächtigenden Gerüchte. Die linksstehenden Vorstandsmitglieder protestieren gegen den verdächtigenden Charakter des Kontrollberichts, trotzdem die Kommission genötigt sei, die Integrität der Kassenführung anzuerkennen. Die Kassendebatte gestaltet sich also zu einem regelrechten Treffen zwischen den heiden Richtungen. Demgemäß beschließt der Rongreß auf Antrag Griffuel hes, das Botum über die Erwägungen des Berichts nach Mandaten vorzunehmen. Die Schlußanträge werden durch Handaufheben einstimmig botiert. mechaniker( von der Rechten), er und seine Freunde würden nicht Während die Mandatsabstimmung sich vollzieht, erklärt Lauche, abstimmen, da die Bedeutung des Votums ihnen nicht klar wäre. * 〃 solution, die gegen jeden Strieg protestiert und die chauvinistischen Der Kongreß votiert eine von Griffuelhes beantragte ReLeidenschaften, die von den herrschenden Klassen ausgebeutet werden, verurteilt. für die Gründung von Sektionen der" Internationalen Liga gegen Yvetot fordert die antimilitaristisch gesinnten Kameraden auf, den Militarismus" zu sorgen. Die übrigen acht Punkte der Tagesordnung bleiben unerledigt bezw. dem nächsten Kongreß überwiesen. Ferner votiert der Kongreß noch einen Antrag, der zur Veranstaltung von feindlichen Kundgebungen gegen den ipa nischen König während König während seiner Reise in Frankreich auffordert, um so wider die grausamen Repressalien gegen die spanischen Arbeiter zu protestierent. Ueber den Tagungsort des nächsten Kongresses( September 1906) wird durch das Los entschieden, nachdem in lebhafter Debatte zahlreiche Städte sich um die Ehre beworben haben. Das Los entscheidet für Amiens. Inzwischen wird beschlossen, angesichts des Umstandes, daß der Kongreß für die Erledigung der übrigen 13 Punkte der Tages- Damit ist der Kongreß geschlossen. ordnung nur noch über den heutigen Tag verfügt, und daß andrer- Die Delegierten stimmen die Internationale" an und verlassen seits die Delegierten fast über alle Punkte gebundene Mandate von den Saal unter Rufen: Hoch die proletarische Beihren Organisationen erhalten haben fortan ohne Debatte freiung! Hoch die sociale Revolution!" über die eingebrachten oder einzubringenden Resolutionen abSchluß 6/12 Uhr. zustimmen. Achtstundentag und Lohnminimum. Dresden " Wasserstand am 21. September. Ibe bei Aussig 0,00 Meter, Bel 0,00 Meter, bei Magdeburg+ 0,00 Meter. Straußfurt+ 0,00 Meter. Oder bei Natibor+ 1,58 Meter, bei Breslau Unstrut bei Ober- Begel+5,04 Meter, bei Breslau Unter Begel 0,44 Meter, bei Frankfurt+0,15 Meter. Weichsel bei Brahemünde+1.88 Meter. Gesetz art he bei Posen 0,22 Meter. Nete bei Usch+0,33 Meter. Der bezügliche Bericht, der von der Kommission mit allen gegen drei Stimmen votiert wurde, betont die Notwendig feit, mit den alten irrigen Methoden zu brechen, die den Achtstundentag bon der Einbringung eines Witterungsübersicht vom 22. September 1904, morgens 8 llhr. entwurfes erhofften. Die Kommission empfiehlt die Methode des direkten Druckes auf die Unternehmer mit allen Mitteln und Lucas, Handelsangestellter, wendet sich gegen die Beweis stellt folgende Anträge: 1. Beauftragung der Generalstreitführung Niels: Die Befürchtung, daß der Proporz eine berufliche kommission mit der Einleitung einer energischen Agitation für den Aristokratie wieder ins Leben rufen könnte, ist hinfällig. Meine Achtstundentag durch Wort und Schrift, durch Versammlungen und Drganisation ist für den Proporz und doch haben wir mit Erfolg Kundgebungen, insbesondere durch große Rundgebungen am den beruflichen Dünkel der Handelsangestellten bekämpft. Die ganze 1. Mai. 2. Die Agitation hat bis zum 1. Mai 1906 fortzudauern, Stationen Bet cisführung Niels läuft darauf hinaus, daß der Proporz schwer an welchem Datum dann die Arbeiter sich zu weigern hätten, mehr zu verwirklichen wäre. Dieser Einwand wird von den Reaktionären als acht Stunden zu arbeiten. 3. Die Kosten der Agitation sind zu stets gegen jede Reform erhoben.( Proteste links.) Die moralischen bestreiten durch Auferlegung eines speciellen Beitrages von zehn Swinemde. 766 D Gefühle sind beachtenswert, aber nur insofern sie auf dem Verstand Centimes pro hundert Gewerkschaftsmitglieder monatlich, sowie Hamburg beruhen. Die Gefühle aber, die auf Instinkten beruhen, können gefährliche durch besondere Subskriptionslisten. 4 Berlin Barometer. stand mm Wind Bunzipp 765 DND 765 DSD Windstärke Better Temp. n. 6. 5°. 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind. richtung Windstärke Better 2 bedeckt 9 Haparanda 774 NND 2heiter 2 bedeckt 9 Petersburg 774 N 4 bedeckt 3 bedeckt 8 Cort 8 Temp. n. C. Boo 4 47 1 Mebel 761 NND 2wolfig 2welfent 11 6 8 Aberdeen 771 SD 6 Paris Wetter- Prognose für Freitag, den 23. September 1904. Stühl und vorherrschend wolkig mit leichten Regenfällen und mäßigen nordöstlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Folgen zeitigen, atavistische Leidenschaften erwecken, die dem religiösen Namens der Kommissionsminderheit betont der Vertreter der Frantf.a.M. 762 N Fetischismus verwandt sind.( Proteste links und Unruhe.) Niel( rechtsstehenden) Minderheit der Arbeitsbörse von Saint- Nazaire, München 761 SHll bededt übetreibt. Auch innerhalb der französischen Arbeiter bestehen ja daß es vorerst notwendig sei, die Durchführung des Zehnstunden- Wien 763 Still- bedeckt Temperamentsunterschiede zwischen dem Süden und Norden 2c. tages zu sichern. ( Beifall rechts.) Keüffer( Buchdrucker, Rechte) bekämpft die Kommissions Nun zu den falschen Angaben der Gewerkschaften über ihre anträge: Wenn im Ausland vielfach der Neun- und Achtstundentag Mitgliederzahl. Ich will annehmen, daß diese Praktiken nicht so durch die gewerkschaftliche Aktion erlangt wurden, so ist doch auch Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, 23. September. Anjang 72 Uhr: Opernhaus. Cavalleria rusticana. ( Bauernehre.) Coppelia. = Neues königl. Opern Theater. Was ihr wollt. Deutsches. Kettenglieder. Berliner. Lezte Stunden. Leffing. Die Frau vom Meere. Westen. Der Zigeunerbaron. Thalia. Der Weiberkönig. Anfang 8 Uhr: S Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Kreuzelschreiber. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). John Gabriel Borkman. Neues. Erdgeist. Kleines. Nachtasyl. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Central. Die Geisha. Casino. Mutter Gräbert. Trianon. Ihr zweiter Mann. Belle Alliance. Onkel Bräfig. Luisen. Mein Leopold. Deutsche Volksbühne. Genoveva. Metropol. Ein tolles Jahr. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Hans, Venus auf Erden mit das denkende Pferd. Specialitäten. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Freitagabend 8 Uhr: Die Kreuzelschreiber. Sonnabendabend 8 Uhr: Das Heiratsnest. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Sonntagabend 8 Uhr: Johannisfeuer. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater) Freitagabend 8 Uhr: John Gabriel Borkman. Sonnabendabend 8 Uhr: Johannisfeuer. Sonntagnachmittag 3Uhr: Die Kinder der Excellenz. Sonntagabend 8 Uhr: Die Kreuzelschreiber. Kleines Theater Neues Theater. Vereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Anfang 8 Uhr. Des Pastors Rieke. ( Wangel, Durieux, v. Winterstein, Ekert.) Sonnabend: Nachtasyl. Sonntag: Des Pastors Rieke. Montag: Elektra. Thalia- Theater. Neu einstudiert: Erdgeist. ( Eysoldt, Steinrück, Waßmann, Licho, KayBler, Vallentin.) Sonnabend: Kabale und Liebe. Sonntag: Erdgeist. Belle- Alliance- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Direktion: Kren& Schönfeld. Belle- Alliancestr. 7/8. Täglich abends 7%, Uhr: Der Weiberkönig. Große Ausstattungspoffe mit Gefang und Tanz in 4 Aften. Sonntag, 25. Sept., nachm. 32 Uhr: Charleys Tante. Heute Freitagabend 8 Uhr: Gastspiel: Aug. Junkermann: Onkel Bräfig. Sonnabend und Sonntag: Dasselbe Gastspiel. 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Mutter Gräbert. Boltsstück m. Ges. in 3 Att. v. Reiflingen. Borher der erstklassige bunte Teil. Sonntagnachm. 4 Uhr: Der Denunziant. das gelehrte Pferd! Z OOLOGISCHER CARTEN Täglich ab nachmittags 4 Uhr: Militär- Konzert. Eintritt 1 M., ab 6 Uhr 50 Bf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. In der Arena: See- Elefant. Eintritt vom Garten 20 Pf., von der Straße 30 Pf., Kinder d. Hälfte. Deutsche Volksbühne. Befichtigung bis 8 Uhr abends bei Carl Weiß- Theat., Gr. Frants. Str. 132. Genoveva. Tragödie in 5 Aften von Fr. Hebbel. Anfang 8 Uhr. Sonnabend: Aennchen von Tharau. Sonntagnehm., ermäßigte Preise: Die Räuber. Abends: Genoveva. Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. ( Une Nuit de Noces.) Schwank in 3 Aften von H. Kéroul und A. Barre. Sonntagnachm. 3 Uhr: Nora. elektrischem Licht. Metropol- Theater Josef Giampietro a. D. Bender. Josephi. Grünfeld. Frid- Frid. 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Anfang 8, Uhr. Das Komitee. Billet 30 Pf. Kassenverkauf findet nicht statt. Cirkus Busch.| Cirkus Schumann. 23. September, abends 7, Uhr: Südwest- Afrika. Heute, Freitag, den 23. September, abends präc. 742 Uhr: Extra- Gala- Vorstellung. Arbeiter- RadfahrerVerein Berlin" 15 Polarbären, dress. und vorgef. von Mr. Henriksen. Die berühmte franz. U. a.: Mons. Pernelet m. seinen 40 Krokodilen. ieber- Rehme 40 Krokodilen. Reiterfamilie Lécusson. Milton Sprung bis über 2 Meter Barriere Chips", Sprung über 6 Pferde mit Reiter. Die neuengagierten Clowns. Berliner Taxameter, höchst komische Scene. Passage- Theater. Im Marstall des Grafen X. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Nchm. Wochent. 5, Sonnt. 3 Uhr. die Erschaffung eines Weibes aus dem Nichts. Didade Pocahuntas, die indische Nachtigall. Jean Paul, Komiker. The Finlays. Lucie Verdier, Vortragskünstl. 14 erstklassige Nummern. Scala- Theater. Linienstr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! Löwys Duell. Boffe mit Gesang in einem Aft, fowie 30 internation. Specialitäten. Anfang 72 Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. Sanssouci. Rottbuser Thor- Stat. der Hochbahn Donnerst., Sonnt., Mont.: Hoffmanns Norddeutsche Sänger. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Jeden Dienstag und Mittwoch: Theater- Abend. Alle ausstehenden Vorzugstarten gelten. Pferde- Pantomime, dargestellt von Pferden. Neueste Originaldressur des ( Mitgl. des Arb.- Radf.Bundes ,, Freiheit".) Sonntag, 25. Tour, nach Start 8 Uhr. Schlesische Brücke.( Gäste willkommen.) Nächste Sizung: Donnerstag, 6. Oft., abends 82 Uhr, beim Sportgenossen B. Krone, Liegnigerstr. 18.- Freunde und Genossen, die den Sport und die Geselligkeit pflegen wollen, werden gebeten, sich uns anzuschließen. „ Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein". Sonntag, d. 25. d. Mts., Vereinstour, mittags Direktors Albert Schumann. Die neuen höchst originellen Reitersportspiele, ausgeführt von 9 Herren. Herr Albert Carré, Sohn des königlich niederländischen Cirkusdirektors Oštar Carré, mit seinen Freiheitsdressurén. Der Welt- Champion Georg Lurich. 12 Uhr nach Wilhelmsruh( FeldFerner: Sämtliche Specialitäten sowie schlößchen). Start Pappelplatz, Ede Clowns und Auguste m. ihren neuesten der Invaliden- und Bergstraße.- Gäste urkomischen Entrees u. Intermezzos. willkommen. 28/13 Sonntagnachm. 3, Uhr u. abends 71/ Nachmittags ein Stind frei. a Pfd. 40, 50 Pig. Blatt 60 Pfg. 7% Uhr: Zwei große Borſtellungen. Wildfleisch Dr. Simmel, Prinzen Oderbruch- Gänse, auch ausStr. 41, Dresdener Specialarzt für[ 25/ 12* Junge Enten, Hühner, Tauben. Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4. A. Ritschl, straße 61. Prosit! Böhmisches Brauhaus, BERLIN. T Etablissement Buggenhagen Empfehlen unser helles u. dunkles Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. Im großen schattigen Natur: garten jeden Abend 8 Uhr: Konzert. 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Eröffnung unserer bedeutend vergrösserten Geschäftsräume Sonnabend, den 24. d. Mts. 3 Uhr nachmittags wie) wäiden Vom Tage dieser Neueröffnung an, geben wir statt der in vielen Warenhäusern bisher üblichen Rabattmarken, die dem Publikum eine Vergünstigung von kaum 21/2 bis 3% gewähren, genau wie der Rabatt- Verein Norden 5% auf alle Waren. Dadurch fallen die bekannten Übelstände fort, dass man bei 25 bis 49 Pf. nur eine, bei 50 bis 74 Pf. zwei Rabattmarken u. s. w. bekommt und das Publikum verfällt in keine Selbsttäuschung, namentlich da man nicht für gesparte 100, sondern erst für 120 Rabattmarken 1 Mark erhielt. Die Art unserer reellen Geschäftsführung und der Ruf unserer seit ca. 30 Jahren bestehenden Firma bürgen dafür, dass trotz der grossen Vergünstigung unsere bekannt billigen Preise bestehen bleiben. Ferner errichten wir zur kostenlosen Benutzung eine Auskunftsstelle für Rechts- und Streitfragen, für Rat und Ausarbeitung von Schriftstücken und Briefen und für Gelegenheitsgedichte zu Hochzeiten, Geburtstagen u. s. w. Eine Tasse Kaffee gratis! erhält jeder Käufer im Erfrischungsraum Spezialmischung III à Pid. 98 Pf. Photographic- Bons gratis! bei einem Einkauf von 5 Mark an. Die Bilder werden in vollendet künstlerischer Ausführung in Visit- oder Kabinet- Format hergestellt. Die laufenden Rabattmarken werden jederzeit baar eingelöst. Nr. 224. 21. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ein Fest im Bürgerpark. Partei- Nachrichten. Freitag, 23. September 1904. Berlin una amgegend. Achtung! Gewerkschaften! Auf 1000 Mann fämen 30 Wärterinnen. Die Damen beschäftigten Tieflande von Gonzaga mehr als 2000 Gidarbeiter, in sich mit der Anfertigung von Kleidern für die Soldaten, während die Venedig die Bäckergehilfen und ungefähr 2000 Glasperlärmeren Frauen die Wäsche besorgten. Ansteckende krankheiten arbeiterinnen, in Mailand 400 Arbeiter einer SeidenDie reiche und künstlerisch strebende Gastfreundschaft unsrer herrschten nicht. Die von japanischen Gewehr- und Maschinens fa brit, in Rom ein Teil der Droschtentutscher. Die ver Bremer Parteigenossen bewährte sich am Dienstagabend in einem gewehrschüssen Getroffenen genäfen schnell. Viele Leute stürben hältnismäßige Ruhe in Spanien wurde durch einen Generalstreit Volksfest in dem prächtigen Bürgerpart. Ungezählte Massen waren an den Stichen großer Fliegen, die Leichengift in Saragossa unterbrochen, der zur Schließung sämtlicher Gehinausgeströmt. Ein Gartenkonzert leitete das Fest ein. Beim Ein- auf die Lebenden übertrügen. Ein Arzt, der von einer schäfte geführt hat. In Rußland ist von größeren Ausständen tritt der Dunkelheit wurde über dem See ein großes Feuerwerk ab- folchen Fliege gestochen worden sei, starb, trotzdem er sich sofort den nur der allgemeine Maurerstreit in Warschau zu erwähnen, Daumen abschnitt. gebrannt. In dem weiten Saal wurde dann das Konzert fortgesetzt: Die Altstadt Port Arthur sei fast an dem sich über 2000 Arbeiter beteiligten. Schon zum zweitenmal Streichmufit, Männerchöre- in außerordentlich geschmackvoller Erhältnismäßig gering. in außerordentlich geschmackvoller Er- zlich zerstört; die Verluste an Menschenleben seien ver in diesem Jahre wird das Baugewerbe von Warschau durch einen lesenheit. Von gewaltiger Wirkung war Dehmels Arbeitsmann" in 57 Granaten gegen eine russische Batterie verschoffen, ohne daß eine ohne ihre Forderungen zu erreichen. Der jezige Streit, der sich um Die Japaner hätten einmal Maurerstreit gestört. Das erste Mal streiften die Maurer im April, der Komposition von Huch. Das Lied wird von dem Solisten einzige getroffen hätte. Die Garnison sei guten Muts. Die Ver- die gleichen Forderungen dreht, begann am 22. August und dauerte Herrn Neldel vom Bremer Stadttheater unter Drchefterbegleitung teidiger hätten das unbeschränkteste Vertrauen, daß die Festung sich Ende des Monats noch an. gesungen als leises Echo tönt wie aus heller Zukunft sehnsüchtig halten könne. der Refrain, von einem zarten Frauenchor vorgetragen. Die Komposition ist weicher, empfindsamer als der knorrige Tegt, das Ganze aber eine tief ergreifende Schöpfung, die in den Programmen von Arbeiterfesten Aufnahme finden sollte. Auf die vielfachen Anfragen erwidern wir, daß die AuskunftsEine Parteiverfammlung in Bielefeld beschäftigte sich mit der Draußen im Park entwickelte sich am späteren Abend ein Angelegenheit Schweckendiek, die am ersten Verhandlungstage des erteilung in Alters-, Invaliden-, Kranken- und Unfallversicherung, Schauspiel, dessen ungesuchte rührend einfache Art einen unvergeß- wurde. In der Diskussion wurde bekanntlich moniert, daß die Gewerbe- Inspektion( Arbeiterschutz) und auf dem Gebiete der CivilParteitages durch den Referenten der Kontrolleure vorgetragen gewerblichen Streitigkeiten( aus dem Arbeitsverhältnis), Fabrik- und lichen Eindrud hinterließ. Blumengeschmüdte Mädchen bewegten Beschwerdeführer nicht Gelegenheit gehabt hätten, gegen den Entsich, farbig getönte Lampions tragend, fingend im Reigen. Zum fcheid der Kontrolleure den Parteitag anzurufen.- Die Bielefelder prozeß- Ordnung nach wie vor nne auf unserm Sekretariat( Berliner Schluß vereinigten sie sich auf dem Konzertpodium. Die weißen Parteiversammlung beschloß, gegen die Entscheidung der Kontroll- Gewerkschaftskommission) an jedermann, männlich und weib. Buchstaben auf den bunten Lampions gesellten sich zu dem Spruch: fommission keine Berufung an den Parteitag einzulegen. Nenes Material lich, völlig unentgeltlich von den Sekretären geschieht. Alle " Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit", und die gerade in ihrer Un- wurde in Sachen Schweckendiek nicht beigebracht. Die Versammlung andern Auskunfts- Bureaus haben mit der Berliner Arbeiterschaft geschultheit wundersam packenden Kinderstimmchen einten sich in der war daher der Auffassung, daß der Parteitag auch nur nach dem, nichts gemein. Die Auskunftserteilung erfolgt an den Wochentagen Marseillaise, die nach folgendem Text gesungen wurde: dem Schiedsgericht und der Kontrollkommission vorgelegten Material zu entscheiden in der Lage sei, und sich daher auch nur dem Urteile bormittags bon 11 bis 12% Uhr und nachmittags von der Kontrollkommission anschließen könne und würde. Ferner wurde 6 bis 7½ Uhr. Wir ersuchen höflichst, die veränderte Bureaudie Ansicht ausgesprochen, daß die Sache wohl zu einer principiellen zeit zu beachten. Entscheidung hätte gebracht werden können, wenn die Taktik der Streifleitung der Maurer von vornherein eine klarere und entschiedenere gewesen wäre. Aus diesen Gründen hielt es die Versammlung für zwecklos, die Angelegenheit Schweckendiek nochmals auf dem Parteitage aufzurollen. Es fährt ein Sturmwind durch die Lande, In hohen Wogen treibt die Beit; Dem schlechten Manne Spott und Schande, Der jetzt nicht rat- und thatbereit. Dem Starken soll das Wetter frommen; Auf auf! legt volle Segel ein, :: Wir wollen mut'ge Schiffer sein,:,: Willkommen sei, du Sturm, willkommen! Wer reinen Sinnes schafft, Bleibt nie des Sieges bar. Die Kraft, die kühne Mannestraft, Sei heilig immerdar. Seran, du ernſtes Volk der Denter, Mit Seherblicken schaue drein; Du sollst im stolzen Kampf der Lenker, Der Führer uns im Sturme sein. Ihr Künstler, schließt die Reihen enger, Spielt eure vollsten Treffer aus; :: Das beste Lied fingt diesem Strauß.:: Bewährt die alte Kraft, ihr Sänger, Verkündet fort und fort, Was lauter ist und wahr. Das Wort, das freie Manneswort, Sei heilig immerdar. Ihr Bürger, reicht zu fester'm Bunde Dem Gleichgesinnten eure Hand! Wenn's gilt: die letzte Feierstunde Mit freud'gem Sinn' dem Vaterland. Und du, den Elend beugt, o weihe, Was auch der Aermste geben kann: :: Dein treues Herz, du treuer Mann,:: Nicht steht es in der letzten Reihe. Osei in Lust und Schmerz, In Not und in Gefahr, Du Herz, du treues Menschenherz, Sei heilig immerdar! Nun brause, Sturmwind, durch die Lande, Nun woge, wildes Meer der Zeit; Wir werden nicht zu Spott und Schande, Du triffst uns rat- und thatbereit. Dem Starten wird das Wetter frommen; Auf! auf! legt volle Segel ein, :: Wir wollen mut'ge Schiffer sein:,: Willkommen, Windsbraut, sei willkommen! Wer reinen Sinnes schafft, Bleibt nie des Sieges bar. Die Kraft, die kühne Mannestraft, Sei heilig immerdar. Vom oftasiatischen Kriegsschauplatz. Gefechte bei Mukden. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Zwangsweise photographiert. Der Dresdener Vertrauensmann des Verbandes der Konditoren ist dieser Tage gegen seinen Willen und trotz entschiedeneu Protestes auf Veranlassung der Polizei photographiert worden. Auf die Frage des zwangsweise Abfonterfeiten nach dem Grunde der unberechtigten Maßnahme wurde ihm der Bescheid: Das Polizeipräsidium habe die photographische Aufnahme angeordnet. Warum? Dafür hat der Photographierte nur die eine Erklärung, daß er sich kürzlich in einer Versammlung an der Diskussion über den Generalstreit beteiligte. Wenn die Polizei auch das Bedürfnis fühlt, Versammlungsredner, die ihr aus irgend einem Grunde interessant" erscheinen, im Bilde festzu halten, so steht ihr ein Recht zu derartigen Kunstübungen nicht zu und man kann gespannt sein, zu erfahren, was die Polizei wohl thun würde, wenn das Objekt ihrer photographischen Arbeit nicht stille hält. Auch eine Strafthat. Die Genossen in Elsterwerda ließen in der Parteidruckerei zu Halle ein Flugblatt anfertigen. Durch einen leicht erklärlichen Irrtum des Druckerei- Geschäftsführers war der auf dem Flugblatt als Verantwortlicher bezeichnete Genosse als in Elsterwerda wohnend angegeben, während er thatsächlich in dem einige hundert Schritte von Elsterwerda entfernten Orte Biehla wohnt. Dies unbedeutende Versehen das Flugblatt felbst enthält nichts Strafbares gilt im Lande der polizeilich reglementierten " Preßfreiheit" als eine Strafthat, wegen der sich der Geschäftsführer Der Druckerei und der verantwortliche Verleger demnächst vor Gericht zu verantworten haben. Gewerkschaftliches. Achtung, Metallarbeiter! Sonntags ist das Bureau geschlossen. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. Zur Lohnbewegung der Tischler und Klavierarbeiter nahm eine gut besuchte Vertrauensmänner- Versammlung des Holzarbeiterberbandes am Mittwochabend Stellung. Der Borsigende Th. Glocke berichtete zunächst über die Verhandlungen mit der Meisterkommission. Wir fordern, so führte er aus, daß bei neuen Arbeiten der erste Akkord in Lohn gearbeitet werden soll, und zwar soll derselbe von Organisation zu Organi sation festgelegt werden, um die Existenzunsicherheit zu beseitigen und einheitliche Preise zu erzielen. Wir verlangten 95 Proz. des im letzten Halbjahr erzielten Durchschnittsverdienstes, um eine feste Norm zu schaffen; da bei Lohnarbeit die Beunruhigung für beide Teile aufhört, und damit auch der erste Schritt zu einer tariflichen Vereinbarung gethan wäre. Weitere Arbeiten könnten dann in Be rechnung ausgeführt werden. Die Meister waren unter sich nicht einig; gingen aber schließlich auf 75-80 Proz. des Durchschnitts verdienstes ein. Die Diskussionsredner äußerten sich meist im Sinne Gloces, einige verlangten an 100 Prozent festzuhalten. Die Affordberhältnisse seien ungesunde, da die Kollegen dabei stets im Nachteil seien. Der Meister tönne genau nach Zeichnung eine neue Arbeit halben Stunde seinen Preis machen und habe bei fleinen Nachtages, oft wochenlang falfulieren, der Geselle müsse oft in einer forderungen stets Schwierigkeiten. Der organisierte Arbeiter leiste bei Lohnarbeit dasselbe als bei Afford, den Kollegen von mittlerer Leistungsfähigkeit müsse Rechnung getragen werden. Den Zusiche gelegt, da die ersteren bei schlechter Konjunktur ihr Wort brechen. rungen der Meister wurde von den Rednern fein großer Wert beiEin Redner fordert Verkürzung der Arbeitszeit und eine Schlichs tungskommission erst dann, wenn der Innungs- Arbeitsnachweis ver schwunden ist. Fast einstimmig gaben schließlich die Vertrauenss männer dem Standpunkte der Orbeverwaltung ihre Zustimmung. Die Generalversammlung der Vereinigung Berliner Metall- Siegfeld. Er sagt: Die Verhältnisse unfrer Kollegen haben warenfabrikanten hat am Mittwoch, den 21. d. M. beschlossen zunächst schlechtert. Die gemeinsame Versammlung mit den Kollegen des 50 Proz. aller in den Betrieben der Vereinigung beschäftigten Arbeiter auszusperren. Wir ersuchen alle Ausgesperrten, Freitag früh 10 Uhr zur Verfammlung im großen Saale des Gewerkschaftshauses zu kommen. Wer nicht ausgesperrt ist, verläßt zunächst nicht den Betrieb. Diese Kollegen erhalten in den nächsten Tagen weitere Anweisung. Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Nachdruck gebeten. Zuzug nach Berlin ist streng fernzuhalten. Deutscher Metallarbeiter Verband. Ortsverwaltung Berlin. Internationale Streifstatistit. Die Verhandlungen sollen beschleunigt werden. Auch die Meister drängen dazu, da vier große Werkstellen im Streit stehen. Zur Lohnbewegung der Klavierarbeiter referiert sich in den letzten Jahren, im Gegensatz zu den Tischlern, vers Fachvereins und Ortsvereins( Hirsch- Dunder) war gut besucht. 28ir haben uns auf folgende Forderungen geeinigt: Die Einführung einer wöchentlichen Arbeitszeit von 51 Stunden, da durch die durchgeführte Teilung der Arbeit dieselbe sehr geisttötend geworden ist. Eine Verkürzung der Arbeitszeit ist daher sehr am Blaze. Bei Affordarbeit ein Aufschlag von 10-25 Proz. Unfre Lohnforderung ist 27 M. pro Woche. Wo ein Minimallohn bereits besteht, ein 60 Bf. pro Stunde. Aufschlag von 10-15 Prog. Für Holzaufladen und Abladen Der Affordarbeiter, welcher Lohnarbeit ändern soll, erhält jetzt 45-50 Pf., wir verlangen den Durchschnitts Affordverdienst. Materialien( Bimstein usw.) soll in Zukunft der Fabrikant liefern. Glocke teilt mit, daß die Ortsverwaltung im Einverständnis mit dem Hauptvorstand in Stuttgart diese Lohnbewegung der labierarbeiter zu unterstüben habe. Zum Schluß berichtet ma a B über Werkstattstreits und Differenzen. Von 98 Werkstellen sind 21 noch im Streit. Er macht den Kollegen detaillierte Angaben über den Verlauf unter Nennung der beteiligten Firmen. In Bautischlereien werde jetzt darauf gesehen, daß der gedruckte Tarif überall ausgehängt wird. London, 22. September. Wie dem„ Daily Telegraph" aus Tokio Leider wird der Arbeitsnachweis der Fabrikanten vielfach von vom 21. d. M. telegraphiert wird, meldet ein dort am 20. d. M. Tischlern benutzt, obwohl derselbe Agitatoren ausschließt. So stellt eingetroffener Bericht des Marschalls Dyama: Eine feindliche Ab- Die zahlreichen und teilweise überaus umfangreichen Ausstände 3. B. die Firma Bechstein meist auf Empfehlung ein, verlangt aber teilung in der Stärke von wenigstens 4 Bataillonen Infanterie, acht in den Vereinigten Staaten von Nordamerika ver- einen Schein vom Nachweis. Siegfeld appelliert an die Solidarität Schwadronen Kavallerie und 8 Geschützen aus der Richtung von leihen der internationalen Streitbewegung, nach der Arbeitsmarkt- der Tischler in dieser Lohnbewegung. Fuhsu und eine andre aus der Gegend von Mukden her kommende, Correspondenz", noch ein überaus lebhaftes Gepräge. Weder im aus mehr als einem Bataillon Infanterie, etwas Kavallerie Juli dieses Jahres noch im August des Vorjahres waren in den und sechs Geschützen bestehende Abteilung hatte am 17. de. Mts. hauptsächlichen Industrieländern zusammen so viel Arbeiter einen Gegenangriff gegen die japanischen Kolonnen bei Bingtaitse aus ständig wie im August dieses Jahres. In den ausgeführt. Etwa 21 kilometer nördlich von Benfihu entbrannte Vereinigten Staaten dauerte der große Ausstand der Angestellten in ein heftiger Kampf, der von mittag bis nachmittag 3 Uhr dauerte, den Großschlächtereien auch während des August noch an. Die zweite aus der Gegend von Mukden kommende Abteilung Dazu tamen Streits im Textilgewerbe, in der Eisenfam nahe an unfre Stellung heran, begann aber um 4 Uhr nach- und Maschienindustrie und vor allem im Baugewerbe. mittags nach Nordwesten abzuziehen. Unfre Artillerie verfolgte In New York ist eine völlige Stockung der Bauthätigkeit eingetreten, Mit dem Streik der Schlosser der Metallbettstellen- Fabrik von den Feind und fügte ihm beträchtlichen Schaden zu. Die indem durch eine Aussperrung gegen 100 000 Arbeiter feiern Westphal u. Reinhold beschäftigte sich am Mittwoch eine VersanimHaupttruppe des Feindes zog sich abteilungs- mußten. Bisher verlief die überaus heftige Ausstandsbewegung in lung der Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma, die bei Milbrodt weise zurüd und ließ einen Teil zurück, der hart- den Bereinigten Staaten in einer für die Arbeiter wenig in der Müllerstraße tagte. Diesmal waren dem Zettelverteiler nädigen Widerstand leistete, aber doch schließlich gegen günstigen Weise, was bei dem starken Angebot auf dem des Metallarbeiterverbandes bei Verbreitung der Einladungszettel 7 Uhr abends zurüdgeworfen wurde. Ein späterer Bericht gewerblichen Arbeitsmarkt nicht zu verwundern ist. Manche Arbeiter- teine Hindernisse bereitet worden. Dhamas besagt, daß der Feind, der in der Nachbarschaft von organisationen haben durch den unglücklichen Ausgang vieler Kämpfe berichtete Wü de. Der nach der vorigen Versammlung gewählten Bingtaitse angriff, aus sieben Bataillonen und zwei die Herrschaft über den Arbeitsmarkt in ihrem Gewerbe ganz ver- Kommission hat der Arbeitgeber erklärt, daß er nicht auf die FordeBatterien bestand. Ein Teil dieser Truppen hielt noch am loren: die Arbeitsplätze stehen den nicht organisierten Arbeitern in rungen eingehen könne. Dann wurde Wüce als Vertreter des 18. d. Mts. vor der Front unsrer Kolonne; das Gros der Russen gleicher Weise offen wie den organisierten. Weniger stark als in den Metallarbeiterverbandes bei dem Arbeitgeber vorstellig. Dieser er= steht augenscheinlich bei Vailengsai Sengschitu. Vereinigten Staaten ist die Streitbewegung in den europäischen flärte jedoch nun, daß er mit Außenstehenden überhaupt nicht verIndustrieländern sowohl gegenüber dem Monat Juli als handle. Das Ersuchen Wückes, die Kommission rufen zu lassen und auch gegenüber August 1903 angestiegen. In Deutschland, dann gemeinsam mit ihr zu verhandeln, wurde abgelehnt. wird gemeldet: Frantreich und England zusammengenommen hat sich die Einigungsversuch blieb also ganz erfolglos. Ihre Abneigung gegen Tsingtau, 22. September.( Meldung des Reuterschen Bureaus") Bahl der Streitfälle von 131 im Juli auf 149 im August erhöht. die Arbeiterorganisation hat die Firma dann noch in folgendem Ein amerikanischer Kaufmann Namens Davidson ist. Die Zahl der Beteiligten ist für England und Frankreich, für welche Fabrikanschlag zum Ausdruck gebracht: aus Port Arthur kommend, hier eingetroffen. Er erklärt, die Länder schon Angaben vorliegen, von 23 217 auf 26 635 gestiegen. Japaner hätten vor einiger Zeit die Wasserleitung von England für sich allein betrachtet zeigt freilich gegenüber Juli Port Arthur abgeschnitten. Seitdem sei die Garnison für einen starten Rückgang in der Streitbewegung. Die Gesamtdauer die Wasserversorgung auf Kondensatoren angewiesen. Wenn der der Streiks, die während des Monats August neu begannen oder noch Kohlenborrat ausgehe, müsse die Stadt das Wasser der unreinen fortdauerten, betrug 228 000 Arbeitstage gegen 262 800 im Monat Juli Eingeborenenbrunnen verwenden. und 266000 im August 1903. Eine erhebliche Anschwellung weist dagegen Ueber die Lage von Port Arthur Zotio, 22. September.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) wieder die Streitbewegung in Frankreich auf. Allein in Marseille Obwohl eine amtliche Bestätigung fehlt, scheint es sicher, traten an 10 000 Matrosen, Hafenarbeiter und Arbeiter verwandter daß die Japaner das Kuropatkin Fort und eine Berufe in Ausstand. Der Hafenverkehr stockte in Marseille gegen andre Anhöhe westlich von Iheschang besigen, die Ende August fast vollkommen. In der Glasindustrie der fie in verzweifeltem Ansturm nahmen. Allen Bersuchen der Normandie streiften 1400 Arbeiter. In Toulose, Toulon und Russen, diese Stellungen wieder zu erobern, Ajaccio( Storfifa) streitten die Gastwirtsgehilfen. In der wurde erfolgreich Widerstand geleistet. belgischen Glasindustrie führten Lohnstreitigkeiten und EinzelTschifu, 21. September.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) ftreits zu dem Beschluß der Glashüttenbesizer, bom 12 000 Arbeiter Die Frau eines russischen Offiziers, eine geborene 1. September ab die Hütten, die über Einen zu schließen. erneuten Engländerin, die mit dem russischen Depeschenüberbringer Prinzen beschäftigen, Aufschwung Reis In den Radziwill von Port Arthur nach Tschifu reiste, berichtete in einer nahm die Streitbewegung in Italien. Unterhaltung, daß die Hofpitäler in Port Arthur großartiges leisteten. I feldern von Molinella streiken die Reisarbeiter, im. - Ueber den Stand des Streits Der Bon Zeit zu Zeit wird der Versuch gemacht, unzufriedens heit in unsre Fabrik durch Einmischung Fremder, welche über die Arbeitsverhältnisse in unsrer Fabrik falsch unterrichtet sind, hinkinzutragen. Diese Fremden nennen sich Duganisation". Gleiche Verfuche sind schon öfter gemacht worden. Die Arbeiter haben sich verleiten laffen, einige Male wöchentliche Beiträge an die Organisation zu zahlen, aber bald haben sie eingesehen, daß jeder berechtigte Wunsch auch ohne diese Organisationsbeiträge erreicht wurde. So war es, und so wird es immer sein. Am 9. April 1903 ist zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitern vereinbart worden, einen Arbeiterausschuß zu wählen, welcher etwaige Mängel der Fabrikleitung oder den Unternehmern unterbreiten soll. Warum ist bisher der Arbeiterausschuß nicht hervorgetreten? Weil keine Veranlassung dazu borlag! Oder falls eine Veranlassung dazu vorlag, warum hat der Arbeiterausschuß nicht seine Pflicht gethan? Dann ist es nicht die Schuld der Fabrikleitung, sondern der Arbeiter gewesen. Es sei hiermit " Stadtv. festgestellt, daß jede begründete Differenz zwischen Arbeitern und 1 Wirtschaftsweise unfres Kommunalfreisinns ins Gesicht geschlagen, nicht erwehren des Bedauerns darüber, daß der Magistrat jetzt, im Arbeitgebern auch ohne Einwirkung Fremder und ohne Zahlung wird, was fragen einzelne Gernegroße danach, wenn sie nur mit Gegensatz zu seiner früheren Haltung, so wenig Worte des Lobes hat des Beitrags zur Organisation befriedigt werden kann.( Das den von ihrem furzsichtigen Standpunkt aus angeordneten Maß für die bisher fakultative Fortbildungsschule, die doch recht Hübsches Deutsch wollen unsre Leser auf Kosten der geistigen Leiter der nahmen ihr Mütchen gegenüber der begehrlichen Arbeiter= Produktion" fezen. Red. d.„ V.") Es steht jedem Arbeiter lasse stillen können. Man ist ja schon manches gewöhnt in den geleistet habe. Unter lebhaftem Beifall seiner Freunde sprach er frei, zur Organisation zu zahlen oder zu sparen. Wir werden Betrieben der Gasanstalten, aber es fommt immer schöner. Doch den Wunsch aus, daß neben der obligatorischen Fortbildungsschule aber denjenigen Arbeitern besonders Schuß angedeihen lassen, lassen wir die Thatsachen reden: Auf dem Betriebe der Gasanstalt auch die alte fakultative weiterbestehen und sich weiterentwickeln die nicht organisiert sind und durch organisierte belästigt werden. Danzigerstraße wurde vor einigen Tagen 6 Arbeitern der Befehl möge. Und damit man nicht darüber in Zweifel sei, was alles an Arbeiter, welche zu feige sind, mit uns zu unterhandeln und zu teil, am nächsten Morgen auf ihrer Arbeitsstätte mit einer der fakultativen Fortbildungsschule ihm und den Seinen so gut geglauben, durch die Organisation mehr zu erreichen, mögen die Maurerkelle" zu erscheinen. Sie sollten von diesem Tage ab gegen fällt, sprach er dann für teilweise Beibehaltung des Abendunterrichtes. Arbeit in der Fabrik einstellen, da wir mit Leuten, die außer einen erhöhten Lohn von 4,50 M. das„ Maurerhandwerk" erlernen, halb der Fabrit stehen, nicht unterhandeln werden. um dann nach einigen Wochen ihre Kunst beim Retortenbau" verStadtschulrat Gerstenberg, dem die Casselschen Ausfälle Wir bringen die Bildung des Arbeiterausschusses wieder in werten zu können. Pünktlich traten dieselben auch an und wurden galten, verteidigte sich mit Geſchick. Die fakultative Schule, sagte er, Erinnerung. Berechtigte Beschwerden werden auch ohne Organi- nunmehr gelernten Maurern zugeteilt, die jetzt verpflichtet sind, den habe Gutes geleistet, aber nur am einzelnen, nicht an der Masse; fationsbeiträge ihre Erledigung finden. Leuten das Handwerk zu lehren in einer Zeit, wo bei einem prat- denn an die könne nur die obligatorische Schule heran. Westphal u. Reinhold. tischen Maurermeister der Lehrling noch nicht einmal den Inhalt des Glazel( Fraktion Mommsen), der dem Stadtschulrat sekundierte, Wer die Mißstände in der Fabrik fennt und weiß, wie sich die Mörtels kennen lernt. Man kann sich nicht genug darüber wundern, fügte das treffende Argument hinzu, daß gerade die obligatorische Arbeiter bisher vergeblich bemüht haben, sie abzustellen oder auch nur daß eine solche komplicierte Arbeit von Leuten ausgeführt werden Schule der daneben bestehenden fakultativen Schule, die als zu mildern, dem erscheint es selbstverständlich, daß die Arbeiter soll, die auch beim besten Willen nicht in der Lage sind, die ein- ihre Fortsetzung zu denken sei, erst brauchbare Schüler zuführen fich durch dieses Schriftstück gewiß nicht abhalten lassen, mit Hilfe fachste Sicherheit für richtige Ausführung zu bieten. Ob die der Organisation eine Besserung anzustreben. Uebrigens muß man Stadt Berlin materiell dabei auch nur ein Jota gewinnt, erscheint werde. Der Vorsteher Langerhans, Herrn Cassels Fraktionsannehmen, daß die Arbeitgeber selbst nicht so ganz von der Güte uns sehr zweifelhaft. Aber selbst wenn dies der Fall wäre, kann kollege, empfand es immer noch schmerzlich, daß nun ein„ Zwang" der Arbeitsverhältnisse überzeugt sind. Haben sie doch in den man nicht verstehen, wie gerade ausgerechnet auf Kosten der Arbeiter ausgeübt werden solle, aber Herr Dove, gleichfalls von der„ Alten legten Tagen einigen Arbeiterkategorien Lohnzulagen gewährt, der Berliner Bürgerschaft gezeigt werden soll, daß die Hauptstadt Linken", gab den Rat, sich die Sache nur nicht zu schlimm vorzuallerdings ganz unbedeutende. Ja, man hat sich sogar bei den des Deutschen Reiches den bisher so gern betonten Grundsatz von dem stellen. Die Stadt Berlin, sagte er, hätte den Schritt schon Gießern persönlich nach ihren Wünschen erkundigt. Der Referent goldenen Boden des Handwerks" ad acta legen will. Da wäre viel früher thun sollen. erklärte am Schluß seiner Ausführungen, daß die Streifenden ent- eine Reform an andrer Stelle weit notwendiger. Ein Innungsschlossen sind, den Betrieb unter feinen Umständen wieder zu be- meister würde sich schämen, die Lehrlingszüchterei" in dieser Form schaft Cassels daran, daß ohne die wiederholten Anträge der SocialUnser Genosse Glocke erinnerte die zwangsfürchtige Gefolgtreten, bevor die Verhältnisse geregelt find. Sodann berichtete ein zu betreiben. Vielleicht nimmt das Magistrats- Kollegium Anlaß, demokraten die Stadt Berlin diesen Schritt wahrscheinlich heute Mitglied der Kommission noch einiges über Aeußerungen des sich diese neue Theorie" etwas näher anzusehen. Fabrikanten zu den Forderungen. Bemerkenswert ist, daß er die noch nicht thäte. Die freifinnige Mehrheit antwortete mit Forderung, einen Affordtarif in der Schlosserei auszuhängen, mit lärmenden Zwischenrufen. Glocke beleuchtete die noch keines> der Begründung ablehnte, er könne feine Geschäfts= Die Organisation der Maurer zu zertrümmern war bekanntlich wegs zweifelsfreie Haltung dieser Mehrheit. geheimnisse nicht preisgeben. Sonderbare Afford- der Herzenswunsch der Baulöwen in Königsberg. Deshalb Schwierigkeiten, Er zeigte die preise müssen es sein, die als Geschäftsgeheimnisse angesehen werden! wurde der Streit angezettelt und deshalb war auch die 24 Wochen einem bildungsfähigen Lehrling von seinem Arbeitgeber bereitet Deshalb Schwierigkeiten, die bei fakultativem Fortbildungsschul Besuch Die Arbeiter der in der Versammlung vertretenen verschiedenen andauernde Machtprobe. Leider haben sie ihren Zweck nicht erreichen Branchen des Betriebes erklärten sich bereit, wenns not thut, that- fönnen. Jezt nach dem Streit aber suchen sie das Versäumte nach- werden, und begründete dann die Verbesserungsvorschläge, die kräftig zu Gunsten der Streikenden einzutreten. Die Versammlung zuholen. Einzelne Maurermeister verlangen, daß die Maurer den unsre Fraktion zu dem vom Magistrat vorgelegten Statut macht: nahm folgende Resolution einstimmig an:" Die Kollegen erklären Vertrag des Ortsvereins der Maurer, der jetzt nach namentlich Hineinbeziehung des 18. Lebensjahres und Ausdehnung sich mit dem Vorgehen der Streifenden einverstanden und beauf- Beendigung des Streits in den christlichen Verband aufgenommen der Besuchspflicht auch auf das weibliche Geschlecht. tragen die Streikleitung, alle notwendigen Schritte zu unter- werden dürfte, unterschreiben und auch diesem StreitbrecherFerner wurde beschlossen, daß am andern Morgen verein beitreten sollen. Das ist ein ganz unerhörter Terrorismus,( Soc.- Fortschrittler) zu retten. Liberale seien es gewesen, die schon Die gefährdete Ehre des Liberalismus suchte Herr Nathan nochmals eine Kommission bei der Firma vorstellig werden sollte. den solche Leute ausüben, die nicht genug über den„ Terrorismus" Außerdem wurde noch folgende Resolution angenommen:„ Die ver- der Arbeiter zetern können. Es sind auch thatsächlich Maurer, die in den siebziger Jahren die obligatorische Fortbildungsschule sammelten Arbeiter und Arbeiterinnen verpflichten sich, soweit sie das schamlose Anfinnen zurückgewiesen haben, nicht eingestellt fordert. Herr Rosenow( Neue Linke) versicherte, er empfinde„ unwicht organisiert sind, dem Deutschen Metallarbeiterverband beizu- worden. Natürlich hat dieses Vorgehen begreifliche Aufregung unter geteilte Freude". Er fügte hinzu, auch der Arbeitgeber könne sich freuen; treten, und erklären, da sie wohl wissen, daß nur durch die Organi- den Maurern hervorgerufen. Sie weigern sich entschieden, das zu denn höhere Bildung des Arbeiters nüze auch ihm. Die Debatte sation der Arbeiter ihre Interessen vertreten werden können und thun, was die Arbeitgeber von ihnen verlangen. Das Verhalten der hätte damit enden können, aber Herr Cassel empfand das Bewerden, trotz des Abratens des Unternehmers den Deutschen Metall Scharfmacher widerspricht vollständig den Erklärungen, welche die dürfnis, sich zu rechtfertigen. Unfre Parteigenossen Hinge und arbeiterverband hochzuhalten. Vertreter des Arbeitgeberverbandes dem Reichstagsabgeordneten Glocke gaben ihm die verdiente Antwort. Hinze richtete auch Aussicht vorhanden zu sein, daß es doch zu einem endgültigen lismus die Pflicht- Fortbildungsschule nicht selber längst eingeführt Genossen Haase abgegeben haben. Neuerdings scheint aber doch an Herrn Nathan die Frage, warum denn der fordernde LiberaFrieden kommen wird. So hat der Vorsitzende des Gewerbegerichts Vermittlungsversuche angebahnt, damit zwischen den Parteien ein Vertrag abgeschlossen wird. lungen beginnen, Hoffentlich haben sie den gewünschten Erfolg. Am Donnerstag sollen die VerhandGegenwärtig ist aber die Situation im Baugewerbe sehr ernst. Die Maurer sind durchaus nicht kampfesmüde. nehmen." " Zur Lohnbewegung der Bildhauer der Stuck- und Modellbranche follen in der heute abend stattfindenden Modelleurversammlung, wo Bericht über die Verhandlungen mit den Brinzipalen gegeben wird, entscheidende Beschlüsse gefaßt werden. Die Forderungen find am Montag allen irgendwie in Betracht kommenden Arbeitgebern zugefandt worden; Antwort wurde bis Freitag erbeten. Am Mittwoch hatten bereits einige Firmen die Forderungen anerkannt. Am Abend desselben Tages berieten die Vertrauensleute aus den verschiedenen Werkstätten in einer zahlreich besuchten Sizung über die Maßnahmen, die je nach dem, was die Verhandlungen mit den Prinzipalen ergeben, zu treffen sind. Deutsches Reich. habe. ge= wird, wenn sie endlich zu stande kommt, das kann man noch nicht Nun, wir werden sie also jetzt bekommen. Wie sie aussehen wissen. Der Ausschuß. dem das Statut zur Vorberatung überwiesen ist, wird seine„ mildernde" Hand walten lassen. Auch die Banhilfsarbeiter in Königsberg haben nunmehr den Streit für beendet erklärt. Sie haben ohne Verhandlungen mit den „ Die große Armut kommt von der großen Poverteh." Diefe von Arbeitgebern die Arbeit aufgenommen. Diese haben zwar einen Friz Reuter humoristisch zum besten gegebene Lehre wird von handelte sich um eine Machtfrage und nicht um eine Lohnfrage. als Sprachrohr der Regierung gelten, der Welt als bitterernste Sieg errungen, auf den sie aber nicht stolz sein können, denn es Leuten, die auch in der Socialpolitik des Staates der Socialreform Auch ihre Organisation, die noch sehr jung ist, sollte zertrümmert Lebensweisheit verkündet. Herr v. Schweinburg ärgert sich über die werden. Auch das ist nicht gelungen. Sie ist unversehrt aus dem in unserm gestrigen Lokalartikel über die Ursachen der Sterblichkeit beinahe halbjährigen Kampfe hervorgegangen. Beendigung des Streits haben sich die Bauhilfsarbeiter verpflichtet, Nachrichten" u. a. folgendes Blech zusammen: Bei der beleuchtete Statistik und schreibt in seinen Berliner Politischen mit allen Mitteln dafür zu sorgen, daß die Organisation immer mehr und mehr ausgebaut wird, damit sie dem Verbande der Arbeitgeber völlig gewachsen ist. Arbeit. Die Firma Wertheim scheint sich die Gewohnheiten der Kühne männer aneignen zu wollen. Vor einigen Tagen wandten sich die Metallarbeiter der Reparaturwerkstatt an die Leitung des Betriebes mit dem Ersuchen, eine Verschiebung der Arbeitszeit vorzunehmen in der Weise, daß bei kürzerer Mittagszeit früher Feierabend sein follte. Die Antwort war, daß man seitens der Betriebsleitung anordnete, daß es bei den bisherigen Pausen bleibt und, gewisserstellt, und es hat sich dabei ergeben, daß in den kleinen Wohnungen In Berlin ist eine Krankheits- und Sterbefall- Statistik aufge maßen als Strafe, abends noch eine bathtub Iänger gearbeitet werden sollte. Natürlich ließen die Arbeiter absolut mehr Kinder an Darmtatarrh gestorben sind als in den sich das nicht ohne weiteres gefallen. Da glaubte die Leitung des Systematische Maßregelung von centralorganisierten Zimmerern größeren. Flugs fabriziert das socialdemokratische Centralorgan Betriebes eine Kraftprobe machen zu müssen und sperrte fämtliche in Hamburg. Vor einiger Zeit nahm eine Anzahl central- einen Artikel, in welchem die Behauptung aufgestellt wird, daß Arbeiter des Betriebes aus. Die Aussperrungstaftit macht Schule. organisierter Zimmerer bei dem Zimmermeister Zornig Feierabend, allein die Kleinheit der Wohnungen den Tod der in ihnen Zuzug von Arbeitern ist vom Warenhaus Wertheim fernzuhalten. weil sie Grund zu der Annahme hatten, daß sie nach und nach durch lebenden Kinder verschuldet habe, und macht das" Proletariat" Deutscher Metallarbeiterverband( Ortsverwaltung Berlin). Lokalvereinler ersetzt werden sollten. Sie suchten sich anderweitig darauf aufmerksam, daß seine Kinder es feien, die so„ dahinsiechen". Der Streit der Mehlkutscher Berlins ist beendet. Am Mittwoch- Dudler angestellt. Sie mußten nun noch den„ Arbeitsnachweis", Erkrankung und Ted der Kinder haben herbeiführen können, soll Zwei wurden am 7. September von dem Zimmermeister Daß ganz andre Momente als die Kleinheit der Wohnungen nachmittag hat eine weitere Verhandlung der Unternehmer mit der 6. h. das Maßregelungsbureau der Baugewerksinnung, passieren. mur nebenbei erwähnt werden. Es Kutscherkommission stattgefunden, an welcher auch ein Vertreter der zu diesem Zweck bekommen die Angestellten einen Anstellungsschein, beispiellose Recheit, aus dem Umstande, daß absolut ist doch aber eine Verwaltungsstelle Berlin I des Centralverbandes der Handels, dessen Ausfüllung auf dem Maßregelungsbureau ergänzt werden mehr Kinder in kleinen Wohnungen als in großen geftorben Transport- und Verkehrsarbeiter teilgenommen hat. Nach zwei- muß, wenn die Anstellung perfekt werden soll. Die Ausfüllung wurde sind, darauf zu schließen, daß die Proletarierkinder" als solche Krantstündiger Verhandlung fam eine Einigung auf folgender Grundlage verweigert, und das bedeutet für den betreffenden Meister, er soll beit und Tod mehr ausgesetzt sind als andre Kinder, und aus zu stande: 1. Die Kutscher erhalten einen Lohn von 36 M. pro die Leute nicht in Arbeit nehmen. Sie fingen am 8. September diesem Schlusse eine Anklage gegen die heutige Staats- und Wirts Woche. 2. Für das Beladen der Waggons erhalten die Kutscher doch zu arbeiten an, wurden am selben Abend mit der Motivierung schafts- Ordnung zu konstruieren. Es ist ganz natürlich, daß in für je 100 Centner eine Extravergütung von 50 Pf. 3. Für jede von Dudler entlassen, er habe vom Jnnungsbureau die Mitteilung fleinen Wohnungen absolut mehr Kinder als in großen sterben, geleistete Fuhre Getreide, wofür der Empfänger eine Vergütigung erhalten, daß er die Leute nicht beschäftigen dürfe, weil sie bei Zornig weil es eben bedeutend mehr kleine Wohnungen giebt. nicht gewährt, erhält der Kutscher von seinem Arbeitgeber eine Feierabend genommen hätten. Die beiden centralorganisierten Dem Vorwärts" passiert bei dieser Verhegung übrigens ein UnErtrabezahlung von 25 Pf. Auch wurden die Arbeitsverhältnisse Zimmerer wurden rausgesetzt. Mit diesen beiden sind bis jetzt 24 glück, das komisch wirken könnte, wenn es sich hier nicht um eine einer Neuregelung unterzogen und dann beschlossen, einen Tarif centralorganisierte Zimmerer nachweislich auf Veranlassung des recht ernste Sache handeln würde. Nach dem von ihm selbst wieder vertrag auf die Dauer von 2 Jahren abzuschließen. Die darauf Innungsbureaus der„ Bauhütte zu Hamburg" gemaßregelt worden. gegebenen Zahlenmaterial find fast am wenigsten Kinder in bloßen stattgefundene Kutscherversammlung erklärte sich mit diesen AbWohnungsküchen an Darmfatarrh gestorben. Nach der eignen machungen einverstanden und ist die Arbeit am Donnerstag früh wieder aufgenommen worden. Die Wirkung des Marseiller Streits. Infolge des nunmehr Logit des Vorwärts" müßten demgemäß die bloßen Wohnungseinen Monat anhaltenden Streiks hat die Marseiller Schiffahrt füchen für die Kinder die gesündesten Wohnungen sein. So schlägt Bäckermeister zu folgen und sich ihren Gesellen gegenüber ebenso Tonnen für die Ausfuhr zu verzeichnen und mehr als eine Erkrankung und Tod der Kinder herbeiführen können, lehrt nicht nur Die Berliner Fleiſchermeister beabsichtigen, dem Beispiele der einen Ausfall von 250 000 Tonnen für die Einfuhr und von 150 000 fich die schamlose Verhegungssucht selbst ins Gesicht. Daß ganz andre Momente als die Kleinheit der Wochnungen bockbeinig zu zeigen. Hoffentlich mit demselben Erfolge. Die Berliner an Staatssubvention verloren. Die Zolleinnahmen haben um drei Fleischer Innung hat an sämtliche Fleischerei Gewerbetreibende Millionen weniger ergeben als im gleichen Zeitraume des Vorjahres. Schweinburg, sondern auch unser Artikel und zwar schon durch seine Berlins und der Umgegend folgende Aufforderung gerichtet: Die Fuhrleute und Ladearbeiter haben die Arbeit wieder auf- Ueberschrift, die da lautet Rot und Krankheit." Und ein fünfMehrere in Berlin bestehende Gesellenvereinigungen haben sich ber- genommen. Mehrere Mühlen und Delfabriken haben den Betrieb jähriges Kind könnte Herrn Schweinburg darauf hinweisen, daß anlaßt gesehen, an den Vorstand der Innung und an die Vor- wieder begonnen. verhältnismäßig nicht mehr Personen in Wohnküchen sterben können stände andrer Meistervereinigungen, sowie an viele einzelne Meister als darin wohnen. Doch halt! Wir geraten auf den Abin Bezug auf Arbeitszeit, Lohnverhältnisse und StellenvermittelungsEine Organisation der Chor- Sänger hat sich in Paris ge- weg, Herrn Schweinburg ernst zu nehmen. Das geht wesen Forderungen zu richten, welche mit der Art und Weise und bildet, der zur Zeit über 300 Personen angehören. Es ist ihnen nun und nimmermehr einer Leistung dem Wesen des Fleischergewerbes unvereinbar und unerfüllbar sind. gelungen, in einigen Theatern die Gehälter, die bisher 90 Frank der man bestenfalls nur glauben tann, daß sie unter der EinDies ist auch von dem einsichtsvolleren Teil unsrer Gesellenschaft pro Monat für die Männer und 70 Frank für die Frauen be- wirkung allzu starten Frühstückens verbrochen worden ist. Und da rückhaltlos anerkannt worden, andrerseits steht man nicht an, die trugen, auf 100 beziehentlich 120 Frank zu erhöhen. Erfüllung der geftellten unberechtigten Forderungen durch Drohungen ihre nicht = an, zu erklären, mit den berufenen Husland. Lokales. Die Vertrauensleute. " " wir von allen Menschen bis zum Beweis des Gegenteils immer nur das Beste annehmen, so sezen wir voraus, daß Herr Schweinburg erst durch den Anblick Glatifide Amt veröffentlichte, ütemben haben, die das Berliner Statistische veranlaßt worden ist, auf von uns angedeutete Weise zu furagieren. Und daher verzeihen ir ihm das an Friz Reuter im besonderen und an der gesunden Bernunft im allgemeinen verübte Attentat. Vernunft im allgemeinen verübte Attentat. eraringen zu wollen. Die Snujenen Bertretern der Gefellenſt Berliner Partei- Angelegenheiten. ftets bereit zu sein, Mißstände zu beseitigen, vorhandene Uebelstände, Fünfter und sechster Wahlfreis. Heute, Freitagabend so weit die Möglichkeit gegeben ist, abzuschaffen; so wird kostenlose 81 Uhr findet im Rosenthaler Hof, Rosenthalerstr. 11/12, eine Stellenbermittelung, Verminderung der Arbeitszeit usw. ein- und Kommunalwähler- Versammlung statt, in welcher Stadtverordneter durchgeführt werden, sobald abgeschlossene Verträge es gestatten und Genoffe og te referiert und ein Kandidat für den 30. Bezirk auf- Die Stadthauptkasse von Berfin hatte am Schluß des Etatsden bis jetzt laut gewordenen Forderungen handelt es sich in den gestellt werden soll. Zahlreiches Erscheinen der Genossen des fünften jahres 1903 einen Bestand von 9 726 736 M. Beim Ordinarium ergab sich eine Mehreinnahme von 7 188 748 M. und beim meisten Fällen um eine leichtfertige Straftprobe der sog.„ organisierten und sechsten Streises erwarten Gesellen", nicht aber um eine wirklich notwendige Berbesserung der Waidmannsluft. Arbeitsbedingungen. Außerdem wäre es nur der erste Schritt zu Sonntagnachmittag 4 Uhr im Schweizerhaus tagt, spricht Frau dem Etatsjahre 1902 für das Etatsjahr 1904 gezahlte Zuschuß von In der Volks- Versammlung, die Extraordinarium eine Mehrausgabe von 6 618 447 M. Zu der Mehreinnahme kommt der zur Deckung des Fehlbetrages aus weiteren unberechtigten Forderungen. Die Berliner Fleischergesellen Ihrer über die politische Lage. Nachher gemütliches Beisammensein. 1 026 450 M., der Betriebsfonds betrug 2 990 000 M., der Bestand beziehen Löhne wie wenige andre Handwerksgesellen, wozu freie Die Handzettelverteilung ist Sonnabend. Wohnung und eine Beföstigung kommt, wie lettere recht, recht viele beim Depositenconto 22 612 290 M., zusammen 35 329 026 M. Menschen sich nicht leisten können. Jeder suche den socialen AnHiervon gehen ab die dem Vorschußconto bis zum Abschluß nicht ers forderungen der Zeit seinen Gesellen gegenüber besonders in Bezug statteten Vorschüsse mit 12 184 679 M. und verbleiben danach auf Sonntagsruhe nach den geseßlichen Bestimmungen in weit23 144 947 M. Buchbestände am 31. März 1904. Gegenüber dem gehendem Maße gerecht zu werden! Niemand aber lasse sich unin Einnahme und Ausgabe mit 117 467 826 M.abschließenden Haussinnige Bedingungen abprefsen! Denn es ist zum Beispiel ein Wenn die von den socialdemokratischen Stadtverordneten wieder- nahme: 136 851 698 M. und der Ausgabe: 132 624 451 M. Die haltsetat für 1903 beträgt das rechnungsmäßige Soll der EinUnding, die Löhne nach dem Alter zu bemessen, statt nach der holt und seit langem geforderte Einführung einer Pflicht hierin enthaltenen Reste früherer Jahre beziffern sich auf 5 439 173 Leistung. Deshalb lasse jeder jede ihm zugehende Fortbildungschule für Berlin, zu der der Magistrat sich Mark der Einnahme und 15 700 695 M. der Ausgabe. Aufforderung unbeachtet. Der Vorstand der Berliner jegt endlich entschlossen hat, den Freifinn wirklich so mit Freude find 1 105 087 M. für den Bau der Manteuffelbrücke usw. Ausgaben Von diesen Fleischerinnung. J. A. Morik Schmidt, Obermeister." von den Gesellen und ihrer Organisation abhängen, ob die Herren erfüllte, wie in freisinnigen Kreiſen behauptet worden ist, dann hätte zu streichen. Es verbleiben jomit 14 595 608 M. Der Unterschied Schlächtermeister der Parole folgen und die Gesellenforderungen man eigentlich erwarten sollen, daß das Statut, das der Magistrat von 9 156 435 M. wurde gedeckt durch den Bestand aus dem Jahre unbeachtet lassen können! den Stadtverordneten vorgelegt hat, zu feiner längeren Erörterung 1902 mit 8129 984 M. und aus 1026 540 M., die durch Ver„ Musterbetriebe?" Immer mehr gewinnen die städtischen zwei- 14 Arbeiter Berlins die Ueberzeugung, daß unsre Kommunalbetriebe Cassel, der Wortführer der Alten Linken", durch die zwei 14 595 608 M. von dem rechnungsmäßigen Soll in Abzug gebracht, Musterbetriebe?" Immer mehr gewinnen die städtischen mehr führen würde. Aber in der gestrigen Sitzung entfesselte Herr einnahmung aus besonderen Titeln zur Beseitigung des Fehlbetrages vom Jahre 1902 sich ergaben. Werden diese Beträge mit zusammen fich zu wirklichen Musteranstalten durchaus nicht entwickeln. deutigen Ausführungen, mit denen er die Vorlage begrüßte", noch dann verbleibt ein Soll von 122 256 089 M. in Einnahme und Ob dabei den berechtigten Ansprüchen der Arbeiter entgegen getreten einmal eine recht lebhafte Debatte.. Er gab zu, inzwischen eingesehen 118 028 842 M. in Ausgabe, sowie einem Ueberschuß von 4 227 247 wird oder ob gar dem doch so häufig betonten Grundsatz liberaler zu haben, daß ohne Zwang" nicht ausautommen ist. Aber er konnte sich Mart. Dieser Ueberschuß wird als besonderer Fonds geführt und Es wird Aus der Stadtverordneten- Versammlung. " fann, wenn nicht anderweitig über ihn verfügt wird, für die Zivedej Güterverkehr auf Berliner Bahnhöfen. Anläßlich der außer- damit das im Laufe der vielen Jahre so schwer erworbene Wohl des Etats von 1905 eingestellt werden. Die städtische Anleiheschuld ordentlich großen Steigerung, die der Eisenbahnverkehr in letter wollen der Behörden nicht wieder verloren geht. betrug am 31. März 1902: 290 884 283 M., davon wurden getilgt: Zeit erfahren hat, teilt das Verkehrsbureau der Berliner Handels8390950 M., und hinzu kamen von der neuen Anleihe: 46402 892 M. fammer folgendes mit: Die allgemeine Verkehrszunahme ist darauf Eine aufregende Geschichte wird aus dem Hause Warschauer Ferner sind für Rechnung der neu aufzunehmenden Anleihe aus den zurückzuführen, daß infolge der durch die Trockenheit verursachten straße 12 berichtet: Hier wohnte bei dem Tischler Adamschen Chebereiten Mitteln der Stadthauptkasse entnommen 9 743 373 M., Behinderung der Flußschiffahrt ein erheblicher Teil derjenigen paar seit drei Monaten ein Tischler Julius Weinberg aus Rußland. wodurch die Anleiheschuld der Stadt Berlin Ende März 1903 auf Güter, die sonst auf dem Wasserwege verfrachtet werden, den Dieser war die letzten vierzehn Tage in Haft und kehrte vor338 639 598 M. anwuchs. Der Anteil der städtischen Werke an Eisenbahnen zugeführt worden ist. Die große Verkehrszunahme hat gestern mit dem Ausweisungsbefehl zurück. Als num Adam diesen Schulden beträgt 247 555 067 M. Noch nicht verwendet dazu geführt, daß die sofortige Laderechtstellung der auf den Berliner um 10 Uhr nach Hause kam, machte ihm Weinberg den Vorwurf, waren 20 Millionen M. Auf den Stadthaushalt im engeren Sinne Bahnhöfen und Ringbahnstationen eingegangenen Wagen und die er habe aus Eifersucht der Polizei mitgeteilt, daß er sich ohne Paß entfallen daher nur 71 Millionen Mark Schulden, ausschließlich des pünktliche Auslieferung der Güter nicht immer möglich gewesen ist. Hier aufhalte, und auf diese Weise seine Ausweisung verschuldet. zunächſt vorschußweiſe verausgabten Betrages von rund 9% Millionen Auch ist die Beförderung der eingehenden Güter auf einigen Strecken, Darüber kam es zu einem heftigen Streit und einer Schlägerei. Als Mark für den Ankauf der Aktien der Straßenbahn von Siemens so namentlich auf der Linie Elsterwerda- Berlin, verzögert worden. schließlich Weinberg mit gezüchtem Messer auf seinen Gegner einu. Halste. Die Passiva des engeren städtischen Haushalts betrugen Wie der Berliner Handelskammer mitgeteilt wird, hat die Eisen- drang, sprang Adam, während seine Frau und sein neunjähriger Ende März 1903 einschließlich 15 640 040 M. Ausgabereste) bahnverwaltung alle Maßnahmen getroffen, um die hervorgetretenen Sohn um Hilfe schrien, aus dem Küchenfenster der im ersten Stoc 88 931 958 M. Die Attiva betrugen( einschließlich 10 140 551. Uebelstände zu beseitigen. Das Rangier- und Betriebspersonal ist gelegenen Wohnung auf den Hof hinab. Schwer verletzt wurde er Einnahmereste) 45 512 844 M. Die mit 9% Millionen Mark ge- verstärkt, es sind Bedarfszüge eingelegt, die Sonntagsruhe wird mit einem Rettungswagen nach der Charité, Weinberg dagegen nach kauften Aktien der Straßenbahnen von Siemens u. Halste sind nur beschränkt.( 1) Der Durchgangsverkehr, der die Berliner Rangier- der Revierwache gebracht. zum Nennwverte mit 5 834 000 M. als Attiva aufgeführt. Es er- bahnhöfe start belastet, ist zum Teil abgelenkt; auch sollen die für Wir würden fragen, wie es kommt, daß ein Russe in Haft gee giebt sich hierbei eine Differenz von 4 Millionen Mark. einige Stationen geplanten und bereits in Angriff genommenen nomnien und dann ausgewiesen wird, weil er feinen Baß hat, wenn Wie der Mensch sich irren kann. Ein höchst schmeichelhaftes Griveiterungen der Freiladegeleise schleunigst ausgeführt werden. nicht bekannt wäre, daß man sich unter dem Russenturs über nichts Urteil hat der frühere Bürgermeister von New York, A. van Wyck, Diese Maßnahmen können jedoch nur dann wirksam sein, wenn die mehr wundern darf. gefällt, der nach einer langen Reise durch Europa nach London des Verkehrs durch schleunige Abnahme der Güter zu unterstüßen. meldet: Als vorgestern ein junger Mann mit seiner Geliebten im Empfänger auch ihrerseits bestrebt sind, die glatte Bewältigung Sicherheitszustände in Berlins Umgebung. Ein Berichterstatter zurückgekehrt ist. Ich habe mir die verschiedenen Städte, die ich Die Berliner Handelskammer empfiehlt daher allen VerkehrsEinrichtungen, auf ihre kommunale Verwaltung hin, sondern ich Entladefristen innezuhalten, sondern die Wagenladungen, wenn Angst vor Schlägen lief er davon und ließ seine Geliebte im Stich. besuchte, sehr gern angesehen," so schreibt er, nicht nur auf ihre treibenden auf das dringendste, nicht nur die allgemein geltenden Jagen 3 spazieren ging, begegneten ihm drei Strolche, die ihn an= rempelten und einen Streit vom Zaun brachen. Wahrscheinlich aus habe auch die Charaktereigentümlichkeiten der verschiedenen Beirgend angängig, in fürzerer Zeit zu entladen. Falls die Be= völkerungen beobachtet. Da kann ich denn nur sagen, daß seit den mühungen der Eisenbahnverwaltung, weiteren Verkehrsstörungen 26 Jahren, die seit meiner legten Reise in Europa verflossen sind, vorzubeugen, die Unterstützung der Interessenten nicht in dem er der größte Fortschritt, den je eine Stadt zu stande gebracht hat, von Berlin gemacht worden ist. Das mögen die sezung der Ladefristen auf sechs Stunden für alle Berliner Bahngebracht hat, von Berlin gemacht worden ist. Das mögen die Parteten Maße finden, ist zu befürchten, daß die allgemeine HerabLondoner vielleicht nicht gern hören; aber es ist eine Thatsache. Berlin hat sich so verschönert, wie teine Stadt in höfe und Ringbahnstationen, eine Erhöhung der Standgelder oder dem gleichen Zeitraum. Betrachtet man die Bevölkerung in allen die bahnseitige Ausladung nicht rechtzeitig abgenommener Schichten, von der höchsten bis zur niedrigsten, und in allen Badungen angeordnet wird. Andrerseits darf aber angenommen Lebenslagen, beobachtet man sie in den Cafés, Parks und Gärten, werden, daß die Eisenbahnverwaltung die in Aussicht gestellte Erso erhält man den Eindruck, daß sie die glücklichsten Leute weiterung der Freiladegeleise schnellstens durchführt. in Europa sind. Der Engländer und Amerikaner ist zu ernsthaft; sein Lebensziel ist zu einseitig auf Erwerb gerichtet, so daß er für Vergnügen und Erholung nicht allzuviel ausgiebt." Einen Bürgermeister von New York haben wir uns eigentlich etwas weniger überschwenglich vorgestellt. Oder sollten die der Hauptstadt des Bidzadkurses gespendeten Schmeichelworte nur ironisch gemeint sein? Eine Fahrschule für das Droschkenfuhrgewerbe ist durch die neue Droschtenordnung notwendig geworden, die den Befähigungsnachweis für Droschkentutscher fordert. Bisher wurden die Kutscher auf öffentlichen Straßen in der Nähe der Nordbahn ausgebildet; ein Verfahren, das mancherlei Uebelstände im Gefolge hatte. Von den Berliner Fuhrherren ist nun eine Fahrschulkommission gebildet worden, die die Berliner Stadtverwaltung veranlassen will, für die Errichtung einer zweckmäßigen Fahrschule für das Berliner Fuhrwesen Sorge zu tragen. Die Kommission will sich in einer Eingabe an den Magistrat wenden, worin gebeten wird, irgend einen städtischen Lagerplatz im Norden für die Zwecke einer Fahrschule frei zugeben. Diese Forderung wird damit begründet, daß auch die Bürgerschaft Berlins ein erhebliches Interesse daran hat, daß die Berliner Stutscher gut ausgebildet sind, und daß die Fahrschule außer der Ueberlassung des Blazes keinerlei Zuschüsse der Stadt erfordern würde, was bei den Fachschulen verschiedener andrer Gewerbe der Fall sei. gestohlen. Diese wurde mun trotz ihrer Hilferufe von den Kerlen in das der junge Mann zu Hilfe rief, hörten bald das Mädchen schreien Dickicht geschleppt und vergewaltigt. Amtsdiener von Plögensee, die tommen sahen, ergriff einer die Flucht, während zwei Widerstand und fanden so die Spur der Wegelagerer. Als diese die Beamten leisteten. Einer von den beiden entfam dann auch noch, der dritte aber wurde überwältigt, festgenommen und nach Berlin gebracht. Hier stellte man ihn fest als einen 18 Jahre alten, obdachlosen Arbeitsburschen Hermann Ballach. Seine beiden Mitthäter will der Strolch nicht kennen. Er wurde gestern von der Kriminalpolizei nach dem Untersuchungsgefängnis gebracht. Ein Muster von Mut und Ritterlichkeit scheint der junge Mann, der das Mädchen im Stich ließ, gerade nicht zu sein. infolge viermaliger Meldung nach der Naunynstr. 23 gerufen, weil Feuerbericht. Ein großes Löschaufgebot wurde Mittwochabend hier dichter Rauch das Haus erfüllte und die Hausbewohner daher ein größeres Feuer befürchteten. Die Wehr konnte aber keinerlei Brandherd auffinden, stellte vielmehr fest, daß der Rauch lediglich vom Schornstein herrührte. Die Löschzüge kehrten infolgedessen nach furzem Aufenthalt wieder in die Depots zurück. Zur selben Zeit war in der Reinickendorferstr. 20d in einer Wohnung durch Umfallen einer Petroleumlampe Feuer ausgekommen, das Decken und Möbel ergriffen hatte. Die Gefahr konnte indes leicht beseitigt werden. In der Swinemünderstr. 90 gab es einen Küchenbrand abzulöschen, der neben Küchenmöbeln auch den Fußboden beschädigte. Außer bem liefen in den letzten 24 Stunden noch aus der Jagowstr. 24, Roßstr. 3 und noch nach einigen andren Orten Alarmierungen ein, doch handelte es sich in diesen Fällen durchweg um Brände, die ein sonderliches Eingreifen der Wehr nicht erforderten. " Zehntausend Mark aus dem Bureau einer Orts- Krankenkasse Eine Beute von zehntausend Mark machten Einbrecher, die in der Nacht zu gestern den Geschäftsräumen der Orts- Krankenabstatteten. Dort fand Mittwochabend eine Vorstandsjihung der kasse der Schneiderinnung in der Neuen Grünstr. 25 einen Besuch Innung statt, die sich bis Mitternacht ausdehnte. Als nun gestern Theater wieder, auf dem er schon einmal durch Dr. Brahm zur Theater. Arno Holz erscheint am Sonnabend auf dem Lessing früh eine Frau sich anschickte, die Räume zu reinigen, fand fie die Aufführung fam, nämlich bei einer Vorstellung der Freien Bühne Kassenzimmer brachte die Gewißheit, daß hier Einbrecher gehauſt Seelide". eisenbeschlagene Korridorthür erbrochen vor. Ein Blick in das mit der in Gemeinschaft mit Johannes Schlaf verfaßten Familie und den eisernen Geldschrank demoliert hatten. Die von dem Vor- traten" hervorgetreten und giebt nun ein modernes Schauspiel Trau Arno Holz ist seither mit der Komödie" Socialaristokommnis benachrichtigte Kriminalpolizei stellte bald fest, daß hier mulus", bei welchem sein Mitarbeiter Oskar Jeschte ist, mit dem gemehrere schwere Jungen" an der Arbeit gewesen waren. dem diese den eisernen Geldschrank etwas von der Wand abgerückt Nach meinsam Holz auch das Gedichtbuch, Deutsche Weisen" veröffentlicht hat. August Junkermann, der bekannte Reuter- Interpret, tritt heute, hatten, haben sie die eine Seitenwand durchlöchert. Zu diesem Freitag, aus Anlaß feines 50jährigen Bühnenjubiläums im Belles Zweck brachten sie mittels einer Stichflamme die Stahlplatte Zoll Alliance Theater ein kurzes Gastspiel als„ Ontel Bräfig" für Zoll zur Glühhize. Hierauf wurde die Platte mit Hilfe eines an. Das Gastspiel ist auf nur drei Abende berechnet, also Freitag, scherenähnlichen Instrumentes solange bearbeitet, bis eine Deffnung Sonnabend und Sonntag. In der Vorstellung von„ Onkel Bräsig bon fast zwei Fuß Länge und genügender Breite herausgeschnitten sind noch beschäftigt: die Damen Bradzky, Wannovius, Brahms und war. Nun war ihnen die Plünderung des Geldschrankes ein Bijaco und die Herren Paulmüller, Gordon, Winkler, Müller, leichtes. Die Diebe müssen mit großer Vorsicht gearbeitet haben, Formes, Schlotthauer. Sonntagnachmittag 14 Uhr geht zu halben denn nirgends ist im ganzen Hause ein Geräusch oder sonst etwas Preisen" Die Dame aus Trouville" in Scene. Centrals Verdächtiges wahrgenommen worden. Ob sich die Diebe abends Theater. In der heutigen, Geisha"-Aufführung sind haupts haben in das Haus einschließen lassen, oder ob sie die Eingangs- sächlich beschäftigt: Mia Werber, Lisa Weise, Karl Schulz, Rudolf thür von der Straße mittels eines Nachschlüssels öffneten, ist noch Ander, Erich Deutsch und Emil Albes. nicht festgestellt. Vorläufig fehlt von ihnen jede Spur. Die Geschäfte der Krankenkasse erleiden durch dieses böse Vorkommnis keine Der Berliner Verkehrsverein hat beschlossen, eine Reihe weiterer großer Protestversammlungen abzuhalten, um die Bevölkerung über das Vorgehen der Großen Berliner Straßenbahn- Gesellschaft aufzuklären. Der Vorstand wird ferner durch Flugblätter usw. die Interessen der Abonnenten der„ Großen" vertreten. Die Sagungen des Vereins besagen in der Hauptsache folgendes:" Der Sig ist Berlin; das Thätigkeitsfeld umfaßt Groß- Berlin. Der Verein er strebt in erster Linie die Verbesserung der Verkehrsmittel in Berlin und den Vororten, die Verbilligung der Fahrpreise, die Einführung niedrig bemessener Abonnements und die Schaffung hygienischer und socialer Einrichtungen zum Besten der Fahrgäste und des Betriebspersonals. Die Mittel sind vornehmlich: Errichtung einer Centralstelle für das Verkehrswesen, Eingaben ant Behörden, Entsendung von Deputationen, Beranstaltung öffentlicher Versammlungen und Agitation der Presse. Als Mitglieder des Vereins können Behörden, Vereine und andre juristische Personen, sowie alle im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte befindlichen Personen ohne Unterschied des Standes und Geschlechts aufgenommen werden, welche sich zur Zahlung eines fortlaufenden vierteljährlichen Mindestbeitrages von 50 Pf. verpflichten. Der Vorstand ist ermächtigt, unter Umständen Ermäßigungen eintreten zu lassen. Wir halten dafür, daß die„ Große" sich durch die Beschlüsse des Verkehrsvereins in ihrem Kampf gegen die Bevölkerung Berlins nicht im geringsten irre machen läßt. Und daher glauben wir ferner, daß der Verkehrsverein bald selig entschlummern wird. Generalarzt Schaper, der ärztliche Direktor der Charité, tritt am 1. Oktober in den Ruhestand, da er sich körperlich nicht mehr wohl genug fühlt, um den großen Anforderungen seiner Amtsgeschäfte gewachsen zu sein. Hermann Schaper wurde am 10. Dezember 1840 zu Elbing geboren. Im Jahre 1873 wurde er Leibarzt des Prinzen Albrecht von Preußen, der er heute noch ist. In demselben Jahre kam er nach Hannover und 1887 nach Braunschweig. Von hier aus machte er im Gefolge des Prinzregenten Reisen durch viele europäische Staaten. Zu Studienzwecken besuchte er namentlich Frankreich und Italien. Viel beschäftigte ihn unter anderm die Serumtherapie von Behring und Rour. Im Jahre 1892 tourde Schaper als Nachfolger Mehlhausens ärztlicher Störung. Direktor der Charité. Hier nahm er einen hervorragenden Anteil an der Ausarbeitung der Pläne für die Neubauten. Sein Name Eine Erkrankung an den schwarzen Bocken ist in Berlin wieder wird mit der Umgestaltung der großen Heilanstalt auf immer veu- festgestellt. Der 28 Jahre alte, kinderlos verheiratete Schloffer bunden bleiben. Neben seinen Amtsgeschäften entfaltete Schaper Theodor Schadow, Ackerstr. 38, wurde vor einem halben noch eine rege Thätigkeit in Vereinen usw. Im Verein für innere Jahre von einem Leipziger Geschäft auf Montage nach Warschau Medizin ist er Ehrenmitglied, im Centralfomitee des Roten Kreuzes gesandt. Vor acht Tagen nach Leipzig und Berlin zurückgekehrt, und im Vaterländischen Frauenverein Vorstandsmitglied. Außer- erfrankte er. Nachdem gestern der Arzt die Krankheit als schwarze dem gehört er den Kuratorien von Bethanien, vom Augusta- Pocken erkannt hatte, wurde Schadow unverzüglich nach der Charité Hospital und vom Kaiſerin Auguste Victoria- Haus in Weißensee an. Das königl. statistische Bureau in der Lindenstraße wird, wie bereits im Sommer gemeldet und kürzlich offiziös bestätigt worden, im nächsten Jahre, in welchem dies Institut auf ein hundert jähriges Bestehen zurückbliden fann, verlegt werden, weil die bisherigen Räume nicht mehr ausreichen, zum Teil auch wegen des zunehmenden Straßenlärms nicht mehr zweckdienlich erscheinen. In der gleichen Lage soll sich übrigens auch das altehrwürdige Kammergericht befinden, welches im Jahre 1734 in dieser stillen Gegend" erstand und 1880 umgebaut wurde. 10 Vorträge im Kunstgewerbe- Museum. In den Monaten Oktober bis Dezember d. J. werden im Hörsaal des königl. Kunstgetverbe- Museums öffentliche Vorträge gehalten werden, die durch ausgestellte Gegenstände und Abbildungen sowie durch Lichtbilder mittels des elektrischen Bildwerfers erläutert werden. Es werden sprechen: Dr. E. Schwedeler- Meyer über„ Die deutsche Buchillustration des XIX. Jahrhunderts" Montagabends 8-9% Uhr; ( Beginn: Montag, 10. Oktober). Dr. Otto Kümmel über Japanische Kunst" Freitagabends 8-9% Uhr;( Beginn: Frei tag, 14. Oktober). Dr. Georg Swarzenski über„ Die Hochmaßregeln wurden sofort getroffen. Den Seitenflügel des Hauses, Dienstag, 11. Oftober). gebracht und dort in einer Baracke abgesondert. Alle Vorsichts- renaissance in Florenz" Dienstagabends 8-9% Uhr;( Beginn: in dem der Kranke im ersten Stock wohnt, darf vorläufig fein Fremder betreten. Zwei Schuhmannsposten sperren ihn. Frau Schadow ist gesund. Zu einer Beunruhigung für die Allgemeinheit besteht keine Veranlassung. Ein deutscher Protestantentag soll vom 4. bis 7. Oktober hier in der Groß- Loge„ Royal York", Dorotheenstr. 27, tagen. Aus den Nachbarorten. Charlottenburger Konsumverein. Der Geschäftsbericht, der in der letzten Generalversammlung eingehend erörtert wurde, erstreckt sich diesmal nur auf 82 Monate, weil der Schluß des Geschäfts. Kinderausbeutung. Eine polizeiliche Durchsicht der Kegel- jahres vom 14. Oktober auf den 30. Juni verlegt ist. Der Umjaz bahnen hat in Berlin und den Vororten in den Abendstunden statt- im eignen Geschäft betrug im ersten Lager 53 545,45 M., im zweiten Es bleibt beim Alten. Die gemischte Deputation zur Vor- gefunden. Dabei wurden mehrfach Kegeljungen unter vierzehn 25 218,15 W., im dritten 29 418,48 M., zusammen 108 182 M., beratung über die Lage, bezw. die Neuregelung des höheren und Jahren betroffen, die noch nach 7 Uhr abends beschäftigt wurden. wozu noch 5100 M. Umsatz im mittleren Schulwesens in Berlin hat ihre Beratungen beendet und Da dies einen Verstoß gegen das Kinderschutz- Gesetz bildet, haben Der Lieferantengeschäft kamen. beschlossen, daß 1. keine der bestehenden höheren Lehranstalten ge- die beteiligten Gastwirte polizeiliche Strafbefehle zu gewärtigen. 16 Prozent des Umsages, die Untoften 12 145 M. erzielte Bruttogewinn betrug 18 109 M. oder fast ändert und 2. fein Reformgymnasium gegründet wird, 3. mit der oder Begründung einer 14. Realschule am Wedding, die die Fläche Ein aufregender Zusammenstoß zwischen einem Krankentransport- 10,7 Prozent des Umfazes, so daß nach einer Abschreibung zwischen der Brunnenstraße und Moabit ausfüllen soll und 4. mit wagen und zwei Straßenbahnwagen verursachte am Donnerstag 5182,35 W. verblieb. Hiervon kommen 4531,28 M. zur Verteilung von 10 Proz. auf den Wert des Inventars ein Reingewinn von der Begründung einer Königstädtischen Ober- Realschule im Zuge der nachmittag in der Lindenstraße gegenüber der Neuenburgerstraße Neuen Königstraße und der Greifswalderstraße, deren Unter- und eine längere Verkehrsstörung und großen Menschenauflauf, Als der an die Mitglieder als Rückvergütung von 4 Proz. ihres Einkaufs, Mittelbau die Form einer Berliner Realschule erhalten soll, vor- Krankentransportwagen des Garnisonlazaretts I in Tempelhof die während der Reſt den bestehenden Reservefonds, Dispositionsfonds, gegangen, und 5. eine Mädchengymnasial- oder Mädchen- Realgymnasial- Lindenstraße queren wollte, tamen von rechts und links zwei Produktionsfonds, Personal- Unterstüßungsfonds und einem neu geAbteilung im Anschlusse an eine höhere( bestehende) Mädchenschule elektrische Straßenbahnwagen der Linie 64 Zoologischer Garten und gründeten Erweiterungsfonds überwiesen wurde. Der neue Fonds ersucht die Stadtverordneten- Versammlung um folgende Beschluß- transportwagen hinein. Der Fahrer und der auf dem Bock sitede sind im Laufe des Geschäftsjahres neu eingetreten, 48 durch Tod errichtet wird." Der Magistrat ist diesem Beschlusse beigetreten und 38 Kreuzberg- Gesundbrunnen. Beide Wagen fuhren in den Kranken- foll die Einrichtung neuer Geschäftsstellen erleichtern. Der Mitgliederbestand hat sich von 959 auf 1068 gehoben; 152 faffung: Die Stadtverordneten- Versammlung hat von den Be- Lazarettgehilfe stürzten zwischen die Pferde, dem Krankenwagen ratungen der gemischten Deputation zur Vorberatung über die wurde die eine Seite total zertrümmert, und die drei Insassen, ein oder infolge ihres Umzuges ausgeschieden. Die Genossenschaft gewährt Lage 2c. des höheren und mittleren Schulwesens in Berlin Kenntnis Soldat der Luftschifferabteilung und zwei Infanteristen, erlitten das Bild eines zwar langsamen, aber ständigen Wachstums. genommen. Sie erklärt sich mit dem gefaßten Beschluß einver- durch Glassplitter verschiedene Verlegungen am Kopfe und an den Händen. Sie wurden auf der nächsten Unfallstation verbunden und jammlung erfolgte die Einführung des zum bejoldeten Stadtrat ges Köpenick. In der lezten Sizung der Stadtverordneten- Ver. standen." Wie anderswo, so hält Berlin auch im Schulwesen peinlich dann nach Tempelhof gebracht. Die Schuldfrage an dem Unfall ist wählten Gerichtsassessors Fabarius. Abgelehnt wurde ein Gesuch darauf, daß es nicht in den Verdacht gerate, in irgend einer Hinsicht noch nicht gelöst, die Angaben der Augenzeugen stehen sich diametral um Bachterlaß in Höhe von 300 M., die vom Pächter des Strandneue Bahnen zu betreten. entgegen. Die Fahrgäste der Großen Berliner kamen mit dem schlosses verlangt wurden. Der vom Brandunglück heimgesuchten Bon den 1895 in Berlin gezählten Brunnen sind zahlreiche ein- Schreden davon; auch die Pferde blieben unverlegt. Gemeinde Jlsfeld wurden 200 m. bewilligt. Gegen eine Pacht von gegangen und nur wenige neu angelegt. Im Jahre 1895 besaßen An die Rad- und Motorradfahrer Berlins erläßt der Deutsche 3000 m. jährlich, die von 5 zu 5 Jahren um 500 M. steigt, wurde von 24 001 Grundstücken 17 657 oder 732 Proz. Brunnen, 1900 Radfahrerbund folgenden Aufruf: In letzter Zeit sind verschiedent- das Restaurant Marienlust am Langen See an Herrn Streichhorn waren nur 70% Proz. aller Grundstücke mit Brunnen versehen. lich durch unvorsichtig drauflosfahrende Rad- und Motorradfahrer berpachtet. Ein Antrag des Magistrats, von dem Bau einer DienstDie Zahl der Häuser nur mit Kesselbrunnen war von 11 640 im Straßenunfälle verursacht worden, durch welche Fußgänger wohnung für den Direktor der Realschule in dem neuen SchulJahre 1895 auf 11 458 im Jahre 1900 zurüdgegangen, dagegen zu Schaden gekommen sind. Wenn auch diese Unfälle in An- gebäude abzusehen, ihm aber eine Mietsentschädigung von 1200 m. wiesen die Grundstücke mit nur abessynischen Brunnen oder nur betracht der großen Zunahme, welche das Radfahren während der zu gewähren, wurde gegen die Stimmen unsrer Genossen aneigener Privatwasserleitung gegen 1895 eine Zunahme um 1,4 Proz. letzten Zeit in der Reichshauptstadt gefunden hat, erfreulicherweise genommen. bezw. 1 Proz. auf. Verhältnismäßig am stärksten waren die im Verhältnis zu den durch andre Fuhrwerke verursachten Unfällen Um eine bessere Verbindung zwischen Berlin und Steglitz zu Brunnengrundstücke vertreten in der Luisenstadt, wo in dem jenseits nur sehr geringfügiger Natur find, wollen wir doch nicht unterlassen, erreichen, beabsichtigt der Steglizer Kommunalverein eine Eingabe des Kanals gelegenen westlichen Teil fast 93 von hundert Grund- die Rad- und Motorradfahrer Berlins und der Umgegend zu bitten, an den Minister der öffentlichen Arbeiten zu richten. Der Verein stüden mit Brunnen oder Privatwasserleitung versehen waren. Auch besonders jetzt, da der Herbst mit seinen glitschigen und schmierigen will die Wiederaufnahme der verkürzten Fahrzeit von zehn im westlichen Moabit, der Friedrichs- und Tempelhofer Vorstadt Straßen naht, in jeder Beziehung die größte Vorsicht walten zu Minuten, die sich früher schon bewährt hatte, zu erreichen suchen, und im ganzen Stralauer Viertel betrug der Anteil diefer Brund- lassen, die von den Behörden gegebenen Vorschriften zu beachten desgleichen Fünfminutenfolge im Abgang der einzelnen Züge stüde mehr als 80 Pros. und den Weisungen der Aufsichtsbeamten unbedingt Folge zu leisten, I untereinander. " Gerichts- Zeitung. Verfammlungen. W sammlung des hiesigen Wahlvereins hielt Dr. Schütte ein beifällig aufgenommenes Referat über: Justiz und Abschaffung der Todesstrafe. An Stelle des bisherigen Bezirksführers Willi Leonhardt wurde Biolkowski, für den Bezirk VI bestätigt. Zur Förderung der Frauenbewegung sollen die nächsten Mitgliederversammlungen mit Frauen stattfinden. 9 Vermischtes. = aufgetretenen Zeugin auch keinen Glauben, sondern kam wieder zur fund so weiter sind Bürstenwaren nicht unter dem jemals zwischen Verurteilung der Angeklagten mit der Maßgabe, daß nicht gemein- Arbeitern und Unternehmern existierenden Tarif herzustellen. Die Die Berzweiflungsthat einer unglücklichen Frau und Mutter be- fame, sondern nur einfache Körperverlegung vorliege. Die Strafe hygienischen Vorschriften sind genau einzuhalten, die gesundheitsschädlichen und gefährlichen Arbeiten, wie Pichen, Borsten- und schäftigte gestern das Schwurgericht des Landgerichts I. Wegen wurde wieder auf je drei Wochen Gefängnis festgefegt. bersuchten Totschlages hatte sich die Tischlersfrau Meta Die Stärkung des Polentums durch Gerichts- und Polizei- Fiberzurichten, möglichst einzuschränken event. gänzlich einzustellen. Polizei- Ferner Ohm geb. Bertsch aus der Hussitenstr. 15 zu verantworten und was thätigkeit wird in Preußen unausgesetzt betrieben. Im objektiven Ferner unterstützt die Versammlung die auf dem Heimarbeitereid bleiche, abgehärmte Frau oft mit thränenerstickter Stimme er- Verfahren hat am 23. April das Landgericht Posen auf Un- fongreß angenommene Resolution, da die Lage der Heimarbeiter der Branche tieftraurig ist." zählte, erregte das tiefe Mitgefühl bei allen im Saale Anwesenden. brauchbarmachung eines Kriegsbildes erkannt, welches in der Frau Ohm war eine fleißige ruhige Arbeiterin, die ihren Lebens- katholischen Buchhandlung in Posen erschienen und seit 1894 ver- Der Verein der Zimmerer hielt am 18. d. M. in Wendts unterhalt durch Nähen auf der Nähmaschine in einer hiesigen Fabrik breitet worden ist. Hergestellt ist das Bild in einer Leipziger Industriesälen seine Monatsversammlung ab. Die Versammlung erwarb. Sie war sehr schwächlich und blutarm und es tam öfter Druckerei. Es handelt sich um eine Darstellung aus dem Kampfe bewilligte zunächst der Metallarbeiter- Gewerkschaft 500 M. zur vor, daß sie während der Arbeit von einer Art Ohnmacht be- der polnischen Insurgenten unter Kosziuszko gegen die Russen. Das Fortführung ihrer Streits. Jm 2. Punkt der Tagesordnung bes fallen wurde. Da lernte sie den Tischlergesellen Karl Ohm Bild stellt, so heißt es im Urteile, den ungezügelten Haß der polnischen schäftigte sich die Versammlung mit der Aufstellung der Kandidaten fennen, es entspann sich ein Liebesverhältnis und in demselben Insurgenten gegen das gutgeschulte russische Heer dar. Die Stimmung zur Gewerbegerichtsbeifikerwahl. Die Handlungsweise der GewerkMonat, als sie vor vier Jahren die Ehe schlossen, wurde ihnen der polnischen Bevölkerung wird durch das Bild so angereizt, daß schaftskommission, welche ein gemeinsames Zusammenarbeiten mit ein Sohn geboren. Die Ehe war anfänglich glücklich, die Frau die Möglichkeit eines Aufruhrs gegen die deutsche Bevölkerung nahe den dem Gewerkschaftskartell angeschlossenen Gewerkschaften ab= that ihre Pflichten, sie versorgte ihren Ehemann, der als liegt. Nur das objektive Verfahren wurde eingeleitet, da gegen den lehnte, wurde einer scharfen Stritit unterworfen. Einstimmig Accordarbeiter ein gutes Geld verdiente, gut und liebte ihren Sohn, bekannten Verleger die Verfolgung nicht ausführbar sei, weil der wurde die vom Kartellausschuß vorgelegte Resolution angenon:.en den kleinen Richard, abgöttisch. Da wurde sie vor etwa zwei Jahren subjektive Thatbestand fehle. Gegen das Urteil patte der Verleger und an Stelle des ausscheidenden Ostermann Th. Fischer als von einem schweren Schlaganfall betroffen, der sie verhinderte, als Interessent Revision eingelegt. Er bezeichnete auch das Kandidat zum Gewerbegericht aufgestellt. Der Vortrag Fischers fortab noch durch Näharbeiten etwas Geld zu verdienen, wie sie objektive Verfahren als unzulässig. Seit 1894 sei das Bild ver- über die wichtigsten Bestimmungen des Unfallversicherungsgesetzes es auch als verheiratete Frau bisher gethan hatte. Der Schlaganfall breitet worden. Nach 5 Jahren sei also die Verfolgung berjährt. wurde der vorgerückten Zeit wegen vertagt. Ein Antrag, 1000 hatte die Folge, daß ihre ganze linke Körperseite gefühllos geworden Eine Gefährdung des öffentlichen Friedens sei nicht klar festgestellt. Eremplare der Broschüre über den Vortrag des Genossen Friedeberg und sie nur schwer mit der Sprache vorwärts kommt. Seitdem Das Reichsgericht erkannte gestern auf Verwerfung der anzuschaffen, wurde dem Vorstand überwiesen. ihr dieses körperliche Leiden zugestoßen, ist das Unglück in ihr Revision, da das Bild den Weg zeige, auf welchem noch jetzt die Reinickendorf. In der letzten regelmäßigen Mitglieder VerHaus gezogen. Die durch die Krankheit sehr nervös gewordene Aufrichtung eines freien Polens möglich sei. Frau wurde bald gewahr, daß ihr Mann sie mehr und Am 13. Auguft berichteten wir über eine schöffengerichtliche Vermehr vernachlässigte. Während sie mit dem Wirtschaftsgeld handlung, in welcher der Schneidermeister Teltow verurteilt sehr knapp gehalten wurde, gab der Ehemann viel Geld aus, worden war, weil er in angetrunkenem Zustande bei einer in seinem er blieb die halben Nächte vom Hause weg, der Frau wurde Wohnhause entstandenen Lärmscene mehrere Personen mißhandelt hatte. hinterbracht, daß er angeblich viel in Konditoreien und Restaurants Herr T. legt Wert auf die Feststellung, daß der Vorgang einige Beit gehe, und sie kam auf Grund der Nedereien, die in der Nachbarschaft zurück liegt und daß inzwischen das Verufungsgericht das Urteil abgeführt wurden, ferner infolge eigner Wahrnehmungen und der An- geändert und mur auf 100 M. Geldstrafe erkannt hat. Gleichzeitig Seutungen, die ihrem Bruder von ihrem Ehemann gelegentlich ge- hat das Gericht festgestellt, daß Herr T. bei jenem Vorfall weder macht worden waren, zu der Ueberzeugung, daß letterer sie hinter seine Frau noch seinen Hund mißhandelt hat. Die Cholera. Aus Petersburg wird berichtet: Jm transgehe und ein Verhältnis" sich zugelegt habe. Die schon so schwer taspischen Gebiet hat die Cholera in der Woche vom 11. bis leidende Frau wurde nun auch noch durch die Marter der Eifersucht 18. September im Vergleich zu der vorangegangenen Woche start abgequält und mehr und mehr ihres Lebens überdrüssig. Sie genommen; in Baku erkrankten am 12. September drei, am 17. Sephatte wiederholt ihren Mann vom Weggehen zurückhalten tember eine Person. wollen und gedroht, sich mit samt ihrem Kinde das Leben nehmen Mit dem schädigenden Einfluß der Wohlthätigkeitsanstalten und Amerikanische Straßenbahn- Neberraschung. Aus Melrose in zu wollen, hierauf aber nur die lakonische Antwort erhalten: Gefängnisse " Na, aber den Richard nimm dann nicht mit!" Der Gedanke, daß auf die Verhältnisse in der Bürstenfabrikation beschäftigte ein mit 50 Pfund Dynamit gefülltes Batet heraus. Ein mit Massachusetts wird berichtet: Mittwochabend fiel aus einem Waggon sie sich mitsamt ihrem Kinde das Leben nehmen wolle, setzte sich sich eine öffentliche Versammlung der Bürsten- und Pinselmacher, 32 Fahrgästen besetzter Wagen der elektrischen Straßenbahn stieß in ihrem Kopfe immer fester. Der Knabe sollte mit in den Tod, denn die am 19. September im Gewerkschaftshaus stattfand. Beiner auf der Fahrt dagegen. Infolgedessen explodierte das Dynamit, sie wollte ihn nicht imter die Macht der vermeintlichen Geliebten referierte. Er ging aus von den Klagen, die namentlich seitens der wodurch der Straßenbahnwagen vollständig zertrümmert wurde. ihres Mannes geraten lassen. Am 3. Pfingstfeiertag wurde der Ge- Innungsmeister und selbständigen Bürsten- und Binselmacher auf Neun Personen wurden getötet und neunzehn so schwer danke in die That verwandelt. Trotz ihrer Bitten war ihr Mann ihrer letzten Tagung und auch sonst über den Betrieb des Vereins für verlegt, daß sie in ein Krankenhaus gebracht werden mußten. schon nachmittags um 3 Uhr weggegangen und abends noch nicht Unfallverlegte in Berlin geführt wurden. Man könne ja verstehen, nicht heimgekehrt. In der zehnten Stunde ging fie ans Wert. Sie wenn die Unternehmer der Branche den Verlust der Kundschaft schmerz wie wir seiner Zeit meldeten, wegen bestialischer Ermordung eines Abgelehnte Begnadigung. Der Dienstknecht Wilhelm Dutve war, setzte sich zunächst hin und schrieb einen für ihren Mann bestimmten lich empfänden. Er sei nun im Betriebe des Vereins für Unfallverletzte wie wir seiner Zeit meldeten, wegen bestialischer Ermordung eines Zettel mit den Worten:" Du willst es nicht anders!" Dann schrieb gewesen und habe sich über die Verhältnisse unterrichtet. Er müsse elfjährigen Mädchens auf dem Hagenhofe bei Königslutter vom sie einen Brief an ihren Bruder, der etwa wie folgt lautete:„ Lieber sagen, die Einrichtungen in der Werkstatt feien so, daß sich jeder Arbeit- Schwurgerichte in Braunschweig zum Tode verurteilt worden. NunBruder! Ich schicke Dir meinen letzten Gruß, denn so ein Leben kann geber der Branche ein Lob verdienen könnte durch Schaffung gleicher mehr hat der Prinz Regent das Todesurteil beſtätigt. Die Hins und will ich nicht länger ertragen. Ich habe es immer wieder versucht, Betriebseinrichtungen. Der von den organisierten Arbeitern auf- richtung des Mörders wird, dem Vernehmen nach, bereits morgen fo lange ich gesund war, jetzt aber kann ich es nicht mehr und scheide gestellte Tarif werde innegehalten und die Verletzten, die hier Ar- früh 8 Uhr auf dem Innenhofe des Kreisgefängnisses in Braundeshalb aus der Welt. Richard ist unschuldig, aber ich muß ihn beitsgelegenheit erhalten haben, erzielten bei achtstündiger Arbeits- schweig durch den Scharfrichter Engelhardt- Magdeburg vollzogen mitnehmen. Karl hat sich heute wieder fein gemacht und ist weg zeit einen Berdienst, der verschieden sei je nach den Kräften und der werden. gegangen, ich habe ihn gebeten, er hat aber nicht gehört. Ich lasse schon erworbenen Geschicklichkeit der Beschäftigten, den man aber Elf Gebäude niedergebrannt. Aus Königsberg wird uns teleihm lein ganzes Stück, wenn auch manches zum Zerstören zu schade gelten lassen könne. Der Verein wolle nichts verdienen, die Werk- graphiert: Jm Marktflecken Friedrichshof bei Ortelsburg sind gestern ist. Ich habe es um ihn nicht verdient. Vielleicht freut er fich noch, stätten sollten sich nur selber erhalten. In den ersten Jahren habe nachmittags elf Gebäude niedergebrannt. Die Löscharbeiten waren da er nun kann immer allein gehen, aber ich hoffe, die Strafe wird er zugefekt. Das letzte Jahr sei ein kleiner Ueberschuß von etwas durch Mangel an Wasser erschwert worden. nicht ausbleiben. Lebt alle wohl! Deine Schwester Meta". Nach über 200 m. erzielt worden, der wieder in Form von Weihnachts- Eisenbahnunglück in Frankreich. Aus Grenoble wird ges dem fie den Brief zum Briefkasten getragen, ging fie daran, Sofa, gratifitationen den Berlebten beziehungsweise ihren Familien zuge- meldet: Bei der Rückkehr eines Pilgerzuges aus Notre Dame Tischdecke, Teppich 2c. zu zerschneiden, wobei fie der Gedanke leitete, flossen sei. Stebner verlas einen Brief des Regierungs- Baumeisters de la Selette stürzte ein Wagen um, worin fich 36 Pilger befanden. daß sich die Geliebte ihres Mannes daran nicht sollte erfreuen Isner vom Verein für Unfallverlegte, worin dieser be streitet, Viele der Insassen wurden schwer verletzt. fönnen. Dann schärfte sie sich ein Küchenmesser und trat an daß der Verein den Bürsten- und Pinselmachern große Konkurrenz das Bett ihres schon schlafenden vierjährigen Knaben. Sie hob ihn mache und worin er erklärt, daß er neben den Interessen der be- schreibt: Die greulichen Gabelsberger Stenographen spufen Vom Kampf gegen die Sprachverwilderung. Die Köln. 8tg." aus dem Bett, herzte und füßte ihn und nachdem sie ihn wieder schäftigten Verletzten auch die Interessen der andern Bürstenmacher aus Anlaß des Internationalen Stenographentages in München hingelegt hatte; schnitt sie ihn mit dem Messer in der Gegend der berücksichtigen werde. Redner meint, nach alledem könne man wenig wieder in den Blättern des deutschen Zeitungswaldes, und es ist erPulsader in den linken Arm. Das Blut schoß sofort heraus, der gegen den Verein haben, der armen Unfallverletzten mit Rat und staunlich, wie unausrottbar diese sprachliche Mißbildung ist. Frank fleine Richard blidte fragend seine Mutter an, diese löschte aber Hilfe zur Seite stehe. Allerdings müsse immer wieder energisch dafür furter Würste, Schweinfurter Grün, Berliner Blau, Pfälzer Tabat, schnell die Lampe aus und so schlief das Kind bald wieder ein. eingetreten werden, daß der Staat im Sinne der Anträge der social- das alles hat seine Berechtigung wenigstens grammatikalisch, denn Ummittelbar darauf schnitt fich die Angeklagte selbst in den demokratischen Fraktion dafür sorge, daß auch die Unfallverletzten die Endung er zeigt hier eben die geographische Abstammung an, rechten Arm, weil fie glaubte, daß ein Schnitt in den ge- und andre Elende nicht Wohlthätigkeitsanstalten in Anspruch nehmen aber der„ Gabelsberger Stenograph" ist ein Unding. Es giebt feinen Lähmten linken Arm ohne Erfolg sein würde und lag mehrere brauchten. Redner berührte dann kurz die Produktion in den Ort Namens Gabelsberg, aus dem alle die zahlreichen Vertreter des Stunden auf den Tod wartend. Gegen halb zwölf Uhr fam Blindenanstalten. Wenn die Blinden auch nicht ausgebeutet würden, größten deutschen Stenographiesystems stammten oder nach dem fie ihr Mann nach Hause, er sah sie und das Kind in ihrem Blute so würden sie doch sehr dahin dressiert, daß sie ihren Unterhalt selbst sich nennten, sondern der geniale deutsche Meister hieß Gabels= schwimmen, unterband sofort die Arme der beiden und sorgte für ganz erwürben. Zu den Gefängnisarbeiten übergehend, meinte er, berger, und man darf natürlich von diesem Eigennamen teinen ihre Ueberführung nach dem Lazarus- Krankenhause. Die Angeklagte hier sei der Halen, wo man anpaden müsse. In den Gefängnissen solchen Gebrauch machen, als hätte der Systembegründer nur hatte zunächst davon nichts wissen wollen, sondern ihn gebeten, sie würden die Arbeiten so billig hergestellt, daß es den andern Unter- Gabelsberg geheißen. Vollkommen rigtig sind dagegen Bezeich sterben zu lassen. Glücklicherweise ist die Verzweiflungsthat ohne nehmern nicht möglich sei, damit zu konkurrieren. Und doch habe nungen wie Stenographenverein Gabelsberger" oder„ Verein böje Folgen geblieben: Mutter und Kind sind vollständig geheilt, der Kampf der Unternehmer gerade hiergegen schon nachgelassen. Gabelsbergerscher Stenographen" oder„ Stenographen nach Gabels= nur die Narben an ihren Armen tünden noch von den Schrecknissen Von den Unternehmern, die Gefängnisarbeiten übernähmen, bezögen berger", aber der„ Gabelsberger Stenograph" ist und bleibt falsch. jener Nacht, die die Angeklagte auf die Fragen des Vorsitzenden sie nämlich schon selber Waren zum Verschleiß, weil sie billiger jeten. Er ist eine mißverstandene Wortbildung. Man kann ihm nämlich schlicht und einfach und herzergreifend erzählte. Die Beweis- Es müsse verlangt werden, daß Gefängnisarbeit ebenso bezahlt werde, auch einigen Geschmad abgewinnen, wenn er sich etwas forgfältiger aufnahme war eine sehr kurze. Der Ehemann der Angeklagten ver- wie die Arbeit, die freie Arbeiter verrichten. Wenn das der Fall schreibt. Wir haben Wagnerfänger-warum sollen wir da keine weigerte feine Aussage und einige Zeugen machten Bekundungen, wäre, würde kein Unternehmer im Gefängnis arbeiten lassen oder Gabelsbergerstenographen haben? Oder, wenn man will, Gabels= die darauf hinwiesen, daß die Angeklagte nicht ohne Grund eifer- von dort Ware beziehen. Neben der Gefängnisarbeit wirke auch noch berger- Stenographen? Die einen fingen nach Wagner, die andern süchtig sein mochte. Nach dem Gutachten der medizinischen Sach- die Heimarbeit auf das schädlichste auf die Berufslage ein. Deshalb schreiben nach Gabelsberger, die Wortbildung ist genau so abscheulich verständigen ist die Angeklagte infolge ihrer Strankheit und ihrer sei der Kampf zu führen gegen Gefängnisarbeit und Hausindustrie. wie es ein Wagner Sänger" wäre, den aber giebt es Gottlob seelischen Depression zwar eine minderwertige Person, es liegt Die Hauptfache sei aber die Stärkung der Organisationen, dann nicht. jedoch kein Anzeichen dafür vor, daß sie die That in einem Zu- würden die Kollegen nach jeder Richtung gewappnet sein.( Beifall.) stande geistiger Umnachtung begangen habe. Infolge dessen Es entspann sich eine sehr lebhafte ausgedehnte Debatte, die beantragte Staatsanwalt Dr. Nölting das Schuldig wegen ver- sich vorwiegend um den Verein für Unfallverletzte drehte. Während fuchten Totschlages unter Zubilligung mildernder Umstände. Der einige Nedner eine irgendwie bemerkenswerte Beeinträchtigung der Eichberg. Gewöhnlicher Krautjunker ohne Krone. 2.140. Das Verteidiger Rechtsanwalt öniger plädierte dagegen auf Frei- Berufsverhältnisse durch den Verein nicht befürchteten, standen erfahren Sie durch die Adresse: Centralverband des Massage, Bade- und sprechung der Angeklagten, die die That nicht nur im Affett, sondern andre ihm voller Zweifel gegenüber. Hering erklärte, daß ein Krankenpflege- Personals Deutschlands, Geschäftsstelle P. Strunt, Berlin SO. 16, Neanderstr. 13. Telephon. Wenden Sie sich zunächst an den auch ohne freie Willensbestimmung gethan, event. aber nur der Unternehmer die Arbeit für eine Berliner Fabrik dadurch verloren Vorsteher Ihres Postamtes, später an die Oberpoftdirektion, Berlin O. 2. Körperverletzung schuldig zu sprechen wäre. Die Geschwornen habe, daß diese sie zu einem geringeren Preise vom Verein für Unfall- m. 325. Seten Sie fich in Verbindung mit einem Seminardirektor berneinten die Schuldfragen, worauf die Freisprechung der verletzte erhielt. Borg meinte, es sei nicht richtig, freie Arbeiter" Ihres Bezirkes oder Ihrer Brovinz. A. 10. Bitte, wiederholen Sie aus ihrem Beruf herauszudrängen. Der Staat müsse für die Ver- Ihre Anfrage. N. 94. Eignet sich nicht für die Veröffentlichung. Angeklagten erfolgte. letzten usw. eintreten. Die Pflicht des Staats zu helfendem Ein- Weisbachstraße. Die Anzahl konnten wir leider bisher nicht feststellen. Dienstmädchen- Mißhandlung. Alle erdenklichen Mittel und Wege greifen wurde übrigens im Laufe der Debatte vielfach betont. Sie z. B. in der Deutschen Bant an, Ede der Französischen- und MauerH. 19. Das erfahren Sie durch jeden ordentlichen Bantier. Fragen haben die Malermeister Köppeschen Eheleute angewendet, um ein Meier und Kupsch aus der Werkstatt des Vereins lobten die straße. T. N. Residenzstadt Haag, Hauptstadt Amsterdam. 2. M. ihrer Ansicht nach zu Unrecht gegen sie ergangenes Urteil wieder Einrichtungen des Betriebes. Für verschiedene Arbeiten werde sogar ir verfügen leider über keine amtliche Duelle. 99. Melden Sie sich zur Aufhebung zu bringen. Im April vorigen Jahres hatte die mehr bezahlt als der Tarif vorschreibe. So lange der Staat nicht beim Polizeipräsidium am Alexanderplatz, Abteilung für Fauerwehr. bierte Straftammer des Landgerichts I gegen die Angeklagten auf seine Pflicht erfülle, müßten Unfallverletzte, deren Beschwerden im Alter Abonnent. Ebenso wie vorher unter Chiffre 99, Abteilung für je 8 Wochen Gefängnis erkannt, weil sie für überführt erachtet Erwerbsleben durch die meist unzulängliche Rente nicht ausgeglichen Hebammenwesen. Steglik.( Wette.) Dieser Fürstentitel ist erblich, aber wurden, ihr Dienstmädchen gemeinschaftlich gemiß- würden, solche Einrichtungen mit Freuden begrüßen. Von einem immer nur für den ältesten Sohn in der Familie. V. W. Nein. handelt und es der Freiheit beraubt zu haben. Das Mädchen Konkurrenzbieten den freien Arbeitern gegenüber tönne wohl teine R. A. Nein. hatte gekündigt, wollte aber den Dienst einen Tag früher Rede sein. Im übrigen: irgendwo müsse doch der überall herumJuriftifcher Ceil. berlassen als es ihm nach Ansicht der Dienstherrschaft zu- gestoßene Rentenempfänger ein Unterkommen fuchen. In der Werk- von 7 bis 9½ Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends stand. Dadurch war es zu einem Streit gekommen, in dessen sbatt des Vereins fühlten sie sich durchaus als freie Arbeiter. M. K. 510. So wie die Sache jetzt liegt, ist eine Beschwerde und die Verlauf sich die Angeklagten in der bezeichneten Weise vergangen Wiese wendet sich scharf dagegen, daß, wie der Geschäfsbericht er- Weiterverfolgung einer solchen nuklos. Sie hätten von der dänischen Behaben sollten. Die Angeklagten hatten bis zum letzten Augen- gebe, die Sonntagsarbeit nicht ganz im Vereinsbetriebe ausgeschlossen hörde sich bescheinigen lassen sollen, was für eine Bewandnis es mit dem blick mit Entschiedenheit ihre Schuld bestritten, Frau Koppe fei. Die inneren Einrichtungen mögen ja ganz gut fein; es müsse Stuhl habe. Die unwahre Angabe Ihrer Frau berechtigt die Behörde zu P. 1. 1. Nur die räumte nur ein, dem Mädchen eine Ohrfeige gegeben zu haben, aber das Geschäftsgebahren des Vereins bekämpft werden. Gerade besonderer Betonung ihres fistalischen Mißtrauens. alles übrige habe es sich aus den Fingern gesogen. Die von den weil der Verein feine Gewinne erzielen wolle, fönne er trok Zahlung Kinder, nicht der Ehemann, treten an Stelle ihrer Mutter als Erben ein. Glos 6. Sie müssen Ihre Angeklagten eingelegte Revision wurde verworfen und ein Antrag des Mindesttarifs die Unternehmer mit seinen Absakpreisen aus dem 2. Sie können Abschrift sich erteilen lassen. auf Wiederaufnahme- Verfahren wurde wiederholt abgelehnt, bis der Felde schlagen. Um sich dieser Konkurrenz zu erwehren, drücken die Forderung nach erreichter Volljährigkeit durch einen Anwalt beim Landgericht einklagen laffen. Ufer. Die Mutter kann das Kind zurüc Berteidiger, Rechtsanwalt Dr. Schwindt, endlich auf dem Beschwerde- Unternehmer schließlich den Lohn, und so habe die Arbeiterschaft den verlangen. Ch. W. 76, Brüssel. 1. Wenn nicht schon auf Strafe wege seinen Antrag durchsetzte. Die neue Thatsache, auf welche der Schaden. Für die Verletzten, die sich erst in die neue Arbeit hinein-( wahrscheinlich Geldstrafe) erkannt ist, so liegt Berjährung vor. 2. Ja. Verteidiger fußte, bestand darin, daß sich eine neue Zeugin gemeldet gewöhnen müßten, feien auch die Mindestfäße des Tarifs zu gering. 5. 2. 26. Eine Klage Jhrerseits dürfte Aussicht auf Erfolg haben. hatte, welche befunden wollte, daß sie an dem betreffenden Abende, Für die Blindenanstalten sei die Abschaffung der Akkordarbeit,.. 7. Anerkennung des Kindes bei Eheschluß oder nachherige notarielle, als der angebliche Streit stattfand, bei dem Köppeschen Ehe- Beseitigung des Betriebsmäßigen und Beseitigung jeder gefährlichen gerichtliche oder standesamtliche Anerkennung und Antrag auf Umschreibung. 9. D. 3. Der Erzeuger haftet für die aufgewendeten Beerdigungs zum Besuch gewesen fei und weder etwas von Arbeit( Pichen usw.) zu fordern. Aehnliche Forderungen seien befosten, ferner für die Alimente und endlich für die Sechswochentoften. Für einem Streit, noch von den Hilferufen des Dienstmädchens züglich der Gefängnisarbeit zu stellen. Schmalfeldt vertrat ebenlettere werden etwa 60 Mart, für die Alimente in Ihrem Falle etwa 30 bis habe. In diesem Sinne gab die Zeugin auch falls den Standpunkt von der indirekten Schädigung der Kollegenschaft 40 Mark insgesamt für angemessen erachtet werden. Der Lohn ist in der in der gestrigen erneuten Verhandlung ihre Aussage ab. Der Vor- durch den Verein. Von andrer Seite wurde festgestellt, daß Unter- Alimentenhöhe pfändbar. Das Klagerecht steht der Mutter zu. fizzende sprach sein Befremden darüber aus, daß die Zeugin sich erst nehmer schon den Verein unterboten hätten. Nach vielem Hin und A. B. 18. Sind Sie noch minderjährig, so find Sie an den Vertrag anderthalb Jahre nach dem Geschehnis entsonnen habe, daß sie dabei Her wurde schließlich mit großer Mehrheit eine Resolution an nicht gebunden. Sind Sie volljährig, so find Sie an Ihr Abonnement auf gewesen sei. Die Zeugin suchte das durch allerlei Gründe zu er genommen, die zunächst ausspricht, daß die in der Bürsten- und Die moderne Schneiderin" auch dann gebunden, wenn Sie das Heft für flären. Die übrigen Zeugen blieben bei ihren belastenden Aus- Binselmacherei beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen in trauriger wertlos halten. Ob etwa aus dem Wortlaut des Scheines, den Sie unterfagen. Das Dienstmädchen beschwor, daß es von der Frau Köppe wirtschaftlicher Lage sich befänden und schwer unter der schrieben zu haben scheinen, ein Recht Ihrerseits folgt, vom Vertrage zurüdgewürgt und wiederholt ins Gesicht geschlagen worden sei. Dann Konkurrenz der Bürstenwaren fabrizierenden zutreten, läßt sich ohne Stenntnis des Wortlautes des Scheines nicht sagen. B. He., Neustrelit. Ja. Zuständig ist das Gewerbegericht. habe sie die Thüren verschlossen und der Ehemann habe auf die öffentlichen Anstalten zu leiden hätten. Die Ver- D. C. 21. Die gewünschten Testaments- Beispiele finden Sie auf den Beugin eingeschlagen. Verschiedene Hausbewohner hatten die Hilfe- sammelten fordern deshalb von den maßgebenden behördlichen letzten drei Seiten des dem Arbeiterrecht beigefügten Führers. Das rufe der Weißhandelten gehört. Der Gerichtshof schenkte der neu Körperschaften:" In Gefängnissen, Wohlthätigkeits-, Blindenanstalten Buch liegt in den öffentlichen Lesehallen aus. paar gehört 1 1 Briefkaften der Redaktion. B. 2. 1904. Rein Berantw. Redakteur: Frana Rehbein, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 224. führen. 21. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Streitag, 23. September 1904. Aus Induftrie und Handel. Bis der Angestellten der Firma Robert Warschauer u. Co. wird auf die Darmstädter Bank mit übertragen. " führen hat, alsbald in den von der Bank zu übernehmenden Ge schäften der Firma Warschauer Anlage findet, so daß der Bank für die Bedürfnisse ihrer bisherigen Geschäfte in der Hauptsache nur de Erlös jener 13 225 000 M. junger Aktien bleibt. Weitere Konzentration im Bankgewerbe. Gelsenkirchen- Schalle- Rote Erde. Die Ankündigung, daß zu der Der neuen Mittel bedarf die Darmstädter Bank, wie sie in einem Interessengemeinschaft zwischen dem Gelsenkirchener Berg Die bereits seit einigen Wochen umlaufenden Gerüchte weiterer Entwicklung ihrer Filialen und die Ausdehnung ihres Conto- Corrent- auch der Aachener Hütten- Aktienverein Note Erde hinzugezogen Rundschreiben mitteilt, mit Rücksicht auf die starke und rentable werk und dem Schalter Gruben und Hüttenverein Verschiebungen im Bankgewerbe haben am Dienstag schon insoweit und Finanzgeschäfts". In der Entwicklung der Ban! be werden soll, war bereits mitte August erfolgt. Nachdem die weiteren eine Bestätigung erhalten, als die Darmstädter Bank durch deutete schon die erste, eingangs erwähnte Annäherung an Robert Schritte bisher auf sich hatten warten lassen, wird jetzt der„ Frankf. ihren Aufsichtsrat beschlossen hat, die Geschäfts- Aktiva der Firma Robert Warschauer u. Co., an der die Bank schon seit 1898 Warschauer u. Co. von 1898 eine entscheidende Wendung. mit 20 Millionen Mart kommanditarisch beteiligt ist, mit einigen schluß an die Beteiligung bei Warschauer u. Co. wurde damals das Die Verwaltung dieser Gesellschaft soll nach der Kölnischen Zeitung" dahin arbeitete fie mit 80 Millionen Mart Aftienkapital; im An- Hüttenverein eine außerordentliche Generalversammlung einberuft. Beitung" gemeldet, daß nunmehr auf den 22. Oktober der Aachener bestimmten Ausnahmen zu übernehmen und aus diesem Anlaß wie Aktienkapital auf 105 Millionen Mark erhöht. Im Jahre 1902 er- ihre Zustimmung an die Bedingung geknüpft haben, daß während zur Stärkung der Betriebsmittel eine Kapitalserhöhung folgte dann aus Anlaß der Uebernahme der Bank von Süddeutsch- der ersten fünf Jahre der Vereinigung die Herbeiführung einer um 22 Millionen Mark, von 132 auf 154 Millionen Mark, durchzu- land und der Angliederung der Breslauer Discontobank eine weitere völligen Verschmelzung von Rote Erde mit einer der beiden Die Abfindung der Inhaber des Hauses Rob. Warschauer Steigerung des Aktienkapitals his auf 132 Millionen Mark; und die andren Unternehmungen ausgeschlossen ist. Nach Ablauf dieser Frist u. Co. vollzieht sich dergestalt, daß denselben 8775 000 Mart nunmehr den Aktionären zur Genehmigung unterbreitete Trans- soll eine Verschmelzung nur dann zulässig sein, wenn sämtliche neue Aftien der Darmstädter Bant gegen Bezahlung von 120 Broz. aktion bringt das Aktienkapital auf 154 Millionen Mark. Aufsichtsratsmitglieder ihre Zustimmung hierzu geben. - also rund 20 Proz. unter: dem jezigen Tagesfurse- ausgehändigt. Die Gesellschafter der Firma Warschauer haben nach dem Wie aus Aachen gemeldet wird, schlägt übrigens der Aachener werden; die 10 530 000 art, die sich als Erlös der 8775 000 Berl. Tagebl." an ihre Kundschaft ein Schreiben gerichtet, in Hütten- Aktienverein Note Erde für das Geschäftsjahr 1903/04 die Mark Attien ergeben, beläßt indes die Darmstädter Bank den In- dem sie diese mit der Neuordnung der Verhältnisse bekannt machen Berteilung einer Dividende von 30 Proz. vor. habern der Firma Rob. Warschauer u. Co. als Gegenwert für die und sie zur Ueberführung der Geschäfte auf die Darmstädter Bank, zu übernehmenden Attiven. Rob. Warschauer u. Co. befinden sich eventuell zur Rückäußerung auffordern. Die Konten, deren Inhaber Der Erzbergbau an der sächsisch- böhmischen Grenze ist im danach im Besige von 8775 000 M. neuen Darmstädter Bankaktien, den Uebergang an die Darmstädter Bank nicht zu vollziehen wün- Wiederaufleben begriffen. Seit dem Jahre 1900 besteht in Klingendie ihnen mit 120 Proz., d. h. mit 10 530 000 m. bei der Rückzahlung schen, werden von Robert Warschauer u. Co. weitergeführt, und zwar thal eine hauptsächlich aus rheinischen Kapitalisten zusammengesetzte des Kommanditkapitals von 20 Millionen Mark in Anrechnung ge- solange, bis die Geschäfte, die Warschauer verbleiben, einen nennens- Gewerkschaft. Nachdem ein von Sachsen aus 2 Kilometer nach bracht werden können. Der Darmstädter Bant fließen also am werten Gewinn lassen. Alsdann wird für die Firma die Frage Böhmen sich erstreckender Tiefbauquerschacht gegraben und gesprengt 1. Januar 1905 noch rund 91 Millionen Mark in Geldeswert von eines neuen Abkommens mit der Darmstädter Bank oder aber der worden war, sind nach und nach bereits 12 Grzlager nachgewiesen der Firma Rob. Warschauer u. Co. zu. Weiter erhält die Bant Liquidation akut werden. Das Weiterbestehen der Firma Robert worden, deren Mächtigkeit zwischen 2 Meter und 5 Meter schwankt. aus der Begebung von ferneren 13 225 000 m. junger Aftien Warschauer u. Co. wird also ganz von der Frage abhängen, wie Die Aufbereitung ist für eine Produktion von täglich 250 Tonnen zu 120 Proz. an ein Konsortium rund 15 870 000 m.; als finans lange ihre Eristenz rentabel erscheint. Roherz angelegt. Die Kupferlagerstätten bestehen aus einem ber zielles Resultat der ganzen in Vorschlag gebrachten Transaktion be- Für die Angestellten von Robert Warschauer u. Co. ist, worrenen Gemisch von Phyllit, Quarz und Erz, während das steht also für die Bant einerseits eine Erhöhung des Aftienkapitals wenn das„ Berl. Lagebl." richtig unterrichtet ist, von den Inhabern Nebengestein unveränderter Schiefer ist. Außerdem treten große um 22 Millionen Mark, andrerseits eine Verstärkung ihrer Mittel der Firma in anerkennenswerter Weise gesorgt worden. Die Massen Turmalin auf. um 25 370 000 M. Dabei ist allerdings, wie die„ Voss. 8tg." ganz Beamten werden nämlich nach und nach sämtlich zur Darmstädter richtig hervorhebt, zu berücksichtigen, daß das Kapital, welches die Bank übertreten. Die Firma hat ferner für die älteren Beamten Firma Rob. Warschauer u. Co. an die Darmstädter Bank abzu einen höheren Pensionsanspruch ausbedungen. Der Pensionsfonds Deutscher Holzarbeiler- Verband. Achtung, Musikinstrumenten- Arbeiter! Heute Freitag, abends 81%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Sitzung der Ortsverwaltung. Achtung! Einsetzer! Achtung! Sonntag, 25. September, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel Ufer 15( Saal 1): = Branchen- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Georg Exner über: Die Rechtsprechung In unsern gewerblichen Streitigkeiten". 2. Diskussion. 3. Berbandsangelegen heiten. 4. Abrechnung von der Dampferpartie. 89/11 Montag, den 26. September, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel Ufer 15( Saal VII): Vertrauensmänner- Sitzung. vertreten sein. Die Kommission. Montag, den 26. September, abends 8 Uhr, in Kellers Festfälen, Koppenftr. 29: Oeffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: Unfre Lohnbewegung.. Kein Kollege darf in dieser Sonntag, 25. Sept., vorm. 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal VIII: Werkstattdelegierten- Versammlung. Versammlung fehlen! Die Delegierten sämtlicher Branchen und Betriebe haben die Pflicht, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Branchenkommission des Holzarbeiter- Verbandes. Die Agitations- Kommission des Fachvereins. Der Ortsverein der Pianoforte- Arbeiter. onsum- Genossenschaft Berlin n.[ mg. Achtung! Fliesenleger! Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Montag, den 26. September, abends 19 Uhr: 5. ordentliche General- Versammlung in Drüsels Festsälen, Neue Friedrichstr. 35. Tages Ordnung: Achtung! Freitag, den 23. September, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 7): Möbel, 2952* ganze Wohnungs- Einrichtungen fowie einzelne Stücke äußerst billig. Eigne Tischler- Werkstatt. Berlin O. Wieht, petersburgerfir. 62. Mitglieder- Versammlung RESTE. 1. Geschäfts- und Rechenschaftsbericht. 2. Genehmigung des Verteilungs- der Sektion d. Fliesenleger d. Central- Verb. d. Maurer. planes. 3. Wahl eines Borstandsmitgliedes. 4. Wahl von fünf Aufsichtsratsmitgliedern und fünf Ersatpersonen zum Aufsichtsrat. Butritt zu dieser Bersammlung haben auf Grund des Genossenschaftsgefezes nur Mitglieder gegen Borzeigung ihres Mitgliedsuches. 127/1 Wir laden unsre verehrten Mitglieder zu dieser Versammlung zu recht zahlreichem Besuch ein. Der Vorstand: Max Menzel. Paul Müller. Der Aufsichtsrat: C. Mücke. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis: Zimmer 34. Amt IV, 3353. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Bericht von der lezten Einigungskommissions- Sizung. 4. Berschiedenes. Das Erscheinen aller Kollegen ist dringend notwendig. J. A.: Der Sektions- Vorstand. 148/ 19* Specialgeschäft für Uhren. 59902* 1 neue Uhr Feder Ia 75 Bf. 1 neue Ihr- apsel 15 Bf. 1 neues lhr- Glas. 10 Pf. 1 neuer Uhr- Ring 1 10 Bf. 10 Bf. 1 neuer Uhr- Schlüssel. 5 f. Sonnabend, den 24. September, abends 8 Uhr, im Englischen Garten, i neuer lhr- Zeiger Alexanderstraße 27c: Versammlung Neue Uhren in größt. Ausw. genau reguliert. aller in der Metall- und Eiſenindustrie beschäftigten E. Möbis, Hobler, Bohrer, Stoßer und Fraiser. Zages- Ordnung: 1. Unter welchen Verhältnissen arbeiten die Kollegen unfrer Branche. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Bahlreichen Besuch erwartet Möbel 82. Koppen- Strasse 82. 121/9 E. Möbis, Uhren, Koppenstr. 82.* Die Ortsverwaltung. Rich.Rosien 315L+ N., Schwedterstrasse 26. Zur Saison empfehle meiner geehrten Kundschaft mein reichhaltiges Möbellager zur gefl. Besichtigung. Abonnenten des Vorwärts" gewähre bei Bar- Einkauf 4 Prozent Rabatt. " 1 Die weltbekannte Bettfedern- fabrik GuftabLuftig, Berlins., Prinzenftraße 46, versendet gegen Nachnahme garant.neue Bettfedern b. Bfb. 55 f., hinesische Halbbannen d. Pfd. M.1,25, bessere Halbdaunen d. Pfd. 2. 1,75, borzügliche Daunen b. fb. M. 2,85. Von diesen Daunen genügen 3 bis 4 Pfund zum großen Oberbett. Berpadung frei. Preisl. u. Proben gratis. Biele Anerkennungsschr. Zur Damenmäntel- Konfektion, Mädchen- und Knabengarderobe, Damentuche in schwarz und farbig, Kostümstoffe, Kammgarn, Cheviot, Corkskrew, Plüsch, Sammete, Besatzartikel etc. KONFEKTION Fertige Jacketts, Paletots, Capes, Kostüm- Röcke etc. Größte Auswahl. Billige Preise. C.Pelz, Strasse 4. 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Zahlstelle Berlin III. Nachruf. Am 16. September berstarb unser Mitglied, der Schmied Berliner Arbeiter- Radfahrer- Verein Friedrich Kufner Mitglied d. Arbeiter- Radfahrer- Bundes Solidarität". Sonnabend, den 24. September, in den dem Feste entsprechend dekorierten Festfälen des Böhmischen Brauhauses, Landsberger Allee 11/13: Großes Herbsfest à la Kostümfest: 14505 im 28. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die mir bei dem Begräbnis meines lieben Mannes, unsres guten Baters des Glaswarenhändlers Gottlob Hahn, jo reich bewiesene Teilnahme sage allen Verwandten und Freunden herzlichen Dant. Sin Kirmesfest in Pümpelhagen. 1441 Ww. Marie Hahn und Kinder. Großartige Aufführungen, Auftreten des Berliner Ult- Trio, Kostüm Reigenfahren( Bauern und Bäuerinnen), Radrennen auf untersetzten ranz- u. Blumenbinderei Rädern mit Molorführung, Bänkelsänger. Im fleinen Saal: Tanz à la Pariser, im großen Saal: Tanz bei starker Kapelle. Schanbuden ( Sehenswürdigkeit: Grete, das kluge Pferd, der Riese Krachnow). Ferner: Ansprache des Amtsvorstehers sowie des Dorsbüttels von Bümpelhagen 2c. 2c. Kein Kostümzwang. Keine Kaffeetafel. Passierschein 5 Silbergroschen. Die Kirmesburschen. Merkowsky, Andreasstr. 26. Anfang 9 Uhr. Es laden freundlichst ein Baffiierscheine beim Krugwirt Kran bon H. Eckert, 98. Kottbuser Damm 98. 28/15 Berliner Felix Scheuer Größtes Specialhaus Specialhaus für Damenhüte U Ik- Trio. Stralsunderstr. 1. Brunnenstr. 114. JOSEPH COHN. Brunnenstr. 114. Meinen geehrten Kunden mache ich hierdurch die ergebene Mitteilung, daß ich meine Geschäftsräume bedeutend vergrößert habe, wodurch ich eine noch viel reichhaltigere Auswahl von meinen berühmten chic garnierten Damen- Hüten, Kinder- Hüten und Sport- Hüten unterhalte. Stets große Vorräte in Garnierungs- Artikeln, aparte Neuheiten Schleier und Filzfaçons, modernste Formen. 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