Nr. 227. nbonnemenfS'Bedffljtfflgen: ItSonnemcntä- Preis ptnnumetanb»: »ierteljührl. 8,30®!f, monaH. 1,10 äRt, wöchentlich 28 Pfg, frei ins HauS. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags« nummer mit illustrierter Sonntags» Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfg. Post« Abonnement: 1,10 Marl pro Monat, Eingetragen in die Post- geitungS» Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn B Marl, für das übrige RuSIanb S Marl pro Monat. 21. Jahrg. CrfdldDt täfllidj auStr OlODtaat. Verlinev VolkSblÄkk. Zcntralorgan der rozialdcmohratirchcn Partei Deutfcblands. Die InlcMions- Gebühr betrügt für die fechsgespaltenc Kolonel« zcilc oder deren Raum.0 P{j., für politische und geloerlschafllichc Vereins- und VersammlungS-Anzeigen 26 Pfg. „Ateine Anreigen", das erste(fett- gedruckte) Wort 10 Psg., jedes weitere Wort 6 Psg. Worte über 15 Buchstaben zlihlcn für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 6 Uhr nachmittags in der Expeditionabgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ,,ZsaIal?>iraf BerliD". Redaktion: 8M. 68. Lindenstrasse 69. Kernsvrcrber: Zliut IV. Nr. IN8Z. Dienstag, den 27. September 1904. Sxpeditiom 8M. 68» Lindcnstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Nach dem Streik. Seine Errungenschnften und seine Lehren. Rom, den 24. September. sEig. Ber.) Es giebt Dinge, die sich nicht wägen und zählen lassen und doch schwer in die Wagschale der Geschicke eines Landes fallen. So ist nicht alles, was sich dem rechnerischen Kopfe als Vorteil darthut, ein Gewinnst für die Sache, die es galt, nicht jeder Verlust eine Schwächung der effekliv Unterliegenden. In diesem Sinne muß man den italienischen Generalstreik zu allernächst werten, nicht krämerhast, so und soviel Millionen verlorener Arbeitstage, zerbrochene Fensterscheiben auf der einen, die Erschütterung des Kabinetts auf der andern Seite. Der Streik hat eine so unschätzbare, so unermeßliche Stärkung des Solidaritäts- gefühls und OpfersinnS in unsrem Proletariat gezeitigt, er ist wie eine feierliche Mündigkeitserklärimg gewesen, hat wie durch ein Wunder zur Reife gebracht, was Jahre der Organisation und der Propaganda vorbereitend gepflegt, daß er auf alle Fälle einen Gewinnst für die italienische Arbeiterbewegung darstellt, selbst wenn er zu den schlimmsten Orgien der Reaktion Anlaß gäbe. Ein Arbeiter, der diese Tage handelnd durchlebt hat, in ihrem furchtbaren Ernst und ihrer warmen Begeisterung, dem können sie nimmermehr ganz verloren gehen. In diesem Sinne geht von der großen, aus dem Klasseninstinkt herausgeborenen Protestbewegung eine schöpferische revolutionäre Kraft aus, die kein Erfolg zu geben, kein Mißerfolg zu nehmen vermag. Diese, sagen wir ideale Wirkung des Streiks kann man aller- dingS nur dankbar begrüßen: sie wiederholen, sie als Zweck einer Bewegung setzen kann man nicht. Sie ist wie ein Natur- geschenk aus dem Urquell sieghafter und zukunftfroher Kraft des Proletariats. Da nun aber an dem Streik das da? meiste praktische Interesse erweckt, was gewollt, beabsichtigt und geleistet wurde— was also gegebenenfalls wieder zu wollen und zu leisten wäre— ist es sehr wesentlich, auch von den ideellen Faktoren abzusehen und den Streik rein taktisch zu werten. Hat er dem Klassenkampf das gebracht, was er ihm ge- kostet hat? Ohne allen Zweifel: ja. Mancher mag auf die großen Opfer der Arveiterschaft weisen und sagen: was habt ihr davon gehabt? Giolitti bleibt am Ruder. ein Gesetz gegen die Verwendung von Truppen habt ihr nicht. Für ein riesiges Kraftaufgebot habt ihr ein paar hohle Versprechungen erhalten. Wenn der Streik nur eine Art Unterstützung und Verstärkung der parlamentarischen Aktion der Partei hätte sein sollen, so wäre der Einwand berechtigt. Er war aber sehr viel mehr. Durch ihn wollte das Proletariat einem System der geloaltsamen Unterdrückung ein Halt entgegenrufen, und diesem den ganzen Nachdruck seiner socialen Macht verleihen. Je größer das proletarische Aufgebot, umso stärker der Nachdruck. Und so war der Massenstreik vor allem eine Drohung und bedeutete für die Regierung: ihr könnt uns Arbeiter bei allen möglichen Gelegenheiten töten, denn ihr habt die Waffen und die Schergen; ungestraft aber köimt ihr eS nicht, denn wir vermögen in wenigen Stunden das ganze wirtschaftliche Leben des Landes festzusetzen, wir sind im stände, auch ohne Licht und ohne Brot und ohne Fleisch zu leben, wir können über eine Million Proletarier von der Pflugschar, aus der Fabrik, aus den Bergwerken fort auf die Straßen schicken. Wir setzen eurer Macht unsre Macht entgegen. Mit Recht hebt Genosse Leone im.Avanti" hervor, daß die Bedeutung des Streiks darin besteht, daß er sich jeder- zeit wiederholen kann. Ohne das Iväre er nur ein imponierendes Schauspiel gewesen. Als ein neues Machtmittel des Proletariats, als eine erprobte Wehr und Waffe ist er ein ge- schichtliches Ereignis. Gesetze— besonders solche zum Schutze der Arbeiter— lassen sich beugen. Die thatsächliche Macht, ein Unrecht zu ahnden, ist mehr wert als ein Gesetzesparagraph gegen das Unrecht. Als Drohung ist der Streik vollständig geglückt: Die Regierung hat eine derartige Massenmobilmachung so wenig erwartet, zeigte sich in einer Weise davon überwältigt, daß öS geradezu der Bewegung verhängnisvoll zu werden drohte. Die Kopf- scheuheit der Behörden, die sich z. B. in der Aufhebung des Post- Verkehrs zeigte, ließ in verschiedenen Gegenden den Gedanken auf- tauchen, die Stunde der socialen Revolution sei gekommen. An heilsamen Schrecken in maßgebenden Kreisen hat es also wahrhaftig nicht gefehlt. Nun ist aber ganz sicher, daß sich unter denselben Umständen die Bewegung nicht wiederholen wird. Natürlich wird sich die Bourgeoisie nicht zweimal überrumpeln lassen. Gewisse Abwehr- maßregeln, die wir nicht aufzuzählen brauchen, wird sie schon treffen. Auch dürste die relativ vernünftige Verwendung der bewaffneten Macht— man wollte den künftigen König doch nicht im Zeichen der Masscnmetzelei geboren werden lassen— nicht zur Regel bei ähnlichen Konflikten werden. Der besser organisierten Abwehr der Gegner werden auch wir eine bessere Vorbereitung entgegenstellen. Was die Umsicht der Leitung, die Solidarität in der Arbeits- niederlegung und Wiederaufnahme betrifft, so war sie diesmal mustergültig. Ueberall beschlossen die Arbeitskammern des Orts oder der Provinz den Streik, die einzelnen Gewerkschaften die Modalitäten der Arbcitsruhe für ihren Beruf. Die Ordre zur Wiederaufnahme der Arbeit ging stets wieder von den Arbeitskammcrn aus, nach Ab« stimmung der Vorstände oder einer öffentlichen Versammlung. Nirgends ist der Streik abgeflaut, abgebröckelt, sondern stets durch ordnungsmäßigen Beschluß beendigt worden. Trotzdem war die Bewegung natürlich nicht ftei von Fehlern und Schwächen. Da war zunächst die mangelnde Gleichzeitigkeit. Im ganzen hat man in etwa 000 Ortschaften gestreikt; nach einer, natürlich sehr ungefähren Schätzung überstieg die Zahl der Streikenden eine Million. Wenn diese gemeinsam drei Tage gestreikt hätten, so wäre der Eindruck viel drohender und nachhaltiger gewesen. Es ist aber unschwer zu verstehen, daß sich ohne Hexenkünste die Gleichzeitigkeit des Streiks ein andermal erzielen läßt. Ernster ist ein andrer Umstand: die Sorge vor anarchistischen Exzessen hat diesmal sehr lähmend gewirkt. Die Anarchisten haben sich auch diesmal in Anreizungen zur Gewalt gefallen, die, an sich unschädlich, in den Stunden großer Spannung sehr zu ftirchten sind. Unter den Anarchisten befinden sich hier wie überall tüchtige, achtbare Menschen, die es grundehrlich meinen. Die Polizei ver- folgt sie wie tolle Hunde und sichert ihnen so die Sympathie der Massen. Trotzdem muß man aber künftighin, ohne Gefühlsduselei, wenn auch ohne unnötige Härte und Bitterkeit, dieser Synipathie entgegentreten. Es stehen so gewaltige Interessen bei den prole- tarischen Massenbewegungen auf dem Spiel, daß man die Pflicht hat, ungesunde Elemente fern zu halten�rllcksichtsloser als man bisher zu üben hat. Wer die Arbeiter, wenn auch hundertmal in gutem Glauben, ans Messer liefert— und was wäre eine blutige Revolte anders gewesen?— ist eben ein Feind ihrer Bewegung. Während die Anarchisten nur als beständige Drohung lähmend ivirkten, hat der excedierende Stadtpöbel den Streik positiv ge schädigt. Bedeutende Ausschreitungen sind zwar nicht vorgekommen. Daß man Laternen- und Ladenscheiben zertrümmerte und die Truppen mit Steinen bewarf, ivar aber allemal unnötig und ebenso barbarisch und einer so großen vornehmen Bewegung univürdig. Hier haben Partei und Gewerkschaften viel Eifer und Kraft aufgeboten, um Einhalt zu thun. Für künftige Fälle wird man aber gut thun, bei der vollständigen Einstellung des Sicherheitsdienstes von feiten der Regierung sofort eine Polizei zu organisieren. In Mailand ist dies geschehen und man hat in den fünf Tagen proletarischer Diktatur weniger Verbrechen und Ausschreitungen zu verzeichnen, als in normalen Zeiten. Da es sich hier nur um ein Präventivverfahren handelt, genügt es, die Excedenten„aus dem Verkehr zu ziehen". In Mailand brachte man sie nach Haufe und übergab sie ihren Angehörigen. Nur die, bei denen dies nicht anging, wurden in Wachtftuben ein- geschlossen. Für Genua, wo die Bewegung am drohendsten war. er- wies sich das Fehlen einer socialistischen Polizei als sehr bedauerlich. Noch einiges über die Ausdehnung der Streikbewegung. Soll man, als Protest gegen barbarische Gewalt, eine Stadt ohne Licht, ohne Reinigung, ohne Brot, ohne Zeitungen lassen? Einige Genossen meinen, die Arbeiterschaft, die doch eine höhere Gesittung darstelle, dürfe das nicht thun. Nun, wir halten dafür, daß man einen Menschen nicht bedrohen kann, indem man ihn in Watte packt. Natürlich geht's nicht ohne Opfer, sonst hätte die Bourgeoisie zu allererst den Generalstreik erfunden. In Genua aß man Schiffszwieback statt Brot, weil das Brot 1,60 Lire das Kilo kostete. Und wenn schließlich auch Menschen hungern müssen, so muß das eben auch ertragen werden. Hungern sie nicht zu Tausenden in den normalen Zeiten bürgerlicher Ordnung?— Mögen auch welche hungern in den Geburtswehen einer neuen Zeit! Allzu senttmental darf man's nicht nehmen: durch Streicheln protestiert man nicht gegen Blutvergießen. Grausamkeit und Brutalität muß die Arbeiterschaft aus Achtung vor sich selbst vermeiden. So dürfen die Krankenwärter nicht streiken, Brot für die Hospitäler muß gebacken werden(in Genua fehlte es). Mich darf den Kindern und Kranken nicht fehlen(in Venedig goß man sie in den Kanal). Davon hatten die Parteisekttonen und Arbeitskammern eine ganz klare Vorstellung. In Florenz, Mailand und andren Orten forderten sie selbst die Krankenwärter auf, ihren Dienst weiter zu versehen. Die Arbeitskammer von S a m p i e r- d a r e n a ließ gleich nach Erklärung des Generalstreiks einen Auftuf anschlagen, in dem die Verkäufer von Spiri tuosen aufgefordert wurden, keine geistigen Getränke weiter abzugeben, während man den Milchverkäufern an- empfahl, den Kindern und den Kranken diese nötige Nahrung nicht fehlen zu lasse». Wo, wie in Genua, Mailand, Venedig. Bologna, Neapel usw. alle Läden geschlossen wurden, hötte natürlich der Weinverkauf von selbst auf. In den andern Orten wäre eine sehr energische Anti-Alkohol-Propaganda umsomehr am Platze gewesen, als fast überall der Streik nach dem Zahltag fiel. Natürlich kann die Logik der Dinge Opfer und Sach- beschädigungen erfordern. So hatte man in Sampierdarena hundert Matrose» in die GaSfabrik geschickt, damit sie das Gas bereiten sollten. Die armen Teufel waren da eingesperrt und hatten nichts zu essen. Es lag hier in der Natur der Sache, daß die Aus- ständigen die Verproviautierung hinderten, wodurch denn auch die Gasbereitung unterblieb. Auch das Ausheben der Eisenbahnschienen kann geboten sein, sobald die Regierung die öffentlichen Bahnen nur der Klassenverteidigung der Bourgeoisie dienen läßt. Man hat übrigens die Abfahrt der Züge auch ohne Sachbeschädigung zu hindern vermocht, indem sich Hunderte von Frauen mit ihren Kindern auf die Geleise warfen. Der Generalstreik soll ja gerade der Bourgeoisie zeigen, waS ihre Gesellschaft wäre ohne das Proletariat: ein lebensunfähiges Ganze. Da man aber vom Generalstreik nicht in den Zukunftsstaat gelangt, sondern zurückttitt in die normale bürgerliche Gesellschaft, so muß der Stteik möglichst wenige Verletzungen bürgerlicher Gesetze mit sich bringen, damit er das Proletariat nicht zu viel kostet. Je vernünftiger und gesitteter das Gros der Streikenden, je energischer die Attion gegen den Pöbel, um so eher ist es möglich, bei einem künstigen Generalstreik als eine Bedingung der Wiederaufnahme der Arbeit die Freilassung der während des Streiks Verhafteten zu fetzen. Neben deutlichen Lehren giebt uns der Streik auch viele Fragen auf, die das internattonale Proletariat gut thun wird reiflich zu erwägen. Ist die Unterdrückung der Presse unabweisbar und— wenn sie das nicht ist— ist sie zweckmäßig?— Können die so zahlreichen und großen Produkttvgenossenschaften verwendet werden, um dem Proletariat die Krise der Nahnmgsinittel-Verteuerung zu ersparen?— Soll man anstreben, den Stteik auch auf das häus- liche Dienstpersonal auszudehnen?— Diese und andre Fragen wird man jetzt in Ruhe behandeln. Daß ein andermal die Eisenbahner streiken müssen, wird von diesen selbst anerkannt und steht außer Diskussion. Diesmal hat die mangelnde Gleichzeittgkeit der Bewegung lähmend gewirtt; der Mangel an Vorbereitung und vielleicht auch der Umstand, daß die Eisenbahner gerade jetzt in den lebhaftesten Verhandlungen mit der Regierung stehen, um ihre wirtschaftliche Lage zu heben, wobei sie die Drohung des Generalstreiks als wirtschaftliches Kampfmittel im Hintergrund hatten. Als unmittelbare Folge haben wir also, daß die Regierung all ihren Einfluß aufbieten wird, um den Gebrauch von Waffen beim Konflikt mit den Massen zu verhindern, daß die herrschenden Klassen unsre Machtmittel kennen und fürchten, daß wir selbst sie kennen und auS dieser Kenntnis die Verpflichtung schöpfen, den Socialismus in den Massen immer mehr zu vertiefen, Selbstzucht, Menschlichkeit, sociales Gefühl, die Kraft der Mäßigung und den Mut der Verantlvortung beständig zu heben und zu stärken, auf daß mit der revolutionären Kraft die kulturelle Gesittung Schritt halte. Weiter zu arbeiten, besser zu arbeiten ftir unsre Ideale, dazu fordert uns der Stteik auf; immer mehr Agitation, immer mehr Auf« klärung, immer festere Organisation predigen uns eindringlich die ruhmvollen Tage des Generalstreiks. Wir dürfen sie nicht um geringes wieder heraufbeschwören, aber wir wollen und müssen uns die Möglichkeit, sie zu wiederholen. allezeit offen halten._ politifche Gebcvficht» Berlin, den 26, September. Die Gegner über Bremen. Kaum je hat sich ein solcher Grad tastender Unsicherheft bei unsren politischen Gegnern gezeigt als jetzt in ihren Versuchen, den Parteitag in Bremen zu beurteilen. Die sonst gewohnheitsgemäß angeivandten Maßstäbe versagen, sie können nicht fabeln von Sieg und Unterliegen der„Revisionisten" oder„Radikalen", von hoffnungS- vollen Spaltungszeichen, sie finden auch nicht die ersehnten Anlässe zu Schmähungen und Verunglimpfungen. Es wird ihnen unsäglich schivierig, ihre Feindschaft zu bethätigen, und so verfallen sie denn auf allerlei widerspruchsvollstes Durcheinandergerede. Der Parteitag war zunächst unsren Gegnern nicht„interessant" genug, wie wir es voraussahen. Es gab keine„Fälle", die sich durch falsche Darstellung vor den Kenntnislosen einigermaßen „ftuktifizieren" lassen; auch mit dem„Fall Schippe!" können sie nichts beginnen, sie müssen vielmehr selbst gestehen, daß unsre Partei, wie sich diese Angelegenheit gestaltet hatte, kaum anders verfahren konnte als sie verfahren ist. Wenn also„nichts los" war, so erklärt man den Parteitag für„inhaltslos", für„langweilig", für„öde". Die langweilige Jnhaltlosigkeit hindert aber nicht, daß alle die Blätter. die sich um erhoffte Sensationen betrogen sehen, dennoch in auSführ- lichen und manche von ihnen in mehreren Artikeln über den Partei« tag und einzelne der auf ihm behandelten Gegenstände sich ver- breiten. Giebt es Parteitage irgend einer andern Partei, die nur entfernt in dem Matze die Oeffentlichkeit beschäftigen, wie unser Parteitag in Bremen, der wiederum den Widerwillen der Gegner, sich mit den socialdemokratischen Dingen überhaupt eingehender einzu« lassen, niederzwang? So eifrig aber die gegnerischen Blätter ihre Enttäuschungen über den Verlauf des Bremer Parteitages zur Schau tragen, so wenig wissen sie seine wirkliche Bedeutung zu erfassen. Da stürmische Szenen, wie sie in Dresden ausbrachen, sich nicht wiederholten und ihnen nicht günstige Ausnutzungsmöglichkeiten boten, so schwanken sie ratlos zwischen der Frage, ob die socialdemokrattsche Partei denn nun wirklich anfange,„vernünfttg" zu werden, oder aber ob sie heuchlerische„Leisetreterei" betreibe. Die einen glauben, Anfänge der„Vernunft" zu bemerken, Iveil der Parteitag scheinradikale Vorschläge abwies, die er stets abgewiesen hat auch in den Zeiten der größten„Unvernunft". Die andren— und das ist das Gros— reden von Heuchelei und Verschleierung, obschon in der Sache der Parteitag so radikal war wie irgend ein andrer. Unsre Gegner sehen stets nur das Aeußerliche der socialdemokratischen Vorgänge, niemals die Sache selbst. Das aber gerade ist die Be- deutung des Parteitages in Bremen, daß sachlich wertvolles verarbeitet wurde. Wenn unsre Gegner nicht recht wissen, wie sie unsre Beratungen ftir ihre Zwecke ausbeuten sollen, wir wissen u m s o b e s s e r. wie wir sie für u n s r e Zwecke nützen können.— Der Handelsvertrag zwischen Oesterrcich-Ungarn und Italien. Aus Wien wird uns vom 26. September geschrieben: Endlich haben die Verhandlungen in Ballombrosa, deren Abreißen man schon so oft befürchtete, zu einem Ergebnis geführt: zwischen den Unterhändlern beider Staaten ist ein neues Provisorium vereinbart worden und der Entwurf eines neuen, definitiven Handelsvertrages ist zustande gekommen. Damit ist seitens Oesterreich-Ungarn der erste neue Verttag vereinbart worden, zu dem neuen Handels- polittschen Gebäude gleichsam der Grundstein gelegt. Es ist anzu« nehmen, daß nun die— freilich ungleich gewichtigeren— VerHand« Tumgen mit dem Deutschen Reiche schneller in Fluß kommen werden, den Standpunkt von 1877 verlassen, wo ihre einflußreichsten Führer I ruft. Geheimrat v. Conrad übernimmt im Landwirtschaftsministerium als es bisher der Fall war. das Zustandekommen eines neutralen Bergarbeiter Verbandes ein- die Stelle, die durch das Ausscheiden des Unterstaatssekretärs SterneEine provisorische Vereinbarung war deshalb nötig, weil das gestandenermaßen aus parteipolitischen Gründen vereitelten. berg frei wird. fommen wäre frühere Vertragsverhältnis infolge Kündigung von feiten Desterreichs Seitdem herrscht auch der Zwiespalt innerhalb der Gewerkschafts- Monarchische Wichtigkeiten. Am Montagvormittag verstarb in am 31. Dezember 1903 abgelaufen war und das im Dezember bewegung an der Ruhr. Die„ Kölnische Volkszeitung" will glauben Detmold der Graf- Regent Ernst. Man erinnert sich, daß deram 31. Dezember 1903 abgelaufen war und das im Dezember vereinbarte provisorische Uebereinkommen nur für neun Monate ab- machen, die Socialdemokraten hätten den Zwiespalt herbeigeführt. selbe um die Regentschaft einen langen Kampf gegen den Prinzen Das Gegenteil ist richtig, wie aus den„ Christlich- socialen Blättern", geschlossen wurde, also am 30. September 1904 aufhört. Gekündigt Jahrgang 1878, unzweidentig hervorgeht. Uebrigens wird die Adolf von Schaumburg- Lippe, welcher durch den Staiſer interfilist wurde der Vertrag ausschließlich wegen der Weinzoll- Klausel, Stampfesart der Klerikalen Zöglinge noch die Gerichte beschäftigen; dürften neue Erbstreitigkeiten um die Regentschaft entstehen, die inworden war, führen mußte. Nach dem Ableben des Grafen Ernst auf deren Beseitigung die Weinproduzenten in beiden Reichshälften die Verbandsführer haben Klage eingereicht, es wird sich also heraus folge der Geisteskrankheit des eigentlichen Fürsten von Gottes Gnaden so heftig drangen, daß sich die Regierungen dem Druck nicht zu ent- stellen, was von den gegen die Genossen Sachse, Schröder, Alexander erforderlich ist. Bereits hat der älteste Sohn des Grafen ziehen vermochten. Dazu kam noch, daß in Konsequenz eines mit Husemann, Hue, Horn usw. geschleuderten Klerikalen Ver- Ernst, Graf Leopold, die Regentschaft übernommen, die aber anFrankreich abgeschlossenen Vertrages jene ausnahmsweise Be- leumdungen wahr ist. gefochten werden wird. günstigung des italienischen Weines, die in der Weinzoll- Klaufel uns neue Erfolge. Wir können ganz damit einverstanden sein, daß die krausesten Wunderlichkeiten des deutschen Monarchismus. Das Recht Die Art des Rechtfertigungsverfuches in der„ K. V." verbürgt Die Erbschaftsstreitigkeiten in Lippe- Detmold bieten bekanntlich eingeräumt war, nun auch dem französischen Weine zu gute ge- die Klerikalen die so naheliegenden Quellen ihrer Niederlage zur Regentschaft wird der Detmoldschen Linie bestritten, weil vor eine Eventualität, die unter allen Umständen ver- zu verdecken suchen. Vor allen Dingen hat die Entwicklung der hindert werden mußte und nur durch die Kündigung des italienischen Centrumspartei nach rechts ihnen viele Positionen unter den standesgemäßen Ebenbürtigkeit erfreut haben soll. Diese ungeheuer 150 Jahren etwa eine Ahnfrau des Hauses sich nicht der nötigen Vertrages zu erzielen war. Die Weinzoll Klausel sie besteht Arbeitern gekostet. Der Zollwuchertarif hat tausenden wichtige Frage dürfte jetzt von neuem und um so mehr aufgeworfen darin, daß für italienischen Wein gegenüber dem autonomen fatholischen Proletariern die Augen geöffnet. Wenn dann noch werden, als die Behauptung auftaucht, daß jene Ahnfrau nicht einTariffatz von 20 Gulden in Gold in Form einer Grenzbegünstigung ein ein Stratege wie Brust hinzu kommt, fann es uns nicht fehlen! mal aus einer ordnungsmäßigen Ehe entsprossen sein sollte. Man Bollsatz von 3,20 Gulden in Gold bewilligt war wurde im Dezember der katholischen Kirche als Bollwert gegen die Socialdemokratie" fieht, daß die schwierigsten Probleme der Ebenbürtigkeit und des die vorigen Jahres formell beseitigt; da aber Italien das Recht zu zu retten. Die Niederlage soll principaliter verschuldet sein durch schehen, daß ein Volf, da sein wahrer Fürst im Irrenhause, fich Es kann das ge gesprochen wurde, die ausnahmsweise Einfuhr noch bis zum das Zuströmen„ oft nicht der besten Elemente" in den Ruhrbergbau unter einem Herrscher ebenso wohl oder unwohl befindet, welcher zur 20. Januar fortzusetzen, so war die Klausel in Wirklichkeit für die und das Verschwinden des alten ansässigen Bergmannsstandes". erhabenen Aufgabe des Herrschens überhaupt nicht berechtigt" iſt. ganze diesjährige Einfuhr noch in Kraft gewesen. Nun ist als Dieser Rechtfertigungsversuch ist erst recht fatal verunglückt; erhabenen Aufgabe des Herrschens überhaupt nicht berechtigt" iſt. Provisorium bis Ende 1905 von da an hofft man den definitiven das ist eine Sache von höchster innerpolitischer Bedeutung. Die an den eines der temperamentvollsten Telegramme des deutschen Der verstorbene Graf Ernst war bekanntlich auch derjenige, Vertrag in Kraft sezen zu können folgendes vereinbart worden: Einwanderung nach hier tommt überwiegend aus Kaisers gerichtet wurde. Als er im Jahre 1898 die Kühnheit hatte, Das gegenwärtige Verhältnis( feine Ermäßigung für italienischen katholischen Landesteilen! Wenn das„ oft nicht die besten Elemente" die Offiziere der Garnison Detmold zum Grüßen seiner Söhne und Wein) gilt noch bis 14. Oktober. Vom 15. Oktober wird dem sind, rückständige, nur zum„ Draufklappen" geeignete Leute, so scheint Töchter aufzufordern, und als er den Titel„ Erlaucht" seitens der italienischen Wein das Zugeständnis eines ermäßigten Zollfazes von Herr Brust doch Recht zu haben, als er vor 12 Jahren schrieb: Offiziere für sich in Anspruch nahm, da erhielt er das berühmte 6,50 Gulden in Gold gemacht.( Die österreichischen Zölle, die noch beiter amrüd ständig sten!" In den allerchristlichsten Gegenden sind die Ar- Telegramm:" Ihren Brief erhalten. Dem Regenten, was dem aus der Papiergeldzeit stammen, werden in Gold gerechnet, so daß Untersuchen wir aber die Gruppierung der Ruhrbergmannsschaft, in welchen Sie an mich zu schreiben für gut befunden haben, ein Regenten ziemt, weiter nichts. Im übrigen will ich mir den Ton, zu den Tarifsätzen ein variabler Aufschlag von durchschnitt- so finden wir, daß in den südlichen Revieren mit der lich 20 Prozent für allemal verbeten haben." tommt. Die Differenz zwischen der höchsten giffer altanjässiger Bergarbeiter der früheren und der jetzigen Ermäßigung stellt sich in Kronen- socialdemokratische Verband" seine Hochburgen hat! Hier erzielte er währung: 7,62 Kronen Zoll der Klausel, 15,48 Kronen Zoll die größten Majoritäten. Im Norden aber, wohin sich die Masse des neuen Provisoriums. Aber diese neue Bewilligung wird der Einwanderer wendet, über deren geistige Qualität die„ Köln. noch an verschiedene Bedingungen geknüpft. Volksztg." so absprechend urteilt, im Norden hat der, christliche Gewerkverein" am besten abgeschnitten! Also das Wahlbild zeigt das gerade Gegenteil dessen, was die„ Köln. Volksztg." beweisen will. bertwendet werden. Die Be Niemand wird verkennen, daß die weitere Entwickelung der Frage, wer in Lippe- Detmold als Fürst thront, von unendlicher Bedeutung für die deutsche Nation ist. Die Freizügigkeit des Fleisches", wie sie die Agrarier zu ihrem Vorteil und auf Kosten der Volksgesundheit durchgesetzt haben, wird am 1. Oktober ihren Segen beginnen. Auch das preußische Ergänzungsgesetz, das die letzte Möglichkeit einer städtischen Kontrolle über das eingeführte Fleisch beseitigt, hat jetzt die fönigliche Genehmigung gefunden; die Bemühungen der Oberbürgermeister, wenigstens diese extremste Maßregel agrarischer Interessenpolitik zu verhüten, find erfolglos geblieben. 1870er Kriegsvorgänge vor Gericht. Aus Mainz wird berichtet: Vor der Straffammer des großherzoglichen Landgerichts Mainz Erstens ist das Quantum der Einfuhr begrenzt: es können insgesamt während der ganzen Dauer des Provisoriums nur 450 000 Metercentner aus der diesjährigen Ernte stammender weißer Wein eingeführt werden. Die Legt man Wert auf tonfessionelle Unterschiede, so findet Einfuhr muß in Fässern geschehen, mittels Eisenbahn erfolgen und man, daß der„ socialdemokratische Verband" in Bezirken mit fast eine bestimmte Menge des Weines muß zu Verschneidungszwecken rein katholischer Belegschaft glänzend siegte. Dies ist Eine Reihe dieser Erschwerungen der Einfuhr politisch um so bedeutsamer, weil die Klerikalen gerade in diesen richtet sich allerdings nicht gegen Italien, sondern hat mehr den Bezirken mit all' ihren geistigen Waffen" zu Felde zogen. Der Zweck, das erlaubte Quantum Italien zuzuwenden. ,, Centrumsturm" ist hier gründlich abgebrochen worden; dies gestehen günstigung gilt nämlich formell für alle meistbegünstigten Staaten, auch Klerifale zu, die sich selbst nichts vortäuschen mögen. Interessant ist nur, daß als sociales Hilfsmittel" die wird aber infolge der Beschränkungen zumeist Italien zufallen.„ Kölnische Volkszeitung" u. a. auch den Bau von Kirchen angeht am Montag der Geschäftsführer der Mainzer Volkszeitung", Nebst jenem Quantum wird noch für 4000 Metercentner Marsala- regt und die Unternehmer tadelt, daß sie wenig oder gar striedrich Dölle, unter der Anklage, durch die Veröffentlichung und wein die ausnahmsweise Begünstigung eines Bollsages nichts" für Kirchenbauten thun! Die liberalen, anti- christ- Besprechung der Kriegsbriefe des verstorbenen Generals v. Kretschbon 7,50 Gulden bewilligt. Diese Begünstigungen werden lichen" Unternehmer zum Kirchenbauen einladen, das ist im Mirbach- mann die Offiziere und sonstigen Feldzugsteilnehmer des ersten aber nur in dem bis Ende 1905 laufenden Provisorium Zeitalter gewiß nicht verwunderlich, bedeutet aber den Zusammen( hessischen) Garde- Jäger- Bataillons im Kriege gegen Frankreich eingeräumt; in dem eigentlichen Handelsvertrage hört jede wie bruch der christlich- social- radikalen Propaganda, mit der bisher das beleidigt zu haben. Bekanntlich hatte General v. Kretschmann immer geartete Begünstigung für den italienischen Wein auf und er Centrum die rheinisch- westfälischen Industrie- Arbeiter an seine Fahne in zahlreichen Briefen an seine Gattin und seine beiden wird ausnahmslos dem Zollsatz des neuen autonomen Tarifs zu fesseln vermochte. Kinder, den jezigen Oberstlieutenant von Kretschmann und die ( 60 Kronen) unterworfen. Von 1906 an wird also der Zoll für Schriftstellerin und Frauenrechtlerin Frau Lily Braun, die Greuel italienischen Wein von 7,62 Kronen auf 60 Kronen erhöht, die Eindes Krieges geschildert und auch viele Einzelheiten aus dem Leben fuhr italienischen Weines nach Desterreich- Ungarn fast gänzlich und Treiben mancher Truppenteile mitgeteilt, die er teils selbst mitbeseitigt sein. Sie betrug in den letzten Jahren durchschnittlich eine erlebt, teils aus Erzählungen dritter Personen übernommen hatte. zu lekteren gehörte auch seine in einem dieser Briefe enthaltene Million Metercentner pro Jahr im Werte von rund 23 Millionen Darstellung über das Vorgehen der zweiten Compagnie des ersten Stronen: Italien hat also hier eine schwerwiegende Einbuße seines hessischen Garde- Jäger- Bataillons gegen die Bewohner des franzöſiExports zu verzeichnen. schen Städtchen Sens. Es ist selbstverständlich, daß Desterreich- Ungarn diese„ Errungenschaft" einesteils mit andern Konzessionen, andrerseits mit Vers schlechterungen seiner Exportinteressen bezahlen muß. Die Konzessionen an Italien bestehen vornehmlich darin, daß die Zölle für die italienische agrarische Produktion nirgendwo erhöht, zum Teil noch ermäßigt werden; die Verschlechterung der Bedingungen der Einfuhr nach Italien soll hauptsächlich in der Aufhebung der Zollfreiheit für Pferde liegen. Uebrigens wird der Inhalt des Vertrages geheim gehalten und die darüber in der Presse begründeten Angaben scheinen mehr Kombinationen zu sein. Jedenfalls ist der Vertrag bereits unterzeichnet, und so entsteht für Defterreich- Ungarn die Frage, wie es ihn gesetzlich festlegen will oder richtiger kann. Das provisorische Uebereinkommen wird in Desterceich wie schon das vom vorigen Jahre mit dem§ 14„ berordnet" werden. Wie wird es aber mit dem definitiven Instrument, das zwölf Jahre gelten soll, sein? Zwar ist bis zu dessen voraussichtlichem Beginn noch lange Zeit( 14 Jahr), aber angesichts der trostlosen parlamentarischen Verhältnisse verstärkt sich überall die Ueberzeugung, daß sämtliche fremde Staaten ihre handelspolitischen Vereinbarungen nicht mit dem Staate Desterreich- Ungarn, sondern mit dem§ 14„ abschließen" werden. * Deutfches Reich. Knappschaftswahlen und Centrumspartei. Aus dem Ruhrgebiet wird uns geschrieben: ,, rote Arbeiterverräter" u. dergl. operiert wurde. Ballins Rechtfertigung. Die Zusammenkunft der Reedereidirektoren mit dem Reichsfanzler scheint doch auch der Besprechung über unsre Enthüllungen aus der Praxis der Auswandererbehandlung gedient zu haben. W. T. B." verbreitet folgendes: Von zuständiger Seite gehen der„ Neuen Hamburgischen Börsenhalle" unter Bezugnahme auf von der socialdemokratischen Nach dem Ableben des Generals b. Kretschmann unternahm Bresse gegen die Auswanderer- Kontrollstationen gerichtete An- feine Tochter Frau Lily Braun die Herausgabe dieser Kriegsgriffe eine Darlegung der thatsächlichen Verhältnisse zu, in der briefe, deren Erscheinen seiner Zeit Aufsehen erregte. Die„ Mainzer es heißt: Die Kontrollstationen an der russischen Grenze Voltszeitung" veröffentlichte die Briefe über die Vorgänge in Sens find von den deutschen Gesellschaften im Jahre 1893 aus mit entsprechenden Randglossen, welche die beiden noch lebenden Anlaß der damaligen Choleraepidemie auf Verlangen der Führer der 2. Compagnie des hessischen Garde- Jäger- Bataillons, preußischen Regierung errichtet worden. Ihre Errichtung erfolgte den jetzigen Gefängnisdirektor von Mezz Major a. D. Mickel in erster Linie aus sanitären Gründen. Neben der ärztlichen und den Oberstlieutenant a. D. Balzer zur Stellung eines Untersuchung erfolgt in den Kontrollstationen die Feststellung der Strafantrages gegen das genannte Blatt veranlaßten. Dieses hat Persönlichkeit der Auswanderer, da die deutschen Gesellschaften ver- daraufhin zwei Vertrauensleute nach Sens und Umgegend entsandt, pflichtet sind, für alle Kosten aufzukommen, welche dem Deutschen um die Richtigkeit der von Herrn v. Kretschmann erhobenen BeReiche, den Einzelstaaten oder Gemeinden durch den Durchzug schuldigungen feststellen zu lassen, während anderseits der Hessische der Auswanderer, ihren Aufenthalt und durch etwaige Rüd- Wilitärverband alle ehemaligen Angehörigen der 2. Compagnie des wanderung entstehen. Im übrigen erfolgt die Durchlassung durch ersten Bataillons zur Zeugnisabgabe gegen die Behauptungen des die Kontrollstationen entsprechend den Vorschriften, welche die Generals aufgefordert hat. Der Prozeß schwebt auch noch gegen preußische Regierung für die Kontrollstationen erlassen hat und unter einen zweiten Angeklagten, den Hessischen Landtags- Abgeordneten Berücksichtigung der Einwanderungsbestimmungen der Vereinigten Redakteur August Bernhard Adelung. Die Verhandlungen dürften Staaten. Die Darlegung betont sodann, daß infolge der Errichtung sich sehr interessant gestalten. der Kontrollstationen jede Einschleppung von epidemischen Krantheiten verhindert worden, daß ferner weder dem Reich noch den Einzelstaaten oder den Gemeinden infolge der Durchwanderung Kosten entstanden und daß viele Tausende vor dem Verlust ihres Kiel, 24. September.( Eig. Ber.) Vor der Straffammer des Vermögens und der Zurückweisung in Amerika bewahrt worden hiesigen Landgerichts spielte sich gestern ein Prozeß ab, dessen Ausfeien. Die Mitteilung schließt: Durch die Stationen werden auch gang geeignet ist, in weitesten Streisen das größte Aufsehen zu er die Auswanderer aller Dampfschiffahrts- Gesellschaften zur Be- regen. Angeklagt wegen Körperverlegung war der Landmannsförderung zugelassen, die mit den deutschen Dampfschiffslinien in ohn Greve aus Oster by bei Eckernförde, dem zur Last geentsprechendem Vertragsverhältnis stehen. Wenn eine einzelne legt wurde, den aus Ostpreußen stammenden 2 andarbeiter Dampfschiffahrts- Gesellschaft, wie das zur Zeit bei der Cunard- Linie Röpke derartig mit dem Kolben seines Jagdgewehrs der Fall ist, von diesem Vertrage zurücktritt, so hört damit selbst- iiber den Kopf geschlagen zu haben, daß dessen soverständlich auch das Recht für diese Gesellschaft auf, ihre fortiger Tod eintrat. Röpfe hatte elf Wochen als Knecht bei Passagiere durch die Kontrollstationen passieren zu lassen, und es Greve gedient und ami 1. Mai dieses Jahres wegen 300 Mark für das Leben eines Landproletariers! war müssen solche Passagiere daher zurückgewiesen werden. Dabei ist aller- Arbeitsmangels entlassen worden. Im Laufe des Tages verdings die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß es sich bei Zurück- suchte der Entlassene nochmals das Haus zu betreten, um einem weisung solcher Passagiere um einzelne Auswanderer Handeln dort bediensteten Mädchen ein Abschiedsgeschenk zu überreichen. Er kann, welche sich dem Militärdienste in Rußland zu entziehen wurde jedoch von der Mutter des Angeklagten hinausgeworfen und suchen. Ebenso ist es nicht ausgeschlossen, daß bei den Hundert- soll bei der hierbei entstandenen gegenseitigen Schimpferei die alte tausenden, welche die Kontrollstationen passieren, hie und da Frau" Zicke" tituliert haben. Als Greve abends von der Jagd einzelne Mißgriffe seitens der betreffenden Beamten vorkommen, heimkehrte und von dem Vorgefallenen in Kenntnis gesetzt worden, welche aber selbstredend, sobald der Sachverhalt aufgeklärt ist, begab er sich stehenden Fußes auf das Nachbargrundstück, wo Röpke rettifiziert werden. im Gespräch mit einem andern Knecht stand. Ohne weiteres schluger hier beide mit der Faust ins Gesicht und mit seinem Gewehr, dessen Lauf er mit beiden Händen war so kräftig, daß Röpke zu Boden stürzte. Ehe dieser sich wieder erheben fonnte, versette er ihm Genic. Röpke dem Pool nicht beteiligt sei. Der Ausfall der Knappschaftswahlen ist der vorzeitig siegesficheren Centrumspartei arg auf die Nerven gefallen. Anfangs verfuchte ihre Presse den Wahlsieg der„ roten Brüder" zu verdunkeln durch tendenziöse Zahlengruppierung. Nun giebt aber der„ Christl. Bergknappe" die Zahl seiner behaupteten Size selbst auf nur 110 bis 111 an, was einen schweren Verlust bedeutet. Die Centrumspresse sucht sich zu revanchieren, indem sie in althergebrachter Weise dem Gegner schlimme Kampfesweise nachjagt. Ein langer Artikel in der Kölnischen Volkszeitung bedauert zwar die beispiellos rohe Schreibweise der Zechengewerkvereinsblätter, führt aber zu ihrer Entlastung einige Aus- Das hat alles schon das„ Berliner Tageblatt" gesagt und dem dieser Seite die„ Christlichen" provoziert seien. Wer die beider müßten uns nur wiederholen, wollten wir auf diese Darstellung nochmals brücke der„ Bergarbeiter- Zeitung" an, um zu beweisen, daß von haben wir in unsern Nummern 222 und 225 ausführlich gedient; wir seitigen Ausdrücke vergleicht, erkennt unschwer, auf welcher Seite die im einzelnen eingehen. Nur auf eins fei noch hingewiesen. Die padte, einen wuchtigen Schlag ins Roheit herrscht. Dabei stellen wir fest, daß die Verbändler Rechtfertigung fagt, daß die Cunard- Linie kein Recht habe, ihre blieb tot liegen! Der Angeklagte bestritt, direkt zugeschlagen sich noch passiv berhielten, als auf, christlicher" Seite schon mit den flobigsten Argumenten wie„ rotes Gesindel", Passagiere durch die Kontrollstationen gehen zu lassen, da sie an zu haben, und will Röpke bloß versehentlich mit dem Kolben gestoßen( 1) haben, als dieser sich herumdrehte. Die Die gewertschaftliche Haltung der Verbandsleitung Es handelt sich gar nicht um die Rechte der Cunard- Linie oder Zeugen sagten jedoch bestimmt aus, daß er den Schlag mit großer nennt die.."" Versteckenspielen", das ist die alte Methode, irgend einer andren Schiffahrtsgesellschaft, sondern es handelt sich Wucht geführt habe, und halten es für selbstverständlich, daß dadurch Die am 10. September Schiffbruch litt. In der deutschen Gewerk- um das Menschenrecht der armen Auswanderer. Wir haben Protest richt vorliegende amtliche Obduktions- Protokoll nicht an, der Tod herbeigeführt worden sei. Trotzdem nimmt das dem Geschaftswelt ist die neutrale Haltung des Bergarbeiter erhoben dagegen, daß die Auswanderer von den Schiffahrtsgesell- daß der Schlag die Ursache des Todes gewesen, ja, es ließe sich Verbandes bekannt, sie hat bekanntlich auch schon zu persönlichen schaften als Ware behandelt werden, daß sich der Staat mit seinen noch nicht einmal mit Bestimmtheit behaupten, daß der Schlag, der Reibereien zwischen einigen Verbandsführern, die Socialdemo kraten sind, und einigen Parteiführern geführt, weil die letztern Beamten in den Dienst der Gesellschaften stellt und daß der Staat nach Ansicht der Aerzte besonders heftig gewesen sein muß, den Tod des die Bergarbeiter- Taktik für parteischädlich hielten. Insonderheit ist mit diesem Liebesdienst gegen die Reedereien zugleich einen Liebes- N. auch nur beschleunigt habe. Dieser habe an einer die gewerkschaftlich- neutrale Haltung des Genossen Sue oftmals dienst gegen den Zarismus verbindet. Hirnhautentzündung gelitten und konnte auch ohne Einvon Parteigenossen fritisch abfällig erörtert worden. Ein Es ist deshalb auch weit weniger eine Rechtfertigung von den wirkung des Schlages zur selben Beit gestorben sein.() Das Ausfluß dieser zeitweilig fehr heftigen Diskussion war Reedereien als vielmehr eine Rechtfertigung von der Regierung zu Urteils und erklärte den Angeklagten nicht der Körperverlegung mit Gericht nahm dieses auffallende Gutachten zur Grundlage feines eine seiner Zeit in unferem Essener Parteiblatt er- fordern. schienene sehr abfällige Charakteristik Hues, die betödlichem Ausgang, sondern bloß der gefährlichen Körperzeichnenderweise bon derselben Centrumspresse seit Jahren Aemterwechsel. Der langjährige Direktor des Reichskanzler Gefängnis beantragt, das Urteil sah jedoch die Sache als„ bedeutend berlegung für schuldig. Der Staatsanwalt hatte neun Monate ausgeschlachtet wird, die sich sonst den Anschein giebt, als ob sie amts, Geheimrat v. Conrad, wird von diesem Posten zurücktreten, milder liegend" an und erkannte auf 300 M. Geldstrafe! Jedes für neutrale Gewerkschaften" sei. Hue steht nach wie vor auf dem um im Landwirtschaftsministerium die Fortführung der polenfeind- Wort des Kommentars ist überflüssig. Standpunkt der gewerkschaftlichen Neutralität, ohne allerdings Nur- lichen Ansiedelungspolitik zu betreiben. Als sein Nachfolger ist der Gewerkschaftler zu sein, er war es auch niemals. Gleichwohl ist Landtags- Abgeordnete Herr v. Loebell ausersehen. Herr v. Loebell, Die Süddeutsche Volkspartei hat in Aschaffenburg am gerade Hue Gegenstand der heftigsten klerikalen Angriffe. Ein Beweis, daß welcher einige Jahre auch Mitglied des Reichstags war, bis sein Sonnabend und Sonntag ihren Parteitag abgehalten. Nach die Centrumspartei von einer neutralen Gewerkschaftsbewegung unter den Mandat für Brandenburg kassiert wurde, hat sich als überaus reat- einem Referat Dr. Desers wurde der frühere Beschluß erneuert, Berglenten nichts wissen will, weil sie weiß, daß sie dem klerikalen tionärer Heißsporn erwiesen. Es ist einigermaßen auffällig, daß der den Zusammenschluß der Gruppen der bürgerlichen Linken zu erstreben. Einflusse Abbruch thut. Nur scheinbar hat die Centrumspartei Reichskanzler eine derartige Kraft" zur Leitung seiner Kanzlei be- Ueber die socialen Aufgaben der Gemeinde sprach Rößler- Frank furt a. M.; es wurde eine Kommission gewählt, die ein kommunales| Beilen feinen Refern mitzuteilen. Nachdem er meine angeblichen| Meldung behauptet, daß der Gesundheitszustand der russischen Armee Programm vorbereiten soll. Gegen die Beschränkung der Verirrungen natürlich aus dem Zusammenhang gerissen ein ausgezeichneter sei. Epidemische Krankheiten seien nicht aufDeffentlichkeit im Militärgerichtsverfahren sprach Rechtsanwalt citiert hat, fährt er in lammhafter Unschuld fort:" Darauf ant- getreten. Typhus und Dysenterie Herrschten nur in ganz leichter Meyer- Ulm. Muser behandelte die Schulfrage, er forderte worteten wir durchaus sachlich. Um den Genossen die BeTrennung von Schule und Kirche und wünscht den Kampf gegen die urteilung jener Sachlichkeit zu ermöglichen, sei mitgeteilt, daß der Form. Auch die Verpflegung der Truppen sei gut. Diese MelBerfinsterungsbestrebungen auch in Gemeinschaft mit der Social- erste Artikel des Herrn„ Tat" folgende Säge enthielt:„ Ein erst vor Dungen stehen in schärfstem Gegensatz zu anderweitigen Meldungen, demokratie zu führen. Schließlich wurde Kritit an der schwulstigen faum Jahresfrist entstandenes Finanz- Sensationsblatt wonach Verpflegung, der Transport der Verwundeten und der GeGratulation geübt, die Graf Ballestrem im Namen des Reichs- hat allerdings jüngst die Haltung, welche die socialdemokratische ſundheitszustand der russischen Trupppen sehr viel zu wünschen tags aus Anlaß der Verlobung des Kronprinzen an den Kaiser Presse zu der Hibernia- Angelegenheit eingenommen hat, bemängelt übrig lassen soll. gerichtet hat. und die von einigen Parteiblättern befürwortete Forderung eines Ueber die Kämpfe um Port Arthur Eine befremdende Ordensverleihung. Sogar in dieser Aera Kartell- Gesetzes für einen Rückfall in liberale Anschauungen erklärt. liegt eine längere Reutermeldung aus Tschifu vor. Sie lautet: der militärischen Mißhandlungsprozesse werden sich unsre Leser entstanden ist, sich am allerwenigsten zum Principienwächter eignet, Cbgleich gerade dieses Blatt nach den Umständen, unter denen es gewiß noch des haarsträubenden Rekords in Soldatenschindereien er- flagt es die Parteipresse kurzweg des Principienverrats an. innern, der im Dezember des vorigen Jahres dem Unteroffizier Ich kann es wohl getrost den Parteigenossen zu beurteilen überFranzki vom Infanterie- Regiment Nr. 85 in Rendsburg von lassen, ob diese Behauptung durchaus sachlich" und was für eine Sortigen Kriegsgericht zuerkannt wurde. Wegen Mißhandlung in Parteimoral" es ist, gefälschte Thatbestände den Lesern des„ Vor1520 Fällen, vorschriftswidriger Behandlung von Untergebenen im wärts" vorzutragen. 80 Fällen, vorsätzlicher Abhaltung von Beschwerdeführung in 20 Fällen Zur fachlichen Richtigstellung sei heute nur gesagt, daß mein ist bekanntlich dieser Oberschinder zu fünf Jahren Gefängnis ver- sechs Spalten langer Artikel, aus dem Herr Tat" wenige Zeilen urteilt worden. Im Laufe der Verhandlung erklärte der Hauptmanu citiert, sich gar nicht gegen ein Kartell- Gesetz richtet, sondern lediglich b. Hofmeyer, zu dessen Compagnie Franzki gehörte, von den gegen die Bestrebungen, ein Anti- Kartell- Gefeß, das den Kartellen Mißhandlungen nie etwas bemerkt zu haben. Schon das Lebenslicht ausblasen will, zu schaffen. Zu einem Kartell- Gesetz das Urteil stellte damals zur allgemeinen Verblüffung fest, daß mache ich sogar viel weitergehende Vorschläge, als Herr„ Tat", indem Merkmale einer mangelhaften Beaufsichtigung des Franzti seitens ich eine durchgreifende Aenderung der Aktien- Gesetzgebung verlange. seiner Vorgesetzten durch die Verhandlung nicht zu Tage gefördert Da ihm die nötige Fachkenntnis fehlt, hat Herr" Tat" das anscheinend worden". Nunmehr ist der Hauptmann v. Hofmeyer, in dessen nicht verstanden. Compagnie, ohne daß er es merfte, ein einziger Unteroffizier innerhalb kurzer Zeit 1600 Mißhandlungen begehen und, wie es in dem damaligen Urteil hieß, mit der Brutalität eines Ochsenknechtes" hausen konnte, mit dem Kronenorden vierter Klasse dekoriert worden. Ein diebischer Stellvertreter Gottes". Der Sergeant Josef Spieleder vom 16. Infanterie- Regiment wurde zur Verwaltung des Garnisonlazaretts nach Landshut kommandiert. In der Nacht vom 9. auf 10. August stahl er dem Lazarettinspektor aus einer Handkasse den Betrag von 100 M., womit er am andren Tage dringende Schulden bezahlte. Vom Vicewachtmeister zur Rede gestellt, hatte der Spieleder die Gemeinheit, den Verdacht des Diebstahls auf einen Krankenwärter zu lenken. Nachdem sich dessen Unschuld herausstellte, gestand der Herr Sergeant nach längerem Leugnen den Diebstahl. Das Kriegsgericht der ersten Division in München verurteilte den diebischen Stellvertreter zu sechs Monaten Gefängnis, zur Degradation und zur Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes. Aus Südwestafrika. „ Tat" im einzelnen zu entwirren und seine geradezu ungeheuerliche Die Unmenge von Fälschungen und Unterschlagungen des Herrn gnoranz bloßzulegen, überschreitet das Maß von Zeit, das ich augenblicklich dringenderen und produktiveren Arbeiten abzwacken fann. Aber die gründliche Abrechnung soll Herrn" Tat" nicht ge= schenkt werden. Er soll sie so gründlich bekommen, wie er sie schon lange verdient hat. Im übrigen gebe ich mich noch immer der Hoffnung hin, daß eine derartig perfide Beschimpfung, wie sie mir zu teil wurde, nur deshalb im politischen Teil des„ Vorwärts" Unterschlupf finden konnte, weil die leitenden Redakteure in Bremen„ fern von Madrid" teilten. Berlin, den 25. September 1904. Georg Bernhard. Husland. Desterreich- Ungarn. Die Stichwahl in Steiermark. Bei den Stichwahlen ist es gelungen, den Klerikalen noch zwei Amerika. Eine Kundgebung Barkers. Die Japaner eroberten in den Kämpfen vor Port Arthur vom 19. bis 21. September mehrere wichtige Stellungen. Sie geben ihre Verluste in den drei Tagen auf wenigstens 3000 Mann nach russischen Berichten sollen sich dieselben jedoch auf das Dreifache belaufen. Der größte Erfolg ist die Wegnahme des Kuropatkin Forts, welches, die Wasserleitungen schüßte. Am 20. September wurden die Garnison und die Einwohner, die während der letzten Wochen in verhältnismäßiger Sicherheit gelebt hatten, vor Tagesanbruch durch das Feuer der Japaner geweckt, das auf der ganzen Linie der westlichen Forts begann. Schließlich gingen die Japaner zum Sturm vor, der mit der Einnahme von drei bedeutenden und sechs weniger wichtigen Forts endete. Die Beschießung dauerte ununterbrochen fort. An mehreren Punkten hatten die Japaner schwere Artillerie aufgestellt. Das Artillerie feuer des Kuropatkinforts ließ während des Bombardements allmählich und, als die Japaner zum Sturm borgingen, fast ganz nach. Dhgleich das Kuropattinfort zur Linie der Hauptbefestigungen gehörte, wird doch durch seine Einnahme Erlungtschan nicht bedroht. Nachmittags 51 Uhr nahmen die Japaner die Itschwan beherrschenden Nebenforts. Die Russen machten wiederholt Ausfälle. Während der folgenden Nacht dauerte die Beschließung fort, die sich hauptsächlich gegen die drei Meilen westlich Jtschwan gelegenen Nebenforts richtete. Auch Itschwan wurde nachdrücklich beschossen. Allmählich ließ das Feuer nach, worauf die Japaner zum allgemeinen Sturm vorgingen, bei dem sie aber auf hartnäckigen Widerstand stießen. Das Feuer der Gewehre und Maschinengewehre richtete große Verheerungen unter den Japanern an, welche die Gräben übersprangen und die Drahtgitter niederrissen. Endlich drangen die Japaner in das Fort Itschwan ein, wobei ein heftiger Kampf Mann gegen Mann entDa die Japaner in der Ueberzahl waren, unterlagen die Russen, der Kampf hörte aber nicht cher auf, als bis sämtliche Verteidiger getötet oder verwundet waren. Militärische Sachverständige äußern ihre Ansicht dahin, daß, wenn die Japaner Erlungschan und Kikwanschan oder Itschwan und Antschan nehmen sollten, die Lage von Port Arthur Hoffnungslos sein würde. Vorstehende Nachricht überbrachte ein sehr glaubwürdiger Chinese, der Port Arthur am 21. d. M. verlassen hatte. Er weiß nicht, ob die Schlacht am 22. d. M. wieder aufgenommen wurde, doch wird von Dschunken berichtet, daß das Bombardement an diesem Tage nur sehr schwach gewesen sei. Auf einem Dampfer aus Dalny eingetroffene Reisende bestätigen das Gerücht, daß am 24. d. M. ein heftiger Kampf stattgefunden habe. brannte. Ein zuverlässiges Bild der Lage von Port Arthur vermag man können wird. Partei- Nachrichten. Vor solchem Ton strecken wir natürlich die Waffen und erfennen neidlos Herrn Bernhards Ueberlegenheit in dieser Form der Polemik an. Diejenigen unsrer Leser, welche sich sachlich über die Angelegenheit informieren wollen, verweisen wir nochmals auf den ,, Wirtschaftlichen Wochenbericht" in Nr. 219 des„ Vorwärts" vom 17. September. Was wir dort über den„ Plutus" und seine AnBerlin, 26. September. General v. Trotha meldet aus rempelung unsrer Parteipreffe gesagt haben, wird durch keine anDparatane unter dem 19. September: Die 7. Compagnie Feld- mutigen Gemütserleichterungen des Herrn Georg Bernhard erregiments 2 erreicht voraussichtlich am 20. d. Mts. Gobabis. schüttert. Eine dorthin entsandte Patrouille fand nirgends Spuren von Hereros. Augenblicklich besetzt Deimling Epukiro mit 2 Compagnien und 4 Geschüßen, Postierungen in Ganas. Sturmfeld 1 Compagnie, 2 Geschütze. Abteilung Heydebrec verstärkt durch halbe 1. Batterie.( von Kolonne Deimling) Ombatataha und Kl. Okahandya. Kleine Postierungen Wasserstelle Otowarumende, Katjekori- Eware. Estorff Mandate zu entreißen. In Leoben wurde der Genosse mit Volkmann bis Dwinaua- Naua. Reigenstein Dr. Schacher I gewählt. Er erhielt 12 259 Stimmen gegen 12 097 sich bei den einander widersprechenden Nachrichten nicht zu machen. schob am 18. d. Mts. eine Compagnie, zwei Maschinengewehre unter Stimmen, die der Klerikale Gegenkandidat auf sich vereinigte. In Während auf der einen Seite behauptet wird, daß die Besazung Dürr nach Otjofondjou, Volkmann über Dijinene; Estorff über der Hauptwahl am Dienstag hatte Genosse Dr. Schacherl 10 437 faum noch 8000 Mann stark sei, wird von der andren Seite die Zahl Dmbu- Atogo. Sperrung des Omuramba- Flusses durch Stimmen erhalten. Die 1800 Stimmen, die unser Genosse in der der Waffenfähigen auf noch mehr als das Doppelte angegeben. Fiedler- Kommando geht nach Dwinaua- Naua. Stichwahl mehr erhielt, sind zum weitaus größten Teil social- Ebenso diametral wie diese Nachrichten stehen sich auch die MelUnter dem 21. 5. Mts. meldet General v. Trotha ferner. Nach demokratische Referven. Die Deutsch- Nationalen hatten Dungen über die Proviantverhältnisse in Port Arthur gegenüber. Ganas bestimmte Postierungen Deimlings müssen sich nicht dazu aufschwingen können, ihren Wählern auch nur Stimm- Auf der einen Seite wird behauptet, daß die Nahrungsmittel bereits Wassermangels wegen nach altfontein zurüdenthaltung zu empfehlen. Der wesentlich durch eigne Kraft errungene kehren. Eine stärkere mit Wasserwagen versehene Aufklärungs- Sieg ist also um so erfreulicher. Bei der zweiten Stichwahl handelt sehr knapp geworden seien, während auf der andren Seite die abteilung ist dorthin unterwegs, da nach Aussage Gefangener bei es sich um den Wahlkreis Marburg. Hier wurde der deutsch- Lebensmittel noch als verhältnismäßig reichliche bezeichnet werden. Otjimangombe und Ganas starke Hererobanden sich be- volfliche Kandidat Bürgermeister Stieger mit großer Majorität Trotz alledem scheint es, als ob die Japaner ständige forts finden. Offizierspatrouillen beobachteten 40 Kilo- gewählt. Die Socialdemokraten, welche 3207 Stimmen beim schritte machten, Schritt für Schritt neue Posie meter nordöstlich von Owinaua- Naua am Eiseb- Fluß starte ersten Wahlgang erhalten hatten, haben der Parole der Partei- tionen erkämpfen, so daß es ausgeschlossen erHereromassen, angeblich Samuel Maharero- bertretung gemäß, geschlossen für den deutsch- voltlichen Kandidaten scheint, daß die Festung sich noch lange Zeit halten Ljetio. Aufklärung von Klein Okahandya Omuramba- ihre Stimme abgegeben. fluß abwärts. Achte Compagnie und Halb- Batterie Winterfeld( von Abteilung Fiedler) wird am Omuramba- lamatato auf Dkaundja vorgeschoben. Ausdehnung der LandEtappenlinie sowie starker Ausfall an Zug Der Präsidentschaftskandidat Parker veröffentlicht eine Kundtieren bei an sich geringem Fuhrpark erschwert gebung, in welcher er die Aufstellung seiner Kandidatur annimmt Ein schlechter Kronzeuge. ungemein den Nachschub. Mehrfach fleinere Gefechte mit und hervorhebt, daß er unbedingter Anhänger der Die bekannte Notiz der unter starten Verlusten zersprengter Hererobanden. Diesseits keine Goldwährung sei. Eine Tarifreform sei niemals gegen Südekum hatte die Sächsische Arbeiterzeitung" zu einigen Leipziger Volkszeitung Verluste. Hauptquartier 22. Dwinaua- Naua. notwendiger gewesen als heute. Der Dingley- Tarif be- abwehrenden Bemerkungen über den Ton der Leipziger Volks Das wasserarme Gelände erschwert also die Operationen un- laste das Volk, indem er es zwvinge, Hungerpreise für Lebensmittel zu zeitung" veranlaßt. Dagegen wehrt sich die„ Leipziger Boltszeitung" gemein. Und wenn auch die kleinen Gefechte der letzten Zeit ohne zahlen. Ein neues Trustgeset jei notwendig, da das bestehende jetzt, indem sie der Sächsischen Arbeiterzeitung" eine Notiz aus dem empfindliche Verluste für die deutschen Truppen abgelaufen sind, so fich als unzureichend erwiesen habe. Die Schiffahrt könne Jahre 1897 vorhält, die sich gegen Schönlant richtete und die allerreißt dafür der Typhus Tag für Tag immer neue Lücken, wie nicht durch ein Subventionssystem gestügt werden. dings an Kraft des Ausdrucks auch nichts zu wünschen übrig läßt. folgende Meldungen beweisen: Die Beziehungen zum Ausland seien wesentlich durch die Erwerbung Seit 1897 ist eine lange Zeit vergangen; vieles hat sich seitdem Berlin, 26. September. Im Lazarett Grootfontein am der Philippinen, die die Union verwundbar gemacht, geändert geändert und die" Sächsische Arbeiterzeitung" tönnte schon deswegen Typhus gestorben sind: Neiter Martin Pahl, geboren worden. Das Eindringen der Amerikaner in die mit einigem Recht sagen, das sind olle Kamellen; vergeben und 19. Februar 1885 in Sassenburg, früher 2. Artillerie- Regiment, am fremden Märkte habe eine Abneigung großer vergessen. 30. August; Reiter Gustav Hellestern, geboren Industriestaaten hervorgerufen. Die Amerikaner 7. September 1882 in Empfingen, Hohenzollern, früher 4. bayerische müßten freundschaftliche Beziehungen zu allen Nationen unter der Sächsischen Arbeiterzeitung" aus dem Jahre 1897 stammt Indessen ist da noch eine fleine Bifanterie dabei. Die Notiz Chevaugleger, am 26. August; Seiter Paul Baltau, früher halten; alle Bündnisse, die nur zu Verstimmungen führen könnten, nämlich von Parvus und der hat doch der Leiziger Bolts158. Regiment, Transport Heyde, am 25. August. Im Gefechte müßten vermieden werden; man müsse sich der Einmischung in zeitung" noch keine Vorlesung über ihren Ton gehalten. Otambukauandja am 19. September leicht verwundet: fremde Angelegenheiten enthalten. Auf dem amerikanischen Kontinent Gefreiter Ernst May Hartmann, früher Jäger zu Pferde in dürften sie nicht den öffentlichen Polizisten spielen und unter Dresden, Schuß rechten Oberschenkel; Reiter Franz Stein feinen Umständen für fremde Staatsschulden eintreten. Die Un Duisburg ihren diesjährigen Parteitag ab. Das Agitationsfomitee Die Parteigenossen des Niederrheins halten am 9. Oktober in berger, Funtentelegraphie, früher 1. Eisenbahn- Regiment, seit dem abhängigkeit und Souveränität jedes einzelnen amerikanischen für den Bezirk, der zwölf Wahlkreise des Niederrheins, außerdem 3. September vermißt. Staates müsse geachtet werden. Die Union dürfe nur dann ein- noch die Kreise Hagen- Schwelm, Altena- Iserlohn und Siegen um Berlin, 26. September. Amtliche Mitteilung. Gefreiter schreiten, wenn es gelte, die einzelnen Staaten der Union in ihrer faßt, hat seinen Bericht veröffentlicht, dem wir einige Zahlen und Johann Sertt, früher erstes bayrisches Jäger- Bataillon, ist eigenen politischen und nationalen Entwickelung frei von dem Daten entnehmen. Zu bemerken ist, daß das Berichtsjahr nur neun am 11. August bei Hamafari, Unteroffizier Maximilian Matt, Druck fremden Einflusses zu halten. Die Filippinos Monate umfaßt, weil der Parteitag, der früher stets im Januar früher Infanterie- Regiment 113, ist am 11. Auguſt bei Waterberg müßten durch das Versprechen einer Unabhängig stattfand, laut Beschluß der letzten Konferenz im Anschluß an den gefallen. Reiter Mar Karl Heinrich Czaya vom zweiten teit, ähnlich wie die Cubas, zur Entwickelung an- deutschen Parteitag stattfinden stattfinden muß. Der letzte Parteitag Regiment, früher Grenadier- Regiment 9 ist am 18. September und gespornt werden. hat ein neues Drganisationsstatut für den Niederrhein Reiter Neumann, früher Infanterie- Regiment 19, am 4. September die beschlossen, in welchem grundsätzlich Centralvereine für im Lazarett Dtjofondu am Typhus gestorben. Gefreiter den ganzen Wahlkreis Theodor Boost von der Funtentelegraphie- Abteilung, früher werden, gefordert für Wahlkreise, erstes Telegraphen- Bataillon in Schöneberg, ist am 23. September in denen der Gründung solcher Vereine besondre Schwierigkeiten im Lazarett Dtosongho am Typhus gestorben. Unteroffizier Eine zweite russische Armee soll nach einer offiziellen russischen entgegenstehen, sollen Streiskomitees gebildet werden. Hermann Scholz, früher dritte Maschinengewehrabteilung, aus Mitteilung gebildet werden. Der Zar ernannte den General- Organisationsstatut ist so ziemlich überall durchgeführt, heißt es in Kunern, Kreis Münsterberg, ist am 24. September im Lazarett adjutanten und General der Infanterie Seriepenberg zum Kom- dem Bericht, doch zählt man in dem ganzen Bezirk nur annähernd 10 000 politisch organisierte Genossen. Wenn auch die Zahl gegen Waterberg an Herzschwäche gestorben. mandierenden einer zu bildenden zweiten Mandschurei- Armee. das Vorjahr um 1834 gestiegen ist, so kann man dieselbe für einen Der Typhus wird neue Nahrung erhalten, sobald die In einem Schreiben an General Kriepenberg erklärt der Bar, so großen Distritt nicht als genügend ansehen. Doch darf man warme Jahreszeit mit ihren Regengüssen wieder daß die Vorgänge in Ostasien ihn veranlaßt hätten, erstens nicht außer Acht lassen, daß in sechs Wahlkreisen, die schwärzesten, einsetzt. Die Regenzeit beginnt aber gemeinhin bereits mit dem die Streitkräfte auf dem Kriegstheater bedeutend zu vermehren und die überhaupt wohl in Deutschland existieren, noch keine September, kann also jeden Tag einsetzen. Als zuerst der Typhus unter den Truppen Glasen apps auftrat, tröstete man zweitens die Truppen in der Mandschurei in zwei Armeen zu 300 Organisierte vorhanden sind, das Bild sich für die Großstädte sich damit, daß diese Epidemie, die durch die Regenperiode teilen, damit die Manövrierfähigkeit und Beweglichkeit der Truppen also etwas günstiger stellt. hervorgerufen worden sei, mit dem Eintritt der falten Jahreszeit erhöht werde. Es wurden 120 000 Agitationskalender verteilt, außerdem die verschwinden werde. Leider hat sich diese optimistische Annahme Um die Beweglichkeit der mandschurischen Truppen zu erhöhen, vielen Tausend Flugblätter, die von den einzelnen Streifen heraussoll auch nach einer Mitteilung des Kuropatkins Armee in drei Abteilungen gegliedert werden. Diese und Duisburg- Mülheim beabsichtigen, eine eigne Beitung zu einer Mitteilung des„ Berliner Tageblattes" gegeben wurden. Betreffs der Presse wird ausgeführt, daß die Genossen in Essen Gliederung entspricht der Gliederung der japanischen Armee. Ob gründen; bekanntlich ist jetzt dort die„ Dortmunder Arbeiter- Zeitung" freilich durch eine derartige mechanische Nachahmung der japanischen eingeführt. Die Elberfelder Parteigenossen werden im Laufe dieses Der Herausgeber des" Plutus", Herr Georg Bernhard, ist sehr fraglich, denn es dürften höchst wahrscheinlich der russischen die Freie Presse", in der Offizin des Genossen Grimpe- Elberfeld Heeresorganisation die Operations chancen entsprechend erhöht werden, Jahres eine eigne Druckerei eriverben, bis jetzt wurde ihr Organ, Erwiderung. Unter der Spitzmarke„ Ein Beitrag zum guten japanischen Generale Oku, Nodzu und Kuroki fehlen, ganz strategischen Fähigkeiten der hergestellt. Ton" wird im Vorwärts" vom 25. September eine Polemit zwischen abgesehen von dem geringeren militärischen Werte der russischen Herrn„ Tat", dem Verfasser der„ Wirtschaftlichen Wochenschau", und mir in einer Weise wiedergegeben, die charakteristisch für die Truppen. polemischen Manieren des Intaforschers ist, der sich für einen großen handelspolitischen Sachverständigen hält. nicht bestätigt. Wohl aber ist als sicher anzunehmen, daß die neue Regenperiode die Typhusepidemie wieder ganz erheb lich verschärfen wird! Herr Bernhard rettet den guten Ton. sendet uns folgende Zuschrift: " Vom ostasiatischen Kriegsschauplatz. Armee Generale bon den Auf dem Kriegsschauplatz bei Mukden Das Niederrhein so schwach ist; gute Anfänge seien nur in Elberfeld und Geklagt wird in dem Bericht, daß die Frauenbewegung am Essen zu verzeichnen, doch müsse im kommenden Jahre eine rege Agitation in dieser Beziehung entfaltet werden. im Besonders ungünstig sind die Verhältnisse für unsre Genossen Die fragliche Notiz erbringt aufs schlagendste den Beweis für unterbrochen vor, während die russischen vorgeschobenen Truppen sich Beteiligung im großen und ganzen nicht zu flagen war, so ist der hat sich die Situation wenig verändert. Die Japaner rücken un- Rheinlande bei den Gemeinderatswahlen; wenn auch über die die Richtigkeit meiner Behauptung, daß es dem Herrn„ Tat" auf weiter zurückziehen. Nach einer Petersburger Meldung ziehen die Erfolg bis jetzt nur ein geringer. eine fleine litterarische Fälschung oder Unterschlagung nicht anBetreffs der Kassenverhältnisse heißt es in dem Bericht, daß die fommt: Um meinen Ton" den Parteigenossen gegenüber in eine Japaner fortlaufend Verstärkungen heran, so daß Organisationen in den neun Monaten eine Einnahme von circa recht grelle Beleuchtung setzen zu fönnen, vergißt der Herr in der die Schlacht jeden Tag beginnen könne. Eine 28 000 m. hatten. An den Parteivorstand wurden während der Zeit Geschwindigkeit ein paar für ihn anscheinend nicht wichtige japanische Kolonne marschiert längs des Laohe auf Tielin. Dieselbe aus dem Bezirk 2078 m. abgeliefert, 3075 M. waren als Beitrag Beim Agitationsfomitee eingegangen, das eine Gesamt Einnahmte| fich den Streifenden anzuschließen. Während so auf der stages für Gesellen und Lehrlinge. Desgleichen die energische Durch bon 3864 M. hatte. Die verschiedenen Wahlkreise verfügten am einen Seite die Zahl der Streifenden und Ausgesperrten führung der 11stündigen Ruhepause für die Verkäuferinnen und Schlusse des Berichtsjahres noch über einen Gesamtkassenbestand von wächst und eine weitere Vermehrung derselben eintreten muß, Padengesellen. Vor allem wird die sofortige Einführung eines fostenetwas mehr als 6000 M., während das Agitationskomitee noch wenn infolge des Fabritantenbeschlusses am Donnerstag weitere lofen Innungs- Arbeitsnachweises gefordert. Im übrigen erkennen 1836 M. im Besiz hatte. 20 Proz. der Arbeiter ausgesperrt werden, ist auf der andern Seite die Anwesenden bis auf weiteres den vom Centralverband ges Für den Parteitag liegen Anträge von dem Rheinisch- West- festzustellen, daß ein großer Teil von Verbands- Fabrikanten nicht gründeten fostenlosen Arbeitsnachweis an, der ein Schutz gegen die fälischen Agitationskomitee der polnischen Socialdemokratie vor, die ausgesperrt, und zehn Mitglieder des Fabrikanten- Verbandes, In- in Berlin bestehenden Stellenbermittler ist. Vom Gesellen- Ausschuß dahin gehen, daß der niederrheinische Parteitag dem genannten haber mittlerer Betriebe, den Tarif unterschrieben und ihren Austritt wird verlangt, die bisherigen Forderungen des Verbandes nochmals Agitationskomitee einen Zuschuß zur Agitation unter den Bolen zur aus dem Verbande in Aussicht gestellt haben. Nach Lage der der Innung zu unterbreiten und dafelbft energisch zu vertreten. Verfügung stellen soll und weiter sollen die Genossen verpflichtet Verhältnisse sieht die Streifleitung der weiteren Entwicklung der Sobald der Gesellen- Ausschuß dieses befolgt, wird er auch genügend werden, die Polen in der Lokalfrage zu unterstützen. Bewegung mit großer Zuversicht entgegen. Sie ist bereit, wegen Anerkennung in Gesellenkreisen finden." Abschluß eines Tarifvertrages mit der Organisation der Fabrikanten Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Die Bescheinigung von Versammlungsanzeigen. zu verhandeln, unter feinen Umständen aber den Kampt bedingungslos aufzugeben. 0 Deutfches Reich. Die Steinsetzer haben, wie uns ein Privattelegramm aus § 1 des preußischen Vereinsgesetzes bestimmt bekanntlich im Die Stärke des Fabrikanten Verbandes ist, wie der Referent Iauen meldet, dort wegen Lohndifferenzen die Arbeit niederersten Absatz:" Bon allen Versammlungen, in welchen öffentliche ausführte, feineswegs so bedeutend, wie es die Fabrikanten gelegt. Angelegenheiten erörtert oder beraten werden sollen, hat der Unter- in der Deffentlichkeit hinzustellen suchen. Jusbesondere trifft Der Streit der Metalldrücker in Leipzig nimmt einen benehmer mindestens 24 Stunden vor dem Beginn der Versammlung es nicht zu, daß die Organisation der Fabrikanten in friedigenden Verlauf. Zu den neuen Bedingungen arbeiten in 15 Beunter Angabe des Drtes und der Zeit derselben Anzeige bei der folge des borjährigen Streifs gewachsen sei. Größere und trieben 50 Mann. Im Ausstande befinden sich noch 24 Mann. Ortspolizeibehörde zu machen. Diese Behörde hat darüber sofort mittlere Betriebe sind ausgetreten und ungefähr ebenso viele Kleine Davon sind 5 verheiratet und 19 ledig. Durch den Kampf der eine Bescheinigung zu erteilen". Um die Auslegung der Vor- Betriebe hinzugekommen, so daß jetzt in den Verbandsfabriken etwa Berliner Kollegen ist für den Ausstand der Leipziger eine günstigere schrift über das sofortige Ausstellen einer Bescheinigung durch 2000 Arbeiter weniger beschäftigt sind, wie vor einem Jahre. Auf Situation geschaffen. Zuzug ist bis heute nicht zu verzeichnen geDie Polizei handelte es sich bei einem Verwaltungs- der andern Seite haben die Firmen, welche voriges Jahr den Tarif wesen. Die Stimmung unter den Streifenden ist vorzüglich. Streitverfahren gegen den Regierungspräsidenten zu Bromberg, unterzeichneten, ihre Betriebe erheblich ausdehnen können. präsidenten in Bromberg. ſcheidung herbeizuführen. Reit hatte geltend gemacht, daß die im ihrer Mitte zu den von der Fabrikantenvereinigung vorgeschlagenen Letzte Nachrichten und Depefchen. Eisenbahner- Konferenz. welches jetzt durch das Ober- Verwaltungsgericht erledigt worden Für die in den Reihen der Fabrikanten herrschende Situation Die Aussperrung in Pirmasens ist vermieden. Unter Vorsiz und ist. Am 13. April 1908 machte der Expedient Neitz auf der Polizei- ist ein Schreiben kennzeichnend, welches die Firma Feister streng auf Veranlassung des Herrn Fabrikinspektors hielten die Vertreter des Fabrikantenvereins und des Vereins deutscher Schuhmacher eine verwaltung( Bürgermeisterei) zu Natet im Regierungsbezirk Bromberg vertraulich" an die„ A. E. G." richtete, um diese zu ersuchen, streitende des Fabrikantenvereins und des Vereins deutscher Schuhmacher eine bie Anzeige, daß am nächsten Tage nachmittags 2 Uhr eine Ver- Arbeiter der Feisterschen Fabrit nicht einzustellen. Dies Schreiben spricht Sigung ab, in der folgendes vereinbart wurde: 1. Die Firma Kopp ſammlung der Flößer im Schulzeschen Lokale stattfinden werde. dafür, daß es mit der Solidarität der Fabrikanten nicht weit her ist, denn berpflichtet sich, die bisher üblichen Schadensersatz- Abzüge in Bulunft Er bat um sofortige Bescheinigung der Anmeldung. Diese wurde sonst könnte doch der eine nicht befürchten, daß ihm ein andrervollständig in Wegfall kommen zu lassen. 2. Sämtliche eine Straffasse, beren Verwaltung indessen nicht erteilt und noch am selben Tage erhielt N. eine polizei- entgegen den geltenden Bestimmungen der Kühnemänner- die Strafgelder fließen in liche Mitteilung, daß sowohl die Abhaltung der Versammlung als Streifenden und Ausgesperrten tapert, die die aussperrende Firma einer Kommission, die aus Arbeitern gebildet wird, unterſtellt ist. auch die Ausstellung der Bescheinigung beanstandet werde. 3. Stopp verpflichtet sich, feine neuen Engagements von Arbeitern Mit jedenfalls selber so bald als möglich wieder in ihrem Betriebe andren Worten: die Abhaltung der Versammlung wurde verboten fehen möchte. mehr zu machen und seinen Bedarf nur aus den streifenden Arbeitern und die Ausstellung einer Bescheinigung über die Anmeldung ber- Die Streifenden und Ausgesperrten find das bewies der zu decken, jo lange von diesen welche außer Arbeit sind. 25 Zwicker weigert. Das Versammlungsverbot erfolgte, weil der Raum Verlauf der Versammlung vom besten Geiste beseelt und willens, werden sofort eingestellt, die andern nach Bedarf. 4. Die über die nicht den polizeilichen Anforderungen an Versammlungsräumen den begonnenen Kampf bis zum Ende durchzufechten. streifenden Arbeiter verhängten schwarzen Listen werden aufgehoben, entſpreche. desgleichen auch die vom Verein deutscher Schuhmacher über den Reitz beschwerte sich vergeblich beim Landrat und beim Regierungs- Der Streit der Luguspapier- Arbeiter und Arbeiterinnen. Die Betrieb verhängte Sperre. Die streifenden Zwider erklärten ihr Die Beschwerden richteten sich in der Streifenden haben gestern vormittag in ihrer zahlreich besuchten Einverständnis mit diesen Vereinbarungen. Hauptfache gegen die Verweigerung der Erteilung einer Bescheinigung Versammlung im Gewerkschaftshause beschlossen, um ihren guten über die Versammlungsanzeige, um hierüber eine principielle Ent- Willen zur Einigung zum Ausdruck zu bringen, eine Kommission aus § 1 des Gesetzes vorgeschriebene Bescheinigung auf jeden Fall Berhandlungen zu entsenden. Der Kommission wurde nicht das Parteitag der österreichischen Socialdemokratie. und auch sofort erteilt werden müsse. Somit habe die Polizei- Recht gegeben, bindende Abmachungen zu treffen; sie soll in einer verwaltung sich zwiefach gegen den§ 1 des Vereinsgesetzes ver- deninächst stattfindenden Versammlung der Streifenden über das Salzburg, 26. September.( B. H.) Heute früh begannen hier gangen, indem erst verweigert sei die fofortige Ausstellung der Ergebnis der Verhandlung berichten. In der gestrigen Versamm die Verhandlungen des Parteitages der deutsch- österreichischen SocialBescheinigung und dann die Ausstellung einer Bescheinigung über- lung wurde auch über die, wie es scheint bei jedem größeren Streit demokraten, welcher von 120 Delegierten der deutsch- österreichischen Haupt. Der Regierungspräsident billigte indessen das Verfahren der regelmäßig vorkommenden Polizeiverfolgungen und Siftierungen von Arbeiterorganisationen beschickt ist. Die Socialdemokraten DeutschPolizei und meinte gleich dem Landrat, die Polizei habe ein Recht, Streikposten oder solchen Personen, die von Schußleuten erst vor Ausstellung der Bescheinigung nachzuprüfen, ob teine polizei- für Streifposten angesehen werden, berichtet. Die Sistierten, lands sind durch Vollmar vertreten. Als erster Verhandlungsgegen. lichen Gründe gegen die Abhaltung der Versammlung sprächen, und zu einem großen Teil Arbeiterinnen, find bis zu stand wurde die Verteuerung der Lebensmittel in Grörterung gezogen, wenn es der Fall sei, wie hier, die Bescheinigung zu verweigern. zwei Stunden auf der Wache festgehalten worden; auch drohten die dagegen wurde ein Antrag, auch den Generalstreik in die VerhandReitz flagte nun gegen den Regierungspräsidenten beim Ober- Beamten damit, sie bis zum Fabrikschluß gefangen zu halten, und tungen einzubeziehen, abgelehnt. Diese Frage soll erst bei dem Verwaltungsgericht, indem er wie in den Beschwerden Verlegung drohten ferner mit horrenden Strafen, so daß zivei junge Gesamtparteitag sämtlicher österreichischer Socialdemokraten zur des§1 des Vereinsgefeßes rügte. Vor dem ersten Senat des Arbeiterinnen sogar zum Weinen gebracht wurden. Auch sollen Gerichts wurde N. in der öffentlichen Verhandlung durch den Beamte Streifenden vorgeredet haben, daß das Streitposten Sprache gebracht werden. Reichstags- Abgeordneten Robert Schmidt vertreten. Da§ 1 stehen berboten sei, und daß, wenn sie Strafmandate des Vereinsgesetzes vorschreibe, es sei sofort eine Bescheinigung erhielten, sich der Verband zurüdziehe. Der Vorzu erteilen, so sei die Polizei verpflichtet, bei persönlicher Ueber- figende der Versammlung machte demgegenüber darauf aufmerksam, Osnabrück, 26. September.( B. H.) Auf den Werken der Georg reichung der Anmeldung die Bescheinigung gleich aus- daß diese Angaben durchaus nicht der Wahrheit entsprechen, und Marienhütte sind heute etwa 80 Vertreter der dem Verein deutscher zustellen. Die Ausstellung dürfe nicht erst abhängig ge- forderte die Streifenden auf, ruhig und entschloffen ihre Pflicht zu Eisenbahn- Verwaltungen angehörenden Eisenbahnen versammelt, um macht werden von polizeilichen Nachforschungen und von der erfüllen, sich nicht provozieren zu laffen und alles zu vermeiden, was eine Anzahl wichtiger Neuerungen im Eisenbahn- Oberbau in Entscheidung, ob nicht die Versammlung zu verbieten sei. Die als eine Ausschreitung ausgelegt werden könnte. Der Buchbinder- praktischer Vorführung und im Bahnbetrieb kennen zu lernen. Es Erteilung der Bescheinigung sei nach dem Wortlaut des§ 1 Absatz 1 Verband werde ihnen vollen Rechtsschutz gewähren. sind Vertreter von 8 preußischen Eisenbahn- Direktionen, sowie sämt ( siehe oben) in feiner Weife abhängig von der Genehmigung lichen füddeutschen und mitteldeutschen Staatseisenbahn- VerwalDie Lohnbewegung der Musikinstrumentenarbeiter. Montag tungen, einer Anzahl österreichischer, ungarischer, belgischer, schwe einer Versammlung. Die Polizei könne eventuell aus andern als abend tagte in Sellers Saal eine imposante Versammlung. vereinspolizeilichen Gründen eine Versammlung verbieten( z. B. bei Saat, aus dem man sämtliche Tische entfernt hatte, konnte die dicht- Bahn. Auch Vertreter der technischen Hochschulen sind anwesend. Der discher und dänischer Bahnen anwesend, ebenso solche der GotthardBaufälligkeit des Lokals usw.), sie dürfe aber die sofortige Er- gedrängte Menge faum faffen. Die in der vorigen Versammlung Nach eingehender Besichtigung der Wertbetriebe folgte ein Besuch des teilung der Bescheinigung nicht abweisen. Das Ober eingesezte Kommission machte den Vorschlag, daß die aufgestellten Osnabrüder Geleise- Museums mit Erläuterungen durch den GeVerwaltungsgericht schloß sich diesen Erwägungen Forderungen am Diensag, spätestens Mittwoch in allen Betrieben, neraldirektor Haarmann. Heute nachmittag erfolgte das Befahren an und setzte den Bescheid des Beklagten und die wo es noch nicht geschehen, vorgelegt, und den Fabrikanten. bis Sonn- verschiedener starker Stoßprobestrecken der Staatsbahn in der Nähe polizeiliche Verfügung außer traft, soweit sie die Ver- abend, den 1. Ottober, Frist zur Beantwortung der Forderungen ge- von Osnabrüd. jagung der Erteilung einer Bescheinigung betreffen. In der Begeben werden soll. Am Sonntag, den 2. Oftober, soll eine Ver ziehung sei§ 1 des Vereinsgefeges seitens der Polizeiverwaltung fammlung die Antworten der Fabrikanten entgegennehmen und berlegt worden. weitere Beschlüsse fassen. Ein Redner verlangte namens der Bechsteinfchen Arbeiter, daß die Frist wenigstens für diesen Betrieb noch hinausgeschoben werde, da wegen Abwesenheit eines der Betriebswe can be a ta лaqvqu! Teil der 750 Bechsteinschen Arbeiter nicht für den Streit zu haben sein werde. Ein andrer Redner hielt den Streit bei der Firma Görs u. Kallmann für aussichtslos. Mitglieder aller drei beteiligten Organisationen, zerstreuten die vorDie nachfolgenden Redner, gebrachten Bedenken der Vorredner und traten für den Vorschlag der Kommission ein, der schließlich mit sehr großer Mehrheit figende konstatierte ungefähr 300 Gegenstimmen in folgender Fassung angenommen wurde:" Die von über 3000 Personen besuchte Bersammlung beschließt: lleberall da, wo bisher Forderungen gestellt sind dieselben am Dienstag, spätestens Mittwoch, den 28. d. M., den Fabrikanten vorzulegen. Die Versammlung spricht die Erwartung aus, daß in Betrieben, wo bisher keine Forderungen gestellt sind, dies schleunigst nachgeholt wird. Eine bestimmte Antwort ist bis spätestens 1. Oktober zu fordern und verpflichten sich die Bertrauensleute in den einzelnen Betrieben, die Antwort Sonntag, den 2. Oktober, bor Beginn der öffentlichen Versammlung dem Bureau mitzuteilen. Was das Verbot der Versammlung indessen angehe, so sei für dessen Nichtberechtigung fein Beweis angetreten, die Klage also insoweit hinfällig. Die Polizei- Attion gegen die Magdeburger Preßtommission. Wir lesen in der Magdeburger Volksstimme": In den acht Tagen, die seit dem Ueberfall auf die Preßtommiffion der Boltsstimme" durch die Magdeburger Polizei verstrichen sind, scheint bei den Herren Schmidt, Weinert und Schöne bie Erkenntnis aufgedämmert zu fein, daß ihrem Vorgehen gegen die Breßtommission jede rechtliche Grundlage fehlte. Wenigstens konnte gestern abend die Preßkommission gänzlich ungestört ihrer nüglichen Thätigkeit obliegen. Sie war selbstverständlich nicht angemeldet worden; ihr Stattfinden wurde in der üblichen Weise befannt gemacht und nur eine Aenderung war eingetreten: anstatt im Restaurant von Albert Water tagte sie in den Geschäftsräumen der Buchhandlung Boltsstimme. Jedenfalls ist die beste Bestätigung dafür, daß am Dienstag, den 18. September, die Polizeibehörde bei der Auflösung der Preßkommission ungefeßlich gehandelt hat, darin zu sehen, daß sie am Mittwoch, den 21. September, die Breßtommission tagen ließ, ohne auch nur den Versuch zu machen, sie in ihrer Arbeit zu stören, was ihr übrigens diesmal auch weniger leicht geworden wäre wie vor acht Tagen. Gewerkschaftliches. Berlin und Amgegend. Achtung! Gewerkschaften! der Bor" Freie" Offiziersliebe. Landeszeitung" berichtet folgenden Skandal aus Karlsruhe: it Mannheim, 26. September.( B. H.) Die Neue Badische Silfe eines Kölner Detektivs brachte ein Mannheimer Rechtsanwalt in Erfahrung, daß seine Ehefrau intime Beziehungen zu einem in Karlsruhe wohnenden Offizier unterhielt. Er begab sich dorthin und versuchte Eintritt in die Wohnung des Offiziers zu erlangen. Nach Fensterscheiben c., was einen großen Menschenauflauf zur Folge dem auf cttva halbstündiges Läuten nicht geöffnet wurde, schlug er die hatte. Der Offizier veranlaßte die Frau, das Haus zu verlassen. den Augen des Publikums durchgeprügelt. Schließlich erschien die Auf der Straße wurde sie von ihrem Ehemann empfangen und vor Polizei, die den Rechtsanwalt und seine ungetreue Gattin zur Wache brachten. Protest gegen die dänischen Nussendienste. Georg Brandes sandte der hiesige Studentenverein an die Studenten Kopenhagen, 26. September.( B. H.) Auf Aufforderung von von Selfingfors eine von angesehenen Gelehrten und Schriftstellern unterschriebene Adresse mit scharfem Protest gegen die russische Gewaltherrschaft in Finnland. Päpstlicher Jammer über die Freidenker. ber= Die Bewegung der Schlächtergesellen und Verkäuferinnen. Eine Versammlung der Schlächtergesellen und Verkäuferinnen, die den großen Saal der Arminhallen bis auf den letzten Plaß füllte, fand Rom, 26. September.( W. T. B.) Osservatore Romano" beram Sonntagnachmittag statt. Zunächst hielt Fräulein Helene öffentlicht ein Schreiben des Papstes an den Kardinal Respighi. In Grünberg über die Frage: Was lehrt uns der heutige dem Schreiben führt der Papst aus, er habe mit unendlichem Kummer Kampf ums Dasein?" einen Vortrag und schilderte darin die vernommen, daß angebliche Freidenker in Rom eine Versammlung Macht der Organisation mit besondrer Berücksichtigung der erbärm- abhalten. Der Widerhall ihrer Reden bestätige ihre lichen Lohn- und Arbeitsbedingungen des Schlächtergewerbes. Der dächtigen Absichten die bereits in der bloßen Anfündigung Vortrag rief lebhaften Beifall hervor. Sodann sprach der Verbands- des Kongresses zu Tage getreten feien. Die Intelligenz, die sich borsißende Hensel über: Privater Stellenscha cher anmaße, sich der Abhängigkeit von Gott zu entziehen, begehe eine Auf die vielfachen Anfragen erwidern wir, daß die Auskunfts- und unentgeltlicher Arbeitsnachweis". Die Berliner Gotteslästerung. Die in der Freidenker Versammlung liegende erteilung in Alters, Invaliden-, Kranken- und Unfallversicherung, Fleischer Innung thut bekanntlich nichts, um den Stellen. Lästerung werde noch unendlich größer dadurch, daß sie in schacher unmöglich zu machen, und behauptet, bor dem Rom, umgeben von äußerem Glanze, begangen worden. Wenn gewerblichen Streitigkeiten( aus dem Arbeitsverhältnis), Fabrik- und 1. Juli 1905 überhaupt feine Menderung herbeiführen zu auch die Mächte der Hölle nichts gegen die Kirche verGewerbe- Inspektion( Arbeiterschutz) und auf dem Gebiete der Civil- fönnen, da sie bis zu dieſem Datum mit dem Sprech- möchten, so trage doch die Vereinigung dieser Mächte in dem interprozeß- Ordnung nach wie vor nur auf unserm Sekretariat( Berliner meister des Nachweises kontrakt habe. Zu welchen Schädigungen nationalen Kongreß der Freidenker den Charakter einer Beschimpfung Gewerkschaftskommission) an jedermann, männlich und weib. dieser Stellenhandel führt, zeigte ein in der Diskussion erwähnter und Herausforderung und nehme Nom den Namen des ruhigen und Fall, wo ein Gefelle für eine eintägige Aushilfsstelle, geachteten Sizes des Statthalters Christi. Wir be= I ich, völlig unentgeltlich von den Sekretären geschieht. Alle die ihm 3 Mart 2ohn einbrachte, 50 Pfennige als trachten, sagt der Papst in dem Schreiben, die Beleidigung andern Auskunfts- Bureaus haben mit der Berliner Arbeiterschaft Vermittelungsgebühr" zahlen mußte. Der Redner wies ferner gegen Gott als eine Beleidigung gegen uns und sind darüber nichts gemein. Die Auskunftserteilung erfolgt an den Wochentagen auf das gefährliche Treiben der privaten Stellenverfäufer lief bekümmert." In dem Briefe wird dann auf die von Kathohin, von denen einer jegt in Untersuchungshaft sitt wegen Diebstahls liken aus allen Teilen bormittags von 11 bis 12%, Uhr und nachmittags von bon Därmen im Werte von über 5000 M. Es ist flar, daß durch Augenblick sehr unglücklichen Bapst veranstaltete imposante KundItaliens für den in diesem 6 bis 7% Uhr. Wir ersuchen Höflichst, die veränderte Bureau- derartige Menschen arbeitslose Schlächtergesellen, die genötigt gebung hingewiesen und an Kardinal Respighi die Aufforderung ge= zeit zu beachten. werden, ihr lehtes Geld in den Kneipen der Stellenberkäufer oder richtet, in allen Kirchen Roms Sühnegebete abhalten zu lassen. ihrer Hintermänner zu verzehren, leicht auf den Weg des Verderbens Infolge dieser Aufforderung hat Kardinal Respighi die Abhaltung geführt werden können. Der Rebner forderte die Anwesenden auf, besonderer Gottesdienste in den Kirchen Noms angeordnet. nicht zu diesen privaten Bermittlern" zu gehen, sondern den unentgeltlichen Arbeitsnachweis des CentralberDie Lohnbewegung in der Gelbmetall- Industrie. bandes in der Dragonerstraße, der jetzt ziemlich gut Nach dem Situationsbericht, den Cohen am Montag in der funktioniert, zu benußen. Die Verkäuferinnen wurden ganz Versammlung der Streifenden und Ausgesperrten erstattete, läßt sich besonders darum ersucht, da für sie häufig Stellenangebote einlaufen der Umfang der Aussperrung bis jetzt noch nicht übersehen. und die Meister in der Regel auch ihre Gesellen dort holen, wo ihnen Streifende find 700 eingezeichnet, Ausgesperrte hatten fich bis zur eine tüchtige Verläuferin nachgewiesen wird. Nachdem der Bor Versammlung 1700 gemeldet, jedoch ist damit die Bahl der Aus- sitzende Keslinte noch eine allgemeine lebersicht über den Stand gesperrten bei weitem noch nicht erschöpft. Sie haben sich noch nicht der Bewegung gegeben hatte, wurde folgende Resolution einstimmig alle gemeldet, auch werden noch fortgesetzt neue Aussperrungen voll- angenommen: Sonntags ist das Bureau geschlossen. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. " Die Kosten des italienischen Generalstreits. Rom, 26. September.( B. H.) Man hat festgestellt, daß der Ausstand in Italien mehr als 250 000 000 Lire gekostet hat. In Mailand allein betrug der durch den Ausstand verursachte Schaden über 50 Millionen Lire. In Turin und Genua je 15 Millionen. Die Blätter sehen ihren Feldzug gegen die Organisatoren des Ausstandes in energischster Sprache fort. Bienne( Isère), 26. September.( W. T. B.) Ein Infanteriezogen, andrerseits mehrt sich auch die Zahl derjenigen, die freiwillig Die sehr stark besuchte Versammlung der Fleischergesellen und Korporal gab auf seinen Hauptmann, welcher ihn bestraft hatte, einen die Arbeit niederlegen, denn die Taktit der Streilleitung geht dahin, Verkäuferinnen protestiert nochmals gegen das Verhalten der Ver- Gewehrschuß ab; der Schuß fehlte den Hauptmann, tötete aber drei die Betriebe, welche Aussperrungen in größerem Maße vornehmen, liner Fleischer- Innung in Bezug auf die Gefellenforderungen und Soldaten und verwundete einen vierten schwer. Der Korporal be völlig lahm zu legen, indem die Nichtausgesperrten bewogen werden, verlangt abermals die Einführung des 12ftündigen Magimalarbeits- ging Selbstmord. Berantw, Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Kr. 221 21. Jahrgang. 1 Keilage des Joriittö" Kerlim NgltstlM Das Märchen von der Selbstverwaltung der Gemeinden als solches zu kennzeichnen, müht sich die königlich preußische Regie- rung zur Zeit mit unausgesetztem Fleiße. Galt bis dahin dies Märchen als eine Art Paradestück, dessen Plundernatur des guten Scheines halber zu verhüllen sei, so hält die Regierung in der Gegenwart offenbar das Bürgertum für zermürbt genug im Punkte politischer Moral, um keck ein Exempel zu statuieren, aus welchem aller Welt offenbar wird, daß der Bürger in den vier Wänden, die er aus seinen Steuergroschen bezahlt, nicht das geringste zu sagen hat. Steuerzahlen uno nicht mucksen, diese klassische Parole soll ihren Triumph feiern. Unsre Leser sind unterrichtet darüber, daß der Berliner Magistrat sich zur Beantwortung der von den Stadtverordneten Cassel und Genossen an ihn gerichteten Anfrage, betreffend die Gewährung von Schulräumen zu andern als Schulzwecken bereit erklärt hat. Der Magistrat hat nun der Stadtverordneten-Versammlung den in dieser Angelegenheit geführten Schriftwechsel überreicht. Daraus geht hervor, daß diese Angelegenheit eine lange Vor- geschichte hat. Bereits am 6. November 1898 hat das Provinzial- Schulkollcgium gegen die Ueberlassung von Turnhallen der st ädtischen Schulen an.eine Reihe von Vereinen mit aus- gesprochenen politischen Tendenzen" ernste Bedenken erhoben und dem Magistrat empfohlen die erteilten Genehmigungen allmählich bei sich bietender Gelegenheit zurückzuziehen. Am 9. Januar 1909 ersucht das Provinzial-Schulkollegium, sthunlichst binnen 19 Tagen) eine Mitteilung darüber zugehen zu lassen, was inzwischen in der Sache— Ueberlassung von städtischen Turnhallen an czechische, polnische usw. Vereine— geschehen ist. Darauf erwidert der Magistrat, daß ein im Herbst 1893 eingegangenes Gesuch des polnischen Vereins.Falke" um Ueberlassung der Turnhalle der 172./18S. Gemeindeschule zur Abhaltung eines Schauturnens ablehnend be- schieden worden ist..Im übrigen bemerken wir, daß nach dem Erlaß der dortseitigen Verfügung vom 6. November 1893 weder dem polnischen.Falke" noch dem czechischen Verein.Sokol" weitere Turnhallen zur Verfügung gestellt worden sind. Eine Veranlassung zur Aufhebung der zur Benutzung von drei Turnhallen bereits erteilten Genehmigungen hat sich bisher noch nicht ergeb en." Bald darauf richtet das Provinzial-Schulkollegium, veranlaßt durch eine Zeitungsmitteilung, an den Magistrat eine Aufrage wegen Ueberlassung der Aula der 69. Geineindeschule(Kl. Frankfurter Straße 6) an die Freireligiöse Gemeinde. Der Magistrat erwidert knapp und klar, daß die Gemeinde bei der Schul- deputation um Ueberlassung der Aula zur Abhaltung von religiösen Versammlungen an jedem Sonn- und Feiertage vormittags von 9 bis 12% Uhr nachgesucht hat und die Schul- deputation ihr die Erlaubnis widerruflich, jedoch nur unter der Bedingung, daß ein darauf Bezug nehmendes Schild in der Schule nicht angebracht wird, erteilt hat. Der Magistrat schließt mit den Worten: Wir haben unsrerseits gegen die Ueberlaffung der Aula unter den obwaltenden Umständen nichts einzuwenden, da ein Verbot solcher Versammlungen nickt besteht, und andrerseits für den Charakter derselben ein andres Lokal als eine Restauration wünschcns- wert erscheint. Nur 14 Tage vergehen(14. Juni 1999), du fordert das Provinzial-Schulkollegium den Magistrat auf. die beantragte .Ueberlassung der Aula der 69. Gemeindeschule zur Abhaltung von Versammlungen der gedachten Gemeinde zu versagen, da die Bestrebungen der Freireligiösen Gemeinde zu Berlin mit den wesentlichen Zielen der Volksschule im Widerspruch stehen". Der Magistrat teilt ebenso höflich wie entschieden mit, er vermöge die Auffassung des königlichen Provinzial-Schulkollegiums. daß die Bestrebungen der freireligiösen Gemeinde mit wesentlichen Zielen der Volksschule im Widerspruch stehen, nicht zuteilen. Die Freireligiöse Gemeinde— so fügt er begründend hinzu— ist eine den Gesetzen entsprechende staatlich geduldete NeligionSgesell- schast; das Recht zu öffentlichen Religiousübungen ist ihr durch Gesetz und Verfassung gewährleistet. Wir tragen umso weniger Bedenken, ihr an den Sonntagen und den christlichen Festtagen zu ihren religiösen Versammlungen die Aula einer Gemeindeschule ein- zuräumen, als bisher andren Religionsgescllschaften die gleiche Be- Nutzung städtischer Aulen noch nie verweigert wurde. Der Parteitag auf See. Bremen, 23. September 1994. Der Bremer Parteitag hatte seine Tagesordnung um einen der schwierigsten Gegenstände vermehrt. Seitdem sich die Elemente zu jenem Stoff geeint haben, den man in kleineren Quantitäten Wasser, in größeren Meer nennt, starrt das Problem in ewig ungelöstem Rätsel. Seine Schauer durchbeben oder vielmehr durchbrechen die Weltgeschichte. Keine Wirtschaftsordnung ist mit ihm fertig ge- worden. Als vulkanische Erbsünde schleppt cS sich durch die Jahr- tausende. Die Wissenschast prallte mut- und wehrlos an ihm ab. Gab's keine Rettung, keine Hoffnung. Da war es endlich Zeit, daß auch die Sociakdemokratie endlich einmal sich mit der Frage beschäftigte, wenn auch nur in einer ebenso kühnen wie langwierigen Improvisation. Fast dreiviertel Tag— nach dem astronomischen Tag berechnet— wurde die Materie nach allen Seiten erschöpfend behandelt. Und noch heute zittert die Erregung der Debatte nach. Das Thema aber war: Darf die Sociakdemokratie mit der— Seekrankheit paktieren? Wohl noch niemals haben sich Worte und Handlungen eines Parteitages so unmittelbar innig gesellt, wie bei dieser Diskussion. Die Theorie durchdrang die Praxis und die Praxis die Theorie. In einem Anfall teuflischer Laune hat der Norddeutsche Lloyd eines seiner Schiffe:„Glückauf" getauft. Wer es besteigt, ahnt nicht die grausamen Widerhaken der Ironie, die in dem Namen verborgen lauern. Und so vertraute auch die sonst so mißtrauische deutsche Sociakdemokratie dem wohlwollend aufmunternden Namen:.Glück- auf". Wäre das Schiff mit Dynamit geladen gewesen und hätte den Parteitag der deutschen Socialdcmokratie auf hoher See in tausend Richtungen zerrissen, so wäre das eine humane That gewesen. So aber ließ die Bremer Großrecderei„Glückauf" mit der ganzen Fülle seiner angeborenen Tücken arbeiten. Was niemandem gelungen, daS hat der Norddeutsche Lloyd unter der Maske der Freundschaft der deutschen Sociakdemokratie angethan: Er warf sie zu Boden... Am Donnerstag fuhren die Delegierten des Bremer Partei- tageS nach Helgolauo. In Nordenham bestiegen sie jenes geräumige Ungeheuer, das ein ruchloser Spötter„Glückauf" benannt hat. Und alsbald ging das Glück auf. Man muß nämlich wissen, daß„Glückauf" an seinen gewöhn- lichen Tagen ein Flußschiff ist. Es befördert die Auswanderer von Bremen nach Bremerhaven. So lauge es auf der gelb-grauen Weser bleibt, ist das Fahrzeug voll Sanftmut und ruhigem Ebenmaß der Seele. Aber auch der längste Fluß nimmt einmal sein Ende. Auch die Weser— es ist schrecklich zu sagen— mündet I Heute durste„Glückauf" endlich einmal aus dein Philisterbett des Fluffes sich flüchten auf die hohe See. Was Wunder, daß das liebe Wesen außer stch geriet und ganz sonderliche Künste zum Besten gab. Es giegt Schiffe, die seitwärts schwanken, es gicbt solche, die sich ab- wechselnd nach vorn und hinten üherueigen, und auch talentvolle Kähne, die beides vermögen. Aber„Glückauf" konnte mehr. Es wgr sogar im stände zu springen, als ruhte es auf Sprungfedern Diese sachlich und maßvoll gehaltene Antwort scheint das Provinzial-Schulkollegium arg verschnupft zu haben. Denn es schreibt kurz und bündig am 39. Juli 1999: _ Der Magistrat wird unsrem Ersuchen vom 14. Juni d. I. zu entsprechen haben. Einem Bericht darüber, daß dies geschehen, sehen wir binnen 14. Tagen entgegen, gez. Genz." Doch der Magistrat läßt sich auch durch diese lapidare Kürze nicht verblüffen. Er erwidert am 19. September, also nach einer etwas längeren Frist als 14 Tage: „In unsrem Berichte vom 9. Juli d. I. haben wir die Gründe eingehend dargelegt, welche uns veranlaßt haben, der hiesigen Frei- religiösen Gemeinde die Aula auf dem Grundstücke Kl. Frank- furterstraße 6 an den Sonn- und Feiertagen vormittags von 9 bis 12% Uhr zur Abhaltung religiöser Versammlungen zu überlassen, und die uns verhinderten, dem Ersuchen des königl. Provinzial- Schulkollegii vom 14 Juni, diese Ueberlassung zu versagen, zu entsprechen. Darauf ist uns der Erlaß des königl. Provinzial- Schulkollegiums vom 39. Juli in folgender Fassung zugegangen: Der Magistrat wird unscrm Ersuchen vom 14. Juni' d. I. zu entsprechen haben. Einem Berichte darüber, daß dies geschehen, sehen wir binnen 14 Tagen entgegen. Das Grundstück Kleine Frankfurterstr. 6 steht im Eigentum der Stadtgemeinde Berlin. Dasselbe ist gegenwärtig der 69. Ge- meindeschule zur Benutzung überlassen. Eine solche Benutzung des Grundstücks und insbesondre der auf demselben befindlichen Aula findet aber an den Sonn- und Festtagen, namentlich auch in den Vormittagsstunden von 9— 12% Uhr nicht statt. Durch den der freireligiösen Gemeinde gestatteten Gebrauch der Aula dieses Grund- ftücks zu den angegebenen Stunden wird daher der Schulbetrieb der 69. Gemeindeschule in keiner Weise berührt. Wir halten das königl. Provinzial-Schulkollegium nicht für berechtigt, über Grundstücke der Stadtgemeinde Berlin, soweit dieselben nicht zum Schulbetriebe be- stimmt sind und gebraucht werden, irgend welche Anordnungen zu treffen und lehnen es wiederholt ab, dem Ersuchen vom 14.. Juni d. I. zu entsprechen." Nun vergeht eine Frist von mehr als zwei Jahren, da übersendet das Provinzial-Schulkollegium untcrm 1. Dezember 1993 folgendes Schreiben: Dem Magistrat übersenden wir beifolgend Abschrift einer von dem Herrn Minister der geistlichen Unterrichts- und Medizinal- angelegenheiten unter dem 17. November d. I. an die königl. Re- gierungen erlassenen und uns zur gleichmäßigen Beachtung mit- geteilten Verfügung, betreffend die Verwendung oder Ueberlassung der für Elementarschulen her- ge st eilten oder bestimmten Gebäude, Grund st ücke und Räume. Um für die Ausführung der Verfügung die not- wendige Unterlage zu gewinnen, ersuchen wir den Magistrat, uns gefälligst ein nach Schulen geordnetes Verzeichnis einzureichen, aus dem ersichtlich ist, inwieweit gegenwärtig von demselben Gebäude, Grundstücke oder Räume der gezeichnetem Art zu andern Zwecken, als zu denen des öffentlichen Elementarunterrichts überlassen werden. Wir hoffen, der Einreichung binnen drei Wochen entgegensehen zu können, gez. Herrinann. Berlin W. 64, den 17. November 1993. Der Minister der geistlichen pp. Angelegenheiten. Zur Herbeiführung eines gleichmäßigen Verfahrens weise ich die königl. Regierung an, sofern es nicht bereits geschehen sein sollte, unter Bezugnahme auf den Z 13 der Regierungs-Jnstruktion vom 28. Oktober 1817 G.-S. S. 248 eine ausdrückliche allgemeine An- ordnung dahin zu treffen, daß die Verwendung oder Ueberlassung der für Elementarschulen(Volks- und mittlere Schulen) hergestellten oder bestimmten Gebäude, Grundstücke, Räume(Klassen, Aulen, Turnhallen, Höfe usw.) durch die Gemeinden(Schulgemeinden, Schulvcrbände) �u andern Zwecken, als zu denen des öffentlichen Elementarunterrichts der vorgängigcn Genehmigung der Schul- aufsichtsbchörde bedarf. Die Genehmigung kann für gleichartige unbedenkliche Fälle, z. B. den kirchlichen Konfirmandenunterricht, Beicht- und Kommunionunterricht(vergl. Nr. 12 des Ruuderlasses vom 18. Februar 1376— U. III. 1925— Centralbl. für die Unter- richts-Vcrwaltung S. 129) allgemein erteilt werden; ihre Erteilung kann auch, falls nicht im allgemeinen staatlichen oder im Unterrichts- interesse Bedenken entgegenstehen, in geeigneten Fällen den nach- geordneten Behörden widerruflich übertragen werden. Unterschrift. An die königl. Regierungen. Auf diese Verfügung erwidert der Magistrat unter dem 29. Januar 1994: im Meer; beim Niederfallen aber gab es allemal einen Ruck, als ob„Glückauf" von einem Stein abgeprallt wäre. So schaukelte, schwankte, schlingerte, rollte, stieß, sprang„Glückauf" ohne Unterlatz, und es bedurste zu seinem Thun nicht einmal des Apparats eines bewegten Meeres. Die Nordsee wogte in gelindem Wellengekräusel, kaum kleine weiße Kronen aus der Tiefe fischend, schon diese winzige Anregung genügte, um„Glückauf" in Ekstase zu versetzen. Wenn ein einzelner Mensch sich den Launen eines boshaften Schiffes ergeben muß, so ist das eine Privatsache komischer Erniedrigung. Wenn eine fröhliche Gesellschaft von dem Unheil befallen wird, so ist das Massenkomik. Wenn aber eine ganze politiche Organisation von einem tänzelnden Schiff dahin gerafft wird, wenn alle Majestät verschwindet, die Denkerstirnen im Angstschweiß sich senken und die redegewaltigsten Lippen nur noch als Ventile funktionieren, dann ergreift den sinnigen Beschauer des Elends das Grausen, daß selbst die Erhabenheit nur mit unsicheren, schwachen Eingeweiden aus- gestopft ist. Was ist die Menschheit? Was ist die Politik? Was ist sogar ein socialdemokratischer Parteitag. Ich sage Euch-- Mit Ruhmredigkeiten und Rezepten begann die Fahrt. Bald brauste ein Jubel durch alle weiten Räume„Glückaufs": Der erste Fall! Die Helden höhnten. Sie marschierten mit stolz gelüfteten Mänteln im kalten Winde oder saßen prassend auf ihren Feldstühlen. Eine grimme Diskussion entstand zwischen Abstinenten und Alkoholikern. Jene priesen die Enthaltsamkeit, diese den Cognac als unfehlbares Mittel. Plötzlich verzerrten sich des Ritters von Pomeril mönchische Züge, er wankte und floh, der Säufer aber lachte schrill und rief ihm. das ehrliche A in ein gemeines O verdunkelnd, seinen Namen nach, der sein Leiden traf und verlachte. Es war das letzte Lachen des Fuselöligen, dann entwich auch er. Hageldicht sanken die Leichen. Die Not brach alle zehn Gebote. Wer aber noch wahrhaft bestialisch auf seinen Nächsten, je nach der Zärtlichkeit seiner Neigung, wettete, daß auch ihn sein Schicksal erreichen würde, und durch grinsende Späher der Erfüllung der Wette belauerte, dem leuchtete unmittelbar darauf ein Morgenrot aus dem Dunkel auffteigend jäh auf die Erde zerfließend ftühen Tod. Alle Bande lösten sich, und alle Gesinnungen wankten. Ganz hoch, auf dem obersten Deck schwor ein Revisionist, wie Jeremias klagend, mit wilden Geberden seinen Unglauben ab. indem er un- ablässig seineu philosophisch über die Dauer menschlicher Widerstands- fähigkeit grübelden Freunden beteuerte: Die Bewegung ist mir nichts, das Endziel ist mir alles. Indessen, zur Ehre der Menschheit sei es gesagt: auch in diesem jämmerlichen Verfall von Charakter, Würde, Gesinnung zeigten sich bewunderungswürdige Züge seltenen und großherzigen Heldenmutes. Die Kapelle trotzte dem Tanz von„Glückauf" und versuchte durch das Spielen der Marseillaise die Gebeugten aufzurichten. Plötzlich stockte einer der Künstler. Mitten in der„kühnen Bahn", der er nun folgen Ivollte, ergossen sich links und rechts von dem blanken Mundstück seines Instrumentes, umnusikalische Neben- wellen. Nur einen Augenblick schien er zu verzagen— im nächsten schon blies er weiter. lieber Bord neigt� sich wehmütig ein blaßgrüner Mann mit graugelblichen Ouerluffen im sorgenvollen Antlitz. Eilig kam ein andrer geschritten, beugte sich treuherzig neben jenein und sprach das heilige Wort:-Nur aus Solidari—. Weiter kam er nicht. Dem königlichen Provinzial-Schulkollegium übersenden wir in den Anlagen zwei nach Schulen geordnete Verzeichnisse, aus denen ersichtlich ist, inwieweit im Jahre 1993 vorübergehend und inwieweit gegenwärtig für längere Zeit Räumlichkeiten der hiesigen Gemeinde- schulen zu andern Zwecken als zu denen des öffentlichen Elementar- Unterrichts an Vereine, Privatpersonen usw. von uns überlassen sind. Selbstverständlich findet diese Benutzung statt, ohne daß der Schul- betrieb in irgend einer Weise dadurch berührt wird. Wie wir bereits bei einem früheren Anlaß auf die Verfügung des königlichen Provinzial-Schulkollegiums vom 39. Juli 1999— in unserm Berichte vom 19. September 1999 ausgeführt haben, halten wir das königliche Provinzial-Schulkollegium nicht für berechtigt, über Grundstücke der Stadtgemeinde Berlin, soweit dieselben nicht zum Schulbetriebe bestimmt sind und gebraucht werden, irgend welche Anordnungen zu treffen. Eigentümerin der Gemeindeschulgrund» st ücke ist die Stadtgemeinde. Die äußere Verwaltung der Gemeindeschulen, zu welcher auch die Hergabe der Gemeindcschul- Häuser außerhalb der Unterrichtszeit zu andern Zwecken als denen des öffentlichen Elementarunterrichts gehört, steht deshalb nur unter der Kontrolle der Stadtverordneten-Versammlung(Z 56 Nr. 3, 35 Städte-Ordnung) und unter der Aufsicht der Kommunal-Aufsichts- behörde(8 76 Städte-Ordnung) zu. Indessen wäre auch diese letztere Behörde mangels einer gesetzlichen Specialbestimmung unsres Er- achtens nicht befugt, von uns in jedem einzelnen Falle die vorherige Einholung der Genehmigung zu einer Verwaltungs-Ordnung zu verlangen. Würde die Auflcktze, für die Benutzung der Gemeinde» schulen außerhalb des Schulbetriebes zu andern Zwecken als zu denen des öffentlichen Elementarunterrichts in jedem einzelnen Falle die Genehmigung einholen zu müssen, thatsächlich durchgeführt, so würde sie den Erfolg haben, daß nicht sowohl die Aufsicht, als vielmehr die Verwaltung selbst von der Staatsbehörde ausgeübt und das städtische Verwaltungsrecht aufgehoben würde. Wir erkennen offen an, daß der Magistrat den hier gekenn- zeichneten Uebergriffen gegenüber die Ehre der Stadt mannhast und würdig vertteten hat und wir wollen nur hoffen, daß er mit Unter- stiitzung der Stadtverordneten-Versammlung auch ferner den systematischen Bohrungen von oben stand zu halten sucht. Daß die Regierung ihren Willen durchzusetzen die Macht hat, steht für unS allerdings fest, denn gegen ein Aufgebot von Schutzleuten ist der Magistrat an, letzten Ende ohnmächtig. Aber hier kommt es darauf an, wenn es denn sein mutz, mit Würde zu unter- liegen, sich davor zu hüten, daß infolge irgend welcher Nachgiebigkeit von der großen moralischen Schuld, die die Regierung aus sich zu laden im Begriff ist, auch an der Stadtverwaltung etwa ein häßlicher Fleck hasten bleibe. Daß die Regierung des Sieges, den sie in diesem ungleichen Kampfe zu erringen hofft, nicht ftoh werde, dafür wird die Sociakdemokratie schon sorgen. ES verdient übrigens erwähnt zu werden, daß der Negierung in diesem Falle selbst auf konservativer Seite noch nirgendwo ein Verteidiger erstanden ist. Sogar ein Blatt wie die„Deutsche Tages» zeittmg", die in ihrer notorischen Feindschaft gegen die Verwaltung der Reichshauptstadt dieser was nur möglich am Zeuge zu flicken sucht, kann diesmal nicht umhin zu bemerken, daß der Magisttat, die richtige Darstellung der Sachlage vorausgesetzt, unzweifelhaft im Recht sei und die Pflicht habe, sein Recht zu wahren. Zum Russenkurs gegen die Socialdemokratie auch noch der Russenkurs gegen das Bürgertum. Geht der Regierung denn die Entwicklung unsrer Partei immer noch nicht schnell genug? 8o2ia!es. Die dritte Generalversammlung der internationalen Bereinigung für gesetzliche» Arbeiterschutz ist am Montag im Saale des Großen Rats in Basel eröffnet worden. Es sind die Vertreter von elf Regierungen und 49 Delegierte von Landessekttonen anwesend. Präsident Scherrer begrüßt die Versammlung mit einem Rückblick auf die Entstehung und Thätigkeit der Vereinigung und betont die hocherfreulicheu Ergebnisse der Arbeiten. Regierungspräsident Wull- schlcger in Basel spricht seine Freude über das erfolgreiche Wirken der Vereinigung aus und wünscht einen segensreichen jFortgang des Kulturwerkes. Ministerialdirektor Caspar vom Reichsamt des In, rern in Berlin dankt namens des Deutschen Reiches Dem Schiff aber folgten Schwärme von Möven, hell aufkreischend über den Tag des Segens.... Helgolands roteS Märchen wuchs empor. Frieden und Hoffnung zog in die Seelen. Die braunen Seebären schwammen heran und nahmen uns in ihre sichere Obhut. Auf der Landungsbrücke standen wie immer die Badegäste. Aber heute bescherzten sie uns nicht mit dem Hohnwort, das schon in jener Zeit bei Ankünsten seesiecher Ladungen jedem Gaste zu- gerufen wurde, als die Insel noch mit dem Festlande zusammen- hing:„Bitte, gleich links ist die Apotheke I" Sie glotzten uns plebejische Eindringlinge au, die es wagten, Badegäste zu spielen. Etliche hatten sich demonstrativ mit Kornblumen geschmückt. Zwei liebe Mädchen aber flüsterten sich erschauemd zu:„Sehen sie nicht aus wie die Räuber? Du, der eine, der ist doch sicher fähig, einen gleich umzubringen I" Ich fröne settdem der wahnsinnigen Eitelkeit, die beiden lieben Mädchen hätten auf mich gezeigt. Schnell zur Mahlzeit und hinauf ins Oberland, wo seit der deutschen Herrschaft nur noch Kanonen wachsen I Wie viel mag wohl von dem niürbc», purpurn lenchrenden Gestein übrig bleiben, wenn alle die Riesengeschütze einmal ernstlich losdonnern; d i e Erschütterungen würden die Insel zu einem Schutthaufen machen. Von neuem geht es in daS Ungewisse. Aber„Glückauf" ist müde geworden. Er treibt nicht mehr mit uns seine Spähe. Und wenn auch die ganz Vorsichtigen den bangen Argwohn erst dam, völlig schwinden lassen, als die Weser ihre ruhige Herrschast anttitt, so entwickelt sich doch jetzt die Debatte rein theorisch, ohne Unter- brechungen durch die ungestüme Aktion. Auf dem Schiffe erscheint Aegir, in weißem, wallenden Gewände, begleitet von seinen grünen Töchtern— der Kerl gab sich später als Junggeselle aus— und noch grüneren Ministern. Er hielt an das versammelte Volk eine mit Hurras versetzte hochpatriottsche Ansprache über den goldenen Satz, daß nun endlich einmal die Zukunft auf dem Wasser liege. Der Mond ging auf. Die Weser zitterte in ihrem flimmernden Glanz. Bremerhaven hob aus dem Dunkel der irrenden Seelen des Welthandels sein Strahlendiadem geheimnisvoller Lichter empor. Während es unten in den Kajüten immer lauter und lustiger wurde, lvob oben die Nacht und die Weite feierliche Andacht. Nun lenkte Glückauf" in den Hafen von Nordenham, dessen Arbeiterschaft das Schiff ihrer Freunde erwartete. Ueber den dunklen Massen flatterte heue Musik... Ich muß einer Verleumdung zuvorkommen. Es werden Bilder von„Glückauf" verbreitet, die mich starr hingestreckt zeigen, eine Seemumie des Elends, gebettet das klagende Gesicht in den Schoß eines Mannes, der nur zu berechnen scheint, wie lange eS noch dauern möge, bis auch er--. Die photographische Platte lügt. Meine verdächtige Lage war keine Wirkung, sondern ein Zweck. Die Horizontalität war mein Rezept, und es war erfolgreich. Ich gehörte zur kleinen Gruppe vom aktiven Hohngelächter. Freilich, als ich in den schaukelnden Nachm vor Helgoland ausgebootet wurde und nicht mehr liegen konnte, sondern sitzen mußte, da gedieh nun auch mir die veränderte Haltung zum passiven Hohngelächter. Ich erinnere mich schattenhaft einer gelben, unbekannten, ganz neuen Mantille. Sie saß neben mir. Sie wird, meine ich, an mich denken l... Joo. = play- Hausvoigteiplay. und der übrigen Regierungen für die Begrüßung und er- und sich deshalb gegen die Verstaatlichung erklären würden. Da Der Sommer Fahrplan für die Omnibuslinien der Berliner hofft für die Fortführung der Socialreform eine Förderung gegen wurde angenommen, daß die Bantiers der Hibernia sich für Spediteur- Verein- Aktien- Gesellschaft behält auch während des Winters durch die Vereinigung. Nach Erledigung der Jahresberichte erstattet die Verstaatlichung gewinnen lassen würden, wenn erst ein größerer 1904/5 seine Gültigkeit. Der Verkehr dieser Omnibusse wird be der ehemalige Miniſter Millerand- Paris den Kommissionsbericht über Posten Attien der Hibernia angekauft wäre und der Bankgruppe der fanntlich auf drei Linien betrieben: Blücherplatz- Manſteinſtraße, die Frage der Arbeit mit Phosphor und Blei und über die Frauen- Gesellschaft ein Anteil an dem Gewinn angeboten würde, der mit Ede Göbenstraße; Blücherplatz- Nixdorf, Hermannplay; Blüchernachtarbeit. Darauf folgen Referate über die Bleifrage, über verschiedene andre Gifte in gewerblichen Betrieben und über die Nacht- dem bis dahin erfolgten und an dem noch vorzunehmenden Ankauf arbeit jugendlicher Arbeiter. Generalsekretär Bauer teilt mit, daß von Hibernia- Aktien verbunden wäre. jemand, der nicht genannt sein wolle, 25 000 M. zu einem Preisausschreiben für das beste Mittel gegen die Bleigefahr in den verschiedenen Betrieben gestiftet hat. tab Mit der Bleiweißfrage beschäftigte sich am 23. d. Mts. Hier eine Bersammlung des Centralverbandes der Maler, Lackierer und Anstreicher. Mark aus Hamburg kritisierte in einem Vortrage den Gefeßentwurf mit äußerster Schärfe. Nach ihm sprach Professor Dr. Sommerfeld, der besonders eingeladen worden war. Sommerfeld, der auch auf der Tagung der internationalen Vereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz über die Frage zu sprechen hat, erklärte, die Frage eines vollständigen Verbotes des Bleiweiß sei noch nicht spruchreif. Dagegen bezeichnete er die Erweiterung der GewerbeInspektion für durchaus notwendig und ebenso eine Verkürzung der Arbeitszeit zur Bekämpfung der Bleiweißgefahren. Die Versammlung nahm eine Resolution an, in der sie den vorliegenden Gesezentivurf als völlig ungenügend bezeichnet und das vollständige Verbot der Verwendung der Bleifarben fordert. Ein Bäcker- Geständnis. Arbeiter als Schöffen. " Ein Mordverfuch aus verschmähter Liebe wird aus dem Vorort Pankow gemeldet. Ein junges Mädchen Emma Freitag, das dort Auf die Ablehnung der von ihr erhobenen Forderung, die Ver- in der Parkstr. 2 dient, gab vor kurzem seinem Freier, einem jungen waltung der Hibernia solle auf die Tagesordnung der am 22. Dt- Mann. Namens Emil Ruß aus Khriz, den Laufpaß. Gestern fam tober nach Düsseldorf einberufenen außerordentlichen General- Ver- sie herausfam, um vom Bolleschen Wagen Milch zu holen, stellte er Ruz vor die Thür, um sich mit seiner Geliebten auszusprechen. As sammlung auch die nochmalige Beschlußfassung über die Kapitals- sie zur Rede. Sie wies ihn furz ab und ließ ihn stehen, gab auch erhöhung setzen, hat die Dresdner Bank sofort mit einem Gegenzug nichts darauf, daß er sie schlug, sondern ging ruhig wieder ins geantwortet. Sie hat durch Ober- Finanzrat Müller und Rechts- Hauts. Nach einer Weile sah sie dann durch den Fenstervorhang, ob anwalt Bondi beim Amtsgericht zu Herne beantragt, sie zu er- Rutz weggegangen sei, und als sie ihn nicht mehr bemerkte, öffnete mächtigen, als Gegenstand zur Beschlußfassung der Generalversamm- sie das Fenster im Erdgeschoß und lehnte sich hinaus, um weiter lung noch folgenden Punkt anzukündigen: sehen zu können. Darauf schien der verschmähte Liebhaber nur gezu haben. Er hatte sich unter dem Fenster dicht an der wartet Beschlußfassung über den von der Dresdner Bank und Genossen Mauer aufgestellt und stieß nun plötzlich sein Messer dem Mädchen gestellten Antrag auf Aufhebung sämtlicher in der General- zweimal in die Brust. Die Schwerverwundete erhielt von einem versammlung vom 27. August 1904 hinsichtlich der Erhöhung des Arzt einen Notverband und wurde nach Berlin in ein Krankenhaus Aktienkapitals, der Modalitäten der Aktienausgabe und der Abände- gebracht, Ruzz nahmen die Nachbarn fest und ühergaben ihn der rung von§§ 4 und 5 des Gesellschaftsvertrages gefaßten, durch An- Polizei. fechtungsflage angefochtenen Beschlüsse. Verhaftung des Häuseragenten Usenbinz. Wegen Betrügereien Amerikanische Erze in Deutschland. Wie mehrere kapitalistische großen Stils und Wechselfälschungen, durch die mehrere Personen Blätter dieser Tage zu melden wußten, sollen größere Posten um insgesamt nahezu 2 Million Mark geschädigt worden sind, ist Die Bäckermeister in Lindau bekamen, wie der Münchner Post" amerikanischer Erze nach Rheinland- Westfalen verkauft sein. Dem heute der 31jährige Häuseragent Johannes Usenbinz aus Charlotten geschrieben wird, anläßlich der Einfuhr von Streumehl" mit dem" Breslauer General- Anzeiger" wird dazu von informierter Seite burg in Untersuchungshaft genommen worden. Seit Anfang Mai Magistrat wegen der Zahlung des Mehlaufschlags Differenzen. Sie mitgeteilt, daß im nächsten Jahre auch nach Oberschlesien ameri- d. Js. wurde U., der flüchtig geworden war, durch zwei Steckbriefe teigerten sich nämlich, diesen Aufschlag zu entrichten, da man tanische Eisenerz- Sendungen kommen werden. Es handelt sich um der Landgerichte I und II verfolgt. Gestern begegnete ihm in der höre das betreffende Streumehl" mur Holzmehl sei und des- ein den schwedischen Magneterzen ganz ähnliches Material, das auch Invalidenstraße ! ein bon ihm geschädigter Herr, der ihn halb der Aufschlagspflicht nicht unterliege. Eine Untersuchung zu ungefähr gleichen Preisen gehandelt wird. Ob es sich für Ober- durch einen Schutzmann verhaften ließ. Ueber seine Strafergab, daß dieses Mehl thatsächlich aus Cellulose gewonnen wird. schlesien nur um temporäre Bezüge auf Grund der niedrigen Schiffs- thaten ist bon uns feiner Zeit mehrfach berichtet Der Magistrat beschloß mun, die Verwendung dieses Holzmehles zu frachten handeln wird, läßt sich heute noch nicht beurteilen. Mit der worden. Uſenbinz selbst schiebt die Hauptschuld auf den Backzwecken zu verbieten, im übrigen es aber für nicht aufschlags- Steigerung der Schiffsfrachten pflegen auch die Erz- und Eisenpreise ehemaligen Prokuristen und Häuseragenten Röttger, der eine pflichtig zu erklären. zu steigen, so daß es nicht ausgeschlossen ist, daß die höhere Fracht in mehrjährige Gefängnisstrafe zu verbüßen hat. Röttger hätte ihm Man könnte sich fast mit der indirekten Steuer versöhnen, daß dem Erlös, den dann auch amerikanische Erze erzielen könnten, einen bei Tauschgeschäften wertlose Hypotheken sowie Häuser übergeben, sie den Herren Bäckermeistern dieses Geständnis entlockt hat. Ausgleich fände. deren Schäden erst beim Weiterverkauf entdeckt worden wären. Das Kali- Syndilat beruft eine Generalversammlung zur Be- Während U. fich als Opfer der Röttgerschen Machenschaften bezeichnet, schlußfassung über die Herabsehung der Kalirohsalz- Preise für Ver- tönnen andre Leute von seinen eignen Betrügereien ein Lied fingen. Das Gewerkschaftskartell in Jena beschäftigte sich in seiner fäufe nach dem Auslande für 1905 ein. Zur Begründung dieser Zunächst fühlte sich ein Architekt W. durch U. um 60 000 M. betrogen. letzten Sigung mit einem Antrag, geeignete Schritte zu unter- Herabsetzung werden bereits stattgefundene sowie bevorstehende Raum hatte U. den Schaden wieder gut gemacht und mit Herrn W. nehmen, damit auch Arbeiter als Schöffen mit zugezogen außersyndikatliche Verkäufe angeführt. Mit den ersteren dürften die sich geeinigt, da übervorteilte er die Kapitänswitwe B. bei einem werden". Wie das Jenaer Volksblatt" berichtet, wurde in der in der Nacht vor dem Zustandekommen des Syndikats am 30. Juni- Grundstückshandel; fie erhielt von il. wertlose Hypotheken In ähnlicher Diskussion dieses allgemein unterstützten Antrages hervorgehoben, 1. Juli dieses Jahres abgeschlossenen Verkäufe der Gewerkschaft und büßte ihr Vermögen von 70 000 M. ein. daß es in Jena eine große Anzahl Arbeiter gäbe, welche die ge- Hohenfels" gemeint sein, die aber, wie später verlautete, vom Weife betrog er den Schlafwagenschaffner N. in Charlottennügende Qualifikation befizen und gegebenenfalls auch über die Syndikat übernommen sein sollten. Bei den letteren tann es sich, so burg um 10 000 M. Ein besonders vertrauensseliger, vermögender erforderliche Zeit verfügten, um an der Rechtsprechung bei dem führt die„ N. H. B.-H." aus, nur um Verkäufe von einem noch nicht Herr S. bezahlte seine Geschäftsbeziehungen mit u. mit 200 000 m. Schöffengericht teilnehmen zu können. Der gefaßte Beschluß geht zum Syndikate gehörenden Werk handeln, das in absehbarer Zeit Nachdem sich U. noch durch gefälschte Wechsel einiges Geld verschafft dahin, die Frage zunächst einer allgemeinen Gewerkschafts- Ver- lieferfähig werden wird. Als solches Werk wird die Gewerkschaft hatte, floh er im April d. J. nach der Schweiz, von wo er zum Teil sammlung vorzulegen und für diese einen geeigneten Referenten zu Großherzog von Sachsen" genannt. recht boshafte Ansichtskarten an seine frauernden Geschäftsfreunde getvinnen. ita richtete. Den Sommer verlebte er in Amsterdam, und vor drei Wochen kehrte er hierher zurück. In Magdeburg war er auf der Reise von dem Schlafwagenschaffner R. am Bahnhof getroffen worden; damals wußte er sich jedoch seiner Verhaftung zu entziehen, bis ihn gestern sein Schicksal ereilte. Man fand noch 4000 M. bei ihm. Bei einer Haussuchung bei seiner in Charlottenburg lebenden Frau wurden ferner 1000 m. beschlagnahmt. " 1 Bismarckhütte, Oberschlesien. In der gestern in Berlin abDie„ Amtsbefugnis" des Hebammen- Lehranstalts- Direktors. Die gehaltenen Aufsichtsratssitzung der Bismarckhütte legte der Vorstand Hebammen- Schülerin W. war zwangsweise aus der Provinzial- den Rechnungsabschluß pro 1903/04 vor. Dieser gestattet nach VerHebammen- Lehranstalt zu Breslau entlassen worden, nachdem i rechnung der vertragsmäßigen Tantieme für Vorstand und Beamte Bräutigam, ein Beamter P., beim Landeshauptmann der Provinz und der Abschreibungen in Höhe von 660 000 m.( gegen 480 000 M. Schlesien über geringes und schlechtes Essen der Zöglinge des ge- im Vorjahre) die Verteilung einer Dividende von 16 Proz.( gegen nannten Instituts Beschwerde geführt hatte. Die Entlassung der 11 Proz. im Vorjahre). Von dem dann verbleibenden Rest sollen Dame erfolgte wegen Disciplinlosigkeit, weil sie ihrem Bräutigam 81 000 M. zu Gratifikationen, Dotierungen von Beamten- und ArMaterial für sein Vorgehen gegen die Leitung der Anstalt zutrug. beiter- Pensionsfonds und für einige Wohlfahrtszwecke verwendet Nach ihrer Entlassung versammelte der Direktor Dr. Baum die werden. Die Generalversammlung wird auf den 19. November beZöglinge der Anstalt um sich, warnte sie vor dem Verkehr mit dem rufen werden. Beamten P. und äußerte zum Schluß, P. scheine nicht Ein fetter Entbehrungslohn; nur in den Prosperitätsjahren ganz richtig zu sein. Das erfuhr P. und verklagte darauf den 1898/99 und 1899/1900 hat seit 1890 die Bismardhütte höhere Direktor wegen Beleidigung. Der Oberpräsident erhob nun zu Dividenden verteilt. Die niedrigen Löhne der oberschlesischen ArGunsten des Direktors den Konflikt und beantragte, die Be- beiter gestatten allerdings dem Werk reiche Unternehmerprofite einleidigungsflage gegen Dr. Baum für unzulässig zu erklären, weil austecken. 4 dar, daß er niemand beeinflußt habe. Er habe nur den Beschwerden Berliner Partei- Angelegenheiten. als ev Feuer im Lessing- Theater. Großfeuer tam in der Nacht zum Sonntag aus noch nicht aufgeklärter Ursache neben dem LessingTheater auf dem Grundstück des Generals der Kavallerie Grafen v. Lehndorf in einer Wellblech- Barade am Friedrich- Karlufer 2/4, Der große gegenüber der Kronprinzen- Brücke zum Ausbruch. Bellblechschuppen wird als Coulissenhaus für das angrenzende Lessing- Theater benutzt. Das Feuer wurde erst bemerkt, als die Flammen schon aus dem Schuppen hell empor loderteu. Von mehreren Seiten gleichzeitig alarmiert, rückte die Feuerwehr gleich mit mehreren Löschzügen aus, Brandmeister Hammer sich Baum im Rahmen seiner Amtsbefugnisse ge- Hannoversche Maschinenbau- Aftiengesellschaft vorm. Georg fand bei seinem Eintreffen schon einen ausgedehnten Brandherd vor. halten habe. Der Direktor habe Anlaß gehabt, anzunehmen, die Egestorff, Linden- Hannover. Auch diese Gesellschaft hat im letzten Er ließ deshalb gleich von zwei Dampfsprizen zwei B- Rohre und entlassene Schülerin sei durch ihren Bräutigam, den Privatkläger, Geschäftsjahre einen recht ansehnlichen Profit erzielt. Der Brutto- fünf C- Rohre von Hydranten vornehmen und damit kräftig Waffer beeinflußt worden, und dieser werde versuchen, auch andre der gewinn für das am 30. Juni abgelaufene letzte Geschäftsjahr beträgt geben. Die Coulissen aus leicht brennbaren Stoffen gaben dem ihm bekannten Zöglinge zu beeinflussen. Dem habe er vorbeugen 2 114 220 M. gegen 1767 617 M. im Vorjahre. Nach Abschreibungen Feuer indes so reiche Nahrung, daß eine Rettung ausgeschlossen war. wollen. Mit den Worten über den Geisteszustand des Klägers und Reserbestellungen in Höhe von 732 234 M. gegen 647 900 M. im Das Wellblech war von der enormeu Hiße glühend geworden und habe er nicht diesen beleidigen wollen. Er habe damit lediglich vergangenen Jahre wird der Aufsichtsrat der Generalversammlung ein angrenzender Fahrradschuppen der Lehrbahn von der Fahrradfeiner wissenschaftlichen Ueberzeugung(!), daß P. ein die Verteilung einer Dividende von 25 Proz. gegen 20 Proz. in den handlung A. Elsner in Brand geraten. Die Flammen schlugen Querulant sei, Ausdruck gegeben, um der Warnung Nachdruck zu beiden letzten Jahren vorschlagen. bis zur Stadtbahn empor und gefährdeten nicht nur das Lessings verleihen. Theater, sondern auch die Stallungen unter den Stadtbahnbögen. Vor dem Ober- Verwaltungsgericht erschien P. selber und legte Das angrenzende Gebäude der Niederbarnimer Kreis- Korporation war weniger gefährdet. Den Bemühungen der Feuerwehr gelang seiner Braut und andrer Zöglinge der Lehranstalt Folge gegeben, es schließlich gegen 5 Uhr früh, die Gefahr für die Nachbarschaft zu er sich an den Landeshauptmann wandte. Die Frauen hätten Dritter Wahlkreis. Heute abend Versammlung des Wahlschränken. Der Coulissenschuppen ist mit dem Fahrradschuppen und beseitigen und auf das Grundstück Friedrich- Karlufer 2/4 zu bes fich bei ihm bitter beklagt, daß sie ungenügendes und noch dazu schlechtes Essen erhielten. Die Ursache davon sei wohl vereins im Märkischen Hof, Admiralstr. 18c. Zahlreicher Besuch er bent gesamten Inhalt niedergebrannt. Der Verlust ist groß, weil gewesen, daß die Küche an Der Vorstand. einen Unternehmer verpachtet wünscht. ein Teil der Coulissen täglich benutzt wird. gewesen und teine Kontrolle geübt worden ſei, ob er Charlottenburg. Heute, Dienstagabend, 8 Uhr findet im Lokal auch allen Anforderungen gerecht werde. Erst nachdem sich des Herrn Wodrich, Spreestr. 13, eine öffentliche socialdemokratische die Frauen selber vergeblich beim Direktor beschwert hätten, habe er Versammlung statt. Tagesordnung: 1. Vortrag. Referent wird in sich an den Landeshauptmann gewandt. Uebrigens sei es nichts der Versammlung bekannt gemacht. 2. Diskussion. feltenes, daß die Böglinge im Institut mit alte Eule",„ alte Schraube" 2c. bezeichnet würden. Schöneberg. Heute, Dienstagabend, findet im Obstschen Saale, Das Ober- Verwaltungsgericht erklärte den Konflikt für be- Meiningerstr. 8, die Versammlung des Wahlvereins gründet und entschied demgemäß, daß das Privatklage- Verfahren statt. Auf der Tagesordnung steht die Berichterstattung vom Partei gegen den Direktor Baum endgültig einzustellen sei. Be- tag in Bremen. Die Wohnung des Vorsitzenden Genossen gründend wurde ausgeführt: Der Senat sei der Meinung, daß der Wollermann befindet sich jetzt Martin Lutherstr. 50. Direktor die Aeußerung über die Geistesverfassung des Klägers nicht gebraucht habe, um seine Mißachtung auszudrücken, sondern nur, um der Warnung gegenüber den Zöglingen eine Begründung zu geben. Damit habe er seine Amtsbefugnisse nicht übertreten. Lokales. Die Raubmörder von Sendling, der Bierbrauer Johannes Huber und seine Frau, sollten nach ihrem kurzen Aufenthalt in Charlotten burg neuerdings in Steglitz gewesen sein. Ein Ehepaar, das dort gesehen wurde und Verdacht erregte, war aber nach dem Ergebnis der angestellten Ermittelungen nicht das gesuchte Mörderpaar. Es ist aber sehr wahrscheinlich, daß Huber und Frau sich immer noch in einem Berliner Vorort aufhalten. Sie werden sich aber wohl nicht mehr als Ehepaar zu erkennen geben, sondern einzeln auftreten und sich nur gelegentlich an verabredeten Stellen treffen. Nachdem die Frau in Charlottenburg bereits Kleidungsstücke gestohlen hat, werden die Mörder, denen die Mittel ausgegangen sind, jetzt wohl auch vom Diebstahl leben müssen. Um Arbeit anzusprechen, werden sie taum noch wagen; schon ihre bayrische Mundart könnte sie bei einiger Die Jugendweihe in der Freireligiösen Gemeinde fand Sonntag Aufmerksamkeit des Publikums, das die Personalbeschreibung wiederholt in der Zeitung gefunden hat, leicht verraten. Für die Erunter starkem Andrang des Publikums im großen Saal von Keller, Aus Induſtrie und Handel. Stoppenstraße 29, statt. Lange vor dem Beginn am Vormittag greifung der Mörder kommt alles darauf an, daß das Publikum 10% Uhr waren Saal und Galerien bis auf den legten feine Wahrnehmungen der Polizei unverzüglich mitteilt. saf Das Hibernia- Berstaatlichungsprojekt soll, wie vor einiger Zeit Platz gefüllt und noch immer strömten Hunderte herbei. Die Mit dem Tode der beiden Brüder, des Schlossermeisters und von der Morgenpost" berichtet wurde, durch eine Beschwerde ver- Feier war eine würdige und wurde durch ein passendes Lied, des Gesellen Krüger, endete der Zwist, über den aus der Chausseeanlaßt sein, die der Fürst Donnersmarck über die Behandlung des welches von allen Anwesenden unter Begleitung des Harmoniums straße berichtet wurde. Der Meister, der in der Feilenhauer- WerkNachdem Herr Dr. Kramer, der statt schwer verwundet aufgefunden wurde, erlag Sonntagabend im ihm gehörenden Kraffter Werkes durch das Kohlensyndikat an den gesungen wurde, eingeleitet. Kaiser gerichtet hat. Demgegenüber meldet jegt das Berliner Prediger und Lehrer der Freireligiösen Gemeinde zu Magdeburg, Strankenhause seiner Verlegung. Sein Bruder, der ihm eine Revolverdas Einleitungsgedicht gesprochen hatte, setzte der Männergesangchor fugel in den Kopf geschossen hatte und dann geflohen war, erschoß Tageblatt", daß die Beschwerde nicht vom Fürsten Donnersmard, der Gemeinde ein, worauf Dr. Kramer die Festrede hielt. Warme, sich zur selben Zeit in Französisch- Buchholz. sondern von einem anderweitigen Abnehmer ausging, der nach der tief empfundene Worte waren es, die er an die Eltern und Kinder Lage seines Unternehmens einen Anspruch darauf zu haben glaubte, richtete, welch lettere aus der Schule hinaus nun ins Leben treten Straßensperrung. Die Straße am Friedrichshain zwischen vom Syndikat als ausländischer Käufer behandelt zu werden, sollen und als deren höchste Aufgabe es der Nedner hinstellte, Königsthor und Bögotstraße sowie der Große Weg zwischen Hofnämlich die niedrigeren Preise berechnet zu erhalten, die das Menschen zu werden, gute, edle Menschen, welche mitarbeiten am iäger- und Fasanerie- Allee wird behufs Umpflasterung usw. bis aut Syndikat beim Export von Kohle fordert, nicht die höheren, großen Werk der Erlösung der Menschheit. Es folgte Verteilung von weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. die der inländische Konsum zu zahlen hat. Der Kaiser wandte sich Büchern an die 117 Kinder, welche an der diesmaligen Jugendweihe teil- Bon einem Berliner Wilderer erschossen wurde gestern der auf diese Beschwerde hin an den Ministerpräsidenten, dieser an den nahmen. Jedes Buch enthielt einen Spruch für Lebensweisheit aus unsern Förster Strempel des Grafen T. H. v. Arnim in Blumberg( Kreis Klassikern. Die Schlußrede war eine Ermahnung, nun hinaus Niederbarnim). Als der Förster morgens 8 Uhr mit seinen beiden Handelsminister. Als die gegenüber dem Syndikat zu ergreifende zugehen in die Welt, in das Leben, und nach besten Kräften bestrebt 12 und 13 Jahre alten Söhnen durch das Revier ging, hörte er Maßnahme wurde zunächst die Verstaatlichung der Gelsenkirchener zu sein, die Hoffnungen der Eltern zu erfüllen. Ein Lied des einen Schuß fallen. Dem Schall nachgehend, traf er einen Wilderer, Bergwerksgesellschaft ins Auge gefaßt. Da stellte sich aber heraus, Männerchors schloß die schöne Feier; manche verstohlen aus den einen Schuß fallen. Dem Schall nachgehend, traf er einen Wilderer, der, ein Zweirad und Gewehr neben sich, ein Reh ausweidete. Der daß Herr Thyssen bei seinem Eintritt in den Aufsichtsrat dieser Augen gewischte Thräne zeigte, wie auch Erbauung dort vorhanden Förster versicherte sich zunächst des Gewehrs und wollte dann den Gesellschaft den ihm nahestehenden Banken die förmliche Verpflichtung sein kann, wo der dogmatische Formelglaube überwunden ist. Wilderer festnehmen. Doch dieser leistete Widerstand und entriß abgenommen hatte, die Mitwirkung an einer etwaigen Verstaatlichung In der gestrigen Situng der Deputation der städtischen Gaswerke dem Förster im Ringen das Gewehr. Strempel rief nun seinen abzulehnen. Als der Handelsminister den Geh. Kommerzienrat wurde unter dem Vorsitz des Stadtrats Nams lau beschlossen, die Söhnen zu, sie sollten sich dem Wilderer an die Arme hängen, um Arnhold in der Angelegenheit zu Rate zog, erklärte dieser, daß die Revier- Inspektionen wegen der größeren Ausdehmung der Geschäfte ihn am Schießen zu verhindern; ehe die Knaben das aber Teilnahme eines Finanzmannes an den Beratungen erwünscht wäre, bon 24 auf 30 zu vermehren. Ferner wurde die Verbesserung der thun konnten, sprang der Mann einige Schritte zurück und und da Arnhold Mitglied des Aufsichtsrates der Dresdener Bank ist, Beleuchtung der neuen Brücke über die untere Freiarche im Tier- gab einen Rehpostenschuß ab, der den Förster am Unterleib und am lag es für ihn nahe, Direktor Gutmann zu nennen. garten, in der Torfstraße und am Nordufer in der Nähe des Rudolf linken Beine so schwer verletzte, daß er zusammenbrach. Während Von Gutmann sei alsdann der Vorschlag ausgegangen, die Virchow- Krankenhauses, in einem Teile der Wilhelmstraße beantragt die Söhne des Försters nach Blumberg eilten, entfloh der Wilderer und genehmigt. Außerdem gab die Deputation ihre Zustimmung auf feinem Rade in der Richtung nach Berlin. Graf Arnim liek Hibernia- Aktien in der Weise, wie sie vonstatten gegangen ist, zu zur Einrichtung der Gasglühlichtbeleuchtung in der Stolpischenstraße mit dem Automobil aus Malchow einen Arzt holen, der den Förster erwerben. Die Bankgruppe der Hibernia von vornherein hinzu- zwischen Seelower- und Driesenerstraße, in der Hufelandstraße verband und nach Berlin in das Krankenhaus am Friedrichshain ziehen, sei in der Erwägung unterblieben, daß die Handelsgesellschaft zwischen Braunsberger- und Esmarchstraße, und in der Kopernikus- brachte. Hier starb aber der Verlegte schon kurze Zeit nach der und Bleichröder einen solchen Kommittenten nur ungern verlieren straße zu Rummelsburg. Aufnahme unter den Händen der Aerzte. Unterdessen wurde von " aus entTheosophische Gesellschaft. Zweig Westberlin. Dienstag, den 27. September cr.: Sibung abends 8, Uhr im Restaurant Bülowstr. 45. Vortrag: Baul Raak: Das wahre Menschen- Selbst". Diskussion. Gäste Verein der Aquarien- und Terrarienfreunde zu Berlin. Die Generalversammlung findet am Mittwoch, den 28. d. M. in Wendts CentralSlubhaus, Königsgraben 14a, statt. Anfang 9 Uhr. Sinus. Fragen Sie an beim Dirigenten der Fortbildungsschule, Fruchtstr. 38. Haus. Unser Brief an Sie ist als unbestellbar zurüdgekommen. Wenden Sie sich an den Centralverband der Handels-, Berlin SO., Engel 13. Unbeständig. Sehr aktuell. E. M. Fragen Sie an bei dem Kassierer Herrn Winkler, Rirdorf, ben Einwohnern und den Polizei- Drganen von Blumberg und den p Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird am Sonnabend- die Anwesenden auf, aus allen den von ihm angeführten Gründen benachbarten Ortschaften die Verfolgung des Wilderers aufgenommen. nachmittag 4 Uhr der Vortrag Die Insel Rügen" zu ermäßigten der Landeskirche Valet zu sagen. Als erster Diskussionsredner sprach Auch die Berliner Kriminalpolizei wurde benachrichtigt. Die Rad- Preisen gehalten werden. An den Abenden dieser Woche wird der Herr Pastor Starte. Jedoch vermochte sein Versuch zu einer fpur wurde bis Friedrichsberg verfolgt, verlor sich aber dort und neue scenisch und dekorativ ausgestattete Vortrag" Im Bannkreis Widerlegung des Referenten nicht überzeugend zu wirken. Interkonnte nicht wiedergefunden werden. der Jungfrau" zur Darstellung gelangen. Im Hörsaal beginnen in essanter waren die Ausführungen des Herrn Lehrers Krause, In der Garderobe der Brauerei Königstadt wurde Sonnabend, der kommenden Woche die gemeinverständlichen naturwissenschaftlichen welcher das lebermaß des Religionsunterrichts in den Volksschulen den 24. September, während des Herbstvergnügens des sechsten Vorträge. Ausführliche Prospekte über diese Vorträge werden an aus eigner Pragis in drastischer Weise schilderte. Er wollte den Religionsunterricht Wahlkreises irrtümlich ein Sommerüberzieher einem Herrn ber- Interessenten auf Wunsch kostenlos gesandt oder sind an der Rasse nicht der Volksschule abfolgt, der nicht der richtige Empfänger ist. Es wird höflichst der Urania erhältlich. tümlich ein erhältlich. Kaffe ist. Es fernt wissen, erklärte jedoch, daß nur das gelehrt werden gebeten, ihn an die Garderobenfrau Henschel, Fehrbellinerstr. 6, Im städtischen Gewerbesaal wird in den Abend- und Sonntags- müßte, was dazu angethan ist, die Jugend sittlich und ethisch zu frau Senſcher, Fehrbellinerlassen( zur Zeit 124) der Gewerbeſaalabteilungen Maschinenbauern, 11 Uhr unterbrochen werden. Zum Schluß erhielt der Gemeindezurückzugeben. 19- iscal, bilden. Leider mußte Redner wegen Eintritt der Polizeiſtunde um Bermißt wird seit dem 25. d. Mts., morgens 10 Uhr, der zwölf- Präcisions- und Elekromechanikern, Schlossern und Kunstschmieden vertreter Genosse H. Hildebrandt das Wort zu einer Erklärung beGelegenheit gegeben, sich im Fachzeichnen und Entwerfen zu üben; jährige Erich Lehnert. Der Knabe ist mittelgroß, hat blaue Augen auch findet nach Bedürfnis Unterricht in der Mathematit, Mechanit, treffs eines Artikels im Kreisblatt, in welchem es heißt, daß die und dunkelblondes Haar; bekleidet war er mit blauer Matrosenbluse und hellblauer Waschhose sowie Turnschuhen und trug keine Kopf- Maschinenlehre und im Fachmodellieren für Kunstschmiede statt. In socialdemokratischen Gemeindevertreter Adlershofs für Aufhebung des bedeckung. Der Knabe sollte von der Tresckowstraße, wohin die den Tagesklassen für Maschinenbauer, O., Straßmannstr. 6, können Wochenmarktes gestimmt hätten. Er führte aus, daß der Artikel der Wahrheit nicht entspreche, sondern daß die socialdemokratischen GeEltern zum 1. Oktober ziehen, nach der jetzigen Wohnung in der sich Gehilfen, die ein ganzes Jahr ohne andre Beschäftigung auf meindevertreter im Gegenteil für eine schärfere Kontrolle und AufBrunnenstraße zurüdkehren, ist dort jedoch nicht eingetroffen und ihre theoretische Ausbildung verwenden wollen, die für einen Werk seitdem verschwunden. Die schwer geängstigten Eltern bitten die- führer, Monteur oder Techniker nötigen Kenntnisse aneignen. Der Kursus ficht des Marktes eingetreten sind. jenigen, die irgendwelche Angaben über den Verbleib des Senaben auf der Berliner Schule ist einjährig im Gegensatz zu auswärtigen weil er für machen können, Nachricht an Herrn Lehnert, Brunnenstraße 57, Schulen mit zweijähriger Dauer und gleichem Lehrziel Seitenflügel 4 Treppen oder an die Polizeireviere gelangen zu lassen. solche Teilnehmer bestimmt ist, die sich durch längeren Besuch willkommen! von Abendkursen während ihrer praktischen Thätigkeit genügend Ein schwerer Banunfall hat sich gestern nachmittag auf dem vorgebildet haben. Solche Abendkurse zur Vorbereitung befinden Neubau Mirbachstr. 54, Ecke Boigtstraße, ereignet. Zwei Dachdecker- sich sowohl in den elf Gewerbesaal- Abteilungen, als auch in allen putzer, deren Namen wir noch nicht ermitteln konnten, waren daselbst Fortbildungsschulen. Die städtischen Uebungswerkstätten für Präam Giebel mit ihren Berufsarbeiten beschäftigt, als das Hängegerüst, cisionsmechaniker, Maschinenbauer und Kunstschlosser, O., Straßmannauf dem sie standen, infolge mangelhafter Befestigung zusammen- straße 6, bieten Gehilfen genannter Berufsarten Gelegenheit, sich in Briefkaften der Redaktion. brach. Beide Arbeiter stürzten in die Tiefe und verlegten sich schwer; ihren praktischen Kenntnissen und Fertigkeiten zu vervollkommnen Schaudt. 1. und 2. Absolut unklar; beide Fragen sind falsch gestellt, sie wurden nach dem Krankenhause am Friedrichshain übergeführt. und sich mustergültige Werkzeuge für den eignen Besitz und Gebrauch, daher unverständlich und nicht zu beantworten. Wahrscheinlich denken Sie sowie andre Fachgegenstände( Maschinenteile, Apparate, Gesellen- an Segment und Peripherie. 3. und 4. Amerifa liefert uns durchschnittlich Die„ Typographia“, der durch seine Mitwirkung bei Arbeiterfesten lidt und dergleichen heraufstellen. Die Wertſatture( Can bout Rußland. Ueberhaupt ſtatiſter Gette i de- Import im Durchschnitt stücke ( Tages- das höchste Weizen. Größte Gerste- Einfuhr rühmlichst bekannte Buchdrucker- Gesangverein, beging am Sonntag 13. Oktober, andre im Januar, März und Juli. Die Abteilungen für uns von Rußland. Auch Argentinien für Weizen- Ausfuhr ſehr leistungsin der Neuen Welt zu Rirdorf das Fest des 25 jährigen Bestehens. des Gewerbesaals befinden sich in folgenden Schulhäusern: S., fähig. Es stand ein Festkonzert auf dem Programm, an dem außer dem Wasserthorstraße 31( Dirigent Kaul); N., Zehdenickerstraße 17/18 Gesangberein das Berliner Tonkünstlers Drefter folie( Rektor Buth; C., Hinter der Garnisonkirche 2( Rektor Drehmann); ransport- und Berkehrsarbeitetails 19. 8. Orchester die Konzertfänger Alexander Heinemann und Leo Gollanin NW., Turmstraße 86( Dirigent Sabowsky); O., Straßmannstraße 6 Ufer 15. mitwirkten. Das Programm war ersichtlich zusammengestellt in dem( Dirigent Blog); SO., Reichenbergerstr. 131( Reftor Schünemann); Streben, der Welt zu zeigen, daß auch ein Arbeiter- Gesangverein N., Ravenéstr. 12( Dirigent Gillert); W., Pallasstr. 15( Rektor Kirchhofstr. 46, II. S. 150 und Harpen. Senden Sie Ihre Abonnees mit den Leistungen bürgerlicher Liedertafeln durchaus aufnehmen Stephan); NO., Heinersdorferstr. 18( Rektor Zuzenberger); N., But- mentsquittungen ein und wiederholen Sie Ihre Fragen. H. S. A. iſt kann; und der Neid muß gestehen, daß das Konzert sowohl im buserstr. 23( Rektor Klebe); SW., Hagelsbergerstr. 34( Rektor Berndt). Hauptstadt, aber nicht Residenz, weil das Fürstenhaus in H. wohnt. Inhalt wie in der Ausführung auf der Höhe stand. Ob es an sich Das Eintrittsgeld für die Abend- und Sonntagskurse beträgt für. S., Steinmetzstraße. Wenden Sie sich an die Direktion oder die Ver2. Allgemein genommen die größte wichtigste Stadt eines Landes. geraten ist, so difficile Sachen wie die mittelalterliche Venus- Hymne das Halbjahr bei 4 wöchentlichen Stunden 4 M., bei mehr als waltung der großen Straßenbahn. R. H. 100. Auskunft können Sie d'Albert Eugen und Brambachs Kolumbus in dem 4 Stunden 6 M. Der Unterricht in der Mechanik ist für die Teil- erhalten durch Herrn Eugen Simanowski, Engel- ujer 15, Gewerkschaftshaus, Festkonzert einer einer Liedertafel zu bringen, soll hier nicht nehmer des Gewerbesaales frei. Für den einjährigen Kursus der Zimmer 37. Straßburg i. E.( G. R.) Wir bedauern, Ihrem Wunsche entschieden werden. Aber wenn anzulegen ist, dann bleibt nichts übrig, als anzuerkennen, daß die Kurse der Werkstätten 10 bezw. 20 M. Der Unterricht beginnt am Armendirektion, Bureau Am Mühlendamm 1. der Erfolg als Maßstab Tagesklassen beträgt das Schulgeld 100 M., für die zehnwöchigen nicht entsprechen zu können. Wenden Sie sich an Sachverständige in Ihrer Martha 8. Die Schlesingsche Stiftung, verwaltet von der " Typographia" das Richtige getroffen hat. Es klappte in den 12. Oktober in den Abend- und Sonntagsklassen, in den Tages- über 1433/ 1s0 Quadratmeter. 2. 180 Quadratruten. 3. 2553 Quadratmeter. " Bier" 1. Etivas schwierigsten Stücken und die Zuhörerschaft gab durch brausenden klassen am 13. Oktober( neuer Jahreskursus). Nähere Auskunft Beifall zu verstehen, daß sie die Leistungen zu würdigen wußte. erteilen die genannten Unterrichtsleiter. Programme der Tages herrührend. 2. Die Temperatur fann in jenen Gegenden nicht so tief Straubing.( Mondsüchtige.) 1. Jeine Gewebe von fleinen Spinnen Eines verdient außer der Tüchtigkeit der Liedertafel und der Hin- Klassen und der Werkstätten sind auch im Bureau Straßmannstr. 6 finten. 3. Die Wirkung reicht darüber noch hinaus. 4. Keine Atmosphäre. gabe der Herren Heinemann und Gollanin noch rückhaltlose Anzu haben. 5. E3 ist möglich, aber nicht wahrscheinlich. 3. 100. erfennung, nämlich der feine Geschmack, mit dem der instrumentale 1. Das Volksblatt" eriſtierf feit dem 1. April 1884. Teil des Programms zusammengestellt war:„ Meistersinger" und 2. Der Vorwärts" als Centralorgan seit dem 1. Januar 1891. " Tannhäuser"-Vorspiel, Dvoraks Slavische Tänze" und ein lichtEi des Columbus?! Sie sind schon im Recht: Jeder Vorwärts". schimmerndes Ballett von Luigini„ Egyptien". Von den Gesangs In den Spandauer Musterwerkstätten rumort es, wie uns gesuchen. Das wäre vielleicht eine einfache und erfolgreiche Agitation, denn Abonnent sollte auf 1. Oktober einen neuen Abonnenten zu gewinnen nummern gefielen uns, soweit Auswahl und Ausführung in Betracht schrieben wird, unter den Arbeitern ganz bedeutend. Die feit so würde der Abonnentenstand des Vorwärts" mit einem Schlage zum tommt, am besten Mozarts„ Weihe des Gesanges" und Erks be- Jahren durch die staatlichen Instanzen genährte Unzufriedenheit der 1. Oktober auf rund 170 000 steigen." Die Sache flingt freilich einfach, aber kanntes Lied Jett gang i ans Brünnle". Staatsarbeiter hat durch die jüngste Enttäuschung in Sachen der einfache Dinge liegen leider oft außerordentlich schwierig. Sehen Sie einmal Ging so das Festkonzert auf der Bühne in jeder Hinsicht würdig Lohnregulierung neuen Stoff erhalten, so daß wohl heute so ziemlich zu, wie Sie Ihre überraschende Idee realisieren können. Bei der Reichstagsvon statten, so waren Ereignisse, die sich im Festsaal bemerkbar jeder Arbeiter seine Meinung über die seitens des Militärstaates wahl vom Jahre 1903 votierten in Berlin für die Socialdemokratie rund machten, um so befremdlicher. Daß während des Konzerts bald beliebte Behandlung berechtigter Arbeiterforderungen ganz un- 220 000 Bürger. Wenn zunächst die Abonnenten und sodann die Nichthier, bald dort in dem großen Saal zwei wohlausgerüstete Mit- geschminkt äußert. Hinzu kommt noch die von einzelnen Vor- abonnenten dieser Wählermassen für Ihre epochemachende Anschauung geglieder der freiwilligen Sanitätstolonne vom Roten Kreuz gesetzten gewohnheitsmäßig gegen die Arbeiter geübte Behandlung. Der wonnen würden, so gingen wir ja für die nächste Zeit überraschenden und höchst erfreulichen Resultaten entgegen. B. P. Paris. in ihrer schmucken Uniform auftauchten, wird auf die meisten Be- Ingenieur Barkow vom Feuerwerks- Laboratium ist einige Tage nach vorbestraft. Bremen. Nein. 9876. 1. Ja. 2. Nein. sucher wohl eine beruhigende Wirkung ausgeübt haben. Wir lassen dem bekannten Vorfall auf Beschluß der Verwaltungsdahingestellt, ob die Nachahmung dieser Ambulanz sich im allgemeinen tonferenz vom Dienst suspendiert worden, da seine Kollegen und Juriftifcher Teil. für solche Kunstdarbietungen empfiehlt, denen eine nervenerschütternde auch die Offiziere des Instituts sich geweigert haben sollen, mit dem Wirkung zuzutrauen ist. Anders aber steht es um die leidige Attackierten noch weiter zusammenzuarbeiten. Seitdem sind gegen Kellnerwirtschaft. Es ist ja nicht das erste Mal, daß wir den Ingenieur sogar von einigen Meistern wegen seines unpassenden das Seidelgeflapper bei Arbeiterkonzerten rügen mußten, und es auftretens Beschwerden bei der Direktion eingelaufen. Der Dichter des es hat ja nicht an Versuchen gefehlt, das Servieren während des Spott, gedichts" ist als der Dreher Albrecht ermittelt, welcher bereits Konzerts zu verbieten. Auch für das Buchdruckerkonzert soll eine solche als Arbeiterkandidat" und schlichter Mann aus der Werkstatt" Anordnung ergangen sein. Deffenungeachtet sahen wir die Kellner während der vorjährigen Reichstagswahl von sich reden machte. ständig ihr Bier austragen. Wir bestreiten nicht, daß es Leute A. ist gleichfalls vom Feuerwerks- Laboratorium sofort entlassen giebt, denen das Piano des Venusberg- Reigens in der worden. Tannhäuser- Duvertüre in Gemeinschaft mit dem Klang der Nickelvon " " Aus den Nachbarorten. Stadt. " " Strolch. Nicht Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 92 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. 1. Dhne Einsicht in den Mietsvertrag sind Fragen über Mietsangelegen Soci, Rigdorf, Pieter, B. 23. 10. 1. und 2. Ja. A. O. 23. heiten unmöglich zu beantworten. 2. Jn 10 Jahren. 3. Zwischen 600 und 2000 m. Sie müssen beim Gericht den Antrag auf Kostenerstattung stellen. Hugo Ernst. Die auf die Polizeiliste bezügliche Anfrage ist zu ver neinen. Ueber die andern Fragen können Sie sich durch Nachlesen der Berichte im Vorwärts" informieren. Es geht doch nicht on, im Briefkasten den Inhalt, die Folgen, den Wert des internationalen Haager Kongresses, das Verhältnis zwischen Frankreich und Rußland, zwischen England und stüde in der Hand des auf Zahlung erpichten Kellners gar wohl- Beim Bau der Kirche in Lankwik brach gestern nachmittag 2 Uhr Japan usw. darzulegen. Sie sollten die Zeitung nicht nur lesen, sondern Die öffentlichen Lesehallen in Berlin thuende Harmonie dünkt. In einem Bierkonzert machen diese Leute das Gerüst in einer Höhe von 18 Metern zusammen. Vier Arbeiter fich selbst ein Urteil bilden. zur Information. 2. Ja. ja auch zumeist die Mehrheit des Publikums aus. Aber ein Bier- wurden unter den Trümmern begraben. Schwere Verlegungen er- geben Ihnen reichliche Gelegenheit 333 7. S. Das ist möglich. M. H. Nein, der Anspruch ist seit tonzert sollte die Darbietung vom Sonntag ja wohl Oftober 1901 verjährt. Reet 5. Der Wirt ist im Recht. B. E. 4., brauchte es nicht zu ſein und war es auch nicht nicht sein. Sie ritten der Maurer Gustav Schulz aus Groß- Lichterfelde, Kastanienstraße 2, der Maurer Joseph Spieß aus Marienfelde, BerlinerDann soll man R. F. 75. Nein, aber von der Invalidenversicherung Invalidenrente. R. B. 69. aber auch grundsätzlich und strenge auf Ordnung halten. Indem straße 43, der Wasserträger Karl Schulz aus Groß- Lichterfelde, BraunH. H. 21. Eine nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn Sie nachweisen, wir dies fordern, geben wir nicht so sehr der Festleitung die Schuld, straße 11, und insbesondere der 15jährige Lehrling Richard Schwatke, selage hätte nur tann igungsfrist ist die gleiche. Gustav daß der Krückstock fahrlässig, so wie geschehen, gehalten ist. Dieser die es gewiß mit ihrer Anordnung gegen das Servieren ernst ge- der ebenfalls in Groß- Lichterfelde, Roonstr. 20, wohnt. Gile Rußland 22. Nein. meint hat. Der eigentlich Schuldige ist vielmehr das Arbeiter Schulz, Spieß und der Lehrling wurden ins Krankenhaus Groß- Beweis ist sehr schwer zu führen. Krahuer. Pensionsberechtigung steht Ihnen nicht zu.- W. R. Ja. publikum, das sich das Darreichen von Bier beim Konzert nicht Lichterfelde gebracht, Karl Schulz, der namentlich am Fuße allein gefallen läßt, sondern anscheinend die Kellner zu ihrem verwundet wurde, konnte nach Hause geschafft werden. Ursachen des Unglüds hat störenden Wirken noch animiert. Wir respektieren gewiß den die fich nichts Näheres Witterungsübersicht vom 26. September 1904, morgens 8 Uhr. Durst und er erscheint uns ehrfurchtgebietend besonders bei den ermitteln lassen, doch nimmt man an, daß das Gerüst für den FahrBemerkt zu werden verdient, daß die Buchdruckern; aber wenn für die gut drei Stunden, die das Konzert stuhl nicht start genug war. dauerte, zwei längere Erfrischungspausen vorgesehen sind und außer Arbeiter schon vor einigen Wochen ihre schweren Bedenken gegen den dem noch klar und deutlich auf dem Programmzettel vermerkt ist, Aufbau geltend machten, jedoch kein Gehör fanden. Als ein Glück daß nach dem Konzert ein Kommers folgt, so sollte man meinen, im Unglüd muß es bezeichnet werden, daß der Einsturz nicht später daß es wenigstens so lange ohne Bier auszuhalten ist, als Sänger erfolgte; furz vor der Katastrophe follten 26 Maurer das Gerüst und Musiker sich auf der Bühne mühen. Dem Unfug wäre am betreten, um im Innern des Baues zu arbeiten. Der Bau wird Swinemde. 761 SSD besten dadurch ein Ende zu machen, daß überhaupt keine Tische in errichtet vom Zimmermeister Hartmann in Groß- Lichterfelde, Bau- Hamburg 762 Berlin 760 Still den Saal gestellt werden. Im Theater und in bürgerlichen Konzerten leiter ist der Regierungsbaumeister Dähnert. Der Arzt Dr. GoldFrankf.a.M. 762 München entbehrt man ja auch mit mehr oder weniger Vergnügen den Tischberg leistete den Verletzten die erste Hilfe. Zum Glück ist keiner Wien mit den Seideln vor sich. So lange diese notwendige Aenderung lebensgefährlich verletzt. aber sich nicht bewirken läßt, sollte in Arbeiterkonzerten das Publikum im ganzen Selbst zucht üben und dem Kellner bedeuten, daß er auch beim Gesang auf der Bühne gern gesehen ist, falls ihm am Ohrenschmaus etwas liegt, daß er aber seine Seidel gefälligst draußen zu lassen hat. " Verfammlungen. Ueber Die Sektion der Fliesenleger des Centralverbandes der Maurer hielt am Freitag, den 23. September, eine Mitgliederversammlung Im Cirkus Schumann ist die übliche große Pantomime bereits ab. Genoffe Schütte hielt daselbst einen interessanten Vortrag acht Tage nach der Eröffnungsvorstellung aufgeführt worden. Jules über„ Die Urgeschichte der Menschen". Nachdem gab Rabe einen Bernes Roman Der Courier des Baren" wurde zur Bearbeitung Bericht über die letzte Sigung der Einigungsfommission der Fliesenausertoren. Er behandelt die Abenteuer des Michael Strogoff, der leger. Aus seinem Bericht ging hervor, daß keine Aussicht auf dem Baren geschworen hatte, der von den Tataren belagerten Stadt ein Zustandekommen der Einigung vorhanden wäre, und die Jskurtsk die Befreiungsbotschaft zu bringen, und unsägliche Abenteuer Delegierten der Sektion deshalb von weiteren Verhandlungen zu bestehen hat, bis er sein Ziel erreicht. Ihrem Inhalt nach ist zurückgetreten sind. Nach seinen Eindrücken von dem Verlauf der Die Pantomime nicht minder spannend wie der Roman; es wird bisherigen Verhandlungen würde es nur eine Scheineinigung geworden furchtbar viel darin geschossen, und gar gräßlich sieht es aus, wenn sein. Uebrigens würde von den beiden andren Vereinen, Lokalisten der Emir der Tataren den gefangenen Courier mit einem glühenden und freie Vereinigung, demnächst noch eine öffentliche Versammlung Schwert blenden läßt, um sich dann, als ob nichts geschehen über diese Angelegenheit veranstaltet werden. wäre, von einer Balletteufen- Armee antanzen zu lassen. Der Verband der Hafenarbeiter hielt am 18. September feine Wir atmeten erleichtert auf, als sich herausstellte, daß Monatsversammlung ab, in der Schmidt als Delegierter die Blendung mir halb gelungen war und der schwerAls ersten geprüfte Russe sein Augenlicht im nächsten Bilde wieder erhielt. den Bericht von der Gewerkschaftskommission erstattete. Eine mißliche Eigenschaft haftet der Pantomime jedoch an, nämlich Stelle eines zweiten Vorsitzenden frei wurde, wählte man in dieVorsitzenden wählte die Versammlung Hinze. Da dadurch die die, daß sie zu sehr dramatischer Natur ist, daß derjenige, der vorher felbe Carnal hinein. Als Gewerbegerichts- Beisiger schlug die das geringste versteht. Das hat bei einem großen Teil des Unterstützung mußte abgelehnt werden, da seine Mitgliedschaft erBublifums eine gewisse Teilnahmlosigkeit zur Folge, die auch durch loschen war. das schon erwähnte große Ballett und den furchtbaren Kampf am Stationen stand mm Wind764 23 763 23 richtung Windstärke Wetter 1 heiter 2Nebel Temp. n. T. 5° C. 4° R. Stationen Barometer. Wind. richtung Windstärke 14 Haparanda 769 N 11 Betersburg 773 Still wolkig 13 Cort 2Regen 12 Aberdeett 756 G 3Regen 11 Baris 763 Still 1 bedeckt 15 Wetter 2Nebel wolten! 1 bedeckt wolfig Temp. n. G. 26090950 96 Wetter- Prognose für Dienstag, den 27. September 1904. Mild, jedoch vorherrschend wolkig mit etwas Regen und schwachen südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. 363L* Sofastoffe Riesenauswahl aller Qualitäten. Wolfe Reste! Moquettes. PlüschSatteltaschen. Muster b.näher. Angabe franco. Berlin, Oranienstr. Unser tadelloses Kontur. Renzkolli wird jed. andern vorgezogen. 3 Pid.- Dose best. 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September fand im Lokale von Lau eine haben sich die ungemein zahlreichen Künstler, die in der Pantomime Volksversammlung statt, зи welcher die Herren Pastoren mitwirken, ein hervorragendes Verdienst erworben; Bewunderung und die Lehrerschaft des Ortes schriftlich eingeladen waren. verdient namentlich die scharfe Charakteristik des Mimiters Onofri waren auch Herr Pastor Starte und etliche der Herren Lehrer und dessen Gemahlin. Gin andrer Umstand beeinträchtigte am erschienen. Leider war Genosse M. H. Baege, welcher über„ Christi Sonnabend noch die Wirkung, nämlich der späte Beginn der Lehren und die christliche Kirche" referieren sollte, durch Krankheit gauze Wohnungs- Einrichtungen Pantomime. Es war nach zehn, als das Stück anfing, und eine am Erscheinen verhindert. Dafür legte der Vorsitzende Tost sowie einzelne Stücke äußerst billig. Viertelstunde vor Mitternacht war es erst zu Ende. Hoffentlich das Wesen der sich christlich nennenden Kirche in kurzem Eigne Tischler- Werkstatt. richtet die Direttion es hinfort so ein, daß der erste Teil des Pro- Referate dar und ging besonders auf die hiesigen Kirchen- Wiehr. Betersburgerir. 62. gramms spätestens bis 9 Uhr erledigt ist. verhältnisse ein. Zum Schluß forderte er in martigen Worten O. des S.-O. bon Wilh. Mühlbach empfiehlt Nester von Plüschen, Krimmer, Eskimos zu Damen und Kinder Jacketts zu den billigsten Preisen. Grösste Auswahl in fertiger Konfektion. 10 Oppelnerstr. 10 Am M. September, abends 11 Uhr, verschied nach schwerem Leiden mein inniggeliebter Mann, unser guter Bater, der Prez bergolder 16266 Für die innige Teilnahme und die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes fage ich allen, insbesondere seinen Kollegen 3. Wahlkreis. von der Firma Rösemann& Kühne- Dienstag, 27. Gept., abends 8%, 1hr, im Märkischen Hof, Admiralstr. 18c mann sowie den Mitgliedern des Metallarbeiter- Verbandes, Zahlstelle Arthur Emilius Berlin, meinen herzlichsten Dant. im 32. Lebensjahre. Die Beerdigung findet Mittwochnachmittag 4 Uhr von der Halle Frau Antonie Szinowske nebst Tochter. 15996 des Nazareth- Kirchhofes, Reiniden- Spar- u. Produktiv- Genossenschaft dorf, Berlinerstraße, aus statt. Die trauernde Witwe nebst Kindern. Central- Verband deutscher Brauerei- Arbeiter Sektion I, Berlin( Brauer). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Berlin- Rixdorf in Liquidation. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Durch GeneralversammlungsVersammlung des socialdemokratischen Wahlvereins. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Herrn Magnus Schwantje: effenschaftliche Tier- und Menschenfolter( Vivisettion) und ihre Ge240/19 fahren für die Arbeiterklasse". 2. Diskussion. Frauen haben Zutritt. Gäste willkommen. Bu recht zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein Der Vorstand. Socialdemokratischer Wahlverein Beschluß vom 29. Auguſt und f. d. 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( SO.) 12. September a. c. iſt die Genossenschaft in Liquidation getreten. Wir hiermit Dienstag, den 27. September, abends 8½ Uhr: Achtung! De Achtung! Wahlkreis Ruppin- Templin. Dienstag, den 27. September, abends 8, Uhr, bei Wilke, Brunnenstr. 188: Oeffentliche Versammlung der in Berlin arbeitenden Genossen d. Ruppin- Templiner Wahlkreises. Tagesordnung: 1. Bericht vom Parteitag in Bremen. Referent: Genosse Krasemann. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Recht zahlreichen Besuch erwarten L. Krasemann, Kreis- Vertrauensmann. 293/8 P. Dobrohlaw, Mitgl. d. Agitationskommission. gete le fordern im Außerordentliche Generalversammlung Deutscher Metallarheiter- Verband. Heinrich Angelkorte bie Gläubiger auf, ihre Forde( Genossenschafts- Brauerei) am 23. cr. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 27. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofes in Friedrichshagen, Wilhelmstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 41/19 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Tischler Adolf Pritschow, am 21. September nach kurzem Strantenlager verstorben ist, und am 25. September in Adlershof zur legten Ruhe gebettet wurde. Ehre seinem Andenken! 89/15 Die Ortsverwaltung. Centralverband der Handels-, Transport- u. Verkehrsarbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin 1. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Friedrich Rabald verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstagnachmittag 5 Uhr vom Trauerhause, Tegelerstr. 14, aus nach dem Nazareth- Kirchhofe, Müllerstraße, statt. 68/20 Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung Berlin 1. Danksagung. Für die mir bei dem Begräbnis meines lieben Mannes, des Böttchers Karl Lehmann so reich bewiesene Teilnahme sage ich allen meinen herzlichen Dant. 1623b rungen einzureichen. Die Liquidatoren. H. Kunze. L. Breslauer. C. Gehrmann. Wir ersuchen dringend, zwecks Feststellung des Anteils jedes einzelnen Genossen, daß alle Mitglieder umgehend das Mitgliedsbuch in den Verkaufsstellen abgeben. Die Rückgabe derselben erfolgt vom 30. Oktober ab wieder ebenda. im Saale des Herrn Graumann, Naunynstr. 27. Tagesordnung: 1. Statuten- Beratung. 2. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen Fritz Kunert über: Die Berrufserklärung gegen die Landarbeiter und das Gefinde im preußischen Landtage." 3. Diskussion. 4. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. 244/9 Vergolder! Filiale Berlin. Die Verteilung des Vermögens Mittwoch, den 28. September, abends 8 Uhr, in den„ Arminhallen", der Genossenschaft darf erst nach Beendigung der Liquidation er Auch ihre Kommandantenstr. 20: Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353. Mittwoch, den 28. September, abends 8, Uhr, im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45: Versammlung der Gold- und Silberarbeiter und verw. Berufsgenossen. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Wollheim über: Ullrich von Hutten. 121/14 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Recht zahlreiches Erscheinen erivartet Die Ortsverwaltung. folgen i blejenigen, die the Außerordentliche Versammlung der Central- Verband der Maurer Deutschlands. Kündigung eingereicht mit dem 30. September d. J. ausscheiden, dürfen laut§ 75 des Genossenschafts- Gefeßes ihr Guthaben erst nach Beendigung der Liquidation ausbezahlt bekommen. 167/2 D. O. Kranz- und Blumenbinderei Rahmenvergolder. Tagesordnung: Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Cementbranche. hanse, Engel- fer 15, großer Saal: Binsel. 3. Bei Beschäftigung außer der Werkstatt pro Tag 1 Mart Lohn1. Aufbefferung der Löhne um 10 Prozent. 2. Lieferung sämtlicher Mittwoch, den 28. September, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftszuschlag. 4. Einführung der 52 stündigen Arbeitszeit pro Woche. 5. Ber fchiedenes. 227/9 Der Vorstand. Bollzähliges Erscheinen erwartet bon H. Rodewald, wallnertheaterstr. 15, statt. Ausführende: Horsts Norddeutsche NB. Die diesjährige Matinee findet am 16. Oftober in der Alhambra, Alexandrinenstrasse 1 a. Kränze mit Widmungsschleifen Arrang. zu Festlichkeiten, Bouquets Topfgewächse jeder Art 2c. preiswert Möbelverkauf! In meiner Möbelfabrik, Gneisenan ftraße 15, am Halleschen Thor, stehen viele Wohnungs- Einrichtungen, berliehen gewesene und neue Ausstattungen zum sehr billigen Verkauf. Teilzahlung bei ganz geringer Anzahlung gestattet. Beamten ohne Anzahlung. Durch große Gelegenheits- Einkäufe zu billigen Preisen liefere ich gediegene Einrichtungen für 150, 200, 300, 400 Mart, hochelegante von 500 bis 10000 Mart. Ganz besonders empfehlenswert ist der große Borrat verliehen gewesener und zurückgesetter Möbel, die noch fast neu und im Preise bedeutend herabgesetzt find. Kleiderspind 24, Kommode 18, Sofa mit Auszug 30, Bettstelle mit Matraße 20, Muschelspinde, Vertikos 36, Salongarnitur, Plüschgarnituren 105, Muschelbettstellen mit Matratzen 40, geschnigte Büffetts, Bücherspinde, Paneelfofas mit Satteltaschen 85, Schreibtisch 40, Chaiselongue, Englische Schlafzimmer, Speisezimmer, Salons, auch Jugendstil, sehr billig. Gekaufte möbel werden 3 Monate kostenfrei liefert. Musterbuch gratis. Witwe Agnes Lehmann. aufbewahrt, durch eigne Gespanne ge Danksagung. Für die innige Teilnahme bei der Beerdigung unsres lieben Sohnes und Bruders Robert Lan sagen wir allen Beteiligten unfren herzlichsten Dant. 4642 Familie Lau. Für die innigfte Teilnahme und die reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage ich allen, insbesondere seinen Kollegen der Albumfabrik, dem Wahlverein sowie dem Buchbinderverband und Sparverein, allen Freunden und Betannten meinen herzlichsten Dank. Witwe Weber und Kinder. Danksagung. Da wir für die reiche Beteiligung und Kranzspenden bei der Beerdigung meines innig geliebten Mannes und unsres guten Schwiegersohnes Ludwig Fleischmann nicht allen persönlich danken tönnen, sagen wir hiermit allen Freunden, Bekannten, Verwandten, den Genossen des 4. Berliner Wahlvereins, dem Chef Herrn Heckendorf, sowie dem 2152* Wer- Stoff- hat, fer tige Herrenanzug, 20 M., feinste Buthat., 2 Anpr. Für guten Siz bekam gold. Medaille. Ludwig Engel, Prenzlauerstr. 23, II.( Alexander play). Gegründet 1892. 34/9 Humoristen und Quartett- Sänger. Eröffnung 11 Uhr. Anfang präcise 12 Uhr. Billets a 30 Pf. bei den Vertrauensleuten und den Vorstandsmitgliedern erhältlich. D. D. Uhren, Grammophone, Goldwaren sowie sämtliche Zubehörteile; Reparaturen, Platten billigst. Franz Henschke, N., winemünderstr. 39. Tel. Amt III. 5008. NESTLE Kinder. Unübertroffen bei: mehl Brechdurchfall Diarrhoe Darmkatarrh Vorrätig in Apotheken, Drogerien, Colonialw. Kenner rauchen Zenith Cigaretten! 2542* 14L* Deutscher Holzarbeiter- Verband. Morgen Mittwoch, abends 8 Uhr, bei Keller, Koppenftr. 29: Vertrauensmänner- Verfammlung für fämtliche Bezirke und Branchen. Tages Drdnung: Bericht über die weiteren Verhandlungen mit den Unternehmern. Jede Werkstatt muss vertreten sein. Vertrauensmännerkarte nebst Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. 89/18 Achtung! Tischler Berlins! Bersonal der Firma, auch dem Gesang- Dienstag, 27. September, abends 8 Uhr, in den Andreas- Feftsälen, Andreasstr. 21: Oeffentliche Versammlung. berein und dem Genoffen Franz Kotzke für seine troftreichen Worte am Sarge unfren herzlichen Dank. 16125 Frau Hedwig Fleischmann geb. Breska. Greifswalderstr. 3. Tagesordnung: Franz Breska u. Frau nebit Schwager, 1. Die Taktik der Unternehmer in der gegenwärtigen Situation und die Haltung der Ortsverwaltung des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes dazu." Referent: Hürtler. Danksagung. Kollege 2. Diskussion. Kollegen, erscheint alle, ganz gleich ob Ihr im Verbande, im Fachverein oder Sage hiermit allen Verwandten, Gewerkverein organisiert seid! Der Einberufer: Rob. Winkler. Freunden und Bekannten, besonders dem Centralverband der Stuffateure und dem Borsigenden Herrn Krebs sowie der Firma Korth für die zahlreiche Teilnahme und die Stranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Stuffateurs Robert Lau meinen innigsten Dank. General- Versammlung organisierten Rabitzputzer, Spanner und Cementierer. für alle in der Sektion der Gips- und Cementbranche Tages- Ordnung: und unsre weitere Beschlußfaffung darüber. 2. Die bevorstehende 1. Die Stellung der Arbeitgeber zu unsren Lohnforderungen Bautenkontrolle. 3. Gewerkschaftliches. 153/ 2* NB. Jn Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen aller Mitglieder notwendig. Mitgliedsbuch legitimiert; ohne dasselbe tein Zutritt. Der Vorstand. Achtung! Achtung! Central- Verband der Maurer Deutschlands. Zahlstelle der Maurer. Zweigverein Berlin. Mittwoch, den 28. September, abends 8% Uhr: Drei Bezirks- Versammlungen: Süd- Westen: in Habels Braneret, Bergmannstr. 5/7. Tages Ordnung: 1. Diskussion über die Berkürzung der Arbeitszeit auf acht Stunden. 2. Bericht aus der Vertreter- und Obleute- Sizung. 3. Verschiedenes. Norden I und II: bei Wernau, Schwedterstr. 23/24. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Schütte über:" Die Urgeschichte des Menschen". 2. Diskussion. 3. Bericht aus der Vertreter- und Obleute Sigung. 4. Verschiedenes. Wedding: bei Milbrodt, Müllerstr. 7. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Davidjohn über: Was muß der Arbeiter bom Alkohol und vom ulkoholismus wissen?" 2. Diskussion. 3. Bericht aus der Vertreter- und Obleute- Sizung. 4. Verschiedenes. 153/1 Guten Besuch in allen Versammlungen erwartet Der Vorstand. J. A.: E. Thöns. Achtung! Bremer Maurer! Achtung! Mittwoch, den 28. b. Wits., abends 82 Uhr, findet im Gewerkschaftshause, Saal 8, eine 293/9 Versammlung statt. Kein Bremer Kollege darf fehlen. Referent: Kollege Carl Hiddessen aus Bremen. Die Kommission. Charlottenburg. Dienstag, 27. September, abends 8, Uhr, bei Herrn Wodrich, Spreestraße 13: Oeffentl. socialdemokrat. Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn E. Boeste. 2. Diskussion. Der Einberufer. 204/5 Vereinigte Bade- Anstalten 1. Wilhelmsbad SW. Schützenstr. 18. Fernspr. Amt I, Nr. 2762. 2. Bürgerbad ( Eröffnung November 1904) NO. Weberstr. 40 b. G. m. b. H. Wannenbäder 0,40-1,50 ( Elegante Salons). 14955* Neu!!! Russ.- Römische mit LichtLuftperlbassin. Sämtliche medizinisch. Bäder. Größtes für Lohtanninbäder aus täglich frischer Abkochung. Central- Verband der Maurer Deutschlands. Erstes Lohtanninbad the Specified for chemis Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Cementbranche. Die trauernde Witwe Emma Lau. Donnerstag, den 29. September 1904, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Danksagung. Für die vielen Beweise der Liebe und Teilnahme und die reichen Kranzspenden, bei der Beerdigung Engel- lifer 15( großer Saal): General- Versammlung für alle in der nives lieben Gohnes and Brubers, Sektion der Gips- und Cementbranche organisierten Rabitzputzer, Spanner und Cementierer. unjres des Droschkentutschers Gustav Below zu Zeil geworden, sagen wir allen, insbesondere den Kollegen des Fuhr Tages Drdnung: 1. Die Stellung der Arbeitgeber zu unsren Lohnforderungen und unsre weitere Beschlußfassung darüber. hofes von Herrn Lindener, unfern 2. Die bevorstehende Bautenkontrolle. 3. Gewerkschaftliches. herzlichsten Dant. 16036 Der wichtigen Tages- Ordnung wegen ist es notwendig, dass jeder Kollege in der Versammlung erscheint. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Zutritt. Der Vorstand. Im Namen der Hinterbliebenen: Gustav Below. 148/20 70/71, Neu Kölln a. W. 6/8. Fernspr. IV, Nr. 2269. Früher verausgabte Billets werden in Zahlung genommen. In allen 3 Badeanstalten werden sämtliche medizin. Bäder, elektr. Licht. und Dampfschwigkasten( in Nr. 2 u. 3 täglich auch für Damen) verabfolgt. Kohlensaure Sool Perlbäder auch außer Spec.: dem Hause. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. 5660L* Tabakfabrik. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer in Cigarren, Cigaretten, Ranch-, Kan- und Schnupftabaken. Amt 4, 3014. Verantwo. Redakteur: Franz Nehbein, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Sub2. Beilage Nr. 227. 21. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Gerichts- Zeitung. Dienstag, 27. September 1904. berfügt habe, als er noch in der Lage war, fie jederzeit aus eignem verübt. Als vier Oderfähne bei der Festung Nowo Georgiewsk Vermögen ersetzen zu können, daneben läuft aber noch der viel vorüberfuhren, famen, wie ein Telegramm aus Thorn schwerere Vorwurf, daß er in vier Fällen über Depots noch verfügt meldet, mehrere Soldaten der Festungswache auf einem Kahn zu Bankier Fritz Meyer vor Gericht. habe, als ihm das Bewußtsein seiner Zahlungsunfähigkeit und den Schiffen, nahmen den Führer Lastowsti fest und brachten ihn Vor dem Schwurgericht des Landgerichts I begann heute die eberschuldung schon innegewohnt haben müsse. Die Anklage be- zur Festung. Laskowski erlangte die Freiheit wieder, nachdem er Verhandlung gegen den aus der Untersuchungshaft vorgeführten hauptet, daß ihm dieses Bewußtsein schon im Januar ge- fünf Rubel bezahlt hatte, ohne daß die Vernehmung durch einen Banfier Frizz Meyer. Der Angeklagte ist des Verbrechens und kommen sein müsse, der Angeklagte aber bestreitet dies und Offizier erfolgte. Solche Erpressungen sind in legter Zeit wiederholt Sie sind bei der offiziellen RussenVergehens gegen das Depotgeset, des Konkursvergehens( Differenz- will erst Mitte Februar zu der Erkenntnis der wahren Lage seines an Schiffern verübt worden. handel) und der Untreue beschuldigt. Den Vorsiz führt Land- Geschäfts gekommen sein. Er behauptet außerdem, daß er freundschaft ja auch ganz begreiflich. gerichts- Direktor Vonhoff, die Auflage vertritt Staatsanwalt teilweise von seinen Auftraggebern die Erlaubnis gehabt Der Ausbruch des Besuv. Der Vesuv zeigt wieder, wie aus Langen, die Verteidigung führen Justizrat Binner und Rechts- habe, über die deponierten Wertpapiere im Bedarfsfalle zu ver- Neapel depeschiert wird, vermehrte Thätigkeit. Der oberste Bahnhof anwalt Leonh. Friedmann. Als medizinische Sachverständige fügen. Im Januar 1904 habe er sich noch in günstiger Vermögens- der Drahtseilbahn steht in Flammen. Aus dem Atrio del Cavallo find Professor Dr. Straßmann, Sanitätsrat Dr. Leppmann, lage befunden und sei jeder Zeit zur Einlösung der Verpfändungen wurde ein Steinblock von 18 Tonnen Gewicht geschleudert. Fortwährend Gerichtsarzt Dr. Hoffmann, ferner als Bankfachverständiger in der Lage gewesen. Er ſei überzeugt, daß, wenn er infolge seines fließen Lavaströme aus. Man hört zahlreiche sehr heftige Explosionen. Direktor Leop. Steinthal von der Maklerbank und als Bücher- förperlichen und seelischen Zustandes schwere Unglücksfälle in den Die Bevölkerung am Vesuv ist ruhig. sachverständiger Bücherrevisor Kruse zur Stelle.- Das Ver- Streisen intimer Bekannter hätten deprimierend auf ihn eingewirkt schwinden des Angeklagten am 22. Februar d. J. erregte seiner Zeit in schließlich nicht völlig kopflos und außerordentlich aufgeregt ge- Schwarze Pocken in Thorn. Wie man aus Thorn meldet, ist Börsenkreisen großes Aufsehen. Der Angeklagte, der jetzt 47 Jahre worden wäre, er sehr wohl aus der kritischen Lage herausgekommen in einer dortigen Kaserne ein Infanterist an schwarzen Boden er alt ist, hat im Bankgeschäft gelernt und ist hier und außerhalb viele wäre, denn die Börse, sowie seine zahlreichen Freunde und Ver- frankt und im Garnisonlazarett gestorben. Die Kaserne ist streng Jahre ständig als Angestellter im Bankfach thätig gewesen. Im wandten hätten sicher alles gethan, um ihn zu halten. Für die Ver- abgesperrt. Niemand darf sie verlassen, auch dürfen von außerhalb Jahre 1885 trat er als Mitinhaber in die seit 1879 bestehende Bank- handlung sind zwei Tage angesetzt. tommende Personen die Kaserne nicht betreten. Der Verstorbene ist firma Meher u. Wiener an Stelle seines nervenleidenden Bruders. In dem Prozeß wurde durch die Beweisaufnahme festgestellt. während der Manöverübungen mit russischen Rübenarbeitern, die in Im Jahre 1891 tremte er sich von seinem Socius Wiener und er- daß der Angeklagte, der verheiratet ist, aber Kinder nicht besißt, im der Nähe von Thorn beschäftigt waren, in Berührung gekommen richtete in der Neustädtischen Kirchstraße ein andres Bankgeschäft ganzen sehr einfach gelebt, andrerseits aber eine Wohnung in der und hat sich dabei wahrscheinlich angesteckt. unter der Firma Frizz Meyer. Damals hatte er ein Vermögen von Corneliusstraße zum Mietspreise von 5000 m. jährlich inne hatte. Es 45 Personen bei einem Eisenbahn- Unglück getötet. Die Southern 400 000 Mart. Die Kundschaft war flein und reichte für ihn wurde ferner bekundet, daß der Angeklagte, in dessen Familie mehrere Railway Company macht, wie aus Atlanta berichtet wird, bekannt, nicht aus. Er versuchte deshalb sein Geschäft zu vergrößern Fälle von Geisteskrankheit vorgekommen sind und der zur Zeit seiner daß bei dem schon gemeldeten Eisenbahn Unglüd unweit New und legte sich hauptsächlich auf den Handel mit inländischen großen Börsenerfolge von einem großen Selbstgefühl beherrscht war, market in Tenessee 45 Personen getötet und 120, darunter viele Fonds. Er erreichte dabei in der Folge sehr nervös geworden ist. Von einzelnen der ver- lebensgefährlich, verletzt worden sind. Beide Züge waren mit einer große Erfolge, nommenen Zeugen wurde auf Befragen die Erklärung abgegeben, Geschwindigkeit von über 50 Kilometern gefahren. Die Maschinisten daß sie zwar die Erlaubnis zur Verfügung über die Depots beider Züge find tot. Das Unglück wird auf einen Irrtum in Bezug nicht erteilt haben, die Erlaubnis aber voraussichtlich erteilt auf die Ausweichstelle für die beiden Züge zurückgeführt. wenn der Angeklagte sie gebeten hätte, haben würden, = 61 " Das Recht auf die Bäuerliche Hausgenossenschaften Bur Frage des OrganisationsDie jocialistischen Jugendgarden Belgiens. Bon Martin Lähner. Der Bleiweiß Gesezentwurf und die Maler- und feltionsfrankheiten in den europäischen Staaten 1891-1900. Von W- n. Anstreicherpraris. Bon Hugo Hillig. Die Sterbefälle an atuten Ins Literarische Rundschau: Gustav Koepper, Handwerksart Handwerksrecht. Bon ad. br. D. Bittner, Moris Hartmanns Jugend. Von A. G. Paul Remer, Das Aehrenfeld. Von Franz Diedrich. Dr. Franz Ludwig, Die Gefindevermittelung in Deutschland. Bon ad. br. Notizen: Die Sträflingswelt des Kantons Baselstadt in städtischer Beleuchtung. Von Dr. J. Herb. Die Knappschafts- Berufsgenossenschaft im Jahre 1903. Bon G. Lint. Bur internationalen Gesetzgebung, Berwaltung und Statistit des Spartassenwesens. Von W- n. Der Wettkampf zwischen Gas- und elektrischem Licht. Von ew. handlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Die„ Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch Duartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Duartal abonniert werden. Das einzelne Heft toftet 25 f. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. " daß es ihm bald gelang, zu fast allen hiesigen größeren Banken in Geschäftsverbindung zu treten. Er hatte schließlich fast an allen Lieferplägen Deutschlands Meta- Verbindungen, wurde häufig bei au der Placierung von Neu- Emissionen beteiligt und vermittelte nach ihm zu gestatten, fich durch die Depots aus augenblicklichen Vereignen Angaben im Laufe der Jahre viele Millionen Anleihen. Legenheiten zu helfen. Es handelt sich bei diesen Beugen zumeist Eingegangene Druckschriften. Nach diesen Erfolgen fam eine Art Großmannssucht über ihn und um Verwandte des Angeklagten. Ein nicht zum Verwandtenkreise Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Die Berlag) ist soeben das er wandte sich den Spekulationsgeschäften nicht nur an der hiesigen gehöriger Zeuge aus Dresden bekundete, daß der Angeklagte nicht 52. Heft des 22. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir Börse, sondern an fast allen größeren Pläßen des Auslandes zu der Angeklagte damit, daß dieser Zeuge ihm vorübergehend auch Mutterschaft. Von Dda Diberg( Rom). ein Verfügungsrecht über sein Depot hatte, doch entschuldigte sich hervor: Zum Gedächtnis der Internationalen. Er machte hauptsächlich Ultimo- und Stellage- Geschäfte. Er engagierte sich mit sehr hohen Summen, spekulierte in waghalsigster Gelder schuldig geworden sei und er sich deshalb auch in diesem Falle in Serbien. Von Milorad Popowitsch. zwanges. Von F. Schnetter. berechtigt gehalten habe, vorübergehend über das Papier zu verfügen. Weise und war ein unverbesserlicher Optimist, der, als die Gerüchte Der Sachverständige Direktor Steinthal bekundete auf Befragen, daß bom bevorstehenden Ausbruch des russisch- japanischen Krieges immer der Angeklagte am 30. Januar bezw. am 7. Februar noch nicht die festere Gestalt annahmen, immer den Standpunkt vertrat, daß es eberzeugung von seiner Ueberschuldung notwendigerweise haben mußte. doch nicht zum Kriege kommen werde. Am 1. Januar 1904 belief Von den vernommenen medizinischen Sachverständigen gaben sich sein Geschäftsvermögen auf 255 159 M. Er steckte Mitte Sanitätsrat Dr. Leppmann und Prof. Dr. Straßmann überJanuar noch 90 000 M. aus dem Vermögen feiner Frau und über 100 000 m. aus dem Vermögen von Verwandten in das einstimmend ihr Gutachten dahin ab, daß eine krankhafte Geschäft, das nach und nach eine solche Ausdehnung gewonnen hatte, Störung der Geisteskräfte, daß er 16 junge Leute, darunter drei Prokuristen, angestellt hatte. Die nach§ 51 Straffreiheit bedinge, nicht vorliege. Andrerseits sei Im Januar hatte er infolge der schlechten Börsentonstellation einen der Angeklagte in ungewöhnlich starkem Maße erblich belastet, ein Verlust von 281 339 M., und zwar find von diesen bei Ultimo- ausgesprochener Neurastheniker, voll Aufregung, Unruhe und Ungeschäften 241 605 M., der Rest von 39 714 M. bei Kassageschäften stätheit, der unter dem Mangel an Harmonie im feelischen verloren. Am 31. Januar 1904 hatte er eine Unterbilanz von Gleichgewicht leide. Eine solche Neurasthenie auf konstitutioneller 40 561 M. As am 9. Februar die Nachricht von dem Ausbruche Grundlage, die eine geringe Fähigkeit zu ruhiger Ueberdes Krieges einen plöglichen Kurssturz an der Börse zur Folge hatte, legung im Gefolge habe, habe zweifellos bei den strafbaren Handbeliefen fich die hauptsächlich in Stellagen und Ultimo- Geschäften lungen, die dem Angeklagten zur Last fallen, mitgewirkt. Auch der bestehenden Engagements des Angeklagten auf etwa 20 Millionen Gefängnisarzt. Dr. Hoffmann bestätigte, daß bei dem AnMart. Er mußte nun täglich Zuschüsse geben und suchte sich über geklagten, der seiner Zeit im Zustande völligen Zusammenbruchs ins Wasser zu halten, indem er die bei ihm ruhenden Gefängnis eingeliefert wurde, eine erhebliche erbliche Belastung vorliegt, er ging jedoch nicht so weit, eine verminderte geistige Bufie teils lombardierte, teils verkaufte. Nachdem am 20. Februar an rechnungsfähigkeit, sondern nur eine verminderte Kraft des Willens der Pariser Börse ein großer Kurssturz eingetreten war, durch den anzuerkennen. Die Beweisaufnahme wurde hierauf geschlossen. der Angeklagte gleichfalls in Mitleidenschaft gezogen wurde, ver- Am Dienstag wird die Verhandlung fortgesetzt. breitete sich an der Börse das Gerücht von seiner Insolvenz. Als er am 22. Februar nachmittags in sein Bureau tam und von seinem Prokuristen die Mitteilung erhielt, daß die Gerüchte über seine Insolvenz schon in weitere Streise gedrungen waren, begab er sich mit 30-40 m. in der Tasche fort und irrte völlig planlos in Berlin Nochmals: Herr Harden an der Arbeit. Genosse Dr. Süde= umber, bis er sich am 26. Februar freiwillig der Polizei stellte. Die tum bittet uns um die Veröffentlichung folgender Beilen:" Im Berluste des Angeklagten für den Monat Februar betrugen 2 517 995 m., borlegten Hefte der Zukunft" behauptete Herr Harden, die frühere hiervon an Effetten 2 429 817 m. Hiervon entfallen auf Staffageschäfte Kronprinzessin von Sachsen habe sich dankbar gezeigt", als ich mich höchstens 75-100 m., alles übrige auf Differenzgeschäfte. Nach ihrer nach ihrer Flucht gegen die Preßlakaien des fächsischen Hofes den Feststellungen des Bücherrevisors Kruse betrugen Ende angenommen hatte. Aus dem Satze sollte und mußte man natürlich Februar die Attiva 828 577 M., die Paffiva 3 325 623 M., so daß herauslesen, ich hätte damals unehrenhaft gehandelt und entweder Geld von jener Frau genommen oder ihre Gunst genossen. Nachfich eine dem ich solche Perfidie gebührend gekennzeichnet habe, kommt Herr Ueberschuldung von 2 497 046 M. fich unter sich auseinandergefekt. Für die Gläubiger find bei der Märchen, ſeine Worte hätten auf einen angeblichen Dankesbrief der erglebt. Konkurs ift nicht eröffnet worden. Die Gläubiger haben Harden im letzten Hefte der Zukunft" mit dem mehr als albernen Ausschüttung etwa 10 Broz. herausgekommen. Der Angeklagte stand stilistische Geschmacklosigkeit wert gewesen! Er muß seine Leser doch Professor der Physik in Greifswald. Mit 27 Figuren im Text.(„ Aus Natur und Prinzessin anspielen sollen. Das wäre Herrn Harden gerade eine Moleküle, Atome, Weltäther. Bon Dr. Gustav Mie, außerordentlicher nicht nur mit den Bantfirmen, zu welchen er kommerzielle hochgradig naiv halten. In der That hat wohl selten ein Geisteswelt." Sammlung wissenschaftlich gemeinverständlicher Darstellungen Beziehungen hatte, teils in Meta- Verbindung, teils in Conto- für forrentverkehr, sondern auch mit vielen seiner Privatkunden Hämling so kläglich gefniffen, und noch nie hat Herr Harden so aus allen Gebieten des Wissens. 58. Bändchen.) Verlag von B. G. Teubner aus dem Verwandtenkreise. Seutlich gezeigt, mit welchen Künsten" er sein Gewerbe betreibt." I in Leipzig.( IV u. 138 S.) 8. Preis geh. 1, M., geschmackvoll gebunden Die Anklage wirft ihm nun 1,25. M. bor, daß er in neun Fällen insofern gegen das Depotgesetz verstoßen, Ausschreitungen russischer Soldaten. Schwere Ausschreitungen Thomas Spence. Das Gemeineigentum am Boden. Preis 50 31., als er über die ihm in Verwahrung gegebenen Depots zu einer Zeit haben wieder einmal russische Soldaten an deutschen Weichselschiffern geb. 90 Bf. Leipzig 1904. C. L. Hirschfeld. Depots angriff, SUNLIGHT SEIFE tiv Vermischtes. Von den Dokumenten des Socialismus", herausgegeben von Gd. Bernstein( Stuttgart, Diet Verlag) ist soeben das 9. Heft des IV. Bandes erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: 1. Kritische Bibliographie des Socialismus. 2. Aus der Geschichte des Socialismus. Das Protokoll des Wydener Kongresses der deutschen Socialdemokratie. Sankt Mar. Aus einem nachgelassenen Wert von Marr Engels über Max Stirner.( Schluß.) 3. Urtunden des Socialismus. Ein Agrarflugblatt der französischen Arbeiterpartei. 4. Der Socialismus in den Beitschriften. T- 61892 " Die Dokumente des Socialismus" erscheinen monatlich einmal und find durch alle Buchhandlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 2,25 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch ist bei der Poft mur Quartal Abonnement zulässig. Das einzelne Heft tostet 75 f. Süddeutscher Postillon". Die Schlußnummer des III. Dutartals trägt das Titelbild: Schreiben Se, daß es werd ä Neigungsbeirat". Die weiteren Bilder sind: Wir Deutsche fürchten Gott und sonst niemand auf der Welt. Das internationale socialistische Bureau." Sonderbar und Russisches Gnadenmanifest", beide in Farben gedrudt. Der tertliche In halt umfaßt eine bunte Reihe Satiren: Vom deutschen Breßkongres in Bien( Gedicht). Die vereitelte Reise nach dem Kriegsschauplatz. Ein Märlein aus uralten Beiten( Gedicht). Unzuverlässige Burschen( Gedicht). Bon die Kaisermanövers an die Wafferkant. Bum Möride- Jubiläum. Moderne Steckbriefe. An den Storch( Gedicht) und zahlreiche lustige oder bissige Lückenfüller. 1 Hugo Lubenow. Die Wahrheit über das Leben. Preis 2 Mart. Berlin W. 30. 1904. Schmaller u. Lubenow. Sunlight Seife Mit wenig Arbeitsaufwand bewältigen Wäscherinnen und die Wasch. anstalten beim Gebrauch von Sunlight Seife die schwierigsten Wäschestücke. Ste bedürfen dann keinerlei scharfer Chemikalien und teuflischer Erfindungen zur Erleichterung der Arbeit auf Kosten der Wäsche. Sunlight Seife reinigt allein durch ihre eigene Reinigungskraft ohne daß derselben bet threr Herstellung nur der geringste scharfe Bestandteil beigemischt ist und zwar durch thren hohen Fettgehalt. Die Reinheit der zu ihrer Fabrikation verwendeten Fette und Dele wird garantiert. Die Wäsche wird geschont, die Hände und die Haut werden nicht angegriffen. Sunlight Seife erspart Geld und Zeit, Gesundheit und Kraft. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 27. September. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Manon. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Dienstagabend 8 1hr Johannisfeuer. Schauspiel in 4 Aften von Hermann Sudermann. Mittwoch abend 8 Uhr: Johannisfeuer. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater) Dienstagabend 8 Uhr: Die Kreuzelschreiber. Bauernkomödie in 3 Aften von Ludwig Anzengruber. Mittwoch abend 8 Uhr: Medea. Donnerstagabend 8 Uhr: Donnerstagabend 8 U: John Gabriel Borkman. Die Kreuzelschreiber. Neues fönigl. Opern Theater. Kleines Theater Neues Theater. Sappho. Deutsches. Rettenglieder. Berliner. Letzte Stunden. Lessing. Traumulus. Westen. Der Wildschüß. Thalia. Der Weiberkönig. Belle- Alliance. Onkel Bräfig. Deutsche Volksbühne. Genoveva. Central. Die Geisha. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Johannisfeuer. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Die Kreuzelschreiber. Neues. Minna von Barnhelm. Kleines. Nachtasyl. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Casino. Mutter Gräbert. Trianon. Ihr zweiter Mann. Luifen. Mein Leopold. Metropol. Ein tolles Jahr. 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Winterstein). Mittwoch: Erdgeist. Donnerstag: Salome. Belle- Alliance- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Direktion: Kren& Schönfeld. Belle- Alliancestr. 7/8. Täglich abends 72 Uhr: Der Weiberkönig. Heute Dienstag 7, Uhr: Lette 3 Gastsp.: Aug. Junkermann als Onkel Bräfig. Ab Mittwoch: Gastspiel Mlle. de Pierny, Etoile de Paris: Revue Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 4 Akten. ( Guido Tielscher, Lina Abarbanell, Chanson, ferner: ,, La Fritz Helmerding, Josephine Dora| Peur", Mimodrama in 2 Bildern. in den Hauptrollen.) Sonntagnachm. 3 Uhr: Der Wilderer. Flotten- Schauspiele verlängert und Preise herabgesetzt. Grösste Wasserschauspiele der Welt! In die Luft sprengen von Kriegsschiffen. Vorstellungen: Wochentags 4 u. 8 Uhr, Sonntags 3, 52 u. 8 Uhr. Urania. Stadt- Theater Moabit, Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Um 8 Uhr im Theater: Sm Im Bannkreis der Jungfrau. Bannkreis der Jungfrau. Jnvalidenstraße 57/62.. Central- Theater PANOP Alt- Moabit 47/49. Gastspiel des Bernh. 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Der erste Abend jedes Kursus steht jedermann zum unentgeltlichen Besuch frei. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Gewerkschaftshaus, Engel Ufer 15, und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralstraße 40a; Reul, Barnimstraße 42; Vogel, Ufer 15. Gustav Demminerstraße 32; Krause, Müllerstraße 7a; Horsch, EngelBehrens Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Hermann Lammé, Berlin SW. 43, Hornstr. 20, Querg. II, Geldsendungen an Specialitäten- den Kassierer H. Königs, Berlin S. 59, Hasenheide 56, zu senden, Theater, FrankfurterAllee 85. Meu! Geschwister Rafael, die schönen Konzertmalerinnen. Neu! Mr. Huson, Excentric- Spatenfänger. Neu! Salvator& Selma, Straftequilibristen auf lebendem Piedestal. Neu! OriginalKoch. Außerdem die übrigen erftflaffigen Specialitäten. Anfang 7 Uhr. Sonntags 5%, Uhr. Weimanns Volksgarten Theater. Badstraße 56, Gesundbrunnen. Dienstag, den 27. September, abends 8 Uhr: Die Haubenlerche. 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