Nr. 228. Abonnements- Bedingungen: = bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Stolonelgeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ., Kleine Anzeigen", das erste( fett, gedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Arbeiterschutz. Mittwoch, den 28. September 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. teil ist dagegen die Entschädigungspflicht eines Teiles der Berufs- ordnungsmäßigen Baß, eine Kajütenfahrkarte nach einem außerfrankheiten. europäischen Lande und 400 m. bares Geld" oder eine Annahmeerklärung der Agenten des Lloyd oder der Hamburg- Amerikanischen Paketfahrtaktien- Geſellſchaft.(§ 1.) die Polizeibehörden über die Grenze rückgeschoben"( das heißt den Verweigert diefer Agent die Beförderung, dann sollen sie durch russischen Behörden überliefert) werden.( Anhang II§ 4.) Gs ist nun ganz flar, welche ungeheure Bevorzugung dieser beiden Transportgesellschaften darin liegt, die durch polizeiliche Rücksichten nicht im mindesten gerechtfertigt ist. Was aber Deutschland in Wirklichkeit voraus sein mag im In Basel tagt gegenwärtig die internationale Vereinigung für Schuße der Erwerbsunfähigen, das wird vielmal aufgewogen durch gesetzlichen Arbeiterschutz, an der auch die deutsche Reichsregierung das, was in der Schweiz zum Schutze der Gesunden schon bebeteiligt ist. Ihre Beratungen, die mit viel schönen Worten von steht. Der Schutz der Gesunden ist aber volkswirtschaftlich von weit den Regierungsvertretern beglückwünscht wurden, haben die Ge- höherem Werte wie die Fürsorge für die Opfer der Schußlosigkeit. fahren der Giftarbeiten und die Nachtarbeit der der Frauen Der schweizerische Arbeiterschutz umfaßt einen größeren Personenund Jugendlichen zum Gegenstande. Das erste ist gewiß treis als der deutsche, indem er unter anderm auch die Arbeitszeit außerordentlich wichtig, aber etwas merkwürdig berührt es der Eisenbahnangestellten regelt und auf elf Stunden täglich be- Weshalb müssen denn die Auswanderer, die sich von einer immerhin, daß große internationale Regierungskonferenzen darüber grenzt. Er ist ausgedehnter in materieller Hinsicht, indem zum andren Gesellschaft befördern lassen wollen, gerade Kajütenfahrkarten beraten müssen, wie und ob es möglich sei, Arbeiter vor Beispiel für alle dem Fabrikgesetz unterstehenden Arbeiter ein vorweisen, während bei dem Lloyd und der Amerika- Linie Vergiftung zu schützen. Als Konsument ist der Mensch, wenigstens Normal Arbeitstag festgesezt ist. Die kantonale Gesetzgebung geht beiden Gesellschaften thatsächlich ein kleines Monopol gewährt Zwischendeckfahrkarten genügen? Es scheint beinahe, als ob den in Deutschland, zum Teil so energisch vor der Giftgefahr geschützt, zum Teil noch darüber hinaus und setzt auch für Betriebe, die dem werden soll. daß er oft selbst gegen seinen Willen vor dem Gifte bewahrt eidgenössischen Fabrikgesetz nicht unterstehen, eine Normal- Arbeitszeit wird. Um den Produzenten vor der Giftgefahr zu schüßen, von elf Stunden fest. Ferner: Warum müssen denn diese Auswanderer gerade Kajütenbillets nach außereuropäischen Ländern vorweisen, während die genügt nicht die Erkenntnis der Gefahr und die fachmännische Die schweizerische Arbeiterschutzgesetzgebung zieht Materien in beiden fraglichen Gesellschaften fie auch nach einem europäischen Kenntnis der Schutzmittel; das kostet erst wieder jahrzehntelange den Kreis ihrer Wirksamkeit, die in Deutschland noch ganz ungeregelt Lande befördern dürfen? Der Regierung kann es doch ganz gleich " Beratungen", die jedoch nur die Interessentämpfe mastieren, die sind, z. B. die Lohnaufschläge für Ueberzeit- Arbeit. Kantonale gültig sein, wohin sich diese Leute begeben. Die Sache ist gar nicht wirkliche Ursache der Schwierigkeiten. Bei dem Schutze der Geseze messen den zwischen Arbeiter- und Unternehmerorganisationen vereinbarten Lohntarifen rechtsverbindliche Kraft bei. Produzenten vor den Giftgefahren handelt es sich nur um den Schutz der Arbeiter, und wenn längst die Notwendigkeit und Möglichfeit des Schutes wissenschaftlich erkannt ist, dann beginnt man zu ,, beraten", ob es gemacht werden kann oder nicht. " so harmlos, wie es den Anschein hat. Nehmen wir an, der Agent erhalte eine höhere Provision für eine Fahrkarte nach Amerifa als für eine solche nach England, wird er da nicht lieber sehen, eine Der schweizerische Arbeiterschutz geht auch in den Gebieten, deren der ersteren zu verkaufen? Und nun erklärt er dem Auswanderer: Regelung ihm gemeinsam ist mit dem deutschen Arbeiterschutz, vielfach Entweder Du läßt Dich von uns nach Amerika befördern oder Du erheblich weiter als dieser, indem z. B. der Schutz der Frauen und wirst polizeilich nach Rußland zurücktransportiert." Was soll Die Verhandlungen der internationalen Vereinigung erscheinen Kinder weit wirksamer und umfangreicher ist als in Deutschland. der arme Teufel thun? Lieber löst er, wenn seine Mittel nur uns als geeigneter Anlaß, um ein Buch zu erwähnen, das vor Beispielsweise ist die Schulpflicht der Kinder in verschiedenen irgendwie ausreichen, eine Schiffstarte nach Amerika. Und wenn kurzer Zeit erſchienen ist und bei dessen Studium man recht ein- Kantonen auf das 15. Lebensjahr ausgedehnt, wozu ein obligatorischer nun die Mittel nicht ausreichen? Dann muß er sich auf Grund dringlich empfindet, wie wenig Ursache das große Reich der lärmenden Ergänzungs-( Fortbildungs-) Schulunterricht zum Teil bis auf das jenes oben angeführten Regierungsukases darauf gefaßt machen, nach Socialreform zu feinem Weltausstellungsprunte hat.*) 19. Lebensjahr tritt. Rußland abgeschoben zu werden. Das Buch gliedert sich in einen historischen, einen materiellen Internationale Verhandlungen und Vereinbarungen über den Wirklichkeit! Wie bekannt, ist vor einiger Zeit zwischen den Und dieser Fall ist durchaus kein Problema", er ist naďte und einen formellen Teil, darauf folgen einige statistische Beilagen Arbeiterschutz find nüßlich und notwendig, aber sie dürfen nicht nach deutschen Gesellschaften und und schließlich der Wortlaut der bestehenden Gesetze und Ver- der Richtung ausgenügt werden, daß der Arbeiterschutz im nationalen Konkurrenzkampf der englischen Cunard- Linie ein entbrannt, infolgedessen die Ueberfahrtsordnungen über Arbeiterfchim Bunde und in den Kantonen. Rahmen darunter ins Stocken kommt. Die kleine Schweiz liefert gebühr von England nach Amerika ganz bedeutend ermäßigt worden Der historische Teil des auf die Anfänge des Arbeiterschutzes den Beweis, daß trotz der internationalen Zusammenhänge der ist. Wenn nun die Auswanderer erst nach England und von da in der Schweiz zurüfindet sie im Anfange des 18. Jahr- Volkswirtschaft eine Fortentwicklung und Ausdehnung des aus nach Amerika führen, so hätten sie eine ganz bedeutende Erhunderts, wo man im Kanton Zürich schon mit Maßregeln gegen Arbeiterschutzes möglich ist, auch wenn andre Länder darin sparnis. Der Agent freilich hat dann eine Einbuße. Daher das Trucksystem begano Es wird dann die Entwicklung des nicht gleich nachfolgen. Die Teilnahme der deutschen Reichsregierung wurde thatsächlich aus dieser Ursache so mancher in seine Heimat dekretiert der Agent: Entweder Amerika- oder Rußland! Und so Arbeiterschutzes bis auf die Gegenwart dargestellt. Die Darstellung an den Verhandlungen der internationalen Vereinigung und die zurücktransportiert. Ist es Sache der Regierungsbehörde, harmlose, schildert oft lebhaft biechtiche und Pfiffe und den offenen Wider- freundlichen Worte, die der deutsche Vertreter auf der Baseler Tagung unbescholtene Leute, die niemand zur Laft gefallen find, wie stand der Unternehmetdie auch in der Schweiz zu überwinden den Bestrebungen der Schweiz widmete, haben nur dann einen Wert Verbrecher auszuweisen oder gar dem fremden Büttel zu überwaren, bevor der belterschutz auf die jetzige Höhe gelangte. für die deutschen Arbeiter, wenn man in Deutschland dazu über- geben? 1" Dabei fällt manches laglicht auf die sociale Lage der schweizeri- geht anstatt sich fortwährend selbst zu loben das Beispiel der Ghlaglicht schen Arbeiter und auf die Schäden der unbeschränkten Ausbeutung. Schweiz nachzuahmen nicht nur insofern, daß man den Arbeiterschutz Jm Jahre 1881 wurde auf Veranlassung des Erziehungs- auf die Höhe des schweizerischen bringt, sondern auch insofern, daß departements des Kantons St. Gallen gegen die Ausbeutung der man vorbildlich wirkt in der Ausgestaltung des Arbeiterschutzes, daß findlichen Arbeitskraft in den kleinen Stidereibetrieben eingeschritten. man vorangeht und nicht hinter andern Staaten nachhinkt. Dabei bediente man sich zur Feststellung der Thatsachen eines ebenso kennzeichnenden wie wirksamen Mittels. Die Lehrer forderten nämlich von den Kindern Tagesberichte" über ihr Leben ein. Alle Hüter guter frommer tapitalistischer Sitte würden die Hände über den Kopf zusammenschlagen, sie würden es als den Umsturz aller Autorität bezeichnen und die heiligsten Familienbande, Thron und Altar gefährdet sehen, erhöbe bei uns in Deutschland jemand die Forderung, einmal die Kinder selbst zu fragen, wie sich in ihrem Kopfe der erzieherische Wert" der Ausbeutung malt. Von den Ergebnissen dieser Umfrage bei den Kindern wird einiges mitgeteilt. Das Buch Landmanns ist wertvoll als Unterrichtsmittel und vorbildlich in seiner systematischen Arbeit und es ist für deutsche Socialpolitiker nüglich, indem es uns zeigt, was wir in Deutschland zu leisten haben, bevor wir mit Recht sagen können, daß wir an der Spitze der Socialreform marschieren. Politische Ueberlicht. Berlin, den 27. September. Der Ballin- Standal. Gegenüber dieser ernsthaften, mit Thatsachen beweisenden Darstellung druckt dann das„ Berliner Tageblatt" von autorisierter Seite" eine Zuschrift ab, die der gestern von uns schon mitgeteilten Meldung des Wolffschen Bureaus" entspricht, die alles auf„ Mißgriffe" einzelner Beamten zurückführen will, und sagt dazu: Hieraus ist zu entnehmen, daß die Verwaltung selbst das Borkommen von Mißgriffen zugesteht, und gegen diese Mißgriffe in erster Reihe sind auch die Angriffe in der Preise zumeist gerichtet gewesen." " Es gehört ein hoher Grad von Freifinnigkeit dazu, gegenüber unsern mehrfachen Darstellungen und gegenüber den Dar stellungen aus dem deutschen Dsten" des Tageblattes" selbst noch immer von Mißgriffen zu reden. Gegen bloße Mißgriffe richtet sich unsre Kritit feineswegs, sondern gegen die ganze Einrichtung. Wenn im öffentlichen Interesse Einrichtungen nötig sind, um das Ein zwölfjähriger Knabe schilderte in seinem Tagesberichte" Reich vor Seuchengefahren durch russische Auswanderer zu sein regelmäßiges Tagewerk folgendermaßen:" Sobald ich am Das Berliner Tageblatt" sieht jetzt die Notwendigkeit ein, schüßen, so müssen sie selbstverständlich getroffen werden. Soweit Morgen aufgestanden bin, so muß ich in den Keller hinabgehen, um einer Zuschrift aus dem deutschen Osten" Raum zu geben, die mit solchen Einrichtungen zugleich dem Vorteil der Schiffahrts. zu fädeln. Es ist dann etwa 5%, Uhr. Dann muß ich bis 7 Uhr fädeln und dann kann ich das Morgenessen genießen. Nachher muß durchaus bestätigt, was wir über die Mißhandlung russischer Aus- gesellschaften gedient wird, mag man diese angemessen zu den Kosten ich wieder fädeln, bis es Zeit zur Schule ist. 48 Uhr gehe ich zur wanderer festgestellt haben. Der Verfasser der Zuschrift an das heranziehen. Aber es ist eine Kulturpflicht des Deutschen Reiches, Schule. Wenn diese um 11 Uhr beendigt ist, so gehe ich schnell nach Berliner Tageblatt" hat selbst Erfahrungen gesammelt. Er erzählt diese Einrichtungen nicht in den Händen der Schiffahrtsgesellschaften Hause und muß wieder fädeln bis 12 Uhr. Dann kann ich das Mittag- folgenden Fall: zu einem Mittel der Mißhandlung armer Auswanderer werden zu essen genießen und muß nachher wieder fädeln bis 141 Uhr. Dann gehe Da tommt ein junger Mann in einer deutschen Grenzstadt an. lassen. Es ist eine Kulturpflicht des Deutschen Reiches, ein Fremdenich wieder zur Schule, um viel Nügliches zu lernen. Wenn diese um Dem Agenten refpetfive seinem Beauftragten beliebt es, ihn für recht zu schaffen, auf daß die Fremden nicht als vogelfrei gelten, 4 Uhr beendigt ist, so gehe ich wieder mit meinen Kameraden auf den einen Auswanderer zu erklären. Der andre behauptet, er wolle nur wie es in barbarischen Zeiten gewesen ist. Die im Interesse des Heimweg. Wenn ich heim komme, muß ich wieder fädeln, bis es in der Stadt einen Besuch machen, und zeigt zum Beweise seinen Reiches liegenden Sicherheitsmaßregeln müssen angemessen, menschdunkel wird und dann kann ich das Abendessen genießen. Nach dem Grenzpaß vor. Es nüßt ihm nichts: unter Androhung von Gewalt lich und nach modernen, kulturwürdigen Rechtsgrundsätzen gehandhabt Effen muß ich wieder in den Keller hinabgehen und fädeln bis um maßregeln wird er gezwungen, nach der Auswandererstation mit- werden. 104hr; manchmal, wenn die Arbeit pressant ist, muß ich bis um zugehen; dort wird er interniert, bis es nach ein paar Stunden Teuhr fädeln im Keller. Nachher sage ich meinen Eltern gute Nacht dem Herrn Agenten gut dünft, ihn zu vernehmen und, da er den ths gehe ins Bett. So geht es alle Tage." Und ein ebenfalls Beweis für geführt erachtet, daß jener kein Auswanderer sei, ihm fjähriges Mädchen fügt einem fast ganz analog lautenden Bericht die Freiheit zurückzugeben. ber? Ich mußte auch schon bis um 4 Uhr oder 5 Uhr morgens und auch schon die ganze Nacht fädeln." Der junge Mann empfindet die ihm zu teil gewordene Behandlung als eine arge Ungerechtigkeit und richtet an die Staatsanwaltschaft das Gesuch, das Verfahren gegen den betreffenden Agenten zu eröffnen. Doch die Staatsanwaltschaft weist dieses Ersuchen zurück mit folgender Begründung: Intoll Beigt dieser historische Teil, daß der schweizerische Arbeiterschutz After ist als der deutsche, so bringt uns der materielle Teil zum Bewußtsein, daß der schweizerische Arbeiterschutz in jeder Beziehung wertvoller ist als der deutsche und daß es eine lächerliche lleberBei solchen Perfonen, welche der Auswanderung verdächtig er hebung ist, die deutsche Socialreform als mustergültig hinzustellen. nächst mit nach der Kontrollstation oder nach der Polizeiwache scheinen, wird in der Weise vorgegangen, daß diese Bersonen zuSie kann mit nichts weiter prunten wie mit den großen Zahlen der genommen werden, und daß dort festgestellt wird, ob sie auszuVersicherungs- Gesetzgebung. Die werden selbstverständlich umso wandern gedenten oder nicht. Stellt es sich heraus, daß eine Person größer, je größer die Arbeiterzahl ist und da kann das Deutsche nicht auswandert, so wird dieselbe freigelaffen." Reich allerdings von keinem europäischen Kulturstaate übertroffen„ Der Auswanderung verdächtig." Dieser gewiß nicht in der und von der Schweiz natürlich niemals erreicht werden. Im Punkte Absicht, das System zu kennzeichnen, gewählte Ausdruck kennzeichnet der Versicherungs- Gesetzgebung ist auch die Schweiz gewiß noch es nichtsdestoweniger trefflich. Die Behandlung der Auswanderer ist hinter Deutschland zurüd; es fehlt ihr die obligatorische Stranten- ganz die Behandlung von Verbrechern. bersicherung und die Invaliden- und Altersversicherung; die Unfall- Mit Recht sagt übrigens der Berichterstatter des Berliner entschädigung weist mindestens formell noch viele Mängel auf. Tageblattes", daß es sich weniger um Mißgriffe einzelner Beamten Sie gründet sich nicht auf eine besondere Unfallversicherungs- Gesetz- handle, sondern daß es am System liege, und daß in erster gebung, sondern auf Haftpflichtgefeße. Die gerichtliche Praxis hat Reihe die Regierung die Schuld trage an den unwürdigen Zuständen. jedoch viele der formellen Mängel der Geseze durch Auslegung so Er schreibt: start gemildert, daß sich die Entschädigungsberechtigung des Verletzten hinsichtlich der Beurteilung der Unfallursache dem in Deutschland bestehenden Zustande ziemlich gleichstellt. Ein erheblicher VorWenn die Behörde Vorschriften im Interesse des öffentlichen Wohles erläßt, so werden sie gebilligt werden müssen. Aber diese Verfügung der Regierungen, welche die russischen Auswanderer betrifft, geht weit über dieses Ziel hinaus. Die Ver *) Die Arbeiterschutz- Gesetzgebung der Schweiz. Von Dr. J. Land- fügung vom 2. Dezember 1902 bestimmt nämlich: Ruffi mann, Sekretär des internationalen Arbeitsamtes in Basel. Basel, schen Auswanderern ist der Uebertritt in das preußische Helbing u. Lichtenhahn. 7,20 M. Staatsgebiet nur dann gestattet, wenn sie entweder befizen einen Vierzig Jahre Internationale. Am 28. September sind es 40 Jahre, daß in London die länder geschlossen wurde. An diesem Tage wurde ein Komitee einBildung einer internationalen Vereinigung der Arbeiter aller Kulturgesetzt, das Programm und Statuten der Vereinigung ausarbeiten sollte. Am 1. November 1864 wurde dann der von Karl Marr borgelegte Statutenentwurf und die ihm beigegebene Pro grammschrift als Inauguralabresse der Inter. mit war die Internationale geschaffen, die bis zum Jahre 1872 nationalen Arbeiter Association" angenommen. Dabestand. " 3 Die Internationale Arbeiter- Association entstand aus dem Be streben, vornehmlich der französischen und der englischen Arbeiter, gegen das wirken der Kapitaliſtentlasse auf internationaler Basis der Vorsitzende jener ersten internationalen Zusammenkunft, die am ein Bollwerk der Verteidigung zu schaffen. Professor BeesIŋ, 28. September 1864 in London tagte, schreibt uns über die Gründung das Folgende: „ Die erste Versammlung der Internationalen Arbeiter Association, bei der ich den Vorsitz führte, bestand hauptsächlich aus englischen Trades- Unionisten, den intelligentesten und den sich für öffentliche Angelegenheiten am meisten interessierenden Ele menten( the most public spirited members) der Arbeiterklasse. Wenige, vielleicht gar feiner unter ihnen, gehörten irgend welcher socialistischen Schule an. Die meisten von ihnen, glaube ich, würden gezaudert haben, den Namen Socialist anzunehmen. Sie wollten nur das parlamentarische Wahlrecht, um die gewerkschaftsfeindlichen Geseze beseitigen zu können. Sie schlossen sich der " Internationale" an, weil sie von einem warmen brüderlichen Gefühle für ihre tontinentalen Arbeitsgenossen getragen waren, mit denen neuen Internationale beruht beruht nicht nicht in einem Generalrat, fie fich enger verbunden fühlten als mit den reichen Klassen ihres von dem die einzelnen Länder ihre Direktive empfangen, eignen Landes. Sie glaubten, die Internationale könnte dazu sondern in dem socialistisch durchgebildeten Geiste, beitragen, Völkerkriege zu verhindern und den Militarismus zu der die starke Arbeiterbewegung der einzelnen Länder beseelt. Der entmutigen. Meiner Ansicht nach ist das die hauptsächliche, wenn nicht die Marxistische Geist des Generalrats ist in Fleisch und Blut der einzige Aufgabe, der sich eine Internationale Association mit Arbeiterbewegung der einzelnen Länder übergegangen. Wenn auch großem Vorteile widmen kann. Als das hoffnungsvollste Zeichen hier und da noch Abirrungen von dem Wege, den die geistigen unsrer Zeit erscheint mir das erfolgreiche Bestreben der französis Leiter der Internationale vorgezeichnet haben, zu beklagen sind, so schen socialistischen Partei nach dieser Richtung hin. Es ist tief handelt es sich doch nur um momentane Verirrungen. Die gesamte zu bedauern, daß der Militarismus in England und Deutschland internationale Socialdemokratie strebt in Geiste der Mary und einen solchen Widerstand noch nicht erfahren hat. Engels ihrem großen Endziele zu. So ist zwar die alte Juternationale zerbrochen, aber nur, um in neuer, lebenskräftigerer Form ihre internationale Bethätigung zu finden. E. S. Bees Ih. Deutsches Reich. Aus dem Soldatenleben. verwaltung den Socialdemokraten die Arbeit verweigert, daß fie ihnen die Lokale abtreibt und ihnen die Ausübung des Vereinsund Versammlungsrechts einschränkt, dadurch, daß sie die socialdemokratischen Rekruten in ganz besonders schimpflicher Weise auf dem Erercierplate behandelt, glauben Sie denn dadurch die Arbeiterklasse zu versöhnen? Im Gegenteil! Sie können es ebenso gut dahin treiben, daß die Leute sich sagen: wenn wir nicht von den Staatswerkstätten beschäftigt werden, wenn man uns verhungern läßt, wenn man uns auf diese chikanöse Weise behandelt, trotz alledem aber von uns alle militärischen und staatsbürgerlichen Pflichten gerade so gut verlangt wie von andern, so werden wir uns eines Tages mit der Beratung der Frage befassen, ob wir uns nicht im Falle eines Aufstandes oder eines Krieges weigern sollen, zu marschieren. Das kann Ihnen noch passieren; und die Zeit dürfte, wenn Sie so fortfahren, gar nicht so fern sein.“ Worte Grillenbergers damals hinzu: Wir fügten dieser wörtlichen zusammenhängenden Wiedergabe St. Leonards- on- Gea, 18. September 1904. Professor Beesly mag die Motive, welche die englischen Arbeiter zum Beitritt zur Internationalen Arbeiter- Association bewogen, nalen Arbeiterschaft löst auch in gründlichster, erfolgreichster Weise Diese zielbewußte socialistische Thätigkeit der internatiorichtig gekennzeichnet haben. Die englischen Trades- Unions erfuhren jene Aufgabe, die Professor Beesly in seiner Zuschrift als Haupt- der damals an ihrem eignen Leibe, daß der nationale gewerk aufgabe der internationalen Verbrüderung bezeichnet: den Kampf " Gegen diese Argumentation der Verzweiflung läßt sich schaftliche Stampf nicht ausreiche gegenüber den Praktiken des gegen den Militarismus. In diesem Kampfe steht Deutschland schlechterdings nichts einwenden. Es handelt sich nicht um eine internationalen Unternehmertums. Eine Zeitlang hatten sie geglaubt, hinter Frankreich wahrlich nicht zurück. Und auch die englische Erwähnung der socialdemokratischen Partei, sondern um die Ausdaß ihre Gewerkschafts- Organisationen ausreichten, um der Arbeiter Arbeiterschaft wird, sobald der Socialismus unter ihr die malung verzweifelter Stimmungen, in die der Arbeiter von der klasse eine gesicherte und menschenwürdige Existenz zu sichern. gleiche Verbreitung gefunden hat, wie in Deutschland, diesen Kampf Militärverwaltung hineingehetzt werden könnte. Der Mensch Seit der Handelskrise vom Jahre 1857, namentlich aber, der Herrn v. Einem das Citat in die Hände der mit siegreicher Kraft führen! Baumwollenkrisis, durch die die englischen Tertilarbeiter in das gespielt hat, ist sicher gewandt, aber verdient nicht das Vertrauen eines verantwortlichen furchtbarste Elend gestürzt wurden, begriff das englische Proletariat, Ministers. Wenn wir in dieser Weise die Rede des Herrn daß die Erfolge seiner gewerkschaftlichen Errungenschaften bedroht b. Einem citieren wollten, so würde es kinderleicht sein, zu be wurden durch die internationale Konkurrenz. Namentlich die weisen, daß Herr v. Einem zum Königsmord aufgefordert habe." Drohung der englischen Kapitalisten, billigere Arbeitskräfte vom Diesen Citatensammler des Herrn v. Einem Festlande einzuführen, überzeugte die englischen Arbeiter von der Von Ende Juni bis Ende September laufenden Jahres wurde glauben wir jest entdeckt zu haben. In einem illuNotwendigkeit eines internationalen Zusammengehens gegen den die gerichtliche Aburteilung von 42 militärischen Vorgesetzten strierten Scherlblatt vom letzten Sonntag wärmt nämlich der Kapitalismus. Diese Notwendigkeit eines internationalen Vorgehens wegen Mißhandlung und vorschriftswidriger Behandlung von Unter- Geheime Kriegsrat Romen, jener ehemalige be- rühmte hatte sich auch der Arbeiterschaft des Festlandes aufgedrängt. Die gebenen bekannt. An Strafen wurden ausgesprochen: 1½ Jahre Hamburger Staatsanwalt, das gefälschte Citat nochmals auf. Er Delegierten der französischen Arbeiter, die mit offizieller Buchthaus, 9 Jahre 5 Monate 15 Tage Gefängnis, 9 Monate 26 Tage bespricht mit einem Verständnis, das seiner ehemaligen wie seiner Unterstützung auf die Londoner mittlerer Arrest, 2 Monate 11 Tage gelinder Arrest, 2 Monate jetzigen Stellung nur angepaßt ist, die Bremer Debatten über die Weltausstellung Festungshaft, 1 Monat 25 Tage Stubeñarrest, 8 Tage Kammer- Propaganda unter der militärpflichtigen Jugend, und sagt dabei: bon 1862 entfandt worden waren, setzten sich mit arrest, acht Degradationen, eine Versetzung in die 2. Klasse " Ja, sogar der Treubruch im Falle eines Krieges wird in Erden englischen Arbeitern in Verbindung. Dieser inter- des Soldatenstandes, eine Ausstoßung aus dem Heere. wägung gezogen. Schon im Jahre 1893 erklärte der Abgeordnete nationalen Verständigung entsprang dann die Einberufung Der Freiheitsentzug beträgt im ganzen 12 Jahre 3 Monate Grillenberger im Reichstage, daß sie sich eines Tages mit der zu einer internationalen Versammlung, die wie erwähnt 25 Tage. Frage befassen würden, ob sich die Socialdemokraten im Falle am 28. September 1864 stattfand. Das auf dieser Versammlung eines Aufstandes oder Krieges weigern würden, zu marschieren." gewählte Stomitee bestand zunächst fast nur aus Engländern, aber es verstärkte sich durch Hinzuziehung einer größeren Anzahl von Vertretern der andren Länder. Am 1. November wurde dann der von Mazzini ausgearbeitete Statutenentwurf abgelehnt und ein von Karl Mary verfaßter Entwurf angenommen. Auf Preußen treffen 12 Jahre Zuchthaus, 7 Jahre 2 Monate durchwegs Gefängnis, 8 Monate 11 Tage mittlerer Arrest, 1 Monat 12 Tage Geh. Kriegsrat so teuer geworden, daß er sie wiederholt. Es wäre Man sieht: die im März berichtigte Unwahrheit ist dem Herrn arrest, 6 Degradationen, 1 Ausstoßzung aus dem Heere.( 30 Vor- auch zu schade gewesen, ein so schön zurechtgeschnittenes Citat nur gelinder Arrest, 1 Monat 15 Tage Stubenarrest, 8 Tage Kammer- Geh. Kriegsrat so teuer geworden, daß er sie wiederholt. Es wäre gefeßte.), Auf Bayern: 1 Jahr 9 Monate 15 Tage Gefängnis, vom Chef einmal benuken zu laſſen. Ein schönes Beiſpiel erweckt 1 Monat 5 Tage mittlerer Arrest, 8 Tage gelinder Arrest, 2 Degra- Nacheiferung. dationen, 1 Versetzung in die 2. Klasse des Soldatenstandes.( 6 Bor- Wir leiteten am 10. März unsre Abfertigung des Herrn Mochten nun auch ursprünglich die englischen Gewerkschaftler gefeßte.) Auf Sachsen: 6 Monate Gefängnis, 10 Tage mittlerer b. Einem also ein:" Der preußische Kriegsminister hat anscheinend durch die internationale Vereinigung direkt socialistische Ziele nicht Arrest, 21 Tage gelinder Arrest, 2 Monate Festungshaft, 10 Tage schleunigst hinauswerfen sollte, wenn anders ihm daran liegt, in seinem Bureau einen Decernenten für Citate, den er verfolgen, sondern nur die gewerkschaftsfeindlichen Geseze beseitigen Stubenarrest.( 6 Vorgesezte.) wolen, so trugen doch die Statuten der neugegründeten Inter- nämlich Rapitänlieutenant Engelhardt 8 Tage Kammerarrest, unsern bedingten Wunsch nicht noch wiederholen zu sollen. Unter den Verurteilten befinden sich fünf Offiziere, mit ungefälschten Beweisstüden zu operieren." Wir glauben, diesen nationale einen durchaus socialistischen Charakter. In dem programmatischen Teil der Jnauguraladresse wurde hervor- Stubenarrest, Lieutenant Kunze vom preußischen 5. Pionier Vorwärts" vom 31. Juli berichteten, beschäftigte am Sonnabend Hauptmann von der Osten vom Leibregiment Nr. 115 17 Tage Der Wahlfälschungs"- Prozeß, von dem wir in Nr. 178 des gehoben, daß es die Erkämpfung der Emancipation der ar bataillon 4 Wochen Stubenarrest, Oberlieutenant Seeger vom Die Strafkammer zu Wiesbaden zum zweiten Male. Bebeitenden Klassen durch die arbeitenden Klassen sächsischen Infanterie- Regiment Nr. 133( schlug einen Vicefeldselbst gelte und daß der Kampf für die Emancipation der Arbeiter- webel der Reserve mit dem Säbel) zehn Tage Stubenarrest, fanntlich sollten zwei Arbeiter in Hasselbach i. Taunus sich um desschaft nicht einen Kampf für Klassenprivilegien und Lieutenant Golle vom nämlichen Regiment( schon vorbestraft sie zur Reichstagswahl bei der Hauptwahl in Frankfurt a. M., wo willen gegen den§ 108 des Strafgesetzbuches vergangen haben, weil Monopole, sondern für gleiche Rechte und Pflichten wegen Mißhandlung) 2 Monate Festungshaft. sie arbeiteten, bei der Stichwahl dagegen in ihrem Wohnort Hasseluns für die Abschaffung aller Klassenherrschaft be= Die von Unteroffizieren begangenen Mißhandlungen bach gewählt hatten. In beiden Orten waren sie in die Wählerlisten deute, daß das Endziel der Bestrebungen der Internationale in weisen leider auch wieder einige erbärmliche Bestialitäten auf. Bei eingetragen und der Sicherheit halber hatten sie sich vor der Stichder Beseitigung des kapitalistischen Systems bestehe und daß in dem Soldaten wurden zum Selbstmord, einer zu zwei Selbstmordversuchen wahl auch in einem bürgerlichen Rechtsbureau über die Rechtund mehrere zur Fahnenflucht getrieben. Die Strafen, die Kampfe um die Erringung der ökonomischen Emancipation nicht über 1 Jahre hinausgingen, waren mäßigkeit ihres Thuns vergewissert. Die beiden Arbeiter verjede politische Bewegung als bloßes Hilfsmittel zu be mild. Die Roheiten des mit 1 Jahren Gefängnis und Degra- haben; aber der Staatsanwalt lie die Versicherung nicht gelten, zu sicherten, im besten Glauben und ohne böse Absicht gehandelt zu trachten sei. dation bestraften Unteroffiziers Warschau vom preußischen sondern argumentierte, die Arbeiter haften um deswillen das zweite Die Internationale machte in den ersten Jahren erhebliche Fort- 14. Fußartillerie- Regiment( Aufleckenlassen von Gewehröl, des Mal in Hasselbach gewählt, weil es in Wahlkreis Höchst- Usingen auf Ichritte. Ihre Kongreſſe, die in Genf, in Lausanne, in Spucknapfes 2c.) sind noch in aller Erinnerung. Der Unteroffizier jebe socialdemokratische Stimme antamenn ber Kandidat Brühne Brüssel und Basel stattfanden, zeugten von dem ständigen einen Soldaten derart, daß er sich von einem Eisenbahnzug über- der Termin vertagt, um den Bürgernisistem zu Hasselbach noch Emanuel Lur vom preußischen Infanterie- Regiment Nr. 58 peinigte als Sieger aus der Wahl hervorgehen sollten Das erste Mal wurde Wachstum der internationalen proletarischen Vereinigung. Wenn fahren ließ. Dem auch die Zahl der direkt der Internationale angeschlossenen Mit- Mißhandlungen, 229 Fälle Unteroffizier wurden 229 bon darüber zu vernehmen, ob er die beidenreiter bei der Stichwahl 10 Körperverlegungen und 12 Fälle glieder keine allzu imponierende war, wenn auch beispielsweise schriftswidriger Behandlung nachgewiesen, bor auf die Ungesetzlichkeit ihres Thuns aufwerfiam gemacht habe. dennoch kam Das mußte der Mann am Sonnabend vernemen und so blieb dem niemals mehr als 1000 deutsche Arbeiter Mitglieder der Inter- er mit 1 Jahren Gefängnis und Degradation davon! Staatsanwalt nichts übrig, als selbst die reisprechung der beiden nationale waren, so ist die geistige Schulung und Beein Der preußische Unteroffizier Peter quälte einen Soldaten in Angeklagten zu beantragen. Das Gericht ante auch demgemäß, flussung durch die von Marg und Engels geleitete solcher Weise, daß er sich der Fahnenflucht schuldig machte und bald und zwar führte es in der Begründung aus, daß allerdings die Leute Internationale um so höher zu veranschlagen. darauf sein Leben durch Ertränken beendete. Einen andern Musketier eigentlich bei der Stichwahl nur dort hätten wählen dürfen, wo sie Die Internationale war ein Wiederaufleben des alten Kommunisten- verleitete der Unteroffizier zum Meineid. Auch hier war die aus- auch bei der Hauptwahl ihre Stimme abgegeben hätten. Das ergäbe bundes. Sie war. um Friedrich Engels zu citieren, eine Heere, zu gering. Beim 70. preußischen Feldartillerie- Regiment miß- und auch nur an einem Orte wählen dürfe. Thatsächlich aber seien gesprochene Strafe, 12 Jahre Zuchthaus und Ausstoßung aus dem sich aus der Bestimmung, daß jeder Wähler nur einen Abgeordneten die fortgeschrittensten Länder Europas und Ameritas umfassende handelten nicht weniger als fünf Unteroffiziere, einen Kanonier. die Leute, indem sie das zweite Mal zur Wahl nach Hasselbach Arbeiter- Association, die den internationalen Charakter der socia- Der Mann wurde u. a. an einen Flantierbaum gestellt, hierauf gingen, der Meinung gewesen, ein ihnen zustehendes Recht auszulistischen Bewegung sowohl den Arbeitern selbst wie der Bourgeoisie wurde ihm der Hals zugeschnürt, bis das Gesicht des Gefolterten üben, und sie hätten alles Mögliche gethan, um sich die Ueberzeugung und den Regierungen leiblich vorführen sollte, dem blau wurde, dann ließ man ihn wieder atmen. In Bayern von der Richtigkeit ihrer Auffassung zu verschaffen. Der§ 108 des Proletariat zur Ermutigung und Stärkung, seinen Feinden zum befahl der Unteroffizier Kuby vom 23. Infanterie- Regiment Strafgesetzbuches sehe den Dolus voraus, der aber sei bei den Leuten, die Tabat fauten, den getauten Tabat sich gegen Angeklagten nicht zu finden. seitig in den Mund Die internationale Arbeiter- Association ging zu Grunde an ver- ins Gesicht zu speien. Außerdem schlug und stieß er die Mann- wie das Hornberger Schießen. Ursprünglich hatte schon die Strafzu stecken und die Brühe einander So ist eine große staatsanwaltliche Staatsaktion ausgegangen schiedenen Ereignissen und Strömungen. Der Zusammenbruch schaften bei jeder Gelegenheit. Auch hier war das Urteil, 1 Jahr fammer zu Wiesbaden die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen die der Pariser Kommune führte zu einem sch toeren Rück 4 Monate Gefängnis, Degradation und Versetzung in die 2. Klasse beiden Arbeiter abgelehnt, aber die Staatsanwaltschaft hatte gegen schlag innerhalb des französischen Socialismus, und des Soldatenstandes zu mild. Der Unteroffizier Müller des den Beschluß Beschwerde beim Oberlandesgericht erhoben und dieses während durch die Sympathie- Erklärung des Generalrats der Inter- fächsischen Infanterie Regiments Nr. 104 trat Mannschaften ab- hatte die Eröffnung des Hauptverfahrens angeordnet. nationale für die Pariser Kommune die konservativen englischen sichtlich auf die Zehen, schlug und stieß sie, einem Mann warf er Gewerkschaftskreise von der Internationale zurü d- einen Schemel nach, einem andern das gezogene Seitengewehr. weißensee, Regierungsbezirk Erfurt, befindet sich, wie der Preußisches Schul- Elend. In Nieder Topfstedt, Kreis gestoßen wurden, machte sich andrerseits unter den romanischen Einen magenkranken Soldaten chikanierte er derart, daß er zweimal" Frantf. 3tg." geschrieben wird, das Schullokal ſeit ca. 15 Jahren Selbstmordversuche unternahm. Trotz alledem wurde der Unter- in baufälligem Zustande. Alte Leute des Dorfes wissen Nationen der bis dahin niedergehaltene Einflußz der anarchistischen Elemente geltend, welche die politische Degradation erfolgte nicht! offizier nur zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. von zahlreichen Reparaturen des Schulgebäudes zu erzählen, das feit Aktion verivarfen und durch bloße Revolutionsmacherei die einer langen Reihe von Jahren als interimistisches Schullokal gilt, Befreiung der Arbeiterklasse erreichen wollten. In erster Linie Der italienische Ministerpräsident Giolitti hat den Reichskanzler ohne daß es zu einem Neubau gekommen wäre. Dieses interiwar es Bakunin, der in Anknüpfung an Proudhon und Stirner Grafen Bülow am Dienstag in Homburg besucht. Der Anlaß mistische Schulhaus ist aus einem ehemaligen Arbeiterwohnhaus zurechtgeflickt worden. Man hat aus diesem die Mittelwand die organische politische Thätigkeit verwarf und in der wachsenden Ver- der Zusammenkunft ist bisher unbekannt geblieben. herausgenommen, die Decke durch einen Holzbalken gestützt elendung der Masse den wirksamsten Hebel der socialen Revolution und in und so den Raum für den Unterricht von 110 in zwei Abden Deklassierten ihre stärksten Vorkämpfer erblickte. Diese anarchistische teilungen zu unterrichtenden Kindern gewonnen. Der Raum, der auf drei Seiten Fenster hat, ist im Sommer übermäßig be im Winter kann er nicht ausreichend geheizt werden, auch der egent hat ihn gelegentlich durchnäßt. Vor etwa zwei Jahren ereignet, Rüde mit einer großen Wagenplane und setzte den Untert sich, daß eine Wand des Schulraumes einfiel. Man verdecke unverändert fort. Schrecken". = Citierkünstler. Strömung predigte statt der politischen Arbeit und der gelverkschaft- Herr v. Einem hat gelehrige Schüler, und was das erfreulichste lichen Organisation die Propaganda der That, wobei sie daran ist, sogar unter seinen eignen Untergebenen. Ja, fie fuchen lichen Organisation die Propaganda der That, wobei sie bei den Blanquiſten, dem entschlossensten Flügel der Kommune- ihn sogar zu übertrumpfen. Herr v. Einem citiert falsch, er wird flüchtlinge, bis zu einem gewissen Grade Unterstügung fand. Diese seine getreuen Knechte, wie gesagt, übertrumpfen ihn, fie citieren berichtigt, aber es fällt ihm nicht ein, seinen Irrtum anzuerkennen; Propaganda der revolutionären Handstreiche konnte nur die Praxis fogar den berichtigten Blödsinn nochmals. der reaktionären Handstreiche Herausfordern und damit der modernen Arbeiterbewegung den schlimmsten Schaden zufügen. Angesichts dieser zerrüttenden Tendenzen innerhalb der Internationale war von einer ruhigen Fortentwickelung keine Rede mehr. Die Arbeiterschaft der verschiedenen Länder mußte erst eine sich innerhalb der nationalen Grenzen vollziehende Durchbildung erfahren, bevor sie zur einheitlichen internationalen Bethätigung reif war. Marg und Engels erkannten daher, daß einstweilen nichts andres übrig blieb als eine Auflösung der Internationale. Sie lehnten deshalb eine Wiederwahl in den Generalrat ab und schlugen die Verlegung des Sizes des Generalrats nach New York vor, in der Absicht, die Internationale wenigstens dem Einfluß der Batunistischen Strömung möglichst zu entziehen. Daß diese Verlegung im Grunde der Auflösung gleich kam, hat Engels später selbst einmal mit den Worten zugegeben:" Angesichts der Unmöglichkeit gegenüber der allgemeinen Reaktion, den an sie gestellten Forderungen zu entsprechen und ihre volle Wirksamkeit anders aufrecht zu erhalten, als durch eine Reihe von Opfern, an denen die Arbeiterbewegung hätte verbluten müssen, angesichts dieser Lage 30 g sich die Internationale borläufig von der Bildfläche zurück, indem sie den Generalrat nach Amerika verlegte. So endete die Internationale Arbeiter- Association. Aber sie ist inzwischen längst wieder aufgelebt. In andrer Form zwar als damals, aber in gesteigerter Lebenskraft. Die Stärke der chun Man erinnert sich, daß Herr v. Einem bei den Militärdebatten im Reichstage, es war am 7. März d. J., einen besondren Trumpf der Benuzung entzogen. Das kam so. Seit Anfang dieses Monats nun ist das vielgeflickte Schullotal Eines Tages machte er damit auszuspielen glaubte, daß er gegen Bebels Aeußerung, auch Lehrer in der Unterrichtsstunde den Kindern gegenüber gerade ſetlet Rede unsres Grillenberger vom 9. März 1893 zwei Säße völlig aus totals beklagte. Plöblich ein Krachen an der Decke, Kalt die Socialdemokratie werde ihr Vaterland verteidigen, aus einer Herzen Luft, indem er die Unzulänglichkeit und Mängel des Schul dem Zusammenhange riß und ihnen dadurch einen ganz andern und Schutt fällt zwischen Lehrer und Schüler herab, es poltert Sinn gab. Herr v. Einem sagte gegen Bebels Aeußerung: dumpf, der ganze Schulraum ist in eine undurchsichtige Wolke von Wie stimmt denn dies schöne Wort zu dem, was in der Staub gehüllt. Die Kinder, von denen glücklicherweise keines verReichstags- Sigung vom 9. März 1903( Burufe), 1893; ich legt ist, schreien wirr durcheinander, die größeren flüchten durch die habe mich versprochen der Abgeordnete Grillenberger den Fenster auf die Straße. Der Lehrer ist perplex. Als der Staub werden Sie wohl nicht abschütteln? gesprochen hat: fich einigermaßen berzogen hat, sieht der Lehrer aus So werden wir uns eines Tages mit der Frage befassen, dem Schutthaufen der eingestürzten Decke eine Frau aufob wir uns im Falle eines Aufstandes oder eines Krieges weigern sollen, zu marschieren. ( Hört! hört! rechts.) Das kann Ihnen noch passieren, und die Zeit dürfte, wenn Sie so fortfahren, gar nicht so fern sein." Wir stellten damals sofort in unsrer Nummer vom 10. März diese flagranten Citierkünfte des Herrn v. Einem dadurch fest, daß wir einfach die beiden Säße Grillenbergers im Zusammenhange nach bem amitlichen Stenogramm der Sitzung vom 9. März 1893( Sette 1533 B) wie folgt wiedergaben: steigen, die, ihren schmerzenden Kopf haltend, flagend eine Entschuldigung stammelt und eilends das Lokal beres nicht mehr möglich, in dem alten Hause weiter Schule zu halten. Nunmehr war laẞt; sie war auf dem Boden beschäftigt gewesen. Der Unterricht wurde in den Tanzsaal des Gasthauses verlegt. Die offiziellen Herbstferien müssen eine Verlegung erfahren, damit die Kirmesfeier durch den Schulbetrieb teine Beeinträchtigung erfährt. Nicht der Gemeinde Nieder- Topfstedt gereichen die geschilderten " Sie sprechen immer so viel von der„ Versöhnung" der ver- Bustände zur Unehre, da das Dorf über unzureichende Mittel verschiedenen Bevölkerungsklassen; namentlich wird das bei großen fügt, sondern dem Staate, der jahrelang diese Zustände revidieren und fortbestehen ließ. Arbeiterdebatten ins Feld geführt, daß die verschiedenen Bebölferungsklassen, die durch uns angeblich aufgereizt" seien, ber- Die erneute Verhaftung Biermanns wird auch in Oldensöhnt werden sollen, Glauben Sie denn dadurch, daß die Militär- burg, wie uns von dort gemeldet wird, von vielen, die ihm " um " " " absolut teine Sympathien entgegenbringen, für ungerecht- Idas geltlager von Patrouillen umzingelt, die nie- Sie beschäftigt sich dann weiter mit den Bemerkungen Hugs auf fertigt gehalten. So schreiben die Nachrichten f. St. u. 2d.": mand weder ein- noch ausließen. Um 3 Uhr rief man die Offiziere dem Parteitage und betont diesem gegenüber das Recht der ParteiWer über die Verhältnisse beim„ Residenzboten" unterrichtet ist, durch Signal zusammen und teilte sie in Gruppen mit je einem presse zur Kritik, indem sie folgendes schreibt: hält den Fluchtverdacht für ausgeschlossen. Biermann wollte in der Hauptmann an der Spige ein. Um 4 Uhr erfolgte der General- Dann hat Genosse Hug gesagt, wir hätten die Redefreiheit des That nur eine Besuchsreise nach Hamburg antreten. Gegen den appell, die Mannschaften wurden nach der Lagerstraße zusammen- Parteitages aufs schlimmste verhöhnt, und das dürfe sich der ParteiFluchtverdacht spricht am deutlichsten, daß es der„ Residenzbote" feit getrommelt und die Compagniechefs nahmen ihnen die Schlüssel von tag nicht gefallen lassen. Das ist nun eine merkwürdige VerMonaten geflissentlich darauf anlegte, eine Anzeige ihren Koffern weg. Alsdann wurde ihnen befohlen, die ver- wechselung der Begriffe. Bürgerliche Parlamente beanspruchen aus wegen seiner Behauptungen zu erzielen, und daß Biermann dieses schlossenen Koffer aus den Zelten herbeizuholen; und es begann nun guten Gründen das Privileg, daß die Aeußerungen ihrer Mitglieder Vorgehen nur so ungeheuerlich übertrieb, damit die Anklage auf die Visitation oder vielmehr das Durchwühlen ihrer Habseligkeiten. nicht strafrechtlich verfolgt werden dürfen, aber noch hat keine bürgerfeinen Fall unterbleiben konnte. Der in Erfurt verhaftete Die Durchsuchung wurde halbcompagnienweise vorgenommen, wobei liche Volksvertretung den um mit Marg zu sprechen-„ parlaRedakteur Sch weynert ist wieder aus der Untersuchungshaft ent- die Koffer der abwesenden Soldaten versiegelt und nach dem Zeughause mentarischen Kretinismus" besessen, zu beanspruchen, daß ihre Tassen worden. gebracht wurden, um nachträglich in Gegenwart ihrer Eigentümer Beschlüsse und Verhandlungen auch nicht der öffentlichen Kritik König Georg von Sachsen ist nach den letzten Pillniger Mel- revidiert zu werden. Einzelne Offiziere trieben ihren Eifer sogar so preisgegeben werden dürften. Wenn ein reaktionäres Mitglied des dungen schwer frank. Infolge krankhafter Veränderung der weit, daß sie besonders„ verdächtige" unter den Soldaten auch einer Reichstages einen Parteigenossen ganz aus freiem Handgelenk an= Herzadern hat sich starke Atemnot eingestellt. Leibesvisitation unterzogen, den Rekord an Gesinnungs- greifen würde und dieser Parteigenosse antwortete in dem Tone, wie tüchtigkeit hat aber allerdings der Kommandeur des Chersonschen er angegriffen worden ist, so ist das nach der Logik des Genossen Neue Verluste in Südwestafrika. Berlin, 27. September. Regiments geschlagen, der sein ganzes Regiment splitter- Hug ein Attentat auf die Redefreiheit des Reichstages. Doch es ( Amtliche Meldung.) Am 25. September sind im Lazarett Water- nadt auf offener Lagerstraße ausziehen ließ! lohnt sich nicht, darüber noch ein Wort zu verlieren. Wenn Südekum berg gestorben: Major Osterhaus an Herzschwäche, In jedem Regiment hat man etwas" gesunden, und gegen zwanzig der sonst über den guten Ruf seiner Mitmenschen so sorgsam Reiter Johann Hilgers, geb. 20. August 1881 in Eggers- Mann sind verhaftet und nach der Hauptwache abgeführt wacht, daß er jüngst durch eine öffentliche Erklärung im Vorwärts" scheidt, Düsseldorf, früher bei der Maschinengewehr- Abteilung 3, an worden. Aber damit nicht genug nun hagelte es auf das unglück- die ehemalige Kronprinzessin von Sachsen gegen den nur in seiner Typhus. liche Corps von Verboten. So ist den Mannschaften gänzlich unter- eignen Einbildung vorhandenen Verdacht schütte, seine Geliebte Seltsame Zustände auf Samoa wurden in einem Artikel zur sagt worden, sich aus dem Lager auch Sonntags zu entfernen, gewesen zu ſein durch seine an den Haaren herbeigezogene AnSprache gebracht, der am 27. März d. J. in der hier erscheinenden wandten oder Bekannten dürfen nunmehr nur in Gegenwart 3eitung"(?) anrempelte, so war es unser gutes Recht, darauf zu nach der Stadt zu gehen. bon Ver spielung auf Dresdener Vorgänge die Leipziger Volks= Kolonialen Zeitschrift" veröffentlicht wurde. In Apia habe am 29. Dezember v. J. eine Gouvernementsrats des dienstthuenden Offiziers empfangen werden, gerade so wie in den antworten, ohne daß wir damit der Redefreiheit des Parteitages zu Sigung stattgefunden, bei der zunächst die Neuwahl von zwei Arrestantencompagnien, und um den Gipfel des Unsinns und der nahe traten." Mitgliedern vorgenommen worden sei. Lächerlichkeit zu erreichen Von den beiden neu erist den Mannschaften verboten worden, Zum Schluß macht die Leipziger Volkszeitung" bereits einige wählten Gouvernementsräten sei zu sagen, daß der eine früher auf den Abort einzeln zu gehen! Sie werden jetzt Anspielungen auf das, was sie von„ Citaten" auf dem Rohre hat, Unteroffizier, der andre wegggelaufener Matrose tommandoweise dorthin geführt und verrichten ihre Be- wobei sie bis auf die Zeit des Socialistengesetzes zurückgeht gewesen und bis vor kurzem unter falschem Namen in Apia gelebt dürfnisse unter strenger und wachsamer Aufsicht wir für bedenklich halten und dann folgt diese parteigenössische habe. Diese beiden, wohl nicht mit Bildung überladenen Herren eines Vorgesezten. Der Vorfall wirft ein interessantes Drohung: müßten die übrigen Pflanzer, die fast durchweg den gebildeten Schlaglicht auf das Vertrauen, das der russische Absolutismus in Kreisen angehören, als ihre Vertreter anerkennen. seine Truppen diese seine wichtigste und letzte Stügesetzt. Einen ge= bildeten Pflanzer zum Gouvernementsrats- Mitglied zu ernennen, hüte sich der Gouverneur Dr. Solf wohl= weislich; er wisse zu genau, daß seine Diplomatie und Schauspielerei zu bald zu durchschauen seien und daß ein solches Gouvernementsrats- Mitglied die Interessen der Pflanzer vertreten werde. Der Gouverneur Dr. Solf dürfe es eben nicht mit seinen Freunden, den Engländern, verderben. Den Glanzpunkt jener erwähnten Sizung habe das Auftreten des Winkeladvokaten und berüchtigten Hezers aus der Zeit der Dreiherrschaft, des Herrn Carruttbeers gebildet, der das Lob des Herrn Gouverneurs in allen Tonarten gesungen habe. Es sei recht bezeichnend und für die dortigen Verhältnisse bezeichnend, daß diese Rolle gerade einem Engländer zugefallen sei. Der Artikel schloß mit der Bemerkung, daß es die höchste Zeit sei, den Gouvernementsposten mit einem vornehmen, energischen Herrn zu besetzen, ehe das Ansehen der Weißen weiter darunter leide. Nicht der Gouverneur Dr. Solf, sondern der Rechtsanwalt Carruttbeers zu Apia strengte gegen den Redakteur A. Herfurth von der„ Kolonialen Zeitschrift" die Beleidigungsklage an, welche gestern unter dem Vorsiz des Amtsrichters v. Negelein vor dem Berliner Schöffengericht zur Verhandlung gelangte. Beanstandet wurden die Ausdrücke„ Winkeladvokat" und„ Heher". Der Vertreter des Klägers gab an, daß dieser englischer Rechtsanwalt sei und sich durch die Bezeichnung„ Winkeladvokat" schwer gekränkt fühlen müsse. Er beantrage, den Beklagten mit einer Geldstrafe von 1000 M. zu belegen. Der Vertreter des Beklagten hob hervor, daß die politischen Zustände auf Samoa thatsächlich im Argen lägen, und er bereit sei, dies durch Vernehmung maßgebender Zeugen zu beweisen. Mit einer ganz geringen Geldstrafe sei der unpassende Ausdruck hinreichend gesühnt. Der Gerichtshof verurteilte den Beklagten zu einer Geldstrafe bon 20 Mart. Aus diesem Verhandlungsbericht einer Berliner Gerichtsforrespondenz ergiebt sich kein völlig flares Bild unsrer samoanischen Verwaltungszustände, wenn es auch„ tief blicken läßt", daß der Gouverneur Dr. Solf die Anrufung des Gerichts gegen die wider ihn erhobenen Angriffe sorgsam unterlassen hat. Vermutlich wird die " Koloniale Zeitschrift" selbst ausführlicher über die Verhandlung referieren, so daß wir dann eingehender auf den Fall zurückkommen können. Husland. Schweden. Afrika. was Wenn gleichwohl 116 Delegierte ihren Entrüstungs- Antrag aufrecht erhielten, so ist uns auch das vollkommen gleichgültig. Aber um an unserm Teile den Parteifrieden nach unsern bescheidenen Kräften auch für die Zukunft aufrecht zu erhalten, wollten wir nicht Bom Import chinesischer Kulis. Am Sonntag ist der Dampfer verhehlen, daß, wenn nun noch weiter mit dieser Resolution gegen Swanley" mit 2200 Chinesen von Hongkong nach Südafrika in die Leipziger Volkszeitung" geschossen werden sollte, wir wieder See gegangen. Bis jetzt sind 9000 Chinesen in den Goldminen schießen werden durch Citate, die der Entrüstungs- Kundgebung der beschäftigt; auf der Fahrt begriffen sind etwas über 6000, und bis 116 im Handumdrehen einen hervorragenden Platz unter den unje 2000 Kulis abgehen, so daß bis Ende November rund Ende Oktober sollen weitere vier bereits gecharterte Dampfer mit erfreulichsten Erscheinungen der Parteigeschichte sichern werden." 23000 Chinesen auf dem Witwatersrand arbeiten Leipziger Volkszeitung"" unter sich" gelassen, aber trotzdem finden werden. Amerika. Die Demokraten von New York haben in ihrer Staatskonvention D. C. Herrick als Gouverneurs- Kandidaten aufgestellt. Diese Nomination wird als ein Sieg von Tammany hall betrachtet. Der Wahlkampf von New York wird darum mit besonderer Schärfe geführt werden, weil es sich um die Verteilung einer kolossalen Beute handelt. 101 000 000 Dollar sind für große Kanalverbesserungen im Staate bewilligt worden, und die Partei, welche die politische Macht bei den nächsten Wahlen gewinnt, wird auch Hüter und Verwalter dieser goldenen Schätze. Wie gesagt, wir hätten gewünscht, der Parteitag hätte die wir das jezige Auftreten der Leipziger Volkszeitung" wenig angemessen und gar für die hämische Drohung am Schlusse fehlt uns durchaus nach unerfreulichen Erscheinungen"? jedes Verständnis. Verlangt es denn die Leipziger Volkszeitung" steht: Zum Parteitagsberichte erhalten wir folgende Zuschriften: In dem Parteitagsbericht( Sonntagsnummer des„ Vorwärts") Ohne Widerspruch findet der Antrag der Kontrollkommission betreffend Erhöhung der Gehälter Annahme." Diese Darstellung ist nicht richtig. " Diese Rufe muß das Bureau nicht Als der Vorsitzende, Genosse Diez, sagte:„ Wortmeldungen teidigt in einem offenen Briefe die neulich begangenen gräßlichen mittelsten Tischen sofort mehrere Genossen, darunter auch ich, und Der Bundessenator Tillmann vom Staate Süd- Carolina ver ist der Antrag der Kontrolleure angenommen", erhoben sich an den hierzu liegen nicht vor und da Widerspruch nicht besteht, so Lynchmorde.„ Die Ausschreitungen von Böbelhaufen find oft schlimm verlangten Abstimmung". genug", sagt er, aber sie sind ein Zeichen, daß der Geist der gehört haben, und so wurde unsren Wünschen nicht entsprochen. haben das Joch der schwarzen Majorität abgeworfen; wir brauchten geschäftsordnungsmäßig behandelt zu werden. Wir glaubten, das Freiheit( spirit of liberty) noch lebt.(!) Wir im Süden Der Antrag der Kontrolleure verdiente unter allen Umständen Gewalt und List und sind entschlossen, die Schwarzen unsren Mandatgebern schuldig zu sein, und über diesen sonderbaren niederzuhalten. Eine Gleichstellung der Neger wird nicht Abstimmungsmodus verärgert, unterschrieben wir die dann dem geduldet werden. Die Weißen werden regieren und wenn alle Bureau zugegangene Erklärung. König Berlin III. Neger müßten ausgerottet werden." Vom ostasiatischen Kriegsschauplatz. Die zweite russische Mandschurei- Armee foll nach einer Petersburger Meldung 150 000 Mann start sein. Die Mannschaften sollen sämtlich der aktiven Armee entnommen werden. Die Mobilisierung ist beendet, und innerhalb eines Monats soll die Konzentration der Truppen in Charbin beginnen. Zur Versorgung der Truppen in Ostasien mit warmer Kleidung ist seitens der Intendantur bereits seit Eine Verurteilung wegen Zarenbeleidigung. Beginn des Sommers emsig gearbeitet worden. Bis jetzt sind Der Redakteur 478 000 tomplette warme Bekleidungen, Halbpelze, Pelzmüßen und Peterson von der konservativen Nordertelje Tidning" ist am 16. Sep- Handschuhe sowie 160 000 Filzstiefel fertig. Inzwischen besorgt die tember vom Rathausgericht zu Nordertelje wegen Beleidigung des Intendantur wieder neuen Vorrat. Bei dieser Gelegenheit wird russischen Kaisers, die er in zwei Artikeln seines Blattes begangen bekannt, daß der Krieg Rußland täglich zweieinhalb Millionen Rubel haben soll, zu zweimal 500 Kronen Geldstrafe verurteilt worden. Nach dem schwedischen„ Preßfreiheits- Gesetz" kann bei den bekostet. treffenden Verbrechen" auf Strafe von Günstige Ernte Japans. höchstens zwei Jahre Strafarbeit" erkannt werden und einige Blätter Tokio, 26. September.( Laffan- Meldung.) Die diesjährige meinten, daß nach dem Wortlaut dieser Bestimmung Geldstrafe Ernte wird um 20 Proz. besser sein als alle jemals nicht zulässig sei, nachdem das Pressegericht den Redakteur für schuldig erzielten Ernten in Japan. Man nimmt an, daß der Gewinn aus erklärt hatte. Das Rathausgericht hat es nun doch bei Geldstrafe der Reisernte allein ein Drittel der Kriegstosten für und Konfiskation der betreffenden Nummern der Zeitung bewenden lassen. ein Jahr decken wird. Das Stockholmer Rathausgericht hat bekanntlich seiner Zeit den Ein neues Seegefecht mit Wladiwostok- Kreuzern? Herausgeber des finnisch schwedischen Blattes Weckens nyheter" wegen Barenbeleidigung zu Gefängnis verurteilt, welches Urteil das Agentur.) Von Sachalin wird gemeldet, daß dort in der Nacht Charbin, 27. September.( Meldung der Russischen TelegraphenSwaa- Hofgericht bestätigte. Danach ist es nicht ausgeschlossen, daß vom 25. auf den 26. September aus der Richtung vom Kap Aniva Redakteur Peterson, wenn er an das höchste Gericht appelliert, eine Kanonendonner gehört wurde, der wahrscheinlich von ähnliche Strafe erwirkt. einer Seeschlacht herrührte. " Im schwedischen Bolte finden diese zu Gunsten der russischen Despotie gefällten Strafurteile umsoweniger Verständnis, als man in Schweden geneigt ist, Rußland als Erbfeind oder mindestens als einen gefährlichen Nachbarn anzusehen. Bleibt es im Falle Peterson bei der Geldstrafe, so wird sie wahrscheinlich durch öffentliche Sammlungen aufgebracht werden. Partei- Nachrichten. * V Laut Bericht im Vorwärts" ließ Genosse Eduard Bernstein auf dem Parteitage der deutschen Socialdemokratischen Partei in Bremen folgende Bemerkung fallen: Ich will nicht verschweigen, daß unter ihnen( den Polen) eine außerordentliche Mißstimmung herrschte, die fich zum Teil auch auf die deutsche Delegation mit übertrug, weil der Vertreterin einer kleinen Sektion Gelegenheit gegeben wurde, gegenüber der großen organisierten Partei ihre Stimme als gleichwertig in die Wagschale zu werfen." Wer mit den Verhältnissen vertraut ist, wird nicht im Zweifel darüber sein, daß mit der„ Vertreterin einer kleinen Sektion" die Genoffin Rosa Luxemburg gemeint war, die ja leider zur Zeit in einem deutschen Gefängnis. fißt und daher keine Gelegenheit hat, dem Genossen Bernstein zu antworten. Als Vorsitzender der polnischen Sektion, die auf dem Internationalen. Kongreß in Amsterdam die Socialdemokratische Partei Russisch- Polens und Littauens vertrat- und der auch die Genossin Luxemburg angehörte, erkläre ich demgegenüber folgendes: Die Durch Beschluß der Internationalen Kongresse hat die polnische Delegation zwei Stimmen im Plenum und im internationalen Bureau. Eine dieser Stimmen steht der Socialdemokratischen Partei Russisch- Polens zu und die„ Gleichwertigkeit" dieser Stimme ist somit durch die einzig kompetente Instanz anerkannt. genannte Partei war in Amsterdam durch sechs Delegierte vertreten, denen sich auch drei Vertreter der Partei„ Proletariat" anschlossen. Wenn die Polnische socialistische Partei" durch die große Zahl von Delegation bildeten, so ist dies jedenfalls kein Beweis, daß ihre 21 Delegierten vertreten war, die die zweite Sektion der polnischen Stimme gewichtiger sein muß. J. Karsti. " " Vom Genossen Liebknecht erhalten wir folgende Zuschrift: Zu der Riegerschen Erklärung vom 23. b. M. bemerke ich folgendes: In den von Rieger angegriffenen Auslassungen auf dem Parteitage hatte ich mich zu beschäftigen und habe ich mich beschäftigt ausDie Angelegenheit Leipziger Volkszeitung" gegen Südekum, schließlich mit derjenigen Spandauer Versammlung, in der der die man mit der bedauernden Preisgabe der gegen Südekum ge- Antrag 110 beschlossen wurde. Eine Nachwahl zur Zweiteu Kammer fand am Freitag im richteten Notiz durch die Redaktion der Leipziger Volkszeitung" Ich verweise auf den Bericht über diese Versammlung im„ Borzweiten Wahlkreise Stockholms statt. Gewählt wurde der von den erledigt glaubte, scheint wieder zu einer Aktion werden zu sollen. wärts" vom 16. August, wo es heißt: Liberalen aufgestellte und auch von socialdemokratischen Wählern Wir waren nicht sehr erbaut davon, daß man die Auslassungen der Antragsteller giebt eine kurze, aber eingehende Begründung, in unterstützte Kandidat Swen Palme mit 1109 Stimmen Leipziger Volkszeitung" gegen Südekum, die sich selber richteten, welcher er sich besonders auf die bekannten Ereignisse in unserm gegen 667 Stimmen, die auf den von den Konser zu einer Parteitags- Aktion gemacht hat. Doch nunmehr sollte es Parteileben und am politischen Himmel stützt, und sich in zuvativen aufgestellten Justizminister Berger fielen. Daß wahrhaftig genug sein. Statt dessen beginnt heute die Leipziger stimmendem Sinne zu den Ausführungen des Genossen Friedeberg die Konservativen dem als liberal geltenden Justizminister Volkszeitung", die gestern schon der Sächsischen Arbeiterzeitung" äußert, der„ Wirrnis"-Artikel des Vorwärs" stelle eine recht klägliche die Kandidatur übertrugen, geschah, um auf seinen Namen vorhielt, was Parvus einst geschrieben, und den sie rügenden Partei- Antwort auf die Friedebergschen Argumente dar, der Ton, in dem alle Stimmen für Einführung des Proportionalsystems bei blättern noch weiter mit Citaten drohte, im Leitartikel eine um- dieser Artikel gehalten, sei im höchsten Maße unpassend und täusche der Wahlrechtsreform zu sammeln. Da das Proportionalsystem, fängliche Erörterung über Recht und Unrecht in der Angelegenheit. durchaus nicht über die innere Schwäche der von seinem Verfasser einseitig für die zweite Kammer eingeführt, eine Vergrößerung des Die Berechtigung zu der Erörterung Teitet sie aus dem Umstande eingenommenen Position hinweg. Nach kurzer Diskussion werden bestehenden Wahlunrechts bedeuten würde, wird es bekanntlich von her, daß 116 Parteitags- Delegierte, trotz der Zurückziehung der beide Teile des Antrages( der eine Teil handelte von der unsern Parteigenossen abgelehnt. Der Ausgang der Wahl kann als Notiz gegen Südekum, eine gegen die Leipziger Volkszeitung" Maifeier) cinstimmig angenommen." eine Niederlage für den Regierungsentwurf zur Wahlrechtsreform gerichtete Erklärung zu Protokoll gegeben haben. Antragsteller war Rieger, der um so weniger die Richtigkeit angesehen werden. dieses Berichts anzweifeln wird, als der Verfasser des Berichts kein andrer war als Rieger selbst. Mit dem Verschlucken Friedebergs hat es also seine Richtigkeit. Auf den überflüssigen Entrüstungsversuch, den Rieger in Bezug auf die öffentliche Versammlung vom 31. August unternimmt, näher einzugehen, bringe ich um so weniger ums Herz, als diese VerRußland. Sodann erörtert sie eine Frage von principieller Bedeutung", die Frage nämlich, ob der Parteitag ein Recht hatte, die Leipziger Volkszeitung" vor sein Forum zu ziehen. Das bestreitet sie, indem sie schreibt: Dr. Karl Liebknecht. Auf der Suche nach der revolutionären Hydra. Die stra" bringt in ihrer letzten Nummer die Meldung von " Der Parteitag ist souverän als demokratische Behörde, aber einem Vorfall, der sogar unter den politischen Verhältnissen des nicht als absoluter Despotismus oder gar als orientalisches Sultanat. Knutenreiches als ungeheuerlich erscheinen muß. In den Zeltlagern mit andern Worten: Er kann der Partei die Geseze geben, die er sammlung auf dem Parteitag mit keiner Silbe erwähnt worden ist bei Kijew wurden die Mannschaften eines ganzen Armeecorps, alle für richtig hält, aber so lange er diese Gesetze nicht ändert, ist er und zu einem eigenartigen Ergebnis geführt hat: einer Resolution, ausnahmslos und Mann für Mann, einer Massendurchsuchung von ebenso an sie gebunden, wie jede Partei- Instanz und jedes Partei- die für die Friedebergschen Anschauungen eine platonische Zustimmung der vorgesetzten Militärbehörde unterzogen. Nachdem letztere in mitglied. Diese Auffassung ist sogar vom absoluten Despotismus, und eine praktische Absage bedeutet. Erfahrung gebracht hatte, daß unter den Soldaten in jüngster Zeit so oft er auch praktisch durch seine Kabinettsjustiz dagegen verstoßen Berlin, den 26. September 1904. socialistische Flugblätter und Broschüren verbreitet werden, begannen hat, theoretisch anerkannt worden; es war eine Lieblingsredensart bald Durchsuchungen, zuerst in einzelnen Compagnien und Bataillonen. des alten Friß, der auch alleiniger Gesetzgeber im preußischen Staate Als jedoch diese edlen Anstrengungen der betreffenden war: Wo die Geseze sprechen, da hat der Souverän zu schweigen. Abteilungschefs im Polizei- und Spigeldienst erfolglos blieben, Nur orientalische Sultane stellen auch grundsätzlich ihre souveräne beschloß das Corpskommando, resolut und tapfer, wie es Laune über das bestehende Gesez. Wir sind weit entfernt, den Enteine hohe russische Militärbehörde, fern Der Lehrling während des Streits. bom Schlacht rüstungs- Antragstellern die Absicht zu unterschieben, daß sie die selde immer ist, mit einem einzigen genialen Streich der Parteiverfassung auf den Rang eines orientalischen Sultanats Unfre Herren Jnnungsmeister lieben es, von einer verringerten revolutionären Hydra alle ihre Köpfe abzuschlagen. Das Corps herabdrücken wollen. Aber dann müssen sie wohl der Ansicht sein, Leistungsfähigkeit der Gesellen gegen früher zu schwätzen, ohne zu wurde„ mobilisiert", eine Mobilisierung, die wohl einzig und allein daß, solange der Parteitag berate, Standrecht in der Partei herrsche überlegen, ob wenn die Sache richtig wäre- sie nicht selbst als in der Kriegsgeschichte dasteht und schon deshalb verdient, näher be- und jeder Angeklagte ohne Gehör und Verteidigung niedergeknallt die Erzieher der künftigen Gesellengeneration der Hauptvorivurf schrieben zu werden. Am 7. August alten Stils( 20. August) wurde werden könne. treffen würde. Wenn bei der heutigen Form der Lehrlings Gewerkschaftliches. -U tein Wunder. fannt. Arbeiter und Arbeiterinnen 1902 in Kraft. Ausbildung die Kenntnis des Handwerks und die Gewandtheit über 30 M. oder drei Tage Haft erhalten, weil er, wie es in dem spätestens am 1. August die Kündigung erfolgt. Bei Verfehlungen bes der Arbeiter gegen früher fich wirklich vermindern würde, es wäre amtlichen Schriftstück heißt, berkehrshindernd als Streit Maurers gegen diese Arbeitsbedingungen verpflichten sich die Maurer posten gestanden" haben soll. Wer, abgesehen von dem als verbände, dem betreffenden Maurer keinerlei materielle und moralische Der Lehrling wird jetzt vom Innungsmeister nicht zum Zwede Beugen genannten Schutzmann, sich in seinem Verkehr behindert Unterstügung zu teil werden zu lassen. Ebenso verpflichtet sich der Arbeit feiner Ausbildung eingestellt, sondern als die billige Arbeitskraft; gefühlt hat, wird nicht angegeben. Die Organisation wird selbst- geberverband, solchen Arbeitgebern, welche trotz des Schiedsspruchs er erhält keine regelrechte Ausbildung in dem Fache, in dem er sich verständlich in diesem wie in allen ähnlichen Fällen für richterliche des Einigungsamtes vertragsbrüchig bleiben, keinerlei Unterſtügung Entscheidung Sorge tragen. Im übrigen bewies auch die gestrige angedeihen zu lassen. einst ernähren soll, sondern man verlangt von ihm von vornherein Streifversammlung wiederum, daß die Streikenden einmütig ent- Bis zum 31. März 1905 tritt der Arbeitsvertrag vom 12. Auguft eine quantitativ möglichst große Arbeitsleistung in qualitativ gering- schlossen sind, ihre Forderungen aufrecht zu erhalten. wertigeren Arbeiten und überläßt es seiner Intelligenz und seinem So weit einige der wichtigsten Einzelheiten des Vortrages. Der Geschick, sich die Herstellung befferer Arbeiten gelegentlich abzugucken. Der Streit der Luguspapier- Arbeiter und Arbeiterinnen dauert Friede ist damit auf Jahre hinaus gesichert, aber auch sehr teuer Er ist reines Ausbeutungsobjekt und wegen seiner Jugend und Un- fort und wird wahrscheinlich heute und in den nächsten Tagen in- erkämpft. Ein bürgerliches Blatt in Königsberg weiß zu melden, daß erfahrenheit ebenso sehr wie wegen seiner eigentümlichen rechtlichen folge Verweigerung von Streitarbeit einen noch größeren Umfang allein an Streit- Unterstützungen von den beiden Stellung den Ausbeutergelüften des Meisters weit schußloser preis- annehmen. Bei den Verhandlungen, die vorgestern abend mit der Verbänden 150 000 Mart gezahlt worden sind. Wie aus der Mitte der Streikenden gewählten Kommission gepflogen die Maurer erklären, haben sie darüber noch keine genaue Aufstellung gegeben als die Gesellen, denen außerdem ja die Organisation zur wurden, haben die Fabrikanten Vorschläge gemacht, von denen vor- gemacht, doch dürfte die Summe ungefähr stimmen. Der Verein zur Seite steht. auszusehen war, daß sie auf keinen Fall von den Streifenden an- Wahrung der Interessen der Maurer hat allein 38 000 M. für StreifSeine schlimmste Zeit aber hat der Lehrling, wenn im Falle genommen werden würden. Wie ein Vertreter der Kom- Unterstützung ausgegeben. Zu diesen gewaltigen Summen kommen eines Streits der Meister mit einem oder mehreren Lehrlingen erst mission gestern nachmittag in der sehr zahlreich besuchten noch die Strafen, Gerichts- und Verteidigungskosten, die auch recht der Gesellen Arbeit fertigzustellen sucht. Fälle, in denen Lehrlinge Versammlung der Streifenden berichtete, haben die Fabri- beträchtlich sind, da ja die Gerichte sich monatelang mit Streifaus solchem Anlaß in unmenschlich langer Arbeitszeit weit über ihre fanten es abgelehnt, bestimmte bestimmte Minimallöhne prozessen beschäftigt haben. Auch schweben noch eine ganze Anzahl Kräfte in Anspruch genommen werden, find jedem Arbeiter be- für Präger und Prägerinnen anzuerkennen, Prozesse. Auch der Streik der Bauhilfsarbeiter hat eine gewaltige aber erklärt, daß Neigung bei ihnen bor Summe verschlungen. Leider haben diese nicht die Abschließung eines So erging es auch einem Lehrling des Bäckermeisters Ditt handen fei, die Stundenlöhne nach den Accord Vertrages erreichen können. einzelnen berdiensten der mann in Friedrichsberg. Bis zum Ausbruch des Bäcker- zu berechnen. Für Nachtarbeit wollten fie 10 Proz. Aufschlag bes Der Streit im Tischlergewerbe zu Bremen ist beendet. Vertreter streiks war außer diesem Lehrling noch ein Geselle beschäftigt, der willigen; wo in zwei Schichten gearbeitet wird, sollten jedoch die der Meister und Gesellen haben eine Vereinbarung mit einander aber beim Streik am 10. Mai d. J. die Arbeit niederlegte. Nun letzten Stunden der Arbeitszeit nicht als Nachtarbeit gelten. Für getroffen, wonach jedem Durchschnittsarbeiter ein Durchschnittslohn begann für den armen Knaben eine wahre Leidenszeit. Ein neuer Ueberstunden wollten sie den männlichen Arbeitern 15 Pf, den weib- von 48 Pf. pro Stunde gezahlt werden soll. Der jetzige Lohn wird Geselle kam nicht und mußte der Lehrling die Arbeit mit dem lichen 8 Pf. Zuschlag bewilligen. Für die Buchbinder wollten sie jedem Arbeiter sofort um 3 Pf. pro Stunde und am 1. Juli 1905 Meister allein machen. Die Arbeitszeit dauerte täglich von abends 9 ebenfalls eine Minimallöhne anerkennen; den gelernten wieder um 3 Pf. erhöht. Für Ueberstunden werden bis 8 Uhr 12 Pf. und nach 8 Uhr und Sonntags 20 Pf. pro Stunde bis mittags 1-1 Uhr also 15 und 16 Stunden. Fielen dem Buchbindern versprechen sie jedoch eine„ Gehaltserhöhung" von Der Lohn muß nach Schluß der ArbeitsDen übrigen zeit sofort ausbezahlt extra bergütet. Lehrling des Nachts vor Müdigkeit die Augen zu, so schlug der fünfzig Pfennig bis zu einer Mart. werden; Wartezeit über eine halbe Arbeitern und Arbeiterinnen und Arbeiterinnen wurden keinerlei Zugeständnisse Stunde wird als Ueberstunde bezahlt. Bei Arbeiten außerhalb der Meister mit einem etwa 3 Centimeter dicken Langholz blindlings gemacht. In der Versammlung Sprachen fich auf den Knaben ein. Wollte der Lehrling nach Hause schreiben, Diskussionsredner gegen Annahme dieser Vorschläge aus. jämtliche Stadtgrenze werden 20 Pf. pro Tag vergütet, bei Arbeiten nach so diftierte der Meister den Brief. Andre Briefe wurden von ihm stimmig wurde folgende Resolution angenommen: „ Die Ver- außerhalb, wo Kost und Logis außer dem Hause genommen werden Konfisziert. fammlung der Streifenden nimmt Kenntnis von den gestern müssen, 2,50 M. dafür gezahlt. Maschinenarbeiter erhalten dasselbe Ein Brief, den der Lehrling vor einem Vierteljahre von Hause gepflogenen Verhandlungen und den winzigen Zugeständnissen der wie die Tischler, sobald sie nachweislich drei Jahre an Accordarbeit ist zulässig, jedoch erhielt, wurde von Dittmann kurzerhand zerrissen. Eine Mart, die Fabrikanten. Da die Ergebnisse der Verhandlungen für die Buch- Maschine gearbeitet haben. unter Zugrundelegung eines gemeinschaftlich ausgearbeiteten der Lehrling besessen hat, nahm ihm Dittmann weg, um sich für feine Zugeständnisse gemacht wurden, bedauert die Versammlung. Tarifs. In der Versammlung der Meister, in der die Kommission und einen verdorbenen die Herren gösterman it lore zu halten. Damit der Junge nicht fortlaufen sollte, verschloß der gesichts dieses Umstandes sind die Streifenden nicht in der Lage, die Rahardt- Berlin als Scharfmacher. Sie schlugen den TischlerArbeit aufnehmen zu können. Sie verpflichten sich deshalb, den Streit meistern vor, mit der Aufnahme der Arbeit solange zu warten, bis Die fortgesetzten unmenschlichen Mihhandlungen wurden von so lange fortzuführen, bis annehmbare Anerbietungen gemacht werden. auch der Konflikt im Maurer- und Zimmerergewerbe aus der Welt mehreren Hausbewohnern beobachtet, die dann endlich bei der Polizei Die Bersammlung richtet nochmals an die arbeitenden Kollegen und geschafft sei. Die Bremer Tischlermeister bedankten sich jedoch dafür, den Bauprogen die Kastanien aus dem Feuer zu holen und beAnzeige erstatteten. Der Lehrling wurde nun ärztlich untersucht und Kolleginnen das dringende Ersuchen, jedwede Streitarbeit zu ver- schlossen, die Arbeit sofort nach Anerkennung des Vertrags durch die fanden sich Beulen am Auge, auf dem Rücken und auf den Armen weigern und nötigenfalls die Arbeit ebenfalls niederzulegen." Gesellen aufzunehmen. Die Gesellen erklärten sich darauf mit etwa blaue Flecken; besonders der rechte Unterarm war start geschwollen. Der Vorsitzende gab noch bekannt, daß von der nächsten Woche ab 400 gegen 15 Stimmen für den Vertrag und für Aufnahme der Dem sauberen Lehrmeister wurde der Lehrling nun entzogen und Organisation auch für eine weit größere Ausdehnung des Streits Dem fauberen Lehrmeister wurde der Lehrling nun entzogen und eine Erhöhung der Streitunterstützung erfolgt, und erklärte, daß die 400 gegen 15 Stimmen für den Vertrag und für Aufnahme der derselbe in Neu- Weißensee untergebracht. Gewöhnlich dringt durchaus gerüstet ist. Ferner wurde in der Versammlung das Die Harmoniumarbeiter der Harmoniumfabrit von Hofberg in über solche Brutalitäten kein Sterbenswörtchen an die Deffentlichkeit Vorgehen der Polizeiorgane gegen die Streifpoften kritisiert und der Leipzig- Kleinzschocher haben die Arbeit niedergelegt, weil ihnen eine und oft erfährt dies auch die Organisation nicht. Und die Innungs- stürmische Beifall, der dem betreffenden Redner gespendet wurde, fleine Aufbesserung ihrer geringen Löhne verweigert wurde. meister verkünden weiter mit frommem Augenaufschlag: Bei uns ge- bewies, daß manche der Streifenden recht üble Erfahrungen in dieser hören Lehrling und Gesellen mit zur Familie! Hinsicht gemacht haben müssen. Uebrigens wurde auch wiederum ein Fall erwähnt, wo ein am Streit ganz Unbeteiligter den Be lästigungen durch die Polizei ausgesetzt war. Meister die Sonntagssachen. Berlin und amgegend. Die Lifte der bewilligten Bäckereien erscheint am kommenden Sonntag( 2. Oktober) im Vorwärts". Wir bitten die Arbeiterschaft, in Freundes- und Bekanntenkreisen aum beborstehenden Umzug schon jetzt auf dieselbe hinzuweisen. Der Vorstand des deutschen Bäckerverbandes ( Mitgliedschaft Berlin.) Einbinder kaum nennenswerte sind, für die Arbeiterinnen jedoch gar Der Berliner Bäckerstreit hat der Organisation 30 013,94 m. gekostet. 17 985,20 m. davon leistete die Hauptkasse des Verbandes, 4426,57 M. betrug der Bestand der Berliner Lokaltasse und fast ebenjobiel( 4118 m.) brachten während des Streits die zu den neuen Bedingungen arbeitenden Bäder auf. Unter den Ausgaben bildet naturgemäß die für Streitunterstützung den größten Posten, nämlich 15 372 M. Grhebliche Summen wurden dann bei der eigentümlichen Art des Kampfes noch für Inserate und Druckkosten ausgegeben. betrugen 6350,25 M., die Druckkosten 5339,50 M. Das Kampfes außer den -G Deutfches Reich. Arbeit. Eingegangene Druckfchriften. Weltall und Menschheit. Geschichte der Erforschung der Natur und der Verwertung der Naturkräfte im Dienste der Menschheit von Hans Krämer. Lieferung 64 bis 68. Preis pro Lieferung 60 Pf. Berlin 1901, Deutsches Verlagshaus Bong u. Co. dem Norwegischen übersekt von Ihra Bentsen. Berlin 1904, Bruno Das Weib vom Manne erschaffen. Bekenntnisse einer Frau. Aus Cassirer, Berlag, Derfflingerstr. 16. Ludwig Frank. Bricfe aus Amsterdam. Offenburg 1904. Drud und Verlag von Adolf Ged. Regierung und Katholizismus. Die Tarifberatungen im Bautischlergewerbe. Seit über anderthalb Die Insertionskosten before it, or be orgenen Vorteilen, Letzte Nachrichten und Depefchen. Jahren führen die Berliner Bautischler einen unaufhörlichen Kleinfrieg, um ihrem Nettotarif allgemeine Anerkennung zu verschaffen. wie namentlich der Beseitigung des Kost- und Logiswesens in Durch Werkstättenstreits und Verhandlungen mit den einzelnen größerem Umfange, besonders auch eine starte Zunahme der Organisation, Berlin, 27. September.( B. H.) Wegen des katholischen Arbeitgebern ist es ihnen gelungen, den Tarif in einer großen die für die Zukunft der Bäckerbewegung das beste verheißt. Religionsunterrichts an der höheren Töchterschule in Gumbinnen ist Anzahl von Betrieben, jedoch noch nicht in allen Betrieben, es zu einem Konflikt zwischen der dortigen Stadtgemeinde und der durchzuführen. Im Laufe dieses Jahres ist es nun auf Anregung Die katholische Gemeinde forderte die AnZwischen den Maurern und dem Arbeitgeber- Verbande in Königs- Regierung gekommen. einiger Bautischlermeister zu Verhandlungen zwischen den Vertretern berg ist es nun zum endgültigen Frieden gekommen. Es ist auf stellung ihres Geistlichen als einer bezahlten Lehrkraft für die Erder Meister- und der Gehilfenorganisation gekommen, um eine all- vier Jahre ein Vertrag abgeschlossen, dem wir teilung des katholischen Religionsunterrichts an der erwähnten gemeine und für einen bestimmten Beitraum geltende Tarifgemein- folgendes entnehmen: Schule, worüber schon seit längerer Zeit Verhandlungen schweben. fchaft für das Bautischler- Gewerbe an stande zu bringen. Das ist Der Einheitslohn für Maurergesellen, soweit es sich nicht um Die Zahl der katholischen Schülerinnen ist sehr gering. Die Regieallerdings bei der großen Verschiedenheit der Art und Güte, wie die einzelnen Arbeiten verlangt werden, keine leichte Aufgabe, jedoch Junggesellen oder um solche handelt, welche durch Alter, Unfall oder rung drang aber trotzdem auf Anstellung der Lehrkraft und drohte Invalidität minder leistungsfähig geworden sind, wird auf Grund im Auftrag des Kultusministeriums für den Fall der Ablehnung feine unmögliche, wie unter anderm die Thatsache beweist, daß in Hannover ein solcher Tarif sowohl für Bau- als gegenseitiger Vereinbarung vom 1. April 1905 bis 31. März 1909 durch die Stadtverordneten die höhere Töchterschule ganz zu auf 55 Pf. für die Arbeitsstunde festgesetzt. Der Lohnsatz für Jung- schließen und nach der Aufhebung eine Kürzung des Staatsauch für Möbeltischlerarbeiten bereits eingeführt worden ist. Am Montag fand im Gewerkschaftshause eine zahlreich besuchte Branchen- pro Arbeitsstunde betragen. Accord arbeiten sollen mög- verordneten- Versammlung hat jetzt jedoch die Anstellung der ge Montag fand im Gewerkschaftshause eine zahlreich besuchte Branchen- gesellen soll im ersten Jahre 40 Pf., im zweiten Gesellenjahre 50 Pf. zuschusses für die Volksschule in Erwägung zu ziehen. Die Stadt versammlung der Bautischler statt, in der Maaß über den Stand lichst vermieden werden. Doch ist für event. vorkommende Arbeiten forderten Lehrkraft fast einstimmig abgelehnt. der Tarifberatung berichtete. Es haben bis jetzt schon fünf ein besonderer Tarif aufgestellt worden. Arbeitgebern und Arbeitern Sigungen stattgefunden, doch ist man noch nicht weiter als zur steht es frei, das Arbeitsverhältnis zu jeder Stunde ohne vorherige Neuer Protest in der Lippeschen Erbfolgefache. Einigung über zwei Pofitionen des Tarifs gekommen. Die eine Bückeburg, 27. September.( W. T. B.) Wie hier zuverlässig Position wurde so anerkannt, wie sie im Nettotarifentwurf der Ge- Kündigung und ohne Angabe von Gründen aufzuheben. Die normale Arbeitszeit beträgt 10 Stunden und zwar in der berlautet, wird gegen die Uebernahme der Regentschaft in Lippe Meister entsprechend eine andre Art der Berechnung gutgeheißen. Der Stunden Bause, soweit Wetter, Temperatur und Licht diese Arbeits- Protest beim Bundesrat und den zuständigen Stellen im Fürstentum hilfen steht, bei der andern Position wurde den Vorschlägen der Regel von morgens 6 Uhr bis abends 6 Uhr mit zusammen zwei feitens des Grafen Leopold zur Lippe nach Beisetzung des Grafbon der Redner machte darauf aufmerksam, daß, wenn mit den Meistern zeit gestatten. verhandelt werde, man nicht erwarten könne, daß nun jeder einzelne Punkt des Nettotarifs ganz genau so angenommen werde, wie Bedingungen, auf welche die Arbeiter offenbar mur um des lieben Der Vertrag enthält allerdings auch eine Reihe sehr bedenklicher Rippe eingelegt werden. Auflösung der griechischen Kammer. die Gehilfen es verlangten. Man müsse fich deshalb mit Rüdsicht darauf, daß etwas Dauerndes und allgemein Geltendes Friedens willen eingegangen find. Athen, 27. September.( W. T. B.) Es wurde eine Verfügung geschaffen werde, mit fleinen Abweichungen einverstanden erklären. andren Gesellen, gleichviel ob Mitglied des Verbandes oder nicht, ob angeordnet wird der ehemalige Unterrichtsminister Stais, der den Kein Arbeiter darf sich aus irgend einem Grunde weigern, mit des Königs bekannt gegeben, durch welche die Auflösung der Kammer In der Diskussion sprachen sich mehrere Redner gegen jedes Bus geständnis an die Meister aus. Die Versammlung nahm jedoch mit organisiert oder nicht organisiert, ob Inländer oder Ausländer, zu- Deputierten Hadjipetr und Hadjipetros im Duell tötete, hat sich der sammen zu arbeiten. Finden in dieser Richtung öffentliche or Gerichtsbehörde gestellt. großer Mehrheit folgende Resolution an: Verrufserklärungen, geheime Boykottierungen, Bausperren 2c. " In Erwägung der immerwährenden Unruhen in den einzelnen statt, so wird eine derartige Handlung als VertragsPatentierte Stacheldrahtzaun- Zerschneidungsmaschine. Betrieben ist es notwendig, den ernsten Versuch zu machen, eine Tarifgemeinschaft zu stande zu bringen. Deshalb beauftragen wir stelle ist untersagt. Auf keiner der in Königsberg und eine Maschine zur Durchschneidung der Stacheldrahtzäune erfunden bruch angesehen. Jedes Agitieren auf der Bau- Rom, 27. September.( B. S.) Ein italienischer Oberst will die von den Bautischlern ernannte Kommission, alles daran zu setzen, imgegend befindlichen Bauten oder Arbeitsstellen dürfen Maurer haben, welche es einigen Soldaten ermöglicht, in wenigen Minuten um auf dem Boden des von den Bautischlern vorgelegten Nettotarif- Entwurfes mit möglichst wenig Abweichungen weiter zu ver- gleich, ob der Arbeitgeber dem Arbeitgeberverbande angehört oder Erfindung sowohl der russischen als auch der japanischen Regierung tarif- Entwurfes mit möglichst wenig Abweichungen weiter zu ver- zu ungünstigeren Bedingungen arbeiten oder beschäftigt werden, ganz Tausende von Drähten zu durchschneiden. Der Oberst hat seine nicht. Sollte trotzdem dieser Fall eintreten, so ist die Kommission angeboten. zur Untersuchung des Falles einzuberufen. Kommt in der Kommiffion feine Einigung zu stande, so ist eine Entscheidung des Die russische Schwarze Meer- Flotte. Einigungsamtes herbeizuführen. Wird in dieser Weise festgestellt, Konstantinapel, 27. September.( B. H.) Die russische Schwarze daß thatsächlich billiger gearbeitet worden ist, und gelingt es nicht, Meer- Flotte, bestehend aus 8 Panzerschiffen, 3 Kreuzern erster Klasse binnen acht Tagen nach Feststellung eines solchen Falles den Arbeit- und zahlreichen Torpedobooten, hat den Hafen von Sebastopol mit geber zur Zahlung der vertragsmäßigen Löhne und zur Innehaltung bersiegelter Order verlassen. Drei Dampfer einer russischen Handelsder Bedingungen dieses Arbeitsvertrages zu bewegen, so find die gesellschaft, Meteor"," Merkur" und" Jonina", mit Waffen und Arbeitgeber, falls die Gefellen, gleich viel ob sie organisiert find oder Kohlen für die Flotte an Bord, haben bereits am 25. September Der Streit der Glasschleifer, Polierer und Beleger. nicht, auf den fraglichen Arbeitsstellen zu ungünstigeren Arbeits- die Dardanellen passiert. In der gestrigen start besuchten Versammlung der Streifenden be- bedingungen weiter arbeiten, verpflichtet, die Löhne sämtlicher Jagdunfall. richtete No a d, daß wesentliche Veränderungen im Stande des Streits Maurergesellen um zwei Pfennige bezw. falls die nicht eingetreten seien. Nachdem die Arbeitgeber Verhandlungen vor Differenz eine größere als zwei Pfennige ist, um Dresden, 27. September.( W. T. B.) Herzog Heinrich Borwin dem Einigungsamt ablehnten, tönnten sie sich ja, wenn sie ohne so viel pro Stunde herabzusehen, als die frag- bon Mecklenburg- Schwerin ist gestern auf der Hühnerjagd beim Einigungsamt verhandeln wollten, an die Streifleitung wenden. lichen Gesellen unter dem Mindestlohn arbeiten. Fürsten Schönburg- Waldenburg durch einen Schrotschuß in beide Die Streifenden hätten, da sie ja ihre Friedensliebe schon fund- Vor Ablauf von acht Tagen nach der endgültigen Feststellung oder nie und in die rechte Hand verlegt worden. Der Herzog hat fich gegeben, teine Ursache, die Arbeitgeber um Verhandlungen zu Entscheidung durch die Kommission bezw. das Einigungsamt bürfen in das hiesige Johannstädter Krankenhaus begeben. Das Befinden ersuchen. Der Redner erwähnte ferner, daß die Kollegen der Bausperren, Aussperrungen oder Lohnherabsetzungen unter keiner ist zufriedenstellend, wenn auch der Patient einige Tage das Bett Streifenden allerorts darauf achten, daß keine Streitarbeit Bedingung verhängt werden. Der Lohn soll auch nur so lange hüten muß. gemacht wird. Von Dresden find kürzlich fünf Kisten mit Streit herabgesetzt werden dürfen, bis der den Anlaß gebende Arbeitgeber arbeit zurückgeschickt worden, ohne daß auch nur ein Handschlag wieder den Mindestlohn zahlt und die sonstigen Bedingungen des daran gemacht worden wäre. Ferner wurde mitgeteilt, daß am Arbeitsvertrages einhält. Donnerstag ein erheblicher Mietszuschuß an die Streifenden aus- Bur Schlichtung aller Streitigkeiten aus diesem Vertrage sowie gezahlt wird. Dauert der Streit noch bis zum 1. November, so zur Kontrolle darüber, daß diefer Vertrag von den beiden Parteien wird dann die ganze Mietssumme ersetzt. in allen Teilen aufrechterhalten wird und die Bestimmungen des Die Polizei fahndet noch immer mit großem Eifer nach Streit- felben eingehalten werden, wird eine Kommission aus sechs Mitposten. In der Großen Frankfurterstraße sollen am Montag gliedern des Arbeitgeberverbandes und sechs Mitgliedern des Gesellennicht weniger als sechs Streifende sistiert worden sein. Einer von verbandes gebildet. Wird der Vertrag bis zum 1. August 1908 nicht den zu Beginn des Streits Sistierten hat bereits ein Strafmandat I gekündigt, so gilt er immer auf ein weiteres Jahr verlängert, wenn nicht fall amtlich konstatiert. handeln." Die Zahl der Ausgesperrten in der Gelbmetall- Industrie ist jetzt von der Streifleitung festgestellt. Ausgesperrt find bis jetzt 2180 Personen; dazu kommen 760 Streifende und noch etwa 500 während der Bewegung aus den Betrieben ausgetretene Personen. Es sind somit rund 3500 Personen an der Bewegung beteiligt. Die Boger regen sich wieder. Shanghai, 27. September.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) Berichte aus dem Nordwesten von Schantung melden, daß die Borers offen Bettel verteilen, genau wie vor dem Ausbruch des Aufstandes im Jahre 1900, in denen sie als Zeitpunkt für die Vernichtung der Fremden den 17. Oktober festsetzen. Smyrna, 27. September.( B. H.) Hier wurde der fünfte BestBerantwo. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 228. 21. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 28. September 1904. Parteitag der deutschen Socialdemokraten in Oesterreich. Der Parteitag, der in Salzburg tagt, sette in einer Vorbesprechung am Sonntag folgende Tagesordnung fest: 1. Konstituierung des Parteitages: a) Wahl ees Präsidiums; b) Festsetzung der Geschäfts- und Tagesordnung; c) Wahl einer Mandatsprüfungskommission; 2. Berichte: a) der Parteivertretung. Berichterstatter: Staret; b) Kassenbericht. Berichterstatter: Ellenbogen; c) der Kontrolle; d) über die parlamentarische Thätigkeit. Eldersch. Berichterstatter: 8. Parteis und Wahlorganisation. Berichterstatter: Staret. 4. Lebensmittelverteuerung. 5. Parteipresse. Berichterstatter: Emmerling. 6. Wahl der Parteivertretung. 7. Verfassungsrevision. Berichterstatter: Adler. 8. Allgemeine Partei- Angelegenheiten. Ein Antrag, den Generalstreit auf die Tagesordnung zu setzen, wurde mit folgender Motivierung abgelehnt: " Hierzu haben die Stadtverordneten: Spinola, Schmeißer, lichen Arbeiterschutzes in der bisherigen Weise weiter zu bauen. Die Frenzel, styllmann, Loewel, Gericke, Baumann, Gundermann, deutsche Reichsregierung wendet der Thätigkeit des internationalen Scheiding und Reichnow den Antrag gestellt, die Vorlage einem Arbeitsamtes volle Aufmerksamkeit zu und zieht die Vorschläge desAusschuß von 15 Mitgliedern zur Vorberatung zu überweisen. felben in Erwägung. Die deutsche Reichsregierung ist der Ansicht, Im Laufe der Diskussion nahm für die socialdemokratische daß ein umfassender Arbeiterschuß sich nur wirksam erweisen kann, Fraktion der Stadtverordnete Vogtherr das Wort und führte aus: Dazu ist aber in erster Reihe erforderlich, die öffentliche Meinung zu wenn er durch Verträge zwischen den Industriestaaten geregelt ist. Meine Herren, meine Freunde und ich haben nicht das Be- gewinnen. Viel kann hierzu Ihre Vereinigung beitragen. dürfnis, uns an einem Aft der Verherrlichung lebender oder verUeber die Thätigkeit des internationalen Arbeitsamtes sprach storbener Fürsten in irgend welcher Form zu beteiligen. Das darauf der Generalsekretär des Amtes, Professor Dr. Bauer: Erbauen von Kirchen erachten wir ferner als die Aufgabe derEs ist die Aufgabe des internationalen Arbeitsamtes, erstens in jenigen allein, welche ein Bedürfnis haben, Kirchen zu besuchen. feinem Bulletin fortlaufend über die neuesten Atte der ArbeiterschutzInsbesondere mögen diejenigen, welche so pomphafte Bauten Gesetzgebung in der errichten wollen, nicht an die Wohlthätigkeit andrer apellieren. zweitens die Auskunft über Fragen der geltenden Gesetzganzen Welt Bericht zu erstatten und Ein für alle Mal bestreiten wir wie dem Staat, so auch der gebung zu erteilen. Kommune das Recht, zu solchen privaten Zwecken Gelder aus all- hebungen und die Ausarbeitung der Denkschriften, die dem Amte Dazu kommt die Vornahme jener Gr gemeinen öffentlichen Mitteln zu verwenden. Aus diesen Gründen werden wir die Magistratsvorlage ab- aufgetragen werden. Das Amt ist ein unparteiifches wissenschaftliches Institut, es ist kein Parteisekretariat.. Dies muß man lehnen und da wir keine Veranlassung haben, hinter verschlossenen allen wiederholen, denen es zu wenig Parteicharakter zu tragen Thüren zu sprechen, auch den Antrag auf Verweisung im Ausschuß." scheint. Daß die Fortschritte in der Technik des Arbeiterschutzes so diese Bemerkung: Der stenographische Bericht enthält am Schluß der Diskussion wenig nach Parteikommando zu fördern sind wie der des Brückenbaues, scheint noch nicht von allen Seiten genügend erkannt zu Eine Diskussion über den Generalstreit ist nicht dringend, ( Die erste Beratung wird geschlossen. Der Antrag auf Ausschuß- werden. Wir dürfen aber hoffen, daß durch offene Aussprache über weil die österreichische Arbeiterschaft klar darüber ist, daß der beratung wird abgelehnt. Die zweite Beratung wird eröffnet und unsre Amtsthätigkeit Mißtrauen und Vorurteile einer besseren EinZiele eine Utopie ist, daß aber der politische Massenstreit ein Mirbachsche Behauptung, die socialdemokratische Fraktion hätte durch zeichnen 570 Gefeße, Verordnungen ze. von 93 Staaten. Wir haben Generalftreit als Auheilmittel zur Durchführung unsrer legten geschlossen. Der Antrag des Magistrats wird abgelehnt.) Auch die sicht weichen werden. Das Bulletin des Amtes hat den in Ausficht genommenen Umfang immer mehr überschritten. Wir verunter gewissen Umständen brauchbares und wirksames Mittel der ihre Ablehnung die Bewilligung des Zuschusses hintertrieben, regelmäßig 242 Zeitschriften durchsucht, Aktion ist, auf das das Proletariat nicht verzichten kann und das ist obgleich das eine sehr erwünschte Folge der social- verschiedenen Berufsstände an die Gesetzgebung kennen zu lernen. um die Wünsche der es sich vorbehält, und weil schließlich der Amsterdamer Rongreß demokratischen Haltung gewesen wäre falsch, weil außer Unfre Korrespondenz belief sich auf rund 4000 Nummern. eine durchaus bestimmte und sachgemäße Resolution in dieser den Antragstellern auf Ausschußberatung das ergiebt sich aus Frage beschlossen hat. Dagegen wird ein Antrag Winarstys angenommen, daß der den Reden der Wortführer der einzelnen Gruppen alles einig Generalstreit auf dem nächsten Gesamtparteitag berhandelt werden soll. war in der Ablehnung des Magistratsantrages. Von der Eröffnungssigung liegt vorläufig nur der Bericht über die Wenn der übrige Inhalt der Rechtfertigungsschrift ebenso gut Begrüßungsansprachen vor. Für die deutsche socialdemokratische fundiert ist, wie die Mitteilung über die Unterredung mit Singer, Partei ist Bollmar anwesend. Er sagte: dann wird Herr v. Mirbach keine Lorbeeren aus seiner Flucht in die Mir wurde die ehrenvolle Aufgabe zu teil, Ihren Parteitag im vertrauliche Deffentlichkeit" nach Hause tragen. Unfre attenmäßige Namen der Socialdemokraten Deutschlands zu begrüßen. Wir nennen uns international, weil unsre Kampsbedingungen die- Feststellung zeigt klar und deutlich, daß Herr v. Mirbach die Thatfelben, sachen auf den Kopf gestellt hat. weil wir überall in gleicher Weise unterdrückt find. Daraus ergiebt sich von selbst die Interessen- und Aber nicht nur der Freiherr, sondern auch die„ StaatsbürgerKampfgemeinschaft. Das ist auch der Grund, weshalb wir von Beitung" haben der Phantafie einen weiten Spielraum gelassen. jeher gegenseitig unfre Fortschritte beobachtet haben, um aus den Lettere bei der Schilderung der Art und Weise wie Herr v. Mirbach Erfahrungen der Bruderparteien zu lernen. Ist das schon bei allen von Singer empfangen und behandelt worden ist. socialdemokratischen Parteien, so ist die Verbindung erst recht innig Nach der Staatsbürger- Zeitung" soll sich die Sache in folgender mit der österreichischen Socialdemokratie. Wir haben gemeinsamen Weise abgespielt haben: Ursprung und gemeinsamen Ausgangspunkt, und wenn wir auch durch die Politik der Herrschenden getrennt sind, so sind wir doch ein Volt in Sitten und Sprache, in Denken und Handeln; besonders wir Bayern sind Ihnen nahe durch die Bande des Blutes verbunden. Wenn es richtig ist, daß Sie noch Hindernisse zu überwinden haben, die für uns nicht mehr vorhanden sind, so fann gelegentlich auch Deutschland einmal hinter Euch sein. Während ich frei zu Ihnen spreche, haben wir die Schmach erlebt, daß Ihr Pernerstorfer, während er gehofft, in Deutschland frei atmen zu fönnen, bald den preußischen Maultorb zu fühlen bekommen hätte. Wenn darum unser Freund Schumeier in Bremen gemeint hat, er blicke mit Neid auf unsre Verhältnisse, so sage ich, er ist nicht sehr kritisch in der Beurteilung unsrer deutschen Verhältnisse. " Die Zahl der Korrespondenten der Vereinigung beträgt gegenwärtig, mit Einschluß Bulgariens, 89 und erstreckt sich auf 20 Staaten. Auch hier waren wir bemüht, neue Kräfte anzuwerben. Wir hoffen, in Portugal und in Central- und Südamerika, wo uns Verbindungen dung hegen, daß unsre Institution zu fest begründet ist, als daß noch fehlen, solche zu erwerben. Sie werden hoffentlich die Empfin die finanziellen Schwierigkeiten ihr zum Vorwurf gereichen sollten, die ihren Kraftanstrengungen folgten. In seinen Anträgen wünscht das Bureau, es mögen die Vertreter aller Länder ihren Regierungen, in deren Arbeiterschutz- Interesse das Amt so intensive Vorarbeit liefert, die Notwendigkeit stärkerer finanzieller Unterstügung tarlegen. Dann kann das Amt wieder sorgenfreier fich neuen Aufgaben unterwerfen.( Lebhafter Beifall.) " Ueber die fachlichen Verhandlungen, die sich mit den Gefahren der gewerblichen Gifte und der Nachtarbeit der Frauen beschäftigte, geht aus dem Bericht nur hervor, daß das internationale Arbeits" Zunächst hat Singer die Aufforderung abgelehnt, den Hof- amt zu dem Resultat gekommen fei: meister zu besuchen mit der Bemerfung, er möge, wenn er etwas Die Verwendung von Bleiweiß und weißem von ihm wolle, zu ihm kommen, der Weg sei nicht länger als Phosphor, sowie die Nachtarbeit der Frauen der erstere. Als sich dann Freiherr v. Mirbach zu Singer nach in industriellen Betrieben sei gesetzlich zu ver= dem Reichstag begab, empfing dieser ihn im Restaurant am social- bieten. demokratischen Fraktionstische, hörte ihn gnädig an und gab dann in höhnischen Worten seinem Erstaunen über den Besuch und das Anfinnen" des Herrn Oberhofmeisters laut lachend Ausdruck." Richtig ist, daß Singer auf die telegraphische Aufforderung, auf das Hofmarschallamt der Kaiserin zu kommen, allerdings nicht mit den Worten der Staatsbürger- Zeitung"- das beigelegte Formular zu der Antwort benutzte: er wisse nicht, was für ihn auf dem Hofmarschallamt zu erledigen sei. " Aus Induftrie und Handel. Kartoffeln und Futtermittel. Das Statistische Amt veröffentlicht die amtlichen Ermittelungen über den Stand der Kartoffeln, der Luzerne, des Klees und der Wiesen in Deutschland um die Mitte des laufenden Monats. Die Zusammenstellung zeigt, daß der Stand Unfre Parteitage sind im Laufe der letzten Jahre lebhafter geweit ungünstiger ist, als in den letzten drei Jahren und im Durchworden. Das scheint mir sehr natürlich. Mit der Ausdehnung des schnitt des ganzen letzten Jahrzehnts, wie die nachfolgende Tabelle Einflusses der Socialdemokratie sind naturgemäß mehr neue Auf- Als darauf wiederum telegraphisch die Anfrage einlief, wann beweist( Nr. 1 bedeutet sehr gut, Nr. 2 gut, Nr. 3 mittel( durchgaben in unsren Gesichtskreis gekommen. Daraus resultieren not und wo Ginger zu sprechen sei, erfolgte die Angabe der Sprechschnittlich), Nr. 4 gering, Nr. 5 sehr gering): wendig Meinungstämpfe und wir werden noch viel zu thun haben, stunde mit dem Anheimgebenfalls die Morgenstunde zu früh sei Kartoffeln Klee Luzerne Wiesen ehe wir zur vollen Klarheit gelangen. Wollen wir aber niemals vergessen, daß alle Meinungstämpfe fein andres Ziel haben, als wie die Unterredung im Reichstag stattfinden zu lassen. man am besten der Sache dienen kann. In diesem Sinne begrüße und aus dieser Thatsache ergiebt sich, daß die Scene im„ ReichstagsDarauf fam Herr v. Mirbach zu Singer in dessen Wohnung ich Sie.( Lebhafter Beifall.) Restaurant am socialdemokratischen Fraktionstisch" freie Erfindung Wahrheitsliebe. der Staatsbürger- Beitung" iſt. Freiherrn v. Mirbachs Wahrheitsliebe. Die Staatsbürger- Zeitung" bespricht in ihrer Nummer vom 21. September d. J. die Rechtfertigungsschrift des Herrn von Mirbach und citiert unter anderm den Passus der Schrift über den Mirbachschen Besuch bei unsrem Parteigenossen Singer wegen eines städtischen Zuschusses zum Bau der Kaiser Wilhelm- Gedächtniskirche. Nach der " Staatsbürger- Beitung" macht Herr von Mirbach über den Besuch diese Mitteilung: A Soziales. Deutsches Reich. September 1904. Dagegen im August.1904. September 1903. " 1902. 1991. 1893-1903 3,4 3,7 8,4 8,5 3,4 4,0 3,6 3,9 2,6 2,4 2,6 2,6 2,7 2,3 2,6 2,5 2,5 2,9 2,7 2,9 2,7 2,8 2,7 2,7 Auch die Futterträuter standen um die Mitte dieses Monats schlechter, als während der letzten zehn Jahre. Meist haben Internationale Bereinigung für gesetzlichen Arbeiterschutz. fie nur einen geringen, vielfach überhaupt keinen zweiten Schnitt mehr ergeben. Teils sind die Kleefelder völlig ausgebrannt und des die wir gestern schon in einem furzen Telegramm berichteten, liegt Grünfuttermangels abgeweidet werden. Wenn trotzdem die Noten Ueber die dritte Generalversammlung dieser Vereinigung, über halb vorzeitig umgepflügt, teils mußte der spärliche Nachwuchs wegen heute ein etwas ausführlicherer Bericht eines Berichterstatters vor, von Klee und Luzerne seit August gestiegen sind, so ist der Grund aus dem wir noch einiges nachtragen. hierfür hauptsächlich darin zu suchen, daß besonders in SüddeutschAnwesend sind etwa 60 Delegierte, darunter Bertreter des land die reichlicheren Niederschläge des September einen günstigen Deutschen Reiches, von Defterreich- Ungarn, Frankreich, Italien, Einfluß ausübten und stellenweise sogar noch einen dritten Schnitt Belgien, Niederlande, Luxemburg, Schweiz und Norwegen. in Aussicht stellen. Dagegen ist in dem Stande der Wiesen in dem Der Präsident des Bureaus, Regierungsrat Scherrer, fagte in größten Teile Deutschlands eine Besserung leider nicht eingetreten. feiner Eröffnungsansprache, es sei den Anregungen diefes Arbeits- Biele Wiesen waren vollständig verbrannt oder lohnten nicht das amtes zu danken, daß im nächsten Jahre eine diplomatische Konferenz Mähen, und der geringe Nachwuchs wurde teils grün verfüttert, zur Beratung des Ausbaues des gefeßlichen Arbeiterschußes in Bern teils vom Vieh abgeweidet. zusammentreten werde. An dieser Konferenz dürften sich fast sämt- Im ganzen Jahrzehnt 1894/1903 finden wir kein einziges Jahr, liche Kulturländer beteiligen. Die Einberufer dieser diplomatischen in welchem die Startoffeln im September so schlecht gestanden Konferenz haben die Arbeiten des internationalen Arbeitsamtes als haben, wie diesmal. Selbst im Jahre 1896, dem ungünstigsten in Grundlage ihrer Vorschläge gemacht. Der zwischen Frankreich und diesem Zeitraum, war um die Mitte September der Stand der Italien abgeschlossene Arbeiterschutzvertrag sei auch im wesentlichen Kartoffeln beffer, als jeßt. Damals war die Biffer 3,1; heute ist den Anregungen der internationalen Vereinigung zu danken. Es fie 3,4, also um 0,8 niedriger. Das Statistische Amt fügt denn auch fei begründete Aussicht vorhanden, daß andre Industriestaaten sehr der obigen Tabelle hinzu: bald diesem Beispiele folgen werden. ..Ueber den Stand der Kartoffeln, mit deren Ernte schon hier Regierungsrat Wullschleger, der die Versammlung im und da begonnen ist, sprechen sich die Berichte im allgemeinen wenig Namen der Regierung des Kantons Basel- Stadt begrüßte, sprach günstig aus. Frühe Sorten, deren Wachstum zu Anfang dieses über die Aufgaben der Vereinigung. Er fagte unter anderm: Berichtsmonats schon abgeschlossen war, haben infolge der TrockenAuf dem Boden politischer und religiöser Neutralität, die dem heit, die den ganzen Sommer über vorherrschte, wenn auch zum Teil Theoretiker wie dem Praktiker, dem Politiker wie dem Verwaltungs- zahlreiche, so doch durchweg nur fleine Knollen. Bei den Spätbeamten, dem Fachmann wie dem Laien, dem Arbeiter wie dem fartoffeln, deren Kraut sich nach den in den letzten Wochen ge ... Bon socialdemokratischer Seite ist dem Herrn Freiherrn Unternehmer weitherzig ihre Thore öffnet, hat die internationale fallenen Niederschlägen vielfach noch grün erhalten hat, und bie fein gweifel darüber gelassen worden, daß ein Antrag auf einen Bereinigung für gefeßlichen Arbeiterschutz den Angehörigen der ver- ftellenweiſe jest erst blühen, erwartet man zwar noch einiges Wachs. städtischen Zuschuß zu den Kosten der Kaiser Wilhelm- Gedächtnis- fchiedenen Klassen, wie den Vertretern der verschiedenen politischen tum der Knollen, die niedrige Temperatur der letzten Tage tann Kirche von den socialdemokratischen Stadtverordneten nicht nur Systeme und religiösen Bekenntnisse zur Förderung des ökonomischen aber diese Hoffnung leicht zu einer trügerischen machen. Vielfach abgelehnt, sondern auch in der Diskussion energisch bekämpft Fortschritts und der socialen Gerechtigkeit ein gemeinsames Arbeitsfeld zeigt sich Doppelwüchsigkeit, auch wird über Maden-, Engerlingsgefchaffen. Damit allein schon hat sie ein fulturhistorisches Werk geschaffen. und Mäusefraß getlagt." Es habe sich dabei lediglich um den Zwed gehandelt, zu bewirken, daß das Andenken der Kaiser Wilhelm I. und Friedrich bei der Stadtverordneten- Debatte über den städtischen Zuschuß zu den Gedächtniskirchen für beide verstorbenen Herrscher nicht ver unglimpft werde. Dieser 3wed sei voll erreicht worden; die socialdemokratische Fraktion der Stadtverordneten Versammlung habe sich darauf beschränkt, ohne ihren Standpunkt rednerisch zu präcifieren, geschlossen gegen den Zuschuß zu stimmen, wodurch dessen Bewilligung allerdings hintertrieben worden sei." Hierzu bemerken wir vorerst, daß bei der Unterredung von der Kaiser Friedrich- Gedächtniskirche überhaupt mit keinem Worte die Rede war. Dann aber und das ist von größerer Bedeutung- wiederholt Herr v. Mirbach die schon vor mehreren Jahren von uns als falsch nachgewiesene Behauptung, daß Singer gesagt habe, die socialdemokratische Stadtverordneten- Fraktion werde nicht gegen den städtischen Zuschuß sprechen, sondern nur dagegen stimmen. Bereits am 26. Januar 1894 also ganz kurze Zeit nach jener Unterredung brachten wir einen Bericht darüber, in dem es wörtlich heißt: nie werden würde. " Herr v. Mirbach behauptet in seiner Rechtfertigungsschrift, daß die Fraktion ihren Standpunkt nicht rednerisch präcisiert habe. Diese Behauptung entbehrt ebenso der Wahrheit wie die des angeblichen Versprechens Singers. feitigen noch ersegen. Sie beschränkt sich darauf, eine Gegen diese Darstellung des Gesprächs hat Herr v. Mirbach Freilich den naturnotwendigen Kampf der ber- Der Umfaß der Warenhäuser. In Preußen ist für die Jahre einen Widerspruch laut werden lassen; im Gegenteil, iebenen laffen tann und will sie weber be 1901 und 1903 der steuerpflichtige Jahresumsatz der Warenhäuser er hat gelegentlich seiner Beugenaussage in dem bekannten„ Kamel- Bortämpferin des Arbeiterschutzes zu sein, die in dem Didicht bes( soweit diese zur Warenhaussteuer herangezogen find) durch eine inschriftsprozeß" feine Anerkennung über die Objektivität dieses Be- Vorurteils und der Unkenntnis durch Sammlung der Thatsachen besondere Erhebung ermittelt worden. Nach dieser Ermittelung, richts ausgesprochen. und systematische Aufklärung Licht und Geist bringt, die Ergebnisse deren Resultate jezt veröffentlicht werden, gab es im Jahre 1901 Um so wunderbarer muß die Schwäche des freiherrlichen Ge- der Erfahrung mit den Lehren der Wissenschaft, der Bewegungen in Preußen 109 Warenhäuser mit einem steuerpflichtigen Umfaz dächtnisses berühren. der Klassen- und Partei- Organisationen zu praktischen Vorschlägen von 178,6 Millionen Mart, die 8,08 Millionen Mart an WarenhausSo wird die steuer zu entrichten hatten. Im Jahre 1903 waren es mur verdichtet und dem Erfolg die Wege ebnet. Vereinigung zu einer fruchtbaren Auslegung der Humanität. noch 78 Warenhäuser mit einem Umfag von 148,8 und einer Dadurch aber wird wird sie zugleich der Arbeiterklasse, ohne fich ihr aufzudrängen, eine Steuerleistung von 1,9 Millionen Mart. Die meisten dieser Warenhäuser praktische Helferin in dem Streben nach gleichberechtigter Anteilnahme an den Errungen- find fleinen Umfangs; 1901 hatten von den 109 mur 33 einen Um In dem stenographischen Bericht der Stadtverordneten schaften der modernen Stultur, dem wesentlichen Inhalt say von über eine Million Mart, 1903 von 78 nur 24. Aber auch Bersammlung vom 2. Mai 1895 ist zu lesen: ihres weltgeschichtlichen Befreiungstampfe s. unter diesen haben manche nur eine geringe Bedeutung. Das ergiebt ... Vorlage zur Beschlußfassung- betreffend die Gewährung Möchten Ihre Verhandlungen für die Anregung fultureller Ziele sich schon daraus, daß im Jahre 1901 mehr als die Hälfte des einer Geldsumme zum Bau des Turmes der Kaiser Wilhelm- und Ihrer Vereinigung sich recht erfolgreich erweisen. Möchten Sie aufs ganzen Umfazes, nämlich 88 Millionen von 178 Millionen Mart, eines Betrages für den Bau der Kaiser Friedrich- Gedächtnis- neue den Böllern und den Regierungen die wichtige Lehre vermitteln, auf nur sechs Warenhäuser kommt. Jedes dieser Warenhäuser erſten welche zur feften Ueberzeugung aller werden sollte, daß zu ihrer Ranges hatte also einen steuerpflichtigen Umsatz von ungefähr Kirche. höchsten und dringlichsten Aufgabe gehöre der Schuß der menschlichen 15 Millionen Mart. Im Jahre 1908 war die Zahl diefer großen Arbeitskraft.( Lebhaftes Bravo.) Im Namen der deutschen Reichsregierung sprach Warenhäuser auf sieben gestiegen mit einem Gesamtumsas von darauf Ministerialdirektor Dr. Caspar. Er sagte:" Die deutsche Reichsregierung hat den festen Willen, auf dem Die Warenhaussteuer hat im Wesentlichen nur den fleineren Gebiete der Socialgesetzgebung, insbesondere auf dem des gesetz- Warenhäusern geschadet, die großen haben keine Einbuße erlitten Der Magistratsantrag lautete: Die Versammlung erklärt sich damit einverstanden, daß für Vollendung der Kaiser Wilhelm- Gedächtniskirche ein Beitrag von 300 000 m. und zur Vollendung der Kaiser Friedrich- Gedächtnisfirche ein Beitrag von 50 000 M. gewährt werde. 84 Millionen Mark. Das zeigt sich auch darin, daß der durchschnittliche Jahresumsatz zugenommen hat Er ist von 1 633 186 M. im Jahre 1901 auf 1 962 436 M. im Jahre 1903, fast um ein Fünftel, gestiegen. Es ergiebt sich mithin im allgemeinen kein Rückschritt der Betriebs- ausdehnung, vielmehr eher ein Aufschwung. Wegen jenes An- Wachsens des durchschnittlichen Umsatzes muh es aber auffallen, dah die Durchschnittssteucr von 23 201 ans 26 433 M. zurückgegangen ist. In der Hauptsache beruht dieS auf der Gesetzesbestimmung, wonach die Warenhaussteuer auf besonderen, bei Abgabe der Steuererklärung oder auch im Wege der Rechtsmittel anzubringenden Antrag des Steuerpflichtigen bis zu 20 Proz. des gewerbesteuerpflichtigen Ertrages seines der Warenhaussteuer unterliegenden Unternehmens, wenn auch nicht weiter als bis zur Hälfte des tarifmäßigen Warenhaus- steuersatzes, zu ermäßigen ist. Der Betrag der Warenhaussteuer ist demnach mehr oder weniger von der Höhe des gewerbestcuer- Pflichtigen Ertrages der Warenhäuser, dessen Gesamtsumme im Jahre 1903 offenbar nicht nur überhaupt, sondern auch im Verhält- nisse zum Umschlage der betreffenden Betriebe erheblich geringer als im Jahre 1901 ausgefallen ist, abhängig. � Begebung von Rcichsschatzscheinen. Wie der„Börsen- Courier" erfährt, steht die Begebung eines großen Postens Reichsschatzscheine durch die Reichsbank in den ersten Tagen des Oktober bevor. Es sind bereits seitens der Reichsbank Anfragen an die hiesige Haute Banque ergangen, zu welchenr Zinssatz sie die Schatzscheine zu über- f.: ov;» von Reichsschatzscheinen nehmen bereit sei.'Die letzte! am offenen Geldmarkte erfolgt� Ende April' d. I. zu einem Zins- fuße, der zwischen 23/4 und circa 70 Millionen Mark. 3 Proz. schwankte, und belief sich auf Internationales Stahlsyndikat. Die belgischen Stahlindustriellen beabsichtigen, die in letzter Zeit ins Stocken geratenen Verhand- lungen zur Gründung eines internationalen Stahlsyndikats für Träger, Schienen und Halbzeug zu beschleunigen, um womöglich in kurzer Zeit zu einem Ergebnis zu kommen. Zu diesem Zweck werden in den ersten Tagen des Oktober in Köln oder Düsseldorf während dreier Tage neue Verhandlungen stattfinden. Dem„Mon. d. Int. Mat." zufolge liegen die Hauptschwierigkeiten bei der Quoten- Verteilung von Halbzeug für Frankreich und von Schienen für Eng- land. Getreidc-Ernte Rußlands und der Bereinigten Staaten von Amerika. Rußland und die nordamerikanische Union sind die beiden Staaten, die Deutschland den größten Teil des Getreides liefern, das eS alljährlich zuzukaufen genötigt ist, um seinen Bedarf zu decken. Im vorigen Jahre waren beide Staaten an der Weizeneinfuhr Deutsch- lands im Gesamtbetrage von 1 929 109 Tonnen(1 Tonne= 20 Centner) mit nicht weniger als 1352156 Tomien beteiligt, an der Roggen- einfuhr von 813763 Tonnen mit 758629 Tonnen, an der Maisciufuhr von 953239 Tonnen mit 614149 Tonnen; und außerdem lieferte Ruß- land noch 1 123 460 Tonnen Gerste und 377 069 Tonnen Hafer nach Deutschland. Diese Stellung beider Länder als Hauptkornlieferanten des Deutschen Reichs bedingt, daß die dortigen Ernteresultate auch für uns die größte Bedeutung haben, da von ihnen der Gctreidepreis unsres einheimischen Marktes stark beeinflußt wird. Leider fehlt es an einer zuverlässigen offiziellen Schätzung in Rußland, doch hat die „Torg. Prom. Gaz." nach den aus verschiedenen Gegenden ein- gegangenen Angaben die voraussichtliche Ernte für das laufende Jahr abzuschätzen versucht. Danach stellt sich die Ernte in den 50 Gouvernements des europäischen Rußlands lohne Königreich Polen, Kaukasien, Finland und Sibirien) folgendermaßen(zum Ver- afind die Daten des Statistischen Centralkomitees über die jschnittserträge der fünf Jahre 1893 bis 1902 und über die Ernte des Jahres 1903 beigefügt): Voraussichtliche Durchschnitts- Endgültige Ernte 1904 ernte Schätzung der(nach 1898 bis 1902 Ernte 1903 Schätzungen der Torg. Prom. Gaz. Menge in Millionen Pud sl Pud— 16,38 kg) Winterweizen.... 178 212 152 Sommerweizen.... 403 543 433 Roggen...... 1165 1245 1204 Hafer....... 615 576 695 Gerste....... 288- 385 285. Der russische Ernte- Ertrag bleibt also voraussichtlich recht be- trächtlich hinter dem des Vorjahres zurück und übersteigt den Durchschnittscrtrag des Jahrfünfts 1898/1902 im ganzen nur um ein weniges, obgleich in dieses Jahrfünft zwei schlechte Erntejahre fallen. Auch die amerikanische Getreide- Ernte steht der vorjährigen nach. Nach einer von der„New D orker Handelszeitung" veröffent- lichten Berechnung auf Grund des amtlichen Berichts des Ackerbau- bureaus ergeben sich folgende Erntemengen.- September Ernte 1904 1903 Bushels�) Bushels Winterweizen.... 333 400 000 399 867 250 Frühjahrsweizen... 205 690 000 237 954 585 Weizen insgesamt... 539 090 000 637 821 835 Mais....... 2 491303 000 2 244 176 625 Hafer....... 865 320 000 734 094199 Gerste....... 137 913 000 131 861 391 Roggen...... 28135 000 29 363 316 #) 1 Bushel= 35,24 Liter. Des Vergleiches halber sei erwähnt, daß im Jahre 1902 sich die Ernte von Frühjahrsweizen auf 258 274 342, die Weizenernte insgesamt auf 670 063 030 und die Maisernte auf 2 523 048 000 Bushels belief._ Hua der frauenbewegung» Baumschulcmvcg. Der Verein für Frauen und Mädchen Schöne- bergs und Umgegend hält Donnerstag, den 29. d. Mts., abends 8'/z Uhr, in, Lokale von Christ, Marienthalerstraße, Ecke Ernst- straße, eine Wanderversammlung ab. Herr Dr. Maurenbrecher wird über„Rose Bernd" von Hauptmann sprechen. Zahlreiches und pünkt- liches Erscheinen erwartet_ Der Vorstand. Prinzessin und Kammerfrau. Die ehemalige Gesellschafterin der verstorbenen hochbetagten Prinzessin Amalie von Schleswig-Holstein führte bekanntlich eine Reihe von Civilprozessen gegen den Herzog Ernst Günther und mehrere Personen, die seiner Zeit in seinem Auftrag die Gesell- schasterin mit Hilfe der ägyptischen Behörden in Kairo gewaltsam von der Prinzessin getrennt und per Schub nach Deutschland be- fördert hatten. In ihrem Koffer war eine große Geldsumme vor- gesunden worden, die sie als ihr Eigentum reklamierte, während ihr dieses von der Gegenseite streitig gemacht wird. Sie behauptete ferner, daß sie große Ausgaben für die Prinzessin gemacht habe und dieser wiederholt mit ihrem eignen Geld ausgeholfen habe. Diese Gesellschafterin und Kammerftau der Prinzessin stand gestern in der Person der 1374 zu Marggrabowo geborenen unverehelichten Anna Auguste Johanna M i l e w s k y unter der Anklage des D i e b- st a h l s vor der ersten Strafkammer des Landgerichts II. Sie wurde beschuldigt, in den Jahren 1898 bis 1901 insbesondere in Aegypten. Frankreich, England und Italien fremde bewegliche Sachen, nämlich der Prinzessin Amalie von Schleswig- Holstein gehörige Schmuck- fachen entwendet zu haben. Sie bestreitet diese Anschuldigung. Die Angeschuldigte ist die Tochter eines Fleischernieisters in Marggrabowo, hat die Schneiderei erlenit und ist dann Kammerjungfer bei ver- schiedeneii vornehmen Damen gewesen. Am 6. September 1893 trat sie bei der Prinzessin Amalie als Kammerjungfer ein und stie später zur Würde einer Gesellschafterin empor. eg öie beglettete diese auf Reisen nach Primkenau, Algier, Pau, Paris und London. Am 1. August 1900 verließ sie, nachdem die Prinzessin nach Deutschland zurückgekehrt war, in Primkenau ihre Stellung, trat jedoch in dem- selben Monat wieder als Gesellschafterin bei der Prinzessin ein und begleitete sie auf Reisen nach Ems, Paris, Dinaro, Algier, wo sie Oktober 1900 eintrafen. Von dort gingen sie nach Malta, dann nach Kairo, wo sie am 1. Februar 1901 anlangten. Die Angehörigen der Prinzessin Amalie waren nicht damit zufrieden, daß nach ihren Wahrnehmungen sich zwischen der Angeklagten und der Prinzessin ein sehr intimer Verkehr herausbildete und die Prinzessin nach und nach ganz unter den Einfluß der Angeklagten geriet. Es wurde deshalb versucht, auf irgend eine Weise die Prinzessin von der An- geklagten zu trennen, und als dies im Guten nicht ging, die Prinzessin vielmehr fortgesetzt erklärte, daß sie von der Angeklagten nicht lassen wollte, wurde eine gewaltsame Trennung vorgenommen. Die An- geklagte erzählt darüber folgendes: Die Prinzessin sei mit ihr im Savoy-Hotel in Kairo abgestiegen und in Kairo sei es einem Ab- gesandten des Herzogs Ernst Gunther, dem Kammerherrn v. B l u m e n t h a l. gelungen, sie gewaltsam zu entfernen. Als sie eine Straße in Kairo betrat, seien ihr zwei Araber entgegengetreten und hätten sie gefragt, ob sie das Fräulein Milewski sei. Sie habe dies bejaht und die beiden Araber hätten sich darauf ihrer Person bemächtigen wollen, sie habe aber die Flucht ergriffen. Die beiden schnellfüßigen Männer hätten sie aber eingeholt und sie in einen bereitstehenden Wagen geschoben, der sie in ein entlegenes Haus der Vorstadt führte. Dort sei sie bewacht worden. Nach geraumer Zeit sei der Herr v. Blumenthal bei ihr erschienen und habe ihr gesagt, sie müsse so schnell wie möglich nach Deutschland reisen, da sie sich schwer an der Tante der deutschen Kaiserin vergangen habe. Sie habe fast fußfällig gebeten, ihr doch wenigstens zu sagen, was sie begangen haben solle, habe aber nur die Antwort er- halten: sie müsse so schnell wie möglich reisen, alles übrige werde sie in Deutschland durch den Herzog Ernst Günther erfahren. Es sei ihr sodann ein Protokoll vorgelegt worden, wonach sie sich verpflichten sollte, in Zukunft von der Prin- zessin Amalie zu lassen, sie habe sich aber geweigert und das berechtigte Verlangen gestellt, vor das deutsche Gericht in Kairo gestellt zu werden. Dies sei ihr aber zurückgewiesen worden. Nach längerer Zeit sei dann Herr v. Blumenthal in Be gleitung des Konsuls wieder bei ihr erschienen. Sie habe den Konsul ersucht, für sie einzutreten, dieser habe aber geantwortet, die Sache ginge ihn nichts an, das sei bloß eine Angelegenheit des Herrn v. Blumenthal. Letzterer habe nach wiederholten Besprechungen mit ihr dem Konsul zugerufen:„Sie bleibt so halsstarrig, wie sie ist!" Vier Tage laug sei sie alsdann in Gewahrsam gehalten worden; ihr sei gesagt worden, die Prinzessin Amalie habe einen Schlaganfall erlitten, aber alle ihre Bitten, die Prinzessin sprechen zu dürfen, seien nngehört verhallt. Schließlich sei sie eines Tages nach Port Said transportiert worden und habe dort ein elegantes Zimmer angewiesen erhalten, welches aber hinter ihr verschlossen wurde. Da sei ein englischer Offizier bei ihr erschienen und habe sie gefragt, ob sie irgend welche Wünsche habe. Auf ihre Bitte, den Konsul ihr zu schicken, sei die Antwort erfolgt, daß nur ein kauf- männischer Konsul vorhanden sei. Man habe sie dann wieder in ihr Zintmer eingeschlossen, vor dessen Fenstern zwei Soldaten mit geladenen Gewehren auf und ab patrouillierten. Am nächsten Tage habe sie fürchterlich geweint und kniefällig gebeten, ihr doch nur zu sagen, welche That sie begangen haben solle, aber sie habe keine Antwort erhalten. Auch der Konsul habe ihr keine Auskunft geben können, sondern nur gesagt, daß er im Austrage des Herrn v. Blumenthal sie auf ein Schiff bringen lasse, das sie nach Deuffchland zurückführen würde Dies sei denn auch geschehen.— Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Lubzynski weist darauf hin. daß diese Sachdarstellung auch in den anhängigen Civilprozessen schon in derselben Weise von der Angeklagten gegeben worden sei.— Vorsitzender Landgerichtsdirektor Görtz szur Angeklagten): Sie behaupten, daß Sie sehr vermögend gewesen seien?— A n g e k l.: Ja. Ich habe ein Vermögen von 80 000 M. besessen, ehe ich zu der Prinzessin Amalie kam.— Präs.: Woher stammte denn das Vermögen? Von Ihrem Vater, dem Fleischermeister in Marggrabowo doch wohl nicht. Sie sind ,m Jahre 1893 nach Berlin gekommen. Ueber die Herkunft Ihres Vermögens wollen Sie eine Auskunft nicht geben?— Angeklagte: Nein I— Präsident: Sie sind zunächst bei der Gräfin Schwerin jetzigen Frau Dr. Buzzi in Dienst gewesen und zwar längere Zeit, und sind dann fortdauernd in dienender Stellung gewesen. In solcher Stellung können Sie nicht ein so großes Vermögen erworben haben. Sie wollen über den Ewerb des Vermögens keine Auskunft geben?— A n g e k l.: Nein.— Präs.: Nachdem Sie nun aus Kairo weg waren, haben sich unter Ihren Sachen zahlreiche Schmuckgegenstände vorgefunden, die der Prinzessin Amalie gehört haben sollen. Die Angeklagte erklärte, daß einzelne dieser Schmucksachen ihr Eigentum, andre ihr von der Prinzessin zu Weihnacht oder zu Geburtstagen geschenkt worden seien, loieder andre zweifellos der Prinzessin gehörten. Wie diese mit ihren eignen Schmucksachen zusammen gekommen, wisse sie nicht. Es erkläre sich vielleicht dadurch, daß man gerade in eine andre Etage des Hotels Savoy gezogen war und die Sachen dabei durcheinander gekommen sein mögen.— Rechtsanwalt Dr. Lubszynski verlveist auf ein von der Prinzessin Amalie im Jahre 1901 ausgestelltes Attest, durch welches sie der Angeklagten den Charakter als„Gesellschafterin erteilt. Der Verteidiger betont weiter, daß die Prinzessin zwei Testamente abgefaßt habe. In dem ersten, vom Jahre 1896, worin Herzog Ernst Günther als Universalerbe in Aussicht genommen war, werde von einer Reihe echter und drei Reihen„römischer Perlen gesprochen. In einem späteren Testament, in welchem Herzog Ernst Günther nicht mehr als Universalerbe fungierte, werde der Angeklagten unter der Bezeichnung„Gräfin Michalowsky" mehrereS vermacht. In dem ersten Testament wurde der gesamte Wert des Nachlasses auf 30 000 M. angegeben. Daraus gehe schon allein hervor, daß die in Frage stehenden Perlen nicht echt gewesen sein können, denn sonst wären diese Perlen vielfach mehr Ivert, als der angegebene Wert des gesamten Nachlasses. In dem zweiten Testament sei der Nachlaß noch geringer, nämlich auf nur 10 000 M. angegeben— ein Beweis, daß sich inzwischen die Prinzessin ver- schiedener Schmuckgegenstände entäußert, d. h. der Angeklagten ge- schenkt habe. Die protokollarische Aussage des Konsuls Anton, ftüher in Kairo, jetzt in Batavia, wurde verlesen. Danach hat sich der Konsul Anton auf Ersuchen des Herzogs Ernst Günther am 3. April 1901 zur Aufnahme eines Protokolls zu der Prinzessin Amalie, die er leidend angetroffen, in deren Hotel begeben. Sie sei bettlägerig gewesen und habe auf Bcftagen des Herzogs Ernst Günther viele Behauptungen der Milewski über die Gelder, die sie von dieser angeblich empfangen haben soll, als unwahr bezw. unrichtig hin- gestellt und die ihr vorgelegten Schmucksachen zum größten Teil als ihr Eigentum anerkannt und die darauf bezüglichen Behauptungen der Angeklagten bestritten. Rechtsanwalt Dr. Lubszynski: Dies Protokoll ist vom 3. April datiert, die Prinzessin am 5. Mai gestorben. Es ist also nicht lange vor ihren: Tode und zu einer Zeit aufgenommen, als die greise Prinzessin schwer leidend war. In dem Bericht, den der Konsul Anton an das Reichskanzler- amt zur Rechtfertigung seines Verhaltens in Kairo gerichtet hat, wird gesagt, daß er der Angeklagten erklärt habe: irgendwelche privatrechtlichen Gründe läge,: gegen sie nicht vor, die ägyptische Regierung weise sie ans politischen Gründen anS. lliffl der Generalkonsul v. Müller habe dem Herzog Ernst Günther berichtet: ein Diebstahl der Milewsky sei nicht konstatiert. Diese Dinge hätten doch mehr Beweiskraft als ein Protokoll, zu dessen Auftiahme der Konsul mcht einmal befugt gewesen. Der Sachverständige, Hofjuwelier Dr. Schröder, bekundet unter anderm, daß ein in Frage stehendes Perlenhalsband n n e ch t ist. Wenn es echt wäre, würde es einen Wert von etwa 100 000 M. habe». Zeuge Kammerherr Major a. D. Werter b. Blumenthal» Dresden': Er sei im Auftrage des Herzogs Ernst Günther seiner Zeit nach Kairo gereist, um die Prinzessin Amalie von den schändlichen Einflüssen der Angeklagten zu befreien. In Kairo sei er die ägyptischen Behörden angegangen, ob nicht nach Lage der Dinge die Milewski von der Prinzessin Amalie im Wege der Ausweisung getrennt werden könnte. Nachdem sie in das Polizeibureau gebracht ivorden war, habe er die Angeklagte zum erstenmal dort gesprochen und diese habe wissen wollen, was gegen sie vorliege. Er habe ihr gesagt, daß die Schritte von der ägypsischen Behörde er- griffen aber auf seinen Antrag erfolgt seien mit Rücksicht auf die Vorgänge, die sich bei der Prinzessin abgespielt hätten. Es sei der Prinzessin nach der Verhaftung jeder Schmuckgegen- stand, der bei der Milewski vorgefunden worden, vorgelegt worden und sie habe fast alles als ihr Eigentum wiedererkannt. Er habe dam: einen gewissen Verdacht bezüglich der Perlen erhalten, sei damit zu einem Jnwelier gegangen und habe von diesem die lächelnde Antwort erhalten: nicht eine einzige Perle sei echt!— Der Verteidiger wiederholt bei dieser Gelegenheit seinen schon einmal in eine Beschwerde erhobenen Einwand über die Ver- nehmung der Prinzessin Henriette in ihrem Hause. Nach manchen unangenehmen Ersahrungen, die er gemacht, habe er darauf verzichtet, dieser Vernehmung in dem Hause der Prinzessin bei- zuwohnen. Der Prinzessin standen damals die Rechte eines immediaten Fürstenhauses noch nicht zu, sie hätte vor Gericht ver- nonunen werden müssen. Zeuge Bankbeamter G law e und dessen Eheftau, der Schwager und die Schwester der Angeklagten, behaupten übereinstimmend, daß die Angeklagte ein Vermögen von 79 500 Mark besessen habe, ehe sie zur Prinzessin Amalie kam. Woher sie es hat, wissen sie nicht. Der Zeuge ivar sogar beauftragt, es für sie an- zulegen, da darüber aber Differenzen aufkamen, hat er es ihr wieder zurückgegeben. Beide Zeugen bekunden ferner, daß sie wiederholt von der Prinzessin zum Thee geladen worden, wenn sie sich hier im Hotel Bristol oder Monopol aufhielt, sie soll auch in ihrer Wohnung in der Passauerstraße zum Besuch gewesen sein. Einmal habe die Prinzessin dem Zeugen ein goldenes Theeservice zum Verkauf über- geben mit dem Bemerken, daß die Schwägerin ihr schon 16 000 M. vorgeschossen habe. Das Service sollte 25 000 M. wert sein, als es aber bei Vollgold u. Sohn angeboten wurde, kam der Bescheid, daß der Wert höchstens 400 M. sei. In einem Briefe habe die Prinzessin einmal ihre Notlage geschildert und gebeten, daß die Angeklagte die Miete für ihre Villa in Pau, die sie nicht bezahlen könne, vorstrecken möge. Sie sei von allen verlassen, auch von dem Herzog Günther, dem sie doch so viel Gutes im Leben gethan. Die Zeugen behaupten, daß die Prinzessin der Angeklagten Schmucksachen geschenkt habe, weil diese zwei Jahre kein Gehalt er- halten hatte. Der Vorsitzende stellt fest, daß die Prinzessin Amalie eine Apanage von 15000 M. und eine Leibrente von 3335 M. bezogen, außerdem vom Herzog Ernst Günther in zwei Jahren circa 20 000 M. erhalten, also etwa 30 000 M. Einnahmen pro Jahr gehabt habe. Der Verteidiger legt eine Photographie vor, auf welcher die Angeklagte zusammen mit der Prinzessin abgebildet ist und behauptet, daß das dort abgebildete, von der Angeklagten getragene Perlenhalsband dasselbe sei, welches hier in Frage steht.— Der Sachverständige Dr. Schröder giebt dies als wahrscheinlich zu. Zeuge Bürgermeister Hamann- Primkenau bestätigt auf Be- fragen de-Z Verteidigers, daß Herzog Ernst Günther die Erbschaft der Prinzessin nicht angetreten habe, daß er als Nachlaßpfleger eingesetzt sei, aber bisher keinen Erben gefunden habe, der die Erbschaft antreten wolle. Der ganze Nachlaß bewerte sich auf höchstens 25 000 M. Rechtsanwalt Dr. Lubszynski beantragt hierauf die Ver- nehmung der Prinzessin Feodora und des Herzogs Ernst Günther über die Perlen, ferner die Vernehmung des Herzog? über noch viele andre Punkte. Er behauptet u. a., daß die Prinzessin Amalie einige Zeit nach Aufnahme des Protokolls dem Herzog Ernst Günther erklärt habe, daß sie es nicht anstecht erhalten könne, da sie sich in zu großer Aufregung befunden habe und sehr wohl möglich sei, daß sie die streifigen Schmucksachen der Angeklagten doch geschenkt. Ferner wurde beantragt, Frl. Schwan, Kammervame bei der Kaiserin, zu vernehmen. Sie werde bekunden, daß eine Brosche der An- geklagten von der Prinzessin geschenkt worden, weil sie kein Gehalt bekommen und daß die Feinde der Angeklagten mit allen Mitteln daran gehen, sie zu verderben. Das gehe beispielsweise aus einem Briefe der Prinzessin Henriette hervor, in welchem die Angeklagte als große Verbrecherin hingestellt, ihr alles mögliche schlechte nachgesagt und die Wendung gebraucht wird, daß alles, was den Namen Milewski trägt, schon an sich Verbrecher seien. Die Angeklagte habe wegen dieses Briefes die Privatklage gegen die Prinzessin Henriette angestrengt. Staatsanwalt Walter widersprach ganz entschieden dem Ver- suche des Verteidigers, die Prinzessin Henriette als befangen hinzu- stellen. Er beantragte Ablehnung aller Anträge der Verteidigung, eventuell aber Vertagung und Verhaftung der Angeklagten, da der gegen sie vorliegende Verdacht durch das hier vorgebrachte Beweismaterial sehr dringend geworden sei. Der Verteidiger widersprach diesem Antrage energisch, da die Angeklagte bisher auf freiem Fuße belassen worden sei und diese Verhandlung absolut nichts gegen sie erbracht habe. Der Gerichtshof beschloß, den Antrag auf Vernehmung der Prinzessin Feodora abzulehnen, dem Anttage auf Vernehmung des Herzogs Ernst Günther und eines Zeugen in Algier aber statt- zugeben, demzufolge die Sache zu vertagen, aber die An- eklagte als fluchtverdächtig in Untersuchungs- aft zu nehmen. LerUner partcl-Hngelegenbciten. Parteigenossen von Berlin, Teltow-Beeskow, Nicder-Barnim und Potsdam-Osthavelland. Am Sonntag, den 9. Oktober 1904, erscheint die nächste Lokal- Liste. Wir ersuchen daher die Mitglieder der Lokalkommission von obigen Kreisen, die Ncu-Aufnahmen und die genauen Aenderungen bis spätestens Tonnerstag, den 29. September 1904, einsenden zu wollen und zwar für: Teltow-Bceskow an den Genossen Hermann Schlirbitz in Britz, Jahnstraße 2; Nicder-Barnim an den Genossen Robert Rieck in Rummelsburg, Kant st ratze 22, parterre: Potsdam-Osthavelland an den Genossen Karl Linz in Spandau Mittel straße 13; Diverse Orte an den Genossen Gustav Nowag in Strausberg(Stadt). Walkmühlen st ratze; Berlin an den Genossen Wilhelm Hinz, 8. 14, Prinzenstraße 66. Die Lokalkommissions-Mitglieder wollen die genauen Aenderungen und Neu-Aufnahmen für obige Li st e umgehend mitteilen, da spätere Einsendungen keine Berücksichtigung mehr finden können. Vielfach kommt es vor, daß Zuschriften in„Lokalangelegenheiten" an die Redaktion oder Expedition des",, Vorwärts" gesandt werden; zur schnellen Erledigung derselben ersuchen wir die Ge- nassen und Lokalkommissions- Mitglieder alle Anstagen und Zu- endungen nur an den Genossen Wilhelm Hinz, Berlin 8. 14, Prinzrnstr. 66, zu richten und nicht an den„Vorwärts". Die Parteiblätter der oben genannten Kreise werden um Abdruck ersucht. Die Lokallommisfion für Berlin und Umgegend. Lokales. Woran der Arbeiter stirbt, darüber unterrichtet bezüglich Berlins eine Zusammenstellung, die das Berliner Statistische Amt seiner kürzlich erschienenen Jahresübersicht der Bevölkerungsbewegung von 1903 beigegeben haü Wie man weiß, nimmt in der Ardeitcrbevölkcrung die Lungenschwindsucht unter den Todesursachen die erste Stelle ein. Es ist lehrreich, in den Tabellen des Statistischen Amts den Verwüstungen nachzugehen, die diese Volksseuche unter den Berliner Arbeitern anrichtet, und damit zu vergleichen, um wie viel seltener sie in andren Be- völkerungsschichtcn auftritt. Im Jahre 1903 starben in Berlin 16 6öS männliche Per- sonen, darunter waren 7130„Angehörige" sbis zur Vollendung des 16. Lebensjahres) und 9526„Selbstthätige"(über 16 Jahre alt). An Lungenschwindsucht(einschließlich Lungenleiden und Abzehrung) starben 2294 männliche Personen, 181 von den„Augehörigen", 2113 von den„Selbstthätigen". Der Lungenschwindsucht usw. er- lagen also volle 22 Proz. aller männlichen„Selbstthätigen", die 1903 starben. Das Statistische Amt hat aus diesen eine Gruppe ausgesondert, die sich zusammensetzt aus„Gehilfen" (ohne die des Handels) und aus den„Arbeitern ohne nähere Angabe". Die Gruppe hatte 4633 Todesfälle, und von diesen wurden 1310 durch Lungenschwindsucht(immer einschließlich Lungenleiden usw.) herbeigeführt. Da haben wir also fast 29 Proz. Lungenschwindsuchtsfälle I Eine andre Zusammenstellung erstreckt sich auf die große Berussgruppe Industrie und Gewerbe(ein- schließlich einerseits Handel, Verkehr usw., anderseits Landwirtschaft, Gärtnerei usw.) und unterscheidet die„Selbstthätigen" in Selb- ständige, Angestellte und Gehilfen. Hier starben 1627 Selbständige, davon 204 an Lungenschwindsucht; 278 Angestellte, davon 68 an Lungenschwindsucht; 3700 Gehilfen, davon 1061 an Lungen- schwindsucht. Durch Lungenschwindsucht wurden herbeigeführt bei den Selbständigen 12>/z Proz., bei den Angestellten 24'/z Proz., bei den Gehilfen 2S Proz. aller Todesfälle. Das sind Zahlen, deren Kontrast so„aufreizend" wirkt, daß mancher Arbeit- geber im stillen wünschen wird, Polizei und Gericht möchten gegen ihre Veröffentlichung einschreiten—„von Rechts wegen". Die Betrachtung der einzelnen Berufsklassen ergiebt noch manche Nüance von besonderem Interesse. In der M e t a l l i n d u st r i e starben anLungenschwindsucht von72Selbständigen6(— 8'/z Proz.), dagegen von 609 Gehilfen 160(— 29>/2 Prozent). Von den Angestellten— hier zwei Todesfälle, darunter einmal Lungenschwindsucht— kann hier und im folgenden abgesehen werden. An Lungen- schwindsucht starben ferner in der H o l z i n d u st r i e von 93 Selb- ständigen 9(etwa 10 Proz.), von 461 Gehilfen 146(etwa 31 Proz.), in der Bekleidungsindustrie von 206 Selbständigen 32 (16 Proz.), von 363 Gehilfen 96(26 Proz.), im Baugewerbe von 102 Selbständigen 13(12�2 Proz.), von 482 Gehilfen 128 (261/3 Proz.). Wir wollen, uin den Einfluß etwaiger Zufälle möglichst auszuschließen, uns auf die größten Klassen beschränken, Von den kleineren sei nur genannt Beherbergung und Er- gut(Jung. In dieser Klasse starben an Lungenschwindsucht von 216 Selbständigen 31(14 Proz.), von 136 Gehilfen 62 (46 Proz.). Hier war fast die Hälfte der verstorbenen Ge- Hilfen der Lungenschivindsucht erlegen! Das ist eine Zahl von erschreckender Höhe; aber den Besitzenden, die sich beherbergen und erquicken lassen, wird sie vielleicht höchstens den Appetit verderben. Bon den weiblichen Personen starben 1903 in Berlin 16 227, wovon 9661 als„Angehörige" und 6576 als„Selbstthätige" bezeichnet wurden.(Zu den„Selbstthätigen" sind auch Berufslose gezählt; bei den Frauen waren das zwei Drittel aller„Selbst- thätigen".) An Lungenschwindsucht usw. starben 1687 weibliche Personen, 944„Angehörige", 743„Selbstthätige". Bei allen „Selbstthätigen" zusammen war die Lungenschwindsucht an den Todesfällen mit nur 13 Prozent beteiligt. Sondert man aber die Berufslosen aus, so bekommt man hier rund 2200 Todesfälle, wovon rund 490 durch Lungenschwindsucht herbeigeführt wurden, d. h. 22 Proz., wie bei den Männern. Die Gruppe„Gehilfinnen"(ohne die des Handels) und„Arbeiterinnen ohne nähere Angabe" hatte 613 Todesfälle. Lungenschwindsucht kam hier 183 Mal vor, macht 36>/z Proz! In der nach andern Gesichts- punkten zusammengefaßten Gruppe Industrie und Gewerbe (nebst Handel, Verkehr usw. und Landwirtschaft, Gärtnerei usw.) starben an Lungenschwindsucht von 423 Selbständigen 117, von 322 Gehilfinnen 134, d. h. von den Selbständigen 27Vz Proz., von den Gehilfinnen 41>/z Proz. Angestellte— 20 Todesfälle, 6 mal Lungen- schwindsucht— niögen außer Betracht bleiben. Unter je 100 verstorbenen Gehilfinnen waren 41 an Lungen- schwindsucht zu Grunde gegangen; das giebt zu denken. Man wird einwerfen: Auch von den Selbständigen weiblichen Geschlechts starben ja 27>/z Proz. an Lungenschwindsucht. Aber die Betrachtung der einzelnen Berufsklassen belehrt uns über die Ursache dieser allerdings auffälligen Erscheinung. Wir wollen nur die größte Klasse herausgreifen. In der Bekleidungsindustrie starben 277 Selbständige, davon allein 94(— 34 Proz. I) an Lungenschwindsucht. Man weiß, wie kläglich und geradezu elend in dieser Berufsflasse die Existenz der meisten Selbständigen weiblichen Geschlechts ist. Von den Gehilfinnen starben hier 119, an Lungenschwindsucht 60, macht 42 Proz. Das ist freilich noch entsetzlicher. Daß von 262 ge- storbenen Dienstmädchen 64(— 26 Proz.) durch Lungenschwindsucht zu Grunde gegangen waren, sei nebenbei erwähnt; auch das verdient ernsteste Beachtung. Der Ausschuß zur Bekämpfung des Straßenhandels trat gestern, Dienstag, unter Vorsitz des Stadtverordneten Wallach zu seiner Schlußsitzung zusammen. Die Sitzung begann mit der Special- beratung der Polizeiverordnung. Gegen§ 1 wurde von einer Seite eingewandt; daß man demselben in seinem ersten Absatz unmöglich zustimmen könne, soweit er davon handelt, in einem Teile der Straßen selbst das Verteilen von Reklamezetteln, Geschästsempfehlungen, Druck- fachen usw. verbieten zu wollen. Von andrer Seite wurde darauf' aufinerksam gemacht, daß ein derartiges generelles Verbot einmal allen Parteien unangenehm werden könne, auch in einer Weltstadt keine KirchhofSruhe herrschen kann. Es wurde vorgeschlagen, int§ 1 die Worte„sowie das Verteilen von Reklamezetteln, Geschäfts- empfehlungen. Bekanntmachungen usw." zu streichen, was mit elf gegen eine Stimme angenommen wurde. Im Absatz II des§ 1 die Worte„oder Verteilen von Zeitungen, periodischen Druck- schriften und Extrablättern" zu streichen und dafür zu setzen:„Ver- kauf von Drucksachen" wurde ebenfalls mit 11 gegen 1 Stimme angenommen. Gegen den§ 2 wurde eingewandt, daß nicht 30 Meter, wie die Vorlage verlangt, sondern 16 Nieter für Straßenzüge, die in Straßen oder Plätzen des Verzeichnisses A einmünden oder kreuzen, geniigen. Von andrer Seite wurden 10 Meter als genügend erachtet, Ivo Sttaßenhändler sich aufhalten dürfen. Mit 6 gegen 4 Stimmen wurden 16 Meter angenommen. Zu Z 3 wurde vorgeschlagen, den Absatz l zu streichen. Was den Händlern recht sein sollte, müsse Bolle und Konsorten billig sein. Von andrer Seite wurde geltend gemacht, daß man aus hygienischen und volkswirtschaftlichen Erwägungen den Verkauf von Milch nicht inhibieren könne. Bei der Abstimmung wurde der Ab- satz I im 8 3 mit 7 gegen 2 Stimmen gestrichen, im übrigen wurde oer ß 2 nicht weiter moniert. Im§ 4 wurde die Höhe der Strafe bis 60 M. oder 14 Tage Haft moniert. Von einer Seite wurde es als genügend erachtet das höchste Strafmaß auf 30 M. oder 8 Tage Haft festzusetzen. Dagegen wurde von andrer Seite geltend gemacht, daß es für renitente Händler notwendig ist, eine hohe Strafe festzusetzen. Be der Abstimmung wurde die Höhe der Strafe auf 30 M. eventuell acht Tage Haft mit/ gegen 4 Stimmen angenommen. Im 8 6 wurde einstimmig beschlossen, daß diese Polizeiverordnung drei Wochen vor Weihnachten außer Kraft zu setzen ist. Nunmehr wurde in die Beratung der Straßcuverzeichnisse A und B eingetteten und durch die Majorität versucht, einige Härten zu mildern. Hierbei zeigte sich, was von andrer Seite immer betont wurde, daß zu dieser Beschränkung nicht das Verkehrs- interesse und seine Hinderung maßgebend gewesen sind, sondern das nackteste Juteresse der Hausbesitzer und Ladeninhaber wahrgenommen wird. Zum Schluß gab es noch eine interelsante Auseinandersetzung darüber, was nun mit den Straßenhändlern in den erlaubten Straßen geschehen soll; ob dieselben auch in Zukunft den Chikanierungen der Polizei ausgesetzt sein sollen. Eine Einigung wurde nicht erzielt. In der Schlußabstinunung über den Entwurf der Polizeiverordnung stimmten 8 dafür, 4 Mitglieder dagegen. Der Anfang zur Erdrosselung des Straßenhandels ist gemacht, das Ende wird in nicht zu langer Zeit erfolgen. Ob die interessierten Hausbesitzer und Ladeninhaber ihre Rechnung finden werden? Die Acltesten der Kanfmonnschaft von Berlin sind amtlicherseits ersucht worden, folgende Bekanntmachung über die Beschränkung des Tiefganges der Schiffe auf der Havel von der Elbe auf- wärts bis Rathenow den beteiligten Handelskreisen und Reedereien mitzuteilen: Der größte Tiefgang der auf der Havel ver- kehrenden Fahrzeuge darf nur noch bettagen: 0,86 Meter von der Elbe aufwärts bis Rathenow(Kilometer 61,0), 0,75 Meter im Stadt- schleusen-Kanal zu Rathenow, 1,20 Meter von Rathenow(Kilometer 61,0) bis Briest(Kilometer 96,0), 1,30 Meter vom Planet See (Kilometer 108,0) bis Brandenburg Vorstadtschleuse(Kilo- meter 116,0), 1,15 Meter im Brandenburger Stadtkanal. Alle sttom- auf fahrenden Schiffe müssen in Havelberg anstellen und wird dort der Tiefgang jedes Fahrzeuges geprüft. Uebertretungen werden auf Grund der Strom- und Schiffahrtspolizei- Verordnung vom 17. Januar 1396 bestraft. Bemertt wird noch, daß ein Steigen dos Wassers auf der Havel von der Elbe aufwärts bis Rathenow noch nicht zu erwarten ist, wenn auch die Elbe Wachswasser bekommen sollte. Es wird daher empfohlen, für den Verkehr zwischen Hamburg und Berlin den Weg durch den Plauer Kanal zu benutzen. Was zu erwarten war. Die Preiserhöhung der Abonnenients bei der Straßenbahn beschäftigte Dienstagnachmittag im Polizei- Präsidium eine Konferenz, die sich unter dem Vorsitz des Polizei- Präsidenten aus Verttetern der Eisenbahndirektion Berlin und des hiesigen Polizeipräsidiums zusammensetzte. Man kam zu dem Er- gebnis, daß ein Einschreiten der Aufsichtsinstonz gegen die Preis- erhöhung auf Grund der Bestimmungen des Kleinbahngesetzes nicht möglich sei.— In vielen Geschäften find jetzt P r o t e st l i st e n gegen die Abonnements-Erhöhung ausgelegt. Auch das wird nichts nützen. Möge die Stadt der„Großen" endlich durch den Bau von Straßenbahnen eine fühlbare Konkurrenz bereiten. Die Ergänzungswahlen der Arbeitgeber- Beisitzer des Berliner Gewcrbegcrichts finden am Freitag, den 14. Oktober d. I., für die Gemeinde- Wahlbezirke 3, 6. 9. 12, 16, 18, 21. 24. 27, 30, 33, 36, 39, 42, 46 und 48 statt. Zur Vorbereitung für diese Wahlen ist von bürgerlicher Seite ein Central-Ausschuß unter dem Vorsitz des Ingenieurs E. Bernhard, Klopstockstr. 21, gebildet worden. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordncten-Vcrsauimlnng am Donnerstag, den 29. September d. I., nachmittags 6 Uhr. PensionierungS-, Anstellungs- und Unterstützungssachen.— Ein Naturalisationsgesuch.— Wahl eines Mitglieds in die Straßen- reiuigungs-Deputation mittels Stimmzettels.— Antrag von Mitgliedern der Versamnilung, den Magisttat zu ersuchen, möglichst ge- meinsam mit andern Städten geeignete Schritte zur Abwendung der Gefahren einzuleiten, welche durch Bestimmungen des neuen Wohnungsgeietz-VorschlagS, insbesondere durch die beabsichtigten Aenderungen des Fluchtlinien- Gesetzes vom Jahre 1375 der Selbstverwalttmg der Kommunen drohen.— Be- richterstattung über die Vorlage betreffend die gegen die Richtigkeit der Gemeindewähler- Liste erhobenen Einwendungen.— Vorlagen betreffend die erfolgte Bauabnahme des neuen Gerätedepots am Planufer,— die Neuregelung des höheren und mittleren Schul- Wesens in Berlin und die Nachweisung des Umfanges der öffent- lichen Beleuchtung im Vierteljahr April/Juni 1904.— Anttag von Mitgliedern der Versanimlung, den Magistrat um Auskunft zu er- suchen, ob es richtig ist, daß die königliche Staatsregierung durch eine Verfügung des Provinzial-Schulkollegiums die Benutzung der G e m e i n d e s ch u l- G r u n d st ü ck e zu andren als Elementar- schulzwecken von der vorgängigen Genehmigung der Schul- aufsichtsbehörde abhängig gemacht hat, und welche Schritte im Falle der Aufrechterhalttmg einer solchen Verfügung der Magistrat zur Wahrung der Rechte der Stadtgemeinde und der Selbstverwaltung zu ergreifen gedenkt?— Hierzu der zwischen dem königlichen Provinzial-Schulkollegiuni und dem Magistrat in der vorstehenden Angelegenheit geführte, von dem Magistrat mitgeteilte Schriftwechsel. Die Große Berliner Straßenbahn-Gesellschaft und das Publikum. Man schreibt uns: Den Lesern ist wohl bekannt, daß der Norden Berlins sich durchaus nicht rühmen kann, übermäßig in Verkehrs- angelegenheiten bevorzugt zu sein. Zum Beispiel: Seit Jahren petitionieren die Anwohner der Schul-, Schweden-, Exerzier- und Reinickendorferstraße um Verlängerung der Straßenbahnlinien 38, 39 und 41. Die Berechttgung dazu hat die„Große" selbst anerkannt. Aber wie steht es mit der Ausführung der Arbeiten? Nach vielem Drängen und Bitten, nachdem die Presse energisch dafür eingetreten, ließ sich die Gesellschaft zu dem Versprechen herbei, daß spätestens Ende Juni die Durchstihrung der Linien bis zum Kaiser Friedrich- Kinder- Krankenhause beendet sein solle. Die Pflasterarbeiten wurden mit den denkbar wenigsten Leuten wochenlang bettieben! Dann vergingen wieder Wochen, in denen sich überhaupt nichts rührte. Man sandte neue Petitionen an die Große. Diese ließ darauf einige Masten aufftellen, damit waren die Arbeiten wieder einmal für längere Zeit beendigt. Jetzt stehen im oberen Teile der Exerzierstraße einige Leitungsmasten ungestrichen als wahre Schandpfähle und bilden einen unschönen Kontrast zu den schönen Stiftsgebäuden. Es scheint nun, daß die Arbeiten wieder auf die lange Bank geschoben werden sollen, denn auf bezügliche Anfragen reagiert die Große einfach nicht. Dabei wäre die Verlängerung für die'Gesellschaft durchaus nicht unrentabel. Man denke nur an die zahlreichen Stiftinsassen, an die Besucher des Kinder- Kranken- Hauses u. a. m. Der Unbefangene mutz zu der Annahme kommen, daß die Gesellschaft einem sanften Zwange nicht nachgeben will! Was liegt ihr auch an der Sympathie des Publikums? Je schneller aber die Stadt mit dem Bau von Konkurrenzlinien vorgeht, um so mehr muß der„Großen" die Erkenntnis kommen, daß die Lang- mut des Publikums auch einmal ein Ende hat. Uevcr die Berliner Mietsverträge ist schon viel geschrieben worden, ohne daß dies Thema erschöpft worden wäre. Eine gewisse Sorte von Hausbesitzern tüftelt immer neue Bestimmungen aus, welche den Mieter völlig ihrer Willkür überliefern sollen. Immer- hin neu dürste aber die Art sein, wie der Hauswirt und Bäcker- nicister H. in der Rheinsbergerstraße die Mieter von sich abhängig zu machen sucht. In einem Mietskontrakt von ihm findet sich näm- lich schwarz auf weiß der folgende 8 11- Der Bedarf an Brot und Backware ist von mir zu entnehmen. Man mag solcher Bestimmung gegenüber einwenden, daß zu Uebergriffen stetes zwei gehören, nämlich einer, der sie verübt, und ein andrer, der sie sich gefallen läßt. Wer aber erwägt, daß kleine Wohnungen immer noch knapp sind, wird begreifen, daß Mieter mit zahlreichen Kindern in der Not sich auch Entwürdigungen dieser Art gefallen lassen. In einer Bersammlimg von Straßcnvahn-Abonnenten war vorige. Woche gesagt worden, daß die von der Straßenbahn-Direktion ge- plante Abonnements- Erhöhung mit einem Vertrage in Zusammen- hang stehe, den die Sttaßenbahn- Direktion mit einer Reklame- qesellschaft abgeschlossen habe. Hierzu teilt uns die Gesellschaft für Straßenbahn- Reklame, Französischestr. 8, mit, daß der von ihr mit der Sttaßenbahn- Direktion abgeschlossene Vertrag auf das gegen die Abonnenten beliebte Vorgehen nicht den geringsten Einfluß gehabt haben könne. Weiter verwahrt die genannte Gesell- schaft sich dagegen, daß in den von ihr vom 1. Oktober ab für fünf Pfennig das Stück in den Verkehr gesetzten Fahrscheinheften Kolportageromane schlimmster Art enthalten seien. Die Hefte seien vielmehr' mit Erzählungen harmloser Natur sowie selbstverständlich mit Annoncen ausgestattet. Soldaten am Thcatcrbau. Die Ortsverwaltung des Bauarbeiter- Verbandes schreibt uns: Ein beachtenswerter Vorgang ist vom Bau des N a t i o n a l- T h e a t e r s am Weinbergsweg zu berichten: Am verflossenen Sonnabend sind unter der Begründung, daß die Arbeit zu Ende sei, sämtliche Arbeiter, Maurer und Zimmcrleute am Bau des Theaters entlassen worden. Diese Entlassung fiel allen Be- teiligten auf, da noch Beschäftigung genug am Bau vorhanden war. Der Grund der Matzregel trat denn auch bald zu Tage. Als die Arbeiter sich am Montagnüttag den Bau betrachteten, sahen sie, wie um 1 Uhr zwanzig Soldaten vom zweiten Garderegiment heranrückten und tapfer die Arbeit weiter verrichteten, die die Entlassenen am Sonnabend hatten aufgeben müssen. Diese Ver- drängung steuerzahlender Arbeiter durch Soldaten rief selbstverständ- lich große Erregung hervor. Daß es sich um eine wohlvorbereitete Maßnahme handelte, lehrt die Thatsache, daß bereits am Dienstag voriger Woche 20 Mann von demselben Truppenteil auf dem Bau zu arbeiten anfangen sollten, nachdem die Bauleitung vorher eben- falls eine entsprechende Anzahl Arbeiter entlassen hatte. Damals mußten die Soldaten wohl oder übel wieder abziehen, denn es erklärten nicht allein sämtliche auf dem Bau be- schäftigteu Arbeiter, daß sie sofort den Bau räumen würden, wenn aus der Beschäftigung der Soldaten etwas werden sollte, sondern auch das Publikum, das durch den Vorfall in großer Menge herangelockt war, gab seiner Enttüstung über die Heranziehung des Militärs lauten Ausdruck. Bei dieser Gelegenheit erzählten die Soldaten den Arbeitern, daß eine größere Anzahl ihrer Kameraden auch am Cirkus Busch gewerbliche Arbeiten verrichtet hätten. Bemerkte sei noch, daß das Militär am Montag erst um 8 Uhr(Bends mit der Arbeit am Theaterbau aufhörte. Wir dürfen wohl annehmen, daß die Militärverwalttmg es entschieden mißbilligt, wenn Soldaten, die auf den Uebungsplatz oder in die Kaserne gehören, den Steuer- zahlern die Arbeitsgelegenheit nehmen, und wir hoffen weiter, daß solcher Ungehörigkeit jetzt ein für allemal ein Riege! vorgeschoben werde. Der Wilderer, der am Sonntagmorgen den Förster Strempel in Blumberg erschoß, ist noch nicht ermittelt. Jetzt ist ein Berliner Kriniinalkommisfar mit den Nachforschungen beauftragt. Festgestellt ist jetzt, daß der Förster mit seinem eignen Gewehr erschossen wurde, das ihm der Ertappte im Ringkampfe entriß. Die Flinte des Wilderers, ein leicht zerlegbarer Einläufer großen Kalibers, lag abgeschossen am Boden, als der Förster dazukam. Daß der Wilderer mit dem Rad von Berlin gekommen war und auch dorthin zurück- radelte, unterliegt keinem Zweifel. Von einem Automobil überfahren wurde gestern der neunjährige Erich Bischoff aus der Lindenstraße 119. Der Knabe, der vor dem Hause Oranicnstr. 106 den Fahldamm überschreiten wollte, hatte, als er hinter einem Omnibus hervortrat, ein ihm entgegen- kommendes Automobil unbeachtet gelassen. Er lief daher in das Fahrzeug direkt hinein. Obwohl der Lenker der Maschine diese zum Stehen brachte, rollten die Vorderräder doch über das Kind hinweg und fügten ihm schwere innere Verletzungen zu. Der Besitzer des Automobils brachte den Knaben zur Unfallstation in der Alcxandrinen- stratze. Von dort wurde der Verletzte später in die elterliche Wohnung gebracht. Ein Absturz am Gerüst der Hochbahn in der Gitschinerstraße hat sich gestern abermals ereignet, nachdem erst vor kurzem ein Arbeiter dort schwer verunglückt ist. Gestern vormittag gegen halb zehn Uhr stürzte der 31 Jahre alte Anstreicher Paul Klein bei der Arbeit ab und brach das Bein; außerdem erlitt er schwere Verletzungen des Rückgrats. Ihm wurde in der Unfallstation in der Alexandrinen- straße die erste Hilfe zu teil, dann brachte man ihn in seine in der Prinzenstraße belegene Wohnung. Die Arbeiter sind allgemein empört über die Leichtfertigkeit, mit der das Gerüst aufgebaut ist, und erwarten, daß nun endlich die Polizei sich ihrer Pflicht erinnert und energisch die Anbringung von Schutzvorrichtungen verlangt. Rettung vorn Tode. Am Dienstagnachmittag' um 2 Ubr wurde die Feuerwehr nach der Mathieustr. 6 gerufen. Ein altes' Ehepaar von 70 Jahren, die Eheleute Posamentter Friedrich Werner und seine Eheftau Pauline, war dort infolge Einatmens von Kohlen- oxhdgas bewußtlos geworden und schwebte in großer Lebensgefahr. Die Feuerwehr entsandte einen Samariter mit einem Sauerstoff- apparat und es gelang unter Assistenz eines herbeigerufenen Arztes die betagten Leute wieder ins Leben zurückzurufen. Das Ehepaar wurde dann auf Anordnung des Arztes in einer Droschke nach dem Krankenhause am Urban gebracht. Rüpeltum im Theater. Im Passage-Theater kam es, laut„Berl. Ztg.", zu einem hätzlichen Aufttitt, der eine zeitweilige Unterbrechung der Vorführungen notwendig macht»- Während der Vorträge des Komikers Jean Paul unterbrachen vier Herren, die sich im Parkett befanden, den Vortragenden und veranlaßten eine sich bei jeder Be- merkung steigernde Unruhe des Publikums. Der Oberinspektor des Theaters ermahnte die Störenfriede zur Ruhe und forderte sie schließ- lich zum Verlassen des Saales auf. Da sie sich weigerten, wollten mehrere Kontrolleure die Herren mit Gewalt aus dem Theater fortschaffen. Hierbei kam es zu einer Schlägerei, und der Vorhang mußte beruntergelasscn werden. Der Oberinspektor soll erheblich verletzt sein. Schließlich wurden aber doch die Störenfriede entfernt. Eine schwere Gasexplosion erfolgte gestern vormittag in der Markgrafenstraße 76. Kurz vor 10 Uhr flogen unter heftiger Deto- natton die Fenster einer Wohnung im zweiten Stock auf die Stratze und auf den Hof. Gleichzeitig drang Rauch aus den Fenstern. Bevor die Feuerwehr alarmiert werden konnte, eilten Hausbewohner und Sttatzenpassantcn die Treppen empor, um zunächst festzustellen, ob Menschen verunglückt seien. Dies war glücklicherweise nur insofern der Fall, als ein Klempner, der in der Küche mit dem Dichten der Gasrohre beschäftigt gewesen war, leichte Brandwunden davongetragen hatte. Dagegen zeigten die von der Explosion be- troffenen Räume arge Verwüstungen. Eine Korridorwand war vollständig eingedrückt worden, ebenso waren die Küchen« decke und verschiedene Thüren arg beschädigt. Merkwürdigerweise ist auf der Straße niemand verletzt, obgleich vor dem Hause ver- schicdene Wagen hielten und die Glassplitter und Fensterkreuze bis nach dem gegenüberliegenden Trottoir geschleudert wurden. Ver- anlaßt ist die Explosion durch den Klempner. Nach seiner Dar- jtellung hat er den Gasometer in der Küche abgesperrt und eine Leiter bestiegen, um das Gasrohr an der Decke nachzusehen. Als er zu diesem Zwecke eine Lampe beiwtzt habe, sei das jedenfalls an der Decke angesammelte Gas erplodiert und er selbst von der Leiter herabgeschlcudert. Das Feuer selbst war bei Ankunft der Feuerwehr bereits abgelöscht. Das Opfer eines Bauernfängers wurde gestern nachmittag ein Arbeitsloser, der nach dem Arbeitsnachweis in der Jägerstratze ge- kommen war. um Beschäftigung zu suchen. Enttäuscht hatte er den Nachweis verlassen, um wieder ohne Arbeit nach Hause zu gehen. die Erlaubnis zur Lombardierung, wenn er sie nachsuchte, erteilt Braunschweig ist die Allgemeine deutsche Kreditanstalt geschädigt Da begegnete ihm in der Jägerstraße ein feingekleideter junger Mann werden würde. Dagegen beantragte der Staatsanwalt, den An- worden. Dem Betrüger muß bekannt gewesen sein, daß zwischen und fragte ihn, ob er nicht Beschäftigung suche. Erfreut über diese geklagten in einem Falle( Bankgeschäft Bondig u. Maron) des Ver- der Hinterlegungsstelle des kgl. Amtsgerichts und den Kassen großer unerwartete Wendung, bejahte er die Frage und erklärte fich bereit, gehens gegen§ 9 des Depotgefeges für schuldig zu erklären, da ihm Leipziger Banken ein der strengsten Vorsichtsmaßregeln einigermaßen gleich anzufangen. Der junge Mann erzählte ihm dann von seinem in diesem Falle nicht zweifelhaft sein konnte, daß er rechtswidrig entfleideter Geschäftsverkehr besteht, derart, daß von der Hinterlegungsgroßen Betrieb, den er eben erst neu eingerichtet habe, und nahm über die Effeften seines Kommittenten verfügte. Ferner erachtete der stelle häufig größere Posten mündelsicherer Bapiere furzerhand ge ihn mit zu einem Sattlermeister, um noch einige Arbeitsgeschirre zu Staatsanwalt für unstreitig, daß der Angeklagte übermäßige Gelder fauft werden, ohne daß vorher die Börse in Anspruch genommen wird. kaufen. Mit dem Meister wurde er jedoch nicht einig, die Geschirre im Differenzspiel verbraucht und sich dadurch des Kontursvergehens Der Herr Graf" suchte sich gerichtsbekannt zu machen, indem er waren ihm zu teuer. Nach langen Berhandlungen verließ man den schuldig gemacht habe und beantragte, in diesem Sinne die ent- fich durch einen Gerichtsdiener mittels Visitenkarte bei einem Richter Laden, um in einem benachbarten Lokal gemeinsam zu frühstücken. sprechenden Schuldfragen zu bejahen. Die Verteidiger Justizrat einführen ließ. Dieses Gerichtsdieners bediente er sich dann bei AusDer Arbeiter wollte in seiner Bescheidenheit ablehnen, nahm aber Pinner und Rechtsanwalt Leonhard Friedmann kamen da- führung des Betruges. Auf eine noch unaufgeklärte Weise brachte schließlich die Einladung doch an. Beim Frühstück sah sich der neue Arbeit gegen auf Grund eingehender Rechtsausführungen zu dem Schlusse, er es nach den Erkundigungen des„ Leipziger Tagebl." fertig, zwei geber seine Papiere an, schrieb ihm Straße und Nummer seines daß die Geschworenen auch im Falle Bondi u. Maron zu einem der auf Zimmer Nr. 35 des Amtsgerichts( neben der HinterGeschäftes auf und gab ihm eine Dienstanweisung, nach der er Nichtschuldig kommen müßten, da mit Rücksicht auf die Geschäfts- legungsstelle) gebräuchlichen Formulare derart auszufüllen, daß sie an fahren und zugleich kassieren sollte. Mit Rücksicht hierauf verlangte verbindung, in welcher diese Firma zu dem Angeklagten stand, die Kreditanstalt und an die Leipziger Filiale der Sächsischen Bank den mun der Unternehmer eine fleine Raution und vertrauensselig gab lettere auch in diesem Falle bei der Lombardierung der Effekten Auftrag erhielten, je 12 000 M. Reichsanleihe oder Konsols an die der Arbeiter seinem neuen Chef, der sich den Inhalt seiner Papiere ein Dolus nicht inne gewohnt habe. Wegen des Vergehens gegen gerichtliche Hinterlegungsstelle einzuliefern. Diese Schriftstücke ließ und seine Wohnung so genau aufgeschrieben hatte, 50 m., die er die Konkursordnung beantragten die Verteidiger die Zubilligung der Graf durch den ahnungslosen Gerichtsdiener präsentieren. Bei bei sich trug. Nun verabschiedete sich der Chef mit dem Bemerken, mildernder Umstände. der Sächsischen Bank waren die Papiere gerade nicht vorrätig, daß er noch einmal versuchen wolle, mit dem Sattlermeister einig auch fiel es dem Direktor auf, daß das Formilar feine Unterschrift zu werden, und ging auch wirklich wieder nach dem Laden. Der trug. Nunmehr ließ v. Wedell" den ganzen Betrag von 24 000 m. Arbeiter aber eilte an die Stätte seiner neuen Wirksamkeit, fand sie Preußische Konsols bei der Allgemeinen deutschen Kreditanstalt fordern. aber weder in dem bezeichneten Hause noch in der ganzen Umgebung. Sie wurden dem der Bank wohlbekannten Gerichtsboten ausgehändigt, Erst jetzt merkte er, daß er einem Schwindler in die Hände gefallen der sie in Begleitung eines Kassenboten nach der Gerichtsstelle schaffte. war. Dieser ist 26 bis 27 Jahre alt, etwa 1,67 Meter groß und Des weiteren muß der Graf" den Kassenboten der Kreditanstalt schlank, hat dunkelblondes Haar und Schnurrbart und trug einen bewogen haben, auf die Quittung zu warten. Mittlerweile ließ er grauen Jackettanzug, einen schwarzen weichen Hut, Schnürstiefel, die Konsols durch den Gerichtsdiener an der Effektentasse der Filiale einen Stehkragen und eine schwarze Krawatte. Da derartige der Deutschen Bant, wo dieser gleichfalls wohl bekannt war, Schwindeleien jetzt mehrfach vorgekommen sind, so werden die Der Verteidiger trat für ein niedrigeres Strafmaß ein. in Kassenscheine umwechseln. Der Diener lieferte den Betrag im Arbeitsuchenden gut thun, auf ihrer Hut zu sein. Das Urteil lautete auf ein Jahr einen Monat Ge- Gerichtsgebäude pünktlich an den Herrn Grafen" ab, der schleunigst fängnis, wovon drei Monate als verbüßt erachtet wurden. Der dam verschwand. Der Kassenbote wartet noch heute auf die Quittung. In Braunschweig existiert nach einer Anfrage des Lpz. Tgbl." ein Die Geschworenen verneinten sämtliche Schuldfragen mit Ausnahme der Frage betreffend einfachen Baufrott und eines Falles des Vergehens gegen§ 9 des Depotgefeyes.( Bondi u. Maron.) Dem Angeklagten wurden mildernde Umstände bewilligt. Der Staatsanwalt beantragte wegen Bankrotts zwei Jahre neun Monate, wegen Vergehens gegen§ 9 des Depotgefezes vier Monate, eine Gesamtstrafe von drei Jahren Gefängnis, wovon sechs Monate durch die erlittene Untersuchungshaft verbüßt abgerechnet werden könnten. Zeuge gesucht. Der Kaufmann Herr T. W. aus Lemberg, der in der Unfallangelegenheit vom 4. Februar d. J. sich bei Herrn Haftentlassungsantrag wurde abgelehnt. Ludwig Haas, Waterloo- Ulfer 15, of parterre, gemeldet hat, wird dringend ersucht, noch einmal seine Adresse dort abzugeben. 99 " " Aus den Nachbarorten. Ein Bootsunglück hat sich, wie nachträglich berichtet wird, Sonntagabend auf dem Zeuthener See zugetragen. Gegen sechs Uhr hatte ein Postbeamter, anscheinend aus Berlin, von einem Bootsverleiher Lorenz in Schmödwig ein Nuderboot geliehen und war damit auf den See hinausgerudert. Plöglich hörte man am Ufer gellende Hilferufe, ohne daß man bei der inzwischen eingetretenen Finsternis die Unfallstelle erkennen konnte. Bei dem Absuchen des Wassers wurde das tielaufwärts treibende Boot des Lorenz sowie in der Nähe die Müze des Beamten gefunden. Letterer ist zweifellos ertrunken. mikstände aufdeckt und sich dadurch um seine Mitmenschen verdient Herr v. Wreck, auf den das Signalement des Leipziger Gauners t. " Eingegangene Druckfchriften. Ins Gefängnis wandert, wer in Preußen- Deutschland öffentliche Graf Otto v. Wedell nicht, wohl aber ein steckbrieflich verfolgter macht. Diese Thatsache, deren Kehrfeite die bekannte Einschägung einigermaßen paßt. bildet, die die Justiz unsres Vaterlandes im Volfe genießt, hat auch Der Schwindler wird jetzt von der Kriminalpolizei in Berlin Am 128. Beobachtungsabend des Vereins von Freunden der unser Parteigenosse Robert Fette an sich erfahren müssen. Er gesucht. Die Ermittelungen haben die Vermutung nahegelegt, daß Treptow- Sternwarte( E. V.), Mittwoch, den 28. September, abends sollte als Redakteur des Halleschen Voltsblattes" das Ober- er sich hierher gewandt habe. Auf seine Ergreifung ist, wie schon 8 Uhr, wird Direktor Archen hold auf der Treptow- bergamt Halle dadurch beleidigt haben, daß er die Zustände, die unter mitgeteilt wurde, eine Belohnung von 1000 M. ausgesetzt worden. Sternwarte einen Vortrag halten über die in der natur- der Verwaltung dieses Amtes Platz gegriffen haben, wahrheitsgemäß Der Schwindler steht in der Mitte der dreißiger Jahre, hat ein wissenschaftlichen Abteilung der diesjährigen Versammlung deutscher beleuchtete. Das Landgericht Halle verurteilte ihn am 15. April d. J. hageres, blasses, gelbliches Gesicht, dunkles kurzes Haar, das etwas Naturforscher und Herzte zu Breslau mitgeteilten Entdeckungen und zu drei Monaten Gefängnis. Die Vorwürfe, welche in den gewellt ist, einen fleinen dunklen Schnurrbart und einen ebenfalls über die mit der Versammlung verbundene wissenschaftliche Aus- beiden Artikeln enthalten waren, gingen dahin, daß die Berg- etwas gewellten Spizbart. Er tritt sehr gewandt auf und spricht stellung. Gleichzeitig werden die Neuerwerbungen des Aſtronomischen verwaltung sich um das Berggeleg und die Gewerbe- die mitteldeutsche Mundart. Museums vorgelegt und mit dem Niesen- Refraktor wird vor dem Ordnung nicht fümmere und eine große Anzahl von Vortrag von 72 Uhr der Saturn sowie nach dem Vortrag bis misst änden in den einzelnen Bergwerken dulde. Der An- Beck vom Reichs- Gesundheitsamt sind vorgestern in Detmold einTyphusepidemie in Detmold. Profeffor Koch und Medizinalrat 12 Uhr nachts der Mond beobachtet. Gäste haben Zutritt. Mit dem 1. Oktober beginnt das neue Vereinsjahr und werden Beitritts- geklagte hatte einen umfangreichen Wahrheitsbeweis angetreten und getroffen, um die Ursache der Typhusepidemie zu erforschen. Seit auch eine ganze Reihe von Mißständen nachgewiesen. Das Sonnabend ist eine Abnahme der Epidemie zu bemerken; es sind erklärungen im Bureau der Treptow- Sternwarte entgegengenommen. Gericht war aber der Ansicht, daß doch noch eine Reihe bis gestern vormittag, also in zwei Tagen, nur neun Fälle anTheater. Central Theater. In der heute stattfindenden unerwiesener Behauptungen übrig blieben, daß das legte gemeldet. Als geheilt entlassen sind ebenfalls neun Personen. Ein Vorstellung„ Der Bogelhändler" wird wieder Frl. Gusti Förster als Tipfelchen auf dem i nicht bewiesen sei und daß der Angeklagte daher weiterer Todesfall ist vorgekommen. Gast in der Hauptpartie der Kurfürstin auftreten. Wini Grabig ins Gefängnis wandern müsse. Die Revision des Angeklagten wird die Brief- Christel spielen. Die andern Hauptpartien liegen in wurde in der gestrigen Verhandlung vor dem Reichsgerichte vom Die Prinzessin Luise von Koburg empfing, wie aus Paris ge Händen der Herren Rudolf Ander, Emil Albes, Erich Deutsch, Karl Rechtsanwalt Wolfgang Heine aus Berlin vertreten. Der Verteidiger meldet wird, gestern abend den Advokaten Stimmer, welcher ihr Schulz und der Frau Günther- Hahn. Im Belle alliance- rigte materielle Gejegesverlegung und Beschränkung der Verteidigung. Mitteilung über seine Verhandlungen mit dem Vertreter des Prinzen Theater beginnt heute, Mittwoch, das Gastspiel der Male. Pierny Wenn in den Artikeln die amtliche Statistik kritisiert werde, so könne Philipp von Koburg machte. Man nimmt an, daß die Angelegenheit und des Mr. Albert Mayer. Den Abend eröffnet um 8 Uhr dadurch das Oberbergamt Halle gar nicht getroffen werden, denn in einigen Tagen ihrer Lösung entgegengehen wird. Stimmer wird das einattige Vaudeville Mr. Badin". Dann folgt das Mimo- die Statistik werde nicht in Halle, sondern in Berlin gemacht. Diese heute abend mit der Antwort der Prinzessin nach Wien zurückkehren. drama La Peur", die Tragödie eines jungen Mannes; die amtlichen Berichte seien wissenschaftliche Arbeiten und eine Kritik In den letzten Tagen hat Gräfin Stefanie Lonyah ihrer Hauptrolle spielt Mr. Albert Mayer. Der Komponist des Mimo- derselben habe Anspruch auf den Schuß des§ 198. Gemäß dem Schwester, der Prinzessin Luise, in Paris im Hotel Westminster einen dramas, Mr. Ed. Missa, ist hier eingetroffen, um die erste Auf- Antrage des Reichsanwalts verwarf das Reichsgericht die Re- Besuch abgestattet und unternahm sodann mit ihr eine Spazierfahrt. führung dieser Novität selbst am Klavier zu begleiten. Den Ab- vision, da das Urteil zwar nur farg begründet sei, aber feinen Ehe sie Paris wieder verließ, sandte Gräfin Lonhay an den Prinzen schluß des Abends bildet die„ Revue des Chansons" durch Mille. Rechtsirrtum erkennen lasse. Der socialdemokratische Redakteur Philipp nachstehende Depesche, zu deren Veröffentlichung fie den Pierny. Jm Deutschen Theater wird am Dienstag, den muß also unweigerlich ins Gefängnis. Korrespondenten der Neuen Freien Preffe" ermächtigte: Luise ges 4. Oftober, Maria Friedhammer", das Erstlingswerk eines jungen Ein Hoflieferant als Milchpantscher. Aus München schreibt sehen. Ist nicht berrückter als Sie. Empört, entrüstet schwäbischen Dichters, Dr. Heinrich Lilienfein, zum erstenmal ge- man uns: Bahlreiche mit ausgesuchter Gewissenlosigkeit verübte über Ihre ungerechtigkeit gegen diese Unschuldige. Werde alles thun, geben werden. Milchpantschereien tamen gelegentlich der Verhandlung gegen den um ihre ihr von Ihnen entrissene Ehre wieder herzustellen. t. Hoflieferanten, Moltereibejizer Ostar Meyer ans Tages Prinzessin Stephanie." licht. Meyer hatte sich wegen eines fortgesetten Vergehens wider § 12, 1 des Nahrungsmittel- Gesezes zu verantworten. Durch zahlreiche Beugen, die früher bei Meyer beschäftigt waren, wurde nachgewiesen, Peips Taschen- Atlas über alle Teile der Erde in 36 Haupt- und daß der Herr Hoflieferant seit Jahren die Milch in einer geradezu ge- 70 Nebenkarten. Mit geographisch- statistischen Notizen von Otto Weber. eingefährlichen Weise verpanschte; so wurde fonstatiert, daß Meyer Gebunden 2,50 M. Stuttgart, Deutsche Berlagsanstalt. Man fann sich mit diesem Atlas über geographische, geschichtliche und wiederholt nicht nur reines, sondern auch ich muziges Wasser Mit Vorliebe verwendete er zur statistische Fragen schnell orientieren. Dabei hat er nur die Größe eines der Milch zugegoffen hatte. Fabrikation" von„ Bollmilch" schmutziges Wasser aus einem Bottich, handlichen Notizbuchs, bietet aber ein umfassendes Kartenmaterial des Inin der Viehtrant angerichtet wurde und in dem sich die Mägde und Auslandes, nebst den Plänen der wichtigsten Städte. Die Karten und Hände und Füße wuschen! Auch die Kindermilch, die Kärtchen sind von großer Sauberkeit und Klarheit. Mustergültig ist die Benuzung der Farben und Schattierungen: Die Einzelheiten sowohl als Meher zum Preise von 30-40 Pf. verkaufte, wurde von dem sauberen bas allgemeine kartographische Bild treten anschaulich hervor. Die Tabellen Hoflieferanten mit diesen schmutzigen Wasser vermischt. Der Sach- und Notizen sind reichhaltig und zuverlässig. Sturz, es handelt sich in diesem verständige Prof. Sech leth deponierte, daß die von Mayer mit Taschenatlas um ein praktisches und zeitgemäßes Wert. Es umfaßt alle Aus Schmargendorf. Im Schmargendorfer Schul- schmutzigem Wasser verfälschte Milch gesundheitsschädlich, für Kinder Erdteile, alle Länder und bietet von Deutschland allein gegen 20 Starten palast, der erst im Jahre 1902 erbaut ist, find wegen Einsturz- geradezu gefährlich hätte sein können. Der Staatsanwalt brand- und Nebentarten. gefahr bereits wieder einige Klassen geräumt worden. Es müssen markte mit scharfen Worten das gemeingefährliche Treiben des Herrn Fortschritt, socialer. Hefte und Flugschriften für Volkswirtschaft und nunmehr fämtliche Deden herausgerissen werden. Die Er- Hoflieferanten und beantragte in Rücksicht auf die schamlose, von Socialpolitit. Heft 21: Pfannkuche, Pastor Dr.: Freie öffentliche BiblioHeft 22: Ostwald, Hans: Die deutschen neuerungsarbeiten hat man dem Unternehmer für Kleinesche Decken, niedriger Gewinnsucht diftierte Gemeinheit, 1 Jahr 6 Monat Ge- theken und Lesehallen. Heft 23: Schreiber, Adele: Settlements. Ein Weg zum Herrn Regierungsbaumeister Stapf, übertragen. fängnis, 5 Jahr Ehrverlust und sofortige Verhaftung. Das Urteil Herbergen. socialen Verständnis. Heft 24: Damaschke, A.: Alkohol und BoltsAm Montag wurde der am 22. August mit vier Stimmen lautete auf 1 Jahr Gefängnis, 3 Jahre Ehrverlust, Urteils- schule. Der Lehrer und die sociale Frage. Heft 25: Welezeck, A. v.: " gewählte" Gemeindeverordnete der ersten Klasse Baumeister publikation in drei Zeitungen und sofortige Verhaftung. Die deutsche Frau in der öffentlichen Armen- und Waisenpflege. Auf Redank in die Gemeindevertretung eingeführt. Mit ihm hat Grund der vom Verband Fortschrittlicher Frauenvereine veranstalteten Umdie Handelsgesellschaft für Grundbesit. frage. Heft 26: Hoffmann, Mag, mit Geleitwort von Heinrich Sohnrey: Ländliche Wohlfahrtspflege. die welche hier Terrainspekulation im großen a Heft 15 Ps. Leipzig, Felig Dietrich. einen Vertreter ins rote Haus delegiert. Zwar betonte der Herr in einer Art Programmrede ausdrücklichst, daß er nicht, um die geschäftlichen Sonderinteressen seiner Gesellschaft zu vertreten, sich habe wählen lassen, plauderte dann aber nach Herausstreichung der angeblichen Verdienste der Spekulationsgesellschaft um die Entwicklung des Drtes aus, Der Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer hielt am dieselbe über durch ihn die Borgänge in der Mittwoch, den 21. September, bei Dräsel eine MitgliederversammGemeindevertretung und Gemeindeverwaltung informiert zu lung ab, welche sich hauptsächlich mit den am 16. Oftober stattsein wünsche, da sie von den ihr nahestehenden Herren in der findenden Gewerbegerichtswahlen beschäftigte. In der Diskussion Gemeindevertretung bisher keine genügende Information erhalten wurde das Verhalten der Gewerkschaftsfommission einer herben habe. Ob wohl der Angestellte mit dem Gemeindevertreter in Konflikt Kritik unterzogen und plädierten sämtliche Redner für Wahlbeteiligung. Den Beschluß des Gewerkschaftskartells machte sich die Die hiesige Gemeinbelassen Rechnung für 1908 weist Versammlung einstimmig zu eigen, sie stellte als Standidaten Heinrich einen Ueberschuß von 2496,85 M. auf. Die ordentlichen und außer- Mete und Wilhelm Hadstein auf. Hierauf wurden noch ordentlichen Einnahmen betrugen 271 460,12 M., die Ausgaben verschiedene Mißstände von den Bauten besprochen. 268 963,27 M.; damit ist auch das 43 722 W. Betragende gewaltige Bereinigung der Maler, Lackierer usw.( Filiale Charlottenburg). In der am 22. d. M. abgehaltenen Versammlung wurde der Bericht Deficit vom Vorjahre aus der Welt geschafft. Schmargendorf hat seiner Zeit einen Vertrag mit der Straßen- bom hiesigen Gewerbegericht durch Beisitzer Matte gegeben. Die bahn abgeschlossen, in welchem auch die Abonnementspreise Alagen von Arbeitgebern gegen Arbeitnehmer sind von 22 im Vorfür Monatstarten festgesetzt worden sind. Auf eine jahre auf 41 gestiegen, die von Arbeitnehmern gegen Arbeitgeber Anfrage des Gemeindevorstehers, ob etwa die in Aussicht von 897 auf 916 und die von Arbeitern gegen Arbeiter geführten genommene allgemeine Abonnementserhöhung sich auf unfren Klagen von 5 auf 10 im Berichtsjahre. 42 Fälle, in denen Berufs-. westlichen Vorort erstrecken foll, ist der unflare Bescheid follegen flagten, sind gegen 34 im Vorjahre zu vermerken. Als eingegangen, daß für fürzere Strecken durch Beibehaltung Einigungsamt wurde das Gewerbegericht im Berichtsjahre 1903/04 Wafferstand am 26. September. Ibe bei Ausfig 0,56 Meter, bei der bisherigen Preise eine Vergünstigung gewährt" werden solle nicht angerufen. Nachdem über den Bericht genügend diskutiert war, Dresden 1,99 Meter, bei Magdeburg+0,20 Meter. Unstrut bei und die Erhöhung nur für größere Strecken in Betracht komme. erstattete nunmehr Tatusch Bericht über den städtischen Arbeits- Straußfurt+0,65 Meter.Dder bei Ratibor+ 1,14 Meter, bei Breslan 1,50 Meter, bei Hoffentlich wird etwaigen Gelüsten der Großen Berliner" resp. nachweis. Aus demselben war zu entnehmen, daß die Inanspruch- Ober- Begel+4,78 Meter, bei Breslau Unter Begel Weichsel bei Brahemünde+3,55 Meter.. ihrer Tochtergesellschaft, der Westlichen Berliner Vorortbahn, durch nahme des Arbeitsnachweises namentlich von seiten der Arbeit- Frankfurt 0,63 Meter. Berufung auf den Bertrag ein kräftiger Riegel vorgeschoben. daß tommen wird? Gerichts- Zeitung. betreibt, Der Erpressungsprozeß gegen den Klempner Gustav Dießner hat gestern mit der Freisprechung des Angeklagten geendet. Wir werden über den interessanten Vorfall morgen einen eingehenden Bericht bringen. Verfammlungen. Die Entwicklung des deutschen Wirtschaftslebens im 19. Jahr. hundert. Fünf Vorträge von Professor Dr. Ludwig Bohle in Frank furt a. M.( Aus Natur und Geisteswelt". Sammlung wissenschaftlich gemeinverständlicher Darstellungen aus allen Gebieten des Wissens. 57. Bändchen.) Berlag von B. G. Teubner in Leipzig.( VI u. 132 6.) 8. Preis geh. 1, M., geschmackvoll geb. 1,25. M. William Godwin. Das Eigentum. Preis 1,50 m., geb. 1,90 m. Reipzig 1904. C. 2. Hirschfeld. Im Zeichen der Forschungsreisen. Berlin 1904. Verlag von Franz Wunder, Kreuzbergstr. 3. Driesmans, H.: Menschenreform und Bodenreform. Preis 1,50 M. Leipzig, Felix Dietrich. T. A. Bendrat. Marktpreise von Berlin am 26. September. Nach Ermittelungen des tgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Centner: Weizen**), gute Sorte 17,60-00,00 M., mittel 00,00-00,00 R., geringe 00,00-00,00 2. Roggen**), gute Sorte 13,85-00,00., mittel 00,00-00,00 9., geringe 00,00-00,00 M. Futtergerste*), gute Sorte 15,60-14,70 W., mittel 14,60 bis 13,80 m., geringe 13,70-12,90 M. Hafer), gute Sorte 16,50-15,70., mittel 15,60-14,00 R., geringe 14,80-14,10 9. Erbfen, gelbe, zum Stocheir 40,00-28,00 m. Speisebohnen, weiße 50,00-25,00 M. Linjen 60,00-25,00 M. Kartoffeln 11,00-7,00 M. Richtftroh 0,00-0,00 m. Heu 0,00-0,00 M. Für 1 Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Eier per Schod 4,00-3,00. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Warthe bei Bosen. S 0,16 Meter. Neze bei Usch+0,34 Meter. Witterungsübersicht vom 27. September 1904, morgens 8 Uhr. Barometerstand mm Windrichtung Windstarte Better Temp. n. C. 5°. 4° R. Stationen Barometer Wind richtung Windstärke Better Temp. n. T. nehmer von Jahr zu Jahr zunimmt. Flemming wünscht, daß der jährlich gedrudte Thätigkeitsbericht an die Vorstände der einzelnen Gewerkschaften zur unentgeltlichen Verfügung gestellt werden möge, denn dieses könne sich die reiche Stadt Charlottenburg gewiß leiften. Ta tusch bittet, diese Anregung der Gewerkschaftsfommission zu überweisen; jedenfalls glaube er, daß dieser Wunsch Stattonen von seiten der Deputation erfüllt werden wird. Die hierauf von In dem Prozesse gegen den Bankier Fritz Meyer wegen Ver- Matte gegebene Abrechnung vom Sommerfest schloß mit einem brechens und Bergehens gegen das Depotgefes fanden gestern die Ueberschuß von 6,05 m. ab. Den Schluß bildete eine rege AusPlaidoyers statt. Staatsanwalt 2 angen beantragte auf Grund sprache über die Zustände in der Werkstelle von Birkle und Thomer Samburg 765 SH der Beweisaufnahme in den vier Fällen, die als Verbrechen in Charlottenburg, Wielandstraße. Berlin 765 N gegen das Depotgesetz angesehen worden waren, die Freisprechung Frantj.a.M. 765 ND des Angeklagten, da nicht nachgewiesen worden sei, daß dieser zur München 764 23 Zeit, als er die in Frage stehenden Effekten Tombardierte, bereits Wien 764 Still das Bewußtsein seiner Ueberschuldung gehabt hat. Ebenso schied Wetter- Prognose für Mittwoch, den 28. September 1904. der Staatsanwalt die Fälle aus, in denen es sich um Depots Neber die Betrugsaffaire des Grafen" Wedell wird aus Leipzig Teils heiter, teils nebelig, nachts etwas fühler, um mittag ziemlich von Verwandten des Angeklagten handelte, da in diesen Fällen geschrieben: Durch die raffinierte Erschwindelung von 24 000 M. in warm bei schwachen nordöstlichen Winden; feine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. der Angeklagte wohl der lleberzeugung sein konnte, daß ihm Wertpapieren durch den angeblichen Grafen Otto v. Wedell aus Verantw, Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Vermischtes. 11 1 bedeckt 13 1wolfig woltent 7 Swinemde. 764 23 1 wolfig 8 12 Haparanda 771 DSD 2bedeďt Nebel 9 Petersburg 772 S 1 mollig 12 Cort 2Nebel 9 Aberdeen 760 SS 1 bedeckt 11 Baris 764 Still Regen 15 Nr. 228. 21. Jahrgang. dem es u. a. heißt: 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 28. September 1904. M Kulturwelt, insbesondere auch in unserm Nachbarlande Frankreich Klage irgend welche Motive reaktionär partikularistischer Art zu Die Kriegsbriefe des Generals v. Kretschman vor gemacht haben. Es sollte damit dargethan werden, welche de Grunde lägen. Das set ganz ausgeschloffent. Was die Personalien moralisierende Wirkung der Krieg habe und in welche un anlange, so sei es richtig, daß die Division sich zur Stellung eines Gericht. würdige Stellung hierbei schließlich der Mensch zum Menschen Strafantrages nicht für befugt gehalten habe. Ebenso sei es richtig, S. u. H. Mainz, 26. September. komme. Ich brauche nicht darauf hinzuweisen, daß dem Werke auch daß die Staatsanwaltschaft in Berlin gegen Lily Braun ErWir haben gestern bereits über den Beginn des vor dem eine antinationale Tendenz zu Grunde liegt, denn die mittelungen angestellt habe. Doch sei nicht richtig, daß eine StrafMainzer Landgericht verhandelten Prozesses berichtet und teilen feiner Heeresmacht etwas anzuhängen. Nun ist ja das Buch nicht daß gegen Lily Braun noch gerichtlich vor. Kretschman- Briefe boten wieder die Gelegenheit, Deutschland und verfolgung abgelehnt fei. Vielmehr bestehe die Aussicht, ergänzend noch folgendes mit: Bunächst gelangte der inkriminierte Artikel zur Verlesung, in als eine hervorragende Persönlichkeit hingestellt, und das wird er ja es vollkommen, daß er nicht erweislich wahre Thatsachen behauptet ohne Geschick verfaßt. Der verstorbene General v. Kretschman wird gegangen werde. Für die Bestrafung des Angeklagten genüge Ani 31. März 1899 starb in Berlin der General der Infanterie, viel Vertrauen geschenkt und ihm manches mitgeteilt worden sein, Dokumente feien nur insofern zu verwenden, als sie keine Beauch wohl gewesen sein. Einem solchen Manne wird naturgemäß habe, durch die sich verschiedene Personen verlegt fühlten. Historische Hans v. Kretschman. Aus den Kriegsbriefen an seine Gattin, die jezt von seiner Tochter, unsrer Parteigenossin Lily Braun, heraus- was er als eine zutreffende Information ansehen konnte. Allein leidigungen enthielten. gegeben worden sind, würde man den ganzen Menschen erkennen, dabei ist doch darauf zu verweisen, welchen geringen Wert Nach etwa halbstündiger Beratung verkündete der Vorsitzende, selbst dann, wenn die Herausgeberin ihn nicht in einem biographischen solche Informationen im Laufe eines Krieges meist haben, Landgerichtsdirektor Obenauer, folgendes Urteil: Vorwort ausführlich geschildert hätte: Ein Mann, ganz in den man weiß im vorliegenden Falle absolut nicht, ob sie" Der Angeklagte Döller wird wegen Beleidigung nach§§ 185, Traditionen des preußischen Offizierſtandes auferzogen, starr im von einem Freunde oder Feinde des hessischen Truppenteils 186 und 200 bes Strafgesetzbuches zu einer Geldstrafe von 100 m. Glauben an die chriftliche Lehre und an das politische Dogma des ausgegangen sind. Wir wissen auch nicht, ob Herr v. Kretschman eventuell 20 Tagen Haft und zu den Kosten des Verfahrens verMonarchismus, aber innerhalb der Sittenbegriffe seiner Gesellvielleicht geneigt war, von den süddeutschen Truppenteilen urteilt. Den Beleidigten wird die Publikationsbefugnis des Urteils schaft von starken ethischen Gefühlen erfüllt, vielleicht auch schaft von starken ethischen Gefühlen erfüllt, vielleicht auch etwas Schlechtes zu glauben, jedenfalls war seine Information in der Mainzer Boltszeitung", der Darmstädter Zeitung" und dent ein verdorbener Dichter, gewiß ein vortrefflicher Stilist, Soldat im vorliegenden Falle keine zuverlässige. Aber es ist ihm zuzu- Hessischen Kameraden" zuerkannt. Außerdem wird auf Vernichtung mit Leib und Seele. dabei ein wirklich beredter Bewunderer der gestehen, daß der hinausziehende Offizier, wenn er die Vorgänge in der vorhandenen Platten, Formen 2c. erkannt. In der Begründung Natur, ein liebevoller Gatte und Vater, sicher ein harter Feind einem Kriege den Zurückgebliebenen schildert, manche Dinge im ersten wird ausgeführt: Augenblick anders auffaßt und beurteilt, und daß er die Briefe an moderner Geiftesrichtungen, und dabei doch nichts weniger als ein seine Gattin gerichtet hat, die die Gefühle kennen lernen sollte, die Er war es auch schon damals nicht, als er die Bitterkeit eines ihn im Moment bewegten. antvillkommenen Abschiedes noch nicht gefühlt hatte. bfinder Sänger vor dem Throne. der General v. Kretschman a. D.! zu Sie haben mir gelegentlich den Wunsch geäußert, Ihnen fagen, wenn der Moment gekommen, um aus eignem Entschluß den Abschied nehmen zu können. Ihr fehr ergebener v. Hahnke. Herr v. Kretschman war in Ungnade gefallen. Am Ostersonntag 1899 wurde er ohne Sang und Klang begraben. und Bei der Strafabmessung ist zu berücksichtigen die bisherige Under Briefe, weil es Privatbriefe waren, nicht auf seine Richtigkeit bestraftheit des Angeklagten und die Thatsache, daß er den Inhalt hin nachprüfen konnte. Der Staatsanwalt beantragt demgemäß eine Geldstrafe von 100 m. ihres Vaters, des Generals von Kretschman, haben seinerzeit großes Das Buch von Lily Braun und die darin enthaltenen Kriegsbriefe Aufsehen erregt und sein Inhalt ist überall lebhaft kommentiert worden. Es tann hier nicht der Drt sein, über die Briefe ein Urteil Seine Biographie erzählt aus seinem Leben recht merkwürdige zwei Säge, die in dem inkriminierten Artikel verwendet worden find. abzugeben. Es handelt sich für das Gericht vielmehr nur um die Einzelheiten. Im Kaisermanöver 1887 hatte er eine Armee zu Dabei muß in Betracht gezogen werden, daß der General fich zur führen. Sein Gegner war Prinz Wilhelm. Als guter Soldat sah er in ihm nicht den Fürsten, nicht den Thronerben, sondern nur den Zeit ihrer Niederschrift in der hervorragenden Stellung eines Armees Gegner, den zu besiegen er allen Scharfsinn anzustrengen hatte. Und Die Sensation, die mit dem gegenwärtigen Prozeß von manchen Säge ist nun festgestellt, daß furz nach dem Fall von Mez die Armee Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Loeb, führte aus: corpsführers befand. In Bezug auf die hier niedergeschriebenen er besiegte ihn." Bald darauf avancierte er zum Divisions- Seiten verknüpft wurde, ist ausgeblieben, und man fonnte annehmen, des Prinzen Friedrich Karl in Gilmärschen nach der Loire rückte, tommandeur in Münster. Im Jahre 1889... war wieder Kaisermanöver, jetzt unter daß die Staatsanwaltschaft sich mit der nüchternen Feststellung der und daß zu diesen Truppen auch die Großherzoglich Hessische Wilhelm II. und in Westfalen. Mein Vater sprach sich über Der Staatsanwalt hat jedoch weiter ausgeholt und eine politische beffische Truppe die 2. Compagnie des 1. Heffischen Jägerbataillons Mein Vater sprach sich über unrichtigkeit der erhobenen Beschuldigungen genügen lassen würde. 25. Division gehörte. Auf diesem Vormarsche wurde als einzige mancherlei Neuerungen, besonders über die Entfaltung großer Rede gehalten. Dabei hat er ausgeführt, baß die Kretschman- als Seitendetachement nach Sens gelegt. Sonstige hessische Truppen Kavalleriemassen, aus und fuhr einen höheren Offizier, der ihn über Briefe in der breiten Deffentlichkeit sehr eingehend erörtert worden sind auf diesem Vormarsche nicht nach Sens gelegt worden, zeugen wollte, daß er geschlagen sei, während er sicher war, mit seien. dem Feuer seiner Infanterie den Gegner in Grund und Boden ge- ich aber in der ganzen deutschen Presse, selbst der strengnationalen, durch die Beweisaufnahme festgestellt, daß fich Ferner ist Ein solches Urteil über sie, wie er es hier gefällt hat, habe wie durch die Beweisaufnahme festgestellt ist. die vom schoffen zu haben, sehr unsanft an." Einige Monate darauf war nicht gefunden, mit Ausnahme vielleicht der sogenannten„ Krieger- 12. zum 13. November in Sens liegende hessische Truppe durchaus Am 10. Januar 1890 bekam der General nämlich folgendes Standpunkt gestellt, daß es sich bei diesem Kriegstagebuch um ein benommen hat, sich auch die Einwohner ihnen gegenüber freundlich vereinspresse". Man hat sich vielmehr ganz allgemein auf den tadellos gegen ihre Quartierwirte und die Bewohner der Stadt Briefchen aus dem geheimen Militärkabinett des Kaisers: Werk handelte, wie es etwa Bismarcks Gedanken und Erinnerungen" gezeigt haben. Da andre hessische Truppen den Ort nicht passiert Verehrteste Excellenz! oder Stoschs Kriegsgeschichte ist. Es ist unbedingt nötig, daß die haben, so ist also das, was darüber in den Briefen des Generals historische Forschung eingreift, und zu diesem Zwecke wurde auch b. Kretschman steht, objettib bollständig unwahr. nur das Braunsche Buch geschaffent. So sagt u. a. Pfarrer Wie der Briefschreiber zu dieser seiner Behauptung gekommen Naumann von ihm, er halte es für ein Verdienst der Frau ist, konnte nicht festgestellt werden. Er ist tot, und es war ferner Ich glaube Ihnen daher mitteilen zu sollen, daß der Kaiser Lily Braun, daß sie die Briefe ihres Vaters veröffentlicht habe. Rücksicht darauf zu nehmen, daß es sich um Privatbriefe handelt, Heute bei seinen Dispositionen über das fortschreitende Avancement Nur aus solchen unmittelbaren Zeugnissen derer, die mitten deren Veröffentlichung der General nicht gewollt hat und deren in der Armee und über die Besetzung der Armeecorps zum im Getriebe des Feldzuges gestanden haben, entsteht die wirkliche infriminierte Stellen er später sicher ausgemerzt haben würde. 1. April d. J., welche Mitte März bekannt werden sollen, Sie Geschichte. Nicht als ob jedes Wort des Herrn v. Kretschman die( Gegenüber dieser Aeußerung ist daran zu erinnern, daß sie auf die nicht zum kommandierenden General in Aussicht genommen hat, legte und endgültige Wahrheit sein müßte! Das, was man der von unsrer Genoffin Lily Braun als univahr festgestellte Behauptung auch eine anderweitige Verwendung für Sie nicht bevorsteht. Herausgeberin zum Vorwurf macht, ist, daß durch die unverhüllten eines Neffen des verstorbenen Generals zurückzuführen ist. D. Red.) Da ich weiß, wie schwer jedem von uns, nach langjähriger Schärfen des privaten Urteils die große Voltslegende vom un- Die Truppe ist dann wiederum nach Sens gekommen, im Märg 1871. Dienstzeit, der Entschluß wird, aus dem Dienst zu ſcheiden, so übertrefflichen Charakter der damaligen deutschen Armee gestört wird. Man hat sich damals ihrer noch lebhaft erinnert und keinerlei Klagen tönnen Sie fich denken, daß es mir nicht leicht ist, Ihnen oben Richtig ist, daß solche Störung vorliegt, es fragt sich nur, ob das darüber geführt, daß irgend welche Ausschreitungen vorgekommen stehendes mitzuteilen; indes haben Sie selbst gewünscht, nicht auf ein Schade ist. Mit andern Worten: Braucht unser Wolf eine sind. Es fann nun darüber kein Zweifel herrschen, daß das, was dem dienstlichen Wege oder durch umgehung durch Hinterleute zu nationale Sage feiner Reichsgründungsperiode? Sobald man die den Heffen in den Briefen vorgeworfen wird, die schwerste Beeinem Entschluß für die Zukunft gedrängt zu werden. Frage so stellt, verliert das vorliegende Buch seine besondere An- leidigung ist, die überhaupt einem ehrliebenden Soldaten vorIn alter Verehrung zeichne ich als stößigkeit, denn dann rückt es in eine Reihe mit allen den Ver- geworfen werden kann, nämlich die Ausplünderung einer Stadt von öffentlichungen, die mit dem Tagebuche Kaiser Friedrich& 13 000 Einwohnern, die Ermordung eines Bürgers durch einen beginnen, und gu denen Bismarck selbst den Haupt Stabsoffizier 2c. Für das Gericht besteht mithin fein Zweifel, beitrag geliefert hat. Die Briefe sind mit seltenem Fleiß und seltener daß der Strafantrag von den richtigen Personen gestellt worden ist, Umsicht von Herrn v. Kretschman, zum Teil unter den widrigsten denn nur sie sind gemeint mit den Hessen, die damals Wie gesagt, derlei Erfahrungen lagen noch vor ihm, als Herr Umständen und immer angesichts des nahen Todes an feine Gattin in Sens waren. Weiter besteht kein Zweifel darüber, daß b. Kretschman aus den böhmischen und französischen Schlachtfeldern geschrieben worden. Sie tragen den Charakter absolutester Wahr- der Angeklagte für den Artikel verantwortlich ist und Briefe an seine Gattin schrieb. haftigkeit an sich und darum sind sie unbedingt ein ganz hoch- daß ihm auch das Bewußtsein der beleidigenden Natur von Kretschman machte den Feldzug gegen Frankreich von bedeutsames historisches Material. Nun meinte der Herr Staats- desselben nicht gefehlt hat. Der Angeklagte war deshalb wegen den Wunden des 66er Krieges geheilt als Major im Generalstab anwalt, das Buch der Frau Braun sei eine Tendenzschrift übler Nachrede zu bestrafen. Dabei ist berücksichtigt worden, daß er des dritten Armeecorps mit. Am 12. November meldete er aus gegen den Krieg. Nun, auch für eine solche Schrift braucht selbst Informationen in Sens eingezogen und daran anschließend Troyes die angedrohte oder vollzogene Niederbrennung einiger man historisches Material, und sollte jemand, der für die Friedens eine Erklärung abgegeben hat, um die Zurücknahme des Strafwiderspenstiger Ortschaften, ohne fonderliche Gemütsbewegung, propaganda eintritt, nicht das Recht haben, auch die Schattenseiten antrages zu erreichen. Auf der andren Seite ist zu berücksichtigen, wie es scheint. Und am 15. November schreibt er aus Theil: bes Krieges zu zeigen? Ist die Friedenstendenz nicht eine sehr an- daß die Publikation in der Mainzer Volkszeitung" erfolgte, um die Db wir morgen hier bleiben, ist noch unbestimmt. Sens, ein ständige? Und obgleich hier die Tendenz keine Rolle spielt, so Sache für Hessen recht sensationell zu gestalten, und daß die BeDrt von 11 000 Einwohnern, ist schon von den Hessen total aus- sage ich doch, daß der Angeklagte entschieden die bessere Tendenz schuldigungen gegenüber einem Truppenteile der Armee erhoben geplündert worden. Da wollen wir nicht hingehen." verfolgte. worden sind. Es müßte also eigentlich eine Freiheitsstrafe eintreten. Und Tags darauf doch aus Sens: Es ist dann gesagt worden, der Angeklagte hätte sich vor Augen Allein schon mit Rücksicht auf die mildernden Umstände, die der halten müssen, daß durch seine Veröffentlichung die Armee herab- Staatsanwalt bereits angeführt hat, ist das Gericht nur zu einer gesetzt werde. Ich habe vorhin auf die Stosch- Memoiren hingewiesen. Geldstrafe, und damit zu obigem Urteil gekommen." Wie wir hören, Es gehört die ganze gesteigerte Empfindlichkeit einzelner Personen wird gegen das Urteil Revision eingelegt werden. dazu, um eine solche Absicht herauszufinden. von Stosch, der eine Beitlang als zukünftiger Reichskanzler angesehen wurde, schreibt unter dem 17. Dezember 71 ut. a.: Er habe soeben einen Brief von Gustav Freytag erhalten, der sich entrüstet über das„ Netten und B. Pseudonym. Senden Sie, bitte, zur Prüfung ein. Rollen" äußere, das im Anschluß an die Meldungen von dem baldigen A. M. Seien Sie nur unbesorgt, wir werden schon mit dem Schrefer Abmarsch im Lager zu bemerken set. Der Diebstahl ist organisiert fertig werden. Juriftifcher Teil. und jetzt nimmt er die Sache schon im Heere, so heißt es dann weiter. Ich selber habe geholfen, Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends mehr von der humoristischen Seite an seine Frau: Sebres- Porzellan in Sicherheit zu bringen, als die Granaten in von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Sevres( Porzellan) und Spizen kann ich Dir nicht erobern. In St. Cloud einschlugen." Der General v. Kirchbach habe sich die Gramenz. Der Gemeindevertreter, dessen Wahl von der Gemeinde unsern Reihen herrscht die Tugend." besten Sachen ausgesucht und nach Hause schicken lassen. Manche für gültig erklärt und der als Gemeindevertreter eingeführt ist, bleibt so Bei den Bayern suchte er aber diese Enthaltsamkeit vergebens. Serts zögen überladen mit Beute davon, der Eigentumsbegriff lange als Gemeindevertreter thätig, bis seine Wahl rechtskräftig auf erAm 12. Dezember schreibt er aus Meung: schwinde notgedrungen; mit faltem Blute verfüge man über fremdes fichtlich, ist die von Ihnen geschilderte Beschäftigungszeit mit dem Gesek, hobene Klage hin für ungültig erachtet wird. Von den Bayern kannst Du Dir schwer einen Begriff machen. Eigentum mit dem frivolen Bemerken:" Es ist unsre Pflicht, die beziehentlich der Bundesrats- Verordnung unvereinbar. Abhilfe ist durch In Trupps zu Dreien und Sechsen bedecken sie die Landstraße, Sterls arm zu machen!" usw. Also das, was v. Kretschman an- die Gewerkschaft und den Gewerbe- Inspektor möglich. 20. 200. Nein. haben die Truppen verlassen, die Gewehre zum Teil weggeworfen deutet, deckt sich durchaus mit dem, was Stosch schreibt. Wer aber Strausberg 75. 1. Das ist möglich. 2. Die Höhe der Invalidenrente plündernd ziehen sie nach Hause... Die Offiziere sind als wollte Stosch solche Vorwürfe machen, wie sie hier von Kretschman hängt von der Anzahl und Höhe der Klebemarken ab. 3. Invalidenrente solche nicht wiederzuerkennen. Jetzt wird die ganze Bande nach gemacht worden sind? Indem er daher einmal die Absicht, zu be- erhalten Sie, wenn dargethan wird, daß Sie im Sinne des InvalidenOrleans genommen, um sie ein wenig zu retablieren." leidigen und zum audren das Bewußtsein der Beleidigung bestreite, perficherungsgesetzes invalide find( das heißt nur zu einem Drittel erwerbs. fähig find). Stellen Sie den Antrag bei der Versicherungsanstalt. 4. Uns Der Artikel schließt mit der Bemerkung, daß solche Auslassungen bestreite er ferner die Berechtigung der Klage aus nicht bekannt. 23. M. 50. Ihr Vater kann ohne Beihilfe Berufung aus solchem Munde der Propaganda für den Frieden ganz wesentlich folgendem Grunde: Nach dem Erscheinen des Artikels habe die einlegen, eventuell wende er sich an das Arbeitersekretariat Engel- Bfer 15. Borschub leisten müßten. Anklagebehörde geglaubt, daß die hessische Division als solche sich P. 2. 100. Liegt Gewerbebetrieb vor, so muß diefer angemeldet Der Angeklagte gab an, daß ihm jede Absicht einer Be- beleidigt fühlen und das Kommando Strafantrag stellen würde. werden. Werden zum Selbstkostenpreis mal Cigarren verkauft oder gelegentTeidigung der hessischen Krieger ferngelegen habe. Er habe sich im Dies jei jedoch nicht geschehen und ebenso habe man in Berlin lich auch darüber hinaus, so liegt noch kein Gewerbebetrieb vor. guten Glauben befunden und sei dann, als die Redaktion Zweifel ein Vorgehen gegen 2ilh Braun abgelehnt, 4. 1. Mein. 2. Ja. 5. J. 40. Sie müssen auf Aufhebung des Ver an der Richtigkeit der in dem Buche aufgestellten Behauptungen zu obgleich alles versucht worden sei, unt sie wegen ihres trages und Schadensersatz flagen. Wie hoch der Schaden ist, ist vom Gericht unter Würdigung aller Umstände nach freiem Ermessen festzulegen. Db Hegen begann, sofort mit einer Erklärung hervorgetreten, daß er die Buches zu faffen. Da fei un die Frage die, ob Veröffentlichung bedanere. In der Folge sind dann noch von der verabschiedete Offiziere des betreffenden Truppenteils fich beleidigt Ihre Rechnung als zutreffend anerkannt werden wird, läßt sich nicht voraussagen. H. 11. 14. Der Vertragspassus genügt. P. P., Eberswalde. Redaktion der Mainzer Volkszeitung" Ermittelungen in Sens an- fühlen konnten und ob eine Kollektivbeleidigung vorliege, In dieser Soweit Ihre Darstellung, die den Testamentswortlaut nicht enthält, ersehen gestellt worden, die ergeben haben, daß für die von Herrn von Beziehung genüge es seines Erachtens nicht, daß von hessischen läßt, find die Festsetzungen des Testaments unwiderruflich. 2. 100. Kretschman mitgeteilten Dinge ein andrer als der hessische Truppen- Bundesbrüdern" gesprochen werde, ebensowenig wie es zu einer Legen Sie Beschwerde beim Amtsgericht ein. Bielleicht hat diese, soweit die A. G. Sie können ein Attest bei teil in Betracht kommt. Anklage ausreiche, wenn jemand behaupte, die deutschen Soldaten Taschenuhr in Frage kommt, Erfolg. bringen: der Militärarzt kann den Inhalt berücksichtigen, ist dazu aber nicht Hierauf wurde in die Zeugenvernehmung eingetreten. Zunächst hätten Pendulen gestohlen. berpflichtet. 21. Das Retentionsrecht steht dem Wirt an allen der erschien Oberstlieutenant a. D. Balser aus Darmstadt, der im Kriege Schließlich sei auch noch zu fragen, ob eine gerichtliche VerPfändung unterworfenen Sachen zu. Sind die bezeichneten Möbel unent 1870/71 Compagniechef des 2. hessischen Jägerbataillons war. Er handlung der geeignete Weg fei, um unrichtige historische Ab- behrliche, so lagen Sie beim Amtsgericht auf Anerkennung, daß diese Möbel befundet ebenso wie die folgenden Beugen Major a. D. Bickel, handlungen richtig zu stellen und ob es denn nicht möglich der Retention nicht unterliegen. 1135. Das Amtsgericht ist zuständig. gegenwärtig Gefängnisdirektor in Meh, Oberzahlmeister Dorn in fei, daß nach dem Besuch der Hessen in Sens noch 2. R. 100. Für die Klage wäre das Amtsgericht zuständig, der Erfolg Mainz und der Großherzogl. Pfandmeister Gustav Schauermann in etwas geschehen sei. Man wisse ja, wie es bei Requisitionen der Klage ist ein zweifelhafter, well Ihrem Verwandten der schwierige Mainz, daß ihnen von Ausschreitungen der Hessischen Truppen nichts zugehe und daß da manchmal zu weit gegangen werde. Der An- Beweis des civilrechtlichen Betrugs obliegt. Eine Abtretung oder dergleichen wäre zwecklos. bekannt geworden sei. Mit der Verne mung der genannten Personen geklagte habe zudem inzwischen die Erklärung abgegeben, daß der J. W. 59. 1. Die Möglichkeit einer Freisprechung liegt bor. 2. und 3. Nein. 4. Sie können geltend machen, daß Sie sich vers war die Beweisaufnahme geschlossen. hessische Truppenteil von ihm nicht gemeint sei pflichtet hielten, Ihre Angaben zu machen. 5. Auf Antrag kann die Gerichts. Es folgte dann das Plaidoyer des Staatsanwalts: Die angestellten Ermittelungen hätten weiter zur Folge gehabt, faffe Abzahlungen gestatten. 6. Das Strafgesebbuch tönnen Sie in jeder Es ist nicht nur bewiesen worden, daß die aufgestellten Be- daß Lish Braun den Brief ihres Vaters vom 16. November in der öffentlichen Lesehalle einsehen. Herrn M. Dadurch, daß Sie das Opfer Hauptungen jeder thatsächlichen Grundlage entbehren es ist im zweiten Auflage ihres Werkes fortgelassen habe. Damit hätte man einer Personenverwechselung, ist Ihre Ehre keineswegs berührt. Es empfiehlt Gegenteil trotz der langen Zeit gelungen, festzustellen, daß kein wirklich des grausamen Spiels genug sein lassen sollen. Seines fich, von weiteren Schritten, als durchaus nuplos, Abstand zu nehmen. M. W. 5. Die Abfindungssumme ist zu Gunsten des Kindes zu ver Matel an diesem Heer und insbesondere an seinem hessischen Grachtet habe man jetzt nur noch formell zu prüfen, ob in der Truppenteil haftet, dem in den Briefen des Generals v. Kretschman Wiedergabe von zwei Beilen dieses Buches eine Beleidigung mit wenden. Der Ehemann der Mutter des außerehelichen Kindes übernimmt so schwere Vorwürfe gemacht wurden, die dann ihren Weg in die dem Bewußtsein einer Beleidigung der zwei Strafantragsteller be- biefem gegenüber feineswegs ohne weiteres Baterstelle. Ist das Kind von ihm erzeugt, jo erlangt es durch die Anerkennung dieser Thatsache die Mainzer Volkszeitung" gefunden haben. Ich brauche nicht im gangen worden sei; indem er dics verneine, bitte er um die Frei- nechte eines ehelichen, in diesem Falle hat also der Ehemann die Rechte einzelnen mehr darauf einzugehen, welchen Eindruck die Kretschman- sprechung des Angeklagten. des Baters cines chelichen Kindes. Ist das Kind nicht von ihm erzeugt, Briefe in ganz Deutschland und weit darüber hinaus in der ganzen In seiner Erwiderung beftritt der Staatsanwalt, daß der An- so gelangt er in Baterrechte und Waterpflichten dem Rinde gegenüber durch " Diesen Ort haben die hessischen Bundesbrüder in einer unglaublichen Weise mitgenommen. Ein Civilist reitet auf der Straße, zwei Offiziere nötigen ihn vom Pferde, der eine nimmt dies, der andre den Sattel. Ein Stabsoffizier will einen Schrank öffnen, der Wirt giebt vor, keinen Schlüssel zu haben, und als sein Gast den Schrank erbrechen und er es verhindern will, da schießt der Stabsoffizier den Wirt tot. Solche Dinge können einem den Krieg wirklich verLeiden." Bei derlei Dingen will der preußische Major nicht mitthun. Am 20. November schreibt er # 1 Briefkaften der Redaktion. C. 2. 100. Soweit er M. R. A. K. 001. Am| eventuell auf Schadensersatz lagen. Adoption; zur Adoption ist Zustimmung des Vormundschaftsgerichtes| Besuch werden vom Gericht als angemessen erachtet. V. F. 4. 1. Beauftragen Sie erforderlich. Ohne Vaterrechte zu erlangen fann er endlich im Ein- Ersten( im Laufe des Ersten) müssen Sie räumen. E. B. 31. Nein. einen Notar oder einen Gerichtsvollzieher. 2. Uns nicht bekannt. 3. Nach verständnis mit der Mutter und dem Vormund des Kindes, diesem seinen H. Sander. Alle Gemeinde- Angehörigen sind ohne Rücksicht darauf persönlicher fruchtloser Rücksprache mit dem betroffenen Beamten: ja. Namen erteilen. H. F. 48. Lassen Sie es auf eine Klage ankommen; steuerpflichtig, ob sie ein Grundstück befizen. 199. 1. Die Nachtlebezeit C. D. 62. In der Regel ja. M. B. 100. 1 und 2. Nein. es kann nicht eindringlich genug vor Ueberrumpelung durch zungenfertige ist berstrichen. 2. Die Rechte aus den früher geklebten Marken leben wieder F. K. Ein Widerspruch wäre erfolglos, die Hebeamme würde Recht erhalten. Reisende, welche Gegenstände aller Art anpreisen, gewarnt werden. In auf, sobald 200 Marfen neu geklebt sind. A. G. Von 12 bis 2 Uhr. E. O. 101. Nein, Sie müßten aber die Kinderlosigkeit darthun. Ihrem Falle ist es ratsam, daß Sie auf Rückgabe der Photographien G., Nowawes. Solche Gesetzesvorschrift giebt es nicht. G. 2. 28. O. B. Soweit Ihre Darstellung erkennen läßt, steht Ihnen oder Shrem flagen und das Manöver darlegen. 2. y. 3. 1904. Nein. 1. u. 2. Nein. 100 2. Ja. Droschkenkutscher. 1. u. 2. Das ist Mann in der ersten Sache ein mit Erfolg verfolgbarer Anspruch nicht zu. Carl. Der Mann haftet für die Schuld seiner Frau in Ihrem Falle nicht festzustellen. F. B. 42. Das Grundstück ist für Sie, oder wen Db Ihre Ansprüche in der Nachlaßsache durchzusehen sind, können wir nicht nicht. J. B. 51. Eine Pflicht- Fortbildungsschule besteht in Berlin leider Sie statt Ihrer Person benennen, aufzulassen, falls ein notarieller Vertrag ermessen. Haben Sie zu Ihrem Anwalt kein Zutrauen, so bevollmächtigen noch nicht, sondern soll, wie Sie aus den Berichten über die Stadt- mit dem von Ihnen beschriebenen Inhalt vorliegt. Brunnen. Für die Sie einen andern. Eine Bermittelung oder die Benennung bestimmter Anverordnetenversammlungen entnehmen konnten, erst eingerichtet werden. Db Klage, die Aussicht auf Erfolg hat, wäre das Amtsgericht zuständig. walte lehnen wir grundsätzlich ab. 2. G. 14. Ihr Bekannter könnte Ihr Sohn zum Besuch derselben verpflichtet sein wird, läßt sich erst nach M. M. 7. 7. Die Klage hätte wenig Aussicht auf Erfolg. K. S. 16. auf Rückgabe der Sachen usw. Klagen. Nach Ihrer eignen Darstellung ist Feststellung des Statuts sagen. Br. Sch. Klagen Sie, sofern nicht etwa Dem Wirt gegenüber sind Sie gebunden. Ihren Verkäufer fönnen Sie mit nicht der Arbeitgeber, sondern Ihr Bekannter schadensersahpflichtig, weil er Ihr uns nicht bekannter Vertrag dem entgegensteht, auf Gewährung von Aussicht auf Erfolg auf Schadensersatz verklagen, wenn Sie beweisen, daß den Vertrag ohne jeden Grund gebrochen hat. R. A. 3. Wegen der Wasser und Schadensersatz bei dem Amtsgericht. R.. 100. Betrug vorliegt. K. B. Wenn das Zahlungsersuchen erst nach Abschluß Schulden, die Sie in Desterreich gemacht haben, fann auch 6-20 M. für den Beistand bei der Entbindung und 1-3 M. für jeden des Vertrages erfolgt ist, so können Sie auf Erneuerung der Wohnung und hier in Deutschland Zwangsvollstreckung gegen Sie vorgenommen werden. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, 28. September. Anjang 7, Uhr: Opernhaus. Hänsel und Gretel. Coppelia. Neues königl. Opern Theater. Ein fritischer Tag. Deutsches: Kettenglieder. Berliner. Jm bunten Rod. Leffing. Der Richter von Zalamea. Westen. Gasparone. Thalia. Der Weiberkönig. Central. Der Vogelhändler. Anfang 8 Uhr: Schiller 0. ( Wallner Theater.) Johannisfeuer. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Medea. Belle- Alliance. La Peur. Deutsche Volksbühne. Die Räuber. Neues. Erdgeist. Kleines. Des Pastors Rieke. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Cafino. Mutter Gräbert. Trianon. Ihr zweiter Mann. Luisen. Der Verschwender. Metropol. Ein tolles Jahr. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Berliner Luft. Specialitäten. Palast. Vom Himmel zur Hölle. Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Im Bannkreis der Jungfrau. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTAN'S PANAS Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Mittwoch abend 8 Uhr: Johannisfeuer. Schauspiel in 4 Aften von Hermann Sudermann. Donnerstagabend 8 Uhr: John Gabriel Borkman. Freitagabend 8 Uhr: Das Heiratsnest. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater) Mittwoch abend 8 Uhr: Medea. Trauerspiel in 5 Aufzügen von Franz Grillparzer. Donnerstagabend 8 Uhr: Die Kreuzelschreiber. Freitagabend 8 Uhr: Johannisfeuer. Cirkus Schumann. Passage- Theater. Heute, Mittwoch, den 28. September, abends präcise 712 Uhr: Grande Soirée équestre. Ganz erquisites Sportprogramm. 1. a.: Fr. Dora Schumann auf dem Bollblüter Aribert. Ein Wunder d. Dressur. Derfranz. Forscher Monsieur Pernelett 40 Krokodilen mit seinen ANOPTICUM. Kleines Theater Neues Theater. Direktor Albert Schumanns neueste Friedrichstr. 165. Rosa das gelehrte Pferd! Vereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Anfang 8 Uhr. Des Pastors Rieke. ( Wangel, Durieux, v. Winterstein, Ekert.) Donnerstag: Nachtasyl. Freitag: Nachtasyl. Thalia- Theater. Erdgeist. ( Eysoldt, Steinrück, Waßmann, Licho, KayBler, Vallentin.) Donnerstag: Salome. Freitag: Minna von Barnhelm. Belle- Alliance- Theater. OOLOGISCHER Dresdenerstr. 72/73. Direttion: Kren& Schönfeld. Belle- Alliancestr. 7/8. Zi CARTEN Der Weiberkönig. Täglich ab nachmittags 4 Uhr: Militär- Konzert. Eintritt 1 M., ab 6 1hr 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Simmel zur Hölle.National- Theater Specialitäten. Herrnfeld Theater. Nur eine Nacht. Am andern Morgen. Wintergarten. Specialitäten. Neichshallen. Stettiner Sänger. Paffage- Theater. Dida. Speciali täten. Anfang 3 Uhr. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Im Bannkreis der Jungfrau. Juvalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Weinbergsweg 12a- 13b. Eröffnungs- Vorstellung: Der Troubadour. Der Eröffnungs- Termin wird noch bekannt gegeben. Deutsch- AmerikanischeS Theater. Köpnickerstr. 67. Sonnabend Gastspiel Adolf Philipp. ,, Ueber'n grossen Central- Theater 350. Heute Anfang 7, Uhr. Gastspiel der Opernfäng. Gusti Förster. TEICH." Anfang 8 Uhr. Aufführung Ende 10 Uhr 30 Min. Sonntag, 2. Okt., nachm. 3 Uhr: Der Vogelhändler. Ueber'n grossen Teich." Dberette in 3 Atten von Start Beller. Donnerstag: Tannhäuser. Familien- Dugend- Billets 40% Ermäßigung, unpersönlich, an allen Wochentagen gültig, werden jetzt ausgegeben. Luisen- Theater. Der Verschwender. Donnerstag: Mein Leopold. Freitag: Wohlthätigkeitsvorstellung. Gastspiel der königl. Hofschauspielerin Rosa Poppe und des königl. Schauspielers Maximilian Werrad. Sappho. Sonnabend: Hasemanns Töchter. Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. ( Une Nuit de Noces.) Schwant in 3 Aften von H. Kéroul und A. Barre. Sonntagnachm. 3 Uhr: Die 300 Tage. Apollo- Theater. 9 Uhr. Zum erstenmal: 9 Uhr. Unter persönlicher Leitung des Komponisten Paul Lincke: Deutsche Volksbühne. Berliner Luft. Carl Wetß- Theat., Gr. Frankf. Str. 132. Die Räuber. Anfang 8 Uhr. Morgen: Die Räuber. Freitag: Genoveva. Sonnabend zum Besten der Pensionskasse der Bühnengenossenschaft: Klar zum Gefecht. = Casino Theater Lothringerstr.37. Anf. Wch.8, Sonnt.72. Einziges Theater Berlins im Genre der alten„ Wallner"-Bühne. Mutter Gräbert. Boltsstück m. Ges. in 3 Att. v. Reiflingen. Borher der erstklassige bunte Teil. Sonntagnachm. 4 Uhr: Der Denunziant. Burleske von Benno Jacobson. Musik von Paul Lincke. Vorher die Attraktionen des großen September- Specialitäten-Programms. Metropol- Theater Josef Giampietro a. D. Bender. Josephi. Grünfeld. Frid- Frid. Der größte Erfolg dieses Jahres Ein tolles Jahr. Gr. dram.- satir. Revue in 5 Bildern. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 4 Aften. ( Guido Tielscher, Lina Abarbanell, Heute Mittwoch 8 Uhr: Erstes Gastspiel unter Leitung von Mr. Sylvestré: Mlle. Pierny. Fritz Helmerding', Josephine Dora La Revue de la Chanson. La Peur. in den Hauptrollen.) Morgen: Dasselbe Gastspiel. Sonntagnachm. 32: Charleys Tante. Sonntagnachm. 3 Uhr: Der Wilderer. Flotten- Schauspiele 34/18 verlängert und Preise herabgesetzt. Grösste Wasserschauspiele der Welt! In die Luft sprengen von Kriegsschiffen. Vorstellungen: Wochentags 4 u. 8 Uhr, Sonntags 3, 5, u. 8 Uhr. Deutsche Konzert- Hallen. An der Spandauer Brücke 3. Vollständig neu ausgestattet! Täglich: Gr. internat. Künstlerkonzerte. x Theater- Abteilung. Special- Ausschank der Berliner Bock Brauerei. Hasenheide. 9 Teue Welt. Sonntag, den 2. Oktober: Hasenheide. Gr. Konzert und turnerische Aufführungen arrangiert vom Gesangverein Norddeutsche Schleife( M. d. A.-S.-B.) und der 7. Männerabteilung des Turnvereins Fichte unter Mitwirkung d. Neuen Tonkünstler- Orchesters, Dirigent Herr Hollfelder. Gesangsdirigent Herr Otto Kowalski. Gewähltes Programm. Neu: Irrlichter- Reigentanz der Turner. 65/17 Nach dem Konzert: TANZ. Kasseneröffnung 5 Uhr. Anfang des Konzerts präcise 612 Uhr. Billets im Vorverkauf 40 Pf., an der Abendkasse 50 Pf. Hierzu ladet freundlichst ein Das Komitee. Achtung! Vereine! Mein großer Saal, 1200 Personen fassend, ist durch Zufall Sonnabend, den 29. Oktober 1904 anderweitig zu vergeben. R. Ballschmieder, 16515 Kastanienwäldchen, Badstr. 15a- 16. Trianon- Theater. Palast- Theater. Cirkus Busch. Georgenstraße zwischen Friedrich- und Universitätsstraße. Bürgerliche Schauspiele. Burgstraße 22. W. Noacks Theater. Der Galeerensflave 15 Polarbären bon Mr. Henriksen. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Südwest- Afrika. Elefanten- Schauspiele. Eine Zebra- Komödie.. Ihr zweiter Mann. Vom Himmel zur Hölle. Direttor Busch, 6 engl. Vollblüter. Lustspiel in 3 Aften von André Sylvane und Maurice Froyez. Anfang 8 Uhr. Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Sonnabend, 1. Oktober: Große Ausstattungsposse mit Gesang und zwei Balletts. Jupiter: Direktor N. Winkler. Vorher das immense Specialitäten- Programm. Anfang 8 Uhr. Raffeneröffnung 7 Uhr. Freitag, den 30. September: Eröffnungs- Vorstellung: 3weiter großer Elite- Abend. Ein wahrhaft guter Mensch. Anfang 8 Uhr. Gebrüder Herrnfeld- Theater Zum 198. Male der größte Herrnfeld- Schlager Nur eine Nacht. 2 Atte aus einer Che und Am andern Morgen. Nachspiel zu„ Nur eine Nacht" mit Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Anfang auch Sonntags- 8 Uhr. Don Carlos. Unter Mitwirkung namhafter Kräfte. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, ,, Milton", irländ. Jagdpferd, geritten von Mile. de Holstein, und die vor züglichsten Gala- Brogrammnummern. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Morgen: Gewonnene Herzen. Freitag zum letztenmal: Der Galeerenstlave.. 1 Die Säle sind noch an einigen Sonnabenden für VereinsBernhard Rose- Theater feftiteiten frei. Gesundbrunnen, Badstraße 58. Der große Prophet. Germania- Prachtsäle Große Boffe mit Gefang und Tanz in 4 Aften von Treptow. Anf. 8 Uhr. Entree 30, num. Pl. 50 Pf. Nach der Vorstellung: Gr. Ball. Sonntag, den 2. Oftober: Der rechte Schlüssel. Schauspiel in vier Aften von Francis Stahl. Sanssouci. Steidl, Böhme, Blättner, Rottbuser Thor Stat. der Hochbahn. Bäckmann, Walden, Schrader). Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Mittwoch, 28. September: Hotel Klingebusch. Bolksstück mit Gesang in 5 Bildern von Kneisel. Donnerst., Sonnt., Mont.: Hoffmanns Nordd. Sänger. Tanzkränzchen. Jeden Dienstag und Mittwoch: Theater Abend. Chausseestr. 103. Arnold Scholz. Jeden Mittwoch: Anfang 8 Uhr. ( Steidl, Wolff). Hamburger Sänger Entree 30 Pf. Borzugskarten haben Gültigkeit. Morgen Donnerstag: Bergter- Konzert. Walzer- Abend. Monstredressuren. Georg Lurlch, der Samson des zwanzigsten Jahrhunderts. Herr Albert Carré, Sohn des fönigl. niederländischen Cirkusdirektors Oskar Carré. Ferner: Sämtliche Specialitäten. Bum Schluß: Allabendlich stürmischer Beifall: Michael Strogoff oder: Der Courier des Zaren. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Nchm. Wochent. 5, Sonnt. 3 Uhr. die Erschaffung Dida eines Weibes aus dem Nichts. Pocahuntas die indische Nachtigall. Jean Paul, Komiker. The Finlays. Lucie Verdier, Vortragskünstl. 14 erstklassige Nummern. WITED ARTH 8 76 5 Großes mimisches Drama in 8 Bildern, Pas de Deux oriental. dargestellt von der rühmlichst bekannten aus 20 Personen bestehenden Mimifer truppe Onofri und ca. 200 Personen. Auf das glänzendste insceniert vom Direktor Alb. Schumann. Scala- Theater. Linienftr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! Löwys Duell. Bosse mit Gesang in einem Aft, jowie 30 internation. Specialitäten. Anfang 72 Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. Otto Pritzkows Abnormitäten Ausstellung 9 Münzstr. 16, am Meranderpl. Feodora, das Weib mit den Löwentatzen. Lebend! Lebend! 32 Jahre alt, 70 ctm. groß. Charlestro, das rätselhafte medizinische Wunder. Nada und Mnemos, Gedankenleser. Eintritt 10 Pf. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend 8 Uhr: Militär- Konzert. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Fritz Steidl- Sänger. Nach jeder Vorstellung im Kaisersaal: Tanz. Brauerei Königstadt. Schönhauser Allee 10/11. Jeden Mittwoch: Horst's Norddeutsche Humoristen und Quartettsänger. Alle Bons haben Gültigkeit. Gustav Behrens SpecialitätenTheater, FrankfurterAllee 85. Neu! Geschwister Rafael, die schönen Konzertmalerinnen. Neu! Mr. Huson, Excentric- Spatenfänger. Neu! Salvator& Selma, Kraftequilibristen auf lebendem Piedestal. Neu! OriginalKoch. Außerdem die übrigen erstflassigen Specialitäten.. Anfang 7 Uhr. Sonntags 5% Tilly Bébé I mit ihren 12 Löwen. Paula Worm, Operettensängerin. Rudolf Segommer, Ventriloquist. Severin und Mlle. Dorville in der Pantomime„ Der Trunkenbold". Gesangsquartett. Harmony Four, Nirvana, lebende Bilder. Radfahrer. Die Klein- Familie, Jane Pernyn, Pariser Sängerin. Die 6 Cocktails, Tanz- Ensemble. The Asahis, japanische Akrobaten. Die 3 Meteors, Hochturner. Biograph, darstellend d. Ringkampf zwisch. Hackenschmidtu. Jenkins. Weimanns Volksgarten- Theater. Badstraße 56, Gesundbrunnen. Mittwoch, den 28. September 1904, abends 8 Uhr: Die Haubenlerche. Schauspiel in 4 Auszügen von E. v. Wildenbruch. Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68 Lindenstraße 69 Wir empfehlen den Genoffen zum Abonnement: Wider die Pfaffenherrschaft Kulturbilder aus den Religionstämpfen des 16. und 17. Jahrhunderts Bon Emil Rosenow 50 Lieferungen reich illustriert à Lieferung 20 Pfennig 9 Der Berfasser entwirft vom Standpunkt des historischen Ma terialismus das Kulturbild der mittelalterlichen Pfaffenherrschaft. Er zeigt wie inmitten der zu sammenbrechenden römischen Ge sellschaft die urchriftlich- kommu nistische Agitation beginnt, aus der sich die Kirchenherrschaft ent widelt. Der Leser sieht wie das Bapsttum entsteht und wie es den Gipfel seiner Macht, bis zur Weltherrschaft ersteigt, bis die wach fende tapitalistische Wirtschaftsweise die Pfaffenherrschaft in Blut und Kriegsgerümmel erstickt. Das Werk ist ein dauern= des, wertvolles Bildungsmittel für die deutsche Ar beiterklasse. teppdecken St 3641 Gelegenheitskauf! Ersatz für 985 Sonntags 5%, 115 Bunt Kattun. Deckbett Victoria- Brauerei Simillside 46 Lützowstr. 111/112. Wollatlas 485 675 525 750 Täglich im Garten oder Schlafdecken 150 250 350 Saal: Horsts Norddeutsche Humoristen Wolldecken fehlerhafte ganz dick, 300 400 Specialund Haus Emil Lefèvre, Quartett- Sänger. Anf.: Woche 8 Uhr. Sonntags 7 uhr. Oranienstrasse 158. S. Bons haben Gültigkeit. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Buchbinder Adtung! Heute Mittwoch, abends 8% Uhr, bei Keller, Koppenstr. 29: Vertrauensmänner- Verfammlung für fämtliche Bezirke und Branchen. Zages Ordnung: Bericht über die weiteren Verhandlungen mit den Unternehmern. Jede Werkstatt muss vertreten sein. Bertrauensmännerkarte nebst Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. 89/18 Donnerstag, den 29. September, abends 812 Uhr, im Lokale des Herrn Pfeffer, Rosenthalerstraße 57: Branchen- Verfammlung der Stellmacher. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Brückner über das Invaliden- und Unfallversicherungs gesek. 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Die Kommission. Central- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Cementbranche. Heute Mittwoch, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( großer Saal): General- Versammlung für alle in der u. Buchbinderei- Arbeiterinnen. Heute Mittwoch, den 28. September, abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung der Orts Krankenkasse Stadt Schöneberg. Am Mittwoch, 5. Oftober 1904, abends 8 Uhr, findet in der Schloßbrauerei hier, Hauptstr. 112/114, eine Außerordentliche 275/2 General Versammlung statt, zu welcher die sämtlichen Vertreter hierdurch eingeladen werden. Tages- Ordnung: 1. der in Buchbindereien und Buchdruckereien Bahl eines Vorstandsmitgliedes beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen in den Arminballen, Kommandantenstr. 20. Tages- Ordnung: 1. Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in verschiedenen Buchbindereien und Buchdruckereien. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 25/2 ( Arbeitnehmers). 2. Kenntnisnahme von dem Erlaß des Drtsstatuts betr. die Hausindustrie 2c. und Statutenänderungen hierzu. 3. Genehmigung der Aerztefrage. 4. Verschiedenes. Um pünktliches Erscheinen wird dringend gebeten. R. Küter, Borfißender. E. Flamme, Schriftführer. Wir erwarten das vollzählige Erscheinen aller Kollegen und Orts Krankenkasse Kolleginnen in der heutigen Versammlung. Die Vertrauenspersonen. Achtung! Die Tarifkommission. Achtung! Central- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin.- Zahlstelle der Maurer. = Weißensee. Die in der Generalversammlung vom 27. April 1904 beschlossenen neuen Kassensazungen sind von dem Bezirksausschuß zu Potsdam am 18. August 1904 genehmigt worden. Dieselben treten am 1. Oktober 1904 in Straft. Sektion der Gips- und Cementbranche organisierten Rabitzputzer, Spanner und Cementierer. Rittwoch, den 28. September, abends 8%, Uhr: unfern Witgliedern sowie den Arbeit Zages Drdnung: 1. Die Stellung der Arbeitgeber zu unsren Lohnforderungen und unsre weitere Beschlußfassung darüber. 2. Die bevorstehende Bautenkontrolle. 3. Gewerkschaftliches. Der wichtigen Tages- Ordnung wegen ist es notwendig, daß jeder Kollege in der Versammlung erscheint. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Zutritt. 148/20 Neu! Spiritus- u. Petroleum Gasglühlicht, auf jede Lampe passend. Große Auswahl von Tisch- und Hängelampen. Echte Bronze- Gaskronen 3- flammig, M. 18,50. W. Krusemark. SO., Oranienstr. 202. Reparaturen billigst. Neu! Telephon Amt IV, 1039. Typographia. Plöglich eingetretener Umstände wegen fällt die Uebungsstunde am Freitag, den 30. September aus. Nächste Uebungsstunde: Freitag, den 7. Oktober. Der Vorstand. Der Vorstand. Schloßpark Wilhelminenhof a. d. Oberspree. Jnh. Chr. Fennel. Jeden Mittwoch und Sonntag: Großer Elite- Ball. 1692* Jeden Freitag: Bernhard Rose- Theater. Volkstümliche Ausstellung für Schule, Haus und Herd Aktien- Brauerei Friedrichshain No. 16/23. Heute Mittwoch, nachmittags 5 Uhr: Eröffnung. Täglich Konzerte. Sonntag: Bergter- Konzert. Besichtigung des Riesen- See- Elefanten. Entree 50 Pfennig. Möbel Specialität: Complette bürgerliche WohnungsEinrichtungen Drei Bezirks- Versammlungen: Vorstehendes bringen wir hierdurch gebern zur Kenntnis und ersuchen, Statuten- Exemplare im Rassenlokale hierselbst, König- Chaussee 23, in Empfang nehmen zu wollen. Der Vorstand. 275/3 Süd- Westen: in Habels Brauerei, Bergmannstr. 5/7. 3. 2.: W. A. Büttner, Borsigender. Tages- Ordnung: 1. Diskussion über die Verkürzung der Arbeitszeit auf acht Stunden. 2. Bericht aus der Vertreter- und Obleute- Sizung. 3. Verschiedenes. Norden I und II: bei Wernau, Schwedterstr. 23/24. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Schütte über: Die Urgeschichte des Menschen". 2. Diskussion. 3. Bericht aus der Vertreter- und ObleuteSigung. 4. Verschiedenes. Wedding: bei Milbrodt, Müllerstr. 7. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Davidsohn über:" Was muß der Arbeiter vom Alkohol und vom Alkoholismus wissen?" 2. Diskussion. 3. Bericht aus der Bertreter- und Obleute- Sigung. 4. Verschiedenes. Guten Besuch in allen Versammlungen erwartet 153/1 Der Vorstand. J. A.: E. Thöns. gegen Baar oder Teilzahlung Billige aber feste Preise. Solide Ware. Coulante Bedingungen. Siegm Misch Dresdenerstr. 16, 1. Etage ( zwisch. Oranienpl. usCottbus. Tor) Möbelverkauf, passendste Gelegenheit für Brautleute. 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Den Genossen zur Nachricht, daß bas Mitglied Ernst Haase Stalikerstr. 141a wohnhaft, ber= ftorben ist. 240/20 Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29. September, nachmittag 5 Uhr, vom Krankenhaus Urban aus nach dem Friedhof der Simons- Gemeinde statt. Um zahlreiche Beteiligung er sucht Der Vorstand. Socialdemokratisch. Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Todes- Anzeige. Am 25. d. M. verstarb unser Mitglied, der Preßvergolder Arthur Emilius Antonstr. 26. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 28., nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Neuen Nazareth- Kirchhofes Reinickendorf W.( Berlinerstraße) aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 248/20 Der Vorstand. Be gen Kenchhusten wird seit Jahren Reichels Keuch huften- Saft aus der wildwachsenden schwarzen Johannisbeere m. groß artigem Erfolge angewandt. Echt nur in Fl. a 50 Bf. u. 1,-. Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr.4. 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