Nr. 231. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Posts Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Erfcheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins und Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ., Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes meitere Mort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für bte nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sonnabend, den 1. Oktober 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. aus Nicht dasselbe kann man von den juristisch besetzten Kammern und nicht ohne Widerspruch haben sich viele Landgerichte ihr an Ein Vierteljahrhundert Justizeinheit. und Senaten sagen. Natürlich werden auch sie die überwiegende bequemt. Daß das durch die Gewerbe- Ordnung garantierte Streit Menge der gewöhnlichen Fälle pflicht und sachgemäß erledigen, aber recht so gut wie ausgeschlossen wäre, daß Handel und Gewerbe Am 1. Oftober sind 25 Jahre verflossen, seit die Reichsjustiz- es wäre auch eine Beleidigung, ihnen das nicht zuzutranen. Wo lahmgelegt würden, wenn die Grundfäße des Reichsgerichts übe gesetze in Kraft getreten sind; der Rückblick auf diese Periode ist dagegen die Beweiswürdigung Besonderheiten bietet, wo ein feineres Erpressung allgemein angewandt würden, das macht man sich in Lohnend genug. Eingehen auf seelische oder sociale Eigentümlichkeiten des Falles Leipzig anscheinend nicht klar. Gerade diese Judikatur ist nicht Die Verschiedenheiten der Rechtspflege hatten dem deutschen erforderlich wäre, macht sich nur gar zu oft ein Schematismus be- nur praktisch höchst schädlich, sondern auch wissenschaftlich ganz Volte täglich seine jammervolle Zerrissenheit vor Augen geführt und merkbar, der sich als natürliche Folge jeder bureaukratischen Orga- unzulänglich. waren unvereinbar mit der durch Handel und Verkehr bewirkten nisation einzufinden pflegt. Das Delikt der öffentlichen Aufreizung" wird vom ReichsAnnäherung der deutschen Länder. So bildete die Einheit der Nicht zu verschweigen ist, daß sich die Strafmaße in den ge- gericht so ausgelegt, daß die Einengungen, die man bei Erlaß des Gerichtsverfassung und des Prozeßverfahrens eine der ersten wöhnlichen Fällen vielfach in ziemlich mäßigen Grenzen halten. Reichs- Strafgesetzbuches schaffen wollte, praktisch ziemlich beseitigt Forderungen des Einheitsdranges der Nation und eine der wichtigsten Allerdings giebt es auch auf diesem Gebiete solche Verschiedenheiten, find. Zur Gefährdung des öffentlichen Friedens soll jede Verheißungen der Bundesverfassung von 1867. daß manche Handlungen an einem Drt mit so viel Jahren bestraft wer weiß wie weit entfernte Möglichkeit einer fünftigen Störung leber der Geburt dieses ersehnten Kindes leuchteten aber keine werden, wie man anderwärts Monate erwarten würde; die Abhilfe genügen und sogar eine bloße Gefährdung des inneren Friedens günstigen Sterne, sie stand unter den Zeichen bureaukratischer An- dagegen muß bei der Reform des Strafgesetzbuchs gesucht werden der einzelnen. Nicht viel anders ist es mit der Interpretation maßung und nationalliberaler Schwächlichkeit. Während der durch erhebliche Herabsetzung der Marimalstrafmaße. Uebrigens der Religionsdelikte und des Begriffs der„ unzüchtigen Schrift". ganzen Beratung setzten die Regierungsvertreter, namentlich die möge man nicht vergessen, daß auch die Verurteilungen, die durch Böge man den Begriffsbestimmungen des Reichsgerichts preußischen, den Versuchen, die Justiz unabhängiger zu ge- ihre Höhe Entsetzen erregten, wie in den Löbtauer, Bromberger und die Konsequenzen, so müßten die Heroen der Weltlitteratur stalten, zähen Widerstand entgegen. Als schließlich das Werk oberschlesischen Landfriedensbruchs- Prozessen, von Juristen aus in Deutschland tonfisciert und verboten werden. Einzelne Fälle der in zweiter Lesung vollendet war, erklärten sie falt, die gesprochen worden sind, geradeso wie die milden Beurteilungen so Art sind schon vorgekommen. Bundesregierung würde eher die Nechtseinheit scheitern lassen, als vieler Ausschreitungen von Personen höherer Lebensstellung. Und die Majestätsbeleidigungs- Prozesse, die unser Deutsches daß sie einer Anzahl von Reformen zustimmte. Die Nationallibe- Dies führt auf das Gebiet der Anklagen, die unter dem Zeichen Reich mit dem Zeitalter der Tiberius, Caligula und Nero gemein ralen ließen sich durch diese unverantwortliche Drohung einschüchtern politischer und socialer Tagestämpfe stehen. Ist es nötig, der Deffentlichkeit hat, so daß auch unsrer Gegenwart die schmachvolle Devise des und tippten in den berühmten Miquelschen Kompromißanträgen vom noch einmal dies Konto der deutschen Einheitsjustiz vorzurechnen?-Wer Rennens in die Knechtschaft" gebührt, und deutscher Mannesstolz 16. Dezember 1876 um. Es ist gut, sich zu erinnern, daß es fich dabei in fennt nicht alle diese Auslegungen, die die politischen und socialen und Freimut" wie Märchen aus vergangenen Tagen flingen! Hat der Hauptsache um die Fragen handelte, die uns heut nach 28 Jahren Rechte einengen, das freie Wort durch Anklagen wegen Beleidigung das Reichsgericht dieser Zeitkrankheit Widerstand entgegengesetzt? noch Bein machen, den fliegenden Gerichtsstand für Preßanklagen, aller Säulen der heutigen Ordnung, vom Schuhmann und Streit- Man braucht nur daran zu erinnern, daß es die eventuell gewollte" den Zeugniszwang gegen Redakteure, die Entschädigung unschuldig brecher bis zum Minister hinauf, oder wegen Majestätsbeleidigung Majestätsbeleidigung und die mittelbare", durch einen geringVerhafteter und das Recht der Regierungen, die Beamten durch ein und Gotteslästerung stumm machen, die Ausübung des schäßigen Ausdruck über über ein vom Kaiser protegiertes Ge der „ Konfliktsverfahren" mts- Koalitionsrechts als Verantwortung für ihre Erpressung brandmarken, die Presse bäude begangene Und wie acceptiert hat. oft hören handlungen vor Gericht zu entziehen. Angeblich im Inter e der knebeln, Wissenschaft und Kunst den Fesseln einer un wir, daß, wenn einmal eine Straffammer bei einer MajestätsRechtseinheit wurde eine Ungleichheit des Verfahrens gesien, teuschen Brüderie ausliefern! Das sind nur einige Bei beleidigungsanklage freigesprochen hat, das Reichsgericht dies Urteil indem die Zuständigkeit der Schwurgerichte für Preßdelikte a hnt spiele, die man beliebig vermehren könnte. Es ist nicht zu hart tassiert; so erst neulich wieder in dem Falle, wo die Beleidigung in wurde, aber bestehen blieb, wo fie galt. Natürlich bewer Die geurteilt, wenn man sagt, daß eine Neigung zur Ausdehnung aller der Andeutung gesehen wurde, es könnte in einer Familie ein un nationalliberalen Redner, daß das alles richts auf sich hän, und gefeglichen Verbote und Bebor.mundungen, und zur Einengung aller eheliches Kind geben. die Regierungsvertreter gaben die beruhigendsten Erklärunge ab. Freiheiten im Durchschnitt unsrer Rechtsprechung hervortritt. Seitdem hat sich gezeigt, daß die schwärzesten Prophezeiung der Opposition von damals nichts übertrieben haben. Am besten hat sich die Organisation der Civilgerichte ud die Civilprozeß- Ordnung bewährt. Die berechtigten Klagen übe Umständlichkeit der Gerichte und lange Dauer der Prozesse haben ihren Grund weniger in der Prozeßordnung selbst, als im Fistalismus der Justizverwaltungen, die für die ungeheuer gewachsene Geschäftslast viel zu wenig Richter anstellen, und in der Vorbildung der Diese Rechtsprechung auf politischem Gebiet ist für das öffent Juristen. Die Kreise, aus denen sich die Richter immer ausschließliche Leben unsrer Nation ungemein schädlich, untergräbt wie nichts licher refrutieren, die der reichen städtischen Bevölkerung, werden andres das Zutrauen des Volkes zur Rechtspflege und verbittert die durch die ganze Entwicklung unsrer gesellschaftlichen Verhältniffe immer unvermeidlichen politischen und socialen Kämpfe. Aber, um gerecht mehr dem Bolte entrückt und finden es immer schwieriger, sich in seine zu sein, muß man hervorheben, daß die Verantwortlichkeit hierfür Lebens, Dent- und Sprechweise, in technische Vorgänge und andre weniger auf die Organisation der Straffammern und die Gestaltung Dinge des Alltagslebens hineinzufinden. Schon darum war die des Verfahrens zu schieben ist als auf die Institute der StaatsSchaffung der Gewerbegerichte ein so ungemein wichtiger Schritt, anwaltschaft und des Neichsgerichts. und eine so berheißungsvolle Ergänzung unfres Civilprozesses. Natürlich ist auch sonst noch manches an der Civilprozeß- Ordnung berbesserungsfähig. Das sind nur einige Stichproben. Man müßte ein Buch schreiben, wollte man die Wirksamkeit des Reichsgerichts in politischen Prozessen erschöpfend behandeln. Gewiß giebt es eine große Anzahl bedeutender und vorurteilsloser Richter im Reichsgericht, aber gerade die Berufungen von Kriminalisten haben wiederholt Kopfschütteln erregt, mittelstädt, der fanatische Verfechter der Prügelstrafe, Stenglein, der heftige Gegner der Schwurgerichte, wurden zu Mitgliedern des höchsten Gerichts gemacht, indessen hatten diese doch wissenschaftliche Leistungen aufzuweisen. Aber man berief auch den Landgerichts- Direktor Freitag aus Breslau, der sich seinen Namen durch sein beleidigendes und gehässiges Auftreten in politischen Prozessen gemacht hatte. Diese Mängel folgen in erster Reihe aus der Gerichtsorganisation, wie man das an bayrischen Verhältnissen sieht. Dort giebt es, so weit die Presse in Frage kommt, fast keine Anklagen wegen Als der höchste Gerichtshof gegründet wurde, suchte man ihn Beamtenbeleidigung, Majestätsbeleidigung usw., weil die Geschworenen durch eine möglichst unabhängige Stellung gegen Einflüsse von oben sich nicht darauf einlassen. Aber es giebt Breßanklagen wegen zu schützen. Man legte ihn nach Leipzig, ein etwas naives Man er groben Unfugs und in Form von Privatflagen wegen Beleidigung, Mittel, ihn den Berliner Einflüssen zu entziehen. Fälle, in denen in oberer Instanz Juristen entscheiden. nannte einen alten liberalen Politiker zu seinem Präsidenten; fein günstiges Dmen, denn es war derselbe Simson, der nicht einmal als Reichstags- Präsident seinen Kollegen andrer Fraktionen gegenüber unparteiische Gerechtigkeit geübt hatte. Man machte die Richter so gut wie unabfeßbar, aber man ließ fie ernennen vom Kaiser auf Vorschlag des Bundesrats. Das heißt, daß die Justizverwaltungen der einzelnen Bundesstaaten die Befezung in der Hand haben; natürlich verfahren sie dabei in ihrem Vor gewohnten Geiste. hieß es einigen Wochen der Das Institut der Staatsanwaltschaft kann gar nicht bitter genug in dem Presse, verstorbenen Rechtsanwalt Staub, beurteilt werden, und seine Wirksamkeit hat die schlimmsten Voraus einem ganz hervorragenden Juristen, wäre vorgeschlagen fagen übertroffen. Das Anklagemonopol zeigt seine Wirkung vor worden, Reichsgerichtsrat zu werden, nur müßte er sich taufen lassen. Aber wichtiger für das öffentliche Leben ist die Gestaltung der allem in den Schwierigkeiten, die sich der Verfolgung von Amts- Db die Geschichte, die unsres Wissens nicht dementiert worden ist, Strafrechtspflege, denn hierbei handelt es sich nicht bloß um ausschreitungen entgegenstellen. Die sogenannte Sautel" des An- wahr sein mag, fann dahingestellt bleiben; jedenfalls würde sie der Geld und Gut, sondern um die öffentlichen Rechte, Ehre und Frei trages auf gerichtliche Entscheidung bewährt sich in der Praxis absolut Pragis der preußischen Justizverwaltung entsprechen. Dann wäre heit der Vollsgenossen. Man braucht nicht zu den Umstürzlern" nicht. Die Abhängigkeit der Staatsanwälte von ihren Vorgesezten also das Reichsgericht nur durch Staubs Ehrgefühl davor bewahrt zu gehen, um die vernichtendsten Urteile über diesen Teil der Justiz- äußert sich vielfach in einer Neigung zu politischen Tendenzreden, worden, einen Richter zu haben, der seinen sittlichen Ernst durch gesetzgebung und ihre Handhabung zu hören. Von Anfang an batte man die nicht vor den Richtertisch gehören, zur einseitigen Betonung des einen Konfessionswechsel aus äußeren Gründen dokumentiert hätte. die Mängel des Strafverfahrens erkannt, von Jahr zu Jahr sind Belastungsmaterials und zur Aufrechterhaltung auch einer unhaltdie entristeten Rufe nach Verbesserung lauter und allgemeiner gebaren Anklage um jeden Preis. Wenn das nicht allgemein so worden, man hat auch mit großem Lärm einige fleine Reförmchen ist, so liegt das Verdienst daran bei den einzelnen Personen, nicht gewährt und größere versprochen, aber in der Hauptsache nichts ge- in der grundverfehlten Institution. ändert. Der fliegende Gerichtsstand der Presse ist formell beseitigt, aber in einer Weise, die der Justiz gestattet, ihn jeden Tag wieder einzuführen. Die Entschädigung für unschuldig erlittene Straf- und Unterfuchungshaft ist eingeführt, aber unter Beschränkungen, die sie fast wertlas machen. Noch immer entbehren wir der Berufung gegen Straffammerurteile, obgleich fie immer notwendiger wird, je mehr An alle diese Dinge muß sich der wahre Freund unfres Boltes eine subtile Gesezesauslegung Handlungen zu bestrafen geneigt ist, Für diese Entwicklung der Rechtsprechung aber trägt die Ver- und seiner Zukunft heut erinnern, wenn eine immer lobesvolle beren Strafbarkeit der Angeklagte erst aus dem Urteil erster Instanz antwortung hauptsächlich das Reichsgericht. Es ist geschaffen Journalistit sich und uns einreden will, unsre Rechtszustände wären erfährt. Das inquisitorisch gestaltete geheime Borverfahren enthüllt worden, um die Einheit der Rechtsauslegung und Rechtsentwicklung tadellos. Nein, dies Vierteljahrhundert deutscher Rechtspflege hat feine Mängel auch der weitesten Deffentlichkeit bei jebem größeren zu fördern und hat auf privatrechtlichem Gebiete auch unstreitig sehr große schlimme Prophezeiungen nicht nur erfüllt, sondern hinter sich gelassen, Sensationsprozeß. Die viel zu weit zugelassene Untersuchungs- Verdienste. Die Rechtseinheit aber, die wir ihm auf strafrechtlichem es hat auf politischem Gebiet nur Kleine Besserungen aber große Rüc haft zerstört in unzähligen Fällen zwecklos wirtschaftliche Gebiete verdanken, ist ein Danaergeschent, sie äußert sich bei schritte gebracht, und unsre nächste Sorge muß sein, freien GeExistenz und Lebensglück der Betroffenen. Der Straf- einer Reihe von Materien in der Ausbreitung einer ge- danken, Wort und Handeln wieder die Bahn zu öffnen. Dazu vollzug muß seinen völligen Bankrott eingestehen angesichts wissen preußisch- bureaukratischen Tradition über ganz Deutsch ist eine ganz radikale Umgestaltung unfrer Justizverhältnisse nötig. Daß das heutige Deutsche Reich dazu fähig wäre, ist freilich zu der erschrecklichen Zunahme der Wiederbestraften und des Gewohn- land, ja es muß gesagt werden, daß in manchen Fragen das heitsverbrechertums. preußische Kammergericht in den letzten Jahren eine bessere, d. H. dem bezweifeln, weil Bourgeoisie und Bureaukratie, eng mit einander Die Organisation der Strafgerichte ist zu stande gekommen unter Willen des Gesetzgebers und den Bedürfnissen des Lebens mehr ent- liiert, tein Interesse an diesen Reformen haben. So dürfte auch dem Einfluß bureaukratischen Mißtrauens gegen das Bolt, und ihre sprechende und juristisch feiner begründete Rechtsprechung hervor- diese Aufgabe der Socialdemokratie zufallen, die sie nicht aus den Funktion frankt an der fortschreitenden Erweiterung der Kluft zwischen gebracht hat, wie das Reichsgericht. Eine solche allgemeine Be- Augen verlieren kann. Denn Freiheit kann nur durch Gerechtigkeit Bureaukratie und Volt. Die Thätigkeit der Schwurgerichte hat man urteilung will natürlich nur ein Durchschnittsfacit ziehen und nicht bestehen. auf einige wenige Delifte beschränkt, die Preßanklagen, die politischen bestreiten, daß auch die Straffenate eine Menge vorurteilsloser forgProzesse und fast alle Fälle, die das Gebiet der gesellschaftlid Konflikte be- fältig bearbeiteter Urteile fällen. Ja sogar auf politischem Gebiet rühren, find ihnen entzogen. Die Schöffengerichte haben zw einen großen hat das Reichsgericht in mancher Entscheidung einen freien Blick geWirkungsfreis, müßten aber auch anders organifiert in, um dem zeigt. Es sei an die Aufhebung des verurteilenden Berliner Er bureaukratischen Uebergewicht des Vorsitzenden weni zu unter- fenntnisses gegen die socialdemokratische Partei- Drganisation und an liegen. Schöffen und Geschworne werden durch ei kompliziertes die Freisprechung in Sachen der Lübecker Streitposten- Verordnung Wahlverfahren berufen, das die breiten Voltsmasser nahezu ganz erinnert; auch in der Auslegung des groben Unfugs hat von diesen Aemtern ausschließt, jedenfalls der herr henden Klasse das Reichsgericht wiederholt recht sachgemäß und gut bedie Möglichkeit giebt, sie davon auszuschließen. Immerhin ist daran gründete Urteile erlaffen. festzuhalten, daß unsre Schöffen- und Schivur richte gerade Indessen, was wollen diese Fälle sagen neben der Judikatur des die Angriffe, mit denen sie von gewissen Berufsjuristen Neichsgerichts in andern politischen Materien. Die Anwendung der bedacht zu werden pflegen, nicht verdienen, sondern erhältnismäßig Erpressungsbestimmungen gegen Arbeiter, die ihr Koalitionsrecht aus gut funktionieren. üben, ist in erster Reihe dem Reichsgericht zu danken; nur zögernd Ohne von der Staatsanwaltschaft erhobene Anklagen oder durch geführte Revisionen wären die erwähnten, das Volksleben schädigenden Auslegungen der Gerichte nicht möglich gewesen; der Geist der Staatsanwaltschaften zunächst ist es, der darin sichtbar wird, und dem sich die Judikatur nur allzu bereitwillig zum Spiegel hergegeben hat. Politische Ueberficht. Berlin, den 30. September. Von Gottes Gnaden. Könige und Fürsten heißen sich von Gottes Gnaden". Leider aber zeigt sich das Gottesgnadentum nicht in allen Fällen so dentlich und eindrucksvoll, daß ein Zweifel über die Persönlichkeiten ausgeschlossen ist, an denen diese besondere Eigenschaft haftet. Selbst die Gottbegnadeten unter einander sind sich zuweilen nicht einig, wer in ihren Kreis gehört, und es geschieht, daß ein Gottbegnadeter den andern als unberechtigt erklärt, das Scepter zu führen. Diese monarchistische Schwierigkeit ist jetzt wieder im Lippi- Orden überreicht und die Bergleute aufgefordert habe, demselben Chen Erbfolgestreit heraufbeschworen. In Detmold wurde nachzueifern und immer zur fönigstreuen Partei zu halten, nicht der verstorbene Grafregent am Donnerstag zu Grabe getragen. Er aber zur umpatriotischen Centrumspartei. Auch in diesem Falle hatte vor einigen Jahren um das Recht der Regentschaft an Stelle des wurde die Revision des Angeklagten vom Reichsgerichte ver= geistesgestörten Landesfürsten einen langen Kampf führen müssen, und worfen, da er, wie einwandfrei festgestellt sei, dem Geheimrat Hilger vorgeworfen habe, daß er wider besseres Wissen die jetzt erhebt sich an seinem Grabe ein neuer erbitterter Streit, ob der Centrumspartei als antimonarchisch hingestellt habe. Sohn des Grafen oder ob der Abkömmling aus der Linie SchaumIn dem dritten Prozesse handelt es sich um eine von Hilger burg- Lippe der eigentlich Gottbegnadete sei, dem das Recht zusteht, am 26. April 1903 im Wahlvereine gehaltene Rede. Der Angeklagte über Lippe- Detmold zu herrschen. Obschon seiner Zeit das Schieds- hat hierüber drei Artikel mit der lleberschrift Herr Hilger sprach" gericht unter Vorsitz des Königs von Sachsen das Recht der Biester- veröffentlicht. Gegen Hilger wird darin nach den Feststellingen des felder Linie anerkannt hatte, so giebt es doch unzweifelhafteste Gerichts der Vorwurf der Verleumdung, der Bevorzugung nichtMonarchisten, die dies Recht bestritten und die selbst die sonst den katholischer Arbeiter bei Belegung von Beamtenstellen usw. erhoben. Bundesfürsten des Reiches zukommenden Ehren noch im Tode Ferner wird ihm vorgeworfen, daß er bewußt grobe Unwahrheiten so skandalös die Enthüllungen des Kreisblatt- Redakteurs feien, von berteigern. Der Reichs- Anzeiger" und die" Norddeutsche und daß er unzureichende Löhne zahle. Das Gericht hat auch diese Der Reichs Anzeiger" und die„ Norddeutsche gesagt habe, daß er Verleumdungen bewußt aufrecht erhalten habe Allgemeine Beitung" fühlen sich außer stande, das Gottes- Vorwürfe als unbegründet angesehen und angenommen, daß es dem guadentum des verstorbenen Fürsten anzuerkennen, sie haben Angeklagten nicht lediglich darum zu thun war, seine Juteressen zu diesem Monarchen jeden Nachruf verweigert, wahren, sondern zu beleidigen. und bei der Beisetzung des Grafregenten fehlte jede Vertretung der preußischen Monarchie unter den Abgesandten der andren deutschen Höfe. Am Grabe aber hielt der Generalsuperintendent Wessel eine Trauerrede, anschließend an einen Wahl spruch des verstorbenen Regenten, der da lautet:" Mögen mich die Menschen kränken und auf mein Verderben denken, sind sie mir ohn' fach feind, Gott im Himmel ist mein Freund". " Wie es scheint, giebt es unter den Monarchisten manche, die an auch auf das Verderben des Grafen Leopold, des Sohnes des In der„ Kölnischen Zeitung" wird geBerstorbenen, eifrig denken. meldet, daß der Bundesrat nicht nur sich mit dem Protest des Schaumburgers befassen, sondern sogar prüfen wolle, ob der zu fünftige Vertreter des Grafen Leopold als Bundesrats- Vevollmächtigter überhaupt berechtigt sei. Die„ Germania" erklärt zu diesen von der Kölnischen Zeitung" angedeuteten Absichten, daß dann auch die Legitimation aller Bundesfürsten, auch des Königs von Preußen, geprüft werden müsse, und sie tritt mit Lebhaftigkeit ein für das Recht des Biesterfelders auf den Thron bon Lippe- Detmold. Man sieht, es hat seine Schwierigkeiten, das Gottesgnadentum unzweifelhaft festzustellen. Rußlands Acrger über den Tibet- Vertrag. Rußland ist über die englische Ausnügung seiner gegenwärtigen Schwäche sehr empört. Seine Entrüstung kommt deutlich in offiziösen Organen zum Ausdruck. " 1 " Das hochoffiziöse Journal de St. Pétersbourg" giebt einen Artikel der streng konservativen Mostow stija Wjedomosti" wieder, der sich mit der neuesten Wendung der Tibetfrage befaßt. barmherzig mitgenommen, und je mehr dabei int Unterstellen und Herabwürdigen geleistet wurde, desto besser war es. Alles, was die Partei, deren Richtung das Blatt vertrat, that, war eo ipso wohlgethan, bei andren Parteien aber immer das Gegenteil der Fall, oder wenn es irgend nicht möglich war, daran herumzunörgeln, dann mußte nach den Betveggründen für die Handlung gesucht werden, die selbstredend niemals lautere fein fonnten". Nach meinen Erfahrungen muß ein Parteiblattredakteur, der nicht alles das, was die Parteileitung thut, blindlings gutheißt, oftmals gegen seine bessere lleberzeugung schreiben. Natürlich ist es nicht nur bei unsrer Partei so, sondern auch bei andren Parteien." Der„ Vorwärts" hat seiner Zeit sogleich darauf hingewiesen, daß, keine Rede sein könne. Die Rolle, die in der Kreisblattpreſſe der einer Meinungsfreiheit innerhalb der bürgerlichen Preise überhaupt Landrat spiele, spiele innerhalb der bürgerlichen Preſſe der Verleger. Die Enthüllungen des demokratischen Redakteurs sind uns deshalb durchaus keine neue Offenbarung. Es ist nur zu bekannt, daß die In seiner Revision gegen dieses Urteil rigte der Angeklagte Journalisten der bürgerlichen Preise je der Richtung mehr oder Beschränkung der Verteidigung und materielle Gefeßesverletzung. minder zur Rolle von Tintentulis verurteilt sind, die sich Auch der Staatsanwalt hatte Revision eingelegt und rügte u. a. der Diktatur entweder eines geldgierigen Private Verkennung des§ 193. Beide Revisionen wurden vom Reichs- verlegers oder aber einer nicht minder harten gericht als unbegründet verworfen. Dittatur ehrgeiziger Parteigrößen zu fügen haben. Der verurteilte Redakteur hat es gemacht, wie Staatsanwalte Allerdings irrt sich die reaktionäre Presse, wenn sie sich einbildet, und Gerichte in Preßprozessen zu machen pflegen: er hat aus Einzel- daß durch diese Thatsache der skandalöse Terrorismus der behörd vorkommnissen auf ein System, auf eine Tendenz geschlossen. Aber lichen Organe auf die Kreisblattpresse irgendwie beschönigt ein Zeitungsredakteur darf sich Amtsanwälte und Gerichte nicht zum werden könne! Vorbilde nehmen wie Figura zeigt; er fällt dabei hinein. Der Verurteilte muß übrigens in diesem Falle der Mangel einer Berufungsinstanz, die eine Nachprüfung des Thatbestandes und eine neue Beweiswürdigung vornehmen konnte, büßen. Die Revisionsinstang konnte hier, abgesehen von der Frage der Wahr nehnung berechtigter Interessen, in der That nichts helfen. Naive Friedenspropaganda. Die Deutsche Friedensgesellschaft versendet wieder einmal einen seltsam es sei, daß innerhalb der Kulturnationen der Einzel Protest gegen den Strieg. Sie stellt Betrachtungen darüber an, wie mord schwer bestraft werde, während der Massenmord als durchaus erlaubt, ja als etwas Verdienstliches gelte. Die Kulturnationen steckten in dieser Beziehung noch im tiefsten Barden sogenannten„ wilden" eigentlich gar nichts voraus. Der Krieg sei ein umatürliches Ueberbleibsel früherer barbarischer Zeiten und durchaus unvereinbar mit der Wohlfahrt der Völker. Deshalb müsse die Privatmoral zur Völkermoral erhoben werden. Wie Privatstreitig feiten vor geritlichen Instanzen zum Austrag gebracht würden, so müßte auch der Völker zwist vor einer richter. lichen Instanz beglichen werden. So lange die gegenwärtige Landgier herrsche, seien ja die nationalen onflitte leider nicht zu beseitigen. Aber man müsse die Nationen daran gewöhnen, nicht das Faustrecht zu gebrauchen, sondern internationale Schiedsgerichte anzurufen. Diefer Appell an die Humanität offenbart die unglaubliche Kindlichkeit unirer bürgerlichen Friedenspropagandisten. Die Herren haben sich durch all' die Kriege, die seit dem Haager Friedenskongreẞ ausgebrochen sind, noch immer nicht davon überzeugen lassen, daß alle Friedenskongresselei zwecklos oder gar eine frivole Posse ist, so Der Vertrag müsse, so wird in dem Artikel ausgeführt, sowohl lange die Konfliktstoffe aus dem Völkerleben noch was China als auch was Tibet, besonders aber was Rußland nicht hinweggeräumt sind. So lange eben der brutale anbetreffe, für null und nichtig angesehen werden. Rußland Dem Reichs- Anzeiger" zufolge ging dem Bundesrat der im Kampf die Futterkrippe innerhalb der Nationen tobt, könne und dürfe den Vertrag nicht anerkennen, Reichs- Eisenbahnamt aufgestellte Entwurf einer neuen Eisenbahnist ant einen friedlichen schiedsgerichtlichen Ausgleich solcher weil er in offenbarem Widerspruche mit den im englischen bau- und Betriebsordnung zu. Er enthält in sechs AbZwistigkeiten nicht zu denken. Gerade die Vorgänge Parlament abgegebenen Erklärungen stehe wie auch mit dem schnitten die allgemeinen Vorschriften für den Bau neuer und den des russisch- japanischen Krieges beweisen ja, englisch russischen Webereinkommen, nach dessen baulichen Zustand bestehender Bahnen, für den Bau, die Ausrüstung daß sogar die Bestimmungen, die bereits in dem Völkerrecht Bestimmung sich England 1903/04 amtlich verpflichtet habe, und Unterhaltung der Fahrzeuge, für die Handhabung des Bahn- einen Niederschlag gefunden haben, sofort außer Kraft gejent teinerlei Aenderung in dem politischen status betriebes sowie der Bahnpolizei und endlich Bestimmungen für das werden, sobald es das Interesse einer Nation erheischt quo Tibets vorzunehmen. Der Artikel betont schließlich, Bublifum. Für die Hauptbahnzüge soll unter besonders günstigen und diese Nation die Kraft fühlt, das Völkerrecht eins der Text des englisch- tibetanischen Vertrages zeuge von mala fides Verhältnissen fünftig eine größere als die bisher gestattete Höch it foch zu brechen. Unfre bürgerlichen Friedensfreunde beund Ungeniertheit der englischen Regierung. geschwindigkeit von 100 Kilometer in der Stunde zugelassen le sich deshalb durch ihre naiven Deklamationen nur mit dem Der Aerger Rußlands ist nur zu begreiflich. Aber sein unverwerden können, auf Nebenbahnen sollen unter gewissen Bedingungen der Lächerlichkeit. Blümter Ausbruch wird auf England momentan wenig Eindruck 50 Kilometer statt bisher 40 Kilometer in der Stunde ſtatthaftiet vernünftiger wäre es entschieden gewesen, wenn unfre machen. Rußland ist durch den ostasiatischen Krieg derartig sein.hu lichen Freiheitsschwärmer ihre Aufmerksamkeit ein wenig den engagiert, daß es sich Englands Vorgehen einfach gefallen laffen muß. Aenderungen in der Sonntagsruhe. Der Bundesrat wird nialkriegen zugewendet hätten, um dort wenigstens die England scheint auch davon überzeugt zu sein, daß Rußland nach sich nach einer Mitteilung der„ B. P. N." in seinem nächsten ba barische Bergewaltigung der Eingeborenen Beendigung des ostasiatischen Krieges auf geraume Zeit hinaus der Tagungsabschnitte auch mit der Aenderung einiger Verordnungen zu ildern oder wenigstens an den Pranger der Deffentlichkeit zu über die Sonntagsruhe zu beschäftigen haben. Die Vorarbeiten für stel. In dieser Beziehung haben die Herren, die sich ja überhaupt artig entkräftet sein wird, daß es nicht daran denken kann, etwas diese Umgestalt ingen seien schon vor längerer Zeit im Reichsamte vorm Eingehen auf konkrete Fälle ängstlich hüten, Moral Moral gegen England zu unternehmen. des Innern begonnen worden; sie hatten ihren Grund darin, daß sei lassen und sich gründlich ausgeschwiegen. So rächt sich Rußlands unersättliche Ländergier. Es büßt aller verschiedene auf Grund der Gewerbe- Ordnungs Novelle vom Wenstens ist uns nicht bekannt geworden, daß die Deutsche Voraussicht nach nicht nur seine Eroberungen im Osten Asiens ein, Jahre 1891 getroffene Verwaltungsmaßnahmen nicht mehr den Friedensgesellschaft auch nur den schwächsten Versuch gemacht hätte, sondern auch seine vermeintlich schon sichere Beute in Centralasien! inzwischen abgeänderten thatsächlichen Verhältnissen entsprechen. De m barbarischen Blutvergießen in Südwest Im Laufe des Jahres habe sich sowohl in den Beratungen der afrika Einhalt zu thun. So lange es also mit der Moral Barlamente wie in der öffentlichen Kritik ein umfangreiches Material dieser Herren selbst derartig bestellt ist, sollten sie sich nicht einin dieser Frage angesammelt, das bei den Vorarbeiten berücksichtigt bilden, große nationale Konflitte, die mum einmal in unserm fapitalistischen Faustrecht begründet sind, durch moralische Salbadereien verhüten zu können. Betriebsmittel- Gemeinschaft auf den deutschen Eisenbahnen. In Heidelberg haben, wie schon kurz gemeldet, die Verhandlungen barismus. Die sogenannten civilisierten Nationen hätten vor zwischen den süddeutschen Regierungen und dem preußischen Eisenbahnminister über die Anbahnung eines engeren Zusammenschlusses der süddeutschen Staatsbahnen und der preußisch- hessischen Gemeinschaft einen Abschluß gefunden. Man hat sich geeinigt, eine Gemeinfchaft der Betriebsmittel herbeizuführen, durch welche die ökonomischere Ausnußung derselben, insbesondere des rollenden Eisen bahnmaterials, und damit eine steigende Rentabilität des Betriebes für die einzelnen Eisenbahnverwaltungen ermöglicht werden soll. Das ist der erste Schritt zur Vereinheitlichung aller deutschen Eisenbahnen. So sehr diese Entwicklung wirtschaftlich zu begrüßen ist, um so mehr ist in Zukunft darauf zu achten, daß die Vereinheitlichung nicht unter Ausdehmung der reaktionären Eisenbahnpolitik geschicht, die Preußen vornehmlich gegenüber der großen Armee der Eisenbahnbeamten und Eisenbahnarbeiter übt. Die Uebernahme der Eisen bahnen auf das Reich wird bei der sich anbahnenden Betriebs gemeinschaft leicht durchführbar, aber zugleich eine social politische Notwendigkeit ersten Ranges. Deutfches Reich. Saarabien vor dem Reichsgericht. Am Freitag verhandelte das Reichsgericht über die Prozesse gegen den Redakteur der Neunkirchner Zeitung". Ludwig Lehnen. " werden konnte. Wir wollen sehr wünschen, daß der Bundesrat das ihm gegebene Verordnungsrecht nicht zu irgend welchen Minderungen der Sonnfagsruhe gebraucht. Nicht Abschwächung, sondern Ausdehnung der Sonntagsruhe ist dringendste Pflicht. Städtische Selbsthilfe. Husland. g der Das Regierungsprogramm für die nächsten italienischen Es handelte sich um drei Urteile des Landgerichts Saarbrücken. Parlamentswahlen. Durch die beiden ersten vom 31. Oktober v. J. ist Lehnen wegen Beleidigung zu 300 und 200 M. Geldstrafe verurteilt worden, Rom, Ende September. Bom 1. Oftober ab werden die Herren Agrarier die Erzeugnisse Jm Avanti" behandelte. fürzlich Ferri die Wahlparole während das dritte Urteil vom 23. Dezember wegen verleumderischer ihrer Viehzucht in die Städte entfenden, ohne daß die städtischen Beleidigung ergangen ist und auf 900 M. Geldstrafe lautet. In dem Behörden das Recht haben, eine nochmalige Untersuchung des Giolittis für die spätestens im nächsten Frühjahre stattfindenden ersten infriminierten Artikel war behauptet worden, bei Verlegungen und Fleisches anzustellen, ob es seit der Untersuchung durch den länd- Wahlen. Ferri erklärt, von absolut zuverlässiger Seite zu wissen, Zusammenstellungen der Mannschaften verführen die Steiger oft mehr lichen Tierarzt verdorben ist oder sonst eine gesundheitsschädliche daß die Neuwahlen mit folgendem Regierungsprogramm erfolgen nach Gunst als nach Kunst. Manchmal regne es Verlegungen und Veränderung erlitten hat. In Erinnerung an die zahlreichen Fälle, werden: I. Herabjegung der Civilliste um wenigstens niemand wisse warum. Der Steiger sage, er wisse den Grund nicht, in denen vom Tierarzt untersuchtes und als gesund befundenes der Befehl komme von oben. Der wahre Grund sei die Beteiligung Fleisch dennoch nach der Einführung in die städtischen Schlachthöfe fünf Millionen Lire; II. Verminderung an der Wahl. Wer hinreichend verdächtig sei, nicht liberal zu wählen, als tuberkulös oder sonst verdorben befunden worden ist, regt sich Heeres stärke von zwölf auf zehn Armeecorps; werde verlegt und bekomme schlechtere Arbeit. Der Artikel erhebt den nun in der städtischen Bevölkerung die berechtigte Absicht, durch III. Verlängerung der Eisenbahnverträge auf Der weitere fünf Jahre. Vorwurf, die Bergleute würden systematisch durch Verlegen und Selbsthilfe die agrarische Gesundheitsgefahr zu mildern. Zwieschlächtig wie der ganze Giolitti ist sein Programm. Er Entlassung von oben her für ihre Stimmabgabe für den Centrumskandi- Brandenburger Anzeiger" empfiehlt den Fleischkonsumenten, Fleisch daten gemaßregelt. Das Gericht war der Ansicht, ein Wahrheits- nur von solchen Schlächtern zu kaufen, die sich verpflichten, nur nimmt mit der einen Hand, was die andre gegeben. Immerhin beweis dafür, daß Bergarbeiter wegen ihrer politischen Gesinnung von Fleisch zu liefern, daß die Kontrolle des städtischen Schlachthofes ließe sich über die Vorschläge, wenn sie mehr sind als ein Aushängeder Direktion aus gemaßregelt worden seien, sei nicht erbracht passiert habe. Aehnlich rät der Stadtdirektor von Hannover, Herr schild, sehr ernstlich reden. Zeigen sie doch wirklich ein Verständnis worden, auch nicht dafür, daß untere Beamte es gethan hätten. Tramm, dem Publikum an, eine freiwillige Fleischkontrolle herbei- für die nächsten und dringendsten Bedürfnisse des Landes und einen Zwei Fälle von Maßregelungen auf Grund der Anordnungen eines zuführen: Man taufe nur bei solchen Schlächtern, die ihr Fleisch freilich ungenügenden, aber der Richtung nach zweckentsprechenden Versuch, ihnen gerecht zu werden. Bergassessors seien durch andre Gründe genügend erklärt, lägen auch mit dem Stempel der Stadt versehen lassen. zwei Jahre auseinander. In einem andren Falle von Maßregelung Wie groß die durch die Freizügigkeit des frischen Fleisches Was die Herabfeßung der Civilliste betrifft, so haben wir schon Durch einen Steiger sei der Grund auch nicht politischer Art. Aller- drohende Gefahr ist, ergiebt nach der" Fr. D. Pr." eine Statistit vor längerer Zeit berichtet, daß sie vom König beabsichtigt werde. dings, so heißt es im Urteil, scheinen Fälle vorgekommen aus nur 50 Städten, wonach in dem kurzen Zeitraum von dreiviertel Wenn ein so armes Land wie Italien jährlich 18 Millionen für sein zu sein, daß Steiger, Obersteiger und andre den Jahren, vom 1. April bis 31. Dezember 1903, in 719 Fällen das Staatsoberhaupt ausgiebt, so liegt ja wohl keine Reform näher und Arbeitern unpassende Vorhalte u. dgl. wegen ihrer Fleisch von Tieren, das von Tierärzten untersucht und als brauch ist auch feine leichter durchführbar als eine Einschränkung dieser politischen Gesinnung gemacht haben, aber für eine bar befunden worden war, in der Nachuntersuchung als verdorben Lurusausgaben. Um die Höhe der Herabsetzung ließe sich streiten: systematische Beeinflussung von oben herab ist nichts erwiesen. und minderwertig beanstandet worden ist. In Königsberg wurden als Regierungsprogramm find aber 5 Millionen schon eine ganz Auch hat diese Ausgabenverminderung Bur Kenntnis des Angeklagten gelangt war nur ein Fall, in dem bezeichneten Zeitraum von 136 Rindervierteln 60 beanstandet, anständige Steduktion. das gute an fich, daß fie weitere Ersparnisse in dem er eine Beeinflussung erblicken konnte; dieser Fall lag in Stettin von 700 Tieren 18, in Magdeburg von 184 21. sich ziehen wird. Denn unt 5 Millionen weniger auss über zwei Jahre zurück. Ein System" fonnte daraus, sagt das Bekenntnisse eines demokratischen Redakteurs. Nachdem fürzlich zugeben, wird der König auf einen Teil seiner unzähligen Urteil, nicht gefolgert werden. Der Angeklagte wollte nicht die Interessen der Bergleute vertreten, sondern nur die Direktion be- in der Frankfurter Zeitung" ein ehemaliger Kreisblatt- Redakteur Baläste und Schlösser verzichten, deren Erhaltung sehr große leidigen. Er hatte auch nach Ansicht des Gerichtesgar fein feine traurigen Erfahrungen ausgeplaudert hat, veröffentlicht jetzt Summen verschlingt. Das königliche Haus hat in allen größeren Recht, die Intereffen der Bergleute zu vertreten. Allerdings hatten die Neckarzeitung" den Klageruf eines demokratischen Redakteurs. Städten Italiens große Paläste- Genua, Florenz, Mailand, Venedig, Neapel, Parma, Modena usw. ihm Bergleute ihr Leid geklagt, aber es lagen weder nähere Be- Jn demselben heißt es: ziehungen zwischen ihnen und dem Angeklagten, noch ein Auftrags-" Jahrelang habe ich Parteiblätter redigiert, aber nirgendwo Staatseigentum find, aber durch das Nuznießungsrecht des Königs als Museen, habe ich meinen Gefühlen freien Lauf lassen von jeder Verwendung für den öffentlichen Nuzen berhältnis vor. fönnen. Uebte ich an irgend etwas, namentlich auf Totalem Universitätsgebäude, Berwaltungsgebäude 2c.- ausgeschlossen sind. Gebiete, eine durchaus berechtigte, ja vom Standpunkte des Kühn ist der Vorschlag der Herabseßung der Heeresstärke. Nicht, Blattes unbedingt notwendige Kritit, so ist es mir oftmals daß nicht alle die 450 Millionen Lire, die jährlich die Armee kostet, passiert, daß dies von Parteigrößen ernstlich getadelt wurde mit als die te des Landes weit übersteigend erkannten! Aber fühn der Motivierung, ich hätte diese oder jene Rücksicht auf diesen oder ist er, we der starken Energie entgegentritt, mit der das Großjenen Parteigenossen nehmen müssen. Wenn irgendwo in oder fapital aut er Erhaltung des Heeresfontingents besteht. Es steht dahin, ob Giolitti hierbei an Einhalten des Verim Posemucet ein leines Standälchen vorkam, dann übrigens fe durfte, ja mußte ich sogar mit allem Nachdruck und in den sprechens det. Hat denn der geheime Vertrag des Dreibundes schärfsten Wendungen in Verurteilung machen, war nicht die Kl el, die Italien zur Unterhaltung von zwölf Armee aber bei einer viel bedeutenderen Affäre eine corps verpfl, et? Man hat die Eristenz dieser Klausel hundertmal Parteigröße beteiligt, dann kam von maß mit Worten leugnet; jetzt wäre also Gelegenheit zu einem endgebender Stelle" fofort der Wint, wie der Fall gültigen Deiti durch die That. behandelt werden sollte. Das„ Behandeln" mußte dann Das Gele " Zur Begründung der Revision des Angeklagten wurde angeführt: Der Artikel nötigt nicht zu der Annahme, daß nicht die Steiger und Obersteiger gemeint gewesen sind. Der Wahrheitsbeweis ist erbracht bezüglich der Steiger und Obersteiger. Der Angeflagte hat im guten Glauben gehandelt. Es ist sogar erwiesen, daß Geh. Bergrat Hilger zu seinen Unterdirektionen gesagt hat, die Leute, die für das Centrum stimmen, müßten gehen. Berechtigte Interessen habe der Angeklagte vertreten, da er sich des jedem Staatsbürger zustehenden freien Wahlrechts annahm; dazu sei jeder Staatsbürger berechtigt. Das Reichsgericht verwar jedoch die Revision als unbegründet, da sie sich lediglich gegen die unanfechtbaren thatsächlichen Feststellungen wende. In dem zweiten Prozeß handelte es sich um einen Artikel, der einige Tage vor dem oben erwähnten erschienen ist. In diesem Artikel ist nach den Feststellungen des Landgerichts der Geh. Bergrat Hilger der Parteilichkeit beschuldigt, weil er einem Obersteiger einen " 1 nach die gewicht dieser beiden Forderungen, die dem Lande Millionen ersparen würden, bildet die vorgeschlagene des italienischen Wirtschaftslebens. Die ungeheueren ein Vertuschen darstellen. So etwas fam durchaus nicht selten jährlich 12 biz vor. Den Gegenparteien durfte natürlich nichts durchgehen und Verlängerunger Eisenbahn- Pachtverträge. Diese Verträge sind ein alles, was bei ihnen nicht war, wie es sein sollte, wurde un Stein am Fu Afrika. Die Kapitalien, die der Staat für die Bahnen aufgewandt hat, liegen so1 In der socialistischen Partei entfalten die Frauen eine rege Anteildividende ausgeschlossen würde durch die an Stelle der bisgut wie unverzinst, der Besitz des Staates in Anlagen und Bauten Thätigkeit; an den politischen Versammlungen nehmen stets viele herigen Bedingung zu setzende neue Bedingung, Hypotheken ist durch die Verträge ungenügend garantiert, das Personal ist der Frauen teil; auch wirken sie agitatorisch durch Frauenvereine. abzustoßen, ihren Grund und Boden pfandfrei zu machen und sich privaten Ausbeutung in einem Maße preisgegeben, das nicht nur der fo vor etwaigen Maßregelungen durch das spekulative Kapital au socialen Ruhe, sondern auch der technischen Sicherheit des Bahnverkehrs gefährlich ist. Diese Verträge verlängern, heißt also, auf weitere 5 Jahre Ein Problem der Einwanderung erwächst der englischen Regierung sichern. Sem Lande große materielle Opfer auferlegen, ihm einen ungenügenden, in Transvaal. Chinesen werden dort bekanntlich in Massen ins Land Ministerweisheit und innungsmeisterliche Einsicht. Die Handschlechten und teuren Bahnverkehr erhalten und den Eisenbahnern gezogen, um in den Goldminen zu arbeiten. Dagegen wird scharfe werkskammer für den Regierungsbezirk sö In hat in ihrer jüngsten entweder eine provisorische Ordnung ihrer Lage anbieten oder sie Opposition gegen die Einwanderung von Indern, aljo Vorstandssigung sich mit der Bleiweißfrage befaßt. zum allgemeinen Streit nötigen. Sowohl die Verstaatlichung des britischen Unterthanen, gemacht. Man fürchtet eine Ueber- Stanımer ist, wie alle Handwerkskammern, um Aeußerung zu dem Bahnbetriebes, als seine Uebergabe an private Gesellschaften bieten flutung von Kulis aus Indien, und die englischen Händler er Entwurf eines Erlasses betreffend Verhütung der BleiweißNachteile. Das allerschlimmste aber ist noch einmal ein kurzes flären, daß ihre Interessen dadurch schwer bedroht seien. Diese gefahr von dem Minister des Innern aufgefordert worden. In Provisorium des Privatbetriebes, denn dieser bedeutet Raubbau Juder sind noch bedürfnisloser als die Chinesen und legen sich mit dem von der Handwerkskammer an die Presse versandten Bericht durch das Privatkapital, Unlust zu neuen Anlagen, ein stupides Vorliebe auf den Handel. Gegen eine Ausweisung oder Aus- über die Sigung heißt es nun:„ Die betreffenden Innungen Weiterwursteln in Erwartung des neuen Ablauftermins. schließung der Inder aus Transvaal protestiert dagegen heftig die haben ihre Ansichten bereits fundgegeben. Es wurde für zied Regierung in Indien. Somit wird die Lösung des Pro- mäßig erachtet, auch den Gesellenstand über diese Frage zu hören." blems der englischen Regierung nicht leicht gemacht. Mit dieser Erklärung hat sich die Kölner Handwerkskammer auf den einzig richtigen Standpunkt gestellt. Sie wünscht, daß die Gesellen genau so wie die Meister sich zu der Bleiweißverordnung äußern sollen. Die Weisheit preußischer Minister ist noch nicht darauf gekommen, diese von den Arbeitern wiederholt erhobene und Paris, 30. September. Dem„ Matin" wird aus Petersburg für jeden gerecht denkenden Menschen selbstverständliche Forderung gemeldet, der Statthalter Alexejew sei aus der Mandschu- Maß von socialpolitischer Erkenntnis oder Liebe zum Fortschritt zu erfüllen. Von Innungsmeistern, denen niemand ein besonderes ei abberufen worden und werde in 4 bis 5 Tagen nach nachfagen wird, muß sich die Regierung solche Lehren erteilen Petersburg abreisen. Der Vorwand für die Abberufung sei der, daß Kaiser Nikolaus aus dem Munde Alexejews voll- laffen. So würde also Giolittis Wahlprogramm geben und nehmen, das Land von einer Last befreien und ihm eine neue aufhalsen. Für das Proletariat gilt es, auf der Hut zu sein. Es muß auf seinen Forderungen bestehen, auch wenn sie Regierungsforderungen werden, aber es darf nicht die Hand leihen zu dem Schacher, den Giolitti dor hat. Es ist Sache der Partei, das Proletariat aufzuklären. Schweiz. Parteiverhältnisse und Wahlbewegung in Genf. Vom ostasiatischen Kriegsschanplay. Alexejew abberufen? in der Mandschurei erhalten wolle. In Wahrheit aber werde ständige Aufklärungen über den Stand der Dinge Generaladjutant Alexejew nicht mehr nach der Mandschurei zurückDie Lage vor Mukden. fehren. V Gerichts- Zeitung. Staats Genf, Ende September.( Eig. Ver.) Im Kanton Genf finden demnächst die Großrats-( Landtags-) Wahlen statt und die Parteien treffen eifrig ihr Vorbereitungen. Die radikale Partei erlebte eine Sezession, indem der linke Flügel sich absonderte und nun als radikale Linke" selbständig in die Wahlbeiwegung eingetreten ist. offenbar zu dem Zwecke, durch getrenntes Marschieren bessere GeDer Raubmord bei Saatwinkel, dem am 14. Mai d. J. der Geschäfte für den„ Radikalismus“ überhaupt zu machen. Dann nach der Wahl werden wohl alle wieder ein Herz und eine Seele sein. schäftstutscher Otto Schemel zum Opfer fiel, gelangte gesterngor dem Dafür spricht auch der erste Punkt des prompt aufgestellten Pro- London, 30. September. Dem„ Standard" wird aus dem Schwurgericht des Landgerichts II zur Verhandlung. Tön Vorsitz gramme, der„ Respektierung der Prinzipien und Entscheidungen der Hauptquartier des Generals Kuroki gemeldet, daß täglich kleine führt Landgerichtsrat Stölting, die Anklage ver ( gesamten) radikalen Partei" proklamiert, so daß die ganze Gefechte zwischen der Kavallerie der russischen Nachhut und der anwaltschaftsrat Friedheim, die Berteidigunstreift Rechtsanwalt Tiftin. Angeklagi ist der Steinträger E. An Reinhold Sezession" als eine abgebrühte demagogische Komödie erscheint. Armee Kurofis stattfinden. Das Gros der Russen soll sich in Auch die socialdemokratische Partei hat ein Aftions- die Gegend nördlich von Mukden zurückgezogen haben opp aus Spandau, der beschuldigt ist, in Gemeinschaft mit dem inprogramm aufgestellt, das folgende Postulate enthält: 1. Alters- und sich auf dem Marsche zwischen durch Selbstmord aus dem Leben geschiedenen Arbeiter auf Tieling zu befinden. August Piller am Sonnabend, den 24. Mai abends, auf der versicherung. 2. Revision des Fremdengesetzes( Ausweisungen, Re- Tieling ist befestigt und augenblicklich von Kojaken besetzt. Chaussee am Spandauer Schiffahrtskanal den in der Schmalzsiederei duktion der Tage für Niederlassungen). 3. Mobiliar- und Ge- Starke russische Infanterie Abteilungen stehen süd von Haase in der Quikowstr. 8 in Berlin angestellten Kutscher Otto bäudeversicherung. 4. Gemeindeproporz. 5. Abschaffung des Stollektiv- östlich von Mukden auf Beobachtungsposten. Viele Eisenbahn- che me l beraubt und ermordet zu haben. Letzterem ist eine Lederstreitigkeiten- Gesetzes. 6. Vereinfachung der Gerichtsorganisation züge brächten Brückenmaterial nach Norden zur Ueberbrückung tasche mit mehr als 200 M. gewaltsam geraubt worden. Zur Verund des Prozeßverfahrens. Unentgeltliches Rechtsbureau. 7. Un- des Hunflusses. Der japanische Vormarsch auf Mukden handlung erschienen zahlreiche Zeugen, ferner als Sachverständige zwei entgeltliche Krankenversicherung und Reorganisation der Spitalver- werde Anfang Oktober erwartet. pflegung. 8. Abschaffung des Gefeßes betreffend Unvereinbarkeit Mufden, 28. September.( Ag. Havas".) Es bestätigt sich, daß Kreisärzte aus Spandau und Nauen und der Gerichtschemiker Dr. stelle. 9. Revision des Gesetzes betreffend öffentlichen Unterricht im fügent, von denen die Vorhut im Osten der Kohlengruben eines Werkzeugmeisters, evangelischer Religion, Ersatzreservist und des Großratsmandats mit einer öffentlichen kantonalen Arbeits- die Japaner im Süden nur über schwache Bestände verschoff. Der Angeklagte, ein bartloser, knochiger Mann, ist am 10. Oftober 1881 zu Melis geboren und unbestraft. Er ist der Sohn Sinne der Vereinfachung und der Erleichterung des Besuches. von Jentai steht; ihre Stellungen sollen sich von Taschitschiao nennt bereits eine Braut sein Eigen. Er bekennt sich für nicht10. Trennung der Kirche vom Staat. 11. Verbot der Truppen- bis zum Taitseflusse erstrecken. Kuroki sege den Marsch schuldig, aus seinen Antworten auf die Fragen des Vorsitzenden erverwendung bei Streita. giebt sich, daß er mit einem Sprachfehler behaftet ist. Er behauptet, Ein Vorstoß Linewitschs? daß er diesen Fehler im achten Lebensjahre erhalten habe, als ihn ein Lehrer zwischen eine Bank geworfen hatte. Auf Befragen des Vorsitzenden bestätigte er, daß er sowohl Piller als auch den ErEr bestreitet, sich mordeten, die seine Schulkollegen gewesen, kannte. an der Blutthat beteiligt zu haben. Das von dem ermordeten Schemel geleitete Fuhriverk ist am 14. Mai abends gegen 10 Uhr führerlos auf der Chaussee vorgefunden worden. Der Kutscher lag in eine Decke gehüllt tot auf dem Wagen. Die Kehle war ihm mit einem Strick zugeschnürt, eine Geldtasche mit über 200 M. Inhalt, die der Sutscher bei sich führte, war vom Riemen abgeschnitten und fehlte. In einer sehr langatmigen Geschichte sucht der Angeklagte alle Schuld von sich ab und auf den verstorbenen Piller zu wälzen. Er habe während der That auf dem Wagen geschlafen und später von Biller habe sich dort eine alte Uhr für 3 W. getauft, ebenso kaufte er sich Geld zugesteckt erhalten. Er sei dann in ein Bierlokal gegangen, eine kleine Laterne, die er benutzen wollte, wenn beim Nachhausegehen der Weg einmal dunkel sein sollte, schließlich sei er in eine Apotheke gegangen, um sich Baldriantropfen zu kaufen. Wie er in der Apotheke war, sei der Polizeikommissar Marcus gekommen und mit den Worten: Sie sind ein Mörder!" ihn bei der Hand gepackt. Der Präsident hielt dem Angeklagten verschiedene Widersprüche zwischen seinen bleibt dabei, daß er von dem Morde nichts wisse. früheren Bekundungen und seinen jetzigen vor. Der Angeklagte vernach Osten fort. Baris, 30. September. Dem„ Matin" wird aus Tschifu gemeldet: Die vom General Linewitsch befehligte Armee von Wladivostok sei im Begriff, in korea vorzurüden, um sich dort den Winter hindurch in einer für Japan gefährlichen Stellung zu behaupten. Die Japaner hätten beschlossen, gegen General Linewitsch 20 000 Mann zu entsenden. Das socialdemokratische Programm enthält mehrere Postulate, die auch im neuradikalen Parteiprogramm figurieren; aber unsern Genossen ist es damit sehr ernst, während es den Linksradikalen im besten Falle mit deren Durchführung nicht pressiert. Die socialdemokratische Wahlbewegung hat bereits ein Opfer gefordert, den Genossen Thiebaud, der früher der Regierung angehörte und bei den letzten Neuwahlen nicht wieder gewählt wurde. Unter seiner Ministerschaft, aber freilich ohne seine Schuld, wurde das berüchtigte Antistreitgeses geschaffen, wurde der Straßenbahnerstreit durch Militär niedergeschlagen und entstand so eine Verschärfung der Klassen- und Parteigegensäße und Kämpfe, worunter auch sein Ansehen in weiten Kreisen der Arbeiterschaft schiver litt. Von einer Wählerversammlung war er als socialdemokratischer Privatkapital, Jnvalidenversicherung und Arbeiterwohnungen. Kandidat für den Großen Rat aufgestellt worden, aber angesichts Unsre kritischen Bemerkungen in Nr. 218 von 16. September der Gegenströmung in einem Teil der Parteifreise lehnte er die zu den Plänen des Dr. Freund über die Beleihungen genossenschaft: Kandidatur ab. Im„ Grütlianer" wird ihm warme Anerkennung licher Wohnhäuser hat Interessenten Anlaß zu einer Anfrage bei gezollt. Genosse Thiebaud ist das Opfer des Ministerialismus", der trop aller Demokratie der schweizerischen Arbeiterbewegung bisher recht wenig genutzt, dagegen wiederholt schwere moralische Schädigung zugefügt und so ihren Fortschritt mehr aufgehalten als gefördert hat. Italien. Auflösung der italienischen Kammer? Rom, den 28. September. Es verlautet mit großer Bestimmt heit und kehrt in verschiedenen Blättern Roms und der Provinz wieder, daß Giolitti demnächst die Kammer auflösen und die Wahlen in kürzester Frist, und zwar am 6. und 13. November, auberaumen werde. Die offiziellen Blätter dementieren ziemlich lau. Wie es heißt, soll der König der Ansehung der Neuwahlen nicht fernstehen. Einige Blätter wollen wissen, daß die Daten 6. und 13. November schon seit Juli feststehen, andre meinen, sie seien durch die Geburt des Thronerben, andre, sie seien durch den Generalstreit bestimmt. Soziales. Herrn Dr. Freund gegeben. Darauf hat Dr. Freund sich selbst berichtigt, indem er in der Antwort auf diese Anfrage erklärte, es sei nicht seine Absicht gewesen, den Versicherungsanstalten zu empfehlen, fünftig nur zweite Hypotheken zu garantieren und eigne Gelder überhaupt nicht mehr herzugeben. Er meine vielmehr, die Anstalten könnten beides thun. Er könne sich sogar denken, daß eine Versicherungsanstalt in ganz besonders schwierigen Fällen" auf dasselbe Grundstück die erste Hypothek hergeben und die zweite garantieren könne. In der Regel jedoch würden die Anstalten entweder das eine oder das andre thun. werden die Protokolle über die Vernehmungen des verstorbenen Es wird sodann zur Beweisaufnahme geschritten. Zunächst Piller, deren letzte eine halbe Stunde vor seinem Selbstmorde stattgefunden hat, verlesen. Piller hat seinerseits wieder alle Schuld auf den Angeklagten Jopp gewälzt. In seinem Artikel in der„ Socialen Praxis" vom 15. September hat Dr. Freund das jedoch nicht gesagt. Dort sagt er ausdrücklich, Aus der umfangreichen Zeugenvernehmung ist die Aussage des daß die erste Hypothek sehr leicht vom Privatkapital beschafft werden Assessors Stern beachtenswert. Er hat nach Bekanntwerden des könnte und daß die Versicherungsanstalten nach seinem Vorschlage Bernehmungen mit beiden vorgenommen und die Aussagen außerMordes und Einlieferung des Piller und des Angeklagten die ersten ohne Aufwendung eignen Kapitals das genossenschaftliche Bauwesen ordentlich sorgsam protokollieren lassen. Nach anfänglichem ganz fördern könnten. Wenn er es anders meint, thäte er im kurzem Bestreiten und nachdem ihm sein am Thatort vorgefundener Interesse des genossenschaftlichen Bauwesens gut, das auch öffentlich Hut vorgezeigt worden war, hat Piller die That im allgemeinen zus richtig zu stellen. Denn daß die Ueberantwortung der Genossen- gegeben. Daß Piller von Gewissensqualen gepeinigt worden, beEine Berlekung der italienischen Landesehre. schaften an das private, das heißt das spekulative, also besonders weist u. a. folgende charakteristische Thatsache. In jeder GefangenenRom, den 27. September. Am 19. September haben einige das Bankkapital, dadurch, daß man sie für die erste Hypothet auf zelle befindet sich an der Wand ein Zettel mit dem Namen des Gedumine Jungen es für eine wirksame Demonstration gegen dieses verweist, die Gefahr in sich birgt, die sociale Ausgestaltung fangenen und der Bezeichnung der Strafthat, die ihm zur Laſt gedie italienische Regierung gehalten, das Wappen des italienischen Konsulats in Lugano herunterzureißen und in den See zu werfen. der Genossenschaften zu verhindern und ihnen damit den Lebens- legt wird. So stand in Billers Zelle auf dem Zettel: August Piller, Strafthat: Raubmord." Eines Tages hatte er diesen Bettel umDer Fall würde uns an sich nicht interessieren, denn wir glauben faden zu unterbinden: diese Ansicht wird auch von den Genossenschafts- gedreht, so daß die weiße Seite nach außen war; er hatte den Anblick nicht, daß die Ehre eines Landes in einem Wappen steckt und auch interessenten geteilt. dieser Worte nicht ertragen können! Einige Tage nach seiner Bernicht, daß dumme Jungen fie antasten fönnen. Die Es sei bei dieser Gelegenheit noch auf eine den Genossenschaften haftung tam seine Schwester aus Berlin nach Spandau, der eine italienische Regierung will aber absolut die Landesehre verschwierige und unter Umständen recht schädliche Bedingung hin- Unterredung mit Piller genehmigt wurde. Als er seine Schwester letzt sehen und sie stellt das so an, daß auch wir jetzt gewiesen, die von den Versicherungsanstalten und dem Reiche an die fah, fing er furchtbar zu schluchzen an man hätte es schon ein Aufſagen müſſen: ja, hier tritt man allerdings die Ehre Hergabe der Hypotheken geknüpft wird. Sie schreiben vor, daß die schreien nennen können. Er war so aufgeregt und deprimiert, daß des italienischen Staates mit Füßen. Die Schweizer Behörden strengen nämlich einen Prozeß an Mieten in den beliehenen Häusern nicht höher angesetzt werden dürfen, die Unterredung nicht stattfinden konnte. Wie anders Jopp! Auch dieser erhielt eines Tages den Besuch seiner Mutter. Er zeigte nicht gegen die Burschen in Lugano, auf Antrag der italienischen Re- als zur Deckung der Selbstkosten nötig ist. die geringste Rührung, und das einzige, was er sagte, war folgendes: gierung, wie dies das Gesez heischt. Da sie die Urheber nicht mehr Der Zweck ist löblich, aber der Erfolg ist schädlich. Der Zweck Hebe man bloß meine Schuhe auf!" Es handelte sich um Schuhe feststellen, dachten sie, ein hübsches juristisches Auto da fe abzuhalten foll sein, kapitalistischen Dividendengelüften vorzubeugen. Die Be- aus der Zeit, wo er als Ringer aufgetreten war Jopp hat auch, als und den Genossen Gotti abzuthun, der zwar notorisch bei der dingung läuft aber in der Pragis erstens auf eine ungleiche Be- er zur Zeit der Leichenöffnung an die Leiche geführt wurde, keine Wappengeschichte unbeteiligt war, aber die Protestversammlung gegen handlung der Wohnungsinhaber hinaus. Bei der Bestimmung der Spur von Gefühlsregung gezeigt. Er blieb zunächst dabei, daß er die italienischen Proletariermorde einberufen hatte in Lugano, Selbstkosten spielt der Bodenpreis eine Hauptrolle, und wenn eine von der ganzen Sache nichts wisse, mußte dann aber zugeben, daß er wie in der ganzen Schweiz nach welcher Versammlung das Genossenschaft ein Grundstück unter günstigen Umständen billig, ein mit auf dem Wagen gesessen, wollte aber nicht wissen, was passiert Wappen eben in den See geworfen wurde. Genosse Robert Gotti floh über die Grenze andres unter ungünstigen Umständen teuer kauft, ist sie gezwungen, Art Zauber gewesen wäre: plöglich und ohne zu wissen, wie es ge= sei. Er schilderte das Heruntersteigen vom Wagen so, als ob es eine der Prozeß, den man einfädelt, ist keine Bagatelle- wird aber auf italienischem für Wohnungen derselben Art und Größe oft ganz verschiedene kommen, habe er mit Biller auf der Chaussee. gestanden. Boden verhaftet. Dies geschieht auf Antrag des Schweizer Mieten anzusetzen. sprünglich hatte er nichts davon gesagt, daß er eingeschlafen gewesen, Gerichts, ist also gefeßlich, sobald man nur das den Gotti zur Zweitens läuft sie auf eine unter Umständen ganz unberechtigte dagegen hatte er, im Gegensatz zu seiner jezigen Behauptung, urLast gelegte Delift in irgend einen Paragraph hinein Herabdrückung der Tage hinaus, da diese sich nach dem Mietertrage sprünglich gesagt, daß er, als er vom Wagen gestiegen, nach furzer preffen kann, für den Auslieferungsvertrag mit Italien besteht. bestimmt. Die Tage bestimmt aber weiter die Grenze der Mündel- Beit bemerkt hätte, daß Piller die Ledertasche des Schemel umAbsolut ungefeßlich ist aber die Auslieferung. sicherheit und das führt auf einen andern Punkt. Es giebt nämlich gebunden hatte. Piller hat sich in der Zelle erhängt. Er trug um Aus Italien kann ein Fremder nur ausgeliefert werden, nachdem ein noch eine Reihe von Geldquellen, die für die Genossenschaften nicht den Unterschenkel eine Kette, es gelang ihm aber doch, sich bis zur Urteilsspruch eines italienischen Gerichts diese Auslieferung zu die angedeuteten Gefahren des Privatkapitals bergen, vielmehr ganz zuziehen, und dort hat er sich an einem Nagel aufgehängt. Sturze gegenüberliegenden Wand, in welcher sich ein Haken befand, hinübergestanden hat, und zwar muß das Gericht die ganze Anklage prüfen. Das hat man nicht gethan, nicht thun können in den 48 Stunden, unschädlich sind. Das sind Gelder von Sparkassen, Korporationen, Zeit vorher hatte er mit einem Nagel folgendes an die Zellenivand die zwischen Verhaftung und Auslieferung lagen. Gegen Recht und Stiftungen und dergleichen. Diese können sehr wohl in den Dienst gefragt:„ Lebt wohl! Ich bin unschuldig, ich bin durch Verführung Gesetz hat man Gotti ausgeliefert; was an unfren lebendigen Ge- der Baugenossenschaften gestellt werden. Aber sie müssen in den dazu gekommen! Ich kann es nicht mehr länger aushalten im Gefegen freiheitlich und gut ist, das tritt man ruhig mit Füßen und Grenzen der Mündelsicherheit bleiben. fängnis. Meine Eltern brauchen sich um mich keine Kopfschmerzen um ein totes Wappen macht man großes Federlesen. Indem durch die erwähnte Bedingung die Tage und damit die mehr zu machen. Gethan habe ich nichts. Lebt wohl, liebe Eltern Grenze der Mündelsicherheit herabgedrückt wird, wird auch die Be- und alle meine Freunde!" Der Angeklagte behauptet, der Assessor wäre bei der Vernehmung Mit dem Frauenstimmrecht müssen die politischen Parteien in vier leihungsmöglichkeit aus den genannten Geldquellen verringert und sehr scharf auf ihn eingegangen, was von einer Anzahl GerichtsStaaten rechnen und im republikanischen Hauptquartier hat man die Genossenschaften werden insoweit auf das Spekulationskapital personen bestritten wird. Diese sowohl, wie ein Gefängnisbeamter darauf schon bei der Verbreitung von Wahl- Litteratur besondere verwiesen. stimmen darin überein, daß das Geständnis des Piller ein freis Rücksicht genommen, was in früheren Jahren nicht geschah. Es Das Ziel, das die Bedingung verfolgt, fann auch erreicht williges, glaubwürdiges und reumütiges war. Jopp dagegen benahm zeigte sich, daß die Frauen 30 bis 40 Prozent des Gesamtvotums werden ohne die gekennzeichneten Schäden, indem den Genossen- sich frech und verstockt. Der geistliche Zuspruch machte auf ihn nicht abgaben, wo dieselben die vollen, unbeschränkten politischen Rechte schaften eine Höchstgrenze für die Verzinsung der Genossenanteile den geringsten Eindruck, während Piller bei dem Zuspruch des Geistgenießen wie die Männer. In den Staaten Wyoming, Kolo- vorgeschrieben wird. lichen heftig weinte und schluchate. rado, Utah und Idaho befizen über 200 000 Frauen Dadurch werden die Genossenschaften in die Lage versetzt, nach Nach Schluß der Beweisaufnahme ergreift Staatsanwaltschafts das aktive und paffive Wahlrecht, sie tönnen wählen und gewählt werden, und thatsächlich find freiem Ermessen die Mieten zu bestimmen. Daß sie niedriger sind rat rie dhe i m um 6 Uhr abends das Wort zur Schuldfrage. Es handle sich hier um einen höchst gemeinen und feigen Mord, verübt Staaten manche Aemter, wenn auch nur untergeordneter Art, von als die Mieten beim privaten Hausbesitzer, dafür sorgt die freie auf offener Landstraße an einem Manne, der die Mörder in freundFrauen besetzt. In manchen andren Staaten besteht ein passives Selbstverwaltung der Genossenschaften. Aber die Genossenschaft licher Weise auf seinen Wagen nahm. Beide Thäter, von denen sich Wahlrecht für die Frauen; sie können zum Beispiel als Mitglieder kommt weiter dadurch in die Lage, aus der Differenz zwischen den der eine unter dem Eindruck seiner eignen Schändlichkeit der irdischen der Behörden für Unterricht und Erziehungswesen gewählt werden. Selbstkosten und dem Ertrage, deren Verteilung in Form von Gerechtigkeit entzogen hat, seien gemeine Charaktere, der Angeklagte Amerika. in diesen Ur= wisse. Verfammlungen. -" Zur Diskussion meldete sich zunächst niemand; darauf nahm Genosse Rieger das Wort, um das wenig mutige und so ganz und gar nicht arbeiterfreundliche Verhalten des Herrn Pauli nach Gebühr zu kennzeichnen. Er geißelte die Herzenseinfalt eines leider noch erheblichen Teiles der Staatsarbeiter, die da wirklich noch glauben können, daß ein Anhänger der konservativen Partei, Mittelstandsretter, Jnnungsheld usw. auch nur den ernsthaften Willen haben könne, fich uneigennützig und thatkräftig der Arbeiter anzunehmen. Redner unterzog die Verhältnisse der Staatsarbeiter einer ebenso scharfen als sachkundigen Stritit, rückte di Gesinnungsfflaberei, die elende Heuchelei und Entrechtung, denen die Staatsarbeiter unterworfen seien, in das rechte Licht, und gab auch ein naturgetreues Bild von dem Auftreten des Herrn Pauli im Reichstage zu Gunsten" der Arbeiter, sowie besonders von seiner Wahrheitsliebe, die sich am besten in dem Märchen von der Schließung der Spandauer Staatsbetriebe" im Falle der Wahl Liebknechts und in den Verleumdungen, die er in der Reichstagssigung vom 16. März 1904 über die Genossen Zubeil und Herbert usw. in die Welt ge= schleudert, offenbare. Genosse Rieger forderte die Versammelten auf, endlich das unwürdige Sklavenjoch von sich abzuschütteln und frei und offen für ihre Besserstellung einzutreten, und dies sowohl im eigensten Interesse als auch im Interesse der gesamten Arbeiterklasse. Mit dem Citat:" Nicht betteln, nicht bitten, nur mutig gestritten!" schloß Redner; lebhafter Beifall dankte ihm. " Tege aber eine besonders niederträchtige Gesinnung an den Tag. Sein gefähr drei Biertet sich im Alter von 14-16 3ahren, sollten Socialdemokraten keinen Zutritt" haben. Es kam aber dreistes Leugnen könne ihn nicht retten, er werde nicht nur durch befinden. Die meisten erhalten nicht ganz 6 M. Lohn die Woche. anders! Die Versammlung, welche etwa von 1500 Personen be feine eignen Angaben ungeheuerlich belastet, sondern durch die ganze Wie jedoch durch Befragen der Versammlung festgestellt wurde, sucht war, kam zu einer sehr entschiedenen Kundgebung gegen die Beweisaufnahme völlig überführt. Es liege ein vorbedachter Mord, wird nicht Wochenlohn, sondern Stundenlohn gezahlt und weil nun Arbeiterfreundschaft" des Herrn Pauli und gegen die Behandlung eine Tötung mit voller Ueberlegung vor, die die beiden Mörder schon Sonnabends nicht 10, sondern nur 8½ Stunden gearbeitet wird, der Staatsarbeiter durch die Heeresverwaltung. Referent war der eine ganze Zeit vorher geplant haben. Der Staatsanwalt beantragt, werden bei der 14tägigen Lohnzahlung allemal 30 Pf. für die Arbeiter Weiher, der die bekannte Prügelaffaire mit dem Inden Angeklagten des Mordes und schweren Raubes schuldig zu 3 fehlenden Arbeitsstunden abgezogen. Daß von genieur Barkot gehabt hat und deswegen nach ca. 15jähriger sprechen. diesen kargen Löhnen auch noch die Feiertage abgezogen Thätigkeit in den Staatsbetrieben entlassen worden ist. Er schilderte Verteidiger Rechtsanwalt Tittin giebt dem Staatsanwalt zu, werden, gilt für die Firma als selbstverständlich. Nach längerer die Zustände, unter welchen die Untergebenen des Herrn Barkow daß es sich hier um eine schauderhafte, gemeine That handele und der Thätigkeit im Betriebe giebt es auch Lohnaufbesserungen; etwas Be- zu leiden gehabt, die Behandlung, welche ihnen von dieſem zuteil Angeklagte schwer verdächtig erscheine. Er hält dessen Schuld aber stimmtes ist darüber jedoch nicht festgelegt. Einzelne erhalten nach geworden, die fortwährenden Accordabzüge usw., berichtete dann doch nicht für zweifellos erwiesen. Billers Bezichtigungen seien 1% Jahren 15 Pf. mehr pro Tag. Es sind auch Arbeiterinnen vor ausführlich über seine eignen Erlebnisse und sein Renkontre mit dem unter dem Drucke einer schweren seelischen Depression gemacht handen, die das 18. Lebensjahr bei der Firma erreicht und es auf allgemein verhaßten Ingenieur. Lebhaftes Bravo der Versammelten worden und keineswegs einwandfrei. Abgesehen hiervon würde auch Stundenlöhne von 14 und 14% Pf. gebracht haben. dankte ihm für die ausgeteilten Ohrfeigen. Sturz streifte Herr nicht einmal ein indirekter Beweis vorliegen, daß der Vorsatz des Einige Spezialarbeiterinnen bringen es bei Accordarbeit auf 12 bis Weiher alsdann die Geschichte der Lohnregulierung und kritisierte Thäters auf Tötung des Kutschers Schemel gegangen sei. 15 M. wöchentlich. Auf die absonderlichen und für die Arbeiterinnen die Art, wie dieselbe immer wieder hinausgeschoben würde, und wie Der Angeklagte erklärt nochmals, daß er von dem Morde nichts und Arbeiter ungünstigen Bestimmungen der Arbeitsordnung ist der Entwurf des neuen Lohnreglements türzlich zur Kenntnis der bereits in dem Bericht über die vor drei Wochen abgehaltene Non- Arbeiterausschüsse gebracht worden sei. Eingangs seiner AusNach der Rechtsbelehrung ziehen sich die Geschworenen zur Be- ditorenversammlung hingewiesen worden, ebenso auf die verschiedenen führungen hatte Redner mitgeteilt, daß er persönlich Herrn Pauli ratung zurück. Strafgelder, die Arbeitskleider, die sich die Arbeiterinnen von der um seinen Beistand und um das Referat in dieser Versammlung geDie Geschworenen bejahten die Schuldfragen. Firma kaufen müssen, die Behandlung usw. Der Referent er- beten habe; Herr P. Habe aber abgelehnt und ihn zunächst an Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten zum Tode und zum wähnte auch, daß die Firma Gebr. Stollwerd im vorigen Jahr den Rechtsanwalt Lüdecke, dieser aber weiter an den Meister HanneBerlust der bürgerlichen Ehrenrechte. 1 204 000 M. Reingewinn erzielt hat, so daß sie jedenfalls im stande mann( Vorsitzender des konservativen Neuen Wahlvereins") ge= Die Mutter des Angeklagten, welche sich im Zuschauerraume be- wäre, einigermaßen anständige Löhne zu zahlen, und nicht unter den wiesen. Trotz eines dringend gehaltenen eingeschriebenen Briefes fand, brach bei Verkündigung des Urteils in lautes Wehtlagen aus. ja im allgemeinen recht geringe Löhne zahlenden Fabriken der sei Herr Pauli heute nicht erschienen. Die Geschworenen beabsichtigen, ein eventuelles Gnadengesuch zu Branche die am schlechtesten zahlende zu sein brauche. Ist doch z. B. unterſtügen. bei der Firma Sarotti der Anfangslohn der Arbeiterinnen neun Mark pro Woche. Der Referent machte den Vorschlag, bestimmte Minimallohnforderungen aufzustellen, die wenn die Arbeiterinnen sich in genügender Zahl der Organisation angeschlossen haben er Kampf in der Luxuspapierbranche" lautete die Tages der Firma überreicht werden sollen. Man könne, erklärte der Redner, ordnungiminer öffentlichen Versammlung der Arbeiterinnen und Ar- vorläufig keine Löhne verlangen, die als anständig bezeichnet zu beiter dige Branche, die gestern abend in Kellers großem Saal statt- werden verdienten, da der Sprung sonst zu groß erscheinen würde. fand und ter üich besucht war. Der Referent Dr aus schilderte die Man müsse sich vielleicht darauf beschränken, für die unter 16 Jahre Entwicklungs Streits, der nun infolge des Versuchs der Arbeit- alten Arbeiterinnen 8 M. Wochenlohn, für die älteren 10 M. zu geber Streitarbeit in den nicht vom Streit betroffenen Fabriken her- verlangen, für die Accordarbeiterinnen die Garantie eines Wochenstellen zu lassen, sich sehr weit ausgedehnt hat. Die Streitarbeit verdienstes von 12 M. und für Ueberstunden 25 Prog. Zuschlag. wurde überall abgelehnt und die Arbeit deswegen niedergelegt, sogar Außerdem müßten bei längerer Thätigkeit im Betriebe bestimmte von Arbeitern, die 10 bis 15 Jahre im Betriebe thätig waren. Der Erhöhungen des Minimallohnes eintreten, ferner wöchentliche LohnRedner forderte die Anwesenden auf, in allen derartigen Fällen zahlung und Milderung der rigorosen Strafbestimmungen verlangt ebenso zu handeln. Er sprach ferner über das Verhalten der Polizei, werden. die bei diesem Streit bereits Dußende von Streitposten sistiert hat, Die Versammlung erklärte sich nach kurzer Diskussion damit einwelche sich nicht im geringsten gegen irgend ein Gefeh vergangen verstanden, daß auf dieser Grundlage ein Tarif ausgearbeitet werde, hatten. Es soll in allen diesen Fällen Beschwerde erhoben werden. der zu gelegener Zeit der Firma Stollwerd überreicht werden soll. Ferner wurden in der Versammlung die nach Aussage der Fabrikanten Wie gesagt wurde, waren Vertreter der Firma in der Ver" guten" Löhne erwähnt, wie sie in verschiedenen Luruspapierfabriken sammlung anwesend, feiner machte aber den Versuch, die Angaben gezahlt werden. Es wurde mitgeteilt, daß bei den Firmen Littauer über die erbärmlichen Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu widerlegen. 1. Boysen, Hagelberg, Hehmann u. Schmidt und Grimm Arbeiterinnenlöhne von 6 M. wöchentlich, bei Schäfer u. Scheibe fogar und Buchdruckereien" war das Thema, mit dem sich eine öffentliche Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse verschiedener Buchbindereien von 5,50 M. gezahlt werden. Die zuletzt genannte Firma beschäftigt einen Präger, der über 23 Jahre dort thätig ist und es nun Buchbinderversammlung befaßte, die am Mittwoch in den Arminauf 19 M. Wochenlohn gebracht hat. Im übrigen wurde erwähnt, hallen tagte. Der Referent Albert Bergmann führte aus, daß bei einer andren Firma zwei Arbeiterinnen, die 9 und 10 Jahre höhungen der Minimallöhne, die am 1. September dieses Jahres daß die im vorigen Jahr mit den Arbeitgebern vereinbarten Erim Betriebe thätig sind, nur 10,50 W. Wochenlohn erhalten. Die Versammlung nahm einstimmig folgende Resolution an: in Kraft traten, mit wenigen Ausnahmen in allen in Betracht kommenDie Versammlung erklärt ihre volle Sympathie für die den Buchbindereien und Buchdruckereien eingeführt worden seien. Streitenden und verspricht nach wie vor ihre thatfräftige Unter- Einige Arbeitgeber hätten auch, was nicht im Tarif vorgesehen sei, stügung. Sie erwartet von allen Kollegen und Kolleginnen, daß sie Erhöhungen der den Minimallohn übersteigenden Löhne eintreten jedes unfinnen, Streitarbeit anzufertigen energisch zurückweisen und Die Werkstätten, wo die Minimallöhne nicht anerkannt eventuell die Arbeit niederlegen. Die Versammlung protestiert sind, feien solche, wo die Arbeiter und Arbeiterinnen nicht der aufs schärfste gegen die gefezwidrigen Handlungen der Polizei, Organisation angehörten oder sich erst in letzter Zeit organisiert hätten. Der Buchbinder- Verband hätte seit Bestehen der Tarifgemeinschaft welche Streilposten, die ruhig ihr gefeßlich gewährleistetes Koalitions- unablässig gearbeitet, um auch diese Werkstätten zur Anerkennung bes Tarifs zu veranlassen. Leider hätte die Prinzipalsorganisation Der Centralverein der Bildhauer hielt am 29. September im so viel wie gar nichts gethan, um dieses Bestreben zu unterſtüßen.„ Die öffentliche Versammlung der Arbeiter der Spandauer Gewerkschaftshaus eine außerordentliche Generalversammlung ab. Es sei unbillig, in dieser Hinsicht alles von der Gehilfenorganisation Staatswerkstätten protestiert gegen die Art, wie die Zunächst wurden eine Reihe geschäftlicher Angelegenheiten erledigt. allein zu verlangen. Mindestens follten die organisierten Buch- von der Heeresverwaltung längst versprochene Lohnregulierung Unter anderm fam auch zur Sprache, daß der Vorstand beanstandet bindereibefizer der Tarifgemeinschaft so viel Verständnis entgegen- verzögert wird, und wie neuerdings der abgeänderte Hat, daß sich die Steinbildhauer in einer Branchenversammlung einen bringen, wie das seitens der Buchdruckereibesizer hinsichtlich der für Vortrag des Genossen Ströbel über Solidarität halten lassen. Auf ihr Gewerbe bestehenden Tarifgemeinschaft geschähe, indem sie die Entwurf zur Kenntnis der Arbeiterausschüsse gebracht worden ist. Die Versammlung richtet an den einen Protest der Kommission der Steinbildhauer ist der Vorstand tarifuntreuen Firmen veröffentlichten. Der Redner führte dann dabei geblieben. Er geht davon aus, daß Branchenversammlungen eine Reihe von Firmen an, die die Minimallöhne nicht zahlen, Striegsminister das dringende Ersuchen, nun endlich aus dent Stadium der„ Erwägungen" herauszutreten und den seit Jahren überhaupt nur statthaft seien für die Erledigung der Branchen- ebensowenig die tarifmäßigen Falzpreise, und bei denen auch in seitens der hiesigen Staatsarbeiter erhobenen Wünschen auf eine. angelegenheiten oder höchstens für Vorträge auf dem Gebiete der andrer Hinsicht mancherlei Mißstände vorhanden sind. Es wurden durchgreifende Lohnaufbesserung jezt endlich Rechnung speciellen Fachfragen einer Branche, welche die Mitglieder andrer besonders genannt: die Buchbinderei von Aghte, die, obwohl zu tragen." Branchen nicht interessieren. Die Vortragsabende mit Vorträgen i ett fast tagtäglich auf dem Arbeitsnachweis in Etiva 25 Hafenfüße hatten aus Furcht vor Beginn der Aballgemeiner Art will man den allgemeinen Verbandsversammlungen der Gormannstraße Falzerinnen zu Tariflöhnenstimmung den Saal verlassen. Es wurde beschlossen, den Reinertrag vorbehalten. Davon, daß die Branchen auch noch eigne Vortrags- verlangt werden, immer noch solche findet, die zu billigeren der Tellersammlung den beiden anläßlich der Barkow- Affaire entabende abhalten, befürchtet der Vorstand eine Zersplitterung der Breifen arbeitenes wurde auch behauptet, daß bei dieser Firma laffenen Arbeitern Weiher und Albrecht zu überweisen. Mitgliedschaft, Absonderung einzelner Branchen mit Förderung des Berstöße gegen die Gesezesbestimmungen über die Arbeitszeit der Staftengeistes. Der Standpunkt des Vorstandes erfuhr von ver- Arbeiterinnen vorgekommen seien ferner die Buchbinderei von schiedenen Rednern insofern Widerspruch, als seine Befürchtungen Biehler in der Wilhelmstraße, wo Gehilfenlöhne von 20 recht ausüben, verhaftet und bedroht." lassen. Hierauf sprach Herr Albrecht, der sich seit vorigem Jahre schon so weit durchgemausert hat, daß er unter lautem Beifall die Behauptung aufstellen konnte: Herr Bauli ist nicht der Mann dazu, Er schilderte gleichfalls seine Erfahrungen als langjähriger Staatsarbeiter und um die Interessen der Staatsarbeiter zu vertreten! vor allem die übliche Vetternwirtschaft". Genosse Pieser führte aus, daß Herr Albrecht nur im vorigen Jahre, vor der Reichstagswahl so vernünftig reden mußte, anstatt feine eigne Standidatur als schlichter Mann" anzuregen, dann hätte sich ein Teil der Staatsarbeiter nicht doch von der Paulischen Wahltaktit bethören lassen und die Socialdemokratie hätte den Kreis sicher erobert; Redner trat besonders für das Abonnement der Arbeiter( Beifall.) Folgende presse ein und empfahl den„ Vorwärts". Resolution wurde alsdann mit allen gegen eine Stimme angenommen: " nicht geteilt wurden. Besonders betont wurde, daß durch Ströbels 23 M. üblich sind und wo das eigen ebenfalls unter Zarif begabit Letzte Nachrichten und Depefchen. Verrat von Werft- Geheimnissen. Also doch. Vortrag gerade die Steinbildhauer zur allgemeinen Solidarität er- wird; dann die Bibelbindereien von Günther und von Truppen- Nachschub nach Südwest- Afrika. muntert werden sollten, also eine den befürchteten Wirkungen ent- Möd el, die auch unter Tarif zahlen; das gleiche gilt von den Hamburg, 30. September.( W. T. B.) Mit dem Dampfer gegengesette Folge eintreten würde. Die Versammlung beschloß. of buchbindereien von Ma a ß, der übrigens bei 10 Er-„ Ernst Woermann" ist heute abend ein Truppentransport nach Süds daß den Steinbildhauern der Vortrag über ihre Branchenversammlung wachsenen 5 Lehrlinge, von Collin, der bei der gleichen Zahl west- Afrika, bestehend aus 18 Offizieren und 386 Mann, abzu gestatten und die Kosten von der Lokalkasse zu tragen seien. Erwachsener 6 Lehrlinge beschäftigt, von Freese, von dem gesagt gegangen. Büst rich erstattete Bericht über den Fortgang der Bewegung der wurde, daß er selten Gehilfen, stets aber 4-6 Lehrlinge beschäftigt; Modelleure, worüber im Vorwärts" ja schon berichtet ist. Die ferner die Buchbinderei von Schoß, wo, wie gesagt wurde, alles Tarifvorlage in der ursprünglichen Fassung ist von 12 Firmen unter- unter Tarif bezahlt wird. Von Buchdruckereien, die für Buchbinder- Kiel, 30. September.( W. T. B.) Die Verhaftung des schrieben worden. Schirmer, der auch unterschrieben hat, macht trob- arbeiten den Tarif nicht anerkannt haben, wurden genannt: Wei- Comptoristen und Vorstehers des Geheimbureaus der„ Germaniabem Schwierigkeiten; er will für seine Gipsbildhauer die 7½stündige mann, Stegligerstraße, Vo ba ch u. Co., Chausseestraße, Berti- Weft", W. Barlemeyer, ist erfolgt, weil er unter dem dringenden Arbeitszeit nicht anerkennen. Schritte dagegen werden vorbehalten. netti, Brunnenstraße und Bürenstein, der sich seiner Verdacht steht, Konstruktionspläne und Zeichnungen von Schiffs= Zur Ergänzung der Agitationskommission der Modelleure wurde Zeit um das Zustandekommen einer Buchbindergemeinschaft verdient modellen der Germania- Werft" sich widerrechtlich angeeignet und Pieper gewählt. Ueber die Streits von Holzbildhauern ber= schiedener Betriebe wurde von Aßmann mitgeteilt, daß es beim gemacht hat, selbst aber nicht nach Tarif zahlt und sein Buchbinderei- jie gegen eine größere Geldsumme einer andern deutschen Werft Alten geblieben wäre und die Kollegen der Firma Wilfe in Rummels- personal noch 9½ Stunden arbeiten läßt. Besonders hervor- angeboten zu haben. gehoben wurde die Firma Bargou Söhne Nachf., Alexanburg noch als Streifende hinzugekommen seien. Die Versammlung brinenstraße, die die Papierfervietten für Aschinger nahm einen Antrag an, den Willeschen Kollegen Streikunterstübung herstellt. Das Falzen der Servietten wird aber nicht in der Werk- Frankfurt a. M., 30. September. Der Frankfurter Zeitung" zu bewilligen. Nachdem eine lebhafte Agitation für die bevor- hätte, sondern von Heimarbeiterinnen besorgt, für 35 Pf. wird aus Berlin gemeldet: Wie aus Potsdam verlautet, wird Prinz stehenden Gewerbegerichtswahlen empfohlen worden war, wurde pro tausend Stüd. Daß solch erbärmlich bezahlte Arbeit meist nur Friedrich Leopold doch noch ins russische Hauptquartier nach Ostafien Hautwit zum Kandidaten nominiert. Als Revisor zum Lokal- bon sehr armen Frauen übernommen, und oft zwischen Wartung abgehen. vorstand wählte man Koppe, in die Zeitungskommission Rei- Heiner Kinder und andern häuslichen Arbeiten ausgeführt wird, ist Ein firchlich- politischer Zwischenfall. mann, Schäfer und Storr. Straßburg, 30. September.( B. H.) Der„ Elsässer" weiß von Zur Regelung der Zusabunterstützung aus dem lokalen selbstverständlich, aber für die Gäste der Aschinger- Restaurants wohl nicht gerade Appetit erregend. folgendem kirchlich- politischen Zwischenfall zu berichten, der sich in Streitfonds hat der Vorstand einen Reglementsentwurf ausgearbeitet, Im weiteren Verlauf der Diskussion machte der Vorsitzende Gorze zugetragen hat: Am Dienstag begab sich der Pfarrer Karst über den lebhaft debattiert wurde. Unter geringer Abänderung der Tariffommission Scha de darauf aufmerksam, daß auch die auf Anordnung des Bischofs Benzler nach Gorze, um die kanonische einzelner Vorschläge wurde folgendes beschlossen: Aus dem lokalen Berliner Buchbinderinnung wohl die Pflicht hätte, auf ihre Mit- Visitation der Pfarrkirche in der dortigen Anstalt borzunehmen. Streiffonda find an Ledige 75 Pf., an Verheiratete 1 M. pro Tag glieder einzuwirken, daß fie alle den Tarif anerkennen, da ja die Der Direktor der Anstalt, Maceras, habe jedoch erklärt, daß der vom ersten Tage der Centralstreitunterstübung( jebt nach 3 Tagen) nnung dem Verbande der Buchbindereibefizer angehört. als Unterstützung zu zahlen. Diese Säbe erhalten alle Stollegen, beffen sollen Innungsmeister erklärt haben, fie tönnten den präsidiums ihm verweigert werden müsse. Dieses Verbot richte sich Statt Eintritt in die Kapelle auf ausdrücklichen Befehl des Bezirts auch diejenigen, die bis drei Tage vor dem Ausbruch eines Streits Tarif nicht zahlen; übrigens eine Redensart, die ja bei dirett gegen den Bischof Benzler. dem Verband der Bildhauer, Verwaltungsstelle Berlin, beitreten. jeder Tarifbewegung wiederkehrt und wohl durch die Thatsache widerAlle andern Kollegen fönnen eine Unterstüßung aus dem Lokalfonds nur auf Antrag der Agitationskommission auf Beschluß legt wird, daß die nichttariftreuen Firmen zu den Ausnahmen ge= Ferner nahm Fräulein Heidemann als Vertreterin Paris, 30. September. In dem Postwagen des Expreßzuges des Vorstands resp. der Versammlung erhalten. Obige der Buchdruckerei- Hilfsarbeiterinnen das Wort. Sie bedauerte es, Paris- Havre sind heute während der Fahrt sämtliche nach dem Zuschüsse aus dem Lokalstreiffonds find nur bei Streiks und Aus- daß bei den Lohnerhöhungen des Buchbinderpersonals in einzelnen westlichen Amerika bestimmte Postsäcke von unbekannten Uebelthätern sperrungen zu zahlen. Gemaßregelte erhalten sie nur auf Beschluß Buchdruckereien der Versuch gemacht wurde, die bisher dort übliche ihres Inhalts beraubt worden. des Vorstandes resp. der Versammlung. Renderungen des Regulative Bezahlung der Feiertage abzuschaffen( was übrigens teils durch dürfen nur in einer Generalversammlung verlangt werden. Entwurf des Vorstandes enthielt noch folgende Bestimmung:" Ist der Streitfonds auf 2000 M. gesunken, so hat der Vorstand sofort einer außerordentlichen Generalversammlung Vorschläge zur Stärkung des Fonds zu unterbreiten." Die Erledigung dieses Passus wurde bis zur nächsten Generalversammlung vertagt, wo zugleich die Erhöhung der Beiträge für den lokalen Streitfonds auf die Tagesordnung gesetzt werden soll. Bis dahin wird auch der Beschluß über das Inkrafttreten des Reglements ausgesetzt. Der hören. kurze Streits verhindert worden ist) und bemerkte, daß die als nichttariftreu genannten Buchdruckereien auch größtenteils zu denen gehören, die bei den Buchdruckerei- Hilfsarbeitern nicht in gutem Ansehen stehen. Im übrigen wurden die Anwesenden aufgefordert, mit größtem Eifer für die allgemeine Anerkennung der Tarifgemeinschaft zu wirken und wenn etwa Tarifverlegungen bei Tariffirmen vorfommen sollten, dies sofort der Tariftommission oder im Verbandsbureau, Engel- Ufer 15, zu melden. Eisenbahn- Postraub. Schiffsunfall. London, 30. September.( W. T. B.) Der deutsche Schoner „ Emma Sophie" von Hamburg nach Burghead strandete heute am frühen Morgen drei Seemeilen nördlich von Aberdeen; die Mannschaft wurde durch den Raketenapparat gerettet. Aus Marokko. Tanger, 30. September.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Der Gouverneur der Nachbarstadt Arsila, der Schwiegervater des früheren Kriegsministers El- Menehbi, ist dort von Leuten aus den Stämmen der Nachbarschaft aus Rache dafür, daß er mehrere AnMörder befreiten nach der That alle Gefangenen und töteten viele Bewohner von Arjila, wo jest große Aufregung herrscht. Mit den Lohn- und Arbeitsverhältnissen der hiesigen Chokoladenfabrik der Weltfirma Gebr. Stollwerd befaßte sich am Donnerstag Spandau. Eine öffentliche Versammlung der eine vom Konditorenverband einberufene öffentliche Versammlung. Beamten und Arbeiter der Staatsweristätten" war von gehörige dieser Stämme hat verhaften lassen, ermordet worden. Die die hauptsächlich von Arbeiterinnen der Firma besucht war. Sie feiten einiger Staatsarbeiter zum Dienstag nach dem„ Roten Adler" tagte in dem Saal der Berliner Bockbrauerei, Chauffeestraße 58. Der einberufen, um Stellung zu nehmen zu gewissen Vorgängen in den größte Teil der Versammlungsbesucher waren faum dem schul- Fabriken und zu dem jüngsten Lohnordnungsentwurf". Die Verpflichtigen Alter entwachsene Mädchen. Wie der Referent Weidler fammlung sollte nach dem Wunsche der Einberufer einen patriotischen Bern, 30. September.( B. H.) Außer der Schweiz hat sich auch bemerkte, geht die Vorliebe der Firma für die zarte weibliche Jugend Anstrich haben, denn ausdrücklich war der Abgeordnete Pauli zu der Breußen und Bayern bei der österreichischen Regierung wegen des so weit, daß von den 300 Arbeiterinnen der hiesigen Fabrit un- felben eingeladen, und nach einem Aufdruck auf den Handzetteln Verbots der Ausfuhr von Futtermitteln beschwert. Verantw. Redakteur: Franz Rehbein, Berlin. Inferatenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen. Kr. 251. A. Jahrgang. 1. jiti>U Ks Jorniitls" fttlintt HalbMott Sonnabend, 1. Oktober 1904. Parteitag der deutschen socialdemokratischen Arbeiter- partei in Oesterreich. Kritter Verhandlungstag. Salzburg, 28. September. Die vertrauliche Besprechung über die Parteiprcsse nahm die Vormittags- Sitzung und fast die ganze Nachmittags- Sitzung in Anspruch. Der Bericht über die Lage der„A rbeiterzeitung" zeigte, daß das Blatt in der abgelaufenen Berichtsperiode zum erstenmal lein neues Deficit, sondern sogar einen kleinen Ueberschutz ergeben hat, so daß man jetzt mit Sicherheit annehmen kann, daß die Zeit, wo Zuschüsse notwendig waren, nunmehr vorbei ist. Dieses günstige Ergebnis ist zurückzuführen auf die bedeutende Erhöhung der Auf- läge der„Arbeiterzeitung" und auf das Eingehen der„Volksmacht", der billigen Ausgabe der„Arbeiterzeitung". Die Wiener Auflage der„Arbeiterzeitung" ist im letzten Jahre um bOOO Exemplare gestiegen; die Einrichtung einer Parteispedition hat sich außer- ordentlich bewährt. Gegen die politische Haltung und die geistige Führung des Centralorgans wurden fast keine Bemängelungen laut. Nur wurde von einer Seite über gelegentlichen zu späten Redak- tionsschluß geklagt, der wieder damit motiviert wurde, daß es sich dabei uni die Aktualität des Blattes gehandelt habe; so würden zum Beispiel Nachrichten vom Kriegsschauplatz bis nach 2 Uhr nachts aufgenommen. Sowohl die Buchhandlung wie die Druckerei haben erhebliche Ueberschüsse gebracht. Allerdings ließ der Broschüren-Absatz infolge der wirtschaftlichen Krisis manches zu wünschen übrig. Die Druckerei verwandte ihre Ueberschüsse zu Abzahlungen auf das in das Geschäft gesteckte Kapital. Die„Arbeiterinnen-Zeitung" hat jetzt eine Auflage von an- nähernd 6000 Exemplaren; von den Ueberschüssen sind alte Schulden abgezahlt worden. Es wurde der Wunsch laut, ein tägliches Unterhaltungsblatt, so wie es der„Vorwärts" beigiebt, auch in der„Arbeiterzeitung" zu haben. Auch wurde der Gedanke erörtert, ob die Druckerei der „Arbeiterzeitung" nicht ein Sonntagsblatt in der Art der„Neuen Welt" für die gesamte Parteiprcsse herstellen solle. Mit der Aus- stattung der Partei-Festschriften war man nicht ganz einverstanden; hier wurden die deutschen Partei-Festschriften als Muster hin- gestellt. Einen breiteren Raum nahm die Erörterung der Inseraten- frage in Anspruch. Es wurde betont, daß das Jnseratcngeschäft der Arbeiterpresse etwas durchaus ehrenwertes und sauberes, und daß die hier und da in Parteitreisen bestehende Abneigung gegen die Veröffentlichung von Inseraten in der Parteipresse rückständig sei; offenbare Schwindel-Jnserate würden überhaupt nicht aufgenommen. Angeregt und beschlossen wurde, der Gewerkschaftsbewegung einmal wöchentlich einen besondern Raum in der„Arbeiterzeitung" cinzu- räumen. Aus den Kreisen der Wiener Genossen wurde das Verlangen laut, einen Vertreter der Prcßkommission ständig zu allen Sitzungen der Parteileitung zuzuziehen. Man einigte sich dahin, einen Ver- treter der Preßkommission an allen denjenigen Sitzungen der Partei- leitung mit beratender Stimme teilnehmen zu lassen, in denen über Angelegenheiten der Presse beraten wird. Andrerseits wurde ein aus der Provinz kommender Antrag, wonach die Anstellung von Redakteuren und des Administrationspcrsonals der„Arbeiter- zeitung", sowie die Festsetzung der Gehälter in die Kompetenz der Parteivertretung fallen soll, ein Antrag, der das in Linz der Wiener Lokalorganisation verliehene Recht aufheben wollte, der Partei- leitung überwiesen, die die Frage im Einvernehmen mit der Preß- kommission und der Wiener Lokalorganisation regeln soll. Weiter wurde die Parteileitung beauftragt, eine Dienstpragmatik für sämt- liche Angestellte der„Arbeiterzeitung" auszuarbeiten und der Wiener Lokalorganisation zur Kenntnisnahme vorzulegen. Der Verwaltung der„Arbeiterzeitung" wird einstimmig Decharge erteilt. In vorgerücktes Stunde wird dann in öffentlicher Sitzung die Wahl der Parteileitung vorgenommen. Das Ergebnis wird morgen festgestellt werden.___ partei-)Vacbncbten. Parteiprcsse DaS.Volksblatt für Harburg" wird vom i. Oktober an in eigner Druckerei hergestellt und ist zugleich in der Lage, seinen Inhalt zu erweitern. Em Socialisten Hetzer, der in Halle zur Zeit des Socialistcn- gesetzes hinter unfern Genossen her war wie ein Jagdhund, der Kriminalpolizist Horn, ist seinem Schicksal verfallen. Er ist wegen zahlreicher Betrügereien und Urkundenfälschungen, die er in seiner jetzigen Eigenschaft als Oberanfseher der städtischen Straßenreinigung begangen hat, in Untersuchung gezogen ivorden. Aus der italienischen Partei. Am Freitag war der letzte Termin, oer für den Wiedereintritt der autonomen Cirkel in die Gesamt- partei offen gelassen worden tvar. Wie uns ein Privattelegramm unsres römischen Korrespondenten meldet, erklärte der autonome Cirkel in Rom mit Bissolati seinen Wiedereintritt. Nur die Mai- länder Autonomisten erklären, daß sie sich mit der Ortsgruppe nicht verschmelzen könnten. Sie behaupten, diese sei antiparlamentarisch, nur gewerkschaftlerisch und anarchistisch. Sie beantragen eine Unter- suchung, die diese Begründung prüfe. poUrelUebes. Sericbtlicbes ul». _ Eine Haussuchung mußten wir am Freiwgvormittag über anS ergehen lassen. Man suchte nach dem Manuskripte einer Notiz, die am 17. Juni in unsenn Blatte erschienen ist. Die Durchsuchung und die eventuelle Beschlagnahme ist auf Antrag der Staatsanwalt- schaft vom hiesigen Amtsgericht beschlossen worden in einer Straf- fache gegen den Töpfergesellen Brauner in Neuland bei Neiße. Es handelt sich ig der fraglichen Notiz um die Behandlung einer kranken Tagelöhnerin auf den Gütern des Grafen v. Francken-Sierstorff. Da wir abgesetzte Manuskripte nicht drei Stunden, geschweige denn drei Monate aufzubewahren pflegen, so hat man die Polizei umsonst bemüht. Aber das liegt nicht an unS, sondern daran, daß Staatsanwalt und Gerichte mit dem ZeitungSwesen nicht genügend vertraut sind.__ Hub Induftric und RandcU AuS den rheinischen und westfälischen Kohlenrevieren kommen seit einiger Zeit lebhafte Klagen über die Verschlechterung der Lohn- Verhältnisse. Schon im ersten und zweiten Quartal dieses JahreS hat in allen Gegenden des deutschen Kohlenbergbaues das Durch- schnittSeinkommcn der Grubenarbeiter abgenommen, wie die nach- stehende amtliche Statistik beweist: 190S 1301 8. Viertel- s. Viertel« 1. Viertel- 2. Viertel- jähr jähr jähr jähr Oberschlesien.... 222 211 207 200 M. Niederschkesien.... 210 214 212 200, Ruhrgebiet(nördlich. I q.a R1o 805 295. Ruhrgebiet(südlich).( 319 297 284. Saargebiet..... 276 270 271 262„ Aachener Revier... 302 290 290 285, Seit Beginn des dritte» Quartals hat sich aber daS Einkommen noch weiter ermäßigt, da sonst überall Feierschichten eingelegt worden sind. Trotzdem gehen, wie die„Bergarbeiter-Zeitung" treffend be- merkt, die Kohlen- und Eisenbarone auf den Inlandsmarkt mit Preis- erhöhungen vor und schränken dadurch den Absatz noch weiter ein! Das„Kohlencomptoir" hat die Kohlenpreise erhöht, desgleichen die schlefischen Kohlenmagnaten. Die Vereinigung der Werksbesitzer im Zwickau-Oelsnitz-Lugaucr Revier hat ab 1. Oktober den Preis für den Doppelwagen Hausbrandkohlen um 4 M., für Hausbrandbriketts sogar um 10 M. erhöht. Wie die Werkspresse nieldet, soll im sächsischen Steinkohlen- und im altenburgisch-thüringischen Braun- kohlenbezirk der Absatz„befriedigend" sein. Die Arbeiter spüren davon aber nichts in ihrcni Lohnbuch. Die Hausbrandkohlen werden verteuert, die Löhne gedrückt, dadurch die Kaufkraft des Volkes ver- schlechtert. Das ist die„weitsichtige Wirtschaftspolitik" der„könig- lichcn Kauflente". Die Hamburg- Ainerika- Linie wird, wie dem„Berk. Tageblatt" aus Hamburg gemeldet wird, zwölf Dampfer, die bisher aus dem Verkehr gezogen waren, schleunigst in den ostasiatischen Dienst ein- stellen. Die Schiffe sollen mit einer versiegelten Segelorder aus- gestattet werden, das heißt, Kapitän und Mannschaften erfahren erst auf hoher See den Zweck der Ausreise. Offenbar handelt es sich auch bei der Reise dieser Schiffe um Kohlentransporte für die russische Flotte. Trustbcstrcbungc» und Kohlensyndikat. Unter dieser Ueberschrift beleuchteten wir gestern die Zwistigkeiten, die im Rheinisch-west- fälischen Kohlensyndikat über die sogen. Hüttenzechenftage, d. h. über die Frage, wie weit bei den neuentstandenen Vereinigungen von Kohlengruben mit Hüttenwerken der Selbstverbrauch der Hütten auf die Beteiligung der Gruben an der vom Syndikat festgesetzten Förderung anzurechnen ist. auszubrechen drohen. Auch die Leitung des Kohlensyndikats scheint starke Befürchtungen zu hegen, denn sie beruft jetzt eine außerordentliche Generalversammlung mit folgender Tagesordnung ein: 1. Genehmigung zur Ueberttagung von Aktien. 2. Aufnahme einer Bestimmung in das Statut, welche die Verteilung des Ver- mögen? der Gesellschaft im Falle der Auflösung unter Berück- sichtigung der bezahlten Umlagen regelt. Allem Anschein nach will man versuchen, einen Modus zu finden, der die Geltendmachung solcher Forderungen hindert, wie sie in dem gestern mitgeteilten Rundschreiben der Deutsch-Luxem- burgischen Bergwerks- und Hütten- Aktiengesellschaft, sowie der Aktiengesellschaft„Friedlicher Nachbar" enthalten ist. Drutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten-Aktiengesellschaft. In der gestern in Bochum abgehaltenen außerordentlichen Generalversammlung, die zur Beschlußfassung über den Vereinigungs- vertrag mit der Aktiengesellschaft„Friedlicher Nachbar" einberufen lvar, wurden die Anträge der Verwaltung nach einem ein- leitenden Referat des Direktors Dcrnburg von der Darmstädter Bank nach kurzer Debatte mit großer Mehrheit angenommen. Das Luxemburger Bergwerk reduziert also sein aus 7 075 000 M. Stamm- akticn und 17 100 000 M. Vorzugsaktien, zusammen 24 175 000 M. bestehendes Grundkapital auf die Hälfte, d. h. auf 12 087 000 M. Alsdann wird das Kapital zur Erwerbung der Gesellschaft„Fried- sicher Nachbar" um 6 Mill. Mark neuer Aktien erhöht, indem für je eine Aktie Luxemburger eine Aktte des„Friedlicher Nachbar" ge- tauscht wird und schließlich werden noch zur Verstärkung der Be- triebSmittel für nominell drei Millionen Mark(vorläufig nur für zwei Millionen) neue Aktien ausgegeben. EeTverKlcbaftUebes. TcrrorismuS mit dem Zeigefinger. Einem Zwicker in P i r m a s e n S, der an dem jüngst verfloffenen Streik dortselbst beteiligt war, ging ein amtsrichterliches Schriftstück mit folgendem bemerkenswerten Wortlaut zu: Strafbefehl. P. M., Zwicker, wohnhaft zu Pirmasens, ist inhaltlich einer Anzeige des Schutzmannes K. vom 18. September beschuldigt, am 13. September 1904 zu Pirmasens den Versuch gemacht zu haben, den Zuschneider Fr. D. durch Ehrverletzung an der Teilnahme einer Verabredung zum BeHufe der Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen zu bestimmen, indem er mit dem Finger auf D. deutete, zu demselben sagte: Das ist auch einer davon und: Betrachtet ihn Euch! Und bei der aufgenommene« Verfolgung ebenfalls mit dem Finger auf D. deutete, zu entgegenkommenden Arbeitern äußerte: DaS ist auch einer davon, betrachtet ihn Euch! Für diese ganze Schreckensthat wird dann dem Verbrecher eine Strafe von 1t Tagen Gefängnis zudiktiert I_ Berlin und Clmgegend. Zur Tarifbewegung in der OlipS- und Ecmcntbranche nahm am Mittwoch im großen Saale des Gewcrkschaftshauscs eine sehr zahl- reich besuchte Generalversammlung der betreffenden Sektion des Manrervcrbandcs Stellung. Ucber die Stellungnahme der Arbeitgeber zu den Lohnforderungen führte der Sektion svorsitzen de Fritsche aus: Die Arbeitgeber hätten sozu- sagen überhaupt noch keine Stellung genommen. Dem Vorsitzenden des Verbandes der Gips-, Ccment- und Deckenbau-Geschäfte seien infolge Versammlungsbeschlusses die damals beschlossenen For- derungen schriftlich zugegangen mit dem Ersuchen, davon Kenntnis zu nehmen und den Vertretern der Arbeitnehmer Gelegenheit zu geben, in einer dazu einzuberufenden Sitzung der Zwölfer-Kom- Mission die Forderungen zu begründen. Die Zwölfer-Kommission sei aber nicht zu dem Zwecke zusammenberufen worden, und eine Antlvort sei auch nicht erfolgt. Später sei nur gelegentlich einmal darüber in der Zwölfer-Kommission gesprochen worden. Das sei aber auch alles gewesen. Es habe bei den Arbeitern und ihren Ver- tretern der Wunsch obgewaltet, daß die aufgestellten Forderungen zum 1. Oktober in Kraft treten sollten, weil der bestehende Vertrag Ende September ablaufe. Mit Ende der Woche sei man also ver- tragslos. Scheinbar wünschen die Unternehmer keinen Vertrag. Vielleicht sei es ihnen unangenehm, daß man unnachsichtlich gegen vcrtragbrüchige Unternehmer vorgegangen sei. Eine ganze Anzahl Beschwerden gegen Unternehmer hätten immer in den Sitzungen der Zlvölfer-Kommission erledigt werden müssen. Wenn andrerseits die Arbeitgeber mal Arbeitern Vertragsbruch vorwerfen, dann sei stets Abhilfe durch die Organisation zugesichert worden. So sei von der Arbeiterorganisation alles gethan worden zur Aufrechterhaltung des Pertrages. Wenn die Arbeitgeber jetzt meinten, ein Vertrag solle nicht sein, so könne schon gesagt werden, daß es auch ohne einen solchen gehen werde, und vielleicht noch besser, als es in der letzten Zeit der Fall war. Run stehe man vor der Notwendigkeit, zu ent- scheiden, was geschehen solle. ES sei darüber zu beschließen, ob man vom 1. Oktober ab durch einen allgemeiner Streik die jetzigen For- derungen durchbringen wolle oder ob man zu dem Zwecke das Mittel der Bausperre ergreifen oder was man sonst thun wolle. Gegen den allgemeinen Streik sprächen verschiedene Erwägungen. Vor allem sei zu berücksichtigen, daß von etwa 120 Unternehmern der Branche nur 25 bis 30 dem Unternehmer-Vcrbande angehörten, und daß den nicht zu diesem Verbände gehörenden Unternehmern die For- derungen noch nicht zugegangen seien. Diese könnten bei einem allgemeinen Streit sich darüber beschiveren. daß sie nicht einmal gehört worden seien darüber, ob sie nicht freiwillig belvilligen Ivollten. Auch würde bei einem allgemeinen Streik der Kampf voraussichtlich ein sehr schwerer werden. Wenn auch die Organisation dank guter Agitation einen großen Aufschwung genommen habe, ständen doch immer noch viele Kollegen, hauptsächlich Hilfsarbeiter, außerhalb derselben, und ein erheblicher Teil sei noch nicht lange in der Organi- sation. Gut gefahren seien die Arbeiter der Gips- und Cement- brauche immer mit Bausperren und partiellen Streiks. Sicher sei eine Anzahl Unternehmer vorhanden, die am 1. Oktober ohne weiteres bewilligen würden. Der Sektionsvorstand habe nun ge- meinschaftlich mit den Mitgliedern der Zwölser-Kommission, den Obleuten und Revisoren sich auf die Vorschläge geeinigt, die in einer Resolution enthalten seien, welche er der Generalversmnmlung zur Annahme empfehle. � Die Resolution lautet: „Die Versammlung nimmt Kenntnis von dem Verhalten des Verbandes der Gips-, Cement- und Deckenbau-Geschäfte und ver- urteilt auf das entschiedenste die Haltung dieses Verbandes gegen- über den Lohnforderungen. Indem der Vorsitzende des Unternehmer- Verbandes aus die ihm von unserm Vorstand am 6. August dieses Jahres schriftlich zugesandten Lohnforderungen nicht einmal gcant- wortet hat und zu diesem Zweck auch keine Sitzung der Zwölfer- Kommission stattfinden ließ, trifft den genannten Verband die Schuld. wenn nach Ablauf des Vertrages(1. Oktober 1904) ein Kampf zur Durchführung der von uns gestellten Forderungen geführt werden muß. Da aber der Verband der Gips-, Cement- und Deckenbau- Geschäfte von den ca. 120 in unserm Berufe vorhandenen Arbeit- gebern nur ungefähr den fünften Teil zu Mitgliedern hat und'die übrigen Arbeitgeber unter diesen Umständen für das Verhalten dieses Verbandes nicht verantwortlich gemacht werden können, be- schließt die Generalversammlung: Am 1. Oktober ist von einem allgemeinen Streik zur Durch- führung unsrer Forderungen Abstand zu nehmen. Der Vorstand wird zunächst beauftragt, die Forderungen, die dem Verbände der Gips-, Cement- und Deckenbau-Geschäfte am 6. August zu Händen des Herrn Helm zugingen, sofort den einzelnen Arbeit- gebern schriftlich zu unterbreiten, mit einem Begleitschreiben, in welchem das Perhalten des Arbeitgeber-Verbandes gekernt- zeichnet wird. Die einzelnen Arbeitgeber sollen darin weiter er- sucht werden, die ihnen unterbreiteten Forderungen unterschriftlich anzuerkennen und dem Vorstand unsrer Sektion bis Sonnabend, den 1. Oktober einzusenden. In der nächsten Woche findet wiederum eine Generalversamm- lung der Settion statt. In dieser Versammlung sind die Firmen, welche die Forderungen untcrschriftlich anerkannt haben, bekannt zu geben und weitere Beschlüsse zur Durchführung der Forderungen zu fassen. Endlich beschließt die Versammlung, daß bei allen Unternehmern, welche nach dem 1. Oktober d. I. Lohnreduzierungen vornehmen, die Kollegen sofort die Arbeit niederzulegen haben. In solchen Fällen sind die Kollegen verpflichtet, der Leitung un- verzüglich Mitteilung zu machen." In der lebhaften Debatte traten verschiedene Redner für einen allgemeinen Streik ein, während andre den Vorschlag der Funktionäre befürworteten, mit der Maßgabe, daß die Sache möglichst beschleunigt werden möge. Schließlich wurde gegen wenige Stimmen die obige Resolutionangenommen. Dann erledigte man noch einige geschäftliche Angelegenheiten, die zum Teil den Ausbau des Vertrauensmännersystems betrafen. Am 11. Oktober findet im ganzen Zweigvercinsgebiet eine Bauten- kontrolle statt. Die Maurer haben es übernommen, die Konttolle für die Gips- und Ccmentbrancke mitzumachen. Es sind ihnen die er- forderlichen Auskünfte zu geben. Ter Streik der Glasschleifer, Polierer und Beleger dauert jetzt in die vierte Mache. Wie die zahlreich besuchte Streikversaimnlung, die gestern vormittag stattfand, bewies, denken die Streikenden durch- aus nicht daran,, den Kcmipf aufzugeben, wenngleich sie nach wie vor bereit find, auf annehmbarer Grundlage und unter den nötigen Garanticen Frieden mit den Unternehmern zu schließen. Verschiedene Arbeitgeber sollen sehr enttäuscht gewesen sein, als sie im„Vorwärts" lasen, daß den Stteikenden Mietszuschuß und zum 1. November sogar voller Ersatz der Mete gewährt wird, also Mietssorgen ihre Haltung nicht beeinträchtigen können. Nun teilte der Verbandskassierer in der gestrigen Versammlung mit, daß die freiwilligen Bei- träge über Erlvarteit reichlich einlaufen. Täglich würden Gelder gesandt, am Donnerstag seien z. B. 2000 M. angekommen, wovon 500 M. lediglich für die Mieten bestimmt seien, abgesehen von den übrigen zu diesem Zweck reservierten Geldern.— Im allgemeinen ist die Lage des Streiks unverändert, doch ist nach dem, was W e l k i s ch der Versammlung über Unterredungen, die mit einzelnen Prinzipalen auf deren eignen' Wunsch seitens der Streikkommission gepflogen wurden, anzunehmen, daß mindestens ein Teil der Arbeit- gebec gern so bald wie möglich bewilligen möchte. Es waren nur geringe Einwendungen, die von den betreffenden Herren gegen den Tarifentwurf gemacht wurden. Der Redner verlas ferner einen Brief der Firma Hacse u. Hartz, worin den Streikposten mit der Polizei gedroht wird, weil sie einige Arbeiter, die angeblich nur zur Wcgschaffung von Warenkisten angenommen sind, an- gesprochen haben. Die Firma erklärte in diesem Brief, daß sie den Kampf bisher ehrlich geführt und polizeiliche Hilfe ver- schmäht habe. Dennoch gehört sie zu denjenigen Firmen, die an- fangs den Tarifvertrag schriftlich anerkannten, nachachtTagen aberihr Wor-t brachen. Eine sonderbare Art von Ehrlichkeit r Auch sind vor ihrer Werkstatt schon mehrere Streikposten sisticrt worden.— Von den während des Streiks Sistierten haben bis jetzt drei Strafmandate erhalten. Selbstverständlich wird Berufung da« gegen eingelegt werden. In der Versammlung wurde wiederum die Aufforderung an die Streikenden gerichtet, sich wie bisher so auch in Zukunft durch nichts beim Stteikpostett stehen aufreizen zu lassen und jede ungesetzliche Handlung streng zu vermeiden, damit ihnen von der Polizei und den Gerichten auch nicht der geringste begründete Vorwurf gemacht werden kann. Eine Lohnbewegung der Isolierer ist am Donnerstag beschlossen worden. Den Unternehmern— es kommen für die Branche etwa acht in Frage— ist am Freitag früh ein Lohntarif eingereicht mit dem Ersuchen, sich über Annahme oder Ablehnung desselben bis Sonnabendabend zu äußern. Wenn der Tarif abgelehnt wird, soll am Montag die Arbeit nicht wieder aufgenommen werden.— Die hauptsächlichsten Bestimmungen des Tarifs sind folgende: Die täg- liche Arbeitszeit beträgt 9 Stunden, der Stundenlohn für Isolierer 65 Pf., für Hilfstsolierer 55 Pf. Wenn einem Hilfsisolierer selb- ständige Arbeiten übertragen werden, ist ihm der Lohn, eines Isolierers zu zahlen. Ueberstunden sind mit 25 Proz., Nacht- und Sonntags- arbeit mit 50 Proz. Aufschlag zu vergüten. Bei Arbeiten in den näheren Vororten ist ein Zuschlag von 1 M.. bei andern namhaft gemachten weiter entfernten Vororten 1.50M., und bei noch weiteren Entfernungen 2,50 M. pro Tag zu zahlen. Arbeiten im Auslande unterliegen besonderer Vereinbarung, jedoch muß der Stundenlohn doppelt so hoch sein ivie in Berlin.— Accordarbeit ist gänzlich aus- geschlossen. Gerüste sind auf Kosten der Firma zu stellen. Bei Reisen nach Auswärts ist das Fahrgeld 3. Klasse zu vergüten. Fahr- und Wartezeit ist wie die Arbeitszeit zu bezahlen. Die Lohn- zahlung erfolgt Sonnabends um 5 Uhr, vor den hohen Festen um 3 Uhr ohne Abzug. Bei schlechtem Geschäftsgang kann, um Aussetzen und Entlassungen zu vermeiden, die Arbeitszeit bis auf 6 Stunden verkürzt werden. Ferner wird die ausschließliche Benutzung dcS Arbeitsnachweises der Isolierer sowie die Anerkennung der Orgam- sation bezw. der Lohnkommission gefordert. Die Versammlung nahm den Tarif sowie den Beschlutz, eventuell am Montag die Arbeit niederzulegen, einsttnunig an. Darauf machte der Vorsitzende Mitteilung von den Ausständen, welche die Isolierer zur Zeit in Oberhatlsen. Leipzig und Hamburg durchführen und er- suchte um Beachtung dieser Lohukämpfe seitens der Kollegen. Ferner teilte der Vorsitzende mit, daß sich vom 1. Oktober ab der Central- Arbeitsuachioeia der Isolierer Deutschlands bei Patt in der Dragonersttaße befindet. Achtung, Buchdruckerei- Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen! fich für 60 oder 65 entschieden, oder auch nur für 69, so wären, Prozent gewachsen. Aber diese Zunahme war eine sehr unregel das Minimum des jährlichen Wachstums tar In der Buchdruckerei Gebr. Ernst, Zimmerstr. 34, wurden wir vermutlich um den wirklich lesens- und beherzigenswerten Artikel mäßige; brei Anlegerinnen entlassen, weil dieselben sich weigerten, Buch der Freisimmigen Zeitung" gekommen. In den Volksschulen der in Berlin 1,18 Proz. und fand in den Jahren 1900 bis binderarbeiten zu machen. Drei andre Anlegerinnen er- Reichshauptstadt Berlin dürfen nämlich nach den Bestimmungen 1903 statt, war also während dieser drei Jahre geringer als das klärten ebenfalls, die für sie fremde Arbeit nicht zu machen und der städtischen Schulverwaltung bis 69 Kinder in eine Klasse hinein- Wachstum im Deutschen Reich während der Jahre 1895 bis 1900, verließen den Kunsttempel. Zuzug ist fernzuhalten. das Maximum war 4,39 Proz. und fiel in das Jahrfünft 1870 bis gesteckt werden. Einer Freisinnigen Zeitung" stände es aber schlecht 1875. In Charlottenburg war bis zum Jahre 1850 die Zunahme Die Ortsverwaltung Berlin, Zahlstelle I des Verbandes der in Buch- und Steindruckereien beschäftigten Hilfsarbeiter und zu Gesicht, auf Schulzustände zu schelten, die die freisinnige Ver- der Bevölkerung recht gering, durchschnittlich fleiner als in Berlin; waltung einer Großstadt- Kommune für zulässig hält. Denn das erst seit dem Jahre 1850 beginnt ein starkes prozentuales Wachstum, hieße, dieser Kommunalverwaltung vorwerfen, daß auch in ihren das etwa um das Jahr 1890 fein Maximum erreicht: in dem Jahr fünft 1885 bis 1890 betrug die jährliche Zunahme 11,91 Proz. und Schulen, Menschenquälerei" getrieben werde. Lage Haft. Arbeiterinnen. Deutsches Reich. " 1. Gine Uebertretung der StraßenpolizeiVerordnung. Ein Streikender hatte sich nicht schnell genug entfernt als der Schutzmann ihn dazu aufforderte. Urteil: Drei 2. Drei Hausfriedensbrüche. Drei Schloffer hatten sich nicht schnell genug aus einer Werkstatt entfernt, als sie mit dem Meister in Differenzen gekommen waren. Urteil: Je eine Woche Gefängnis. anzustellen. Der Streit der Metalldrücker in Leipzig ist siegreich beendet. Aufgabe der Leipziger Drücker wird es nun sein, darauf zu achten, daß ihnen keine Streifarbeit aus Berlin untergeschoben wird. Husland. " " " in Berlin. H 99 Wir sind nun freilich weniger bescheiden als der Kaiser und der in dem Jahrfünft 1890 bis 1895 war sie gleich 10,87 Proz.; von Kein Breslauer Streit vergeht, ohne daß in Gestalt einiger Berliner Kommunalfreisinn samt der„ Freifinnigen Zeitung". Wir dieser Zeit an nimmt das Wachstum wieder ab. Die Bevölkerung Prozesse die Nachwehen folgen allerdings immer nur für die Arbeitnehmer. Wir berichteten erst vor zwei Tagen über Terroristen- meinen, daß die Menschenquälerei" schon viel früher als bei der im deutschen Reichsgebiete hat sich in den 80 Jahren von 1820 bis 1900 bei einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von 0,95 Proz. prozesse"; am Donnerstag waren die Breslauer Richter bereits 70 beginnt, und daß das„ treffende und kräftige Wort" auch auf verdoppelt, die Berliner Bevölkerung ist bei einem jährlichen Wachswieder sehr stark mit streifenden Arbeitern und deren Unthaten be- zahlreiche Klassen der Gemeindeschulen Berlins angewendet tum von 2,67 Proz. im Jahre 1903 neummal so groß als fchäftigt. Diesmal handelte es sich um einen Metallarbeiterstreif, werden könnte. In dem letzten Jahrzehnt ist hier- Dank den im Jahre 1820 und die Charlottenburger ist bei einem jähr an dem folgende Strafthaten zu rügen waren: Bemühungen der socialdemokratischen Stadtverordneten manches lichen Wachstum von 4,63 Proz. 461 mal so groß geworden besser geworden, aber von einem befriedigenden Zustand sind wir wie im Jahre 1820. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung leider noch immer recht weit entfernt. Db wohl dem Kaiser," fragt Charlottenburgs an der gesamten Einwohnerschaft war am Schluſſe das Freisinnsblatt,„ bekannt ist, in welchem Umfange Bevölkerung, er hat sich bis zum Schlusse des Jahres 1903 noch des Jahres 1900 um 9,32 Pro3. höher als der Anteil der männlichen Menschenquälerei" in unsren preußischen Volksschulen geübt wird?" weiter vermehrt. In Berlin überwog der Anteil der weiblichen BeIn welchem Umfange sie in unsren Berliner Volksschulen geübt völkerung den der männlichen zu derselben Zeit nur um 4,4 Proz. wird, das hat der„ Vorwärts" oft gezeigt. Wer sich darüber genauer Dieser erhebliche Unterschied in den beiden Städten erklärt sich im unterrichten will, dem steht ein reiches Material zur Verfügung in wesentlichen durch die größere Zahl der weiblichen Dienstboten in 3. Eine Nötigung. Ein Schmied redete einem etwas der amtlichen Statistit des Magistrats über die Frequenz der Charlottenburg. Sondert man nämlich die weiblichen Dienstboten, fchtverhörigen und schwerfälligen Kollegen zu, mitzustreifen, kam einzelnen Schulklassen. d. h. die zur persönlichen Dienstleistung gehörigen weiblichen Personen ins Wortgefecht mit ihm und stellte ihm dabei Ohrfeigen in Aussicht, wenn Man bilde sich nur nicht ein, daß die 69 bloß eine theoretische ohne eigne Wohnung aus, so stellt sich der Prozentsatz der männer weiter arbeite. Urteil: Ein Monat Gefängnis. Bedeutung hat und in der Praris nicht mehr vorkommt. Noch für lichen Bevölkerung, der weiblichen Bevölkerung ohne Dienstboten Am selben Tage stand die Klage eines Klempners gegen den das Sommerhalbjahr 1904, das jetzt zu Ende gegangen ist, weist die und der weiblichen Dienstboten in den beiden Nachbarstädten wie folgt: Unternehmer Sternberg zur Verhandlung, der ihn wegen Arbeits- am 1. Mai aufgenommene Statistik nach, daß 244 achte Klassen mit männliche weibl. Bevölkerung weibliche streitigkeiten mit den Titeln„ Nokjunge"," Roßlöffel" belegt und sich 60-69 Schülern besetzt waren, bei überhaupt 654 achten Klassen. Bevölkerung ohne Dienstboten Dienstboten eine Ohrfeige gegeben hatte. Die Beschimpfungen wurden erwiesen, Die 69 wurde in 16 dieser Klassen erreicht! Einmal ist bei einer 47,81 Proz. 48,13 Proz. 4,06 Proz die Ohrfeige hatte der Klempner pflichtschuldigst erwidert, war also achten Klasse sogar 71 als Frequenz verzeichnet, und die addierende in Charlottenburg. 45,37, 46,00 8,66 fompensiert. Urteil: 10 M. Geldstrafe. Der Anteil der weiblichen Bevölkerung ist also bei Aus Beim Liegniter Zimmererstreit sollte eine terroristische Vergleichung der Frequenz der ganzen Schule mit der Frequenz That durch den Zimmermann Bunzel verübt worden sein. Der ihrer einzelnen Klassen ergiebt, daß das kein Druckfehler sein kann. fonderung der weiblichen Dienstboten in Berlin nur um 0,32, in Mann tam aus Berlin, wohin er inzwischen verzogen, zur Ver- Hier würde also selbst die Freifinnige Zeitung" Menschen- Charlottenburg um 0,66 Proz. höher als der Anteil der männlichen handlung nach Liegnis, versäumte seine Zeit und verfuhr sein quälerei" konstatieren müssen. Wer, wie wir, schon bei weniger Bevölkerung. Während ohne Aussonderung des weiblichen DienstGeld, um zu erfahren, daß ein Irrtum vorliegt, er sei nicht der als 70 diesen Ausdruck angewendet wissen möchte, der findet personals der Ueberschuß der weiblichen Bevölkerung über die männ Thäter. Er konnte also wieder seiner Wege gehen, um Be- auch bei den siebenten Klassen noch reichlich Gelegenheit hierzu. Am liche in Charlottenburg um 4,6 Proz. höher stand als in Berlin, trachtungen über staatsanwaltschaftlichen Eifer gegenüber Streifern 1. Mai waren 214 siebente Klassen mit 60 bis 69 Schülern besetzt, ſteht er nach dieser Absonderung nur noch um 0,3 Proz. höher. Ju der Gemeinde Grunewald überwog zur Zeit der letzten Volkszählung bei 641 siebenten Klassen; die 69 wurde zwölfmal erreicht. Selbst infolge der größeren Zahl weiblicher Dienstboten der Anteil der In der Waggonfabrik vorm. Herbrandt u. Co., A.-G., Köln- in den sechsten Klassen begegnet man noch ähnlichen Frequenzen. weiblichen Bevölkerung den der männlichen sogar um 26 Proz. der Ehrenfeld find am Donnerstag 200 Holzarbeiter in den Ausstand getreten. Die Ausständigen sind in den Verbänden der drei waren 120 sechste Klassen mit 60 bis 66 Schülern besetzt, bei gesamten Einwohnerzahl. bestehenden Richtungen organisiert. Die fordern die 9stündige 652 sechsten Klassen. Das Maximum soll hier nach den eignen Be- Der neueste Polizeizopf. Als wichtigste Aenderung im VerArbeitszeit, die seit 1. September im Kölner Tischlergewerbe durch Stimmungen der Schuldeputation 60 sein, aber es wurde noch 51mal waltungswesen bringt der 1. Oktober die schon angekündigte NeuTarifvertrag allgemein eingeführt ist. überschritten, und das thatsächliche Maximum war 66. Nebenbei ordnung des polizeilichen Meldewesens im LandespolizeiDer Ausstand im Bremer Baugewerbe, welcher nunmehr bereits bemerkt: auch 60 ist noch lange nicht unser Ideal, und auch mit Bezirk Berlin, also auch in seinen Vororten. Bei Umzügen inner17 Wochen besteht, sollte nach einem Beschusse der Organisations- solcher Frequenz würde die„ Menschenquälerei" noch nicht verhütet. halb des Gemeindebezirks bleibt es ungefähr beim alten. Neu einYeitungen der Maurer, 3immerer und Bauarbeiter im Wir haben diese Zahl nur mal angenommen, um nicht zu un- geführt werden aber besondre ausführliche Formulare für die Anund Abmeldung bei Umzügen von einem Gemeindebezirk in den Anschluß an die Beendigung des Bremer Tischlerausstandes ebenfalls bescheiden zu sein. beendet werden. Zu dem Zwecke waren für Donnerstagabend drei Ueber den Schaden, den die Klassenüberfüllung stiftet, sagt hier nach einem Vororte ziehen. Wer von der einen Seite der Kurandern. Sie gehen die hier Ansässigen insofern an, als sie z. B. von Versammlungen der beteiligten Organisationen einberufen, in welchen die" Freifinnige Zeitung":" In vollem Maße kann eine erziehliche fürstenstraße nach der andern zieht, muß sich in Berlin ein Abzugs die drei Verbandsvorsitzenden Bömelburg, Schrader und Berend für Einwirkung des Lehrers nur dann eintreten, wenn sein Vortrag, attest verschaffen und in Charlottenburg eine neue ausführliche Aufnahme der Arbeit eintraten. In allen Versammlungen stieß die Leitung auf entschiedenen Widerstand. Die Zimmerer und fein Unterricht jeden einzelnen erreicht, feine Disciplin jedes einzelne Meldung erstatten, sowie sich persönlich auf dem PolizeirevierBauarbeiter erklärten sich mit erdrückender Majorität für Kind umfaßt. Zwischen dem Lehrer und dem Kinde müssen persön- Bureau einfinden. Für solche Anmeldungen ist weißes, für AbFortsetzung des Kampfes, während bei den Maurern fein end- liche Beziehungen vorhanden sein. Selbst der treueste Lehrer kann meldungen grünes Papier vorgeschrieben. Die Anmeldungen für gültiges Resultat herbeigeführt werden konnte. Der Kampf im bei pflichtmäßigster Arbeitsleistung dieser Hauptaufgabe in überfüllten Umzüge innerhalb des Gemeindebezirks kommen auf gelbes, die Bremer Baugewerbe nimmt also seinen Fortgang. Die Arbeiter- Klaffen nicht gerecht werden." Vortrefflich gesagt, soll aber leider abmeldungen auf graues Papier. In ähnlicher Weise ist das Meldewesen in den Vororten geregelt. Für den Landespolizeischaft ist entschlossen, bis zum äußersten zu kämpfen. nur gelten für eine Schülerzahl von 70 und mehr. Von 69 an ist Bezirk Potsdam sind mit Ausnahme der Städte Spandau, Köpenick alles in bester Ordnung. Darum ist dann in Berlin, wo man die und Teltow und der Berliner Vororte erleichterte Bestimmungen peinliche 70 möglichst vermeidet, auch der Verein gegen Menschen- ergangen. Hier sind besondre Formulare für die Anmeldung nicht quälerei in Schulen" nicht nötig, den die Freis. Ztg." wünscht, vorgeschrieben, dagegen wird ein Anmeldeschein ähnlich wie in Großum ihn den zahlreichen Vereinen zur Bekämpfung der Tierquälerei Berlin erteilt. Es giebt Weltstädte wie London und New York, wo kein EinDer Konflikt im Marseiller Hafen, der schon beendet schien, ist an die Seite zu stellen. wandrer sich bei der Polizei zu melden braucht und noch viel weniger leider von neuem entfacht und hat eine Wendung genommen, die den Die Stadtverordneten Dinse, Sachs, Geride und Buchowo jemand, der von einer Straße in die andre zieht. Und dort ist die Friedensschluß wieder in weitere Ferne gerückt hat. Bekanntlich hatten fich die beiden Parteien auf ein Schiedsgericht geeinigt; das Schieds- haben, unterstüßt von 76 Kollegen, folgenden Antrag der Stadt- persönliche Sicherheit nicht mehr gefährdet als in Berlin, wo der richteramt wurde dem früheren Präsidenten des Marseiller Handels- verordneten- Versammlung unterbreitet:" Die Versammlung ersucht Urheber so mancher Mordthat unentdeckt geblieben ist. Der Vorstand des Vereins socialdemokratischer Gast- und Schant gerichts, Herrn Leon Magnan, übertragen. Dieser entschied sich im den Magistrat, munmehr der Ausführung des Gemeindebeschlusses Er vom 2. Februar 1888 über die Verbindung der Stadtteile Moabit wirte Berlins und der Umgegend teilt uns mit, daß durch Beschluß ganzen für die Aufrechterhaltung des Vertrags von 1903. lehnte auch die von den Unternehmern geforderten Bürgschaften für und Wedding durch ein Ueberführungsbauwert über der am 7. und 8. September hier abgehaltenen Konferenz der die Beobachtung des Vertrags ab, aber er hatte an die Spike feines die Eisenbahngeleise im Zuge der verlängerten Stromstraße, Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands gegründet Schiedsspruchs die Anerkennung des Rechts der Unternehmer, Ar- jest Butligstraße, und der Straße 11a, jetzt Föhrerstraße, am beiter nach ihrem Gutdünken, also ohne Rücksicht darauf, ob sie Rudolf Virchow- Krankenhause, näher zu treten, die nötigen worden ist; dieser Verband wird am 1. November d. J. seine organisiert sind oder nicht, einzustellen. Ferner wird im Schieds- Vereinbarungen mit dem Eisenbahnfistus herbeizuführen und Funktionen beginnen. Die parteigenössischen Gastwirte werden er spruch den Arbeitern verboten, unorganisierte Kollegen zu boykottieren. der Versammlung eine Vorlage hierüber zur Zustimmung sucht, die Agitation für den Verband einzuleiten. Näheres bringt Der Gemeindebeschluß vom 2. Februar 1888 hat eine Annonce in der heutigen Nummer. Die Arbeiterpresse wird Wenn er auch auf der andern Seite den Unternehmern die Ver- vorzulegen". pflichtung auferlegt, die Organisierten so viel als möglich zu bevor- folgenden Wortlaut:„ Die Versammlung, erklärt sich einstimmig im ersucht, diese Mitteilung abzudrucken. zugen", so fonnte dies doch nicht genügen, das bei den Arbeitern Princip mit der Herstellung einer Straßenverbindung der Strom- Der Mann, der den Förster Strempel am letzten Sonntag in herrschende Mißtrauen zu beseitigen und so lehnten die Organisa- straße( Moabit) und der Triftstraße( Wedding) über den Bahnhof Blumberg getötet hat, ist gestern im 104. Polizei- Revier in der tionen der Dockarbeiter und der Kohlenträger den Schiedsspruch ab. Moabit einverstanden; sie genehmigt die beantragte Abänderung Person des 32 Jahre alten Hausdieners Josef umblat fest Das Erekutivkomitee der Arbeiter, welches bisher die Bewegung ge- der Baufluchtlinien für die Straße 11a( Föhßerſtraße), sowie die genommen worden. Er hat nach längerer Verhandlung die That leitet hatte, ist infolge des ablehnenden Beschlusses zurückgetreten Ueberführung über den Bahnhof Moabit, mittels Viadukt, letzteres eingeräumt; er will im Zustande der Notwehr gehandelt haben. und hat einem andern Plaz gemacht. Die Arbeiter beharren nach vorbehaltlich der Genehmigung des speciellen Projektes und die Zeit umblat ist am 5. April 1872 geboren und wohnte in der Marienwie vor auf der Anerkennung des Vertrags von 1903, ohne jeden seiner Ausführung". Jetzt besteht dort nur eine Verbindung für burgerstraße 6. Er war als Radfahrer in einer Eigarrenhandlung Fußgänger, der sogenannte Putligsteg über den Bahnhof Putlitz- in der Keibelstraße angestellt. Auf ihn paßt die Beschreibung, die Zusatz oder abschwächenden Kommentar. Die Landesorganisation der Gewerkschaften Schwedens hat in straße. von dem Wilderer gegeben worden war. Als nun außerdem festTester Zeit starken Zuwachs erhalten. Vor kurzem haben sich ihr anAus der Magistrats- Situng vom Freitag. Der Magistrat hat stand, daß er am Sonntag früh mit dem Rad ausgefahren und erst geschlossen: der Frauen- Fachverband, der Hutarbeiter- Verband, der folgende Neueinrichtungen im städtischen Obdach genehmigt: spät zurückgekehrt war, wurde die Kriminalpolizei auf ihn aufLithographische Verband, der Textilarbeiter- Verband und der Bild- 1. die Einrichtung einer neuen Kochtüche nach neuestemt Muster; merksam gemacht. Der Verdacht fand weitere Nahrung durch die hauer- Fachberein von Stockholm. Nun hat auch die größte der 2. eines Frauenbades; 3. die vorhandenen Kochteffel, die mit offenem Ermittelung des mit der Untersuchung des Frevels beauftragten schwedischen Gewerkschaften, der Eisen- und Metallarbei Feuer bedient werden, sollen mit Dampf- Kochvorrichtungen versehen Kommissars, daß Umblat wegen Wilderns schon zweimal bestraft ter Verband, der bisher der Landesorganisation noch nicht werden. Die Kosten sind mit 30 300 m. veranschlagt für die Ein- ist. Der Festgenommene leugnete jedoch sehr entschieden. Nach angehörte, durch Urabstimmung beschlossen, ihr am 1. Oktober bei- richtung der Küche, mit 11 700 M. bei 2 und mit 266 000 m. bei 3. zuweisen war Umblat die That einstweilen nicht, wenn auch seine zutreten. Die Zahl der der Landesorganisation angehörenden Ar- Bei der Landes- Versicherung sanstalt Berlin haben Weigerung, über seine Fahrt nähere Auskunft zu geben, ihn eben beiter steigt damit auf ungefähr 75 000. sich die Direktorialgeschäfte derart vermehrt, daß, trotzdem erst fürzlich falls noch belastete. Sein Rad, das im Geschäftslokal in der Seibel ein dritter Direktor eingestellt ist, die Anstellung eines vierten straße stand, zeigte deutliche Spuren von der Ueberlandfahrt, da= Direktors von der Anstalt beantragt worden ist. Der Magistrat hat gegen fehlte die Tasche, die man an dem Rade des Wilderers gesehen inspektors des Rathauses Bandemer ist der Magistratsdiener Belastungsmaterial ergab eine Haussuchung, die einen RadfahrerBoehnke zum Kastellan des Rathauses gewählt worden. anzug mit Müße, wie ihn die Zeugen beschrieben hatten, zu Tage Nach den Bestimmungen des Etats für den Victoria förderte, und namentlich die Fußmessung. Die Kriminalpolizei Park hört die Beleuchtung desselben mit dem heutigen Tage auf. hatte am Thatorte Abdrücke der Fußspuren gemacht. Zu diesen Der Magistrat hat nun beschlossen, daß die Beleuchtung bis zum paßten genau die Stiefel, die der Verdächtige bei seiner Verhaftung 15. Oktober dauert, an welchem Tage die Beleuchtung des Wasser- trug, und zwar sehr genau auch die Sohle mit einem Riester vom Unter diesen Umständen behielt man falls eingestellt wird. Der Grundbesizer- Verein von Großbeeren Stiefel des rechten Fußes. Das Preßtommissions- Mitglied des 6. Kreises, Hans Weber, hat ein Gesuch an den Magistrat gerichtet wegen der Errichtung Umblat trob seines Zeugnens in Gewahrsam. Mit dem Automobil wohnt jetzt Carmen Sylvastr. 5, v. III. Ferner ist das Agitations- eines Denkmals zur Erinnerung an die Schlacht von Großbeeren, des Grafen Arnim kamen dann die beiden Söhne des Erschossenen tommissions- Mitglied Paul Dobrola w nach der Eberswalder- weil die alte Mühle, von wo aus General v. Bülow die Schlacht hierher und erklärten Umblat mit aller Bestimmtheit ins Gesicht, ftraße 1, IV berzogen. geleitet hat, abgebrochen worden ist. Der Magistrat hat beschlossen, daß er der Thäter sei. Sie bekundeten weiter, daß sie während des den Vorschlag der städtischen Baudeputation anzunehmen, wonach Ringlampfes auf den Wilderer eingeschlagen hätten, und es ergab eine Pyramide von 7 Meter Höhe aus märkischen Steinfindlingen sich, daß Umblat verschiedene blaue Flecke von Schlägen am Körper errichtet werden soll. Die Kosten sind mit 9800 m. veranschlagt. hatte. Im Laufe des Verhörs gestand der Verhaftete endlich dem Das Dentzeichen soll in der Nähe der früheren Mühle errichtet Kommissar, daß er allerdings der gesuchte Mann sei. Er habe jedoch den Förster nicht erschossen, dieser sei vielmehr das Opfer eines unglücklichen Zufalls geworden. Während des Ringlampfes habe ein Schlag von einem der Söhne des Försters dessen Gewehr, um Ueber die Schnelligkeit des Anwachsens der Bevölkerung das sie gerungen hätten, so getroffen, daß es sich entladen habe. in Berlin, Charlottenburg und dem Deutschen Reich hat das Bei dieser Behauptung bleibt Umblat. Die Radtasche und das Statistische Amit der Stadt Charlottenburg interessante Unter- Gewehr des Försters will er im Walde bei Blumberg versteckt haben. In der Freifinnigen Zeitung" finden wir einen Artikel über suchungen veranstaltet. Die durchschnittliche Schnelligkeit, mit der Jetzt ist der Kommissar, unterstützt von einigen Beamten, mit ihm die leberfüllung der Volksschultlassen. Veranlaßt ist sich die Bevölkerung des jetzigen deutschen Reichsgebiets nach Blumberg gefahren, um zunächst an Ort und Stelle weitere er durch den Umstand, daß der Kaiser bei einem Besuch der Bolts- in den 80 Jahren von Ende 1820 bis Ende 1900 vermehrt hat, ist Ermittelungen anzustellen und nach dem Gewehr zu suchen. Die schule in Kadinen erklärt haben soll, es sei Menschenquälerei, gleich 76,22 Proz., d. H. auf ein Jahr berechnet gleich 0,95 Proz. Leiche des erschossenen Försters wurde nach der gerichtsärztlichen wenn ein Lehrer 70 Kinder unterrichten müsse. Das Blatt druckt gewesen, und zwar war sie in der ganzen Zeit eine ziemlich gleich- Oeffnung zur Beerdigung nach Blumberg gebracht. Nach dem Erdieses„ treffende und kräftige Wort" nach und zeigt dann, wie be- förmige, das Minimum betrug 0,64 Broz. und fiel in das Jahrzehnt gebnis der Obduktion wurde der Tod durch Verblutung infolge der 1850-1860, das Marinum 1,50 Proz., fiel in das letzte Jahrfünft Schußverletzung herbeigeführt. Das linke Bein war dem Schwer1895-1900. Die Bevölkerung Berlins ist in den 83 Jahren, verwundeten im Krankenhause abgenommen worden. Es ist ein Glück, daß der Kaiser die untere Grenze, bei der die 1820 bis 1903 um 221,38 Proz, und die Charlottenburgs Das neue Lotterie- Gesek. Das in diesen Tagen veröffentlichte, Menschenquälerei" beginnt, zufällig auf 70 festgesetzt hat. Hätte er um 384,18 Proz., für ein Jahr durchschnittlich um 2,67 und 4,63 nach vier Wochen in Kraft tretende neue Lotterie- Gesez ahndet das Berliner Partei- Angelegenheiten. diefen Antrag genehmigt. An Stelle des verstorbenen Haus- und die zur Aufnahme der zerlegbaren Flinte gedient hatte. Das Achtung! Parteigenossen und Parteigenoffinnen Berlins! Dienstag, den 4. Oktober, abends 8 Uhr, findet in allen Kreisen Berlins die Berichterstattung vom Parteitag in Bremen statt. Wir ersuchen um zahlreiche Beteiligung an diesen Versammlungen. Die socialdemokratischen Vertrauensleute. Grünau. Am Sonntagnachmittag 3 Uhr findet bei Duchauffour, Röpnickerstr. 79, eine Volfsversammlung statt, zu der Genosse Wuzki- Rigdorf das Referat übernommen hat. Anßerdem wird diese Versammlung zur Bäderbewegung Stellung nehmen. rechtigt es ist. Lokales. Menschenquälerei". werden. Herr Kranold, der Präsident der Eisenbahn- Direktion Berlin und des Vereins deutscher Eisenbahn- Verwaltungen, tritt heute in den Ruhestand. Er hat sich gestern von seinen Beamten verabschiedet. Der Magistrat wählte gestern in seiner Sizung zum ärztlichen Leiter der Geschlechtstranten- Station am städtischen Obdach den Sanitätsrat Dr. Wechselmann. Accordarbeit Mordarbeit! Der Centralverband der Maurer Spielen in nichtpreußischen Lotterien ziemlich scharf. Mit Rücksicht Feuerbericht. Ueber ein Dugend Marmierungen hatte die Wehr vöfferung um 2 62 Seelen oder um 108 Proz. vermehrt, also mehr auf die große Verbreitung, die Lose fremder Lotterien in Stadt und in den legten 24 Stunden zu verzeichnen. In der Nacht zum Freitag als verdoppelt. Am stärksten war die Zunahme im Berliner Orts Land gefunden haben, teilen wir zur Warnung folgende Bestim- wurde sie fast gleichzeitig nach der Alten Jakobstr. 104 und nach der teil mit 15 828 Personen oder 192 Proz., hier hat sich die Bes mungen des neuen Gejeges mit: Wer in außerpreußischen Lotterien, Bionskirchstr. 54 gerufen. In beiden Fällen handelte es sich um völkerung also beinahe verdreifacht. Es folgen der alte Ortsteil die nicht im Königreich Preußen zugelassen sind, spielt, wird nach Wohnungsbrände, bei denen Möbel, Decken und Kleidungsstücke im mit 4367 Personen oder 52 Broz., der Halenseer Ortsteil mit 3924 § 1 mit Geldstrafe bis zu 600 M. oder im Nichtbeitreibungsfalle mit wesentlichen beschädigt wurden. Vorher hatte die erste Lösch- Personen oder 86 Proz., der Ortsteil am Bahnhof WilmersdorfHaft bestraft. Wer sich dem Verkauf oder der sonstigen Veräußerung compagnie lange Zeit in der Kaiser Wilhelmstr. 48 zu thun, wo in Friedenau mit 2866 Personen oder 91 Proz. und schließlich der ines Loses, eines Losabschnittes oder eines Anteiles an einem Lose einem Keller Feuer ausgekommen war. Bei Ankunft des ersten Rheingau mit nur 77 Personen oder 11 Proz. ofer Losabschnitte der im§ 1 bezeichneten Lotterien unterzieht, Löschzuges hatte es schon einen größeren Umfang angenommen und in besondre auch, wer ein Los, einen Losabschnitt oder einen Los- so mußte, da die Flammen an Gerümpel, Packmaterial 2c. reiche wohnerzahl unsres Ortes nach Ermittelungen des Statistischen Aus Schöneberg. Am Ende des Monats Juli betrug die Ein= antail dieser Art zum Erwerb anbietet oder zur Veräußerung bereit Nahrung fanden, tüchtig Wasser gegeben werden, um die Gefahr zu Amtes 125 124, zwölf weniger als zu Ende Juni. Im ganzen be hält, wird mit Geldstrafe bis zu 1000 M. bestraft. Ist die Zuwider- beseitigen. In der Wolgasterstr. 3 mußte später in einer Küche trägt seit Anfang dieses Jahres bis Juli die Zunahme 2725 Perhandlung durch eine Person begangen, welche Losehandel gewerbs- ein Brand abgelöscht werden, der neben Küchenmöbeln auch den sonen; vom Januar 1901 bis zum Berichtsmonat 1904 ist die Bemäßig treibt, oder bei ihm gewerbsmäßig Hilfe leistet, oder ist sie Fußboden beschädigte.- Gardinen gingen nachts in der Garten- bölferung um 29 000 Personen gewachsen. durch öffentliches Auslegen, Ausstellen oder Aushängen oder durchstraße 16 in Flammen auf, während Unter den Linden 20 Kleider Versenden eines Loses, eines Losabschnittes, eines Bezugsscheines, brannten. Die Bauthätigteit war im Juli geringer als im Juni, Unfug ant öffentlichen Feuermelder lag einer eines Anteilscheines, eines Angebotes, einer Anzeige oder eines Alarmierung zu Grunde, die die Wehr nach Mitternacht nach der 395 Zimmer enthalten, Bauerlaubnis dagegen wurde in 22 Fällen es wurden nur 6 Neubauten fertiggestellt mit 109 Wohnungen, die Lotterieplanes oder durch Einrückung eines Angebotes, einer Anzeige Prinzenstr. 58 führte. Der Thäter, der 20jährige Mechaniker Mar erteilt. Der Besi bwechsel erstreckt sich auf 28 bebaute und oder eines Lotterieplanes in eine in Preußen erscheinende Zeitung Huth aus der Blücherstr. 54, wurde ermittelt und sieht nun seiner 14 unbebaute Grundstücke mit einem Gesamtumsatz im Werte von erfolgt, so tritt Geldstrafe von 100 bis zu 1500 m. ein. Die Strafen gerichtlichen Bestrafung entgegen. Außerdem liefen noch aus der 7 766 250 beztv. 1 902 186 Mark. finden eine Erhöhung bis 1500 beziv. 2000 m. bei erstem Rückfall Botsdamerstr. 111, Surstr. 38 und noch aus einigen andren Orten in gedachtem Vergehen; jeder fernere Rüdfall zieht Geldstrafen von Feuermeldungen ein, doch waren diese durchweg auf unbedeutende lichen Arbeitnehmer 630, der weiblichen 580, zusammen 1230 PerAuf dem Arbeitsnachweis betrug die Zahl der männ 300 bis 3000 m. nach sich. Anlässe zurückzuführen. sonen; davon wurden erledigt durch Einstellung 193 beztv. 343 GeEine unerwartete Aufklärung hat das Verschwinden des fünf- suche. Arbeitsangebote waren vorhanden 209 männliche, 908 weibzehn Jahre alten Tischlerlehrlings Köster aus der Rastatterstr. 26 liche, zusammen 1177. gefunden. Der Junge arbeitete bei seinem Ontel, einem Meister in Beim Gewerbegericht waren am Beginn des Monats der Linienstraße, und klagte den Eltern oft, daß er Schläge be- Juli 21 Streitfachen anhängig, der Zugang im Laufe desselben fomme. Obwohl der Meister das bestreitet, waren die Leute doch Monats betrug noch 52; in 51 Fällen handelte es sich um Streits in der größten Sorge, als ihr Sohn ihnen am Donnerstag schrieb, fachen von Arbeitnehmern gegen Arbeitgeber. Erledigt wurden er fomme nicht mehr nach Hause, sondern werde sich wegen der davon durch Zurücknahme 6, durch Vergleich 15, durch rechtskräftiges schlechten Behandlung in der Lehre das Leben nehmen. Da er auch Versäumnisurteil 8, durch andres Endresultat 17 Fälle; unerledigt Tausend japanische Flüchtlinge, darunter 400 Frauen und am nächsten Morgen nicht wieder eintraf, so nahmen sie an, daß er geblieben sind 26 Sachen. 35 Kinder, werden am 6. bis 7. Oktober cr. aus Rußland kommend die Drohung wahrgemacht habe, und suchten nach seiner Leiche. Die Aufwendungen für Armenpflege betrugen: Berlin passieren, um über Bremerhaven in die Heimat zurückzu- Umsomehr freuten sie sich, als der Vermiste gestern nachmittag Januar 14 358 M., Februar 13 229 M., März 19 909 M., April fehren. Die seit Beginn der Feindseligkeiten zwischen Rußland und plößlich wieder bei ihnen in der Wohnung erschien. Reumütig be- 15 917 M., Mai 13 274 M., Juni 11 611 M. und im Juli 14 200 M. Japan ihrer wirtschaftlichen Existenz beraubten Leute haben, wie tannte er, daß er gar nicht lebensmüde sei, sondern sich nur von Die städtische Sparkasse wies Ende Juli 36 900 Bücher auf schon des öfteren von uns erzählt wurde, in Rußland viele Ent- einigen Altersgenossen zu einem dummen Streiche habe verleiten mit einem Einlage- Kapital von 20 856 159 M. behrungen erdulden müssen und sind gänzlich mittellos. In Bremer- lassen. Der Lehrling hatte am Donnerstagmorgen für seinen haven sollen sie sich einige Zeit von den ausgestandenen Strapazen Meister 45 Mark eingezogen und den Schab andern Burschen gezeigt. deutsche Immobilienbank für eine an der Frankfurter Allee neu Lichtenberg. Die Erteilung des Pflasterkonsenses an die Südund der wochenlangen Eisenbahnfahrt erholen. Diese überredeten ihn zu dem Brief an die Eltern, und nachdem anzulegende Straße war abhängig gemacht worden von der Möglichman ihn der Post übergeben hatte, wanderte man gemeinsam zum feit in der dortigen Gegend ein Schulgrundstück ankaufen zu können. schreibt uns: Ein Stück Gesims in der Länge von gut 3 Metern" Rummel" in Weimanns Volksgarten auf dem Gesundbrunnen. Die Bank hatte sich nun unter den armen Gärtnern der Gegend stürzte vom Neubau des Unternehmers Hermsdorf in der Heidel- jammer, und der Selbstmordkandidat" schlich sich mit dem Rest von stellte er den Rest seines Grundstückes für 550 M. brutto die Dort verkneipten die Bengel 38 Mart. Dann kam der Kaßen- umgesehen, und da Gärtner Limprecht es müde war, Kohl zu bauen, bergerstraße ab und durchschlug das Schutzdach. Zufällig befanden 7 Mart' nach Hause und bat seine Eltern reuevoll um Verzeihung. Quadrat- Rute der Bank zur Verfügung, ohne zu wissen, daß die sich die Arbeiter auf der Straße, so daß Menschenleben bei dem Unfall nicht in Frage kamen. Fragt man sich aber, wie das Malheur Gemeinde des Grundstücks bedürfe. Die Bank teilt nun der Gegeschehen konnte, so ist die Antwort leicht gegeben. Dem Unter- Der Sternenhimmel im Oktober. Zu Anfang des Monats um meinde mit, daß Limprecht von der Offerte zurücktritt und der nehmer leisteten nämlich die Lohnmaurer, die den Bau bis zur 10 Uhr abends steht direkt über uns, im Zenith, kein heller Stern, Gemeinde das Grundstück direkt anbietet, aber um etwa 6000 dritten Etage aufgeführt hatten, nicht genügend Arbeit, und so wurden nach Westen zu erblickt man in der Gabelung der Milchstraße stehend, Mark teurer! Und das 14 Tage nach dem ersten Angebot. Gewiß sie 14 Tage vor dem Unfall durch Accordmaurer ersetzt. den Deneb( 2. Gr.) und weiter westlich die Wega( 1. Gr.); süd- ist auch Limprecht davon überzeugt, daß nur seine Intelligens, feine Diese Herren schafften natürlich mehr, mit welchem Erfolg, westlich steht in der Milchstraße der Atair( 1. Gr.). In südöstlicher Sparsamkeit und seine Arbeitskraft den Wert des Grund und zeigt der Unfall, der nur geschehen konnte, weil die Richtung von ihm, aber noch auf der Westseite des Himmels, erblickt Bodens in 14 Tagen um 6000 Mart erhöht hat. So erklärt es sich fachmännische Vorsicht außer Acht gelassen war. Er- man den Planeten Saturn; dagen funkelt, nur wenig über den auch, wenn Herr Limprecht als Ordnungsmann in den Reihen der wähnung verdient noch ein andrer Unfug. Auf dem Bau ist eine Horizont erhoben, schon östlich vom Meridian, ein Figstern 1. Größe, Grundbefizer dafür eintritt, daß, weil der Grundbesitz ein besondres Bautantine errichtet, deren Bächter monatlich die hohe Summe der Fomalhaut vom Sternbild südlicher Fisch. Interesse an dem Wohlergehen und der Entwicklung der Gemeinde von 1100 M. als Miete zahlen muß. Dafür ist ihm das Vorrecht Von bekannten und leicht aufzufindenden Sternbildern erwähnen bethätigt, auch die Grundbesitzer im Wahlrecht zur Gemeindeeingeräumt worden, sämtliche Speisen und Getränke liefern zu wir den großen Bären oder Wagen und die Cassiopeja; vertretung beborzugt sein müssen. Unfre Genossen ließen sich denn dürfen. Als die Maurer sich über die Bedienung beschwerten, ersterer steht ziemlich tief im Norden, die Verbindungslinie seiner auch die Gelegenheit nicht entgehen, auf das Unhaltbare dieser Anwurden etliche von ihnen entlassen. Das Eintreten der Schlichtungs- Hinterräder führt zum Polarstern am unverrückbaren Himmels- sicht hinzuweisen. Wenn die Offerte trozdem angenommen wurde, fommission bewirkte zwar, daß diese Maßregelungen wieder rüdgängig pol, und über diesen hinaus bis zur Milchstraße fortgesetzt zu dem und zwar mit 10 gegen 8 Stimmen, so ist dies darauf zurückzugemacht wurde, doch half sich der Unternehmer bald darauf durch charakteristischen Stern- W der Cassiopeja. Deftlich von ihr fällt der führen, daß drei unsrer Genossen in der Sizung fehlten. Da die Die schon erwähnte Entlassung sämtlicher Lohnmaurer. So sieht es ftrahlende Blanet Jupiter auf; nördlich von diesem erblidt ein Gemeinde eine Anleihe von etwa 1 Million für öffentliche Zwede auf manchen Bauten aus! Elettricitätswert, schwaches Auge einen matten Fleck, in welchem stärkere Augen 8 bis( Schulbau, Feuerwehr= Gebäude, Straßens 12 einzelne Sterne unterscheiden; es sind die Plejad en oder das pflasterung) aufzunehmen beschlossen hat, die Genehmigung hierzu sogenannte Sieben gestirn, das dem Sternbilde Stier an- aber sich längere Zeit hinziehen kann, so wurde die Aufnahme einer gehört; etwas tiefer als die Plejaden, nordöstlich von ihnen funtelt schwebenden Schuld von 500 000 Mart bei der Streis- Sparkasse beein Stern erster Größe, der hellste des Stiers, Aldebaran. schlossen. Die Milchstraße zieht sich von Südwesten nach Nordosten. In ihr von der Cessiopeja nordöstlich weiter gehend, stößt man noch der Socialdemokratie und zur Rettung des Vaterlandes vor dem Spandau. Der Nationale Reichs- Wahlverband" zur Vernichtung mals auf einen sehr hellen Stern erster Größe, die Capella, die Umsturz" sputt auch im Kreise Potsdam- Spandau- Osthavelland unmittelbar am Westrand der Milchstraße steht. Zu erwähnen ist noch, daß der Planet Venus nach Sonnen- gliedern betreibt, erfuhren dieser Tage auch Wie eifrig dieser famose Verband die Werbung von Mituntergang furze Zeit als Abendstern am Westhimmel sichteine Anzahl Spandauer bar ist. Socialdemokraten, welchen auch eine höf Die Sonne finft im Oktober schon zu beträchtlicher Tiefe liche Aufforderung, bestehend in einem Flugblatt, zuging, dem Heldenverbande als Mitglied bei einem Mindestbeitrag von Für fünfzig Mark Frostfalbe. Die„ Berl. 3tg." meldet: Für herab; am 1. steht sie zu Mittag noch 34 Grad hoch, am 31. erreicht 50 Pf. pro Jahr beizutreten. Das Flugblatt ist in dem bekannten den Prinzen Friedrich Leopold treffen noch immer Aus- fie nur noch 23 Grad; entsprechend verkürzt sich ihr Tagesbogen am himmelhochjauchzenden- zum Tode betrübten" Tone gehalten rüstungsgegenstände zu seiner vorläufig aufgeschobenen, in Wirklich Himmel: am 1. geht sie um 6 Uhr 9 Min. auf, um 5 Uhr 43 Min. und enthält neben einer Schilderung der Parteiverhältnisse im feit aber wohl aufgehobenen Reise ins russische Hauptquartier in unter, am 31. geht sie erſt um 7 Uhr 4 Min. auf und schon um Wahlkreise folgendes schöne Geständnis: Schloß Glienicke ein. Es ist ein bedeutendes Warenlager, das der 4 Uhr 37 Min. unter, der Tag nimmt also von 11 Stunden 34 Min. Prinz mitnehmen wollte, unter anderm für etiva 700-800 Mart bis auf 9 Stunden 33 Minuten ab. Der Mond hat am 2. Oktober legtes Viertel, Neumond ist am Handschuhe, für ca. 50 M. Frostsalbe, eine größere Anzahl Nasierund Hühneraugenmesser und namentlich viele Paar Stiefel. Von 9. Oktober, erstes Viertel am 16., Vollmond am 24. und am 31. ist lezteren besitzt der Prinz in Schloß Glienicke überhaupt einen so wieder letztes Mondviertel. reichlichen Vorrat, daß ein ganzes Zimmer damit vollgepfropft ist. Morgen Sonntag veranstaltet der Gesangverein NordEs mögen wohl ca. 800 Paar Stiefel, meistens Reiterstiefel mit deutsche Schleife" in Gemeinschaft mit der siebenten AbSporen, sein, die sorgfältig geordnet in Regalen stehen. teilung des Turnvereins Fichte" unter Mitwirkung des Neuen Neuen Welt", Hasenheide, ein Tonkünstler- Orchesters in der Konzert sowie Turner- Aufführungen. Da ein vorzügliches Programm aufgestellt ist, so darf wohl auf zahlreiche Beteiligung gerechnet werden. Eine Eintrittskarte im voraus foftet 40 Pf. Das Konzert beginnt 6% Uhr. Die böswilligen Alarmierungen der Feuerwehr wollen trotz aller Mahnungen tein Ende nehmen. In der letzten Nacht erfolgte eine solche Alarmierung nach der Dresdenerstraße. Der Thäter, ein Mechaniker Max Huth, der bei seinen Eltern Blücherstraße 54 wohnt, wurde ergriffen und gab als Brandstelle das Haus Prinzenstraße 58 an, wo aber trotz Suchens nichts zu finden war. Der zwanzigjährige Mensch, der nicht nur die Wehr genarrt, sondern auch die Hausbewohner beunruhigt hat, sieht num einer Bestrafung entgegen, die ihm die Lust nehmen wird, ähnlichen Unfug zu treiben. In mehreren Fällen hat das Gericht auf eine dreimonatige Gefängnis strafe erkannt. " " " In dem Prozeß gegen die ehemalige Gesellschafterin der verstorbenen Prinzessin von Schleswig- Holstein erwähnte die Angetlagte Milewski auch, daß statt ihrer der Herzog Günther von Schleswig- Holstein ein Fräulein Slawitter, die von ihm eine Apanage bezieht, bei der Prinzessin unterbringen wollte. Dieses Fräulein Martha Klawitter ist der Potsd. Korresp." zufolge in Potsdam eine wohlbekannte Persönlichkeit. Sie bewohnt in der Orgel- Konzerte. In der Marienkirche werden Montag, den Augustastraße eine fürstlich eingerichtete Wohnung und beschäftigt 3. Oktober, abends 7% Uhr, Kompositionen von Bach, Händel, als Modistin, die namentlich ihre Kundschaft in Adelskreisen und bei Mendelssohn, Rheinberger, Blumner u. a. durch Musikdirektor Otto den Damen der Berliner Bühnen hat, eine größere Anzahl junger Dienel, Frau Herrmann- Prätorius, Frau Clara Bindhoff, Herrn Mädchen. Ihre Bekanntschaft mit dem Herzog Günther von Ludwig Wagner, Biolinist, und Herrn Paul Schnyder bei freiem Schleswig- Holstein datiert aus der Zeit, als dieser noch in Potsdam Eintritt aufgeführt. beim Leib- Garde- Husaren- Regiment stand. Damals lenkte das bei ihrem Vater, einem Kanzleidiener, wohnende bildhübsche Mädchen die Aufmerksamkeit des jungen Prinzen auf sich. is 7 bereits. " Das Jahr 1903 zeigte ein weiteres Anschwellen der socialdemokratischen Wählermasse um 4000, dem auf seiten der andern Parteien nur ein Zuwachs von 6-700 gegenüberstand. Es ist bekannt, daß bei der Stichwahl Wilhelm Liebknechts gleichartiger Sohn gewählt worden wäre, hätte nicht der Liberale Wahlverein in Spandau sich offen und entschieden für den Gegen kandidaten ausgesprochen. Mit einer knappen Mehrheit von nur 505 Stimmen gelang es so, unfern gegenwärtigen ReichstagsAbgeordneten Bauli schließlich noch durchzubringen"! Dieses Eingeständnis des freisinnigen Verrats an der Sache der Voltsfreiheit wird unsern Parteigenossen in ihrer Agitation gegen die Reaktionäre aller Schattierungen noch manchen guten Dienst leisten. Wenn in dem Flugblatt aus taktischen Gründen der trüben Befürchtung Ausdruck gegeben wird, daß der ReichstagsWahlkreis Potsdam- Spandau- Osthavelland bei der nächsten Reichstagswahl zweifelsohne der Umsturzpartei unrettbar verfallen ist", wenn usw., so können wir hierzu nur be merken: Wir Socialdemokraten wollen das beste hoffen! Theater. Die Rigdorfer Stadtverordneten Versammlung hat in ihrer geftrigen Sitzung die Eingemeindung des Gutsbezirkes Hasenheide Im wissenschaftlichen Theater der Urania findet am Sonn- beraten. Vom Magistrat wurde zugegeben, daß die Eingemeindung abendnachmittag 4 Uhr eine Wiederholung des Vortrages Die der Stadt feinerlei Vorteile bringe, wahrscheinlich würden aber auch Insel Rügen" zu kleinen Preisen statt. Abends wird der Vortrag feine erheblichen Kosten verursacht werden. Der Magistratsvertreter Straßensperrungen. Das Waterloo- Ufer vom Blücherplatz bism Bannkreis der Jungfrau" zur Darstellung gelangen. Im erklärte sich schließlich dafür, daß die Vorlage einer Kommission über zum Hause 11/12 wird behufs Impflasterung vom 3. d. M. ab bis Hörsaal beginnen in der kommenden Woche die gemeinverständlichen wiesen werde. Die Versammlung beschloß in diesem Sinne. auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. naturwissenschaftlichen Vorträge; die Lehrkurse beginnen, soweit dies nicht besonders bemerkt ist, abends um 8 Uhr und umfassen Drei Arbeiter durch eine Gasexplosion schwer verletzt. In der die nachstehenden Gegenstände: Dr. Donath,„ Einführung in die Grunewaldstr. 111 zu Schöneberg erfolgte Freitagmittag eine heftige Elektrotechnik( 9 Vorträge, Sonnabends, Beginn 15. Oftober). Gasexplosion, bei welcher die Arbeiter Werbelow und Lang Dr. Donath, Funtentelegraphie und drahtlose Telephonie" sowie der Tischler Eberhard gefährliche Brandwunden davon( 10 Vorträge, Mittwoch nachmittags von 6 bis 7 Uhr, Beginn National- Theater. In einer von jenen Städten, aus denen trugen. Die Erplosion hatte ihren Ausgang in einem leeren 5. Oftober). Dr. P. Schivahn, Einführung in die Erdkunde" das Gemeinwesen Berlin besteht, und zwar am Weinbergsweg, nahe Barterrezimmer hinter einem ebenfalls leerstehenden Verkaufsladen.( 4 Vorträge, Dienstags, Beginn 4. Oftober). Dr. v. Unruh, An der Rosenthalerstraße, wurde vorgestern( Donnerstag) eine neue Vor einigen Tagen war in dem Hinterzimmer die Gastrone ab- organische Experimentalchemie"( 10 Vorträge, Freitags, Anfang musikalische Bühne cröffnet: das" National- Theater( Opernhaus)". geschraubt, ohne daß man das Gasrohr wieder sicher verschlossen 7. Oktober). Dr. F. Ristenpart, Das Sonnensystem"( 4 Vor- Das neue Haus ist mit specifisch- fortschrittlichen Absichten gebaut, hätte. Es war infolgedessen viel Gas ausgeströmt, und als die ge- träge, Dienstags, im Hörsaal der Urania- Sternwarte in der In in so geringem Winkel an, daß schon nach einigen Reihennummern Teistet aber doch weniger, als sein könnte. Das Parket steigt wiederum nannten Arbeiter das Zimmer mit brennender Cigarre betraten, validenstraße, Beginn 4. Oktober). Dr. F. Ristenpart," Die Fir- der Ausblick unvollkommen wird; der Vorhang geht wieder auf und erfolgte eine gewaltige Detonation. Die Fensterscheiben flogen sternivelt"( 4 Vorträge, Dienstags, im Hörsaal der Urania- Sternflirrend auf den Hof und die Straße. Unmittelbar darauf stürzten warte in der Invalidenstraße, Beginn 1. November). ab, statt seitlich auseinander; das Orchester liegt zwar tief, ist aber die drei Arbeiter unter Hilferufen auf die Straße. Sie waren am nicht verdeckt; die Ausstattung des Ganzen strebt zivar nach einer ganzen Körper mit Brandwunden bedeckt und mußten schleunigst Goethes Gesprächen mit Eckermann" werden Bruchstücke bei dem ein bißchen Empire nicht viel hinaus. Trefflich sind der bequeme Verein zur Förderung der Kunst. Aus„ Werters Leiden", aus vernünftigen Klarheit, fommt aber über ein bißchen Secession und nach der Unfallstation, gebracht werden. Vorher waren sie von hilf bolkstümlichen Kunstabend der Stadt Charlottenburg neben Scenen Ein- und Ausgang zu den Sißen, der fast völlige Verzicht auf Logen reichen Nachbarn mit Wasser begossen worden. Ob ein solches Be aus" Faust"," Iphigenie"," Tasso" 2c., sowie gesprochene und ge- alten Stils, und ganz besonders die schmale, in einem einzigen ginnen vorteilhaft ist, erscheint sehr fraglich, denn in den meisten fungene Lyrit in trefflicher Auswahl geboten werden. Der Ertrag Rang" endigende Langform. So kam denn auch eine gute Afuſtik Fällen verlaufen schwere Brandwunden, die mit Wasser in Ber- des Abends fließt einem Künstlererholungsheim zu. Karten a 50 Bfg., zu stande. Leider stört an der uns zugewiesenen Stelle des Parketts bindung tamen, tödlich. Ein Brand fand bei der Explosion nicht sowie einige reservierte Pläge a 1 Wit. find in allen Charlotten- ein eigentümliches Phänomen: der Schall kommt manchmal wie von weiter statt, so daß die alarmierte Feuerwehr ohne weiteres wieder burger Buchhandlungen, Verein zur Förderung der Kunst, Albrecht- rückwärts. Die Erklärung dessen und eine etwaige Abhilfe scheinen Kehrt machen konnte. straße 11, Dürerhaus, Kronenstraße 18, Bloch, Brüderstraße 1 zc. zu uns nicht schwer zu sein. Mit 400 M. durchgebrannt ist der 30 Jahre alte Bader und haben. Hausdiener Karl Stellbaum aus der Dresdenerstr. 105, der seit einem Vierteljahr in der Liqueurfabrik von Manegold in der Geisbergstr. 29 angestellt war. Der Mann wurde auch als Kaffierer beschäftigt, zog am Mittwoch bei der Kundschaft das Geld ein, ging Die Einwohnerzahl von Wilmersdorf betrug nach den Ermitteum die Mittagszeit nach Hause, vertauschte seinen Arbeitsanzug mit lungen des dortigen Einwohner- Meldeamtes am 20. September d. J. der Sonntagskleidung und fuhr auf einem Zweirad, das ebenfalls 52 021; von der Bevölferung waren 43 472 Personen evangelisch, feinem Geschäfte gehört, mit der Beute auf Ninumerwiedersehen 5102 katholisch, 3169 jüdisch und 287 andern Bekenntnisses. In den davon. lekten fünf Jahren, seit dem 20. September 1899, hat sich die BeAus den Nachbarorten. " Und nun die erste, unangenehmeriveise dem„ Troubadour" gewidmete Vorstellung! Wir sagen nicht zu viel, wenn wir bekennen, freudig überrascht gewesen zu sein. Sotvohl die tüchtigen Einzelkräfte wie auch der, gerade anderswo so sehr vermißte, fünstlerische Gesamtgeist versprechen ein günstiges Gedeihen. Daß sich einzelne Sänger etwas übernahmen, zumal im Verhältnis zur guten Akustit; daß vorerst manche Befangenheit störte; daß gefangstechnisch und zumal schauspielerisch im einzelnen manches zu mahnen ist: das foll uns angesichts eines ersten Anlaufes nicht aufhalten. Erdmann." W. II. dem erwähnten Lokal aber hundert Mark tostet, so ist die Klage begreiflich, daß das Gehalt bei erhöhten Kulturansprüchen nicht reiche. Aber die Hoffnung soll begründet sein, daß die vier Schönheiten mit der Zeit bescheidener werden. Was nügt aller Kulturfortschritt in Unter den Sängern seien in der ungefähren Reihenfolge der Schleier von dem streng gehüteten Geheimnis herunterzureißen. I man in Betracht zieht, daß die Kaffernteiber mit einer Platte Tabat, Tüchtigkeit genannt: von den weiblichen Kräften die Damen Paula Was wir entdeckten? Ein Begräbnis! Darüber befand sich folgender einem Becher Reis oder Schnaps zufrieden sind, der Aufenthalt in v. Lichtenfels( Koloratursopran), Etelka Rado( Mezzo- Gedenkstein: Dem Andenken meines treuen Dachshundes fopran), Paula Hahne( Sopran); von den männlichen die Herren Hans Helms( Bariton), Johannes Reinhardt ( Tenor), Wilhelm 2amberg( Baß), Franz Roha( Baß). Das Orchester( mit etwa 30 Geigen) machte unter Wilhelm Das also war des Rätsels Lösung! Nun, darob braucht man Swakopmund, wenn er nur der Plutokratie zugänglich ist und der Reich einen günstigen Eindruc; das Ballett fiel durch mehrfache doch wahrlich nicht zu solch strengem Verbote Zuflucht zu nehmen. Durchschnitts- Europäer mit seiner für so hohe Ansprüche un Borzüge auf, und seine Prima Fernande Robertine leistet Wir können die menschlichen Gefühle verstehen, einem treuen Hunde zureichenden Kaffe grollend beiseite stehen muß? mehr als gewöhnliche Verzierungskunst. Als Regisseur war diesmal einen Grabstein zu stiften. Gustav Rodmann genannt. Der, den wir zuletzt nennen, Direktor Hugo Becker, scheint wirklich Direktor zu sein; was viel besagen will. SZ. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. 16. Kulturfortschritte in Deutsch- Südwestafrika. Einem uns zur Verfügung gestellten Privatbriefe aus Swakopmund entnehmen wir Unterdessen hat das Theater des Westens unter Aloys folgende Mitteilung: Unser Ort ist an sich ein elendes, ödes, langDie juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends Prasch bereits seit längerem sein neues Jahr begonnen. Von weiliges Nest. So weit das Auge blickt, nichts als Sand und nocheinigen ersten Aufführungen wurde mir in meiner Abwesenheit nicht mals Sand; kein grünes Fleckchen erfreut das Auge, keine noch so von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. R. 48. Der Ehemann kann noch jetzt Ehescheidung durchsetzen und nach biel gutes berichtet, der Gast Dr. Rudolf Pröll ausgenommen, bescheidenen Anlagen sind hergerichtet. Aber auch die geistigen Ge Ihrer Plauderei Strafantrag wegen Beleidigung gegen Sie stellen. dessen große Künstlerschaft wir bereits im Vorjahre gekennzeichnet nüsse fehlen hier völlig; weder ein Theater noch ein Konzertlokal Durchführung derselben Strafantrag stellen. Außerdem kann er wegen S. 22. Sie könnten lediglich auf haben. Dagegen hörte ich nun eine Aufführung des Zigeuner- sorgen für Unterhaltung und Zerstreuung. So sind wir denn auf Sie haben am Ersten zu räumen. baron", die wenigstens durch einzelne Leistungen hervorragte: ins- einige wenige beffere Restaurants angewiesen, denen allerdings eine Beseitigung der Ihren Mietsgebrauch störenden Stallungen nebst Zubehör G. K. G. 1. Ja. 2. Das Gericht bebesondre Luddy Gaston sang und Mary Hagen spielte sehr Anzahl Budiken primitiver Art zur Seite stehen. Aber dennoch und auf Schadensersatz lagen. O. K. 120. 1. Die Aufsichtsbehörde hat gut; wir wünschen dieser Bühne ein gedeihliches Fortsetzen ihrer schreitet auch hier in der Dede die Kultur vorwärts. Zu dieser Er- stellt eventuell einen Anwalt. G. 1176. Dem Bestraften tenntnis tamen wir, als von uns neulich das Lokal eines Gastwirts nicht zu bestätigen. 2. Ja. 3. Mein. aufsteigenden Entwicklung. betreten wurde. Dem Manne schnitt die Langweiligkeit unsrer steht nicht das Wahlrecht zu. Ob Zwangsvollstreckung versucht werden wird, M. K. 76. 1. Darüber besteht Streit; läßt sich nicht im voraus sagen. Seestadt offenbar durch die Seele. Er glaubte auf die Hebung es muß eventuell auf Rückzahlung geklagt werden. 2. Ja. 3. M. 10. des Fremdenverkehrs in seinen Räumen bedacht sein zu müssen hat der Diener nicht Sonderabreden getroffen, so tommt die Gesinde und wollte nebenher wohl auch zur Verschönerung des ganzen ordnung in Anwendung. Schutzbestimmungen sind dieser fremd. Drtes etwas beitragen. Von diesem Grundjazz ausgehend, verschrieb Marktpreise von Berlin am 29. September. Nach Ermittelungen des er sich denn aus Kapstadt vier internationale Huldinnen. Es sind Für 1 Doppel- Centner: Weizen**), gute Sorte vornehme Damen, und ihre Prätention ist nicht gering. Sie würden fgl. Polizei- Präsidiums. mittel 17,54-17,51 M., geringe 17,48-17,45. weit den Gedanken von sich weisen, etwa die Gäste zu bedienen 17,60-17,57 m., oder gar eine nüßliche Hausarbeit zu verrichten. Das besorgen Roggen**), gute Sorte 13,80-00,00., mittel 00,00-00,00 M., geringe Futtergerste*), gute Sorte 15,60-14,60 m., mittel 14,50 nach wie vor der Hausknecht und die zu Kellnern dressierten Kaffern. 00,00-00,00. Aber dennoch sind diese Schönheiten auch nicht schlankweg als Zier- bis 13,60 m., geringe 13,50-12,60 M. Hafer), gute Sorte 16,50-15,70 m., mittel 15,60-14,90 m., geringe 14,80-14,10. Erbsen, gelbe, zum Stochen puppen zu bezeichnen; im Gegenteil, fie regen an, beleben, animieren. 40,00-28,00 m. Speisebohnen, weiße 50,00-25,00 M. Linsen 60,00-25,00. Richtstroh 0,00-0,00 M. Heu 0,00-0,00 m Bum Trinken und zu andren Dingen. Eines zwar mißfällt dem ge- Kartoffeln 11,00-7,00 m. bildeten Mitteleuropäer bis jetzt noch an der neuen Errungenschaft, Für 1 Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Eier per Schod 4,50-3,20 m. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. nämlich die hohen Ansprüche, die die Damen stellen. Wenn Vermischtes. Ein Grabmal. Unterhalb des königlichen Schloffes auf Wilhelmshöhe, so schreibt unser Parteiblatt in asset, befindet sich eine fleine Insel. Dem Publikum ist es streng verboten, sie zu betreten. Das strenge Verbot des Betretens dieser Insel gab uns schon seit langer Zeit Anlaß, uns allerbei Vermutungen hinzugeben. Was für Geheimnisse, die dem profanen Auge der Untertanen" verborgen bleiben müssen, möge wohl die mysteriöse Insel bergen? Etwas Außergewöhnliches mußte es auf alle Fälle sein, das zu solch einem fategorischen Verbot Veranlassung gegeben. Neugierig, wie wir nun einmal find man verzeih' uns diese unrühmliche Eigenschaft beschlossen wir, der Sache auf den Grund zu gehen und den Heute früh verschied mein lieber Mann Karl Bahl im 53. Lebensjahre. Dies zeigt tiefbetrübt an Anna Bahl. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 2. Oftober, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Schönholzerstr. 22 ans nach dem Friedhof der Elisabeth- Gemeinde ( Prinzen- Allee) statt. Deutscher 17375 Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Otto Hanschke am 29. September am Herzschlag verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 2. Oktober, nachmittags um 5 Uhr, von der Leichenhalle des Lazarus- Kirchhofes in Reinickendorf aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 89/20 Die Ortsverwaltung. Am 28. September verschied der Kollege, Tischler Karl Bahl am Herzschlag. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 2. Oftober, nach mittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Schönholzerstr. 22, aus nach dem Elifabeth Kirchhof, Prinzen- Allee, ſtatt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten bie traurige Nachricht, daß unser Stollege Paul Borck am 28. September, abends 11 Uhr, nach langen, schweren Leiden ver schieden ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 2. Oktober, nachmittags 3%, Uhr, von der Leichenhalle des neuen Luisen Kirchhofs in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. NOO 17866 Die Kollegen der Pianino- Fabrik von Bell& Comp. Fachverein d. Musikinstrumenten- Arbeiter Todes- Anzeige. Am Mittwoch, den 28. Septbr., berftarb nach langen schweren Leiden unser Mitglied Paul Bork im 29. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 2. Oktober, nachmittags 3, Uhr, von der Leichen halle des Neuen Luisen- Kirchhofs, Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. 142/00 Der Vorstand. Hiermit allen Berwandten, Freunden und Bekannten die fraurige Nachricht, daß unser lieber 17436 Bruder, der Tischler Otto Hanschke am Donnerstag, den 29. September, sanft entschlafen ist. Dies zeigen an Die tiefbetrübten Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet morgen Sonntagnachmittag 5 Uhr von der Halle des neuen Nazareth- Kirch hofes in Reinickendorf, Berliner straße, aus statt. " Dem Cigarrenfabrikanten Herrn Hermann Poeschel Brizerstraße Nr. 25, zum 25jährigen Geschäfts- und Mieter- Jubiläum die besten Glückwünsche. Alt- Façon. Invaliden- Unterstützungskasse d. Steindrucker u. Lithographen. Die Beerdigung des am 27. Sep tember verstorbenen Steindruckers Max Sommerfeld findet statt am Sonntag, den 2. Oftober cr., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des PhilippApostel- Kirchhofes( Müllerstraße) Das Komitee. aus. 17336 Allen Freunden, Kollegen und Bekannten hiermit zur Nachricht, daß meine liebe Frau, meine gute Mutter Auguste Gaedicke geb. Blume am 29. Septbr., nachmittags 5 Uhr, plöglich verstorben ist. Die Be erdigung findet Sonntag, 2. Dftbr., nachmittag 3 Uhr, von der Halle des Gethsemane- Kirchhofs, Nord134/10 end, aus statt. Der trauernde Gatte n. Sohn Albert Gaedicke. Otto Eichert. Sämtliche Fritz Werke Router 8 Bde. in 4 Prachtbände gebunden! ( bisher billigster Preis 10 Mark) liefern für nur 6 Mark franco gegen Einsendung od. Nachnahme Lipsius& Tischer, Kiel. P Teilnehmer an englischem Konver fations Cirkel gesucht; ebenso am Cirkel für Anfänger; monatlich 4 M. Bismarckstr. 8( Freya), Charlottenburg. Privatstunden ebendaselbst und in Schöneberg, Sedanstr. 57, III. Liebknecht. Frau Swienty geb. Nächste Woche Ziehung! Quedlinburger Lose 1M 11 Lose 10 Mk. Porto u. Liste 20 Pf. Pferde- Gewinne sofort verkäuflich gegen Bar Geld. 1500 Gewinne im Werte von M. 23 000. Hauptgewinn i. W. v. Mk. 5000. Lose versendet auch gegen Nachnahme Carl Krebs, Quedlinburg 6. Zu haben in den Lotterie- u. 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Die Beifizer zu den unteren Verwaltungsbehörden werden zu gleichen Teilen aus dem Kreise der Arbeiter und Unternehmer ge= wählt. Die Funktionen dieser Vertreter bei den unteren Verwaltungsbehörden sind für die Arbeiter von nicht unerheblicher Bedeutung. Die untere Verwaltungsbehörde bildet in dem Verfahren zur Erlangung einer Invaliden- oder Altersrente die erste vor bereitende Instanz, sie hat die Anträge auf Bewilligung einer Jn validen- oder Altersrente entgegenzunehmen, Anträge auf Rentenbewilligung oder Entziehung der Invalidenrente zu begutachten und zu prüfen. In allen diesen Fällen sind die Beifizer zur unteren Berwaltungsbehörde heranzuziehen, üben also einen Einfluß auf die Begutachtung solcher Rentenanträge aus. Es bedarf feines Hin weises, wie wichtig gerade diese Funktion bei der Rentenfestsetzung für die versicherten Arbeiter ist. Die Bedeutung der Wahlen tritt aber noch mehr in den Vordergrund, wenn wir berücksichtigen, daß die Beisiger bei den unteren Verwaltungsbehörden den Wahlkörper für die Wahlen der Vertreter zum Ausschuß der Landesversicherungsanstalt bilden. Der Ausschuß der Landesversicherungsanstalt wählt sodann die Vertreter zum Vorstand der Landesversicherungsanstalt, die Beisitzer zu den Schiedsgerichten für Arbeiterversicherung, sowie die Arbeitervertreter, die von den Berufsgenossenschaften bei Erlaß der Unfallverhütungsvorschriften hinzugezogen werden; und endlich wählen die Beisizer der Schiedsgerichte die nichtständigen Mitglieder zu den Landesbersicherungsämtern und dem Reichsversicherungsamt. Diese Wahlen vollziehen sich so, daß in allen diesen Körperschaften die Vertreter der Unternehmer auf der einen Seite, die Vertreter der Arbeiter auf der andern Seite einen geschlossenen Wahlkörper bilden, der je für sich seine eigne Vertretung bestimmt. Es erhellt aus dem Dargelegten, daß die Arbeitervertretung einen Einfluß auf die Rentenfestseßung, die Rentenaufhebung, die Rechtsprechung und auch auf die Regelung zahlreicher wichtiger innerer Verwaltungsangelegenheiten der Versicherungsanstalten auszuüben vermag. Es kommen bei diesen Wahlen 1406 untere Verwaltungsbezirle in Betracht, die nach dem Gesetz in der Regel je vier Beisiger aus den Kreisen der Unternehmer und der Arbeiter erhalten sollen, darüber hinaus hat die Versicherungsanstalt die Zahl der Beisizer zu bes stimmen. Nach der letzten Bekanntmachung waren bei den unteren Verwaltungsbehörden 12 380 Beisiger, mithin 6190 Arbeiterbeifizer zu den unteren Verwaltungsbehörden berufen. Die Wahl der Beifizer vollzieht sich nun in einem sehr kompli zierten und sonderbaren Verfahren. Das Wahlrecht üben die Vorstände der Krankenkassen aus, und zwar ist hierbei folgendes zu beachten: Die Beisitzer zu den unteren Verwaltungsbehörden werden von ben Vorständen der im Bezirk der unteren Verwaltungsbehörde vor handenen Orts-, Betriebs-, Fabrik, Bau- und Innungs- Krankenfaffen, Knappschaftstassen, Seemannsfassen und andern zur Wahrung der Interessen der Seeleute bestimmten obrigkeitlich genehmigten Vereinigungen der Seeleute, sowie von Vorständen der freien Hilfstassen gewählt, welche die Rechte aus§ 75a des KrankenversicherungsGesetzes befizen( es scheiden also sogenannte Zuschußkassen aus). Das Recht haben aber auch nur die freien Hilfskassen, die ihren Ausbreitungsbezirk nicht über den der unteren Verwaltungsbehörde GEWERBLICHE HEISTUNGEN ausdehnen. Es sind mithin nur die Vorstände der lokalen freien Hilfskassen, nicht die centralisierten Hilfskassen wahlberechtigt. Sodann erhalten die Vertreter der Sommunalverbande sowie die Vertretungen der Gemeindekrankenversicherung*) ein Wahlrecht, das sich bestimmt nach der Zahl der Arbeiter, die keiner Krankenkasse angehören, aber versicherungspflichtig nach dem Invalidenversicherungs- Gesez sind. Das Stimmenverhältnis bei der Wahl wird entsprechend der Mitgliederzahl der Krankenkasse, für die der Vorstand wählt, be= rechnet. Die Leitung der Wahl liegt der unteren Verwaltungsbehörde ob, in der Regel in den Landgemeinden dem Landrat, in größeren Städten, die einen eignen Bezirk der unteren Verwaltungsbehörde bilden, der Gemeindebehörde. Nachdem die Verwaltungsbehörde an die Krankenkassenvorstände die nötige Anordnung erlassen hat( Aufforderung zur Wahl, Beigabe der Stimmzettel), hat der Vorsitzende der Krankenkasse den Vorstand zusammenzuberufen und im gesonderten Wahlgang für die Unternehmer und die Arbeiter die Wahlen vorzunehmen. Gewählt gilt vom Vorstand der Krankenkasse derjenige Kandidat, der die meisten Stimmen auf sich bereinigt, bet Stimmengleichheit entscheidet das Los. Um nun unnötige Zersplitterungen bei der Wahl zu vermeiden, wird es notwendig sein, daß sich die Gewerkschaften oder Gewerkschaftskartelle im Bezirk der unteren Verwaltungsbehörde mit den Vorständen der Krankenkassen über die gemeinsame Aufstellung von Kandidaten verständigen. Das Central- Arbeitersekretariat hat bereits vor Monaten die Anregung zu den Vorbereitungen für diese Wahl durch Cirkular an die Gewerkschaftskartelle gegeben und es darf wohl die Hoffnung ausgesprochen werden, daß nunmehr die Vorbereitungen beendet, die Aufstellung der Kandidaten vollzogen ist. Bemerken wollen wir, daß es auch nicht aussichtslos erscheint, in einigen Bezirken für die Wahl der Unternehmervertreter Vorbereitungen zu treffen, da in einer Anzahl von Krankenkassenvorständen socialpolitisch wohlwollende Unternehmer vertreten find. Was die Wählbarkeit der Vertreter anbetrifft, so bestimmt darüber das Gesez, daß die Hälfte der Arbeitervertreter am Siz der unteren Verwaltungsbehörde oder nicht in einer Entfernung über 10 Kilometer wohnen dürfen. Es kommt also nicht die Arbeitsstätte des aufzustellenden Kandidaten in Betracht, sondern der Wohnort. Es kann dabei eintreten, daß jemand zu einer Ver *) Die Beteiligung an der Wahl ist übertragen in: Bahern: Verordnung vom 14. Dezember 1899§ 8: den Magistraten der unmittelbaren Städte und den Distriktsräten, bei der ersten Wahl den Distriktsausschüssen. Preußen: Bekanntmachung vom 24. August 1899 Biffer 7: den Kreisausschüssen, in Stadtkreisen den Magistraten.( Als weitere Kommunalverbände gelten hier die Kreise und in Hohenzollern die Oberamtsbezirke.) Württemberg: Verfügung des Ministers des Innern vom 25. November 1899§ 14( Reg.-Bl. S. 1043): den Berivaltungen der Gemeinde Krankenversicherungen und Krankenpflege= Versicherungen. Hessen: Ausführungsverordnung vom 13. Oktober 1899§ 8: Bürgermeisterei und Streistage. Oldenburg: Verordnung vom 14. November 1899§ 1: Amtsräten( Fürstentum Lübed: Regierung für den Landarmenverband, Fürstentum Birkenfeld), Bürgermeistereiräte, nach Verordnung vom 15. November 1899, Braunschweig: Magistrat Braunschweig, Kreisausschüssen. Gotha: Bezirks- Verwaltungsbehörden. Schwarzburg- Sondershausen: Bezirksausschüssen. Lippe- Detmold: Amtsgemeinderäten, Magistraten. sicherungsanstalt äge leistet, für die er in dem Bezirk der unteren Verwaltungsbehörde nicht gewählt werden kann, weil er nicht dort wohnt. Die Kandidaten dürfen nicht dem Vorstand der Landesversicherungsanstalt oder einem Schiedsgericht für Arbeiterversicherung angehören. Wählbar sind nur deutsche, männliche über 21 Jahre alte Personen; nicht wählbar, welche zum Amt eines Schöffen unfähig sind, d. h. welche durch strafrechtliche Verurteilung die Befähigung zu diesem Amt verloren, oder gegen welche das Hauptverfahren wegen eines Verbrechens oder Vergehens eröffnet ist, das die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte zur Folge haben kann, oder welche infolge gerichtlicher Anordnung in der Verfügung über ihr Vermögen beschränkt sind. Was den Wahltermin anbetrifft, so ist dieser fein einheitlicher für das Reich. Die Wahlverordnungen für Preußen und für den Bezirk der hanseatischen Versicherungsanstalt Lübed bestimmen, daß die Wahl vom 1. Oktober bis 15. November stattzufinden hat. In Baden finden die Wahlen im Monat Dezember statt; im Großherzogtum Hessen beginnen die Wahlen am 1. November d. J. Die übrigen Bundesstaaten haben feinen bestimmten Termin in ihrer Wahlverordnung festgesetzt, wahrscheinlich wird der Wahltermin hier durch die amtlichen Publikationsorgane noch bekannt gegeben; sicher ist, daß er im letzten Vierteljahre angesetzt wird. Zu beachten ist, daß die Wahlen nicht an einem Tage stattfinden, sondern sich über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen ausdehnen. Wir möchten nun nochmals an unsre Organisationen das dringende Ersuchen richten, da wo die Vorbereitungen noch nicht erledigt sind, mit allem Eifer an die Erfüllung dieser so wichtigen Aufgabe heranzugehen. Unfre Arbeiterorganisationen haben die Vers pflichtung, alles daran zu sehen, um eine Arbeitervertretung au schaffen, die den invaliden und hilfsbedürftigen Arbeitern helfend zur Seite steht. Das Central- Arbeitersekretariat. Wafferstand am 29. September. Ibe bei Auffig 0,53 Meter, bet Dresden 1,97 Meter, bei Magdeburg+0,22 Meter. Unstrut bet Straußfurt+0,75 Meter.Dber bei Ratibor+1,34 Meter, bei Breslau Ober- Begel+4,76 Meter, bei Breslau Unter- Begel 1,55 Meter, bei Weichsel bei Brahemünde+2,88 Meter, Frankfurt+0,62 Meter. Barthe bei Bosen 0,14 Meter. Neze bei Usch+0,39 Meter. Eingegangene Druckfchriften. Beuthstraße 2) haben soeben das Oftober Heft ihres 10. Jahrganges erDie Socialistischen Monatshefte"( Administration: Berlin SW. 19 scheinen lassen. Aus seinem Inhalt heben wir hervor: Dr. Hugo Linde mann: Der Bremer Parteitag. Dr. Leo Arons: Die preußische Bolks schule, die bürgerlichen Parteien und die Socialdemokratie. Franz Lauf tötter: Das Berhältnis zwischen den einheimischen und den fremden Arbeitern. Eduard Bernstein: Englands Wirtschaftsentwidlung im letzten Jahrzehnt. Edmund Fischer: Der Widerstand des deutschen Bolles gegen Wahlentrechtungen. Dr. August Winter: Oberschlesische Polizei, oberstanz- und Causalitätsidee. schlesische Gerichte, oberschlesische Arbeiterbewegung. Jakob Stern: SubJohannes Schlaf: Vom„ guten grauen Dichter". Wirtschaft von Mar Schippel. Politik von Richard Calmer. Socialpolitit von Baul Kampffmeyer. Sociale Kommunalpolitik von Dr. Hugo Lindemann. Socialistische Bewegung von Hugo Poetsch, Gewerkschaftsbewegung von Ernst Deinhardt. Frauenbewegung von Henriette Fürth. Bildende Kunst von Anna Plehn. Redende Kunst von Dr. Mathieu Schwann. Buchbesprechungen. beziehen durch alle Buchhandlungen, Kolporteure und durch jede BoſtDer Preis des Heftes beträgt 50 Bf.; vierteljährlich 1,50 M, anstalt. Ferner direkt durch den Verlag der„ Socialistischen Monatshefte", Beuthstr. 2, Berlin SW.( Busendung unter Kreuzband oder in geschlossenem Couvert). Brobehefte stehen auf Berlangen jederzeit fostenfrei zur Verfügung. E. v. Chon. Wie soll Nußland ein Rechtsstaat werden? Leipzig 1905, B. Elischer Nachf. Bu Kgl. Preuss. Staatsmedaille für gewerbliche Leistungen CONFECTIONS- HAUS R.M.Maassen BERLIN S., am Oranienplatz. 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Teppiche a 30, 40 bis 65 Mk. König Lear. Sonntagabend 8 Uhr: Pension Schöller. Montagabend 8 Uhr: In Behandlung. SaalSalonSpeifeKleines Theater Neues Theater. Vereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Anfang 8 Uhr. Des Pastors Rieke. ( Wangel, Durieux, Winterstein, Ekert.) Sonntag: Nachtasyl. Montag: Nachtasyl. Thalia- Theater. Erdgeist. ( Eysoldt, Steinrück, Waßmann, Licho, Vallentin.) Sonntag: Erdgeist. Montag: Minna von Barnhelm. Belle- Alliance- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Direktion: Kren& Schönfeld. Belle- Alliancestr. 7/8. Täglich abends 7%, Uhr: Der Weiberfönig. Große Ausstattungspoffe mit Gesang und Tanz in 4 Akten. ( Guido Tielscher, Lina Abarbanell, Fritz Helmerding, Josephine Dora in den Hauptrollen.) Heute Sonnabend 8 Uhr: Viertes Gastspiel unter Leitung von Mr. Sylvestré: Mlle. Pierny. La Revue de la Chanson. La Peur. Morgen: Dasselbe Gastspiel. Sonntagnachm. 32: Charleys Tante. Sonntagnachm. 3 Uhr: Der Wilderer. Vorletzter Tag! Flotten- Schauspiele. 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Sonntagnachm. 4 Uhr: Der Denunziant. Deutsch- AmerikanischeS Theater. Köpnickerstr. 67. Hente Gastspiel Adolf Philipp. ,, Ueber'n grossen 350. TEICH." Anfang 8 Uhr. Aufführung Ende 10 Uhr 30 Min. Sonntag, 2. Okt., nachm. 3 Uhr: ,, Ueber'n grossen Teich." Deutsche Volksbühne. Carl Weiß- Theat., Gr. Franff. Str. 132. Genoveva. Anfang 8 Uhr. Morgen nachmittag 3 Uhr halbe Preise: Die Räuber. 26. 72 Uhr: Genoveva. Montag: WohlthätigkeitsVorstellung zum Besten der Penfionstaffe Deutsch.Bühnenangehöriger: Klar zum Gefecht. Passage- Theater. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Nchm. Wochent. 5, Sonnt. 3Uhr. Das grossartige Oktober Programm: Hans Fredy. Geschw. Fiocati, Tanzduo. Engelski- Truppe, Dida Humorist. Russ. Ges.- u. Tanz- Ensemble die Erschaffung eines Weibes aus dem Nichts. 14 neue erstklass. Nummern. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger ( Mehsel, Pietro, Britton, Steidl, Plättner, Böhme, Böckmann, Walden, Anfang: Wochentags 8 Uhr, Schrader). Sonntags 7 Uhr. Lustspielhaus Friedrichstr. 236. Morton und Elliot, niederländisch. Cirkusdirektors Oskar Carré) mit seinen Freiheitsdressuren. Die beliebte jugendliche Schulreiterin Frl. Dora Schumann. Mons. Pernelett mit seinen 40 Krokodilen. Der moderne Samjon Georg Lurich. Die neuesten Schul- und Freiheitsdressuren des Dir. Alb. Schumann 2c. Um 92: Koloffaler Erfolg. Das große mimische Drama in 8 Bildern: Michael Strogoff oder: Papier- Manipulatoren. Der Courier des Zaren. Pas de Deux oriental. Cirka 200 Mitwirkende und Truppe Die 4 Harveys, Drahtseilkünstler. Onofri( 20 Personen). Die Harmony Four, amerik. Quartett. Sonntag: Zwei gr. Borstellungen, Marcell Salzer, Vortragskünstler. nachm. 32 Uhr und abends 72 Uhr. Howard de Grey, Barfußtänzerin. Nachm. 1 Kind frei. Zum 9. Male: Clowns. Michael Strogoff oder: Der Jongleure. Courier des Zaren. Ein wahrhaft guter Mensch.goust- Familie, Von Otto Erich Hartleben. Das Motogirl. Larive, französische Soubrette. Anfang 8 Uhr. weibliche Kosaken. Romsakoffs, Der Biograph. Sonntag: Ein wahrhaft guter Mensch. Nachmittags: In Behandlung. Montag: Ein wahrhaft guter Mensch. Gebrüder Herrnfeld- Theater lleber 200 Mal: W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Extra- Elite- Vorstellung. Etablissement Buggenhagen Die Rose von Avignon. Täglich von 12-4 lig: Mittagstisch. Moritzplatz. Uhr: In den unteren jeden Abend 8 Uhr: der größt. Herrnfeld- Schlager Militär- Konzert. Nur eine Nacht zwei Akte aus einer Ehe, und Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Hm andern Morgen Fritz Steidl- Sänger. Nachspiel zu„ Nur eine Nacht" mit Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Anf.( auch Sonntags) 8 1hr. Prachtsäle des Westens Spichernstraße. Voranzeige. Freitag, den 14. Oftober 1904: Eröffnungs Gastspiel des Bernhard Rose- Theaters Zur Aufführung gelangt: Unfre Don Juans. Große Posse mit Gesang und Tanz in 4 Bildern von Treptow. Scala- Theater. Linienstr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! Familie Schmekeles Boſſe mit Gesang in einem Att sowie 30 internation. Specialitäten. Anfang 72 Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. Weimanns Nach jeder Vorstellung im Kaisersaal: 1 Tanz. Sanssouci. Schauspiel in 4 Aften von Charlotte Birch- Pfeiffer. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Ball. Sonntag: Die wilde Katze. Teppiche 25, 30 bis 50 M Teppiche 15, 18 bis 25 Mk. a Wohn- Zimmer- Teppiche 20, 25 bis 35 Mk. HerrenSofaBetta Teppiche 6, 8 bis 14 Mk. Teppiche 1.25, 2.50 bis 5 Mk. a Außerdem offeriere die bei der Juventur zurückgesekten ca. 680 stüa prima echt Velours( tein Axminster), echt Tournay, echt Brüssel, sowie echte Smyrna- u. Perfer- Teppiche, handgeknüpft, in allen Größen und reicher Musterwahl, mit kleinen, unmerklichen Musterfehlern, jetzt zum Umzuge für die Hälfte des regulären Wertes. Teppich- Haus 3712* B. Hurwitz, Rotes Schloss, vis- à- vis dem National- Denkmal. Telephon 1, 8311. Otto Pritzkows Abnormitäten Ausstellung SO Münzstr. 16, am Alexanderpl. 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Den Kollegen zur Nachricht, daß der Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands am 1. November ins Leben tritt. Alle Anfragen, den Verband im allgemeinen betreffend, sind an den Vorsitzenden Ferdinand Ewald, Berlin S., Schönleinstraße 6, Geldsendungen an den Kassierer Balduin Franke, Berlin 19, Neue Grünstr. 39, zu richten. Unser Verbandsorgan, der ,, freie Gastwirt" erscheint Ende Oktober in einer Probe- Auflage von 5000-10 000 Eremplaren. Einsendungen für diese Nummer werden bis 19. Oktober erbeten. Redaktion und Expedition befinden sich Berlin N., Brunnenstraße 164, und sind Zuschristen an die Adresse des Herrn Witzel zu richten. Den Kollegen und Vereinen, deren Adressen uns bekannt sind, werden Probenummern zugesandt. 69/ 14* Wir ersuchen die Kollegen allerorts, für den Verband zu agitieren, und fteht Agitationsmaterial zur Verfügung. Der Vorstand. 3. A.: Ferdinand Ewald. Freireligiöse Gemeinde. Musikinstrumenten- Arbeiter! Montag, den 3. Oktober 1904, abends 8 1hr, bei Franke, Sebastianstr. 39: Sonntag, den 2. Oktober, mittags 12 Uhr, bei Keller, Beschließende Versammlung. Tagesordnung: Das Provinzial- Schulkollegium und der Magistrat. Referent: Adolf Hoffmann. 62/4 Alle Mitglieder mit weisser Quittung sind dringend eingeladen. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Jalousie Arbeiter. Mittwoch, den 5. Oktober 1904, pünktlich 8, Uhr, bei Ladewig, Kommandantenstr. 64: Kommissions- u. Vertrauensmännersitzung. 89/19 Jede Werkstatt muss vertreten sein. Der Obmann. Central- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sekt. d. Gips- u. Cementbranche.( Gruppe Rabikspanner.) Sonntag, den 2. Oktober 1904, vormittags 10% Uhr, im Lokal Inselstr. 10 bei Jannaschk: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Guten Besuch erwartet Der Vorstand. 153/4 Verein der Bauanschläger Berlins u. Umgegend Sonntag, den 2. Oktober, vormittags 10%, Uhr, bei Franke, Sebastianstraße 39: Versammlung. Koppenstraße Nr. 29: Jeder Arbeiter, Oeffentl. Versammlung. Jeder Handwerker Tages- Ordnung: Der Stand unsrer Lohnbewegung. Jeder Kollege muß in dieser Versammlung erscheinen. follte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen. Allein- Verkauf. Sehr starkes Leder in 89/ 18* praktischen grauen u. braunen Streifen, auch einfarbig. Am Bund aus einem nähte. Haltbarste Pilot- Taschen. Große Flicken umsonst. Die Hose bei Entnahme von Die Vertrauensleute der Musikinstrumenten- Arbeiter aus allen Betrieben versammeln sich am Sonntag- Stück gearbeitet. Sehr feste stappmorgen 10 Uhr bei Keller, Koppenstraße 29. Die Branchen- Kommission des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes. Die Agitationskommission des Fachvereins. Der Ortsverein der Pianoforte- Arbeiter. Bauarbeiter Berlins und Umgegend. 6 Stück 26 Mr. 4 Mt. 50 Echtblaues Monteur- Jackett 1 M. 90 Echtblaue Monteur- Hose Echtblaues Monteur- Jadett 1 M. 50 Prima Köper- Gewebe.. 2 M. 50 Echtblaue Monteur- Hose Verband der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands. Maler- Kittel Steinträger, Putzerträger und Fahrstuhlarbeiter. Prima Köper- Gewebe.. 2 M. 10 Manchester- Hofe 8,75,5,50,4,50,3 M. 50 Gefüttert. Manchest.- Jadett 14,50 8,75 Weiße Friseur Sadetts 3,50, 2 M. 75 4 M. 50 Konditor- Jacken, 2reihig 3,-, 2,50, 2 M. Mechaniker- Kittel( braun) 3,-, 2 M. 40 Weiße Leder- Jacketts, 2reihig 7,50, 3. 75 Weiße Lederhosen 4,50, 2 M. 90 nach Vorschrift 5 M. 50 Die Preise gelten für normale Größen. Sonntag, den 2. Oktober, vorm. 10 Uhr, in den Industrie- Festsälen, Beuthstr. 19/20: Steffelreiniger- Anzüge, blau, Große kombinierte Versammlung. Tagesordnung: 1. Das Accordsystem, seine Licht- und Schattenseiten. Referent: Kollege G. Heinemann. 2. Diskussion. 3. Das Verhalten einzelner Kolonnenführer in lezterer Zeit. 4. Verschiedenes. Lohnarbeiter. Baer Sohn Sonntag, den 2. Oktober, vorm. 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 4: los und portofrei zugesandt. Grosse Versammlung aller zu Zeitlohn beschäftigten Arbeiter auf Bauten. Tagesordnung: 1. Die Drganisation unter den Lohnarbeitern und ihre Aufgaben in der Zukunft. Referent: Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gegeben. Mitglieder Kollege K. Heidemann. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. werden aufgenommen. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwartet Die Ortsverwaltung. Billet- Ausgabe zum Herbstvergnügen vom 29. Oktober cr. 293/10 Der Vorstand. NB. Der Arbeitsnachweis befindet sich bei August Schröder, Sebastianstraße 50. Verband der Maschinisten und Heizer Ortsverwaltung Berlin. Sonntag, den 2. Oktober, nachmittags 3 Uhr, bei Voigt, Ritterstraße 75: Versammlung. Tages- Ordnung: asbrüche 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten. ersammlung aufmerksam gemacht. 139/4 34/ 13* Achtung! Maurer! Achtung! Wie bekannt, tritt mit Anfang der ersten vollen Woche im Oktober eine Verkürzung der Arbeitszeit um 1/2 Stunde ein. Die gültigen Arbeitsbedingungen schreiben vor, daß früh 7 Uhr 1. Bortrag des Herrn Dr. Wollheim:" Das Erdinnere und die Bultan- die Arbeit begonnen wird und abends 26 Uhr endet, unter Es sei hierbei noch beſonders auf die frühere Einberufung der Innehaltung einer halbstündigen Frühstücks-, einer einstündigen Mittags- und einer halbstündigen Vesperpause. NB. Laut§ 4 des Vertrages ist in der Zeit vom 1.- 15. Oftober noch eine halbstündige Vesperpause. Gemäß dieser Bestimmung Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Gernſprecher: Amt IV, 9679. muß an den Sonnabenden, welche in dieser Zeit liegen, um 4% Uhr Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353. Montag, den 3. Oktober, abends 8%, Uhr: Außerordentliche General- Versammlung bei Keller, Koppenstraße 29. Tages- Ordnung: 121/7 1. Aufstellung der Kandidaten zu den Gewerbegerichtswahlen. 2. Bericht über den Gürtler- und Drückerstreik. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Montag, den 3. Oktober, abends 8, 1hr, bei Förster, Rigdorf, Steinmehstr. 103: Feierabend sein. En gros. Export. En detail. Chauffeeftr.24a/ 25. Brückenftr.11. Gr. Frankfurterstr. 20. Die 23. Preisliste 1904 wird kostenBei Bestellung von Hosen ist die Bundweite und die Schrittlänge, bei Jacketts und Kitteln die Bruftivette anzugeben. 4672* Versand von 20 M. an franco. Nachdruck verboten! Gemeinsame Orts- Krankenkasse für Mariendorf und Umgegend. Am 9. Oktober er., vorm. 92 Uhr: Außerordentliche General Versammlung im Reſtaurant Reichardt zu Marienserren Delegierten ergebenſt eindorf, Chausseestraße 16, zu der die geladen werden. Tages- Ordnung: Ergänzungswahlen von Delegierten. etwaige Anfragen, nahme der Geschäftsbücher erforderlich 1. Aenderung des§ 46 des Statuts. 2. Beschlußfassung zu den Aerzte- Verfrägen. 3. Beschlußfassung über die 4. Berschiedenes. 275/6 Etwaige Anfragen, Beschwerden ist, sind dem Vorstand mindestens drei Tage vorher schriftlich einzuDer Vorstand. Abweichungen von dieser Arbeitszeit sind uns sofort mitzuteilen.aviendorf, 28. September 1904. Die Arbeitnehmer- Vertreter in der Achtzehner- Kommission. J. A.: Emil Thöns. Mitteilung 153/3 Verband der Möbelpolierer. an alle in der Gips- u. Cementbranche besch. Kollegen. Trotzdem mit Ende September diesen Jahres unser Vertrag zu Versammlung. Ende geht, regelt sich für die Kollegen unsrer Branche die ArbeitsTages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. zeit entsprechend den Vertragsbestimmungen der Maurer. Indem Mittwoch, den 5. Oktober, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, wir unsre Kollegen ersuchen, streng auf diese Bestimmungen zu achten, erwarten wir, daß in Fällen, wo die Unternehmer AbEngel- Ufer 15: Centralisierte Vertrauensmänner- Sitzung änderungen bestimmen wollen, uns sofort Mitteilung gemacht wird. Der Vorstand der Sektion der Gips- u. Cementbrauche. Tages- Ordnung: 1. Die sechswöchentliche Kündigung der Vorarbeiter und wie stellen sich die Kollegen dazu. 2. Diskussion. 3. Bericht der Ber trauensleute. 4. Verschiedenes. 147/15 Jede Werstatt muß vertreten sein. Sonnabend, den 8. Oktober, abends 8 Uhr, in Kellers Feft: jälen, Koppenstr. 29: 21. Stiftungs- Fest. Großes Konzert. Dirigent: Herr Tietz. Auftreten von Komikern und Humoristen unter persönlicher Leitung des Herrn Hermann Schulte. Gesangs- Aufführungen von den Mitgliedern des Verbandes. Während der Vorstellung im fleinen Saale, nach derselben in beiden Sälen Tanz. Alles Nähere im Programm. Billets a 25 Pf. find in allen Zahlstellen sowie bei den Vorstandsmitgliedern zu haben. Ein jeder agitiere für rege Beteiligung. Sangestundige Kollegen, welche beim Stiftungsfeste mitwirken wollen, müffen Sonntag, den 2. Oktober, vormittags 9, Uhr, zur Uebungsstunde, und Freitag, den 7. Oftober, abends 9 Uhr, zur Generalprobe bestimmt im Lokale Frankfurterstr. 133 erscheinen. Der Zahlabend am Sonnabend, den 8. Oktober, fällt des Stiftungsfestes wegen aus. Alle Vorstandsmitglieder werden gebeten, ihre Adressen dem Schriftführer Frik Ebert, Weißensee, Sedanstr. 63, sofort einzureichen. Der Bezirksleiter von SO., Stollege Albert Schreiber, wohnt jekt Görlitzer Ufer 5. Kollegen, welche noch aus der Verbandsbibliothek entliehene Bücher haben, müssen dieselben bis 15. Dktober bestimmt abgeben. Der Vorstand. Reederei Nobiling. Morgen Sonntag auf vielseitigen Wunsch: Letzte diesjährige Extrafahrt mit Musik nach Zwiebusch, Berliner Schweiz, Goſener Berge. J. A.: Wilh. Fritzsch. Fette Säuglinge leiden oft an Stuhlverstopfung und schreien stundenlang, ohne daß man die Ursache finden kann. Diese Kinder erhalten meistens zu viel Kuhmilch, die sich im Magen des Kindes zu großen Klumpen zusammenballt und durch die Gährungsvorgänge, denen sie im Darm unterliegt, den Leib der Kinder start auftreibt und durch diese Blähungen die Kinder belästigt und zum Schreien veranlaßt. Durch den Zusatz von Sufetes Kindermehl, in Wasser gefocht, erreicht man eine feinflodige Gerinnung der Kuhmilch im Magen des Kindes, welche den Verdauungsfäften leichter zugänglich ist und die Gährungsvorgänge im Darm in günstiger Weise beeinflußt, so daß die Blähungen aufhören, die Kinder ruhig werden und der Stuhlgang regelmäßig erfolgt. Hut- Centrale Ecke Manteuffelstr. Oranienstr. 2 Großes Specialgeschäft für Filz- u. Seiden- Hüte. Großes Lager in Herren- Wäsche, Krawatten, Handschuhen, Trikotagen, Schirmen, Stöcken 11. Mützen. Moabit. 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Die Kenntnisse sind verschieden, toie Marg identisch ist mit der Reproduktion des Kapitalverhältnisses; er denn zum Beispiel Kautsky seinen Mary wirklich so gut kennt wie weiß wahrhaftig nicht, daß Marg die„ ganze, streng logische Deduktion irgend ein Pfaff seinen Altoran, aber die Auffassung und die von 34 Seiten in dem 23. Kapitel mit seinen vier Unterabschnitten" Kampfesweise sind immer die gleichen, unsäglich niedrigen und nur aus dem einzigen Grunde anstellt, um zu zeigen, wie sich das widrigen. Und das ist nicht nur, wie einleitend gesagt, ein öffent- historisch durch außerökonomische Gewalt" einmal entstandene Kapitallicher Skandal, sondern auch eine öffentliche Kalamität. Wieviel verhältnis im fapitalistischen Produktionsprozeß selbst automatisch, weiter wären wir in unfrer socialen und politischen Entwicklung, mittels immer erneuter, immer verstärkter Wiedererschaffung einer wenn diese Pfaffen nicht wären, die ihre Schafe auf das Jenseits Armee freier Arbeiter" verewigt, d. h. unendlich reproduziert." bertrösten, statt ihnen im Diesseits den Platz ihrer Arbeit anzu- Damit vergleiche man folgende Säge in meiner Recension: weisen. Ihr verrannter Zelotismus trägt einen großen Anteil an der unseligen Verhegung der Klassen und dadurch selbst an gewissen Ausschreitungen der an der Hemmung allen socialen Fortschritts interessierten Kreise." Er( Marr) geht in seinem Kapitel über das allgemeine Gesetz der kapitalistischen Accumulation" von der vorher nachgewiesenen Thatsache aus, daß mit der Ausweitung der kapitalistischen Produktion der in Produktionsmitteln( Fabrikgebäuden, Maschinen, Rohstoffen 2c.) Auf diese Anklagen habe ich an Herrn Professor Dr. J. Wolf steckende Kapitalteil, das heißt das sogenannte„ konstante Rapital", die nachstehende zuschrift gerichtet mit der Bitte um Veröffent- schneller zunimmt als der variable Kapitalteil, das heißt das zur lichung in der Zeitschrift für Socialwissenschaft". Herr Professor Entlohnung der Arbeiter dienende Lohnkapital. Wäre diese VerWolf schickte mir aber das Manuskript zurück mit dem Ersuchen, es schiebung des Größenverhältnisses beider Kapitalteile nicht der Fall, einer Umarbeitung zu unterziehen", da Ausdrücke, wie Lamento", bliebe also die Zusammensetzung unverändert, so trete notwendig Klage- Artikel"," Ich nehme ihm seinen Auffaz nicht übel", nicht alsbald ein Punkt ein, wo die Nachfrage nach Arbeitskraft über die in dem Rahmen wissenschaftlicher Polemit" blieben. normale Zufuhr hinauswüchse, wo also der Lohn steige. Indes beAusdrücke wie" Justizmord", unmittelbar fälscht", ständen, so führt Mary weiter aus, derartige den Arbeitern günstige zelotische Pfaffen", berrohte Kritit", margisti- Accumulationsbedingungen nur allenfalls zeitweilig auf einzelnen che Leuchte", scholastische Rabulistenkunst", Pfaff", industriellen Gebieten, ohne daß sie den Charakter der kapitalistischen berrannter Belotis mus" ust. scheinen sich demnach nach Produktion zu ändern vermögen; allgemein nimmt der konstante Herrn Professor Wolfs Ansicht völlig im Rahmen wissenschaft auf Kosten des variablen Kapitalteils zu. licher Polemik" zu halten. Eine eigenartige Auffassung! " " " In Nummer 56 des„ Vorwärts"( vom 6. März d. J.) habe ich mehr dem Zureden gehorchend als dem eignen Drange Herrn Dr. Franz Oppenheimers Schrift Das Grundgesetz der Marrschen Gesellschaftslehre" besprochen. Die Kritik ist nicht so ausgefallen, wie sie Herr Oppenheimer jedenfalls er wartet hatte; denn nachdem er zunächst der Redaktion eine Replik, die in Nummer 74 zum Abdruck gelangt ist, eingesandt hatte, kündigte er in einem weiteren Schreiben an, daß er gründlich mit mir abrechnen werde. Diese Abrechnung ist vor kurzem im August- Heft der von Professor Dr. J. Wolf redigierten Zeitschrift für Socialwissenschaft" erschienen. Würde Herr Dr. Oppenheimer sich dort auf die Behauptung beschränkt haben, ich hätte weder sein Buch, noch die Marrschen Ausführungen über das Accumulationsgesetz verstanden, oder ich sei überhaupt nicht fähig, Bücher von dem Gehalt der feinigen zu begreifen, so hätte ich die„ Abrechnung" einfach ignoriert. In neun undneunzig von hundert Fällen wird sicherlich immer der in einer Kritik mitgenommene Autor erklären, sein Kritiker hätte ihn gar nicht verstanden. Indes Herr Dr. Franz Oppenheimer beschränkt sich nicht nur auf die Bezweiflung meiner Urteilsfähigkeit; er behauptet weiter, ich hätte aus Parteifanatismus überhaupt nicht den un befangenen und ernsten willen zur Wahrheit", mir käme es lediglich darauf an, den sich gegen die Margsche Lehre Die Folge dieser Verschiebung der Kapitalzusammensetzung ist, wendenden Gegner niederzufnüppeln", furz ich wäre Nach dieser Zurückweisung sehe ich mich mun leider doch ge- daß die Nachfrage nach Arbeit, da sie nur vom variablen Kapitalteil eigentlich ein litterarischer Justizmörder. Allerdings sei ich nur einer zwungen, den Raum des Vorwärts" in Anspruch zu nehmen. abhängt, im Verhältnis zur Größe des Gesamtkapitals fällt das aus der socialistisch- litterarischen Clique, die es so triebe. Die ganze Meine Zuschrift an die Zeitschrift für Socialwissenschaft" lautet: heißt relativ fällt, keineswegs absolut. Die fapitalistische Accumu jezige Mitarbeiterschaft der Neuen Zeit" befolge diese typische„ Herr Dr. Franz Oppenheimer veröffentlicht im August- Heft lation schafft demnach, je nach ihrer Energie und ihrem Umfang Methode", die bereits durch Marr und Engels ihre vor dieser Zeitschrift unter dem Titel Ein margistischer eine relative, das heißt für die mittleren Verwertungsbedürfnisse bildliche Ausgestaltung" erfahren habe. Kritiker über meine Marg Kritit" ein langes Lamento, des Kapitals überschüssige Arbeiterbevölkerung. Diese relative UeberHerr Dr. Oppenheimer benutzt also die Gelegenheit zugleich zu in welchem er mich wegen meines abfälligen Urteils( im Vorwärts" völkerung ist nun teineswegs eine bestimmte, immer gleichmäßig einem Angriff auf die„ Neue Zeit", obgleich diese weder eine Stritit vom 6. März d. J.) über sein Buch„ Das Grundgefeß der Marrschen wahrnehmbare, feste Größe. Sie schwankt vielmehr beständig, da der neuesten, noch, soviel ich weiß, irgend einer früheren Schrift des Herrn Gesellschaftslehre" des litterarischen Just izmordes" beschuldigt. auch die Kapitalsaccumulation mannigfachem Wechsel in den verOppenheimer veröffentlicht hat. Aber gerade diese Ignorierung der Ich nehme ihm seinen Aufschrei tros dessen äußerst beleidigender schiedenen Produktionssphären unterliegt. Verdienste des Herrn Dr. Oppenheimer um die Förderung der Form nicht allzu übel. Er fühlt sich, wie er sich ausdrückt, Von einer stets gleichmäßigen Arbeiter- lebervölkerung kann Wissenschaft dürfte in dessen Augen der unverzeihlichste Fehler der niedergeknüppelt", und es ist eine bekannte Erscheinung, also nicht die Rede sein. Nicht nur weicht gleichzeitig die GeNeuen Zeit" fein. Zudem aber betreibt sie, anstatt versöhnend zu daß Geschlagene schreien. Es fällt mir deshalb auch nicht ein, auf seine staltung der Nachfrage nach Arbeitskräften auf den verschiedenen wirken, wie Herr Oppenheimer ihr vorwirft, den Klaffenkampf oder, Invektiven mit ähnlichen zu antworten; wer zum Schimpfen greift, Produktionsgebieten vielfach von einander ab, sondern es findet auch um seinen Ausdruck zu gebrauchen: die, unselige Verhegung hat meist unrecht. Berwahren will ich mich hier nur zeitweilig eine derartige Attraktion von Arbeitskräften, d. H. eine h. der Klassen". gegen die Behauptung, daß ich jeden politischen Gegner Einbeziehung des Ueberschusses von Arbeitern in die attive ArbeiterRücksichten auf den Raum des Vorwärts" verhindern mich, die als eine ,, widrige Mischung vont Ignoranten, armee statt, daß, wie Marr sich oben ausdrückt, die Uebervölkerung ganzen Schimpfereien des Herrn Dr. Oppenheimer zum Abdruck zu Sytophanten, Streber und Idioten" behandele. als vorübergehend" erscheint. Mehr oder weniger latent ist bringen; folgende Stellen müssen genügen: Ich habe im Letzten Jahrzehnt manche Kritiken ge- aber dieser Ueberschuß stets vorhanden. Wäre er es nicht, so könnten " Wenn die Kritik eines Buches ein Urteil ist, nicht im logischen, schrieben für in- und ausländische Zeitschriften, und unter diesen überhaupt keine beträchtlichen plötzlichen Expansionen der Produktion sondern im juristischen Sinne des Wortes, ein vor dem Tribunal Kritiken kann ich nicht wenige aufzählen, in welchen ich den Ver- stattfinden, da für diese dann das zum Betrieb nötige Menschender Deffentlichkeit feierlich verkündetes Verdikt; und wenn sein fassern, und zwar konservativen wie liberalen, meine Anerkennung material fehlen würde. Erst diese disponible, brachliegende ArbeitsAmt daher von dem Kritiker nicht nur Sachverständnis, sondern für ihre Leistung ausgesprochen habe- natürlich unter Wahrung fraft schafft für die wechselnden Verwertungsbedürfnisse des Kapitals auch den unbefangenen und ernsten Willen zur Wahrheit erfordert: meines abweichenden Standpunktes. Wo ich ernstes Streben, Sach- das stets bereite exploitable Material." so flage ich Herrn Cunow hiermit vor der Deffentlichkeit an, ein fenntnis, Selbstkritik und eifriges Studium finde, da bin ich bereit, Wohl die meisten nationalökonomisch gebildeten Leser der Zeitder Wahrheit und Gerechtigkeit widersprechendes Urteil verkündet sie anzuerkennen, auch wenn ich die Resultate, zu denen der Ber schrift für Socialwissenschaft" werden sich nicht zu den Marristen zu haben, das man mindestens als Justiziertum, wenn nicht gar fasser gelangt, für unrichtig halte. Gegen eine bestimmte, heute rechnen; aber ich glaube, nur sehr wenige dürften mit Herrn als Justizmord erklären muß." recht häufige Litteratenspecies tenne ich allerdings, wie ich Herrn Oppenheimer der Ansicht sein, der Verfasser obiger Zeilen hätte die Aber es handelt sich hier nicht um ein größeres oder ge- Dr. Franz Oppenheimer freimütig zugebe, keine zarten Rücksichten, Margschen Ausführungen über die Abnahme des variablen ringeres Maß von Grobheit, sondern um schlimmeres: die nämlich gegen jenes moderne Ueber- Litteratentum, dessen Anmaßung Kapitalteils"," Produktion der industriellen Uebervölkerung"," Re typische Kampfesweise der Neuen Zeit" des einzigen offiziellen in lächerlichem Mißverhältnis zu seinem Wissen steht, und das auf produktion des Kapitalverhältnisses" 2c. absolut nicht verstanden. wissenschaftlichen Organs der socialdemokratischen Partei, besteht, Grund unzulänglicher Studien im Gefühl seines Herrenmenschentums Heinrich Cunow. um es kurz zu machen, darin, daß man den Gegner nicht als über die größten Geister aller Zeiten aburteilt, als hätte es einen Mann behandelt, der nach seinem Vermögen die Wahrheit Quartaner vor sich. Ganz besonders aber ist meines Erachtens in der Schul- Aula, Kleine Frankfurterstr. 6: Versammlung. Freireligiö, Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 2. Dktober, vorm. 8 UE sucht, sondern als eine widrige Mischung von Ignoranten, dann eine scharfe Zurückweisung dieser Litteratenspecies angebracht, Borlesung. Um 10% Uhr vormittags ebendafelbst: Vortrag des Herrn Sytophanten, Streber und Idioten; daß man ihn hämisch vor wenn sie mit der socialistischen Arbeiterbewegung zu kokettieren sucht Waldeck Manasse:" Die Inquisition in Spanien." Gäste, Damen und einem zu eignem Urteil nicht berufenem Publikum herunterreißt, und diese gewissermaßen als lebungsfeld für ihr Bethätigungs- Herren, sehr willkommen. feine Gedanken aus dem Zusammenhange renkt und im Notfalle bedürfnis betrachtet. unmittelbar fälscht, mit einem Worte, daß man, statt wissenschaftlich Auf die Behauptung des Herrn Dr. Franz Oppenheimer, ich und gesittet mit Argumenten zu polemijieren, den Gegner terro- hätte Marg nicht verstanden, gehe ich nicht ein. Es ist mir völlig ristisch niederknüppelt. Die Methode ist so alt wie der Marxismus; gleichgültig, ob Herr Oppenheimer der Ansicht ist, ich hätte Mary sie hat schon in den Streitschriften, die Marg selbst gegen nur halb, viertel oder gar nicht verstanden, zumal er zu dieser AnProudhon und die Fr. Engels gegen Dühring ergehen ließ, ihre ficht erst gelangt ist, feit ich seine Schrift über das„ Grundgefeß der borbildliche Ausgestaltung erreicht. An das ist aber mit den Marrschen Gesellschaftslehre" abfällig recensiert habe. Nach Seite 8 Jahren schlimmer geworden, namentlich seit die revisionistische dieser Schrift weist er auf meine Erläuterung des Sinnes der Marg Bewegung gezeigt hat, daß der Marrismus an seinen wichtigsten schen Ausdrücke Produktionsweise, ökonomische Struktur, EntSägen irre geworden ist. Seitdem, besonders seit Eduard Bern- widlung der materiellen Produktionskräfte, Reproduktion des hin und erklärt meine Aus Stationen stein, der einzige vornehme Wahrheitssucher des ursprünglichen unmittelbaren Lebens" Mitarbeiterstabes, herausgedrängt worden ist, haben nicht mehr führungen( im II. Band des XVII. Jahrganges der Neuer ergrimmte Gelehrte, sondern nur noch zelotische Pfaffen das Wort, Zeit", Heft 45) für sehr gute Erörterungen". Und ebenso die die Wahrheit nicht suchen, sondern befizen." gleichgültig ist mir die Meinung jener, die ausschließlich auf Herrn " Herr Heinrich Cunow ist nicht der erste Beste, aber auch Dr. Oppenheimers Behauptungen hin ihr Urteil fällen, ohne es für Hamburg 764 23 nicht der Schlechtefte aus dem Kreise der Mitarbeiter der Neuen nötig zu halten, die betreffenden Abschnitte des Marrschen, Kapitals" Berlin Zeit". Er hat sich durch einige brave ethnologische Arbeiten einen nachzulesen und sie mit Herrn Oppenheimers Schrift und meiner Frankf.a.M. 764 N 11 Aberdeen 755 SSD 5 Regen guten Namen gemacht und gilt daher als hervorragende marxistische Stritit zu vergleichen. Nur bitte ich mir zu gestatten, einem Citat München 764 NÆ 2Nebel 9 Paris 765 N 2 bedeckt Leuchte; in der Parteifirche nimmt er, wenn nicht den Rang eines aus Dr. Oppenheimers Klage- Artikel( Zeitschrift für Socialwissen Wien 765 Still bedeckt 11 Kardinals, so doch wenigstens den eines Erzbischofs ein. Es ist schaft", S. 582) ein Citat aus meiner Recension( 4. Beilage zur Nr. 56 Wetter- Prognose für Sonnabend, den 1. Oktober 1904. unmöglich, ihn abzuschütteln, und in der That ift in jenem Kreise des Vorwärts") gegenüberstellen zu dürfen. Dr. Oppenheimer be- Ziemlich warm, vielfach heiter, bei lebhaften südlichen Winden; keine einer des andern völlig wert, von Kautsky abwärts, dessen| hauptet: erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. " " 1 " Humanistische Gemeinde, Niederwallstr. 12, in der Aula der Friedrichwerderschen Oberrealschule. Sonntagvormittag 10% Uhr: Bortrag des Herrn Dr. Rudolf Benzig über:" Das Selbst als Erlöser. III. Der Selbstherrscher als Bollmensch." Damen und Herren haben freien Zutritt. Verein zur Bekämpfung der Tuberkulose.( Gegründet von ehemaligen Batienten der Heilstätte in Belzig.) Connabend, den 1. Oktober, abends 8%, Uhr, Sigung in den Königsälen, Neue Königstr. 26. Nach der selben Recitationen, gesprochen von Herrn Carl Albert. 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