Nr. 171. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Bfg frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags: Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mr., für das übrige Ausland 3 Mf.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 fg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 Uhr Vora mittags geöffnet. Fernsprech- Anschluß: Amt I, Nr. 4186. 87 Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Der Selbstmord Sonntag, den 24. Juli 1892. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. wiederkehrenden Erscheinung giebt sich eine unwillkürliche ob Kummer oder Rene oder Scham u. s. w. das Motiv zu Anwendung des Gesetzes der großen Zahl kund, welches für dem verhängnißvollen Schritte bildete. Läßt sich denn übergemeinen, Geburten, Eheschließungen u. f. w. gilt. Denn bewegungen ziehen? Viel richtiger und zweckmäßiger wäre Ueber dieses Thema wird uns geschrieben: cs ist bekanntlich kein Zufall, daß die Zahl der Ehe- es gewesen, wenn in jedem einzelnen Falle die LebensDer Selbstmord als soziale Massenerscheinung", wie schließungen in ensprechendem Verhältnisse zu der Höhe der verhältnisse des Betreffenden untersucht oder wenigstens der ihn selbst ein konservativer Sozialpolitiker, Professor Adolf Getreidepreise steht. In Jahren, wo, wie gegenwärtig, das Beruf angegeben worden wäre. Dann hätte sich herausWagner, bezeichnet, ist das untrüglichste Symptom der Getreide recht theuer ist, werden verhältnißmäßig viel gestellt, daß in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle NahrungsKrankhaftigkeit unserer wirthschaftlichen Verhältnisse. Ju weniger Ehen geschlossen, als in solchen, wo die Lebens- sorgen das treibende Motiv waren. Nach dem Gesagten kann der That giebt es wohl kaum ein sicherercs Kennzeichen für mittelpreise nicht eine für die große Masse des Volkes un es Niemanden überraschen, daß bei den sogenannten„ oberen das soziale Elend, welches in unseren modernen Kultur- erschwingliche Höhe erreicht haben. Richtet sich auch Ständen", bet denen der Kampf ums Dasein nicht eine so staaten herrscht, als das traurige Bild, welches Tag für nicht jeder Chestandskandidat nach den Kornpreisen, wesentliche Rolle spielt wie bei der großen Masse der BeTag der lakonische und doch so beredte Polizei- so werden doch die meisten bewußt oder unbewußt völkerung, verhältnißmäßig nur vereinzelte Selbstmorde vorbericht, speziell in der Reichshauptstadt, entrollt. davon beeinflußt. Mit Recht bemerkt daher Buckle in kommen. Um so häufiger sind sie bei den Kaufleuten, hier Ein allem Anschein nach dem Arbeiterstande an- feiner berühmten Geschichte der Zivilisation". In einem allerdings weniger bei den etablirten als bei den unſelbgehörender Mann sprang in das Wasser und ertrank. bestimmten Zustande der Gesellschaft muß eine bestimmte ständigen, stellenlosen Kommis, desgleichen bei Handwerkern Nahrungssorgen scheinen das Motiv zur That gewesen zu Anzahl von Personen ihrem Leben selbst ein Ende machen. und Arbeitern. Auch bei den Gelehrten häufen sie sich in sein."" Eine Frau hat sich vergiftet aus Nahrungs- Der Selbstmord ist lediglich eine Folge der allgemeinen dem Maße, als das Gelehrtenproletariat unter den Studirten forgen;"" Selbstmord aus Nahrungssorgen", das ist die Zustände der Gesellschaft, und der einzelne Selbstmörder und Künstlern zunimmt. Am stärksten sind aber an dem stehende Zeitungsrubrik, welche der Philister früh Morgens verwirklicht nur das, was eine Folge vorhergegangener Um- Prozentsatze der Selbstmörder zwei Stände betheiligt, falls bei einem Schälchen Mocca und einer guten Havanna in stände ist. Das ist das allgemeine Gesetz." Demgemäß ist man sie überhaupt als solche bezeichnen will: Soldaten und aller Ruhe überfliegt. Mein Gott" denkt er bei sich in Gegenden, wo die Bevölkerung sehr dicht ist,- Vagabunden. Bei der letztgenannten Kategorie, ,, das bringt das Leben in der Großstadt so mit sich", und besonders in den großen Städten und Industric deren Lebensweise wahrlich trotz der entgegengesetzten Beals soziale Maffenerscheinung. Selbstmorde in gleicher Weise wie für Todesfälle im All- haupt eine so scharfe Grenze zwischen den einzelnen Gemüths" " " zündet sich gemächlich eine neue Zigarre an. Die Wenigsten zentren, wo der Kampf um's Dasein die erbittertsten hauptung des Rentrumsführers, Freiherrn v. Schorlemer- Alst, aber nehmen sich die Muße, die Zahl der Opfer, Formen annimmt, die Selbstmordziffer am größten. nicht beneidenswerth ist, kann diese Thatsache kaum überDie das großstädtische Pflaster int dieser Weise So genießt neben Berlin das gemüthliche Sachsen" den raschen. Die Vagabunden sind eben nur zum geringsten verschlingt, Tag für Tag zusammen zu zählen und aus wenig schmeichelhaften Vorzug, die höchsten Selbstmord- Theil arbeitsschene Individuen, vielmehr Angehörige jener der sich alsdann beim Jahresabschluß ergebenden gransigen zahlen Jahr aus Jahr ein aufzuweisen. Sie stiegen im von Tag zu Tag zunehmenden gewaltigen industriellen Biffer die einzig richtige Folgerung zu ziehen, daß doch geraden Verhältniß zur Entwickelung der Industrie, die ja Reserve- Armee", die wegen Ueberfüllung des Arbeitsmarktes etivas faul sein muß im Staate- Preußen. Entsprechend infolge der Profitwith der Unternehmer für die große teine Beschäftigung finden können, unstät von Ort zu Ort ist allerdings die Selbstmordziffer für ganz Deutschland, Masse der Bevölkerung fein Segen ist, und entsprechend der wandern, nicht selten mit Hunden vom Hofe gehetzt werden aber nur für Preußen liegen genaue statistische Erhebungen Verschlechterung der wirthschaftlichen Verhältnisse. Denn und des Daseins Jammer in seiner vollen Tragweite zu vor. Beispielsweise, nahmen sich in unserem vielgeliebten während noch in den Jahren 1862-64 sich durchschnittlich sehr empfinden, als daß es noch des von dem genannten Vaterland im vergangenen Jahre das Leben: 23 auf 10 000 Personen das Leben nahmen, beträgt die Herrn behuss Säuberung des Landes von der VagabundenZusammen Bahl jetzt 42, d. h. beinahe das Doppelte. Damit ist für plage angegebenen Universalmittels der Wiedereinführung jeden denkenden Beobachter der Zusammenhang zwischen der Prügelstrafe bedürfte. Personen. Wie erklären sich nun dem Steigen beziehungsweise Fallen der Selbstmorde, die massenhaften Selbstmorde bei den Soldaten? In der nach je Den wirthschaftlichen Krisen, denen das„ Gegenivart", einer echten Bourgeois- Zeitschrift( Jahrgang betreffende Land unterworfen ist, in einer über jeden Zweifel 1888, Nr. 13), stellt ein Dr. Bernheim, der der bemerkenserhabenen Weise erbracht. Die Erhebungen des königlich werthen Erscheinung angeblich auf den Grund gegangen ist, preußischen statistischen Amtes ignoriren diesen Grundsatz als Hauptbeweggrund das Heimweh vieler Soldaten allerdings vollständig. Für die oben genannten 5642 Selbst hin, die als geborene Landbewohner sich in das geräuschmorde giebt es nämlich folgende Motive an:, volle Stadt- und Kasernenleben nicht finden können. Ju Lehensüberdruß bei 588 männl., 47 weibl. Personen vereinzelten Fällen mag diese psychologische Erklärung zu treffen, weit mehr Schuld an dieser beklagenswerthen Erscheinung tragen die bekannten Soldatenmißhandlungen, über die im vergangenen Jahre die Broschüre des VizeWachtmeisters Kurt Abel und des Hauptmanns a. D. Miller, sowie der Erlaß des Herzogs Georg von Sachsen überraschende Aufklärungen gegeben haben. Sehen wir von dieser zuletzt erwähnten Thatsache ab, die lediglich als Begleiterscheinung eines Militärftaats aufzus fassen ist, so kommen wir im Allgemeinen zu dem Schlusse, daß lediglich die traurigen sozialen Verhältnisse es sind, die Jahr für Jahr Hunderte und Tausende, durchaus nicht 12545528 Männer Frauen 1. Turch Erhängen 3306 522 3828 " Erwürgen 5 2 7 Ertränken 519 719 1238 " " Erschießen 568 580 " Erstechen 13 16 " Stich in den Hals 74 102 " Bauchaufschneiden 3 5 " Vergiften 106 127 233 9. Ueberfahren durch Körperliche Leiden " die Eisenbahn 60 81 Geistesfrankheiten 10. " Sturz von oben. 28 85 Leidenschaften Lafter སྨཱནྡྷནྡྷཊྛ ⪜ Anderweitige Motive Dazu kommen noch 7 Fälle, wo unzweifelhaft Selbst- Kummer.. mord vorlag, die Todesart aber sich nicht feststellen ließ. Reue, Scham, Gewissensbisse Im Ganzen belief sich also die Anzahl der Selbstmorde erger und Streit im Königreich Preußen im vergangenen Jahre auf 5642 Personen. Entsprechend stellt sich die Ziffer in ganz Deutschland auf ungefähr 10000 Personen, die Jahr für Jahr freiwillig ihrem Leben ein Ende machen. In dieser regelmäßig Feuilleton. Nachdruck verboten.] Das schlagende Wetter. Roman von Maurice Talmeyer. Uebersetzt von B. und A. G. [ 21 = = 310 106 = 1014 = 491 N 95 86 = 16 13 726 88 375 114 C 167 5 44 6 = D Obige Statistik ist ebenso willkürlich wie unzureichend. Willkürlich ist sie deshalb, weil es unmöglich ist, in jedem einzelnen Falle herauszufinden, ob Leidenschaft oder Trauer, sie sich auf, blickte starr zu Boden und wiederholte, indem Bette schlief, wenn er müde war. Alles empfand er wie sie ihre gefalteten Hände niedersinken ließ: Heute Nacht! Toubeau sagte weiter nichts und sah dem jungen Mädchen seiner Gewohnheit entsprechend in nachdenklichem Schweigen zu, wie sie so ab und zu ging. eine Wohlthat, und daß er von Jacquemin ein Stück Brot erhielt, erschien ihm wie ein Glück, und ein Glas Wasser versetzte ihn in Entzücken. Er war wie geblendet von so viel Güte und empfand eine unauslöschliche Dankbarkeit. Er fühlte auch bei dem Anblicke Babette's, bei dem Geräusch Er war furz vor 6 Uhr nach Hause gekommen und ihrer Schritte, bei dem Rauschen ihres Kleides, beim Klange blieb bis zur Nacht. Dann ging er dem Gemeindebefehl ihrer Stimme einen Schauer, der ihm Furcht einflößte, und zum Troz in einem Augenblick, in dem Babette nicht anzuweilen lächelte er, wenn sie an ihm vorüberging, in wesend war, fort. blöder Verwirrung so, wie ein anderer Mensch gelächelt Seit dem Tage, an dem Tonbeau in dem kleinen Hause haben würde, wenn er Liebe empfunden hätte. Es war in Die Proklamation machte den Einwohnern bekannt, an der Uferstraße wie in einer übernatürlichen Welt vom in der That fast Liebe, was er im Grunde seines Herzens daß in Anbetracht der Unordnung und der Verbrechen der Tode wieder aufwachte, war in ihm die Liebe und die fühlte; nur eine unentwickelte Liebe, wie sie es bei einem vergangenen Nacht, Niemand nach acht Uhr ausgehen dürfe Dankbarkeit immer mehr emporgeblüht. Wer kann wissen, Wesen sein konnte, das selbst nichts anderes war, als ein und daß Jedermann, der nach dieser Stunde ausivärts be- zu welcher Erhabenheit sich eine Seele aufschivingt, die statt ganz unentwickelter Mensch, eine Liebe, die litt und träumte, troffen würde, verhaftet und nach einer der in der Gemeinde der Intelligenz nur Gutherzigkeit besitzt. Sie ist blind, die sich schämte und eifersüchtig sein konnte, die jedoch nicht errichteten Wachen gebracht würde. aber sie hat Flügel und fliegt immer höher, ohne es auch einmal von der Hoffnung auf Gegenliebe eine Ahnung hatte. Mitten in den Gruppen, die dem Herold der Bürger- nur zu bemerken, wenn sie die irdischen Regionen verläßt. Seine Dankbarkeit für den Mann, der ihn bei sich aufs meisterei bei seiner Wanderung durch das Dorf gefolgt Der Verstand kann sehen, er beherrscht aber nur einen be- genommen und für das junge Mädchen, das ihn gepflegt waren, hatten die Neugierigen und die Müßigen des Dorfes schränkten Gesichtskreis und kann sich daher auch viel eher hatte, war unaussprechlich. Er war ihnen dankbar für die die große schwankende Gestalt und das wilde Gesicht Tou- von der Selbstsucht leiten lassen. Das Auge sieht, aber um Sonne, die ihn beschien, für den Himmel, den er sah, für beau's wahrgenommen. Die Ereignisse der Nacht und des sich vorzusehen, während das arme Wesen, das Nichts be- die Luft, die er athmete, und er hatte nur einen Gedanken, Tages hatten ihn so aufgeregt und er hatte seit dem Morgen greift, der hilflose Geist, der nicht vergleicht, fich nur einen Ehrgeiz, einen Wunsch, der ihm unerreichbar ängstlich Acht gegeben, was wohl geschehen werde. Er war zuweilen so hoch erhebt, wohin die niemals ge- schien: etwas für Jacquemin, etwas für Babette thun zu dem Gemeinde- Ausrufer überallhin gefolgt und hatte auf langen, die verstehen und vergleichen. Was ist tönnen. merksam zugehört und dadurch, daß er den Munizipal- der intelligente Emporkömmlung neben seiner alten glück- Als Toubeau sich aus dem Hause des Steigers entbeschluß so oft wiederholen hörte, jedes Wort desselben in strahlenden Mutter, der einfachen guten Frau vom Lande fernte, empfand er eine seltsame Bangigkeit. Uebrigens zu sich aufgenommen. oder aus der Vorstadt, die vor Freude weint, wenn sie dem welchem Zwecke ging er zu dieser Stunde aus? Warum Gegen Abend, als er nach Hause kam, sagte er zu Sohn den Tisch decken darf?! setzte er sich der Verhaftung aus? Wollte er sich etwa den Babette: Allgemach war Toubeau solch eine arme große Seele Schüssen eines Postens aussetzen? Er hätte es nicht sagen geworden. Für einen Menschen wie er war es nicht eine sehr können. Wie sein ganzes Empfinden einem einzigen Gefühl einfache und natürliche Sache, daß er aß, wenn er hungerte, unterthan war, so fürchtete er stets sogleich für den abdaß er sich wärmte, wenn er fror, und daß er in einem wesenden Jacquemin allerlei Unheil. Es waren Soldaten Nicht wahr, Herr Jacquemin tehrt heute Nacht zurück? Ja, sagte Babette, heute Nacht. Sie setzte sich in Gedanken versunken hin, dann raffte wird. Politische tebersicht. Berlin, den 23. Juli. " sich auf viele gerade zu den schlechtesten Elementen gehörende Personen beim Abschiede kein Hoch ausbrachten?" Mainz ist berufen| demokratische und richtet sich von selbst." Der Häuptling als überflüssig aus dem Staatskörper ausscheiden denn durch die Säbelaffären seiner Lieutenants, durch die Ge- der politischen Gründer Deutschlands, dessen in seiner ein Recht zu leben haben, nach Heine's geflügeltem Wort, nur schichte Leiendecker- Heyl und durch das Abenteuer des Amtszeit zusammengerafftes und zusammengefochtenes Berdie, die etwas haben und sie in den Tod treiben. Eine fideikommiß- stempelfreien Lucius. So gehört dieser Haupt- mögen- Dotationen, Otto- Pfennig u. s. 1., Bleich Besserung in diesem beklagenswerthen Zustande kann nur mann in das Gesammtbild Mainzer Schneidigkeit". Und röder kann nähere Auskunft geben eintreten, wenn durch eine gesunde wirthschaftliche Um- zahllose neue- Verehrer wirbt sich durch derlei Helden- Millionen beläuft, spielt heute den armen Teufel. Von gestaltung eine auskömmliche Existenz für Jeden geschaffen thaten der Militarismus. Bismarck hat vor Jahrzehnten sein diplomatischer Kollege, der frühere Londoner Gesandte Preußens, Graf Golk geDas Rundschreiben des katholischen Volksvereins. sagt:" Bismard lügt immer, selbst wenn er Als schäzbares Material" zur Kennzeichnung des von dem es nicht nöthig hat." Es genügt den neuesten Ultramontanismus betriebenen Bergarbeiter Fanges haben Bierscherz dieses anrüchigen Individuums, das den großen wir dieser Tage( Nr. 168 vom 21. Juli) ein vertrauliches", Herrensitz Friedrichsruh zum einfachen Landhaus" macht, an die katholischen Geistlichen verschicktes Rundschreiben des das aus den ihm geschenkten Staatsdomänen allein katholischen Volksvereins mitgetheilt. Wie zu erwarten, find 250 000 M. zieht, einfach festzustellen. die Zentrumsleute darüber in Harnisch gerathen, und mit Anarchistisches. Die Pariser Polizei ist wieder Kolonialpolitisches. In der neuesten Nummer der naiver Verwunderung lispelt die Kölnische VoltsDeutschen Kolonial- Zeitung" berichtet der Afrikareisende Beitung"( Nr. 401 vom 23. Juli), sie verstehe wirk- auf der Anarchisten"-Jagd. In der Nacht vom 22. zum Baul Reichard von ernsten Unruhen in der Umgebung von lich nicht, worin der Werth( des Rundschreibens) für die 23. Juli verhaftete sie drei Anarchisten". Am 23. Juli Tabora, indem er ausführt, daß die Eingeborenen durch Herren Sozialdemokraten liegen solle". Unsere geschätzte wurde der verantwortliche Herausgeber des Pariser unfere Niederlagen stutzig werden und den Respekt verloren rheinische Kollegin von der anderen Fakultät" ist doch sonst Anarchisten- Blattes La Revolte" verhaftet. Zu welchem haben. Da Tabora zur Zeit die wichtigste Handelsstation belläugig. Warum begreift sie diesmal nicht, wie ergötzlich Zweck der Wauwau wieder aus der Rumpelkammer geholt im Innern ist, so würde der Fall dieser Station für die zu sehen und wie nützlich zur Agitation dies Aftenstück ist, wird, weiß nur in ihrer tiefen Weisheit die hohe Polizei deutsche Kolonialpolitik ein vernichtender Schlag sein. Zwar aus dem klipp und klar hervorgeht, daß das Zentrum die sammit ihren Auftraggebern. Herr Reichard befürchtet diese Katastrophe noch nicht, aber Gewerkschaftsbewegung für seine pfäffisch junkerlichen, ohne weitere erhebliche Opfer an Geld und Blut läßt sich d. h. arbeiterfeindlichen Zwecke ausbeuten will die Verbindung mit dem Innern nicht für die Dauer auf und die Geistlichen als politische Agitatoren benügt. Frei recht erhalten. Wörtlich heißt es in dem Bericht:„ Wenn lich hat es damit kein Glück, wie aus folgender Korrewir uns jetzt scheuen, Hunderttausende auszugeben, werden spondenz der Frankfurter Zeitung" hervorgeht: später Millionen nöthig sein, den Schaden wieder auszubessern. Das Papier darf nicht länger mehr unter dem Gefrizel der Feder erknirschen. Die Luft muß in Ostafrika erhallen von den Kriegsgesängen unserer schwarzen Truppen, oder unsere Kaufleute werden ungezähltes, auf Ostafrika verwendetes Geld auf Berlustkonto buchen müssen." Nun, wir wollen den Bericht vollenden. Es werden Hunderttausende von Mark nach Ostafrika gehen, die Luft wird vom „ Kriegsgeheul" der deutschen Krieger erhallen, Ströme von Blut werden erfließen und- dennoch werden alle Buchungen der Kaufleute auf Verlustkonto geschehen. Die Kolonialschwärmer merken den Teufel nicht, obwohl er sie schon am Kragen hat. " Republikanische Sitten. Bei der letzten in Frants reich vorgenommenen Volkszählung hat sich herausgestellt, daß neun Wahlbezirke den Vorschriften des Gesetzes nicht mehr genügen. In sieben Arrondissements ist die Zahl der Aus dem Saar Kohlenrevier, 18. Juli. Daß Einwohner in der Weise gestiegen, daß sie nach der gesetzdie Mitglieder des bergmännischen Rechtsschutz- Vereins in ihrer lichen Vorschrift je einen Abgeordneten mehr zu wählen be Mehrheit noch immer an dem derzeitigen Vorstand, trok mancher rechtigt sind, während in zwei Arrondissements die EinMißgriffe, die derselbe begangen, festhalten, tann man aus wohnerzahl so gesunken ist, daß sie künftighin nur je einen dem Verlauf einer Bersammlung schließen, welche gestern in Vertreter in die Kammer entsenden dürfen, anstatt wie St. Johann stattfand. Einberufen war dieselbe worden durch bisher je zwei. Das Ministerium ist verpflichtet, den früheren juristischen Berather des Rechtsschutz Vereins, diesen Bevölkerungsschwankungen Rechnung zu tragen und Rechtsanwalt Döhmer in St. Johann, der der Kammer einen entsprechenden Gesetzentwurf vorzulegen. mittelst Zirkulars Vertrauensmänner der Bergleute aus allen Die 1893 zu wählende Kammer würde also fünf Abgeord Theilen des Saarreviers au einer Besprechung über die Lage nete mehr als die jetzige enthalten. Es ist klar, daß diese derselben, insbesondere ihres Verhältnisses zum RechtsschußVerein und eines Vorgehens gegen den jetzigen Vorstand ein- Aenderung nur der Arbeiterklasse zu Gute kommt; denn die geladen hatte. Indessen waren auch eine Menge Nichtgeladener, neuen Size fallen lediglich der städtischen Bevölkerung zu. Anhänger des Rechtsschutzvereins und feines Präsidenten Warten, Paris 3. B. wird mit seinen Vororten allein durch drei erschienen und erhoben lebhaften Widerspruch gegen die beab neue Abgeordnete vertreten sein. sichtigte Entfernung des Vorstandes, dessen Mitglieder ihre ganze Existenz für die Besserung der Lage der Bergarbeiter Den franzöfifchen Generalrathswahlen, welche am eingesetzt hätten. Als nun auch der sozialdemokratische Agitator 31. Juli stattfinden werden, sieht man mit großer Spannung und Redakteur Emmel für seine Partei Propaganda machte entgegen, da sie schon als eine Borprobe für die im nächsten und sie gegen Vorwürfe von gegnerischer Seite vertheidigte, Jahre vorzunehmenden allgemeinen Wahlen aufgefaßt werden. entstand ein solcher Tumult, daß der die Versammlung über- Die französische Sozialdemokratie wird diese Gelegenheit zu wachende Polizeikommissar sie auflöſte. Eine spätere ver Herrlichkeit der Ferienkolonic" des Vogel von Falkenstein. In einem Mainzer Blatte las man dieser Tage, daß bei der Verabschiedung der Landwehrlente bei einer Kompagnie die Soldaten es unterlassen hätten, das übliche Hoch auf ihren Hauptmann" auszubringen. Jetzt schreibt dem Blatte ein Landwehrmann Folgendes:" Der betreffende Hauptmann hat sich durch seine wenig menschliche Behandlungsweise der zum größten Theile verheiratheten Leute recht mißliebig gemacht. Einige Beispiele mögen Ihnen dies veranschaulichen. Am Tage des Eintritts zu den Uebungen( Mittwoch, den 6. Juli, Morgens 7 Uhr) trat um 3 Uhr die erste Ruhepause ein. Es wurde hierbei ein Ukas des Hauptmanns verlesen, daß das Verlassen der Kaserne bei Strafe verboten und es Niemand gestattet sei, außerhalb zu effent. Bei den übrigen Kompagnien war dies nicht der Fall! Dabei war aber in der Kaserne an diesem Tage nicht genügend Essen für die Mannschaften vorhanden. Brot gelangte erst am zweiten Tage Nachmittags zur Vertheilung, ebenso wurde die Löhnung nicht rechtzeitig ausbezahlt. Handtücher wurden gleichfalls erst am zweiten Tage ausgegeben, so daß sich die Leute mit den Hemden Der in dieser Korrespondenz erwähnte Rechtsanwalt abtrocknen mußten. Dadurch, daß Niemand ausgehen Döhmer ist derselbe Herr, welcher in dem in Nr. 168 des durfte, wußten die Frauen nicht, wo ihre Männer Borwärts" veröffentlichten Rundschreiben als einer der Bäter geblieben und in welche Kasernen fie gekommen. Des Planes erwähnt ist, die Bergarbeiterbewegung wieder in Ein Landwehrmann, dessen Kind schwer frank den Sumpf des Klerikalismus zu leiten. Das Schicksal, das darnieder lag, durfte nicht einmal nach diesem er und durch ihn die Pfaffheit in St. Johann erlitt, dürfte Kinde sehen. Schimpfworte wie" Saffern",„ Lümmel" zc. ihm auch in den meisten übrigen Orten der Bergarbeiter waren an der Tagesordnung und noch die salonfähigsten. Distrikte sicher sein. Die Uhr des Klerikalismus ist eben am Ein städtischer Lehrer, der schon längere Zeit leidend, hatte Ablaufen. sich frank gemeldet und war auch vom Arzte krank getrauliche Besprechung unter den zur Versammlung eingeladenen einer neuen Kraftprobe benutzen und am 31. Juli einen Berglenten hatte ebenfalls fein Resultat: man fonnte sich nicht weiteren Schritt zur Eroberung der politischen Gewalt vers zu einem ernsten Vorgehen gegen den Vorstand entschließen. mittelst des allgemeinen Stimmrechts zurücklegen. In den Bemerkt sei noch, daß Herr Rechtsanwalt Döhmer der hervorragendsten Industriezentren, wie z. B. in Lille, Geschäftsführer des fatholischen Volksvereins für den Noubaix, Marseille hat die Propaganda für sozial Kreis Saarbrücken ist; besagter Verein hat sich be- demokratische Kandidaten bereits lebhaft begonnen. fanntlich die Bekämpfung der Sozialdemokratie zur Hauptaufgabe gestellt, und dem Vorstand des Bergmännischen Der Sozialismus in Italien. Aus Mailand Rechtsschutzvereins wird bekanntlich von Seiten seiner Gegner der Vorwurf gemacht, er schwimme im sozialwird uns geschrieben: Endlich wird Mailand das lang erdemokratischen Fahrwasser. Bekannt sind auch die Be- sehnte sozialdemokratische Organ erhalten, dessen Schaffung strebungen vorwiegend fatholischer Kreise, einen neuen Rechts- der vorjährige sozialistische Nationaltongreß in Maiiand so schutz- Verein ins Leben zu rufen, der andere Tendenzen ver- dringend gewünscht hat. Das Blatt wird vorläufig einmal folgen solle, wie der zur Beit bestehende. Die Anhänger dieses wöchentlich erscheinen, die erste Nummer schon Ende dieses Bukunftsverein waren es auch zumeist, welche zu der geftrigen Monats durch ganz Italien verbreitet werden und den Versammlung geladen worden." Redaktionen der hervorragenden sozialistischen Blätter des Auslandes zugehen. Der Titel des Blattes wird sein: La lotta di classe"(„ Der Klassenkampf") und als Hauptleiter und Redakteur ist der Abgeordnete Prampolini er wählt, der durch die Begründung und Leitung der vortreff lichen„ Giustizia" in Reggio- Emilia, sowie durch eine Reihe im Norden und Süden Italiens gehaltener Vorträge sich das volle Vertrauen und die Liebe der italienischen Ar beiterwelt erworben hat. Bedeutsam ist, daß Prampolini seine Wahl zum Barlamentsabgeordneten in Rom in erster Linie den Landarbeitern und Tagelöhnern( Braccianti) seiner schrieben worden. Unter Schimpfworten bedeutete ihm der Der arme Otto. In der letzten Nummer der„ Ham- Heimathsproving Emilia verdankt. Wir wünschen und wir Herr Hauptmann, das sei keine Krankheit, er müsse troß- burger Nachrichten" schreibt Bismarck: Einige Blätter hoffen für die Belebung und den Fortschritt der großen dem mitmarschiren. Der Lehrer, dem Jedermann den krank- suchen etwas darin, den Fürsten Bismarck stets als„ Schloß- Arbeitersache in Italien von dem neugeschaffenen Organ haften Zustand ansah, stürzte auf dem Marsche zusammen, herrn von Friedrichsruh" zu bezeichnen. Ein Schloß giebt und seinem Leiter das Beste. wurde dann in die Krankenstube gebracht und dermaßen es in Friedrichsruh nicht, sondern nur ein einfaches Landfrank befunden, daß seine Entlassung aus dem Militär- haus. Die Tendenz, welche darin liegt, den Fürsten Bis- Besteuerung des Hungers in Spanien. Die neuen verhältniß erfolgte 2c. 2c. Begreifen Sie mun, Herr marck als Aristokraten, als Schloßbefizer, als Herzog vor- Gemeindesteuern in Spanien fordern die Masse noch immer Redakteur, warum die Landwehrleute dieser Kompagnie dem zuführen, um diejenigen Leute, die kein Schloß haben und zu sehr kräftigem Einspruch heraus. betreffenden Hauptmann, trotz des Vergnügens der Trennung, keine Titel besitzen, gegen ihn einzunehmen, ist eine sozial- portugiesischen Grenzstädten werden neue Steuerkrawalle ges reißen und sich wieder auf den Weg zu machen. Von den spanisch der Magazinverwalter der Steinkohlengruben in den vers wendeten Brettern das Eigenthum der Gesellschaft erkannte und sie wegnehmen ließ. Dieser Eingriff des Verwalters setzte Lerouchat in auf richtiges Erstaunen. Weshalb nahm man ihm die Bretter weg, die doch keinem Menschen mehr etwas nütten? Eine Sache, die Ihr nicht mehr benützt, gehört Euch nicht mehr. Am nächsten Tage hatte er in heiterster Laune Zweige von den Bäumen im Walde abgeschnitten. Den darauf folgenden im Dorfe, man hatte Gefangene gemacht; man hatte mehrere so und es kostete ihn Anstrengung, sich davon los zu Leute getödtet. Jacquemin konnte sich unter den Passanten befinden; es konnte ihm etwas passiren. Genug, er wollte Dennoch ging er fort, und Schritt für Schritt schlüpfte dabei sein! er bis zu einem Winkel, von dem aus er die Straße beEr betrachtete sich Alles in seiner Umgebung mit seinem leuchtet sah durch einen Lichtschimmer, der aus einem Fenster langsamen Blick, der sich jetzt auf den einen Punkt und fam. Es war das Licht der Wache, die in Grellepois' dann auf den anderen richtete. Die vorige Nacht war falt Hause eingerichtet war, und bald erreichte er, noch behut und hell gewesen. Diese war dunkel, lauwarm und schwül. samer auftretend als bisher, den Winkel am Wirthshause. Undurchdringliche Nebelwolken verhüllten den Himmel und Es war heiß und die Soldaten auf der Wache schliefen auf den Straßen waren kaum die Umrisse der Häuser zu wahrscheinlich. Man hörte durch die offenen Fenster aller Tag wurde er einer Uebertretung beschuldigt. Er erschien erkennen. Als er die Richtung nach der großen Straße dings, daß sie sich bewegten, aber man hörte sie nicht vor dem Bürgermeister und versuchte ihm auseinander zu einschlug, marschirte eine Patrouille vorüber, der eine Stock- sprechen. Toubean ging nicht weiter, er wagte es nicht. Er setzen, daß der Besitzer eines Baumes derjenige sei, der ihn Laterne vorangetragen wurde. Er eilte auf die andere Seite war übrigens faft am Ende des Dorfes. Das Gäßchen, in fällt, eine Auficht, die ihm dreißig Frants Geldbuße ein der Uferstraße, glitt leise die Böschung hinab und duckte sich dem das Wirthshaus stand, bot ihm einen passenden Schlupf- trug. Eines Tages endlich hatte seine Hartnäckigkeit im Grase, welches das Wasser einsäumte, nieder. winkel. Er fauerte sich nieder und horchte auf die Geräusche triumphirt. Man hatte sich dazu bequemt, ihn zu dulden Die Patrouille ging vorbei, er erhob sich voller Unruhe der Nacht. und er konnte frei im Walde leben. und verfolgte eine Zeit lang einen engen, schlammigen FußDaß ein solcher Mann einigermaßen Furcht einflößen pfad, wo das Geräusch seiner Schritte erstickt ward. Als An dem Kreuzweg im Walde, den die Leute die Hose" konnte, läßt sich wohl denken. Man erzählte sich, daß bei er am Ende der großen Straße angekommen war, stieg er nannten, erblickte man damals, wie man sich erinnern wird, einem Streit, von dem Niemand etwas genaueres mitzus zur Uferstraße hinauf, überschritt sie, ging zwischen die eine kleine schwarze Hütte, die zwischen den beiden Wegen theilen wußte, Lerouchat einen Unternehmer mit dem Kopfe Häuser hinein und glaubte in einiger Entfernung sprechen erbaut war und auf der man lesen konnte: nach unten über die Deffnung eines Schachtes gehängt hatte. zu hören. Er blieb stehen und war nahe an dem Plazze, Lerouchat, genannt Satramento. Alles in Allem genommen war er ein ungeschlachter, wunders wo das Gemeindehaus stand, und hörte, wie der Sergeant Lerouchat war in der That der Bewohner der Hose". licher Riese, der voller Aberglauben sein Brot befreuzte, ber des Wachtpostens eben mit einem Offizier sprach. Toubeau Er konnte sechzig Jahre alt sein, vielleicht sogar fiebzig, Schonung übte gegenüber den Spinnen und auf die unterschied von dem eiligen Gemurmel nur die Worte: ein Alter, das die Bergleute selten erreichen. Er war Schwalben Rücksicht nahm, der immer nackte Arme hatte Hauer. Nichts Neues. III. und einen rothen Gurt trug. Er Nun wurde ein großes Thor wieder geschlossen und er Einige Bewohner von Pont- sur- Sambre erinnerten sich Ohne zahlreiche Katastrophen hätte der Einsiedler hörte nichts mehr als den Schritt der Schildwache, die von noch daran, wie er im Lande angekommen war und an der Lerouchat sich in einen Urahn verwandeln können. Beit zu Zeit Halt machte und den Flintenkolben auf die Hose" die Baracke gebaut hatte, die er seit jener Zeit immer hatte eine Familie gehabt, selbstverständlich Allem zun Erde setzte. bewohnte. Er hatte sie übrigens nicht ohne Schwierigkeiten Trotz, was Gesetz und Regel war eine Frau, eine Beinahe eine Viertelstunde blieb er regungslos stehen, errichten können. Die Bretter, die er dazu benutzte, gehörten Tochter, einen Schwiegersohn, Enkelkinder. Alle hatten sie weil er sich fürchtete, weiter zu gehen. Nachts, auf dem ihm nicht, der Grund und Boden war nicht der seine und sich in ihrem Elend, ohne eine Ahnung von den Gesetzen, Felde, selbst in verlassenen Straßen kann es geschehen, daß der Wächter hatte, wie er die Hütte zum ersten Male sah, in patriarchalischer Art um seine Baracke gesammelt. man ohne besonderen Grund auf Alles, was sich ereignet, sie wieder zerstört. Ohne allen Zorn und wie ein Mann, Töchter und Söhne hatten in den Gruben gearbeitet wie Acht giebt, als ob man auf der Wache stünde. Das Gehör der überzeugt ist, einem Anderen eine Wahrheit mitzutheilen, ber Bater, und der Wald war ihr Daheim gewesen. Aber hat eine außerordentliche Schärfe angenommen, man hört die er zugeben muß, hatte Lerouchat zu dem Wächter der Typhus und die Blutarmuth herrschten in dem Lande. Insekten summen, vermeint auf weite Entfernungen hin gesagt: Wagen rollen oder Schritte, die das Gras niedertreten, Stimmen leise sprechen oder die Unterhaltung der Leute in ihren Häusern zu hören. Toubeau ging es eine Zeitlang Die Erde gehört allen Menschen. Dann hatte er von Neuem angefangen. Die neue Hütte war noch im Entstehen begriffen, als Nur zu oft tamen Unglücksfälle vor und schließlich war er allein zurückgeblieben im Wald mit seiner Zigeuners wirthschaft. Bei dem Aufstandsversuche in Pont- sur- Sambre, den meldet. Wachsen. Die Aufregung der Bevölkerung in den west- Koslow ist die Cholera infolge Einschleppung durch zu-[ 30 pet. und andere Artikel bis 120 pet. im Sohne gestiegen. bastischen Provinzen gegen den dortigen Gouverneur ist im gereiste Personen aufgetreten. Am 20. Juli tamen in Noch deutlicher gesagt: vor dem Streit verdienten die gesammten In Pontevedra erzwangen Marktweiber den strachan 167 Erkrankungen an Cholera und 120 Todes: 2800 Perlenarbeiter ca 7000 fl. in der Woche und jetzt beläuft Eintritt in die Stadt, ohne die Stadtfteuer zu bezahlen. fälle vor, in Woronesch an demselben Tage 5 Erkrankungen sich der Berdienft auf 12 000 bis 13 000 fl. Wir müssen bier be merken, daß es Artifel giebt, bei welchen der Arbeiter höchstens In Coruna find neue Steuerunruhen ausgebrochen. Ponte- und 3 Todesfälle, in Kasan 5 Erkrankungen und 8 Todes 50-60 fr. per Tag verdient. Eingreifendere Reformen lassen sich vedra und Coruna sind militärisch besetzt. Die Bevölkerung fälle, 10 Cholerakranke blieben in Behandlung, in Ssamara für diese Artikel vorläufig nicht durchführen, weshalb der fordert die Abschaffung der Steuer auf Lebensmittel.- 86 Erkrankungen und 44 Todesfälle, in Ssaratom 109 Er Durchschnittslohn der gesammten Perlenarbeiter nur frankungen und 74 Todesfälle. In Zarizyn wurden am 70 bis 80 fr. per Tag beträgt. Wenn wir nun bedenken, Etwas über den Grenzverkehr. Von der schlesisch- 19. d. M. 53 Erkrankungen und 38 Todesfälle an Cholera daß trotz der 6000 fl., welche wir jetzt per Woche mehr böhmischen Grenze wird der" Frankfurter Beitung" tonftatirt, 90 Kranke blieben in Behandlung, in Rostow verdienen, der durchschnittliche Tagesverdienst noch lange ( Jr. 204 vom 22. Juli) geschrieben:„ Vor ganz kurzer Zeit 53 Erkrankungen und 24 Todesfälle, in som 52 Er- nicht einen Gulden beträgt, so ist die ungeheure erfolgte eine Entscheidung des Reichsgerichts, welche für den frankungen und 16 Todesfälle, in Taganrog 10 Erkrankungen begreiflich und müssen uns nur wundern, daß es unter den KleinNothlage, in welcher wir uns vor dem Streit befanden, gewiß Verkehr an der Grenze dadurch von grundsätzlicher Be- und 3 Todesfälle, in Baku 29 Erkrankungen und 22 Todes- gewerbetreibenden immer noch Einzelne giebt, welche diesen Streik deutung war, als die zollfreie Einfuhr von drei fälle und am 20. d. M. 32 Erkrankungen und 23 Todes als unrecht, ja als muthwillig hinstellen." Rilogramm Mehl oder Brot ohne jegliche Gin- fälle. In Simbirsk sind bis zum 20. Juli 69 Erkrankungen schränkung gestattet war. An diese Entscheidung scheinen und 16 Todesfälle festgestellt worden. fich jedoch nicht alle Zollämter, welche jene als nicht allgemein verbindlich" bezeichnen, halten zu wollen. So ist in = strial& a Darteinachrichten. " A Maßregelung. In der Fabrik von H. Voigt in Schaala ( Schwarzburg- Rudolstadt) sind am 16. d. M. 36 PorzellanAmnestie in Brasilien. Die brasilianische De- arbeiter, Mitglieder des Verbandes, ausgesperrt, der Wüstegiersdorfer Gegend folgender Fall vorgekommen: putirtenkammer genehmigte die Amnestirung aller aus poli- worden. Mehrere Mitglieder einer an der Grenze wohnenden Fa- tischen Ursachen Berbannten. Ans London berichtet die Röfn. 3tg.": Infolge einer milie beabsichtigten, Quantitäten Waare zollfrei einzuLohnstreitigkeit haben über 300 Bergleute, die in der Gorführen, wurden aber auf Veranlassung des Zolleinnehmers feinon- Grube bei Swansea in Wales beschäftigt waren, die Arbeit eingestellt. Durch den Ausstand werden mehrere wegen Defraudation bestraft. Das Hauptzollamt in Liebau, Hunderte der Waliser Zinnplatten Arbeiter in Mitleidenschaft an welches man sich dieserhalb unter Hinweis auf die gezogen. Die Bergleute von Derbyshire hielten Reichsgerichts Entscheidung beschwerdeführend wandte, am 18. Juli ihre jährliche Versammlung zu Chesterfield. Etwa äußerte sich dahin, daß daß durch diese in einem 35 000 Bergleute waren anwesend. Beschlüsse über den achtSpezialfall Die sozialdemokratische Aus der Schweiz. an der holländischen Grenze Wie die ergangene Entscheidung die für das diesseitige Grenzgebiet Bartei der Schweiz hat durch ihre Vertretung das tündigen Arbeitstag und über die Zwecke der internationalen Parteifomitee, beziehungsweise die Geschäftsleitungskommission Föderation der Bergleute wurden angenommen. Parteitomitee, beziehungsweise die Geschäftsleitungskommissionbestehenden Einschränkungen nicht berührt werden, sondern befchloffen, die Initiativbewegung für die Wahl des Bundes- Londoner Allg. Corr." berichtet, haben die Schiffs Bauweiter in Anwendung bleiben." Die Bollbehörde begründete rathes durch das Bolt zu unterstützen. In Olten meister von Sunderland ihren Arbeitern eine fünf- bis ihren Bescheid noch wie folgt:" In der diesbezüglichen findet am 24. und 25. September eine Delegirtenversamm- sebnprozentige Lohnreduktion angekündigt. Diejenigen Arbeiter, Reichsgerichts- Entscheidung heißt es:„ Das Gesetz gewährt Iung des Schweizerischen Grütli- Bereins statt. welche dem Gewerkverein der Eisenbahn- Arbeiter angehören, find mit dem Abzug einverstanden, fordern aber die die Zollfreiheit schlechthin jedem Bewohner des Grenzbezirks Dieselbe wird sich hauptsächlich mit der Revision der Zentral- Einführung des achtstündigen Arbeitstages, wie er in der mit der alleinigen Beschränkung, daß er für seinen Kopf statuten befassen. Der 1891er Jahresbericht dieser Organisation Scotia- Maschinenbau- Anstalt mit gutem Nußen für Fabrikanten jed esmal nicht mehr als 3 Kilogramm einführen darf, und ergiebt Folgendes: Die Zahl der Sektionen betrug am Schluß und Arbeiter bereits besteht. des Jahres 352. Vertreten sind alle Kantone. Der Mitgliederan diese Beschränkung ist die Zollbehörde gebunden. Zeigen stand ging von 15,977 auf 15,241 zurück, ohne Zweifel( infolge Submissionsblüthe. Für den Neubau eines Kreishauses die Thatsachen, daß eine derartig weite Handhabung der der Geschäftskrisis, die sich in der ganzen Arbeiterbewegung waren in Hörde Dachdecker- und Klempnerarbeiten ausgeschrieben. Befreiungsbestimmung der Nr. 25 q 2 hier oder dort die fühlbar macht. Die Einnahmen sämmtlicher Sektionen betrugen Die darauf eingegangenen Offerten stellten sich so: Dachdeckerfinanziellen und zollpolitischen Intereffen des Staates ernst 200474,88 Fr., die Ausgaben 182 866,36 Fr. der Raffa- Saldo arbeiten Höchstgebot 7434,20 m., niedrigstes 5304 M.; Klempnerhaft durch unter den Grenzbewohnern eingerissene Miß 17 608,52 Fr., das gesammte Reinvermögen 246,002,46 Fr. Sämmt arbeiten Höchstgebot 4 262 M., niedrigstes 3 280 M. Wie sind bräuche gefährdet, so ist die Möglichkeit gegeben, der die liche Bibliotheken zählten am Jahresschluß 46 803 Bände. Die folche Differenzen möglich? fragt die Westfälische„ Freie Presse" Begünstigung mißbrauchenden Ortschaft die Begünstigung Bentraltaffe weist bei 17 640,68 Fr. Einnahmen und 9726,58 Fr. und antwortet darauf: Weil der Unternehmer Arbeiter findet, ganz oder theilweise zu entziehen. So lange eine solche Ausgaben einen Saldo von 7914,05 Franks auf. Das Ver- welche sich dazu hergeben, ihm für ein Butterbrot ihre ArbeitsAnordnung nicht erlassen ist, bleibt die Bollbefreiung einsorgan, der" Grütlianer", warf einen Reinertrag von fraft zu verkaufen. 3947,51 Frants ab. Statistische Erhebungen über die Arbeitslosigkeit nehmen die Bremer Gewerkschaften vor. Soziale Uebersicht. D in ihrer vollen Ausdehnung in Kraft." Eine solche Anordnung sei aber von dem Provinzial- Steuerdirektor für Echlesien unterm 6. September 1890 erlassen, wonach von In Basel beschlossen 300 Posamenten Arbeiter da ab auf Grund einer Bestimmung des Finanzministers und Arbeiterinnen eine Eingabe an die Seidenbandvom 20. August 1890 die bei der Einfuhr von MühlenFabrikanten, worin folgende Forderungen gestellt werden: 1. Ginfabrikaten u. s. m. gewährte Vergünstigung dahin einführung des zehnstündigen Arbeitstages, des neunstündigen für geschränkt wird, daß 1. die Zollfreiheit nur dann zu ge- Auch die Maler und Anstreicher von Rigdorf sind am verheirathete Frauen und jugendliche Hilfsarbeiter unter währen ist, wenn die eingeführte Menge lediglich zur Ver- Dienstag nach einem Referat des Kollegen Re erau in die 16 Jahren; 2. Festsetzung eines Minimallohns für alle Posa3. bessere wendung in dem eigenen Haushalt eines Bewohners des Lohn- und Achtſtunden- Bewegung eingetreten respektive haben sich menter und Posamenterinnen von 4,50 Frts.; Grenzbezirks dient und daß 2. für einen jeden Haushalt den Berliner Kollegen angeschlossen und eine Lohukommission, Lohnkontrolle, Beseitigung der bisherigen Willkürlichkeiten eines Grenzbe wohners an ein und demselben Tage nicht bestehend aus den Kollegen Ott, Redlich, Rutulinsti, im Lohnwesen, Ginsehung einer je sur Hälfte aus Arbeitern mehr als die gefeßlich zulässige Höchftmenge- 3 kg- Schubert und Knuth gewählt, welche die weiteren Schritte und Fabrikanten bestehenden, in getrennten Versammlungen zu zu thun hat. Die nächste Versammlung findet bereits Dienstag, wählenden Friedenskommission. Eine Kommission wurde gewählt, einer der in der angeführten Tarifstelle benannten Waaren den 2. August in Kummer's Lokal statt und wird um regen Besuch welche die Unterhandlungen mit den Fabrikanten führen soll. gattungen eingeführt werden darf. Zuwiderhandlungen derfelben gebeten. Die Eingabe hebt namentlich das bedeutende Sinken der Löhne werden als Bolldefraude zur Bestrafung gezogen." Mit hervor; der Durchschnittslohn einer erwachsenen Person in der solchen kleinlichen Silbenstechereien schlägt man sich jetzt Seidenbrauche betrage faum 2 Franken täglich! herum. Es wird nicht eher anders werden, bis die Boll maner vollständig niedergerissen ist. Russische Sozialpolitik. Durch ein am 22. Juli veröffentlichtes Gesetz wird die russische Polizei ermächtigt, die Juden aus den Dörfern, in denen sie sich nicht auf halten dürfen, nach den für den ständigen Aufenthalt der selben bestimmten Ortschaften auszuweisen. Von der Cholera. Die Befürchtung, daß infolge der Cholera in Rußland starke Zahlungsstockungen eintreten würden, erfüllt sich bereits. In Baku ersuchten die dortigen Kaufleute den Finanzminister telegraphisch um Bewilligung von Zahlungsfristen; die Astrachaner und Zarizyner Kauf leute würden sich bald in ähnlicher Lage befinden, sodaß der Rückschlag auf die Messe in Nischnis Nowgorod, den Hauptmarkt Rußlands, nicht ausbleiben könne. In Astrachan hielt das Bolt zur Abwehr der Cholera" unter Umbertragen von Heiligenbildern Prozessionen und Fasten ab. Die Regierung hat den Gouverneur von Uralsk angewiesen, gegen die Arbeiter an der Uralsker Eisenbahn, falls dieselben revoltiren sollten, Kosaken vorgehen zu lassen. In Griasie und die Soldaten mit einem Schlage niedergeworfen hatten, wie man mit der Fußsohle ein brennendes Zündholz austritt, war Lerouchat verhaftet worden. Indessen da man ihm nichts Bestimmtes vorwerfen fonnte, wurde er wieder freigelassen. Aber der Bürgermeister sagte, als er von seiner Verhaftung erfahren hatte: Dieser Mensch fehlt uns gerade noch! Ich will nichts mehr von ihm hören! Man jage ihn fort! Und seine Hütte muß der Erde gleich gemacht werden. Noch spät am Abend tamen brei Landjäger mit einem Brigadier, die Schaufeln und Hacken trugen, bei der Hütte an. Wer ist da? schrie eine grobe Stimme aus den Büschen der Umgebung, noch ehe der Brigadier an die Thür der Hütte angeschlagen hatte. Die Soldaten wendeten sich um und sahen aus dem Hochwald, der an den Weg grenzte, Lerouchat, der eine Pfeife rauchte, mit aufgestreiften Aermeln auf sich zukommen. Was wollt Ihr? fragte der alte Bergmann, indem er näher tam. Der Brigadier wies auf seine Leute, verkündete den Befehl, den er erhalten hatte und ohne noch etwas zu sagen, öffnete er die Thür der Hütte, ging hinein, betrachtete das Funere von oben bis unten, fah dann Lerouchat an und machte eine Bewegung, als ob er das Alles einfach hinaus tehren wollte. Stirn. Lerouchat hatte sich noch nicht gerührt. Er runzelte die Und wo werde ich heut Nacht schlafen? fragte er blaß und mit flammenden Augen. Borwärts! sagte der Brigadier. Der Bürgermeister hat's befohlen. Lerouchat legte feine Pfeife weg und ein wilder Trotz prägte sich in seinem Gesicht aus. Seine borstigen Haare fielen ihm infolge einer ungestümen Bewegung des Kopfes faft bis auf die Mitte der Stirn. Er steckte seine großen Hände in die Hosentaschen, spuckte aus und rief: Der Bürgermeister! Da habt Ihr was für ihn! Ein Schweigen folgte, aber der Brigadier schüttelte den Kopf und erwiderte, indem er die Zähne zusammenbiß: Die Lohntommission. Dreißig weibliche Aerzte hat die englische Regierung auf Staatskosten studiren lassen und nach Indien geschickt, um dort au den Frauen der Eingeborenen ihre Kunst auszuüben. Ebenso verlautet, daß nach Bosnien noch mehrere weibliche Aerzte für die Mohamedanerinnen gesendet werden sollen. Wir meinen, was man dem religiösen Vorurtheil von Indierinnen und Mohamedanerinnen nicht abschlägt, man auch den vernünftigen Gründen deutscher Frauen und Mädchen nicht verweigern sollte. ( Soz. Korr.) mit einem vollständigen Siege der Arbeiter geendet. Der Wiener Der Perlenarbeiter- Streit im Jsergebirge hat nunmehr ,, Arbeiter- Zeitung" wird über einige Errungenschaften folgendes mitgetheilt:„ Es giebt unter den Perlenarbeitern sog." Klautschen arbeiter", das sind solche, welche die Perlen nur aufblasen und unversilbert verkaufen; dann giebt es Fertigarbeiter, diese blasen ihre Perlen, versilbern sie, fädeln diefelben an und verkaufen die Berlen im fertigen Zustande an die Lieferanten, wobei sie etwas weniger ausgebeutet werden können wie die selautschenarbeiter. Als Beispiel diene Nachstehendes: Vor dem Streit erhielt z. B. wovon 7 tr. auf Rohmaterial in Abrechnung gebracht, an Arbeitsein Klautschenarbeiter per 100 Dyd. Nr. 0 Formperlen 9-10 fr., lohn nur 3-4 fr. verblieb, welcher in Taglohn ungerechnet 30 bis 40 kr. ausmacht. Der Fertigarbeiter hingegen erhält für Alle Vereinsvorstände, welche bisher noch keinen Nr. 0 Formperlen fertig den Waarenpreis à 21 fr. per 100 Did., Fragebogen von der Frauenkommission erhielten, werden ersucht, wobei 15 fr. auf Rohmaterial, versilbern und fertigmachen ab- ihre Adresse einer der Unterzeichneten einzusenden. gerechnet, derfelbe 6 tr. per 100 Dhd., oder 60 fr. per Tag Die Gleichheit" bringt in der nächsten Nummer ein Schema verdiente. Um nun ein Bild über die Höhe des Errungenen zur Fragebeantwortung. zu bekommen, brauchen wir nur noch mitzutheilen, daß der Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck des Vorstehenden lautfchenarbeiter jetzt für Nr. O Formperlen, Klautsche, anstatt ersucht. 10 fr., 16 fr. erhält, welches einer Lohnerhöhung per 6 kr. von 100 Dußend oder 60 kr. per Tag gleichkommt, während der Fertigarbeiter per Tag 40 tr. verdient. Jm Durchschnitt beträgt die errungene Lohnerhöhung 70 pet. Einzelne Artikel sind un Ich will nichts mehr hören! Räunit das hier aus! Und dann wandte er sich zu seinen Leuten und rief: Ihr Andern werft mir die Baracke über den Haufen! Schlagt nur immer zu! Bertrümmert Alles! heulte Lerouchat mit schrecklicher Stimme. Und mit einem Fußtritt stieß er ungestüm die Thür der Hütte gegen die äußere Mauer, ging hinein, kam wieder heraus, ging dann wieder hinein und gehorchte plötzlich dem Befehl des Brigadiers. In wildem Zorn fing er an die Hütte rasend schnell auszuräumen. Zur Beachtung! Ottilie Baader, Berlin, Weberstr. 24. Mathilde v. Hofstetten, Berlin, Dresdenerstr. 41, Hof I. Emma Jhrer, Velten b. Berlin. Natalie Liebknecht, Charlottenburg, Kantstr. 160. unter einer Gruppe von Arabesken, Herzen und Pfropfenziehern. Lerouchat befreite indessen in seinem Zorn die Hütte von allem, was darin war, von den Lumpen, die an den Nägeln hingen, den Röcken und Hosen. Alles das flog wild durcheinander auf die andere Seite des Weges, und es ward während fünf Minuten ein Wirbel von Lumpen und schwarzen Trümmern aus der Thür der Baracke geschleudert, als ergösse sich ein Füllhorn des Elends. Dann ging er hinaus. Und wo werden Sie das Alles unterbringen? fragte Brigadier. Was Alles? All das Gerümpel da! Sie können es doch nicht etwa laffen. Aber die Hütte war bald leer. Es blieb nichts darin Es war ein viereckiger Raum, unmittelbar unter dem als der Tisch, der kleine Ofen und das elende Bett. Lerouchat schrägen Bohlendache gelegen, das sein Licht erhielt durch schöpfte jest wieder Athem, betrachtete mit mirrer Miene, eine Art Dachluke von der Größe eines Wagenfensters. Im was er gethan hatte, zögerte einen Augenblick und hob Hintergrund nahm ein großes, ganz aufgedecktes Gurtbett plötzlich mit furchtbarer Wuth die Faust in die Höhe und eine Ecke ein, und neben der Thür sah man einen Ofen, auf zerschmetterte dann den Tisch mit einem einzigen Hiebe, der dem ein irdener brauner Raffcetopf mit dem wollenen Filter sich anhörte, wie ein Donnerschlag. facke stand. Schwarze Kleidungsstücke hingen wie Trauerfahnen an Nägeln ringsumber an den rauchgeschwärzten Wänden der Hütte, und in der Mitte stand ein sonderbares der stämmiges Möbelbruchstück, in welchem man einen ehemals runden Tisch aus einem Speisesaal erkennen konnte. Schwer, plump, an den Ecken verbrannt, ganz ausgezackt, beschmutzt hier und tätowirt mit Spuren von Holzschnitzerei, die hier und Habe ich Schlösser? heulte der Bergmann, da unter abgeschilferten Lagen von Malereien und Bildhauer Und er brach in ein Gelächter aus. titt hervortraten, wie Falten unter einer bereits im Vorwärts, sagte der Brigadier, schlagt zu! Schwinden begriffenen Verschminkung, schien dieser alte Tisch Die Landjäger räumten aus, was noch übrig war, nachzudenken über sein Schicksal, dessen Spuren in und fingen an. Die Hütte hallte von ihren Schlägen die Tischplatte, die noch übrig geblieben, eingegraben wieder. waren. Uebrigens umgab ihn ein wahres Chaos und das Die Nacht brach herein; einige Sterne glänzten so hell bestand aus einem schmußigen Durcheinander von alten wie Wassertropfen am blassen Himmel, und Lerouchat stand Nägeln, alten Pfeifen und alten Schuhen, und mitten immer noch dabei. Unbeweglich an einen Baum gelehnt, darunter stand im Staub, in der Asche der Pfeife und in schaute er zu. Die Trümmer seines Hauses schrien zum Tabakresten ein halbzerschlagener Napf mit gesalzener Himmel, die Bretter knarrten beim Herausreißen und der Butter. Die Wände der Hütte waren bedeckt mit In- alte Bergmann, um den die Nacht empor stieg wie eine schriften, die mit dem Messer eingefragt waren, und Abends schwarze Fluth, horchte in starrem Entfeßen auf die Schläge fonnte man überall an den düfteren Wänden bei der der Hacken. schwankenden Beleuchtung der Zuglampe allerhand Gebanken und Ausrufe hervortreten oder sich verstecken sehen, zwischen denen immer wieder der wirkliche Name und der Spißname des alten Grubenarbeiters auftauchte, mitten ( Fortsetzung folgt.) Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 24. Juli. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Fledermaus. Montag: Dieselbe Vorstellung. Oftend- Theater. Heinrich Heine. Vorher: Das Sonntagskind von Berlin. Montag: Dieselbe Vorstellung. Kroll's Theater. Die Stumme von Portici. Montag: Der Trompeter Sättingen. von Bellealliance- Theater. Gefährliche Mädchen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Neue Welt. Bergſglof Brauerei, Safenhaide. Große öffentliche Volksversammlung Jeden Sonntag: 1173b Konzert. Spezialitäten. Feuerwerk. Grosse Pantomime der Schneider Tips. Hermandoz- Truppe: Im Champêtre: Grosser Cavalier- Ball. R für Männer und Frauen am Sonntag, den 24. Juli d. J., Nachmittags 4 Uhr, im Lokale des Herrn Schneider, Belforter- Straße Nr. 16. Zages Ordnung: Miss Carola mit ihren drefürten Pferden n. Hunden. fie fich in der Zukunft? Referent Zahnarzt Dr. Wolff. 2. Diskussion. 1. Wie war die Stellung der Frau in der Vergangenheit, und wie stellt 3. Verschiedenes. Mimiker Bolten. Yokohama- Truppe( sensationell) n. 3. Entree 25 Pfennig. Billets vorher 20 Pfennig. Anfang 4 Uhr. Th. Keller's Hofjäger, Hasenhaide, Bergmann- StraßenEdic. Im großen Saale: Ball. Heute, Sonntag, den 24. Juli 1892: Großes Garten- Konzert. Marionetten- Theater. Volksbeluftigungen. Anfang 4 Uhr. Entree 15 Pf., vorher 10 Pf. A. Froelich. Mittwoch, 27. Juli cr.: Erstes grosses Erntefest mit Gratis- Verloosung. Heute: Schloß Zum Sternecker. Bolt fonntag Weißensee. Adolph Ernst- Theater. Ein alter Cheval. D. Blondin a huset. Fürstin Evel. de Wsevologsky. Hallodri. Montag: Dieselbe Vorstellung. Berl. Sommer- Theater ( Bock Brauerei, Tempelhofer Berg). Sonntag, den 24. Juli: Theater. Ballet. Spezialitäten 1. Ranges. Drei Geschw. Neumann, Gesangs- Trio. Georg Rösser, Gebr. Schwarz, Mlle. Ancion, Dora Ebert, Curt Ellis. Zum 17. Male: Ein moderner Rasirsalon. Thurmseil. Großes Land- Feuerwerk. Gr. Konzert, Sgt. Musikdirigent E. Boigt. Kapelle der Garde- Dragoner, Volksball, Illumination. Anf. d. Rong. 4 Uhr. Entree 30 Pf., vorh. 25 Pf. Rud. Sternecker. Nen eröffnet! Neu eröffnet! 434/13 Im Einverständniß mit dem Bertranensmann: Der Einberufer. Sozialdemokratischer Wahlverein für den IV. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 26. Juli, Abends 8½ Uhr, im Lokale des Herrn J. Haase, Große Frankfurterstraße 117: Derlammlung Tagesordnung: 1: Die Ursachen der wirthschaftlichen Krifen. Referent Genosse Robert Schmidt. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes.- Gäste haben Zutritt. 98/1 Achtung! Der Vorstand. Achtung! Genossen des 4. Berliner Wahlkreises. Am Sonntag, den 31. Juli d. J.: Großes sozialdemokratisches Restaurant W. Heydrich SOMMER- FEST, Köpenicker Landstraße. Köpenicker Landstraße. An der Berbindungsbahn. Posse in 1 Akt v. L'Arrouge. Inscenirt An der Verbindungsbahn. Trepkow. odstrafe. von Paul Pauli. Zum 15. Male: Hermann und Dorothea. Posse m. Gesang in 1 Akt v. Weirauch. Gold und Silber. 4 Kegelbahnen. Gute Speisen und Getränke. Kaffeeküche. Kümpel's Restaurant in Jmb's Ostbahnpark, Rüdersdorferstr. 71, arrangirt von den Genossen Treptow. ,, Park- Schloss tataten belegten Handlingen. 10 Kegelbahnen. Volksdes 4. Berl. Reichstags- Wahlkreises. Billets sind zu haben bei den bekannten Genossen und in allen mit Kinder erhalten am Eingang 2 Billets zur Schaukel und Caroussel. Das Komitee. Grosses Ballet- Divertissem. Grösster Garten. beluftigungen aller Art. Jeden Sonntag: 392,7 Tänzer innen, ein Solotänzer, Corps Konzert. de Ballet 20 Damen. Anfang: des Konzerts 512 Uhr, der Vorstellung 6%, Uhr. Täglich: Grosse Vorstellung. PassagePanopticum. Neu! NB. Der neuerbaute Saal, 1000 Personen fassend, ist zu Festlichkeiten 2c. von Mitte Juni ab an Vereine und Gesellschaften zu vergeben. Treptowe Sonntag: Tanz. Restaurant Karpfenteich. Kaffeeküche täglich geöffnet. An den Wochentagen für Vereine, Hochzeitgesellschaften 2c. jederzeit zur Verfügung. Jeden Sonntag: Frei- Konzert. Bu recht zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein An der Blaue Grotte Verbindungsmit Wasser, Kähnen u. Beleuchtungseffekten. Neu! Eine Kriminal= geschichte in sieben lebensgroßen Gruppen. Castan's Panoptikum. Geöffnet von 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. Viktoria- Brauerei. Im Konzertgarten: Bahn. Treptow. Otto. Köpenicker Landstraße. Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. ff. Lagerbier 0,42it. 15 Pf. Münchener 0,4 2it. 20 Pf. 6 Kegelbahnen. W. Jacob. Jeden Sonntag u. Donnerstag Nachmittag: Frei- Concert. ParkJeden Sonntag: Tanz. Treptow. strasse. Kaffeeküche. Kegelbahnen. Bade's Volksgarten. Vorzüglides Weiß- 2. BairischBier. 2023L B. Zornow's Restaurant, Neue Krng- Allee. Treptow. Kegelbahnen, Kaffeeküche, Tanz- Salon.[ 2412L Parkstrasse, Arbeiter- Sängerbund Ausschuss- Sitzung Berlins und Umgegend. am Sonntag, den 31. Juli 1892, Vormittags präzise 9 Uhr, in der Neuen Welt, Safenhaide, im Götter- Saale. Tagesordnung: 1. Aufnahme von Vereinen. 2. Unser Sängerfest. 3. Beschlußfassung: Die Anschaffung von Liedern in Gemeinschaft mit anderen Sängerbünden. Jeder Verein ist verpflichtet, einen Vertreter zu entfenden.- G3 findet die Ausgabe der Sängerbillets statt. Vormittags 10%, Uhr ebendaselbst im Bal champêtre: General- Probe zum Sängerfest. Gäste Die Vereine sind verpflichtet vollzählig zu erscheinen. Bundes- Mitglieds Ecke Köpnicker Landstrasse. Treptow. Ecke Köpnicker Landstrasse. forte legitimirt. – Gammliche Bundesnoten find milzubringen. Appelt's Restaurant ,, Feldschlösschen". haben zum Saal, wo die General- Probe stattfindet, keinen Zutritt. Jeden Sonntag Tanz. Frei- Konzert. Kegelbahnen. Kaffeeküche. anzuwohnen. NB. Vereinsmitglieder haben das Recht, der Nachmittags- Borstellung Freund der Hausfrau! 2760L eute fowie tägliKarol Weil's pulverisirter Seifen- Extract Stettiner Sänger. Stets wechselnd. Programm. Anfang 7 Uhr Entree 50 Pfg. Vorverkauf- Billets heute keine Giltigkeit Moabiter Gesellschaftshaus, Alt- Moabit 80/81. 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Beleuchtung des Sommergartens. Detlamatorische Vorträge. Ueberraschungen für Dame eingerichtetes Lokal zum gefälligen Be- Arbeitsnachweis Markgrafenſtr. 88, bei den Mitgliedern der Agitations Einlaßkarten für Damen a 25 Pf., Herren a 50 Pf. inti. Tanz sind im fuch. Vereinszimmer als Bahlstelle für fommission und in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. 40 Personen. Edmund Renter, 21812 Swinemünderftr. 45. Bestes Weißbier Pommersche Küche, N.O., ohne Wasserzusak, am Büschingplay im Hause der Apotheke: Mittagstisch 16 Große oder 32 Kleine für 3 Mark 30 Pf., Bouillon, Braten u. iefert Kartoffeln oder Gemüse mit Fleisch. Abendtisch 30-50 f. 19872 Emil Böhl, Frankfurter Allee 74. Um geneigten Zuspr. bittet Fernsprech- Anschluß Amt VII W. Runge, Büschingstr. 15. Rigdorf. 1511. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Die Agitationskommission der Schneider und Schneiderinnen. Charlottenburg! Wallstraße 46, Gambrinus- Brauerei, Bismarckstr. 23a. Sonntag, den 24. Juli, Großes Sommerfest Empfehle allen Freunden und Ge- Mitgliedern der Freien Vereinigung der Zivil- Berufs- Musiker unter gütiger verbunden mit Instrumental- und Vokal- Konzert, ausgeführt von den kommenden Herbstsaison meinen 400 Ber Bierausschaut im Lokale des Herrn Vorwärts" Charlottenburg( M. d. A.-S.-B.), Auftreten des berühmten Volks Empfehle den werthen Vereinen zu noffen meinen Weiß- und Bairisch Mitwirkung der Gesangvereine Unverzagt" Moabit, Morgenroth" und Trinkkeller. Schattiger Garten. Zwei humoristen Herrn Osang, lebende Bilder, Kinder- Fackelzug, Stocklaternen gratis, 2764 Belustigungen aller Art. Im Saale Tanz( frei). Entree 25 Pf.( Kinder fonen fassenden Saal. E. Herzog, Gastwirth, gute Kegelbahnen. 1120b Memelerstraße 67. Vereinszimmer od. Zahlstelle( bis A. Wurbs, Bergstr. 7 Fest- Säle frei). Anfang 3 Uhr. Kasseneröffnung 2 Uhr. dekorirt. Die Kaffeeküche ist geöffnet. Die Räumlichkeiten sind festlich Genossen von nah und fern und speziell die Berliner Genossen find empfehle mein Weiß- und Bairisch 50 Personen) bei Jacob, Boechstr. 5. zur bev orstehenden Saison empfiehlt dazu freundlichst eingeladen. Bier- Lokal. Vereinszimmer m. Pianino zu vergeben. 26232 Frik Fröhlich, Naunynstr. 43. Der Vorstand und das Komitee 26032 Dr. Hoesch, homöopath. Arzt, gratis Artillerieftr. 27. 8-10, 5-7, Gonnt. 8-10 Weberstr. 17. B. Nieft, Weberstr. 17. Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 171. Lokales. " Mo Sonntag, den 24. Juli 1892. 9. Jahrg. Schöpfungen des Binsels wird aber weder Herr Liebermann noch lich- patriotisches Arbeiterblatt zu verbreiten. Für ihn die Herr Uhde selber seine diesmaligen Darbietungen halten wollen. richtigste Beschäftigung! Dieser Heuchler ist wahrlich seiner Der letztere würde übrigens gut thun, die Verquickungsmanier stöckerischen Freunde würdig! von neutestamentarischen Idealgestalten mit wandelnden Erdenmenschen endlich zu verabschieden. " " Die Sonntage Nachmittags Ruhe, jene geviertheilte Quinteſſenz von Schutzbestimmungen für unsere geplagten Handlungsgehilfen, tann selber nicht zur Ruhe kommen. Die Chefs Ein boshafter Konturrentenstreich wurde dieser Tage, find nicht zufrieden und die jungen Leute sind nicht zufrieden, stellung einen Verfall der Kunst, wie man ihn Dresdenerstraße gespielt. Alles in Allem genommen, illustrirt die Aus- wie der„ Börsen- Kourier" schreibt, einem Fabrikanten der hur die Reporter freuen sich über die neugeborene Seeschlange. Haum für möglich gehalten hätte. Aber es ist so London, als er furz nach Ankunft ein Telegramm folgenden Derselbe befand sich geschäftlich in Wir nagelten neulich die Goldene Hundertzehn" fest, die, weil in der Ausbeutung am Sonntag beschränkt, jetzt ihre und es ist kein Wunder, daß es so ist. Wortlauts erhielt:" Sofort heimkehren, Mama plöglich gestorben." jungen Leute des Sonnabends bis 12 Uhr Nachts be Bilder nicht, welche Volkstypen" darstellen. Sie wollen nur Kindes unterzeichnet war, erließ der Empfänger doch zur SicherDenn unsere Kommerzienräthe und Kunstmäcene kaufen solche Trotzdem diese Schreckensbotschaft mit dem Namen feines ältesten schäftigt; das ist Ausbeuterthum, wenn auch kein ungefeßliches, nackte Tänzerinnen, porträtirte Weltdamen, Nachbildungen des heit die Rückdepesche:" Kann erst Abend abreisen, Telegramm die Lebenszeit des jungen Mannes ist dem Chef eben verfallen, Salon, Kaffeehaus, Konzert- und Kanonenlebens, kurz, das unverständlich." Daraufhin stellte sich diese Hiobspoft bald als ob Tag, ob Nacht, ob beides zusammen. Es kommt aber noch besser. Nach dem schönen Grundsatz: Um 12 Uhr ist die Nacht Schöne" um sich sehen. Und so müssen die Künstler den Ideen- das Machwert eines Konkurrenten heraus, der zu gleichem Zweck vorbei, läßt ein Bigarrenhändler in der Friedrichstraße am spuren dieser Proßen nachwandeln. nach London gekommen war und durch jenes Manöver seinen Sonntag, den 3. Juli, Nachts 12 Uhr den Laden auf Nur nicht das Elend der Menschheit noch auf der Leinwand Rivalen geschäftlich unschädlich zu machen gedachte. Der nichtsunbeſtimmte Zeit wieder öffnen. Das Beispiel ist verblüffend genial verewigen, nur fein Proletarierbild, keine Allegorie auf die würdige Plan mißglückte zwar, doch wird der erfindungsreiche und findet an den nächsten Sonntagen in der Friedrich- und Maschinenausbeuterei und die Sklaverei des Volkes! Man sieht Mann, gegen den die Untersuchung eingeleitet ist, wohl belehrt Rosenthalerstraße, soweit wir beobachten fonnten, viele, Nach- ja schon im Leben zuviel des Elends! Also hübsch beim Leisten werden, daß man seinem Nächsten weder das Leben noch die ahmer. Auf derartige fniffliche Unternehmer- Finessen haben sich bleiben und nicht ins volle Menschenleben hineingreifen, wenn ihr Ruhe rauben darf, um aus solchem Scherze Nutzen zu ziehen. allerdings die Gesetzgeber nicht gefaßt gemacht. Trotzdem ist das Vor- fatt werden wollt, liebe Künstler! gehen dieser Muster von Chefs, die Sonntagsruhe um 12 Uhr Nachts Der jüngste Dampferunfall bei Köpenick sollte endlich Die Michel Angelo, die Carravaggio, Rembrandt, Rubens, der Aufsichtsbehörde Anlaß bieten zu einer der Größe des zu unterbrechen, ungefeßlich. Die Novelle zur Gewerbe- Ordnung stellt die Tizian, Franz Hals, ja selbst der heilige Raffael, der doch Schiffsverkehrs auf der Spree entsprechenden Reform der sehr im als allgemeines Prinzip eine ununterbrochene 36stündige Sonntags- nicht anders konnte als Madonnen und Päpste malen, weil das Argen liegenden Verkehrsverhältnisse auf dem Flusse, wobei auch ruhe auf, der Wiederbeginn der Arbeit darf frühestens erst Mon- in seinem finsteren Zeitalter eben die Voltstypen waren, würden Argen liegenden Verkehrsverhältnisse auf dem Fluffe, wobei auch tag Morgens um 6 Uhr stattfinden. Wir rathen allen Handlungs- sich im Grabe umdrehen, wenn sie fähen, daß sie umsonst gelebt Dampfer betrauten Personen neu geregelt werden sollte. Denn das Prüfungs- und Bestallungswesen der mit der Führung der gehilfen, die solche Gesetzesverletzungen erfahren, sich an den Vor- hätten und daß die Byzantiner vom Schlage der Max Koner die Thatsache, daß die Joche der Köpnicker Brücke an dem and der Freien Vereinigung der Kaufleute, zu Händen des und Lenbach das Banner der Künstlerschaft in den Staub ziehen. Unglücksabend nicht beleuchtet waren, ist nicht geeignet, den Herrn Alphons Borchardt, Wallfir. 89, zu wenden, der für Abhilfe sorgen wird. Uebrigens ist dieser Verein, wie jetzt wieder Stets gut unterrichtet. Die„ National- Zeitung"( Nr. 435 Führer des Dampfers zu entlasten. Diesen Umstand mußte dereine Ente durch sämmtliche bürgerliche Zeitungen schwimmt, fein vom 23. Juli) schreibt in ihren Berliner Nachrichten:" Hofrath Fahrgeschwindigkeit einrichten. Im übrigen ist die Beleuchtung der felbe bereits aus der Entfernung bemerkt haben und danach seine neu für die Sonntagsruhe gegründeter, sondern ist schon seit Dr. jur. B. Avé Lallement ist am Mittwoch Abend 81/2 Uhr im Fahrgeschwindigkeit einrichten. Im übrigen ist die Beleuchtung der einer langen Reihe von Jahren mit Energie für die Interessen der Alter von 83 Jahren an einer Lungenlähmung in Marienfelde schreibt, mit Ausnahme der Eisenbahn- Drehbrücke im Zuge der fämmtlichen Brücken der Spree, wie die Staatsbürger Zeitung" Handlungsgehilfen eingetreten. bei Berlin verstorben. Derselbe war lange Zeit beim Polizei- Köpnickerstraße eine derartig mangelhafte, daß ein gewissenhafter Ein Hohn auf das Gesetz aber ist das Verfahren eines amte in Lübeck thätig, siedelte 1862 nach Berlin über und ver- Schiffsführer sich kaum danach richten kann. Bei der Schillingsbrücke Rommerzienraths" in der Französischenstraße, eines faßte dann hier zahlreiche Kriminal Novellen." Das fiebenfachen Hoflieferanten, der ein feines Delikatessengeschäft be- ift Alles, was die Gelehrten der National- Zeitung" über diesen oder es brennt nur ein Licht. Die Mangelhaftigkeit der Beleuchtung fehlt dieselbe zum Beispiel in der Richtung des Flußlaufes oft gänzlich treibt. Derselbe beschäftigt hinter geschlossenen Thüren jeden Mann zu sagen wissen. Daß Avé Lallemant( denn so, nicht wird dadurch noch vergrößert, daß in den auf den Jochs der Sonntag bis spät Abends einen jungen Mann, zwei Lehrlinge Lallement schrieb er sich) sich als wissenschaftlicher Schriftsteller Brücke stehenden Gaslaternen oft nur eine halbe Seite einer und zwei Hausdiener, angeblich um den Telephondienst zu be- durch die in ihrer Art klassische Schrift: Das deutsche Scheibe aus grünem oder rothem Glase besteht und diese Farben wältigen. Wir meinen, wenn irgend ein Mastbürger Sonntags Gaunerthum" ein nicht geringes Verdienst um die Geschichte durch das weiße Licht der Laterne vollständig verdrängt werden. Abends die Pasteten, die er bei Zeiten sich nicht besorgen lassen und Psychologie des Verbrechens erworben hat, ist den Böotiern Der Führer des verunglückten Dampfers hätte die Geschwindigtonnte, auch nicht per Telephon beordern kann, das doch kein der National- Zeitung" natürlich unbewußt geblieben. feit seines Dampfbootes durch Abstoppen oder Rückwärtsgang Grund für einen siebenfachen Hoflieferanten und Kommerzienrath ist, fünf Leuten gegen alles Gesetz die vorgeschriebene und einzige stützungsvereins der Bildhauer Deutschlands, die bis jetzt den Zeitungsberichten die Durchfahrt nicht erkennen konnte. Den ehemaligen Mitgliedern des aufgelösten Unter- seiner Maschine viel erheblicher vermindern müssen, da er nach Mußezeit zu rauben. Sind die Gesetze nicht auch für Kom- dem Zentralverein noch nicht beigetreten sind, wird hiermit be- Dann hätte im höchsten Falle das Fahrzeug nur leicht an die merzienräthe da? fannt gegeben, daß die Frist zum Uebertritt in legteren mit dem Brücke anschieben können, worauf sofortiges Rückwärtsgehen geDie diesjährige Gemälde- Ausstellung im Ausstellungs- 31. Juli d. J. abläuft; d. h. treten sie bis zu diesem Tage bei, boten wäre, um nochmals zu versuchen, die Durchfahrt zu passiren, park am Zehrter Bahnhof wird in wenigen Tagen geschlossen zahlen die bis dahin fällig gewordenen Beiträge für den Zentral nachdem er sich über die Lage derselben orientirt hatte. werden. Niemand unter den Kunstkritikern des Kapitalisten- verein, sowie die etwaigen Refte für den Unterstützungsverein, die Angabe, daß das Publikum Schirme aufgespannt und nicht Der Führer eines Schiffer Geschwisters wird diesmal Gelegenheit haben, über" Ber so brauchen sie die Karenzzeit für die alten Unterstützungszweige ruhig gewesen, ist hinfällig. rohung der Kunst" zu zetern, wie das bei der vorjährigen nicht wieder durchzumachen. Die Arbeitsunfähigen- Unterstützung ist für Alles verantwortlich, und eine Weigerung zur Weiterfahrt internationalen Ausstellung der Fall war. Denn die aus- fönnen aber nur Jene sofort erhalten, die zugleich Mitglieder der hätte jedenfalls die gewünschte Wirkung gehabt, zumal demselben gestellten Gemälde waren sämmtlich hübsch fromm und ganz nach Bentral- Krankenkasse der Bildhauer waren. Diejenigen, die sich polizeiliche Befugnisse auf seinem Schiffe zustehen. Die Entdem Geschmack der satten Bourgeois. Damen in Schwarz" später zum Uebertritt melden, werden als Neueingetretene be- fchuldigung, daß die Strömung in der Brücke die Durchfahrt erwechselten ab mit Damen in Weiß" und auch an sinnlichen trachtet. heblich erschwere, fönnen wir auch nicht gelten lassen, da die Bildern, welche die Nerven der Patentgigerin reizen, war fein Strömung jederzeit durch entsprechenden Rückwärtsgang der Mangel. Ja, es schien uns sogar, als wenn selbst die Landschafts- Gr. Rothenburger Vereins Sterbekaffe findet am Dienstag Im Uebrigen wird vielfach über zu schnelles und rücksichtsloses Daß diesjährige Sommerfest für die Mitglieder der Maschine und dementsprechende Räderstellung gehoben werden kann. bilder nur das ausgesucht„ Schöne" verkörperten und nach dem in der„ Meuen Welt"( Hasenhaide) statt. Das Festarrangement Fahren der Dampfer anderen Fahrzeugen gegenüber geklagt. Es Rezept gemalt waren: Und scheint der Himmel noch so grau, liegt in bewährten Händen, ebenso ist für Kinderbelustigungen wäre Sache der zuständigen Behörden, der Berechtigung dieser Ich mal' ihn blau mit Pincertsblau. durch Kasperletheater und Fackelpolonaise auf das Beste gesorgt. Klagen nachzuforschen und eventuell Abhilfe zu schaffen. Wahrscheinlich ist auch diesmal die große Geschwindigkeit, mit Ein Fall ,, christlicher Liebe". In welcher Weise sich welcher der verunglückte Dampfer die Köpnicker Brücke zu Diejenigen, welche später als patentirte Sittenwächter dazu be- pafsiren suchte, Schuld an dem Unfalle, dem zwei blühende rufen sind, dem Volte Religion und Moral zu erhalten, sich für Menschenleben zum Opfer fielen und der ein unschuldiges Kind diesen hehren Beruf vorbereiten, möge folgender wahrheits- durch Lähmung der Sprachorgane vielleicht fürs ganze Leben getreuer Bericht wieder einmal offenkundig machen. Zieht da unglücklich machte. Das zu schnelle Fahren, welches dem Bevor etwa 3/4 Jahren ein Candidatus theologiae zu einer armen, streben entspringt, möglichst viele Fahrten zu machen, bedingt die sich färglich vom Westennähen ernährenden Frau, die zwar von weitere Gefahr eines zu hohen Druckes in den Kesseln, wodurch ihrem Mann getrennt lebt, aber nicht geschieden ist. Mit die Explosionsmöglichkeit gesteigert wird. Die vorgeschriebene Daß die Ausstellung insgesammt die platte Unbedeutendheit gleißnerischen Worten, wie sie dem Prediger der Liebe in den Geschwindigkeit ist 1 Meter pro Sekunde, gefahren werden aber oft und Leere an künstlerischen Joeen enthüllte, rechnen wir ihr an- meisten Fällen eigen find, gelingt es ihm, die weltunerfahrene Frau 3-4 Meter. Ferner wollen wir auf das bekannte Ueberladen gesichts des Umstandes, daß zu gleicher Zeit noch 2 andere große zu umgarnen. Er verspricht ihr die Ehe, sucht sie zur Scheidung der Dampfer an schönen Sonn- und Festtagen an den Stationen Ausstellungen in Deutschland mit ihr fonfurrirten, noch nicht so zu bewegen und macht sie schließlich zur Ghebrecherin, nach den Treptow, Eierhäuschen zc. aufmerksam machen. Zur Abstellung sehr ins Debet. Daß aber auch nicht einmal von einem einzigen heutigen, von dem Predigtamts- Kandidaten stets vertretenen An- diefer Uebelstände möchten wir folgende Vorschläge machen. der Künstler der Versuch gemacht wurde, sich aus dem Banne schauungen. Natürlich dachte er niemals daran, die Frau Seitens des Polizeipräsidiums müßte eine Kommission sachdes Schablonenhaften, Unnatürlichen, zu befreien, das ist nicht jemals zu ehelichen und jetzt, wo sie an den Folgen einer Früh verständiger Personen eingesetzt werden vielleicht frühere Marineanders mehr zu benennen als Verfall der Kunst" oder geburt und, wie der Arzt ziemlich offen aussprach, geschlecht Offiziere, Ingenieurs 2c. die sämmtliche Schiffsführer, resp. Beunferetwegen Prostitution der Kunst durch den Kapitalismus". lichen Krankheit gestorben ist, wird er vermuthlich, wie von werber um solche Stellung einer Prüfung auf ihre Fähigkeiten unterWir übersehen nicht, daß der treffliche Liebermann, der große einem beängstigenden Alpdrucke befreit, seinem Schöpfer danken, ziehen müßte, welche sich nicht allein auf Tages, sondern auch Menschenkenner und Realist F. von Uhde, die Trübner, Höniger daß er ihn auf diese Weise vor manchen bösen Stunden bewahrt auf Nachtfahrten zu erstrecken hätte. Bei dem täglich wachsenden und noch einige andere mit Marken vertreten waren, welche etwas hat. Der würdige Herr Kandidatus wohnt hier in Berlin und Stromverkehr müßte der Aufsichtsdienst auf den Gewässern von dem Ingenium ,, Boltstypus" an sich hatten. Für bedeutende ist nebenbei auch Sozialistentödter, wenigstens sucht er ein christ- Berlins ein umfangreicherer und besser organisirter sein; er " In solcher Umgebung feierten natürlich die Becker und Sichel mit ihren Schlachtenbildern und egyptischen Damenporträts Triumphe. Auch die Vertreter des Schrullenhaften, welche mit Vorliebe bunte Teufel und Nigen auf die Leinewand zaubern, die Thoma- Frankfurt und Stud- München, famen zu Ehren. Wir aber möchten uns folgende Frage erlauben. Hält die bürgerliche Gesellschaft das, was uns die Akademische Kunstausstellung bot, wirklich für Kunst? " Gine Schulmeisterwahl in Pommern aus dem Jahre 1729. Auch lieben Gott läßt u. s. w. Doch Melodie fging ab in viele die Schmeden gemacht und alldort ein Bein verloren, andere Lieder; Stimme sollte stärker sein, quekte mehr- 45 Jahre des Lebens alt, hat gesungen: a) Christ lag in malen, so doch nicht sein muß. Gelesen Josua 19, 1-7 mit Todesbanden u. f. w.; b) Allein Gott in der Höh' sei Ehr 10 Lesefehlern; buchstabirte Josua 18, 23-26 ohne Fehler. u. s. 1. gut, starke Stimme, doch fehlt die Melodie im Dreierlei Handschriften gelesen schwach und mit Stocken; Ganzen, fiel einmal in ein ander Lied. Dreierlei Handdrei Fragen aus dem Berstand, hierin gab er Satisfaction. fchriften fertig gelesen. Gelesen und buchstabiret Genesis 10, Ein Herr Kourad Fischer hat eine Geschichte des dent Aus dem Catech. ben Decalog und die 41. Frage recitivt 13-18, ging ziemlich; Catech. wohl inne. Vier Fragen schen Volksschullehrerstandes verfaßt und die Kölnische ohne Fehler; dictando drei Reihen geschrieben fünf aus dem Verstand ging ziemlich. Dictando drei Reihen, Beitung" veröffentlicht daraus ein wundervolles Prüfungs- Fehler; des Rechnens auch nicht kundig. doch mit acht Fehlern; Rechnen- Addiren und bißchen protokoll über die Wahl, die 1729 auf einem pommerschen 3. Philipp Hopp, Schneider aus G., schon ein alt ge- Subtrahiren inne. Dorfe abgehalten wurde: brechlicher Mann von 60 Jahren, sollte lieber zu Haus ge= Es wurde nun einmüthig davon gehalten, daß Jakob " Nachdem auf geschehenes tödtliches Ableben des bis- blieben sein als sich dies vermessen. Hat gesungen: a) Ein Macht wohl der kapabelste, allein da derselbe fremd und herigen Schulmeisters sich nur fünf Liebhaber gemeldet, so Lämmlein geht u. f. w.; b) Mitten wir im Leben n. s. w. ohne Vermögen, haben etliche Anwesende dem Pastori wurde zuvörderst vom Pastor loci in einer Betſtunde nach Stimme wie ein blöckend Kalb, auch öfter Malen in un- angelegen, daß er zu einem bekannten Manne incliniren Matth. 18, 19-20 die Gemeinde zu herzlicher Erbittung rechte Lieder verfallen. Gelesen Josua 19, 7-13- gar wolle, ob sie schon wissen, daß er die größte Mühe mit göttlicher Gnade zu diesem wichtigen Geschäfte erinnert, jämmerlich); buchstabirte 18, 22-23 mit viel Anstoßen, das ihm haben werde, ihn zu informiren, er sei gar nicht so sodann in der Kirche vor Augen und Ohren der große Tein Stein des Anlaufens, fam endlich rüber. schlecht und erbötig, Informationen anzunehmen; item sei ganzen Gemeinde die Singprobe mit denen Bewerbern für Drei Fragen aus dem Verstand- blieb fest sitzen. Dreierlei seine Aufführung bekannt und gut, wogegen den andern, genommen und nach deren Endigung dieselben im Pfarr- Handschriften gelesen, schon im Anfang gesagt, daß er des namentlich dem Kesselflicker nicht zu trauen, sintemalen er haus von Endes unterschriebenen Personen noch weiter nicht erfahren fei. Dictando nur drei Wörter geschrieben viel durch die Lande streiche, dagegen der Kriegsknecht wohl auf folgende Art und Weise tentivet: mit Mühe zu lesen. Rechnen ganz unbekannt, er zählte an die Fuchtel gegen die armen Kindlein zu stark zu gebrauchen 1. Martin Ott, Schuster allhier, 30 Jahre des Lebens den Fingern wie ein klein kind. Wurde ihm gemeldet, daß in Verdacht zu nehmen sei, was denen mitleidigen Müttern alt, hat in der Kirche gesungen: a) Christ lag in Todes- er thöricht gehandelt habe, sich zu melden, was er auch mit derselben doch sehr ins Herz stechen und wehe thun könnte; banden, b) Jesus meine Zuversicht, c) Sich, hier bin ich, Thränen und Seufzen bekannt. auch sei zwischen rohen Soldaten und solchen Würmlein Ehrentönig. Hat aber noch viel Melodie zu lernen, auch 4. Johann Schütt, ein Refselflicker von allhier, hat doch ein Unterschied zu setzen. Pastor ließ nun votiren tönnte seine Stimme besser sein. Gelesen hat er Genesis 50 Jahre des Lebens auf Erden gewandelt und hat ge- und wurde Macht einstimmig erwählet. Da mun selber 10, 26 bis aus, buchstabirte V. 16 bis 29. Das Lesen war fungen: a) O Ewigkeit, du Donnerwort u. f. w.; b) Eins Jakob Macht allezeit bonae famae gewesen und die ganze angehend, im Buchstabiren machte er zwei Fehler. Dreierlei ist Noth u. f. w.; c) Liebster Jesu, wir sind hier u. s. w. Gemeinde Pastorem darum bitten, so giebt auch dieser im Handschriften hat er gelesen mittelmäßig; drei Fragen mit ziemlichem applausu. Gelesen und buchstabivet Genesis Vertrauen auf Gottes Segen gemeldetem Maehl sein votum aus dem Verstand beantwortet- recht; aus dem Catechismo 10, 13-18, auch nicht uneben. Beim Catech. bemerkte ab. Nach abgelegten votis wurde solchem der Entschluß sc. coena und die 54. Frage recitiret ohne Fehler; drei man, daß er sothanen Stücken noch nicht im exercitio stehet. nebst erforderlicher Erinnerung und Vorhalten eröffnet, auch Reihen dictando geschrieben vier Fehler; des Rechnens Dictando drei Reihen geschriebenging an, was Buch- angezeigt, daß er flugs anziehen sollte. Hierauf wurde bei ist er durchaus unerfahren. staben betrifft, doch zehn Fehler! Des Rechnens nur im herzlichem Segenswunsche des Pastoris mit dessen und der 2. Jakob Macht, Weber aus D., hat die Fünfzig hinter Addiren erfahren. ganzen Gemeinde Befriedigung, auch beiderseitiger Einigkeit sich, hat gesungen: a) O Mensch, beweine dein u. s. w.; 5. Friedrich Loth, ein Unteroffizier aus Schl., so im solches Protokoll verfasset und unterschrieben." b) Zeuch ein zu deinen Thoren u. s. w.; c) Wer nur den Hochedlen von Grumkow'schen Regiment den Feldzug gegen] de M " müßte nicht allein durch Schutzleute und Wachtmeister, sondern Imann Fröhlich, Friedrichstr. 206, mittelst Ginbruchs um etwas stattete der Kassirer Kollege 3 ach au folgenden Raffenbericht auch durch Offiziere überwacht werden. Soweit uns bekannt, 4000 Mart bestohlen haben. Als Fröhlich am Morgen des vom 2. Quartal: Bestand vom ersten Quartal 63,21 M., Einbefindet sich bei der Schifffahrtspolizei nur ein einziger Polizei 12. Februar faum sein Komptoir betreten hatte, erschien nahmen im 2. Quartal 51,69 M., Ausgaben 63,92 M., mithin Hauptmann, welcher außer dem Bureaudienst auch den Exekutiv ein Kaffenbote, der einen Wechsel zur Zahlung vor- 50,69 M. Nachdem die Revisoren die Richtigkeit des Berichtes Dienst zu versehen hat, was derselbe in Anbetracht des sich täglich legte. Fröhlich öffnete feinen Geldschrank und prallte er bestätigt hatten, wurde dem Kassirer Decharge ertheilt. Alsdann steigernden Verkehrs kaum wird bewältigen können. Unverhoffte schrocken zurück, als er einen Blick in das Innere nahm die Versammlung eine Vorlesung aus der Broschüre: geeignete Kontrollen mit dem polizeilichen Dampfbote welches warf. Er sab sofort, daß der Schrank geöffnet und seines Baar: Nieder mit den Sozialdemokraten", mit Aufmerksamkeit ent mit wechselndem Personal ausgestattet werden müßte- auch des inhalts beraubt worden war. Der Augeflagte, der um 8 Uhr gegen; es wurde den Kollegen empfohlen, sich solche Nachts würden zur Folge haben, daß die bestehenden polizeilichen Morgens das Romtoir geöffnet hatte, gerieth vorläufig in feinen Bücher anzuschaffen und fleißig zu studiren. Im Weiteren Vorschriften mehr Beachtung fänden, als bisher, und würden Verdacht, er wurde nach der Polizei geschickt, um Anzeige zu er- wurde auf die im Stellmachergewerbe herrschenden traurigen Verhoffentlich derartigen Unglücken vorbeugen. ſtatten, Nachdem der Kriminalkommissar Braun eine Total- hältnisse hingewiesen und einiger grober Mißstände erwähnt. So besichtigung vorgenommen und einige Ermittelungen angestellt hatte ein Kollege bei einer Firma eine Woche gearbeitet; er er Ueber ein unerhörtes Vergehen gegen das Nahrungs- hatte, wurde in ihm der Verdacht rege, daß der Angeklagte der hielt daselbst auch kost und Logis, mußte jedoch, um seinen mittelgesetz wird uns Folgendes gemeldet: Große Empö Thäter sei. Die Verdachtsmomente mehrten sich so, daß Hunger zu stillen, noch 5 M. aus seiner Tasche verzehren; nachrung und Aufregung verursacht in unserem Vorort Kauder am dritten Tage nach dem Diebstahl verhaftet dem er nun einen Gang Bierzöllerräder gefertigt hatte, wofür es Weißensee eine dem dortigen Amtsvorstand gemachte Denunziation wurde. Der Angeklagte hatte des Abends als Letter laut Tarif 28-30 m. giebt, erhielt er vom Meister 9 M.; die eines Fleischergesellen, woraufhin zwei 3entner total im Komtoir dasselbe zu schließen. Er nahm die Schlüffel mit Soft betrug hoch gerechnet 5 M., die Schlafstätte 1,50 M., macht verdorbenes Fleisch bei einem in der Königs- Chaussee nach seiner in der Schlegelstraße gelegenen Wohnung. Am Tage in Summa 15,50 M. Also steckte der Meister noch 12,50 M. wohnenden Wurstfabrikanten polizeilicherseits tonfiszirt wurden. nach dem Diebstahl hat der Angeklagte eine Abzahlung in Höhe von dem Verdienst des Arbeiters in seine eigene Tasche. Zum Derfelbe betrieb ein ausgedehntes Engrosgeschäft und versorgt von 200 m. gemacht, zu der er noch nicht verpflichtet war. Da Schluß wurde noch der Wunsch laut, man möge die Ber namentlich die kleinen Händler, welche auf Jahrmärkten und die Privatwohnung Fröhlich's sich in einem anderen Hause be- sammlungen pünktlicher eröffnen; die Kollegen werden deshalb Straßen umherziehen, mit Wurstwaaren; am vorigen Sonnabend fand so hatte der Angeklagte während der Nacht ungestört aufgefordert, in Zukunft pünktlicher zu erscheinen. übergab der Fabrikant wie der obenerwähnte Gefelle zu Protokoll dem Komtoir einen Besuch abstatten können. Da der Angeklagte angab, feinen Leuten Fleisch zur Verarbeitung, welches durch und durch einige Zeit vor dem Diebstahl von seinem Chef nach dessen Im Deutschen Tischlerverband, Zahlstelle Norden, hielt mit„ Maden" durchsetzt war und in welchem fingerlange Würmer Privatwohnung geschickt wurde, um die vergessenen Schlüssel am 21. Juli Herr Ahrens einen Vortrag über den Untergang des umberkrochen. Als einer der Gefellen darauf erwiderte, aber zu holen, so hatte derfelbe Gelegenheit, einen Wachsabdruck Kleinbetriebes. Die Versammlung folgte den Ausführungen de Meister, so etwas kann doch kein Hund, geschweige denn ein Wiensch von den Schlüsseln zu nehmen. Alle Umstände sprachen schließ- Referenten mit großem Interesse. Die Diskussion war eine lebeifen," soll der Meister geantwortet haben: Ach was, für die lich dafür, daß die That von einem Hausdiebe begangen worden hafte. Nachdem noch einige Redner den verhältnißmäßig schwachen Kerls ist das gut genug!" Darauf legten beide Gefellen sofort war. Der Angeklagte bestritt mit aller Entschiedenheit, daß er Besuch der Versammlung getadelt und zu reger Agitation für die Arbeit nieder und erzählten die Sache bei einem Heilgehilfen, den Diebstahl begangen habe, obgleich er einen Anhaltepunkt die nächste Versammlung aufgefordert hatten, ging man aus. welcher nun gemeinschaftlich mit einem der Beiden die Angelegen- dafür, wer der Thäter sein könne, nicht zu geben vermochte. Die einander. heit dem Amtsvorstand mittheilte. Wie die sofort eingeleitete Unter Beweisaufnahme war eine sehr umfangreiche. Die Verhandlung Beutscher Tischlerverband. Zahlstelle Charlottenburg. suchung ergab, scheint der Fabrikant schon längere Zeit minder endete mit der Verurtheilung des Angeklagten zu anderthalb 25. Juli, Abends 8 Uhr bet S. Krause Bismarckstr. 74, Bersammlung. Bortrag werthiges leisch zur Berarbeitung benutzt zu haben, da nach Jahren 3uchthaus. des Kollegen Stiefenhofer. Angaben von Zeugen die Wurstwaaren schon in Zersegung übergingen, wenn sie kaum einen Tag lagerten. Der Angeschuldigte foll allerdings seine Waaren erheblich billiger als die Konfurrenz verkauft haben und machte deshalb ein vorzügliches Geschäft. statt. Versammlungen. Montag Sozialdemokratischer Lese- und Diskutirklub Spinota", Sonntag, 24. Juli, Versammlung Nachmittags 4 Uhr: Vortrag. Verein zur Wahrung der Interessen der Schuhmacher. General versammlung in Gratweils Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79, am Montag den 25. d. M. Mitgliedsbuch legitimirt. Privat- Theater- und Vergnügungsverein ,, Leffing." Sonntag ben 24. Juli, Abends 6 Uhr, in Lehmanns Restaurant, Alexandrinenstraße 32, Sitzung. Verein der Stralsunder( Mitglied des Bundes) Sonntag den Geschichte Bommerns. 24. d. M., Abends 7 Uhr bet Betßer, Grünftr. 7/8, Wallensteinfeier. Bortrag: Entree 15 Pf. Deutscher Schneider- und Schneiderinnen- Verband. Montag, 25. Juli, und Anschlagfäulen am Montag. Abends 8 Uhr, Rosenthalerstr. 38, große Versammlung. Näheres Inserat Zusammentunft im Restaurant Bodenburg, Kommandantenfir. 10-11. Daſelon Freie Vereinigung der Bauflente. Jeden Montag Abend gesellige hatten, Kommandantenstr. 20: Unterricht in der Nationalökonomie. Arbeiter- Bildungsschule. Sonntag Vormittag 10-12 Uhr: Armin Montag Abends 8%-10% Uhr: Süd- Schule, Hagelsbergerstr. 43: Unterricht in Deutsch( oberes): Süd- Ost schule, Reichenbergerstr. 138: Unterricht in Rechnen; Ost Schule, Martusftr. 81: Unterricht in Buchführung; NordSchule, Müllerstraße 1799: Unterricht in Buchführung. In allen Lehrfächern, mit Ausnahme Mathematit und Buchführung, fönnen noch Schüler Sozialdemokratische Lese- und Diskutirklubo. Sonntags. Mar Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. 2-4 Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. mann. Sonntag von Gesangverein Zur Kautions Schwindelgeschichte des sogenannten Dr. phil. Graudenz und Genossen erfahren wir noch: Der be Einer Mitgliederversammlung des Fach v'ereins rüchtigte Dr. phil. Graudenz hat noch eine dritte Schwindelei der Marmor- und Granitarbeiter erstattete am vor Jahresfrist zu verüben versucht, welche jedoch im letzten 17, Juli der Kassirer A. Wolf die Abrechnung vom zweiten Augenblick kurz vor Zustandekommen des Geschäftes" vereitelt Duartal. Die Einnahme betrug einschließlich des Bestandes vom worden ist. Graudenz hatte in Gemeinschaft mit einem Herrn 2. ersten Quartal 135,61 M., die Ausgabe 48,45 M., verbleibt ein die„ Berliner Landes- Makler- Bant" gegründet, und die Haupt- Bestand von 87,16 M. Dem Kassirer wurde Decharge ertheilt. thätigkeit dieses Institutes, das übrigens glücklicher Weise nur Aus der Wahl eines Kassirers für den Reservefonds ging Rol- Ausleihung der Bibliothetsbücher. ganz furze Zeit sein Unwesen trieb, scheint darin bestanden zu lege Langfabel hervor. Eine Unterstützungssache fand ihre haben, für Grundstücke in der Umgegend hohe Vorschüsse von Bankiers und Geldleuten herauszuholen, wobei die Darleiher Erledigung dadurch, daß der Vorstand ersucht wurde, Listen aus immer die Geprellten waren. Die Inhaber" dieser Grund zugeben. Hierauf wurde( mit 14 gegen 12 Stimmen) beschlossen, stücke war der„ Freiherr von Mangnuszewski, jener an- für 1892 teine Statiſtik aufzustellen, sondern die Fragebogen für 1893 zum Schluß dieses Jahres auszugeben, damit dieselben gebliche Rechtsanwalt, der jetzt glücklicher Weise hinter Schloß während der Dauer des ganzen Jahres sich in Händen der Kol- und Schülerinnen, auch jest im Laufe des Semesters, eintreten. und Riegel sitzt; Graudenz stellte den Gelddarleihern Mang legen befinden. Die nächste Versaminlung findet am 21. Auguftanjer, Nachmittags 3 Uhr, Schneetoppe, Noftizſtr. 29. nuszewski als einen steinreichen Herrn vor, der aus Laune das Terrain verkaufen wolle und dem es garnicht darauf ankäme, ein paar tausend Mark zu verlieren. So hatte die" Berliner Die freie Vereinigung der Berufsmusiker hielt amber las arbeiter zu Stralau Borwärts 7" Rummelsburg, bet BorgLandesmaller- Bant" das Restaurant Briefe bei Birkenwerder mit 19. Juli ihre ordentliche Monatsversammlung ab. Kollege Arbeiter- Sängerbund Serlins und Umgegend. Montag, Abends geringer Anzahlung erworben und es einem hiesigen Finanz- Rinne erstattete Bericht über die Thätigkeit der zur Aus- uhr: Nebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Norddeutsche. Konsortium unter Vorspiegelung falscher Thatsachen als Eigen arbeitung einer Geschäftsordnung gewählten Kommission. Die Schleife, Naunynſtr. 86 bei Zubeit. Liederlust, Fichtefir. 29 bet Kröfche thum des Rechtsanwalts v. Mangnuszewski angeboten. Glück zur Verlesung gebrachte Geschäftsordnung wurde ohne längere bet Ghrenberg. Liebertafel der Maler und verw. Berufsgen. Annenstraße 14 Moabiter Liebertafel, Arminiushallen. licherweise ließen die Kauflustigen über Charakter und Personalien Debatten und ohne wesentliche Aenderungen angenommen, armonie 2 Landsbergerstraße Nr. 31 bei Muſehold. Tonblüthe, der Herren Direktoren Ermittelungen anstellen und erhielten die hierauf als Ersatzmann für den aus dem Verein ausgeschlossenen Görligerfir. 58 bet Toltsdorf. Blüthe, Brenzlauer- Allee 26 bei ReferMittheilung, daß Graudenz ein notorischer Schwindler sei. Vor Kollegen W. Schulz Kollege Miche Imann in die Geschäftsstraße Nr. 43 Sängerchor der Chirurgischen Branche, Alte Schönhauserbei Reimann. Morgenroth 2, Charlottenburg etwa 10 Monaten machte sich Graudenz eines versuchten Todt- kommission( zur Regelung des Arbeitsnachweises) gewählt und Bismarckhöhe, Wilmersdorferstr. 80. Gängergruß, Friedrichshagen schlages schuldig, indem er den Bächter des obenerwähnten die Einführung des Kendantenpostens endgiltig beschlossen sowie bet Blant. Froh' Hoffnung der Zimmerer Berlin West. Restaurant Briefe, Hermann Bernau, mit dem Revolver bedrohte die Wahl des Kollegen H. 2oppe anerkannt. Ueber eine An- burg, Charlottenburger- fer ab bet Benzin. yra 2, Charlottens Gleichheit. Pappel- Allee 3-4 bet Kruse. Sängerhain, Reichen und nach demselben schoß, worauf Bernan eine Verwundung der gelegenheit, welche den Kollegen Jahnke betraf und die in dieser bergerftr. 24 bei Paghold.-& te desfreiheit I, Strausberg, im Reftaus bet linken Hand erlitt. Graudenz wurde deswegen zu sechs Wochen Versammlung nicht erledigt wurde, wird noch in einer weiteren Krüger.-& t obe Soffnung( Der Zimmerer Berlin Weſt), Kulmſtr. 36 bet Raumann. Gefängniß verurtheilt, eine zweite Straffache wegen grober Körper Bersammlung verhandelt werden. Myrthenblätter, Belforterstraße 15, bei Schneider. Felsenburg, Stoppenstraße 43c.verlegung, von Graudenz begangen an einem Bahn- Assistenten Brüderschaft( Hausdiener), Stall fchreiberstraße 29, zum Gichenen Stab.- Süd- Dit 2, Eisenbahnstr. 20 in Birkenwerder, schwebt noch. In einer Bezirksversammlung des Verbandes bet Siegismund Gangesblüthen, Koppenstraße 35, bei Reller. beiter Berlins und Umgegend referirte am 19. Juli( ane Buschriften, den Bund der geselligen Arbeitervereine betreffend, intag: aller in der Metallindustrie beschäftigten Ar- Arbeiter- Gefangverein Freiheit 2, Adlershof, bet Albrecht. Bund der geselligen Arbeitervereine Serlins und Umgegend. Herr Apelt unter Beifall über das Thema:" Licht und richten an már Geng, Berlin N. Belforterſtr. 26, 1 Frger Berein Schattenseiten der Großproduktion." Im Weiteren forderte Herr Theaterverein Boruff funt, Dr. Theater48.- Theater- und Vergnügungs Apelt die Kollegen zu fleißiger Agitation auf und tadelte zugleich verein Gimenŋor it bei Strüger, Dresdenerftr. 105( vor dem 1. und 15. feb diejenigen Kollegen, die schon Jahre lang in einer Stelle find, Monats). Turnverein Fichte", Lichtenberg, Schölzel's Seeschlößchen(„ Sum an welche die Noth noch nicht herangetreten ist und die es des- hungrigen Wolf"). Nachmittags von 4-6 Uhr: Boltsthümliches Turnen. Kollege Ta the ersuchte die Kollegen, recht fleißig die Fragehalb nicht für nöthig halten, einer Organisation beizutreten. Theaterverein" Barzantria" bei Hartmann, Danziger- und HagenauerTambourverein Ruf bei Sperling, Jufelstr. 1( Sigung nach dem 1. og vertheilen und machte bekannt, daß ſtatt der Bezirks( Hungriger Wolf), in Lichtenberg. versammlungen nunmehr Branchenversammlungen stattfinden Die Anzeige wegen Vatermordes, welche sich an den Tod des Almosenempfängers Böhm in der Alten Schönhauser ſtraße geknüpft hatte und zu der Wiederausgrabung der Leiche führte, hat durch die vorgestern, Freitag Nachmittag, erfolgte gerichtsärztliche Leichenöffnung ihre Erledigung gefunden. Der Befund lautet dahin, daß Böhm an Lungenentzündung verstorben ist. Ein gestürzter Zweiradfahrer wurde in der Skalitzer ſtraße von einem Schußmanne in der Nacht zum Freitag gefunden. Der Verunglückte benahm sich so renitent, daß er zur Mache fiftirt werden mußte, wo sich ergab, daß er nach einem fröhlichen Geburtstagsschmause, bei dem er wohl des Guten zu viel gethan, aus einem der Vororte nach Berlin gefahren war. Er hatte sich bei dem Sturze einige, jedoch nicht gefährliche Verlegungen am Kopfe zugezogen. Radfahrer möglich war, die etwa zwei Meilen weite Tour in Wie es dem stark angetrunkenen der Nacht zurückzulegen, ist räthselhaft; dahingehende Fragen beantwortete er mit der gelallten Antwort:" Das macht die Uebung!" werden. Straßen- Ecke. Geselliger und 15). Turnverein Fichte, von 4-6 Uhr in Schölzel's Seeschlößg 1 Nauchklub Blaue Quaste, Mücke, Wöhlerstr. 2. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Montag: Theaterverem Proletariat bei Köhn, Naunynstr. 83. gesellschaft Lustspiel, Eisenbahnstr. 20 bei Stegmund. Theaterverein 2ouis en städtischer Humor, Manteuffelstr. 9 bei Schröber Privat- Theater Rauchtlub Blaue Quaste, Wöhlertstr. 2 bei Mücke. Bergnügungsefes alalla, verein at pen veilchen, Straußbergergerſtr. 3 bei Birks. Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonntag. Privat- Theater Lautenbach, Suvrystraße 77. Sonntag 4 Uhr bei Foge, Köpenickerstr. 101 Privat- Theatergesellschaft Preciosa jeben Theater- und Vergnügungs verein Barletin, heute Nachmittag 5 Uhr bei Bade, Beughofstraße 8. Theaterverein Concordia Beughofstraße 8 bei Koch. Bergnügungsverein Nord, Nachmittags 5 Uhr Fennftr. 5 bei Krüger. Bergnügungsverein Germania, alle 14 Tage Bersammlung inten traße 150. Tambour- und Vergnügungsverein Gut Seit, alle 14 Tage bei Wendt, Schleiermacherstr. 2. Aposteltirche 7 b. 1 genoffen hielt am 19. Juli eine Versammlung für den Norden Der Verband der Geschäftsdiener, Packer und Berufs. Dr. Bütgenau über die Berkürzung der Arbeitszeit referiren und Nordosten im Saale des alten Schützenhauses ab, in welcher sollte. Derselbe war am Erscheinen verhindert und ebenso fein Stellvertreter Jahn, welcher bei der bekannten Gerichtsverhandlung in Guben in Haft genommen worden war. Es wurde nun zu Das Fragezeichen. Einen ergötzlichen Wirrwarr hat eine nächst bekannt gegeben, daß sich 15 Kollegen haben aufnehmen Depesche hervorgerufen, in der ein Fragezeichen fehlte. In der fassen. Dann führte Kollege D. Grauer an Stelle der verNacht zum Freitag bemerkte man in Schöneberg einen hellen hinderten Referenten ungefähr folgendes aus: Es sind seit dem Feuerschein, welcher von Charlottenburg herzukommen schien. Als Inkrafttreten des Gesetzes über die Sonntagsruhe erst drei SonnGefang-, Turn- und gesellige Vereine. Montag. Gefelliger Verein guter Nachbar sandte das Kommando der Schöneberger Feuer- tage vergangen und schon häufen sich die Beschwerden wehr folgende Depesche an den Oberbürgermeister Fritsche nach nehmer das Gesetz umgehen, indem sie hinter verschlossenen Döring, Admiralstr. 18c. der Kollegen darüber, in welcher Weise einzelne Unter- 8 wiebelfische, Nixdorf, Abends 9 Uhr in Barta's Lotal, Berliner straße 120. Bergnügungsverein Freundestreue, jeden Montag bet Geselliger Klub N a mentos, jeden Montag bei Charlottenburg: it Feuer- Hilfe nöthig? Rommando Schöne berg." Dieses um 12 Uhr 25 Minuten aufgegebene Telegramm Thüren arbeiten lassen. Der Hausdiener ist gezwungen, solches Abraham, Straßburgerstr. 5. Bitherklub Freiheitsflänge, jeden Montag Abend bei G. Frante, lief erst um sechs Uhr fünf Minuten bei dem Adressaten ein. Dazu thun, wenn er nicht seine Stelle verlieren will. So habe die aber das Fragezeichen fehlte, lautete die Nachricht: Ist Feuer Firma Heinrich Jordan die ersten beiden Sonntage von 10-12 Pfeifentlub Felsen fest, Abends 9 Uhr, Königsbergerstr. 20 bei Schabrodt. Hilfe nöthig." Infolge dessen wurde die Charlottenburger Feuer- hinter verfchloffenen Thüren arbeiten laffen und den Leuten dafür Rauchklub Brüderlich teit, Abends 9-11 Uhr bei Willi Schmidt Rauchtlub Weiße Wolte, Abends von 9-11 Uhr, wehr sofort alarmirt und rasselte eiligst nach dem bedrohten eine Vergütung von 50 Pf. gezahlt; den dritten Sonntag habe rangelfir. 141. Bernauerstr. 14. Rauchtlub Elvira, Abends 9 Uhr bei Lehmann, Schöneberg. Erst als man dort anlangte, klärte sich der Frr- diefelbe Firma schon die polizeiliche Erlaubniß zum Arbeiten ge- Friedrichsfelderstr. 27. habt und es hätten die Angestellten die ganze Nacht vom Sonn Ruderverein Vorwärts Sizung am Montag, den 27. Junt, thum auf. abend zum Sonntag und den ganzen Sonntag durch Abends 8½ Uhr, bei Bodenberg, Kommandantenstr. 10/11. Gäste willfontmen. Polizeibericht. Am 22. d. M. wurden Vormittags in den gearbeitet, um den Umzug zu bewerkstelligen. Das fei aut tabeln, benn Anlagen am Garten- Ufer in der Nähe der Hopfengrabenbrücke scharf es liefen genug Leute auf ein etwa 65 Jahre alter Mann und gegen Mittag auf dem der Straße herum, die gerne arbeiten möchten. Solchem Verhalten nicht stillschweigend zusehen. Boden des Hauses Langestr. 88-89 ein früher dort wohnhaft der Unternehmer könne man gewesener Almofenempfänger erhängt vorgefunden. An der Während, ferner bei den gelernten Handwertern eine geregelte Ecke der Bellealliancestraße und Fidicinstraße wurde gegen Mittag Arbeitszeit sowie Effenpause festgesetzt fei, wäre bei den Hausein vierjähriges Mädchen durch einen Bosiwagen überfahren und dienern hieran garnicht zu denken; diese müßten ihr Mahl wäh- Die Rebattion stellt die Benutzung des Sprechfaals, soweit der Raum einen anscheinend nicht unerheblich am Rücken verletzt. Von einem rend der Arbeit einnehmen. Redner forderte dann alle Ant abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen offenen Fenster der in der Gitschinerstr. 51 im dem Iegenen Wohnung fiel ein Blumentopf einem auf der Straße be- Kollegen zu entfalten, damit fie dem Verbande beitreten und findlichen Mädchen auf den Kopf und fügte ihm eine heftig mit ihnen vereint Mittel und Wege gefunden werden können, In der Nr. 169 in der Beilage befindet sich ein Sprechfaal einen Druck auf die gesetzgebende Körperschaft ausNachmittags fiel ein achtjähriger Knabe um auf dem Wollant schen Felde in der Nähe des Bahnhofs Gesund zuüben nach der Richtung hin, daß der Arbeitstag gefeßlich lang mit meiner Person befaßt. Ich bemerke dazu, daß ich nicht brunnen von einem in der Fahrt befindlichen Ziegelwagen, auf geregelt und volle Sonntagsrube eingeführt wird. Zebhafter Luft habe, mich mit dem betreffenden Artikelschreiber herche den er geklettert war, herab und verstarb binnen wenigen Minuten. Beifall lohnte den Referenten. In der Diskussion sprachen Sie zuftreiten, denn die Herren leisten in Schimpfereien etwas mehr Augenzeugen des Vorfalls wollen gesehen haben, daß er über- Kollegen Meihn, Uteß und Müller, sämmtlich im Sinne des Reals andere sterbliche Menschen. Nur da in dem Artikel wieder fahren worden ist, indeffen waren äußere Verletzungen auch für ferenten; diefelben führten noch einige Beispiele dafür an, in den alsbald herbeigerufenen Arzt nicht sichtbar. Gegen Abend welcher Weise das Gesetz über die Sonntagsruhe umgangen wird. ruf, will ich darauf aufmerksam machen, daß es eine Unverfrorenheit fiel eine Frau beim Fensterputzen aus dem ersten Stock ihrer in Danach soll die Firma Gebr. Grumach, Spandauerstraße, ihre ist, zu behaupten, daß in unserer Versammlung nur 63 und Der Reichenbergerſtr. 81 belegenen Wohnung auf die Straße Angestellten nach 10 Uhr mit Packeten fortgefchickt haben. Ferner der anderen 2000 Mann waren. In Wirklichkeit waren bei inch herab, erlitt jedoch anscheinend nur leichtere äußere Berlegungen. follen hinter verfchloffenen Thüren haben arbeiten lasserie 105, genau ausgezählt, was auch der Berichterstatter Willy Bach in dem Bericht fonstatirt hatte, und in der Lips'schen Versamm Abends brannten auf dem Grundstück Große Frankfurterstr. 16 Boll u. sämmtliche Firmen Holzspähne und das Dach eines Kesselhauses. Leipzigerstr. 72. Gegen 2 Stimmen wurde hierauf der Borstand fest zur lokalen Richtung stehen. Wenn die Genossen nun dar blutende Wunde zu.. Gerichts- Beitung. des Verbands der Geschäftsdiener, Packer und Berufsgenossen Sprechsaal. Inhalt desselben identifizirt zu werden. demselben diejenigen Firmen namhaft zu machen, welche während bemerkt: Man verlangt von uns in einer Resolution: 1. Geldbeauftragt, beim tgl. Polizeipräsidium vorstellig zu werden und aus ersehen sollen, daß wir uns keinen Beschlüssen fügen, so fei lassen. Ferner sprach man die Erwartung aus, daß das Königl. zum Streitfonds fammeln wollen, weil aus dem Generalfonds der Bauhandwerker" unterstügt wird, und 2. verlangt man, wir follten Unter einem schweren Verdachte stand gestern der frühere Polizeipräsidium die betr. Unternehmer in Strafe nimmt. Romptoirdiener Karl Kauder vor der ersten Straffammer des Landgerichts I. Der Angeklagte soll seinen Prinzipal, den Kauf- hielt Ber Der Fachverein der Stellmacher Berlins und Umgegend uns in jeder Nummer mit Schmuz bewirft. Würden wir für noch auf den Bauhandwerker" abonniren " Ր ein Blatt, welches wirklichung eintreten, und das kann und wird wohl Niemand angenommen werden kann, daß sein Tod schnell und ohne Leiden außer jenen Herren verlangen. Dieses allein ist der Grund, erfolgt ist. Wilhelm Kerstan, Lübbenerstr. 2. Wir schließen hiermit die Diskussion. Redaktion des„ Vorwärts". Sombart. D seine rechtsverwüstende Wirkung, und dieser wird durch keine noch so präzise Fassung des Paragraphen beseitigt werden. weshalb wir in der Lohnbewegung getrennt sind. Nun möge Ueber die Katastrophe selbst und nähere Begebenheiten erJeder sein Urtheil selbst fällen und wer noch zweifelt, der möge zählte Kandidat Levy dies und jenes, welches im Wesentlichen Der Opernführer. Ein Textbuch der Textbücher. Bes fich' mal der Mühe unterziehen, eine öffentliche Maurer- mit den telegraphischen Berichten übereinstimmt. Jedoch feien arbeitet von W. Lackowiß. Berlin, Verlagsanstalt Urania, versammlung zu besuchen. Er wird gewiß die erste Stunde von die Telegramme im Einzelnen etwas phantasievoll gewesen. So Gnadenfeld u. Co.) 1892. den Angriffen gegen uns genug haben und schnell nach Hause ist es vollständig unrichtig, wenn mitgetheilt wurde, daß der Für den Opernbesucher ist dieser Opernführer ein elegant gehen, und sich in seinen Gedanken fragen, ob man damit wirk- Direktor des Etablissements umherlief und an die Thüren der ausgestatteter Band zu dem Preise von 1 M., ein sehr nützliches lich bezweckt, die Arbeiterbewegung zu fördern. Für mich ist die Bädegäste pochte, als er den Lärm von den Bergen hörte, Hilfsbuch. Von 131 Opern theilt er den Inhalt, ein vollständiges Sache fonit abgethan und antworte ich auf keine An- und daß er später durch die Kloaken mehrere Personen Szenarium, die in der Oper vertretenen Stimmen, biographische rempelung mehr. rettete. Es befand sich gar kein Direktor in dem Etablisse Notizen der Komponisten, die Zeit der ersten Ausführungen der Berlin, 22. Juli 1892, ment, sondern eine Direktrice, welche unten in einem Opern 2c. mit. Die üblichen Textbücher liefern nur den Tert der niedrigeren Gebäude wohnte, das mit Allen und Allem, was Gefänge und lassen über die Handlung oft vollständig in Undarin war, vollständig von den Klippenblöcken zermalmt wurde. Klarheit. Diefer Mangel der Textbücher wird durch den„ OpernIn dem Thurm, der an dies Gebäude stieß, wohnte der Art der führer" beseitigt. Anstalt. Er lag wach, als die Katastrophe eintrat und sah, wie Sozialpolitisches Centralblatt( herausgegeben von Dr. die Hälfte seines Zimmers fortgeriffen wurde. Er rettete sich Heinrich Braun in Berlin). Inhalt der Nr. 30: dadurch, daß er aus seinem Fenster auf die Gallerie des Neben- XVIII. italienischer Arbeiterkongreß. Bon Prof. Dr. Werner Neben- Heinrich Braun in Berlin). hauses sprang, ein Sprung, etwa 6 Ellen weit und 30 Fuß tief! XVIII. italienischer Arbeiterfongreß. Bon Prof. Dr. Werner Noch ein Wort zum Koalitionsrecht der ArDaß die Geschichte von der Engländerin, welche, als die Ratastrophe fam, sich in ihrem Zimmer einschloß und einen Ab- beiter in Frankreich. Von Prof. Dr. v. Schubert Soldern. Zur Frage der Einführung der obligatorischen Berufsgenossenschiedsbrief an ihre Familie schrieb, ebenfalls eine Dichtung ist, schaften in der Schweiz. Von Kantonsstatistiker E. Na ef. darf nicht Wunder nehmen. Die rothe Fahne. Jm Amtsbezirk ullendorf im Kreise Obligatorische Fortbildungsschulen für Kellnerlehrlinge und LaufLandeshut i. Schl. hat, wie wir in der Freifinnigen Zeitung" burschen in Stuttgart. Großbetriebe im französischen Detailhandel. Schweizerischer Arbeiterbund und schweizerisches Arlesen, der Amtsvorsteher dieser Tage die Entfaltung einer beiterfekretariat.- Beschäftigung jugendlicher Arbeiter im pren der Schule zu Reußendorf gehörigen, aus Anlaß des dreißig Bischen Bergbau.- Bergarbeiterbewegung in Rheinland- Westjährigen Jubelfestes der Landeshuter Gnadenkirche gestifteten falen und im Saarvevier.- Katholische Arbeitervereine in Schulfahne, die aus dunkelrothem wollenen Stoff hergestellt ist Deutschland.- Statistik des schweizerischen Gewerkschaftsbundes. und den preußischen Adler, sowie die Inschrift 1859 trägt, als Deutscher Tabakverein.- Verbandstag der kaufmännischen eine sozialdemokratische Demonstration verboten. Der betreffende Lehrer meldete den Vorfall sofort dem Lokal Vereine Württembergs. Regelung der Lehrzeit im österreichiSchulinspektor, welcher die Angelegenheit der Regierung unterladen. Von Dr. Leo Verkauf.- Jahresversammlung deutschen Kleingewerbe. Die Reform der österreichischen Bruder breitet hat. Die diesjährige Generalversammlung der Bodenbefit fcher Zwangskaffenverbände. Bur Reform der deutschen UnfallReformer wird in den Tagen vom 8. bis 10. Oftober in Berlin versicherung. Zur Statistik der deutschen Invaliditäts- und abgehalten. Als Referenten sind bisher die Herren Dr. C. Ar ons Unfallversicherung im Tiefbaugewerbe. Mißstände in Fabrikund Altersversicherung. Arbeiterversicherung der Seeleute.und Damaschte ankündigt; jedoch ist die Tagesordnung noch wohnungen. Wohnungszustände in Frankfurt a. M. nicht abgeschlossen. Abbruck sämmtlicher Artikel ist Zeitungen und Zeitschriften Für die Berliner Weltausstellung sprach sich die Würz- gestattet, jedoch nur mit Angabe der Quelle. burger Handelskammer einstimmig aus. Der Arbeiterschaft Berlins und Umgegend hiermit zur Kenntniß, daß für das Vierteljahr Juli- September gegitimation starten von grauer Farbe an unsere Mitglieder ausgegeben sind. Dieses von uns eingeführte Kartensystem hat sich bisher vorzüglich bewährt, und bitten wir die geehrte Arbeiterschaft Berlins, dasselbe auch für die Folge anzuerkennen. Ganz besonders bitten wir, Denjenigen, mit welchen man Musikgeschäfte abschließt, die Legitimationskarten abzuverlangen. Da es wiederholentlich vorgekommen ist, daß Nichtmitglieder durch flüchtiges Vorzeigen von Einlaßkarten zu Tanzvergnügungen() 2c. für uns bestimmte Musik aufträge an sich gerissen haben, so bitten wir, in Zukunft fich die Karten genau anzusehen, besonders darauf zu achten, daß cs heißt: Freie" Vereinigung 2c. Im Uebrigen sagen wir allen Auftraggebern für die reiche Unterstüßung und das bisher in vollem Maße entgegen gebrachte Vertrauen unsern besten Dant. Durch jahrelange Schulung wird es uns immer mehr möglich sein, Fehler und Mängel, die unferer Vereinigung noch hie und da anhaften, auszumerzen, um schließlich den an uns gestellten Anforderungen voll und ganz gerecht werden zu können. Mit genossenschaftlichem Gruß Die Freie Vereinigung der Zivil- Berufs= musiker Berlins und Umgegend. Im Auftrage: G. Schonert, 1. Vorsitzender. Vermischtes. " " In Berge Borbeck fiel auf dem Bahnhofe der Lokomotivführer des Berliner Schnellzuges Achnet von seiner Maschine und wurde getödtet. Abermals Einer. Der Kaufmann und Stadtrath Heinr. Schwarz in Kirchheimbolanden ist dem Kirchheimbolandener Anzeiger" zufolge, dieser Tage verhaftet worden. Er soll sich in seiner Eigenschaft als Generalbevollmächtigter des in Mannheim verstorbuen Rentners und Müllers Berg, für welchen er seit Jahren deffen umfangreiche Vermögensverwaltung führte, großer Veruntreuungen schuldig gemacht haben. " Und immer noch Einer. Eine Untersuchung gegen den flüchtigen Sekretär des Bürgermeisters zu Toulon ergab, daß derfelbe 320 000 Frants unterschlagen hat. " Getverbegerichte und Einigungsämter, in Deutschland und England, sowie 2 Auffäße von Dr. Karl Möller, Fabrikant in Brackwede und Wilhelm Hirsch, Sekretär des Zentralverbandes deutscher Industrieller in Berlin. Leipzig, Verlag von Fr. Wilh. Grunow 1892. " Depeschen. " Diese Schrift ist unter den von Prof. Otto Baumgarten in Jena mit Unterstüßung des Evangelisch- sozialen Ueber das Unglück zu St. Gervais wird in der Kongresses herausgegebenen Evangelisch- sozialen Zeitfragen" Donnerstagsnummer der Kopenhagener Zeitung Politiken" ein veröffentlicht. Die beiden Aufsätze stizziren die englischen TradesBericht des cand. jur. Levy veröffentlicht, den wir seiner interUnions in ihren Bestrebungen und Erfolgen in Beziehung auf effanten Einzelheiten wegen in nachstehender Uebersetzung Gegenwartsbild and der bürgerlichen Gesellschaft. Gewerbegerichte und Einigungsämter und wenden sich dann gegen wiedergeben. Der Verfasser ist der Sohn des ebenfalls beim Eschwege, 19. Juli. Ein ca. 50 Jahre alter Bildhauer, der sich die deutschen Arbeiterorganisationen. In dem SchlußBergsturz verunglückten dänischen National- Bankdirektors Levy, auf der Fußreise nach seiner. Heimathsstadt Erfurt befand, brach worte spricht sich Herr Hirsch dahin aus, daß alle dessen Beerdigung am Freitag stattfand. Der gewesene Badeort gestern Mittag vor Mattigkeit und Hunger vor der Brücke zu Konzessionen, auch bei allen Maßnahmen war ein Komplex von prachtvollen Gebäuden mit Säulenreihen fammen. Die Bewohner der Brückenstraße erbarmten sich seiner positiver Sozialpolitit- welche geignet find, und Gallerien bis zur obersten Etage. Er lag unten in einem und spendeten Trank und Speise, die er mit einem wahren Heiß- birekt oder indirekt der Organisation der tiefen Thal, umgeben von hohen Klippen, und beschattet von dem hunger verzehrte. Schließlich sammelten die mitleidigen Bewohner deutschen Arbeiter Borschub zu leisten, zu ver dichten Laub der Bäume. In der Mitte der ersten Etage eines der Brückenstraße noch Geld für den armen Mann, sodaß dieser werfen seien." Dieses ist selbst dem Herausgeber etwas zu start, dieser Gebäude hatten Levy und sein Vater ihre Zimmer neben den Weg nach seiner Heimath per Eisenbahn zurücklegen fonnte. und er rechtfertigt die Veröffentlichung nur damit, daß es im cinander. Herr Levy erzählt, daß er in der Unglücksnacht gegen Auch ein Beweis, wie gut es den Stromern" geht!( Voltsblatt Programm des Unternehmens liegt, verschiedenen Auffassungen zwei Uhr durch einen rollenden Lärm erwachte, der von für Heffen, Nr. 169 vom 21. Juli.) der sozialen Aufgaben, sofern sie nur von arbeiterfreund= den Bergen tam und den er für Donner hielt. Er lag Große Unterschleife find im Steueramt zu Fiume licher und zugleich fachkundiger Seite ausgehen, zur Aussprache einige Minuten und lauschte, der Lärm wurde stärker bis entdeckt worden. Sämmtliche Beamte befinden sich in Unter- zu verhelfen." Man sieht, was Herr Prof. Baumgarten unter plötzlich ein unbeschreibliches, wahnsinnig stürmendes Getöse los fuchung. Es wurden geringere Beträge abgeliefert, als ein- Arbeiterfreundlichkeit" versteht; für ihn scheinen alle brach. Er wollte aufstehen, aber in derselben Sekunde fühlte er genommen waren, und bei den Mahnungen den Oberbehörden kapitalistischen, noch so engherzigen, feindseligen und von dem sich mit dem Bett in die Höhe gehoben bis dicht unter die Decke. gefälschte Protokolle eingesandt über fruchtlose Pfändungen. Die größten Haß gegen die Arbeiter diktirten Bestrebungen selbstDas ganze Zimmer war mit Wasser gefüllt. Im nächsten Augen- Unterschlagungen reichen bis 1884 zurück. blick wurde er von seinem Lager herabgeschleudert und befand verständlich noch immer die„ Arbeiterfreundlichkeit" zu involviren. fich in der entgegengesetzten Bimmerecke. Nicht einen Augenblick verlor er die Besinnung. Um sich herum sah er Tische, Stühle, Bettzeug und große Eisblöcke im wilden Durcheinander kreisen. Das Waffer stieg beständig. Es fehlten nur noch einige Zoll, dann war das ganze Zimmer gefüllt. Er lag auf dem Rücken und drückte das Gesicht gegen die Decke, nur auf diese Weise konnte er Luft bekommen. Er entsinnt sich, daß er mit seinem Körper mit aller Kraft gegen die Maurer drückte, fie gab nach und es entstand cine Deffnung von etwa einer Elle Durchmesser. Das Waffer fing un an zu finten, er lag stets auf derselben Stelle. Die Kräfte fingen an zu erlahmen, aber er hatte das Gefühl, daß er gerettet werden würde, wenn er aushalte. Rund um sich herum hörte er noch beständig fürchterliches Geschrei;- eaß sein Vater um gekommen war, konnte er in diesem Augenblick nicht mehr bezeifeln. Das Wasser sant langsam, aber noch war nicht daran zu denken, festen Fuß zu fassen. Ein Eisblock tam in seine Nähe, er schwang sich hinauf, um ein wenig darauf zu ruhen, aber die einige Rälte nahm ihm die Kräfte, er schob ihn wieder von fich Dr. Roche interessante Untersuchungen angestellt. Nach demselben Gesandten Lardy in Der bestehenden Konvention enthaltene fort. Nach kurzer Zeit konnte er die Ecke seines schwimmenden ist bei solchen Unglücksfällen niemals Krampf im Spiel, wie auch mehrere Die Grundlage bes neuen Uebereinkommens Bettes packen, hierdurch konnte er sich über Wasser halten. Da die von ihm untersuchten Zeichen plößlich untergegangener Artikel. hörte er dicht in seiner Nähe Hilferufe. Es waren zwei junge Schwimmer feinerlei Merkmale des Krampfes aufweisen. Das bildet die Bestimmung, daß die beiden Länder sich gegenDamen, die gleich ihm aus ihren Betten gespült schnelle Nachlassen der Muskelkraft foll vielmehr dadurch erzeugt feitig ihre niedrigsten Bolltarife zugestehen. Die Ratifitation Abkommens tann bis zum Schluß des laufenden worden waren, die Strömung hatte sie durch die Mauer- werden, daß Schaum oder Wasserstaub mit der Ginathmung in des öffnung in fein Zimmer geführt. Er schwamm zu den Schlundkopf( Pharyng) gelangt und von den Luftwegen ein- Jahres hinausgeschoben werden, damit gewisse Artikel den ihnen hin die eine war schon im Begriff unterzugehen gesogen wird oder, wie es beim Publikum heißt, in die falsche bezüglichen Parlamenten zur Genehmigung unterbreitet werden und brachte sie nach der Betistelle, an der sich alle drei nun Rehle" geräth, wodurch eine augenblickliche Stockung fämmt fönnen. Das Uebereinkommen enthält überdies eine Literarjefihielten. Die beiden jungen Damen waren Pariferinnen, licher Athmungsorgane stattfindet. Kommt das Wasser konvention, in welcher beide Staaten sich die Reziprozität zu= Töchter eines französischen Bantiers. Sie sind beide gerettet beim Beginn einer Ginathmung in die Luftröhre( Trachea), sichern. worden, ebenso ihr Vater, ihre Mutter ist dagegen umgekommen. wenn die Zungen ganz luftlcer sind, so sinkt der Körper sofort. Pittsburg, 28. Juli. Als der Direktor der Carnegie'schen Es vergingen wohl etwa anderthalb Stunden, bevor das Geschieht dies während des Athemholens, so wird der Kampf Werke, Frick, in denen der Streik fortdauert, sich heute Nach Waffer soweit gesunken war, daß Levy festen Grund unter den etwas verlängert. Bemerkt man daher, daß Jemand beim Baden mittag in seinem Bureau befand, trat ein Mann in dasselbe ein Füßen fühlte. Mit ungeheuerer Mühe bahnte er sich einen Weg ungewöhnliche Bewegungen mit den Armen macht, so muß sofort und gab, ohne ein Wort zu sagen, einen Schuß auf Frick ab; durch den Moraft, der zurückgeblieben war, um nach dem Zimmer Hilfe geleistet werden, weil der Betreffende unter den be- letzterer wurde schwer verwundet. Der Attentäter ist festgenommen. feines Vaters zu gelangen. Aber es war unmöglich dort hinein- schriebenen Umständen feinen Hilferuf äußern kann. zukommen. So watete er denn zusammen mit den jungen Damen aus dem Gebäude heraus, um zu sehen, wie es draußen ausiah. Die Jufel Sangir ist durch den Ausbruch des GenugavooBulfanes in ihrem nordöstlichen Theil vollständig zerstört. 2000 Eingeborene sind mit diesem Theile der Insel untergegangen, jedoch keine Europäer. Die südöstliche Hälfte ist nicht unter( Wolff's Telegraphen- Bureau.) gegangen, auf dieser sind die Gebäude und die Ernte zerstört. Giner Hungersnoth ist durch sofortige Hilfeleistungen vorgebeugt. Mituchen, 23. Juli. Gestern Abend stießen auf dem hiesigen Bostalisches. Der belgische Verkehrsminister hat dem Zentralbahnhofe zwei rangirende Lokomotiven mit ihren Tendern Publikum Marken zur Verfügung gestellt, welche die Aufschrift zusammen. Bier Bahnbedienstete wurden leicht verlegt. die Rosenheimer tragen:" Sonntags nicht zu bestellen." Diese Marten die Allgemeine Beitung" meldet, sind find, wie die Köln. 3tg." mittheilt, nach Belieben der Absender Niederungen wiederum überschwemmt und die daselbst befindauf die Postpackete zu leben, die sonst der Regel nach auch lichen Fabrikbetriebe unterbrochen. In Bajau sind die DonauSonntags bestellt werden müßten. quais vom Wasser überspült. " Wie Der Krampf im Wasser. Ueber den sogenannten Krampf Paris, 28. Juli. Das Handelsübereinkommen zwischen Frankim Waffer, welchem alljährlich viele Personen, auch gute reich und der Schweiz, welches heute Nachmittag von dem Schwimmer, zum Opfer fallen, hat der amerikanische Arzt Minister des Ausivärtigen Ribot und dem schweizerischen unterzeichnet werden soll, übernimmt Literarisches. Es war ganz hell geworden. Ein fürchterlicher Anblick bot sich ihnen. Zusammengestürzte Häuser und Leichen es war ein herzzerschneidender Jammer. Der Friseur der Anstalt hatte aus Schränken, Tischen, Kommoden und sonstigem Hausgeräth Grober Rufng. Gine zeitgemäße Betrachtung. Von eine Art Brücke bis zum Berge gebaut, worüber man einiger Gustav Kututsch. Berlin SW. Verlag Hugo Steiniz. ( Depeschen des Bureau Herold.) Oldenburg, 23. Juli. In dem oldenburgischen Dorfe Achternholt wurde in verflossener Nacht, gelegentlich einer Hochzeit ein 18jähriges Mädchen mittels eines Schnittes durch die Kehle ermordet. Der Thäter ist unbekannt. Kopenhagen, 23. Juli. Die fönigl. Gesundheitskommission erläßt an alle betreffenden Behörden die dringende Aufforderung, für die öffentliche und private Reinlichkeit in den Städten und bedacht zu sein. maßen sicher vorwärts fommen konnte. Levy tam hinüber und, Der Unfug des groben Unfugs" unterliegt in der jüngsten auf dem Lande Sorge zu tragen, auch Lokale zur Isolirung nachdem er seine beiden weiblichen Begleiterfowohl er wie sie Beit auch in der juristischen Welt mehr oder weniger herber Cholerakranker zu beschaffen und auf den schnellen Umzug noch waren selbstverständlich noch so unbekleidet, wie sie das Bett auf- Svitit. Gine folche giebt auch die vorliegende kleine und inter- gesunder Bewohner aus schlechten oder unreinlichen Wohnungen gesucht hatten, aber ebenso selbstverständlich dachte Reiner von effante Schrift. Nur wird fast überall die Quelle des Nebels am Petersburg, 23. Juli. Der Finanzminister Wyschnegradski ihnen daran bei einem Bauern untergebracht hatte, suchte er falschen Orte gesucht und so auch in dieser Schrift. Es heißt in hat gestern den garen um Enthebung von seinem Bosten ersucht Leute anzuwverben, um nach seinem Vater zu suchen. Aber sie derselben: wollten nicht mitgehen. Das Haus da drüben könne zusammenftirzen, und sie seien Familienväter. Er bot ihnen Geld, soviel fie haben wollten, aber erst nach langen Ueberredungen konnte er fie zum Mitkommen bewegen. Doch alles Suchen war vergebens. Man drang in das Zimmer seines Vaters, die Möbel lagen alle zerstreut umber, ebenso das Bettzeug, aber fein menschliches Wesen, teine Leiche. So ging der junge Mann mit seinen Leuten zwischen den Ruinen umber. Bei jedem zweiten Schritte fanden Uebel liegt eben ganz wo anders als in der Mangelhaftigkeit des fie eine Leiche, die meisten waren fürchterlich verstümmelt; hier Gesetzes. Es liegt in dem hartnäckigen Bestreben, die Gefeße fand man einen Arm, dort einen Kopf, hier einen Körper; als dienstbar zu machen den Wünschen der herrschenden Macht. Der er etwa zwanzig folcher Leichen gesehen und immer nicht seinen Geheimbunds- Prozeß auf Grund des Kopenhagener Kongresses, Vater gefunden hatte, wünschte er beinahe, daß er ihn nicht für den man lange ein geeignetes Gericht fuchen mußte, London, 23. Juli. Die Regierung läßt erklären, daß sie finden möchte. zeigt, mit welcher Hartnäckigkeit und Konsequenz diese durchaus den von Evan Smith vorgenommenen Abbruch der In den folgenden drei Tagen hatten Levy und der vor- Versuche gemacht wurden. Man sehe ferner ,, wie man Verhandlungen mit dem Sultan von Marokko billigt. erwähnte französische Bankier, dessen Töchter Levy gerettet hatte, in der Rechtspraxis mit dem Begriff der Majestäts- Gibraltar, 23. Juli. Evan Smith ist hier gelandet, nachaber dessen Gattin umtam, ein ganzes Heer von Leuten aufgeboten, beleidigung, der Beleidigung Bismarcks und so weiter bis zu der dem er die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit dem Sultan um zu suchen. Sonderbarer Weise wurden die Leichen des Kon- Beleidigung irgend eines Beamten umgesprungen ist; wie man von Marokko abgelehnt hatte. Er erwartet hier weitere Inferenzrathes Levy und der Mutter der beiden jungen Damen gleichzeitig ferner die beutungsfähigsten Gesetzes bestimmungen geschaffen hat, Diese Handhabung( des Unfugsparagraphen) wird aus- und den Verkehrsminister Witte als seinen Nachfolger vorschließlich durch den abstrakten, unklaren Wortlaut der gefchlagen. Minister Witte zögert, das Finanzportefeuille zu Gesetzesbestimmung ermöglicht. Der debelstand kann aber übernehmen, da er in seinem jetzigen Ressort noch verschiedene nur dadurch unmöglich gemacht werden, daß die zwei Reformen vorzunehmen wünscht. Petersburg, 23. Juli. Der Wolgar" theilt mit, daß Worte grober Unfug" aus dem Strafgesetzbuch eliminirt und durch eine konkrete bestimmte Fassung ersetzt werden." einige Cholerafälle in Nischnij- Nowgorod vorgekommen feien, von denen zwei tödlich endeten. Unseres Erachtens würde dadurch nichts gebeffert. Das Warschau, 23. Juli. Nach einer Meldung polnischer Blätter erwiderte der Zar dem Chef der Warschauer Gendarmerie, welcher auf die Gefahren der Russifizirung in Polen aufmerksam machte:" Für das Wohl Rußlands müsse die polnische Nation vernichtet werden." und dicht neben einander am Donnerstag Nachmittag gefunden. Die den Kanzelparagraphen, den Arnimparagraphen u. f. w. Den struktionen des Auswärtigen Amtes. Leiche des Konferenzraths Levy war nicht im Geringsten verlegt und Streben der Unterdrückung aller gegen die herrschende Macht das Geficht war sofort zu erkennen. Die Züge waren ruhig, sodaß gerichteten Bestrebungen dankt auch der„ grobe Unfug" Paragraph Fachverein der Tischler General- Versammlung am Montag, den 25. Juli ds. Js., Abends 8% Uhr, im Lokale des Herrn Norbert, Beuthstraße Nr. 22. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Rendanten, des Vorstands, sowie des Arbeitsvermittlers und der Bevollmächtigten. 2. Anträge. 3. Vereinsangelegenheiten. 413/13 Im Interesse der Vereinigung ist es Pflicht eines jeden Kollegen, in. dieser Bersammlung zu erscheinen. Der Vorstand. Deutscher Tischler- Verband. Zahlstelle Berlin. Versammlungen Montag, den 25. Juli, Abends 8 Uhr, im Lokal Rölling, Nene Friedrichstr. 44. Branche der Parquetleger. Achtung! Stuckateure! Achtung! Große öffentliche Versammlung am Montag, 25. Juli, Abends 8 Uhr, bei Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a. Tagesordnung: 1. Welchen Werth haben Arbeiter- Kongresse? Referent: Genosse Wilke. 2. Eventuelle Wahl der Delegirten. 3. Gewerkschaftliches. 478/8 Es ist Pflicht jedes Kollegen in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Vertrauensleute. Grosse öffentliche BrauerVersammlung am Dienstag, den 26. Juli, im großen Saal bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75. Tagesordnung: 1. Vortrag über Arbeitsverhältnisse der Brauer sonst und jetzt. Referent Kollege Hilpert. 2. Berichterstattung der Kommission über die letzten Unterhandlungen in den Brauereien. 3. Berichtigung der Kommission des Arbeitsnachweises. 4. Verschiedenes. Der Einberufer. 11886 Achtung! Textilarbeiter. Achtung! Grosse Versammlung Todes- Anzeige. Am 21. d. M. verstarb plötzlich unfer lieber Freund und Kollege, der Maurer Philipp Preiss im Alter von 36 Jahren. Derfelbe hinterläßt eine Frau mit fünf Kindern und bitten wir Kollegen und Bekannte sich recht zahlreich an der Beerdigung, welche Sonntag, den 24. d. M., Nachm. 2 Uhr von Bethanien aus nach dem St. Michaelis- Kirchhof in Britz statt findet, zu betheiltgen. 1176b Seine Freunde u. Kollegen. Empfehle mein Geschäft in friscaen Blumen und Kränzen. 533 L Robert Meyer, Nr 2. Mariannenstraße Nr. 2. NB. Um häufigen Frrthum zu ver meiden, bitte ich meine Freunde und Genossen, genau auf meine Adresse zu achten. Achtung! Den Rollegen und Ge noffen zur Nachricht, daß ich Skaliter straße 140 ein Lokal mit vollem Ausschant eröffnet habe. Achtungsvoll Bernhard Lingk. Auch ist daselbst ein Vereinszimmer zu vergeben. 1158b Tagesordnung: 1. die Preisverbältnisse der Firma Rosenfeld. Ref. der Filialen der Wirker, Weber und Sticker Bierverlag. unſere vorzüglichen, verHerr Emil Witte. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Osten und Südosten. Dienstag, den 26. Juli, Abends 8½ Uhr, im Lokal Schirmacher, Andreasstr. 26. Tagesordnung: 1. Bortrag. Referent Herr Dr. Goldmann. 2. Di Tussion. 3. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 464/15 180/6 Die Ortsverwaltung. Central- Kranken- und Sterbekasse der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter. Dertliche Verwaltung Rixdorf. Mitglieder- Versammlung am Montag, den 25. Juli, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Barta, Bergstraße 120. Tagesordnung: 1. Wahl der gesammten Ortsverwaltung.( Die bereits. gewählte Verwaltung ist vom Vorstand nicht bestätigt worden.) Die Wahl findet unter Leitung des Ausschusses statt. 2. Rassenbericht vom 2. Quartal. 3. Verschiedenes. Das Mitgliedsbuch legitimirt. Das Erscheinen der Mitglieder ist Pflicht. am Montag, den 25. Juli, Abends 8% Uhr, in Heise's Salon, Lichtenberger- Straße Nr. 21. Tagesordnung: mittelst neuester Maschinen und durch Kohlensäure abgezogenen Biere, wie nachstehend( durch Wagen frei Haus): 30 Fl. Lagerbier 4/10 1. Bericht der Filialen bezüglich der Verschmelzung. 2. Wahl des ge- 30 Fl. Franziskaner 4/10. fammten Borstandes. 3. Wahl der Fachkommission. 4. Regelung des Arbeits- 30 l. Pilsenerbier/ 10. nachweises und des Herbergswesens. 5. Verschiedenes. Bei der höchst wichtigen Tagesordnung ist es nothwendig, daß ein jedes Mitglied erscheint. 1194b Die Bevollmächtigten. J. A.: E. Lieber 3. Ost- und Westpreußen! Große öffentliche Versammlung am Dienstag, den 26. Juli, Abends 81, hr, in den Gratweil'schen Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Abrechnung der Agitationskommission. 307/16 4. Neuwahl derselben. Für den Ausschuß: H. Noeske. Für die Ortsverwaltung: Wilhelm. 258/1 Deutscher Tischler- Verband Zahlstelle Charlottenburg. Montag, 25. Juli, Abends 8 Uhr, im Saale des Hrn. H. Krause, Bismarckstr. 74. Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Kollegen A. Stieffenhofer. 2. Abrechnung vom zweiten Quartal. 3. Verschiedenes und Fragetasten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Bevollmächtigte. A. Schnell. Der Einberufer. Carl Rott, Münchebergerstr. 29. Sängerchor der Töpfer Berlins. Sonntag, den 14. August: Landpartie per Kremser Deutscher Schneider- u. Schneiderinnen- Verband Friedrichstraße 44. ( Filiale Berlin). Montag, 25. Juli, Abends 8%, Uhr, im Lokal Rosenthalerstr. 38: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Handwerkerbestrebungen und Sozialdemokratie. Referent: Bahnarzt Robert Wolf. 2. Wahl der Delegirten zum Verbandstag. 3. Abrechnung pro II. Quartal 1892. 4. Verbands- Angelegenheiten. 417/15 nach Wannsee( Belitzhof). Das Komitee. 1080b I 9 • . 3 M. 3. f 3 . C b G 30 Fl. Exportbier 4/10. 3. 30 1. Münchener Union 4/10 3. Werkstätten, Vereine 2c. haben größeren Rabatt. Hochachtungsvoll Rott& Zschack, W., Nollendorfstr. 23. Telephon: Amt 8 Nr. 2678. 9002 L Stempel! Kinderwagen, größt.Lager Berlins zu Fabrikpreisen Theilzahlung geftat tet. 200 Stück Reise förbe billig zu Rauf und Miethe. Andreasstr. 53, parterre u. 1. Etage Vereins- Abzeichen. H.GUTTMANN Stempel-, *( Schablonen-, SchilderFabrik Berlin N., Brunnenstr. Stempel! Gravirung von Inschriften etc Kollegen und Genossen sind hierzu eingeladen, haben sich spätestens bis Dienstag, den 2. August zu melden und erfahren alles Nähere bei den Kollegen Allen Freunden und Bekannten em Thiele, Weibenweg 35; Reichel, Buttbuserstr. 18; Riemer, Swinemünderstr. 29; pfehle meine Bigarren- und Tabak. Rapputom, Bergstraße 38, sowie Dienstag Abend in der Uebungsstunde, Neue Fabrik. 5. Wibbing, Spreeftr. 10. Stimmbegabte Kollegen, die gewillt find, dem Verein beizutreten, finden ist sofort zu verkaufen. Chorinerstr. 29. Ein Kohlengeschäft nebst Fuhrwert ebenfalls in der Uebungsstunde Berücksichtigung. Betten, schöner Stand, neu, 22 M. fofort zu verf. Brigerstr. 10, v. part. Alle Diejenigen, die sich gelegentlich Kinderwagen verk. billig Blumen der am 16. d. M. stattgefundenen straße 51b, 3 Tr. r. Dampferpartie nach Nieder- Schönweide Meyer's od. Brodhaus' Leriton taufe. die Geltendmachung von Ansprüchen 661M) A. Saner, Rüdersdorferftr. 36. an unterzeichneten Verein gesichert Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Zimmerer ( E. H. Nr. 2 Hamburg). Oertliche Verwaltung Berlin. Achtung! General- Versammlung baben, wollen sich Freitag, den 29. d. M., Gäste haben Zutritt. Die Mitglieder werden aufgefordert, die Mit- am Dienstag, den 26. Juli cr., Abends gliedsbücher mitzubringen. Zahlreiches Erscheinen erwartet. Die Lokalverwaltung. 8 Uhr, in Feuerstein's Lofal ( unterer Saal), Alte Jakobstr. 75. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung pro 2. Quartal 1892. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tapezirer u. verwandter 2. Bortrag des Herrn Dr. Zadek über Berufsgenossen( Verwaltungsstelle Berlin). das Krankenkassen- Gesetz. 3. Ver schiedenes. Der Wichtigkeit der Tagesordnung Mitglieder- Versammlung wegen ist das Erscheinen sämmtlicher Mitglieder nothwendig.[ 350/12 am Montag, den 25. Juli, Abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Feuerstein, Alte Jakob Straße Nr. 75. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal 1892. 2. Stellungnahme zur außerordentlichen Generalversammlung am 14. August in Hamburg und Wahl der Delegirten. 3. Jnnere Kaffenangelegenheiten. Der Vorstand. J. A.: A. Gruse, Höchstestr. 18. Ordentliche Generalversammlung Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, in dieser Versammlung zu er des Arbeitervereins f. Cöpenick scheinen. Quittungsbuch legitimirt. 1147b Die Ortsverwaltung. Sanitäts- Verein für Arbeiter beiderlei Geschlechts( E. H. No. 85). und Umgegend am Dienstag, den 26. d. M., Abends 1192b Ein zum Brot oder Obstverkauf von Abends 8 P.gr an, in dem Lokale passendes Regal ist billig zu verk, be von Nicolay, Elisabethkirchstr. 14, 50 Pf. Franz Berndt, Lebuserstr. 10. pro Billet abholen. 495/10 27612 Ebendaselbst liegt ein gelegentlich der Kinderwagen. Größtes Lager 33. 5.v. Manchettenknopf zur Abholung bereit. Dampferpartie gefundener goldener Allen Genossen empfehle mein Arbeiter- Gesangverein Nord". Blumengeschäft und Kranzbinderei. Allen Sanges und Parteigenossen A. Krause, Wiencritraße 11. des königlichen Amts empfehle ich mich zur Aufnahme von Rechtsbureau richters a. D., Alte Fener- und Lebensversicherungen, Jakobstr. 130. Gewissenhafter Rath auch nach außerhalb. Aufnahmegebühr in allen Angelegenheiten. Unbemittelte wird nicht erhoben. A. Miesch, 1171b Weißenburgerstr. 49, unentgeltlich. Auch Sonntag.[ 2656L opha's und Matrahen, sowie Wißmannstr. 10 herrt. Ausf., jof. ob. 101.frdl. Fl. Wohnung. jede Tapezirerarbeit fertigt gut 1.Dft. 3. vm., a. Stall f. 1 Pferd u. Remife und dauerhaft an Hartung 1048b Königgräherstraße Nr. 67. 8½ Uhr, im Lokale des Hrn. Albrecht Staare zu Adlershof. Tagesordnung: 1. Aufnahme Prinz Handjerystr. 22, Nixdorf- Berlin, find billige freundliche Wohnungen mit Wasserleitung und Kloset schon von 1,50, Finken, Wachteln, Lerchen 144,- Mt. an, große Geschäftsläden, Meisen 80 Pf., reelle Männchen. F. Schnelle, Etalizer- Straße 132. neuer Mitglieder. 27072 2. Kassenbericht. 3. Jahresbericht. General- Versammlung 4. Neuwahl des Vorstandes. 5. Wahl am Dienstag, deu 2. August, Abends 8 Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstrasse No. 75. Tagesordnung: Fortsetzung der Statutenberathung. Mitgliedsbuch Der Vorstand. legitimirt. 260/11 Achtung! Gentral- Kranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer |( E. H. Nr. 8). der Revisoren. 6. Vereinsangelegen heiten. 493/8 Der Vorstand. Vereins- Versammlung der Filzschuh- Arbeiter und Berufsgenossen Berlins und Umgegend am 25. Juli, 81/2 Außerordentliche Mitglieder- Versammlung 8 Uhr, bei Seefeldt, Grenadierſtr. 33. des Bezirkes Berlin 1.( Friedrichsberg und Rummelsburg) Dienstag, den 26. Juli, Abends 8 Uhr, in Herzog's Salon, Memelerstr. 68. Tagesordnung: 1. Kaffenangelegenheiten. 2. Wahl der Delegirten zur Generalversammlung.- Es ist durchaus dringende Pflicht eines jeden Mitgliedes, zu dieser Versammlung zu erscheinen, da sie von höchstem Die Ortsverwaltung. Interesse ist. 1148b Ethische Gesellschaft. Am Sonntag, den 24. Juli, Abends 8 Uhr, in den Armin- Hallen, Rommandantenfiraße 20: Vortrag des Herrn Folger über: ,, Das Wesen der Religion". Tagesordnung: 1. Bierteljahresbericht. 2. Vortrag. 4. Vereinsangelegen 3. Diskussion. heiten. 5. Verschiedenes. 184/18 Es ist Pflicht aller Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Besonders werden die Kollegen aus der Fabrit von Schlitzweg hierzu aufgefordert. Der Vorstand. Charlottenburg. 27622 Empfehle Freunden und Genossen mein Weiß und Bairisch- Bierlokal. Vereinszimmer zu Versammlungen, Nach dem Vortrag geselliges Beisammensein, mindestens 100 Personen faſſend. Gäste, Herren und Damen, haben Zutritt. 438/18 Hermann Krause, Bismarckstr. 74. Die beste Weiße schäftsbetrieb passend, Pferdeställe und Remisen staunend billig zu vermiethen. Näheres beim Wirth. Prächtige 992b Wohnungen zu 55, 60 straße 24 bei Berning. 65 Thlr. Hennigsdorfer 854 b Frdl. Schlafft. f. Herr. z. verm. bei im Norden( ohne Wasserzusah) giebt's im Wandel, Schulzendorferstr. 4 I. I.[ 11506 ,, Zukunftsstaat", Kastanien- Allee Nr. 35. Für 3 Mark frei in's Haus: 2 Herrn f. frdl. Schlafstelle Naunyns straße 1, v. 3 Tr. r., sep. 11686 16 große oder 32 kleine Weißen. Tochter Minna auf meinen Namen Konzert- Park ,, Viktoria" mit Frankfurter Allee 72. 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Verantwortlicher Redakteur August Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 1128b 3 b 2 b t e g m น b b b b e a D 2 ti b d e 11 m fe fu be D C 86 το gt Be 0. 3 b 2. Beilage zum Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 171. Sonntag, den 24. Juli 1892. Parteinachrichten. Allgemeine Zeitung", als sie schrieb, die Breslauer zu einander? " Erklärung: " 9. Jahrg. Geflunkert hat wieder einmal die„ Norddeutsche 3. In welchem Verhältniß stehen die drei Eigenthumsformen Mann- Volkswacht" sei unserer Polemik gegen die dortige Genossen- 4. Wendet man beim Ackerbau Maschinen( Saat, Ernte, August Dreesbach veröffentlicht in Nr. 170 der Mann- fchaft Solidarität" schärfstens entgegengetreten. Die Volts- Dresch u. f. w. Maschinen) an und in welchem Verhältniß? heimer Volksstimme" folgende wacht" hat erklärt, daß auch sie mit dem utopistischen Unter- 5. Was für einen( monatlichen oder jährlichen) Lohn ernehmen gar nichts zu thun habe, und das thut sie in einer Art, halten die auf den Gütern angestellten Personen( Knechte, daß von schärfter Zurückweisung um so weniger die Rede sein Hirten u. f. w.)? 6. Was für einen Lohn erhalten die Tagelöhner?- Mit fann, als sie selbst nur annimmt, wir hätten ihr einen„ verblümten" Vorwurf machen wollen. Ihr galt indeffen" tein Nahrung?- Ohne Nahrung? Vorwurf. Wie sehr übrigens unsere Kritik der erwähnten Genossenschaft von den Breslauer Parteigenossen begrüßt wird, läßt sich aus einem Briefe schließen, den wir hiermit aus3ugsweise veröffentlichen: Gegenüber den Entstellungen und Verdrehungen, welche die ultramontane Presse an meine Ausführungen über den Werfaffungseid gelegentlich unferer Berichterstattung über unsere Thätigkeit in der Zweiten badischen Kammer- knüpft, und bei der aktuellen Bedeutung, welche die Eidesfrage für die sozial demokratische Partei durch die Aeußerungen des Staatsanwalts Dr. Romen in Hamburg in dem Prozeß Fr. Engel genommen bat, sehe ich mich veranlaßt, das Thatsächliche meiner Ausführungen hier wiederzugeben, wobei ich es der ultramontanen Presse überlassen muß, ob sie von dieser meiner Erklärung Notiz nimmt oder nicht. Sie lauteten: 10. Läßt man sich von Frauen und Kindern helfen? 11. Wie lange arbeitet man während des Jahres? 12. Wieviel Stunden täglich? 13. Wieviel kann man verdienen? 7. Sind diejenigen Personen, welche kein Stückchen Land besitzen, in Ihrer Gemeinde oder Ihrem Kanton in der Mehrheit, oder bilden sie die Minderheit? 8. Leben die kleinen Grundbesitzer, b. h. diejenigen, welche Bezugnehmend auf den in Nr. 165 des Vorwärts" ver- ihr Land selbst und allein bestellen, von ihrem Eigenthum? Sind öffentlichten Leitartikel" Genossenschaftlicher Schwindel" erlaube sie im Gegentheil gezwungen, sich auf dem Landbefige der anderen ich mir, Ihnen folgendes mitzutheilen. Selbstverständlich hat zu verdingen? Anzugeben, wieviel im ersten und wieviel im die Partei mit der Breslauer Genossenschaft nichts zu thun. zweiten Falle. Bekanntlich war man in der ultramontanen Presse darauf Troy aller möglichen Reklame, welche zu Gunsten der Genossen- 9. Besteht bei Ihnen Hausarbeit( Handwerk, Strumpfwirkerei, gespannt, ob die beiden neu in den Landtag eintretenden Sozial- schaft privatim in Szene gesetzt wurde, haben sich bis jetzt erst Seidenweberei u. f. w.) und feit wie lange? demokraten auch den vorgeschriebenen Eid auf die Verfassung ab- ungefähr 90 Personen gemeldet, von denen eine Anzahl Ganz besonders aber war es der Gottesleugner auf die Proving entfällt, so daß also die Betheiligung in Rüdt, auf den die Aufmerksamkeit, im Gegensatz zu mir, in er- Breslau eine faum nennenswerthe ist. Sofort als das Projekt höhtem Maße gelenkt wurde. Nun muß ich hier erklären, wie in der Deffentlichkeit bekannt wurde, haben hiesige Geich dies schon zu wiederholten Malen hier und anderwärts gethan noffen, wo sich ihnen Gelegenheit bot, das Unsinnige dieses habe, daß eine Meinungsverschiedenheit in der religiösen An- Unternehmens dargelegt. Auf Grund von Beweisen wurde den gleich Feldarbeit verrichten? schauung zwischen uns nicht existirt. Ich bin Atheist so gut Anhängern desselben erklärt, daß es lächerlich ist, an eine wie Genoffe Rüdt und glaube ebensowenig an einen persönlichen Regelung der Produktion in dieser Form zu denken u. s. w. lange? Wieviel Arbeiter oder Arbeiterinnen sind in denselben Gott, wie er. Der einzige Unterschied zwischen Rüdt und mir Leider giebt es immer noch einige Leute, welche, unselbständig besteht darin, daß er diesen Standpunkt etwas öfter und im Handeln, stets einer Stüße bedürfen und diese werden eben lebhafter betont, wozu ihm ja durch seine Stellung herangezogen. Hoffentlich trägt der Artikel des„ Vorwärts" dazu zum Freidenkerbund auch mehr Veranlassung geboten ist. bei, daß auch diejenigen, welche bisher noch ohne eigenes Urtheil Wenn wir nun troydem die Worte„ Ich schwöre!" nachsprachen, Andern folgten, gleichfalls selbständig denken lernen." nachdem vorher durch den Vorsitzenden der persönliche Gott als Beuge der Wahrheit angerufen, so befanden wir uns in einer 8wangslage, der wir Rechnung tragen mußten. * " 14. Genügt die Hausarbeit zur Existenz, oder muß man zue 15. Bestehen Fabriken? Was für Fabriken? Seit wie beschäftigt? 16. Leben diese Arbeiter oder Arbeiterinnen nur von ihrem industriellen Lohn, oder besitzen sie ein Stückchen Land, oder verdingen sie sich als Tagelöhner auf dem Grundbefiße der anderen? 17. Was für einen Lohn erhält der Mann, die Frau pro Tag? 18. Zählt man viel fremde Arbeiter im Lande? ihre Bahl zu? 19. Wandert man nach der Städten aus? Nimmt Verhältniß? In welchem fißt dasselbe? Nimmt es allmälig ab? Wie wird es verwaltet? 20. Besteht Gemeinde- Eigenthum? Welche Bedeutung be welchem Maßstabe? 21. Sind Privatbesißstücke hypothekarisch verpfändet?- In Zur Nachahmung empfohlen! Der Gemeinderath von Apolda beschloß, wie die Thüringer Tribüne" meldet, die ( Wenn hierin etwas Veriverfliches oder Unmoralisches er große städtische Turnhalle, in welcher bisher die körperliche Ausblickt werden will, so liegt die Schuld nicht an uns, sondern an bildung gepflegt wurde, auch zur Ausbildung des Geistes zur der Gesetzgebung, die den Atheismus gefeßlich zwar gestattet, den Verfügung zu stellen, indem der jeweilige Pächter das Recht hat, Atheisten und Gottesleugnern aber ebenso gesetzlich zwingt, diese Räume allen politischen Parteien zur Abbei seinem Eid den persönlichen Gott, deffen Dasein er leugnet, haltung von Voltsversammlungen unentgelt als Beugen der Wahrheit anzurufen. Uebrigens befinden wir lich zu überlassen. Als Versammlungslokal eingeweiht uns mit dieser Anschauung in großer und nicht allein wird die Turnhalle durch einen Vortrag, den daselbst heute, Banken oder bei Privatpersonen Anlehen auf? 22. Nehmen die in Verlegenheit gerathenen Eigenthümer bei Sozialdeniokratischer Gesellschaft.) 23. Besitzt man in der Regel das Haus, welches man be Der Eid ist wie in allen übrigen so auch im badischen Band- Sonntag, den 24. Juli, Liebknecht über die politische Lage und den Militarismus hält. tag vorgeschrieben. Vor Ablegung dieses Gides ist wohnt oder miethet man es? Was für eine mittlere Jahreseine Betheiligung an den Verhandlungen nicht miethe bezahlt der ländliche Landarbeiter oder der Arbeiter, der Sozialdemokratische Presse. Seit Juni erscheint in gestattet. Nun hatten uns unsere Mandatgeber nicht ge- enedig eine neue sozialdemokratische Zeitschrift, Socia: zugleich in der Landwirthschaft und in der Industrie thätig ist? 24. Welches ist der Preis der Lebensmittel( Brot, Fleisch, wählt, um durch Eidesverweigerung zwecklos zu protestiren, sondern Iismo popolare", illustrirte Monatsrevue. Gleich bei Wein oder Bier, Butter, Del, Milch u. s. w.)? In welchem um ihre und unfre Anschauung in der Kammer zur Geltung zu ihrem ersten Erscheinen hatte sie, wie der Brünner, Volksfreund" Verhältniß sind diese Preise seit zwanzig Jahren gestiegen? bringen. fchreibt, cinen gewaltigen Erfolg. In Lemberg erschien Wenn nun auch die religiöse Form des Eides für uns nicht am 8. Juli die erste Nummer der 25. Haben Sie seit dem Aufkommen der Industrie eine Vere Arbeiterstim me bindend erachtet werden kann, so ist der Eid seinem Wesen Organ der jüdischen Arbeiterpartei; das Blatt erscheint zweimal sich weniger? änderung in den Sitten wahrgenommen? Verheirathet man und seinen Folgen nach für die Sozialdemokratie gleich monatlich; Vierteljahrspreis 30 Kr. Adresse der Redaktion: Moriz gabe der Todesfälle und Geburten während der letzten zwanzig Hat sich die Prostitution verbreitet? bedeutend wie für jeden anderen Staats- Jeger, Raitaru Nr. 3, Lemberg. Die Lemberger, Arbeiterstimme" Jahre. bürger, und fühlen wir uns durch unser abgegebenes Mannes ist in hebräischen Lettern gedruckt und im polnisch- jüdischen wort, wenn auch die uns aufgezwungene Form uns widerstrebt, Jargon gefchrieben. Sie wendet sich an die Taufende von jüdischen geübt? selbstverständlich gebunden. Proletariern, welche nicht nur der ärgsten Ausbeutung sondern auch dem Rassenhaffe feit Jahrhunderten preisgegeben find, außerdem das Unglück haben, feiner zivilisirten Schriftsprache mächtig zu sein. Wir konnten den Eid aber auch in dieser Hinsicht mit ruhigem Gewiffen ablegen, da eine stetige, in der geschichtlichen Entwickelung begründete Berfassungsänderung auf parlamenta rischem Wege nicht ausgeschlossen ist wie fäme sonst das Zentrum dazu, einen Antrag auf Einführung des direkten Wahlrechts einzubringen, der eine Verfassungsänderung bedingt eine auf gewaltfamem Wege herbeizuführende Aenderung liegt auch uns fern. Ob diese Wenderungen mehr oder weniger radikal ausfallen werden, liegt in den Verhältnissen und in der nummerischen Stärke der verschiedenen in Betracht kommenden Parteien. Mannheim, den 20. Juli 1892. Aug. Drec& bach, Mitglied des Deutschen Reichstages und der Zweiten badischen Rammer." * An26. Was für eine Wirkung haben die letzten Zolltarife ausfurter Sozialdemokraten die Frau unseres in Magdeburg in Todtenliste der Partei. Am 20. Juli beerbigten die Staß haftirten Genossen Fritsche. Die Halberstädter SonntagsZeitung" schreibt dazu:" Die brave Genosfin, welche als echte Die Sammlung von Arbeitsordnungen befürworten Broletarierfrau an unserer Bewegung thätigen Antheil nahm, noch: Offenburger Volksfreund"," Unterfränkische Volfstribüne" alles schwere Ungemach, welches ihren Mann und ihre Familie ( Würzburg), Deutsche Böttcher- Zeitung"( Bremen), Proletarier traf, alle Entbehrung, das Leid der Arbeitslosigkeit und Armuth aus dem Eulengebirge"( Langenbielau), Fachblatt der Müller" standhaft trug, verdient mit Recht unfer Andenken und der ( Altenburg). schwergeprüfte Mann unser herzlichstes Beileid." Eine gelungene Abfertigung ließ die Mannheimer Volksftimme" der Neuen Badischen Landeszeitung" zu Theil werden, welche zu der ablehnenden Haltung des Bundesraths gegenüber erhält. dem auf Bahlung von Diäten an die Abgeordneten gerichteten Beschluß des Reichstages u. A. Folgendes bemerkt hatte: " * " Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Ju Penig wurde der Parteigenosse Robert Kästner in eine höhere Einkommensstufe eingeschätzt, als mit seinen Erwerbsverhältnissen übereinstimmte. Auf seine Beschwerde erhielt Eine für Vereine interessante Entscheidung fällte das er von der Behörde die Antwort, er bekäme ja als Vertrauens- Schöffengericht zu Frankfurt a. M. Die Frantf. 3tg." be= mann unserer Partei eine wöchentliche Entschädigung. Die Be- richtet darüber: Wegen Uebertretung des§ 365 des St.-G.-B. hörde wird sich aber mit einer geringeren Steuersumme begnügen( Ueberschreitung der Polizeiftunde) ist gegen etwa 20 Mitglieder des müssen, denn in der letzten öffentlichen Versammlung der Peniger Sozialdemokratischen Vereins, darunter gegen die Vorstands Parteigenossen wurde festgestellt, daß Kästner keine Entschädigung mitglieder, Herren Fischer und Genossen, Anklage erhoben. Die Anklage hat ursprünglich auf Verlegung des Vereinsgefeges durch Abhaltung einer nicht polizeilich angemeldeten politischen Vers Zur ländlichen Arbeiterfrage. Auf Antrag der rumä- fammlung gelautet. Am Abend des 5. April hatte der Verein in " Aus welchen Gründen hat nun der Bundesrath abermals nisch en Delegirten hat der Brüsseler Kongreß beschlossen, die länd- einem abgesonderten Zimmer als geschlossene Versammlung ge die wiederholt gestellte Forderung des Reichstages abgelehnt? liche Arbeiterfrage auf die Tagesordnung des nächsten inter- tagt. Es bedurfte daher nicht der Anmeldung. Als es 11 Uhr Etwa weil durch die Diätenlosigkeit das Anwachsen der Sozial- nationalen Kongresses zu setzen. Mit Rücksicht hierauf und zu schlug, ließ der Wirth den Versammelten Feierabend bieten, und demokratie im Reichstage verhindert werden solle und könne? gleich in der Absicht, Material für die nach dem Marseiller als ihm diese entgegneten, daß sich die Feierabendstunde nicht Aber das lehrt doch nachgerade der Augenschein, die Erfahrung, Nationalfongresse mit aller Energie zu betreibende Landagitation auf gefchloffene Gesellschaften beziehe, wie in verschiedenen richterdaß die Sozialdemokratie am wenigsten der Diäten bedarf. Denn zu sammeln, hat Jules Guesde im Auftrage des französischen lichen Instanzen anerkannt worden, erklärte der Wirth, er wolle ie hat Diäten. Sie zahlt sie ihren Abgeordneten aus der Partei Parteifomitee's überall hin, wo die Genossen Gelegenheit haben, sich nicht bei der Polizei fortwährend Ungelegenheiten machen, taffe. Dagegen ist es nahezu eine Unmöglichkeit, Personen aus über die ländlichen Arbeitsverhältnisse Erkundigungen einzuziehen, und ließ den Anwesenden kein Bier mehr verabfolgen. Der Amtsgleichen Lebensstellungen wie die Sozialdemokraten zu deren Be entsprechende Fragebogen versandt. Da die ökonomischen Ver- anwalt beruft sich auf§ 365, der die Gäste bestraft, die dem fämpfung in den Reichstag zu schicken. Und doch würde ein hältnisse Frankreichs und Deutschlands in den Hauptzügen nicht sehr Feierabend- Gebot des Wirthes nicht Folge leisten. Es wird eine tüchtiger freifinniger Schriftsetzer den Schriftsetzer(?) Grillen- große Unterschiede aufweisen, so dürfte es für die deutschen Geldstrafe von 15 M. oder zwei Tage Hast beantragt. Der berger weit wirksamer widerlegen können, als ein Landrath oder Genossen von Interesse und zugleich von Nugen sein, zu er- Gerichtshof erkennt auf Freisprechung, weil die Angeklagten fehr Geheimer Regierungsrath. Bürgerliche Arbeiter sind durch die fahren, welcher Art die von Seiten der französischen Sozialdemo- wohl der Meinung sein konnten, daß sie zum Bleiben berechtigt Diätenlosigkeit vom Reichstage ausgeschlossen; deshalb hat die traten angestellten Untersuchungen sind. Sozialdemokratie einen Schein von Recht, sich als alleinige VerSchwarzgelbes. Der Allgemeine Arbeiterverein in tretung der Arbeiterwelt im Reichstage zu geberden." Niklasdorf wurde von der Landesregierung DesterreichDazu bemerkt die Mannheimer Boltsstimme": 1. Welche Eigenthumsform herrscht in Ihrer Gemeinde oder Schlesiens aufgelöst, weil er den Bedingungen feines recht„ Wir erlauben uns den unmaßgeblichen Vorschlag zu machen, in Ihrem Kanton vor? Das große, mittlere oder kleinere Eigen- lichen Bestandes" nicht mehr entsprochen haben soll. Weil er " Schriftfeher" Grillenberger, der eigentlich Schlosser ist, durch thum? Wobei wir unter letzterem das ausschließlich von seinem eine rothe Kravatte getragen hat, wurde Genosse Habera in einen tüchtigen deutschfreisinnigen gewerkvereinlichen Schlosser Besitzer oder dessen Familie selbst kultivirte Eigenthum verstehen, Neskaredit( Böhmen) verhaftet, nach Kuttenberg transportirt, widerlegen zu laffen. Gleich auf das erste Mal davon sind unter mittlerem das vermittelst fremder Arbeitskräfte kultivirte dort 5 Wochen in Haft behalten und dann aus dem Bereiche wir überzeugt würde die sozialdemokratische Kriegstaffe bereit und unter großem das in Pacht gegebene. dieser Stadt für immer" ausgewiesen aus Gründen des öffentsein, diesem Unikum von Widerleger die Diäten zu zahlen." 2. Wohnen die Großgrundbesitzer in der Gemeinde oder in lichen Interesses und in Rücksicht der öffentlichen Ordnung und dem Kanton? Sicherheit". Alles nur wegen der rothen Kravatte! den Herren- und Die Fragen lauten folgendermaßen: waren. 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