Nr. 240. Abonnements- Bedingungen: sleu = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgebruckte) Bort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 fg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Sozialpolitik und Sozialismus. Mittwoch, den 12. Oftober 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. uneinträgliche Geschäft des Produzierens in Masse einstellen, ihr regeln auf die wirtschaftliche Lage der Arbeiterklasse sowie der Geld nehmen und sich dafür Hypotheken und Staatspapiere taufen, weiteren Wirkungen einer wirtschaftlichen Hebung der Arbeiterund nun in Ruhe den von der Sozialpolitik verschont gebliebenen Klasse auf ihren geistigen und sittlichen Zustand und weiter allgemeinen Zins verzehren, den nur mit so viel Belästigungen zu des Einflusses der Hebung der Arbeiterklasse sowohl auf erlangenden Unternehmerprofit hohnlächelnd der Sezialpolitik zum die Produktion als auf den Zustand des ganzen Wolfes. In gierigen Fraße überlassend. Von irgend einem Zusammenhange solchem Zusammenhange haben Rebensarten von den Kosten und zwischen Produktion, Kapitalprofit und allgemeinem Zinsfuß der Opfern der Sozialpolitik keinen Raum. Hypotheken und Wertpapiere scheint dem Herrn nichts bekannt zu Als ob die Gütererzeugung ganz außer jedem Zusammenhange sein. Wobei noch zu bemerken ist, daß der im Zitat gebrauchte mit der gesamten Volkswirtschaft und Unternehmer und Arbeiter Ausdruck Wertpapiere in sehr liberaler Weise von uns als ganz außer Zusammenhang mit der übrigen Gesellschaft ständen, Staatspapiere gedeutet wird. Sonst gehören dazu auch stellt Herr v. d. Borght die tiefsinnige Betrachtung an, daß die Kosten Aktien, also unmittelbares Unternehmerkapital, dessen Rußnießung der Sozialpolitik zu den Kosten der Gütererzeugung gehören und zwar von keinerlei Intelligenz abhängig ist, deffen aber trotzdem daher von Arbeitern und Unternehmern aufgebracht werden müßten. unmittelbare Abhängigkeit von den fürchterlichen Folgen der Sozial- So ist wissenschaftlich bewiesen, daß es gerade so sein muß, wie politik auch dem furchtfamen Sozialpolitiker ohne weiteres Nach es im Deutschen Reiche augenblicklich ist. denken zum Bewußtsein kommen sollte. Herr v. d. Borght fagt zwar im Vorworte, daß von seinen fozialpolitischen Anschauungen nicht auf die sozialpolitischen Anschauungen in den Streisen der Regierung geschlossen werden dürfte. Das mag wohl sein, aber es ist doch im höchsten Grade bezeichnend, daß ein Mann, der unter dem Namen der Wissenschaft solche oberflächlichen Rebensarten zu einem dicken Buche vereinigen kann, eine so hohe Stellung in der Verwaltung des Reiches einnehmen darf, wie Herr v. d. Borght. Politifche Ueberlicht. Berlin, den 11. Oktober. Das persönliche Regiment. " Sozialpolitik und Sozialismus find ihrem inneren Wesen nach unvereinbare Gegensätze." Mit diesen Worten und unter der von uns gewählten Ueberschrift beginnt ein Kapitel in einem dicen Buche, das sich als ein Lehrbuch der Sozialpolitik gibt und keinen geringeren als den Präsidenten des Kaiserlichen Statistischen Amtes") zum Verfaffer hat. Von einem preußischen Professor, der sich mit Volkswirtschaft und Politik beschäftigt, zudem Inhaber eines so hohen und / wichtigen Reichsamtes ist, könnte man zwar annehmen, daß ihm von der sozialpolitischen Wirksamkeit der sozialdemokratischen Partei und den sozialpolitischen Forderungen der sozialdemokratischen Parteiprogramme einiges bekannt sei und daß er in solchem Falle den Saz nicht schreiben könnte; indessen nach einigen weiteren Auseinandersetzungen wird man das schon begreifen. Erstens ist zu bemerken, daß der Herr Professor, dessen Händen die Statistik des Noch einige weitere Zitate dienen zur Kennzeichnung: deutschen Reiches anvertraut ist, unter Sozialismus nicht nur eine" Der schlimmste Feind wirksamen sozialpolitischen Eingreifens Weltanschauung, eine Theorie versteht, sondern auch die politischen würde eine niedrige jittliche und geistige Stufe der arbeitenden Parteien, die den demokratischen Sozialismus vertreten. Ein Lehr- Kreise sein." buch der Staatswissenschaften sollte da die notwendigen Unter- Wir haben bisher immer gehört, daß die Sozialpolitik den scheidungen machen, aber diese eine Unterlassung ist noch nicht das Zweck haben soll, die Arbeiter auf eine höhere sittliche und geistige Schlimmste in dem Buche. Unter Sozialpolitik versteht Herr Stufe zu heben; hier wird aber behauptet, daß die Arbeiter erst ban der Borght nur eine ganz besondere Sorte von Sozial- fittlich und geistig hochstehen müssen, bevor die Sozialpolitik wirksam politik. Nämlich in der Hauptsache die sogenannte Wohlfahrtspolitik; eingreifen könne. diese aber nicht bloß als eine Summe von Maßregeln, sondern auch wirtschaftlicher und politischer Einsicht und Reife zunehmen und insDenn im ganzen muß doch schließlich die Arbeiterschaft an als politisches Prinzip, von dem er behauptet, daß ihm in Deutsch besondere erkennen, daß von der so oft gefliffentlich gepredigten land der bedeutendste Teil der Unternehmer anhänge. Der zitierte Interessensolidarität der Arbeiterklasse als solcher eigentlich nicht die Sazz will also im Grunde sagen, Sozialreformerei, die wie aus Rede sein kannt." bem sogenannten grundsätzlichen Teile des Buches noch weiter flar Der„ Männerftolz vor Königsthronen" verebbt allgemach. Die In dem Kapitel: Beeinflussung der Arbeitsbedingungen durch wird Graf Bülow dem Telegramm des Kaisers gab, den Wortlaut des - noch weit hinter Berlepsch, France und Genossen zurück- Koalitionen" wird auch die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine be- einen Tapferen stellen noch heldenhaft fest, daß die Auslegung, die bleibt, und sozialdemokratische Arbeiterpolitik hätten nichts mit ein handelt. Der Verfasser ist für die Erteilung der Rechtsfähigkeit an ander gemein. Darin hat der gelehrte Herr recht, nur hat er seinen die Berufsvereine. Er unterscheidet jedoch zwischen friedlichen Telegramms aufhebt, aber auch sie sind für Beruhigung“;„ KreuzGedanken nicht gerade sehr gelehrt ausgedrückt. das sind solche, wie sie auf dem Frankfurter Beitung" und" Berliner Tageblatt" in trautem Verein erklären das Darüber braucht man sich jedoch nicht zu wundern. Es finden Arbeitertage vertreten waren und mit denen die Unternehmer Bülow- Schreiben für geeignet, bie Aufregung zu beschwichtigen". fich noch mancherlei Beispiele in dem Buche, die mehr Gelehrigkeit gern verhandeln- und Kampfvereinen- das sind die Gewerk- Es ist wie in der Versammlung der biederen Leute in Lippe, die, als Gelehrsamkeit verraten. Da ist ein Abschnitt: Schranken der schaften, die bei den Unternehmern auf energischen Widerstand stoßen. und der Treue zum Reichsfürsten, erst das Telegramm anklagten im schweren Seelenkonflikt zwischen der Treue zum Landesfürsten Sozialpolitik. Darin wird auseinandergesetzt, daß die Sozial- Den friedlichen Berufsvereinen will v. d. Borght die Befreiung von und mit dem Hoch auf Wilhelm II auseinandergingen. Man hat politit, soll heißen Wohlfahrtspolitik, unter Umständen, mit„ fühl den Schranken der landesrechtlichen Vereins- und Versammlungsgesehe ich wuchtig erhoben, man hat gezeigt, was Opposition ist, man hat baren Opfern" verbunden sei und insoweit zu einer Verteuerung gewähren, den Kampfvereinen jedoch nicht, und zwar deshalb nicht, fich wuchtig erhoben, man hat gezeigt, was Opposition ist, man hat der Produktion führe. Das wird als eine Schranke der Sozial- weil ihnen, die im Grunde politische Vereine seien, dadurch eine vor aller Welt bekundet, daß man es selbst dem Kaiser zu sagen politik behandelt. Es sei Rücksicht zu nehmen auf die Tragfähigkeit Borzugsstellung vor den politischen Vereinen eingeräumt würde. wagt, nun ist's genug und Hoch der Kaiser! der Verbraucherkreise. Seien vollends die Arbeiter, denen die Dazu liege fein innerer Grund vor. Außerdem schließen die Kampf- bürgerlichen Klaffen brauchen die Monarchie, deren Macht sie schützt So gehen diese Dinge seit je im neudeutschen Reiche. Die Sozialpolitik zu gute lommen soll, in Gefahr, auf diesem Wege vereine Gefahren für die öffentliche Ordnung in sich. der Ueberwälzung durch hohe Preise der Verbrauchsgegenstände Ausstand und Aussperrung sind ihrem Wesen nach Stampfmittel, und deren Glanz die Augen der Menge blenden mag. Wenn ihnen mehr tragen zu müssen, als ihnen durch die sozialpolitischen Maßregeln die mit den bestehenden Rechtsgrundsäßen nur dann vereinbar find, bie Monarchie dabei einige Schwierigkeiten bereitet, das muß gewährt werde, dann müsse gestoppt werden. Es lohnte sich, auch wenn es sich um Personen handelt, die in einem auf freien Vertrag man in den Kauf nehmen! Und dann ist solche Monarchie nicht dieses Argument in sich zu prüfen, doch es kommt was viel gegründeten Arbeitsverhältnis stehen. Mit dem Beamtenverhältnis immerhin interessant? Bringt sie nicht Leben und Bewegung?. Die Schöneres als zweite Schranke. Unmittelbar daran schließt sich find sie unvereinbar, und ein entsprechendes Vorgehen der Beamten Rheinisch- Westfälische Zeitung" sagt, sie habe Buschriften aus großen folgender Satz: würde einer straffälligen Gehorsamsverweigerung gleichstehen. Wenn deutschen Städten erhalten über das Romintener Telegramm, die sie das neuerdings nicht selten als nachteilig für die Beamten bekämpft unmöglich wiedergeben könne, so komme barin die Bolksstimmung eintritt, auch von vornherein über die bezeichnete Wirkung nicht im tums iſt morgen verweht; heut wettert sie am Biertisch und morgen wird, so vergißt man dabei daß jeder, der in ein Beamtenverhältnis Die Voltsstimmung" dieses politischen PhilisterZweifel sein kann, und, falls er daran Anstoß nimmt, in der Lage jauchzt sie in patriotischen Höhen. ist, auf den Eintritt zu verzichten." Es ist interessant:„ Necht muß Recht bleiben"- so schallt es Berufsvereinen -W Man muß sich immer vergegenwärtigen, daß es ein wissenUeber den Koalitionszwang sagt das Buch: „ Ein Mißbrauch ist der Koalitionszwang stets deshalb, weil er das Recht des einzelnen, fein Verhalten seinen Interessen und Bedürfnissen anzupassen, beeinträchtigt." Was müßte man nicht alles als Mißbrauch bezeichnen, wenn fein Kennzeichen wäre, daß es das Recht des einzelnen, fein Verhalten seinen Interessen und Bedürfnissen anzupassen, beeinträchtige. Außer vielem anderen z. B. die ganze Arbeiterschutzgesetzgebung wäre nach diesem Kennzeichen ein Mißbrauch. zum Ausdruc. " " Ist eine solche Ueberwälzung nicht zu erwarten, so ist darauf zu achten, daß der Drud, der dadurch zunächst auf die Unternehmer in finanzieller Beziehung geübt wird, die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber fremder Produktion nicht in schädlicher Weise verschiebt. Anderenfalls wäre zu besorgen, daß nicht nur die Ausfuhr, sondern - was in der Regel noch viel gefährlicher ist der Absatz auf dem natürlichen Absatzgebiet beeinträchtigt und dadurch die Arbeits- fchaftliches Lehrbuch ist, aus dem wir zitieren. Mit diesem blöd- bis in die konservativen Blätter und schon hat die Beruhigungsgelegenheit überhaupt eingeschränkt wird." sinnigen Argument treten auch die Unternehmer den Arbeitern aftion des Grafen Bülow das Wunder gewirkt, daß kaum jemand Das erste Argument setzt der Sozialpolitik eine Schranke in der gegenüber. Ihr habt bolle Freiheit, bei mir in Arbeit zu treten der wichtigsten der aufgeworfenen Rechtsfrage sich erinnert! Graf möglichen Verteuerung der Produktion, aus Rücksicht auf die Ver- oder nicht; tretet Ihr aber in meine Fabrit ein, dann wißt, daß Bülow erklärt, der Kaiser habe durch sein Telegramm nicht die braucher; das zweite setzt ihr eine Schranke in der Rücksicht auf ich Euer Herr bin und bestimme, wie Ihr Euer Leben einzurichten Regentschaftsübernahme hindern wollen, sondern er habe lediglich der die Wettbewerbsfähigkeit, falls Leine Verteuerung der habt! Nehmt Ihr daran Anstoß, dann bleibt ruhig draußen, ich bezweckt, die vorläufige Nichtvereidigung Truppen für den Regenten und den Grund dazu mitzuteilen. Produktion eintritt. Die Wettbewerbsfähigkeit würde aber übe nicht den geringsten 3wang auf Euch aus 1" in diesem Zusammenhang einzig und allein beeinträchtigt werden Nun ist aber gerade die Anordnung der Nichtvereidigung die, wie durch eine Verteuerung der Produktion; die Rücksicht auf die VerGraf Bülow fagt, vom Kaiser nicht beabsichtigte, aber objektiv braucher und die Rücksicht auf die Wettbewerbsfähigkeit und die Erdenkbar schwerste Rechtsverletzung des Lippeschen Staatsoberhauptes. Der laute Chor der Rechtsschützer aber weiß schon nichts mehr von haltung des Marktes sind nicht von verschiedenen, sondern von der gleichen Wirkung der Sozialpolitik abhängig. Es verrät daher mehr der ersten Forderung, die zu erheben wäre, wenn„ Necht Recht bleiben Schreibseligkeit als Logit, daß aus der einen Wirkung zwei einander muß". Die„ Germania", das Organ der Partei, welche stets mit besonderem Eifer die Rechte der Bundesstaaten zu veraufhebende Argumente geschmiedet werden. fechten erklärt, hat sich vor Bülows munter lösendem Worte schon völlig beruhigt. Die Deutsche Tageszeitung" sagt:„ Die Man kann in der Theorie darüber streiten, ob die VoltsUnter den Maßregeln zur Bekämpfung des Koalitionsmißbrauches Bereidigung der Truppen wird voraussichtlich unterbleiben; das ist wirtschaft die organisierende und führende Arbeit der Unter- wird auch der Gesetzentivurf vom 26. Mai 1899 behandelt. Da wird bedauerlich; aber eine weitere Kritik muß nach 2age der Dinge nehmer nötig hat. Die heutige Volkswirtschaft hat fie jedenfalls gesagt, daß durch ihn das Höchstmaß der Strafe für unzulässige zwecklos erscheinen." Man tost für das gute Recht, man erkennt nötig und solange das der Fall ist, darf den Unternehmern auch die Formen des Koalitionszwanges" auf ein Jahr Gefängnis erhöht die Vereidigung der Lippeschen Soldaten als unzweifelhaftes Recht Möglichkeit angemessenen Erwerbes nicht beschränkt werden. Unter werden sollte. Schamhaft verschweigt der Verfasser, daß in diefem des Regenten an, aber es wäre zwecklos, weiter zu kritisieren und zu nehmer wird heute normalerweise jemand nur, wenn er fich der Gesetzentwurf nicht nur Gefängnis„ nicht unter einem Jahre", ohne opponieren nach Lage der Dinge". Erwartung hingibt, durch Verwertung seiner Intelligenz und feines Begrenzung nach oben, sondern auch Zuchthausstrafe bis zu fünf Es ist die„ Lage der Dinge", daß das deutsche Bürgertum und Kapitals einen Ertrag erzielen zu können, der über den allgemeinen Jahren festgesetzt war. feine politischen Parteien des persönlichen Regiments wert sind, Ziusfuß hinausgeht. Ohne diese Erwartung würde nur für wenige der Anlaß vorliegen, sich statt der viel bequemeren Kapitalanlage Daß in diesem Lehrbuche der Sozialpolitik von der Verkürzung das sie beklagen und vor dessen sich stets steigernde Aeußerungen sie in Hypotheken und Wertpapieren die Sorgen und Lasten und das der Arbeitszeit mit keinem Worte die Rede ist, darf nach dem Mit- immer wieder In einem Staate, dessen demütig knicken. Risito der Unternehmerarbeit aufzuladen. Sozialpolitische Eingriffe geteilten niemanden wundern; es ist ja in Wirklichkeit eben nur ein Bürgertum wirkliches Selbständigkeitsfühlen hat, wären die Vordürfen nicht soweit gehen, daß von dieser Seite her die Erwartung auf Lehrbuch nationalliberaler Wohlfahrtspolitit", die sich in perma- gänge, die wir erlebt, nicht möglich. Nicht den Monarchen flage angemessenen Ertrag zunichte gemacht wird. Denn die Folge würde nenter Rührung über ihre eigene Tugend befindet. man an, der in seiner übermenschlichen Machtfülle und inmitten der vielfach ein Nachlassen des Unternehmungsgeistes in bezug auf Er- Rebensarten von den Opfern" und" Kosten" der Sozialpolitit, byzantinischen Unterthänigkeiten, die ihn umkriechen, wahrlich leicht richtung neuer und Vergrößerung vorhandener und infolgedessen das von den Geboten sittlicher Pflicht", der Opferwilligkeit der vom die Grenze der Befugnisse übersehen mag. Die Schuld dieser ZuEingehen bestehender Unternehmungen oder auch der Verzicht auf Geschid begünstigten Klassen" durchziehen das ganze Buch als stände liegt in denen, die sie dulden, die heute wild emporfahren, die Arbeitskräfte fein, in deren Interesse die zuweitgehenden Ein- Kennzeichen seiner Unwissenschaftlichkeit. Ein seltsames Durch- als sei ihr Heiligstes verletzt, um morgen vor eines Bülow lächelnden griffe erfolgt find. Damit wird wiederum die Arbeitsgelegenheit einander. Die Interessensolidarität der Arbeiter klasse wird be- Stünsten sanft winselnd zu vergehen. eingeengt und so den arbeitenden Schichten schwerer Schaden zu stritten, dagegen die Solidarität der Interessen zwischen Arbeiter Die Sorge vor zuviel Sozialpolitik treibt noch folgende schöne Blüte volkswirtschaftlicher Gelehrsamkeit: " " " " " gefügt." Die Tragikomit dieser deutschen Kläglichkeit offenbart sich Der allgemeine Binsfuß scheint dem Herrn Präsidenten der und Unternehmer hervorgehoben, vom Zusammenhang der Klaffen gerade in der Beruhigung, die aus dem Billow- Schreiben Reichsstatistik ein mystisches Ungetüm zu sein. Er scheint sich vor- ist die Rede, vom Zusammenhang der Volkswirtschaft aber fühlt fließen soll, da doch gerade dies Schreiben wiederum zustellen, daß die Unternehmer, durch zu viel Sozialpolitik man feinen Hauch. Eine wissenschaftliche Betrachtung der Sozial- die schwerste Nichtachtung verfassungsrechtlicher Ordnung betopficheu gemacht und und in ihrem Profit beschränkt, das politik müßte ausgehen von einer Untersuchung der Lage der Ar- dentet. Welch' ein Zustand: der Kaiser besorgt ohne Befragung beiterklasse, hätte die Mittel zur hebung der wirtschaftlichen Lage des verantwortlichen Beamten eine nach dem heutigen Verfassungs*) Van der Borght: Grundzüge der Sozialpolitik. Leipzig. der Arbeiterklasse zu betrachten unter dem Gesichtspunkte der Wirt- recht tief eingreifende Angelegenheit, er handelt persönlich und € 2. Hirschfeld. 16,50 M. brosch. famkeit dieser Mittel und der Wirkungen der sozialpolischen Maß- nicht als Staats- oder Reichsoberhaupt in einer wichtigen Staats 1d Reichsangelegenheit. Der Reichskanzler aber, um die plötzliche Aktion zu ordnen, richtet ein ebenfalls persönliche s Handschreiben an den Vizepräsidenten des Landtages von Lippe, das dieser dann in einem seinen Jnteressen dienenden Augenblick aus der Tasche zieht und der Deffentlichkeit übermittelt. Staats- und Regierungsakte wandeln sich in persön liche Telegramme und Handschreiben. Der Antelegraphierte. Es ist menschlich interessant zu vernehmen, was denn nun der Graf Regent Leopold, der nach dem Telegramm lediglich Graf, nicht Regent sein sollte, über den Fall denkt. Ein Mitarbeiter der Morgenpost" hatte eine Unterredung mit dem Graf- Regenten, aus der einiges erwähnenswert ist. Zunächst wird durch seine Aeußerungen der Versuch der Telegramm verteidigung widerlegt, als sei das Telegramm, auch im Ton, eine unvermeidliche Antwort auf das Telegramm gewesen, das der GrafRegent bei nebernahme der Regentschaft an den Kaiser schickte. Man erfährt jest, daß dies Telegramm nur die in solchen Fällen stets übliche Meldung vom Ableben des Graf- Negenten Ernst und der Uebernahme der Regentschaft enthielt. Das war eine rein persönliche Mitteilung von Fürst zu Fürst und bedurfte als solche ohne Zweifel nicht einer Gegenzeichnung des verantwortlichen Ministers. Einen ganz anderen Sinn hat natürlich die telegraphische Antwort des Kaisers. Husland.ugnis Schwere Aufchuldigungen. Konservative und Freikonservative oft genug erklärt haben, dieser hat nun der Angriff nur in der Ermordung des Polizisten Fieke be Erwartung nicht entspricht, wurde in der Erklärung nicht standen? Etwas ausführlichere Meldungen könnte anerkamit, und somit sprach sich diese Erklärung in ihrem fach- Leutwein schon erstatten, resp. die Regierung in Berlin berlichen Inhalt zuungunsten der Fraktion aus. Die Gegner des langen! Schulantrages mußten in ihr ein wesentliches Entgegenkommen gegen ihre Auffassung erblicken, darum namien wir die Berliner Resolution einen Friedensschluß und mahnten damals, von mun an die Auseinandersetzungen über die Schulfrage in der Partei einzustellen.... Die große Bedeutung der Bochumer Tagung liegt darin, daß die dort anwesenden Mitglieder der Die öffentliche Meinung ist in diesem Augenblicke überaus erregt Landtagsfraktion, vor allem der Unterzeichner des Schulantrages, infolge einer schweren Anschuldigung, welche, wenn sie nicht als der Abgeordnete D. Hackenberg, anstatt die neue, bedenkliche falsch erwiesen werden kann, in Europa einen weit stärkeren WiderAusdeutung der Berliner Erklärung abzulehnen, ausdrücklich ihre hall haben wird, als alle Angriffe der englischen Blätter gegen den Zustimmung und Billigung dieser Ausdeutung bekundet haben, Kongostaat. daß sie also bewiesen haben, daß die Fraktion in offenkundigem Auch die Magdeburgische Zeitung" wendet sich jetzt gegen das Schulkompromiß. Gleichwohl werden die nationalliberalen Landtags- Diplomaten im Wettlauf mit dem Zentrum dem edelen Ziele der weiteren Schulverkirchlichung entgegenstreben. " Das Unter= Brüssel, 10. Oktober.( Eig. Ber.) Gegensatz zu dem Beschluß des Zentralvorstandes der national- Es handelt sich um Anklagen eines Militärarztes, des italieniliberaten Partei auf dem Schulantrag des 13. Mai beharren will. schen Hauptmannes Baccari, des offiziellen Abgesandten der So besteht denn auch nach Bochum der Zwiespalt der Ansichten italienischen Regierung, welcher nach dem Kongo gegangen war, um innerhalb der Partei fort, ja, tvir fürchten, daß die Ausführungen zu prüfen, ob eine italienische Kolonisation im Kongo möglich ist. Hackenbergs ihn noch vertieft haben. Baccari dachte von vornherein sehr günstig über die Verhältnisse im Kongo, und die Kongobehörden, auf deren Ersuchen seine Untersuchung angestellt wurde, taten alles mögliche, um seine günstigen Auffassungen zu bekräftigen. Aber gründliche Studien der Verhältnisse änderten die Ueberzeugungen des Hauptmannes, und er ließ seine neugewonnenen Anschauumgen in zahlreichen Berichten Auf die Frage, wie der Graf- Regent die Worte des Kaisers Die Frankfurter Zeitung" schnellt, nach Kalmückenart, auf be- hervortreten, die er an seine Regierung richtete. Er behauptet nun empfunden habe, erwidert er: schleunigter Flucht noch ein paar Pfeile gegen uns ab, die aber nicht nicht, daß diese Korrespondenz unterschlagen worden sei; aber er Als das bekannte erste Kaiser- Telegramm den Graf- Regenten einmal eine beinerne Spitze haben. Sie behauptet, der manier weist es zurück, diese von anderer Seite aufgestellte Behauptung als Ernst ereilte, habe ein dem Grafen Ernst Nahestehender geraten, schäbigster Revolverjournalistit", der wir sie ihrer kläglichen Unter- falsch zu erklären. Jedenfalls geschah es, daß er nach einiger Zeit das Telegramm sofort der Deffentlichkeit zu übergeben, die sicher schlagungen wegen geziehen, hätten wir uns selbst schuldig gemacht, fofort Front gegen die kaiserliche Aeußerung machen werde. Graf da wir in unserer ersten Entgegnung ihre Auslassungen nur inhalt zuerst das Mißtrauen, dann die offene Feindseligkeit der Beamten des Kongostaates auf sich zog. Ernst habe auf den Vorschlag erwidert, er wolle ihn sich eine Nacht und bruch stick weise wiedergegeben hätten. Jetzt erhebt er die schwerste Auflage. Er erklärt, daß er Yang überlegen. Als der Mahner am nächsten Tage nach dem schlagungs system hätten wir aber sehr treffend charakte Resultat des Nachdenkens forschte, habe der alte Graf- Regent die rifiert. Dies erfreuliche Zugeständnis kommt uns um so unerwarteter, am 2. Juli 1903, als er sich in Kassongo befand und eine folgenden Worte gesprochen:„ Ich bin der Fürst eines kleinen als auch diesmal wieder das„ demokratische" Organ nach Art eines Flasche roten Bordeauxiveins trank, festzustellen in der Lage war, daß der kann einen Schlag von oben er- landrätlich geleiteten Kreisblattes auch nur den Sinn unserer Ent- das Getränk einen seltsamen Geschmack hatte. Er stellte weiter feft, tragen; die Kaiserkrone aber darf nie einen begegnung mit keiner Silbe mitteilt, sondern lediglich einige daß sein schwarzer Bedienter ihm in den Wein eine starke Dosis kommen!" Wie damals das Telegramm doch noch nach außen Ausdrücke herausfischt, die den Eindruck erwecken sollen, als ob wir äzenden Quecksilber- Sublimates getan hatte. Der erschreckte Schwarze brang, ist heute noch ein Rätsel. Auf diesen Standpunkt seines geichimpft" hätten. Es bleibt also, die Frankf. 3tg." bestätigt uns erklärte ihm, daß er ihm nicht nach dem Leben habe trachten wollen. Vaters, fährt der Interviewer fort, hat sich Graf Leopold auch dem ja die Berechtigung dieser Charakteristik, bei der Manier schäbigster Baccari verschaffte sich ein Brechmittel und ließ sich durch den Testen Raisertelegramm gegenüber stellen wollen. Der Gedanke, das Revolverjournalistik.s Telegramm für eine persönliche Verlegung zu halten, italienischen Arzt Dr. Micussi behandeln, welcher das Getränk unterwäre ihm nie gekommen. Hätte er es als eine Kränkung suchte und feststellte, daß es geeignet gewesen wäre, den Tod aufgefaßt, so wäre das Telegramm sofort, und ohne daß es zu herbeizuführen. Baccari erhob Anklage gegen seinen Diener, der jemandes Kenntnis gekommen wäre, von ihm vernichtet worden. Er verhaftet worden ist, aber er ist überzeugt, daß dieser arme Teufel habe die Aeußerung aber als eine Stellungnahme des Kaisers dem feinen Grund hatte, ihm Böses zuzufügen. Er behauptet, noch weitere Be Lipperlande gegenüber erblickt. Das sei Staats- Die Deutsche Tagesztg." klagt lebhaft über die Aufstellung weise für seine Anschuldigung gegen die Auftraggeber des Schwarzen in angelegenheit. Und habe es für seine Pflicht, die er einer nationalliberalen Kandidatur, die keinerlei Aussicht habe, aber Händen zu haben. Weiter erklärt Baccari, daß man nach der Erhebung seiner seinem Gewissen und seinem Lande schulde, erachtet, das Telegramın dahin führen könne, durch Ablenkung sonst dem konservativen lage beabsichtigt hätte, ihn für geistesgestört zu erklären, und daß feiner Regierung zur weiteren Behandlung zu übergeben. Kandidaten zukommenden Stimmen den Freifinnigen in die Sticher als ein solcher den anderen italienischen Agenten im Kongo wahl mit der Sozialdemokratie zu bringen. Landes Zentrums- Nationalliberale. Jerichow. Für die Ersatzwahl zum Reichstage im Wahlkreise Jerichow haben nun die Nationalliberalen Herrn vom Rath als Kandidaten proklamiert. Fünf Parteien: die Konservativen, Antisemiten, Nationalliberalen, Freisimmigen und Sozialdemokraten fämpfen um das Erbe Herbert Bismarcks. Auf die Frage, wie sich der Graf- Regent zu dem erneut anzurufenden Richterspruche stelle, erklärte Graf Leopold, daß er niemals Städtische Selbsthilfe. Aus halle berichtet man uns unter denunziert worden sei. Er beschuldigt unzweideutig den Generalvorher geglaubt habe, sich noch einmal einem Richter unterwerfen zu dem 10. Oftober: Um den agrarischen Gelüsten, minderwertiges Gouverneur des Kongo, er habe seine in Zentral- Afrika müssen, so fest überzeugt sei er von seinem Recht auf den Thron Fleisch von dem Lande in die Stadt einzuführen, einen Riegel vor- wohnenden Landsleute in dieser Richtung telegraphisch beeinflußt. gewesen, so durchdrungen davon sei er auch noch. Trotzdem habe er zuschieben, wurde von dem Stadtv. Genossen Thiele namens Diese Darstellung fällt zusammen mit gleichzeitigen Abgern in die erneute Prüfung gewilligt. Aber das eine wolle er für der sozialdemokratischen Fraktion im Stadtverordneten- Kollegium Tengungen der dem Kongo ergebenen Presse. Eines dieser Blätter, fich beanspruchen, was jedem Bürger ſeines Landes, und sei es der folgender Antrag eingebracht und begründet:„ Die Versammlung be- der„ Soir", erklärte gestern, daß die Vergiftung die Folge eines geringſte, als sein gutes Recht fordern dürfe, daß ein ordentlicher schließt, den Magistrat, zu ersuchen, alle Maßnahmen zu ergreifen, Mißverständnisses gewesen und daß der Kapitän Baccari schwachGerichtshof über sein Anrecht auf den lippeschen Thron entscheide. durch welche die Gefahren befeitigt werden, die für die finnig sei, eine Verteidigung der Kongoregierung, die zuWohl wäre ihm das Reichsgericht als der höchste deutsche Gerichtshof Bevölkerung unserer Stadt mit der Aufhebung des Unter- nächst in keiner Weise beweiskräftig erscheint. das liebste Forum. Allein auch hierin lasse er dem Bundesrat gern suchung zwanges für eingeführtes, bereits einmal im In- bemerken, daß Es ist zu freie Hand. Bis zur Fällung des Urteilsspruches aber, das erforderte lande untersuchtes Fleisch verbunden sind." Dem sozialdemokratischen ohne Einschränkung durch das katholische Hauptjournal Belgiens, den alle Anklagen des italienischen Delegierten die Gerechtigkeit, müßte die gegenwärtige Rechtslage Antrage wurde einstimmig zugestimmt, ein Ereignis, das man unangetastet bleiben. Zu dieser Wahrung seiner Rechte bisher noch nicht erlebt hatte und das man auch nicht so schnell" Patriote", wiedergegeben sind. Die kongofreundliche Presse kann hofft der Graf- Regent ebenfalls auf die einmütige Zustimmung des wieder erleben wird. Sogar der Stadtverordnete Fleischermeister daher diesmal nicht über voreingenommene Anschuldigungen klagen, deutschen Volkes, wie sie ihm bisher zuteil geworden sei. Daniel erklärte, daß die Fleischerinung dem Treiben der Agrarier wie sie es gegenüber den Angriffen der englischen Zeitungen und mit schiverer Sorge entgegensehe. der englischen Politiker tat. In der Tat, wenn bei den englischen Eisenbahn- Etats. Bei den gegenwärtig schwebenden Verhand- Angriffen die Neigungen, im Kongo Fuß zu fassen, mitsprachen, so Die Haltung der Nationalliberalen in der Schulfrage wird un- lungen über die Bildung einer Eisenbahnbetriebsmittel- kommt dies für Italien nicht in Betracht. übertrefflich gekennzeichnet durch den Beifall, den sie im 3entrum Gemeinschaft zwischen den verschiedenen Bundesstaaten und Es giebt nur zwei Möglichkeiten: Entweder ist der Kapitän findet. Um, wie man sagt, das Zentrum nicht mit den Konservativen dem Reiche ist es von Interesse, wegen der Ausgaben und Baccari nicht zurechnungsfähig, dann hat die Regierung von Italien die Schulgesetzgebung reaktionär fortführen zu lassen, verband sich Einnahmen der Bahnen in den verschiedenen Staatswesen die Pflicht, ihren Beauftragten abzuschütteln; oder aber die Verder Nationalliberalismus des preußischen Abgeordnetenhauses mit Vergleiche ziehen zu können. Insgesamt treten die Staatseisenden Konservativen. Hadenberg schloß das Kompromiß mit bahnen, abgesehen vom Reiche, nur im Etat von 8 Bundesstaaten auf, trauenswürdigkeit Baccaris ist nicht anzuzweifeln, dann dürfte der Zedlitz und die Nationalliberalen wurden, um Preußen von dem im Vergleich zur Fläche und Bevölkerung mit der größten Summe in Vorfall zu bedeutenden Weiterungen führen. Zentrum zu retten, selbst Zentrum. Oldenburg, wo mehr als 40 Broz. der ordentlichen Staatsausgaben Eine bemerkenswerte Entwicklung in den Streitigkeiten, die sich auf die Bahnen entfallen. In Preußen und Baden treffen auf sie über Zur Einigkeitsfrage in Frankreich. im nationalliberalen Lager infolge jener Muderbereitschaft der ein Drittel, in Bayern, Sachsen, Württemberg und Mecklenburg- Paris, 10. Oftober.( Eig. Ber.) Die beiden sozialistischen Landtagsfraktion zutrugen, brachte der nationalliberale Parteitag Schwerin über ein Viertel der ordentlichen Ausgaben. Dafür werden Parteien haben fast gleichzeitig Bersammlungskundgebungen ver für die Provinz Westfalen, der am Sonntag in Bochum stattfand. von den sämtlichen ordentlichen Staatseinnahmen in Preußen mehr anstaltet, die in bezug auf die Einigkeitsfrage von Interesse sind. Während die Lehrerschaft der Provinz zuvor eine Resolution gegen als die Hälfte, in Baden, Oldenburg 46-47 Broz., in Bayern, Die P. S. F. Jaurèsisten) hat, gemäß dem Beschluß ihres Kondie Konfessionsschule beschlossen hatte, gelang es den Leitern des Sachsen und Württemberg, Mecklenburg- Schwerin 35-38 Proz. greffes von Saint- Etienne, zum erstenmal vier regionale VersammParteitages, eine Vertrauenskundgebung für die Fraktion in Szene durch das Erträgnis der Staatsbahnen gedeckt. Im einzelnen be- lungen abgehalten, in denen Mitglieder der Kammerfraktion zuzu setzen. Man ließ den Abgeordneten Pastor Hackenberg seinen trugen nach den Voranschlägen für 1903 die Ausgaben für die Staats- ſammen mit Vertretern des Interföderalen Komitees eine tollektive Kompromiß- Standpunkt entwickeln und, da in sehr vorgerückter eisenbahnen im Reiche 69,9 Millionen Mark oder 2,97 Proz. der Mandatsberichterstattung gaben. Die Versammlungen fanden statt Zeit" zur Debatte keine Möglichkeit war, eine Resolution annehmen, gesamten ordentlichen Ausgaben, in Preußen 986,5 Millionen Mark in Angers, Bordeaux, Lyon und Marseille. Dabei trat der Unterdie scheinbar auf die gegen die Fraktion gerichtete Erklärung des oder 36,70 Proz., in Bayern 127,8 Millionen Mark oder 27,4 Proz., schied zwischen der Linken und der Rechten der P. S. F. in der Zentralvorstandes der Partei zurückkehrt, in Wahrheit aber der Fraktion in Sachsen 102,7 Millionen Mark oder 29,63 Proz., in Württemberg Stellungnahme zum Bloc und folglich zur Einigkeit deutlich in ihrer bisherigen Schul- Verratspolitik freien Fortgang 43,4 Millionen Mark oder 25,56 Proz., in Baden 60,9 Millionen genug hervor.( Wohlgemerkt, ich folge den Berichten der„ Humanité".) läßt. Die Resolution sagt: oder 35,59 Proz., in Mecklenburg- Schwerin 9,3 Millionen oder Die Redner der Linken, Ducos de la Hoille in Angers und Die nationalliberale Partei Westfalens spricht unter Bu- 25,07 Proz. und in Oldenburg 9,9 Millionen Mark oder 40,08 Proz. Renaudel in Marseille, kritisierten die Bloc- Politik und traten für stimmung zu der Erklärung des Zentralvorstandes der Partei vom Die Bruttoausgaben bei den gesamten hessischen Staatsbahnen be- die sozialistische Einigkeit ein. Ducos de la Hoille befürchtet die 12. Juni d. J. ihr volles Vertrauen zur nationalliberalen Fraktion trugen 19,1 Millionen Mark. Die Einfünfte aus den Staatsein- Opposition gewiffer Chefs gegen die Einigkeit, meinte aber, daß die des Abgeordnetenhauses und die Hoffnung aus, daß es ihr ge- nahmen bezifferters sich im Reiche auf 87,9 Millionen Mark oder 3,85 Einigkeit aus der breiten Maffe hervorgehen werde. Aehnlich sprach lingen wird, auf der Grundlage des Schulantrages( Hackenberg- Prozent der gesamten ordentlichen Einnahmen, in Preußen auf Renaudel:„ Die gewünschte Einigkeit wird verwirklicht werden Heydebrand- Zedlitz) die gesetzliche Regelung der Schul- Unter- 1386,7 Millionen oder 52,99 Proz., in Bayern auf 173,4 Millionen wenn nicht von oben, so doch von unten." Hingegen findet man in haltungspflicht herbeizuführen. Zur glücklichen Verabschiedund oder 37,21 Proz., in Sachsen auf 132,9 Millionen oder den Reden der markantesten Vertreter der Fraktion bezw. des rechten eines so wichtigen Gesetzes ist die Einigkeit in der Partei eine der 38,25 Proz., in Württemberg auf 59,7 Millionen oder 35,62 Flügels der P. S. F., und zwar von Jaurès, Briand, Viviani und ersten Borbedingungen." Prozent, in Baden auf 74,5 Millionen oder 46,51 Proz., in Mecklenburg- Schwerin auf 13 Millionen oder 35 16 Proz., in Oldenburg auf 13,3 Millionen oder 47,70 Broz., in Braunschweig auf 2,6 Millionen oder 9,36 Proz. In Hessen betrugen die Brufioeinnahmen 28,9 Millionen oder 37,91 Proz. der gesamten ordentlichen StaatsDie Fraktions- Rationalliberalen wünschen, daß sie ihre Partei an die konservativ- ultramontane Schulreaktion verlaufen können, ohne daß dabei die Einigkeit ihrer Gefolgschaft gestört wird. Jedenfalls werden sie auf diesen Wegen unbeirrt fortgehen, und die Kundgebungen aus den Reihen der noch widerstrebenden Parteigänger einnahmen. werden erfolglos verhallen. Immerhin schweigt die Opposition gegen die Fraktionspolitik zunächst nicht. Die Kölnische Zeitung", die in dieser Frage nicht mit der Fraktion geht, wendet sich gegen den Beschluß des Bochumer Parteitages und fündigt an, daß durch dies Beharren der Fraktion bei ihrer Kompromißtaktik der 8 wiespalt in ihrer Partei sich verschärfen müsse. Da der Artikel zur Erkenntnis der wirren Lage bei den Nationalliberalen von Bedeutung ist, seien seine wichtigsten Ausführungen wiedergegeben. Die„ Kölnische Zeitung" schreibt: " Der Bochumer Parteitag der westfälischen Nationalliberalen hat am Sonntag nach einer rhetorisch glänzenden Rede des Abgeordneten D. Hackenberg einer Resolution zugestimmt, welche die Schwierigkeiten, die der Verständigung innerhalb der Partei über die Schulfrage entgegenstehen, nicht gemindert, sondern gesteigert. Die Resolution behauptet zwar, sich an die Erklärung des Zentralvorstandes der Partei vom 12. Juli anzuschließen, und sie nennt die Einigkeit in der Partei eine der ersten Vorbedingungen für die Verabschiedung des Schulunterhaltungs- Gesetzes, aber sie gibt durch das Hinzufügen der Worte auf der Grundlage bes Schulantrages" der Erklärung des Zentralvorstandes einen Sinn, der dem Wortlaute nach in ihr nicht zu finden ist, bisher von niemandem darin gefunden worden ist und, wenn er für die Zukunft maßgebend werden sollte, den schroffen Gegensat der Meinungen und Absichten, wie er vor dem 12. Juni bestand, " Ueber die Ursache des Witboi- Aufstandes äußert sich ein mit den Verhältnissen des Nama- Landes vertrauter Gewährsmann der WeltKorr." folgendermaßen: Pressensé, kein Wort über die Einigkeit, wohl aber eine uneingeschränkte Apologie des Kabinetts Combes, der jaurèsistischen Bloc- Taktik und der Notwendigkeit, fie auch fernerhin zu befolgen. Briand kritisierte noch den Amsterdamer Beschluß. Was die Resolutionen der vier Versammlungen betrifft, so wird nur in der Lyoner Resolution( in Lyon sprach von der Linken Jean Longuet) die Notwendigkeit der Einigkeit betont. Die übrigen drei Refolutionen, darunter die der Jaurèschen Versammlung in Angers, schweigen sich darüber vollständig aus. In Augers erAls wahren Grund des Aufstandes sehe ich den Eindruck an, klärte die Versammlung ihre„ volle Zustimmung zur sozialistischen den die Witbois und die anderen südlichen Stämme von dem bis Republit, die allein die vollständige Befreiung der Arbeiter sichern herigen Verlauf des Herero- Feldzuges haben, der ihnen als Mig fann, und verpflichtet sich, die politische und ökonomische Aktion des erfolg erscheint. Ob er objektiv ein Mißerfolg ist oder nicht, Proletariats zu stärken". In der Bordeaux- Resolution wird Herr darauf kommt es gar nicht an, sondern nur darauf, wie er sich Combes beglückwünscht und die jaurėsistische Taftik gebilligt. In subjektiv den Witbois darstellt. Von diesem Gesichtspunkt aus Marseille gelangte ein Billigungsvotum zur Annahme. Die P. S. de F.( revolutionäre Sozialisten) hielt am Sonntag war es vielleicht zu bedauern, daß eine Anzahl( 60-80) in Paris eine Volksversammlung ab mit dem Thema: Amster Witboi- Krieger den Herero- Feldzug mitgemacht haben, so Es ist die zweite Aber damer Kongreß und sozialistische Einigkeit. nügliche Dienste sie an sich geleistet haben mögen. wie haben sie in ihren Briefen an die Daheimgebliebenen der Pariser Versammlung dieser Art. Es sprachen die Abgg. Dejeante Verlauf des Feldzugs dargestellt? Oder auch derartige Nach- und Vaillant, ferner Lafargue, Dubreuilh, Landrin, Paul- Louis und richten wandern mündlich von Viehposten zu Viehposten und jeder Rappaport. Die baldige Verwirklichung der vollständigen Einigkeit tut natürlich das Seine hinzu, bis sie völlig entstellt bei den auf dem Boden des Klassenkampfes gemäß den Amsterdamer Bes das war der Mittelpunkt der Ausführungen der Redner. füdlichen Stämmen anlangen. So glauben also die witbois schlüssen offenbar, daß die Herero noch weit von der Niederwerfung sind Vaillant hob hervor das Widerstreben des rechten Flügels der und daß es wohl möglich wäre, in gemeinsamem Kampfe den Jaurèsisten gegen die Einigkeit, was sich daraus erkläre, daß die sozialistische Einigkeit die Bloc- Taktik der Jaurèsisten unmöglich weißen Eindringling zu vertreiben. machen würde. Er kündigte ferner an, daß die P. S. de F. eine nachhaltige Bersammlungsagitation für die Einigkeit beschlossen habe, um so nach Möglichkeit( bei dem Mangel einer Tageszeitung) den Widerstand der Bloc- Freunde gegen die Einigkeit zu lähmen. In Hendrik Witbois Einfluß auf seine Leute soll schon beim Ausbruch des Herero- Aufstandes erschüttert gewesen sein. wieder herstellen und somit die Einigkeit in der Partei gefährden, Berlin, 11. Oktober.( Amtliche Mitteilung.) Nach einem Tele- der per Afflamation botierten Resolution erklärte die Versammlung aber nicht fördern müßte. Jene Erklärung des Zentralvorstandes gramm des Gouverneurs Leutwein ist der Zivilpolizist ihre Zustimmung zum Amsterdamer Taktikbeschluß und zur soziastellte zugunsten der Fraktion nur die nebereinstimmung ihrer Fieke aus Wilsdruff, Königreich Sachfen, früher Infanterie- listischen Einigkeit, deren baldige Verwirklichung erhofft wird. jezigen Haltung mit ihrer früheren in den Jahren 1892, 1896 Regiment 88, am 7. Oftober in Station Ruis tot aufund 1903 fest, erwartete aber in ihrem sachlichen Inhalt von der gefunden worden. Schuß durch die Brust. Die Angreifer Fraktion, daß sie die Weiterentwicklung der Simultan- sind verschwunden. schulen auf der Linie ihrer grundsätzlichen Gleichberechtigung Major Leutwein sagte, wie erinnerlich, in seiner letzten Meldung, möglich mache. Der Schulantrag der Fraktion, der, wie auch de die Station Kuis durch Witbois angegriffen worden sei. Italien. Die Spaltung der italienischen Sozialdemokratie vollzogen. Vom 8. bis 10. Oktober hielt der italienische Partet. vorstand in Florenz eine Sigung ab, in der neben einigen an deren Partei- Angelegenheiten besonders über die Stellungnahme zu| Fällen bemerkbar gemacht, trotzdem Mangel an Ent- lerfolgreich; aber da die endgültige Durchführung noch in den autonomen Gruppen beraten wurde. Bekanntlich war die schlossenheit, der die Ruhestörer aufmuntert, zugleich geeignet sehr weiter Ferne liegt, ist es nötig, in Verfolgung unserer Gesamtpartei durch Referendum über das Schicksal der aus den ist, die hohe Bedeutung der militärischen Würde in ihrer Meinung Tätigkeit geduldig und ausdauernd zu bleiben und auf alten Partei- Organisationen ausgeschiedenen reformistischen" zu erschüttern." Daher wird weiter den Vorgesetzten empfohlen, Gruppen befragt worden. Das Resultat der Abstimatung ging da- ihren Untergebenen auseinanderzusetzen, wo sie von der Waffe Ge- diese Weise nach der schließlichen Erfüllung unseres Vorsatzes zu hin, daß die autonomen Gruppen bis spätestens den 30. September brauch machen müssen und wo dies keine Verantwortlich= streben. ihre Wiedervereinigung mit den alten Partei- Organisationen zu feit nach sich ziehen könne." bewirken hätten. Dieser Aufforderng fam eine Anzahl autonomer Gruppen nach, während die von Mailand und einige audere sich dessen weigerten. Zu der Sitzung des Parteivorstandes war eine Delegation der Mailänder Sezessionisten zugelassen. Diese suchte auseinander zusehen, daß in Mailand eine Vereinigung unmöglich sei; die eine Richtung bezichtige die andere, daß sie monarchisch- bürgerlichen Tendenzen huldige, während der anderen vorgeworfen werde, daß sie auf anarchistisch- gewerkschaftlichem Boden stünde. Treves gab die Erklärung ab, daß die autonomen Gruppen Mailauds den festen Willen haben, in der Partei zu bleiben und mit ihr zu wirken und richtete die Frage an den Parteivorstand, ob er die Verantwortung dafür übernehmen könne, daß die Männer und sozialistischen Sträfte, die in den Gruppen vereinigt find, wegen einer bureaukratischen Formalität( gemeint ist die Forderung unbedingter Eluheit der Organisation) aus der Partei gestoßen werden. Nach langer Diskussion, die sich über mehrere Sikungen erstreďte, fand schließlich nachstehende Resolution einstimmige Annahme: " Der Parteivorstand nimmt mit großer Befriedigung Kenntnis von dem Wiedereintritt der autonomen Zirfel von Bergamo, Varese, Rom usw.; er bedauert auf das lebhafteste, daß die autonomen Gruppen von Mailand und einige andere diesem lobenswerten Beispiele nicht gefolgt find, und erklärt, daß sich diese Gruppen, da fie bis zum 30. September ihre Wiedervereinigung mit den alten lofalen Partei- Organisationen nicht bewirkt hatten, cuf Grund des Referendums der Partei als nicht mehr zur italienisch sozialistischen Partei gehörig betrachten haben." = Die Resolution führt weiter begründend aus, daß der Parteivorstand den Vorschlag der Gruppen, in der Parter zu verbleiben, ohne sich den lokalen Partei- Organisationen anzuschließen, als mit der Auffassung von der Einheit der Partei in Widerspruch stehend, nicht habe akzeptieren können. Ferner wird darin erklärt, daß die Mailänder Federation( alte Organisation) von den Brinzipien des Sozialismus nicht abgewichen sei, daß die Gründe, welche die autonomen Gruppen für die Unmöglichkeit einer Verschmelzung angeführt habe, deshalb auch nicht anerkannt Schließlich erklärt sich die Parteileitung bereit, jederzeit alle Maßnahmen zu unterstüßen, die geeignet sind, der Gruppen oder einzelnen Personen den Wiedereintritt in die Partei zu erleichtern. werden konnten. Grabe Tofio, 11. Oktober.( Meldung des Neuterschen Bureaus".) Das japanische Kanonenboot" heizen" ist, wie jetzt bekannt wird, am 18. September in der Taubenbucht auf eine Mine gestoßen und gesunken. Von der Vesagung wurden nur vier Mann gerettet. Der gehende" Mann. Den Ukas und den Tadel des blutdürftigen Mummelgreises London, 11. Oftober. Das„ Reutersche Bureau" meldet aus Czertkow ist 80 Jahre alt und steht schon mit einem Fuße im schifu, russischerseits werde erklärt, daß seit dem letzten großen haben die Truppen des Warschauer Militärbezirks wahr- Sturm fein bedeutender Kampf vor Port Arthur statthaftig nicht verdient. Nicht minder als ihre Kollegen in Ost- und gefunden habe. In der Nacht des 5. d. M. seien japanische Truppen Südrußland, in Ufa, in Jekaterynoslaw, Tichorecaja usw. haben auch in der Takhebucht gelandet, von wo die Russen sich angesichts sie leider bis jetzt ihre Schuldigkeit" getan und die demonstrirenden der numerischen Ueberlegenheit des Feindes zurückgezogen hätten; oder streifenden Arbeiter redlich zusammengeschossen, jedesmal, wo am nächsten Tage hätte die russische Artillerie die Japaner wieder man sie mit der Feuerwaffe intervenieren ließ. Schon abgesehen vertrieben und ein von denselben in Stellung gebrachtes Geschütz von einigen Fällen unter den Vorgängern Czertkows in den 90er zerstört. Die Japaner bombardierten jezt die Stadt Jahren des vorigen Jahrhunders, wo in 3yrardow, in Lodz täglich 3-4 Stunden. Der„ Novi Kray" erscheine wieder wie und auf dem Stahlivert" Huta Bankowa" bei Streifs und bei der früher. Maifeieer insgesamt über 50 Arbeiter von der Soldatesta erschossen wurden, haben die Warschauer Arbeiter erst neulich, am 13. Juni d. J., das Straßenpflaster mit ihrem Blute wieder einmal färben müssen. Wie wir seinerzeit meldeten, kam es während eines großen Brandes in der Grzybowskastraße zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen dem zuschauenden Publikum und der es mißhandelnden Polizei, wobei zahlreiche sozialdemokratische Arbeiter, die sich in der Menge befanden, energisch zur Wehr setzten New York, 11. Oktober. Die„ New York Times" melden aus und, von der Menge unterstützt, unter Rufen nieder mit dem Absolu- Washington: Präsident Roosevelt hat das Staatsdepartement tismus", die heilige Hermant ad mitsamt den berittenen Kosaken durch angewiesen, Rußland um ausführliche Auskunft über den Verbleib Steinwürfe in die Flucht schlugen. Bald darauf erschienen aber auf der amerikanischen Post an Bord des von den Russen aufgebrachten dem Kampfplaze zivei Stompagnien Infanterie, es fielen zwei Salven Dampfers Kalchas" zu ersuchen. - nicht in die Luft, sondern in die zusammengestaute Menge, und auf dem Erdboden lagen neben zahlreichen Verwundeten acht Leichen, darunter das Mitglied der Warschauer sozial- Der Statthalter Alexejew steht jetzt gewissermaßen im Mittel demokratischen Organisation, der junge Schlosser Joseph Koserski. punkt des Interesses.„ Geht er, oder geht er nicht," dies ist die Mein Liebchen, was willst du noch mehr?" könnten ja an- Frage, um die zu lösen die ausländischen Korrespondenten in gesichts dessen die soeben gerüffelten Truppen mit Recht ihrem Petersburg fich den Kopf zerbrechen und sich die Sohlen schneidigen Befehlshaber, der selbst meistens das Zimmer hüten muß, nach den„ maßgebenden Stellen" in den russischen Ministerien zurufen. Aber den Satrapen von Warschau vermag die Schießfertigkeit der Soldaten immer noch nicht zu befriedigen, weil die ablaufen. Es dürfte deshalb von Interesse sein, einige Mitteilungen Arbeiter demonstrationen sich trotz des vergossenen Blutes doch eines Korrespondenten der„ Dswoboschdienie" aus der Mandschurei, mehren. Letzteres ist Tatsache. Erst vor wenigen Tagen, am in denen die Figur desselben in ihrer ganzen Glorie erscheint, 2. d. M., hat das Warschauer sozialdemokratische Komitee wieder wiederzugeben: eine Demonstration zum Protest gegen das kriegsgerichtliche Ver- Ten Alexejew fann im fernen Often niemand ausstehen. Seine fahren in Sachen Kasprzaks veranstaltet. Die Gärung unter den persönlichen Bequemlichkeiten stellt der Admiral über alles und ist Arbeitern ist groß, besonders unter dem Einfluß der Arbeitslosigkeit bereit, die Sache zu opfern, um nur seine Ruhe nicht zu stören. und des Krieges. Aber eben deshalb ist es doppelt verbrecherisch So ist es z. B. verboten, in dem Bahnhofe von Mukden, wo er und albern, die soziale Frage vermittelst blauer Bohnen lösen zu seine Wohnung hat, den Abgang der Züge durch Geläute und wollen. Pfiffe, wie es auf allen Eisenbahnen in Rußland üblich, anzuzeigen, damit der Statthalter ja nicht beunruhigt werde, und so macht ausgezeichnete Fortschritte. Noch niemals vorher ist in einer Züge verpassen. Als Alexejew nach Port Arthur gegangen war, fommt es so häufig vor, daß Passagiere, die das nicht wissen, ihre Wahlkampagne so viel sozialistische Literatur verkauft worden, wie diesmal. Die beschränkten Finanzen der Partei gestatten es nicht, bevor noch die Festung endgültig abgeschnitten wurde, durfte man die Agitationsschriften in Massen gratis zu verteilen, wie es die auf seinen Befehl dorthin während einer ganzen Woche andern Parteien mit ihren Flugschriften tun. Daß so viel gekauft teine Frachten senden, damit der Schienenweg zu jeder Zeit für seine wird, zeugt jedenfalls von einem erfreulich großen Interesse in Rückkehr nach dem Norden frei bleibe. Und noch ein Fall, der viele Rom, 5. Oktober.( Eig. Ver.) Nach viermonatlichem Ausstande weiten Streisen. Die Versammlungen der Sozialisten sind immer gegen Alexejew empörte; einmal sind auf der ganzen Eisenbahnnahmen 800 800 Marmorarbeiter in den Marmorbrüchen von stark besucht. Eugen V. Debs hat als Redner eine große Anziehungs- linie alle Züge, sowohl die Militär- wie die Güterzüge zum Stehen Versiglia die Arbeit wieder auf. Sie haben für ihre Ausdauer fraft gewonnen, auch haben einige angesehene Zeitungen Artikel von gebracht und alles ist in großen Aufruhr versetzt worden- es stellte und für die großen Opfer der Tangent Arbeitslosig- ihm verlangt und aufgenommen, um über Ziele und Zwecke des feit mun auch sehr bedeutende Errungenschai ten ver- Sozialismus Aufklärung zu geben. Außer Debs machen noch viele sich nun heraus, daß zu Alexejew... ein Hühneraugenzeichnen. Die Arbeiter erhalten einen Arbeitsvertrag, der tüchtige Redner Agitationstouren für den Sozialismus, und sie be- operateur in einem Extrazug fuhr!" Tagelohn steigt bei achtstündiger Arbeitszeit, die: schon vor dem richten nach dem Hauptquartier in Chicago über gute Erfolge. In Diese Schilderung paßt genau zu der bekannten Tatsache, daß Streit galt von 2,10 Lire auf 3 Lire. Für alle pilfsarbeiter der vielen Gewerkschaftskreisen zeigt sich eine günstige Stimmung für die am Abend, wo man den ersten, verhängnisvoll gewordenen Angriff verschiedenen Brüche wurde ein Minimallohn festgesetzt. Die Gewerk- sozialistischen Kandidaten. der Japaner auf die russische Flotte in Port Arthur erwarten mußte schaft der Bauarbeiter, an die die Arbeiter der Steiit- und MarmorDer Brauereiarbeiter- Verband hat für den Wahlfonds der und wo dieser auch tatsächlich erfolgte, der Oberbefehlshaber sich brüche angeschlossen sind, hat für den Streit etwa 30000 Lire aus- Sozialisten 500 Dollars bewilligt. Die American Fede= gegeben. ration of Lavor, der größte Arbeiterverband der Welt, der bei zu Bette begab und aufs strengste dabei verbot, ihn während der Nacht zu wecken. Troz dieser Heldentaten wird der Stattnahe zwei Millionen Mitglieder zählt, hält am 14. November seine Die niederländische Reichspost in den Dienst der Reaktion zu vention in Boston entspann sich ein lebhafter Kampf zwischen den haben wird, Jahreskonvention in San Francisco ab. Bei der vorjährigen Ston- halter, der bald in der Mandschurei nichts mehr zu„ halten" immer noch von der Hoffamarilla ſtellen, scheint das Bestreben der Regierung zu sein. Der nieder- jezialistischen und den konservativen Gewerkschaftsmitgliedern. Eine in Petersburg über Wasser gehalten, und es wird wahrs ländische Verkehrsminister hat nämlich folgenden Vorschlag zur Er- Resolution, welche eine Anerkennung des Sozialismus im Prinzip scheinlich notwendig sein, daß die Russen auch aus Mukden von den gänzung des Postgesezes eingebracht: zum Ausdruck brachte, wurde mit 2185 gegen 1283 Stimmen ge- Japanern hinausgeworfen werden, damit dieser traurige Held aus „ Das Ueberbringen nicht geschlossener Sendangen fann gefchlagen. Diese scheinbare Niederlage betrachteten die Sozialisten einer luftigen Operette endlich aufhört, Stoff für Anekdoten zu liefern. weigert oder gehemmt werden, wenn ihr Inhalt cals der Sicherheit mit einer gewissen Genugtuung, denn sie hatten auf eine so starke Das absolute Regime und seine Diener sind allerdings einander des Staates, der öffentlichen Ordnung oder den guten Minorität kaum gerechnet. Es wird intereſſant ſein, zu beobachten, wert und bedingen sich gegenseitig. Sitten widerstreitend angesehen wird. Falls der Absender bekannt wie sich diesmal das Verhältnis stellt, denn unablässig wird von ist, werden ihm die Stücke zurückgesandt unter Mitteilung der sozialistischer Seite der Kampf darum geführt, in den Gewerkschaften Gründe der Weigerung oder Hemmung. Ist der Asender nicht be- den maßgebenden Einfluß zu gewinnen. Die politischen Erfolge Tannt, so werden die Sendungen drei Monate zu seiner Verfügung hängen davon ab, daß die Gewerkschaften mit ihren geschlossenen aufbewahrt, worauf sie vernichtet werden können." Massen sich für die sozialistische Partei erklären. Mailand, 11. Oktober. Die konservative Minderheit des Stadtrates gab ihre Gesamt demission wegen der Haltung der radikalsozialistischen Stadtverwaltung während des allgemeinen Ausstandes. Infolgedessen befindet sich der Stadtrat in einer Krisis. Ein Arbeiterficg. Niederlande. zu Zur Begründung dieses Vorschlags, der die Post zu einer Art Zensurbehörde machen würde, weist der Minister Gesonders auf die guten Sitten verlegende Sendungen( pornographiche Drucksachen, Abbildungen und vergleichen) hin. Es wird jedoch aus dem Wortlaut des Vorschlags tiar, daß er auch auf politische Drucksachen angewandt werden kann. Mit Recht bemerkt het Bolt":" daß wir es hier mit einem ernst gemeinten Anschlag auf die Freiheit der Presse zu tun haben, braucht nicht gesagt zu werden. Laut Verfassung mag jeder drucken und verbreiten was er will, aber dann tommt der Postbeamte, der das Monopol schneller und zweckmäßiger Verbreitung hat, und sagt: Ich versende das nicht. Wahrlich, wir nähern uns schon mehr russischen Zuständen!" Dänemark. Amerika. Die sozialistische Wahlagitation Von der russischen Offensive, Gerichts- Zeitung. Arbeitergroschen und Staatsanwaltsgrofchen. Wegen Vergehens gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung hatte sich gestern vor dem Schöffengericht der Bevollmächtigte des Metallarbeiter Verbandes, Adolf Cohen, zu verantworten. Der Tatbestand die gestern mit vollen Backen in die Welt hinauspofaunt wurde, ist war folgender: Jm Juli ds. Js. streikten bei der Firma Loofmann es heute wieder recht still geworden. Ein offizielles ruffifches in der Manteuffelstraße die Schlosser. Es kam zu einer Einigung, Telegramm lag übrigens auch gestern nicht über die so überraschend indem den Streifenden eine Lohnerhöhung zugebilligt wurde. Nach kommende angebliche Angriffsbewegung Kuropatkins vor. Das ist ein paar Tagen entließ die Firma jedoch einen Teil der Arbeiter, eigentlich recht verdächtig! was die übrigen Arbeiter als eine Maßregelung betrachteten. Dem„ Berliner Tageblatt" wird allerdings von seinem Peters- Sie legten wiederum die Arbeit nieder bis auf zwei. burger Korrespondenten unterm 11. Oftober gemeldet, daß erst Diese, die Schlosser Schönknecht und Frohloff, suchte jezt den russischen Korrespondenten offiziell gestattet nun der Angeklagte zu überreden, ebenfalls die Arbeit mit Justizminister Alberti brachte heute im Foffething einen worden sei, die Tatsache, daß die Armee zum Angriff über einzustellen, was sie indeffen verweigerten. Es kam nun zu einer Gefeßentwurf betreffend die Behandlung von verbrecherischen und gegangen ist, zu verbreiten. Trotzdem dürften aber die fleinen Auseinandersetzung zwischen Cohen und den beiden Arbeitsverwahrloften Kindern und jungen Leuten ein. Der Vorschlag geht Nachrichten in der nächsten Zeit spärlich und unklar fließen, willigen, in deren Verlauf einer von ihnen Cohen die Beleidigung dahin, daß solche Kinder und junge Leute in Kinderbewahr damit die Japaner keinerlei Hinweise erhalten. Jedoch werden die zurief, er ernähre sich ja von den Schweißgroschen und Erziehungsanstalten gebracht werdem fönnen, wenn Ereignisse einander schnell folgen. Heute liege die Bestätigung vor, der Arbeiter. Cohen nannte jenten darauf Streifbrecher. dies mit bezug auf ihre Besserung erforderlich erscheint. Die elter- daß die Japaner die wichtige befestigte Position Ban- In dieser Aeußerung und der ihr voraufgegangenen Auseinanderliche Gewalt geht in einem solchen Falle an einen Ober- japusa, den Schlüssel nach Bensihu und des ſetzung sah die Anklage eine Drohung und Ehrverletzung, mittels bormundsrat über, der unter Beistand von den im Lande ver- Taitseho- Tales, verloren haben. Die russische Kavallerie, deren der Angeklagte die beiden Arbeitswilligen habe bewegen teilten Vormundsräten die Aufsicht über die Kinder führt. Die wahrscheinlich die Abteilung Stennenkampf, ist bis Bensibu wollen, an einer Verabredung zum Zwecke der Erringung günstigerer Erziehungsanstalten sind teils von milderer, teils von strengerer Art, je nachdem die Verderbtheit der Kinder mehr oder minder borgedrungen. Die Japaner sind auf der ganzen Front Lohn- und Arbeitsbedingungen teilzunehmen. Der Staatsanwaltsrat vorgeschritten ist. Ferner brachte der Justizminister einen Gesetzes unter Vorpostengefechten zurückgegangen. Man erwartet in Peters- Ohlig als öffentlicher Antläger machte sich die Aeußerung des einen vorschlag über die Bekämpfung der Tuberkulose ein. burg eine zweite Schlacht bei Lianjang, da die Japaner Arbeitswilligen betreffs der Schweißgroschen der Arbeiter, von denen Dieser Vorschlag enthält eine Reihe Bestimmungen, die bezwecken, zum Teil über den Taitseho zurückgehen. der Angeklagte sich ernähre, völlig zu eigen. Hier liege wieder einer die Tuberkulose durch weitmöglichste Verbreitung einer genauen Das klingt wirklich alles sehr russisch. Hätte die russische jener Fälle von Terrorismus vor, wie er bei„ derartigen" Kenntnis der Krankheit und deren Wirkung unter der Bevölkerung Offenfit Cewegung bereits am 3. Oftober begounen, so läge darüber Arbeiterorganisationen üblich sei. Uebrigens mische sich der Anzu bekämpfen, und eine Reihe von Verhaltungsmaßregeln und Ver- entschieden eine japanische Meldung vor. Und dann die vorgebliche geklagte gewerbsmäßig" in Dinge, die ihn gar nichts angingen. boten zu geben, um damit der Ausbreitung der Krankheit vor- Geheimnistuerei! Hat man denn nicht seit mehreren Tagen die Es sei deshalb eine höhere Strafe angebracht, als wenn einer der zubeugen. Gleichzeitig wird vorgeschlagen, der Sanatorien zugunsten der tuberkulosen Patienten von seiten des Staates einen petuniären Offensiv- Fabel verbreitet? Hat nicht Kuropatkin seine schöne Rede an den Fabrikdifferenzen direkt beteiligten Arbeiter die Straftat be= geflissentlich verbreiten lassen? Was soll denn da eigentlich noch gangen hätte. Er beantrage sechs Wochen Gefängnis. Buschuß zu gewähren. geheim gehalten werden? Die russischen Truppenbewegungen? Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Heinemann suchte nachNun, darüber können sich die Japaner selbst an Ort und Stelle zuweisen, daß der fragliche Streit gar nicht zur Erringung besserer zehnmal besser unterrichten, als die Herren Kriegs- Bericht- Lohn- und Arbeitsbedingungen, sondern zum Zwecke der WiederAus Anlaß eines Zusammenstoßes vischen Arbeitern und be- erstatter im russischen Lager. Gerade solche Meldungen wie einstellung der entlassenen Arbeiter geführt worden sei, mithin ein waffneten Mannschaften des Grochower Regiments in Warschau, die des Mosse- Blattes lassen also die ganze Geschichte von Vergehen gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung überhaupt nicht wobei letztere den fürzeren zogen, hat der Generalgouverneur dem energischen Vordringen Kuropatkins und Kommandierende der Truppen des Warschauer Bezirks folgenden erscheinen. Soll durch diesen ganzen Rummel, den die russische Zuchthaus Vorlage habe treffen wollen. höchst zweifelhaft vorliege. Es sei dies einer jener Fälle, einer jener Fälle, den die felige barbarischen Befehl erlassen, dessen Stert wir dem Warschauer Da jene offiziellen Organ„ Warszawski Dniewnik" entnehmen. Es heißt da Regierung durch Kriegsberichterstatter und Beitungs- Vorlage aber nicht Gesetz geworden sei, so sei auch die auträger inszenieren läßt, ohne sich selbst zu engagieren, Bestrafung einer im Gesetz nicht vorgesehenen Handlung aus" In diesem Falle, wo die Mencje die Wälitärabteilung mit nur Stimmung bei der Börse gemacht werden? Sofft man auf geschlossen. Was aber die Beleidigung des Arbeitswilligen anbe Steinen überschüttete, waren der Rückzug vor den Angreifern und diese Weise leichter zu einem großen Punip zu kommen? Oder lange, so müsse dieselbe mindestens als kompensiert betrachtet werden. Schüsse in die Luft unangebracht und der be- will man mur dem eigenen Volke Sand in die Augen streuen? Bedauerlich sei es überdies, daß sich der Staatsanwalt die bewaffneten Mannschaften unwürdig. In solchem Falle Tofio, 11. Oktober.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Der leidigende Aeußerung des einen Arbeitswilligen betreffs der Erbleibt nichts anderes übrig, als von der Waffe Mikado hat einen Aufruf an sein Volt gerichtet, worin er zur nährung von den Schweißgroschen der Arbeiter zu eigen Gebrauch zu machen und man muß die Entschlossenheit haben, das zu tun, damit die Menge keinen Geduld und Standhaftigkeit in der Führung des Krieges gemacht habe. Cohen sei von den Arbeitern als Vertreter Anlaß bekommt, anzunehmen, daß sie die Mannschaften straflos ermahnt; er sagt: Seit Beginn des Krieges haben unsere Armee ihrer Interessen gewählt und müsse für seine Tätigkeit, die beleidigen und zu Krüppeln schlagen dürfe. Ueberhaupt haben sich und die Flotte Tapferkeit und Loyalität bewiesen, während sowohl die volle Arbeitskraft eines Mannes erfordere, Teider in der letzten Zeit wiederholt übermäßige(!) Befürchtungen die Beamten als auch das Volk übereinstimmend in Unterstützung selbstverständlich auch bezahlt werden. vor der Verantwortlichkeit für den Waffengelwauch in ähnlichen unserer Sache tätig gewesen sind. Bis jest ist unsere Sachel dem Angeklagten daraus einen Vorwurf machen könne, sei ihm ununter anderem: Rußland. Eine Aufforderung zum Morden. V Wie man verständlich; er glauke knum, daß man einem Vertreter der Arbeit« geber- Organisation den ähnlichen Vorwurf machen würde, daß dieser sich von Unternehmertalern ernähre, um ihn gewissermaßen als moralisch minderwertig hinzustellen. Aus allen diesen Gründen beantrage er die Freisprechung des Angeklagten. Es kam sodann zu einem kleinen Zwischenfall. Der Angeklagte Cohen erbat sich daö Wort und verwahrte sich eben- falls sehr energisch gegen die Aeußcrung des Staatsanwalts, als ernähre er sich für nichts und wieder nichts von den Schweiß- groschen der Arbeiter. Er müsse für sein Gehalt auch seine Arbeit leisten: bekomme also sein Geld ebenso wenig umsonst wie der Staatsanwalt. Diese Aeußernng bezeichnete der Staatsanwalt als eine die Würde des Gerichts verletzende Ungebühr. Cohen entgegnete darauf, ohne erst die Worterteilung abzn- warten: Ich arbeite für mein Geld genau so gut wie Sie!"— Das Urteil lautete auf drei Wochen Gefängnis lvcgen Vergehens gegen§ 153 der Gewerbe-Ordnung und 20 M. Geldstrafe wegen Ungebühr vor Gericht. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende aus: Wenn die Arbeitseinstellung auch nicht wegen Erringung besserer Lohnverhältnisse erfolgt sei, so habe sie doch bezweckt, den Arbeitgeber in der freien Wahl seiner Arbeiter zu beschränken, sie falle daher unter den s 153. Gegen das Urteil wird selbstverständlich Berufung eingelegt. Man sollte es nicht für möglich halten, daß in Verlin ein Staatsanwalt gegen einen Mann, der eS mit ihm an A n st ä n d i g- k e i t in jeder Hinsicht aufnehmen kann, derart vor- geht, und noch beachtenswerter ist es, daß ein Gericht die Abivehr des Beleidigten als Ungebühr bestraft. Es ivnre noch schöner, wenn jemand, der eine derartige E h r e n st e l l u n g in der Ocffentlichkeit genießt, wie der Leiter einer großen Arbeitervereiiiigunjz, wenn ein Mann, der durch das Vertrauen zehntausender Berufsgenosien auf seinen schweren, verantwortuiigsreichen Posten berufen worden ist, nicht die Pflicht in sich fühlte, Angriffe auf seine Ehre, auch wenn sie von einem Staats- anwalt kommen, mit allem Nachdruck zurückzuweisen! SewerKscKaftUcbes. BuddismuS. Eigenartige Vorstellungen von dem Verhältnis zwischen Unter- nchmern und Arbeitern scheint sich der Maschinenfabrikant A. MontfortS in M.-Gladbach zu machen. Kaum hatte er in Erfahrung gebracht, daß eine christliche Metallarbeiter- Versammlung stattgefunden habe, an der einige seiner Arbeiter teil- genommen hatten, da erließ er schon folgenden UkaS:. „Gestern abend hat eine Versammlung stattgefunden, wo von fremden Agitatoren über Mißstände in anderen Betrieben ge- sprachen worden ist, welche bei mir nicht vorkommen. Ich ver- lange, daß ein jeder, welcher bei mir arbeitet, auS dem Verbände austritt. Und es haben alle diejenigen mir bis morgen früh 8 Uhr eine Bescheinigung vorzuzeigen, daß sie sich mittels einer ein- geschriebenen Postkarte abgemeldet haben. Ich dulde weder einen christlichen noch unchriftlichen, oder einen sozialdemokratischen Verband in meinem Betriebe." Dieser„Befehl", Herr Montforts ist Hauptmann der Reserve und will die Bekanntmachung als Befehl aufgefaßt haben, läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Leider besitzt keiner der vielen Arbeiter des Betriebes den Mut, diesem Befehl entgegen- zuHandeln; alle haben ihren Austritt schon erklärt. Interessant ist, daß dieser Unternehmer, ein Scharfmacher wie er im Buche steht, bei jeder militärischen Kontrollverfammlung eine „flanimende" Rede gegen den Unisturz hält und keinen Unterschied zwischen den christlichen und freien Gelverkschaften macht. Eine stark besuchte Metallarbeiter-Versammlung nahm eine scharf gehaltene Protestresolution gegen das Vorgehen des Herrn an und verhängte über den Betrieb die Sperre.__ Berlin und dmgegend. Die Anssperning der Möbeltischler. Dem Holzarbeiter-Verband sind im Laufe des gestrigen Tages wieder 35 Ausgesperrte neu ge- meldet worden. An den neuen Aussperrungen sind sowohl solche Betriebe beteiligt, die schon vordem Arbeiter ausgesperrt hatten, Betriebe beteiligt, die schon vordem Arbeiter ausgesperrt hatten, Im ganzen zählt der Holzarbeiter-Verband bis jetzt 336 Ausgesperrte. Die betreffenden Tischlermeister teilen den zur Aussperrung be- stimmten Arbeitern ihr Schicksal meist mit Worten des Bedauerns mit:„Ich muß Sie entlassen, Sie wissen ja, ich kann nicht anders." So sucht der Meister sich gleichsam zu entschuldigen, wenn er sich ge- nötigt glaubt, einen Arbeiter ohne Grund auf die Straße zu setzen. Aber warum kann der Meister nicht anders? Fürchtet er den Terrorismus seiner Führer, derselben Leute, die sonst nicht laut genug über angeblichen Terrorismus der Arbeiter schreien können? Im Streik der Klavierarbeiter ist keine Aenderung eingetreten. Die Unternehmer zeigen sich noch nicht zur Nachgiebigkeit bereit und von den Streikenden denkt niemand daran, den Kampf aufzugeben. Ter ltiefereiit ist nicht erschienen. Zu diesem Thema teilt uns Genosse Adolf Hoffmann mit, daß ihm ein im Umdruck her- gestellter Handzettel zugegangen sei, in dem er für eine Gewerkschafts- Versammlung als Referent genannt wird. Auf der Rückseite des von der Filiale Berlin des betreffenden Verbandes in einem ab- gestempelten Kuvert übersandten Zettels steht: Werter Genosse l Hoffentlich wird die umseitige Einladung zur Wahrheit. Wir versprechen uns viel davon.(Folgt Unter- schrift.) Genosse Hoffmann erklärt dazu, daß er weder einen Vortrag zugesagt habe, noch auch nur darum angegangen sei. Es sei ein- mal notwendig, gegen einen derartigen Mißbrauch von Namen Stellung zu nehmen. Gar zu leicht treffe dadurch den Referenten der Vorwurf der Wortbrüchigkeit und Bummelei, ohne daß er in der Lage sei, sich dagegen zu verteidigen. DeutTebes Reich. 8 8 deS VereiuSgesebes gegen den Zweigverein einer Gewerkschaft. Der Vorsitzende Frey von der Zweigstelle Breslau des Verbandes der Handlungsgehülfen und-Gehülfinnen wurde in zweiter Instanz vom Landgericht wegen Uebertretung des§ 8 des preußischen Vereins» gesetzes zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er Frauen als Mit- glieder in den Zweigverein aufgeiiommeu habe, obwohl dieser be- zwecke, in Versammlungen politische Gegenstände zu erörtern. Dem Gericht hatte es besonders die Agitation für die Einführung und gerechte Ausgestaltung von Kaufmannsgerichten angetan. Der Ver- ein hätte nicht nur zum Zwecke dieser Agitation öffentliche Versamm- langen einberufen, sondern er habe auch die Gesetzgebung durch Petitionen an Reichstag und Bundesrat zu beeinflussen gesucht. Er sei bestrebt gewesen, auch bei Einberufung jener Agitationsversamm- Inngen, die Gesetzgebung in bestimmter Richtung in Bewegung zu setzen. Er habe also eine Erörterung politischer Gegenstände im Sinne des§ 8 bezweckt.— F. legte Revision beim Kammergericht ein. Er betonte vor allem, daß das Landgericht den Begriff„politische Gegenstände" im Sinne des§ 8 des Vereinsgesetzes falsch ausgelegt Ijake.— Tas Kammergericht wies die Revision ab, indem es von folgenden Gründen ausging: Es liege kein Rechtsirrtum des Land- gerichts vor. Dieses erkläre es mit Recht für eine Erörterung politischer Angelegenheiten, wenn in Versammlungen die Frage der Errichtung von Kaufmannsgerichten durch gesetzgeberischen Akt er- örtert werde.„Politische Gegenstände" seien solche, die unmittelbar den Staat, seine Gesetzgebung oder Verwaltung berührten und seine Organe in Bewegung setzten. Darum handelte es sich aber bei den Kaufmannsgerichten. Perantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Inseratenteil verantw. Schnauzen Sie mich nicht so an! hatte ein streikpostenstehender Maurer— natürlich in Breslau— zu einem Schutzniami gesagt. der ihn in dem bekannten Tone von der Straße wegwies. Für die darin liegende angebliche Schutzmannsbeleidigung beantragte der Staatsanwalt einen Monat Gefängnis! Der Verteidiger fragte, worin hier eigentlich die schwere Beleidigung liegen solle, darauf replizierte der Staatsanwalt, er hätte sagen sollen:„Fahren Sie mich nicht so scharf an!" Das Gericht erkannte ans 15 M. Geldstrafe. Der Maurer kaufte sich heute„Knigges Umgang mit Menschen". Er hätte mehrere Exemplare kaufen und eine Anzahl der Polizei zur Verfügung stellen sollen. Tic Bcrhaftuiig von Streikposten in Köln, über die wir dieser Tage berichteten, ist von der Polizei mittlerweile ungestört fortgesetzt worden. Ein Mitglied des christlichen Holzarbeiter-Verbandes ist bekanntlich an der Kette gefesselt abgeführt worden. Die Verhafteten wurden bis zu fünf Stunden festgehalten. Die Polizei wird unterstützt und ermutigt durch die Kölner Z e n- trumspresse. Am Mittwoch waren die ersten beiden Ver- Haftungen erfolgt, darunter die des gefesselten„christlich" Organi- sierten. � Am Tonnerstag brachte unser Kölner Parteiblatt, die „Rheinische Zeitung", die Nachricht mit der erforderlichen Kritik. Am Freitag stellte die„Rheinische Zeitung" fest, daß bisher noch keines der„arbeiterfreundlichen" Zentrumsblätter das Wort ge- nommcn habe. Endlich, am Sonntag, brachte der„Kölner Lokal- Anzeiger" der Herren Bachem eine Zuschrift auS dem Bureau des christlichen Holzarbeiter-Verbandes über die Vorkommnisse. Der „Rheinische Merkur" hatte überhaupt nichts über die Verhaftungen gebracht, obwohl sie die größte Entrüstung in Köln hervorgerufen haben. Die Verhaftungen sind um so empörender, als von den Streikposten, die vor der Köln-Ehrenfelder Waggonfabrik standen, nicht einmal ein scheinbarer Anlaß zu dem polizeilichen Einschreiten gegeben wurde. Der in Betracht kommende Polizeikommissar er- klärte dem Beauftragten des Deutschen Holzarbeiter-Verbandes: Streikpostenstehen sei an sich nicht verboten; er stützte sich auf die Straßenpolizei-Verordnung, wie in ähnlichen Fällen andere Polizei- beamte, obwohl auch in den gegenwärtigen Fällen die Streikposten an fast verkehrslosen Stellen standen. Am Sonnabend ging ein Polizeikonimissar mit Schutzleuten in Ehrenfeld durch Wirtschaften und drohte den Wirten mit Protokollierung, wenn sie nicht die Plakate zu den von den Arbeitern anberaumten Protest-Ver- sammlungen von der Wand entfernten, was ebenfalls einen gesetz- widrigen Uebergriff darstellt. Am vielbesungenen freien deutschen Rhein wird es immer preußischer— was gleichbedeutend mit russischer ist. Zwei zahlreich besuchte Versammlungen, die von den beiden in Betracht kommenden Holzarbeitcr-Organisationen einberufen waren, beschlossen einstimmig scharfe Protesterklärungen gegen das Vorgehen der Polizei. Die Maurer von Velbert(Rheinland) beschlossen den Streik. Sie forderten von ihren Arbeitgebern eine zehnstündige Arbeitszeit an Stelle der jetzt lO'/zstiiiidigen und einen Stundenlohn von 50 Pf. Bisher wurden 42—44 Pf. bezahlt. Eine Unterhandlung lehnten die Arbeitgeber ab. Sie wollen dieses Jahr gar nichts und im nächsten Jahre eine kleine Lohnerhöhung eintreten lassen; wieviel dieselbe betragen soll, wollen sie nicht mitteilen. Unter diesen Um« ständen blieb den Maurern nach ihrer Meinung nichts anderes übrig, als den Streik zu beschließen. Sie bitten dringend um Fernhaltung des Zuzuges von Maurern und Bauarbeitern nach Velbert.— Ob es taktisch richtig war. zur jetzigen Jahreszeit einen Bauarbeiter- Streik zu beginnen, erscheint uns zweifelhaft. Im Glauchau-Meeraner Texttlbezirk bereiten die Färberei- und Appreturarbeiter eine Lohnbewegung vor. Schon im Vorjahre sind Forderungen aufgestellt und den Unternehmern eingereicht worden. Bei einer sehr zahlreich besuchten Besprechung diskutierten die Ar- bciter der genannten Brmichcn in Meerane darüber, ob an diesen Forderungen festgehalten werden solle. Die jetzt gezahlten Löhne sind, besonders bei den Färbereiarbeiterii, durchaus ulizureichend. Viele Arbeiter haben nur einen Dnrchschnittsverdienst von 8— 10 M. Stundenlöhne von 19 Pf. sind nichts seltenes. In der flotten Ge- schäftszeit, wenn viele Ueberstunden gemacht werden, können Löhne von 17 M. und etwas darüber erzielt werden. Die aufgestellten Forderungen sind: Für Appreturarbeiter 32 Pf., für Färberei- arbeiter 23 Pf., für Frauen 20 Pf. Stundenlohn. In der Ver- sammlung erklärten zwei Glauchauer Arbeiter, daß sie unter denselben ungünstigen Verhälmissen zu leiden hätten. Zwischen der Meevaner und der Glauchauer Leitung der Tertilarbeiter ist eine Verständigung dahin herbeigeführt worden, so versicherte Sieger- Meerane, daß die Glauchauer Arbeiter sich der Bewegung in Meerane sofort an- schließen werden. Ter Ausstand im Bremer Baugewerbe dürfte durch den Beschluß der Z i mmi e r c r vom Montag, die Arbeit wieder auf- zunehmen, jetzt als beendet zu betrachten sein. Wir er- gänzen unsere gestrige telegraphische Mitteilung noch dahin, daß der Beschluß mit geringer Majorität— 197 gegen 158 und 7 ungültigen Summen— gefaßt wurde. Verbandsvorsitzender Schräder- Hamburg befürwortete in längeren Ausführungen, an welche sich eine erregte Diskussion schloß, die Arbeitsaufnahme. Nach vierstündiger Beratung konnte dann obiges Resultat mitgeteilt werden.— Nachdem nun alle drei beteiligten Organisationen nach nahezu 19wöchigem»ampse die Arbeitsaufnahme beschlossen, haben die Arbeitnehmer ihr letztes Wort gesprochen. Sollten aber die Arbeitgeber, welche gegen die Maurer und Bauhilfsarbeiter schon mit der Aussperrung vorgingen, jetzt Gegenmaßregeln ergreifen, dann wird der Kampf auf der gmizen Linie fortgeführt. Die Bremer Bauarbeiterschaft steht nach dem langen Kampfe noch wie eine Phalanx gleichwie am ersten Tage. Die Arbeiter der SiemenS-Schuckert-Werke in München haben sich an die Direktion mit dem Ersuchen um Aufbesserung ihrer Lohn- und Arbeitsverhältnisse gewandt. Sie wurden in zuvorkommendster Form empfangen, ihr Ansuchen aber— abgewiesen. Jetzt wollen sie das Gewcrbegericht als Eimgungsamt anrufen. Huslsnck. Die allgemeine Klempner-Aussperrung in Stockholm ist durch Verhandlungen mit den Unternehmern beendet worden. Die Arbeit wurde am Montag wieder aufgenommen. Ter Stratzenbahnerstreik in Norrlöping in Schweden, der in- folge brutaler Maßregelungen und Strafverfügungen entstanden ist, dauert fort. Am Donnerstag machte das Streikkomitee bei dem Direktor der Stratzcnbahngesellschaft einen Versuch zu unterhandeln, wurde aber abgewiesen. Der Direktor versucht nun unter den vor der Dienstentlassung stehenden Mannschaften des Garde-Regiments in Stockholm Streikbrecher anzuwerben. Abflauen des Kampfes in Marseille. P a r i s, 9. Oktober.(Eig. Ber.) Die militärische Absperrung der Arbeitswilligen und die Anwerbung zahlreicher Arbeitsloser, darunter Italiener und Spanier, haben ihre Wirkung nicht verfehlt. Mit jedem weiteren Tage wuchs die Zahl der auf den ungerechten Schiedsspruch verpflichteten Arbeitswilligen. Am 8. Oktober, das ist am fünften Tage seit der Wiederausnahme der Arbeit, waren die Arbeitsplätze an den Quais ziemlich vollständig besetzt. Nach den amtlichen Angaben arbeiteten insgesanit 4545 Tagelöhner, davon 3495 unter den Bedingungen des Schiedsspruches, also nur 1050 unter den gewerkschaftlichen Bedingungen des nngeänderten Vertrages von 1903. Damit muß der Kampf der Dockcr-Gcwerkschaft gegen den Schiedsspruch als mißlungen betrachtet werden. Angesichts der Wiederaufnahme der Hafenarbeit hat die Docker- Gewerkschaft die Seeleute von der Solidaritätspflicht entbunden. Die Seeleute stellten sich nunmehr den Schiffsbesitzern zur Ver- fügung. Sie taten es aber in einer geharnischten Resolution, in welcher sie den Dockern versprachen,„ihre moralische und materielle Unterstützung zum Zwecke der Vernichtung der kapitalistischen Koalition von Marseille, die seit 48 Tagen das Proletariat dem Zh. Glocke, Berlin. Druck u.Verlag: Vorwärts Buchdr.u. Verlagsanstalt tiefsten Elend cuisgekeefert hat", und ferner den Reedern selbst be» deuteten,„deren Haltung niemals zu vergessen". Andererseits haben die Werkführer der Hafenarbeitsplätze ihre gleichfalls im Dienste deS Unternehmertums„streikenden" Schiffsoffiziere von der gegenstands- los gewordenen Soiidaritätsp flicht entbunden. Der Marseiller Konflikt schien somit auf der ganzen Linie be- endet worden zu sein. Im letzten Augenblick jedoch hat die Matrosen- Besatzung von drei verests seeklaren Dampfern sich geweigert, ihre Posten wieder aufzuneh.neii, wenn die Reeder nicht die gleiche Ar- beitsregelnng bewilligen wie die transatlantische Gesellschaft. Dieses vereinzelte Vorgehen stimmt nicht zum letzten allgemeinen Beschluß der Matrosenversammlung, die in bezug auf die Arbeitsregelung vom Parlament das Votum des betreffenden Gesetzentwurfes des Marineministers Pellrtan verlangte und zugleich diesen„reforma- torischen Minister und seine Mitarbeiter beglückwünschte", sowie ihnen das„vollständige Vertrauen" der Seeleute wieder erneuerte. Ein weiterer Zwischenfall ist die Weigerung von 50 Mechanikern, die die Verkadnucisiräne leiten, mit dem neu angeworbenen un- gelernten Personal zu arbeiten, da diese unerfahrenen Elemente sich jeden Augenblick der Todesgefahr aussetzen. Die Uiierfahrenheit der Mehrzahl der Arbeitswilligen bleibt zurzeit die letzte Hoffnung der organisierten Docker. Jedenfalls kann der gegenwärtige Ausgang des Kampfes nicht als ein dauernder Sieg der Unternehmer über die Gewerkschaft betrachtet werden. Er birgt in sich den Keim zu neuen erbitterten Konflikten. lieber den formalen Abschluß des Kampfes wird noch heute eine Generalversammlung der Docker beraten. Versammlungen. Ter Arbciter-Sängerbuud hielt am Sonntag, den 25. September, eine Ausschußsitzimg in der Brauerei Friedrichhain ab. Da Neu- aufnahmen nicht vorlagen, so regte der Vorsitzende die Arrangements zum Stifungsfest an. welches am Sonnabend, den 3. Dezember statt- findet. Er führt im weiteren aus, daß der Vorstand diesmal keine Vorschläge, sondern der Ausschuß welche machen möge. Es wird an- geregt, einen Kammermusik-Abend zu veranstalten und 3 Vereine auszulosen, welche je 2 Lieder zum Portrag zu bringen haben. Dies ivird auch anexnommen. Das Eintrittsgeld wird entgegen den früheren Jahren(10 Pf.) auf 20 Pf. festgesetzt. Tann teilte der Vorsitzende mit„ daß der Verein„Liederzweig"-Hermsdors aus den Bund ausgetreten ist. Des weiteren erstattete er Bericht von der Konferenz, die der Vorstand mit dem Festkomitee vom Volksfest in Steglitz auf die Beschwerde des Vereins„Einigkeit"-Groß-Lichterfelde, abgehalten hat. Der Vertreter von„Rote Nelke"-Schönberg be-- schwert sich, daß die Freibillets zuerst direkt verweigert wurden. Den Beschwerden schöeßt sich auch„Einigkeit"-Groß-Lichterfelde an. Nach lebhafter Disriission wird ein Antrag auf Uebcrgang zur Tages- ordnung gestell: und auch angenommen. Auf Antrag von„Freie Liedertafel" tvbrd der Borstand beauftragt, bei den Vertrauens- leuten sich darillts„Borttirtö" Kerlim MMM Mttwoch. 12. Oktober 1904. Der Falschmünzer- Prozetz. In dem großen Falsch münzer-Prozeß Gel Haus und Genossen wurde gestern die Beweisaufnahme fortgesetzt. Sie erstreckte sich zunächst auf die„Kunstreisen", die der Angeklagte Steger in Gemeinschaft mit Lache nach den verschiedensten Städten Mitteldeutschlands, nach dem Rhein usw. unternommen hat. Steger bleibt dabei, daß er mit dem Vertrieb der falschen Coupons nichts zu tun gehabt habe, obgleich ihm vorgehalten wird, daß er selbst viele Bestellungen bei Lieferanten der Druckcrei-Utensilien gemacht und daß auch Lache verschiedene Pakete zum alten Steger nach Dirs- darf geschickt hat. Der Angeklagte Lache, der die Vernehmung durch allerlei krauses Zeug unterbrochen und durch viele grandiose Phrasen stürmische Heiterkeit erregt hatte, wird hierauf vom Präsidenten nochmals über eine Reihe von Punkten befragt. Er hält wieder, mit erhobenem Zeigefinger in der Luft umherfuchtelnd, endlose Reden, in denen er um die Beantwortung der an ihn gerichteten Fragen in großem Bogen herumgeht. Er erklärt, er sei nach Pader- born gefahren, weil er an dieser Stadt ein Interesse habe.— Präs..' Welches Interesse haben Sie denn gerade an Paderborn? Wenn Sie uns das mal erzählen möchten I— A n g e k l.: Ich fange nicht von der Mitte an!(Heiterkeit.) Ich kann doch nicht mehr sagen als: ich habe die Coupons gemacht, das begreift doch die ganze Sache in sichl Wissen Sie, die Anklage hat an den Coupons allerlei auszusetzen, sie sagt, die Coupons seien schlecht gewesen, aber wissen Sie, sie sind sehr gut, sie sind so gut gemacht, wie ich sie nur machen konnte, wissen Siel(Heiterkeit.) Keiner kann sie unter solchen Verhältnissen besser machen, verstehen Siel— Präs.: Sie irren sich, Lache! Die Anklage erkennt durchaus an, daß die Coupons mit großer Raffiniertheit angefertigt worden sind.— A n g e k l.: Das will ich meinen I Wissen Sie, hier sind Sachverständige im Saal. Fragen Sie mal, ob einer von den Herren für seine Person allein solch Papier herstellen kann.— Präs.: Ganz richtig I Es müssen eben mehrere zusammen wirken. Nun sagen Sie uns mal, hat Ihnen Ihr Schulfreund Steger ge- halfen?— An gekl.: schweigt.— Präs.: Wann ist Ihnen der Gedanke gekommen, falsche Coupons anzufertigen?— A n g e k l.: Wissen Sie, als mich der Staatsanwalt in der früheren alten Straf- fache, wo ich unschuldig war, verurteilt hatte, gab er mir die Hand und sagte zu mir:„Lassen Sie es sich gut gehen!" Das war doch schon mehr eine Judashand I(Heiterkeit.)— Präs.: Nun, Lache, lassen wir doch dies Theater. Antworten Sie mir auf meine Frage, wann Ihnen der Gedanke zur Fabrikation der Coupons gekommen ist. Sie sagten früher schon, daß dies schon im Jrrenhause zu Brieg war.— A n g e k l.: Ich kann nur sagen: Ich habe die Coupons ge- macht! Mögen andere gedruckt haben, was sie wollen, ich habe die Coupons gemacht I Glauben Sie, daß dies eine so leichte Arbeit ist, wissen Sie?(Heiterkeit.) Erstens ist das Machen schwer, zweitens hat mir das Reisen kein Vergnügen gemacht.— Präs.: Warum denn nicht? Es muß doch ganz nett sein, so in der Welt umher zu reisen.— A n g e k l.: Nein, wissen Sie, eine wahre Freude hat es mir nicht gemacht.(Heiterkeit.)— Präs.: Wer ist nun von Dirs- darf gereist?— A n g e k l.(nach kurzem Besinnen): Es ist mir lieber, Sie sagen es!(Heiterkeit.) Jä,�wsssen Sie, ich bin zu vorsichtigl— Präs.: Sie sind also mit Steger gereist?— Angeklagter: Ich habe es ja schon gesagt I— Präs.: Die Reise ging nach Elberfeld, Duisburg, Barmen, Frankfurt a. M., Koblenz, Bonn, Halle a. S., Liegnitz, Görlitz usw. Wie sind Sie die Coupons nun los geworden?— An gell.: Das Kaufen ist doch keine Kunst! — Präs.: Nein, aber das Zahlen, und das haben Sie sich billig gemacht. Sie haben nicht nur zahlreiche Gegenstände gekauft, sondern auch noch einige Tausend Mark bar eingeheimst. Sehen Sie mal diesen Ring hier, den Sie in Duisburg gekauft haben, von dem haben Sie sich gar nicht trennen können.— A n g e k l.: Wissen Sie, ich habe hier auch Manschettenknöpfe, die wollte man mir nehmen und andere dafür geben. Das ist auch eine Naturgeschichte des preußischen Staats, wissen Sie! Diese Manschettenknöpfe tragen mein Wappen, verstehen Sie; es sind ein paar Büffelhörner.— Präs.: Ich will hier gleich erwähnen, daß Sie am 24. Juli 1903 in Ihrer Zelle einen sogenannten Selbstmordversuch gemacht haben. Sie haben sich mit einem kleinen Stück Fensterglas eine ganz kleine Schnittwunde beigebracht. Warum haben Sie das getan?— Sänge II.: Zum Vergnügen!(Heiterkeit.)— Präs.: Angell. Gelhaus, Sie haben auch einen ganz eigentümlichen Fluchtversuch gemacht, der kein eigentlicher ernster Versuch war. Sie haben nämlich Ihre Beine durch das Gitter gesteckt, so daß Sie nicht rück- wärts noch vorwärts konnten und haben dann laut um Hülfe ge- schrien.— Angekl. G e l h a u s: Das ist nicht wahr! Ich weiß nichts davon!— Präs.: lind Sie glauben wirklich, daß die Herren Sachverständigen sich dadurch beeinflussen lassen werden, daß Sie plötzlich von einer solchen Sache nichts mehr wissen wollen? Bei der Vernehmung des Bezirkskommissars Koch- Düsseldorf, der die ersten Recherchen in dieser Strafsache angestellt hat, wird die Oeffentlichkeit ausgeschlossen, da bei dieser Gelegenheit zahlreiche technische Einzelheiten zur Sprache kommen. Bezirkskommissar Koch trug in sehr anschaulicher Weise die Schritte vor, die er unter- nommen, als im Dezember 1992 und Januar 4903 die ersten ge- fälschten Zinsscheine im westlichen und südwestlichen Deutschland aufgetaucht waren. Nach Ansicht des Zeugen sind aus den Erträg- nissen des Golddiebstahls in Breslau die Mittel zur Einrichtung der Buchdruckerci geflossen. Steger übernahm die Verantwortung für alles, was in der Druckerei der Mühle geschehen war, er deckte also mit seiner Person die Person des Lache. Der Zeuge ist der vollen Ueberzcugung, daß Lache nach seiner Entweichung aus der Irrenanstalt Brieg bei Stegers Zuflucht gesucht und gefunden hat und daß er auch nach seinem Entweichen aus Hcilbronn in der Mühle zu Diesdorf sich aufgehalten hat. Die von Lache und Steger geschriebenen Postpaket- adressen über die vielen Sachen, die diese aus den verschiedenen Städten an den alten Steger geschickt haben, bezeichnen ganz genau den Weg, den die falschen Coupons genommen haben. In dieser Fälschungsaffäre sind zwei Perioden zu unterscheiden: die erste Periode umfaßt die Zeit vom 23. Juni 4992 bis zur Verhaftung des Steger am 27. Januar 4993, und in dieser Zeit sind die falschen Scheine in Rheinland und Westfalen ausgegeben worden. Für diese Fälschungen kommen Lache und Steger als Täter in Betracht. Die zweite Periode umfaßt die Zeit vom 27. Januar 4993 bis Anfang Mai 4993. Hier kommen Lache und Gclhauö als Täter in Betracht. Der Auftrag des Zeugen war mit dem Abschluß der ersten Periode erledigt. Auf Wunsch der medizinischen Sachverständigen schiebt der Vor- sitzende hier einige Vernehmungen von Personen ein, die den Angekl. Lache kennen und über dessen Geisteszustand Auskunft geben können. Der Kommissar Zabel aus Breslau hat bei den verschiedensten Personen Nachforschungen in dieser Beziehung angestellt und überall die Auskunft erhalten, daß Lache ein ganz besonders geweckter Mensch und eine kluge, raffinierte Person sei, der keinen geistigen Defekt habe, sondern sicher simuliere. Auch der Schneider Kampe, ein Bekannter des Lache aus der schlesischen Heimat, gibt diesem das Zeugnis, daß er„durchaus nicht dämlich im Kopf" sondern„ganz helle" sei. Er habe ja auch seinerzeit Druckarbeiten besorgt und damit gehandelt, und wer dies tue, könne doch nicht verrückt sein. Er habe ihm einmal gesagt, er müsse noch einige Fehler aus den Drucksachen herausbringen. Es sei aufgefallen, daß der Angeklagte bei dem Onkel des Zeugen, der Restaurateur war, immer ichon in aller Frühe anwesend war. Eines Tages sei ihm(Zeugen) aus seinem Ueberzicher sein Ausmusterungsschein verschwunden und später habe sich herausgestellt, daß ihn Lache ge- nommen hatte. .Präs.: Lache, was sagen Sie dazu? Angekl.: Wenn der Zeuge hier sagt, es seien Fehler in meinen Drucksachen gewesen, so ist das Schwindel! Was ich mache, ist gut!(Heiterkeit.) Und dann: was soll ich denn so früh in der Restauration gemacht haben?— Zeuge(mit dem Finger drohend): Sei stille, Du hast immer die Pullen versteckt!(Heiterkeit.) Von feiten der medizinischen Sachverständigen wird ein gemein- samer Antrag gestellt, wonach noch eine Reihe von Aktenstücken, die auf die Angeklagten Lache und Gelhaus und deren Verwandte Bezug haben, herbeigeschafft werden sollen. Dem Antrage wird stattgegeben. Hierauf wird die Sitzung auf Mittwoch vertagt. KerUner partei-�ngelegendeiten. Rixdorf. Heute Mittwoch findet in allen Bezirken Zahlabend statt und zwar: für den 4. Bezirk bei Kettler, Kaiser Friedrichstr. 86, Ecke Herzbergstraße; 2. Bezirk: Kutschera, Kirchhofstr. 44, Ecke Wipper- stratze; 3. Bezirk: Proil, Rosenstr. 24; 4. und 5. Bezirk: Thiel, Bergstr. 4S4/452; 6. Bezirk: Hoppe, Berlinerstr. 14; 7. Bezirk: Zibell, Reuterstr. 62; 8. Bezirk: Kutsch, Pannierstr. 59; 9. Bezirk: Lutz, Wißmannstr. 49; 19. Bezirk: Wilke, Hermannstr. 243; 11. Be- zirk: Eisermann. Hermannstr. 49; 12. Bezirk: Thiel, Bergst. 161/152; 13. Bezirk: Rühl, Prinz Haudjerystr. 66/67; 14. Bezirk: Gellert, Steinmetzstr. 113; 15. Bezirk: Beetz, Knesebeckstr. 135; 16. Bezirk: Stamaun, Thüringerstr. 7.— Die Zahlstellen sind seit dem 1. Ok- tober aufgehoben; wir ersuchen die Genossen, die Beiträge in diesen Zahlabenden zu entrichten. Die in Nudow wohnhaften Mitglieder des Wahlvereins Johannis thal haben am Sonnabend einen eigenen Wahlverein ge- gründet. Treptow. Stadtverordneter Voigt spricht heute abend 8V9 Uhr bei Schmidt, Kiefholzstr. 22, über die Frage:„Warum müssen wir uns organisieren?"—' Die Parteispedition ist Elsenstr. 37, v. Hl l. Lichtenberg. Heute Zahlabend des Wahlvereins in den be- kannten Zahlstellen. Etscheinen dringend notwendig., Reinickendorf. Heute ist Z a h l a b e n d in allen Bezirken. lokales. Konflikts-Allerlei. In der Angelegenheit des Berliner Schulkonflikts geht es zur- zeit bunt durcheinander. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung bringt an ihrer Spitze einen Artikel, der sich im wesentlichen mit dem Inhalt einer vor einigen Tagen erschienenen Schweinburgschen Notiz deckt. Auch die.„Norddeutsche" schwelgt in dem Moderduft der bei den Haaren herbeigezogenen Regierungsinstruktion von 1817, wonach den heute nicht mehr existierenden„Bezirksrcgierungen" über- tragen ist„die Direktion und Aufsicht über alle öffentlichen und Privatschulen, die Verwaltung des gesamten Elementarschulwesens und die Aufsicht und Verwaltung sämtlicher äußeren Schulangelegen- Helten". Die Durchführung der absolutistischen Regierungsmaßnahmen werde in durchaus sachlicher, aber entschiedener Weise er- folgen, unbeirrt durch den angekündigten W i d e r st a n d. In den offiziösen Artikel wird selbstverständlich die Walze eingelegt, welche die Melodei vdn der Staatsgefährlichkeit sozialisfischen und polnischen Turnens spielt, doch kein Erröten macht sich be- merkbar ob der schamhaft verschwiegenen Tatsache, daß die jetzt bekämpfte Stadtverwaltung von derselben Regierung einst ge drängt worden ist, in ihren Schulräumen polnischen Vereinen eine Freistatt zu gewähren. Während der Artikel der„Norddeutschen" also ankündigt, daß die Negierung, wie Zimmer, so auch in diesem Falle sich wenigstens in kleinlichen Chikanierungen kühn bewähren werde, sucht ein gerade in dieser Angelegenheit nicht ganz außer Betracht kommendes Mit- glied der Regierung, nämlich der K u I t u s m i n i st e r S t u d t, der chikanierten Stadt Berlin Rosen auf den Weg zu streuen. In Köln am Rhein, nicht in dem als Ort der Handlung viel- leicht) passenden Cölln an der Spree gedachte Herr Studt in einem Trinkspruch des Berliner Schulkonflikts. Es galt mit dem Trinkspruch die Kölner Akademie einzuweihen. Der Minister sagte bei dieser Gelegenheit: „Ich habe niemals in meiner langen amtlichen Laufbahn mit Aeußerungen der größten Anerkennung zurückgehalten gegenüber den vielfach für den Staat mustergültigen und aus- gezeichneten Leistungen, die namentlich auf dem Gebiete des Unterrichts, der Kunst, der allgemeinen Bildung die großen Städte unseres allgemeinen Vaterlandes aufweise». Ich erkenne in vollstem Maße die Opferlvilligkeit und den schönen Gemeinsinn an, der aus diesen Leistungen spricht, und ich wäre der letzte, der ans bureaukratischer Engherzigkeit oder sogar Willkür in die städtische Selb st Verwaltung, die so schöne Früchte trägt, eingreifen wollte. Wenn neuer- dings gegen die Unterrichtsverwaltung Angriffe erhoben werden, so kann ich nur sagen, daß es in mißverständlicher Auf- f a s s u n g der Maßnahmen geschieht, die im Einzelfalle durch die entfchiedene Wahrung des Staatsintcresses geboten sind. Bei voller Anerkennung des SelbstbestimmnngSrechts und Selbst- Verwaltungsrechts der großen Stadtgeineinden unseres teuren Vaterlandes kann ich nur wiederholen, daß ich mit großer Achtung und Anerkennung von der ausgezeichneten Art, mit der unsere großen Städte verwaltet werden, allezeit gesprochen habe und daß ich so auch heute denke. Ich kann ferner die Versicherung hinzu- fügen, daß bei der gesamten königl. Staatsregierung mit größtem Dank und vollster Hochachtung gesprochen wird von dem Opfer- sinn der preußischen großen Städte." Die Zukunft muß ja lehren, ob die Berliner Bürgerschaft den treuherzigen Versicherungen des Kultusministers Glauben schenken und in dem Gefiihl schwelgen wird, daß die Prügel, die sie zur Zeit vom Staat appliziert erhält, von ihr nur infolge mißverständ- licher Auffassung als Prügel betrachtet werden und daß man überdies von einem so bewährten Opfersinn wie dem berlinischen gebührend verlangen könne, daß er auch über ge- legentliche Züchtigungen mit einem ergebensten Diener quittiere l Das Kunterbunt ist aber noch ein wenig zu vervollständigen. Die„Post" hat nämlich einen Komplizen des aufsässigen Berliner Magistrats entdeckt, und dieser Komplize hat seinen Standort unter denen, die gemeinsam mit Roß und Reisigen berufen sind, amtlich in der Weise den Staat zu stützen, daß sie unbesehens zu allem, was der jeweilige Minister tut. Ja und Amen sagen. Der Komplize ist nämlich ein L a n d r a t. Gestern berichteten wir, daß einem als sozialdemokratisch bezeichneten Turnverein in Luckenwalde die Genehmigung zum Turnen in städtischen Schul- räumen neuerdings erteilt worden ist, und daß der Landrat auf vorherige Anftage zu solchem die heiligsten Güter bedrohenden Turnen seine Einwilligung gegeben hat. Diesen Landrat denunziert die„Post" nun: „Der Herr Landrat von Jüterbog, Geheimer RegicrungSrat v. Cossel, kann in der Erteilung der Genehmigung nichts Staats- nachteiliges erblicken, wenn nur dafür gesorgt wird, daß die Vereine beim Turnen selbst nicht sozialdemokratische Ideen der-' breiten. Die städtische Turnhalle muß davon rein gehalten werden, außerhalb derselben mag es geschehen. Also die Genehmigung wird unter dieser Bedingung erteilt und die Polizei hat für die Beobachtung der Bedingung zu sorgen. Wie denkt sich der Herr Landrat diese Kontrolle? Soll die Polizei einen Beamten während des Turnens aufstellen? Oder meint er, daß eine Kontrolle bei sozialdemokratischen Vereinen nicht erforder- lich ist?" Der Fall ist schwierig genug, sintemalen eine gegen den Bestand der göttlichen Weltordnung gerichtete Banchwelle von einer ordnungs- stützenden kaum zu unterscheiden ist. Aber recht hat die„Post". In das heitere Kunterbunt, das sich heute als preußische Staatsmanns- kunst anpreist, gehört grundsätzlich kein Mann hinein, der den Kopf kühl hält. Am allerwenigsten als Landrat. Was wird der kommende Tag für bunte Bilder bringen? Der Ausschuß zur Beratung der Vorlage betteffend die Ein- richtung einer F l e i s ch v e rn i ch t un g s- und Ver- wertungsanstalt(Abdeckerei) auf dem Gelände von Blanken- f e l d e trat Dienstag zu einer Sitzung zusammen. Bon unserer Fraktion gehören dem Ausschuß an die Genossen Augustin, G. Schulz und Dr. Wehl. Grundsätzlich stehen wir der Uebernahme einer solchen Zlnstalt in städtische Regie wohlwollend gegenüber, wird doch hierdurch das Profitinteresse des privaten Unternehmers aus- geschaltet. Die Bedenken unserer Freunde wandten sich hauptsächlich gegen die Einrichttmg der Anstalt auf dem Rieselgut Blankenfelde, weil die Adjazenten in den benachbarten Ortschaften wie Glienicke, Waidmannslust, Hermsdorf, Wilhelmsruh, Mühleubeckusw. durch die eklen Ausdünstungen belästigt werden können, insbesondere aber die städtische Lungenheilstätte für brustkranke Mädchen und Frauen, die mit 78 Kranken belegt nur 1999 Meter von der projektierten Anstalt entfernt ist, bedeutsam beeinflußt werden dürfte, ganz abgesehen von der Einwirkung der Nähe einer solchen Anstalt auf kranke Menschen. Die von uns erhobenen sanitären und ästhetischen Ein- wände lvurde von den Vertretern des Magistrats nicht in vollem Umfange entkräftet, sodaß wir gezwungen waren gegen Errichtung der Anstalt auf dem Gelände von Blankenfelde zu stimmen. Die Vorlage wurde schließlich mit allen gegen unsere drei Stimmen au- genommen._ Erlösung eines Dichters. Nach einem etwas korrumpiert auf die Nachwelt gekommenen Wort des alten Herrn Justizrat Solon ist kein Preuße vor dem Tode glücklich. Das gilt für Menschen gewöhnlichen Schlages in Preußen- Deutschland. Für den gefährlichen Menschenschlag jedoch, der zu Lebzeiten das Verbrechen begangen hat, Bücher zu schreiben und dabei von der Idee beseelt ist, daß es kein Glück ohne Freiheit gibt, gilt aber noch nicht einmal die Solonische Verheißung. In einem auf seine Berechtigung hin hier nicht weiter zu prüfenden Hörigkeits- Verhältnis liegt es begründet, daß ein Schriftsteller erst dreißig Jahre nach seinem Tode frei wird. Als Vorwand für diese posthume Ge- fangenschaft führt der Staat den Schutz des geistigen Eigentums ins Feld, aber der Grund liegt ttefer. Schon die Zeit n 11 gen, deren Inhalt doch nur für den Tag geschrieben ist, sind bei den Machthaber» im Reich der Gottesfurcht und fromme» Sitte so schlecht angeschen, daß der Normaldeutsche sich keine Zeittmg, wenigstens keine anständige, vorstellen kann, ohne ein G e- fängnis daneben. Nun aber erst Bücher, gute Bücher, die nicht vergessen werden, sondern den Menschen in guten und bösen Tagen sein lebelang begleiten. Die sind nach maßgebenden Polizeibegriffen tausendmal gefährlicher als Zeitungen und daher schon ist die vor- beugende Maßregel angebracht, einen Schriftsteller erst gut 39 Jahre nach seinem Tode„ftei" werden zu lassen. Läßt sich das gedruckte Wort, wenn es für die Erlösung der Menschheit verkündet ist, leider auch nicht unterdrücken, so bedeutet die dreißigjährige Gefangenschaft, die es beim Verleger abzumachen hat, doch das eine, daß es nicht jedermann zugänglich ist, vor allem nicht denen, für die des Lebens Tafel schlecht gedeckt ist. und die daher am unzufriedensten sind. Die Wirkung der dreißigjährigen Gebundenheit zeigt sich wohl am deutlichsten an dem Dichter, der heute in der arbeitenden Bevölkerung Deutschlands am meisten geliebt ist, an Heinrich Heine. Bis 1887, wo seine dreißigjährige Gefangenschast zu Ende war, delektierte sich zumeist das Bürgertum an seiner die Grundfesten de? Staates erschütternden Poesie und Prosa. Heute im Deutschland der Habh- Binde und des dreifachen Hurra ist das Wintermärchen in der Rocktasche eines biertrinkenden stuck, jur. undenkbar, weil es die Anwartschaft auf den Titel eines Reserveleutnants verscherzen könnte. Die noch so bescheidene Bibliothek eines organisierten Arbeiters ist heute aber ohne einen Heine zu sechs Mark ebenfalls undenkbar. Zu Neujahr nächsten Jahres wird ein Dichter frei, dem zwar nicht der Nnhm vorangeht, daß er mit dem Erfolge wie Heinrich Heine am alten llnrecht welterschütternd gerüttelt hat. Dennoch kann Fritz Reuter mit gutem Gewissen ein Dichter der Freiheit genannt werden. Wer hat wie er in seiner„Festungstied" die preußische Justizbarbarei au den Pranger gestellt, wer wie er in „Kein Hüsung" Worte der Empörung für die Schmach der Knecht- schaft des mecklenburgischen Landvolkes gefunden? Seit Schillers „Wilhelm Tell" ist in der deutschen Dichtkunst wohl kein Werk ent- standen, das wie„Kein Hüsung" klar und deutlich verkündet, daß die Beseitigung eines Schädlings von Despoten kein Mord, sondern unter Umständen eine Notwendigkeit, ein Ver- dienst ist. Hindert das geliebte Plattdeutsch den Dichter auch, im Süden so geschätzt zu werden wie im Norden Deutschlands, so ist dies Platt hier wiederum das Band, das ihn auch mit den an Schulbildung� armen Bevölkerungsschichten verknüpft. Soweit Mecklenburg in Betracht kommt, kann ruhig gesagt werden, daß das Volk keinem Heimatgenossen so viel zu danken hat wie ihm, und wenn in diesem feudalen Staatswesen die Sozialdemokratie Erfolge aufzuweisen hat wie kaum anderswo unter einer ländlichen Bevölkerung, so hat sie dies zu einem guten Teil der von Fritz Reuter geleisteten Vorarbeit zuzuschreiben. Die Kenntnis, die man heute schon vielfach von diesem Dichter hat, soweit plattdeutsch gesprochen wird, ist um so höher anzuschlagen, als derjenige, der der nächste dazu wäre, nämlich der Verleger seiner Werke, jahrzehntelang nichts getan hat, um die Volkstümlichkeit zu fördern. Bis Ende der siebziger Jahre kostete ein kompletter Renter 69 Mark. Dann gab der Hinstorffsche Verlag in Wismar die Volksausgabe heraus, auf die insoweit der Ausdruck Volks ausgäbe in seiner wörtlichen Bedeutung an- zuwenden war, als sie auf 23 Mark zu stehen kann Erst vor gut einem Jahr kam der Verlag auf die Idee, Fritz Reuter für zehn Mark herauszugeben; auf diese Weise gedachte man dem baldigen Ablauf der Gebundenheit zum Trotz noch ein gutes Geschäft zu machen. Zu Neujahr nächsten Jahres, wie gesagt, kann Reuter von jedem, der da will, gedruckt werden, und es wird dann geioiß nicht an einer Auswahl auch unter den billigen Ausgaben fehlen. Auf einen wie großen Absatz der Werke gerade dieses Dichters man aber in Buchhändlerkreisen rechnet, zeigt die Tatsache, daß der „Reuter-Verlag E. Weißenturn, Doetmchem"(Generalvertrieb Th. Knaur Nächst., Berlin- Leipzig) nach einem llebereinkommen mit dem ursprünglichen Verleger jetzt eine vierbändige Ausgabe des Dichters zum Preise von 6 Mark herausgegeben hat. Der Druck dieser neuesten Ausgabe ist gut, das Papier könnte am Ende etwas stärker sein, der Einband, Leinen natürlich, kann sich sehen lassen. Wie die Zehnmark-Ausgabe, enthält auch diese für die des Plattdeutschen unkundigen Leser eine Einleitung, eine Erklärung der plattdeutschen Sprache und Schrift, sowie sprachliche Tabellen; ebenfalls ist ihr die Wilbrandtsche Schilderung von Fritz Reuters Leben und Werken beigefügt. Da es zu Weihnachten geht, wird cwiß mancher, der sich nach einem eigenen Reuter sehnt, nicht erst ie Freigabe abwarten, sondern sich die neue als.rechtmäßig" empfohlene Ausgabe zulegen, die, wie bemerkt sei, neben den und christlichen Feiertagen. Sechs Rechnungen. Bericht älteren Ausgaben auch in der Buchhandlung Vorwärts vorrätig ist. erstattung über die Vorlage betreffend eine Nachzahlung von Gehalt. Ob es Reuter so gehen wird wie Heine, ob er hinfort nicht so Berichterstattung des zur Vorbereitung der Neuwahl von zwei fehr vom Bürgertum als vom Proletariat gelesen wird? befoldeten Stadträten eingesetzten Ausschusses, betreffend die Gehaltsfestsetzung für die beiden Stellen. Berichterstattung betreffend die Wahl eines stellvertretenden bürgerlichen Mitgliedes für die Ersatztommission VI. 11 Graf" Salviac wieder in Freiheit.„ Graf" Salviac alías Steffen, der auf eine anonyme Anzeige hin wegen Wuchers und angeblichen Hochverrats in Untersuchungshaft genommen war, ist Montag abend, wie das„ B. T.“ hört, wieder auf freien Fuß geſetzt legt oder verwendet, so würde sich der Ueberschuß mit der Erhöhung der Spareinlagen auf ein Buch bis auf wenigstens 5000 m. auch demgemäß zum Vorteil der Finanzen Berlins erhöhen. Da der Verein auf seinen Antrag bisher ohne Bescheid geblieben ist, so hat er jegt den Magistrat um gefällige Mitteilung über den Stand dieser Der Fortbildungsschul- Ausschuß der Stadtverordneten- BerfammAngelegenheit ersucht. lung hat am Montag seine Beratungen über das vom Magistrat vorgelegte Statut der geplanten Pflicht- Fortbildungs,, Gelebt, geliebt, genossen!" Die Leiche eines etwa 30 jährigen fchule fortgesetzt. Es wurde die Generaldebatte zu Ende geführt Sonntag von uns veröffentlichten Fall erhalten wir folgende Mit- Reinickendorf in der Nähe der Scharnieberstraße aufgefunden. Wie Dienstmädchen verdorben werden. Im Anschluß an den Mannes wurde gestern auf dem fiskalischen Waldterrain in Westund mit der Spezialdebatte begonnen. Die ersten Paragraphen des teilung: Das jetzt 18 Jahre alte Dienstmädchen Berta B. aus Neben dem Toten, der sich erschossen hatte, lag ein mit noch fünf Statuts wurden unverändert bezw. mit geringen Aenderungen an Staßfurt hatte am 1. September 1901 in Leipzig ihren ersten Dienst Patronen geladener Revolver. In der Kleidung der Leiche wurde genommen. Der sozialdemokratische Antrag, die Besuchspflicht auch angetreten und blieb auf dieser Stelle bis zum 1. April 1903. ein Zettel vorgefunden, auf welchem mit Bleiſtiſt geſchrieben ſtand: auf die weiblichen Angestellten des kaufmännischen Berufes auszu- Beim Verlassen des Dienstes erhielt sie folgendes Zeugnis:" Berta B. Gelebt, geliebt, genossen!" 300 M. habe ich in zwei Tagen alle dehnen, fand im Ausschuß keine Mehrheit. Auf freisinniger Seite konnte man si vorläufig nur zur Annahme der Resolution Nathan hat vom 1. September 1901 bis 1. April 1903 in meinen Diensten gemacht." Der Mann mag ein nettes Leben geführt und eine nette entschließen, durch die der Magistrat ersucht wird, über die Ein- gestanden und hat sich während dieser Zeit treu, ehrlich und Liebe genossen haben. beziehung der weiblichen Angestellten in die Pflicht- Fortbildungs- fleißig betragen." Das Mädchen kehrte dann zu den Eltern schule den Stadtverordneten baldigst eine Vorlage zu machen.„ Bal- aurück und nahm darauf in Roßlau eine Stelle an, für die ſie digst" d. h. im günstigsten Falle nach Jahren. jedoch zu schwach war. Sie erhielt hier am 15. Oftober folgendes Beugnis: Konnte die Stelle nicht ausfüllen und wird nur des halb entlassen." Auf einer dritten Stelle in Magdeburg blieb Berta B. vom 1. April bis 15. September 1904; das Zeugnis beim worden. Abgang lautete: Juhaberin war fleißig und ehrlich." Wegen Sittlichkeitsverbrechens an Kindern ist der Sohn des Auf Zureden einer in Berlin wohnenden Tante kam Berta B. Tischlermeisters Stagelberg in der Frankfurter Allee sowie der dort dann hierher, um sich in der Reichshauptstadt als Dienstmädchen zu beschäftigte Hausdiener Piekruhn in Untersuchungshaft genommen versuchen. Sie erhielt bei einem Herrn B., dem Inhaber eines worden. Stagelberg sollte dieser Tage beim Militär eintreten. Die Pensionats in der Französischen Straße, Stellung und trat am Unholde haben sich an den 6 und 8 Jahre alten Töchtern des Buch1. Oktober den Dienst an. Der Herr, der für seine Wohnung von druckerei- Hilfsarbeiters P. vergriffen. 14 Zimmern zwei Dienstboten braucht, soll das Unglück haben, daß er felten ein Mädchen nach seinem Geschmack findet. Berta B. Marie des Marmorschleifers Eitner aus der Schwerinstraße 16/17. Mit zwei Kindern verschwunden ist die 52 Jahre alte Frau wurde bereits am 8. Oktober entlassen und erhielt folgendes Gitner hatte vor zwei Jahren das Unglück, daß ihm eine MarmorZeugnis ins Dienstbuch eingetragen: platte auf die rechte Hand fiel. Seitdem erhält er monatlich 15 M. Gewaltsamer Widerstand gegen Amtshandlungen 77,7 Proz." Wurde von mir entlassen, da Sie in feiner Weise für ein Unfallrente. Er lebte mit seiner Frau in Unfrieden. Nachdem er Trunkener, boshafte Sachbeschädigung und Verurfachung von Ge- besseres Haus passte. Sie ist träge faul und ungehorsam seine Frau am vergangenen Sonnabendmorgen geschlagen hatte, meingefahr 63,4 Proz. Truntener usw., so daß Löffler aus seinen auch ist sie sehr lügenhaft( doppelt unterstrichen) u. unholten die beiden jüngsten Kinder Hedwig und Ella abends ihre Zahlen den Schluß ziehen konnte, daß sowohl in Wien als in sauber??" Korneuburg die größere Zahl der Roheits- und SittlichkeitsMutter von ihrer Aufwartestelle in der Frankenstraße zu Schöneberg Die orthographisch genaue Wiedergabe des Zeugnisses mag den ab und kehrten nicht wieder nach Hause zurück. Die unglückliche verbrechen im Zustande der Trunkenheit begangen werden". Die Bildungsgrad des Herrn kennzeichnen, der sich für den Inhaber Frau hat öfter geäußert, daß sie das Leben nicht mehr ertragen 681 angetrunkenen Wiener Verbrecher der Jahre 1895 und 1896 eines besseren Hauses" ausgibt. Ob die beiden Fragezeichen am fönne und mit den beiden Kindern, die noch nicht selbst für sich wurden insgesamt bestraft mit 294 Jahren 6 Monaten 8 Tagen Schluß des Zeugnisses bedeuten sollen, daß der Schreiber sorgen können, in den Tod gehen wolle. Bisher sind alle NachKerkers es find 65 Proz. der Gesamtzahl. Nicht berücksichtigt selber an der Richtigkeit seiner Ansichten zweifelt, bleibe forschungen nach dem Verbleib der Vermißten erfolglos gewesen. sind in dieser Zahl die Totschläger und Mörder. Da ergibt dahingestellt. Wie das schlimm enttäuschte Mädchen mitteilt, ist ihre Frau Eitner geb. Gläser ist 1,55 Meter groß, hat schwarzes Haar sich für Wien und Korneuburg: unter sieben Totschlägern Kollegin ebenfalls am Sonnabend Knall und Fall entlassen worden; und trägt ein graues Kleid und Lederpantoffeln. Das ältere Kind waren fünf zurzeit der Tat betrunken, unter 17 Mördern zwei be- der Dienstherr soll bei dieser Gelegenheit gesagt haben, daß er zehn Hedwig ist 12 Jahre alt und an der rechten Schulter verwachsen, trunken und weitere sieben notorische Trinker. Mädchen wieder bekomme, wenn er drei hinauswerfe. hat braunes Haar und trägt ein blautariertes wollenes Kleid und einen weißen Strohhut mit blauem Band. Die jüngere Tochter Ella ist fast 9 Jahre alt und trägt ein rotes Wollfleid. Die Bestrebungen der Abstinenzfreunde in der Arbeiterschaft find in einer vortrefflichen Broschüre niedergelegt, die von dem Parteigenossen Dr. med. Richard Fröhlich in Wien verfaßt und zum Preise von 20 Pf. im Verlage der Expedition der Buchhandlung Vorwärts vor kurzem erschienen ist." Alkohol und Arbeiterfrage" ist die 32 Seiten starte Schrift betitelt. Beachtenswert ist ihr Inhalt schon aus Anlaß des traurigen Gerichtsfalles, über den wir vor einigen Tagen berichteten; über die drei Arbeiter, die Pfingsten am Bahnhof Alexanderplatz den von so furchtbaren Folgen begleiteten Erzeß vers übten, find im ganzen bekanntlich 81% Jahre Gefängnis verhängt worden. Aus einer von Prof. Löffler in Wien veranstalteten Statistik werden folgende Zahlen mitgeteilt: " Mit Klarheit spricht sich die Broschüre über die Ziele der proletarischen Abstinenzbewegung aus: haben. den Samaritern der Wehr verbunden wurden. Alle diese Umstände mögen darauf hindeuten, daß es sich um einen Ausnahmefall handelt, und wenn man uns mit der EntDie proletarischen Abstinenten führen den Kampf gegen den gegnung kommt, daß es auch Dienstmädchen gibt, die selbst bei noch Alkohol im Namen der Unzufriedenheit! Bei aller so verständiger Behandlung sich als träge und liederlich erweisen, so Arbeitslosigkeit hat den 21 Jahre alten Vergolder Emil Beier Würdigung der krankmachenden Wirkungen des Alkohols, bei aller mag auch diese Ansicht gelten. Aber an dem vorliegenden Beispiel vom Maybachufer Nr. 6 in den Tod getrieben. Der junge Mann Würdigung, wie doppelt wichtig es für den Arbeiter ist, gesund zu soll eben gezeigt werden, wie ein anständiges und tüchtiges Mädchen hatte seit vierzehn Tagen keine Beschäftigung mehr und war sehr sein, legen fie doch das Schwergewicht der Alkoholfrage in der verdorben, für ihren Beruf unbrauchbar gemacht werden kann. Ein still und niedergeschlagen. Not litt er nicht, da ihn ein Bruder betäubenden, einschläfernden Wirkung des Altobols. folches Zeugnis verdirbt selbst dann, wenn es auf Veranlassung der unterstützte, aber seine Lage scheint ihn trotzdem zur Verzweiflung Der Alkohol macht zufrieden: er macht zufrieden mit der Polizei korrigiert werden muß, die auch unter günstigen Verhält- gebracht zu haben, nachdem er am Sonnabend noch eine Gastwirtschlechten Nahrung, er täuscht über die Ermüdung hinweg, er föhnt nissen nicht gerade beneidenswerte Laufbahn eines Dienstmädchens. schaft besucht und sich am Ausspielen von Gänsen beteiligt hatte, aus mit dem elenden Mauerloch, das des Proletariers Wohnung Mag ein derart beschimpftes Mädchen auch Charakterfestigkeit genug nahm er sich gestern das Leben. Sein Wirt fand ihn in seiner vervorstellt, er zähmt den Groll über das Los, das auch morgen be- befizen, un vor der Friedrichstraße bewahrt zu bleiben, so wird ihr schlossenen Stube als Leiche an der Türklinke hängen. vorsteht. Solcher Art lähmt der Alkohol die Erkenntnis die Berufsfreudigkeit doch gründlich versalzen werden. Schade, daß Wem gehören die Räder? Einer der Einbrecher, die im Sommer dessen, was ist. Der Proletarier muß spüren, wie elend seine die Aufstellung einer Liste untauglicher Herrschaften" ihre Schwierig den großen Platinadiebstahl in Charlottenburg verübten, ein ges Nahrung, er muß fühlen, wie ausgepumpt sein Körper ist, wie feiten hat! wisser Paul Breddag, entpuppte sich im Laufe der Untersuchung auch menschenunwürdig seine Wohnung, wie trostlos seine Lage dies Ueber die allgemeine Geschäftslage im Milchhandel sprach in der als Fahrraddieb. In seiner Behausung wurden fünf Räder gemuß er empfinden in allen Gliedern und mit allen Sinnen, um die gestern stattgehabten Milchhändler Versammlung Milchhändler funden. Erst behauptete er, sie in der Versteigerungshalle gekauft Kraft und den Mut zu finden, sich aufzulehnen gegen diese Zustände, gegen die ein Widerstand nuglos ist, wenn den Tausenden, die wissen, Biegensped. Der Berliner Milchhandel leide unter der all- zu haben, um sie an Händler weiter zu veräußern, jetzt aber räumt wie schlecht es ihnen geht, immer noch Hunderttausende gegenüber- gemeinen Milchnot, die jedoch nur teilweise auf den Futtermangel, er ein, daß er sie alle gestohlen hat, und zwar im Laufe des stehen, die es noch nicht wissen, die zufrieden sind mit ihrem erbärm- größtenteils aber auf den Milchkrieg zurückzuführen sei. Der Milch- Sommers in der Tauenzienstraße und deren Umgebung von der erbärm- ring habe seine Zusage, Milchnot und Milchschwemme in Berlin zu Straße weg. Zwei der Räder haben bereits ihren Eigentümer lichen Schicksal. Kein Grund für den Alkohol ist törichter und für die Arbeiter- regeln nicht gehalten. Die in legter Beit eingeführte dänische Milch wiedergefunden, drei aber stehen noch herrenlos bei der Kriminalsei von tadelloser Qualität und Haltbarkeit, könne aber des teuern polizei. Das gestohlene Platina ist zum weitaus größten Teil Haffe verderblicher als die Berufung darauf, man müsse dem armen Preises wegen nur als Notbehelf dienen. Gelinge es der dänischen an der von den Einbrechern bezeichneten Stelle in der JungfernTeufel doch sein Glas Schnaps, seine Flasche Bier un angetastet Milch, einen Massenabsatz in Berlin zu sichern, werde sie wahr heide wiedergefunden worden. Der fleine Rest war an einer lassen. Gerade der arme Teufel wird dadurch um ein Stück Nüchternheit, scheinlich für 14 Bf. franto Berlin geliefert werden können. Mit anderen Stelle vergraben gewesen, aber schon verschwunden, als ihn d. H. um ein Stück Einsicht in seine Lage gebracht, gerade er muß einem Schlage würden dann alle Pläne der Milchzentrale zu Wasser die Kriminalpolizei dort holen wollte. wissen, wie schlecht es ihm geht. Er muß sein Elend fühlen in ganzer werden. In der Debatte wird von einzelnen Rednern eine Erhöhung Schwere, damit dieser Druck des Elends ihm den Schwung verleihe, des Milchpreises befürwortet, das Publikum könne von den Milch- dem Urbanhafen gerufen, weil hier auf einem mit Müll beladenen Feuerbericht. Dienstag früh gegen 4 Uhr wurde die Wehr nach fich dagegen aufzulehnen! Hunderttausende hält der Alkohol händlern nicht verlangen, daß fie tener einkaufen und billig Spreekahn Feuer ausgekommen war. Der elfte Löschzug konnte die so im Banne der Zufriedenheit, fern von den politischen verkaufen sollen. Bei einem Verdienst von drei und gewerkschaftlichen Kampforganisationen. Sie sind noch blind Pfennigen Gefahr leicht beseitigen.- Vorher brannte in der Fruchtstraße 69 pro Liter könne aber Milchhändler existieren. Die für ihr Los, sie sind noch nicht wachgerüttelt, sie sind so genügsam, meisten Redner erklären sich jedoch gegen eine Preiserhöhung der Zionsfirchstraße 46 in einer Wohnung durch die Explosion einer allerlei Gerümpel und alter Hausrat in einem Keller, während in finden sich noch ab mit dem, was ihnen beschert ist aus vielen welche den Gegnern des Milchhandels und den Großfirmen die Gründen. Es wäre falsch, alles, was die Menschen in Stumpfheit Kundschaft ausliefern würde. Verbandssyndikus Dr. Fl atau warnt Petroleumlampe ein Feuer entstanden war, das im Nu Möbel, und Indifferentismus verharren läßt, auf den Alkohol zu schieben. gleichfalls vor einer Preiserhöhung, welche die Milchhändler um die Decken, Kleidungsstücke 2c. ergriffen hatte. Bei den vergeblichen Aber niemand kann bezweifeln, daß der Alkohol einer der Faktoren Sympathie der Bevölkerung bringen würde, und teilt mit, daß eine Versuchen, die Flammen zu ersticken, trug eine Frau Josephson und jeder Genosse kann es bestätigen, daß die Indifferente sten Bolle und der Molkereibefizer über die Frage der Preiserhöhung lichen Feuermelder lag einer Alarmierung zu Grunde, die die vierte ist, der die Menschen nicht zum Bewußtsein ihrer Lage kommen läßt Besprechung zwischen Vertretern der Milchzentrale, der Meierei Brandwunden an den Händen und im Gesicht davon, die ihr von Unfug am öffentin der Werkstatt diejenigen sind, die den größten Durst stattgefunden habe, in welcher man zu dem Beschluß gekommen sei, Stompagnie abends nach der Brunnenstraße 127 führte. Der Täter von einer Erhöhung des Milchpreises abzusehen. Die Stadtverordneten- Bersammlung hat sich in ihrer Sizung Schließlich gelangt folgende Resolution zur Annahme:" Der fonnte leider nicht ermittelt werden. In der Arndtstraße 11 mußte am Donnerstagnachmittag 5 Uhr mit folgenden Gegenständen der Verein Berliner Milchpächter erklärt, daß seine Mitglieder trog der zur ſelben Zeit ein Ladenbrand abgelöscht werden. Holzgestelle, Tagesordnung zu befassen: Vorlagen betreffend die Regelung der erheblich erhöhten Einkaufspreise für Milch, im Hinblick auf die mit leiderstoffe, die Schaldecke und der Fußboden wurden im wesentferneren Verwaltung und baulichen Unterhaltung der in den Häusern einer Verminderung des Milchkonsums notwendig verbundene Ver- lichen beschädigt. Nach der Panoramastraße wurde nachmittags Klosterstraße 73 und 74 belegenen 5 Lehrerwohnungen bei dem Ber- schlechterung der gesundheitlichen Verhältnisse Berlins von einer Er- der erste Löschzug gerufen, weil dort in einem Keller eines Neubanes auf dem Grundstück des ehemaligen Sedanpanoramas zwei Rohrs linischen Gymnasium, der Direktorwohnung und der Räume der höhung der Verkaufspreise im Milchhandel Abstand zu nehmen." leger, die mit Ausschachtungsarbeiten beschäftigt waren, durch herab Streitschen Kommunität,- den Jahresabschluß über die Verwaltung ,, Der Gewaltstreich des Provinzial- Schulkollegiums." Eine Ver- stürzende Erdmassen verschüttet worden waren. Es gelang den des Hafens am Urban für 1903, den Abschluß eines Ver- fammlung mit dieser Tagesordnung wird Donnerstagabend 81%, Uhr Wehrmännern, die beiden Verunglückten lebend wieder herauszuholen trages zwischen der Stadtgemeinde Berlin und der Gemeinde Tegel im Luisenstädtischen Konzerthause, Alte Jakobstraße 37, von dem und, wie sich herausstellte, hatte nur der Arbeiter B. Samulat über die Verlegung von Gasröhren usw. im Gutsbezirk Tegel, die gemaßregelten Turnverein Fichte" abgehalten. In dieser Ver- Quetschungen am Oberschenkel davongetragen. Ueebrnahme des Roon- Denkmals, den Verkauf von drei Barzellen fammlung will der Verein über die Frage beraten, wie dem Gewaltan der Weddingstraße, die Vergrößerung der Bureauräume bei streich zu begegnen sei. der Jrrenanstalt Dalldorf- und die Freistellung von Grundstücken Ein Gesangverein, durch dessen opferwillige Mitwirkung fo der Unionstraße von Anliegerbeiträgen gegen Auflaffung von Von Herrn Tischendörfer werden wir um Veröffentlichung manches Parteifest die richtige Weihe empfangen hat, feiert SonnStraßen- beziehungsweise Plakgelände zur Ünionstraße beziehungs- folgender Buschrift ersucht: Soeben von einer größeren Reise zurück- abend abend im Moabiter Stadt- Theater, Alt- Moabit 47/49, sein weise zum Unionplatz ohne Barentschädigung. Berichterstattung gelehrt, erhalte ich jetzt erst Kenntnis von dem Artikel über die Stiftungsfest. Der Gefangverein Vereinigte Sanges brüder, über die Vorlage betreffend den Erlaß einer Polizei- Verordnung Stadtverordnetenwahlen in Nr. 229 Ihres Blattes. Hierauf habe Moabit( M. d. A.-S.-B.) hat für diesen Abend ein vortrefflichag wegen Regelung des Straßenhandels. Vorlage be- ich zu bemerken, daß es sich bei meinem Besuche des Herrn Programm zusammengestellt und wir zweifeln nicht daran, daß treffend die Bewilligung eines Beitrages zu Ehrenpreisen an den regel einzig und allein um die Frage handelte, ob er im die Parteigenossen beim Besuch des Festes auf ihre Rechnung Verein" Cypria". Antrag von Mitgliedern der Versammlung be- 30. Bezirk kandidieren würde oder nicht. Infolge lang- tommen. treffend die Herstellung einer Verbindung der Stadtteile Moabit jähriger gemeinsamer evangelischer Vereinstätigkeit schien es Der Verein für volkstümliche Kurse von Berliner Hochschulmir nicht angängig, mich in einem und Wedding durch ein Ueberführungsbauwerk über die Eisenfolchen Falle für lehrern wird mit den Kursen für das kommende Wintersemester in bahngeleise im Zuge der Puttliß- und der Föhrerstraße, Vorlagen auch ein Mensch, der sich mit seinen persönlichen Beziehungen Oftober, November, Dezember und umfaßt die neuerdings erhöhte eine Kandidatur zu entscheiden. Man ist aber unter andern betreffend die Reinigung der Drainleitungen bei dem Hause 8 der Kürze beginnen. Die erste Kursreihe geht durch die Monate Jrrenanstalt Herzberge und die anderweite Bemessung der von nicht an Parteigrenzen binden soll und kann. So habe ich manche Bahl von 15 kursen. Es ist erfreulich zu beobachten, wie sehr das den Gemeinden Lichtenberg, Borhagen, Numm- Isburg und Stralau sozialdemokratische Bekannte, denen gegenüber es mir für den Anschluß an die Kanalisation von Berun zu leistenden Ent- ganz unmöglich sein würde, zu kandidieren. Einen auf irrigen Interesse für die volkstümlichen Kurse von Jahr zu Jahr gestiegen schädigungen. Berichterstattung über die Vorlage betreffend die Voraussetzungen beruhenden Wunsch des Herrn Brezel, in seinem ist, und wie infolgedessen auch die Zahl der Kurse stetig gesteigert Festsetzung von Fluchtlinien für zwei neue Straßen 29a und 29b Bürgerverein zu sprechen, lehnte ich sofort mit aller Entschiedenheit werden konnte. Im Jahre 1898/99 fanden 12 Sturse statt mit 3497 zwischen Prenzlauer Allee und Winsstraße beziehungsweise Wins- ab. Hierbei erklärte ich, daß ich mich als event. Kandidat der Teilnehmern, im Jahre 1903/04 stieg die Zahl der Kurse auf 24 mit 7250 Teilnehmern. Von den Hörern des letzten Winters stellten straße und Greifswalderstraße. Vorlagen betreffend den Verkauf sozialfortschrittlichen Barteigruppe mit keiner anderen Richtung ein- die Arbeiter 53,4 Proz., die unselbständigen Kaufleute 15,6 Proz., die einer Fläche in der Gemarkung Biesdorf und die Rückerwerbung einer laffen könne, in den öffentlichen Wählerversammlungen aber allen die Arbeiter 53,4 Proz., die unselbständigen Kaufleute 15,6 Proz., die einer Fläche in der Gemarkung Biesdorf und die Rückerwerbung einer wählern Nede und Antwort stehen würde. Von einer gemeinsamen 5,6 Broz., die liberalen Berufe 3,5 Proz., Lehrer 3,1 Proz., Studenten solchen ebendaselbst, den Etat für die Verwaltung der städtischen Subaltern- und Unterbeamten 5,9 Proz., Ingenieure und Techniker Feuersozietät für 1. Oftober 1904/5, die Jahresabschlüsse der Kandidatur oder auch nur von einer Unterſtügung derselben durch und Schüler 2,2 Proz., selbständige Kaufleute 1,5 Bros., selbständige des antisemitische Konservative habe ich natürlich hofes, der Fleischschau auf dem Schlachthofe und der Fleischschau für Es fallen daher alle derartigen Kombinationen in sich zusammen. ftellung angaben, befanden sich 27,4 Pro3. Arbeiterfrauen und das von auswärts eingeführte Fleisch für das Etatsjahr 1903, die Wenn man zu viel Bargeld hat. Wegen Erhöhung der Spar- Arbeiterinnen, 16,2 Proz. Beamtinnen und kaufmännische Ges erfolgte Bauabnahme des zweiten Hauses für 54 fieche Männer bei einlagen bei der hiesigen städtischen Sparkasse bis zum Betrage hülfinnen und 14,2 Proz. Lehrerinnen. Die Beteiligung der der Jrrenanstalt Herzberge, die Teilung der Schulfommissions- von fünftausend Mart anstatt der bisherigen eintausend Mart hatte Arbeiter unter den Männern schwankte in den letzten Jahren zwischen bezirle 66c, 76, 87b, 87e, 109a, 109b und 110,- den speziellen sich der Hausbesigerverein Süden zu Anfang dieses Jahres an den 53,4 und 54,8 Proz., die der Arbeiterfrauen zwischen 34,5 und 35 Entwurf zu einer neuen Kochküche usw. bei dem städtischen Obdach, hiesigen Magistrat gewandt. Es wurde in dem Gesuche ausgeführt, Proz. Was das Alter der Besucher anbetrifft, so befanden sich die die Aufstellung von zwei 500flammigen Gasmessern bei dem Neu- daß unsere Nachbarstädte Charlottenburg, Schöneberg und Kirdorf sechs Jahre hindurch rund 70 Broz. aller Hörer im Alter von 24 bis bau des Verwaltungsgebäudes des Krankenhauses Moabit, die höhere Beträge als Berlin für ein Sparkassenbuch nehmen, ohne zu 40 Jahren, sie sind demnach der Fortbildungsschule längst entwachsen. Aufnahme einer neuen Straße 58b in die Abteilung Xa. des Be- fragen, ob der Einleger in ihrem Gemeindebezirke oder anderweitig Mehr als die Hälfte der männlichen Besucher hat keine andere Vorbauungsplanes zwischen Bad- und verlängerte Thurneyfferstraße, wohnt. Bei der jetzigen niedrigen Spareinlage in Berlin find viele bildung genossen als die der Volksschule. Wie tief aber in ihnen die Teilung der Steuerannahmestelle Xb, umfassend die Stadt Berliner Bürger genötigt, entweder zum Schaden der Finanzen Teilnahme und Aufmerksamkeit auch gegenüber schwierigen Themen bezirke 242 bis 254,- den Jahresabschluß der Markthallen für das Berlins ihre Spareinlagen in den gedachten Vororten zu bewirken wurzeln, erfieht man aus den Berichten, die die Vortragenden über Etatsjahr 1903, die in gemeinschaftlicher Sigung beider Gemeinde- oder ihre Spar- und Notgroschen in oft 3iveifelhaften Depots an den Verlauf der Kurse erstattet haben. Immer von neuem heißt es behörden für die Steuerjahre 1905/7 vorzunehmende Wahl von Mit- zulegen. Da ferner die Stadtgemeinde schon jetzt bei den niedrigen darin, daß die Hörer mit Aufmerksamkeit und Interesse folgten, die gliedern und Stellvertretern des Steuerausschusses der Gewerbe- Einzahlungen große Ueberschüsse aus der Sparkasse genießt, indem Sache ernst nahmen und regelmäßig famen". Die Vorträge dauern steuerklasse Iund die Ueberlassung des Bürgersaales im fie, ebenso wie die Vororte, die Spareinzahlungen mit 3 Proz. ver- von 8 bis 10 Uhr abends und umschließen jedesmal sechs Abende. Rathause an die freireligiöse Gemeinde an den Sonn- zinst, diese Gelder aber zu 3, 8, 4 Proz und höher wieder an- Jede Karte für eine vollständige Vortragsreihe kostet 1 M. Das " wird das Versäumte nachgeholt. Am genaue Programm für die erste Kursreihe des kommenden Winter-| Voltsunterhaltungs- Abenden wurde einstimmig zu Juni v. J. vor Gericht zu verantworten und es erfolgte damals nach semesters wird in den nächsten Tagen bekannt gegeben. gestimmt. furzer Verhandlung ihre Verurteilung zu kleinen Geld- bezw. HaftDie Volkshochschule Humboldt- Akademie eröffnet ihr 27. Studien- Durch einen Antrag Zulay kam auch die Angelegenheit strafen. Das ergangene Urteil wurde jedoch vom Reichsgericht aufjahr Mittwoch, 12. Oktober, abends 7 Uhr präzise in den Aulen unserer Volksbibliothek, als es sich um die Wahl eines gehoben, da eine Beweisaufnahme über die in den Broschüren aufBürgerdeputierten in das Kuratorium handelte, zur Sprache. Um gestellten Behauptungen nicht stattgefunden hatte. Nachdem dieser Georgenſtr. 30/31 und Lützowſtr. 84d mit Ansprachen des Bürger- Aufklärung unter den Stadtvätern zu verbreiten, wurde die Sache nunmehr in ausgedehntem Maße Raum gegeben worden ist, nahm meisters Dr. G. Reicke beziv. des Dr. M. Klein, Schriftführers der alsdann in nichtöffentlicher Sitzung behandelt. Unseres Er die Verhandlung nach der im März d. J. nach dreitägiger Sitzung Dozentenschaft; alle Freunde und Freundinnen der Wissenschaft sind achtens hat die Bürgerschaft ein Interesse daran, zu erfahren, wie erfolgten Vertagung heute unter großem Andrang des Publikums hierzu eingeladen. Daran schließen sich die Vortragszyklen aus allen es geschehen konnte, daß in einer solchen öffentlichen Anstalt Zustände ihren Anfang. Wir werden darüber berichten. Wissensgebieten, welche 116 an der Zahl( siehe Programm) von 44 Dozenten vor Herren und Damen in den Lehrstätten NW. und Plaz greifen konnten, die mit einer geordneten Verwaltung nicht in Einklang zu bringen sind. Die Kommune hat aber auch die Pflicht, Wegen fahrlässiger Körperverlegung des Prinzen Friedrich Leopold W., sowie in S.( Luiſenſtadt, Dresdenerstr. 113), in C. Weinmeister- für ein solches Institut Mittel auszuwerfen, die es in den Stand von Preußen mußte sich geſtern vor der dritten Strafkammer des straße 16/17, ferner vormittags in W. II( Architektenhaus, WilhelmLandgerichts II der Arbeiter Splitter verantworten. ſtraße 92/93), in den königlichen Museen( vor- und nachmittags) feßen, das zu erfüllen, was man von ihm verlangt. Hoffentlich 5. April d. J. kam das Automobil des Prinzen, das mit noch drei und in zwei anderen Lehrstätten gehalten werden. Der erste VorPersonen, dem Major von Rathenow, dem Oberleutenant Jurisch irag der meisten Zyklen ist frei; die Hörgebühren für den ganzen Neu- Weißensee. Der Gemeindevorstand erläßt eine Bekannt und dem Sergeanten Schulz vom Eisenbahn- Regiment Nr. 1 besetzt zehnstündigen Zyklus betragen 5 M., Zyklus betragen 5 M., ermäßigt auf 3 M. machung, wonach wegen Zahlung eines Zuschusses zu den Schul- war, durch die Habsburgerstraße und sollte im Bogen zur Hohenfür Mitglieder des wissenschaftlichen Zentralvereins und dessen kor- unterhaltungskosten gemäß§ 53 des Kommunalabgaben Gesetzes staufenstraße einfahren. Dabei erfolgte ein Zusammenstoß mit porative Vereine, sowie für besondere Kategorien wie Lehrer, Sub- auch in diesem Jahre gegen die Stadt Berlin im Klagewege vor- einem Eiswagen, der vom Angeklagten Splitter geführt wurde. alternbeamte, Handwerker, Arbeiter und Handelslehrlinge. Es sei gegangen werden soll. Zur Feststellung der Zahl derjenigen Kinder, Dabei stieß der Scherbaum des Eiswagens in die Seitennoch erwähnt, daß der Zyklus 47( Die Malerei der südlichen Nieder- deren Väter zwar hier wohnen, aber in Berliner Betrieben wand des Automobils und traf den Prinzen, dessen Sizplat Tande) nicht Montag, sondern Dienstag 11-12 Uhr in W II statt( Fabriken usw.) Beschäftigung haben, ist eine statistische Aufnahme neben dem steuernden Oberlieutenant Jurisch zur findet, daß der Zyklus 76( Deutsch- Ostafrika) Montag, 17. Oktober erforderlich. Diese soll in den Schulen durch die Lehrer stattfinden. war, die Seite. Der Prinz erlitt eine schmerzhafte ( nicht 12. Oftober) beginnt und daß der Kursus 97( Englische Man legt Wort darauf, daß jämtliche Fragen der Zählblätter genau Quetschwunde, die acht Tage lang eine ärztliche Behandlung erGrammatik) schon Mittwoch, 12. Oktober, 6-7 Uhr, nicht erst Montag, beantwortet werden. Ausdrücklich wird betont, daß diese Aufnahme forderte. Der Angeklagte behauptete, alles getan zu haben, um der 17. Oktober, eröffnet wird. Alles nähere enthalten die ausführlichen lediglich oem angegebenen Zwecke, niemals aber Steuerzwecken Unfall zu verhüten. Er habe die gerade Richtung etwas verlassen Lehrprogramme, welche in bekannten Buchhandlungen und in den dienen soll. müssen, um einen ihm entgegenkommenden, mit Gasröhren beladenen Bureaus: Unter den Linden 47, Potsdamerstr. 116a, Prinzenstr. 54, Landsbergerſtr. 32 und Architektenhaus für 10 Pf. erhältlich find; hier finden auch die Einschreibungen und die Aufnahmen in den Wissenschaftlichen Zentralverein( Jahresbeitrag 5 M.) statt. = Berliner Volks- Chor. Unter diesem Namen hat sich aus Arbeiterfreisen ein größerer gemischter Chor gebildet, welcher billige künftTerische Konzerte für die Arbeiterschaft Berlins veranstalten will ( Chor- und Solistenkonzerte). Als erster Solistenabend findet am Sonntag, den 16. Oktober, in der Sing- Akademie ein Hugo WolfLiederabend statt, bei welchem Frl. Betsy Schot und Herr Kammerfänger Ludwig Heß mitwirken. Als erstes Chorwerk gelangt am 28. November und in Wiederholung am 5. Dezember Rob. Schumanns„ Das Paradies und die Peri" in der Neuen Welt, Hasenheide, unter Leitung von Dr. E. Zander und Mitwirkung allererster Solisten and des verstärkten Berliner Tonkünstler Orchesters zur Aufführung. In der Regel finden alljährlich zwei Solistenkonzerte und die Aufführungen zweier größerer Chorwerke ſtatt; zu jeder dieser Veranstaltungen findet ein Einführungsabend mit Vorträgen und Erläuterungen am Klavier statt. Die Uebungen des Chors sind Mittwochs resp. Freitags in der Aula des Sophien- Realgymnasiums, Steinstr. 31-34( am Hackeschen Markt); der WochenBeitrag beträgt 10 Pf., auch für die zuhörenden( passiven) Mitglieder, welche freien Zutritt zu allen Konzerten, Generalproben, Chorproben und Einführungsabenden haben; dieselben nehmen auch an der Verlofung der dem Chor zur Verfügung gestellten Freikarten zu hiesigen Konzerten teil. 1 = V " V Linken die höchste Seligkeit empfinden, iſt eine Enttäuschung bereitet daß dieſer Wagen längst vorbei gewesen sei. Durch die weitere Wilmersdorf. Den guten Leuten, die im Anblick einer Majestät Wagen auszuweichen. Demgegenüber bekundete Oberleutnant Jurisch, worden. Es hieß ganz bestimmt, daß die Kaiserin zu der gestrigen handelt hatte. Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß der Angeklagte fahrlässig geEinweihung der neuen Mädchenschule kommen werde und die Schulkinder wurden dahin instruiert. An Stelle der Kaiserin kam jedoch von drei Monaten, der Gerichtshof beließ es bei einer Geldstrafe ein Kammerherr. Vom Wilmersdorfer Patriotismus ist die Schule bon 100 m. event. 20 Tagen Gefängnis. der jugendlichen Tochter des Kaisers zu Ehren Victoria Luise- Ein Nachspiel zum Koniter Prozeß. In der Privatklage, die Schule" getauft worden. Das hübsche Gebäude ist mit einem der Schlosser Berg, der Schwager Maßloffs, wegen Beleidigung Kostenaufwande von 13 Millionen Mart nach den Entwürfen und gegen mehrere Redakteure angestrengt hatte, wurde vorgestern das unter Leitung des Baurats Herrnring errichtet worden und bietet Ürteil gefällt. Es lautete gegen Redakteur Bendisch von der„ Ostd. für 1200 Schülerinnen Blaz. Die Schule, die vor sieben Jahren Presse" in Bromberg, gegen Redakteur Mehling von den„ Nenest. mit 64 Schülerinnen eröffnet wurde, ist heute mit 850 8öglingen die Nachr." in Danzig und gegen Redakteur Wende in Elbing auf je größte höhere Mädchenschule in ganz Preußen. 300 Mark Geldstrafe. Redakteur Zimmermann, der Herausgeber der Preuß. Korreip.", als Hauptschuldiger, wurde zu 500 M. Geldstrafe und Tragung der Kosten verurteilt. Das Verfahren gegen den mitangeklagten Redakteur der„ Berliner Morgen- Zeitung", vertreten durch Rechtsanwalt Mosse, wurde cingestellt. Eine mehrstündige Betriebsstörung entstand am Montagmittag auf der Wannseebahn. Zwischen Schlachtensee und Zehlendorf ent gleifte die Lokomotive eines Güterauges, welche sich quer über den Bahnkörper legte und dadurch beide Gleise versperrte. Potsdam, Nowawes- Neuendorf und Neubabelsberg fahrenden BaffaDie nach giere des um 11 Uhr 20 Minuten von Berlin abgelassenen Wannseeveranlaßt, den um 12 Uhr 55 Minuten vom Potsdamer Hauptbahnzuges wurden in Zehlendorf über die Gleise hinweggeführt und bahnhof in Berlin abgehenden D- Zug, der in Zehlendorf halten mußte, au besteigen, was älteren Leuten und Personen mit Gepäck bei der Höhe der Trittbretter viele Schwierigkeiten machte. In Neubabelsberg hielt dann noch einmal der D- Bug zum Absetzen der Passagiere, während die Nowawes- Neuendorfer bis Potsdam mit genommen und von hier nach ihrem Bestimmungsorte zurückbefördert wurden. Mit den übrigen zwischen Zehlendorf und Potsdam belegenen Stationen der Wannseebahn war der direkte Verkehr lange Zeit unterbrochen. Menschen wurden durch die Entgleisung nicht verletzt; auch der Materialschaden ist nur gering. Vermischtes. Montreal. Beim Bau eines Tunnels in St. Claire versagte plöglich die Luftpumpe. Sechs Arbeiter erstickten. Abermals S Theater. Im Schiller Theater werden für die nächste Abonnementsperiode die folgenden Stücke vorbereitet:" Macbeth" von Shakespeare;„ Krieg im Frieden" von Moser; die Novität„ Die Tyrannei der Tränen" von C. Haddon Chambers, deutsch von Berta Bogson;„ Die Jüdin von Toledo" von Grillparzer; Heimg'funden" von Anzengruber und die Wallenstein- Trilogie, deren erste Hälfte zum 10. November, Schillers Geburtstag, zur Darstellung kommen foll. Das Luisen Thater führt heute den„ Registrator auf Reifen" auf. Dem Berliner Aquarium sind in den letzten Tagen zahlreiche Sendungen zugegangen, zu welchen nicht nur Nord- und Ostsee, Mittel- und Adriatisches Meer, sondern auch Indien, Amerika und Südosteuropa, beigesteuert haben. Eine der bedeutsamsten Bereicherungen zeigt die Reptiliengalerie, nämlich ein gewaltiges, jajt 6 Meter langes Exemplar einer dunklen Abart der asiatischen Riesenschlangen. Auf schön graubraunem Grunde heben sich längs der Rüdenmitte vieredige, braunschwarze, heller eingefaßte Flecken ab, und Flanken, Kopf und Schwanz sind dementsprechend gezeichnet. Der neue Gast macht neben den hellergetönten indischen Riesen, welche mit ihm das größte Glashaus auf der linken Seite des Schlangen- Aus der glücklichsten Vorortgemeinde. Ein beneidenswerter Vorganges bewohnen, einen förmlich unheimlichen Eindruck. Eine Er- ort ist die Gemeinde Grunewald; sie hat im Etatsjahre 1903 einen gänzung erfuhr auch die Kollektion neuweltlicher Riesenschlangen Ueberschuß von 83 081 M. erzielt und damit den zehnten Teil des durch das Eintreffen einer südamerikanischen Boa, und weiterhin in den Voranschlag eingestellten Betrages gespart. Die Mehr- hervor: Der Lippesche Lohnstreit. 2. Heft des 23. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir wurde den beiden stattlichen Diamantflapperschlangen ein über einnahmen belaufen sich auf 44 536 M. und die Ersparnisse in den wicklung. Hamburg angelangtes Stück zugesellt, welches indes einer anderen Ausgaben auf 38 545 M. Von allen Berliner Vororten erhebt. German. Die Geschichtstheorie und Philosophie des Sozialismus. Spezies jener gefürchteten Giftschlangen- Gattung angehört und Grunewald den geringsten Saß an Gemeinde- Einkommensteuern, er Bon Belfort- Bar. Die gewerblichen Vergiftungen. Bon Emanuel Wurm. feinen Genoffen gegenüber durch einfachere Fleckung und fahlere beträgt nur 15 Proz. der Staats- Einkommensteuer. Die an den( Schluß.) Literarische Rundschau: R. Friedeberg, Parlamentarismus und Färbung auffällt. Das von Echsen bevölkerte Glashaus derselben Kreis abzuführenden, sich auf 39 Proz. stellenden Abgaben werden Generalftreik. Von St. Kautsky. Dr. Hugo Herz, Die Heimarbeit und der Seite erhielt weitere Besabung durch eine Gesellschaft großer grüner nicht besonders erhoben, sondern aus den Gemeindeeinnahmen ent- Notstand der Heimarbeiter in der mährischen Textilindustrie. Von ad. br. Eidechsen der Mittelmeerländer. richtet. Auch die Gemeinde Grunewald hat jetzt ihren Schulreichischem Recht. Von ad. br. A. Asturaro, Il materialismo storico Dr. Karl Bribram, Der Lohnschutz des gewerblichen Arbeiters nach öfter. fonflikt. Dort hat die Gemeinde mit großen Kosten ein schönes Schulhaus erbaut und, da Säle in der Kolonie für Versammlungen Das Verlagssystem der Lauschaer Glaswarenindustrie und seine Re e la sociologia generale. Bon Erwin Szabó. Dr. M. R. Wehermann, und so weiter nicht vorhanden sind, bei der Erbauung einen Saal formierung( Wirtschafts- und Berwaltungsstudien mit besonderer Berückzur allgemeinen Benutzung vorgesehen. Der Saal ist denn auch sichtigung Bayerns.) Von ad. br. Notizen: Die drahtlose Telegraphie anfänglich zu verschiedenen Zwecken benugt worden. Als kürzlich die in Amerika. Von J. G. Gemeinde ihre Erlaubnis erteilte, daß der Saal abends auch für den Tanzunterricht benutzt werden könne, verweigerte der Rektor die Hergabe des Saales. die Luft geflogen. Die Detonation war bis auf 20 Kilometer zu Explosion. Birmingham. Die Gasfabrik in Saltley ist in hören. Vier Arbeiter wurden schwer verletzt. Ein Fünfter ist verschwunden. gefunden hat. Die Bahnlinie hat stark gelitten. Man nimmt an, daß er bei der Explosion seinen Tod Ein Bahnbeamter wurde durch umherfliegende Trümmer getötet. Die Ursache der Explosion ist unbekannt. Der Schaden beträgt über 1 Million. Das eine Eisenbahn- Katastrophe in Amerika. schreibt uns: In Ihrer geschäßten Zeitung vom 11. d. Mts. ist ein Zusammenstoß auf der Missouri Pacificbahn bei Warrensburgh Pankow und die Straßenbahn. Die Direktion der Straßenbahn Reutersche Bureau" meldet aus New York, daß bei einem EisenbahnArtikel über ein an die Große Berliner Straßenbahn gerichtetes( Missouri) 33 Personen getötet und 30 verlegt worden sind. Der Straßenbahnabonnements enthalten und auf ein Antwortschreiben der engen Einschnitte. Die Schuld an dem Unfalle trifft den ZugProtestschreiben der Gemeinde Pankow gegen die Erhöhung der Zusammenstoß geschah dem Daily Telegraph" zufolge in einem diesseitigen Verwaltung hingewiesen, inhalts dessen die Straßen- führer des Güterzuges, der den Passagierzug vorbei lassen mußte. bahn sich des Einverständnisses der Aufsichtsbehörden vor der Die Lokomotive des Passagierzuges wurde durch den schweren GüterAbonnementserhöhung versichert habe. Zur Nichtigstellung bemerken zug in den vordersten Basiagierwagen getrieben, den der Tender wir ergebenst, daß wir bisher von der Gemeinde Pankow weder ein vollständig durchschnitt. Alle Infassen dieses Wagens wurden dabei Protestschreiben gegen die Erhöhung des Abonnementspreises er- getötet oder verwundet; die übrigen Wagen, mit Ausnahme des halten, noch derselben mitgeteilt haben, daß wir uns des vor- letzten, wurden stark beschädigt, die Passagiere kamen mit geringen herigen Einverständnisses der Aufsichtsbehörden zur Erhöhung der Abonnementspreise versichert hätten. Verlegungen davon. Hus, den Nachbarorten. Ober- Schöneweide. Heute abend 5 Uhr findet in der Schulaula in der Frischenstraße eine öffentliche Sigung der Gemeinde- Vertretung statt. Eine regelrechte KrankenhausGerichts- Zeitung. Eingegangene Druckfchriften. Von der„ Nenen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ist soeben das Ein Jahrzehnt gewerkschaftlicher EntBon C. Legien. Die Kartelle und der Juristentag. Von Die„ Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 w. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft tostet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. fgl. Polizei- Präsidiums. Marktpreise von Berlin am 10. Oftober. Nach Ermittelungen des Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**), gute Sorte 17,60-17,56 m., mittel 17,52-17,48 m., geringe 17,44-17,40 M. Roggen**), gute Sorte 00,00-00,00 9., mittel 13,83-13,82 M., geringe 13,81-13,80 m. Futtergerste*), gute Sorte 15,50-14,40., mittel 14,30 bis 13,30 M., geringe 13,20-12,20 M. Hafer*), gute Sorte 16,40-15,50 M., mittel 15,40-14,60., geringe 14,50-13,70 M. Grbſen, gelbe, zum Kochen 40,00-28,00. Speisebohnen, weiße 50,00-25,00 M. Linsen 60,00-28,00 m. Startoffeln 10,00-7,00 m. Richtstrob 0,00-0,00 m. Heu 0,00 0,00 M. Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 m. Gier per Schock 4,50-3,20 M. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Schöneberg. In der Stadtverordneten Sizung am Montag erfolgte zunächst die Einführung der in der ersten bezw. Die Zahl von 50 000 Einwohnern ist jetzt von unserem Vorort zweiten Abteilung an Stelle Rösner und Grund gewählten Stadt- Lichtenberg überschritten worden. Nach den letzten Zählungen wohnen„ Süddeutscher Postillon". Die Nummer 21 bringt als Titelbild: verordneten Colosser und Haenschte in einer sonst weniger in dem Dorfe jezt 50 666 Einwohner. Die erste Frage. Ein Sieg der russischen Armee im fernen Often" ist üblichen Weise. Ju seiner Begrüßungsrede sprach nämlich der Vorein lebenswahres Photogramm mit flarer, interessanter Schilderung. Ein ernstes Wort( Bild). Schlußbild in Farbendruck: Freundlichst eingeladen. steher davon, daß die Frage der Selbstverwaltung Aus dem aktuellen, satirisch- humoristischen Inhalt heben wir besonders heute nötiger als je die Kommunen beschäftigen müsse. hervor: Serbische Königskrönung( Gedicht). Der ruhige Parteitag ( Leider läßt das freisinnige Rückgrat gerade im entscheidenden Augen( Gedicht). Briefe aus Sachsen. Der Abderid hat diesmal seine Tagesblic oft im Stich!) Inowrazlaws Ende( Gedicht). Mädchenopfer in deutschen Krankenhäusern". Eine Aufsehen buchblätter illustriert. Debatte, bei der der Oberbürgermeister jedenfalls nicht sehr gut erregende Angelegenheit fommt jetzt zum zweitenmal vor die Straf- darunter Herberts Grabschrift. Die Nummer des im Verlage von M. Ernst Ferne Reichs gerichtstermine und eine reiche Wahl trefflichster fleiner Beiträge 2c., abschnitt, zeitigte die vom Magistrat vom Magistrat zur Kenntnis" ge- fammer des Langerichts Hamburg. Es wird uns darüber aus erscheinenden Süddeutschen Postillon" kostet bekanntlich 10 Pf., das gebene Mitteilung von der vorläufigen Abstandnahme Hamburg geschrieben: Nicht weniger als 120 Personen, zumeist Quartals- Abonnement 65 Pf. Ser Bildung einer Verwaltungs- Deputation für Direttoren, Leiter und Aerzte staatlicher und städtischer Krankendas Auguste Viktoria Krantenhaus". Am 5. Sep- häuser, sowie zahlreiche Krankenschwestern und Pflegerinnen sind als tember dieses Jahres hatte der Magistrat die Bildung einer Ver- Zeugen zu diesem Prozeß geladen, der sich mit argen Mißständen in waltungs- Deputation beantragt, bestehend aus zwei Magistrats- bezug auf die Pflege von franken Männern durch jugendliche mitgliedern, fünf Stadtverordneten und den beiden dirigierenden Krankenschwestern in zahlreichen deutschen Krankenhäusern beschäftigt Aerzten des Krankenhauses, lettere mit beratender Stimme. In der und sich gegen: 1. den Redakteur Karl Cleemann aus Köslin; 2. den betreffenden Sitzung wurde der Vorschlag seitens der Stadtverordneten früheren Rechtsanwalt Dr. August Roosen aus München; 3. den noch ergänzt um zwei Bürgerdeputierte( auch zwei Aerzte), und Schriftsteller Karl Lembke aus Berlin und 4. den Fabrikanten diesem erweiterten Antrage nun ist der Magistrat in lakonischer Chemiker Dr. Sandow aus Hamburg richtet. Kürze nicht beigetreten. Die meisten Redner gingen mit dem Der Prozeß ist eine Folge der sensationellen, im Jahre 1902 Stadtoberhaupt scharf ins Gericht, und Herr Wilde mußte es sich in Berlin erschienenen Broschüren:" Mädchenopfer, die Schwesterngefallen lassen, daß ihm zum Vorwurf gemacht wurde, er wolle des- pflege an Männern; eine Anklageschrift und ein Mahnwort an halb keine Bürgerdeputierten in der Krankenhaus- Verwaltung, um Eltern und Erzieher", und„ Unter dem Deckmantel der Barmherzig- Wasserstand am 10. Dktober. Elbe bei Aufsig in einem eventuellen Konflikt mit der Versammlung durch sein Ueber- feit", deren Erscheinen seinerzeit einen Sturm der Entrüstung Dresden 1,93 Meter, bei Magdeburg+0,20 Meter. gewicht in der Deputation freie Hand bei der Besetzung der Direktor- hervorrief und in denen vor allem die Leiter der Hamburger Staats- Straußfurt+0,90 Meter.-D der bei Ratibor+1,44 Meter, bei Breslau stellen des Krankenhauses zu behalten. Genosse Obst, der seit An- Krankenanstalten Professor Dr. Lonharz und Dr. Denete, sowie die Ober- Begel+4,70 Meter, bei Breslau Unter Begel beginn Mitglied der früheren Krankenhaus- Deputation Schwestern des Schwesternvereins für die Hamburger Staats- ar the bei Posen-0,16 Meter. Ne ze bei Usch Frankfurt Weichsel bei Brahemünde+2,16 Meter. war, fritisierte recht glücklich und scharf das augen- Krantenanstalten" auf das schärfste angegriffen wurden, und zwar blickliche Verhalten des Magistrats. Durch cine Ignorierung beide Teile in bezug auf ihre angeblich höchst laren Anschauungen des damaligen Stadtverordneten- Beschlusses dürfte wiederum eine betreffs Sittlichkeit und Schamhaftigkeit. Es wurde in den BroVerzögerung im Krankenhausbau eintreten. Die Bürgerschaft aber schüren vornehmlich getadelt, daß in vielen deutschen Krankenhäusern, habe alle Ursache, den Bau gefördert zu sehen, das beweisen die speziell auch in den Hamburger Staats- Krantenanstalten junge täglichen Zurückweisungen von Kranken durch andre Anstalten. Unsere Mädchen von kaum 18 Jahren zur Männerpflege verwendet und vor fünf Wochen in dieser Angelegenheit gestellte Anfrage und deren ihnen dabei Dienstleistungen zugemutet würden, deren nähere Be= Nichtbeantwortung dürfte wohl mit diesem magistratlichen Wider- zeichnung der Anstand verbiete. Als Urheber dieser Broschüren stand im Zusammenhang stehen. Nach anderthalbstündiger Be- kamen die Angeklagten Dr. Sandow, Dr. Roosen und Lembke in sprechung wurde schließlich ein Antrag mit großer Mehrheit an- Betracht, während der vierte Angeklagte, Redakteur Gleemann, der Swinemde. 772 DND 1wolkig genommen: Den Magistrat zu ersuchen, in gemischter Deputation Urheberschaft eines den Inhalt dieser Schriften weiterverbreitenden Hamburg 772 Still Nevel 1 Befersburg 776, S über die Bildung einer Verwaltungs- Deputation für das Artikels in dem Hamburger Bezirksanzeiger" beschuldigt ist, der die 2 heiter 6 Cort hiesige Krankenhaus zu verhandeln."( In der ganzen Aera des Ueberschrift Vertuschungssystem in der Hamburgischen Verwaltung" Frants.a.M. 768 N 4 bedeckt 6 Aberdeen 762 SS 764 N München 1 Regen Krankenhansbaues spielt die Verzögerung der Fertigstellung durch trug und der sich mit den Maßnahmen beschäftigte, die aus Anlaß der 5 Paris 769 NO 762 NNW 2 Regen unverständliches Handeln des Magistrats eine gerade nicht glänzende in den Broschüren erhobenen Beschuldigungen von den zuständigen Zollc.) Wetter- Prognose für Mittwoch, den 12. Oktober 1904. Behörden in Preußen und in Hamburg getroffen waren. Der von uns bereits gedachten Bereitstellung von 500 M. zur Nachts wärmer, am Tage etwas fühler, vorwiegend trübe mit RegenAlle fünf Angeklagten hatten sich wegen der in den Broschüren fällen und ziemlich frischen östlichen Winden. event. Dedung eines Mantos bei der Veranstaltung von bezw. dem Zeitungsartikel ufgestellten Behauptungen bereits im Berliner Wetterbureau. 1 Meter. -0,49 Meter, bei Unstrut bei 1,48 Meter, bei Meter. Witterungsübersicht vom 11. Oftober 1904, morgens 8 Uhr. Stationen Berlin Wien Barometer ſtand mm Wind. 770 ND Bun Windstärke Better Temp. n. T. 5°.= 4° R. Stationen Barometer. Wind. richtung Windstärke 8 Haparanda 765 S . Wetter 2 bedeckt Temp. n. C. 15° G. 4° R. 6 5 99 1 wolkenl 2wolfig 2w olfenl 1 96 Rosenthaler Str. 9 Recenthaler Str. 9 Eröffnung S Ecke Auguststrasse: parterre und I. Etage des Ecke Auguststrasse: parterre und I. Etage. Herren- u. 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Gewerbegerichts- Wahl бли am Sonntag, den 16. Oktober, von 12 Uhr mittags bis 5 Uhr nachmittags. Mit dem Ablauf dieses Jahres scheidet auf Grund des vom Magistrat festgesetzten Verteilungsplanes das zweite Drittel der Gewerbegerichts- Beisitzer aus. Die Ergänzungswahl findet infolgedessen für 16 Wahlbezirke statt. Zu wählen sind 70 Beisitzer. rebier des Wahlbezirks), durch welches dem Arbeiter bestätigt wird, daß er zur Zeit innerhalb seines Wahlbezirks in Arbeit steht oder wohnt. Wahlberechtigung. Zur Teilnahme an der Wahl ist berechtigt, wer das 25. Lebensjahr vollendet und in Berlin Wohnung oder Beschäftigung hat. Diese Zeugnisse oder Wahl- Legitimationen werden vom Magistrat herausDarunter ist zu verstehen, dß jeder Arbeiter, wenn er auch nur einen Tag am Drte gegeben und find vom 1. Oktober an in allen Verbandsbureaus, im Bureau der wohnt oder beschäftigt ist, wahlberechtigt ist. Personen, welche nicht in Berlin wohnen, aber Berliner Gewerkschaftskommiffion, Engel- Ufer 15, 2. Eingang, 9-1, 6-8 Uhr, ihre Beschäftigung hier haben, wählen im Bezirk ihrer Beschäftigung, dagegen die in Berlin und im städtischen Wahlbureau, Poststraße 16, Zimmer 57, während der Dienstwohnenden Personen in ihrem Wohnbezirk. Eine Auswahl für die letzteren zwischen stunden, 9-3 Uhr, zu haben. Wohn- und Beschäftigungsbezirk ist unzulässig. Personen, welche auswärts arbeiten und in Berlin wohnen, üben ebenfalls im Wohnbezirk ihr Wahlrecht aus. Hausgewerbetreibende sind wahlberechtigt und wählbar als Arbeiter, sofern sie nicht selbst mindestens einen Arbeiter regelmäßig das Jahr hindurch oder zu gewissen Zeiten des Jahres beschäftigen und nicht gemäß§ 14 der Gewerbe- Ordnung den selbständigen Gewerbebetrieb angemeldet haben. Nicht wahlberechtigt find solche Personen: Die Formulare enthalten außer dem auszufüllenden Datum vier Fragen. Diese sind von in Arbeit stehenden Personen sämtlich, von Arbeitslosen nur Frage I und 2, auszufüllen und alsdann dem Arbeitgeber oder der Polizei zur Unterschrift oder zum Stempeln vorzulegen. Die Behörden sind angewiesen, diesem Wunsche nachzukommen. Jedoch empfiehlt es sich, in letzterem Falle einen Ausweis mitzunehmen. Am Tage der Wahl ist die Wahl- Legitimation vor der Abgabe des Stimmzettels dem Wahlvorsteher oder einer von ihm beauftragten Person zu übergeben. Die Wahl. a) welche nicht Angehörige des Deutschen Reiches sind, b) welche die bürgerlichen Ehrenrechte infolge strafrechtlicher Verurteilung verloren haben, oder gegen welche das Hauptverfahren wegen eines Verbrechens oder Die Wahl ist unmittelbar und geheim und erfolgt mittels Stimmzettel. Auf dem Vergehens eröffnet ist, das die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte oder Stimmzettel dürfen nicht mehr Namen enthalten sein, als im Bezirk zu wählen sind. Die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter zur Folge haben kann, Vervielfältigung der Stimmzettel erfolgt seitens der Berliner Gewerkschaftskommission. c) welche infolge gerichtlicher Anordnung in der Verfügung über ihr Vermögen beschränkt sind, und d) die Mitglieder der Innungen, für welche ein Schiedsgericht in Gemäßheit des § 81 b Nr. 4 und der§§ 91 bis 91 b der Gewerbe- Ordnung errichtet ist, sowie die von denselben beschäftigten Arbeiter. Wahllegitimation. Die Agitation. Es empfiehlt sich für alle Vertrauensleute der Gewerkschaften, in ihren Werkstätten usw. festzustellen, wieviel Wahlberechtigte dort arbeiten, alsdann für diese die nötige Anzahl Wahl- Legitimationen zu beschaffen, die Ausfüllung zu überwachen und die Abstempelung zu veranlassen. Desgleichen ist es notwendig, am Tage vor der Wahl die Wahlberechtigten an ihre Pflicht zu erinnern. Organisierte Arbeiter, welche am Tage der Wahl helfen wollen, können sich in Für die Arbeiter werden keine Wahllisten zum Zwecke der Wahlen angelegt, es genügt vielmehr für dieselben ein Zeugnis ihres Arbeitgebers oder der Polizeibehörde( Polizei- untenstehendem Bureau melden. Um jeden Irrtum auszuschließen, haben wir nachstehend die weitgehendste Aufstellung der 16 Wahlbezirke und der dazu gehörigen Stadtbezirke, in denen gewählt wird, gemacht. Wir ersuchen deswegen, dieses Blatt bis zur Wahl aufzubewahren. Alle diesbezüglichen Anfragen werden im Gewerkschaftsbureau, Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15, 2. Eingang, von 9-1 und 6-8 Uhr beantwortet. B. Wahlbezirk, enthaltend die Stadtbezirke 21-23 und 25-30. 21. Stadtbezirk: Anhaltstraße, Kochstr. 75, Stöniggrägerstraße 118 bis 125, Prinz Albrechtstraße, Wilhelmstr. 28-42, 43-56 und 82-115. 22. Stadtbezirk: Friedrichstraße 44-55 und 200-208, Strauſenstraße 1, Mauerstr. 1-7 und 78-95, Schüßenstr. 1-6 und 70-79, Wilhelmftraße 42a, Zimmerstr. 1-24 und 78-100. 23. Stadtbezirk: Charlotteustr. 13-22 und 73-82, MarkgrafenStraße 21-30 und 66-78, Schüßenstr. 6a- 24 und 52-69, Bimmerstr. 25 bis 41 und 55-77. 25. Stadtbezirk: Jerusalemerstr. 59-66, Junkerstr. 2-21, Kochstraße 22-39 und 43-58, Lindenstr. 20-37 und 69-88, Markgrafenstr. 17 bis 20 und 79-84, Dranienstr. 99, Ritterstr. 60. 26. Stadtbezirk: Charlottenstr. 2-5, 8-12 und 83-98, Friedrichstraße 30-40 und 209-223, Stochstr. 1-21 und 59-74, Buttfamerstraße 2-22. 27. Stadtbezirk: Besselstraße, Charlottenstr. 1, 6, 7 und 99, Endeplaz, Friedrichstr. 18-29 und 224-234, Hollmannstr. 19, Sunterstr. 1, Lindenstr. 13-19 und 89-98, Markgrafenstr. 1-16 und 85-107. 28. Stadtbezirk: Belle- Allianceplatz, Friedrichstr. 1-17 und 235 bis 251, Gitschinerstr. 109-113, Königgräberstr. 71-74, Rindenstr. 1-12 und 99-116, Neuenburgerstr. 1 und 42, Wilhelmstr. 1 und 148. 29. Stadtbezirk: Buttkamerstr. 1 und 23, Wilhelmstr. 1a- 27 und 116 bis 147. 30. Stadtbezirk: Hedemannstraße, Königgrägerstr. 75-117. Wahllokal: Turnhalle der 27./44. Gemeindeschule, Wilhelmstraße 117. Zu wählen sind 4 Beisitzer, Kandidaten: 1. Franz Thurow, Graveur, Rigdorf, Weserstr. 11. 2. Wilhelm John, Buchdruckerei- Hilfsarbeiter, Nixdorf, Erkstr. 20. 3. Ernst Winkel, Schneider, Greifswalderstr. 218. 4. Nepomuk Baleysti, Mechaniker, Luckauerstr. 16. 6. Wahlbezirk, enthaltend die Stadtbezirke 40-42, 50-53 und 56. 40. Stadtbezirk: Flottwellstr. 1-8, Karlsbad ausschließlich 1, Körnerstr. 1 und 26, Lühowstr. 1-23 und 92-113, Potsdamerstr. 121, 121 a- 121 k und 123b, Schöneberger User 5-25. 41. Stadtbezirk: Dennewigstr. 1, Flottwellstr. 9-18, Körnerstr. 2-25, Stegligerstr. 1-24 und 64-94. 42. Stadtbezirk: Blumenthalstr. 20, Dennewitftt. 2-9 und 33-38, Kurfürstenstr. 1-28 und 153-173a. 50. Stadtbezirk: Bernburgerstr. 18, Eichhoruftr. 6 und 7, Hafenplat 10, Königgrägerstr. 13-17, Königin Augustaftr. 1-5, Köthenerstraße, 2infstr. 1-44, Botsdamer Platz 3-6. 51. Stadtbezirk: Askanischer Plak 1-4, Bernburgerstraße ausschließlich 18, Dessauerstraße, Hafenplatz ausschließlich 10, Stöniggrägerstraße 18-35, Schönebergerstr. 1-13. 52. Stadtbezirk: Askanischer Plaz 5-7, Bahnhofstraße, Großbeerenstraße 1, Halleschestr. 1-15, Hallesches Ufer 32 bis Ende, Kleinbeerenstr. 12 bis 15, Königgrägerstr. 36-52, Mödernstr. 1-25 und 124-147, Schönebergerstr. 20-34. 53. Stadtbezirk: Großbeerenstr. 2-9 und 86-96, Hallescheftr. 16 bis 28, Hallesches Ufer 1-31, Steleinbeerenstr. 1-11 und 16-29. Königgrägerstr. 53-70. 56 a. Stadtbezirk: Hornstr. 14, Luckenwalderstraße, Mödernstr. 26 bis 52 und 93-123, Schönebergerstr. 19-24, Verlängerte Schöneberger Straße, Schöneberger Ufer 1-4, Teltowerstr. 38, Tempelhofer Ufer 25-37, Trebbinerstraße, Wartenburgstraße 15 und 15a, Yorfstr. 24-35. 56 b. Stadtbezirk: Baußenerstraße, Großgörschenstr. 21-29, Kaplerftraße, Yorkstr. 36-42 und 49-56c. Wahllokal: Turnhalle der 99. Gemeindeschule, Steinmetzstr. 79. Zu wählen sind 4 Beisitzer. Kandidaten: 1. Florian Tröger, Brauer, Steinmetstr. 41. 2. Hermann Schleffler, Buchdrucker, Grimmstr. 6. 3. August Schmidt, Hafenarbeiter, Schönleinstr. 11. 4. Hermann Hopp, Hausdiener, Plan- Ufer 39. 9. Wahlbezirk, enthaltend die Stadtbezirke 64-66 und 75. 64a. Stadtbezirk: Fidicinstr. 2-24 und 26-44, Friesenstr. 13 und 14, Alödenstr, 2-7, Stopischstr. 1-9, Schwiebuferstraße. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. 64 b. Stadtbezirk: Arndtstr. 8-35, Chamissoplaz, Am Chamissoplatz, Stlödenstr. 1 und 8, Kopischstr. 10, Noftizstr. 29-31, Schenkendorfstr. 4 und 5, Willibald Alerisstr. 8--35. 65. Stadtbezirk: Bergmannstr. 1-21 und 88-112, Moftizftr. 26 bis 28 und 32-36, Schenkendorfftr. 1-3 und 6-8, Solmsstr. 28-29, Am Tempelhofer Berg( Ostseite), Bossenerstr. 27. 66a. Stadtbezirk: Arndtstr. 3-4, Bergmannstr. 22-32, Friesenstr. 1 und 27, Heimstr. 1 und 25, Marheinekeplatz, Mittenwalderstr. 23-40, Boffenerstr. 16-19, 22-26 und 28-36. 66b. Stadtbezirk: Arndtstr. 1-2, 5-7 und 36-44, Fidicinstr. 25, Friesenstr. 2-12 und 17-26, Heimstr. 2-24, Jüterbogerstr. 6-10, Willibald Alegisstr. 1-7 und 36-43. 75a. Stadtbezirk: Bärwaldstr. 12-16 und 46-62, Blücherstr. 25-41 und 43-60, Fürbringerstr. 18-19, Schleiermacherstr. 1-18, Tempelherrn straße 13 und 14, Urbanstr. 1-21 und 151-184. 113b. Stadtbezirk: Glogauerstr. 2-33, Görlitzer Ufer 21-26, Rottbuser Ufer 1-4a, Ratiborftr. 2-20, Reichenbergerstr. 86-104. Wahllokal: Turnhalle der 145./151. Gemeindeschule, Reichenbergerstr. 131/132. Zu wählen sind 5 Beifizer. Kandidaten. 11. Wilhelm Geiling, Klavierarbeiter, Naunhnstr. 71. 2. Karl Jrrgang, Former, Kottbuser Damm 72. 3. Karl Schulze, Buchbinder, Naunynstr. 66. 4. Paul Reimann, Zimmerer, Wrangelstr. 81. 5. Oskar Langnitschke, Sattler, Forsterstr. 38. 18. Wahlbezirk, enthaltend die Stadtbezirke 122, 127-130, 135 und 143-144. 75 b. Stadtbezirk: Bärwaldstr. 17-45, Bergmannstr. 39-76, aus122. Stadtbezirk: Brandenburgstraße 17a- 36 und 47-63, Jakobischließlich Nr. 52, Friesenstr. 15 und 16, Gneisenauftr. 35-53 und 56-80, tirchstraße, Mathieustraße 1-9 und 12-19, Ritterstraße 30-36, und 85-95. Golßenerstraße, Jüterbogerstraße 1-5, Kaiser Friedrichplak, Lehninerstraße, 127. Stadtbezirk: Merandrinenstr. 38, 39 und 91, Alte JakobPrinz August von Württembergstraße, Schleiermacherstraße von Gneisenaustraße 27, 28 und 113-116, Kommandantenstr. 43, Drantenstr. 70-98 und straße bis Bergmannstraße( Nr. 19-28), Siboldstraße, Züllichauerstraße. Wahllokal: Turnhalle der 133./149. Gemeindeschule, Vergmannstr. 28/29. Zu wählen sind 4 Beisizer. Kandidaten: 1. Albert Massini, Buchdrucker, Mariendorferstr. 3. 2. Franz Roth, Gürtler, Tempelherrenstr. 10. 3. Georg Braun, Kellner, Urbanstr. 25. 4. Albert Bergmann, Buchbinder, Sorauerstr. 14. 12. Wahlbezirk, enthaltend die Stadtbezirke 79 und 87-94. 79. Stadtbezirk: Brizerstr. 1-2 und 38-47, Glisabeth- Ufer 1-13, Rottbuser Ufer 53-65. 87. Stadtbezirk: Admiralstraße ausschließlich 1, Brigerstraße 13-37, Kottbuserstraße 5, 7 und 8, Softbufer Ufer 46-55. 88. Stadtbezirk: Stottbuserstr. 1-46, 6, 6a und 10a bis 22, Reichenbergerstr. 15-25 und 166-171. 89. Stadtbezirk: Manteuffelstr. 44, Mariannenstr. 12 und 42, Dranienstraße 206 und 207, Reichenbergerstr. 172 und 173, Stalikerstr. 14-35, 108-120 und 122-136. 90. Stadtbezirk: Kottbuserstr. 9 und 10, Stottbuser Ufer 45, Mariannenstr. 13-41, Reichenbergerstr. 26-38 und 153-165. 91. Stadtbezirk: Manteuffelstr. 45-56 und 73-83, Reichenbergerstraße 39-52 und 139-152. 92. Stadtbezirk: Rottbuser Ufer 31-44a, Manteuffelstr. 57-72. 93. Stadtbezirk: Stottbuser- Ufer 29 und 30, Lausigerstr. 7-46, Reichenbergerstr. 53-54 und 137-138. 94. Stadtbezirk: Laufiberstr. 1-6 und 47/ 48-52, Manteuffelstr. 84, Staligerstr. 36-40 und 46 und 46a, Wienerstr. 1-15 und 63–69. Wahllokal: Turnhalle der 50./68. Gemeindeschule, Reichenbergerstraße 44/45. Zu wählen find 5 Beisitzer. Kandidaten: 1. Baul Hoffmann, Maurer, Oppelnerstr. 22. 2. Alwin Körsten, Former, Stalizerstr. 63/64. 3. Friz Mucha, Zimmerer, Sorauerstr. 11. 4. Johannes Hennig, Portefeuiller, Görligerstr. 73. 5. Ernst Welt, Droschtenkutscher, Bosenerstr. 3. 15. Wahlbezirk, enthaltend die Stadtbezirke 109-113. 109. Stadtbezirk: Görligerstr. 62-75, Lübbenerstraße, Staliger ftraße 47-62, Wrangelstr. 39. 100-136. 128. Stadtbezirk: Alexandrinenſtr. 40--43 und 87-90, Alte Jakob= straße 29-45 und 104-112, Komniandantenstr. 23-42 und 44-66, Stürassierstraße. 129. Stadtbezirk: Beuthstr. 1-8 und 17-22, Neue Grünftr. 1-14 und 29-41, Alte Jakobftr. 103 und 103a, Kommandantenstr. 5-22 und 67 bis 79, Seydelstr. 4-16 und 19-30a. 130. Stadtbezirk: Durchgang von der Neuen Grünstraße zur Alten Jakobftraße, Alte Jakobstr. 46-62 und 83-102, Luisen- Kirchhof, Sebastianstraße 25-62, Seydelstr. 17-18, Stallschreiberstr. 17-47. 135. Stadtbezirk: Annenstr. 11-40, Dresdenerstr. 55-92, Alte Jakobstr. 63-82, Neue Jakobstr. 15-16, Neue Roßstr. 1-4 und 21-24, Schäferstr. 1. 143. Stadtbezirk: Inselstr. 2-9a, Neu- Kölln a. W., Märkischer Platz, Neue Roßstr. 5-20, Splittgerbergasse, Wallstr. 28-83. 144. Stadtbezirk: Beuthstr. 9-16, Gertraudtensteg, Neue Grünftr. 15 bis 28, Sturstr. 26a- 29, Sel. Surstr. 9 und 13-17, Leipzigerftr. 56-68, Niederwallstr. 24 und 25, Oberwasserstr. 15-16, Seydelstr. 1-3 und 31-32, Spittelmarkt, Wallstr. 1-27 und 84-98. Wahllokal: Turnhalle der 47. Gemeindeschule, Stallschreiberstr. 54. Zu wählen sind 4 Beisiker. Kandidaten: 1. Martin Heimfahrt, Schneider, Reichenbergerstr. 145. 2. Dtto Schulz, Bergolder, Rigdorf, Steinmeßstr. 4. 3. Julius Kollmann, Kellner, Dresdenerstr. 25. 4. Hermann Müller, Nadler, Wienerstr. 38. 21. Wahlbezirk, enthaltend die Stadtbezirke 149 und 162-166. 149. Stadtbezirk: Andreasftr. 68, Holzmarktstr. 19-24 und 43-51, Krautstr. 23-29 und 30a- 34a, Langeftr. 1-27 und 82-110, An der Michael- Brücke( Oftseite), Stadtbahnbogen 28-44. 162. Stadtbezirk: Andreasstr. 29-44 und 47-59, Blumenstr. 34a bis 41 und 43-51, Grüner Weg 89-90, Strautstr. 53-54. 163. Stadtbezirk: Andreasplak, Andreasstr. 60, Sleine Andreasstraße, Grüner Weg 23-31 und 91-101, Strautstr. 13 bis 15a, 17-22 und 35-46. 164. Stadtbezirk: Andreasstr. 14-28 und 61-67, Grüner Weg 32 bis 44 und 75-85, Langestr. 29-35 und 74-81. 165. Stadtbezirk: Andreasftr. 1-13 und 69-79, Breslauerstr. 1 bis 14 und 18-33, Holzmarktstr. 25-42, Srautstr. 30, Langestr. 28, An der Schillingsbrücke( westliche Seite), Stadtbahnbogen 1-27, Stralauer Platz 24 und 28. 110. Stadtbezirk: Glogauerstr. 1 und 34, Görligerstr. 1-28, Görliger- 166. Stadtbezirk: Breslauerstr. 15-16, Fruchtstr. 1-8 und 83-86, Ufer 17-20, Liegnigerstr. 43, Natiborstr. 1 und 21, Staligerstr. 46b, Spree- Stoppenstr. 1-3a und 96-101, Mühlenstraße ausschließlich 1, Rummels wald- Blah, Wendenstraße, Wienerftr. 16-21, 24-33, 33b- 39 und 41-62. burger Play, An der Schillingsbrücke( öftliche Seite), Am Schlesischen BahnZu diesem Bezirk gehört das Görlizer Eisenbahn- Empfangsgebäude und der hof, Stralauer Play 1-23 und 29-35. Görlizer Bahnhof. 111. Stadtbezirk: Grünauerstraße, Kottbuser- Ufer 18-28, Reichen- Wahllokal: Turnhalle der 18./125. Gemeindeschule, Koppenftr. 84. bergerstr. 55-63a und 127-136, Wienerstr. 22 und 23. 112a. Stadtbezirk: Forsterstr. 1-10a und 47-58, Liegnigerstr. 12, Reichenbergerstr. 111-126, Wienerstr. 33a. 112b. Stadtbezirk: Forsterstr. 11-46. Stottbuser- Ufer 12-17a, Lieg nigerstr. 13-14, Reichenbergerstr. 64-76. 113a. Stadtbezirk: Rottbuser- User 5-11, Liegnigerstr. 1-11 und 115-42, Reihenbergerstr. 77-85 und 105-110, Wienerstr. 40. Zu wählen sind 5 Beifizer. Kandidaten: 1. Heinrich Neuhaus, Wirker, Friedenstr. 51. 2. Karl Kranz, Droschkentutscher, Posenerstr. 1. 3. Adolf Ritter, Schneider, Melchiorstr. 12. 4. Louis Hauchwiz, Bildhauer, Gr. Frankfurterstr. 30. 5. Eduard Jablonski, Kellner, Markusstr. 9. 24. Wahlbezirk, enthaltend die Stadtbezirke 167, 175-178. 167a. Stadtbezirk: Beymestraße, Caprivistr. 12-25, Ehrenbergstraße, Mühlenstr. 1, Naglerstraße, Am Oberbaum 1-2, Rotherstraße, Rudolfstraße, Gelände der Dst- und Schlesischen Eisenbahn von Warschauerstraße bis Rudolfplatz, Stralauer- Allee 1-4 und 34-38, Warschauer Platz, Am 33. Barschauer Plaz, Warschauerstr. 34-51. 3. Albin Schuster, Weber, Straßmannstr. 2. 4. Julius Schramm, Hausdiener, Dunckerstr. 21. 5. Oskar Donath, Schlosser, Höchsteftr. 18. Wahlbezirk, enthaltend die Stadtbezirke 237-241 und 243-244. 167b. Stadtbezirk: Bödikerstraße, Bossestraße, Caprivistr. 1-11, 237. Stadtbezirk: Belforterstr. 9-26, Colmareritr. 1 und 4-5, Goßlerstraße, Hohenlohestraße, Bersiusstraße, Rudolfplatz, Am Rudolfplatz, Heinersdorferstr. 1-2 und 32, Immanuelkirchstr. 39, Mülhausenerstraße, Stralauer- Allee 5-33, Markgrafendamm 24-36, Straßen 39, 40C, 44A, Prenzlauer Allee 17-32 und 226-238, Raabestr. 1 und 17. ( Abt. XIV), Gelände der Dst- und Schlesischen Bahn vom Rudolfplatz bis 238. Stadtbezirk: Belforterstr. 8, Colmarerstr. 2-3 und 6-9, Weichbildgrenze. Diedenhofenerstr. 1-11a, Prenzlauer Allee 224-225, Rykestr. 1 und 59, 175a. Stadtbezirk: Königsbergerstr. 2-14 und 25-38, Memeler- Straßburgerstr. 24-35, Tresfowstr. 21-38. straße 39-55. 239. Stadtbezirk: Belforterstr. 1-7 und 27-30, Diedenhofenerstr. 12, Tresfowstr. 19-20, Weißenburgerstr. 8-24 und 63-84. 175b. Stadtbezirk: Graudenzerstr. 1, Gubenerstr. 1-17 und 51-61, Königsbergerstr. 15-21 und 22-24, Memelerstr. 24-37. 176. Stadtbezirk: Gubenerstr. 18 und 19, Memelerstr. 16-23 und 56-65, Poſenerstraße, Rüdersdorferstr. 52-53. 177. Stadtbezirk: Brombergerstraße, Gubenerstr. 20-50 und von Romintenerstraße bis Warschauerstraße, Kopernikusstraße, Memelerstr. 1-15 und 66-85, Pillauerstraße, Bläge B und K, Revalerstraße, Rüdersdorferstraße 54-71, Simon Dachstraße, Straßen 4a, 13, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24 und 25( Abt. XIV), Torellstraße, Warschauerstr. 16-33 und 52-72, Werkstätten der Ostbahn. 178. Stadtbezirk: Borhagenerstraße, Cadinerstraße, Graudenzerstr. 2 bis 16, Littauerstr. 3-30, Romintenerstraße, Warschauerstr. 2-15 und 73-87. Wahllokal: Turnhalle der 87./98. Gemeindeschule, Memelerstr. 24/25. Zu wählen sind 4 Beisitzer. Kandidaten: 1. Max Massuthe, Stider, Ebelingstr. 11. 2. Baul Jrrgang, Blumenarbeiter, Straußbergerstr. 1. 3. Franz Stusche, Tischler, Weißbachstr. 1. 4. Eugen Brückner, Buchbinder, Rüdersdorferstr. 65. 27. Wahlbezirk, enthaltend die Stadtbezirke 184-188 und 194-195. 184. Stadtbezirk: Barnimstr. 1 und 50, Höchstestr. 25-26, Landsbergerstraße 7-19 und 101-116a, Lichtenbergerstr. 1-9 und 12-22. 185. Stadtbezirk: Friedenstr. 21-35, Höchstestr. 17-24 u. 27-39, Landsbergerstr. 1-6 und 117-120a, Lichtenbergerstr. 23. 186. Stadtbezirk: Barnimstr. 2-9 und 43-49, Büschingstraße aus schließlich 17, Friedenstr. 20 und 20a, Höchstestr. 16, 40, 40a und 41. 187. Stadtbezirk: Barnimstr. 10, 41a und 42, Friedenstr. 14-19, Höchstestr. 9-15 und 42-46, Weinstr. 1-19 und 22-32. 188. Stadtbezirk: Barnimstr. 11-25 und 29-41, Fliederstr. 1 und 17, Friedenstr. 9-13, Georgenkirchstr. 1-9 und 59-70, Höchfteftr. 1-8 und 47-51. 194. Stadtbezirk: Am Friedrichshain 35, Greifswalderstr. 1-32 und 206-234, Heinersdorferstr. 3-31, Immanuelkirchstr. 1-38, die Edgrundstücke der Lippehnerstraße mit der Greifswalderstraße, Raabestr. 2-16, Winsstraße 1-19 und 56 bis Ende. 195. Stadtbezirk: Barnimstr. 26-28, An der Bartholomäuskirche, Friedenstr. 1-8, Gollnowstr. 1 und 46, Neue Königstr. 1-19c und 76-95, Meyerbeerstr. 1-4 und 14. Wahllokal: Turnhalle der 139./161. Gemeindeschule, Georgenkirchstr. 2. Zu wählen sind 4 Beisitzer. Kandidaten: 1. August Tieke, Schuhmacher, Krautstr. 33. 2. Wilhelm Hentschel, Schmied, Schliemannstr. 3. 3. Karl Schwedler, Korbmacher, Raumerstr. 16. 4. Mar Stanowski, Zuschneider, Höchstestr. 48.J 30 Wahlbezirk, enthaltend die Stadtbezirke 210-215 und 255-256. 210. Stadtbezirk: Dircksenstr. 41-51, Gipsstr. 18, Hackescher Markt, Monbijouplak 12, Große Präsidentenstraße, Kleine Präsidentenstr. 1-5, Neue Promenade 1-8, Rosenthalerstr. 25-53, Neue Schönhauserstr. 2-20, Sophienstr. 11, Spandauer Brücke 4-9, Stadtbahnbogen Nr. 132-147 und 149-154, Weinmeisterstr. 1 und 2a, Am Zwirngraben. 211. Stadtbezirk: Artillerieſtr. 19-21, Gr. Hamburgerstr. 12-33, Krausnidstraße, Monbijouplak 1-11, Oranienburgerstr. 1-33 und 70-92, Stadtbahnbogen Nr. 155-168, Ueberfahrtsgaffe, Biegelstr. 14-23. 212. Stadtbezirk: Auguststr. 28, 29 und 32 a, Gipsstr. 1-17a, 19-23 a und 27-32, Gr. Hamburgerstr. 1-11 und 34-41, Sophienstraße 1-10 und 12-35. 213. Stadtbezirk: Ackerstr. 1 und 1a, Auguftstr. 30-40 ausschließlich 32 a und 46-53, S. Auguftstr. 8-14a, Elsasserstr. 82-97, Gipsstr. 23 b bis 26 und 33, Joachimstraße, Linienstr. 76-89 und 195-202. 214. Stadtbezirk: Ackerstr. 172-174, Auguftstr. 26-27 und 54-64a, Al. Auguftstr. 1-7a, Elfafferstr. 68-81, Kl. Hamburgerstraße, Koppenplatz, Linienftr. 93-106 und 160-194. 215. Stadtbezirk: Artillerieftr. 4-12 und 22-34, Auguststr. 3-25 und 65-88, Dranienburgerstr. 34-39 und 64-69. 255. Stadtbezirk: Aderstr. 2-26 und 144-171, Elsasserstraße 11, Invalidenstr. 158. 256. Stadtbezirk: Bergstr. 1-27 und 66-81, Elsasserstr. 12-15. Wahllokal: Turnhalle der 8./63. Gemeindeschule, Gipsstr. 23a. Zu wählen find 5 Beisitzer. Kandidaten: 1. Richard Brechling, Arbeiter, Anklamerstr. 10. 2. Emil Walle, Kürschner, Rummelsburg, Hauptstr. 4. 240. Stadtbezirk: Marienburgerstr. 1, Prenzlauer Allee 33-40 und 215-223, Ryfestr. 2-11 und 49-58, Wörtherstr. 14-24 und 26-52. 241. Stadtbezirk: Hochmeisterstr. 1 und 32, Treskowstr. 16-18 und 39-40, Weißenburgerstr. 25-31 und 62, Wörther Plah, Wörtherstr. 2-13 und 33-49. 243. Stadtbezirk: Chorinerstr. 21 und 22-64, Danzigerstraße 1, Eberswalderstr. 24, Fransedistr. 1-8 und 55, Kastanien- Allee 1 und 93 bis 104, Dderbergerstr. 1-7 und 61-62, Schönhauser Allee 19-45 und 145 bis 172a, Trešdowstr. 2-6, Wörtherstr. 1 und 50. 244. Stadtbezirk: Kastanien- Allee 2-35 und 71-92, Dderbergerstraße 8 und 50-60. Wahllokal: Turnhalle der 110./174. Gemeindeschule, Schönhauser Allee 166a. Zu wählen find 4 Beisitzer. Kandidaten: 1. Waldemar Scheme, Steindruder, Schönhauser Allee 70 e. 2. Artur Otte, Schleifer, Swinemünderstr. 3. 3. Richard Wiedemann, Kellerarbeiter, Marienburgerstr. 18. 4. Gustav Thunad, Gärtner, Schwedterstr. 50. 36. Wahlbezirk, enthaltend die Stadtbezirke 254 und 321. 254a. Stadtbezirk: Putbuserstr. 21-38, Ramlerstr. 2-11 und 29-37, Rügenerstr. 2-13 und 16-26. 254b. Stadtbezirk: Demminerstr. 1-15 und 17-36, Graunstr. 1 und 43, Lorgingstr. 7-12 und 32-37, Putbuserstr. 1-9 und 51-57, Ruppinerstr. 24 und 25, Swinemünderstr. 35-40 und 88-95, Wollinerftraße 38. 254c. Stadtbezirk: Bahnhof Gesundbrunnen, Gleimstr. 1-9 und 55 bis 64, Graunstr. 16-33, Ramlerstr. 12-28, Rügenerstr. 14 und 15, Straße 6, Südseite( Abt. X), Swinemünderstr. 57-73. 254d. Stadtbezirk: Lorgingstr. 2-6 und 38-42, Putbuserstr. 10-20 und 39-50. 254e. Stadtbezirk: Graunstr. 2-15 und 34-42, 2orkingstr. 13-31, Swinemünderstr. 41-56 und 74-87. 321. Stadtbezirk: Badstr. 1-15a, Behmstraße von Badstraße bis Straße 3, Bellermannstraße von der Grünthalerstraße bis zum Bahnhof Gesundbrunnen( 19-81 mit Einschluß des Johlschen Ziegeleiweges), Born Holmerstraße von Straße 3 bis Grünthalerstraße, Grünthalerstraße, Play J, Straße 2 östlich bis Straße 3, Straße 6, Nordseite, Straßen 4, 5 und 10 ( Abt. XI). Wahllokal: Turnhalle der 190./198. Gemeindeschule, Graunstr. 11. Zu wählen find 5 Beisizer. Kandidaten: 1. Baul Ratajszat, Zigarrenmacher, Pappel- Allee 7. 2. Konstantin Jahn, Glaser, Nieder- Schönhausen, Körnerstr. 47 3. Paul Hildebrand, Schuhmacher, Christburgerstr. 30. 4. Johannes Nowack, Schlächter, Liebigstr. 8. 5. Karl Weigel, Klempner, Carmen Sylvastr. 3. 39. Wahlbezirk, enthaltend die Stadtbezirke 268-272 und 274. 268. Stadtbezirk: Bergstr. 65, Gartenstraße 21-32 und 85-93, Invalidenstr. 6-23 und 129-147. 269. Stadtbezirk: Elsasserstr. 16-30, Gartenftr. 1-20 u. 94-115. 270. Stadtbezirk: Borsigstr. 1-27, Schlegelstr. 16 und 17, Tiedftraße 14-27. 271. Stadtbezirk: Borsigstr. 28-34, Chauffeeftr. 1-8 und 116-123, Eichendorffstr. 1-6 und 16-22, Elsasserstr. 31-40, Hannoverschestr. 1-8, Novalisstraße, Schlegelstr. 1-15 und 18-33, Tiedstr. 1-13 und 28-41. 272. Stadtbezirk: Chauffeeſtr. 9-27 und 94-115, Eichendorffftr. 7 bis 15, Gartenstr. 84, Invalidenstr. 24-37 und 111-128. Stettiner Tunnel. Pflugstraße, Schwarzkopffstraße, Wöhlertstraße. 274. Stadtbezirk: Chausseestr. 28-56 und 82-93, Kesselstraße, Wahllokal: Turnhalle der 14. Gemeindeschule, Kesselstr. 3/4. Zu wählen find 4 Beifizer. Kandidaten: 1. Hermann Körber, Puzer, Müllerstr. 156. 2. Karl Koblenzer, Tischler, Lorkingstr. 24. 3. Robert Sternkopf, Handschuhmacher, Hussitenstr. 10. 4. August Wobser, Bauarbeiter, Hochmeisterstr. 22. 42. Wahlbezirk, enthaltend die Stadtbezirke 284, 287-289 und 302. 284a. Stadtbezirk: Bellevue- Ufer, Brücken- Alee 1-35, Claudiusstraße, Flensburgerstraße, Holsteiner Ufer, Klopstodstr. 16-35, Leffingstraße 10-45, Schleswiger Ufer 1-10, Schloß und Park Bellevue, Stadtbahn- Bahnhof Bellevue", Stadtbahnbogen Nr. 411-439. " 284b. Stadtbezirk: Altonaerstraße, Bachstraße, Brüden- Mee 36, Cuxhavenerstraße, Händelstraße, Hansaplay, Josef Haydnstraße, Klopstodstr. 1 bis 15 und 36-59, Lessingstr. 1-9 und 46-57, Schleswiger Ufer 11-17, Siegmundhof, der nördlich der Chaussee zwischen dem Großen Stern und der neuen Weichbildgrenze belegene Teil des Tiergartens, Stadtbahnbogen Nr. 440-487, Wegelystraße. 285. Stadtbezirk: Friedrich Karl- Ufer von der Moltke- Brüde bis zur Alsen- Brücke, Invalidenstr. 57-79, Lüneburgerstr. 1-11, Mt- Moabit 1-10 und 130-145, Paulstr. 20a, Wilhelm- Ulfer, Stadtbahnhof, Lehrter Bahnhof, Stadtbahnbogen Nr. 290-390. 286. Stadtbezirk. Flemmingstraße, Gerhardstraße, Lüneburger straße 12-30, Alt- Moabit 121-129, Melanchthonstraße und 28, Paul straße 1-20 und 21-37, Spenerstr. 19 und 20, Stadtbahnbogen Nr. 391 bis 410, Werftstraße. 287 a. Stadtbezirk. Melanchthonstr. 2-12 und 19-27, At- Moabit 11-17 und 114-120, Rathenowerstr. 79-83, Spenerstr. 1-18 und 21 bis 35. 287 b. Stadtbezirk. Calvinstraße, Helgeländer Ufer, Kirchstr. 11-16, Melanchthonstr. 13-18, Alt- Moabit 112/113, Thomasiusstr. 11-16. 287c. Stadtbezirk. Kirchstr. 1-10 und 17-25, Alt- Moabit 18-25 und 107-111, Thomasiusstr. 1-10 und 17-27, Wilsnaderstr. 1-6. 289. Stadtbezirk: Hansa- Ufer, Jagowstraße von Levetomstraße bis Bullenweberstraße, Levekomſtr. 1-24 und 26 bis Ende, Eyke v. ReykowPlay, Straße 30 von Levegowstraße bis Tile Wardenbergstraße, Bullenweberstraße, Bidinger- Ufer, Tile Wardenbergstraße. 302. Stadtbezirk: Bandelstr. 1-11 und 32-46, Drehsestraße, Britwalkerstraße, Rathenowerstr. 69-78, Turmstr. 1-20, 85a- 88 und von Wilsnackerstraße bis Rathenowerstraße, Wilsnackerstr. 7-17 und 57-66. Wahllokal: Turuhalle der 113./128. Gemeindeschule, Turmstr. 86. Zu wählen sind 4 Beisiger. Kandidaten: 1. Dtto Müde, Bauarbeiter, Rostockerstr. 50. 2. Karl Joseph, Schlosser, Gozkowskystr. 1. 3. Paul Wolfram, Dreher, Richthofenstr. 11. 4. Gustav Gassen, Schlosser, Emdenerstr. 17. 45. Wahlbezirk, enthaltend die Stadtbezirke 299-301 unb 303-304. 299. Stadtbezirk: Havelbergerstr. 10-29, Perlebergerstr. 51, Quibowstraße 33-78, 110-114 und 116-128, Rathenowerstr. 28-49, Stephan straße 16-26 und 46-55, Stendalerstr. 1-10 und 12-23. 300. Stadtbezirk: Perlebergerstr. 20-31 und 43-50, Rathenower straße 50-63, Stendalerstr. 24, Kruppstr. 10-13, Wilsnaderstr. 29-45. 301. Stadtbezirk: Bandelstr. 12-31, Birkenstr. 1-16 und 62-78, Berlebergerstr. 42, Rathenowerstr. 64-68, Wilsnaderstr. 18-28 und 46-56. 303a. Stadtbezirk: Perlebergerstr. 1-19, Quibowstr. 1-32 und 129-140, Rathenowerstr. 27, Stephanstr. 1-15 und 56-57. 303b. Stadtbezirk: Feldzeugmeisterstraße, Invalidenstr. 55a- 56, Kruppstr. 1-9 und 14-17, Lehrterstr. 47-61, Alt- Moabit 10a und 10b, Perlebergerstr. 52-60, Rathenowerstr. 1-26, Seidligstraße. 304. Stadtbezirk: Bahnhof Butligstraße, Heidestraße, Invalidenstraße 50-55, Lehrterstr. 1-46, Am Nordhafen( südwestlicher Teil, Perle bergerstr. 61-63, Putligsteg, Süd- Ufer, Torfstraße 7-14 und 32-35. Wahllokal: Turnhalle der 160./188. Gemeindeschule, Stephanstr. 3. Zu wählen sind 4 Beisitzer. Kandidaten: 1. Ernst Trippel, Schneider, Lüneburgerstr. 22. 2. August Geue, Steinarbeiter, Waldenserstr. 41. 3. Hermann Höppner, Dachdecker, Wilhelmshavenerstr. 57. 4. Gustav Wolf, Elektromonteur, Schwedterstr. 236. 48. Wahlbezirk, enthaltend die Stadtbezirke 319-320 und 322-324. 319. Stadtbezirk: Colbergerstraße, Hochstr. 1-4 und 37-46, Pant ftraße 7-12 und 46-47, Wiesenstr. 1-18, 21-27 und 44-66, sowie Bahnwärterhaus. 320a. Stadtbezirk: Badstr. 52-67, Brunnenplay, Hochstr. 21-36, Drthstraße, Bankstr. 12a- 29a und 33-45e, Schönstedtstraße, Wiesenstraße 19-20. 320b. Stadtbezirk: Badftr. 41a- 51, Buttmannstraße, Gropiusstraße, Banfftr. 30-32d, Thurneyfferstraße. 322. Stadtbezirk: Badstr. 16-25, Bellermannstr. 1-18 und 82 bis 100, Christianiaftr. 111-128, Prinzen- Allee 15-19, Stettinerstraße. 323. Stadtbezirk: Biesenthalerstr. 2-24, Christianiastraße 1-14, Freienwalderstraße, Soldinerstr. 1-20 und 87-112, Bölferstraße, Briezenerstraße. 324. Stadtbezirk: Badstr. 26-41, Biesenthalerstr. 1 und 25, Christianiaftr. 15-22 und 103-110, Gothenburgerstraße, Prinzen- Allee i bis 16 und 20-91, Soldinerstr. 21-34 und 77-86, Stockholmerstraße östlich der Pante. Die Wahl- Kontroll- Lokale befinden sich: Für den 3. Wahlbezirk Wilhelmstraße 10 bei H. Siefert. " P. Weist. Gneisenauftr. 30" J. Thomsen. 6. " " " Bülowstr. 67 9. " " " " " 12. u. 15. W.-B. Reichenbergerstr. 54 bei E. Thiedemann. 18. Wahlbezirk Stallschreiberstr. 54a A. Kubaczewski. " " 21. " " 1 " 24. " " 27. " " " " Koppenstraße 13 bei K. Risch. 〃 Memelerstr. 54b A. Schör. Georgenkirchstr. 66 bei H. Spät. Verfammlungen. Für den 30. Wahlbezirk " " " " 33. 36. 39. " " " " " " " " " 42. 45. 48. " " " Schließlich wurde noch mitgeteilt, daß die Konditorgehilfen in Herford in Westfalen in den Streit getreten sind. Sie verlangen 18 M. Wochenlohn. Sie sind gut organisiert. Wahllokal: Turnhalle der 140./194. Gemeindeschule, Prinzen- Allee 8. Zu wählen sind 5 Beisizer. Kandidaten: 1. Franz Duade, Rabizspanner, Bappel- Allee 133. 2. Karl Schneider, Weißgerber, Koloniestr. 139. 3. May Bernhardt, Arbeiter, Schüßenstr. 59. 4. Robert Berger, Maschinist, Fruchtstr. 69. 5. August Kowalszüt, Hausdiener, Swinemünderftr. 82 Rosentalerstraße 57 bei Pfeffer. Schönhauser Allee 33" Beher. Lorgingstraße 24 Chauffeestraße 91 Turmstraße 84 Stephanstraße 11 Prinzen- Allee 82 11 R. Koblenzer. " A. Hinze. " Jocksch. " Faber. " D. Bachgänger. allen findet sich die Bestimmung von den entwürdigenden Visitationen. Herrenhause und Gen. Grunwald sprach über das Thema: Ueberstunden werden meist nur nach dem üblichen Stundenlohn be- Deutschland und die Weltwirtschaft. An Mitgliedern zählte der zahlt und die Arbeitsordnung von Pavel bestimmt sogar, daß sie Verein am 1. Januar 208 und gegenwärtig 261. Nach Berufen ge= erst nach Schluß der Saison verrechnet werden. Wahrscheinlich ordnet stellen sich die Mitglieder zusammen wie folgt: Maurer 36, Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Arbeiterinnen der Schoko- sollen die Arbeiterinnen dieses Geld als eine Art Weihnachts- und Oster- Arbeiter 36, Tertilarbeiter 32, Buchdrucker 32, Metallarbeiter 20, laden- und Zuckerwaren- Fabriken war das Thema einer vom Kon- geschent ansehen. Diese Arbeitsordnung sagt außerdem, daß Haus- Zimmerer 18, Tischler 17, Schuhmacher 6, Töpfer 5, Gastwirte 5. ditorverbande einberufenen öffentlichen Versammlung, die am diener und Arbeitsburschen überhaupt keinen An- Kupferschmiede 5, Dachdecker 5, Zigarrenfabrikanten 4, Maler 3, Donnerstag in den Berolina- Sälen in der Schönhauser Allee statt- spruch auf leberstundenbezahlung haben. In der Handelsleute 3, Lagerhalter 2, Klempner 2, Schmiede 2, je fand. Zunächst hielt Frau Emma Ihrer einen Vortrag, Diskussion wurde u. a. erwähnt, daß bei der Firma Pötter eine 1 Appreteur, Gürtler, Zigarrenarbeiter, Schlächter, Barbier, Seiler, torin sie im allgemeinen die Ausbeutung der weiblichen Art 3 wischenmeistersystem herrscht, wobei einige Gehülfen Geschäftsführer und Steinmez. Von zwei Mitgliedern konnte der Arbeitskraft mit besonderer Berücksichtigung der Schokoladen und in der Saison zwar einen ziemlich guten Verdienst erzielen, die Beruf nicht festgestellt werden. Die Abrechnung für das abgelaufene Bonbonwaren Industrie schilderte, zu tatkräftiger Arbeit für die Arbeiterinnen aber um so mehr ausgebeutet werden. Ferner Quartal gab der Genosse Uebel. Die Einnahme betrug 232,67 M. Organisation aufforderte und an die männlichen gelernten Arbeiter wurde erwähnt, daß die Firma Mertens u. Jänide jogar zwei Drittel der Einnahme in Höhe von 155,11 M. wurden an die die beherzigenswerte Mahnung richtete, die Arbeiterinnen nicht, wie Mädchen für 6,50 M. die Woche beschäftigt und daß dort so Zentralfasse abgeliefert. Für die örtliche Stasse blieben somit das noch häufig geschieht, als minderwertige Hülfskräfte anzusehen, intensiv gearbeitet wird, daß die Fabrik mit Recht als Knochenmühle 77,56 M. Bei einer Ausgabe von 69,55 M. bleibt ein Kassenbestand sondern sie in kollegialer Weise auf den Wert der Organi- bezeichnet werden könnte. für das nächste Quartal von 8,01 M. Bei der Wahl des Vorstandes fation aufmerksam zu machen.- Nach diesen mit starkem wurde der alte Vorstand per Afklamation wiedergewählt. Otto Beifall aufgenommenen Ausführungen sprach Weidler, der VorHoffmann, Buchdrucker, 1. Vorsitzender; Karl Gruhl, Rejizende der hiesigen Filiale des Konditorverbandes, über die Verftaurateur, 2. Vorsitzender; Ernst lebel, Tertilarbeiter, Kassierer; hältnisse in den im Norden Berlins gelegenen Fabriken der Branche. Karl Krohnberg, Tischler, Schriftführer; Simon Dummer. Die Löhne sind im allgemeinen unzureichend. Die Arbeitszeit ist in Nowawes Neuendorf. Am Mittwoch fand die Generalversamm- nig, Kupferschmied, Beijiher. Als Revisoren wurden Seifert, Regel 10 Stunden, doch wird int der Saison lung des Sozialdemokratischen Wahlvereins statt. Nach Erledigung 3öllner und Hoeh bestimmt. Zu Bibliothekaren wurden 12 Stunden und länger gearbeitet. Die Arbeiterinnen des geschäftlichen Teiles erstattete der Vorsitzende Hoffmann den Braunstein und Sauermann wiedergewählt. In die erhalten in den großen Fabriker von Pfötter und von Bericht für das verflossene Geschäftsjahr vom Januar bis zum Lokalkommission wurden Karl Ganoll, Heinrich und Franz Cyliar 8-9 M. Lohu wöchentlich. Die Firma Mertens 1. Oftober. Es haben im Laufe dieser Zeit 9 Versammlungen statt- Conradi delegiert. Hierauf erstattete Müller Charlottenu. Jänide suchte kürzlich in der Morgenpost" Arbeite- gefunden. Positive Arbeiten für die Partei hatte der Wahlverein burg in fast einstündiger Rede den Bericht vom Parteitag, welcher rinnen von über 16 Jahren für 7,20 Mark Wochen zu leisten, indem er sich an den Gemeindewahlen beteiligte. In von der Versammlung mit regem Interesse verfolgt und mit Beifall Die Firma Pavel, Hochmeisterstraße, foll fogar Neuendorf hatte der Wahlverein keine Erfolge erzielen können, im aufgenommen wurde. Genosse Müller erklärte, daß er im allArbeiterinnen mit 6 M. entlohnen. Außerdem wird be- Gegenteil hatte sich die Stimmenzahl seit der vorigen Wahl ver- gemeinen mit den Beschlüssen und Arbeiten des Parteitages zurichtet, daß dort Lehrlinge bis abends 9, 10, ja 11 Uhr arbeiten ringert. In Nowawes dagegen behauptete die Sozialdemokratie den frieden sei; nur bedauerte er, daß die Schulfrage nicht behandelt mußten. Von der Firma Seifart u. Hafe wurde alten Befihstand und wurde die 3. Abteilung gänzlich durch sozial- wurde. Eine Diskussion wurde nicht beliebt. Zur Aufnahme in den crwähnt, daß sie mit Vorliebe junge männliche Arbeiter von 16 bis demokratische Gemeindevertreter besetzt. Auch beteiligte sich der Wahlverein haben sich 12 Personen gemeldet. 17 Jahren beschäftigt und ihnen 8, 9, 10 bis 11 2. pro Woche Verein in diesem Jahre bei der Gemeindewahl in der 2. Abteilung, Bildhauer! Donnerstag, den 13. Oktober, abends 8, Uhr, im zahlt. Die Löhne der gelernten Arbeiter sollen auch recht erbärmlich wobei 18 Stimmen auf unsere Kandidaten abgegeben wurden. Als Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal I. Vortrag des Herrn Georg jein. Es wurde behauptet, daß gelernte Konditoren dort einen großen Erfolg fann man dieses Resultat für einen Ort wie Bernhard über: Handelsverträge und Arbeiterinteressen. Gäste willkommen. Berliner Frauenverein. Donnerstag, den 13. Oftober, abends mit 15 M. entlohnt werden und man für 18, 20 M. schon Künstler Nowawes freilich nicht bezeichnen. An Vergnügen hielt der Verein 7, Uhr, im Bittoria- Lyceum, Potsdamerstr. 39: Generalversammlung. in ihrem Fach verlangt. Die Fabrik- Ordnungen im Laufe der Zeit einen Kunstabend, eine Maifeier und ein Sommer- 1. Jahresberichte und Staffenbericht. 2. Vortrag von Frl. Helene Lange: der verschiedenen Firmen weisen zum Teil ähnliche Bestimmungen fest ab. Von auswärtigen Referenten waren zwei anwesend. Gen. Was hat der internationale Frauenkongreß gewollt und was hat er ges auf, wie die kürzlich erwähnte von der Firma Stollwerck. Fast in Hirsch- Charlottenburg sprach über den Wahlrechtsraub im leiſtet?" Gäste willkommen. der 11, Lohn. M " Verantw. Nedakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.