Nr. 245. Abonnements- Bedingungen: 0 Abonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter SonntagsBeilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ., Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Vom ostasiatischen Kriegsschauplatz. Die Riesenschlacht bei Mukden. Dienstag, den 18. Oftober 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. ist, wird untersucht. Die rechte Kolonne der linken Armee hatte am 14. einen Offizier tot und 15 verwundet sowie an Mannschaften einen Verlust von 500 Toten und Verwundeten. Die linke Kolonne verlor 7 Offiziere, 20 wurden verwundet; außerdem wurden 750 Mann getötet oder verwundet. Haufen gerannt wurde. Nicht nur zur Zeit der alten Lineartaktik, wo die linken Armee erlitt seit dem 12. d. M. einen Verlust von fünf toten Schlachtlinie nur einige tausend Schritte breit war, sondern auch und 20 verwundeten Offizieren; am 12. hatte sie 250 Mann vernoch im Kriege von 1870/71 lagen die Chancen für einen ent- Toren. Wie groß der Verlust an Mannschaften seit dem 12. Oftober scheidenden, den Gegner völlig zerschmetternden Sieg viel günstiger Das jetzt schon zehn Tage lang andauernde folossale Ringen als heute, wo die Fronten der Heere zu einer Breite von vielen zwischen Liaujang und Mukden stellt vielleicht die furchtbarste und Meilen auseinandergezogen werden. Schließlich muß man die blutigste Schlachtenmezelei dar, die die neuere Geschichte kennt. Seit furchtbare Erschöpfung in Betracht ziehen, die sich nach so zehn Tagen kämpfen dort zwei Heere gegeneinander, von denen vieltägigem Kämpfen nicht nur des unterliegenden Teils, sondern jedes gegen 200 000 Mann mit annähernd 1000 Geschützen zählt. auch des Siegers bemächtigt und ihn an der Ausnutzung der er Diese beiden Heere haben sich ungeheuere Verluste beigebracht, ohne rungenen Erfolge hindert. daß bis jetzt nach dem vieltägigen entsetzlich blutigen Ringen einer Wohl aber ist das russische Heer derartig geschwächt worden, der beiden Teile eine vernichtende Niederlage erlitten hätte. Die daß es nur in weiterem Rückzug sein Heil erblicken kann und in Verluste bei diesem Kampf sind ungeheuer hoch, sie dürften diejenigen diesem Jahre zweifellos unfähig sein wird, nochmals einen ernstlichen der blutigen Schlacht von Liaujang um das Mehrfache übertreffen. Kampf mit den Japanern zu wagen. Die Schlacht bei Mukden entDie Verluste der Russen werden bereits auf 60 000 Mann scheidet also den Feldzug dieses Jahres! beziffert, die der Japaner dürften ganz erheblich geringer fein. Das sind Verluste, wie sie selbst in der Völkerschlacht bei Leipzig nicht zu verzeichnen waren; betrugen doch dort die Verluste beider Armeen zusammen nur 80 000 Mann. London, 17. Oktober, 10 Uhr 20 Minuten vormittags. Nach einer Meldung aus Tokio kämpft die russische Armee hartnäckig, um eine gänzliche Vernichtung abzuwenden. Marschall Dhama hat die Russen nordwärts über den Schaho getrieben und setzt die Verfolgung kräftig fort. Sonnabend dauerte der Kampf auf der ganzen Front an, und das Ende scheint noch weit entfernt zu sein. Es wird für unmöglich gehalten, daß sich die Russen wieder sammeln, sie werden wahrscheinlich über den Hun- Fluß zurückgeworfen werden. Die russischen Verluste werden bisher auf 60 000 Mann Schlachten Berichte. London, 17. Oktober. Dem„ Reuterschen Bureau" wird aus Tokio von gestern abend gemeldet: Nach dem amtlichen Schlachtbericht vom 15. d. M. erreichten die Truppen der rechten Armee abends den Schaho, wo sie auf heftigen Widerstand stießen. Die russische Division räumte am 15. die ihr zugewiesene Stellung nach heftigem Kampfe. Die linke Armee griff die Drte Schahopo und Sannitin an, die hartnäckig verteidigt, aber schließlich erobert wurden. Am nachmittag traten nochmals feindliche Abteilungen angreifend auf, wurden aber zurückgewiesen. Vom 16. d. M. abends wird dem genannten Bureau aus Mukden gemeldet, daß im Südwesten heftiges Feuer zu hören ist. Die Leute sind übermüdet, ihre Verpflegung ist ungenügend. Jeder Mann und jedes Geschütz ist zur Verwendung gebracht worden, die Soldaten haben sich förmlich aufgeopfert. Die Wege find mit zurückgehenden Russen bedeckt, über denen die Schrapnels platen. Viele höhere Offiziere sind gefallen; Kuropatkin selbst hat im Granatfeuer die größte Energie bewiesen und selbst in den schlimmsten Augenblicken die Hoffnung nicht verloren. Am 16. hörte der Die Kampf fo zu sagen auf, da beide Seiten erschöpft waren. Japaner scheinen näher an Mulden heranzukommen; die Ruffen gingen am 16. ohne weiteren Kampf zurüd. Im Gegensatz hierzu wird dem„ Reuterschen Bureau" aus Mukden von heute gemeldet, daß in der Nacht zum 17. der Kampf wieder begonnen habe. Die Russen hielten ihre Stellungen am Schaho und machten verschiedene Ob der Feldzug damit überhaupt zugunsten der Japaner entschieden ist, entzieht sich der Beurteilung. Es ist nicht daran zu zweifeln, daß die Japaner in der Lage sein werden, noch auf Jahre geschätzt. hinaus den Russen trotz aller nach Ostasien geschickten russischen An dem Ausgang der Schlacht, die zur Zeit noch mit im Verstärkungen die Stirn zu bieten. Aber der Krieg hängt nicht nur gebrochener Erbitterung fortdauert, ist nicht zu zweifeln. Die von den rein militärischen Faktoren ab, sondern auch von den Russen haben der langen Reihe ihrer Niederlagen eine neue hinzu-& inanzverhältnissen der Kriegführenden. Ist Rußland in zufügen. Trotz der ungeheuerlichen Verluste der Russen kann aber der Lage, finanziell den Krieg länger ertragen zu können als Japan, teineswegs von einer vernichtenden Niederlage die Rede sein, so wäre es trotz aller militärischen und strategischen Ueberlegenheit da es höchst wahrscheinlich Kuropatkin gelingen wird, zwei Drittel Japans nicht ausgeschlossen, daß die Russen, wenn auch mit den feines Heeres in Sicherheit zu bringen. Die russischen Truppen haben, ungeheuerlichsten Opfern, schließlich doch den Erfolg davontragen das muß zugestanden werden, mit unübertroffener Tapferfeit ge- tönnten. Aber es ist sehr fraglich, ob Rußland diese finanzielle fochten, mit einer Tapferkeit, die selbst durch diejenige der Japaner Ueberlegenheit zu gute kommt, ob es nicht auch Japan, das eine so nicht in den Schatten gestellt worden sein dürfte. Diese russische kolossale Energie entfaltete, gelingt, den Krieg auf Jahre hinaus bis Tapferkeit ist eine alte Eigenschaft der russischen Truppen. Sie zeigt zum äußersten zu führen. sich weniger in schneidigem Angriff, als in beinahe unbegreiflich Bis jetzt ist der Vorteil ganz entschieden auf der Seite der zäher Ausdauer. Von der Schlacht bei Zorndorf erzählt man, daß Japaner. Die Situation liegt zur Zeit so ungünstig für die dort die Russen, in Karrees zusammengeschlossen, derartigen Wider- Russen, daß es gar nicht unwahrscheinlich ist, daß Rußland den stand geleistet hätten, daß es nicht genügt hätte, ihre Reihen mit Friedensvorschlägen, die bereits von verschiedenen Seiten, Startätschen zusammenzuschmettern, sondern daß die kompakten wenn auch nur andeutungsweise, gemacht worden find, entgegen Haufen so felsenfest gestanden hätten, daß es notwendig gewesen kommen und das ostasiatische Abenteuer durch eine Friedenswäre, die Toten noch mit dem Bajonett zu Boden zu werfen. Eine vermittelung zum Abschluß bringen wird. Natürlich könnte Rußland ähnliche eiserne Tapferkeit haben die Nussen auch in dem Stampfe dabei nicht daran denken, die Herrschaft über die Mandschurei auf bei Mukden bewiesen. Daß sie trotzdem eine so furchtbare recht zu erhalten. Niederlage erlitten haben, liegt einmal an der nach Ungeheure Verluste. modernen Anforderungen schlechten Ausbildung, anderer- Tokio, 16. Oktober.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Borstöße, wobei sechs japanische Geschüße von ihnen genommen seits an der kläglichen Führung der Truppen. Schon 4500 Tote ließen die Russen allein vor der Front von Kurokis Armee, worden sein sollen. Die Dstarmee unterſtüge jezt die Weſtarmee, oft während des Strieges ist hervorgehoben worden, daß sich wo die russischen Verluste auf 20 000 Manu geschätzt werden. Din der Kampf spiele sich in der Ebene ab. Die Schlacht sei von Dhama Du die Schlacht am Schaho genannt worden. die Russen der modernen Gefechtsweise noch nicht anzu berichtet, er habe vor der Schlacht am 14. Oftober 2000 tote Russen London, 17. Oftober. Das„ Reutersche Bureau" meldet aus gefunden und begraben. In den darauf folgenden Berichten wachsen passen vermocht hätten. Ihr A und O ist noch immer der Angriff bie russischen Verluste beständig. Die Meldungen von Nodzu und Mukden vom 15.: Der Rückzug der russischen Zentralarmee nach in geschlossener Stolonne, der Bajonettangriff, der einem tapferen Otu darüber find unvollständig, aber alles läßt darauf schließen, daß dem Schaho vollzog sich am 15. Der Berichterstatter gibt einen und in der modernen Gefechtsweise ausgebildeten Feinde gegen die Schäzung Dyamas von 30 000 weit unter der wirklichen Ziffer Ueberblick über die ganze Schlacht, die am 9. mit dem Vormarsch über stets mit den furchtbarsten Verlusten scheitern muß. Zu den bleibt. über den Schaho begann, während die Japaner füdwärts auf das Mängeln dieser Gefechtsweise kommen noch die Mängel der Führung. Tofio, 16. Oftober. Amtliche Mitteilung. Marschall Dyama Gros zurückgingen. Die Russen setzten am 10. den Vormarsch langsam Während die Japaner nach den Schlachtberichten ihre Truppen berichtet vom 15. Dktober: Die Zahl der bisher auf dem Schlacht- fort; in der Nacht zum 11. hatten die Japaner die Stellungen ge= stets auf den wichtigsten Bunft konzentrierten und, trotzdem sie an felde vor der rechten Armee tot aufgefundenen Russen beträgt 4500. wechselt, so daß sie die russischen Schüßengräben bestreichen konnten; sich den Russen feineswegs überlegen waren, ihre Angriffe gegen gefangen genommen. Der Gesamtverlust der Ruffen auf diesem fie eröffneten ein furchtbares Schrapnellfeuer auf die russische Indie Positionen mit derartigen, den Umständen angepaßten Verteilung der russischen Truppen keine Rede. fo hätte fie er in einer vor= Teile des Schlachtfeldes allein wird auf mehr als 20 000 gefchägt. Die russischen Verluste vor der mittleren und der linken Armee werden festgestellt. Der fanterie, wodurch ein Regiment fast vollständig vernichtet wurde. Seitdem blieben die Japaner in der Offensive. Die Russen hielten am 11. ihre Stellungen troß des furchtbaren japanischen Die Fehler der russischen Divisionsgenerale fanden sich gewisser- Tokio, 16. Oftober. Amtliche Mitteilung. Marschall Dyama Granatfeuers. Die japanische Artillerie Hemmte den russischen linken maßen potenziert bei dem russischen Oberstkommandierenden, berichtet: Die Zahl der russischen Leichname, welche von uns bis Flügel, warf Granaten in den russischen Train, und das führte zur dem General Kuropatkin. Auch jetzt wieder wird trotz aller zum 18. beerdigt wurden und die, wie gemeldet, sich auf 2000 belief, Detachierung der russischen Artillerie nach der bedrohten Flanke und Dementis aus Petersburg daran festgehalten, daß Kuropatkin nicht bezieht sich allein auf den betreffenden Teil unserer linken Armee. aus eigener Initiative die unglückselige Offensive gegen die Japaner Man schäßt die Zahl der toten Russen, welche vor der Front unserer zum Zurückgehen der russischen Batterien nach Norden auf einen ergriffen habe, sondern daß er dazu einen stritten Befehl aus mittleren Armee aus dem Schlachtfelde gefunden wurden, auf 2300. anderen Höhenzug. Am Abend gingen die Japaner durch die beide ergriffen habe, sondern daß er dazu einen stritten Befehl aus Nach den bisherigen Feststellungen überschreitet die Gesamtzahl der Stellungen trennende Ebene unter großen Verlusten vor. Petersburg erhalten habe. Aber selbst diese Tatsache entschuldigt toten Russen 8550 Wann. Die obigen Angaben enthalten nicht Morgen des 12. zeigte, daß die japanische Umgebung Fortschritte Ein heftiger Artilleriekampf tobte am 12. während das geradezu verbrecherische Vorgehen Kuropatkins nicht. die Verluste in den heftigen Kämpfen mit der linken Armee machte. Sah Kuropatkin ein, daß sein Angriff gegen die Japaner einen ver- am 14. und 15., und viele weitere Leichname dürften noch eines furchtbaren Gewitters. An einigen Stellen draug die hängnisvollen Ausgang haben konnte, so war es seine Pflicht als unaufgefunden auf allen Teilen des Schlachtfeldes liegen. zurechnungsfähiger Mensch, eher seinen Posten nieder- Tofio, 15. Oktober, 6 Uhr abends.( Meldung des„ Reuterschen Totiv, 15. Oftober, 6 Uhr abends.( Meldung des„ Reuterſchen japanische Infanterie während der Dunkelheit in die russischen Am 13. traten die Russen, hartnäckig zulegen, als einen so wa huwigigen Befehl aus- Bureaus".) Hier eingelaufene Depeschen Dhamas geben eine bis ins Stellungen ein, wobei es zum Handgemenge kam; der Angriff wurde Am 14. waren die Russen bis zuführen; hielt aber Kuropatkin die Offensive für möglich, einzelne gehende Darstellung der legten Kämpfe, wobei dieser eine jedoch zurückgeschlagen. große Anzahl Ortsnamen aufführt, die auf den Karten nicht verzeichnet kämpfend, langsam den Rückzug an. anderen Weise ganz bereiten und zur Ausführung bringen müssen, als es geschehen. Er find. Dhama sagt zum Schluß: Das Ergebnis des vom 10. bis zum 14. an den Schaho zurückgedrängt, über den, während der Nacht, der bereiten und zur Ausführung bringen müssen, als es geschehen. Er tobenden unaufhörlichen Kampfes war nach jeder Nichtung für die Train zurückgezogen wurde. Diese Stellung verteidigten die Russen hätte vor allen Dingen den Vormarsch in breiter Front vermeiden Japaner günstig. Der Feind war uns an Truppenstärke über- am 14., während ihre Verstärkungen nördlich des Flusses Stellung und seine Truppen im Zentrum oder auf einem der beiden Flügel legen; er wurde nicht nur geschlagen, sondern auch energisch ver- nahmen. Ein Gewitterregen verwandelte die Wege in Flüffe. Konzentrieren müssen, um auf diese Weise den Durchbruch zu ermög- folgt. Wir treiben die Russen gegen das linke Ufer des Hunho, in- Am Abend ging das Gros der russischen Westarmee über den Ufer den allgemeinen Rückzug zu lichen. Freilich wäre selbst bei dem Gelingen eines solchen Durch dem wir ihnen große Verluste beibringen. Mehr als 30 Kanonen Fluß, um vom anderen bruchs die Situation der russischen Truppen eine sehr gefähr- find erbeutet; die Zahl der Gefangenen beläuft sich auf mehrere decken; in Mukden hörte man am 15. deutlich schießen. An unter beständigen Ii che gewesen, da ja dann die in seinem Rücken stehenden Japaner Hundert. Der Plan des Feindes ist vollständig fehlgeschlagen, seine diesem Tage ging die russische Armee unter Die Offensive war Offensivbewegung gescheitert. Die Verluste des Feindes belaufen sich Kämpfen weiter zurück. Der Berichterstatter gewann nicht eine jede Zufuhr hätten abschneiden fönnen. Die Offensive war Offensivbewegung gescheitert. Die Verluste des Feindes belaufen sich auf wenigstens 30 000 Mann. An Kriegstrophäen wurden außer also unter allen Umständen ein überaus gewagtes unter den Kanonen eine große Menge Munitionswagen und eine überaus den Eindruck, daß mehrere Teile der russischen Armee abgeschnitten nehmen. Sie konnte nur dann gelingen, wenn die japanische große Zahl Gewehre erbeutet. Die japanischen Verluste in den werden könnten. Kuropatkin sprach sich anerkennend über die Japaner Armee zuvor vollständig vernichtet worden wäre. Die Voraus- Kämpfen vom 11. und 12. Oktober betrugen 1250 Mann, außerdem aus, besonders über deren Wahrung der Kriegsgesetze. Nach Nachrichten aus Schenking vom 15. war die Linie. der zurückgehenden fegung einer solchen Vernichtung wäre aber eine starke Ueber- 15 Offiziere tot, 46 verwundet. legenheit der Russen gewesen, Tokio, 16. Oktober, 11 Uhr vormittags.( Meldung des Reuter- Russen unregelmäßig gebrochen; die russische Artillerie versuchte denn daß ohne eine solche Ueberlegenheit ber- fchen Bureaus.) Fortwährend laufen von der Front Meldungen ein. durch furchtbares Feuer auf die Japaner die Drömung in der Linie fo überaus friegstüchtige Feind nichtend geschlagen werden könnte, lag außerhalb jeder Annahme. Aus der Zahl der aufgefundenen Leichen ist zu schließen, daß die Daß Kuropatkin ohne eine solche numerische llebermacht dennoch den Berlufte der Ruffen am 14. und 15. d. M. mehr als 40 000 Wann u erhalten, während die Japaner das russische Zentrum zu durchAngriff übernahm, wird seinen Namen als den eines sfrupellosen lückenhaft, sie sind aber jedenfalls gering im Vergleich zu denen der betragen. Die Meldungen über die Verluste der Japaner find brechen versuchten, wobei die japanischen Hufaren eine brillante Chinesische Flüchtlinge strömen in hellen Scharen nach Mukden. va banque- Spielers ewig in der Kriegsgeschichte schänden. Ruffen. Die Verluste Ofus vom 10. bis 14. d. M. betragen gingen zurück, obgleich die Daß die so schwere russische Niederlage nicht zu einer Ber- 2500 Mann an Toten und Verwundeten, einschließlich der Offiziere. Die Russen östlich der Bahn gingen zurüd, nichtung des ganzen Heeres geführt hat, hat seine gewichtigen Tokio, 16. Oftober.( Meldung des Reuterschen Bureau".) Ein japanischen Batterien bald zu schießen aufhörten oder zum Schweigen Gründe. Von einer Umzingelung der Ruffen konnte ebenso- am späten Abend eingegangenes Telegramm aus dem Hauptquartier gebracht zu sein schienen. Japanische Granaten hatten selbst in wenig wie bei Liaujang die Rede sein, weil die Japaner nicht stärker der Mandschurei Armee berichtet: Der Kampf ist auf der Front der Dörfern hinter dem russischen Generalstabe eingeschlagen. Vom waren als die Russen. Kapitulationen fonnten aber, wie z. B. bei rechten und der mittleren Armee eingestellt. Bei der linken Armee Westen her schossen die Japaner mit Lydditgeschossen, vor denen die Sedan, nur dann erzwungen werden, wenn der Sieger fich in Dagegen wird noch heftig gekämpft. Die Japaner unter General russischen Ambulanzen und der Train weiter zurüdgehen mußten. ganz bedeutender Uebermacht befand. Hinzu kommt noch in der Nacht des 15. Dltober ein Geschüß und zwei Munitionswagen Auch die Munitionstolonne fing an zu weichen, wurde aber wieder die riesige Ausdehnung des Striegsschauplates bei erbeutet. Oyama bezeichnet in seinen Telegrammen die Kämpfe zum Stehen gebracht. Nur mühsam schleppten sich die Russen durch Mukden, die es ganz ausschloß, daß durch einen allgewaltigen konzen- seit dem 10. d. M. als die Schlacht am Schaho.- Noch immer treffen den Morast, nachdem sie bis zur Dunkelheit ihre Stellungen noch trierten Massenvorstoß ein großer russischer Heeresteil völlig über den Berichte über japanische Verluste ein. Die Zentrumskolonne der festgehalten hatten. Der ganze Weg nach Mukden war mit Berder 群 wundeten bedeckt, die zu einem großen Teile ihre Wunden im Nah- 1 tampf erhalten hatten. Ganze russische Regimenter aufgerieben. Dem„ Tag" wird gemeldet: 60 vom 31. Mai der Man beginnt, führt Jaurès weiter aus, in Frankreich zu er- 1 Militärpensions- Gesek. In der Zeitschrift, Der Deutsche kennen, daß das Lebensinteresse Rußlands nicht darin liegt, Besitz wird der Entwurf des neuen Militärpensions- Gesetzes veröffentlicht. von der Mandschurei und von Korea zu ergreifen, sondern sich auf Der Entwurf enthält folgende Bestimmungen: Die Pension für inaktive Offiziere beträgt nach zehnjähriger sich selbst zu besinnen; daß es nicht gilt, arme Bauern zu oder fürzerer Dienstzeit statt bisher 1560 nun eo und steigt mit Petersburg, 17. Oftober. Nach einer Meldung aus Mukden geHunderttausenden zu ergreifen und sie unter den Tränen ihrer Kinder jedem weiteren Dienstjahre um o des zuletzt bezogenen pensionss Yang es am 13. Oftober den Japanern, die Russen durch einen un- und ihrer Frauen in einen unnützen Krieg und in den sicheren Tod fähigen Diensteinkommens, so daß nach Ablauf von 35 statt bisher erwarteten Angriff von den östlichen Höhen zu vertreiben. Darauf zu entsenden; daß es vielmehr gilt, mit dem mörderischen Abso- nach 40 Jahren bereits die Höchstpension von 450 des pensions hin lautete die Aufgabe der Russen, sofort das Dorf Endoniulo so- tismus einer unfähigen und verkommenen Bureaukratie ein Ende zu fähigen Dienſteinkommens erdient ist. wie die Höhen zurückzuerobern. Troz größten Heldenmutes war es machen und in dem russischen Reiche den Anfang eines fonftitutionellen Die Verst im melungszulage, welche im allgemeinen aber den Truppen, die durch die Kämpfe der letzten drei Tage er- Regiments zu schaffen. In dieser Richtung zu wirken, fordert auch nach den Grundsägen aus dem bisherigen Gesetz gewährt wird, schöpft waren, unmöglich, die Aufgabe zu lösen, da die Japaner das Interesse aller derjenigen, welche russische Wertpapiere in ihren beträgt statt bisher 600 M. jest 900 M. für jede schwere Geſundheitsein mörderisches Feuer aus sämtlichen Batterien auf die an- Händen haben. Das französische Kapital, das große, mittlere und ſtörung und kann bis zum Betrage von 1800 M. jährlich bei ſchwerem stürmenden Ruſſen konzentrierten. Von einigen ruſſiſchen Kompagnien kleinere ist in demselben Maße daran interessiert, wie das russische Siechtum und bei Geiſteskrankheit erhöht werden. Die Kriegs, blieben kaum ein Duhend Soldaten übrig. Wo die Offiziere getötet Bolt selbst, daß der Friede wieder hergestellt und in Rußland eine 1200 M. für die Offiziere vom Hauptmann abwärts bes zulage, welche nach dem waren, fommandierten Unteroffiziere und sogar Gemeine. Eine trägt, charakteristische, erschütternde Szene wird hier viel erzählt: Ein Regierung der Deffentlichkeit und Sicherheit geschaffen wird. ist indessen im Hinblick auf die Erhöhung Offizier und einige verwundete Soldaten kehrten zurück und meldeten Frankreich hat umsomehr Anlaß, aus Gründen der Mensch- Pensionen auf 1020 m. jährlich herabgemindert. Dagegen iſt sich bei ihrem General. Dieser fuhr den Offizier an: Wie können lichkeit und Klugheit für den Frieden einzutreten, als es im Jahre die in dem genannten Geseze festgesezte Kriegszulage von Sie es wagen, gerade jetzt die Ihrigen zu verlassen? Sofort zurück! 1895, im Bunde mit Deutschland und Rußland, den verhängnisvollen 720 M. jährlich für die Offiziere höheren Dienstgrades geblieben. Wo ist Ihr Regiment?"" Hier, Exzellenz!" nicht Mit einem Blick Streich beging, Japan um den Erfolg seines Sieges gegen China zu Die Gewährung der Alterszulage soll fakultativ, des Entsetzens rief der General:" Was, das ist alles?" berauben und die Mandschurei widerrechtlich an Rußland auszuliefern. obligatorisch erfolgen. Ganz neu ist ein Pensionszuschuß in Ja, alles!" antwortete bewegt der Als Gegenstück zu verwundete Offizier. Gerade dieser frebelhafte Aft, zu den Deutschland und Frankreich der Form, daß die verabschiedeten Offiziere noch im ganzen ein dem tapferen Ausharren der russischen Artillerie wird gemeldet, daß auch die Haltung der japanischen dem Zarismus Hülfe leisteten, hat den russisch- japanischen Konflikt Auch für die Hinterbliebenen wird insofern besser gesorgt, als sie Artillerie über alles Lob erhaben war. Alle Entfernungen waren heraufbeschworen, und es ist Zeit, daß Frankreich durch eine Politik noch für das auf den Sterbemonat folgende Vierteljahr die sänitgenau von ihr berechnet. Ueber 200 Geschütze hatten die Japaner der Gerechtigkeit und des Friedens seinen Anteil an der Verant- lichen Bensionsgebührnisse in einer Summe erhalten. zu einem vernichtenden Feuer gegen den russischen linken Flügel wortlichkeit für das entse zliche Morden auslöscht, welches das mensch- Für die Unterklassen des Reichsheeres sieht der vereinigt. Trotzdem sollen die Russen dort zeitweise bedeutende liche Gewissen erschüttert. Entwurf eine wesentliche Aenderung der bisherigen Bestimmungen Erfolge erzielt haben; doch fehlen noch Details darüber. Im allWenn allenthalben die zivilisierte Welt sich vereinigt, um diesen vor. Ein Anspruch auf Entschädigung, Rente genannt, wird für die Folge gemeinen haben die Japaner fast überall die vorteilhaftesten furchtbaren Krieg zu verwünschen und um die beiden friegführenden durch Aufhebung oder durch Verminderung der Erwerbsfähigkeit um Stellungen besetzt und sie gut befestigt. Das gesamte Gelände Yannten sie vorzüglich, was von den Russen nicht gesagt werden Völker zu beschwören, dem grausamen Schauspiel der unnüßen und sich wenigstens 10 Broz. infolge einer Dienstbeschädigung, bei Kapitulanten Tann. Die Schwierigkeiten bei den Operationen waren daher für steigernden Schlachtengrenel ein Ende zu machen, vielleicht wird mit einer Dienstzeit von mindestens acht Jahren ohne den Nachweis einer Dienstbeschädigung, wenn nur während der Dienstzeit Ge diese sehr groß. Mit größter Vorsicht gingen die Japaner vor und dieser einstimmige, flehende Aufruf des menschlichen Geschlechts von fundheitsstörungen mit Aufhebung oder Verminderung der Erwerbsgriffen auf der ganzen Front die Russen in ihren schwächsten den beiden Kämpfenden gehört werden. Es soll sich fähigkeit um wenigstens 10 Prozent eingetreten sind, für die Stellungen an. Dabei wurden die Russen an verschiedenen Punkten nicht darum handeln, die Eigenliebe Eigenliebe einer der beiden Dauer der Gesundheitsstörungen begründet, und ein Anspruch zurückgedrängt. Die Kämpfe dauern noch fort und fordern Nationen durch eine unmittelbare Einmischung zu reizen, welche den auf lebenslängliche Rente erst durch die achtzehnjährige furchtbare Opfer. Die Japaner haben dort, wo sie angreifen, fast stonflitt eher verschärfen und ausbreiten könnte. Es soll nicht Dienstzeit erworben.. Eine Unterscheidung zwischen äußerer immer bedeutende Ueberzahl an Truppen. Die Feldhofpitäler und diesem oder jenem Volke, dieser oder jener Regierung ein besonderer und innerer Dienstbeschädigung gibt es nicht mehr. An Stelle des bas Civilversorgungsscheins, der nur noch den zum Beamten fcit. Das Tomstiche Regiment hat besonders schwere Verluste zu gesehen werden würde, als sei er aus egoistischen und engherzigen würdigen und brauchbaren Kapitulanten gegeben werden soll, kann verzeichnen. Die letzten Kämpfe. Petersburg, 17. Oktober. Ein weiteres Telegramm Sach a row 3, das gestern un 9 Uhr 15 Min. abends abgeschickt ist, meldet, daß der Feind in der Nacht zum 16. Oktober zwei Regimenter im Zentrum der russischen Stellung angriff, die auf dem sogenannten Bergkegel mit dem Baum, östlich vom Dorfe Nantschintz standen. " Die Vermittelungsauftrag Abfichten entstanden. Aber es ist möglich, es ist nötig, im Sinne des Friedens vorzugehen, gewissermaßen eine moralische Friedensnotwendigkeit zu schaffen durch eine gewaltige und unaufhörliche internationale Bekundung der Menschlichkeit, der Weisheit und des Mitgefühls. Jaurès fündigt schließlich an, daß er für sein Teil in der französischen Deputiertenkammer in dem von ihm dargelegten Sinne sprechen wolle, wenn nicht andere weniger polemisch an dieser Frage Beteiligte die Initiative ergreifen. " auch eine 8ivilversorgungs Entschädigung von An deren Stelle tann monatlich 12 Mart gewählt werden. wieder eine einmalige Geldabfindung von 1500 Mark treten. Der Pensionsfonds für das Heer ist schon jetzt in rapidem Ans wachsen begriffen. Er hat sich seit 1900 von rund 62 auf( 1904) Der internationale Sozialismus tann an dieser sehr notwendigen mehr als 71 Millionen gesteigert. Das jetzige Verjüngungssystem Die Erhöhung der Pensionen für Bekundung mitwirken. Wenn überall die Parlamente, ohne eine züchtet förmlich Pensionäre. Regimenter wurden gezwungen, sich hinter den nahen Schahe- Fluß allzu genaue Formel der Vermittelung zu suchen, ihren Schmerz Offiziere bedeutet eine weitere Steigerung der militärischen Auszurückzuziehen. Nachdem sie Unterſtügungen aus der Reserve er- ausdrücken über jene Entfeglichkeiten, wenn sie den Wunsch aus- gabe und eine Unterstützung eines unhaltbaren Syſtems. halten hatten, gingen unsere Truppen zum Sturm vor, den die drücken, daß die Regierungen und die Völker, die nicht unNoch eine Freifinns- Blamage. Artillerie vorbereitet hatte. Nach einem hartnäckigen Bajonettkampfe mittelbar an dem Konflikt beteiligt sind, sich verständigen, um in croberten sie den Bergkegel und verfolgten den Feind bis hinter freundschaftlicher Weise die beiden kämpfenden Nationen zum Frieden in den Stichwahlen an Reaktionäre und Zöllner auslieferte, gehört Zu den 25 Reichstags- Mandaten, die der volksparteiliche Freifinn denselben. Auf dem rechten Flügel fand ein heftiger Artilleriekampf aufzufordern dann kann wohl die Diplomatie leichter Gelegenheit auch jenes des Legationsrats a. D. v. Dirksen, des dreißigfachen statt. Am Nachmittag beschossen die japanischen Batterien unsere zur Vermittelung finden. Ein Aufruf zum Frieden, der eindringlich Millionärs und Protektors vom Reichsverband gegen die SozialStellungen mit Längsfeuer. und wiederholt, ohne Versuch eines unmittelbaren oder mittelbaren demokratie. Dieses übrigens wegen allzu eifriger Verwendung von Petersburg, den 17. Oftober. Ein Korrespondent der Druces, in allen Volksvertretungen der alten und neuen Welt sich er- Wahlfreibier und wegen allerhand Ungesetzlichkeiten stark mit Virschewija Bjedomosti" telegraphiert unter dem heutigen heben würde, müßte ohne Zweifel einen mächtigen Wiederhall in der Stassation bedrohte Mandat fiel dem Fraktionsgenossen Kardorffs zu Datum aus Mut den: Heute kam hier ein Divisionsgeneral durch, gesamten denkenden Menschheit finden und schließlich auf die Ereignisse baum und Genossen, der alle liberalen Männer" für Dirksen mobil als Frucht eines Aufrufs der freisinnigen Vertrauensmänner Grüne der an einem Fuße verwundet worden war. Seine Division hatte den selbst wirken. Auftrag gehabt, die auf den felsigen Höhen auf der Ostseite der machte durch die Bekräftigung, v. Dirksen habe schriftlich das Versprechen gegeben, er werde für langfristige Handelsverträge stimmen. Schlachtlinie befindlichen Truppen anzugreifen. Nach Aussagen des Das sei doch ganz was anderes, wahre weit besser die Interessen Generals war der Angriff äußerst heftig und wurde unter großen von Handel und Industrie wie die Erklärung, die Singer in Verlusten geführt. Unter einem Hagel von Geschossen wurden die Rottbus abgegeben hatte: die Sozialdemokratie werde Handelssteilen Abhänge erflommen, wobei von je sechs Mann fünf fielen. verträge verwerfen, die die Lebenshaltung der Arbeiter verschlechtern Die sechste Kompagnie des 23. sibirischen Regiments erreichte Auch die Petite République" fordert zu gleicher Zeit die Er- und der Industrie die Weltmarktkonkurrenz erschweren so riefen den Gipfel und stürzte sich auf die Verschanzungen der hebung der öffentlichen Meinung Frankreichs gegen den Krieg. die Freisinnigen; es half auch nichts, daß Bebel in Rottbus Feinde, die sie mit dem Bajonett empfingen. Ein Haupt unmittelbar bor der Stichwahl die Dehnbarkeit der Die Empfindungen, die in diesen Artikeln sich ausdrücken, haben, Dirksenschen Zusage erörterte. mann wurde mit Bajonetten aufgespießt und hochgehoben. Der Freifinn ließ sich vom Der wie sich versteht, den Beifall der Sozialdemokratie aller Länder, die blöden Sozialistenhaß verblenden, ließ Antrick, den Bekämpfer der Rest der Kompagnie wurde aufgerieben, bevor die nachfolgenden seit Beginn des ostasiatischen Krieges den unmenschlichen Wahnwiz Zöllnerei, fallen und erkor v. Dirksen als Schüßer von Industrie Stompagnien ankamen. Das Gemekel dauert jetzt bereits 10 Tage. geißelte, der dort grausig rast. Es ist hoch anzuerkennen, daß bald und Handel. Die Russen sollen nach Aussagen heute eingetroffener Offiziere gestern nach der demnächstigen Eröffnung des französischen Parlaments die Und jetzt ist der Salat fertig! Am Donnerstag erstattete Herr 24 Kanonen und 8 Maschinengewehre genommen haben(??); der Stimme des Friedens gegen die Menschenschlächterei in Ostasien Dirkjen in Kottbus Bericht über seine Tätigkeit im Reichstag und Stampf wütet auf der ganzen Linie. Während der Nacht hörte man erschallen wird und es bedarf keinerlei Versicherung, daß im Landtag die in der Hauptsache im Fordern eines Zuchthausplöglich ein heftiges Artilleriefeuer, das dann jedoch wieder ver- bentschen Reichstag die Kriegsbestialität ihre erneute Ber- Gesetzes gegen streikende Arbeiter und in der Propaganda für den stumimte; es handelte sich um einen Nachtangriff, der mit Erfolg urteilung finden wird. Buddeschen Kochtopf- Erlaß bestand. Er griff dabei die Reichsa ausgeführt worden sein soll. Heute ist der Kampf heftiger als gestern. Die Sozialdemokratie darf jedoch nicht übersehen, daß regierung an wegen der unterlassenen Kündigung der Handelsverträge. Unter dem Beifall der erschienenen Bündler erklärte Gutunterrichtete Personen sagen, daß die Russen noch ein oder zwei eine Friedensvermittelung, mag sie durch parlamentarische von Dirksen weiter, er werde gegen die neuen Handelsverträge Tage auf der ganzen Linie gegen den Feind vorgehen werden, dann Kundgebungen veranlaßt oder ohnedem durch die Diplomatie ein- stimmen( genauer: er werde sie zu Fall bringen), wenn sie nicht im werde es möglich sein, das Ergebnis dieser gewaltigen Schlacht fest- geleitet werden, zu Folgen führen kann, die weder dauernden Frieden Sinne des neuen noch nicht Gesek gewordenen Zolltarifs gehalten sind. geben, noch die Menschlichkeit fördern. Wie die Kriegslage in Ost Also Bündlertum bom reinsten Wasser! Und man Weitere russische Geschütze erbeutet. asien ist, würde eine Friedensvermittelung leicht nichts anderes be- kann nicht einmal sagen, daß v. Dirksen wortbrüchig wird. Es war Tokio, 17. Oktober.( Meldung des„ Reuterschen Burcans".) denten als dem Zarismus goldene Brücken bauen und vor der Wahl klar genug kenntlich, wie er schließlich der getreue Knappe der im Kottbuser Kreise mächtigen Bündler sein werde. Der Wie verlautet, hat das Bataillon des Majors Takashima gestern die inneren Menschenschlächtereien Rußlands zu verewigen. Die Freifinn aber hat ausdrücklich und bestimmt deswegen Herrn 14 Geschütze bei Kanchiazu erbeutet. Die Zahl der von von der französische Regierung wird vermutlich bereitwillig an der Jaurèsschen v. Dirksen gewählt, weil er Garantien böte in Bezug auf Zentrumsarmee seit dem 14. d. M. erbeuteten Kanonen beträgt Friedenshundgebung teilnehmen, um den russischen Alliierten vor die Handelsverträge, Antrid dagegen nicht. fomit 34. weiteren Niederlagen zu schüßen. Es liegt die Gefahr vor, daß die So hat der Freifinn volksparteilicher Couleur im Kottbuss von Jaurès mit Recht verdammte Politik Frankreichs und Deutsch Spremberger Wahlkreise eine ähnliche Blamage erlitten, wie eine lands von 1895 in neuer Form sich wiederholt und Japan um sein Woche früher im Nachbarkreise Sorau- Forst mit Bezug auf die gutes Recht betrogen wird. Eine solche Friedensvermittelung kann Bahnsche Giesebrechterei. die Sozialdemokratie nimmermehr vertreten. Wie die Dinge in Ostasien sich gestaltet haben, ist die Sicherstellung Japans gegen Rußlands Eroberungstendenzen die notwendige Vorbedingung einer Satire! Friedensvermittelung. zustellen. " Politische Uebersicht. Berlin, den 17. Oktober.. Gegen den Krieg. # * Deutsches Reich. Schaumburger Schliche. Die geniale Führung Eugen Richters hat seiner Partei alle Bedeutung geraubt außer der einen: vielseitiges und ergiebiges Objekt zu sein für die politische In der„ Humanité" läßt Jaurès einen Aufruf ergehen Der erregte Minister. Ueber die Sigung des oldenburgischen zum europäischen Eingreifen in den ostasiatischen Krieg. Besonders Landtags, in der der vielgenannte Minister Ruhstrat gegen seine wendet er sich an Frankreich. Es ist, führt er aus, noch vor Widersacher explodierte, liegt uns jetzt in den„ Nachrichten für Stdat und Land" ein Bericht vor, aus dem wir als Material für wenigen Monaten fast gefährlich gewesen, seine Stimme gegen den den bevorstehenden Prozeß einiges widergeben wollen. Krieg zu erheben. Die öffentliche Meinung des Landes hatte so Der Streit um das Szepter von Lippe wird von den Schaum- Mitten in der Debatte über eine Schulvorlage brach der blind Partei genommen für den einen der Kriegführenden und war burger Helfershelfern mit allen Künsten des Kuhhandels betrieben. Minister plöblich in erregte Worte aus, die so stürmisch hervorbrachen, so überzeugt von dem Triumph Rußlands, daß derjenige, der Herr Ketulé v. Stradoniz, der von jeher das Schaumburger daß die Berichterstatter sie zum Teil nicht genau aufzufassen beres gewagt hätte, von Menschlichkeit, Vermittelung, Frieden Ünrecht in Scheingründe des Rechts hüllte und überall die Schaum- mochten: zu sprechen, geradezu des Verrats beschuldigt worden wäre. burger Ansprüche sowie das Verhalten des Kaisers„ wissenschaftlich" Ich kann meinem Landesherrn für seine Treue und UnwandelAber die harten Tatsachen haben die Voreingenommenheiten vertrat, hat auch bei den letzten Verhandlungen des lippefchen barkeit nicht dankbar genug sein, sein Vertrauen hat nie auch nur zerstreut. Der Krieg hat den gewaltigen Heroismus beider Landtages die ränkesüchtige Hand im Spiel gehabt. Er hat an den einen Augenblick gewanft, und er hat den gegen mich vorgebrachten Nationen gezeigt. Er hat den stoischen Mut und die Wider- Vizepräsidenten des lippeschen Landtages, Kominerzienrat Hoffmann, Sch m u stets als das angesehen, als was er sich vor Gericht als standskraft der russischen Seele gezeigt; aber er hat zu denselben, der sich vom Reichskanzler die Auslegung des Kaiser- bald erweisen wird, zum großen Aerger aller derjenigen, die den Schmuz serviert haben und die ihn sich haben vortragen lassen. gleich die Schäden und Abscheulichkeiten des bureaukratischen Ab- telegramims eingeholt hat, dieses bezeichnende Brieflein gerichtet: Als besondere Gefahr wird diesseits angesehen, Ruhig antwortete unser Parteigenosse Hug: Herr Minister folutismus aufgedeckt, der tas russische Volt ohne Notwendigkeit wenn das Ersuchen an den Bundesrat gerichtet wird, das höchste Ruhstrat hat sich gegen die Presse gewendet, und darin muß ich ihm und ohne Vorbereitungen in die furchtbarsten Abenteuer ge= Gericht durch Reichsgesch mit der Entscheidung zit be- entgegentreten, umſomehr, als er sagte, die Presse habe Schmuß schleudert hat. trauen. Dieser Weg würde bedeuten, daß der Reichstag serviert. Ich gestehe dem Herrn Minister zu, daß er kein Mensch mitzureden hat, der, Reichstag könnte dann beschließen, von Fleisch und Blut sein müßte, wenn er bei dem, was die Presse der ganze Streit sei bereits durch Schiedsgericht endgültig erledigt, im letzten halben Jahre über ihn schrieb, kalt bliebe. Aber die und dieses Reichsgesetz sei unnötig, außerdem läge in solchem Beschluß eine Nichtachtung gegen den Bundesrat, da dieser sich für zuständig erklärt hat, also auch ohne Reichsgesetz ein höchstes Gericht auswählen kann." " Fraukreich steht vor der, Frage, ob es gegen die russische Nation, die„ befreundete" Nation, seine Pflicht erfüllt habe, indem es zu dem wahnsinnigen Unternehmen reizte. Jetzt ist offenbar geworden für alle nicht nur, daß Rußland in absehbarer Zeit nicht imstande sein wird, die japanischen Streitkräfte zurückzuwerfen oder Port Arthur nicht früh genug zu entsetzen, sondern auch, daß dieser Die Furcht vor dem Reichstag zeigt, wie sehr die Schaumburger militärische und moralische Zusammenbruch einer vorher an- Schaumschläger dem Recht ihrer Sache mißtrauen. Während die gekündigten und gescheiterten Offensive unmittelbar auf die Ein- Biesterfelder ohne Not die nochmalige Enscheidung einem unparteiischen flüsse des Petersburger Hofes zurückzuführen ist. Gericht übergaben, hegt die Schaumburger Partei von der öffentDie Offensivbetvegung der russischen Armeen, welche kaum die lichen Erörterung und der Meinung der Volksvertretung die größten schwächste Aussicht auf vorübergehenden Erfolg durch Ueberrumpe- Befürchtungen. Daß der Vizepräsident des lippefchen Landtags mit Herrn lung der Japaner gehabt hätte, ist durch eine Proklamation dem Feinde und aller Welt verkündet worden, welche einem Akt des Kekulé v. Stradoniz forrespondiert und intrigiert, zeigt, wie Berrates gleichkommt. Diese Theatergeste hat Zehntausenden von die Schaumburger Partei es versteht, ihrem Unrecht Gehilfen zu suchen. russischen Soldaten das Leben gekostet. Barwürfe des Ministers gegen die Presse im allgemeinen weise ich scharf zurück. So wie der Herr Minister Ehrgefühl hat, ebenso haben vir es auch. Wir sind der Ansicht, daß der Minister viel zu lange schwieg zu den Vorwürfen, die ihm gemacht wurden; deshalb hatten wir die verfluchte Pflicht und Schuldigkeit, zur Prüfung der Sache und zur Klarheit alles beizutragen, was wir konnten. Wir haben auch Temperament und lassen uns keinen Vorwurf machen. Ich nehme für mich in Anspruch, die Sache jederzeit mit der nötigen Würde und Vorsicht zur Sprache gebracht zu haben.( Bravo!) Minister Ruh strat: Ich sehe zu meinem Bedauern, daß der Abg. Hug über die Sache absolut nicht unterrichtet ist. Es lag nichts gegen mich vor, nachdem ich vor Gericht und im Landtage die ErMinister wiederholt dies dreimal in tiefster Erregung) einem Bremer flärung abgegeben hatte, als die Behauptung eines Jungen( der Rechtsanivalt gegenüber getan und von einem Schandblatt wieders " verhört wird, das werden Sie erleben! denkt." Schweiz. gegeben. Deshalb war es eine Frechheit, zu fragen: Was ist Wahrheit?"( so war ein Leitartikel des oben genannten Blattes überschrieben), zu zweifeln an meinem Wort gegenüber den Aus- der Ruhestätte des verbannten Freiheitsdichters, eingeweiht. An Ein Georg Herwegh- Denkmal wurde am Sonntag bei Liestal, sagen eines Bengels( ich meine bez. des Zweifels nicht Sie, Herr der Feier nahmen nach dem Bericht der Frankf. 3tg." wohl 40 000 Abg. Hug), eines 24jährigen Bengels, der sich aus dem Versicherungs- Verjonen teil. Genosse Robert Seidel hielt die Weiherede. Er beruf heraus hier direkt auf einen Redaktionsstuhl fetzte.( Schweinert, führte aus: Es ist das erste Mal, daß einem Freiheitssänger auf Redakteur des Residenzboten".) Was deessn Aussagen, was die eines Kellners auf sich haben, wenn ihn ein Bremer Rechtsanwalt bas arbeitende Volt solches Denkmal weiht. Das bedeutet den Einfürstenfreiem Boden ein Denkmal gesetzt wird, das erste Mal, daß befragt, oder wenn er zum Unterschied von einem bremischen Richter tritt des arbeitenden Volkes in die Dichtkunst. Arbeit und Bolt Abg. Hug will nur erklären, daß er dem Minister seinerzeit der Verdummung, Ausbeutung und Unterdrückung, zum Schuße der schließen heute an diesem Denkmal einen Bund gegen finstere Mächte nach der Erklärung voll und ganz geglaubt habe. Aber es kommt Freiheit und Gerechtigkeit. Nicht Stuttgart, nicht Berlin sett nicht darauf an, sondern auf die große Masse des Volkes, was es dieses Denkmal. Wir stehen hier, weil die Kleine Bauernrepublik ſagt, und wenn fort und fort die größten Beleidigungen gegen Sie ge- 1843 dem Dichter das Bürgerrecht schenkte, den Mächtigen zum schleudert werden und nicht geklagt wird, dann ist es Aufgabe und Troß, weil Herwegh ein glühender Republikaner war, und weil er Pflicht der Presse, darauf hinzuweisen, was das Volk ſich dabei die Schweiz von Herzen liebte, und endlich, weil er hier seine letzte nötig, die„ National- Zeitung" und das„ Nordd. Volksbl." vor Ge- einem Schulhaus. Die Republik soll ihre Kinder zur Freiheit erMinister Ruhstrat erwidert die ziemlich unverständlichen ziehen. Redner schildert dann die Schicksale Herweghs, wobei er Worte:" Ich halte die National- Zeitung", das„ Nordd. Volksbl." hat uns Herwegh gegeben, Größeres hätte er uns wohl noch geschenkt, energisch gegen die verlogene Sprikleder- Legende protestiert. Großes und den„ Residenzboten" für bessere Gegner, als zwei Kellner zu wenn ihm nicht das Eril die Flügel gebrochen. Ein freier sozialer verklagen. Staat wird auch dem poetischen Genius freieren Raum zur EntPresse und Staatsanwalt. Man schreibt uns: Unser Düssel- faltung schaffen. Herwegh bleibt uns ein Vorbild in der Treue zur dorfer Partei- Organ brachte anfangs April d. J. einen Artikel, Freiheit und zu den Jdealen und in seinem Sinne leben wir, wenn überschrieben: Eine brutale Mißhandlung". In diesem Artikel wir für soziale Freiheit fämpfen. Auch der hat sich der wird behauptet, daß ein Strafgefangener, der von Düsseldorf nach Poesie geweiht, der alles Volt aus Not befreit. dem neuen Gefängnis in Anrath bei Krefeld transportiert werden Frankreich. follte, nach einem Rencontre mit einem Gefängniswärter bewußtlos zu Boden fiel. Am nächsten Tage war der Gefangene tot; krank war er nicht gewesen. Es wurde in dem Artikel eine strenge Untersuchung des Falles gefordert. richt zu schleppen. Jetzt, nach einem halben Jahre, erhält der verantwortliche Redakteur der Düsseldorfer Volkszeitung", Genoffe Dr. Laufenberg, das„ Resultat" der Untersuchung mitgeteilt, und zwar in Gestalt einer Antlageschrift. In der Anklagefchrift heißt es, durch das gegen den Gefangenwärter Richark wegen fahrlässiger Tötung eingeleitete Ermittelungsverfahren habe sich kein Anhaltspunkt dafür ergeben, daß Richarz den Gefangenen Liesenberg bei dem Rencontre mißhandelt habe. Das Verfahren sei deshalb eingestellt worden. Richark selbst habe auf das entschiedenste bestritten, daß er den Gefangenen mißhandelt habe, aber auch die Aerzte, die Riesenberg behandelt hätten, sowie der Diener des anatomischen Instituts zu Bonn, wohin die Leiche überführt wurde, haben keinerlei Spuren einer äußeren Verlegung an Liesenberg bemerkt. Mit diesem Gang der Untersuchung ist Genosse Laufenberg selbstverständlich nicht einverstanden und er hat den Antrag gestellt, das Ermittelungsverfahren wieder aufzunehmen; gleichzeitig hat er ein Dußend Personen namhaft gemacht. Laufenberg selbst ist in dem Verfahren nicht vernommen worden. Es ist also die Tatsache zu berzeichmen, daß die Untersuchung unter völliger Ausschaltung des eigentlichen Anflägers stattgefunden hat, ein Verfahren, gegen das vom prozessualen Gesichtspunkt schwerwiegende Bedenken obwalten müssen. Aus Südwestafrika Hegen folgende Nachrichten vor: Antwort auf die Frage zu erhalten: Warum schweigt der„ Bor wärts", der eben erst anerkannte, daß die Genossen in Lippe, auf der Höhe" standen, dazu, daß man sich in Oldenburg so sehr in der Tiefe betwegt und blamiert hat. Warum? war: ebenso oft, wie man von uns fordert, wir sollten Stellung Da wir so direkt gefragt werden, wollen wir antworten. oft hat man uns, wenn wir Stellung nahmen, schon gesagt, wir nehmen und uns aus unserem Schweigen Vorwürfe macht, ebenso follten uns doch nicht herausnehmen, die Parteigenoſſen ſchulmeistern weitere Erörterungen daran zu knüpfen. zu wollen. Wir stellen das bei dieser Gelegenheit nur fest, ohne liegenden Fall kurz darstellen. Dagegen müssen wir zur Orientierung unserer Leser den vordie gegenwärtige Herrscherfamilie ohne direkte männliche Nachkommen. Im Großherzogtum Oldenburg ist Bei der Thronerledigung kommen zwei Seitenlinien, Holstein- Auguſtenburg und Holstein- Glücksburg in Betracht. Es werden Erbfolge gierung eine Gefeßesvorlage eingebracht, nach der nur die Glücksburger Linie thronberechtigt sein soll. Die Augustenburger Linie wird repräsentiert. Diese Linie bekämpfte den Plan der Oldenburger durch den Schwager des Kaisers, Günter von Holstein- Augustenburg, Regierung, den Thron der Glücksburger Linie zu sichern. In den Verhandlungen über das Gefeß im oldenburgischen Landtage haben nun unsere Vertreter zwar ausdrücklich erklärt, daß sie Republikaner seien und keinen Monarchen wünschen, sie haben aber dann für die Regierungsvorlage gestimmt, die dem Lande einen Großherzog sichert. " " Dieses Verhalten hat ihnen sowohl in der Schleswig- Holsteinischen Bolts- Zeitung" als auch in einigen anderen Parteiblättern Der Zehnstundentag. Durch das Gesez vom März 1900 wurde lebhafte Vorwürfe eingetragen. Welche Bedeutung die Schleswigbekanntlich für alle Betriebe, in denen Frauen oder jugendliche Holsteinische Volks- Zeitung" der Sache beilegt, ersehen die Leser ja Arbeiter unter 18 Jahren tätig sind, zunächst der Elfftundentag, aus der zitierten Aufforderung an uns. Wir messen ihr die Bes nach zwei Jahren die zehneinhalbstündige, nach weiteren zwei Jahren deutung nicht bei. Genosse Hug hat sein und seiner Genossen Vers die zehnstündige Arbeitszeit für das ganze Betriebspersonal festhalten durch diese Erklärung motiviert: gesezt. Es ist naturgemäß von hohem Jnteresse, zu erfahren, wie Unserer republikanischen Gesinnung entsprechend hätten wir sich diese Reform eingelebt hat. Aus dem Fabrikinspektorenbericht mit vielen im Lande ein Geseß gewünscht, das nach dem Aussterben für das Jahr 1903 ersehen wir, daß der Widerstand der Unter- des Mannesstammes des jetzt regierenden Fürstenhauses die Erbfolge nehmer gegen dieses Gesez noch durchaus nicht gebrochen ist. Viele anderer Seitenlinien ausschließt. Ein solcher Antrag wäre zurzeit suchten durch Petitionen, die sie die Arbeiter unterzeichnen ließen, leider aussichtslos, darum wählen wir das fleinere llebel. Durch ein gegen das Gesetz zu arbeiten. Andere suchten dem Gesetz zu entgehen, anderes Votum oder Stimmenthaltung würden wir den Schein er indem sie die erwachsenen Männer in gesonderten Betrieben unter- wecken, daß wir direkt oder indirekt die Ansprüche des Herzogs Ernst brachten; in solchen Fällen sind die erwachsenen männlichen Arbeiter Günter von Augustenburg unterstüßen und sein Vorgehen billigen. keinerlei gesetzlichen Beschränkungen in der Arbeitszeit unterworfen. Das tollen wir nicht. Wie im Ausschußbericht zum Ausdruck geEine große Anzahl Betriebe aber entließen die Frauen und die bracht ist, wollen wir dem Landtage das verfassungsmäßige Recht erjugendlichen Arbeiter, um die Arbeitszeit beliebig ausdehnen zu halten wissen, über die Landesgeseze selbständig zu beschließen und fönnen. So fiel nach den Berichten der Gewerbe- Inspektoren die mithin auch die Thronfolge zu regeln ohne Rücksicht auf angebliche Zahl der unter das Gesetz von 1900 fallenden Betriebe um 1329, Erbfolgeansprüche von Agnaten. Durch unser Votum wollen wir wogegen die Zahl derjenigen Betriebe, in denen nur erwachsene Versuche, die Rechte der Volksvertreter zu schmälern oder außer Männer arbeiten, sich um 1830 vermehrten. Das Gesetz hat also Straft zu seßen zurückweisen, sie mögen herkommen, von wem sie dazu beigetragen, die Frauen- und Kinderarbeit in den Fabriken wollen und fämen sie vom deutschen Kaiser. Ferner wollen wir mit einzuschränken. Man wird aber nicht fehlgehen in der Annahme, unserem Votum die Unteilbarkeit des Staatsgebietes sichern." daß infolgedeffen Frauen und Kinder in der Hausindustrie desto mehr beschäftigt und ungebührlich ausgebeutet werden. Die Gefeßgebung hat sich darum nicht auf die Fabrik zu beschränken, sondern muß ausgedehnt werden auch auf die Heimarbeit. Die Zahl der den Fabrikinspektoren unterstellten Betriebe wurde durch das Gesch von 1903, durch welches die Bestimmungen Berlin, 17. Oktober. General Trotha meldet unter dem 16. d. M.: betreffend die Hygiene und die Sicherheit der Arbeiter( sanitäre " Deimling gelang es, mit 3. und 6. Kompagnie, halben 7. Batterie und Unfallverhütungs- Vorschriften) auf die Betriebe der Nahrungsunter Major Meister bei weiterer Verfolgung mäßig starter Herero- mittelindustrie ausgedehnt wurden, bedeutend erhöht. Sie stieg von banden nochmals an Wasserstellen 45 Kilometer östlich Otjimanan- 322 000 auf 529 000. Davon wurden im Jahre 1903 von den Ingombe im Abzuge zu treffen und völlig nach Norden, Nord- spektoren 146 137 Betriebe wenigstens einmal besucht, gegen osten und Osten zu versprengen. Artillerie brachte dem Feinde 127 864 im Jahre 1902. Verluste bei, diesseits keine, 350 Großvieh erbeutet. Deimling ist mit 2. Kompagnie Feldregiments 1, zweiten Bataillon Feldregiments 2( 2 Kompagnien), 5. und halben 1. Batterie über Windhut nach dem Süden. Hauptquartier marschiert heute über Rom, 15. Oftober.( Eig. Ber.) Die Zeitungen veröffentlichen Kehero( am schwarzen Rossob 70 Kilometer südlich Epukiro) nach ein Rundschreiben des Kriegsministers gegen die sozialistische Agitation im Heere, das an alle Militärbehörden gerichtet ist und das Datum des 1. Oktober trägt. Windhuk." Berlin, 17. Oftober. Amtliche Mitteilung. Major v. Lengerte meldet heute über Kapstadt: Seit 5. Oftober Witboisstamm in Aufruhr. Am selben Tage haben starke Hottentottenbanden unter Morenga Kompagnie Wehle bei Hurueis, westlich Karasbergen, angegriffen, find mit Verlust zurückgeworfen. Ich stehe mit 150 Mann und vier Geschützen in Warmbad und Sandfontein, in Keetmannshoop 130 Mann und zwei Geschütze; Verbindung mit Norden unterbrochen. An der ersten Meldung fällt auf, daß nicht nur das Hauptquartier nach Windhut zurückverlegt wird, sondern daß auch Deimling über Windhut nach Süden geht, also ins Hotten tottenland. Danach scheint es, als ob man zunächst eine weitere Verfolgung der Hereros in größerem Stile für aussichtslos halte! Aufstandsgefahr in Kamerun? Italien. Ein Zirkular gegen die sozialistische Agitation im Heere. Die oldenburgischen Genossen gingen nämlich von der Ansicht aus, daß, wenn ein neues Gesetz nicht zu stande kommt, das Land unter die zwei Linien geteilt werden und die getreuen Oldenburger dann zwei Großherzöge und zwei Regierungen zu ernähren haben könnten und sie haben, obwohl ihre Stimmenthaltung an dem end lichen Resultat nichts geändert hätte, für die Vorlage gestimmt, weil sie befürchteten, man hätte ihnen sonst den Vorwurf gemacht und ihn agitatorisch gegen sie ausgenüßt, daß ihnen die Schädigung gleichgültig sei, die dem Lande erwachsen könnte, wenn die Frage ungeregelt blieb. Diese Befürchtungen mögen richtig oder falsch sein, sie mögen übertrieben sein oder nicht, das bleibe dahingestellt. Sie zu prüfen, erforderte eine sehr subtile Untersuchung sowohl des Privatfürstens rechts als auch des Staatsrechts. Es ist praktisch gleichgültig. Wir hätten die von unseren oldenburgischen Genossen befürchteten Vorwürfe ziemlich fühl über uns ergehen lassen und hätten nicht für die Vorlage gestimmt. Aber einen prinzipiellen Verstoß können wir in ihrem Verhalten nicht erblicken. Sie haben nicht dafür gestimmt aus monarchischer Gesinnung, sondern aus ganz nüchternen praktischen In dem natürlich nicht für die Deffentlichkeit bestimmten Erwägungen, weil sie sich in einer Zwangslage glaubten. Ueber Dokument wird zunächst hervorgehoben, daß von seiten der Umsturz- ihre republikanische Gesinnung haben sie keinen Zweifel gelassen. Bus parteien während der jüngsten Voltsbewegungen Versuche zur Aufreizung dem liegt in ihrer Abstimmung nach ihrer Erklärung ein Protest der Soldaten gemacht worden wären. Obwohl diese Agitation am gegen das persönliche Regiment im Reiche, das viel bedenklicher ist Pflichtgefühl der Soldaten scheitere, stelle sie doch eine ernste Gefahr als die Monarchie in Oldenburg. Das ist unsere Auffassung der dar und man müsse sie daher nicht nur verhindern, sondern auch Sache. Aus dieser Auffassung ergibt sich auch, daß wir von dieser die Soldaten gegen fie wappnen. Es genüge nicht, die aufreizenden neuen Frage" bisher nicht Notiz genommen haben. Wenn wir nun Schriften zu beschlagnahmen. Man müsse einer Propaganda die doch noch der Aufforderung unseres Kieler Parteiblattes nachkommen, andere entgegenstellen. Und hier fährt das Rundschreiben wört- unsere Meinung zu sagen, so nur, weil die Form der Anfrage die lich fort: Befürchtung in uns wedt, es fönnte später wieder behauptet werden, wir hätten zu einer prinzipiellen" Frage keine Stellung genommen. " Die Offiziere sollen zu den Soldaten über ihre Rechte und Pflichten als Bürger sprechen, und ihnen die Notwendigkeit der Gesetze, Sie unser Kulturleben regeln, klar machen. Sie sollen sie über- Fünfzig Jahre alt ist unser Genosse Karl Kautsky am zeugen, daß die Freiheit gerade in der strengen Befolgung dieser Sonntag geworden. Da Genosse Kautsky uns nicht zu der vermutlich Gesetze liegt und ihnen die Falschheit gewisser Theorien zeigen, abgehaltenen Feier dieses Festes eingeladen hatte, auch kein BarBerlin, 17. Oftober. Da Gouvernement in Kamerun be- die Träumer oder llebelgesinnte dem Volke predigen, indem sie die lamentsalmanach seine Personalien verzeichnet, so erfahren wir richtet, daß nach einer Meldung des Hauptmanns Langheld schlechten Instinkte in ihm aufstacheln. Sie sollen den Soldaten die Tatsache leider erst aus der Wiener Arbeiterzeitung", die gleich aus Jola der Hauptmann Thierry am 16. September bei Mirbi erklären, wie jede Gesellschaftsform unter jedem Regime mit Not- falls, wie sie erklärt, nur durch Zufall darauf gekommen ist. Wir durch einen Pfeilschuß getötet worden ist; politisch sei alles wendigkeit gewisse Unterschiede in der Lage der einzelnen mit sich schließen uns den Glückwünschen an den Jubilar noch nachträglich ruhig. Langheld bleibt vorläufig in Garua. Hauptmann bringt, die von der menschlichen Natur selbst abhängen. Sie sollen an und glauben auch unseren Lesern einen Gefallen zu tun, wenn Gaston Thierry gehörte dem Grenadier- Regiment König Friedrich sich nicht scheuen, von den sozialen Bedürfnissen und Rotständen zu wir wiedergeben, was die Wiener„ Arbeiterzeitung" bei der Gelegen. Wilhelm II.( 1. Schlesisches) Nr. 10 an und war vor seiner Ver- sprechen, aber sie müssen deren Natur erklären und darlegen, heit schreibt: wendung in Kamerun bereits eine Reihe von Jahren in Togo als daß jede Verbesserung der Gesellschaft und der einzelnen mur Stationsleiter tätig. In Kamerun war er zuletzt Resident im Bezirk die Frucht langer ausdauernder Arbeit sein kann: wer das Volk auf den Weg der Gewalt treibt, gibt sich Illusionen hin oder ist ein Verräter, der sich oft des Voltes als einer Stufe für seinen eigenen Ehrgeiz bedient." Garua. Es fragt sich also, ob die Ermordung Thierrys als persönlicher Racheatt oder als Vorbote eines Aufstandes zu betrachten ist. Sollte nur ein Racheakt vorliegen, so wäre es wichtig, über dessen mutmaßliche Ursachen näheres zu erfahren! Nach der Katastrophe in Südwestafrika sollte auch das geringste Sturmzeichen peinlichst beachtet werden! Ausland. Desterreich- Ungarn. Des weiteren führt das Rundschreiben aus, daß die Kaserne nicht nur Soldaten, sondern Bürger zu erziehen habe und schärft den Offizieren ein, in der weitblickendsten und umsichtigsten Weise auch auf dieses Ziel hinzuarbeiten. Was Kautsky der Sozialdemokratie geworden ist, brauchen wir heute nicht weitwendig zu berichten. Er ist einer der tüchtigsten Schüler von Mary und Engels, ausgestattet mit einer ganz einzigen Fähigkeit, schwierige und verwidelte Gedankengänge zur krystallhellen Klarheit herauszuarbeiten. Seine Methode erinnert immer an die Arbeit des Mikroskopikers, der irgend ein organisches Gewebe, dessen Struktur unentwirrbar scheint, durch einen Tropfen Glyzerin oder sonst eine auffallende Flüssigkeit durchsichtig macht, so daß nun jeder Faden klar und deutlich vor dem Forscher liegt. Wenn diese wunders bare Gabe, die Dinge einfach und deutlich zu sehen, auch ihre Obstruktion der Zollbeamten. Rom, 15. Oktober.( Eig. Ber.) Gefahren hat, so werden auch die bei Kautsky vermindert durch den Einer einzigartigen Waffe im Kampf für die Verbesserung ihrer eisernen Fleiß, mit dem er ungeheure Massen von Tatsachen vers wirtschaftlichen Lage bedienen sich, auf Beschluß ihrer Berufs- einigt und bewältigt und der erst ihn zum berufenen Lehrer macht. Mährisch- Ostrau, 17. Oktober. Gestern vormittag fand eine organisation, die Zollbeamten in Genua, Luino und Chiasso. Aber nicht nur Lehrhert ist er uns, sondern auch Führer im Kampfe. vom Redakteur Protes einberufene sozialdemokratische Diese schlechtbezahlte und überarbeitete Beamtenkategorie hat in Die von ihm reden als von einem trockenen Gelehrten, die kennen Versammlung statt, an welcher etwa 2700 Personen teil- diesem Sommer eine rechtliche Verbesserung ihrer Lage erzielt durch ein seine Bücher nicht, die kennen erst recht ihn nicht, kennen die Feuernahmen. Nach der Versammlung zogen die Teilnehmer auf den Gesetz über ihre Gehalts- und Lohnverhältnisse, das das Parlament feele nicht, die in dem schwer gelehrten Manne stedt. Die revolu= Ringplay; auf dem Wege wurde eine rote Fahne aufgerollt, welche amiahm. Da aber das Gesetz bis heute, obwohl seit längerer Zeit tionäre Leidenschaft, die in ihm lodert, ist sein Bestes und macht von den Sicherheitsorganen mit Beschlag belegt wurde. in Kraft getreten, noch nicht ausgeführt ist, beschlossen die Beamten, ihn zu unserem Führer, dem wir nicht nur Licht verdanken, sonder Vom Ringplatz zog die Menge zum Deutschen Hause. Redakteur durch Obstruktion das Ministerium an seine Pflichten zu erinnern. auch Wärme. Möge feine Kraft dem kämpfenden Proletariat lange Prokes wollte von der Rampe des Gebäudes eine Rede halten, wurde Die Beamten gehen bei der Zollvisitation ganz streng nach der und ungeschwächt erhalten bleiben!" jedoch von einem Manne( einem Kriminalbeamten? Red.) Instruktion vor: sie öffnen jedes Seäftchen, wenden jedes Stüd Ein Bezirkstag für den Regierungsbezirk Merseburg, der von der Rampe gestoßen und trug eine leichte Wäsche, gucken in jedes Etui, so daß eine Unnenge Beit zur Er- am 16. Oftober in Halle tagte und von 40 Delegierten aus 8 WahlVerlegung davon. Die Menge war darüber so er- ledigung eines Gepäckstückes nötig ist. Die Folge ist eine höchst freisen besucht war, wählte eine Kommission, welche die Anbittert, daß sie das Deutsche Haus zu stürmen versuchte(?), lästige Verkehrsstockung, die besonders die Spediteure zur Ver- ftellung eines Bezirkssekretärs vorbereiten soll. Bur so erbittert, daß sie das Deutsche Haus zu stürmen versuchte(?), zweiflung treibt. Diese sind schon telegraphisch mit einer Beschwerde Sprache kam u. a., daß die wahnwißige Verfolgung unserer Partei wurde aber von der Sicherheitswache daran gehindert an den Minister herangetreten. Vielleicht entschließt man sich nun, im Kreise Eisleben so weit führt, Genossen, die unser Parteiblatt und später zerstreut. endlich die neue Gehalts- und Beförderungsordnung für die Zoll- lesen, die Wohnungen zu kündigen. beamten anzuwenden. Luegers Fadelzug. Der Allgewaltige von Wien, Lueger, hat feine Gaffenbübereien bekanntlich soweit getrieben, die Arbeiter von Wien, die am 1. Mai zu Zehntausenden nach dem Prater ziehen, als„ Lumpen" zu bezeichnen. Am nächsten Sonntag, den 23.Oktober, soll nun, wie schon mitgeteilt, das große Lueger- Jubiläum in Szene gesezt werden, bei welchem das Volk von Wien" dem " schönen Karl" seine Verehrung unter anderem durch einen Fackelzug darbringen soll. Die Wiener Arbeiterschaft hat nun beschlossen, sich zu diesem Fackelzug ebenfalls einzufinden, nicht um dem Lueger ihre Verehrung, wohl aber ihre Verachtung zum Ausdruck zu bringen. Die Behörden waren in großer Verlegenheit. Den Arbeitern den Umzug zu verbieten, geht nicht gut an, wenn man den Fackelzug nicht ebenfalls verbieten will, denn wenn die öffentliche Ruhe und Ordnung einen Fadelzug und das„ Hoch Lueger!" bertragen fann, dann muß sie das" Nieder mit Lueger!" auch vertragen können. Der Fackelzug bleibt darum im Programm der Lueger- Verherrlichung bestehen und die Arbeiterschaft wird sich ebenfalls einfinden. Partei- Nachrichten. Eine Frage". Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Eine harte Strafe verhängte am Sonnabend die Straffammer in alle über den Vorsitzenden des Vereins der Fabrik- und Hülfsarbeiter, Genossen Ferdinand Magel von Schfeudit wegen Beleidigung des Bürgermeisters Seeger von dort. Das StadtDie Schleswig- Holsteinische Volts- Beitung" schreibt: oberhaupt, das durch verschiedene Maßnahmen weit über die Grenzen Erstaunlich finden wir es, daß das Zentralorgan der Partei, von Schkeudig bekannt geworden ist, hatte ein von dem Gewerkder Vorwärts" in Berlin, der doch in erster Linie berufen ist, schaftskartell geplantes Sommerfest mit dem Hinweise verboten, an offenbare Verstöße gegen die unbestrittenen Grundsäße der Partei öffentlichen Vergnügungen sei kein Mangel, zu tadeln und zu bekämpfen, bis heute weder Zeit gefunden hat, sondern Ueberfluß. Genosse Magel hatte sich darüber die Vorgäng in Oldenburg zu erivähnen noch auch nur unserer geärgert und sich im berechtigten Unmute über die Amtstätigkeit Kritik zu gedenken. Mangel an Raum und Mangel an Arbeits- des Bürgermeisters in einer am 13. August stattgehabten Gewerkkräften scheinen uns bei so einer ernsten Sache, wie sie die schaftsversammlung zu einigen kritischen Bemerkungen über den Oldenburger Thron- irrung ist, als Ursache des Schweigens un- Bürgermeister hinreißen lassen. Der überwachende Polizeisergeant denkbar. Der Vorfall ist so bedenklich, daß das Zentralorgan der Schulze nahm Notiz davon und erklärte in der Verhandlung, Magel Sozialdemokratie feinen Tag und feine Stunde länger schweigen habe den Bürgermeister schon dadurch verunglimpft", daß er dessen durfte, nachdem seine Redaktion die Tatsache der Abstimmung Schreiben mit dem ablehnenden Bescheide bezüglich des Vergnügens Die Gesamtpartei hat das allergrößte Interesse, eine als ein schönes Ding" bezeichnet habe. Das Gericht nahm an, es Kommunales. liege eine planmäßige" Beleidigung des Stadtoberhauptes vor und| mit den vorliegenden Notizen verglichen wurden. Eine Vorsorge da- Internationales Schienenkartell. Wie der„ Kölnischen Zeitung verurteilte unseren Genossen dem Antrage des Staatsanwalts gemäß gegen, daß die Notizen über die von dem Aufsichtsrat geprüften aus Düsseldorf geschrieben wird, haben die am 11. und 12. d. M. zu 4 Monaten Gefängnis. Biffern nachträglich geändert wurden, ist nicht getroffen in London abgehaltenen Beratungen der deutschen, englischen und worden. Diese Art der Kontrolle durch den Aufsichtsrat, bei französischen Stahlwerkbefizer zu folgendem Resultat geführt: An welcher seinen prüfenden Mitgliedern nur zur Verwendung für die den vom Auslande hereinkommenden Schienen, die nach dem bisInventur bestimmte Notizen, nicht aber die vollständige Aufnahme herigen Versand mit einer Menge von 1 300 000 Tonnen angenommen des ganzen Warenlagers vorgelegt wurde, hatte ihre Ursache darin, werden, sollen die englischen Werke mit 53½ Proz., die deutschen daß die Inventur auf Wunsch von Hesselle ohne Stillegung des mit 28,83 Broz. und die belgischen mit 17,67 Broz. beteiligt sein. Betriebes stattfand. Wie an der direkten Kontrollmöglichkeit, so Frankreich bekommt einen Anteil im ersten Jahre von 4,8 Proz. von mangelte es auch an der Möglichkeit einer in- 104,8 Proz., im zweiten Jahre von 6,4 Proz. von 106,4 Proz., direkten Kontrolle des Warenbestandes durch jedoch mit der Maßgabe, daß Frankreich berechtigt ist, falls in einem eine den Bestand in den einzelnen Zeilen des Jahre 70 Proz. der bisherigen Ausfuhr von 1300 000 Tonnen nicht Betriebes nachweisende Buchführung und durch erreicht werden, das Abkommen mit dreimonatlicher Frist zu sämtliche Einarbeitungen umfassendes kündigen. Städtische Straßenbahnen. Der Stadtverordneten- Ausschuß zur Vorberatung der Vorlage betreffend den Bau von fünf städtischen Straßenbahn- Linien trat gestern nach langer, durch die Ferien und die Amerika- Reise des Stadtbaurats Krause bedingter Pause zu seiner zweiten Sizung zusammen. ein altulationsbuch. Daß eine Regreßflage unter diesen Umständen Erfolg haben würde, erscheint fast zweifellos. Verfammlungen. Die erste Sigung war nach drei Richtungen bemerkenswert gewesen: durch die einstimmige und scharfe Verurteilung, die das Vorgehen der Großen Straßenbahn- Gesellschaft bezüglich der Konzessionsverlängerung bei allen Mitgliedern des Ausschusses gefunden hatte; durch Erklärungen des Oberbürgermeisters, der Bur gegenwärtigen Lage des Schuhgewerbes. Der beträchtliche Zu dem Gewaltstreich des Provinzial- Schulfollegiums hat nun u. a. betonte, daß die Frage, ob dieser Gesellschaft noch neue Kon- Rückgang des Absatzes an Schuhwaren, der Ende 1901 und Anfang auch der Arbeiter- Turnverein" Fichte“, der dadurch zeffionen seitens der Stadt zu gewähren wären, im Interesse der 1902 zu beobachten war, ist nicht nur seitdem wieder ausgeglichen, mit betroffen worden ist, am Montag Stellung genommen. Nach Würde unserer Stadt überhaupt nicht mehr erörtert werden sollte; es trat auch eine besondere Zunahme insofern ein, als für Sport- dem Luisenstädtischen Konzerthaus in der Alten Jakobstraße war durch die Ausführungen eines Mitgliedes, das klar nachwies, daß und Spielzwecke, sowie für die Reisesaison ein von Jahr zu Jahr eine außerordentliche Vereinsversammlung einberufen der Minister bei seinen Erklärungen im Abgeordnetenhause im Februar wachsender Begehr befriedigt werden mußte. Nach einem guten 1901 vollständig falsch informiert gewesen sein müsse. Dort hätte der Sommergeschäft rechnet man im Schuhhandel auch auf eine flotte worden, deren imposanter Besuch beredtes Zeugnis dafür ablegte, Miniſter angeführt, daß nicht nur die Interessen von Berlin, sondern auch Winter- und Weihnachtssaison und hat dementsprechend sich mit wie stark die Erregung ist, die der gegen den Verein geführte Schlag genau die gleichen Intereſſen einer großen Reihe von Borortgemeinden großen Vorräten versorgt. Die bisher günstige Gestaltung des Kon- im Kreise der Mitglieder hervorgerufen hat. Am Donnerstag war in Betracht kämen, und daß die Verträge, welche diese Gemeinden jums spiegelt sich auch im Beschäftigungsgrad des Schuhgewerbes die Abhaltung der Versammlung, wie bekannt, polizeilich inhibiert mit der Größen Straßenbahn- Gesellschaft geschlossen hätten, von sehr wieder. Borausgeschidt muß freilich werden, daß die Erzeugung werde, daß die Mitglieder sich nur noch enger und inniger zu verschiedener Länge wären. Um einen gerechten Ausgleich all dieser fast noch stärker als der Konsum wächst und infolgedessen die Gegen- jahrelangen Verhandlungen zwischen Provinzial- Schulfollegium und Interessen zu finden, hätte der Minister sich entschlossen, gewiffer fäße zwischen Großbetrieb, mittleren und Kleineren Betrieben sich auch Magistrat, die mit der Ausweisung der Schüler Ab maßen eine Mittellinie zu ziehen und aus diesem Grunde die im Beschäftigungsgrad deutlich spiegeln. Die Leistungsfähigkeit der teilungen des Vereins aus den Schulturnhallen Konzession bis 1949 verlängert. Diese Angaben feien falsch. Die großen Schuhfabriken nimmt von Jahr zu Jahr so stark zu, daß endeten. Richter wies darauf hin, daß der Verein" Fichte" heute Verträge der Großen Straßenbahn- Gesellschaft mit den größeren die Eroberung immer größerer Absatzgebiete eine Gristenzfrage der Vorortgemeinden wie Charlottenburg, Schöneberg, Rigdorf u. a. Großbetriebe ist. Den fleineren mechanischen Betrieben fehlt es an zum erstenmal seit seinem Bestehen Polizei bei sich sche. Schon laufen überhaupt nur bis 1937; von einer Mittellinie, die das Kapital, den Kampf um den Absatz mit den größeren Konkurrenten das kennzeichne die augenblickliche Sachlage. Man wolle den Verein Jahr 1949 träfe, könne daher keine Rede sein! Nur Dalldorf und aufzunehmen. Die kleinen Betriebe aber, die auf Maßarbeit an- als einen sozialdemokratischen hinstellen. Wahr sei nur das Eine, Tegel hätten Verträge bis 1959! gewiesen sind, bermögen sich nur noch in größeren Orten zu halten, daß außerhalb des Vereins die Mehrzahl seiner Mitglieder zur In der heutigen Sibung, in welcher die Generaldebatte weiter wo ein Teil des Publikums nach wie vor den teuren, aber nach Sozialdemokratie halte. Der Druck aber, der jetzt gegen ihn ausgeführt wurde, trat zunächst ein Gegner der Vorlage in anderthalb Maß gearbeiteten Schuh der Fabrikware vorzieht. Augenblicklich geübt werde, müsse einen Gegendruck erzeugen, der dazu führen stündigen Ausführungen gegen die Vorlage auf. Der prinzipielle sind die mechanischen Großbetriebe überwiegend gut beschäftigt; auch werden, daß die Mitglieder sich nur noch enger und inniger zu Beschluß der Versammlung von 1900, daß die Stadt nene Linien die Maßgeschäfte in den Großstädten können über Beschäftigungsselbst bauen soll, sei unter ganz anderen Voraussetzungen gefaßt, als mangel nicht flagen. Weniger befriedigend, zum Teil geradezu un- ſammenschließen. Zu der Frage, in welcher Weise die Turn= jezt vorliegen. Damals hatte der Magistrat ein ganzes Netz von günstig ist dagegen der Geschäftsgang in den kleineren und mitt hallensperre zu parieren sei, führte der Vortragende aus, daß Linien vorgeschlagen und dargelegt, daß Berluste beim Betriebe leren mechanischen Betrieben. Was den Beschäftigungsgrad in einigen man andere Turnräume zu bekommen suchen müsse, entweder durch dieser Linien nicht zu befürchten wären. Heute bringe die Vorlage Hauptorten des Schuhgewerbes betrifft, so sind in Berlin, wie Gewährung anderer Turnhallen der Stadt oder durch Mietung von ein paar zusammenhanglose Linien und der Magistrat müsse die Arbeitsmarkt- Storrespondena" berichtet, vor allem jene Ge- Sälen, die mit Geräten auszustatten seien. Man müsse die Schülerzugeben, daß wenigstens die geplanten Nordlinien wahr schäfte, die Ballschuhe herstellen, in voller Tätigkeit. Auch die Filz- abteilungen nun erst recht ausbauen und die Verbindung mit ihnen icheinlich zunächst Zuschüsse erfordern würden. Die Er schuhfabrikanten sind, je näher die kalte Jahreszeit heranrückt, desto in jeder Weise aufrecht erhalten. Der Redner schloß mit einem fahrung hätte gezeigt, daß alle kleineren Gesellschaften nicht flotter beschäftigt. Im Maßgeschäft liegen gleichfalls genügende Auf- kraftvollen Appell an die Turngenoffen. Das Böse, das man dem prosperierten und auch in zahlreichen anderen Städten jei man beim träge vor. In Weißenfels arbeiten die großen Betriebe durch- Verein Betrieb eigener städtischer Linien gezwungen worden, den ursprüng- aus regulär, während in mittleren Betrieben der Eingang der Auf- Berein zugedacht habe, werde ihm zum Guten ausschlagen. lich eingeführten Zehnpfennig- Tarif zu erhöhen, um Verluste zu träge sehr viel zu wünschen übrig läßt. In Erfurt sind die In der sehr angeregten Diskussion wurde einmütig das vermeiden. Auch alle anderen für die Vorlage angeführten Gründe Arbeiter gut beschäftigt; die Affordlöhne, die vor zwei Jahren auf- Borgehen des Provinzial- Schulfollegiums verurteilt. Unter anderem feien hinfällig. Die Stadt würde auch nach Betrieb eigener Linien fallend zurückgegangen sind, stellen sich wieder etwas besser. In wurde darauf hingewiesen, daß die Arbeiter- Turnvereine aus der so wenig Herr über die Straßen sein wie jetzt. Herr in den Pirmasens ist genügend Arbeit vorhanden, um die Arbeiter Mitte der deutschen Turnerschaft heraus denunziert worden seien, Straßen jei nur der Polizeipräsident. Die Hoffnung, die angekauften voll beschäftigen zu können. Der Arbeitsmarkt liegt im allgemeinen und daß von dort aus direkt angeregt worden sei, ihnen Siemens ut. Halske- Linien als Grundstock flir vier eigene städtische noch etwas günstiger als im Vorjahre. In vielen Orten sind Ar- die Turnhallen zu entziehen. Hoffentlich würden solche NadelStraßenbahnstrecken verwenden zu können, sei durch das illoyale, der beiter gesucht, während Ueberangebot verhältnismäßig selten ist. Stadt feindliche Berhalten der Regierung zerstört. Maßgebend für zu der Besserung des Beschäftigungsgrades trägt auch der Umstand stiche die heilsame Folge haben, daß die Turngenossen auf. die Beurteilung der Vorlage fönne daher nur sein, ob die Linien bei, daß die Konkurrenz des Auslandes, in erster Linie der Ver- gerüttelt würden und sich die Sympathien wirklich verdienten, von vornherein rentabel sind oder nicht. Dies fei nicht der Fall, einigten Staaten von Nordamerika, etwas nachgelassen hat, während die sie schon jetzt, aber unverdient bei der Arbeiterschaft haben. Von und da es im Juteresse des Verkehrs ausgeschloffen sei, daß die gleichzeitig die Ausfuhr sich auf dem Stande des Vorjahres zu anderer Seite wurde mitgeteilt, daß von verschiedenen Behörden Stadt mit der Gesellschaft 15 oder, wie der Redner glaube, 45 Jahre halten vermag. Die Einfuhr der Vereinigten Staaten in den ersten jetzt dem Verein" Fichte" Aufmerksamkeit geschenkt werde. In den in Feindschaft lebe, fo tonne die Stadt gar nichts Besseres tun, als acht Monaten des laufenden Jahres ging von 717 auf 603 Doppel- legten Tagen hätten mancherlei Leute zweifelhafter Art sich bemüht, fich mit der Gesellschaft wieder ins Benehmen zu ſeßen." zentner zurück. Die Ausfuhr von feinen Schuhen stieg dagegen von ein Exemplar des neuen Liederbuches sich zu verschaffen. Diesen Ausführungen, die von einem anderen Mitgliede des 3252 auf 3634 Doppelzentner. Diese Zunahme wird freilich dadurch Die Versammlung nahm einstimmig eine von Richter vorgelegte Ausschusses noch nach der juristischen Seite hin ergänzt wurden, beeinträchtigt, daß die Ausfuhr von groben Schuhen von 3879 traten in längeren technischen und juristischen Darlegungen die Doppelzentnern im Vorjahre auf 3433 im laufenden Jahre zurüd- Resolution an, die in scharfen Worten gegen das Vorgehen des Stadträte Krause und Alberti scharf entgegen. Interessant und der gegangen ist. Trotzdem dürfte sich insgesamt eine nicht unerhebliche Provinzial- Schulfollegiums protestiert und den Vorstand beauftragt, die im Referat vorgeschlagenen Maßregeln auszuführen. Berliner Bevölkerung sicherlich neu war die von den Herren ge- Wertsteigerung bei der Ausfuhr gegenüber 1903 ergeben. machte Mitteilung, der Direktor Micke habe in mündlichen Vernur im Interesse der Aktionäre sondern gleichzeitig auch im öffent lichen Intereffe! handlungen erklärt, er handle bei seinen Maßnahmen keineswegs Auch von anderen Mitgliedern des Ausschusses wurde den einzelnen gegnerischen Einwänden aufs schärfste widersprochen. Die Stadt werde mit der Gesellschaft erst dann zu einem erträglichen Leben kommen, wenn sie gezeigt habe, daß sie sich nicht länger als Hausknecht der Gesellschaft behandeln lasse, sondern ernst und unbeirrt auf ihr Ziel losgehe. Ließe man, wie es von den Gegnern gewünscht wird, jetzt die neuen Linien durch die Gesellschaft bauen, so müsse man nach dem Vertrag ein Drittel der Kosten zusteuern und würfe so dieses Geld direkt zum Fenster hinaus. Gerade vom Standpunkt eines sorgsamen Hausvaters, welcher Standpunkt von den Gegnern immer betont werde, sei es ratsam, mit einem fleinen Reg anzufangen, um zu lernen und Erfahrungen für später zu sammeln. Man müsse der Regierung zeigen, daß man nicht nur Pläne machen könne, sondern auch zur Ausführung derselben zu schreiten gewillt sei. Gine große Stadtverwaltung dürfe nicht lediglich auf den augenblicklichen Saldo eines Unternehmens sehen, ob es im Debet oder Kredit stehe, sondern sie habe Rücksicht auf ethische Momente zu nehmen. Ablehnung der Vorlage würde eine Diskreditierung der ganzen öffentlichen Meinung sein. Das Interesse des Verkehrs erfordere es, daß eine Konkurrenz gegen die Große Straßenbahn- Gesellschaft geschaffen werde. Da aber alle privaten Konkurrenten von der Gesellschaft aufgefogen würden, müsse die Stadt selber zum Bau eigener Linien schreiten. Das dafür aufgewendete Geld würde nicht verschwendet sein, selbst wenn die Linien zunächst unrentabel wären. Verfüge die Stadt im Jahre 1919 über ein eigenes Straßenbahnnet, so sei es nahezu unmöglich, daß die städtische Genehmigung wider den Willen der Stadt durch die Negierung ergänzt werde. Ob die Linien zunächst unrentabel feien, fei fraglich; sie würden aber sicher bald zu rentablen werden, da sie die Bebauung der dortigen Gegend fördern und dadurch den Verkehr voraussichtlich beträchtlich niedriger ſtellen als im vorigen Jahre. Letzte Nachrichten und Depeschen. Die Rübenzuckerproduktion wird sich im laufenden Jahre 1904/05 Der bekannte Buderstatistiker F. O. Licht berechnet für das laufende Erntejahr die Robzuckerernte auf 1770 000 Tonnen, Otto Licht sogar nur auf 1 750 000 Tonnen, während sich im vorigen Jahre die Gente auf 1933 435 Tonnen stellte. Die Gesamternte Europas wird auf 5 120 000 bezi. 5 130 000 Tonnen geschätzt gegen 5 852 043 Tonnen im Jahre 1903/04. Bremen, 17. Oftober. Boesmanns Telegraphisches Bureau" meldet aus Gydttuhnen: Der zweite Transport der Japaner aus ist hier eins 22 Männer, 87 Frauen und 8 Kinder Sibirien getroffen. Die Ankunft in Bremen dürfte am 17. Oktober nachts 12 Uhr erfolgen. Bevorstehende Auflösung der Deputiertenkammer. Amtsblatt wird morgen ein Defret veröffentlichen, durch welches die Rom, 17. Oktober.( Meldung der Agenzia Stefani".) Das Deputiertenkammer aufgelöst wird, die Neuwahlen auf den 6. und die Stichwahlen auf den 13. November festgesetzt werden. Dem Defret wird eine Begründung beigegeben sein, die das Programm des Kabinetts enthält. Moorstraße im östlichen Teile von Brooklyn sind eine Frau, awei New York, 17. Oktober.( W. T. B.) Bei dem Brande in der Mädchen und drei Knaben ums Leben gekommen. meldet aus Tätris vom 15. d. M.: Die Cholera nimmt an Stärke Petersburg, 17. Oftober. Die„ Russische Telegraphen- Agentur" zu, täglich sterben 300-400 Menschen; die armenische Bevölkerung verläßt die Stadt. Die Aussichten der amerikanischen Baumwollernte sind, wie bereits fürzlich berichtet wurde, recht günstige. Der amtliche Oktoberbericht des Washingtoner Ackerbaubureaus beziffert den Durchschnittsstand der Baumwollernte am 24. September auf 75,8 Proz., gegen 84,1 Proz. am 25. August und 65,1 Proz. am 25. September bor. Is. Sofern nicht unvorhergesehene Frostschäden eintreten, dürften sich auf Grund der neuesten amtlichen Biffer, nach der Meinung von Fachleuten, die zu Anfang der Saison gemachten Boranschläge einer Refordernte erfüllen. Denn wenngleich, laut dem Regierungsberichte, der Erntestand zwischen dem 25. August und dem 24. September eine Verschlechterung um 8,3 Broz. erfahren hat, so ist doch eine so günstige Durchschnittsziffer, wie die diesmalige ron 75,8 Proz. zu Ende September seit dem Jahre 1894 nicht zu verzeichnen gewesen. Die Ziffer für September 1898 mit 75,4 Proz. Damals lieferte der Dem jeßigen Stande am nächsten kommt Süden der Union eine Baumwollernte von 11 274 000 Ballen. Doch Der japanische Gesandte über die Kriegslage. betrug damals das Pflanzareal nur 23 000 000 Acer, während die Baumwollfultur fich diesmal in den Südstaaten über das bisher einem Vertreter des„ Neuterschen Bureaus" erklärte der hiesige London, 17. Oktober.( W. T. B.) In einer Unterredung mit größte Areal von 32 000 000 Adern ausbreitet. Unter Berück- japanische Gesandte Hayaschi unter Bezugnahme auf die jetzt auf sichtigung der heutigen Anbaufläche fann somit ein Voranschlag der bem ostasiatischen Kriegsschauplage wütende Schlacht: Der Verlust an kommenden Ernte auf 12 000 000 Ballen nicht als übertrieben gelten. Menschenleben ist entfeilich und wird von uns allen aufs tiefste beklagt. Der bekannte Baumwollspekulant Theodor Price, der noch vor Aber wie ist dem abzuhelfen? Alle die, welche die Umstände furzem die Ernte auf nur wenig über 10 000 000 Ballen geschätzt hat, behauptet denn auch jetzt, daß, falls die Verhältnisse, wie sie die fannten, unter denen der Strieg entbrannt ist, müſſen erkannt neueste Regierungsziffer widerspiegelt, andauern sollte, auf 12 111 000 haben, in wie entschlossener Weise dieser Krieg geführt werden würde, und müssen einsehen, daß es für diesen Krieg nur das eine gibt ihn fortzusetzen. Es ist nicht Japans gebrochen und die dritte Lefung auf Montag nächster Woche an- ändern; denn erstens fann der Ertrag durch Frostschaden noch Sache, au beurteilen, ob die Zeit für Friedens- Unterhandlungen der Kaisers von Rußland. Das einzige, was nicht vergessen werden darf, ist, daß wir nie gesucht haben, den Strieg zu provozieren. Der Gesandte ging dann auf die weiteren Operationen in der Manſchurei über und für die Kriegsoperationen geeigneter, als der Sommer, bet gangführte aus: In gewissen Beziehungen ist der manschurische Winter port von Vorräten und Munition wird durch das Wetter nicht gehemmt werden. Der nächste wirklich wichtige Punkt, der genommen werden muß, ist Liching. Wenn das erreicht ist, kann nichts unseren Vormarsch auf Charbin aufhalten. Der Gesandte fam schließlich auf Telegramine aus Tokio zu sprechen, in denen vom Frieden die Rede ist, und sagte: Der Wunsch nach Frieden entspringt nur aus dem Humanitätsgefühl und aus dem Abschen, den wir alle vor der entseglichen Schlächterei empfinden, die jetzt playgreift; es ist aber zu spät, über die Ereignisse zu erfchreden, man hätte das vorhersehen und verhindern sollen. selbst heben würden. Wegen der vorgerückten Zeit wurde hierauf die Sizung abberaumt. Hus Induftrie und Handel. Die Hibernia- Angelegenheit wird immer komplizierter. Nachdem jüngst das Landgericht in Bochum den der Dresdener Bank günstigen Beschluß des Amtsgerichts Herne umgestoßen hat, ist jetzt vom Kammergericht in einer nicht öffentlichen Sizung der Beschluß des Amtsgerichts wiederhergestellt worden. Es wird also auf die Tagesordnung der am 22. d. M. stattfindenden außerordentlichen Generalversammlung ernent der Antrag auf Wiederaufhebung der die Kapitalserhöhung betreffenden Beschlüsse sowie die Vornahme der Wahlen zum Aufsichtsrat gesetzt. Die Generalversammlung kann unter diesen Umständen recht interessant werden. Ballen zu rechnen sei. die reduziert werden, und des weiteren lehrt die Erfahrung, daß der Boden im Süden fein so gutes Durchschnittserträgnis pro Ader mehr liefert, als in früheren Jahren, zumal feit Auftreten schäb licher Insekten, wie des Wiebelfäfers. Die nachfolgende Ausstellung bezw. Ende September, den Umfang des jeweiligen Areals, sowie läßt den Durchschnittsstand der Baumwollernte zu Anfang Oktober den Ernteertrag im letzten Jahrzehnt ersehen: Oftober Cano Areal Acker Ernte Ballen Produkt pro Acker Pfund 1894 1895 . 82,7 61,5 20 687 000 19 167 000 1896 60,7 21 719 000 1897 70 23 029 000 1898 75,4 1899 62,4 23 175 000 24 175 000 9 892 000 7162 000 8714 000 11 181 000 11 235 000 234 180 194 237 240 9 440 000 189 1900 67 26 534 000 10 425 000 193 1901 61,4 27 874 000 10 701 000 186 1902 58,3 27 300 000 10 758 000 1903 65,1 28 995 000 32 363 000 10 124 000 192 170 1904... 75,8 Die Bilanz- und Inventurfälschungen bei der Lederfabrik de Heffelle u. Co. in Aachen. Die in der Generalversammlung vom 27. August bestellte Prüfungsfommission versendet ihren Revisionsbericht, der, obgleich die Kommission sich sehr zurückhaltend äußert, cine im höchsten Maße liederliche Wirtschaft bei dieser Firma feſtstellt. Die Aufnahme der Inventur erfolgte z. B. im wesentlichen durch Hesselle allein; der Aufsichtsrat nahm, wie es in dem Bericht Saussespekulationen, wie sie in den letzten Jahren den amerikaheißt, bei der Aufnahme Stichproben vor, indem er bei einzelnen nischen und den Liverpooler Baumwollmarkt beunruhigt haben, Boften Zahlen sich angeben und dann die betreffenden Posten in werden durch dieses in Aussicht stehende günstige Resultat, wenn feiner Gegenwart nachzählen und nachwiegen ließ. Eine solche Kon- auch nicht ganz verhindert, fo doch wesentlich erschwert. Es scheint trolle erfolgte für die fertigen Leder, für die Rohhäute und die denn auch, als wenn der Großspekulant Sully die Versuche, einen Häute in der Zurichterei. Die Gruben wurden ähnlich durch Stich- Baumwollcorner am New Yorker Markt zustande zu bringen, wieder proben geprüft, indem die Häute herausgehoben, nachgezählt und eingestellt hat. Vom ostasiatischen Kriegsschauplaze. Tofio, 17. Oftober, 2 1hr nachmittags.( Meldung des „ Neuterschen Bureaus".) Die Russen griffen Okus' linken Flügel heftig an; gestern machten fie fechs Gegenangriffe, die alle erfolgreich abgeschlagen wurden. Als bei Sonnenuntergang das letzte Telegramm vom Schlachtfelde abgesandt wurde, gingen fie aum fiebentenmal zum Angriff vor; Ohma berichtet, daß die russischen Verluste in diesen Angriffen schwere waren. Shanghai, 17. Oftober.( W. T. B.) Zwei Postsäcke des nach Wladivostok gebrachten amerikanischen Postdampfers alchas", dessen Post für Japan von den Russen teilweise zurückbehalten war, find über Beking hier eingetroffen. Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt »t. 245. 21. Zchmg. 2. Dtüllge kö„Öorinittö" f ftlte lolbMutt. i«. W-k- � Der Lustmord in der Boyenstraste. Ein schauerlicher Frauenmord ist abermals in Berlin verübt worden. Am 16. Oktober morgens gegen 8 Uhr wurde die Witwe Plätterin Elise Wascher, geborene Adam, am 23. September 1360 in Freienwalde geboren, in ihrer Wohnung Boyenstr. 20 im Keller des Ouergebäudes, im Bette liegend tot aufgefunden. Im Munde der Leiche befand sich ein Stoffknebel. Der Üeib war durch einen Mcsserschnitt schrecklich verstümmelt. Die Getötete ist zuletzt am 15. d. M. abends gegen 9 Uhr in ihrer Wohnung gesehen worden. Die Polizei hat eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt„für diejenigen, welche durch sachdienliche Mitteilungen die Ermittelungen nach dem Täter unterstützen. Solche werden entgegen- genommen auf jedem Polizeirevier und bei der Kriminalpolizei. Wichtig ist insbesondere die Ermittelung eines Manes, der in der Nacht zum 16. d. M. gegen 3 Uhr das Haus Boyenstr. 20 verlassen hat. Dieser war von mittlerer, untersetzter Figur, trug dunklen Schnurrbart, Schlapphut, dunklen Anzug, vielleicht wollenen Sweater". Dag die Belohnung nicht für die Ermittelung selbst bestimmt ist, sondern für Unterstützung der Nachforschungen, ist neu und sicherlich auch zweckdienlich. In den Verdacht der Täterschaft gerieten zunächst zwei Männer, die sich in der Nacht an der Haustür zu schaffen ge- macht und mit den, Wächter Streit gehabt hatten. Die beiden Männer wurden ermittelt als Arbeiter aus der Nachbarschaft. Sie hatten fich in der Trunkenheit im Hause geirrt, mit ihrem nicht passenden Schlüssel mit vieler Mühe aufgeschlossen und dabei den Bart des Schlüssels abgedreht. Obgleich sie als Täter nicht mehr in Betracht kommen, sind sie vorläufig doch noch in Hast behalten. Außerdem wurde noch ein junger, im Hause wohnhafter, etwas schwachsinniger Bursche festgenommen, der aus der Fürsorge- Erziehung fortgelaufen war. Man ließ ihn aber wieder frei. Als der Thäterschaft dringend verdächtig ist der am 24. Juli 1876 geborene Zuhälter Alexander Baruth, ein Bruder des erwähnten und jetzt freigelassenen FürsorgezögliugS. festgenommen worden. Alexander Baruth ist ein Trunkenbold, der sich von Frauenzimmern ernähren läßt. Er ist unter den Prostituierten des Nordens gefürchtet. Seit einiger Zeit befand er sich w der Irrenanstalt zu Lichtenrade. In der Nacht zum Sonntag brach er dort aus, kam mit der Anstaltskleiduug nach Berlin und vertauschte sie in dem Trödelladen seiner Mutter im Keller des Vorderhauses Boyenstraße 20 mit anderen Kleidungsstücken. Er behauptet, daß er die Nacht über mit einem Wärter der Irrenanstalt auf einem Tanzboden gewesen sei. Den Beweis dafür ist er jedoch bisher schuldig geblieben. Daß er, wie er behauptet, in der vergangenen Nacht in die Wohnung seiner Mutter zurückgekehrt sei, ist jedenfalls nicht wahr. Kriminalbeainte bewachten stets das Haus und hätten ihn sehen müssen. Gestern morgen aber wurde Baruth in der Wohnung seiner Mutter unter einem Bette versteckt aufgefunden. Die Tat ist ihm seiner ganzen Veranlagung nach sehr wohl zuzutrauen. Es steht fest, daß er auch mit der Ermordeten verkehrt hat. Der Arbeiter Si. hat jetzt sein Alibi nachgewiesen, ebenso fein Gefährte, ein Hausdiener M. Beide waren am Sonnabend abend in der Wohnung der Ermordeten, dann aber die Nacht hindurch auf einem Tanzboden. Alle ihre Angaben haben sich bestätigt. Der Zuhälter Alexander Banith ist, wie jetzt feststeht, am Sonn- abend, nachmittags um 3 Uhr, aus der Irrenanstalt Lichtenrade entwichen. Er ist ein Gewaltmensch, gegen den schon seine eigenen Angehörigen den Schutz der Polizei in Anspruch nehmen mußten. Wegen Zuhälterei und änderer Straftaten wiederholt bestraft, machte er den wilden Mann und war schon in Herzberge, Dalldorf und anderen Anstalten. Er entwich öfter und kehrte später freiwillig zurück. Den Sonnabend nachmittag und die Nacht zum Sonntag will er die ganze Zeft mit einem Jrrenwärter zusammen gewesen sein, der am 15. d. M. aus der Anstalt Lichtenrade ausgeschieden sei. Er be- hauptet, mit dem Wärter auf dem Gesundbrunnen usw. mehrere Kneipen besucht und in den Germauiasälen getanzt zu haben. Und das alles in der A n st a l t s k l e i d u n g I Nur einen von dem Wärter geborgten Ueberzieher habe er darüber getragen. Seine Schwester erzählt nun weiter, sie habe ihn am Sonntag morgen früh auf der Straße gesehen und ihm Kleider aus dem Geschäft ihrer Mutter nach der Scharnhorststraße gebracht, wo Frau Baruth ein kleines Droschkenfuhrwesen betreibt. In der neuen Kleidung sei er schwer betrunken mit ihr nach der mütterlichen Wohnung gegangen, die er dann nicht mehr verlassen habe. Dieselbe Schwester legte sich sehr ins Mittel, um ihren jüngeren Bruder, den Fürsorgezögling, nicht in die Hände der Polizei fallen zu lassen I Die Angaben, die sie und ihr Bruder Alexander machen, werden augenblicklich nach- geprüft. Unterdessen ist noch eine bemerkenswerte Fe st st eilung gemacht worden. Die Aehnlichkeit der neuesten Bluttat mit der Er- mordung der Frau Nerger in der Schulzendorferftraße.fällt auf. Jetzt ist ermittelt, daß Alexander Baruth mit dem Mörder der Nerger, dem Klempner Miiller, eng befreundet ivar. Die beiden verkehrten viel mit einander und hielten auch in ihren Be- Ziehungen zu Frauenzimmern eng zusammen. Soziales. Wohnungskongreß. Auf dem Frankfurter Wohnungskongrcß kam es bereits am Sonntag vormittag in einer vorbereitenden Sitzung des Organisa- tionsausschusses zu einem Zufammenstoße. Kampfsmeyer und Ge- nossen gaben diese Erklärung ab: Der Organisationsausschuß des 1. Allgemeinen Deutschen Wohnungskongresses hat im Prinzip beschlossen, nur eine vom Organisattonsausschuh akzeptierte Resolution vor dem Kongreß zur Abstimmung zu bringen. Wir bestreiten dem Ausschuß das Recht auf das Entschiedenste. Nachdem er eine Resolution über die Wohnungs- reform überhaupt zuließ, beging er eine Inkonsequenz, indem er jede andere Resolution von der Abstimmung des Kongresses ausschloß. Wir halten nur den Kongreß für kompetent, die Frage der Zu- lassung von Resolutionen zu entscheiden. In der Voraussetzung, daß sich der Kongreß aus Billigkeits- und Gerechtigkcitsgründen dieser unserer Auffaffnng anschließt, unter- breiten wir dem Kongreß selbst folgende Resolution zur Beschluß- fcffsung. daß der preußische Wohnungsgesetzentwurf 4. keine allgemeine, sich über das ganze Gebiet der preußischen Monarchie erstreckende obligatorische Ordnung des Wohnungs- Wesens..„ 2. keine ausreichenden Normalbestimmungen über die notwen- digen Erfordernisse für ein gesundes, menschliches Wohnen. 3. keine von der Polizei unabhängige, kommunale Regelung des Wohnungswesens,. an« a, keine allgemeine, kommunale Wohnungsamter auf demolrati- scher Grundlage,.. 5. keine öffentlich-rechtliche Organisationen sstaatliche oder kom- munale Baubankcn) zur Förderung des gemeinnützigen Woh- nungsbaues. 6. und keine Erweiterung des Expropriationsrechts herbeizu- führen sucht, erklären die Unterzeichneten den preußischen Wohnungsgcsetzentwurf für ganz ungenügend zur Linderung der Wohnungsnot der ar- beitcnden Klasse. Sie halten eine Beseitigung der heutigen Woh- nungsmißstände in dem preußischen Landtage, in dem Parlamente des Klassenprivilegs und in der Gemeinde des Hausbesitzervorrechts für völlig ausgeschloffen. Sie ersehen nur in dem Staate des all- gemeinen Wahlrechts und in der demokratischen, ihre Angelegen- heiten selbst verwaltenden Gemeinde die wirksamen Träger einer tiefgreifenden Wohnungsreformpolitik. Paul Kainpffmeyer. Adolph Baumann. H. Erkes. L. Opificius. Hans Elbcrt. A. Diener. Benno Schmidt. E. Simonowski. E. Graf. Henriette Fürth. C. Fiebig. F. Hermann. Der Organisationsausschuß lehnte es ab, diese Erklärung und Resolution dem Kongresse vorzulegen. Darauf beschlossen die An- tragsteller, ihre Resolution dem Kongresse auf eigene Hand vorzulegen. Auch die Hartwig-Leute wollen dem Kongreß eine Resolution vorlegen. Bei der Begrüßungsfeier am Sonntags bend erklärte Baumeister Hartwig, die Hausbesitzer seien die eigentlichen prattischen Woh- nungsreformer. Tie Gesellschaft für Sozialreform beschäftigte sich in ihrer Schlußsitzung mit den Konsumvereinen, zu deren Gunsten Dr. Reinhold R i e h n einen Vortrag hielt. Mit Ausnahme des Anti- semiten Raab stellten sich alle übrigen Redner freundlich zu den Konsumvereinen. Danach wurden die Wahlen für den Ausschuß der Gesellschaft vorgenommen. Gewählt wurden: Professor B r e n ta no- München, Abg. B r u st- Altenessen, Professor F r a n ck e- Berlin, Arbeitersekretär Gicsberts- M.-Gladbach, L e h n e r, Vorsitzender des bahr. Eisenbahner-Verbandes-Münchcn, Gewcrbeinspektor L ö s s e r- Darmstadt, Abg. P a ch n i ck e- Berlin, Professor Sombart- Breslau, Pfarrer Lic. Weber- M.-Glad- dach und Professor Wirminghaus- Köln. Die Wahl des Vor- standes erfolgt durch den Ausschuß. Gegen Warenhäuser und Konsumvereine. Am Sonntag waren hier unter dem Banner des Professors Suchsland- Halle und des Landtagsabgeordneten Hammer 146 Vertreter von 106 Krämervereinen versammelt, um zu beraten, wie der Fortschritt im Handel verhindert werden kann. Herr Hammer erklärte die jetzige Warcnhaussteuer für ganz unzulänglich. Nach seinem Vortrage wurde beschlossen: „Die zu einer Konferenz zusammengetretenen preußischen Ver- bände und Vereine von Handel- und Gewerbetreibenden begrüßen freudig die von der Kommission für Handel und Gewerbe des preußischen Abgeordnetenhauses gemachten Abänderungsvorschläge zum Warenhaussteuergesetz, wonach diese Steuer progressiv bis zu 5 Prozent vom Umsatz erhöht wird und erachten diese Verschärfung als dringend notwendig zum Schutze der Interessen des Gewerbe- trcibendenstandes, der in seiner Existenz durch die großkapitalistischen Unternehmungen in immer stärkerem Maße bedrängt wird. Die Konferenz bittet das Abgeordnetenhaus, die Vorschläge der Kom- Mission anzunehmen und zweifelt nicht daran, daß auch die Re- gierung denselben beitreten wird und muß." lieber die Konsumvereine wurde nach Suchslands Vortrag be- schlössen:„Die Delegiertenkonferenz bittet die preußische Regierung, den königlich preußischen Beamten und Militärs die Beteiligung an allen 5tonsum- und Produttiv-Genossenschaften zu verbieten. Ferner wird die Regierung gebeten, eine Abänderung des Reichsgesctzes betr. die Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften dahin anzu- bahnen, daß die Konsumvereine zur Eintragung gezwungen werden und somit der Besteuerung unterliegen, daß den Vorstandsmit- gliedern die Annahme von Besoldung untersagt wird, die Ausgabe von Marken als Zahlungsmittel verboten ist, und der volle Ge- schäftsüberschuß an die Mitglieder zu verteilen ist.— Die in der Debatte aufgestellten� Behauptungen sollen in einer Broschüre zu- sammengestellt und den Behörden übermittelt werden. Die Konferenz beschloß, Schritte zur Gründung eines Zentralverbandes preußischer gewerblicher Vereine zu unternehmen. Die schwedische Gewerbeinspektion im Jahre 1903. In der vorigen Woche hat das schwedische Kommerzkollegium seinen Bericht über die Gewerbeinspektion im vorigen Jahre herausgegeben. Er bildet eine Zusammenfassung der Berichte der einzelnen Gewerbe- inspektoren und ist mit vielen Tabellen ausgestattet. Im verflossenen Jahre sind 2094 Arbeitsstätten mit zusammen 68 910 Arbeitern inspiziert worden, davon 898 mit 12 878 Arbeitern zum erstenmal.— Seit Juli 1896, dem Zeitpunkt, wo das Gesetz zum Schutz gegen Gewcrbegefahren in Kraft trat, find im ganzen 10 743 Arbeitsstätten mit 279 584 Arbeitern inspiziert worden, da- von ein Teil zwei oder mehrere Male.— An 1629 der im Berichtsjahr inspizierten Arbeitsstätten wurden schriftliche An- Weisungen über Schutz gegen Gewerbegefahren geliefert; die Zahl dieser Anweisungen belief sich auf 5447. Dampf- kesselrevisionen fanden auf direkte Veranlassung der Unternehmer 2270 statt; außerdem wurden 1965 Dampfkessel auf Veranlassung der„Dampfkcsselvereine" von Nord-, Mittel- und Südschweden revidiert. Dampflcsselcxplosionen fanden 2 statt, wobei 5 Ar- beiter getötet wurden.— Im ganzen fanden im Berichtsjahr 2877 Unfälle statt, wovon 66 den Tod zur Folge hatten. Nicht weniger als 555 Unfälle geschahen ohne Ein- Wirkung von Maschinenkrast. Ferner kamen 2'Fälle von Phos- phornekrose zur 5lenntnis der Gewerbeinspcktoren. Die Vorschriften über Anmeldung der Minderjährigen wurden, soweit festgestellt werden konnte, auf 95 Arbeitsstätten nicht beachtet. Außerdem wurden 271 Unternehmer wegen Vergehen gegen andere Vorschriften des Gesetzes über die Beschäftigung minderjähriger und weiblicher Arbeiter in industriellen Betrieben zur Anzeige gebracht. 35039 Minderjährige wurden im Berichtsjahr ärztlich untersucht; in 464 Fällen wurde den Untersuchten die weitere Teilnahme an der Arbeit verboten und in 109 Fällen mußte den Betreffenden leichtere Arbeit überwiesen werden. Ferner wird im Bericht bemerkt, daß ein Gewerbeinspektor die Ansicht ausgesprochen habe, es müsse gesetzlich verboten werden, Gasmaschinen in Arbeitsräumen aus- zustellen und eine Vorschrift darüber erlassen werden, daß der abgeschlossene Maschinenraum mit ausreichender Ventilation ver- sehen sei. Ein anderer Gewcrbeinspektor erklärte es für notwendig, daß allgemeine Vorschriften über die Anwendung von Acetylengaswerken, sowohl hinsichtlich ihrer Kon- struktion als auch ihrer Aufstellung in den Fabrikgebäuden erlassen würden._ Der Falschmünzer- Prozeß. In dem großen Falschmünzer-Prozetz Gelhaus und Genossen leitete der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor K a n z o w gestern die Verhandlungen zu dem zweiten Teil der Anklage hinüber, in welchem die Angeklagten Gelhaus und Mikulla die Hauptrolle spielen. Gel- haus wird beschuldigt, sich nicht nur mit der Herstellung und dem Vertrieb von falschen Zinsscheinen befaßt, sondern auch mit der Her- stellung falschen Metallgeldes beschäftigt zu haben. Er ist im Ge- fängnis Plötzensee mit dem Angeklagten Mikulla bekannt ge- worden, der ebenso, wie er selbst, den Plan gefaßt hatte, Falsch- münzerei zu betreiben. Als Mikulla aus dem Gefängnis ausbrach und nach Holland flüchtete, verabredeten sich beide, daß Mikulla in Holland deutsches Geld und Gclhaus in Teutschland holländisches Geld fabrizieren sollte. Gelhaus wandte sich an den Angeklagten Blattner und dieser bestellte im Auftrage des Gelhaus bei dem Graveur Wahl die Gravierung eines Kopfes der Königin Wilhelmine von Holland. Er legte dabei einen Vertrag vor, nach welchem sein Besteller sich angeblich verpflichtet haben sollte, bei Vermeidung einer hohen Konventionalstrafe durch ein neues Verfahren den Abdruck einer Münze in Stahl herzustellen. Herr Wahl war zwar hiernach von dem redlichen Zweck der Gravierung im allgemeinen überzeugt, er benutzte aber aus Vorsicht zu dem Stempel weichen, schwedischen Stahl, der sich nicht härten läßt und deshalb zur Prägung von Metallgeld auf die Dauer nicht zu verwenden ist. Diesen Stempel schickte Gelhaus dem Mikulla zu, der sich in Amsterdam unter dem Namen Emil Stüwcrt aufhielt. Einige Zeit darauf teilte Mikulla dem Gelhaus mit, daß er in Amsterdam einen tüchtigen Graveur ausfindig gemacht habe. Er forderte Geld von Gelhaus, der ihm auch 23 oder 27 holländische Gulden schickte. Außerdem schickte ihm Gelhaus zum Zwecke der in Amsterdam projektierten Anfertigung deutschen Geldes eine Schützenmedaille mit dem Bildnis des Kaisers Wilhelm II., einige Fünf- und Zweimarkstücke. Mit einem dieser Fünfmarkstücke begab sich Mikulla alias Srüwert in Amsterdam zu dem dortigen Graveur P o.st h u m u s. Er bestellte unter dem zweiten Falsch- namen„Müller, Neustraet" die Gravierung des Kopfes des Kaisers Wilhelm II., angeblich zu einer Brosche. Bei einem späteren Besuch wählte er aus den Warenvorräten des Posthumus zu einer Umfchrift solche Buchstaben, die den Buchstaben des echten Geldstückes fast genau gleichen. Das Münzzeichen A sollte wegbleiben. Als Mikulla bei einem dritten Besuch verlangte, daß auch das Münzzeichen A mitgraviert werden sollte, erkannte Posthumus die verbrecherische Ab» ficht und erstattete Anzeige bei der Polizei. Diese ordnete an, daß Herr Posthmnus ruhig die Gravierung fertig stellen und den Mikulla zur Abholung auf einen bestimmten Tag bestellen sollte. Mikulla kam denn auch, leistete Zahlung und erhielt außer zwei Bleiabdrücken den Stempel ausgehändigt. Vor der Landentür wurde er dann durch die Polizei verhaftet. Er spielte dabei zunächst den Entrüsteten, erklärte seine Verhaftung für eine Dreistigkeit und be- hauptete daß er Stüwert fei und mit einem Mikulla ga? nichts zu tun habe. Auf eine Frage des Präsidenten, ob denn Mikulla im Gefängnis oder später den Eindruck empfangen, daß Gelhaus nicht richtig im Kopfe sei, erklärt« Mikulla plötzlich, daß er allerdings den Verdacht gehabt habe, daß Gelhaus an Größenwahn leide. So habe er ihm manchmal gesagt, er habe eine mehrfache Millionärin zur Braut. — Medizinalrat Dr. Mitte nzweig: Hat er Ihnen denn nicht auch gesagt, daß er das Geld zu sozialistischen oder anarchistischen Zwecken gebrauche?— Angeklagter Mikulla: Wenn ich ihn'mal fragte, wozu er das Geld gebrauche, dann hat er geantwortet: Was denkst Du denn, wo die sozialistische Partei das viele Geld her hat, was sie fortwährend einnimmt?— Präsident Landgerichtsdirektor K an z o w: Angeklagter Gclhaus, Sie haben sich verschiedentlich selbst als Anarchist bezeichnet, es ist auch die Mösts che„Freiheit" bei Ihnen vorgefunden worden. Ihrer Braut gegenüber haben Sie sich aber als Sozialdemokrat aufgespielt, Sie haben den Sozialdemokraten markiert und von Agitationsreisen ge- sprachen; wahrscheinlich wollten Sie damit Ihre wiederholten Reisen erklären.— Angeklagter Gelhaus(heftig): Ich bin niemals Sozialdemokrat gewesen» ich habe auch keinem Anarchistenklub angehört. Ich bin Anarchist für mich selber.— Präs.: Angeklagter Lache, auch bei Ihnen ist mal zur Sprache gekommen, daß Sic sich gerühmt haben, Anarchist zu sein.— Angeklagter Lache: Wissen Sie, da ist etwas Wahres und etwas Schwindel dabei.— Präs.: Ja, das glaube ich, mir scheint bei dieser ganzen Angelegenheit viel Schwindel obzuwalten.— Angeklagter Gel haus(immer' poltender sprechend): Ich bin Anarchist für mich, ich arbeite für mich allein! Ich will allein den Ruhm ernten, nicht aber andere Leute! Ein Anarchist, der Goldwaren stiehlt, ist für mich kein Anarchist! Ein Anarchist läßt sein Leben, fein Blut und alles, was er hat, für das Volk, er strebt für die Freiheit des Volles. Gerechtigkeit will ich haben, die Blut- fauger müssen nieder...—• Präs.; Halt, G e I h a u s, so geht es nicht weiter! Glauben Sie nicht, daß sie mit solchem Komödien» spielen irgend welchen Eindruck wachen! Angeklagter Mikulla, lviederholen Sie noch einmal, was er'Ihnen angeblich über die Sozialdemokratie geschrieben haben soll.— Angekl. Mikulla: Er hat geschrieben, daß die sozialistische Partei, oder wenigstens einzelne darunter, falsches Geld machen, aber nicht aus unechtem, sondern aus echtem Metall. Daraus bezöge die Partei Millionen und verwende sie zu Parteizwecken.— P r äs.: Befitzen Sie denn irgend einen der- artigen Brief noch?— Angekl.: Nein.— Präs.: Es ist sonderbar. Wir haben hier viele Briefe des Gelhaus, die durchaus verständig sind und von dem angeblich unverständigen kommt keiner zum Vorschein!— Sachverständiger Med.-Rat Dr. Leppmann: Ist dem Angeklagten Mikulla nicht bekannt, daß die Leute, die fich im Gefängnis treffen und sich ihre Schicksale erzählen, meist zu renommieren pflegen und daß die„reiche Braut" fast jedesmal in den Gesprächen eine Rolle spielt?— Mikulla: Das stimmt ja. Im Gefängnis hat mir Gelhaus gesagt, daß er sehr wohlhabend sei.— Med.-Rat Dr. Leppmann: Ist dem Angeklagten Mikulla nicht bekannt, daß sich Falschmünzer wiederholt damit ent- schuldigt haben, daß sie die auf verbrecherischem Wege erlangten Gelder angeblich zu politischen und Pärteizwecken gebraucht haben, wie dies beispielsweise im Prozeß Lorenz und Genossen vorkam?— Präs.: Tatsächlich hat Gelhaus ein paar tausend Mark mütter» lichcs Erbteil gehabt. Während der folgenden Vernehmung des Münzwardcin- Assistenten Dr. H a m m e r i ch wird die Oeffentlichkeit aus- geschlossen. Der Sachverständige gibt in einem längeren Vortrage eine interessante Schilderung der verschiedenen gabrikationsarten, welche die Falschmünzer bei der Herstellung falscher Geldstücke an» wenden. Das hier in Frage stehende sei das schwierigste und er- fordere die. größte tcchnifche Geschicklichkeit. Was den Stempel mit dem Bildnis des Kaisers Wilhelm II. betreffe, der zur Herstellung falscher Fünfmarkstücke verwendet werden sollte, so können wir uns nur gratulieren, daß Herr Posthumus nicht Falschmünzerei betreibt. Der Stempel sei so tadellos gemacht, daß die mit diesem Stempel hergestellten Falschstücke von exorbitanter Gemeingefährlichkeit gewesen sein würden. Nach Beendigung dieses Gutachtens wird die Oeffentlichkeit wieder hergestellt, nachdem der Vorsitzende mitgeteilt, daß bei ihm ein Brief eingegangen sei wonach eine ganze Falschmünzer-Familie den Verhandlungen im Zuhörerraume beiwohne. G e l h a u s bekundet auf Befrage», daß er hier eine technische Schule in der Ncanderstraße besucht habe. Auf weitere Fragen gibt er keine Antwort, fondern erklärt, daß ihm„nicht wohl" sei.— Präs.: Ihnen scheint in gewissen Momenten immer nicht wohl zu fein! Schließlich erklärt GelhauS, daß er unwohl sei und der Verhandlung nicht mehr folgen könne. Der Vorsitzende ist deshalb genötigt, die Verhandlung abzubrechen und auf Dienstag 9 Uhr zu vertagen._ Berliner partei-Hn�elegenbeiten. Wahlverein für den 4. Reichstags-Wahlkreis Osten. Heute Dienstag, abends 8'/, Uhr. findet in Boekers Festsälen, Weberstr. 17, eine Versammlung mit folgender Tagesordnung statt: P a r l a- mentarismus und Sozialdemokratie(Fortsetzung der Debatte der letzten Versammlung); ferner sind die an den Vorstand gelangten Anttäge zu beraten. Fünfter Wahlkreis. Die außerordentliche General- Versammlung des Wahlvereins findet heute Dienstag» präzise abends S'/o Uhr, im Alten Schützenhause, Linien st r. 6, statt. Bei der Wichttgkeit der Tagesordnung nuissen alle Mitglieder erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Charlottrniiirg. Am heutigen Dienstag, abends 8'/, Uhr. findet die Generalversammlung des Wahlvereins im Volkshause. Rosinen st raße 3. statt. Auf der Tagesordnung steht ein Referat des Reichstags- Abgeordneten Genossen Ledebour über: Die fozialdemokratische bei Herrn Scheruch, dem so schnöde von den Katholiken in Stich nun aus unserer Nr. 191 bekannt sein mußte, eine amtliche Quelle Taktik und ihre Erfolge". Ferner ist die Neuwahl des gelaffenen Dekonomen des Leo- Hospiz anfragen, wie es um die benutzt worden war. Inzwischen hatten wir Pastor Sch. brieflich Borstandes vorzunehmen. Es ist daher Pflicht sämtlicher Mit- sozialdemokratische und wie es um die Zentrum 3- gebeten, uns bei der Aufklärung des Fehlers zu helfen. Vier Wochen glieder, zu erscheinen. Für Gäste und Frauen ist die Tribüne re- toleranz in der Saalfrage bestellt ist. serviert. Die Parteitags Protokolle werden für 10 Pf. ausgegeben. Lichtenberg. Heute findet die Generalversammlung des Wahlvereins bei Gürsch, Kronprinzen- Garten, Frankfurter Chaussee Nr. 86, statt. Schöneberg. Heute Dienstag abend findet bei Ob st, Meininger straße 8, die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Der außerordentlich wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen sämtlicher Mitglieder notwendig. Mitgliedsbuch legitimiert. Frauen als Gäste haben Zutritt. M = Treptow- Baumschulenweg. Heute abend bei Ackermann Generalbersammlung des Wahlvereins. Das 8. Gründungs fest findet kommenden Sonnabend in Ackermanns Festsälen statt. Der Eintrittspreis ist troz des reichhaltigen Künstlerprogramms auf nur 40 Bf. festgesetzt. Weißensee. Heute abend 82 Uhr Generalversammlung bei Wloderczyk, Königchaussee 49. Siehe Annonce vom Sonntag. Reinickendorf. In der Vereinsversammlung bei Otto, Berliner Straße 113, spricht Genosse Kiesel heute, Dienstag abend 82 Uhr, über den Wahlrechtsraub der reaktionären Parteien. Lokales. " 1 " später erneuerten wir diese Bitte mündlich. Nach weiteren vier Wochen erhalten wir jetzt von Herrn Postor Sch. die schriftliche Mitteilung, daß dem Domküster Laube, der jene Statistik alljährlich zusammen= stellt, durch Schuld des Totengräbers der Auferstehungsgemeinde, unvollständige Zahlen zugegangen sind. Der Fehler ist also im Lager der Kirchlichen und nicht bei uns gemacht worden. " " Eine andere Blüte aus diesem katholischen Blumenstrauß: Unter dem Terrorismus der" Organisierten" ist der kleine Kneipwirt die Zielscheibe steter Roheiten und oft genug zittert er für sein Leben, weil er es nicht wagen darf, einen der schlimmsten Radaubrüder an die Luft zu Zum evangelischen Reichsboten" hatte sich die katholische setzen. Mehr trint als arbeitswillig ist diese Masse der Kneipo- Germania" gesellt. Auch ihren Zorneserguß haben wir aufkratie, die Kerntruppe des Umsturzes, das tributäre Untertanentum gespart, bis Pastor Sch. geantwortet hätte. Sie zeterte über Entder firen Jdee der selbstherrlichen Böbelgewalt im Staate. stellungen usw., verschivieg aber, worin diese bestehen sollten. Dafür Dem Mann, der diese Albernheit geschrieben hat, muß offenbar schwindelte sie dann selber, dreist und gottesfürchtig, das Blaue vom eine Ortsverwechselung unterlaufen sein. Er wird sich, auch wenn Himmel herab. Sie log: Unter der Vorgabe, die Interessen der Den Parteigenoffen des Reichstags- Wahlkreises Potsdam wir ihm versprechen, aus sozialdemokratischen Mitteln eine nagel- interbliebenen gegenüber dem Geistlichen zu wahren, versucht er Spandau- Osthavelland zur Nachricht, daß sich der Zentral- neue Kirche zu bauen, vergebens mühen, einen Wirt mit sozial- der Vorwärts“)" einzelne Fälle, in welchen ein solcher mit Recht seine Mitwirkung beim Leichenbegängnis abgelehnt hat, dahin ausborstand des Zentral- Wahlvereins konstituiert hat und aus folgenden demokratischer Kundschaft namhaft zu machen, der schon nötig gehabt zubeuten, daß er die Genossen von der Zuziehung eines Geistlichen Genossen zusammengesezt ist: 1. Vorsigender August Paris; 2. Vor- hätte, im Verkehr mit diesen seinen Gästen um sein Leben besorgt überhaupt abwendig macht." Hätte sie die betreffenden Stellen fizender Julius Bauer, 1. Kassierer Richard Schmidt, 2. Kassierer zu sein. So viel auch schon gegen uns ins Feld geführt worden unseres Artikels abgedruckt, so wäre ihren paar Lesern sofort klar Karl Seeger, Schriftführer Karl Schallert. Sämtlich in Velten. ist, der Parteibudiker, der sich vor seinen Gästen nicht zu retten geworden, daß auch wir das Verhalten der Geistlichen für pflichtBeifizer Otto Krause, Hennigsdorf a. H. und Gustav Wolf, Wehle- weiß, ist uns noch nicht in Wort und Bild begegnet. Wohl aber gemäß erklärt haben. Aber gerade das paßt den Muckern nicht in fanz. Siz des Zentralvorstandes ist Belten. find zu richten an den Genossen August Paris, Velten i. Mart, belehrt selbst jedes harmlose Wigblatt vom Schlage der Fliegenden den Kram. Das Blatt erzählt dann, daß von Sozialdemokraten auf Luisenstr. 17; Sendungen die Kasse betreffend find zu richten an den Blätter" die Welt darüber, daß das klassische Land der Wirtshaus Hinterbliebene ein Drud ausgeübt werde, um die zuziehung von Geistlichen zur Beerdigung zu verhindern. Wahr ist, daß in neuerer Genossen Richard Schmidt, Velten, Luisenstr. 36. raufereien zugleich das katholischeste iſt. Zeit mehrfach die Hinterbliebenen verstorbener Sozialdemokraten vor Nach solcher Leistung wird die folgende Kraftstelle kaum noch die Wahl gestellt worden sind, entweder auf den Bastor oder auf die auffallen: übliche Ehrung durch Parteigenossen und Arbeitskollegen zu ver Und wie gefährlich dieser Zustand schon ist, wie sehr er die zichten. Das hat aber auch seinen guten Grund. Es iſt oft genug foziale Demoralisierung der unteren Klassen befördert und welche vorgekommen, daß Pastoren an dieser Ehrung Anstoß nahmen. Da traurigen Aussichten auf die Zukunft er eröffnet, das beweist wohl in solchem Fall nach Lage der Geseze die Sozialdemokraten stets am besten die Tatsache, daß das anarchistisch- kommunistische den kürzeren ziehen mußten, so blieb nur übrig, eine reinliche ScheiProgramm, welches von dem Dr. Friedeberg und Genossen dung vorzunehmen. Kein Billigdenkender kann hiergegen etwas einin der Propaganda für den Generalstreit" entwickelt wird, zuwenden haben. Und die Geistlichen sollten es zufrieden sein, sich heute schon mit erstaunlicher Schnelligkeit von den Trint nicht immer wieder über den Kranz mit roter Schleife ärgern zu willigen" angenommen worden ist und daß sich jeder in allen müssen. Das katholische Blatt aber schimpft darüber, daß die Frau Arbeitertneipen davon überzeugen kann, wie dies alte, neue Heils eines Mannes, die ihrer Angabe nach bei den religiösen Verwandten mittel als Universalmittel von den Schreihälsen der Sozial- des Mannes kein Aergernis hervorrufen" und deshalb auf den demokratie verkündigt wird. Geistlichen nicht verzichten wollte, ihren Mann ohne Deputation Das hätte unser Freund Dr. Friedeberg sich wohl nicht träumen und Kranz des Verbandes" zu Grabe tragen lassen mußte. Man lassen, daß ausgerechnet er als Urheber alkoholischer Exzesse höre und staune: die fromme" Germania" flagt, daß ein Verstorbener, dessen Frau den Pastor offenbar wieder nur des„ besseren Es ist ja an sich etwas Lächerliches, aus der Religion eines Wir wollen es an diesen Proben genug sein lassen, obgleich aus traten in der bei Sozialdemokraten üblichen Weise geehrt worden ist! Eindrucks" wegen wünschte, nicht daneben noch durch Sozialdemo= Menschen dessen sittliche Qualität ableiten zu wollen, und daher dem Artikel des katholischen Blattes noch so manche Kraftstelle zu- 3u solchem erheiternder. Widersinn gelangt das Muckertum in haben besonders wir Sozialdemokraten dem im Norden Deutsch- tage zu fördern wäre. Es ist wohl unnötig, zu sagen, daß wir seinem ohnmächtigen Haß gegen die Sozialdemokratie. lands seit Alters eingewurzelten Vorurteil gegen die Katholiken ent- den Katholizismus durchaus nicht generell für die Verlotterung der gegenzutreten. Uns soll an sich der Katholik nicht minder will- Germania" verantwortlich machen. Wir haben selber Beispiele anDer Fischhandel wird immer schwieriger. Obwohl das Gesamtkommen sein, wie der Freidenker, der Evangelische oder der Jude, geführt, aus denen ersichtlich ist, daß auch dem Sozialismus durchaus ergebnis des Fischhandels in den Berliner Markthallen im letzten und wir haben den Menschen, wenn er sonst von der Notwendigkeit abgeneigte Katholiken die Sozialdemokratie einiger Jahre nicht schlechter, sondern eher noch besser als im Vorjahre gedes demokratischen Sozialismus überzeugt ist, in seiner Religion maßen gerecht zu beurteilen wissen. Nichts wäre törichter und wesen sein dürfte, so wird das Geschäft von Jahr zu Jahr schwieriger, Das Abnehmen des ungeschoren zu lassen. Wer anders denkt, wer die sittliche Be- ungerechter, den Katholiken allgemein die Roheiten gewisser da die Ware immer knapper und teurer wird. wertung eines Menschen von dessen Religion oder dessen Stellung Sentrumsblätter entgelten zu lassen, von denen der Zentrumsführer Fiſchreichtums in unseren heimischen Gewässern ist nicht mehr abzur Religion abhängig macht, der läuft Gefahr, auf den moralisch Herr Bach em im Augustinerverein vor einiger Zeit sagte, daß zuleugnen. In der Nord- und Ostsee wurden zwar größere Mengen von Fischen gefangen, doch war der Hauptteil des Fanges flein. verabscheuungswürdigen Standpunkt des früheren Kriegsministers eine Presse so niedrig dastehe, daß in keiner so ge- Am Berliner Markt ist zu beklagen, daß erste Qualitäten stets Bronsart herabzusinken, der im Reichstage den auf dissidentische hässig gefämpft werde wie in ihr und daß in der persön inapp sind, dies trifft namentlich bei Schellfischen zu. Es waren Refruten geübten Taufawang mit empörenden Redes lichen Beschimpfung der Gegner die katholische Bresse von meist nur Zufuhren zweiter und dritter Qualität am Markt. Russischer wendung zu verteidigen suchte, daß es eine Art moralischer einer anderen übertroffen werde. Zander traf in größeren Sendungen ein; bei der Knappheit sämtlicher Berlotterung der Eltern wieder gut zu machen gelte. Wohl aber ist es notwendig, die Katholiken dem demorali- Fischarten und bei dem fast gänzlichen Fehlen guter Tafelfische hiesigen Wenn nun trotzdem das Vorurteil gegen Katholiken auch in fierenden Einfluß einer solchen Presse zu entziehen, die nichts anderes Ursprungs muß der ruffische Zander sehr oft aushelfen. In Edelfrebsen, Arbeiterkreisen so leicht nicht auszurotten ist, so trägt hieran mit der Religion anzufangen weiß, als sie als Dedmantel für unvorwiegend Ostpreußen, waren die Zufuhren meist reichlich, die Preise wenig verändert. Minderwertige Krebse, sogenannte galiziſche die katholische Preffe die Schuld. Uns ist in erhört niedrige Verleumdungen zu mißbrauchen. Kein größerer Sumpffrebse, waren in größeren Mengen am Markt. Die Qualität der„ Post" und in anderen Scharfmacherblättern ja schon manche Irrtum als der, daß Berlin und seine Umgebung schon völlig von dieses Krebses ist um vieles geringer als des deutschen Edelkrebses. Der gefrorene Probe niederträchtiger Verhegung aufgetischt worden, aber es dürfte der Sozialdemokratie aufgesogen sei, daß es hier, für uns nichts Ditjeelachse werden immer weniger zugeführt. schwer sein, nachzuweisen, daß in diesen Blättern auf die sozial- mehr zu agitieren gäbe. Jeder, der einen aus dem Osten ein- amerikanische Lachs muß das Manto decken. Hiervon sind täglich demokratisch denkende Arbeiterschaft so viel Gemeinheit gehäuft wird, gewanderten Arbeiter durch sachliche Argumente zum Sozialismus größere Mengen am Markt. Ueber das Geschäft im allgemeinen wie in der Germania" und deren Ableger, der Märk. Volts- zu bekehren und ihn damit dem verderblichen Einfluß der zeitung". Es ist wohl nicht zu viel gesagt, daß z. B. neun Behntel Bentrumspresse zu entziehen sucht, begeht eine Sulturtat ersten der ortsüblichen Terrorismus- Lügen in der Redaktion dieser Ranges. Zeitungen fabriziert werden. Die Heidenangst, daß die heute noch zum Zentrum haltenden Arbeiter zu schnell sich der Sozialdemokratie zuwenden könnten, macht diese giftigen Ausfälle ferflärlich. " Die Berliner Zentrumspreffe. " Zur Kennzeichnung der Verlotterung, die sich in der., Germania" breit macht, wollen wir heute einige Kraftstellen aus einem Artikel in der Sonntagsnummer wiedergeben, der sich mit der sozialdemokratischen Lokalliste befaßt. " die Herren Genossen", welche sich zu leitenden Stellungen mit leitenden Einnahmen emporgeschwungen haben, kennen so etwas im Boykott nicht und suchen mit Borliebe solche Restaurants und Gasthäuser auf, wo der schwieligen Hand" keine Gans gebraten wird und feine Rebhühner das elende Dasein verschönen; und diese Auserwählten" des roten Volkes stoßen sich nicht daran, wenn an den Restaurants das Hoflieferantenwappen prangt find fie doch die Herrscher der Welt in spe und können fie doch für ihr Geld genießen ohne Scheu, weil dem Gelde die Herkunft aus dem Schweiße der Arbeit nicht anzusehen ist und 100 Arbeitergroschen auch eine goldene Münze bilden. Es lohnt sich nicht, daß wir selber dies Stück Gemeinheit widerlegen, wir überlassen es vielmehr einem anderen Blatte, hierauf die gebührende Antwort zu geben: Vollständig deplaciert ist es aber, die Parteibeiträge der Sozialdemokratie und die Futterkrippe als Schredgespenst aufmarschieren zu lassen in einem Zeitpunkte, wo die Zentrumspartei vor einem der schwersten Wahlkämpfe steht. Wir wünschen, daß man sich an der Dpferwilligkeit der sozialdemokratischen Arbeiter ein Beispiel nehme. Wir haben aber den Eindruck, daß die sozialdemokratischen Arbeiter von ihren bezahlten Führern ein reichliches Maß von geistiger und agitatorischer Arbeit fordern und daß diese auch wohl meistens geleistet wird. Schließlich aber ist es Sache der sozialdemokratischen Arbeiter, zuzusehen, wie ihre Agitationsgroschen verwendet werden. demastiert wird. Der Pastor als Dekoration. läßt sich behaupten, daß fast sämtliche Fischarten in einer fortgefeßten Preissteigerung begriffen sind und als Boltsnahrungsmittel faum noch in Betracht kommen. Der Jahresumsatz in lebenden und toten Flußfischen durch Versteigerungen in der Zentral- Markthalle I belief sich auf rund 23 900 Zentner im Werte von 1 012 810 M. Das Ende der Deutschen Volksbühne? Direktor Fischer vom Karl Weiß- Theater schreibt uns: Das Gastspiel der Deutschen Volksbühne, welches seit sechs Wochen an dieser Bühne stattfand, hat mit dem gestrigen Tage sein Ende erreicht. Herr Direktor Fischer, welcher noch fünf Jahre Pächter des Theaters ist, wird das Theater in fürzester Zeit wieder eröffnen. Dagegen teilt uns die Direktion der Deutschen Volksbühne mit, daß die Vorstellungen im Karl Weiß- Theater mehrere Tage eingestellt werden, da verschiedene vom föniglichen Polizeipräsidium gestellte Bedingungen innerhalb der gestellten Frist nicht erledigt werden konnten. Die Verhandlungen werden fortgeführt. Das Ensemble der Bühne wird inzwischen Gastspiele absolvieren u. a. im föniglichen Schauspielhause au Potsdam. um In Nr. 188 vom 12. August erörterten wir die Frage, ob in Berlin jemand es heute noch nötig" habe, bei Beerdigung eines Angehörigen nur um des„ besserens Eindrucks" willen einen Pastor zu bemühen. Anlaß zu dieser Betrachtung waren zwei an uns gelangte Beschwerden, die sich gegen einen evangelischen bezw. einen katholischen Geistlichen richteten. Auf Grund des von uns ermittelten Sachverhalts waren wir zu der Ansicht gekommen, daß in beiden Fällen das Verhalten der Geistlichen, das von Leidtragenden als unduldsam und hart empfunden wurde, nur pflichtgemäß gewesen sei. wir sprachen das offen aus und fügten hinzu, es brauche ja niemand einem Pastor nachzulaufen. Namentlich solle das der nicht tun, der unfromm sei und den Geistlichen höchstens noch als Dekoration benußen wolle. Und zum Beweise, daß die ehrlich Unfrommen, die bei Beerdigung Angehöriger auf die Tröstungen der Kirche verzichten, Ein rätselhafter Mensch. Einen eigentümlichen Verlauf hat eine in Berlin keineswegs vereinzelt sind, veröffentlichten wir eine Statistit Anklagesache genommen, welche gestern zum zweitenmal die fiebente aus 1902, die für verschiedene evangelische und katholische Gemeinden Strafkammer des Landgerichts I beschäftigte. Aus dem Zuchthause Berlins ergab, daß in ihnen mehr als die Hälfte der Verstorbenen zu Brandenburg wurde der Bäcker Rudolf Sinzig vorgeführt, ohne Geistliche beerdigt wurden. welcher in Gemeinschaft mit Anderen mehrere Einbruchsdiebstähle Diese ruhige Feststellung der Tatsachen bereitete den kirchlichen begangen hatte. Da er kurz vor der letzten Verhandlung wegen Kreisen beider Konfessionen großes Aergernis. Man fand es un Diebstahls zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, bequem, daß der„ Vorwärts" seinen Lesern jene Statistik mitteilte, die er damals verbüßte, so erhielt er eine Zusatzstrafe von Es handelte sich Jahren Zuchthaus. bier die die Unkirchlichkeit der Berliner deutlich erkennen ließ. Dazu noch drei Denen einer bei einem Uhrmacher tam aber noch etwas anderes. Hätten wir die beiden Geistlichen, Einbruchsdiebstähle von und den Dieben die nur ihre Pflicht erfüllten, gescholten und beschimpft, so hätte in ter Bredowstraße ausgeführt wurde drüben uns mancher im stillen dafür gedankt. Denn dann hätte sich reiche Beute brachte. Sinzig gab seine Teilnahme an allen vier wieder einmal ein erwünschter Anlaß geboten, den entsetzten Fällen zu und schilderte besonders die Einzelheiten des bei dem UhrGläubigen zu zeigen, was für schlechte Menschen die Sozialdemokraten macher begangenen Diebstahls und die lokalen Verhältnisse so genau sind. Doch das taten wir nicht, sondern wir erklärten unserer Ueber- und zutreffend, daß an seiner Mittäterschaft fein Zweifel bleiben zeugung gemäß, daß die beiden Geistlichen sich so unerbittlich gezeigt fonnte. Und doch war er an diesem Diebstahl nicht beteiligt. Vom haben, wie sie mußten: der eine, indem er eine Mutter von dem Zuchthause aus legte er Revision ein und behauptete, daß er den Ehrenplatz hinter dem Sarge ihres Sohnes fortwies; der andere, Einbruch bei dem Uhrmacher schon deshalb nicht begangen haben indem er die erbetene Mitwirkung bei einer Beerdigung abschlug. fönne, weil er sich damals bereits im Zuchthause befunden habe. der Diebstahl ausgeführt worden ſei, habe er Wir schalten auch nicht auf die ehrlich Frommen, die einen Pastor Wie einem der der Täter gehört. gehört. Da die angestellten Erum feinen Trost am Grabe bitten, sondern auf eine gewisse Sorte von Unfrommer, die trob ihrer Kirchenfeindschaft einen mittelungen die Richtigkeit dieser Angaben des Sinzig ergaben, Postor zuziehen, weil sie meinen, daß das besser aussieht so hob das Reichsgericht das Erkenntnis, insoweit es den UhrenMut eines ehrlichen Bekenntnisses der Unfcommheit. Dabei dachten werden. Im gestrigen Termine verweigerte der Angeklagte die und dekorativ wirkt. Wir forderten von allen Unfrommen den diebstahl betraf, auf. So mußte dieser Fall aufs neue verhandelt wir, auch im Lager der Kirchlichen werde man sich mit Verachtung Angabe eines Beweggrundes für sein sonderbares Verhalten. Es abwenden von jenen feigen Heuchlern, die den Pastor in eine be- wurde festgestellt, daß er zurzeit des fraglichen Diebstahls tatsächlich fchämend unwürdige Stellung drängen. Doch waren wir im Irrtum. bereits im Zuchthause gesessen hatte. Er mußte wegen dieses Falles freiDer Reichsbote", der von einem Pastor a. D. redigiert gesprochen werden. Die Gesamtstrafe von 6 Jahren Zuchthaus wurde wird, war das erste Blatt, das über uns herfiel: Er druckte die von auf 5 Jahre herabgesetzt. uns mitgeteilten Zahlen nebst unserer Erläuterung ab und jammerte Unsinnige Wette. Der 28 Jahre alte Klempner Walter Kreuzig in bekannter Manier, daß der Say" Religion ist Privatsache" schon aus der Wollinerstraße Nr. 28 a letterte nachts auf das Gerüst der wieder von uns verlegt worden sei. Die grundsäßlichen Ausführungen Normaluhr auf dem Vinetaplas und setzte sich auf die Spitze der unseres Artikels waren von dem Pastorenblatt nicht mit abgedruckt Uhr. Nach einer Weile sah ihn ein Schuhmann und forderte ihn Auch in diesen Zeilen tein wahres Wort. Mehr noch, die worden; sie hätten am Ende selbst den Lesern des Reichsboten" auf, herunterzukommen. Erst als der Beamte sich anschickte, ihn Dann holte er sich aus einer benachWahrheit ist hier förmlich auf den Kopf gestellt. Die Sozial- eingeleuchtet. In unserem Artifel war nun auch die Auferstehungs- herunterzuholen, folgte er. demokratie hat es in der Saalfrage noch keinem Gastwirt verwehrt, gemeinde erwähnt worden, aber die hierüber veröffentlichten Zahlen barten Gastwirtschaft Zigarren, un„ oben" etwas zu rauchen zu demokratie hat es in der Saalfrage noch keinem Gastwirt verwehrt, waren, wie fich später herausgestellt hat, falsch. Herr Pastor Schadt patriotischen Vereinen anzugehören. Was sie einzig verlangte, war, von der Auferstehungsgemeinde las sie im„ Reichsboten" und teilte haben, und wollte wieder auf die Uhr steigen, um, wie er sagte, daß der Wirt seinen Saal der sozialdemokratischen Arbeiterschaft mit uns die richtigen Zahlen mit, aus denen hervorgeht, daß dort 1902 eine Wette zum Austrag zu bringen. Jetzt fiel er aber von der derselben Bereitwilligkeit wie Striegervereinen 2c. zur Verfügung nicht drei Viertel, sondern nur etwa die Hälfte der Verstorbenen Leiter und brach sich den rechten Arm. stelle, und erst wenn ein Wirt auf eigenem Hochmut oder auf ohne Pastor beerdigt wurden. Das ist ein Unterschied, aber die Tatpolizeiliches, ultramontanes oder patriotisches Drängen der Sozial- fache, daß auch in der Auferstehungsgemeinde in einer recht beträchtlichen Zahl von Fällen auf den Trost am Grabe verzichtet wird, demokratie das Gastrecht bersagte, suchte sie den Mann durch bleibt auch so noch bestehen. Wir brachten die berüchtigten Zahlen den Boykott zu befferer Einsicht zu bringen. Und wenn in Nr. 191 vom 16. August und nannten als Quelle unserer falschen irgendwie das verwerfliche Mittel der Saalverweigerung gegen die Angaben das Berliner statistische Jahrbuch. Am 16. August abends Sozialdemokratie angewandt worden ist, so vom Zentrum. Doch teilte auch der Reichsbote" aus einer Buschrift des Pastors Sa. auch hier können wir, wie der vorigen Lüge gegenüber, einen tatho- die richtigen Zahlen mit, nahm dabei auf die früheren Angaben des lischen Mann für uns ins Feld führen. Möge die Germania" nur Vorwärts" bezug und verschwieg, daß von uns, wie dem Blatt Das Blatt, das derart die blöden Heuchelphrasen über die Verwendung der Arbeitergroschen verurteilt, ist ein Zentrumsblatt, die„ Westdeutsche Arbeiterzeitung". Vor nicht sehr langer Zeit, zu den vorjährigen Wahlen, empfing die„ Germania" von ihren eigenen Parteigenoffen diesen Denkzettel. Weiter heißt es in dem Lügenartikel der„ Germania": Zu Anfang begann die Sozialdemokratie mur mit der Empfehlung einzelner Parteibudiker; dann ging fie über zum Boytott solcher Budiker, welche zu patriotischen, Kriegervereinen wie anderen Gesellschaften gehörten, oder doch patriotischer Gesinnung, verdächtig" waren. " " Einen schweren Verlust erlitt ein alter Geldbriefträger, dem bisher in seiner langjährigen Dienstzeit noch nichts zugestoßen war. Am Sonntagmorgen verlor er auf dem Wege von den Linden" durch die Passage nach dem Postanit 64 6110 M. Das Geld, das er in größeren Geschäften eingezogen hatte, befand sich in sechs Tausendmarkscheinen, einem Hundertmarkschein und einem Zehnmartstid in einem fleinen schwarzen Täschchen, das er in seine Diensttasche geſtedt hatte. Der Finder oder wer sonst über den Verbleib des Täschchens und des Geldes etwas mitteilen fann, wird der im Intereffe des alten Beamten gebeten, sich auf dem Postamt 64 1 verhaftete Schmiedelehrling ist der 14jährige Sohn der Hohenstein- 1 Formen kennt, die in Italien im Verkehr mit dem häuslichen oder bei der Kriminalpolizei zu melden. schen Eheleute, welche in dem abgebrannten Hause eine Dachwohnung Bersonal die Regel bilden, wird hierin nichts Verdächtiges finden. Ein schweres Unglück, bei dem ein Ehepaar lebensgefährliche der Junge aufs entschiedenste, der Brandstifter zu sein. Obwohl der sicher. innehatten. Bei seiner Vernehmung durch den Amtsvorsteher bestritt Der Hauptmann hält sich der Treue seiner Gattin für absolut Verlegungen erlitt, hat sich Sonntagabend in der Lüßowstraße Andererseits halten es die Sachverständigen für ausereignet. Unmittelbar vor dem Motorwagen Nr. 2817 der Straßen- Verhafteke durch verschiedene früher verübte dumme Streiche seinen geschlossen, daß die junge Frau den schweren Dienstrevolver handbahnlinie 91 wollte an der Ecke der Magdeburgerstraße die Droschke Zweifel, daß der Junge Eltern viel Kummer bereitet hat, hegt man vielfach starken haben konnte. Hat also ein Dritter den Burschen im Schlafzimmer erster Klasse Nr. 7595 das Gleis kreuzen. Der Führer des Straßen nach 12 Uhr von seinem Meister fortgegangen ist, während das Dritte, wenn es der Mann nicht war? Ueber diese Frage wird der Uebeltäter ist, da er erst von Frau Battista überrascht und niedergeschossen? Wer war dieser bahnwagens gab, da der Droschkenkutscher die Warnungszeichen unbeachtet ließ, Gefahrbremse, und es gelang ihm auch, die Feuer schon um 21 Uhr entdeckt wurde; da es sofort den ganzen Prozeß Auskunft geben, dem jedenfalls eine erneute Prüfung der Geschwindigkeit herabzusetzen und den Wagen fast zum Stehen zu Ermittelt wurde, daß der Brand mittels Schwefelfäden an ver- Die verhaftete Dame befindet sich in gesegneten Umständen. Dachstuhl umfaßte, bedurfte es immerhin einiger Vorbereitungen. Wunden des Toten durch andere Sachverständige voraufgehen sollte. bringen. Die Droschke wurde aber doch am rechten Hinterrade erfaßt und zur Seite geschleudert. Auf dem Fahrdamm schiedenen Stellen angelegt ist. Wo diese Fäden, sowie ein aufstand nahe am Gleis der Kaufmann Helm mit seiner gefundener Topf mit Gasäther herstammen, bedarf noch der AufFrau, Steinmetzstraße 20 wohnhaft. Helm hatte die An- klärung. Bezüglich der Entstehung der früheren Brände im näherung des Straßenbahnwagens bemerkt und war stehen ge- Geislerschen und Schultheißschen Hause haben die behördlichen Nach blieben, um ihn vorbeizulassen. Das Ehepaar vermochte aber der forschungen noch kein Resultat ergeben, so daß der Verhaftete unter herumgeschleuderten Droschke nicht mehr auszuweichen und wurde zu dem Verdacht steht, auch in diesen Fällen der Brandstifter zu sein. Boden geworfen. Beide fielen so unglücklich, daß Frau H. mit dem Die Bismard- Warte auf den Müggelbergen ist am Sonntag ein Hinterkopf, ihr Mann mit der rechten Kopffeite auf die Kante der geweiht worden. Trotzdem die bourgeoise Bismarck- Schwärmerei Bordschwelle schlugen. Die Aermsten erlitten schwere Schädelbrüche oben nicht für ganz foscher gilt, hatten sich doch Oberpräsident und wurden nach dem Elisabeth- Krankenhause gebracht. Von einem v. Bethmann- Hollweg, Regierungspräsident v. d. Schulenburg und Straßenbahnwagen wurden zwei 12 und 5 Jahre alte Knaben über die Landräte v. Stubenrauch und v. Tresckow zu der Feier einfahren. Der eine erlitt eine Gehirnerschütterung, der andere einen gefunden. Oberschenkelbruch. 1 Ueber eine Brandkatastrophe wird aus New York vom Montag gemeldet: Im Judenviertel im östlichen Teile Brooklyns geriet eine Mietskaserne in der Moorstraße in Brand, wobei vier Personen erstickten und fünfzehn Verletzungen erlitten. Wegen Unterschlagung von Depots in Höhe von 120 000 m. wurde am Sonnabend auf Requisition der Staatsanwaltschaft in München der Rechtsanwalt Schiffner verhaftet. Verurteilter Soldatenschinder. In Magdeburg wurde der Unteroffizier Gehre vom 27. Infanterie- Regiment wegen Soldaten mißhandlung vom Ober- Kriegsgericht in der Berufungsinstanz zu 4 Monaten Gefängnis und Degradation verurteilt. Das Kriegsgericht hatte auf eine Strafe von 5 Monaten Gefängnis und DegraSation erkannt. Eingegangene Druckschriften. Onkel Sam. Amerikanische Reise- und Kulturbilder. Von Karl Auf dem Bau tödlich verunglückt ist der 33 Jahre alte Zimmer schule im Karlshorster Ortsteil wurde seinem Antrage gemäß von Friedrichsfelde. Das Gehalt des Schuldieners an der Gemeinde mann Alwin Otto aus der Elsenstr. 53 zu Rigdorf. Er glitt auf der Gemeindeverwaltung ohne Debatte von 400 auf 600 m. erhöht. auf einem Neubau in Lankwiz auf einem 6 Meter hohen Gerüste Ein anderer Punkt der Tagesordnung beschäftigte sich mit derselben aus, fiel herab und starb nach einem Tage im Stegliger Kranken- Schule. Als 1894 die Kolonie Karlshorst gegründet wurde, mußten hause an den Folgen eines Beckenbruches und inneren Verlegungen. die damaligen Terrainbesizer eine an zwei Straßen grenzende zwei Zimmermann. Stuttgart. Verlag von Strecker u. Schröder. Feuerbericht. Montag gegen mittag wurde die Wehr nach der Morgen große Barzelle unentgeltlich der Gemeinde respektive der " Durch Nacht zum Licht! Mein religiöser Entwickelungsgang vom Stallschreiberstr. 8a gerufen, weil hier im Quergebäude in dem Kirchenvertretung eintragen lassen. Auf dem 1%, Morgen großen, Kinderglauben zur neuen Weltanschauung. Von Karl Scholl. Berlag der Lagerkeller der Lampenfabrik von Adolf Salz u. Ko. angeblich durch der politischen Gemeinde gehörigen Grundstück ist die Schule nebst Handels- Druckerei Bamberg. 1 M. " Volksschriften zur Umwälzung der Geister", Verlag der Handelsunvorsichtiges Umgehen mit einer Petroleumlampe Feuer aus- Turnhalle erbaut. Das der Kirgengemeinde gehörige Grundstück grenzt Druderei zu Bamberg. Heft Nr. 44:„ Die Klöster vor dem Volksgerichte" gekommen war, das im Nu Werg, Körbe, Strohverpackung 2c. er- an die Tresckow- Allee. Weil nach Ansicht der Kirchenvertretung von K. Germann, Heilbronn; Nr. 46: Sein „ Entstehen -Bergehen!" griffen hatte und einen größeren Umfang anzunehmen drohte. Der das Grundstück von 2/3 Morgen zur Erbauung einer Kirche Von C. Gerik, Hamburg; Nr. 48:„ Das Gebet" von E. Wolfsdorf, Nürn 17. Löschzug war indes schnell zur Stelle und konnte innerhalb einer zu klein ist, war von der Kirche der Antrag gestellt, die politische berg; in neuer erweiterter Auflage. Nr. 23:„ Verbrennen oder Verwesen?" halben Stunde die Gefahr beseitigen, so daß größerer Schaden nicht Gemeinde solle ein in der verlängerten Dorotheastraße zirka zwei von D. Wüst. Heft a 20 Pf. entstanden ist. Ein zweiter Kellerbrand mußte vorher in der Morgen großes Grundstück für 32 400 M. der Kirche kaufen und Dr. Emil Ritter, Wohnungsämter und Wohnungsinspektion. Heft VI. Dresdenerstr. 55 abgelöscht werden; in der Hauptsache wurden hier dafür das bisherige Kirchengrundstück als Eigentum übernehmen. 67 Seiten. Preis 1,50 M. Verlag Franz Deutice, Wien. Lumpen und allerlei Gerümpel eingeäschert. Decken und Die Diskussion wurde nur von einzelnen Rednern geführt. Der Von Zum Kulturkampf um die Schule. Dr. Hans Brackebusch. Ueber Bäderschwindel, Raubtierdiät und Kleidungsstüde gingen dann in der Alexandrinenstraße 52 Verlust, den die politische Gemeinde hätte, wäre mindestens auf Leonhard Simion Nacht. 2 M. 152 Gelten. Dr. R. Benzig. Berlin, in Flammen auf, während in der Großen Frankfurter- 8-9000 M. zu veranschlagen. Der G. V. Roth wandte sich als patentmedizin. Breis 1 M. Verlag C. J. E. Volkmann, Rostock. straße 59 alter Hausrat brannte. In der Fruchtstr. 31 erster gegen diese Zumutung der Stirche, führte auch die Dr. Franz Adler. Wohnungsverhältnisse und Wohnungspolitik der hatte die 4. Kompagnie im dritten Stock des Vorderhauses ein Intoleranz der Kirche gegen die Stadt Berlin an. Der Stadt Frankfurt a. M. 123 Seiten. Berlagsinstitut für Sozialwissenschaften. Feuer zu beseitigen, das den Fußboden und die Balkenlage erfaßt Genosse Pinseler warnte vor Verwendung der Gemeindegelder Dr. Ed. Schnapper, Frankfurt a. M., Hochstr. 41. hatte. Nach der Potsdamerstr. 20 wurde die Wehr kurz nach zu solchen Zwecken, die der politischen Gemeinde überhaupt nichts Immanuel Kant. Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? Mitternacht gerufen, weil hier eine Frau von der elektrischen Straßen- angingen. Wenn das betreffende Grundstück zur Schulerweiterung Mit einer Einleitung von Dr. Fr. Jodl. 16 Seiten. Neuer Frankfurter bahn überfahren worden war und nicht wieder hervorgeholt werden notwendig sei, solle es die Gemeinde der Kirche abkaufen. Die Berlag, G. m. b. H., Frankfurt a. M. Der Kluge Hans? Ein Beitrag zur Aufklärung. Von Fedor Freund. fonnte. Die Unglückliche wurde von der Wehr aus ihrer unbequemen Bewilligung auch nur eines Pfennigs an die Kirche lehnten die Berlin 1904. Berlag Boll u. Bidardt. Lage befreit und sofort nach dem Elisabeth- Krantenhause in der Sozialdemokraten ab. Intoleranz im kleinen trieben die Mitglieder Das rechnende Pferd. Ein Gutachten über den Klugen Hans" auf Lüßowstraße geschafft, wo schwere Verletzungen festgestellt wurden. der Kirchenvertretung und Gemeindevertretung, die Herren Pechardscheck Grund eigener Beobachtungen. Von Dr. Th. Bell. Verlag von Richard Vorher gab es in der Frankfurter Allee 18 längere Zeit zu thun, und Hohle, welche erklärten:" Lehne die Gemeindevertretung den Dieße, Berlin. Preis 1 M. wo in einer Küche Feuer entstanden war. Außerdem liefen in den Antrag ab, so würde die Kirche das an der Schule gelegene Grund- Frauenbewegung und Freundesliebe. Von Edwin Bab, cand. letzten 24 Stunden noch aus der Forsterstr. 57, Brunnenstr. 156 und stück an Terrainspekulanten verkaufen und die Schule wäre geschädigt, med. Verlag Adolf Brand: Der Eigene. Charlottenburg 1, Wilhelmplat 1a. noch aus verschiedenen anderen Stellen Alarmierungen ein, die wenn später Mietskasernen dort errichtet würden". indes durchweg auf ganz unbedeutende Anlässe zurückzuführen Diplomaten. Verlag von Caesar Schmidt, Zürich. Wilhelm II. Wie er geschildert wird und wie er ist. Von einem alten waren. Im Berliner Zoologischen Garten befindet sich zurzeit ein Paar äußerst seltener Wüstenbewohner, die bisher lebend noch nie ausgestellt werden konnten. Die beiden Dick schwanzmäuse tragen das hellsandgelbe Kleid ihrer afrikanischen Verwandten, sind aber durch den eigentümlichen, kurzen, dicken, am Ende keulenartig ver= dickten Schwanz sehr auffallend gekennzeichnet. Die Beine, namentlich das hintere Paar, sind ziemlich lang und dünn, ohne aber denen der Springmäuse zu gleichen, auch sind die Augen der Tiere lange nicht von der Größe, wie sie für die lettgenannte Gattung so charafteristisch ist. Die namentlich nach Eintritt der Dämmerung lebhaften Tiere stammen aus der libyschen Wüste und sind über den Schnabel- Jgeln in dem Hause am Hauptrestaurant untergebracht. Der Antrag der Kirche wurde mit 10 gegen 8 Stimmen an genommen. daa Vermischtes. Der Krankenhausprozeß in Hamburg ist nach zweitägiger Pause am Sonnabend wieder aufgenommen worden. Die Richter erklärten, daß sie sich nicht für befangen hielten und auch keine Ursache hätten, den Prozeß nach dem Willen der Angeklagten nach Berlin zu verweisen. Sachlich bot die Verhandlung am Sonnabend nichts Wesentliches; die Sigung wurde mit der Vernehmung der Angeklagten Dr. Sandow- Hamburg, Dr. Rosen- München und Redakteur Lembke- Berlin ausgefüllt. Der Bankrott des modernen Strafvollzuges und seine Reform. Bon Mag Treu. Stuttgart. Berlag von Robert Luz. Preis 1,50 m. Briefkaften der Redaktion. K. S. Sie legen das Geld am besten in einer Sparkasse an, z. B. Berliner oder auch Schöneberger. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Ceil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Dem Berliner Aquarium haben mehrere Freunde des Instituts Treptow Baumschulenweg. Die zur Kanalisation erforderliche beachtenswerte Geschenke überwiesen. Die Sammlung der Vier- Anleihe von 2000 000 m., welche mit 35% Proz. verzinst werden händer ergänzte Herr Professor Dr. Lassar durch einen Makat und muß, ist von der Aufsichtsbehörde genehmigt worden. Da die Zinsen einen anderen, als wissenschaftliches Versuchsobjekt benußten indischen und die Amortisation, welche 1910 beginnt, auf die Steuern ge= Affen, die Kollektion der ungiftigen Schlangen Herr Artur Proskauer- schlagen werden sollen und die Gemeinde auch sonstige größere AufBerlin durch eine Pfeilnatter und die Gruppe der Süßwasserfische gaben zu erfüllen hat, beschloß die Gemeindevertretung, neue erfuhr durch Herrn Fischhändler Borchard eine Bereicherung um einen Steuerquellen ausfindig zu machen und wählte zu diesem Zwecke Wels, der unlängst in der Spree gefangen wurde. Vielseitig war die barin nicht vertreten. Die Versteuerung des unverdienten Werteinen Ausschuß. Die übergroße Mehrzahl der Einwohner iſt Vermehrung der Seefisch- Bestände um artenreiche Zusendungen aus darin nicht vertreten. Die Versteuerung des unverdienten Wertden füdeuropäischen Meeren. Außer einer Gesellschaft Nochen zuwachfes von Grund und Boden durch die Kanalisation, die find namentlich Vertreter der Familien der Großzahnbarsche Hafenanlage usw., welcher durch Aufwendungen der Allgemeinheit und Meerbrassen von Jutereffe, erstere durch mächtig, ent- geschieht, müßte hier in allererster Linie durchgeführt werden. Als besonders G. R. 100a. 1. Krankenversicherungspflicht liegt nur dann vor, wenn wickelte Hundszähne in den Kiefern, letztere durch auffallend hiervon wollen die Herren aber nichts wissen. gestaltete, spige, fugel- und schneidezahnförmige Kieferzähne ausge- günstige Einnahmequelle soll die Biersteuer herhalten, die angeblich das Mädchen für ein Gewerbe tätig ist, nicht aber, wenn sie im Privatzeichnet. Einer der gewaltigsten und gefräßigsten Räuber des Mittel- die Brauereien tragen. Unser Genosse im Ortsparlament wird nicht haushalt als Aufwartemädchen tätig ist. 2. Phrik in Pommern gehört zum Landgerichtsbezirk Stargardt. Atlanten und Geographiebücher finden Sie meeres ist der bis meterlang und 30 Kilogramm schwer werdende versäumen, bei Beratung der Steuerreform" geeignete Vorschläge in den öffentlichen Resehallen. P. G. 22. Eine Schadensersatzklage hat Zahnbraffen, der durch sein farbenschönes, blau, silbern und rötlich beim Kanalisieren reguliert, und es soll je ein Radfahrerweg von C. B. 100. Benden Sie sich an die Offenbacher Strankenkasse. Ihre Frau Die Köpenicker Landstraße und Neue Krugallee soll Aussicht auf Erfolg; jedoch liegt Ihrer Frau die Beweislaft ob. zu machen. schimmerndes und getupftes Schuppenkleid zu bestechen weiß. Zwei Der Rettungsgesellschaft tann einer Zwangskaffe nur beitreten, wenn sie in dem Gewerbe arbeitet, andere Arten weisen bei graublauer oder goldgrüner Färbung eine 1,80 meter Breite angelegt werden. für das die Kaffe besteht. Nach Ausscheiden aus der Beschäftigung kann sie markante Zeichnung auf, indem sich entweder an der Leibesseite Berlin wurden 50 M. bewilligt. dann selbstzahlendes, freiwilliges Mitglied werden. Wolf 100. 1. Klagen oder auf dem Schwanzrüden ein großer schwarzer Fleck abhebt. Sie bei der Gewerbedeputation auf Anerkennung ihrer freiwilligen Mitgliedschaft. 2. Bei einem Hausverkauf( nicht Subhastation) gehen Rechte und Pflichten auf den neuen Eigentümer über. M. W. 1. und 2. Nein. Wette O. C. Ja. B. K. Rummelsburg. 1. Nein. 2. Gin Lotterieverein als solcher fann nicht flagen. Welche Rechte und Pflichten aus Einzelvorschriften eines Statuts für die einzelnen Mitglieder folgen, läßt sich nur aus dem Gesamtstatut ersehen. Allgemeine Fragen eignen sich nicht zur Beantwortung, denn es ist unmöglich, das privatrechtliche Vereinsrecht im Briefkasten eingehend darzulegen. Wollen Sie wissen, was in einem bestimmten Fall aus dem Beitritt zu einem Lotterieverein folgt, so stellen Sie die Frage, teilen das Statut und etwa sonst gefaßten Beschlüsse mit. 1000. Welche Rechte und Pflichten aus einem Bertrage folgen, läßt fich ohne Einsicht in den Vertrag nicht sagen. Schammer 28. Wenden Sie sich an die Offenbacher Krankenkasse. M.. 100. 1. und 2. Ja. In München ist ein Boykott gegen die städtische 2. B. C. 100. 1. Darüber gibt es und kann es feine Bestimmung Im Zirkus Busch ist am Sonnabend ein füdwestafrikanischer Straßenbahn beschlossen worden. Die Bevölkerung will die geben. 2. Auf Grund des§ 906 des Bürgerlichen Gesetzbuches könnte Bavian von ungewöhnlicher Intelligenz aufgetreten. Soto" ist ein geplante Fahrpreiserhöhung auf diese Weise bekämpfen. Am Sonn- allerdings mit Aussicht auf Erfolg darauf geklagt werden, daß die Nähmaschine nicht ohne schalldämpfender Unterlage arbeiten darf. Indessen ist Ueberaffe. Er weiß ein gutes Menu und einen hervorragenden tag follen die Wagen fast ganz leer gefahren fein. der Ausgang eines solchen Prozesses nicht unter allen Umständen vorausTropfen zu würdigen; ja er ist sogar zu losen Streichen geneigt und Ein sensationelles Verbrechen in Bologna? Aus Rom schreibt zusehen. Es spielen da eine Reihe Fragen mit, die von lokalen Gebräuchen freut sich über einen seinem Herrn gespielten Schabernack wie ein man uns vom 15. Ditober: Gestern wurde in Bologna die Frau und dem subjektiven Empfinden abhängen, so: ist das Geräusch ein starkes? Student, dem das Ausdrehen einer Straßenlaterne gelungen ist. des Infanterie- Hauptmanns Battista verhaftet unter dem Verdacht hellhörig gebaut, so daß eventuell der Wirt Abhülfezu beschaffen hat? iſt der ein nach den örtlichen Verhältnissen ungewöhnliches? ist das Haus besonders Auch Schmeicheleien ist der Affe zugänglich, und er versteht über den der Beihilfe zum Mord. Am 4. d. M. stürzte in den ersten Morgen- belästigte Mieter früher als der andere eingezogen? usw. Es empfiehlt sich Beifall des Publikums mit einer gar graziösen Verbeugung zu stunden ein Töchterchen des Hauptmanns in ein unter der elterlichen bei der Zweifelhaftigkeit des Ausgangs eines Rechtsstreits und bei der quittieren. Uns freut es, daß das Zirkušpublikum an den Harm Wohnung gelegenes Café und rief um Hilfe, indem es schluchzend eventuellen Höhe der Kosten, eine das Geräusch dämpfende dicke GummiTofigkeiten diefes intelligenten Tieres Gefallen findet. Vielleicht erklärte, der Bursche ihres Vaters hätte sich erschossen. Mehrere dede anzuschaffen, der Frau zur Verfügung zu stellen und wirkt das Auftreten des Affen sogar erzieherisch, indem es Personen eilten in die Wohnung des Offiziers, wo sie die junge so in Güte die Unruhen und den steten erger zu beseitigen. der Menge die Lust an Schleifenfahrten, Todessprüngen und anderen Frau halb angekleidet in höchster Erregung vorfanden. Bonn. Ihre vierte Frage ist zu verneinen. Die drei anderen Fragen rohen, halsbrechenden Künsten dauernd austreibt, es zu sanfteren Der Hauptmann war abwesend und im Schlafzimmer des Ghe- holen. Sie hätten insbesondere anzugeben: Wann ist die Ehe geschlossen? wollen Sie unter Darlegung der Ihren Fall betreffenden Verhältnisse wieder Sitten anhält. paares lag die Leiche des Burschen, des zweiundzwanzigjährigen Wo? Welcher Ehegatte ist( wann?) gestorben? Liegt ein Testament vor? Soldaten Cesare Barbieri. Die Dame gab unter Schluchzen Ist ein Gütergemeinschafts- oder ein Erbvertrag geschlossen? Worin soll die folgende Darstellung des Vorganges: Sie hätte noch im Bett gelegen, vermutete Benachteiligung bestehen? F. Sch. 12. Ihnen steht die Auals der Bursche ins Zimmer gedrungen sei, mit einem Revolver be- fechtung frei, falls das Statut dem von Ihnen angegebenen Passus und Das Vorgehen der Schulaufsichtsbehörde gegen die Stadtgemeinde waffnet, und ihr zugerufen hätte:" Wir müssen jetzt beide sterben." feinen enthält, der eine Abweichung zuläßt. H. L. Sehen Sie dem Berlin hat in der Rathenower Stadtverordneten- Versammlung Ver- Der Kleine Revolver, den er in der Hand gehabt, sei aber nicht los- Birt eine kurze angemessene Frist zur Zustandsetzung der Wohnung, drohen anlassung zu einer bemerkenswerten längeren Auseinandersetzung gegeben. Diese hatte sich mit dem Bau einer zweiten Schul- Turn- gegangen und er hätte darauf den Dienstrevolver des Hauptmanns Sie, daß Sie nach Ablauf der Frist die Instandseßung auf seine Kosten ersaz. Oder: Klagen Sie auf Instandsetzung und Schadensersah, machen Sie Halle zu beschäftigen, was den Stadtverordneten Justizrat Kuh be- ergriffen und sich selbst getötet. Dem herbeigerufenen Polizeibeamten ausführen lassen und führen Sie diese Drohung aus und begehren Schaden= wog, die Frage zu erörtern, ob es mit Rücksicht auf den Berliner gab die Dame dieselbe Darstellung, worauf dieser die Fortschaffung den Zustand glaubhaft und beantragen Anberaumung eines baldigen Termins. der Leiche verfügte. Stonflikt jetzt überhaupt ratsam sei, eine Schul- Turnhalle zu er Trotz dieses groben Mißgriffs des Beamten, dessen Bestrafung dem Gericht Ihres Wohnortes( Amtsgericht I, Grunerstraße) Ihre Absicht bauen. Er fragte an, ob der Magistrat angewiesen sei, bereits erfolgt ist, haben die ärztlichen Sachverständigen auf Grund schriftlich mit. Formulare hierzu können Sie durch Hoffmann, Blumenstr. 14, vor Ueberlassung von Räumen in städtischen Schulen zu außerdienst des Verlaufs der Schußkanäle den Hergang zu rekonstruieren versucht. beziehen. Innerhalb vier bis sechs Wochen nach Eingang Ihres Antrages lichen Zwecken erst die Genehmigung der Aufsichtsbehörde, einzuholen. Sie hatten den Selbstmord für ausgeschlossen. melden Sie sich dann auf dem Gericht( Borladung erhalten Sie nicht) und Die Frage wurde von dem Bürgermeister Lange insofern bejaht, als Die Leiche ist von fünf Kugeln durchbohrt, von denen drei nach dem geben Ihre Austrittserklärung zu gerichtlichem Protokoll ab. Koſtenpunkt: er auf eine neue im amtlichen Schulblatt enthaltene dementsprechende Urteil der Aerzte derart waren, daß jede einzelne den sofortigen Tod der Austrittserklärung lassen Sie sich eine übschrift erteilen: Stofſtenpunkt 10 Pf. Verfügung der königlichen Regierung zu Potsdam hinweist. Justiz herbeiführen mußte. Di Kugeln wurden in den Matraßen auf pro Seite. G. 34. 1. Erbfolge- Ordnung: Liegt keine leztwillige rat Kuh betrachtete dies als einen Eingriff in das Selbstverwaltungs- gefunden, müssen also von oben ouf den liegenden Körper abgegeben Verfügung vor, fo tritt folgende Erbordnung ein, bei der die Erben der recht der Städte und trat dafür ein, nun überhaupt keine worden sein. niederen Ordnung die der höheren ausschließen. Erste Drdnung: Es Schul- Turnhalle, sondern auf einem andern Plage eine allgemeine Auf Grund dieses Befundes wurde zehn Tage nach dem Unglück erben die Abkömmlinge der Eltern( Kinder, Enkel usw.). 8 weite städtische Turnhalle, welche den Schulen zur Benutzung überlassen die junge Frau verhaftet. Sie besteht auf ihrer Version. Der Ordnung: wenn beide Eltern am Leben, erben dieſe. Ist nur noch Bater verden könne, zu erbauen, weil bei einer solchen die Aufsichtsschwister des Erblasfers. An Stelle der verstorbenen Geschwister treten deren behörde nichts mitzureden habe. Nachdem noch von dem sozial- Hauptmann fagt aus, der Bursche sei ein guter, stiller und arbeit- oder Mutter am Leben, so erbt der überlebende Elternteil, und die Gesamer Mensch gewesen, den alle gern hatten. Daß er den kleinen abkömmlinge. Dritte Ordnung: es erben die Großeltern. Ist ein demokratischen Stadtverordneten Friesecke darauf hingewiesen war, Revolver, den man bei der Leiche fand, gekauft hatte, bestätigt sich; Großelternteil verstorben, so treten an seine Stelle seine Abkömmlinge nach daß der Arbeiter- Turnverein Freiheit" bereits ein Gesuch wegen ebenso, daß ein vergeblicher Versuch, die Waffe abzudrücken, gemacht Maßgabe der ersten Ordnung. Vierte Ordnung: die überlebenden UrgroßMitbenuhung der Turnhalle eingereicht habe, ein Konflikt also bevor- worden war. Der Revolver war schadhaft und fonnte also nicht eltern erben allein, auch wenn nur einer vorhanden ist. Sind Urgroßeltern stehe, falls die städtischen Behörden der Gesinnungsriecherei nicht losgehen. Bei dem Toten fand man ein Taschentuch und ein Bild nicht vorhanden, so kommen die von den Urgroßeltern abstammenden VerBorschub leisten wollten, wurde der Bau einer Schul- Turnhalle von Frau Battista, die natürlich von ihm entwendet sein können. wandten an die Reihe. Fünfte Drdnung: die entfernteren Boreltern abgelehnt und die weitere Beratung der Angelegenheit einer gemischten Im Besitz der Familie des Hauptmanns fand man mehrere Ansichts- und die von ihren abſtammenden Berwandten. außerdem der überlebende Ehegatte. 2. Abweichungen hiervon können Kommission überwiesen. Aus den Nachbarorten. 6331 7. S. 15. Wollen Sie aus der Landeskirche austreten, jo teilen Sie 3 M. Akkordlohn und etwa 50 Pf. Schreibgebühr und Porto- Auslagen. Von In allen Fällen erbt farten des Burschen, an die Frau und an die Kinder gerichtet. Sie tamen aus bann eintreten, wenn die Ehe vor 1900 geschlossen wurde. Wollen Sie Nowawes- Neuendorf. Der unter dem Verdacht, den letzten den Manövern und waren zum Teil vom Hauptmann Battista selbst auf die erbrechtliche Fragen beantwortet haben, so müssen Sie den Sie betreffenden Brand im Reimeschen Hause in der Vorkstraße angelegt zu haben, Post gebracht worden. Wer die Urbanität und die demokratischen Fall genau darlegen. 73. eigene. 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Seit der dreijährigen Gefängnisstrafe, die Albert Schmidt wegen Majestätsbeleidigung verbüßen mußte, und der erregenden Vorgänge, die mit dieſem furchtbaren Prozeß in Zufanumenhang standen, hatte seine vordem feste Gesundheit schwer gelitten. Seit längerer Zeit haben sich Zeichen von Nervosität und Schwermut an ihm gezeigt. Ohne Zweifel in einem Anfall geistiger Trübung hat er sein Leben beendigt. Albert Schmidt wurde zu Magdeburg am 2. März 1858 geboren. Er besuchte dort die Volksschule und später die Bürgerschule. Er wählte den Beruf des Schriftsezers und arbeitete in diesem Beruf in Magdeburg, Halberstadt, Leipzig, Wurzen. Nachdem er 1878 zum Militärdienst eingezogen war, blieb er, Unteroffizier geworden, bis 1884 im 26. Infanterie- Regiment. Als er wieder in das bürgerliche Leben zurückgekehrt, erfaßte seinen strebsamen und energischen Geist alsbald die Arbeiterbewegung, die gewerkschaftliche und die politische. In schweren Kampfestagen des Sozialistengefeges trat er in die borderen Reihen der Partei und er fämpfte für sie bis zum legten Atemzuge. Schon 1886 wurde Schmidt in Leipzig zum Redakteur des Leipziger Volksblattes" erwählt. Nach Unterdrückung dieser Zeitung übernahm er die Redaktion des„ Beobachters". Auch diese Tätigkeit wurde ihm seitens der Polizei in Leipzig verleidet und schließlich wurde Schmidt auf Grund des Sozialistengesetzes aus Leipzig ausgewiesen. Von Drt zu Drt gehegt, fand er schließlich in Wurzen Stellung als Fattor in der Buchdruckerei unseres jezigen Genossen, damals noch freifinnigen Buchdruckereibesitzer Adolf Thiele. manisten) in Verbindung zu treten zwecke der Verwirklichung der In der Diskussion beantragte alsdann ein Arbeitgeber, daß in sozialistischen Einigkeit, und fordert die Gruppen der verschiedenen fämtlichen Betrieben auch noch die letzten 30 Proz. der Arbeiter Organisationen jeder Gemeinde oder jedes Viertels auf, gemeinsam ausgesperrt werden möchten. Der Mann befürwortete seinen Antrag die Mittel und Wege der Einigkeit zu studieren. 2. Erklärt sie, daß, gemäß der Klassenkampf- Taktit, der Grund- vorschriftsmäßigen 70 Broz. seiner Arbeiter ausgesperrt; die übrigen einfach aus Gerechtigkeitsgründen. Er hatte nämlich die lage" der sozialistischen Doktrin, und in Befolgung der Beschlüsse des Internationalen Kongresses, die sozialistische Kammerfraktion 30 Proz. waren ihm aber ebenfalls davongegangen, wieder in vollständiger Autonomie sich zu fonstituieren hat ohne so daß er in seinem Betriebe jest ohne Prozent dasteht. Er dachte dauerndes Kompromiß und ohne ständige Allianz mit den bürger- deshalb was dem einen recht ist, muß dem andern billig sein lichen Parteien; daß folglich die Deputierten das System der deshalb wollte er, daß auch die übrigen Fabrikanten in Delegation der Linksparteien( der Teilnahme am Bloc- Vorstand. gänzlich leeren Betrieben hausen sollten. Ein anderer Fabrikant fraktion zu bilden, in welcher einheitlich abgestimmt werden soll. Der Berichterstatter.) aufzugeben haben, um eine einzige Kammer- schlug darauf vor, man möge die noch in den verschiedenen in 3. Erklärt andererseits, daß die sozialistische Kammerfraktion Betrieben tätigen, nicht ausgesperrten Arbeiter doch auf alle Beunter vollständiger Bewahrung ihrer Aftionsfreiheit zugleich die triebe gleichmäßig verteilen, damit auch diejenigen Fabrikanten, die Pflicht hat, mit aller Kraft die reformerische Aktion des Ministeriums infolge der verwünschten Taktik des Metallarbeiter- Verbandes gänzlich Combes zu unterſtügen und insbesondere die folgenden vom ohne Arbeiter dastehen, wenigstens die allerdringendsten Aufträge Proletariat ungeduldig erwarteten drei Reformen zur Verwirklichung erledigen könnten. Dem Vorsigenden schienen diese Vorschläge jedoch zu bringen: Trennung zwischen Kirche und Staat, Altersversicherung durchaus nicht in den Kram zu passen. Er ließ deßhalb nicht darüber und Einkomensteuer." abstimmen, sondern bat, man möge über derartig heifle Dinge doch Die Resolution der Rechten( Nr. 2) hatte diesen Wortlaut: lieber im internen Kreise sprechen. Wahrscheinlich wußte auch " Die revolutionär- sozialistische Seine- Föderation verpflichtet sich, er, daß wohl kein einziger Fabrikant geneigt sein würde, seinem Beachtung der Beschlüsse des Internationalen Kongresses von lieben Kollegen von den paar verfügbaren Arbeitern auch noch Amsterdam, mit aller Kraft für die Verwirklichung der Einigkeit unter den verschiedenen Fraktionen des französischen Sozialismus zu etliche abzugeben. Herr Heegetvaldt tröstete seine Mitglieder arbeiten und ladet das Interföderale Komitee, sowie den Nationalrat schließlich mit der Hoffnung auf ein baldiges Nachgeben der Arbeiter ein, so rasch als möglich die Mittel zur Verwirklichung dieser Einig- und ermahnte im übrigen die Herren, deren Herz von Aussperrungssorgen feit ausfindig zu machen. zu voll sei, es doch vertrauensvoll in der Dresdenerstraße auszuschütten. Föderation Meinungsverschiedenheiten existieren in bezug auf die die Fabrikanten durch Anerkennung des Tarifvertrages konkurrenz Andererfeits, nachdem festgestellt worden ist, daß innerhalb der Mittlerweile behauptet die„ Arbeitgeber- Zeitung" immer wieder, daß Auslegung und die unmittelbare Anwendung der Dresdener unfähig würden, während die tariffreundlichen Firmen versichern, bei Resolution; " In Erwägung, daß das in Frankreich seit mehreren Jahren dem Vertragsverhältnis beffer wie früher zu fahren. Stolz vervollbrachte Verweltlichungs- und demokratische Wert ohne die sichert das Blatt sodann, die organisierten Arbeitgeber würden es Zusammenarbeit der Abgeordneten der P. S. F. mit den anderen stets ablehnen, mit Hezern und Wühlern zu paktieren" und knüpft Fraktionen der republikanischen Mehrheit nicht hätte vollbracht werden daran die schäbige Bemerkung, daß nur die Streitführer fönnen; ein Interesse an der Fortdauer des Ausstandes hätten, zu einem bestimmten Zweck haben durchführen können, ohne das Schäfchen zu scheren". Der Referent würdigte diese ge " In Erwägung, daß die Abgeordneten diese Zusammenarbeit weil diese ja solche Gelegenheit benutzten, um„ ihr Prinzip des Klassenkampfes oder irgend ein anderes wesentliches meine Verdächtigung gebührend und wies noch darauf hin, Bald übernahm Schmidt dann die Redaktion unseres Partei- unbedingten unabhängigkeit gegenüber den anderen Gruppen des tritt der Arbeitsuchenden aus der Organisation verlangen, widrigensozialistisches Prinzip aufzugeben und zugleich unter Wahrung ihrer aß gegen die Kühnemänner, die auf dem Arbeitsnachweis den Ausblattes in Burgstädt in Sachsen. Hier entwickelte er eine bedeutende republikanischen Blocs; journalistische Befähigung. Seine Zeitung war äußerst lebhaft und„ Erachtet die Föderation, angesichts der gegenwärtigen falls sie keine Arbeit nachgewiesen bekommen, Strafantrag wegen agitationsfrisch geschrieben. Der Erfolg blieb nicht aus, die parlamentarischen Situation, das es sehr gefährlich wäre, plößlich eine Nötigung und versuchter Erpressung gestellt werden wird. Große Abonnentenzahl stieg bedeutend, und Schmidt selbst gewann bei den feit mehreren Jahren befolgte Politit aufzugeben, was die ernſteſten Heiterkeit erregte zum Schlusse noch die Mitteilung, daß ein ArbeitParteigenossen und der Bevölkerung seines Wirkungskreises großes Folgen haben könnte, indem so der Sturz eines von gutem Willen geber feine paar Arbeitswilligen von und nach der Werkstatt in einem Vertrauen, so daß er 1890 im 15. sächsischen Wahlkreise( Mittweida- erfüllten Ministeriums herbeigeführt und die vom Proletariat un- Coupé zweiter Taffe befördern lasse, damit sie nur ja nicht Burgstädt) als Kandidat für den Reichstag aufgestellt wurde. Zum Auf Grund des Referendums ist nun diese lettere Resolution mit den Streitposten in Berührung kommen möchten. guten Teil dant seiner tatkräftigen Wahlarbeit ward ihm der Sieg. votiert worden, und zwar mit 78 gegen 37 auf die Linksresolution Er wurde am 20. Februar 1890 Vertreter dieses Kreises, und er be- gefallene Stimmen bei 4 Enthaltungen. Die Linke der P. S. F. ist Tariffirmen beschäftigten Gürtler und Drücker Gestern abend hielten auch die bei den zirka 150 hauptete ihn auch im Jahre 1893. also selbst in ihrer Pariser Domäne einer erdrückenden Rechtsmehrheit unterlegen. Danach erscheint ein Sieg der Linken in der eine gut besuchte Versammlung im Gewerkschaftshause ab. Es wurden daselbst die einzelnen Positionen des bereits im Bortvärts' fommenden Sigung des jaurèsistischen Nationalrates ausgeschlossen. von der P. S. F. zur Bebingung der Einigkeit gemacht, dann kann wurden, so erklärte sich die Versammlung doch einstimmig mit dem und wird es feine Einigkeit geben. der Schlichtungskommission erschien der Versammlung eine zeitgemäße neuen Tarif einverstanden. Als die nächste und wichtigste Aufgabe Ausgestaltung des Arbeitsnachweises, damit den tarifausgestaltung des Arbeitsnachweises, damit den tarif treuen Firmen auch die genügende Anzahl tüchtiger Arbeitsträfte beschafft werden können ohne Benutzung des alten Wagregelungsbureaus in der Dresdenerstraße. über. geduldig erwarteten Reformen aufgeschoben würden." Gewerkschaftliches. Berlin und amgegend. Die Berliner Gewerbegerichts- Wahlen, * * * Die Aussperrung der Möbeltischler ist wieder mit einer Anzahl neuer Arbeitsniederlegungen beantwortet worden. Außer der schon gemeldeten Arbeitsniederlegung im Pfaffschen Betriebe find bis gestern 373 Arbeiter in 27 Betrieben in den Ausstand getreten, so daß die Gesamtzahl der Ausständigen nunmehr 613 beträgt. Wie bei Pfaff haben auch bei Zelder u. Plathen sämtliche Tischler die Arbeit niedergelegt. Bon sonstigen größeren Betrieben, die von den Tischlern einmütig verlassen wurden, sind zu nennen: Wengler u. Mohrmann, Hoop, Jonuleit u. Pfaff, Friedrich, Seifert u. Wolf. Auf der anderen Seite haben auch die Fabrikanten die AusSperrungen fortgesetzt. Aufs neue find 107 Ausgesperrte gemeldet. Die Gesamtzahl derselben ist 591. Es stehen also in der Möbelindustrie, soweit die Mitglieder des Holzarbeiter- Verbandes in Frage fommen, 1204 Arbeiter im Kampf. Mittlerweile war Schmidt jedoch nach Magdeburg übergesiedelt, tvo er wiederum die Redaktion des dortigen Partei- Organs übernahm. wird aber die Bloc- Politit in Verlegung der Amsterdamer Beschlüsse erwähnten, kürzlich ergänzten Tarifs besprochen. Wenn auch noch Auch hier betätigte er sich außer der redaktionellen Arbeit mit großem Eifer in der Agitation über die ganze Provinz hin und darüber hinaus. Infolge der Ueberfiedelung entschloß er sich 1898, nicht wieder in dem bisherigen Wahlkreise zu kandidieren. Dafür bot ihm beschlossen, im Nationalrat zu beantragen, eine Delegation von Des weiteren hat die jaurèsistische Seine- Föderation einstimmig der Wahlkreis Kalbe- Aschersleben die Kandidatur an. Und wieder 15 Mitgliedern zu ernennen, die zusammen mit den( bereits gewählten) errang Schmidt den Sieg. In Magdeburg selbst wurde er in das 15 Vertretern der P. S. de F.( revolutionäre Sozialisten) und mit eben Stadtverordneten- Kollegium gewählt. soviel Vertretern der Allemanisten eine Einigungskommission bilden Run aber tamen furchtbar schwere Beiten für Albert Schmidt. foll, deren Aufgabe es wäre, Mittel und Wege der Einigkeit aus Er war schon vorher vielfach in Preßprozesse verwickelt gewesen, findig zu machen. Ein Antrag auf Wiederherstellung eines Verständigungskomitees wurde hingegen mit allen gegen 6 Stimmen ab1899 wurde er wegen einer unscheinbaren Notiz der Majestätsgelehnt. beleidigung angeklagt und zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Er In bezug auf die Formfrage: Verständigung oder baldige mußte drei Jahre seines Lebens dem mittelalterlichen Gesetz opfern, ohne Einigkeit" hat sich also die jaurèsistische Seine- Föderation dem dessen Zwang die Anhänger der Monarchie die Existenz dieser angeblich Einigungsvorschlage der P. S. de F. angeschlossen. Aber freilich so fest wurzelnden Staatsform gefährdet glauben. Zugleich erkannte kann dieser Beschluß keine weitere Bedeutung haben, nachdem der Weg das Gericht dem Verurteilten die Mandate aus öffentlichen Wahlen ab, zur Einigkeit durch die Entscheidung zugunsten der Bloc- Politit Jedoch wurde er in Magdeburg in einer Protestwahl sofort gründlich verrammelt wurde. wieder zum Stadtverordneten erwählt. Der Wahlkampf in KalbeAschersleben, wo der Eingekerkerte gleichfalls wieder kandidierte, gestaltete sich zu einem äußerst erbitterten. Der Kandidat selbst war fern im Gefängnis zu Halle, die Gegner mußten den Prozeß fälschend und lügend aus; so durften sie nochmals den Wahlkreis Der Fachberein der Tischler hatte am Montag zurüdgewinnen, aber nur auf furze Frist. Nachdem Schmidt das Gefängnis verlassen und bei der vorjährigen Wahl selbst wieder die am Sonntag vollzogen wurden, hatten das Resultat, daß fämt- abend eine allgemeine Tischlerversammlung nach dem Andreassaal einberufen, die sich mit der Aussperrung der Möbeltischler feine Sache führen konnte, wurde er in demselben Wahlkreise wieder Stimmenmehrheit gewählt wurden. Insgesamt sind 8964 Stimmen darüber aus, daß die Vertrauensmänner des Holzarbeiter- Berbandes die liche Kandidaten der Gewerkschaftskommission mit sehr erheblicher beschäftigte. Der Referent ürtler sprach sich anerkennend in den Reichstag entsandt. Ohne feste Redaktionsstellung war Davon erhielten die Kandidaten der Gewerkschafts- Arbeitsniederlegung als Antwort auf die Aussperrung befchloffen haben. Schmidt seit seiner Freilassung als freier Schriftsteller tätig für abgegeben. 85,50 Proz. Auf die Kandidaten des Der Redner hält es aber nicht für ausreichend, daß die Orts unsere Parteipresse; wir erinnern uns aus dieser Zeit besonders kommission 7664 Stimmen manches sachlich guten Auffages über das Gefängniswesen, das er Gewerkschaftskartells fielen 1032 Stimmen 11,51 Proz. Ferner verwaltung zu bestimmen hat, in welchen Betrieben die Arbeit Er wurden abgegeben für Kandidaten Hirsch- Dunderscher Richtung niedergelegt werden soll. vertrat den selbst so schwer hat erproben müssen. Im März dieses Jahres 175 Stimmen= 1,94 Proz., für Kandidaten christlicher Gewert- daß in allen Betrieben, wo ausgesperrt wurde, die Arbeit Standpunkt, trat Schmidt als Geschäftsführer in das Parteigeschäft in Bielefeld fchaften 78 Stimmen= 0,88 Proz. und 15 Stimmen= 0,17 Pro3. wenigstens aber noch im Laufe dieser Woche geschehen. Es müsse allgemein niedergelegt werden muß, und zwar müsse das sofort, Die dreijährige Gefängnishaft hatte Schmidts Nerven schwer 3ersplitterten sich. den Arbeitgebern unmöglich gemacht werden, ihre Arbeiten nach angegriffen. Die Schwierigkeiten des Lebenskampfes, die Sorge für Die Aussperrung in der Gelbmetall- Industrie und nach fertigstellen zu lassen. Nur so könne eine wirksame GegenFrau und Kinder haben ihn mehr und mehr aufgerieben. So tam weist noch immer den alten Stand auf. Sowohl die Arbeiter wie wehr gegen die von den Unternehmern verhängte Aussperrung gees zu der plötzlichen, traurigen Katastrophe. führt werden. Gin Diskussionsredner bezeichnete es als dringend die Kühnemänner führen den Kampf mit Bähigkeit. Es steht jedoch notwendig, daß die Lieferung von Arbeiten an die Betriebe, wo jetzt die Schmidt hinterläßt Frau und vier Kinder, von denen die beiden zu erwarten, daß sich die Metallwarenfabrikanten früher oder später Arbeit niedergelegt worden ist, verhindert wird. Für Pfaff fowie jüngsten noch unerwachsen find. Sie verlieren in ihm einen Vater, zu einer Verständigung mit den Arbeitern werden bequemen müssen, für andere große Betriebe arbeiten eine große Anzahl von Kleinder aufopfernd für die Seinen gewirkt. Die Partei aber verliert in ihm einen Mann, der zwei Jahr- benn der Schaden, ben sich die Fabrikanten durch die Aussperrung bis meistern. Auch bei dieſen müsse die Arbeit niedergelegt werden, falls der jetzt schon zugefügt haben, ist ein ganz enormer. Wie in der Meister nicht andere Arbeit schaffe, die nicht als Streifarbeit gelten kann. zehnte hindurch unermüdlich seine Pflicht getan und eine überaus gestrigen Streifversammlung von Cohen unter allgemeinem Beifall Den vom Streit betroffenen Betrieben müffe jede Möglichkeit, ihre reiche Arbeit in unserer Bresse und in der Aufklärung des Voltes berichtet wurde, haben die Streikenden und Ausgesperrten einmütig werden. Durch Annahme einer Reſolution erklärte die Versammlung: Arbeiten in anderen Werkstellen fertig stellen zu lassen, genommen geleistet hat. Die Zahlreichen, für die er tapfer gestritten und mutboll versichert, in diesem Kampfe auszuharren, selbst wenn er noch ebenso Die richtige Taktik ist die, daß als Gegenwehr auf die den Arbeitern gelitten, werden ihm, da ein schweres Geschick ihn vorzeitig in den lange nach Weihnachten andauert, wie jetzt vor Weihnachten. aufgezwungene Aussperrung überall, wo ausgesperrt worden ist, die Tod getrieben, ein dauerndes, ehrendes Gedenken bewahren! Arbeitswillige gibt es nur in ganz geringer Bahl. Unter Arbeit sofort niedergelegt wird. Die streifenden Klavierarbeiter hielten gestern nachmittag eine Der Termin der Beerdigung ist noch nicht festgestellt, da die diesen befindet sich auch der Milchhändler Hermann Merker, Forsterstraße 36. Wahrscheinlich glaubt der Mann, feinen start besuchte Versammlung im Gewerkschaftshause ab. Nach dent Leiche nach Magdeburg übergeführt werden soll. Stundenkreis bedeutend vergrößern zu können, indem er sich der Bericht, den Siegfeld erstattete, hat sich die Lage des Streits Firma Haller u. Ko. als Arbeitswilliger zur Verfügung ge- nur unwesentlich verändert. Weder in der Zahl der Streifenden stellt hat. noch der bewilligten Betriebe ist eine nennenswerte Aenderung einWährend die Arbeiter in Ruhe den Verlauf der Dinge abwarten, getreten. Dagegen haben die Fabrikanten aufs neue zu dem Streit bemühen sich die Arbeitgeber, die arg in die Brüche gegangene haben, zu ungunsten der Arbeiter zu beeinflussen. Ein Fabrikant, Stellung genommen. Sie versuchen, die Betriebe, welche bewilligt Einigkeit in ihren Reihen wiederherzustellen. Diefem 8wed follte der sich mit den Arbeitern geeinigt hat, ist deswegen aus der Vervornehmlich auch die am Sonnabend abgehaltene Generalversamm einigung ausgeschlossen worden. Dieser Fabrikant hat durch die Tat Die Seine- Föderation der P. S. F.( Jaurèsisten) hat in ihrer tung der Arbeitgeber dienen. Wie Cohen mitzuteilen in der Lage bewiesen, daß die von den Arbeitern gestellten Forderungen erfüllt letzten Delegierten- Versammlung über die Einigkeitsfrage im Sinne war, entrüstete fich der Vorsitzende, Herr Heegewaldt, start werden können, ohne daß die Pianoforte- Industrie dadurch geschädigt der Rechten entschieden, d. h. im Sinne der Fortführung der über den im„ Vorwärts" veröffentlichten Brief eines Fabrikanten wird. Er hat sich dadurch in Widerspruch gesetzt zu dem Beschluß Nach mehreren Versammlungen hatte man sich dahin geeinigt, und bedachte den ihm unbekannt gebliebenen Verfaffer desselben mit der Vereinigung, welcher besagt, daß die Bewilligung die Pianofortedie Frage vor der endgültigen Abstimmung den Gruppen selbst zum einigen mehr oder minder lieblichen Schmeicheleien. Sodann stellte Industrie fonkurrenzunfähig mache, und wer so die Grundlosigkeit eines Fabrikantenbeschlusses dartut, der mußte natürlich ausStudium und zur Beschlußfassung zu überweisen. Dabei waren den er es entschieden in Abrede, als würden diejenigen Firmen, die in- geschlossen werden. Alles zeigt, daß es den Fabrikanten nur um Gruppen zwei Resolutionen vorgelegt worden. folge ihrer durch die Aussperrung verursachten ungünstigen Finanz- eine Machtprobe zu tun ist. Empfiehlt doch die Musikinstrumentenlage zu einer Darlehnsentnahme vom Kühnemänner- Beitung" scharfe Maßnahmen gegen die Streifenden, denn, so sagt verbande gezwungen worden find, irgendwie gedrückt und be- fie, im Kriege schieße man nicht mit Plazpatronen, sondern mit drängt. Dies geschehe nicht einmal, obgleich von den bei der Pulber und Blei.- Der Beschluß der Fabrikanten, eine Ausborjährigen Aussperrung gewährten Darlehen sperrung vorzunehmen, falls bis Mittwoch die Arbeit nicht be= bingungslos aufgenommen wird, sei wohl nicht ernst zu nehmen. nur erst fechs Prozent an den Verband wieder Auf keinen Fall würden die Arbeiter dem nachkommen. Weiter zurüdgezahlt sind.( Müssen die Aermſten aber in der Klemme teilte der Redner mit, daß die Arbeiter der Fabrik von Bechstein 1. Ladet sie den Nationalrat ein, eiligst mit der P. S. de F. figen! Jest begreift man auch, weshalb sie noch immer mit den sich d. Streit nicht anschließen wollen, obgleich der Unternehmer Med der P. O: S. R.( revolutionär- sozialistische Arbeiterpartei= Alle finanzkräftigen Scharfmachern an einem Strange ziehen.) teine Zugeständnisse gemacht hat, મૂળ Bloc- Taktik. Zur Einigkeitsfrage. Paris, 15. Oftober.( Eig. Ber.) Die Resolution der Linken( Nr. 1) lautete wie folgt: Die revolutionär- sozialistische Seine- Föderation bekräftigt die Notwendigkeit, die sozialistische Einigkeit gemäß den Beschlüssen des Internationalen Stongresses von Amsterdam zu verwirklichen. In Anbetracht des sehr flaren Sinnes sowohl der Dresdener Resolution wie der Resolution Adler- Vandervelde und angesichts der Pflicht der P. S. F., sich danach zu richten: " die Arbeit einzustellen. Das Verhalten der Bechsteinschen Arbeiter wurde vom 1mäßiges Recht zu teil werde. Die Druckerei ist als gesperrt Zunächst erstatteten die Genossen Linde und in Abwesenheit Referenten sowie von den Diskussionsrednern scharf verurteilt und zu betrachten. Für den Gauvorstand: Massini. Bartels Völkner Bericht über die Tätigkeit der Agita. als eine Schädigung der Lohnbewegung bezeichnet. Man forderte, Die Palmenarbeiter und Arbeiterinnen beschäftigten sich am preußen, woran sich eine recht rege Diskussion knüpfte. Im daß die Betreffenden seitens der Organisation zur Rechenschaft ge- Sonnabend mit dem Streit bei der Firma Mecklenburg. Nach reger allgemeinen ist man wenig befriedigt, besonders mit der Tätigkeit tionstommissionen für Ostpreußen und Westzogen werden. Andererseits wurde die Lage des Streits als so Diskussion wurde folgende Resolution angenommen: Die heutige, der Agitationskommission in Danzig. Der Grund hierfür wird an günstig bezeichnet, daß der Nichtanschluß der Bechsteinschen Arbeiter den Verlauf des Streits nicht beeinträchtigen könne. Der Streit fei bon allen Betrieben gut besuchte Versammlung erklärt sich mit dem erkannt in dem Mangel an Personen, die sich der agitatorischen Vorgehen der Kollegen bei der Firma Mecklenburg einverstanden. ohne die Bechsteinschen begonnen, er werde auch ohne sie zu Ende Die Versammelten verstehen nicht, daß Arbeiter wegen solcher Tätigkeit voll und ganz widmen konnten. Auch die Taktik betreffend geführt werden. Nach dem Beschluß, durch den der Streik eingeleitet minimalen Forderungen zum Streit gedrängt werden. Sie er- Trennung der Politik von der gewerkschaftlichen Agitation, volle wurde, seien die Bechsteinschen Arbeiter als Streifbrecher zu be= trachten. Ueber das Verhalten der Polizei gegenüber Streif- flären sich mit den Ausständigen solidarisch und verpflichten sich, Neutralität der Gewerkschaften usw., wurde in der Diskussion einposten wurde auch in dieser Versammlung wieder geklagt. Es dieselben moralisch und finanziell zu unterstützen. Sie verpflichten gehend erörtert, wobei Genosse Legien als Vorsitzender der kommt täglich vor, daß Streikposten der Aufenthalt in der Nähe sich ferner, ihnen angebotene Arbeit für die Firma Julius Mecklen- Generalfommission seinen Standpunkt dahin festlegte, daß man nicht der Fabrik ohne weiteres untersagt wird. Andererseits wurde ein burg zu verweigern und sollte ihnen selbige aufgezwungen werden, völlige Neutralität in dieser Beziehung üben kann. Jede Körperschaft, die im öffentlichen Leben eine Tätigkeit entfaltet, muß sich einer Fall mitgeteilt, wo die Polizei feine Zeit hatte, sich um eine ihr politischen Partei sichern. Es versteht sich von selbst, daß die angezeigte, mit dem Streit zusammenhängende Uebertretung zu Metallarbeiter! Sämtliche Auspumper der Glühlampenfabrik modernen freien Gewerkschaften ihre politische Vertretung in der fümmern. Ein Fabrikant ließ seine Streifbrecher am Sonntag von 3schocke in Dresden befinden sich im Abwehrstreit. Die Ursache Sozialdemokratischen Partei suchen und finden müssen. Wie man sich unter Nichtbeachtung der vorgeschriebenen Sonntagsruhe arbeiten. ist ein 10prozentiger Affordabzug. Die Firma will aus Berlin bei der Agitation in den einzelnen Fällen verhält, ist eine Frage der Ein Streifender teilte dies auf dem Polizeibureau mit, er erhielt Streifbrecher holen. Zuzug ist streng fernzuhalten. aber die Antwort, man habe keine Zeit, sich um diese Dinge zu Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metallarb.- Verbandes. Aus den weiteren Verhandlungen dieser Konferenz ist hervorzus fümmern. Die Gips- und Zementarbeiter der dem Berliner Beton- Verein heben, daß der von der Generalfommission neu angestellte Sekretär nicht angehörigen Firmen haben ihren Unternehmern am Sonn- für Ost- und Weſtpreußen, Genoſſe Trilſe, ſeinen Wohnsiz in Ferner wurde eine Agitationsabend beschlußgemäß den neuen Tarif zur Anerkennung unterbreitet. Ibing angewiesen erhielt. dem Siz in Bewilligt haben 13 Firmen mit zirka 300 Arbeitern, dagegen kommiſſion für Ost- und Westpreußen mit Elbing gewählt. Der Vorsitzende dieser Kommission ift beitern, den Tarif zu unterzeichnen. Bei den Iettgenannten Firmen haben die Arbeiter vier von dem Gewerkschaftskartell des Wohnortes des Sekretärs Darauf gestern einmütig die Arbeit niedergewählte Beisitzer als Mitglieder dieser Kommission beigegeben werden. Die bisherigen Agitationskommissionen in Königsberg und gelegt. Danzig sind somit aufgelöst. In seinem Schlußwort betonte der Referent übereinstimmend mit den Ausführungen mehrerer Diskussionsredner, daß jeder Verfuch der Fabrikanten, auf den Beschluß ihrer Vereinigung die organisierten Arbeiter festzustellen, um sie hinterher zu maßregeln, selbstverständlich mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden wird. Jede Maßregelung eines organisierten Kollegen werde damit beantwortet werden, daß auch die übrigen die Werkstatt verlassen. Schließlich wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Die von etwa 1500 Kollegen besuchte Versammlung der streifenden Musikinstrumenten- Arbeiter nimmt Kenntnis von dem Beschluß der Freien Vereinigung der Berliner Pianoforte fabrikanten, wonach am Mittwoch, den 19. d. M., die Arbeit bedingungslos aufgenommen werden soll. Die Versammlung erklärt demgegenüber, auch ihrerseits an den in früheren Versammlungen gefaßten Beschlüssen festzuhalten. Ferner betont die Versammlung wiederholt, daß die gestellten Forderungen äußerst gering sind und ohne Nachteil für die Industrie bewilligt werden können. Zum Beweise hierfür dient, daß die Forderungen von 33 Fabrikanten, die etwa 700 Kollegen beschäftigen, anerkannt sind. Die Versammlung verurteilt das Verhalten der Kollegen in einigen größeren Fabriken, namentlich von Bechstein, auf das schärfste, die mit der Erklärung der Prinzipale, nach Beendigung des Streiks ihre gestellten Forderungen wohlwollend berücksichtigen zu wollen, zufrieden gewesen sind und hierdurch den aufgezwungenen Kampf den Streifenden bedeutend erschweren. Die Bersammelten erklären, daß sie nach wie vor bereit sind, durch ihre Kommission mit den Unternehmern wegen Beilegung des Streiks zu berhandeln. Aussperrung der Mülltutscher. Taktik. eigerten sich 15 Firmen mit zirka 200 Ar- der bon der Generalfommission angestellte Sekretär, dem Deutfches Reich. furt a. D. find Differenzen ausgebrochen. In genannter Fabrit In der Holzbearbeitungsfabrik von Hugo Schüler in Franksind Lohnkürzungen an der Tagesordnung. Fast kein Jahr ver= ging, wo Schüler nicht die Löhne reduzierte. Auch jetzt wieder, am 8. Oftober, suchte H. Schüler den Arbeitern begreiflich zu machen, daß die bisher gezahlten Preise nicht mehr aufrecht zu erhalten wären. Ein Preisverzeichnis wurde vorgelegt, von dem wir einige Positionen anführen wollen. Es gab für 100 Unterteile abpuzen, 200 Verdoppelungen aufleimen, 200 Knöpfe und 100 Rosetten aufleimen vor 4 Jahren 7 M., vor 2 Jahren 3 M. und jetzt 2 M. Muschelbogen aufleimen und sauber machen vor 4 Jahren 1,25 M., vor 2 Jahren 1 M. und jetzt 0,50 M., 100 Fugen fügen und verleimen vor 4 Jahren 2 M., vor 2 Jahren 1,50 M. und jetzt 1,25 M. Auch bei den Fräsern und Bandsägenschneidern ist es nicht viel besser. 100 Konsole foften zum Schweifen 12 Pf. Wenn man in Betracht zieht das Säge schärfen, Abzählen der Konsole und Preisnotieren, dann muß sich jeder sagen, daß die Zeit, in der man 12 Pf. verdienen soll, dabei schon längst verstrichen ist. Das ist Herrn Schüler aber nicht begreiflich zu machen. Nun griff die Verbandsleitung ein. Der Verbandsvorsitzende, der Gauvorsteher und Die Mülltutscher und Mitfahrer von den Firmen 2 Mann aus dem Personal gingen zu Herrn Schüler, wurden aber H. Scheller, C. Scheller und von der Berliner Abfuhr- abgewiesen, da der Herr„ nur für seine Arbeiter", nicht aber für gesellschaft, in Frage kommen 200 Mann, welche anfangs Oktober die Verbandsleitung zu sprechen sei. Um des lieben Friedens willen in eine Lohnbewegung eingetreten waren und dadurch eine Lohn- schickten die Arbeiter 3 Mann aus ihrer Mitte vor. Das paßte aber erhöhung auf 33 M. pro Woche für Mitfahrer und 36 M. für wieder Herrn Schüler nicht; er wollte nur mit 2 Mann verhandeln. Kutscher erzielt hatten, sind am Sonnabend, den 15. Oktober, von Uebrigens meinte er tenne er die Leute nicht( obwohl diese den Firmeninhabern aufs Straßenpflaster geworfen worden, nach- schon 5½ Jahr bei ihm arbeiten! Ein netter Herr im Hause"). dem dieselben sich eine Lohnreduzierung von 6 M. nicht gefallen Die Kommission verzichtete auch schließlich auf den dritten Mann, laffen wollten. Auf Grund der Lohnbewegung war seitens der Orts- wurde aber trotz allen Entgegenkommens von Herrn Schüler nicht verwaltung Berlin I des Zentralverbandes der Handels-, Trans- achtend behandelt. Er meinte, er wüßte gar nicht, um was man port- und Verkehrsarbeiter mit den vorgenannten Unternehmern noch verhandeln wollte. Ihm käme die Sache wie ein Theater vor zwecks Einführung eines Tarifvertrages von mehrjähriger Dauer und brach die Verhandlungen ab. 26 Mann befinden sich im Streik. eine Verhandlung eingeleitet worden, womit die betreffenden Herren Buzug ist streng fernzuhalten. Taut Brief vom 11. Oktober, welcher von Herrn H. Scheller im Auftrage der übrigen Herren an die Verbandsleitung gerichtet war, einverstanden erklärten. Die Herren verlangten die Adressen aller derjenigen Firmen, welche seitens der Verbandsleitung um ihre Beteiligung an den Tarif aufgefordert waren, und versprachen, sich mit diesen zwecks Bildung einer Kommission in Verbindung sezen zu wollen. Ein weiterer Bescheid sollte dem Verbande dann zugehen. Durch diese Manipulationen haben die Unternehmer sich den Kutschern usw. gegenüber einen Vorsprung verschafft und haben in aller Stille die Aussperrung vorbereitet. Nachstehendes Zirkular, welches die Herren Abfuhrunternehmer bereits am Sonntag morgen den in Frage kommenden Hauswirten zugestellt haben, erbringt hierfür den Beweis: Berlin, den 15. Oktober 1904. Sehr geehrter Herr! Die Mülltutscher verlangen jetzt Mt. 36,- Wochenlohn, das find 6 Mark mehr als bisher. Wir können diese unberechtigte hohe Lohnforderung nicht aus eigenen Mitteln bewilligen, sondern nur durch Erhöhung der Abfuhrpreise. Hochachtungsvoll Berliner Abfuhr- Gesellschaft und Phosphat- Dünger- Fabrikation A. Pohlmann u. Co., Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Berlin SO., Kiefholzstraße 13-14. NB. Die Firmen Charlottenburger Abfuhr- Gesellschaft, Hermann Scheller, Karl Scheller und Rudolf Neumann, haben ebenfalls ihre Kutscher entlassen. Das von der Generalfommission ausgearbeitete Regulativ wurde nach kurzer Debatte mit wenigen Aenderungen von der Konferenz angenommen. Die Hamburger Schlächter sind in einen Streit eingetreten. Da die Gesellen schon seit vier Jahren bemüht sind, die schlimmsten Auswüchse( Sonntags- und Nachtarbeit, Abschaffung des Logiss wesens usw.) zu beseitigen und sich stets friedlicher Mittel bedienten, aber stets von den Meistern prozig zurückgewiesen wurden, glaubten die Herren nicht, daß die Gesellen ernst machen würden. Höhnte doch einer der tonangebenden Meister in der letzten Bezirksversammlung der Innungen, die Gesellen seien zu schwach, sonst hätten sie schon vor 14 Tagen die Arbeit eingestellt. Dieselbe Prozigkeit haben die Herren gegenüber dem Ersuchen des Vorfizenden des Gewerbegerichts, vor dem Einigungsamt zu erscheinen, an den Tag gelegt. Bis Sonnabend nachmittag hatten sich zur Kontrolle über 600 Gesellen gemeldet. In 43 Betrieben wird zu den neuen Bedingungen gearbeitet. Heute werden die Engros- und Kopfschlächter sich dem Streik anschließen. Die Steinarbeiter in den großen Marmorwerken Kiefersfelden bei Rosenheim sind wegen Maßregelung von vier Kollegen in den Ausstand getreten. weiterarbeiten. Eingegangene Druckschriften. Die Hirsche" und Christlichen sind außer sich wenn man ihnen borhält, daß fie organisierte Streitbrecher sind. Bahlreiche Vorkommnisse haben das bewiesen, aber wir sind in der Lage, zwei neue Fälle als Beweismaterial vorzulegen. In Königsberg traten bei der Firma Bieske die Former wegen einer Lohn herabsehung in den Streik. Drei Arbeitswillige blieben, darunter ein Vorstandsmitglied des Hirsch- Dunderschen Gewerkvereins, namens Schließer. Ein anderes Bild! In Neufahrwasser bei Danzig wurden auf einem Bau zwei Mitglieder des Zentralverbandes der Maurer entlassen, Die Königsberger Polizei auf der Anklagebant. weil sie energisch für die Anerkennung des 50 Pf.- Stundenlohnes Bekanntlich hatte der Polizeipräsident in Königsberg eingetreten waren. Darauf legten sämtliche, zirka 40 am Bau bewährend des Maurerstreiks eine völlig ungesetzliche Verfügung er- fchäftigte Maurer, darunter zwei Christliche und auch die Unlassen, nach der Schuhleute angewiesen waren, das Streit organisierten, die Arbeit nieder und forderten solidarisch die Wiederposten stehen nicht zu dulden. Es regnete feinerzeit einstellung der Gemaßregelten. Ganz zweifellos wären die hageldick Strafmandate auf Grund dieses Erlasses dieses Erlasses auf die Maurer auf die Maurer auch mit dieser Forderung durchgedrungen, da es Streifenden wegen Uebertretung der Straßenpolizei- Verordnung". dem Unternehmer trotz aller Mühe nicht gelang, Arbeitswillige zu Viele wurden aber vom Schöffengericht und später auch von der erhalten. Aber im Rat der Christlichen war es anders beschlossen. Straffammer freigesprochen. Natürlich protestierten die Hinter dem Rücken der Ausständigen beschlossen sie wieder einmal Maurer ganz energisch gegen dieses Vorgehen. In einer Ver- den Streikbruch. Sie besetzten bald darauf den Bau mit 21 Mann, sammlung wurde eine Resolution angenommen, in der das Vor- die sich noch vermehrten in den nächsten Tagen. Unter diesen Umgehen der Polizei verurteilt wurde. Die Polizei fühlte sich aber ständen mußte der Zentralverband diesem Berrat Rechnung tragen noch dadurch beleidigt und stellte gegen den Gauleiter des Zentral- und die Sperre über den Bau als völlig ergebnislos aufheben. verbandes der Maurer, Genossen Schwarz, und gegen den VorHusland. sitzenden des Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer, Der Streif der Straßenbahner in Norrköping. Nachdem die Genossen Gerlach, Strafantrag wegen öffentlicher Beleidigung. Sie erklärte ihrerseits es für unwahr, daß sie während des Straßenbahngesellschaft eine größere Anzahl von Streitbrechern, Wir lassen die Abfuhr vom Montag ab mit neuen Rutschern Streids parteiisch gehandelt und sich auf feite die allerdings erst angelernt werden mußten, herangeholt hatte, zu 30 Mark Wochenlohn besorgen und bitten, die Unregelmäßig- des Unternehmertums gestellt habe. Auf Grund dieser konnte am Donnerstag der Verkehr teilweise wieder aufgenommen keiten, welche durch neue Mannschaften anfangs entstehen, zu Behauptung hat sie auch Strafantrag gestellt. werden. Am Freitag mittag mußte der Verkehr jedoch wieder ein entschuldigen und bei ebent. Unpünktlichkeit die Müllabfuhr nicht Die Verteidigung ist aber in der glücklichen Lage, für diese gestellt werden, da die Streifbrecher erklärten, sie könnten mit Meinung nicht der sogenannten Berliner Wirtschafts- Genossenschaft, welche ein Behauptung einen umfangreichen Wahrheitsbeweis Rüdsicht auf die öffentliche Ein Teil der Streifbrecher ist dann sofort Müllabfuhrmonopol erstrebt, zu übertragen. antreten zu können. Sie hatte rechtzeitig eine Voruntersuchung Die Polizei ist unterrichtet und wird beantragt, um den Fall bis ins einzelne schon vor Eröffnung wieder abgereist. Wahrscheinlich wird sich der Direktor nun doch ebent. mangelhafte Müllabfuhr während der des Hauptverfahrens aufzuklären. Dieser Antrag war aber ab- genötigt sehen, auf die Forderungen der Streifenden einzugehen und Streifzeit berücksichtigt werden. gelehnt worden. So blieb nichts weiter übrig, als den Wahrheis das Vereinigungsrecht anzuerkennen. beweis in der Hauptverhandlung zu führen. Am Sonnabend standen die beiden Genossen vor der Straffanimer. Vor der Vernehmung der Angeklagten nahm ihr Verteidiger, Rechtsanwalt Haase, das Wort und führte an: Die Beleidigung werde darin gefunden, daß Von der„ Nenen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ist soeben das die Angeklagten behauptet haben, die Polizei habe während des 3. Heft des 23. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir Maurerstreits Partei zugunsten der Unternehmer ergriffen. Für diese hervor: Der Berliner Schulstreit. Aus dem Reiche der rheinisch- west Behauptung trete er den Beweis der Wahrheit an. fälischen Eisen- und Stahlkönige. Von Wilhelm Düwell. Die christliche & r stens wolle er zahlreiche gerichtliche Erkenntnisse, erster und Liebestätigkeit. Bon Paul Lafargue. Die Hegelsche und die Rosenauch zweiter Instanz, vorlegen, in denen festgestellt sei, daß franzische Logik und die Grundlage der Hegelschen Geschichtsphilosophie im streikende Maurer verhaftet worden sind aus teinem Segelschen System. Von Ferdinand Lassalle. Fortsetzung und Schluß.) Die Kutscher und Mitfahrer haben die Lohnerhöhung seinerzeit anderen Grunde, als weil sie Streitposten ge- Notizen: Ein Startell von Maschinenfabriken. Von J. G. bekanntlich gefordert, weil eine Polizeiverordnung ihnen das Aus- standen bätten. Er beantrage die Ladung der Herren Amts- handlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchfuchen des Mülls, das ihnen einen kleinen Nebenverdienst brachte, gerichtsrat Hempel und Landgerichts- Direktor Wohl- Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal untersagte. Die Kutscher müssen früh 4½, spätestens 5 Uhr im gemuth. Dieselben würden befunden, daß in zahlreichen Fällen der abonniert werden. Das einzelne Heft tostet 25 Pf. Stall sein, um die Pferde zu reinigen und die Fuhrwerke in Aburteilung solcher Streikposten die als Zeugen vernommenen Schutz- Brobenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Ordnung zu bringen. Bereits um 26 Uhr fahren dieselben in ihre leute auf die Frage, was der Mann getan habe, geantwortet hätten: Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen Tour, wo sie tagsüber die vielfach 2 bis 3 Zentner schweren Kästen nichts hat er getan; es sei einfach ein Auftrag vorhanden( Stuttgart, Diet' Verlag) ist uns soeben die Nr. 22 des 14. Jahrganges abzuholen und zu verladen haben, und kommen meistenteils des gewesen, die Streifpoften festzunehmen. Es handele sich dabei zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Abends erst um 8 und 9, 10, ja 11 Uhr todmüde wieder auf den um Dußende von Fällen. Ein solcher Streitposten sei sogar die Dringende Aufgaben. Frauen im Bädergewerbe. Bon Luise Biez. „ Arbeiterinnenheime" in der Schweiz. Von dz. Die politische Frau. Fuhrhof zurück. Geregelte Ruhe- resp. Essenspausen existieren ganze Nacht in Haft behalten worden, und später habe ihn das Aus der Bewegung.+ Bon ar. nicht. Die Kutscher und Mitfahrer müssen den ganzen Tag auf Gericht freigesprochen. 3 weitens habe die Polizei den Unter- Bremen. Feuilleton: Welte Blumen. Stizze von Alwin Rudolf. Beschlüsse der Frauenkonferenz zu Notizen der Straße liegen. Sie sind darauf angewiesen, von ihrem Vernehmern erlaubt, noch nicht fertige Bauten als Wohn- teil: Gewerkschaftliche Arbeiterinnenorganisation. Frauenarbeit auf dem dienst in den Gastwirtschaften zu leben. Dabei geht natürlich ein so großer Teil ihres Verdienstes drauf, daß der ver- äume für Arbeitswillige zu benußen, während es sonst stets Gebiete der Induſtrie, des Handels mit Berkehrswesens. zur Strafanzeige gebracht wird, wenn eine Wohnung auch nur rechtzeitig bedingungen der Arbeiterinnen. bleibende Rest knapp zum Unterhalt der Familie ausreicht. bezogen wird. Drittens sei der Auftrag an Schußleute erteilt bewegung. Arbeitswillige haben sich bis jetzt nur seh. wenig gefunden. worden, für die Unternehmer Arbeitswillige von der Bahn abzu- Die Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer Von 95 bis 100 Wagen, welche die vorgenannten Firmen täglich aus- holen. Viertens habe der Polizeipräsident für eine Gastwirtschaft 10 Pf., durch die Post bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich fahren laffen, sind gestern nur im ganzen zirka 18 in die Touren die Polizeistunde von 11 auf 9 Uhr herabgesetzt mit der ausdrück- ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pf. gegangen. Diese waren mit Kontorpersonal und einigen fremden, Als ein Erinnerungsblatt an den Bremer Parteitag bietet sich Touren besorgt zu haben, im Laufe des Tages wieder retour ge- regel wieder aufgehoben mit der Begründung, gesamt acht gute photographische Aufnahmen vom Barteitag respektive bon weil der fommen und haben der Müllabfuhr schleunigst wieder den Rücken Streit jetzt zu Ende sei. der Helgolandfahrt wiedergibt. Wir sehen da das Bild„ Vorstand und PreßAus alledem gehe eine Begünstigung bureau", sowie zwei Aufnahmen des Parteitagsplenums, das einmal von gefehrt. Die Ausgesperrten halten fest zusammen und üben eine der einen Seite, nämlich des Unternehmertums durch die Polizei rechts, einmal von links gezeigt wird, ferner die Bilder von der Helgolandscharfe Kontrolle an allen in Frage kommenden Plätzen aus. hervor. Er beantrage deshalb Vertagung, Ladung der in seinem fahrt Aegir und fein Gefolge"," Einbotung"," Badische Fraktion"," Die Schriftfas genannten Zeugen und Vorlegung der darin bezeichneten horizontale Lage, ein unfehlbares Mittel gegen Seekrankheit( Patent Eisner)" und" Die Fraktion der Seefesten". Diesen hübschen Bildern reiht Achtung, Buchdrucker! Bei der Buchdruckerei Reinhold; Erkenntnisse und sonstigen Aften. Kühn, Leipzigerstr. 73/74, befindet sich das gesamte Personal, Der Staatsanwalt hatte gegen den Beweisantrag nichts einzu- fich würdig die Plauderei„ Glück auf Bremen!" an. Dieser Teil der Nummer Sezer, Drucker und Hilfspersonal, wegen fortwährender Maßwenden, und das Gericht beschloß gemäß dem Antrage der Ver- wird sowohl den Delegierten wie auch dem weiteren Streise der Parteigenoffen regelungen ihrer Vertrauensleute, welche bemüht teidigung. Da steht also ein neuer Sensationsprozeß Königsberg Aus dem Inhalt erwähnen wir ferner die beiden farbigen Bilder waren, den Tarif und die Arbeiterinteressen im Geschäfte hochzu bevor, bei dem, das können wir heute schon erwarten, die Polizei Aus Prinzessin Luises Brief an den Vooruit“ und„ Nach dem Siege am Waterberg", sowie die Illustrationen„ Stoßseufzer", Bülows Freundschaften", halten, im Ausstande. Als Zeichen, wie einheitlich das gesamte Ber- sehr schlecht abschneiden wird. ,, Wie pervers!" und Rechtsprechung", sowie die Gedichte Der Streit um fonal die Maßregelung ihrer Vertrauensleute vertritt, gilt wohl die Rippe", Ein neuer Revolutionär"," Der Herr Kollege"," Fiat justitia!", Mitteilung, daß fich nicht einer, ob lange oder furze Zeit im Ge Herren und Knechte" von Robert Seidel,„ St. Ulricus",„ Manöver lehren" und außer zahlreichen fleineren Beiträgen die größeren Feuilletons Militärische Belohnungstabelle",„ Der Muß- Defraudant" und ,, Ein Triumph der Dressur". Der Preis der Nummer, die diesmal 14 Seiten umfaßt, ist 10 Pf. An diesem Zirkular ist ganz charakteristisch wieder die unglaubliche Behauptung, die Polizei werde während der Streifzeit auf eine eventuell mangelhafte Müllabfuhr Rücksicht nehmen! Weibliche Fabrikinspektoren. ArbeitsFrauenleistungsunfähigen Leuten besetzt. Davon sind 8 Wagen, ohne die lichen Begründung: weil das Lokal den Streifenden zum Aufenthalt diene. Und nach Beendigung des Streits habe er die Maß- uns die neueste Nummer des„ Wahren Jakob" dar, indem sie insEine Gewerkschaftskonferenz für Ost- und Westpreußen schäfte, bereit gefunden hat, in solchem Geschäfte weiter zu arbeiten. fand am 16. Oktober in Elbing statt. Es nahmen daran teil die Da das Geschäft für alle Behörden arbeitet, so müßten diese unseres Gauleiter der Zentralverbände, die Kartellvorsitzenden und Erachtens dafür sorgen, daß den Arbeitern eine anständige Organisationsvertreter der Gewerkschaften für Ost- und Westpreußen Behandlung sowie tarifmäßiger Lohn und tarif sowie Posen. Es sind 36 Delegierte anwesend. Freude bereiten. Sozialdemokratischer Wahlverein Sozialdemokratischer Wahlverein f. d. 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( So.) für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( Ost). Dienstag, den 18. Oktober, pünktlich abends 82 Uhr: General: Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Neuwahl desselben. 2. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen E. Warm über: " Rapital und Arbeit“. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. 244/14 Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erivartet Der Vorstand. Gegen Nachzahlung von 10 Pf. kommt das Protokoll des Bremer Parteitages an die Mitglieder zur Verteilung. E Sozialdemokratischer Verein Heute Dienstag, den 18. Oktober 1904, abends 8½ Uhr: Große Versammlung Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, Laden. Socben erschienen: 233/ 16* Protokoll des Parteitages zu Bremen. Mit Anhang: Bericht über die dritte Frauenkonferenz. Aus dem Inbalt heben wir bes sonders hervor: Drganisation, Kome der Internationale in Anton Boekers Festfälen( früher Brochnow), Weberstraße 17. Tagesordnung: Parlamentarismus oder Generalstreik? Fortsetzung der Debatte aus der letzten Ver- munalpolitik, sammlung. An den Vorstand gelangte Anträge. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 244/15 Rongreß zu Amsterdam. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. im 5. Berliner Reichstags- Wahlkreise. Sektion der Gips- und Zementbranche. Dienstag, den 18. Oktober, 8% Uhr abends( pünktlich): Außerordentliche General- Versammlung im Alten Schützenhaus, Linienstr. No. 5. Tages- Ordnung: 1. Antrag des Vorstandes auf Statutenänderung. 2. Die Errichtung der Partei- Spedition im 5. Kreise. 3. Die Stadtverordnetenwahl im 30. Bezirk. 4. Antrag, den erfolgten Ausschluß eines Mitgliedes aufzuheben. 5. Partei- und Vereins- Angelegenheiten. 6. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Das Protokoll des Bremer Parteitages gelangt in dieser Versammlung gegen eine Nachzahlung von 10 Pf. zur Verteilung an die Mitglieder. Bei der Wichtigkeit der Tages- Ordnung ist das Erscheinen aller Mitglieder notwendig. Der Vorstand. 245/20 Charlottenburg. Hierdurch teilen wir allen Berufsangehörigen mit, daß der Berliner Beton- Verein" dem Vertrage, gemäß unserem am Mittwoch, den 12. Oktober, in der Generalversammlung beschlossenen Entwurfe, in seiner Versammlung am 13. Oftober zugestimmt hat. Gemäß diesem Beschlusse ist der Vertrag am 15. Oktober 1904 in Kraft getreten. Der Berliner Beton- Verein" zählt nachbenannte Firmen zu seinen Mitgliedern: Erich Bowien, Charlottenburg, Pestalozziftr. 87. Aktien- Gesellschaft für Beton- und Monierbau, Berlin W., Potsdamerstr. 10/11. Baugesellschaft für Lolat- Eisenbeton, Berlin W., Sleiststr. 39. H. Becher, Berlin C., An der Schleuse 5. Hermann Bräuer, Rigdorf, Hermann: straße 106/107. Julius Donath, Berlin N., InvalidenEhlert, Charlottenburg, Rönnestr. 24. straße 2. Max Elias, Berlin S., Urbanstr. 9. Wilh. Friedrichsberg, Kronprinzenstr. 46. Hans Fischer& Co., Herm. Ehlert, Groß- Lichterfelde, am Bahnhof West. Günther& Sollwedel, Berlin N. 20, Behmstraße, Plaz 5. Höfchen & Peschke, Berlin SW., Blücherstr. 1. August Krauß, Berlin NW., Baulstr. 20c. Hellmuth Krüger. Berlin N., Brunnenstr. 71. Hannoversche Zementbau- AktienGesellschaft, Berlin W., Potsdamerstr. 10/11. Neu" gebauer& Schybilski, Berlin SW., Gifschinerstr. 107. Bruno Passarge, Berlin W. 50, Geisbergstr. 50. Plath& Prugel, Berlin N., Triftstr. 13. Gustav Müller, Berlin O. Samariterſtr. 32. Schade& Bahrt, Berlin W. 57, Göbenstr. 7. Carl Schultze, Berlin W. 15, Kaiser- Allee 19. Otto Stüwe, Berlin SW. 47, Bagels bergerstr. 35. Schrewe& Co., Berlin SW. 11, Lucenwalderstr. 2. Ernst Scheldt, Berlin SW. 11, Möckernstraße 94. W. Thiele, Berlin SO. 33, Mustauerstr. 34. W. Liebig, Berlin NW, Wilhelmshavenerstr. 32. Wagenknecht, Berlin NO. 55, Fröbelstr. 3. Fr. Winkler, Berlin N., Dunderstr. 16. M. Czarnikow& Co., Berlin W., Werderscher Markt 9. Paul Zöllner& Co., Berlin W., Lutowstr. 13. Gebr. Brosch. 70 Pf.; gebd. 1 M. Weiter empfehlen wir die Protokolle der früheren Parteitage: Halle. 1890. Neuorganisation; Programmrede Liebknechts; Stel lung zu Streiks und Boykotts; Auseinandersetzung mit den„ Un abhängigen". 50 Pf. Erfurt. 1891. Festsetzung des Programms; Programmentwürfe; Ausschluß der Unabhängigen" Tattit der Partei. Berlin. 1892. Staatssozialismus; Genossenschaftswesen, Kontrollmarke. 50 1. Boykott, 50 Pf. Köln. 1893. Gewerkschaftsbewegung; Antisemitismus; Wahlrecht und Bes teiligung an preußischen Landtags wahlen. 40 Pf. Frankfurt. 1894. Budgetbewilli gungs- Frage in den Landtagen; Agrarfrage; Trusts, Ringe und Kartelle. 25 Pf. Breslau. 1895. Agrarprogramm; Hausindustrie. 30 Pf.; gebd. 50 Pf. Gotha. 1896. Frauenagitation; Literaturdebatte. 30 f. Hamburg. 1897. Preuß. Landtags. wahlen; Militarismus. Brosch. 35 Pi; gebd. 60 Pf. Stuttgart. 1898. Stoalitionsrecht; Bergarbeiterschuk; Preuß. Landtags wahlen; Boll- und Handelspolitik. Brosch. 35 Pf.; gebd. 60 Pf. Hannover.1899. Bernstein- Debatte; Zuchthausvorlage; Militärfrage. 50 Pf. Mainz. 1900. Weltpolitit; Verbei den Landtagswahlen; Anhang: Bericht über die Frauenkonferenz. 50 Bi. Die nachstehenden Firmen, welche Nichtmitglieder des„ Berliner kehrs- und Handelspolitit; Taktik Dienstag, den 18. Oktober 1904, abends 8% Uhr, im„ Volkshause", Beton- Vereins" sind, haben ebenfalls bewilligt: Rosinenstraße 3: General- Versammlung des Wahlvereins. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Revisoren. 2. Neuwahl des Vorstandes und der Revisoren. 3. Anträge zur General- Versammlung des Kreises und Wahl der Delegierten. 4. Die sozialdemokratische Taktik und ihre Erfolge. Referent: Reichstags- Abgeordneter Genoffe Ledebour. 5. Diskussion. Wir erwarten zahlreichen Besuch seitens der Mitglieder. Mit gliedsbuch legitimiert. 250/ 17* Für Frauen und Gäste ist die Tribüne reserviert. Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernſprecher: Ant IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353. Achtung! Bauanschläger! Achtung! Mittwoch, den 19. d. W., abends 8 1hr, in Kellers Festsälen, Koppenstr. 29: Allgemeine Versammlung fämtlicher Bauauschläger Berlins und Umgegend. Zages Ordnung: Bericht der Kommission über unsere Lohnbewegung. Kollegen! Da in diefer Versammlung wichtige Beschlüffe gefaßt werden follen, ist es notwendig, daß jeder erscheint. Hermann Zander& Comp. H. Nimz. Joh. Sixt, Groß- Lichterfelde. Alb. Kretschmar. Adolf Heintze, Rummelsburg. Lübeck. 1901. Bergriffen. Friedrich Aug. Kraus. Wilhelm Eickhoff. Paul Götz. Ulbricht& Bode. Karl Rödel, Bildhauer. Oswald Richter. München. 1902. Bergriffen. Warnebeld& Nasse. Hugo Exner. WayB& Freitag 2.- 3. Boswau& Knauer. Berlin- Ellricher Gipsbau- Gesell- Dresden. 1903. Taktit der Barter; schaft. Sebastian Stehle. Otto Belding. Hermann Weißgerber. Schmidt& Weimar. Reichstagswahlen; Fritz Fischer- Bantow. Vizepräsidial frage; Die revisionistischen Be Richard Gerschel, Bildhauer. H. Lentsch. Max Kersten und Woock. strebungen. 75 Pf.; gebd. 1 M. veröffentlicht sind, sind gesperrt und darf die Arbeit nicht aufgenommen Die Bauten derjenigen Unternehmer unserer Branche, die hier nicht werden, bevor der Unternehmer dem Vertrag unterschriftlich beigetreten ist. Die im Baugewerbe beschäftigten Arbeiter ersuchen wir, uns in unserem Kampfe zu unterstützen. Hauptsächlich richten wir diese Bitte an die organisierten Maurer und Bauhülssarbeiter. Achtung! Die regelmäßige Mitgliederversammlung der Gruppe der Rabizputer findet Mittwoch, den 19. Oktober, abends 8%, Uhr, in den Arminhallen, Kommandanten straße 20, statt. Der Vorstand. HALT Wollen Sie Jhren Husten, Jhre Erkältung oder das Kitzeln im Halse los sein?-Wollen Sie eine klare Stimme haben und von Jhrer Verschleimung befreit sein?-gebrauchen Sie bitte Pascoe's Hausfrauen! Arbeiter! Bürger! Brust- Pastillen à PACKET 25 PFENNIG. Helft durch Eure Sympathie die unwürdigen Lohn- und Arbeits- Sie werden den Versuch nicht verhältnisse der Fleischergesellen verbessern; kauft Euren Bedarf zu behen in Apotheken und Drogérien. an Fleisch- und Wurstwaren dort, wo unsere Platate( weiss mit blauem Rand) aushängen, denn nur dort sind unsere minimalen Forderungen Dr. Simmel, zn, bewilligt. Die Ortsverwaltung Berlin. Mittwoch, 19. b. M., abends 8, 1hr, im Lokal„ Rosenthaler Hof", 22386 Rosenthalerstr. 11/12( fleiner Saal): Versammlung der chirurgischen Branche. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Buchholz über:" Russisches". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Das Erscheinen aller Kollegen, besonders derjenigen von H. Hauptner, ist notwendig. Mittwoch, den 19. d. M., abends 8%, Uhr, im Lokal von Fiebig, Große Frankfurterstr. 28: Bezirks- Versammlung für den Bezirk„ Osten". Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Pawlowitsch:" Leben und Leiden im Zuchthaus und Strafgefängnis". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Mittwoch, den 19. d. M., abends 7 Uhr, im Lokal von Kaufhold, Wilhelminenhofstr. 18: Bezirks- Versammlung für Ober- Schöneweide. Tages- Ordnung: Achtung! J. A.: Th. Keslinke, Dragonerstr. 15, Sof 1 Tr. Achtung! Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin Bezirk Süd- Westen. Mittwoch, den 19. Oktober, abends 81/2 Uhr, bei Habels, Bergmannstr. 5/7: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: PrinzenSpecialarzt für[ 35/ 13* Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Rixdorf. Donnerstag, den 20. Oktober, abends 82 Uhr, im Lokale des Herrn Thiel, Bergstraße 152: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom dritten Quartal. 2. Vortrag des Genossen Baege Mitgliedsbuch legitimiert. 1. Vortrag des Genossen Kotzke über: Leisten wir positive über Babel und Bibel. 3. Verbandsangelegenheiten. Arbeit? 2. Diskussion. 3. Bericht des Viertel- Vertreters. 4. Verschiedenes. 10/15 Um zahlreiches Erscheinen der Kollegen ersucht Die Ortsverwaltung. Das Mitgliedsbuch ist mitzubringen. Jeder erhält einen Versammlungsftempel. Anarchisten! Sozialisten! Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder ersucht 153/10 Der Obmann. Heute Dienstag, den 18. Oktober cr., abends 8½ 1hr, bei Patt, Dragonerstraße 15: Zentralverband der Handels, Transport-. Verkehrsarbeiter Volks- Versammlung. Deutschlands. Bureau und Arbeitsnachweis: Zimmer 13-16, geöffn. wochent. 8-6 Uhr. . Verwaltungsstelle Berlin. Gewerkschaftshaus", Engel Ufer 15, 11. Telephon: Anit 4 Nr. 3348. 1. Vortrag über:„ Berufstrantheiten". 2. Diskuffion. 3. Berbands Hausdiener, Packer, angelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Zur besonderen Beachtung! Packerinnen! Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Alle Vertrauensleute, Zahlstellen- Inhaber und Mitglieder Mittwoch, den 19. Oktober 1904, abends 8%, Uhr, in den bitten wir strengstens darauf zu achten, dass bei der Bezahlung der 40. Beitragswoche für jedes Mitglied eine Zählfarte aus geschrieben wird. Die gewissenhafte Ausfertigung dieser Karte ist zu der am Jahresschluß aufzunehmenden Mitgliederstatistit unbedingt er. forderlich. 122/20 Die Ortsverwaltung. Tagesordnung: 1. Herrschaft, Volksherrschaft, Herrschafts. Tofigkeit. Referent: Paul Frauböse. 2. Freie Diskussion. Zu zahlreichem Erscheinen, auch der Gegner, fordert auf Die Vereinigung der Anarchisten Berlins und Umgegend. 22435 Verband der an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigt. Arbeiter Berlins u. Umgegend. Versammlung. Mittwoch, den 19. Oftober, abends 8½ Uhr, im Lokale Königsbank, Tages Ordnung: 1. Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse unserer Kollegen in den Warenhäusern und Engros- Geschäften, und wie können wir dieselben verbessern? Referent: Kollege Ang. Werner. 2. Diskussion. 3. Geschäftliches und 71/4 In Anbetracht der äußerst wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen Mittwoch, den 19. d. m., abends 8 1hr, in Dräsels Festsälen", noch fernstehenden Berufskollegen sind besonders eingeladen und als Gäste aller Kollegen und Kolleginnen unbedingt erforderlich. Die unserer Sache Neue Friedrichstr. 35: Die Sektionsleitung. Adtung! Lackierer. Atung! ufnahme neuer Mitglieber. Versammlung aller im Berufe beschäftigten Personen. Tages- Ordnung: 107/14 Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet. Die Sektionsleitung. 1. Die Lage in unserem Gewerbe. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Erscheinen aller Stollegen und Kolleginnen ist Pflicht. gern gesehen. H. Preuss, Swinemünderstr. 66, 1. Etage, Cigarren und Tabak- Fabrikad Engros- Lager( Tel. III 6919) bekannte billigste Vezugsquelles. Händler, Neu- Etablierungen ze. Specialität: Pre- Ussina- Cigarren gefeßlich gesch. Specialmarken f. Renner, in allen Preislagen überall käufl. Große Frankfurterstraße Außerordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: Statutenberatung. Das Erscheinen aller Mitglieder erforderlich. Mitgliedsbuch legitimiert. Leihhaus 76/9 Der Vorstand. Berlin, Anflamerftr. 2. Charlottenburg, Friedrich Karlpl. 12. Beleihung von Brillanten, Gold: und Silbersachen, ühren, Bücher, Wäsche, Kleidungsstücke zc. 7112* Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 18. Oktober. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. 2. Sinfonie Konzert der königlichen Kapelle. Mittags 12 Uhr: Sinfonie- Matinee. Neues fönigl. Opern Theater. Geschlossen. = Deutsches. Kettenglieder. Berliner. La Sorcière. Lessing. Traumulus. Weften. Die Kleinen Lämmer. Thalia. Der Weiberkönig. Zentral. Der Zigeunerbaron. Belle- Alliance. Die Zugendglode. Anfang 8 Uhr: Neues. Minna von Barnhelm. National. Der Barbier von Sevilla. Schiller 0.( Wallner Theater. In Behandlung. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Die Großftadtluft. Kleines. Nachtasyl. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Lustspielhaus. Bieberleute. Trianon. Gastons Frauen. Luisen. Krieg im Frieden. Deutsche Volksbühne. Die Waise aus Lowood. Kafino. Mutter Gräbert. Metropol. Ein tolles Jahr. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Berliner Luft. Spezialitäten. Palast. Im Zukunftsstaat. Speziali täten. Herrnfeld- Theater. Nur eine Nacht. Am andern Morgen. Paffage Theater. Hans Fredy. Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: In Behandlung. Schiller- Theater N. Bruch- Pollmann ( Friedrich- Wilhelmſtädtiſches Theater). Emblicht ein Raadehaltern, Spritzen, Dienstag, abends 8 Uhr: Die Grossstadtluft. Im Bannkreis der Jungfrau. Stomödie in 3 Aufzügen v. M. Dreyer. Schwant in 4 Aften v. Dslar BlumenHörsaal 8 Uhr: Dr. P. Schwahn: Gletscher und Eiszeit. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTAN'S ANOPTICUM PA Friedrichstr. 165. Rosa das gelehrte Pferd! Mittwoch, abends 8 Uhr: Johannisfeuer. Donnerstag, abends 8 Uhr: Zum erstenmale: Die Jüdin von Toledo. thal und Gustav Kadelburg. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Kreuzelschreiber. Donnerstag, abends 8Uhr: Die Kreuzelschreiber. Kleines Theater Neues Theater. Bereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Mittwoch: Nachtasyl. Donnerstag: Des Pastors Rieke. Freitag: Elektra. Thalia- Theater. Anfang 8 Uhr. Minna von Barnhelm. Mittwoch: Die Kronprätendenten. Donnerstag: Erdgeist. empfiehlt in Leibbinden, Suspensors, fowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigne Werkstatt. Lieferants. Dris- u.Hilfs- Krankenkassen Berlin C., 30. Linien- Straße 30. NB. Alle Bruchbänder mit elaſtischen Belotten, angenehm und weich am Körper. 4432* GardinenRester- Ausverkauf Freitag: Die lustig. Weiber v. Windsor. älterre Muster in weiß und creme zu Belle- Alliance- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Direktion: Kren& Schönfeld. Belle- Alliancestr. 7/8. 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Gebrüder ( Guido Thielscher, Lina Abarbanell, Fritz Helmerding, Josephine Dora.) Sonntag nachmittags 312 Uhr: Charleys Tante. Baudevilleposse von Ferrier, bearbeitet von J. Kren und Alfr. Schönfeld. Sonntag nachmittags 3 Uhr bei fleinen Breisen: Maria Stuart. Deutsche Konzert- Hallen. An der Spandauer Brücke 3. Vollständig neu ausgestattet! Täglich: Gr. internat. Künstlerkonzerte. Theater- Abteilung. x Spezial- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Grosse Herbst- Gartenbau- Ausstellung in den Gesamträumen und Gärten der Berliner Secession, Kant- Straße 12. Eintritt 50 Pfg. 40/ 14* Zentral- Theater Herrnfeld- Theater Zirkus Busch. Zirkus Schumann. Heute Anfang 7, Uhr. Der Zigeunerbaron. Operette in 3 Atten von J. Strauß. Mittwoch: Die Geisha. Dugendbillets mit 40 Prozent Ermäßigung, an allen Wochentagen gültig, gelangen jetzt zur Ausgabe. Luisen- Theater. Krieg im Frieden. Morgen: Mein Leopold. Donnerstag: Romeo und Julia. Freitag: Krieg im Frieden. Sonnabend: Hajemanns Töchter. Sonntag, nachmittags: Krieg im Frieden. Abends: Mein Leopold. Montag: Mein Leopold. Deutsch- AmerikanischeS Theater. Köpenickerstr. 67. Zum Gastspiel Adolf Philipp. 370. 33 Ueber'n grossen TEICH." Anfang 8 Uhr. MALE: Ende 10 Uhr 30 Min. Sonntag nachmittags 3 Uhr: ,, Ueber'n grossen Teich." National- Theater Weinbergsweg 12a- 13b. Dienstag, den 18. Oftober 1904: Zweites Gastspiel Alessandro Bonci: Der Barbier von Sevilla. Anfang 7 Uhr. Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. ( Une Nuit de Noces.) Schwant in 3 Aften von H. Kéroul und A, Barre. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Die 300 Tage. Deutsche Volksbühne. Carl Weiß- Theat., Gr. Frankf. Str. 132. Abends 8 Uhr: Maria Stuart. Mittwoch: Maria Stuart. Apollo- Theater. Unter persönlicher Leitung des Komponisten: Ueber 200 Mal: der größt. Herrnfeld- Schlager Nur eine Nacht zwei Atte aus einer Ehe, und Am andern Morgen Nachspiel zu„ Nur eine Nacht" mit Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Anf.( auch Sonntags) 8 Uhr. Passage- Theater. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Nchm. Wochent. 5, Sonnt. 3 Uhr. Das grossartige Gala- Fest- Vorstellung. Südwest- Afrika. Die neueste Sensation Berlins: Koko der mensch Wunderaffe! 15 Polarbären 10 Elefanten. gerr Dir. Busch, 6 engl. Vollblüter, und die vorzügl. Programmnummern. Volksgarten- Theater ( früher Weimann).. Dienstag, den 18. Dttober 1904: Heute Dienstag, den 18. Oktober, abends präz. 72 Uhr: Gala- Parforce- Vorstellung. Riesen Erfolg der neu engagierten Spezialitäten. U. a.: 8um 2. Male: Ein wirkliches Naturwunder: Konsul II, ber menschliche Schimpanse.( Ein Bruder des seinerzeit so außerordent lich beliebt gewesenen Stonsul I.) Drittes Auftreten von der irische Wunderpony, Gr. Soiree der Nordischen Sänger. Billy, geramt Das Rätsel der Franz Krüger, Herzberg, Stoßmann, Loose, Bartel, Kleinschmidt, Petri, Rosenträger.) Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Oktober Programm: Lustspielhaus Hans Fredy, Humorist. Russ. Ges.- u. Geschw. Fiocati, Tanzduo. Engelski- Truppe, Tanz- Ensemble Dida die Erschaffung eines Weibes aus dem Nichts. 14 neue erstklass. Nummern. Skala- Theater. Linienftr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! Familie Schmekeles Boffe mit Gesang in einem Aft, fowie 30 internation. Spezialitäten. Anfang 7, Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert Sanssouci. Friedrichstraße 236. Anfang 8 Uhr. Biederlente. Schneider, Marie Wendt.) issenschaft", vorgef. v. Mr. de Voy. Ferner: Der phänomenale Chinko. Herr Albert Carré. Athleten zu Pferde. Sisters Powell, Mlie. Eve, Mile. Miniggio, Parforee- Reiterinnen. Direktor Albert Schumanns neue und moderne Dreſsuren. Zum Schluß: Allabendlich stürmischer Beifall: Michael Strogoff oder: ( Hans Fischer, Franz Schönfeld, Gijela Der Kurier des Zaren. Morgen u. die folg. Tage: Biederleute. Großes mimisches Drama in 8 Aften Sonntag, nachmittags: In Behandlung. ca. 250 Mitwirkende, zwei Musikkorps. Stadt- Theater Moabit. Alt- Moabit 47/49. Gastspiel des Bernh. Rose- Theaters. Der Hüttenbesizer. Schauspiel in 4 Aften von G. Ohnet. Unf. 8 Uhr. Entree 30, num. 1. 50 Bf. Donnerstag, den 20. Dktober cr.: Fräulein Schnabels Verlobung. WING! Neues Programm. LIANE DE VRIES Pariser Sängerin. Edi Stadler, Stelling Truppe, Jodler. komische Reckturner. Morton und Elliot, Papier- Manipulatoren. Nottbuser Tor- Stat. der Hochbahn. Dienstag, den 18. Oftober: Kaiser Josef II. und die Schusterstochter. Mittwoch, den 19. Oftober: Zum erstenmal: Gaëtana. Drama von Ottomeyer. Sonnt., Mont., Donnerst.: Permane Bros, Agoust- Familie, Pas de Deux oriental. Die 4 Harveys, Drahtseilkünstler. Marcell Salzer, Vortragskünstler. Palast- Theater. Bürgerliche Schauspiele. Burgstraße 22. Anfang 8 Uhr. Das epochemachende OktoberSpezialitäten- Programm. Dazu: Der größte Erfolg: Im Zukunftsstaat. Ausstattungs- Burleske in einem Att. Freitag, den 21. Oktober: Große Elitevorftellung unter Mitwirkung namhafter Gäfte. Maria Stuart. Trauerspiel in 5 Aften von Friedrich von Schiller. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Münzstraße 16. Täglich Vorstellung Howard de Grey, Barfußtänzerin menschlicher Kuriositäten. Hoffmanns Nordd. Sänger. Larive, Clowns. Jongleure. französische Soubrette. Tanzkränzchen. Das Motogirl. Alle ausgegebenen Vor- Romsakoffs, weibliche Kosaken. zugsfarten gelten. Der Biograph. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Berliner Luft. 20000 Mark Belohnung! Ausstattungs- Burleske von Benno Jacobson. Musik von Paul Lincke. Vorher die Oktober- Spezialitäten. Sonntag, den 23. Oktober, nachmittags 3 Uhr, bei ermäßigten Preisen: Frühlingsluft. Operette von Josef Strauß. Vorher: Spezialitäten. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz.. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend 8 Uhr: Militär- Konzert. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Fritz Steidl- Sänger. Nach jeder Vorstellung im Kaiserfaal: Ha Tanz. Gesangspoffe in 4 Aften v. 2. Treptow. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Mittwoch: Das Pfeffer- Nöst. Donnerstag: Extra- Elite- Vorftellung. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Plättner, Böhme, Bödmann, Walden, Schrader). Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Gustav Feodora, bas Weib mit den Löwentatzen. Arabella, die tätowierte Schönheit. Medizinische Rätsel, Gedankenleser. Behrens Fröbels Allerlei- Theater, Schönhauser Allee 148. Spezialitäten- Jeden Dienstag: Theater, Frankfurter. Allee 85. 26 16. Oktober vollständig neues Programm. FührmannSänger Walde- Sanner Anf. 8 Uhr. Entree 40 Pf. Nach der Soiree: Signora Bella, spanische Tänzerin. Geschw. Clanée, Salonequilibristen. Familien- Kränzchen. Mr. Florenti, Neger Musical. Bons haben Gültigkeit. Neu! Neu! 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Oftober 1904, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 76/10 Der Vorstand. Zentral- Kranken- u. BegräbnisKasse für Frauen u. Mädchen. Verwaltung Berlin IV. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Frau Ida Kupke am am 15. Oftober verstorben ist. Die Beerdigung findet Dienstag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des MarkusKirchhofes in Wilhelmsberg aus 22486 et babe ofenrecht zerkleinert die Holzhandlung W. Jonentz, Berlin tatt 5242* Bärwaldstr. 65. Wir rauchen nur Hoyer- Zigaretten. atente, Fabrik Schöneberg, Gußkowstraße 5. Anmeldung, Verwertung, Rauf, Finanzierung In- und Ausland, Ratschläge kostenlos. Prüfung von Ideen. Bequemste Bahlungsweise. 9-4, Sonnt. 11-1. Wolters& Co., Wilhelmstr. 119/120. Kronleuchter- Fabrik 656 Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung Berlin IV. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters Friedrich Radecke sagen wir allen Freunden und Befannten, insbesondere den Herren Chefs sowie dem Personal der Firma Bark u. Co. unseren herzlichsten Dant Emilie Radecke und Kinder, Blumenstr. 20. 22396 Danksagung. 22475 für Gas u. Petroleum. Sigung meines lieben Mannes Allen denjenigen, die bei der Beer Größte Auswahl. 400 Kronen von 10-700 M. Verk. zu billigst. Fabrikpreisen an Private. Auf Wunsch Teilzahlung ohne Preiserhöhung. Siegel& Co. Prinzenstrasse 33. Das älteste Rester- Geschäft des S.-O. von Wilh. Mühlbach empfiehlt Refter von Plüschen, Krimmer, Estimos zu Damenund Kinder- Jacketts zu den billigsten Preisen. Grösste Auswahl in fertiger Konfektion. 10 Oppelnerstr. 10 August Barnowsky mitgewirkt haben, meinen innigsten Dant. Ida Barnowsky. Danksagung. 2229 Für die liebevolle Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau geb. 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Heute abend Am Sonnabend und Sonntag hielten die deutschen Boden- ficht über den Teil der Verhandlungen und Beschlüsse der Jahres- 8 Uhr im Restaurant Miegel, Stralauerftr. 57: Mitglieder- Versammlung und Borstandssitung. reformer hier ihren 14. Bundestag ab. Die Beteiligung war eine versammlung, über den in der vorigen Versammlung am lebhaftesten verhältnismäßig starke, es mögen zirka 200 Personen anwesend( Breslauer) Kommission ausgearbeitete und von der Jahres in diskutiert der bon der paritätischen gewesen sein. Sigung haben Dienstag: Nach den von dem Vorsitzenden, Schriftsteller Adolf versammlung in München mit großer Mehrheit angenommene im Bereinskalender sind zu richten an Albert Liebetrau, Berlin, PutbuserArbeiter Raucherbund Berlins und der Umgegend. Nenderungen Damaschte Berlin, erstatteten Bericht zählt der Bund zurzeit Entwurf zur Regelung der Gehaltsfrage, der 2000 Mitglieder, darunter 172 Körperschaften mit 19 000 ange- ertrags und Anstellungsbedingungen, sowie" Ambalema", Udel, Forsterstr. 19. ftraße 15, IV. Gemütlichkeit IV", Friedrich, Frankfurter Allee 198. Edelweiß I", Leb, Steglit, Floraftr. 2. schlossenen Mitgliedern. Im letzten Jahre ist die erste Stadt, der Pensions- und Hinterbliebenen Fürsorge Eldorado", Schieffe, Grüner Weg 120. Feste Brüder Moabit", Schöz, Opladen, dem Bunde beigetreten. der Krankenkassen- Beamten( abgedruckt in Nr. 182 Bremerstraße 71. Beilchenblau", Düffert, Winsstr. 56.„ Dewets Eiserne Die Sizung am Sonnabendnachmittag wurde durch die Be- des Vorwärts" vom 5. August 1904). Nachdem der Redner Pfeife", Engler, Schulstr. 5. Bulunst", Neuendorf, Neu- Weißensee, Friedrichratung der gefeggeberischen Versuche zur Ein die Hauptbestimmungen des Entwurfs vorgeführt und auf straße 5.- Neuer Berliner", Steffan, Wienerstr. 31. Gesundbrunnen", Klinge, führung der Zuwachs steuer" ausgefüllt. Der erste die dazu von der Jahresversammlung gefaßten Refolutionen( stehe Sellerstraße 14. Bolldampf", Wachs, Münchebergerstraße 8. ifter Strabbenhöft, stötinerir. 3 Domingo", Rohloff, Baldemarstr. 16." Victoria", Heider, Borhagener über gesehgeberische Steuerreformversuche in Baden. Im badischen er unter anderm auf die Kündigungs- und Entlassungsbedingungen Stein, Rirdorf, Biethenstr. 3. „ Rauchlos", Landtag hatte der Abg. Zehnter eine Besteuerung des unverdienten ein, die in der vorigen Versammlung am meisten Widerspruch Koppenstraße. Unverzagt", Gruber, Friedenstraße, Ede Neuer Hain", Techtmeier, Langenbeckstr. 7. Excelfior", Wertzuwachses an überbauten und nicht überbauten Grundstücken hervorgerufen hatten. Der Redner bemerkte, es sei ein Irrtum, Eiffert, Lübbenerstr. 23. Ruhiga", Herzog, Brizerstr. 46. Weichsel zugunsten der Gemeinden beantragt, aber infolge des Petitions- wenn man meine, daß hier die im gewerblichen Arbeitsverhältnis duft Schulz, Neu- Weißensee, Sedanstraße 24. Gemütlichkeit I", sturmes der Hausbesitzervereine, der Handelsgärtnervereine und der übliche unbedingte Gleichstellung von Arbeitnehmer und Arbeitgeber Gläser, Manteuffelstr. 101. Getnickte Rippe", Krüger, Andreasstr. 42. Karlsruher Bürgervereine, sowie infolge der sich entgegenstellenden maßgebend sein müsse; vielmehr kämen hier die Bestimmungen hunde", Grundmann, Büdlerstr. 18. " Labat zur Asche", Jäckel, Charlottenburg, Osnabrüderstr. 27." Freie Schwierigkeiten hat der Landtag vorläufig von einer Lösung Ab- des Handelsgesetzbuches sowie der§ 624 des Bürgerlichen GesetzKein Streit", Schmidt, Tilsiter. stand genommen und die Regierung mit weiteren Erwägungen be- buches in Betracht und darum sei die im Entwurf vorgesehene Ein- Bolad, Faldensteinstraße 19.Blaue Wolfe IV", Benning, Putbuserstr. 25.„ Einfach", Granium", Heine, Littauerstr. 12. auftragt. schränkung des Kündigungsrechts der Kassenvorstände gerechtfertigt." Maryland", Bree, Lychenerstr. 133. Blaue Wolfe II", Kienast, Der zweite Referent, der Zentrumsabg. Jäger Speyer, Der Redner ties auf die Anstellungsbedingungen hin, die Berthauerstr. 26. Lange Pfeife- Moabit", Strößel, Huttenstraße 8. schilderte die bekannten Versuche des bayerischen Zentrums auf Ein- die Berufsgenossenschaften ihren Verwaltungsbeamten gewähren Bulgarien", Marth, Fruchtstr. 69. Osten", Schade, Proskauerstr. 27. führung der Steuer nach dem gemeinen Werte und Besteuerung der deren Tätigkeit im allgemeinen nicht so aufreibend sei wie" Frohfinns Heimat", Schößler, Stromstraße 28. Columbus SO.", Zuwachsrente. Bekanntlich hatte die bayerische Regierung nach mehr- die der Krankenkassen- Beamten fowie auf die im Jahre 1903 Sede, Oppelnerstr. 19." Wiedersehen", Weber, Neu- Weißensee, Friedrichjährigem Drängen dem Landtage im Herbst 1903 einen Gesetz vom Reichstag angenommene Resolution, die eine feste Regelung Brandt, Graudenzerstr. 2. straße 35." Hand in Hand", Ewald, Wienerstr. 41. Graue Asche", entwurf vorgelegt, der die Baugelände in den Städten und überall der Verhältnisse der Krankenkassen- Beamten verlangt, und forderte Alter Berliner", Bedmann, Reichenbergerstraße 46/47. Eintracht", Bleier, Straßmannftr. 41. Gemütlichkeit II", dort, wo der Bodenwert den landwirtschaftlichen unverhältnis zum Schluß die Vertreter der Kaffen auf, den Entwurf ruhig und Graßig, Wrangelftr. 21. Grüner Hain", Drömer, Ebelingstr. 4.„ Freie mäßig übersteigt, mit einer Grundwertabgabe belegen wollte. Die fachlich zu prüfen. In der Diskussion sprach zunächst Stuhl- Männer I" Friedenau, Grube, Kaiser- Allee 85." Kairo", Dunaisti, Zweite Kammer nahm den Entwurf fast einstimmig an, aber in der mann( Steindrucker) und erklärte, daß der Entwurf für die von Stöslinerstr. 16. Ersten Kammer scheiterte er. Auch die Besteuerung des unver- ihm vertretene Kaffe unamnehmbar fei. Die Vorstands Arbeiter Radfahrerbund„ Solidarität". Gau 9( Prov. Branden dienten Wertzuwachses wurde von den Reichsräten einstimmig ab- mitglieder könnten der Generalversammlung der Kaffe die An- burg.) Alle Zuſchriften und Anfragen, den Bund betreffend, find zu richten gelehnt. nahme nicht empfehlen. Namentlich sprach sich der Redner dagegen Arbeiter- Radfahrer- Verein", Abteilung 9, Sektion der Bäder, jeden 1. und an den Gau- Borsitzenden Karl Fischer, Berlin NW., Waldstr. 8. Berliner In der Diskussion trat Uebereinstimmung darüber zutage, daß aus, daß Hülfsbeamte nach einem halben Jahr auf Lebenszeit fest 3. Dienstag, nachmittags 3 Uhr, Gipsstr. 2. Borwärts", Wilmersdorf, das hauptsächlich anzustrebende Ziel die Grundwertsteuer sei, der angestellt werden sollten. Jm allgemeinen nannte er die Anstellungs- Berliner 40." Frisch auf", Dienstag nach dem 1. und 15., Baumdie Zuwachssteuer nur ergänzend zur Seite stehe. bebingungen fast unerhört" und wies unter anderem auf einen durch schulenweg, Baumschulenstr. 14." Stern", Luckenwalde, bet Helau. Am Sonntag referierte zunächst Prof. Dr. Schär- Zürich über Schiedsgericht erledigten Vorfall in der Schneiderkasse hin, wo einem" Stern", nach dem 1. und 15. bei Jordan, At- Landsberg. die Verstaatlichung der Wasserkräfte. Die Wasser- Beamten der Vorwurf grober Nachlässigkeit gemacht worden war. " Germania", Woltersdorf Stolpbrüd, nach dem 1. bei Lehmann. kräfte bilden heute einen wichtigen Faktor des Nationalreichtums, Sodann nahm Fräulein Bien( Buchdruckerkaffe) das Wort zu einſtr. 3, I. Arbeiter- Radfahrerbund Freiheit". Geschäftsstelle bei F. Liehr, aber die Staaten haben in Berkennung dieser Tatsache ihre Aus einer kurzen Erklärung, die sich gegen einen im„ Correspondent", Norden 1900", Löhrig, Pantstr. 32d. Somet", Rigdorf, beutung meist gegen Linsengerichte der Privatspekulation überlassen. dem Verbandsorgan der Buchdrucker, erschienen, gegen den Entwurf Starlsgartenstr. 6/10. Es tritt hier die gleiche Sturzsichtigkeit zutage, wie vor hundert gerichteten Artikel wandte, welchen die Rednerin als" Judasartikel" be- 10 Uhr: 2. Männerabt.: Staligerstr. 55/56; 4. Männerabt.: Moabit, Siemens. Arbeiter Turnerbund. Turnverein Fichte", Berlin, abends 8 bis Jahren, als der Staat seine Grubenrechte veräußerte und sich dadurch zeichnete.- Kohn( Kaufmannskaffe) sprach in längeren Ausführungen für straße 20; 5. Männerabt.: Wattstr. 16; 6. Männerabt. Stallschreiberstr. 54; in die Abhängigkeit der Kohlenbarone begab. Es ist ja bekannt, ben Entwurf und bemerkte unter anderem, daß in Berlin mehrere Kassen 7. Männerabt.: Reichenbergerstr. 131; 9. Männerabt.: Müllerstraße 168 wie der Kohlentrust in Nord- Amerika seine Macht ausnutt, wie er bereits mehr bewilligt hätten als im Entwurf verlangt werde. Ferner 10. Männerabt.: Petersburgerstraße 4; 11. Männerabt.: Fürbringerstr. 33 die Produktion nach Belieben einschränkt, um fünstlichen Kohlen- sprachen für den Entwurf Schulsky( handels- und Transport- 1. Lehrlingsabt.: Friedenstraße 37; 3. Lehrlingsabt.: Boechstraße 17/20; mangel zu erzeugen und die Preise zu erhöhen, unbefümmert, ob arbeiter) und wuzky( Nixdorfer Krankenkasse). Küter( Schöne straße 10; 1. Damenabteilung: Mariannen- User 1a. 2. Damenabteilung: 8. Lehrlingsabteilung: Höchſteftr. 36/37; 12, Lehrlingsabt. Eberswalder dadurch Tausende von Arbeitern arbeitslos werden und Tausende berger Krankenkasse) erklärte, daß der von ihm vertretene Kassen- Aderstr. 67. von Familien erfrieren. Aehnlich treibt es auch das deutsche Kohlen- vorstand mit allen Bestimmungen einverstanden sei, mit Ausnahme straße 122, Freie Turnerschaft Stralau- Rummelsburg". Bon 7-9 Uhr Arbeiter- Turnverein Neu- Weißensee" im Prälaten, Lehder syndikat. Jetzt wieder überläßt man eine neue Kraft, die Elektrizität, der die Kündigung betreffenden. Der Redner erwähnte, daß die für Böglinge; von 9-11 Uhr: Männer Abteilung, Rummelsburger Brivaten zur Ausbeutung und hemmt dadurch den Kulturfortschritt. Schöneberger Staffe bor einiger Zeit, infolge bon für Boltsgarten, Hauptstr. 4. Freie Turnerschaft", Stegliz, Birkenwäldchen, Welche Riefenkräfte die Sonne im Wasser anzuhäufen verinag, geht die Beamten allzu günstigen Kündigungsbedingungen, genötigt Schüßenstraße. daraus hervor, daß die nußbaren Wasserkräfte der Schweiz allein gewesen sei, für einen entlassenen Beamten 4000 Mart zu Arbeiter Schwimmerbund. Anfragen an Karl Schüße, Reichen so viel leisten können wie eine Million Pferde oder 7½ Millionen opfern. Borwärts"( Abteilung Berlin) abends 8-9%, Uhr träftige Menschen. Daß eine solche Straft auch eine unermeßliche Beamten seiner Kasse gerichteten Vorwürfe und erklärte, daß zeit- teilung III) abends 7 Uhr städtische Badeanstalt an der Schillingsbrüde. Dames( Schneiderkaffe) entgegnete auf die gegen einen bergerstraße 74. städtische Badeanstalt an der Schillingsbrücke( reserviert). Reichtumsquelle ist, leuchtet ein. Von hohem Wert ist die Konkurrenz, weilig in den Vormittagsstunden auf dem Bureau der Kaffe gegen Norden"( Damenabteilung), städtische Badeanstalt, Oberbergerstraße. die die Wasserkräfte der Kohle bereiten. Leider droht dieser neuen 400 Personen zu bedienen seien, so daß ein längeres Wartenlassen Araftquelle das gleiche Schicksal wie vor 100 Jahren den Gruben, manchmal unvermeidlich sei. Gesellige ze. Bereine. Männer- Chor der Freidenter", Benz( Vorsitzender der Buchdruder Rönigshof", Neue Königstr. 78. Gesangverein Arion" Die Wasserkräfte werden der Privatausbeutung überliefert, und so fafie) führte aus, daß nach der in Buchdruckerkreisen herrschenden Danzigerftr. 15. Bitherverein Einigkeit", Bitherverein Einigkeit", Reichenbergerstraße 19 bet wird dieser neue Reichtum in der Hand großer kapitalistischer Unter Meinung die Gehälter der Rassenbeamten den Theaterverein Pegasus", Eichner, Strelißerftr. 10. Löhnen Rottschty. nehmungen monopolisiert, der Segen, der dazu bestimmt ist, ein ber am ganzes Bolt zu fördern, verwandelt sich in Aktien dividenden. Wie sein sollten. Den Entwurf fönne der Vorstand der von ihm vertretenen besten bezahlten Buchdrucker entsprechend bemessen verein Bech", jeden Dienstag nach dem 1. und 15. bei Metlow, Markus. straße 16. Spar- und Lotterieverein Hertha I", im Liegnißer Garten, die Kohlenpreise durch die Grubenrente auf das Doppelte und mehr Rasse nicht genehmigen. Der Redner entgegnete dann auf die von Liegnizerstr. 30. Lotterieverein Fee", Görlizerstr. 73. Lotterieklub gesteigert werden, so werden auch die Wasserrechte, sobald fie eine Fri. Bien abgegebene Erklärung, worauf, nachdem ein Antrag auf Schluß Ritterstr. 75. Sumor", Sielaff, Schönhauser Allee 36. Lotterieklub, Dalles", Boigts Festsäle, Arbeiter- Turnverein" Froh und Frei", Groß- Lichterfelde Rente abwerfen, eine Steigerung der Kosten der Wasserkräfte her- der Debatte angenommen worden war, eine Richtigstellung Fräulein( Männer- Abteilung), Restaurant Reisen, Chauffeeſtr. 104. Athletit- und beiführen. Hier gilt es Wandel zu schaffen und die Wafferrente Biens folgte. Ringsport- Verein Athen", Schöneberg, Grunewaldstr. 110. der Gesamtheit zuzuführen. In Baden ist bereits eine mächtige Die Abstimmung, an der sich die Vertreter der Freien HülfsFreie Bereinigung selbständiger Fensterputer jeden Dienstag Boltsbewegung zugunsten der Verstaatlichung der Wasserkräfte zu kaffen und die Kassenbeamten nicht beteiligten, ergab die Ab- nach dem Ersten bei Hennig, Seydelstr. 11. spüren, und auch in der Schweiz trägt man sich mit der gleichen lehnung des Entwurfs mit 59 gegen 38 Stimmen. Aus der Abficht. Die deutschen Wasserkräfte müssen dem deutschen Volte Mitte der Versammlung wurde die Gültigkeit der Abstimmung begehören, nicht aber einigen Privaten. Legen wir Protest ein gegen zweifelt, weil einige Kaffenvorstände durch eine große Anzahl, andere bie Monopolifierung der weißen Kohle durch das private, das Börsen nur durch ein oder wenige Mitglieder vertreten waren. tapital! Verhüten wir, daß uns der Erdboden abgesperrt, die Luft zugemessen und das Licht verwehrt wird! Die übrigen Punkte der Tagesordnung, darunter der Bericht vom Kongreß der Internationalen abolitionistischen Föderation, Ohne Debatte beschloß die Versammlung, den Bundesvorstand wurden der vorgeschrittenen Zeit wegen vertagt. mit der Absendung einer Protestresolution gegen die Auslieferung der Wasserkräfte an die Privatspekulation zu getrauten Die Genoffin Ihrer bittet uns wegen eines finnentstellenden Es folgte das Referat des Admirals Dr. Boeters- Fehlers in dem Bericht der Bankower Partei- Versammlung in der Charlottenburg über" Bodenreform und Kolonial Sonntag- Nummer um folgende Berichtigung: politit." Der Referent faßte seine Ausführungen in folgende Zur Sache Schippels habe ich nicht gesagt, der Parteitag habe Leitfäße zusammen:" Das Ziel der Kolonialpolitik darf nicht sein höhere Aufgaben' sondern er habe andere Aufgaben, als die einseitige Ausbeutung des Koloniallandes zum Vorteil des tagelang theoretische Auseinandersehungen zu pflegen, die weder der Mutterlandes, es soll vielmehr sein die Erziehung und Hebung Sache an sich Nußen bringen noch geeignet sind, die strittigen Fragen der kolonialen Bevölkerung und die Entwickelung der Hilfsquellen in zu flären. Ebensowenig wie im vorigen Jahre der Standpunkt der der Kolonie zum Besten der Gesamtheit. Die entscheidende Voraus- sogenannten" Revisionisten" geändert worden ist, würde auch der sehung dazu ist die richtige Behandlung des Bodens, der nicht tapi- Standpunkt Schippels in der Bollfrage sich durch die endlosen talistischen Sonderinteressen ausgeliefert werden darf." Debatten geändert haben. Die Parteitage sollten sich mehr die Vorbereitung und Förderung der praktischen Arbeit angelegen sein laffen, als dies in den letzten Jahren geschah. So wäre es auch um den Sozialismus im allgemeinen sehr traurig bestellt, könnte ein Einzelner durch eine abirrende Meinung dessen Theorien ins Wanken bringen und die Erreichung des Zukunfts- Stationen staates in Frage stellen. Die auf jedem Parteitag aufEine Bersammlung der Krankenkassen- Borstände und Verwaltungs- tretenden Zukunftsstaatsretter sollten sich lieber mehr der beamten Berlins und der Vororte, die am Freitag in der Ressource praktischen Arbeit zuwenden. Die beiden letzten Parteitage stattfand, faßte zunächst Beschluß über die Anweisung für haben bewiesen, daß durchaus nicht notwendig es Swinembe. 765 GSD 3bebedt 5 Haparanda 758 SG 2bedeckt Hamburg 763 bie den Erholungsstätten zugewiesenen Kranten- nüßlich ist, alle Jahre einen Parteitag abzuhalten und man darf Berlin 6 Petersburg 764 SS 1 bedeckt 766 SSD 1 halb bd. 3 Cort taffenmitglieder". Es handelt sich hierbei um eine einheit erwarten, daß seitens der Genossen der Antrag wieder aufgenommen Frankf.a.m. 768 G 1Nebel 5 Aberdeen 741 S liche Regelung der Verhältnisse der in den Erholungsstätten weilen wird, die Parteitage nur alle 2 Jahre oder nach Bedarf einzu- München 769 23 4halb bd. 6 Paris den Kassenmitglieder. Der dazu vorliegende Entwurf wurde nach berufen. 770 Stebel furzer Diskussion gegen sechs Stimmen angenommen und zwar mit Deutscher Arbeiter Abftinentenbund, Ortsgruppe Berlin. Mittwoch, Wetter- Prognose für Dienstag, den 18. Oktober 1904. einer fleinen Ergänzung. den 19. Oftober, abends präzise 8, Uhr, Versammlung im Englischen Barmer, vielfach heiter bei lebhaften südwestlichen Winden, zeitwelfe Dann wurde die, in einer bor acht Tagen abgehaltenen Ver- Garten, Alexanderstraße 27c. Vortrag des Genossen Simon Rabenstein: fammlung begonnene Diskussion über den Bericht der Die Moholfrage auf den bisherigen deutschen Parteitagen und die Er Berliner Wetterbureau. Nach unerheblicher Debatte gelangten die Leitfäße des Referenten einstimmig zur Annahme. Verfammlungen. SUNLIGHT SCHUTZMARKE SEIFE GARANTURT UNVERFALSCHT FREI VON SCHADLICHEN BESTANDTEILEN SUNLIGHT SCHUTZMARKE SEIFE und " " Welle"( Ab Neuer Chling, Lotteries Marktpreise von Berlin am 15. Oftober. Nach Ermittebungen des gl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**) gute Sorte 17,60-17,58 M., mittel 17,56-17,54 9., geringe 17,52-17,50 2. Roggen), gute Sorte 13,95-13,93 m., mittel 13,91-13,89 M., geringe bis 13,30 m., geringe 13,20-12,20 m. Safer*), gute Sorte 16,40-15,60., 13,87-13,85 9. Futtergerste*), gute Sorte 15,50-14,40 M., mittel 14,30 mittel 15,50-14,70 M., geringe 14,60-13,80 9. Erbsen, gelbe, zum Stochen 40,00 30,00 M. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linsen 60,00-30,00 m. Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Gier per Schod 4,50-3,20 m. Richtstroh 4,82-4,32 m. eu 9,40-7,20 m. Kartoffeln 9,00-7,00 2. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. · Dresden 1,65 Meter, bei Magdeburg+0,49 Meter. Unftruf bei Wafferstaub am 15. Dftober. Ibe bei Aussig 0,15 Meter, bei Straußfurt 0,90 meter. Oder bei Ratibor+1,45 Meter, bei Breslau Ober- Begel+4,98 Meter, bei Breslau Unter Begel 1,18 Meter, bei Frankfurt+0,48 Meter. Weichsel bei Brahemünde+ 2,14 Meter. Bart he bei Bosen-0,12 Meter. Nese bei Usch+ 0,42 Meter. Witterungsübersicht vom 17. Oftober 1904, morgens 8 Uhr. Wien Barometer etwas Regen. stand mm Wind richtung Windstarke Better 2bedeckt Temp. n. C. 5° C. 4° R. Stationen Barometer Wind. richtung Winbftärke Better Temp. n. T. 6° C. 4° N. 6 88 4 bedeckt 767 SS 2bedeckt 11 8 Sunlight Seife SUNLIGHT SCHUTZMARKE SEIFE wird in allen einschlägigen Geschäften in folgenden populären formaten und Preisen abgegeben: das elegante handliche Doppelstüd im Karton kostet 25 Pf; das große mächtige Oktogonstüd( Achtedformat), zwei Stüd im Karton, tostet 35 pf und das kleine vornehme Oktogonstüd( Achtedformat) kostet 10 pf. man bestehe darauf, die Stücke in Originalverpadung zu erhalten, da unzählige minderwertige Nachahmungen in den Handel gebracht sind. Turmstr. 76 Lachmann& Scholz. Otto- Str. 1 In dieser Woche gelangen, soweit die Vorräte reichen, enorm billige Posten zum Verkauf: Kinder- Kleidchen 3 in Velour und Barchent 50 ctm Wert bis 3,195 jetzt Stück 55 ctm Wert bis 3,85 jetzt Stück Serie I Matrosen- Mützen Knaben u. Mädchen Werb bie s pr für 98 Pf. jetzt Stück 215 38PL Normal- Hemden für Herren: Normal- Hemden 78 Vicogne, schwere gemischte Qualitäten jede Größe Pf. 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