U Nr. 248. Abonnements- Bedingungen: 1 Abonnements Preis pränumerands: Bierteljährl. 3,30 r., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter SonntagsBeilage Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Versammlungs- Anzeigen 25$ fg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben gählen für zwei Worte. Inferate für ble nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Wahlvorbereitung in Italien. Rom, 18. Oftober. Freitag, den 21. Oftober 1904. schaffen, die auf die Abschaffung der Lohnarbeit durch die Vergesellschaftung der Produktion gerichtet sind." Dieser Aufruf wurde von der Mehrheit der Fraktion angenommen, Morgen erläßt der Parteivorstand sein Wahlmanifest. Das Wahlprogramm der Regierung. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. über die Notstandstarife für Futtermittel haben den Unwillen der Industrie gegen den Minister der öffentlichen Arbeiten gesteigert. Die Börse sei voll Unwillen über den Finanzminister. Herr Möller, der Handelsminister, habe in der Hibernia- Aktion feine Autorität gründlich erschüttert und ebenso Herr Studt im Kampf gegen die Städte und ihr Recht, über die Verwendung der Schulgebäude zu Sterbholz, und vom Justizminister Schönstedt, der an Niederlagen verfügen. Herr v. Hammerstein habe den Mirbach- Skandal auf dem " 1 Der Avanti" veröffentlicht den Aufruf der sozialistischen Barlaments- Fraktion an die Wähler. Ferri hatte vorgeschlagen, daß Fraktion und Parteivorstand gemeinsam ein Flugblatt aufsetzen sollen, aber Bissolati, Turati und Bertesi brangen mit ihrer auflösung voraufgeht, ist in der nüchternen Sprache gehalten, die Der Bericht des Ministeriums, der dem Dekret der KammerAnsicht durch, nach der Vorstand und Fraktion getrennt vorgehen. Giolitti kennzeichnet und die so sehr von den Gepflogenheiten überreich, brauche nicht erst geredet zu werden. Der MinisterTurati, dem gestern die Fraktion das Recht bestätigt hat, der offiziellen Welt Italiens absticht. Die großen Linien des von präsident selbst stehe vor den Schwierigkeiten der Lippe- Angelegenheit. fernerhin als Fraktionsmitglied zu gelten, da er forts fahre, Sozialist zu sein und nur wegen nebensächlicher und Giolitti entwickelten Programms find bereits von den offiziellen So kommt denn die Bossische Zeitung" zu der folgenden Bu lokaler Fragen nicht mehr der offiziellen Partei- Organisation Telegraphenbureaus übermittelt worden. Alles in allem charakterisiert sammenfassung über die Zustände in der Regierung. man das Begleitschreiben am besten, wenn man sagt, daß seine Verangehöre, legte eine lange Tagesordnung vor, die durch Zusätze der sprechungen unbestimmt und unklar, seine Drehungen grob und Genossen Cabrini, Nofri, Bissolati, Rondani u. a. m. erweitert und umgestaltet wurde. deutlich sind. Einen Satz, in dem er der Fraktion die systematische Unterstügung jeder wirklich ernst zu nehmenden Reform regierung zur Pflicht machte, mußte Turati fallen lassen. Selbst Biffolati bekämpfte diesen Satz. Nach mehrstündiger Diskussion erhielt der Aufruf folgende definitive Fassung: den Geschworenengerichten überliefert. " ,, lleberall Konflikte, überall Verstimmung. Die politische Lage zeigt eine bedenkliche Unsicherheit, und wenn nicht bald Wandel geschaffen wird, wird man meinen, die Regierung zeige ein hippofratisches Antlig. Die Zustände in der Regierung find so unerfreulich, verraten eine solche Verworrenheit, daß fie einer Krisis zutreiben, wenn es dem Grafen Bülow nicht endlich gelingt, die Konflikte zu bes seitigen, die die öffentliche Meinung erregen, und die herrschende Politik in ein ruhigeres und volkstümlicheres Fahrivasser zu leiten." " Die Wege der Freiheit fortfahren wird, das wird wie bisher ganz vom In welcher Weise und bis zu welchem Grade Giolitti auf dem organisierten Proletariat abhängen: das Proletariat wird genau so viel Freiheit und thatsächliche Rechte haben, als es zu behaupten und Gegenüber der verweigerten Einberufung der Kammer und an- Grade die Zeichen der Zeit zu deuten verstand und dem Proletariat freiwillig zu nehmen weiß. Mag sich Giolitti rühmen, daß er bis zu getvissem gesichts der bevorstehenden Wahlen konstatiert die sozialistische Barlas den Raum einräumt, den es zu erzwingen imftande war. Die Früchte ments- Fraktion mit Befriedigung, daß die jüngsten Ereignisse die Not- der Freiheit aber rechne es sich nicht an. Wenn man es hört, so könnte es leidlich scheinen! Es wäre wendigkeit, das Land um die politische Orientierung der Regierung zu Proletariats erfolgte nicht, weil die Regierung liberal war, sondern gierung, auf welche die" Boffische Zeitung" deutet, noch um eine Der Aufstieg des leicht möglich, die Unzulänglichkeiten und die Niederlagen der Rebefragen, beschleunigt haben, und fordert für die Kammer das Recht, weil die sozialistische und gewerkschaftliche Propaganda das Proletariat endlose Reihe zu mehren, ist doch einiger der schwersten Belastungen fich selbst auf Grund des Antrags einer gegebenen Zahl ihrer Mitglieder gewedt, die günstige Konjunktur ihm wirtschaftliche Errungenschaften des Regierungskontos nicht gedacht wie des vollständigen Zusammen einzuberufen; sie betont ferner die dringende Notwendigkeit eines möglich gemacht hatte. Eine reaktionäre Regierung hätte den Auf- bruchs der russischen Verwaltungs- und Justizaktion. Das frei Gesezes als logische Ergänzung jeder wirklich liberalen Politit stieg nicht verhindert, sondern wäre durch ihn beiseite geschoben sinnige Blatt erkennt. Die Sünden der Regierung und entsegt ruft dem Proletariat gegenüber das die Verwendung bewaffneter worden. Daß Giolittis Liberalismus die ganze riefige Arbeiter- es: das kann sich nicht langen Lebens noch erfreuen! Macht bei Streits und Boltsbewegungen regelt, ihre Benigung bewegung Italiens geschaffen hätte, die unter einem Rudini oder Voffische Zeitung" sieht bas„ hippokratische Antlig" diefer preußischen als Mittel der Einschüchterung und Bression in den wirtschaftlichen Sonnino nicht entstanden wäre, das ist eine so tindische Auf- Regierung, deren jedes einzelne Mitglied längst todesreif. Prophetisch Konflikten unmöglich macht, den Gebrauch der Waffen gegen eine unbewaffnete Menge absolut ausschließt und die schuldigen Beamten faffung, daß man sie wohl in einer Fibel, nicht aber in einem poli- warnt fie: wenn es so weiter gehe, wenn Graf Bülot nicht endlich tischen Dokument dulden kann. Besserung schaffe, so treibt die Regierung einer Krisis entgegen! Die Parlamentsfraktion fonstatiert ferner, daß während der Was die Versprechungen betrifft, so find fie eben die echten und Zwei Möglichkeiten werden gestellt: entweder beherzigt die preußische letzten vier Jahre mit der die Entwickelung der proletarischen rechten Wahlversprechungen: sie sehen nach etwas aus und es ist Regierung die Mahnung der„ Boffin" und den von ihr gemeldeten Organisationen freigebenden Politit nicht die entsprechende Reform- nichts dahinter. Woher sollen denn Abgabenreformen kommen, wenn Aufruhr des Bürgertums inter Bürgermeisterführung, oder sie geht tätigkeit Hand in Hand ging, die allein der gewährten Freiheit nicht die Militärausgaben vermindert werden? Giolitti hat ja viel Ver- in furchtbarer Krise zugrunde. Inhalt und Festigkeit geben und dem Proletariat immer wirksamere und ähnliche Ladenhüter in der Versenkung verschwinden lassen, Antlig" der anderen entdeckt! Aber der Freifinn ist frisch und sprechungen, wie die Verminderung des Kornzolls, der Salzsteuer Wie doch der Voffische Freifinn scharfsinnig das hippokratische Mittel für seine letzten Klaffeneroberungen liefern konnte, durch aber selbst das wenige, was er verspricht, wird er nicht halten lebensstart, sein Bürgerzorn wird bald die todgeweihte Regierung welche Mittel jenen impulsiven Maffenbewegungen vorgebeugt wird, können, wenn er nicht an die Heeresausgaben und an die Zivilliste zur Erde streden, wenn Graf Bülow nicht in ein ruhigeres und die außer stande sind, der proletarischen Aufwärtsbewegung dauernden rührt. In Parenthese sei bemerkt, daß der liberale Giolitti tein volkstümlicheres Fahrwasser leitet". Vorteil zu bringen und nur die reaktionären Strömungen im Lande Wort von der Chefcheidung und der Erforschung der Baterschaft sagt. stärken. Graf Bülow wird in ein ruhigeres und volkstümlicheres Bei seinen Drohungen läßt sich schon eher etwas denken: Auf Fahrwasser Leiten"! Er wird durch authentische Interpretation" Die Parlamentsfraktion stellt fest, daß die Verantwortung hierfür einerseits dem Nihilismus der Regierung zur Last fällt, der den hebung der Streitfreiheit für das Personal der Eisenbahner und der alle feine politischen Sünden und alle Sünden seiner Ministerverschiedenen Ministerien eine künstliche Mehrheit sichern wollte, entbehrlich find"; das läßt an Klarheit nichts zu wünschen übrig. finnige Bürgertum und hoch aufatmend wird die„ Bossische verschiedenen Ministerien eine künstliche Mehrheit sichern wollte, anderen öffentlichen Dienste, die für das Leben der Nation un- kollegen lächelnd hinwegschenchen. Und lächeln wird das frei. ohne flare Scheidung der Parteien und Programme; andererseits Giolitti wählt als Wahlplatform den Angriff auf ein elementares Beitung" jubeln: so ist denn die große Krise vorübergegangen und der mangelnden Beteiligung, Kampftüchtigkeit und positiven Aktion der äußersten Linken, die durch einen Zwist gelähmt war. Sie stellt Wahlparole Stimmung gemacht haben; auf alle Fälle wird das Antlig" der Regierung wird gewichen sein und in Jugendfülle Der Generalstreit mag für diese es wird noch alles gut werden in Preußen. Das„ hippokratische ferner fest, daß die anderen Fraktionen der äußersten Linken durch italienische Proletariat am alleriwenigsten Ursache haben, sich darüber regieren Studt und Hammerstein, Schönstedt und Rheinbaben, ihr jetziges Verhalten ihre Unfähigkeit dartunt, die Stimme des Proletariats und des arbeitenden Bürgertums zu ver- beklagen, daß Giolitti ihm so offen den Handschuh hinwarf. Möller und Pod unter Bülows heiterer Leitung den Preußenstaat stehen, die in den jüngsten feierlichen Kundgebungen eine Höchstens Giolitti ſelbſt könnte es gereuen, wenn er sich die Er- und das Freisinnsbürgertum, das seiner Stimmung„ mehr in Kopfecht demokratische und fühn unternehmende Reformregierung gebnisse des 6. November ansieht. forderten; sie hebt hervor, daß hierdurch die Verantwortung der Erzessen schütteln als in Worten" Ausdruck gibt und das nur die eine Tat Es bleibt uns noch übrig, hervorzuheben, daß Giolitti von den fennt, sich überzeugen zu lassen, daß Graf Billow der Staatsmann sozialistischen Partei wächst, der die Pflicht obliegt, eine tüchtige Graeffen des Generalftreits in so anständigem Tone spricht, daß nicht ist, welcher die Herrschende Politik in ein ruhigeres und volks demokratische Politik zu erzwingen durch positive Arbeit in und außer mancher Radikale, sondern felbst einige Reformisten davon tümlicheres Fahrwaffer" zu leiten vermag. lernen könnten. Die Parteien der äußersten Linken, heißt es, dem Parlament für die den Bedürfnissen der Arbeiterklasse ent- haben aus dent Letzten Ereignissen lernen müssen, daß sprechenden Reformen. In dieser Aktion fühlt sich die Partei bestärkt fie wohl zuzeiten die Straft haben, Die parlamentarische Lage in Frankreich. durch die proletarische Straftprobe des Generalstreiks, in dem sie ein sachen die Volksmassen zur Erhebung zu bringen, daß rechtmäßiges und machtvolles Mittel fieht, nicht der wirtschaftlichen aber diese Erhebung gerade von den schlechtesten Elementen der Ge- Barteigruppierungen hat den franzöfifchen Seffionseröffnungen ihren Baris, 18. Ottober.( Eig. Ber.) Das feste Gleichgewicht der Revolution, wohl aber des politischen Protestes und der politischen sellschaft benutzt wird, über die sie feine Macht haben, um ihre früheren sensationellen Charakter genommen. Breffion, ein Mittel, das nicht zu den normalen Waffen gehört, die die wirtschaftliche Organisation und parlamentarische Attion er- Ausschreitungen zu verhindern, so daß den antikonstitutionellen Bufall majoritäten mehr, die unversehens einen Ministersturz herbeisezen, wohl aber in entscheidenden Momenten zur Ergänzung der Parteien vor dem Wolfe eine Verantwortung für Handlungen zu führen am liebsten im Anfang der Herbstfession. Dieser neue normalen Kampfmittel und unter der Disziplin der Organisationen fällt, die kein ehrlicher Mensch billigen kann". So schreibt Giolitti, Bustand der ministeriellen Stabilität dauert seit fünf Jahren, und während felbst Lente, die fich Sozialisten nemmen, die erwähnten je weiter, desto tiefer wurzelt er sich ein. Ihm tommt bereits au Ausschreitungen direkt dem Streit und seinen Führern, nicht aber gute auch die Kraft der Trägheit, die Macht des Vorurteils. Elementen zur Last legen, über die diese leine Macht haben! Männer der italienischen Politit seine Zeit versteht. Aber feine Zeit Giolitti ist ein Mensch. der mehr als die meisten führenden ist die Zeit der Bourgeoisie, die er vertritt mit all den Schlichen und Winkelzügen einer von der Hand in den Mund lebenden Politik. Parteien freundnachbarlich in der Opposition und seufzen herzGiolitti sieht ein, daß die Politik ein Kampf ist um die Macht, brechend über die hartnäckige ministerielle Stabilität. Sie können und er führt ihn geschickt, ohne unnötige Brutalität wie ohne mir seufzen. Das melinistische Organ, die„ République française" Strupel. Wie alle bürgerlichen Bolitiker, glaubt er, dem unaufhalt- schildert naturwahr die trostlose Stimmung der Oppofition: Ein samen Fortschritt des Proletariats durch gefeßliche Schlagbäume nationalistischer Angriff würde das Ministerium nur stärken, die zu verwerten ist. Die Parlamentsfraktion betont ihre Absicht energischer Oppofition dem gegenwärtigen Ministerium gegenüber und spricht den Wunsch aus, daß die Bevölkerung in ihrer durch die Wahlen zu gebenden Antwort fich für eine Umgestaltung des italienischen Staates im Sinne folgender Grundsäge erklären werde: 1. Gesetz zur Regelung der Verwendung der bewaffneten Macht bei Konflikten mit der Menge. 2. Recht der Kammer, sich selbst einzuberufen. 3. Verminderung der Zivilliste. 4. Abschaffung der Zensur der Presse. 5. Allgemeines Stimmrecht und Diäten für die Abgeordneten. 7. Reform des Heeresdienstes im Sinne der Verminderung der Dienstzeit( Territorialaushebung) und Herabsetzung der Militärausgaben. 6. Staatsbetrieb der Eisenbahnen. 8. Steuerreform: Progressivsteuer, Entlastung der Produktion und der Lebensmittel, finanzielle Autonomie der Gemeinden. 9. Kriegsfeindliche äußere Politit, internationale Schiedsgerichte, Schuß der Auswanderer. 10. Zollreform: Abschaffung des Kornzolles, Herabsetzung der Zölle für die bereits blühenden und für den Konsum der breiten Massen produzierenden Industrien. " Grundrecht des Proletariats. mur ohne ernste ernfte Ur Salt au gebieten. Er glaubt, die Freiheit verschenken und sie nehmen zu können. Ein guter Diener der Bourgeoisie, ist er dem Proletariat nur als Freund, nimmermehr als Feind gefährlich. Politifche Ueberficht. Berlin, den 20. Oftober. Das hippokratische Antlik". Die Voifische Zeitung" bellagt die Zustände in 11. Schulreform: Verlängerung der Schulzeit; gründliche der Regierung, die reif seien zu einer Krisis. In allen Verbesserung des Unterrichts; Schulfantinen; Stipendien; Ver- Refforts der Regierung habe sich eine solche Menge Konfliktstoff aufbefferung der Lage der Lehrer. 12. Arbeitergefeggebung: Reform der Gewerbegerichte; der Gefeße Gesetze über Frauenarbeit, Kinderarbeit, Mutterschaftsversicherung Arbeitsvertrag: Sonntagsruhe; obligatorische Alters- und Invalidenversicherung. Indem sich die Fraktion diese augenblicklichen Aufgaben zu weist, beabsichtigt sie in der bürgerlichen Struftur günstigere Bedingungen für die endgültigen Forderungen des Proletariats zu Keine wechselnden 8tvanzig Jahre lang waren es die klerikal- monarchistischen zufchlachten fuchten, und waren es die herrschenden BourgeoisReaktionäre, die die ewigen Ministerkrisen gegen die Republik ausrepublikaner, die ihre Politik des Fortwurstelns durch die häufigen Ministerwechsel zu entschuldigen suchten. Heute sizen die beiden melinistischen Republikaner wären nicht zahlreich genug, um eine Schlacht mit ernsten Aussichten auf Erfolg zu liefern. Und von den Klerital- Monarchisten schweigt des Bundesgenossen Höflichkeit. Bleibt als einzige Hoffnung das Fähnlein der dissidenten Radikalen, dessen ministerfähige Hauptleute aber sich durch eine gesinnungslose Portefeuillesucht gründlich kompromittiert haben. Die Regierung und ihre Mehrheit können der Seffion, die heute eröffnet wird, desto ruhiger entgegensehen, als das Parlament mun mehr endlich eine Reformarbeit zu bewältigen hat, die sich nicht mehr im Gleise der nichts- als- antifleritalen Politik bewegt. Den dissidenten Zinksparteilern wird damit die wichtigste Waffe aus den Händen gewunden, die Waffe der sozialreformerischen Anklage, die gehäuft tie taum je zuvor, und in die Kreise des ruhigsten in der ersten Interpellation Millerands um ein Haar den Sturz des Bürgertums dringe eine Stimmung, die mehr in Kopfschütteln als Ministeriums herbeigeführt hätte. in Worten Ausdruck findet". Die„ Vossische Zeitung" erzählt dann In der außerordentlichen" Herbstfession wird in der Kammer des Näheren, wie bedenklich die Zustände ausschauen. Selbst die Bürger zunächst, gemäß einem früheren Beschluß, der gestern vom Blocmeister, welche bisher nicht als Männer des Umsturzes gegolten", sind Vorstand aufrecht erhalten wurde, die Steuerreform zur Bes von Groll erfüllt über die agrarischen Zumutungen des Fleischbeschau- ratung kommen. Der Senat wird gleichzeitig die Militär. Gesetzes. Die Vorgänge in der Kanalkommission, sowie der Erlaß reform( Einführung der zweijährigen Dienstzeit) in der von der rechtsartikel der Allg. 3tg." enthaltene Vorschlag als die wahre Herzensmeinung des Liberalismus aufgefaßt wird. Pardon wird nicht gegeben. Rammer an ihn zurückgeschickten Fassung beraten. Und da keine Muts sich rühmen kann, den lohnt nicht Gold, den lohnt Gefang."| cinem von den Leuten seine Stimme geben, welche die Zeichen ber grundsätzlichen Differenzen zwischen den beiderseitigen Fassungen Seit das Gold so rar geworden und auch das Besingen der Lebens- eit so wenig verstanden und eine Sache, die nur aus ganz großen dieser Reform, die ja der Senat zuerst votiert hatte, vorhanden sind, retter aus der Mode gekommen ist, mochte die Rettungsmedaille Gesichtspunkten heraus beurteilt werden durfte, unter dem Gesichtswinkel der Chancen ihrer so rechnet man auf das endgültige Zustandekommen derselben vor immerhin ein Ansporn zur mutigen Tat und eine wirkliche An- engen Neujahr. Die Rechnung mag freilich optimistisch sein, indem erkennung sein. In der neuesten Verfügung auf diesem Gebiete wird wiederwahl entschieden haben." man aber weniger ein öffentliches Bedürfnis, als vielmehr wieder Diese Vorlesung, die an Offenheit und Deutlichkeit ja nichts ordnungsmäßig noch das Budget für 1905 in seiner Gesamtheit vor eine Aeußerung des dekorativen Zuges unserer Tage er zu wünschen übrig läßt, hat noch ihren besonderen Vorzug. Sie Neujahr zu erledigen ist, falls man nicht zu provisorischen Zwölfteln blicken können, der schließlich alles Innenleben amtlich reguliert, zeigt, daß man auch in liberalen Kreisen die wahren Motive der greifen und namentlich nicht die ordentliche Session des nächsten tariert und veräußerlicht haben wird.„ Hoch klingt das Lied vom Wahlrechtsräuber völlig durchschaut hat, und damit hängt es denn Jahres mit der Budgetdebatte belasten will. Im Notfall denkt braven Mann, der sich vor'm Bändchen retten kann." auch zusammen, wenn bei Freund und Feind der in dem Wahlübrigens der Bloc- Vorstand, von der Kammer wieder einmal die Schulkonflikte überall. Auch in Hagen in Westfalen ist ein Abhaltung von zwei Sigungen täglich zu verlangen. Der Bloc- Vorstand hat bereits auch den Arbeitsplan der ordent- fügung über die Schulräume ausgebrochen. Der Regierungspräsident Konflikt zwischen Regierung und Stadtverwaltung wegen der Verlichen Session von 1905 besprochen, die sich ja unmittelbar an die in Arnsberg hatte, wie die„ D. Städte- Zeitung" mitteilt, selbständig Das offiziöse Regierungsorgan, die„ Norddeutsche All. Herbstsession anschließt. Danach soll im Januar zunächst die über die Benugung der Aula der städtischen Gewerbeschule in Hagen Altersversicherung in Angriff genominen werden und so- verfügt. Hiergegen erhob die Stadtverordneten- Versammlung durch gemeine Beitung", veröffentlicht einen Brief eines südwestdann die Trennung zwischen Kirche und Staat. Beschluß Einspruch zur Wahrung der Eigentumsrechte. Weiter hatte afrikanischen Soldaten, der den Ueberfall der Patrouille des einen Erlaß gerichtet, worin er die Benutzung von Schulen und Hereros überfallen und bis auf zwei Mann niedergemegelt wurde. der preußische Kultusminister an die Regierungspräsidenten Leutnants v. Bodenhausen schildert, die am 6. August von den Schulgrundstücken zu andern als Schulzwecken von einer vorgängigen Der Brief lautet: Genehmigung der Regierung abhängig macht. Da nun ein von der Stadt errichtetes vierzehnklassiges Schulgebäude, das 165 000 M. fostete, seinem Zweck übergeben werden soll, war die Frage für Hagen aktuell, so daß sich das Stadtverordneten Kollegium mit dem Ministerialerlaß beschäftigte. Zunächst nahm das Kollegium einstimmig einen Antrag an, in dem ausdrücklich das Recht der Stadt in des§ 48 respektive 49 der Städteordnung für Westfalen gewahrt der Verfügung über die von ihr gestellten Schulräume auf Grund wird. Die Stadt nimmt darin für sich das Recht in Anspruch, über die einzelnen Teile des Schulgrundstückes in jeder Weise zu verfügen, die dem Betriebe der Schule nicht nachteilig ist. Üm sich dieses Recht für die Zukunft zu sichern, beschloß das Kollegium bezüglich der neuerrichteten Schule wie folgt: " Diese Beschlüsse und Pläne, die ohne Zweifel die Billigung der Kammermehrheit finden werden, sind ebensoviele Verschanzungen für das Kabinett Combes. Die Stunde der Resultate" hat geschlagen, wie Briand in der Humanité" schreibt. Wer wird da noch wagen, auf dem Wege eines Ministersturzes die Wählermasse um die seit Jahren und Jahrzehnten erwarteten reformerischen Resultate zu bringen?... Es ist aber gut, den Tag vor dem Abend nicht zu loben und den Wert einer Reform, wie den eines Buches, nicht nach dem schönen Titel zu beurteilen. Was speziell die Steuerreform betrifft, so kann man schon jetzt vorwegnehmen, daß ihr einziger Wert in der Einführung des Prinzips oder vielmehr des Namens der Einkommensteuer besteht. Inhaltlich aber bildet sowohl der Reformentwurf des Finanzministers Rouvier wie der ihm gegenübergestellte Entwurf der Kammerkommission einen Rückschritt nicht nur im Vergleich mit der Einkommensteuer Vorlage des radikalen Kabinetts Léon Bourgeois( 1895-1896), sondern sogar auch im Vergleich mit der bezüglichen Vorlage des nachfolgenden Kabinetts Meline. Freilich stand damals die Steuerreform im Brennpunkte der politischen Stämpfe, einen Verfassungskonflikt zwischen Senat und Kammer heraufbeschwörend, während sie jetzt nur noch als eine alte, halbvergessene lästige Schuld behandelt wird. M " Die Stadtverordneten- Versammlung genehmigt, daß das an der Parkstraße errichtete städtische Gebäude mit Schulbänken und Inventar für Volksschulzwecke ausgestattet werde, und über= läßt die Räume widerruflich zu Volksschul= zweden während der üblichen Unterrichtsstunden, wahrt sich aber ausdrücklich das Verfügungsrecht über das städtische Eigentum während der Zeit, zu welcher die Räume zu Schulzwecken nicht in Anspruch genommen werden." Auch dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Die ersten Tage der Herbstsession werden gewidmet sein der Kiel, 20. Oftober.( Voss. 3tg."). Das Kriegsgericht verurteilte Beratung zahlreicher Interpellationen über den Bruch mit dem den Matrosen Lubner, der fahnenflüchtig war und auf eine Vatikan, über die weitere Gestaltung des Verhältnisses ihn verfolgende Patrouille schoß, ohne jemand zu 3. ihn Patrouille ne au zwischen Kirche und Staat, sowie über das französische verwunden, zu sechs Jahren und fünf Monaten Gefängnis und EntMan wird dabei wohl fernung aus der Marine. Christen Protettorat im Orient. endlich authentische Auskunft bekommen über die Stellung der Stuttgart, 20. Oktober. Die zweite württembergische Kammer Regierung zur Trennung zwischen Kirche und Staat. Bisher nahm einstimmig eine Resolution an, wonach Kinder, die hat sich mur Ministerpräsident Combes in persönlichen Kundgebungen teiner Religionsgemeinschaft angehören, von der für die Trennung ausgesprochen. Lezzthin hat noch der linksradikale Teilnahme am Religionsunterricht entbunden werden sollen, falls der Kolonialminister Doumergue in einer öffentlichen Ansprache ver- Erziehungsberechtigte dies beantragt. Der Kultusminister erfichert, das gesamte Ministerium hätte sich zu dieser Reform befehrt, lärte hierzu sein Einverständnis und teilte mit, daß er eine dahin gehende Verfügung erlassen werde. einschließlich also der rechtsstehenden Minister, Nouvier, Delcassé, dahin gehende Verfügung erlassen werde. Chaumié und Marnéjouls, die als scharfe Gegner der Trennung bekannt sind. 1 * Deutsches Reich. Zu der Kanalvorlage hat der Abg. Am Zehnhoff( 3.) einen Antrag gestellt, der die Verstaatlichung des gesamten mechanischen Schleppdienstes auf dem Kanal bezweckt. Der Antrag mag seiner Absicht nach zunächst auf jenen mechanischen Ver schleppdienst hinauslaufen, den die Kanalgegner, zu denen auch das Zentrum gehört, seit 5 Jahren betreiben. Sachlich ist er nur zu billigen. Die Verstaatlichung des Betriebes ist bei dem gegenwärtig im Bau befindlichen Teltow- Kanal auch vollständig durchgeführt worden, und zwar zugunsten des Kreises. Notwendig bleibt nur die Mitbestimmung und Kontrolle in allen Fragen des Tarifs und der Arbeitsbedingungen, und da es in Preußen keine Volksvertretung gibt, die Schaffung eines umfassenden Verkehrsgesetzes im Reich. einzutreten. In Preußen wird trotz des klaren Wortlauts des Gesetzes die umgekehrte Praxis befolgt, dissidentische Kinder zur Teilnahme am Religionsunterricht zu zwingen, wenigstens die Kinder der unteren Voltsklassen, welche die Volksschule besuchen. ,, Wie ich Euch schon mitteilte, habe ich am 6. August bei einem Patrouillenritt einen Schuß durch den linken Fuß bekommen, der durchs Span ging, einige Sehnen zerrissen und Knochen zersplittert hat. Ich wurde am 6. August mit einem Ochsenwagen bon Waterberg nach Omaruru ins Lazarett geschickt, es ging aber damit nur langsam, denn erst am 22. fam ich in Omaruru an. Der erste Verband lag also über 14 Tage." Der junge Krieger schildert hierauf, wie die Patrouille, die aus ihrem Führer, einem Unteroffizier, elf Reitern und einem Kaffer bestand, nachdem sie die Hereros am Waterberg aufgespürt hatte, von zirka 300 Manit überfallen wurde. Als wir sahen, daß nichts mehr zu machen war, machten wir nach der einen Seite einen Sturmangriff und schlugen uns durch. Dann machten wir Halt und sammelten uns, da waren wir nur noch fünf Mann. Dann schossen wir wieder tüchtig und dabei fielen von uns noch zwei Mann. Ich niete hinter einem dicken Baume, und als ich so etiva acht Schüsse abgegeben hatte, bekam ich einen Schuß durch den Fuß. Das Blut spritzte nur so, und ich zog mich nun etwa drei Minuten weit zurück, holte mein Verbandzeug hervor und verband mir den Fuß. Inzwischen hörte es auf zu schießen, und ich schlich mich zurück. Unterwegs traf ich noch einen Kameraden, der faßte mich unier, und so traten wir beide den Rückmarsch an. Mein Kamerad nahm mich jetzt auf die Schulter, schließlich konnte er aber mich nicht mehr tragen. Wir gaben nun Signalschüsse ab, und zufällig wurden wir von der 12. Kompagnie, die einen Uebungsritt machte, gehört. Ich wurde nun auf ein Pferd gesezt und nach unserer Kompagnie zurückggebracht. So kam ich mit dem Leben davon. Am nächsten Tage ritt eine Stompagnie nach dem Kampfplage, um die Toten zu begraben. Die Leichen waren alle ausgezogen, die Augen ausgestochen, Bäuche aufgeschnitten, Hände abgeschlagen. Die Gesichter waren zerschlagen, verschiedenen war das Genick umgedreht. Die Pferde und Sättel, Gewehre und Batronen hatten die Schwarzen mitgenommen. Von der ganzen Patrouille war also nur ich und mein Kamerad Fischer zurück gekommen." Das offiziöse Drgan unterschlägt eine bemerkenswerte Stelle des Briefes, die folgendermaßen lautet: „ Die Hereros sind ja allerdings jetzt wieder ausgebrochen, aber es wird ihnen wohl nicht viel nüßen, denn sie müssen alle daran glauben. Gefangene werden nicht gemacht, es wird alles niedergemacht." Dics wollte aber das Der Liberalismus und die Wahlrechtsfrage in Bayern. Aus München wird uns geschrieben: Wir halten diese Art der Wiedergabe eines Dokuments für Der bayerische Liberalismus hat von jeher darunter zu leiden überaus unehrlich. Entweder hielt die„ Norddeutsche Allgemeine gehabt, daß der rechte Kontakt zwischen Parteileitung und Presse Beitung" die Behauptung des Südwestafrika- Kriegers, daß kein fehlt. Das hat sich auch neuerdings wieder an einem eklatanten Bardon gegeben werde, sondern daß alle Schwarzen niedergemacht Beispiel erwiesen. Während alle alt- und jungliberalen Führer würden, für unglaubwürdig, oder aber sie unterschlug diese sich die größte Mühe geben, Organisationen zu schaffen, während Stelle, um unsere Kriegstaten im Hererolande zu vertuschen. überall im Lande gepredigt wird, nur der Liberalismus sei die Partei, die dem Bolte ein wirklich freiheitliches Wahlrecht schaffen Die Objektivität hätte verlangt, daß auch diese Stelle mit veröffent fönne, erscheint plötzlich in der liberalen„ Allgemeinen licht wurde. Das offiziöse Blatt hätte ja hinzufügen können, daß, Beitung" ein von sehr beachtenswerter Seite" verfaßter Artikel, wie ja die Redensart bei solchen Briefen bisher immer gelautet hat, der die Einführung des ständischen Wahlrechts in der Soldat aus jugendlicher Nenommiſterei übertrieben habe. Bayern verlangt. Nun versichert zwar die Redaktion des Blattes, Freilich, nähme die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" an, daß der Ueber die weiteren Beratungen der Kommission gegen Artikels habe nur den Zweck, zu zeigen, welche Gefahren dem all- damit auch die Möglichkeit zugegeben, daß die Stelle, die von den sie selbst vertrete solche Forderungen nicht und die Aufnahme des Südwestafrika- Krieger in diesem Falle gelogen hatte, so hätte sie den Kanal wird berichtet: Die Kanalkommission wird am Freitag gemeinen Wahlrecht drohen, wenn gewisse Abgeordnete fortfahren, Verstümmelungen der gefallenen Soldaten spricht, in die Beratung der Wasserstraßenvorlage eintreten. Diese Beratung das Ansehen der Volksvertretung zu diskreditieren. Nun, man ebenfalls soll in derselben Reihenfolge, wie in der Generaldebatte vor sich weiß ja, was es mit einem solchen Vorbehalt auf sich hat und es erlogen oder übertrieben war. gehen, d. h. mit dem Groß- Schiffahrtswege Berlin- Stettin beginnen. wird in Bayern wenig Leute geben, die daran zweifeln, daß der offiziöse Blatt nicht. Die Schandtaten der Hereros sollten mitDann kommt die Verbesserung der östlichen Wasserstraßen an die Artikel dem Herzenswunsch liberaler Größen Ausdruck gegeben hat. geteilt werden, über die angeblichen Taten der deutschen Soldaten Reihe, den Schluß macht der Rhein- Leine- Kanal. Am Donnerstag Das weiß man auch in liberalen Kreisen und deshalb sind auch der wurde hingegen ein diskreter Schleier gezogen! ist beschlossen worden, noch zwei Lesungen über die Wasserstraßen- Allg. 3tg." die heftigsten Vorwürfe gemacht worden. Die national- Wir unsererseits wissen natürlich nicht, ob und wie viel an dem Vorlage abzuhalten, und zwar demnächst in erster Lesung die ge- liberale Landesparteileitung in Nürnberg hat sich beeilt, feierlich Briefe geflunkert ist. Wir vermögen nach den Versicherungen samten Vorlagen zu erledigen und erst dann in die zweite Lesung zu verkünden, daß sie mit solchen Plänen und Vorschlägen nichts zu der Regierung nicht zu glauben, daß man in Südwestafrika die Die nächste Sigung dürfte am Donnerstag in der tun habe. Die Parteileitung bemerkt zur Begründung ihrer Er- Schwarzen einfach ausnahmslos über den Haufen knallt, anderernächsten Woche stattfinden, da in Aussicht steht, daß dieser und der Klärung, die Parteifreunde im Lande würden sonst irre an der seits erscheint uns dann aber auch die Erzählung von den Bestialitäten folgende Tag den Kommissionen freigegeben werden wird. Stellung der Liberalen zur Wahlrechtsfrage. Ein Geständnis also, Preußischer Städtetag. Die Einberufung eines preußischen daß selbst eingefleischte Liberale ihren Führern nichts gutes zu der Hereros gegenüber den Gefallenen sehr unglaubhaft und Die Einberufung eines preußischen trauen. Das Nürnberger Organ der Freisinnigen, die ja in der zwar um so unglaubhafter, als es doch dem verwundeten BriefStädtetages ist für den 6. Dezember anberaumt. Es soll über die Stammer mit den Nationalliberalen zusammen eine Fraktion bilden schreiber selbst gelang, zu entkommen. Wenn die Hereros wirklich so Rechte der Städte an ihren Schulen, über das Fluchtlinien- und auch die Wahlrechtsvorlage mit niedergestimmt haben, dieses blutdürftige Teufel gewesen wären, so ist ganz unbegreiflich, daß sie die Gesetz und über das Gesetz zur Verbesserung der Wohnungs- Organ hielt der Allg. 3tg." bor, derartige Fragen erörtere man beiden überlebenden Soldaten, von denen der eine doch schwer verwundet doch in einer für den Liberalismus ohne Frage gefährlichen Zeit war, lebendig davonkommen ließen. Da, wie er selbst schreibt, berhältnisse verhandelt werden. nur, wenn man ernste Absichten damit verbinde. Von anderer Vom Lippe- Streit. In einer offiziösen Darstellung schildert die Seite wird dagegen eingewendet, die„ Allgemeine" sei kein Bartei- das Blut aus der Schußwunde nur so herausspritzte, so wäre es den " Post" den Stand der Lippe- Angelegenheit beim Bundesrat. NachSem ausgeführt wurde, daß die Angelegenheit nicht schon in der organ und die Partei könne deshalb nicht für ihr Tun und Lassen Hereros leicht gewesen, die Blutspur zu verfolgen verantwortlich gemacht werden. Dabei gehört der Chefredakteur des und den Verwundeten ebenfalls zu massatrieren, nächsten Sonnabendigung des Bundesrats zur Beratung gelangen Blattes dem nationalliberalen Landesausschuß an und Dr. statt ihr Mütchen an den schon Gefallenen zu fühlen. Die Erzählung kam, da sie bis dahin in den Justiz- und Verfassungsausschüssen Bürklin, der die„ Allg. Ztg." durch seine Zuschüsse existenz- scheint uns also an einem inneren Widerspruch zu leiden und deshalb des Bundesrats nicht erledigt sein wird, wird folgende Beruhigungsfähig erhält, also doch auch ein Wort mitzureden hat, wurde vor unwahr zu sein. note gegeben: einigen Monaten feierlich zum offiziellen Führer der Liberalen in hat denn auch Minister Gevekot( Vertreter von Lippe) der Pfalz erhoben. Man kann das Blatt also nicht so im HandGelegenheit gehabt, außer mit dem Reichskanzler und dem Grafen umdrehen abschütteln. Im übrigen eine ganz niedliche Situation: Bosadowsky auch noch mit einer ganzen Anzahl weiterer Bundes- Die Nationalliberalen desavouieren die„ Allgemeine" und der freirats- Bevollmächtigter in einen Meinungsaustausch zu treten. Dabei finnige Wahlbruder, der seine Pappenheimer ja wohl kennen wird, hat man weder von der einen, noch von der anderen Seite versucht, steht dabei und sagt: Und sie hat doch ausgesprochen, wie und insbesondere hat, wir Stimmung zu machen, hören, Minister Gevekot diejenige Zurückhaltung beNun mischen sich aber auch die liberalen Arbeiter in die beurteilt die Deutsche Kolonialzeitung" recht ungünstig. wahrt, welche bon Anfang an auf seiten der gegen Debatte. Augsburg ist eine Burg der ordnungsliebenden, sozialisten Sie glaubt nicht daran, daß diejenigen Hottentottenstämme, die nach wärtigen Regierung in Lippe so angenehm aufgefallen ist. feindlichen Hirsch- Dunckerschen Gewerkschaften, die von der liberalen der Meldung Leutweins fich bisher am Striege noch nicht beteiligt Wir glauben, daß Herr Gevekot die Reichshauptstadt im Gefühle Presse mitunter sehr gehätschelt werden, vermutlich weil ihre Mit- haben sollen, auf die Dauer die Treue bewahren würden. Sie vollster Befriedigung über das, was er hier gehört, verlassen haben glieder auch die Kerntruppen des liberalen Arbeitervereins stellen, rechnet vielmehr bestimmt damit, daß auch die jetzt noch am Aufstand wird. Das eine wird er nämlich zweifellos haben feststellen können: von dem man viel Aufhebens macht. Das süddeutsche Organ dieser unbeteiligten Stämme sich der Erhebung anschließen und sie dadurch Die Vertreter sämtlicher Regierungen werden sich eifrig bemühen, Musterarbeiter, die in Augsburg erscheinende„ W a cht", befaßt sich diesen Streit ohne Leidenschaft in aller Ruhe zum Austrage zu nun in einem längeren Artikel mit den Taten des bayerischen zu einer allgemeinen machen würden. bringen, und sie haben das redliche Bestreben, die Frage ausschließ- Kammerliberalismus, über den ein vernichtendes Urteil gefällt Das Blatt ist ferner der Meinung, daß zwar die Widerstandslich nach Rechtsgrundsäßen, wie es der Reichskanzler in seinem wird. Dieser Liberalismus sei unfähig, furzsichtig und habe nicht fähigkeit der Hereros gebrochen sei, trotzdem bleibe noch ein hartes Schreiben an den Abgeordneten Hoffmann verkündet hat, ihre Er- einen Funken staatsmännischen Geistes. Die Wahlreform habe er Stück Arbeit zu tun. Die Häuptlinge, die ohne Frage noch starke ledigung finden zu lassen. Demnach dürfte die Lippesche Regierung verhindert, weil die Sozialdemokraten davon größere Vorteile Scharen und wohl die besten der Krieger um sich gesammelt hätten, heute auch nicht mehr die geringsten Zweifel daran haben, daß die hätten als die Liberalen:„ Denn lieber Bauern- und Mittelstands- müßten erst noch gefangen und gerichtet werden. Auch der Kampf Sache hier korrekt und bundesfreundlich behandelt wird." politik, Verteuerung der Brot- und Fleischversorgung der großen gegen die Ovambos werde sich kaum vermeiden lassen. Die Im Wahlkreise Jerichow ist die Ersatzwahl für den verstorbenen Städte, Hemmung ihres Wachstums durch Schikanierung der Ovambos aber seien gut bewaffnet und eine friegerische Nation, Fürsten Herbert Bismard auf den 6. Dezember anberaunt. Industrie und des Handels, Kapitalgeschenke für die Bauern. Was Unsere Partei ist der Möglichkeit, auf dem Lande Versammlungen tut es, wenn dabei ein liberales Prinzip nach dem andern verletzt was ja schon ihr großer Erfolg über die portugiesischen Truppen abzuhalten, durch den staatserhaltenden Terrorismus gänzlich be- wurde? Die Politik ist die Wissenschaft des Möglichen. Auch wenn bewiesen habe. raubt. Umso eifriger gehen unsere Parteigenossen ans Wert, durch man sich dabei unmöglich macht, so hat man wenigstens Politit Berlin, 20. Oftober. Amtliche Meldung. Im Lazarett Flugblätter und durch Agitation von Mund zu Mund die gegnerische getrieben." Den bisherigen Abgeordneten wird der Rat erteilt, endlich einmal von der politischen Schaubühne Otjimbinde find an Typhus gestorben: Am 12. Oktober Wahlmache zu überwinden. abzutreten:„ Allein sie denken nicht daran, das Heft aus der Reifer Gustav Kohn, geb. 17. 4. 82 in Groß- Hasselburg, Kreis Jedem Mann sein Bändchen. Die„ Rhein. Westf. 8tg." schreibt: Hand zu geben. Sie kleben an ihren Mandaten, als hinge das Heiligenbeil, Ostpreußen, früher Artillerie- Reg. Nr. 2; am 14. Ot „ Der Kaiser hat in Abänderung der früheren Bestimmungen an- Schicksal der Menschheit davon ab, daß gerade sie wieder in den tober Reiter Friedrich Mögging, 10. Komp. des Regiments 2, geordnet, daß fünftig auch die Rettung naber Familien bayrischen Landtag zurückkehren. Ja, sie sind fühn genug, sich in geb. 23. 10. 82 in Ueberlingen am Bodensee; am 13. Oftober Reiter angehöriger in gleicher Weise wie die Rettung anderer Personen geschickt inszenierten Versammlungen für ihre unverzeihliche Matthias Willems, geb. 15. 6. 84 in Altenwald, Kreis Saardurch die Verleihung der Rettungsmedaille am Bande Haltung selber Lob zu spenden und die Kritif, welche entschieden brücken, Im Lazarett Otjosondu ist am 15. Oftober an oder der Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr belohnt liberale Streise an ihnen üben, mit Hülfe ihrer Presse totzu- Typhus gestorben: Gefreiter Karl Mattes, Maschinen werden soll. Der Dichter sagt bekanntlich:" Hoch klingt das Lied schweigen oder zu verdrehen." Der Artikel schließt mit dem Saße: gewehr- Abteilung, geb. 14. 1. 82 in Renquishausen, Oberamt Tuttlingen, vom braven Mann wie Orgelton und Glockenklang. Wer hohen kein wirklich liberaler Mann und namentlich kein Arbeiter wird Württemberg. Reiter Johann August Tauchert. 3. Kompagnie der was ihr meint! dieses Briefes durch das offiziöse Blatt, wie die Kriegsnachrichten aus Wie dem aber auch sein mag, jedenfalls beweist die Wiedergabe Südwestafrika offiziös gefälscht werden! " Die Lage in Südwestafrika Feldregiments 2, früher in Hartwichwaldau, Kreis Sagan, ist am 1 Der Vorschlag, sich mit den rebolutionären Sozialisten zu ver- I nennen. Die ganze philantropische Heuchelei, die jetzt von den 7. Oktober im Lazarett Epukiro an Typhus gestorben. bünden, wurde nur schwach vertreten und sehr ungnädig auf- bürgerlichen Kreisen in Lodz mit einer ekelhaften Selbstzufrieden= Nachträglich gemeldet: Am 11. August sind bei Waterberg genommen. Die Taftit ohne Kompromiß, die Taftit des intran- heit und Selbstanerkennung betrieben wird, liefert angesichts des berwundet worden: Unterveterinär Borowski( Transport figenten Reformismus" fand oh Fronie! Bagenski) durch einen Prellschuß an der oberen Kopfhaut; Reiter treter. Aber auch sie wurde zurüidgewiesen und im Prinzip das fällt ins Gewicht das Hauptgeschenk der Regierung- die Kosaken sehr beredte Ver- Elends im Resultat nichts, aber auch gar nichts. Desto schwerer Adolf Jäckel aus Reppichau, Kreis Dessau, früher Garde- llanen Wahlbündnis mit den Radikalen angenommen. Man beschloß, horde. Sie hausen in einer zibilisierten Stadt mit sonst geregeltem Regiment 1, durch Prellschuß am linken Daumen; Reiter Richard Turati und Majno in ihren Wahlkreisen wieder aufzustellen; öffentlichen Leben, in nur geringer Entfernung von der deutschen Neubecker aus Groß- Münsterberg, früher Garde- Dragoner- im dritten Mailänder Wahlkreis wird Trevez kandidieren. Im Grenze, geradezu wie die Wilden. Kosaken, die in Läden zur Regiment 2, durch Prellschuß in die rechte Schulter; Gefreiter Georg ersten und zweiten Wahlkreis wollen die Reformisten für den Radi- Beschützung des Eigentums" postiert sind, stehlen vor den Augen Striebel aus Attenweiler, früher Infanterie- Regiment Nr. 124, falen, im sechsten für den Parteikandidaten Cabrini stimmen, der Krämer alles, was sich nur in die Taschen stecken läßt, ungeniert durch Schuß in den Arm. was sie damit rechtfertigen, daß sie ihn als Reformisten bezeichnen. weg, und es vergeht fast kein Tag, wo man nicht von Fällen der Die Parteigenossen haben dagegen gestern abend beschlossen, in Vergewaltigung von Frauen durch die zarischen Baschibuzuken erallen sechs Streifen eigene Kandidaten aufzustellen und zwar die fährt. Am hellen Tage werden Frauen nach den Kasernen und den Genossen Arturo Labriola, Walter Mocchi, Scara Wachtposten verschleppt, die Arbeiterinnen fürchten sich schon vor muccia, Branconi, Cabrini und Lazzari. diesen Ordnungsstüßen wie die Pest und ergreifen schleunigst die Auch die Republikaner, die heute zwei Mailänder Kreise in Flucht, sobald sie einem Kosaten in einer weniger belebten Straße Händen haben, stellen sechs eigene Kandidaten auf. Die Konserva- begegnen. Die Polizei tut das Uebrige, indem sie ganz willkürlich, tiven( moderati) sind sich über ihre Kandidaten noch nicht schlüssig. ohne jeden Anlaß, Arbeiterinnen zu Dußenden unter Sittenfontrolle stellt und sie so gerade in die Prostitution treibt. Berlin, 20. Oktober. Aus Okahandja meldet ein heute ein gegangenes Telegramm: Jm Nordwesten des Schutzgebietes ist Hottentotten Kapitän lichamab und Sohn vom Kommandanten von Outjo gefangen genonen. Besayung von Besfontein( früher 1 Offizier, 11 Mann) ist verstärkt; vorläufig Toopnaar und Zwartboi- Hottentotten ruhig. In Swakopmund ist ein schnelleres Zunehmen der Molenversandung zu befürchten. Oberst Leutwein meldet unter dem 19. d. M. aus Rehoboth: Nomtsas vor Ankunft der Verstärkung von hottentotten genommen. Witbois sammeln sich in Massen bei Rietmond. Desgleichen unter dem 20. d. Mts., daß bei dem lleberfall von Nomtsas durch Hottentotten der Tierarzt Oskar Albrecht und der Farmer Hermann den Tod gefunden haben. = England. Deutschland und England. London, 18. Oktober.( Eig. Ber.) Der britisch- tibetanische Vertrag, über den neulich an dieser Stelle berichtet wurde, ist von dem chinesischen Vertreter noch nicht unterzeichnet worden. Die chinesische Regierung ist der Ansicht, daß ihre Suzeränität durch den Artikel IX verletzt würde und daß die Kriegsentschädigung zu hoch sei. Der Widerstand Chinas läßt sich aber nur durch die britisch- feindliche Interventie anderer Mächte erklären. Ohne eine derartige Intervention hätte die chinesische Regierung nicht den Wut gehabt, den britisch- tibetanischen Abmachungen Widerstand zu leisten. Nicht besser sieht es in den kleineren Städten aus. In Tomaschow z. B. gehen die Arbeitslosen nach den umherliegenden Kartoffelfeldern, um sich Kartoffeln auszugraben. Als ein Grund Flinte drohte, ließen sie sich nicht vertreiben und einer meinte stückseigentümer unlängst einer Gruppe solcher" Diebe" mit der apathisch:" Schieß nur, lieber auf einmal zu sterben, als so langsam vor unger zu trepieren!" Der Stadtrat hat hier Erdarbeiten ber= anstaltet, zu denen aber nur Familienväter zugelassen werden. Der Arbeitslohn macht volle zwei Rubel( etwas über 4 Mark) pro Woche aus und die Zahl der Arbeiter, die dabei überhaupt Be= schäftigung gefunden haben, beträgt ganze 60 Mann! Ueber die Ermordung der Missionare auf Neu- Guinca liegt nunmehr eine amtliche Darstellung vor. Aus dieser Darstellung liegt nunmehr eine amtliche Darstellung vor. Aus dieser Darstellung ergibt sich, daß die bisherigen Mitteilungen über die Ursache der ErEnde vorigen Monats wurde vom Lodzer Komitee der Sozialmordung ungenau waren. Die Missionare und Missionsschwestern find tatsächlich ermordet worden wegen der Einmischung der richtet, sei es hauptsächlich der deutsche Vertreter, der Brot!" in fünftausend Gremplaren verbreitet. Es werden da die demokratie Russisch- Polens bereits zum zweiten Male ein FlugWie eine Pefinger Korrespondenz in den heutigen Times" be blatt über die Arbeitslosigkeit unter der Ueberschrift:„ Arbeit und Missionare in das Eheleben der Eingeborenen. Die Darstellung, als ob zwischen den Eingeborenen und den das Waiwapu( Auswärtige Amt Chinas) zum" Widerstand aufhette. Ursachen der Arbeitslosigkeit, die Rolle der Regierung und die BeMissionaren ein Streit darüber entstanden sei, weil die Missionare Im Falle der chinesischen Zustimmung zum britisch- tibetanischen deutung des Krieges erörtert und die Arbeiter aufgefordert, Krieg Sklaven befreit hätten, ist unrichtig, vielmehr wurde die Mordtat Bertrage würde Deutschland ähnliche Rechte in Schantung verlangen, dem Kriege zu erklären. Ruhig und fachlich gehalten, ist das Flug= gerade begangen auf Anftiftung eines befreiten Sklaven Dann wolle Deutschland durch sein Vorgehen einen weiteren halten, als dies die tapferen Kosaken vermögen. Trokdem forderte ebenso die übrigen Mächte in ihren chinesischen Einflußsphären. blatt mehr geeignet, die verzweifelnde Masse von Erzessen abzudem sich mehrere andere Sklaven und sonstige Freundschaftsbeweis den Russen liefern, die ja auch über den 30. September wurde der Genosse Theodor Jelinski, Schlosser seine Verbreitung ein Menschenleben zum Opfer. Am Eingeborene der Station und der Umgebung anschlossen. Wie tibetanischen Vertrag aufgeregt find, aber vorläufig nichts tun von Beruf, von einem Schußmann beim Aufkleben des Flugblattes die„ Kölnische Zeitung" mitteilt, hatte Pater Rescher seinem eingeborenen Diener To Maria eine zweite Frau verweigert. an ein Fabriftor ergriffen, und als er flüchten wollte, durch einen To Maria verkehrte trotz dieses Verbotes mit einer anderen Frau. einer der bestunterrichteten Schriftsteller in chinesischen Fragen, und man ihn noch darauf, um aus ihm Aussagen herauszupreſſen, aufs Dr. Morrison, der Pekinger Korrespondent der" Times", ist Revolverschuß tödlich verwundet. Auf der Polizeiwache hat Daraufhin ließ der Pater seinem Diener zehn Schläge erteilen und seine Nachrichten werden hier von niemandem bezweifelt. In taum schwer ste mißhandelt und erst, als er das Bewußtsein die Frau durch die Schwestern ebenso bestrafen. Diese Leibesstrafe verhaltener Aufregung beschäftigen sich die" Times" heute mit den berlor, nach dem Spital gebracht. Noch ein neues Opfer des Kampfes erbitterte die erbitterte die eingeborenen Diener derartig, daß sie ein Komplott deutschen Intriguen in China, die nur einen weiteren Beweis für verlassen, wo er lange Zeit wegen Einschmuggelns sozialdemokra und der Pflicht! Jelinski hat nur vor kurzem das Gefängnis anzettelten und die Missionare anfielen und niedermachten. die antibritische Politik Deutschlands bildeten. tischer Schriften festgehalten wurde. To Maria, Nach der amtlichen Meldung sind die eigentlichen Uebeltäter resp. Anstifter der Bluttat noch nicht ergriffen worden, sondern man hat sich damit begnügt, eine Anzahl von Eingeborenen niederzu schießen, die sich der deutschen Straferpedition widersetzten. Ein Polizeimeister und 12 Polizeisoldaten wurden zurückgelassen, um auf die entflohenen Hauptmissetäter zu fahnden. fönnen. Diplomatie weder amtlich noch vertraulich irgend welche Schritte Die„ Nordd. Allgem. Ztg." bemerkt hierzu, daß die deutsche weder bei China noch bei Rußland in der Tibet- Frage getan hat. Konferenz über Arbeitslosigkeit. Aus diesen Mitteilungen ergibt sich, daß die Bluttat dem London, 18. Oktober.( Eig. Ber.) Die Arbeitslosen- DemonIngrimm der Eingeborenen über die Einmischung der Missionare in ftrationen, die von der Sozialdemokratischen Föderation in den legten ihre privaten, hier speziell ihre ehelichen Verhältnisse entsprungen ist. Jahren organisiert wurden, haben vorläufig den Erfolg gehabt, daß Wir können desalb von dem, was wir seinerzeit über das unkluge Ver- sich die Lokalregierung mit der Frage beschäftigt. Gestern waren halten der Missionare den Eingeborenen gegenüber gesagt haben, nichts ungefähr 100 Gemeinderäte und Armenverwalter Londons zu einer zurüdnehmen. Vor allen Dingen müssen wir es durchaus miß- Konferenz versammelt, um weiter über die Maßregeln zur Abhülfe billigen, daß die Patres sich anmaßten, einen ihrer Diener und war ebenfalls anwesend. Es wurde beschlossen, ein Zentralfomitee der Arbeitslosigkeit zu beraten. Der Präsident der Lokalregierung eine Frau durch Prügel von der Heiligkeit der Ehe zu überzeugen. aus Vertretern aller Gemeinden Londons zu bilden, dann wurde Wenn alle die Morallehren der Missionare nicht im stande gewesen mit 56 gegen 48 Stimmen der Antrag angenommen, die Regierung waren, den Eingeborenen das Verwerfliche ihrer Handlungsweise aufzufordern, eine außerordentliche Session des Parlaments einzus flar zu machen, so durfte man sich von einer Prügelstrafe erst recht berufen, um eine staatliche Aktion zur Abhülfe der Arbeitslosigkeit nichts versprechen. Außerdem sollte man annehmen, daß gerade zu beschließen. Missionare die Prügelstrafe generell bekämpfen sollten, statt sie eigenmächtig selbst an ihren Dienern zu egekutieren! Die Meinungsfreiheit der liberalen Federhelden. Zu unserer so betitelten Notiz in Nr. 246 teilt uns der Redakteur der" SaaleBeitung", Dr. esh brand, mit, daß er sofort nach Bekanntgabe des Briefes seines Verlegers an den Arzt Dr. Berzan seine Stellung gekündigt habe. Husland. Defterreich- Ungarn. Die gestörte Geburtstagsfrende. " Aus Bien wird uns vom 19. Oktober geschrieben: Herrn Lueger ist sein freches Wort übel bekommen; seine ganze Geburtstagsfreude ist dahin. Um ihn vor der Gratulation" der Arbeiter zu bewahren, hat die Polizeidirektion den für Sonntag geplanten Fadelzug samt an schließendem Ständchen verboten. Obwohl sich das Berbot auf eine formale Bestimmung des Versammlungsgesetzes stützt daß Aufzüge oder Versammlungen unter freiem Himmel während der Tagung des Reichsrats oder Landtags nicht zulässig find unterliegt es doch keinem Zweifel, daß das Verbot geradezu im Einvernehmen mit Lueger erlassen wurde, dem damit die unwillkommene Arbeiterdemonstration vom Hals geschafft werden soll. Das muß sogar die Polizei zugeben, denn ausdrücklich erklärt sie, für das Verbot sei„ maßgebend" gewesen,„ daß in einem Teile der Bevölkerung eine sichtlich zunehmende Erregung Platz gegriffen hat, welche eine die öffentliche Ruhe und Ordnung gefährdende Störung dieses Teiles der geplanten Festlichkeiten besorgen ließ". Das Dekret spricht die Wahrheit: die Erregung der Arbeiter ist so stark und tief, daß am Sonntag gewiß viele Zehn taufende gekommen wären, um sich den Schmäher ihrer Ehre bei Fadelschein anzusehen und in das Ständchen ihre Stimme zu mischen. So empört ist die Arbeiterschaft, daß es die größte Mühe tosten wird, die Arbeiter zu veranlassen, die Demonstration auch jetzt zu unterlassen, wo ihr Erfolg schon gänzlich erreicht ist. Wie den Rathausgewaltigen die Angst in allen Gliedern liegt, zeigt sich auch darin, daß die Enthüllung des Lueger Denkmals in Margarethen, die programmgemäß am Sonntagvormittag erfolgen hätte sollen, auf den Sonnabend verlegt wird an einen Tag, wo die Arbeiter keine Zeit haben, sich mit Herrn Lueger und seinem Komödiantentum zu beschäftigen. Daß die Christlichsozialen über die Polizeidirektion, die ihnen mit dem Verbot des Fackelzuges einen so großen Dienst erwiesen hat, in allen Tonarten schimpfen werden, ändert natürlich nichts darin, daß damit Herr Lueger vor einer grenzenlosen Blamage bewahrt worden ist. So ist dem größenwahnsinnigen Bürgermeister an dem Tage, da er die höchsten Ehren ernten wollte, die stärkste Demütigung zugefügt worden! Verfolgt von dem Hasse der Arbeiter wird der Vertreter Wiens auch politisch besiegt werden. Italien. Die Mailänder Sezessionisten und die Wahlen. Rom, den 16. Oftober.( Eig. Ber.) Die Mailänder autonomen Gruppen haben am Abend des 14. eine Versammlung abgehalten, um sich über ihre Stellung bei den bevorstehenden Parlamentswahlen schlüssig zu werden. Es wurden drei Möglichkeiten erwogen: den Wahlkampf nur auf eigene Hand und mit Kandidaten der Sezessionisten zu führen; mit den Revolutionären ein Wahlbündnis schließen; sich mit den Radikalen zu verbünden. Norwegen. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. 31. Sigung vom Donnerstag, den 20. Oktober 1904, nachmittags 5 Uhr. 5% Uhr. Der Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sitzung gegen Neuregelung der Sonntagsarbeit im Handelsgewerbe beziehen, wird Eine große Anzahl von Eingaben, die sich auf die beabsichtigte zur Kenntnis der Versammlung gebracht. Dinse, Sachs, Geride, Buchow ist mit Unterstützung fämtVon den Vertretern für Moabit und Wedding, Stadtvv. licher Fraktionen folgender Antrag gestellt: " Die Versammlung ersucht den Magistrat, nunmehr der Ausführung des Gemeindebeschlusses vom 2. Februar 1888, betr. die Verbindung der Stadtteile Moabit und Wedding durch ein Ueberführungsbauwerk über die Eisenbahngleise im Zuge der verlängerten Stromstraße( jett Butlihstraße) und der Straße 11a( jekt Föhrerstraße) näher zu treten, die nötigen Vereinbarungen mit dem Eisenbahnfiskus herbeizu führen und der Versammlung eine Vorlage hierüber zugehen zu Tassen." Stadtv. Dinfe( N. L.) wirft einen Rückblick auf die Geschichte Der neue Zolltarif, den die norwegische Regierung in Vorschlag bringt, ist nun veröffentlicht worden. Die Regierung. hat den Borschlag der Storthingskommission, die Fleisch- und Speckzölle zu treidezöllen werden vorgeschlagen: für Hafer( bis jetzt zollfrei) 60 erhöhen, nicht in ihren Entwurf aufgenommen. Unter den GeDere per 100 Stilo, Safergrüße( jezt 60 Cere) 1,30 Kr., Buch- des Projekts und begründete das Dringliche des Bedürfnisses für die weizengrüße( jetzt 50 Dere) 60 Dere; für Buchweizen- und Roggen- Anlage insbesondere auch mit der bevorstehenden Eröffnung des mehl( jezt 30 Dere) 40 Deve, für Hafermehl( jekt 60 Dere) 1 Kr., Virchow- Krankenhauses. Kleie( jetzt 30 Dere) 40 Dere. Für Aepfel und Birnen wird ein Zoll von 15 Dere( jetzt 12 Cere) borgeschlagen, für Grassamen, Timothesamen 15 Dere( jezt 10 Dere), für Kleefanten 30 Dere ( jest 20 Dere) per Kilo. Der Maschinenzoll soll unverändert bleiben. Unter den Zöllen für Musikinstrumente wird für Flügel eine Erhöhung von 150 auf 180 Kr. pro Stück, für Pianos von 90 auf 120 Stronen vorgeschlagen. zu. Rußland. Das Arbeiterelend in Rußland. Russisch- Polen, 12. Oftober.( Eig. Ber.) Das Elend, das mit dem Kriege über die Arbeiterschaft in dem polnischen Textilindustrierayon, in Lodz und den umliegenden Fabrikstädten des Gouvernement Petrika u, hereingebrochen ist, spottet jeder Beschreibung und nimmt noch von Tag zu Tag, je mehr der Winter naht, immer erschütterndsten und abschredendsten Gestalt, was dem Beobachter Es ist nicht mehr Not, es ist die Hungersnot in ihrer das Blut in den Adern erstarren macht beim Anblick der Hunderte fraft- und energielos, mit ausgemergeltem blaffem Gesicht und stumpfem, unsäglich hülflosem Blick in den tief eingefallenen Augen umberschleichender Arbeiter, beim Anblick ihrer verwahrloften leeren Behausungen, wo alles Inventar längst nach dem Versazamt geschafft worden ist und nur noch ein Paar Strohsäde und einige irdene Töpfe das ganze Mobiliar ausmachen, und schließlich der Scharen Bettler und der Hunderte Arbeiterinnen, die abends scheu die Straßen füllen, um das Brot der Schande zu suchen, wo es der ehrlichen Arbeit versagt bleibt. Lodz ist die zweitreichste oder, wenn man von den großen Bankinstituten Warschaus absicht und nur die Großindustrie ins Auge fast, sogar die reichste Stadt Russisch- Polens und eine der reichsten in Rußland. Sie beherbergt eine ganze Menge mehrfacher Millionäre und weist Fabrikkolosse auf, die sich mit den größten Etablissements in Westeuropa gut messen können und von denen einige, wie z. B. die Scheiblersche Baumwollmanufaktur, mit ihrem Arbeiterpersonal jedes für sich allein eine kleinere Stadt bilden könnten. Danach ist aber auch die gegenwärtige Arbeitermifere zu messen. Emporgewachsen mit Schnelligkeit der amerikanischen Städte, zählte das„ polnische Manchester" bereits 1895 über 300 000 Einwohner, zum überaus größten Teil Arbeiter, und hat sich seitpolnische Industrie überhaupt, arbeitet aber zu drei Vierteln für dem noch mächtig vergrößert. Seine Industrie, wie übrigens die russische und besonders für ostrussische Abfazmärkte. Sie ist mit dem ökonomischen Leben Rußlands durch tausend Fäden und Adern aufs innigste verknüpft, und so kann es nicht wundernehmen, daß die Kalamität der Krise und der Arbeitslosigkeit in Polen mit einer Vehemenz ausgebrochen ist, die sie, wie es scheint, in Rußland felbst bis jetzt noch nicht erreicht hat. Um dem Notstand abzuhelfen, hat nun die Regierung zweierlei getan: vor allem zog sie nach Lodz aus anderen Städten eine Unmasse von Kosaken herbei, die die Ordnung aufrecht zu erhalten haben, und richtete zweitens neulich zu Gunsten der Hungernden, als die Not bereits erschreckende Dimensionen angenommen hatte, einen Appell an die privaten Körperschaften und die öffentliche Wohltätigkeit. Was lettere betrifft, so haben die Lodzer Kapitalmagnaten, die erst vor kurzem Tausende und Abertausende für den Krieg, und zwar für das Rote Kreuz opferten, schon längst und von sich aus mit der Verteilung von Suppen an Arbeitslose begonnen. Die„ milden Gaben" reichen aber nicht einmal für den zehnten Teil der Bedürftigen aus und es wäre schon Uebertreibung, wollte man diese Altion einen Tropfen auf einen heißen Stein • Stadtv. Dr. Langerhans( A. 2.): Ich muß, so schwer es mir wird, diefem von 80 Stadtverordneten unterschriebenen Antrage entgegentreten. Aber die Pflicht erfordert, auf den Kostenpunkt hinzuweisen. In diesem Jahre müssen städtische Mittel in Höhe von vielen Millionen aufgewendet werden, um städtische Bauten, wie vor allem das Birchow- Krankenhaus, fertig zu stellen. Unsere finanzielle Straft wird dadurch in einem Maße in Anspruch genommen, daß uns für Anlagen, wie die hier geforderte Brücke, die mindestens zwei Millionen kosten wird, absolut nichts übrig behalten; steht doch im Gegenteil eher die Aussicht auf Steuererhöhungen vor uns. Auch scheint mir die dringende Notwendigkeit dieser Ueberbrückung noch feineswegs nachgewiesen zu sein. Jedenfalls kann man nicht das Virchow- Krankenhaus dafür ins Feld führen. Der Eisenbahnfiskus wird schwerlich zu besonderem Entgegenkommen geneigt sein, wenn unsererseits ein so großer Nachdruck auf die Notwendigkeit der Anlage gelegt wird. Stadtv. Deutsch( Soz.- Fortschr.) stimmt mit seinen Freunden dem Antrage zu. Die Ueberführung solle ja nicht aus laufenden Mitteln, sondern aus der Anleihe bezahlt werden. Stadtv. Ladewig( N. L.) wendet sich ebenfalls gegen die Argumentation des Vorstehers. Es liege hier tatsächlich ein dringendes Bedürfnis vor, und dringende Bedürfnisse dieser Art müsse die Stadt befriedigen. Stadtv. Hinge( Soz.): Schon 1887 ist hier ein Beschluß im Sinne des Antrages gefaßt worden. Der Vorsteher dürfte seit jener Zeit nicht mehr in dortiger Gegend gewesen sein, und auch von der Entwicklung von Moabit diesseits der Bahn teine genaue Kenntnis haben. Von der Fenn bis zur Beuffelbrücke fehlt es jetzt in Moabit an jeder Fahrverbindung über die Bahn und den Kanal. Im Wege stehen der Förderung der Sache nicht sowohl der Fiskus als einige Adjazenten, die zu hohe Preise fordern. Darüber wird aber hinWir empfehlen dringend die Annahme des wegzukommen sein. Antrages. Stadtv. Sachs( A. 2.): Es handelt sich gar nicht mehr um eine Verbindung getrennter Stadtteile, sondern, nachdem Moabit vollständig ausgebaut ist, um die absolut notwendige Verbindung innerhalb des Nordwestens von Berlin. Ueber die Einzelheiten dürfte in einem Ausschuß zu reden sein. Der Antrag geht an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern. Rummelsburg und Die Vorortgemeinden Lichtenberg, Borhagen= Stralau sind an die Berliner Sanalisation angeschlossen, und zwar Lichtenberg seit 1894, die beiden anderen seit 1899 bezi. 1903. In dem bezüglichen Vertrage mit Lichtenberg ist von 10 zu 10 Jahren eine Revision der Säße vorbehalten worden, welche die Gemeinde pro Meter Straßenfront der angeschlossenen Grundstücke zu zahlen hat. Bisher war ein einmaliger Betrag von 50 M. und ein jähr= licher von 6 M. zu leisten. Auf Grund des Ergebnisses der angestellten Berechnungen beabsichtigt der Magistrat eine Erhöhung der Säge auf 70 und 8 M. zu fordern und sucht hierzu die Zu= stimmung der Versammlung nach. % Auf Antrag 3 ylicz( A. 2.) wird die Vorlage einem Ausschusse überwiesen. Das den Gilfa Böbowschen Erben gehörige Ge= Iände zwischen Prenzlauer Allee und Greifs= wald er sti aße wünschen diese durch zwei neue Straßen 29a und 29b aufzuschließen, wollen jedoch das Straßenland nur für die Durchlegung von Kanalisationsröhren zur Verfügung stellen, nicht aber an die Stadt abtreten. Mit Rücksicht hierauf sowie in der Absicht, bei dieser Gelegenheit auf die Regulierung der Ostseite der Greifswalderstraße hinzuwirken ,, wie auch zur Sicherung des Erwerbes eines Schulgrundstüces, war Ausschußberatung befchloffen worden. Da sich im Ausschusse herausstellte, daß die Besizer auf diese Wünsche einzugehen nicht ohne weiteres geneigt sind, hat der Ausschuß die Ablehnung der Vorlage empfohlen und schlägt vor, die Genehmigung von der unentgeltlichen Abtretung des Straßenlandes abhängig zu machen und den Magistrat um Fortfebung der Verhandlungen in diesem Sinne zu erfuchen. Gleichzeitig soll erklärt werden, daß der Erwerb eines Schulgrundstückes cbenfalls erforderlich sein dürfte. Stadtb. Kyllmann( Fr. Fr.) teilt mit, daß das fragliche Terrain inzwischen in die Hände einer Gesellschaft übergegangen ist. Die Vorlage wird an den Ausschuß zurückverwiesen. Der spezielle Entwurf zum Bau einer neuen Kochküche usw. bei dem städtischen Ob da ch wird vom Stadtv. Esmann( Fr. Fr.) beanstandet und seine Brüfung in einem Ausschuß verlangt. Der Softenanschlag von 166 000. erscheine gegenüber dem zu erwartenden Nußen viel zu hoch. Stadtrat Fischbeck verteidigt die Magistratsvorlage und befürwortet deren schleunige Erledigung. Stadtv. Hoffmann( Soz.): Ich befinde mich in der seltenen Lage, mit dem Stadtrat Fischbeck in voller Uebereinstimmung zu sein( Heiterkeit) es ist nicht meine Schuld, wenn dies nicht öfter der Fall ist.( Wiederholte Heiterkeit.) Die heutigen un haltbaren Zustände können unmöglich noch länger konserbiert werden. Seit Jahren ist Abhülfe versprochen. Nehmen Sie die Vorlage ohne Ausschuß an! großer Mehrheit zur Annahme. Nähe der Linden oder des Westens? Bei Ablehnung der Vorlage wird werden. Der Handel mit Nahrungs- und Genuzmitteln solle mit entiveder an einem anderen Plas gebaut oder das Polizeipräsidium Gis soll ausgenommen bleiben. Das Ortsstatut, dessen Verlegung übernimmt den Bau und wir müssen die Kosten bezahlen. Geldstrafen bis zu 600 M. event. Haft nach sich zieht, soll mit dem Stadtrat Fischbeck: Die Vorlage ist außerordentlich forgfältig 1. Januar 1905 in Kraft treten. geprüft, und wir können mit gutem Gewissen ihre Ueberführung in Stadtv. Mommsen( Fr. Fr.) beantragt( es ist inzwischen Die Prayis verantworten. Es handelt sich um eine moderne Anlage, 8% Uhr geworden) die Absehung dieses Gegenstandes. wie sie in dieser Großartigkeit noch nicht dagewesen ist und die allen Nachdem Stadtv. Goldschmidt( N. L.) anheimgegeben hat, den hygienischen Ansprüchen genügt. Herr Dr. Wehl bezieht sich darauf, Gegenstand auf die Tagesordnung der übernächsten Sihung zu daß der Magistrat früher selbst einer solchen Anlage auf dem Viehhof sehen, wird die Absehung beschlossen. aus hygienischen und ästhetischen Rücksichten widerraten hat. Der Bum Zwecke der Kanalisierung und baulichen Er Magistrat ging dabei von der doch gewiß zutreffenden Auf- fchließung des ausgedehnten Geländes zwischen faffung aus, daß es nicht angebracht fei, auf demselben Müller und Seestraße, Jungfernheide und Rei Grundstück, von dem das gesunde Fleisch ausgeführt wird, auch die nidendorf ist insbesondere die Verfügung über das Gelände Stonfiskate verarbeiten zu lassen. Eine besondere Besichtigung der der Straßen 20a, 29 und des westlichen Geländes der Müllerſtraße Anstalten anderer Städte hielten wir für überflüssig, weil unsere bis zur Reinickendorfer Grenze notwendig. Die Verhandlungen Techniker diese Anstalten kannten und wir auch Gutachten darüber der Baudeputation II mit den privaten Anliegern wegen des Erbefaßen. Die Opposition gegen diese Anstalt bewegt sich in den werbes der betreffenden Trennstüde haben bisher nur in wenigen jelben Gleisen wie seinerzeit diejenige gegen die Rieselselder; Fällen zu einem annehmbaren Ergebnis geführt; zum größten Teile heute ist diese Opposition völlig verstummt. Wenn Herr wird die Erwerbung auf dem Wege der Enteignung erfolgen müssen. Stadthagen auch dagegen protestiert, daß die Anstalt Freihändig sollen angekauft werden 942 Quadratmeter für 70 000 m. etwa nach Bernau fäme, was Herr Dr. Mehl als offene Frage be- von dem Rittergutsbesir George; 1084 Quadratmeter und 764 handelt, so erklärt sich dieser Widerspruch der beiden Herren unter- Quadratmeter für den Preis von 15 M. pro Quadratmeter von einander einfach damit, daß auch Bernau im Kreise Niederbarnim der offenen Handelsgesellschaft J. 2. Elzbacher zu Köln und dem liegt.( Heiterfeit bei den Sozialdemokraten.) Rentier Post. Das übrige benötigte Straßenland foll expropriiert Stadty. Wallach( A. L.) hat aus den Neden der sozial- werden. Das dem Konsul Karo in Baden- Baden gehörige Grunddemokratischen Vertreter feine stichhaltigen Beweisgründe gegen die ſtück von 31 687 Quadratmeter an der Müllerstraße, Straße 21a, Errichtung bei Blankenfelde heraushören können. Ein passenderes Togostraße, Straße 20a und Lüderißstraße soll gegen Abtretung Terrain als Blankenfelde fei gar nicht zu finden; Nicfelfelder, des gesamten erforderlichen Straßengeländes bis zum 1. September Waffer und Eisenbahn seien dort in unmittelbarer Nähe. Seien 1909 fanalisiert werden. die geäußerten Befürchtungen begründet, so könne man ja später die Die Vorlage wird angenommen. Heimstätte verlegen. Schluß 29 Uhr. Der Antrag Esmann wird abgelehnt, die Vorlage gelangt mit Der ehemals Weimannsche Voltsgarten soll icht der Bebauung erschlossen und auf seinem Terrain eine neue Straße 62b zwischen der Bad- und der verlängerten Thurneyffer- Stadtv. Wey!: Wenn der Vorredner in unseren Ausführungen straße angelegt werden. Mit der Festsetzung der Fluchtlinien nur einzelne Körnchen Wahrheit" gefunden hat, so liegt das nicht für die neue Straße erklärt sich die Versammlung einverstanden. an uns und an der Wahrheit, sondern an ihm. Es heißt doch das In gemeinschaftlicher Sigung beider Gemeindebehörden ist Pferd am Schwanze aufzäumen, wenn man zunächst die Heimstätte demnächst für die Steuerjahre 1905/7 die Wahl von Mitgliedern draußen errichtet, sodann daneben eine Abdeckerei und zuletzt die und Stellvertretern des Steuerausschusses der Ge- Heinistätte wieder verlegen muß. Wenn Herr Kuhlmann meint, es werbesteuerklasse I borzunehmen. Zur Vorbereitung der rieche hier im Saale öfter schlechter als in der Kölner Anstalt, Auswahl der Personen wird ein Ausschuß von 10 Mitgliedern ein- so ist das doch eine wunderbare Beweisführung. Da müßte zuerst gefeßt. einmal die Nase des Herrn Kuhlmann untersucht werden.( Heiter Nach längeren Verhandlungen ist der für die Vorlage wegen feit.) Es gibt ja auch Leute, welche sagen, draußen auf dem ViehVerkleinerung des Plages N zwischen Gleim und hof rieche es überhaupt nicht! Dieser Saal ist zudem nicht AufentGaud y straße eingesetzte Ausschuß dahin gelangt, der Versamm- halt für Lungenkranke. Welche hygienischen Bedenken gegen die An Festsetzung der Fluchtlinien für die Gleim-, Gaudy-, Cantian-, vollem hygienischen Verantwortlichkeitsgefühl stimmen wir gegen den Sonnenburgerstraße und Straße 9 zu empfehlen. = Nach dem Referat des Stadtv. Haberland( N. L.) nimmt die Versammlung die Vorlage ohne Debatte an. Ausschußantrag. In Die Vorlage wird darauf gegen die Stimmen der Sozialdemofraten angenommen. Der Vorentivurf für den Neubau einer städtischen Der Polizeipräsident hat beantragt, zu genehmigen, Fleischvernichtungs- und Fleischverwertungsanstalt daß bis zur Errichtung eines neuen Dienstgebäudes für die Polizei auf dem städtischen Gut Blankenfelde ist vom Ausschusse mit direktion in Charlottenburg dortige Polizeigefangene allen gegen drei sozialdemokratische Stimmen gutgeheißen worden. im Berliner Polizeigefängnis gegen eine Entschädigung Der Referent, Stadtv. Dr. Paul( N. L.), gibt den Ausschuß- bon 10 Pf. pro Stopf und Tag mit untergebracht werden dürfen. bericht und sucht die aus hygienischen Rücksichten hergeleiteten Be- Beitere Räume als die zur Zeit für Polizeigefangene benutzten sollen denken dagegen, daß man die Anstalt in der Nähe bewohnter Ort- hierdurch nicht in Anspruch genommen werden. schaften und dicht bei einer städtischen Lungenheilstätte errichten wolle, Stadtv. Stadthagen( Soz.): Ich empfehle die Ablehnung der zu zerstreuen. Eingegangene Druckfchriften. Norddeutscher Volks- Kalender für 1905. Berlag und Drud von Chr. Haase u. Sto., Stiel. Socialdemokratiets nordslesvigske Folke- Almanak for Aaret 1905. Chr. Haase og. Co. s Trykkeri og Forlag. Deutschland und Desterreich. Heft 1. Die Hefte erscheinen halbmonatlich in " Die Turnerin", Blätter für die turnenden Frauen und Mädchen in einem Umjange von 20 und mehr Seiten. Abonnementspreis 1,50 M. pro Bierteljahr. Berlagsanstalt Nauh u. Pohle, Leipzig, Hospitalstr. 21. Revolutic. Uitgave van S. L. van Looy, Amsterdam. W. H. Vliegen, De Dageraad der Volksbevrijding. Frauen- Kalender für das Jahr 1905. Herausgegeben vom Verein Jean Jaurès standaardwerk. Geschiedenes van de Fransche Frauen- Erwerb. 150 Seiten. Berlag Karl Fulde in Köln a. Nh. Letzte Nachrichten und Depefchen. Beleidigung der Ersten Kammer. Vom ostasiatischen Kriegsschauplah. Stuttgart, 20. Oktober.( W. T. B.) In der heutigen ersten Sigung der Kammer der Standesherren wurde eine Mitteilung bes Justizministers v. Breitling bekannt gegeben, wonach der sozialistische Landtagsabgeordnete e il auf der Protestversammlung in der Liederhalle am 30. Juni d. J. anläßlich der Ablehnung der Schulnovelle in der Ersten Kammer gegen diese Ausdrücke gebraucht hat, die nicht nur eine Schmähung einzelner Mitglieder dieser Stammer, sondern auch eine grobe Beleidigung dieser gesetzgebenden Vorlage. Es wird der Stadtgemeinde Berlin angesonnen, der Körperschaft enthalten. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat daher Stadtv. Weyl( Soz.): Meine in erster Beratung geäußerte Bolizeiverwaltung in Charlottenburg die Gefälligkeit zu erweisen, am 8. Juli der Justizbehörde die Bitte unterbreitet, eine Entscheidung Soffnung, daß die gegen die Vorlage bestehenden sanitären und Polizeigefangene für 10 Bf. pro Kopf und Lag aufzunehmen. Der Kammer der Standesherren darüber herbeizuführen, ob wegent hygienischen Bedenken in der Ausschußberatung zurückgewiesen werden Es soll in Charlottenburg nicht genügend Raum bor de getanen Aeußerung gegen den Abgeordneten Keil die Klage im würden, ist nicht in vollem Maße erfüllt worden. Darüber, daß handen sein. Ich fann das nicht zugeben. Wir als Sinne des§ 197 des Strafgesetzbuches zu erheben sei. Die Miteine solche Anstalt in städtischen Betrieb übernommen werden muß, Berliner haben keine Veranlassung, der reichen Gemeinde teilung wurde der Justizgesetzgebungs- Kommission überwiesen mit bestand allseitige Einigkeit; das private Eigennuzintereffe ist damit Charlottenburg oder der Polizeiverwaltung dort Geschenke zu machen. dem Auftrage, in türzester Zeit dem Hause darüber Vortrag zu erausgeschaltet. Ueber den Verdacht, mit unseren Einwänden das Bir haben 2,50 M. pro Stopf an Polizeifosten zu zahlen, Char- statten. Interesse von Terrainspekulanten zu vertreten, sind wir wohl er- lottenburg bloß 1,50 m., warum sollen wir nun Charhaben; wo auch diese Anstalt errichtet werden mag, werden in erster lottenburg diesen Gefallen thun, während auch dem ärmsten Linie die Grundbesizer und Terrainspekulanten uns mit Gegen Gefangenen pro Tag achtzig Pfennige abgenommen werden London, 20. Oktober. Das„ Reutersche Bureau" meldet aus cingaben bestürmen. Es handelt sich hier um die Interessen der Bei Charlottenburg liegt es anders als bei Rixdorf, wo wir früher Tschifu von heute: Die Japaner haben am 8. auf Erlungschan und Berliner. Alle die kleinen Ortschaften an der Nordbahn sind für ein Gleiches getan haben. Nach dem, was wir in den letzten Wochen die Russen am 9. auf die japanischen Befestigungen einen vers den Norden Berlins feine Lungen, es find sehr beliebte Ausflugs- und Monaten aus den Zeitungen ersehen haben, liegt das hervorgeblichen Angriff gemacht. Später unternahmen die Japaner einen orte. Die von dieser Seite ausgehenden hygienischen Bedenken, zu- getretene Bedürfnis darin, daß in Charlottenburg eine ganze Reihe von überraschenden Angriff und eroberten Höhen und die nur 500 Meter mal aber die Nähe der Anstalt für Brustkrante, welche blog 10-12 rbeitern, welche absolut nichts Strafbares getan haben, widerrechtlich von der Hauptbefestigung Erlungschan entfernte eiserne eiserne GisenMinuten von dem Gelände der projektierten Anstalt gelegen ist, ins Gefängnis hineingebracht wurden, und zwar aus Anlaß von Streits; bahnbrücke; jeitdem haben die Russen verschiedene vergebliche Vermußten von uns sorgfältig erwogen werden. Ob die Anstalt so ein- der Polizeidirektor hat angeordnet, Streitposten auf der Bache zurüd suche gemacht, ihre Stellung wiederzunehmen. Am 10. gingen neun wandsfrei, wie behauptet wird, mit den Hartmannschen Vernichtungs- zuhalten, auch wenn sie nichts Widerrechtliches getan haben. Wenn Torpedobootszerstörer aus dem Hafen und beschossen die linke Flante apparaten arbeitet, ist nicht nachgewiesen; fest steht dagegen, daß der man auf umbelebten Straßen Arbeiterinnen arretieren und in das der Japaner, aber vier japanische Torpedobootszerstörer zwangen die Magistrat auf das Gelände des städtischen Vieh- und Schlachthofes Bolizeigefängnis werfen läßt, da sollen wir zu diesen ungesetzlichen Russen, in den Hafen zurückzugehen; hierbei erlitt ein japanisches aus sanitären und ästhetischen Gründen diese Anstalt, obwohl auch Schritten noch unsere Hand bieten? Eine so fleinliche Vorlage ist Boot schwere Havarie, indem es auf eine Mine lief. Die russische dort die Hartmannschen Apparate zur Anwendung gelangen follten, uns lange nicht zugemutet worden. Zu Hunderten hat die Polizei Garnison ist jetzt auf 5000 Mann zusammengeschmolzen. Am 13. nicht hat stellen wollen. Dem Beschluß, die Einrichtungen anderer bei dem Streit bei Siemens u. Halste Mädchen ins Gefängnis ge- fand ein heftiges Gefecht auf den Abhängen vor Erlungschan statt, Großstädte durch eine Stommiffion zu studieren, ist der Magistrat stedt, bloß um den Unternehmern einen Gefallen zu tun. Lehnen wobei die Japaner 300 Mann verloren. Die Nachricht vom Aus nicht nachgekommen; man hat sich darauf beschränkt, uns Gutachten Sie die Vorlage ab! laufen des Baltischen Geschwaders hat in der Festung große Be= zur Kenntnis zu geben. Daraus ging hervor, daß in einigen Stadtrat Mugban: Der Antrag ist bei uns dahin begründet geisterung hervorgerufen. Städten doch über schlechte Gerüche geklagt wurde; auch auf der worden, daß das neue Polizeidienstgebäude noch nicht errichtet ist. fiskalischen Abdeckerei in der Müllerstraße, wo über das Vorhanden Wir haben gar kein Bedenken gehabt, dem Wunsche ftattzufein bedenklicher Gerüche kein Zweifel ist, sind übrigens solche geben. Es handelt sich um einen ganz vorübergehenden Zustand. Apparte im Betriebe. Allerdings sollen fie, wie man ausführt, nicht Die Stadtgemeinde Charlottenburg hat keinerlei Verpflichtung, ein mit der nötigen Gewissenhaftigkeit bedient worden sein. Da es sich Polizeigefängnis zu erbauen. Wir haben es hier mit einer ganz hier ferner um fonzentrierte Schmuzwässer handelt, so steigern sich harmlojen Vorlage zu thun. die geltend gemachten Bedenken. In der Versammlung wird ja ein Antrag, die Anstalt auf Dedgelände zu verlegen, nicht durch gehen; aber unsere Pflicht bleibt es, unseren Widerspruch laut werden zu lassen und zu begründen. Sehr bedauerlich wäre ja, wenn die Konzession aus diesen Gründen für die Anstalt verweigert werden sollte; aber unser hygienisches und ästhetisches Gefühl sträubt sich dagegen, eine Abdeckerei neben eine Lungenheilstätte zu sehen. Es mag feine Abdeckerei im alten Sinne sein, aber neben der Fleischvernichtung sollen doch auch Haare, Häute, Knochen dort vernichtet terben. Stadtb. Stadthagen: Aus diesen Ausführungen ergibt sich, daß für Berlin nicht die geringste Verpflichtung vorliegt, sondern bloß eine ganz unbegreifliche Sonnivenz dem Staate gegenüber geübt werden soll. Wir haben doch gar feine Spur von Veranlassung, diese Räume zu beschaffen und noch dazu zu einem so billigen Breise. Möge fich die Polizei doch an den Kultusminifter, an das Polizeipräsidium wenden!( Große Heiterkeit.) Stadtrat Mugdan: Für die 10 Pf. giebt die Stadt nur die Räume und das Inventar her.( Stadtv. Stadthagen: Jch bitte ums Wort! Seiterkeit.) Eine Verpflichtung der Stadt besteht allerdings nicht. au dürfen, und das nicht Köln, 20. Oktober. Der Kölnischen Zeitung" wird aus Peters burg telegraphiert, die transibirische Linie werde auf Befehl des Kaisers entsprechend dem Vorschlage des Verkehrsministers zweigeleifig ausgebaut werden. Keine Friedensvermittelungen. stöln, 20. Oftober.( 2. T. 28.) Jn einem längeren, die Friedensvermittelungen betreffenden Artikel weist die Kölnische Beitung" darauf hin, daß jeder Vermittelungsversuch, auch in ge= lindester Form, heute als eine Unfreundlichkeit betrachtet und dem Staate, der ihn unternähme, arg verdacht werden würde. Von englischer Seite sei wiederholt behauptet worden, Deutschland stehe einem Friedenstongreß sympathisch gegenüber, sei sogar nicht abgeneigt, vereint mit Amerifa hierzu den ersten Schritt zu tun. Andererseits werde Deutschland gleichfalls von englischer Seite vor geworfen, es hätte alle möglichen Geheimverträge mit Rußland ab geschlossen, die mit der Neutralität Deutschlands in Widerspruch ständen. Beide Behauptungen," f? hrt das Blatt fort, find gleich mäßig falsch und heben sich untereinander auf. Nach wie vor denken wir nicht daran, uns von strenger Neutralität zu entfernen. Abweichende Ratschläge würden am allerwenigsten für die wohlerwogenen Entschließungen Deutschlands von Einfluß sein. Die Geschäfte eines politischen Matlers find außerordentlich undankbar. Ein feiner Verantwortlichkeit bewußter Staatsmann fann nicht daran denken, sich durch humanitäre Regungen in eine Aktion ein zulassen, deren Rückschlag eigene Landsleute treffen kann. Vielleicht ist es nüßlich, diese Wahrheiten immer wieder von neuem zu betonen und darauf hinzuweisen, daß für Deutschland in seinem wohlverstandenen Interesse die einzig mögliche Politik auf vollständiger Neutralität beruht." 20. Petersburg, ( Telegramm der Russischen Telegraphenagentur.) Die hiesige Abteilung der„ Associated Preß" erklärt, fie sei ermächtigt, die Nachricht, daß die Regierung der Vereinigten Staaten beabsichtige, den kriegführenden Parteien ihre guten Dienste zur Wiederherstellung des Friedens anzubieten, fategorisch zu wiederlegen. Die Regierung der Vereinigten Staaten habe niemals etwas derartiges im Sinne gehabt. Oftober. Stadtv. Dr. Kuhlmann( Fr. Fr.): Was uns der Magiftrat vorschlägt, ist etwas ganz anderes, als was wir jetzt in der MüllerStadtv. Stadthagen: Ich kann es dem Stadtrat nicht übel straße haben. Andere Städte haben mit solchen Fleischvernichtungs- nehmen, daß er auf diesem Gebiete nicht ganz so bewandert ist wie anstalten die besten Erfahrungen gemacht. In Köln liegt die Anstalt ich.( Stürmische Heiterfeit.) Er ist im Irrtum; wenn jemand vermitten in der Stadt; ich war zugegen als dort 5 Schweine und haftet war, geht ihm nachher eine Rechnung über 80 f. pro Tag 8 Schafe vernichtet wurden, und habe nicht die Spur eines schlechten zu, gleichgültig, ob er eigene Beköstigung oder Beleuchtung hatte oder Geruches wahrgenommen; hier im Saale ist der Geruch oft genug nicht. Die 80 f. find nach dem Gefeße immer zu erheben; wir bedeutend schlechter.( Große Heiterkeit.) Auch bei den Abwässern aber sollen nur 10 Pf. bekommen! habe ich von einem besonders schlimmen Geruch nichts wahrgenommen. Oberbürgermeister Kirschner: Ich weiß nicht, ob es 80 Bf. find, Auf dem Vieh- und Schlachthof hatten wir für eine folche Anlage aber ich will die Zahl als richtig unterstellen. Die 10 Pf. sind nicht mehr Platz. Die Hartmannschen Apparate vernichten die ver- nur das Entgelt für das nadte Lokal; der darin Aufgenommene dorbenen Nahrungsmittel genau so geruchlos wie die frisch ge- erhält aber doch mehr als dieses. Für uns liegt fchlachteten Konfiskate. Nach allen diesen Richtungen hin sind die die Sache furchtbar einfach: Der Fistus bittet uns um die Gegenpetitionen unbegründet, die alten Kalamitäten werden eben Erlaubnis, auch Charlottenburger Polizeigefangene in unserem durch die neue Vorlage vollständig beseitigt. Meine Freunde nehmen Polizeigefängnis unterbringen die Vorlage einstimmig an. Die Blankenfelder werden schließlich umsonst, sondern wir sollen noch 10 Pfennig Vergütung erfelbst erfreut sein, wenn ihnen unser Stadtbaurat so ein schönes Gehalten. In die sonst hierbei erörterten Berhältnisse haben wir uns bäude hinstellt. nicht einzumischen. Stadtv. Stadthagen( Soz.): Auch diese Ausführungen fönnen Stabtv. Stadthagen: Auch ohne Beföftigung werden 80 Bf. ein unsere Bedenken nicht entträften. Alle Achtung vor der Sachkunde gezogen, das fonstatiere ich nochmals. Aber die Hauptsache ist: des Kollegen Kuhlmann, aber seine Schlüsse haben nicht unbedingte Welche Verpflichtung haben wir, der Polizei die Möglichkeit zu Beweiskraft. Wenn er in Köln bei bestimmter Gelegenheit feinen geben, ihrer Verpflichtung sich und noch dazu für einen so Geruch wahrgenommen hat, so beiveist das nicht, das sich dort über- billigen Preis zu entziehen? Was geht es uns an, daß das Gebäude Zweibrüden, 20. Oftober.( W. T. B.) Der Orientalist Ne. haupt keine üblen Gerüche bemerkbar machen. Wenn sich die Sache noch nicht errichtet ist? Und warum sollen wir so noch ein Compelle gierungsrat Dr. Emil Schlagintweit ist heute gestorben. fo geruchlos abspielt, wenn es sich bloß darum handelt, ein schönes dazu geben, daß möglichst viel Leute in die Polizeigefängnisse hin- Bureau mitgeteilt wird, war in Thassa das Abkommen getroffen, London, 20. Oftober.( W. T. B.) Wie dem" Reuterschen Gebäude hinzustellen, warum geht man denn damit nach Blankenfelde, cinkommen? warum legt man es denn nicht in die Nähe derjenigen Behörden, Damit schließt die Beratung. daß die Tibetaner die Entschädigungssumme in Raten von einem die darin eine zarte Aufmerksamkeit zu erblicken haben würden, Rath Rupien jährlich abzahlen sollten. Obgleich ausgemacht war, 3. B. nach der Schellingstraße oder in die Nähe des Polizeisstimmung die Vorlage für angenommen, nimmt aber auf lebhaften daß die vertragsmäßige Besetzung des Tschumbitales bis zur voll= ständigen Bezahlung der Entschädigungssumme dauern solle, ergibt Gemeinden sind allen Ernstes entschloffen, Einspruch gegen die An Einspruch aus der Versammlung Anlaß, die Abstimmung zu wieber das gestrige amtliche Dementi augenscheinlich, daß die heimische Tage zu erheben, so Hermsdorf, Nieder Schönhausen, Schönerlinde, holen, wobei sich die Ablehnung berselben ergibt. Schönwalde 2c. 2c. Auch Bernau wird nicht fehlen. Ausschlag Orts statuts gemäß§ 105b Abs. 2 G.-O. betr. bie Zur Verhandlung soll hierauf der schon bekannte Entwurf eines Regierung diese Regelung nicht bestätigt hat. Ebenso war in Chassa das Abkommen getroffen, daß der britische Vertreter in Ghangtse gebend aber ist die unmittelbare Nähe unserer Heimdas Recht haben solle, nach Lhaffa zu gehen, um die Fragen zu er die doch nicht deshalb dorthin gelegt ist. stätte, Regelung der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe Tedigen, die seine Anwesenheit dort erheischen. ihr eine solche Anstalt in engster Nachbarschaft hingestellt wird. gelangen. Danach soll die Sonntagsarbeit in Fabril, Engros-, Konstantinopel, 20. Oftober.( W. T. B.) Für die Herkünfte Wenn es wahr ist, daß keine Gerüche ausströmen, warum dann in Bant-, Versicherungs- und Agenturgeschäften für Gehülfen, Lehr- aus Port Said, Damiette und Smyrna ist infolge dort vorgekommener die Ferne schweifen, warum nicht wenigstens etwas mehr in die linge und Arbeiter auf 2 Stunden( 8-10 vormittag) eingeschränkt! Bestfälle ärztliche Untersuchung angeordnet worden. präsidiums?( Große Heiterkeit.) Eine große Reihe von ländlichen d bamit Der Vorsteher- Stellvertreter Michelet erklärt in der Ab. Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Druck u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagenu. Unterhaltungsblatt Dr. 248. 21. Jahrgang. 4. Itilpjt des„Amiirls" Kcrlim AldsM Freitag, 21. Oktober 1904. Genoffen und Genossinnen Berlins und der Vororte! Sonntag früh 8 Uhr Flttgblattverbreitnttg! Eine Schlachten-Pause ist gegenwärtig auf dem mandschurischen Kriegsschauplatz eingetreten. Kuropatlins letzte Nachrichten wissen von neueren erheb- lichen Kämpfen nichts zu melden. Meldungen russischer Korrespondenten über neue große russische Erfolge, bei denen durch einen überraschenden Angriff ans zwei japanische Divisionen 8000 Japaner gefangen genommen worden sein sollen, sind ebensolche Tatarennachcichten wie die Meldungen der letzten Tage über ein Durchbrechen des japanischen Zentrums und eine völlige Wende der Schlacht. Auch General O y a m a meldet leine neueren kriegerischen Vorgänge. Er teilt im Gegenteil mit, daß der 19. Oktober ein Ruhetag gewesen sei und daß diesem Tag der Ruhe aller Wahrscheinlichkeit nach noch nichrere Ruhetage folgen würden. Die Situation ist also die, daß durch die zehntägigen ungeheuer schweren Kämpfe beide Armeen derartig erschöpft worden sind, daß von einer Offensive nicht mehr die Rede sein konnte. Immerhin wird diese Schlachtenpause aller Voraussicht nach nur wenige Tage währen. Dieser Auffassung ist man auch in Petersburg. Dort be- hauptet man, daß die Spitzen des seit Mitte September im Antransport befindlichen achten Armeekorps sich bereits Mulden näherten. Bis zu dem vollen Eintreffen dieses Armeekorps würden jedoch iunnerhin noch drei Wochen vergehen. Es sei des- halb unwahrscheinlich, daß die Japaner warten würden, bis die russische Armee um dies neue Armeekorps verstärkt worden sei. Mit Bestimmtheit wird man allerdings auf eine baldige neue Schlacht nicht rechnen können, da es ja unb ekannt ist, welche Verstärkungen die japanische Armee ihrerseits erwartet. An denr Scheitern der russischen Offensive im vollsten Umfange wird also auch in Petersburg nicht mehr gezweifelt. Die russische Niederlage ist nicht nur wegen der ungeheuerlichen Verluste der russischen Arinee eine vernichtende, sondern vor allen Dingen auch deshalb, weil nicht nur Kuropatkin die siegreiche Offensive prahlend angekündigt hatte, sondern weil man auch in Petersburg selbst der felsenfesten Zuverficht lebte, daß die Japaner durch den Angriff der überlegenen Armee Kuropatlins eine zerschmetternde Niederlage er- leiden würden. Schrieb doch damals, als die russische Offensive ein- setzte, die.N o w o j e W r e m j a": »Es werden Vermutungen ausgesprochen, daß angesichts unseres unbedeutenden numerischen Urbergewichtes, 225 009 gegen 200 000, die Japaner uns entgegentreten und sich nicht auf eine passive Verteidigung beschränken werden. Darauf kann entgegnet werden, daß, erstens, die numerische Kraft der Parteien niemand genau bekannt ist und, zweitens, sollten auch die Japaner in sich genügend moralische Kraft finden, um die Offensive gegenüber dem stärkeren Feind zu wagen, dieses Unterfangen gegenüber unseren, nunmehr erprobten Annecn nicht anders als viel zu riskant erachtet werden dürste. Denn, im Falle einer solchen unsinnigen Waghalsigkeit dcS Feindes, könnten wir. angreifend bis zu dem Augenblick, wo die unvorfichtige Offensive der Japaner offenbar werden würde, Halt machen, den Angriff des Feindes abwarten, an ihm die ganze Stärke unseres Feuers ausnützen, und nachher, wenn der Feind zurückfluten wird, größere Verluste tragend als wir, wieder uns hinter ihm in Bewegung setzen. Technisch, militärisch gesprochen, hätten wir strategisch die Offensive, taktisch die Defensive, und es ist anzunehmen, daß nicht für lange die Energie und die Kräfte des Gegners reichen würden, um sich mit uns zu messen. Mit jedem Kampf würde sich das Verhältnis der Kräfte ändern, eine scharfe Wendung zu unseren Gunsten machend, denn der Angreifende, der den sich Verteidigenden nicht geschlagen hat und ihn nicht verfolgt, hat immer die größeren Verluste im Kampf; die Japaner aber haben selbst bis jetzt, wo sie das Uebergewicht der Kräfte hatten, uns nicht geschlagen und nicht einmal den Ver- such gen, acht, uns zu verfolgen: also ist kein Grund vorhanden zu der Annahme, daß jetzt, w» wir stärker sind, als sie, ihre Offensiv- versuche für sie günstigere Ergebnisse haben könnten: wenn dem aber so ist, könnten derartige unvorsichtige Angriffe nur sehr schlimm für die Japaner enden." Nicht nur die russischen Hoffnungen auf Niederwerfung der sapanischen Hauptarmee haben sich nicht nur nicht erfüllt, sondern die russische Armee hat obendrein derartigeVerluste erlitten. daß mit der größten Bestimmtheit darauf gerechnet werden kann, daß die künftige Offensive der Japaner dir Russe» weit über Mukdcn hinaus zurückwerfe» wird. Die baltische Flotte hat nunmehr wirklich den großen Belt passiert. Ob sie ihre Fahrt nach Ostasien fortsetzen wird, steht trotzdem noch dahin. Auch aus dem Atlantischen Ozean ist die Rückfahrt nach den russischen Ostseehäsen noch bequemer als die Fortsetzung der Reise nach Ostasien. Man rechnet darauf, daß die Reise nach Ostasien infolge des UebernehmenS von Kohlen nicht weniger als 85 Tage dauern würde, daß also die Ankunft ist Ostasien erst im Januar erfolgen könnte. Bis zum Januar kann sich aber in Ostafien noch manches geändert haben. Aller Voraussicht nach wird bis dahin Port Arthur gefallen und damit daS ganze japanische Geschwader dispositionsfähig geworden sein. Der russischen Flotte blieb dann nur die einzige Aufgabe, die japanische Flotte zu schlagen und sich den Weg nach Wladiwostok zu e,-kämpfen. Das Einlaufen in Wladiwostok würde aber um so schwieriger sein, als dann auch der Hafen vollständig vereist sein wird. Nun soll ja nach Meldungen unseres Kieler Partei- Organs die baltische Flotte auch den großen Eisbrecher„Jermak" mit sich führen: allein eS ist fraglich, ob dessen Thätigkeit ausreichen würde, um die Einfahrt in den Hafen zu ermöglichen. Hinzu kommt noch, daß die russische Flotte sich nach Lütägiger Seefahrt jedenfalls nicht im allerbesten Zustande befinden würde, so daß es schon deshalb für sie sehr gewagt wäre, den Kampf mit der japanischen Flotte aufzunehmen. Mit der Ankunft der baltischen Flotte in Ostasien hat es also noch seinegutenWege. London, 20. Oktober. Dem„Neuterschen Bureau' wird aus dem Hauptquartier des Generals Oku den 19. d. M. telegraphiert: Die rechte und die mittlere Armee hielten während der Schlacht ihre Stellungen und rückten gleichzeitig vor. Das russische Detachement. welches die Flanke der rechten Armee angriff, wurde nach Osten zurückgetrieben. Die Linie der Japaner hat dieselbe Korm. wie bei dem Beginn der Schlacht, st ledoch 24 Kilometer nach Norden vorgeschoben. D,e Armee hatte am 19. d. M. Ruhetag und die Ruhe w,rd wahrscheinlich noch mehrere Tage dauern. London, 20. Oktober. Meldung de«.Neuterschen BureauS' aus Diu« Hauptquartier vom 18. Oktober: Ein japanisches Detachement von fünf Bataillonen und drei Batterien, das auf der Verfolgung zu weit östlich der Eisenbahn geriet, wurde von zwölf Bataillonen der Russen angegriffen und büßte dabei acht Geschütze ein. Das allzugroße Selbst. vertrauen der japanischen Soldaten trägt Schuld an dem Vor- koimnnis. London, 20. Oktober. Dem„Standard' wird aus Kurokis Hauptquartier vom 17. Oktober gemeldet, Kuropatkin kämpfe ein Rückzugsgefecht. Es erscheine aber nicht unmöglich, daß er trotz der gemachten bösen Erfahrungen noch einmal angreife, da seinen Leuten befohlen worden sei, sich unter keinen Umständen auf Mukdcn zurück- zuziehen. Derselbe Berichterstatter meldet vom 18. Oktober die Vernichtung eines russischen Bataillons bei Ueberschreitung des Taitse-Fluffes. Das Bataillon sei von Japanern eingeholt und durch Maschinen- geschütze fast vollständig vernichtet worden. Dies sei die erste be- merkenswerte Leistung der Maschinengewehre in diesem Kriege. Am Nordufer deS Schaho wird zwar ununterbrochen gekämpft, doch ver- langsamte sich das Feuer. Tokio, 19. Oktober.(Meldung des„Reuterschen Bureaus".) Die Regierung beschloß, durch die Vermittelung der amerikanischen Botschaft in Peiersburg dagegen Einspruch zu erheben, daß russische Truppen in chinesischer Verkleidung kämpfen. Das japanische Aus- wärtige Amt gibt bekannt, daß am 4. Oktober russische Schützen in chinesischer Kleidung die Japaner auf der Straße nach Mulden angriffen und sie auch an anderen Stellen zu überrumpeln versuchten. Die Anlegung von regelwidriger Bekleidung verstoße gegen das Völkerrecht und fei besonders für die Chinesen gefährlich, da man auf große Entfernungen nicht entscheiden könne, ob man Chinesen oder Russen vor sich habe. Petersburg, 20. Oktober. Der„BirshewijaWjedomosti" wird von ihrem Korrespondenten aus Mulden vom gestrigen Tage telegraphiert: Die Kosaken-Abteilung des Generals Mischtschenko kam mit zwei Bataillonen des Feindes ins Gefecht. Das Feuer der russischen Artillerie war so gut, daß der Feind ge- zwangen wurde, das Feuern einzustellen. Die Infanterie auf unserer Westfront ging gestern zurück. Eine Abteilung der Vorposten umzingelte ein Bataillon der Japaner und zwang es zur Uebergabe der Waffen. Die Russen besetzten die Stellungen im Süden des Dorfes Schahe. Die Japaner gehen langsam zurück. Hiid Induftnc und Handel. Oelterrainspeknlation. Das Oclficber hat seit der Erschließung der Petroleumquellen in und um Wietze in der Cellcr Gegend einen gewaltigen Höhepunkt erreicht. Wer ein paar Mark bares Geld zur Verfügung hat, schließt sich flugs einem Konsortium zwecks Oelgcwinnung an. Durch unsinnige Preistreiberei hat der Grund und Boden in der Oelzentrale einen fabelhaften Wert bekommen. Jeder, selbst der kleinste Eigentümer, hält sein Stückchen Land fest, um es demnächst mal gut an den Mann zu bringen. Oder man sucht dasselbe zwecks Anstellung von Bohrvcrsuchen zu verpachten, d. h. mit einem Fachausdruck bezeichnet, die betr. Gesellschaft hat das„Mutungsrecht" auf dem und dem Grundstücke erworben. Zu dem Zwecke werden sog. Mutungsverträge abgeschlossen, worin sich die Gesellschaft verpflichtet, gegen ein gewisses Geld auf dem be- treffenden Grundstücke Bohrversuche anzustellen. Sollten dieselben von Erfolg gekrönt sein, so erhält der Besitzer des Grundstücks auch wohl noch eine Extra-Gratifikation, während er bei erfolglosem Bohren nur die vertragsmäßige Summe erhält. Ein solcher Bertrag wird meistens auf eine längere Frist, vielleicht etliche Jahre, ab- geschlossen. Auf diese anscheinend harmlose Weise haben Gemeinden rings um Celle herum ihre Grundstücke solchen Gesellschaften hin- gegeben und sich dadurch eine unvorhergesehene nette Einnahmequelle auf Jahre hinaus gesichert. Die Gesellschaften, die solche Mutungsvcrträge abschließen, haben nun aber, wie vielleicht angenommen werden könnte, keineswegs sämtlich die Absicht, Bohrversuche anzustellen und, wenn sich Erdöl findet, die Oelgewinnung selbst in die Hand zu nehmen. Meist handelt es sich für sie um eine bloße Terrainspekulation. Der Zweck, den sie mit ihren Mutungsvcrträgen verfolgen, ist lediglich, sich das Vcrfügungsrccht über solche Grundstücke zu sichern, um diese alsdann zu passender Zeit und zu höherem Preise wieder loszu- schlagen. Und da diesem Spiel der Passus der Mutungsvcrträge hinderlich ist, daß, wenn bis zu einem gewissen Termin keine Bohr- versuche oder Schürfungen vorgenommen sind, der Vertrag erlischt, so helfen sich die Gesellschaften einfach damit, daß sie vor Ablauf der Frist pro korms irgend welche gar Vicht ernstgemeinten Bohr- versuche bornehmen lassen, die dann den Verfall des Vertrages hindern und ihnen ein weiteres Anrecht aus das betreffende Terrain sichern. Wie der„Volkswillc" in Hannover berichtet, dürfte aber jetzt diesen. Treiben ein Ende gesetzt werden, denn die Gerichte haben entschieden, daß solche nur der äußeren Form nach vvr- genommene Bohrversuche nicht als eigentliche Versuche anzusehen sind und das Erlöschen des Mutungsvertrages keineswegs aufheben. Im Flecken Winsen, welcher unmittelbar an die Oelzentrale Wietze anstößt, hatten nämlich 66 Einwohner ihre Grundstücke an eine solche Spekulantengruppe ausgeliefert auf Grund eines wie oben beschriebenen Vertrages. Sie bezogen für das MutungSrecht die Summe von 1500 M. pro Jahr von der Gesellschaft. Da nun die betreffenden Grundstücke, ww gesagt, unmittelbar an das wirkliche Oelgebiet anstoßen, so fanden sich bald Personen und Gesellschaften, welche bedeutend höhere Angebote machten. Aber— die Besitzer hatten einen auf Jahre sich erstreckenden Vertrag abgeschlossen und sich damit total die Hände gebunden. Zum Ueberfluh dachte auch die Gesellschaft, welche das Mutungsrccht besaß, gar nicht dariin, schon jetzt Bohrversuche machen zu lassen, um bei etwaigem Erfolg den Besitzern noch einen entsprechenden Gewinnanteil zukommen zu lassen. Kurz vor Ablauf der bezeichneten Frist endlich kam denn ein Arbeiter, bewaffnet mit einer Schaufel und einem Rohr, und — bohrte, das heißt, an einer von allen Seiten sichtbaren Stelle grub er ein Loch, versenkte darin das Rohr, so daß es oben aus der Erde heraussah wie die Erdachse am Nordpol, und der Bohr- versuch war gemacht. Hierdurch wurde also der Vertrag aufrecht erhalten. Aber die betreffende Gesellschaft hatte diesen Spekula- tionSkniff doch ein bischen zu offenkundig angebracht. Einer von den 66 sagte sich, er wolle sich nicht mehr länger an der Nase herumziehen lassen. Er klagte, und zwar mit dem Erfolge, daß er von dem Vertrage für seine Person und sein Grundstück loskam. Auch die angerufene Berufungsinstanz kam zu demselben Schluß, daß das Loch mit dem Rohr keinen Bohrturm und auch keinen Bohr- versuch vorstellen konnte und der Mutungsvertrag damit hinfällig sei. Nach diesem Resultat wollten natürlich auch die übrigen 65 dem Vertrag angehörenden Besitzer klagen, traten aber vorher mit dem Konsortium in Verhandlungen, welche denn auch den Erfolg zeitigten, daß das Konsortium von seinem Mutungsvertrag zurücktrat. Zur Geschäftslage im Branereigewerbc. Die starke Steigerung des Bierumsatzcs in den Monaten Juli und August hat die Tätigkeit der Brauereien in Stadt und Land, der Kleinbetriebe ebenso wie der Großbetriebe, so günstig beeinflußt, daß auch gegenwärtig noch, obwohl der Absah wieder matter ist, die Arbeitskräfte voll beschäftigt sind. Der Kampf um den Absatz ist weniger heftig, sodaß die ver- schiedenen neuerdings entstandenen Vereinbarungen über die Kredit- gewährung an Wirte augenblicklich nicht gefährdet erscheinen. Außer der Vereinbarung in Sachsen und in Nürnberg ist auch zwischen den Brauereien des Herzogtums Sachscn-Meiningen ein Uebereinkommcn getroffen worden, um dem übermäßigen Ankauf von Wirtschaften, dem planlosen Hinausgeben von Kapitalien, Dar- lehen, Hypotheken an die Kundschaft möglichst entgegenzutreten. Solche Vereinbarungen der Brauereien eines Bezirks sind nicht nur dadurch gefährdet, daß in Zeiten ungenügenden Absatzes die Teil- nehmer selbst die Bestimmungen zu umgehen pflegen, sondern noch mehr dadurch, daß Brauereien aus Bezirken, die nicht der Verein- barung angehören, durch ihr weitgehendes Entgegenkommen an die Wirte des Bezirks, für den die Vereinbarung ursprünglich getroffen ist, die Aufrcchterhaltung der die Kreditgewährung ein- schränkenden Bestimmungen illusorisch machen. Auch im Brauerei- gewerbe lassen sich keine bestimmten Absatzgebiete abstecken, vielmehr sind die Großbetriebe im eigenen Interesse genötigt, ihren Umsatz ständig zu steigern. Selbst wenn ihnen das heutige Maß des Ent- gegenkommcns an die Wirte verwehrt wäre, so würden sie durch Errichtung cigeucr Wirtschaften, wie dies auch schon vielfach geschieht, den nämlichen Effekt, die Ausdehnung ihres Absatzgebietes zum Nach- teile der mittleren und kleineren Betriebe erreichen. Soweit die Aktiengesellschaften in Frage kommen, hat das Brauereigewerbe im Geschäftsjahr 1903/1904 besser abgeschlossen als im Jahr zuvor. Von 48 Aktiengesellschaften, für die vergleichbare Resultate vorliegen, ver- teilten Dividende» in Nra-ent der Gesellschaften Prozent 4902/03 1903/04 0 11 1-5 9 5 6-10 30 34 11-15 6 6 16-20 2 2 Die Zahl der Gesellschaften, die zwischen 6 und 10 Proz. ver« teilen, ist 1903/1904 gestiegen, während die Zahl der Gesellschaften, die zwischen 1 und 5 Proz. verteilen, abnahm. Die Brauereien in München geben fast genau die gleichen Dividenden wie im Vorjahr, während in den industriellen Bezirken, so vor allem in Rheinlaiid- Westfalen, die finanziellen Abschlüsse durchschnittlich günstiger sind als 1902/1903. Es spiegelt sich in dieser Steigerung die Wirkung des besseren Beschäftigungsgrades im Kohlenbergbau und in der Eisenindustrie wieder. Für die Gesellschaften aber, die ihr Ge- schäftsjahr im August oder September schließen, hat vor allem der erhöhte Absatz in den Sommermonaten noch einen das Erträgnis steigernden Einfluß ausgeübt. Wie stark der Umsatz 1903/1904 gewachsen ist, läßt sich bei dem geringen ziffernmäßigen Material, das bis jetzt vorliegt, noch nicht übersehen. Für acht größere Be- triebe stieg er von 1 039 745 Hektoliter im Jahre 1992/1903 auf 1 123 839 im Jahre 1903/1904 oder um rund 8 Proz. Im Hamburg- Altonaer Bezirk trat freilich infolge des langwierigen Bierbohkotts eine Verminderung ein. Kohlenlieferungen für die russische Flotte. In den Häfen von Emden, Rotterdam, Cardiff, Barry und Newport herrscht eine äußerst lebhafte Tätigkeit, um die zur Kohlenübergabe an die Schiffe des baltischen Geschwader? gecharterten deutschen und englischen Dampfer abzufertigen. Am letzten Montag wurden, wie der„Börsen-Courier" meldet, in Barry, Newport und Cardiff 13 Dampfer mit Waleskohlen expediert. Bisher ist erst ungefähr der dritte Teil der gecharterten Dampfer ausgelaufen. Für die noch zur Befrachtung kommenden Schiffe sind in Cardiff durch deutsche Vermittelung gestern weitere 75 000 Tonnen Waleskohle angekauft worden. Hiervon sind 10 000 Tonnen sofort von dem Hamburger Dampfer„Dortmund" übernommen worden. Als Reiseziel des Dampfers ist Las Palmas(Kanarische Inseln) an- gegeben. Die Expeditionen ab Emden und Rotterdam werden ,n der nächsten Woche"aufhören, da die von dort abgehenden Kohlen. transporte nur Ergänzungen der Kohlenvorräte während der Fahrt durch die Ost- und Nordsee sind. Kupferrohr-Syndikat. Wie der„Frankfurter Zeitung' auS Köln gemeldet wird, ist das geplante Kupferrohr-Syndikat, dem sämtliche Kupferwerke Deutschlands angehören, zustande gekommen. In den nächsten Tagen wird das Syndikat mit seinem Sitz und einer Verkaufsstelle in Köln seine Tätigkeit aufnehmen, Soziales. Bon der KonfektionSverordming. Frau Schwarz in Berlin fertigt Volants für Unterröcke an und beschäftigt dabei verschiedene Näherinnen. Die� Unterröcke kommen soweit fertig zu ihr, wo die Näherinnen die Volants ansetzen. Die Näherinneit bewohnen zwei Zimmer im selben Hause, sogenannte Schlafftellen. Mittagessen und Kaffee werden ihnen gegen Entgelt geliefert. Jede Näherin hat ihre eigene Maschine. Die Maschinen stehen in den Räumen der Arbeitgeberin. Monatlich war dafür an Frau Schwarz ein Standgeld von 2 M. pro Maschine zu zahlen. Während der Saison wurde jede Woche eine große Zahl von Unterröcken mit Volants besetzt. Die Arbeitszeit war sehr un- gleich, sowohl bezüglich der einen noch nicht sechzehnjährigen Ar- beiterin, wie auch der erwachsenen Arbeiterinnen. Wenn viel zu thun war, wurde von ganz früh bis in die späte Nacht gearbeitet, öster bis 2 Uhr, und ein paarmal sogar die ganze Nacht durch. Ein Ueberstundenverzeichnis wurde nie geführt. Bestimmte Liuhcpausen während des Tages wurden nicht inne gehalten. Für das zweite Frühstück wurde die Arbeit beliebig, etwa'/« Stunde lang und für das Mittagessen'/e bis a/4 Stunden unterbrochen. Frau Schwarz wurde wegen Ucbertretung der KonfcktionS» Verordnung des Bundesrats angeklagt. Sie bestritt, daß es sich hier überhaupt um einen Werkstattbetrieb im Sinne der Verordnung handele. Ihre Arbeiterinnen seien Heimarbeiterinnen gewesen. Sie ständen nicht in einem festen Verhältnis zu ihr, unterlägen nicht ihrer Konwolle hinsichtlich der Arbeitszeit, müßten sich ihre Maschinen selbst beschaffen, zahlten für sie Standgeld zc. Das Landgericht I Berlin verurteilte die Angeklagte zu mehreren Geldstrafen. ES handele sich nicht um Heimarbeiterinnen. Unter Heimarbeitern verstehe man diejenigen selbständigen Arbeiter, die im eigenen Heim selbständig für einen Arbeitgeber arbeiteten. Eine gewisse wirtschaftliche und häusliche Selbständigkeit werde bei ihnen vorausgesetzt. Eine solche sei aber hier nicht zu finden. In dem Betriebe der Angeklagten sei nach seiner ganzen Art eine Werkstatt zu sehen, in der Kleidungsstücke„im großen' angefertigt würden; es finde demnach die BundesratS-Verordnung Anwendung. Es seien übcrweten die Sondervorschriften für die jugendlichen Arbeiterinnen, die Vorschriften über die Arbeitszeit der erwachsenen Arbeiterinnen sowie die Vor- schrift über die Führung eines Verzeichnisses für zulässige Ueber- stunden. WaS die Arbeitszeit der Erwachsenen angehe, so sei sogar die evenwell zulässige Ausnahme der dreizehn Stunden überschritten worden. Die Angeklagte legte noch Revision ein. DaS Kammer« g e r i ch t erachtete jedoch die Vorentscheidung im wesentlichen für zutreffend und verwarf daS Rechtsmittel, soweit eS sich richtete gegen die Bestrafung wegen Uebertretung der Vorschriften über die jugend» lichen Arbeiter und über die Arbeitszeit der erwachsenen Arbeiterinnen. Von der Beschuldigung. kein Verzeichnis der Uebsrstunden geführt zu haben, wurde jedochdie Angeklagte freigesprochen. Das Kammer- gericht meint, wenn einer der in Betracht kommenden Arbeitgeber überhaupt kein Ueberstundenverzeichnis führe, so habe er sich über« Haupt nicht um die Vergünstigung, die Arbeit«» rinnen länger als elf Stunden arbeiten zu lassen, beworben. In solchem Falle könne er zwar wegen jeder Stunde Mehrarbeit über elf Stunden hinaus bestraft werden, aber nicht auch noch wegen falscher Führung eines Verzeichnisses der Ueberstunden im Sinne der Bundesrats- Verordnung. Zum Wohnungskongres nahm in Frankfurt a. M. eine von unseren Parteigenossen einberufene Versammlung Stellung, die von etiva 1500 Personen besucht war. Die Genossen H. Lindemann und Südekum referierten und übten scharfe Kritik an dem Kongresse. In der lebhaften Diskussion wurde diese Kritik noch verschärft. Genosse Hue gab eine Erklärung für seine Anwesenheit auf dem Kongresse. Er sagte nach dem Bericht der„ Frankfurter Boltsstimme": führte aus, daß ein Unfall nicht erwiesen sei. Ein Unfall im Sinne der Versicherungsgesetzgebung sei ein einzelnes, zeitlich bestimmbares, in einen verhältnismäßig furzen Zeitraum eingeschlossenes Ereignis. und für ein solches als Ursache der im Handgelenk lokalisierten Tuberkulose mit der folgenden Abnahme der Hand fehle der Nachweis. Somit rechtfertige sich die Verwerfung des Anspruches auf Unfallrente.. Gewerkschaftliches. Begriffsstutzig? Wir zitierten neulich aus dem Hirsch- Dunckerschen„ Gewerkverein" die Stelle, an welcher das Blatt auf das„ Korrespondenz " Ich muß tonstatieren, daß ich nicht zum Wohnungskongreß blatt" der Generalfommission einen Kübel freisinnigen Unrates entgegangen bin in der Erwartung, auf ihm von den bürgerlichen leert, wobei ihm wider Willen auch eine Wahrheit entgleitet, die Gruppen ernsthafte Reformvorschläge zur Wohnungspolitik zu hören. Wahrheit nämlich, daß im„ Gewerkverein" Streitbrecher gesucht Delegiert bin ich vom Vorstand des Bergarbeiter- Berbandes, der in der Teilnehmerliste die Namen von Vertretern der Unternehmer- wurden, die sich beim Kassierer des Ortsvereins der Verbände las und sich nach früheren Erfahrungen sagte, diese Herren Töpfer in Brieg melden sollten. würden die Wohlfahrtseinrichtungen" auf den industriellen Werken und ihre Arbeiterkolonien über den grünen Klee loben. Um diesem fozialpolitischen Unfug entgegenzutreten, war ich hergeschickt und habe auch, soweit es die knappe Redezeit erlaubte, meinen Auftrag erfüllt." " Es wurde dann einstimmig folgende Resolution angenommen: Die heutige von der sozialdemokratischen Partei einberufene öffentliche Versammlung erklärt, von den Resultaten des ersten deutschen Wohnungskongresses in feiner Weise befriedigt zu sein. Sie hat allerdings auch von vornherein kein besseres Resultat von diesem Kongresse erwartet, nachdem schon die Art der Einberufung, wie die Beratungen im Organisationsausschuß gezeigt haben, wie wenig man geneigt war, irgend welche prinzipiellen Beschlüsse zu faffen, ja wie man nicht einmal geneigt war, auch nur irgendwelche energische Kritik an dem preußischen Wohnungsgesetz- Entwurf zu üben. Wenn es noch eines Beweises bedürfte, daß von bürgerlichen Sozialreformern keinerlei ernstliche Fortschritte zu erwarten sind, so hat sie dieser Kongreß in eklatanter Weise erbracht. Wer ernstlich für eine fortschrittliche Wohnungsreform eintreten will, der muß in erster Linie für eine Hebung der wirtschaftlichen und sozialen Lage der arbeitenden Klassen und für die Erweiterung der politischen Rechte dieser Klassen eintreten." Wir fügten hinzu, daß damit doch der systematische Streifbruch der Gewerkvereinler durch ihr Blatt selbst sonnenklar erwiesen sei. Der Gewerkverein" stellt den Streitbuch noch einmal äußerlich in Form einer Abrede fest, indem er sagt: " im Wir ersuchen, in sämtlichen Arbeiterblättern auf den heftigen, in Berlin tobenden Kampf zwischen dem Deutschen MetallarbeiterVerband und den Kühnemännern hinzuweisen, und Zuzug nach Berlin streng fern zu halten. Beim Kampf gegen die Todfeinde des Deuts schen Metallarbeiter Verbandes, die Berliner Kühnemänner, rechnen wir auf die moralische Unter. stützung der ganzen deutschen Metallarbeiter. Mit follegialem Gruß Die Ortsverwaltung Berlin. Die Aussperrung der Möbeltischler. Gestern sind wieder 36 Aus gesperrte gemeldet worden. Nach einer genauen Kontrolle, welche der Holzarbeiter- Verband vornahm, hatten bis gestern 112 Betriebe gegebenen 36) ausgesperrt. 77 der Ausgesperrten haben in anderen ganzen 703 Verbandsmitglieder( einschließlich der oben anwerkstellen Arbeit erhalten, es bleiben also noch 626 ausgesperrte Verbandsmitglieder, die sich auf 103 Werkstellen verteilen. In den Betrieben, welche ausgesperrt haben, find 729 Verbandsmitglieder zugunsten der Ausgesperrten in den Streik getreten. Außerdem verzeichnet der Verband noch 254 Streifende aus 9 Werkstellen, die sich schon vor der Aussperrung im Streit befanden, und zwar aus Urfachen, die mit den Differenzen, welche zur Aussperrung führten, nichts zu tun haben. „ Hiergegen stellen wir von neuem fest, daß die ganze Geschichte Der Streit der Klavierarbeiter hat neuerdings keine wesentliche vom Streifbruch der Gewerkvereiner frech erlogen ist. Der an- Aenderung erfahren. Die Fabrikanten, auch die, welche vielleicht zu gegriffene Saffierer des O.-V. der Töpfer in Brieg fandte uns einer Verständigung bereit wären, nehmen augenblicklich noch eine eine schriftliche Erklärung des Fabrikanten Fuchs vom 20. September, abwartende Haltung ein, denn, nachdem die Drohung mit der Ausalso aus der Zeit vor Veröffentlichung des Inserats, worin die sperrung nicht den geringsten Erfolg im Sinne der Unternehmer Lohnforderungen der Streifenden bewilligt wurden. Die gehabt hat, wird eine Versammlung derselben die nunmehr einStreifenden haben den Tarif eingesehen und für annehmbar zuschlagende Taktik zu beschließen haben. Ehe ein solcher Veschluß erklärt! In dem Briefe an uns erklärt Kähler:" Von Streit nicht vorliegt, ist irgendwelche Aenderung der Situation nicht zu er warten. Wie immer bruch kann überhaupt keine Rede sein. Eine derartige gemeine aber auch die Fabrikanten sich entVerdächtigung kann ja nur von verbändlerischer Seite ausgehen." scheiden mögen, die Streifenden halten die Lage für günstig und erwarten zuversichtlich einen Erfolg. Auch in den Gewerkvereins Leute suchte, ehe die Streikenden in den Hier wird also stillschweigend zugegeben, daß der Kassierer des Fabriken, welche noch fortarbeiten, dürfte bald eine Stoding eintreten, weil es an Klaviaturen fehlt und Betrieb zurückgekehrt waren. Nicht, was der Fabrikant deshalb keine Instrumente fertig gemacht werden können. Die etwaigen Streitbrechern zahlen wollte, kommt für die Beant- Berliner Klaviaturfabriken sind bekanntlich ebenso lange wie die wortung der Frage in Betracht( Streitbrechern zahlen alle Unternehmer Pianofortefabriken vom Streit betroffen, und neuerdings haben auch gern eine Extragratififation), sondern ob der Konflikt zurzeit, als der Herr die Arbeiter auswärtiger Klaviaturfabriken, namentlich in Rudolstadt, Kassierer Arbeitswillige vermittelte, beigelegt war und die beschlossen, keine Arbeiten anzufertigen, welche für im Streik befindAusgesperrten und Streitenden den Betriebliche Berliner Fabriken bestimmt sind. Er erstreckte sich wieder aufgesucht hatten oder nicht. Der Streit währt jetzt in der dritten Woche. Standen die Leute noch außerhalb des Betriebes, dann haben die Hirsch willigt. Zur Zeit befinden sich noch 1550 Arbeiter aus 76 Betrieben anfangs auf 110 Betriebe. Davon haben 34 mit 670 Arbeitern beDunckerschen systematisch Streifbrecher vermittelt! im Streif. Von den Streifenden gehören 680 dem HolzarbeiterVerband, 380 dem Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter und 110 dem Hirsch- Dunckerschen Gewerkverein an, 50 verteilen sich auf andere Organisationen und etwa 300 sind nicht organisiert. Um für die Unorganisierten und die in den Organisationen noch nicht unterstügungsberechtigten Streifenden Unterstützungsgelder zu beschaffen, hat die Streiffommission Sammellisten herausgegeben, die jetzt in Umlauf gesezt werden. Jabe Berlin una amgegend. R Die Lohnbewegung der Bauanschläger beschäftigte am Mittwoch eine in Stellers Saal abgehaltene, außerordentlich stark besuchte Versammlung der Branche. Es hatten bisher schon mehrere Verhandlungen mit den Vertretern der Arbeitgeber stattgefunden, ohne jedoch zu einem bestimmten Abschluß zu führen. Deshalb waren sich die Bauanschläger bereits schlüssig geworden, noch einmal das Resultat der abermals verschobenen Verhandlungen abzuwarten und, Das unehrliche Begräbnis des Selbstmörders. Der Moderduft des Mittelalters weht uns aus einem Prozeß entgegen, der jetzt das Ober- Verwaltungsgericht beschäftigte. Die katholische Kirchengemeinde zu Coesfeld in Westfalen hat auf ihrem Friedhof eine Selbstmörderecke, die übrigens schon auf dem Anlageplan, den die Regierung zu Münster genehmigt hat, vorgesehen wat. Hier wurde der 72jährige Gärtner Worm, der freiwillig dem Leben entronnen war, beerdigt. Hierdurch fühlte sich seine Die Aussperrung in der Gelbmetall- Industrie Tochter verletzt, sie beschwerte sich deshalb beim Regierungspräsidenten. weist noch keinerlei Veränderung der Situation auf und es steht zu Die Folge war eine polizeiliche Verfügung des Amts vor erwarten, daß auch während der nächsten Wochen wesentliche Verste hers, worin dem Vorstand der Kirchengemeinde aufgegeben änderungen nicht eintreten werden. Wie Wiesenthal in der wurde, die Leiche auszugraben und sie ordnungsmäßig, d. h. in der gestrigen Streifversammlung unter dem Beifall der zahlreichen AnDas Schriftstück, durch dessen Unterschrift die Arbeiter sich gegen richtigen Reihenfolge auf dem eigentlichen Begräbnisplak beizusetzen. wesenden ausführte, muß der Kampf eben ausgefämpft werden, jede Organisation erklären sollten, ist, soweit bis jetzt bekannt geDer Kirchenvorstand weigerte sich und beschwerte sich beim Wenn die Kühnemänner der Meinung seien, daß die Arbeiter so um worden, erst vereinzelt in den Fabriken aufgetaucht. In einer Fabrik, Landrat zu Coesfeld, der indessen die Beschwerde abwies. Auch der Mitte November herum wieder zu Kreuze triechen müßten, so könne wo das Schriftstück vorgelegt, Unterschriften aber nicht geleistet Regierungspräsident zu Münster entschied, daß es bei der polizeilichen er nur versichern, daß die Streikleitung auch ausgangs November wurden, zog der Meister dasselbe wieder zurück mit dem Bemerken, Verfügung des Amtsvorstehers bleiben müsse, nachdem die Tochter noch keinen Schritt zur Beilegung des Streits es sei den Arbeitern nur infolge eines Irrtums vorgelegt werden. des Verstorbenen ihm auf Befragen erklärt habe, sie habe nicht schon tun werde, wenn sich die Fabrikanten nicht zu einer Verständigung bei oder vor der Beerdigung protestieren können, weil sie vorher bereit erklären. Die Ortsverwaltung des Metallarbeiter- Verbandes nicht den Platz der Beiseßung gekannt und dann auch nicht gewußt mitsamt dem Hauptvorstand seien sich vollständig einig darüber, daß habe, daß sie einsprechen dürfe. Auf einen Einwand der Kirchen- an ein Abbrechen des Kampfes diesmal unter feinen Umständen zu gemeinde bemerkte der Regierungspräsident, daß die Polizei gar nicht denken ist. Man habe sich von vornherein auf eine längere Dauer des ein Hausherrnrecht über den Kirchhof in Anspruch nehme. Das Streits resp. der Aussperrung gefaßt gemacht; hätten sich die Arbeiter bleibe ja der Kirchengemeinde. Die Polizei habe aber das Recht und der Gelbmetall- Industrie nicht auf Monate hinaus genügend gerüstet die Pflicht, auch gegen den Eigentümer einzuschreiten, wenn dieser gefühlt, so wäre der Kampf erst gar nicht begonnen worden. Alle die gesetzlichen Bestimmungen nicht beachte. Nach einer reichsgericht- Hoffnungen der Fabrikanten auf eine bedingungslose Wiederauf- falls dasselbe wiederum negativ ausfallen würde, in den Streit lichen Entscheidung dürfe niemandem ein ehrliches Begräbnis ver- nahme der Arbeit seien infolgedessen töricht und eitel. Als ein einzutreten. Die Versammlung erwartete daher ungeduldig das Er= weigert werden. In Preußen ergebe sich dies u. a. aus§ 188 II 11 fleiner Beweis dafür, wie die Arbeiter über die voraussichtliche scheinen ihrer Kommission. Erst gegen 11 Uhr abends tamen als= des Allgemeinen Landrechts. Jedes Mitglied einer Kirchengemeinde Dauer des Streits denken, könne ein der Ortsverwaltung unter- dann die Kommissionsmitglieder und brachten der Versammlung die habe das Recht auf Gewährung eines ehrlichen Begräbnisses auf dem breiteter Antrag gelten, der bezweckt, vom 15. November ab Nachricht, daß die Arbeitgeber wohl einige Zugeständnisse gemacht zur Kirche gehörenden Friedhof. Nach dem Urteil des Reichsgerichts Extramarten für die Metallarbeiter von hätten, die Verhandlungen aber auch diesmal noch nicht zu sei nun ein ehrliches Begräbnis ein solches innerhalb der Reihen der Berlin und Umgegend im Werte von 1, 2 und Ende geführt worden seien, sondern in den nächsten Tagen anderen Toten, und zwar sei es zu gewähren unter Vermeidung 3 M. herauszugeben, deren Ertrag als Weih- laut beiderseitiger Vereinbarung weiter geführt werden sollten. In alles entehrenden Beiwerks. Die Befugnis zur Ausübung des Rechts nachtsgeschent unter die Streikenden und Ausden Reihen der Versammelten entstand hierauf eine starke Erregung darauf gehe nach Meinung des Reichsgerichts über auf die Hinter gesperrten verteilt werden soll. Mithin wird es no wegen der schon wiederholten Verzögerung der Kommissionsbliebenen, deren Pflicht es sei, für ein ordentliches Begräbnis ihres gute Weile mit der Beendigung des Streits haben, wenn die beratungen. Verschiedene Redner sprachen energisch für den soErblassers zu sorgen. Fabrikanten nicht rechtzeitig einlenken. fortigen Eintritt in den Streik. Erst den mehrfachen Ermahnungen der Kommissionsmitglieder gelang es, den Unmut der Anwesenden in etwas zu besänftigen und sie nochmals zum Abwarten der nächsten Verhandlungssigung zu bewegen. Zur Annahme gelangte schließlich folgende Resolution: Die Versammlung nimmt Renutnis von den Verhandlungen der Kommission mit dem Vorstande der Berliner Schlofferinnung und erklärt: Sollten die Verhandlungen in den nächsten Tagen nicht zu einem annehmbaren Vergleich führen, so fällt die Verantwortung für die durch die Verschleppung entstehenden Folgen auf den Vorstand der Berliner Schlosserinnung beziv. deren Obermeister Heinrich zurück." Die christlichen Herren wollten sich aber das Denkmal ihrer Intoleranz nicht rauben lassen, sie klagten noch im Verwaltungsstreitverfahren gegen den Regierungspräsidenten. Das OberVerwaltungsgericht hob denn auch den Beschwerdebescheid des Regierungspräsidenten auf und setzte die polizeiliche Verfügung des Amtsvorstehers außer Kraft. Dies aber nicht, weil es sie für materiell unberechtigt hielt, sondern lediglich wegen Unzuständigkeit des Amtsvorstehers zu ihrem Erlaß. Die Verfügung habe den Schutz der äußern kirchlichen Ordnung zum Gegenstande und hierfür sei ausschließlich der Regierungspräsident zuständig. Landwirtschaftlicher Betriebsunfall. Der Daß den Fabrikanten der Streit arge Beklemmungen verursacht, beweist ihr heißes Bemühen, Arbeitskräfte anzuwerben. Täglich werden die Streifenden mit Briefen und Postkarten liebenswürdigsten Inhaltes bestürmt, doch die Arbeit wieder aufzunehmen. Ja, da die Herren den Arbeitern nicht gerade direkt zumuten wollen, Streitbrecher zu spielen, so laden sie dieselben zu Unterredungen in Restaurants usw. ein, um sie unter den schönsten Versprechungen vielleicht auf„ Umwegen" zum Arbeitsantritt zu bewegen, wie aus Karten folgenden und ähnlichen Inhalts hervorgeht: An Herrn. Hätte gebeten, heute abend 73 Uhr bei( Name des Die Aussperrung im Müllabfuhrgewerbe dauert fort. Es sind Restaurants) mich zu erwarten, indem( 1) ich Ihnen etwas etwa 80 Arbeitswillige vorhanden, doch sind die meisten davon der Der Landwirt Classen wurde von seinem Pferde, als er es im zu sagen habe. ebenso schweren wie unreinlichen Arbeit nicht gewachsen. Stall füttern wollte, mehrmals geschlagen, so daß er zu Boden ( Unterschrift des Firmeninhabers.) Wechsel an Arbeitswilligen ist denn auch ein sehr starker. Täglich stürzte und in seinem Blute liegen blieb. Auf seine Hülferufe kam alle derartigen Einladungen einfach der Streifleitung übergeben und mit der Müllkutscherei meistens schon nichts mehr zu tun haben. Am Natürlich warten die Herren stets vergeblich, da die Arbeiter fommen und gehen dieselben. Wer einen Tag gefahren hat, will sein bei ihm zu Besuch weilender Neffe herbeigeeilt und bemühte sich um die jetzt so auffallend liebenswürdigen Herrn Arbeitgeber Donnerstag besetzten die vorhandenen Arbeitswilligen im ganzen sich, zunächst das Pferd zu beruhigen und es aus dem Stall herauszubringen. Das wütende Tier schlug indessen so um sich, daß Arbeitswillige per Annoncen in der Presse, indem sie höhere Löhne 31 Wagen nicht ein einziger vom Hofe gefahren und von der Abweiter gar nicht bekümmern. Andere Fabrikanten wieder suchen nur 40 Wagen. Von der Firma H. Scheller, Müllerstraße, ist von auch der jugendliche Classen schwer verletzt wurde. Der Onkel starb am nächsten Tage. Classen junior war nach Ablauf des Heil- überhaupt gefordert haben. Besonders bemerkbar hat sich nach in die Touren gehen. Im ganzen find 58 Touren unbefeht geblieben. ( 60 und 70 Pf. die Stunde) ausschreiben, als die Streifenden fuhrgesellschaft, Filiale Helmholzstraße, fonnten von 23 Wagen nur 3 berfahrens in seiner Eriverbsfähigkeit erheblich beeinträchtigt. Er beanspruchte von der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft eine Grimmstraße durch folgenden Streich gemacht. Die Firma schickte Aussperrer gegenwärtig befinden, sehr erklärlich. Das Müll häuft Mitteilungen des Referenten die Firma Dette u. Ko. in der Unter diesen Umständen ist die Verlegenheit, in der sich die Herren Unfallrente. Der Anspruch wurde mit der Begründung abgelehnt, einen Vertreter nach Breslau, um von dort 30 Gürtler und sich in den Häusern, und die Bewohner drängen auf Abfuhr. Die daß ein landwirtschaftlicher Betriebsunfall nicht vorliege. Wenn 10 Former als Arbeitswillige zu holen; er bekam jedoch nur C. dem Onkel zu Hülfe eilte, dann habe das mit dessen landwirt: 2 Mann, einen Gürtler und einen Former, mit nach Berlin. Als wirte, in denen sie die Monitas wegen Abholung des Mülls Unternehmer aber richten Schreiben auf Schreiben an die Hausschaftlichem Betriebe nichts zu tun. Das Schiedsgericht verwarf die die beiden hier von den Streitposten über den Stand der Dinge bestätigen und die Hauswirte mit der Hoffnung trösten, ihren Betrieb hiergegen eingelegte Berufung. Der Kläger legte nunmehr beim Reichsversicherungsamt Returs ein, welchen Schriftsteller J. Fränkel unterrichtet waren, verließen sie am nächsten Tage wieder die Arbeit. mit neuen Leuten zu besetzen und dann in den nächsten Tagen, bertrat. Die Absicht, dem Onkel zu helfen, schließe die Tatsache doch nun wandte die Firma ein„ agrarisches" Mittel an, um sich spätestens bis Sonntag mittag, alles Versäumte wieder nachholen wenigstens den einen Gürtler zu erhalten. Der Mann war nämlich zu können. - Bei der Firma C. Scheller müssen gegenwärtig von Eine solche sei darin zu finden, daß C. erst das Pferd, das der im Beſize eines Koffers, und denselben beschlagnahmte die Firma 24 Arbeitswilligen 18 in den Ställen schlafen. Bisher ist eine und erklärte, ihn nicht eher herauszugeben, als bis der Gürtler die Landwirtschaft diente, beruhigen mußte, um dem Onkel zu helfen. Kosten der Fahrt von Breslau bis Berlin zurückgezahlt habe. Das jetzt aber scheint ogiswirtschaft polizeilich nicht gestattet worden, derartige polnische Somit hänge der Unfall auch mit dem landwirtschaftlichen Betriebe Gewerbegericht dürfte die Firma bald darüber belehren, daß es in zusammen. Das Reichsversicherungsamt war derselben Meinung, Berlin denn doch noch nicht wie in Schlesien heißt:„ Na, das machen hob die Vorentscheidung auf und verurteilte die landwirtschaftliche wir hier so." Berufsgenossenschaft zur Rentengewährung. Als Kostenersatz wurden der Ausgesperrten in tariftreuen Firmen Arbeit genommen, die Mitgeteilt wurde ferner, daß, da wieder eine Anzahl außerdem 40 M. augebilligt. girfa 60 Gürtler, Drücker und Dreher der Firma Schwinger u. Gräff beschlossen haben, am Montag sämtlich die Arbeit niederzulegen. Damit wird wieder einer Firma mehr die Produktion gänzlich unterbunden. einer Wirksamkeit beim landwirtschaftlichen Betriebe" nicht aus. Nicht Unfallfolge, sondern Krankheit. -Die ausgesperrten Kutscher halten fest zusammen und sind gewillt, nicht so genau damit genommen zu werden. die Arbeit nur gemeinschaftlich, sonst aber überhaupt nicht wieder, aufzunehmen. Die Waschmeister. Vor nicht langer Zeit brachten wir eine Notiz über die Poesie der Dampf- Waschanstalten Berlins.„ Schneewittchen"," Frauenlob" und wie sie alle heißen, wetteifern um die Der Formerlehrling Sch. verlor durch Amputation seine linke Gunst des Publikums. Daß aber die Arbeitsverhältnisse der in den Hand, nachdem er längere Zeit vergeblich an einer tuberkulösen Während der letzten Tage haben nun die Kühnemänner und Damps- Waschanstalten Beschäftigten feineswegs poesievoll sind, bes Entzündung des Handgelenkes behandelt worden war. Er selber deren Beauftragte alle Hebel in Bewegung gesetzt, um von ausweist die immer größere Ausbreitung des Verbandes der Wäsche- und gab damals als Ursache der Erkrankung das Heben schwerer Form- wärts Arbeitswillige nach Berlin zu loden. Wenn sich bisher Kraawttenarbeiter, welcher seine Tätigkeit mit äußerst günstigem Er fäften an. Die Berufsgenossenschaft lehnte seinen Antrag auf Ge- auch nur einige wenige der Angeworbenen zu Streifbrecherdiensten folge auf eine Kategorie von Arbeitskräften einwirken ließ, die bisher währung einer Unfallrente ab, weil fein Betriebsunfall vorliege, hergegeben haben, so hat es die Berliner Ortsverwaltung des fich streng konservativ gehalten hat. Wir meinen die Waschmeister. Und und das Schiedsgericht entschied im gleichen Sinne. Das Reichs- Metallarbeiter- Verbandes doch für zweckmäßig erachtet, allen Filialen daß diese endlich doch auch einmal zum Klassenbewußtein erwachen versicherungsamt holte ein Obergutachten der Autoritäten der Heidel- Deutschlands folgendes Ersuchen zu unterbreiten: mußten, ist eigentlich selbstverständlich. In den Dampfwäschereien berger chirurgischen Universitätsklinik ein. Dieses tam nach Ermit einer immensen Verantwortung beladen, eine äußerst anstrengende örterung der Einzelumstände zu dem Schluß, daß die tuberkulose törperliche Tätigkeit, das Opfern der Gesundheit infolge der immerErkrankung der Hand nicht auf einen bestimmten Unfall zurückwährenden Nässe, Gicht und Rheumatismus als Folgen, wird der zuführen ist. Es wurde ausgeführt, daß durch fortgesetzte kleinere Waschmeister noch mit dem Titel„ Vertrauensperson" des Chefs Einwirkungen während der schweren Arbeiten an den Formfästen be- chrt und dadurch in ihm das Gefühl erweckt, er sei nächst dem das Handgelenk nach und nach geschwächt worden sei und so den Herrn der Höchstkommandierende. Durch dieses Herrscherbewußtsein Boden für das tuberkulöse Leiden im Gelent abgegeben veranlaßt, die übrige Arbeiterschaft, die meist weiblich ist, tüchtig habe, das mit einer tuberkulösen Belastung bon der zur Arbeit anzuhalten" bergaß so mancher Waschmeister, Mutter her zusammenhänge.- Das Reichsversicherungsdnß cr auch zu denen gehört, die ausgenutzt werden, so amt wies demnächst den Rekurs des Klägers ab und lange noch ein Pfund Knochen von ihnen da ist. Wie Die Berliner Gürtler, Drücker, Schleifer, Schlosser usto. befinden sich im Streit, bezw. sind ausgesperrt. Die Kühnemänner suchen seit einigen Tagen in ganz Deutschland nach Streitbrechern. Wir ersuchen in in sämtlichen Beitungen, wo Streitbrecher für die Berliner Metall- Industrie gesucht werden, Gegen Annoncen zu veranlassen. Auch darf jetzt kein Metallarbeiter nach Berlin reisen. Die Kollegen gehen damit der Gelegenheit, Streifbrecher zu werden, aus dem Wege. aber das Fachblatt der Unternehmerorganisation die Wasch- hülfenschaft verzichtete auf diese winzigen Zugeständnisse, wohl meister der Bestechlichkeit zieh und ihnen noch andere Liebenswürdig wissend, daß in Kürze ihre Forderungen voll bewilligt werden feiten bewies, da ermannten sich die Betroffenen und traten in re- müssen, wenn es die Unternehmer nicht wieder zum Streit kommen spektierlicher Anzahl dem Verbande bei, um Schulter an Schulter lassen wollen. zu genau, daß die Vermifchtes. Tlogosish Zum Tode des Landrats Dr. Schmidt- Scharff aus Freiburg a. d. Elbe wird aus Hamburg berichtet, daß die Frau Holstein, mit der übrigen Arbeiterschaft für die Hebung der Lebensverhältnisse zu kämpfen. Sie haben eingesehen, daß sie, die in den Betrieben Streifbrecher eine Beleidigung. Vor dem Schöffengericht zu die den tödlichen Schuß auf ihn abfeuerte, die Tat aus Rache wegen zugleich Schlosser, Heizer, Sattler und oft auch Maschinist sind, im Düsseldorf hatte sich der Pließerer Franz Sp. zu verantworten, weil verschmähter Liebe begangen habe. Der Landrat soll längere Zeit Verhältnis zu ihrer enormen Leistung an Wissen und Arbeitskraft diesem mit einem Billardstock, womit er dem Sp. über den Kopf Verkehr plößlich abgebrochen haben. er den Stuffateur B. einen Streitbrecher genannt hatte, was von mit der 35jährigen Dame in Beziehungen gestanden, dann aber den viel zu gering entlohnt und viel zu vertrauensselig" behandelt werden. Dazu müssen sie noch Sonntags vormittag arbeiten, Tat nach Ansicht des Gerichts jedoch nicht bewiesen werden, er wurde in ihrer Wohnung durch Beilhiebe ermordet aufgefunden schlug, beantwortet worden war. Dem Streifbrecher konnte diese In Hamburg ist Dienstag abend die Frau Konsul Dürfeld Maschinen oder Kessel reinigen, Ueberstunden meist ohne Bezahlung machen und haben von einer Vesperpause meist daher freigesprochen. Sein" Beleidiger" wurde zu 5 M. Geldstrafe worden. Man vermutet, daß sie vorgestern abend einem Raubmord verurteilt. Ein Streikender, der einen den Streitbeschluß seiner zum Opfer fiel. Die Wohnung ist durchwühlt; die Schmucksachen nur eine blasse Ahnung, wie ebenso auch viele nicht Branche durchbrechenden Arbeiter mit einem fachlich völlig korrekten find geraubt worden. Von den Tätern fehlt jede Spur. wissen, wie eine Mittagsstunde aussieht. Und die Masch- Namen bezeichnet, wird bestraft; ein Streifbrecher aber, der den meister der Wäschefabrikation wissen nur doch unzweifelhaft höhnenden Ausdruck Streitbruder" gebraucht, Ueber die Auffindung der Leiche eines Touristen im Dettal wird Löhne im ſteten Ginken begriffen find, daß auch sie alle Ursache freigesprochen. Die„ Streifbrüder" werden sich auch mit solchen der„ Voss. 8tg." gemeldet: Westlich von Längenfeld im Dental fand haben, durch festes Zusammenhalten der Herunterdrückung ihrer Urteilen abzufinden wissen. folchen man dieser Tage am Fuße mächtiger Felsen die schon start verweste Lebenslage entgegenzuarbeiten. Und so haben sich die Waschmeister Leiche eines fremden Mannes. Es stand sofort fest, daß der Uns der Dampfwäschereien und jene der Wäschefabrikation die Hände ge= Die Tarifbewegung der Holzbildhauer in Fürth ist für beendet glückliche abgestürzt war und dadurch, den Tod gefunden hatte. Nach reicht zur Wahrung ihrer Interessen und arbeiten als„ Sektion der erklärt worden. Von 120 Geschäften wurde in 80 der Tarif an- langem Umhersuchen entdeckte man im Gebüsch ein Paket mit den Waschmeister" des Verbandes der Wäsche und Krawattenbranche erkannt, in den anderen war es nicht möglich, die Forderungen Dokumenten des Toten. Er heißt Heinrich Kreist und ist ein Schlosser kräftig an der Organisierung der noch außenstehenden Kollegen. durchzudrücken, da es den Unternehmern gelang, aus Bamberg ge- aus Wien. Es bleibt nur unbegreiflich, weshalb Kreist auf die Ein Erfolg der Be- linke Talfeite gegangen ist; der gewöhnliche, nicht zu verfehlende gute Erfolge aufwiefen und zur nächsten am 22. Oktober 1904 in wegung ist dahin zu verzeichnen, daß in den Betrieben, die be- Weg läuft am rechten Ufer des Talbaches, links findet man von Eberts Festsälen, Kommandantenstr. 72, stattfindenden Besprechung willigten, der Lohn um 2 bis 3 M. pro Woche erhöht wurde und Ried aufwärts nur schroffe, von Felsbändern durchsetzte und mit ersucht die Organisation alle Genossen, die ihnen bekannten Wasch auch andere Vorteile errungen wurden, während es nicht gelang, die Wald bestandene Hänge. Man glaubt deshalb, daß Kreisl den meister darauf aufmerksam zu machen. Beseitigung der Heimarbeit durchzusetzen. Von den betreffenden schwierigen Uebergang über das Hundsbacher Jöchl ins Biztal hat Unternehmern wurde jedoch in Aussicht gestellt, daß die Heimarbeit unternehmen wollen. nach und nach eingeschränkt und, wenn die Gelegenheit günstig ist, überhaupt abgeschafft werden soll. Deutfches Reich. Die Zehnstundenbewegung der Textilarbeiter in Neumünster nimmt thren Fortgang. Durch eine in der am 9. September abgehaltenen Versammlung angenommene Resolution wurden die Vorsitzenden der beiden hiesigen Filialen sowie der Vorsitzende des Zentralverbandes Deutscher Textilarbeiter, Hübsch- Berlin, beauftragt, bei dem Vorfizenden des Fabrikantenvereins, Herrn Karl Bartram, vorstellig zu werden zwecks Anbahnung von Unterhandlungen. Diesem Auftrage wurde am nächsten Tage nachgekommen. Herr Bartram erflärte, er sei nicht kompetent, aber versprach, die Angelegenheit dem Verein unterbreiten zu wollen sowie selbst dafür einzutreten. Nach dreiwöchentlichem Warten ist nun folgendes Schreiben eingegangen: " An die Vorstände der hiesigen Textilarbeiter- Verbände, z. H. des Herrn A. J. Hagedorn, hier. Infolge Ihrer mündlichen Unterredungen mit unserem unterzeichneten Vorsitzenden ist Ihr Ansuchen um Verkürzung der Arbeitszeit nochmals in unserem Verein beraten worden. Als Ergebnis dieser Beratung können wir Ihnen nur wiederholen, daß es uns nicht möglich ist, eine fürzere Arbeitszeit einzuführen als in unseren Ergebenst der Vorstand des Fabrikantenvereins. Karl Bartram." bereiten sich auf den Kampf vor. Husland. Die Gattin des Bezirkshauptmannes, Frau v. Hervah, die wegen Bigamie in Untersuchungshaft sigt, richtete einen öffentlichen Aufruf an die Bevölkerung, durch Sammlung von 2000 Kronen die Kaution zu ihrer Haftentlassung zu beschaffen. Ein Wiener Blatt stellte ihr diefen Betrag aus eigenen Mitteln zur Verfügung. Das Leobner Gericht wird nunmehr über die Haftentlassung entscheiden. Eine lange psychiatrische Untersuchung soll ergeben haben, daß die Frau Geistesstörung nur vortäusche. Streifdemonstrationen und Polizeigewalt in Norrköping. Der Straßenbahnerstreik in Norrköping hat nun zu großen Demonstrationen der Bevölkerung gegen den Direktor und die Streitbrecher geführt. Am Dienstag mittag sammelten sich auf verschiedenen Plätzen der Stadt große Boltsmassen an. Ein großes Aufgebot berittener Polizei Frankfurt a. M. Gestern abend erschoß sich auf freiem Felde war ebenfalls anwesend und trat, wie berichtet wird, brutal auf, ritt auf die Trottoirs und führte mehrere Angriffe auf die Massen die 23 jährige Opernsängerin Emma Wenning aus Düsseldorf. Sie aus. Viele Siſtierungen sind erfolgt. In den letzten Tagen sind war au der hiesigen Oper in fleineren Partien beschäftigt. Streifbrecher angekommen, die teils, wie man annimmt, in GastKopenhagen. Der hiesige Direktor Fussing schenkte eine bes höfeit verborgen gehalten werden. Die meisten find Leute, deutende Sammlung zur Refonstruktion der Sternwarte Tycho de die vom Militärdienst aus Stockholm kommen. Als Streifbrecher- Brahes. Die Arbeiten sollen sofort begonnen werden. Anwerber betätigt sich dort ein Major Arelsson. Japanische Flüchtlinge in Bremerhaven. Aus Bremen wird uns am Sonntag in Norrköping, wo eines liberalen Blattes interviewt wurde. Der Major sieht, wie es telegraphiert: Eine Abordnung des Vaterländischen Frauenvereins scheint, die Streifbrecher Vermittelung als eine Art moralischer in Bremerhaven begab sich gestern nachmittag an Bord der„ Gera", die als eine in sich Heldentat an; er erklärte: Streifbrecher sehe ich als den schönsten um auch den gestern nacht hier eingetroffenen japanischen Flüchts Titel an, den ich kenne!" Er macht die Angeworbenen auch nicht lingen 117 Personen Liebesgaben zu überreichen. Der darauf aufmerksam, was für eine Rolle sie in Norrköping spielen japanische Konsul Noeßler aus Bremen sprach Worte des Dantes, sollen. Seitens der Arbeiterschaft Stockholms wird alles wesenden Japaner zu einem kräftigen Banzai auf Bremerhaven auf. Dampfer„ Willehad" am 25. d. M. Die Weiterbeförderung der Japaner erfolgt voraussichtlich mit dem Der große Brand, der geſtern im Arbeiterviertel im Westen von er dem bon Er war Vertreter Die Textilarbeiter Neumünsters haben nun eingesehen, daß auf um das Militär über die Verhältnisse aufzuklären. es aufgeboten, und Legationsattaché Dr. Kikutschi aus Berlin forderte die an eine friedliche Lösung des Zehnstundentages nicht zu rechnen sei und Weise gegen die Vollsmaisen aufgetreten. Die Erbitterung gegen Am Dienstag abend ist die Polizei von neuem in rücksichtsloser den Straßenbahn- Direktor Karlsson und seine Streifbrecher wird immer größer. Es scheinen ernste Ereignisse bevorzustehen. Mit New York stattfand, ist auf ein Verbrechen zurückzuführen. Diebe welchen Gefahren für die Deffentlichkeit der Streitbrecherdienst ver- haben das Haus in Brand gesteckt, um die Aufmerksamkeit der bunden ist, zeigte die Tatsache, daß am Dienstag nachmittag eine Polizei von dem benachbarten Geschäftsviertel abzuziehen, wo denn Droschke von einem Straßenbahnwagen angefahren und gänzlich auch während des Brandes zahlreiche Einbruchsdiebstähle verübt zertrümmert wurde. Der Streit der Holzbildhauer in Breslau ist beendet, ohne daß es den Streifenden gelungen wäre, den aufgestellten Tarif für Fabriken und Tischlereien durchzusetzen. Die Freie Vereinigung der Arbeitgeber hat den Gehülfen einige geringfügige Zugeständnisse gemacht, wofür aber der Tarif auf drei Jahre gelten sollte. Die GeFür den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, 21. Dftober. Anfang 7%, Uhr: Opernhaus. Der fliegende Holländer. Neues königl. Opern: Theater. Theodora. Deutsches. Kettenglieder. Berliner. La Tosca. Lessing. Traumulus. Westen. Die Kleinen Lämmer. Neues. Die lustigen Weiber von Windsor. Thalia. Der Weiberkönig. Zentral. Die Puppe. Belle Alliance. Die Tugendglode. Anfang 8 Uhr: National. Figaros Hochzeit. Schiller ( Wallner Theater.) Die Jüdin von Toledo. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Die Großstadtluft. Kleines. Elektra. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Lustspielhaus. Biederleute. Trianon. Gastons Frauen. Luisen. Krieg im Frieden. Kasino. Mutter Gräbert. Metropol. Ein tolles Jahr. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Berliner Luft. Spezialitäten. Palast. Im Zukunftsstaat. Speziali täten. Herrufeld Theater. Nur eine Nacht. Am andern Morgen. Passage Theater. Hans Fredy. Dida. Spezialitäten. Anf. 5 Uhr. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Im Bannkreis der Jungfrau. Hörsaal 8 Uhr: Dr. v. Unruh: Die Gashülle des Erdballes. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Freitag, abends 8 1hr: Die Jüdin von Toledo. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Freitag, abends 8 Uhr: Die Grossstadtluft. Im Bannkreis der Jungfrau. Historisches Trauerspiel in 5 Aufzügen Schwant in 4 Atten v. Oskar Blumen8 Uhr Hörsaal: Dr. v. Unruh: Die Gashülle des Erdballs. von Franz Grillparzer. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Grossstadtluft. Sonntag, nach m. 3 11 hr: str. 57/62. Die Kinder der Exzellenz. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Sternwarte InvalidenCASTAN'S ANOPTICUM. PANOPT Friedrichstr. 165. Rosa das gelehrte Pferd! Apollo- Theater. Unter persönlicher Leitung des Komponisten: thal und Gustav Kadelburg. Sonnabend, abends 8 Uhr: In Behandlung. Sonntag, nahm. 3 ube: Uhr: König Lear. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Grossstadtluft. Theater. Kleines Theater Neues Theater. Vereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Anjang 8 Uhr. Elektra. Sonnabend: Nachtasyl. Sonntag, nachmittags: Logik des Herzens. Kollegen. Serenissimus. Abends: Elektra. Thalia- Theater. Anfang 7 Uhr. Zum erstenmal: Die lustigen Weiber von Windsor. Sonnabend: Die Kronprätendenten. Sonntag und Montag: Die lustigen Weiber von Windsor. Belle- Alliance- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Direktion: Kren& Schönfeld. Belle- Alliancestr. 7/8. Täglich abends 72 Uhr: Der Weiberfönig. ( Guido Thielscher, Lina Abarbanell, Berliner Luft. Fritz Helmerding, Josephine Dora.) Ausstattungs- Burleske von Benno Jacobson. Musik von Paul Lincke. Vorher die Oktober- Spezialitäten. Sonntag, den 23. Oktober, nachPreisen: Frühlingsluft. Opemittags 3 Uhr, bei ermäßigten rette von Josef Strauß. Vorher: Spezialitäten. Passage- Theater. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Nchm. Wochent. 5, Sonnt. 3 Uhr. Das grossartige Oktober- Programm: Hans Fredy. Humorist. Geschw. Fiocati, Tanzduo. 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Pl. 50, Sperrjit 75 Pf. Direktion: M. Ed. Fischer. Gastspiel des Theater des Westens. Sonnabend: Der Barbier von Sevilla. Sonntag: Der Zigeunerbaron. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die zärtlichen Verwandten. Oktober- Spezialität.- Programm. Dazu: Im Zukunftsstaat. Sonntag, nachm. 3 Uhr zu fleinen Breisen: Gastsp. der Operngesellschaft des Kapellmeisters b. Althäuser: Figaros Hochzeit. Oper in 4 Aften von W. A. Mozart. Mit bedeutend Borvert. Heute ab and. Staffe 11-1 u. 6-8. I verstärktem Orchester. Nur noch kurze Zeit!!! Heute zum 221. Male der größte Herrnfeld- Schlager Nur eine Nacht zwei Atte aus einer Ehe, und Hm andern Morgen Nachspiel zu„ Nur eine Nacht" mit Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Anf.( auch Sonntags) 8 Uhr. In Vorbereitung: Prinz Levh in Ahlbeck. Schwank in drei Aften von A. u. D. Herrnfeld. Skala- Theater. Linienftr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! Löwys Duell Boffe mit Gesang in einem Aft, folie 30 internation. Spezialitäten. 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Billetts sind in den bekannten Lokalen und bei den Bezirksführern zu haben. Programm und Liedertexte gratis. Frisch 235/ 4* OranienZentral- feftfäle, ftraße 180. Blut- u. Empfehle meine Säle mit Bühne für Hochzeiten, Vereine Leberund Versammlungen. Heute Freitag: rische Wurst bekannter tabelloser Qualität. Hof parterre. u. Schmucksachen zu bill. Preisen. Frühstücks- und Mittagstisch. Sigungszimmer. Tel. Amt IV, 8927. E. Möbis, Uhren, Koppenstr. 82.* Gr. Lager aller Arten Lederwaren Rich. Augustin, Lindenstr. 69, Bekanntmachung. 7692* Säle einige Sonnabende und Wochentage noch frei. Vereinszimmer noch fret. Im gr. Tunnel jeden Sonnabend u. Sonntag: Grosses Frei- Konzert mit Gesang. Beliebter Familien- Aufenthalt. Lustspielhaus Dr. Simmel, Friedrichstraße 236. Anfang 8 Uhr. Biederleute. ( Hans Fischer, Franz Schönfeld, Gisela Schneider, Marie Morgen u. die folg. Tage: Orts- Krankenkaffe der Töpfer Berlins.& ble føle, Soori Binderfeute. Folgende erste Abänderung des Statuts ist biermit genehmigt und ge- Sonntag, nachmittags: In Behandlung. langen vom Sonnabend, den 15. d. M., im Kaffenlokal Neue Friedrichstr. 56, Hof links I, zur Verteilung. In§ 13 Abs. 1 hinter Tag:„ ausgenommen die Sonntage". § 13. Für Mitglieder, welche den Heilstätten überwiesen werden, wird Hin- und Rückfahrt sowie das Mittagessen vergütet. § 29. Die Beiträge werden auf 3 Proz. des durchschnittlichen TageIohnes festgesetzt und betragen: für die I. Klasse wöchentlich 0,81 Mr. II. " III. " " 0,66 0,51 0,42 0,33 " IV. V. § 40. Die Mitglieder des Borstandes erhalten als Entschädigung: Der Borsigende monatlich 42,50 M., der Schriftführer 12,50 M., die übrigen Borstandsmitglieder 0,75 M. pro Stunde." § 63. Einladung zur Generalversammlung fann in dringenden Fällen durch Postkarte erfolgen. Berlin, den 20. September 1904. Hugo John, Borsitzender. Max Huhn, Schriftführer. PrinzenSpecialarzt für[ 35/ 13* Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4. Hierdurch allen Freunden, Befannten und Kollegen die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, Bater, Sohn, Bruder und Schwa ger, der Zimmermann Albin Otto im Beruf nach kurzent, schwerem Stampfe im 34. Lebensjahr am 15. Oftober 2 Uhr sanft entschlafen ist. Um stille Teilnahme bittend zeigen dies tiefbetrübt an Die trauernden Hinterbliebenen. J. A.: Karl Ludwig als Schwager. Die Beerdigung findet am Freitag, den 21. 5. Mts., nachmittags 43 Uhr auf dem Emmaus- Kirchhof in der Hermannstraße zu Rigdorf statt. 23025 Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallschleifer Karl Schiller am 18. Oktober gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 21. Dktober cr., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes in Rirdorf aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. 123/4 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Tode meines lieben Mannes und Baters sagen wir allen lieben Kollegen, Freunden und Befannten unseren aufrichtigsten Dant. Die trauernden Hinterbliebenen. 7722 Martha Burgsdorf. Pfd. 25, 40 Pfg. Wildfleisch Blatt 50 u. 60 Pfg. Gespickte Hasen b. 3 M. an. rücken Hasenreken Pfd. 1,25. ranz- u. Blumenbinderei Oderbruch. Gänse 58, 60. 63 pt. Kranzbon H. Eckert, 98. Kottbuser Damm 98.* Pf. Kaninchen 75, Suppenhühn. b. 1,50. an. A. Ritschl, Dresdenerstr. 61. Adolf Cohn jr. Inh. Ludwig Cohn Kaufhaus für Damenputz Special- Abteilung für Trauerhüte und Kinderhüte= Berlin O., Gr. Frankfurterstr. 114 22935 Tel. VII. 3060. Gleichzeitig geben wir bekannt, daß Medizinscheine zu haben sind: für Norden bei H. Böhme, Strelizerstr. 25, Hof parterre; für Osten bei 5. Borrmann, Romintenerstr. 9; für Süd- Ost bei Fr. Wolff, Liegniger ftraße 41; für Moabit bei H. Sorg. Stephanftr. 56; für Schöneberg bei A. Hinz, Martin Lutherstr. 54; für Charlottenburg bei Schmidt, Wilmersdorferstr. 130. Der Vorstand. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend 8 Uhr: Militär- Konzert. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Fritz Steidl- Sänger. Nach jeder Vorstellung im Staisersaal: Tanz. D Sanssouci. Rottbuser Tor- Stat. der Hochbahn. Sonnt., Mont., Donnerst. Wir empfehlen Ecke Andreasstrasse. Der Verkauf findet von jetzt ab 2461* zu sehr billigen, jedoch streng festen Preisen statt. Jeder Gegenstand ist mit deutlichen Zahlen zu dem billigsten, festen Verkaufspreis Mosel- Wein 1899 Lieserer, leicht, flüchtig • ausgezeichnet. . für 1/1 Flasche M. 1.-. Das ganze Wachstum direkt vom Produzenten Herrn Jakob Hower- Pauly in Lieser angekauft. Rhein- Wein Hoffmanns Nordd. Sänger. 891899 Dürkheimer, angenehm, mild. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Dienstag Theater- Abend: Kaiser Josef II. und die Schufterstochter. Mittwoch Theater- Abend: Gaëtana. Alle ausgegebenen Vorzugsfarten gelten. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Münzstraße 16. Täglich Borstellung menschlicher Kuriositäten. Feodora, das Weib mit den Löwentatzen. Arabella, bie tätowierte Medizinische Rätsel, Gedankenleser. . . für 1/1 Flasche M. 1.-. Das ganze Wachstum direkt von den Produzenten B. Hessel's Erben, Wwe. Hendrich in Dürkheim angekauft. Bordeaux- Wein 1899 Chât. La Marche, Fronsac, mild. für 1/1 Flasche M. 1.-. Bei grösseren Bezügen, die in unseren Preislisten angegebenen Ermässigungen. M. Kempinski& Co. SISHT BERLIN W. 25 Leipziger Strasse 25. 2664 925 Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Todes- Anzeige. Am 19. d. M. verstarb unser Mitglied, der Gürtler Ernst Schieritz, Lychenerstr. 25. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 22. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Gethsemane- Kirchhofes in NiederSchönhausen( Nordend) aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 249/9 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unjer Mitglied, der Gürtler Ernst Schieritz am von der Firma Arndt& Markus am 18. b. M. plößlich gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 22. Oftober, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Gethsemane- Kirchhofes in Nieder- Schönhausen aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 123/5 Die Ortsverwaltung. Verband der Buch- und Steindruckerei- Hülfsarbeiter- und Arbeiterinnen Deutschlands. Zahlstelle II Berlin. Todes- Anzeige. Am 18. Oktober starb nach langem Leiden unser langjähriges Mitglied, der Kollege Alfred Günther im noch nicht vollendeten 33.Lebensjahre. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am 23. Oftober, nachmittags 3, Uhr, vom Schöneberger Kirchhof, Mar straße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. 36/14 Verband d.Verwaltungsbeamten der Krankenkassen und Berufsgenossenschaften Deutschlands. Bezirksgruppe Berlin- Brandenburg Am 18. Dktober cr. verstarb nach längerem Leiden unser Mitglied, der Kollege Karl Karbe ( Kontrolleur der Drts- Krankenkasse der Maurer zu Berlin) im Alter von 70 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, den 21. Oktober, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Heilands- Kirchhofes in Blögensee aus statt. 295/5 Der Vorstand. Todes- Anzeige. Mein lieber Mann, unser guter Bruder und Schwager, der Zeitungsspediteur August Beschnitt ift nach langem Leiden am 19. d. M. in den unvermeidlichen Tod ge gangen. Die Beerdigung findet statt am Sonntag, den 23. Oktober, nachmittags 3 Uhr bom Trauerhause aus auf dem neuen Thomas- Kirchhof, Hermannstraße. Im Namen der Hinterbliebenen: Emilie Beschnitt, 41/11 Briz, Jahnstr. 48. Allen Freunden und Genossen die traurige Nachricht, daß unser herzensguter Bater, der Forstauffeher Karl Kamenz zu Rehain, in pflichtgetreuer Ausübung seines Berufs im Alter bon 62 Jahren das Opfer eines Verbrechens geworden ist. Dies zeigt tiefbetrübt an Im Namen der trauernden Hinterbliebenen 15 Arnold Kamenz. Die internationale Jury der Weltausstellung zu St. Louis 1904, verlieh der Firma Carl Mampe, Berlin N., Veteranenstr. 24, für ihre ausgestellten Liköre, insbesondere für Mampe- Halb und Halb mit dem Schimmelgespann die höchste Auszeichnung, den Grand Prix. 145/12 Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantwv.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdkerei u. Verlagsanstalt Kaul Singer& Co., Berlin SW Kr. 248. 21. Jahrgang. 2. KeilU ilcs.lotiuiib" Kerlim JoteMutt. Freitag, 21. Oktober 1904. Der Falschmünzer- Prozeß. Die gestrige Verhandlung in dem Falschmünzer- Prozesse Gelhaus und Genossen bot dasselbe Bild, wie an den vorhergegangenen Tagen. Den Hauptteil der Ver- Handlung bildete die Erörterung der Frage, ob und inwieweit sich der Angeklagte Graveur Paul Blattner strafbar gemacht habe. Ihm wird nicht nur die Beihülfe am Münzverbrechen zur Last gelegt, er hat sich vielmehr auch auf den Vorwurf zu verantworten, daß er es unterlassen habe, von dem Vorhaben des Münzverbrechens der Behörde zur rechten Zeit Kenntnis zu geben. Blattner soll durch Gelhaus mit Lache bekannt gemacht worden sein. Er gibt zu, dag Lache ihm dabei eine ganze Menge Coupons gezeigt und auf Befragen gesagt habe, er wolle sie verbrennen, denn sie seien nicht echt. Lache und Gelhaus haben Blattner dann aufgefordert, ihnen einen offenbar zu neuen Couponfälschungen bestimmten Untergrund und gotische Buchstaben zu gravieren. Er hat den Auftrag angenommen, will aber gleich stillschweigend die Absicht gehabt haben, zunächst noch weiteres Material in die Hände zu be- kommen und dann der Polizei Anzeige zu machen. Lache ist acht Tage später in derselben Angelegenheit nochmals zu Blattner ge- kommen, aus der Bestellung ist aber nichts geworden. Am 24. Februar 1903 hatte die Angeklagte Bade den Besuch eines Kriminalschutzmannes erhalten und war zum Kriminalkommissar v. Baeckmann geführt und dort über ihr Verhältnis zu Gelhaus und dessen verbrecherisches Treiben vernommen worden. Es war ihr gleichzeitig gesagt worden, daß sie von ihrer Vernehmung Blattncr nichts mitteilen sollte. Sie war über die Enthüllungen, die ihr durch die Kriminalpolizei über ihren Bräutigani gemacht worden waren, sehr aufgeregt und lief in ihrer Erregung spornstreichs zu Blattner, dem sie mitteilte, daß die Polizei auch zu ihm kommen würde.— Blattner verbleibt dabei, daß er selbst die Absicht gehabt, im geeigneten Augenblick der Polizei Mitteilung zu machen. Seitens der Geschworenen wird es für auffällig bezeichnet, daß Blattner nicht sofort der Polizei Mitteilung gemacht habe, als der Mann, für den er schon einmal Stempel anfertigen sollte, nun wieder mit einem so eigentümlichen Auftrag an ihn herantrat. Die Geschworenen weisen ferner darauf hin, daß er als Graveur doch in seinem Fachblatt oder in anderen Zeitungen die Polizei- lichen Mitteilungen über aufgetauchte Falsifikate gelesen haben müßte; sie halten es auch für auffällig, daß er so schnell mit einem Manne wie Gelhaus in ein so enges Freundschaftsverhältnis ge- raten sei. Blattner gibt auf alle diese Vorhaltungen ganz harmlose Erklärungen; er habe den Gelhaus für einen gutsituierten, anständigen Menschen gehalten und ihm, als unbestrafter, seit 20 Jahren selbständiger Gewerbetreibender, wäre es gar nicht eingefallen, mit Gelhaus in Verbindung zu treten, wenn er dessen Vorstrafe gekannt hätte. Für verdächtig wird es auch gehalten, daß, wie die Polizeibeaniten bc- künden, Blattner beim Durchsehen des ihm vorgelegten Verbrecher- albumS zuerst das Bild des Lache nicht herausgefunden hatte. Er behauptet, daß er daS Bild übersehen haben müsse und das Bild überdies den« Lache auch gar nicht mehr ähnlich war. Es folgte dann die Vernehmung der Angeklagten Bade. Sie ist verhältnismäßig kurz. Die Angeklagte Bade ist ein völlig un- bcscholtenes Dienstmädchen und diente bei dem Rentier Erfurt am Bethanien-Ufer. Ihr wird von ihrer Dienstherrschaft das beste Leumundszeugnis erteilt. Gelhaus wohnte gewissermaßen Fenster an Fenster zu ihr in einem Hause der Adalbertstraße. Sie nickten sich zuerst gegenseitig zu, dann trafen sie sich vor der Tür, es schlössen sich gemeinsame Besuche des Gewerkschaftshauses unter Teilnahme des Angeklagten Blattner daran, Gelhaus gestand ihr seine Liebe und sie verabredeten, sich zu heiraten. Gelhaus spielte sich dabei als wohlhabender Besitzer einer mechanischen Anstalt in Posen auf, erzählte ihr, daß er Patente besitze, die ihm viel Geld einbrächten und versprach ihr eine gute Zukunft. Sie hat, wie sie erzählt nicht das geringste an ihm entdeckt, was auf Geistesstörung hindeutete. Daß Gelhaus zu gleicher Zeit noch eine andere Braut, namens Marie Lange, in Posen hatte, hat sie nicht gewußt, sie be- hauptet auch, daß Gelhaus später in Posen eine Annonce veröfsent- licht habe, wonach seine Verlobung mit Marie Lange aufgehoben sei. Sie hat, wie sie weiter bekundet, ihrer Herrschaft Mitteilung von ihrem Verlöbnis gemacht und ist in ihrer Liebe zu Gelhaus ganz glücklich gewesen. Es war daher wie ein Blitz aus heiterem Himmel, als sie am 24. Februar 1903 auf die Polizei bestellt und ihr da mitgeteilt wurde, daß ihr Bräutigam schon wegen Falsch- münzerei mit einem Jahr Gefängnis bestraft sei und jetzt wieder wegen Falschmünzerei gesucht werde. Auf die Frage nach dem Aufenthalt des Gelhaus hat sie der Polizei zwei gerade an jenem Tage bei ihr eingegangene Briefe ausgehändigt und den Entschluß kundgegeben, sich nun sofort von solch einem Menschen loszusagen. Aber die Liebe siegte doch über diesen Ent- schluß. Sie erhielt zwei Briefe von Gclhaus,, die sie, ohne sie zu lesen, ins Feuer warf, um nicht in die Versuchung zu kommen, Kenntnis von dem Aufenthalt des GelhauS zu erhalten. Dann traf sie mal wieder durch Zufall diesen auf der Straße und dieser er- zählte ihr, daß er wisse, man verfolge ihn, und er werde zu Schiff nach Holland gehen. Dann kamen wieder Briefe, wonach das Schiff erst später abgehe und er noch nicht weg könne; sie hat— ihrem früheren guten Entschlüsse ungetreu— noch mehrere Zusammenkünfte mit Gelhaus gehabt, mit ihm Ausflüge nach Grünau usw. gemacht und ist schließlich auch wiederholt mit ihm zusammen in der Wohnung, Hermannstr. 48 in Rixdorf, gewesen, die auf den Namen von Stäche» Geliebten, namens Stcgemann, gemietet worden war. Dort hat sie auch Stäche und den Bruder des An- geklagten Mikulla, der als Herr v. Czimborowski vorgestellt wurde, getroffen. Eines Abends haben die beiden wiederholt leise mit- einander gesprochen und sind dann in das Hinterzimmcr der Wohnung gegangen. Als sie neugierigerweise die Tür öffnete und hineinblickte, habe sie die Druckerei gesehen und auch einen Coupon wahrgenommen und ihren Verdacht ausgesprochen, daß hier wohl Unrechtes gemacht werde. Gelhaus beruhigte sie aber, indem er eine Karte vorzeigte und behauptete, daß derartige Harmlosigkeiten gedruckt würden. Sie will aber doch gesagt haben, daß sie lieber nicht mehr wiederkommen würde, und beim Weggehen hat sie Lache— wahrscheinlich um sie zum Stillschweigen zu bewegen— ängstlich gemacht und gesagt:„sie habe sich schon durch den Verkehr mit Gelhaus gleichfalls strafbar gemacht". Sie hat ihre Erlebnisse aber doch ihrem Bruder mitgeteilt und dieser hat Anzeige bei der Polizei er- stattet. Am 4. Mai ist sie dann auf die Polizei bestellt worden und als sie nach der Wohnung der Stegcmann befragt wurde, hat sie fälschlicherweise gesagt, sie wisse sie nicht. Sie war dann zufällig auf der Polizei auch in der Lage, zu hören, daß zwei Münzfälscher ver hastet seien, und glaubte, daß dies Lache und der angebliche v. Czimborowski sein würden. Sie ist dann voller Angst und Auf rcgung nach der Hermannstr. 48 gelaufen, angeblich, um mit GelhauS zusammen in den Tod zu gehen, nebenbei aber auch, wie sie zugibt, um diesem auf alle Fälle eine Warnung zukommen zu lassen. Sie kam aber zu spät. Die Polizei, die das Haus observierte, hatte den Lache und den Wilhelm Mikulla festgenommen, als sie das Haus verließen, und bei der Haussuchung die vollständige Druckerei entdeckt. Als dann nach einiger Zeit Gelhaus, nichts Böses ahnend, die Wohnung betrat, wurde auch er festgenommen. — Die Angeklagte Bade gibt zu, daß sie sich durch ihre Liebe zu Gelhaus hat verleiten lassen, ihr der Polizei gegebenes Versprechen nicht zu halten, sie will aber den Verkehr mit GelhauS aus dem Grunde noch fortgesetzt haben, weil dieser ihr versprochen, alle un- reellen Mcge nicht mehr zu betreten. Sie wird nach alledem be- schuldigt, es unterlassen zu haben, rechtzeitig der Polizei von dem Münzverbrechen Kenntnis gegeben und außerdem dem Täter wissentlich Beistand geleistet zu haben, um ihn der Bestrafung zu entziehen.— Ihr Verteidiger, Rechtsanwalt S. Cohn, macht zu ihrer Entschuldigung geltend, daß die Angeklagte der Palizei freiwillig alle Briefe ausgeliefert habe, die sie von Gelhaus in Händen hatte, und daß sie schwerlich sich Böses bei ihrem Verhalten gedacht habe. Nächste Sitzung Freitag. öerlmer partei-�ngelegendeiten. Grünau. Sonnabend, abends 9 Uhr. ist in der Grünen Ecke Generalversammlung des Wahlvereins. Parteitagsbericht und Wahlen stehen auf der Tagesordimng. Die Flugblatwcrbrcitung in Weißensee findet am Sonntag von den bekannten fünf Abteilungslokalen aus statt. Neuciihagcn fOstüahn). Sonntag, nachmittags 4 Uhr. findet in Nagel's Lokal, Bruchmühle, die Generalversammlung des Wahl- Vereins statt. Tagesordnung: Bericht vom Parteitage, Referent: Genosse Oehlking; Abrechnung; Wahl der Delegierten zur Kreis- konserenz. Lichtenberg. Die Parteigenossen werben auf die am Sonntag, ftüh 7'/? Uhr, stattfindende Flugblattverbreitung aus- merksam gemacht. Treffpunkt: die Bezirktlokale. Flugblatt-Verbreitung. Sonntag 8� Uhr: Pankow: Mierke, Berlinerstr. 52. Abendroth, Mühlenstr. 25, Clemen, Wollankstr. 122, Wolff, Wollankstr. 23. Nieder-Schönhausen: Restaurant Sasse, Uhlandstraße. Blankenfelde. Wahlverein Bezirk Pankow. Mitgliederversamm- lung Sonntag 4 Uhr bei Tinius. Genosse Vierrether- Pankow referiert über.Die Schule". Schöneberg. Bei der am Sonntag stattfindenden Flugblatt- Verbreitung wollen sich die Parteigenossen früh Uhr m folgenden Lokalen zahlreich einfinden: Ständer," Hohenstaufenstraße 79, Schilling. Kyffhäuserstr. 16, Krüger, Vorbergstr. 9, Döring, Merseburgerstr. 7, Obst, Meiningerstr. 8, Horlemann, Kaiser Friedrich- straße 8, Reimer, Hohenfriedbergstt. 26, Hanser, Sedanstr. 60, Weltner, Gothenstr. 51, Hoffmann, Maxstr. 25(Ecke Ebersstraße), Moll, Sponholzstr. 34. Stralau. Sonntag, ftüh 8 Uhr, findet die Flugblatt- Verbreitung statt. Treffpunkt im Lokale von G. Hänisch, Mark- grafendamm 16._ Lohales« Aus der Stadtver-rdneten-Bersammlung. Blankenfelde kriegt also nun tatsächlich die Berliner Ab- deckerei. Man vermeidet zwar diesen berüchtigten Ausdruck und sagt dafür.Fleischverwertungs- und Fleisch- vernichtungs-Anstalt". Aber nicht auf den Namen der Anstalt kommt es an. sondern— auf den Gestank, den sie verbreiten wird. Der Magistrat behauptet, es sei ausgeschlossen, daß die neue Austalt irgend jemandem durch üble Gerüche lästig werden könne, und die Mehrhett der Stadtverordneten hat ihm Glauben geschenkt. Die Bedenken, die gegen die Errichtung der Abdeckerei gerade in der Nähe der von Berliner Ausflüglern viel besuchten Vororte des Nordens und im besonderen der städtischen Lungenheilstätte Blankenfelde bestehen, find in der Stadtverordneten-Versamm lung nur von den Sozialdemokraten geltend gemacht worden. Unser Genosse Dr. Wehl hatte sie vor Wochen in der ersten Beratung zur Sprache gebracht und erneuerte sie gestern in der zweiten Beratung gegenüber den Beschlüssen des Ausschusses, der die Billigung des vom Magistrat aufgestellten Planes empfahl. Wehl warnte ein- dringlich vor der Ausführung dieses Planes und wies auf die hhgienischen und ästhetischen Rücksichten hin, die Berlin auf die in Betracht kommenden Vororte und besonders auf die Lungenheilstätte zu nehmeir habe. Diese Bedenken suchte Stadtv. Kuhlmann, der Redner der„Fraktion Mommsen", zu zerstreuen. Der Herr ist Apotheker und hat daher eine abgehärtete Rase. Er erzählte, in Köln habe er eine ähnliche Anstatt gesehen und habe — nichts gerochen. Genosse Stadthagen bewunderte die Wider- standssähigleit des Kuhlmannschen RiechorganS und warf die Frage auf, Ivarum man die angeblich geruchlose Anstatt nicht in die Nähe des Berliner Westens verlegen«volle. Stadtrat F i s ch b e ck meinte, der Magistrat könne seinen Entschluß mit guten, Gelvissen verantworten. Stadtv. Wallach, der bekannte Jnimerredner der„Alten Linken", begriff nicht, wie man von der Sache soviel Aufhebens machen könne. Wehl erwiderte ihm, das lasse auf Mangel an Einsicht schließen. Herr Kuhlmann hatte versichert, in der Kölner Anstalt habe er bessere Luft vor- gefunden, als sie in dem schlecht ventilierten Sitzungssaal der Berliner Stadtverordneten herrsche. Hierzu führte Genosse Wehl aus. daß Lungenleidende allerdings auch bessere Lust verlangen als andere Leute. Der Vorschlag, die Abdeckerei nach Wunsch des Magistrats bei Blankenfelde zu errichten, wurde schließlich mit großer Mehrheit angenommen. Dagegen stimmten fast nur die Sozialdemokraten. Ob ihre Bedenken gerechtfertigt sind oder nicht, das wird man ja später sehen— oder vielmehr riechen. Erfolgreicher endete ein Vorstoß, der von sozialdemokrattscher Seite gegen die Polizeibehörde unternommen wurde. handelte sich diesmal nicht um die Polizei von Berlin, sondern um diejenige CharlottcnburgS. Aber die Berliner Polizei war insofern mitbeteiligt, als sie den Charlottenburgern mit ihren Räumen aushelfen sollte. Die Charlottenburger wissen nicht mehr. Ivo sie alle ihre Polizeigefangenen unterbringen sollen. da möchten sie nun daS Berliner Polizeigefängnis mitbenutzen. Unser Magistrat hatte zugesagt und empfahl den Stadtverordneten ein Gleiches. Genosse Stadthagen wandte sich mit scharfen Worten gegen diesen Plan. Nicht nur die Berliner Polizei, sondern auch diejenige CharlottenburgS habe in letzter Zeit zahlreiche Arbeiter und Arbeiterinnen, die als Streikposten ihr bezw. den Unternehmern unbequem waren, kurzerhand festgenommen und stundenlang im Geivahrsam zurückgehalten. Da sei eS kein Wunder, daß eS ihr an Raum fehle. Stadttat M u g d a n erwiderte, von dieser Praxis der Polizei sei dem Magistrat nichts bekannt. DaS ist schon glaubhaft, aber sehr bedauerlich. Zivischen Stadthagen und Mugdan entspann sich dann ein lustiges Redegeplänkel, bei dem der Stadtrat den kürzeren zog. Stadthagen bemerkte humorvoll, daß er im Polizeigefängnis gut Bescheid Ivisse. DaS mußte ihm dann selbst Oberbürgermeister Kirschner lassen. Bei der Abstimmung erklärte der präsidierende Vorsteher-Stellvertreter eilfertig:.DaS ist die Mehrheit". Als man daS anzweifelte, wurde gezählt, und das Er- gebnis war—„Minderheit". Somit hatten die Berliner Stadtverordneten die Charlottenburger Polizei im Stich gelassen. Hätte niemand gegen den Magistratsanttag gesprochen, so hätten sie ihr wahrscheinlich den gewünschten Gefallen getan. Schutzmaßregrln gegen die agrarische Gesetzgebung. Der Stadt« verordneten-Versammlung ist von der sozialdemokratischen Fraktton der folgende Antrag vorgelegt worden: .Die Versammlung ersucht den Magisttat, schleunigst geeignete Maßregeln zu ergreifen, um gesundheilliche Schädigungen der Berliner Bevölkerung zu verhindern, die durch die Einfuhr von Fleisch, das nur außerhalb Berlins untersucht wurde, zu be« fürchten sind." Sozialdemokratischer Anttag betreffend die KaufmannSgerichte. Die Stadtverordneten Antrick und Genossen haben der Stadt- verordneten-Versammlung folgenden Anttag unterbreitet: Die Ver- sammlung ersucht den Magisttat, das Ortsstatut für die Kaufmannsgerichte so zeitig fertig zu stellen, daß das Kausiuannsgericht filr Berlin am 1. Januar 1905 in Wirksamkeit tteten kann. Hierzu wird magistratsoffiziös geschrieben: DaS Ortsstatut für das Kausmannsgericht in Berlin ist ausgearbeitet und soll mit der Beratung desselben im Magistrat begonnen werden. Für Berlin kommen zwei Fragen in Betracht: 1. Soll das Kaufmannsaericht dem Gcwerbegencht angegliedert werden, oder 2. soll ein selbständiges. vom Gelverbegericht getrenntes Kaufmanns« gericht geschaffen werden? So einfach die Beantwortung dieser Fragen angesichts der vorzüglichen Wirksamkeit des Berliner GelverbegerichtS erscheint, so schlvierig ist sie in der Praxis. Die Räume des Berliner GelverbegerichtS sind jetzt schon m der immerstraße nicht mehr ausreichend; für � die Angliederung des aufmannsgerichts müßte also erst noch Platz'geschaffen werden. Es müßte also entweder das Gewerbegericht nach einer Stelle verlegt werden, wo für beide Gerichte dann genügend Platz ze. vorhanden ist, oder das Märkische Provinzial-Museum müßte nochmals um- quartiert und dessen jetzige Räume in der Zimmerstraße dem Kauf« nmnnsgerickt zur Verfügung gestellt werden. Diese Platzfrage erfordert noch reifliche Erwägungen.— Man sollte denken, daß die Stadt in dieser Wichligen Sache durch die Platzfrage nicht in Verlegenheit kommt. Allerhand kommunale Ausgaben. Berlin hat im vorigen Jahre mir für die Abgeordneten- und Stadtverordneten- Wahlen, für die Aufstellung der Listen rund 200 000 M. verausgaben müssen. Ver- schwindend gering sind dagegen die Kosten gewesen, die im vorigen Jahre für die Volkszählung noch verausgabt wurden; sie stellten sich auf 10 425 M. Die Herausgabe des„GemeindeblatteS" mtt seinen Beilagen verschlang 1903 rund 60 000 M., woraus man ermessen kann, was die Herst.'llung einer Zeitung kostet. Da von dem.Ge« meindeblatt" nur 52 Nummern erscheinen, so kostet fast jede Nummer der Stadt Berlin über 1000 M. An Gerichtskostcn wurden im ver« gangenen Jahre 52 342 M. gebraucht. In diesem Jahre würden dagegen allein in der Feststellnngsklage des Magistrats gegen die Große Berliner Straßenbahn-Gesellschast an Gerichtskosten-Borschuß 350 000 M. verlangt. Da die erste Instanz zugunsten der Stadt Berlin entschieden hat, ist diese Beklagte in der Berufungsinstanz geworden und hat nun die Große Berliner Straßenbahn den Ge- richtskosten-Vorschuß zu leisten. Aufgelöst wurde am Mittwoch eine Handlungsgehilfen- Versanrinlung, die vom Zentralverband der Handlungsgehülfcn und Gehülfinnen Deutschlands einberufen war und in der unser Partei« genösse Georg Bernhard sprechen sollte. Da die antiseinitischen HandlungSgehülfen zahlreich erschienen waren— die.Staatsbürger» Zeitung" hatte zum Besuch aufgefordert—, kam es bei der Bureau- wähl zu Meinungsdifferenzeu über die Majorität. Der Tumult, den jene Herren machten, wollte sich nicht legen, infolgedessen löste der lieberwachende die Versammlung auf.— Eine Versammlung mit demselben Thema:„Die wahren und die falschen Freunde" findet am Mittwoch, den 26. Ottober, abends 9 Uhr, bei Buggen« Hägen(Moritzplatz) statt. Referent ist wieder Georg Bernhard. Zur Frage der Müllabfuhr. Der Vorstand deS Verbandes Berliner Abfuhrunternehmer hatte eine Unterredung mit dem Oberbürgermeister Kirschner über eine eventuelle Regelung des Berliner Müllabfuhr- Wesens durch die Stadtverwaltung. Die Wünsche deS Verbandes gehen dahin, daß die Berliner Müllabfuhr in der Weise unter städtischer Aufsicht stehen soll, daß Berlin in Abfuhrbezirke geteilt und für jeden Bezrrk einem Unternehmer die Abfuhrberechtigung erteilt werden soll, in ähnlicher Weise wie das Bezirks-Schonrstein- fegerwesen geregelt ist. Oberbürgermeister Kirschner zeigte für die vorgetragenen Wünsche des Verbandsvorstandes ein lebhaftes Interesse und bat die Herren, ihre Vorschläge genau zu präzisieren und schriftlich den» Magistrat einzureichen. Wo das Geld bleibt. Es existiert hier, wie der„Konfektionär" erzählt, ein Spielklub, dessen Mitglieder sich hauptsächlich aus Kauf« leuten zusammensetzen, die eigentlich dort nichts zn suchen haben. deiin 5laufleute gehören nicht in einen Spielklnb. Aus diesem Klub haben sich in letzter Zeit verschiedene Mitglieder zurückgezoge», da sie ganz erheblich„angeschossen" worden sind— wie der Kunst« auSdruck lautet— und sie eingesehen haben, daß sie in diesem Klub allein die Zeche bezahlen müssen und zu den„Gerupften" gehören, denn sie find die Zahlungsfähigen, ivas man nicht von allen Mitgliedern sagen kann.— Hat doch eins dieser zurückgetretenen Klubmitglieder den„llassischen" Ausspruch getan:„Mir soll man lieber die Hand abhacken, ehe ich lvicder eine Karte anfasse." In diesem Klub muß eS in letzter Zeit etwas heiß hergegangen sein. denn man hat sich entschlossen, die Abgabe von 10 Proz., die als Kartengeld eingezogen lvurde, nicht mehr vom Gewinn, sondern nur vom Einsatz zu erheben. Es scheint selbst dem Vorstande zu arg gewesen zu sein, monatlich 60—70 000 M. Revenuen anS den Karten« gelben» zu ziehen. Reich ist dieser Klub. Daß er sich von Gebrüder Fried« länder ein Silberservice für 16 000 M. hat anfertigen lassen, ist schon bekannt; jetzt läßt er sich zwei Automobile bauen, deren jedes ca. 18 000 M. kostet,»rnd die Festmahle, die er veranstaltet, sind berühmt geworden. Sie haben auch zwei Vorzüge: sie sind vor« züglich»ind billig. Was schadet es muh einem solchen Klub, dem die Spielgelder so reichlich zllfließen, wenn er seine,» Mitglieden» ein Diner mit ausgesuchtem Menu und ausgesuchten Weinen sehr billig gibt und dabei noch ein paar tausend Mark zulegt? Die Hauptsache ist die: Nach solchen Diners, bei denen die Geister durch die schweren Weine stark erregt werden, folgt das Spiel, und die dem Klub durch das Mabl entstandenen Unkosten sind der einzige Einsatz des Abends, der sicheren Gewinn bringt. Der Hauptgewinner dieses Klubs soll übrigens in letzter Zeit, wie man sich erzählt, ein be« kannter Häuscrbesitzer sein, der eS eigentlich gar nicht nötig hat, aber doch aus dem Spiel jährlich eine sehr hübsche Revenue zieht. Ge« spielt wird in Berlin übrigens mehr als man glaubt. In den letzten Tagen hat hier wieder ein jüngerer Klub neue, prächttge Klubräume in einer der'Hauptstraßen des Westens bezogen. Auch dieser Klub hat sich schon in den paar Jahren seines Bestehen», obgleich eS in ihm noch verhälwismäßig solide zugeht, ein recht hübsches Vermögen erworben. Wenn Arbeiten» bei Lohndifferenzen erklärt werden sollte, daß daS Geschäft bei Bewilligimg der Forderungen zugrunde gehen müsse, so erkundigen die in Betracht kommenden Arbeiter sich viel- leicht, ob ihr Untemehmer auch diesem Spielklub angehört. Die Kanalbautrn bei Baumschulenweg sind in der letzten Zeit stark gefördert worden. Von der Britzer Hafenanlage ostwärts ist der Stichkanal Britz— Oberspree bis zu seiner Kreuzung mit der Chaussee Rixdorf— Kanne in der Haupisache fertig ausgebaggert und bereits mit Wasser gefüllt. Diese kurze Strecke hat vier Brücken bekommen, deren Bauausführung mehr oder weniger weit vor- geschritten ist. Als erste wird die Brücke im Zuge des von Späths Baumschule nach der Görlitzer Bahn und der Spree hinabführenden alten Baumschulenweges( der feßigen Baumschulenstraße) in Kürze weg 28 in den Tod getrieben. Der Mann war seit vierzehn Wochen| Jm Bürgersaale des Rathauses findet am Sonntag ein Heine- Abend dem Verkehr übergeben werden können. Die hochaufgeschütteten lungenleidend. Vier Wochen lag er im Krankenhause, dann war er statt, an dem Dr. Rudolf Steiner den einleitenden Vortrag hält. Rampen, die zu der Brücke hinaufleiten, werden jekt gepflastert und zu Hause. Seine Frau verdiente mit Nähen nur wenig und konnte Für Gerhart Hauptmanns Florian Geher", der in der ersten Auf die Brücke selber wird schon von Fußgängern benutzt. Ostwärts von für ihren Mann und zwei Kinder von 4 und 13 Jahren nicht aus führung am Sonnabend im Lessing Theater in neuer Einder im Zuge der Rirdorf- Kanner Chaussee zu erbauenden Brücke, reichend sorgen. Gestern nachmittag ging Kalisch unter dem Vorrichtung und Ausstattung erscheint, sind die Dekorationen nach Skizzen an deren Aufstellung gearbeitet wird, ist der Kanal noch nicht in wande, daß er Holz holen wolle, nach dem Keller, kehrte aber nicht von May Slevogt von Obronsfi, Impekoven u. Ko., ausgeführt Angriff genommen. Nur die Eisenbahnbrücke für die Görlizer Bahn, zurück. Nichts Gutes ahnend, wollte sich seine Frau nach ihm um- worden. Professor Slevogt hat auch an der Juszenierung des unter der der Wasserlauf hinweggeführt werden muß, ist im Bau. sehen, und fand ihn als Leiche wieder. In der Verzweiflung hatte Werkes tätigen Anteil genommen; die Regie führt Emil Lessing. er sich im Keller erhängt. Nahrungssorgen brachten auch den Im Deutschen Theater wird nach Björnsons„ Dagland", Die Aufhebung der Sonntagsschlachtungen erscheint, gesichert, 43 Jahre alten Handlungsgehülfen Paul Cuno, der als Junggeselle dessen erste Aufführung auf den 20. d. Mts. feſtgeſetzt ist, in der nachdem Direktor Goltz vom städtischen Schlacht- und Viehhof sich bei dem Schuhmachermeister Wöldecke in der Charlottenstr. 87 wohnte, zweiten Hälfte des November gleichzeitig mit dem Wiener Hofburg zugunsten dieser Maßnahme ausgesprochen hat. Die Markthallen Er bemühte sich lange vergeblich um eine Theater Ludwig Fuldas neuestes Schauspiel„ Maskerade" zur AufDirektion ist mit dem Nichtabhalten des Fleisch- Engrosmarktes in der zum Verzweifeln. Zentralmarkthalle an Sonntagen gleichfalls einverstanden. Wie in Stellung und erhängte sich schließlich, weil er fürchtete, den Verstand führung gelangen. Fachkreisen verlautet, unterliegt es keinem Zweifel, daß die Kuratorien zu verlieren. = bekleidet. Aus den Nachbarorten. des Vieh- und Schlachthofes wie der Markthallen der geplanten Vermißt wird seit dem 3. September cr. der Handlungslehrling Reform ihre Zustimmung geben, so daß demnächst der Stadt Hugo Alerander, 24. Oftober 1887 Bremerhaven geboren, Rochstr. 1 verordneten- Versammlung eine entsprechende Vorlage zugehen dürfte. bei Goldschmidt wohnhaft gewesen. Derselbe ist mittelgroß, schlank, Kein Tag ohne Denkmalsenthüllung. Gestern wurde in Werder Auch im Roten Hause würde die Reform kaum auf Widerspruch bartlos, hat schwarze Haare und Augenbrauen, hohe Stirn, große ein Kaiser Friedrich- Denkmal enthüllt. Verfertigt ist es vom Bildstoßen. anliegende Ohren, defekte Zähne, spizes Kiun, schmale Gesichts- hauer Hans Arnold. Der Künstler und der Bürgermeister von Zum Mord in der Boyenstraße wird mitgeteilt, daß die Er- bildung, gefunde Gesichtsfarbe, geht nach vorne gebeugt. Derselbe Werder, Herr Dümichen, erhielten je einen Orden vierten Klasse. mittelungen nach der Herkunft des Taschentuches mit dem Zeichen war mit einem blaumeliertem Jadettanzug und Gummizugstiefeln Aus Schmargendorf. Der Gemeindeschöffe Professor Bohm hat J. M. bereits zu der Feststellung geführt haben, daß die Ermordete Polizeirevier und bei der Kriminalpolizei zu den Aften 9099 IV 1. 04 Mitglied des Schulvorstandes und der Kanalisationskommiſſion Nachrichten werden mündlich und schriftlich in jedem aus Gesundheitsrücksichten seine kommunalen Ehrenämter als Schöffe, das Tuch schon längere Zeit besessen hat. Hiernach gibt es zwei Möglichkeiten. Entweder fand der Mörder das Taschentuch in der entgegengenommen. niedergelegt. Wohnung der Ermordeten oder er besaß es schon vorher und hatte Feuerbericht. Die letzten 24 Stunden brachten der Wehr viel Wie in der Sigung der Gemeindevertretung vom 17. Oftober es von Frau Wascher erhalten. Das kann bei dem auch anderweitig Arbeit. Abends gegen 7 Uhr wurde sie nach der Reichenberger- mitgeteilt wurde, zahlt die Gemeinde ihren im Bureaudienst be schwer belasteten Schallert zutreffen. Schallert leistete der Wascher straße 135 gerufen, weil dort aus einem zu der Möbelfabrik von schäftigten unteren Angestellten überaus elende Löhne. Es erhalten: schon seit Jahr und Tag Buhälterdienste. Er folgte einem gewissen B. Klein gehörigen sogenannten Spänefeller helle Flammen schlugen. ein Schreiber( 15 Jahre) 5 M., ein anderer( 21 Jahre) 40 M., zwei Sucker, der jetzt fälschlich langer Hans genannt wird, einem Unmittelbar an diesen Keller schließt sich ein Schuppen an, unter weitere( 19 und 20 Jahre) 45 M., einer im Alter von 32 Jahren Menschen, der augenblicklich eine einjährige Gefängnisstrafe verbüßt. dem große Bohlenvorräte der Tischler- Werkzeugfabrik von N. Liepe 65 M. und der höchstbesoldete( 22 Jahre) 90 M., zwei bon 15 und 17 Jahren arbeiten ganz Die Spur des Schallert ist übrigens nicht die einzige, die die lagern. Als der achte Löschzug eintraf, waren auch schon mehrere jüngere Kräfte Kriminalpolizei außer der des Alexander Baruth verfolgt. Sie geht Bohlen vom Feuer ergriffen und die Gefahr einer rapiden Weiter- ohne Bezahlung; eine Maschinenschreiberin bekommt 55 Mark. Angestellten einen Monatslohn vielmehr jedem geringsten Anhalt und jeder Anregung bis zum verbreitung lag sehr nahe. Es gelang aber der Wehr, den Brand Das macht für diese neun legten Ende nach. auf den Keller zu beschränken, doch sind auch zahlreiche Bohlen durch von durchschnittlich 38 M.! Eine beschlossene außeretatliche GehaltsEine neue Omnibuslinie ist von der Allgemeinen Omnibus- Anbrennen wertlos geworden.- Bald darauf erfolgte Alarm nach der erhöhung von insgesamt 1000 M. für das nächste halbe Jahr wird Reichenbergerstr. 102, wo der Schornstein brannte. Die Gefahr diese allzu minimalen Löhne wenigstens etwas aufbessern. Für Geſellſchaft eröffnet worden, welche die großen Geldinstitute unter- fonnte hier leicht beseitigt werden.- In der Stolonieſtr. 105 war die von der spekulativen„ Handelsgesellschaft für Grundbefiz" neu einander und mit der Reichsbant, Haupt- Telegraphenamt, Bank des in einem Keller allerlei Gerümpel und alter Hausrat in Brand ge- angelegten, von der Gemeinde unlängst übernommenen Straßen ha Berliner Kassen Vereins und Börse verbindet. Die Linie( Nr. 9) fährt im übrigen vom Potsdamer Ringbahnhof durch die Köthener- raten, während in der Friedrichstr. 192 im zweiten Stock Holzwolle fich die Schaffung einer sogenannten Vorflut, eines Abzugskanals straße, Königgrägerstraße, Potsdamer- Play, Leipzigerstraße, Wilhelm- Feuer gefangen hatte, das aber vom 19. Löschzuge in furzer Zeit für Regenwasser, notwendig gemacht und muß der Gemeindesäckel Diese Anlage ist nur Straße, Wilhelm- Platz, Bieten- Platz, Mohrenstraße, Kanonierstraße, erstickt werden konnte.- Der erste Löschzug hatte dann in der hierfür vorläufig 1200. hergeben. 1. April 1906 ein anderFranzösischestraße, Werderscher Markt, Werderstraße, An der Stech- Steibelſtr. 3 zu tun. Dort war in einem eller ein Brand ent- eine provisorische, da bis zum Aussicht steht; sie wird bahn, Schloßfreiheit, Lustgarten, Kaiser Wilhelm- Brücke, Burgstraße, der Stromstr. 37 in Flammen auf. Alle übrigen Alarmierungen, die höchst primitiver Art fein. standen, der den Fußboden erfaßt hatte. Wäschestücke gingen in weitiges Kanalisationsprojekt in Zum Ausbau der alten SchulNeue Promenade, Hackescher Markt, Rosenthalerstraße, Neue Schönhauferstraße, Alte Schönhauserstraße, Schönhauser Thor( Ecke Lottum- noch in der Zwischenzeit aus der Regensburgerstr. 15, Friedrich- bara de am Anfang der Breitenstraße, Einzäunung des betreffenden straße). Die Wagen verkehren in Abständen von 5 Minuten. straße 72, Breslauerstr. 1 und noch aus einigen anderen Orten ein- Grundstückes, Herrichtung eines Kinder- Spielplatzes auf demselben liefen, waren auf ganz unbedeutende Anlässe zurückzuführen. und sonstige Ausschmückung sind 1600 M. bewilligt worden. Vom Verbrennungstode gerettet wurde gestern ein vierjähriges Baracke selbst soll als Wohnraum für Drtsarme, Aufenthaltsrauni Kind in der Liesenstr. 12. Dort bewohnt die Monteurfamilie für Straßenarbeiter und als Geräteschuppen benutzt werden. St. Naumann den ersten Stock und zivar liegen die Wohnzimmer In dem soeben eröffneten Kaiser Friedrich- Museum auf der durch diese Aufwendungen das Gemeindegrundstück den Charakter nach der Straße hin, während die Küche nach dem Hofe führt. As Museumsinsel beginnen in nächster Zeit vor den Gemälden und einer Villa erhält, wie ein Gemeindeverordneter bemerken zu müssen mun gestern früh Herr R. seiner gewohnten Arbeit nachgegangen abend 22. Oktober, vorm. präz. 92-1014 und nachm. präz. betreffend Errichtung einer Freibank für den Verkauf minderBildwerken noch vier Vortragszyklen der Humboldt- Akademie: Sonn- glaubte, mag dahingestellt bleiben. Der Erlaß eines Ortsstatuts war, entfernte sich gegen 10 Uhr auch seine Frau und ließ ihren 3-4 Uhr, Brivatdozent Dr. B. Daun, Renaissancewerke der ital. wertigen Fleisches und einer erforderlichen Polizei- Verordnung wurde vierjährigen Sohn Grich allein in der Wohnung zurück. Kurze Zeit Malerei und Plastik; Montag, 24. Oktober, präz. 3-4 Uhr, nach ihrem Weggange wurde nun im Hause Fenerlärm laut, denn Dr. D. Fischel, Geschichte der Malerei. Die ital. Schulen, und helle Flammen schlugen aus dem Küchenfenster der Naumannschen Wohnung. Der kleine Erich stand weinend an einem Stubenfenster Dienstag, nachm. präz. 3-4 Uhr, derselbe, Geschichte der Plastik im und schrie laut um Hülfe. Hausbewohner und ein zufällig vor dem Mittelalter, Renaissance und Barod. Die Hörerkarten find bereits Hause stehender Schuhmann eilten die Treppe empor, schlugen die zum ersten Vortrage mitzubringen; erhältlich in den Bureaus der Irrtümlich ist in Stundenplan für NW. der Korridortür mit einer Art ein und holten den kleinen aus der Humboldt- Akademie. Zyklus von Dr. D. Stillich, Ueberblick über die gesamten Sozialbrennenden Wohnung, noch bevor die alarmierte Feuerwehr eintraf. wissenschaften, auch dort auf Freitag abend angekündigt, statt nur Kleidungsstücke 2c. ergriffen hatten, durch Aufgießen von Wasser zu findet und neue Hörer und Hörerinnen noch berücksichtigt werden. Gleichzeitig suchte man die Flammen, die Wäschekörbe, Kiſten, für die Lehrstätte W., wo derselbe Freitag abends 8-9% Uhr stattersticken. Dies gelang aber nicht und so mußte der inzwischen eingetroffene 16. Löschzug noch eingreifen. Er löschte das Feuer in furzer Zeit. Wie dasselbe entstanden ist, steht nicht fest, doch glaubt man, daß der kleine Erich mit Streichhölzern gespielt und dabei die Gardinen in Brand gesezt hat, der dann sich weiter verbreitete und dem Kleinen leicht hätte das Leben kosten können. beschlossen. Die Дб Ein für die Gemeinden Wilmersdorf, Schmargendorf, Dahlem, einen Teil Charlottenburgs auf Kosten der Zehlendorf und interessierten Ortschaften ausgearbeitetes Hochbahn- Projekt wird die hiesige Gemeindevertretung am nächsten Montag be schäftigen. Jahres im Ein alter Uebelstand in der Geschützgießerei zu Spandau ist jetzt beseitigt worden. Dieses Institut befindet sich zu einem Teil auf dem rechten, zum anderen Teil auf dem linken Ufer der Spree. Havelmündung. Bisher mußten nun die halbfertigen Ges Unterrichtskurse für Arbeiter werden von Studenten der Berliner fchoffe zum Zwecke ihrer Fertigstellung mittels Fuhrwerk von Universität veranstaltet. Im kommenden Winterhalbjahr wird eine einer Seite des Instituts, durch die Stadt, nach der anderen Seite Kommission der Berliner freien Studentenschaft Unterrichtsturse hin und her transportiert werden, wodurch sich die Her= zunächst in Deutsch und Rechnen für Arbeiter und stellung der Geschosse erheblich verteuerte, so daß die PrivatArbeiterinnen abhalten. Die Kurse haben den Zweck, dem industrie stets niedrigere Preise fordern konnte. Der Genosse älteren Arbeiter, der die Fortbildungsschule nicht mehr besuchen Bubeil hat diesen Umstand im Frühjahr dieses Jahres Fünfzehntausend gefälschte Briefmarken dürften die Veranlassung kann, die auf der Schule erworbenen Kenntnisse wieder ins Ge- Reichstage zur Sprache gebracht, weil fälschlicher Weise auf zu einem interessanten Prozeß geben. In dem Verlage der Brief- dächtnis zurückzurufen und zu erweitern und ihm so die Grundlage Seiten der Regierung behauptet wurde, daß die Löhne der markenhandlung von Gebrüder Senf in Leipzig erscheint eine Fach- für höhere Stufen der Bildung zu verschaffen. In Aussicht ge- Arbeiter derart verteuernd auf die Fabritate wirkten. Nunmehr hat zeitung. Die Firma beabsichtigte, ihren Abonnenten eine Gratisnommen sind vier Kurse: Deutsch: Unter- und Oberstufe die Generalverwaltung insofern eine Aenderung vorgenommen, als zugabe zu der Zeitung zu liefern und bestellte bei einer Pariser Rechnen: Unter- und Oberstufe. Jeder Kursus findet durchs fie die lebersiedelung der Geschoßdreherei nach den Werkstätten der Firma 15 000 Wertzeichen von Kolumbien. Die Bestellung wurde auch ausgeführt und bei dem Versand der nächsten Nummer je ein stunden von 8-10. Er besteht aus Vortrag mit anschließenden diesen Zweck einstweilen provisorisch die nötigen Räumlichkeiten auch ausgeführt und bei dem Versand der nächsten Nummer je ein ganze Winterhalbjahr hindurch einmal wöchentlich statt in den Abend- Geschoßfabrik an der Berliner Chaussee verfügt hat, wo für Eremplar der Marken beigelegt. Wenige Tage später erhielt die Firma Gebrüder Senf von zahlreichen ihrer Kunden die Mitteilung, ebungen. Vorkenntnisse werden für die Unterstufen nicht voraus- hergegeben werden. gefegt. Die Kurse werden abgehalten in den Räumen der Ausdaß die Prämie gefälscht sei, und nun stellte sich heraus, daß der Friedrichsfelde. Einen Schritt in die Zukunft getan hat die ganze Markenposten, den die Pariser Firma geliefert, aus Falsifikaten huntsstelle der deutschen Gesellschaft für ethische Stultur", Unter den Linden 16, Gartenhaus. Die Kurse beginnen am Gemeindevertretung, indem sie ein zirka 23 Morgen großes Stüd bestand. Gebrüder S. waren genötigt, ihrer Zeitung eine zweite Dienstag, den 1. November, 8 Uhr abends. Eine Land für 80 000 M. von der Frau v. Treskow zu kaufen beschloß. Prämie beizulegen und verlangten von ihren Lieferanten Ersatz für Borbesprechung, zu der die Interessenten gebeten werden, Gegen die Veranlagung zur Grundwertsteuer, welche bekanntlich am die Fälschung. Die Pariser Handlung erklärte sich hierzu auch bereit, findet in den Räumen der Auskunftsstelle am Sonntag, den 1. April d. J. in Kraft getreten ist, waren die einzigen Reklamanten wenn ihr die Falsifikate zurückgeliefert würden. Durch die Ein- 30 Ottober, vormittags 9 Uhr statt. Zur Deckung der Kosten der Rittergutsbefizer v. Treskow, Landrat des Kreiſes, und dessen ziehung der Marken von den in den verschiedenen Städten Deutsch für Unterrichtsmittel wird ein Beitrag von 25 Pf. pro Kurfus er- Mutter, die Frau v. Treskow. Das erwähnte Grundstück wurde lands als auch zum Teil im Auslande wohnenden Abonnenten würden natürlich ganz enorme Kosten entstehen, welche keine der hoben. Vorherige Anmeldungen zu den Kursen werden an oben von der Besitzerin für den eingeschätzten Preis der Gemeinde bezeichneter Stelle entgegengenommen. Auskunft erteilt auch zur Verfügung gestellt. Mit 15 gegen 3 Stimmen wurde beiden Parteien tragen wollen. Da nun die Pariser Firma die ge- Gg. Engelbert Graf, Berlin S.W. 47, Großbeerenstr. 20 III. das Angebot akzeptiert. An Stelle des Kaufmanns Otto fälschten Marken von einem Briefmarkenhändler in Italien bezogen bat, so dürfte die Angelegenheit zu einem interessanten Prozeß Motor- Zweirad- Rennen über 5 und 10 Kilometer beziehungs- wurde der Bauerngutsbesitzer Robert Lange zum Waisenrat gewählt. führen. weise eine volle Stunde veranstaltet die Deutsche Motorradfahrer- Der Terrainspekulant Bantier Haffer in Berlin suchte für eine Rautelen bewilligt. Das vom Gemeindevorsteher vorgeschlagene Vereinigung am Sonntag, den 30. Oftober cr., im Sportpart feiner Straßen Pflastertonsens nach, dieser wurde unter bestimmten Friedenau. In den verschiedenen Rennen wird eine starke Drtsstatut betreffend Freibank wurde ohne Debatte genehmigt. Ronkurrenz am Start zu erwarten sein, da die bekanntesten Fahrer und auch alle größeren Fabriken ihre Beteiligung zugesagt haben. Da das Motor- Zweirad das Verkehrsfahrzeug der Zukunft, werden die Rennen lebhaften Zuspruch finden. Ein Eine feltfame Bergiftungsaffäre beschäftigt die Kriminalpolizei. Mittwoch abend kehrte in einem Hotel in der Invalidenstraße ein Herr mit einer Dame ein, der sich als„ Dr. G. mit Frau aus unter Mitteilungen brachte der Gemeindevorsteher die mit dem Leipzig" in das Fremdenbuch eintrug. Gestern morgen fam die lichen Krankenhauses gepflogenen Verhandlungen zur Sprache. Frau in großer Aufregung zu dem Hotelbefizer und teilte ihm mit, Lichtenberger Gemeindevorstand wegen des Baues eines gemeinschaftHiernach wäre der Zweckverband als gescheitert zu be= ihr Mann sei nachts schwer frant geworden und röchle nur noch und zwar wegen der Höhe der Kosten, welche Sie ließ sich die Adresse des nächsten Arztes geben, angeblich um Ein Jugend- Konzert für die westlichen Vororte Berlins trachten ihn schleunigst herbeizurufen. Sie tam aber nicht zurück und ist seit findet Mittwoch, den 26., nachmittags 3 Uhr, in den Prachtsälen des für Lichtenberg 161 000 art, für Friedrichsberg 69 000 Mart dem verschwunden. Unterdessen war der Hotelier in das Zimmer Westens, Spichernstr. 3, statt. Mitwirkende sind Frau Margarete Bir jährlich betragen würden. Genosse Pinseler trat den Ausführungen geeilt, wo er den angeblichen Doktor schwer frant auffand. vom Deutschen Theater, Herr Otto Hutschenreuter, Direktor des des Gemeindevorstehers entgegen. Er bezeichnete die Vorführung Arzt stellte fest, daß der Mann sich mit Lysol, wovon er mehrere Schwanzerschen Konservatoriums( Violincello) und der Klara der hohen Zahlen lediglich als Stimmungsmache gegen den KrankenFlaschen in den Taschen bei sich trug, vergiftet hatte, und ordnete Krausesche Frauenchor. An die oberen Klassen der Gemeindeschulen hausbau. An der Hand von Material wies er nach, wie notwendig feine sofortige Ueberführung nach der Charité an. Dort erkannte der westlichen Vororte gelangen 1500 Freikarten zur Verteilung. der Bau sei, da in furzer Zeit eine große Zahl hiesiger Kranker troß man in ihm den früheren Charité- Krankenwärter R., der bald nach Die Schüler der höheren Schulen und erwachsene Begleitpersonen Anfrage an drei hinter einander folgenden Tagen feine Aufnahme der Einlieferung starb. erhalten Programme als Einlaßkarten gültig zu 50 Pf. beim in einem Berliner Krankenhause finden konnten. Die Mehrheit Im Untersuchungsgefängnisse erhängt hat sich der Arbeiter Komitee für die Jugend- Konzerte", Neue Winterfeldtstr. 48( Seminar billigte natürlich die Meinung des Gemeindevorstandes. flüssigerweise drückte der Gemeindevorsteher, als Antwort auf die Johann Woldt, gegen den in der nächsten Schwurgerichtsperiode für Musik) und an der Kasse. Vorwürfe des Genossen Pinseler, sein Wohlwollen für die wegen schwerer Körperverlegung mit tödlichem Ausgange verhandelt Die volkstümlichen Hochschulfurse nehmen ihren Anfang am Kranken in Worten aus. Als об Worte ein Krankens werden sollte. Woldt war am 2. September d. J. mit einem Freitag, den 21. Oktober, abends 81 Uhr, mit einem Kursus des haus ersetzen könnten. Folgender Uebelstand an der hiesigen Arbeitskollegen, dem Arbeiter Umhoff, in Streit geraten, hatte sich Privatdozenten Dr. G. Huth über„ Die Völkerſtämme Turkestans". Schule wurde durch unsere Vertreter zur Sprache gebracht. mit ihm gerungen und sollte dabei seinen Gegner vorfäßlich in eine Dem Vortrage liegen Erfahrungen und Erlebnisse zugrunde, die Die Kinder beenden zum Teil den Vormittagsunterricht Grube mit frisch gelöschtem Salt geworfen haben, so daß Umhoff Dr. Huth auf seinen Reisen in den letzten Jahren gesammelt hat. um 12 Uhr, müssen aber um 1 Uhr zum Nachmittagsunterricht schon elendiglich verbrannte. Der Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Werthauer Vortragsraum: Hörsaal des Museums für Völkerkunde, SW., König- wieder in der Schule sein. Eigentümlicherweise will der Gemeindehatte alle Vorbereitungen getroffen, um den Nachweis zu liefern, grägerstraße 120, Ede der Prinz Albrechtstraße. Eintrittskarten zum vorsteher von unangenehmen Dingen immer nicht informiert sein. daß keine Absicht, sondern nur Fahrlässigkeit seitens des Angeklagten Breise von 1 M. für die sämtlichen sechs Abende sind zu haben bei: Plöglich entschlüpfte dem Mitgliede des Schulvorstandes Gemeindevorlag. G. Belling, Leipzigerstraße 136; A. Schüß, Holzmarktstraße 60; vertreter Hohle die Aeußerung: Diese schlechte Einteilung kommt Im Ratskeller erschossen hat sich gestern Mittwoch nachmittag die Chr. Tischendörfer, Sophienstr. 19; F. E. Lederer, Kurfürstenstr. 70 von dem Lehrermangel und dem System der fliegenden Klassen her." 53 Jahre alte Handwerkerswitwe Klara Lemte geb. Schaller aus der Bernh. Staar, Friedrichstr. 250; Zentralstelle für Arbeiter- Wohl- Als vor drei Monaten dieser lettere Mißstand kritisiert wurde, Rykestr. 43. Die alte Frau, die durch die Pflege einer tranten fahrtseinrichtungen, Dessauerstr. 14, III( 8-3 Uhr).ronets Dame ihren Lebensunterhalt erwarb, bezog ihre letzte Wohnung erst Theater. Das Carl Theater wird belehren am 4. d. M. Sie war seit acht Jahren Witive. Bom ersten Tage eröffnet, ihres Zuzugs an zeigte fie ein fehr aufgeregtes Weſen. ie be- Mar Ed. Fiſcher am Sonnabend foten in unter der Direktion Nichtigkeit dieſer Darstellung, mußte fich aber eines Beſſeren bel bie Sie Jn Wilmersdorf wird die Anstellung eines zweiten befoldeten fuchte auch Nervenärzte, klagte aber, daß sie keine Besserung finde. einem Gastspiel des Theater des Westens. Zur Aufführung gelangt Die Gemeinde- VerwaltungsGestern nachmittag war sie besonders aufgeregt. Plöglich verließ fie am Sonnabend" Der Barbier von Sevilla", am Sonntag„ Der Schöffen am 1. April 1905 erfolgen. Zigeunerbaron", am Montag" Die Fledermaus". Am Sonntag geschäfte haben an Umfang derart zugenommen, daß neben dem ihre Wohnung indem sie ihrer Wirtin zurief:" Heute passiert noch Zigeunerbaron", am Montag„ Die Fledermaus". etwas!" Die Frau wollte sie zurückhalten, bevor sie sie aber einholen nachmittag gehen„ Die zärtlichen Verwandten" mit Direktor Fischer Gemeindevorsteher und dem im Laufe dieses Etatsjahres angestellten als Schummrich in Szene.- Sarah Bernhardt hat ihr Gast ersten befoldeten Schöffen ein weiterer juristisch vorgebildeter, befonnte, entschwand sie ihren Blicken. In der dritten Stunde tam als Schummrich in Szene. Frau Lemke nach dem Ratskeller und schoß sich in den Toiletten- spiel am Berliner Theater um einen Abend verlängert. Die foldeter Verwaltungsbeamter eingestellt werden muß. räumen eine Revolverkugel in die rechte Schläfe. Der Wirt und Künstlerin verabschiedet fich somit am Dienstag, und zwar als waltigen Zuzug hat der Wichaelis- Umzug dem Orte gebracht, dessen Gäste sprangen ihr bei und holten einen Arzt. Dieser konnte aber Marguerite Gautier in" La Dame aux Camélias". Der Vorverkauf Einwohnerzahl am 16. Oftober 54 318 betrug, während Mitte Die Leiche wurde von der Revier- für diese lezte Vorstellung der Madame Sarah Bernhardt beginnt September nur 52021 Personen ermittelt waren. nur noch den Tod feststellen. morgen Freitag an der Tagesfasse des Berliner Theaters. Im polizei beschlagnahmt und nach dem Schauhause gebracht. Schiller Theater O.( Wallner- Theater) wird heute Grillparzers Steglit. Auf dem ersten deutschen Wohnungstongreß in Die gesicherte Existenz des deutschen Arbeiters. Krankheit und historisches Trauerspiel Die Jüdin von Toledo" zum erstenmal Frankfurt a. M. ist auch unser Vorort offiziell verire n, und zwar und den Schöffen Not haben den 32 Jahre alten Seiler Karl Kalisch vom Weiden- wiederholt und wird auch am Sonntag abend in Szene gehen. durch Herrn Bürgermeister Buhrow Einen ges Flemming. Eine deutsche volkswirtschaftliche Gesellschaft für Scholze und W. UI m gewählt. Nach einigen geschäftlichen Mit- und ihr Recht auf Besiz des Lohnbuches rücksichtslos geltend machen Obst- und Gemüseverwertung hat sich am letzten Sonn- teilungen schloß die Versammlung. abend in Dahlem gebildet. Die Gesellschaft will das Interesse der nationalen Leistungen auf diesem Gebiete gegenüber der ausländischen Einfuhr vertreten. Zum ersten Vorsitzenden wurde der tgl. Gartenbaudirektor Echtermayer in Dahlem gewählt. V 10 Am Sonnabend, abends 7 Uhr, soll im oberen Saal der Arminhallen eine Mitglieder Versammlung statt finden, in der über den Bescheid der Innung berichtet, und über die iveiteren Maßnahmen Beschluß gefaßt wird. und daß der Reichstag bei seinem Zusammentritt sofort Stellung gegen diese flagranten Gesetzesverlegungen nimmt. Schließlich Der Streif der Rahmenvergolder. In einer zahlreich be- fordert die Versammlung vom Bundesrat und Reichstag die sofortige suchten Versammlung der Rahmenvergolder berichtete der Verbands- Durchführung der auf dem vom 7. bis 9. März 1904 in Berlin borjizende Spät he gestern abend über die Verhandlungen mit den stattgefundenen Heimarbeiterschutzkongreß aufgestellten Forderungen." Arbeitgebern, die am Mittwoch stattgefunden haben. Die Jnnung Bankow. Die Furcht vor der Sozialdemokratie hat in der hat sich bereit erklärt, eine Lohnerhöhung von 5 Proz. zu bewilligen, Letzten Sigung zu einem Beschluß geführt, der wohl allgemeines die übrigen Forderungen wollten die Meister anerkennen. Mit einer dieses Monats eine gut besuchte Versammlung der Delegierten ab. Die Charlottenburger Gewerkschaftskommission hielt am 14. Erstaunen hervorrufen wird. Der Vorstand des hiesigen Bolts- so geringen Lohnzulage konnten sich die Vertreter der Arbeiter selbst- Schulze gab den Kassenbericht vom dritten Quartal und wurde küchen Vereins stellte an die Gemeinde das Ersuchen verständlich nicht einverstanden erklären, zumal ein Teil der Arbeit ihm auf Antrag des Revisors, Genossen Grade, einstimmig Decharge um Ueberlassung des Sigungsfaales der Gemeindevertretung zur geber schon zu höheren Zugeständnissen bereit ist. Die Innung wird erteilt. Jo st gibt sodann den Bericht über die Tätigkeit der ArAbhaltung eines Wohltätigkeitskonzerts. Die bürgerlichen Vertreter, sich nun am Freitag nochmals mit der Angelegenheit befassen und beitnehmerbeisiger im städtischen Arbeitsnachweis- Kuratorium. Die unter anderen Herr Riegel und Pradel, glaubten besonders hervor- am Sonnabend der Lohnkommission Bescheid zukommen lassen. heben zu müssen, daß, tenn Delegierten erklären sich mit der Tätigkeit im Prinzip einverstanden. man den Saal zu Ferner hat eine Verhandlung mit dem Direktor der Vereinigung Unter Verschiedenem stimmte die Versammlung dem Antrage des diesem Konzert hergebe, man allen Vereinen ein Recht auf den Saal der Kunstfreunde" in Steglitz stattgefunden. Dort wurden ebenfalls Ausschusses, ein nicht ganz einwandfreies Urteil des Charlotteneinräumen müsse. Dieser Anschauung traten die Professoren Voß 5 Prozent Lohnerhöhung zugestanden. In diesem Betriebe sind burger Gewerbegerichts in der„ Metallarbeiter- Zeitung" zu kriti= und Mendel entgegen. Das prachtvolle Treppenhaus und der künst- jedoch die Lohn- und Arbeitsverhältnisse wesentlich günstiger als sieren, zu. lerisch ausgeführte Saal seien nicht nur dazu da, alle vier bis sechs in anderen Werkstätten. Es besteht dort die achtstündige Arbeits- den unteren Verwaltungsbehörden Auskunft. Nilko beschwert sich Müller gab sodann nochmals über die Wahlen zu Wochen eine Gemeindefizung darin abzuhalten; wenn er gewußt zeit, die Feiertage werden bezahlt, die länger dort tätigen Arbeiter sodann, daß die Berliner Gewerkschaftskommission es den Beschlüssen hätte, daß die Gemeindevertreter einen so engherzigen Standpunkt erhalten Sommerferien und andere Vergünstigungen. Mit Rück zuwider unterläßt, ihre Sigungen dem Obmann rechtzeitig mitzueinnehmen, so hätte er die 50-60 000 M. für die Ausstattung des ficht auf diese Vorteile konnte man sich hier mit der Lohnerhöhung teilen. wird Folgende Resolution Sigungssaales der Gemeinde gespart. Professor Mendel wies noch einverstanden erklären. einstimmig angenomen: Im übrigen nahm die Versammlung nach In Erwägung, daß die Sitzungen der Berliner Gewerkauf die Zustände in Berlin hin, dort sperre die Regierung die der kurzer Diskussion folgende Resolution einstimmig an: Bürgerschaft gehörigen Räume, hier sperren die von der Bürgerschaft schaftskommission zuweilen von großem Interesse sind, protestiert die gewählten Vertreter die Bürger selber aus. Genosse Freiwaldt Prozent, und auf die schon höheren Löhne eine Erhöhling von Einladungen zu denselben ergehen. Während es wiederholt vorge " Die Versammlung beschließt, daß auf die Löhne von 27 M. Charlottenburger Gewerkschaftskommission gegen die Art, wie die berlangte, daß man doch frei heraussage, weshalb man nicht den 7% Prozent gefordert wird." ne eine Erhöhlm Saal herzugeben wage und weshalb man Zeitungspolemiken aus kommen ist, daß die Einladungen erst ganz kurz vor der Sizung, einmal sogar einen Tag nach der Sitzung angekommen ist, blieben diedem Wege gehen wolle. Man fürchte, daß die Sozialdemokratie felben zu den letzten Sißungen ganz aus. Die Charlottenburger auch komme und den Saal verlange.( Zwischenrufe: Jawohl! Gewerkschaftskommission erwartet, daß die Einladungen in Zukunft Sehr richtig!) Die Sozialdemokraten würden den Saal jedenfalls nicht verlangen, aber wenn sie den Arbeitern etwas Künstlerisches so zeitig ergehen, daß der Obmann die betreffenden Delegierten noch bieten wollte, weshalb solle denn ihnen als Steuerzahlern der Saal In einer stark besuchten Versammlung der Musikinstrumenten- in Kenntnis sehen kann. Schließlich wurde noch einem Antrage, für bersagt werden? Bei der Abstimmung stimmten außer den Sozialarbeiter, die gestern abend in Kellers Saal tagte, beleuchtete die Agitation unter den Eisenbahnern 30 M. zu bewilligen, stattdemokraten nur die genannten Profefforen für die Hergabe des Kleinlein als Referent die gegenwärtige Lage des Streifs. Er führte gegeben. Unentschuldigt fehlten die Maurer, Gastwirtsgehülfen aus, daß dieselbe im allgemeinen unverändert sei und keiner der und Steinsetzer. Streifenden wankelmütig werde, wenn auch die Unternehmer in ihrer Presse gegen die Arbeiter heken und die Polizei zur Behinderung der Streikposten zu Hülfe rufen. Besonders sei es der Fabrikant Klingmann, der sich auf polizeiliche Hülfe verlasse, erst am worden. Wenn die Fabrikanten in ihrem Organ sagen, sie würden vergangenen Tage feien auf sein Betreiben drei Streikposten sistiert in diesem Kampf nicht mit Platzpatronen, sondern mit Pulver und Blei schießen, so sage er, der Redner, die angedrohte, bis jetzt aber noch nicht ins Werk gesezte Aussperrung sei nicht einmal eine Platzpatrone, sondern nur eine Seifenblase. Verschiedene Fabrikanten hätten bereits eingesehen, daß es besser wäre, wenn sie sich mit den Arbeitern einigen würden. Die Lage des Streits sei günstig, die Streifenden könnten mit der größten Hoffnung in die Zukunft sehen. Dieselbe Auffassung tam auch in der regen Diskussion übereinstimmend zum Ausdruck. Es wurde hervorgehoben, daß dieauswärtigen Klavierarbeiter, unter anderem in Stuttgart, ihren streikenden Berliner Kollegen die weitgehendste Sympathie zugesichert haben. Die Versammlung nahm einstimmig eine Resolution chren wir den humorvollen Künstler; und von Ihnen hoffen wir, daß Sie Cohn mit der Bombe. Ihre Karikatur ist famos. Auch im Gegner an. Dieselbe erklärt, daß jeder, der seine Unterschrift unter das uns bald von neuem mit einem Produkt christlich- germanischer Kunst ergößen. von den Unternehmern in Umlauf gejezte organisationsfeindliche Noch mehr würden wir uns freuen, wenn Sie die Anonymität an den Nagel Schriftstück sehen sollte, als Verräter betrachtet wird. Ferner hängen wollten. 300. Berlin NW., Brüden- Allee 3. D. T. In der spricht sich die Versammlung anerkennend aus über das solidarische Buchhandlung des Vorwärts vorrätig. N. M. August 1789. Verhalten der auswärtigen Kollegen, namentlich der Klaviatur= arbeiter und verspricht, dafür einzutreten, daß die arbeitenden Kollegen nach Kräften für die Unterstützung der nicht berechtigten und unorganisierten Streikenden beitragen. Saales. Schilda, mein Vaterland! Gerichts- Zeitung. Bur Naturgeschichte der Staatsanwaltschaft. Wie schnell die Staatsanwaltschaft bei der Hand ist, Anklage im öffentlichen Interesse zu erheben, wenn der Denunzierte ein Streikender ist, bewies eine Verhandlung vor dem Schöffengericht II in Berlin. Wegen Diebstahls hatte sich der Tischler Karl Br. von hier zu verantworten. Der Angeklagte war beschuldigt, anfangs Februar dieses Jahres, als er infolge des Tiſchlerstreits die Arbeit bei dem Tischlermeister Gumtau in Lichterfelde aufgab, diesem beim Weggange mit seinem eigenen Arbeitszeug eine eine Kneifzange weggenommen zu haben. Mit Rücksicht darauf, daß Br. sein Handwerkszeug, in einem Sack verpackt, noch mehrere Tage offen der früheren Werkstelle hatte liegen lassen und es erst dann durch seinen Sohn abholen ließ, so daß also Gumtau reichlich Gelegenheit hatte, nachzusehen, ob seine Kneifzange mit eingepackt sei, hielt das Gericht die Behauptung des Angeklagten, daß er der Dieb nicht sei, für glaubwürdig und erkannte demigemäß auf Freisprechung. Daß auf eine solch beweisloſe Anzeige des Tischlermeisters überhaupt eine öffentliche Anklage erhoben werden konnte. Ob der Staatsanwalt auch Anklage erhoben hätte, wenn kein ausständiger Arbeiter in Betracht gekommen wäre? 黃 Verfammlungen. Arbeiter Samariterkolonne. Sonntag, den 23. Oktober, abends 6 Uhr: Versammlung im„ Dresdener Garten", Dresdenerstr. 45. Bortrag des Herrn Dr. med. Sommerfeld über„ Die Entstehung des Menschengeschlechts". Nach der Versammlung gemütliches Beisammensein mit Tanz. Montag abend 9 Uhr in demselben Lokal Fortsetzung des Winterkursus. tätigkeit des menschlichen Körpers). Neue Teilnehmer können noch eintreten. Vortrag der praktischen Aerztin Fräulein Dr. Brofi über Psychiologie( LebensGäste stets willformen. Eintrittsgeld sowie Monatsbeitrag je 25 Pi. Bibliothek steht unentgeltlich zur Verfügung. Die Berliner Zionistische Bereinigung veranstaltet am Montag, den 24. Oktober abends 9 Uhr eine öffentliche Bersammlung in Dräsel Feſtſälen, in der Herr Rechtsanwalt Dr. S. Gronemann- Hannover über das Thema" littleber Berbang, straße 75: Uebungsstunde mit Damen. Berliner Tanzlehrer: Verband. Freitagabend 9 Uhr, Alte JalobBriefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9½½ 1hr abends statt. Geöffnet: hr. Ein Kindesmord im Pfarrhause zu Meinsdorf bei Jüterbog beTh. 38. Wenn gepfändet werden sollte, müßte Ihre Frau Einstellung schäftigte am Donnerstag das Potsdamer Schwurgericht, vor welchem der Pfändung beantragen und Interventionsflage erheben. H. Müller. fich dieserhalb die aus der Haft vorgeführte 21jährige Dienstmagd Die Verkümmerung des Arbeiterinnenschutzes in der Konfektion durch richterliche Entscheidung antragen müssen. Haben Sie die Frist verstreichen Sie hätten rechtzeitig( innerhalb einer Woche) gegen den Strafbefehl auf Minna Wache, welcher der Rechtsanwalt Bahn( Berlin) zur Seite den preußischen Handelsminister. stand, zu verantworten hatte. Zu der Verhandlung waren 15 Zeugen laffen, so müssen Sie zahlen. . W. 100. 1. und 2. Nein. 3. Ja. 3wei Protest versammlungen mit dieser Tages- R. B. 174. Ihre Tochter fann eine Klage anstellen, hat aber wenig und drei Sachverständige geladen, da die Angeklagte bisher sowohl ordnung hatten die Konfettionsarbeiter und Arbeite- Aussicht auf Erfolg, da aus dem von Ihnen Geschilderten eine Vereinbarung die Tat wie überhaupt ihre Schwangerschaft bestritten hatte. Sie rinnen am 17. Oktober im Norden und Osten Berlins. Im über Kündigungsausschluß mit Recht gefolgert wurde. Fr. D. Ohne foll am Karfreitag, den 1. April d. J., zur Zeit, als sie Norden tagte man im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünder- Kenntnis Ihrer Polize und der Statuten der Gesellschaft beziehentlich der bei dem Pastor Springborn in Meinsdorf diente, vorsätzlich straße 42, im Osten in den Andreas- Festsälen, Andreasstraße 21. 50. Benn Sie eins der in Berlin gebräuchlichen Mietsformulare unters Versicherungsbedingungen ist Ihre Frage nicht zu beantworten. 8. S. und mit Ueberlegung ihr uneheliches Kind bei der Referenten waren Käming und Stühmer. Geburt getötet haben. 23. X. Leider nicht. Unter anderem schrieben haben, ist der Wirt im Recht, sonst nicht. Der Vorsitzende, Landgerichts- Direktor wurde ausgeführt: Die Bundesratsverordnung zum Schuße der G. E. 100. 1. Der Restaurateur hat die gestohlene, ihm verpfändete Baschewitz ermahnte die Angeklagte dringend, jetzt ein offenes Ge- Konfektionsarbeiterinnen und Arbeiter erreiche ihren Zweck nur Uhr ohne Entgelt herauszugeben. Sie können auf Herausgabe flagen. ständnis abzulegen. Die Tat sei am Karfreitag passiert, sie möge äußerst mangelhaft, schon deshalb, weil die großen Massen der in der 2. Nein. 3. Ja. Sch. 100. 1. Nein. 2. und 3. Wenden Sie sich deshalb an ihre Religion denken. Nunmehr legte die Angeklagte Heimindustrie Beschäftigten nicht berücksichtigt seien, sondern nur die persönlich um Auskunft an die Gemeinde. 23. 2. 25. Die jährliche ein Geständnis ab, so daß die Zeugen nicht vernommen zu werden Werkstätten. Aber selbst für die, auf welche die Verordnung An- Beteranen- Beihülfe ist, nach dem Gesetz vom Mai 1895, an die hülssbedürftigen brauchten. Schon lange war ihr Zustand den Dorfbewohnern aufwendung finde, schaffe sie mur einen sehr unzulänglichen Schuß. Zu Beteranen zu zahlen, eine faiserliche Berordnung, von der Sie schreiben, gefallen. Die Angeklagte hatte sich von dem Bauernsohn Schenke wieviel Streitigkeiten habe allein die Auslegung des Begriffs Her- gültigkeit des Lehrvertrages flagen. gibt es nicht. C. M. 103. Ihre Mutter soll auf Aufhebung und UnSoweit ersichtlich, dringt sie durch. berführen lassen und war bisher darauf bedacht, ihren Zustand zu ver- stellung im Großen" geführt! Dann sei die Ueberzeitarbeit an Richard 100. Ein Einspruch wäre zwedlos, weil die Maulforbsicherheit heimlichen. Am Abend des Karfreitag fühlte sie ihre Stunde heran- 60 Tagen ohne das Erfordernis der Nachsuchung einer Genehmigung sich auf alle öffentlich zugänglichen Räume bezieht. F. 5. 74. Eine nahen, begab sich deshalb in ihre Stube und legte sich frankheits- zulässig, während die Gewerbeordnung für Fabrikarbeiterinnen nur Entschädigungsverpflichtung liegt nicht vor. A. D. 16. 1. Die Kosten halber zu Bett, wo sie zwischen 7 und 8 Uhr einem Kinde das Leben an 40 Tagen die Ueberarbeit zulasse, und zwar erst nach Einholung werden von den Eltern nicht erfordert. Für den Betroffenen verjähren gab. Sie glaubte es sei tot, wickelte es in ein Tuch und verbarg es zwischen einer Genehmigung. Die Bundesratsverordnung in ihrer neuen Gerichtstoften in vier Jahren seit dem letzten Zwangsvollstreckungsversuch. den Brettern des Bettbodens und dem Strohsad. An anderen Fassung vom 27. Februar 1904 habe wenigstens in der Konfektion 2. Der Schein ist gültig, wenn der Unterzeichner volljährig ist. 2. 1. Ja. Morgen warf sie die Leiche in den im Garten des Pfarrhauses be- für Frauen- und Kinderkleidung die Anwendung ihrer Bestimmungen gelten, gleich viel wann der Erblasser gestorben ist, die Vorschriften des Clara 100. 1. Da das Testament vor dem 1./1. 1900 errichtet ist, so legenen Teich, wo sie am 19. April von Kindern aufgefunden wurde. nicht bloß erstreckt auf Werkstätten, wo die Herstellung im großen früheren Rechts. Kommt das märkische Recht in Anwendung( das ist der Die ärztliche Untersuchung der Angeklagten ergab nun, daß sie erfolgt, sondern auch auf solche Werkstätten, wo die Frauen- und Fall, wenn die Eheleute ihren ersten Wohnsiz in der Mark Brandenburg, geboren hatte. Die Obduktion der Leiche des Kindes stellte fest, daß Kinderkleidung auf Bestellung nach Maß für den persönlichen Bedarf aber nicht in Schermeisel oder Grochow, genommen hatten), so ist das es gelebt hatte und wahrscheinlich im Bette erstickt war. Die Ge- der Besteller angefertigt oder bearbeitet werde. Eine ganz unbegreif- Testament anfechtbar, weil das Kind nicht zum Erben eingesetzt, sondern schworenen erachteten die Angeklagte nur der fahrlässigen Tötung liche Rückwärtsrevidierung des geringfügigen Arbeiterinnenschutzes nur legatorisch bedacht und im Pflichtteil gekürzt ist. Das Pflichtteil nach für schuldig. Gemäß dem Antrage des Staatsanwalts wurde sie zu der Verordnung habe nun aber der preußische Handelsminister vor- altem Recht würde in Ihrem Falle 3000 M. betragen. Es tönnte auf einem Jahre Gefängnis unter Anrechnung von vier Monaten Unter- genommen, indem er in seinem Ausführungserlaß vom 21. Mai ungültigkeit des Testaments und Zahlung der gesetzlichen Portion( 13500 M.) geklagt werden. Vorausgesetzt ist bei dieser Antwort, daß die Nachlaßmasse fuchungshaft verurteilt. 1904 es für zulässig erklärt, daß di in der Verordnung zugelassene lediglich den vom Vater herstammenden Nachlaß betrifft. 2. 14 bis 16 000 m. Ueberzeitarbeit der Arbeiterinnen auch auf die P. S. 4. Die Haftbarkeit für strafbare Handlungen eines Vereins. Sonnabende und Vorabende der großen Feste mitgliedes läßt sich durch Statuten nicht auf einen anderen übertragen. berlegt werden dürfe. Diese Auffassung sei die ganzen Jahre Wollen die Bereinsmitglieder sich zivilrechtlich schüßen, so nehmen Sie einen vorher nie vertreten worden; selbst die Unternehmer und ihre dahin gerichteten Bassus auf, wie er S. 236 oben des dem„ Arbeiterrecht" Der fozialdemokratische Wahlverein für den vierten Berliner Organe seien bei der Bekämpfu.. des Konfektionsarbeiterinnen- beigefügten Führers dargelegt ist. Das Buch liegt in den öffentlichen Lesehallen aus. O. 6. 42. 1. Nicht der Arzt, sondern der Vorstand der Reichstagswahlkreis( Südost) hielt am 18. Oftober im großen schußes früher stets davon ausgegangen, daß der durch die Verord- Kasse hat die statutenmäßigen Leistungen zu gewähren. Liegt Erwerbs= Saal des Gewerkschaftshauses eine Generalversammlung nung für die Arbeiterinnen festgesetzte 5½ Uhr- Schluß an Sonn- unfähigkeit auch ohne Strankheit vor, so ist Strankengeld nicht zu ab. Zunächste widmete der Vorsitzende, Genosse P. Hoffmann, abenden und an den Vorabenden der Feste unantastbar sei. Die zahlen, da diefs nur für die durch die Krankheit ber= den seit der letzten Versammlung verstorbenen Mitgliedern Rothe, ministerielle Auslegung wiederspreche auch dem Wortlaut des§ 4 ursachte Erwerbsunfähigkeit zu zahlen iſt, 2. Sie könnten nur kündigen. Splittstößer, John und Wolf, sowie dem auf so tragische der Bundesratsverordnung, sowie dem Sinne und dem Zwecke der A. H. Mit dem sogenannten Unfallzuschuß verhält es sich Weise aus dem Leben geschiedenen Reichstagsabgeordneten Albert fraglichen Bestimmung über den Schluß der Beschäftigung an Sonn- folgendermaßen: Beträgt das Krankengeld weniger als zwei Drittel des Schmidt einen ehrenden Nachruf. Die Versammelten schlossen sich abenden, die gerade besonders den vielen in Betracht kommenden ver- bei der Berechnung desselben zugrunde gelegten Lohnes, in Ihrem Falle der Ehrung durch Erheben von den Sißen an. Dann gab der Vor- heirateten Frauen dienen solle. Es müsse energisch gegen das Ver- also des ortsüblichen Lohnes, so ist das Strankengeld bis auf diese zwei Drittel zu erhöhen. Sie haben also Anspruch auf Ergänzung bis zu zwei fizende den Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes. Neben seinen fahren des Handelsministers protestiert werden. Im übrigen dürfe Drittel des ortsüblichen Krankengeldes von der fünften Woche( 29 Tage) regulären Aufgaben hatte der Vorstand auch die einer Schiedskommis- man sich überhaupt nicht auf den geschlichen Schutz allein verlassen, nach Eintritt des Unfalles ab. Der Zuschuß ist Ihnen von der Krankenkasse sion in Streitfällen unter Mitgliedern zu erfüllen. In den meisten wenn man auch für ihn eintreten und für seine Durchführung sorgen zu zahlen. Diese läßt ihn sich dann erstatten. 2. N. 28. Das Mädchenr Fällen konnten sie zur Zufriedenheit beider Teile erledigt werden. müsse. Durchaus notwendig sei auch der Weg der Selbhülfe, der könnte gegen den gewissenlosen Vater auf Zahlung flagen. W. 2. 40. wenn fie Einige Tadel waren auszuteilen. Forderung ist verjährt, Von dem Recht des Ausschlusses gegangen werde durch den Anschluß an die Organisation, den Ver- Die nicht ansgeflagt oder N. A. Ja. ivar nur in zwei Fällen Gebrauch zu machen. In dem verflossenen band der Schneider und Schneiderinnen. Wenn die Konfektions- für fie ein vollstreckbarer sonstiger Titel erteilt ist. G. R. 64. Die angemessenen Gebühren schwanken zwischen 6 und Geschäftshalbjahr wurden 841 neue Mitglieder aufgenommen. Es arbeiter und Arbeiterinnen nicht selber mitwirkten, dann könnten 20 M. für die Entbindung, und 1 bis 3 M. für jeden Besuch. Maßgebend schieden aus 39, davon 11 durch den Tod. Die Gesamtzahl der die anderen Kollegen für sie eine Besserung ihrer traurigen Ver- ist die Schwere des Falles und die Vermögenslage der Wöchnerin. Mitglieder betrug beim Beginn des neuen Halbjahrs 4979. Ge- hältnisse nicht erringen. Also hinein in die Organisation!( Leb-. 46. Sie sind berechtigt, einen Lehrling auszubilden. Ch. 2. 25. nosse ll Im erstattete darauf den Kassenbericht. Im letzten Halbjahr hafter Beifall.) In der Debatte wurden vielfache Uebertretungen Reflamieren Sie bei der Gewerbedeputation des Magistrats; aber soweit wurden, einschließlich eines alten Bestandes von 778,87 M., insge- der Verordnung des Bundesrats bloßgestellt. Unter diesen spielen ersichtlich, sind Sie zur Zahlung verpflichtet. Jedenfalls müssen Sie vorab famt 6310,87 M. eingenommen. Die Gesamtausgabe betrug eine Rolle auch die der Bestimmung über die Lohnbücher. Ueber die zur Vermeidung einer Zwangsvollstreckung zahlen. In der Reklamation legen Sie dar, daß Sie kein selbständiges Geschäft betreiben, vielmehr ledig5966,30 M., wovon 4323 M. für Agitation im Kreise ausgegeben unzulängliche polizeiliche Kontrolle wurde auch lebhaft geklagt. Für Ihre Angaben müssen wurden. Am 30. September verblieb ein Bestand von 344,57 M. Folgende Protestresolution wurde in beiden Versammlungen G. 1000. 1. Nein. 2. Ja. Um ein für allemal in der Richtung Klarheit zu schaffen, empfiehlt angenommen: Die Versammlung protestiert energisch gegen den G. H. 1. u. 5. Nein. Im übrigen: der außereheliche Erzeuger hat der Vorstand folgende Resolution: Erlaß des preußischen Handelsministers vom 21. Mai d. I., wonach den Unterhalt für das Kind bis zu dessen zurückgelegtem 16. Lebensjahre Die Generalversammlung beschließt: Alle Parteigenossen, die Ueberzeitarbeit an Sonnabenden und den Vorabenden der Fest zu bestreiten. Als angemessen werden 16-25 M. monatlich erachtet. die innerhalb des vierten Reichstagswahlkreises ein Amt in der tage nach 5% Uhr abends zulässig sein soll. Die Versammlung 5. 2. 100. Geschlechtsverkehr mit seiner Schwiegermutter ist, falls wegen Partei annehmen, müssen einer gewerkschaftlichen Organisation, erblickt darin einen Verstoß gegen die Gewerbeordnung und den desselben die Ehe getrennt wird, auf Antrag der Tochter als Ehebruch mit Monaten strafbar. Außerdem bestraft das Strafdie auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung steht, ange-§ 4 der Bundesratsverordnungen vom 31. Mai 1897 und 17. Februar Gefängnis bis zu hören. Ausgeschlossen hiervon sind diejenigen Parteigenossen, 1904. Die Versammlung verurteilt dieses Vorgehen um so schärfer, gesetzbuch solchen Verkehr als Blutschande( auch nach aufgelöster Che und die selbständig sind oder ein Geschäft haben oder in einem Beruf als es von einer Stelle ausgeht, die berufen ist, bestehenden Gefeßen auch für den Fall, daß die Ehescheidung nicht beantragt ist) mit Gefängnis bis zu 2 Jahren. K. H. Deffentliche Luftbarkeiten werden in einer tätig sind, wo feine gewerkschaftliche Organisation besteht." und Verordnungen Geltung zu verschaffen, und somit die Gefahr be- großen Reihe von Gemeinden mit der Luftbarkeitssteuer belegt, die ortsNach kurzer Debatte wurde diese Resolution mit sehr großer steht, daß versucht wird, auch die übrigen Arbeiterschutzbestimmungen statutarisch festgelegt ist. Eine gesetzliche Besteuerung zugunsten von Majorität angenommen. durch Ministerialerlaß außer Kraft zu sehen. Ferner erklärt die Komponisten gibt es nicht. Wahrscheinlich meinen Sie die an den Autor zu Tantieme. Diese ist in den meisten Fällen ant den Es folgte ein interessanter Vortrag des Reichstagsabgeordneten Versammlung die von der Berliner Handelskammer aufgestellte zahlende M. M. Nein. W. W. Ja. E. Wurm über„ Kapital und Arbeit", der lebhaften Beifall fand. Usance:" In der Berliner Konfektionsbranche wird von den Arbeit- Komponistenverein zu zahlen. Die Neuwahl des Vereinsvorstandes, die inzwischen per Stimm- suchenden die Vorlegung eines Lohnbuches der Regel nach nicht ge= Wasserstand am 19. Oktober. Elbe bei Auffig 0,35 Meter, bei zettel erfolgt war, ergab folgendes Resultat: P. Hoffmann, erster fordert", für eine bestellte Mache, bestellt zu dem Zweck, dem rechtsDresden 1,71 Meter, bei Magdeburg+0,57 Meter. Unstrut bei Vorsitzender; W. Jöchel, zweiter Vorsitzender; W. Menzel, widrigen Einbehalten der Lohnbücher seitens der Konfektionäre und Straußfurt+0,80 Meter. Oder bei Ratibor+1,42 Meter, bet Breslau erster Schriftführer; Runge, zweiter Schriftführer; N. Ha del= 3wischenmeister den Schein eines Rechts zu verleihen. Die Ver- Ober- Begel+4,94 Meter, bei Breslau Unter Begel 1,20 Meter, bei busch, erster Stassierer, W. Traczyc, zweiter Kassierer; Georg sammlung erwartet, daß die Arbeiter und Arbeiterinnen die Ueber- Frankfurt+0,55 Meter. Weichsel bei Brahemünde+2,34 Meter. es, Beisiger. Bu Revisoren wurden Gustav Brödenfeld, geitarbeit an Sonnabenden und den Vorabenden der Festtage verweigern avthe bei Posen-0,06 Meter. Nese bei Usch+ 0,48 Meter. -lich für ein bestimmtes Geschäft arbeiten. Sie Beweismittel anführen. Rummelsburg. Generalversammlung des Sozialdemokr. Wahlvereins Mittwoch, den 26. Oktober cr., abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Gorgas, Neue Prinz Albertstraße 74. Zages Drdnung: 8/10 Bericht des Vorstandes und Vertrauensmannes. Anträge: a) betreffend Zusammensekung des Vorstandes; b) Wiederaufnahme durch Streichung ausgeschiedener Mitglieder; c) Zugehörigkeit zur Gewerkschafts- Organisation. Diskussion. Wahl des Vorstandes und Vertrauensmannes. Stellungnahme zur Kreiskonferenz. Wahl der Delegierten zu derselben. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Achtung! Kistenmacher. Achtung! Heute, Freitag, den 21. Oktober, abends 8½ Uhr, in den Andreas Feftfälen, Andreasstraße 21: 104/5 Oeffentliche Versammlung. 2. Disfuffion. Orts- Krankenkaffe Arbeiter- Bildungsschule Berlin für das Gewerbe zu Berlin. GoldschmiedeDie gemäß§ 50 des Statuts ( siehe zweite Abänderung zum Statut) vorzunehmenden Wahlen der Vertreter der Kassenmitglieder und Arbeitgeber zu den General- Bersammlungen für die Jahre 1905 und 1906 finden am Sonnabend, den 29. Oktober 1904, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer No. 15, Saal No. 3, statt. sind zu wählen: Sonnabend, den 22. Oktober 1904, abends 8%, Uhr: Fortsetzung der General- Versammlung im Saal 7 des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15. Tages- Ordnung: 1. Anträge des Vorstandes. 2. Schulangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Beiträge werden entgegengenommen. Sonntag, den 30. Oktober, abends 7 Uhr, 275/16 im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: 100 Bertreder ber Raffenmitglieder und 50 Bertreter der Arbeitgeber. Die Staffenmitglieder wählen präzise bon 8-9 Uhr abends. Moderner Lyriker- Abend. Mitwirkende: Kapellmeister Robert Erben( Klavier), KonzertDie Herren Arbeitgeber wählen meister Adolf Sens( t. Violine), Konzertmeister Hermann Walter präzise von 92-10% Uhr abends. ( 2. Violine), August Bertram( Bratsche), Paul Neumann( Violon- Cello), Wahlberechtigt und als Bertreter Mitglieder des Orchesters des National- Theaters. wählbar sind alle Stassenmitglieder, Fest- Rede: Rezitation: Frau melche großjährig und im Besize der Friedrich Stampfer. diejenigen Arbeitgeber, welche für die bei ihnen beschäftigten Mitglieder BeiTages- Ordnung: 1. Die Differenzen in der Berliner Kistenfabrik( Jnh. Karl Opig). bürgerlichen Ehrenrechte find, sowie Walcotte. Alle Kollegen müssen erscheinen. Die Lohnkommission. Gesang: Meta Schönfeld. Nachher: Tanz. Billetts a 60 Pf.( inkl. Garderobe und Liedertexte) sind in der träge aus eigenen Mitteln zur Kaffe Schule, bei Horsch, Engel- Ufer 15, Gottfr. Schulz, Kottbuser Tor, leisten. Reul, 5/7 Achtung! Bauarbeiter Berlins Achtung! feber bent het Road, Barnimstr. 42, zu haben und Umgegend. Verband der Bau-, Erd- u. gewerbl. Hülfsarbeiter Deutschlands. Sonntag, 23. Oktober, vormittags 10 Uhr, im großen Saal von Buggenhagen, Moritplay: General- Versammlung. Für die Mitglieder das Mitgliedsbuch als Legitimation. Die Herren Arbeitgeber werden gebeten, dieses auf Verlangen den Mitgliedern auszuhändigen. Der Vorstand. E. Davidshäuser, Vorsitzender. H. Hertz, Schriftführer. 34/16 Orts- Krankenkasse der Sattler u. verwandt. Gewerbe zu Berlin. Freitag, den 28. Oftober 1904, abends 82 Uhr: Berliner Arbeiter( Mitglied des Arb.- Radf.0 Radfahrer- Verein Bundes, Solidarität"). Mittwoch, den 26. d. M., abends 1,9 Uhr: Ordentliche General- Verfammlung in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, großer Saal. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht des Kassierers. 3. Ergänzung des Vereinsstatuts. 4. Anträge. 5. Bericht von der Bezirksleiter- Konferenz. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Bollzähliges Erscheinen erwünscht Der Vorstand. Tages- Ordnung: 1. Kassenbericht vom 3. Quartal 1904. 2. Jnternationale Freizügigkeit Wahl- Versammlung 6. Berschiedenes. und Gewerkschaftskampf. Referent: Reichstags- Abgeordneter Genosse Ed. Bernstein. 3. Diskussion. 4. Verbandsangelegenheiten. Das Erscheinen aller Mitglieder ist Ehrensache. Zahlreichen Besuch erwartet Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe keinen Eintritt. Die Ortsverwaltung. Vereinigung der Zimmerer Deutschlands Bureau: Berlin C. 54, Dragonerstr. 15 Hof I. Telephon: Amt III No. 5028. Sonntag, den 23. Oktober, vorm. 10 Uhr, in den Industrie- Sälen, Beuthstr. 20: General- Versammlung des Vereins der Zimmerer Berlins und Umgegend. Tages Drdnung: 1. Abrechnung vom 3. Duartal. 2. Abrechnung vom 11. Stiftungsfest. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Das Ergebnis der Gewerbegerichtswahlen. 5. Berschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. 258/3 Der Borstand. J. A.: A. Juppenlatz. Stukkateure! Laut Generalversammlungs- Beschluss vom 17. Oktober dieses Jahres gilt für unsere Kollegen auf den Bauten folgende ArbeitszeitEinteilung: Anfang Bom 16. Februar bis 15. Oktober 7 Uhr " " " " " " 16. Oftober 15. November 73" 16. November 15. Januar 8 " Frühstück 81-9 Uhr 9-912 9-91/ 2 " " 16. Januar 15. Februar 7" 9-93" Mittag 12-1 Uhr 12-12" 12-121 12-121" 2" " Feierabend Tägl. Arbeitszeit 5 Uhr 812 Stunden 41/2" 4 8 7 41/2" 8 Die Kollegen werden ersucht, diesen Beschluß genau durchzuführen. Es ist jede etwaige Lichtarbeit über die gegebene Zeit abzulehnen. Nur so können wir dem eintretenden Arbeitsmangel steuern, indem wir diese verkürzte Arbeitszeit streng einhalten. Die anderen Bauberufe werden gebeten, der Durchführung obigen Beschlusses den gehörigen Nachdruck zu verleihen. 175/9 Die Ortsverwaltung der Filiale Berlin des Zentral- Verbandes der Stuffateure Deutschlands. N. 37, Straßburgerstr. 17, Tel. Amt III, 1447. der Kassenmitglieder im ,, Gewerkschaftshause", Saal IV, Engel- Ufer 15. Zages- Ordnung: 1. Wahl von 344 Bertretern der Staffenmitglieder für 1904-1906. 2. Vortrag über: Sozialpolitische Aufgaben der Krankenfaffen; Referent Arbeitersekretär G. Bauer. 3. Diskussion. 4. Berschiedenes. 275/17 NB. Wahlberechtigt und wählbar sind NB. Sonntag, den 23. d. M., vorm. 12 Uhr vom Prenzlauer Tor nach Weißensee, König- Chauffee zur Radfahrer- Vernach Wilmersdorf( Wittes Boltsgarten). sammlung. Nachmittags 3 Uhr vom Kreuzberg( Wasserfall) Better per Bahn. Zu beiden Touren ist zahlreiches Erscheinen erwünscht. Bei schlechtem 29/2 IV. Abteilung: Nachmittags 22 Uhr Küstriner Platz nach Baumschulenweg. nach§ 48 bes Statuts mur diejenigen Verband der Bau-, Erd- u. gewerbl. Hilfsarbeiter Deutschl. Besige der bürgerlichen Ehrenrechte Mitglieder, welche großjährig und im find. Mitgliedsbuch legitimiert. Dienstag, den 1. November 1904: abends 82 Uhr: Bezirk Moabit. Sonnabend, den 22. Oktober, abends 7%, Uhr, in H. Peters' Ballsalon, Wiclefstraße 24: Wahl- Versammlung Mitglieder- Versammlung der Arbeitgeber im ,, Gewerkschaftshause", Saal V, Engel- Ufer 15. Tages- Ordnung: 1. Wahl von 165 Bertretern der Arbeitgeber für 1904-1906. 2. Verschiedenes. NB. Wahlberechtigt und wählbar find diejenigen Arbeitgeber, welche für die bei ihnen beschäftigten Personen Beiträge aus eignen Mitteln zu obengenannter Staffe zahlen. Wir machen noch darauf aufmerksam, daß zu Bertriebsbeamte gewählt werden können. Der Vorstand. mit Frauen. Tages Drdnung: 1. Die freiheitlichen Dichter der vormärzlichen Zeit". Mit Rezitationen von Karl Albert( Stripp). 2. Interne Angelegenheiten. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein. Das Kassieren fällt an diesem Abend in beiden Lokalen aus. Die Mit glieder werden ersucht, zahlreich mit ihren Frauen zu erscheinen. 34/17 Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband deutscher Brauereiarbeiter Zweigverein Berlin, Sektion II. Albert Tischendorf, Walter Dittmann, Sonntag, den 23. Oktober, nachmittags 1, Uhr, in Kellers Feft. Vorsitzender, Schriftführer, Dresdenerstr. 107/108. Sparrstraße 6. NB. Die Generalversammlung findet am Mittwoch, d. 23. November, abds. 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal I, statt. Sälen, Koppenstr. 29: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Sassenbach. 2. Abrechnung vom dritten Quartal und Vorstandsbericht. 3. Wahl des Vorstandes und der Revisoren. 4. Vereinsangelegenheiten. Herrenkragen, rein Lein. 4f. beite Qualit., D. M. 3 u. 3,50. 22995 Manschetten, prima, 4 fach / D. M. 1,80 und 2,25. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Serviteurs, größte Auswahl Deutsche Metallarbeiter- Gewerkschaft. Stück von 30 Pf. an. Krawatten, Handschuhe, Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Penträger, Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. Hierdurch teilen wir allen Berufsangehörigen mit, daß die nachstehend bekannt gegebenen Unternehmer den Vertrag noch nicht unterschriftlich anerkannt haben. Die Angehörigen unserer Branche fordern wir hiermit auf, diese Unternehmer unverzüglich zur Unterschrift des Vertrages aufzufordern, und im Falle dies verweigert wird, sofort die Arbeit einzustellen: Merluzzi u. Co., Wichmannstr. 12a. Johann Ddorico, Potsdamerstr. 10/11. Gebr. Arerio, Friedrichstr. 243. Julius Beermann, Rigdorf, Herfurthstr. 6a. Berino u. Co., Wilhelmstr. 6. Gelbrecht, Ebertsstr. 75. Richard Grötschel Hennig, Durlacherstr. 10. Hollstein, Bößowstr. 4. Linzel, Kantstr. 108. Oldehof, Grüner Weg. 22. Ring, Gleimstr. 19. Paul Stolte, Markgrafendamm 31. Richard Schäffer, Anhaltstr. 4. Gebr. Bidrom, Hagelsbergerstr. 29. Bent u. Arndt, Waldstr. 54. Karl Schirmer, Schaperftr. 33. Baumeister Schent, Gleditschstr. 34. H. Bachtel, Nieder- Schöneweide, Hasselwerderstr. 1. Friedrich Schulze, Schöneberg, Torgauerstraße. Schütz, Groß- Lichterfelde, Marienfelderstr. 35. Diß u. Co., Friedrich- und Mittelstraßen- Ede. Julius Borkenhagen, Liebenwalderstr. 46, I. 6. Reichel, Cubrystr. 47. A. Schmidt, Wißmannstr. 9. Glawe u. Co., Wilhelmsaue 20, Musack. Ferd. Brademann, Grimmstr. 25. Die Firmen B. Tobfing, Franz Henschel, Charlett u. Baech, Br. Klemke( Friedenau) und Arthur Rosenberg find dem Vertrage unterschriftlich beigetreten. 153/16 Die weltbekannte Bettfedern- Fabrik GuftabLuftig, Berlins., Prinzenstraße 46, versendet gegen Nachnahme garant.neue Bettfebern d. Bfb. 55 Bf., hinesische Halbbannen d. Bfb. M.1,25, heffere galbbaunen d. Pib. M. 1,75, borzügliche Daunen d. Bfb. M. 2,85. Von diesen Daunen genügen 3 bis 4 fund zum großen Oberbett. Berpadung frei. Breist. u. Broben gratis. Biele Anerkennungsschr. Der Vorstand. hentücher, Strümpfe ic. Detailverkauf zu Engros- Preisen. Ernst Marcuse 23. Münzstrasse 23. Adlershof. tober, abends 8, Uhr hält der GeAm Sonnabend, den 22. Dr. fangverein Freiheit II in Lau's Gesellschaftshaus sein 13. Stiftungsfest ab. 22946 teppdecken Ste 3641 Gelegenheitskauf! Deutscher Metallarbeiter- Verband. Kattu 25 Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Bimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Bimmer 34. Amt IV, 3353. buntfarbig Wollatlas, Sonnabend, den 22. Oktober, abends 81 Uhr, im Lokal von Köpnic, Similiseide, Bichelsdorferstr. 39: Bezirks- Versammlung alle Farben alle Farben 485 600 Schlafdeeken 200, 300 NormalEnten und Gänse der Spandauer Kollegen und Kolleginnen. Spezial- Emil Lefèvre. liefere franko jede Bahnstation mit Garantie lebender Ankunft: 22496 1. Vortrag über:" Die englische Revolution". Referent: Genosse 10 St. gr. bald schlachte. Gänse 30 M. 2. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. 12 Stüd große fettfl. Enten 18 9. G. Davidsohn. Ler, Reuben 20, 00 18 in:| 123 Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Die Ortsverwaltung. Müller, Bez. Oppeln. 123/3 Haus Berlin S. Oranienstrasse 158. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau und Arbeitsnachweis Rosenthalerstr. 57. ( 2. Eingang Gormannstr. 28.) Geöffnet von 9-2 und 4-8 Uhr. Telephon III 1296. Sonntag, den 23. Oktober, nachmittags 5 Uhr, ím Englifchen Garten, Alexanderstraße 27c: Monats- Versammlung mit Frauen. Xages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Schriftsteller M. Baege: " Die Schule wie sie ist und sein sollte." 2. Diskussion. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein( unter gütiger Mitwirtung des Violin- Virtuosen Herrn Meyer) und Tanz. Garderobe 10 Pf. Gäste willkommen. Regen Besuch erwartet 280/17 Die Ortsverwaltung. Weißensee. Oeffentliche Radfahrer- Versammlung Sonntag, den 23. Ottober cr., mittags 12 Uhr, in ,, Wlodarczycks Festsälen", Rönig- Chauffee Nr. 49. Tages- Ordnung: 1 0 22926 Vortrag über: 3wed und Ziel des Arbeiter Radfahrer- Bundes Solidarität". Referent: Leo Ostrowski- Berlin. Zahlreichen Besuch erwartet Der Einberufer. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute Freitag, abends 81%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Uhren, Grammophone, Goldwaren sobie sämtliche Zubehörteile; Reparaturen, Platten billigst, Franz Henschke, N., Swinemünderstr. 39. Tel. Amt III. 5008. Leihhaus 2540* Berlin, Anflamerstr. 2. Charlottenburg, Friedrich Karlpl. 12. Beleihung von Brillanten, Gold- und Silbersachen, ühren, Bücher, Wäsche, Kleidungsstüde 2c. 7113 Beranti. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 248. 21. Jahrgang. Aus der 3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt frauenbewegung. von 7-8 hr abends und jeden ersten Sonntag im Monat von Arbeiterinnen Berlins, wahret Eure Rechte! Die Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung, die zum Schuße der Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeiter erlassen sind, werden vielfach seitens der Unternehmer nicht beachtet und die Rechte der Arbeiterinnen werden oft gekürzt. Das Gesetz bestimmt: Die Arbeitszeit dauert für Arbeiterinnen über 16 Jahre 11 Stunden täglich, mit einstündiger Mittagspause; an Vorabenden von Sonnund Festtagen nur 10 Stunden, und es muß die Arbeitsstätte an diesen Tagen bis spätestens 512 Uhr verlassen sein. Jugendliche Arbeiter von 14-16 Jahren dürfen täglich nur 10 Stunden mit einstündiger Mittagspause sowie je stündiger Frühstücks- und Vesperpause beschäftigt werden. Kündigungen und Entlassungen. Gründe für sofortiges VerLassen der Arbeit sind z. B.: Unfittliche Angriffe der Unternehmer oder ihrer Vertreter, Thätlichkeiten, grobe Beleidigungen, unregelmäßige Lohnzahlung, bei Accordarbeit nicht ausreichende Beschäftigung usw. seitige Vereinbarung ausgeschlossen werden. Wenn Kündigungsfristen Die Sündigungsfrist beträgt 14 Tage; fie kann durch gegen bestehen, müssen fie für beide Teile gleich sein. Prinzen- Allee 88, sind für Arbeiterinnen allein jeden Donnerstag 9-10 Uhr vormittags zu sprechen. Die Beschwerdekommission der Arbeiterinnen Berlins. Ueber die sozialdemokratische Frauenkonferenz in Bremen äußert sich die Frauenbewegung", das Organ des radikalen Flügels der bürgerlichen Frauen, in ihrer legten Nummer in äußerst sympathischer Weise, indem sie schreibt: vom" Parteivorstand zur Tagung entfandte Abgeordnete Molkenbuhr Wenn man das sozialdemokratische Amazonenkorps", wie der die proletarischen Frauen scherzhaft nannte, überblickte, so trat es sofort lebhaft in die Erscheinung, daß die Seele dieser ganzen Vereinigung in Frau Klara- Bettin- Stuttgart zu sehen ist. Sie ist der geborene Kommandeur dieser Truppen, die man in Offiziere, Unteroffiziere und Gemeine einteilen möchte, um einen knappen und flaren Ueberblick darüber zu geben. Frau Klara Zetkin ist unzweifelhaft eine Agitatorin par excellence. Arbeitskraft, die jetzt von der Partei besoldete Vertrauensperson. Ihre rechte Hand ist Fräulein Ottilie Baader, eine tüchtige Was diese Frau, so lange sie gezwungen war, eigenem Broterwerb nachzugehen, in ihren freien Stunden für ihre Mitschwestern geleistet ihrer Berichterstattung zuzuhören Gelegenheit hatte. hat, grenzt an das Phänomenale; das mußte jeder anerkennen, ber Freitag, 21. Oktober 1904. " Solide", Scholz, Bossenerstr. 1. Lange Pfeife", Schilling, Friedrichs berg, Mainzerstr. 5." Frohe Stunde I", ersten, Elbingerstr. 15. Arbeiter- Radfahrerbund" Solidarität“. Gau 9( Prov. Branden burg.) Alle Buschriften und Anfragen, den Bund betreffend, sind zu richten an den Gau- Vorsitzenden Karl Fischer, Berlin NW., Waldstr. 8. Berliner Arbeiter- Radfahrerverein", Abteilung 5, jeden 1. und 3. Freitag im Arbeiter- Radfahrer- Verein Böhmischen Brauhaus, Landsberger Allee. " Charlottenburg", jeden Freitag nach dem 1. und 15. Osnabrüderstr. 1, Bestel. " Concordia", jeden Freitag nach dem 1. und 15., Lichterfelde, Chausseestraße 104. Arbeiter- Radfahrer- Verein", jeden Freitag vor dem 1. und 15., Stegliz, Schloßstr. 117, Warendorf." Frisch auf", Rathenow, Turnplak 2. Glück auf", Bornim bei Potsdam nach dem 15. bei Strüger. bergerstr. 74. Arbeiter Schwimmerbund. Anfragen an Karl Schüße, Reichenanstalt, Dennewißstraße. Borwärts"( Abt. Steglib), abends 7 Uhr städtische Bade" Vorwärts"( Abt. Rirdorf), abends 7 Uhr städt. Badeanstalt, Bärwaldstraße." Vorwärts"( Abt. Norden), abends 7 Uhr " Welle"( Abt. I und III), abends städtische Badeanstalt, Turmstraße. 7 Uhr städt. Badeanstalt, an der Schillingsbrücke. 2. Männerabt. Staligerstraße 55/56. 4." Männerabt. Siemensstraße 20. Arbeiter- Turnerbund. Turnverein" Fichte". Abends von 8-10 Uhr: 5. Männerabt. Wattstr. 16. 6. Männerabt. Stallschreiberstr. 54. 7. Männerabteilung Petersburgerstr. 4. 11. Männerabt. Fürbringerſtr. 33. 1, Damenabteilung Reichenbergerstr. 131. 9. Männerabt. Müllerstr. 158. 10. Männerabteilung Mariannenufer 1a. 2. Damenabt. Ackerstr. 67. 1. Lehrlings abt. Friedenstr. 37. 3. Lehrlingsabt. Boechstr. 17-20. 8. Lehrlingsabt. Höchste traße 36/37. 12. Lehrlingsabt. Eberswalderstr. 10. Freie Turnerschaft Stegliz, im Birkenwäldchen, Schüßenstraße. Ruderverein" Collegia", Charlottenburg, bei Nußbaum, an der Röntgen- Brüde. Berliner Arbeiter- Ruderverein Freiheit", Restaurant -" Als dritte im Bunde ist Frau Luise Ziez- Hamburg zu nennen, Ausstellung von Zeugnissen. Die Arbeiterin hat das Recht, ein eine bekannte agitatorische Kraft, die zum Zweck der Agitation fast Felsenterrasse, Engelufer 1. Bootshaus: Stralau, Tunnelſtr. 29. Zeugnis über Art und Dauer ihrer Beschäftigung zu verlangen; be- ganz Deutschland schon mit Erfolg bereist hat. Da die sonst besondere Merkmale, welche die Schädigung der Arbeiterin zur Folge fannten Vertreterinnen Lilh Braun, Helma Steinbach, Emma Ihrer Lichterfelde, Reisen, Chausseestr. 104. Gesellige ze. Vereine. Arbeiter- Turnverein„ Froh und frei", GroßAthletik- und Ringsport- Verein haben können, sind ungesetzlich und zurückzuweisen. und Rosa Luxemburg fehlten, so sind noch die tapferen Unteroffiziere und Terrarienkunde, jeden Freitag nach dem 1. und 15. bei Schulz, Birken„ Athen", Schöneberg, Grunewaldstr. 110. Elodea", Verein für AquarienStrafgelder. Bestimmungen über Lohnabzüge in Form von des" Amazonentorps" zu erwähnen: Frau Greifenberg aus Augs- straße 57. Strafgeldern müssen in der Fabrikordnung, die sichtbar aushängen burg, die Dichterin Pößsch- Leipzig, Wadwig- Wittenberge, Fahren- Bitherklub Edelweiß", Conrad, Borndorferstr. 6. Slub" To drink to much", Kuschke, Pallisadenstr. 95. muß, bekannt gegeben sein. Die Verhängung jeder Strafe muß der wald- Hamburg, Zeise- Köln usw. Alle diese Frauen wissen selbst- Immer flott", Spandauerstr. 3/4. Tambour- Verein Arbeiterin ohne Verzug mitgeteilt werden. Lotterieverein" Gute Hoffnung", alle Hygienische und Schuhmaßregeln. Arbeitsräume, Betriebs- ständig ihr Wort zu führen, verstehen es kurz und fachlich zu 14 Tage bei Schmöckel, Prenzlauer Allee 40. Musikdilettanten- Berein vorrichtungen, Maschinen und Gerätschaften sind so einzurichten und sprechen, verstehen es auch Vorträge aufzubauen, denen jeder gebildete Berlin- Moabit" bei Daafe, Duigowstr. 79. Verein socialdemokratischer Gastwirte. Vorsitzender: F. Ewald, zu unterhalten, daß die Arbeiterinnen gegen Gefahren für Leben Wiensch, sofern er sonst Anteil an ihrem Inhalt nimmt, mit Interelle Schönleinstr. 6. Sigungen jeden Freitag nach dem 15. des Monats. und Gesundheit geschützt sind. Es ist für genügend Licht, reine gute zu folgen vermag. Nun zu den schlichten Grenadieren, zu den wirklich einfachen ſammlung im Gewerkschaftshause; die andren Freitage Uebungsstunde bet Tanzlehrerverein Solidarität“. " Am 1. Freitag im Monat VerLuft, Beseitigung von Staub und Abfällen zu sorgen; ebenso find Frauen aus dem Volte, deren Zunge ungelent, deren Geist nicht Collwig, Gr. Frankfurterstr. 102. Schutzvorrichtungen an Maschinen anzubringen. In Anlagen, deren burchgebildet ist, sie gerade find es, die die größte Hochachtung Betrieb es mit sich bringt, daß die Arbeiterinnen sich umkleiden und verdienen. Sie sind die fleißigen Bienen, die mühsam und be- Sigung; die andren Freitage Uebungsstunde bei Feuerstein, Alte Jakobnach der Arbeit reinigen, müssen ausreichende, für beide Geschlechter schwerlich das Material zusammentragen, das in der sozialistischen straße 75. getrennte Ankleide- und Waschräume vorhanden sein. Bedürfnis- Frauenschmiede anstalten müssen in genügender Zahl vorhanden und so eingerichtet Frauenschmiede verarbeitet wird. Hut ab vor dieser unermüdlichen Kleinarbeit." sein, daß Sitte und Anstand nicht verlegt werden. Arbeiterinnen, achtet darauf, daß diese zu Eurem Schuße er- Im Berein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse hielt am laffenen gesetzlichen Bestimmungen durchgeführt und innegehalten Montag an Stelle des erkrankten Dr. Arons Dr. Borchardt den werden. Wir weisen darum von neuem darauf hin, daß nachstehende Bersonen bereit sind, um es den Arbeiterinnen zu ermöglichen, ohne Nachteile für ihre Eristenz auf Beseitigung der Mißstände in den Arbeitsstätten hinzuwirken, wahrheitsgetreue Beschwerden entgegen zunehmen und für schleunigste Abhilfe Sorge zu fragen. halten! Die Namen der Beschwerdeführer werden streng geheim geBeschwerden nehmen entgegen: Fräulein Baader, Blücherstraße 49, of II. Frau Bauschke, Rostoderstr. 43, Quergeb. I. Frau Dr. Beyl, Lothringerstr. 67, I. Frau Lus, Waterloo- Ufer 9, im Laden. Frau Panzeram, Pappel- Allee 128, vorn I. Frau Tiek, Blumenstr. 63, I rechts. Frl. Heidemann, Alte Jakobstr. 108, IV. Frl. Grünberg, Köpniderstr. 8b, IV. Frau Jeeze, Rigdorf, Steinmetztraße 120, Hof I. Frau Schmidt, Charlottenburg, WilmersdorferStraße 130. Sprechzeit jeden Mittwochabend von 7-9 Uhr. Gewerkschafts- Bureau, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, im Laden. Vorm. 9-1 und nachm. 6-8 Uhr. Die Gewerbe- Inspektions- Affefforinnen Frl. Reichert, EngelUfer 4, Frl. Kummert, Georgenkirchplatz 21, Frl. v. Bennigsen- Förder, bierten Vortrag über die Schulfrage. Den interessanten Ausführungen folgte eine Diskussion. Die nächste Versammlung am 81. Oktober hat zum Thema: Psychologie der modernen Arbeiterin. Referentin: Maria Holma. Am 6. November veranstaltet der Verein ein geselliges Beisammensein. den Frau Elise Berwig, Dr. med., Dozentin der Freien Hochschule, Weibliche Hygiene betitelt sich ein achtstündiger Vortragszyklus, Freitag, den 21. d. M., in der Aula der Charlottenschule, Steglitzerstraße 29, abends 8-9, eröffnet. Sigung haben Freitag: Berliner Tanzlehrer Verband. = Jeden 1. Freitag im Monat Marktpreise von Berlin am 19. Dftober. Nach Ermittelungen des Igl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**), gute Sorte Roggen**), gute Sorte 13,85-13,84 m., mittel 13,83-13,82 M., geringe 17,60-17,58 M., mittel 17,56-17,54., geringe 17,52-17,50 M. 13,81-13,80 M. Futtergerite*), gute Sorte 15,50-14,40 W., mittel 14,30 bis 13,30 M., geringe 13,20-12,20. Safer*), gute Sorte 16,40-15,60 m., mittel 15,50-14,70 M., geringe 14,60-13,90 M. Erbsen, gelbe, zum Sochen 40,00-30,00 M. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linjen 60,00-30,00. Kartoffeln 9,00-7,00. Richtstroh 4,66-4,32 m. Heu 9,20-7,40 M. Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Gier per Schock 4,50-3,20 2. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Witterungsübersicht vom 20. Oktober 1904, morgens 8 Uhr. Stationen stand m Wind richtung Windstärke Better Temp. n. 6. 5°.= 4° R. Stationen Barometer Windrichtung Windstärke Better 2wollig bedect 2wolfig Temp. n. E. 5°.= 4° R. I 14 68 Lese- und Diskutier- Klubs. Johann Jacoby", jeben Freitag nach dem 1. und 15., bei Bugge, Staftanien- Allee 95/96." Borwärts", jeden Swinemde. 768 NW 2bedeckt 10 Haparanda 766 N Freitag nach dem 1. und 15., bei Snößsch, Hirtenstr. 10. Hamburg 771 WNW 2 bedeckt 11 Petersburg 757 Still Arbeiter- Raucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen Berlin 770 3bedeckt 12 Cort im Vereinskalender sind zu richten an Alfred Riebetrau, Putbuserstr. 15, IV. Frantf.a.M. 773 SO 3bedeckt 8 Aberdeen 769 23 " Feste Männer", Biehstädt, Schul- München 778 S 3beiter 6 Paris 771 DND 2halb bd. " Germania", Mattke, Fidicinſtr. 34. straße 24. Bruderherz", Andrezke, Biesenthalerstr. 4. Frohe Wien 772 N 2bedeckt 10 Stunde", Schmidt, Alexandrinenstr. 122. ftraße 29 a. Rote Rose", Friese, Manteuffelftraße 56. Du ahnit es Apfelblüte", Kakuschke, Wiesen- Wetter- Prognose für Freitag, den 21. Oftober 1904. Ziemlich warm, zeitweise heiter, aber veränderlich mit etwas Regen nicht", Grün, Borndorferstr. 47.„ Kernspize", Preil, Nirdorf, Rosenstr. 24. und mäßigen südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Stoffe, Gewebe und Farben werden nicht angegriffen und jedes Waschkleid erscheint deshalb wie neu, wenn zur Wäsche nur Sunlight Seife genommen wird! mis Hermann Stillschweig jr. Berlin Sw. 6 Blücherstraße 6 nahe Hallesches Tor. Außergewöhnlich billiges Angebot, so lange der Vorrat reicht: Herren- Anzüge.... Herren- Paletots Herren- Hosen . 630L* M. 15,00 M. 15,00 M. 3,50 Hut- Centrale Ede Oranienstr. 2 anteuffelftr. Großes Specialgeschäft für Filz- u. Seiden- Hüte. Großes Lager in Herren- Wäsche, Krawatten, Handschuhen, Trikotagen, Schirmen, Stöcken. Mützen. H.Preuss, Swinemünderstr. 66, 1. Etage, Cigarren und Tabak- Fabrik und Engros- Lager( el. III 6949) bekannte billigste Bezugsquelle f. 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