Nr. 252. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Rummer Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Belt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Streusband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. 0 Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inferate für ble nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet Telegramm Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Religion und Schule. Mittwoch, den 26. Oftober 1904. " Kurse in Preußen nicht anders zu erwarten ist, die DoppelKonfessionsschule unter einem Dache" bleibt. Um aus der Klemme Ente herauszukommen, gebe es nur ein Mittel: es in die ,, Allenfalls wurde dem Lehrton in der Religionsstunde eine gefcheidung der Eltern zu legen, in welche Schule sie ihre wisse Feierlichkeit beigelegt aber eingepauti mußte das vor- Kinder schicken wollen. Darum glaubt Rein, der Streit um die geschriebene Pensum werden, genau so, wie das Einmaleins, die Schule könne vom Standpunkte der Gewissensfreiheit nur in folgender Geschichtstabellen, die geographischen Namen und Daten, die Gedichte, Weise geregelt werden: 1. Die Glieder der staatlich anerkannten Religions- Gesellschaften die Deklinationen u. a. So verlangten es Vertreter der Kirche, die im Konfirmandenunterricht auf einem gewissen festsitzenden kirchlichen fönnen zur Gründung von Konfessionsschulen zusammenStoffquantum weiterbauen und der Jugend das nötige theologische treten; 2. Familien verschiedener Konfeffionen können sich namentlich Gepräge verleihen wollten, mit dem versehen sie im 14. Lebensjahre rite abgestempelt num ins Leben hinaustreten konnten mit dem aus praftischen und nationalen Motiven zur Gründung von bekannten Effekt, daß die Konfirmation für die weitaus größte Simultanschulen vereinigen; Zahl der jugendlichen Teilnehmer zu einem Abschiedsfest von der Kirche geworden ist." " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. der Zar nach dem neuesten Vorfall tun kann, ist, sein nutIoses Geschwader sofort heimzurufen und die kommandierenden Offiziere vor das Kriegsgericht zu stellen. Wir rechnen darauf, daß er den gemachten Vorstellungen Folge geben wird. Falls aber das Auswärtige Amt keinen Erfolg hat, wird die Admiralität handeln müssen. Die Kommandeure der britischen Flotten müssen angewiesen werden, der russischen Ostseeflotte scharf auf die Finger zu sehen und die erforderlichen Maßregeln zu treffen, um Handel und Schiffahrt jeder Art vor ihrer rücksichtslosen Verheerung zu schützen." " Auch in Paris ist man geradezu verblüfft über das ungeheuerliche Vorgehen der russischen Flotte. Im Matin" liest man: Die russische Flotte treibt es gut. Der Anfang ist vielversprechend. Es ist klar, daß sie von etwas nervösen. Führern Befehligt wird, deren Einbildungskraft zur Nachtzeit Gespenster fieht. Diese Nervosität der russischen Offiziere ist eine Gefahr für die Neutralen, aber eine nicht minder große Gefahr für die Flotte selbst." Die russenfreundliche nationalistische Presse hüllt sich ob dieses wunderbaren Seesieges in perlegenes Schweigen. 3. die Dissidenten können Schulen gründen; ebenso einzelne Personen und Genossenschaften, soweit sie sich über ihre .... dieser blinde Glaube an die Wunderkraft des Erziehungsgrundsätze der obersten Schulbehörde gegenüber genügend firchlichen Wissens! Als ob die Masse es täte; als ob wir ausweisen. Die Theorie der Gewissensfreiheit würde bei dieser Pragis allercs nicht zuweilen erlebt hätten, daß gemeine Verbrecher durch dings nicht auf ihre Rechnung kommen. Denn zunächst widerspricht ihr kirchliches Wissen sich geradezu auszeichnen." In Petersburg selbst hat die Presse über den Vorfall bis jetzt Wollte man der Jugend irgend eine philosophische Metaphyfit es der Gewissensfreiheit, überhaupt bestimmte Religionsgesellschaften nur sehr wenig berichten können, da die Senfur die Reuter Nach wörtlich einprägen, so würde überall ein Sturm der Ent- staatlich anzuerkennen, andere aber, deren religiöse Ueber- richten über das unglaubliche Borkommnis tassiert hat, damit sie rüstung losbrechen und die Volksseele überkochen die kirchliche zeugungen ebenso ehrlich sind, von der staatlichen Anerkennung nicht in der Presse bekannt würden. Dieses Verfahren, der DeffentMetaphyfit aber darf zum Lehrgegenstande für Kinder gemacht auszuschließen. Ferner würde diffidentischen Genossenschaften lichkeit einen hochwichtigen politischen Vorgang vollständig zu unterwerben, allerdings nicht mehr auf der Unterstufe, wie früher, aber nach dem Rein'schen Plan in der Studt'schen Wirklichkeit allemal er- fchlagen, ist echt russisch! Ueberhaupt zeigt man in Rußland ein auf der Mittelstufe, also Kindern von zehn Jahren darf man davon lärt werden, daß sie sich über ihre Erziehungsgrundfäße nicht ge- großeres Phlegma dem Falle gegenüber als angebracht wäre. So schon bieten. Einen solchen Unfug hat die Kirche bis nügend ausweisen" könnten. Dagegen hält Rein diesen Nachweis wird es in England dem Zaren außerordentlich verdacht, daß er heute nicht nur geduldet, sondern geradezu be- von vornherein für erbracht von Kreisen, deren Art, Religion zu nicht sofort ein Telegramm des Bedauerns oder auch nur ein fohlen. Wer kann sich dann wundern, wenn die Kinder schleunigst lehren, er selbst als Unfug bezeichnet! Solange weiter der Un- Beileidstelegramm für die Opfer der russischen Geschüße gesandt davonlaufen und alles über Bord werfen, was nur entfernt an glaube", nicht der heuchlerisch mastierte, sondern der mannhaft be- bat. Ob man dem Zaren selbst von dem unglaublichen Vorgang kannte, von der staatlichen Autorität geächtet bleibt, würden viele noch keine ausreichende Kenntnis gegeben hat? " Religion" grenzt?" Man erinnere sich doch, daß schon Schleiermacher den Eltern, statt die erwünschte Gewissens freiheit zu erhalten, in Jm„ Berliner Tageblatt" erklärte der MarineBahn, Religion sei durch dogmatische Unter den schlimmsten Gewissens konflitt hineingetrieben werden. Und Mitarbeiter Graf Reventlow das russische Vorgehen für weisung Lehrbar, gründlich zerstört hat. Aber trotz schließlich hat das Schulideal des Prof. Rein mit der Konfessions- um so rätselhafter, als jeder, der nur einmal nachts durch die Schleiermacher, der von der offiziellen Welt in Staat und Kirche schule den praktischen Nachteil gemein, daß seine Ver- Nordsee gefahren sei, wissen müsse, daß unzählige Massen von Fischereiner zwar verehrt, aber nicht beachtet wird, liegt der Schwerpunkt des wirklichung zu höchst unwirtschaftlichen Zersplitterung fahrzeugen sich dort umhertrieben. Jeder Kauffahrteidampfer müſſe der Sträfte führt und der Forderung, religiösen Jugendunterrichts immer noch in der Dogmatit." mit dem mög- diesem Umstand feine größte Aufmerksamkeit widmen, damit er nicht die Die Machthaber im Staat und in der Kirche wollen es nicht lichst fleinsten Kraftaufwand möglichst größte Wirkung ben Fischern in ihre Nege fahre oder gar Fahrzeuge überlaufe. Auch sehen- oder wenn sie es sehen, scheuen sie sich zu helfen, daß au erzielen, widerspricht. Ist es nicht der hellste Wahnsinn, hätten die vorschriftsmäßigen Positionslichter der russischen Flotte der Religionsunterricht unserer Schulen eine voll. daß es in irgend einem Boſemudel einen katholischen, einen zeigen müssen, womit fie es zu tun hatten. Graf Reventlow bemerkt ständig isolierte Stellung einnimmt. Er bildet eine Welt protestantischen, einen israelitischen, einen fimultanen, einen dissi übrigens, daß der Admiral Roschbjestwensty als ein überaus nervöser für sich, aber eine Welt ohne Leben und darum ohne Einfluß. dentischen und womöglich noch einen einer anderen Genossenschaft und durch geringfügige Dinge schon in maßlofe Aufregung geratender Daneben werden die Naturwissenschaften gelehrt und angehörigen Rechenlehrer sechs statt einen geben soll? Herr bekannt sei. Es sei freilich um so rätselhafter, daß man einen Die Vorschläge des Professor Rein mögen darum dem redlichsten folchen Menschen mit dem Oberbefehl über die Flotte betraut habe. Geschichte und Literatur getrieben. Eine alte überpraktisch Iebte und eine neue aufstrebende Welt legt man Herzen und der vornehmsten Gesinnung entspringen Ueberhaupt findet der Vorfall in der gesamten deutschen Presse in den Röpfen der Jugend nebeneinander nieder. ausführbar sind sie nicht, und Aussicht auf Berwirklichung haben sie eine überaus scharfe Beurteilung. Die„ Berliner Neueste Nach auch nicht. Nicht in ihnen liegt der Wert und die Bedeutung seiner richten" nennen ihn ungeheuerlich und unerklärlich. Eine Rechts Glaubt man denn, daß dies ohne Anstoß geschehen kann?" Die Berfündigung an unseren Kindern fängt früh an. In vielen Ausführungen, sondern in seiner Kritik der teils bestehenden, teils fertigung dieser Roheit scheine unmöglich. Es gebe teinen Vorwand, Schulen pereen die sinber mit kem Eintritt in die Schule, also im geplanten staatlichen Zwangs- Konfessionsschule, wie unter welchem in englischen Gewässern russische Schiffe scharfe Schüfic sechsten Lebensjahre, mit dem Religionsunterricht be- fie in Wirklichkeit ist und werden soll. Wenn aber selbst nach dem abfeuern könnten. Nur eine Erklärung sei denkbar: der japanische glidt, benn, so heißt es, die frühesten Einbrücke sind die stärksten Urteil eines theologisch gebildeten Pädagogen der Religionsunterricht, Schrecken sei den Russen so tief in die Glieber gefahren, daß fie und nachhaltigsten. Das wäre ganz gut, wenn die Kinder dieses wie er heute in der Schule getrieben wird, ein Unfug ist, dann überall Japaner sehen, selbst in England. Alters bereits religiöse Borstellungen befäßen, an die der Unterricht entsteht für die Eltern als Staatsbürger die dringende Frage, ob sie anknüpfen könnte. Wo solche Anknüpfungen fehlen, artet der Unter- diesen Unfug, der mit ihren Kindern getrieben wird, fernerhin dulden richt in Wortmacherei aus. Darum fümmern sich die kirchlichen wollen, ob sie es dulden dürfen, daß diesem Unfug durch das fonservativ- liberale Schultompromiß weiterer Vorschub geleistet und juristischen Machthaber aber nicht." In dem Augenblicke, in dem Gescheitelte und Geschorene, werden soll. Mit aufrichtiger Bekümmernis sieht der religiös gesinnte Prof. Liberale und Konservative vereint mit dem gleichen Eifer daran gehen, die preußische Boltsschule noch mehr als bisher in die Hände Rein als die Wirkung des gegenwärtigen Schulsystems die fortder Kirche zu liefern, verdienen solche Worte eines Pädagogen, der schreitende Abkehr der Maffen von der Religion. In dessen Vervon Haus aus protestantischer Theologe ist und den theologischen werfung find seine religiöse Gesinnung und die„ trostloseste aller Doktorgrad besigt, besondere Beachtung. Profeffor 23. Rein in Weltanschauungen" vollkommen einig. In der Freiheit findet jede Jena, der über den Religionsunterricht der Bollsschule ein so ver- ehrliche Meinung ihren Vorteil, nur ein heuchlerisches Geschäftsnichtendes Urteil fällt,") wird als ein ebenso unverdächtiger wie christentum fürchtet mit Recht Nachteil von ihr. Während aber im wohlunterrichteter Zeuge wohl in Anspruch genommen werden dürfen. deutschen Volksgeiſte die Forderung der vollkommenen GewissensHerr W. Rein gehört zur Nichtung der liberalen Theologen freiheit so mächtig geworden ist, daß sich selbst Theologen ihr nicht ist eine durchaus religiös gestimmte Natur. Bon der mehr verschließen können, geht das liberal- konservative Kartell an Sozialdemokratie will er nichts wissen. Und den Atheismus, die Arbeit, die jugendlichen Geister noch härter als bisher in die an- Fesseln einer alten, überlebten Welt", die Fesseln von Dogmener als die Anschauung der Sozialdemokratie spricht, nennt er die trostloseste aller Weltanschauungen. Auch und Formelkram zu schlagen. Die Theologie beschämt den bürgerdie besondere sozialdemokratische Meinung, ber Religionsunterricht lichen Liberalismus! und den fei unabhängig von der Schule, wo er von den Eltern gewünscht werde, von der Kirche zu erteilen, billigt er nicht. Das amerikanische Der Seesieg der baltischen Flotte und französische Vorbild findet nicht seinen Beifall. Denn er meint, die„ bloße Kenntnisvermittelung" genüge nicht, und irgend eine hat in der ganzen Welt ungeheures Aufsehen erregt. Die englische Weltanschauung" müsse in der Schule herrschen. Bresse schlägt heute einen schärferen Ton an als gestern. Man Seine Weltanschauung ist allerdings ein wenig verwaschen. Denn erklärt, daß Rußland fich sämtlichen englischen Forderungen unterwenn er keine firchlich- dogmatische Weltanschauung in der Schule werfen müsse, da die geringste Enttäuschung unberechenbare Folgen herrschen lassen will, sondern als Hauptziel für den Religionsunter haben könne. Von amtlicher Seite wird erklärt, daß dringende richt„ das Einleben in die Persönlichkeit Jesu" betrachtet, so entsteht Borstellungen bereits an die ruffische Regierung in Petersburg gedoch wieder die große Frage, was von der Persönlichkeit Jefu außer richtet worden seien, daß man ihr auseinandergesezt habe, die Lage halb der religiösen Dogmatit eigentlich übrig bleibt. Eine menschliche sei eine solche, daß sie nach Ansicht der Regierung keinen Verzug Persönlichkeit, deren wirkliche Existenz, deren Leben und Handeln der bulde. Man verlange unverzügliche Erklärung und Satisfattion, als historischen Kritik unterliegt, oder eine mythische Gestalt, die das besondere Gefühllosigkeit betrachte man es, daß die russischen Schiffe Gemüt ergreift, die Phantasie anregt, als ideales Vorbild, aber doch weiter gefahren feien, ohne irgend welche Hülfe zu leisten. Der als etwas Unwirkliches- im Sinne der Wissenschaft- gilt? Herr Premierminister Balfour fandte dem Bürgermeister von Hull ein Profeffor Nein verlangt Freiheit, der Wissenschaft, Freiheit auch für Telegramm, in dem er verficherte:„ Sie können volles Vertrauen zu den Religionslehrer, damit er fein Herz in den Unterricht der Handlungsweise der Regierung nehmen". hineinlegen kann." Wir sind's zufrieden, und die Frage zu stellen, wieviel bann von einer gemeinsamen Religion oder auch nur einer gemeinsamen Weltanschauung übrig bleiben mag, ist nicht unfere Sache. Auch die„ Simultanschule" ist sein Jdeal nicht. Unseres noch weniger, sofern diese„ Simultanschule", wie beim gegenwärtigen *) Religion und Schule". Von W. Rein. Jn Beiträge zur Weiterentwidelung der christlichen Religion". J. F. Lehmanns Berlag. München 1905. Vermutlich find die edlen Seefahrer auch noch betrunken gewesen und haben überhaupt nicht mehr gewußt, was sie taten. Die Sache fängt gut an, tann man hier mur sagen. Die englische Empörung über dieses barbarische Vorgehen wird sich so bald nicht legen und eine ganz erfleckliche Genugtuung heischen." Auch die, Rheinisch- Westfälische Zeitung" schreibt: Engländer find freilich keine Franzosen, denen das Tempe rament mit dem Verstande durchgeht, aber daß ein russisches Geschwader, welches nach endlos langen, nicht sehr rühmlichen Vorbereitungen zum Entsaße einer hartbedrohten Festung im fernen Often ausläuft, feine Striegslaufbahn mit einer schweren Beleidigung der britischen Handelsflagge beginnt, das mag auch die größte Kaltblütigkeit erschüttern und Stimmungen erzeugen, welche zweifellos die Kabinette der Großmächte augenblicklich in lebhafte Unruhe bersetzen. Heute liegt bereits ein russischer Aufklärungsversuch vor: Das Geschwader habe einen Ueberfall mit mastierten Torpedobooten gefürchtet und deshalb in berechtigter Notwehr gehandelt. Das wäre also ein Mißverständnis, ein verhängnisvoller Zufall gewesen, den man beklagen, freiwillig fühnen, aber nicht zu einem casus belli machen kann. War aber der berühmte Untergang der Maine" im Hafen von Kuba nicht auch ein solcher bis heute unaufgeflärter accident", den Spanien dennoch mit Krieg, Verlust seiner Kolonien und Vernichtung seiner Flotte büßen mußte? Man kann nur schwer annehmen, daß das beunruhigende Gerücht, das die Russen gleich dem tollen Ritter de la Mancha gegen Windmühlen und Schafherden in blinder Panit auf Heringsboote schießen ließ, von japanischer und englischer Seite abfichtlich ausgestreut worden sei, um gerade einen solchen Zwischenfall zu provozieren. Aber Gelegenheit macht Diebe, und gerade diese pflegen am eifrigsten zu rufen Haltet den Dieb!" Auch wenn England nicht der Verbündete Japans wäre welch' große Versuchung, dem Neste der russischen Flotte, der so dicht an Englands Küsten vorbeidampft, auf Grund eines solchen Zwischenfalles neue Hindernisse in den Weg zu legen! Ja, wenn nicht mächtigere Bündnisse es hinderten, wäre es England zu verdanken, wenn es die einmal doch kommende unausweichliche Auseinandersetzung mit Rußland schon jetzt furzerhand mit der Bernichtung des Baltischen Geschwaders erledigte?" " Troy alledem scheint schon heute festzustehen, daß England keine allzu extremen Forderungen an Rußland stellen wird. Hätte sich Als Probe der Tonart der englischen Preffe diene folgender irgend ein kleiner Staat eine ähnliche Frechheit herausgenommen, Schlußpaffus eines Leitartikels des konservativen" Standard": so würde John Bull deffen Schiffe sicher faltblütig in den Grund Angenommen, dieselben zuchtlosen Kanoniere oder unfähigen gebohrt haben. Da es sich aber um einen großen Staat handelt, Kommandeure, die soeben Fischerboote in den Grund gebohrt dem außerdem noch ein mächtiger Verbündeter zur Seite steht, so haben, ließen sich beifallen, morgen auf einen Dampfer des Nord- wird England wahrscheinlich nicht einmal so weit gehen, deutschen Lloyd oder einen britischen Postdampfer voller Passagiere zu feuern? Wir möchten nicht eines schönen Morgens die die Rückkehr des russischen Flibustier- Geschwaders zu verlangen. Schreckenstunde erfahren, daß 4-500 Männer, Weiber, Kinder Die russischen Schiffe werden weiterfahren können, nachdem Rußland durch Admiral Roschdjestwensty und das Gesindel unter seinem das Versprechen abgegeben hat, die schuldigen Offiziere abzuberufen, Befehl ein neues Grab gefunden hätten. Das Geringste, was eine respettable Entschädigung zu zahlen und in Zukunft ähnliche Borkommnisse zu vermeiden. England wird die Sache umsoweniger Einen weiteren und noch bedeutsameren Beitrag zum deutschen zum äußersten treiben, als es der guten Hoffnung leben darf, daß Bürgerelend bringt gleichzeitig ein Artikel der„ Parlamentarischen die Japaner alle russischen Sünden mit Zinsen heimzahlen werden. 8entrumskorrespondenz". Die Korrespondenz geht von Es ist thatsächlich soweit gekommen, daß der ostasiatische Staat als der Absicht des Abg. Dr. Ba chem aus, wegen geschwächter Geder Rächer für alle Kulturverbrechen, für alle sinnlosen Barbareien sundheit sein Landtagsmandat demnächst niederlegen zu wollen. angesehen werden muß, die Rußland ungescheut den europäischen Unter der Aufschrift ,, ueberarbeitet" wird geschildert, wie der Nationen gegenüber begehen darf. Abg. Bachem ein Opfer unserer parlamentarischen Zustände sei. DbLondon, 25. Oktober. Bei der Leichenschau über die verunglückten Fischer erklärte der Vorsitzende, die Frage, mit der sich die Jury zu befassen habe, sei sehr ernst und vielleicht von internationaler Bedeutung. Das Londoner Auswärtige Amt habe ihn ersucht, die Leichen photographieren zu lassen. Außerdem sollen die Leichen, wenn es möglich sei; bis zur Besichtigung durch die ruffische Bots schaft aufbewahrt und die Leichenschau solle bis dahin verschoben ein dritter Fischer seinen Verlegungen erliegen werde. die Wahl ablehnen muß. = = Dies Wahlrecht darf nicht wirklich reformiert werden, weil es zunächst zu bemerken, daß die Verfassungsurkunde, indem sie be stimmt, daß die Wahlkreise durch Gesetz bestimmt werden, in dieser Beziehung einen möglichst lange andauernden Zustand herbeiführen, also eine Aenderung nach Maßgabe der Verschiebung der Bevölkerung nicht ohne weiteres ins Auge gefaßt wissen wollte. Das erhellt auch aus der Entstehungsgeschichte des entsprechenden Artikels der Verfassungsurkunde. Ferner sind die Folgen, die eine Neueinteilung der Landtags Wahlkreise haben Der Ton der Presse gegenüber Nußland ist heute schärfer wohl er erst in der Mitte der vierziger Jahre steht, sei er ,, mit würde, so unheilvoll, daß man besonnenen Politikern nicht zuals gestern. Die Blätter erklären, Entschuldigungen und Er- seinen Nerven fertig". Wie ihm, gehe es aber zahlreichen Ab- muten dürfte, zu einer solchen die Hand zu bieten. Denn wenn flärungen würden nicht als genügend anzusehen sein. Man milsse geordneten. Die wenigen Mitglieder des Reichstages, auf deren eine Neueinteilung der Landtagswahlkreise in Preußen vordie Bestrafung der schuldigen Offiziere und die Einstellung der Fahrt Schultern die ganze Arbeitslast ruhe, befinden sich mehr genommen würde, so würde die gleiche Maßregel für die Reichsdes baltischen Geschwaders verlangen, da sonst England genötigt oder tags- Wahlkreise die notwendige Folge sein. Das wäre gleichweniger in ähnlicher Lage ivie der Abgeordnete wäre, den internationalen Handel gegen mörderische Launen zu Bachem. Wohl gebe es in allen Fraktionen Abgeordnete, die weit bedeutend mit einer erheblichen Stärkung des sozialdemokratischen schützen. Mehrere Zeitungen finden es befremdend, daß Kaiser Einflusses im Reichstage; legte man wirklich lediglich den Bea Nikolaus nicht seine Sympathie mit den Opfern des Zwischenfalles mehr leisten könnten, als sie tun, und imstande wären, die wenigen, völkerungsmaßstab zugrunde, so'müßte die Zahl der Abgeordneten, telegraphisch zum Ausdruck gebracht habe. mit Arbeit Ueberbürdeten zu entlasten. Woran aber, fragt der die von den großen Städten und Industriebezirken gewählt Artikel, der durch die Zentrumspresse geht, liegt dieses llebel? Wie werden, wesentlich, fast bis auf das Doppelte vermehrt werden, ist da zu bessern? Wie ist zu verhindern, daß die pflichtreutesten, und diese Vermehrung würde fast durchweg der Umsturzpartei zutüchtigsten Abgeordneten sich durch Neberarbeit zu Grunde richten?" gute kommen. Wer unserem Vaterlande eine ruhige und gedeihUnd die Antwort lautet: Wir wissen kein anderes Mittel als liche Entwickelung wünscht, darf zu einer Maßregel, die diesen ErDiäten. Durch Diäten würde es möglich, manchen brauchbaren folg haben würde, nicht die Hand bieten." und arbeitslustigen Mann in den Reichstag zu bringen, der heute Abgesehen von dem verfassungsrechtlichen Schwindel, daß die Durch Diäten würde es möglich, einen Verfassungs- Bestimmung der Wahlkreis- Einteilung durch Geseb werden. Der Vorsigende teilte weiter mit, daß wahrscheinlich noch beschlußfähigen Reichstag herbeizuführen. Zugleich würde dann die die Unterlassung einer geseglichen Regelung bedeute, erhellt Ueberzahl der unerträglich belastenden Doppelmandate, unter der aus dieser Auslassung, wie die ganze Wahlreform eine schamlos beide Parlamente, Reichstag wie Abgeordnetenhaus, schwer leiden, freche Verhöhnung des Volkes ist, an der alle bürgerlichen Parteien mitschuldig sind und mithelfen. beseitigt werden. Dann gäbe es Raum für neue Arbeitskräfte. In dieser Zentrumsklage, die eine Anklage gegen die die Bevölkerung„ beunruhigen" würde, wenn es endlich ein Recht Regierung sein will, steckt die schwerste Anschuldigung gegen erlangte, das ihr vor einem halben Jahrhundert von einer Rotte die bürgerlichen Parteien, gegen das Zentrum selbst. Seit seinem Bestehen hat der Reichstag mehr als ein Dutzend Mal brutaler Staatsstreichler geraubt wurde. Noch immer fühlt sich das Junkertum Herr über dem Gutsbezirk versagt, weil sie der Sozialdemokratie zu statten fommen würden. Preußen. Noch immer haben wir eine politische Gesinde- Ordnung die Notwendigkeit von Diäten ausgesprochen. Früher blieben Diäten Längst aber ist anerkannt, daß gerade die Sozialdemokratie ohne Bureaukratie und Polizei genau so unumschränkt wie in Rußland. statt einer Verfassung. Noch immer herrscht in Preußen Besitz, Diäten trefflich gedeiht und daß die Diätenlosigkeit nur die bürger- Bureaukratie Das Bürgertum hat den Kampf aufgegeben. Dem Proletariat Der Reichstag leidet fortgesetzt unter lichen Parteien schädigt. feine Würde verlegender Beschlußunfähigkeit. ist die Mission überantwortet, einen preußischen Staat zu schaffen, jämmerlicher, Die bürgerlichen Parteien sind völlig unfähig, ihre gesetz- der heute nur ein preußischer Gutsbezirk ist. Die preußische Politik geberischen Aufgaben so zu vollführen, wie sie es für un- ist das Schicksal des Deutschen Reiches. Sie flagen verzweifelt über das preußischen Politik ist die Verrücktheit seines Wahlsystems. Erhebe bedingt erforderlich halten. Borwiegen der Sozialdemokratie im Reichstag infolge der Diäten- um das Proletariat, die Sozialdemokratie, machtvoll seine Stimme, losigkeit. Sie sehen, daß ihre besten Kräfte sich in nervenzerstörender um seine Elementarrechte endlich zur Geltung zu bringen. Ueberarbeit aufreiben. Sie sehen das bürgerliche Parlament im Ansehen sinken und ihre Parlamentarier unter dem Uebermaß der Deutsches Reich. Mühen vorzeitig zusammenbrechen, ohne daß Ersatz möglich wäre. Alte Rezepte. In einer neuen Veröffentlichung des Herrn v. Boschinger findet und das alles um die Verweigerung der Diäten willen! Die bürgerlichen Parteien bewilligen der Regierung Jahr um sich ein bisher unbekannter Bismarck- Brief, der die Künste des Jahr den Milliardenetat, aber sie sind ohnmächtig, die reaktionären Junkers, die sich stets gleich geblieben find, recht lehrwenigen Hunderttausend Mark zu erreichen, durch reich verkündet. Jm Juli 1856 sandte der Geheime Legationsrat welche ihre Arbeit fruchtbar werden soll. Die bürgerlichen bei der preußischen Gesandtschaft am Bundestage v. BismardLondon, 25. Oktober. Das„ Reuterſche Bureau" meldet aus Parteien bewilligen Diäten auch für die Bundesratsmit- Schönhausen an ſeinen vorgeſetzten Miniſter v. Manteuffel aus Cardiff: Der russische Dampfer Esperance", der Da wird von allerlei Polizeibetätigung gestern abend mit Vorräten für die russische Flotte den Hafen ver- glieder, aber sie sind außerstande, den gleichen Anspruch für Frankfurt a. M. einen Bericht über das Treiben der hiesigen lassen wollte, begann nachmittags zu sinken.„ Daily Telegraph" die vorgeblich gleichberechtigte Gesetzgebungskörperschaft durchzusetzen. erzählt, von leider erfolgloser Haussuchung bei zwei demokratischen Welche Tragikomödie der politischen Ver Führern. Dann fährt der spätere Reichskanzler des Spigelkursus zufolge ergab die Untersuchung des Schiffes, daß es unter der elendung: ein Bürgertum, das einer Regierung die unberechtigsten fort: Wasserlinie angebohrt war. Das Schiff sei vormittags noch vollständig feetüchtig gewesen. Man glaube in Cardiff, daß einer von den auf dem Schiffe beschäftigten Arbeitern die Tat begangen habe, um für den Angriff der russischen Flotte auf die Fischerflotte Vergeltung zu üben. Der Wert der Ladung des Schiffes beziffert sich der„ Daily Mail" zufolge auf 100 000 fund Sterling. London, 25. Oktober. Das„ Reutersche Bureau" erfährt, die britische Regierung habe in der nach Petersburg gesandten Note gewisse bestimmte Forderungen aufgestellt, darunter in erster Linie die Forderung gebührender Entschuldigung für die Gewalttat und voller Entschädigung für die Opfer der ungerechtfertigten Handlungsweise der russischen Flotte. Weiter werde auf unverzügliche Anstellung einer Untersuchung gedrungen und zwar unter Bedingungen, welche gewährleisten, daß dem Ergebnisse der Untersuchung geeignete Schritte London, 25. Ditober.( Meldung des„ Neuterschen Bureaus".) Der russische Botschafter Graf v. Bendendorff sprach in einer längeren Unterredung, die er heute mit Lord Lansdowne in dessen Wohnung hatte, sein persönliches Bedauern über den Vorfall in der Nordsee aus. Der Ausdrud amtlichen Bedauerns ist aus Petersburg noch nicht eingegangen.(!) nachfolgen. London, 25. Oktober.( W. T. V.) Premierminister Balfour, der heute hierher zurückgekehrt ist, hat durch das Parlamentsmitglied für Hull Sir Seymour King, dem Bürgermeister von Hull sein wärmstes Mitgefühl mit den Familienangehörigen der bei dem Zwischen fall in der Nordsee umgekommenen und verwundeten Fischer aus Hull, 25. Oftober. Heute fand die Leichenschau der getöteten Fischer statt. Die russische Botschaft war entgegen der allgemeinen Erwartung dabei nicht vertreten. Das Begräbnis ist auf Donnerstag drücken lassen. nachmittag angesezt. " 11 und ungeheuerlichsten Ansprüche in unerschöpflicher Bereitwilligkeit erfüllt und als Dank die Versagung der berechtigsten und wahrerfüllt und als Dank die Versagung der berechtigsten und wahrhaft lumpig geringen Ansprüche erntet! " Die Voss. Ztg." hat nur allzu recht: Von diesem Parlament der Freisinnsunterwürfigkeit und des Zentrumstruges ist wenig für die Freiheit und Wohlfahrt der Gefamtheit zu erhoffen. Preußisches Abgeordnetenhaus. Das Abgeordnetenhaus nahm am Dienstag seine Verhandlungen wieder auf. Auf der Tagesordnung standen ledigPetitionen ohne allgemeines Interesse. London, 25. Oftober.( Privatdepesche des Vorwärts".) Obwohl England äußerlich ruhig ist, ist die Entrüstung tief und allgemein. Der russische Botschafter wurde bei der Rückkehr vom Kontinent auf der Bahnstation von einer feindlichen Demonstration empfangen. Das Gesandtschaftsgebäude wird polizeilich bewacht. Das russische Schiff lich in Cardiff Fleischwaren, Spirituosen und Esperance", das in Cardiff Fleischwaren, 300 000 M. Gold von London erhielt für die Ostseeflotte, wurde gestern von unbekannter Hand beschädigt. " 1 " Hull, 25. Oftober.( W. T. B.) Das Fischerboot Snipe" ist Heute abend hier eingetroffen mit zwei Verwundeten des„ Grane". Der Schiffskörper des„ Snipe" ist stark beschädigt. * Vom oftasiatischen Kriegsschauplah. Tokio, 25. Oktober. Marschall Oyama berichtet, die Gesamtzahl der Berlufte der Japaner einschließlich der Offiziere in den Kämpfen am Schaho an Toten, Verwundeten und Vermißten belaufe fich auf 15 879. London, 25. Oktober. Dem„ Standard" wird aus Tokio vom gestrigen Tage gemeldet, der Betrag der dritten japanischen Kriegsanleihe sei, obgleich die Liste erst in acht Tagen aufgelegt werde, jezt schon, allein durch Zeichnungen in Tofio, reichlich gedeckt. Politifche Ueberlicht. Berlin, den 25. Oktober. Bürger- Elend. Am Mittwoch kommt die freisinnige Interpellation wegen des Falles Mirbach und an zweiter Stelle die ZentrumsInterpellation wegen der Wahlbeeinflussungen im Sa arrevier zur Besprechung. Die Herren v. Hammerstein und Möller haben die Sommerferien hoffentlich zu eingehenden Informationen benußt, um endlich die längst fällige Auskunft über die eigenartigen Vorgänge in ihren Ressorts erteilen zu können. Das preußische Wahlrecht. Am Mittwoch, den 26. November, sollen im preußischen Abgeordnetenhause der freikonservative und der freifinnig nationalliberale Wahlrechtsantrag zur Beratung kommen. Beide Anträge dienen der Verewigung des den preußischen Junker- und Polizeistaat schützenden Dreiklassensystems. Es sollen ein paar Unbequemlichkeiten beseitigt werden, die das Ernennen von Abgeordneten durch die privilegierten Klassen erschweren. Die erste Beteiligung der Sozialdemokratie an den Wahlen hat den Leuten der ersten und zweiten Klasse zu viel Scherereien bereitet. Und das Schicksal der „ Ein hiesiger Agent hat mir Aussicht auf nähere Notizen über den wahrscheinlichen Fundort von Beweisstücken gemacht. Wenn derselbe zuverlässige Angaben liefert, so fragt es sich, ob man nicht dahin wirken kann, daß von seiten des Bundestages, in Ausübung der dem Bunde obliegenden Sorge für die Sicherheit, und in Anbetracht der exzeptionellen Verhältnisse des Staates und der Stadt Frankfurt ,, unerwartete militärische Nach suchungen veranlaßt werden. Die juristische Rechtfertigung eines solchen Schrittes wäre dann noch näher ins Aug zu fassen. Wenn irgend welche Aussicht vorhanden wäre, daß das revolutionäre Treiben hierzulande zu einer baldigen Eruption führen könnte, so würde ich nicht dafür stimmen, eine solche zu hindern oder durch Aufstellung von vermehrten Truppenmaffen zu erschweren; wie aber die Sachen liegen, so handelt es fich lediglich um eine unter dem Gesezesschutz der Märzerrungenschaften gefahrlos betriebene, langsame aber sichere Korruption der Maffen zum Behufe fünftiger Eventualitäten. Borzugsweise ist die Tätig keit der hiesigen Lokalpresse, mit Einschluß des„ Deutschen Frankfurter Journals", darauf gerichtet, den religiösen Sinn der verschiedenen christlichen Konfeffionen als eines der stärksten oder vielmehr das stärkste und allein nachhaltige Bollwerk gegen die Revolution, zu untergraben.... Diesem Treiben die Waffe der Presse und der Vereine einigermaßen aus der Hand zu winden, ist eine Aufgabe des Bundes, bei deren Erfüllung sich auf eine vollständige Aufrichtigkeit des östers. reichischen Bündnisses mit Wahrscheinlichkeit rechnen läßt, obschon der gelegentliche Beistand demokratischer Blätter, solange dieselben existieren und Einfluß haben, jenseits nicht verschmäht wird. Eine neue Erscheinung am Horizonte der hiesigen Lokalpresse sind Artikel in den kleinen demokratischen Blättern, die Desterreich auf Kosten Preußens erheben, von welchen ich mir ein échantillon( Probe) aus dem" Frankfurter Tagblatt" unter der Rubrik„ Nachrichten aus dem Bundessize" beizufügen erlaube. Gin neuer Beweis, wie sehr uns Desterreich an geheimen Fonds überlegen ist." Man weiß, daß Bismarck dem Blutglauben bis an sein Ende treu blieb. Und die gelehrigen Schüler feiner tiefen und sittlichen Staatstunst träumen heut von der gesegneten Eruption, die der Meister 1856 erhoffte. Der freikonservative Antrag bezweckt die Berteilung von ein paar Riesen- Wahlkreisen, der freifinnig- liberale eine allgemeine Das ganze Arsenal der Bismarckschen Staatstumst gegen„ mißNeueinteilung und Zwölftelung statt der Drittelung, beide außerdem liebige" Voltsbewegungen: Geheimagenten; plötzliche Hausfuchungen, In grauem Nebel liegt dem Bürgertum die deutsche Zukunft. die Drittelung statt nach Urwahlbezirken, nach Kreisen sowie ein für die sich nachher der juristische Entschuldigungsgrund aufinden wird; Während in anderen Staaten das Bürgertum sich zu politischer Wahlverfahren nach der Art der Stadtverordneten- Wahlen, letzteres Unterdrückung der Bresse und des Vereinswesens; Geheimfonds, die höher Weitaus am interessantesten aber ist das Bekenntnis der Blut- Sehnsucht: Welch' Schade, Macht erhoben hat, ist es in Preußen- Deutschland je weiter je will jedoch der freifonservative Antrag nur für die größten Wahl- sein müssen als die aller anderen. ohnmächtiger geworden. Ab und zu wird es sich des Elends kreise einführen. daß die Demokraten gar keine Neigung zu gewaltsamem Losbruch Die Beseitigung der Drittelung nach Urwahlbezirken bedeutet zeigen! Täten sie es doch! Kein Hindernis sollte die köstliche bewußt und bricht in verzweifelte Klage aus. Jetzt, da die parlamentarischen Arbeiten wieder aufgenommen eine direkte Verschärfung des plutokratischen Charakters des Wahl- Neigung im Keine ersticken, keine Erschwerung durch vermehrtes werden, sollte ein tatkräftiges Bürgertum seine Stunde gekommen rechts, und diese Verschärfung liegt dem Freifinn besonders am Truppenaufgebot! Gefegnet wäre die Eruption, die den Vorwand sehen. Aber für das deutsche Bürgertum ist das Parlament, die Herzen, weil er dann nicht zu fürchten braucht, den dritten Berliner gibt, das„ revolutionäre Treiben" in Blut und Schrecken zu Boden Bühne der bürgerlichen Macht, zum Zeugnis vollendeter Aussichts- Landtags- Wahlkreis an die Sozialdemokratie zu verlieren. Die Be- zu schlagen. Tofigkeit geworden. Zwei freisinnige Blätter leiten die wieder seitigung der allerdings unsinnigen aber das ganze Wahlsystem beginnenden Verhandlungen des Abgeordnetenhauses mit ist blanter Unsinn- Drittelung nach Urwahlbezirken bedeutet das trübseligster Betrachtung ein. Das„ Berliner Tageblatt", nachdem endgültige Monopol der ausschließlichen Herrschaft der Besitzenden im Parlament. es die Aufgaben des Abgeordnetenhauses dargestellt, sagt: Das Zentrum ist gegen die Alenderung des Drittelungs- Systems, Der Beirat für Arbeiterstatistik ist zum Montag, den 7. No " So stehen zwar wichtige Probleme aller Art zur Debatte, aber in jedem einzelnen Falle muß man fürchten, daß die das ja von ihm ins Gesetz gebracht worden ist und ihm vorteilhaft vember zu einer Sigung einberufen, um über folgende GegenDinge noch schlimmer werden, als sie heute schon sind. ist in den Städten, wo es mit den Nationalliberalen zu kämpfen hat. ſtände zu verhandeln: 1. geschäftliche Mitteilungen; 2. weitere Behandlung der Erhebung über die Arbeitszeit der Ges Eine Befferung ist auch nicht zu erwarten, solange der Liberalismus Das Zentrum würde allerdings von den anderen Parteien über- hülfen und Lehrlinge im Fleischergewerbe; 3. Erhebung über die auf den Tiefstand beharrt, auf dem er sich heute beſtimmt werden können. Doch scheinen auch die Konservativen gegen Arbeitszeit der in Plättanstalten und in nicht als Fabriken eine Aenderung des Drittelungs- Verfahrens zu sein. oder Werkstätten mit Motorbetrieb anzusehenden WaschNiemand erkennt in diesem Geständnis des eigenen Tiefstandes leberblickt man die Aeußerungen der verschiedenen Partei- anstalten beschäftigten Personen; 4. Erhebung betreffend die eine Aeußerung zu großer politischer Bescheidenheit. Noch trüber blätter die konservativen sind auch gegen eine Reform des Wahl- Abänderung der gesetzlichen Bestimmungen über die Arbeitszeit Klingt es aus der" Vossischen Zeitung": verfahrens-, so wird aus der ganzen Wahlreform vermutlich nur der Arbeiterinnen in der Fischindustrie; 5. Erhebung Die Parlamente zeigen im Reich wie in Preußen eine traurige Unfruchtbarkeit. Nirgends ein großer Zug, ein fräftiger eine Aenderung herauskommen, die Zerschlagung von ein paar über- betreffend die Lohnbücher in der Kleider- und Wäsche Schwung, ein durchgreifender Fortschritt. Die Regierung lebt von großen Wahlkreisen unter Vermehrung der Zahl der Ab- fonfettion; 6. Wahl von Ausschüssen für die Erhebungen unter der Hand in den Mund; Unsicherheit, Verdrießlich geordneten, so daß ja nicht etwa die Städte auch nur einen Erhebung über die Arbeitszeit der Gehülfen und Lehrlinge in solchen 3, 4 und 5 der Tagesordnung; 7. Mitteilungen über den Stand der feit, Mißstimmung tennzeichnen die Lage. Und so Bruchteil erhöhten Einflusses gewinnen können. Kontoren des Handelsgewerbes, die nicht mit offenen Verkaufsstellen wenig erhoffen weite Kreise des Volkes vom Parlament, so wenig Ganz besonders scharf wenden sich die Konservativen gegen eine verbunden sind. für die Freiheit und Wohlfahrt der Gesamtheit, daß sie bei allgemeine Neueinteilung der Wahlkreise. Besonders bemerkenswert ist Punkt 3 der Tagesordnung. Die feinem Zusammentritt allgemach eher Unbehagen als Befriedigung Beitung" erinnert zur rechten Zeit daran, daß auch die Gleich- Blättstuben gehören zu jenen Anstalten, über welche insofern ein empfinden." heit des Reichstags- Wahlrechts nur auf dem Papier steht und es gewisses Dunkel liegt, als der tägliche Beobachter nicht sagen kann, Wäre die Stimmung, welche die„ Vossische Zeitung" zeichnet, in Wahrheit ein ungeheuerliches Pluralsystem darstellt. Das Blatt ob und wann die darin beschäftigten Frauen eine Ruhepause haben. Es ist daher nötig, daß hier die Geheimnisse ans Tageslicht gezogen die Stimmung weiter Kreise des Volkes", so stünde es allerdings schreibt: entsetzensvoll um alle weitere Zukunft. Aber die freisinnigen Blätter geben nur die Trostlosigkeit ihres Bürgertums wieder, welches sich der Möglichkeit beraubt sieht, im Parlament bürgerliche Politik zu findet." treiben. " " V Die „ KreuzRundweg müssen die Konservativen den Gedanken einer Neueinteilung der Wahlbezirke ablehnen, wie sie von den Liberalen verlangt wird. Sehen wir selbst von der Beunruhigung ab, die eine solche Neueinteilung in die Bevölkerung tragen würde, so ist werden. Lippe. Nach der Deutschen Tageszeitung" herrscht in Bundes. ratskreisen allgemein die Auffassung, daß der Schaumburgische Protest gegen die Regentschaftsübernahme seitens des Grafregenten Leopold gänzlich unstatthaft ist. Man soll die Hoffnung hegen, daß Schaumburg diesen Teil des Protestes zurückziehen werde, wenn es nicht eine vollkommene Niederlage in dieser Frage erleiden wolle. Anders stehe es mit der Thronfolgefrage, die sicherlich irgend einem Gericht oder Schiedsgericht unterbreitet werden wird. Ein erblicher Gesetzgeber. Der Senior der Familie Roon, Generalleutnant z. D. Graf Waldemar v. Roon, Fideikommißherr auf Krobniß, ist aus Anlaß der Denkmalsenthüllung als erb= liches Mitglied in das Herrenhaus berufen worden. So bewirken die Verdienste, die dem einstigen Kriegsminister- beigemessen werden, erblich gesetzgeberische Vernunft in die fernsten Tage.Der Landtags- Abgeordnete v. Loebell hat, wie der Präsident am Mittwoch im Abgeordnetenhause mitteilte, sein Landtagsmandat für Brandenburg- Westhavelland- Bauch- Belzig infolge seiner Ernennung zum Chef der Reichskanzlei niedergelegt. werden könne. " denen eine Regierung, die am Ruder bleiben will, nur Sieges-| Sozialisten Archain hat der revolutionär- sozialistische Kandidat nachrichten vorſetzen darf? Sollte aber wirklich einmal etwas Marchand mit 912 Stimmen die relative Mehrheit erzielt. An vorkommen, dessen wir uns schämen müßten, dann handelt es sich zweiter Stelle kommt ein Royalist mit 629 Stimmen, ferner zwei doch nur um Ausnahmen, die kein Verständiger verallgemeinern| Linksradikale mit 337 und 294 Stimmen, ein Allemanist mit 82 und wird. Wir bedauern deshalb den Befehl des Hauptquartiers leb- zwei weitere Sozialisten" unbestimmter Art mit zusammen 48 haft und richten deshalb an die maßgebende Stelle im Reiche die Stimmen. Bemerkenswert ist der Verzicht des linksstehenden Aufforderung, ihn rückgängig zu machen. Sollte dies aber jaurèsistischen Kandidaten Copigneaur zugunsten des revolunicht geschehen, dann erwarten wir, daß sich nationale Ab- tionären Sozialisten Marchandschon vor der Hauptwahl. geordnete der Sache im Reichstage annehmen. Und zwar hat er das getan aus Rücksicht auf die Einigkeit und unter Denn das deutsche Volk, das so viel Blut und Geld in Südwest- ausdrücklicher Berufung auf die Beschlüsse des Amsterdamer Konafrika opfert, hat ein gutes Recht, ausführlich über alle Vor- gresses. In einer Wahlversammlung hat dann Copigneaug nebst den gänge auf dem Kriegsschauplage unterrichtet zu werden. Man Führern der jaurèsistischen Linken, Renaudel und Ducos sollte deshalb die private Berichterstattung wieder vollständig frei- d la Haille, für Marchands Kandidatur gesprochen. Dadurch geben und zugleich für eine schnellere, ausführlichere haben die Genannten ihr aufrichtiges Streben nach der Einigkeit amtliche sorgen." durch die Tat bewiesen. Auffallend war es ja schon seit längerer Zeit, daß auch der Berichterstatter der Scherl- Presse keine Originalnachrichten mehr über die Vorgänge in Südwestafrika bringen durfte oder mindestens nicht früher und eingehender, als sie auch von offizieller Seite in Berlin veröffentlicht wurden. arm. In der Stichwahl ist Marchands Erfolg gesichert, falls die Linksradikalen ihre Pflicht tun. infolge des Todes von Waldeck- Rousseau. Gewählt wurde Jm Loiredepartement fand eine Senatsnach wahr statt im zweiten Wahlgang der mélinistische Deputierte Audiffret Stimmen. mit 489 gegen 468 auf den ministeriellen Kandidaten gefallene Waldeck- Rousseau hatte 1897 als Mélinist 768 Stimmen erhalten. Macht einen Rückgang von mehr als ½ der mélinistischen Stimmen, Italien. Der Wahlkampf in Mailand. Som, 23. Oktober.( Eig. Ber.) Der Mailänder Wahlkampf bietet darum ein besonderes Inter" " Amerika. Mit den Arbeitern Die die Erziehung zum agrarischen Standesgefühl. Ein ostelbisches Regierungs- Idyll. Aus dem Ober- Verwaltungsgericht wird uns geschrieben: Durch Aus der Mitteilung der„ Rheinisch- Westfälischen Zeitung" geht Ministerial- Erlasse vom 3. Oftober 1901 und 10. Januar 1902 ist bezüglich der Beschäftigung ausländischer pol nicht hervor, ob auch den Truppen eingeschärft worden ist, ihre nischer Saison- Arbeiter unter anderem bestimmt worden, Privatbriefe nicht in der deutschen Presse veröffentlichen zu lassen. daß die Arbeitgeber vor der Annahme der Ausländer die Ge- Das wäre aber immerhin sehr möglich, da ja gerade in der letzten nehmigung des Landrats nachzusuchen und sich zur Erfüllung gewisser Beit eine Anzahl von solchen Briefen publiziert worden sind, die ähnliche Bedingungen zu verpflichten haben und zwar durch Unterschrift. Dinge meldeten, wie sie die berüchtigten Soldatenbriefe aus OstDer ostpreußische Gutsvorsteher Rittergutsbesizer Tidik, welcher asien berichteten. Das„ Berliner Tageblatt" vermutet denn auch, russisch- polnische Arbeiter angenommen hatte, weigerte sich wiederholt, den folgenden Verpflichtungsschein zu unterzeichnen:" Ich ver- daß das Schweigegebot sich auch auf diese Privatbriefe bezöge. Es effe, weil sich hier nicht weniger als fünf Parteien gegenüberstehen. pflichte mich, folgende Bedingungen( für die Annahme ausländischer bedauert, daß in der Tat wohl viele Eltern und sonstige Angehörige Nach den letzten Beschlüssen ist eine Aenderung in den von uns pelnischer Arbeiter und Arbeiterinnen) einzugehen: 1. Die Annahme der Expeditionsteilnehmer davon abgehalten würden, solche Kriegs- bereits gemeldeten Kandidaturen eingetreten, so daß sich die sechs ausländischer Arbeiter auf nicht mehr schulpflichtige einzelstehende briefe im allgemeinen Voltsinteresse zu veröffentlichen. Das Verbot Wahlkreise der Stadt in folgender Weise auf Parteikandidaten und Personen zu beschränken( falls nicht besondere Genehmigung des sei ein schlimmer politischer Fehler, der schleunigst von Reformisten verteilen: 1. Wahlkreis Bonardi gegen Lazzari; Regierungspräsidenten). 2. Die zur Beschäftigung zugelassenen der Regierung korrigiert werden müsse. 2. Majno gegen Valera; 3. Treves gegen Mocchi; ausländischen Arbeiter von den übrigen Arbeitern abgesondert und ( soweit es sich nicht um Familien handelt) getrennt nach Ge- General Trothas, der vielleicht ja erst auf eine Anweisung aus sechs Wahlkreisen stellen die Republikaner eigene Kandidaten auf, die Der Regierung wird es aber gar nicht einfallen, diesen. Befehl 6. Cabrini als Kandidat der Partei und der Sezessionisten. In allen 4. Bertini gegen Fenati; 5. Turati gegen 2abriola; schlechtern unterzubringen. 3. Dieselben binnen drei Tagen nach ber Ankunft auf meine Kosten auf ihren Gesundheitszustand, ins Berlin erlassen worden ist, wieder aufzuheben. Denn die Haltung, Radikalen werden dagegen für Majno und Turati stimmen und nur besondere auf Augenkrankheiten ärztlich untersuchen und, soweit erdie die deutsche Presse ohne Unterschied der Parteifärbung in den vier übrigen Kreisen eigene Kandidaturen haben. forderlich, sie impfen zu lassen, auch die Ergebnisse der Untersuchung seinerzeit bei der Beurteilung der ostasiatischen Soldaten- Konservativen haben ebenfalls sechs Kandidaten. unter Beifügung der Bescheinigung des Arztes der Anmeldung der briefe eingenommen hat, kann die Regierung nur in ihrem Vor- Es ist immöglich, den Ausgang vorherzusehen. Im ersten WahlArbeiter beizufügen. 4. Diejenigen Kosten zu erstatten, die durch gehen bestärken. Die ganze bürgerliche Breſſe erklärte ja nach der gang dürfte die höchste Stimmenzahl den Parteikandidaten zufallen, einen nach dem Ermessen der Behörde etwa notwendig werdenden Verurteilung der sozialdemokratischen Bresse den Inhalt der Hunnen- Wahlgang gewählt wird. Bei der Stichwahl zwischen Parteikandidaten Rücktransport der Ausländer bis zur Grenze entstehen." mit Ausnahme des fünften Wahlkreises, wo Turati vielleicht im ersten Die von Herrn Rittergutsbesizer Tidik angenommenen russisch- briefe für unglaubwürdig, und ihre Veröffentlichung, die doch zum und den Radikalen oder Reformisten würden die Republikaner vorpolnischen Arbeiter wurden daher wegen seiner Widerspenstigkeit großen Teil zuvor in konservativen Blättern erfolgt war, für aussichtlich für die Parteifandidaten, die Konservativen für die Radiausgewiesen und er erhielt als der Gutsvorsteher, d. h. als einen Verstoß gegen das nationale Interesse. Nach falen stimmen. Es sind aber auch andere Möglichkeiten gegeben, Polizeiverweser, vom vorgesetzten Landrat eine Geldstrafe im diesem kläglichen Zusammenklappen auch der liberalen Presse wird jedenfalls sind aber die Konservativen sehr schwach und dürften nicht Disziplinarwege. Nach vergeblicher Beschwerde beim Re- die Regierung gar nicht daran denken, den ihr auf alle Fälle so den Vorteil aus dem sozialistischen Zwist ziehen. gierungspräsidenten in Königsberg flagte Tidif beim Ober- Ver- genehmen Befehl des Generals Trotha zu widerrufen. waltungsgericht. Besonders hob er hervor, daß er nicht als GutsDaß Die Regierung wird die Radikalen unterstützen, nicht die konservorsteher die Unterschrift unter den Verpflichtungsschein verweigert schärferen Protest gegen das feige Vertuschungssystem der Regierung Mailand 52773 Wähler, von denen 21870 Arbeiter sind, 8689 Privatnationale" oder auch liberale Abgeordnete im Reichstage vative Opposition. habe, sondern als Guts besizer. Eine Disziplinarstrafe wäre hier einlegen würden, ist von vornherein ganz unwahrscheinlich! Nach einer im heutigen Tempo" veröffentlichten Statistik hat unzulässig, ganz abgesehen davon, daß eine rechtliche Verpflichtung zur Unterzeichnung solches Verpflichtungsscheines nicht anerkannt angestellte, 6651 Verkäufer und Ladenbesitzer, 5597 Angehörige freier Berlin, 25. Oktober. Ein Telegramm aus Seetmanshoop Berufe, 2354 Rentiers, 2233 öffentliche Beamte, 1124 industrielle enthält folgende genauere Meldung über die Verluste im Gefecht bei Unternehmer, 1120 niederes Personal der öffentlichen Behörde, Eine interessante Antwort gab nun der Regierungspräsident auf Wasserfall- Karas- Berge vom 5. Oktober: Gefallen: Leutnant 879 niederes Bahnpersonal, 977 Pensionierte, 718 Offiziere und die Klage: Jene( von den Ministern ausgehenden) Ordnungs- id, Reiter Nerbe. Beide Kopfschuß. Schwerverwundet: Reiter 561 Geistliche. Die große Mehrheit der Wähler gehört also dem vorschriften enthielten das unerläßliche Mindestmaß dessen, Niemann, Schuß rechte Schulter; Unteroffizier weiß, Fleisch- Proletariat an. was nach reiflicher Erwägung im politischen und sonstigen öffent- schuß durch Hals; Sanitätssoldat Pallais, Schuß linker Unterlichen Intereffe unbedingt gefordert werden müsse. In Ermangelung Leicht verwundet: bei Kompagnie bleibender Hauptmann sonstiger gesetzlicher Mittel zur Durchführung der Vorschriften sei ehle, leichter Streifschuß linke Kopffeite; Unteroffizier angeordnet worden, daß im Falle der Nichterfüllung mit der Aus- Langenbach, Fleischschuß linker Unterarm; Reiter Drzischeck, haben die Politiker nicht mehr so leichtes Spiel wie bei früheren weisung der ausländischen polnischen Arbeiter vorzugehen sei. Fleischschuß linke Gesäßhälfte; Reiter Bartels, Fleischschuß rechte Wahlen. In den Versammlungen der Gewerkschaften kommt das Außerdem würde aber ein weiter um sich greifender Widerstand der Schulter. Thema„ Politik" gründlicher zur Sprache wie je zuvor. Von den Arbeitgeber gegen die Erfüllung jener Anforderungen mit Not- Berlin, 25. Oktober. Der Farmer Georg Bräuer, welcher in Arbeiterverbänden werden oftmals an die Kandidaten für die verwendigkeit dahin führen müssen, daß die Herren Ressortminister die dem Telegramm des Gouverneurs Leutwein vom 21. d. M. als tot schiedenen Staatsämter Forderungen gestellt, daß sie bestimmte VerZulassung polnisch- russischer Saison- Arbeiter noch weiteren Be- gemeldet worden ist, hat in einem anscheinend gleichzeitig aus pflichtungen zugunsten der Arbeiter übernehmen müßten, wenn sie schränkungen unterwerfen und schließlich ganz von ihrer Zulassung Rehoboth abgegangenen, am 22. d. M. abends hier eingetroffenen auf deren Stimmen rechnen wollen. Die Arbeiter glauben nicht absehen dürften. Sonach handele ein Arbeitgeber, der ohne Er- Telegramm seinem in Berlin wohnenden Bruder mitgeteilt, daß mehr blindlings alles, was ein Politiker ihnen jagt. Das füllung der festgesetzten Bedingungen polnische ausländische Arbeiter seine Schwester Klara Bräuer getötet sei. Klara Bräuer hielt sich, mußte jüngst der Bundes Senator Tillmann in Beschäftigung nehme, 1. gegen seine eigenen wirtschaftlichen wie der hier lebende Bruder vermutet. Bei dem Farmer Hermann von Süd Carolina erfahren. Das demokratische StaatsInteressen; 2. gegen die Interessen der fortdauernd in einer Ar- in Nomtsas oder beim Farmer Friccius in Diricas auf, deren Tod komitee für die Wahlen von Illinois hatte sich den beiternotlage befindlichen Landwirtschaft überhaupt; 3. gegen die bereits früher gemeldet worden ist. Die Meldung von dem Tode bekannten Mistgabel- Tillmann"( wie Intereffen der von ihm ordnungswidrig angenommenen Ausländer, des Farmers Georg Bräuer scheint hiernach auf einer Verwechselung und er wegen seiner groben saftigen Ausdrucksweise oft genannt wird), Senen Hngelegenheit, Zeitverlust und Kosten erwüchsen; 4. gegen die zu beruhen; weitere Aufklärung ist veranlaßt. Vom Gouverneur Agitation unter den Arbeiter von Chicago verschrieben. Tillmann Interessen der beteiligten Staatsbehörden, die in die für sie un- Leutwein werden noch folgende Personen als tot gemeldet: Schlosser haßt als guter Vertreter eines Südstaates natürlich die Neger angenehme, leicht zu Auseinandersetzungen mit den ausländischen Unteroffizier der Reserve Heinrich Held, früher im Infanterie- wütend und hatte vor einiger Zeit sogar die schlimmsten Lynchmorde Behörden führende Zwangslage, die ausländischen Arbeiter auszu- Regiment Nr. 85, und Farmer Hußfeld, angestellt bei der südwest- verteidigt. Während des legten großen Streits der Schlachthausweisen, versetzt würden. Ein Landwirt und Rittergutsbesizer, der afrikanischen Schäfereigesellschaft. arbeiter haben die Großschlächter Chicagos massenhafte Neger in einer so rücksichtslosen Weise in verschiedene Gebiete wichtiger Lebensinteressen eingreife, handele gegen die Würde und das Anangestellt. Der Streit ging verloren und die Neger werden weiter beschäftigt; das erbitterte die Arbeiter und sehen seiner Person und seines Standes. Sein Verhalten werde von darauf baute das Wahlkomitee der Demokraten. Tillmann sollte allen seinen Berufsgenossen, die die Arbeiternotlage der Landwirtdie Arbeiter aufwiegeln, so daß sie für die Feinde der Neger, schaft und das zur Linderung dieser Not seitens der Staatsregierung bisher bewiefene außerordentliche Entgegenkommen zu würdigen die Demokratea stimmen würden. Sozialdemokratische Bedingungen. In einer Maffenversammlung wissen, verurteilt und mißbilligt werden. Umsomehr aber müsse zu- möchte die herrschende radikale Partei den Beamten, die meist ihre nicht erwartet hatte. Die einen wollten wissen, welchen Schutz die Solothurn, 22. Oktober.( Eig. Ber.) Im Kanton Solothurn Enthusiasmus erwecken. Es wurden ihm Fragen vorgelegt, die er sprach Tillmann in seiner gewohnten Art, aber er konnte keinen gegeben werden, daß ein Rittergutsbefißer und Gutsvorsteher Angehörigen sind, schon seit Jahren eine Besoldungserhöhung ge- weißen Arbeiter in den Südstaaten genießen; die anderen fragten, durch ein obiges Verhalten sich der Achtung, des Ansehens und des währen. Allein alle Versuche scheiterten bisher an der Opposition ob nicht die scheußlichste Ausbeutung der Kinderarbeit in den großen Vertrauens, die fein amtlicher Beruf erfordert, unwürdig weiter zeigt. Demnach fei auf Grund des Disziplinar- Gesetzes gegen ihn erhöhungen für Beamte nun einmal teine populäre Sache sind. Baumwollefabriken im Süden zu finden sei, ob nicht die demokratiVoltskreise, in denen Besoldungslieat wieder ein bezüglicher Geſegentwurf von und nun haben Süden ſich ſträuben, Geſetze zum schon wegen einer Pflichtverletzung außer dem Amte. Im ein- unsere Genossen auf ihrem kantonalen Parteitag einstimmig be- Schuße der Kinder anzunehmen. zelnen dargelegt wird dann noch, daß auch eine Verletzung von schlossen, für das Gesetz einzutreten, wenn ihnen von der radikalen Fragen, denn sie konnten nur in einem für die Demokraten unDietspflichten die Innehaltung von Gefeßen und Verwaltungsmaßnahmen zu überlassen, ferner eine Subvention von 3000 Frant jährlich an sorgen. Ferner sei noch anzunehmen, daß er seine ausgewiesenen ein zu gründendes kantonales Arbeitersekretariat bewilligt wird, Generalkonsulat verleitet und seinen oberen Dienstbehörden so zu Arbeiterschaft zu überlassen sind. Diese Institution samt Beitrag merkbar, und andererseits werden die Arbeiter durch die wachsende peinlichen Verhandlungen mit den ausländischen Behörden verholfen soll aber in demselben Beamtenbesoldungsgesetz Aufnahme finden. Rücksichtslosigkeit der Kapitalisten zur Erkenntnis ihrer Lage gebracht. Beschwerden wobei Organisation und des Gefretaus ber organisierten Das Ober- Verwaltungsgericht wies die Klage des bestraften Gutsvorstehers ab und erklärte die Disziplinarstrafe berechtigt, woran auch dadurch nichts geändert würde, wenn die zu Pittsburg großes Aufsehen. Die Verwaltung hat ihre WerkDiese Forderungen unserer Genoffen sind fachlich durchaus Bum Beispiel machte eine Verfügung in den Carnegie Stahlwerken Stuttgart, 25. Oktober.( W. T. B.) Gegner von einem„ Kuhhandel" reden wollten. Im Kanton Solo- meister angewiesen, in gewissen Abteilungen des Betriebes keinen thurn herrscht, wie in vielen anderen Kantonen, das radikal- Arbeiter anzustellen, der älter als 35 Jahre sei. In den anderen Standesherren" lehnte heute die Ermächtigung zur Strafverfolgung fapitaliſtiſche Regiment, das die Staatskaffe so viel wie möglich Abteilungen wurde die Altersgrenze auf 40 Jahre feſtgeſetzt. Da des sozialdemokratischen Abgeordneten Keil ab, weil eine Strafver ſeinen Leuten dienstbar macht, die Arbeiterschaft aber völlig ignoriert. drängen sich dem Arbeiter Probleme auf, die gebieterisch eine Lösung folgung gegen diesen Abgeordneten wegen der in der Stuttgarter Unterstützung von 50 000 Frank, die Arbeiter aber nichts. Nach So erhalten Landwirtschaft, Industrie und Handel eine jährliche fordern. Protestversammlung vom 30. Juni berübten Beleidigung, die über- der Art aber, wie subventionierte Arbeitersekretariate von den dies nur ein Glied in der Kette zahlreicher anderer Beleidigungen der Ersten Kamer sei,„ unter der Würde des Hauses stehe." Gegnern behandelt zu werden pflegen, wäre die Aufstellung von In der Kammer der Abgeordneten wurde bei der genügenden Garantien für die volle Bewegungsfreiheit des Sekretärs heutigen Beratung des Gesezes über den Waffengebrauch der Land- unerläßliche Vorbedingung, andernfalls die Subvention ein bloßes Bom Parteivorstand erhalten wir folgende Zuschrift: Das Abjäger die von der Kammer der Standesherren gewünschte Bestimmung, daß von der Schußwaffe gegenüber entfliehenden LandDer Anspruch unserer Partei auf einen Sitz im Nationalrat Parteipresse Anlaß, sich mit den materiellen Verhältnissen, in denen streichern Gebrauch gemacht werden dürfe, abgelehnt. Damit ist erscheint durch ihre große Stimmenzahl, die sie bei den lezten Wahlen Schmidt lebte, zu beschäftigen. Es wird dabei verschiedentlich die das ganze Gesetz gescheitert. erhielt, vollauf berechtigt. Behauptung aufgestellt, Schmidt habe bald nach Verlassen des GeDer Landtag wurde schließlich in einer gemeinsamen Sigung Sie haben unseren Genossen einen Sitz im Nationalrat versprochen, Er ist enz führen müssen", was ihn schwermütig gemacht Die Radikalen haben in der Tat nach gegeben. fängnisses„ einen verzweifelten Kampf um die beider Kammern geschlossen, wobei der Ministerpräsident Dr. von der ihnen bei der ersten eintretenden Vakanz oder dann bei den Breitling mitteilte, daß der König den neuen Landtag Ende nächster nächsten Hauptwahlen überlassen werden soll. Der zweiten For weifeln, in gutem Glauben gegebene Darstellung auf und behaupten Woche in Person zu eröffnen gedenke. habe uſw. Die Gegner greifen diefe, wie wir keinen Augenblick derung sind sie insofern entgegengekommen, als sie im Kantonsrat auf Antrag der Regireung die Stellung eines kantonalen Gewerbe- ihrerseits es gibt nicht nur den bekannten Dank vom Derselbe Vorgang, der sich seinerzeit in Ostasien abspielte, Kantonsrat vorzunehmen hat. Die Besoldung ist auf 3600 Frantichlimmeren von der sozialdemokratischen Partei". und Fabrikinspektors neu zu schaffen beschlossen, dessen Wahl der Hause Habsburg, sondern einen vielleicht noch wiederholt sich jetzt in Südwestafrika. Wie die Rheinisch- West- pro Jahr feſtgeſetzt. fälische Zeitung" von verschiedenen Offizieren erfährt, hat vor kurzem Um zu verhindern, daß mit diesen Behauptungen weitere Auf diese Zugeständnisse hin stimmten unsere Genossen im hämische Angriffe gegen die Partei gerichtet werden, geben wir der General v. Trotha vom Hauptquartier aus unter hoher Straf Kantonsrat für die Erhöhun der Beamtenbesoldungen und folgende auf Tatsachen beruhende Darstellung: Während der drei androhung der Schuztruppe verboten, irgend etwas aus dem Feldzug werden sie dafür auch in der Volksabstimmung eintreten. zu veröffentlichen. Die„ Rheinisch- Westfälische Zeitung" bemerkt zu der Regierung, in der sie bereits einen Bertreter hat. Ihre For das volle Gehalt( monatlich 250 M.) ausgezahlt. Die Kosten der Die ultramontane Opposition forderte die Proportionalwahl Jahre, die Schmidt im Gefängnis zubrachte, erhielt seine Familie „ Warum kann dieses Verbot ergangen sein? Fürchtet das katholischen Vertreter im Kantonsrat gegen die Besoldungsderung lehnten aber die Radikalen ab, und daraufhin stimmten die Selbstbeschäftigung wurden von der Parteitasse getragen. Hauptquartier, es möchten Dinge bekannt werden, die das erhöhung. Opposition gegen diese ist also noch immer vorhanden. Licht der Deffentlichkeit nicht vertragen tönnen? Wir sind der Ueberzeugung, was in Südwestafrika geschieht, braucht die breiteste Oeffentlichkeit nicht zu scheuen. Oder glaubt das Hauptquartier etiva, das deutsche Volt könne schlimme Meldungen diesem Verbot: Die Ein füdwestafrikanisches Schweigegebot. auch radikaler Husland. Schweiz. Frankreich. Nachwahlen. liche Abfuhr. Das waren recht unbequeme Einerseits macht sich der Einfluß der Sozialisten, welche in den Partei- Nachrichten. leben des Genossen Albert Schmidt gibt einem Teile unferer " nicht sofort wieder seinen Beruf aufnehmen. Ein Mann, der durch Nach dem Verlassen des Gefängnisses konnte Schmidt natürlich Gefängnismauern 3 Jahre vom politischen Leben abgeschlossen wurde, braucht reichlich Zeit ehe er wieder journalistisch tätig sein kann. Baris, 24. Oktober.( Eig. Ber.) In einer Pariser Ge- Der Parteivorstand erachtete es daher als selbstverständliche meinde nach wahl an Stelle des verstorbenen„ unabhängigen" Pflicht, den Genossen Schmidt wirtschaftlich über Wasser zu halten, indem ihm sein Gehalt mit monatlich 250 M. aus der Zentralfasse| machen sie Profit aus der Mitgliedschaft der freiwilligen Mitglieder,| Verpflegungskosten im Betrage von 42 Mart zurückerstattet. Da weiter gezahlt wurde. die sonst den Arzt anständig honorieren fönnten. Ferner machen sie nach der Gemeinde- Ordnung in Verbindung mit Artikel 95 des Einführungs- Gesetzes zum Bürgerlichen Gesetzbuch die Dienstherrschaft Profit durch die Anstellung von Parteiführern als Beamte. sondern kapitalistische Profitinstitute find. Das beweise, daß die Krankenkassen teine gemeinnüßigen, bei Krankheiten des Gesindes, die dieses sich im Dienst zuzieht, für Kur und Verpflegung haftet, ohne die Kosten vom Lohn abziehen zu dürfen, wollte der Vater den Besizer wegen Auszahlung des Lohnes verklagen. Sowohl der Gemeindevorsteher als auch der Amtsvorsteher verweigerten aber die Ausstellung eines Armutszeugnisses, womit allein der Mann vor Gericht kostenlos flagen kann. Jetzt hat der Mann mit Hülfe der Sozialdemokraten den Beschwerdeweg beschritten. Im Laufe der Monate stellte sich aber heraus, daß Schmidt dem aufreibenden Dienst in der Tagespresse wohl überhaupt nicht mehr gewachsen war. Es wurde ihm deshalb Gelegenheit gegeben, sich im Verwaltungsfache auszubilden, und ihm schließlich, nachdem er im Hamburger Parteigefchäft längere Zeit als Volontär zur Zufriedenheit gearbeitet hatte, die Verwaltung des Bielefelder Geschäfts übertragen. Während der ganzen Zeit, von der Entlassung aus dem Gefängnisse bis zum Tage des Eintritts in das Bielefelder Geschäft im ganzen 14 Monate erhielt Schmidt seinen vollen Gehalt. Er hat mithin nicht einen Tag den Kampf um die Existenz führen müssen. Vom Undank der Partei kann also nimmermehr die Rede sein. Alles was Genosse Schmidt auf Grund der gebrachten Opfer von der Partei fordern konnte, hat diese im reichsten Maße gewährt. Nach dieser wunderbaren Logif, die von keines Wissens Hauch getrübt ist, scheint alles Profit zu sein, was nicht den Aerzten in die Taschen fließt, und gemeinnüßig nur die möglichst reichliche Bezahlung aller Aerzte aus Krankenkassenmitteln. Verfammlungen. Kaufmannsgericht in Charlottenburg. Das Ortsstatut, dessen Genehmigung der Magistrat bei der Stadtverordnetenversammlung nachsucht, lehnt sich im allgemeinen an das für die Gewerbegerichte erlassene Ortsstatut an. Die hauptsächlichste Abweichung vom Gewerbegerichtsstatut ist dadurch veranlaßt, daß nach§ 12 Abs. 2 des Zur Stadtverordneten- Wahl im 22. Kommunal- Wahlbezirk nahm Reichsgefeßes die Wahl der Beisiger nach den Grundsäßen der Ver- gestern abend eine Versammlung der Parteigenossen dieses Bezirks hältnis wa h I stattzufinden hat. Unter Berücksichtigung der Er- Stellung. Bekanntlich hat der bisherige Bertreter des Bezirks, fahrungen, welche andere Gewerbegerichte, insbesondere Frankfurt Genosse Dr. Friedeberg, fein Mandat niedergelegt, und deshalb muß am Main und Ulm, bei denen die Verhältniswahl bereits eingeführt im November eine Neuwahl vorgenommen werden. Das Referat ist, gemacht haben und in der Erwägung, daß die einfachste Ge- hielt Stadtverordneter Genoffe Heimann. Unter Hinweis auf das Bei den Stadtverordnetenwahlen in Altenburg wurden, wie uns staltung der Verhältniswahl die relativ beste ist, hat sich der Stimmenverhältnis bei der letzten Wahl gab er der Ueberzeugung ein Privattelegramm meldet, in der dritten Klasse fünf Sozial- Magistrat für das System der gebundenen Listen", bei denen die Ausdruck, daß auch diesmal der sozialdemokratische Kandidat als demokraten gewählt. Stimmabgabe auf bestimmte Vorschlagslisten beschränkt ist, ent- Sieger aus der Wahl hervorgehen werde. Dann zeigte der Redner Barteipreffe. In die Redaktion der Bergischen Arbeiterstimme" schieden. Aus den Kreisen der vom Magistrat befragten Beteiligten an den Verhältnissen der Berliner Stadtverwaltung, wie notwendig in Solingen ist der Genosse Hans Deisel von dort eingetreten. find ihm dahingehende Wünsche zugegangen. Nach Ansicht des es ist, daß die Sozialdemokratie in möglichst starker Zahl im Roten Der sozialdemokratische Verein in Düsseldorf beschloß. an Magistrats haben andere Systeme der Verhältniswahl, abgesehen Hause vertreten ist. In der Diskussion, an der sich mehrere Ge den Parteivorstand das Ersuchen zu richten, das dortige Verlags- davon, daß sie verwickelter sind und die Feststellung des Wahl- noffen beteiligten, bemerfte Bader unter anderent, es sei vielfach geschäft in Parteiregie zu übernehmen. Die Genossen erhoffen davon ergebnisses erheblich erschweren, den großen Nachteil, daß es einer gesagt worden, ob die Mandatsniederlegung Friedebergs mit feiner eine Gesundung der Parteiverhältnisse am Drte. ganz geringen Minderheit, ja einem einzelnen, möglich ist, die Wahl Propagierung des Generalstreits in Verbindung stehe. Das sei nicht Jm Betriebe der Druderei unseres Brandenburger Partei einer bestimmten Person, für die sich alle übrigen Barteianhänger der Fall, Genosse Friedeberg habe das Mandat lediglich deshalb blattes ist der achtstündige Arbeitstag für das gesamte Personal ein entschieden haben, zu hintertreiben. Die Anzahl der Beisiber ist auf niedergelegt, weil er von Berlin nach außerhalb verzogen ist. 24 festgesetzt, die Amtszeit für den Vorsitzenden, seine Stellvertreter Als Kandidat wurde Genosse Robert Wengels vorgeschlager geführt worden. und die Beisiger auf drei Jahre. Nach dem Vorgange von Berlin, und einstimmig als solcher proflamiert. Dann wurde ein WahlSchöneburg und Nixdorf, welche schon für die Tätigkeit des Gewerbe- fomitee eingefeht, bestehend aus den Genossen Ziese, Werner, Mann, gerichts Gebühren erheben, sollen für die Tätigkeit des Charlotten- Bern und Bader. Der Vorsitzende schloß die Versammlung, indem burger Kaufmannsgerichts die im Gesetz normierten Gebühren er- er die Genossen ersuchte, lebhaft für die Wahl unseres Kandidaten Die heute, Sonntag, den 23. Oktober, im Schüßenhauſe in hoben werden, schon um zu verhindern, daß es seiner Gebühren- zu agitieren, damit eine recht große Stimmenzahl für denselben abChemmis tagende Parteiversammlung des 15. fächsischen Reichstags- freiheit wegen angegangen wird. Das ist möglich, weil bei den groß gegeben werde.. Wahlkreises erklärt sich mit den Beschlüssen des Parteitages, ins- städtischen Verhältnissen Berlins und seiner Vororte vielfach die Zubesondere mit der Resolution gegen Schippel, sowie mit der Haltungständigkeit mehrerer Kaufmannsgerichte, unter denen der Kläger ihres Delegierten zum Parteitage einverstanden. Die Berichterstattung über den Bremer Parteitag führte im 15. sächsischen Reichstags- Wahlkreise( Mittweida- Limbach) zur Annahme der folgenden Resolution: die Wahl hat, begründet ist. Außerdem sind nach Meinung des Gegenüber der Bemerkung Schippels auf dem Parteitage, daß Magistrats die vor dem Kaufmannsgericht Recht Suchenden im aller von einem Entrüftungssturm im Verbreitungsbezirk der Volks- gemeinen beffer gestellt, als die dem Gewerbegerichts- Gesetz unterstimme" gegen ihn nichts bemerkt hätte", stellt die Parteiversammlung stellten Personen. Das Gericht soll mit dem 1. Januar 1905 in nocnnals ausdrücklich fest, daß die Parteigenossen des 15. Wahl Wirksamkeit treten. Treises die Haltung Schippels in der Zollfrage auf das schärfste mißbilligen und mit den Grundsätzen und den Interessen der Partei für unvereinbar erklären. Die Parteiversammlung hätte deshalb auch gewünscht, daß ihr Delegierter dem Amendement Freythaler zugestimmt hätte. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Die Gewerbegerichtswahl in Erlangen, die am Sonntag stattfand, brachte für die Liste der freien Gewerkschaften einen glänzenden Sieg. Ihre Kandidaten wurden mit 540 geschlossen abgegebenen Stimmzetteln gewählt, während die Liste der Hirsch- Dunderianer und christlich organisierten Arbeiter, die sich verbündet und bestimmt Die in Halle beschlagnahmten Volkskalender sind von der Polizei auf einen Erfolg gerechnet hatten, nur 79 Stimmen aufbrachte. Hunderte von Arbeitern konnten wegen der zu furzen Wahlzeit und wieder zurückgegeben worden. wegen der Unzulänglichkeit des Wahllokals nicht wählen, sonst hätte fich das Resultat für die Gewerkschaften noch glänzender gestaltet. Landarbeiterleben im Osten. # Soziales. Ein Krankenversicherungs- Geschäft. " Letzte Nachrichten und Depefchen. Veränderungen im Minifterium. Wien, 25. Oftober. Von einem besonderen Korrespondenten. Die Neue Freie Presse" meldet: Ministerpräsident Dr. v. Koerber wird morgen dem Kaiser unterbreiten, anstelle des zurücktretenden Finanzministers Dr. Boehm v. Bawerk den Sektionschef Kozel, Direktor im Sparkassenamte, zum Finanzminister, und den Grafen Heinrich Bucquoi anstelle des Barons Giovanelle zum Aderbau. minister zu ernennen. Gleichzeitig joll ein tschechischer Landsmannminister wieder ernannt werden; für diesen Bosten sei Hofrat Profeffor Randa ausersehen. Paris, 25. Oftober.( W. T. B.) Die Kammer nahm mit 360 gegen 177 Stimmen einen Gefeßentwurf an, wodurch die Stadt Baris zur Aufnahme einer Anleihe von 120 Millionen Frank behufs Gasversorgung von Paris in städtischer Regie ermächtigt wird. wässern. Maßnahmen der englischen Regierung. In dem Dorfe Pregelswalde, im Wahlkreise Tapiau- Wehlau, London, 25. Oktober.( W. T. B.) Die Admiralität macht heute Nach§ 3a Ziffer 2 des Krankenversicherungs- Gesetzes sind auf wohnt ein armer Landarbeiter, der 9 Kinder zu ernähren hat. abend bekannt, daß sie nach Empfang der Nachrichten von dem ihren Antrag solche Personen von der Versicherungspflicht zu be- Schon von frühester Jugend müssen die Kinder bei den Besitzern freien, denen gegen ihre Arbeitgeber im Falle der Erkrankung ein arbeiten gehen, damit sie was zu essen haben. Ein jetzt 17 Jahre tragischen Unglück in der Nordsee am 24. d. M. vorläufige Befehle zur gegenseitigen Unterstützung und zu gegenseitigem Zusammen Rechtsanspruch auf Leistungen zusteht, gleich oder gleichwertig denen alter Sohn dieses Arbeiters stand schon von seinem 12. Lebensjahre wirken als Borsichtsmaßregel gegeben habe an das Kanal- und des§6 des Gesetzes. Diese Bestimmung will sich eine Aktien- an bei dem Besitzer Schlicht in Arbeit. Im April d. 3. weigerte fich Mittelmeer- Geschwader sowie an die Flotte in den heimischen Geder junge Mann, eine Arbeit zu verrichten, die ihm, da er sich nun gesellschaft Deutscher Anker" in Berlin zu einem schon als Knecht vermietet hatte, seiner Ansicht nach nicht mehr zufam. London, 25. Oftober. Das„ Reutersche Bureau" meldet aus einträglichen Geschäft zunuze machen. Sie bietet, wie is er dann aber doch die Arbeit verrichten wollte und in die Nähe Petersburg: Der englische Botschafter Hardinge teilte der russischen der Arbeiter- Sekretär Güldenberg in Halle in einem des Besizers fam, ergriff dieser einen dicken Zaunpfahl und schlug Regierung eine Note feiner Regierung mit, welche den amtlichen Artikel des„ Correspondent" der Buchdrucker mitteilt, Unternehmern damit dem jungen Menschen über Kopf, Rücken und Beine, so daß Bericht über den Vorfall in der Nordsee und die Ansichten der einen Rückversicherungsvertrag au. Nach diesem Vertrage sichert die dieser befürchtete, totgeschlagen zu werden und laut um Sülfe rich englischen Regierung hierüber enthält. In der Note wird ferner Firma N. N. ihren versicherungspflichtigen Arbeitern Von diesem Tage an tränkelte der bis dahin völlig gesunde Knecht einen„ Rechtsanspruch" gemäß§ 3a Biffer 2 des Gefeßes in Ver- und Hagte über große Schmerzen im linken Bein. Er mußte ab gefagt, daß die leberreichung der Forderungen der britischen Ber und zu die schwere Arbeit aussehen. Ende Juni d. J. ließen die gierung, welche eine volle Genugtung verlangen werde, bis zum bindung mit§§ 6 und 7. Die Gesellschaft Deutscher Anker" ver- Eltern des jungen Menschen diesen von einem Arzt Dr. Korn aus Empfange der Antwort der russischen Regierung zurüidgestellt sei. London, 25. Oftober. Das" Reutersche Bureau" erfährt von pflichtet sich, die Unterstügung zu übernehmen, während die Firma Tapiau untersuchen. Er stellte„ Rheumatismus" fest, verschrieb einem hervorragenden Mitgliede der russischen Botschaft, daß die an den„ Deutschen Anker" per Kopf der so versicherten Arbeiter dafür eine Medizin und meinte, arbeiten könne der Knecht, die Sache Antwort auf die englische Note heute nicht erwartet werden dürfe. monatlich 1,75 für männliche, 1,25 für weibliche Personen zahlt. sei nicht schlimm. Die Schmerzen wurden aber immer größer bei Botschafter Graf Bendendorff hatte von der Angelegenheit erst ge= Die Absicht geht dahin, daß die Firma, der Unternehmer, seine der Arbeit. Als der Knecht dann gar nicht mehr gehen konnte, I ie hört, als er gestern auf der Fahrt von Dover nach London war, und Arbeiter veranlaßt, auf Grund dieses Rechtsanspruches den Antrag der Besiber ihn aufs Feld zur Arbeit fahren. Also konnten auch die wesentlichsten Mitteilungen zwischen der Botschaft und der Regierung in Petersburg erst am Montag abend begonnen auf Befreiung von der Versicherungspflicht zu stellen. Er tommt diese Quälerei aber doch zu groß wurde, ordnete der Gemeinde- so konnten auch die wesentlichsten Mitteilungen zwischen der Botschaft damit um alle Scherereien mit der Krankenkasse herum und spart vorsteher an, daß der Besizer den kranken Knecht zu einem Arzt nach werden. Die russische Regierung konnte sie daher nicht vor Dienstag Tapiau fahren mußte. Dort angekommen, untersuchte ihn Dr. Korn viel Geld. Die Gesellschaft Deutscher Anker" hofft natürlich auf und sagte ganz erschrect, es sei gar nicht Rheumatismus im Bein morgen in Erwägung ziehen. Ergänzende Einzelheiten wurden noch Es dauerte lange, die ein gutes Geschäft. Für die Versicherten entsteht der Nachteil, daß fie vorhanden, der Knecht müsse sofort ins Krankenhaus geschafft werden. am Dienstag nachmittag telegraphiert. erstens nur die Mindestleistungen erhalten und zweitens von jedem Dort wurde er am Bein operiert. Die Wunde wollte aber durchaus chiffrierten Depeschen aufzulösen. Auf diese Weise wurde es un= möglich, heute eine Antwort zu bekommen. Der Botschafter war voll. Einflusse auf die Gestaltung ihrer Krankenversicherung ferngehalten nicht heilen, sondern eiterte fortwährend. Dem Besizer Schlicht, ständig davon überzeugt, daß jede Schwierigkeit beseitigt werden werden. Sie haben keine selbstverwaltete Krankenkasse mehr, sondern durch dessen Mißhandlung der gesunde Mensch wahrscheinlich aufs würde, sobald seine Regierung die Einzelheiten aus London erhalten Krantenlager geworfen war, dauerte die Geschichte zu lange. Er hätte. Er halte die Angelegenheit für einen bedauerlichen Frrtum, sind einer profitmachenden Versicherungs- Gesellschaft überliefert. Die Sache hat indeffen nach unserem Dafürhalten einen Halen. batte im Krankenhauſe ſchon öfters nachgefragt, ob ſein Senecht nicht für den er gegenwärtig feine Erklärung habe, zu einer Zeit, wo die bald gesund sei und entlassen werden könne. Ein paar Tage vor Nach§ 5 des von der Gesellschaft" Anker" mit der Firma ab- dem 24. August teilte der Arzt des Krankenhauses, Dr. Weimann, Beziehungen zwischen Rußland und England herzlicher geworden geschlossenen Vertrages, der mit einem Hamburger Warenhause schon dem jungen Manne mit, daß er in einigen Tagen heraus müsse, der Der Zar bedauert das Mißverständnis". bestehen soll, muß der Arbeiter genau so wie zur Krankenversicherung Besizer Schlicht werde ihn holen. Am 24. August kam denn auch der zwei Drittel der an den„ Anker" zu entrichtenden Prämie zahlen. Er Besizer mit einem Fuhrwerk und holte den sich sehr krank fühlenden London, 25. Ottober. Das Reutersche Bureau" meldet aus soll sich also den Rechtsanspruch an den Unternehmer, für welchen Knecht ab. Zu Hause angekommen, mußte er sofort an die Arbeit Petersburg: Der Minister des Auswärtigen Graf Lambsdorff dieser beim„ Deutschen Anker" rückversichert ist, durch eigene be- gehen. Aber schon an demselben Tage brach er vor Schmerzen zustattete der englischen Botschaft einen Besuch ab und ersuchte den sondere Geldleistungen erwerben. Hieran muß unseres Erachtens der sammen. Als die Mutter erfuhr, daß ihr franker Sohn aus dem Botschafter Hardinge, dem Könige und der Regierung die Mitteilung Plan scheitern. Die Arbeiter dürfen sich erstens diese Abzüge, zu denen Krankenhause fortgeschleppt sei, begab jie sich zu dem Krankenhaus vom Kaiser Nikolaus zu überbringen, daß er feine Nachrichten vom arzt und wollte eine Bescheinigung darüber haben, ob ihr Sohn tommandierenden Admiral des Baltischen Geschwaders bisher er. der Unternehmer kein gesetzliches Recht hat, nicht machen lassen. gesund aus der Anstalt entlassen sei. Sie wurde aber abgewiesen. halten habe und den zwischenfall auf der Nordsee nur einem sehr Die Krantentaffen müssen die Befreiungsansprüche systematisch ab- Ein paar Tage darauf fuhr der Vater mit dem Knecht wieder nach bebauernswerten Mißverständnis zuschreiben fönne. Der Kaiser weisen und es ist anzunehmen, daß sie bei den Aufsichtsbehörden in Tapiau zum Dr. Korn. Der untersuchte ihn, beigte die offene wünsche dem Könige und der britischen Regierung fein aufrichtigee Wunde und sagte:" Du bist gesund und kannst arbeiten, strenge Bedauern über den beklagenswerten Verlust an Menschenleben zum diesem Falle Unterstützung finden werden. Auf alle Fälle aber wird es, falls der Plan der Versicherungs- Dich nur an!" Die Eltern waren nun ganz verzipcifelt, weil ihr Ausdruck zu bringen und wolle Schritte zur vollständigen Genug gesellschaft dennoch in größerem Umfange gelingen sollte, Aufgabe Sohn über heftige Schmerzen klagte und das Bein immer schlechter tuung der Betroffenen tun, sobald die näheren Umstände Klargestellt der Gesetzgebung sein, einen Niegel vorzuschieben, um zu verhindern. Fuhrwerk und schaffte ihren Sohn nach Königsberg. Dort unterwurde. Mit vieler Mühe besorgte die Mutter daher noch einmal feien. daß die sozialpolitischen Absichten des Gesetzes für einen Teil der Ver- juchte ihn ein menschenfreundlicher Arzt und stellte folgendes Brest, 25. Oftober.( W. T. B.) Außerhalb des Safens' antert ein russisches Transportschiff; man glaubt, daß es Kohlen für das ficherten zugunsten eines tapitalistischen Unternehmens vereitelt werden. Attest aus: baltische Geschwader geladen hat. Aerztliche Weisheiten über Krankenkassen. Jn der, Korrespondenz des Verbandes der Aerzte( Leipziger Verband) vom 20. Oftober werden in einem Artikel Krankenkassen als Kapitalisten" eine Anzahl weiser Aussprüche getan über die Strankenkassen, die wir zur- Kennzeichnung registrieren wollen. Die Arbeiter, so heißt es in dem Artikel, haben noch nie einen Pfennig für den Kassenarzt ausgegeben. Die Kassenärzte werden von den Unternehmern und nicht von den Arbeitern bezahlt. Warum die Unternehmerbeiträge gerade für das Arathonorar in Anspruch genommen und nicht z. B. für die Medikamente, ist das Geheimnis Ser Herren Aerzte. Es kommt den Herren auch nicht in den Sinn, daß der Unternehmer die Beiträge nur bezahlen kann aus dem Profit, den ihm die Arbeiter schaffen. seien. W Vom ostasiatischen Kriegsschauplake. Tschifu, 25. Oktober.( Meldung des Reuterschen Bureaus"). Eine Dschunke, die hier aus Antung angekommen ist, berichtet: Acht japanische Magazine, welche Mundvorräte, Kleidungsstüde, Munition und Beuteſtücke aus der Schlacht am yalu enthielten, sind niedergebrannt. Das Feuer dauerte zwei Tage. Man vermutet Brandtiftung. Swei japanische Beamte, die für die Sicherheit der Magazine verantwortlich waren, begingen Selbstmord. Petersburg, 25. Oftober.( W. Z. B.) Durch Erlaß des Kaisers T. vom 23. d. M. ist General Kuropatkin zum Oberkommandierenden ernannt worden. Bom holländischen Kolonialfrieg. Der Landarbeiter G. M. erschien heute bei mir mit einer eiternden Wunde an der linken Hüftbeuge. Von der Wunde gelangt man mit einer Sonde in einen über 12 Zentimeter tiefen Fistelgang, augenscheinlich das leberbleibsel einer Senkungseiterung. Der p. 2. Teibet also an Sinochenfraß( tuberkulöser Knochenbereiterung des Kreuzbeins resp. der Beckenschaufel), da neben Schwellung des linken Fußes. Es ist selbstverständlich, daß der Kranke dadurch zu jeglicher Art von Landarbeiten außer stande, das heißt arbeits- und erwerbsunfähig ist." Mit diesem Attest fuhren beide nach dem Krankenhause zu Tapiau. Der Knecht wurde dort aber nicht aufgenommen, weil feine Weil aber die Mutter Bescheinigung der Ortsgemeinde dabei war. ihren Sohn nicht nach Hause tragen konnte, wurde er ins Armenhaus aufgenommen. Als aber nach zwei Tagen die Ortsgemeinde feine Bescheinigung gab, daß sie die Kurkosten bezahle, schidte man den Knecht wieder nach Hause. Das franke Bein war nun ganz bedenklich geschwollen. Ein Arzt war im Dorfe nicht. Man schickte als Ersaß dafür wöchentlich zwei bis dreimal eine sogenannte„ barm herzige Schwester" zu dem Knecht in dessen elterliche Wohnung, dic Durch die beschränkte Arztwahl hätten die Kaffen einen Wett das franke in Knochenbereiterung befindliche Bein mit Salbe einricb. Betverb unter den Aerzten heraufbeschworen, den der ärztliche Stand Mündliche Vorstellungen auf dem Landratsamt, doch endlich dafür nicht vertragen habe und sie hätten dadurch den Arzt proletarisiert. zu sorgen, daß dem leidenden Knecht angemessenes Heilverfahren im Damit wird die Behauptung aufgestellt, daß bei freier Arztwahl Krankenhause gewährt werde, sind bisher nicht berücksichtigt worden, der Wettbewerb unter den Aerzten aufhören würde. In Wirklichkeit die Beamten verweigern aber auch die Herausgabe des Attestes des ist der starke Wettbewerb doch nur eine Folge des zu großen Angebots ärztlicher Arbeitskräfte. Die Form der Versorgung der Aber noch nicht genug der Ungerechtigkeiten. Der von dem Tanger, 25. Oftober.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Strantentaffenmitglieder mit ärztlicher Hilfe hat nur auf die Form Besizer gemißhandelte Knecht hatte fast für das ganze Jahr rüddes Wettbewerbes, nicht auf seine Stärke Einfluß. ständigen Lohn im Betrage von ca. 50 Mart zu erhalten. Der Be- Das englische Kriegsschiff Diana" mit dem englischen Gesandten Die Krankenkassen machten auch Profit. Die Referbefonds der fiber gab denselben aber nicht heraus, sondern verlangte die von Sir A. Nicolsen an Bord ist hier eingetroffen; es wird so lange Kaffen feien ein Profit aus den Abzügen am Arzthonorar. Dann ihm angeblich an das Tapiauer Krankenhaus gezahlten Kur- und hier bleiben, bis die Menebhi- Angelegenheit geregelt ist. Berantw. Rebatt.: Paul Büttner, Berlin. Inserate verantwv.( mit Ausnahme der Neue Welt"-Beilage): Th.Glode, Berlin. Drudu. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanft. Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u.Unterhaltungsbt. Dann heißt es, die Gemeinnüßigkeit der Kassen sei nur relativ. Erst bei freier Arztwahl mit Zahlung der Mindesttage könnte man die Kassen als absolut gemeinnügig bezeichnen. Warum die absolute Gemeinnüßigkeit schon bei Zahlung der Mindesttage erreicht sein soll, wird nicht gesagt. 0 Königsberger Arztes. Amsterdam, 25. Oftober. Der„ Nieuwve Rotterdamsche Courant" veröffentlicht nachfolgende Depesche aus Batavia: Die Truppen nahmen nach heftigem Widerstande des Feindes Batoebatoe( Atschin); der Feind hatte 196 Tote. Erbeutet wurden vier große und 16 kleine Kanonen. Die Verluste der Regierungstruppen belaufen fich auf drei Tote und elf Verwundete. Abo, 25. Oftober.( W. T. B.) Der Prozeß gegen den ehemaligen Staatsrat Schauman, der der Mitschuld an dem Attentat auf den Generalgouverneur von Finnland, Bobrifow, angeklagt ist, hat heute hier begonnen. Die Verhandlung wurde sodann auf den 8. n. M. bertagt. Nr. 252. 21. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. ittwo, 26. Oktober 1901. Sozialistische Diskussionen. " Gewerkschaftliches. liche Kampf geht vor sich zwischen der proletarischen Leibgarde, die Vertrauensmannes in den Aufsichtsrat und den Vorstand zurück. parasitisch am Gesellschaftskörper lebt, und den schaffenden Arbeitern, Schließlich wurden die Bergleichsvorschläge mit 130 gegen 37 Stimmen die den Mehrwert erzeugen." angenommen. Aus der Regreßklage wird also auch in diesem Falle London, 21. Oktober.( Eig. Ber.) Aus Keir Hardies und Shaws Kritik geht hervor, daß die Ur- nichts. Kein früherer sozialistischer Kongreß hat die sozialistische Be- sache der langsamen Entwickelung der sozialistischen Bewegung in wegung Englands so tief angeregt wie der Amsterdamer. Seit Ende England zu suchen sei: 1. in der Demokratie; 2. im ungeheuren August wird im Labour Leader", dem Drgan der Indepen- Reichtum Englands; 3. in der geistigen Rückständigkeit der britischen dent Labour Party, in Justice", dem Organ der Sozialdemo- Arbeiter. fratischen Föderation, und in Clarion" die Diskussion über Der Leser kann dieselben Gedanken finden in meinem Artikel Theorie und Taktik fortgesponnen; Klassenkampf, Materialismus, über den Sozialismus in Großbritannien" im„ Vorwärts" vom Dialektik werden von verschiedenen Standpunkten beleuchtet, wobei 2. April 1904. auch Ansichten entwickelt werden, die den deutschen Genossen ziemlich furios erscheinen dürften. " " " 1 " urteilen. zu Internationale Streifstatistik. Den zahlreichen und überaus umfangreichen Ausständen in der nordamerikanischen Union, die der internationalen Streik Hyndman antwortet Shaw im„ Clarion". Er sagt, die Be- bewegung im August das Gepräge verliehen, folgte im September der hauptung, Marr hätte die ökonomischen Grundlagen nicht begriffen, Gene ralausstand der italienischen Arbeiter, der Wenn ich aus diesen Diskussionen manches mitteilen möchte, so habe Shaw bereits vor 20 Jahren gemacht. Während dieser Periode zwar nur wenige Tage anhielt, aber von Monza und Mailand aus geschieht dies nicht, um zu zeigen, wie durchgebildeter und wissen- ist der Marxismus nicht nur nicht zurückgegangen, sondern zur beginnend sich fast auf alle gewerblichen und städtischen Distrikte ausdehnte. Die organisierten Arbeiter Mailands und Monzas bes schaftlicher die deutschen Genossen seien; mein Zwed ist nur, die herrschenden Lehre der internationalen Sozialdemokratie geworden. " Tugendhaften Arbeiter" und schloffen am 15. September, zum Protest gegen das Einschreiten Vorwärts"-Leser mit der Dentweise ausländischer Genossen und Wer Marg unterschiebt, vom der Gendarmerie anläßlich eines landwirtschaftlichen Streits fozialistischer Schriftsteller bekannt zu machen, um meiner Pflicht als Brutalen Kapitalisten" gesprochen zu haben, sei taum berechtigt, in Castelluzzo die Arbeit niederzulegen. In Monza allein stellten soüber den Maryismus Berichterstatter einigermaßen gerecht zu werden. Ein soziales System Im großen ganzen zeigen sich in der Diskuffion die bekannten stehe nicht wegen seiner Tugend und falle nicht wegen seiner Lafter, fort 10 000 Arbeiter in 30 Betrieben die Arbeit ein. Alsbald schlossen zwei Richtungen, die Mangels eines befferen Namens als Margismus fondern wegen seiner Fähigkeit und Unfähigkeit, die ökonomischen, sich die Arbeiter in Turin, Como, Genua und Pavia der Bewegung Unter dem Eindruck dieser Vorgänge sprang der Streit am und Reformismus bezeichnet werden. Die Sprachführer des legteren politischen und, im allgemeinen, die sozialen Bedürfnisse zu befriedigen. an. find Neir Hardie und Bernard Shaw( lies: Schoh), die Sprachführer An Barafiten war das Frankreich des ancien régime mindestens 17. September nach Rom über. Die Straßenbahn- und DroschkenEin zynischer futscher, sowie die Arbeiter aller größeren Betriebe mit Ausnahme des Marrismus find Hyndman( lies: Heindmen) und ein anderer ebenso reich wie das zeitgenössische England. Genoffe, deffen Name gleichgültig ist. Epigrammatist hätte im Jahre 1780 dort ebenso gut sagen der bei den städtischen und staatlichen Anstalten Beschäftigten schlossen „ Wir scheren uns den Teufel um den dritten sich dem Generalausstand an. Ebenso fam es in Bologna, Ancona, Keir Hardie ist ein typischer englischer Sozialist: warmherzig, tönnen: idealistisch, flug und aufrichtig. Er ist vollständig überzeugt, daß Stand mit seinen Bauern. Der König, der hohe Adel Forli und Terni, weiterhin in Florenz und Venedig zu größeren in der kapitalistischen Gesellschaft tiefe Klaffengegenfäße vorhanden und die Geistlichkeit haben so ungeheuere Summen auf Arbeitseinstellungen. In Venedig streitten namentlich die GondelTrades- Unionismus ist; ferner daß die politische Partei der Arbeiter arbeitern, Dienern, Lakaien usw. usw. geschaffen haben. find und daß das deutlichste Symptom diefer Klassengegensätze der gehäuft, daß sie eine unwiderstehliche Leibgarde von Land- ruderer und die Angestellten der kleinen Kanaldampfer. Ebenso Webfändig im Parlamente vorgehen muß, nur darf die sozialistische der verachtete Roturier hat doch gefiegt. Nicht infolge seines Witzes Agitation nicht an den Klaffentampf appellieren, sondern an alle oder seiner Tugend oder seines Mutes, sondern deshalb, weil sein Menschen, die ein gerechteres soziales System wollen; er hat schließ- Gegner ökonomisch, politisch und sozial ausgespielt hatte." lich wenig Neigung für die politische Detonomie und materialistische Geschichtsauffassung. Wenn er philosophisch dächte, würde er sich feine Theorie lieber aus der Kantschen Ethit als aus Hegel- Marg holen. " daß schon am 19. September in den meisten Städten die Arbeit wieder aufgenommen wurde; nur in Mailand zog sich der Streik noch einen Tag länger hin. Wie hoch sich die Zahl der an dieser Bewegung beteiligten Arbeiter belief, ist auch nicht annähernd zu tagieren, da die Angaben aus den einzelnen Orten ganz erheblich auseinandergehen. Sieht man von Italien ab, so ließ die StreifAus Induftrie und Handel. bewegung im September im Vergleich zum August ziemlich stark Bernard Shaw gehört zu einer ganz anderen Kategorie. nach. In Deutschland, Frankreich und England Internationaler Arbeitsmarkt. Der bisherige Berlauf der Herbst zusammengenommen begannen im September 119 Streits gegen gift weder religiös noch theoretisch gesinnt; sein sozialistisches konjunktur hat die Befürchtung einer ungünstigen Gestaltung des 149 im August. Die Zahl der Beteiligten betrug in England und wirken ist auf den stark ausgebildeten kritischen Sinn zurückzuführen, internationalen Arbeitsmarktes gerechtfertigt. Fast in allen Industrie- Frankreich, für welche Länder schon ziffernmäßige Angaben vorder die Grundlage von Shaws Geist ist. Er steht in der fozialistischen Bewegung, weil der Sozialismus ihm die umfassendste macht nur Frankreich, wo nicht nur gegenüber dem Auguſt des laufenden Bahl der Streifenden in Frankreich, und zwar von 112 11 ländern ist eine weitere Verschlechterung eingetreten. Eine Ausnahme liegen, 24'778 gegen 26 635 im August. Zurückgegangen ist die nicht, die Gegenwart ist. Seine Dramen find bewußte Kritik und Jahres, sondern auch gegenüber dem Vorjahre im September eine 16 637, während in England eine Steigerung von 4807 auf 8141 Produkte eines überströmenden, unbewußt wirkenden Abnahme der Arbeitslosigkeit eingetreten ist. schöpferischen Geistes. Sein wirklicher Meister ist Jbsen. Sein Sie fant von 11,1 im stattfand. Ganz beträchtlich war aber die Abnahme der Streit Die großen Ideal ist Dr. Stockmann, der Volksfeind nur ist Stodmann Auguſt auf 10,5 Prozent im September. Im Parallelmonat des bewegung in den Vereinigten Staaten. germanischer Abstammung und tritifiert mit dem Furor eines der Abnahme gegenüber dem Vorjahr und Vorjahres betrug fie 12,6 Prozent. Vergleichsweise ist trop Streifs, die meist im Auguft begonnen hatten, endeten zuungunsten Teutonen, während Shaw als Frländer mit mutwilliger Lebhaftigkeit bie Arbeitslosigkeit noch immer recht bedeutend. Bormonat der Arbeiter, so vor allem die Ausstände in den Schlachthöfen von und blendendem Wiz sein fritisches Amt ausübt. Es zeigen Chikago, Kansas- City und New York, sowie im Baugewerbe New in erster Reihe Kritiker ist, sich aber wenigstens in einer Reihe von Getverben, so vor Yorks. Auch der Ausstand der Minenarbeiter in Kolorado scheiterte der Gegenstand ſeiner Angriffe, auch wenn das Dogmatische industrie und im Seidengewerbe Anfäße einer kräftigen Besserung. die Forderung der Gewerkvereine, daß nur organisierte Arbeiter Dogmatische allem in verschiedenen Metallbranchen, im Ledergewerbe, in der Holz- an dem Widerstand der organisierten Arbeitgeber. Damit hat sich eine sozialistische Theorie ist. Aritifer, weil er Sozialist ist; Shaw Der gewöhnliche Parteigenosse ist In England hat die Beschäftigungslosigkeit im September einen so beschäftigt werden dürfen, vorläufig als undurchführbar erwiesen. ift Sozialist, weil er Kritiker ist. Infolge diefes geistigen Charakters kann Shaw hohen Grad erreicht wie noch in feinem Monat des laufenden Jahres. Größere neue Ausstände waren im September nicht zu verzeichnen, niemals zum festen Genossen einer Partei werden, Die Arbeitslosengiffer stellte sich auf 6,8 Proz. gegen 6,4 Ende wohl aber dauerte der Streit in den Spinnereien bon und noch weniger zum Führer einer Partei. Etwas Stabiles, irgend August und 5,8 Ende September 1903. In allen Industriezentren Massachusetts, an dem etwa 25 000 Arbeiter beteiligt sind, nahm die Arbeitslosigkeit stark zu. einen eisernen Bestand von Doktrinen muß jeder Anhänger einer wurden an einem Tage der zweiten Septemberwoche 369 006 Paupers unter dem Eindruck der großen Niederlagen verhältnismäßig leicht In 35 städtischen Bezirken noch fort. Andere Differenzen, die Streits befürchten ließen, wurden Bartei und noch mehr der Führer einer Partei haben. Hyndman ist einer der besten Typen englischer Politiker, die die gezählt, d. 5. es kamen auf je 10 000 Einwohner 215 Paupers gegen durch Vergleiche geschlichtet, so unter anderem die Differenz der 213 im Auguſt und 204 im September 1903. In London tamen Angestellten der Straßen- und Hochbahnen in New York mit ihren Generation von 1845 bis 1875 erzeugt hat. Energisch, zähe, für auf 10 000 Einwohner sogar 238 Paupers. Im Kohlenbergbau war Arbeitgebern. In Kanada legten während des September die das Gemeinwohl begeistert und mit allen Fähigkeiten ausgerüstet, die Förderung etwas günstiger als im August, aber noch immer matter Maschinisten auf der Strecke Winipeg- Bancouver der Pacificbahn die Erziehung und Erfahrung geben können und die zu einer als im September des Vorjahres. In den Stahl- und Eisenwerken die Arbeit nieder, um eine Rohnerhöhung durchzusehen. führenden Rolle im parlamentarischen Leben nötig sind. Der tampfes. so 營 ist alles Da er je erhebliche Entlassungen. dem wurden unter anderem die Berlin und Amgegend. haben, waren die Streikenden erschienen, um den Bericht über den I Margismus gab ihm einen festen soziologischen Standpunkt, den er nahm die Zahl der Beschäftigten abermals ab. Im Schiffbau stieg die Marrismus gab ihm einen festen soziologischen Standpunkt, den er Arbeitslosigkeit bis auf 15,3 Proz. und war damit um 2,6 Proz. feit bald dreißig Jahren verteidigt. Die scheinbare Erfolglosigkeit höher als im August. Im Metall- und Maschinengewerbe ging und die inneren Kämpfe des englischen Sozialismus waren nicht nicht nur die Zahl der Beschäftigten zurück, es mußte vielfach auch mittag in Kellers Saal versammelt, der bis auf den letzten Plaz Die ausgesperrten und streifenden Tischler waren gestern vorohne verbitternde Wirkung auf seinen Geist, wie es überhaupt kein noch außerdem verkürzt gearbeitet werden. Ueberall war so der schlimmeres Unglück für eine sozialrevolutionäre Bewegung und für gefüllt war. Der Geist, der diese Versammlung beseelte, war ein energische politische Geister geben tann, als zur Untätigkeit verurteilt Beschäftigungsgrad ungünstiger als im Vorjahre. Nur das Textil- anderer als der, welcher sich in der Meisterversammlung bemerkbar gewerbe zeigte erfreulicherweise eine fräftige Besserung. Nicht nur zu fein. Die Untätigkeit nach außen erzeugt innere Kämpfe, die stets war die Sahl der Beschäftigten in der Baumwollindustrie wieder machte, die zwölf Stunden vorher in demselben Saale getagt hatte. zur Herausarbeitung der Extreme und teils zur Erstarrung, teils steigend, auch die viele Monate hindurch aufrecht erhaltene Gr- In der Arbeiterversammlung bedurfte es nicht, wie bei den Meistern, zur gänzlichen Erschütterung der Doktrin führen. Schließlich muß noch Robert Blatchford, der Redakteur der zeugungseinschränkung fonnte in den meisten Betrieben im Laufe des Buredens und Anfeuerns, um die Kollegen zur Beachtung der bes September endlich wieder wegfallen. Gleichfalls besserte gefaßten Beschlüsse zu bewegen. Zuversichtlich und entschlossen, den kam er durch eigenes Nachdenken zum Sozialismus und zum Frei- 4,8 Proz. der Stühle stilllagen gegen 12 Proz. im September Stand der Bewegung aus dem Munde ihres Kollegen Stufe Clarion", genannt werden. Ursprünglich Soldat, dann Journalist, sich der Geschäftsgang in den Webereien, forget skampf durchzuführen, den ihnen die Scharfmacher aufgezwungen denkertum, und schrieb einige der besten und populärsten sozialisti 1908. Die Bahl der gewerblichen Arbeiter, deren Löhne im entgegen zu nehmen. Unter anderem verivies der Referent auf den schen Agitationsbroschüren, die in der englischen Sprache vorhanden September eine Herabsetzung erfuhren, betrug 19 500; ihr find. Er ist einer der sehr wenigen englischen Schriftsteller, die in Wochenlohn ging um ca. 200 Pfund zurück. In den Vereinigten der Arbeiter über die Beteiligung an der Bewegung bemerkbar macht. Widerspruch, der sich zwischen den Angaben der Meister und denen sozialen Fragen flar, fernig und mit logischer Folgerichtigkeit Staaten von Nordamerika herrscht zwar in der Geschäftswelt eine Der Holzarbeiter Verband hat bis zum Montag Abend 708 Ausfchreiben und das in England so beliebte Zaudern und pseudo- recht zuversichtliche Stimmung, ohne daß indes der Arbeitsmarkt bis gesperrte gezählt und 787 Streifende, die zugunsten der Ausgesperrten feines Charakters von Freund und Feind geachtet. Ohne Marg ist eine Befferung erfahren hätte. Gerade der September brachte in den Ausstand getreten sind. Außerdem befinden sich seit vor der gelesen zu haben, steht Blatchford auf dem Boden des Klaffen Bullmannwerle in Ebilage geicloffen, wrbuch 7000 Arbeiter be Aussperrung 254 Mitglieder im Streif. Rechnet man dazu noch die 602 am Klavierarbeiter Streit beteiligten Mitglieder, so kommt schäftigungslos wurden. In der Eisen- und Stahlindustrie bleibt man zu einer Gesamtzahl von 2351 streifenden und ausgesperrten der Beschäftigungsgrad nach wie vor unbefriedigend, da der Inlands Verbandsmitgliedern. Der Fachberein der Tischler ist mit etwa 50 und Den Reigen der Diskussion eröffnete Keir Hardie im,& abour tonfum teine Zunahme zeigt und die Ansfuhr zu Preisen erfolgen der Gewerkverein mit etwa 60 Mitgliedern an der Aussperrung und 2eader", worin er u. a. sagt:" Ich habe immer behauptet, daß muß, die zu einer Vermehrung der Erzeugung nicht anregen. dem Streit beteiligt. Das alles zuſammen ergibt noch nicht eine man den Sozialismus schäbigt, wenn man ihn abhängig macht vom Günstig ist die Nachfrage im Kohlengeschäft, so daß die Kohlenberg so große Bahl, wie die Meister allein für die Möbeltischlerei als Klaſſentampfe und vom Klassenbewußtsein. Dadurch wird der werke im vierten Quartale des laufenden Jahres mit einer normalen Ausgesperrte und Streifende angeben. Die Zahl der Unorganisierten Sozialismus nur auf das Niveau eines parteiischen Kampfes herab- Beschäftigung rechnen. tönne nicht so groß sein, daß dadurch die von den Meistern an gebrüdt.... Der Sozialismus führt Strieg gegen ein System und nicht Bich- und Fleischansfuhr Desterreich- Ungarns. Während Dester- gegebenen Zahlen, die ungefähr doppelt so groß find wie die des Manneswürbe und nicht zum Stiaſſenbewußtsein erwacht.... Die Arbeiter Getreibeerport- gand zu einem Getreideimport- Land entwidelt hat, ist nicht zutreffend sein. In allen Betrieben, welche bis jetzt ausgegen eine Klasse. Wir wollen, daß der Arbeiter zum Bewußtsein seiner reich- Ungarn sich im letzten Jahrzehnt mehr und mehr von einem Verbandes, erreicht werden. Die Angaben der Meister können also bilden keine Klasse; sie sind die Nation. Dann gibt es gegen die Vieh- und Fleischausfuhr noch immer sehr bedeutend. In den gesperrt haben, waren vor der Aussperrung 2614 Mitglieder bewärtig in England feine herrschende und keine unterdrückte Klasse im ersten sechs Monaten des laufenden Jahres betrug z. B. die Ausfuhr schäftigt. Wenn die Arbeitsniederlegung auf alle diese Betriebe ausan Schlachtvieh 51 429 751 Stronen( 1 Krone 85 Pf.) gegen gedehnt würde, so hätte der Verband( unter Hinzurechnung der wahr. Jetzt gibt es aber nur deshalb eine Klaffenherrschaft, veil 50 200 009 Kronen im gleichen Zeitraum des Vorjahres, während die treifenden Klavierarbeiter, der sonstigen Streikenden und der 428 die Arbeiter es so haben wollen. Wenn sie wollten, tönnten sie sich Fleischausfuhr von 2 538 592 auf 3157 204 Kronen stieg. Es kommt Arbeitslosen) insgesamt 3898 Mitglieder zu unterstüßen. Für dieſe zu jeder Zeit befreien, denn sie haben die politische Macht. Aber was hindert fie, ihre Macht zu gebrauchen? Etwa die Polizei oder Der größte Teil dieser Ausfuhr geht nach Deutschland. An zweiter der Hauptvorstand die Unterstützung des Streits bewilligt hat, fast ausschließlich Rindvich zur Ausfuhr und zwar meist Dchsen. Bahl würden die vorhandenen Gelder lange ausreichen, und da auch die Regierung? Nein, es ist die Unwissenheit der Arbeiter Stelle befindet sich die Schweiz, die sich in der ersten Hälfte dieses so ist die Spekulation der Unternehmer auf die Leerung felbst.. Verbandskasse völlig verfehlt. Ferner Dennoch foll niemand denken, daß ich hiermit den Sozialismus schwächen oder die politische Selbständigkeit Jahres aufnahmsfähiger als in der gleichen Zeit des Vorjahres ge- ber beeinträchtigen möchte. Wir werden ebenso eifrig wie bisher tätig ist hat; es wurden dorthin rund 2000 Rinder und 3000 Schafe Redner, Herr Rabarbt habe in der Meisterversammlung fein, eine Arbeiterpartei in Großbritannien zu gründen und sie nicht ausgeführt. An dritter Stelle steht Italien, allerdings mit geklagt, die Arbeitgeber würden in den Organen der Arbeiter politisch selbständig zu erhalten. Ich kann keine Umstände voraus- iemlich bescheidenen Ziffern. Die Viehausfuhr nach Bestimmungs- mit gehässigen persönlichen Angriffen bedacht. vorausländern sehen, die uns veranlassen könnten, eine Allianz mit einer anderen ländern im ersten Halbjahr 1904 stellte sich im einzelnen wie folgt: hauptung muß zurückgewiesen werden. Während die„ Fachzeitung" Partei zu schließen. .. Shaw schreibt über denselben Gegenstand in der„ Clarion". Sein Ton wird dem deutschen Leser provozierend vorkommen, aber Er verfällt zuweilen in Shato ist immer besser als seine Kritik. den Fehler der meisten Humoristen, die eher einen Freund als einen So unwiffend wir Briten auch find, so ist jeder also gerade das, was die deutschen Wig verlieren. Länder Deutschland. Nindvich Schweine Stüdzahl 111 074 6 292 789 21 2461 1721 83 Schafe 1 189 15 690 41 ETI Schweiz. Italien Rumänien Belgien Frankreich 4 221 6.789 3 168 bemerkte der mit persönlichen und gehässigen Angriffen auf die Organe der Arbeiter gefüllt sind, haben diese durchaus sachlich und ohne jede persönliche Feindseligkeit gesagt, was über die Einzelheiten des Rampfes gesagt werden mußte. Auch die sehr gehässige Darstellung der Angelegenheit von Zelder und Plathen hat im" Borwärts" eine vollkommen fachliche Beantwortung erfahren. Die Arbeitgeber haben teine Ursache, sich über gehässiges Vorgehen der Arbeiter zu be flagen. Der Redner führte zum Schluß aus, daß der Kampf für auf einen Sieg der Arbeiter zu rechnen ist. Auch in der DisUeber die Lage des Streits der Klavierarbeiter wurde in einer von uns„ Klaffenbewußt" Rip van Winkles uns einimpfen wollen. Ich bin durchaus ernst, wenn ich sage, daß die Leute ihr Geschäft besser verstehen, als Warr fie Aktiengesellschaft für Lederfabrikation de Heffelle u. Cie., Wachen. die Arbeiter durchaus günstig steht, daß sie die Maßnahmen der berſtand, indem er die Gesellschaft in zwei Klaffen schichtete mit Es ist gekommen, wie vorauszusehen war: die Aktionäre der Gefell- Arbeitgeber nicht im geringsten fürchten, und daß mit Bestimmtheit biametral entgegengesetzten Interessen. Wäre das Marrsche Melo- fchaft haben in der vorgestern abgehaltenen Generalversammlung den tuffion tam diese Ansicht einstimmig zum Ausdrud. Die Stimmung drama vom„ Klassenlampf" oder vom„ Tugendhaften Arbeiter und Vergleichsvorschlag der Brüfungskommission angenommen. Nachdem Brutalen Kapitalisten" nur einigermaßen lebenstreu, dann hätte das der Vorfizende, Justizrat Joeriffen, über die Geschäftslage der Ge- der Versammlung war eine tampfesfrohe und es zeigte sich, daß die fapitalistische System längst zerstört sein müssen.. In Wahrheit sellschaft berichtet hatte, forderte die Friedbergsche Vertretung mit Streifenden und Ausgesperrten im Bewußtsein ihres guten Rechtes ist die Sache so: Durch das Abwerfen von ungeheuren Summen 680 000 Mart Rapital eine schärfere Stontrolle der Geschäftsführung den aufgezwungenen Kampf weiter zu führen willens find. durch die Verdoppelung und Ver- durch Ziehung mehrerer Teilbilanzen und die Anstellung von dreifachung der Einkommen der Reichen war der Kapita- Revisoren zur Prüfung der Jahresbilanz und der Teilbilanzen sehr stark besuchten Versammlung der Streifenden, die gestern im lismus im stande, sich eine unwider sowie ferner die Aufnahme von Sachverständigen in den Auf- Gewerkschaftshaufe tagte, berichtet. Der Mangel an Klaviaturen wie im alten Rom Dann entspann sich eine längere mache sich immer mehr fühlbar, so daß die noch in Thätigkeit stehliche proletarische Leibgarde zu schaffen, deren Intereffen mit fichtsrat und Vorstand. denen des Kapitals verbunden sind. Diese proletarische Leibgarde Debatte über die Frage der solidarischen Haftbarmachung der Ver- befindlichen Betriebe mit den Arbeiten ins Stoden geraten. ist ebenso wie ihre römische Vorgängerin noch raubsüchtiger und waltung. Als die Versammlung die Prüfung der Vorschläge der Umstand trägt wohl in erster Linie mit dazu bei, daß die Fabri brutaler und rücksichtslofer als ihre Herren, schon deshalb, weil sie Friedbergschen Gruppe zufagte und zuficherte, daß der Sachverständige kanten sich dem Gedanken der Aussperrung mehr geneigt zeigen, In einer früheren Versammlung der dürftiger, unwiffender und gewiffenloser ist. Taste nur die Ein- Straub, falls er in den Aufsichtsrat gewählt werde, erweiterte wie dies bisher der Fall war. kommen dieser Reichen an, und die proletarische Leibgarde, die stramm Machtbefugnisse erhalten solle. zog die Vertretung jener Interessen- Fabrikanten habe Herr Petermann, einer der führenden Unternehmer, tonfervativ stimmt, wird die erste sein, darunter zu leiden... Der wirl- gruppe den Anirag auf Aufnahme eines von ihr vorzuschlagenden der Aussperrung entschieden widersprochen, weil er sich davon keinen bon„ Mehrwert" und Diefer Husland. Die Erfolg versprach. Aber die Pianoforte- Fabrikanten hätten sich unter I regelungen dürfen von feiner Seite stattfinden. Der Tarif soll bis| Boykott für aufgehoben, nachdem die bohtottierten Brauereien die Führung der in der Metallindustrie sattsam bekannten Kühne zum 1. Januar 1907 gelten und auf zwei Jahre weiter verlängert ebenso wie die übrigen Brauereien Mülheims die Forderungen männer begeben, und der Generalsekretär Nasse sei jezt die treibende werden, falls er nicht drei Monate vorher gekündigt wird. An den der Brauerei- Arbeiter auf Grund des eingereichten Tarifs bewilligt Kraft bei den Pianofortefabrikanten. Dem Treiben des Herrn Nasse, Bericht schloß sich eine lebhafte Debatte, die gegen drei Stunden haben. der die Kühnemannsche Taktik unter allen Umständen auch in die dauerte und mit einstimmiger Ablehnung des Tarif- Die Frage der offiziellen Anerkennung der Organisation des Klavierindustrie übertragen wolle, sei es nunmehr gelungen, nach entwurfs endete. Ueber das Ergebnis der für gestern abend ge- Verbandes der Brauerei- Arbeiter wird bis auf weiteres vertagt." An Stelle der beabsichtigten Massenaussperrung also ein nahezu langem Bemühen einen Aussperrungsbeschluß zustande zu planten Verhandlungen mit den Arbeitgebern wird eine zu heute bringen. Am Montag habe eine eine Generalversammlung der einberufene Versammlung der Streifenden beschließen. vollständiger Sieg der Arbeiter! Das hatte gewiß Herr Dr. Creuzbauer Fabrikanten getagt, und wie bekannt geworden, habe dieselbe und das übrige Scharfmachertum nicht erwartet! Ja, ja, allzu mit 33 gegen 16 Stimmen Die Aussperrung der Müllfutscher dauert noch fort, obwohl die scharf macht schartig! beschlossen, 25 Prozent der Arbeiter auszusperren. Die Ausführung dieses Beschlusses, be- Unternehmer die Abfuhr des Mülls auch nicht annähernd bewerkLohnbewegungen in Südbayern. In der Ballinschen sonders die Bestimmung des Zeitpunktes der Aussperrung ist dem stelligen fönnen. Wohl ist der Zulauf von Arbeitswilligen nicht möbelfabrik in München haben sämtliche Schreiner und Vorstand überlassen. Man wisse also nicht, wann die beschlossene gering, doch täglich verlassen sie auch truppweise wieder die un- maschini sten( ca. 110 Wann) wegen Nichtbewilligung von LohnAussperrung ins Werk gesetzt werden würde. Die Arbeiter, so gewohnte schmutzige Arbeit, um sich anderweitig Beschäftigung zu wurde von allen Seiten und auch von der Streifleitung betont, fuchen. Die Mehrzahl der Arbeitswilligen hält es nur einen oder forderungen die Arbeit niedergelegt. Die Unternehmerorganisation Im hätten keine Ursache, diesen Beschluß zu bedauern, im Gegenteil, sie zwei Tage beim Müllfahren aus, wodurch die Unternehmer in eine trägt sich mit dem Gedanken, die übrigen Arbeiter der Branche auskönnten ihn mit Freuden begrüßen und möchten wünschen, daß recht prefräre Lage versetzt werden. So versucht sich eine Firma schon zusperren, wenn die Ballinschen Arbeiter nicht nachgeben. nicht 25 sondern 50 Prozent ausgesperrt werden. Uebrigens könne dadurch zu helfen, daß sie Nachtwächter zur Beaufsichtigung der Parkettleger- Gewerbe in München bestehen Differenzen, man mit Sicherheit annehmen, daß selbst die 25 Prozent nicht aus- Wagen verwendet. Auf diese Weise müssen die Wächter Tag und weshalb dringend ersucht wird, jeden Zuzug fernzuhalten. gesperrt werden, weil die größten Betriebe gar kein Interesse an der Nacht arbeiten. Infolge des Bescheides vom Polizeipräsidium, wonach Differenzen beim Kasernenbau in Landsberg a. 2., über Aussperrung haben. Mögen die Unternehmer ihren Beschluß aus- die Ueberfüllung der Müllkasten nach wie vor bestraft wird, hat sich die kürzlich schon berichtet wurde, haben sich so verschärft, daß ein führen wie sie wollen, die Arbeiter hätten keine Ursache, ihre bis- auch der Hauswirte eine gewisse Unruhe bemächtigt. Viele von ihnen Streit voraussichtlich nicht zu vermeiden ist. Maurer und Bauherige Taktik zu ändern. Von den zahlreichen Einzelheiten, die in haben es bereits vorgezogen, die Abfuhr des Mülls jetzt der„ Wirt- arbeiter werden deshalb vor Zuzug gewarnt. der Versammlung angeführt wurden, ist zu bemerken, daß seitens schafts- Genossenschaft", eines bedeutenden Konkurrenzunternehmens Gewaltige Massendemonstration und Boykott der Straßenbahn der Polizei gegen Streitposten mehrfach in der hinlänglich bekannten der übrigen Abfuhrgeschäfte, zu übertragen. Wie verlautet, sollen Weise vorgegangen ist. Es wurde mitgeteilt, daß ein Polizei- sich die Aussperrer gegen Konventionalstrafe verpflichtet haben, nicht in Norrköping. Am Sonntag fand im Volkspark zu Norrköping eine lieutenant in der Fabrik von Wittenburg u. Hermann unauf- mehr wie 30 Mark pro Woche an die Arbeiter zu zahlen. Die Aus- von über 10 000 Personen besuchte Demonstrationsversammlung gefordert angefragt habe, ob er nicht gegen die vor dem Hause gesperrten halten angesichts der für sie nicht ungünstigen Verhältnisse stutt, die in einer einstimmig angenommenen Resolution Protest erstehenden Streitposten einschreiten solle, ob sich denn niemand durch nach wie vor fest zusammen und sind gewillt, nur gemeinsam und hob gegen das brutale Auftreten der Polizei zugunsten der ausländischen( deutschen) Straßenbahn= Gesellschaft, sowie gegen den dieselben belästigt fühle. Ein anderer Fall wurde angeführt, wo ein sonst überhaupt nicht, die Arbeit wieder aufzunehmen. Mißbrauch von Militär zu Verräterdiensten gegen die Arbeiterklasse, Hauswirt, wahrscheinlich auf Betreiben eines ihm gegenüberAchtung, Arbeiter! Auf dem Ladeplatz der Kaltsandsteinwerke den Streifbrechern den Abscheu der Versammelten kundgab und be= wohnenden Pianofortefabrikanten, einem streikenden Klavierarbeiter, der mit der Miete im Rückstand ist, mit der Ermission gedroht hat, von Guthmann an der Dove- Brücke zu Charlottenburg wurde schloß, die Straßenbahn zu boykottieren. Nach der Versammlung zog falls er nicht in sehr kurzer Frist bezahle. Der Arbeiter wird natür vor 14 Tagen den dort beschäftigten Ausladern durch den Vor- die Boitsmasse zur Stadt. Die Polizei verhielt sich ruhig. Vom lich in die Lage versetzt werden, den Hauswirt zu befriedigen, um bis das Lager gefüllt ist und zwar solange Landessekretariat der schwedischen Gewerkschaften sind Berhandarbeiter Demin angekündigt, daß von nun ab 45 Pf. pro 1000 Steine für Ausladen lungen mit der Direktion der Straßenbahn angeknüpft worden. so die Drohung unwirksam zu machen. Weiter wurde erwähnt, daß auf die zugunsten der Unorganisierten am Donnerstag ausgezahlt wird. Dies bedeutete für die dort beschäftigten Arbeiter Der Vorsitzende Lindquist ist bereits am Sonntag in Norrköping einDiese Lohn- getroffen und hat mit dem Direktor Carlsson verhandelt. Ein Ergegebenen Sammellisten bereits über 1200 M. eingegangen sind und eine Mehreinnahme von 5 Pf. pro 1000 Steine. die Unorganisierten in dieser Woche die erste Unterstützung erhalten. erhöhung sollte eine Entschädigung dafür sein, daß nicht alle Kräne gebnis liegt bis jetzt nicht vor; die Verhandlungen sollen jedoch wieder in Betrieb waren. Unter dieser Bedingung nun wurden auch neue aufgenommen werden. Ein Teil der Nichtorganisierten ist auch bereits wieder in anderen Arbeiter eingestellt. Branchen in Arbeit gebracht worden, sowie in Fabriken, die bewilligt Am Sonnabend vergangener Woche nun wurden den Arbeitern und jetzt ihre Betriebe vergrößert haben. lagen Sympathiekundgebungen der Kollegen aus Stuttgart und stillschweigend die 5 Pf. wieder abgezogen, ohne daß den Arbeitern Berliner Der Versammlung Partei- Angelegenheiten. Am Montag wurden die Paris vor. Die Versammlung war von der besten Stimmung be- Arbeiter bei dem Inspektor vorstellig; doch erklärte dieser, er eine Ankündigung gemacht wurde. Zur Lokalliste. In Charlottenburg steht das Lokal von jeelt und gab der Ansicht Ausdruck, daß an ein bedingungsloses könne nichts tun, die Anweisung sei vom Hauptkontor gekommen. Anton Jonas in der Windscheidtstr. 24/25 jetzt der Arbeiterschaft Aufgeben des Streits nicht zu denken ist und die Streikenden aus- Von den 19 Arbeitern legten 15 die Arbeit nieder und erklärten, sie zur Verfügung. Ebenso ist das Lokal von Fris Dähne in halten werden, bis ihnen der sicher zu erwartende Sieg zufällt. wollten sich mit dem Direktor in Verbindung setzen. Als die Spreenhagen bei Markgrafpieste frei, desgleichen in MarienMißhandlung Arbeitswilliger." Unter dieser Ueberschrift bringen Kommission in der Friedrichstraße( Hauptkontor) vorstellig wurde, felde die Lokale von B. Staffeldt, Berlinerstr. 1 am Bahnhof die bürgerlichen Blätter wieder einmal eine Schauergeschichte, wie wurde dort erklärt, ein derartiges Versprechen sei von der Leitung und Dietmann, Berlinerstr. 48. Alle anderen Lokale des Ortes Wer nicht zu den alten Be- find gesperrt. Mitglied der Lokalkommission in Marienfelde ist sie bei jedem größeren Streit von gewissenlosen Leuten erfunden des Betriebes nicht gegeben worden. Richard Kreuzberg, Lankwigstr. 68. Die Lokalfommission. und weiter verbreitet werden, um streifende Arbeiter in den Augen dingungen arbeiten wolle, der könne gehen. eines unwissenden Publikums als abscheuliche Rohlinge zu brandDie Kommission kehrte zu den übrigen Kollegen zurück und Friedrichshagen. Der Arbeiter- Bildungsverein feiert am Sonnmarken und die Streifbrecher im Lichte einer verfolgten Unschuld wurde von diesen im Interesse des Friedens beschlossen, noch einmal abend, den 29. Oftober, sein Herbstfest im Restaurant Eisfeller, erstrahlen zu lassen. Diesmal handelt es sich um zwei Luxuspapier- zu versuchen, einen einheitlichen Lohn und zwar für Kahn und Friedrichstr. 96-97, mit Konzert, humoristischen Vorträgen und Tanz. Als die Kommission zum zweitenmal im Anfang 82 Uhr. arbeiter, Pagell und Wilke, die unter Namensnennung, wie unsere Lage 43 Pf. zu fordern. Erkundigungen ergeben haben, verleumdet werden. Die Notiz Hauptkontor erschien, wurde derselben mitgeteilt, daß alle Ausbesagt, daß am Donnerstag abend, als die Luruspapierpräger ständigen nicht wieder eingestellt werden würden, da bereits anderDie Arbeiter könnten aber am Batommel und Schofft ihre vom Streit heimgesuchte Arbeitsstätte, weitig Kräfte gefunden waren. Bernhardt u. Co., Wilhelmstr. 29, verließen, sie von etwa sieben Dienstag noch einmal beim Inspektor anfragen. Ausständigen oder„ deren gedungenen Helfershelfern" Als sich nun Dienstag morgen die Arbeiter meldeten, wurde eine in der reaktionären Presse sehr beliebte Redensart, um streifenden ihnen mitgeteilt, daß die Firma sich von den alten Leuten einige Dies lehnten die Arbeiter ab, und nahmen Arbeitern irgend eine böse Tat aufhalsen zu können- unvermutet aussuchen würde. umringt und durch Faust schläge mißhandelt worden die Arbeit nicht wieder auf. seien. Den Schuyleuten sei es dann gelungen, zwei der Angreifer, Bon seiten des Zentralverbandes der Handels-, Transport- und nämlich Pagell und Wilke festzunehmen. Der erstere soll sich auf Verkehrsarbeiter( Ortsverwaltung Charlottenburg) ist nun über den der Wache so ungebührlich benommen haben, daß er gefesselt werden Betrieb die Sperre verhängt worden und bitten die im Ausstand mußte. Eine leichte Verlegung am Zeigefinger der linken Hand, die Befindlichen die Berliner und Charlottenburger Arbeiterschaft, in er sich beim Einschlagen einer Fensterscheibe zugezogen diesem Betrieb die Arbeit nicht aufzunehmen, bis die Differenz beihätte, sei ihm vom Arzt verbunden worden. Beide Täter seien der gelegt ist. Kriminalpolizei eingeliefert worden. Nach dem, was unsere Erfundigungen ergaben, hat sich der Vorfall ganz anders zugetragen. Die geplante Massenanssperrung der Brauerei- Arbeiter in Rhein- dem Provinzial- Schulkollegium und dem Berliner Magistrat gewechselt Rhein- worden waren, durch den Magistrat veröffentlicht; und schon am Zunächst muß festgestellt werden, daß beide, Pagell und land und Westfalen wird nicht zur Tatsache. Wie den Lesern des Wille, weder Streitposten waren noch den Vorwärts" bekannt, beabsichtigte das Scharfmachertum in der 5. Oktober hatten die Rektoren das Ausweisungsdekret der königlichen Streifenden von Bernhard u. Co. irgend wel Brauerei- Industrie in Rheinland und Westfalen, zur Vernichtung der Behörde in Händen und mußten über den Kopf des Magistrats hinchen Dienst Leisten wollten. Sie waren beide Organisation der Brauerei- Arbeiter einen Gewaltcoup auszuführen, weg zu schleunigster Vollstreckung schreiten. Heute aber erleben wir das in einer Luruspapier Fabrit in Reinickendorf tätig ge- indem es 50 Prozent aller organisierten Brauerei- Arbeiter aus zu seltsame Schauspiel, daß der vom Provinzial- Schulwesen. Als sie durch die Wilhelmstraße gingen und in die sperren drohte, falls der über die Brauereien Fuglsang und tollegium für unzulässig erklärte Zustand seit nun Nähe der Fabrik von Bernhardt ut. Co. famen, erhielt Wilke bing in Mülheim a. Ruhr verhängte Boykott nicht aufgehoben bereits drei Wochen zum Teil fortbesteht, obwohl diese Tatplötzlich von hinten einen Schlag ins Genic und vor werde. Die Kündigungen waren bereits erfolgt und die Organisation sache seit acht Tagen öffentlich bekannt gegeben ist. ihnen rannten dann zwei Leute davon, wahrscheinlich war der Täter der Brauerei- Arbeiter machte sich auf einen hartnäckigen Kampf ge= Unsere Leser wissen, daß von den vier Schülerabteilungen des dabei. Das Publikum rief:„ Haltet die Spigbuben!" Pagell und faßt. Der über die beiden genannten Brauereien verhängte Boykott Wilke liefen nun auch hinter den beiden her und fühlten sich ver- war darauf begründet, daß dieselben sich weigerten, den von den Vereins Fichte" eine von der Turnhallensperre verschont geblieben anlaßt, an dem vermutlichen Täter Vergeltung zu üben. Bagell übrigen Brauereien Mülheims angenommenen Lohntarif anzuerkennen. ist. In der vorigen Woche war das in der Protestversammlung der stellte sich der Polizei und ließ sich ruhig sistieren, und Wilte meldete Natürlich hatte die organisierte Arbeiterschaft den gegen die Brauerei Fichte"-Turner zur Sprache gekommen, und auch wir hatten dann sich als Zeuge und ging ebenfalls mit zur Wache. Wo die beiden Organisation beabsichtigten Schlag als eine Kriegserklärung an die fein Bedenken mehr getragen, den uns von vornherein bekannt geWir hatten hinzugefügt, anderen ihnen ganz unbekannten Personen, von denen sie nicht gesamte organisierte Arbeiterschaft betrachtet und dementsprechend wesenen Sachverhalt weiterzuberbreiten. wußten, daß es Arbeitswillige waren, geblieben sind, ist ihnen auch ihre Maßnahmen für den bevorstehenden Kampf ge- daß das Provinzial- Schulfollegium von einer vierten Schülerabteilung unbekannt. Auf der Polizeiwache in der Wilhelmstraße hat sich troffen. Weil nun aber die Organisationen der Arbeiter Die Kenntnis dieser kläglich schlecht unternoch gar nichts wisse. dann einer jener Vorfälle zugetragen, wie sie vielfach schon in solchen Fällen sehr vorsichtig zu gehen, schon durch Gerichtsverhandlungen zur Kenntnis des Publikums gelangt find. allein aus dem Grunde, um, die Verantwortung für alle die richteten Behörde reiche eben nur bis 1903, während die vierte Abteilung Pagell zog sich dabei eine tiefe Schnittwunde am Zeigefinger wirtschaftlichen Folgen eines solchen Riesenkampfes auf das Unter- erst 1904 eröffnet worden sei. Bir dachten, daß die aus ihrer unschuldund eine tleine am Mittelfinger zu, die nicht von einer nehmertum abzuwälzen, deshalb hatte eine ant Sonntag, den vollen Ahnungslosigkeit aufgeschreckten Perückenträger des ProvinzialFensterscheibe- die nach Aussage der sistiert Gewesenen die 16. d. Mts., in Essen stattgefundene Konferenz eine Stommission ge- Schulkollegiums sich nun schleunigst auf die Strümpfe machen Schuhleute selbst zerbrochen haben- herrühren sollen, wählt, welche sozusagen in der elften Stunde dem Unternehmertum würden, um durch Anfrage beim Magistrat den Ort der schul- und sondern, wie der Arzt, der ihn verbunden hat, bestätigen kann, nochmals zu Gemüte führen sollte einesteils die Berechtigung der staatsgefährlichen Tätigkeit dieser vierten Abteilung zu ermitteln und einem Säbelhieb. Die Beiden wurden dann Forderungen der Arbeiter in den beiden Mülheimer Brauereien und auch für sie die sofortige Ausweisung aus der ihr bewilligten Schulauf der Wache bis nachts gegen Uhr eingesperrt, andererseits das frivole Vorgehen des Scharfmachertums in turnhalle anzuordnen. Das ist aber zunächst nicht geschehen. Die darauf nach dem Polizei Präsidium transportiert, wo sie dem rheinisch- westfälischen Brauereiringe. Ganz wider Erwarten bis mittags gegen 12 Uhr verweilen mußten. Der Kommissar, der mußte die aus den Genossen Ebert( Gewerkschaftskartell Mülheim), vierte Schülerabteilung des Vereins„ Fichte" hat einstweilen noch fie verhörte, erklärte: er sehe, daß sie anständige Leute Frank( Zentralverband der Brauerei- Arbeiter), Limber( Ge- eine weitere Woche hindurch in ihrer Schulturnhalle so flott geturnt, feien; sie sollten nur nicht wieder nach der Wilhelmstraße gehen werkschaftskartell Essen) und Thielhorn( Gewerkschaftskartell daß die Halle wackelte, und sie blickt nun seit Erscheinen jenes Ausund sollten doch die Leute ruhig arbeiten lassen. Sie fonnten Duisburg) bestehende Kommission dann die angenehme Ueberweisungsutas bereits auf drei recht vergnügte Turnwochen zurüď. Die" Fichte"-Turner wissen gar nicht, wie sie es sich zusammennatürlich demgegenüber nur wieder betonen, daß sie gar nicht die raschung erleben, daß die Herren Brauereibefizer viel friedfertiger von Urheber des Streites sind. 9 2 Deutfches Reich. Werke Lokales. Ein Umschwung im Schulfouflift? Beint föniglichen Provinzial- Schulkollegium scheint mit einem Male nicht mehr alles zu stimmen. Anfang Oktober noch hielt diese Behörde die Schulen und den Staat für gefährdet, wenn fürderhin von der Jugendgruppe der Freireligiösen Gemeinde eine Schulaula, von einigen polnischen und tschechischen Turnvereinen sowie von den Schülerabteilungen des Arbeiter- Turnvereins„ Fichte" ein paar Schulturnhallen benutzt würden. Sie hatte es überaus eilig, solchem Treiben ein Ende zu machen. Am 3. Oftober erst wurden Inhalt und Wortlaut der mehr oder weniger artigen Briefe, die zwischen Absicht gehabt hätten, irgendwen in der Wilhelmstraße von der zusammen waren, als ihr eigenes Scharfmachertum. Man hatte ge- reimen sollen, daß ihre vierte Schülerabteilung weniger gefährlich Arbeit abzuhalten. Beide sind Menschen, die noch nie mit der Be- wiß inzwischen Wind bekommen, daß die gesamte organisierte sein soll als die drei anderen. Sie meinen, wenn das Provinzialhörde in Konflikt geraten sind; sie haben nicht die ge- Arbeiterschaft hinter den Angehörigen des Verbandes der Brauerei- Schulkollegium ernsthaft der Ansicht ist, daß die Ueberlassung von ringsten Vorstrafen erlitten und sich auch, wie ihre Arbeiter stehen werde und daß im Fall eines Kampfes die Chancen Papiere ausweisen, beim Militärdienst tadellos geführt für manche Brauerei sehr tief standen. Nur so ist es zu erklären, daß Schulturnhallen an ihre Schülerabteilungen dem Schul- und StaatsNach ihrer ganzen Veranlagung ist nicht anzunehmen, daß sie die man sich dazu herbeiließ, die Forderungen der Brauerei- Arbeiter intereſſe widerstreitet, so ist es Pflicht, auch die vierte Abteilung anzuerkennen. Die einzige Frage, über die keine Einigkeit erzielt auszuweisen. Ja, wenn-! Aber diese vorschnellen Kritiker, die Gestern wurde, war der Abschluß der Tarifforderungen durch die Organi- erst über die Ausweisung dreier Abteilungen geschimpft haben und Der Streif der Glasschleifer, Polierer und Beleger. mittag fand eine zahlreich besuchte Versammlung der Streifenden fation mit dem Brauereiring( Boykott- Schutzverband nennt sich der jetzt ebenso über die Duldung der vierten schimpfen, diese ewig unbei Bocker in der Weberstraße statt. Der Verbandsvorsitzende Ring). Der Syndikus des Brauereirings, Dr. Creuzbauer, der zufriedenen Nörgler, denen es die Engel im Himmel nicht recht Girbig berichtete dort über das Ergebnis der Verhandlungen, die als der eigentliche Oberscharfmacher in der rheinisch- westfälischen machen könnten, ahnen eben nicht, daß sich da offenbar ein am Sonnabend mit der Kommission der Arbeitgeber gepflogen worden Brauerei- Industrie gilt, erklärte zwar, daß er persönlich die vollständiger Umschwung vorbereitet. Dant unseren sind. Diese Kommission war übrigens dieselbe, mit der zu Anfang Organisation der Brauerei- Arbeiter anerkenne, indes- das Statut( 1) weit reichenden Verbindungen können wir schon heute Mitteilung des Streits verhandelt worden ist; sie sollte bekanntlich nach dem des Unternehmerrings war das Karnickel, auf dessen breiten Rücken über eine Versammlung der Arbeitgeber veröffentlichten Berichte man alle Einwände abladen konnte. Die Forderungen wurden also machen von einer allerneuesten Verfügung des Provinzial- Schulbereits vor mehr als 14 Tagen aufgelöst worden sein. Diesmal ist sämtlich anerkannt, nur sollten die Vereinbarungen mit den einzelnen kollegiums, die nächstens herauskommen soll. Danach wird nicht durch die Verhandlungen ein Tarifentwurf zustande ge- Brauereien gesondert getroffen werden. Herr Dr. Creuzbauer gab nur die vierte Abteilung weiterturnen dürfen, sondern man wird kommen, der in der Hauptsache folgende Bestimmungen enthält: auch im Namen des Ringes der Brauereien die Er- auch den drei anderen die ihnen vor der Nase zugeschlagenen Türen Die Arbeitszeit wird auf 9 Stunden festgesetzt, für die Sonnabende flärung ab, daß der Verband die Garantie dafür übernehme, ihrer Turnhallen wieder öffnen. Der Magistrat wird in der auf 8 Stunden und für die Tage vor den drei hohen Festen auf daß bis Ende 1905 Verschlechterungen im Lohn- und soldatisch- kurzen Form, durch die das Provinzial- Schulkollegium fich 6 Stunden. Für diese drei Tage soll der volle Tagelohn gezahlt Arbeitsverhältnis der Brauerei Arbeiter nicht berühmt gemacht hat, ersucht werden, die ausgewiesenen Abteilungen werden. Ueberstunden dürfen nur in dringenden Fällen gemacht eingeführt würden. Angesichts dieser Zugeständnisse glaubte feierlich wieder einzuführen. Und er wird diesem Ersuchen zu entwerden und müssen mit 25 Proz. Aufschlag bezahlt werden. Bei die Kommission im Interesse des Friedens auf den Abschluß durch die Organisation nicht bestehen zu sollen. sprechen haben. schlechtem Geschäftsgange sollen Entlassungen möglichst vermieden des Tarifs Na, Ihr Fichte"-Turner, was jagt Ihr dazu?! Wie steht das werden und statt dessen die Arbeitszeit bis auf 5 Stunden verkürzt Eine Konferenz der Vertreter der Gewerkschaftskartelle und der in werden. Affordarbeit muß ausgeführt werden. Zur Schlichtung Frage kommenden Organisationen, an welcher 19 Delegierte teil- Provinzial- Schulkollegium nun da! aller aus dem Tarif oder den Arbeitsverhältnissen etwa entstehenden nahmen, fand nun am Sonntag in Duisburg statt. Man einigte Tagesordnung für die Sigung der Stadtverordneten- Bersammlung Streitigkeiten soll eine gemeinsame Kommission gewählt werden. fich auf folgende Erklärung: Lohnreduktionen sollen für Arbeitnehmer, die die Arbeit in derselben Die am Sonntag, den 23. Oftober, in Duisburg tagende am Donnerstag, den 27. Oftober d. J., nachmittags 5 Uhr. VorWerkstätte wieder aufnehmen, nicht stattfinden. Der Arbeitsnachweis Konferenz der Vertreter der Gewerkschaftskartelle vom Niederrhein schläge des Ausschusses für die Wahlen von unbesoldeten GemeindeEin Naturalisationsgesuch. Vorlage betreffend den soll paritätisch eingerichtet werden und jede Organisation soll die und dem westlichen Westfalen, des Zentralverbandes der Brauerei- beamten. Hälfte der Kosten tragen. Die Arbeit soll am 26. Oftober wieder arbeiter, des Zentralverbandes der Böttcher und des Zentralverbandes Erlaß eines Ortsstatuts zur Regelung der Sonntagsruhe im Berichterstattung über die Vorlagen beaufgenommen werden und die Streifenden soweit wieder eingestellt der Handels- und Transportarbeiter erklärt den über die Brauereien Handelsgewerbe. werden, wie offene Stellen in den Betrieben vorhanden sind. Maß- Fuglsang und Ibing in Mülheim a. d. Ruhr verhängten treffend die Verwendung einer an der Sonnenburgerstraße belegenen daß das Kaufmannsgericht für Berlin am 1. Januar 1905 in Wirtfamkeit treten kann, und schleunigst geeignete Maßnahmen zu ergreifen, die gesundheitlichen Schädigungen der Berliner Bevölkerung zu verhindern, die durch die Einfuhr von Fleisch, das nur außerhalb Berlins untersucht wurde, zu befürchten sind. Vorlage betreffend die Verteilung der Zinsen aus dem Vermächtnis des Hofrats Hezer. Sechs Rechnungen.- Drei Unterstützungsfachen. Borlage betreffend die Erhöhung der Remuneration eines einstweilig im Gemeindeschuldienst beschäftigten Lehrers. " „ Das ist Der Städtischen Landfläche für Gemeindeschulzwede- und den Abschluß von X., hätte gar nicht die Absicht gehabt, die Angelegenheit zur an solche Arbeiter vermietet werden, die sich verpflichten, keinerlei eines Vertrages zwischen der Stadtgemeinde Berlin und der Gemeinde Kenntnis Sr. Majestät zu bringen, und er sei nun sehr bedrückt Organisation anzugehören. Sollte jemand während seiner Mietszeit Tegel über die Verlegung von Gasröhren 2c. im Gutsbezirk Tegel. durch die Aussicht, daß durch seine Schuld dem betreffenden Gym- an irgend einem Streit teilnehmen, so hat er seine WohVorlagen betreffend die Bewilligung von Mehrkosten für nasium so schwere Unannehmlichkeiten erwüchsen. Seien Sie un- nung sofort zu räumen und steht den Vermieter das Kahldie Einrichtung und den Betrieb der Abteilung für Geschlechts- besorgt, lieber X., den Leuten soll nichts geschehen," lautete die Ant- pfändungsrecht dem Mieter gegenüber zu. Nur auf diese Weise tranke im ehemaligen Erziehungshause am Urban, die wort des Monarchen. Dann machte sich der Kaiser an die Lektüre glaubt man den Arbeitern die Erkenntnis dafür beibringen zu Ueberlassung des Festsaales im Rathause an den Giordano der Aufsäße selbst. Seine Züge wurden freundlicher, und sie hellten können, daß der Streik eine Todsünde ist und der Streikende ins Bruno- Bund zu der Veranstaltung einer Feier zum Gedächtnis sich vollends auf, als er am Schlusse des dritten Auffages einen Zuchthaus gehört. Schillers und die Anstellung eines vierten Vorstandsmitgliedes Primaner seine Gedanken in folgende Worte zusammenfassen sah: der Landesversicherungsanstalt Berlin. Ernst von Wildenbruch und die Berliner Architekten. In dem Zwei Anträge von Mit- Eigentlich aber sollte man meinen, daß der Charakter der Hohengliedern der Versammlung, den Magistrat zu ersuchen: das Drts- zollern in der Siegesallee besser aus ihren Gesichtszügen als aus Streit um die Erhaltung des Berliner Opernhauses und die Ruinen des Heidelberger Schlosses ist es jetzt zu einem interessanten die beste Verurteilung dieses Aussatthemas. W." so lautete die Konflikt zwischen dem Berliner Architektenverein und Ernst von kaiserliche Randbemerkung, welche sich der Besizer des Heftes als Wildenbruch gekommen, der bekanntlich in temperamentvoller Weise foftbare Erinnerung an seine Schulzeit aufbewahren mag. für die Erhaltung des Opernhauses eingetreten ist. Den Berliner Professor aber, der so großes Unheil angerichtet hatte, soll heilfroh Architekten wird die Bundesgenossenschaft des Herrn von Wildenbruch gewesen sein, daß er glimpflich davongekommen ist. jetzt unbequem. In der gestrigen Generalversammlung des Berliner Wie wir erfahren haben, soll der in Betracht kommende Architektenvereins nahm Bauinspektor Stiel Gelegenheit, in scharfer Primaner aber von dem bösartigen Professor nachträglich veranlaßt Weise gegen die Kampfesweise von Wildenbruchs zu protestieren. worden sein, seine Ansicht über die Charaktermerkmale der Hohen- Er sagte dabei unter anderem:" Die unfagbare Oberflächlichkeit, zollern in der Siegesallee in einem besonderen Aufsatz zu begründen. mit der Herr von Wildenbruch die Behauptung aufstellt, Friedrich der Große habe das Opernhaus seinen Berlinern" gebaut, während Gastwirte und Abstinenzler. Man schreibt der Franks. Zeitung": Ueber den gegenwärtigen Stand der Schnellbahnfrage erfahren es doch in Wirklichkeit zuerst Hoffestlichkeiten diente, kennzeichnet sich Der Wirteverein des holsteinischen Kreises Steinburg war neulich wir folgendes: Ueber die auf der Militärbahnstrecke Marienfelde- selbst. Es muß ausgesprochen werden, daß solche Uebertreibungen, bersammelt, um die Mäßigkeitsbestrebungen zu unterstützen. Drei Boffen stattgehabten Schnellfahr- Versuche mit Dampf- Lokomo- die aus dem Opernhaus ein Nationalheiligtum machen wollen, auch Redner, die Herren Degelow, Prieß und Lübbe, sprachen aufrichtig tiven ist dem Minister von Budde Bericht erstattet worden. hier zurückgewiesen werden, weil sie die Brücke zur Lächerlichkeit über die Schäden ihres Standes, besonders über die böse Herrschaft, Der Zweck, den diese Versuchsfahrten verfolgten, scheint vorläufig bilden." Zu der Wildenbruchschen Broschüre„ Vandalen" meinte der die das Alkoholkapital über die Wirte ausübt, und über die gemein- erreicht zu sein, so daß für die Schnellzüge allmählich eine höhere Redner ferner:" Zum Schluß richtet Wildenbruch im Ton des Volksschädliche Verteuerung der Gasthäuser durch die Spekulation. Herr Fahrgeschwindigkeit angestrebt werden kann; über 120 Kilometer pro versammlungsbarden Mahnungen an die da oben". Der ArchiDegeloiv aus Münsterdorf, der durch die mit Dr. Bode aus- Stunde dürfte man aber vor der Hand nicht gehen können, denn tektenverein hat das, was ihm zur Verfügung stand, zur Erhaltung getauschten Briefe über die Gasthaus- Reform" bekannt geworden mit dieser Fahrgeschwindigkeit sind die heutigen Lokomotiven bester des Opernhauses getan, er hat in ernster Weise seine Ansichten verist, übernahm auch Bodes alte Forderung, den Trink- und Ver- Bauart so ziemlich an der Grenze ihrer Leistungsfähigkeit angelangt. treten, er muß es jetzt aber ablehnen, in dieser Frage in Gemeinschaft zehrungszwang, der in den Gasthäusern um so mehr herrscht, je Die Schnellfahrversuche in größerem Umfange dürften daher in mit dem lärmenden Wildenbruchschen Vorgehen zu stehen." höhere Binsen aufgebracht werden müssen, durch eine Blag- absehbarer Zeit nicht fortgesetzt werden. Dies schließt nicht aus, schärfer protestierte der Redner gegen die Wildenbruchsche Kritik oder Stundenmiete aufzuheben. Er zeigte einen Anschlag daß einzelne Versuchsfahrten auf längeren Strecken nach wie vor statt- des Denkmalstages. Er sprach von der Selbstüberhebung, mit der bor, der in seiner Wirtschaft an verschiedenen Stellen angebracht ist: finden, namentlich dann, wenn es gilt, maschinelle oder sonstige Ver- von Wildenbruch seine Unkenntnis der Verhältnisse durch einen Gäste, welche nichts zu verzehren wünschen, zahlen ein Stundengeld besserungen in der Praris zu erproben. Besonders wird die Staats- schlechten Witz übergehe. Es sei eine haltlose Unterstellung, daß der von 20 Pf. bahnverwaltung ihr Augenmerk den neuen Bremsen zuwenden, mit Denkmalstag einer höheren Weisung bei der Aufstellung seiner In den beiden ersten Gasthäusern des Vereins für Gasthaus denen, wie früher gemeldet, demnächst eingehende Versuche angestellt Tagesordnung gefolgt sei." Auch den Kampf gegen die Erneuerung Reform, dem„ Schwan" zu Apolda und„ Neuwallendorf" bei werden sollen; denn die erhöhte Fahrgeschwindigkeit hat die Ver- des Heidelberger Schlosses habe Wildenbruch mit der„ oberflächlichen Weimar, ist das" Stundengeld gleichfalls eingeführt; auf ihren Tisch besserung der Bremsen zur notwendigen Voraussetzung. Möglich, Leichtfertigkeit eines agitierenden Dilettanten" geführt. Die Berfarten liest man unter„ Berschiedenem": Aufenthalt in den Gast- daß die vom Minister nach Amerika entsandten Maschinentechniker liner Architekten müßten sich dagegen verwahren, mit dem Vorgehen zimmern oder dem Garten ohne Verzehrungszwang, wobei Spielen neues auf diesem Gebiete mitbringen. von Wildenbruchs identifiziert zu werden und seine Bundesgenossenund Lesen frei, die Stunde 10 Pf., Ausruhezimmer für Radfahrer Auch die Studiengesellschaft für elektrische schaft auch in der Frage der Erhaltung des Opernhauses ablehnen. und Wanderer 20 Pf. Schnellbahnen wird die Hände nicht in den Schoß legen. Bauinspektor Stiel wollte seine Ausführungen als einen Protest In Berlin macht sich, wenigstens in größeren Lokalen, das Zwar hat auch sie mit ihren vorjährigen Versuchen das vorgesteckte gegen die Wildenbruchschen Veröffentlichungen aufgefaßt wissen. Der Bestreben geltend, den Konsum alkoholfreier Getränke möglichst Biel erreicht, d. H. den Nachweis erbracht, daß man, ohne die Be- Vorsitzende des Architektenvereins erklärte, daß der Vorstand sich über zu erschweren. Ein Glas Wasser, dem eine Zitronenscheibe und triebssicherheit zu beeinträchtigen, zu höheren Fahrgeschwindigkeiten seine Stellungnahme in dieser Frage erst schlüssig werden müſſe. etwas Bucker beigefügt ist, muß in den größeren Konzerträumen mit übergehen kann und daß der elektrische Motor der Dampflokomotive 30 und 40 Pf. bezahlt werden; die Herstellungskosten einer solchen überlegen ist; die Gesellschaft beabsichtigt indes dem Vernehmen Obdachs und Arbeitshauses teilt uns Genosse Hoffmann Limonade mögen sich vielleicht auf 3 oder 4 Pf. belaufen. biel wird für eine„ Bilzbrauſe" oder ein ähnliches Getränk verlangt, vorzunehmen, bei welchen es sich weniger um die erreicht mit, daß von unseren Genossen nicht der Antrag auf eine Geldwozdem der Einkaufspreis für die Flasche nur etwa 6 Bf. beträgt. Fahrgeschwindigkeiten handelt, als vielmehr um die Ermittelung der entschädigung für den in Rummelsburg verunglückten Maler gestellt, Die Erhebung von„ Stundengeld" hat sich hier ja noch nicht ein- Widerstände, welche sich beim Anfahren des elektrischen Schnellzuges sondern die städtische Verwaltung ersucht war, versuchsweise dem gebürgert; ob dieſe Neuerung empfehlenswert ist, wollen wir nicht ergeben, sowie um die Ausführung sonstiger wissenschaftlicher Mann seiner nach dem Unglüd ihm verbliebenen Arbeitsfähigkeit anderen fleinen Leuten besuchten Lokale für alkoholfreie follen. Wohl aber sollten die Wirte der von Arbeitern und bebungen, welche zur Ergänzung der gewonnenen Resultate dienen entsprechend in irgend einem städtischen Betriebe Beschäftigung zu Getränke nicht gar zu unverschämte Preisefordern. Was in den Augen eines offiziösen Blattes bedauerlich ist, erfährt Die städtische Verkehrsdeputation beschäftigte sich am Dienstag man aus folgender Mitteilung der„ Norddeutschen Allgem. Zeitung": unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Stirschner mit den Plänen In unserem Bericht über die Enthüllung des Denkmals ist gegen für einen Personen- Dampfer Verkehr auf der Spree Schluß ein bedauerlicher Irrtum enthalten. Nicht innerhalb Berlins, d. h. vorläufig von der Kurfürsten- Brücke bis Se. Majestät der Kaiser führte die Ehrenkompagnie am Denkmal zur Bären, oder einer anderen Brücke in Moabit. Der Deputation vorbei, sondern die Kompagnie marschierte nach beendeter Feier an Tag ein Gesuch des bekannten Hamburger Reeders Wichmann vor, ihrem Allerhöchsten Kriegsherrn vorbei." der seine Dampfer auf der Alster verkehren läßt und einen ähnlichen Wittenberg- Bernhard. Die bekannte Brivatbeleidigungsklage des Verkehr in Berlin einzurichten beabsichtigt. Herr Wichmann ist Chefredakteurs Dr. Wittenberg gegen den Schriftsteller Georg Bern bereit, neue und moderne Dampfer für 100-150 Personen bauen hard wird nun am 4. November noch einmal die 8. Straffammer zu lassen und zunächst mit einem derartigen Dampfer hier einen des Landgerichts I beschäftigen. Bernhard ist seinerzeit vom SchöffenVersuch zu machen, nachdem die Spree- Havel- Dampfschiffahrts- gericht zu 75 M. Geldstrafe verurteilt worden, gegen dieses Urteil hat der Gesellschaft Stern" von ihrem Plane, einen Motorboot Brivattläger Berufung eingelegt. Zu der erneuten Verhandlung find, Werkehr innerhalb Berlins ins Leben zu rufen, getreten ist. Die städtische Verkehrsdeputation steht dem neuen worden, darunter auch Maximilian Harden. Der Angeklagte wird zurück- dem Vernehmen nach, von beiden Seiten noch Zeugen vorgeladen Plane sehr sympathisch gegenüber und wird ihn nach besten Kräften auch in der Berufungsinstanz vom Rechtsanwalt Dr. Werthauer verzu fördern suchen. Schwierigkeiten. Glückt der Versuch, dann beabsichtigt Herr Wich anwalt zur Seite stehen. Hoffentlich macht die Strompolizei feine teidigt, dem Privattläger wird wiederum sein Hamburger Rechtsmanu, wie auf der Alster, einen 10 bezt. 5 Minuten- Verkehr einzurichten. Um einen solchen Verkehr hier durchführen zu können, müssen natürlich an verschiedenen Stellen, an der Kurfürsten-, Friedrichs, Weidendammers, Kronprinzen-, Moltke-, Bären- und anderen Brücken oder in deren Nähe, z. B. an den Zelten bequeme Landungsbrücken erbaut werden. Falls der Versuch gelingt und es dann möglich erscheint, soll der Verkehr mit kleineren Dampfern auf den Landwehrkanal ausgedehnt werden. = Landgerichtsrat Timme, dessen plötzliche Erkrankung jüngst eine Vertagung des großen Hochstapler- Prozesses Botulidi- Walewsti notwendig machte, ist gestern seiner Krankheit erlegen. Zum Bericht über die Kuratoriumssihung des städtischen gewähren. So wäre er vielleicht wieder einem geordneten Lebenswandel zuzuführen. Erst als dieser Antrag mit Hinweis auf den vielfachen Arbeitshausüberweisungen abgelehnt wurde, stimmten unsere Genossen dem von andrer Seite gestellten Antrag auf Gewährung einer, allerdings sehr geringen Geldentschädigung zu, der im Kuratorium einstimmig angenommen, vom Magistrat aber abgelehnt wurde. Der Mann hat sich die Verletzung übrigens nicht beim Brotschneiden, sondern beim Lackieren einer Brotschneidemaschine zugezogen. der Kastanienallee 31 bekam gestern abend, als sie un 8½ Uhr mit Lysol. Die 34 Jahre alte Tischlerfrau Johanna Tileczeck aus ihrer Familie beim Abendbrot saß, Streit mit ihrem Mann. Plößlich sprang sie vom Tische auf, lief nach der Küche und trank Lyfol. Ein Arzt der Rettungswache in der Kastanienallee reichte ihr sofort Gegenmittel und ließ fie dann mit einem Lückschen Wagen nach dem Krankenhaus am Friedrichshain bringen. Lebensmüdes Pferd. Der„ dumme Hans", ein Fuchs von zwölf Jahren, 1,62 Meter groß, mit Bleſſe, geſtuztem Schweif und weißen hinteren Fußgelenken, hat sich allein in der Roßschlächterei in der Greifswalderstr. 28 angefunden. Dort kann das Tier von dem Eigentümer abgeholt werden. " Das Arbeiterinnenheim II. Ujedomstr. 7, hat sich jetzt nach Hilflos wurde vorgestern, Montag, ein Kind auf dem Bahnhof Friedrichstraße angetroffen. Mit dem Frühzug kam um 5 Uhr Zu Unrecht beschuldigt. Ein unerhörtes Abenteuer ist kürzlich 14 Minuten ein zwölfjähriges Mädchen Erna Baumgart hier aus einem kranken Tischler aus Reinickendorf passiert. Er hatte sich von Königsberg i. Pr. an. Es sollte von einer Tante auf dem Bahnhof der hiesigen Ortskasse sein Krankengeld geholt und dann verschiedene abgeholt werden, aber es kam niemand, der sich um die kleine Einkäufe besorgt. Unter anderm war er in das Geschäft von Reisende gefümmert hätte. Da der Onkel, der Karl Kurz heißen feffor Dr. Jacob veranlaßt, am schwarzen Brett der Universität laufen. Als er dies besorgt und auf die in Zahlung gegebene Mark Polizei die Hülflose einstweilen dem Waisenhause. Gefundheitsrücksichten haben den kürzlich vielgenannten Pro- Schöning in der Alexanderstraße gegangen, um dort Kaffee zu soll, in Berlin bisher auch nicht zu ermitteln war, so übergab die bekannt zu geben, daß er in diesem Winterhalbjahr verhindert sei, die zehn Pfennig herausbekommen hatte, hielt ihn ein fremder Mann angekündigten Vorlesungen zu halten. Es ist schon möglich, daß vor der Tür mit dem Ersuchen an, mit ihm ins Geschäft zurückzudie Gesundheit des Herrn Professor durch die vielen Zurechtsetzungen, gehen. Er sei Kriminalbeamter und habe im Kaffeegeschäft ein einjährigem Bestehen genötigt gesehen, seine Räumlichkeiten zu mit denen seine Kollegen ihn wegen seiner mehr als rücksichtslosen weimarkstück auf den Ladentisch gelegt, das ihm gestohlen worden vergrößern, da die vorhandenen für die stetig wachsende Zahl der Gäste Heilmethode bedacht haben, so schwer gelitten hat, daß er wenigstens sei. Der Dieb sei er, der Fremde. Der Tischler wies diese Be- nicht mehr ausreichten. Durch bauliche Veränderungen ist ein großer in Berlin an ein öffentliches Auftreten nicht zu denken wagt. Im zichtigung empört zurück, ging aber mit in das Geschäft, um Saal für den Mittagstisch geschaffen, in welchem auch die Vorträge Verein für innere Medizin ist Herrn Prof. Jacob u. a. die Fälschung sich dort dort bestätigen zu lassen, daß niemand von Krankengeschichten zum Vorwurf gemacht worden. Herr Jacob einem Diebstahl bemerkt hätte. Dann mußte der Kranke den Schneiderunterricht, für den Wirtschaftsbetrieb, sowie eine Küche etwas von und Unterhaltungsabende stattfinden sollen. Neue Räume sind für hat dem Verein darauf seinen Austritt angezeigt. Daraufhin ver- auf Geheiß des angeblichen Kriminalbeamten mit auf das für Lehrzwecke hinzu gekommen. Kochkurse für Arbeiterinnen werden zichtete der Verein auf eine weitere Besprechung der Angelegenheit. Polizeipräsidium, wo eine Vernehmung erfolgte und ein Zweimark- zweimal wöchentlich abends abgehalten werden. Zur Einweihung Die Beinstellung der Hohenzollern. In den vom Reichstags: Darauf entließ man den Tischler. Einige Wochen nach diesem Vorfall um 6%, Uhr ein Vortrag mit Lichtbildern statt über das Thema: stück, das der Beschuldigte in der Tasche trug, beschlagnahmt wurde. des vergrößerten Heims findet am Sonntag, den 30. d. Mt 3., Abgeordneten Patig herausgegebenen Deutschen Stimmen" wird wurde er in Reinickendorf auf das Amtsbureau geladen, wo ein folgende interessante Kaiseranekdote erzählt: An einem Gym Kriminalbeamter ihn in der Sache vernahm und ihm den Rat Ed. Melzer.) Der Eintritt ist frei. Mädchen und Frauen sind herzein Deutschlands Burgen in der Geschichte, Sage und Poesie".( Herr nasium im Westen Berlins liegt der deutsche Unterricht erteilte, den Diebstahl doch zu gestehen; da er noch unbestraft sei, lich willkommen. der Prima in den Händen eines Oberlehrers, der eine gewisse Vor- könne er am Ende mit einem Berweise oder mit einer Geldstrafe(!) liebe für burleske Auffazthemata bekundete. So erteilte er im Früh davonkommen. Empört entgegnete der Tischler, daß er ein solches Im Wintergarten sollen am Donnerstag zum erstenmal Exjahr dieses Jahres den Auftrag, die Frage:" Inwieweit läßt sich aus Anfinnen zurückweise: ihm sei darum zu tun, daß seine Ehre wieder perimente mit flüssiger Luft in der Art ausgeführt werden, wie fie der Beinstellung der Hohenzollern in der Siegesallee auf den hergestellt werde. Wieber verging einige Zeit, bis der Reiniden- in England und Amerika gezeigt worden find. Das Experiment Charakter der dargestellten Persönlichkeiten schließen?" in Auffatform zu behandeln. Schweiße ihres Angesichts ab, der absonderlichen Aufgabe gerecht Die Herren Primaner mühten sich im Dorfer Kriminalbeamte den Tischler in seiner Wohnung besuchte. betitelt sich„ Der Wunderkessel". Zweck des Besuches war, ihm das auf dem Polizeipräsidium beschlag- Theater. National Theater. Fräulein Bella Alten zu werden. Damit war die Angelegenheit zunächst erledigt. Durch nahmte Zweimarkſtück gegen Quittung auszuhändigen. tritt heute zum letztenmal vor ihrem Urlaub als„ Suſanne" in Zufall gelangte fie aber zur Kenntnis des Kaisers. Er war auf Der Tischler verweigerte die Annahme des Geldes mit der Be- Figaros hochzeit" auf. Die Künstlerin begibt sich demnächst der Nordlandfahrt, als das scharfe Ohr des Monarchen an der gründung, daß er öffentlich vor dem Richter ſeine Ehre wiederher nach New York, wo sie am Metropolitan Opera- House ein längeres Tafel das Gespräch zweier in seiner Nähve fißender Herren der Be- gestellt haben wolle und sich mit einer stillschweigenden Anerkennung Gastspiel absolviert. Zentral Theater. Heute geht„ Die gleitung mit anhörte, die durch den Vater eines der geplagten nicht zufrieden gebe. Das war am 19. Oktober d. J. Seitdem ist Mia Werber, Oskar Braun, Rudolf Ander, Erich Deutsch und Karl der Tatsache, daß er zu Unrecht eines Verbrechens bezichtigt worden, Fledermaus" in Szene mit den Hauptdarstellern: Gusti Fischer, Primaner von jenem Auffahthema erfahren hatten und nun ihre Verwunderung darüber austauschten. Was erzählen Sie da, X?" noch nichts in der Angelegenheit geschehen. Schulz. An dem Gluck Abend, den das Schiller. fragte der Kaiser den einen der beiden Beteiligten. Herr von X. konnte nun natürlich nicht anders, als den Vorfall in aller Ausführ- Alexanderstraße 40 gegenüber dem Polizeipräsidium iſt in andere hauses veranstaltet, wirken die Damen Gertrud Fiſcher und Betſy Das Ende des Alexanderplatz- Theaters. Das Theater- Grundstück Theater am Sonntag, den 30. Oktober im Bürgersaale des NatGesicht und Hände übergegangen. Das Aleranderplay- Theater ſoll abgebrochen Schot und Herr Heinrich Scheder mit. Den einleitenden Vortrag Zurzeit ist das hält Herr Dr. Leopold Schmidt. Ein probates Mittel. Den Passanten der Ritterstraße bietet drückt auf den elektrischen Knopf an seiner Seite. Ordonnanz und einem modernen Neubau Play machen. erscheint; Telegramm an den Kultusminister, das sofortige Ueber Theater zu einem Konzertsaal hergerichtet. Aus den Nachbarorten. sendung der Aufsazhefte an Bord S. M. Yacht„ Hohenzollern" befiehlt. Herr Dr. Studt bekam ob solcher Störung seiner Sommerruhe einen argen Schreck, setzte sich aber schleunigst mit dem be- seit einigen Tagen ein in einem Laden des Hauses Nr. 111 austreffenden Gymnasialdirektor ins Benehmen. Der erklärte gehängtes Plakat Anlaß zu lebhafter Heiterkeit. Das Plakat, in| In Schöneberg hat die Stadtverordneten- Versammlung am sprich der entfeßten Erzellenz, daß zurzeit Hundstagsferien und die der sonst so verhaßten roten Farbe gehalten, verkündet der Ein- Montag die vom Magistrat geforderte Stelle eines befoldeten Stadt. Brimaner in alle birde eritreut jeien; es ſei also chechterdings wohnerschaft der Haupt- und Reſidenstadt folgenden utas:„ Die rats mit 24 gegen 22 Stimmen abgelehnt. Stabiberordneter das glich, die hefte zu beſchaffen. Der Minister befiehlt troßdem, Zugänge und der Hof meiner Fabrit wurden in den letzten Tagen von Glaſenapp wies als Berichterstatter des Ausschusses darauf hin, das Menschenmöglich zu bel versuchen, um dem faiserlichen Befehl belagert und betreten und bie bei mir Aus- und Gingehenden daß die neue Stelle ursprünglich für drei Verwaltungszweige genachzukommen. Der erg geängstigte Direttor telegraphiert also nach wiederholt tätlich infultiert. Ich habe mir infolgedessen vom Haus- schaffen werden sollte, nämlich für die Kanalisation, die Kaufmannsallen Simmelsrichtungen, soweit er die Adreſſen der mit ihren Eltern wirt das Haus recht übertragen lajien und werde in der gerichte und für das Armenwesen. Für die Kanalisation ſei ſie jest in Seebad oder im Gebirge befindlichen Schüler überhaupt in Er- Folge jeden, der auf dem Grundſſic unbefugterweise angetroffen nicht mehr nötig, und auch die am 1. Januar nächsten Jahres ins fahrung bringen fann. Der Erfolg ist gleichwohl höchst gering. wird, der Staatsanwaltschaft wegen Hausfrieden 3. Leben tretenden Kaufmannsgerichte würden den Magistrat nicht allTrobem a 90 m. für Porto verbraucht waren, hatte man im bruchs anzeigen. Ed. Grimm." Das Uebertragen der Haus- zuſchwer belasten. Dagegen sei eine neue Kraft für das Armenwesen ganzen nur drei Aufsazhefte herbeizuschaffen vermocht. rechte auf Unternehmer, in deren Fabrik die Arbeiter besonders mit Rücksicht auf die Einführung des Elberfelder Systems Diese wanderten nun mit Grirapost an Bord der Hohenzollern". ausgesperrt find oder oder streiken, ist nur der Anfang dringend nötig. Der jezt an der Spitze des Armenwesens stehende Dort hatte inzwischen Herr von X. ob seiner Unvorsichtigkeit schwere einer neuen Methode, die Arbeitswilligen vor der Ver- unbefoldete Stadtrat habe gewiß gut gewirkt, aber die durch das Gewissensbiſſe empfunden, und er richtete beim Eintreffen der Hefte, fuchung durch den Streikbazillus zu schützen. In den erleuchteten schnelle Wachstum der Bevölkerung immer mehr zunehmende ArbeitsWe ſich eine paſſende Gelegenheit dazu bot, an den Kaiser die Hirnen unserer Unternehmer und Hauspafchas tagt es und man will last könne in Zukunft einem unbesoldeten Stadtrat nicht mehr zuBitte, doch mit dem Delinquenten gnädig zu verfahren. Er, ganze Arbeit machen. In der Zukunft sollen nur noch wohnungen gemutet werden. Es sei die Anstellung eines Juristen dringend noffvendig. Ein großer Teil der Stadtverordneten erklärte sich aber dürften. Von unseren Parteigenossen wurde dem entgegengehalten, Aengstliche Leute. Die beiden Behrer R. und H. im Dorfe 2. entschieden gegen die Vorlage, da ein unbefoldeter Stadtrat in der daß weder die Lehrer noch der Gemeindevorstand ein Recht hätten, bei Ortelsburg haben die polizeiliche Erlaubnis zum Tragen von Armenverwaltung dasselbe leisten könne wie ein befoldeter und man zu bestimmen, ob die Kinder in ihrer schulfreien Zeit patriotischen Schußwaffen erhalten, weil sie fürzlich mittels anonymen Schreibens bisher mit den unbefoldeten Stadträten die besten Erfahrungen ge- oder freien Turnunterricht genießen sollten. Das amtliche Vorgehen mit dem Tode bedroht worden sind. Die Staatsanwaltschaft macht habe. Stadtverordneter Bartelt war für die Anstellung eines erscheine um so bedauerlicher, als das Turnen für die körperliche in Ortelsburg hat sich bereits der Sache angenommen. Dem Briefjuristischen Hilfsarbeiters, während Stadtverordneter Kuznikly vor- Entwickelung der Kinder von unschätzbarem Wert sei. Mit Unter- schreiber ist man auf der Spur. schlug, dem befoldeten Stadtrat Dr. Woeld, der bereits einen Teil stüßung einiger rechts sigender Herren, welche ob der Untergrabung Hoffentlich fangen die jüdischen Geschäftsleute Berlins nicht auch der Armensachen bearbeite, unter Bewilligung einer Zulage das der Disziplin wie gewöhnlich den sittlich Entrüsteten spielten, ber- an, sich aus Anlaß der letzten Büdler- Reden mit Revolvern zu beArmendezernat zu übertragen. Oberbürgermeister Wilde betonte, fuchte man über diese Angelegenheit zur Tagesordnung überzugehen. waffnen. So viel Anlaß wie die Lehrer scheinen sie ebenfalls zu daß unter den deutschen Städten zwischen 60 000 und 120 000 Ein- Dieser Plan mißlang aber. Die Genossen John und Ritter bestritten dieser Vorsichtsmaßregel zu haben. wohnern nur drei, nämlich Schöneberg, Rigdorf und Spandau, ganz entschieden, daß der Gemeindevorstand ein Recht besize, derartig eine im Verhältnis zur Bevölkerungsziffer viel zu geringe Beseßung willkürliche Bestimmungen zu erlassen und beantragten die Zurüd- Das Oberhofmarschallamt hat der Forderung der Prinzessin Luise Luise von Koburg. Die„ Neue Freie Presse" in Wien meldet: des Magistratskollegiums hätten. Er wisse schon nicht mehr, wie er ziehung des genannten Erlasses. Der Antrag verfiel allerdings der von Koburg entsprochen und die Psychiater Magnan und Garnier als auskommen solle, und eine große Anzahl von Sachen könnte nicht Bertagung, weil nach Ansicht des Vorsitzenden eine derartige An- Sachverständige zur letzten Prüfung des Geisteszustandes der Prin die genügende Bearbeitung finden. Das Wirken des neuen Stadt- gelegenheit auf der Tagesordnung stehen müsse und auch die Kom- zessin bestellt. Die Untersuchung wird in Paris vorgenommen und rates würde sehr segensreich sein und das Gehalt mehr als doppelt petenzfrage zu erwägen sei. Bemerkt sei, daß besonders der Rechts- das Tribunal des Seine- Departements zur Durchführung der nötigen herauskommen. In namentlicher Abstimmung wurde trotzdem zuletzt anwalt in der Vertretung durch hämische Zwischenrufe und auch sonst Schritte ermächtigt werden. die Magistratsvorlage mit 24 gegen 22 Stimmen abgelehnt und die Kompetenz anzweifelte und dem Gemeindevorstand einen Fingerein Antrag des Stadtverordneten Lessig angenommen, den Magistrat zeig gab, wie man sich am besten dieser unangenehmen Angelegen zu ersuchen, er möge der Versammlung wegen Anstellung zweier heit jener 5 Herren" entledigen könne. Es wird abzuwarten sein, unbefoldeter Stadträte eine Vorlage machen. Für die Magistrats- wie fich die Herren Liberalen in nächster Sigung verhalten. Im vorlage stimmen geschlossen die Sozialdemokraten. Dem Magistrats- weiteren Verlauf der Sigung wurde auf Anregung des Kultusbeſchluſſe, daß bei Festsetzung des pensionsfähigen Einkommens der ministers zur Errichtung von Lungenheilstätten ein Beitrag von Direttoren, Leiter und Oberlehrer der höheren Lehranstalten seit 2000 m. betvilligt. 1. Oktober d. J. der Wohnungsgeldzuschuß mit 900 M. in Ansatz gebracht werden soll, trat die Versammlung bei. Gerichts- Zeitung. = Die Gemeindevertretung von Wilmersdorf hat am Montag eine Sigung abgehalten. Es wurde die Teilung des dritten WaisenratsBezirks beschlossen, der zurzeit 23 900 Köpfe umfaßt. Sodann beDer Krankenhaus- Prozeß in Hamburg. Uns wird aus am schloß die Gemeindevertretung, zum April nächsten Jahres einen burg vom Montag berichtet: In der heutigen Nachmittagsverzweiten befoldeten Schöffen einzustellen. Der Ort soll handlung des Sensationsprozesses, der sich mit den Broschüren„ Die zu diesem Zeitpunkt auch eine Berufsfeuerwehr erhalten. Es Männerpflege durch Schwestern“ und„ Mädchenopfer" befaßt, folgten wurde die Einrichtung eines Feuerlöschzuges beschlossen, der aus die Plaidoyers des Staatsanwalts, der Verteidiger und des Aneiner Mannschaft von 21 Personen und einem Führer bestehen soll. geklagten Dr. Roosen. Der Staatsanwalt beantragte in seiner AnDie Kosten stellen sich jährlich auf 40 000 M. Die freiwillige Feuer- lagerede gegen den Redakteur Cleemann 14 Tage Gefängnis, gegen wehr bleibt neben der Berufsfeuerwehr bestehen; über die Verbesserung Rechtsanwalt a. D. Roosen auf 400 M., gegen den Fabrikbefizer der Alarmeinrichtungen soll später verhandelt werden. Die Gemeinde- Dr. Sandow auf 300 M. und gegen den Schriftsteller Lembke auf vertretung erklärte sich ferner grundsätzlich mit der Errichtung eines 200 m. Geldstrafe. Zum Schlusse seiner Ausführungen bemerkte der Kaufmannsgerichts zum 1. Januar 1905 einverstanden und Staatsanwalt: Es scheine ihm leider so, als ob das Gericht zur Beübertrug einer dreigliederigen Kommission die Prüfung des Drts- jahung der Verjährungsfrage kommen würde. In diesem Falle bitte er dringend, nicht auf Einstellung des Verfahrens, sondern auf Freisprechung zu erkennen, da andernfalls die Revision der Angeklagten abermals vom Reichsgericht als begründet angesehen werden könnte. 3m letteren Falle sei es möglich, die Vernichtung der beleidigenden Broschüre auszusprechen. Statuts. Die Kanalisationsgemeinschaft zwischen Charlottenburg nnd Wilmersdorf, die seit vielen Jahren besteht und am 1. April 1905 ablaufen sollte, ist nunmehr von beiden Gemeinden auf unbestimmte Zeit mit einer jährlich zulässigen Kündigungsfrist verlängert worden. Auch Schmargendorf hat mit Charlottenburg einen neuen Kanalisationsvertrag abgeschlossen. Der ursprüngliche Plan der Gemeinde Wilmersdorf, sich an die Kanalisation von Schöneberg anzuschließen, wurde fallen gelassen. Die Frage, ob der Religionsunterricht in die Schule gehört, hat der Gemeindevorstand von Wilmersdorf mit Entschiedenheit verneint. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde hatte sich an den Gemeindevorstand mit der Bitte gewandt, zur Erteilung des Religionsunterrichts an jüdische Kinder die erforderlichen Schulräume zur Verfügung zu stellen. Dies Gesuch ist abgeschlagen worden, wie aus einem Schreiben hervorgeht, das der Vorstand der Religionsgemeinde an einen jüdischen Einwohner gerichtet hat: Auch gegen Der Angeklagte Dr. Roosen wendet sich in seiner Entgegnung in scharfen Worten gegen den Staatsanwalt, der ihn in seinem Plaidoyer der Fälschung bezichtigt habe, und überreicht dem Gericht im Anschluß daran einen formgerechten Strafantrag wegen verleumderischer Beleidigung gegen den Staat 3= anwalt. Er bemerkt dabei: Wenn ich hier nicht im Verhältnis eines Angeklagten zum Staatsanwalt stände, dann seien Sie sicher, Herr Staatsanwalt, ich wüßte meiner beleidigten Ehre auf anderem Wege Genugtuung zu verschaffen. Räumen Sie Ihren Plak, nicht Sie flagen an, sondern ich, und die An= geklagten sind die Professoren Denecke, Dr. Lenhart und die Oberin v. Schlichting. Ich habe genug Material, um diese drei Personen des Mißbrauchs ihrer Aemter, der Verlegung ihrer Pflichten zu bezichtigen und diese Behauptungen zu beweisen. Heute muß ich schweigen. Aus einer verstümmelten Beweisaufnahme etwas herzuleiten, habe ich keine Veranlassung. Nach Erwiderung des Staatsanwalts und der Verteidigung zog sich das Gericht zur Beratung zurück. Um 5 Uhr abends verkündete der Vorsitzende, daß das Gericht zunächst über die Beweis: anträge des Angeklagten Dr. Roosen Beschluß fassen und ihn Dienstag nachmittags 4 Uhr verkünden werde. Aus der frauenbewegung. Eingegangene Druckschriften. Das Arbeiterrecht von Arthur Stadthagen. 28 Lieferungen a 32 Seiten. Preis pro Lieferung 20 Pfennig. Alle Woche erscheint ein Heft. Heft 2, 3, 4, 5 find soeben erschienen. Komplett in Die Rechtsverhältnisse zwischen Arbeitgeber und Arbeiter erfahren durch die Gesetzgebung fortwährend eine erhebliche Umgestaltung. Eine systematische Darstellung der gültigen Rechtsregeln ist daher dringend erforderlich, da selbst der Jurist bei der Fülle des neuen Rechtsstoffs kaum weiß, was rechtens ist. Das Arbeiterrecht von Arthur Stadthagen bietet eine solche, von allen Fachleuten anerkannte überaus flare, für jedermann verständliche Darstellung und bildet somit einen unentbehrlichen Führer durch alle Gebiete des Arbeiterrechts. Drei vollständig vergriffene Auflagen des jekt in vierter Auflage vor. liegenden Arbeiterrechts zeugen von der Notwendigkeit dieses Buches für die erwerbstätige Bevölkerung. Stadthagens Arbeiterrecht ist ein billiger und zuverlässiger Arbeiter. anwalt im Hauſe. Süddeutscher Postillon. Die Nummer 22 zeigt in lebhaften Farben als Titelbild„ Aus dem Lande der unbegrenzten Möglichkeiten", auf dritter Seite ist eine militärische Silhouette Herr und Diener, dann folgen Die Hauptsache", und unnötige Angst", zwei heitere Scherze in Bildern, endlich Orpheus Nr. 3" ein farbiges Vollbild. Ebenso reichhaltig ist der Briefe Text, von dem wir besonders hervorheben Die Ehre", Leitgedicht. aus Sachsen. Nationalliberale Bahnbrecher( Gedicht). Bilder von der Woche. Gloffen von Otto Krille. Militärische Tagen( Gedicht.) Revanche. Russischer Tagesbefehl. Ueber die Ebenbürtigkeit. beiden Stammbäume. Diese Nummer ist sehr interessant und fostet 10 Pf., Abonnement pro Quartal 65 Pf. Die Peuters Uebersichtskarte von Ostasien, sowie ein earthen der Umgebung von Liaujang, Mukden und Tieling.**) Auf der Uebersichtskarte befinden sich eine Anzahl von Beifarten, z. B. Port Arthur, Bladiwoftor, Niutswang usw. Gleichzeitig berzeichnet die Hauptkarte historische, statistische und militärische Tabellen, die auf den russisch- japanischen Krieg Bezug nehmen. Das Wert erscheint in zweiter Auflage. Verlagsfirma Artavia u. Co. in Wien I, Kohlmartt 9. Maßstab 1: 5 Millionen. Maßstab 1: 1 Million. Briefkaften der Redaktion. P. B. 99. Nur bei der Prüfungskommission für Einjährig Freiwillige, Berlin, Heideftr. 1. Alles Nähere dort, 9-3 Uhr. Die Vorbereitungsdauer richtet sich nach Vorkenntnissen usw. Glogau 66. Der Antrag wurde abgelehnt, da technisch nicht durch führbar. Programm der Partei können Sie gratis haben. 100 Stück toften gar nur 50 Pf. Juriftifcher Ceil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. D. 17. Spezielle Borschriften darüber, ob der Arbeitgeber jeden durch Beschädigung, insbesondere auch durch Abhandenkommen, Diebstahl, Ber brennen der Werkzeuge oder Sachen des Arbeiters entstandenen Schaden zu ersehen hat, kennt das Gefeß nicht. Die allgemeinen Borschriften(§ 688, 691, 276, 278 3. G. 33.) führen zu dem Resultat: Es haftet der Arbeitgeber für unversehrte Rückgabe der von ihm aufbewahrten Werkzeuge oder Sachen des Arbeiters, eventuell für deren Ersay, in allen Fällen, in denen er bet hat. Ein solches Außerachtlassen der erforderlichen Sorgfalt tann darin der Aufbewahrung die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer acht gelaffen Auf Ihr gefälliges Schreiben vom 2. d. Mts. erwidern wir ergebenst, daß der Gemeindevorstand von Wilmersdorf die Hergabe bon Räumen zur Erteilung jüdischen Religionsunterrichts zuletzt durch Schreiben vom 18. August d. J. abgelehnt hat, und zwar unter folgender Begründung: Wenn zurzeit auch einige Räume disponibel sein sollten, so könnte dennoch eine dauernde Ueberweisung derselben nicht stattfinden, weil bei der schnell forts schreitenden Entwickelung von Wilmersdorf und dem sich fortwährend steigernden Bedürfnis an Schulräumen vorauszusehen sei, daß diese Räume sehr bald für eigene Zwecke gebraucht würden. Unsere inzwischen fortgesetzten Bemühungen um Beschaffung geeig neter Räume haben bisher zu einem Ergebnisse nicht geführt." Weißensee. Der Verein für Frauen und Mädchen der ArbeiterDas„ Berliner Tageblatt", in welchem wir diese Zuschrift ab- klasse hielt am 24. Oktober eine Mitgliederversammlung ab. Fräulein gedruckt finden, ta delt den Gemeindevorstand von Wilmersdorf ob Jda Altmann hielt einen Vortrag über„ vernunftgemäße Kinderfeiner Weigerung. Unserer Meinung nach ist dieser Tadel unberechtigt erziehung". Die Vortragende führte aus, daß es die heiligste Pflicht wenigstens in dem Falle, daß der Gemeindevorstand die onder Eltern ist, neben dem körperlichen Wohl des Kindes besonders liegen, daß der Arbeitgeber nicht für hinreichend sichere Bewachung der sequenzen aus seinem Verhalten zieht. Was der jüdischen den Geist zu bilden, dem Kinde nur das beizubringen, was es sehen Sachen gesorgt hat, so daß sie dadurch gestohlen werden konnten. Db ein Religion recht ist, ist der christlichen billig, und so erwarten und begreifen kann, und auf seine Fragen möglichst wahrheitsgetreu Mangel der erforderlichen Sorgfalt vorlag, ist von Fall zu Fall zu ent wir, daß der Gemeindevorstand schon von seinem Gerechtigkeits- zu antworten. Besonders der Mutter, auch der einfachsten Frau, scheiden. B. F. 102. Die Scheidung ist erst möglich, wenn mindestens gefühl getrieben wird, bei der Regierung auch um Verbannung wird es gelingen, den richtigen Weg zu finden. So erzogen, wird feit 3 Jahren unheilbare Geistesstörung vorliegt. Die Scheidung entbindet des katholischen und evangelischen Religions aus dem Kinde ein guter, bentfähiger Mensch werden. Dem aus- Sie übrigens nicht von der Verpflichtung zur Stoſtenzahlung. Wegen Nichtbei der Direktion schriftlich um Ermäßigung ein. M. W. 1. und 2. Ja. diesen Unterricht lassen sich ja bei der schnell fortschreitenden Ent- Bezeichneten Vortrag folgte eine rege Diskussion. Namens der An- zahlung verlieren Sie dann aber das Wahlrecht nicht mehr. Kommen Sie F. K. Das Mädchen hat nach§§ 171 bis 173 der Gesinde- Ordnung widlung von Wilmersdorf dieselben Gründe geltend machen, wesenden sprach die Vorsitzende der Rednerin ihren Dank aus. ein Recht auf ein der Wahrheit entsprechendes und vollständiges Zeugnis. wie gegen den jüdischen Religionsunterricht. Wir Sozialdemokraten, Das erteilte Zeugnis widerspricht der Wahrheit und ist nicht vollständig, da es die wir den Religionsunterricht nur aus den Schulstunden Deutscher Bund abstinenter Frauen, Ortsgruppe Berlin. fich über die geleisteten Dienste nicht ausläßt. Dem Gesinde steht erstens verbannt sehen wollen, sind ja nicht so radikal in religiösen Mittwoch, den 26. Oktober 1904, abends 8 Uhr, in der tgl. Augustaschule, das Recht zu, polizeiliche Untersuchung zu beantragen. Wird bei dieser Dingen, wie es der Gemeindevorstand von Wilmersdorf jetzt sein leinbeerenstr. 16/19: Außerordentliche Sigung. Vortrag: Unsere Aufgaben. polizeilichen Untersuchung die im Attest ausgesprochene Beschuldigung als muß, und erkennen es an, daß der Berliner Magistrat z. B. allen Referent: Herr Dr. Juliusberger. Gäste willkommen. Im Auftrage: Die unbegründet befunden, so hat die Polizei die Herrschaft zur Eintragung Schriftführerin. eines wahrheitsgemäßen Beugnisses und um ein neues auf Kosten der Herrschaft Religionsgemeinschaften, u. a. auch der freireligiösen, die zu beschaffendes Gesindebuch anzuhalten, oder das Ergebnis der UnterGemeindeschulräume zur Verfügung stellt. Aber heutigen Tages, suchung in dem alten Gesindebuch neben dem umrichtigen Zeugnis amtlich wo Leisetreterei als Tugend gilt, darf man es nicht an Achtung zu vermerken. Außerdem( gleichviel ob das Gesinde diesen polizeilichen Weg fehlen lassen, wenn jemand einmal rücksichtslos radikal einschlägt) kann das Gesinde bei Gericht auf Erteilung eines wahrheitsauftritt, und doppelt erfrischend muß es wirken, wenn eine Die Bertagung des Prozesses Murri. gemäßen und vollständigen Zeugnisses, sowie auf Unterlassung der unwahren Kommunalbehörde ihrer radikalen Ansicht mit äußerster Rom, 22. Oktober.( Eig. Ber.) Besiegt von der endlosen Behauptungen und auf Schadenersatz flagen. Diese Klage ist beim Amts. Konsequenz Geltung zu verschaffen sucht. Also vorwärts auf der Reihe der Vertagungsanträge hat das Gericht den Prozeß Murri gericht geltend zu machen. Quich fann das Gesinde( innerhalb 3 Monate) wegen Beleidigung flagen. Auch für diese Klage ist das Amtsgericht und bis zur nächsten Seffion vertagt. Die Advokaten müssen ihre Zeit die Staatsanwaltschaft zuständig. Da die Frist am 2. November bereits Das Berliner Tageblatt" weiß noch zu berichten, daß der Ein- auf die Wahlkämpfe verwenden und glaubten, zwischen Berufspflicht abläuft, so empfiehlt es sich, noch vor dem 2. November bei der Staats fluß einer Gruppe von Ultramontanen in der Wilmersdorfer und Bürgerpflicht die erste opfern zu müssen. Die armen An- anwaltschaft in Sch. Strafantrag wegen Beleidigung zu stellen. Dem Antrag Gemeindevertretung immer mehr zunehme. Was es damit auf sich geklagten, vor denen sich nun weitere sechs Monate der qualvollsten ist eine furze Schilderung des Sachverhalts beizufügen. Wird der Antrag hat, wissen wir nicht. Zurzeit, als an diesem Vorort noch Sozial- ungewißheit dehnen, erklärten sich ganz mit der Verteidigung ein- abgelehnt, so kann das Privatklageberfahren beschritten werden. In Ihrem demokraten in der Gemeindevertretung faßen, hat der Ultramonta- verstanden und hatten nichts gegen den Aufschub einzuwenden. Falle empfiehlt es sich, auch die beiden ersten Wege zu beschreiten, jedoch für die Klage das Armenrecht zu erwirken. Da das Mädchen noch nicht nismus sich nicht ans Licht gewagt. Ihm wäre in solchem Falle Für den Vorzug, sich bon den Größen des italienischen 18 Jahre alt ist, so hat der Bater, falls dieser nicht mehr lebt die Mutter, wenigstens von den Sozialdemokraten auch schön auf die Finger ge- Forums, von Männern wie Altobelli, Berenini, Ferri eventuell der Bormund den Strafantrag an die Staatsanwaltschaft zu richten. flopft worden. Jetzt, wo sich die Mitglieder der Wilmersdorfer und Borciani verteidigen zu lassen, nehmen sie die schmerzliche Gemeindevertretung religiös gruppieren sollen, wäre es Sache Berzögerung notgedrungen in den Kauf. der jüdischen Fraktion im Wilmersdorfer Rathause, den GemeindeMarktpreise von Berlin am 24. Oftober. Nach Ermittelungen des Auf alle Fälle ist es im Jnteresse einer guten Rechtsprechung fgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**), gute Sorte vorstand öffentlich darüber zu befragen, ob er die Konsequenz seines zu beklagen, daß ein Prozeß, der nun zwei lange Jahre der Vor17,65-17,63 M., mittel 17,61-17,59 M., geringe 17,57-17,55. Verhaltens gezogen und die Verbannung der christlichen Religion untersuchung erfahren hat, wieder um ein halbes Jahr hinaus- Roggen**), gute Sorte 13,80-00,00., mittel 00,00-00,00 m., geringe aus den Gemeindeschulen in die Wege geleitet hat. geschoben wird. Inzwischen werden natürlich die Beugenaussagen 00,00-00,00 9. Futtergerste*), gute Sorte 15,50-14,40 m., mittel 14,30 Kein Ort in Preußen ohne Schulkonflikt wird es bald heißen. immer unsicherer, die Indizien undeutlicher, die ohnehin schwankende bis 13,30 M., geringe 13,20-12,20 W. Hafer), gute Sorte 16,40-15,60 M., Auch unseren Nachbarort Stummelsburg haben die Behörden Basis immer mehr erschüttert. Uns scheint, daß diejenigen Rechts- mittel 15,50-14,70 m., geringe 14,60-13,80 2. Erbsen, gelbe, zum Stochen anwälte, die ihre politische Pflicht nicht mit der speziellen 40,00-30,000. Speifebohnen, weiße 50,00-30,00. Linjen 60,00-30,000. Nichtstroh 0,00-0,00 m. Heu 0,00-0,00 2. mit diesem Kulturgut gefegnet. Man berichtet uns von dort: Eine Berufspflicht in diesem Prozeß vereinigen konnten, sich vor dem Kartoffeln 9,00-7,00 M. recht zweifelhafte Fürsorge für das fittliche Wohl der hiesigen Schul- Beginn der Verhandlungen darüber flar werden mußten. Daß ein Für ein Stilogramm Butter 2,80-2,00 W. Gier per Schod 4,50-3,20 W. jugend scheint die hiesige Schulbehörde, welche bis vor nicht allzu Mordprozeß um einer Wahlkampagne willen auf ſechs Monate ver*) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. langer Zeit nur aus dem Ortsgeistlichen bestand, in Vereinbarung mit dem Gemeindebostand erstreben zu wollen. tagt wird, halten wir bei der überragenden Bedeutung der RechtsDer am Ort bestehende Turnverein Freie Turnerschaft" pflege für bedauerlich, nämlich schädlich für das Rechtsgefühl im erhielt fürzlich eine Verfügung vom Gemeindevorstand, wonach die Bolte und grausam gegen die Angeklagten. # " Vermischtes. weitere Benutzung der Gemeinde- Turnhalle von der Aufhebung Für 200 000 Mark Goldwaren sind in Kopenhagen geeiner zurzeit bestehenden Schülerabteilung abhängig gemacht werden soll. In der letzten Gemeinderatsjigung wurde das amtliche stohlen worden. Es wird darüber gemeldet: In dem Geschäft des Sofjuweliers Michelsen wurde in der Nacht zum Dienstag ein Schreiben von dem sozialdemokratischen Vertreter Tempel zur Ber- Einbruch verübt. Die Diebe haben zwei starke Türen gesprengt, von lesung gebracht und das Vorgehen des Gemeindevorstandes gebührend gegeißelt. Unsere Genossen ersuchten furz und bestimmt den denen die innerste aus sehr dickem Eisen war. Nach bisheriger FestGemeindevorstand um die Begründung seines Vorgehens, das nicht stellung find Goldsachen im Werte von 200 000 kronen gestohlen worden. Die Diebe haben ihr Werkzeug im Geschäft zurückgelassen. nur einen unberechtigten Eingriff in die Rechte der Eltern bedeute, Nach Ansicht der Polizei ist der Einbruch von ausländischen Einsondern auch die Befugnisse des Gemeindevorstandes weit über- brechern verübt worden. schreite, da zu derartigen Erlassen erst ein Beschluß der Gemeindebertretung einzuholen fei. Der Herr Bürgermeister erklärte, die Interpellation gleich beantworten zu wollen und führte aus, daß die derzeitige Ueberlassung der Turnhalle schon anfänglich von der erwähnten Bedingung abhängig gemacht worden sei. Weiter fagte er, daß die Schulkinder trop wiederholter Verbote der Lehrer an den Schülerturnen des Vereins Freie Turnerschaft" auf Anordnung Selbstmord eines katholischen Geistlichen. Der katholische der Eltern teilgenommen hätten, was zur Untergrabung Pfarrer Alois Niedermeier in Holzkirchen( Bayern) ist freiDisziplin und Autorität in der Schule führe. Er willig aus dem Leben geschieden. Die Gründe, die den erst felbst sei im Einverständnis mit der Schulbehörde der Ansicht, 28jährigen Mann in den Tod getrieben haben, lassen sich zurzeit noch daß Kinder noch nicht zum Vereinsleben herangebildet werden nicht mit Bestimmtheit angeben. der " Wasserstand am 24. Oktober. Elbe bei Aussig Meter, bei Unstrut bei Dresden 1,80 Meter, bei Magdeburg+0,46 Meter. Straußfurt+0,70 Meter.- Dder bei Ratibor+1,84 Meter, bei Breslau 0,68 Meter, bei Ober- Begel+5,18 Meter, bei Breslau Unter Begel Frankfurt+ 0,64 Meter. Weichsel bei Brahemünde+2,34 Meter. be art he bei Bosen--- Meter. Ne te bei Usch--Meter. Witterungsübersicht vom 25. Oktober 1904, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer. stand mm Wind richtung Windstarle Better 3pollig 24 Berglente verunglückt. Wie ein Telegramm aus Essen meldet, berunglückten gestern abend gegen 9 Uhr auf der dortigen Zeche Swinemde. 760 W Vereinigte Sälzer und Neuad" durch zu hartes Aufstoßen des Hamburg 762 253 2 heiter Berlin Förderkorbes auf der achten Sohle 24 Bergleute, von denen 6 schwer Frantj.a.M. 765 23 München und 16 leicht verletzt wurden. Bien 762 23 3 bededt 1 bebedt 4 wolfig 1Rebel Zemp. n. C. 5º.= 4° R. Stationen Barometer stand mm richtung Wind Windstärke 10 paparanda 759 S 9 Petersburg 765 NND 12 Cort 14 Aberdeen 12 Paris 7 Better 4 Regen Temp. n. T. 52 15°.= 4° 9. 1 bedeckt 2 764 3wvoltig 7 768 NNW 2 bedeckt 12 766 28 765 DGD Wetter- Prognose für Mittwoch, den 26. Oktober 1904. Kühler, vielfach heiter, aber sehr veränderlich mit einzelnen Regen schauern und frischen nordwestlichen Winden. Berliner Betterbureau. Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke. Berlin Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW Nr. 252. 21. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 26. Oktober 1904. Die Antwort der Lumpen. Ueber die großartige Demonstration der Wiener Arbeiter am Sonntag auf der Ringstraße wird uns aus Wien vom 24. Oftober noch geschrieben: Es war die größte Demonstration die Wien je gefehen, und ihr Eindrud war überwältigend. Der Aufmarsch der einzelnen Bezirke vollzog sich überall mit überraschender Promptheit. In den meisten Bezirken zogen die Genossen gemeinsam in dichten Zügen durch die Hauptstraßen der Ringstraße zu. Ueberall erregten die Züge, die von den Polizisten ungestört marschierten, großes Aufsehen. Im Angesicht der Ringstraße ertönten dröhnende Hochrufe auf die Sozialdemokratie, natürlich gemischt mit Pfui Lueger! Rufen. Die Abgeordneten gingen meist mit ihren Bezirken mit. Von 3 Uhr nachmittags bis 7 Uhr abends tönte dem Lueger tauſendſtimmiges Bfui entgegen. Vier Stunden lang mußte er hören, wie sein Wien" über ihn denkt, und zwei Stunden länger noch, von 2 bis 8 Uhr, waren rund tausend Polizist en vor dem Rathaus und um Luegers stolze Burg herum aufgeboten, um den populärsten" Bürgermeister Wiens vor den Armeekorps seiner Gratulanten zu schützen. Und hinter der Bürgerburg hatte eine Eskadron polnischer Ulanen zum Schutze des Wiener Tribunen ausrücken müssen und im Hofe der Alserkaserne waren eine weitere Eskadron Ulanen und einige Bataillone Bosniaken in Reih und Glied bereit, um dem traurigen Volfsmann helfend zur Seite zu springen, wenn die Gratulation gar zu fräftig ausfallen follte. So weit unsere Ermittelungen, die auf Vollständigkeit nicht Anspruch erheben namentlich was die militärische Bereitschaft betrifft. Das Militär war eben gut versteckt. Die Polizei hatte ihre Hauptmasse 200 Mann zu Fuß und fast alle 125 Berittenen auf der Zufahrt zum Rathause vom Ring konzentriert, im übrigen aber mit dichtem Spalieren alle Zugänge zum Rathauspark und zum Rathaus abgesperrt. Auf den Rathausplatz selbst durften nur Leute, die sich durch Einladungsfarten zu den offiziellen Lueger- Feierlichkeiten oder sonstwie als dem Bürgermeister ungefährlich legitimieren konnten. Die Polizisten bezogen ihre Pläke schon um 2 Uhr und verließen sie erst um halb 8 Uhr ihr Dienst war also ein feineswegs leichter. So lange sah die Polizei das Rathaus und seinen Bewohner in Gefahr. Rechnet man dazu die zwei Stunden für den Hin- und Rückmarsch der Wachen in ihre Bezirke so ergibt sich ein neunstündiger Dienst für jeden Wachmann. Die Polizei war vor eine unleugbar schwierige Aufgabe gestellt und man muß anerkennen, daß sie sich in die Lage zu fügen wußte und ihr Verhalten mit Geschick und Taft den Tatsachen anpaßte. Sie hatte nur die Wahl, durch gewalttätiges Vorgehen unabsehbares Unheil heraufzubeschwören oder durch kluge, taltblütige Zurückhaltung die gewaltige Demonstration ohne Gefahr für die Sicherheit irgend eines Menschen geschehen zu lassen. Sie entschied sich für die Klugheit und sie hatte das Geschick und das Glück, daß es ihr gelang. Eine mehrfache Kette von Wachleuten, hinter der die Kolonne von Berittenen aufgestellt war, hatte den Zugang zum Rathaus zu sperren. Auf diesen Punkt zu drängte ganz automatisch, ohne jede Absicht, den Kordon durchzubrechen, die ganze Wucht der ungeheuren Menschenmasse. Dazu kam, daß jeder neue Zuzug, der jedesmal Tausende von Menschen brachte, einen Stoß in derselben Richtung erzeugen mußte, und daß alle die Zehntausende von betäubenden Rufen über diesen Kordon hinweggingen, daß alle die vielen Hunderte von erhobenen Stöcken und Schirmen über die Köpfe dieser Wachleute weg gegen das Rathaus zu winkten. Die Wachleute hatten überall, am meisten an diesem kritischesten Punkte, eine schwere Probe für ihre Nerven zu bestehen, und es gab Momente, too es den Anschein hatte, daß sie sich zu einer Torheit verleiten laffen. Ein einziges Avanzieren um ein paar Schritte, ein einziger gezogener Säbel, jede Andeutung von Angriffslust wäre als Provofation aufgefaßt worden und hätte zu den furchtbarsten Dingen führen müssen. Denn diese Menschenmasse zu verdrängen war ein Ding der Unmöglichkeit, die gewohnten Säuberungstünste mußten bersagen und es wäre zu einer Schlacht gekommen. Im Hintergrund aber harrten die Ulanen. Daß die Polizei gestern nicht die verbrecherische Torheit gehabt hat, mit plumper Hand einzugreifen, das muß anerkannt werden. Anerkannt soll auch das Verhalten der einzelnen Wachleute werden, die gestern einen so schweren und Tangen Dienst hatten mögen sie sich bei Herrn Queger dafür bedanken. Im Gegensatz zu ihrem geliebten, zügellofen Herrn Bürgermeister haben sie sich heute durchaus besonnen und höflich verhalten und wir wollen ihnen das um so höher anrechnen, als wir wohl wissen, daß die meisten von ihnen im Herzen durchaus auf Seite der Christlichsozialen stehen. Der Erfolg ist auch nicht ausgeblieben. Da sich die Polizei nicht störend einmischte, ist die Demonstration trotz der gewaltigen Erregung der Maffen ohne jeden Zwischenfall in voller Ordnung berlaufen. Je mehr die Polizei einsieht, daß sie überflüffig ist, umso mehr trägt sie zur Aufrechterhaltung der Ruhe bei. " Gelächter die Frage: Wo ist denn das christliche Bolt?" Diese genügen aber noch nicht, um ihn als geistestrant hinstellen au Ein anderer schrie:" Seid' s mitsamt die Revolver z'haus blieb'n?" fönnen. Immer wieder rief man nach den christlichsozialen Helden:„ Bieloh- Oberarzt Dr. Kortmann schließt sich diesem Gutachten an. Stary, wo stedst du?" Nach Herrn Es liegt kein Anhalt dafür vor, daß sich Gelhaus zur Zeit der Tat lawet, wo bist du?" Hraba wurde gefragt:" Wo marschiert denn der Veteranengeneral?" in einem die freie Willensbestimmung ausschließenden Geisteszustande Und Lueger selbst was bekam er für Namen, für Titel, für befunden hat. Er ist degeneriert, neigt zu allerhand extravaganten " Hoch der Oberlump!" Jdeen, zum Spiritismus, Anarchismus und dergl. Er verdient trotz Ehrenrufe:" Hoch der Lumpenmeister!" Hoch der Pülchermeister!" und Pfui!" und Nieder mit Lueger!" seiner Verstellung und lebertreibung die mildeste Beurteilung, denn tönte es aus hunderttausend Kehlen millionen- und millionenmal die Verstellung geht hervor aus seiner frankhaften hysterischen Beranlagung. hinüber. Medizinalrat Dr. Leppmann: Bei Gelhaus war, wie auch Jm wogenden Gedränge konnten die„ Elektrischen" nicht weiter, Die Motorführer läuteten ununterbrochen, aber im Durcheinander ich begutachte, bei der Ausübung der Straftat die freie WillensSelbst entschließung vorhanden, aber in seinem Seelenleben sind bestimmte der Geräusche klang das Läuten nur selten einmal durch. verständlich bekam auch jeder der elektrischen Wagen seine Aufschrift. Abweichungen von dem Durchschnittsmenschen vorhanden, die ihn als Ohne Pfui Lueger" ist gestern kein Tramwaywagen in die Remise geistig Minderwertigen hinstellen. eingefahren. Um halb 5 Uhr hatte die Demonstration ihren Höhepunkt vor dem Burg- Theater erreicht. Dieses dichtgedrängte Neben einander war schon beängstigend. Die Leute fonnten feinen Schritt vorwärts machen, und weil sie fürchteten, daß ihre Rufe nur geschwächt zum Rathause hinüberdrängen, deshalb erhoben fich Tausende drohender Fäuste, Hunderte geschwun gener Stöde zu Luegers Siz. Hunderte hatten sich auf dem Parterregesimse des BurgTheaters, abermals Hunderte, Mann an Mann, auf der Umfriedung des Voltsgartens erhöhte Stellungen erobert. Auch sie nahmen teil an der Riesendemonstration, wie eine gleiche Wien noch nicht gesehen hat. Um diese Stunde mag die schwer zu schäzende Masse an dieser Stelle allein 30 000 betragen haben. Und von hier weg bauten sich lebende Flügel gegen die Bellaria und gegen die Universität, außer dem Kern vor dem Burg- Theater eine 800 Meter lange und 35 Meter breite Strecke, die so dicht besät von Menschen war, daß die elektrischen Wagen zehn bis fünfzehn Minuten brauchten, um sie zu durchfahren. Schäßt man diese Menschenmassen und die Tausenden, die auf der Stiege des Parlaments und auf der Universitätsrampe Bosto gefaßt hatten, auf weitere 50 000, so greift man eher zu niedrig als zu hoch. Alle, die sich noch der bis dahin imposantesten Wiener Demonstration am letzten Tage des Badeni erinnerten, hatten den Eindruck, daß die Lumpenparade diesen Aufmarsch der Wiener an Bahl weitaus übertraf. Damals war die offizielle Schätzung 50 000 bis 60 000. Man tann also heute gut von 80 000 bis 100 000 Gratulanten sprechen, ohne einer Ueber treibung geziehen zu werden. Wie kläglich war dagegen das Häuflein, das der„ Voltsbürgermeister" aufgebracht hatte auf 500 männlein und Weiblein wurden sie von Wohlwollenden geschätzt; wieviele waren es wirklich, zu denen Lueger und später Bieloblawet sprechen konnte? Wenige Minuten nach halb sechs Uhr begannen die Ordner zum Abmarsch zu mahnen. Da ihre Rufe verklangen, so ließen sich einige Genossen von den Umfstehenden auf die Schultern heben und hielten furze Ansprachen. An einer Stelle hielt Abg. Schuhmeier folgende Ansprache: Der Mann, der da drüben im Rathause versteckt ist, der Mann, der Euch in seiner zuchtlosen Art ohne jeden Anlaß ordinär beschimpft hat, er wird Eure Stimme gehört haben. und diese Lektion wird hoffentlich den Wert haben, daß er es lernt, auch gegen Arbeiter sich anständig zu benehmen. Wir können vom Blaze nicht weggehen, ohne uns das Versprechen zu geben, daß fie uns auch in Zukunft ebenso gerüstet finden werden, wenn sie uns wieder beschimpfen sollten. Unsere Geduld hat ein Ende. Lumpen, seid gegrüßt!( Stürmischer Beifall.) Als sich dann neuerdings vor dem Polizeifordon eine Stauung bemerkbar machte, hoben einige Demonstranten den Genossen Dr. Adler auf die Schulter, der nun folgende Ansprache hielt: Diese gewaltige Demonstration ist die Antwort für Herrn Lueger auf den frechen Schimpf, den er der ganzen Arbeiterschaft zugeschleudert hat. Mag es ihm eine Lehre sein! Und nach den bielen Pfui Lueger!" wollen wir nun auch rufen: Hoch die internationale Sozialdemokratie! Hoch die Wiener Pumpen, die Lumpen in allen Ländern! Wir Lumpen wollen dem wirklichen Lumpen zeigen, was uns hoch steht, wofür wir kämpfen, indem wir zum Abschied das Lied der Arbeit singen. Gerade in der Mitte der Burg- Theaterrampe wurde GIIen bogen von fräftigen Armen emporgehoben. Bald trat im Umkreis Ruhe ein und man vernahm folgende mit aller Kraft ausgerufenen Worte: Lueger hat gesehen, daß hunderttausend Lumpen da sind. Unsere Gratulationspflicht haben wir erfüllt. ( Schallende Heiterkeit.) Jezt gehen wir nach Hause mit dem Abschiedsgruß: fui Lueger!" Bu demselben Urteil fommen Prof. Dr. Köppen, Dr. Stör. mer, Gerichtsarzt Dr. Hoffmann und Medizinalrat Dr. Mittenzweig. Sie sind übereinstimmend der Ansicht, daß Gelhaus ein degenerierter Mensch ist, dem man etwaige ethische Defekte und Gefühlsroheiten nicht besonders hoch anrechnen dürfe. Die Sachverständigen stimmen auch darin überein, daß der Gelhaus vom Jahre 1902 ein anderer gewesen sei, als der jetzige Gelhaus. Als vollwertig sei er nicht anzusehen. Auf eine Frage des Rechtsanivalts Dr. Eger geben die Sachverständigen die Möglichkeit zu, daß Degenerierte einen gewissen suggestiven Einfluß, namentlich auf jüngere Leute, ausüben können. Rechtsanwalt Bittor Fränki macht dies namentlich für den Angeklagten Feistel geltend, der offenbar durch Gelhaus auch noch in Furcht gesetzt worden ist. Es folgen ausführliche Gutachten der medizinischen Sachber ständigen über den Geisteszustand des Angeklagten 2ache. Gerichtsarzt Dr. Hoffmann gibt auf Grund seiner eigenen Beobachtungen im Untersuchungsgefängnis und des Studiums der Aften sein Gutachten dahin ab: Lache ist ein kranter Mensch, seine Krankheit geht wellenförmig auf und nieder, zeitweise bemerkt fein Mensch, daß er krant ist, er geberdet sich ganz vernünftig, dann genügt aber wieder nur ein einziger Funke, um ihn im höchsten Grade frant erscheinen zu lassen. Der Sachverständige hat Zweifel, ob, menn die Krankheit auf den Tiefstand angelangt ist, die freie Willensbestimmung ständig bei ihm ausgeschlossen ist. Damit stimme die Tatsache überein, daß, als er aus Brieg ausgebrochen war, die Verwaltung der Jrrenanstalt keinerlei Schritte getan hat, ihn zurück zu bringen. Auf eine direkte Frage des Rechtsanwalts 3 a ute erklärt Dr. Hoffmann: Die Möglichkeit, daß Lache bei Ausübung der Straftat im Sinne des§ 51 unzurechnungsfähig gewesen, müsse er zugeben. Prof. Dr. Köppen: Die Beobachtungen in der Charité haben sofort ergeben, daß Sache ein Baranoifer ist, der immer neue Wahnbildungen produzierte. Sein Benehmen sei feineswegs ge= heuchelt und simuliert, sondern es sei der Ausfluß seines pathologischen Bustandes und durchaus charakteristisch für einen Menschen, der an chronischer Paranoia leidet. Man dürfe dabei kein Gewicht darauf legen, daß das Krankheitsbild zeitweise verschwunden zu sein scheint. Lache steht unter dem Druck des Gefühls, daß man ihm Unrecht getan, daß er seinerzeit zu einem Verbrecher gestempelt worden ist, wo er kein Verbrecher gewesen sein will, und daß er nun auf dieses Unrecht die Quittung setzte: der Welt zu zeigen, daß er auch wirklich ein großes Verbrechen begehen kann. Ein Paranoiler sei bei jedem Denken und Tun durch seine Krankheit beeinflußt und deshalb müsse§ 51 auf Lache Anwendung finden. Ein Geschworener( Prof. Dr. Wüllenweber) spricht als Baie seine Verwunderung darüber aus, daß nun ein Mann, der über Jahr und Tag so gehandelt hat, daß nach Laienansicht eine vollständige Dispositionsfähigkeit herausschaut, dafür gar nicht berantwortlich sein soll. Ferner zeige doch wohl ein geistig minder wertiger Mensch auch eine Minderwertigkeit auf fittlichem und moralischem Gebiete und da wäre es wünschenswert, zu erfahren, ob Aeußerungen zutage getreten find, wonach Lache irgendwie bedauert, daß er in seinem Streben, sich durch ein Verbrechen für ein ihm widerfahrenes Unrecht zu rächen, einen ganz jungen, unbescholtenen Menschen mit in das Unglüd hineingezogen hat. Prof. Dr. Köppen: Lache hat kein rechtes Gefühl für die Schwere seines Verbrechens, er ist vollständig überzeugt, daß er recht gehandelt hat, als er die falschen Coupons anfertigte. Ein Jahr spiele übrigens bei solchen Krankheiten gar keine Rolle. Erfter Staatsanwalt Dr. Cretsch mar hält es doch für höchst merkwürdig, daß Lache immer in den Zeiten, wo er auf freiem Fuße war, sich durchaus vernünftig benommen hat und seine Wahnvorstellungen erst immer auftraten, wenn man ihn festgenommen hatte. Sachverständiger Oberarzt Dr. Kortum: Der Fall Lache ist für den Psychiater absolut nicht schwer zu beantworten. Lache leidet ganz zweifellos an chronischer Paranoia. An einem anderen Punkt wurde der tapfere Seit in die Höhe gehoben. Mit mächtiger Stimme, den Sturm übertönend, rief er: Freunde! Genossen! Ein zweites Mal wird es Lueger nicht wagen, uns so zu beschimpfen. Das komplizierte Wahnsystem, welches Lache borgebracht hat, ( Brausende Zustimmung.) Er wird sich unsere Ant- fann nun und nimmer simuliert sein. Er hat sich mit seinen Wahnwort merten! Und nun, ehe wir abmarschieren, noch ein- vorstellungen niemals aufgedrängt, sondern sie ergeben sich gewissermal: Seid gegrüßt, Lumpen! maßen ganz von selbst. Die Theorie von der partiellen Geisteskrankheit würde in praxi zu seltsamen Folgen führen, denn man tönne doch beispielsweise nicht die gesunde Hälfte eines Menschen allein ins Gefängnis stecken. Der Sachverständige kommt zu dem Schluß: Lache war sowohl zur Beit der Tat, wie jetzt auch, unzurechnungsfähig. Bei allen Taten eines solchen Kranken muß die freie Willensbestimmung als ausgeschlossen gelten. Im 3 Uhr etwa war die Aufstellung der Polizei beendet. Um diese Stunde schon wuchs die Ansammlung immer mehr. Um 4 Uhr schon war der Platz vor dem Burg- Theater überfät mit demonstrierenden Genossen, die eng gedrängt in einer überwältigenden Menge dastanden. Um 45 Uhr war die Strecke von der Bellaria Jubelnde Hochrufe auf Seit ertönten. Langsam sezte sich der bis zur Univerſität ein einziges, stodendes, sich immer enger an- ungeheuere Bug jekt in Bewegung. Die Marseillaise, das einanderpreſſendes Heer, das in vieltausendstimmigem Chor dem Lieb der Arbeit, der Sozialisten marsch wurden geBürgermeister fürchterlich huldigte. Ein ohrenbetäubender Schauer fungen. Mit dem tiefen Gefühl einer ausgiebigen Genugtuung 30g von Rufen schwoll zum Rathaus hinan, durchschwirrt von schrillen der Strom der Bellaria zu. Pfiffen und immer wieder übertönt von dem spontanen Maſſenchor des Liedes der Arbeit. tausender. Steiner fonnte einen Schritt vom Plaze Im Falschmünzer- Prozeß Gelhaus gangen, habe er mit Luft und Liebe" gemacht. Die Sachver " Sachverständiger Medizinalrat Dr. Leppmann schließt sich dem Vorredner an: Lache war bei Begehung der Straftat so umfangreich geiftestrant, daß seine freie Willensbestimmung ausgeschlossen war. Lache, der sich für einen unschuldig Verurteilten hält, ist im Zuchthaus krank geworden, weichen, für diese ungeheure Kundgebung war die Ringstraße au schmal. Im Augenblick war auch der Festplat" geschmückt. Kleine rote Fähnchen, Tücher und Seidenbänder Hatterten von den und Genossen wurden gestern mehrere Briefe verlesen, die Gelhaus Laternen und Stöcke, die als Standarten mit Lueger- Bildern ge- an seine Geliebte Bade geschrieben hat. Dann wurde ein Lazarettschmückt" waren, ragten aus dem Meer von Hüten hervor. Dann gehülfe vernommen, der den Gelhaus aus dem Untersuchungswurden die Bilder abgenommen, in hundert Feßen zerrissen und gefängnis kannte. Er hat Spuren geistiger Störung nie an ihm das Herumflattern der vernichteten Zueger- Portraits tourden von wahrgenommen. Der Angeklagte Lache wird von den Sachber- er bekam den sogenannten 3 u chthaus- kna II" und es ist dem gellenden Gelächter des Hohnes begleitet. Auch eine zwei ständigen nochmals nach einigen Punkten befragt. Er kommt noch zweifellos, daß er nicht fimuliert. Dafür spricht das gesamte KrantMeter lange rote Fahne entfaltete eine Gruppe von tschechischen einmal auf seine Vorbestrafung zu 8 Jahren Zuchthaus zurüd und heitsbild, das ganz systematische Aneinanderreihen der richtigen Genossen und ließ sie dem Rathause zu wehen. Andere fauften von gerät dabei wieder in große Erregung. Er verlange die Bestrafung Symptome, bei welchem aus dem Verfolgungswahnsinn der Größen Haufierern rote Gummiballons, knüpften Pfui Lueger!-Bettel an die des Schuldigen, er verlange Gerechtigkeit und seine Vernehmung. wahnsinn wird. Lache ist eine wahrhaft umgeformte Persönlichkeit, Bindfaden und ließen sie hoch. Ein günstiger Wind trug alle diese Wenn man ihm diese Vernehmung verweigere, dann begehe er ein die fich einbildet, widerrechtlich vom Staate verfolgt und gequält zu Gratulationen gerade zum Rathaus hin unter dem Hallo Zehn- Verbrechen. Bis jetzt sei er fein Verbrecher, das, was er hier be- fein, ber da meint, man mache mit ihm Ungesetzliches und deshalb fönne er auch Ungefeßliches unternehmen. Erster Staatsanwalt Dr. Gretsch mar verweist u. a. darauf, Ungefähr gegen 4 Uhr wagten sich im Rathaus einige Herren ständigen Oberarzt Dr. Kortmann und Medizinalrat Dr. Mittenund Damen auf die Baltons. Sie sahen unter sich das tosende Heer zweig wünschen noch Auskunft darüber, warum Lache die verschiedenen daß die Briefe und sonstigen schriftlichen Aeußerungen des Lache Der Wiener Arbeiterschaft, aber auch die glibernden Helme der dichten Namen, insbesondere den Namen„ b. Droste- Bischering" sich beigelegt weber in der Schriftform noch in dem Schriftinhalt irgend eines der Reihen berittener und einfacher Polizisten. Die Herrschaften habe. Präs: Wer war Jhr Vater, Lache?- Angell.: Mein Bater sonst doch charakteristischen Merkmale für Geiftestrantheit, wie Ausfühlten sich hinter der Polizeimauer sicher und vagten en frivolen war der Freiherr v. Droste- Vischering. Bräs: Geit wann ist laffen einzelner Buchstaben und Säge, enthalten, sondern absolut den Scherz, ihren Todfeinden mit Taschentüchern himunterzuivinken... Ramen erst in der Charité hervorgekommen find.- Angell.: Wiffen beweise, denn die vom Staatsanwalt hervorgehobenen Merkmale beIhnen diefe Idee gefommen? Werkwürdig, daß Sie mit diesem forreft geschrieben find. Medizinalrat Dr. Leppmann erwidert, daß dies gar nichts Da wurde plößlich aus der dichten Menge vor dem Burg- Theater Droste- Bischering. sich auf bin Freiherr v. Droft Shnen von sleiten nur die Krankheitsform der Paralyse. und schivang den frechen Voltsfeinden minutenlang einen kräftigen Präs.: Wer ist Ihre Mutter? Was soll ich weiß ja nicht einmal, ob sie noch lebt. Sachverständiger Prof. Dr. Straßmann schließt sich dem legten Sachverständigen durchaus an: Lache fimuliert nicht, er leidet Nu verschwanden die Spötter von den Baltons. Das war das Mein Vater ist hingerichtet worden. Präs.: Seit wann wissen Zeichen zu einem Orkan von Beifallsklatschen, Pfiffen, Bornrufen. Meine Mutter war mit Droste- Bischering verheiratet, dieser ist hin- scheint. Ein solcher Mann fann auch für eine einzelne Handlung Sie denn das? Angell.: Seit ich aus Brieg ausgebrochen bin. an chronischer Verrücktheit, er ist jetzt frant und war zur Zeit der Tat so trant, daß die freie Willensbestimmung ausgeschlossen erben glüh Ingrimm in den Gefichtern gesehen haben, die Leidenschaft, gerichtet worden, kurz danach bin ich geboren worden. den glühenden Haß, der diese Antwort der beleidigten Arbeiterschaft über den Angeklagten Gelhaus. Nunmehr erhalten die medizinischen Sachverständigen das Wort nicht verantwortlich gemacht werden. Es ist zweifellos, daß Lache bei Ausführung der Tat wie ein ganz gesunder Mensch gehandelt Wiens zu wahrhaft monumentaler Größe steigerte. Hier vor dem hat. Darauf kommt es aber nicht an, sondern auf die Auffassung, Burg- Theater stockte der Zug oft viertelstundenlang. Als endlich Prof. Dr. Straßmann: Gelhaus ist zweifellos die Tore des Theaters für die Galeriebesucher geöffnet wurden, die er von seiner Tat gehabt hat, und diese war zweifellos frankhaft. nicht vollkommen normal, Es ist doch auch darauf zu verweisen, daß Lache nach der Bekundung drängten hunderte Genossen hinein, um von dem großen Balton, er war aber doch zur Zeit der Tat nicht derart erkrankt, daß er als bes Gefängnis- Juspektors Richter doch zweifellos bas Verhalten der auf den Franzensring hinausgeht, das Gratulationskongert unzurechnungsfähig gelten müßte. Manches, was er hier in der eines für Lueger fortzusehen. Berhandlung vorgebracht hat, ist übertrieben, aber es sind doch nicht Unmöglich ist's, die hunderte Rufe, die ins Nathaus hinüber burchweg künstliche Wortäuschungen. Er ist körperlich leidend, lungen zeigte, wie beispielsweise aus seiner nächtlichen Lagerung mit dem gesendet wurden, aufzuzählen. Aber immer wieder hörte man unter frant, und ein hysterischer Mensch, der exzentrische Borstellungen hat. Kopf gegen die Zellentür zu hervorgehe, von Wahnideen Verfolgten der Tat in einem stellungen. Geschworenen die Symptome einer„ chronischen Paranoia", einer ..afuten Paranoia" und" paranoische Zustände" vorgeführt werden sollten. Rechtsanwalt 3auce sucht durch mehrfache Fragen an die Geschworenen nachzuweisen, daß die Möglichkeit doch nicht von der Hand zu weisen ist, daß§ 51 auf Lache anwendbar sei. Da hierauf alljeitig auf weitere Beweise verzichtet wird, erklärt der Vorsitzende die Beweisaufnahme für geschlossen. Mittwoch sollen die Schuldfragen verlesen werden und daran sollen sich die Plaidoyers reihen. " Verfammlungen. Die internationale Freizügigkeit und der gewerkschaftliche Kampf" lautete das Thema, über das am Sonntag im Verband der Bau, Erd und Hilfsarbeiter Genosse Eduard Bernstein sprach. Blobel( Deutschnational) als nächster Redner schien das Peinliche der durch die wilden Zwischenrufe geschaffenen Situation zu empfinden; er betonte die hohe Achtung" der Deutschnationalen vor der Frau( die eben vorher so überaus drastisch zum Ausdruck gekommen war), hält es aber für besser, wenn die Frauen sich um Die häusliche, denn um öffentliche Angelegenheiten kümmerten. Schuld an dem Wegfall des Frauenrechtes zu den Kaufmannsgerichten sowie auch der Herauffeßung des Wahlalters auf 30 Jahre treffe lediglich die Sozialdemokratie, weil die Regierung eben 10. Bezirk. fürchten mußte, daß sie bei der Bewilligung dieser beiden Dinge der Sozialdemokratie Vorschub leisten würde. Sobald junge Leute und Frauen wahlberechtigt wären, seien die Kaufmannsgerichte den Sozialdemokraten ausgeliefert gewesen. Das konnte und durfte nicht geschehen ergo sei die Sozialdemokratie durch ihre bloße Eristenz schuld an der Wahlrechtsminderung.( Lebhafter Beifall.) Auch dieses Gutachten gibt dem Geschworenen Prof. Dr. Wüllen.| daß die Zentralverbändler in der Minderheit, die Deutschnationalen| fussion nicht stattfand, folgte der Kassenbericht, welcher mit dem weber Anlaß zu verschiedenen Ausführungen: Nicht bloß die Aus- dagegen in der großen Mehrheit waren, so hätten die letzteren auch Bestand vom 2. Quartal eine Einnahme von 2840,96 M. und eine führung der Tat, sondern auch die Art und Weise, wie er sich hier im Anspruch auf Besetzung des Bureaus gehabt. Dieser Umstand habe Ausgabe von 1882,73 M. ergab. Mithin bleibt ein Bestand von Untersuchungsgefängnis benommen hat, war doch die eines ganz den Zentralverbändlern aber nicht in den Kram gepaßt, weshalb der 958,23 M. Auf Antrag der Revisoren wurde dem Kassierer Entgesunden Menschen. Aus der Tatsache, daß er seinen Kopf so gelegt Ginberufer Willy Friedländer allem parlamentarischen Brauch lastung erteilt. Dann wurde ein Komitee für das Weihnachtshat, daß er nicht von der Zellentür aus gesehen werden konnte, beweist und Anstand zuwider die aus der Minderheit vorgeschlagenen Herren vergnügen gewählt. Die Abrechnung der Sammellisten für zwei doch wenig. Es gibt doch viele sehr gesunde Menschen, die auch sehr als in das Bureau gewählt proklamiert habe. Mit einer derartigen franke Kollegen ergab eine Einnahme von 142,90 m., welche zu mißtrauisch sind. Der Inspektor Richter, der auf die Geschworenen Handhabung der Geschäfte seien die Deutschnationalen begreiflicher- gleichen Teilen ausgezahlt worden sind. den Eindruck eines psychologisch sehr scharf beobachtenden Mannes weise nicht einverstanden gewesen, daher die Protestrufe, denen ein Schöneberg. Die am 18. Oftober abgehaltene Generalversamm gemacht hat, hat doch von Lache keineswegs den Eindruck erhalten, allgemeines Durcheinander und schließlich die Auflösung folgte. Tung des Sozialdemokratischen Wahlvereins ehrte vor Eintritt in als ob dieser verrückt sei. Redner machte sich dann in seiner Weise über den Referenten der die Tagesordnung das Andenken des verstorbenen Genossen ReichsRechtsanwalt 3 a ude: Der Inspektor hat aber auch gesagt, daß aufgelösten Versammlung, Georg Bernhardt, lustig, indem er tags- Abgeordneten Albert Schmidt durch Erheben von den Pläzen. Lache sehr viel erzählte, aber doch immer in ganz unstäter Weise von meinte, gerade dieser Redner, den die übrige Arbeiterschaft sonst Genosse H. Fischer erklärt dann, daß er in der letzten Vers einem Thema ganz unvermittelt auf ein anderes Thema übersprang nirgends haben wolle, scheine für den Zentralverband noch gerade sammlung in der Diskussion betreffend die Maifeier nicht von der und viele Dinge durcheinander mischte. gut genug zu sein. Herr Bechly verbreitete sich dann über den Gesamtheit der Berliner Maurer, sondern nur von einem Teile Geschworener: Es gibt viele geistig sehr hochstehende Wert der Kaufmannsgerichte und die Notwendigkeit einer Besetzung derselben gesprochen habe. In dieser Beziehung entspreche der BeMenschen, die auch dieselbe Eigenschaft haben, daß sie nicht bei der der Beisizerämter durch Handlungsgehilfen mit sozialem Verständnis. richt im Vorwärts" nicht den Tatsachen. Dem KassenStange bleiben können. Ein Zusammengehen mit dem Zentralverbande in dieser Sache bericht über das 4. Quartal, welchen der Kassierer Goll mid Prof. Dr. Straßmann bleibt bei seinem Gutachten. Ihm lehnte er jedoch ab, weil einmal die sozialdemokratische Reichstags- erstattete, ist zu entnehmen, daß bei einer Einnahme von 1850,19 M. schließt sich der Sachverständige Dr. Stör mer an, der in längerem fraktion froß der empfehlenden„ Kulissenarbeit der Josephsöhne" und einer Ausgabe von 1681,23 M. ein Bestand von 168,96 M. zu Vortrage die Gründe auseinandersetzt, die den Psychiater dazu gegen die Errichtung der Kaufmannsgerichte gestimmt habe, dann verzeichnen war.- Den Bericht des Vorstandes erstattete bringen müssen, das Gutachten dahin abzugeben: Lache ist zur Zeit aber auch, weil er fürchtet, die Deutschnationalen könnten ihren Woller mann. Zu Beginn des Geschäftsjahres hatte der jezigen politischen Einfluß" und das geneigte Ohr der Regierung" Verein 1188 Mitglieder. Im Laufe des Jahres traten hinzu frankhaften geistigen Zustande verlieren, wenn sie mit dem sozialdemokratischen" Zentralverband 407 Genossen, während 308 zur Abmeldung gebracht werden mußten. gewesen, der die freie Willensbestimmung ausschloß. Dr. Störmer„ paktieren" würden.( Lebhafter Beifall.) Verstorben sind 13 Genossen. Am Schluß des Geschäftsjahres war hält verschiedene Einwände des Staatsanwalts nicht für geeignet, Schneider, Redakteur der„ Hülfe" und Mitglied der Deutsch- cin Bestand von 1287 Mitgliedern vorhanden. Die Gesamteinnahme sein und der übrigen Sachverständigen Gutachten umzustürzen. nationalen, bedauerte ebenfalls die Handhabung der Geschäftsleitung des Vereins im Geschäftsjahre belief sich auf 7710,44 M. und die Sachverständiger Medizinalrat Dr. Mittenzweig nähert in der aufgelösten Versammlung, fonstatiert aber, daß der Protest Ausgabe auf 7541,47 M. An den Kreis wurden insgesamt sich in seinem Gutachten doch mehr der Anschauung des Dr. Hoffmann der Deutschnationalen in ein regelrechtes Lärmen übergegangen fei. 5640,79 M. abgeliefert. Auf die Listen für die Crimmitschauer dahin, daß die Ansicht, Lache sei ein chronisch Verrückter, doch nicht Im übrigen empfahl er ein Zusammengehen mit dem Zentralverband Weber wurden rund 1000 M. gesammelt. Für die Landtagswahl auf festem Boden steht. Nach seiner Meinung liege nicht reine, in Sachen der Beisigerwahlen, da die Feinde der Handlungsgehülfen wurden 1066,45 M. gesammelt, während für dieselbe eine Ausgabe von chronische Paranoia vor, sondern nur ein paranoisches Wesen eines nicht links, sondern rechts ständen.( Beifall und Widerspruch.) 844,75 M. zu verzeichnen war und ein Ueberschuß von 221,90 m. von Kindheit an mit phantastischen Jdeen sich tragenden, mißBis dahin hatte die Versammlung einen ziemlich fachlichen erzielt wurde. Abgehalten wurden 10 Vereinsversammlungen, trauischen, sehr begabten und etwas sonderbaren Menschen. Zweifel- Charakter getragen, als dann aber Fräulein Bohm vom Zentral- darunter 4 Generalversammlungen, 10 öffentliche Versammlungen; los ist er krankhaft veranlagt, aber die Krankheit beruht darauf, daß verband zu Worte kam, da änderte sich das Bild mit einem Schlage. 15 Flugblattverbreitungen wurden unternommen und 235 000 seine ganze Auffaffung der Verhältnisse etwas paranoisches hat. Die Rednerin rieb den Deutschnationalen ihre Haltung in der Flugblätter verbreitet. Im Agitationsbezirk wurden 2 AgitationsDazu ist dann der Gehülfinnenfrage sowie deren Gegnerschaft gegen das touren unternommen und 1 Versammlung abgehalten. In den ,, Gefängnis- Knall" Frauenwahlrecht zu den Kaufmannsgerichten ein wenig unter 132 Bezirkssigungen wurden 2000 M. an Beiträgen kassiert. Bei gekommen, bei dem der Angeklagte von phantastischen Illusionen Die Nase und stellte fest, daß der Referent über diesen heiflen Punkt dieser Gelegenheit empfiehlt Redner, daß die Kassierung der Beiträge umfangen wurde. Der Sachverständige kommt zu dem Schluß: er aalglatt hinweggeglitten sei.( Rufe: Das war auch recht so!) Diese von jetzt ab in ihrer Hauptsache von den Bezirksführern vorgenommen gehe nicht von dem Vorhandensein einer chronischen Paranoia aus, Haltung würden die Handlungsgehülfinnen den Deutschnationalen werden solle bezw. in erster Linie hierzu die Bezirkssizungen oder er ist veranlagt für ein derartiges Handeln, aber die krankhaften nicht vergessen.( Gelächter.) Das Lachen beweise, daß die Deutsch- Zahlaberide benutzt werden. Des weiteren sollen, ebenso wie in Vorstellungen haben nicht sein Wesen total verändert und er steht nationalen noch immer auf dem Standpunkt ständen, als seien die Berlin, Charlottenburg und Rixdorf die Bezirkssigungen auf den nicht dauernd unter ihrem Einflusse. Der Sachverständige ist der Frauen ein minderwertiges Geschlecht.( Tosendes zweiten Mittwoch im Monat verlegt werden, um dadurch für Berlin Ansicht, daß Lache zur Zeit der Tat seine volle freie Willens- Gejohle. Ruse: Na was seid Ihr denn sonst?) Deshalb fämen und Vororte ein gemeinsames Vorgehen zu schaffen. Die Vereinsbestimmung besessen hat. Er hat paranoische Neigungen und ist auch die Gehülsinnen schon gar nicht in die Versammlungen der versammlungen sollen infolgedessen auf den letzten Dienstag im darum minderwertig, aber er hat nicht dauernd paranoische Vor- Deutschnationalen,( Ruse: glücklicherweise; desto besser!) sondern Monat verlegt werden. Jm Berichtsjahre fanden 30 VorEs knüpft sich hieran zwischen den medizinischen Sachverschlössen sich dem Zentralverband an, der noch Frauenrechte achte. standssigungen statt und beschäftigte sich der Vorstand dreimal mit Es knüpft sich hieran zwischen den medizinischen Sachver-( Johlendes Gelächter. Rufe: Sie betrachten den Verband ja als persönlichen Angelegenheiten. Sechs Wahlkomitee- Sizungen bes Heiratskontor! Bei den Judenbengels gehören Sie auch hin!) schäftigten sich mit der Stadtverordneten- Nachwahl im 9. Bezirk. als die Rednerin das Podium verläßt, erdröhnt minutenlanges Die im Berichtsjahr abgehaltenen sechs Vergnügungen hatten einen Gejohle und Fußgetrampel. vor, für das neue Geschäftsjahr ein Vergnügungskomitee zu wählen, um den Vorstand in dieser Beziehung etwas zu entlasten.- Die in: nächsten Jahre bevorstehenden StadtverordnetenWahlen werden an die Genossen Ansprüche stellen, die nur bei rühriger Tätigkeit erfüllt werden können. Scheidet doch im 3. Bezirk Genosse Masuch aus der Stadtverordneten- Versammlung aus, während im 5., 6., 7. und 10. Bezirk Bürgerliche in Frage kommen. Zur Auslosung stehen dann noch je ein Bürgerlicher im 2., 9. und Seitens des Vorstandes sind als Bezirksführer normiert worden: im 1. Bezirk: Voß und Lehmann; im 2. Bezirk: Marr und Henkel; im 3. Bezirk: Schulze und Butry; im 4a. Bezirk: Chr. Franke und Jakob; im 4b. Bezirk: Fischer und Rob. Frante; im 5. Bezirk: Beder und Senkel; im 6. Bezirk: Herter und Vogt; im 7. Bezirk: Rethfeldt und Adam; im 8a. Bezirk: Sister und Ba= In seinen einleitenden Betrachtungen stellte der Redner die internationale Freizügigkeit der Arbeiter in Parallele mit dem Den Höhepunkt der Konfusion erreichte die Versammlung, als lentin; im 9. Bezirk: Peterson und Hofmann; im An der an den Bericht sich freien Warenverkehr und führte dann aus: Bei der Beurteilung nunmehr ein Jude namens Konrad das Wort erhielt. Obwohl 10. Bezirk: Reiche und Thomae. der vorliegenden Frage müsse man unterscheiden zwischen der Ein bei den Deutschnationalen laut Statut die Aufnahme von Juden anschließenden Distussion beteiligten sich Szymansti und wanderung einzelner Arbeiter und der durch Agenten geschäftsmäßig ausdrücklich ausgeschlossen ist, die Juden also auch als etwas S. Fischer. In den Vorstand wurden folgende Genossen betriebenen Einfuhr großer Arbeitertrupps, wo die betreffenden Ar- Minderwertiges" betrachtet werden, prostituierte sich dieser Redner gewählt: 1. Vorsitzender: Wollermann, 2. Vorsitzender: beiter bereits im Auslande durch Verträge dem Unternehmer, dem sie in einer geradezu widerlichen Weise der Versammlungsmehrheit. Däumich, 1. Kassierer: Emil Rehmann, 2. Kassierer: zugeführt werden, verpflichtet werden. Wenn auch, wie die Er- Er lobte die Deutschnationalen in allen Tonarten, weil sie mit so Belau, Schriftführer: Mary. In die Revisionskommission: Aus dem Bericht der fahrung lehrt, der mit niedrigeren Löhnen sich begnügende Arbeiter außerordentlich löblicher Bravour gegen die" hundsgemeine Schmutz- Be d er, Korn und Gollmid. für die Unternehmer durchaus nicht die billigste Arbeitskraft sei, so tonfurrenz der Frauen" zu Felde zögen. In den Handlungs- Bibliothekare ist zu entnehmen, daß die Bibliothek jezt könnten doch solche rückständige und minderleistungsfähige Arbeiter, gehülfinnen sah er lediglich bewußte Eindringlinge in den Kaufmanns- 347 Bände umfaßt und im Geschäftsjahre 316 mal benutzt wurde. wie sie bei den Masseneinführungen in Frage kommen, zeitweise zu beruf, die aus purer Niedertracht die männlichen Gehülfen aus ihren Zu Bibliothekaren werden Veit und Ohlendorf gewählt. höheren Leistungen angetrieben werden und so zu einer Schädigung Stellungen herauszubeißen trachten. Im Anschluß hieran übte er Beim Bericht der Lokalkommission beschwert sich Peterson des Arbeitsmarktes beitragen. Eine Beschränkung dieser Einführung sich im Deklamieren nicht gut wiederzugebender fauler Witze und als Mitglied derselben, daß immer noch Genossen die am Orte gevon Arbeitern, die durch Vertrag dem Unternehmer ausgeliefert Boten über die Frauen und scheute sich nicht, mit allerhand offenen sperrten Lokale besuchen, und soll für die Zukunft eine strengere werden, damit er durch sie die Löhne der heimischen Arbeiter drücken und versteckten Verdächtigungen der Frauenehre um sich zu werfen. Kontrolle in dieser Beziehung unternommen werden. In die Lokalfann, verstoße nicht gegen das Prinzip der Freizügigkeit. Dagegen und diese ebenso rückständigen wie moralisch widerwärtigen Aus- fommission werden gewählt: Peterson, Vogt und Horle Zu Revisoren der Parteispedition werden Herter, würde dies Prinzip verletzt durch Beschränkungen der Einwanderung führungen des antisemitischen Juden Konrad applaudierte die deutsch- mann. einzelner Arbeiter, wie beispielsweise durch das in Amerika be- nationale Versammlung mit brüllendem Halloh. Zeitweilig konnte der Draheim und Masso w gewählt. Das Vergnügungskomitee bilden: R. Franke, Gerlach, stehende Verbot der Einwanderung mittelloser Arbeiter. Man müsse Mann vor lauter Beifallsstürmen kaum weiter sprechen. Herr Schneider, auf andere Mittel finnen, um die nicht zu verkennenden Schwierig- der später nach ihm sprach, ermahnte seine deutschnationalen Freunde Heidrich, Lehnert, Puhlmann, Reiche und Tiez. teiten der internationalen Freizügigkeit zu lösen. Ohne die Ein- denn auch mit bissigem Spott, sie möchten jetzt doch so bald wie Der Antrag des Vorstandes auf Verlegung der Bezirks. wanderung des Einzelnen zu beschränken, könne man der Massen- möglich den Judenparagraphen aus ihrem Statut aussigungen und der Vereinsversammlung wird angenommen und Zur Generalver cinführung dadurch entgegentreten, daß man sie für die merzen, denn der dem Herrn Konrad gezollte frenetische Beifall habe tritt dieser Beschluß am 1. Januar in Kraft. So- fanumlung des Kreises werden delegiert Däumich, Veit und Agenten und Unternehmer unrentabel macht. Das würde geschehen, die Ueberflüssigkeit jenes Paragraphen zur Evidenz bewiesen. Zum Schluß der Versammlung gelangten 26 Genossen ivenn gefeßlich bestimmt werde, daß die schon vor dem Transport wohl dem Referenten wie auch den übrigen Rednern gelang es nicht Reiche. der Arbeiter abgeschlossenen Verträge keine Gültigkeit haben. Ferner mehr, den Eindruck der Konradschen„ Nede" zu verwischen, obwohl zur Aufnahme. Eine Berufsstatistik der Mitglieder des Vereins zeigt folgendes würde in dieser Richtung gewirkt werden durch ein Wohnungsgefeß, die Versammlung erst gegen 2 Uhr nachts ihr Ende erreichte. Noch welches die elenden Massenquartiere der Wanderarbeiter unmöglich auf der Straße unterhielten sich die deutschnationalen Heldenjüng- Bild: 315 Maurer, 245 Arbeiter, 94 Zimmerer, 90 Tischler, 38 Maler, 35 Gastwirte, 30 Buchdruder, mache, und diese so zu erhöhten Aufwendungen für die Wohnung linge ganz begeistert über Herrn Konrad, wobei sie einander ver- 58 Metallarbeiter, 28 Stuffateure, 27 Töpfer, 20 Schmiede, und dadurch zur Forderung höherer Löhne veranlasse. Wenn sicherten: das sei der passendste Mann als Beisiger in das Kauf- 30 Schuhmacher, außerdem die Gewerkschaften ihren Einfluß dahin geltend machen, mannsgericht. Am Mittwoch abend findet wieder eine Versammlung 18 Klempner, 12 Schneider, 12 Rohrleger, 11 Staufleute, je 10 Barbiere, Buchbinder, Tapezierer, 9 Kutscher, je 8 Hausdiener, Handelsdaß eine geregelte Arbeitszeit und Mindestlöhne festgesetzt werden, des Zentral- Verbandes statt. Teute, Mechaniker, Steinmeßen, Steinfeger, je 7 Bureau- Arbeiter, durch all diese Maßnahmen das Geschäft der Einführung von Ar- Die Hülfsarbeiter der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft, die Gürtler, 6 Bildhauer, je 5 Bäcker, Maschinisten, je 4 Bauanschläger, beitern sich nicht mehr rentieren, und ein großer Teil der damit ver- zum großen Teil den beiden Drganisationen, dem Handels- und Bigarrenhändler, Glaser, Gärtner, Sattler, Vergolder, je 3 Dach bundenen Uebelstände wäre beseitigt. Wenn so die Gesetzgebung Transportarbeiter- Verband und dem Verband der Fabrik-, Land- decker, Drechsler, Aerzte, Lithographen, Lackierer, Packer, Stein und die gewerkschaftliche Tätigkeit dahin wirken, daß auswärtige und Hülfsarbeiter angehören, hielten türzlich im Beisein ihrer Dr- bruder, Stellmacher, Schriftsteller, Stereotypeure, Uhrmacher, ZinkGraveure, Redakteure, Photographen, Arbeiter nicht mehr als Lohndrücker eingeführt werden können, ganisationsvertreter eine Versammlung ab, in der sie die Auf- äger, je 2 Fenſterputer, dann sei für die heimischen Arbeiter keine Ursache, sich von den nahme einer Statistit über Lohn- und Arbeits- Jalousie- Arbeiter, Reisende, Seiler, Schriftgießer, Xylographen, Brauer, je 1 Anleger, Bierausländischen Arbeitern abzuschließen, vorhanden. Die Voraussetzung verhältnisse beschlossen. Allseitig wurde in der Aussprache Zeitungsspediteure, Koloristen, der hier angegebenen gewerkschaftlichen Tätigkeit sei natürlich der hervorgehoben, daß die Verdienste der Hülfsarbeiter in der A. E.-G. fahrer, Böttcher, Buchhändler, Chemigraph, Dr. chem., Draht Ausbau und die Stärkung der Organisation. Nach dem mit Bei- außerordentlich viel zu wünschen übrig lassen; werden doch an er- weber, Expedient, Gummi- Arbeiter, Heilgehilfe, Isolierer, Ingenieur, fall aufgenommenen Vortrage erledigte die Versammlung einige wachsene Leute sogar Stundenlöhne von 25 bis 15 f. gezahlt. Ristenmacher, Konditor, Kellner, Musiker, Strumpfwirker, Lichtdrucker, Berbandsangelegenheiten. Nach einer Darlegung des Vorsitzenden Einige Redner glaubten annehmen zu können, daß die übermäßige Linoleumleger, Lagerhalter, Marmorarbeiter, Spanner, Stenograph, Heidemann und nach lebhafter Debatte wurde die Ortsverwaltung Lohndrückerei vielfach nur ein Wert der Meister sei, von dem die Schlächter, Verwalter, 4 ohne Beruf. ermächtigt, aus den Reihen ihrer Mitglieder sogleich einen vierten Direktion gar nichts wisse. Durch die Aufnahme der Statistik Brit. Der Wahlverein hielt am 11. D. M. seine Generals Verbandsbeamten anzustellen für die Zeit bis zum Ende dieses hofft man, nicht nur ein wertvolles Material zur sicheren Beurteilung versammlung ab, in welcher Kamrath- Rirdorf Bericht über den Jahres. Im Januar nächsten Jahres unterliegt derselbe gleich den der Lohnverhältnisse in dem Betriebe, sondern auch ein gutes Parteitag erstattete. Nach dem Jahresbericht des Vorstandes haben übrigen Mitgliedern der Ortsverwaltung der Neuwahl. Bei Be- Agitationsmittel zur Stärkung der Organisationen zu gewinnen. 24 Vorstandssigungen stattgefunden, 12 regelrechte Vereinsversamm ginn der Versammlung erstattete der Stassierer Böttcher den Ferner befaßten sich die Vertrauensleute beider Organisationen noch lungen, 5 Volksversammlungen, 6 Handzettel, 5 Flugblatt. Staffenbericht für das 3. Quartal. Eingenommen wurden 39 998,64 mit einer speziellen Regelung der Verbandsagitation unter den verbreitungen, 2 Agitationstouren, 1 Gemeindewahl, 1 Stiftungsfest Mark, dazu kommt der Bestand vom vorigen Quartal in Höhe von Hülfsarbeitern des Betriebes, da es in dieser Beziehung mehrfach zu und 1 Volksfest. Die Mitgliederzahl war im Vorjahre 114 und 56 594,97 Mt. Ausgegeben wurden 44 036,34 M., sodaß ein Be- Mißhelligkeiten und Kompetenzdifferenzen gekommen war. An- schließt ab mit 137. Die Mitglieder verteilten sich nach Berufen stand von 52 557,27 M verbleibt. Die Mitgliederzahl ist im Laufe genommen wurde folgende Resolution: Die Vertrauensleute der Hülfs- wie folgt: 36 Arbeiter, 11 Tischler, 4 Drechsler, 11 Möbelpolierer, des Quartals um 535 gestiegen, sie beträgt 5052. arbeiter in der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft, vertreten in den 12 Maurer, 2 Hausbiener, 1 Weber, 4 Töpfer, 1 Tapezierer, beiden Gewerkschaften: Zentralverband der Handels-, Transport- und 4 Schriftfeber, 3 Schneider, 4 Gürtler, 5 Zimmerer, 1 Schmied, Aus dem Lager der deutschnationalen Handlungsgehülfen. Verkehrsarbeiter Deutschlands, sowie Verband der Fabrik-, Land-, Hülfs- 4 Metallschleifer, 4 Schankwirte, 2 Vergolder, 2 Former, 2 Rammer, Gegenwärtig treten die Organisationen der Handlungsgehülfen arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands", beschließen heute in ihrer 1 Lagerhalter, 2 Steinfeger, 1 Riftenmacher, 6 Schlosser, 2 Gärtner, in eine lebhafte Agitation zur Besetzung der Beifizerämter in den Sizung, daß Uebertritte von einer in die andere der genannten 1 Landwirt, 1 Pantienenmacher, 2 Klempner, 1 Zigarrenmacher, Kaufmannsgerichten ein. Bereits am vergangenen Mittwoch fand Organisationen möglichst unterbleiben sollen. Wenn ein Kollege 1 Hutmacher, 1 Uhrmacher, 1 Holzbildhauer und 1 Schuhmacher. eine solche vom Zentralverband der Handlungsgehülfen einberufene feinen Uebertritt in einen anderen Verband ausdrücklich wünscht, so Nach dem Bericht des Kassierers betrug die Einnahme 320,99 M., Versammlung in Buggenhagens Saal statt oder besser gesagt, sie kann derselbe nur erst dann vollzogen werden, wenn sich das die Ausgabe 48,99 M. An den Zentralkassierer wurden 214 m. abfand nicht statt, weil sie bald nach Eröffnung infolge eines Konflitts betreffende Mitglied ordnungsgemäß bei seinem Verbande ab- geliefert. Bleibt Ortsbestand 58 M. mit den Deutschnationalen wegen der Bureauwahl der polizeilichen gemeldet hat. Des weiteren verpflichten sich die Vertrauensleute in Bibliothekars sind nur 8 Bände gelesen worden. In der Kasse sind Auflösung verfiel. Am Montag hielten nun die Deutschnationalen" Bukunft dafür Sorge zu tragen, daß bei Fragen von aktueller Be- 3,30 M. Die Lokalfommission berichtete, daß alle Lokale frei sind. im selben Lokal wieder eine Versammlung ab, in der Herr Bech Ih deutung beiderseits ein gemeinsames Handeln Platz greift. In den Vorstand wurden gewählt als 1. Vorsitzender Julius Sandmann, als 2: Vorsißender Dufte, als Raffierer als Referent auftrat. Zunächst beschwerte sich der Redner über die ,, trassen Rechtsbrüche" der Zeitung der Zentralverbändler in der auf- Deutscher Textilarbeiterverband. In der letzten Mitglieder- Drewide, als Schriftführer Feister, als Revisoren Vogt, gelösten Versammlung. Die Versammlung sei eine öffentlich e versammlung der Filiale I Berlin hielt Genosse S. Kazenstein Schliebig und Klein, als Beisiger Werner, als Lotal gewesen, in der auf eigenes Verlangen der Zentralverbändler zur einen lehrreichen und mit großem Interesse verfolgten Vortrag über fommissionsmitglieder Braasch, Jonas und Brenglow, als Bureauwahl geschritten wurde. Nun sich aber herausgestellt habe, Wirtschaftliche und politische Arbeiterbewegung". Da cine Dis- Bibliothekar Weniger. Aufgenommen wurden 7 neue Mitglieder die auch für die eingeführten Arbeiter Geltung haben, dann würde Nach dem Bericht des Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, 26. Oftober. Anfang 7 Uhr: Opernhaus. Lohengrin.( Anfang 7 Uhr.) Urania. Taubenstr. 48/49. Um 4 Uhr im Theater: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: In Behandlung. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Kreuzelschreiber. Die Weltausstellung in St. Louis. Stomödie in 3 Aufzügen v. M. Dreyer. Bauernkomödie m. Ges. in 3 Akten von Hierauf: Der Gardasee. 8 Uhr: Im Bannkreis der Jungfrau. Hörsaal 6 Uhr: Dr. B. Donath: Elektrische Wellen. Neues tönigl. Opern Theater. Sternwarte validen Ein kritischer Tag. Deutsches. Kettenglieder. Berliner. leber unsere Kraft. ( Erster Teil.) Lessing. Traumulus. Weften. Der Zigeunerbaron. Thalia. Der Weiberkönig. Zentral. Die Fledermaus. Belle Alliance. Die Tugendgloce. National. Figaros Hochzeit. Neues. Die Kronprätendenten.( Anfang 7 Uhr.) Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner- Theater.) In Behandlung. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Die Kreuzelschreiber. Carl Weiß. Die zärtlichen Verwandten. Kleines. Fräulein Julie. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Lustspielhaus. Biederleute. Quisen. Hamlet. Trianon. Gastons Frauen. Kajino. Mutter Gräbert. Metropol. Ein tolles Jahr. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Berliner Luft. Spezialitäten. Palaft. Im Zukunftsstaat. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. str. 57/62. CASTAN'S PANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Rosa Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Kreuzelschreiber. Sreitag, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Ludwig Anzengruber. Donnerstag, abends8Uhr: In Behandlung. Freitag, abends 8 Uhr: Zum erstenmal: Krieg im Frieden. | Kleines Theater Neues Theater. Bereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Anfang 8 Uhr. Elektra. Donnerstag: Nachtasyl. Freitag: Fräulein Julie. Thalia- Theater. Anfang 8 Uhr. Germania- Prachtsäle Invaliden- Unterstützungskasse Chausseestr. 103. Arnold Scholz. Jeden Mittwoch: 目 680L Die lustigen Weiber von Windsor. Hamburger Sänger Donnerstag: Die lustigen Weiber von Windsor. Freitag: Die Kronprätendenten. Belle- Alliance- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Direktion: Kren& Schönfeld. Belle- Alliancestr. 7/8. Täglich abends 7%, Uhr: Täglich abends 72 Uhr: das gelehrte Pferd! Der Weiberkönig. Die Tugendglocke. Apollo- Theater. Täglich: Berliner Luft. Unter persönlicher Leitung des Komponisten Paul Lincke. Vorher 8 Uhr: Die glänzenden Oktober- Spezialitäten. Anf. 8 Uhr. Kasseneröffnung Uhr. Sonntag, den 30. Oktober, nachUhr, bei ermäßigten mittags Preisen: Frühlingsluft und Spezialitäten. 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Brunnenstr. 16. Zentral- Theater Das Pfeffer- Rösl. Abends 72 Uhr: Die Fledermaus. Operette in 3 Atten von Joh. Strauß. Donnerstag: Die Puppe. Romantisches Schauspiel von Charlotte Birch- Pfeiffer. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Donnerstag: Extra- Vorstellung: Goldlotte. Gesangsposse in 4 Afteit. Dugendbilletts mit 40 Prozent Bernhard Rose- Theater Ermäßigung, an allen Wochentagen gültig, gelangen jekt zur Ausgabe. Gesundbrunnen, Badstraße 58. 0. Carré, Potpourri m.Freiheitspferden. The Jungmanns, Afrobaten. Eine wirkliche Scusation Konsul II, der menschliche Schimpanse.. Der irische Billy, Wunderpony Palast- Theater. Burgstraße 22. Bürgerliche Schauspiele. Anfang 8 Uhr. Das phänomenale Oktober Spezialität.Programm. Der größte Erfolg: vorgeführt von dem schottischen Farmer Im Zukunftsstaat. Mr. deVoye. Der phänomenale Chinko. Ferner: Sämtliche Spezialitäten. Um 9 Uhr: Allabendl. stürm. Beifall. Das große mimische Drama in 8 Bildern Michael Strogoff oder Der Kurier des Zaren. 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Barre. Sonntag, nachm. 3 1hr: Das große Geheimnis. Abends 7 Uhr: Ehrliche Arbeit. Volksgarten- Theater ( frither Weimann). Mittwoch, den 26. Oktober cr.: Der Wilderer. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Skala- Theater. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Nchm.Wochent. 5, Sonnt. 3 Uhr. Hans Fredy. Dida Humorist. die Erschaffung eines Weibes aus dem Nichts. Bioskop. Glänzende Aufnahmen. Die Enthüllungsfeier des Kaiser FriedrichDenkmals. Gebrüder Burlesle in 1 Aft von Mar Koch. Freitag, den 28. d. M.: Große Elite- Vorstellung unter Mitwirkung aller Kapazitäten. Auf allgemeines Verlangen: Schauspiel in 5 Akten von A. Dumas. ,, Kean" oder: Leidenschaft und Genie. Kleine Preise. 99 Palast- Theater" Burgstr. 22. Früher Feen- Palast. Voranzeige. Am 1. November cr. beginnt eine große internationale Ringkampf: Konkurrenz unter strenger fachmännischer Leitung einiger Berliner Sportleute und Aufsicht der Presse, um wirklich den besten Ringer der Welt zu ermitteln. 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Mts. starb nach jahrelanger Krankheit im Alter von 54 Jahren unser Mitglied, der Zimmerer, Herr August Weiß. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 26. Oktober, nachmittags 231, Uhr, von der Leichenhalle des Moabiter Krankenhauses, Birkenstraße, aus ſtatt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. 24806 Technikum Elektra Berlin SO., Neanderstr. 4.* Abendkurs für Automobilfahrer ( Chauffeure). Theoretische und praktische Ausbildung. Man verlange Prospekt. !! Von 36 Mk. an!! empfehlen als konkurrenzlosen Artikel, liefere Herrenanzug, neueste Muster, von 90 Pf., 1, 1.10, 1.20( sehr guten Gig betam goldene Medaille. leicht und flott brennend, zum Preise feinste Zutaten, 2 Anproben. Für viel Deckblatt enthaltend), Ludwig Engel, Prenzlauerstraße Ein Versuch beim Einkauf wird Nr. 23 II( Alleranderplat). Nur gute sich lohnen. Wir vergüten ohne reintollene Stoffe, großes Lager. Preiserhöhung auf sämtliche Sorten 2% Skonto. Hengfoß& Maak, Filiale: Berlin NO., Keibelstr. 34. 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Tages- Ordnung: Bericht über den Stand der Aussperrung. Jebe Werkstatt muß vertreten sein. Mitgliedsbuch nebst Karte legitimiert. Werkstellen bis 10 Mann senden einen Delegierten, von 10-20 Mann zwei, bon 20-30 drei Delegierten u. f. f. Die Ortsverwaltung. Donnerstag, den 27. Oktober, abends 8% Uhr: Branchen- Verfammlung der Stellmacher im Lokale des Herrn Pfeffer, Rosenthaler- Straße Nr. 57. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Diskussion. 3. Lokalfrage. 4. Branchen- Angelegenheiten. 5. Berschiedenes. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Specialarzt für [ 35/ 13* Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12. 2-4. teppdecken tauft man am preiswertesten nur direkt in der Fabrit, 72 Walls straße 72, wo auch alte Stepdecken aufgearbeitet werden. 8. Strohmandel, Berlin 14 Jalustrierter Breistatalog gratis. Jedes Wort: 5. NESTLE'S Kinder Unübertroffen bei: mehl Brechdurchfall Diarrhoe Darmkatarrh Vorrätig in Apotheken, Drogerien, Colonialw. Schloßpark Wilhelminenhof Pfennig. 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