Nr. 253. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost 21bonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgebructe) Bort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Sorte über 15 Buchstaben gählen für zwei Worte. Injerate für die nächste Nummer müffen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr bormittags geöffnet. Zelegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Die Apotheose der Gerichteten. Donnerstag, den 27. Oktober 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. höchst loyal den edlen gwed derartiger Sammlungen anzuerkennen. Seine Rede war ganz in dem Stil des untertänigen Bekenntnisses fittlicher Jdeale gehalten, wie er nun einmal im liberalen Bürgertum feit jeher üblich ist, und Schärfe und Wucht gewann seine Rede nur bei dem einen Passus, als er den Minister wegent seiner Unwahrhaftigkeit gegenüber dem Parlamente zur Rede stellte. Gerade dieser Angriff aber wurde dann durch die übereinstimmenden Ver trauenstundgebungen der konservativen, freikonservativen und nationalliberalen Redner feiner Wirkung beraubt. hatte. Bald darauf wurde in einem Leipziger bürgerlichen Blatte als Tatsache behauptet, daß diefer ahnungslose Freiherr v. Hammerstein, der am 30. Juni 1904 wegen des nicht vollständigen Einlaufs der Aften die Interpellation nicht beantworten konnte, sogar selbst die Mirbachsche Sammlung für das Geschenk zur silbernen Hochzeit des Kaiserpaares mit gefördert hatte, also ganz genau unterrichtet war. Wenn diese Enthüllung die Wahrheit besagte, dann hätte der Polizeiminister das preußische Abgeordnetenhaus bewußt gröblich getäuscht, und da die Behauptung des Leipziger Blattes in keiner Weise nach ihrem wesentlichen Teil in Abrede gestellt wurde, so mußte man So fam schließlich eine fast einmütige Vertrauenstundgebung annehmen, daß der preußische Minister des Innern, nachdem er der des Hauses für den Minister und eine Verherrlichung des Freiherrn maßen der Jrreführung des Parlaments überführt worden fei, nicht v. Mirbach zustande. Der Oberhofmarschall der Kaiserin habe zwar mehr dem Abgeordnetenhause die Gelegenheit geben würde, mit im Eifer des edlen Tuns nicht immer mit genügendem Nachseiner Person Auge in Auge abzurechnen. druck zweifelhafte Personen sich vom Halse gehalten, aber er habe fich die größten Verdienste um die öffentliche Wohlfahrt erworben. Matellos stehe er da im Nuhmestranze, der größte und erfolgreichste Kirchenbauer zu sein. Was etwa noch zweifelhaft gewesen, se durch die Entscheidung geflärt, welche dem Freiherrn v. Mirhach die Es gibt unausrottbar naive Leute, die sich einbilden, es könne fn einem Parlament ohne Sozialdemokraten, wie es das preußische Abgeordnetenhaus ist, große Tage" geben. Auch das Abgeordneten haus Preußens fanit gelegentlich interessant werden, aber nur dann, wenn das dort herrschende Junkertum einmal einen fleinen Strauß mit seiner Regierung und der Krone auszufechten hat. Es ist aber ausgeschlossen, daß irgend etwas anderes als eine Vertuschung, Verwirrung und Verdrehung herauskommen könnte, wenn es sich um Angriffe gegen das herrschende System handelt. Die sogenannte Oppofition im preußischen Abgeordnetenhause, die aus einem Häuflein Frei finniger besteht, verfügt weder über die geistigen Kräfte noch über die starken Charaktere, die erforderlich wären, um einer geschlossenen Aber Herr v. Hammerstein tannte sein preußisches Abgeordnetenparlamentarischen Uebermacht die Spige zu bieten. Außerdem ist es haus gut genug, um solche fleinen Täuschungsversuche nicht tragisch feit jeher die Art des bürgerlichen Liberalismus, daß er immer nur zu nehmen. Man würde ihm schon die diplomatische Notlüge" verso tut, als ob er ernsthaft angreifen wolle, während er in Wirklich zeihen und ihm, wenn er es nur wollte, ein glänzendes Leumundsfeit stets diplomatisch die Schläger wattiert, damit sie ja nicht verzeugnis ausstellen. So erschien denn Herr v. Hammerstein seelen- Trennung von der Schatullen- Verwaltung der Kaiserin auferlegte. Ichen könnten. ruhig heute im Abgeordnetenhaus und ließ sich von dem Hause bend Es ist immer dieselbe Poffe der Mitschuldigen, die bei derartigen stätigen, daß er vollkommen forreft gehandelt habe. Gelegenheiten das Abgeordnetenhans aufführt. Das ganze System Nur die Freifinnigen versagten Herrn v. Hammerstein die volle verträgt an feinem Punkte eine ernstliche Lüftung. Die Herrschende Genugtuung für die während der Parlamentspause erlittenen Breß- Politik und die herrschenden Sitten können einen Wahrheitsbeweis verfolgungen. Alle anderen Parteien das Zentrum fagte nicht aushalten, und weil alle bürgerlichen Parteien ganz genau freilich gar nichts erklärten sich nach den Darlegungen wissen, daß jede Bemühung der Reinigung, die Fackel über unseren des Ministers für durchaus befriedigt. Wie war dies Verwandlungs- Buständen zu entzünden, nur" Futter" für die Sozialdemokratie wunder erwirft? Hatte Herr v. Hammerstein geleugnet, hat er liefern würde, darum wird höchstens nur die Gebetde des An Behauptungen ernsthaft zurückgewiesen? Steins von beiden. Herr flägers gewagt. Und die russische Offensive" der Bürgerlichen v. Hammerstein gab alles zu und zog daraus die Schluß- Opposition mit Erfolg rückwärts! dient immer nur dazu, der folgerung, daß somit alles widerlegt fei. In den Ausstattungsstücken Verwirrungsaktion der bürgerlichen Parteien Vorwand und Nachdrud verwandelt man jetzt wohl auf offener Szene die Bilder, indem zu leihen. man die Bühne verdunkelt, vor der Rampe grelle Lichter aufflammen Die Affäre Mirbach, die an Gerichtsstelle so geheimnisvoll verläßt und dadurch die Augen des Publikums gegen die Vorgänge schüttet ward, ist nun, gerade durch die Interpellation der„ Aufauf der Bühne blendet. Solche Blendlichter im rechten Moment flärung", auch parlamentarisch begraben worden; aus dem Sarge anzuzünden das ist die heutige Regierungskunst; so wandelt sich, der Affäre aber stieg lebendig der Held des Handels auf, die Hin von dem geblendeten Publikum unbemerkt, die Szene, so wird aus richtung ward zur Apotheose. Nacht Tag, und aus der Hölle der Verleumdung der Himmel der strahlenden Seligkeit. Es hat also kein Einsichtiger auch nur einen Augenblick vermutet, daß bei der Interpellation der Freisinnigen über die Mirbach Affäre sich irgend eine Klärung, geschweige eine parlamentarische Bestätigung, Verschärfung und Zusammenfassung des Urteilsspruchs der öffentlichen Meinung ergeben würde. So ist denn die Interpellation über die Mirbach- Angelegenheit gemäß jener Technik verlaufen, mit der das preußische Abgeordnetenhaus und die preußische Regierung feit jeher die Toten lebendig zu machen und den Sumpf auszutrocknen versteht. Das überaus zahlreich die Tribünen füllende Bublifum, unter dem sich namentlich viele Offiziere befanden, konnte befriedigt das Haus verlassen mit dem Gefühl, daß demt armen von der Presse zerfetzten Freiherrn v. Mirbach der endliche Triumph seiner Tugend geworden sei. Die Frömmigkeit hatte über Satans Tüde endlich gefiegt und das preußische Abgeordnetenhaus umkleidete den erfolgreichen Stirchenbauer wieder mit dem Helligenschein, den ihm die öffentliche Meinung schnöde vom Haupte geriffen hatte. G Hatte das Abgeordnetenhaus auf diese Weise das modische Die Mehrheitsparteien des Abgeordnetenhauses pflegen im Verein Christentum der begüterten und firebsamen Staatsangehörigen von mit der Regierung die Behandlung heifler Angelegenheiten vor der Der preußische Polizeiminister stellte den folgenden Sachverhalt Byzanz und seinen Schwurzeugen und Märtyrer herrlich gerettet, so öffentlichen Aussprache sorgfältig vorzubereiten. Man spielt mit dar, indem er, um das Gefühl seiner guten Sache auch äußerlich vollzog man die gleiche Rettung am selben Tage auch noch an der verteilten Rollen, und alle Stichworte sind so genau angeordnet, zum Ausdruck zu bringen, nach dem Vorbilde seines Chefs, des modischen Sozialpolitik des christlichen Staates: Der in Saar. daß man vor jeder unliebsamen oder ungeschickten Ueberraschung Ministerpräsidenten Grafen Bülow, die Hände in den Hosentaschen, brüden gerichtete Staat der christlich monarchistischen Sozial sicher sein kann. Derartige parlamentarische Aktionen des Ab- redete: reform wurde sauber gewaschen, geputzt und strahlte wieder in der geordnetenhauses muten etwa wie Gerichtsverhandlungen an, in Im Mai 1902 verschickte das Kirchenbaukomitee des Freiherrn Fülle feiner Kraft und Makellosigkeit. denen Angeklagte und Zeugen durch ein vollkommenes System der b. Mirbach an alle Oberpräsidenten einen Aufruf, um fie persönlich Die Interpellation des Zentrums über den Saarbrücker Prozeß Verabredung und Beeinflussung erreichen, daß der Tatbestand völlig und zum Anschluß an das Sammelfomitee für die Hochzeitsspende zu nahm genau den gleichen Berlauf wie die des Freisinns über Mirbach. endgültig verdunkelt wird. Die Methode ist stets die gleiche. Die Regierung gewinnen, und damit sie außerdem in ihren Kreisen für Auch über Saarbrücken war im Sommer bereits interpelliert worden. erklärt durch irgend einen Minister alle Angriffe für durchaus uns die Propaganda wirken. Alle Oberpräsidenten waren be Aber man wollte erst die Erinnerung an den Prozeß verblaffen lassen, begründet, beweist dann ausführlich, daß irgend eine nebenfächliche reit. Herr v. Hammerstein erklärte das für feine amt- und schützte auch in diesem Falle die mangelnden Atten vor. Auch Behauptung tatsächlich unrichtig sei, wiederholt immer aufs neue liche Beeinflussung durch den Freiherrn v. Mirbach. Diefer hier wurde inzwischen der Hauptbelastete, der Geheimrat Hilger, aus diese eine Ueberführung einer Ungenauigkeit und schließt dann erste Aufruf des Freiherrn v. Mirbach scheint nicht die nötige der Front zurüdgezogen. Auch hier wurde der Angegriffene triumphierend, daß somit alles widerlegt sei, felbst wenn sie ganz Wirkung getan zu haben; denn am 21. März 1908 versandte nun glorifiziert. Auch hier riet man zum Frieden und zum Vertuschen offen durch die sonstige Darstellung die Richtigkeit aller be- der preußische Minister selbst antlich einen Aufruf des Freiherrn mit Rücksicht auf den gemeinsamen sozialdemokratischen Feind. haupteten wesentlichen Tatsachen harmlos zugibt. Fehlt auch die von Mirbach an die Oberpräsidenten zur öffentlichen Bekanntgabe; Das vornehme Publikum, das die Tribünen füllte, verließ nach Möglichkeit, nur eine winzige Nebensächlichkeit als unrichtig auch das war keine amtliche Beeinflussung. Der Minister aber traf Erledigung der Mirbach- Interpellation eilends das Haus. Der Fall nachzuweisen, so erfindet sich man auch man auch wohl solch eine nicht die Absichten des Oberhofmarschalls der Kaiserin, der von einer Mirbach roch nach Skandal. Dagegen hatte es für die Gesellschaft gar Unrichtigkeit. Alsbald treten dann regelmäßig die Führer der öffentlichen Sammlung, an der sich Kreti und Pleti beteiligen fein Jntereffe, ob Arbeiter systematisch ihrer staatsbürgerlichen Rechte Barteien auf und erklären sämtlich feierlich, obwohl fie fein Wort fonnte, auf Grund seiner reichen Erfahrung keinen Erfolg versprach. beraubt werden. Hätte man die Mirbach- Gaffer um die Herzensmeinung von dem glauben, was sie sagen: es habe sich nunmehr heraus- Freiherr von Mirbach erließ also eine Stontre Ordre gegen das über die Saar- Jnterpellation gefragt, so hätten sie vermutlich geantwortet: gestellt, daß alle die bedenklichen Dinge, die man der Deffentlichkeit Schreiben des Ministers; man solle den Aufruf nicht veröffent Die Kanaille könnte schon froh sein, wenn fie die staatsbürgerlichen Rechte und der Regierung vorgeworfen hate, völlig haltlos feien. Man sei lichen, sondern in privater Weise für die Sammlung agitieren. Die auf dem Papier befäße. Auch die Abgeordneten folgten dem Beivollkommen befriedigt. Ein Meisterstück solchen parlamentarischen Oberpräsidenten waren so sehr an den überragenden Einfluß des spiele der Tribünenbesucher. Diese Interpellation über die LebensStomödienspieles ein Meisterstück der Plumpheit und des Er- privaten Hosbeamten gewöhnt, daß fie die Anweisung des Ministers frage des fiskalischen Proletariats wurde vor fast leerem, unauffolges lieferten Minister und Regierung im Februar dieses Jahres ignorierten und den Aufruf nicht veröffentlichten. merksamem und unruhigem Hause verhandelt. gelegentlich der Russendebatten und genau nach der gleichen Schablone wurde auch die Mirbach- Affäre erledigt. Der Minister hatte somit zugegeben: erstens, daß die Ober- Allerdings muß man zugeben, daß die Redner des Zentrums, präsidenten für die Sammlung wiederholt in Anspruch genommen Mary und Bachem, der übrigens trotz der ihm zugeschriebenen UeberBereits am 28. Juni dieses Jahres hatten die Freifinnigen worden sind und zweitens, daß er nicht nur über die Tätigkeit des arbeitung die wohl eine Art Abspahnung" ist recht frisch ihre Mirbach Juterpellation eingebracht. Am 30. Juni stand fie auf Freiherrn v. Mirbach unterrichtet war, sondern sogar fie, wenn auch aussah, daß diese Interpellanten fräftiger und wirksamer ihre Der Tagesordnung des Abgeordnetenhauses. Damals brannte die mit untauglichen Mitteln ungeschickt zu fördern versucht hat. Trotz- Sache führten, als die Freijinnigen in der Mirbach- Affäre. Und Affäre lichterloh. Die Regierung war in tödlicher Verlegenheit. Sie dem wiederholte Herr v. Hammerstein immer aufs neue, daß dies, obwohl das Zentrum an sich der allerungeeignetste Antläger wußte nicht, wie fich der Kaifer zu der Angelegenheit stellen würde er mit Jug und Recht am 30. Juni des Jahres sich in diesem Falle ist, da es in Oberschlesien genau die gleiche Unterund deshalb konnte sie nicht reden. Es war ihr gutes Recht, die als nicht genügend unterrichtet geberden durfte. Er habe drückung ausübt, die es in Saarabien erleidet. Beantwortung der Interpellation abzulehnen. Dann aber wäre nämlich von dent ersten Schreiben des Mirbach vom Minister Möller sprach wie Herr v. Hantmerstein. Ein paar eingetreten, was die Regierung gerade verhindern wollte, daß in Mai 1902 zunächst nichts gewußt. Das war das grelle Blendlicht Unliebsamkeiten feien zuzugeben, aber die Regierung habe durch jenem kritischen Augenblick die Angelegenheit zur parlamentarischen vor der Nampe! Diese ganz nebenjächliche Einzelheit wiederholte scharfe Restripte Abhilfe geschafft. Von einem System der UnterErörterung fam. Also verfiel sie auf den nicht gerade würdigen der Minister so oft, als wenn von der Entscheidung dieser Frage drückung und Vergewaltigung sei keine Rede. Gegen die Zuverlässige Kunstgriff, die Beantwortung der Interpellation für einen späteren die Beantwortung der anderen irgendwie abhinge, ob er bei der feit von Zeugenaussagen äußerte der Minifter plöglich ein tiefes Termin in Aussicht zu stellen und dadurch, dem geschäftsordnungs- Einbringung der Interpellation noch der„ reine Tor" in Sachen des Mißtrauen, während sonst irgend ein unklares Gedächtnisbild eines mäßigen Gebrauch zufolge, die augenblickliche Diskussion zu ver- Mosaitbettels gewesen sei. Zu allem lleberfluß gab der Minister hindern. noch zu, daß er bereits im April 1908 auch von dem früheren Schreiben des Freiherrn v. Mirbach an die Oberpräsidenten unter richtet worden sei. Gendarmen genügt, um Arbeiter ins Zuchthaus zu bringen. Hatte Herr v. Hammerstein mit Emphase als unverbrüchlichen Grundsaz Herr v. Hammerstein hatte dieses Manöver auszuführen. der Regierung verkündet, daß amtlich nicht„ Wohltätigkeit" erzwungen Wie er es tat, war es zunächst nur eine Verhöhnung des Parlawerden dürfe, so warf sich Herr Möller für die freie Wahl der Abments. An dem Tage, wo der Landtag in die Ferien ging, erklärte Somit hat Frhr. v. Hammerstein am 30. Juni 1904 alles hängigen ins Beug. Wie aber trop der schönen Grundfäße der er, daß er mit möglichster Beschleunigung, sobald es irgend ginge, getwußt und die Aften der Oberpräsidenten, die er eingefordert hatte, Polizeiminister einen Hauptschuldigen folcher Beeinflussung verdie Interpellation beantworten wolle. Die„ Atten" seien noch nicht fonnten ihm nichts Neues mehr sagen. Die Täuschung des Parla- herrlicht hatte, so pries auch der Handelsminister den Verantwortlichen Er feierte die Geschicklichkeit der eingetroffen. Auf diese Attengewissenhaftigkeit berief sich derselbe mentes war zugegeben und das Parlament quittierte über diese des faarabischen Systems. Minister, der im Februar dieses Jahres über die große vielfältig Täuschung, indem es feine volle Befriedigung fiber die aufklärenden faarabischen Verwaltung, mit der sie die Sozialdemokratie ferngehalten verästelte revolutionäre Bewegung in Rußland das Abgeordnetenhaus und erschöpfenden Mitteilungen des Ministers beteuerte. habe, und malte in leuchtenden Farben das soziale Paradies der Staatsin der Weise informierte, daß er aus polnischen Schriften ein paar Allerdings hatten die freisinnigen Interpellanten dem Minister arbeiter in den faarabischen Gruben. Er und nach ihm noch lebhafter groteste Polizeifälschungen vorlas. das Geschäft erleichtert. Wenn die Aktion überhaupt einen Zweck der nationalliberale Redner mahnten, den Saarbrückener Prozeß Der Hinweis auf die redliche Absicht möglichst rascher Beant haben sollte, so mußte man die ganze Tätigkeit des Freiherrn in der Versenkung verschwinden zu lassen, um nicht der Sozialwortung angefichts einer monatelangen Vertagung des Barlaments, b. Mirbach, das ganze System der modernen Kirchenbauerei, der Wohl demokratie Wasser auf die Mühle zu liefern. Es war ein erhabenes war zunächst nur eine dreiste Verspottung des Abgeordnetenhauses. tätigkeit mit dem Hintergrunde von Drdensdekorationen und Titeln, Bild, wie dar Redner der einstigen Kulturkampfpartei das geliebte Immerhin mußte man annehmen, daß der Minister, wenn er auch das Bankchristentum, die Nätsel des Pommernbant- Brozeffes erörtern. Zentrum beschwor, um der gemeinsamen Sache willen die fleinen genau so gut über die Affäre unterrichtet war wie jeder andere, Nichts von alledem geschah. Herr Träger begnügte fich damit, die Mosait Beschwerden über die Wahlbeeinflussungen in Saarabien zu verdoch persönlich von den Einzelheiten des Mirbachschen Mosail fammlung zu fritifieren, vor der Jnanspruchnahme des amtlichen Apparates geffen. bettels nichts wußte und vor allen Dingen nichts mit ihm zu tun für derartige Sammlungen zu warnen und er bemühte sich sogar, Die Fortfegung der Beratung der Interpellation über Saare " brüden erfolgt erst am nächsten Mittwoch; u. a. will noch Dasbach Die ganze Gegend bis auf 30 Werst südlich von Mukden ein. Randaliert darüber die erbitterte, aufgeregte Menge, so sprechen reden. Bis dahin geht das Haus wieder in die Ferien. ist verwüstet. Die Wege bieten einen bejammernswerten Offiziere, Förster und Mecklenburger(!) Gutsbefizer und Bächter Zwei Wahrheiten sind an einem Tage erfolgreich verschüttet, Anblick, lange Reihen von Verwundeten und Sterbenden liegen längs Recht"! zwei Helden des herrschenden Systems der Wahlen der Wahrheit derselben und daneben wandert die Bevölkerung ganzer Ortschaften Aber es gibt keinen Klassenstaat! Es gibt keine Klassen entrissen die Apotheose der Mirbach und Hilger war eine solche auf der Flucht vom Kriegsschauplatz, auf Karren ihre Frauen und Leistung daß sich die Retter und Ritter wohl eine Woche Ruhe vom Erdboden verschwunden. Mukden ist überfüllt von Flüchtlingen, Kinder ihre Habseligkeiten mit sich führend. Zahllose Hütten find justiz! gönnen dürfen. Zur Auffrischung. Hunderte von Familien liegen, von allem entblößt, mitten auf den Straßen. Die Feindseligkeiten sind noch nicht wieder aufgenommen, Nach der parlamentarischen Verschüttung der Mirbach- Affäre die Saltung der Japaner ist absolut verwirrend. geziemt es sich, an ein fürstliches Versprechen zu erinnern, in das In den letzten Tagen war die Lage ganz dunkel. Die Japaner, die Dunkel der Angelegenheit hineinzuleuchten. Herzog Ernst Günther entschlossen schienen, auf Mukden zu marschieren, stellten, ohne sicht veröffentlichte in diesem Sommer folgenden Brief durch die„ Kölnische Beitung": baren Grund, ihren Vormarsch plötzlich ein. Der Narrenstreich der baltischen Flotte hält noch immer die englische Deffentlichkeit in großer Aufregung. Die sehr verspätete und recht zurückhaltende Beileidserklärung des Zaren hat in England durchaus nicht befriedigt. Man hatte mit 26. Recht eine raschere und schärfere Verurteilung des Narrenstreichs der russischen Flotte durch den garen erwartet. Die englische Bresse, so meldet das" Wolfffche Bureau" aus London, begrüßt die Tatsache der Erklärung des Kaisers von Ruß land in bezug auf den Vorfall in der Nordsee mit Genugtuung, häit aber diese Erklärung für nicht ausreichend. Die Times" sagen, die Erklärungen ließen nicht erkennen, daß man sich in Petersburg über die Abscheulichkeit der Gewalttat tlar ſei. Sie hoffe, saß bie russische Flotte bei Vigo oder Gibraltar angehalten werde. Es sei offenbar, daß in Petersburg die Absicht vorhanden sei, die Sache so darzustellen, als habe die Fischerflotte selbst zu dem Mißverständnis durch Nichtbefolgung eines durch Signale gegebenen Befehls Veranlassung gegeben, aber die russische Flotte habe kein Recht, der englischen Fischerflotte Befehle zu erteilen. Der„ Daily Telegraph" sagt, aus den Petersburger Meldungen gehe hervor, daß man dort der sehr gefährlichen und falschen Ansicht sei, England könne straflos angegriffen werden, niemals sei die englische Nation so einig gewesen als augenblicklich gegenüber dem beispiellos gewalttätigen Angriff auf harmlose Schiffer. Es sei aber zweifelhaft, ob man sich in Petersburg durch die allgemeine Verurteilung seitens der zivilisierten Welt der Wahrheit zugänglich zeigen werde; denn diejenigen, die die Wahrheit in ihr Gegenteil zu verkehren bestrebt seien, seien stark. Auch englische Regierungsvertreter äußern sich in sehr scharfer Tonart über die Amoktat der baltischen Flotte. Der Erste Lord der Admiralität Earl of Selborne, der gestern abend bei einem Festmahl des Pilgrims Club zu Ehren des amerikanischen Admirals Jewell und der Offiziere des jetzt in den englischen Gewässern befindlichen amerikanischen Geschwaders präsidierte, sagte dabei in einer Ansprache: Man erwartet wohl von mir einige Worte über das tragische Ereignis in der Nordsee. Eine unentschuldbare Freveltat ist ist begangen worden. Wenn diejenigen, die für einen so schrecklichen Mikgriff verantwortlich sind, Engländer oder Amerikaner gewesen wären, so würde England oder Amerika sofort in vollstem Maße um Entschuldigung gebeten, jede nur in ihrer Macht stehende Wiedergutmachung dargeboten und die für den schrecklichen Mißgriff verantwortlichen Personen bestraft haben. Ich hege teinen Zweifel, daß auch der Kaiser von Rußland und das russische Volt diesen Weg einschlagen werden. England hat denn auch bereits Vorkehrungen getroffen, um Rußland den Ernst der Situation flar zu machen. = In einem Spezial- Telegramm des„ Tag" aus Mukden vom Oftober heißt es: Die militärische Lage ist unverändert. Beide Armeen stehen sich in gerader Front gegenüber, teilweise nur auf 500 Schritt Entfernung. Vom Dorfe Schahopu, das in russischen Händen ist, zieht sich die Schlachtlinie westlich bis an den unteren Hunho, östlich bis zum Kautulingpaß, der 30 Werst von Schahopu entfernt ist. Die Russen stehen somit teilweise auch füdlich des Schaho, wo auch der vielgenannte Hügel mit dem Baum" liegt. Die gel mit be legten Schlachten brachten keine Entscheidung. Die Ver lufte der Russen sind wahrscheinlich größer als die der Japaner. Offiziös allerdings werden für die Tage vom 8. bis 20. Oktober tot, folgende russische Verlustziffern angegeben: Offiziere 95 tot, 401 verwundet, 12 vermißt; Mannschaften 2598 tot, 17 067 verwundet, 3043 vermißt, insgesamt 508 Offiziere und 22 708 Mann. Diese Angaben weichen aber wesentlich von den früheren, aus zuverlässigsten Quellen erhaltenen Mitteilungen ab. Die jetzt eingetretene erhöht die Schwierigteiten der Verpflegung. Die über den Taitseho ge= gangenen Abteilungen sind wieder zurückgenommen worden. Der Tuminlingpaß im Südosten war im offiziellen Armeeblatt" irr tümlich als gestürmt angegeben; tatsächlich ist der Sturm nur bis auf 100 Meter an die japanische Stellung herangelangt und dann auf höheren Befehl eingestellt worden. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Japaner bald wieder die Offensive ergreifen. Dies könnte vielleicht die Räumung von Mukden bewirken. Die hierher gemeldete Aufstellung einer neuen japanischen Armee in Korea gilt als Antwort auf die Bildung der zweiten russischen Mandschurei- Armee. Winterkälte " daß alle Nachrichten aus Mukden nur nach Passierung der strengsten Man muß sich bei Bewertung dieser Meldung vergegenwärtigen, Bensur durchgelassen werden! Politifche Ueberlicht. Berlin, den 26. Oftober. Ein neues Löbtau! Ein Privattelegramm meldet uns aus Rost od: Sehr geehrter Herr Geheimrat! Gewisse Blätter haben versucht, mich mit der Affäre der Pommerschen Hypothekenbank in Verbindung zu bringen. Ich habe mich infolgedessen veranlaßt gesehen, einleitende Schritte zu unternehmen, um auf gerichtlichem Wege gegen die Verbreitung solcher Gerüchte über meine Person vorzugehen. Prozesse gegen die Presse habe ich bisher zu vermeiden gesucht, da bei einer Verurteilung meist die eigentlich Schuldigen nicht getroffen werden. In diesem Falle könnte jedoch eine Angelegenheit vielleicht schneller geklärt eine werden, in der es im allgemeinen Interesse dringend geboten scheint, daß mäglichst Licht über alle Punkte verbreitet wird. Ich darf wohl annehmen, daß Euer Hochwohlgeboren Wunsch mit dem meinigen in dieser Richtung übereinstimmt. Was meine Person betrifft, so habe ich sowohl bei Hofe wie in meinen Bekanntenkreisen niemals ein Hehl daraus gemacht, daß ich ein Gegner der Art und Weise sei, wie Herr v. Mirbach freiwillige Spenden veranlaßt hat. Ich habe ferner die Pommersche Hypothekenbank von Anfang an als ein Bankinstitut bezeichnet, das wenig geeignet sei, in näherer Verbindung mit dem Hofe zu stehen. Es ist daher auch ebenso töricht als unwahrscheinlich, mich mit der Pommernbank in irgend eine Verbindung zu bringen. Selbstverständlich habe ich unter diesen Umständen niemals irgend welche Beziehungen weder zur Pommernbank oder zu ihren Leitern, den Herren Schulz und Romeid, gehabt. Hatte doch schon der Zusammenbruch der Preußischen Hypotheken- Aktienbank gerade in Niederschlesien einen besonders ungünstigen Eindruck hinterlassen, wo eine Menge wenig vermögender Leute ihre Spargroschen einbüßten. Durch die Gerichtsverhandlung im Prozeß der Bommerschen Hypothekenbank ist der Verbleib derjenigen 325 000 M. nebst Zinsen nicht Klargestellt worden, über die Herr v. Mirbach quittiert hat, ohne sie jemals empfangen zu haben. Auch Ihr jüngst veröffentlichter Briefwechsel mit Herrn v. Mirbach hat darüber eine Klarheit nicht geschaffen. Es ist dringend wünschenswert, daß die Empfänger dieses Geldes festgestellt werden. Mit dem Ausdruck der vorzüglichsten Hochachtung Euer Hochwohlgeboren sehr ergebener Herzog Holstein. Der Herzog hat sein Wort verpfändet. Bisher hat man zwar von einem Verfahren noch nichts gehört, aber es wird doch wohl So wird es schließlich doch noch Licht werden. -? Deutfches Reich. Das Schwurgericht zu Güstrow erkannte heute gegen vorbereitet. den Arbeiter Hans Evert auf 15 Monate Zuchthaus, gegen Dderden Vorschnitter Stanislaus Andzinski auf 12 Monate, den Arbeiter Wilhelm Sarkander auf 10, den Tischler Herman Mau auf 6, den Arbeiter Christian Drews auf 8, den Stellmacher Wilhelm Ehlert auf 8, den Arbeiter Frig Ueber den Bankrott der Eingeborenenpolitik in unseren Kolonien." Hartmann auf 8, den Schmied Friedrich Schleichert stellt die„ Deutsche Tageszeitung" Betrachtungen an. Das Thema ist auf 8 und den Arbeiter Wilhelm Hudsdorf ebenfalls auf sicherlich sehr aktuell. Der in Südwestafrika zutage getretene 8 Monate Gefängnis. Der Arbeiter Markowski wurde Bankrott" unserer Eingeborenenpolitik sollte in der Tat zu freigesprochen. ernstlichster Selbsteinkehr veranlassen. Mit der Politik a la Peters, Leist, Wehlau, Schröder, Arenberg, Kossak und Konsorten, der Brutalisierung der Eingeborenen, mit dem System des Erschießens, Hängens, Auspeitschens, des Land- und Viehraubes, furz mit der ganzen bisherigen Conquistadoren Politik haben wir die bittersten Erfahrungen gemacht. Wohin man damit gelangt, hat uns ja der Aufstand in Südwestafrika gelehrt, eine Lehre, für die die deutschen Steuerzahler diverse hundert Millionen be zahlen müssen. Nach Ausführung der von der Admiralität erlassenen Befehle an bas Mittelmeer-, das Kanal- und das Heimgeschwader werden, wie das Laffan Bureau" meldet, fast hundert Kriegsschiffe, darunter 34 gepanzerte, versammelt sein, wahrscheinlich bei Gibraltar, um die weitere Entwickelung des russisch- englischen Zwischenfalls abzuwarten. Ein Jahr und drei Monate Zuchthaus und fünf Jahre acht MoWeiter wird gemeldet, daß die Admiralität die sofortige Non- nate Gefängnis hat das Güstrower Schwurgericht an einem Tage verzentrierung des Pacific Geschwaders bei Esquimault( Britisch hängt! Kolumbien) und die Mobilisierung von 25 000 Mann Marine- Und was war die Ursache? reserven anordnete. Das Heimgeschwader ging gestern abend In Rostock waren die Bauarbeiter ausgesperrt. Die Behörden von Cromarth( schottische Nordseeküste) nach Süden. Das Stanal- leisteten in der bekanntent Weise ihre Dienste. Alles taten sie für das geschwader nimmt in Gibraltar mit großer Beschleunigung Kohlen Unternehmertum; alles taten sie gegen die Arbeiter. Die Schußleute ein. Beide Geschwader haben Befehl, bis heute abend ihre Vor- begleiteten die Arbeitswilligen, welche ein paarmal von den Ausgesperrten bereitungen zu beenden. Das Mittelmeer Geschwader, dessen ohne irgendeine Bedrohung begleitet worden waren, von und nach Manöverplan abgestellt worden ist, geht sofort von Venedig nach den Bauplätzen, und das steigerte die Erregung in der ArbeiterSüden. Es dürfte sich bei Gibraltar dem Kanal- Geschwader an- bevölkerung zur Siedehige. Am 2. Juni fanden aus diesem Anlaß schließen. In Marinefreisen hält man es dem„ Daily Expreß" zu- in den Straßen Rostocks, durch welche die Arbeitswilligen transfolge durchaus nicht für ausgeschlossen, daß ein startes fliegendes Geschwader von Portsmouth entsandt wird, um das russische OstseeGeschwader zu überwachen und die internationale Schiffahrt zu schützen. Natürlich handelt es sich dabei keineswegs um kriegerische Maßnahmen, sondern nur um Demonstrationen, die aber dem täppischen russischen Bären zeigen sollen, daß man ihm nötigenfalls träftig auf die frechen Pranken schlagen wird. Etwas größeren Schneit, als ihn die deutsche Regierung in einem ähnlichen Falle beweisen würde, belundet England immerhin. Die ganze ruffische Unverschämtheit betwelft eine Auslassung des offiziösen, Journal de St. Petersbourg". Dies Blatt führt das„ Unglück", das sowohl für die Russen wie für die Engländer als ein solches zu betrachten sei, auf die unmögliche Art und Weise, in der die Japaner den Krieg auffaßten, zurüd. Jedenfalls werde die russische Regierung jeden Schadenersatz leisten, welchen das Gerechtigkeitsgefühl der Russen und Engländer verlange. Der Nipponismus" kenne teine durch die militärische Ehre gesetzten Grenzen, die Grenze zwischen wirklicher und eingebildeter Gefahr sei dadurch verwischt; die Folge davon sei das Unglück bei Hull. Das einzige Gegenmittel sei, den " Nipponismus" in Acht zu erklären. " portiert wurden, Ansammlungen statt, an welchen sich auch die Angeklagten beteiligten. Sie sollen bei dieser Gelegenheit mit vereinten Kräften den Polizeibeamten und den zu ihrer Unterstügung zugezogenen Personen, dem Unteroffizier Gebert und den diesen begleitenden Soldaten Widerstand geleistet haben und sind deswegen des Aufruhrs angeklagt worden. In welcher Weise die Verhaftungen vorgenommen wurden, darüber geben die Angeklagten selbst folgendes Bild: = Seltsamerweise bewegen sich aber die Betrachtungen des Agrarierblattes in einer ganz anderen Richtung. Das Blatt der junkerlichen Brotwucherer findet nicht etwa, daß man nun endlich die Eingeborenen menschlicher behandeln müsse, nein es erklärt den Bankrott aus der zu milden, zu humanen Behandlung der Eingeborenen! Ja, das Blatt der modernen Krippenreiter kommt seinen Lesern auf auf einmal philosophisch. Es beruft sich auf feinen Geringeren als Carlyle, der seinerzeit darauf hingewiesen habe, daß die Ausübung kolonialen Arbeitszwanges ein Recht der höher stehenden weißen Rasse sei. Kein Mensch habe das Recht, müßig und faul zu leben, sondern nur das Recht, zu arbeiten. Tue er das nicht freiwillig, so dürfe er dazu gezwungen Angell. Ehlert: Ich gehöre weder dem Arbeiterverband an werden. noch zu den Ansgesperrten. Als ich an der Ecke der Leonhardstraße Es berührt ungemein fomisch, daß gerade das Organ der stand, wurde der Mitangeklagte Andzinski verhaftet. Ich habe dem Ritter vom geflickten Strohdach die Carlylesche Theorie vom Schußmann Steinmüller, der auf Andzinski losging und ihn miß- Recht zur Arbeit, von der Arbeitspflicht predigt. Hat doch das handelte, zugerufen:„ Schlagen gilt doch nicht!" Darauf sagte deutsche Junkertum allezeit einen Stolz darin gesetzt, zu ernten, und Schutzmann Steinmüller zu seinem Kollegen Warnow: Der muß zwar sehr reichlich zu ernten, ohne gefäet zu haben. Man lese z. B. auch noch mit", worauf Warnow mich festnahm. nur nach, was ein sehr konservativer Autor, Gustav Freytag, in seinen Bildern deutscher Vergangenheit" über das schmarozende Treiben der Krippenreiter und über die ganze parasitäre Existenz des Junkertums im 17. und 18. Jahrhundert so anschaulich erzählt! Ehlert erhielt acht Monate Gefängnis! Angell. Schleichert: Ich wohne in der Waldemarstraße und führte mich mein Weg deshalb in jene Gegend. Ich habe den Schuhmann Bruhn nicht angefaßt, um ihn von der Verhaftung eines anderen abzuhalten. Mich faßte der Schumann Müller bei der Kehle, so daß mir fast die Luft wegblieb. Dann hat er mir einen Daumen aufs Auge und mich mit dem Kopf auf den Erdboden gedrückt und hat sich mit seinem Körper auf mich gelegt. Der Polizeiwächter Treter kniff mich unterwegs in den Arm. Vor der Wache bekam ich einen Schubs, daß ich in die Wache hineinflog. Schutzmann Müller sagte zu mir bei meiner Entlassung: „ Ich würde wohl ein Jahr friegen, er wolle mir schon eins anhängen." " Freilich anerkannten auch die Junker allezeit eine Pflicht zur Arbeit. Nur nicht für sich selbst, sondern für die geknutete, frondende Maffe. Ihre armen bäuerlichen Leibeigenen schirrten sie schlimmer als Lastvich ins Joch. Knapp schildert in seiner Bauernbefreiung" sehr drastisch, wie es den Bauern erging: " Die Kost derselben war folgende: fünf- bis achtmal im Jahre Fleisch, oft von frankem und halbtrepiertem Vieh, sonst Graupen, Hirse, Erbsen, nicht immer ſatt zu essen. Hamster, das Fleisch bon trepierten und lebendig verbrannten, mit Schutt bedeckten Kühen essen sie als eine Delikatesse auf der Stelle und suchen es unter dem Schutt hervor." Sie erklären, ,, daß sie lieber zehn Jahre im Zuchthause als zwei Jahre bei der Herrschaft arbeiten würden"." Die meisten, wenn sie gestorben sind, werden in eine von Mistbrettern zusammengenagelte Riste gelegt und dann begraben." Einen frecheren Hohn kann man sich kaum denken! Besoffene Offiziere richten in der Nordsee unter englischen Fischerbooten ein Blutbad an, in der alkoholischen Wahnvorstellung, es mit einer japanischen Kriegsflotte zu tun zu haben und dann lästert ein offiziöses russisches Blatt noch über japanische Verstöße gegen die Kriegsführung. Und das nach all den vorangegangenen dreiften Ganz so schlimm fiel die Sache nicht aus: Auch Schleichert Verstößen der Russen gegen das Völkerrecht. Das nach den völker- erhielt" nur" acht Monate Gefängnis. rechtswidrigen Beschlagnahmungen und Beraubungen neutraler Der Angeklagte Sarkander, der auf der Rückkehr von einem Handels- und Postdampfer, nach dem In- den- Grundbohren der ,, Thea", Besuche in die Menschenmenge geriet und infolge seiner Kurzjenes deutschen Schiffes, das schon allein wenn es sich um Haiti fichtigkeit die Ursache des Auflaufes nicht erkannte, erhielt zwar oder Venezuela gehandelt hätte- einen mehr als ausreichenden durch ein Sachverständigenurteil seine Kurzsichtigkeit bescheinigt Und ein selbst hochadeliger Herr, Hermann Graf zu Dohna, casus belli abgegeben hätte! durch das Schwurgerichtsurteil aber außerdem 10 Monate Geschilderte in seiner Schrift über die freien Arbeiter im preußischen Es trifft eben zu, was wir schon vor einigen Tagen fonstatierten: fängnis! Staate die gute alte Zeit der patriarchalischen Junkerherrschaft die neueste beispiellose Gewalttat Rußlands ist mag sie immerhin Der Haupträdelsführer" Andzinski ist Katholik. Er hatte, als folgendermaßen: unter Einwirkung des Alkohols verübt worden sein nur ein er aus der Kirche fam, ein Rencontre mit den Schuhleuten, neues Glied in der Kette unerhört frecher Barbareien, die von Rußland die sich über seinen Glauben lustig machten. systematisch, unter bewußt dreistester Verhöhnung der europäischen Der Katholizismus ist nämlich in Mecklenburg nach behördlicher Staaten inszeniert worden sind und aller Voraussicht nach auch noch Ansicht etwas Minderwertiges. Bei seiner Verhaftung hat er nachher in Zukunft verübt werden dürften! ,, wie ein Wilder getobt". Urteil: 15 Monate Zuchthaus! Die Lage bei Mukden hat sich noch immer nicht verändert. Von einer neuen russischen Offensive, von der bereits der russenfreundliche Telegraph faselte, ist nichts zu bemerken. Es scheint vielmehr, als wollte sich Kuropatkin demnächst weiter rückwärts konzentrieren, ohne nochmals das Kriegsglück auf die Probe zu stellen. Der, Agence Havas" wird aus Mukden von gestern gemeldet: Die Truppen leiden sehr unter der Kälte. Es war die gute alte Zeit, wo die Gutsherren den größten Teil ihres Lebens der Jagd und der Gastfreiheit für ihre Standesgenossen widmeten, so sie eine Ehre darin suchen mußten, ihre Gäste unter den Tisch zu trinken; wo aus den Fenstern des Schlosses Jubel und Becherklang ertönte, und unter den Fenstern der Stock des Fronvogts schwirrte." Als Geschworene fungierten bei diesem Volksurteil": Rentner Tiedt, Gutsbefizer Schondorf, Erbpachthofbefizer Nizze, Es entspricht also nur den junkerlichen Traditionen, das System Gutspächter Seemann, Revierförster Rutiet, Domänenpächter des Arbeitszwanges und des Prügelns, das man jahrhundertelang Blant, Hauptmann Reuter, Domänenpächter Hesse, Haupt- an deutschen Bauern erekutiert, jetzt auch für die Kolonialpolitik zu mann Stamer, Revierförster Plagemann, Forstmeister von empfehlen! Die„ Deutsche Tageszeitung" irrt sich nun darin, daß Strahlendorf, Gutsbesitzer Peters, Kommissionsrat UII- sie dies System als neue Institution empfehlen zu müssen rich, Gutspächter Steinmann. glaubt unsere ganze Kolonialpolitik basiert seit ihren Anfängen Die Unternehmer werfen ihre Arbeiter strupellos auf die Straße. auf demselben! Wenn diese das sich nicht ruhig bieten lassen, schreitet die Polizei Wahlrechtsverschlechterung für Diäte». Wir besprachen die lebhaften Klagen des Zentrums über die Verweigerung der Reichs- tags-Diäten. Natürlich ist die Scharfmacherei sogleich auf dem Plane, die Forderung, die den geregelten Gang der Parlaments- arbeit herbeiführen soll, mit wahlrcchtsfcindlichcn Gegenforderungen zu beantworten Die„Post" schreibt: „Wenn überhaupt, so ist die Gewährung von Diäten jedenfalls nicht ohne einen Ausgleich auf dem Gebiete des Wahlrechts selbst für diejenigen Wirkungen denkbar, um derentwillen die Reichs- Verfassung die Diätenlosigkeit der Rcichstags-Abgeordnctcn vor- sieht Ein solcher Ausgleich läßt sich auch ohne Aenderung der verfassungsmäßigen Grundlagen des Rcichswahlrechtes sehr wohl bieten. Die Einführung der permanenten Wähler li ste, die Bestimmungen, wonach die Ausübung des Wahlrechtes an eine festgesetzte Dauer des Wohnsitzes am Wahlorte geknüpft wird, vielleicht auch die Hinaufschiebung des Alters der Wahlfähigen wenigstens für diejenigen Wähler, welcheder wirtschaftlichen Selbständigkeit ent- b e h r e n, und anderes mehr würden voraussichtlich auch unter dem staatserhaltenden Gesichtspunkte einen vollgültigen Ausgleich für die Beseitigung der Diätenlosigkeit bieten können. Gerade der Heißhunger des Zentrums nach Diäten würde die Möglichkeit bieten, die Zustimmung des Reichstages für einen solchen Aus- gleich auf dem Gebiete des Wahlrechtes zu gewinnen. Ob man auch um diesen Preis sich zu einem Verzicht auf die Diäten- losigkeit seitens der verbündeten Regierungen verstehen will, ist eine Frage für sich: jedenfalls aber enthält gerade das lebhafte Drängen des Zentrums nach Gewährung von Diäten die dringende Mahnung, auf keinen Fall die Diätenlosigkeit der Reichs- tags-Abgeordneten ohne ausreichenden- Ausgleich auf dem Gebiete des Wahlrechtes aufzugeben." Im Reichstag haben mit der großen Majorität auch freikonser- bative Abgeordnete schlechthin für die Diäten gestimmt. Die„Post" aber vertritt in ihrer Aeußerung die Anschauung einer kleinen, aber hinter den Kulissen einflußreichen Clique. Das ist das deutsche Bürgerelend, daß die großen Reichstagsparteien ihrem berechtigsten und dringendsten Anspruch vor der Scharfmacherwühlerei entsagen müssen.— Preußische Wahlrechtsanträge. Infolge eines Druckfehlers ist gestern die Beratung der preußischen Wahlrechtsanträge für den 2(3. November angesetzt worden, es sollte 2. November heißen. Indessen die Anträge werden, wie die Geschäftsordnungsdcbatte am Schluß der Mittwochsitzung des Abgeordnetenhauses ergab, auch am 2. November nicht verhandelt werden. Obwohl das Haus nicht weiß, was es mit seiner Zeit anfangen soll und deshalb in die Ferien geht — Obstruktionsferien gegen den Kanal unter dem Vorwand emsiger Kommissionsberatung!— hat man die Anträge nicht aus die Tages- ordnung der nächsten Sitzung gesetzt. Man hat gar keine Eile, die Wahlrechtsfrage zu erörtern, auch lvenn nur die Karikatur einer „Reform" in Frage kommt!— Zerstörtes Wahlkartell. Sämtliche„Ordnungsparteien" des Reichstags-Wahlkreises Sorau-Forst hatten ein Wahlkartell ab- geschloffen, das den Nationalliberalen das Reichstagsmandat zu- schanzte und daneben ein Landtagsmandat, während das zweite Landtagsmandat den Biindlern und Konservativen gesichert sein sollte. Inzwischen regt sich aber bei den Biindlern der Appetit nach mehr, und angesichts des Umstandes, daß die reichlich 60 sozialdemo- kratischen Wahlmänner keine Neigung verspüren werden, für die gerade in Forst in der schäbigsten Weise unter anderem als Ver- schlechterer des kommunalen Wahlrechts auftretenden National- liberalen einzutreten, stellten die Biindler für die am Donnerstag zu vollziehende Nachwahl an Stelle des verstorbenen National- liberalen v. Reimnitz einen zweiten Bündler auf in der Person des früheren Landrats v. Wackerbarth. Darob Aerger bei den nationalliberalen Kartellbrüdern, der zu Hellem Zorn entfacht wurde, als die Bündler sich den Scherz erlaubten, sozialdemokratische Wahlmänner zur Stimmabgabe für Wackerbarth zu animieren. Unser Forster Parteiblatt wies spaßes- halber scheinbar die Bündlerhoffnungen nicht zurück und so räionnierte die nationalliberale Provinzpresse mit Einschluß der„National- liberalen Korrespondenz" acht Tage über die Schlechtigkeit der Welt. Schließlich aber sagten die Nationalliberalen sich: Vielleicht geht's im Guten— und so flatterten auch einzelnen sozialdemokratischen Wahlmännern Zirkulare ins Haus, die um Stimmen für Herrn König- Guben, den bekannten Fahrplanmenschcn und langjährigen Verächter des Buchdruckertarifs, jetzigen nasionalliberalcn Kandidaten, betteln. Allen Hoffnungen macht in letzter Stunde eine Erklärung der sozialdemokratischen Parteileitung ein Ende, die die Worte Heines vom Abt und Rabbi variiert. Die ehemaligen Kartellbrüder müssen ihren Streit unter sich ausfcchten und wahrscheinlich werden die Nationalliberalen den Sitz verlieren. Bei der Reichstagswahl, lvenn es gegen den Umsturz geht, werden die feindlichen Brüder sich wieder finden.— Die Leistungen antidemokratischer„Selbstverwaltung". Auf dem famosen Frankfurter Wohnunaskongreß. auf dem man in so wilder Weise den Turmbau zu Babel— als angemessene Wohnung für unsere„Sozialreformer"— fortzusetzen bemüht war, verteidigte der Oberbürgermeister von Kottbus Werner die Selbstverwaltung, die aber nicht auf der Herrschaft der Massen beruhen dürfe. Die„Märkische Volksstimme" charakterisiert an der Kottbuser ÖJemeindeverwaltung eine solche Herrschaft der Massenaussperrung: Herr Werner klagt zwar über die Aufsicht des Staates. Aber wir hegen begründeten Zweifel, daß die Klage empörtem Freiheits- empfinden entspringt. Ist er doch selbst in seiner Verwaltung den Wünschen der preußischen Regierung gar bereitwillig entgegengekommen. Es sei erinnert an die Ausweisung des Arbeiter-Turn- vereinS aus der städtischen Turnhalle I Herr Werner brachte der Regierung die Ausweisung auf dem Präsentierteller entgegen. Aber die Selbstverwaltung erscheint ihm dreimal heilig, wenn die Staatsverwaltung auch nur schüchtern, wie beim Wohnungsgesctz- Entwurf, einen Vorstoß macht, der die Interessen der kommunal- polifisch herrschenden Klassen bedroht. Es ist vielleicht an dem, wie schon gemunkelt wurde, daß die preußische Regierung mit Zwangsmaßrcgeln droht, falls Kottbus nicht endlich ein Krankenhaus schafft, das wenigstens dem dringendsten Be- dürfnisse genügt. Für die Bewilligung der Baugclder zu einem Offizierskasino trat Herr Werner als Oberbürgermeister ein, da? ganz unzulängliche Krankenhaus aber däucht ihm gut genug. Herr Werner selbst spricht sich dahin aus, dazu sei kein Geld da. Der Rennverein erhält städtische Subvention I Das sind freilich Zustände, die eine sozialdemokratische Gemeindeverwaltung nimmermehr bestehen läßt. Und eine solche Verwaltung würde auch ein ganz energisches Wort reden gegen die Polizeiverfolgungcn der Arbeiterorganisationen, die unter der Aegide des Polizeivorstehers Herrn Oberbürgermeister Wenrer geradezu zu einer Kottbuser Spezialität geworden sind. Ueber die sozialpolitische Einsicht des Herrn Werner sei nur das eine Zeugnis noch angeführt, das er selbst sich ausstellte, indem er erfolgreich für Ablehnung des Begehrens eintrat, städtische Druck- fachen nur in tariftreuen Firmen herstellen zu lassen. Wo ist denn Selbstverwaltung, wenn die ungeheure Mehrheit der Einwohnerschaft von Kottbus nicht die geringste Vertretung hat in den Gemeinde- kollegien? Zur hoffnungslosen Drittelminderheit verurteilt von vornherein das Dreiklasseuwahlunrecht die Masse der Besitzlosen. Zu allem Ueberfluß hat der Kottbuser Kommunallibcralismus noch eine besondere Barrikade aufgeworfen, indem er die Zulassung selbst zum hoffnungslosen Scheinrecht der dritten Wählerklasse von der Ent- richtuug einer besonderen Bürgcrrechtsgebühr in Höhe von 10 M. abhängig macht. Als dennoch einmal, aller Schwierigkeiten ungeachtet, ein Sozial« demokrat in die Stichwahl kam und er gewählt gewesen wäre, weil seinem Gegenkandidaten, einem Bahupolizeibeamten, das passive Wahlrecht inaugelte: da erklärte doch wider Gesetz und Recht die auf dem Kottbuser Rathaus herrschende Mehrheit des Bahnpolizei« beamten Wahl für gültig, und obgleich die übergeordnete Instanz sder Bezirksausschutz) die Kassation des betreffenden Mandats aus- sprach, verharrte diese Mehrheit auf ihrer Ungesetzlichkeit. Der höchste preußische Verwaltungsgerichtshof mußte ein Machtwort sprechen. Das sind ein paar Ausschnitte aus der Praxis einer nicht- demokratischen Komnruitalvcrwaltung.— Im Rcichstagswahlkreise Thorn-Briesen-Kulm ist eine Er- satzwahl zu erwarten. Wie die„Gaz. Grudz." mitteilt, ist Abg. B r e j s k i entschlossen, sein Mandat, da es doch seitens der Wahl- Prüfungskommission für ungültig erklärt werden dürfte, noch vor der Entscheidung niederzulegen. Brejski gewann den Kreis mit nur 27 Stimmen Mehrheit über den deutsch-konservativen Kandidaten. Ohne den Majesttttsschutz durch Strafgesetz alaubt man in Koburg und Gotha auskommen zu können. Wir lesen in der „Deutschen Freien Presse": Eine in der Aera der Majestäts- beleidigungsprozesse l �merkenswerte Erscheinung verdient hervor- gehoben zu werden. Während der nun mehr als vierjährigen Dauer der Regentschaft ist in den beiden Herzogtümern Koburg und Gotha nur e i n Fall von ivdajcstätsbeleidigung zur Anzeige gebracht und zur gerichtlichen Bestrafung gelangt. Wegen einer in der Trunken- heit verübten Beleidigung des Herzog-Rcgcnten erfolgte«ine Ver- urteilung zu drei Monaten Gefängnis. Der Regent hat indessen dem Verteidiger eröffnen lassen, daß er den Verurteilten begnadigen werde.— Militärische AchtungSverletzung. Wilhelmshaven, 25. Oktober. Das Kriegsgericht der zweiten Marinc-Jnspektion verhandelte heute wieder einmal in zwei Fallen wegen AchtungSverletzung und tätlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten. Die Urteile, die hierbei gefällt wurden, sind so recht geeignet, drastisch den Unterschied darzutun, der darin besteht, ob ein Unteroffizier auf dem Kaserncnhof einen wehrlosen Rekruten schlägt und mißhandelt oder ob ein Untergebener, ein gemeiner Soldat, in der Trunkenheit sich gegen einen Vorgesetzten un- gehörig benimmt. Am 4. August d. I. traf in der Milrtär-Schwimmanstalt der Matrose Braun von der 4. Kompagnie der 2. Matrosen-Division mit dem sich in Zivil befindlichen Militärarzt Dr. Mann zu- sammcn. Braun glaubte, Dr. Mann sei ein Zivilist und klopfte ihn dieserhalb plump vertraulich auf die Badehose. Als sich nun Dr. Mann als militärischer Arzt zu erkennen gab, machte der Matrose die Dummheit, dem Vorgesetzten noch einige recht dumme Bemerkungen an den Kopf zu schleudern, er wurde dieser- halb, obwohl man seinen angetrunkenen Zu- stand in Berücksichtigung zog, zu 16 Monaten Ge- sängnis verurteilt.— An demselben Abend hatte der Ober- matrose Herzog von der 4. Kompagnie der 2. Matrosen-Division in stark angeheitertem Zustande auf der Straße ein Rencontre mit Zivilisten, so daß ein kleiner Auflauf ewtstand. Der des Weges kommende Obermaat B r o s s a k fragte den Obermatrosen nach seinem Namen, worauf er von dem erregten Manne die Antwort erhielt:„Sie sind wohl verrückt." Er wurde als Arrestant er- klärt, ging auch eine kurze Strecke Weges mit, machte aber dann einen Selbstbcfreiungsversuch, wobei er de» Maaten ins Auge schlug und auch etwas würgte. Schließlich wurde er mit Hülfe hinzu- gekommener Maaten nach der Kaserne gebracht, wo er noch einen Feldwebel in achtungswidrigcr Weise anrempelte. Der angetrunkene Obermatrose mutz nun sein Benehmen mit 2 Jahren 15 Tagen Gefängnis büßen.—_ Weil er kein Brot hatte. Wegen AchtungSverletzung vor ver- sammelter Mannschaft stand der Reservist Ernst Sachse gestern vor dem Kriegsgericht der 2. Garde-Division. Der Angeklagte, welcher in der 2. Kompagnie des 5. Garde-Reginumts zu Fuß gedient hat, hatte im August eine längere Uebung mitzzimachen. Am 28. August hatte die Verwaltung nicht für genügende Brotvorräte für die Mannschaften Sorge getragen, und da an dem betreffenden Sonntag das Proviant-Amt geschlossen war, so nrußte die Verteilung des fälligen Brotes unterbleiben. Als der Ang eklagte, dessen Vorrat an Brot ausgegangen war und der nicht in d er Lage war, sich solches zu kaufen, am nächsten Morgen mit anderen Kameraden und Vor- gesetzten beim Gewehrputzcn war, äuherde er einem der letzteren gegenüber:„Wie ist denn das, gibts denn heute noch kein Brot? Ich habe ja schon zwei Tage keins bekommen. Wenn nian in Zivil seine Steuern zahlt, hat man doch nicht nötig, beim Militär Hunger zu leiden. Als ich von Hause wegging, habe ich 6 M. zahlen müssen und wenn ich wieder zurückkomme, muß sich wieder welche zahlen. Ich bin doch nicht hergekommen, um bei den Preußen Hunger zu leiden!" Ein anderer Reservist antwortete dem Angeklagten bc- ruhigend:„Andere müssen auch Steuern zahlen und haben kein Brot!" S. wurde wegen dieser Acußcrurigen wegen Achtungsver- letzung vor versammelter Mannschaft vor ein Standgericht gestellt und zu zwei Wochen strengen Arrest vcrurbnlt. Gegen dieses Urteil legten sowohl der Angeklagte als auch der stlcrichtsherr Berufung bei dem Kriegsgericht der 2. Garde-Division ein. Das Kriegsgericht verwarf gestern beide Berufungen und bedamertc in der Begründung, daß der Angeklagte für seine Unbcdachtjiamkeit durch das Gesetz bestraft werden müsse. Der Magen darf also knurren, aber nicht der Besitzer des rebellierenden Magens!—_ Südwestafrika. Berlin, 26. Oktober. General v. Trotha meldet: Major von Mühlenfels hat den Oberbefehl im Norden. Hauptmann Humbracht sperrt mit dem 1. Bataillon des 2. Re�ments, der 7. Batterie, 2 Maschinenkanonen und einem Maschinengewehr die Wasserstellen am Epukirofluß von Otjimanangombe bis„Kanduwc, hält Sturmfeld und Ombakaha besetzt, und hat Postierunxien in Eware, Okatjekuri und Okowarumcndc. Die 6. Kompagnie des 2. Regiments geht nach Gobabis. Major von Estorff gelangte 30 Kilometer den Eiscbsluß abwärts. Er fand zersprengte Hereros aller Stämme an mehreren Wasserlöchern. Die Hereros sind ermattet und widerstandsunfähig. Weggeworfene Gewehre und sehr viel verendetes Vieh wurden gefunden. Gefangene sagen über- einstimmend aus, Samuel sitze an einer LLasserstelle 4 Tage nord- östlich vom letzten von Major v. Estorff erreichten Wasserloch; er habe fast alles Vieh und die Hälfte seiner Leute verloren. Major v. Estorff bleibt zunächst in der Gegend von Owinaua-Naua. Im übrigen bleibt die Absperrung wie bisher. Berlin, 26. Oktober. Oberst Leutwün meldet aus Rehoboth am 21. Oktober: Im Kampfe gegen aufständische Witbois gefallen: Farmer, ehem. Reiter Otto Meinig, geboren 15. 6. 72 zu Dresden, früher im Jnfanterie-Regiment Nr. 46. Nach telegraphischer Meldung des Gouvernements aus Windhuk vom 25. Oktober beruht die Nachricht vom Tode des Bezirksamt- manns von Burgsdorff, des Missionstechnikers Holzapfel und des Farmers Hußfeld auf Meldung des Leutnants Freiherrn von Maltzan, der in Gideon war. Nähere Nazchrichten fehlen noch. Frau von Burgsdorff befindet sich in Gibeon in Sicherheit, desgleichen in Tsumis die Frau des getöteten Farmers Friccius. Der früher als tot gemeldete Farmer Georg Bräuer befindet sich mit Frau und zwei Kindern in Rehoboth in Sicherheit. Dagegen ist der Tod des Fräulein Bräuer amtlich bestätigt. Die erfolgte Beerdigung des GouvernementS-Tierarztes Dr. Albrecht, der Farmer Hermann, Meinig, Friccius und des Fräulein Bräuer ist vom Distriktschef in �Rehoboth gemeldet. Hamburg, 26. Oktober. Heute nachmittag um 4 Uhr ging der Dampfer„Gertrud Wörmann" mit 25 Offizieren, 375 Unteroffizieren und Mannschaften sowie 375 Pferden nach Südwcstafrika ab. Hueland. HintcrasiatischcS. Ein kleines aber nettes Histörchen, in dem die zarische„Rechts- ordnung" alle Nichtvorcingcnommcnen in ganz vortrefflichem Glänze erscheint, zugleich zur Beschämung der bösen Verleumder geeignet, die Rußland gar als eine Despotie hinstellen möchten. Agierende Personen: Fürst Slviatopolk-Mirski, Neffe des Ministers des Innern, zukünftiger Marssohn, früh gereist; Fräulein G a« w r i ch o w, Chansonette, besitzt ein liebevolles Herz; S ch u st o w Stitdent, zugleich Kontrollbeamter bei der Eiscitbahn, großer Weiber« freund. Zeit der Handlung: Allerletzte Gegenwart; Ort: im ersten Akt— in der Sommerwohnung der Chansonette in der Umgegend von Charkow: im zweiten Akt— in verschiedenen Gerichts- kanzleien. Die Schürzung des.Knotens ist leicht zu erraten. Der adelige Sproß entbrennt in flammender Liebe zu der Bretterheldin. Die schwärmt aber für Demokratie— die Kunst bedarf ja der Frei- heit— und gibt dem Studenten den Vorzug. Große Er- bitterung bei dem Fürsten. Er ist sich aber der Rechte und der Pflichten eines russischen Fürsten voll bewußt — noblesse oblige! und so fährt er zu der Chansonette und prügelt die Dame seines Herzens so lange, bis sie schließlich nachgibt und an ihren Galan einen Zettel sendet, er möge schleunigst in ihre Wohnung kommen. Derartiges läßt sich bekanntlich ein ritterlicher Mann von einer Dame nicht zweimal sagen. Schustow eilt auch zu der Angebeteten; statt aber in ihre Arme, gerät er unter die Fäuste von fünf handfesten Burschen, die voin Fürsten im Vor- zimmer, in Erwartung des verhatzten Rivalen, in Bereitschaft ge- halten werden. ES beginnt mm eine ekelhafte Szene der körperlichen Züchtigung, bei der der vollste Ausschluß der Ocffentlichkeit ntehr als geboten ist. Als der Unglückliche, dem die Sinne schwanden, nach einiger Zeit in einem Nebenzimmer zu sich kommt, erscheint der Fürst, der, mit einer Nagajka und einem Schlagring versehen, vorhin die bestialische Exekution persönlich leitete, und läßt den Mißhandelten, unter Androhung weiterer Prügel, einen Revers unterzeichnen, worin er erklärte, nichts gegen den Fürsten zu haben. Darauf wird er aus dem Hause geschleppt und außerhalb des Dorfes in hülflosem Zustande liegen gelassen. Bis hierher könnte die Geschichte vielleicht auch irgendwo in Ostpreußen oder Hinterpommern passieren, wo es an schneidigen Junkern bekanntlich nicht gebricht. Nun kommt aber der echt rnssische Schlußakt. Statt Gelegenheit zu bekommen, sich hinter den schwedischen Gardinen mit den Paragraphen über schwere Miß- Handlung mit Vorbedacht, Nötigung usw. vertraut zu machen, erfreut sich der Foltcrheld bis zur Stunde der vollsten Straflosigkeit. Zwar reiste die Mutter des mißhandelten Schustow nach Petersburg, um an„höherer" Stelle Gerechtigkeit zu erlangen, es wurde ihr aber dort bedeutet, daß, wenn auch ein Verbot, einen Fürsten bei einer Dame auszustechen, in Rußland gesetzlich noch nicht festgelegt sei, zieme es sich doch für einen titellosen Sterblichen nicht, in ähnlichem Falle mit einer, kraft ihrer Verbindungen hochmögendeu Persönlich- keit, in Konflikt zu geraten. Sie wandte sich darauf klagend an die Charkowcr Staatsanwaltschaft, und es fand sich auch ein junger Untersuchungsrichter, der noch nicht Zeit genug hatte, unr den Glauben an die russische Gerichtsbarkeit zu verlieren, und sich der Sache mit großem Eifer annahm. Er erhielt jedoch bald von oben einen strengen Verweis. das gerichtliche Verfahren gegen Swiatopolk-Mirski ist endgültig eingestellt worden und, um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, hat der Gouverneur von Charkow das Fräulein Gawrichow, den Zankapfel in der Affäre, ohne viel Federlesens ausgewiesen. Sie erhielt den Befehl, die Stadt binnen 24 Stunden zu verlassen. Der Onkel des Helden, damals noch Generalgouverneur von Wilna und nur Kandidat auf den nach Plehwe frei gewordenen Ministerposten, hat seikdem das neue Amt angetteten und sogar das Anbrechen einer neuen Gerechtigkeitsära für Rußland verkündet. Bleibt also die einzige Hoffnung, daß er, dem Beispiel des anttken Brtitus, der seinen leiblichen Sohn hinrichten ließ, folgend, nunmehr den Lümmel von seinem Neffen selbst an die Gerichte überliefern wird. Wir wollen abwarten.— Schweden. Für die„freie", aber autisozialistischc Forschung. Der ver- storbene Großhändler C. C. S ö d e r st r ö m hat der schwedischen Akadeinie der Wissenschaften 100 000 Kronen zur Förderung der „freien" und„gesunden" Ent Wickelung der national ökonomischen Wissenschaft verntacht, jedoch mit der Bedingung, daß die„in letzter Zeit vielfach hervorttetende s o z i a l i st i s ch- k o m m u n i st i s ch e Richtung" nicht davon unter st sitzt werde.— Nach dieser Einschränkung, die der freien Wissenschaft von vornherein bestimmte Grenzen anwies, hätte man annehmen müsse», die Akademie werde das Vermächtnis des antisozialistischcn Großhändlers zurückweisen. Aber das Gegenteil ist leider der Fall; die Akademie hat, und, wie amtlich mitgeteilt wird, sogar einstimmig beschlossen, die 100 000 Kr. anzunchmcn. Mit Recht nennt mtser Bruderorgan„Sozial-Demo- kraten" das eine„Prostituierung der Wissenschaft". Sogar ein so„staatserhaltendes" Blatt wie das„Svenska Dagblad" erkennt „sowohl das prinzipiell Unrichtige wie prakttsch Zweckwidrige, in dieser Weise der wissenschaftlichen Forschung ihre Resultate vorzuschreiben und die Wissenschaftsmänner einzuladen, für die Darstellung bestimmter Ansichten Bezahlung zu nehmen."— Rußland. Wieder ein Gewaltakt. Eine neue Heldentat der russischen Polizei-Organe melden aus B i a l y st o k die„Letzten Nachrichten". Als am zweiten jüdischen Laubhllttenfest<26. September) eine etwa 300 Köpfe zählende Schar jüdischer Arbeiter, nach einer im Freien abgehaltenen sozialistischen Versammlung, nach der Stadt zurückkehrte, wurde sie in der Dunkel« heit im Walde von einer starken Polizei-Abteilung plötzlich über- fallen. Die Schutzleute haben sich vorher versteckt gehalten und ivarcn alle in dunkler Kleidung, um nicht durch die blanken Teile der Uniform vorzeittg verraten zu werden. Auf den Befehl, zu halten, blieb die Arbeitermenge ruhig stehen, ohne etwas Arges außer den in diesen Fällen üblichen Verhaftungen zu ahnen. Es vergingen einige Augenblicke in Stillschweigen und auf einmal fiel eine Salve, ohne irgend welche vorherige Aufforderimg seitens der Polizei, die wie auf Kommando ihre scharf geladenen Revolver auf die Menge abfeuerte. Herzzerreißende Schreie der in der Menge zahlreichen Frauen ertönten im Walde, es entstand ein panischer Schrecken, die Arbeiter flohen, die Polizisten hinterdrein, immerfort schießend und mit den Säbeln auf die Flüchtenden wütend einhaucnd. Die Zahl der Verwundeten soll sehr beträchtlich sein. Die meisten müssen aber ihre Verletzungen ver- hcinilichcn, um nicht nachträglich wegen Teilnahme an der Versamm- lung verhaftet zu werden; von den drei, die man nach dem Spital brachte, hat einem eine Kugel die Schulter durchbohrt und zwei Mädchen sind von mehreren Kugeln getroffen und in der Brust- gcgend verwundet worden. Besonders haben die Arbeiterinnen unter der hinterlistigen Attacke der ordnnngsschützenden Mörder ge» litten und charakteristisch ist dabei, daß fast bei allen Verwundeten die Kugeln durch den Rücken in den Körper eingedrungen sind — ein Beweis, daß die Polizei an einer flüchtenden, wehrlosen Menge ihre Tapferkeit bekundete, ohne daß dies zur Erfüllung ihrer niederträchtigen Amtspflicht irgendwie notwendig gewesen wäre. 30 Teilnehmer der Versammlung, wovon 20 Frauen, sind bei der wilden Menschenjagd im Walde verhastet worden. Es kann angesichts aller Umstände keinem Zweifel unterliegen, daß das Blutbad sorgfältig von der Polizei vorbereitet war und nur auf Befehl der höheren Obrigkeit erfolgen konnte. Bialystok gehört zum Wilnaer Generalgouvernement, das bis vor kurzem von dem„liberalen" Swiatopolk-Mirski verwaltet wurde. Die nicht minder„liberale" Arbeitermetzelei, die bereits unter der Minister- schaft des liberalen Mannes erfolgt ist. gibt nun allerdings einen respektablen Vorgeschmack dessen, was die russischen Arbeiter sich von bem neuen Kurs" im zarischen Minifterium des Innern versprechen| punkt der Einigkeit. Das mag insofern richtig seit, als eine tönnen. Das„ Wolffiche Telegraphen- Bureau" verbreitet folgendes Telegramm aus Bialystof: Am Abend des 19. Oftober betrat ein etwa 20 jähriger Mann, anscheinend ein Arbeiter, die Kanzlei des Polizei amtes und warf ein Geschoß, worauf eine heftige plosion erfolgte. Der Täter wurde getötet, 3 Beamte und 2 dort befindliche Privatpersonen wurden schwer, ein anderer Beamter leicht verlegt. Die Kanzlei und die benachbarten Häuser wurden beschädigt." eben eine Folge der geschilderten Polizeibrutalitäten vor uns haben. Es ist sehr wahrscheinlich, daß wir in dem zwedlosen Anschlag Das Gefühl der Verzweiflung und der Entrüftung findet nur selten cine atvedentsprechende Ausdrudsform, besonders in einem Lande, wo die elementarsten politischen Freiheiten fehlen. worden wären. Verfammlungen. Die Aussperrung der Möbeltischler. sofortige Entscheidung des Nationalrates sicher im Sinne des rechten Flügels ausgefallen wäre, wodurch die Einigkeitsunterhandlungen schon von vornherein zum Scheitern verurteilt Die Vertrauensmänner des Holzarbeiter- Verbandes nahmen Endlich sei hervorgehoben der Hinweis der Resolution auf die Stusche teilte mit, daß zurzeit 761 Mitglieder aus 133 Be gestern abend den Bericht über den Stand der Bewegung entgegen. Möglichkeit eines Fiaskos der Reformattion des trieben ausgesperrt sind, während 802 Mitglieder zugunsten der Blocs. Es ist eine eigenartige Auffassung, auch noch durch diese Ausgesperrten streiken. Der Hirsch- Dunderſche Gewerkverein ist mit Eventualität die sozialistische Unterstützung der bürgerlichen Dento- 60, der Fachberein der Tischler mit 50-55 und die christliche Organi fratie motivieren zu wollen. Die Unzuverlässigkeit der letzteren ist fation mit 13 Mitgliedern an der Aussperrung beteiligt. Am zahl ja gerade ein Grund mehr gegen die Bloc- Genossenschaft reichsten sind die Betriebe, die nur 1-3 Arbeiter ausgesperrt haben, Fiastos der Reformattion werden feine Wortargumente imftande sein, Beispiele dafür angeführt, daß die zur Aussperrung verpflichteten der Sozialisten mit den bürgerlichen Parteien. Im Falle eines nur einzelne Firmen sind mit 30-50 Arbeitern an der Aussperrung beteiligt. Auch in dieser Versammlung wurde wieder die Verantwortung dafür in den Augen der Wählerschaft einzig den Meister ihre Stollegen täuschen. Von einem Betriebe wurde be bürgerlichen Zeilen des sozialistisch- bürgerlichen Blocs aufzuladen. richtet, daß der Meister in einem Saal, der sonst nur als LagerDoch dies nebenbei. Unter dem Gesichtspunkt der Einigkeit ist jener raum diente, eine Anzahl leerer Hobelbänke aufgestellt habe, um Freilassung unseres finnischen Barteigenossen Drockila. Wie pessimistische Hinweis insofern von Bedeutung, als er anscheinend der Kontrollkommission glauben zu machen, daß die unbeschten Bänke wir seinerzeit mitteilten, wurde vor ungefähr einem halben Jahr die Möglichkeit einer Ministertrise andeutet, che noch die Reformen die Zahl der Ausgesperrten darstellen. Auch andere Anzeichen sprechen unter der Schreckensherrschaft des Generalgouverneurs Bobritoff verwirklicht worden sind. Mit dem Sturz des Kabinetts Combes dafür, daß die Meister das Ende der Aussperrung herbeiwünschen. unser finnischer Parteigenoffe Drodila eines Nachts plötzlich verhaftet, würde freilich die Bloc- Frage von selbst gelöst werden. Man darf Wie Glocke mitteilte, ist in verschiedenen Werkstellen, die aus4 und niemand wußte, wohin man ihn gebracht hatte. Vor einiger also sagen, daß für die maßgebenden Elemente der jaurėsistischen Arbeit nach Beendigung der Aussperrung sogleich wieder aufgesperrt haben, bereits neue Arbeit zugeschnitten worden, damit die Beit ist es jedoch geglüdt, zu erfahren, daß er in Stotta, einer fleinen Bartei auch die sozialistische Einigkeitsfrage bis auf weiteres an das genommen werden kann. Bergebens bemühen sich die führenden Stadt in der Nähe von Viborg gefangen saß. Gleichzeitig erfuhr Schicksal des Blocs und des Ministeriums gefesselt bleibt. Scharfmacher, die Tischlermeister, welche noch nicht ausgesperrt man, daß er nicht ein einziges Mal während seiner Gefangenschaft verhört ivorden war. Es wurde nun bei dem neuen Generalhaben, zur Ausführung der Aussperrung zu nötigen. Dabei werden die Säumigen, wie Glocke an der Hand eines von der Freien Vergouverneur Obolenski Beschwerde dagegen geführt. Das hatte zur Folge, daß Drodila in Kotta vor Gericht geführt wurde. Er wurde einigung der Holzindustriellen versandten Zirkulars feststellte, mit Drohungen bedacht, die sich ein Vertreter einer Arbeiterorganisation angeklagt, verbotene Schriften gebrudt und vers breitet zu haben. Bei der Verhandlung konnte jedoch nicht nicht ungestraft erlauben dürfte. Nach Verlesung der Betriebe, welche ausgesperrt haben, meldeten sich die Vertrauensleute mehrerer Wertein einziger Zeuge oder Beweis dafür angeführt stellen, um festzustellen, daß in ihren Betrieben teine Aussperrungen, werden. Drodila wurde deswegen auf freien Fuß gefeßt, soll jedoch fondern Entlassungen aus anderen Gründen erfolgt sind. Folglich am 23. November von neuem vor Gericht erscheinen. Inzwischen verringert sich also die angebene Zahl der Ausgesperrten. Ferner wird dem Ankläger Zeit gegeben, Beweise für die Anklage zu wurde bemerkt, daß verschiedene Meister, die sich an der Ausfammeln. sperrung beteiligt haben, bereits wieder neue Arbeit ausgeben, und keine weiteren Aussperrungen mehr vornehmen. Die Situation wurde allgemein als günstig bezeichnet und betont, daß die Arbeiter im Stampfe aushalten würden, und wenn es dem Verbande auch, wie Glocke sagte, 100 000 oder 200 000 M. fosten sollte. Ein Antrag, Extrabeiträge zu 25 Pf. zu erheben, wurde abgelehnt, da die Finanzlage derart ist, daß man ohne Erirabeiträge auskommen tann, jedoch erklärte sich die Versammlung bereit, Extrabeiträge zu leisten, wenn es die Ortsverwaltung für nötig halten sollte. Ein Blutbad an der volnischen Grenze. Kratau, 26. Ottober. Rivischen den Grenzstationen Belfoto und Gibultow wurden zwanzig Nuffen, welche zu desertieren beabsichtigten und über die öfter reichische Grenze flüchten wollten, von der russischen Grenzwache crschossen. Amerika. # Soziales. Statistik der Heilbehandlung. Ueber den Umfang, die Art, die Kosten und die Erfolge der Heilbehandlung nach§ 18 bis 28 des Invalidenversicherungs- Gesetzes hat das Reichsversicherungsamt eine zusammenfassende und vergleichende Statistit für die Jahre 1899 bis 1903 aufgemacht, die in Heft 10 der Amtlichen Nachrichten" des Reichsversicherungsamtes, Jahrgang 1904, ausführlich besprochen wird. Aus der Statistit geht hervor, daß die Versicherungsanstalten von dem Rechte der Heilbehandlung, das leider noch teine Pflicht ist, zwar in steigendem Maße Gebrauch machen, daß aber die Anzahl der behandelten Personen doch immerhin noch recht gering ist. Es wurden im Jahre 1903: 43 593 Berfonen gegen 20 039 im Jahre 1899 in Heilbehandlung genommen und dafür rund 11 Millionen Mart aufgewendet gegen rund 4 Millionen im Jahre 1899. Im Verhältnis zu den Aufwendungen der Krankenkassen flir Krankenfürsorge ist dies etwa der 3wanzigfte Teil. Die Erfolge der Heilbehandlung scheinen fortschreitend günstiger zu werden. Der Prozentiaz der Behandelten, die noch am Schluffe des Behandlungsjahres nicht invalide geworden waren, ist zwar nicht biel, aber regelmäßig gestiegen und betrug 1903 75 Proz. bei Lungen tuberkulose und 71 Proz. bei anderen Krankheiten. Für Einzelheiten seien Interessenten auf die erwähnte amtliche Veröffentlichung verwiesen. Karl Schurz, der bekannteste Deutschamerikaner, jekt 75 Jahre alt, hat sich auch in den Wahlkampf gemischt und eine Lanze für den Demokraten Barker eingelegt in Form eines Briefes an einen für Barker- Wahl- klub. In Deutschland kennt man Karl Schurz besonders als den Befreier Gottfried Kinkels, dem er 1850 zur Flucht aus der Festung Spandau verhalf; man kennt ihn als den alten Achtundvierziger, der im badischen Aufstand mittämpfte und 1852 nach Amerita ging. Im politischen Leben der Bereinigten Staaten spielte er ein bedeutende Rolle, aber die Glanzperiode seines Lebens liegt weit zurüd. Er tritt gelegentlich mal wieder in den Border grund, wie jetzt durch seinen Brief, in welchem er Roosevelt heftig angreift. Besonders die demokratische Breffe legt seinem Schreiben große Wichtigkeit bei, in dem Glauben nämlich, daß die deutschen Stimmgeber sich dadurch beeinflussen lassen. Dieser Einfluß ist nur noch ein schwacher. Schurz, der ehemals der Führer der republikanischen Partei war, wendet sich scharf gegen die Entwidelung zum Imperialismus und erklärt, daß die Partei alle ihre guten GrundBon Roosevelt sagt er, daß derselbe in jätze aufgegeben habe. giveierlei Gestalt erscheine; das Bolt sieht ihn als edlen Ritter einer Legende, ausgestattet mit allen großen und guten Eigenschaften; in Wirklichkeit sei er der rüdfichtslose, ehrgeizige Politiker, unter dent die Berfaffung des Landes in Gefahr sei. Durch die Herrschaft der Republikaner jei das Land vor große Probleme gestellt worden, und die Lösung dieser Probleme soll Barter sein! Zur Einigkeitsfrage. Sechs Fragebogen über die Durchführung des Handwerkergejekes ( Innungswesen) sind vom Kaiserlichen Statistischen Amte versandt worden. Sie gingen an freie Handwerkerimmungen, Zwangsinnungen, Innungsausschüsse, Handwerkskammern, Innungsverbände und an die Aufsichtsbehörden. An den Köpfen der Fragebogen fällt uns ein seltsamer Unterschied auf. Die Bogen für die Inmungen tragen am Kopfe den Bermerk: Der Fragebogen ist vor Beginn der Beantwortung ganz durch zulesen." Handwerkskammern enthalten den Vermert in dieser Form: Die Bogen für die Junungsausschüsse, Inuungsverbände und Ge wird gebeten, vor Beginn der Beantwortung den ganzen Fragebogen durchzulesen." Man hat wohl angenommen, daß bei den gewöhnlichen Inmungen die höfliche Bitte nicht genügen würde, um eine sorgfältige Arbeit zu erzielen und hat deshalb die Befehlsform gewählt. Die Beantwortung der Fragebogen wird für Februar 1905 gefordert. Eine deutsche Konferens zur Betämpfung des Mädchenhandels ist am Dienstag in München eröffnet worden. Die einleitenden Verhandlungen fanden unter Ausschluß der Deffentlichkeit statt. Der Zentralverband deutscher Handlungsgehülfen faßte gestern in einer im Buggenhagenschen Saal abgehaltenen start besuchten öffentlichen Versammlung nach einem Referat des Schriftstellers Georg Bernhardt und weiteren erläuternden Ausführungen des Stadtverordneten August in se einstimmig folgende Resolution: " Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen der Referenten prinzipiell einverstanden. Die Versammlung erwartet vom Magistrat, daß er so schnell wie möglich das Ortsftatut zu den Kaufmannsgerichten fertigstellt, damit nicht nach dem 1. Januar 1905 für die Berliner Handlungsgehülfen ein Zustand der Rechtsunsicherheit entsteht. Die Versammlung fordert, daß die Wahlen zu den Staufmannsgerichten nach dem Prinzip der gebundenen Listen stattfindet, die Wahlen auf einen Sonntag gelegt und die Wahlperiode der Beisitzer auf 3 Jahre festgelegt wird." ARTSTO Die Konfettionsarbeiter und Arbeiterinne des Wedding hatten sich am 24. Oktober im Kolberger Salon versammelt, um Stellung zu nehmen zu der Verkümmerung des Arbeiterinnenschußes in der Konfettion durch den Erlaß des preußischen Handelsministers vom 21. Mai 1904. Danach sollen die Werkstätteninhaber das Recht haben, die durch die Konfektionsverordnung des Bundesrats für 60 Tage zugelassene Ueberzeitarbeit der in Betracht kommenden Arbeiterinnen auf die Sonnabende und Vorabende der Festtage zu verlegen und fo den durch die Bundesratsverordnung für diese Tage vorgeschriebenen 5% Uhr- Schluß nichtig zu machen. Nach einer kritischen Würdigung der Lage der Konfektionsarbeiterinnen und Arbeiter und des uns zulänglichen Schußes durch die Konfektionsverordnung fennzeichnete Stühmer als Referent die ministerielle Auslegungskunst nicht nur als reattionären Streich, sondern auch als durchaus fehlerhaft. Geist und Sinn der Schutzverordnung würden verletzt. Schon der Wortlaut spreche dagegen, denn danach sei verboten, daß Arbei terinnen am Sonnabend sowie an Vorabenden der Festtage nach 5% Uhr beschäftigt werden. Redner empfiehlt die unseren Lesern schon aus anderen Berichten bekannte Protestresolution und schloß mit einem Aufruf zur Organisation, zum Zusammenfassen der Kräfte, damit sich die Konfektionsarbeiterinnen und Arbeiter int ( Beifall.) bitteren Kampfe ums Dasein selbst helfen könnten. Fräulein Grünberg schloß sich mit flammenden Worten dem Aufruf an. Die Protestresolution wurde einstimmig angenommen. Es entspann sich dann noch eine Diskussion, in der unter Be= fämpfung der Morgenpost" und ähnlicher Blätter, die in ihrem Annoncenteil das Suchen von Streifbrechern förderten, für die Unterstübung des Vorwärts" eingetreten wurde. Angeregt wurde auch, im Prozeßwege festzustellen, daß die Lohnbücher in der Kon= fettion den Arbeiterinnen und Arbeitern gehörten und nicht den Paris, 24. Oktober.( Eig. Ber.) Der Nationalrat ber P. S. F.( Jaurèsisten), der bekanntlich aus den Vertretern der Departements- Föderationen und der Gesamtheit der Kammerfraktion besteht, hat nun auch seinerseits zur Einigkeitsfrage Stellung genommen. Die Diskussion nahm zwei Sigungen in Anspruch und fie endete mit dem einstimmigen Votum der folgenden Bäckermeisterliche Selbstkontrolle. In der Generalversammlung Resolution: der Bäcker- Zwangsinnung in Köln wurde klage geführt, daß die „ Entschlossen, die Drganisation des Proletariats in einer Klassen Bäckereibetriebe zuviel revidiert würden, nämlich von der tönig partei anzustreben, in der Propaganda des sozialistischen Endziels zu lichen und von der Gefundheits- Polizei, von der Gewerbe- Inspektion, verharren, sowie energisch einzutreten für die Vervollkommnung der der Berufsgenossenschaft und den Beauftragten der Handwerks fozialpolitischen Gesetzgebung, für die Sicherung der vollständigen fammer. Sonderbarerweise hat aber die Bäckerimmung fürzlich zu fozialpolitischen Gesetzgebung, für die Sicherung der vollständigen diesen Revisionen selbst noch eine sechste hinzugefchaffen, und Verweltlichung des Unterrichts und des Staates und für die Be- zwar die der Beauftragten der Innung. Diese hatten unauswahrung der politischen Freiheiten vor jeder Bedrohung feitens der gesprochen die Aufgabe, Gegenerhebungen gegen die vom Deutschen Bäckerverbande in einer Broschüre niedergelegten Fest" In Ertvägung, daß die sozialistische Partei, indem sie der stellungen, die allenthalben so gewaltiges Aufsehen erregt haben, zu republikanischen Demokratie hilft, die zweijährige Dienstzeit, die machen. Die Kommission hat bis jegt, wie sie angibt, 440 Betriebe, Einkommensteuer, die Arbeiterpensionen und die Trennung zwischen worin 414 Gesellen arbeiteten, revidiert. Es wurde u. a. festgestellt: Stirche und Staat zu verwirklichen, der Republik und dem Proletariat 408 Gesellen wohnten beim Meister, nur sechs außerhalb; die Arbeitgebern. nach Maßgabe ihrer Kräfte gedient haben wird, ohne irgend etwas legteren haben 20-30 W. Wochenlohnt. 312 Betriebe befanden sich im eller oder im Souterrain. Nur 108 von den etiva Reaktion; von ihrer notwendigen Selbständigkeit zu veräußern; daß fie fo 400 Schlafräumen befanden sich nicht auf ſich nicht auf Manfarben Letzte Nachrichten und Depeschen. Die wurde Bettwäsche das Recht haben wird, falls die zunächst versprochenen Reformen In 19 Fällen benusten zwei Personen das nämliche Bom ostasiatischen Kriegsschauplage. int fämtlichen Betrieben scheitern, die Verantwortung für diesen Mißerfolg der Bourgeoisklasse Bett. allein aufzuladen; spätestens alle vier Wochen"( in Bädereien!!) gereinigt. Wegen Petersburg, 26. Oktober. Der„ Russischen Telegraphen- Agentur" In Erwägung, daß die zum Zwvede der Einigkeit zwischen den Leberarbeit wurden infolge Anzeige 18 polizeiliche Protokolle, wegen wird aus Mulden von heute gemeldet: In der letzten Zeit gehen verschiedenen sozialistischen Fraktionen zu eröffnenden Unterhand- verbotener Sonntagsbeschäftigung 86 polizeiliche Protokolle verhängt. die Japaner mit Artilleriegeschossen sehr sparsam um. Durch Erfungen gestatten werden, die Taktik genau zu bestimmen, die fich Ein Meister erhielt allein 7 Protokolle. Diese Feststellungen find fundungen wurden befestigte Pofitionen des Feindes auf einem Berg für den geeinigten französischen Sozialismus aus den Beschlüssen bältnissen im allgemeinen zufrieden zu sein. Nach den Berichten der Auf Hügeln füdöstlich vom Dorfe Kudjoja befinden sich japanische von den Bäckermeistern selbst gemacht, die erklären, mit den Ber- majjiv einen Kilometer südlich vom Dorfe Fyndjapu festgestellt. der internationalen sozialistischen Kongresse ergeben muß; Gefellen liegen die Dinge aber ganz anders. Sie weisen an einer Stellungen in einer Länge von etwa acht Stilometern, die durch „ Beschließt die P. S. F., fich durch eine Delegation von 15 Wit- ins einzelne gehenden Statistit nach, daß die Bäckereien in Köln Schanzen, Schüßengräben, Drahthindernissen und Wolfsgruben begliedern in der sozialistischen Einigungskommission vertreten zu lassen, mit nur geringen Ausnahmen Stätten der Unsauberkeit und der festigt find. welch letztere den Auftrag haben soll, die Grundlagen eines leberein Ausbeutung sind. Insbesondere gibt auch die Zahl der polizeilichen Ein Geretteter der englischen Fischerflotte. Tommiens vorzubereiten, und im Falle von Meinungsverschiedenheiten Protokolle nicht annäherub ein Bild von der Anzahl der UeberLondon, 26. Oktober.( W. T. B.) Der Bürgermeister von Hull an die guten Dienste des internationalen sozialistischen Bureaus schreitungen der gefeglichen Arbeitszeit. Hat doch der Obermeister der Kölner Bäderinning, Herr Mehren, kürzlich auf dem erhielt ein Telegramm aus Newhaven, worin es heißt, daß dort ein appellieren wird. Verbandstag der rheinisch- westfälischen Bädermeister in Bonn öffent- Mann angekommen sei, der sich für den einzigen Ueberlebenden von lich erklärt: Wenn ich für jede lebertretung des ber Besatzung des Fischdampfers Sylvia" aus Hull ausgibt, der bei gejeglichen Höchst arbeitstages bestraft würde, dem Angriff der baltischen Flotte verloren ging. tame ich nicht mehr aus dem Gefängnis heraus!" Außerdem beschließt die P. S. F., diese von ihr einstimmig votierte Resolution zur Kenntnis aller sozialistischen Landesorgani fationen und aller auf der Grundlage der sozialistischen Prinzipien tonstituierten autonomen Föderationen sowie zur Kenntnis des inter nationalen Bureaus zu bringen." " Die russischen Schiffe im Safen von Vigo. Vigo, 26. Oktober.( Meldung der Agence Havas.) Der Hafenfommandant begab sich heute an Bord des Admiratschiffes der russischen Ostseeflotte, um dem Admiral mitzuteilen, daß die spanische Regierung nicht gestatte, daß die russischen Striegsschiffe ſich im hiesigen Hafen berproviantieren. Der russische Admiral erwiderte, feine Schiffe hätte Beschädigungen(?) erlitten, deshalb habe er feine Schiffe hätte Beschädigungen(?) erlitten, deshalb habe er ich von den übrigen Schiffen der Flotte getrennt. Der Hafentommandant erklärte dem russischen Admiral hierauf, er werde feiner Regierung hiervon Mitteilung machen und dem Admiral befanntgeben. Als trotzdem die Kohlenschiffe fich längsseit der tanten zu dem russischen Admiral und ließ desen ersuchen, die Neutralität Spaniens nicht zu verlegen. spanischen Streuzer„ Estremadura" wurde Befehl erteilt, die Kohlenleichter von den russischen Kriegsschiffen fernzuhalten und die Kapitäne der Kohlenschiffe aufzufordern, sich den Anordnungen der Hafenbehörden zu fligen. Im 2 Uhr nachmittags, ftattete Admiral Roschbjestwensty, begleitet von den Kommandanten der russischen Schiffe, dem Militärgouverneur und darauf dem französischen Konsul und dem Hafenkommandanten Besuche ab. Die Fortschritte der italienischen Arbeitsgenossenschaften. Benterkenswert ist an dieser Resolution vor allem das, was in tom, 23. Oftober. 2Bährend England, Deutschland und Belgien ihr nicht steht, nämlich die Umgehung der Bloc- Frage auf dem Gebiete des Konfams und der Produktion ein wesentlich des wichtigsten Hindernifies auf dem Wege zur Einigkeit. Wird die entwickelteres Genossenschaftswesen haben als Italien, blüht hier jaurėsistische Kammerfraktion nach wie vor einen integrierenden eine besondere Form der Korporation, die Arbeitsgenossenschaft. Unter Bestandteil des Regierungsblocs bilden, wird fie- nach dem treffenden Umgebung des Unternehmers übernehmen die Arbeiter selbst öffent Wort von Victor Adler- ihre anonyme" Beteiligung an der Ne- liche Arbeiten, Wegebauten, Flußregulierungen usw. Große Urbargierung fortseßen, ja oder nein? Auf diese alles entscheidende Frage machungen fumpfiger Landesteile wurden von solchen Arbeiter- Gegibt die Resolution keine Antwort. Daher begreiflicherweise das nossenschaften erfolgreich durchgeführt. Bisher- bis zu diesem Sommereinstimmige Votum des Nationalrates. Die jaurėsistische Linke, die berbot ein Gesez den Genenschaften, bei öffentlichen Arbeiten auf die Entscheidung der spanischen Regierung sofort nady deren Eingang den Austritt der Kammerfraktion aus dem Bloc will, und die dem Submissionswege Unternehmungen von mehr als 500 000 Lire ruffifchen Schiffe legten, fandte der Hafenkommandant seinen Adjus jaurèsistische Rechte, mit übernehmen. Dieses gautz des Großkapitals Gesetz ist jetzt gefallen. Nun hat sich dieser Tage ein GenossenschaftsFortführung der Bloc- Tattif eintritt, haben sich also auf einer Re- tonsortium gegründet, das den Bau der neuen Eisenbahnstrecke von solution geeinigt, welche die Hauptfrage offen lägt. Reggio Emilie bis Ciana zu übernehmen beabsichtigt. Es handelt Demgemäß werden ferner Meinungsverschiedenheiten" inner sich um eine Arbeit von mehr als 3 Millionen Lire. Wird den halb der Einigkeitskommission vorgesehen, die eine Einmischung des Genossenschaften die Arbeit zugesprochen, so ist dies jedenfalls bisher das größte von Arbeitern unter Ausschaltung der Unternehmer aus internationalen sozialistischen Bureaus nötig machen würden. Die jaurèfiftifche Linke betrachtet jedoch schon das Dffenlaffen geführte Unternehmen. der Bloc Frage als ein günstiges Moment unter dem GefichtsVerantwo. Nedalt.: Paul Büttner, Berlin. Snferate verantw.( mit Ausnahme der„ Neue Welt" Beilage): Th.Glode, Berlin. Drudu. Verlag: Vorwärts Buchdr. u.Verlagsanst. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u.Unterhaltungsbl. Dem Nr. 253. 21. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt, erstag, 27. Oktober 1904. Abgeordnetenbaus. Erster Punkt der Tagesordnung ist die Interpellation der Abgeordneten Träger( frs. Vp.) und Genossen: " Nach Mitteilungen in den öffentlichen Blättern hat der Oberhofmeister Frhr. v. Mirbach die Oberpräsidenten mittels Rundschreibens veranlaßt, durch ihnen nachgeordnete Behörden Sammlungen zu veranstalten, deren Erträge dem Kaiserpaare demnächst am Tage seiner filbernen Hochzeit für evangelisch- tirchliche Zwecke, insbesondere für die Mofaitverzierung der Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche zu übergeben sind. tann?" Der Präsident teilt mit, daß der Vertreter des Staatsministeriums sich bereit erklärt hat, die Interpellation sofort zu beantworten. Zur Begründung der Interpellation erhält das Wort Abg. Träger( frf. p.): " weitergegeben. Herr v. Mirbach hat ja eine Rechtfertigungsschrift am 17. Februar 1903, neun und einen halben Monat nach der mir als„ bertraulich" erlassen; die Vertraulichkeit scheint aber nicht allzu völlig unbekannten Aufforderung des Freiherrn v. Mirbach an die streng gewahrt zu sein, da sie zur Kenntnis der Zeitungen gekommen Oberpräsidenten, von diesem die schriftliche, persönliche Auf94. Sizung am Mittwoch, den 26. Ottober, 11 Uhr. ist. Nach Herrn v. Mirbachs Ansicht bedurfte die von ihm ver- forderung, einem Berliner Komitee zum Zwede diefer Sammlung beiAm Ministertische: Frhr. v. Hammerstein, v. Einem. anlaßte Kollekte nicht einer Genehmigung des Ministers. zutreten. Dadurch zuerst habe ich etwas von der Absicht dieser Der Minister erklärte, Borhaben des Herrn von Mirbach gehabt, und darin zeigt sich die er habe teine Kenntnis von dem Sammlung erfahren. Am 17. März 1903 erhielt ich von Herrn v. Mirbach eine An Verschiedenheit der Aeußerungen des Ministers und des Freiherrn zahl von Druckeremplaren des auch von mir unterschriebenen Aufvon Mirbach. Der Minister hat sich veranlaßt gefühlt, einen Ab- rufes mit der Bitte um Verbreitung. Ich fandte es unter ausgesandten des„ Berliner Lokal- Anzeigers" zu empfangen, und dieser drücklicher Erwähnung des Umstandes, daß die Sammlung vom hat in dem genannten Blatte mitgeteilt, daß er von dem Minister Kirchenbauverein ausgehe, an die Oberpräsidenten mit dem er erfahren habe, er sei guter Dinge und aufgeräumt.( Heiterkeit.) gebensten Anheimstellen, für das weitere Bekanntwerden zu sorgen". Der Minister erklärte auch hier, daß er von dem Schreiben des Herrn Schon daraus geht hervor, daß ich von dem Schreiben des Freivon Mirbach an die Oberpräsidenten nicht das geringste gewußt herrn v. Mirbach nichts wußte, nichts davon wußte, daß in der habe. Provinz schon für diese Sammlung gearbeitet werde, daß aber nur Hat die fönigl. Staatsregierung den Oberhofmeister Frhrn. Ms dem Frhrn. v. Mirbach die beabsichtigten öffentlichen privatim gesammelt werde und von öffentlichen Aufrufen abgesehen b. Mirbach zu solcher Inanspruchnahme von Staatsbehörden vorher Sammlungen der Oberpräsidenten belaunt wurden, hat er sie durch fei, um nicht andere regelmäßige Sammlungen zu stören. autorisiert und erachtet es die königl. Staatsregierung für zu ein direftes Schreiben an die Oberpräsidenten verhindert. Von Davon erfuhr ich erst mündlich durch einen Oberpräsidenten Tässig, die Autorität der Behörden den Eingesessenen ihrer diesem Schreiben wußte der Minister nichts. Da fällt mir der Saz am 13. April 1903. Am 28. Juni wurde mir die Bezirke gegenüber zu benutzen für Sammlungen, bei denen ein: Herrlich, etwas dunkel zwar, aber' s flingt doch wunderbar." Interpellation zugestellt. Ich forderte fofort am ſelben nach ihrem Anlaß alles ganz besonders vermieden werden Der Minister war Mitglied des Komitees und entfaltete Morgen telegraphisch die Akten der Oberpräsidenten ein, hatte aber muß, was die Freiwilligkeit der Geber fraglich erscheinen laffen nach Herrn v. Mirbachs Aeußerung ein reges Intereffe, er wußte am 30. Juni noch nicht einmal die Mehrzahl der Aften erhalten. aber nichts von dem zweiten Schreiben an die Oberpräsidenten. Da die Korrespondenz des Kirchenbauvereins in den einzelnen Fällen Eine Unterscheidung zwischen den Oberpräsidenten und ihrer Eigen- ganz verschieden und demnach auch die einzelnen Rundschreiben ver fchaft als Mitglieder des Komitees kann nicht gemacht werden, und schieden abgefaßt waren, konnte ich damals eine erschöpfende unter allen Umständen treffen diese Erlasse die Oberpräsidenten in Antwort also nicht geben. Die aus Anlaß meiner damaligen Aeuße ihrer Amtsstellung. Daraus, daß die Oberpräsidenten die Tätigkeit rungen gegen mich gerichteten Angriffe find also völlig unbegründet, auf einen Erlaß des Herrn v. Mirbach sogleich einstellen, und die Schlußfolgerungen, die an sie geknüpft worden find, falsch. geht hervor, daß fie ihn für einen sehr mächtigen Mann halten. Bei der Erregung, die sich für und gegen Freiherrn v. Mirbach einDie Interpellation ist am 30. Juni hier verlesen worden. Da-( Sehr richtig! linis.) Der Vertreter des Lotal- Anzeigers" fagt, der gestellt hat, fönnen Sie aber, meine Herren, mit einem gewiffen mals erklärte der Herr Minister, er werde die Interpellation so bald Minister habe ihn in interessanter Weise aufgeklärt über seine Bassivität Recht von mir auch Mitteilungen über die Liebestätigkeit des Herrn wie möglich beantworten, könne aber den Tag noch nicht angeben. bei den Sammlungen. Es fragt sich nur, was man damit sagen will. v. Mirbach verlangen. Ich glaube, daß ich mit dem ganzen Haufe Unter großer Heiterfeit, wie es im Sigungsbericht heißt, erklärte der Sollte es heißen, daß er sich um diese Sammlungen absolut nicht gelümmert oder wenigstens mit seiner großen Mehrheit einer Meinung dahin Präsident damit diesen Punkt für erledigt. Aber die Mirbach- Affäre habe, so hätte das deutlicher ausgedrückt werden können; sollte es aber bin, daß Herrn v. Mirbach aus seiner Sammeltätigkeit nicht nur nicht kam doch noch einmal vor der Vertagung hier zur Verhandlung. heißen, daß eine amtliche Sammeltätigkeit stattgefunden habe unter der ein Vorwurf zu machen ist, sondern daß ihm das ganze Land und Um 3. Juli regte hier der Abgeordnete Fischbed an, das Haus möge Passivität des Ministers, so kann die Sache nur so aufgefaßt zumal Berlin Dank schuldet für seine Bemühungen zur Linderung der noch einige Tage zusammenbleiben, um die Antwort des Ministeriums werden: Der Minister hat sich nicht daran beteiligt, er hat aber die großen Kirchennot.( Lebhafte Zustimmung rechts.) Diese Tätigkeit auf diese Interpellation entgegenzunehmen. Wiederum erklärte amtliche Sammeltätigkeit geregelt, und das wäre ebenso bedentlich. bleibt das dauernde Verdienst des Herrn v. Mirbach( Lebhaftes Freiherr v. Hammerstein, er sei zu seinem größten Be-( Sehr richtig! links.) Ich weiß recht wohl, wer irgend etwas auf Bravo! rechts), und ich kann hinzufügen, daß seine große und vieldauern nicht in der Lage, den Tag schon voraus- dem Herzen hat, der wird interviewt, und wer befragt werden feitige Sammeltätigkeit aus den lautersten Motiven und der vorzubestimmen, an welchem er über diese Frage erschöpfende will, der findet auch einen Interviewer. er Bei einem solchen nehmen Gesinnung seines Charakters hervorgegangen ift.( Lebhaftes Auskunft geben könne. Erst die Hälfte der Oberpräsidenten Interview find aber Mißverständnisse absolut nicht ausgeschlossen. Bravo! rechts.) habe ihm δας Material zugesandt. Im übrigen gebearum hat der Minister nicht eine Erklärung im Reichs- Anzeiger" Eine andere Frage ist es freilich, ob Freiherr v. Mirbach auch er zu, daß auch ihm die Interpellation sachlich von hohem erlassen? Konnte der Minister nicht auch das, was er in diesem immer politisch richtig verfahren ist, ob er gewissen Interesse zu sein scheine. Da der Minister also einen näheren Termin Interview mitgeteilt hat, damals schon sagen, die als Persönlichkeiten, fich um ihn drängten, nicht allzu für seine Antwort nicht angab, vertagte sich das Haus. Damals, am die Interpellation auf der Tagesordnung stand?( Sehr großes Vertrauen entgegengebracht hat, und ob zwischen 3. Juli, erklärte auch Herr Dr. Friedberg, die Gründe, die der richtig! links.) Nach der damaligen Antwort des Ministers feiner privaten Tätigkeit und seiner Stellung am Hofe nicht ein Minister für sein Schweigen angegeben hätte, würden im Lande mußte man glauben, der Minister sei durch die betreffenden unerwünschter Widerspruch wenigstens in den Augen der großen nicht als sehr schwerwiegend angesehen werden. Auch er bedauerte, Beitungsmitteilungen erst zu seiner Anfrage an die Ober- Menge hervorgetreten ist. Das monarchische Interesse, das sich in daß eine Frage, die hohes Intereffe im Lande, im Hause hier und präsidenten veranlaßt worden. Das steht aber mit den Mit- tieffter Ergebenheit zum königlichen Hause äußert, verlangt, daß auch selbst bei dem Minister gefunden gefunden hatte, erst in un- teilungen des Ministers an den Interviewer im Widerspruch. Wir die Möglichkeit ausgeschlossen wird, daß private Handlungen eines bestimmt ferner Zeit beantwortet werden sollte. Erinnern haben erfahren, daß die ganze Angelegenheit dem Minister damals einzelnen föniglichen Hofbeamten mit seiner dienstlichen Tätigkeit Sie fich mur, welche Aufregung damals in der Deffentlichkeit herrschte, fchon bekannt war, daß er auch Kenntnis von dem Vorgehen des verivechselt werden. Wenn auch nur die Möglichkeit einer solchen Verwie man ein Verfahren des Hinterhaltes vermutete und die Affäre Freiherrn v. Mirbach hatte. Der Minister hat, das muß man ihm wechselung da ist, so ist Abhülfe dringend notwendig. Diefe peinliche Mirbach eine ständige Rubrit in allen Tageszeitungen wurde. Eine zum Vorwurf machen, das Vertrauen, die Grundlage jeder Scheidung zwischen privater und öffentlicher Tätigkeit ist aber bereits Menge teils wahrer, teils unkontrollierbarer Gerüchte( Sehr richtig! tonftitutionellen Regierung bei uns erschüttert.( Lebhafte Zustimmung erfolgt. Se. Majestät der Kaiser hat Frhrn. v. Mirbach auf feine rechts) erregte damals die Deffentlichkeit. Aber der Herr Minister lints.) Gerade ein Minister hat die größte Pflicht der Wahrhaftig wiederholten Anträge von der Stellung eines Kabinettssekretärs hat auch von keiner anderen Stelle eine Erklärung zur Beruhigung feit. Auch für ihn gilt die Verpflichtung der Eidesformel, die reine und Schatullenverwalters J. Maj. der Kaiferin entbunden. Gleichdes Landes abgegeben. Ein Dementierapparat befindet sich doch im Wahrheit zu sagen, nichts zu verschweigen und nichts hinzuzusetzen. zeitig hat Frhr. v. Mirbach feine Vorstandstätigkeit in verschiedenen Befiz aller Regierungen( Heiterkeit) und er ist doch gerade in der Heiterkeit und Zustimmung links.) Das Recht der Anfragen des gemeinnützigen Vereinen aufgegeben. Damit ist das politische Yegten Zeit sehr oft und sehr kräftig in Bewegung gesetzt worden. Parlaments wird illusorisch gemacht, wenn wir nicht unbedingtes Interesse an der ganzen Angelegenheit erledigt. Das politische Hier wurde kein Gebrauch von ihm gemacht. Diese Zurückhaltung Vertrauen in die Wahrhaftigkeit der Ministerantworten haben tönnen. Interesse bestand in der Frage, ob ein unberechtigter Druck der Be ist vielleicht dem Herrn Minister sehr vornehm erschienen.( Vielfaches sehr richtig! links.) Um hier jeden Zweifel zu hörden ausgeübt worden ist. Die Nichtigkeit dieser Befürchtung ( Heiterkeit.) wäre befeitigen, es auch febr wünschenswert, daß der glaube ich nachgewiesen zu haben.( Starkes Bravo! rechts.) uns den Wortlaut feines Minister Schreibens air die Denn von feinem Inhalt und Oberpräsidenten mitteilte. feiner Form wird die Beantwortung der hier formulierten Fragen abhängen. " uns " Auf Antrag des Abg. Fischbeck( frs. Wp.) wird die Besprechung der Interpellation beschlossen. Abg. Fischbeck( frf. Vp.): Herr v. Mirbach ist troß seines Hofamtes immer Privatmann gewesen, und nachdem er jetzt noch aus seinen Hofstellungen aus geschieden ist, habe ich gar keinen Anlaß mich speziell mit ihm zu beschäftigen. Nur einige allgemeine Gesichtspunkte möchte ich geben. Ueber die Swede, zu denen Freiherr v. Mirbach sammelte, Nun, meine Herren, fomme ich zum zweiten Teile meiner Aus- Der Herr Minister hat zugeben müssen, daß die Oberpräsidenten bestehen Meinungsverschiedenheiten. Von gewissen Streifen hat führungen.( Große Unruhe rechts. Glocke des Präsidenten. In- mit der Sache amtlich befaßt worden sind.( Widerspruch rechts. Herr v. Mirbach ja lebhafte Anerkennung und Zustimmung folge der andauernden Unruhe der Rechten wird der Redner von Sehr richtig! links.) Alle seine Versuche, es so darzustellen, als gefunden. Aber gegenüber dieser Meinungsverschiedenheit besteht jetzt au schwer verständlich.) Es handelte sich um eine Gabe für das hätten die Oberpräsidenten als Privatleute gehandelt, sind nicht die er angewandt hat. Keine einzige Stimme in der Beffentlichkeit das ganze Bolt berührt, wiegt die kleinste Gabe so schwer wie die die die Zwecke, die Frhr. v. Mirbach verfolgt hat, durchaus billigen, ist in dieser Frage abgewichen.( Sehr wahr 1 links.) Ich erinnere Hunderttausende.( Sehr wahr!) Nicht damit kann dem Kaiferpaar die eine Sammeltätigkeit für Kirchenbauten als durchaus wünschens nur an die Auslaffungen des Reichsboten" und die Aeußerungen gedient sein, daß aus Nebenabsichten Gaben dargebracht werden, wert betrachten. Aber darüber zu entscheiden, ist gar nicht Sache des Herzogs Ernst Günther von Schleswig- Holstein, er habe nie sondern nur damit, daß die Spenden Ausdruck einen tiefes Herzens biefes Augenblids. Worauf es ankommt, ist folgendes: Es ist vom ein Hehl daraus gemacht, daß er ein Gegner der Art bedürfnisses find. Bei früheren Sammlungen der Art ist durchaus Minister foeben mitgeteilt worden, daß die Oberpräsidenten und Weise sei, wie der Freiherr die Sammlungen betreibe. taktvoll bestimmt worden, daß keiner mehr wie 1 M. geben dürfte mit der Angelegenheit befaßt worden sind, einmal auf AnUeber diese Anschauung herrscht wohl eine allgemeine Ueberein- und dann darf eine solche Sammlung nicht in den Beamtenkreisen weisung des Freiherrn v. Mirbach hin, zweitens auf Anweisung stimmung.( Widerspruch rechts. Sie werden mir recht geben, wenn stattfinden, sondern muß unmittelbar aus dem Volte kommen. des Herrn Ministers selber. Der Minister sagt, er habe als Privatich fage, daß jede Liebestätigkeit nur dann von Wert ist, wenn sie Ich hoffe zum Schluß, bei Ihnen die Ueberzeugung herbor- mann gehandelt.( Sehr richtig! rechts.) Er hat aber eben gefagt, ausgeübt wird ohne jeden Nebengedanken und ohne jede Nebenabficht. gerufen zu haben, daß die Interpellation nötig war, weil hier daß er die Aften von den Oberpräsidenten eingefordert habe. In ( Sehr richtig! links), wenn das Opfer zugleich der Lohn des Opfers Dinge vorliegen, die dringend der Aufklärung bedürfen.( Lebhafter Brivatangelegenheiten werden doch keine amtlichen Atten geführt! ist. Wer zu einer solchen Liebestätigkeit aufruft, muß fich an Beifall lints.) sdsid( Sehr richtig! links.) Herr von Hammerstein hat die Aften als die guten Eigenschaften und an die guten Herzen der Menschen Die Interpellation beantwortet Minister traft seiner amtlichen Funktion eingefordert. Das ist unwenden; das hat Herr v. Mirbach nicht getan, er hat sich nicht an bedingt festgestellt.( Lebhafte Zustimmung links.) Wenn der Minister den Zug des Herzens", sondern an den Zug des Knopfloches" Minister des Innern Freiherr v. Hammerstein: auch behauptet, daß es sich nur um eine private Tätigkeit gehandelt gewandt.( Heiterkeit.) Wer auf die Eitelkeit einen hohen Wert legt, Der Interpellant hat mit einer gewissen Bonhomie aus der habe, so geht aus den von ihm selbst mitgeteilten Tatsachen unist auch bereit, für derartige Auszeichnungen einen entsprechend hohen Affäre Mirbach eine Affäre Hammerstein zu machen versucht. bestreitbar hervor, daß die Autorität der Staatsregierung für die Beitrag zu zahlen. Die Geber der größten Gaben wollen nicht genannt( Heiterkeit.) Ehe ich diese Verschiebung anerkenne, beantworte ich die Sammlungen eingesetzt worden ist.( Lebhafte Zustimmung links.) sein, damit nicht bei dem Eintritt des von ihnen erwarteten freudigen Interpellation selbst. selbst. Die Annahme, als ob die OberIch stelle weiter fest, daß wir auf zwei sehr wichtige Fragen Ereignisses ein Bufammenhang zwischen diesem und ihrem Liebesopfer präsidenten und die nachgeordneten Behörden in amtlicher oder teine Antwort vom Minister erhalten haben. Einmal darüber, daß gesucht und gefunden werden könne. Diese Dinge tamen erst durch quasi amtlicher Weise veranlaßt worden sind, Sammlungen zu ver- nur hohe Beiträge" erwünscht waren, dann darüber, daß den Ben sensationellen Borfall in dem viel berufenen Bommernbant- Brozeß anstalten, trifft nicht zu. Im Mai 1902 wandte sich der Evangelische Spendern eine gewisse Belohnung in Aussicht gestellt worden ist, in die Deffentlichkeit. Aber den Gipfel erreichte der Univille über Stirchenbauverein mit der Bitte an die Oberpräsidenten, den Aufruf die Eintragung, in das goldene Buch", das den Majestäten bordas Vorgehen des Herrn v. Mirbach, als bekannt wurde, daß seine zu der Sammlung zu unterschreiben und ihm Personen namhaft zu gelegt werden sollte. Wir bedauern deshalb umsomehr, daß der Sammeltätigkeit auch ausgeübt werde gelegentlich einer Ehrengabe machen, die zur Bildung provinzieller Komitees geeignet seien. Diesem berantwortliche Staatsminister eine derartige Aufforderung an die zur filbernen Hochzeit des Kaiserpaares, daß er den ganzen Apparat Ersuchen entsprachen alle Oberpräsidenten. Leute in amtlicher Stellung Oberpräsidenten gerichtet hat.( Sehr richtig! Tints.) Wenn uns der politischen Behörden zu diesem Zwede in Bewegung ge- wurden nur in geringer Zahl und nur dann in diese Komitees gewählt, im Juni dieses Jahres bekannt gewesen wäre, daß der fetzt habe. Die Spender sollten in ein Buch eingetragen wenn fie unabhängig von ihrer antlichen auch eine soziale Stellung ein- Minifter die Oberpräsidenten als ihr Vorgesetzter im April 1908 au werden, das den Majestäten vorgelegt werden sollte( hört! hört! nahmen. Anfang 1903 traten diese Komitees zusammen, hatten aber diesen Sammlungen aufgefordert hat, dann wäre der Name des links.), und auch der Umfang der Spenden sollte wohl dabei zurzeit der Interpellation meist die Sammlungen und die Abführung Freiherrn v. Mirbach gar nicht in der Interpellation genannt worden. verzeichnet werden. In seinem Erlaß an die Oberpräsidenten ver- ber Gelder nach Berlin nicht abgeschloffen. Jeder Objektive wird zugeben, Der Minister sagt, er hätte unsere Interpellation deshalb nicht sowahrt sich Freiherr v. Mirbach gegen die kleinen Gaben unter daß die Einleitung der Sammlungen in durchaus unanfechtbarer fort beantworten fönnen, weil ihm die Alten damals nicht sämtlich 200 Mart, die allgemein unbeliebt feien. Da kann man zu dem Weise erfolgt ist und nicht geeignet war, den Verdacht einer Be- vorgelegen hätten. Aber darauf kam es ja gar nicht an. Glauben kommen, daß kleine Gaben auch bei denjenigen unbeliebt einflussung zu eriveden. Große Sammelwerke bedürfen des An- darauf an, den Tatbestand mitzuteilen.( Sehr richtig! links.) Der feien, für welche die Spenden bestimmt sind; und wenn man diesem stoßes und der Organisation und es ist nicht mehr als natürlich, Minister hat im April 1903 erfahren, daß Freiherr v. Mirbach fich Gedanken nachgeht, dann kommt man zu einem Resultat, das dicht daß man sich an die Streise wendet, die nach ihrer sozialen Stellung 1902 an die Oberpräsidenten gewandt hat. Borher aber hat er selber an Majestätsbeleidigung grenzt.( Sehr richtig! links.) geeignet erscheinen, das in Anregung gebrachte Wert zu fördern. Das gleiche getan. Herr v. Hammerstein aber hat sich im Juni diefes " Es kam Nun wurde allgemein angenommen, daß dieser Erlaß an Daß durch den Beitritt von Beamten eine amtliche Beeinflussung Jahres hier so hingestellt, als wenn er gar nichts von der Sache wüßte, die Behörden ohne Genehmigung des Ministers erfolgt sei, und zu solchen Sammlungen stattfindet, fann nicht zugegeben als fei er außer sich gewesen, als er in den Zeitungen darüber geum Klarheit darüber zu schaffen, mußten wir aus unserem Pflicht werden. Zudem waren Zudem waren fast sämtliche Oberpräsidenten ſeit lesen habe, und als habe er darauf hin sofort an die Oberbewußtsein heraus eine Aufklärung fordern. Die Minister sind ver Jahren Mitglieder des Evangelischen Kirchenbauvereins. Ante präsidenten telegraphiert. Heute kommt heraus, daß er schon im antwortlich für alles, was von ihren Untergebenen geschieht, und schreiben und Erlasse der Oberpräsidenten an die Regierungs- Jahre vorher von der Sache gewußt hat.( Hört hört! links.) Diefe fie haben dringende Veranlassung, alle unbefugten Eingriffe in ihre präsidenten oder von mir aus an die Oberpräsidenten find fiberhaupt Dinge sprechen für sich selbst, und das Volk wird wissen, wie es fie Befugnisse zurückzuweisen und zu unterdrücken. Wir haben die nicht erfolgt. Herr Träger hat mit der gottbeguadeten Natur des zu beurteilen hat.( Bravo! links.) Kontrolle auszuüben, denn es würde unhaltbar sein und zur Dichters die Tatsachen dichterisch gesehen, aber die Realität der Tat- Abg. Dr. Borsch( 8.): Das Zentrum hat den Grundsaz, sich in äußersten Verwirrung führen, wenn es möglich wäre wenn es möglich wäre, daß fachen hat darunter gelitten.( Große Seiterkeit.) Ich beantworte die inneren firchlichen Angelegenheiten der evangelischen Bevölkerung neben der verantwortlichen Regierung eine unkontrollierbare die Interpellation dahin, daß ich es nicht für zulässig halte, die nicht einzumischen. Nun kann es fraglich erscheinen, ob hier eine und unverantwortliche Nebenregierung besteht. Das würde ben Ruin Staatsautorität für solche Sammlungen in Anspruch zu nehmen, aber solche innere Angelegenheit vorliegt, da die Oberpräsidenten in Anf unferes ganzen Verwaltungswesens bedeuten.( Sehr richtig! links.) entschieden bestreite, daß das hier geschehen ist. spruch genomunen worden find. Aber es handelte sich um eine Darum haben wir und mit uns die Regierung die allerdringendste Ich komme nun aur zweiten Frage, meiner persönlichen Be Gabe aus Anlaß der silbernen Hochzeit des Landesherrn. Veranlassung, diese Frage zu lären. teiligung an diesen Vorgängen: Ich habe keinerlei Genehmigung Wir haben den Antrag auf Besprechung unterstügt, um den Inter Im Februar 1902 traten der evangelische Kirchenbau- Verein und nachher oder vorher zu dem Rundschreiben des Herrn v. Mirbach er- pellanten Gelegenheit zu geben, dem Minister zu antworten. Auf der evangelische firchliche Hilfsverein zusammen, um eine Sammlung teilt. Sie wäre auch überflüssig getvesen. Durch die Angriffe der die Sache selbst einzugehen, haben wir keinen Anlaß, falls nicht etwa zur filbernen Hochzeit für das Kaiserpaar zu veranlassen. Es Presse habe ich mir meine Ferienruhe ja nicht trüben lassen( Unruhe durch die weitere Debatte ein solcher Anlaß geboten wird.( Beifall wurde ein Komitee gebildet, dem eine große Anzahl Würdenträger, lints), aber ich muß Mißdeutungen meiner Aeußerungen hier im im Zentrum.) Abg. v. Heydebrand( f.): Ausnahme, angehörten. Herr v. Mirbach hat sich nach seinen Schreiben gewußt, es mit amtlicher Autorität gebilligt und dienstlich Ich kann dem Abg. Träger zugeben, daß es besser gewesen wäre, Aeußerungen an den Minister gewandt und der Minister hat die ge- befördert, und durch das Verschweigen dieses Umstandes Nichtachtung wenn der Minister die Interpellation gleich beantwortet hätte, aber druckten Erlasse des Herrn v. Mirbach an die Obenpräsidenten gegenüber der Landesvertretung bezeigt. In Wahrheit erhielt ich erst einen Vorwurf möchte ich nicht erheben. Es ist ein ganz alltäglicher der Reichskanzler an der Spike, und die Oberpräsidenten, mit einer Haufe entgegentreten. Man wirft mir vor, ich hätte um dieses Borgang, daß für Wohltätigkeitszwecke die hohen Verwaltungs- Imachen, daß in den Flugblättern von einer Vernachlässigung der den Zeugenaussagen, die sich oft in der auffallendsten Weise beamten in Anspruch genommen werden, und ich verstehe nicht die Fürsorge der Arbeiter überhaupt nicht die Rede gewesen ist. Be- widersprechen. Es handelt sich um Vorgänge, die oft um Aufbauschung im im vorliegenden Fall. Was jedent Privat züglich der ersten Gruppe von Vorwürfen hat das Gericht den Jahre zurückliegen, und da iſt es für die Zeugen doppelt mann recht ist, das muß doch auch dem Frhr. v. Mirbach Wahrheitsbeweis als geführt erachtet, so daß hier nur noch der Tat- schwer, sich des genanen Wortlauts aller Aeußerungen zu erinnern. billig sein. Ich meine die Silberhochzeit des Königspaares ist noch bestand der einfachen Beleidigung vorlag, dagegen erklärt das Ge- So sehen wir auch in diesem Prozesse, wie bei den Zeugenaussagen ein bedeutsamerer Zweck, als es sonst die Veranstaltungen sind, um richt bezüglich der zweiten Gruppe, daß hier Krämer sich der Ver- Phantasie und Parteileidenschaft eine große Rolle gespielt haben. die die höchsten Beamten bemüht werden. Die Freiwilligkeit der leumdung, also der Beleidigung wider besseres Wissen schuldig Bei dem ersten Lehnen- Prozeß im Oktober stellte das Gericht in dem Beiträge ist in keiner Weise in Frage gestellt, von einer Neben- gemacht habe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig ge- Urteil noch fest, es habe allerdings den Anschein, als ob bei den regierung fann keine Rede sein. Damit ist unsere Kompetenz im worden. Eine Reihe von Feststellungen, die Sie in Beamten ein gemeinsames Vorgehen gegen Zentrumswähler im Gevorliegenden Falle erschöpft. Was darüber hinausgeht, und zu dem Urteil finden, nötigen mich aber, die ganze Angelegen- heimen bestanden habe, doch sei kein Beweis dafür erbracht, daß es meinem Bedauern ist der Interpellant über diese Grenze hinaus heit zum Gegenstand der Erörterung auch in diesem Hause zu auf höhere Anordnung zurückzuführen sei. Bei dem zweiten Urteil, gegangen, geht uns direkt nichts an. Ob ein Hofbeamter forrett machen. Das Gericht hat die Beweisführung in der Richtung ganz im Dezember, erklärte das Gericht, es könne allerdings nicht veroder inkorrekt, geschickt oder ungeschickt, flug oder unklug handelt, wesentlich beschränkt, daß dafür nur solche Vorgänge herangezogen fannt werden, daß in einigen Fällen Bergleute in ihrer politischen entzieht sich unserer Entscheidung. Wir hätten es deshalb auch lieber werden dürften, die in der Zeit der Amtsführung des Bergrats haltung beeinträchtigt oder in ihren religiösen Gefühlen getränkt gesehen, wenn der Minister darauf gar nicht eingegangen wäre. Hilgers selbst vorgekommen seien. Eine weitere Beschränkung liegt worden seien, aber die Fälle seien so vereinzelt gewesen, daß der ( Lachen links.) darin, daß die Erheblichkeit der zu betveifenden Tatsachen davon ab- Nachweis einer systematischen Beeinträchtigung nicht als erbracht Es ist hier von Orden gesprochen worden. Das sind Kronrechte, hängig geworden iſt, daß diese Tatsachen in einer angesehen werden konnte. Ich sehe darin schon ein milderes Urteil. die unserer Kritik nicht unterstehen, und meine Partei hält sich unmittelbaren Beziehung zu Bergbeamten einerseits und zu In dem neuesten Erkenntnis vom Juni heißt es nur noch: es möge gegenüber Kronrechten streng an die Kompetenz der gefeßgebenden Bergarbeitern andererseits stehen, nicht etiva zu Dritten in dem einen oder anderen Falle ein Beamter den unterstellten Körperschaft. Deshalb nur einige Worte der Abwehr gegen den außerhalb des Dienstbereiches der Bergwerksdirektion stehenden Arbeitern gegenüber nicht ganz einwandfrei gehandelt haben, aber Interpellanten. Er hat von verwerflichen Mitteln gesprochen, dabei Personen. Für uns im Abgeordnetenhause find bei der Beurteilung von dem Nachweis eines systematischen Vorgehens sei teine Rede. aber das Ziel als hohes anerkannt. Tut man das lettere, so ist der Sachlage ganz andere Gesichtspunkte maßgebend. Wir haben es Auf Grund des Erkenntnisses vom Dezember hatte ich bereits ein doch eine wohlwollende Beurteilung am Plaze. Wir tragen dem nicht nötig, uns auf die Tatsachen zu beschränken, die sich während scharfes Restript gegen ungehörige Wahlbeeinflussungen durch Behohen Zweck volle Rechnung und können nur wünschen, daß so hohes der Amtsführung des Herrn Hilger selbst abgespielt haben, sondern ante erlassen; insbesondere habe ich das Verhalten des SchlafhausStreben nicht erlahmen möge, denn solche edlen Bestrebungen fun wir sind berechtigt und verpflichtet, die sämtlichen Tatsachen, also meisters Bremer entschieden verurteilt und ihm seine sofortige unserer heutigen Zeit sehr not. Die persönliche Integrität und auch die, die vor dem Jahre 1900 liegen, wie sie in dem Prozeß zu- Entlassung androhen lassen, wenn ähnliches wieder vorkomme. Ehrenhaftigkeit des Freiherrn v. Mirbach ist über allen Zweifel tage getreten sind, in den Bereich unserer Erörterungen zu Der Vorredner hat sich lobend geäußert, daß ich mit dem Prinzip erhaben.( Ruf links: Die steht hier nicht zur Debatte.) Freiherr ziehen. Das Gericht hat sich ferner auf den Standpunkt ge- gebrochen habe, daß Beamte über innere Berwaltungsvorgänge vor b. Mirbach hat viel Gutes gestiftet und dafür sollten wir ihm dankbar stellt, von einer systematischen Unterdrückung oder Ausbeutung Gericht nicht aussagen dürfen. Ich habe in Wirklichkeit lediglich dem fein.( Lebhaftes Bravo! rechts.) der Arbeiter könne nur dann die Rede sein, wenn die auf diesem Gerichtshof freigestellt, zu entscheiden, welche Vernehmungen er für Abg. Abg. Dr. Friedberg( natl.): Gebiete bestehenden Mißstände auf direkte Anordnung oder Befehl erheblich erachtet, und den Parteien anheimgestellt, ihre Anträge zu der Bergwerksbehörden zurückzuführen seien. Auch das kann für stellen. Wir hatten nichts zu verheimlichen. Das Ergebnis dieser Es handelt sich hier nicht, wie Herr Porsch meinte, um eine uns im Abgeordnetenhause nicht maßgebend sein. Es kann uns hier Verhandlungen ist das Erkenntnis vom 13. Juni, das dahin geht: konfessionelle, sondern um eine verwaltungsrechtliche Frage, nämlich nicht darauf ankommen, das Vorhandensein eines Systems in dem 1. Alle Behauptungen von einer systematischen Unterdrückung der darum, inwieweit ein Hofbeamter Einfluß auf unsere Verwaltungsdarum, inwieweit ein Hofbeamter Einfluß auf unsere Verwaltungs- Sinne, wie es der Gerichtshof konstruiert hat, nachzutveisen, Bergarbeiter in den ihnen zustehenden Rechten zugunsten einer beamten auszuüben in der Lage ist.( Sehr richtig! links.) Die sondern eine Reihe von Tatsachen vorzuführen, aus denen gefolgert politischen Antwort des Ministers war erfreulicherweise eine völlig erschöpfende. werden darf, daß hier tatsächlich jahrelang große Mißbräuche seitens von Partei find umerwiesen. 2. die Behauptung Wir halten die Heze gegen Freiherrn v. Mirbach für eine der un- der Beamten ausgeübt worden sind. Ich bemerke dabei von vorn- Nutzen des Fiskus durch Zahlung von Hungerlöhnen und durch einer systematischen Ausbeutung der Bergarbeiter zum erfreulichsten Erscheinungen des öffentlichen Lebens, aber der Minister ist mit schuld daran, durch seine hinauszögerung der Be- herein, daß die Person des Herrn Hilger der ja auch nicht mehr Vernachlässigung der Fürsorge für Sicherheit und Gesundheit find ist mit schuld daran, durch seine Hinauszögerung der Bein leitender Stellung sein soll- dabei für uns vollkommen in den wissentliche unwahrheiten. Einzelne Beamie und besonders Unterantwortung. Was er uns heute gesagt hat, konnte er uns auch damals schon sagen.( Sehr richtig!) Hintergrund tritt. Nicht die Person des Herrn Hilger ist es, die beamte haben sich ja in der Hize des Gefechtes zu unbedachten Der Fall Mirbach hat aber eine allgemeine Bedeutung. uns zu unserem Vorgehen bewogen hat, sondern es sind die Zu- Aeußerungen, ja zu Handlungen, die besser nicht geschehen wären, noch Er gibt uns die Lehre, die höchsten Beamten nicht an die Spike stände, die sich während seiner Leitung und schon vor seiner Amts- hinreißen lassen; das habe ich bereits früher anerkannt; aber ich solcher Wohltätigkeitsveranstaltungen zu stellen. führung entwickelt haben. ( Sehr richtig! Bevor ich auf den Prozeß Krämer ein- fage mit dem Gerichtshofe: Was will es heißen, wern bei einer solchen lints.) Der Minister soll nicht vergessen, daß ein großer Teil des gehe, muß ich mit einigen Worten auf eine Aeußerung zurück- Armee von Gegnern, die der Verwaltung alles mögliche anhängen Lärmes gegen Virbach von Leuten gemacht worden ist, die den kommen, die der Staatsanwalt Dr. Freytag bei dem vorausgegangenen wollen, nicht mehr festgestellt werden kann als geschehen ist! JedenDruck der Sammeltätigfeit persönlich empfunden haben, die gezahlt Prozeß Lehnen getan hat. Er hat nach unividersprochen gebliebenen falls ist es nicht gerechtfertigt, von einem System der Unterdrüdung Druck der Sammeltätigkeit persönlich empfunden haben, die gezahlt Zeitungsberichten damals ausgeführt, die„ ultramontane" Partei habe und Ausbeutung zu sprechen. Ich wiederhole weiter, was ich schon haben und sich nachher ärgerten.( Große, lebhafte, allgemeine Heiter unter dem Schutz der Redefreiheit im Landtage„ olle Kamellen" ausge- früher gesagt habe: wo im einzelnen Falle Klagen sich als berechtigt feit.) Abgeordneter Träger hatte, als er die Mittel verurteilte, vollständig recht. Wenn man kleine Beiträge ausschließt, um, von ge- graben, aber alle ihre Vorwürfe hätten sich als unrichtig erwiesen. Ich sehe erwiesen, habe ich für Abhilfe gesorgt. Ich bitte weiter zu erwägen, ständig recht. Wenn man kleine Beiträge ausschließt, um, von ge wissen Leuten dann recht hohe Beiträge herauszupressen, so sind mich genötigt, gegen Form und Inhalt dieser Aeußerungen hiermit daß es bei einer Beamtenschaft von 1200 Köpfen leicht vorsolche Mittel ihr Zweck in allen Ehren! mal einer daneben haut; auf das entschiedenste zu protestieren.( Lebhafter Beifall im Zentrum.) fommen kann, wirklich verwerflich gelegenlich aber hat es Der Staatsanwalt hat damit die Politik in den Gerichtssaal hinein- jedenfalls zu nennen. Herr v. Heydebrand meinte, bei den Ordensverleihungen getragen.( Sehr wahr! im Zentrum.) Das ist durchaus ungehörig. gefehlt meinerseits nicht an Mahnungen und wird es auch in handele es sich um ein Kronrecht. Mir kommt es vor, als ob( Sehr wahr! und lebhafte Zustimmung im Zentrum), und wenn er Ich muß übrigens die zahlreiche Beamtenschaft dagegen in Schutz Zukunft nicht fehlen. gewisse Leute bei Dingen, deren Erörterung ihnen unangenehm ist, recht gern das Wort„ Stronrecht" gebrauchen.( Heiterkeit.) Wir haben gar von uns als von„ Ultramontanen" spricht, so ist es eine grobe nehmen, daß mit einer Leidenschaftlichkeit verlangt wird, sie sollen doch einen Etat der General- Ordenstommiffion, und wir sind durchaus Taktlosigkeit.( Sehr wahr und lebhafte Zustimmung im Zentrum, sich jedes Einflusses auf die Wahl enthalten. kompetent mitzureden, sollten sich bei der Verleihung von Drden Unruhe bei den Nationalliberalen.) Auch der Staatsanwalt sollte doch Beamten die volle Wahlfreiheit in Anspruch nehmen, gegen wen fie irgend welche Mißstände herausstellen.( Sehr richtig! links.) Es wiffen, daß wir uns nicht ultramontane Partei nennen, sondern sich auch immer wenden möge. Aber ich habe den Beamten vor Zentrumspartei, und er hat diesen Ansdruck offensichtlich nur ge- der letzten Wahl auch strengstens eingeschärft, sich an das Gesetz zu halten. mag zugegeben werden, daß überall im deutschen Volke mit Wasser braucht, um unsere Partei zu beschimpfen. Ich weise. die Be- Es kann festgestellt werden, daß bei der letzten Wahl erheblich weniger gefocht wird, und die Ordensbänder auch verliehen werden, um schimpfung an dieser Stelle mit Entrüstung zurück.( Lebhafter Beifall als früher gegen diese Vorschrift verstoßen ist. Es sind mir verschiedene Quellen für Wohltätigkeitsakte zu erschließen, aber man sollte eben im Zentrum.) Aber auch fachlich ist der Ausspruch des Herrn Staats- Fälle bekannt, wo das auch von der Gegenseite anerkannt wurde, unter mit dieser Praxis brechen.( Sehr gut! links.) Die persönliche anwalts vollkommen unhaltbar. Das Gericht hat als festgestellt anderem verweise ich nur auf die Aussage des Zeugen Simon, der Integrität des Freiherrn von Mirbach steht auch für uns außer erachtet, daß die Bergarbeiter von Beamten zum Eintritt in den einem Wahlaft beigewohnt hatte und am Schluſſe erklärte:„ hier ist Zweifel, und damit will ich schließen.( Beifall.) Wahlverein aufgefordert worden sind. Das Gericht hat das alles in Ordnung gewesen; ich kann meinem Chef nichts berichten". Recht, sich auf den formalistischen Standpunkt zu stellen und Auf die Frage, wer ist der Chef? antwortete er: ,, der Herr Kaplan Bei der Behandlung von Kronrechten müssen wir sehr zurück zu sagen, das sei kein Zwang; ich ich meine aber, wir Dasbach"( Große Heiterkeit.) Im weiteren möchte ich die Parteien haltend sein. Nur wenn ein Mißbrauch vorläge, müßten wir Stellung empfinden es als einen ungehörigen Zwang, wenn die Bergarbeiter bitten, nach Möglichkeit dahin zu wirken, daß die scharfen Gegensätze nehmen. Ein solcher liegt aber hier in keiner Weise vor. Die von den Herren Vorgesezten aufgefordert werden, dem national im Saarrevier gemildert werden. Mit großem Geschick und Erfolg persönliche Integrität des Frhrn. v. Mirbach ist zweifellos. Die liberalen Wahlverein beizutreten.( Sehr wahr! im Zentrum.) hat die Verwaltung im Saarrevier es fertig gebracht, die sozialdemo Kritik des Abg. Träger war übertrieben, seine ganze Rede war eine Dieser Vorwurf ist also als erwiesen anzusehen. Das gleiche gilt fratische Bewegung im wesentlichen fernzuhalten. Zum Glück für lebertreibung.( Lebhafter Widerspruch.) Der Minister hat, wie Ab- von dem Vorwurf der Wahlkontrolle. Daß eine solche Kontrolle die Arbeiter und für die ganze Gegend tragen wir nicht dazu bei, geordneter Friedberg zutreffend ausgeführt hat, alle Vorwürfe stattgefunden habe, sieht das Gericht als erwiesen an. Es fügt das Gegenteil zu fördern. Der Minister gibt zum Schluß seiner über den unberechtigten Einfluß eines Hosbeamten auf Re- allerdings hinzu, es sei nicht einzusehen, warum es der Berg- Rede eine Reihe von Daten über die soziale Lage der Bergarbeiter gierungsstellen widerlegen können. bedauerlich sein, werksverwaltung verwehrt sein solle, sich ebenso wie andere im Saarrevier wieder, die vom Geheimrat Hilger in den Prozeßdaß die hohen Verwaltungsbeamten für Wohltätigkeitsakte in Industrielle über die politiche Stellung der Arbeiter Klarheit zu verhandlungen vorgetragen waren. Er hebt insbesondere hervor, Anspruch genommen werden. Das gleiche geschieht aber auch schaffen.( Hört! hört! im Zentrum.) Ich darf darauf hinweisen, daß von den 23 000 verheirateten Arbeitern 16 000, also 70 Proz., bei den Oberbürgermeistern und höheren Kommunalbeamten. Von daß auch in der Deutschen Juristenzeitung" diese Deduktion des eigene Wohnungen haben, und zwar Wohnungen mit einem Durchschnitt Wer einem Eingriff des Frhn. v. Mirbach in die Rechte des Ministers ist Gerichts als völlig verfehlt bezeichnet wurde. von 3 Räumen. die Verhandlungen des wie Wenn ich mich nunmehr zum Prozeß Krämer selbst wende, so leßten Wohnungsfongresses berfolgt habe, wiſſe, feine Rede. Vielleicht hätte der Minister einen Teil der Mitteilungen, die er uns heute gemacht hat, auch schon am 28. Juni machen hat dieser tatsächlich schon außerordentlich gute und segensreiche gewöhnlich günstig diese Verhältnisse feien. können. Aber ein Vorwurf trifft den Minister nicht.( Beifall rechts.) Folgen gezeitigt, und ich kann dem Herrn Minister meinen Dank nicht schädliche Schlafgängerwesen zu mildern, habe die VerAbg. Beömel( frs. Vg.): vorenthalten, daß er nunmehr in liberalster Weise die Genehmigung waltung eine große Reihe von Schlafräumen eingerichtet. 43 Werkzur freien Aussage der Beamten gegeben hat. Das ist ganz zweifellos eine schulen sorgten für den obligatorischen Fortbildungsunterricht der Im großen und ganzen kann ich mich den Ausführungen des fegensreiche Folge des Prozesses; hoffentlich werden nun die heutigen Jugend bis zu 18 Jahren. Wenn im Saarrebier auch durch die Abg. Dr. Friedberg anschließen. Ich bin aber der Meinung, daß Auseinandersetzungen die Folge haben, daß wir es überhaupt nicht politischen Parteitämpfe heftige Differenzen zwischen den Arbeitern der Miniſter am 28. Juni uns das hätte mitteilen müssen, was ihm mehr nötig haben, uns mit den unglücklichen Zuständen im Saar- und ihren Vorgesetzten vorfämen, so bestehe im allgemeinen doch ein im schon damals bekannt war.( Sehr richtig! links.) Bereits ein Jahr revier zu beschäftigen. Ich bin nun genötigt, um den Beweis zu besten Sinne patriarchalisches Verhältnis. Beweis dafür sei der schöne borher hatte sich Frhr. v. Mirbach an die Oberpräsidenten gewandt. erbringen, daß Abhilfe geschehen muß, an der Hand des steno- Verlauf der Bergfeste. Der Minister schließt mit der wiederholten Die Frage, ob der Minister sofort auf eine Interpellation erklärt, graphischen Berichts eine Reihe von Tatsachen zur Sprache zu dringenden Bitte, die Gegenfäße im Saarrevier nicht weiter zu ver was er weiß, oder ob die Beantwortung hinausgeschoben wird, ist bringen, die in dem Prozeß festgestellt worden sind. Redner schärfen. Der tertius gaudens sei die Sozialdemokratie. eine politische Frage ersten Ranges.( Sehr richtig! links). verliest aus dem stenographischen Bericht eine große Zahl Dem Abgeordneten v. Heydebrand bemerke ich, daß man über von Zeugenaussagen, durch die ganz besonders krasse Fälle Auf Antrag des Abg. Dr. Bachem findet eine Besprechung der die Tätigkeit des Herrn v. Mirbach auch in den Kreisen seiner von Wahlbeeinflussungen und Wahlkontrolle festgestellt worden Interpellation statt. Anhänger anderer Meinung ist als er. Sogar der fromme Reichs- sind. Die Verlesung dieser Aussagen wird mit lebhaften Abg. Dr. Röchling( natl.): bote" hat gesagt, man finde feine Worte für diese Art der Tätigkeit. Burufen Hört! hört! aus dem Zentrum begleitet, während bei den Nach dem Wortlaut der Interpellation fönnte man annehmen, In der Tat handelt es sich bei dem Vorgehen des Herrn v. Mirbach Nationalliberalen sich eine immer größer werdende Erregung beim Saarrebier seien die neuen Anordnungen über die Geheimhaltung um Mittel, von denen man sagen kann: Solche Mittel entheiligen merkbar macht. Ich kann Ihnen nicht helfen, so ruft Redner der Wahl gar nicht durchgeführt. Was an Klagen vorgebracht wird, den Zweck.( Beifall links.) hierauf den Nationalliberalen zu jetzt müssen Sie den Kelch bezieht sich auf Vorfälle aus alter Zeit, die heute gar nicht mehr Abg. Frhr. v. Zedlitz( ft.): Es mag " und Handelsminister Möller: daß Ich muß für meine uns Abg. Träger( fr. Vp.) tritt den Ausführungen des Ministers schon bis zur Neige leeren!( Lebhafter Beifall im Zentrum.) Im möglich wären. Der Abg. Marr hat sehr ruhig gesprochen; ich will entgegen und betont, daß selbst von Anhängern des Herrn v. Mirbach weitern erörtert er die Maßregelung, welche fich auch die neu- ihm darin folgen; aber er hat sich die Sache sehr leicht gemacht; denn über diesen ebenso geurteilt werde, wie er es getan habe. Ich habe gegründete Saarpost" Saarpost" feitens der Bergwerksdirektion habe er hat nur die Zeugen angeführt, die zugunsten seiner Partei sprechen. lediglich die tatsächlichen Mitteilungen charakterisiert und an den gefallen lassen müssen, die zahllosen Beeinträch Das gelte besonders für den Fall mit dem David II. Letterer hat des Versammlungs- und Vereinsrechtes. Minister die Frage gerichtet, wie er in der Sache gehandelt habe. tigungen Ich sich aus eigenem Antriebe als nationalliberal ausgegeben und der ( Beifall links.) werde, so schließt er, einstweilen von weiteren Auseinander- Inspektor Höh sich ganz forrett verhalten. Man behaupte, die Damit schließt die Besprechung der Interpellation, womit die ſetzungen absehen; ich denke, das vorgebrachte Material wird Nationalliberalen hätten die Wähler scharf kontrolliert; das sei aber Interpellation erledigt ist. genügen, um die Notwendigkeit unserer Interpellation darzutun. auch von der Gegenseite geschehen, wie z. B. das Zeugnis des Ich hoffe, daß die Regierung eine befriedigende Erklärung abgeben Heinrich Simon dartue. Der Fall Adams werde falsch dargestellt. Es folgt die Interpellation der Abgg. Marg( 3.) und Genossen: wird, daß und wie sie endgültig diesen Zuständen ein Ende machen Silger habe sich dagegen gewehrt, daß konfessionelle Gegensäge in seine will. Wir verlangen die verfassungsmäßige Bewegungsfreiheit auch Beamtenschaft getragen würden, wie dies von Adams versucht worden. Hat die königliche Staatsregierung Kenntnis genommen von für die Bergleute, auch für den kleinsten und ärmsten Mann.( Leb sei und das Gericht habe entschieden, daß die Versegung Adams nicht den im Prozeß gegen früheren Bergarbeiter Krämer hafter Beifall im Zentrum.) zu beanstanden sei. Der Redner erklärt weiter, seine Partei sei ein in Saarbrücken ergangenen Zeugenaussagen über Wahlbedrückungen o entschiedener Gegner aller amtlichen Wahlbeeinflussungen und auch und Wahlkontrollen, wie sie nach diesen Aussagen von Beamten der königlichen Bergwerksdirektion zu Saarbrücken vorgenommen Raum ein die Kritik, die er an dem im Saarbrücker Prozeß er- müsse er, daß die Bergbeamten im Saarrevier einen eingewurzelten In den Ausführungen des Herrn Vorredners nahm einen großen gegen Wahlfontrollen bei der Reichstagswahl. Durchaus bestreiten worden sind? Was gedenkt die königliche Staatsregierung zu tun, um der gangenen Urteil geübt hat. Ich lehne es ab, auf diesen Teil Hang zu Wahlbeeinflussungen hätten. Richtig sei, daß alle Faktoren Wiederkehr solcher Vorkommnisse endlich und endgültig Einhalt seiner Ausführungen einzugehen, für mich ist ausschließlich und der Bergverwaltung sich bestrebten, die Sozialdemokratie von allein das Erkenntnis des Gerichts maßgebend. Auch auf die dem Saarrevier fernzuhalten. Leute, die den Umsturz auf ihr Parteizu tun? Einzelheiten, die der Herr Vorredner vorgebracht hat, kann ich programm schrieben, seien in einer staatlichen Grube unbrauchbar. Handelsminister Möller erklärt sich bereit, die Interpellation so- nicht eingehen; ich werde mich vielmehr auf einige allgemeine Aus- Wenn in einzelnen Fällen scharfe Maßnahmen auch gegen das fort zu beantworten. führungen beschränken. Der Prozeß, an den die Interpellation an- Bentrum erfolgt seien, sei das berechtigt gewefen. Die DasbachAbg. Dr. Marg( 3.) fnüpft, ist die Fortsetzung zweier anderer Prozesse, die schon im Presse sei in einer Weise gegen die Bergverwaltung aufgetreten, daß begründet die Interpellation. Er verweist zunächst auf das unter Februar dieses Jahres hier verhandelt worden sind. Ich war man sagen könne, ihr Ziel war die Vernichtung der staatlichen dem 13. Juni gegen Strämer ergangene Erkenntnis, durch welches damals noch nicht im Besitz eines authentischen stenographischen Autorität.( Lebhafter Widerspruch im Zentrum.) Die Zentrumsdieser zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden ist. Das Berichts und mußte es daher ablehnen, mich zu der Sache zu partei, die hier heute über amtliche Wahlbeeinflussungen Gericht habe in den von Krämer herausgegebenen Flug- äußern; der Bericht ist mir inzwischen zugegangen und ich lege ein flage, size selbst im Glashause. Der geistliche Wahldruck sei schriften atvei Gruppen von Vorwürfen gefunden, für Eremplar desselben auf den Tisch des Hauses nieder. Die oft genug nachgewiesen.( Lebhafter Widerspruch im Zentrum.) Der die der Wahrheitsbeweis nicht in vollem Umfange habe Verhandlungen, die im Februar hier über den Lehnen- Redner bezieht sich auf Behauptungen in nationalliberalen Wahlerbracht werden können, nämlich: 1. den Vorwurf der systematischen Prozeß stattgefunden haben, haben natürlich im Saarrevier protesten, von denen er zugibt, daß sie noch nicht bewiesen seien. Unterdrückung der Bergarbeiter in den ihnen zustehenden Rechten zu großes Aufsehen und große Aufregung erregt, und so sind jene Bentrum und Nationalliberale, so bemerkt er dann weiter, können gunsten einer politischen Partei, sowie einer systematischen Mißachtung Verleumdungen und speziell die damaligen Ausführungen des Abg. besseres tun, als fich hier zu streiten, wer die meisten Wahlund Bevormundung der Bergarbeiter. 2. den Vorwurf der syste- Mary wohl mit Veranlassung für den sozialdemokratischen früheren beeinflussungen auf dem Gewissen hat. Diese Dinge spielten praktisch matischen Ausbeutung der Arbeiter zugunsten des Fiskus und die Bergarbeiter Krämer gewesen, durch seine Flugblätter für seine ja überall feine Rolle mehr und gehörten schließlich auch Vernachlässigung der Fürsorge für die Gesundheit der Arbeiter. Partei Propaganda zu machen. Bei Beurteilung der gesamten Lage nicht vor den Landtag, sondern vor den Reichstag. Hier In wieweit so führt Redner aus diese Charakteri- müssen die scharfen Gegensäge mit in betracht gezogen werden, die im Landtage sollten sich Zentrum und Nationalliberale gerade jezt fierung des Juhalts der Flugblätter zutrifft, habe ich an dieser Stelle im Saarrevier herrschen, Gegensätze, die gar zu leicht auf beiden bewußt sein, daß sie bei wichtigen bevorstehenden Gesetzen darauf annicht nachzuprüfen, und ich will_nur beiläufig darauf aufmertfam Seiten zu Einseitigkeiten führen. Das zeigt sich auch in gewiesen seien, zusammenzuarbeiten und daß es deshalb notwendig V Aus Industrie und Handel. vom fel, alles fernzuhalten, was diese Zusammenarbeit stören müsse. seinem Berichte über die Tätigkeit der Partei im verflossenen Ge-| Sammelns von Haus zu Haus" scheine verkannt zu sein, indem ( Beifall.) schäftsjahr gab Genosse 3 inner- Winterthur eine Uebersicht über die das Landgericht sage, D. habe jeden Tag mindestens eine Wirtschaft Abg. Dr. Bachem( 3.): Fortschritte auf dem Gebiete der Organisation sowie über die Aktionen besucht usw. Das Kammergericht meine, daß für das Kollektieren Die Interpellation hat den ausgesprochenen Zweck, die Wieder- und Erfolge auf eidgenössischem, kantonalem und kommunalem Gebiete. von Haus zu Haus doch ein räumliches Zusammentreffen verlangt holung ähnlicher Vorkommnisse zu verhindern. Der Herr Vorredner In ersterer Beziehung wurde die wuchtige Verwerfung der drei werden müsse und daß man nicht einfach sagen könne, ein solches hat ebenso wie der Herr Minister versucht, an dem einheitlichen zu- reaktionären Vorlagen vom Herbst 1903 erwähnt, wodurch Kollektieren liege schon vor, wenn jemand heute in einer Gastwirt sammenfassenden Bilde, das uns der Abg. Marg gegeben hat, einige die freche Reaktion eine empfindliche Niederlage erlitt. schaft und morgen in einer anderen Gastwirschaft sammle. Beispiels Retouchen vorzunehmen. Aber die gesamte Färbung des Bildes Von den kantonalen Ereignissen war die Verwerfung des Lehrer- weise könne Bezug genommen werden auf den Begriff, den die hat keine Aenderung erfahren. Nachdem wir nun zwei- besoldungs- Gesetzes in der Volksabstimmung zu bedauern. Da nun Gewerbe Ordnung mit dem Gewerbebetrieb von Haus zu Haus mal kontradiktorisch diese Dinge hier verhandelt haben, ein neues Gesez zur Abstimmung gelangt, ist seine Annahme verbinde. darf man als unbestreitbar den Satz aufstellen: im ganzen dringend zu wünschen. Bei den Gemeindewahlen wurden in verRheinland ist kein Wahlkreis, wo auch nur annähernd so viel im schiedenen Gemeinden Erfolge erzielt, und die Zahl der Gemeinden, Punkte der amtlichen Wahlbeeinflussung gesündigt wird wie in in denen unsere Partei Vertreter in den Behörden erringt, vermehrt Saarbrücken- Neunkirchen bei der letzten Wahl. Vom Standpunkte dieser sich. In agitatorischer Beziehung ist durch die Veranstaltung von Feststellung aus können wir mit dem Verlauf dieser Verhandlung nur Versammlungen an 12 Orten im Kanton, in denen Vortragszyklen werden. Das Reichsbankdirektorium hat an sämtliche ReichsbankDie Taler sollen vorläufig wieder in den Verkehr eingeführt zufrieden sein.( Beifall im Centrum.) Ich nehme es dem Minister und auch über das Wesen, die Grundsäße und Ziele der Sozialdemokratie hauptstellen und Reichsbankstellen eine Verfügung gerichtet, in der dem Herrn Vorredner nicht übel und es stehen ihnen die triftigsten gehalten wurden, erhebliches geleistet und eine große Summe von es heißt: Der Herr Staatssekretär des Reichsschazamtes hat uns Milderungsgründe zur Seite( Heiterkeit), wenn sie versucht haben, Wissen, Aufklärung und Belehrung unter der Arbeiterschaft verbreitet mitgeteilt, daß die Münzstätten demnächst mit einer umfangreichen dem, was der Abg. Marg vorgebracht hat, einige Tatsachen entgegen worden. Daneben fanden noch zahlreiche andere Versammlungen Ausprägung von Fünfzigpfennigftüden in der zustellen, die die schreiende Nacktheit der festgestellten Tatsachen etwas statt. Mit dem Stande der Partei kann man im allgemeinen Bundesrat beschlossenen neuen Gestalt beauftragt würden und im verbrämen sollen.( Heiterkeit.) Der Abgeordnete Röchling hat aus zufrieden sein und der Zukunft mit Siegeszuversicht entgegengehen. Hinblick hierauf die weitere Ausmünzung von Zwei- und Einmarkgesprochen, daß alle Liberalen gegen jede Wahlbeeinflussung Die Einnahmen der Partei betrugen 1521,27 Fr., die Ausgaben stücken eine erhebliche Einschränkung erfahren müsse. Für diese beiden durch Beamte feien. Wenn dieser Vordersatz richtig ist, 1035,30 Fr., so daß ein Kassenbestand von 485,97 Fr. vorhanden ist. Münzsorten ist mithin ein stärkerer Zugang aus Neuprägungen zu sollte man doch auch die Konsequenzen daraus ziehen.( Sehr richtig! leber die Tätigkeit der 39gliedrigen sozialdemokratischen Fraktion den ohnehin nicht großen Vorräten der Reichsbank für einige Zeit im Centrum.) Wir bedauern, daß derartige theoretische Borderfäße des Kantonsrats referierte Genosse Seidel, wobei er zeigte, daß nicht zu erwarten; wir machen daher den Bankanstalten die tunlichste hier ausgesprochen, aber im Bergverein weder den Beamten ein- fie immer bestrebt war, die Interessen der Arbeiter wahrzunehmen Sparsamkeit bei der Ausgabe jener Sorten zur besonderen Pflicht. geschärft, noch in der Praxis durchgeführt werden. Ich habe auch und für sie positive Erfolge zu erringen. Die Fraktion darf daher Gleichzeitig hat der Herr Staatssekretär den Wunsch geäußert, es nicht gehört, daß während der letzten Wahlkampagne der Herr das Zeugnis beanspruchen, daß sie getan hat, was sie nach Lage der möchten, da auch Prägungen von Fünfmarkstüden für absehbare Zeit Vorredner in seiner Heimat diesen Satz ausgesprochen hat. Dinge zu tun imstande war. Daran knüpfte sich eine rege Debatte, nicht in Aussicht zu nehmen sind, die Taler in größerem Der Minister hat auch in der deutlichsten Weise zu erkennen gegeben, in der Genosse Lang eine treffliche Charakteristik des Kantonsrats Umfange wieder dem Verkehr übergeben werden. daß er die Dinge, die der Abg. Marg vorgetragen hat, nicht billigt und der bürgerlichen Parteien gab. Die großen Zeiten Soweit also bisher in der Verausgabung von Talern seitens der und einen scharfen Erlaß dagegen hat ergehen lassen. Wir begreifen der bürgerlichen Parteien, wie sie Ende der sechziger Jahre Reichsbankanstalten noch zurückhaltung geübt worden ist, hat diese dies. Der Minister hat weiter im letzten Prozeß einen Bruch voll- waren, sind vorüber, da das Bürgertum alles erreichte, fortan aufzuhören. Wo es dem Publikum wesentlich nur auf Silberzogen mit der Uebung, daß Beamte über innere Verwaltungs- was es notwendig hatte und wobei es sich heute wohl fühlt. Heute münzen überhaupt, nicht auf Reichssilbermünzen ankommt, können vorkommnisse nicht aussagen sollen. Dieses System war schon sind die Liberalen auch Demokraten und die Demokraten auch Taler ohne weiteres abgegeben werden. Ueberhaupt sind diese dem längst nicht mehr haltbar; ich hoffe, daß des Handelsministers Liberale, fie sind in allen sachlichen Fragen einig und gehen nur Verkehr zwar nicht aufzudrängen, aber doch tunlichst anstatt ReichsBeispiel in allen Berwaltungszweigen Nachahmung findet. noch in Personenfragen getrennt vor. Das hauptsächlichste Unter- filbermünzen zu verwenden, um die Erschöpfung der Reichsbank an Wenn die Beamten daß sie auch über innere scheidungsmerkmal der beiden Parteien besteht darin, daß die eine solchen zu vermeiden. Insbesondere gilt dies in jenen Gegenden, Verhältnisse unter Umständen aussagen müssen, werden sie viel vor- Fraktion ihr Mittagessen im Restaurant zur Schmiedstube", die für welche die geordneten Vertretungen von Handel, Gewerbe und fichtiger sein, als sie bisher gewesen sind. Ich zweifle nicht daran, andere im Restaurant zu„ Zimmerleuten" einnimmt. Es herrscht in Industrie die Beibehaltung oder Neuprägung von Dreimarkstücken daß dieser Bruch mit der bisherigen Tradition, wenn er aufrecht er- den bürgerlichen Parteien ein grauenhafter politischer Stumpfsinn, dessen als erwünscht oder gar als notwendig erklärt haben. Hier sind zu halten wird, gute Früchte bringen wird. In den Ausführungen des Ansteckungsgefahr wir nur entgehen können durch die Hochhaltung der den Lohnzahlungen tunlichst ausschließlich Taler statt Fünf- und Ministers hätte ich einen Bassus gern vermißt. Das war die breite politischen Ideale, die das Bürgertum verraten hat. Zweimartstücken, falls nicht ausdrücklich auf diesen bestanden wird, Ausmalung der guten materiellen Lage der Arbeiter im BergVon den Beschlüssen seien erwähnt die Aufträge an die sozial zu berabfolgen. revier Saarbrücken. Keiner von uns hat die allgemein demokratische Fraktion des Kantonsrates, die Präsenzliste jährlich gute Lage der Arbeiter an Grund Zechenstilllegung. Aus dem Ruhrrebier kommen, wenn auch spärim einmal zur Kontrolle den Kreisorganisationen mitzuteilen: ferner zu Klagen Einzelfall fehlt es freilich auch hier nicht bestritten. Die Schaffung des Proporzes für die Kantonsratswahlen zu betreiben licher als vor fünf, sechs Monaten, noch immer Meldungen, daß da Deshalb gehörten diese Ausführungen des Ministers gar nicht zum und endlich die Schaffung einer kantonalen Alters- und Invaliden- oder dort eine Zechenstilllegung geplant sei. So wird jezt die Beweisthema. Es hat doch einen bedenklichen Beigeschmack, wenn versicherung vorzubereiten. beabsichtigte Stillseßung des Betriebes der Zeche Luise Tiefbau" den Arbeitern auseinandergesetzt wird, ein wie gutes Brot sie essen. Als Vorort wurde, da Winterthur eine Wiederwahl ablehnte, gemeldet. Gegen diese Maßregel wendet sich in einer Eingabe an den Das ist es ja, daß die Arbeiter das Gefühl haben: das, was wir 3ürich gewählt. Handelsminister die dadurch schwer betroffene Gemeinde Kirchhörde. materiell Gutes erfahren, sollen wir durch Opfer an unserer politischen In der Nachmittags Sigung wurden die vier nächstens zur Die Zeche Luise Tiefbau", heißt es in diesem Schriftstück, lege den Ueberzeugung bezahlen. Das regt die Leute auf; sie glauben gezwungen Voltsabstimmung gelangenden Gesegesvorlagen behandelt, Betrieb nicht still, weil der Kohlenreichtum erschöpft, oder der Abbau zu ſein, anders zu ſtimmen, als der Zug ihres Herzens ihnen sagt. welche eine kleine Abänderung der Verordnung zum Konkursgesetz, zu teuer wäre. Noch in der Generalversammlung im Jahre 1901 Wenn das nicht wäre, dann wäre vieles besser im Saarrevier. das Verhältnis des Staates zu den Bezirkshauptorten, die Erhöhung hatte der Direktor der Zeche, Herr Sattelmacher, öffentlich erklärt, Niemand wird den Bergbeamten ihr Recht beschränken wollen, nach der Lehrerbesoldungen und die Zulassung der Naturheilmethode be- daß die noch anstehenden Kohlen einen Abbau im bisherigen Umfange ihrer politischen Ueberzeugung zu handeln, aber er muß auch alles treffen. Es wurde beschlossen, die ersteren drei Vorlagen anzunehmen 209 243 Tonnen und es wurden in dem betreffenden Jahre 1900/01 auf zirka 20 Jahre sicherten. Die Förderung betrug damals bermeiden, was dabei irgendwie seine Beamtenqualität hervortreten und in bezug auf die vierte den Parteigenossen die Stimme freiläßt. Wenn aber in Verbindung mit der Wahl Drohungen und zugeben, so daß sie nach Ermessen dafür oder dagegen stimmen Attien 2 Proz. Dividende verteilt. Auch von den erfahrenen Betriebsauf die Prioritäts- Stammattien 6 Proz., auf die herabgesetzten Mahnungen ausgesprochen werden, wenn Strafverfolgungen und Lohn- fönnen. abzüge erfolgen, dann bedeutet das unzweifelhaft eine Verquickung Ein weiterer Beschluß verlangt von der Geschäftsleitung der beamten und langjährigen Hauern werde ausgesagt, daß noch abbauder Beamten- und der privaten Eigenschaft und führt zu einer großen schweizerischen sozialdemokratischen Partei in Biel, daß sie noch nach- würdiger Kohlenvorrat auf längere Zeit vorhanden sei. Die Zeche werde vielmehr stillgelegt, weil der Vorstand der Zeche, welche noch Erbitterung. Daher bestand ja dieselbe Erbittering auch im Ruhrrevier träglich den Parteitag nach Zürich einberuft, statt nach Biel. über das Verhalten der dortigen Bergwerksbesitzer bei den Wahlen. Schließlich hielt Genosse Lang, der Verfasser des theoretischen außerdem die Kohlenbergwerke Bruchstraße und Wiendahlsbank Es ist dort besser geworden. Ich brauche nicht zu erinnern an die Teiles des Programmentwurfes, einen großartigen Vortrag über das betreibt, es für richtiger halte, die Beteiligung, welche zurzeit einer 30- bis 40prozentigen Fördereinschränkung unterliege, auf zwei AnUrsachen und ich wünsche nur, daß der Zustand im Saar- Parteiprogramm, der andauernden, stürmischen Beifall erntete. lagen unter normalen Betriebsverhältnissen zu fördern, statt auf drei revier überwunden werden möge, ohne daß es zu solchen Ein kommunaler Wahlsieg der dänischen Sozialdemokratie, der Anlagen den Betrieb zu unterhalten. schweren Vorgängen kommt wie im Ruhrrevier. Wir sind ein Zeichen der Fortschritte ist, die unsere dänische Bruderpartei auch Die Eingabe verlangt schließlich vom Handelsminister, er solle hier dazu da, um für die Freiheit der Meinungsäußerung, in den Kleinstädten des Landes macht, wurde am 21. Oktober bei das rheinisch- westfälische Kohlen- Syndikat mit allen Mitteln verdas Wahlgeheimnis einzutreten, die Gleichberechtigung der Berg- der Ergänzungswahl zum Stadtrat von Näftved auf Seeland er- anlassen, dem Dortmunder Steinkohlenbergwerk Luise Tiefbau" arbeiter auf dem Gebiete des Wahlrechts mit allen anderen rungen. Für den sozialdemokratischen Kandidaten Josef Hansen, den vollen Anteil an dem Absatze gemäß seiner Beteiligung ohne Ständen, insbesondere auch mit den oberen Beamten der Berg- Redakteur von„ Sydsfällands Sozialdemokrat", wurden irgend welche Einschränkung zuzuteilen. Hiermit würde der Grund behörden, zu verfechten. Wenn diese politische Gleichberechtigung 522 Stimmen abgegeben, für den Kandidaten der verbündeten für die Stilllegung der Schächte„ Claustal" und" Schulte" ohne den Arbeitern zuerkannt wird, dann werden die Leute auch Einzel- Konservativen und Liberalen nur 296. Vor zwei Jahren, bei der weiteres hinfällig. Ein recht sonderbares Ansinnen, dem der Minister verstöße milder auffassen. Der Miniſter meinte, was werden die Hauptwahl siegten die Gegner mit knapper Mehrheit. Sie haben natürlich nicht willfahren kann, da ihm keine Berechtigung zu solchem wenigen Fälle beweisen gegenüber der großen Zahl von Beamten. feitdem 100 Stimmen eingebüßt, die Sozialdemokratie aber hat seit- Eingreifen in privatwirtschaftliche Verhältnisse zusteht. Auch die Ich erwidere: Das Urteil bildet sich nicht zahlenmäßig. Jeder dem 117 Stimmen gewonnen. sonst noch in der Eingabe vorgeschlagenen Gegenmaßnahmen erscheinen einzelne Fall wird hunderte und aberhunderte Mal besprochen, als verfehlt. So meint z. B. die Gemeinde Kirchhöde, es solle in den überdies sind sicher mehr Fälle vorgekommen als bekannt geworden Fällen, wo vor totaler Erschöpfung des abbaufähigen Kohlenvorrats find. Aber schon die festgestellten Tatsachen rufen bei Der Vertrieb sozialdemokratischer Parteibons in Restaurants und die Bechen außer Betrieb gefeßt werden, die Verleihung des Abbauden Arbeitern das Gefühl hervor, wir stehen unter einem politischen Kollektenverordnung. rechts ohne weiteres vom Oberbergamt an die interessierten und zu Drud. Der Minister betonte die politischen Gegensäge. Sie liegen Erhebliches praktisches Interesse für unsere Parteigenoffen, aber Schaden kommenden Gemeinden erfolgen gegen eine Entschädigung 0 Polizeiliches, Gerichtliches ufw. " bor, aber sie sind hervorgerufen dadurch, daß man gar nichts getan auch hohen Genußwert für juristische Feinschmecker hat ein diesmal des derzeitigen Besizers. Helfen könnte unter heutigen Verhälthat, 1 den breiten Schichten der Bergarbeiterbevölkerung noch mißlungener Versuch des Berliner Landgerichts I, das Auf- nissen nur eine Abänderung des Berggesezes, die den alten Rechtsdas Gefühl des Druckes zu nehmen. Wir wollen unsrer bringen freiwilliger Parteibeiträge in Restaurationen zu einer Haus- grundsatz wiederherstellt, daß bei nicht ordnungsmäßigem Abbau seits die Aufregung nicht vermehren und haben nichts tollette zu stempeln, die ohne behördliche Genehmigung verboten das Befikrecht verfällt. ebenheiten durch die in letzter Zeit reichlicher gefallenen Niederschläge wohl bald ausgeglichen sein. Wenn die Witterung noch einige Zeit günstig bleibt und die Mäuse- und Schneckenschäden entwidelt und gut bestockt in den Winter übergehen. nicht größeren Umfang annehmen, dürften die meisten Saaten fräftig dazu getan. Im Gegenteil, man kann die Sozialdemokratie nicht ist. Aus den bezüglichen landrechtlichen Vorschriften in Verbindung bekämpfen, indem man sie totschweigt. Das nügt gar nichts. Der mit der preußischen Instruktion für die Oberpräsidenten vom Oktober nach den amtlichen Ermittelungen ein ziemlich guter. Der Der Stand der Wintersaaten in Deutschland war um die Mitte Kampf fann nur durchgeführt werden durch geistige Aufklärung und den 31. Dezember 1825 entnimmt bekanntlich das Kammergericht, daß Winterweizen wie der Winterroggen stehen ungefähr zwischen gut Nachweis, daß die Sozialdemokratie das Volk auf falsche Bahnen leitet. von einer vorherigen Genehmigung nur aus kollekten abhängig und mittel. Die anfänglich durch Trockenheit behinderte Aussaat Diese Aufklärung wird vereitelt, wenn der Arbeiter sich politisch gemacht werden dürfen, worunter zu verstehen sei ein Sammeln war zur Zeit der Berichterstattung( gegen Mitte Oktober) großenbedrückt sieht.( Beifall.) Man hat hier die Dasbach- Bresse scharf von Haus zu Haus zu einem wohltätigen oder vermeintlich teils beschafft. Am weitesten zurück war die Bestellung des Weizens, angegriffen; ich überlasse es Herrn Dasbach, seine Zeitungen zu wohltätigen gwed, das regelmäßig unter Mitführung von Listen, von dem erst ein fleiner Teil sichtbar war. Frühe Roggensaaten berteidigen; er ist Manns genug dazu.( Heiterkeit.) Herr Röchling Sammelbüchern 2c. erfolge. fagt: wir sind nicht gegen die Zentrumspresse, sondern gegen eine Man war nun polizeilicherseits gegen den Arbeiter Dehn auf liefen vielfach unregelmäßig und dünn auf, doch werden diese UnArt der Zentrumspreſſe. Dadurch redet er schon wieder der politischen Grund einer der im ganzen Staate erlassenen gleichartigen RollettenBevormundung das Wort. Der heutige Arbeiter ist infolge der verordnungen( die angezogene ist vom 19. Februar 1867) mit einer tüchtigen Schulbildung, die er genossen hat, so gebildet, daß er wohl Geldstrafe vorgegangen, weil er im Wintergarten der Unionsbrauerei imstande ist, sich selbständig seine politische Ueberzeugung zu bilden. am 7. Februar Parteibons verkauft", d. h. für den sozialdemokraDas im Saarrevier geübte Bevormundungssystem ist innerlich un- tischen Unterstützungsfonds freiwillige Beiträge gesammelt hatte. berechtigt, praktisch unwirksam und schädlich.( Beifall.) Ich hoffe, Das Schöffengericht sprach ihn zwar frei, weil nur der eine Fall, Die zu erwartenden Ergebnisse der Zuckerkampagne 1904/05 daß die heutige Verhandlung dahin führen wird, daß bei dem also kein Gehen von Haus zu Haus eriviesen war. Das Landgericht werden jest weit günstiger beurteilt, als noch vor einigen Wochen. nächsten Wahlkampfe die Bedrückung der Arbeiter unterbleibt. Da als Berufungsinstanz kam jedoch wegen verschiedener Mitteilungen Der bekannte Zuckerſtatiſtiker Giesecker veröffentlicht in der„ Frankdurch tritt am besten die Beruhigung ein, die der Minister und Herr des Angeklagten zu einer anderen Feststellung" und verurteilte den furter Zeitung" eine Schätzung, in der er die gesamte europäische Röchling wünschen.( Lebhafter Beifall.) Angeklagten zu einer Geldstrafe von 10 M. Das Gericht führte Budergewinnung folgendermaßen veranschlagt: Die Weiterberatung wird hierauf auf Mittwoch, 2. November, aus: D. habe sich die Bons vorher vom Vorfizenden eines 11 Uhr, vertagt. Außerdem stehen kleine Vorlagen auf der Tages sozialdemokratischen Vereins geben lassen, und zwar habe er nach ordnung. feinem Zugeständnis sich öfter welche geben lassen und öfter Bons Schluß 5 Uhr. abgesetzt. Nach seiner Angabe habe es bisweilen vier Wochen gedauert, bis er eine Serie abgefeßt hatte. Wenn sich D. nun auch über das Wie nicht ausgelassen habe, so sei doch nach seinem Verhalten am 7. februar im Wintergarten der Unions- Brauerei ganz zweifellos", daß er auch vor dem 7. Februar in anderen öffentlichen ofalen durch Anbieten von Bons zur Unterstützung der sozialEr habe so geht die demokratischen Partei aufgefordert habe. famofe Rechtsdarlegung weiter jedenfalls häufig" Wirtschaften zu dem Zwecke aufgesucht. Damit habe er aber eine Kollekte von Haus zu Haus" veranstaltet, wenn er auch an jedem Tage nur in eine Wirtschaft gegangen fei. Unerheblich wäre es, wenn er auch seinem Vergnügen nachging, wo er sammelte. Partei- Nachrichten. Von der sächsischen Amnestie wurde auch die Genossin Nosa Luxemburg betroffen. Gleich nach Beendigung des internationalen Kongresses mußte Genoffin Luremburg die ihr wegen Majestätsbeleidigung zuerkannte Strafe von drei Monaten Gefängnis in Zwickau antreten. Es war ihr nicht vergönnt, den Kelch bis zur Neige auszutosten; am Dienstag vormittag wurde sie gleich anderen Verbrechern vor die Tür gesetzt. ( wie i. V.). Schätzung Ertrag in 1903/04 1904/05 1903/04 ( Tonnen) 1930 000 1 830 000 1 933 000 1080 000 700 000 1 120 000 860 000 1 177 000 804 000 210 000 225 000 203 000 170 000 135 000 123 000 1 220 000 1 120 000 1 150 000 Deutschland.. Desterreich- Ungarn Frankreich Belgien. Holland Rußland. Dazu kommen noch für Schweden 95 000( Vorjahrsertrag: 106 000 Tonnen), Dänemark 47 000( wie i. 2.), Spanien 90 000 ( wie i. 3.), Italien 85 000( 140 000) Tonnen und Rumänien 18 000 Von den in der Tabelle aufgeführten Ländern haben die fünf erstgenannten bekanntlich der Brüsseler Konvention sich angeschlossen; Für die Landtags- Ersatzwahl im Wahlkreise Guben Sorau Angeklagter legte Revision ein, welche Rechtsanwalt Wolfgang lediglich ihre Erzeugung bietet, da die der anderen hier genannten Forst hat der Vorstand des sozialdemokratischen Vereins Sorau- Seine in der Verhandlung vor dem ersten Straffenat des Kammer- infolge der von der Konvention getroffenen Maßnahmen den WeltForst den sozialdemokratischen Wahlmännern Wahlenthaltung gerichts vertrat. Der Anwalt betonte, daß das landgerichtliche Urteil markt nicht berühren kann, ein internationales, für die Buckerſtatiſtit empfohlen. Von den 737 Wahlmännern gehören nur etliche sechzig einen Versuch darstelle, die Grundsätze des Kammergerichts hin- entscheidendes Interesse. Das angenommene Produktionsdefizit der hin- markt nicht berühren kann, ein internationales, für die Zuckerſtatiſtik unferer Partei an. Eine neue Urwahl wird für solche Erfazwahlen sichtlich der Sammlungen im Wege tatsächlicher Feststellungen rück- Konventionsländer gegenüber dem Vorjahre berechnet sich auf nicht vorgenommen. wärts zu revidieren. Es wäre allerdings ein Versuch mit un- 150 000 Tonnen; andererseits bleibt zu beachten, daß nach einer vor tauglichen Mitteln. Die gauze Feststellung sei nicht flar. Der Ein Kreis- Wahlverein für den Wahlkreis Ruppin- Templin ist gegründet worden. Eine Kreiskonferenz, die am Dienstag stattfand, Begriff des Kollektierens von Haus zu Haus sei verkannt. Es sei einigen Tagen verbreiteten Angabe die diesmal zu erwartende Mehrgewinnung an tubanischem Rohrzuder auf 300 OCO Tonnen geschäßt hat das Statut genehmigt und die nötigen Wahlen vorgenommen. gar nicht festgestellt, in welcher Weise etwa D. von Haus zu Haus wird, eine Tage, die, wenn zutreffend, das vorherige Defizit von Jedenfalls 150 000 Tonnen in ein ebenso großes Plus umkehren würde. Der Sitz des Vereins ist Neu- Ruppin. Die Einnahmen der Lokal- gegangen sei. Es werde operiert mit Säßen wie: Das sei vereine werden zu zwei Dritteln an die Kreiskasse abgeführt. Der eine Vermutung, Vermutungen seien aber feine tatsächlichen Feft habe Angeklagter häufig Gastwirtschaften aufgesucht 2c." Darmstädter Bant. Die gestern in Darmstadt abgehaltene Monatsbeitrag beträgt 15 Pf. stellungen, wie überhaupt das Urteil in seinen Ausdrücken höchft Generalversammlung der Aktionäre der Darmstädter Bank( Bank Die sozialdemokratische Partei des Kantons Zürich hielt am verschwommen sei. Der Anwalt ging dann noch näher auf die für Handel und Industrie) genehmigte nach kurzer Motivierung Sonntag in Thalwil am Zürichsee ihren Parteitag ab, der von zirka Grundsätze des Kammergerichts ein, um darzutun, wie verfehlt die feitens des Aufsichtsrats und des Vorstandes die Kapitalserhöhung 100 Delegierten, worunter 8 Genossinnen, besucht war; die sozial- Entscheidung des Landgerichts sei. bon 22 Millionen Mark zum Zwecke der Aufnahme der Firma Robert demokratische Fraktion des Kantonsrats war durch 10 Mann ber- Das Kammergericht hob das Urteil auf und verwies die Warschauer u. Ko. und Verstärkung der Betriebsmittel. Auf die treten, außerdem war Genosse Regierungsrat Ernst anwesend. In Sache noch einmal an das Landgericht zurück: Der Begriff des Anfrage eines Aktionärs über das vermutliche Ergebnis des laufenden " folge des hohen Bierabsages, den durchweg die Bierbrauereien im Sommer erzielt haben, werden voraussichtlich bei den meisten sich die Dividenden höher stellen als im legten Geschäftsjahr. Der Netto- Gewinn der Schloßbrauerei Schöneberg beträgt für das am September abgelaufene Geschäftsjahr 410 211 m.( gegen 344 435 M.), woraus der auf den 15. November einberufenen Generalversammlung eine Dividende von 12 Proz.( gegen 10 Pro3. im Vorjahre) vorgeschlagen wird. Gewerkschaftliches. Christentum und Tarif. 9 Husland. Jahres erklärte die Direktion unter allem Vorbehalt, daß auf daß fie nicht ermächtigt seien, weitere Zugeständnisse zu machen. Sie noch vor Ablauf der viertelstündigen Redezeit das Wort entzogen, Grundlage der bisherigen Resultate und unter Aufrechterhaltung wollten zunächst die Meinung der Versammlung der Arbeit- obgleich vorher freie Diskussion zugesichert war. Dieser„ noble" Aft sämtlicher Vorträge einschließlich desjenigen aus den Dividenden geber hören und dann tönnten die Verhandlungen am rief aber eine derartige Entrüstung unter den Anwesenden hervor, der affiliierten Institute( etwa 1 300 000 9.) auf eine höhere Freitag fortgesezt werden. Sie bemerkten ferner, daß daß der größte Teil von ihnen mit dem Vertreter der freien GeDividende als für 1903( 6 Proz.) gerechnet werden könne. fie geneigt wären, ihrerseits für die Wahl einer neuen Schloßbrauerei Schöneberg, Aktien- Gesellschaft. Jn. Kommission einzutreten, die aus den sogenannten Scharf- werkschaften den Saal verließ. machern unter den Arbeitgebern zusammengesetzt werden sollte, und so könnten ja auch vielleicht die Streikenden dasselbe tun. Ihnen, Der Glasbläser Streit in Niederland dauert unverändert fort. den Kommissionsmitgliedern der Arbeitgeber, gehe es gerade so wie Aus Schiedam wird zwar berichtet, daß dort einige Herren eine denen der Streikenden, daß man ihnen vorwerfe, fie hätten bereits Schlichtungskommission zu bilden beabsichtigen, etwas Bestimmtes ist zu weitgehende Zugeständnisse gemacht. jedoch darüber noch nicht bekannt geworden. Es tauchen immer Die Versammlung der Streifenden lehnte jedoch den Vorschlag, wieder Nachrichten auf, die darauf hindeuten, daß die beeine neue Kommission zu wählen, mit allen gegen eine Stimme ab. drängten Flaschenfabrikanten Streitarbeit oder Streikbrecher aus Im übrigen erklärte man sich in der Versammlung damit ein- Deutschland(!) erhalten sollen oder doch erwarten. So wird verstanden, daß die Verhandlungen fortgesezt werden. In der Dis- dem„ Nieuwe Rotterdamsche Kourant" aus Delft geschrieben: kussion wurde wiederum scharf betont, daß der Tarif in der zuletzt" Wir können mit Sicherheit melden, daß eine Gruppe Glasborgeschlagenen Form als unannehmbar anzusehen sei. bläser, 50 Mann stark, die in Deutschland auf kleinen Fabriken, Zur Aussperrung der Müllkutscher und Mitfahrer ist mitzuteilen, welche durch die Großindustrie zu Grunde gingen, gearbeitet haben, daß die Ausgesperrten nach wie vor fest zusammenhalten. Ab- ihre Dienste den niederländischen Fabrikanten angeboten haben. In der Dris- Krankenkasse zu Wanne i. W. befaßte man fich jüngst trünnige haben sich bis jetzt noch nicht gefunden. Die Ausgesperrten Vorläufig ist von diesem Angebot kein Gebrauch gemacht worden. mit der Frage, welche Zeitungen als Publikationsorgane zu benugen tontrollieren ihre Touren täglich und haben dadurch viele Unregel- Aber ein Fabrikant in der Nähe von Rotterdam muß bei längerer feien. Ein Antrag, auch im Banner, General- Anzeiger" zu inferieren, mäßigkeiten hinsichtlich der Abfuhr festgestellt. Dem Rat des Herrn Dauer des Streiks ernstlich erivägen, die deutschen Arbeiter einwurde vom Vorsitzenden bekämpft, weil diese Zeitung nicht tariftreu Regierungsrat Brauer folgend, haben diefelben eine Anzahl Anzeigen zustellen." erstattet. Leider zeigen fich die Polizeireviere bei diesen Anzeigen Die Konditoren in Stockholm verlangen Abschaffung des Kofte sei. In der Druckerei des„ General Anzeigers" herrsche noch zehn durchaus nicht entgegenkommend. So lehnte der diensttuende Wach- und Logissystems. Dies ist die wichtigste Forderung eines Tarif stündige Arbeitszeit, auch werde dort noch unter Tarif gezahlt. Die meister vom 87. Sevier in der Liegnizerstraße es ab, einen vertrags- Entwurfs, den die Stockholmer Konditorenabteilung des Lehrlingszüchterei sei im Schwunge. Eine Krankenkasse habe hier Beamten mitzugeben, um durch diesen die vorliegenden Fälle schwedischen Bäckereiarbeiter Verbandes den Arbeitgebern überreicht die Pflicht, durch Maßnahmen beizutragen, daß bessere Verhältnisse feststellen zu laffen. Viele Touren find ganz und gar hat. Antwort wird bis zum 1. November verlangt. Die Meister geschaffen werden, sie könne aber nicht noch derartigen Schlendrian vernachlässigt. So ist z. B. in den nachstehend genannten Hänfern drohen damit, ausländische Arbeiter zu importieren. Deswegen wird durch Zuweisung von Arbeiten unterstützen. Die christlichen Ver- der Müll seit acht Tagen nicht abgeholt und liegt in großen Haufen ganz besonders vor Zuzug von Konditoren nach Stockholm gewarnt. treter der Arbeitnehmer faßten aber trotzdem den Beschluß, den frei auf den Höfen umher: Brandenburgstr. 7, 2. Sof, Gitschiner Von den zwei größten Konditorfirmen ist der Tarifvertrag Wanner General- Anzeiger" als Publikationsorgan zu bestellen und straße 81, 2. Hof, Löwestr. 12, 13, 14 und 15, Reichenbergerstr. 46, bereits anerkannt. lehnten die tariftreuen Drudereien ab. Der christ- und 14, Manteuffelstr. 19 und 104, Dresdenerstr. 23, Brückenstr. 10, 47, 48, 50, 51, 53, 138, 189, 141, 142 und 143, Lausitzerstr. 9, 11 liche Arbeitnehmer- Vertreter Schiel sprach gegen die tariftreuen Gozłowskystr. 18, Zwingliftr. 38, Turmſtr. 67, 97, 45 und Druckereien. Er meinte, es sei belanglos, ob eine Druckerei 58, Waldstr. 2, 3, 4, 5, 6, 43, 44, 46, 47, 53 und 57, nach dem anerkannten Deutschen Buchdruckertarif zahle oder nicht. Emdenerstraße 8, 9, 45, 53, 47, 50 und 52, Wenn dann anständige Arbeiter mit derartigen Elementen, die und Rostockerstr. 7, 8 und 9. Unter diesen Umständen hat die Kom ihnen ihre Errungenschaften illusorisch machen, nicht gesellschaftlich mission der Kutscher bei den Unternehmern schriftlich angefragt, ob und kollegial verkehren wollen, dann faselt die„ chriftliche" Bresse diese zu einer gemeinsamen Verhandlung bereit wären, worauf die Tetzteren eine Antwort noch nicht gegeben haben. Die Herren bom Terrorismus" der freien Gewerkschaftler! Unternehmer irren sich aber gewaltig, wenn sie annehmen sollten, daß die Kutscher auf Gnade und Ungnade vereinzelt in ihre Betriebe zurückkehren würden. Als Begleitmannschaften der Tourenwagen haben sich alle möglichen Elemente zusammengefunden. So hat u. a. auch der Gastwirt Ernst Hartert aus der Gräfestr. 37 einen solchen Posten bei der Firma C. Scheller übernommen. haften. " D Berlin und amgegend. Saalabtreibereien usw. 43 B Freie Turnerschaft Stralau Rummelsburg. Freitag abend Ers öffnung der Altersabteilung. Turnstunden abends 8-10%, Uhr in der Lichtenberg und Run nelsburg find hiermit eingeladen. Schulturnhalle zu Borhagen, Eingang Bödlinstraße. Die Arbeiter vou Berliner Tanzlehrer Verband. Freitagabend 9 Uhr, Alte Jakobstraße 75: Uebungsstunde mit Damen. Eingegangene Druckfchriften. Die Volkswirtschaftlichen Blätter"( herausgegeben im Auftrage des deutschen volkswirtschaftlichen Verbandes von Dr. Heinz Botthoff Charlottenburg, Verlag von Franz Siemenroth- Berlin W. 35) veröffentlichen soeben das 2. Oktoberheft. Aus dem Inhalte heben wir hervor: Dr. 5.: Bur Bibliographie der Sozialwissenschaften. Dr. Zhieß: Mitwirkung der Bolkswirte bei Durchführung der Reichsrechtschreibung. Kritit der Handelstammerberichte: I. Die Handelskammer zu Düsseldorf. II. Wie ein Handelstammerbericht entsteht. III. Allerlei. IV. Dr, Botthoff: Aeußerlich! Gewerbeprovinzen. Landwirtschaftliche Vereine des Auslandes. Das landwirtschaftliche Unterrichtswesen in Italien. Beiträge zur Weiterentwicklung der christlichen Religion. Das Süd- Ufer im Belagerungszustande. Bekanntlich streiken die Arbeiter der Metallwaren- Fabrik von Westphal u. Reinhold am Süd- Ufer seit mehreren Wochen. Fast die ganze Zeit über hatten nun die Streikposten der AusDer Verband der Fabrik-, Land-, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen ständigen unter einer übermäßigen Strenge der Polizei- Drgane au( Gau 8 der Provinz Brandenburg) hielt vor einiger Zeit in Halen Leiden. Verhaftungen über Verhaftungen erfolgten, bei denen die felde bei Spandau seine diesjährige Gaufonferenz ab. Die MitStreikposten von den Schuhleuten häufig nicht nur wie Rekruten aufgliederzahl hat vom Oktober 1903 bis Oftober 1904 um 2800 Inhalt: 1. Wesen und Ursprung der Religion, ihre Wurzeln und deren dem Kasernenhofe angefahren angeschnauzt" darf man nach dem bekannten Berliner Urteil ja nicht sagen, sondern sogar gestoßen zugenommen; dieselben berteilen sich auf 34 Bahlstellen gegen 29 Entfaltung von Prof. Dr. 2. v. Schroeder, Wien. 2. Das Alte Testament und geschuppst wurden. Kaum einer der Streifenden ist der Siftierung im Vorjahre. Die Gauvorstandstätigkeit erstreckte sich im ver- im Licht der modernen Forschung von Prof. D. S. Gunkel, Berlin. auf 125 Versammlungen, entgangen; fast jeder hat die Liebenswürdigkeiten der Polizeimann Der Mitgliederstand flossenen Jahre Sigungen ust. 3. Evangelium und Urchristentum( Das Neue Testament im Licht der Mitgliederstand betrug für die Provinz Brandenburg historischen Forschung) von Prof. D. A. Deißmann, Heidelberg. 4. Heils. schaften in reichstem Maße zu tosten bekommen und weiß jezt, was glaube und Dogma von Prof. D. Dr. A. Dorner, Stönigsberg. 5. Religion im Oftober 1904 6600 Kollegen. Lohnbewegungen fanden und Sittlichkeit von Prof. D. Dr. B. Herrmann, Marburg. 6. Christentum es heißt, in Berlin das Koalitionsrecht zu besigen und auszuüben. Dank der gewerkschaftlichen Schulung denkt kein organi- vier statt. Mit Erfolg endeten drei, und zwar mit einer Lohn- und Germanen von Sup. D. F. Meyer, Zwidan. 7. Wissenschaft und fierter Arbeiter daran, die„ öffentliche Ruhe und Ordnung" zu stören, erhöhung von 1½½- 12 Pf. die Stunde. Bei einer Bewegung wurde Religion von Brof. D. Dr. R. Guden, Jena. 8. Religion und Schule von den Verkehr zu behindern" oder sich ungebührlich gegen Arbeits- lein Erfolg erzielt. Maßregelungen von Kollegen, die leitende Brof. Dr. B. Rein, Jena. 9. Die gemeinschaftsbildende Straft der Religion willige" zu benehnien. Und doch werden alle Maßnahmen der Stellungen einnahmen, wurden von den Unternehmern als beste von Lic. G. Traub, Dortmund. 10. Das Wesen des Christentums von Breis geheftet Polizei gegen die Streifenden um dieser so überaus dehnbaren Be- affe gegen die Arbeiter in Anwendung gebracht, um die Organi- Prof. Lic. Dr. G. Wobbermin, Berlin. 25 Bogen gr. 80. griffe willen getroffen, nicht weil Verstöße dagegen vorgekommen fation zu zerstören; auch fehlte es nicht an Versammlungsverboten, 5., schön geb. 6 M. München, J. F. Lehmanns Berlag. Neueste Armee- Einteilung. Bollständige Uebersicht und Unterkunfts find, sondern weil sie vorkommen fönnten. Ganz besonders ist es der Polizei um den Schutz der Arbeitswilligen" zu tun. Werden Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Arbeiter sind äußerst liste des gesamten deutschen Reichsheeres, der faiserlichen Marine und der ostasiatischen Besazungsbrigade mit Angabe der Chefs( Inhaber), Korps, diese„ nüzlichen Elemente" von den Streitposten angesprochen, um traurige. Stundenlöhne von 12-35 Pf. in der Provinz für Arbeiter Divisions, Brigade- und Regiments- Kommandeure, der Bezirks- Kommandos, Mit einem Anhang Die fie zur Solidarität zu ermahnen, flugs eilen Schugleute herbei, um und bis 20 Pf. für Arbeiterinnen sind an der Tagesordnung. Für der Truppenübungspläße, Schießpläke usw. ihre Spezial- Pflegebefohlenen vor„ Belästigung" zu schüßen und die die Großstädte sind die Verhältnisse etwas besser. Die Arbeitszeit Striegsartikel für das Heer" und 3 Buntbrudtafeln, enthaltend die Namensift oftmals eine unbeschränkte. Es ist vorgekommen, daß in der züge der Regimenter und besondere Schulterabzeichen. Bearbeitet nach Geſellſchaft von Streitbrüdern" zu Paaren zu treiben oder zu ver- Nähe Berlins über 100 Stunden die Woche gearbeitet worden find. amtlichen Quellen. 152. Ausgabe nach dem Stande vom 1. Oftober 1904. So ging es nun schon wochenlang. Seit einigen Tagen aber Gine genaue Statistit konnte nicht gegeben werden, da der Gau- Berlin, Richard Schröder( vorm. Ed. Dörings Erben). Preis 40 Pf. vorfizende dies Amt, sals Nebenamt bekleidet und im Arbeits- Neueste Armee- Karte. Uebersicht der Korpsbezirke mit den Stand ist die Polizei der Reviere Stephan- und Ehnarstraße noch strenger berhältnis steht. Somit ist in diefer Organisation, in der die orten des gesamten deutschen Reichsheeres und der kaiserlichen Marine unter Angabe ihrer Truppenteile, der Bezirkskommandos, Truppenübungs 5 bis 6 Uhr das Betreten des Südufers von der Fennbrüde lendeſten der Elenden in Frage kommen, frog aller entgegen läge uim. Bearbeitet nach amtlichen Quellen. Jahrgang 1904/1905. bis zur Torfbrüde einfach berboten. An beiden Endpunkten wirkenden Tendenzen von Unternehmern und Behörden ein Fortschritt Breis 50 Bf. stehen um diese Zeit etwa je ein halbes Dugend Schugleute mit au verzeichnen. einem Wachtmeister und verwehren jedem, der von ihnen für einen streifenden Arbeiter gehalten wird, den Zutritt. Auch zwei Polizei- Der Streit der Holzarbeiter bezw. die Aussperrung der übrigen Offiziere revidieren dann hin und wieder ab, ob alles in Ordnung" Arbeiter der Dessauer Waggonfabrik, wodurch insgesamt 225 Mann Lotterie und Spartaffe. 63 Seiten. Pharus- Verlag, G. m. b. H., Berlin, ist. Wenn dann die mit Schlagfedern bewaffneten„ Arbeitswilligen" feit dem 12. Oktober betroffen sind, ist insofern in ein neues Stadium W. 9, die Fabrik verlassen und ein oder der andere Streifende mit ihnen getreten, als die Direktion vom 25. Oktober ab alle Aus- Mag Oppenheim. Wie erhält und behält man Stellung? 122 Seiten. zu sprechen versucht, so schreitet die Polizei sofort nachdrücklich ein; ständigen als entlassen betrachtet. Sie hat sich bei den am 19. Jm Selbstverlage des Herausgebers, Berlin S., Bärwaldstr. 47. Rußland und der Friebe. Bon Njemez. 24 Seiten. Preis 50 f. zu Sistierungen. Kurz, die Gegend sieht des und 22. Oktober vor dem Gewerbegericht stattgefundenen EinigungsAbends aus, als wäre der Belagerungszustand über sie verhängt. verhandlungen auf den strikt ablehnenden Standpunkt gestellt, weil Berlin 1904. Hermann Walther, Verlagsbuchhandlung G. m. b.§. Dr. N. Penzig. Zum Kulturkampf um die Schule. Verlag van Tagsüber gesellen sich zu den uniformierten Beamten noch nach ihrer Ansicht die Fabrit diese Mehrbelastung( in der Hauptsache 2. Simion, Berlin, Wilhelmstr. 121. 150 Geiten, broschiert 2 M. Die eine Anzahl Geheimer", die sich sogar in eine eine auf die Steigerung der Stundenlöhne von 32-36 Bf. auf 35-39 Bf.) Schrift behandelt die grundsägliche Frage der Stellung des Staates und fällige Arbeitertluft" werfen um die Streifenden beffer nicht tragen tönne. Dieser Alternative wegen find jedoch sämtliche der Kirche zur Schule, fie tritt für unumgängliche Reformen des Erziehungs. beobachten zu können. So schroff man aber gegen die Streifenden Arbeiter nicht geneigt, auf ihre Forderungen zu verzichten und haben wesens ein. Der Autor fordert die Verweisung des Religionsunterrichts vorgeht, so milde verfährt man gegen die lieben Arbeitswilligen. einstimmig beschlossen, den Kampf weiter zu führen und einen Unter- aus der Schule, sowie seine Ersetzung durch einen geeigneten MoralDiese können sich förmlich erlauben was sie wollen. Stürzlich schied zwischen Ausständigen und Ausgesperrten nicht mehr bestehen Unterricht. Der Syllabus, seine Autorität und Tragweite. Bon fuchtelte einer derselben mit einem offenen Wieffer herum, als ihn zu lassen. Vor Zuzug von Holz und MetallMünchen, J. F. Lehmanns Verlag. ein Streitposten ansprach, und nur durch geschicktes Ausweichen arbeitern nach Dessau wird deswegen dringend Graf von Hoensbroe ch. entging letterer einem Stich. Gegen den Messerhelden wurde nicht gewarnt. Das Jenseits im Licht der Politik und der modernen Welt: eingeschritten. Ein andermal wurde ein Streitposten von einem Im Notendruckgewerbe zu Leipzig find Differenzen ausgebrochen. anschauung. Bon Professor Dr. Mar aushofer. 3 Bogen gr. 8° Arbeitswilligen geschlagen. Der Mißhandelte wandte sich an einige Im Mai traten die Notenbruder der Firma C. G. Röder an die München 1905, J. F. Lehmanns Berlag. Preis geheftet 1 Mr. Schußleute. Hierbei fam es zu einer Auseinandersegung, in deren Geschäftsleitung mit dem Ersuchen heran, ihnen einen Garantielohn feltener Berte zur allgemeinen Geschichte Europas. Verlag Friedrich Antiquariats Katalog Nr. 58. Derselbe umfaßt eine Reihe Verlauf ein Schußmann sagte: Ach was, lassen Sie uns in Ruhe; wir stehen hier Streitposten; zu Ihrem von 25 M. pro Woche zu gewähren. Zu einer Einigung über die Meyers Buchhandlung, Leipzig. Frage kam es jedoch nicht, so daß die Arbeiter nunmehr erklärten, Alfred H. Fried. I. Die moderne Schiedsgerichtsbewegung. Preis Schutze sind wir überhaupt nicht da. Wie lange follen diese eigentlich überhaupt nur noch im Lohn arbeiten zu wollen. Als nun aus 0,60 m. II. Das Abrüftungsproblem. Preis 0,60 M. Broschüren. Folge doch wohl polizeitvidrigen Zustände noch andauern? diesem Anlaß sämtliche Notenbruder der Firma Röder die Arbeit Nr. 8 und 9. Berlag Continent", Berlin W. 50, Kurfürstendamm 239. Bilder aus dem Kinderleben des Pestalozzi- Fröbel Hanses in Der Lehrlingsstreit bei der Buchbinderfirma Lüderit u. Bauer undigten, nahm sich der Verband der Notenbrudereibefizer der Sache Berlin. Hamburg- Großborstel, Gutenberg- Berlag. Breis 1 M. hat mit einem vollständigen Siege der Lehrlinge in allen Leipziger Notendruckereien zu empfehlen. In einer Ver- aller Länder der Erde. Herausgegeben von Prof. Hr. v. Jurasched. an und beschloß, den Gehülfen eine Otto Hübners geographisch- statistische Tabellen geendet. Die Firma hat an die Eltern ihrer Lehrlinge ein Schrift sammlung der Steindrucker und Berufsgenossen wurde ein Tariflusgabe 1904. Buchausgabe in Taschenformat fartonniert 1,50 M. stück folgenden Inhalts versandt: entwurf zur Kenntnis gebracht, der als Unterlage bei den Verhand es tommt Deutfches Reich. Appelius. Das Einzugsverfahren der Beiträge zur Snvaliden verficherung. Preis: 1,20 M. Berlag der Arbeiter- Versorgung. A. Troschel, Grünewald- Berlin, Giustr. 5. Dr. jur. Cornelius Loewe. August Scherl und Dr. Cornelius Loewe Preis 2 Mt. W Da Jhr Sohn... wahrscheinlich aufgereizt durch einen lungen dienen soll. Darin wird eine Arbeitszeit von höchstens neun Marktpreise von Berlin am 25. Oftober. Nach Ermittelungen des Artikel in der Buchbinder- Zeitung" der Gehilfenschaft, heute ohne Stunden täglich vorgesehen, leberstunden sollen vermieden oder fal. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**), gute Sorte jeden Grund die Arbeitsstätte verlassen hat, so fordern wir Sie gleichmäßig geleistet werden, im letzteren Falle bei 25 Proz 17,60-17,58 M., mittel 17,56-17,54 m., geringe 17,52-17,50. hiermit auf, Ihren Sohn unverzüglich zu seiner Arbeit zurückzu 331%, Broz. und 50 Proz. Zuschlag. Der Mindestlohn soll 25 M., Roggen), gute Sorte 13,80-18,79 2. mittel 18,78 18,77 D., geringe führen. Geschieht das nicht, so wird Ihr Sohn durch die Polizei im ersten Jahre nach beendeter Lehrzeit 21 m. betragen, während bis 13,30 m., geringe 18,20-12,20 m. Safer), gute Sorte 16,40-15,60 m., 13,76-13,75 M. Futtergerste*), gute Sorte 15,50-14,40 m., mittel 14,30 abgeholt und seinem Berufe wieder zugeführt." geringe 14,60-13,80. Erbfen, gelbe, zum Stochen Natürlich fiel es den Eltern nicht ein, ihre Kinder auf die Auf- auf die bisherigen Löhne 10 Broz. Zuschlag gefordert wird. Auf je mittel 15,50-14,70 r., Natürlich fiel es den Eltern nicht ein, ihre Kinder auf die Auf- 6 Gehülfen darf nur 1 Lehrling kommen. Außer mehreren anderen 40,00-30,00 M. Speifebohnen, weiße 50,00-30,00 2. Linjen 60,00-30,00 7. forderung hin bedingungslos wieder der Ausbildung" bei Lüderit Buntten wird noch eine ständige Kommission zur Schlichtung von Startoffeln 9,00-7,00 M. Richtstroh 4,66-4,16 M. Hen 9,50-7,00 M. u. Bauer auszuliefern; sie nahmen vielmehr erst einmal Rücksprache" Streitigkeiten gefordert. Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Eier per Schod 4,50-3,20 m. mit den Firmen- Inhabern und der Erfolg war der, daß gestern die *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Dresden- 1,82 meter, bei Magdeburg+0,43 Meter. Wafferstand am 25. Oftober. Ibe bei Auffig 0,42 Meter, bei Straußfurt+0,75 Meter.- Dder bei Ratibor+1,72 Meter, bet Breslau Unstrut bei Ober- Begel+5,12 Meter, bei Breslau Unter Begel 0,76 Meter, bei Frankfurt 0,64 Meter. Weichsel bei Brahemünde+0,26 Meter. arthe bei Bosen Lehrlinge einmütig wieder in das Geschäft zurückkehren konnten, wo Christliche Schwindelbrüder. Was sich unsere lieben Gewerl fie in einem besonderen Raume untergebracht nun wirklich schaftsbrüder in Christo" alles herausnehmen, wenn sie unter sich" von einem Gesellen in der Buchbinderei unterrichtet werden. Doch zu sein glauben, davon legt folgender Vorfall, der sich in Posen abnicht alle! Es hatten sich nämlich auch zwei Arbeitswillige" spielte, beredtes Zeugnis ab. Daselbst versuchte in einer christlichen unter den jungen Leuten gefunden, die in etwa einem halben Jahre Agitationsversammlung der ebenfalls sehr christliche Arbeitersekretär auslernen. Diese erhielten den üblichen Dank des Unternehmertums für Arbeitswillige, indem man sie weiter nach dem alten Stile Stegewald aus Köln den etwa 120 Erschienenen die„ Grundsäge ,, ausbildet": fie müssen bei einem Gesellen einschmieren. feiner Gewerkschaften" in ähnlicher Weise plausibel zu machen, wie 0,02 Meter. Nese bei Usch--Meter. Witterungsübersicht vom 26. Oktober 1904, morgens 8 1hr. Stationen Barometer. stand mm 23ind. richtung SW Windstärke Better Temp. n. G. 5ºC. 4° R. Stationen Barometer Windrichtung Windstärke 8 Haparanda 754 S Welter Die Firma hat übrigens die Ausbildung ihrer Lehrlinge so dies während des Berliner Bäckerstreits von einem anderen Sendintensiv betrieben, daß sie mehrfach genötigt war, die gefeglichen apostel bei den christlichen Zwiebacsbrüdern geschehen ist. Besonders Bestimmungen über die Arbeitszeit jugendlicher Arbeiter und Ar- start renommierte er mit den„ großen Erfolgen" der christlichen Gewerkbeiterinnen zu überschreiten. Hoffentlich hat der Lehrlingsstreit auch schaften und scheute sich dabei nicht, feine" Gewerkschaften ganz undarin Wandel geschaffen. geniert mit fremden Federn zu schmüden. So führte er z. B. Der Streit der Glasschleifer, Polierer und Beleger ist noch nicht an, daß die Berliner Maurer vor ein paar Jahren noch 45 Pf. Sminembe. 731 23523 6Regen beendet. Die Kommissionsverhandlungen am Dienstag abend haben Stundenlohn erhalten hätten, während sie jest 75 Bf. betämen. Bamburg 755 28 5 Regen zu feinem pofitiven Ergebnis geführt, doch soll am Freitag von und dieser Aufschwung sei der fegensreichen Berlin 756 WNW 4 Regen neuem verhandelt werden. Wie Weltisch gestern nachmittag in Tätigkeit der christlichen Gewerkschaften zu Frantj.a.M. 764 28 der von den Streifenden vollzählig besuchten Mitgliederversammlung berichtete, haben die Vertreter der Arbeitgeber, nachdem ihnen mit berbanten! geteilt worden war, daß die Streitversammlung den Tarifentwurf Als ein zufällig in der Versammlung anwesender Vertreter der einstimmig abgelehnt hatte, fich danach erkundigt, was denn die freien Gewerkschaften aus Berlin hierauf das Wort erbat und den Streifenden noch für Aenderungen wünschten, dann jedoch erklärt, plumpen Schwindel des christlichen Mannes aufdeckte, da wurde ihm Berantwo. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 5 bedeckt 8 Cort Lemp. n. C. 4 bebedt 9 Betersburg 758 SD 1Rebel 8 Aberdeen 763 28MB 3bedect München 766 23 5 woltig 8 Paris 770 28 1 Mebel Wien 764 23 2 heiter Wetter- Prognose für Donnerstag, den 27. Oftober 1904. Etwas fühler, zeitweise heiter, jedoch sehr unbeständig mit Negen oder Graupelschauern und starken nordwestlichen Winden. 9 PE= 4° St. 1 11 4 Nr. 253. 21 Jahrgang. 2. Stilnfjf Ks Jotnütte" fictlintt Bollistiliitt. Dounerstag, 27. Oktober IM. berliner Partei-)Znge!egenkeiten. Reichstags-Wahlkreis Nieder-Barnim. Am Sonntag, den 30. Oktober, nachmittags 1 Uhr. findet im Restaurant Weigelt, RumnielSburg, Türrschmidtstr. 43, die Kreis- konfercnz statt. Tages- Ordnung: 1. Jahresabrechnung und Jahresbericht des Kreis-Vertrauens- manneS. 2. Neuwahl des Kreis-Vertrauensmannes. 8. Jahresbericht der Funktionäre. 4. Neuwahl der Preß-, Agitations- und-Lokalkommission sowie eines Mitgliedes der Neunerkommission. 5. Referat des Genossen Stadthagen über:»Nach Amsterdam und Bremen". 6. Kreisangelegenheiten. Die Organisationen des Kreises werden auf die§ 5—7 des Kreisstatuts auftnerksam gemacht. I. A.: Georg Freiwaldt, Pankow, Fkorastr. 66, Kreisvertrauensmann. HermSdorf. In einer Volksversammlung spricht Montag. abend V Uhr Reichstags-Abgeordneter Stadthagen über dre Frage: Was droht dem deutschen Volke? Handzettel werden Sonntag früh verbreitet. WaidmannSlust. Heute ist bei Schmidt Diskutierabend. Lohales. Was ein Kalender enthält. Man kann nicht sagen, daß der von der Buchhandlung Vorwärts herausgegebene Arbeiter-Notizkalender für das Jahr 1903 äußerlich anspruchsvoll hervortritt. Sein Titelbild ist dem bekannten „Vorwärts"-Plakat nachgebildet, und der Name Notizkalender weckt eher den Argwohn, daß zu wenig als zu viel Drucker- schwärze an ihm verwendet worden ist. Doch auch hier gilt, was Goethe in einem stimmungsvollen Gedicht von der Dorfkircke sagt: Aber schaut nur erst'mal hinein! Da wird in Wort und Bild so viel gegeben wie wohl sonst nirgendwo in einem für 60 Pf. erhältlichen Buch. Schon die ersten beiden Seiten bringen in zwar kleinen, aber überaus deutlichen Bildern die gesamte sozial demokratische Reichstagsfrakti ostu Dann folgt das eigentliche Kalendarium mit dem bei unseren Gegnern so verschrienen historischen Kalender, der doch schlinnnsten Falles weiter nichts registriert als die Großtaten der deutschen Staats retter. Wenn diese Taten nicht ihren Urhebern, sondern denen, gegen die sie gerichtet waren, zum Heile ausgeschlagen find, so ist das eine Unannehmlichkeit, die kein ehrlicher Mann der Sozial demokratie zur Last legen sollte. Weiter folgt auf 23 Seiten eine ungemein wertvolle Statistik der Reichstagswahlen von 1903, aus der jeder Parteigenosse unterrichtet sein sollte. Auf ferneren neun Seiten finden sich biographische Rotizen über die gegen- wärtigen Mitglieder der sozialdemokratischen Reichstags- Fraktion und im Anschluß hieran eine gedrängte, aber durchaus instruktive Lebensbeschreibung unserer toten Reichstags- Abgeordneten. Es sind ihrer 22, von denen 21 auch im Bilde vorgeführt sind. Namen wie Försterling, Mende und Reincke, die der jüngeren Generation kaum noch bekannt sind, werden der Mit- Welt wieder ins Gedächtnis zurückgerufen. Dann folgt eine längere Abhandlung über die Frage: Wie wird man ein guter Redner? Die Lehren, die un diesem Beitrag gegeben sind, verdienen überall in der Arbeiterschaft beherzigt zu werden. Weiter folgt ein im kaiserlichen Gesundheitsamt bearbeitetes Alkohol-Merk- blatt mit Illustrationen, das der Schnapspest dort, wo sie noch herrscht, gewiß entgegenwirken wird. Eine Uebersicht der sozialistischen wie der Gelverkschaftspresse, ein Ver- zeichnis der deutschen Gewerbe-Jnspektoren. die Adressen der Vor- sitzenden der deutschen Gewerkschaften, der ausländischen Landes- sekretariate und der deutschen Arbeitersekretariate, eine S t a t i st i k der deutschen Gewerkschaften, eine Uebersicht über die von ihnen gezahlte Arbeitslosen-Untcrstützung, eine Streikstatistik, eine Münz- Tabelle bilden neben zahlreichen kleinen Notizen den Beschluß des Textes, dem als zweite Hälfte der eigentliche Notizkalender angefügt ist. Das Buch ist auf der Rednertribüne und sonst in der Agitation nicht minder als in der Fabrik und in der Häuslichkeit ein vortrefflicher Ratgeber. Jeder denkende Arbeiter sollte es bei sich führen._ In der gestrigen Sitzung der städtischen Hochbau- Deputation unter dem Vorsitz des Stadtrats Ramslau legte Stadtbaurat Ludwig Hoffmann die Entwürfe für sechs Gemeinde- Doppelschulen, für den Neubau des Friedrich- Werderschen Gymnasiums, einer Feuerwache und einer technischen Mittelschule mit den Kostenanschlägen vor. Diese erreichten ohne die Grunderwerbskosten den Betrag von 6 614 200 M. Sämtliche Entwürfe w. wurden e i n st i m m i g ge- nehmigt. Der erste Entwurf behandelt den Neubau einer Gemeinde- Doppelschule in der Scherenbcrgstraße, in der Nähe des Ring- bahnhofeS Schönhauser Allee, der zu 728 000 M. Kosten veranschlagt worden ist. Der zweite betraf den Neubau einer Gemeinde- Doppelsckule in der Scnefelderstraße, am Ringbahn- Hofe Prenzlauer Allee, der mit 733 000 M. veranschlagt ist. Der dritte Entwurf bezog sich auf den Neubau einer Gemeinde- Doppelschule in der Frankfurter Allee 140. Dieser soll 726 000 M. kosten. Der vierte umfaßte drei Remisen für Wagen(Wäsche-, Speise- und Müllwagen) beim Rudolf Virchow-Krankenhause. Diese Remisen sollen 33 800 M. kosten. Der fünfte Entwurf war der umfangreichste und bezog sich auf den Neubau des Friedrich- Werderschen Gymnasiums, das sich jetzt in der Dorothcenstr. 13/14 befindet und nach Moabit verlegt werden soll, und den Neubau einer Gemeinde-Doppelsckule in der Bochnmerstraße in Moabit. Die Kosten dieser beiden Bauten sind mit 1323 000 M. ver- anschlagt. Der sechste Entwurf betraf den Reubau einer Feuerwache ftir den noch fehlende» vierten Dampfspritzenzug der ersten Kompagnie in der Straße 31a. in der Nähe der Schulbaracken in der Olivaerstraße bezw. bei der Elbingerstraße. Diese Feuerwache soll 466 400 M. kosten und eine Wohnung für einen Offizier und Vier Oberfeuermänner umfassen. Der siebente Entwurf bezog sich auf den Neubau einer Gemeinde-Doppelschule in der Littauerstraße im Osten, nahe der Romintenerstraße. Der Bau ist mit 727 000 M. veranschlagt. Der achte Entwurf für den Neubau einer Gemeinde- Doppelschule in der Eckertstraße(Osten) sieht 781000 M. Kosten vor. Für den Neubau einer technischen Mttel- schule in der Millerstr. 146, gegenüber der Nazareth-Kirche. wurden die Entwürfe und Kosten in Höhe von 890000 M. genehmigt. Stadtbaurat Ludwig Hoffmann teilte weiter mit, daß er in der nächsten Sitzung die speziellen Entwürfe für die große Siechenanstalt in Buch, für die Tun, halle des Sophienrealgymnafiums in der Steinstraße und die Zentralapotheke in Buch vorlegen werde. Auch der besondere Entwurf für die neue Bolksbade-Anstalt auf dem Wedding, in der Gerichtstraße, die ein Schwimmbassin für Männer und eins für Frauen erhalten soll, werde in einer der nächsten Sitzungen zur Vorlage kommen. Die städtische Schuldcputation hat unter dem Vorsitz des Stadt- schulrats Dr. Hirsekorn beschlossen, bei drei Genieindeschulen fo- genannte Gemeindeschulgärten anlegen zu lassen und zu diesem Zlveck eine kleine Summe in den Etat einzustellen. An der städtischen Taubstummenschule soll eine Lehrerinnenstelle in eine Lehrerstelle umgewandelt werden. Die städtische Grundeigcntiims-Dcputation verwaltet gegenwärtig 34 Mietsgrundstücke, welche einen Jahresertrag von 258 262 M. bringen. Am besten rentieren sich die beiden Hallesche Thor-Grund- stücke, die für zusammen 44 100 M. vermietet sind. Für die schon längere Zeit leerstehenden Geschäftsräume im Hause Königstr. 7 haben sich Mieter noch nicht gefunden; der Ueberschuß aus dem Grundstücke Weberstr. 9(rund 3731 M.) mußte zur Deckung der vom früheren Miteigentümer, Magistratsbeamten Bartusch begange- nen Veruntreuungen verwendet werden. Die 21 innerhalb des städtischen Weichbildes belegenen städtischen Grundstücke, die zu Holz- ze. Plätzen vergeben sind, brachten im letzten Jahre 204 317 M.; die in acht Vorortgemeinden belegenen nahezu 66 000 M. Miete bezw. Pacht. Außerdem wurden aus verschiedenen Ver- mietungen und Verpachtungen noch 30 227 M. vereinnahmt. Der„Ilmschwung im Schulkonflikt"» den wir im Scherz als nahe bevorstehend angekündigt hatten, weil unter den vier Schüler- abteilungen des Arbeiterturnvereins„Fichte" eine bisher von der Turnhallensperre noch verschont geblieben ist und seit drei Wochen ihre schul- und staatsgcfährliche Turnerei vergnügt weiterbetreiben darf, wird vom„Berliner Börsen-Courier" im Ernst für möglich gehalten. Das Blatt teilt als'„Vorwärts"-Nieldung mit, es werde nicht nur diese eine Abteilung Iveiterturnen dürfen, sondern man werde auch den drei ausgewiesenen Abteilungen die ihnen ver- schlossenen Turnhallen wieder öffnen, und fügt dann hinzu:„Warten wir ab. ob diese Mtteilung sich bestätigt� und hoffen wir, daß sie sich bestätigt!" Man soll doch wirklich keinen Spaß mehr machen, weil man nie wissen kann, ob sich nicht irgend einer findet, der ihn falsch auffaßt und darauf hineinfällt. Die„Fichte"-Turner iverden nach diesem neuesten Stücklein doppelt herzlich lachen. Gegen die Rauchbelästigung, wie sie von den großen Fabriken ausgeht, wird in Berlin nur selten Einspruch erhoben, weil man sie hier als unvermeidlich hinnehmen zu sollen glaubt. In einem bc- stimmten Fall soll jetzt aber doch einmal die Behörde um Abhilfe gebeten werden. Es handelt sich um eine große Holzschneidcmühle am Küstriner Platz, die zwar schon seit mehr als 30 Jahren besteht, deren Betrieb aber erst in neuerer Zeit bedeutend vergrößert worden ist, so daß die von ihr ausgehende Rauchbelästigung von den Be- wohnen, der benachbarten Straßen erst jetzt recht empfunden wird. Es wird ein genieinsames Vorgehen geplant. Eine an das Polizei- Präsidium zu richtende Eingabe foll zur Unterzeichnung in Umlauf gesetzt werden. Das alte Haus des Georgenhospitals an der Westseite des Georgenkirchplatzes steht nun schon feit anderthalb Jahren leer— es wurde in, Frühjahr 1903 von den Mietern geräumt— und noch immer harrt es des Abbruches. Inzwischen betreibt die Straßen- jngend eifrig den Sport, die Fensterscheiben durch Steinwürfe zu zcrtrünimern. Schon sind die meisten in Scherben gegangen, sodaß das altersgraue Gebäude jetzt einen trostlosen Eindruck macht. Be- sonderS arg mitgenommen sind die nach de», Platz hinaus gelegenen Fenster. Die beiden Stockwerke dieser Front haben zusammen 16 Fenster mit 128 Scheiben, und von diesen ist buchstäblich nicht eine einzige unversehrt geblieben. Bei der städtischen Sparkasse wurden im letzten Geschäftsjahr <1. April 1903 bis 31. März 1904) insgesamt 113 620 Sparkassen- bücher neu ausgefertigt. Abgehoben wurden 88 167 Stück. Am 31. März dieses Jahres waren 764 464 Sparkassenbücher im Umlauf, gegen 739 011 Stück am gleichen Tage des Vorjahres. Die Zahl der Sparbücher hat sich also in, Berichtsjahre um 23 433 Stück ver- mehrt. Im Borjahre betrug die Zunahme 19862 Stück. Die Gut- haben der 764 464 Sparkassenbücher ergaben 293 340 982,31 M.; es entfiel somit auf ein Sparkassenbuch ein durchschnittliches Guthaben von 336,34 M.(gegen 379,90 M. im Vorjahre).— Die Spargelder werden bekanntlich mit 3 Prozent verzinst. Die Gesamtsumme der den Sparern vergüteten Zinsen betrug im Berichtsjahre 8 330 313,43 Mark, davon wurden auf die 88 167 abgehobenen Bücher 305 443,10 M. Zinsen ausgezahlt und 8 023 070,35 M. den einzelnen Sparern zu- geschrieben. Die Einzahlungen an Spargeldern bezifferten sich auf 39 688 011,66 M., die Rückzahlungen auf 33118 986,73 M. Die Summe der Einzahlungen überstieg mithin dje Rückzahlungen um 6 369 024,93 M. Während des Verwaltungsjahres erforderte die Sparkasse einen Kostenauflvand von 501 482,09 M., so daß die Ver waltung eines einzelnen Sparkassenguthabens 63s/5 Pf. betrug. Der fiskalische Licblingsrestaurateur. Von einer auffallenden Bevorzugung weiß die„Volkszeitung" zu berichten: Bei den Be- Hörden scheint nur ein einziger Gastwirt als„erstklassig" zu gelten. Das ist Herr Vogel. Wer ist dieser Herr Vogel? Manche haben ihn in Potsdam gekannt, als er dort bei den Leibhusaren seiner Militärpflicht genügte. Andere haben ihn in Berlin gekannt, als er hier als Kriminalschutzmann tätig war. Wieder andere haben ihn kennen gelernt als den Besitzer des„Spatenbräus" in der Friedrichstraße, der doppelter Hoflieferant wurde. Die Be- Hörden scheinen ihn in dieser seiner zuletzt erwähnten Eigenschaft für unentbehrlich zu halten zum Betriebe fiskalischer Wirtschaften oder Kantinen. Denn als kürzlich das beliebte Ausflugslokal der Berliner in, Grunewald. Paulsborn, ver- pachtet' wurde, wer erhielt die Pacht? Der Besitzer des Spatenbräus, Herr Vogel. Wer ist der Pächter der Kantinen des Truppenübungsplatzes bei Döberitz? Der Besitzer des Spateubräus und Pächter von Paulsborn, Herr Vogel. Wer ist der Pächter verschiedener der einträglichsten Kantinen der Berliner großen zentralen Post- ä m t e r? Der Besitzer des Spatenbräus. Pächter von Paulsborn und der Kantinen in Döberitz, Herr Vogel." Die„Volks-Zeitung" beklagt eine solche Mittelstandspolitik des Staates. Gewiß hat der ftühere Kriminalschutzinann ganz imniense Verdienste um den Staat, die in der Oeffentlichkeit nur nicht be- kannt sind. Der Mörder der Wascher in Ben» verhaftet? Auf Ersuchen de� hiesigen Kriminalpolizei ist der frühere Bäcker und Konditor, spätere Stallschweizer August Mühlethaler in seiner Heimat Bern unter dem Verdacht des Mordes an Frau Wascher verhaftet worden. Mühle- thaler wurde am 13. Juli 1877 in Bern geboren, hielt sich aber schon seit Jahren in Berlin auf. Seinen ursprünglichen Beruf gab er bald auf und ernährte sich als Stallschweizer. Allmählich jedoch geriet er auf die Bahn des Verbrechens und wurde gewerbsmäßiger Einbrecher. Als er für seinen letzten Einbruch vier Jahre Zuchthaus erhielt, wurde er plötzlich geisteskrank. Aus der Strafanstalt kam er nun in die Irrenanstalt Dalldorf. Von dort brach er am 27. Juli dieses Jahres aus. Aus dem Boden, auf dem die Kleider der Kranken liegen, schlüpfte er in seinen Anzug und gelangte durch einen kühnen Sprung vom Dach auf den Hof. Hier fiel ihn ein Bernhardiner an und verletzte ihn an der Nase und in, Gesicht. Er fand aber dam, seinen Weg ins Freie. Seitdem hielt er sich abwechselnd in Berlin und auf dem Lande auf. In Berlin wurde er auch in den Kreisen der Zu- hälter und mit Frau Wascher bekannt. Die Polizei hat nun fest- gestellt, daß Mühlethaler am 13. d. Mts., neun Tage vor der Ermordung der Frau Wascher, mit seiner Geliebten ein Stelldichein verabredet hatte, aber nicht erschienen war. vielmehr an, Sonntag, dem Mordtage, verschwand. Wie wir schon mitteilten, erzählte nun Sonntag um 9 Uhr 30 Minuten vornnttags ein Fremder dem Schiffs- zimmermann Mittag in Züllchow von dem damals noch nicht cut- deckten Morde. Die Beschreibung dieses Fremden paßt aus Mühle- thaler und auf jenen Mann, den die Kriminalkommissare Weiß und Nasse als verdächtig verfolgten. Besonders bemerkenswert sind die Wahrnehmungen, die Mittag in Bezug auf Verletzungen im Gesicht des Fremden machte. Es wurde weiter ermittelt, daß ein Gendarm in Neuendorf in der Stettiner Gegend einen Mann vom Aussehen Mühle- thalers sah. Der Mann tauchte als„Bäcker Mahlbrand" plötzlich auf und war ebenso plötzlich wieder verschwunden. Mahlbrand ist aber ein falscher Name, den Mühlethaler sich beigelegt hat. So heißt einer seiner Freunde. Am Dienstag, den 18. d. M., befand sich Mühlethaler plötzlich lvieder in Berlin. Obwohl die Kriminal- Polizei ihn hier eifrig suchte, blieb er unbemerkt. Einem Bekannten erzählte er, er habe eine Sache machen wollen, sie sei ihm aber nicht gelungen. Ebenso rasch, w,e er gekommen war, verschwand er wieder aus Berlin. Die Kriminalpol, zei ließ nun in seiner Heimat Bern Erkundigungen über ihn einziehen, und da ergab eS sich dem,, daß er plötzlich nach seiner Heimat, die er seit Jahren nicht mehr gesehen hatte, gekommen war, um seine Braut zu besuchen. Auf Ersuchen der hiesigen Kriminalpolizei nahm ihn gestern seine Heimat- behörde vorläufig fest. Sie wurde telegraphisch gebeten, die Photo- graphie des Verhafteten hierher zu senden, damit sie dem Schiffs- zimmermann Mittag, dem Gendarmen und anderen vorgelegt werden könne. Ist der Verhaftete der Mörder, so wird er von seinem Heimatlande nicht ausgeliefert, sondern dort wohl in einer Irren- anstalt untergebracht werden. Zu der Verhaftung wird noch gemeldet: Die Kriminalpolizei rechnete von vornherein damit, daß ein Geisteskranker den Mord begangen habe. Auch nach dieser Richtung kam Mühlethaler in Betracht. Es wurde auch ernüttelt, daß er pervers veranlagt ist und daß er stets mit mehreren Weibern zu gleicher Feit enger ver- kehrt hatte. Von der Strafe, die ihm der letzte Einbruch brachte, hatte er S'/s Jahre in Moabit verbüßt. Dann bekam er de» Zuchthaus-Kuall,.wie er nach den, neuesten torminus tsokiuious heißt. In Dalldorf lernte er mehrere„geisteskranke" Verbrecher kennen und verabredete mit ihnen einen gemeinsamen Ausbruch. Der Plan wurde aber verraten und der einzige, der entkam, war Mühlethaler. Er entsprang aber nicht, wie es erst hieß, in seiner eigenen, sondern in der Anstaltskleidung. Das Messer, mit de», er den Bernhardiner unschädlich machte, hatte er sich in der Anstalt zu verschaffen gewußt. In Dalldorf hatte er sich stets sehr widersetzlich gezeigt. In der Freiheit fand er sofort Helfer, die ihn mit anderer Kleidung und Geld versahen. Bald nach der Flucht wandte er sich nach Dresden. Dann begann er seine Wanderung durch Norddeutschland um schließlich lvieder in Berlin ein- zutreffen. wo er plötzlich wieder verschwand. Die Berner Polizei, die von hier aus auf ihn aufmerksam gemacht lourde, ermittelte ihn in seiner Heimat und nahm ihn fest. Mühlethaler hat unter den verschiedensten Namen Einbrüche und Betrüge« reie» aller Art verübt und wurde von den Staatsanwaltschaften zu Güstrow und Hannover und vom Amtsgericht zu Oranienburg steckbrieflich verfolgt. Seine Spezialität war es, sich auf den Gütern, auf denen er als Stallschweizer diente, an die Mädchen heranzu- machen und durch diese Gelegenheiten zu Einbrüchen und Dieb- stählen auszubaldowern. Hatte er Glück, so kam er mit der Beute nach Berlin, kleidete sich nen ein und verbrauchte das Geld im Ver- kehr mit neuen Geliehten. Auf die Namen, die er sich beilegte, ver« schaffte oder fälschte er sich auch Papiere. Außer den Narben im Gesicht ist Mühlethaler auch an Tätowierungen auf den Annen kenntlich. Mitteilungen über Mühlethaler, Graber uslv. nimmt die Kriminalpolizei jederzeit entgegen. Es ist möglich, daß er sich auch noch andere als die bisher bekannt gewordenen Namen beilgelegt hat. Aufklärung auch in dieser Richtung ist sehr erwünscht. Eine feste Wohnung hatte der Verhastete in Berlin niemals; er hielt sich unter diesem oder jenen, Namen bald bei dem einen, bald bei dem anderen Bekannten auf. Eine Talerzählung wird jetzt auch vdn der ReichS-Postverwaltung veranstaltet. An die Verkehrsanstalten und die Ober-Postkassen ist sdeben eine Verfügung ergangen, nach welcher diese Stellen am 31. Oktober feststellen sollen, welche Beträge an Talern bei Schluß der Dienststunden unter ihren Geldstücken vorhanden sind. Das Ergebnis der Zählung soll den kaiserlichen Ober-Postdirektionen „unverzüglich" mitgeteilt werden. Die letzteren werden dann eine Zusammenstellung veranlassen und die Schlußsumme dem RechnungS- bureau des Reichs-Postmntes bis zum 8. November d. I. zugehen lassen. Wer will kommunale Butterbirnen kaufen? Der Magistrats- berichterstatter meldet: Die städtischen Gutsverwaltungen haben in diesem Jahre viel gutes Obst geerntet. Sie geben edle Sorten Winteräpfel, z. B. Goldparmäne, Reinetten, Birnen, wie z. B. Gute Luise, Neue Poitnau, Butterbirnen:c. zu billigen Preisen ab. Zur Bequemlichkeit des Publikums sind Proben Neue Friedrichstr. 9/10 II, Zimmer Nr. 3, wo auch Bestellungen entgegengenommen werden. ausgelegt. Die Gutsverwaltimgen in Falkenbcrg, Blankenburg und Osdorf nehmen direkte Bestellungen, auch schriftliche, entgegen. Die gestern im Gerichtsgcbäude verbreitete Nachricht von dem Ableben des Landgerichtsrats Dr. Timme hat sich nicht bestätigt. Der deutsche Kaiser hat in der archäologischen Abteilung der Weltausstellung zu St. Louis für die Saalburg-Ausstellung den großen Preis zuerkannt erhalten. Es scheint somit, daß die Amerikaner den Gegenständen, die nach Deutschland zurückgeschafft werden, mehr Verständnis entgegenbringen als denen, die in Amerika bleiben sollen. Siehe die Geschichte der Alten Fritz-Statue. Die Feuerwehr wurde am Mittwoch nachmittag nach dem Hause Unter den Linden 48/49 ai, der Friedrichstraße gerufen, wo eipe Katze sich in die über dem Hause angebrachten Telephondrähte verwickelt hatte, jämnlerlich miaute und schließlich von der Feuerwehr, die ihre große mechanische Leiter auffuhr, befreit wurde. Dieser seltene Vorfall erinnert an einen ähnlichen, der in einer hiesigen höheren Schule noch oft besprochen wird. Gegenüber der Schule steht ein kleines Gebäude zwischen zwei hohen. Ein Schornsteinfeger war auf dem Dache des kleinen Hauses beschäftigt. Die Gymnasiasten ver- folgten das Tun und Treiben des Schwarzenmannes natürlich mit größerem Interesse, als den Vorträgen der Lehrer, besonders aber als sie merkten, daß der Kehrer des Rußes mit seinem langen Besen einen großen Kater zagte. Als dieser sich vor dem langen schwarzen Besen nicht mehr retten konnte, sprang der Dach« Hase mit einem Satze auf die Straße und gerade einen, Passanten auf seinen Zylinder. Der hohe Hut saß dem Ahnungslosen, der sich von dem Schrecken erst gar nicht erholen wollte, gleich über den Ohren. Die Gymnasiasten stimmten über das Gebaren des Mannes und der Stratzenpassanten ein solches Jndianergeheul an, daß die Lehrer entsetzt gewesen sein sollen. Sie sollen alle Schorn- steinfeger und Katzen zun, Teufel gewünscht haben. Die Angelegenheit der ehemaligen Kammerfrau der Prinzessin Amalie von Schlesivig-Holstein wird voraussichtlich schon im nächsten Termin eine sensationelle Wendung nehmen. Bekanntlich behauptet die des Diebstahls und der Unterschlagung an ihrer Herrin An- geklagte nicht nur, sich leiner dieser Straftaten schuldig gemacht zu haben, sondern sogar aus e i g en e n Mitteln der Prinzessin öfters pekuniäre Hülfe gewährt zu haben, da sie im Besitze eines Vermögens von 80 000 M, gelvesen fei, Ausklärung über den Ursprung dieses Vermögens verweigerte sie indessen bisher noch, und daher erklärte die Anklagebehörde diese Angabe für unwahr. Hier ist der springende Punkt der ganzen Affaire, denn mit dem Nachweise dieses behaupteten Vermögens fiele die Anklage natur- gemäß in sich zusammen. Wie nun gemeldet wird, soll der Nach- weis im nächsten Termin erbracht werden. Es ist behauptet worden. der Prozeß sei deshalb vertagt, weil die Vernehmung des Herzogs Ernst Günther zunächst erfolgen solle. Das ist nicht richtig. Die Verteidigung legt auf das Zeugnis des Herzogs wenig Gewicht, da die bekannten merkwürdigen Tatsachen, über die er sich zu äußern hätte, durch andere Zeugen genügend erhärtet lverdcn können und biese Beugen den Vorteil bilden, daß fie an Gerichtsstelle zu ver- und Genoffe Dr. Borchardt, während Oberbürgermeister 1 anträge und die übrigen Anträge des Angeklagten Dr. Roofen ab nehmen sind, während die Vernehmung des Herzogs Ernst Günther Schustehrus aus prinzipiellen Gründen sowohl, als auch, um lehne, da es auf dem Standpunkt stehe, daß die strafbaren Handin seiner Wohnung und ohne Beisein der Anwälte zu erfolgen hätte. frivolen" Prozessen vorzubeugen, für die Erhebung von Gebühren lungen dieses Angeklagten verjährt seien, weshalb gegen ihn Die Vertagung des Prozesses ist lediglich darauf zurückzuführen, eintrat. Nach den Ausführungen des Stadtrats Boll scheint trog- auf Einstellung des Verfahrens erfannt werden müsse. Hierauf wurde daß die Angeklagte Milewska zurzeit noch schwer leidend ist. Die dem Aussicht dafür vorhanden zu sein, daß der Magistrat dem Be- die Beweisaufnahme endgültig geschlossen, und das Gericht zog sich drei Tage unnötig erlittener Untersuchungshaft haben ihr, die das schluß der Stadtverordneten beitritt. Das Kaufmannsgericht könnte zur Beratung zurück. Um 5 Uhr nachmittags verkündete der Vormals schon an einer Nierenkrankheit operiert worden war, ernsten dann schon am 1. Januar 1905 seine Tätigkeit entfalten. Gegen sigende, Landrichter v. Bergen, folgendes Urteil: Das Gericht hat gesundheitlichen Schaden zugefügt. die Stimmen der Sozialdemokraten wurde auf Antrag des Magistrats auch aus der jetzigen zweiten Verhandlung dieses Prozesses die UeberFürsorge- Anstalten. Dreizehn Mädchen, die in der Fürsorge- beschlossen, der Stiftung„ Nationalbank für Veteranen" einen Jahres- zeugung erlangt, daß sowohl in der inkriminierten Broschüre der Anstalt in der Jungfernheide am Plößensee untergebracht beitrag von 500 M. zu gewähren. Angeklagten Dr. Sandow und Dr. Roosen als auch in dem Leitartikel waren, sind dort, den„ Wilmersdorfer Nachr." zufolge, ausgebrochen Endlich beschloß die Versammlung noch, die Fuhrleistungen für des Angeklagten Redakteur Cleemann Beleidigungen des Direkund entkommen. Die Böglinge waren schon seit längerer Zeit mit die Straßenreinigung, Straßenbesprengung und Barkverwaltung toriums der hamburgischen Staatskrankenanstalten enthalten sind. der Kost nicht zufrieden, entwarfen einen Fluchtplan und brachten sowie für das Feuerwehrwesen auf die Zeit vom 1. April 1905 bis Was zunächst den Angeklagten Dr. Sandow anlangt, so ist erwiesen, diesen in der Nacht zum Sonntag zur Ausführung. Dreizehn 31. März 1908 unter Abſtandnahme von einer Ausschreibung dem daß er die Broschüre hat schreiben und verbreiten lassen. In bezug Mädchen gelang es, glüdlich ins Freie zu kommen und in Berlin Fuhrherrn Paul Fride weiter zu übertragen. auf den Angeklagten Dr. Roosen stellte sich das Gericht auf den Unterschlupf zu finden. Die Polizei fahndet eifrig auf die Flücht Dr. Sandow in Betracht kommt. Nach dieser Ansicht des Gerichts Standpunkt, daß, wenn er schuldig war, er doch nur als Gehülfe des linge. Notwendiger noch wäre es, daß die Behörden endlich würde die Verjährung schon vom Erscheinen der ersten Broschüre einmal der Frage näher treten, wie es denn tommt, daß ab laufen und sonach kann es keinem Zweifel unterliegen, daß die alle Augenblicke über derartige Fluchtversuche berichtet wird. Die Verjährung bei ihm, bereits eingetreten ist. Ebenso wie bei Dr. unglücklichen Geschöpfe, die in diesen Anstalten untergebracht find, Sandow liegt die Sache auch bei dem Angeklagten Cleemann. Er würden nicht an die Flucht denken, wenn sie dort nicht Zustände hat die von Dr. Sandow ausgesprochenen Beleidigungen in derfänden, die mit denen der Gefängnisse verzweifelte Aehnlichkeit selben Schärfe wiederholt und war deshalb ebenfalls zu bestrafen haben. und zwar mußte das Gericht auch gegen ihr zu demselben Urteil wie im ersten Verfahren kommen. Somit ist für Recht erkannt: Der Angeklagte Cleemann wird wegen Beleidigung des KrankenHausdirektors Dr. Lenhart zu zwei Wochen Haft, der Angeklagte Dr. Sandow wegen desselben Vergehens zu 300 M. Geldstrafe beziv. 60 Tagen Haft verurteilt. Der dritte Angeklagte, Dr. Roosen, wird freigesprochen und die Kosten des Verfahrens gegen ihn der Staatskasse zur Last gelegt. = Für die Anlage des Schöneberger Stadtparks im fogen. Fenngelände an der Wilmersdorfer Grenze ist das Enteignungsverfahren wegen eines nahezu neun Morgen großen Geländes, das fast durchweg alteingefessenen Schöneberger Familien gehört, eingeleitet worden. Hinsichtlich des Erwerbes eines anderen, beinahe gleichgroßen Geländes gehen die mit den Eigentümern schwebenden Verhandlungen ihrem Abschlusse entgegen; der Kaufpreis für dieses Gebiet beläuft sich auf rund eine Viertel Million Mark. Zur Errichtung des 40 Morgen umfassenden Parkes ist aus der neuen Schöneberger Anleihe der Betrag von einer Million Mark bestimmt. = = D Eine Kindesleiche im Keller. Ein graufiger Fund wurde gestern nachmittag von der Pförtnersfrau Witwe Rieger auf dem Grundstüd Urbanstr. 35 gemacht. Unter dem ersten Quergebäude hat der Aus Schöneberg wird uns zu dem am Montag in Sachen der StadtHauswirt einen nicht verschlossenen Keller, in dem in einer Nische ratsstelle gefaßten Beschluß noch berichtet: Kleinliche Sparsamkeit Sand und Stroh lagern. Dieser Keller war seit einem halben Jahre hat in der Sigung am Montag nach nahezu dreistündiger Debatte nicht mehr aufgeräumt worden. Als gestern nachmittag Frau Rieger die vom Magistrat geforderte befoldete Stadtratstelle zu ihn wieder zu säubern begann, fand sie unter dem Stroh im Sande Falle gebracht. Es dürfte wohl selten in einer Kommune vordie Leiche eines neugeborenen Kindes. Sie war schon so stark ver- fommen, daß von leitender Stelle aus zur Begründung einer solchen west, daß die Revierpolizei, der der Fund überwiesen wurde, das Vorlage erst darauf hingewiesen werden muß, daß infolge der stetig Bresse wurde gestern vor der ersten Straffammer des Landgerichts I Ein Breßprozeß. Eine Anklage wegen Beleidigung durch die Geschlecht des Kindes nicht mehr feststellen konnte. Die Leiche, die wachsenden Verwaltungsarbeit in manchen Zweigen nicht alles mit verhandelt. Es hatten sich zu verantworten: der Redakteur der hier zur Obduktion nach dem Schauhause gebracht wurde, war in braunes der nötigen Sorgfalt und Schnelligkeit erledigt werden kann, weil erscheinenden polnischen Zeitung" Dziennik Berlinski", Klemens Badpapier mit der Aufschrift Achtung! Zündstoff!" und Beitungs- nicht die genügenden Arbeitskräfte dazu vorhanden sind. nicht die genügenden Arbeitskräfte dazu vorhanden sind. Es ist Gozdziewicz, der frühere Redakteur des" Berliner Tage= papier aus dem Jahre 1898 eingewickelt. Die Leiche steckte in einem eigentümlich, daß dieselben bürgerlichen Stadtverordneten, die sonst blatt", Dr. Grüttefin, der Redakteur der Berliner Zeitung", Salzfad. Wie lange sie schon am Fundorte gelegen haben mag, Tausende bewilligen, wenn es sich um Schenkung von Kirchen- Richard Löwe, und der Chefredakteur der" Vossischen Zeitung", läßt sich nicht ohne weiteres fagen, erst die Obduktion kann darüber bauplägen handelt, an einer Stelle sparen, two Auskunft geben. Die Kriminalpolizei leitete sofort die Nach nicht im Interesse der es gar Hermann Bachmann. In der„ Posener Zeitung" vom 18. Nos Interesse der Gemeinde liegen kann. Der bember 1903 wurde in einem längeren Artikel mitgeteilt, daß der forschungen nach der Mutter ein. Verband deutscher Aerztevereine physikalisch diätetische Verleger und polnische Güteragent Biedermann im Gefängnisse zu Ergriffene Hochstaplerin. Wegen Betruges in mehreren Fällen Therapie hat die Stadtverordneten- Versammlung ersucht, ihm zur Wronte, wo er eine Strafe wegen Beleidigung durch die Presse zu festgenommen wurde die unverehelichte Natalie Fiebelmann, am Einrichtung von Luftsportbädern ein städtisches Grundstück verbüßen hatte, einen Aufseher bestochen habe. Infolgedessen 5. Mai 1860 zu Krotoschin geboren. Sie trat seit mehreren zu überlassen. Unser Parteigenosse Hoffmann befürwortete warm sei seine Belle zu einem Salon umgewandelt, mit einer SchreibMonaten hier als eine sehr reiche Frau Rödiger, auch als ein den Antrag; der erst kürzlich gegen unseren Parteigenossen Däumig maschine und mit allen Utensilien, die ein Redakteur gebraucht, verFräulein tempe auf und verstand es, durch ihr feines Auftreten gewählte Dr. med. Freund bekämpfte ihn. Die Versammlung fehen worden. Es würden in diese Bestechungsgeschichte aber noch ging über den Antrag zur Tagesordnung über. Unsere Partei- andere Unterbeamte verwidelt werden, sowohl Schuhleute des und ihre Eleganz nicht nur bon Kellnern, Gewerbetreibenden usw.„ in augenblicklicher Verlegenheit" Darlehen" genossen hatten beantragt, den Zuschuß für den Volksküchen- Bosener Polizeipräsidiums wie auch Angestellte der Ansiedelungszu erlangen, sondern auch Herren der besseren Stände derart zu berein von 500 M. auf 1000 M. zu erhöhen. Nachdem Stadtv. fommission. Die letztere sollte dem" Güteragenten" Biedermann fesseln, daß sie ihr Heiratsversprechen und größere Geldsummen her- ulah gegen den Antrag gesprochen hatte, wurde er einem Ausschuß gegen Entgelt Mitteilungen über in Aussicht stehende Güterantäufe gaben. Auch in Breslau, wo die Fiedelmann sich früher aufhielt, überwiesen. Durch Zuweisung an einen Ausschuß wurde auch ein der Ansiedelungskommission gemacht haben, so daß Biedermann scheint sie Schwindeleien getrieben zu haben. Da vermutet wird, Antrag begraben, wonach 250 M. bewilligt werden sollten, um einen allen seinen Konkurrenten zuvor kommen konnte. Diese Mitteilung daß hier noch weitere Geschädigte, die aber noch nicht Anzeige er- Spielplag für die Jugend in Stand zu setzen. Ueber die ging von der„ Posener Zeitung" in die obengenannten vier Blätter stattet haben, vorhanden sind, werden solche ersucht, sich unter An- Begebung eines Teiles der 26 Millionen- Anleihe wurde in geheimer über. Der Polizeipräsident von Posen sandte den Redaktionen gabe der Tagebuch Nummer 11 596. IV. 4. 04. bei der Berliner Sigung beraten. eine Richtigstellung ein, dahingehend, daß außer einem Gefangenen Kriminalpolizei zu melden. Neu Weißensee begeht im nächsten Jahre die Feier seines aufseher fein anderer Beamter in Frage tomme. Diese Berichtigung Einen Lyriker- Abend veranstaltet die Arbeiter Bildungs- etwas ganz besonderes" werden wird, geht schon daraus hervor, Posener Polizeipräsident wie der Präsident der An25jährigen Bestehens als selbständige Gemeinde. Daß diese Feier fand auch allseitig Aufnahme. Trotzdem stellten sowohl der fchule Sonntagabend 7 Uhr im Gewerkschaftshause. Die Ein- daß die letzte Gemeindevertreter- Sigung sich mit der Wahl eines siedelungskommission Strafantrag wegen Beleidigung der ihnen leitungsrede wird von Friedrich Stampfer gehalten, Mitwirkende Komitees zu beschäftigen hatte, welches im Schweiße seines Angesichts unterſtellten Beamten. Die Angeklagten bestritten insgesamt, daß find hervorragende Künstler. Die Eintrittskarte einschl. Garderobe darüber beraten wird, auf welche gute und nicht gute Art die ihnen eine beleidigende Absicht innegewohnt, sie hätten einfach in und Programm kostet 60 Pf. Steuergroschen unserer armen Gemeinde angewandt werden sollen. gutem Glauben die angeblichen Tatsachen aus der Bosener Zeitung" Theater. Im Metropol- Theater findet am Donners- Denn daß der Steuersäckel für solche Feſtivitäten herhalten muß. wiedergegeben. Der Angeſchuldigte Dr. Grüttefin behauptete, daß tag die lezte Vorstellung der Revue„ Ein tolles Jahr statt, versteht sich wohl am Rande. Unsere Parteigenossen vertraten denn er den fraglichen Artikel erst nach dem Druck zu Gesicht bekommen die an diesem Abend zur 228. Wiederholung gelangt. Am Frei- auch den Standpunkt, daß man ruhig denen die Veranstaltung solcher habe. Er sei an jenem Tage von dienstlichen Geschäften außerhalb tag bleibt das Haus geschlossen, während am Sonnabend, Feste überlassen soll, die imstande find, die Kosten dafür aufzuden 29. Oktober, wie bereits angekündigt, das neue Ausstattungs- bringen; denn eine Gemeinde, welche durch Abgabe der Stimmen Vaudeville Die Herren von Marim" von Julius Freund, zur Reichstagswahl bewiesen hat, daß sie zu 4 aus Arbeitern beMufit von Viktor Holländer, erstmalig in Szene geht. Prinz steht, hat lein Interesse daran, Feste zu feiern, die in der Hauptsache Levy in Ahlbeck", die neue dreiattige Komödie Anton und Donat in Byzantinismus ausarten. Hiermit stachen unsere Genossen in ein Herrnfeld's, wird aller Wahrscheinlichkeit nach bereits zu Wespennest, und sogar der neu eingeführte, mit fünf Stimmen Anfang der kommenden Woche zum erstenmal in Szene gehen. Majorität gewählte Vertreter konnte es sich nicht verkneifen, bei dieser Im Deutschen Theater" wird am Sonnabend, den 29. 6. M., Gelegenheit die Jungferurede vom Stapel zu lassen. Am kürzesten geführt. Die Rolle des Gutsbefizers Dag wird von Ad. Klein dargestellt, mit den Worten:„ Wenn den„ Grollern" solche Feier nicht paßt, Björnstjerne Björnsons Schauspiel Dagland" zum erstenmal auf machte sich der Herr Rechts- und Gemeinde- Anwalt Appelrath Luft feine Frau Felicie von Margarete Pix; in den Rollen der drei Kinder mögen sie zu Hause bleiben." zu bemerken ist noch, daß der Wunsch Stener, Ragna, Berthe find Otto Sommerstorf, Klara Rabitow, besteht, eine Chronik herauszugeben, mit deren Ausarbeitung sich der Baula Müller, in der des Bevollmächtigten Dags Ramset Julius am 1. April eingestellte besoldete Schöffe beschäftigen soll. Von dem Strobl und in der des Pastors Karl Waldow beschäftigt. Im hierorts sehr bekannten Molkereibefizer Mertens wurde in einem Schiller Theater N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater) längeren Schreiben die Objektivität des Herrn Schöffen Dr. Pape findet morgen, Freitag, die erste Aufführung des Lustspiels Krieg angezweifelt, da er durch seine Anstellung abhängig von der Geim Frieden" von Gustav v. Moser statt. Die Besetzung ist folgende: meinde ist. Mertens erbot fich, eine solche Chronit auszuarbeiten; Heimdorf: Franz Rolan; Mathilde: Ada Blanche; Jlka: Elisabeth er will sogar die Kolportage übernehmen und den gewonnenen ErGußmann; Agnes: Paula Silten; Henkel: Alfred Schmasow; Sophie: lös der Gemeindekasse zur Verfügung stellen. Sein so überaus Agnes Werner; Elsa: Elly Ofer; Sonnenfels: Karl Dapper; v. Folgen: günstiges Angebot fand aber bei den Herrn Gemeindevertretern fein Georg Bäschte, Schäfer: Karl Henschel, Reif von Reiflingen: Bern- Verständnis, jedoch wird sich Herr Mertens hierdurch nicht abhalten hard Herrmann, Hofmeister: Neinhold Köstlin, Konnech: Rudolf lassen, sein schon begonnenes Wert zu vollenden. Meinhard, Martin: Karl Dahlen, Anna: Emmy Wyda. Frischen", Original- Schwank von Karl Emil, welcher heute Donnerstag im Zuijen Theater zum erstenmal in Szene geht. ist in den Hauptrollen mit den Damen Hüfter, Winter, Natrowski und Sylva und den Herren Hüner, Böhm, Wald, Dehmig und Techel Kasino Theater. Heute findet die erste Aufführung der Gesangsposse„ Bildes Blut", eine Neubearbeitung des einstigen Zugstüdes des Adolf Ernst- Theaters" Die wilde Stage" statt. Die Schlager der neuen Operette des Apollo Theaters, Berliner Luft" sind bereits in fünfter Auflage erschienen. Heute ist die 29. Aufführung der Ausstattungs- Dverette. Besetzt. " " " = Aus den Nachbarorten. + = Es der Redaktion in Anspruch genommen worden, sein Stellvertreter habe den Auszug aus der Poſener Notiz hergestellt und ihm diesen nicht, wie es Gebrauch sei, erst zur Kenntnisnahme und Billigung vorgelegt. Trotzdem diese Angaben durch die Zeugenvernehmung als nahezu sicher bestätigt wurden, hielt Staatsanwalt Ghrede sämt liche Angeschuldigten der Beleidigung für überführt, wenn er auch anerkannte, daß sie sich im guten Glauben befunden und keine be= leidigende Absicht gehabt hätten. Er beantragte gegen den ersten dierten auf Freisprechung, da den Angeklagten das Bewußtsein der Angeklagten 50, gegen die übrigen je 150 M. Geldstrafe. Die Vers teidiger Justizrat Michaelis und Rechtsanwalt Mosse plais Strafbarkeit gefehlt habe und ihnen der Schutz des§ 193 des Strafgesetzbuchs zur Seite stände. Der Gerichtshof erkannte dahin, daß die Angeklagten Gozdziewicz, Löwe und Bachmann der Beleidigung schuldig und deshalb zu je 50 M. zu verurteilen feien. Der Angeklagte Dr. Grüttefin sei freizusprechen. Der Angeklagte Dr. Grüttefin sei freizusprechen. " Was Ueber einen Apotheker als Nahrungsmittelverfälscher hatte, wie wir in der Pharmazeutischen Wochenschrift" lesen, die Straftammer zu Beuthen abzuurteilen. Es handelte sich um den Apothefer Dr. Nissel dortselbst, der mit einer Knappschaftstasje derart im Vertragsverhältnis stand, daß gegen eine monatliche Entschädigung von 25 Pf. für jedes Mitglied den Mitgliedern und Zwei Kinder verschwunden. Auf geheimnisvolle Weise sind in deren Angehörigen im Krankheitsfall Medikamente zu liefern waren. Steglit einem Elternpaar zwei Kinder, ein Knabe und ein Der Apotheker will durch diesen von seinem Vorgänger übernommenen Mädchen, seit Montag früh verschwunden. An ein Verbrechen glaubt Vertrag jeden Monat 100 M. Schaden gehabt haben. Er hat sich man bis jetzt nicht, man glaubt vielmehr, daß der Knabe, der schon tamente an die franken Kassenmitglieder verabfolgte. nun dadurch geholfen, daß er minderwertige und verfälschte Medifrüher einen ähnlichen Streich begangen hat, seine Schwester zur beispielsweise Menthol durch japanisches Mentholöl ersetzt. In So wurde Flucht überredet hat, um sich vom Schulbesuch zu drücken. handelt sich um den 11jährigen Sohn Hans und die Sjährige Chloroform enthalten sein sollten, in der Weise hergestellt worden, vielen anderen Fällen waren Einreibungen, worin 100 Gramm Tochter Elfe des Tischlers Baumgarten, wohnhaft in Stegliß, daß nur 50 Gramm Chloroform und 50 Gramm russischer Spiritus Potsdamerstraße 7. Der Knabe besucht die Gemeindeschule in der Fichtestraße, das Mädchen diejenige in der Plantagenstraße. Am zugesetzt wurden. Alle dieſe Manipulationen sind zum Teil von Dr. Montag früh gingen die Kinder zur Schule, der Knabe, der einen Nissel selbst, zum Teil von seinem Personal auf dessen ausdrückliche weiteren Schulweg hat, wie gewöhnlich eine Viertelstunde früher. verfälschungen anbelangt, so ist in einem Falle ein Ballon HimbeerAnordnung ausgeführt worden. die NahrungsmittelDie beiden Kinder sind jedoch in ihren Schulen nicht eingetroffen faft durch einen Zusatz von 10 Broz. Zuckerwaffer verdünnt worden. und werden seitdem vermißt. Die beiden Schulmappen wurden Die Charlottenburger Stadtverordneten Versammlung beriet am gestern früh von Arbeitern unweit des Bahnhofs Südende im Fenchelhonig wurde durch Sirup und Fenchelöl ohne Spur von Mittwoch zunächst den Antrag Dr. Spiegel( lib.) u. Gen. auf Chauffeegraben gefunden. Von den Kindern dagegen fehlt jede Honig hergestellt. Der schlimmste Fall ist aber der, daß einem Errichtung einer städtischen Milch Sterilisations Spur. Üleber die Gründe der Flucht ist man sich wie gesagt noch Bäuerlein, das eine Flasche Malaga verlangte, eine Mischung aus anstalt. Der Antrag wurde damit begründet, daß die große nicht im flaren. Es handelt sich um sonst wohlerzogene Kinder, denen Resten von Malaga, Tokayer und Sherry verabfolgt wurde, die der Sterblichkeit der Kinder im ersten Lebensjahre, wie sie besonders in zu Hause nichts abging. Der Knabe hat allerdings Neigung zum gestellt hatte. Der Provisor erzählte dann lachend dem übrigen Angeklagte selbst im Keller in Gegenwart eines Provisors herden Sommermonaten alljährlich zutage tritt, von Aerzten und Umhertreiben und war schon früher einmal verschwunden, wie er Hygienitern wesentlich auf Verdauungsstörungen infolge schlechter damals sagte, um nicht zur Schule gehen zu müssen. Man glaubt Personal von diesem neuen Malagarezept. Zwischen dem Apotheker Beschaffenheit der zur Ernährung dienenden Kuhmilch zurüdgeführt deshalb auch bis jetzt noch nicht, daß die Kinder etwa das Opfer und einem Provisor kam es infolge der Weigerung des letteren, derartige Manipulationen vorzunehmen, zu einem scharfen Konflikt, wird und daß sich, wie Erfahrungen z. B. in Straßburg und Halle eines Unglücksfalles oder eines Verbrechens geworden sind. der zu Tätlichkeiten ausartete und schließlich die Aufdeckung der zeigen, eine geeignete Sterilisation oder Pasteurisation und darauf Aus Wilmersdorf. Die Bevölkerung Wilmersdorfs hat sich in ganzen Sache zur Folge hatte. Der Apotheker wurde zu einem Monat folgende zwedmäßige Behandlung der Milch als Mittel zur Be- den letzten zehn Jahren um über das Fünffache vermehrt; während Gefängnis und 500 Mt. Geldstrafe verurteilt. Lämpfung des Uebelstandes erwiesen hat. In der Debatte wies fie im Oktober 1894 mur 10719 betrug, stellt sie sich heute auf Genosse Dr. 3 epler auf die von fozialdemokratischer Seite in 54 686 Stöpfe. Die schnelle Entwickelung des Vorortes lassen folgende anderen Kommunen gemachten Vorschläge zur Minderung der Zahlen erkennen: Bei der Volkszählung 1890 tvaren 5164 GinSäuglingssterblichkeit hin, insbesondere auf den Antrag wohner ermittelt, 1895 bereits 14 351 und 1900 dann 30 671 Berder Berliner Stadtverordneten Versammlung sonen; im Oktober 1902 betrug die Einwohnerzahl 39 707 und im Freudenberg in der die Vorschläge des Münchener Magistratsrats Schmidt. vergangenen Jahre 46 418. Redner schildert die mannigfachen durch 1 orbene Milch verursachten In einer Bolemit gegen das„ Berliner Tageblatt" behauptet Schädlichkeiten, insbesondere den Brec chfall und den Darm- die katholische" Germania", daß die Wilmersdorfer Katholiken nur fatarrh der Kinder, sowie die Gefahr der Uebertragung der Tuber einen einzigen Vertreter im dortigen Gemeinderat hätten. kulose und des Typhus und erklärt sich im Prinzip mehr für eine Es kann dies ja bedeuten, daß die Katholiken des Vorortes neuerreinliche feimfreie Gewinnung der Milch als für die Sterilisierung dings eine Agentur für fatholische Interessen in der Gemeindedurch Hize. Zu diesem Zweck empfahl er mit allen hygienischen vertretung errichtet haben, die von einem Vertrauensmann Kautelen zu errichtende Milchställe seitens der Stadt bezw. die Ver- besonders verwaltet wird. Aber ist dies nicht der Fall und will die Friedrichshagen. In der letzten Monatsversammlung des sozialpflichtung der Gemeinde, mit solchen Produzenten abzuschließen, Germania" nur gesagt haben, daß die Wilmersdorfer Gemeinde- demokratischen Arbeiter- Bildungsvereins erstattete der Vertrauenswelche die hygienischen Vorschriften zu erfüllen oder sich unter vertretung sich mit einem einzigen zur Kirche haltenden Katholiken mann Genosse Sonnenburg den Jahresbericht vom 1. Oktober städtische Kontrolle zu stellen bereit sind. Nachdem noch Genosse begnügen muß, so sagt das Blatt seiner Kirche zum Nachteil die 1903 bis 30. September 1904. Bestand am 1. Oktober 1903 Vogel insbesondere auf die Kindersterblichkeit in Charlottenburg Un wahrheit. Ungefähr die Hälfte der Gemeindeverordneten 131,80 M., Ginnahme 784,75 M., Summa 916,55 M. Ausgabe eingegangen war, beschloß die Versammlung, den Magistrat zu er- und Schöffen von Wilmersdorf ist katholisch. und = suchen, mit ihr in gemischter Deputation über den Antrag Spiegel fowie über weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit zu beraten. " Gerichts- Zeitung. Zum Falschmünzerprozeß. Herr H. Baudouin, Ritterstr. 26, ersucht uns, folgende Zuschrift aufzunehmen: Im Falschmünzerprozeß hat der Angeklagte Gelhaus geäußert: H. Baudouin ist auch Teilnehmer an dieser Sache." Mein Personal wird überall gefragt, ob ich verhaftet sei. Ich bin weder Teilnehmer, noch kenne ich einen dieser Angeklagten. Auch hat mich das Gericht bis zur Stunde zu frieden gelassen. Verfammlungen. 787,80 M.; bleibt ein Kassenbestand von 128,75 M. Genosse Süß milch erstattete den Bericht über die Tätigkeit der Lokaltommission. Als Vertrauensmann wurde Sonnenburg einstimmig wiedergewählt. Als Revisoren wurden gewählt Buhn, Sinze und Schulz. In die Lokalfommission Karl Grau, Die Vorlage betr. das Drtsstatut für das zu errichtende Kaufmannsgericht wurde mit der Aenderung angenommen, Der Hamburger Krankenhausprozeß ist Dienstag zu Ende ge- Süßmilch und Rose. Hierauf gab Sonnenburg den Be daß entgegen dem Magistratsantrag Gebührenfreiheit beschlossen führt worden. Nach kurzer Beratung verkündete das Gericht in richt über den Bremer Parteitag, an welchen fich eine lebhafte wurde. Für die Gebührenfreiheit sprachen Dr. Crüger( lib.) dem Hamburger Prozeß seinen Beschluß dahin, daß es die Beweis- Diskussion anschloß. Als Kandidat für die demnächst stattfindende Erfahwahl zur Gemeindebertretung wurde Maurer Otto Stephan| Weißen zu ordnen. Die Ortsbehörden hoffen, mit Hülfe der ihnen| ftübungsfall ein Recht auf den Nachlaß.- E. W. 5. Handlungsgehülfen, aufgestellt. Zu Delegierten für die Kreiskonferenz wurden gewählt zur Verfügung stehenden Polizeimacht die Ordnung aufrecht erhalten Gewerbegehülfen, Gesinde, ländliche Arbeiter, Privatsekretäre usw. haben Korfing, Körber und Rüh I. zu können, bis Truppen eintreffen. erhalten. Vermischtes. Briefkaften der Redaktion. M. Det. 52. zu erfahren im Sekretariat der GewerkschaftsKommission, Engel- Ufer 15 part., 11-12%, vormittags, 6-7 Uhr abends. P. H. Vor Ablauf des zweiten Jahres sind Sie dazu schon verpflichtet. A. K. In erster Linie einen Arzt fragen. Sie sich unter Berufung an uns an die nachstehende Adresse: Redaktion der W. N. 57. Wenden Metallarbeiter- Zeitung". Stuttgart, Roteftr. 16 B.-R. S. Der Berliner Kinderschutzverein befindet sich Bülowstr. 71; der Jahresbeitrag stellt sich im Minimum auf 3 M. Eleonore. Nicht verwendbar. Juriftifcher Teil. verschiedene Kündigungsfristen. Wiederholen Sie Ihre Frage unter Angabe der Art Ihrer Beschäftigung. H. K. 4. Sie irren: Ihr Testament ist gültig. In dem von Ihnen gemeinten Fall handelt es sich um Kinder, nicht um Geschwister. J. R. 100. Die höhere Rente wird gezahlt. Wie hoch im Einzelfall die Rente ist, berechnet sich nach der Anzahl und Höhe der geklebten Marken. Pankow. Grundstück und Geld gehört Ihrem Vater. In Spremberg sind gestern zwei Zimmerleute beim Sie beerben Ihre Mutter, die nichts hinterlassen hat. Der Vater ist also Einsenken eines Brunnenrohres in einen Brunnenfessel gestürzt. im Recht. A. Kuospe. Bis am 3. Januar kann sowohl seitens der Sie haben beim Ginatmen von Brunnengasen ihren Tod ge1905 gekündigt werden, wenn der Erblasser im vierten Quartal 1904 starb. Erben wie seitens des Wirts ein sonst länger dauernder Vertrag zum 1. April funden. Die Leichen konnten bis zum Mittag nicht geborgen werden. 6. M. 100. Ihre vier Fragen sind typisch für die Art einer Frage Eisenbahnunfall. Wie aus Köln gemeldet wird, erlitt der um stellung, wie sie möglichst selten vorkommen sollte. Der Briefkasten will 9 Uhr 18 Minuten von Köln nach Frankfurt abgehende süddeutsche nicht Ersatz für eigenes Denten schaffen, sondern für bestimmte Fälle des Schnellzug dadurch einen Unfall, daß in der Nähe des Bahnpraktischen Lebens Auskunft erteilen und gleichzeitig, soweit der Ranm es hofes Kalt der Packwagen aus dem Gleise sprang und auf die Seite B. A. S. 100. 1. Ja. 2. Nein. 3. Nein, aber die Mutter beziehentlich zuläßt, über die häufigsten praktischen Rechtsverhältnisse allgemein Belehrendes geschleudert wurde. Dem Packmeister wurde ein Arm und ein ein für das Kind zu bestellender Pfleger, für das Kind. 100 G. K. bringen und zum Nachdenken und Selbststudium anregen. Er kann um so Bein abgefahren; er starb bald. Mehrere andere Bahnbeamte wurden Schlafstellenleute, Chambregarnisten und dergleichen haben, falls nichts mehr nüßen, je bestimmter die einzelnen Fragen durch genauere Schilderung gleichfalls teils schwer, teils leicht verletzt. Von den Fahrgästen hat tündigen, nicht umgekehrt. Dasselbe Stündigungsrecht steht den Schlafvälern, Glück in allen Lebenslagen, in den man eine Frage hineinwirft und das anderes vereinbart ist, bei monatlicher Miete bis am 15. zum Ersten zu Boraussetzung ausgehen, der Briefkasten sei ein unfehlbarer Wegweiser zum des Falles gestellt werden und je mehr Fragen unterbleiben, die von der niemand ernsthafte Verwundungen davongetragen. Nach ½stündigem Schlafmüttern und Vermietern zu. P. J. 100. Ja. A. B. 25. Aufenthalte konnte der Zug die Fahrt fortsetzen. Die Aufräumungs- 1. Die Zwangskaffen( Drts-, Betriebs-, Fabrit-, Bau-, Innungs- Stranten- große Los zurüderhält. Ihre erste Frage will wiſſen, ob und eventuell arbeiten dauern fort; der Betrieb wird vorläufig eingleisig aufrecht fassen) haben ebenso wie die anstelle dieser tretenden freien Hülfskaffen eine auf welchem Wege ein Altſizer Anspruch auf Altersrente hat. Meinen Sie Fürsorgepflicht für mindestens 26 Wochen. Durch Statut kann die Dauer das in einem Altfibervertrage vereinbarte Ausgedinge, so dürfte einige Ueber Streit zwischen Militär- und Zivilverwaltung. Der Stadt- erhöht werden. 2., 3. Ja. 4. Ja, aber eine Beiseiteschaffung des Geldes legung Sie zu der Ueberzeugung führen, daß niemand ohne Kenntnis eines kommandant von Diedenhofen hat, dem„ Elsässer" zufolge, unter our Benachteiligung der Gläubiger ist strafbar und macht ersabpflichtig. Vertrages sagen fann, welche Rechte aus dem ihm unbekannten Vertrage 5. Nein. 2000. Für eine Entbindung schwankt der angemessene Sat folgen. Meinen Sie eine Altersrente im Sinne des InvalidenversicherungsAufbietung militärischer Macht von dem Gelände neben der neuen für Hebammen zwischen 6 und 20, für jeden Besuch zwischen 1 und 3 m. Gesezes, so sind deren Voraussetzungen jährlich etwa ein dukendmal dar Kreisdirektion Besitz ergriffen. Ueber dieses Gelände war ein Streit zwischen Militärverwaltung und Stadt entbrannt. 1904. Wegen welcher Verbrechen und Vergehen Länder ausliefern, gelegt und können durch Lesen der in den öffentlichen Lesehallen ausliegenden Ein ist in den Auslieferungsverträgen vereinbart. Die Beantwortung der Frage, dann noch im unklaren, so schildern Sie den betreffenden Fall. Es wird Werke für jeden in Berlin Wohnenden leicht nachgelesen werden. Sind Sie Bosten unter Gewehr sowie ein Leutnant überwachen das Gelände. welche Länder wegen einer bestimmten Straftat nicht ausliefern, ist Mainz. Im Alter von 95 Jahren ist hier der Justizrat achtet. Straflos ist es, in Bibliotheken die Auslieferungsverträge einzusehen. Raume des Briefkastens oder der gesamten Zeitung die Vorschriften des vom Reichsgericht als strafbare Begünstigung der Straftat felbft er- Ihnen dann Antwort erteilt werden fönnen. Unmöglich ist es aber, im Dr. Adolf Lippold gestorben. Er war einer der eifrigsten Förderer.. 100. Streifarbeit zu verrichten ist weder ein Geselle noch ein Versicherungsgesetzes deshalb eingehend zu erörtern, weil ein Berliner der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger. Lehrling verpflichtet. Gesellen haben nur die in ihrem Vertrage vor Abonnent die Sprechstunde nicht benußen, noch einen Blick in die Gesetzkommenden Arbeiten zu leisten versprochen, können also die Uebernahme gebung werfen, noch den ihm naheliegenden Fall Klarstellen will. Ihre anderer ablehnen. Ebenso ist ein Formerlehrling nicht verpflichtet, Gießerei- weite Frage will wissen, wie man sich am schnellsten zum Volksredner Arbeiten zu verrichten. Hinzu fritt, daß das Bürgerliche Gesetzbuch die ausbilden kann. Teller und Abendmahlgeräte entwendet. Die Täter sind noch nicht Arbeitsweigerung in allen den Fällen für berechtigt erklärt, in denen die Bildungsschule, Besuchen Sie die Fortbildungsschule, die Arbeiterdie offentlichen ge Lesehallen, die gewerkschaftlichen und Uebernahme der Arbeit gegen die guten Sitten verstößt. Die Zumutung, politischen Vereine, denken Sie nach, suchen Sie sich über das zu belehren und Erdbeben in Norwegen. Aus Frederikstad( Norwegen) wird Sinne hat das Gewerbegericht Bremen unter dem 2. Juli 1901 entschieden. wenn Ihnen dann die Empörung über die bestehenden Zustände und das Streitarbeit zu verrichten, verstößt gegen die guten Sitten. In gleichem Wesen der Dinge und ihren Zusammenhang gemeldet: Eine sehr starke Erderschütterung wurde Mittwoch früh Dieselbe Ansicht wird z. B. von Lotmar( S. 118) und Stadthagen( Bierte Bewußtsein sowie die Gewißheit über den allein möglichen Weg zur Be6 Uhr 27 Minuten im südlichen Teile des Amtes Smaalenene ver- Auflage S. 211) vertreten. Der Lehrling soll die Uebernahme der Arbeit seitigung dieser Zustände durch Blut und Adern strömt, dann werden Sie spürt. Dienstag abend 6 Uhr 10 Minuten wurde beim Leuchtturm ablehnen und kann auch beim Gewerbegericht wegent Mißbrauchs des die heute geſtellte Frage nicht wiederholen. Ihre dritte Frage lautet: Strömtanger eine Erderschütterung wahrgenommen; das Wasser in erklärungen sind mit Strafe und Steuernachteilen bedroht. Die Androhung Lehrlingsvertrages flagen. Auf welche Weise tönnte man hier in Berlin ein gut fituiertes Mädchen F. Neumann. Falsche Angaben in Steuerfennen lernen?" Nehmen Sie 25 Tropfen„ Achtediearbeit", 30 Tropfen den Quellen ist an verschiedenen Stellen ungenießbar geworden. entspricht dem Gesetz. F. S. Ist Ihre Mutter am 16. September 1834 " Achtediemädchen", 40 Tropfen„ Seelenfleckenreinigungswasser", 50 Tropfen Vom Rassenkrieg in Nordamerika. Aus New York meldet das geboren, so muß sie 545 Marken aufweisen können, um Altersrente zu erhalten. schütteln Sie das fräftig durcheinander, nehmen diese Stärkung morgens " Schämedichselbst", 100 Tropfen Knotenabstinenz", 100 Tropfen Gehindich", " Bureau Laffan": Ein Rassenkrieg zwischen Weißen und Negern so viel geklebt find, ergibt sich aus den Aufrechnungsbescheinigungen und abends zu sich mit diesem Trank im Leibe erkennen Sie, daß gut droht in Berkeley( Virginien) infolge der Lynchung eines bei seinen Geldstrafen für unterlassene Beleuchtung seitens Hoteliers, Hinderung des fituiert ist jedes Weib und auch der Briefkasten nicht da ist zum Zeitvertreib. König, Hannover. Art. 254 des türkischen Strafgesetzbuches droht Rassengenossen sehr angesehenen Negers auszubrechen. Die Orts- Berkehrs auf den Straßen und dergleichen an. Gine wörtliche Uebersesung 4. Ist Ihr Grundstück schimmelig und feucht, so wenden Sie sich an einen behörden ersuchten den Gouverneur des Staates, Truppen zur Auf- ist schon mit Rücksicht auf den Raum unangängig. Eine deutsche Ueber- Bausachverständigen: Schimmel und Feuchtigkeit können allerlei Gründe rechterhaltung der Ordnung zu entsenden. Dieser Fall von Lynch- segung des türkischen Strafgesetzbuches existiert unseres Wissens nicht, eine haben; so mannigfaltig die Gründe, so mannigfaltig die Gegenmittel. justiz ist einer der empörendsten, die sich seit langem im Süden er- französische Uebersehung finden Sie S. 265 des zweiten Teils der Legis- vereinbart und ausgemacht ist, daß die Miete auch nach der Ermission bis R. D. 777. Wenn in dem Vertrag Kinderlärm als Ermissionsgrund eignet haben. Er liegt folgendermaßen: Ein Polizist wurde, als er lative ottomane, herausgegeben von Aristarchi Bey und Demetrius Nikolaides, erschienen 1874 in Konstantinopel. Prekburg. Ein Ver- zum Vertragsablauf zu zahlen ist, so sind diese Vorschriften maßgebend. namens Blount, der den Verhafteten zu befreien suchte, geschlagen. 3wangstaise und der Gemeindeversicherung angehören. Wohl aber tann er und fönnen stets als Beklagter bei Gericht beantragen, Ihnen eine ans gestern einen Neger festnehmen wollte, von einem anderen Negersicherungspflichtiger kann nicht gleichzeitig zwei Zwangskassen oder einer Dagegen könnten Sie vielleicht den Einwand der Schikane geltend machen Blount wurde daraufhin ebenfalls verhaftet und in das Orts- einer Zwangskaffe und einer oder mehreren freien Viljstaſſen angehören. semessene Räumungsfrist zu sehen. Der Richter kann es für angemessen gefängnis von Berkeley gebracht. Am Montag morgen stürmte ein Jedoch ist solchen Doppeltversicherten leider das Krankengeld so weit zu bringen. Enthält Ihr Vertrag die finderfeindlichen Vorschriften nicht, jo erachten, diese Frist mit der Vertragsablaufsfrist in lebereinstimmung zu Haufen Weißer das Gefängnis, holte Blount aus seiner Zelle und fürzen, als dasselbe zusammen mit dem aus anderweiter Versicherung befann der Wirt nur auf künftige Unterlassung des Lärms flagen, daß der hängte ihn an einem Baume in der Nähe. Mehrere Neger versuchten, zogenen Krankengeld denselben Betrag ihres durchschnittlichen Tagelohnes Lärm ein übermäßiger und nicht nur lieblicher Ausdrud kräftiger Lebens das Verbrechen zu verhindern, wurden aber weggetrieben. Unter übersteigen würde. Das Statut der Bangstasse kann diese Stürzung ganz freude ist. den Farbigen herrscht infolge dieser Lynchung eines ihrer Rasse- oder teilweise ausschließen. Ihre weitergehende Frage läßt sich nur an Scheidungsgrundes muß die Scheidungsklage zur Vermeidung des Ber genossen aus so nichtigen Ursachen eine erbitterte Stimmung, und der Hand derjenigen Statuten beantworten, die Gie im sluge bluftes des Klagerechtes geltend gemacht werden. 2. Nein. 3. Durch 2. erfie drohen die Weißen in der Stadt, denen sie an Zahl weit überlegen| gewerbe find seit dem 1. Juli 1892 in Straft. Borher gab es polizeiliche ört- lebigt. K. D. Die gefeßlichen Vorschriften über die Sonntagsarbeit im Handelsfind, auszurotten. Sie haben sich Feuerwaffen verschafft und liche Verordnungen. Der Lebensmittelverkauf war in Berlin nicht beschränkt. geschiedene Eheleute einander wieder heiraten. W. W. Nein. sammeln sich im Negerviertel, um sich zum Rachezug gegen die Kirchenraub. In der vergangenen Nacht wurde in der Reformfirche in Sonngorn ein Einbruch verübt und zahlreiche silberne ermittelt. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 27. Ottober. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Don Juan. Neues königl. Opern Theater. Theodora. Deutsches. Kettenglieder. Berliner. Zapfenstreich. Leffing. Florian Geher. Westen. Die kleinen Lämmer. Vorher: Ballettdivertissement. Thalia. Der Weiberkönig. Zentral. Die Puppe. Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: W. W. 602. 1. Nein. 2. Kraft Gesezes erwirbt Berlin im UnterSchiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Donnerstag, abends 8Uhr: Die Kreuzelschreiber. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Donnerstag, abends 8 Uhr: In Behandlung. Im Bannkreis der Jungfrau. Bauernfomödie m. Gef. in 3 Atten von Komödie in 3 Aufzügen v. M. Dreher. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. Ludwig Anzengruber. Freitag, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Freitag, abends 8 Uhr: Zum erstenmal:" Krie im Frieden. Sonnabend, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. ANOPTICUM. Kleines Theater Neues Theater. Friedrichstr. 165. Rosa Belle Alliance. Die Tugendglode. das gelehrte Pferd! National. Der Wildschütz. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Zentral- Theater Die Kreuzelschreiber. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). In Behandlung. Neues. Die lustigen Weiber von Windsor. Carl Weiß. Geschlossen. Kleines. Nachtasyl. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Lustspielhaus. Fesseln der Liebe. Luisen. Fritchen. Trianon. Gastons Frauen. Kasino. Mutter Gräbert. Metropol. Ein tolles Jahr. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Berliner Luft. Spezialitäten. Palast. Im Zukunftsstaat. SpezialiH täten. Abends 7 Uhr: Die Puppe. Operette in 3 Aften von Ed. Audram. Freitag: Boccaccio. Dutzendbilletts mit 40 Prozent Ermäßigung, an allen Wochentagen gültig, gelangen jezt zur Ausgabe. Luisen- Theater. Zum erstenmal: Fritzchen. 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Nr. 253. 21. Jahrgang. 3. KW te Jomttfl" Ktlintt KlksdlM Donnerstag, 27. Oktober IM. Im Falschmünzer- Prozef; berlaS gestern der Vorsitzende Landgerichtsdirektor Kanzow die auf- gestellten 60 Schuldfragen. Dann begann der Staatsanwalt Dr. Cretschmar seinen Kampf mit der Wissenschaft Trotzdem die hervorragendsten medizinischen Sachverständigen die hauptsächlich in Betracht kommenden Angeklagten als g e i st e S- trank bezeichnet hatten, drang der Vertreter der Anklagebehörde in die Geschworenen, diese Leute ins Zuchthaus zu schicken. Er sagte unter anderem: Es ist ja nicht abzuleugnen, daß wir in einem nervösen, die Geistesträstc leicht abnutzenden Zeitalter leben, aber man hat in jedem Falle die Pflicht, die Frage nach dem Vorliegen des§ 51 sehr sorgfältig zu prüfen und ein besonderer Argwohn ist berechtigt, da, Ivo an dem betreffenden bis zu dem Augenblicke, als er das Verbrechen beging, von keinem Menschen eine Geistesstörung be- obachtet worden ist. Gelviß ist das Urteil der Sachverständigen nicht einfach in den Wind zu schlage,,, es stübe sich aber mehr auf das Gutachten der Gerichtsärzte, denn der Psychiater sieht nur den Patienten, während der Gerichtsarzt auch die Tat nicht unberück- sichtigt lässt. Außerdem muß daran festgehalten werden: die medi- zinischen Sachverständigen unterscheiden sich von anderen Sachver- ständigen in keiner Weise; sie sind Gehülfen des Richters und stellen diesem ihre Erfahrung zur Verfügung, dmnit er sich ihrer bei Bildung einer Ueberzeugung bedienen kann. Die Geschworenen haben auch die Frage der Zurechnungsfähigkeit nach ganz freiem Ermessen zu entscheiden und wenn sie fest volle Ueberzeugung von der Zurech- nunassähigkeit haben, so niüssen sie dies in ihrem Wahrspruch zum Ausdruck bringen. Es wird wenig Menschen geben, die körperlich absolut gesund sind; ganz ähnlich ist es bezüglich der geistigen Gesundheit und viele Menschen werden, ganz augenfällige Sonderbarkeiten an sich haben, ohne daß sie für geistesgestört zu erachten sind. Der Staatsanwalt gibt den Geschworenen die Versicherung,, daß er es bei der großen Wichtigkeit dieser Sache und bei dem Interesse, das sie für die Staatsordnung und für Handel und Verkehr hat, für seine Pflicht halte, an dve Schuldfrage ebenso unbefangen heran- zutreten wie die Eeschwooenen selbst. Im Volke sagt man vielfach: die Staatsanwälte sehen in jedem Menschen, mit dem sie zu tun bekommen, einen Verbrecher, und es sei ihr Beruf, möglichst viel« Menschen dem Gefängnis zu überliefern. Wie grundfalsch diese An- ficht ist, beweist die enorme Zahl von Fällen, in denen«ine Straf- anzeige seitens der Staatsanwälte zurückgewiesen wird. Der Un- kenntnis des Publikums von dieser Tatsache ist es zuzuschreiben, daß die Staatsanwälte d« bestgehaßten Menschen sind, während sie tatsächlich sorgsam und nach pflichtgemäßer Ueber- zeugung Schuld und Unschuld abwägen� und ivcnn sich Zweifel er- geben, eine Anklage Werhaupt nicht erheben. Aber dann schimpft wieder der Denunziant über sie. Was die Geistesverfassung des Lache betrifft, so mögen sich die Geschworenen vergegenwärtigen, daß bei ihm nicht eine einzelne Tat, sondern eine große Zahl von Taten in Frag« kommt, die auf eine Geistesstörung in keiner Bc- ziehung hinweisen, vielmehr eine Fülle von Ucberlcgung und Ire- telligenz, eine fortgesetzte Aufwendung eines Denkplanes verraten. Laches freie Willen Sbestimmung ist bei Ausübung der Tat nicht ausgeschlossen gewesen. Die Buchdruckereibefitzer könnten sich freuen. wenn sie in ihren Instituten lauter Gehülfen hätten, bei denen die freie Willensbestimmung so ausgeschlossen ist, wie sie bei Lache aus- geschlossen sein soll. Die Tat selbst legt einen so klaren Protest gegen den Ausschluß der freien Willensbcstimmung ein, daß doch schon kolossale Argumente hinzutreten müßten, um die Ueber- zeugung von der Zurcchnungsfähigkeit Laches ins Wanken zu bringen. Der Staatsanwalt schilderte eingehend die tatsächlichen Vor- gänge und hielt die Schuld der einzelnen Angeklagten für erwiesen. Er wiederholte, daß nach seiner vollen Ueberzeugung das ganze Tun und Treiben keinerlei Bedenken über die Zurechnungsfähigkeit der Angeklagten Gelhaus und Lache aufkommen lassen. Gelhaus sei ein ganz plumper Simulant. Die Sachverständigen haben ihn für degeneriert erklärt und er sei auch zweifellos moralisch de- generiert, aber die Gerichte und die Staatsanwaltschaften haben die Pflicht, die menschliche Gesellschaft vor solchen Personen zu schützen. Auch den Angeklagten Lache hält der Erste Staatsanwalt trotz der Gutachten der Mehrzahl der Sachverständigere nicht für geiftcögestSrt im Sinne des 8 51. Die ganze Tätigkeit desselben und sein Auf- treten widersprechen der Annahme, daß die freie Willensbestiimnung ausgeschlossen gewesen sei. Er sei weit entfernt, die Wissenschaft gering zu schätzen oder die Bedeutung der Psychiater, die ihre Mitwirkung dem Gericht zur Verfügung gestellt haben, zu mißachten, für ihn frage sich aber, ob das, was die Psychiater geboten haben, mit seiner eigenen aus dem Ergebnis der Verhandlung gewonnenen Ueberzeugung in Einklang zu bringen sei. Dies sei hier nicht der Fall und er konnte sich zu seiner Freude hier auf das Gutachten zweier Gerichtsärzte stützen, von denen insbesondere Dr. Hoffmann als Gefängnisarzt den Angeklagten Lache sehr lange beobachtet habe. Angesichts der schweren Schädigungen, die der Geschäftswelt durch das Tun und Treiben der Angeklagten- zugefügt worden, beantragte der Erste Staatsanwalt, den Angeklagten Gelhaus und Lache mil- dernde Umstände zu versagen. Hinsichtlich der Angeklagten Bade empfahl er, diese nur der Nichtanzeige für schuldig zu erklären, sie aber von der Anklage der Beihülfe freizusprechen. Auch den Angeklagten Feistel beantragt der Ankläger der Beihülfe für un- schuldig zu erklären, dagegen die Schuldfragcn bezüglich der Nicht- anzeige und der Begünstigung zu bejahen. Von den Verteidigern sprach zunächst Rechtsanwalt Hahn, der den Geschworenen ans Herz legte, dem Angeklagten Steger mildernde Umstände zu be- willigen. Steger sei von Lache, der einer der raffiniertesten Ver- brecher sei, verführt worden und auf die abschüssige Bahn gelangt. Rechtsanwalt Krön er beantragte die Freisprechung dcS An- geklagten Kaiser, da er jeden Beweis dafür vermißt, daß Kaiser auf seiner mit GelhauS unternommenen Reife falsche ZinSscheine abgesetzt oder abzusetzen versucht habe. Rechtsanwalt Cohn verwies darauf, daß die Angeklagte Bade ursprünglich wegen Verdachts der Beihülfe zur Falsch- münzerei verdächtigt war und deshalb 3 Monate in Untersuchungshaft gesessen habe. Die Untersuchungshaft sei ohne Zutun der Bade aufgehoben worden, weil keine Spur einer Bcihülfe zu entdecken war, heute habe der Staatsanwalt die Begünstigung fallen lassen, die Geschworenen würden aber auch das Nichtschuldig bezüglich der Nichtanzeige aussprechen müssen, denn es sei nicht nachgewiesen, .daß die Bade von dem in Rixdorf geplanten Münzverbrechen Kenntnis gehabt habe. Die Sitzung wurde hierauf auf Donnerstag vertagt. Die Ver- teidigungsreden sollen alsdann fortgesetzt werden. £Iiis der fraiienbcwcgung. Berein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 31. Oktober, abends 8Vi Uhr in den Arminhallen, Kommandanten, straße 26, Vortrag von Frau Maria Holma über dach Thema: „Psychologie der modernen Arbeiterin." Gäste willkommen. DaS erlegte Koalltionsrecht. Ei» Konslikt zwischen Mutterliebe und A r b e i- terinnenpflicht wurde in Nr. 217 de»„Vorwärts" geschildert. Dieser durch die in der Denkart der Koalitionsverächtcr befangene Bormundschaftsbehörde zu Sommerfeld N.-L. hervorgerufene Konflikt ist beendet: Die Mutterliebe blieb Sieger, und das Koalitionsrecht erlag I Die Arbeiterin war vor die Wahl gestellt: Entweder Auskritt aus dem Textilarbeiter-Verbande oder Verzicht auf die Vormundschaft über die eigenen Kinder. Schweren Herzens hat die arme Mutter dem Verbände entsagt: Obgleich der Verband bereit war, ihr Rechtsbeistand zu gewähren zur Abwehr des Zwanges, den die Vormundschaftsbehörde ausübt, hat die Arbeiterin den Austritt aus dem Textilarbeiter-Verbande erklärt. Die einfache Erklärung genügte aber der Behörde noch nicht, sie verlangte eine Bescheinigung über den tatsächlich erfolgten Austritt. Der Vorstand der Verbands- filiale hat aber abgelehnt, durch einen solchen in keinem Gesetz begründeten Akt noch gleichsam die Aechtung der Organisation zu sanktionieren, und nun muß es wohl auch ohne dies gehen. Werfe niemand einen Stein ans die Mutter: die Schwäche der Arbeiterorganisation in Sommerfeld und die ganzen dort bestehenden Zustände lassen nur zu begreiflich erscheinen, daß sie nachgab. Wer weiß, ob eine höhere Behörde nicht den Vorstoß gegen die Organi- sation gutgeheißen hätte? Und wenn auch vielleicht das formelle Recht schließlich gesiegt hätte— eS gibt ja noch so viele andere Mittel, selbstbewußte Arbeiterfrauen klein zu kriegen. So lange die Arbeiterorganisation schwach, können die Fabrikanten jederzeit die Frau klein kriegen, die es wagt, wider den Stachel zu löken. Doch ist's ein Pyrrhussieg, den die koalitionsfeindliche Gerichts- behörde errang: Im Herzen bleibt die Arbeiterin dieselbe, genau wie jene Arbeiter, die aus taktischen Erwägungen auf Anraten ihrer Organisationsleitung den erzwungenen Austritt aus der Organi- sation vollziehen. Merken soll man aber den Anti-Koalitions-Terrorismus, er wirst ein Schlaglicht auf so manches Urteil gegen Streikende und erklärt vieles. Merken soll man sich auch das Verhalten der bürgcr- lichen„Koalitionsfreunde", deren Presse nicht eine Zeile übrig hatte für die um ihr Recht gebrachte Sommerfelder Arbeiterin. Selbst das Organ der Hirsch-Dunckerschcn Gcwerkvereinc, das in KottbuS-Vetschau erscheint und m Sommerfeld verbreitet wird, ging achtlos vorüber an dem Sommerfelder Behörden-Terro- rismus. Schöne Koalitionsfreunde l Die bedrohte Freiheit niederländischer Frauen. Aehnlich wie bürgerliche Frauenrechtlerinnen in Norwegen unter dem Vorwand rechtlicher Gleichstellung der Geschlechter gegen be- sondere gesetzliche Arbeiterinnen- Schutzbestimmungen Propaganda machen, haben sich auch in Holland eine Anzahl Frauen zusammengefunden, die im Namen der„Freiheit" der Frau jeder besonderen Beschränkung der Ausbeutung der weiblichen Arbeits- kraft entgegenwirken. Diese einsichtsvollen Vertreterinnen der Damenbewegung, die ein„K o ui i t e e in Sachen g e s e tz- licher Regelung der Frauenarbeit" bilden, haben an die Zweite Kammer eine Petition gerichtet, in der sie sich gegen das in dem Entwurf zum neuen Arbeitsgcsctz vorgeschlagene Verbot der Beschäftigung von Müttern in Ziegel- brennereien aussprechen. Mit beißender Satire bemerkt unsere Parteigenossin I d a Heijermans in„De Vrouw": „Ach, achl Wie werden sich all die petitionierenden Frauen selbst, ihre Töchter und Schwestern nun in den Dienst der Ziegelfabrikattzin stellen, um dieses kräftigende, gesunde, Reichtum spendende Gewerbe auszuüben! Es ist doch wahrlich eine Schande, daß der Gesetzgeber uns Frauen zur Sklaverei verdammt, indem er die Ziegel- arbeiterinnen von ihren geliebten Steinen wegholt. Dann können die Petenten das liebliche Stückchen Arbeit ja auch nicht verrichten. Und eine Frau kriegt doch immer nur alle drei Jahre ein Kind, niemals alle zwei Jahre oder in kürzerer Zeit! Und ist es nicht ein Angriff auf unsere köstliche Freiheit, ist es nicht eine Beleidigung, anzunehmen, daß eine Frau nicht den Haushalt führen, Kinder zur Welt bringen und nähren und zu gleicher Zeit Ziegelsteine ausstapeln, karren, nach dem Ofen bringen kann usw.? Das Hantieren mit ZieKMinen ist doch ein viel heiligeres und wichtigeres Werk als die Kinderpflege. Denn sonst würden ja die Grundfesten der Nation erschüttert. Schrecklich. Nun stehen sie allerdings noch fest, ruhend auf abgearbeiteten Frauen und blutlosen Kindern. Weg also mit aller Freiheitsbeschränkung. Eine Mutter mag doch ihren eigenen Körper und den ihres neugeborenen KindeS ver- wüsten I Der Staat sollte das verhindern müssen? O, Schande für uns Frauen, o, Antastung unserer teuren Freiheit! Eine Mutter mutz nicht das Bedürfnis haben, ihr Kind zu nähren. Was tut sie auch mit Muttermilch, wenn da Ziegelsteine zu bearbeiten sind! Der Staat sollte sie zwingen, ihr Kind an die Brust zu legen, damit die zarten Lippen nehmen, was die Natur gab? O, ihr wankenden Grundfesten der Freiheit der Nation. O, Tyrannei— o, lächer- liche Willkür! ES ist doch aber herrlich, daß cS petitionierende Frauen gibt, die so für unser aller Freiheit wachen!" Die„freie Hochschule" hat unter ihren diesjährigen Kursen auch einen Zyklus„Einführung in die Probleme der Frauenfrage" ein- gerichtet und als Dozentin Else L ü d e r S dafür gewonnen. Der Kursus ist achtstündig(Geschichtliche Entwickclung.— Erwerbs- und Bildungsfrage.— Soziale Mitarbeit.— Arbeitcrinnenfrage.— Zu- sammenfassung.), er findet jeden Freitag von S— 10 Uhr abends statt in der Aula der Charlottenschule, Berlin W., Steglitzerstr. 29. Beginn des Kursus am 28. Oktober. Hörgebühr 4 M. Verkaufsstellen der Hörerkarten für die freie Hochschule in sämtlichen Filialen der Firma Loeser und Wolf, bei A. Wertheim, sowie in den Buch- Handlungen._ Versammlungen. Dritter Wahltreis. Der sozialdemokratische Wahlverein hielt am Dienstag im Gewcrkschastshause seine ordentliche General- Versammlung ab. Nach einer Ehrung des verstorbenen Reichstags- Abgeordneten Albert Schmidt gab der Vorsitzende Fritz bekannt, daß sich der Vorstand auftragsgemäß mit der Angelegenheit Dr. Friedeberg beschäftigt hat und einstimmig zu folgendem Be- schluß gekommen ist: Auf dem Boden des Rechts der freiesten Meinungsäußerung stehend, sieht der Borstand des Wahlvereins für den 3. Berliner Reichstags-WahlkreiS keinen Grund, wegen des am 3. August in„KellerS Festsälen" gehaltenen Vortrags gegeiN�en Genossen Dr. Friedeberg als Mitglied des Vereins vorzugehen. Dieser Beschluß wurde auch von der Versammlung einmütig gebilligt. H i r s ch f e l d verlas sodann die Abrechnung vom dritten Quartal. Vereinnahmt sind 2952,35 M. und verausgabt 1446,26 M., sodaß ein Bestand von 1512,15 M. verbleibt. Zu Agitationszwecken wurden dem Vertrauensmann wiederum 1266 M. überwiesen.— Hieraus hielt Genosse Grunwaldt einen mit reichem Beifall auf- genommenen Vortrag über.,5 6JahrepreußischeSHerren- ha u s". Redner ging ausführlich auf die Entstehung, Zusammen- setzung und Wirksamkeit dcS preußischen Herrenhauses ein, das am 12. Oktober 1854 durch Friedrich Wilhelm IV. ins Leben gerufen, in diesem Jahre sein 56jähriges Vegetationsjubiläum begehen konnte. Mit trockenem Humor veranschaulichte er die gesetzgeberische Tätigkeit der„geborenen und berufenen" Gesetzcsmacher in diesem vorsündflutliche»„Parlament", das zwar eine politische Mißgeburt sei, trotzdem aber noch heute einen unheilvollen Einfluß in der preußischen Politik ausübe. Redner gab der Hoffnung Ausdruck, daß es schließlich dem Proletariat vorbehalten sein werde, das Staatswesen von diesem üblen politischen Fremdkörper, der im vollen Sinne des Wortes ein mehr wie retardierendes Element in der Gesctzgebungsmaschinerie sei, zu beseitigen.— Zum Schluß hatte sich die Versammlung noch mit einem Ausschlußantrag eines Genossen gegen einen anderen zu befassen. Der Antrag wurde gegen zwei Stimmen abgelehnt. Zentral- Verband deutscher Textilarbeiter. Filiale IV. (Stickereibranche.) Am Mittwoch, den 19. Oktober, fand im Ge- wcrkschastshause, Engel-User, die Generalversammlung statt. Zucht, welcher als Mitglied der Agitationskommission der Provinz Branden- bürg erschienen war, gab in kurzen Umrissen ein Bild von der Arbeit und dem Wirken der Kommission und zeigte, welche Vorteile wir davon hätten. Die Wahl eines Mitgliedes der Agitattonskommission für die Provinz Brandenburg fiel auf Rück. Als Mitglieder der Agitationskommission für die Stickereibranche wurden Paul und Frl. Simon gewählt. Hierauf erstattete Scheich den Kassen- bcricht. Der Bestand war 1428,21 M. Die Einnahmen betrugen 289 M., die Ausgaben 296,29 M., bleibt ein Bestand von 1426,92 M. Frl. Hoppe gab nun den Bericht der Arbeitsnachweis-Kommission. Es waren 156 Stellen zu besetzen, davon blieben 43 Stellen un- besetzt. M a s s u t h e regte an, bei den Berichten de» Grund an- zugeben, warum so viele Stellen unbesetzt bleiben; schuld daran könnten nur die schlechten Preise sein. Bei„Verschiedenes" ersucht Scheich die Mitglieder, bei Wohnungswechsel ihre Adressen ein- zusenden, desgleichen die Fragebogen für die Arbeitslosen-Statistik an seine Adresse Gräfcstraße 69 oder an Engel, Scydelstraße 36 zu senden. Um die Agitation zu fördern, macht Wasewitz den Vorschlag, daß jedes Mitglied, welches eine Stellung antritt, die Privatadresse der dort beschäftigten Personen an den Vorstand zu senden hat, um dadurch der Agitationskommission mehr Fühlung mit den indifferenten Kollegen zu geben. Die Zablstelle Charlottenburg des Deutschen Holzarbeiter- Verbandes hielt am 17. Oktober im Volkshaus ihre General- Versammlung ab. Zunächst verlas der Kassierer Hasse die Ab- rcchnung vom 3. Quartal. Danach betrugen die Einnahmen der Verbandskasse inkl. Guthaben bei der Hauptkasse vom vorigen Quartal 1476,69 M., die Ausgaben inkl. Eingesandt 1425,36 M. Mithin bleibt ein weiteres Guthaben von 56,79 M. Die Lokalkasse hatte eine Einnähme inkl. Bestand vom vorigen Quartal von 2232,97 M., dieser stand eine Ausgabe gegenüber von 1496,89 M., bleibt also ein Bestand für das nächste Quartal von 742,63 M. Sodann berichtete der Bevollmächtigte Pohl über die Art des Zu- standekommcns und die Jnnohaltung der AussperrungsbeschlufleS, den die Möbcltischlermeistcr gefaßt haben, und über die allgemeine Lage der Holzindustrie in Berlin und den Vororten. Hierauf erfolgte die Wahl der Kollegen O b st und Richter in die Werl- stattlontroll-Kommission, da zwei andere Mitglieder derselben wegen Vernachlässigung desselben von ihrem Posten enthoben wurden. Stralau. Am Sonntag, den 16. d. M. hielt der sozialdemokra- tische Wahlverein für Stralau und Umgegend seine Generalver- sammlung ab. Sonnenburg erstattete in kurzen Worten Bericht vom Parteitag und erklärte sich die Versammlung mit den vom Parteitag gefaßten Beschlüssen einverstanden. Hierauf erstattete der Vertrauensmann Bericht über seine Tätigkeit. Die Einnahme des Vertrauensmannes betrug 665,45 M., die Ausgabe 554,82 M., bleibt ein Bestand von 116,43 M. Dann erstattete der Vorstand Bericht vom letzten Geschäftsjahr. Im Bezirk Stralau ist die Mit- glicderzahl 171. Gewerkschaftlich sind 436 Personen organisiert. Der Kassenbcstand des Vereins beträgt 252,63 M. Dann wurden die Neuwahlen vorgenommen und wurde G. H ä n i s ch zum Ver- trauensmann einstimmig wiedergewählt. Zum Vorsitzenden wurde term. Hallwaß. zum Kassierer Ferd. Aschendorf, zum chriftfiihrer Theoo. Hallwaß und zu Revisoren wurden O. Lippert, E. Riese und Wilh. T h i r s chw i tz gewählt. In die Lokalkommissio» wurden gewählt G. S t e n d e r, Fr. Frost und R. F i e g e. Zu der am 36. d. M. stattfindenden Kreiskoiiferenz wurden Herm. Hallwaß� Emil Bernsdorf für Stralau, Heinr. Rumke für Hennickendorf und als Ersatzmann Ferd. H a f f w a ß gewählt. Unter Verschiedenem wurde von mehreren Mit- gliedern über die zu späte Zustellung des„Vorwärts" Klage geführt. Weißensee. Am 18. d. M. hielt der sozialdemokratische Wahl- verein seine Generalversammlung ab. Der Vorsitzende Schmutz gab einen kurzen Bericht über die Tätigkeit des Vorstandes und bemerkte, daß derselbe nicht reichhaltig sein könne, da der eigent- liche Bericht halbjährlich erfolge. Er wies darauf hin, daß nach 8 15 in diesem Vierteljahr nur ein Mitglied ausgeschlossen sei, daß aber infolge der stattgefundcnen Gemeindevertreter-Ersatzwahlen für die nächste Geschäftsperiode eine größere Anzahl solcher Genossen ausgeschlossen werden mußten, welche ihrer Wahlpflicht nicht nach- gekommen seien. Ferner gab der Vorsitzende eine Berufsstatistik der Mitglieder. Ein Antrag, dem KreisvertrauenSmann 566 M. zu überweisen, sowie 166 M. für die Bibliothek auszuwerfen, wurde angenommen.— Der schriftlich vorliegende Kassenbericht ergibt eine Mitgliederzahl am 36. September von 823 Personen. Die Einnahme betrug 1652,56 M. Derselben steht eine Ausgabe von 466,56 M. gegenüber; mithin bleibt Bestand 585,64 M.— Der Bcricht des Vertrauensmannes ergab eine Einnahme von 1466,36 M., eine Ausgabe von 1321,36 M., mithin einen Bestand von 85 M. Der Vertrauensmann K e S k e berichtete über die statt- gefundenen Versammlungen und bemerkt, daß eigentlich nur die Gemeinde- Ersatzwahl eine regere Tätigkeit erfordert habe. Den Bericht vom Sommerfest gab P e u k e r t. Die Einnahmen und Aus- gaben ergaben ein Defizit von 63,90 M. Nunmehr nahm die Ver- sammlung den Bericht der S p e d i t i o n des„B o r w ä r t S" am Orte entgegen. Die Einnahmen der Spedition schwanken im Monat zwischen 1355 und 1421 M. Bestand 214,64 M. gegen 198 55 M. im März. Mithin ist auch in diesem Unternehmen des Vereins ein Fortschritt zu verzeichnen. Die Abonnentenzahl betrug am 1. April 1638, am 36. September 1682. Die Zeitungskommission berichtet durch Genossen H a a k über eine vorzügliche Ordnung in der Ge- schäftsführung und berichtet, daß das„Neue Montagsblatt" gewünscht habe, durch die Parteispedition am Orte vertrieben zu werden; jedoch hat die Kommission dies abgelehnt. Die Lokalkommission berichtet durch Breitkreuz über 11 stattgehabte Sitzungen und ermahnt, die Lokalliste besser zu berücksichtigen.— Die Wahlen ergaben: 2. Vorsitzender wird N o s k o p f, Vertrauensmann P e u k e r t, Zeitungskommission Siegerist, Zemke, Reich, Schumann, Haak, Taubmann und Teubert, Lokal- kommission Schur, Roskopf, Andree, Revisoren R e S k e. Koopmann und H o d a p p. Die Wahl der Delegierten zur Kreiskonferenz ergab Äerlich, Siebert, Haak, RoSkopf, Peukert, HarmS und Andree. Unter Verschiedenem teilt Gemeindcvertreter Genosse Taubmann mit, daß anläßlich deS 25jährigen Bestehens des OrteS von der bürgerlichen Gemeinde- Vertretung eine Jubiläumsfeier geplant werde. Redner fordert in bezug auf die mißliche Finanzlage des Ortes auh energisch Stellung zu nehmen gegen die etwaige Verwendung von öffentlichen Mitteln hierzu. Die Versammlung beschließt, in der nächsten General- oder Vcreinsvcrsammlung in diesem Sinne auf die Tagesordnung zu setzen: Die LSjährige Jubiläumsfeier des OrteS Weißensee. Tegel. Am 18. Oktober hielt der Wahlverein seine Mitglieder- Versammlung ab. Die überfüllte Versammlung ehrte das Andenken des verstorbenen Genossen Albert Schmidt, nachdem der Vor- sitzend« S ch e i d e m a n t e l auf die Ursachen des tragischen Vor- falle? hingewiesen hatte, durch Erheben von den Plätzen.— Genosse B u ch h o lz- Charlottenburg hielt einen mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über das Thema:„Der Weg zum Sozialismus".— Die in der letzten Versammlung an- gekündigte Bibliothekordnung wurde beraten und ihre Anwendung genehmigt.— Auf Antrag deS Vorstandes wurde beschlossen:„Bei Beerdigungen verstorbener Mitglieder deS WahlvereinS den Verein durch Delegation mit Kranzspende vertreten zu lassen. Unter allen Umständen aber davon Abstand zu nehmen, sobald der Feierlichkeit ein Geistlicher beiwohnt, um unliebsame Vorkommnisse bekannter Art zu vermeiden." Hierauf bestätigte die Versammlung 7 neu- aufgenommene Mitglieder. Ein Hoch unserem schwarzen Spar- Verein Osten G. m. b. H. Zentral- Verband der Glaser. heutigen Wiegenfeste treter and arbeiteramen Freitag, den 28. Oktober, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn L. Keller, Koppenstraße 29: Achtung! Glaser. Achtung! Unseren Kollegen Kart Warten berg und Heinrich Pries zum donnerndes Hoch. Mitglieder- Versammlung. Freitag, den 28. d. M., abends 8½ Uhr, im Gewerkschaftshause, heutigen wiegenſeſte ein dreifach Tages- Ordnung: Wahl von Delegierten zur Generalversammlung. Ohne Mitgliedsbuch kein Eintritt. Engel- Ufer 15: Außerordentl. Mitglieder- Versammlung. Zages Ordnung: Mitglieder! Da dies die einzige Versammlung ist, wo Ihr Eure Rechte wahrnehmen könnt, ist es notwendig, daß ein jeder 1. Bericht der Tariffommission. 2. Ausgabe der Arbeitsberechtigungserscheint. Mehrere Delegierte der Konsumenten.[ 295/9, farten. 3. Weitere Maßnahmen. Zentral- Verein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin. Heute abend 8% Uhr im Gewerkschaftshause, Engel- llfer Nr. 15, Saal 1: Ordentliche Generalversammlung. Tages- Ordnung: 1. Geschäftliches, u. a. Wahl eines Beifikers zum Zentralvorstand sowie einer Modelleur- Schlichtungskommission. 2. Entgegennahme der Rechenschaftsberichte. 3. Erhöhung der Lokalbeiträge. 4. Berschiedenes. 24886 Die Zumpelmänner von Typo. Konsum- Verein„ Biene". Sonntag, den 30. d. Mts., vormittags 10 Uhr, Chausseestr. 58: Jeder bei taristreuen Firmen beschäftigte Kollege erhält gegen Vorzeigen des Verbandsbuches eine rote Arbeitsberechtigungskarte mit in der Norddeutschen Brauerei, Wochendatum. Kollegen, welche bei nicht Arbeitgeber- Verbandsmitgliedern arbeiten, haben das den paritätischen Arbeitsnachweis betreffende Zirkular, von ihrem Arbeitgeber unterschrieben, abzugeben. Achtung! Bauarbeiter! Es wird dringend darum gebeten, vom Sonnabend an jeden Glaser nach seiner roten Arbeitsberechtigungskarte zu fragen. 73/ 15* Der Vorstand. J. A.: Jahn, Nieder- Schönhausen, Körnerstr. 47. u.gold.Medaillen Trinkt Bilz Ehrenpreise Bahlreichen Besuch erwartet Mitgliedsbuch legitimiert. 30/5 Der Vorstand. Ges. Nur 12 Minuten vom Bahnhof Grünau entfernt wird ein neues Terrain am Fallenberge erschlossen. 7342* Nur bis zum 1. November 1904 werden noch 40 Barzellen zu Ausnahmepreisen von 1 M. 20 Pf. an pro qm netto Bauland unter günstigsten Zahlungsbedingungen verkauft. Hochbau und Landhausbau gestattet. gesch, BilzBrause. Bestes TOB alkoholfreies Erfrischungsgetränk. Otto Starick, N.O., Landsberger Allee 6-7. Tel. VII, 1666. Graumanns Festsäle Näheres von 10-6 Uhr im Restaurant Meier, Straße am Fallen- Theaterbühne. berg 19 bei Grünau.( Firma und Nummer beachten!) Soeben erfchienen: 234/ 2* Naunynstr. 27. 3 Kegelbahnen. Sonnabend, der 12. November cr. frei geworden. General- Versammlung. Tages- Ordnung: Borlegung des Geschäftsberichts. Das Markenquittungsbuch legitimiert. Die Verwaltung. 24915 Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere eleg. Herren- Moden * Bestellungen n. Maß, tadell. Ausf. Werkstatt im Hause. Spezialgeschäft für Herren Bekleidung. Kein Waren- Kredithaus. J. Kurzberg, An der Jannowikbrücke 1, I. Bahnhof Jannowigbrüde. atente. Verband Fabrik-, LandHülfsarbeiter Deutschlands Ober- Schoneweide. Deutschlands Zahlstelle Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 24. d. M., morgens 43 Uhr, unser lieber Kollege Wilhelm Zerbe im Alter von 46 Jahren aus unserer Mitte geschieden ist. Ruhe sanft. Die Beerdigung findet heute den 27. d. M., nachmittags 4 Uhr, bom Trauerhause Chauffeestr. 127 in Brig aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 64/13 Die Ortsverwaltung. Allen Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau und Mutter 24896 Ludowika Käppel geb. Moskalit am Sonntag, den 23. d. Mts., 122 Uhr verschied. Um stille Teilnahme bittend zeigen tiefbetrübt an Albert Käppel nebst Kindern. Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachm. 42 Uhr, von der Leichenhalle des MatthiasKirchhofes( Südende) aus statt. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere dem Gesangberein Solidarität", dem Rauchklub „ Edelweiß" für die Beteiligung bei der Beerdigung meiner lieben Frau Marie Schenk jagen wir unseren herzlichsten Dank. 8352 Die trauernden Hinterbliebenen. Anmeldung, Berwertung, Rauf, Finanzierung In und Dr. Simmel, 41, Ausland, Ratschläge kostenlos. Prüfung von Jdeen. Bequemſte Zahlungsweise. 9-4, Sonnt. 11-1. Wolters& Co., Wilhelmstr. 119/120. Neue PrinzenSpecialarzt für[ 35/ 13* Haut- und Harnleiden. 10-2,5-7. Sonntags 10-12 2-4. In 4 Leinenbänden 6,- M. Fritz Reuters fämtliche Werke. We- zugehills Ausgabe: eleganten SemenJedes Wort: ritz Reute 5. Jn 4 eleganten Halbfranzbänden 11, M. Preis der bisher billigsten Ausgabe 10,- M. Zu beziehen durch die Buchhandlung Vorwärts, Linden- Strasse 69, Laden. Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. 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