Nr. 254. Abonnements- Bedingungen: Abonnements- Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,80 r., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pig. Bost. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. 4 Ericheint täglich außer Montags. salsa 13 Vorwärts Berliner Volksblatt. 21. Jahrg. shid E Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Stolonel. geile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgebrudte) Wort 10 Bfg., jebes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für bte nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochen tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Das berechtigte Interesse. Hat jeder Preuße das Recht, in Wort und Schrift seine Meinung frei zu äußern? Gewiß! Es steht ja in der Verfassung! Hat aber jeder Preuße das berechtigte Interesse, im Dienste der Allgemeinheit in Wort und Schrift seine Meinung frei zu äußern? Doch wohl erst recht, denn das würde ja nur den idealistischen Gebrauch jenes Verfassungsrechts bedeuten! Die Folgerung aber ist ein Irrtum. Das Reichsgericht billigt keinem Staatsbürger zu, daß er im Sinne des Schutzparagraphen 198 ein berechtigtes Intereffe habe, das Gemeinwohl zu fördern. Nur wenn er etwa, um feinen persönlichen Profit zu mehren, oder im direkten Auftrage eines anderen geschäftliche egoistische Interessen durch Wort und Schrift wahrnimmt, dann ist sein Interesse berechtigt. Nur das engste persönlichste niedrigste Interesse ist nach der ständigen Rechtsprechung des Reichsgerichts berechtigt, ein ideales Interesse ist dagegen unberechtigt. " Freitag, den 28. Oftober 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. § 193 ist ihm unentbehrlich, wenn er wirksam öffentliche Rechte Nach Mitteilungen des Fürsten Kercheli, Offizier an Bord und Interessen vertreten will, denn die bezüglich der Wahr- des Panzerschiffes Imperator Megander III." soll sich der Vorfall nehmung persönlicher Rechte und Interessen allgemein anerkannte in der Nordsee wie folgt abgespielt haben: Wahrheit, daß dieselbe in zahllosen Fällen ohne für andere berlegende Aeußerungen unmöglich ist, gilt genau in gleichem Maße für die Wahrnehmung öffentlicher Interessen." Das Kammergericht hat sich diefer Anschauung nun zwar insoweit genähert, daß es zugibt, daß schließlich jeder Staatsbürger ein Interesse daran habe, daß den Staatsbeamten kein Unrecht zugefügt werde, aber dies Interesse sei doch nur ein allgemeines" und fein„ nahe angehendes", ja sogar der Kreis der Beamten, nicht einmal der höheren Beamten ist enge genug, um ein„ nahe angehendes Interesse" zu Lonstituieren bin ich doch nicht einmal in derselben Provinz mit Herrn Löhning angestellt! Nur die Interessen seiner Ressortkollegen und vielleicht seiner Provinz gehen den preußischen Beamten nahe an". dem Staatsorganismus als Ganzem gegenüber bleibt nach wie vor Ruhe nicht nur die erste Bürgers, sondern auch die erste Beamtenpflicht. Welch einen Geist des freudigften Patriotismus werden wir Universitätslehrer mit dieser Auffassung in unserer Studentenschaft erziehen! Der schöne Begriff des" Reffortpatriotismus", den Fürst Bismard einst prägte, wird hier vielleicht eine neue, tiefere Begründung erhalten." Neuerlich hat das Kammergericht diesen Rechtskampf gegen die Wahrnehmung idealer staatsbürgerlicher Interessen noch verschärft. Jm September 1902 hatte Profeffor Delbrück in seinen Preußischen Jahrbüchern" Betrachtungen über den Fall Löhning, den Herr v. Derzen hat ganz recht! Die heutige Spruchpragis über Mann der Feldwebelstochter, angestellt, in denen er schrieb:„ Am den§ 198 ist nichts als ein Abschreckungsmittel gegen jede öffentliche allerschlimmsten aber ist offenbar das von den Hakatisten groß- Wirksamkeit überhaupt. Nicht nur die Frau, sondern auch der Mann gezogene Spionage- und Denunziersystem". Darauf Ulagte der Ost- schweige im preußischen Staate! martenverein wegen Beleidigung. " Zwei Jahre lang irrte Frau Juftitia in seltsamen Streuz- und Querzügen hin und her, bis endlich die Sache durch Vergleich aus der Welt geschafft wurde. Das Kochbuch der preußischen Justiz ist unergründlich, und je nach der Speise- Anstalt, in die man gerät, wird man mit wechselnden Gerichten regaliert. Herr Delbrüd stellt selbst den Wechsel juristischer Nahrung zusammen, die er in diefen zivei Jahren zu sich nehmen durfte: Zunächst lehnte das Amtsgericht die Klage a b. Auf erhobene Beschwerde entschied die Straffammer des Landgerichts für die Annahme der Klage. Darauf verurteilte mich das Schöffengericht zu 300 Mart. Auf eingelegte Berufimg bestätigte die Straffammer dies Urteil, aber mit einer ganz anderen Begründung. Auf eingelegte Revision hob das Kammergericht die Verurteilung auf mit einer für mich sehr günstigen Begründung. Bei der erneuten Verhandlung sprach die Straffammer mich frei. Auf von der Gegenpartei eingelegte Rebifion hob das Kammergericht das freisprechende Urteil wiederum auf und berwies die Klage zum zweitenmale an die Straflammer zurück, mit einer zu dem ersten Urteil desselben Gerichtshofes in starkem Gegensatz stehenden Begründung. Für die dritte Verhandlung vor der Straffammer war mir mitgeteilt, daß Zeugen für den von mir zu führenden Wahrheitsbeweis geladen seien. Mittlerweile hatte der Richter gewechselt, und die Zeugen waren nicht geladen. Der englisch- russische Konflikt. Die Lage des Konflikts, der durch den tollhäuslerischen Streich der baltischen Flotte in der Nordsee hervorgerufen wurde, hat sich verschärft, da Rußland noch immer teine offizielle Erklärung abgegeben hat. Die russische Regierung scheint die Sache ebenso sehr auf die leichte Achsel zu nehmen wie der russische Admiral Roschdjestwensky, der ruhig feines Weges weiter fuhr, nachdem er mehrere Fischerboote in den Grund gebohrt und ein unverzeihliches Blutbad angerichtet hatte. In England ist man mit Recht empört über die unerhörte Rücksichtslosigkeit, die nun auch die russische Regierung zur Schau trägt. Nach einer Laffan"-Meldung hat England an Rußland folgende Forderungen aufgestellt: 1. Entschuldigungen für den Angriff; 2. Geldeutschädigung für die Opfer; 3. Bestrafung der in Betracht kommenden russischen Offiziere; 4. Bürgschaft für zukünftige Sicherheit der britischen Schiffahrt gegen ähnliche Angriffe. Das russische Transportschiff, Anadyr" sah sich bei seiner Anfunft in den Gewässern von Hull plöglich von zahlreichen Booten umringt; es hielt sie für Torpedoboote und gab ein Alarmsignal, worauf die russischen Panzerschiffe die unbekannten Boote umzingelten und ihnen den Rückweg abschnitten. Die Boote wurden aufgefordert, ihre Nationalität erkennen zu geben, ante worteten darauf aber nur mit Evolutionen. Der Admiral gab nun den Befehl zum Feuern und setzte dann die Fahrt fort, ohne sich über das Ergebnis der Kanonade Gedanken zu machen, da er glaubte, es mit Torpedobooten zu tun zu haben, die von Japan in England angekauft seien. Vor der Kanonade hatten die Russen von den unbekannten Schiffen her einen Kanonenschuß gehört. die Frechheit der Tat verschlimmern können, Diese dreisten Entschuldigungen find so blödsinnig, daß sie nur die Frechheit der Tat verschlimmern können, Neue russische Unverfrorenheiten. Das russische Geschwader machte nach Nachrichten aus Vigo den Versuch, in dem dortigen Hafen den völkerrechtlichen Bestimmungen zuwider in aller Ruhe Kohlen an Bord zu nehmen, die von ruffifchen Transportschiffen dortselbst in Bereitschaft gehalten würden. Die spanische Marinebehörde teilte dem Admiral mit, daß das Geschwader im dortigen Hafen keine Kohlen einnehmen dürfe. Der Admiral schützte, um den Aufenthalt zu verlängern, Havarie vor. Währenddes machten einige Kohlendampfer den Versuch, sich dennoch den Kriegsschiffen zu nähern. Sie wurden jedoch durch Boote eines spanischen Kreuzers energisch aufgefordert, die Neutralität Spaniens zu respektieren. 300 Gefle, 27. Oftober. Das Gefle Dagblad" teilt folgendes mit: Der Kapitän des in Helsingborg beheimateten Dampfers„ Aldebaran", velcher gestern abend hier angekommen ist, berichtet: " Am Freitag abend um 10 Uhr wurde der„ Aldebaran" im Stagerad von einem fremden Kriegsschiffe, anscheinend einem ruffischen Kreuzer, verfolgt und mit Scheinwerfern beleuchtet, dann vermehrte das Kriegsschiff seine Geschwindigkeit, passierte den Aldebaran" und feuerte einen Schuß ab, der aber keinen Schaden aurichtete. Der Aldebaran" hißte jezt die Flagge, hielt aber nicht, worauf der Kreuzer wieder seinen Scheinwerfer auf ihn richtete und ihn mit einem förmlichen Kugelregen überschüttete, ohne daß ein Schuß traf. Der Kapitän des Aldebaran" ließ jest den Dampfer halten und flüchtete sich mit seiner Mannschaft unter Deck; das Verschiedene englische Blätter wollen erfahren haben, daß Ruß- fremde Kriegsschiff verschwand darauf im Dunkel.„ Aldebaran" land bereit sei, die ersten beiden Forderungen zu akzeptieren, daß es blieb unbeschädigt. aber Bedenken trage, auch die letzten beiden Forderungen zu erfüllen. Die Stimmung in Paris adult Die englische Preſſe fordert aber einstimmig, daß England nicht von ist in Regierungsfreisen und bei allen vernünftigen Menschen eine nichts weniger als ruffenbegeisterte. Dagegen benutzen die diesen beiden Forderungen abgehe. Auch die Regierung scheint gewillt zu sein, es nicht an dem Nationalisten die Gelegenheit zu einem blöden Wutausbruch gegen nötigen Nachdruck zur Erzwingung der Satisfattion fehlen zu lassen. England. Rochefort schreibt im Intransigeant":" Wir Nach Meldungen aus Malta soll das englische Mittel- berfichern und eine ernst geführte Untersuchung wird beweisen, daß In der dritten Verhandlung, die nunmehr stattfand, fam meer geschwader Befehl erhalten haben, fofort in See zu stechen die fünf Fischerboote, die vierzehn Stunden später als die anderen es zu einem Vergleich." und in den türkisch- griechischen Gewässern Winteraufenthalt zu in den Hafen zurüdfehrten, nicht bloß mit Japanern be Indessen, solche Schwankungen des äußerlichen Verlaufs von nehmen. Diese Flottenbewegung hängt offenbar mit der Nachricht mannt() waren, sondern auch Torpedos führten( 1), die Justizaktionen sind so gewöhnlich, daß sie nicht weiter überraschen. zusammen, daß Rußland bei den Mächten angefragt habe, wie sie wütet in der Autorité":" Endlich bricht Englands Haß gegen fie gegen die russischen Panzer loslassen wollten." Cassagnac Wichtiger aber ist, daß in diesen zwei Jahren auch die Anschauungen fich gegenüber der Forderung, die Fahrt der Schwarzen Meer- Flotte Rußland los! Keine Maste länger! Alle Hüllen zerriffen! Die der Richter über die Elementarfrage, was ein berechtigtes Interesse durch die Dardanellen frei zu geben, verhalten würden. Ferner ist Sprache ist von seltener Heftigkeit, die Haltung von unerhörter sei, in grundverschiedener Weise sich äußerten. Die Straffammer bei Gibraltar ein startes englisches Geschwader Frechheit, die Herausforderung vollständig. Die englischen Blätter hatte durch Erkenntnis vom 9. Februar 1904 anerkannt, daß Delbrück zusammengezogen worden, um eventuell die russische Flotte bieten das Schauspiel wahrer Raserei und Tobsucht." Echo de ein berechtigtes Interesse hatte. Selber ein Staatsbeamter, habe er so lange aufzuhalten, bis der Streitfall geregelt ist. Paris" schreibt: England würde ein Verbrechen begehen, wenn feine Flotte versuchen würde, der russischen den Weg zu verlegen. das Recht gehabt, die Interessen der höheren Staatsbeamten, zu Der erste Kanonenschuß würde ganz Europa in Brand steden, denen auch Herr Löhning gehörte, wahrzunehmen. Das ließ das Die Engländer werden Stammergericht nicht gelten- Urteil vom 19. Mai 1904. Das Admiral Roschdjest wensty, ist inzwischen in Bigo an der aber gerade darum find wir ruhig. spanischen Nordwestlüfte eingetroffen. Dort hat sich der Herr auch den Mund halten, nachdem sie geschrien haben. Sie sollen und geduldig Roschdjestwenstys Bericht abwarten, endlich dazu herbeigelassen, Berichterstattern gegenüber Erklärungen ruhig wenn fie wollen, daß wir ant die Aufrichtigkeit ihrer über den Zwischenfall abzugeben: Verwahrung glauben sollen, die gestern nach Bluff roch. Andernfalls werden wir das Recht zur Annahme haben, daß fie Rußlands üble Lage mißbrauchen, um politische Erpressung zu üben." Selbst Matin" schreibt: England gebe acht! Vorgestern hat es fast" die ganze gesittete Welt für sich gehabt. Es würde diesen Vorteil rasch verlieren, wenn es versuchen würde, den anderen zu zufügen, was es selbst erlitten zu haben Klage führt." Die Blätter haben gut toben, wissen sie doch nur zu genau, höhere Beamtentum Preußens fei leineswegs ein derartig begrenzter und zusammenhängender Kreis von Personen, daß durch eine Angelegenheit, die irgend einen aus diesem Kreise betrifft, auch die anderen Personen dieses Kreises derartig berührt werden, daß diese Angelegenheit für einen jeden von ihnen zu einer naheliegenden wird. zu einer jeden Staatsbürger nahe angehenden macht." Der Verantwortliche für den Zwischenfall, „ Er habe nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, um das Geschwader vor einer Vernichtung zu bewahren. Bor seiner Abfahrt von Libau habe er ausdrücklich bekannt machen lassen, daß er mit Strenge vorgehen werde gegen jedes Schiff, das sich seiner Flotte nähern würde." " " " " Der Provinzialsteuerdirektor Löhning war höherer Steuerbeamter in Bosen. Der Angeklagte ist Brofessor an der Berliner Universität. Ihre amtlichen Stellungen find, abgesehen davon, Wenn Roschdjestwensky tatsächlich eine solche Erklärung abgegeben daß sie in verschiedenen Provinzen Preußens tätig waren und tätig sind, nach jeder Nichtung so verschiedene, hat, ſo ſegt er damit seiner Unverfrorenheit die Krone auf. Die daß von irgend welchen näheren Beziehungen, die auf Grund englische Regierung hat unter folchen Umständen ganz besondere daß England trop aller Provokationen nicht Gleiches mit Gleichem diefer Stellungen zwischen ihnen bestanden haben, nicht die Rede Ursache, von der russischen Regierung die sofortige Abberufung und bergelten wird. Zieße England aber faktisch seine Kanonen fprechen, sein kann Bestrafung eines Menschen zu fordern, der scheinbar noch immer nicht so wäre es sehr möglich, daß die französischen Russen- Enthusiasten Ein Interesse, daß den Staatsbeamten kein Unrecht zugefügt die Tragweite seiner unsinnigen Handlungsweise begriffen hat; stellt ſehr viel kleinlauter werden würden! Erklärungen englischer Minister. wird, hat schließlich auch jeder Staatsbürger, ohne daß jedoch doch unter solchen Umständen das russische Geschwader eine fortdieses allgemeine Interesse die Angelegenheit der Staatsbeamten dauernde Gefahr für alle Schiffe dar, die den Pfad der russischen London, 27. Oftober. Der Staatssekretär für Indien Flotte freuzen werden. Unter feinen Umständen aber kann den Brodrick erklärte in einer Stede, das Bedauern des Kaisers von Schon die Auffassung der Straffammer war viel zu eng. Nicht russischen Schiffen das Recht eingeräumt werden, einfach alle Schiffe allein nicht genügen, um das Vorgehen der Russen zu fühnen. Die Rußland und das Versprechen, Entschädigung zu leisten, könnte als Professor, sondern als Staatsbürger hatte Delbrüd das be- über den Haufen zu schießen, mit denen es nächtlicher Weile zu ganze Welt müsse wünschen, daß England Sicherheit dafür erhalte, rechtigte Interesse, den Fall Löhning in der bezeichneten Weise zu fammentrifft. Die angebliche Erklärung des Admirals paßt aber ganz baß ähnliche Vorfälle sich nicht wieder ereigneten. Man könne übererörtern. Das Kammergericht aber erkannte nicht einmal die Ver- zu dem Größenwahn und der rücksichtslosen Unverschämtheit, die zeugt sein, daß das während der letzten Tage der Regierung getretung gemeinsamer Standesinteressen als berechtigt an. Herr Delbrück bemerkt zu diesem Erkenntnis des Kammer- während des ganzen bisherigen Berlaufes des Krieges die Ruffen, schenkte Vertrauen gerechtfertigt fei.- Kolonialminister Lyttelton Kammer- namentlich aber die russischen Schiffe, an den Tag gelegt haben! erflärte, er zweifle nicht, daß die russische Regierung volle gerichts: Eine Beschönigung der russischen Seeräubertat wird nach Genugtuung leisten und die Schuldigen bestrafen werde. ,, Wir haben vor einiger Zeit einen Artikel des Landgerichtsrats Als Scherz" Bezechter Fr. v. Dergen gebracht, in dem ausgeführt war, daß die mehreren Meldungen dadurch versucht, daß russische Offiziere die heutige Juditatur, welche der Bresse den Schuß des§ 193 bersagt, Beschießung der englischen Fischerflottille folgendermaßen erklärt schildert die Beschießung der englischen Fischerboote durch die russischen Kriegsschiffe der nach Hull entsandte Sonder nicht mehr haltbar sei; fie sei ein Ausfluß der alten polizeistaat- haben: Während der Nachtfahrt feien angeblich zwischen den Linien Korrespondent der Zimes". Die Beschießung sei eine lichen Auffaffung, wonach der Staatsbürger vor allem die Pflicht der Ruhe hatte und ihn das Wohl und Wehe von Staat und Ge- der russischen Schiffe zwei Torpedoboote gesehen worden; man unüberlegte Tat, oder die sinnlos Betrunkener. Um das zu beweisen, habe geglaubt, daß es sich um einen japanischen Angriff handle, stellt er die tatsächlichen Berichte zusammen und kommt danach zu fellschaft nichts anging. Demgegenüber sagt Herr v. Dergen:„ Wir müssen die Auerkennung des Sates erlämpfen, daß jeder Staatsbürger und es sei deshalb gefeuert worden. An Bord von zwei ein berechtigtes Interesse am Gemeinwohl hat und daß er, wenn und soweit er für das Gemeinwohl handelt und redet, genau so zu schüßen ist wie in den für seine persönlichen Interessen bors genommenen Handlungen und Aeußerungen. Der Shuz des 10 Booten seien Kanonen gesehen worden, und keiner folgender Darstellung der Vorgänge: Die russischen Kriegsschiffe der Seeleute hobe das Aussehen eines Fischers gehabt. Die fuhren in zwei Divisionen, und die erste Division passierte die FischerOffiziere fügten hinzu, sie hätten nicht gewußt, ob Leute verwundet boote, ohne sich um sie zu kümmern. Die Schiffe der ersten Division worden seien, und sie bedauerten den Irrtum. fahen die Boote zweifellos, denn die Trawler führten die vorschrifts Geltung zu bringen. Gerade in dem vorliegenden Falle hat sich der " Leben. mäßigen Lichter, und die Boote sahen auch die Kriegsschiffe. Nun die Folgen dieser Isolierung auch für die auswärtige Politik an-[ vergehen, sorgfältig zu registrieren. Sie beweisen vorläufig eben wird angenommen, die Russen seien im Zustand höchster Nervosität gedeutet. Das Blatt führt aus: doch nur, daß auch diesmal wieder nach dem begewesen, da sie gehört hatten, japanische Torpedoboote wollten sie Man tenne eben seine( des Kaisers) Ansichten und halte daher währten Rezepte der letzten 10 Jahre gearbeitet zu werden als Fischerboote maskiert angreifen. Doch die erste Division dampfte Kreisen jage jeder dem Fürsten nur das, was der Fürst peinlich alles fern, was ihnen zuwiderlaufe. In höfischen scheint." ruhig vorbei und nahm keine Notiz. Diese Schiffe wurden offenbar hören wolle. Aber es sei natürlich, daß daraus die Gefahr von Neue Kolonialopfer. nicht getäuscht, sondern erkannten sehr wohl, wen sie vor sich hatten, Mißverständnissen zwischen Fürst und Volt erwachse. Ein Beispiel: Berlin, 27. Oktober. Der stellvertretende Gouverneur berichtet obgleich sie die vermutete Information über Japaner in der Nordsee Ein unabhängiger Mann besucht den Hof eines Fürsten der aus Windhuf in einem dort am 26. Ottober, nachmittags 4 Uhr jedenfalls auch erhalten hatten. Dann kam das zweite Geschwader, Balkan staaten. Er wird zur Tafel gezogen und bemerkt, daß 40 Minuten abgegangenen Telegramme, daß der Schäfereidirektor und was ereignet sich jetzt? Ein Torpedoboot oder irgend ein der Fürst, der andere Diplomaten auszeichnet, dem deutschen Kleudgen sowie die Gebrüder Maehler, lettere in Marienanderes kleines Kriegsfahrzeug kam dicht an einige der Fischerboote Gesandten mit fühler Höflichkeit begegnet. Nach Tisch erkundigt that wohnhaft, von Gibeon aus als tot gemeldet worden seien. heran, auf denen man im hellen Licht die Leute Fische ausnehmen er sich bei dem Gesandten nach den Gründen diefer auffälligen Der gleichfalls in Marienthal wohnhafte Farmer Brandt sei am fehen konnte, und Fische wurden den Russen entgegengehalten, Haltung. Der Gesandte zuckt die Achseln: Der... Souverän weiß, um ihnen zu zeigen, was die Boote taten. Man wird doch daß ihn der Kaiser nicht leiden mag, alſo läßt er es mich entgelten".„ Aber warum," so ruft der Reisende erstaunt aus, schreiben Sie denn Nach einem an die Direktion der südwestafrikanischen Schäfereinicht sagen können, daß die Russen ein Fischerboot nicht nicht nach Berlin, daß diese Schmollpolitik verfehlt ist, und daß wir Gesellschaft in Berlin gerichteten Privat- Telegramm, welches am erkennen. Der blödeste und unwissendste Bauer würde es gut täten, hier die besten Beziehungen zu pflegen?" Erneutes 26. Oftober abends hier eingetroffen ist, befinden sich die Witwen erkennen, und die russischen Schiffe sind zum großen Teil Achselzucken:„ Warum?" Weil Seine Majestät doch nur an den der getöteten Farmer Klendgen und Hußfeld in Gibeon in mit Finnen bemannt, den besten russischen Seeleuten. Die Finnen Rand meines Berichtes schreiben würden:" Hat sich also auch wieder Sicherheit. Auch in diesem Telegramm wird die Rettung Brandts kennen die Nordsee und alle Bräuche der Fischerkameradschaft so gut einwickeln lassen." Es liegt auf der Hand, daß hier dem Kaiser gemeldet. wie irgend jemand. Sie konnten sich über die Huller Flottille so fein Vorwurf gemacht werden kann, sondern nur jenem Diplomaten, Aus Gibeon wird über Keetmanshoop und Kapstadt unter dem wenig irren wie ein Fischer aus Hull. Der Vorwand der Unwissen- der darauf verzichtet, feine Auffassung an höchster Stelle zur 7. Oktober amtlich gemeldet, daß die Farmer Scheidweiler, heit ist lächerlich und wird durch das Verhalten der ersten Division Kaiser später davon überzeugen lassen, daß eine Modifikation der Bürger, Bod, Unteroffizier Dammköhler und Gefreiter widerlegt. Nachdem das russische Kriegsfahrzeug sich überzeugt hatte, Beziehungen in günstigem Sinne eintreten müsse. Wir bemerken Nagengast getötet worden seien. daß es englische Fischer vor sich hatte, fuhr es zurüd. Gleich darauf hier ausdrücklich, daß wir hier nicht nur Gemuntel" wiedergeben, Nach Meldung des Farmers Philipp vom 12. Oftober hätten wurden Signale gegeben, und das Feuern begann. Die Signale fondern Tatsachen, die sich beweisen lassen. Daß wir Zeit und Ort die Gokhaffer Hottentotten die Farmer Wieprecht und Walter, find mir( dem„ Times"-Korrespondenten) eingehend beschrieben der Handlung nicht näher bestimmen, werden unsere Leser begreifen. Händler Cohn, Polizist Hitscher und eine Anzahl Boeren worden, und zwar übereinstimmend von verschiedenen Zeugen. Aehnlich liegen die Dinge auf militärischem Gebiete. Auch ermordet. Es wurde nicht von einem Schiff gefeuert, was vielleicht die hier wird behauptet, daß manche wahrhaft tüchtige Kapitän Christian Goliath von Bersaba gibt an, daß Schuld irgend eines nervösen Kanoniers hätte ſein können, Männer, die das Vertrauen der Armee voll genießen, gewissermaßen deutschgesinnte Witbois, darunter Samuel Jsaat und Petrus Tods, Persönlichkeit nicht das Ohr des Kaisers habe, und daß manche sondern von vier Schiffen. Das Feuern begann auf Befehl verbannt" feien. und hörte auf Befehl auf, nachdem es volle zwanzig Minuten gedauert hatte. Von der Art der Beschießung überzeuge man sich durch Besichtigung der Fischerfahrzeuge. Die„ Mino" wurde buchstäblich am Bug und am Heck fiebartig durchlöchert. Zwei Schüsse gingen durch den Kabinen- Schornstein, drei durch die Kajütsluke, ein sechster traf den Pfosten des vorderen Nezhalters, ein siebenter das Fall, ein achter ging durch das Hauptsegel, zwei weitere trafen unter der Wasserlinie und einer von diesen beiden riß ein so großes Loch in die Schiffswand, daß das Fahrzeug gesunken wäre, wenn man das Leck nicht sofort verstopft hätte; ein weiterer Schuß schlug das Skylight des Maschinenraumes in Splitter, ein anderer ging durch den Maschinenraum selbst, durchschlug einen Mast und einen Haufen Fischbüchsen. Ich habe jeden einzelnen dieser Schüsse nachgeprüft. Die Schußöffnung hat einen Durchmesser etwa 2½ 8onl und ist offenbar durch durch Geschosse aus Maschinengeschützen verursacht. Die„ Mino" wurde aber auch von krepierenden Granaten getroffen, von denen der Schiffsführer Stücke sammelte. Die„ Moulmein" wurde nicht so häufig getroffen, aber doch auch über ihre ganze Länge. Ein Schuß ging glatt durch den Bug und ein anderer riß ein großes zadiges Loch in das Heck. Dieses lettere Geschoß drang an Steuerbord ein, ging durch das Bollwerk und den Maschinenraum und zum Verdeck hinaus. Es riß eine Deffnung von etwa 15 Zentimeter Länge und 8 Zentimeter Breite am Beginn des Schußkanals und bon doppeltem Umfang an dessen Ende. Die russischen Kanoniere schoffen vorzüglich. Man muß ihnen ein Kompliment für ihre Treffsicherheit machen, aber gleichzeitig kann man unmöglich sich die Geschichte erzählen lassen, diese Leute seien vor Furcht fast gelähmt gewesen oder die Nacht sei so dunkel gewesen, daß sie die Fahrzeuge, auf die sie fenerten, nicht unterscheiden konnten. von von Stammesgenossen ermordet seien.(?) Konservative Fürstenmörder. Sic jubeo. In einem Blatte lesen wir: Zwischen dem Kaiser Nun ist die wahre Ursache zum Tode des sächsischen Königs ge- und dem Schuhtruppenkommando soll der„ Täglichen funden worden. Im konservativen Verein zu Dresden wurde Rundschau" zufolge ein Gegensatz bestehen. Auf persönliche eine Gedächtnisfeier für den verstorbenen König gehalten und ein Anordnung des Kaisers sollen, so berichtet das Blatt, des WitboiLandrichter Freiherr D'Byrn hielt die Trauerrede, die zu einer Aufstandes wegen zugleich mit dem bereits zur Ausreise nach Anklagerede gegen diejenigen wurde, welche ihren König am ge- Deutsch- Südwestafrika bestimmten und in der Formierung bes Minister brochenen Herzen haben sterben lassen. In Gegenwart der tonservative Parteiminister sind im konservativen Verein griffenen Bataillon zwei weitere Bataillone als Nachschub der Schutzam ersten Platze, der Hofbeamten, der höheren Offiziere ließ sich truppe in See gehen. An maßgebender militärischer Stelle ist man der Landrichter also vernehmen: bemüht, eine Aenderung dieses Befehls dahin herbeizuführen, daß Die Regierung des dahingestorbenen Königs sei eine traurige das zweite Bataillon erst Ende November, das dritte erst Ende Episode der vaterländischen Geschichte, traurig durch die namen Dezember verschifft werden möge. Man hält dies in Rücksicht auf lofen Leiden des edlen Kranken, traurig durch das lügnerische und die Landungsverhältnisse in Swakopmund für unbedingt geboten. zerfeßende Treiben einer gewissenlosen Presse, traurig durch die wie es scheint, ist die maßgebende militärische Stelle" mit ihren Frechheit, mit der die unsaubersten und unlauterſten Elemente des Bemühungen zur Abänderung des Kaiserlichen Befehls nicht durch Volkes ungestraft ihre Stimmen erheben durften.( Ueberaus konservativ vornehme Sprache eines richterlichen Rechtshüters! Die gedrungen, denn es sollen tatsächlich in der nächsten Zeit Red.) Und wie habe König Georg den Leuten gedankt, die ihn 2000 Mann an Verstärkungen nach Südwestafrika abgehen. immer wieder von neuem angriffen: durch unerschütterliche Liebe, durch stetes Sorgen, durch eiserne Pflichttreue, selbst unter den Soldatenmißhandlungen. Aus Trier wird der Frankfurter schwierigsten Verhältnissen. Er habe Böses mit Gutem vergolten. Beitung" vom 24. Oftober berichtet: Schon wieder einmal hatte Und wenn dann der fönigliche Dulder schließlich an gebrochenem sich das hiesige Kriegsgericht mit Mißhandlungsklagen gegen sechs Herzen hingegangen sei, so trügen die Schuld nicht nur die Hetzer Feldwebel und Unteroffiziere des im letzten Jahre vielgenannten und Wühler, sondern auch die, von denen der König erwarten 29. Infanterie- Regiments zu beschäftigen. Die zur Anklage stehenden durfte, daß fie offen seine Partei ergreifen und ihn gegen Fälle erstrecken sich auf mehrere Jahre, weshalb nicht weniger als die ungerechten Angriffe schüßen würden. Wo seien denn 200 Zeugen geladen waren, von denen über 100 dem Beurlaubtendie Männer gewesen, die durch Stellung oder stande angehören. Die Verhandlungen nahmen zwei Tage in AnGeburt in erster Linie dazu berufen waren, dem Throne und spruch. Den Angeklagten wurde von ihren Vorgesetzten ein sehr dem Könige ihre ganze Kraft zu leihen? Warum hätten sie ge- gutes Zeugnis ausgestellt. Das Urteil lautete gegen den Vizes schwiegen Hätten sie des heimgegangenen Königs Gigenart und feldwebel Schluck auf vier Monate fünfzehn Tage und gegen FeldWesen nicht verstanden? Oder habe sie der erbärmlichste aller webel Landgraf auf drei Monate zehn Tage Gefängnis. Gegen die Menschenfehler beherrscht, die Menschenfurcht?" übrigen Angeklagten wurde auf fünfzehn Tage bis zu sechs Wochen gelinden bezw. Mittelarrest erkannt. " Sächs. Arb.- 8tg.":" Von der Amnestie sind alle die wegen der Sächsische Engherzigkeit. Zur sächsischen Amnestie schreibt die Baugener Offiziersaffäre verurteilten 8 eitungsDas hat man durch einen redakteure ausgeschlossen worden. nifflich formulierten Sag über die Beleidigung von Offizieren erreicht, die nur dann von der Amnestie betroffen werden sollen, wenn fie Mißstimmung mit den Vorkommnissen unter dem Regime Königs in bezug auf den Beruf eines Mitgliedes der bewaffneten Macht Georg gegeben; die" Hezer und Wühler“ vermochten ebensowenig geäußert worden sind. Es gewinnt den Anschein, als hätte man die Wahlentrechtung, an der König Georg teilgenommen, zu ber- diese Stelle der Amnestie deshalb so abgefaßt, um die Bestrafungen gessen, noch vermochten sie Menschlichkeit in der heuchlerisch- grausamen Behandlung zu entdecken, die der früheren Kronprinzessin seitens der wegen der Baußener Affäre von dem Straferlaß auszuschließen. Die Redakteure des soffreise zu teil ward, neben deren Moral sich die Moral jener gegenwärtig in Baugen Betrachtungen über die sächsische Breßfreiheit Beobachters" und der Rundschau", die Dame noch immer sehen lassen konnte. Aber allerdings die unentwegten Monarchisten! weiter brummen. Diese Beschränkung der Amnestie verrät, daß bei anstellen und dazu noch etwa vier Monate Muße haben, müssen Der Landrichter hat recht: Sie schwiegen, da ihr Monarch an- deren Abfassung im Justizministerium derselbe Geist geherrscht hat, gegriffen wurde. Wenn die vielberufene Monarchentreue einen Sinn der die sächsische Politif auch sonst auszeichnet. Im übrigen ist auch hat, so muß sie am mächtigsten sich erheben in den Stunden der die Tatsache charakteristisch, daß man die wegen Streifvergehen beNot. Gerade in diesen Stunden aber versagte sie völlig und die straften Arbeiter von der Amnestie ausgeschlossen hat. konservativen Monarchisten haben ihrem geliebten Monarchen das Opfer des Löbtauer Prozesses scheint man ebenfalls nicht Das letzte erz gebrochen. 3u fpät kommt jetzt die Mahnpredigt des frei- berücksichtigt zu haben." herrlichen Landrichters. Und wer die Monarchisten kennt, wer glaubt an die Wirkung solcher Mahnung? So lange die Monarchisten Vorteil und Macht haben von der Monarchie, so lange es gute Tage gibt, sind sie treu bis in die Knochen" gewesen, aber in bösen Stunden verließen diese Ratten noch immer das Schiff. Diese Behauptungen sind beide mit den Ergebnissen ihres Landrichter, der also seine monarchistischen Genossen schwer anklagt, Man hat allerdings auch nichts davon vernommen, daß der Feuerns unvereinbar. Schließlich haben wir die Tatsache, daß die offen die Partei seines Königs ergriffen hätte. Vielleicht hat auch Russen davon dampften und vorläufig über ihren Streich Stiller selbst mitgewirkt, seinen König am gebrochenen Herzen sterben schweigen bewahrten. Das ist wiederum unvereinbar mit einem in zu lassen. gutem Glauben begangenen bloßen Irrtum, aber es paẞt ganz zu Jedenfalls aber hat die Anklage ihren guten Sinn. Für das dem Verhalten eines betrunkenen Befehlshabers, der der Versuchung sächsische Volt war übergenug Grund der Unzufriedenheit und nachgab, sich mit den englischen Fischern einen fleinen Scherz zu gestatten. Der Gedanke der Betrunkenheit wird auch jedem kommen, der einmal auf hoher See russische Offiziere oder Beamte voll von Wudki oder Champagner gesehen hat. So etwas würde ein Russe in solchem Zustande eben so leichtherzig tun, wie er auf der Jagd die Treiber anschießt, und, wenn einer von den armen Burschen dabei stirbt, die Sache mit einer Handvoll Rubel erledigt. Fischer sind in den Augen eines Russen von guter Herkunft nicht mehr als Bauern, und in betrunkenem Zustande würde ihn kein Gefühl der Verantwortlichkeit drücken. So un glaublich das auch klingt, dürfen Russen doch nicht mit westlichem Maß gemessen werden, besonders nicht im Umgang mit Leuten, wie beispielsweise Fischern. Es mag politisch sein, die Theorie eines Mißgriffes durch Nervosität anzunehmen, aber in Hull wird das niemand glauben. Die Fischer in Hull, so empört und von Schmerz erfüllt sie auch find, hegen doch keine Rachsucht gegen die Ruffen. Sie entschuldigen die russischen Seeleute, die den ihnen erteilten Befehlen gehorchten und häufen ihre Vorwürfe auf den Admiral oder den Offizier, der zurzeit den Befehl führte. Sie meinen, er müßte gehängt werden, und nur die strengste Strafe wird ihre Stimmung mildern. V Berner Meldungen wieder mal ins Stocken geraten. Die Handelsvertrags Verhandlungen mit der Schweiz sind nach Nach dem Berner" Bund" entscheidet es sich heute oder morgen, ob die deutsch schweizerischen Handelsvertrags- Unterhandlungen weitergeführt oder Vom mandschurischen Kriegsschauplah. abgebrochen werden. Die Schweiz fordert gewisse Stonzessionen Die offiziöse Russische Telegraphen- Agentur meldet auf wich, Käse, Baumwollgarne und Gewebe, Seide, Stickereien, die Deutschland bisher verweigerte. bom 27. aus Mukden: Gestern abend zehn Uhr hat ein Gefecht südöstlich von Mukden begonnen. Die Japaner rückten bis zum Dorfe Jerdagon vor, das sie, Gerüchten zufolge, in einem bis zum Morgen andauernden Kampfe genommen haben. Der Bericht über den Saarbrückener Prozeß, den die Buchhandlung Vorwärts herausgegeben hat, ist gestern vom Minister Möller ausdrücklich als zuverlässig anerkannt worden. Nach dem amtlichen Stenogramm sagte er:„ Ich bin nicht in der Lage gewesen, eine Kontrolle dieserhalb eintreten zu lassen. Mir ist aber berichtet worden, daß der Bericht im wesentlichen zutreffend fei." Berichtigung. Im gestrigen Leitartikel muß es im letzten Absatz heißen:„ den Krallen( statt der Wahlen") entrissen." Husland. Von der sozialistischen Wahlkampagne in Amerika von Eugen Debs durch das ganze Land ist ein Erfolg, wie ihn die werden weitere gute Fortschritte berichtet. Die große Agitationstour Sozialisten in Amerika vorher noch nicht erzielt hatten. Die Drudarbeiten für die Tour, welche in Chikago im Hauptquartier der Partei hergestellt werden, tosteten allein fast tausend Dollar.. Die Versammlungen sind überall gut besucht. Wo man einen großen Andrang des Publikums von vornherein erwartet, wird em Eintritts geld von 10-25 Cent pro Person erhoben. Daran sind die Amerikaner gar nicht gewöhnt, daß sie noch Geld für den Besuch einer Wahlversammlung ausgeben sollen, und dennoch wurden in ver. schiedenen Versammlungen bis zu 300 Dollar Ueberschuß erzielt. Diesen Ueberschuß erhält die Lokalorganisation der Partei, wo die Versammlung arrangiert wurde. Der Kampagnefonds der Partei ist auf nahezu 6000 Dollar angewachsen; das ist eine geringe Summe im Verhältnis zu den Anforderungen, welche gestellt werden. " Dem„ Berliner Tageblatt" wird gemeldet: Beide Gegner haben sich stark verschanzt und stehen auf Gefechtsentfernung einander gegenüber. Täglich finden kleine Berdienter Hohn. Wir besprachen jüngst die schein- oppositionelle Geschützfämpfe statt. Von Tag zu Tag werden die Erdwerke Haltung, die wiederum die Zentrumspresse gegenüber bevorstehender stärker. Steiner famm vor, feiner will zurück. Eine solche Lage Militär- und Flottenvorlagen einzunehmen beginnt. Es ist soweit Daß die Tätigkeit der Sozialisten im Lager der Gegner wohl zweier großer Feldheere ist einzig und noch nie dagewesen. Nur gekommen, daß Blätter, die offiziöse Beziehungen haben, nun beobachtet wird, geht aus einer Depesche hervor, welche das Nachoffen das Zentrum höhnen. Die„ Berliner Politischen Nachrichten" richtenbureau der Associated Preß" an die Zeitungen fürzlich vers große Verstärkungen für die russische Armee können einen Umschwung schildern die Zentrumspolitik ganz amüsant:" Seit über zehn sendete. Dieselbe kam von Washington und hatte folgenden Inhalt: herbeiführen. Jahren wiederholt sich doch stets folgender Wechsel in dem Verhalten Präsident Roosevelt ist benachrichtigt worden, daß das sozialistische Die Aenderung im Oberkommando. des Zentrums zu Heeres- und Flottenfragen: Vor der parla- Votum die republikanische Kandidatenliste gefährdet. Republikanische Petersburg, 27. Oftober. Der Regierungsbote" veröffentlicht mentarischen Kampagne und bis zur ersten Bolitiker haben festgestellt, daß der Socialismus Fortschritte macht von MilitärHeute zwei estripte des Kaisers. Der Inhalt des einen, Verhandlung oder Marine Vorlagen und viele Arbeiter entschlossen sind, die sozialistischen Kandidaten in dem der Zar den Statthalter Alexejew auf deffen dringende Bitte spricht sich die Zentrumspresse regelmäßig scharf gegen zu unterstützen, an deren Spike Eugen V. Debs steht. Ein Ve von seiner Stellung als Oberbefehlshaber der Truppen im fernen jede Steigerung der Leistungen für Heeres- und Flottenzwede aus, fucher des Präsidenten teilte demselben mit, daß in West- Virginia, Osten befreit, deckt sich mit dem von Alerejew erlassenen Tages- und diese ablehnenden Aeußerungen nehmen in den mehr demo- Indiana, Illinois, Kolorado und Wiskonsin die Republikaner viel befehl vom 24. d. m.; das zweite Reffript ist an den zum Ober- fratisch gefärbten Breßorganen des Zentrums regelmäßig einen größere Anstrengungen der Sozialisten wegen machen müßten, unt kommandierenden aller Land- und Secftreitkräfte auf dem Kriegs- fcharfen, ja leidenschaftlichen Charakter an. Bei der ersten sich diese Staaten zu erhalten. Das republikanische Nationalkomitee schauplage ernannten General Kuropatkin gerichtet und schließt mit esung hält sich nach der bewährten Windthorstschen Taktik die ist von dieser Sachlage benachrichtigt worden. Das Kongreßmitglied den Worten:" Ihre durch die Aktion in der Mandschurei gefestigte Bentrumspartei 3 var alle Möglichkeiten forgfältig Hemenway von Indiana hat ebenfalls mit dem Präsidenten über diese Kriegserfahrung gibt mir die Zuversicht, daß Sie an der Spiße der offen, aber es werden zunächst vornehmlich die Angelegenheit gesprochen; er meinte, daß die sozialistische Bewegung ruhmreichen Armee die Hartnädigkeit der feindlichen Streitkräfte 3 weifelsgründe gegen die Regierungsvorlage betont. Im für ihn ein Rätsel sei, Amerika wäre doch das freieste Land der brechen und damit Rußland den Frieden im fernen Osten sichern Verlauf der kommissarischen Verhandlungen gelangt Erde. dann ebenso regelmäßig das Zentrum zur Annahme Diese Nachricht ist ein deutliches Zeichen, daß der Sozialismus Abwarten! Regierungsvorlagen für Heeres- und Flottenzwecke in Amerika fest Wurzel gefaßt hat und ein starkes Wachsen in sicherer in der Hauptsache. Etwas wird dabei ja fast immer Aussicht steht. abgeändert, und auch in der Form die Vorlage fo umgestaltet, daß sie unverkennbar den Stempel des Zentrums trägt, aber im wesentlichen gelangt sie doch mit Zustimmung des Zentrums schließlich zur Annahme. Angesichts dieses regelmäßigen Verlaufs Wien, 27. Oftober. Dem Fremdenblatt" zufolge erklärte der Bon Monarchie und Monarchisten. der Zentrumsaktion gegenüber den Militär- und Marineforderungen, Ministerpräsident heute vormittag in einer anderthalbIm„ Leipziger Tageblatt", dem höchst staatserhaltenden" von der bisher auch nicht eine Ausnahme zu verzeichnen war, stündigen Besprechung mit den Mitgliedern des Viererausschusses Blatte des Nationalliberalismus, wird behauptet, daß der Kaiser erscheint es ziemlich müßig, die abfälligen Aeußerungen der Zentrums Baernreither und Derschatta über die politische Lage, bei dem zu wenig fremde Ueberzeugungen zu hören bekomme, und es werden presse jetzt, wo noch Wochen bis zum Zusammentritt des Reichstags Wechsel im Ministerium handle es sich um einen werden." Politifche Ueberlicht. Berlin, den 27. Oktober. der Defterreich- Ungarn. Wechsel im Ministerium. Berfonen nicht einen System wechsel. Von geheimen Abmachungen mit Tschechen könne keine Rede sein; und gestellte Entwurf eines den somit liege für die deutschen Parteien kein Grund zur Be Der niederösterreichische Landtag nahm nach zehnstündiger Debatte das reaktionäre Schulgeset mit allen gegen die Stimmen der Fortschrittspartei, der Volkspartei, der Großgrundbesitzer und des Sozialisten Seiz an. Am Schluß brachen die Christlichsozialen in Hochrufe auf den Referenten Geßmann aus. Italien. Ueber eine Berurteilung Iglesias berichtet der" Socialista". Danach wurde Iglesias wegen Beleidigung der Polizei zu einem Monat Gefängnis und einer Geldstrafe von 125 Pesetas verAuftralien. urteilt. Die Gerade die In den Zur Beschlußfassung steht sodann der in voriger Sizung zurüd- Das vorgeschlagene Ortsstatut steht völlig auf dem Boden der bestehenden Verhältnisse und dieser Weg erscheint daher völlig unOrtsstatuts zur Regelung der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. bedenklich. Sollten Sie weiter gehen, so wird das Ganze vielleicht sorgnis vor. Die Regierung habe bisher keine Partei be= Bekanntlich will der Magistrat eine Beschränkung der für den gefährdet, denn Detail- und Engros- Geschäfte lassen sich nicht mit vorzugt und werde dies auch fünftig nicht tun, am wenigsten aber jetzt, wo sie mit allen Mitteln dahin strebe, das 10 Uhr vormittags) eintreten lassen, und zwar für Gehülfen, Lehraller- Sonntag zulässigen Arbeitszeit von fünf auf zwei Stunden( 8 bis demselben Maße messen. Stadtv. Borgmann( Soz.): Herr Wallach macht dem Stadtrat Parlament arbeitsfähig zu machen. Zur Erreichung dieſes Bieles linge und Arbeiter in Fabrik-, Engros-, Bant-, Versicherungs- Weigert einen Vorwurf daraus, daß er seine Meinung feit 1892 habe sie auch, im Vertrauen darauf, daß sich in der letzten Zeit die und Agenturgeschäften, so weit der Betrieb nicht in offenen Verkaufs- geändert hat. Ich muß den Herrn Stadtrat in dieser Beziehung Auffassung der Parteien in vielen Punkten geändert hätte, den neuen stellen stattfindet. Der Handel mit Nahrungs- und Genußmitteln in Schuh nehmen, denn er hat sich in bezug auf die Beschränkung tschechischen Landsmanns- Minister berufen. reither und Derschatta veröffentlichten Mitteilungen geht ferner unter diese Beschränkung fallen. Aus den von Baern- sowie mit dem zur Konservierung derfelben dienenden Eise soll nicht der Sonntagsarbeit in den vorbereitenden Stadien wie ein Löwe Zutviderhandlungen sollen mit gewehrt. Wenn wir von dem Rechte, uns selbst zu verwalten, hier hervor, daß der Ministerpräsident beabsichtigt hat, die deutschen Ob- Geldbuße bis 600 m. ev. mit Haft bestraft werden. Als Zeitpunkt keinen Gebrauch machen, dürften wir bald die Aufsichtsbehörde männer von seiner Absicht in Kenntnis zu setzen, vor der Ver- des Inkrafttretens ist der 1. Januar 1905 in Aussicht genommen. kommen sehen, die uns dazu zwingt. Das hätte Herr Wallach aus änderung im Ministerium mit den Führern der Tschechen zu konferieren. Die vorzeitige Veröffentlichung in der Presse, die gegen über die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe gemacht wurde, nahm Selbstverwaltung ist daher ganz unverständlich. Stadtv. Kollokowsky( foz.- fortschr.): Ats 1891 das Reichsgesetz den Akten ersehen können, und sein Angriff auf die Freunde der Selbst Herr seinen Willen geschehen sei, habe ihn daran gehindert. man der guten, lieben alten Gewohnheit getreu die fünfstündige v. Stumm hatte ja 1891 erklärt, er erwarte von den großen GeSonntagsarbeit mit in den Kauf und ließ nur für die Kommunen meinden, daß sie in diesem Sinne vorgehen werden. Im November ein Türchen offen, indem diesen die Berechtigung weiterer Ein- 1902 erließ der Handelsminister eine deutliche Mahnung und 1903 schränkungen gegeben wurde. Die Hoffnungen der sämtlichen fragte der Oberpräsident gleichfalls an; man war also mit der bisdamaligen Parteiführer, daß die großen Städte eilen würden, die herigen zurückhaltung Berlins keineswegs zufrieden. Sonntagsruhe für die Handlungsgehülfen und Lehrlinge weiter und findet, ist schuld daran, daß wir in Berlin in diesen Dingen nicht Rückwärtserei, welche in Herrn Wallach ihren Klassischen Vertreter völlig durchzuführen, find zwar für viele Kommunen in Erfüllung weiter fommen. gegangen, aber leider nicht für Berlin. Die wiederholten sozialDie von der Gewerbe- Deputation vernommenen demokratischen Anträge nach dieser Richtung blieben ergebnislos. Sachverständigen sind von der Handelskammer und den Aeltesten Die Kirche für Giolitti. Den Mitteilungen zufolge, welche Im Laufe der Zeit haben sich aber die Verhältnisse doch stärker er- der Kaufmannschaft selbst vorgeschlagen worden, und trotz der von " Italia" veröffentlicht und die sich auch decken mit Informationen, wiesen als die Anschauungen. Der Magistrat hat sich endlich zu der ihnen beobachteten Reserve haben sie sich mindestens zu drei Vierteln die dem„ Avanti" zugegangen sind, wünscht man im Vatikan die sozialpolitischen Erkenntnis durchgerungen, daß etwas geschehen Privat- Enquete des Vereins für weibliche Handelsangestellte hat für die Einschränkung auf zwei Stunden ausgesprochen. Eine Unterstützung der gegenwärtigen Regierung. In dem Wahlprogramm muß. Wir begrüßen seinen Vorschlag mit großer Freude, wie jeden ergeben, daß die übergroße Mehrheit der Befragten sich für völlige Giolittis sei nichts gegen die Kirche enthalten und so könne die Kirche wenn auch nur kleinen sozialpolitischen Fortschritt. Es wird aber nur wünschen, daß die gegenwärtige Regierung am Nuder bleibe. Ausschußberatung notwendig sein. Wir stehen auf dem Standpunkt, Sonntagsruhe erklärte! Für den Handel mit Nahrungs- und Trotzdem der Vatikan nach wie vor den status quo in Italien nicht daß in den genannten Geschäften mit der Sonntagsarbeit über- Genußmitteln soll nun eine Ausnahme statuiert werden. anerkenne, so sei Weisung an die Katholiken ergangen, in Wahl- haupt gebrochen werden sollte. Auch die Mehrheit der in Betracht Engros- Geschäften für Butter ist Sonntags nicht geöffnet, wie ich freiſen, wo es nötig sei, ein Gegengewicht gegen die Sozialisten kommenden Arbeitgeber neigt sich dieser Anschauung zu. Die großen ſelbſt feſtgeſtellt habe, auch wenn das Geschäft Filialgeschäfte hat; und Demokraten zu bilden und für die Regierungskandidaten ein- Banken und zahlreiche Engros- Geschäfte wie Manheimer haben seit wenn weiter für Tabat, Zigarren, Kolonialwaren usw. das Offenzutreten. Dies ist gewiß fein besonderes Kompliment für eine Jahren keine Sonntagsarbeit, auch Gebrüder Simon und viele halten für notwendig erklärt wird, so ist das in den meisten Fällen liberale Regierung, wie Giolittis Ministerium eine sein will. andere Firmen haben die Sonntagsruhe durchgeführt. die nichts weiter als eine Unterstübung der Bummelei der Konsumenten, Sonntagsarbeit ist eben in diesen Geschäften keine zwingende wissen, daß Sonntags nichts zu bekommen ist. In zahlreichen Bankwelche sich eben an einem Wochentage versorgen würden, wenn sie Spanien. Notwendigkeit, sondern ein alter Zopf, der der endlich ab= Gegen die Stierkämpfe. geschäften herrscht ja bereits vollständige Sonntagsruhe; aber felt69 Arbeitervereine mit zusammen geschnitten werden muß. Die Petition des Zentralausschusses famerweise gehören die Reichsbank und die Zentral- Genossenschafts21 700 Mitgliedern haben bei dem Institut für soziale Reformen hiesiger kaufmännischer und gewerblicher Vereine vertritt bedauer- tasse nicht dazu.( Zuruf: Beamte!) Ja, haben diese nicht dasselbe zu Madrid Eingaben eingereicht, in welchen sie die Beseitigung der licherweise die Anschauung, daß ein Zwang nicht erforderlich ist sie echt wie andere Arbeiter auf Sonntagsruhe? Den Handel mit Stiertämpfe fordern. hält für die Engros- Branchen die Sonntagsarbeit aus technischen Roheis am Sonntag sollen wir dagegen für notwendig erklären. wie den Hinweis auf die internationalen Verhältnisse gelten lassen. Eis am Sonntag bereits beseitigt, die Interessenten haben also frei Gründen für notwendig. Wir können diese Gründe ebenso wenig Tatsächlich haben die Interessenten der Branchen den Handel mit Die weiteren Gegengründe, welche die Petition entwickelt, find zum willig auf die Sonntagsarbeit verzichtet. Wir beantragen, die Teil nicht ernst zu nehmen. Der Hinweis auf die Konkurrenz der böllige Sonntagsruhe für alle diese Branchen durchzuVororte, welche auch noch 1899 vom Stadtv. Jacobi gegen den führen. Nach allem, was in dieser Frage verhandelt und veröffent sozialdemokratischen Antrag ins Feld geführt wurde, fann Ein Bündnis gegen Reid. Zwischen der Arbeiterpartei und den heute nicht mehr ziehen, nachdem Frankfurt a. M. und Mannheim 48 Organisationen umfaßt, eine Petition an uns bringen fonnte, licht worden ist, begreife ich nicht, wie eine Körperschaft, die Radikalen, deren Führer Herr Isaacs ist, ist ein Bündnis geschlossen die Sonntagsruhe eingeführt haben; es werden im Gegenteil alle wie sie schon vorher charakterisiert worden ist. Die Unterschrift der worden, das seine Spike gegen die reaktionären Mächte des Vororte dem Berliner Beispiel sofort folgen. Leider hat der Magistrat 48 Organisationen bedeutet keineswegs, daß diese sämtlich tatsächlich Mc. Reid- Kabinetts" richtet. Nach den Abmachungen, deren Wort- für den Detailhandel keine Einschränkung vorgeschlagen, während mit der Petition zu identifizieren sind; sie sind zwar diesem Ver= Taut die soeben eingetroffenen australischen Arbeiterblätter veröffents eine solche nicht bloß möglich, sondern direkt notwendig ist. Die bande angeschlossen, aber um ihre Unterschrift sind sie gar nicht lichen, behält jede Partei ihre vollkommene Selbständigkeit. Die alten unglücklichen Arbeitszeiten bon 7-10 und 12-2 können wir befragt worden!( hört! hört!) Wenn es in der Petition heißt, Alliance gilt für die Dauer einer Legislaturperiode und für die doch nicht ewig konservieren. Zahlreiche Inhaber von Detail- daß die Stunden von 8-10 insofern sehr ungünstig liegen, weil am nächsten Wahlen. Die beiden Parteien verpflichten sich, ihren Ein- geschäften haben sich längst dafür ausgesprochen, daß ihnen die Zeit Sonntag sowohl Prinzipale wie Gehilfen gern etwas länger schlafen, fluß dahin aufzubieten, daß die Mitglieder der einzelnen Parteien von 8-10 genügt; der Verein der kleinen Händler hat vor so hört doch mit einer solchen Begründung für gefeßliche Maßnahmen sich gegenseitig unterstüben; ein aus beiden Parteien zusammen einiger Zeit beschlossen, für völlige Sonntagsruhe einzutreten. Für so ziemlich alles auf! Das einzige Vernünftige, was in der Petition geseztes Wahlfomitee entscheidet über die strittigen Size und macht Berlin als erste Stadt des Reiches sollte es eine Ehre sein, auf steht, ist die Ausführung, daß in den Detail- Geschäften diejenigen den Parteien und den Wählern die geeigneten Vorschläge. Beide diesem sozialen Reformgebiet fräftig vorzugehen. In München Waren, welche am Sonntag nicht verkauft werden, an einem Parteien haben sich auch auf ein gemeinsames Programm geeinigt, hat man damit für einige Monate probeweise einen sehr erfolg- anderen Tage zum Verkauf gelangen. Wir beantragen ferner, die dessen hauptsächlichste Punkte sind: das Schiedsgerichtsgeseh; die verheißenden Anfang gemacht, obwohl dort gerade die Landbevölkerung Sonntagsruhe auch auf die Detail- Geschäfte auszudehnen. Aufrechterhaltung eines Weißen Australien"; Anti- Trustgesetz; schon als Käufer in Betracht kommt. Ein Hindernis ist ja die Lage ganze Reihe Handelsstädte sind uns auch hier bereits mit großem staatliches Tabakmonopol; Arbeitergesetzgebung; Alterspension usw. des Sonntagsvormittags- Gottesdienstes. Gelingt es nicht, mit dem Erfolge vorausgegangen, und zwar derart, daß die betreffenden Im Bundesparlament sind heftige Zusammenstöße zwischen dem Konsistorium eine Verlegung von 10 auf 11 Uhr herbeizuführen, so Nachbarortschaften sofort gefolgt sind. Das gilt z. B. für Leipzig Ministerpräsidenten Reid und der Arbeiterpartei an der Tages schlagen wir einen anderen Weg ein, beteiligen wir uns lebhaft an mit seinen zahlreichen großen Vororten, für Dresden, Nürnberg; ordnung. Der Ja- Nein- Minister, wie er von der Arbeiterpartei den Kirchenwahlen, schaffen wir liberale Synoden, dann wird es überall sind nur die Nahrungsmittel- Geschäfte für einige Stunden genannt wird, hat von seinem Gegner Watson schon mehrere tüchtige auch hier anders werden. Ich bitte Sie als einziger Vertreter der ausgenommen. Auf das Experiment von München, welches den Schlappen bekommen. Bei einer Interpellation, durch welche die Angestellten in der Versammlung, als einfacher Kommis, den größten Fremdenverkehr besißt, ist bereits hingewiesen worden. Regierung über ihre Stellungnahme zur Alterspension befragt wurde, Handelsangestellten die Wohltat möglichster Sonntagsruhe zuzu- Nirgends haben die Geschäfte darunter gelitten. Die großen Warenantwortete Reid, daß die Bundesregierung nicht eher die Initiative wenden.( Beifall.) häuser Berlins schließen ebenfalls Sonntags ihre Lokale, desgleichen hierzu ergreifen könne, als bis die Regierungen der einzelnen die Konsumvereins- Geschäfte, die größtenteils mit Nahrungs- und Bundesstaaten ihr Einverständnis hierzu gegeben hätten. Reid hielt Genußmitteln handeln; können diese das, dann können es die zugleich eine große Programmrede, auf welche Watson am nächsten anderen auch, aber nur dann, wenn es allgemein durch Tag in glänzender Weise antwortete. Im ganzen ist der Einfluß 3 wang eingeführt wird, nicht wenn es dem einzelnen überlassen der Arbeiterpartei im australischen Parlament ein sehr großer, der wird. Es ist mir viel lieber, wenn durch Ortsstatut eine solche auch durch die Niederlage des Arbeiterministeriums in keiner Weise Ordnung eingeführt wird, als wenn ich mich erst durch die Res gelitten hat. gierung dazu zwingen lassen soll. Herr Mommsen hat sich unseren Dank verdient, indem er uns gegen Herrn Wallach verteidigte; hoffentlich schadet das ihm in der Zukunft nicht.( Heiterfeit.) Ganz besonders freut mich, daß Herr Mommsen und seine Freunde zuDie Oberrechnungskammer hat, wie der Präsident des Abgeord- Stadtv. Wallach( A. 2.): Schon 1892 und 1899 haben wir hier gelernt haben; es wäre nur sehr erwünscht gewesen, daß sie schon netenhauses v. Kröcher am Dienstag mitteilte, die Frage auf den Antrag Singer auf völlige Sonntagsruhe beraten; etivas früher zu der heutigen Erkenntnis gekommen wären; vielleicht wäre geworfen, ob diejenigen Mitglieder des Abgeordneten Positives ist aber dabei nicht herausgekommen. Damals hat der Ihnen das bei ihren Fähigkeiten schon damals gelungen, wenn sie hauses, die als Reichstags- Abgeordnete freie Gifen- Magistrat durch seinen Vertreter, Stadtrat Weigert, sich stritte ab- sich die Sache ordentlich durchgesehen hätten. Wie man glauben bahnfahrt zwischen ihrem Wohnsiß und Berlin haben, berechtigt lehnend verhalten; er trat für den Unternehmerstand als die Säule kann, mit den Kirchenbehörden, mit denen man sich stets im heftigen seien, die Reisekosten, auf deren Erfaz die Mitglieder des Ab- der Bürgerschaft ein- und diese goldenen Worte, die wohl wir Konflikt befand, jest plöblich zu einer Einigung zu kommen, ist mir geordnetenhauses Anspruch haben, zu liquidieren. Es muß freilich alle, bis auf die theoretischen Sozialpolitiker unterschreiben( Wider- unverständlich. Sie wissen doch, daß eine maßgebende Rolle in der als ein Widerspruch erscheinen, daß Abgeordnete, die als Mitglieder spruch), gelten auch heute noch für uns. Was hat sich nun in der Zwischenzeit Berliner Synode Herr Stöcker spielt, der sogar die Restaurationen des Reichstages freie Eisenbahnfahrt nach Berlin haben, als Mit- geändert? Nichts. Gleichwohl ist er entgegengesetter Ansicht. Die Handels- am Sonntag teilweise oder ganz geschlossen haben will. glieder des Abgeordnetenhauses eine Entschädigung für Reisekosten fammer und die Aeltesten der Kaufmannschaft sowie ein Verband Freiwilligkeit kommen wir nicht weiter. Die Furcht des Herrn Perls erhalten, die sie nicht aufgewendet haben. Jedoch nach Artikel 85 von 50 großen Unternehmervereinen haben sich gegen die Ein- für den Zwang ist wirklich unberechtigt. Wir rufen nicht nach der Verfassungsurkunde, der lautet: Die Mitglieder aus schränkung ausgesprochen; der Magistrat aber sucht sich 69,, Sach- der Polizei; wenn Herr Wallach mit Sabor meint, das läßt tief der Zweiten Kammer erhalten aus der Staatskasse Reisekosten verständige" aus, vernimmt sie und macht uns diese Vorlage! Man blicken", so stimmt das nicht; das einzige, was tief blicken läßt, ist, und Diäten nach Maßgabe des Gesetzes. Ein Verzicht lasse es doch bei der bisherigen Zwanglosigkeit; auch in meinem daß er sich die Sache nicht genau angesehen hat. Wir haben gerade hierauf ist unstatthaft" haben die Abgeordneten nicht Geschäft gab es schon längst feine Sonntagsarbeit mehr. Nur die alle Ursache, uns die Reglementierung von oben vom Halse zu halten. bloß die Berechtigung, Reisekosten zu liquidieren, sondern sogar allerersten Firmen haben freiwillig verzichtet; wir haben aber auch( Stadtv. Wallach: Kommt nie!) Sie können sich unseren Andie Pflicht, die Reisekosten aus der Staatskasse in Empfang auf die kleineren Rücksicht zu nehmen. Die Stunden von trag sehr wohl zu eigen machen. Die Prüfung der Sache ist in der zu nehmen. Wollte die Dberrechnungskammer den Doppel- 8-10 bormittags sind die allerungünstigsten.( Widerspruch.) Gewerbe- Deputation 1½ Jahre lang mit größter Gründlichkeit er mandataren das Benefizium der Vergütung tatsächlich nicht gemachter Für wirkliche Arbeit behält der Kommis da kaum Zeit übrig. folgt, ich hätte nur gewünscht, es wäre ein bedeutenderes Resultat Aufwendungen entziehen, so wäre somit entweder eine Alenderung Es ist charakteristisch, daß gerade die Pioniere der Selbstverwaltung herausgekommen. Für Ausschußberatung werden event. auch wir der preußischen Verfassung oder aber der Bestimmungen über die unter uns immer wieder nach der Polizei schreien; speziell die stimmen; vor allem bitten wir Sie aber, unseren Antrag anzufreie Fahrt der Reichstags- Abgeordneten nach Berlin erforderlich. Sozialdemokraten entwickeln sich immer mehr zur Regierungspartei. nehmen.( Beifall.) Mancherlei Bedenken blieben aber zuvor noch zu beseitigen, da die( Große Heiterkeit.) Am liebsten würde ich die ganze Vorlage sofort Reisekosten- Entschädigung in Preußen sich feineswegs bloß auf die ablehnen; eventuell bin ich auch für Ausschußberatung. Die Eristenz Eisenbahnfahrt bezieht. Zur Herbeiführung einer einheitlichen sehr vieler Geschäfte hängt von der Möglichkeit ab, den Sonntag Regelung wünscht die Oberrechnungskammer die Auffassung der arbeiten zu lassen. Von allen Engrosgeschäften hat sich nur die Verwaltungsbehörden zu hören und ein Gutachten des Finanz- Firma Rudolph Herzog und auch diese nicht einmal unbedingt für ministers. Erst dann erklärt die Oberrechnungsfammer in der Lage eine weitere Beschränkung ausgesprochen. zu sein, eine Entscheidung zu treffen. Auf Grund dieser Mitteilung Stadtv. Mommsen( Fr. Fr.): Die große Mehrzahl von uns der Oberrechnungsfammer beabsichtigt der Präsident des Abgeordnetenhauses die Ueberweisung der Angelegenheit an die Budgettommission zur Vorberatung vorzuschlagen. Parlamentarifches. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. = Stadtv. Perls( N. L.): Wir sehen die Vorlage ebenfalls als Fortschritt an, stimmen aber auch für Ausschußberatung. Die Freigabe des ganzen Sonntags ist für die Engrosgeschäfte nicht durch weg ausführbar, und auch die Gehülfen haben nicht alle die Sonntagsruhe gefordert( Widerspruch) der in Leipzig domizilierte verband hat nur eine Einschränkung verlangt. Mit der Beschränkung auf 2 Stunden könnten sich also auch die Gehülfen begnügen. Es wäre auch zu versuchen, für die Detailgeschäfte etwas Günstigeres herauszuschlagen. Von den Kirchenbehörden ist allerdings nichts zu erwarten. Eine Stadtv. Kämpf( Präsident der Aeltesten der Kaufmannschaft, A. L.) polemisiert gegen den Stadtv. Kollotowsky, der die Gegengründe des Engroshandels zu einseitig beurteilt habe. Daß eine Ausnußung der Arbeitskräfte in den Engrosgeschäften stattfinden, müsse er dem Stadtv. Mommsen bestreiten. Das Drtsstatut fei überflüffig, denndie Arbeitszeit sei bereits fast durchweg auf ein Minimum beschränkt. Diese freiwillige Einschränkung verdiene vor dem Ortsstatut den Vorzug. stimmt der Vorlage grundsätzlich zu; einige würden sogar bereit sein, Wolle man es aber machen, so passe die Zeit von 8-10 vormittags noch weiter zu gehen. Den Vorwurf, daß man zum Schaden der wie die Faust aufs Auge. In der Woche fämen die jungen Leute Selbstverwaltung nach der Polizei rufe, kann man den Freunden gegen 9 Uhr, und am Sonntag sollten sie gezwungen werden, früher der Vorlage doch kaum machen. Der Magistrat hat ebenso wie zu kommen!( Lebhafte Unterbrechungen.) Die Sonntagsruhe solle biele von uns auch in dieser Frage erst lernen müssen und sich nur den jungen Leuten doch einen Lebensgenuß verschaffen; sie fönnten sehr allmählich zu einer anderen Auffassung durchgerungen. Der aber weder in Ruhe ihre Zeitung lesen, noch einen Spaziergang gefegliche Zwang wird auf diesem Gebiete ebensowenig Schaden machen, wenn sie um 128 ins Geschäft müßten. Abhilfe wäre nur stiften, wie er das bisher getan hat. Es soll durch das Ortsstatut durch Abänderung der Kirchzeit zu schaffen, und hier müssen alle nur eine gute Sitte festgelegt und die unnötige Ausnutzung des Hebel in Bewegung gesezt werden. 32. Sigung vom Donnerstag, den 27. Oftober 1904, Personals verhindert werden. So abfolut ablehnend, wie Herr Stadtv. Hinge( Soz.): Der Vorredner hat in meisterhafter nachmittags 5 Uhr. Wallach es darstellt, sprachen sich die Gutachten der Handelskammer Weise für unseren Antrag gesprochen, besser fönnte es auch feiner Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sigung gegen 16 Uhr. und der Aeltesten keineswegs aus; fie stehen zu der Tendenz der von uns machen. Bulegt aber kam der Pferdefuß hervor. Die In den Abteilungen hat die Wahl zweier Ausschüsse statt- Vorlage durchaus sympathisch und nur der Zwang wird von ihnen Petition meint ja auch, Berlin würde auf dem Weltmarkte seine gefunden. Dem Ausschusse für die Vorberatung des Antrages betämpft. Für den Detailhandel wird, solange die unglüdfelige Stellung verlieren, wenn an den Sonntagen nicht gearbeitet werden Dinse betreffend die Verbindung von Moabit und Wedding durch Kirchenzeit von 10-12 besteht, nichts zu erreichen sein; dem guten könnte. Wir haben aber in London vollständige Sonntagsruhe für leberbrückung des Nordringes in Zuge der Putlig und Föhrer- Rat des Kollegen Kollokowsky in dieser Richtung kann ich mich nur Engros- und Detailgeschäfte, in Amerika und Australien des straße gehören u. a. an die sozialdemokratischen Stadtverordneten anschließen.( Beifall.) gleichen, und Sie werden zugeben, daß diese Länder auf Gleinert, hinge und Borgmann. Stadtrat Weigert: Wenn Herr Wallach glaubt, mich mit meinen dem Weltmarkte uns mindestens ebenbürtig sind.( Die VerDer zwischen Berlin und Tegel vereinbarte Vertrags- früheren Aeußerungen in Widerspruch sehen zu können, so habe ich sammlung wird sehr unruhig; der Vorsteher schwingt entwurf über die Verlegung von Gasröhren und die Anlage von erstens hier nur ein Amt und feine Meinung, zweitens aber habe mehrfach die Glocke.) Was von einer Sonntagsruhe übrig bleibt, Gleisen, Ueberführungen usw. im Gemeindebezirk Tegel zur Ver- ich schon 1892 namens des Magistrats erklärt, daß dieser eine weitere wenn die 2 Stunden auf 12-2 gelegt würden, wird jeder beurteilen bindung der Betriebe der neuen Berliner Gasanstalt ist im Einschränkung durchaus für sehr erwünscht halte und sich nur scheue, fönnen; von 10-12 darf bekanntlich gar nicht gearbeitet werden. Ausschusse genehmigt worden, nachdem man sich allseitig überzeugt schon jetzt damit vorzugehen. Auf Grund der inzwischen gesammelten In Deutschland sind im vorigen Jahre noch 7000 bestrafte Verhatte, daß eine Herabminderung der hochgeschraubten Forderungen reichen Erfahrungen ist Ihnen die Vorlage jetzt gemacht worden. fehlungen gegen die Sonntagsruhe bekannt geworden.( Die Unruhe Tegels auf keine Weise zu erreichen sein werde. Der Referent Nach den Ermittelungen der Gewerbe- Deputation besteht de facto in der Versammlung wächst, die Ausführungen des Redners find Stadtv. Kyllmann( Fr. Fr.) empfiehlt daher die Zustimmung zum die zweistündige Arbeitszeit schon im großen Umfange. Unsere troß seines starken Organs nicht mehr durchweg verständlich.) Was Bertrage. Sachverständigen haben wir uns nicht willkürlich ausgewählt, sondern in Frankfurt und Mannheim möglich war, dürfte auch für Berlin durchsie uns von der Handelskammer und den Aeltesten bezeichnen lassen. führbar sein. Es hat ja lange genug gedauert, bis sich der Magistrat zu Die Versammlung beschließt demgemäß ohne Diskussion. bieser Vorlage durchgerungen hat, die nur einen bescheidenen Teil Große Berliner Straßenbahn. Nachdem schon gestern an der Faule Ausreden des Admirals Roschdjestwenski. dessen bringt, was das Gesetz offen gelaffen hat. Der Handels- hiesigen Börse die Kurse der Aftien dieser Gesellschaft eine Steige London, 27. Oktober.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) minister hat seinerzeit einer Deputation, der ich angehörte, direkt rung erfahren hatten, zogen sie heute erneut an, so daß der Kutrs, Dem Minister des Aeußern Marquis of Landsdowne ist heute ein erklärt, daß die gefeßliche Vorschrift nur ein Uebergangsstadium zur der gestern mit 190 Prozent schloß, heute um 4 Prozent höher ausführlicher von Admiral Roschdjestwensky über den Angriff auf vollständigen Sonntagsruhe bilden sollte; wir sehen hier, wie lange stieg. Auch für Aftien der Allgemeinen Elektrizitäts- Gesellschaft und die Fischerflottille erstatteter Bericht mitgeteilt worden. Der Bericht diefer Uebergang schon dauert. Die Anstürme der Unternehmer sind heute lange nicht mehr so groß toie 1891. Eine Umfrage des der Berliner Elektrizitätswerte trat eine starke Nachfrage hervor. fagt, es sei nicht absichtlich auf Fischerboote gefeuert worden. Wenn Verbandes der weiblichen Handelsangestellten hat ergeben, Als Gründe für die Käufe wurden Terrainverkäufe der Straßen- ein verirrtes Geschoß eines der Boote getroffen habe, so sei dies daß von tausend Ladeninhabern fich nur 70 für den bisherigen Zu- bahn und die Verständigung der Straßenbahn- Verwaltung mit dem reiner Zufall. Unter der Fischerflotte seien zwei mit großer stand ausgesprochen haben. In Aachen, Elberfeld, Mannheim find Magistrat genannt, die durch Vermittlung der Berliner Elektrizitäts- Schnelligkeit fahrende Dampfer, die genau wie Torpedoboote Einschränkungen für den Detailhandel auf drei und zwei Stunden werke zustande gekommen sein soll. aussahen, von den russischen Offizieren bemerkt worden. Der bereits eingeführt. Berkin trägt bei seinen 80-100 000 faufmännischen Angestellten in dieser Richtung eine viel größere Verantwortung Hibernia- Aktien- Treiberei. Die Generalversammlung der Admiral habe den Schluß gezogen, daß es japanische waren, und er als die kleineren Städte. Die Firma Herzog hat mit Ausnahme der Hibernia am 22. Oktober scheint die Dresdner Bank wie auch die habe geglaubt, sein Geschwader feuere lediglich auf diese beiden drei legten Sonntage vor Weihnachten bereits die völlige Sonntagsruhe Gegentoalition Handelsgesellschaft- Bleichröder und Konsorten dazu Schiffe. Der Admiral stellt mit Entschiedenheit in Abrede, daß ein eingeführt; wir haben sogar schon jüdische Geschäfte, welche Som- bestimmt zu haben, sich nochmals auf den Ankauf von Hibernia russisches Kriegsschiff zurückgelassen worden sei, welches unterlassen abends und Sonntags schließen. Die Arbeiter- Konsumbereine mit Aftien zu werfen. Die Dresdnerin denkt allem Anschein nach, doch hätte, Boote herabzulassen, um Verwundeten zu helfen. Seine ihren vielen Tausenden von Mitgliedern machen ihre Einkäufe auch noch die ihr an der Hälfte des Aktienkapitals fehlende Aftienmenge Offiziere hätten durchaus nicht gewußt, daß eines der Fischerboote in der Woche. Für die Detailgeschäfte soll nach unserem Antrage auftreiben zu können, während die mit der Hibernia- Verwaltung von einem Schuß getroffen worden sei. Der Admiral äußert sein ein Uebergangsstadium mit zwei Stunden Beschäftigung von 8-10 Uhr berbundene Finanzgruppe diesen Plan mit allen Mitteln zu hinter- und der ganzen Flotte Bedauern darüber, daß irgend ein Fischerboot offen bleiben. Leider find für Herrn Wallach die 80 000 Angestellten treiben sucht. Die Folge ist eine immer weitere Steigerung der anscheinend Luft; und ähnlich scheint die Sache auch beim Magistrat Kurse der Hibernia- Aktien. Am 21. Oktober, dem Tage vor der Schaden gelitten hätte und Personen getötet worden seien. Er fügt zu liegen. Ich schließe mit dem Wunsche, daß Sie unseren Anträgen Generalversammlung, stand der Kurs auf zirka 280 Broz., vorgestern hinzu, die beiden Schiffe, auf welche gefeuert wurde, feien unverkenn zu liegen. Ich schließe mit dem Wunsche, daß Sie unseren Anträgen auf 290 Proz. Auch der Kurs der neuen Aktien, der zuletzt 275 Broz. bar von Kriegsschiffs- Typus gewefen. zustimmen mögen.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Stadtv. Dove( A. L.): Auch unter uns find einige theoretische Sozialpolitiker". Die soziale Braris des Kollegen Wallach hat mir auch nicht besonders imponiert. Man will sich nicht zwingen lassen, schön, aber das Gesetz statuiert doch für die fünf Stunden bereits den Zwang! Es liegt in unseren Verhältnissen, daß wir den Zwang brauchen. Die Polizei fann uns zwar nicht mit einer weiteren Beschränkung kommen, wohl aber fönnte das Gesez geändert werden, und davon hat man schon bei der Beratung des§ 105b G.-D. sprochen. Die Anregung wegen der Kirchenwahlen ist nicht von der Hand zu weisen. ge Nachdem noch Stadtv. Rosenow( N. L.) sich unter Polemik gegen Kämpf als der einzige seiner Fraktion vorgestellt hat, der bereit ist noch über das Drtsstatut hinauszugehen, und Stadtv. Cassel( A. L.) auch für Ausschußberatung furz eingetreten ist, wird die Vorlage mit dem Antrage der Sozialdemokraten und einem Antrage Wallach an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern überwiesen. notierte, schnellte gestern um 5 Proz. empor. Für die alten Aktien Die„ Siegesfahrt" des baltischen Geschwaders. wurde gestern kein Kurs notiert. Die Handelsgesellschaft beantragte Breft, 27. Oftober.( W. T. B.) Ein hier vor Anker gegangenes Streichung, weil der Nachfrage von zirka 75 000 m. nur ein Angebot von etwa 15 000 M. gegenüberstand, und die Kursfeststellung gegen russisches Transportschiff hat heute nachmittag Lebensmittel geladen die lehte Notierung wesentlich höher hätte sein müssen. Es handelte und wartet jetzt auf den Befehl zum Auslaufen. fich um eine Lieferungsverpflichtung einer hiesigen Firma an genannte Bant, für welche die erstere die erforderlichen Stücke nicht beschaffen konnte. Möller danken. So schöne Ertraprofite haben sie vor drei Monaten Die Aktionäre der Hibernia können der Genialität des Herrn taum geahnt. des Abgeordnetenhauses beschlossen hat, die Angelegenheit der VerInteressant ist, daß die Fraktion der Freisinnigen Volkspartei staatlichung der Bergwerksgesellschaft Hibernia zum Gegenstande erhalten, seine Verstaatlichungsaktion näher darzulegen. einer Interpellation zu machen. Herr Möller wird also Gelegenheit Durch Einrichtung und Betrieb einer Abteilung Zum Schiffahrtskrieg. Der N. Fr. Presse" wird aus London für 120 Geschlechtstranke im ehemaligen Erziehungshause gemeldet, daß der Generaldirektor Ballin sowie die Direktoren am Urban find 8200 M. Mehrkosten entstanden. Die Versammlung Kuranda und Frankfurter von der„ Adria" sich in London befänden. wird um die Bewilligung ersucht und soll gleichzeitig die Umwandlung Eine Besprechung mit Lord Inverclyde stehe bevor. Nach der Ansicht der Oberschwesterstelle in eine Oberwärterstelle unter Bewilligung der Londoner Schiffahrtskreise sei die Aussicht auf ein Nachgeben der Mehrausgabe bis zu 420 M. genehmigen. Cunardlinie jetzt noch weit weniger als früher vorhanden, da die Gesellschaft ausgezeichnete Geschäfte mache und den Kampf weiterführen will. Der Vorsteher empfiehlt dringend die Vorlage zur Annahme. Die Versammlung genehmigt die Magistratsvorschläge. Der Verwendung einer an der Sonnenburger Straße gelegenen städtischen Landfläche zur Errichtung einer Gemeinde Doppelschule hat der niedergesetzte Ausschuß zugestimmt und dem von einer Seite vertretenen Gedanken, schon bei dieser Gelegenheit einen Teil desselben Geländeblocks für die projektierte III. Oberrealschule zu reservieren, keine weitere Folge gegeben. Die Versammlung beschließt dem entsprechend. Bei der Landes Versicherungsanstalt Berlin soll ein viertes beamtetes Vorstandsmitglied mit dem Gehalt der Magistratsräte( 4600-7500 M.) angestellt werden. Stadtv. Modler( A.-L.) hat Ausschußberatung beantragt. Stadtv. Stadthagen( Soz.) fann sich dem nur anschließen. Die Begründung der Forderung sei lückenhaft und teilweise nicht einmal recht verständlich. Im Ausschusse werde man vielleicht eine zureichendere Motivierung erhalten. Stadtv. Modler verzichtet hiernach auf das Wort. 0 Bigo, 27. Oktober.( W. T. B.) Die Regierung hat gestattet, daß jedes hier liegende ruffische Kriegsschiff 400 Tonnen Kohlen ein nehmen darf. Das Geschwader versieht sich hier in ausgedehntent Maße mit Vorräten. " Bigo, 27. Oktober.( B. H.) Der hier liegende deutsche Dampfer Ballas", von dem es hieß, daß er für die Russen Kohlen an Bord habe, hat eine Ladung Explosivstoffe an Bord. Die Situation. Malta, 27. Oftober.( W. T. B.) Heute sind der britische Kreuzer Bacchante" mit dem Konter- Admiral Walter und das Schlachtschiff Albemarle" mit dem Konter- Admiral Hamilton an Bord, ferner das Schlachtschiff„ Montagu" und sechs Torpedoboots. zerstörer von Korfu hier eingetroffen. Das Schlachtschiff" Queen" und neun Torpedobootszerstörer sind mit unbekannter Bestimmung von hier abgegangen. Fiume, 27. Oktober.( B. H.) Der englische Konter- Admiral Gustance erhielt heute ein Telegramm des englischen Marineamtes, welches dringende Orders für die hier weilenden englischen Schiffe enthielt. Die Dampfer treffen Vorbereitungen, um heute Mitternacht auszulaufen und sich in Pola mit den dort liegenden englischen Schiffen vereinigen zu können. Rom, 27. Oktober.( B. H.) Die Offiziere des englischen Ges schwaders, welches Venedig verlassen hat, erklärten, daß, falls Rußland vor Eintreffen der russischen Schiffe in Port Said keine Gr. flärung abgegeben habe, sich das englische Geschwader der Durch fahrt der russischen Schiffe durch den Suez- Kanal widersetzen würde. Rom, 27. Ottober.( B. H.) Privattelegramme aus Londoner gut unterrichteten Kreisen besagen, der Krieg sei unvermeidlich, wenn Rußland nicht alle englischen Forderungen bewillige und besonders, wenn es sich weigere, die schuldigen Offiziere vor das Kriegsgericht zu stellen. Bon einer geplanten Aenderung der Verfassung des KohlenSyndikats weiß das„ Berliner Tageblatt" zu berichten. Bekanntlich leiden die Mitglieder des Syndikats, die nur Kohlenzechen haben, in zunehmendem Maße unter dem Vorrechte der Hüttenzechen, deren Selbstverbrauch nicht auf ihre Beteiligung angerechnet wird. Die Hüttenzechen können deshalb ihre Förderung in weit höherem Grade steigern als die reinen Kohlenzechen. Letztere haben diesen Zustand schon lange als Mißstand empfunden. Nun liegt eine neue Aeußerung gegen diesen Zustand vor, die anscheinend vom Syndikat felbst ausgeht. Darin wird ausgeführt, daß die Vorteile des Hüttenzechen- Privilegs einen Anreiz bilde, dieses Vorrecht auf andere auszudehnen. Dadurch werde aber der Bestand des Syndikats gefährdet. Der einzige Ausweg aus diesen Schwierigkeiten bilde die Kontingen tierung des Selbstverbrauches der Hüttenzechen. Die reinen Zechen erklärte der Ministerpräsident Maura in Beantwortung einer An= seien für die damit verbundene Abänderung des Syndikats- Vertrages zu haben; auch im Interesse der Hüttenzechen liege es, dieser Anfrage wegen des Aufenthaltes russischer Kriegsschiffe in Vigo, die regung zuzustimmen. Denn, so wird auseinandergesetzt, nur durch Neutralität werde auf das strengste beobachtet. die Kontingentierung könnten die Werke, die heute im Besize von Hüttenzechen sind, die Kräftigung ihrer noch nicht in derselben Lage befindlichen Wettbewerber verhindern. Die Vorlage geht an einen Ausschuß von 10 Mitgliedern. Zur Veranstaltung einer Feier zum 100jährigen Todestage Schillers, 9. Mai 1905, soll der Rathaus- Festsaal fostenlos dem Giordano Bruno Bund überlassen werden. Stadtv. Stapf( A. L.) schließt aus der Vorlage, daß Die Aktiengesellschaft für Anilinfabrifation in Treptow bei der Magistrat selbst am hundertjährigen Todestage Schillers Berlin hat, der Badischen Landeszeitung" zufolge, gestern den Abfeine Feier von Stadt wegen zu veranstalten beabsichtigt. schluß über die Erwerbung von 160 000 Quadratmeter Gelände auf Dann fönne man ja gewiß den Saal dem Verein, der Rheinau bei Mannheim gegen Barzahlung vollzogen und sich die sich zuerst gemeldet habe, überlassen. Redner fündigt einen Antrag Cption auf weitere 160 000 Quadratmeter Grundstücke gesichert. an, der eine Beschlußfaffung über das Ob und wie der Beteiligung Der Bau der neuen Fabrit soll alsbald in Angriff genommen werden. Berlins an einer solchen Feier herbeizuführen bezweckt. Dem Magistratsantrage wird darauf zugestimmt. Herstellung von Stahl auf elektrischem Wege. In der AufsichtsDie Anträge Antric betreffend die Kaufmanns- rats- Sißung der Aluminium- Industrie, A.-G., Neugerichte und die eventuellen Abwehrmaßregeln gegen das hausen, die am 25. Oktober zu Düsseldorf stattfand, wurde beschlossen, nur auswärts untersuchte Fleisch werden wegen der vor- zur Verwertung des von Géronet erworbenen Patentes, das Stahl gerückten Zeit von der Tagesordnung abgesetzt und die öffentliche auf elektrischem Wege herzustellen gestattet, ein Stahlwert mit Sigung um 19 Uhr geschlossen. mäßiger Produktionsziffer zu gründen. Es liegen hierzu bereits einige Offerten vor; der Aufsichtsrat beschloß jedoch, zunächst einige weitere Anerbieten abzuwarten. Aus Induftrie und Handel. Gewerkschaftliches. ( Siehe auch 1. Beilage.) Madrid, 27. Oftober.( W. T. B.) In der Deputiertenkammer London, 27. Oftober.( B. H.)„ Central News" erfährt, daß morgen früh die Frist für Rußlands Antwort ablaufe. Sei dann feine befriedigende Antwort eingelaufen, so werde das Kabinett morgen mittag um 12 Uhr zusammentreten. In London ist die Spannung sehr groß. Die Zeitungen finden schnellen Absah. Trauerkarten mit einem schwarzen Rand, die den Tod der russischen Flotte anzeigen, werden auf den Straßen verkauft. London, 27. Oktober.( B. H.) Aus Marinefreisen wird mit. geteilt, die russische Regierung habe als Entschädigung für die Hinterbliebenen der Huller Katastrophe 1 Million Rubel angeboten. London, 27. Oftober.( W. T. B.) Heute nachmittag fand in der Wohnung des Premierministers Balfour eine Besprechung statt, an der außer ihm der Geheimisiegelbewahrer Lord Salisbury, der Minister des Aeußeren Marquis of Lansdowne, der Erste Lord der Admiralität Earl of Selborne und der Generalstaatsanwalt Sir R. Finlay teilnahmen. Mail" heute gebrachten Meldung, daß die englische Regierung an die London, 27. Oktober.( W. T. B.) Entgegen der von der„ Daily russische ein Ultimatum gestellt und die Bewilligung aller Forderungen bis heute nachmittag verlangt habe, erfährt das„ Reutersche Bureau", daß von einem Ultimatum feine Rede ist. Baris, 27. Oktober.( W. T. B.) Der„ Temps" meldet aus London, der französische Botschafter Cambon habe dem englischen Minister des Auswärtigen Marquis of Lansdowne das Anerbieten der französischen Regierung übermittelt, ihre guten Dienste zur Regelung des englisch- russischen Streitfalles zu betätigen, falls man dieselben behufs prompter Lösung für nüßlich halte. Bestattung der Opfer. Neue russische Anleihe. An der Pariser Börse tauchte schon vor einigen Tagen das Gerücht auf, Rußland unterhandele mit französischen Finanziers wegen der Aufnahme einer neuen russischen Die Polizei- Maßnahmen am Süd- Ufer Anleihe im Betrage von 11%, Milliarden Frank. Das Gerücht wurde sind gestern abend schon wesentlich gemildert worden. Während von einem Teil der französischen Finanz- und Handelsblätter als vorgestern der Verfehr für sämtliche Bassanten, die nicht ArbeitsErfindung verspottet; tatsächlich scheint aber doch etwas Wahres willige oder deren spezielle Freunde waren, beschränkte die Polizei daran zu sein, wenn auch die Angaben über die Höhe der neuen sich gestern mur" auf die Zurückweisung von Streitposten. Doch Anleihe und den Modus der Aufnahme größtenteils auf bloßen dies Geschäft besorgte der kommandierende Wachtmeister dafür auch mit einer peinlichen Gewissenhaftigkeit. Selbstverständlich hatte die Hull, 27. Oktober.( W. T. B.) Heute nachmittag wurden die Kombinationen beruhen mögen. Auch der Londoner" Standard" Bekanntgabe der eigenartigen Straßensperrung, die allerdings nicht zwei bei dem Vorfall in der Nordsee ums Leben gekommenen Fischer, meldete vorgestern, daß das russische Finanzministerium mit deutschen durch den Polizeipräsidenten, sondern als. freie Kritik der Presse er- Bublikum gab seiner Teilnahme für die Opfer und seiner Verberen Leichen hierher gebracht worden sind, feierlich bestattet. Das und französischen Bankhäusern die Begebung von 54 Millionen folgt war, gestern ein zahlreiches Publilum nach der Fennbrüde urteilung der Handlungsweise der ruffischen Flotte in lebhaften Pfund Sterling( zirka 1100 Millionen Mark) 5 prozentiger Schaz gelodt. Ausschreitungen irgend welcher Art kamen jedoch nicht vor; Sundgebungen Ausdrud. In der Nachbarschaft der Wohnungen der bonds abgeschlossen habe, von denen die Hälfte auf dem deutschen die Passanten schüttelten nur lächelnd die Köpfe beim Anblick der Getöteten, wohin die Leichen vom Schauhause gebracht waren und Markt, die andre Hälfte in Frankreich und Belgien zur Ausgabe ge- Bolizeimannschaften, die soviel Umstände machen, um ein Häuflein von wo aus der Zug nach dem Friedhof sich in Bewegung setzte, langen soll. Und zugleich wird der Frankfurter 3tg." aus Peters- Arbeitswilliger vor eingebildeten Gefahren" zu beschirmen. hatten sich Tausende von Menschen angesammelt. burg geschrieben: Wie ich höre, befinden sich zur Zeit die Herren Am Mittwoch war die Polizei in ihrem Schußeifer fogar soweit geeinen Berichterstatter der Bols- Zeitung" den der 5 Geheimrat v. Mendelssohn- Bartholdy und C. Fischel von dem Ber- gangen, einen Berichterstatter der Belagerungszustand am Süd- Ufer beruflich interessierte, aus liner Bankhause Mendelssohn u. Co. in Petersburg. Beide Herren der Straße zu verweisen. Da die Nervosität der Beamten hatten wiederholte Besprechungen mit dem Finanzminister, doch gestern aber schon erheblich abgenommen hatte, so ist vielleicht zu handelte es sich, wie ich dies auf Grund der allerbestimmtesten In- erwarten, daß im Laufe der nächsten Tage in jener Gegend wieder formationen versichern kann, nicht um eine neue ruffifche leidlich normale Zustände Platz greifen werden. Anleihe. Zu gleicher Zeit ist Herr Direktor Rothstein von der St. Petersburger Internationalen Handelsbank in Prozeß Dautriche. Paris, 27. Oftober.( W. T. B.) François bespricht sodann die von dem Agenten Tomps angestellte Untersuchung, die beweisen sollte, daß die Aussagen Czernustis im Prozeß in Rennes falsch gewesen seien, erörtert dann ferner die Beziehungen Tomps zu follte, daß die Aussagen Czernustis im Prozeß in Rennes falsch Mathilde Baumler, Wessel und Brzyborowski und schließt mit der festen Versicherung, er habe während seiner Beschäftigung im Nach richtenbureau nichts Sträfliches getan. Hierauf wird die VerhandParis, um über die Angelegenheiten der Ruffisch- Chinesischen Letzte Nachrichten und Depefchen. berat. Bank zu unterhandeln. Auch hier soll es sich nicht um eine neue Anleihe handeln." Tung Reservistenausschreitungen. Mohilew, 27. Oftober.( Meldung der Russischen TelegraphenAgentur".) Die aus Bychowa gemeldeten Ausschreitungen der Reservisten waren keine eigentlich antisemitischen; aus Anlaß der Mobilisation waren sie von Landleuten hervorgerufen, welche die Fenster mehrerer Häuser zertrümmerten und Läden erbrachen. Die Menge griff barauf Häuser von Juden und Christen an. In einigen Orten der Provinz fanden gleichfalls Ruheftörungen statt, doch ist die Ordnung wiederhergestellt. Gewaltmaßregeln gegen eine Arbeiterorganisation. Budapest, 27. Oftober.( Privatdepefche des„ Vorwärts".) Auf Die Versicherung, daß es ſich nicht um eine Anleihe eine einfache Demunziation seitens der Arbeitgeber wurde heute die handelt, ist wertlos. Rußland braucht Geld, die Ausgabe stärkste Sektion neuer Kreditbillette läßt sich nicht alle paar Wochen wiederder Holzarbeiter vom Minister des Innern holen und bringt außerdem zu wenig, ſo ſieht sich denn suspendiert. Die Mitgliederzahl war 2500. Die Aufregung der bas Finanzministerium gezwungen, unter allen Umständen auf dem Arbeiter ist ungeheuer. Nächste Woche halten jämtliche Branchen Die Tischler treten wahr ausländischen Geldmarkt neue Mittel anzuschaffen, mögen auch die Protestversammlungen ab. Bedingungen recht ungünstige sein. Fraglich ist nur, ob die be- scheinlich alle in den Streit. teiligten Banken sich dazu verstehen werden, daß die Begebung schon Neue Heldentaten" des baltischen Geschwaders. jezt erfolgt. Die Sache ließe sich besser inszenieren, wenn zuvor Geeftemünde, 27. Oktober.( B. H.) Auch der heute hier einKuropatkin über einen kleinen Sieg zu berichten vergetroffene hiesige Fischdampfer Sonntag" ist von der russischen möchte. Vielleicht erklärt sich aus diesem Bedürfnis die vor einigen Wochen aus Petersburg Flotte bei Doggelbank 2½(?) Stunden lang beschossen, aber nicht an Kuropatkin er gangene Weifung, die Offensive zu ergreifen. Statt mit einem getroffen worden. Sieg endeten jedoch die Kämpfe am Schaho mit einem weiteren des in Stavanger beheimateten Dampfers Staatö" fchreibt, sein hat aufcheinend nicht unerhebliche Beschädigungen erlitten. Die Drammen( Norwegen), 27. Oftober.( W. T. B.) Der Kapitän Zurückweichen der russischen Truppen. Läßt sich jedoch keine Bendung des Kriegsglüds" verkünden, dann müssen andere Schiff sei am Sonntag im Kanal von einem russischen Kriegsschiff Stimulationsmittel helfen. So werden wir denn wahrscheinlich beschoffen worden. Als der Dampfer die norwegische Flagge hißte, demnächst in den Börsenblättern wieder allerlei schöne Artikel und habe das Schießen aufgehört. Unmittelbar darauf seien 18 KriegsNotizen über die enormen natürlichen Hülfsquellen Rußlands, feine schiffe vorbeipassiert. Der Dampfer ist am Montag in London einungehobenen Bodenschätze, seine geordnete Finanzverwaltung usw. Tefen. getroffen. " Vom ostasiatischen Kriegsschauplate. Mulden, 27. Oktober.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Lezte Nacht fand am Nordufer des Schaho, direkt südlich von Mulden, ein Artilleriekampf statt. Während der Nacht wurde starkes Geschüßfeuer gehört, das heute anhielt. Die Russen sind die Angreifer. Bremen, 27. Oftober.( W. T. B.) Das Feuer auf dem in Livorno liegenden Argo- Dampfer Afrika" ist gelöscht. Der Dampfer Ladungsbeschädigung ist noch unbekannt. Petersburg, 27. Oktober.( W. T. B.) Durch einen Tagesbefehl des Kaisers vom 25. d. M. wird bestimmt, daß die Dampfer der Freiwilligen- Flotte Smolenst" und" Petersburg" der Flotte als Streuzer eingereiht werden und fortan die Namen Rion", beztv. „ Dniepr" führen sollen. Berantw. Redakt.: Paul Büttner, Berlin. Inserate verantw.( mit Ausnahme der Neue Welt" Beilage): Th.Glode, Berlin. Drudu.Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanft. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen u.Unterhaltungsbl. it. 254. 2i. z-w-g. t KllW des„WliRlts" Mm Nlllkshllltt. 28. sww tM. partei-l�ackrickten. Totenliste der Partei. Einen Veteranen hat die Partei in Chemnitz verloren. Dort starb im Alter von 72 Jahren der Genosse Theodor S u st. Der Verstorbene, der von Haus aus Gymnasialbildung genossen hatte und seine öffentliche Laufbahn als Redakteur des demokratischen Bamberger Journals begann, hat der Arbeiterbewegung seit Jahrzehnten wertvolle Dienste geleistet. Im Jahre 1884 übernahm er die Leitung des„Glauchauer Beobachters" und redigierte das Blatt auch in Chemnitz, wo es unter dem Namen„Die Presse" weiter erschien, bis zum Jahre 1890. Dann ging er in den Dienst der Versicherungs- gesetzgebung über, indem er in der Chemnitzer Ortskasse die Ab- teilung fiir Invalidenversicherung leitete. Hier hat er Bedeutendes geleistet. Jahrelang hat er auch dein Ausichusse und später dem Vorstande der Versicherungsanstalt Königreich Sachsen angehört. Ebenso war er bis zuletzr Beisitzer des Schiedsgerichts für Arbeiter- Versicherung. Auch als Agitator war er sehr beliebt. Btchrnrals hat er zum Reichstage kandidiert. Als Lehrer in Unterrichtsstnsen für Arbeiter und als Förderer des Arbeiter-Gesangvereinswesens hat er gleichfalls viel geleistet. Der Redaktion uiiseres Chemnitzer Partei- blattes lvar er stets ein willkonunener Mitarbeiter auf dem Gebiete des Versicherungswesens. Seit 1902 lvar er schwer krank, so daß er nicht mehr arbeiten konnte. Die Parteigenossen werden ihm ein ehrendes Andenken be- Wahren.— Ein Opfer seines Berufs wurde der Parteigenosse Fritz Lehmann aus S l a m e n bei Spremberg. Er lvar als Zimmer- mann bei einem Brunnenbau in Pulsberg bei Spremberg be- schüftigt. In dem Brunnenschacht entwickelten sich giftige Gase, die ihn zu ersticken drohten. Er rief um Hülfe, worauf sein Kamerad Richter sich in den Schacht hinabließ. Beim Hochziehen versagte durch irgendwelchen unglücklichen Zufall die Foderung, der Eimer mit den beiden Unglücklichen blieb stecken und als es endlich doch gelang, beide aus dem Schacht herauszuziehen, war Lehmann tot, während Richter nur noch schwach atmete. Die Wiederbelebungsversuche waren vergeblich; bald darauf ist auch Richter gestorben. Unsere Genossen von Spremberg und Slamen betrauern in dein auf so tragische Weise aus dem Leben geschiedenen Fritz Lehmann einen ihrer Besten. Lehmann hat langjährig Vertrauensposten in der Arbeiterbewegung bekleidet und genoß die Achtung der Slamener Einwohnerschaft in so hohem Maße, daß er wiederholt zum Gemeindevorsteher gewählt, von der Regierung des KlassciistaateS allerdings nie bestätigt wurde. Er hinterläßt seine Frau mit einem Kind. Sein Kamerad Paul Richter stand noch in jugendlichem Alter. Ei» schlcsischer Provinzialpartcitag wird am 4. Dezember in Liegnitz abgehalten werden. GexverKscKaftUcbes. Das Gewerkschaftsplakat in der Gastwirtschaft. Die Bestimmungen des alten preußischen Prcßgesetzcs über das öffentliche Anschlagen, Anheften und Ausstellen von Bekannt- machungen, Plakaten und Aufrufen sollten zwei Restauratcure in Königs- Wusterhausen dadurch übertreten haben, daß sie in ihren Lokalen Zettel mit gedruckten Ankündigungen des Verbandes der Bau-, Erd» und H ü l f s a r b e i t e r und Arbei- t e r i n n e n Deutschlands ausgehängt hatten. Auf den Zetteln ist zunächst in größerer Schrift der Name des Verbandes genannt. Dann werden Zweck und Beitrittsbedingungen, sowie die Beitritts- gelegenheiten aufgeführt. Eine polizeiliche Erlaubnis zu dem Auf- hängen der Zettel war nicht nachgesucht worden. Deshalb wurden die Angeklagten auf Grund der§§ 9, 10 und 41 des preußischen Preßgesetzes vom Landgericht II als Berufungsinstanz zu Geld- strafen verurteilt, nachdem die Sache bereits das Kammergericht beschäftigt hatte und ein früheres freisprechendes Urteil des Land- gerichts aufgehoben worden war. Begründend wurde ausgeführt: Nach§ 30 Absatz 2 des Reichs- Preßgesetzes werde durch dieses nicht berührt das Recht der Landes- gesetzgebung, Vorschriften zu erlassen über das öffentliche An- schlagen, Anheften, Ausstellen, sowie die öffentliche, unentgeltliche Verteilung von Bekanntmachungen, Plakaten und Aufrufen. Diese Bestimmung bedeute nicht nur die Aufrechterhaltung des fraglichen Rechts der Landesgesctzgebung für die Zukunft, sondern auch eine Sicherung der entsprechenden landcsgesetzlichen Borschriften, die schon beim Erlaß des Reichsgesetzes bestanden. Insoweit es§ 30 Nr. 2 des Reichsgesctzes zulasse, beständen also die Vorschriften des preu- ßischen Preßgesetzes noch zu Recht. Sei das aber der Fall, dann müßten die Angeklagten verurteilt werden, weil sie ohne polizeiliche Erlaubnis die Plaiatzettel mit jenen Ankündigungen an«öffent- lichen Orten", nämlich in ihren, jedermann zugänglichen Gastwirt- schaften, aufgehängt hätten. Die hiergegen eingelegte Revision wurde damit begründet, daß eS sich hier um Nachrichten für den gewerblichen Verkehr handele, auf welche das Erfordernis der polizeilichen Erlaubnis nicht An- Wendung finde. Zum gewerblichen Verkehr gehörten auch die Organisationen der Arbeiter und Arbeitgeber und ihre Angelegen- heiten. DaS Kammergericht verwarf die Revision mit folgender Be- gründung: Der Senat nehme an, daß man es hier mit Ankündi- gvngen für den gewerblichen Verkehr nicht zu tun habe. Gemeint seien damit im Gesetz Ankündigungen an daS große Publikum, die der Reklame dienlich seien, nicht aber Bekanntmachungen, die der Organisation bestimmter Klassen dienen sollten und sich damit be- faßten, gewisse Personen darauf hinzuweisen, daß sie die Möglichkeit hätten, sich für einen Streik zu organisieren. DaS seien keine ge- werblichen Angelegenheiten im Sinne des Gesetzes. Im übrigen entspreche die Vorentscheidung ebenfalls der Auffassung des Kammer- gerichts._ Berlin unft tlmgegencl. Die Aussperrung in der Gelbmctallindustrie läßt noch immer keine Aussichten auf eine Beilegung des Kampfes als vorhanden erscheinen. In der gestrigen, besonders stark besuchten Strcikversammlung, in der Cohen und Wiesenthal den Situationsbericht gaben, wurde die gegenwärtige Phase des Kampfes gewissermaßen als die Zeit der Krisis bezeichnet, nach der es sich allmählich für beide Teile entscheiden werde, nach wessen Seite sich das Zünglein der Wage neige. Schon sei in der„Staatsbürger- Zeitung" und einem Köpenicker Lokalblatt die Mär verbreitet� der Streik sei beendet und für die Arbeiter verloren. Launig erklarten die Redner diese Nachricht als einen Traum des spiricus rector der„Staatsbürgerin", des Dreschgrafen Pückler. Da aber auch in Fabrikantenkreiscn die irrige Meinung verbreitet gewesen sei, als würden die Arbeiter am gestrigen Donnerstag die Arbeit be- dingungslos wieder aufnehmen, so gewinne es immer deutlicher den Anschein, als würden von der Drcsdenerstrahe aus absichtlich Mißverständnisse zwischen Arbeitern und Fabrikanten hervor- gerufen, um lctztere�auf eine etwas künstliche Art von einer Per- ftändigung mit den Streitenden zurückzuhalten. Denn daß bei einem großen Teil der Fabrikanten Friedensneigungen vorhanden seien, deveise wieder die Mitteilung eine« namhaften Unternehmers an einen Arbeiter, wonach die Fabrikanten kürzlich eine Versammlung gehabt und sich mit 110 gegen einige 50 Stimmen für Vorhand- langen mit den Streikenden erklärt haben. Offiziell sei der Streik- lcitung von diesem oder einem ähnlichen Beschlutz aber nichts mit- geteilt worden. Im Gegenteil habe die Streikleitung, nachdem sie der Vcrtrauenskommission der Fabrikanten jüngst das bekannte Resultat der geheimen Abstimmung über die Verhandlungsresolution übermittelte, von dieser die Antwort erhalten, daß sie den von der Strcikversammlung vorgeschlagenen Weg zur Verständigung zunächst noch nicht für gangbar halte, sondern es den Streikenden anHeim- stelle, sich persönlich an die Arbeitgeber zu wenden, die fiir ihre Arbeiter ja stets zu sprechen seien. Cohen führte diese Scheu der Fabrikanten vor einer Verständigung gewissermaßen auf deren un- nötige Besorgnis vor einer Blamage zurück, die sie von ihrem Herrenstandpunkte aus wahrscheinlich in einer Verhandlung er- blicken, wogegen die Arbeiter, ihre Lohnkämpfe als notwendige Folge der wirtschaftlichen Verhältnisse betrachtend, auch in dem Abschluß derselben, ganz gleich wie dieser ausfällt, nichts Blamables zu finden vermögen. Was den Vcrhandlungsvorschlag selbst anbelangt so hält Redner denselben auch für die Fabrikanten als durchaus akzeptabel. Es werde lediglich die Parität bei den Verhandlungen beansprucht. Verlangen die Arbeitgeber, daß die Vertreter der Arbeiterorganisation dabei offiziell ausgeschaltet werden, so er- fordere die einfachste Gerechtigkeit auch die Ausschaltung der offi- zicllcn Vertreter der Arbcitgebcr-Organisation. Es könne dann ja eine beiderseits freigewählte Kommission die Verhandlungen führen, wobei es gleichgültig sei, ob solcher Kommission Vertreter der einen oder anderen Organisation angehören oder nicht, da sie unter solchen Umständen keinerlei offiziellen Charakter trage. Das sei auch der Sinn der ketztbeschlosscnen Resolution, und daraus ergebe sich auch ganz von selbst, daß die Fabrikanten von den Arbeitern eine bedingungslose Wiederaufnahme der Arbeit gar nicht verlangen könnten. Uebrigens habe die geheime Abstimmung über jene Re- solution die Ansicht der„Arbeitgcber-Zcitung", als wäre die Mehr- hcit der Arbeiter für einen möglichst schnellen, wenn auch bcdingungs- losen Abbruch des Kampfes, in eklatanter Weise ad absurdum geführt. Deshalb fordere er, Redner, jetzt seinerseits die Vertrauens- kommission der Fabrikanten auf, ebenfalls eine geheime Abstimmung unter den Arbeitgebern vornehmen zu lassen und ihnen denselben Verhau dlungs» v o r s ch l a g zu machen; dann werde sich sicher zeigen, daß die Mehr- hcit der Fabrikanten lieber den Frieden als die kostspielige Fort- sctzung des Kampfes wünscht. Redner bezweifelt jedoch, daß die Vcrtrauenskommission den Mut zu einer derartigen Abstimmung besitzen wird.— Es wurde dann weiter zur Sprache gebracht, wie sich die Fa- brikanten mit negativem Erfolge nach wie vor bemühen, Arbeits- willige herbeizulocken. So hatte u. a. die Firma H o l y aus Meißen mehrere junge Leute unter Verschweigung des Streiks hergeholt. Als sie von den Streikposten dann unterrichtet waren, versagten sie der Firma die Arbeit, worauf diese ihnen die Herausgabe der Papiere verweigerte. Erst die Polizei mutzte ihnen zu ihrem Eigentum ver- helfen. Kürzlick) ist auf dem Arbeitsnachweis in der Dresdener- stratzc sogar einem weggelaufenen mecklenburgischen Hofgänger, der gänzlich ohne Papiere war, ein Handschein verabfolgt worden; ein weiteres Zeichen dafür, was die Fabrikanten jetzt alles für„Kräfte" einstellen. Der Liebe Mühe war aber auch in diesem Falle ver- gcbens, denn der mit dem Handschein Beglückte nahm die Arbeit ebenfalls nicht an. Zur Anssperrung der Möbeltischler ist zu berichten, daß sich am Donnerstag 23 Mitglieder des Holzarbeiter-Vcrbandes als neue Ausgesperrte gemeldet haben. Sie sind aus 16 Werkstellen entlassen, von denen eine mit einem Ausgesperrten neu hinzugekommen ist. Nach dem Beschluß der am letzten Montag abgehaltenen Tischler- meistervcrsammlung sollen sämtliche Lohnarbeiter sofort ausgesperrt werden. Wenn dieser Beschlutz ausgeführt würde, müßte sich die Zahl der Ausgesperrten bereits um einige Hundert vermehrt haben. Die 23 neuen Ausgesperrten sind jedoch sämtlich Akkordarbeitcr, die mit ihrer Arbeit fertig geworden sind. Seit jenem Beschluß ist noch nicht ein einziger Lohnarbeiter als ausgesperrt gemeldet worden. Achtimg, Tischler! Um allen falschen Berichten über die Zahl der Mitglieder des Fachvereins, die durch die Aussperrung in Mit- leidcnschaft gezogen sind, ein Ende zu machen, sei folgendes mit- geteilt: Ausgeiperrt durch Unteruehmerbeschluß sind seit dem 5. Oktober bis heute 45 Kollegen, im Streik aus Anlaß der AuS- sperrung seit dem 5. Oktober 20 Kollegen, im Streik lvegen Forde- rungnr seit dem 5. September 6 Kollegen; im ganzen 71 Kollegen. Außerdem sind gemeldet als arbeitslos seit dem 5. Oktober zwölf Kollegen. Die Freie Vereinigung der Tischler Deutschlands. Wie die Tischlermeister agitieren. Als nach dem Tage, mit dem die Aussperrung der Möbeltischler beginnen sollte, zwei Wochen verstrichen waren und das Ergebnis der Aussperrung weit hinter den Erwartungen der Führer im Kampf gegen die Arbeiter zurückstand, da hielt es der Borstand der Freien Vereinigung der Holzindustriellcn für notwendig, die säu- migen Tischlermeister zur Solidarität aufzurufen und die Verwirk- lichung der Aussperrung von ihnen zu verlangen. Am 19. d. M. versandte der Vorstand der Freien Vereinigung dieses Schreiben: Geehrter Herr Kollege! Ausweislich unserer Listen haben Sie sich bisher an der von der überwiegenden Mehrzahl unserer Kollegen in der General- Versammlung am 28. September beschlossenen Entlassung unserer Gesellen nicht beteiligt, trotzdem Sie sich ausdrücklich und schriftlich hierzu verpflichtet haben. Ein derartiges Verhalten kann nicht scharf genug gerügt werden. ES verstößt gegen Ihr gegebenes Wort und verletzt Ihre kollegiale Pflicht zur Solidarität in diesem uns durch schrankenlosen Uebermut unserer Arbeiter auf. gedrungenen Kampfe, in welchem eine Schlappe unsererseits den Ruin zahlreicher Kollegen nach sich ziehen muß.... Wir fordern Sie deshalb hierdurch nochmals crgebenst auf, hrcr Pflicht eingedenk zu sein und mit der Entlassung Ihrer rbeiter spätestens bis zum Sonnabend, den 22. d. M., zu beginnen, widrigenfalls wir auS Ihrem ablehnenden Verhalten uns gegenüber rücksichtslos alle Konsequenzen ziehen werden, welche uns zum Schutze unserer schwer bedrohten, berechtigten Interessen notwendig erscheinen. Täuschen Sie sich nicht, geehrter Herr Kollege, Sie werden in diesem Falle nie wieder auf irgend welchen Schutz rechnen können seitens der Gemeinschaft Ihrer Kollegen, wenn Sie derselben in dem jetzigen gefahrdrohenden Augenblick, der alle Mann auf die Schanzen ruft, treulos den Rücken kehren, und wir werden alle bisherigen Beziehungen zu Ihnen abbrechen. Mag dann der Holzarbeiter-Verband Jhnen gegenüber Forderungen stellen, welche er will, wir werden nicht das geringste tun, um demselben Hindernisse in den Weg zu legen, sondern Sie vielmehr völlig Ihrem Schicksal überlassen. Wir hoffen, daß Sie es nicht zum äußersten werden kommen lassen und sehen Ihrer gefälligen Nachricht bis zum Ablauf der oben benannten Präklusivfrist entgegen. Mit Hochachtung Der Vorstand der Freien Vereinigung der Holzindustriellen Berlins. Wie man sieht, redet der Vorstand der Freien Vereinigung zu den Tischlermeistern in einem Ton, der, wenn er von Arbeitern im Lohnkampfe angeschlagen würde, zweifellos eine Verurteilung aus 8 153 der Gewerbe-Ordnung zur Folge hätte. Man denke: Die un- solidarischen Meister sollen ihrem Schicksal überlassen werden, wenn der Holzarbeitcr-Vcrband Forderungen an sie stellt. Diese For- dcrungen bedeuten aber nach der Behauptung dcS Vorstandes der Freien Vereinigung den Ruin nicht nur des einzelnen Meisters, sondern der gesamte» Berliner Möbelindustrie. Den Meister in einer solchen Situation seinem Schicksal überlassen, heißt nach der gegen Arbeiter angewandten Rechtsprechung, ihn mit einem schweren Uebcl bedrohen. Der Vorstand der Freien Vereinigung möge sich also vor der„objektivsten Behörde" in acht nehmen und seine Zir- kulare vorsichtiger abfassen, falls er nicht darauf rechnet, daß seine Agitation von den Nichtern anders beurteilt werde als die der Ar- beitcr. Einen sonderlichen Erfolg scheint das Schreiben trotz seines kräftigen Tones nicht gehabt zu haben, denn in der am 24. d. M. abgehaltenen Tischlermeisterversammlung wurde noch lebhast über zu geringe Beachtung des Aussperrungsbeschlusses geklagt. Die ein- sichtigen Meister wissen eben, daß sie nicht durch die Forderungen der Arbeiter, sondern durch die von den Führern der Freien Ver- einigung verlangten Aussperrung ruiniert werden. Die Klavier- und Klaviaturarbeiter Berlins befinden sich feit dem 3. Oktober im Streik. Die Fabrikanten, die zu Beginn der Lohnbewegung zu Verhandlungen mit ihren Arbeitern sich geneigt zeigten, sind durch das Treiben der Scharfmacher, an deren Spitze der bekannte Generalsekretär des Arbeitgeberbundes Nasse steht, eines anderen belehrt worden. An die Kollegen des In- und Auslandes richten wir die dringende Mahnung, den Zuzug nach Berlin fernzuhalten. Insbesondere ist darauf zu achten, daß keine Klaviaturen nach Berlin geliefert werden. Anfragen sind zu richten an A. S i ck f e l d, Berlin, Maybach-Ufer 4, vorn II. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Die Aussperrung der Müllkutscher dauert unverändert fort. Ein Schreiben der Unternehmer ist inzwischen an die Kommission der Kutscher eingegangen. Die Unternehmer erklären sich bereit, die Kutscher und Mitfahrer nach freier Wahl wieder einstellen zu wollen, und zwar zu einem Lohn von 27 M. für Mitfahrer und 30 M. für Kutscher. Dieses Ansinnen wiesen die Ausgesperrten einmütig zurück. ES ist den Unternehmern mitgeteilt worden, daß die Ausgesperrten nur nach voraufgegangener gegenseitiger Aussprache und Regelung resp. Festlegung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse die Arbeit wieder aufnehmen werden. Wie sehr sich die Unternehmer in der Klemm« befinden, zeigt folgender Vorfall: Der Direktor Bürgin von der Berliner Abfuhrgesellschast hat durch Annonce im „Grondcnzer Geselligen" Arbeitskräfte gesucht. Daraufhin haben sich einige Leute gemeldet, welche dann den Auftrag bekamen, noch weitere 20—40 Mann anzuwerben. Am Donnerstag morgen trafen drei Mann ans den Dörfern der Graudenzer Umgebung hier ein, welche auch gleich seitens der Streikposten von der Sachlage unter- richtet wurden. Einer davon ging dann zu Herrn Direktor Burgin und wurde von diesem steudestrahlend empfangen. Noch größer war die Freude, als Herr B. hörte, daß am Montag 20 Mann und in einigen Tagen weitere 20 Mann folgen werden. Herr Burgin meinte:„Na. wenn ich 40 kräftige Leute habe, dann angele ich mir noch einige alte Leute dazu, dann wird es schon werden." Aufgefordert, Buch und Karte abzugeben, erklärte der Grau« denzer„Arbeitswillige", sich das noch überlegen zu wollen. Alle drei sind nun inzwischen nach ihrer Heimat zurückgedampft und werden ihren Arbeits« brüdern dort den Rat erteilen, unter den ge« gebe neu Verhältnissen nicht nach Berlin zu kommen. Somit sind die Aussichten für die Unternehmer wieder sehr traurig. In nachstehend genannten Häusern ist der Müll seit über acht Tagen nicht abgeholt und liegt dort in großen Haufen frei auf den Höfen umher: Prinzenstr. 14, 12, 26, 27, 31 und 33; Wasserthorstr. 1/2, 10, 64, 69 und 76; Waldemarstr. 51, 56, 59 und 74; Lützowstr. 3, 67. 80. 81 und 93; Augsburgerstr. 9. 11. 15, 37 und 63; Lieben- walderstr. 32, 67, 59 und 60; Uhlandstr. 139. 177, 192 und 193; Burggrafenstr. 6, 13, 14 und 16. Der Streik der Kohleuarbeiter bei der Firma Kupfer u. Co. ist beendet. Die Arbeit ist gestern früh einmütig wieder auf- genommen. In einer Verhandlung am Dienstag kam es zu einem Vergleich dahin gehend, daß beide Parteien je 1jt Stunde Arbeitszeit nachließen. Die Kutscher, welche ebenfalls die Arbest eingestellt hatte», haben ebenfalls eine Aufbesserung erfahren. So ist ihnen der Lohn von 24,50 sinklusive Abzug für Kranken- und Invaliden- beitrüge) auf 25 M. söhne Abzüge) erhöht worden; außerdem er- halten dieselben jetzt für jede geleistete Fuhre 15 Pf. extra. Der Streik der Automobil-Droschkensührcr bei der Firma Engelhardt. Weißensee, Lchderstr. 107/109, ist beigelegt. Die Finna hat die Forderungen der Führer bewilligt. veutkcbes Reick,. Bom Streik der Schlächter in Hamburg wird folgendes gemeldet: Die Zahl der Gesellen. welche in den Ausstand traten, betrug etwa 900, davon sind 230 abgereist, 56 arbeiten zu den neuen Be- dingungen, zirka 25 sind abgefallen, bleiben 579 Streikende. Die Annoncen im„Echo" wirken ganz gewaltig, da schon verschiedene Meister die Forderungen bewilligten. Abgelehnte Tarifgemeinschaft. Die Hamburger Buchbinder haben sich an die Innung zum Zwecke des Abschlusses einer Tarifgemeinschaft gewandt. Die Innung hat jedoch einen solchen abgelehnt, angeblich deswegen. weil einmal von 200 Buchbindermeistern in Hamburg nur 70 der Innung angehören, und dann, weil die Meister gar nicht in der Lage wären, die von den Gesellen g�' Ttcn Forderungen zu bewillig en.— Es wird den Gesellen nu.ichtS übrig bleiben, als ihre Forderungen einzeln durchzusetzen. Tarifgemeinschasten werden von den Unternehmern nie freiwillig zugestanden. Der Abschluß eines solchen Vertrages ist stets erst daS Ende voraufgegangener erbitterter gewerkschaftlicher Kämpfe. Erst wenn be- stimmte Tarist durch die Macht der Organisation in einer Reihe von größeren Betrieben durchgesetzt sind, gewinnen diese ein Interesse daran, eine Tarifgemeinschaft zu beflirworten, um sich selbst die Schmutzkonkurrenz vom Halse zu halten. Die Taristereinbarung im Gürtlergewcrbe zu München ist gescheitert, da die Arbeitgeber sich über Annahme des vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts vereinbarten Entwurfes nicht zu einigen vermochten. Die Streiks, die in mehreren großen Werkstätten zur Veschlcunignng der Tarifverhandlungen ausgebrochen waren und die gestern früh durck» die Arbeitsaufnahme beendigt werden sollten, werden nun voraussichtlich fortdauern und noch weitere Betriebe mit hineinziehen. RuMnnck. Der Straßenbahner-Streik in Norrköping. Die Verhandlungen, die Lindquist, der Vorsitzende der Landesorganisation der schwedischen Gewerkschaften, mit dem Direktor Karlsson anzuknüpfen suchte, sind gänzlich gescheitert. Der Direktor will nichts mit der Arbeiter- Organisation zu tun haben und mit seinen Streikbrechern weiter- arbeiten. Er wird in seiner feindlichen Haltung gegen die organi- sierte Arbeiterschaft von der Polizei und auch von dem Rathaus- gericht eifrig unterstützt. Trotz des ruhigen Verhaltens der Be- völkerung sind wiederum mehrere Sistierungen vorgenommen worden. Gegen 11 der in den ersten Dcmonstrationstagen Sistierten hat der Stadtfiskal Anklage wegen Aufruhr erhoben, wofür im Strafaesttz- buch, was Anführer anbelangt, 6 bis 10 Jahre, im übrigen zwei bis sechs Jahre Strafarbeit vorgesehen sind. Elf der Sistierten wurden zu Geldstrafen von 60 bis zu 100 Kronen verurteilt. Für niehrere Sistierte wurde die Verhandlung vertagt.— Die streikenden Straßenbahner waren angeklagt, weil sie ihre Unisorinen nicht abgeliefert hatten. Sie erschienen am Montag vor dem Rathausgericht, jeder mit einem großen Kleiderbündel, um der Gesellschaft sofort ihr Eigentum zur Verfügung zu stellen. Die Sache wurde durch Vergleich geregelt. Der Vertreter der Gesellschaft behalt fich jedoch vor, Anflage wegen Kontraktbruch gegen die Streikenden die zulässige Zeit beschäftigt zu haben. Der Angeklagte wurde zu angestellten am Sonntag nicht arbeiten, sondern im Geschäft umher zu erheben. 50 M. Geldstrafe verurteilt. Vom Schöffengericht war Zillens frei- faulenzen", das schilderte Herr Wallach mit drastischen Worten. Aber freigesprochen worden, weil er die Schuld auf einen Beauftragten ge- geben mag er ihnen den Sonntag trotzdem nicht das geht dem Krämer schoben hatte. Das ist jedoch schließlich weniger schlimm, als was in gegen den Strich. Stadtv. Mommsen trat namens seiner der Verhandlung über„ Wohnungen" festgestellt wurde, die der fittlich- Fraktion auf die Seite des einsichtiger gewordenen Magistrats. fromme Zentrumsmann den Arbeitern bietet. Gewerbe- Juspektor Stadtrat Weigert wehrte Herrn Wallachs Angriffe ab, aber er Back erklärte: machte den vielfagenden Zusatz, er habe hier nur ein Amt und keine Die Arbeiter in Stodholm haben am Montag eine große Brotestversammlung abgehalten, die hauptsächlich gegen die An werbung von Streifbrechern beim Militär gerichtet war. Der als Berber auftretende Major Arelson war eingeladen, hatte aber in einem Schreiben erklärt, er könne nicht kommen. Es wurde eine Resolution angenommen, die sich sowohl gegen die Handlungen des Majors, als auch gegen die Klassenjustiz des Rathausgerichts in Norrtöping richtete und in der den Streifenden versichert wird, daß die ganze Arbeiterschaft Schwedens hinter ihnen steht. Aus der Frauenbewegung. Achtung! Genofsinnen! " 91 Wir werden um Veröffentlichung des Folgenden ersucht: Es gehen augenblicklich stille Genossen" zu bekannten Genossinnen, um die Mitarbeit ihrer Frauen zu empfehlen, weil dieselben viel Zeit hätten zur Mithilfe bei der Agitationsarbeit für Gewerkschaft und Partei. Es scheint, daß die Zahl der, stillen Genossen" auf dem Meranderplatz durch eine Anzahl weiblicher vermehrt worden ist, und nun gilt es, Arbeit für diese zu suchen. Besonders wurde gewünscht, daß diese Frauen an internen Sigungen teilnehmen möchten, aber auch Flugblätter wollen sie verteilen und ähnliches. Es wurde befonders auch die Frage gestellt, wie die Kosten für die Agitation und sonstigen Arbeiten aufgebracht werden. Als Antwort wurde kommt. dem Frager mitgeteilt, daß jede Mitarbeiterin diefelben mitzubringen habe. Die Einrichtungen der Zieglerwohnungen entsprachen in feiner Meinung. Herr Weigert ist nämlich nicht nur Mitglied des Weise den Vorschriften; zunächst war der Feldbrand zu nahe an Magistratskollegiums, sondern auch Vizepräsident der Weltesten der den Wohnungen, deren Zustand ein solcher war, daß ich die Kaufmannschaft. Räumung beantragte; es waren wahre Löcher, wo die Weiber Unser Genosse Borgmann, der den sozialdemokratischen untergebracht waren, eine Absperrung im Innern ohne Fenster; Antrag mit einem reichhaltigen Material begründete, machte sich das das Dach war es undicht; hatte die Nacht geregnet boshafte Vergnügen, darauf hinzuweisen, daß Herr Weigert hier und ein Bett hing abseits zum Trocknen im Freien. in der Tat nicht eigene Meinung vortrug. In der GewerbeBiltens fand es nicht der Mühe wert, obeir auf die deputation habe der Herr Stadtrat sich wie ein Löwe gegen den Stube mit hinaufzuflettern. Dr. med. Meder schildert die Vorschlag einer Erweiterung der Sonntagsruhe gewehrt. Borgmann Wohnungen" genauer: an dem Häuschen sei überhaupt nur ein zeigte, daß das, was der Magistrat will, noch lange nicht fleines Fensterchen gewesen; die Absperrung zwischen dem Weiber- weit genug geht. Wer den Verkauf am Sonntag gestattet und dem Männerraum sei ein mit Sackleinen überspanntes Latten- wissen wolle, der fördere nicht das Interesse der Geschäftsleute, sondern gestell gewesen, das große Löcher aufgewiesen habe, so daß das bestärke nur das kaufende Publikum in seiner Bummelei. Herrn hindurchblicken leicht gewesen sei. Mommsen, der der Versammlung das ungewohnte Schauspiel geHoffentlich hat Herr Ziffens seine Schuld durch Teilnahme am boten hatte, die Sozialdemokraten gegen die Wadentneifereien eines Sittlichkeitskongreß gefühnt, so daß er doch noch in den Himmel Wallach in Schutz zu nehmen, wehrte unser Redner freundlich, aber sehr deutlich ab. Am schroffsten erklärte sich Herr Kämpf( A. 2.), der bekannte Vom Konfektionsarbeiter- Elend. Vor dem Gewerbegericht in Bezahlung für acht Kinderjadetts. Sie verlangte für das Stüid ſtatut. Er erklärte mit großem Nachdruck, diese Regelung der SonntagsBreslau flagte eine Heimarbeiterin gegen einen Zwischenmeister auf Vertreter des Großhandels und der Großfinanz, gegen das Drts60 Bf., während der Zwischenmeister nur 30 Bf. zahlen wollte. ruhe fei völlig überflüffig. Spaßhaft war, daß er u. a. auch die Rücksicht Vorher war fein Preis vereinbart worden. Der Zwischenmeister auf die Angestellten als Argument gegen die in dem Statut vorerklärte, daß er selbst nur 60 Pf. bekäme. Dafür müsse er die gesehene Einschränkung der Sonntagsarbeit anführte. Von 8-10, Eine öffentliche Frauenversammlung fand am Mittwoch in Stücke zuschneiden und Zutaten liefern. Das Gericht war fo fagte er, wollt Ihr die Angestellten arbeiten lassen? Und Spandau statt. Die Ausführungen der Referentin Genossin ratlos. Einerseits hielt es die Forderung der Näherin dann fegte er mit beredten Worten auseinander, daß die AnBaader über das Thema:„ Die Frau und die herrschende Klasse" für so gering, gering, daß sie ihr ihr ohne weiteres zuzusprechen gestellten gerade am Sonntag länger schlafen wollen, ihre Zeitung fanden lebhaftesten Beifall und ebenso ihre Anregung, auch für gewesen wäre. Andererseits fonnten die Angaben des Spandau einen Frauen Bildungsverein zu gründen. Ein Zwischenmeisters nicht in Zweifel gezogen werden, so daß es nicht gründlicher lesen wollen, einen Morgenspaziergang machen wollen usw. dahingehender Antrag wurde von Rieger und Fink lebhaft befür möglich war, der Klägerin die volle Forderung zuzusprechen. Da Genosse Hinge erwiderte, das alles spreche ja für den sozialwortet, und es erklärten sofort 32 Frauen und Mädchen schriftlich auch keine Einigung zu erzielen war, erkannte das Gericht schließlich demokratischen Antrag auf volle Sonntagsruhe. ihre Bereitwilligkeit zur Gründung eines solchen Vereins. Weitere dahin, daß der Zwischenmeister der Näherin für das Stück 50 Pf. Beitrittserklärungen nimmt Frau Nieger, Jagow str. 9, und zu zahlen habe. Frau Koniger, Jagowstr. 3, entgegen. Die Stonstituierung des Nach Beendigung der Verhandlung meinte der Vorsitzende, es Vereins erfolgt in einer demnächstigen Mitgliederversammlung. werde ihm jedesmal Angst, wenn Konfektionsarbeiter flagten. sdag Besonders wird es zur Kontrolle gut sein, die angegebenen Adressen zu prüfen, es find in den meisten Fällen fingierte. Vor allem ist es nötig, den wißbegierigen Fragern möglichst wenig Vertrauen entgegen zubringen. Soziales. Das nationale Bordell. Das ist ganz recht; wenn das nationale Schwein geschützt wird, Das ist ganz recht; wenn das nationale Schwein geschützt wird, warum soll nicht auch die nationale Venus geschützt werden gegen die auswärtige Konkurrenz! Das Prämienlohnsystem vor Gericht. will Lokales. sid si 250 g 1019 Im weiteren Verlauf der Debatte sprachen noch Herr Dove ( Alte Linke), Herr Rosenow( Neue Linke), Herr Cassel( Alte Linte.) Dann wurde das Statut und der Antrag der Sozialdemokraten einem Ausschuß überwiesen. " weil Erster Wahlkreis. Dienstag, den 1. November, abends 81%, Uhr: Das Gelverbegericht Dresden hatte sich dieser Tage mit dem General Bersammlung des Wahlvereins in den IndustrieBrämienlohnsystem zu beschäftigen, das nach amerikanischem Vorbilde Festsälen" von May Wendt, Beuthstr. 19/20. Zahlreichen Besuch in einer dortigen Lichtdruckanstalt eingeführt worden ist. Ein Arbeiter erwartet Der Vorstand. Bei der Vorbesprechung zur Konferenz gegen den Mädchen- Prämie vorenthalten wegen angeblich schlechter Arbeit. Die Arbeiter dieser Anstalt war entlassen worden und man hatte ihm 70 M. Der hungrige Steuerfistus. Ein hier wohnender Tischler tar handel, die dieser Tage in München stattfand, erwähnte ein Herr, erhalten dort einen Minimalſtundenlohn, für den sie ein bestimmtes für das jest fällige Quartal die Steuern im Betrage von 6 M. daß in Hamburger Bordellen auch Ungarinnen sich be- Quantum Arbeit zu leisten haben. Leisten sie mehr, so be- schuldig geblieben. Ms Arbeiter, der auf seine Ehre hält, hatte er Regierungsrat Dr.& fammer entrüftet auf und entgegnete: 10m ber Wenn auch eine fogenannte Prämie, die jedoch geringer fich dem Ausst and angeschlossen und verschmäht, eines der dem „ Das muß schon lange her sein, denn jest bulben ist, als der Arbeitswert ihrer Mehrleistung unter zugrundelegung Staate„ besonders nützlichen Elemente" zu werden. des Verhältnisses zwischen Minimallohn und Minimalleistung. wir teine Ausländerinnen in unseren Bordellen!" Die praktischen Wirkungen des Systems find nun folgende Streitunterstützung gezahlt wird, so ist doch während des Bekanntlich hat die Hamburger Regierung bisher bestritten, daß wesen: Die Firma fand, daß im allgemeinen die Arbeiter mit Ausstandes Schmalhans Küchenmeister; und ein einſichtiger Mensch es in Hamburg überhaupt Bordelle gäbe. Wenn nun der Verwesen: treter dieser Regierung die Existenz von Bordellen zugibt, so ist es weniger Sorgfalt als früher arbeiteten, so daß der durch das neue wird es begreiflich finden, daß unter folchen Umständen diese und So blieb immerhin eine Beruhigung zu erfahren, daß diefe Bordelle einen System gewonnene geschäftliche Profit fast ganz wieder illusorisch jene Verpflichtung nicht pünktlich erfüllt werden kann. streng nationalen Charakter tragen. gemacht wurde. Andererseits verloren aber die Arbeiter fast alle unser Tischler, wie gesagt, die Steuern schuldig. In einer sozial vernünftige Ueberlegung. Wie verwirrt wurde darauf los gearbeitet. denkenden Gemeinschaft wäre die Behörde am Ende dem Schuldner, Alles Kollegiale unter den Arbeitern ging verloren. Von Solidarität der unter Opfern eine seiner schwersten und rühmlichsten war keine Spur mehr. Einer war über den anderen her und der Pflichten erfüllt, schon deshalb entgegengekommen, Haß und Neid war groß. Die deutsche Konferenz zur Bekämpfung des Mädchenhandels, die Die Firma griff nun zu dem Mittel, den einen zu entlassen und allein der ausständige Arbeiter, sondern auch der Staat an einer siegreichen Durchführung des Ausstandes nicht in München stattfand, hat nicht viel zutage gefördert. Außer den ihm wegen schlechter Arbeit die Prämie vorzuenthalten. Es sollte freien Teilnehmern, die an der Arbeit des Nationalkomitees mit ein warnendes Erempel für die anderen sein und die anderen ließen interessiert sein muß. Denn eine Stärkung der wirtwirken, waren die Vertreter mehrerer Bundesregierungen anwesend. das ruhig zu. fchaftlichen Lage des Arbeiters bedeutet auch eine Stärkung Der Major a. D. Wagener, der den Jahresbericht des NationalDie Klage endete schließlich mit einem Vergleich. Selbst die seiner Steuerkraft und kommt daher dem Staat zugute. fomitees gab, fonnte nur über eine geringfügige Tätigkeit berichten. Unternehmerbeisiger des Gerichts rieten der Firma, dieses Lohnsystem Aber wir leben nicht in einem sozial denkenden Staats- und Im vergangenen Jahre sei es gelungen, 21 zweifelhafte Engagements wieder abzuschaffen. Gemeinwesen, sondern unter einer Gewalt, die es als ihre höchste zu verhindern. Die Bestrafung der Mädchenhändler sei sehr schwierig, weil sie schwer zu überführen feien. Die Errichtung eines Kaufmannsgerichts ab 1905 wurde vom Aufgabe ansieht, dem wirtschaftlich starken Unternehmer im Rampf Eine große Naivetät leistete sich der Redner durch diesen Aus- Stadtmagistrat Nürnberg beschlossen. Berschiedene Anträge, die gegen den wirtschaftlich schwachen Arbeiter alle mur möglichen Zuständigkeit auch auf eine Reihe anderer mittelfränkischer Drte aus- and langerdienste zu leisten. Von diesem Grundsatz des spruch: Der Kampf gegen den Mädchenhandel sei so lange auszudehnen, wurden abgelehnt. Die Wahl der Beisiger und Hülfs- Klassenstaates ließ sich auch die Steuerdeputation des fichtslos, als die jungen Mädchen leichtgläubig jedem folgten und beisiger erfolgt auf je drei Jahre. Es werden je 18 Beifizer aus Berliner Magistrats leiten, als sie dem Deutschen HolzBürden die Männer weniger bezahlen, dann hätten die Händler nicht die großen Geld- dem Stande der Unternehmer und Angestellten gewählt. Die Wahl arbeiter Verband in Stuttgart, dem der Steuerschuldner erfolgt nach dem System der gebundenen Listen. Die Vorschlags- als Mitglied anhört, ein 8ahlungsverbot zusandte. Zur fummen zur Verfügung. Das ahnt zwar die wahren Ursachen der Prostitution und des listen, die vorher dem Magistrat einzureichen sind, müssen mit mindestens Deckung der Steuerschuld sollen, wie es in dem amtlichen Schriftstück 30 Unterschriften versehen sein. Die Vorschlagslisten müssen un Mädchenhandels, man kann aber nicht gut naiber über ernſte ſoziale verändert in der vom Magistrat geprüften und anerkannten Form heißt, die Forderungen, welche dem Genannten als Streit. handelten Mädchen ist im legten Grunde doch nur ihrer sozialen abgegeben werden, sonst find sie ungültig. Für die Wahl stellt unterstützung zustehen, gepfändet werden, und es erging Das Verfahren ist daher an den Holzarbeiter- Verband das Verbot", den Betrag Rotlage geschuldet. Arme Mädchen, die erwerben müssen, um leben der Magistrat Wahltuverts zur Verfügung. zu können, und doch überall mur schlecht bezahlte Stellen mit un- gebührenfrei. von 7,40 M., der im ganzen herausgerechnet ist, an den ausständigen würdiger Behandlung sehen, glauben nur zu gern einem glänzenden Arbeiter auszuzahlen. Angebot von auswärts." Eine gute Stellung und daneben die oth Der Holzarbeiter- Verband wird der Steuerdeputation natürlich Möglichkeit, die weite Welt fennen zu lernen, bei dieser Aussicht etwas husten. Er ist für die Arbeiter da und nicht für läßt so manches junge Ding, um dem häuslichen Elend zu entrinnen, Die Stadtverordneten über die Einschränkung der Sonntagsarbeit. den Fiskus und wird mit dem Geld schon um deswillen nicht selbst einige Bedenken fallen, die ihm ettva aufsteigen und vertraut " Bu lernen", fagte gestern der Stadtv. Mommsen, ist noch herausrüden, weil von rechtlichen Forderungen eines Mitgliedes an feinem guten Glück, um dann freilich zuletzt einzusehen, daß es in feinem eine Schande gewesen." Diese nicht mehr neue Wahrheit seine Gewerkschaft niemals die Rede sein kann. Schon früher, als noch viel tieferes Elend geraten ist. Und die ungemein freigebigen Männer! Der ganze Abgrund galt dem Magiftrat, der sich endlich bereit finden laffen will, von der Staat die Arbeiterorganisationen dadurch schädigen wollte, daß der verlogenen Gesellschaftsmoral, die auf den kapitalistischen Gemeinde wegen ein ganz flein bißchen auf weitere Einschränkung er sie als Versicherungsanstalten" von sich abhängig zu machen Besigverhältnissen ruht, tut sich auf in dem naiven Worte. Daher der Sonntagsarbeit hinzuwirken, und den Stadtverordneten, die end suchte, wurde dafür gesorgt, daß der Fiskus sich auf alle Fälle den war es nicht weniger naiv, daß ein Diskussionsredner lebhaft gegen lich zu der Einsicht gekommen sind, daß sie dem Handelsstand und wischen muß. Diese Meinung protestierte mit der Bemerkung, ein anständiger Mann Berlins nicht gleich das Grab graben, wenn sie diesen lange ver- Die Stettiner Eisenbahn soll infolge der Ueberlastung des Verbezahle überhaupt nichts für solche Swede. Ach, diese anständigen weigerten Schritt mittun. Es scheinen indes unter den Stadt- fehrs ausgebaut werden. Es schweben zurzeit Verhandlungen mit Männer! Sie triefen ja alle von Anstand, die Stüßen der verordneten noch nicht allzu viele zu sein, die sich bereits zu der den beteiligten Grundeigentümern. Die Eisenbahndirektion bes herrschenden Gesellschaft. Von dem längst Nach dem Vortrage Wageners wurde beschlossen, das National Mommsenschen Einsicht durchgerungen haben. Die Aufnahme, die absichtigt, diese Bahn viergleifig auszubauen. fomitee in einen festen Verein mit Statuten umzuwandeln. An die dem vom Magistrat vorgelegten Entwurf eines Drts statuts geplanten Ausbau der überlasteten Anhalter Eisenbahn, die ebenfalls Bürgermeister der großen Städte soll ein Erposé über die Zwede 8ur Regelung der Sonntagsruhe im Handelsnur zweigleisig ist, ist es wieder still geworden. Sobald eins diese beiden Gleise oder eine Brücke dieser Bahn ausgebessert wird, ist der Vereinigung gesandt werden. gewerbe gestern bereitet wurde, war wirklich nicht sehr der Verkehr auf dieser Bahn, wie die Erfahrung gezeigt hat, mit über die staatliche Zentralpolizeistelle. Die Zentralpolizeistelle wurde in der Stadtverordneten- Versammlung das Wort führen, geht schon Der beschlossene Neubau einer Feuerwache im Osten nahe der Dann berichtete der Staatskommissar v. Trestow Berlin freundlich. Den freisinnigen Freunden des Großhandels, die den größten Gefahren verknüpft. zuerst nur für Preußen errichtet; ihre Wirksamkeit wurde nach gu das zu weit, daß fünftig wenigstens in Fabrit, Engros-, Bank, Elbingerstraße ist zu einem zwingenden Bedürfnis geworden. timmung fämtlicher Bundesregierungen am 1. August aber auf das Versicherungs- und Agenturgeschäften( mit Ausnahme der Nahrungs- Die Gegend vom Zentral- Biehhof bis zum Ringbahnhof NeuReich ausgedehnt. Sie besteht aus zwei Kommissaren, einem Wacht- und Genußmittelbranche), soweit der Betrieb nicht in offenen Ber- Weißensee hat in den letzten Jahren einen großen Aufschwung gemeister und 15 Schußleuten. Die letteren haben die Bahnhöfe zu untersuchen, auf verdächtige Fremde zu achten und die Bahnhofs- laufsstellen stattfindet, die Sonntagsarbeit auf zwei Stunden be- nommen. Die nächsten Feuerwachen find sehr entfernt, sie befinden Mission zu unterstügen. Ferner stellen die Schußleute Recherchen in fchränkt werden soll. sich in der Memeler- und Keibelstraße. Sobald die Löschzüge dieser verrufenen Häusern an. In der kurzen Zeit seit Bestehen der Der Anfang allerdings war nicht übel. Stadtv. Kollokowsky Wachen ausgerückt oder einmal außer Dienst gestellt sind, ist der Polizeistelle sind bereits die Bersonalien von 162 des Mädchen( Soz.- Fortschr.) begrüßte mit Freude den Entschluß des Magistrats, mit der beginnenden Bebauung des Geländes zwischen der Ringindustrie- und volfreiche Osten ungedeckt. Dieser Uebelstand wird handels verdächtiger Personen gesammelt worden, außerdem empfahl aber Ueberweisung des Statuts an einen Ausschuß, der, bahn und Weißensee noch mehr in die Erscheinung treten. Nicht viel 40 Photographien. Diese Photographien werden verviel wie er hofft, vielleicht eine noch weitere Einschränkung der Sonntags anders liegen die Verhältnisse im Norden. Dieser foll eine neue fältigt und an die Grenzkommissariate versandt. Hand arbeit als durchführbar anerkennen werde. in Hand arbeitet die Polizeistelle und das Komitee bei der Beris( Neue Linke) leitete fanft über zu den Gegnern einer Er- Pläne für diese Wache sind ebenfalls schon bearbeitet, sollen aber Doch schon Stadtv. Feuerwache in der Gegend der Ofenerstraße erhalten. Die Nachforschung verdächtiger Inferate. Diese Zeitungsinferate spielen beim Mädchenhandel berhaupt weiterung der Sonntagsruhe. Auch er äußerte noch Befriedigung ,, erst später zur Vorlage fonumen. eine große Rolle. Eine sehr wertvolle Arbeit hat das deutsche aber der Zwang ist ihm nicht angenehm und er meinte auch, man Nationalfomitee geleistet mit der Herausgabe eines Wegweisers, der dürfe nicht alle Engrosgeschäfte über einen Kamm scheren. fichere Adressen im Auslande enthält. Für die Popularität der Ueber die Handlungsgehilfen fagte er, mit der Einschränkung der Zentralpolizeistelle spricht die Tatsache, daß viele junge Mädchen, ehe Somtagsarbeit auf 2 Stunden könnten sie nun zufrieden sein. Das In der Vorhalle des Alten Museums werden jetzt hohe Baits fie eine Stelle im Auslande annehmen, sich bei ihr vorher erkundigen. richtete sich gegen den von der sozialdemokratischen Fraktion gerüste aufgestellt, da die Malereien und sonstigen Verzierungen der Im ganzen fei es im vergangenen Jahre gelungen, 28 des Mädchen- eingebrachten Antrag, der die völlige Sonntagsruhe Decke, die im Laufe der Zeit durch Wind und Wetter start gelitten handels verdächtige Personen festzunehmen und 32 verschleppte fordert und nur den Nahrungs- und Genußmittelgeschäften zwei haben, vollständig erneuert werden sollen. Mädchen ihren Eltern zurückzugeben. In einer Distuffion hierzu wurde etwas über Abfchaffung der Stunden freigeben will. Bordelle hin und her geredet und dann noch über Statistik der Nach Herrn Perls tam als erster Gegner Herr Wallach ( Alte Linke) an die Reihe und fuhr sein grobes Geschüß auf. Dies mal richtete er es zuerst gegen den Magistrat, dem er es Ein Zentrumsheld als Unternehmer. fehr übel nimmt, daß er etwas dazu gelernt hat und den Vor der Straffammer in Köln hatte sich der dortige Stadt- Stadtverordneten dasselbe zumutet, und dann gegen die verordnete Franz Josef 3ilkens, cin hervorragender Führer des Sozialdemokraten, die schon wieder nach Zwang schreien Zentrums, zu verantworten unter der Anklage, Ziegelarbeiter über und damit die ganze Selbstverwaltung ruinieren. Wie die HandelsProstitution und des Mädchenhandels verhandelt. V lodi Der Stadtrat a. D. Hermann Wallach ist nach kurzer, schwerer Strantheit gestern im 67. Lebensjahre hier gestorben. Der Zentralverein für Arbeitsnachweis ersucht uns, folgende Mitteilung zu veröffentlichen: Die weibliche Abteilung des Zentrals bereins für Arbeitsnachweis" ficht sich veranlagt, die Hausfrauen darauf aufmerksam zu machen, daß der Verein, der die Vermittelung von Aushülfspersonal, Wasch- und Reinemachefrauen, Aushülfemädchen kostenlos besorgt, seine Bermittelung auf die Lohnzahlung nicht erstreckt. Die Auszahlung erfolgt an die arbeitens den Frauen selbst, die Preise werden durch den Zentralverein" nur verabredet, der Lohn kommt den Arbeitenden ungeschmälert zu, es " findet keine irgendwie geartete Kürzung statt, die sich bei privat Zum Mord in der Boyenstraße wird mitgeteilt, daß der Arbeiter gewerblichen Vermittelungsinstituten auf 50-75 Pf. pro Arbeits- Scheller aus der Boyenstr. 10, der die Wascher näher gekannt hatte tag beläuft. Durch den Wegfall dieser Zwischenabgabe empfiehlt und dadurch, daß er sich mit einem zweiten Arbeiter nachts vor der fich die Benutzung der Zentralvereinsvermittelung namentlich in fremden Haustür zu schaffen machte, in Verdacht geraten war, gestern fozialer Hinsicht. Ohne Lohnsteigerung wird hier den arbeitenden auf freien Fuß gesetzt wurde. Frauen der volle ortsübliche Lohn gewährt, den sie auch ungekürzt verdienen. Bestellungen fönnen durch Postkarte( C. 54, Rüderstraße 9), durch telephonischen Anruf( Amt III, 3791-3795) gder. persönlich erfolgen. Jugendkonzert. = Kaiser ein Gesuch zu richten, in dem um eine möglichst schnelle Verleihung der Städteordnung gebeten wird. Auch dies Unternehmen gegen den Landrat wird schwerlich zum Ziele führen. Bei der vorgestern abgehaltenen Bürgermeisterwahl in Mittenwalde wurde Herr Dr. jur. Laue in Steglib mit 9 von 17 abBerlin, als er sich hier zur Wahrnehmung eines Prozesses vorübergegebenen Stimmen gewählt. Sein Vorgänger starb bekanntlich in gehend aufhielt. Das neue Gymnasium in Zehlendorf ist gestern eingeweiht Die Aula, die über 700 Personen Plaz bietet, ist mit Das Kreiskrankenhaus in Groß- Lichterfelde, das unter Leitung des Professors Schwenninger steht, ist nachträglich in die Liste derjenigen Krantenanstalten aufgenommen worden, welche das Recht haben, die angehenden Aerzte nach Absolvierung des Staatsexamens Die Spielerei hört auf. Wenn zur Weihnachtszeit Schneewittchen zubilden. Die Aerzteschaft und ihre offizielle Vertretung hatte auf während des neuerdings vorgeschriebenen praktischen Jahres" ausDer Wasserstand der Havel ist immer noch nicht befriedigend. Theater erscheinen, dann ist der Zuschauerraum viel interessanter anstalt protestiert. Somit ist die Zunftmedizin in ihrem blinden und Rotkäppchen in den Nachmittags Vorstellungen der hiesigen das lebhafteste gegen die Zulassung der Schwenningerschen KrankenDer größte Tiefgang der auf der Havel verkehrenden Fahrzeuge als die Bühne. Wenigstens dem Erwachsenen, der Herz genug hat, Saß gegen Schwenninger nun doch abgeblikt. darf bon jezt ab betragen: 1 Meter von Havelberg( Km. 14) bis mit den kleinen fröhlich zu sein. Das ist ein Gewisper, eine erRathenow( m. 61), 0,75 Meter im unteren Stadtschleusenkanal zu wartungsvolle Spannung, und zwischendurch ein höchst ordnungsNathenow, 1,30 Meter von Rathenow bis Brieft( m. 96), 1,35 Meter widriges Aufbäumen des findlichen Temperaments, dem es unvom Plauer See( Km. 106) bis Brandenburg, 1,20 Meter im begreiflich ist, daß man an einer Stätte des Vergnügens sich gerade Brandenburger Stadtkanal. Alle von der Elbe kommenden Schiffe wie in der Schule in Schranken halten muß. Freilich, zur Kindermüssen in Havelberg anstellen, und dort wird der Tiefgang eines vorstellung gehen große und fleine Kinder bunt durcheinander. jeden Fahrzeuges geprüft. Fahrzeuge mit größerem Tiefgang als 1 Meter müssen leichtern. In der amtlichen Bekanntmachung wird Schule eine Auslese getroffen. Die unteren Klassen bleiben un- worden. Das ist im Jugendkonzert ganz anders. Hierzu wird in der noch bemerkt, daß die Wassertiefen teilweise äußerst knapp und an berücksichtigt, erst von der dritten Klasse an durchweg dürfen Knaben farbigen Bogenfenstern geschmückt, Turnhalle, Phyſicſaal, Zeichenverschiedenen Stellen sehr schmal sind. Es wird daher angeordnet, daß und Mädchen diese Konzerte besuchen. Wenigstens soweit die in faal, Gesangssaal, Lehrer- und Schülerbibliothek und die einzelnen in den schmalen durch Mummen und Bloffen bezeichneten Flußstrecken den Gemeindeschulen verteilten Freibillets in Frage kommen. Und lassen sind auf das praktischste ausgestattet und entsprechen allen Schiffe und Schleppzüge fich weder begegnen noch überholen dürfen. auch dann berücksichtigen die Lehrer zumeist Kinder mit guter Anforderungen der Hygiene in bezug auf Ventilation, Beleuchtung Uebertretungen werden auf Grund der Strom- und Schiffahrtspolizei- Stimme, von denen sie annehmen, daß sie für Musik Verständnis usw. Neben dem Architekten ist auch der Bildhauer in Tätigkeit geVerordnung vom 17. Januar 1896 bestraft. haben. Da mag freilich die Auswahl schwer zu treffen sein und treten, welcher am Aulagiebel, an der östlichen Außenfront die überVon dem gewaltigen Verkehr auf der Stadtbahn zeugen nach zuweilen eine kleine Ungerechtigkeit mit unterlaufen, denn nicht lebensgroßen Sandsteinstatuen von Goethe und Schiller errichtete. stehende Zahlen, welche nach einer Zusammenstellung der sämtlichen jeder, der keine Stimme hat, ist für Musik unempfänglich. Doch Der Schulbau kann jeder Volksschule zum Muster dienen. Nur geüber den Stadtbahnförper geleiteten Züge auf Grund des neuen mit dem mageren Trost, daß Gerechtigkeit nirgendwo auf der Welt schieht dies nicht. Winterfahrplanes gemacht sind. Für den eigentlichen Stadtverkehr zu finden und feiner es allen recht machen kann, muß man sich auch fommen nur diejenigen Bahnzüge in Betracht, welche zwischen in diesem Fall begnügen. Schlesischer Bahnhof und Charlottenburg den inneren Stadtverkehr bermitteln, und zu denen auch diejenigen Worortzüge gehören, die seit dem 1. Mai über die Stadtbahn geleitet werden. Die Durchschnittsbetriebszeit beträgt für jede Haltestelle pro Tag 20 Stunden und 20 Minuten; in dieser Zeit werden nach jeder Richtung 363, gleich nach beiden Richtungen 726 Züge abgelassen. Durchschnittlich passieren jede Station stündlich 35 Züge. Zu der Hauptverkehrszeit von morgens 7 Uhr 1 Minute bis 8 1hr 59 Minuten fahren pro Stunde nach jeder Richtung 24 und nachmittags von 26 bis 28 Uhr 23 Züge. Auch in den stillsten Verkehrszeiten werden nach jeder Richtung 12 Züge abgelassen. Jeder Stadtbahnzug führt durch schnittlich 10 Wagen, sodaß im Laufe des Betriebstages 7260 Wagen die Stadtbahngleife befahren. Sie legen, da die Strede Schlentscher Bahnhof- Charlottenburg 11,3 Stilometer lang ist, täglich 80 077 Wagentilometer gleich 10 676 geographische Meilen zurück. Trop des gewaltigen Verkehrs erweisen sich die Betriebsmittel immer noch als unzulänglich, und zu den Hauptverkehrszeiten sind die Wagen abteile noch ständig überfüllt. Auf den Ferngleisen fahren täglich nach jeder Richtung 81 gleich 162 Fern- und Vorortzüge nach beiden Richtungen. Es werden somit täglich nicht weniger als 888 Büge durch die Stadt geleitet. Zur Entlastung des Stadtverkehrs find bekanntlich seit einiger Zeit auch die Vollringzüge eingeführt, welche bei der obigen Berechnung nicht in Betracht gezogen sind. Es fahren nach jeder Richtung täglich 15 Vollringzüge, welche, ebenfalls zu je lied aus dem Holländer, gefiel am bestent. 10 Wagen berechnet, täglich 1116 Wagentilometer zurücklegen. Aber die Auswahl ist doch weise getroffen worden. Welch ein Unterschied gegen das Theater! Dort immer ein kleiner Zwischenfall, und auch während des Spiels ein liebliches Gesumme; hier im Konzert hingegen eine Ruhe, die fast unheimlich wirkt. Das große Konzertlokal, wo vorgestern eine Veranstaltung für Schüler und Schülerinnen der westlichen Vororte stattfand, war überfüllt, so daß die Anforderungen an die Bequemlichkeit namentlich in den hinteren Sigreihen ziemlich eingeschränkt werden mußten. Und doch war während der Gesangsvorträge nicht das geringste Geräusch zu vernehmen. Totenstille herrschte im Saal, sodaß das Mißtrauen fragen konnte, ob das Interesse für die Kunst oder ein Stück Dressur die Kinder im Bann hielt. Die Lehrer, welche im Konzert anwesend waren, sagten stolz, daß dieser legte Verdacht nicht gerechtfertigt sei, und sie follen unsertwegen Recht behalten. Einen Luftballon hat der Förster Meder im sogenannten Großmadepuhl bei Groß- Kreuz geborgen. Der Ballon hatte sich mit den Netz und dem Bambusforbe in den Zweigen eines großen Baumes verstrickt, so daß er nur mit Mühe geborgen werden konnte. Der unbekannte Eigentümer hat sich noch nicht gemeldet. Meteoro: logische Instrumente wurden nicht gefunden, jedenfalls sind diese bei der Havarie verloren gegangen. Add Verfammlungen. Spandau. Der hiesige Magistrat macht gegen die agrarische Seuchengefahr, die in der Freizügigkeit des Fleisches für die Bevölkerung liegt, gleichfalls mobil. Es ist an sämtliche hiesigen und auswärtigen Schlächter und Fleischhändler, welche hierorts den Fleischhandel betreiben, die Anordnung ergangen, das von auswärts eingeführte Fleisch besonders kenntlich zu machen und es von dem auf dem hiesigen Schlachthof geschlachteten und amtlich geprüften Fleisch getrennt zu halten. Polizeibeamte überwachen streng stens die Durchführung dieser Verordnung. Die Polizei würde gut Das Konzert selbst zeichnete sich durch eine dem findlichen Auf- tun, eine ähnliche Verordnung an die Beköstigungsanstal fassungsvermögen entsprechende Einfachheit und durch Kürze wohlten, Restaurants usw. ergehen zu lassen, und so die Selbsthilfe tuend aus. Nur anderthalb Stunden währte es. Auf dem Programm wirksamer zu gestalten. standen Cellovorträge von kurzen Kompofitionen erster Meister, die Herr Hutschenreiter ausgezeichnet vortrug, ferner einige Gedichte, wie des Sängers Fluch und Fontanes Herr von Ribbeck, die eine Dame für die Weite des Saales nicht ganz wirkungsvoll rezitierte, und dann etliche Chorlieder, die vom Klara Krauseschen Frauenchor Der Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter hielt am 24. Oftober hübsch gesungen wurden. Das schwerste, Richard Wagners Spinner bei Graumann in der Naunynstraße seine Generalversammlung ab. Die Abrechnung vom III. Quartal, die der Kassierer Hensel verIm ganzen darf man sagen, daß die Jugendkonzerte etwas fas, schließt mit folgenden Summen ab: Einnahme 3134,40 M., Das fällige Opfer des Eisenbahnbetriebs. Auf dem Güterbahn- Vortreffliches find und mehr Unterstigung verdienen, als ihnen Ausgabe 1638,75 M., Ueberschuß 1495,65 M.; dazu der Bestand vom hof der königlichen Ostbahn hat sich gestern nacht, wie die Berliner bisher zuteil wurde. Vielleicht gelingt es dann, von einer bestimmten II. Quartal von 6354,76 M., ergibt ein Vermögen von 7850,41 Mr. Zeitung" meldet, wieder einer der so häufigen Rangierunfälle er- Klasse der Gemeindeschule ab allen Schülern und Schülerinnen und unter den Ausgaben find für Streits und Maßregelungen 720 M. eignet. Der 25 Jahre alte Rangierer Jadowo, der bei seiner nicht nur einer Auswahl solchen Kunstgemuß zu bieten. verzeichnet. Die auf der Tagesordnung stehende Abrechnung vom Mutter in der Kopernikusstraße wohnte, geriet beim AneinanderStiftungsfest fonnte noch nicht vorgelegt werden, weil mehrere Mitkuppeln zweier Wagen zwischen die Puffer, wobei ihn der Brustkorb Ein Kunstabend wird am Sonnabend abend 9 Uhr bei Thiel in glieder noch nicht abgerechnet hatten. Die Generalversammlung gequetscht wurde. In schwerverletztem Zustand wurde er nach dem Rigdorf, Bergstr. 151/152 abgehalten. Es wird ein Vokal und befaßte sich dann mit Anträgen auf Einführung einer Extrasteuer, Krankenhaus am Friedrichshain gebracht. Ein Invalidenheim für Instrumentalfonzert mit ausgesuchtem Programm geboten, zu welchem die dazu dienen dazu dienen foll, die laufenden Ausgaben für die im Dienste verunglückte oder altersschwache, alleinstehende Eisenbahn- Karten zum Preise von 50 Pf an den bekannten Stellen in Nixdorf am Klavierarbeiterstreit beteiligten Mitglieder des Fachbeamte beabsichtigt die königliche Eisenbahndirektion Berlin zu er- erhältlich sind. Kasse findet nicht statt. Bemerkt sei noch, daß Mit vereins zu decken und die Kasse fir die vielleicht richten. Als Bauplatz ist ein passendes Grundstück in Birkenwerder glieder des Holzarbeiterverbandes den Kunstabend arrangieren. noch bevorstehenden Kämpfe zu stärken. Angenommen wurde ein an der Nordbahn in Aussicht genommen, wegen dessen Ankauf bereits Freie Fortbildungskurse für Arbeiter, veranstaltet von der von mehreren Vorstandsmitgliedern gestellter Antrag, wonach bis Berhandlungen eingeleitet sind. Das Heim wird sehr groß werden sozialwissenschaftlichen Abteilung der Wildenschaft der Technischen auf weiteres neben dem laufenden Vereinsbeitrag ein wöchent müffen, um allein die Unglücklichen aufzunehmen, die dem mörde- Hochschule. Im Winterhalbjahr 1904/05 finden in der Gemeinde- licher Extrabeitrag von 50 Pf. erhoben werden soll. Die rischen Rangierdienst zum Opfer fallen. schule III zu Charlottenburg, Schloßstraße 2, folgende Kurse statt: im Streik befindlichen Mitglieder haben den Ertrabeitrag, wenn Deutsch, Rechnen, Algebra( Buchstabenrechnen), Geometrie, Elektri- sie wieder in Arbeit treten, von der zweiten Woche ab zu zahlen. zität, Zeichnen für Bauhandwerker und für Maschinenhandwerker, Für die arbeitenden Mitglieder hat der Beschluß, wie ein von der Chemie und Technologie des täglichen Lebens, deutsche Klassische Bersammlung ebenfalls angenommenes Amendement besagt, rückLiteratur und Zivilprozeß, Erfurfionsvorträge und lebungen. Ferner wirkende straft bis zum 1. Oftober. Der Staffierer werden in der Aula der Charlottenburger Oberrealschule, Schloß- verlas die Namen von 93 Kollegen, die sich zur Aufnahme in den straße 27, Einzelvorträge abgehalten über: Die Entwidelung der Verein gemeldet hatten. Da gegen einige von ihnen Einwendungen Reichspoft( 2. November). Das Volk der Zigeuner( 9. November). gemacht wurden, wurde die Angelegenheit dem Vorstand zur UnterBakterien als Krankheitserreger( 23. November). Ueber die Ent- suchung überwiesen. vember). Das Gesetz betreffend die Gewerbegerichte( 7. Dezember). hielt am 20. Oftober seine statutenmäßige Generalversammlung ab, wickelung und wirtschaftliche Bedeutung der Seeschiffahrt.( 30. No- Adlershof. Der Sozialdemokratische Wahlverein zu Adlershof Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag; Einzel- in welcher u. a. die Berichte des Vorstandes und der Funktionäre vorträge: Mittwoch, abends von 8-10 Uhr. Teilnehmergebühr: für und die Neuwahlen derselben auf der Tagesordnung standen. Der zu schweren Ausschreitungen fam es Mittwoch abend nach jeden Kursus 50 Pf., für einen Einzelvortrag 10 Bf., für alle Stassierer gab den Kassenbericht des vierten Quartals. Danach hatte 9 Uhr in den Baracken der polnischen Arbeiter auf dem Teltowkanal- Einzelborträge 50 f. Beginn am 31. Oktober. Anmeldungen der Verein eine Einnahme von 370,27 M. und eine Ausgabe von gebiet zu Steglik. Ein Streit, dessen Ursache noch nicht ermittelt werden am 29. Oktober abends von 8-9% Uhr in der Gemeinde- 80,46 M.; an den Kreis find abzuliefern 246,80 m., mithin bleibt ist, führte zu einer ausgedehnten Schlägerei, bei der die Kämpfenden schule III entgegengenommen. Programme find erhältlich von ein Bestand von 43,01 M. Die Kassenverhältnisse des verflossener sich mit eisernen Gerätschaften bearbeiteten. Die Polizei führte Ingenieur W. Wagner, W. 35, Flottivellstraße 6, A. Finkelstein, Jahres ergaben folgendes Bild: Einnahmen 1216,22 M., Aus alle Beteiligten nach der Wache, wo den zum Teil schuiver Verletzten Charlottenburg, Bismarckstraße 74, P. Busse, Charlottenburg, gaben 637,34 M. An den Central- Wahlverein find 535,87 M. in ärztliche Hülfe zu teil wurde. Die Arbeiter Javehr und Novack Pestalozzistraße 42. gamlage ma barem Gelde abgeliefert worden. Beitragsmarken wurden 2607 wurden in Haft behalten und sind gestern früh nach dem UnterIm Verein für volkstümliche Kurse von Berliner Hochschullehrern und Parteibons 1160 Stück verkauft. Die Mitgliederzahl betrug funchungsgefängnis gebracht worden. Einer der Verwundeten wurde beginnt am Sonnabend, den 29. Oktober, abends 8% Uhr, in der am Anfang des Geschäftsjahres 208 und am Ende 247. Eingetreten dſtück in Laufwik befinnungslos auf einem Grundstüc in Laufivik aufgefunden. Aula des Realgymnasiums in Rigdorf, staiser Friedrichstraße 210, find 58, ausgetreten 17 und ausgeschlossen wurden 3 Mitglieder. Reichen Kinderfegens erfreut sich die Familie des Arbeiters Herr Professor Dr. Jaekel seinen Vortragskursus Ueber den Bau Aus dem Bericht des Parteispediteurs war zu ersehen, daß 52 neue Rothe in Schmargendorf. Der glückliche Vater hat diese Woche und die Geschichte der Erde". Eintrittskarten zum Preise von 1 M.„ Vorwärts" Abonnenten im Geschäftsjahre getoonnen worden sind. dem Standesamte die Geburt seines 18. Kindes angemeldet. Von für den sechs Abende umfassenden Kursus sind noch zu haben bei: Die Lokalkommission konnte berichten, daß es ihr möglich war, im den anderthalb Dugend Sprößlingen der Rotheschen Familie find G. Belling, Zigarrenhandlung, Leipzigerstr. 128, A. Schüß, Holz- Agitationsbezirk drei Lokale, und zwar in Zernsdorf, Neue Mühle 10 noch am Leben. marktstraße 60, Chr. Tischendörfer, Sophienstr. 20, F. G. Lederer, und das Rutkowskysche auf Rauchfangwerder für die Arbeiterschaft Beschlagnahmt wurde die Leiche des 34 Jahre alten Maler- Buchhandlung, Kurfürstenstr. 70, Bernh. Staar ,, Buchhandlung, frei zu bekommen. Nachdem den Funktionären Decharge erteilt war, Beschlagnahmt wurde die Leiche des 34 Jahre alten Maler- Friedrichstr. 250, Zentralstelle für Arbeiterwohlfahrtseinrichtungen, wurde zu den Neuwahlen geschritten. Wiedergewählt wurden To st meisters Baul Gaida aus der Steinmegstr. 121 zu Rirdorf. Mann kam am Montag nachmittag um 4 Uhr mit Klagen über essauerstr. 14( von 8-3 Uhr), Bickhardtsche Buchhandlung, als 1. Vorsigender, Otto als 2. Vorsitzender, Fuchs als 1. Raffierer, Steuer als Schriftführer, 2öwenthal als Bruftschmerzen nach Hause. Seine Frau rief einen Arzt, der ihm Rigdorf, Bergstraße 13. Revisor und Schmidt als Zeitungsspediteur. Neugewählt. Theater. Im 2essing Theater geht heute, Freitag, wurden Bed als Beisiger, Kretschmer als zweiter Staffierer; zwei Morphiumeinsprißungen machte. Zehn Minuten nach dem Beggange des Arztes war Gaida tot. Es wird nun in der Nachbar- das Schauspiel" Traumulus“ von Arno Holz und Oskar Jerschte als Revisoren Gundel und Schwarzlose; in die Lokalschaft geredet, daß er zu viel Morphium bekommen habe. Die An- zum 25. mal in Szene. Im Carl Weiß- Theater beginnen kommission Feuerstein, Suchsland und Knispel; als gehörigen und die Polizei haben deshalb die Leiche nach dem am Sonnabend wieder die mit Recht so beliebten Kindervorstellungen Bibliothekare Schubert und Wölbling; als Silfstaffierer Schauhauſe bringen lassen, um durch ihre gerichtsärztliche Deffnung und zwar bei ganz kleinen Breisen. Zur Aufführung gelangt„ Sänse! Meil, Gronins, Desterreich, Schweng, Gruppe und und Gretel". Der Anfang ist auf 4 Uhr festgesetzt. Wer?( oder: die Todesursache feststellen zu laffen. Panzram. Es wurden dann noch als Delegierte zur KreisEin Klingelfahrer und Gelegenheitsdieb wurde gestern in der Auf der Totenbank") ist der Titel eines einaftigen Dramas, weldjes Generalversammlung Schubert, Steuer und Gundel ge Sonnabend zum erstenmal im Belle Die gesicherte Existenz. Traurige Folgen eines Unfalls. Der 68 Jahre alte Pförtner, frühere Schiffer Heinrich Schelle aus der Potsdamerstr. 32 a hatte vor zwei Jahren, als er eine Pförtnerstelle in der Chausseestraße bekleidete, das Unglück, sich auf dem Hofe einen Fuß zu brechen. Elf Wochen mußte er im Moabiter KrankenHause liegen. Da er feiner Staffe angehörte, so sollten die Kosten von 209 M. von ihm eingezogen werden. Je öfter der Bote fam, um so trauriger und mißmutiger wurde er, zumal da auch der Fuß noch nicht ganz geheilt war. As vorgestern abend seine Frau im Hause zu tun hatte, machte er rachte er burdurſe: feinem Leben durch Erhängen cin Ende. Der " 1 am " Aus den Nachbarorten. " 0 Gemeindevertreter- Sigung. im Verein mit der Boffe„ Die Tugendglocke" gegeben wird. genommen, eines jungen Mannes von 20 Jahren. Stern hatte sich naler. Heute findet eine Wiederholung des nach den Todes- und Begräbnisanzeigen der Zeitungen ein Vermit den Damen v. Lichtenfels und Sonder- Der Verband der Brauereiarbeiter( Sektion II) hielt am Sonnzeichnis der Beerdigungszeiten angelegt, das er immer auf dem mann und den Herren Mantler, Roha, Jurlig und Zeitschel statt. tag in Kellers Saal seine Generalversammlung ab. Nach einem Laufenden hielt. Es wurde bei seiner Festnahme noch bei ihm ge- Sonnabend geht die Suppésche Oper„ Donna Juanita", die feit beifällig aufgenommenen Vortrage des Genoffen Saffenbach funden. Während der Beerdigung besuchte er dann das Sterbehaus, langen Jahren in Berlin nicht gehört worden ist, zum erstenmal in gab der Kassierer Franke die Abrechnung vom dritten Quartal, das er sich gerade ausgesucht hatte, brach in die Wohnung der Szene. der sich der Geschäftsbericht des Vorsitzenden Neumann für das Leidtragenden ein und stahl Bargeld und goldene und filberne Rechnungsjahr anschloß. Die Jahreseinnahme der Zentralfaffe Schmuck- und Wertsachen. Außerdem nahm er einem früheren Mitbeläuft sich demnach auf 25 542,10 M. und die Ausgabe auf schüler, der jetzt als Laufbursche in einem Geschäft angestellt ist, die 8697,76 M. An den Hauptvorstand sind 16 844,34 m. abgeschickt Geldtasche mit 270 M. weg, nachdem er ihn betrunken gemacht hatte. In der Wilmersdorfer Stadtwerdungsfrage wird, nachdem die worden. An außerordentlicher Unterstützung wurden in 713 Fällen Die Kriminalpolizei, die schon länger auf den Dieb fahndete, Gemeindevertretung die Anstellung eines zweiten befoldeten Schöffen 5684 M. gezahlt, das find 3158 M. mehr wie im rmittelte, daß er fich öfter bei einem Pförtner in der Halleschen beschlossen hat, an die Staatsregierung ein erneuter Antrag auf Vorjahre. Für Streifunterstützung wurden verausgabt 2700 M., Straße, dessen Söhne er kannte, aufhielt. Sie beobachtete das Haus Berleihung der Städteordnung und auf Ausscheiden aus dem Kreise davon 1600 M. an die Hamburger Brauerei- Arbeiter, der und fiel ein, als Stern wieder zu Besuch gekommen war. Der Teltow gestellt werden. In der Begründung soll angeführt werden, Rest an andere Gewerkschaften. Die Mitgliederzahl ist im Laufe Dieb suchte durch die Hintergärten zu entkommen, wurde aber ein daß von der Gemeinde nummehr alle Schritte hinsichtlich der Ver- des Jahres von 1405 auf 1803 gestiegen, mithin eine Zunahme von geholt und festgenommen. Es wird vermutet, daß er Helferswaltungsorganisation getan feien, und daß die sehr schnell zunehmen- rund 400. Bisher konnte eine Abnahme der Mitgliederzahl wegen helfer hat. den Verwaltungsgeschäfte ein längeres Verbleiben in dem Streis- der eingeführten Erhöhung der Verbandsbeiträge von 30 auf 40 Pf. Beim Abspringen von einem fahrenden Straßenbahnwagen fam verbande ohne Schädigung der Kommune nicht mehr zulassen. Des nicht konstatiert werden. Die hierauf vorgenommenen Vorstandsgestern nachmittag der Schlosser Bernhard Oberstedt aus Hamburg weiteren soll ein Vorschlag dahin gemacht werden, daß die Gemeinde wahlen hatten folgendes Ergebnis: 1. Vorsitzender Neumann, schwer zu Schaden. Er benutte auf der Fahrt nach dem Gendarmen- Wilmersdorf den Teil der auf sie entfallenden Kreisschulden über 2. Borsigender Jurisch, 1. Kassierer Franke, 2. Kassierer marft einen Straßenbahntvagen der Linie 9( Schlesischer Bahnhof- nimmt, aber in der Interessengemeinschaft betreffs des Teltowlanals Kastner, 1. Schriftführer Jürgens, 2. Schriftführer Beh= Moabit) und verließ ihn an der Ecke der Leipziger- und Markgrafen- verbleibt. Auf diese Weise hofft, man jetzt in Wilmersdorf am rens; Revisoren: Jordan, Zielinski und Tochtenstroße. O. glitt hierbei aus und fiel so unglücklich, daß er Ver- schnellsten zum Ziele gelangen zu fönnen. Von den gesamten Kreis- hagen. Unter Verbandsangelegenheiten erörterte Neumann das Ichungen an beiden Beinen erlitt. Er erhielt auf der Unfallstation steuern in Höhe von 1878 000 20. bringt Wilmersdorf in diesem bisherige Ergebnis der Verhandlungen wegen der bei den Brauereien in der Kronenstraße die erste Hülfe und wurde dann nach dem Jahre allein eine halbe Million oder nahezu 27 Broz. auf. Von beantragten Einstellung des Ausfahrens von Bier Krankenhaus am Urban überführt. feiten der kommunalpolitischen Vereine wird beabsichtigt, an den an den Sonntagen des Winterbalbjahres. erklären wird. Die Babl scheint eine Verständigung in dieser Sache herbeigeführt beschloß sodann, daß die Namen einer Anzahl von Schuldnern, die Hering, als Bibliothekare Köhler und Röhrich. zu werden, denn sowohl die Ringbrauereien wie auch ein vor langer Zeit Darlehen vom Verein empfangen, aber trotz aller abende sollen am ersten Sonnabend nach dem Ersten und FünfTeil der ringfreien Brauereien haben gegen den Antrag Mahnungen noch nicht zurückgezahlt haben, in der„ Einigkeit" ver- zehnten eines jeden Monats stattfinden. im Prinzip nichts einzuwenden. Dagegen dürfte sich demnächst öffentlicht werden sollen. Auf Veranstaltung eines Vergnügens Zu der am 30. d. Mts. in Charlottenburg stattfindenden Kreisdie Schlichtungskommission mit einer Sache zu beschäftigen haben, wurde zugunsten des Wintervergnügens des Gesangvereins ver- Generalversammlung wurden als Delegierte die Genossen Fuchs und die den lebhaften Unwillen der Brauerei- Arbeiter hervorgerufen hat. zichtet. Darauf sprach Juppenlah über das Ergebnis der Hofmann gewählt. So läst nämlich die Brauerei Friedrichshain ihre Stall- Gewerbegerichtswahlen. Er bemerkte, daß, wer das Ver- Nach Aufnahme von elf neuen Mitgliedern gab Genosse Gramenz Leute jeden zweiten Sonntag von morgens 5 Uhr hältnis der Mitgliederzahlen der beiden Organisationsrichtungen einen furzen Bericht aus der Gemeindevertretung. Ferner wies er bis abends 7 Uhr arbeiten, ohne ihnen auch nur fannte, von vornherein wissen mußte, daß es dem Kartell nicht darauf hin, daß jedenfalls im Dezember dieses Jahres die Neuwahl einen Pfennig Entschädigung dafür zu zahlen. möglich war, eigene Kandidaten durchzubringen. Es habe sich denn eines Gemeindevertreters stattfinden wird; es müsse also jeder der Da sich eine derartige Ausmuzung der Leute aus den Tarifs auch nur darum gehandelt, Protest gegen die Vergewaltigung ein- hiesigen Parteigenossen voll und ganz seine Pflicht tun, damit alles abmachungen nicht herleiten fäßt, so hoffen die Arbeiter, daß die zulegen. Manche hätten wohl gehofft, daß eine größere Anzahl Mögliche getan wird, um unserem Kandidaten zum Siege zu ver Schlichtungskommission solche Praktiken entschieden als unzuläffig Zentralverbändler aus Gerechtigkeitsgefühl für die Kartellkandidaten helfen. stimmen würden. Das sei ein Irrtum gewesen, die ZentralWeißensee. Die Zahlstelle Weißensee des Deutschen HolzZentralverband der Dachdecker. Die Versammlung, welche am organisierten wären unbedingt dem Rufe ihrer Führer gefolgt. Der 19. 5. M. bei Feind in der Weinstraße tagte, nahm zunächst den Redner wandte sich ferner gegen eine mit.." signierte Notis arbeiter- Verbandes hielt am 20. d. M. ihre regelmäßige MitgliederKaffenbericht vom dritten Quartal 1904 entgegen. Nach dem Bericht im„ Neuen Montageblatt", in der gesagt wird, die" Berliner Sonder- bersammlung ab. Als 1. Punkt stand auf der Tagesordnung die des Kassierers betrug der Bestand am Schlusse des zweiten Quartals bündler" hätten in der gehässigsten Weise gegen die Zentralver- Abrechnung bom 3. Quartal. Der Bericht, welchen Kollege Kirchner 1901,58 M. Die Einnahmen im dritten Quartal beliefen sich auf bände gehezt", und stellte eine Berechnung auf, wonach sich von gab, lautet folgendermaßen: Die Verbandstaffe hatte mit Bestand M. 5075,08 m., denen eine Ausgabe von 4246,58 m. gegenübersteht. den Mitgliedern der dem Kartell angeschlossenen Gewerkschaften bom vorigen Quartal eine Einnahme von 3169,13 m. und eine AusDas Vergnügungskomitee berichtete über einen Ueberschuß von nach Abzug der Organisationen der Kistenmacher und der Möbel- gabe von 2176,91 M., bleibt ein Bestand von 992,22 M. Die Ein20,62 M. Die Versammlung beschließt auf Antrag des Stomitees, polierer, die sich oftentativ von der Wahl ausgeschlossen hätten-9,39 nahme der Lokaltasse ist mit dem alten Bestande 8485,29 M. Dem Rebiforen zu wählen, welche in der nächsten Versammlung Bericht ers Prozent an der Wahl beteiligten, von den Mitgliedern der in der stand eine Ausgabe von 807,18 M. gegenüber, so daß ein Bestand ftatten follen. Da noch mehrere Billetts ausstehen, sollen diese bis Stommission vertretenen Gewerkschaften jedoch nur 5,68 Prozent. So bon 7628,11 m. verbleibt. Die Mitgliederzahl betrug am Schlufse Neu aufgenommen wurden, 80, von zur nächsten Bersammlung eingefordent werden, und falls bis dahin mit hätten sich die Mitglieder der Kartellgewerkschaften lebhaft an des vorigen Quartals 453. die Billetts nicht abgeliefert sind, sollen die Namen der Betreffenden den Wahlen beteiligt und auch die Aufstellung von 9 Kandidaten des anderen Zahlstellen übergetreten find 95. Infolge restierender Beiveröffentlicht werden. Unter Verbandsangelegenheiten erstattete Kartells sei durch die Zahl der für sie abgegebenen Stimmen voll träge mußten 63 gestrichen werden und 12 Mitglieder wurden zum Militär einberufen. Bleibt also ein Mitgliederbestand am Ende oppner Bericht über die Verhandlungen betreffend den paris auf gerechtfertigt. tätischen Arbeitsnachweis Derfelbe führt aus, daß, nachdem die dieses Quartals von 553. Die Abrechnung vom Stiftungsfest gab Treptow- Baumschulenweg. Am 18. Oktober hielt der hiesige ebenfalls Kollege Kirchner. Es war ein Ueberschuß von 7,50 M. zu Arbeitgeber nicht genügendes Entgegenkommen gezeigt hätten, der Wahlverein eine Generalversammlung in Ackermanns Lokal ab. berzeichnen. Der 3. Punkt der Tagesordnung fonnte nicht erledigt Arbeitsnachweis feitens der Dachdeder gekündigt worden sei. Von Conrad- Rigdorf gab einen ausführlichen Bericht über die Tätig werden, da der Referent, ein Gauvorstandsmitglied, nicht erschienen der Leitung des Nachweises wurden nun Schritte unternommen, feit des Parteitages. Die Diskussion wurde in Anbetracht der war. Hierbei tam zur Sprache, daß es sehr bedauerlich sei, daß uns um die Kündigung rüdgängig zu machen. Eine in Aussicht ge- reichhaltigen Tagesordnung auf die nächste Mitgliederversammlung der Gauvorstand seit furzer Zeit in zwei hintereinander folgenden nommene nochmalige Besprechung der Kuratoriumsmitglieder, zu verschoben. Alsdann erfolgte der Sassenbericht durch Mickley. Versammlungen nicht beachtet hat. Auch die hiesigen Kollegen fänden welcher auch der Borstand sowie mehrere Gegner des paritätischen Danach haben die Gesamteinnahmen im vergangenen Duartal ein Interesse daran, sich über die Aussperrung und über Taktik bei Arbeitsnachweises geladen waren, wurde seitens der Kuratoriums betragen 486,71 M. An den Zentralvorstand wurden abgeführt Lohnbewegungen zu unterhalten. Kritisiert wurde ferner, daß von mitglieder der Arbeitgeber abgesagt. Die Diskussion war eine sehr 324,47 M., so daß am Drt verblieben 162,24 M.; hiervon 80,95 M. den Berliner organisierten Kollegen und auch von der dortigen lebhafte und wurde viel für und gegen den Nachweis gesprochen. Ein Ausgaben ab, verbleibt ein Bestand von 81,29 M.- Darauf wurde Berwaltung der hiesige Arbeitsnachweis nicht beachtet wird. Beschluß wurde nicht gefaßt. Mehrere Klagen werden geführt wegen vom Vorstande der Geschäftsbericht gegeben. Abgehalten werden von dort Arbeitskräfte nach hier vermittelt, ohne daß man lebertretung des Tarifes in betreff der Arbeitszeit. Trotzdem nach wurden im vergangenen Geschäftsjahre: 11 Vereinsversammlungen, fich erst erkundigt, ob und wieviel Arbeitslose am Orte sind. Der dem Tarif 8 Stunden gearbeitet werden sollen, fommt es noch bei 4 öffentliche Versammlungen, 18 Borstandsfizungen und 4 Flugblatt- Arbeitsnachweis der Bahlstelle Weißensee befindet sich bei Franz mehreren Firmen vor, daß 9 Stunden gearbeitet wird. Die Schuld verbreitungen. Die Gesamteinnahmen im Jahre betrugen 1260,36 M. Schlemminger, Lehderstr. 19. Ferner wurde folgende Resolution trifft die Sollegen, welche nicht den Mut haben, dem Arbeitgeber Die Mitgliederzahl ist von 151 zu Anfang des Geschäftsjahres auf einstimmig angenommen: Die am 20. Oftober in Prälaten" stattgegenüber auf die Einhaltung des Tarifes zu dringen. Es wird 193 gestiegen. Die Genossen sind in folgenden Berufen tätig findende Mitgliederversammlung spricht ihr Bedauern darüber aus, darauf hingewiesen, daß es leicht dahin kommen könne, daß die 42 Arbeiter, 19 Tischler, 17 Schlosser, 6 Gürtler, 6 Metallarbeiter, daß der Gauvorstand innerhalb furzer Zeit die Ortsverwaltung Arbeitgeber auch einen niederen Stundenlohn anbieten, durch die Er- 6 Schuhmacher, 5 Maurer, 5 Buchbinder, 5 Steindrucker, 5 Gastwirte, Weißensee in bezug auf Stellung von Referenten mehrmals im Stich fahrungen bei der Arbeitszeit fühn gemacht. Da der Tarif mit 5 Kaufleute, 4 Böttcher, 4 Buchdrucker, 3 Schleifer, 3 Schriftfeger, gelassen hat. Infolgedessen wird der Gauvorstand ersucht, sein bent 1. April 1905 abläuft, wird darauf hingewiesen, daß sich die 8 Drechsler, 3 Brauer, 2 Zimmerer, 2 Barbiere, 2 Klempner, Verhalten zu rechtfertigen. Dann gab Schlemminger den Benächste Versamunlung mit der Stellungnahme zu neuen Tarif- 2 Gärtner, 2 Lederarbeiter, 2 Stellmacher, 2 Glasschleifer, richt über Streits und Differenzen. Der Streit der Bautischler in bereinbarungen beschäftigen wird. 2 Weber, 2 Schiffbauer, 2 Schraubendreher, 2 Maler, 2 Sattler, Heinersdorf bei der Firma Lubach u. Puffpaff ist zugunsten der= 2 Lithographen, je 1 Kürschner, Kassierer, Vergolder, Posamentier, felben beendet. Dagegen dauert der Streit der Billardqueuemacher Bildhauer, Lagerhalter, Former, Photograph, Töpfer, Kernmacher, Archi- unverändert fort. Die Unternehmer haben jetzt ihre Lager austeft, Schmied, Bädermeister, Zigarrenhändler, Galvaniseur, Schriftgießer, berkauft und machen jekt die größten Anstrengungen, sich lieferungsDreher, Schneider, Goldschmied, Möbelpolierer, Fräser, Werkzeug- fähig zu halten, indem sie in den Lotalblättern Arbeitsburschen macher, Klaviermacher, Täschner und 1 ohne Angabe. Aus dem Bericht suchen und diese dann anlernen wollen. Die streifenden Queuearbeiter des Gen. Stock über die Zeitungsspedition für Baumschulenweg sind sich darüber klar, daß eine Einigung in kurzer Zeit stattfindet. ist hervorzuheben, daß der Gesamtumsas 3404,21 M. betragen und sich Sie wollen unter feinen Umständen von der 10prozentigen Lokalein leberschuß von 299,36 M. ergeben hat. Dieser Ortsteil hat jezt erhöhung etwas ablassen. Die Versammlung stellte sich dann auch 246 Vorwärts"-Abonnenten.- In Treptow haben, wie Voigt auf den Standpunkt, ruhig so lange auszuharren, bis der Kampf berichtete, die gesamten Einnahmen 1595,25 M. mit einem Ueberzugunsten der Arbeiter entschieden ist. schuß von 47,10 m. betragen. Die Neuwahl des Vorstandes ergab folgendes Resultat: Der Berein der Zimmerer Berlins und Umgegend hielt am 23. Oftober in den Industriesälen seine Generalversammlung ab. Die Abrechnung vom 3. Quartal, die der Kassierer Metzner veilas, weist die Einnahmesumme von 8861,55 M. und die Ausgabejumme von 6096,80 M. auf und schließt mit 2764,75 M. Ueberschuß. Hierzu kommt ein alter Bestand von 41 213,48 M. so daß am Schluße des Quartals die Summe von 43 978,23 M. erreicht wurde. Unter Vereinsangelegenheiten wurde beschloffen, die Bibliothet vom Versammlungslokal nach dem Bureau der Zimmerer in der Dragonerstraße zu verlegen, damit täglich Bücher entlichen und zurückgegeben werden können und eine bessere Stontrolle und Sicherung des Bücherbestandes Der Verein für die Interessen der Hansangestellten veranstaltet möglich wird. Der: Verlust einiger wertvoller Werke rief eine längere Es wurden gewählt als 1. Vorsitzender Fuchs, als 2. Bor- am Sonntag, den 30. Oktober, in den„ Arminhallen", KommandantenDiskussion hervor. Ueber die Angelegenheit soll in der nächsten Ber- fizender 2. Hofmann, als Kassierer Mickley, als Schriftführer Bortrag halten über unsere soldaten in Deutsch- Südweststraße 20, einen Bergnügungsabend. Herr Balded- Manasse wird einen fammlung, nachdem eine gründliche Revision der Bibliothek und Leifert, als Beisiger König, als Zeitungsspediteure Stod afrika", nach welchem die Sängerin Fräulein Sophie Brauer Nachforschungen nach dem Verbleib der abhanden gekommenen Bücher und Boigt, als Revisoren Road, Karow und Henke, in die liedervorträge geben wird. Den Schluß bildet wie stets ein Tanz stattgefunden haben, Beschluß gefaßt werden. Die Versammlung Lokalkommission für Baumschulenweg Schieffe, für Treptow fränzchen. Anfang pünktlich 6 Uhr. Eintritt 25 Pf. Gäste willkommen. " " Allen verehrten Hausfrauen Adlerlachs ohne Kopf, d. Pfd. 35 Pf., im Anschnitt 37 Pf. Zubereitung: Gebraten; im Ofen; grillé; gekocht; à la meunier; mit Krebssauce; grilliert à la maître; auf Bremer Art; aux four; auf Terrassenart; Ragout; Fischklösse. Seekarpfen das Pfd. 35 Pfg., im Anschnitt 45 Pfg. Zubereitung: Gekocht; in Bier( polnisch); in Most oder Wein; gedünstet, etc. Blaubarsch das Pfd. 35 Pfg., im Anschnitt 45 Pfg. Zubereitung: Gekocht, mit Butter; gebacken mit Remouladen- Sauce; gespickt, gedämpft; auf Nordsee- Art; auf Fischerart; auf bürgerliche Art, Die ausführliche Anweisung über die Zubereitung dieser Fische erhält jeder Käufer gratis. Bratflundern 1 Pfund 18 Pfennig 3 Pfund 50 Pfennig Zubereitung einfach( It. Gratis- Kochbuch)! empfehlen wir unsere soeben eingetroffenen, neuen Fischarten, die zum ersten Mal im Frühjahr den Beifall der Kenner erregt haben. Von unsern regelmässig eingehenden Fängen empfehlen wir zu den billigsten Tagespreisen: Cabliau Schellfisch zum Kochen u. Braten sehr empfehlenswert, ganze Fische ohne Kopf Pfund 30 Pfennig, im Anschnitt 35 Pfennig. in allen Grössen Pfund 20-30 Pfg. Seehecht Pfd. 45 Pfg. im Anschnitt d 53 Pfennige. Tafelzander prima Pfd. 65-75 Pfg. Silberlachs Pfd. 1.00-1.10 M. 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Deutsche Dampffischerei- Gesellschaft Nordsee" FILIALE: C. 2 BAHNHOF BÖRSE, BOGEN 8-10 Prinzen- Strasse 30 am Moritzplatz VERKAUFS- NIEDERLAGEN: Madai- Strasse 22 im Schlesischen Bahnhof Landsberger Strasse 52-53 dicht am Alexanderplatz. Verantw. Rehofteur: Paul Büttner, Berlin. Für der Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hr. 254. 21. 2. KcilM Ks JorBörts" öttlintt NslksM Freitilg, 28. Oktober 1904. Im Falschmünzer- Prozeß fällte der Gerichtshof gestern abend folgendes Urteil: Lache: sechs Jahre Zuchthaus fein Jahr verbüßt). Steg er: drei Jahre Gefänznis fein Jahr vier Monate verbüßt). Taschowsli: zwei Jahre Gefängnis fneun Monate verbüßt). Mikulla: ein Jahr sechs Monate Zuchthaus(ein Jahr verbüßt). Gelhaus: sechs Jahre Zuchthaus. B l a t t n e r: sechs Monate Gefängnis(ver- büßt), si a: er: 15 Monate Gefängnis(sechs Monate verbüßt). Bade: frei. He Ilm er: zwei Jahre Zuchthaus(ein Jahr sechs Monate verbüßt). F e i st e l: frei. Sämtliche Angeklagte, mit Ausnahme von Lache, erklärten, sich bei dem Urteil beruhigen zu wollen. « In dem Münzfälscher-Prozeß Gelhaus u. Gen. wurden gestern die Verteidigungsreden fortgesetzt. Zunächst nahm Rechts anwalt Z a u ck e das Wort, um den Geschworenen nahe zu legen, daß sie nach den Sachverständigen-Gutachten Und nach ihren eigenen Beobachtungen nicht würden umhin können, den Angellagten Lache auf Grund des(j 51 des Strafgesetzbuchs für nichtschuldig zu er- klären, da er bei Begehung der Tat in einem Zustande der Geistes- störung sich befunden habe, der die freie Willensbestimmung aus schloß.— Rechtsanwalt Gebauer beantragte die völlige Frei sprechung des Angeklagten Taschowsli. Dieser habe nachgewiesener� maßen für die Angeklagten Lache und Steger den Schrank an- gefertigt, in welchem die für die Druckerei- in der Dirsdorfer Mühle bestimmten Typen und Utensilien aufbewahrt wurden. ES liege aber kein Beweis dafür vor, daß Taschowsli sich an der Anfertigung der falschen Coupons beteiligt oder solche in Verkehr gebracht hat. — Rechtsanwalt Guttmann spitzte seine Ausführungen dahin zu, daß die Geschworenen dem Angeklagten Gclhaus, der nach dem Gutachten der medizinischen Sachverständigen ein minderwertiger Mann sei, mildernde Umstände bewilligen möchten.— Rechtsanwalt Dr. Eger suchte an der Hand längerer juristischer und tatsäch- licher Ausführungen darzulegen, daß die vom Angeklagten M i- k u l ka entfaltete Tätigkeit noch nicht einen Anfang der Ausführung des Münzvcrbrechens darstelle, sondern nur zu den vorbereitenden Handlungen. zu rechnen oder etwa als„Versuch der Beihülfe* zu konstruieren sei.— Justizrat Z ei d l e r beantragte gleichfalls die Freisprechung des Angeklagten Blattner. Dieser sei ein un» bescholtener Mann,„ehrenhaft bis auf die Knochen*, dem von allen Firmen, bei denen er gearbeitet, das beste Leumundszeugnis aus- gestellt worden sei. Diese Herren, seien sogar noch weiter gegangen und haben die Kaution zusammengebracht, um Blattner aus der Untersuchungshaft, in welcher er sieben Monate gesessen, heraus- zubringen. Der Verteidiger bestritt, daß dem Angeklagten irgend- wie eine verbrecherische Absicht bei den Maßnahmen, die ihm zur Last gelegt werden, nachgewiesen sei. Ihm seien An Laufe der Jahre von Männern, die volles Vertrauen zu seiner Ehrlichkeit hatten, Tausende anvertraut worden und es sei nicht anzunehmen, daß ein solcher in Ehren alt gewordener Mann plötzlich seine ganze bürger- tiche Existenz aufs Spiel setzen und seinen ehrlichen Erwerb mit dem Verbrechen der Münzfälscherei vertauschen werde.— Rechtsanwalt Staats trat für die Unschuld des Angeklagten H e l l m e r event. für Bewilligung mildernder Umstände ein.— Ter letzte Verteidiger Rechtsanwalt Victor Fränkl sprach seine Genugtuung darüber aus, daß diese ausgedehnte Verhandlung dank der vortrefflichen Leitung des Vorsitzenden ohne jede Reibung sich abgewickelt habe, was leider nicht immer der Fall sei. Auch das objektive Verhalten des Ver- treters der Staatsanwaltschaft fei durchaus anzuerkennen: dennoch müsse er die Ausführungen des letzteren bezüglich des Angeklagten Feistel bekämpfen und die Freisprechung dieses jungen Menschen be- antragen. Dieser habe bei der Unterlassung der Anzeige unter dem Banne der Drohungen des Gelhaus gestanden. Hierauf erhielten sämtliche Angeklagten das letzte Wort. Gel- haus versicherte den Geschworenen nochmals, daß er„seinen eigenen Staat habe" ebenso wie der Staatsanwalt, ihm aber der Staat des Staatsanwalts nicht gefalle.— Lache hält noch eine längere Rede und führte nochmals aus,„wie er Verbrecher geworden ser*. Man habe ihn künstlich dazu gemacht, indem man ihn unschuldig für die Tat eine? anderen verurteilt habe. Jetzt sei er mit Stolz ein Ver- brecher. Man solle ihn doch nicht als Alltagsmcnschcn betrachten. Wenn man ihn erst als wahnsinnig ins Irrenhaus sperre und nun wieder sage, er sei gesund geworden, sowie man ihn wieder in Freiheit gesetzt habe, so sollte man doch einfach alle Irrenhäuser öffnen und die Leute in die Freiheit lassen, dann würden sie ja sehr bald gesund werden.(Heiterkeit.) Er selbst sei nicht wahnsinnig und mache den Staatsanwalt dafür verantwortlich, daß wegen der Verbrechen, die an ihn: begangen worden, die Schuldigen bestraft werden. Hierauf trat eine Mittagspause ein, dann erteilte der Vorfitzende Landgerichtsdirektor K a n z o w die schwierige Rechtsbelehrung, die fast zwei Stunden ausfüllte. Die Geschworenen, welche den Professor Wüllenberger zu ihrem Obmann gewählt hatten, berieten kaum 2 Stunden. Sie bejahten die Schuldfragen unter Ausschluß von mildernden Umständen bei den Angeklagten Lache, Steger, Mikulla, Gelhaus, Kaiser und H e l l m e r. unter Zubilligung von mildernden Um- ständen bei B l a t t n e r und Taschowsli. Die Angeklagten F e i st e l und die unverehelichte Bade wurden für n i ch t schuldig erklärt. Erster Staatsanwalt Tretschmer beantragte gegen Lache und Gelhaus je acht, gegen Steger vier, gegen Mikulla 2 Jahre «Monate, gegen Hellmer drei und gegen Kaiser zwei Jahre Zuchthaus, gegen Taschowsli zwei Jahre Gefängnis und gegen Blattner 3 Monate Gefängnis. Er beantragte bei Lache, Steger, Mikulla und Hellmer je ein Jahr und bei Blattner die ganze Strafe als verbüßt zu erachten und ferner die Angeklagten Bade und Feistel freizusprechen. Die Falsifikate, sowie die zu ihrer Her- stellung benutzten Werkzeuge seien zu vernichten. Das gefällte Urteil befindet sich an der Spitze. Der Vorsitzende dankte sodamr den Verteidigern, die ihm durch ihr sachliches Verhalten die Leitung der Verhandlung so wesentlich erleichtert hätten. Justizrat Zeidler erwiderte namens der Ver- teidigung dem Vorsitzenden und dem Ersten Staatsanwalt, daß die Verteidiger für die. objektive Leitung der schwierigen Verhandlung zu Dank verpflichtet seien. Schließlich stattete Landgerichtsdirektor Kanzow noch den Ge- schworeuen seinen Dank ab für die aufopfernde Treue und den hin- gebende» Eifer, mit denen sie ihre» mühevollen Amte» gewaltet hätten. ) Die Sitzung wurde um 9 Uhr geschlossen. GericKts-Zeitung. Diebstahl» auf der Stadt- und Ringbahn. Große Beunruhigung rief im Berliner Publikum die Tatsache hervor, daß Ende des Jahres 1003 in zahlreichen Fällen auf der Stadt- und Ringbahn schlafende Fahrgäste ausgeplündert worden waren. Die sechs Personen, welche in den Verdacht der Täterschaft gerieten, waren der Handelsmann Adolf S t ä h r, der Markthallen- arbeitet Wilhelm Neumann, der Schlosser Gustav Schmidt, der Arbeiter Reinhardt E b e r t. der Arbeiter Emil Hoppe und der Arbeiter Karl Scholz. Von diesen haben sich Neumann, Schmidt und Scholz geflüchtet, sodaß gestern nur gegen die An- geklagten Stähr, Ebext und Hoxxe vor der siebenten Straf- kammer des Landgerichts I verhandelt wurde. Außer diesen hatte sich noch der Handelsmann Wilhelm B l e i t wegen Hehlerei zu ver- antworten. Die drei ersten Angeklagten sind sämtlich vorbestraft, besonders der Angeklagte Stähr, der ein gefährlicher Taschendieb und das Haupt der Bande gewesen sein soll. Der erste zur Verhandlung gelangende Fall entbehrte nicht einer gewissen Komik. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag, am 26. März d. I., fuhren der Rohrleger Pawlitz und tie Arbeftcr Otto und Wilhelm Beck mit der Stadtbahn vom Schlesischen Bahn- Hofe nach dem Wedding. Da einige Wochen zuvor dem Brudes des Pawlitz auf derselben Strecke ein Portemonnaie mit dem Wochenlohn aus der Hosentasche entwendet worden war, so hatten sie sich, um eventuell den Dieb zu fassen, verabredet, jeder in ein besonderes Abteil einzusteigen und sich schlafend zu stellen. Auf der Station Zentralviehhof bemerkte Wilhelm Beck, daß ein etwa 2öjährig'er Mensch, dessen Gesicht und Kleidung er sich genau einprägte, in sein Abteil einstieg, um sich nach einigen Augenblicken durch das Abieil des Otto Beck in das des Pawlitz zu begeben. Dieser stellte sich schlafend, wuhe diesen Zustand aber so natürlich darzustellen, daß er schließlich tatsächlich einschlief. Als er erwachte, wir sein Porte- monnaie mit 30 M. Inhalt aus seiner Hosentasche verschwunden. Sowohl Wilhelm Beck wie Pawlitz haben mit ziemlicher Bestimmtheit das im Verbrecheralbum befindliche Bild des Stähr als das des Diebes bezeichnet.— In der Nacht zum 26. März d. I. wurde dem eingeschlafenen Maurerpolier Fromuth auf der Fahrt von Nixdorf bis zum Potsdamer Bahnhofe aus der Hosentasche ein Portemonnaie mit 130 M. Inhalt gestcchlen. Der Dieb hatte ihm die Hosentasche aufgeschnitten.— Ein weiteres Opfer der Eisenbahnränber wurde der Drnckereibesitzer Eichler. Dieser stieg in der Nacht zum 30. März dieses Jahres auf dem Aleranderplatz ein, um nach Bahnhof Friedrich- sttahe zu fahren. Er schlief ein und zwar so fest, daß er erst in Westend vom Schaffner geweckt und zum Aussteigen veranlaßt werden mußte. Er bemerkte nun. daß ihm seine goldene Uhr nebst Kette sowie seine Portemonnaie mit 150 M. Inhalt abhanden gekommen war. Ueber die Person des Diebes vermochte der Bestohlene nichts anzugeben, er nahm an, daß, während er die Augen geschlossen hatte, ihm ein Betäubungsmittel vor die Nase gehalten worden sei, da er sonst nicht von einer so hartnäckigen Schlafsucht befallen sei. Der Dieb hatte ihm vorn die Beinkleider aufgeknöpft und von hier aus die Tasche teils aufgeschnitten, teils aufgerissen. Eine ähnliche Uhr tvie die gestohlene soll der Mitangeklagte B l d i l von einem ihm un- bekannten Manne gekauft haben. Der Angeklagte Ebert, welcher in einer Kaschemme ermittelt wurde, setzte seiner Verhaftung den heftigsten Widerstand entgegen und legt« sich dann einen falsche» Namen bei. Die Verhandlung endete am späten Abend damit, daß der Angeklagte Srähr nur in dem Falle Fromuth für überführt erachtet und zu drei Jahren Zuchthaus sowie den üblichen Neben- strafen verurteilt wurde. Ebert wurde wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und wegen- Beilegung falschen Namens zu drei Wochen Gefängnis und 3 Wochen Haft verurteilt. Hoppe und Vlcil wurden freigesprochen._ Ein ungetreuer Kassierer. Eine arge Schädigung der Ver. bandskasse der Bauarbeiter in Hamburg ließ sich' der Löjährige» Bauarbeiter Franz Wolfs, früher in Wannsee, jetzt in Neuen- dorf bei Potsdam wohnend, zu schulden kommen. Am Mittwoch�hatte er sich dieserhalb wegen Unterschlagung vor der Potsdamer Straf- kammer zu verantworten, während mit ihm zugleich der 18jährige Arbeiter Gürgen ans Wcmnsce wegen Hehlerei angeklagt loar. Wolfs war seit Januar d. I. der Kassierer des Hamburger Bauarbeiter- Verbandes für Wannfee und Umgegend. Er hatte 330.95 M. Geld in der Kasse, das er nach Hamburg alle 14 Tage abliefern mußte. An- geblich weil er durch Krankheit in Not geraten, nahm«r nun im Juli dieses Jahres nach und nach Beträge aus der Kasse, die zuletzt eine Höhe von 180 M. erreichten, wobei auch sein« Frau noch Geld mit benutzt haben soll. Um nun die Unterschlagungen zu verdecken, ließ Wolfs in seiner Wohnung zu Stolpe-Wannsee durch Gürgen einen Einbruchsdiebstahl fingieren. Als Wolfs und Frau am Abend des 10. Juli im„Reichsadler" zu Wannsee waren, wurde Gürgen, der für seine Tätigkeit von Wolfs eine Anzahlung von 15 M. erhielt, nach der Wohnung geschickt, wo er eine Leiter gegen das Fenster setzen, die Scheibe zertrümmern und die Blumentöpfe herabwerfen mußte. Dann kehrte Gürgen nach dem„Reichsadler" zurück und erhielt dort von Wolfs den Restbetrag der Kasse in Höhe von 120 M. nebst der Kassette, zur Aufbewahrung, worauf Wolfs von dem an- geblichen Einbruch Anzeige machte. Gürgen sollte später die 120 Mark mit ihm teilen. Aber er hatte noch nie so viel Geld in seinen Händen gehabt und beschloß deshalb, sich dafür einen lustigen Tag zu machen. Er warf die Kassette in den Stolpersee und fuhr dann nach Charlottenburg, wo er die 120 M. an einem Tage in einer Kneipe mit Damenbedienung durckbrachte. Gemäß dem Antrage des Staatsanwalts wurde Wolfs zu 6 und Gürgen zu 4 Monaten Ge- fängnis verurteilt. Wegen Erpressung ivnrde gestern unter Ausschluß der Oeffent- lichkeit eine Anklage gegen den aus der Untersuchungshaft vor- geführte» früheren Leutnant,-jetzigen Schauspieler Ernst Ohm vor der 9. Sttafiammer verhandelt. Es wurden, den, Vernehmen nach. Verhältnisse berührt, die auf dem Gebiete des§ 175 de» Straf- gesetzbuchs liegen. Der Angeklagte hatte an einen hiesigen Groß- kaufmann einen Brief gerichtet, in welchem er ihn an die Erfüllung ihm angeblich gemachter Versprechungen in einer Weise erinnert, die den Tatbestand der versuchten Erpressung enthielt. Der Angeklagte wurde vom Rechtsanwalt Barnau verteidiat. Der Gerichtshof er- kannte auf zwei Monate Gefängnis unter Anrechnung von 1 Monat auf die Untersuchungshaft._ Vermischtes. Der große Speicher der Genossenschaft„Produktion" in Hamburg ist Donnerstag vormittag von einer Feuersbrunst ergriffen worden. Ein Telegramm meldet: Am vormittag brach auf dem Grundstücke der Vacuum Oil Company am Luisenweg in Borgfelde Feuer aus, das sich schnell ausbreitete, den dort vorbei- ziehenden Kanal übersprang und die Lagerräume und Betriebs- Werkstätten der Produktionsgenossenschaft an der Wenden st raße und die dort befindlichen Petroleumlager ergriff. Da? Feuer dauert mittags noch an. Man schätzt, daß etlva 3000 Tonnen Oel verbrannt sind. Sämtliche Feuerwehren sind auf der Brandstätte tätig. Das Feuer ist um 10 Uhr anscheinend infolge einer Explosion ausgebrochen. Schon wenige Minuten, nachdem ein starker Knall ge- hört worden war, brannte der ganze Oelkeller. DaS Oel lief in den Kanal und so wurde ein Speicher der„Produktion* am anderen Ufer in Brand gesetzt. ES sind außer dem Speicher mich zwei Wohn- Häuser sowie zwei Geschäftshäuser durch Feuer vernichtet worden. Der Schaden soll 2 Millionen Mark betragen, das Oellager ist nicht versichert gewesen. Die„Produktion" ist 1899 von Arbeitern gegründet worden und hat in der verhältnismäßig kurzen Zeit ihres Bestehens einen in der Geschichte der Genossenschaftsbewegung fast beispiellosen Aufschwung genommen. Vor drei Jahren konnte sie den großen Speicher er» bauen, der nicht allein aus Lagerräumen besteht, sondern auch eine auf das praktischeste eingerichtete Schlächterei und Bäckerei enthält. Hoffentlich wird die„Produktion* durch das EkementarereigniS nicht allzuschlimm geschädigt. Wie un» eine Privat-Depesche auS Hamburg meldet, ist der große Speicher der Genossenschaft. Produttion' vollständig nieder- gebrannt. Die Geschäftsbücher und die Bäckerei sind gerettet, Der verursachte Schaden ist durch Versicherung gedeckt. In Hamburg ist Mittwoch abend an dem Prediger Kämer von St. Pauli ein Ranbmordversuch verübt worden. Ein Fremder, der ipäter als der Bücher- und Zeitschriften-Reisende Jsermann fest- gestellt wurde, war gegen 8 Uhr in die Wohnung Kämers gekommen, un, eine Unterstützung zu erbitten. Der Pastor gab ihm eine Mark; der Fremde verlangte darauf ein Empfehlungsschreiben, weil er angeblich in Dresden eine Stellung annehmen wolle. Als Pastor Kämer nach einigem Widerstreben sich dazu entschloß, die Äc- scheinigung zu schreiben, zog Jsermann ein schweres Eisenstück her- vor und schlug den Prediger von hinten damit drein, al auf den Kopf. Blutüberströmt sank Pastor Kämer-von, Stuhl, aber er hatte noch soviel Kraft, um Hülfe herbeizurufen. Als seine Frau und das Dienstmädchen erschienen, ergriff Jsermann die Flucht, auf der Straße wurde er aber verhaftet. Bei seiner polizeilichen Ber- nehmung verweigerte er anfangs jede Auskunst über die entsetzliche Tat. Später erklärte er, er habe aus Groll gehandelt, weil der Pastor ihm nur eine so geringfügige Unterstützung gegeben habe. Pastor Kärner ist nach den Feststellungen des Arztes nicht lebcns- gefährlich verletzt. Der Täter besaß früher eine Krämerei in der Schanzenstraße in Hamburg: er ist 41 Jahre alt und Witwer. Er wurde dem Untersuchungsgefängnis zugeführt. Opfer eines Verbrechens? Auf dem Rosenberg in Böhmen ist bor kurzem die Schutzhütte niedergebrannt. Bei den' Aufräumunas- arbeiten wurde ein verkohlter menschlicher Körper aufgefunden, dessen Identität jetzt festgestellt ist: Es handelt sich um den in Dresden wohnenden Rentier Louis M a t h i e s, der dort auf so tragische Weise ums Leben gekommen ist. In jungen Jahren nahm Mathies am deutsch-französischen Kriege teil, zeichnete sich durch besondere Tapferkeit vor dem Feinde aus und wanderte später nach der süd- amerikanischen Republik San Salvador aus. Dort beteiligte er sich mehrfach an den fortwährenden Ausständen und Re- voluttonen. von welchen die Republik fortgesetzt heimgesucht wurde. Später trat er in den dorttgen Polizeidienst ein, avancierte zum Chef des ganzen Poltzeiwesens mit den, Titel„Polizeipräsident von San Salvador* und wurde ferner mit der goldenen republikanischen Tapferkeitsmedaille dekoriert. Nachdem er sich nach und nach ein großes Vermögen erworben hatte, heiratete er eine dunkelfarbige Eingeborene von San Salvador und verblieb mit seinem jungen indianischen Weibe dann noch eine Zeitlang in der Hauptstadt des Landes, um dann nach Dresden überzusiedeln. Die Ehe soll nicht glücklich gewesen sein, und eine Mtteilung in der„Berliner Zeitung" gibt der Vermutung Raum, daß Matthies einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Fabrikbrand. Die Holzstuhlfabrik von Wittkowski in E l b i n g ist vollständig abgebraunt. 200 Arbeiter sind brotlos. Ein Feuerwehrmann wurde schwer verletzt. Der Schaden ist sehr be- deutend. Dampfkessel- Explosion. In dem Orte Schweiter bei Achern explodierte in der Stockfabrik von Renner u. Hiller der Dampfkessel. Ein Arbeiter wurde getötet. Der Fabrikinhaber Hiller wurde lebens- gefährlich verletzt. Ein Staatsanwalt flüchtig. AuS Komorn in Ungar» wird ge- meldet, daß von dort der 42 Jahre alte Staatsanwalts-Stellvertreter Dr. Eugen KrSztonsicz seit dem 21. d. Mts. verschwunden ist. Er unterschlug der Orient-ReligionSgesellschaft 52 000 Kronen und brannte damit durch. Der ungetreue Hüter des Rechts ist klein und dick, hat blaue Augen, eine rötliche Nase, braunes Haar, Schnurrbart und einen kleinen Backenbart und spricht ungarisch, deutsch, französisch, kroatisch und serbisch._ Marktpreise von Berlin am 26. Oktober. Nach Enuittelungen dcS kgl. Polizei-Präsidiums. Für I Doppel-Zentner: Weizen"), gute Sötte l7.S0-l7.58 M.. mittel 17,56-17,54 M.. geringe 17,52-17,50 M. Roggen"), gute Sorte 13,75-13,74 M.. miltel 13,73-13,72 M., geringe 13,71-13,70 M. Futtergersie»), gute Sorte 15,50-14,40 M., mittel 14.30 bis 13,30 M., geringe 13,20-12,20 M. Hascr»). gute Sötte 16,40-15,50 M.. mittel 15,40— 14,60 M., geringe 14,50—13,70 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 40,00-30,00 M. Speisebohnen. weiße 50,00-30,00 M. Linsen 60,00-30,00 M. Kartoffeln 2,00-7,00 M. Richtslroh 4,50-4,00 M. Heu 2,20-7,20 M. Für ein Kilogramm Butter 2,80—2,00 M. Eier per Schock 4,50—3,00 M. ») Frei Wagen und ab Bahn.") Ab Bahn. Wasserstand am 26. Oktober. Elbe bei Aussig— 0,44 Meter, bei Dresden— 1,81 Meter, bei Magdeburg 4- 0,40 Meter.— Unstrut bei Straumurt 4-0,70 Meter.— Oder bei Ratibor 4-1,73 Meter, bei Breslau Ober-Pegel 4- 5,08 Meter, bei Breslau Unter-Pegel— 0,86 Meter, bei Franksurt 4- 0,65 Meter.— Weichsel bei Brahemünde— ,— Meter.— Warthe bei Posen- 0,02 Meter. Netze bei Usch— Meter. WttternngSüderftcht vom S7. Oktober 1904, morgen» 8 Uhr. Stationen Stvinemdr tamburg erlin Franks.a.M. München Wien 762 766 763 768 766 760 N NNW NW O NW W «eller 4b«dcckt 2wolkenl 3wolkig 2 bedeckt bwolkig 5-Nege» ** s« Iji Stationen Haparanda Petersburg Eort Slberdeen Paris Z- 758 763 II SS SW OSO 767 WNW 76SNO Wetter 4 bedeckt iRrgen 2 bedeckt IMebel 6% s» r» h*£> 5 8 '? 8 Wetter-lproguose für Frei tag. den 28. Oktober 1964. Zeitweise nebelig, sonst ziemlich heiter, am Tage etwas wärmer bei umtzigeu westlichen Winden: keine erheblich«» Niederschläge. Berliner Wetterdureau. ßnefbaften der Redahtion. Max. Vor allen Dingen wiederholeu Sie Ihre Anfrage und zwciseln Sie nicht an unseren guten Willen.— R. S. 1». Sluskunst darüber im Bureau des Alten Museums, Am Lustgarten.— H. D. Nicht verwettbar. — M. N. 13. Pech l Wir bitten um Ihren Besuch.— F. B- 1.— S. Ja. 4.-7. In jedem einzelnen Falle: Nein. Jurlktiscber Oelt. ®'f tnttfkisch« Sprechstaildi! findet täglich mit Ausnahme de» Sonnabends von?>/, bis!)>', Uhr abends statt,«leöfsnet:? Uhr. Dm. 1. Die Militärbehörde geht Ihre Heirat nichts an, Sie gebrauchen (abgesehen vom Militärpapier und Geburlsschein) nur die Einwilligung Ihrer Herzensoberstin. 2. Beantragen Sie bei dem Standesbeamten, der dic Geburt der Braut eingetragen hat, den Namen mit dem des Vaters ottbographisch gleichzustellen. Lehnt dieser eS ab, so können Sie den Ver- such bei dem Amtsgericht machen. Steht die Identität sest, so wird sich der Standesbeamte nicht weigern, auch ohne diese Schreibänderungen Sic zu- sammcnzutun. Und das um so weniger als aus der Zustimmung des Vor- munds oder der Mutter schlteblich auch für einen preußischen Standes- beamten hervorgeht, daß die Tochter das Kind ihrer Eltern ist. 3. Das Zu- sammensein zweier Personen verschiedenen Geschlechts, die das slandes- amtliche Frage- und Antworlspiel noch nicht geübt haben, ist nach Preußischem Gesetz nicht strafbar. Es wird aber zu einem durch Polizei- zwang und Polizcizwangsttqjen zu binderndem, wenn durch das Zusammen- leben öffentliches Aergcruis für andere bereitet wird. So wie die Rechts« läge deS weiblichen Geschlechts zurzeit ist, läßt sich Heiratslustigen im Interesse der Frau und der Kinder nur zur Heirat raten.— Charlotten- bnra M. 66. Es läßt sich ohne Einsicht in einen Vertrag nicht beurteilen, welche Rechte oder Pflichten aus dem Bertrag folgen..Keines« weg» hat jeder MietSvcttraa dieselben Bestimmungen.— M. 1000. Ja. — S. 9t. 65. 1. Aus Antrag(zu ttchten an den Magistrat, Sreitesw. 24a) sind Jnvalidenrentner von der ferneren Klebepflicht zu befreien. 2. Nein. M. 31. In der Regel wird ein Zeuge nur darüber befragt, ob er wegen Meineides bestrast ist. Wollen Sie sicher sein, daß nach Ihren Vor- slrasen nicht gesragt wird, so schreiben Sie an den Vorfitzendcn des Gerichts etwa:„Zum... bin ich in der Sache(ANcnzcichen) als Zeuge geladen. Ich bin dann und dann so und so wegen dessen und dessen bestrast. Mir liegt daran, daß ich nach den Bestrafungen nicht gefragt werde, well mir die Bekanntgabe schwere Nachteile bereiten könnte. Ich bitte deshalb, mich nach auf meine bedrängte Lage, um Vorschuß. Ich bin 72 Jahre alt, der Guts- graphie befitt, ist außerordentlich streifig. Nach zutreffender Ansicht ist der den Strafen nicht befragen zu wollen, noch befragen zu lassen." Erich herr verweist mich auf meine Altersrente." Dies Schreiben lassen Sie von Ihrem Photograph strafbar, der über eine Photographie, die bei ihm bestellt ist, und den bepidatis die Berquidung zwischen Bater unterschreiben und senden es an die brandenburgische landwirtschaftliche verfügt. Desgleichen in der Regel der Stäufer. Nicht strafbar iſt es, etme moderner Missionsgesellschaft und dem Kapitalismus ersehen Sie aus der Berufsgenossenschaft in Berlin, Matthäilirchstraße. Unfallrente wird neben der geschenkt erhaltene oder rechtmäßig erworbene Photographie weiter zu ver Geschichte der Kolonisationen. Mit wenigen Worten ist diese nicht dar- Altersrente gezahlt, wenn und soweit beide Renten zusammen in der Rohn- äußern oder zu verschenken. Aber auch hier fann unter Umständen von zustellen. Die öffentlichen Leschallen bieten Ihnen reichlichen Stoff, laffe I 450, in der Lohuklaſſe II 525, in der Lohnklasse III 600, in der dem Driginal wegen Mißbrauchs seines Bildes, auch wegen Beleidigung einum fich eine eigene Ansicht zu bilden. A... 48. Rein. Lohnflaffe IV 675, in der Lohnklasse V 750 M. nicht übersteigen. Ferner geschritten werden. Noch umstrittener ist die Frage, ob jemand ohne sein G. F. Brunow. Sie tun sehr recht, sich der schmalen Rechte Ihres foll Ihr Vater den Gutsherrn beim Amtsgericht auf Bahlung des Wissen abgefnipst und die Abknipsung weiter begeben werden darf. Die Baters energisch anzunehmen. Es genügt, wenn der Vater Ihre Eingaben vollen Lohnes verklagen. Zu diesem Behuse ist es unerläßlich, den Sach- Richtung der Rechtsprechung und Rechtsentwvidelung geht dahin, die Person unterschreibt. Ihr Vater ist als Schäfer, also in einem landwirtschaftlichen, verhalt genau zu fennen. Sehen Sie sich mit der Agitationstommiffion vor mißbräuchlichen Knipsereien( Photographien im Bade, beim Anziehen daher versicherungspflichtigen Betriebe verunglückt. Mithin steht ihm Unfall schleunight in Verbindung, damit von dort aus Rechtsschutz herbeigeführt und dergleichen) zu schützen, ein Recht am eigenen Bilde dem einzelnen nicht rente zu, Entwerfen Sie ein Sreiben dahingehend:" Ich bin am 28. März wird. C. B. 1868. 1. Ein Invalidenrentner ist auf seinen Antrag von unbedingt zuzugestehen, ihm aber den Kopf für wichtigere Dinge zu lassen, 1904 im landwirtschaftlichen Betriebe des Herrn( Namen, Adresse) dadurch der ferneren Klebepflicht zu entbinden. Der Antrag ist an die J. W. 229. Schreiben Sie an den Wirt: 1. Sie verlangen Schadensverunglückt, daß beim Futterholen die gefüllten Säcke auf mich fielen. Seit untere Verwaltungsbehörde( in Berlin: Magistrat, Breitestr. 24a, erfas. 2. Falls er innerhalb fünf Tagen die Reparaturen usw. nicht macht, dem bin ich völlig erwerbsunfähig und hilflos. Als Beweismittel führe ich auf dem Lande: Landrat) zu richten, 2. Ja. 3. Die Rechte werden Sie diese auf seine Kosten machen lassen. Führen Sie dann Ihre ein Zeugnis des an. Meinen Anspruch auf Unfallrente melde ich der Mitglieder ergeben sich aus dem Kaffenstatut. C. M. Ja. Drohung aus, ziehen die Kosten und den Schadensersas aber nicht von der hiermit an, beantrage, mir Unfallrente zu zahlen und bitte, mit Rüdsicht 2. 1. Ob und in wieweit jemand ein Recht an der eigenen Photo- Miete ab, sondern flagen Sie beides ein. 2.2. 72. 1. und 2. Nein. 推 -OP Stück Seife Ein mächtiges Stück SUNLIGHT ( SCHUTZMARKE) SEIFE Wenn auch die Größen verhältnisse auf nebenstehender Abbildung nur ideelle sind, so ist damit Qualität und die Ausgiebigkeit der Sunlight Seife doch treffend illu striert. Man achte stets auf das gesetz lich geschützte for mat und auf die Originalpadung. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei. Verantwortung. Theater. Freitag, 28. Ditober. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Carmen. Nenes fönigl. Opern Theater. Des Meeres und der Liebe Wellen. Deutsches. Maria Friedhammer. Berliner. Zapfenstreich. Leffing. Traumulus. Weften. Die Hugenotten. Thalia. Der Weiberkönig. Zentral. Boccaccio. Belle- Alliance. Die Tugendglode. National. Der Barbier von Sevilla. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Jüdin von Toledo. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Krieg im Frieden. Nenes. Die Kronprätendenten.( Anfang 7 Uhr.) Carl Weiß. Geschlossen. Kleines. Fräulein Julie. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Luftspielhaus. Fesseln der Liebe. Luisen. Fritchen. Trianon. Gastons Frauen. Kasino. Mutter Gräbert. Metropol. Geschlossen. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Berliner Luft. Spezialitäten. Palaft. Kean oder: Leidenschaft und Genie. Herrnfeld Theater. Nur eine Nacht. Am andern Morgen. Passage Theater. Hans Fredy. Diba. Spezialitäten. Anf. 5 Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Im Bannkreis der Jungfrau. Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Freitag, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. in 5 Auszügen Schiller- Theater N. ( Friedrich Wilhelmſtädtisches Theater). Freitag, abends 8 Uhr: Zum erstenmal: Krieg im Frieden. Im Bannkreis der Jungfrau. Siftorisches Sauerbiidparser.uſtſpiel in Atten von G. b. Mofer Hörsaal 8 Uhr: Dr. v. Unruh: ,, Fluor, Chlor, Brom, Jod." Invaliden. Sternwarte str.57/ 62. CASTAN'S ANOPTICUM. PANA Friedrichstr. 165. Rosa das gelehrte Pferd! Zentral- Theater Abends 7, Uhr: Boccaccio. Operette in 3 Atten von Souppé. Sonnabend z. erſtenmal: Novität! Der Generalkonsul. Sonntag, nachm.: Die Puppe. Abends: Der Generalkonsul. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr. Fritzchen. Sonnabend: Von Stufe zu Stufe. Sonntag, nachm.: Der Registrator auf Reisen. Abends: Frißchen. Montag: Gastspiel des Theaters des Westens: Der Wildschüß. Residenz- Theater. Dir: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 1hr: Im Hörsaal um 8 Uhr: Dr. v. un- Eine Hochzeitsnacht. ruh: Fluor, Chlor, Brom, Jod". Juvalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 115r. Schwant in 3 Atten von H. Kéroul und A. Barre. Sonntag, nachm. 3 11hr: Das große Geheimnis. National- Theater W. Noacks Theater. Weinbergsweg 12a- 13b. Freitag, den 28. Oftober 1904: 6. Freitags- Abonnement. Direffion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Die Elfe vom Erlenhof. Volksstück Der Barbier von Sevilla. Bolls stud in 5 Afteit v. S. C. Staad. Anjang 72 Uhr. Sonnabend zum erftenmal: Donna Juanita. Metropol- Theater Heute wegen Vorbereitung geschlossen. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Sonnabend: Keine Vorstellung. Sonntag: Goldlotte. Palast- Theater. Bürgerliche Schauspiele. Burgstraße 22. Anfang 8 Uhr. Große Elite- Vorstellung unter Mitwirkung hervorragender Sonnabend zum erstenmal: süniter tuf allgemeines Berlangen: Kean oder: Leidenschaft und Genie. Die Herren von Maxim. Schauspiel in 5 Arten von A. Dumas. Morgen: Das phänomenale Große Ausstattungsposse mit Ge- Oktober- Spezialität.Programm. Der größte Erfolg: sang und Tanz in 6 Bildern nach C. Fleurs Messalinette" frei Im Zukunftsstaat. bearbeitet von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Sonntag, nachm. 3 Uhr zu fleinen Breifen: Die Bluthochzeit.. Drama in 5 Aften von Adami. Zirkus Busch. Zirkus Schumann. Humoristischer Gala- Abend, Süd- West- Afrika. Seute, Freitag, den 28. Oftober, Budapester Stierkämpfe. 15 Polarbären 10 Elefanten. Coco abends präz. Albert Schumanns der mensch- Wunderaffe. A neueste Originaldressuren. 5 der mensch- Wunderaffe. von Franz Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Johannisfeuer. Sonntag, abends 8 1hr: Die Jüdin von Toledo. und Fr. v. Schönthan. Gonnabend, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Sonntag, nam. 3 Uhr: König Lear. Sonntag, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. liche Eine Zebra- Komödie. und die vorzügl. Programmnummern. Billy, der irische Wander- Pony. II., Apollo- Theater. Consul II. Täglich: U der menschl. Schimpanse. Kleines Theater Neues Theater Berliner LuGr. mim. Drama in 8 Akten. Bereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Anfang 8 Uhr. Fräulein Julie. Sonnabend: Nachtasyl. Anfang 8 Uhr. Unter persönlicher Leitung des Komponisten Paul Lincke. Die Kronprätendenten. Vorher 8 Uhr: Die glänzenden Sonnabend: Die lustigen Weiber Sonntag, nachm. 3 Uhr: Familien- von Windsor. idyll. Liebesträume. Serenissimus. Abends 8 Uhr: Elektra. Thalia- Theater. Sonntag: Die lustigen Weiber von Windsor. Belle- Alliance- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Direktion: Kren& Schönfeld. Belle- Allianceftr. 7/8. Heute und folgende Tage 7, Uhr: Heute und folgende Tage 7%, Uhr: Der Weiberfönig. Die Tugendglocke. ( Guido Thielscher, Lina Abarbanell, Fritz Helmerding Josephine Dora.) Sonntag nachmittags 3%, Uhr: Charleys Tante. Sonnabend zum erstenmal: Wer? ( Auf der Totenbank.) Sonntag nachmittags 3 Uhr bei fleinen Preisen: Maria Magdalena. Deutsche Konzert- Hallen. An der Spandauer Brücke 3. Vollständig neu ausgestattet! Täglich: Gr. internat. Künstlerkonzerte. x Theater- Abteilung. Spezial- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Oktober- Spezialitäten. Der Kurier des Zaren. Der phänomen. Chinko, fämtl. Spezialitäten, fowie Clowns und Auguste. Sonntag: Zwei Vorstellungen. Nachm. 3, Uhr( ein Kind frei) und Anf. 8 Uhr. Kasseneröffnung Uhr. abends 7, Uhr. Nachm.: Gr. AusstattungsAbends: Sonntag, den 30. Oktober, nachmittags 3 Uhr, bei ermäßigten Preisen: Frühlingsluft und Spezialitäten. Gebrüder Herrnfeld- Theater Nur noch kurze Zeit!!! 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Borber das brillante bunte Programm. Sonntag, nachmittags 4 Uhr: Mutter Gräbert. Bioscop. Humorist. die Erschaffung eines Weibes ADD dem Nichts. Enthüllungsfeier des Kaiser Friedrich- Denkmals. Im Vordergrunde in glänzenden Aufnahmen Ihre Majestäten der Kaiser und die Kalserin sowie Prinzessin Victoria Luise. Carl Weiß- Theater. Große Frankfurter Straße Nr. 132. Direktion: M. Ed. Fischer. Wegen Borbereitung zur Novität: Senta Wolfsburg geschlossen. Sonnabend, nachm. 4 Uhr: Erste Kindervorstellung: Hänsel und Gretel. Abends 8 Uhr zum erstenmal: Senta Wolfsburg. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Ein. malige parodistische Opernvorstellung: Troubadour, Bajazzo, Tannhäuser. Abends: Senta Wolfsburg. Volksgarten- Theater ( früher Weimann). Freitag, den 28. Oftober cr.: Keine Vorstellung. Trianon- Theater. Nächste Borstellung Sonntag, den Heute und folgende Tage: 30. Dftober: Dorf und Stadt. Gastons Frauen. Etablissement Buggenhagen Anfang 8 Uhr. Moritzplatz. Sonntag, nachmittags: Madame. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend 8 Uhr: Bernhard Rose- Theater Die Gaftfpielvorstellungen finden in Militär- Konzert. folgenden Etablissements ſtatt: Bernh. Rose- Theater. Stadt- Theater Moabit. Fröbels Alleriel- Theater. Neue Welt. Schloß Weißensee. Nach der Vorstellung: Ball. Entree 30 Pi, numer. Blaz 60 Pf. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Fritz Steidl- Sänger. Nach jeder Vorstellung im Kaisersaal: Tanz. Lustspielhaus Friedrichstraße 286. Fesseln der Liebe. Sonnabend: Fesseln der Liebe. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger ( Meysel, Pietro, Britton, Steidl, Plättner, Böhme, Bödmann, Walden, Schrader). Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Otto Pritzkows WHO DORTEN 765 VRIES LIANE DE VRIES Pariser Sängerin. Edi Stadler, Stelling Truppe, • Jodler. komische Reckturner. Morton und Elliot, Papier- Manipulatoren. Pas de Deux oriental. Die 4 Harveys, Drahtseilkünstler. Marcell Salzer, Vortragskünstler. Howard de Grey, Permane Bros., Agoust- Familie, Barfußtänzerin. Clowns. Jongleure. Larive, französische Soubrette. Das Motogirl. Romsakoffs, Der Biograph. Fünfter Wahlkreis. Wahlkreis. – Den Parteigenossen und Abonnenten des Vorwärts zur Kenntnis, daß die Partei- Spedition für den Fünften Wahlkreis am 1. November eröffnet wird. 217/3 Es ist Pflicht jedes Parteigenossen, soweit er den Vorwärts" noch von Privat- Spediteuren bekommt, sofort bei der Partei- Spedition, Keibelstraße 42, zu bestellen. bei ber Ber den„ Vorwärts" bereits durch die Partei: Spedition des Vierten oder Sechsten Kreises betommt, hat nicht nötig abzubestellen, denn diese Abonnenten werden uns überwiesen. Werbt neue Abonnenten für den Vorwärts". ..Berliner ArbeiterMitglied des Bundes ,.Solidarität". Vereinstour am Sonntag, den 30. Dltober, nach Tempelhof( Tivoli). Die Abteilungen starten an den bekannten Plagen um 2, Uhr. Hauptweibliche Kosaken. start: Streuzberg, Steuerhaus, um 3 Uhr. Fünfte Abteilung früh 7 Uhr nach Beelitz( Heilstätte), mittags 2 Uhr nach Wannsee( Bahrischer Hof). Beide Starts: Landsbergerplay. 29/3 Abnormitäten- Ausstellung Wintergarten. Münzstraße 16. Täglich Vorstellung menschlicher Kuriositäten. Feodora, das Weib mit den Löwentatzen. Arabella, die tätowierte Schönheit. Medizinische Rätsel, Gedankenleser. Sanssouci. Rottbuser Tor- Stat. der Hochbahn: Sonnt., Mont., Donnerst. Hoffmanns Nordd. Sänger Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Jed. Dienstag u. Mittwoch: Theater- Abend. In Borbereitung: KO TÄGLICH: Der Wunderkessel ( The Magic Kettle). Die Vertrauenslente. Partei- Speditionen: Radfahrer- Verein". Berlin zweiter Wahlkreis: Hermann Berner, Mittenwalderstraße 30, v. part. Dritter Wahlkreis: St. Frib, Prinzenstr. 31, Hof rechts part.- Vierter Wahlkreis O.: Robert engels, Gr. Frankfurterstr. 133, Hof part.- SO.: Paul Böhm, Laufiberplaz 14/15 ( Laden). Fünfter Wahlkreis: Leo Zucht, Reibelstraße 42 ( Laden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Kar! Anders, Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding und Oranienburger Vorstadt: Emil Stoltenburg, Wiesenstr. 41/42. Rosenthaler Vorstadt, Gesundbrunnen, Reinickendorf( Ost und West), Wilhelmsruh und Schönholz: Hermann Raschke, Rügenerstr. 24, vorn part. links. Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Kastanien- Allee 95/96. Alt Glienicke: 2. Pries, Rudotverstr. 68. Charlottenburg: Sesenheimerstr. 1, Ede Goethestraße, vorn I. dorf: W. Ridel, Berlinerstr. 130, III. Friedrichsfelde Wilhelmsberg Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68 Lindenstraße 69 Laden Wir empfehlen den Genossen zum Abonnement: Gustav Wider die Behrens Spezialitäten Pfaffenherrschaft Theater. Frankfurter. Allee 85. Bollständig neues Programm. Geschw. Clanée; Salonequilibristen. Signora Bella, spanische Tänzerin. Mr. Florenti, Neger Musikal. Neu! Neu! Mensch ärgere Dich nicht. Ein Königreich für eine Frau. Boffe mit Gef. in 4 Atten. Alle ausgegebenen Vorzugstarten gelten. Boffe in einem Art. 24 Nummern. Allgemeiner Bau-, Spar- und Wohnungs- Verein„ SOLIDARITET" eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Activa Inventar . Deutsche Bank. " 4255,30 Reservefonds Bilanz pro 1903. gullard Passiva 186,30 M. 1 Creditor 260,50 M. 1,00 n Caffa 295,59 Spargelber 3168,42 07 Unterbilanz D 476,51 Geschäftsanteile. 5213,70 M. Verlust Per Zinsen- Conto 54,49 M. Berlust . 1783,78 5213,70 M. Gewinn 68,37 M. 476,51 . 20,70 469,69 " " 544,88 90.9929544,88. Gewinn- und Verlust- Conto. An Gerichts- u. Stempel toften- Conto Inventar- Conto Unkosten- Conto Berlin, den 31. Dezember 1903. Mitgliederzahl. Am 31. Dezember 1902: 184 Genossen; am 31. Dezember 1903 ausgefchieden 37 Genoffen 147 Genoffen; im Laufe des Jahres 1903 ein getreten 3 Genossen; Mitgliederbestand: 150 Genossen. Die Haftsumme der Mitglieder betrug am Schluffe des Geschäftsfabres 30 000 Mark. Bruno Poersch. Fettgänse, Heh. Bürger. 12/79 Kulturbilder aus den Religionstämpfen des 16. und 17. Jahrhunderts 10 Bon Emil Rosenow 50 Lieferungen reich illustriert • à Lieferung 20 Pfennig Der Verfasser entwirft vom Standpunkt des historischen Materialismus das Kulturbild der mittelalterlichen Pfaffenherrschaft. Er zeigt wie inmitten der gu sammenbrechenden römischen Gesellschaft die urchriftlich- kommn: nistische Agitation beginnt, aus der sich die Kirchenherrschaft entwidelt. Der Leser sieht wie das Bapittum entsteht und wie es den Gipfel feiner Macht, bis zur Weltherrschaft ersteigt, bis die wach fende tapitalistische Wirtschaftsweise die Pfaffenherrschaft in Blut und Kriegsgetümmel erstict. Das Werk ist ein danerndes, wertvolles Bildungs mittel für die deutsche Arbeiterklaffe. Der I. Band, umfassend 25 Lieferungen, ist gebunden zu haben und foftet: 234/ 3* In Leinenband 7,-. In Halbfranzband. 8,- M. 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Außerdem ist sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Nach langen schweren Leiden verschied am 26. Oktober, vormittags 10 Uhr, im 76. Lebensjahre mein lieber, braver Mann, der Tischlermeister und Parkettleger Richard Richter. Dies zeigen tiefbetrübt an die Hinterbliebenen 25126 Marie Richter geb. von Bergen, Paul Richter, Sohit. Die Beerdigung findet am Sonnbet am Son abend, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Elisabeth- Kirchhofes, Prinzen- Allee, aus statt. Zentralverband der Handels-, Transport- u. Verkehrsarbeiter Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin I. Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser Kollege Paul Krüger am 26. d. M. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung Berlin I. Verband deutscher Gastwirtsgehülfen ( Ortsverwaltung Berlin). Am 25. Oftober verschied nach längerem Leiden unser ehemaliger erster Vorsitzender Otto Schröder. Die Beerdigung findet Freitag, den 28. Oktober, vormittags 10 Uhr, von der Leichenhalle des Central- Friedhofes Friedrich 3Berke dort zu haben. Auch werden Inserate fürfelde aus ftatt. Egunos den 19 Vorwärts" entgegengenommen. Lose a I Mark auch zu haben in Lotterie- und Zigarrengeschäften. Bitte ausschneiden. Ziehung 4. u. 5. November zu Berlin 1919 15. Lotterie der Kommission für Trabrennen. Berliner Lose a 1 Mark 11 Lose 10 Mark. Porto u. Liste 20 Pf. Pferdegew. günst. verk. geg. Bar- Geld. 6039 Gewinne Gesamt- Mark 199 wert 100000 1 M. 10000 12 M. 6000 1. M. 5000 1. M. 4000 2. 3000, 5 a 2000 a 6 a 1500 2 a 1000 9000 2000 2400 a 15 u. 10= 26 000 3600 a 5 Mark= 18 000 20 Fahrräder 4000 843L* Berliner Lose versendet der General- Debit DD Lud. Müller& Co. Berlin, Breitestr. 5. Telegr- Adr.: Glücksmüller. Hermann Stillschweig jr. Berlin SW. 6 Blücherstraße 6 nahe Hallesches Tor. Außergewöhnlich billiges Angebot, So lange der Vorrat reicht: 630L* Herren- Anzüge Herren- Anzüge...... 15,00 Herren- Paletots .... 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Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Flaschenfellerarbeiter Paul Franke ( Schloßbrauerei) am 21. Oktober verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. 42/4 Bom Grabe meines lieben unver geßlichen Mannes, Vaters, Schwiegervaters, Schivagers, Bruders undDnfels Wilhelm Richter zurüdgekehrt, fagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere unserem verehrten Chef, Herrn Gustav Kaphun, sowie feinen Kollegen, Arbeitern und Arbeiterinnen, den Mitgliedern des sozialdemokratischen Wahlvereins des 4. Berliner Reichstags Wahlkreises, den Mitgliedern des Statklubs Treff" und des Nudervereins " Vorwärts" für die rege Beteiligung und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung hiermit unseren herz25196 lichsten Dank. Witwe Anna Richter geb. Wagner, nebst Kindern. Danksagung. Allen Verwandten und Bekannten, insbefondere den Kollegen der Gieße rei der Berliner Elektrizitätswerte Berlin sowie der Verwaltungsstelle Berlin des Deutschen Metallarbeiter Verbandes sage ich für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes sowie für die reiche Franzspende meinen herzlichen Dant. 25076 Witwe Eberts. Danksagung. Für die reiche Kranzspende und die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Begräbnis meines lieben Mannes, Baters und Bruders Otto Böhm fagen wir allen lieben Stollegen und Bekannten unseren herzlichsten Dant Witwe Böhm nebst Kindern. Danksagung. Für die zahlreichen Kranzspenden sowie für die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung unseres einzigen Sohnes Hermann fagen wir hiermit allen Verwandten und Be fannten unseren besten Dank. S Jul. Schmidt u. Frau, Gastwirt, Kiefholzstr. 22. Arbeiter Baugenossenschaft ,, Paradies" zu Berlin ( Eingetragene Genossenschaft mit beschr Haftpflicht). Bekanntmachung. Nachtrag zur Bilanz per 31. März 1901. Geschäftsguthaben der Genossen per 31. März 1904 Dasselbe vermehrte sich im verflossenen Geschäftsjahre um. Beträgt mithin am 31. März 1904 . 19 385, 36 664,40 " 02. 56 049,40 Der Vorftand. G. Koßka, 1. Vors. P. Stempel. Staff. E. Liebe, Schriftführer. Achtung! Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß in Rirdorf, Hermann ftrage 152/53, beim Gen. A. Nierich, Nestaurateur, eine neue Zahlstelle eins gerichtet sowie die Zahlstelle A. Dittfach, Dunderstr. 12, nach der Wins. straße 12 zum Gen. Fr. Rausch, Restaurateur, verlegt worden ist. 127/10 Der Vorstand. 3. A. P. Stempel, Staffierer. g! Manrer! 6. Wahlkreis adtung! Katung! Adhtung! Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins u. Umgegend. Bureau: Hirtenstr. 20. Amt 7, 4999. Sonntag, 30. Oktober, vormitt. Punkt 10 Uhr, bei Dräsel, Neue Friedrichstr. 35: General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Abrechnung vom III. Quartal 1904, sowie Revisionsbericht. 2. Ist die Erhöhung der MaßregelungsUnterstügung erforderlich? Wenn ja, von welchem Datum an soll dieselbe gezahlt werden? 3. Bereinsangelegenheiten. 130/4 Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen ist erwünscht. 1900 Moabit! he Der Vorstand. Achtung! Schönhauser Vorstadt. Achtung Sonntag, den 30. Oktober, abends 5 Uhr, in den „ Berolinafälen", Schönhauser- Allee 28: Volksversammlung für Männer u. Frauen Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Georg Davidsohn über: Die Greuel des Krieges". 2. Diskussion. " 1 Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein. Zu zahlreichem Besuch ladet ein 220/ 2* Der Vertrauensmann. Tischler- Verein, E. H. 89. • Heute Freitag: Fris Bluts. Leber Frische Wurst bekannter tadelloser Qualität. Lindenstr. 69, Rich. Augustin, of pattere. ungs simmer. Lel. Ami IV, 8927. und Mittagstisch. Paul Litfins " Restaurant zum Pechvogel" habe ich käuflich erworben. Bitte die verehrten Kollegen, Genoffen, Freunde sowie Gewerkschaften und Werfftellen, das meinem Vorgänger geschenkte tragen. Achtungsvoll 25186 Der Untergang zum Pechvogel" August Zietz, 0., Warschauerstrasse 61. Sonnabend, den 29. Oktober, abends 8%, Uhr, Melchiorstraße 15: Wohlwollen auch auf mich zu über 199/10 Versammlung. Tagesordnung: Vortrag, Vereinsangelegenheit. Zentral- Verband der Glaser. der Glaser. 249/10 Achtung! Sonntag, 30. Oktober, abends 6 Uhr, Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstraße 24: Volks- Versammlung. Vortrag. Nachher Gemütliches Beisammensein und Tanz. Bahlreichen Besuch erwartet Der Vertrauensmann. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Glaser. Achtung! Freitag, den 28. d. M., abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Außerordentl. Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Tariskommission. 2. Ausgabe der Arbeitsberechtigungsfarten. 3. Weitere Maßnahmen. Jeder bei tariftreuen Firmen beschäftigte Sollege erhält gegen Vorzeigen des Verbandsbuches eine rote Arbeitsberechtigungskarte mit Wochendatum. Kollegen, welche bei nicht Arbeitgeber- Verbandsmitgliedern arbeiten, haben das den paritätischen Arbeitsnachweis betreffende Birkular, Heute Freitag, abends 82 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: von ihrem Arbeitgeber unterschrieben, abzugeben. Sitzung der Ortsverwaltung. Einsetzer! Sonntag, 30. Oktober, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15( Saal 1): Branchen- Versammlung. 1. Bericht des Kollegen Kurkofsky über seine bisherige Tätigkeit als Mitglied der Bauarbeiterschutz- Kommission resp. über die Arbeiten derselben insgesamt. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Montag, den 31. Oktober, abends 8 1hr, im Gewerkschaftshause, Zimmer 7: Vertrauensmänner- Sitzung. Achtung! Bauarbeiter! Es wird dringend darum gebeten, vom Sonnabend an jeden Glase 73/15 nach seiner roten Arbeitsberechtigungskarte zu fragen. Der Vorstand. J. A.: Jahn, Nieder- Schönhausen, Körnerstr. 47. Krankenkassen- Beamte! 8%, Sebastianstr. 39: Freitag, den 28. b. M., abends 8 Uhr, in den„ Apollo.älen, Oeffentliche Versammlung aller Krankenkassen- Angestellten Berlins und der Vororte. Tages Ordnung: Hierzu werden die gesamten Einsetzer der Firma Grün& Hetwig fomie bon Reddemann aufgefordert zu erscheinen. Es wäre erwünscht, wenn aus beiden Betrieben die Berkstatt- Bertrauensmänner miterscheinen würden. zu den Beschlüssen des Münchener Krankenkassentages Stellung genommen? 1. Haben die Berliner Krankenkassen- Borstände schon ordnungsgemäß 91/4 Die Kommission. 2. Diskussion. Die Kaffenvorstände Berlins und der Vororte sowie die Zentralfommission sind hierdurch ebenfalls eingeladen. 175/10 Das Erscheinen aller Kassenbeamten erwartet Der Einberufer. Das Neueste, Allerneueste Kuroki- Likör. ist Unentbehrlich für Magenkranke, wirkt appetitanregend und verdauungbefördernd. 2 Flasche 1 Mart, ½, Flasche 2 Mark. Nur allein echt Gustav Behm{ Frankfurter Allee 120. bei 46. Gustav Behme Kuroki- Likör follte in keinem Sanz8152* Rigdorf, Hermannstraße 46. 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