Nr. 255. Abonnements- Bedingungen: d Abonnements Preis pränumerando Vierteljährl. 3,30 Mr., monati. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwürts Berliner Volksblaff. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebructe) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für ble nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet Telegramm Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die neuen Handelsverträge und die ,, staatserhaltenden Parteien. I. Von den Handelsverträgen, die unter dem Reichskanzler Grafen Caprivi zu Anfang der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts abgeschlossen wurden, sind bisher erst vier, die Verträge mit Ruß land, Belgien, Italien und Rumänien, von der deutschen Regierung auf der Basis des neuen deutschen Zolltarifs erneuert worden, so daß fie dem Reichstage zur Genehmigung vorgelegt werden können. Ueber die vier anderen, die Verträge mit Desterreich Ungarn, der Schweiz, Spanien und Serbien schweben noch Verhandlungen, und nach allen Anzeichen ist kaum darauf zu rechnen, daß über sie schon in den nächsten Monaten eine Verständigung erzielt wird, wenigstens nicht, was die Verträge mit Desterreich- Ungarn und Spanien anbetrifft. Bedenkt man, daß demnächst seit dem denkwürdigen Dezembertage, an dem Graf Bülow im Reichstage unter dem Beifall einer durch die niedrigsten Brofitinstinkte aufgeftachelten Mehrheit den neuen Bolltarif als großes Wert zum Segen des Vaterlandes" pries, nahezu zwei Jahre verfloffen sind, so ist dieser Erfolg der deutschen Regierungsdiplomatie ein recht mäßiger, und doch ist es zweifellos, daß der wichtigste der neuvereinbarten Tarifverträge, der mit Rußland, noch immer im Stadium der Vorbereitungen steden würde, wenn nicht die Niederlagen auf dem Kriegsschauplatz im fernen Osten die russische Regierung genötigt hätten, den einzigen Freund" im Westen warm zu halten. Unter diesen Umständen ist daran, daß in der Ende November beginnenden Tagung noch die Handelsverträge dem Reichstage zur Beschlußfassung vorgelegt werden, nicht zu denken, denn daß die Regierung fich zu einer stüd- und ratenweisen Beratung der Handelsverträge im Reichstage verstehen sollte, erscheint schon aus Gründen der handelspolitischen Strategie gegenüber jenen Staaten, mit denen zurzeit noch Verhandlungen schweben, ausgeschlossen. Vielleicht wird es wieder Sommer werden, bis endlich die deutsche Diplomatie so tveit ist, daß alle acht Verträge zusammen dem Reichstage vorgelegt werden können. Wenngleich uns jedoch noch eine ansehnliche Zeit spanne von der Beratung frennt und die Hälfte der Verträge sogar noch im Verhandlungsstadium steckt, erscheint es doch bereits heute als sicher, daß die neuen Verträge sämtlich im Reichstage die Zustimmung der Mehrheit finden werden. Sonnabend, den 29. Oktober 1904. essen jammern wird. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferusprecher: Amt IV. Nr. 1984. Wie wenig jedoch auf dieses Gerede bekämpfung, sie können also gar nicht Zugeständnisse für den die russischen Vieherport machen, und so wenig man sonst etwas über be- den abgeschlossenen Handelsvertragsentwurf wissen fann, so steht zu geben ist, zeigt deutlich die Tatsache, daß, Sauptzüge des neuen deutsch russischen Vertrages = tannt wurden, dieselbe konservative Presse, die an ihm so jedenfalls fest, daß er über die Oeffnung der deutschen Grenzen vermochte, daß er in Kraft trat, sondern an die Regierung wieder wird." viel auszusetzen fand, in ihrer Sehnsucht gar nicht mehr abzuwarten durch Milderung der jetzigen Sperrvorschriften nichts enthalten holt die Aufforderung richtete, sie solle zur schnellen Durchberatung des Vertrages den Reichstag auf furze Zeit zu einer Ertratagung einberufen, und daß ferner dieselben Blätter, die von der Möglichkeit der Ablehnung des Vertrages durch die„ Vertreter der Landwirt fchaft" sprachen, auf der anderen Seite die Sozialdemokratie wegen ihrer ablehnenden Haltung gegenüber dem Produkt der Norderneyer Badekonferenzen aufs heftigste angriffen. Verträge, die man für gänzlich unzulänglich hält, sucht man doch nicht so schnell wie irgend möglich unter Dach zu bringen, und man beunruhigt sich auch nicht, wenn andere sich für die Ablehnung erklären. " Wenn aber, heißt es dann weiter, auch in dem Handelsvertrag selbst keine Erleichterung der Seuchen- Sperrmaßnahmen enthalten wären, so könnten doch nebenbei solche Vereinbarungen getroffen werden, z. B. durch Seuchentonventionen. Auf diese müſſe alſo geachtet werden. ,, Allein in der Hand der Zentral- Verwaltungsbehörden liegt die Handhabung der Seuchenbekämpfung gegenüber dem Auslande, welche die Einfuhrmöglichkeiten maßgebend bestimmt; wie weit jene Behörden sie verschärfen oder mildern wollen, bestimmen sie allein nach pflichtmäßigem Ermessen und dem ParTament steht keinerlei rechtlicher Einfluß in dieser Richtung zu. Damit ist die Möglichkeit für die Regierung gegeben, wenn sie eine Milderung der Grenzsperre für möglich hält, dem kontrahierenden Staat für den Fall des Abschlusses des Handelsvertrages in dieser Richtung Versprechungen zu machen und diese später durch entsprechende Anweisungen an die unteren Behörden in die Praxis umzuseizen, ohne daß sie vorher oder nachher über den Anlaß und die Berechtigung ihres Vorgehens formelle Mitteilung oder gar Rechenschaft zu geben verpflichtet wären." Die Nukanwendung, daß, wenn es nicht auf die im Handelsvertrag festgesezten Viehzölle, sondern vor allem auf die Seuchenbekämpfung der Zentral- Verwaltungsbehörde ankommt, die letztere in entsprechender Weise zur Erfüllung ihrer Pflicht" angehalten werden müsse, fehlt vorläufig noch; sie wird sich wahrscheinlich erst später, wenn die neuen Handelsverträge dem Reichstage zugegangen find, einstellen. " In Wirklichkit sind sich die Herren völlig darüber klar, daß der deutsch- russische Vertrag das bietet, worauf sie im günstigsten Falle rechnen fonnten, vielleicht sogar infolge des Einflusses des oftasiatischen Krieges auf Rußlands Nachgiebigkeit noch etwas mehr. Daß Rußland jemals höhere Getreidezollfäße, als die im§ 1 des Zollgesetzes normierten Mindestfäße, akzeptiert hätte, glaubt niemand, und ebenso wenig dürfte auch nur einer der konservativen Barlamentarier nach der auf Betreiben der Regierung erfolgten Abänderung des Wortes„ Gerste" durch die Bezeichnung Malzgerste" im Zollgesetz sich darüber im Unklaren befunden haben, daß diese Abänderung lediglich den Zweck verfolge, die russische Futtergerste zu einem weit niedrigeren Zoll, als den für Malagerste festgesetzten Satz von 4 M. pro Doppelzentner in Deutschland hereinzulassen. Für ganz selbstverständlich ist ebenfalls von vornherein gehalten worden, daß die hohen Viehzölle, die während der Zolldebatten im Reichstage auch von konservativer Seite immer wieder als 3 örte zum Damit ist nicht gesagt, daß die gesamte Rechte, Mann für Abhandeln" bezeichnet worden sind, bei den Vertragsverhand- Mann, für die Handelsverträge eintreten wird. Wenn die Mehrheit lungen mit Rußland und Desterreich- Ungarn beträchtlich ermäßigt für die Verträge im Reichstage so groß ist, daß ein Teil der allerwerden würden, und ferner, daß die viehausführenden Staaten in äußersten Rechten, ohne die Annahme der Verträge zu gefährden, irgend einer Form, entweder durch eine Seuchentonvention oder durch sich den Zugus gestatten kann, gegen sie zu stimmen, dann wird die Abgabe verbindlicher Zusicherung von deutscher Seite, eine das wahrscheinlich geschehen allein schon, um der Anhängerschaft Garantie dafür verlangen würden, daß die ihnen im Vertragswege im Lande zu demonstrieren, daß durch die Verträge nur ganz zugestandenen Zollreduktionen nicht später durch irgend welche von minimale berechtigte" Forderungen der Landwirtschaft erfüllt der deutschen Regierung angeblich zum Zweck der Seuchen- würden und also cifrigst weiter agitiert werden müsse. bekämpfung verfügten Vieheinfuhr Beschränkungen und Grenzsperren völlig wertlos gemacht werden. Wenn also jetzt die agrarische Presse, voran das Bundes- Intelligenzblatt der Landbündler, die Deutsche Tageszeitung", sich darüber entrüftet, daß Rußland gewisse derartige Zusicherungen gegeben worden sind, so ist das lediglich ein Komödienspiel. " 1 # Völkerrecht oder See- Zarismus. Schon als der Abschluß des deutsch- russischen Handelsvertrages zwischen dem Grafen Bülow und Herrn v. Witte auf Norderney berichtet wurde und die offiziöse Presse ergänzend zu dieser Mitteilung zu melden wußte, Rußland hätte die Getreide- Mindestzölle des deutschen Tarifs unter der Bedingung akzeptiert, daß sämtliche in Noch ist der englisch- russische Konflikt nicht beigelegt und schon Deutschland eingeführte ruffische Gerste als Futtergerfte zum bisherigen Ihre Zustimmung zum neuen deutsch- russischen Vertrag wird laufen von allen Seiten Berichte ein über weitere Wahnsinnstaten Bertrags- Zollfaz von 2 M. pro 100 Kilogramm berzollt werde, ließ die das Gros der konservativen Fraktion sicherlich nicht davon abhängig der russischen Flotte. Der Helsingborger Dampfer Aldebaran" ist Haltung der führenden konservativen wie der Klerikalen und national- machen, ob die deutsche Regierung solche Garantien zugestanden hat am Freitag abend durch ein russisches Kriegsschiff angegriffen und liberalen Bresse deutlich erkennen, daß die Masse der beiden konser- oder nicht. Der öftliche Großgrundbesik, der in der Fraktion den längere Zeit bombardiert worden. Es war nur einem Glückszufall vativen Fraktionen, des Zentrums und der Nationalliberalen für Ausschlag gibt, ist an den Getreide- und Futtermittelzöllen weit zuzufchreiben, daß er keine Verlegungen davontrug. Der Kommandant den Handelsvertrag mit Rußland wie für jeden anderen auf ähn- mehr interessiert als an höheren Bichzöllen; denn im Berhältnis zur und die Mannschaft dieses schwedischen Schiffes sind bereits auf Erlicher Grundlage vereinbarten Tarifvertrag stimmen werde. Fraglich landwirtschaftlichen Fläche ist auf den großen Gütern der östlichen suchen der schwedischen Regierung vereidigt worden. Sie halten an erschien nur noch, ob die Freifinnige Volkspartei zunächst die von Provinzen die Rindvieh- wie die Schweinehaltung viel unbedeutender ihrer Aussage fest, daß sie von dem allem Anschein nach russischen ihr bei den Zolltariffämpfen im Reichstage eingenommene zwei- als auf dem ländlichen Besitz Schleswig- Holsteins, Hannovers, Kriegsschiff mit Granaten beschossen worden seien. Die Mannschaft deutige Stellung beibehalten, oder von vornherein unter einer mehr Oldenburgs, des rechtsrheinischen Bayerns, Württembergs usw. An- erklärt, sie habe die Granaten in der Luft und neben dem oder weniger plausiblen Motivierung ihre Dienste der Zollwucher zunehmen, daß das ostelbische Junkertum aus Rücksicht auf die bäuer- Aldebaran" explodieren sehen. Die Entfernung des russischen Koalition zur Verfügung stellen werde. Nach dem heftigen Ausfall lichen Bichzüchter der westlichen Gegenden die Gelegenheit, hohe Kriegsschiffes von ihrem Fahrzeug habe eine halbe Seemeile beder Freien Deutschen Presse", der umgetauften einstigen Eugen Getreidezölle einzuheimsen, ungenügt vorübergehen lassen werde, tragen. Das russische Schiff habe die schwedische Flagge deutlich Nichterschen Freifinnigen Zeitung", gegen die um Barth-die heißt ihre Profitsucht weit unterschäßen. Außerdem aber wissen die erkennen müssen. Barthsche Agitation gegen den neuen deutsch- russischen Vertrag wurde edlen Herren recht wohl, daß, wenn auch Rußland die Hinweg- Weiter wird aus Kopenhagen gemeldet, der Kapitän als, Demagogie" bezeichnet- und der verständnisvollen Zustimmung, räumung einzelner bestimmter Sperrmaßnahmen zugesichert ist, wahIgreen des Schoners, Guayana" aus Liverpool, der welche diese Absage fast in der gesamten Fortschrittspresse fand, ist jedoch die deutsche Regierung es doch auf Grund der Viehseuchengefeße am Mittwoch in Alborg eingetroffen sei, habe am Freitag die russische auch diese Frage entschieden. Der traurige Rest ehemaliger Fort- jederzeit in der Hand hat, im Verwaltungswege ohne Mitwirtung Ostseeflotte an der Westküste Jütlands passiert. Eine Stunde später schrittsherrlichkeit wird sich, getrieben durch seine Besorgnis um die der Volksvertretung später Anordnungen zu treffen, habe er einen großen sinkenden Dampfer wahrgenommen, der die NotWahrung der heiligsten Güter des deutschen Vaterlandes", den Zoll- die den Viehimport über die östliche Grenze flagge gehigt hatte. Als er näher gekommen sei, sei der Dampfer patrioten Kardorff, Heim, Spahn, Paasche und Konsorten anschließen. wieder einschränken. gesunken. Allem Anschein nach habe es sich um einen Dampfer geInd selbst, ob das kleine Häuflein der Freisinnigen Vereinigung sich Handelt, der von den Ruffen in den Grund gebohrt worden sei. einhellig um die Barthsche Freihandelsstandarte scharen wird, erscheint nach den Auslassungen verschiedener dieser Partei angehörenden Blätter, wie der Beferzeitung", des„ Berliner Tageblatts", der " Freihandels- Korrespondenz", recht zweifelhaft. " Weiter berichtet der Kapitän des in Stavanger beheimateten Dampfers, Staatoe", fein Schiff sei im Kanal am Sonntag(!) von einem russischen Kriegsschiff beschossen worden. Das Schießen habe erst aufgehört, als der Dampfer die nortvegische Flagge gehißt habe. Unmittelbar darauf sei eine weitere Anzahl von Kriegsschiffen vorbei passiert. " Um Gründe zur Beschwichtigung der Mahnungen aus dem Kreise der bäuerlichen Viehzüchter ist man nicht verlegen. Bereits wird in agrarischen Blättern vorgearbeitet, und wer deren Auslassungen verfolgt, weiß auch schon, wie ungefähr die Deduktion lauten wird:„ Es ist eine schwere Vernachlässigung landwirtschaftDie Koalition zur Apportierung der Handelsverträge wird sich licher Interessen durch die Regierung," wird man erklären, daß sie voraussichtlich als weit stärker herausstellen, als die Mehrheit, die die deutsche Viehzucht nicht besser schützt; aber wichtiger als die fich vor zwei Jahren zum infamen Rechtsbruch zufammenfand. Ueber Viehzölle in den Tarifverträgen sind die Maßnahmen zur Abwehr Schließlich wurde gestern abend aus Geestemünde berichtet, daß diese Tatsache können alle Jeremiaden der landbündlerischen wie der Seucheneinschleppung, und solche Mittel behält die Regierung auch ein deutscher Fischdampfer namens„ Sonntag" am 21. Oftober der syndikatsoffiziösen Blätter nicht hinwegtäuschen. Dieses Ge- noch immer in genügendem Maße in der Hand. Es kommt also an der jütländischen Westküste von einem russischen Kriegsschiff bejanuner gehört zu dem von beiden Seiten seit langem betriebenen nur darauf an, die Regierung zu veranlassen, diese Mittel zum schoffen worden sei. Diese Nachricht des„ Bureau Herold" erfuhr in Komödienspiel. Niemand, der politisch zurechnungsfähig ist, wird Nußen der einheimischen Biehaufzucht in richtiger Weise anzu- der heutigen Morgennummer des Berliner 2otalanzeiger" annehmen, daß die Agrarkonservativen durch irgend einen Handels- wenden." folgende ausführliche Bestätigung: vertrag, mag er auch ihren Interessen im weitesten Maße Rechnung Recht charakteristisch ist, wie jüngst die Kreuz- Zeitung" in einem tragen, zu dem Zugeständnis veranlaßt werden könnten, er entspräche Leitartikel über„ Handelsverträge und Vieheinfuhr" diefen Gegenauch nur halbwegs ihren Erwartungen. Die Ansprüche der Land- stand behandelte. Die zollpolitischen Beschränkungen, führt das bündlerschaft im Lande sind durch die demagogische Agitation der Leiter Blatt aus, spielten keine entscheidende Rolle.„ Die entdes Bundes der Landwirte viel zu hoch getrieben, ihre Gier nach scheidende Beschränkung des Bieh- und Fleischstaatlichen Zuwendungen viel zu sehr aufgestachelt, als daß die importes nach Deutschland beruht also auf den fonfervativen Blätter, ohne ihre Frattion zu dementieren und sofort veterinärpolizeilichen Anordnungen des Kaisers, im Lande den heftigsten Widerspruch zu finden, es wagen könnten, des Bundesrates, der Minister und für Preußen der Refich für einigermaßen befriedigt zu erklären. Die Rücksicht auf die gierungspräsidenten; alle diese Anordnungen sind erlassen auf Grund Agitation für den weiteren Schutz der notleidenden Landwirtschaft" der Viehseuchengesetze und haben mit den bestehenden fordert vielmehr die Aufrechterhaltung der Fiftion, daß auch der Handelsverträgen nicht das geringste zu tun. neuabgeschlossene Handelsvertrag nur eine ganz mäßige Abschlags- Die landläufige Ansicht, als ob die neuen Handelsverträge in dieser zahlung fei, und im Grunde genommen die Landwirtschaft wieder Richtung Aenderungen bringen würden, ist jedenfalls irrig, die ihre Interessen auf dem„ Altar des Vaterlandes" hätte opfern müssen. Handelsverträge regeln die Zollbeziehungen der Vertragsländer, Es ist deshalb auch mit Sicherheit darauf zu rechnen, daß bis nicht aber, worauf es für den Vichimport zurzuletzt die fonservative Fraktion, im Reichstage die Rolle des seit allein antommt, die Maßnahmen der Geschädigten spielen und über die Verlegung ihrer heiligsten Inter- linneren Verwaltung über die Grenz- Seuchen" Geestemünde, 27. Oftober. Der heute hier eingetroffene hiesige Fischdampfer ,, Sonntag" ist von der russischen Flotte zweieinhalb Stunden bei der Doggerbank beschoffen, aber nicht getroffen worden. Der Schiffsführer, Kapitän Hähuel, teilt hierüber folgendes mit: Wir befanden uns am 21. Oktober bei den Hornsrifffischgründen an der jütländischen Westküste. Vormittags passierten fünf russische große Schiffe, abends neun weitere. Nördlich von uns befand sich ein großer Frachidampfer. Um 8 1hr wurden wir durch Scheinwerfer beleuchtet; gleich darauf fielen die ersten Granaten in unserer Nähe. Das russische Schiff feuerte nach allen Seiten, bis 80 Schiffe in der Minute. Gegen 91%, Uhr kam der Frachtdampfer in unsere Nähe und lenkte das Feuer auf sich. Beim Licht des Scheinwerfers konnten wir das Aufschlagen der Granaten dicht bei diesem Dampfer beobachten, sahen dann füdlich einen zweiten Scheinwerfer und in der Nähe des uns beschießenden Schiffes Granaten aufschlagen. Wir blieben unbeschädigt. Nach 11 Uhr tamen keine Granaten mehr." Die Beschießung des deutschen Fischereidampfers bestätigt sich! Diese so bestimmt gefaßte Meldung des Lokal- Anzeigers" Hat| werde. Ginge England von dieser Forderung ab, so hätte die bis jetzt keine offizielle Bestätigung erfahren. Sie wird aber auch russische Regierung unbedingt einen Triumph erreicht, der größer nicht in der bürgerlichen Bresse, so weit wir das im Augenblick übersehen sein könnte, denn die Entschädigungen der Hinterbliebenen und der Geeftemünde, 28. Oktober.( W. T. B.) Die in einigen Blättern können, überhaupt nicht erwähnt! Selbst der„ Lokal- Anzeiger" kommt Verwundeten könnten als Genugtuung gar nicht in Frage kommen, wiedergegebenen Mitteilungen des Kapitäns Hähnel, in seiner heutigen Abend ausgabe auf seine so sensationelle Meldung und auch das Versprechen, fünftig Handelsschiffen kein Leids zuzu- daß der Fischdampfer„ Sonntag" von der russischen Flotte bei den mit keinem: Worte zurück, obgleich die Frage der Satisfaktion gegen- fügen, könnte die geschehene Untat nicht ungeschehen machen. Hornsriff Fischgründen am 21. d. Mts. beschossen worden aber über Deutschland für ein solches Vergehen doch eigentlich wichtiger Noch unwahrscheinlicher aber dünkt uns die Petersburger unbeschädigt geblieben sei, sind gestern auch vor dem Hafenmeister, ist als die Frage der Satisfattion, die Rußland England zu geben Meldung, daß die englische Regierung der russischen den Vorschlag der zuständigen Behörde, gemacht worden und werden in ausführ. hat. Wäre aber die Meldung aus Geesteminde richtig gewesen, gemacht habe, den Zwischenfall einem Schiedsgericht gemäß den licher Form der Regierung vorgelegt werden. so wäre es unbedingt Pflicht des„ Lokal- Anzeigers" gewesen, seine Haager Bestimmungen zu unterbreiten. Würde sich England wirklich Die deutsche Regierung nimmt sich ungeheuer viel Zeit, um auch Meldung zu rektifizieren. Zudem wäre höchst wahrscheinlich auch auf eine solche Verschleppung des Falles einlassen, so hätte es nur die Tatsache dieses frechen Russenstreiches festzustellen. Wenn sie von der Regierung dem ,, Lokal- Anzeiger" bei seinen offiziösen Be- unstreitig an Prestige unendlich verloren. Wir zweifeln nicht daran, in dem gleichen Schneckentempo die Sache weiterverfolgt, wird fie ziehungen der Wunsch geäußert worden, diese irrtümliche Meldung zu daß England sich vollständige Genugtuung verschaffen könnte, lange Zeit brauchen, um mit einer Sühneforderung an Rußland widerrufen. Da nichts von alldem geschehen ist, birgt die Meldung wenn es nur Rußland seinen unbeugsamen Willen zeigt. Es brauchte heranzutreten! aus Geestemünde für uns einstweilen noch ein Rätsel. Oder sollte durchaus nicht das baltische Geschwader in den Grund zu bohren. Wir Deutschen fürchten Gott und den Zaren! etwa die deutsche Regierung den Wunsch geäußert haben, auf den Schon die ersten scharfen Schüsse würden Rußland zur Nachgiebigkeit ihr unbequemen Konfliktsfall überhaupt nicht einzugehen? Das zivingen. England brauchte auch nicht die geringste Angst Der erste Schritt des russischen Rückzugs. wäre denn doch für eine Macht, die stets so leiden vor einer kriegerischen Intervention Frankreichs zu haben. London, 28. Oftober. Reuters Bureau" erfährt: Die britische schaftlich und schneidig mit der gepanzerten Faust darein- Frankreich würde sich trotz des kriegerischen Geheuls seiner und die russische Regierung haben ihre Bereitwilligkeit kundgegeben, gefahren, wenn ihr von einem Zwergstätchen, wie Venezuela nationalistischen Presse sehr hüten, seine Kriegsschiffe zugunsten Ruß- im Prinzip den Vorschlag anzunehmen, daß die strittigen Punkte oder Haiti eine Kränkung widerfuhr, ein Verhalten, das außerhalb lands eingreifen zu lassen. England würde ohne Zweifel so rasch betreffend den Vorfall auf der Doggerbank einer Untersuchungsjeder Kritik läge! mit den russischen Schiffen fertig werden, daß das Eingreifen der kommission überwiesen werden und die russischen Schiffe unterdessen französischen Schiffe an dem Siege Englands nichts mehr ändern in Vigo verbleiben. In betreff der Einzelheiten ist noch nichts könnte. England hat jetzt die beste Gelegenheit, zu zeigen, ob es festgestellt und festgesetzt worden, jedoch dürften die Artikel 9, 10 wirklich auch mit einer Großmacht anzubinden wagt. Oder ob es und 32 der Haager Konvention eine befriedigende Grundlage für gleich anderen Staaten auch nur den Heldenmut befigt, gegen winzige das einzuschlagende Verfahren bieten. Dieser Vorschlag ist nicht Kleinstaaten bramarbasierend vom Leder zu ziehen?! von der britischen Stegierung ausgegangen. Rußland scheint nun endlich doch den Ernst der Situation eingesehen zu haben: es weicht zurück! Die baltische Flotte wird nicht eher weiterfahren, bis der Konflikt beigelegt ist! Freilich hat Rußland durch dies vorläufige Kompromiß einstAber sehen wir selbst von dem Gestemünder Fall ab, berücksichtigen wir nur die außer der Beschießung der englischen Flotte noch vorliegenden drei Fälle von Beschießungen harmloser Friedensfahrzeuge durch die russische Flotte, so erfährt dadurch doch das Bild von dem Vorgehen der Russen auf ihrer Fahrt durch die Nordsee eine außerordentliche Verschärfung. Selbst angenommen, Der ganze Vorgang wird außerordentlich belehrend sein für die bei der Beschießung der englischen Fischerfahrzeuge habe es fich Frage, ob das Völkerrecht denn überhaupt noch irgend welchen Wert hat. wirklich um ein groteskes Mißverständnis gehandelt, so gibt es Der ganze bisherige Verlauf des Krieges war ja dazu anabsolut keine Entschuldigungsgründe für das Bombardement der getan, die schwersten Zweifel in dieser Beziehung zu erwecken. übrigen drei Fahrzeuge. Es steht dann eben fest, daß die russische Rußland hat sich bisher schon die schwersten Uebergriffe gestatten Flotte mit einer barbarischen Unverschämtheit vorgegangen ist, die dürfen. Auch die übrigen Staaten haben durch ihre völkerrechts- weilen nur eine kurze Gnadenfrist gewonnen. Es wird völlige vergeblich ihresgleichen sucht. Der russische Admiral hat ja geäußert, widrige Unterstützung der einen oder der anderen kriegführenden Sühne geben müssen, wenn es seine Flotte weiter fahren lassen will. daß er schon bei seiner Ausfahrt erklärt habe, daß er rücksichtslos Partei bewiesen, daß das Völkerrecht nur auf dem Papier steht. Die englische Diplomatie müßte total unfähig sein, wenn sie jetzt, gegen jedes Schiff, daß sich seiner Flotte nähern werde, feuern Immerhin handelte es sich hierbei noch um Vorgänge von gewo auch Schweden und Deutschland auf seine Seite zu Tassen werde. Diese Erklärung ist von den Kommandeuren der ringerer Tragweite. Die Seeräubertaten der russischen treten gezwungen sind, nicht mit aller Energie auftreten würde! einzelnen Schiffe im wörtlichen Sinne aufgefaßt worden. Man hat Ostseeflotte dagegen bedeuten einen so frechen und schweren Juteressant wird die Rolle sein, die Deutschland in dem einfach auf jedes Schiff blindlings gefeuert, das den Kurs der russischen Verstoß gegen das Völkerrecht, wie er unmöglich ohne ausreichende Konflikt spielen wird! Schiffe kreuzte, selbst wenn es noch viele hundert Meter entfernt Sühne geduldet werden kann, sofern nicht das Völkerrecht überhaupt ivar. Die russischen Barbaren, die sich ja in Rußland jede Gesetz- völlig in Frage gestellt werden soll. widrigkeit straflos leisten können, haben eben in den fremden Meeren genau so gehandelt, wie sie in ihrer Heimat zu handeln gewohnt find. Sie haben das Fauftrecht für die einzige Norm ihres Handelns angesehen. Sie haben jedes Fahrzeug in den Grund zu bohren versucht, das ihnen vor die Kanonenmündungen kam. Wenn die Menschenopfer nicht so große gewesen sind, wie sie bei dem aberwißigen Vorgehen der Russen hätten sein können, so liegt das durchaus nicht an dem guten Willen der Russen. * Frankfurt a. M., 28. Oftober. Die Frankfurter Zeitung" Die bürgerlichen Friedenspropagandisten glaubten annehmen zu meldet aus Montreal: Das Pacific und das Atlantische dürfen, daß der Zustand des Fauftrechtes in den Beziehungen der Geschwader in Esquimault und Halifax haben Befehl erhalten, Nationen mehr und mehr verschwinde und daß an die Stelle der kriegsbereit zu sein. brutalen Gewalt allmählich ein sich immer mehr verfeinernder überein, daß die Lage äußerst bedrohlich geworden sei; es London, 28. Oktober. Sämtliche Morgenblätter stimmen darin Rechtszustand in den Beziehungen der Nationen untereinander heraus- fehlt aber auch nicht an solchen, die zur Ruhe mahnen und noch bilden werde. Vermag Rußland ohne schwerste Sühne Gewalttaten hoffen, daß der Friede erhalten bleibe, aber auch diese halten die auszuführen, wie sie in der Nordsee gegenüber den verschiedensten Rage für außerordentlich ernst. Nationen begangen worden sind, so ist das die schlagendste Widerlegung der Auffassung der Friedensfreunde, die sich denken läßt. Es gibt dann eben überhaupt kein Recht mehr zwischen den Nationen, sondern lediglich das Faustrecht entscheidet. Alle Barbarei einer beliebigen Macht ist zulässig, sofern hinter dieser Barbarei nur eine gewisse robuste Kraft steckt. Man wird sehen, ob das Recht oder die brutale Barbarei den Sieg davontragen! * Ein deutscher Marine- Offizier über die russische Amok- Flotte. " London, 28. Oktober. Der„ Standard" meidet aus Cardiff vom geftrigen Tage: Hier ist eine auffallende Tätigkeit bemerkbar. Es sind große Kohlenaufträge von der englischen Admiralität eingelaufen, besonders für Gibraltar. Bereits beladene Schiffe wurden aufgekauft, zwei Stohlenschiffe, die nach London unterwegs waren, wurden bei Gravesend aufgehalten und fuhren dann unter Volldampf die Themse abwärts. Dasselbe Blatt meldet aus Vigo vom gestrigen Tage mitter nacht: Ein Teil der russischen Flotte hat die Fahrt fortgesetzt; Admiral Roschdjestwensky teilte den Behörden mit, daß er mit dem Rest der Flotte nach Tanger abfahren werde. ItiSelbst wenn wir den Fall der Beschießung der englischen Fischerboote speziell betrachten, so kann es keinerlei Entschuldigung für die russische Verbrechertat geben. Der Admiral Roschdjestwensty hat zwar in seinem amtlichen Bericht das ungeheuerliche Märchen erzählt, daß sich zwischen den englischen Fischerbooten zwei Torpedoboote bewegt hätten. Eins dieser Torpedoboote sei von den Russen in den Grund geschossen worden. Ein anderes sei nur beschädigt worden. Dieses beschädigte Boot habe sich bis zu dem anderen Morgen auf dem Schauplage des Ereignisses aufgehalten. Dieses Torpedoboot sei dann von den englischen Fischerbooten Daily Telegraph" meibt, daß es für den Kaiser von Rußland nicht erniedrigend sein könne, wenn er sich der übereingesichtet und für ein russisches Kriegsfahrzeug gehalten worden. In den Berliner Neueste Nachrichten" lesen wir: stimmenden Ansicht Europas anschließe, daß das Prestige nicht verMerkwürdigerweise hat aber außer den Augen der jedenfalls bezechten ,, Ein marinesachverständiger Mitarbeiter schreibt loren gehe durch einen Fehler, der sich wieder gut machen lasse. Russen kein Mensch etivas von diesen mysteriösen Torpedobooten gesehen. Das Märchen ist um so aberwikiger, als die Anwesenheit uns: Admiral Roschdjestwensty hat es mehr als einmal für not- Das Blatt schreibt weiter, es sei nur die ernste Gefahr vorhanden, von japanischen Torpedobooten in der Nordsee längst hätte bemerkt wendig gehalten, zu erklären, daß er gegen jedes Schiff während daß die russische Regierung sich über die Ernstdas sich seinem Geschwader haftigkeit, mit der England die Angelegenheit werden müssen. Auch kann Roschdjestwensty doch wohl im Ernste feiner Reise vorgehe, behandle, täusche. Das Land habe sich niemals in einer so Schon dieser Ausspruch zeigt, daß der russische schweren Lage befunden, wie jetzt. Noch drohender äußert sich nicht behaupten wollen, daß diese Torpedoboote von England nähern sollte. japanischen Mannschaften zur Verfügung gestellt worden sein sollten! Flottenführer zum mindesten einen ,, wunderbaren" Begriff von den Daily Graphic". Das Blatt fagt, die Geduld der Die ganze Geschichte ist so tollhäuslerisch erfunden, wie das Vorgehen Rechten hat, die ihm seine Stellung einräumt. Es gibt keine interation sei aufs äußerste gespannt; in dieser selbst liege ein schweres der Russen tollhäuslerisch war. Hinzu kommt noch, daß der russische nationale Bestimmung, die einem Schiffe der Handelsmarine ver- Tatsache dementsprechend fich auch die Regierung AUL Admiral dieses Märchen erst ausgedacht hat, nachdem die näheren bietet, sich einem Kriegsschiff in See bis auf eine gewisse Entfernung matum, wenn fie heute zum Meldungen der englischen Preffe vorlagen. Alles deutet offensichtlich zu nähern. Denn eine solche läßt sich überhaupt nicht aufstellen, da handeln gezwungen sehen werde, Morning Post" schreibt, die die Witterungsverhältnisse, die jeweiligen Situationen und Manöver Stabinettsrat zusammentrete. darauf hin, daß Roſchdjestwensky seine abenteuerliche Geschichte nach in See, die engeren Durchfahrtsstraßen( Sund, Belt, Kanal usw.) den englischen Angaben zusammengefabelt hat! Die unglaubliche Rücksichtslosigkeit des russischen Admirals und derartige Bestimmungen einfach illusorisch machen würden. Kein Geder übrigen russischen Seeoffiziere wird auch dadurch charakterisiert, schwaderchef oder Kriegsschiffskommandant kann einem Handelsschiff daß man nach geschehenem Massaker ruhig in den russischen Hafen vorschreiben, in welcher Entfernung es sich von Kriegsschiffen beim einlief und ihn wieder verließ, ohne die geringste Mitteilung Passieren zu halten hat. So dürfte es auch dem Admiral Roschdvon dem Vorgange zu machen, ja, daß Roschdjestwensky nicht einmal iestwensty, der doch zweifellos eine recht lange nach Petersburg irgend eine Nachricht geschickt haben soll! Ebenso Seefahrtszeit hinter sich hat, nicht etwas Neues fein, wenig ist es den Herren eingefallen, über die Beschießung des daß Handelsschiffe ihren Kurs manchmal mitten durch ein Geschwader Dampfers„ Aldebaran" und der übrigen Schiffe irgend eine Meldung des deutschen Geschwaders sogar zur Nachtzeit und zwar gerade in ( Schreiber dieser Zeilen hat diese Beobachtung von Bord Schon der Fall mit der englischen Fischerflottille hätte den russischen Gewässern mehrfach gemacht, ohne daß man Anstoß an Allerdings ist es in Konflikt zu einer internationalen Frage machen müssen, waren doch einem derartigen Verhalten genommen hätte.) alle Nationen gleichermaßen daran interessiert, daß den Russen ihr solchen Fällen Sache eines gut ausgebildeten Geschwaderpersonals, Nach hier eingegangenen, amtlich allerdings noch nicht bestätigten Flibustierhandwerk, das die Fahrzeuge aller Nationen bedrohte, daß keine Unglücksfälle zu verzeichnen sind. Ja, eine Courtoisie der Meldungen eröffneten die Japaner am Morgen des 26. Oftober so rasch und so gründlich wie möglich gelegt würde! Nachdem aber Kriegsschiffe ist es in solchen Fällen, einem Handelsschiff die Passage die übrigen Fälle noch hinzugekommen sind, nachdem mehrere 3 erleichtern, da die schwerfälligen Kauffahrer mit ihrem fleinen schwedische, ein unbekanntes und aller Wahrscheinlichkeit nach auch ein Personal nicht so manövrierfähig sind, wie die Kriegsschiffe mit ihren deutsches Fahrzeug von den russischen Schiffen bombardiert worden nach Hunderten zählenden Köpfen von Besatzungen. find, bedeutet es die gröblichste Mißachtung des Völkerrechts, daß nicht sofort alle, auch die unbeteiligten Staaten, gegen das Borgehen der Russen geharnischten Protest erhoben, resp. den Protest Englands zu ihrem eigenen machten! zu machen! nehmen. fann nur Angelegenheit dulde keine Verzögerung. Die baltische Flotte befinde fich im Anklagezustande und müsse, wenn man eine Untersuchung durchführen wolle, angehalten werden. Am einfachsten wäre es, wenn die Flotte bis zum Abschluß der Untersuchung in einen russischen Hafen zurückkehre. Die russische Regierung solle sich bereit erklären, die schuldigen Offiziere zu fassieren, wenn bewiesen werde, daß kein japanisches Torpedoboot zur Stelle war. Man fönne die japanische Regierung auffordern, diese Frage zu be antworten. Das Blatt hofft, es werde sich herausstellen, daß die englische Regierung furchtlos ihr Recht vertreten habe. Nener Sturm auf Port Arthur. Tokio, 28. Oftober.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) einen allgemeinen Angriff auf die Kitwanforts von Port Arthur und brachten die russischen Batterien zum Schweigen. Eine Granate sprengte ein russisches Magazin in die Luft. Gleichzeitig griffen die Japaner die Forts auf dem Erlung und dem Sungtschu an, brachten die russischen Batterien zum Schweigen und erstürmten und befekten die Forts vor dem Erlung und dem Sungtschu. In der Nacht zum 27. Oftober stand Alt- Port Arthur in Flammen. Am 27. traf eine Granate das russische Schlachtschiff Sewastopol. Ein anderer russischer Dampfer wurde von zwei Granaten getroffen und sant. Zur Lage bei Mukden. Politische Uebersicht. Berlin, den 28. Oktober. Die ganze Situation hätte es dem russischen Admiral gerade in Anbetracht der bekannten Fischereigründe sofort klar machen müffen, daß man es mit einer Fischerflottille zu tun hat. Bei dem plötzlichen Auftauchen des russischen Geschwaders aus dem Nebel war es Was hat das Völkerrecht überhaupt für einen Sinn, wenn es für die Fischerfahrzeuge überdies ein Ding der Unmöglichkeit, sofort einer Macht einfallen fann, einfach auf alle feine Bestimmungen zu die Flagge zu zeigen speziell zur Nachtzeit-; denn diese kleinen Petersburg, 28. Dftober. Der„ Birshewija jedomosti" pfeifen, sich in der gröblichsten Weise zu versündigen, ohne vor das Fahrzeuge find bei der geringen Besatzung von wenigen Leuten internationale Forum gezogen zu werden? Was speziell Deutsch- mit Gerätschaften ihres Gewerbes belastet. Die englischen wird heute aus Mukden telegraphiert: Gestern feuerte die japanische land anlangt, so muß mit dem größten Nachdruck gefordert werden, Fischer machten daher verständigerweise Signale mit Lichtern, Artillerie den ganzen Tag über. Man erwartete einen ernſten daß Deutschland erstens zu der allgemeinen Verlegung des Völler- die man in der russischen, überhizten Phantasie für feind Stampf, der jedoch ausblieb. Die Japaner beobachten die Russen Evolutionen hielt. Welch hohen hohen Grad von vorgeschobenen Stellungen aus. Die russischen Abteilungen rechts schleunigst Stellung nimmt und daß es zweitens sofortige liche Signale zu von Bisionen ſtehen kampfbereit. Aufklärung über den aus Geestemünde gemeldeten Fall erteilt. Jedes die nervöse Phantasie- ja, man Schweigen muß den Eindruck erwecken, als ob Deutschland den un- fprechen an Bord der russischen Schiffe spielt, beweisen die fäglich entwürdigenden Russendiensten noch einen neuesten, aller- ießigen Aussagen dieser Seefahrer. Man fah in der Einbildung schmählichsten hinzufügen wollte. Einerlei, wie Graf Bülow und auf den Fischereifahrzeugen Geschüße und Torpedolanzierrohre seine Leute über das Völkerrecht und nationale Würde denken mögen, und in Wahrheit waren es Teile der hereingenommenen Tafelung das deutsche Volk hat zu verlangen, daß die Regierung sich nicht oder Fischereigeräte. Und Tausende von Augen an Bord der Russen standen zur Verfügung, und nicht eines gewahrte den Jrrtum. Man länger der Verachtung anderer Nationen preisgibt! Wie England sich mit der russischen Unverschämtheit abfinden kann sich denken, in welchem Zustande der Nervosität diese Kriegswird, ist noch nicht deutlich zu erkennen. Die englische Presse fordert schiffs- Besatzungen die Reiſe weiter fortsetzen werden. Und daher nach wie vor nachdrücklichstes Vorgehen gegen Rußland. Die bildet das russische Geschwader, das den Beweis erbracht hat, daß englischen Diplomaten äußern sich allerdings noch zurückhaltend über ihm jede Schulung, jede Disziplin und jede Führung fehlt, unbedingt die Lage. Sie erklären, daß sie die pessimistische Auffassung nicht eine große Gefahr für die gesamte internationale Schiffahrt auf der teilten, daß sie der festen Zuversicht wären, daß Rußland den Forde- weiteren Reise. Die Wahlkreiseinteilumg beruht in den alten preußischen Pro rungen der englischen Regierung vollständig entsprechen würde. Gleich vinzen auf der Volkszählung von 1858; vergleichen wir einmal für zeitig aber hat England alle Vorbereitungen getroffen, um sich einige Wahlkreise die Ergebnisse der Zählung von 1858 mit der letzten eventuell mit betvaffneter Hand Genugtuung zu verschaffen. Das von 1900. Kanalgeschwader und das Mittelmeergeschwader sind zusammenBerlin hatte 1858 nur 488 588 Einwohner, 1900 zählte man gezogen, um die Weiterfahrt der russischen Schiffe zu verhindern, sofern Rußland nicht noch in letzter Stunde zur Einsicht kommt. Jede Erklärung oder Entschuldigung, die bisher Admiral 1 888 326; die Bevölkerung hatte sich fast vervierfacht, die Zahl von Recht ungläubig flingt die Meldung, daß die englische Re Roschdjestwensty abgegeben hat, belastet die Geschwaderführung nur 9 Abgeordneten blieb ungeändert. gierung davon Abstand genommen habe, daß der Verantwortliche noch mehr und stellt ihr ein clänzendes Zeugnis der Unfähigfür all die Schandtaten, der Admiral Roschöjestwensky, zurückberufen keit aus." Und Sache der Mächte im Interesse der internationalen Schiffahrt dürfte es sein, einem der artigen Geschwader das Handwerk zu Tegen, um fortgesetzt ernente Fehlgriffe desselben in Schach zu halten. Das Wahlrecht gegen die Bevölkerungszunahme. Der preußische Landtag will sich, wenn er sich auch Zeit läßt, demnächst mit dem stets wiederkehrenden Antrag auf Neueinteilung der Wahlkreise beschäftigen, dem diesmal die Freikonservativen einen solchen wenigstens auf Teilung einiger Riesenwahlkreise unter bestimmten Vorbehalten angereiht haben. Zustände in diesen hat die vorjährige Beteiligung der Sozialdemokratie auch dem blödesten Auge flargemacht. Die Unhaltbarkeit der Die entsprechenden Zahlen sind für den Kreis Oberbarnim 63 119 und 92 079, Niederbarnim 71 481 und 292 976, so daß die Bevölkerung des gesamten Wahlkreises von 134 600 auf 385 055, also welche die Erhebungen zum Abschluß gelangt sind, werden deshalb fast das Dreifache stieg er wählt nach wie vor drei Abgeordnete. auch wohl rechts der Elbe liegen. Noch interessanter sind die Zahlen für Beeskow- Storkow: in den Statistiken von 1858 und 1900 ergeben sich für den Kreis Beeskow Storkow 40 462 und 44 596, für Teltow 76 934 und 268 203 Einwohner; dazu kommen aber im Jahr 1900 noch die nunmehrigen Stadtkreise Charlottenburg mit 189 290, Schöneberg mit 96 059 und Rigdorf mit 90 421 Einwohnern; der ganze Wahlkreis stieg also von 117 396 Einwohnern im Jahre 1858 auf 688 569 Einwohner im Jahre 1900; trotzdem sich seine Einwohnerzahl fast versechsfacht hat, begnügt er sich nach wie vor mit 2 Abgeordneten. 營 Deutsches Reich. Die Auslieferung von Deserteuren. " Mecklenburgischer Staatsgrundsatz ist, daß der Landesherr außer den Kosten seines Haushalts alle Kosten der Regierung aus den Einkünften des Domaniums zu tragen hat. Zur Unterstüßung für den Großherzog ist aber längst die ordentliche Kontribution eingeführt. Im Anfang des vorigen Jahrhunderts wurde zur Tilgung landesherrlicher Schulden auf 30 Jahre eine außerordentliche Kontribution bewilligt, welche dann aber nicht wieder weggefallen, sondern bei Bestand geblieben ist und alljährlich nach Zehnteln auf Die Ballin- Praris gegenüber den russischen Auswanderern soll dem Landtage festgefeßt wird. Im übrigen eriſtieren eine Reihe gemildert" sein; niemand soll mehr gezwungen sein, an die Einzelverträge zwischen Landesherrn und den Ständen über Zudeutschen Reedereien Lösegeld zu zahlen, bei Gefahr der Rück- schüsse, die zu Landesangelegenheiten von den Ständen bewilligt sind. lieferung an Rußland. Es bleibe einstweilen dahingestellt, ob die Schon im Jahre 1902 hat aber der jezige Großherzog selbst in einer Ankündigung den Tatsachen entspricht. Vorlage an den Landtag auf die finanzielle Verlegen Nunmehr aber entsteht die Frage nach der Polizeipraris. Sort auch eine Flut nicht vorhanden gewesen sein, denn der Landtag, heit der großherzoglichen Renterei" verwiesen. In der Tat muß Gerade jetzt fliehen militärpflichtige Russen in großer Anzahl. Nach der auf jene im Jahre 1903 wiederholte Vorlage des Großherzogs einer Korrespondenz sind allein infolge der Mobilisierung des zunächst erklärt hatte, die Regierung müsse, ehe der Landtag einWarschauer Militärbezirks 2000 Deferteure nach Deutschland ge- greife und vorbeuge, nachweisen, daß die großherzogliche kommen, allein 1200 Mann, zum Teil mit Frau und Kindern, nach Renterei erschüttert sei", stimmte einige Tage darauf dem Ander Stadt Gollub. trage zu, wenigstens auf ein Jahr als Beihülfe zur Unterhaltung Die Polizeiverwaltung des Drtes hat den Flüchtlinaen mun der Rostocker Universität eine Pflicht, die dem Großherzog ob eröffnet, daß sie binnen 48 Stunden die Stadt zu verlassen hätten, liegt 180 000 M. zu bewilligen. widrigenfalls sie mit Gewalt über die Grenze zurücktransportiert und noch schwerer„ erschüttert" zu sein und die Bevölkerung des Jetzt scheint die großherzogliche Kassenverwaltung wiederum würden. Die meisten der Flüchtlinge sind mit Geld versehen und Landes soll ihre Groschen darbringen. gedenken, nach Amerika auszuwandern. Vielen Kranken mußte im Hospital Unterkunft gewährt werden. Dieselbe Korrespondenz berichtet, es feien auf Veranlassung des Ministers des Innern die Polizeibehörden der Grenzorte angewiesen worden, den nach Deutschland entwichenen Deserteuren eine Frist zu stellen, innerhalb welcher der jeweilige Aufenthaltsort zu verlaffen ist. Im Weigerungsfalle soll der zwangsweise Rücktransport erfolgen. Sicherlich sind die eifrigen Verherrlicher des Monarchismus in Mecklenburg sich der Ehre bewußt und eiligst bereit, die Summe, Sie werden nicht deren der Landesherr bedarf, aufzubringen. wollen, daß auch die republikanischen Verruchten der hohen Ehrung teilhaftig werden. = 4 Wunderbar ist es in den Industriebezirken zugegangen; den Wahlkreis Beuthen bildete ursprünglich nur der Kreis Beuthen mit 134 316 Einwohnern; der alte Kreis Beuthen mußte aber der Entwicklung folgend in verwaltungstechnischer Beziehung mehrfach geteilt werden; auf seinem vormaligen Gebiet finden wir im Jahre 1900 außer dem neuen Landkreis Beuthen mit 137 806 Einwohnern, den Stadtkreis Beuthen( 51 409 Einwohner), den Kreis Tarnowig( 62 245), den Stadtkreis Königshütte( 57 875), Kreis Zabrze( 115 748), Stadtkreis Kattowig( 31 745), Landkreis Kattowig 151 563. Der Landtags- Wahlkreis Beuthen nahm also von 134 316 auf 608 391 Einwohner zu; die Zahl seiner Vertreter blieb 2! Den Landtags- Wahlkreis Essen- Duisburg bildeten ursprünglich die alten Kreise Essen mit 70 921 nnd Duisburg mit 92 605 Einwohnern; verwaltungstechnisch ist er jetzt folgendert maßen aufgeteilt: Landkreis Essen( 283 930), Stadtkreis Essen ( 118 863), Stadtkreis Duisburg( 92 729), Kreis Mülheim a. Ruhr ( 150 989), Kreis Ruhrort( 146 210); die Einwohnerzahl ist von 163 526 auf 792 721 gestiegen ihn vertreten( was man so in Breußen vertreten nennt) nach wie vor drei Abgeordnete. Aehnlich steht es um den Kreis Bochum- Dortmund; 1856 setzte er sich zusammen aus Kreis Bochum( 75 949), Stadt Dortmund( 22 115) und Landkreis Dortmund( 60 428), im ganzen 158 492 Einwohner zählend. Heut zeigt er sich in verwaltungstechnischer Richtung eingeteilt in den Stadtkreis Bochum( 65 554), Landkreis Bochum ( 160 843), Stadtkreis Dortmund( 142 418), Landkreis Dortmund ( 147 990), Kreis hörde( 115 807), Stadtkreis Witten( 33 514), Stadtfreis Gelsenkirchen( 36 937), Landkreis Gelsenkirchen( 188 052), Streis Hattingen( 79 852). Im Jahre 1900 betrug mithin feine Gesamt Einwohnerzahl 970 967; fie hat sich seit der WahlkreisEinteilung mehr als versechsfacht die Zahl der Abgeordneten ist unverändert drei geblieben. Vielleicht ist ist es Ueber die unerhörte Behandlung eines unschuldig Verurteilten demgegenüber ein Trost, daß auch die rückständigsten Kreise wird uns aus Köln geschrieben: Von der Straffammer in Köln ihre ursprüngliche Vertreterzahl gewahrt haben, so Naugard- Regenwar der Händler Stammel wegen gewerbsmäßiger Hehlerei- wie sich später herausgestellt hat, unschuldig walde, die unter treuer junterlicher Verwaltung in mehr als vierzigzu fünfzehn Monaten jähriger Entwickelung ihre Einwohnerzahl von 100 035 im Jahre Buchthaus verurteilt worden, und er hat die Strafe auch verbüßt. 1858 auf 97 606 im Jahre 1900 herabgemindert haben zwei AbNachher erhielt er wegen eines gleichen Bergehens drei Jahre Zuchtgeordnete vertreten nach wie vor diese Kreise. Oder ein anderes baus, wobei die Vorstrafe zweifellos als verschärfend angerechnet wurde, da sie ja noch nicht als rechtsirrtümlich erwiesen war. Bild: Während in Teltow- Beeskow auf mehr als 340 000 GinDas Abgeordnetenhaus hatte keinen Grund, dagegen zu sein, Während der Verbüßung der drei Jahre gelang es dem Händler, im wohner ein Abgeordneter zu wählen ist, entfällt ein solcher daß es schon von der Mitte Oktober vom Staate Diäten erhält. Wiederaufnahmeverfahren seine Freisprechung in der ersten Sache zu in einem anderen zuverlässigen pommerschen Wahlkreis, Greifen- Bunächst feste es acht Tage die Plenarsizungen aus, um der Kanal- erzielen. Sein Antrag, die vorher unschuldig verbüßten 15 Monate berg- Kammin bereits auf weniger als 40 000 Einwohner! fommission Zeit zur Arbeit zu verschaffen. Dann trat das Haus auf die drei Jahre anzurechnen, wurde als unzulässig abgelehnt. Es ist eine ganz eigenartige Bourgeoisie, die unter einer so zwei ganze Tage zusammen, um sich sofort wieder für eine Woche Darauf wandte sich der Mann an den Justizminister mit der Bitte, eigenartigen Verteilung der Rechte zwischen agrarischen und in- abermals zu vertagen, auf daß die Stanalkommission ruhig arbeiten zu veranlassen, daß ihm die unschuldig erlittene Strafe im Gnadendustriellen Gegenden nicht in die schärfste Opposition gegen die fönne. Die Kommission arbeitete" dann auch am Donnerstag und wege angerechnet resp. erlassen werde. Der Justizminister hielt StückFreitag; dann fühlte sie sich so erschöpft, daß sie sich ihrerseits bis frage bei der Kölner Staatsanwaltschaft. Diese aber erteilte die AntHerrschenden tritt. Dieser Gesichtspunkt fann namentlich auch den auswärtigen Genossen gegenüber nicht häufig genug hervorum Dienstag, den 8. November vertagte, wo dann auf der Tages- wort, daß sich ein Gnadenerweis wegen der Vorstrafen des Mannes nicht häufig genug hervor ordnung der Rhein- Leine- Kanal steht, oder vielmehr zunächst der, nicht empfehle. gehoben werden, um unsere politische Lage in Preußen Deutschland zwar sachlich berechtigte, aber nur zur Verschleppung bestimmte flar erkennen zu lassen. Zentrumsantrag Am Zehnhoff über die Verstaatlichung des Schleppbetriebes. Lippe Ränke. Das„ Leipziger Tageblatt" bringt Andeutungen über höchst merkwürdige Pläne in bezug auf das zu bildende Schiedsgericht im Lippe Streit. Es betont, daß alles darauf anDie Frage der Deserteure ist eine der wichtigsten Aufgaben des komme, ob durch die Wahl und Zusammensetzung des neuen Völkerrechts und der Zivilisation, sie ist überdies in Kriegszeiten Schiedsgerichts die zugesicherte Unparteilich feit außer allen eine Frage der Neutralität. Rücklieferung von Deserteuren ist zweifel gerückt werde. Nichts könnte jetzt schlimmer wirken als Neutralitätsbruch. Es geht nicht an, diese Angelegenheit auf dem bankens, die start getrübten Aussichten der Schaumburger Linie ein wirkliches oder nur scheinbares hervortreten des GeScheinwege der Polizeibureaukratie zu erledigen; die Offentlichkeit fünstlich aufzuhellen. Diese Meinung auszusprechen und vor solchem dankens, die stark getrübten Aussichten der Schaumburger Linie der ganzen Welt hat das dringendste Interesse, zu erfahren, wie Fehler zu warnen, habe es aber auf Grund bestimmter Preußen die russischen Militärflüchtlinge behandelt. Der preußische Anhaltspunkte in diesem Augenblick allen Grund. Ein Polizeiminister hat also die Pflicht, seine Instruktionen unverzüglich Gedanke namentlich, dessen Ursprung das Blatt nicht andeuten will, zu veröffentlichen. Die Inhaltsangabe der genannten Kor- würde wenn er im Bundesrat Form und Gestalt gewänne, die respondenz ist nicht sonderlich beunruhigend. Ein zivilisierter Staat schlimmsten Befürchtungen wachrufen, es sei der: den neuen Schiedsdarf Deserteure unter feinen Umständen ausliefern, natürlich auch spruch einem Fürsten gericht anzuvertrauen! nicht in der Form der Ausweisung, und ein neutraler Staat auch nicht. 3 = Das preußische Wahlrecht, das politisch hinter der großen franzöfifchen Revolution zurückbleibt, schlägt einfach die Bevölkerungszunahme eines halben Jahrhunderts tot, rottet die ungeheure industrielle Entwicklung des Staates politisch aus und erhebt den Vormärz zur ewigen Normalzeit unserer Geschichte. Preußen fünfzig Jahre hinter Deutschland, Deutschland ein Jahrhundert hinter der Welt zurück! Angebliche bäuerliche Schuldentlastung. Zu den Anforderungen, welche die ostelbischen Junker an den christlichen Staat stellen, gehört auch die, daß er sie mit seinen Mitteln, ohne in ihr junkerliches Verfügungsrecht tiefer einzugreifen, von ihren Grundschulden entlaste. Vor zwei Jahren hatte denn auch bekanntlich Minister v. Podbielski ein recht furioses Grundschuldenablösungs- Projekt ausgebrütet, das aber damals bei den Landbündlern auf Widerstand stieß, da es nach ihrer Ansicht ihr Recht auf das Pumpen allzu sehr einschränkte. Es sollten deshalb damals, wie es offiziös hieß, erst nähere Erhebungen veranstaltet veranstaltet werden. Jetzt scheinen diese Erhebungen so weit gediehen zu sein, daß man an die Verwirk lichung des Planes gehen zu können meint, denn die Schweinburgschen„ Berliner Politischen Nachrichten" veröffentlichen eine längere offiziöse Notiz, in der es heißt: " Unter den Schwierigkeiten, die zurzeit dem Bauernstande und feiner fräftigen Entwicklung entgegenstehen, nimmt die vergleichsweise hohe Berschuldung eine der ersten Stellen ein. Insbesondere brüden naturgemäß die zumeist beim Ankauf oder bei der Erbteilung erwachsenen Schulden, die über diejenige Beleihungsgrenze hinaus geben, bei der noch Geld aus öffentlichen Instituten zu mäßigen Zinsen zu haben ist, und die Entlastung des bäuerlichen Bejizes von folchen Schulden ist längst als eines der wirksamsten Mittel zur Hebung und Förderung unseres Bauernstandes allgemein anerkannt. Die bezahlte Kanalobstruktion. Mit dem ihm eigenen trockenen und groben Humor führt das preußische Junkertum die Kanalobstruktion fort. Die Regierung hatte, um den Kanal unter Dach und Fach zu bringen, das Abgeordnetenhaus lediglich vertagt und 3u ungewöhnlich früher Zeit wieder beginnen lassen. Der Spaß dieser Obstruktion ist, daß die„ Kerls" noch dafür Diäten erhalten; sie kriegen ihre Kunstpausen in der Arbeit von der felben Regierung bezahlt, gegen die sich ihre Obstruktion richtet. Das Junkertum macht nichts umsonst, nicht einmal Opposition und Obstruktion. Was haben die Vorstrafen mit der ganzen Sache zu schaffen! Darf denn ein Vorbestrafter, eben nur weil er vorbestraft ist, wieder verurteilt werden? Auch wenn dem Mann die 15 Monate erlassen werden, ist ihm immer noch Unrecht geschehen, da ohne die unschuldig erlittene Strafe die nachher verhängte Strafe wohl nicht so hoch bemessen worden wäre. Leipzig, 27. Oktober. Ein Soldatenquäler höheren Ranges stand heute in der Person des Hauptmanns Albert Landtagserfahwahlen. Bei der Ersazwahl, die am Donnerstag im Martin Panst vom 179. fächsischen Infanterie- Regiment in Döbeln Landtagswahlkreise Guben Sorau Forst stattfand, erhielt vor dem hiesigen Kriegsgericht. Das öffentliche Verfahren beim Buchdruckereibefizer König( nationalliberal) 317 Wahlmännerstimmen Militärgericht ist zwar mit dem neuen Militärstraf- Gesez eingeführt Im vorigen worden, aber das hiesige Kriegsgericht verzichtete heute nicht nur und der fonservative Gegenfandidat 303 Stimmen. sondern gab auch die Jahre war der verstorbene nationalliberale Abgeordnete Reimniß mit während der Verhandlung darauf, 655 von 737 Stimmen gewählt worden; die ihm fehlenden Stimmen Urteils Begründung hinter verschlossenen Türen. Aus dem waren die der sozialdemokratischen Wahlmänner, die Stonservativen Urteil selbst, das auf sechs Monate Festungshaft lautete, waren für den Nationalliberalen eingetreten, da ihnen das andere ging so viel hervor, daß das Gericht Banst in fünf Mandat des Kreises vorbehalten blieb. Jetzt hatten sich die damals& ällen der Mißhandlung und in drei Fällen Verbündeten geschieden, die Konservativen gedachten auch das zweite der vorschriftswidrigen Behandlung Untergebener, Mandat zu fangen. Die sozialdemokratischen Wahlmänner haben sich zumeist im Dienste, als überführt ansah. Das hiesige Kriegsgericht macht von der Verhandlung hinter verschlossenen Türen so oft Geder Stimmabgabe enthalten. brauch und tut überhaupt alles, um die Deffentlichkeit von den Verhandlungen fernzuhalten, daß von einem öffentlichen Verfahren fast faum vs gesprochen werden kann. Auch heute mußte die„ gefährdete Disziplin" wieder als Grund zum Ausschluß der Deffentlichkeit herhalten. Aus diesem Wahlkreise wird uns geschrieben: Vor zwei Jahren kassierte die Junkermehrheit des preußischen Landtags die Mandate der in Breslau gewählten liberalen Abgeordneten, weil einem Teil der Wahlmänner von Parteiwegen eine Entschädigung ausgezahlt worden war für Arbeitszeitversäumnis und entstandene Unkosten. Ein hübsches Gegenstück liefert die hier soeben vollzogene Ersatzwahl. Der Kreisvorsitzende der Bündler und Vorsteher des konservativen Wahlkomitees, Rittergutsbefizer Schön Brestau, verschickte an einen Teil der Wahlmänner ein Birkular mit dem ungweideutigen Inhalt: Der Unsinn der permanenten Wählerlisten, die nach dem bayerischen Landtagswahlgesetz geführt und ständig ergänzt werden müssen, wird durch eine Meldung aus Bamberg treffend illustriert. Das Gesetz schreibt vor, daß die Listen alle sechs Monate 14 Tage lang öffentlich aufzulegen sind, damit die Wähler sich über ihre Eintragung oder Nichteintragung informieren und nötigenfalls reklamieren können. " Der konservative Wahlausschuß stellt diesmal in Ansehung Der letzte Termin zur Auflage war der 1. Oktober. Der Stadtder besonderen Dringlichkeit die Unkosten der hin und magistrat Bamberg sah sich jedoch außer stande, seiner gefeßlichen Rüdfahrt zum Wahlort jedem Wahlmann, der Verpflichtung nachzukommen und die Liste aufzulegen, weil sie sich diesen Wunsch ausspricht, bereitwilligst aus dem Wahlfonds zur in einem derartigen Zustande befindet, daß sich kein Mensch mehr Verfügung." darin zurechtfinden kann. Und mit dieser Liste soll im nächsten Jahre Herr Schön ist selbst Landtags- Abgeordnete r. zum Landtag gewählt werden! Es wird Zeit, daß das bayerische Ferner ist es flar, daß, wenn der Staat gemäß seinem lebhaften( er gehört der freikonservativen Fraktion an) und sollte die Ent- Volt seine Wahlreform bekommt, um die es seit 30 Jahren kämpft Interesse für die Erhaltung des Bauernstandes auch seinerseits an fcheidung im Breslauer Falle kennen. Herr Schön wird allerdings und um die es in der letzten Landtagssession von den Liberalen beeiner solchen Hülfsaktion mitwirken kann und mitwirken muß, er nicht in die Lage kommen, als Abgeordneter für die ungültigkeit des trogen wurde. doch dazu nicht in erster Linie berufen ist, sondern daß zu- Mandats des fonservativen Kandidaten zu stimmen, denn der konnächst die provinziellen öffentlichen Körperschaften ihre Hand fervative Kandidat ist unterlegen. Husland. dazu bieten müssen, und daß der Staat erst in zweiter Linie und in Uebrigens verdient festgehalten zu werden, mit welchen Argubegrenzter, übersehbarer Verpflichtung an der Hilfsaktion sich be- menten der Wahlkampf zwischen Konservativen und Nationallibe Kampforganisationen des Kapitals in Amerika. teiligen kann. Bevor indessen daran gegangen werden konnte, solche ralen geführt wurde. Beide Parteien verzichteten völlig auf die Mächtige Unternehmerverbände sind in den Bereinigten Staaten Grundsätze in die Tat umzusetzen, war es erforderlich, zunächst den Darlegung politischer Ideen: die Nationalliberalen empfahlen ihren in den letzten Jahren neu entstanden und haben an Mitgliedern und Umfang der Verschuldung der bäuerlichen Besitzungen und ins Kandidaten durch den Hinweis, daß er im Landtagswahl Machtmitteln start zugenommen. Gerade in der neuesten Zeit haben besondere die Höhe derjenigen Schulden, die gegebenenfalls für die reise ansässig sei, die Stonservativen aber übertrumpften noch fich diese Stampforganisationen des Kapitals start und schnell entEntschuldung in Frage kommen fönnen, genau fennen zu lernen... diese„ prinzipielle" Agitation, indem sie König als Auswärtigen, widelt. Darüber kann fein Zweifel bestehen, daß hierbei das Prinzip Die demzufolge veranstalteten Erhebungen find nunmehr der sonst dem Sorauer Kreise fern steht, bekämpften. für einige Provinzen zum Abschluß gelangt. Die Staats- König ist nämlich nicht im Wahlkreis geboren und er wohnt nicht maßgebend ist, den in den letzten Jahren kräftig gewachsenen Arbeiterverbänden entgegenzutreten, ihnen die Kraft und Wirksamkeit regierung ist auf Grund der Erhebungsergebnisse zu der Auf- im Landratsamt Sorau, sondern im Stadtkreis Guben. zu nehmen und andererseits den Kongreß sich dienstbar zu erhalten faffung gekommen, daß es sich empfiehlt, ohne den Abschluß Zu solcher Krähwinfelei führt die Erbärmlichkeit eines Wahl- und Einflüsse auf denselben durch die Gewerkschaftsbewegung ab= der Ermittelungen für die übrigen Provinzen abzuwarten, schon jetzt rechts, das der Masse die Entscheidung entzieht und sie in die zuwehren. Vor der Oeffentlichkeit heißt es bescheiden oder vielmehr an die Lösung der großen Aufgabe heranzutreten. Es wird das Hände der borniertesten Kirchturmspoliter legt." heuchlerisch, daß die Unternehmerverbände nur ein Gegengewicht her der Versuch unternommen werden, unter wird darauf hingewiesen, wie die unmittelbaren Ergebnisse des gegen die Uebermacht der Arbeiterorganisationen bilden wollen. Es Zusammenschlusses den Arbeitern die Augen über die Stärke organifierten Vorgehens geöffnet haben und wie die Vereinigung von Macht in den Händen einer Klasse, die in ihrer Verwendung völlig ungeübt ist, zu Ausschreitungen und Mißbräuchen geführt hat." Den Stapitalisten ist bekanntlich jeder Streit eine Ausschreitung, jeder Bontott ein Mißbrauch, und wo eine Gewerkschaft nicht start genug Das Podbielskische Projekt bezweckte die Schuldentlastung des ist, sich Respekt zu verschaffen, da kommt trotz aller schönen Phrasen ostelbischen Großgrundbesizes; jetzt soll es sich nach der Angabe der Die Medlenburger sollen, wie jüngst gemeldet, für ihre nur der blindwütende Haß gegen den Arbeiterverband zum Ausdruck. " Polit. Nachrichten" um eine Entlastung des„ bäuerlichen Besitzes" Prinzessin, die den Kronprinzen von Preußen zu heiraten gedenkt, Die Organisatoren der Unternehmerverbände bewundern die handeln. Vielleicht entpuppen sich jedoch später, wenn erst die Vor- eine Mitgift steuern. Aber zu diesem Beweis ihrer Anhänglichkeit Struktur in dem Aufbau der Arbeiterverbände und raten Tage bekannt wird, diese Bauern" als echte oſtelbische Junker. Boltszeitung" mitteilt, noch ein weiterer erbracht werden. Es man könne sich nichts befferes denken, als starte lokale Organisa an das angestammte Großherzogshaus soll, wie die„ Mecklenburgische dringend, nach diesem ausgezeichneten Muster vorzugehen, denn Wenn man sich den Kampf um den Rhein- Leine- Kanal ansieht, liegt verlautet, daß der demnächst zu Malchin zusammentretende Landtag" tionen in jedem Gewerbezweige zu bilden, diese zu nationalen Ordie Vermutung recht nahe, daß mit dieser Entschuldung" dem öst- dem Landesherrn eine Zuwendung zur Führung seines Haus- ganiſationen zusammenzuschließen und alle nationalen zu einer lichen Großgrundbesitz eine Kompensation für seine Zustimmung haltes" bewilligen soll, deren Höhe bereits mit 800 000 m. an- Amerikanischen Arbeitgeberbereinigung" zum Kanalbau geboten werden soll. Die einigen Provinzen", für gegeben wird. finanzieller Mitwirtung des Staates die nötigen Dortmund, 28. Oftober.( Amtliches Wahlergebnis.) Bei der im provinziellen Einrichtungen zu treffen, um den Wahlbezirk 5 Arnsberg stattgehabten Ersaziahl entfielen von Bauern unter billigen Bedingungen die Abstoßzung der sie am 2525 abgegebenen Stimmen 2366 auf den Fabrikanten Hermann schwersten belastenden Schulden zu ermöglichen, und es dürfte Franken in Gelsenkirchen- Schalte( natl.). Bürgermeister Dr. Haarvoraussichtlich schon der nächstjährige Etat die Ge- mann- Witten( natl.) erhielt 153 Stimmen. Franten ist somit geTegenheit bieten, sich mit dieser Frage im Landtage zu wählt. befassen." " " Aus dem Lande der Prinzessinnen- Steuern. " sammenzuschließen," genau so wie es die Arbeiter machen. aus Dieses Ziel hat sich die„ Citizen Industrial Association of 1 Gründen. Die reiche Gasgesellschaft hat sich namentlich in den s " Brotestverfammlungen haben fogar in zwei Fleden America" gesteckt, die im Oktober 1903 in Chikago gegründet wurde, Gemeindewahlen von 1900, als die Nationalisten ihren erfolgreichen stattgefunden in Poritschi und Schedrino. In Poritschi ivo 250-300 Delegierte von Lokalorganisationen der Unternehmer Ansturm auf den Pariser Gemeinderat unternahmen, gegenüber dem fand die Versammlung an einem Zentralpunkt des Ortes unter Beeine Zusammenkunft hielten. Indianopolis ist der Hauptsitz der nationalistischen Wahlfonds gewiß nicht knauserig gezeigt. Der teiligung von 100 Personen statt. Nach der Rede über die Vorgänge Organisation. Dieselbe ist sehr rührig und bestrebt, durch Erfolge im nationalistische Gemeinderat von 1900-1904 versuchte denn auch alles in Bialystok ertönten revolutionäre Ausrufe. In Schedrino waren Stampf mit den Gewerkschaften den Mitgliedern ihre Nüglichkeit zu Mögliche und Unmögliche, um das Gasmonopol zu erneuern. Die Versuche 70 Personen versammelt. beweisen. Sie geht brutal und rücksichtslos vor und ist in der Wahl find aber in der Deputiertenkammer gescheitert am sachkundigen und In Witebsk erfolgte der Protest in der Form einer ihrer Mittel allein auf die Zweckmäßigkeit bedacht. energischen Widerstand der Sozialisten und Radikalen. Zuletzt mußte Theaterdemonstration. Während des Balletts im dritten noch der alte Gemeinderat einen von sozialistischer Seite aus- Aft der Oper Jalka" ertönte im Theater plöglich der gearbeiteten Regie- Entwurf votieren, indem einige links" stehende Ruf:„ Wir protestieren gegen das Bialystoker Blutbad"; dieser Mitglieder des nationalistischen Sammelsuriums mit der sozialistisch Ruf wurde durch ein donnerndes Hurra" unterstützt und von radikalen Linken stimmten. oben flogen Flugblätter herab, die nähere Aufklärung über den Anlaß zu dieser Kundgebung gaben. Die Polizei beeilte sich Verhaftungen vorzunehmen und streut jetzt das Gerücht aus, es ständen Grzesse gegen die jüdische Bevölkerung bevor und sie lehne im voraus die Verantwortung ab für das, was sich dabei ereignen fönne. In Minsk wurde auf Beschluß des örtlichen Komitees des Bundes" mit einem, einen Tag dauernden Massenstreif protestiert. Am 18. Ottober stellten 2000 Arbeiter und Arbeiterinnen, die dazu durch hektographierte Aufrufe aufgefordert waren, die Arbeit ein. Am Abend dieses Tages erschienen keine Depeschen über die politischen Tagesereignisse( das Publikum hat sich gewöhnt, jeden Abend solche Depeschen zu kaufen) und am nächsten Morgen erschien die Minster Zeitung, der Selvers- Sapadny Krai", nicht. Die stärksten Vereinigungen der Kapitalisten sind in der Metallindustrie zu finden. Dort bildeten sich auch die ersten Vereine, die sich gegen die Gewerkschaften in bestimmter Weise richteten, wie die Stove Founders( Ofenbauer) National Defense Association", 1886 gegründet; auch die National Founders( Gießer) Association", in New York 1890 gegründet, ist sehr gut organisiert und rührig in der Bekämpfung der Arbeiterverbände. ch Der stärkste Verband ist die„ National Metal Trades Associa tion", 1899 in New York gegründet, mit der Verwaltung in Cincinnati, Ohio, seit 1902. leber 320 Gesellschaften und Firmen der Metallindustrie gehören dem Verbande an, der besonders an Einfluß gewann nach dem großen Maschinistenstreit, der am 20. Mai 1901 seinen Anfang nahm, ohne ein siegreiches Ende zu finden. Andere wichtige Organisationen in der Metallbranche sind die Cincinnati Metal Trades Association" und die Boston Metal Trades Affociation". Die lettere wurde im Januar 1903 geschaffen und es gehören ihr 65 Firmen an. " " Dieser Entwurf diente dann als Grundlage der soeben von der Kammer angenommenen Kommissionsvorlage. In der bezüglichen dreitägigen Kammerdebatte haben die Nationalisten noch ihre letzten Geschosse im Dienste der Gasgesellschaft verschossen mit dem nicht zu unterschäßenden Ergebnis, daß sie ihre arbeiterfeindliche Gesinnung auch dem Blödesten geoffenbart haben. So befürchteten ihre Redner von der kommunalen Regie unter anderen eine Lohnerhöhung zu gunsten des Gaspersonals und die daraus sich ergebende Rüdwirtung auf die Löhne der privatindustriellen Arbeiter. Hier die Hauptbestimmungen der votierten Vorlage: Der kommunale Gasbetrieb soll einen besonderen Verwaltungsdienst der Stadt bilden unter der Leitung eines Verwaltungsrates mit einem Direktor an der Spize. Der Verwaltungsrat, der aus zwölf Mitgliedern besteht, wird je zur Hälfte vom Seine- Präfekten und dem Gemeinderat ernannt. Die Verwaltungsräte fönnen vom Präfekten/ abgesetzt werden nach Einholung eines- nicht entscheidenden! wird dem Gemeinderat bloß zur Begutachtung unterbreitet", nicht aber von seinem Votum abhängig gemacht. Diese und andere Be stimmungen, die die Nechte des Gemeinderates schmälern, wurden London, 28. Oktober.( W. T. B.) Der heutigen Unterredung begründet durch die technische Notwendigkeit, der Gasverwaltung des russischen Botschafters Grafen Benkendorff mit dem Minister freien Ellenbogenraum zu gewähren. Die Linke wird dabei wohl des Aeußern Marquis of Lansdowne wohnte auch der französische auch an die Notwendigkeit gedacht haben, den kommunalen Gas Botschafter bei. betrieb gegen eine etwaige zukünftige reaktionäre Gemeindemehrheit wieder eine halbstündige Konferenz mit dem Minister des Aeußern. Graf Benkendorff hatte nach dem Kabinettsrate zu sichern. In einem Bericht über die englisch russischen Verhandlungen teilt das„ Reuterſche Bureau" mit: Nach Empfang der russischen Note sandte die russische Regierung dringende Telegramme nach verschiedenen Häfen, wo Roschdjestwenskys Schiffe einlaufen könnten, um ausführliche Aufklärungen zu fordern. Am Dienstag telegraphierte Kaiser Nikolaus sein Bedauern und sein Mitleid mit den Opfern. Liſten führen, alles unter dem Vorwand natürlich, das wohl der Gutachtens des Gemeinderates. Das Spezialbudget der Gasregie Letzte Nachrichten und Depeschen. wird. Die Errichtung von Arbeitsbureaus wird von den Unternehmerverbänden als sehr wichtig betrachtet. Man möchte damit für Streit brecherreserven sorgen und die gesetzlich unzulässigen schwarzen Arbeiter zu fördern. Die Arbeiter haben aber sehr genau heraus gefunden, daß ihr Wohl am besten von ihrer Gewerkschaft gefördert Gegen den Boykott, der sich schon oft als eine vorzügliche Waffe in den Händen der Arbeiter bewährt hat, wendet sich die American Antiboykott- Association", von etwa 100 Unternehmern im Juni 1903 gegründet. Die Zugehörigkeit zu dieser Organisation wird geheim gehalten. Die Kapitalisten schließen die Reihen fester, aber die Organifationen der Arbeiter werden ebenfalls stärker; auf ihrer Seite sind die Maffen, und wenn erst der Massenschritt der Arbeiterbataillone" sich gegen die Feste des Kapitalismus richtet, dann helfen alle die großen und kleinen Mittel nicht mehr, die jetzt noch wirksam sind. Desterreich- Ungarn. " Budapest, 28. Oktober. Abgeordnetenhaus. Finanzminister v. Lukacs hat heute den Voranschlag des Staatshaushalts für 1905 vorgelegt. Die Gesamtausgaben sind veranschlagt auf 1237,8 Mill. Kronen gegenüber 1190,1 Millionen im Vorjahre und die Gesamtcinnahmen auf 1238 Millionen gegenüber 1190,6 Millionen im vorhergehenden Jahre. Bedeutendere Posten an Mehraufwand find vorgesehen für Heer und Marine 46,7 Millionen, für Gehaltserhöhung Der Staatsbeamten 22,06 Millionen und für ordentliche Ausgaben im Schulwesen 6,7 Millionen. Frankreich. Sturmlauf gegen den Kriegsminister. Gegen den Kriegsminister André wird heute in der Kammer ein ungestümer Sturmangriff unternommen werden. Die Nationalisten werden die gegen André wegen der Gesinnungsriecherei in der Armee eingebrachte Jnterpellation zum Sturze des Ministers auszunuzen versuchen. Der Figaro" publiziert eine Reihe von Konduiten im Falsimile. Eine beispielsweise heißt:„ Oberst Chevalier, Nizza. Ein sehr klerikal heftiger Anti- Dreifusard, verteidigt im Gespräch die Widerrufung des Edikts von Nantes." lautet:„ Oberst Blanche, Rennes. Sein Sohn besucht die Schule in der Rue des Poftes( Jesuitenschule)." Hauptmann Mollin hat die Worte hinzugefügt:" Sehr schlecht!" Dagegen heißt es von Leutnant Boucherie: Hervorragender Offizier, besonders in intellektueller Beziehung. Offen republikanische Gesinnung, ſehr einfach, ehrlich, fein Intrigant, hat den Posten eines Lehrers in Saint Chr erbeten, besitzt alle nötigen Fähigkeiten für ein folches Ant." " In all diesen und vielen anderen zitierten Fällen wurden die so gekennzeichneten Offiziere nicht befördert. Die Nationalisten werden diesen Gesinnungsterrorismus, der in allen Armeen etwas ganz selbstverständliches ist, als unerhört darzustellen versuchen, unt André unmöglich zu machen. * Der Gemeinderat stellt ein 2ohn minimum fest, das für die Arbeiter und die Angestellten gilt. Der Preis des Gases ist für die öffentliche Beleuchtung auf höchstens 15 Cts. 12 Bf. pro Subit meter festgesezt; für die privaten Abnehmer soll der Preis nach und nach herabgesezt werden nach Maßgabe der Betriebslage.( Burzeit zahlen die privaten Abnehmer 20 Cts. pro Kubikmeter und zwar seit Januar 1903). Im Dienste der russischen Despotie. Der russisch- englische Konflikt. D Die Einrichtungskosten der Gas- Regie wird die Stadt bestreiten Gleichzeitig wurde das britische Auswärtige Amt auf die wiederholten auf dem Wege einer Anleihe von 120 Millionen Frank zu 31, Proz, britischen Forderungen hin benachrichtigt, daß weitere Schritte unmöglich bie in 50 Jahren zu tilgen ist aus dem Ertrag des Gasbetriebes. feien, bevor amtliche Aufklärungen vorlägen. Sie russische Regierung auch die Kommunalisierung der elektrischen Beleuchtung. Die bezüglierung der britischen Forderungen wurde deutlich zu erkennen geDie Gastommumalisierung wird voraussichtlich zur Folge haben sprach ebenfalls the Bedauern über den Vorfall aus. Bei der Formulichen Konzessionen( für drei Sektoren") laufen nacheinander ab in geben, daß, falls nicht hinsichtlich der Forderung auf Bestrafung den Jahren 1906, 1908 und 1909. Betriebe in den Händen der Gemeinde würde erstens den Absatz des gestattet werde, Die Vereinigung der beiden der Offiziere Genugtuung gegeben werde, der baltischen Flotte nicht über Tanger hinauszugehen. Die russische städtischen Kotses sichern beziehungsweise erleichtern und zweitens Regierung antwortete, fie tönne die Offiziere, ohne sie gehört zu eine Ersparnis von 30 Proz. für den elektrischen Betrieb bedeuten. haben, nicht verurteilen, da dies die Rechte des Kaisers Schweden. beeinträchtige. Die britische Regierung konnte sich von den Fischern feine Bestätigung für die Erklärung des russischen Admirals ver schaffen, daß sich zwei Torpedoboote unter den Fischerbooten befunden hätten. Da die russische Regierung erklärte, fie tönne, bis die ganze Angelegenheit gründlicher aufgeflärt sei, ihr Verhalten nur auf den Bericht des russischen Admirals gründen, Stocken geraten. ist die Angelegenheit ins beriet die Frage, wie ein Ausweg aus diesem Engpasse zu finden fei. Es gilt nicht als unwahrscheinlich, daß man die engen Beziehungen des franzöfifchen Botschafters зи der britischen Regierung und der russischen Botschaft benutzen wird, um die unparteiische Untersuchung der Tatbestände zu fördern. Sollte eine folche Untersuchung zu stande fommen, so dürfte die baltische Flotte nicht weiterfahren bis die Untersuchung beendigt und die Vorſchläge der Untersuchungskommission ausgeführt seien. Die Stockholmer Zeitung Nya Dayligt Allahanda" veröffentlichte dieser Tage Tatsachen, die die Dienstfertigkeit der schwedischen Regierung dem russischen Despotismus gegenüber in noch grellerem Lichte erscheinen lassen, als die bekannten Anklagen wegen Barenbeleidigung gegen„ Bodans Nyhater" und die Norrtelja Tidning". Der nun bekannt gewordene Liebesdienst gegen Rußland besteht darin, daß die schwedische Regierung systematisch bei der russischen Legation Grfundigungen ein andere zieht, bevor sie es wagt, finnischen oder russischen Untertanen in Schweden irgendwelche Bürgerrechte zu gewähren. Das genannte Blatt veröffentlichte eine Liste, die das beweist. Zunächst handelt es sich um einen Finnländer W. Schaumann also ein Namensvetter des Attentäters, ein akademisch gebildeter, vermögender Mann, schwedischer Vizekonsul in Basa war. Er hatte um die Erlaubnis Sohn des Kommerzienrats Schaumann, welcher 13 Jahre lang nachgesucht, in Südschweden Großhandel zu treiben. Die Regierung wies ihn ab. Nicht besser erging es einem Kaufmann Nordberg, der von der finnischen Grenzstadt Tornea nach Lulea verzog und hier ein Handelsgeschäft gründen wollte; ein allgemein geachteter Mann, verheiratet mit einer Schwedin. Die Lensbehörde hatte seinem Gesuch zugestimmt, die Königliche Majestät", das heißt die schwedische Regierung, sagte: Nein! Der Kandidat jur. J. Castren, der unter Bobrifoff aus Finnland ausgewiesen wurde und in StockParis, 28. Oftober. Deputiertenkammer. Das Haus ist dicht öffnet hat, suchte um das Recht nach, Handel mit Wertpapieren, holm ein Rechtsbureau, besonders für schwedisch- finnische Fälle, erbesetzt, es herrscht lebhafte Bewegung. Rousset( Nationalist) Grundstücken usw. geschäftsmäßig betreiben zu dürfen. Auch in interpelliert über die Verhältnisse an den Kriegsschulen diesem Falle sagte die Regierung: Nein. Dagegen wurde einem von St. Chr und St. Maigent. Er beschuldigt den Kriegsminister Russen Gubazoff sein Gesuch um Handelsberechtigung in André, daß er die pflichtvergessenen Offiziere zum Schweden bewilligt. Dieser Mensch war früher in leaborg in Nachteil der patriotisch gesinnten Offiziere be- Finnland ansässig und sein Haus war ein Sammelplab für vorzuge. Er spricht insbesondere von dem früheren Komman- Bobritoffs Spione und Gendarmen. Er selbst be= danten von St. Mairent, der die Angebereien unter den Schülern faßte ich mehr mit Denunzieren und Spionieren im Dienste der Polizei. Diesem Menschen hat die russische organisiert und in der Schule eine gegen das Heer gerichtete Legation jedenfalls ein so gutes Leumundszeugnis ausgestellt, daß Zusammenkunft gestattet habe und der dann zum militärischen die schwedische Regierung nichts gegen ihn einwenden konnte. Kommandanten im Palais Bourbon ernannt worden sei. Redner Durch die Beschießung schwedischer Handelsfahrzeuge hat Rußschließt mit einem Protest gegen das System der gegen die Offiziere land bereits seinen Dank für diese Knutenkriecherei fundgegeben! gerichteten Angebereien. Kriegsminister André erwidert, daß die angeführten Die Antwort der jüdischen Arbeiterschaft auf das Bialystoker Tatsachen unrichtig oder verkehrt wiedergegeben seien; er stellt dieselben unter dem Beifall der Linken richtig und weist die Blutbad( über welches wir in der Nr. 258 des Vorwärts" berichtet hatten) ist bereits erfolgt. Das Zentralfomitee des Jüdischen ArbeiterAnschuldigung zurück, daß er der Beförderung von Offizieren wegen bundes forderte, nachdem es Kenntnis von dem Gewaltakt erhielt, ihrer religiösen Ansichten hinderlich gewesen sei. Der Striegs- alle Organisationen auf, dafür zu sorgen, daß binnen zehn Tagen minister schließt, indem er betont, daß die einzigen Prinzipien, überall energischer Protest seitens der jüdischen Arbeiterschaft erhoben welche er in der Armee zu verbreiten fucht, feien: 11nter- werde in der Form, die entsprechend den örtlichen Verhältnissen für werfung unter das Gesez, Achtung bor der die zweckmäßigste befunden wird. Zurzeit liegen Meldungen über Republit und Gehorsam gegen die Regierung. Die folgenden darauf stattgehaben Kundgebungen vor. ( Beifall.) Rußland. " Das Kabinett London, 28. Oktober.( W. T. B.) Die Besatzungen der Fischerdampfer Moulmein"," Minho"," Gull Bossein", sowie die ver wundeten Leute vom Bord des" Crane" wurden heute vernommen. Sie leugnen entschieden die Anwesenheit von Torpedobooten oder von Schiffen, die sich rasch wie Torpedoboote bewegen, in der Nähe der Fischerbootflotte. Das Schiff Beeching" berichtet, ein russisches Schiff habe es 7 Uhr morgens beschossen. Der Bericht wurde dem Auswärtigen Amt mitgeteilt. Balfour führte in seiner heutigen Rede hier aus: Southampton, 28. Oftober.( W. T. B.) Bremierminister Ereignisse eingetreten, welche die Engländer aller Stände, alle Es sind englischen Staatsangehörigen, alle großen Völker der englischen Bunge in der Welt und, wie ich glaube hinzufügen zu können, Bunge in der Welt und, wie ich glaube hinzufügen zu können, allgemein die Gefühle des zivilifierten Europa erregt haben. Insoweit ich die Zukunft beurteilen tann, wird die beklagenswerte Tragödie vom letzten Freitag nicht enden mit einem der großen nationalen Kämpfe, die, obwohl sie von Zeit zu Zeit notwendig find, immer hinter sich bedauernswerte Spuren zurücklaffen und den Fortschritt der Menschheit und der Zivilisation unvermeidlich aufhalten. mächten hat immer Gefahren für die neutralen Mächte mit sich ge Balfour fuhr in seiner Rede fort: Ein Krieg zwischen Großbracht, aber wer hätte bis zum letzten Montag je gedacht, daß unter diesen Gefahren sich auch die befand, daß Neutrale, während sie ihrem friedlichen Beruf nachgehen, beschoffen und in Grund gebohrt Nach einem Telegramm aus Petersburg genehmigte der Kaiser den Washington, 28. Oktober.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Vorschlag, den englisch- russischen Streitfall einem internationalen Gerichtshof zu unterbreiten. Gerichtshof zu unterbreiten. werden! Zum russischen Völkerrechtsbruch. Straßendemonftrationen fanden statt Sonnabend, den Petersburg, 28. Oktober.( W. T. B.) Ueber den Zwischenfall 15. Oktober in Warschau, Mohilew und Bobruisk. Die in den Gewässern vor Hull wird in Vigo eine Untersuchung stattVilleneuve( Nationalist) führt aus, daß die Zerrüttung des Barschauer Demonstration fand statt auf dem Grubsky- Plaze finden, bei welcher die in Betracht kommenden russischen Offiziere Heeres dem General André und den Freimaurerlogen zugeschrieben unter Beteiligung von 500 Personen. Näheres über den Verlauf zugegen sein werden. werden müsse; letztere stellten Zeugnisse aus, von denen die Be- derselben ist noch nicht bekannt. In Mohilew wurde um 5% Uhr Petersburg, 28. Oktober.( W. T. B.) Es bestätigt sich, daß der förderung der Offiziere abhänge; für diese Angelegenheit sei eine nachmittags in der Wetrjanajastraße( einer der Hauptstraßen der Zwischenfall in den Gewässern von Hull durch ein internationales Abteilung im Kriegsministerium eingerichtet. Redner verliest Briefe Stadt) eine rote Fahne hochgezogen, deren eine Seite die ruffische Schiedsgericht entschieden werden wird, und daß die in Betracht vom Hauptmann Mollin, der mit diesem Dienst beauftragt sei. Inschrift trug: Nieder mit dem Absolutismus, hoch die Bialystoker kommenden russischen Secoffiziere zu diesem Zwecke ausgeschifft Kriegsminister André erklärt, daß er keine Kenntnis von diesen jüdischen Jargon zu lesen war:" Hoch der„ Bund!" Hoch der und die Jakutsker Genossen!", während auf der anderen Seite im werden. Gibraltar, 28. Oktober.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Briefen habe; er verlange eine nähere Mitteilung hierüber.( Leb- Sozialismus!" Es erschallte darauf fofort ein vielfaches Hurra!" Die Mobilmachung des Geschwaders in Gibraltar, welche morgen hafte Bewegung.) Villeneuve fetzt seine Rede fort und führt und gegen 300 Demonstrierende scharten sich um den Fahnenträger. beendet sein sollte, ist bis auf weiteres hinausgeschoben. Namen von Offizieren an, welche der Loge Grand- Drient Berichte Die Kampfesgarde der jüdischen Arbeiter hatte sich, um der Polizei über Offiziere lieferten. Französische Deputiertenkammer, Prozeß Dautriche. zuborzukommen, selbst mit Nagaitas und Schießwaffen versehen und als ein Polizeileutnant, der sich mit einer großen Zahl von Polizisten Paris, 28. Oftober.( W. T. B.) Nach längerer Beratung Kommunalisierung der Gasbeleuchtung in Paris. in der Nähe aufgestellt hatte, sich auf den Fahnenträger stürzen Baris, 26. Oftober.( Eig. Ber.) Der langjährige Stampf um wollte, wurde er mit Nagaitahieben zurückgetrieben. Nachdem wird eine vom Kriegsminister André gebilligte Tagesordnung mit die Pariser Gasbeleuchtung ist endlich eines befriedigenden Ab- noch von den Demonstrierenden einige Schüsse in die Luft 294 gegen 263 Stimmen, angenommen. schlusses sicher. Die Deputiertenkammer hat mit großer Mehrheit abgefeuert wurden, zerstreuten sich die Demonstrierenden mit dem die Ueberführung der Gasfabrikation in kommunalen Betrieb be- Rufe: Nieder mit dem Kriege, nieder mit dem Absolutismus!" Die schlossen. Bolizei verhaftete nunmehr eine Anzahl von Leuten, die an der Paris, 28. Oftober.( W. T. B.) Nach der Vernehmung Daß eine Reform, die in so vielen Großstädten anderer, auch Demonstration ganz unbeteiligt waren, in den Polizeirevieren wurden Rollins wird in die Zeugenvernehmung eingetreten. Hauptmann rückständiger Länder durchgeführt ist, in der republikanischen Haupt die Verhafteten heftig geschlagen. Alt der Demonstration Targe, der vom Sriegsminister mit der ersten Untersuchung betraut stadt so langwierige Kämpfe erforderte, das ist in erster Linie in Bobruisk waren 500 bis 600 Personen beteiligt. Die war, gibt eine Darstellung des Verlaufs dieser Untersuchung. Hierauf die Schuld der nationalistischen Demagogie und daneben der Polizei schoß auf die Demonstrierenden, was von diesen wird die Verhandlung vertagt. mehr oder minder versteckten Gegnerschaft der Verwaltungs- gleichfalls mit Schüssen beantwortet wurde. Von dent gegen den organe tommunalen Gasbetrieb. Es ist ein Demonstrierenden sind zwei verwundet, der eine in die Hand, der öffentliches Geheimnis, daß die Pariser Nationalisten in der Gas- andere in die Brust. frage durch dick und dünn mit der Gasgesellschaft gingen, deren In Wilna war gleichfalls eine Straßendemonstration geplant, Wonopol, ein reiches Geschenk des zweiten Staiserreichs, 1906 abläuft. die Polizei traf jedoch dagegen so umfassende Vorkehrungen, daß Die reaktionär- demagogische Partei handelte sowohl aus ihrem kapi- den Arbeitern, die sich bereits versammelt hatten, bekannt gegeben wurde, talistischen Instinkt heraus, wie auch aus anderen, aus flingenden das Komitee habe beschlossen, von der Demonstration Abstand zu nehmen. Berantw. Redakt.: Paul Büttner, Berlin. Inferate verantwo.( mit Ausnahme der„ Neue Welt" Beilage): Th. Glote, Berlin. Drud u. Beriag: Vorwärts Buchdr. u.Berlagsanft. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen. Bom ostasiatischen Kriegsschauplake. Fujan, 28. Oktober.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die Japaner nahmen gestern den einzigen Hügel südlich des Schaho, den die Russen noch besetzt hielten, und erbeuteten zwei Maschinengeschütze. Die Japaner hatten 20 Tote und 80 Verwundete. Die Russen ließen 30 Tote auf dem Kampfplatz zurüd. Nr. 255. 21. Jahrgang. 00 min edim mno 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 29. Oktober 1904. Zum Konflikt zwischen dem ,, Nenen Montagsblatt itten verstoßen hätten. und der ,, Leipziger Volkszeitung". " " " Der Artikel„ Die 116" geht von der Annahme aus, daß die unter ihnen den Gedanken erwogen hatte, daß das Schreckensmittel 116 Delegierten durch Aufrechterhaltung ihres Antrages nach ers des Buchthauslebens den angetränkelten Menschen vollständig müsse? Natürlich folgter Revolation der Leipziger Boltsztg.", gegen die guten Partei vernichten nicht, denn Sonst hätte dieser Richter nicht so urteilen können, wie er es getan hat. alt Da der Artikel„ Die 116" unmittelbar nach dem Parteitag er- und diesmal? Nach den Darlegungen der medizinischen Sachs schienen ist, fonnte der Redaktion der Leipziger Boltsztg." noch kein verständigen hätte wohl niemand außerhalb des Gerichtssaales ge authentisches Material über den Verlauf der Sonnabendsfizung des glaubt, daß das Echwurgericht ihn wiederum auf fechs Jahre ins In der Nr. 28 des Neuen Montagsblattes" vom 3. Oftober Parteitages vorliegen. Sie schöpfte ihre Annahme offenbar aus Buchthaus schicken werde. Gerichtsarzt Dr. Hoffmann hatte bekundet: dieses Jahres schrieb der Mitarbeiter am Neuen Montagsblatt", Berichten der Parteiblätter, die referierend über den Vorgang mit Lache ist ein tranter Mann..."; er gab die Möglichkeit zu, daß Ruberrimus folgendes: teilten, der Antrag der 116 Delegierten sei zu Protokoll gegeben Lache bei Ausübung der Tat im Sinne des§ 51 des Strafgesetz Raum ist der Parteitag geschlossen, so fetzt die Leipziger worden. Andere Blätter enthielten die zutreffende Wendung, der buches unzurechnungsfähig gewesen sei; Dr. Köppen sagte, daß Boltszeitung" ihren Hardenfeldzug gegen Südefum fort, den sie an- Antrag der 116 Delegierten sei nebst der Erklärung der Leipziger Lache ein Baranoiter ist, an dronischer Paranoia leidet"; fein gesichts der Entrüftung des gesamten Parteitages verleugnet hatte. Volksztg." zu den Aften des Parteitages genommen worden. Benehmen ist feineswegs geheuchelt";" ein Paranoifer ist bei jedem Am 22. v. M. hatte die Redaktion an den Parteitag telegraphiert Aus dem Parteitags- Brotokoll ergibt sich, daß erst in dem Denten und Tun durch seine Strankheit beeinflußt und deshalb und in der„ Leipziger Volksztg." feierlich erklärt, daß die Notiz über Moment, als der Antrag der 116 Delegierten zur Beraung fam, vom muß der§ 51 auf Lache Anwendung finden". Ueber Gelhaus den Bürger Südefum" der Mißgriff eines einzelnen Redakteurs fei, Bureau des Parteitages Mitteilung von dem Eingange der Erklärung äußerten sich noch mehr Aerzte. Dr. Straßmann bezeichnete ihn dem die Gesamtredaktion völlig fernstehe. Aber in derselben Nummer der Leipziger Voltszeitung" gemacht wurde. Bei der Geschwindig als nicht vollkommen normal"; Dr. Korimaan sagte, er sei der Leipziger Volkszeitung" von Freitag, den 22. September, an leit, mit der sich der ganze Vorgang abspielte, war von den 116 degeneriert und leide an frankhafter hysterischer Veranlagung; derselben Stelle, wo nachher zu lesen war, daß die Gesamt- Delegierten in diefem Augenblick niemand in der Lage, namens Dr. Leppmann meinte zwar, die freie Willensentschließung sei bet redaktion jene Notiz unterdrückt hätte, wenn fie rechtzeitig sämtlicher Unterzeichner die Zurückziehung des Antrages zu erklären. Gelhaus vorhanden gewesen, immerhin sei er ein geistig MinderKenntnis davon gehabt hätte, hatte ursprünglich eine ebenfo feier- Um die Zurücknahme in aller Form zu ermöglichen, hätte der wertiger"; Dr. Stöppen, Dr. Störmer, Dr. Hoffmann, Dr. Mitten liche Erklärung der Gesamtredaktion gestanden, in der sie bas Parteitag eine Pause machen und den Unterzeichnern Gelegenheit zweig waren einstimmig der Ansicht, daß Gelhaus nicht als vollVerhalten des Genossen Jaeckh billigte und sich in energischster zur Aussprache und Verständigung geben müssen. Wahrscheinlich vertig" anzusehen sei. Weise jede Einmischung des Parteitags verbat. Dazu war man würde, wenn der Vorsitzende seine Frage dahin formuliert hätte, Und doch dieses Urteil! Aus den Reihen der Geschworenen schließlich doch nicht fühn genug. Diese ursprüngliche Erklärung daß nach der Erklärung der Leipziger Volkszeitung" der Antrag der trat ein Theologieprofeffor, also sicherlich ein im Christentum ge der Gesamtredaktion wurde herausgeschnitten und durch 116 Delegierten wohl als zurüdgezogen anzusehen sei, niemand festigter" Mann, den Sachverständigen mit seinem Zweifel entgegen. den innerlich unwahren Widerruf ersetzt. Aber brei widersprochen haben, wie sich auch gegen die von ihm in Anwendung Dieser Dr. Willenweber erscheint uns als die Berkörperung der Exemplare der wahren" Leipziger Volkszeitung" wurden gebrachte Formel, die ganze Angelegenheit durch bloße Kenntnisnahme veralteten Auffassungen vom Wesen des Verbrechers und des Verunter den forrigierten Exemplaren bon der Erpe- der Refolution und der Erklärung als erledigt zu erklären, tein brechens. Er sprach, so meldet der Bericht, als Laie feine Ver dition der Leipziger Volkszeitung" nach Bremen gesandt, Widerspruch erhob. Dem Protokoll wäre der Antrag der 116 Deles wunderung darüber aus, daß nun ein Mann, der über Jahr und befinden sich in den Händen von drei Delegierten und sind auch gierten felbstverständlich, auch bei erfolgter Burüdnahme einverleibt Tag so gehandelt hat, daß nach Laienansicht eine vollständige bon vielen Parteigenoffen eingesehen worden. Nach dem Parteitag worden. Dispofilionsfähigkeit herausschaut, dafür gar nicht verantwortlich übt jetzt der Mut wieder feine Spannfraft in der Brust der Es kann daher keinem Zweifel unterliegen, daß der Artikel„ Die fein soll. Ferner zeige doch wohl ein geistig minderwertiger Mensch Leipziger Redakteure, und Südelum wurde weiter ange- hardent. 116" in feinen materiellen Boraussetzungen nicht aufrecht zu erhalten auch eine Winderwertigkeit auf sittlichem und moralischem Gebiete Was würde wohl die Leipziger Boltszeitung" sagen, wenn ein ist, wie es auch taktisch unklug war, auf ganz unzulängliche Jus und da wäre es wünschenswert, zu erfahren, ob Aeußerungen zutage revisionistischer" Redakteur mit solch doppelten Konzepten arbeitete, formationen hin den eben erledigten Streit von neuem anzufachen. getreten sind, wonach Lache irgendwie bedauert, daß er in seinem solche Unsumme von Mut und Wahrhaftigkeit bewiese?" Ist der Artikel„ Die 116" aber immerhin noch begreiflich, so Streben, sich durch ein Verbrechen für ein ihm widerfahrenes Unrecht Von der Redaktion der Leipziger Boltszeitung" wurde, unter muß gegen Anschauungen, wie sie in gleicher Sache im Artikel Vom zu rächen, einen ganz jungen, unbescholtenen Menschen mit in das Darlegung der Umstände, unter denen die beiden Notizen zustande- Revisionismus“ der Nr. 235 der Leipziger Volkszeitung" vom Unglück hineingezogen hat." Was er hier darlegte, find bie gekommen seien, der Vorwurf, mit doppelten Konzepten gearbeitet 8. Ditober b. J. ausgesprochen wurden, im Parteiinteresse entschiedenste Ansichten des braven Philifters, den Gott sei Dant!- fchon die zu haben, entschieden zurückgewiesen, während Ruberrimus in der Verwahrung eingelegt werden. bei seiner Geburt bewiesene Vorsicht in der Auswahl seiner Eltern Nummer 24 des„ Neuen Montagsblattes" zwar ohne weiteres zu Mit Revisionismus oder gar mit einer revisionistischen Ver vor den Gefahren einer Rollision mit dem Strafrichter jederzeit gab, daß er sich mit seiner Darstellung, die beiden Notizen seien in schwörung hatte der Antrag der 116 Delegierten absolut nichts zu betvahrt hat. Aber wie gefährlich find solche braven Männer ein und derselben Nummer der„ Volkszeitung" erschienen, im Irrtum tun. Die Unterzeichner jenes Antrages hatten ohne Rücksicht auf auf den Geschworenenbanken! Einer bewußten Beugung befunden habe, im übrigen aber behauptete, daß sein Vorwurf, die ihren sonstigen Standpunkt nur aus Empörung über die erwähnte des Rechtes gewiß unfähig, find doch gerade fie die Schöpfer Mit einer naiv- selbstRedaktion der Leipziger Boltszeitung" habe mit doppelten Konzepten Notiz in der Leipziger Volkszeitung" ihre Unterschrift zu dem An- so manchen furchtbaren Fehlspruches. gearbeitet und Mangel an Mut und Wahrhaftigkeit gezeigt, auf der trage gegeben. süchtigen Sicherheit in der Beurteilung fremder Individualitäten Redaktion der Leipziger Volkszeitung" fizen bleibe. und gesellschaftlicher Zustände finden sie fast niemals ben Weg des Verständnisses für einen Strauchelnden, für einen Minderwertigen. Sittliche Werturteile ruhen, wohleingekapselt und geordnet, in den Schubfächern ihres Geistes und harren nur des Augenblickes, wo sie zum Lichte befördert werden, heute in einer Predigt, morgen in einer Voltsversammlung, übermorgen im Ges fchworenenzimmer. Was wissen sie von Lombroso und Liszt, von Ferri und Toulouse, von Aschaffenburg und Forel! Diefe Neuerer" find ihnen, wenn sie durch Zufall einmal etwas von ihnen bernehmen, sicherlich verdächtig, eben weil sie Neuerer sind. Welche Summe von Aufklärungsarbeit haben wir in unserem Volte noch zu leisten, welche liebevolle Hingebung müssen wir noch aufwenden, un mit wissenschaftlicher Erkenntnis zugleich die Keime einer höheren Humanität zu verbreiten... Darauf hat die Redaktion und der Verlag der Leipziger Volts zeitung" den Parteivorstand um endgültige Feststellung des dem Streite zugrunde liegenden Tatbestandes ersucht. In Verfolg dieses Antrages ist der Unterzeichnete auf Grund des ermittelten Sachverhaltes zu folgender Auffassung des Streitfalles gekommen: Am 23. September ist gegen Schluß der Vormittagssigung auf dem Bremer Parteitage die bekannte, gegen den Genossen Südefum gerichtete Notiz der Leipziger Boltszeitung" zur Sprache gekommen. Beratung und Beschlußfassung über die in dieser Sache gestellte Resolution wurde zu Punkt 8 der Tagesordnung des Parteitages zurüdgestellt. Wenn es aber in dem Artikel in Nr. 235 der Leipziger Boltszeitung" vom 8. Oktober heißt: Unsere Redakteure haben gestern erklärt, daß fie die Notiz zurückgenommen hätten, um das Spiel des Revisionismus zu burchkreuzen und der Partei einen neuen Standal zu ersparen. einen An und für sich hatten wir nicht den geringsten Anlaß, die Notiz zurückzunehmen", so wird mit diirren Worten damit ausgesprochen, daß die Erklärung an den Parteitag nicht aufrichtig gemeint gewesen sei, sondern nur ein taltisches Manöver darsiellte. Sollte es Sitte werden, zu unzweideutigen Erklärungen, wie die der Leipziger Volkszeitung" an den Parteitag, nachträglich solche Kommentare zu geben, dann würde es mit Treu und Glauben in Ueber diese Vormittagssigung war bei der Leipziger Volks- der Partei bald übel bestellt sein. zeitung" bis zu Beginn des Druckes der Nummer 222 am Der Unterzeichnete glaubt daher aufs neue nach allen Seiten 28. September ein telegraphischer Bericht eingegangen, der mir die Berhandlungen über die Organisationsfrage und die Maifeier enthielt. Später, als der Druck der Nummer 222 bereits im vollen Gange war, folgte eine weitere Depesche, welche über die gegen die Leipziger Voltszeitung" erfolgte Altion berichtete. Einem allgemeinen und durchaus einwandfreiem Gebrauche folgend, nahm die Redaktion diefe Mitteilung in den Rest der AufTage auf, fie mit folgender Verwahrung begleitend: die dringende Mahnung aussprechen zu müssen, bei Austragung von Meinungsdifferenzen nur strengste Sachlichkeit und Loyalität walten zu lassen. Feststellungen, wie sie in dem wenig erfreulichen Streite zwischen Renem Montagsblatt" und" Leipziger Volkszeitung" gemacht werden mußten, werden dann für die Zukunft unmöglich sein. Berlin, den 28. Oftober 1904. Der Parteivorstand. Partei- Nachrichten. Aber die Geschworenen stehen nicht allein. Neben ihnen, und in gewissem Sinne über ihnen amten gelehrte Richter. Man hat in diesem Prozeß die geduldige und zielflare Zeitung des Herrn Landgerichtsdirektors Kanzow gerühmt; von den anderen Richtern ist in den Verhandlungen keiner hervorgetreten. Bersönlich sind sie uns gänzlich unbekannt. Aber mindestens einer von den drei Männern im Talar muß von der Verantwortlichkeit der Angeklagten durchbrungen gewesen sein, da sonst: igstens die Möglichkeit vorhanden gewesen wäre, den Schuldspruch der Geschworenen vom Gerichts. tische aus als einen zu ungunsten der Angeklagten irrenden zu forrigieren. Wie fo oft verstehen wir auch diesmal wieder die Vorwürfe gegen die heutige Strafrechtspflege erheben imfere gelehrten Richter nicht. Nach diesem Prozeß werden sich müssen. Gegen das System, nicht gegen einzelne Bersonen. Manche Richter kommen nun einmal nicht über die engen Grenzen Es ist uns völlig unverständlich, wie der Parteitag überhaupt dazu kommen fann, sich mit einer derartigen zunächst rein privaten Angelegenheit zu befassen. Südekum mag, wenn er fich beschwert fühlt, auf dem Instanzenwege gegen uns vorgehen; Bom Bremer Parteitags- Protokoll ist die erste Auflage vergriffen. Der Verlag bittet da wollen wir ihm Rede und Antwort stehen. Durch eine übereilte Die zweite Auflage befindet sich im Neudruck. Behandlung der Sache, die zunächst noch gar nicht vor sein Forum diejenigen Orte, die ihre Bestellungen noch nicht aufgegeben haben, gehört, würde der Parteitag uns um die vorhergehenden Instanzen dies umgehend zu tun. der Naches und Sühne- Idee hinaus, sehen nur das Verbrechen, berauben, wie das vorgestern Südekum selbst im Falle Schippel Die Parteigenossen des Wahlkreises Effen haben beschloffen, in niemals den Verbrecher vor sich und urteilen nach dem Schema des ausgeführt hat. 1339 allen Orten des Kreises, wo einige Aussicht besteht, selbständig Gefeßesparagraphen frisch darauf los. Die Brust schwillt ihnen wohl unter Ablehnung jedes Kompromisses an den Gemeindewahlen teil- gar im Hochgefühl, daß sie durch scharfe Strafen der„ Unfittlichkeit" zunehmen.14 Redaktion der Leipziger Volkszeitung". Nach weiteren Erwägungen tam jedoch sowohl die Gesamt redaktion der Leipz. Volksztg.", wie auch der Verfasser der SüdekumNotiz zu der Erkenntnis, daß mit der letzteren ein Fehler gemacht worden sei. Dies wurde in ehrlicher Weise in der folgenden, am 24. September an den Parteitag gesandten und in der Nummer 228 ber Leipz. Boltsatg." vom 24. September abgedruckten Erklärung ausgesprochen: Die Notiz über Südefum ist von einem einzelnen Redakteur in Drud gegeben worden, der die unmotivierte und versteckte Anspielung übetums auf die Dresdener Vorgänge im Interesse der Beitung zurüdweifen zu sollen glaubte, aber dabei, wie er nach reiflicher Ueberlegung anerkennt, zu weit gegangen ist und die Notiz unter dem Ausdrud feines Bedauerns nach Ton und Inhalt zurüdnimmt. Die Gesamtredaktion, die den Drud der Notiz verhindert haben würde, wenn ihr bas Manuskript vorgelegen hätte, schließt sich, soweit sie der Partei für den Gesamtinhalt der Zeitung verantwortlich ist, dem Bedauern ihres Kollegen an. Redaktion der Leipziger Boltszeitung". Mit dieser durchaus loyalen Erklärung, durch deren Absendung an den Parteitag auch dessen Recht, zur Sache Stellung zu nehmen, rüdhaltlos anerkannt wurde, war auch die Verwahrung vom 23. September gegenstandslos geworden. Sebe falsche Auslegung dieser Erklärung wäre allerdings un möglich gewesen, hätte die Redaktion der Leipziger Volkszeitung" die am 28. September nur in einem Teil der Auflage abgedructe Verwahrung am 24. September durch nochmaligen Abdruck zur Kenn nis der gesamten Leser der„ Volkszeitung" gebracht und dabei be tont, daß sie den in der Verwahrung eingenommenen Standpunkt nicht aufrecht erhalte. Aus der Frauenbewegung. und„ Ungeseglichkeit" einen Damm entgegentürmen, von denen bekanntlich unsere Zeit besonders start beimgesucht sein soll. Das Publikums, das mit großer Aufmerksamkeit den Verhandlungen vor dem Schwurgerichte folgte, erfuhr aus den Darlegungen des medis zinischen Sachverständigen Dr. Leppmann vielleicht zum erstenmal Zur Bekämpfung des Mangels an Arbeiterinnen in der Put- die Bezeichnung„ Zuchthaustna II" für eine dem Kriminalisten branche wird in der hiesigen Zeitschrift Die Modistin" ein wunder wohlbefaunte tranthafte Entartung langjähriger Buchthausinsassen. liches Mittel empfohlen. In diesem Blatte war vor einiger Zeit wir freuen uns darüber, daß dieses Wort jetzt einmal auch im lebhafte Klage darüber geführt worden, daß in der Buzzbranche mir Gerichtssaal gefallen ist, denn es wird die Aufmerksamkeit sicherer noch schwer Arbeiterinnen au bekommen feten. Demgegenüber war auf eine wichtige Sache lenten, als bidleibige Abhandlungen der in Tagesblättern auf die Ürfachen dieses Uebelstandes hingewiefen Strafrechtslehrer und Gefängnisärzte. Eine Revision unseres Straf worden. Es wurde dargelegt, daß die Bezahlung der Arbeiterinnen rechts steht bebor; endlich, endlich hat die Regierung fich entschlossen, durchaus unzulänglich sei, die Arbeitszeit dafür aber um so länger. Die einleitenden Schritte zu einer fachgemäßen Vorbereitung" dieser Dazu kommen zwei Saisonpausen, in denen die Arbeiterinnen einfach vor die Tür gesetzt würden und hungern dürften. Darauf erhebt nun" Die Modistin" großen Lärm über Verhegung der Arbeiterinnen. Die Behauptungen seien unwahr, die Arbeiterinnen feien sogar sehr gut bezahlt usw. Und zum Schluß wird, um der Wirkung der Verhebungen vorzubeugen, empfohlen: Wer heute eine Bugmacherin engagiert, sollte ausdrücklich vereinbaren, daß ( damit nicht die Strankenkasse und der Chef diefe Beit bezahlt) und 1. im Falle von Krankheit die Lohnzahlung ausgeschlossen ist 2. die gefeßlich festgelegte Leberarbeitszeit als Arbeitszeit gilt und nicht besonders bezahlt wird. Not leidet, ihr sicher keinen Ueberfluß an solchen Arbeitskräften Das wird, wenn die Branche wirklich an guten Arbeiterinnen fchaffen. Verurteilt. Reform zu thun; wenn alles gut wird, was lange währt, dann muß diese Reform sehr gut ausfallen. Uns fehlt freilich der Glaube daran. Die leitenden Männer in unserem Justizdienst, die doch schließlich den Ausschlag geben, find alle aus urältester friminalistischer Schule. Wenn ihnen etwas abgetrost werden fanm, dann nur unter dem Drucke der öffentlichen Meinung, die sich in strafrechtlichen Dingen erfahrungsgemäß vorzugsweise aus Prozeßberichten bildet. Die öffentliche Meinung fann ihrer Natur nach mur Eachen der Strafrechtsreform und Strafvollzugsreform sollte bas mit Schlagworten arbeiten und muß das Detail vernachläffigen; in Schlagwort 3uchthausinalt" die guten Dienste eines Mauerbrechers und Sturmbods leisten. Deshalb eben registrieren wir es mit mal ausgemalt hat, welche Tragödien hinter den finstern Mauern spielen Freuden. Wer es in seiner ganzen Gräßlichfeit überdacht hat, wer sich einmußten, ehe die Jrrenärzte aus unzähligen Einzelfällen heraus den Begriff des Buchthaustnalls" abzuleiten vermochten, der muß sich mit uns gegen die Nichtachtung der ärztlichen Gutachten wenden, die auch in diesem Prozesse wieder zutage Aber auch ohne diese formelle Zurücknahme der Verwahrung Das Moralische versteht sich immer von selbst. Wir halten uns trat. ozu denn diese Gutachten, die qualvolle Verlängerung der burch die Redaktion der Leipziger Boltszeitung" hätte Ruberrimus deshalb auch gar nicht mit der Versicherung auf, baß wir den Ge- Untersuchungshaft zum Bivede ärztlicher Ueberwachung, wenn fo beztv. das Neue Montagsblatt"," den wahren Sachverhalt bei schworenen und den Richtern in dem großen Falschmünzerprozeß prägnante, widerspruchslose Gutachten gar keinen Einfluß auf das einigem guten Willen mit Leichtigkeit ermitteln und sich überzeugen die Absicht einer wissentlichen Rechtsbeugung nicht zutrauen. Das Urteil haben follen? Wenn wir ärztliche Gutachter in Berliner tönnen, daß die Annahme vom Arbeiten mit doppelten Konzepten Urteil aber, das sie gesprochen haben, scheint uns ein Fehlspruch Gerichtsfälen wären, wir wüßten, was wir nach einem solchen haltlos war. Erheben aber Parteigenossen ohne sorgfältigste Prüfung zu sein. Echec täten!... bes Tatbestandes Anflagen von solcher Schwere, so ist das eine Selten wohl hat eine so große Zahl psychisch minderwertiger" Falschmünzer" waren es, die vor den Schranken des Gerichts illoyale Handlungsweise, die die auf das schärfste verurteilt Berfonen zu gleicher Zeit vor einem Gericht gestanden, wie in diefem standen. Mit wenigen Ausnahmen arme Teufel von noch jugendwerden muß. Prozeß, der vom 10. Oftober ab bis vorgestern vor dem Schwur- lichem Alter, aufgewachsen in der Zeit des herrlich erblühenden" Soweit die beiden Notizen der Leipziger Voltszeitung", die gericht des Landgerichts I zu Berlin spielte. Bei manchen Abweichungen Kapitalismus. Lache und Gelhaus haben bei ihren Deklamationen Verwahrung in der Nr. 222 und die Erklärung in der Nr. 228 in in Einzelheiten waren doch die medizinischen Sachverständigen fast öfter Phrasen gegen die heutige Gesellschaftsordnung geschleudert und Betracht kommen, war das Verhalten der Redaktion bis auf die vor einstimmig der Ansicht, daß die Hauptangeklagten Gelhaus und fich dadurch in den Ruf von Anarchisten" und Sozialisten" gestehend gemachte Einschränkung tadelsfrei und der gegen sie erhobene Lache als anormale Menschen für ihr Tun und Treiben ent- bracht. Sie haben sich dieser Gesellschaftsform nicht anzupassen bers Vorwurf unbegründet. weber gar nicht oder nur in einem minderen Maße strafrechtlich mocht. Ihrem irren Geiste dämmert im Schrecken des Buchthauses Nun hat Ruberrimus bezw. das Neue Montagsblatt" fein Vor- verantwortlich gemacht werden können. Der Buchdrucker Dewald vielleicht einmal der Gedanke noch auf, daß sie nicht nur ein Bergehen noch mit der Haltung der Leipziger Volkszeitung" nach dem Lache hat, als er mit dem Gefeße schon früher in Konflikt gekommen brechen, sondern auch eine toloffale Dummheit begingen, als sie Geld Barteitag zu rechtfertigen gesucht. In der Tat ist der die ganze war, teine so forgfam abwägenden Sachverständigen gefunden, fälschten. Angelegenheit neu aufrollende Artikel der Leipziger Volkszeitung sondern war auch damals zu einer außerordentlich harten Zuchthausstrafe Sätten sie den legalisierten Diebstahl der Bodenspekulation oder Die 116" eine Woche vor dem Angriff des„ Neuen Montageblatt" verurteilt worden; dem Manne in der ersten Hälfte der zwanziger der Börsenjobberei zu betreiben verstanden, dann hätten sie in erschienen. Der Unterzeichnete mußte fich daher auch mit diesem Jahre diltierten damals die Richter die fürchterliche Bein gewiß auch Ehren" grau und Kommerzienrat werden können; die Kutsche eines Teile des Streites beschäftigen. nach bestem Wissen und Gewiffen zu. Ob aber wohl ein einziger Hofmannes hätte vielleicht eines Tages vor ihrer Villa gehalten, 15193 ein feinet Herr sie mn milde GaLen für eine Kirche an- ßf''jitorrt und ihnen einen Orden dafiir gebracht. Aber Gelo fälschen— pfni Teufel I Natürlich muh sich das Laster erbrechen und die Tugend sich zu Tische setzen. Es mühte zn argen Weitläufigkeiten führen, wcim der„ehrenwerte . Erwerb" durch die Tätigkeit dunkler Eristenzen erschüttert werden könnte. Aber wir wollen nicht weiter ans diese Seite der Sache ein- gehen, sondern den Nachdruck unserer Betrachtung auf das �trimi- nalistische legen; und da wiederholen wir, was wir oben sagten: der Urteilsspruch gegen Lache und GelhauS dünkt uns ein Fehl- spruch._ Huö Induftne und FjandeL Die Kurssteigerung der Aktien der Berliner Elektrizitätswerke an der borgestrigen Börse findet ihre Erklärung. Der AufsichtSrat dieser Gesellschaft hatte nämlich am Mittwoch in einer Sitzung die Verteilung einer Dividende von g'/z Proz.(statt 9 Proz. im Vor- jähre) und zugleich die Erhöhung des Grundkapitals um 6.3 Millionen beschlossen, und die Kenntnis dieses Beschlusses ist von Eingeweihten sogleich am nächsten Tage zum Ankauf von Aktien ausgenutzt worden; denn erstens ist die Dividende etwas höher als erwartet wurde, und zweitens sollen die neuen Aktien den bisherigen Aktionären zu 103 Proz. angeboten werden, also zu einem auherordentlich niedrigen Kurs— der Kurs der alten Aktien stellte sich nämlich am Mittwoch auf 205 Proz. Die Verwaltung der Berliner Elektrizitätswerke hat über diese Aufsichtsratsbeschlüsse noch vorgestern abend folgende uns nicht zugegangene Mitteilung an die Presse versandt: „In der gestrigen AufsichtZratssitzung wurde seitens des Vor- standeS Bericht über das Ergebnis deS verflossenen Geschäftsjahres erstattet. Dasselbe ermöglicht die Verteilung einer Dividende von 9>/, Proz.(gegen 9 Proz. i. V.), ein Resultat, das um so erfteulicher ist, als der um etwa 27 Proz.(für die Mehrheit der Anlagen) er- mahigte Lichttarif das ganze zweite Halbjahr hindurch in Geltung war. Die Stromabgabe ist in erwarteter Weise gestiegen; sie betrug 93 501104 Kilowattstunden(gegen 85 768 679 Kilowattstunden i. V.l. Die Zahlungen an die Stadt Berlin beziffern sich auf 2 846 295 M. (gegen das Vorjahr 272 956 M. mehr). Der auf den 30. November einzuberufeirden Generalversammlung soll die Erhöhung deS jetzt 25,2 Millionen Mark betragenden Grundkapitals um 6,3 Millionen Mark vorgeschlagen werden. Die neuen Anien wurden zu 103 Proz. zur Ausgabe gelangen. Auch in den ersten Monaten des laufenden Geschäftsjahres steigt die Stromavgabe dauernd, und der Anschlus; von Anlagen und Eingang von Neuanmeldungen macht befriedigende Fortschritte." Es wäre besser gewesen, die Verwaltung hätte ihre Mitteilung sofort nach der Aufsichtsrats- Sitzung versandt, damit die Kennmis der gefaßten Beschlüsse nicht in obenerwähnter Weise hätte aus- genutzt werden können. Indes gehören solche Dinge mm einmal zu den Schönheiten deS heutigen kapitalistischen Systems, und wollen wir darüber nicht rechten. Anders steht eZ aber um den Beschluß, da? Aktienkapital um 6,3 Millionen Mark, d. h. von 25,2 auf 31,5 Millionen zu erhöhen. Dieser Beschluß geht auch das große Publikum an, denn er bezweckt lediglich, die Stadt Berlin um einen ihr zustehenden Gewinnanteil zu bringen. Außer einer Abgabe von 10 Proz. von der Brutto-Einnahme aus der Lieferung von Licht und Kraft hat nämlich nach dem Vertrage von 1899 die Stadt noch einen Anteil vom Reingewinn zu fordem, und zwar ist dieser Anteil auf 50 Prozent von dem über 6 Proz. bettagenden Gewinn des Akttenkapitals bis zur Höhe von 20 Millionen Mark festgesetzt und ferner auf 50 Proz. von dem über 4 Proz. hinausgehenden Gewinn desjenigen Aktien- kapitals, das den Bettag von 20 Millionen übersteigt. Diese Gewinn- zahlung ist der Gesellschaft unbequem; sie steckte gerne den Rein- gewinn allein in die Tasche, und so ist sie nach dem Vorbild der Großen Berliner Straßenbahn auf den Ausweg verfallen, das Mienkapital zu vergrößern, um den über die obigen Prozentsätze von 6 resp. 4 Proz. hinausreichenden, mit der Stadt zu teilenden Gewinn-Ueberschuß zu verkleinem. Damit aber dennoch die ?lktionäre ihren„gerechten Entbehrungslohn" erhalten, werden die neuen Aktien zu einem ganz unverhältnismäßig niedrigen KnrSsatz angeboten. So prellt man die Stadt um ihren Gewinnanteil und praktiziert ihn in die Taschen der Aktionäre. Leider läßt sich nach dem von der Stadt mit der Gesellschaft ab- geschlossenen Verttage kaum etwas gegen solche Manipulationen machen.> Wer will AufsichtSrat werden? In der gestrigen Morgen- ausgäbe des„Berliner Börsen-Courier" findet sich folgendes das heutige Aufsichtsratswesen treffend charakterisierende Inserat: Aufsichtsratsposten bei mit Behörden arb. Bau- gesellsch. zu besetzen. Bei Kapitalbeteiligung: Dividende nicht unter 20 Proz. u. Sicherstellung. Diskretion zuges. Ausführliche Off. an Reuter, Friedenau, Cranach- sttaße 24. Die AufsichtsratSmitglieder haben bekanntlich ganz andere Zivecke als die Beaufsichtigung der Geschäftsführung einer Aktiengesellschaft. Meist fehlen ihnen zu solcher Tätigkeit sogar olle erforderlichen Geschäftskenntnisse. Teils bettaut man Personen mit AufsichtsratS- Posten, um ihnen aus irgend welchen Griinden, zum Beispiel aus verwandtschaftlichen Rücksichten, eine Sinekure zu verschaffen, teils um sie nach außen als vomehmes Aushängeschild zu ver- wenden oder durch ihren Einfluß Beziehungen zu soickien Kreisen zu erlangen, die bei der Entrierung von Geschäften nützlich sein können. Deshalb die Vorliebe mancher Gesellschaften, in ihre AuffichtSräte solche Personen zu wählen, die als pensionierte höhere Beamte oder Militärs gute„Konnexionen" haben. So einen Herrn mit Konnexionen sucht jedenfalls auch die obige Ballgesellschaft. Wenn man„mit Behörden arbeitet", kann solch eine Größe manchmal ganz nützlich sein. Das Kohlcnsyndikat hat Glück. Gerade jetzt, wo seine Vorräte ihm Über den Kopf zu wachsen drohen, brachen in seinen Lägem große Brände aus. Dem Hagener„Westfäl. Tageblatt" wird darüber aus Ruhrort gemeldet: Das im benachbarten Homberg in Brand geratene Kohlenlager umfaßt etwa 18 000 Zentner. Es handelt sich um ein Syndikatslager. Auffallenderweise stehen zurzeit vier große Kohlenlager des Syndikats in Brand. Außer dem Homberaer nämlich noch eins im hiesigen Kaiserhafen, wo der Hafendampfer „Gent" seit Freitagabend mit zwei Haupt- und vier Anschlußleittmgen löscht, und zwei Lager von 4 0- und 60000DoppelwaggonZ in Kastrop bezw. Rheinau bei M a n n h e i m. DaS in Brand stehende Lager mrKais erh a fen umfaßt 40— 50000 Zentner. Die Hamburg-Amerika-Lime hat ihre Preise für die Neberfahrt im Zwischendeck von Hamburg nach Nordamerika, die sie jüngst in ihrein Konkurrenzkämpfe gegen die Cunard-Linie etwas ermäßigt hatte, wieder erhöht. Fortan gelten, wie dem„Berliner Börsen- Courier" aus Hamburg gemeldet wird, folgende Zwischendcckspreise: von Hamburg nach Nelv Jork oder von Cherbourg nach New Jork mit dem Schnelldampfer„Deutschland" 150 M., von Hamburg nach New Jork oder von Boulogne nach New Uork mit den Doppelschrauben- Postdampfern„Moltke", Blücher" und„Hamburg" sowie mit den Postdampfern „Graf Waldersee",„Patrizia",„Pennsylvania",„Pretoria",„Batavia", „Belgravia" und„Bulgaria" 140 M., von Antwerpen nach Quebec oder nach St. John— die letzteren Fahrten mit den Dampfern der Canadian Pacific Railway Company— 80 M. Da die Cunard- Linie für die Ueberfahrt von Hamburg nach New Jork mit Schnell- dampfern jetzt nur 100 M. im Zwischendeck erhebt, so ergibt sich, daß die deutschen Dampfer eine» um 40—50 Proz. höheren Fahrpreis aufweisen. In der umgekehrten Richtung— von Amerika nach Europa- sind, wie immer, wesentlich niedrigere Sätze festgesetzt worden, und zwar baben die Zwischendecker von New Dork nach Hamburg auf dem Schnelldampfer„Deutschland" 105 M,, auf den Postdampfern„Moltke",„Blücher" und„Hamburg" nur 84 M. und auf den übrigen Postdampfern gar nur 71 M. zu zahlen. Bei Be- Nutzung der deutschen Linien für die Fahrt von Europa nach Boston, Baltimore. Philadelphia ec. ttitt insofern eine Verteuerung der Reise ein, als die Hamburg- Amerika- Linie zurzeit aus direkte Passagier- fahrten nack diesen Plätzeir verzichtet, so daß bei Bcnutznilg der Bahn beispielsweise nach Boston ein Anfschlag von 12,75 M. für die Eisen- bahnfahrt von New Jork zu entrichten ist, während die Cunard-Linie auch für die Fahrten von den europäischen Häfen nach Boston nur den Satz von 100 M. von Zwischendeckeni erhebt. Allem Anschein nach sucht die Hamburg-Amerika-Linie einzulenken und mit der Cunard- Linie einen Ausgleich zu erzielen, da sich die von uns wiederholt gekennzeichnete Praxis, die russischen Auswanderer gewaltsam zur Ueberfahrt auf deutschen Schiffen nach den Ver- einigteil Staaten zu zwingen, nicht länger durchführen läßt. Zcmentkartclle. Die zwischen den verschiedenen Zementgruppen geführten Verhandlungen über die Festsetzung gleicher Preise und Absteckung bestimmter Absatzgebiete haben zu einer gewissen Ver- ständigung geführt. Die Berliner und die oberschlesiichen Zement- fabriken sind übereingekommen, sich in die Absatzgebiete Mittel- deutschlands zu teilen. Auch die Preise sollen übereinstimmend festgelegt werden.— Die in Hannover geführten Verhandlungen zwischen dem Unterelbischcn und dem Hannoverschen Zentralverband haben ebenfalls zu einer Einigung über die in AliSsicht genommene Preis- konvention geführt. Deutschlands Außenhandel in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres hat sich im Vergleich zum Vorjahr ziemlich günstig gestaltet. Die Einfuhr betrug insgesamt 352 092 130 Doppel- zentner(i. V. 342 293 739 Doppclzentner) und die Ausfuhr 283 703 890 Doppelzentner(282 620 344 Doppelzentner). An der Einfuhr sind in erster Linie Steinkohlen, Braunkohlen, Koks und Torf mit 111 530 575 Doppelzentner(113 100 964 Doppelzentner), Holz und andere Schnitzstoffe mit 41 277 709 Doppelzentner(38 749 148 Doppelzentner), Erden und Erze mit 76 032 555 Doppelzentner (65 542 139 Doppelzentners, Abfälle mit 10112 488 Doppelzentner ,10 115 615 Doppelzentner), Gerreide mit 49 584497 Doppelzenttier (52 787 980 Doppelzenttier), Material-, Spezerei- und Konditorwaren mit 10 095 941 Doppelzenmer(10 259 183 Doppelzentner» und Steine und Steinwaren mit 8 120 793 Doppelzentner(8 350 792 Doppel- zentner) beteiligt. Am bedeutendsten war die Zunahme der Einfuhr bei Erden mit 10 490 416 Doppelzentner(19 689 176 Doppelzentner) und bei Holz mit 2 582 561 Doppelzenmer(7 437 555 Doppelzentner). Am stärksten abgenommen hat die Einfuhr bei Getteide mit 3 203 483 Doppelzentner(378 997 Doppelzentner) und bei Stein- kohlen mit 1 570 389 Doppelzentner(Zunahme 2 222 904 Doppel- zentner). Bei der AuSsilhr entfielen auf Steinkohlen, Braunkohlen usw. 157 381 282 Doppelzentner(153 174 947 Doppelzentner), auf Erden und Erze 49 509 926 Doppelzentner(47 428 539 Doppelzentner) und auf Eisen und Eisenwaren 20826 091 Doppelzentner(26710709 Doppel- zentner). Ferner waren bettächtlich an der Ausfuhr beteiligt Getteide mit 3 231 947 Doppelzentner<5 411 694 Doppelzentner), Holz mit 4j434 891 Doppelzentner<4 830 169 Doppelzentner), Material-, Spezerei- und Konditorwaren mit 11 880 900 Doppelzenmer (14 603 362 Doppelzenttier) und Tomvaren mit 3 412 126 Doppel- zentner(3 518 252 Doppelzentner). Am schärfsten äußerte sich der Rückgang der Ausfuhr bei Eisen mit 5 864 618 Doppelzentner und bei Material- und Spezereiwaren mit 2 722 462 Doppelzentner (2 973 200 Doppelzentner). Deutsches Gas- und Siederohr- Syndikat zu Düsseldorf. Die Verhandlungen des Syndikats mit den nicht syndizierten Werken zwecks Beitritts sind bisher ergebnislos gewesen und lassen bei den vorhandenen Differenzen über die Bcteiligungsziffcrn einen Erfolg nicht mehr erwarten. Es ist daher wahrscheinlich, daß sich das Syndikat mit Ablauf dieses Jahres auflösen wird. GewefKfcKaMiöKes. Und doch„christlicher Streikbruch". Die„Märkische Volkszeitung", das Blatt der katholischen Arbeitervereine Berlins und der Umgegend, müht sich drei Spalten lang vergeblich ab, die Bonomellische Streikbrechermission und ihre „La Patria" reinzuwaschen. Ein aus der Patria-Expedition hervorgegangener Waschzettel muß das Material dazu spenden, — den Schaum spritzt sie mit„Pfaffenhaß",„Verleumdungssucht", „gegen besseres Wissen" und„Wahrheit malträtieren" um sich herum. Vor allem weist sie den Vorwurf der absichtlichen Streik- brechervermittelung als unberechtigt zurück und behauptet, die „La Pattia" stehe prinzipiell auf dem Standpunkt, keinerlei Streik- brecher zu vermitteln. Die Redaktion könne aus ihrem Kopicrbuch nachweisen, daß sie Inserate sofort inhibierte, wenn sie erfuhr, daß an den betreffenden Orten gestreikt werde. DaS mag neuer- d i n g s zutreffen, seitdem die„La Patria" infolge der scharfen Kritik der GeWerk schaftSpressc vor- sichtig geworden ist,— es ändert aber nichts an der Tendenz der von uns gebrandmarkten Fälle, weil der Redakteur der„Patria", Dr. Casclli, die rechtzeitige Kenntnis dieser betteffenden Streiks gar nicht bestreitet, wohl aber' die Verpflichtung, für „sozialdemokratische" Streiks und Aussperrungen einzu- treten. Die„Märk. Volkszeitung" lehnt zwar die ihr unbequeme Be- Weisführung aus Dr. Caiellis eigenen Briefen ab; sie meint: „Das herauszulesen, was oer Vorwärts" hieraus konstruiert, bringen eben nur Sozialdemokraten fertig, denen der Haß gegen alles Christliche schon den Verstand umnebelt hat." Die Briefe Dr. Casellis an die„Tribuna" sind so klar, daß es nichts zu konstruieren und herauszulesen gibt. Weshalb appelliert die„Mark. Volkszeitung" nicht an den Verstand ihrer Leser, indem sie denselben die vom „Correspondenzblatt der Generalkommission" veröffentlichten Briefe im vollen Wortlaut wiedergibt? Tie ganze Rettungsaktion des märkischen ZentrumSorganS bricht aber kläglich zusammen bei seiner Verteidigung der christlichen Streikbrecherei von Essen und Köln. ES behauptet, daß die Christlichen in Essen die Situation besser überschaut und vorher beschlossen hätten, nicht zu streiken. Die„Genossen" hätten, nachdem sie hereingefallen waren, ihren Fehler selbst anerkannt; aus Aerger aber über ihre unsinnige Operation schimpften sie die Christlichen noch heute Streikbrecher. Das Stehenbleiben der christlichen Maurer gibt die„Märk. Volkszeitung" selbst zu; sie scheint es als eine Ehrensache der christlichen Gewerkschaft zu empfinden, im Gegensatz zur Mehrheit der Kollegenschast in Arbeit zu bleiben. Der Fehler der freien Maurer bestand eben darin, daß sie mangels vor» hcriger Sicherung des gemeinsamen Vorgehens in den Kampf traten, der infolge der Weiterarbeit der Christlichen keinen Erfolg bringen konnte. Nun mag man über diese Richtbeteiligung der Christlichen denken wie man will,— soweit durften sie sich nicht vergessen, die Strcikarbeit der übrigen �Maurer zu machen. Sie haben dies getan, sie haben sogar diePlätzederStreikenden eingenommen, und dies Verhalten qualifiziert sich als Streikbruch. Daran ändert nichts, daß die freien Maurer später ihr Vorgehen als untaktisch anerkannten. Wie in Essen, so in Köln. Die„Mark. Voflszeitung" schreibt: „In Köln wollten die sozialdemokratischen Maurer einen sehr vorteil- haften Tarifvertrag nur darum nicht abschließen, weil auch die christliche Organisation daran beteiligt war. Der christliche Verband ließ sich aber nicht an die Wand drücken, sondern schloß den Tarif- vertrag allein ab und schickte sich an, für Arbeitskräfte zu sorgen, woraus die„Genossen" kapitulierten." Hier gibt die„Märk. Vokkszeitung" selbst zu, daß der christliche Verband durch Heranziehung von Arbeitskräften die freien Maurer zum Nachgeben gezwungen hat. Wenn man, während der eine Teil der Streikenden noch im Kampfe liegt, Unbeteiligte aus anderen Orten heranholt, um die Arbeitsstellen der Streikenden füllen zu lassen, wenn man sich den Unternehmern gegenüber verpflichtet, ihnen Arbeitswillige zu ver- schaffen, um den Widerstand der anderen zu brechen,— ist das kein Streikbruch? Wie lagen denn in Wirklichkeit die Dinge? In Köln waren die christlichen Maurer in so geringem Verhältnis am Streik beteiligt, daß die Streikleitung der freien Maurer eine besondere Vertretung derselben in der Einigungskommission nicht für nötig hielt. Die Unternehmer, den Gegensatz zwischen beiden Arbeitergruppcn klug ausnützend, hielten an der Zuziehung der Christlichen fest. Daran zerschlugen sich die Verhandlungen. Anstatt nun durch die beider- seitigen Verbandsvorstände eine Verständigung über die streitige Frage herbeizuführen, verständigte die christliche Leitung sich m i t den— Unternehmern, schloß das erwähnte Abkommen und kommandierte die christlichen Streikenden nicht bloß wieder zur Arbeit, sondern schaffte Arbeitskräfte aus allen Teilen Deutschlands herbei. Diese Leute traten an- gesichts der Fortdauer des Kampfes der freien Maurer an die Plätze der letzteren. Das war vollendeter Streik« b r u ch, dessen VerantwortunA die Zentralleitung des christlichen Verbandes trägt. DaS ist die S ch a n d e v o n E s s e n u n d K ö l n, die sie nicht wieder los wird. Wer sich mit den Unternehmern gegen seine Mitarbeiter verbündet, begeht eben Arbeitervcrrat. Dieser Arbeiterverrat ist aber die logische Folge der religiösen Sonderbündelei und der Zersplitterung der einheitlichen Arbeiterorganisation. Mit der„Märk. Volkszeitung" darüber zu streiten, daß die religiöse Ueberzeugung mit den Gewerkschafts- aufgaben nichts zu tun hat und christliche Gewerkschaften deshalb schädlich sind, erscheint uns nutzlos. Ein Organ, das selbst den christlichen Gewerkschaftsstandpunkt dadurch bekämpft, daß es den christlichen Gewerkschaften noch besondere katholische Gewerkschaften gegenüberstellt, erscheint unL zu allerletzt geeignet, die freien Gewer?- schaften deS Religionshasses anzullagcn. Die Aussperrung der Möbeltischler. Nach genauen Feststellungen, die der Holzarbeiter-Verband am 27. d. M. vornahm, hatten sich bis dahin 136 Betriebe, welche zu» fammen 2782 Arbeiter beschäftigen, an der Aussperrung beteiligt. Am genannten Tage waren 702 Mitglieder ausgesperrt, die sich auf 116 Werkstellen verteilen. 781 Mitglieder aus 40 Werkstellen find zugunsten der Ausgesperrten in den Streik getreten. Seit der Zählung vom 20. d. M. hat sich die Zahl der Ausgesperrten um 158 vermehrt. Seit der Zeit vor der Aussperrung befinden sich 247 Mitglieder aus 9 Werkstcllen im Streik. Im ganzen sind also 1730 Mitglieder des Holzarbeiter-Verbandes als Streikende und Ausgesperrte zn verzeichnen. Abgemeldet nach außerhalb und in Arbeit getreten sind seit dein 20. d. M. 82 der Ausgesperrten bezw. Streikenden. Dadurch erklärt sich in der vorstehenden Ausstellung die Verminderung der Zahl der an der Aussperrung beteiligten Werk- stellen von 136 auf 116. Gemäß der Anweisung, die ihnen in der letzten Nummer der „Fachzeittmg" gegeben wurde, gehen eine Anzahl von Tischlermeistern mit SchadenSersatzilagen wegen Konttaklbruch gegen diejenigen Ar- bester vor, die die Arbeit niederlegten und ihren Akkord noch nicht vollendet hatten. Auch dieses kleine Mittel, wenn es den Beklagten selbst einige Kosten verursachen sollte, kann die verlorene Position der aussperrungslusttgcn Arbeitgeber ebenso wenig verbessern, wie der vergebliche Ansturm auf die Verbandskasse, den man durch die AtlSsPerruug glaubte herbeiführen zu können. Die„Holzarbeiter- Zeitung" enthält folgende recht interessante Enthüllung: In einer Versammlung der Bautischlermeister Berlins, am 7. Oktober, hat nach dem Bericht der„Fachzeitung" Herr P l a t h e v ausgeführt: „Daß die Lage für die Arbeiter nicht so günstig sein könne, gehe schon daraus hervor, daß dieselben den ersten Borfitzenden deS Holz- arbeiter-Verbandes, den ReichstagS-Abgeordneten Kloß, aus Stuttgart nach Berlin berufen haben, der eine Beilegung des Kampfes versuchen soll." Wie aus dem Bericht gleichfalls erfichtlich, war auch Herr Rahardt in dieser Versammlung; wir vermissen aber in dem Bericht der„Fachzeitung", daß Herr Rahardt seinen Kollegen Plothen dahin berichttgte, daß nicht die Arbeiter, sondern der Vorsitzende des Arbeitgcberschutzverbandes, Herr Rahardt in eigener Person, es war, welcher in einem an den Vorstand des Deutschen Holzarbeiter-Verbandes nach Stuttgart gerichteten Briefe um die Entsend u.ng eines Vorstandsvertreters nachsuchte! Eine Borortkonferenz deS Holzarbeiter- Verbandes fand am Sonntag in Berlin statt. Verttetcn waren die Zahlstellen Adlershof. Friedrichshagen, Ober-Schöne« iveide) Rixdorf, Schön ebcrg, Steglitz, Lichter» felde, Charlotten bürg, Weißensee, Potsdam und Luckenwalde; den Gauvorftand verttctten Stusche und Leopold. Stusche referierte über die Aussperrung der Möbeltischler in Berlin und die Taktik des Holzarbeiter-Ber- bandes. Die hieran anschließende Berichterstattung der Zahlstellen- vorstände über die am Ort streikenden und ausgesperrten Holz- arbeiter ergab, daß nur ganz vereinzelt ausgesperrte Holzarbeiter vorhanden sind, die aber in Berlin beschäftigt waren. Die Holz» industriellen und Tischlermeister der Berliner Vororte haben sich nirgends an der Aussperrung beteiligt, obwohl viele den Berliner Untcrnehmerverbänden angehören. Die Rixdorfer Bautischlermeister sind vom Vorstand des Zentralverbandes der Bautischlermeister Berlins und Umgegend durch Zirkular aufgefordert worden, Gesellen zu entlassen. Bis jetzt find sie dieser Aufforderung nicht nach« gekommen. In Weißensce ist eine größere Firma(Schirn) aus dem Arbeitgeberschutzvervand der Tischlermeister ausgeschlossen worden. weil sie sechs in Berlin ausgesperrte Tischler eingestellt hat. In Luckenwalde streiken die Tischler in drei Betrieben um die im Frühjahr versprochenen 5 Prozent Lohnaufschlag. Auf das Ein- greifen des Gauvorfiandes sah sich der Zenttalvorstand des Arbeit- geberschutzvcrbandes in Berlin veranlaßt, den Luckenwalder ivteistern die Unterstützung zu verweigern, weil sie als Konkurrenten der Berliner Tischlermeister Alkordpreise bezahlen, die kaum Zweidrittel so hoch sind wie in Berlin. In der Diskussion wird hauptsächlich über die zur Abwehr der Aussperrung einzuschlagende Tattit gesprochen. Die von den Ver- tretern des Gauvorstandes empfohlenen Verhaltungsmaßregeln finden zuletzt allgemeine Zustimmung. Von einer Arbeitsniederlegung bei den Meistern, welche den ausgesperrten Unternehmervereinen nn- gehören, wird Abstand genommen. Beteiligen sich die Unternehmer der Vororte an der Aussperrung, so soll in jedem einzelnen Falle geprüft werden, welche Gegenmaßregeln mit Erfolg angewendet -werden können. Im übrigen nehmet, die Zahlstellen der Vorort-. eine abwartende Stellung ein. Abgelehnt werden die Vorschläge. deren Ausführung größere Opfer erfordern, ohne daß für die be- teiligten Arbeiter ein Vorteil geschaffen wird. Da nicht abzusehen ist, welchen Umfang die Aussperrung annehmen kann utid wie lange ihre Dauer sein wird, sollen die Kassen des Verbandes möglichst geschont werden. Tie Arbeitsnachweise und Zahlstellenverloaltungca der Vororte werden bemüht sein, eine Anzahl der in Berlin aus- gesperrten Holzarbeiter in Arbeit zu bringen. Die weiteren Verhandlungen der Konferenz bettafen Verwal- tungsangelegenheiten, die nicht von allgemeinem Interesse waren. Die Anerkennung des paritätischen Arbeitsnachweises im Glaser» gcwerbe. Gestern abend fand im Gewerkschaftshause eine sehr zahl- reich besuchte, vom Zentralverband der Glaser einberufene außer- " orbentliche Mitgliederversammlung statt, in der Jahn Bericht In Moabit halten die Parteigenossen Sonntagabend im Gesell- begrüßen wir es daher, daß den gegen Schweninger gerichteten e bon der Tariflommission gab, welche in ihrer lehten schaftshaus, Wiclefstraße 24, eine Voltsversammlung ab. Nach strebungen der Erfolg nicht beschieden war im Interesse des Sigung zu dem gegen den paritätischen Arbeitsnachweis gerichteten dem Vortrage folgt gemütliches Beisammensein mit Tanz. Bahl ärztlichen Berufes. Schweninger ist der einzige deutsche UniversitätsBeschluß der Innung Stellung nahm. Die Tariffommission hat be- reicher Besuch wird erwartet. lehrer, der auf dem Gebiete der physikalisch- diätetischen Therapie schlossen, folgendes Zirkular an die Arbeitgeber zu versenden: im Volte Naturheillehre genannt eine wirkliche Autorität ist, bei Tegel, Dalldorf, Borsigwalde, Hermsdorf, Hermsdorf, Waidmannslust. Tariffommission( Arbeitgeber und Arbeitnehmer) für das Sonntagfrüh 8 Uhr ist von den bekannten Lofalen aus Flug- bem die jungen Aerzte praktisch und theoretisch in das Wesen dieser Glasergewerbe zu Groß- Berlin. blattverbreitung für den Vorwärts". Es ist Pflicht der Behandlungsart mit Erfolg eindringen fönnen. An die Herren Arbeitgeber unseres Gewerbes! So die Zuschrift. Es ziemt einer politischen Zeitung ja nicht, Genossen, sich hieran zu beteiligen. Veranlaßt durch den Beschluß der letzten Quartalsversammlung sich in ärztliche Fachfragen hineinzumischen, und daher wollen wir Rummelsburg. Sonntag früh 7 Uhr findet zivecs einer uns an die unnütze Arbeit des Entscheidens der Frage, ob die alte der Berliner Glaser- Zwangsinnung, den bestehenden Innungsnachweis nicht zugunsten des paritätischen Arbeitsnachweises auf Genossen werden ersucht, sich pünktlich und zahlreich in folgenden In leinerlei Bujammenhang hiermit steht aber die schäbige Manier, Protestversammlung eine lugblattverbreitung statt. Die oder die neue Heilmethode die richtige ist, gewiß nicht heranmachen. zuheben", macht die Tariffommission darauf aufmerksam, daß in Jage, Prinz in der die Zunftmedizin gegen den Leiter des Lichterfelder Krankens bem abgefchloffenen Lohrtarif die Errichtung des paritätischen Nacholalen einzufinden: Tempel, Alt- Borhagen 56. weises festgelegt wurde; infolgedessen ist jede Benutzung eines anderen Albertstraße 16-18. Bothe, Kantstr. 33. Schulz, Goethestr. 11. Hauses vorgegangen ist. Solcher Stampfmethode gegenüber erschien es Nachweises, oder Einstellung von Arbeitskräften auf anderem Wege Im Restaurant, Schillerstr. 24. Wengers, Neue Prinz Albertstr. 11. uns angebracht, die obige Zuschrift abzudruden. als durch den paritätischen Nachweis als Tarifbruch anzusehen und Die Brotokolle vom Bremer Parteitage können beim Bezirtsführer hat sich jede Firma die aus einer Umgehung des Nachweises entbestellt werden. stehenden Folgen und Maßnahmen der Tariffommission selbst zuzuschreiben. Indem wir hoffen, daß es nur dieses furzen Hinweises bedarf, sprechen wir den Wunsch aus, daß die Arbeitsnachweis- Angelegenheit feinen Anlaß bieten möge zu neuen Differenzen im Gewerbe, und zeichnen Hochachtungsvoll Die Tariffommiffion. Für die Arbeitgeber: J. Salomonis.. Für die Arbeitnehmer: C. Jahn. NB. Der paritätische Arbeitsnachweis befindet sich Gormannfraße 13. Spandau. Den hiesigen Lesern des„ Bortvärts" zur Nachricht, daß der morgigen Nummer ein Probe- Exemplar der Jugend zeitschrift für die freie Jugend" beigelegt sein wird. Beftellungen zum Preise von 5 Pf. pro Nummer( frei Haus) nehmen unsere Spedition J ago w str. 9, sowie unsere Boten entgegen. M Lokales. As Termin für die Stadtverordneten Nachwahl im 30. Kommunalbezirk der 24. November Selbsthilfe gegen Polizeitaten. Man darf nun wohl erwarten, daß auch der Obermeister Joost ist, wie uns aus sicherer Quelle mitgeteilt wird, von der Glaserinnung, der zugleich Mitglied des Verbandes der Glasereibefizer ist, nun seine Agitation gegen den paritätischen Nach- in Aussicht genommen. weis aufgibt. Uebrigens hat sich die Freie Vereinigung der Bleiglaser dem Nachweis jetzt ebenfalls angeschlossen. Bei denjenigen Arbeitgebern, die den Nachweis nicht anerkennen, soll nicht weiter gearbeitet werden. Alle Nachrichten über die Bewegung sind bis auf weiteres nach dem Restaurant Augustin, Lindenstr. 69, 1. of, au richten, wo Vertreter der Tariffommission anwesend find. In der Bersammlung wurden auch die roten Arbeits. berechtigungstarten ausgegeben. Alle Bauarbeiter werden ersucht, sich bei den Glasern nach dieser Karte zu erkundigen. Bom Streit der Klavierarbeiter wird berichtet, daß die beschlossene Aussperrung bisher noch in keinem Falle begonnen hat. Andererseits hat jedoch gestern ein Betrieb mit 15 Arbeitern die Forderungen bewilligt, und mehrere Fabrikanten haben Verhand lungen mit der Streifleitung angebahnt. Wie das bei jedem Ausstande der Fall ist, so flagen auch die streikenden Klavierarbeiter über ungewöhnlich schroffe Behandlung ihrer Posten durch die Polizei. In der Nähe einer Fabrik in der Landsbergerstraße macht die Polizei auf Betreiben des Fabrikanten den Streitposten das Beobachten der Fabrit nahezu unmöglich, und in der Köpenickerstraße ift den Streikposten angedroht worden, daß, wenn fie fich nicht ein für allemal entfernen, die ganze Straßengegend abgesperrt werden würde. " Der Magistrat hat in seiner gestrigen Sigung beschlossen, den Professor an der Königlichen Kunstschule Siegert zu ersuchen, im nächsten Jahre die Revision der Gemeindeschulen im Zeichnen vorzunehmen. Ferner wurde vom Kollegium beschlossen, für den berühmten Architekten Schinkel eine Gedenktafel an dem Hause Unter den Linden 4a, wo der Künstler viele Jahre, von 1823-1836 gewohnt hat, anbringen zu lassen. Der preußische Städtetag, der am 6. und 7. Dezember d. J. in Berlin tagen wird, und an dem vier Magistratsmitglieder und fünf Berliner Stadtverordnete teilnehmen werden, hat auf seine Tagesordnung auch die Angelegenheit der Rechte der Städte an ihren Schulgrundstücken, den Gesezentwurf über die Verbesserung der Wohnungseinrichtungen und das neue Fleischbeschau- Gefeß gesetzt. Der Magistrat hat den Vorschlägen der gemischten Deputation über die Maßnahmen zur Verminderung der Kindersterblichkeit in Berlin zugestimmt und beschlossen, in den städtischen Etat für 1905 eine namhafte Summe zu diesem Zweck einzustellen. Die illustrierte Romanbibliothek In Freien Stunden" ist jetzt bis zum 44. Heft erschienen, das heute zur Ausgabe gelangt. Es bringt die Fortsetzung des Spindlerschen Romans„ Der Jefuit", ferner die Fortsetzung der spannenden Erzählung„ Eine Scheinehe und ihre Folgen" von J. M. Potapenko, sowie eine fleine lustige Geschichte Der Doppelgänger". Daneben enthält das fleine Feuilleton noch Dies und Jenes"," Wiz und Scherz". Wöchentlich erscheint ein 24 Seiten starkes Heft für 10 Pf., das in allen Parteibuchhandlungen und bei den Kolporteuren, in Berlin auch in den Partei- Speditionen und bei sämtlichen Zeitungsspediteuren zu haben ist. Der jezige Roman begann am 1. Juli und können die bereits erschienenen Hefte nach" P Gegen den Straßenhandel. Der Magistrat hat beschlossen, der Die Partei- Drganisation der Sozialdemokratie in Groß- Lichter- schon mitgeteilten Polizeiverordnung über die Einschränkung des felde steht, wie anderswo auch, mit der Polizei auf latentem Kriegs- Verbot des Straßenhandels in den Straßen, wo der Handel in einer Berliner Straßenhandels zuzustimmen, mit der Maßgabe, daß das fuße. Sie kann in dem ausgedehnten Vororte nur über ein einziges Entfernung von 30 Meter untersagt sein sollte, dahin eingeschränkt Versammlungslokal( Chauffeestraße 104 gegenüber der Bauluskirche) werden soll, daß die Entfernung auf 20 Meter bemeſſen wird. abweichend von der Mehrzahl der Diese Einschränkung bezieht sich auf solche Straßen, die Straßen, in verfügen, für dieses aber gilt anderen größeren Lokale die frühe" Polizeistunde( im Sommer denen der Straßenhandel verboten ist, freuzen. Diese Krenzungen, 11, im Winter 10 Uhr). Daraus ergaben sich wiederholt Diffe- bezw. Eden sollen in Zukunft auf eine Entfernung von 20 Meter renzen. Im vergangenen Frühjahr sprachen der sozialdemokratische im Verkehrsinteresse gesperrt werden. Abgeordnete Bernstein und andere hervorragende Persönlichfeiten der Partei in dem bezeichneten Versammlungslokale vor bielen Hunderten von Besuchern über die Frage Ist Religion Privat fache?" Die einzigartige Tatsache, daß auch eine Anzahl markanter Persönlichkeiten aus„ bürgerlichen" Streisen, wie Professor Pfleiderer, Graf Paul von Hoensbroech 2c., außerdem die Geistlichkeit des Ortes und sonstige angesehene Groß- Lichterfelder Bürger ernsthaft und in verföhnlichem Sinne mit den Sozialdemokraten an Ort und Stelle disputierten, ist damals auch von der Berliner Presse erörtert worden. Als jedoch der erste Geistliche des Ortes, Herr Pfarrer Stolte, in der ersten dieser Versammlungen hatte das Wort nehmen wollen, war die Versammlung dem Schicksal der Auflösung bezogen werden. verfallen, da einer der überwachenden Gendarmen darauf hinwies, daß die( Elfuhr-) Polizeisuunde geschlagen habe. Auffaßthema für Brimaner eines Berliner Gymnasiums mit, das die Höhere Schulbildung. Dieser Tage teilten wir das fonderbare Graf Hoensbroech Groß- Lichterfelde interpellierte dann den Beinstellung der Hohenzollern in der Siegesallee betraf. Hierzu dortigen Amts- und Gemeindevorsteher, Bürgermeister Schulz, wird dem Berliner Tageblatt" ein Seitenstüd von einem Freunde dieferhalb in der Gemeindevertretung und es kam zu einer lebhaften mitgeteilt. Dieser schreibt: Meine Tochter besucht zurzeit die Achtung, Klavierarbeiter Deutschlands! Allen Mißverständ- Debatte. Jedoch blieb alles beim alten. Nun hatte die Sozial zweite Klasse der königlichen Augusta- Schule, und diese Klaffe, die niffen vorzubeugen, sei den Interessenten unserer Lohnbewegung mitgeteilt, daß alle Anfragen und etwaige Auskunft über den je demokratie zum letzten Mittwoch, abends 8%, Uhr, nach demselben aus durchschnittlich 14 bis 15jährigen Mädchen besteht, erhielt weiligen Stand der letzteren nur an untenstehende Adresse zu richten Lokal abermals eine öffentliche Versammlung einberufen, mit dem fürzlich als Thema für einen Auffak:" Erinnerungen eines find. Insbesondere ist es Ehrenpflicht der gesamten deutschen und Bemerken, daß Reichstags- Abgeordneter Dr. Gradnauer über Droschfengaules". In der dritten Klasse derselben föniglichen Anstalt außerdeutschen Kollegen, den Zuzug nach Berlin streng zu meiden, Sozialdemokratie und Monarchie" sprechen werde und daß auch wurde vor Jahresfrist das Thema:" Erlebnisse einer Stubenfliege" bearbeitet." Und da wundert sich die Welt noch, daß aus der gedesgleichen bei anzufertigenden Berliner Klaviaturen bei den Unter- Gegner dazu geladen seien. Der Saal war bis auf den letzten bildeten Jugend beiderlei Geschlechts nichts rechtes wird! zeichneten Erkundigungen einzuziehen. Platz gefüllt. Nachdem das übliche Bureau gewählt worden, überDie Zehnerkommission. raschte der Vorsitzende des örtlichen sozialdemokratischen WahlBerlin SO., Engel- Ufer 15. Naunynstraße 78. vereins, Wenzel, die Versammelten mit der Erklärung, daß Die Sektion II des Brauereiarbeiter- Verbandes hat durch ihr heute die Polizei nichts„ tau seggen" habe. Er habe mit energisches Vorgehen bereits einen Erfolg erzielt. Von der Direktion dem Lokalinhaber einen schriftlichen Vertrag geschlossen, wo der Brauerei Friedrichshain wurde derselben mitgeteilt, sie werde die an den Sonntagen nötige Arbeit der Stallleute wieder besonders nach für diesen Abend Saal, Bühne und Nebenraum von ihm N. versuchte auf die verschiedensten Arten das gestohlene Spars vergüten. Hoffentlich entschließt die Brauerei sich auch noch, den Leuten den entgangenen Arbeitsverdienst nachzuzahlen. Achtung, Buchdruckereihilfsarbeiterinnen! In der Buchdruckerei Funde, Blumenstraße 37, legten die Anlegerinnen, 7 an der Bahl, wegen mißlichen Arbeitsverhältnissen die Arbeit nieder. Die Ortsverwaltung Berlin, Zahlstelle I des Verbandes der Buch- und Steindruckereihilfsarbeiter und Arbeiterinnen. " " Unter dem dringenden Verdacht eines schweren Diebstahls ist der Jalousienfabrikant Michael Napirala in Haft genommen worden. Er ist beschuldigt, in einer Villa im Grunewald eingebrochen Sparkassenbuch mit einer bedeutenden Einlage gestohlen zu haben. und aus derselben außer einer großen Summe baren Geldes noch ein " gemietet" fei." Ich bin der Hausherr, und die Polizeistunde hat faffenbuch an den Mann zu bringen. Es gelang ihm dies nur in der einzutreten, wenn ich, nicht die Polizei es gebietet. Wenn die Meise, daß er das Sparkassenbuch unter Benußung falscher LegitiGendarmen aber dennoch um 10 Uhr die Versammlung schließen mationspapiere zum Kauf ausbot. Das Sparkassenbuch war aber Zur Aussperrung der Müllkutscher ist zu berichten, daß die follten, so bleiben Sie ruhig figen! Ich bin der Hausherr und bereits bei der betreffenden Kasse als gesperrt vermerkt, und als der Internehmer am Freitag Mangel an Arbeitswilligen hatten. Von der Berliner Abfuhr- Geſellſchaft konnten eine ganze Anzahl Wagen lärung aufgenommen. Dann erörterte Dr. Gradnauer sein Thema vorlegte, wurde ihm eröffnet, daß dasselbe gestohlen sei. Das Buch der Berliner Abfuhr- Gesellschaft fonnten eine ganze Anzahl Wagen weiche nur der Gewalt!" Mit stürmischem Beifall wurde die Er- betreffende Käufer das von ihm erworbene Buch zur Geldabnahme erst mittags nach 12 Uhr vom Hofe fahren. Die Arbeitswilligen wurde beschlagnahmt. Die hierauf angestellten Ermittelungen bei der Firma H. Scheller ließen am Donnerstag abend sämtliche auf breitester Grundlage. Um 10 Uhr, als die Turmuhr der gegen- führten auf die Spur des Fabrikanten N. Die belastenden Momente Wagen vollbeladen auf dem Abladeplag am Nordufer stehen und überliegenden Pauluskirche die zehnte Stunde verkündete, wurde die häuften sich derart, daß die Kriminalpolizei zu seiner Verhaftung führten die Pferde nach Hause. Sie gaben an, nach 7 Uhr abends Situation dramatisch. Alles war gespannt, zu sehen, ob die Gendarmen schreiten fonnte. N. bestreitet hartnädig, der Dieb zu fein. nicht mehr arbeiten zu wollen. Die Direktion der Wirt auflösen und dadurch einen Tummult hervorrufen würden. Die wurde aber ermittelt, daß ein gewisser Napirala eine mehrjährige fchafts- Genossenschaft hat ihren Kutschern in den Männer des Gesezes blieben aber völlig passiv; sie ließen ihre Gefängnisstrafe wegen eines gleichen Strafdelifts erlitten hat, und Testen Tagen vielfach Auftrag erteilt, lofes Helme ruhig auf dem Tisch stehen und hörten sich falt lächelnd die die Personalien dieses N., der sich damals als Arbeiter gerierte, Müll aus den Häusern, in welchen durch die Aus- Schlußausführungen des Rebners und alles Folgende an: Die stimmen mit den des jetzt verhafteten N. vollständig überein. Trokfperrer E. u. H. Scheller und Berliner Abfuhrgefellschaft die Abfuhr besorgt wird, abzuholen. fozialdemokratische Kriegslist hatte triumphiert! Da diese Kutscher und Schaffner sich mit ihren ausgesperrten Die sozialdemokratische Stadtverordneten- Fraktion hat den nach Kollegen solidarisch erklärt haben, weigern sich dieselben, Streitarbeit zu leisten. Hierauf hat die Direktion erklärt, daß fie das betreffende folgenden Antrag bei der Stadtverordneten- Versammlung ein Müll nun auf Kosten der Kutscher, welche die ihnen übertragenen gereicht: Aufträge nicht ausgeführt haben, fortschaffen lassen werde. Die Kutscher beschlossen, noch am Freitag eine Kommission zu der Direktion zu entsenden und, falls die Verhandlungen zu einer Einigung nicht führen sollten, werden sämtliche Angestellten, in Frage Tommen 200 Mann, die Arbeit sofort niederlegen. werden. Ausland. Die Versammlung wolle beschließen: Den Magistrat zu ersuchen, für das städtische Obdach für nächtliche Obdachlose schleunigst Vorfehrungen zu treffen, um polizeiliche Uebergriffe, wie z. B. das Verhalten des Kriminalbeamten Kullmayer, für die Zukunft zu verhindern. " Es dem bestreitet N., mit diesem bereits vorbestraften N. identisch zu sein. Das Berliner Polizeipräsidium teilt mit: Nach Benachs richtigung der Brüffeler Polizei ist die unverehelichte Pelagia Maria Meurice, geboren am 10. März 1852 zu RourMirois, am 18. Oktober gegen 7 Uhr morgens in ihrer Wohnung in Brüssel ermordet worden. Der Mörder scheint einen Teil der Nacht mit seinem Opfer zugebracht zu haben. Nach Begehung des Verbrechens wurde er in dem Augenblick bemerkt als er floh. Mehrere Personen verfolgten ihn, verloren ihn aber aus dem Geficht. Es ist festgestellt, daß dieser Mensch sich gegen 7 1hr morgens in ein Wirtshaus begeben hat, wo er auf den Hof gea Die Heze gegen Professor Schweninger. Ein befreundeter Arzt gangen ist, um sich Hände und Gesicht, die mit Blut beflect waren, Der Straßenbahner- Streit in Norrköping nimmt mehr und mehr schreibt uns: zu waschen. Dabei benutte er ein Taschentuch, das er sofort ausden Charakter eines Klassenkampfes an. Die Ablehnung der von Das unter der Leitung des Professor Schweninger gerungen und in die Tasche gesteckt hat. Die Witwe hat den Mann der Zentrale der schwedischen Gewerkschaften angebotenen Einigungs- stehende Kreis Krankenhaus in Groß- Lichterfelde ist, wie schon ge- als einen ihrer alten Gäste bezeichnet, von dem sie jedoch nur wußte, berhandlungen, das parteiische Auftreten der Polizei vereint mit der meldet, nachträglich in die Liste derjenigen Krankenanstalten auf daß er entweder Bäder oder Koch sei. Gestohlen ist nichts. InKlaffenjuftiz des Rathausgerichts haben aufreizend auf die Arbeiter genommen worden, welche das Recht haben, die angehenden Aerzte deffen scheint die Triebfeder des Verbrechens die Sucht nach fremdem bevölkerung der Stadt gewirkt und sie zu gemeinsamem Widerstand nach Absolvierung des Staatsexamens während des vorgeschriebenen Gute gewesen zu sein. Beim Morde benutte der Täter ein Dolchgegen die Willkürherrschaft der Straßenbahn- Direktion und ihrer praktischen Jahres" auszubilden. messer( Genidfänger), das er am Tatorte zurückließ und das aus Helfershelfer geradezu angefeuert. Der Boykott der Straßenbahn In dem Verzeichnis der von der Aufsichtsbehörde hierzu als einer französischen Fabrik stammt. Am Tage des Verbrechens, gegen foll nun mit aller Straft und in größtem Umfange durchgeführt geeignet bezeichneten Anstalten fehlte ursprünglich das Krankenhaus 11 Uhr morgens, hat eine Frau in der Nachbarschaft des Tatortes In einer Resolution, die am Mittwoch von zwei zu Lichterfelde. Man darf annehmen, daß es sich hierbei nur um Erkundigungen über den Mord eingezogen. Sie sah vertveint aus außerordentlich stark besuchten Voltsversammlungen angenommen ein Versehen der Behörde handelte. Anders die zünftige Aerzte- und wollte, nachdem sie das nötige erfahren hatte, zur Polizei gehen, wurde, heißt es: Jeder rechtdenkende Mitbürger muß es schaft und ihre offizielle Vertretung. Dant ihrer engherzigen und ist aber dort nicht erschienen. Sie war von mittlerer Figur, ungefähr unterlassen, die Straßenbahn zu benutzen, so lange fie von äußerst fleinlichen Gefinnung suchten fie in unausstehlicher persönlicher 30 Jahre alt, ziemlich beleibt, hatte volles Geficht, ziemlich rote Streitbrechern bedient wird. Die Kaufleute und Handwerker, Gehäffigkeit die Uebertragung jenes Rechtes auf Schweninger, der als Wangen, dunkelbraunes Haar, sprach französisch mit belgischer Be die sie deffemungeachtet benutzen, follen entschieden boykottiert werden, felbständiger Denter und Pfadfinder und äußerst erfolgreicher tonung und schien Haushälterin zu sein. und fein Arbeiter darf bei ihnen Einkäufe machen."- Der Straßen- Arzt in mancher Beziehung außerhalb der Schulmedizin steht, zu bahnbetrieb ist am Mittwoch den ganzen Tag über aufrechterhalten hintertreiben. Schweninger gehört eben weder zu den Schwärmern Die beiden Kinder des Tischlers Baumgarten in Steglik, der elfworden, die Wagen waren jedoch fast immer leer. für Serum- Therapie, noch zu den Aerzten, die im Schneiden und jährige Hans und die achtjährige Else, sind am Freitag morgen um Operieren das letzte Heil erblicken. Wir haben noch niemals in 6 Uhr endlich gefunden worden. Ein Arbeiter, den der Weg am einem Krankenhause so viel Glück und Zufriedenheit dauernd bei den Damm der Ringbahn in Friedenau vorbeiführte, sah die Kinder Kranten gesehen, wie in Groß- Lichterfelde, wo die Anstalt mit herzs dort gehen und brachte sie zur Polizei. Sie sagten aus, daß sie des daher gerade vom Standpunkte des Staates unerklärlich, wenn ein gesucht haben, Frauen beim Rollen zu helfen und Leuten Pakete zu Sechster Wahlkreis( Schönhauser Vorstadt). Sonntag, den Mann, dem ein Lehrstuhl an der größten Landesuniversität Preußens fragen. Für das Geld, das sie auf diese Weise erwarben, kauften 30. Oftober, abends 5 Uhr, findet in den Berolinasälen, Schön- zur Verfügung steht, von dem er mit staatlicher Approbation die fie fich Brot. Durch Vettel ihren Unterhalt zu erwerben, Hauser Allee 28, eine Volksversammlung für Frauen und Studierenden der Medizin jederzeit in unbeschränkter Zahl zu unterweisen verschmähten sie. Selbstverständlich sahen die Kinder entfezMänner statt. Tagesordnung: Vortrag des Genoffen G. Davidsohn befugt ist, fie nicht praktisch ausbilden durfte in seinem eigenen Kranken- lich elend aus; das furchtbare Wetter in den ersten Tagen über:„ Die Greuel des Krieges". 2. Diskussion. Nachdem gemüt- hause. Man hatte wiederholt versucht, seine Zeitung des Lichterfelder der Woche wird ihrer Gesundheit schlimmen Schaden zugefügt haben. liches Beisammensein. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Krankenhauses zu verdächtigen; aber eine Rachprüfung aller gegen Auffallen muß es, daß die jungen Flüch.linge vier Tage und vier Der Vertrauensmann. ihn geltend gemachte Fälle" erzielte nur für seine Gegner ein be- Nächte fich im Freien umhertreiben fonnten, ohne daß sie der Sechster Wahlkreis( Moabit). Sonntag, den 30. Oftober, findet fchämendes Resultat. Sein Krankenhaus verfügt anerkanntermaßen Polizei in die Hände fielen. Die Angelegenheit ist namentlich Von der sonst so in den westlichen Vororten im Bublifum lebhaft besprochen worden in Moabit eine Flugblatt- Verbreitung, veranstaltet vom Berliner über die denkbar vorzüglichsten Einrichtungen. Konsumberein, Abteilung III( Moabit), statt, an welcher sich die An- hoch gehaltenen Freiheit der Wissenschaft" wollten feine Neider und auch die Polizei ist doch darüber unterrichtet gewesen. hänger der Genossenschaftsbewegung recht zahlreich beteiligen möchten. nichts wissen, weil der Professor Schweninger nur seiner Ueberzeugung dings ist in Betracht zu ziehen, daß in so ziemlich allen Vororten Treffpunkt im Lokal von Hans Döring, Gozlowskiftr. 18. folgte, nur seine eigenen Wege wandelte. Mit großer Genugtuung Berlins die Drganisation der Sicherheitsbehörde sehr viel zu Berliner Partei- Angelegenbeiten. fichfter Anerkennung von Ungezählten verlaſſen wird.- Es war Nachts in Neubauten gefchlafen und Tags über zuweilen Gelegenheit Aller WünsHen übrig labt; klagt man in Berlin schon über die vielen unentdeckten Mörder, so ist der Polizeidienst in der Umgegend trotz der immensen Vermehrung der Einwohnerschaft immer noch auf primitive dörfliche Verhältnisse zugeschnitten. So wird es denn erklärlich, dag die beiden Kinder vielleicht hätten verkommen können, wenn eine Privatperson ihnen nicht zufällig zu Hilfe gekommen Ware. Bemerkt sei noch, daß den Eltern allseitig das beste Zeugnis ausgestellt wird. Die Kinder haben zwar eine Stiefmutter, doch hat diese sich ihrer stets in mütterlicher Fürsorge angenommen und sie zum Guten angehalten. Den Gedanken, die Kinder jetzt in Fürsorge- Erziehung zu geben, weist der Bater von sich, weil er mit Recht be- sürchtet, daß ein solcher Schritt ihnen erst recht zum Unheil aus- schlagen wird. Die Direktion des KonzerthimsrS Translateur ersucht uns um Aufnahme folgender Zuschrift:„Die in verschiedene Zeitungen lancierte Notiz von dem Abriß des Hauses Alexanderstr. 40(früher Aleraudcrplatz-Theater. jetzt Konzerthaus Translateur» entbehrt jeder Begründung. Die Translateur-Konzerte finden nach wie vor statt. Beim Ph-tographieren auf dem Glasdach tödlich verunglückt rst die 5 Jahre alte Tochter Johanna des Kassenboten Tappe aus der Kroncnstraße 66. Dieser wollte kürzlich die Kleine mit noch zwei anderen Kindern auf dem Glasdach photographieren. Er mußte auf einen Augenblick noch einmal hinuntergehen, um zum Apparat noch etwas zu besorgen und ließ die.Kinder allein. Diese spielten nun auf dem Glasdach und eines stieß die kleine Tappe um. Das Mädchen brach im Fallen durch das Dach, stürzte vier Stock tief in den Flur hinab und zog sich einen Schädelbruch zu. An dessen Folgen rst es jetzt in der Königlichen Klinik gestorben. Ein Bauunfall ereignete sich auf dem Neubau Lindensttaße 86. Das Mauerwerk für das Vorderhaus ist bis zur Höhe des t. Stock- Werks gediehen. Der Hofranm, der unterkellert werden soll, ist zwei Meter rief ausgeschachtet. Das Hintergebäude des' Nellcnhauscs, �indenstraße 35, ein einstöckiger Pferdestall sowie eine Geschirr kamuxr der Weingroßhandlung C. W. Schwechtcn Nachf. war durch eine Steife gesichert. Diese Sicherung genügte aber nicht. Gestern morgen gegen 8 Uhr stürzte die Stall- und Kammermauer in einer Höhe von 6 Meter und einer Breite von 5 Meter ein, die Trümmer- maßen fielen nach dem Neubau. Bon den Pferden winde das eine mit in die Tiefe gerissen. Es verbreitete sich das Gerücht, daß der Kutscher und zwei Bauarbeiter unter den Trümmern begraben lägen. Sofort wurde die Feuerwehr wie auch die Unfallstation alarmiert. Von der nahen Hanptfencrwache traf ein Löschzug ein und die Mannschaften begannen sofort mit den Rettungsarbeiten. Das Pferd wurde rasch befreit, es hatte kein« Verletzungen erlitten. Nach träglich stellte sich dann heraus, daß weder der Kutscher noch die Arbeiter verunglückt seien. Ein Maurer war allerdings unter den Trümmern begraben gewesen, doch war er von den Schuttmassen nur leicht bedeckt worden und hatte sich noch vor dem Eintreffen der Feuerwehr allein befreien können. Er hatte nur leichte Haut- abschürfungen erlitten und konnte die Arbeit sofort wieder auf- nehmen. Drei Straßenräuier wurden von der Kriminalpolizei unschädlich gemacht. Vor einiger Zeit fand im Osten der Stadt ein Fest der Eisenbahner statt. Ein Beamter, der erst spät nach Beendigung seines Dienstes gekommen war, wurde auf dem Heimwege am Kiistrmer Platze von fünf Strolchen unversehens überfallen, zu Boden geschlagen und beraubt. Nach Veriibung des Verbrechens entfloh die Rotte. Im Laufe des Tages gelang es, einen der Täter, einen gewissen Gregor, zu ermitteln und festzunehmen, die vier anderen aber waren nicht zu finden. Gestern entlich wurden zwei weitere Teilnehmer an dem räuberischen Ucbcrfall, junge Burschen, namenS Zeckmann und Pfuhl, entdeckt und dingfest gemacht. Zeckmann leugnete hartnäckig, obwohl er das Messer des Beraubten noch in der Tasche hatte. Beide wurden heute nach Moabit in Untersuchungshaft gebracht. Die Rotte gehört zu den jugendlichen Strolchen, die sich arbeitsscheu mnhertreiben und bei ihren Eltern, die von ihrem Treiben leine Kenntnis haben, wohnen. Ein„literarischer Diebstahl" ist in dem Hause Möckernstr. 133 verübt worden. Hier hat die Witwe des Schnldirektors Ackermann, die am Halleschen Ufer 1—2 wohnt und die von ihrem Mann ge- gründeten Zeitschriften.Unterrichtszeitung zur Fortbildnug in den allgemeinen Wissenschaften" und..Unterrichtszeitimg für Kapitulanten und Militäranwärter der deutschen Armee und Marine" verlegt, einen Lagerkeller. In diesem lagen seit einem halben Jahre zwei Jahrgänge dieser Zeitungen im Gewicht von etwa 60 bis 60 Zentnern. Seit ebenso langer Zeit hatte niemand vom Geschäft den Keller mehr betteten. Als Frau Ackermann vor einigen Tagen mit ihrem Sohne einmal wieder hineinging, weil sie Gelegenheit hatte, den ganzen Vorrat zu verkaufen, fand sie den Verschlag erbrochen und das ganze Lager geräumt. Ob man das Lager auf einmal oder nach und nach gestohlen und weggeschafft hat, weiß man nicht, weil niemand sich erinnert, die Einbrecher bei der Arbeit gesehen zu haben. Kein Tag ohne Eiscnbalmunfall. Beim Rangieren verunglückte gestern nackmittag um 5'/z Uhr auf dem Schlesischen Güterbahnhof der 26 Jahre alte Wagenwäscher Hermann Rohr, Müncheberger- straße 31, der einzige Sohn seiner verwitweten Mutter. Während er einen stehenden Wagen wusch, fuhr ein Rangierlvagen auf diesen auf, ohne daß er die ihm drohende Gefahr wahrgenommen hatte. Zwischen beiden Wagen erlitt er am Kopf, an der Brust und an den Beinen starke Onetschnngen und wurde besinnungslos ins Kranken- hanS gebracht. Die Wissenschaft auf dem Brettl. In den ersten Tagen des Jahres 1897 wurde bekannt, daß es dem Münchener Professor Linde gelungen war, die atmosphärische Luft zu verflüssigen. Er ließ die Lnft von gewöhnlicher Temperamr. die ans 200 Atmosphären Druck gebracht ivar, durch ein doppelte« Röhrcnsystcm streichen, von dem das eine vom anderen umschlossen wird. Im inneren Röhrensystem wird die Luft ans dem hohen Druck gehalten, tritt sie aber durch ein Ventil in das äußere System über, so sinkt der Druck bis auf 16 Atmosphären, so daß die sich mäßig ausdehnende Luft eine Temperawrermedrigung von 40 bis 50 Grad erleidet. Da das äußere Röhrensystem das innere ningiebt, so wird auch die Lust von dem hohen Druck stark abgekühlt; sie gelangt dann in da? äußere System unter niedrigerem Druck und zu noch niedrigeren Temperaturen. In dem äußeren System kommt die Lust wieder in den Kompressionsapparat, wo sie noch einmal, unter Wegleitung der dadurch entstehenden Wärme, ans hohen Druck gebracht wird, worauf ihr Kreislauf von neuem beginnt. So wird die Luft bei jedem Dnrchstreichen der beiden Röhrensysteme erheblich abgekühlt und kommt dadurch bald auf eine Temperatur von etwa 200 Grad unter Null. Läßt man sie dann�in die Atmosphäre austreten, so wird sie flüssig und kann in beliebigen Gefäßen stundenlang stehen, bevor sie völlig verdampft ist. Denn bei der Berdampfnng entzieht sie ihrer Umgebung Wärme, wird dadurch au rascher Erwärmung gehindert und bleibt flüssig. Eigentlich muß man sich wundern, daß erst jetzt, nach Verkauf von acht Jahren dies interessante Verfahren in den Dienst des Spezialitätentheaters gestellt ist. das doch sonst umhergeht wie ein brüllender Löwe und suchet, wen cS verschlinge. Im Winter- garten führte gestern ein Herr, der sich Professor Wilson nennt, seinen mit flüssiger Lust gefüllten„Wunderkessel" vor. Von der Hcr- stellnng dieser Luft steht das Publikum nichts; ein Gefäß in Form eines Teekessels steht auf der Bühne und sein infolge des Gehalts an Kohlensäure milchig aussehender Inhalt schlägt in dicken Dämpfen zur Erde nieder. Aber die mit der flüssigen Lust ausgeführten Experimente find interessant genug. Schon daß der Kessel auf einem massiven Eisblock steht und lustig iveiter dampft, wirst verblüffend, und die Art, wie die ungeheure Kälte seines Inhalt» Weintrauben. Gummibälle und. Blumen zu hartem, sprödem Stein gestieren macht, wie die Bereitung von köstlichem Speiseeis durch flüssige Lust eine *•'— aus Ouecksilber mit ihrer Hülse ein stahlharter Hammer geformt wird— diese Experimente und zahlreiche andere dazu lvirken verblüffend. Da aus der Verbindimg einer höheren Kunst mit dem Brettl nichts Rechtes geworden ist, kann man zufrieden sein, daß wenigstens ein Stück Wissenschaft dort in amüsanter Weise demonstriert wird. Einen Gustav Falke-Abend veranstaltet die Volkskunstkomniission am Sonntag abend T'/q llhr im Festsaale des Gymnasiums, Savigny- platz, Charlottenburg. Es kommen nur Sitzplätze a 0,60, einige reservierte a 1 M. in den Chartottenburger Buchhandlungen, Bloch, Brnderstr. 1, Dürcrhaus. Kronenstr. 18, und im Verein zur Förde- rung der Kunst, Albrechtstt. 11, zur Ausgabe. Orgelkonzert. Montag, den 31. Ostober, abends 71li Uhr. spielt Musikdirektor Otto Tienel in der Marienkirche Orgellompositioncn über«Ein feste Burg". Frau Charlotte Kimpel, Herr Ludwig Schubert, der Cellist Herr Otto Tormin und der Grell-Verein unter Leitung von Herrn Hans Pisoke unterstützen den bei freiem Eintritt stattfindenden Orgelvortrag. Theater. Julius Freunds neue große AusstattungSpoffe mit Gesang und Tanz:«Die Herren von Maxim"(Musik von Victor Holländer), welche am heutigen Sonnabend im Metropol-Theater von Direktor Richard Schultz inszeniert zum erstenmal aufgeführt wird, ist eine völlig freie Bearbeitung von Flers„ M e s s a I i n e t t e", in 6 Bildern. Das 6. Bild gipfelt in einem glanzvollen, vom Ballettmeister Ernesto E manuele arrangierten, Ballett betitelt»Im Reiche des Lichts".— Zentral- Theater. Heute gelangt«Der Generalkonsul", Operette in 3 Akten von Alex. Landsberg und Leo Stein. Musik von H. Reinhardt zum erstenmal zur Äufführung. Hervorragend beschäfttgt sind dabei die Damen: Mia Werber, Gusti Förster, Marie "astert, und die Herren: Emil Albes, Rudolf Ander, OSkar Braun, �arl Knaack, Karl Schulz und Edmund Löwe.— National» Theater. Die für heute angesetzte Ersianfführung der Suppöschen Operette«Donna Juanita" muß wegen technischer Schwierigkeiten auf morgen, Sonntag, verschoben werden. — Adolf Klein, der in BjöcnsonS Schauspiel«Dagland" die Rolle des GutöbesttzerS Dag spielt, ist auf Anregung Ludwig Fuldas zur künstlerischen Mitwirkung in, Deutschen Theater gewonnen worden— zunächst auf zwei Monate. In Fuldas.Maskerade" wird Adolf Klein, der nach wie vor dem Verbände dcS Lessing-Theaters angehört, die männliche Hauptrolle, die Sonnenthal in Wien spielt, darstellen.— Im Trianon- Theater findet am Montag die 26. Aufführung von„GastonS Frauen" statt.— Im Schiller- Theater N.(Friedrich Wilhelmstädtisches Theater) wird das Mosersche Stück«Krieg im Frieden" heute, Sonnabend, und morgen, Sonntag abend wiederholt.— Das Schiller-Theatec 0. (Wallner-Theater) bringt, um vielfach ausgesprochenen Wünschen seiner Besucher nachzukommen, heute sowie Sonntag abend Wieder- holungen von Grillparzers historischem Trauerspiel«Die Jüdin von Toledo". In Sachen der Reuendorfer Brandstiftungen haben dieser Tage vor dem Untersuchungsrichter beim Landgericht in Potsdam wiederum neue Vernehmungen stattgefunden, wobei besonders die Aussage einer Frau Kroll ms Gewicht fiel. Sie hat Wahrnehmungen ge- macht, durch die der Verdacht der Täterschaft ans eine Person, welche mit einem der Besitzer der in Brand gesetzten Häuser verwandt ist, gelenkt wurde. Auch dieser Mann wurde vernommen und bestritt, von den Brandstiftungen etwas zu wissen. Die Er- Hebungen danern noch fort. Im Interesse des 14jährigen Schmiede- lehrlings Hohnstcin, der sich noch immer in Haft befindet, wäre es zu wünschen, daß bald Licht in die dunkle Angelegenheit gebracht würde. In den drei Häusern, welche durch die Brandstiftungen ihren Dachstuhl eingebüßt haben, sind inzwischen die in allen drei Etagen wohnenden Mieter ausgezogen, meistens au§ Furcht vor weiteren Brandstiftungen. Friedenau. Am 9. November d. I. werden es 30 Jahre, daß unser Vorort zur selbständigen Gemeinde erhoben wurde. Dies Jubiläum soll durch Festessen und Kommers gefeiert werden, deren Kosten die Allgemeinheit ttagen soll. Die Gemeindevertretung bewilligte in geheimer Sitzung 1600 M. zu dem löblichen Zwecke.— Zur Orientierung für die Steuerzahler sei darauf hingewiesen, daß an dem Festessen nur geladene Gäste teilnehmen dürfen. Rixdorf. Schlver zu Schaden gekommen ist am Donnerstag abend an, hiesigen Rthanse der 61jährige Klempner Robert Hei» ans der Kopfsttaße 44. Beim Ueberschreiien des Straßcndammes wurde H. von einem im schnellsten Tempo daherjagenden Geschäfts- fuhrwerk der Mehlhandlung Otto Wiencckc hterselbst umgerissen und überfahren, wobei er einen Bruch beider Beine, Fingerbrüche an der linken Hand, eine schwere Kopfwunde und andere erhebliche Ver- letzungen erlitt. In sehr bedenklichem Zustande wurde der Ver- unglückte im Rixdorfer Krankenhaus aufgenomnren. Auf dein Wochenmarkt am Maybachufer werden in letzter Zeit fast täglich Taschendieb stähle ausgeführt, ohne daß es bis- her geglückt wäre, die Täter abzufassen. Hausfrauen, welche den Markt besuchen, sei daher geraten, ihr Portemonnaie gut zu ver- wahren. An Stelle deS in den Kolonialdicnst übernommenen Polizei- ratS Boesel wird der bisher in Stettin beschäftigte Polizeirat Dr. Welsch am 1. November nach Nixdorf versetzt.> Verrnilcktes. Kleinigleit ist, wie__.__.___ Bcrantw. Redakteur: Paul Büttner. Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin Zu dem großen Speicherbrand in Hamburg meldet das„Ham- burger Echo": Durch das Feuer ist der Konsum-, Bau- und Spar- verein„Produltion" schwer betroffen worden. Zunächst ahnte nie- mand, daß von dem jenseits des recht breiten Kanals ausgcbrochenen Feuer die Gebäude des Vereins bedroht sein könnten. Von den Räumen aus beobachtete man ahnungslos das Schauspiell Plötzlich aber wälzten sich mit fürchterlicher Schnelligkeit brennende Oelmassen über das Wasser, den ganzen Kanal weithin in ein Flammenmeer verwandelnd, und drangen gegen den großen Lagerspeicher der„Pro- duktion" und den daneben liegenden Neubau. Tie Feucrsäulen schlugen an dem Speicher in der ganzen Höhe empor, dasselbe vom Erdgeschoß bis zum Dachstuhl in einem Nu in Flammen setzend. Durch die ungeheuere Glut barsten die Fenster, in wenigen Minuten brannte es an allen Enden. An ein. Löschen und Retten war gar nicht zu denken; das Personal mußte eiligst sich in Sicherheit bringen. So rasch griff das Feuer um sich, daß man beispielsweise trotz der ganz erheblichen Tiefe des Gebäudes nicht einmal aus dem Comptoir die Pulte sämtlich zu retten vermochte. Ter große Speicher ist völlig ausgebrannt und dermaßen beschädigt, daß er jeden- falls von Grund auf neu errichtet werden muß. Die Waren sind selbstverständlich total vernichtet. Als ein großes Glück darf es bezeichnet werden, daß eS gelungen ist, die Bäckerei zu retten. Zeitweise schien es, als ob auch dieses prächtige Gebäude mit seinen großartigen Einrichtungen dem Feuer zum Opfer fallen werde. Es ist bei äußeren nicht allzu umfangreichen Beschädigungen der Mauer durch die Feuersglut geblieben. Am allcrbedauerlichsten aber ist es, daß da? in einem Holzschuppen zwischen Speicher und Bäckerei untergebrachte Baugcrü st modell der Zentralkom- Mission fürArbeitcrschutzein Raub des Feuers geworden ist. Dasselbe war völlig fertiggestellt, der Möbelwagen zur Ver- ladung nach Charlottenburg stand bereits auf dem Hofe, schon waren einzelne Gerüstteile— die Türme zum Beispiel und das Gerüst der Rückwand— verpackt, als das Verhängnis hereinbrach. In wenigen Minuten war das Produkt wochcnlanger, mühseliger Arbeit ein Haufen rauchender Trümmer. Selbstverständlich ist die„Produktion" durch Versicherung gegen den erwachsenen Schaden völlig gedeckt; das Warenlager ist mit 172 000 M., die Gebäude sind mit 300 000 M. versichert. Die Mitglieder können also völlig beruhigt sein. ES erscheint kaum glaublich, daß heute schon Leute kamen, ihr Geld in Sicherheit zu bringen. Da» sollte man doch wissen, daß gegen FcuerSgefahr solche Institute stets gesichert sind. Das sollten auch die H e r r e» Krämer wissen, die bekannten Mitgliedern der„Produttion" schon triumphierend aus der Straße nachriefen, als sei der ganze Verein zum Teufel. Der Betrieb des Vereins erleidet nicht die mindeste Unterbrechung, wenngleich der Verwaltung na» türlich mancherlei Unbequemlichkeiten und Mehrarbeiten erwachsen werben. Höchst bedauerlich ist. Laß das schöne Bauarbeiter-Schutz- gerüst nicht versichert war. Das liegt aber, wie konstatiert werden muß, nicht an den verantwortlichen Personen, sondern daran, daß die Versicherungsgesellschaften sich weigerten, es zu ver- sichern. Zwingen kann sie dazu bekanntlich niemand. Ten be- teiligten Arbeiterorganisationen erwächst dadurch ein Verlust in Höhe von 9000 M.; obendrein erleidet die Aufstellung des Modells durch den erforderlichen Neubau eine ebenso unangenehme Ver- zögcrung. Von dem Oellager der„Deutschen Vacuum-Oil-Company" ver- brannten 4000 Fässer mit amerikanischem Mineralöl und 600 Schmierapparate. Die Schmicrapparate haben, einen Wert von je 100 M. Die Vacuum-Gcsellschaft ist mit keinem Pfennig versichert, jedoch soll ihr Geschäftsbetrieb leine Störung erleiden, da sie in Deutschland noch 40 000 Fässer lagern und 17 000 Fässer Oel schwimmen hat. Grubenunglück. Hn der Nacht zu gestern stürzte auf dem Hille» brandt-Schacht der Gefttessegengrube in Anton ienhütte bei den Schachtarbeiten eine hölzgrne Buhne ein und ritz sechs Arbeiter auf 20 Meter mit in die Tiefe. Sämtliche Arbeiter wurden tödlich verletzt. Neber einen SensationSprozeß, der auch nach Berlin hin spielt, wird der„Vossischen Zeitung" aus Leoben gemeldet: Heute be- gann vor einem Erkenntnissenate dcS hiesigen Kreisgerichts die Strafverhandlung gegen Elvira Leontine B e l l a ch i n i, verwitwete Hervay v. Kirchberg, deren Mann Bezirlshauptmann von Mürzzuschlag war und am 24. Juni d. I. durch Selbstmord aus dem Leben geschieden ist. Die Anklage lautet auf Bigamie. Am 16. Mai 1903 hatte sich im Gasthause zum„schwarzen Adler" in Mürzzuschlag eine Fremde als Tamarft Baronin Lützow aus Nizza gemeldet. In dem Meldezettel hatte sie den 18. Juli 1877 als ihren Geburtstag bezeichnet. Sie gab sich allgemein als Eigentümerin eines großen Vermögens und als Tochter eines hochadcligen Ge» schlechtes aus. In Wahrheit ist sie die am 18. Juli 1860 in Posen als Tochter des einst sehr brillanten Zauberkünstlers Samuel Bellachini geboren worden. Nach kaum zweiwöchentlichem Aufenthalt in Mürzzuschlag verlobte sie sich mit dem dortigen Bezirkshauptmann Franz Hervay v. Kirchberg. Am 9. August nahm der Pfarrer von Niürzzuschlag die Trauung vor. Aber bald waren in der Bevölkerung Gerüchte über ihr Borleben gedrungen, die den Bezirkshauptmann zwangen, selbst Erkundigungen einzuziehen. Bon der Wiener Polizei» direkt um wurden ihm die Erhebungsberichte mitgeteilt, die ihm da» Lügengewebe seiner Frau enthüllten. Am 21. Juni wurde Frau v. Hervay in Wien verhaftet, am 24. Juni erschoß sich der Bezirks. Hauptmann. Die Erhebungen hatten zutage gefördert, daß die An- geklagte am 26. Mai 1881 vor dem Standesamte IV zu Berlin mit dem Agenten Cuntz eine Ehe eingegangen war, die infolge einer Klage des Ehemanns im Jahre 1886 wieder gelöst worden war. 1883 heiratete sie in Helgoland den durch den Leckert-Lützow-Prozeß be» kannt gewordenen Freiherrn Karl Ehr. v. Lützow. 1894 wurde auch diese Ehe auf die 5klage des Gatten hin getrennt. 1896 wurde sie in Neapel durch den deutschen Konsul mit dem preußischen Premier. leutnant E.». v. Schewe ehelich verbunden. Diese Ehe wurde 1900 vom Landgericht Berlin getrennt. Am 7. Juli 1900 verehelichte sie sich in London mit dem Gutsbesitzer Leo P. M. Meurin. Diese Ehe wurde vom�andgericht Trier mit Urteil vom 11. November 1903 geschieden. Am 9. August 1903, am Tage der Vermählung mit Hervay, bestand also diese Ehe noch mit Meurin recht. Die Angeklagte hatte erklärt, nur einmal, und zwar mit Lützow, getraut worden zu sein, von dem sie sich habe scheiden lassen. Weiter ist die Beschuldigte auch der Falschmeldung angeklagt. Ueber den Ausgang des Prozesses werden wir berichten.' Eisenbahnnilglück. Aus Kassel wird vom Freitag gemeldet: Als heute vormittaq 10 Uhr 45 Minuten der Personenzug Nr. 265 aus der Station Gudensberg ausfuhr, entgleiste die Lokomotive. Der Führer der Lokomotive und der Heizer wurden schwer verletzt. TaS Hoch auf den Herrgott. Weil sie ein dreifaches Hoch auf den Herrgott ausgebracht, wurde in Blankenburg eine grau aus Holzerodc zu einer Geldstrafe von zehn Mark ver- urteilt. Sie hatte beim GraStanzefest die Ansprache zu halten und glaubte nun, die Rede, in der sie Gott für den Erntcsegen dankte, nicht wirksamer schließen zu können als durch ei» kräftiges«Drum stimmt ein mit mir in den Ruf: unser Herrgott, er kebe hoch, und abermals hoch, und zum drittenmal hoch!" DaS Schöffengericht i ahm an, die Frau habe nicht beabsichtigt, die Religion zu verspotten, und es sei ihr mit dem Ruf völlig ernst gewesen, aber die unpassende Wendung habe doch auf manchen Zuhörer verstimmend gewirtt, und darum sei auf eine Strafe von 10 M. zu erkennen.— War eS denn wirklich nötig, wegen dieser Harmlosigkeit den Groben Unfugpara- graphen auszunutzen? Von dem Erdbeben in Skandinavien sind, wie schon erwähnt, Ausläufer der Erschütterungswellen auch an der Ostseeküste Deutsch- lands verspürt worden. Auch in Greifswald waren die Erdbeben- wellen, wie der„Täglichen Rundschau" geschrieben wird, noch deutlich zu beobachten: die Erschütterung trat zwischen lOjh und 12 Uhr ein und dauerte nur einige Sekunden; im Küstengebiete Westpreußens, so z. B. in Danzig, verliefei die Erschütterungen wie bei einem richtigen Erdbeben; man spürte zunächst ein leichtes Heben de» Bodens, während in den nachfolgenden Bcbenwellen die Hebungen und Senkungen nicht mehr als solche, sondern bei dem schnellen Verlauf der Erschütterungen mehr als eine Hin- und Her- scbwingung empfunden wurden. Dieses skandinavische Erdbeben ist kein sogenanntes Einsturz-Erdbeben gewesen, wie sie in Deutschland im säcksischen Erzgebirge vorkommen, wo tiefe, in der Erdrinde be- findliche mächtige Hohlräume einstürzen; die Größe und Wucht der herabstürzenden Massen erschüttert dann begrenzte Gebiete der Nach- barschaft. Bei dem letzten Erdbeben in Skandinavien handelt es sich nach Ansicht des bekannten Erdbebenforschers Prof. Svedemark um ein höchst seltenes Zusammenwirken sämtlicher nordischen Erd» bebenmittelpunkte, von denen allein auf den Bereich Schwedens drei selbständige Gebiete fallen. Diese stehen mit ursprünglichen Ausbruchhcrden in Verbindung und verteilen sich auf die Gegend Alnoe(Spuchsvoll), Dcllensee(Helsingland) und Mien(Smoland). Die vulkanische Tätigkett dieser alten Kraterherde hat natürlich schon seit undenklichen Zeiten ihr Ende erreicht, doch legen deutliche An» zeichen noch heute Kunde davon ab, mit welcher ursprünglichen Ge- walt die vulkanischen Mächte einstmals»uf skandinavischer Erde ihres Amtes gewaltet haben. Marktpreis« von Berlin am 27. Oktober. Nach Ermittelungen de» kql. Bolizci.Präsidiums. Für l Dappel-Zentner- Weizen«), gute Sorte 17,55—17,54 M.. mitte! 17,53—17,52 M., geringe 17,51—17,60 M. Roggen"), gute Sorte 13,70-00.00 M.. mittel 00,00-00,00 M.. aeringe 00,00— 00,00 OT. Futtergerste«), gute Sorte! 5,30— 14,60 M. mittel 14,50 bis 13,40 M., geringe 13,30-12,20 M. Haler«), gute Sorte 15,40-15,50 M.. mittel 15,40—14,60 M., geringe 14,50-13,70 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 40 00-30,00 M. Speilebohnen, weiße 50.00-30,00 W. Linsen 50.00-30.00 M. Kartoffeln».00-7.00 M. Richtjtvoh 0,00-0,00 M, Heu 0,00-0,00 M. Für ein Kilogramm Butter 2,80—2,00 M. Eier Per schock 4,50— 3,00 M. *) Frei Wagen und ab Bah«.") Ab Bahn. Wasserstand am 27. Oktober. Elbe bei Nusslg- 0,43 Meter bei Dresden— 4.77 Meter, bei Magdeburg-f 0,42 Meter.— U n st r u t bei Straichfurt-I- 0,75 Meter.— O d e r bei Ratibor-s- 3,50 Meter, bei Breslau Ober.Pegel+ 5,04 Meter, bei Breslau Unter. Pegel— 0.92 Bieter, bei Franksurt+ 0,08 Meter.- W e t ch s e l bei Brahemunde+ 2.32 Meter.— W a r t h e bei Posen+ 0,02 Meter. N e tz e bei Usch— Meter. Wetter Proauole für Saunabend.'den SS. Oktober 1V04. Nachts sehr kühl, am Tage wärmer, zunächst meist heiter und tto«« bei mäßigen jüdösUichcn Winden: später zunehmende Bewölkung. Berliner Setlerbureau. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerci u. VerlagSanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW, Nr. 255. 21. Iahrgasg. 2. KeilM des Joeniittf fetlinn WksdlM ZSltNbtlld, 29. Oktober 1904. Der Kampf um die Erbschaft. Die Verhandlung einer umfangreichen Anklage wegen Dieb- stahlS und Hehlerei, bei welcher es sich um die behauptete Aus- Plünderung eines alten Herrn durch seine Wirtschafterin handelt, begann gestern vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts II unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors H o f h e i» z. Auf der An- klagebanl saßen: die 24jährige Gesellschafterin Wilhelnnne Habe» nicht, der Ingenieur Erich Manegold und die PförtncrSfrau Berta Krüger. Die Anklage vertritt Staatsanw.-Rat Mittag. Die Verleidigi.ng führen Justizrat Dr. S e l l o und die Rechts- anwalte Dr. Friedländer und Löwenthal. Als Sach- verständige wohnten der Verhandlung bei: Kreisarzt Dr. Kettler- Schöneberg, Dr. Karl S e n z- Charlottenburg, Dr. med. Hans M ü g g e und Professor Dr. B o z z i. Die Angeklagte Habcnicht, die Tochter eines kleinen Sattlers aus der Provinz, kam 1902 nach Berlin und trat hier nnt einem Regierungsbaumeister in Ver- bindung, auf_ dessen Kosten sie hier eine Handelsschule besuchte. Zuerst wohnte sie in Charlottenburg und lernte den Studenten M. kennen. der später ihr Bräutigain wurde. In der Familie des Schlächtermeisters Homuth in Charlottenburg lernte sie den früheren Schlächternreister, spateren Privatier Eger, einen 63jährigen, sehr vermögenden Herrn kennen, und dieser interessierte sich für sie sehr lebhaft. Der alte Herr war Witwer. Seine Frau, die ein Vermögen von ca. 340(XX) M. besessen hat, zu welchem u. a. ein Haus am Viktoria-Luiseplatz 12 gehörte, war am 10. Juli 1902 gestorben. Das Egersche Ehepaar hatte ein gegenseitiges Testament geinacht, und der Nießbrauch des Vermögens der Frau blieb dem alten Herne bis zu seinem Tode. Dessen Interesse für die Habenicht wurde größer und größer, er machte ihr reiche Geschenke, reiste mit ihr u. a. zur Ausstellung nach Düsseldorf und vernachlässigte darüber völlig seine Tochter und deren Ehemann, den Polizeileutnant P. Frl. Habenicht gewann eine» maßgebenden Einfluß ans den alten Herni, der noch mehr wuchs, als sie zu ihm in das Haus Viktoria-Luiseplatz 12 als Wirtschafterin und Gesellschafterin zog. Sie war dort die Allein- Herrscherin, trat als.Nichte" bezw. Tochter auf und ihre Anwesen- heit im Hause veranlaßte die Tochter und den Schwiegersohn des Herril Eger, ihre Besuche bei dem Vater einzustellen, insbesondere nachdem der Frau P. bei einem ihm zugedachten Besuche nicht geöffnet wurde, obgleich sie im Korridor Schritte hörte. Fräulein Habenicht ging es in ihrer Position sehr gut, sie machte inst den, alten Herrn Reisen, erhielt verschiedene kostbare Schmucksachen zum Geschenk und besuchte mit thm u. a. den SubskriptionSball, tvobei er sie mit Brillanten seiner Frau schmückte. In letzter Zeit wurde Herr Eger immer kränklicher und schwächer und kam aus dem Bett kaum noch heraus. Die Angeklagte pflegte ihn mit großer Sorg- falt, wie von seite eines behandelnden Arztes anerkannt wurde, sie hatte die Schlüssel zu sämtlichen Behältnissen und verfügte selbst über den Schlüssel zuin Geldschrank. An, 22. August 1903 verstand sich Herr Eger dazu, ein Testament zugunsten der Angekl. Habenicht zu machen, wonach diese nicht nur das gesamte Mobiliar zc., sondern auch das Haus am Viktoria- Luiseplatz erhalten sollte. Herr Eger war auch mit dem Studiosus Wi. bekannt geworden, dieser besuchte ihn häusig und ging n,it ihm spazieren und in die Theater. Am 23. Ottober erhielt der Schwieger- söhn des Herrn Eger von dritter Seite die Nachricht, daß eine große Erbschleicherei im Gange sei. Polizeileutnant M. traf sofort seine Gegenmaßregeln und wies vor allen Dingen die Habenicht aus der Egerschen Wohnung heraus. Der alte Herr lag damals schwer krank im Bett, war ganz apathisch und auf ärztliche An- ordnung war für ihn eine Pfleaeschwester bestellt worden. Als seine Tochter bei ihm erschien. war er ziemlich unzugänglich und antwortete auf die an ihn gerichteten Fragen so gut wie gar nicht. Seine Apathie verringerte sich aber an den nächsten Tagen. Als Frau Polizeileutnant P. an den Geldschrank ging und dem Vater sagte, daß gar nichts darin sein, bekain Herr Eger einen großen Schreck und sagte, daß eS dann nur das Fräulein Habenicht haben könne. Bei einer bei der letzteren vorgenommenen Haussuchung wurden nicht nur zahlreiche kostbare Schmuckgegen- stände vorgefunden, sondern auch ein ganzer Korb mit allerlei Gegenständen, die teils Eigentum des alten Herrn waren, teils aus der Hinterlassenschaft der verstorbenen Frau herrührten, und 3120 M. bar. Der Angeklagte M. war im Besitze eines Depotscheins der Reichsbank über ein daselbst auf den Ramm der Habenicht hinter- legteS Paket mit 17 000 M. und eines Depotscheins über 3000 M.. die bei dem Bankier Tietz lagerten.— Der Korb mit den ver- schiedenen Gegenständen war eines Tages unter Mitwirkung der Frau Krüger in deren Wohnung geschafft worden und deshalb ist sie aus die Anklagebank gekommen.— Nach der Behauptung der Frau Polizeileuwant P. hat ihr Vater auf wiederholte Fragen wiederholt bestritten, Gelder oder Schmuckgegenstände verschenkt zu haben. Der alte Herr Eger ist am 12. Januar gestorben. Er hatte vorher noch am 9. Dezember sein Testament geändert und die im ersten Testament der Angeklagten Habenicht ausgesetzten Zuwendungen widerrufen, Es entspann sich dann ein weitsichtiger Ctvilprozeß, denn Frl. Habenicht klagte gegen das zweite Testament und beanspruchte das Haus Viktoria-Luisc- Platz 12 und die Herausgabe der bei ihr beschlagnahmten Sachen und Werte, die sie für ihr Eigentum ausgab. Ste behauptete auch im gestrigen Termine, daß Herr Eger ihr die Schmuck- gegenstände, von denen mehrere sehr wertvoll waren, geschenkt habe, ebenso die übrigen bei ihr vorgefundenen Gegenstände. Der alte Herr habe ihr oft gesagt, daß sie doch nehmen solle, was sie brauchen lomie, denn ihre Tochter bekäme doch noch genug!«dort spielten schon die Kinder mit Brillanten". Solche Aeußerungen will auch Frau Krüger, die Pförttrcrsrau im Hause Viktoria-Luiseplatz 12 war, mehrfach von dem alten Herrn Eger gehört haben, ebenso der Angeklagte M. Dieser bestreitet jede Schuld und behauptet, daß nach allem, was er gehört und gesehen, er zweifellos annehmen mutzte, daß Frl. Habenicht wirklich, wie sie behauptete, diese Gelder von dem altern Herrn geschenkt erhalten habe, damit sie im Falle eines plötzlichen Todes sicher gestellt wäre. Im Gegensatz zu den Behauptungen des Kriminalkommissars Rucks und der Polizeibeamten, die am 23. Oktober die Katastrophe in der Eger- schen Wohnung herbeiführten, bleibt der Angeklagte M. dabei, daß er auf Befragen sofort den Besitz der Depotscheine ohne weiteres kundgegeben habe.— In bezug auf die bei ihr vorgefundenen 3120 M. bar hatte die Habenicht zuerst der Polizei zugegeben, daß das Geld dem Herrn Eger gehöre. Sie habe 80 M. zu bezahlen gehabt, zu diesem Zwecke das Geld aus dem Geldschrank genommen und würde den Rest sicher wieder in den Geldschrank gelegt haben. Am anderen Tage hat sie behauptet, daß der alte Herr ihr das Geld zu dem Zwecke gegeben habe, um siir den Fall seines plötzlichen Ablebens Geld zur Bezahlung von Rechuuiigeii,»ur Beschaffung von Trauerkleidern, zu Zwecken des HauseS Victoria- Luise- Platz 1-- -ur Verfügung zu haben. Von den medizinischen Sachver- ständigen hat Kreisarzt Dr. Kettler. der am 23. Oktober vom Polizeileuwant P. hinzugezogen wurde, die Ueberzeugung, daß der alte Herr zu jener Zeit geistig nicht diSposittons- fähig war. die übrigen drei Aerzte, die nach einander mit der Be- Handlung dcS Kranken beschäfttgt waren, haben an demselben Spuren einer mangelnden Dispositionsfähigkeit nicht wahrgenommen.— Die Pflegeschwestcr bestätigte gestern, daß der alte Eger wiederHoll gesagt habe: seine Kinder hätten ihn so geärgert, daß sie eigentlich gar nichts von ihm erhalten sollte», dann habe er sich mit den Kiiidern wieder vertragen und nun sollten sie alles bekommen. Sehr zugunsten der Angeklagten Habenicht fiel die Aussage des Schlächtermeister Homuthschen Ehepaares aus. Danach habe die Habenicht zuerst gar keine Lust gehabt, zu dem alten Herrn zu ziehen, sie habe sich erst dazu verstanden, als der letztere zugesagt habe, sie ganz sicher zu stellen und ihr testamentarisch eine große Summe und das Haus zu vermachen. Herr Eger habe wiederholt gesagt, er würde die Habenicht als Tochter betrachten und behandeln, er habe ihr viele Schmucksachen geschenkt und als er kränker wurde, auch davon gesprochen, daß er sie heiraten möchte, um sie vor Scherereien nach seinem Tode zu bewahren.— Nach der Bekundung eines alten Bekannten des Herrn Eger, der dessen Rechtsgeschäfte besorgte, hat letzterer mehrfach erklärt, er habe dem Fräulein außer einigen Schmuckgegenständen nichts geschenkt. Dasselbe bestätigte der als Zeuge vernommene Polizeilentnant.— Die Beweisaufnahme erstreckte sich gestern auf die Vernehmung einer Reihe von Zeugen. Wir werden über das Ergebnis berichten. Versammlungen. _ Eine öffentliche Bcrsamuilung der Bäckergesellen, in welcher Schneider referierte, tagte bei Buggenhagen. Der Referent führte u. a. aus, der Verband habe in jüngster Zeit Verträge mit Konsum- vereinen in ganz Deutschland abgeschlossen, worin ein Minimal- Wochcnlohn von 21 M. festgelegt sei, 6 Tage in der Woche gearbeitet werde und die Arbeitszeit 8 Stunden bei sechs Schichten betrage. In Berlin werde bei diesen Vereinen ein Minimal-Wochenlohn von 26 M. gezahlt. Obgleich die Genossenschastsbäckerei in Berlin jeden: Gesellen einen Wochenlohn von 33 M. zahle und in der Woche nur 6 Tage je 10 Stunden arbeiten lasse, habe dieselbe doch den Mitgliedern einen ansehnlichen Nutzen ein- gebracht. Daß die Berliner Bäckermeister ein gutes Geschäft machten und höhere Löhne wohl zahlen könnten, hätten diese dadurch selber bewiesen, daß sie jüngst bei einer Gerichtsverhandlung— Klage gegen Hetzschold— erklärt haben, ihr Nutzen betrage 33% Prozent. In Rheinland und Westfalen sei infolge Eingreifens deS Verbandes der Wochenlohn von 16 und 17 M. auf 21 und 22 M. gestiegen bei zehnstündiger täglicher Arbeitszeit und sechs Schichten. Jemehr die Großbetriebe durchdringen, je besser werde sich die Lebenshaltung der Bäckergesellen gestalten, schon weil diese mit der» Kost- und Logis« Wesen am gründlichsten ailfräumten. Für Berlin werden als nächste Forderungen aufgestellt: 1. ein freier Tag in jeder Woche; 2. die durchschnittliche Arbeitszeit pro Tag oder Nacht darf nicht mehr als zehn Stunden betragen; 3. der Minimallohn muß auf 26 M. erhöht werden, wie er bereits vom hiesigen Konsumverein gezahlt wird. DaS fernere Ziel muß der Achtstundentag sein. Wenn der letztere eingeführt sei und die LehrlingSzüchterei ein- gedämmt, dann werde es in Berlin nicht mehr wie gegenwärtig Taufende von arbeitslosen Bäckergesellen geben. Zcntralverband deutscher Brauereiarbeitcr(Sektion l). Nach einem die schwierige Materie des JnvalidengesetzeS sachkundig be- handelten Vortrage des ReichstaaSabgcordneten Körften, der leb- hasten Beifall fand, machte der Vorsitzende H o d a p p die Versammlung nochmals kurz mit den Gründen bekannt, welche die Agitations- kömmission zur Verhängung der Sperre über die drei hiesigen Brauereien Bock I und II und Münchener Brauhaus bewogen hatten. In der Versammlung fand dieses Vorgehen allgemeine Zustimmung. Es wurde von verschiedenen Rednern nur bedauert, daß dies nicht schon früher unternommen lvordcn ist, und daß nicht noch einige Brauereien, tvie Wenn. Pfcfserberg und Königstadt, deren Verhalten bezüglich des Arbeitsnachweises nicht viel besser als das der obengenannten Brauereien sei, nicht mit hinein gezogen worden sind. Ein aus der Mitte der Versammlung gestellter Antrag, die Brauerei Königstadt in die Sperrnotiz mit aufzunehmen, wurde nach Be- kämpftmg durch Tröger und Richter aus taktischen Gründen zurückgezogen, dagegen nachstehender Antrag angenommen:„Die heutige Versammlung beschließt, die Sperre über die genannten Brauereien nicht eher aufzuheben, bis die Angelegenheit in be- friedigender Weife geregelt ist." Mitgeteilt wurde, daß das Münchener Brauhaus bereits 2 Mann von der Straße für den inneren Betrieb eingestellt hat. Es soll festgestellt werden, ob sie auch tarifmäßig bezahlt werden. Ter Braumeister von Bock I. der seinen Prozentsatz schon wieder voll hat, hat 2 Mann nach der Kronenbrauerei geschickt, wo sie eingestellt wurden. Leider gab auch wieder, wie fast in jeder Versammlung, die Brauerei des Herrn tappoldt, der als Friedensvermittlcr nach Hamburg gereist war, toff zu unliebsamen Erörterungen, indem dort ein Mann ohne Angabe von Gründen entlassen tvurde. Es wird angenommen, daß Herr Happoldt von all diesen Sachen nichts erfährt.— DaS Ergebnis der Verhandlungen vor dem Einigungscnnt wegen gänzlicher Ab- schaffung des Prozentsatzes, faßt Richter kurz dahin zusammen, daß die Brauereien nicht gewillt sind, ohne Aufhebung des Nummernzwanges den Prozentsatz fallen zu lassen. Die Verhandlungsteil- nehmer der Brauereien wiesen darauf hin, daß sie fortgesetzt ihre Mitglieder ermahnt hätten, auf das Recht der Prozentsatzeinstellung möglichst zu verzichten und wollen dies in Zukunft auch weiter tun. man möge deshalb Geduld haben bis zu einer anderweitigen Rege- lung. Sie hoben hervor, daß die Ausnutzung des Prozentsatzes von Jahr zu Jahr heruntergegangen ist, was zugestanden werden muß. Jedoch, betonte Richter, sei die Belastung der Kategorie der Brauer nach wie vor dieselbe, mehr als die Hälfte aller in den letzten sieben Jahren emgestelltcn Brauer sind aus Prozentsatz eingestellt. Richter schlägt vor. sich die Sache noch ein Jahr mit anzusehen resp. der Ägitationskommission freie Hand für weitere Verhandlungen zu lassen. Diesem Vorschlage schloffen sich T r ö g e r und Bauer an. Letzterer führte noch aus: Obwohl bei Auf- Hebung des Boykotts im Jahre 1894 die damaligen Leiter des- selben unseren Arbeitsnachweis auch mit dem Prozentsatz als einen solchen hinstellten den andere Gewerkschaften, wenn sie ihn bekoimnen könnten, mit Kußhand annehmen würden, wußten wir, lvelch Pferdefuß in dem Prozentsatz steckt. Daß die Brauereien ihn als Hemmschuh unserer Organisation benutzen, beweist die fast aus- schließliche Verlegung auf unsere Kategorie. Trotzdem haben wir erfreuliche Fortschritte gemacht, und tverden es auch weiter tun. Auch die Prozentsatzeinstellung niacht nicht immun gegen den Verband. Mancher Saulus ist schon ein Paulus geworden. Er schlage ebenfalls vor, bevor Gewalt angewendet werde, den Verlauf dieser Angelegen- heit noch ein Jahr zu beobachten. Richter macht zum Schluß auf die Krankenkasseudelegierienwahlen aufmerksam und empfiehlt die Wahl der von ihm verlesenen, von einer Kommission zusammen- gestellten Kandidaten. Hodapp erläutert die Wichtigkeit der Wahlen im Hinblick auf die darauf basierenden Wahlen zum Unfall-Schicds- gericht, Landesversicherungsvorstand, Reichsversicherungsamt usw. Der Zcntralverband der Handlungsgehülfen hatte zum Mttwoch abermals eine öffentliche Versammlung nach dem Buggenhagenschen Saal einberufen mit der Tagesordnung:«Die wahren und falschen Freunde". Auch diesmal waren zahlreiche Mitglieder de« Deutsch« nationalen HaudlungsgehüIfen-VerbandeS erschienen, doch ereigneten sich keinerlei Lärniszenen wie in der polizeilich aufgelöffen ver- sammlnng am vorigen Mittwoch; auch stach diese Versammlung dmch den ruhigen Ernst der Beratung sehr vorteilhast von der Montags« versanmilimg der Deutschnationalen ab. Gleich bei der Eröffnung wies der Vorsitzende Friedländer daraus hin. daß der Vorstand des Zentralverbandes mit der im letzten„Neuen Montagsblatt" veröffentlichten«uftorderung zum Besuch der deutsch-nationalen Bcr- saminlung nicht das geringste zu tun habe, es sich hier also um eine private Handlung einzelner Personen handeln müsse. Der Referent Georg Bernhardt behandelte alsdann die Frage der Kaufmannsgerichte und die Vorbereitungen zu den Beisitzerwahlen. Hierbei bemerkte er, daß er persönlich zwar der Ansicht sei, die sozialdemokratische Reichstagsftaktion hätte richtiger für als gegen die Errichtimg der Kaufmannsgerichte gestimmt, weil das Gesetz immerhin wesentliche Verbesserungen des bisherigen Zustandes ent« halte. Doch wolle er sich keineswegs im Gegensatz zur Frattion setzen, weil auch diese ihre ablehnende Haliuiig sehr reiflich erwogen habe. Den Vertretern einer Partei, die naturgemäß auf dem Boden der absoluten Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau stehe und die für die Festsctzuiig des Wahlalters auf das 21. Lebensjahr eintrete, könne kein Vorwurf aus der Ablehnung einer Vorlage gemacht werden, die das Wahlrecht der Frauen ohne iveiteres ausschalte und das Wahlalter der männlichen Wähler auf daS 30. Lebensjahr her« aufgesetzt habe, wenn auch die Frage des Frauenwahlrechts mit dem spezifischen Sozialismus direkt nichts zu ttm habe. Redner kritisierte scharf die Ausfälle der Deutschnationalen in ihrer letzten Versamm- lung gegen den Zentralverband und deren Stellungnahme zur Frauenkrage, empfahl ferner eine den Handlungsgehülfen möglichst günstige Fassung der kommnnaleir Ortsstatnten betreffs Einrichtung der Kaufmannsgerichte und kam zu dem Schluß, daß der Zeiitral« verband aus prinzipiellen Gründen ein Kompromiß mit den Deutsch- nationalen zu den Beisitzerwahlen ablehnen inüsse. In der Dis- ttlssion meldeten sich Gegner aus dem dcutschnationalen Lager nicht zum Wort und gelangte nach derselben die bereits mitgeteilte Reso- liltion zur Annahme. Tie Hausdiener, Packer und Packerinnen waren durch die Settionsleitting des Zentralverbandes der Handels-, Transport- und Verkchrsarbciter.'Verwaltungsstelle Berlin, zu einer öffentlichen Versammlung nach den Arminhallen eingeladen und recht zahlreich erschienen. Äugust Werner referierte über das Thema:„Die Lohn» und Arbeitsverhältnisse in den Warenhäusern und Engros- geschäften und wie können wir dieselben bessern." Gegenüber den Lohnkänipfen anderer Berufskrcise mit ihren oft recht bedeutenden Erfolgen sind die Hausdiener bisher die Bescheidenen gewesen.� Sie habe» noch nicht das Vertrauen zu sich und dm Mut gehabt, für die Verbesserung der Löhne allgemein in die©chraulen zu treten. Deshalb ist auch der Lohn so niedrig, daß selbst die durch den Arbeits- Nachweis des Verbandes vermittelten Stellen nur einen Durchschnittslohn von 20,40 M. im Jahre 1903 aufweisen. Der Haus- diener ist das wertvollste Ausbeutungsobjekt des lintcmehmers, denn oft werden Kollegen, die längere Zeit im Geschäft tätig sind, zur kauf- männifchen Arbeit, Expedition usw. herangezogen, ohne daß eine entsprechende Mehrbezahlung stattfindet. In einem größeren Kon- feklionsgeschäft waren die Hausdiener um eine kleine Lahnaus� befferung eingerommm und ivnrden auf die Straße gesetzt; bei den Verhandlungen mit den Chefs stellte sich heraus, daß einer der Ge- maßregelten einen Posten für 100 M. monatlich versah, der vorher 180 M. Gehalt kostete. Ueberstunden> verden reichlich gemacht, aber in den meisten Geschäften nicht bezahlt. Leider fehlt für die EngroSgeschäfte noch der gesetzliche Geschäftsschlutz, wie ihn die Ladengeschäfte haben, sodaß hier die Ueberstundenarbeit sich oft bis nach Mitternacht hinzieht, und für diese 4— östündige U eberarbeit gibtS dann ein paar Würste und ein Glas Bier und zu Weihnachten die abgelegten Sachen des Chefs alz Belohnung, oder eme Weihnachts- gratifikation, die in das Belieben des Chefs gestellt ist. Werner schilderte dann ausführlich die niedrigen Löhne und Arbeitsver- Hältnisse in verschiedenen hiesigen größeren Geschäfte», unter anderem bei Bernhard Casparius, N. Israel, Hermann G e r s o n. Das in den eigentlichen Warenhäuser» die Verhältnisse etwas besser sind, ist nur dem Zusammenhalteil der Kollegen zu verdanken, speziell sind bei I a n d o r f die Erfolge erzielt, daß eine Skala für die Aufbesserung festgelegt ist, Ueberstunden bezahlt werden und Sommer- urlaub unter Fortbczahlung des Gehalts bewillgt wird, der nach dreijähriger Tätigkeit im Geschäft auf 14 Tage steigt. Bei Krank- heitsfällen wird ein Zuschuß zum Krankengeld bis zur Höhe des Wochenlohnes bezahlt, für die erstm drei Tage voller Lohn. Auch bei Tietz sind durch Eingreifen des Zentralverbandes höhere Bezahlung der Verheirateten und Sommerurlaub erreicht worden. Auf W e rt h e i m will Redner bei einer späteren Gelegenheit zurück- kommen und sich eingehend mit den dortigen Zuständen beschäftigen. In der DiSttrssion wird auf einige erfolgreiche Lohnbewegungen der Hausdiener hingewiesm, z. B. bei Ashelm. Leider stehe durch- greifenden Lohnkämpfen die Zersplitterung der Kollegen in ver- schiedenen Organisationen und Organisatiönchen entgegen. Der Hauptverein, der Verein der Berliner Hausdiener, hat es abgelehnt, sich mit dem Zentral- Verband zu koalieren, obgleich die Delegierten des Vereins, die an den Einiigungs- Verhandlungen teilgenommen hatten, von der Nützlichkeit des Zusammenschlusses überzeugt waren.— Von Nebert wird zur Ergänzung der Ausführungen des Referenten noch mit» geteilt, daß Gebr. G r u m a ch den Hausdienern 75 M., höchstens 8 0M. Gehalt zahlen, Gebr. B u s s e 19 M. Wochenlohn, wovon noch beinahe 2 M. für Krankenkasse usw. abgehen. Nürnberg schildert die erbärmlichen Arbeitsräume, in denen die Kollegen verurteilt sind zu arbeiten, feuchte dunkle Räume, Keller, neben Klosetts, in alten Häusern neben den Abtrittsgruben, in der denkbar schlechtesten Lust, daher die vielen Opfer, die die Schwindsucht und andere Krankheiten unter den Berussgcnosscn fordert. In den Handelsgeschäften fehlt leider die Kontrolle, die der Gewerbe-Jnspektor ausübt. Nach einem kurzen Schlußwort des Referenten wird eine Resolution gegen drei Stimmen angenommen, die gegen die Aufnahme deS Vereins der Berliner Hausdiener in die Gewerkschaftskommission gerichtet ist. Zentralverein der Bildhaner. In der am Donnerstag ah- gehaltenen Generalversammlung wurde 10 Mitgliedern, die durch die Aussperrung beziehungsweise Arbeitsniederlegung der Tischler in Mitleidenschast gezogen sind, Streidmterstützung zugebilligt. Bei dieser Gelegenheit wurde ein Fall berichtet, der davon zeugt, wie mitunter die Aussperrung seitens der Tischlermeister ins Werk gesetzt worden ist. In einer Werkstatt teilte der Meister seinen Gefellen mit, daß er eme Anzahl von ihnen aussperren müsse. ES sollten sich diejenigen melden, die in der Lage wären, einige Zeit auszusetzen, ohne daß sie den Lohn- a u s f a l l allzu sehr fühlen. Ms sich darauf niemand meldete, wählte der Meister die Organisierten zur Aussperrung aus.— Nach Erledigung einer Reihe geschäftlicher Angelegenheiten nahm die Versammlung die Abrechnung vom dritten Quartal entgegen. Die Lokalkasse verzeichnet eine Einnahme von 3906,90 M.(einschließlich eines Bestandes von 784,80 M. und eines Bankguthabens von 600 M.). Ausgegeben wurden 3477,70 M., so daß am Ouartalsschluß ein Bestand von 429,20 M. bleibt. Die W- rechnung der Zenttalkasse schließt in Einnahme und Ausgabe mit 11 924,24 M.— Die Zahl der Mitglieder ist von 1159 auf 1308 gestiegen.— Eine längere Diskussion entstand wegen der Frage, ob der Beitrag zum Lokalfonds um 5 Pf. erhöht werden soll. Die Erledigung dieser Angelegenheit wurde schließlich bis zur nächsten Generalversammlung vertagt. Generalversammlung deS sozialdemokratischen Arteitervereins in Spandau. Nach einigen Worten ehrenden Nachrufs für das verstorbene Mitglied N ie t e r und dem freiwillig auS dem Leben geschiedenen Genossen Albert Schmidt, erstattete Genosse Scholz den Geschäftsbericht des Vorstandes. Er schilderte kurz die schwierigen Umstände, unter denen die Partcilätigkeit im verflossenen Jahre zu leiden gehabt. Das Eingehen der„Laterne" habe auf die Partei lähmend gewirkt; die verschiedenen Stteitigkeiten unter den Parteigenossen seien jetzt erfteulichenveffe eingestellt. Es haben seit 1. Januar d. I. 10 Volks- und 4 Generalversammlungen stattgefunden, außerdem 18 Vorstands« und 8 kombinierte Sitzungen. Redner erinnerte an den KreiSwahlvereiii, der bereits am 1. Oktober ins Leben treten sollte. Leider sei noch nich» das nötige Material usw. vom Kreisvorstand eingegangen, weshalb in dieser Sache für Spandau eine gewisse Verzögerung eingetreten ist. Au» dem Sassenbericht, den Genosse Pian erstattete, ergibt sich für das lichen Arbeitsruhe würde nur lächerlich wirken, da an feine ftritte| mannschen Programmentivurf gegebenen Anregungen unberücksichtigt Tette Quartal eine Einnahme von 803,19 M.( einschließlich und würdige Durchführung zurzeit leider nicht zu denken sei. Es geblieben sind. Endlich aber gibt die Generalversammlung ihrem M. 632,20 12. after Bestand), und eine Ausgabe von 212,13 we, fobal ride an den Geist, der in den Gewerkschaften herrscht, und der es Bedauern darüber Ausdruck, daß der Antrag Grbing- Oft561,06 verbleibt. Die Mitgliederzahl hat allein zustande bringen kann, den vom Parteitage gefaßten Beschluß, havelland, und auch der Abänderungsantrag Liebknecht, welche um 88 zu- und um 40 abgenommen, sodaß sich ein Zuwachs von der allerdings eine etwas fautschufartige Fassung babe, insofern er auf die Inangriffnahme einer tatkräftigen Propaganda gegen 48 ergibt; der Mitgliederbestand beträgt mithin 317. Hieran sind von der Arbeitsruhe überall da spricht, wo dieselbe ohne Schädigung den Militarismus abzielten, eine so brüste Ablehnung erinter anderem folgende Berufe beteiligt: Maurer 73, Zimmerer 43, der Klaffenintereffen durchgeführt werden könne", wirksam und fahren konnte. Zunt allermindesten mußten in diesem Falle doch Töpfer 38, Metallarbeiter 18, Buchdrucker 2, Restaurateure 11, würdig durchzuführen. Die Annahme, daß es sich bei der Arbeits- ernst haf te Maßnahmen zur antimilitaristischen und soziaBäder 4, Arbeiter 16, Schuhmacher 4, Brauer 18, Holzarbeiter 21, ruhe am 1. Mai gewissermaßen um ein Vormanöver für den listischen Erziehung unserer Jugend erwogen und beschlossen Staufleute 6, Maler 5, Böttcher 5, Korbmacher 4. In der Diskussion Generalstreit handeln könne, sei eine völlig irrige, denn die werden, zumal bereits der Pariser internationale frtifierte Trom pler die Tätigkeit des Vorstandes, die er nicht als Maifeier durch Arbeitsruhe entstehe doch unter ganz anderen psycho- Kongreß von 1900 einstimmig eine Resolution votiert hat, welche befriedigend bezeichnen könne. Der Mitgliederzuwachs müßte größer logischen Momenten als der Generalstreif. Ausführlich behandelt die Bruderparteien aller Länder zu einer energischen fein; auch bemängelt er die unzureichende Art der Bekanntmachung Redner hierauf die Verhandlungen über den Antrag 105( anti- Jugenderziehung in antimilitaristischem Sinne der Versammlungen. Scholz weist diese Vorwürfe zurück. Die militaristische Propaganda), wobei man ihn sogar zum Prügel- verpflichtet!" Neuwahlen zeitigten folgendes Ergebnis: Rieger erster, Pieser Inaben ausersehen habe. Redner beleuchtet diese Frage recht treffend Diese Resolution steht gleichfalls zur Debatte. zweiter Vorsitzender, Böhle erster, öpnid zweiter Kassierer, von den verschiedensten Seiten und den von ihm eingebrachten Ab- Auf Antrag des Genossen Hartung und nach kurzer Disfuffion, beſchloß die Berſamlung mit allen gegen eine Stimme: den sozialdemokratischen Stadtverordneten W. Müller zur Niederlegungseines Mandats aufzufordern, da derselbe nicht mehr Mitglied unserer politischen Organisation ist. Rupprecht erfter, Staar zweiter& dbrififührer. Ferner wird joieder eine 2okalkommission gebildet und zwvar bestehend aus den Genossen Linz, Pieper und Scholz; zu Revisoren des Kassierers werden die Genossen Pian und Hornig und zu Revisoren des örtlichen Parteigeschäfts( Volkswohl") die Genoffen Linz und Grünwald. Zeugwart wurde Genosse öppen. Hierauf erstattete Genosse Dr. Karl Liebknecht einen anschauänderungsantrag, ber nichts weiter als die Anerkennung des e instimmig gefaßten Beschlusses des Pariser internationalen Kon greffes auf den Antrag der Genossin Luxemburg sei. Obwohl er und sein Antrag in Bremen verbrannt worden, werde es legterem doch so gehen wie dem Vogel Phönir, der neu gekräftigt aus der Asche erstanden. ad Reinickendorf. In der fälligen Mitgliederversammlung des Zum Schluß verbreitete sich Redner noch ausführlich über die hiesigen Wahlvereins referierte am letzten Mittwoch Niesel über: Tichen Bericht vom Parteitag, indem er zugleich den von ihm zu allen Generalstreitfrage, über welche er dieselben Anschauungen werden Henschel, Ariese, Gursch und Thürnagel Zur Kreistonferenz wichtigen Fragen, welche den Parteitag beschäftigten, eingenommenen äußerte wie in Bremen. Die Diskussion über den Bericht mußte belegiert. Die Abrechnung des Testen Sommerfestes ergab einen Standpunkt präziſierte. Im Fall Schippel hält er die Refo- wegen der vorgerückten Stunde( es war bereits nach 12 hr) vers lleberschuß von 42,01 M. Die Versammlung gedachte auch des Tution Freythaler für ein Windei, denn man sehe ja, Schippel habe tagt werden. Vom Genossen Rieger war zu Beginn der Vers fein Vertrauensvotum von den Chemnizer Parteigenossen bereits in sammlung folgende Resolution eingegangen: plöglich hingeschiedenen Genossen Albert Schmidt und chrte das der Tasche. Die Haltung der Fraktion in der Hererofrage" Die Generalversammlung des sozialdemokratischen Arbeiters Andenten desselben in der üblichen Weise. des findet er erklärlich; sicher werde heute, nachdem über die Ursachen vereins zu Spandau vermag nur im bedingten Umfange is Aus Tempelhof ersucht man uns um Richtigstellung des Kassendes Aufstandes fein Zweifel mehr bestehe, der Regierung auf alle Einverständnis mit den vom Bremer Parteitage gefaßten Beschlüssen berichts von der Generalversammlung vom 18. Oftober, veröffentihre Forderungen seitens unserer Genossen im Reichstage ein flares zu erklären. Sie bedauert es in erster Linie, daß der diesjährige licht in Nr. 245, da dem Schriftführer ein Fehler unterlief. Die und unzweideutiges ein geantwortet werden. In der Mai- Parteitag feine Zeit für eine gründliche Erörterung der Gefahr, tatsächliche Einnahme betrug 571,99 M., die Ausgabe 545,11 m. feierfrage hält Redner eine Proflamierung der Arbeitsruhe velche dem Schulwesen durch das preußische Volksschulgese schlechthin für viel zu verfrüht, wenngleich allerdings die Gefahr droht, erübrigen konnte; die Generalversammlung bedauert ferner, im Bürgerfaale des Rathauses, Eingang Königftr. 15-18: Bersammlung. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 30. Dktober, vorm. 8 Uhr, besteht, daß die ganze Maifeier bei der Kirchturmspolitik, die viel- daß auch für eine gründliche Diskussion des Kommunalpro Freireligiöse Vorlesung". Ulm 10% Uhr vormittags ebendaselbst: Vortrag fach in unseren Gewerkschaften betrieben werde, im Eande verläuft. gramm3 fein breiterer Raum in den Verhandlungen gewährt des Herrn Dr. Bruno Wille:" Die Freiheit des inneren Menschen." Der durch den Spandauer Antrag geforderte Beschluß der gänz= worden ist, und die von den verschiedensten Seiten zu dem Linde- Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Zentral- Verband deutscher Brauerei- Arbeiter Zweigverein Berlin, Sektion II. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied Bernhard Hille am 26. Dftober verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 30. Dktober, nachmittags 2 Uhr, von der Charité aus auf dem Charité- Kirchhof statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 25225 Der Vorstand. wwwDeutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schloffer Willi Happert ant am 26. Oftober gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 29. Oktober cr., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Heilands- Kirchhof in Blögensee aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. 123/3 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein bon für Schöneberg. Bezirk 7. ter an Um 25. d. M. verstarb im 43 Jahren plöblich Lungenschlag unser Mitglied, der Maurer Otto Nagel. Wir werden demselben ein treues Andenken bewahren. 26/5 Der Vorstand. Verband der Maschinisten und Heizer sowie Berufsgenossen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin u. Umg. Todes Anzeige. Am Donnerstag, den 27. d. M., verstarb unser langjähriges Mitglied Friedr. Eitner im Alter von 59 Jahren. llis Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der LeichenHalle des neuen Jakobi- Kirchhofes in Nixdorf, Hermannstraße, aus ftatt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 139/6 Die Ortsverwaltung. Josef Fischer Kohlen- Großhandlung Berlin 0.34, Brombergerst.19/ 20. Preife ab Play: Senftenb. 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Schönhauser Vorstadt: Start Mar 8, Stajtanien- Allee 95/96. – Alt. Glienicke! B. Bries, Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Deutsch- WilmersSesenheimerstr. 1, Ede Goethestraße, vorn I Friedrichsbergdorf: W. Nickel, Berlinerstr. 130, III. Friedrichsfelde Wilhelmsberg Hohenschönhausen: Otto Seitel, O. 112, Kronprinzenstraße 50, I.- Grünau: 5. Bluhme, Kurfürstenstraße 3. Rixdorf: M. Heinrich, Schöneberg: Wilhelm Rudowerstr. 68. Bäumler, 7, im Laden. Bring Sanbjernftrar Qutherfte. 51, im Laden. Ober- Schöne. weide: Otto Münzer, Edisonftraße 31, 2 Treppen. NiederJohannisBaumschulenSchöneweide: Bonatowsky, Berlinerstr. 8. thal: Baul Mann, Bismarditr. 7. Adlershof: Baul Schmidt, Bismarckstraße 32, I. Königs Wusterhausen:. Meier, Bahnhofstr. 11 II.- Köpenick: Friedrich Woid, Grünftr. 29. Friedenau- Steglitz: 5. Bernfee, Schloßstr. 115, Gartenhaus I, in Steglit. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, MarlenDüppelstraße 8, und Fr. 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Die einzelnen Broschüren folgen nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern nach ihrer inneren Zusammengehörigkeit geordnet. Zur Beurteilung der geschichtlichen Entwidlung und des Wesens der deutschen SozialDer erste demokratie ist diese Gesamtausgabe unentbehrlich. Band ist mit einem Stahlstichporträt Lassalles geschmückt. Das Syftem der && erworbenen Rechte Bon Ferdinand Lassalle Gebunden M. 5,- statt bisher M. 8,-) Das System der erworbenen Rechte" ist Laffalles wissenschaftliches Hauptwert. Im Jahre 1861 veröffentlicht, untersucht Laffalle in diesem Buche, ob und wie das Recht, wie es fich als Ausdrud tatsächlicher Bedürfnisse und Machtverhältnijje geschichtlich entwickelt hat, mit dem sogenannten 234/4 Naturrecht in Einklang zu bringen ist. Da nur noch wenige Exemplare am Lager, empfiehlt fich baldige Anschaffung. Zentralverband der Glaser usmo Ortsverwaltung Berlin. Achtung, Bauarbeiter! Dringend wird darum gebeten, jeden Glaser nach seiner roten Arbeitsberechtigungs- Karte zu fragen. Nur diejenigen Glaser, welche im Besitze der Karte sind, in welcher die erste Wochenrubrik abgestempelt ist, arbeiten bei tariftreuen Firmen. Der Vorstand. J. A.: C. Jahn. NB. Diesbezügliche Nachrichten find zu richten an die Tarif tommission der Glaser, zurzeit bei Augustin, Lindenstraße Nr. 69 ( Borwärts"-Gebäude). Zum RamlerPatzenhofer Strasse Nummer 2. Feste Preise! Bei Vorzeig. diefes Bakenhofer, dunkel 10 Stolas, Kolliers, Muffen. nierats 5% Rabatt. Belle Breife: Georg Gottmann, Große Frankfurterstr. 130nfertigung nach Maß Modernisterung!![ 8462 tabme 92. 5. G. Maisch Nacht., Gottmann's Spezial- Hat haltbarste, billigste Herrenhut der Welt! neueste, eleganteste, leichteste Fabrik Pelz, Kurstr. 41-42 Memmingen( bater. Allgäu). ( Sonnt.geöffn.) nadolu g 73/ 16* Beißbier v. Siljebein, fl. 10, gr. 20% Dr. Simmel, 41, Jeben Sonnabend: Frische Wurst, Bortion 40 f. 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Berschiedene Staffenangelegenheiten. Data 1904. 2. Berlin H. am Sonntag, den 30. Oktober 1904, bormittags 10 Uhr, im Lokale von Tolksdorf, Görlizerstraße Nr. 58. Tagesordnung; 1. Sassenbericht vom dritten Duartal 1904. 2. Wichtige Kaffenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Ortsverwaltungen. inchen Verband der Möbelpolierer Chemigraphen! Sonnabend, den 29. Oktober, abends 81 Uhr, In der Firma Graphische bei Garz, Weissensee, König- Chaussee 55: Gesellschaft", Lindenstr. 16/17, Versammlung.dbwegen Nichtanerkennung bes Differenzen ausgebrochen. Dic Zages Drdnung: 1. Bericht des Gewerkschaftsdelegierten. 2. Bortrag Stollegen traten am 15. Oftober in über: Rofal- und Zentralorganisation. Referent Rollege Barenthin. 3. Dis den Streit. fussion. 4. Anträge. 5. Verschiedenes. Uhr: Sonntag, den 30. Oktober, morgens 8 Uhr: Besichtigung des Rixdorfer Schulmuseums. Kollegen, welche daran teilnehmen wollen, müssen sich im Lokal von A. Nierisch, Kranold- und Hermannstraßen- Ede einfinden Sonntag, d. 30. Oktober, morgens 9 Uhr bei Maass, Brunnenstr. 96: M Morgensprache. Besonders eingeladen find dazu die Herren Poliermeister: Gehrmann, Swinemünderstr. 70; Werner, Wolgasterstr. 3 und Schulz, Anflamerstr. 28. Ach Achtung! Streikende und gemaßregelte Kollegen haben fich von Montag, den 31. Oftober ab, täglich um 9 Uhr vormittag im Streitlofal von Schulz, Blumenstr. 38, ihre Starten abstempeln zu lassen. Die Unterstüßung für Streifende und Gemaßregelte wird von Sonnabend, den 5. November ab, von 9-5 Uhr daselbst ausgezahlt. Alle Kollegen, welche im weiteren von der Aussperrung betroffen werden, haben sich in diesem Bureau zu melden. Alle Differenzen sowie Werkstellenangelegenheiten jeder Art dürfen nicht beim Vorsitzenden, sondern nur bei den folgenden Bezirksleitern gemeldet werden: 147/20 Jm Osten bei Adolf Wigbur, Wilhelm Stolzestraße 31. Südosten bei Albert Schreiber, Görlitzer Ufer 5. Norden bei Alex. Meyer, Stralsunderstr. 3. & Rixdorf bei Paul Gade, Steinmetstr. 97. Weissensee bei Fritz Polny, Straßburgstr. 56. Der Vorstand. Deutscher Metallarheiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. 25315 Zuzug ist fernzuhalten. Die Verwaltung. Orts- Krankenkasse der Vergolder u. Berufsgen. Montag, d. 7. November 1904, abends 8 1hr, im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15, Gaal I: Ordentliche General- Versammlung wozu die Herren Vertreter der Arbeit geber und Arbeitnehmer ergebenst eins geladen werden. 275/20 Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Neus wahl des Borstandes( 3 Arbeitgeber, 6 Arbeitnehmer). 3. Wahl von drei Ausschußmitgliedern zur Prüfung der Jahresrechnung 1904. 4. Wahl der Beamten und Festlegung des Gehalts. 5. Verschiedenes. Vertreterkarte legitimiert. Sonnabend, den 5. November, abends 8 Uhr, Bei Wendt, Königsgraben 14a: Wahlversammlung der Arbeitgeber wozu sämtliche Arbeitgeber, welche Beiträge aus eigenen Mitteln leisten, eingeladen sind. Wahl von 111 Bertretern für bas Jahr 1905. Sonntag, den 20. November, 9-11 Uhr, Saal II: Haupt- Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679 Austellung der Kandidaten- Liste Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353. Sonntag, den 30. Oktober, vormittags 91 Uhr, der Arbeitnehmer. Mittwoch, den 30. November, abends 8-9 Uhr: im Gewerkschaftshause, Saal I: Branchen- Versammlung Wahlversammlung d. Arheitnehmer der Eisen-, Metall- und Revolverdreher in Richard Fiebigs Festfäle, Aderir. 6-7( bei der Elsaffer: straße). Großer Saal. Zages Ordnung: 1. Vortrag über: Arbeitslohn und Arbeitszeit." Referent: Ed. Bernstein. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um unseren Kollegen die schädlichen Folgen der langen Arbeits. zeit, fowie die ungemein schädlichen Folgen der Ueberstunden in sozialer, ofonomischer und hygienischer Beziehung flar und begreiflich vor Augen zu führen, soll ein 8yklus von Versammlungen stattfinden, in denen Autoritäten auf diesen Gebieten die nötigen Vorträge halten. Dazu ist es nun unjere Pflicht, für den Besuch dieser Bersammlungen soviel Propaganda zu treiben, daß alle zur Verwaltungsstelle gehörigen Dreher, dazu gehören auch die in den Gas-, Wasser- und Armaturenfabriten beschäftigten Metall- und Revolverdreher, vollzählig erscheinen. wozu fämtliche Staffenmitglieder über 21 Jahre eingeladen find. Wahl von 233 Bertretern für das Jahr 1905. Um 9 Uhr Vortrag des Herrn G. Bauer über die Anstellungsver hältniffe der bei der Kasse Be: fchäftigten. ( Mitgliedsbuch legitimiert.) Der Vorstand. F. Nicolai, Borsitzender. J. Aßmann, Schriftführer. Berichtigung. Arbeiter Baugenossenschaft , Paradies zu Berlin. Sonntag, den 30. Oktober cr., vormittags 91%, Uhr,( Gingetragene Genossenschaft mit beschr. Versammlung der Hobler, Bohrer, Fräser und Stosser 70 im Englischen Garten, Meranderstr. 27c. Lages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Scheffler. 2. Disfuffion. 3. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Das Erscheinen aller Kollegen ist unbedingt erforderlich. Dienstag, den 1. November, abends 7 Uhr: Haftpflicht.) In unserer Bekanntmachung im Bortvärts" vom 28. Oftober 1904 betreffend Nachtrag zur Bilanz per 31. März 1904 muß es in der ersten Zeile heißen: 127/11 Geschäftsguthaben der Genossen per 31. März 1903, nicht 1904, tie irrtümlich angegeben. Der Vorstand. J. A.: G. Koßka, Bors. Metallarbeiter- Versammlung fur 06 pel für Reinickendorf feurigSüsser Kraft- Roffwein Für Blutarme u. Kranke Arztlich empfohlen. Stebt unter Blandiger Con Trolle des im Schützenhaus Reinickendorf( Gebr. Leder), Santa Lucia Residenzstr. 1/3. Tagesordnung: 1. Können und wollen wir unsere Lage verbeffern? Referent Kollege Scheffler. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Stollegen folgender Firmen, fowie die am Drt wohnenden, H. Gliesings werden ersucht, in der Versamminng zu erscheinen: Bischof u2M Ball- Salon Wassertorstr. 68 Becker, Breitung, Dregerhoff u. Schmidt, M. Paed, Röffemann Empfehle meine Säle für Festlich. Kühnemann, Schöning, Schwarzkopff, Stolzenburg, Sachs, feiten und Versammlungen. Fled Söhne. Zahlreichen Besuch erwartet 1 Die Ortsverwaltung. Zur besonderen Beachtung! Alle Vertrauensleute, Zahlstellen- Inhaber und Mitglieder bitten wir strengstens darauf zu achten, daß bei der Bezahlung der 40. Beitragswoche für jedes Mitglied eine Zähltarte aus geschrieben wird. Die gewissenhafte Ausfertigung dieser Karte ist zu der am Jahresschluß aufzunehmenden Mitgliederstatistik unbedingt er: forderlich. 123/12 Die Ortsverwaltung. Neu eröffnet! Wollinerstr. 36. Ecke der Domminerstr. Restauration 8412* esing H. Gliesing. Wiclefstraße 24: Volks- Versammlung. Bortrag des N te in Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Ledebour über: Der Kampf gegen die reaktionären 249/ 10* Machte in Staat und Gesellschaft. Nachher: Gemütliches Beisammensein und Tanz.A Zahlreichen Besuch ertvartet Der Vertrauensmann. Fünfter Wahlkreis. Den Parteigenoffen und Abonnenten des Vorwärts zur Kenntnis, daß die Partei- Spedition für den Fünften Wahlfreis am 1. November eröffnet wird. 217/3 Es ist Pflicht jedes Parteigenossen, soweit er den Vorwärts" noch von Privat- Spediteuren bekommt, sofort Borwärts ↑ Privat- Sp bei der Partei- Spedition, Keibelstraße 42, au bestellen. Ber den„ Vorwärts" bereits durch die Partei- Spedition des Bierten oder Sechsten Kreises be tommt, hat nicht nötig abzubestellen, denn diese Abonnenten werden uns überwiesen. 176 21 038 Werbt neue Abonnenten für den Vorwärts". Die Vertrauensleute. Hüte. Verkauf zu mäßigen, streng Schirme. festen Preisen. Gegr. 1875. 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Preiskurant gratis und franko. 40 Oranienstr 41 Tischler- Verein. E. H. 89. 2 Sonnabend, den 29. Oktober, abends 8, Uhr, Melchiorstraße 15: Versammlung. Der Tagesordnung: Bortrag des Redakteurs Herrn Lasson über: Wohnungskongres zu Frankfurt a. M. und seine Ergebnisse." 199/11 Der Vorstand. aller in der Gold- und Silberwaren- Industrie beschäftigten Bereinsangelegenheir. Arbeiter und Arbeiterinnen im ,, Dresdener Garten", Dresdenerstr. 45. Zages- Ordnung: Sichere Kapitalsanlage! Jeden Mittwoch: Frische Grüß In 12 Min. vom Vorortbahnhof würstchen. Jeden Sonnabend: Frische Bepernid find die billigen Land- und Blut- und Leberwurst. Waldparzellen pro Rute 7 Mart. Brunnen 1. Berichterstattung über unsere statistischen Erhebungen, und welche Näh. bet Paul Kranie, Beperuid Wurstmeyer, er. G. 1. Destillation mit Billard, Orchestrion u. gr. Vereinszimmer. Schlüffe ziehen wir daraus? 2. Diskussion. Bahlreichen Besuch erwartet Gustav Erbe gen. Schornsteinfeger. 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Zweideutigkeiten gepfefferten ersten Atte, einer unendlich langen, Die Braut, dieselbe dumme Gans, die in dem ersten Att frivol den ganzen Mittelaft ausfüllenden Chambreseparé- Szene, die bei absichtlich Georges in ein lächerliches Pistolenduell hineintrieb, Lustspielhaus." Fesseln der Liebe." Komödie in drei aller eingestreuten Sentimentalität deutlicher, als man es selbst bei schreibt nicht etwa an ihn; sie läuft- das allerwahrscheinlichste! Aften von Maurice Vaucaire. Nach zwei mißlungenen der Pariser Posse gewohnt ist, auf gewisse Instinkte spekulierte in die Wohnung Mimis und beschwört sie, ihr den Bräutigam zu deutschen ist nun mit Baucaires Fesseln der Liebe" rascher nach gibt sich der Autor in dem letzten Akt das Air, als habe er psycho- lassen. Mimi entsagt dem aufs prompteste. So äußerlich, so seicht als man voraussehen konnte, die Parijer Komödie eingezogen in das logische Probleme behandeln wollen, wird in seiner Weise ernst- erscheinen diese Schlußszenen, daß man auf den Gedanken kommt, neue Lustspielhaus und wird mutmaßlich fortan hier die Herrschaft haft und sogar ein bißchen tragisch. Der Spaß wirkte langweilig, der Autor sei nur aus Verlegenheit, weil ihm kein halbwegs guter führen. Denn wenn die französische Ware, für deren Verschleiß aber diese hohle, unehrliche, stilwidrig angeflitte Gravität war Possenabschluß einfiel, ernst" geworden. hier in Berlin bereits zwei Spezialbühnen, das Residenz- und vollends unausstehlich. Die Chambreseparé- Dame Mimi, die Auch die Aufführung war diesmal nicht hervorragend. Fräulein Trianon- Theater, sorgen, auch in den allermeisten Exemplaren Geliebte von Georges Breteau, möchte sich den jungen Mann, der Antonie Telaff zeigte in der Rolle Mimis, vor allem im miserables Fabrikat, manchmal läuft ein tassemachender Schlager nach dem Willen der Mutter mit einem reichen Fräulein verlobt ist, zweiten Akte, sehr bedeutende schauspielerische Gewandtheit, aber das unter, und in Deutschland läßt sich für ein Lustspielrepertoire zurzeit erhalten, was bei der Albernheit der Braut für Georges wohl auch bestrickend Liebenswürdige, das Mimi haben soll, kam nicht voll anscheinend überhaupt nichts holen. Es ist eine triste Zwangslage, das Beste wäre. Er selbst kommt zu dem Glauben; aber als sein Heraus. Herr Spira wußte mit der ziemlich farblosen Figur über die man sich bei Gründung des Theaters klar fein mußte. Tete- a- tete mit Mimi in dem Hotel entdeckt wird und von dem des Georges nichts Rechtes anzufangen. Das Publikum, der obligate Aber immerhin ein weniger niederschlagendes Debut als Vaucaires Brautvater der Ring zurückgeschickt wird, berührt ihn das höchst Beifall eines kleinen Teils fonnte darüber nicht täuschen, verhielt parfümiertes Stück hätte man erwarten dürfen. In Wien soll ja peinlich. Das Mädchen schließt aus seiner abgefühlten Eifersucht sich ablehnend. die Komödie gefallen haben, und Arthur Schnitzler hat ihr ein warm| und daraus, daß er ein verleumderisches Gerücht über seine Braut Für den Inhalt der Jujerate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 29. Oktober. Anfang 72 Uhr: Opernhaus. Der Evangelimann. Phantasien im Bremer Ratsteller. = Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Sonnabend, abends 8 Uhr Die Jüdin von Toledo. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Sonnabend, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Im Bannkreis der Jungfrau. Siftorisches Trauerspiel in 5 Auszügen Luftspiel in Atten von G. v. Moser 4 Uhr: Die Weltausstellung in St. Louis. Hierauf: Der Gardasee. Hörsaal 8 Uhr: Dr. B. Donath: Die chemischen Stromwirkungen. Invalidenvon Franz Grillparzer. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Johannisfeuer. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Montag, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. und Fr. v. Schönthan. Sonntag, nach m. 3 Uhr: König Lear. Sonntag, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Montag, abends 8 Uhr: Die Kreuzelschreiber. Neues königl. Opern Theater. Sternwarte str. 57/62. Kleines Theater Neues Theater. Die Journalisten. Deutsches. Dagland. Berliner. Göz von Berlichingen. Lessing. Florian Geyer. Weften. Wilhelm Tell. Thalia. Der Weiberkönig. Zentral. Der Generalkonsul. Belle- Alliance. Wer?( Auf der Totenbank.) Die Tugendglode. National. Donna Juanita. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Jüdin von Toledo. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Krieg im Frieden. Neues. Die lustigen Weiber von Windsor. Carl Weik. Santa Wolfsburg. Nachm. 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Kleines. Nachtasy. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Lustspielhaus. Biederleute. Matince. Marinemütter. Luisen. Von Stufe zu Stufe. Trianon. Gastons Frauen. Rafino. Mutter Gräbert. Metropol. Die Herren von Marim. Deutsch- Amerikanisches. großen Teich. CASTAN'S PANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Rosa das gelehrte Pferd! Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Bereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Familienidyll. Liebesträume. Serenissimus. Abends 8 Uhr: Elekira. Montag: Nachtasyl. Thalia- Theater. Anfang 8 Uhr. Die lustigen Weiber von Windsor. Sonntag: Die lustigen Weiber von Windsor. Montag: Die Kronprätendenten. Dienstag: Erdgeist. Belle- Alliance- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Direktion: Kren& Schönfeld. Belle- Alliancestr. 7/8. 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