Nr. 257. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando Bierteljährt. 3,30 m, monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. Bojt, Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgebructe) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inferate für die nächste Rummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ., Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Minister Möller über Saarabien. Dienstag, den 1. November 1904. find, bezweifeln wir stark; denn wir selbst haben in Saarbrücken Worte ehrlichster Entrüstung aus geistlichem Munde über die Prozeßvorgänge gehört. " Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. 周 秀 Im ersten Abschnitt spielte England den Geburtshelfer der russischen Macht; englische Waffen, Schiffe und Mechaniker halfen die Russen, Schweden und Polen zu besiegen; im zweiten Abschnitt standen sich beide Mächte oft als Rivalen und Feinde gegenüber; der dritte Abschnitt verspricht dem zweiten ähnlich zu werden. Von einem Teilnehmer am Hilger- Krämer- Prozeß wird uns ge- Und alle diese eine Woche sich hinziehenden Zeugenaussagen schrieben: sollen nur„ Ausnahmefälle" betreffen, die Regel soll ein gutes VerNach der Tragödie das Satyrspiel. Eine solche Interpellation" hältnis zwischen Beamte und Arbeiter" sein?! Wenn unter einer Jedoch in keinem dieser Abschnitte war die englische Politik über die Wahlmißbräuche im Saargebiet haben sich die im Krämer- Bahl von über eine Million Gewerkschaftsmitglieder ein paar Dutzend gegenüber Rußland konsequent und von einer festen Auffassung geprozeß auftretenden Personen gewiß nicht träumen lassen. Herr Fälle von Verstößen gegen den§ 153 der Gewerbe- Ordnung vor- leitet. Es hat zwar nie an Stimmen gefehlt, die England belehrten Möller warf dem interpellierenden Abg. Herrn Marr vor, er habe fommen, so ist das„ systematischer Terrorismus“,„ furchtbare Be- und warnten, aber sie wurden entweder nicht beachtet oder nich sich durch die Lektüre des Prozeßberichtes„ berführen“ lassen, die brohung der Arbeitswilligen", wogegen nach Ausnahmegefegen genügend verstanden. Die ganze russische Politik wirkte und wirkt Gesamtbeurteilung des Verfahrens schärfer für sich vorzunehmen, gegen die Arbeiter geschrieen wird. Die Tragödie im Saar- auf England eher betäubend und faszinierend als ernüchternd und als es der Richter getan hat, der den Gesamteindruck der münd- gebiet aber soll nur verurteilenswerte Ausnahmen" betreffen. anregend. Es scheint, daß dem Verständnis der Nationen, ebenso lichen Verhandlung gehabt hat." Da wollen wir Herrn Möller mitteilen, daß dem Verteidiger wie der Klassen, gewisse Grenzen gesteckt sind, über welche es nicht Umgekehrt, Herr Minister, wird ein Schuh daraus. Der Prozeß Krämers sich vor und während des Prozesses noch zahlreiche hinaus kann. Dies ist etwas mystisch ausgedrückt. Realpolitisch bericht kann nicht entfernt den aufregenden Eindrud Zeugen zur Verfügung stellten, die aber entweder heißt dies, daß Nationen und Klassen am besten diejenige Politik wiedergeben, den die mündliche Verhandlung im Saarbrüder wegen der gerichtsfeitig verfügten Einschränkung verstehen, die direkt mit ihren Interessen verbunden ist. EngSchwurgerichtssaal auf die Teilnehmer machte. Hätte gleich der Beweiserhebung nicht geladen werden konnten, lands Interessen sind maritime. Gegen maritime Staaten wie vom Gerichtssaal aus einer der geistlichen Zeugen hintreten oder auf die Rechtsanwalt Heine verzichtete, weil er an Spanien, Holland und Frankreich hat England bittere und fönnen auf die Parlamentstribüne um zu interpellieren, fie bernde nahm, das beigebrachte Beweismaterial genüge vollkommen zur rücksichtslose Kriege geführt. Dagegen kant Rußland bis jetzt hauptLeidenschaft hätte das Dreiklassen- Parlament durchzittert, Rechtfertigung Krämers. Nach dem verblüffenden Urteil des Gerichts- fächlich als territoriale Macht in Betracht. Der in den letzten Jahren sofern allzu menschliche Entrüstungsschreie dort einen hofes war es der Werteidigung allerdings flar, daß in dem noch in entbrannte Kampf um den Stillen Ozean kann diese Lage ändern, Resonanzboden finden. tichej Aussicht stehenden Prozeß Hilger gegen Leimpeters auch die wenn Rußland fich maritim behaupten sollte, was vorläufig kaum So etwas muß miterlebt sein! An jenem Tage, wo der Zeuge noch zur Verfügung stehenden zahlreichen Zeugen geladen werden wahrscheinlich iſt. los eingestehen mußte, er habe im amtlichen Auftrage die mut- mußten. Leider zog Hilger dann zur allgemeinen Ueberraschung Es ist nicht uninteressant, die erste dieser warnenden Stimmen maßlichen Zentrumswähler in der Wählerliste notieren und der den Strafantrag zurüd, obgleich Leimpeters in ingleich schärferer zu hören. Als Jwan der Schreckliche im Jahre 1569 Narva beſetzte Berginspektion das„ Korps der Gangarder Bergleute" Weise wie Krämer das saarabische System gegeißelt hatte. Stomme und von da über die Ostsee aus England Waffen, Munition und denunzieren müssen, da herrschte Gewitterschwüle im dicht man uns also nur nicht mit dem Einwand, es seien nur Aus- Mechaniker bezog, ließ der polnische König Siegmund August, der besetzten Raume. Unbeweglich starrte Herr Hilger nieder auf nahmen" festgestellt. Wir schlagen dem Landtage vor, eine parla letzte der Jagellonen, die englischen Schiffe fonfiszieren und wandte feine Atten. Was sollte er auch zu dem Unerhörten fagen? mentarische Untersuchungskommission mit weitgehendster Vollmacht in das sich an die Königin Elisabeth mit folgender Mahnung: Diefer Und doch war noch nicht die höchste Spannung erreicht. Saargebiet zu entfenden. Sie wird den zu vernehmenden Berg- Handel und Verkehr ist voll Gefahr für die Christenheit und für alle Sie fam erst, als tags darauf ein königlich preußischer leuten und Beamten vollkommene Sicherheit gegen Maßregelungen liberalen Nationen. Wir wissen und fühlen es als über jeden Zweifel Gendarm in die Deffentlichkeit flüchtete, um mit vor Erregung irgend welcher Art zusichern müssen und darf sich nicht an Formalien erhaben, daß der Moskowiter täglich stärker wird. So lange er von Kunst zitternder Stimme einen der höchsten Bergbeamten der falschen binden. Was dann zutage gefördert wird über die bürgerrechtliche und Handwerk nichts versteht, können wir ihn niederhalten. Aber wenn Denunziation anzuflagen, als der Mann auftrat, um die„ Bier- und wirtschaftliche Lage der Saargebietsarbeiter, wird nach unserer der Handelsverkehr nach Narva ungestört vor sich geht, was wird verhältnisse" desselben hohen Beamten mit einem Buck zu enthüllen! Ueberzeugung die Ergebnisse des Krämer- Prozesses auch Herrn Möller ihm dann noch unbekannt bleiben?" Die Göttin der unerbittlichen Gerechtigkeit schritt durch den Saal, in einem anderen Lichte erscheinen lassen, selbst wenn die Kommission Seitdem ließen sich von Zeit zu Zeit englische Stimmen gegen in der Totenstille hörte man das schwere Atmen der Verteidiger des mur aus den Leuten des Dreiklassenparlaments besteht. die russische Gefahr vernehmen, aber sie führten zu keiner saarabischen Systems. Mit belegter Stimme fragte der Gerichts- Man darf nicht vergessen, wer Herr Möller ist. Erinnert man fonfequenten Politik. Auch die Kämpfe Englands gegen Rußland vorsitzende weiter, und der Gendarm Walliezed erzählte, wie fich nicht mehr der standalösen Wahlmißbräuche im über die orientalische Frage wurden nicht mit jener zähen Energie ihn Grubenbeamte im Interesse der Schmidtschen Brauerei, anahitreise Dortmund Hörde, die den Reichstag geführt, die allein die russische Gefahr hätte bannen tönnen zum der Bergrat Wiggert als Schwiegersohnt des Besizers beteiligt mehrfach zum Einschreiten veranlaßte? Der Gewählte" Wohle Europas und zum Wohle des russischen Volkes selbst. Der fein soll, zum Amtsmißbrauch verleiten wollten! Auf Veranlassung in a r eben derselbe Herr Möller, der in Krimkrieg war der einzige aktive Eingriff in die russischen Erdes Bergrats wurde Walliczec versetzt wegen, katholischer Gesinnung"; als Saarabien nur ,, Ausnahmefälle" entdecken kann. Die be- oberungszüge, und er wurde unternommen, wie die englische Kriegser Strafverfolgung gegen Wiggert wegen falscher Anschuldigung bean- rüchtigten Pappbedel.Stimmzettel" im Kreise Dort erklärung in den denkwürdigen Worten sagte: " # " unt tragte, verwies ihn der sonst sehr verfolgungseifrige Staatsanwalt auf mund- Hörde waren von der Partei Möllers ausgegeben, die Europa zu retten vor der llebermacht eines Reiches, das die Privatklage. Wie nun, raunte man sich im Zuhörerraum zu, spalierbildenden Werksbeamten an den Wahllokalen waren von der Verträge und Treue verletzt und der öffentlichen Meinung wenn der Gendarmenbeleidiger ein einfacher Arbeiter gewefen Partei Möllers hingestellt, das alle Wahlfreiheit aufhebende der zivilisierten Welt trout." Die Haltung Englands im Kontrollsystem an der Wahlurne war von der Partei Möllers Jahre 1878 war nur noch die des passiven Widerstandes. wäre? Herr Möller will den Juristen die Interpretation des Urteils organisiert! Herr Theodor Möller ließ sich zweimal wieder auf- Die öffentliche Meinung Englands stand nicht hinter Bord überlassen, er maßt sich nicht die Kritik eines Gerichtsentscheides an. stellen, nachdem er zweimal sein Mandat niedergelegt, um der Beaconsfield, sondern hinter Gladstone, und der Umschwung zu Auch wir wollen den Juristen die Juristerei überlassen, sintemalen formellen Staffierung des Mandats zu entgehen. Die Industrie- gunsten Rußlands wurde immer entschiedener. Der Krimkrieg wurde schon eine so hervorragende Zeitschrift wie die Juristenzeitung" die barone, politische Parteigenoffen des jetzigen Handelsministers, sehen als triminell bezeichnet, trotzdem er der Sache des Liberalismus Bestrafung Krämers nicht begreifen konnte. Tatsache ist, das wohl eben die Wahlbeeinflussung als ihr Recht" an, Herr Möller hat in Europa_mehr gedient hat als alle Heuchelei Gladstones. alle nichtjuristisch geschulten Teilnehmer an dem Prozeß nach Be- auch von dieser„ Wahlfreiheit" der Industrie- Arbeiter profitiert Alexander III., der alle liberalen Ansätze in Rußland vernichtete, endigung der Beweisaufnahme der Ansicht waren, Strämer könne und ist dabei überzeugt, ganz korrekt gehandelt zu haben, wurde von Gladstone im Jahre 1888 als die göttliche Gestalt vom nicht bestraft werden, wenigstens nicht mit Gefängnis. Daher wie wir denn auch seine persönliche Ehrenhaftigkeit nicht Norden" bezeichnet, wofür sich die göttliche Gestalt" damit bedankte, macht das harte Urteil in Urteil in der Bevölkerung Saarbrüdens im geringsten bezweifeln. Es ist nun einmal so des Landes Brauch, daß sie ein Jahr später Penschdeh im Nordwesten Afghanistans anaußerordentliches Aufsehen. Auch Freunde des Bergfiskus wo noch keine starke, selbständige Arbeiterbewegung egiftiert; was greifen und besetzen ließ. Auch Lord Salisbury, dieser Staatsmann waren von diesem Urteil überrascht; was gar erst die Arbeiter im Saargebiet von Hilger und Genossen als nationalliberale Partei- der Dekadenz, erklärte im November 1896 in feinem schaft dazu sagte, kann hier nicht wiedergegeben werden. führer praktiziert wird, machten früher die nationalliberalen Sportjargon, England hätte im Jahre 1854 und 1878 aufs V Herr Möller argumentiert genau wie der Staatsanwalt. Aus- Agitatoren für Möller, Hilbe, Franken, Beumer ebenso unrechte Pferd gewettet. Ein Jahr später ließ das rechte Pferd" nahmen",„ teine systematische Unterdrüdung", teine amtliche ungeniert. Heute freilich haben sich die Verhältnisse geändert, Port Arthur besetzen und die britischen Schiffe aus diesem unglüc Handlungen", unter 1200 Beamten können leicht etliche zu leber- bant der starten sozialdemokratischen Bewegung feligen Hafen vertreiben. Bei einiger Energie und Voraussicht hätte griffen geneigte sein uff. Demgegenüber verweisen wir auf den im im Ruhr beden, die gründlicher den Wahlterroristen das Hand- Salisbury damals dem russisch- japanischen Kriege mit seinen noch Vorwärts- Verlag erschienenen Prozeßbericht, dem auch Herr wert legte, wie es alle Restripte" des Handelsministers an seine gar nicht vorauszusehenden erschütternden Folgen vorbeugen können. Möller Zuverlässigkeit nachfagte. Arbeiter werden bei der Untergebenen in Saarabien fertig bringen. Die Stellungnahme des Es war nichts mehr nötig, als auf die Note hinzuweisen, die NußWahl systematisch beobachtet von Grubenbeamten, wer schwarz" jezigen Handelsministers Möller zu den saarabischen Wahl- land, Frankreich und Deutschland im April 1895 an Japan gerichtet wählt, bekommt einen Strich; die Stimmzettel werden nach be- mißbräuchen ist leicht zu erklären aus der Vergangenheit des früheren hatten und die jede Besetzung Liautungs als eine Gefahr für den stimmter Regel gefaltet, eine Renntlichmachung der Nicht- nationalliberalen Parteivertreters Möller. Frieden im fernen Osten bezeichnete. Oder er hätte einfach die nationalliberalen ist damit unausbleiblich. Eine Reihe Zeugen Auf keinen Fall hat Herrn Möllers Urteil irgend welchen Wert, Integrität Chinas zum festen Grundsatze der britischen Bolitik machen auts berschiedenen Orten und bon verschiedenen Gruben denn er ist Richter in eigener Sache. follen, was noch leichter durchzuführen wäre als die Integrität des treten auf, bekunden, daß sie nach der Wahl gedrückt" Ob das Zentrum der beweglichen Mahnung des Ministers türkischen Reiches, da dort die nationalen und religiösen Verwickewurden, in die„ Notte" tamen, zum„ Naßmachen" gebraucht worden folgt, doch den Streit ruhen zu lassen", da Hannibal schon vor lungen fehlen. find, Manipulationen, die der Bergmann als eine Maß dem Tore steht, ist Sache der Partei, die unter der Devise Für Ein Umschwung in die englisch- russischen Beziehungen fam erst regelung empfindet. Beamte gestanden, sie hätten im Auftrage Wahrheit und Recht" marschiert. Soll„ Gerechtigkeit herrschen, zu Anfang des Jahres 1902, als Salisbury das Auswärtige Amt ihrer Vorgesetzten die Wahlkontrolle ausgeübt. Steiger David auch wenn die Welt darüber zugrunde geht", dann hat das Zentrum berlassen und es Lord Lansdowne übergeben hatte. Der Abschluß bezeugt, er sei wegen seiner katholischen Gesinnung vom Berg- dem Aufschrei der sich gedrückt fühlenden katholischen Ar- des Vertrages mit Japan war entscheidend für die neue Lage. Die inspektor zur Rede gestellt und auf sein Avancement aufmerksam beiter in Saarabien ein fraftvolles Echo in den Hallen des Drei- Integrität Chinas wurde zum festen Grundsatze. Dieser Umschwung gemacht worden; das hat den Mann veranlaßt, Gesinnungs- flaffenparlaments zu geben. Um den lachenden Dritten braucht fich ist zum großen Teil der deutschen Diplomatie zu verdanken. Hätte heuchelei zu treiben, wie er mit bebender Stimme erzählte. weder Herr Müller noch Herr Bachem zu sorgen. Die Sozialdiese den an dieser Stelle oft genannten deutsch- britischen Vertrag von Zwei 3ivei Arbeiter hat man gezwungen, öffentlich ihre Zentrums- demokratie geht ihren Weg und wird auch die saarabischen Oftober 1900 nicht im Gegensaße zum unzweideutigen Wortgejinnung zu widerrufen, auch sie mußten heuche In. Ueberhaupt Wälle siegreich übersteigen. fämpfte im Gerichtssaal nicht Rot" mit Schwarz" oder „ Blau", sondern es war ein erbittertes DueII zwischen nationalliberalen Fistalbeamten und fatholischen Zentrumsanhängern! Der Staatsanwalt zog den Papst, die Bischöfe, das Beichtgeheimnis in die mb. London, 27. Oftober 1904. Erörterung, der Sozialdemokrat Rechtsanwalt eine In der Geschichte der diplomatischen Beziehungen zwischen Eng mußte sich alle Mühe geben, einen regelrechten land und Rußland gibt es drei Abschnitte, die sich an drei ver- Im Momente des Niederschreibens dieser Zeilen ist die Lage „ Kulturkampf" zu verhindern! Heine trat energisch für schiedene Seegebiete fnüpfen. Der erste Abschnitt, der bis zum ungemein drohend. Seit dem Beginn des japanisch- russischen Krieges die katholischen Geistlichen ein, die als Zeugen von dem Staats- legten Biertel des 18. Jahrhunderts dauerte, knüpft sich an die Ost- ist die herrschende Clique in Rußland gegen England maßlos anwalt wegen intimer fatholischer Stultusgebräuche ausgefragt werden fee; der zweite Abschnitt, der mit dem russisch- türkischen Frieden von aufgeregt. In einer Nacht hat die fleine und junge japanische follten. Die Erregung der Kleriker war so groß, daß einmal einer Kücük Kainardza( 1774) begann und mit dem Berliner Kongres Flotte Rußland den Nimbus einer Großmacht genommen und seine aussprang und als Seelsorger Protest gegen die staatsanwalts( 1878) endete, knüpft sich an das Schwarze Meer und die orientalische mit fo raffinierter Kunst verhüllte Untüchtigkeit vor aller Welt entliche Fragestellung einlegte. Ob diese in ihrem religiösen Gefühl Frage; der dritte Abschnitt begann mit den russischen Fortschritten in hüllt. Die wildesten Märchen wurden über diese Tat in Rußland tief empörten Geistlichen und ihre Barochianen von der Form der Mittel- und Ostasien, und knüpft sich an den Persischen Meerbusen verbreitet: England hätte der japanischen Flotte Weihaiwei als Rentrumsinterpellation und der nachfolgenden Erörterung befriedigt und den Pazifischen Ozean. Konzentrationsplatz eingeräumt; britische Kapitäne hätten Togos " England und Rußland. laut im ruffenfreundlichen Sinne ausgelegt, so wäre der britisch japanische Vertrag vom Januar 1902 faum zu stande gekommen und ohne diesen Vertrag wäre Japan nicht in den Krieg gegen Rußland gegangen. Daran muß festgehalten werden: das deutsche Volk ist durch die Handlungsweise seiner Diplomatie, fowohl im Jahre 1895 wie im Jahre 1900 und 1901, für den japanisch- russischen Krieg mit verantwortlich. Pläne entworfen und die japanische Flotte befehligt. England hielt daß die deutsche Regierung | " " überhaupt nur dann der und die Feuerwehr alarmiert und es kostete Mühe, die Leute zu bes es demgegenüber für geboten, den russischen Provokationen mit der russischen irgend welche Vorstellungen machen werde, welche Vorstellungen machen werde, falls fänftigen. Erst der kalte Wasserstrahl der Feuerwehr hatte größten Schonung zu begegnen und die russische Aufregung durch es sich herausstelle, daß die deutsche Flagge mißachtet worden Erfolg. Vor dem Gericht belasteten die Beamten die Angeklagten eine rücksichtsvolle Haltung zu mildern. So kam es, daß die Er- fci. Sei das deutsche Boot indes beschossen worden, sehr schwer. Trotzdem ließ die Anklagebehörde im Laufe der Bergreifung der Malacca" durch die russischen Freiwilligen- Kreuzer im bevor es die Flagge gezeigt habe, so werde die deutsche Sofmann, Brendel, Notta und Marsteller lautete das Urteil auf je handlung die Auflage auf Aufruhr fallen. Gegen die Angeklagten Suezkanal, die Versenkung des Knight Commander" und des Hipfang" Regierung sich nicht bewogen sehen, irgend welche Vorstellungen zu 100 M., gegen Busse auf 30 M. Geldstrafe, 24 Angeklagte wurden in ostasiatischen Gewässern nicht mit genügender Strenge englischerfeits erheben. So bengt sich Deutschland abermals vor der zarischen freigesprochen. Von diesem Brozeß nahm die gesamte bürgergeahndet wurden. Allein diese Milde wurde in Rußland als Barbarei! liche Presse in Thüringen fast gar keine Notiz. Handelte es sich doch Schwäche ausgelegt, und zum Hasse gegen England kam die Ver- Wie die Kölnische Volkszeitung" meldet, beabsichtigt der um sogenannte„ Gebildete". achtung hinzu. Das Resultat dieser Stimmung zeigte sich in der Needer des Dampfers Sonntag" gegen die russische Regierung Nacht zum 22. Oftober 1904 in der Nordsec als eine russische Flotte Schadenersazansprüche zu erheben, weil bei der schleunigen Wir fagen feineswegs, daß die Richter, welche in den beiden auf friedliche Schifferboote zwanzig Minuten lang feuerte und Flucht des Dampfers die ausgelegten Nege beschädigt worden seien. Verhandlungen zu Gericht faßen, sich irgendwie einer Parteilichkeit mehrere Menschenleben vernichtete. So ist es recht! England erzwingt Millionen Entschädigung von oder Beugung des Rechts schuldig gemacht hätten. Wäre dies der So traurig dieses Ereignis ist, so dürfte es zur Heilsamen den russischen Seeräubern, Deutschland dagegen überläßt es einem Fall, so würde der Vorgang für die Erkenntnis unserer Zustände Lehre für diejenigen Briten sein, die von der gelben Gefahr" geschädigten Reeder, eine Privatffage gegen Rußland anzustrengen! wenig Bedeutung haben. Es würde dann nur festzustellen sein, daß und vom„ christlichen Rußland" delirierten und die öffentliche Gegenüber Venezuela und Haiti hat Deutschland allerdings, wenn einzelne Menschen gefrevelt haben. Weit schlimmer aber Meinung Englands mit falschen Anschauungen vergifteten. es sich um private Interessen deutscher Untertanen handelte, sofort ist das, was jene Gerichtssprüche lehren: Sie weisen nicht auf In den letzten Monaten fonnte man das Fortschreiten diplomatisch eingegriffen. Es hat diesen wehrlosen Zwergstaaten irgend welches subjektive Verschulden; sie erheben nicht Vorwürfe dieses Vergiftungsprozesses nur allzudeutlich wahrnehmen. Daraus gegenüber sofort mit der gepanzerten Faust dreingeschlagen, dabei gegen Personen; fie kennzeichnen und verurteilen ein erklärt sich die ungemein maßvolle Besprechung des Nordsee- war ja nichts zu risfieren. Dem russischen Bären aber einmal derb ganzes System! Falles in der Presse vom letzten Montag. Die einzige Ausnahme auf die unverschämten Tagen zu flopfen, dazu vermag sich Deutschdie su topichest Mären vermag fich Deutſch- Ian ze 8 Syſtem! Meiningen standen junge Leute aus den„ besitzenden und tanden junge& war der„ Standard", der den besten Geist der konservativen Partei land nicht aufzuraffen. Im privaten Leben nennt man eine übel gebildeten" Schichten der Bevölkerung vor dem Richter. Das Leben repräsentiert und sofort die brennende Schmach empfand, die die angebrachte Gewalttätigkeit gegenüber Schwächeren, die sich zugleich und Treiben der Techniker ist das Leben und Treiben derer auch russische Flotte dem englischen Volfe zugefügt hat. Erst nach und mit vorsichtiger Zurückhaltung gegenüber Stärkeren paart, Rauf- gewesen, welche das Urteil zu sprechen hatten. Was die Techniker nach verbreitete sich dieses Bewußtsein unter dem Volke, und es ist boldentum. Für die Politik aber läßt Graf Bülow offenbar diese in Hildburghausen getan, muß dem Richter, der einst als Student ficher, daß wir am Vorabend sehr ernster Ereignisse stehen, wenn Ehrbegriffe nicht gelten! alle Torheiten und Tollheiten des heutigen deutschen Studentendie russische Diplomatie nicht ihre alte dilatorische Tattit ablegt Vom ostasiatischen Kriegsschauplah. und England die geforderte Genugtuung ohne Verzug gewährt. lebens miterprobt hat, in mildestem Lichte erscheinen. Die Anklage, die gegen die Technifer erhoben wurde, war eine schivere, und ihr Wie die Dinge sich in Mittel- und Ostasien in den letzten Monaten Petersburg, 31. Oftober. Ein heute abgesandtes Telegramm gestalteten, erscheint mir ein Krieg zwischen England und Rußland Japaner gegen 4 Uhr nachmittags unsere vordersten Schanzen nörd- der öffentlichen Ordnung dar. Gleichwohl haben sie rücksichtvollſte General Ssa cha rows meldet: Am 30. Oktober versuchten die Verhalten, objektiv betrachtet, stellte sich als überaus bösartige Störung früher oder später unvermeidlich. Im Interesse der Kultur liegt es, lich vom Dorfe Linschinpu anzugreifen, wurden aber zurückgeschlagen. Richter gefunden, da ihre Tat auf volles Verſtändnis traf. Es daß England über Rußland siegt. Wäre der Krieg jest aus um 10 Uhr abends begann die japanische Artillerie, die Stellungen mag, wie so oft in solchen Fällen, hinzugekommen sein, daß die gebrochen, so hätte England die beste Aussicht gehabt, das durch den einiger Truppenteile auf unserem rechten Flügel zu beschießen. Richter bedachten, durch eine Gefängnisstrafe würde den jungen ostastatischen Aderlaß geschwächte Rußland niederzuwerfen, die Gleich darauf hörte man von dem Dorfe Linschinput, wohin unsere Leuten die Zukunft erschwert werden. So wurden diese LandSklaverei des russischen Volkes zu brechen und die Integrität Chinas Freiwilligen ausgefandt worden waren, um den Feind zu be friedensbrecher zu Geldstrafen verurteilt, die jedenfalls gar nicht zu schüzen also sehr bedeutende Kulturarbeiten zu leisten. Läßt unruhigen, Gewehrfeuer, das gegen 2 Uhr nachts verstummte. Die oder wenig fühlbar sind. Die jungen Leute durften den Gerichtssich aber die britische Diplomatie dazu herbei, jezt den Russen japanische Artillerie beschoß die oben erwähnten Stellungen während jaal verlassen in der frohen Erkenntnis, daß der deutsche Richter goldene Brücken zu bauen, so wird zwar momentan der Friede nicht mittags bemerkt, daß geringe Truppenabteilungen der Japaner in milder Würdigung des gebildeten Landfriedensbruches nicht eines großen Teils der Nacht. Gestern wurde gegen 5 Uhr nach gestört, aber Rußland wird dann jede Gelegenheit wahrnehmen, gegen die Stellungen beim Dorfe Tungou vorrückten. Unsere Artillerie versagt. England zu vernichten. England hat diesmal eine Gelegenheit gefeuerte auf den Gegner. All das, was mildernd für Studenten und Technifer im Herzen habt, wie sie einem Lande selten geboten wird, seine Ziele zu ver- Petersburg, 31. Oktober. General Stössel meldet dem Kaiser des Richters lebt, verflüchtigt sich und macht gänzlich anderen Gewirklichen. unter dem 14. Oktober: Der Feind wirft in die Befestigungen der fühlen Raum, sobald Arbeiter, die im Klassenkampfe kämpfen, Nord- und Nordostfront im Osten von der Eisenbahn und in die vor den Richtertisch treten. So viel Verständnis der Nichter innere Festung elfzöllige Bomben. Gleichzeitig schiebt er für die Vergehen derer hat, deren Jugend sie in der Eraufgräben an unfere Forts heran. An das südlich innerung nachleben, so verständniskos stehen sie dem Wirken vom Dorfe Utsiafan gelegene Fort ist er Sie empfinden gekommen. Durch Artilleriefeuer und Ausfälle der Schützen und Streben der Arbeiterklasse gegenüber. zwingen wir den Feid, sehr vorsichtig zu sein. Die Truppen nichts von der ſittlichen Kraft, welche die Arbeiter zum Kampfe fämpfen nach wie vor heldenmütig trok aller Mühen und für die Verbesserung ihrer sozialen und kulturellen Lage treibt. Sie Entbehrungen. Wir bitten um den Segen Ew. Majestät und sehen in diesen Arbeitern von vornherein eher den böswilligen Feind der Kaiserinnen. der Klasse, aus der sie hervorgegangen sind, der sie angehören, in der Petersburg, 31. Oftober. Ein Telegramm des Generals fie täglich verkehren, über die hinauszugelangen feine Möglichkeit beStöffel vom 17. d. Mts. an den Kaiser besagt: Gestern eröffneten die Japaner gegen 3 Uhr nachmittags eine verstärkte steht. Was dort als Jugendsünde erschien, durch leichteste Ahndung zu Kanonade auf die Forts und Befestigungen. Ein besonders starkes fühnen, das erscheint hier, obwohl im objektiven Tatbestand weit harmFeuer wurde gegen das Fort und die Befestigungen der Nordfront loser, gleichwohl als schwere Freveltat, als eine Tat, die besser noch durch foll nach einer Petersburger Meldung derartig zusammengefeßt sein, gerichtet, die in der Nähe der Eisenbahn liegen. Der Feind begann ein Zuchthausgesetz hätte betroffen werden sollen. Und eine Bestrafung, daß in ihr neben russischen und englischen Kommissaren auch diese Befestigungen anzugreifen, indem er zunächst beim Dorfe die für das Rechtsempfinden der Arbeiterklasse in keinem Verhältnis französische Kommissare vertreten sein sollen. Balitschwang schwere Feldartillerie nach der Eisenbahnlinie zu vor- steht zu der Tat, wird über die Rechtsbrecher verhängt. Inzwischen ist in Vigo und bei Gibraltar größere Ruhe ein- schob. Durch das Fener unserer Artillerie und der Schüßen wurde Justiz und Bolt wurden einander fremd und immer weiter getreten. Wie aus Vigo gemeldet wird, hat sich die englische der Angriff der Japaner zurückgeschlagen. Um 7 Uhr abends hörte öffnet sich der Abgrund der Entfremdung. Panzerdivision, die dortselbst Wache gehalten hatte, nach der Arosa- der Kampf auf; die ganze Nacht dauerte nur die gewöhnliche BeBay begeben. Die Engländer hatten 49 Schiffe zwischen Gibraltar Schießung fort. Die Verluste der Japaner sind bedeutend. und Vigo postiert. Nachdem Rußland die bekannten Zusicherungen gegeben hat, ist die Linie aufgelöst worden. Trotzdem dauern die englischen Rüstungen fort, wenn sie auch nicht mehr in dem beschleunigten Tempo betrieben werden wie bisher. Eine Einmischung Frankreichs wäre nicht im geringsten zu befürchten gewesen, da England nicht als Angreifer und nicht als Bundesgenosse Japans, sondern als Beschützer des Völkerrechts und Rächer eines internationalen Verbrechens aufgetreten sein würde. Ein solcher Krieg Englands gegen Rußland hätte keinen Föderationsfall für Frankreich bedeutet. Die Bestrafung eines Verbrechens steht in feiner Verbindung mit Ostasien. Der japanisch- russische Krieg und ein eventueller englisch- russischer Krieg wären zwei verschiedene Dinge gewesen. Die Untersuchungskommission über den Zwischenfall von Hall wundet worden! am allernächsten heranPolitische Ueberlicht. Berlin, den 31. Oktober. Zweierlei Recht. Wiederum werden zu gleicher Stunde zwei Gerichtsurteile bekannt, deren Vergleich das Wesen der gegenwärtigen Justiz dem Blindesten enthüllt. Gemeingefährliche Reformen. Bei den Wahlen und in den parlamentarischen Reden der bürgerlichen Parteien wird immer wieder mit dem Argument gearbeitet, daß die Sozialdemokratie Gegnerin der positiven Arbeit sei. Das werde dadurch bewiesen, daß sie gegen die social. politischen Geseze gestimmt habe. Abgesehen von der tatfächlichen Unrichtigkeit der Behauptung ist in jedem einzelnen Fall zu erweisen, daß die Sozialdemokratie in den Fällen, wo sie gegen Gesetze, die unter dem Vorwande einer Reform auftraten, gestimmt hat, indem sie zu verhindern suchte, daß Reformen der Verschlechterung Gesetz würden. Russische Schiffe gegen russische Schiffe? Der Petersburger Korrespondent des„ Daily Expreß" will von hochgestellter Seite erfahren haben, daß das russische Marineministerium nunmehr die Nachricht empfangen habe, daß jene Aus Gee stemünde wird vom 29. Oktober berichtet: mysteriösen Torpedoboote, welche sich zwischen der englischen Fischer- Ein Landfriedensbruch- Prozeß ist aus der legtsommerlichen flottille befunden haben sollen, keine japanischen Schiffe gewesen Bauarbeiter- Aussperrung, welche erst vor kurzem nach mehr Die sozialdemokratische Fraktion hat auch gegen das jetzt in seien, sondern russische Torpedoboote! Diese Torpedoboote seien von als halbjähriger Dauer beendet wurde, hervorgegangen. Wegen dieses Kraft getretene Gesetz über die Entschädigung unschuldig den russischen Panzern gesehen und für japanische Torpedoboote ge- Delittes hatten sich heute vor der hiesigen Straffammer zu verantworten: Verhafteter gestimmt. Auch diese Opposition hat man als halten und deshalb beschossen worden. Die russischen Torpedoboote die Zimmerleute Heeren, Wetje, Bergmann, Rosenbohm, Schildt. Ausfluß unserer Abneigung gegen eine wirkliche Verbesserung der ihrerseits hätten sich nunmehr in dem Glauben befunden, sie würden Der Sachverhalt, welcher zur Erhebung der Anklage führte, ist kurz herrschenden Zustände auszulegen versucht. In Wahrheit ist aber der folgende: Am 25. Juli d. J. erwartete der Arbeitgeberberband von feindlichen Schiffen beschossen. Eines von ihnen habe mit für das Baugewerbe in den Unterweferorten( Geestemünde, Bremer- gerade dieses Gesetz typisch für eine gewisse Art von Reformerei, seinen Schnellfeuergeschützen das Fener der russischen Bauzerschiffe haven und Lehe) Prie Zufuhr von„ Arbeitswilligen". Da aber die die, bei Lichte besehen, feine Besserung, sondern eine Verschlechterung erwidert. Mehrere russische Matrosen seien durch dies Feuer ver- Ausgesperrten schon wiederholt Transporte abgefangen und zurück- darstellt. Das Gesetz über die Entschädigung unschuldig Berhafteter geschickt hatten, beschlossen die Scharfmacher, diesmal die Arbeits- ist eine geradezu gemeingefährliche Reform. Indem es nicht grundWenn sich diese neueste Lesart bestätigen sollte, so hätte die willigen schon in Bulsdorf, einer Station vor Geeftemünde, aus- fäglich und obligatorisch die Entschädigung der zu Unrecht VerTragikomödie dadurch einen noch tolleren Anstrich erhalten, daß sich steigen zu lassen, um sie mittels Kremser in bereitgehaltene Massen- hafteten festlegt, schafft es die aus der Rechtsprechung längst entdie russischen Schiffe gegenseitig bombardierten. Es ist aber fraglich, quartiere zu schaffen und die Streifposten der Ausgesperrten fernte Konstruktion von zweierlei Freisprechung. Sie führt ob diese Lesart wirklich zutreffend ist. Möglicherweise hat man dieses zu umgehen. Die letzteren erfuhren aber den Plan, Bergmann, wieder den Freispruch aus Mangel an Beweisen ein, nene Märchen in Petersburg nur deshalb erfunden, um der Be- und Rosenbohm eilten per Rad nach dem Bahnhof Wulsdorf. Es gelang ihnen aber nicht, mit den ankommenden Arbeitern zu sprechen, während es Grundsatz des modernen Rechts ist, daß Freisprechung hauptung Roschdjestwentys, es ſeien wirklich Torpedoboote zwischen Sie von den Söldlingen des Arbeitgeber- Verbandes scharf bewacht Freisprechung ist und daß der Freigesprochene in jedem Falle als den Fischerbooten gesehen worden, aufrecht zu erhalten. Denn wenn wurden. Weye traf den Kremser mit den Arbeitswilligen und fragte schuldlos zu gelten habe. Außerdem aber verschärft das Gesetz die es sich faktisch um ein derartiges Mißverständnis gehandelt hätte, so den Kutscher, ob er mitfahren dürfe, was ihm gestattet wurde. ohnehin herrschende Neigung, daß staatsanwaltliche Anklagen unter hätte Noschdjestwensky bei seiner Weiterfahrt sofort Kenntnis von Rosenbohm und Bergmann folgten dem Kremier auf ihren Rädern. allen Umständen auch ein verurteilendes Ergebnis haben. diesem grotesten Mißverständnis erhalten müssen. Er hätte also auf Auf der Wulsdorfer Chaussee soll ein Menschenhaufen, Die verhängnisvollen Wirkungen des neuen Gesetzes zeigen sich die englische Juterpellation hin auch sofort diesen Tatbestand mit etwa 10-20 Personen, unter denen sich Schildt und Heeren befanden, bereits, obwohl es eben erst in Kraft getreten ist. In der„ Welt teilen können. Das ist jedoch nicht geschehen. Vielmehr hält nach durch ihr Gedränge die Weiterfahrt des Wagens gehindert haben. am Montag" wird der Fall einer Dame geschildert, die von dem Weye wollte von der bereits erwähnten Erlaubnis zum Mitfahren einer Meldung aus Bigo Admiral Roschdjestwensky noch jetzt an der Gebrauch machen und kletterte auf den Bock, während Schildt auf Schwurgericht in Kottbus von der Anklage der Brandſtiftung_freiBehauptung fest, daß sich zwischen den englischen Fischerbooten den Tritt sprang. Beide wurden jedoch von den Agenten der Scharf gesprochen wurde. Die Dame war die Leiterin eines photographiſchen japanische Fahrzeuge befunden hätten. macher von ihren Plätzen entfernt. Ateliers, das durch eine Brandstiftung vernichtet wurde. Sie wurde Hätte sich aber wirklich tros dieser unerklärlichen Widersprüche Auf Grund dieser an sich recht harmlosen Vorkommnisse wurde der Urheberschaft des Verbrechens beschuldigt, weil man sie für die der Vorfall so zugetragen, wie er jetzt von Petersburg dargestellt gegen die genannten Arbeiter Auflage wegen Landfriedens Geliebte des Photographen und den Photographen selbst noch für Belastend war wird, so erschiene die wahnwißige Schießerei der Russen immerhin bruch erhoben. eigentlich nur eine einzige den Besitzer des Ateliers hielt. Beide Behauptungen er in einem milderen Lichte. Man hätte dann wenigstens wirklich Zeugenaussage, des Geschäftsführers des Arbeitgeber- wiesen sich als falsch. Die Dame stand lediglich in freundVerbandes Stöven. Diefer, ein großer herkulisch gebauter Torpedoboote gesehen, wenn es auch nur russische gewesen wären. Mant, fühlte sich durch die geschilderten Ereignisse so beschaftlichem Verkehr mit der Familie des Photographen, und Man hätte wenigstens wirklich gegenseitig gekämpft, während man droht, daß er die den Wagen undrängende Menge mit Stock und dieser besaß das Atelier nur noch formell, so daß er von im anderen Falle nur eine halbe Stunde lang wehrlose Fischerfahr- Revolver abzuwehren versuchte. Diese Aussage war wohl für den einer Brandentſchädigung keinerlei Vorteil hatte. Nachdem das zeuge bombardiert und mehrere derselben in den Grund Gerichtshof ausschlaggebend, denn er verurteilte, indem er ein- Opfer eines Justizirrtums freigesprochen war, beantragte der Ver gebohrt hätte. Was aber von alledem wahr oder unwahr ist, fachen" Landfriedensbruch, Nötigung und Vergehen gegen§ 153 der teidiger eine Entschädigung für ihre neun Wochen währende Unterwird erst die Untersuchungskommission feststellen können, sofern eine G.-D. annahm, Weye zu sechs Monaten Gefängnis, Heeren und fuchungshaft. Dieser Antrag wurde mit folgender Begründung derartige Feststellung wirklich im Ernfte erfolgt und man fich nicht Schildt zu je vier Monaten Gefängnis, Rosenbohm und Bergmann abgelehnt: mit der Anerkennung einer von beiden Seiten begünstigten Fabel zu je drei Monaten Gefängnis. Insgesamt 20 Monate Gefängnis! begnügt; denn auch England scheint ja Rußland immerhin goldene Brücken für den Rückzug bauen zu wollen. Die zarenfürchtige deutsche Regierung schweigt sich noch immer über den Fall des deutschen Fischdampfers " Sonntag" vollständig aus. Wahrscheinlich hat sie noch immer keine " Gelegenheit" gehabt, sich über die Aussagen der Besagung des бeschossenen Bootes zu informieren. rung. Die deutsche Bresse unterstützt die Dieses Urteil, soweit es„ Landfriedensbruch" betrifft, wird nicht verfehlen, wiederum die weitgehendste Aufmerksamkeit auf fich zu lenken, bildet doch die heutige Verhandlung nur die Einleitung zu einem weiteren Prozeß, dessen Opfer, 17 an der Zahl, schon seit Monaten in Untersuchungshaft sind und gleichfalls, aber bei einer anderen Gelegenheit, den Landfrieden der Unterweser- Drte gebrochen haben sollen. Das andere Bild. durch feiges Schweigen diese würdelose Haltung der deutschen Regie- Vor der Straffammer zu Meiningen wurde am letzten Man widmet noch immer dem englischen Konflikt und dem Donnerstag und Freitag gegen 29 Technifer aus HildburgBombardement der englischen Fischerboote lange Spalten eingehendsterhausen wegen Landfriedensbruchs und Aufruhrs Betrachtung. Dagegen fümmert man sich nicht im mindesten, von verhandelt. In der Nacht vom 24. zum 25. Oktober wurden einige Technifer wegen groben Unfugs Unfugs verhaftet und in einigen politischen einflußlofen bürgerlichen Blättern abgesehen, um Polizeigewahrsam gebracht. Im die Kameraden zu be die Schmach, die einem deutschen Fahrzeug widerfahren ist! freien, gingen die Angeklagten mit Gewalt gegen die Beamten Regierung und Bürgertum fügen den internationalen Blamagen vor und stürmten die Polizeiwache. Da sich die Polizeimacht gegen Deutschlands kaltblütig eine neue hinzu. Es wird behauptet, diesen Ansturm der„ Gebildete" ohmmächtig erwies, wurde Militär Beschluß. In der Straffache gegen die unberehelichte Empfangsdame Ernestine Kümmel in Kottbus, vom 3. August 1904 bis 8. Dttober 1904 im Gerichtsgefängnis daselbst in Untersuchungshaft, wegen Brandstiftung ist gleichzeitig mit dem die Ernestine Stimmel freisprechenden Urteil des königl. Schwurgerichts am 8. Oftober 1904 beschlossen worden: 1. In Erwägung, daß das Verfahren weder die Unschuld der Kümmel ergeben hat, noch dargetan hat, daß gegen die Ernestine Kümmel ein begründeter Berdacht nicht vorliegt. 2. In Erwägung, daß die Ernestine Kümmel die Untersuchungshaft durch grobe Fahrlässigkeit verschuldet hat, indem sie bei ihren ersten Bernehmungen wissentlich die Unwahrheit gesagt hat, und gemäß§ 4 des Reichsgesetzes vom 14. Juli 1904 bestimmt, daß eine Verpflichtung der Staatskasse zur Entschädigung der Ernestine Kümmel nicht besteht. Kottbus, lönigliches Schwurgericht gez. Knapp. Haagen, Allerdt. Das Gericht erklärt also hier unzweideutig eine freigesprochene| Combes schwiegen die Wortführer der Nadikalen. Den einen fehlte| Gware und Okawarumende haben mehrere Trupps, teilweise mit Angeklagte für dennoch schuldig. Es behauptet, daß sich die der Mut, in der heillen Debatte sich dem Vorwurf der„ Armee"- Gewehren, Pad in westlicher Richtung gekreuzt. Auf den Posten in Unschuld der Dame nicht ergeben habe und daß ein begründeter Feindlichkeit auszusehen, die anderen aber waren froh, mit dem Okatjekuri wurde am 26. Oktober geschossen. Mühlenfels ist anVerdacht noch vorliege. Es ist aber erster Grundsatz des Strafrechts, Kriegsminister das Kabinett zu treffen oder doch zu erschüttern. gewiesen, durch Streiffolonnen die Gegend zu säubern." daß nicht die Unschuld eines Angeklagten zu erweisen sei, sondern die In der entscheidenden Abstimmung wurde der Kriegsminister schlagen, verläuft ersichtlich zwischen dem oberen Epukiro und Eiseb, Der Weg, den die nach Westen zurückziehenden Hereros ein Schuld. Solange die Schuld nicht bewiesen ist, ist er eben frei von mit bloß vier Stimmen Mehrheit( 282 gegen 278) gerettet. Nach denn der Pfad, den sie nach obigem Telegramm kreuzten, zieht von Schuld, der Verdacht einer strafbaren Handlung grundlos. Das Gericht trägliche Berichtigungen dreier von der Opposition ge- Kanduwe am erstgenannten Fluß nordwestwärts über die Wasserbenutzt, wie wir vorher sagten, das neue Gesetz dazu, um den fälschter Stimmabgaben erhöhen die Mehrheit auf bloß zehn stellen Okawarumende, Okatjekuri, Eware nach Ewaruse am Eiseb. gänzlich unmaßgeblichen Vermutungen und privaten Meinungen von Stimmen. Die revolutionär- sozialistische Fraktion hat geschlossen Gerichtsbeamten einen amtlichen Charakter zu verleihen und den mit dem Bloc gestimmt. Ihre Stimmen waren also diesmal entFreispruch von Geschworenen moralisch zu korrigieren. Das Gericht scheidend. setzt sich gewissermaßen zu einer zweiten Instanz über die Geschworenen aus eigener Machtvollkommenheit ein. richten. Deutfches Reich. Ferner erweist sich schon an diesem Falle, wie gefährlich die Einführung des Begriffes der groben Fahrlässigkeit in das Handelsvertrag mit Desterreich- Ungarn. Ueber die HandelsvertragsGesetz war. Die Angeklagte hatte nämlich zunächst den Tatbestand Verhandlungen kursieren fortgesetzt die widerspruchsvollsten Nachdeshalb nicht aufgeklärt, um die befreundete Tochter eines Pfarrers zu schonen. Dieses Mädchen war infolge eines kompromittierenden wissen wollten, daß die Verhandlungen mit Desterreich- Ungarn er Während vor einigen Tagen noch verschiedene Blätter Ereignisses gezwungen worden, worden, einen neuen Beruf zu er greifen, und der Pfarrer hatte zu diesem Zweck das photo- deutsche Allgemeine Zeitung" folgende Mitteilung: neut ins Stocken geraten seien, brachte am Sonntag die„ Nordgraphische Atelier erworben. Dieses Verschweigen aus edelsten Motiven bedeutet für das Gericht die Erfüllung einer groben Fahrlässigkeit, v. Bülow kürzlich mit dem österreichisch- ungarischen Botschafter Herrn Im Anschluß an die Besprechungen, die der Neichskanzler Graf durch die es sich die Verhaftung selbst zugezogen, mithin einen v. Szöghenh- Marich gehabt hat, wird sich der Staatssekretär des Schadensersatz verwirkt habe. Außerdem sieht man, daß das Gesetz auch dazu benutzt wird, um die Handelsvertrags- Verhandlungen zwischen Deutschland und Innern Graf v. Posadowsky in einigen Tagen nach Wien begeben, die irrige Auffassung von Richtern zu bestärken, daß ein Be- Desterreich- Ungarn zu Ende zu führen." schuldigter die Pflicht habe, Aussagen zu machen und sich zu reinigen. Ja, es wird hier einem Angeklagten zugemutet, daß er felbst sein Belastungsmaterial vollständig und genau vorbringt, widrigenfalls er auf Entschädigung für unschuldig erlittene Untersuchungshaft keinen Anspruch habe. unsicherheit, die heute schon herrscht. Vom Aufstand der Hottentotten meldet General v. Trotha unter dem 29. d. Mts. aus Windhuk( ab 6 Uhr 10 Min. abends): Am 20. Oktober vertrieb Patrouille v. Krüger eine Abteilung Witbois von Narib, Feind verlor zwei Tote, Pferde und Vieh. Der Station Gibeon wurden 100 Pferde geraubt. Patrouille Steffen trieb in Gegend Nomtias 1000 Stück Kleinvieh zusammen, ein Witboi erschossen. Station leinpenz unbeschädigt von 10 Ansiedlern und Soldaten besetzt. diesseits gefallen. Am 23. Oktober Wagen der Patrouille Steffen 4 Stunden von Nomtias überfallen, ein Reiter, zwei Eingeborene Am 26. Oftober stieß eine Patrouille auf dem Wege von Kub noch Pforte bei Padriem auf Feind, der auf 80 Gewehre ge= Backriem vor. schätzt wurde. 2. Ersakkompagnie ging am 27. Oktober mittags gegen Lengerke mit einer Kompagnie und einer Batterie noch in Amtlich wird gemeldet: Im Lazarett Waterberg an Keetmanshoop, eine Kompagnie in Warmbad." Typhus gestorben: 1. am 22. Oktober Wachtmeister Paul Weigelt, 6. Batterie, geboren am 9. September 1871 zu Noßwik, Kreis Glogau; 2. am 25. Oftober: Reiter Artur Hempel, 9. Kompagnie Regiment 1, geboren 1. Juli 1882 zu Grimma; 3. am 25. Oktober: Reiter Eugen Schreiber, 6. Kompagnie Regiment 2, geboren 7. Februar 1878 zu Zwickau. Vermißt: Reiter Karl 30ste, 1. Ersakkompagnie, geboren 27. November 1881 zu Reudnik, Kreis Leipzig, vom Wagentransport 9. Oktober zwischen OwikokoreroReiter Friedrich Christian Ungerer, 10. Kompagnie Regiment 1, früher Dragonerregiment 25, geboren 11. April 1881, am 25. Oktober in Okosongoho an Typhus gestorben. Otjimbinde abgekommen. Husland. Russische Halluzinationen. Einige Blätter knüpfen daran die Vermutung, daß dieser Vertrag mit den anderen vier bisher vereinbarten alsbald dem Reichstage nach seinem Zusammentritt am 29. November zur Genehmigung vorgelegt werden solle. Möglich wäre es schon, aber wahrscheinlich nicht. Vorbedingung wäre, daß bis dahin auch die noch ausstehenden Das Gesetz dient also, wie schon dieser eine Fall beweist, nur Tarifverträge mit der Schweiz, Spanien und Serbien erneuert der Allmacht und Unfehlbarkeit der Gerichte und verschärft die Rechts- werden, oder aber, daß die Inkraftsegung der bisher zwischen den Regierungen abgeschlossenen neuen Verträge so lange hinausgeschoben Ein Umgehungs- Manöver gegen das Kabinett Combes. wird, bis nach erfolgter Kündigung die Geltungsdauer der noch Paris, 30. Oftober.( Eig. Ber.) Auf dem Gebiete der all- nicht erneuerten drei Tarifverträge erloschen ist. Denn das Nebengemeinen Politik ist das Kabinett Combes seiner Mehrheit, ein- einanderbestehen der alten Caprivischen und der neuen Verträge könnte schließlich der Muß- Ministeriellen, sicher. Seit der Eröffnung der zu den ärgsten Differenzen führen. Während russischer Weizen in solchem Herbstsession hat sich aber gezeigt, daß die Zahl der Muß- Ministeriellen, Weizen aus der Schweiz oder Serbien nur 3,50 M. betragen, und Fall z. B. 5,50 M. pro Doppelzentner zahlen müßte, würde der Zoll für die nur auf eine günstige Ministersturz- Gelegenheit warten, be- da mit den Vereinigten Staaten von Amerika ein Meistbegünstigungs- unter Anklage gestellt worden ist, um das Attentat seines Sohnes, Zu dem Prozeß über den Senator Schaumann, der enklich gewachsen ist. So haben unmittelbar nach dem„ prinzipiellen" Votum zugunsten der Trennung zwischen Kirche und Staat die vertrag besteht, so würde auch der von dort eingeführte Weizen nur der bekanntlich den Generalgouverneur Bobrikow ermordete, " Demokratische Union" und die„ radikale Linke", d. H. die Rechte Ungunsten differenziert werden, und das dürfte es sich kaum gefallen agentur" gemeldet: Demokratische Union" und die radikale Linie", d. h. die Rechte mit 3,50 m. verzollt werden können. Rußland würde also zu seinem gewußt zu haben, wird von der offiziösen„ Russischen Telegraphenund das Zentrum des Blocs, den Versuch gemacht, jenes Votum von hinten herum zu annullieren, der Regierung Schwierigkeiten zu bereiten zugleich wieder einmal ihren Groll, wider das angebliche sozialistische Joch", das auf dem Bloc lasten soll, zu bekunden. Das alles steckte in dem um ein ganzes Jahr zu spät kommenden Verlangen der beiden Gruppen die Regierung möge eine eigene Trennungsvorlage ausarbeiten, trotzdem oder gerade deswegen, weil der Trennungsentwurf des jaurèfistischen Abgeordneten Briand, an dem eine Kammerkommission jeit einem Jahre arbeitet, für die Plenarberatung bereits nahezu fertig ist. Die offene Opposition merkte sich diese und andere Anzeichen der Bloc- Verdrossenheit. Am nächsten Interpellationstag holte fie nun zu einem sorgfältig vorbereiteten Umgebungsmanöver aus. Boden und Mittel der Attacke waren gut gewählt. Es galt, ein System der„ Angeberei in der Armee" am Striegsminister, General André, zu rächen. In der Armee" heißt natürlich im Offizier forps. Jenes System bestand das wurde von den Nationalisten in der Presse und in der Kammer allerdings nachgewiesen- in einer Gefimmungsriecherei, die vom Kabinett des Kriegsministers mit Hülfe des Sekretariats der Freimaurer- Organisation GrandOrient" regelrecht organisiert wurde. Zweck des Systems war die Begünstigung republikanisch und antiklerikal gesinnter Offiziere und die Zurücksetzung der einer Klerikal- monarchistischen Gesinnung verdächtigten Offiziere. laffen. Städtischer Hochzeitsmonarchismus. Wie der„ Frankfurter Zeitung" gemeldet wird, ist vom Oberbürgermeister bon Berlin bei den Städten der Monarchie die Stiftung eines ge= meinschaftlichen Hochzeitsgeschenkes der preußischen Städte zur Vermählung des Kronprinzen angeregt worden. Die Vergewaltigung der städtischen Verwaltungen durch die Regierung fann das unauslöschliche Treuegefühl in liberaler Mannes bruft nimmermehr besänftigen. Wer aber nebenbei sei es gefragt zahlt das Geschenk? Sollen auch die Groschen der„ Elenden" für würdig befunden werden? Mirbachs Nachfolger. Der Reichs- Anzeiger" meldet jetzt die Ernennung des Kammerherrn Dr. von Behr- Pinnow zum Kabinettssekretär und Schatullverwalter der Kaiserin. Hoffentlich sorgt der neue Verwalter ebenso trefflich wie sein berunglückter Vorgänger für so sichere Anlage der Gelder, daß auch fein Pommernfrach sie versehrt. Denn hierin wenigstens hatte Mirbach die glücklichste Hand. Lippe. Der Bundesrat hat, wie verlautet, in dem Lippeschen Thronstreite sich dahin ausgesprochen, daß 1. die Regentschaft des Grafen Leopold zur Lippe- Biesterfeld zu Recht besteht und daß 2. die übrigen Streitigkeiten( Thronfolge) durch ein unter dem Vorig eines Herrschers aus Mitgliedern des Reichsgerichts zu bildendes Schiedsgericht zu entscheiden sind. Damit würde derselbe Weg beschritten werden, der im Jahre 1897 gegangen wurde, als es sich um den verstorbenen Grafregenten Graf Ernst handelte. Weiter wird angenommen, daß Prinzregent Luitpold von Bayern dem Schiedsgericht präsidieren solle. Die biedere Entrüstung der nationalistischen Interpellanten, ehemaliger Offiziere, hatte gewonnenes Spiel. Wer wird die Gesinnungsschnüffelei, die damit verknüpften verwerf= lichen Mittelchen und demoralisierenden Wirkungen verteidigen? Es gehört zu den konventionellen Zügen jeder auf der modernen Klassenherrschaft beruhenden Gesellschaft, den Gesinnungsterrorismus auf allen Gebieten ebenso unentivegt zu üben wie ihn Das gekränkte Zentrum. Die Unterstützung, welche den Konin der Phrase pathetisch zu verabscheuen. Was besonders die servativen durch die Polen in der Erjazzwahl zum Abgeordnetenhause französische Armee betrifft so litt sie unter der Republik dreißig im Wahlkreise Pleß Rybnik zuteil wurde und das Unterliegen Jahre lang unter einem rücksichts- und schrankenlosen klerikalen des Zentrumskandidaten herbeiführte, hat im Zentrum den allerGesinnungsterrorismus. Die Böglinge der Jesuiten- und anderer schwersten Verdruß erregt. Man sprach bereits davon, daß die den Zentrumszorn zu fühlen, den mönchischer Schulen waren einer glänzenden Offiziers- Laufbahn polnische Fraktion, um Abgeordneten Korfanty, der die polnischen Wahlmänner zu sicher. Die der Freidenkerei und des Republikanismus verdächtigten jenem Vorgehen ermuntert hatte, aus der Fraktion ausscheiden Offiziere wurden systematisch zurückgesetzt. Die Folgen dieser wolle. Diese Meldung wurde jedoch widerrufen. Dagegen hat, flerikalen Vetternwirtschaft haben sich während der Dreyfus- Krise wie jetzt bekannt wird, die polnische Landtags- Fraktion am letzten für die Republik ja bedrohlich genug gezeigt. Und die Donnerstag einen Beschluß gefaßt, der ihr Bedauern über jenen flerifale Verseuchung blieb nicht auf die Offizierskreise Vorgang ausspricht, jede Stimmenabgabe für einen Gegenkandidaten beschränkt. Sie erstreckte sich bis in die Reihen der Gemeinen. des Zentrums verurteilt, das Zentrum in jedem einzelnen Fall um Dafür sorgten die weitverzweigten flerifalen Soldatenheime, der Regimentspriester, die Spitalpflegefchwestern im Bunde mit den Vorgesezten... freundschaftliches Einvernehmen mit dem polnischen Zentral- Wahlfomitee ersucht und schließlich den verschärften Ton zwischen Zentrum und Polen in Oberschlesien beklagt, an dem beide Teile nicht schuldlos feien. " Erst der General André, der sein Amt im Juni 1900, noch In dem Berliner Polenblatt wird diese Resolution als„ goldene unter Walded Rousseau, angetreten, hat einen freilich. schüchternen Friedensbrücke" für die beiden streitenden Parteien bezeichnet. und schwankenden Kampf gegen den Klerikalismus in der Armee Die, Germania" tritisiert jedoch die Resolution der polnischen eröffnet. Wie auf anderen Gebieten, blieb auch hier die„ republika- Landtagsfraktion recht ungehalten. Sie bemängelt, daß die polnische nische Verteidigung und Aktion" bisher auf halbem Wege stehen, Fraktion sich nur gegen die Stimmenabgabe für Zentrumsgegner mit der oberflächlichen Bekämpfung der Symptome, im gegebenen vende, nicht aber die polnischen Wahlmänner in Stichwahlen positiv Falle mit Personal- Maßnahmen sich begnügend, anstatt das Uebel für den Zentrumskandidaten verpflichte, wodurch dieser in Bleßdurch organische Reformen an der Wurzel zu paden. Diese einseitige hbuit gefiegt haben würde. Sie wendet sich aufs schärfste gegen fie den Abg. Korfanty, den immer geschmackvoll und Methode des Generals André, das Personal zu ändern, anstatt die christlich milde „ Hetzer und Nadaubruder" nennt. Die Berhältnisse zu reformieren, ist im Grunde auch die Ursache des Germania", welche ausländische Jesuiten ins Land wünscht, den Jesuiten entlehnten Systems der Republikanisierung der Armee entrüstet sich gegen meist von auswärts nach Oberschlesien auf dem Wege der Gesinnungsriecherei. Was aber den Klerikalen gekommene Aufiiegler gegen das Zentrum." Für Oberschlesien, zu ihren Zwecken gelingen mußte, weil sie unter der Republik wo das Zentrum seinen alten Besitzstand gegen die radikal- polnischen Elemente zu verteidigen habe, fönne es für das Zentrum nur heißen: lediglich eine alte, mit dem sozialen Milieu des Offiziertorps eng Wer nicht für mich ist, der ist wider mich. Das Zentrum könne sich verwachsene Tradition fortsetzten, mußte den antiklerikalen Kriegs- der" goldenen Friedensbrücke" nicht anvertrauen. minister arg kompromittieren. Denn seine ganze Aktion stieß auf Wenn die Polen sich nicht ernstlich von der Zentrumsvormundden Widerstand weiter und einflußreicher Armeekreise, vor denen er schaft befreien wollen, wozu ihnen offenbar der Geist der Selbständigja vielfach kapitulierte. Unter diesen Bedingungen war speziell die feit mangelt, werden sie sich schon zu weiterem Opfer an die jesuitische Waffe der Gesinnungsriecherei für ihn ebenso zweckwidrig, Zentrumsgroßmacht verstehen müssen. wie sie stets verwerflich ist. " Der Hochverratsprozeß gegen den früheren finnländischen Senator und ehemaligen General der russischen Armee Schaumann, den Vater des Mörders des Generalgouverneurs Bobrikot, hat ein deutliches Licht auf die Absichten der schwedisch gesinnten Finnländer geworfen. Die Ergebnisse der ersten Sigung des Höchsten Gerichts in Abo in Finnland bilden ein formelles Dementi gegenüber den irrtümlichen Ansichten, welche in Europa finnländische Agitatoren verbreiten, die als Opfer einer ungerechtfertigten Unterdrückung hingestellt werden. Ein Do kument, das unter den Papieren des Vaters Schaumann gefunden wurde, bildet das Hauptstück der Anklage. Es enthält einen Entwurf zur Organisation von geheimen Schüßenvereinen zum Zwecke der Befreiung Finnlands. Es sollte danach eins gestandenermaßen in Finnland eine Erhebung mit bewaffneter Hand vorbereitet werden. Jeder waffenfähige Finnländer sollte sich im Schießen üben. In jedem Orte, jedem Industriezentrum sollten sich Vereine bilden, die von besonderen Instruttoren geleitet werden sollten. Diese Jn= struktoren sollten den alten Soldaten entnommen werden, die in den aufgelösten finnländischen Regimentern gedient hatten. Diese Vereine sollten, um feinen Verdacht zu erregen, untereinander nur durch die Vermittelung von gemeinsamen Delegierten berbunden sein, die ihrerseits mit zwei Delegierten in jedem Gouvernement in Verbindung stehen sollten. Diese ganze Organisation sollte von einem Zentralfomitee von fünf Mitgliedern mit einem besonderen Vorsitzenden geleitet werden. In dem Entwurf wird auch die Frage der Beschaffung von Mausergewehren behandelt. Die vom Anwalt des Höchsten Gerichts in Finnland verfaßte Anklageatte basiert darauf, daß das Projekt des Vaters Schaumann schon in der Durchführung begriffen und von dem Doktor der Philosophie Lulu weiterentwickelt war, der sich in Berlin im Jahre 1903 erschoffen hat, als er hörte, daß feine Papiere in Wiborg von der Polizei beschlagnahmt wurden. Nach einem Rundschreiben und nach von dem Dr. Lulu gegebenen Instruktionen gab es Wanderlehrer, die Männern und Frauen auf dem Lande den Gebrauch der Gewehre beibringen sollten, indem sie jedem einzeln Unterricht erteilten. Die Gewehre sollten Mausergewehre sein. Besonderes Licht wird dadurch auf die Gr= mordung Bobrifows geworfen, daß der Sohn Schaumanns gerade Mitglied eines Schützenvereins gewesen ist, der anscheinend nach den Gesichtspunkten des Vaters Schaumann gebildet war, kein Terrain zur Ausübung der Jagd besaß und sich ausschließlich im Kugelschießen, nicht im Schrotschießen übte. Ferner beschäftigte sich der Mörder Bobrikows damit, für die geheimen Schüßenbereine Repetiergewehre und eine Art Uniform zu beschaffen. Zu diesem Zweck unterhielt er einen Briefwechsel mit einigen Personen in Stockholm. Schließlich findet man in Papieren, die bei anderen Söhnen des früheren Senators Schaumann beschlagnahmt wurden, oft die Frage der Organisation zur Erhebung Finnlands behandelt. In Erwiederung auf diese Anschuldigungen hat SchaumannVater in der Sihung des Höchsten Gerichts zugegeben, daß das fragliche, gegen ihn geltend gemachte Schriftstück tatsächlich von ihm geschrieben sei, und daß die in dem Schrifts stück dargelegten Absichten verbrecherisch seien, daß er aber das Projekt nur zum Zeitvertreib ausgearbeitet und niemals an eine praktische Verwirklichung desselben gedacht habe. Die in der Sigung des Höchsten Gerichts in Abo zutage geförderten Tatsachen werden in hohen Regierungsfreisen als besonders ernst angesehen. In den zuständigsten russischen Kreisen könnte man über eine Freisprechung Schaumanns nicht erstaunt sein, da nach dem Geseze die einfache Absicht nicht strafbar ist, wenn der Angeschuldigte nichts getan hat, um sein Vorhaben auszuführen. Im Falle des Freispruchs könnte daher die bona fides der finnländischen Richter nicht angezweifelt werden. Nichtsdestoweniger würde der mit diesem Prozeß beabsichtigte Zweck doch erreicht sein, weil er cine niederschlagende Auflage gegen die schwedisch gesinnten Agitatoren bedeutet. Wenn die russische Regierung nicht strenge. Maßregeln zur Aufrechterhaltung der Ordnung ergriffen und die hauptsächlichsten Anstifter ausgewiesen hätte, so hätte die ganze fim.ändische Bevölkerung die Heimat verlassen müssen. Der Prozeß Schaumann ist der Gnadenstoß, der den finnländischen Oppositionsparteien versezt wird; er läßt deren so gerühmte Loyalität in ihrem wahren Lichte erscheinen." Wegen Majestätsbeleidigung verurteilte die Elberfelder Auch diese offiziöse Erklärung ist ein Dokument, das Uebrigens ist es bezeichnend genug, daß das Kabinett des Straffammer einen Russen, den jetzt in Vohwinkel wohnenden Dokument lächerlichster Gespensterseherei. Der angebliche Kriegsministers für die besagte Arbeit auf die Hülfe der Freimaurer- Arbeiter Danielnewitsch, zu acht Monaten Gefängnis. Der Ver- Revolutionsplan der Finnen ist ein ebenso tollhäuslerisches Märchen, Organisation angewiesen war. Die offiziellen Informationsorgane urteilte scheint den Eindruck gewonnen zu haben, daß hinter der wie der angebliche japanische Angriff auf das baltische Geschwader. des Kriegsministeriums und der Regierung genügten also nicht, preußischen Justiz auch die russische nicht nachstehe, er sprach den Diese Halluzinationen verraten den hochgradigen Fieberzustand, genauer, erschienen nicht zuverlässig genug. freilich unerfüllbaren Wunsch aus, seine Strafe in Rußland abbüßen in dem sich der Zarismus zurzeit befindet! zu dürfen. Nun zur Kammerschlacht. Sie hat das Einverständnis der versteckten, offiziell zum Bloc zählenden mit der offenen Opposition offenbart. Wenn der Kriegsminister nicht gestürzt wurde, so verdankt er das vor allem, wenn nicht einzig, dem Eingreifen von Jaurès, der im letzten Moment die wahre Tragiveite der Debatte präzisiert hat. Wie Clemenceau richtig sagt, hat Jaurès die Rede gehalten, die der Ministerpräsident hätte halten sollen. Das ist Tein Vorwurf gegen Jaurès, sondern gegen Combes. Und ebenso wie Zu den Vorgängen in Deutsch- Südwestafrita. Ueber den Aufstand der Herero meldet General v. Trotha aus Windhut am 30. Oftober: Eine zweite Haager Konferenz? Wie aus Washington telegraphiert wird, hat Staatssekretär Hay infolge des Vorschlages des Präsidenten Roosevelt, betreffend eine zweite Haager Konferenz, eine Zirkularnote an die Mächte " Nach Aussage von Gefangenen haben die Hereros alles gerichtet. Die Note sieht nicht nur die neuerliche Einberufung einer Vieh berloren. Die Kapitäne find nach Britisch- Betschuana- Konferenz zum Zwecke der Erwägung von Fragen, die von der land geflohen. Das Volt, halb verhungert und verdurftet, beginnt ersten Konferenz als in Zukunft der Beachtung besonders bedürftig scheinbar, aus dem Sandfeld nach Westen zurückzuströmen. Bei bezeichnet waren, vor, sondern entwickelt auch den Plan " eines allgemeinen Systems von Schiebsgerichts- 1 Bon einem neuen Verstaatlichungsplan des Handelsministers| großen Teil den gleichen Argumenten damals wie heute. berträgen unter Einfegung eines internationalen Kongreffes, der im weiß der Berliner Börsen- Gourier" zu berichten. Bon zuber- großem Nachdrud habe der Oberbürgermeister erklärt, mit solcher Interesse des internationalen Friedens periodisch zusammentreten lässiger Seite," schreibt das Blatt, geht uns die Mitteilung zu, Gesellschaft fönne man nicht mehr pattieren. Da der Magistrat also müßte. Weiter heißt es, daß der Zusammentritt der zweiten Haager daß der preußische Staat das Steinfalzbergiverk Inowrazlaw an der Gesellschaft keine neuen Konzeffionen gewähren würde, was Konferenz noch während des japanisch russischen zutaufen beabsichtigt. Nach dem hartnäckigen Widerstande, auf den solle aus dem Verkehr werden? Im Jahre 1877 wurden 42 Millionen, Strieges gerechtfertigt erscheine. Wenn auch ein Waffenstilstand namentlich in den Kreisen der beteiligten Industrie die Ver- jezt 581 Millionen Personen befördert! Eine Konkurrenz müsse noch nicht bevorstehe, so sei doch kein Grund vorhanden, in staatlichung der Bergwerks- Gesellschaft Hibernia stößt, muß es über- geschaffen werden; diese könne aber nur durch die Stadt selber den bisher so erfolgreichen Bemühungen nachzulassen. Die raschen, daß die Regierung ein weiteres industrielles Unternehmen geschehen, da alle anderen Unternehmer durch die Gesellschaft aufNote wolle die Beschlüsse der interparlamentarischen Ver- für die Verstaatlichung ausersehen hat. Indes ist der Staat bereits gesogen werden würden. Der jetzige Beschluß sei ein schwerwiegender. einigung in St. Louis zur Geltung bringen. Die Bot- Befiber einer Anzahl von Salzbergwerken, so daß die Erwerbung Werde jetzt der erste Schritt gemacht, so werden die weiteren fich schafter feien angewiesen, in vertraulichen Besprechungen fest- des Unternehmens nicht das Eindringen in ein neues industrielles von selbst ergeben. Das wissen auch die Gegner der Vorlage und die zustellen, bis zu welchem Umfange die betreffenden Landesregierungen Gebiet bedeuten würde. Ob nicht trotzdem auch dieser neue Ver- Gesellschaft und nur so sei die erbitterte Hehe zu erklären, geneigt sein würden, bei der Angelegenheit tätig zu sein. Die Ver- staatlichungsplan der Regierung auf lebhafte Opposition stoßen wird, welche innerhalb und außerhalb der Versammlung gegen diese Vorhandlungen der Botschafter sollen noch nicht ein festes Programm muß abgewartet werden, da jedenfalls die Tendenz des Staates, die lage in Szene gesetzt werde. Im Interesse der Selbstverwaltung herbeiführen, sondern zunächst bestrebt sein, eine allgemeine leber- Privattätigkeit durch Erwerbung ausgedehnter industrieller Betriebe die Vorlage ablehnen zu wollen, das sei in der Tat ein neues einstimmung über die Sache zu erzielen. einzuengen, enie lebhafte prinzipielle Gegnerschaft finden muß. Argument. Da folle man sich doch lieber gleich ganz verkriechen, Das Aktienkapital der Gesellschaft beträgt insgesamt 8 Millionen dann habe man gar keine Konfliktsmöglichkeiten. Die StraßenbahnMark, worauf in den letzten drei Jahren 6 Proz., 5 Proz. und gesellschaft treibe konsequent die Politit, alle Betriebe in ihre Hände Offenbar will man durch diesen Schachzug einen Wahlcoup 5 Proz. Dividende verteilt worden sind. Von der 4prozentigen An- zu bekommen. Schließe man jetzt mit ihr neue Verträge, so heiße ausführen, indem man den Demokraten, die gegen die imperialistische leihe der Gesellschaft, im ursprünglichen Betrage von einer Million bas anerkennen, daß die Entwickelung und Förderung des Verkehrs Eroberungspolitik eifern, den Wind aus den Segeln zu nehmen Mart, find noch 800 000 m. im Umlauf. in Berlin nur durch sie erfolgen könne. gedenkt. Vielleicht hofft man aber auch, durch eine Neueinberufung der Haager Konferenz im russisch- japanischen Krieg vermitteln zu können. Und zwar derart, daß feiner der beiden Teile einen allzu großen Vorteil gewinnt. Ein allzu starkes Japan wäre ja Amerika äußerst unbequem! Die Philippinen- Räuber sind in der Tat die Berufensten, eine giveite Haager Konferenz einzuberufen! Frankreich. Die Regierungsvorlage über die Trennung von Kirche und Staat. Baris, 30. Oftober. Die heutigen Blätter veröffentlichen den Wortlaut der Regierungsvorlage betreffend die Trennung zwischen Kirche und Staat. Nach diesem Projekt findet eine vollständige Abschaffung sämtlicher öffentlicher Ausgaben für Kulten statt. Die bfchaffung tritt in Straft am 1. Januar nach Veröffentlichung des Gesetzes. Die Vorlage sett folgende Pensionen für Priester je nach Alter und den Jahren ihrere Tätigkeit fest: Nach einem Alter von 50 Jahren und 25jähriger Dienstzeit wird eine Pension von 900 Fr. für Priester, Generalbitare und Dechanten und von 1200 Fr. für Bischöfe, Erzbischöfe und Großrabbiner festgesetzt. Ueber die Be= dingungen, unter welchen die Kultusgebäude den religiösen Vereinigungen zur Verfügung gestellt werden sollen, spricht sich die Vorlage dahin aus, daß ihnen diese Gebäulichkeiten bis zwei Jahre nach Inkrafttreten des Gesezes unentgeltlich zur Verfügung stehen. Nach dieser Zeit werden diese Bauten den einzelnen Stulten auf 10 Jahre verpachtet. Der Preis für die Verpachtung darf ein Zehntel des Einkommens der betreffenden Kirchlichen Gemeinde nicht übersteigen. Die Einnahme wird auf Grund strenger leberwachungs systeme kontrolliert. Die Zuschüsse für bedeutende Reparaturen an diesen Bauten können von den Gemeinden und Departements gebilligt werden. Die religiösen Vereine, welche sich mit der Verwaltung der Kosten zur Unterhaltung der Kulten beschäftigen müssen, werden auf Grund des Vereinsgesetzes vom 1. Juni 1901 gebildet werden. Prozessionen und andere religiösen Kundgebungen dürfen nicht auf öffentlichen Plätzen oder anderen öffentlichen Orten stattfinden. Auch ist es streng untersagt, an öffentlichen Gebäuden und Blägen irgendwelche religiösen Embleme anzubringen oder aufzurichten. Wie andererseits noch mitgeteilt wird, bleibt die Frage der französischen diplomatischen Vertretung noch offen. Die Strafen für Vergehen während der Ausübung der Kulten werden verschärft. Paris, 31. Oktober. In den Kreisen der Deputierten kammer verlautet, der nationalistische Deputierte Billeneuve werde in einer der nächsten Kammerfizungen beantragen, diejenigen Offiziere, deren Angebereien er gebrandmarkt habe, vor ein Untersuchungsgericht zu stellen. Der Kriegsminister foll sich aber gegen eine solche Maßnahme ausgesprochen haben; es heißt, daß der Kommandant des Militärgefängnisses von Cherche- Midi, Major b. Asier, der die Freimaurergroßloge Grand Orient um Auskunft über die flerifaler Gesinnung verdächtigen Offiziere gebeten habe, strafweise versezt werden soll. Jaurès spricht in der Humanité" die Befriedigung darüber aus, daß Villeneuve die Angelegenheit nochmals in der Kammer zur Sprache bringen will. Die Republikaner würden dann Gelegenheit haben, die unheimliche Protettionswirtschaft zu enthüllen, die lange Jahre hindurch die Armee vergiftet habe. 44 Die Kartellierung der Zementindustrie macht in Ichter Zeit rasche Fortschritte. Wir berichteten vor einigen Tagen über Berständigungen zwischen den Gruppen der Berliner und oberschlesischen Zementfabriken, sowie zwischen den unterelbischen und hannoverschen Zementverbänden. Auch im rheinisch- westfälischen Revier sind neue Bereinbarungen getroffen. In einer Versammlung des Verkaufsvereins Rheinisch- Westfälischer Zementwerke- Bochum wurde vor einigen Tagen, der Rheinisch- Westfälischen Zeitung" zufolge, beschlossen, den Verkaufsverein bis Ende 1905 bestehen und einen neuen G. m. b. 5. vom 1. Januar 1905 ab in Straft treten zu lassen, Verein unter der Firma Rheinisch- Westfälisches Zementsyndikat ſo daß beide Verträge ein Jahr neben einander bestehen. Mit den angrenzenden Verbänden Süddeutschland, Mitteldeutschland, Hannover wurden Kartellverträge abgeschlossen, mit den belgischen Zementwerken werden entsprechende Verhandlungen morgen gepflogen. Die Bereinigte Königs- und Laurahütte hielt gestern hier in Berlin ihre Generalversammlung ab. Generaldirektor Geh. Bergrat Junghann berichtete über die Ergebnisse des 1. Quartals des laufenden Geschäftsjahres, die Monate Juli bis September. Danach stellt sich das Bilanzresultat des ersten Quartals des laufenden Geschäftsjahres verglichen mit dem vorjährigen recht ungünstig. Der Brutto- Ertrag betrug 1676 016,65 W., das ist gegen das Vorjahr weniger 453 391,61 MR. Der hauptsächlichste Grund für das ungünstige Bilanzresultat liegt in der Ermäßigung der Preise für Walzwerkprodukte. Der Durchschnittspreis für die Anfang Oktober 1904 vorliegenden Aufträge in Walzwaren im Umfange von 52 820 Tonnen, gegen 48 838 Tonnen im Vorjahre, ist um 4% M. per Tonne geringer als im Vorjahre. Die bedeutendsten und ausschlaggebendsten Schädigungen haben die Resultate aber erfahren durch die Unterbrechung der Oderschiffahrt, welche den Absatz der Kohlen schiver schädigte. Er betrug airla 50 000 Tonnen weniger als im Vorjahre. Die Verluste hier aus bilden den bei weitem größten Teil des mitgeteilten Minderertrages. Ferner hat auch der russisch- japanische Krieg in den letzten Monaten auf die Betriebsresultate der Katharinenhütte ungünstig eingewirkt. Neue japanische Anleihe. Die japanischen Finanzleute treffen, für das neue Kriegsjahr. Es sollen neue Einnahmen im Betrage wie den„ Times" aus Tokio telegraphiert wird, bereits Vorkehrungen von 770 Millionen Yen erschlossen werden; man rechnet auf 55 Millionen Steuermehrerträge im Vergleich zum Voranschlag; 75 Millionen sollen die bereits bestehenden Kriegssteuern, 90 Mil lionen neue Striegssteuern erbringen; 550 Millionen sollen durch Anleihen aufgebracht werden. Durch die neuen Kriegssteuern würden hauptsächlich die Einfünfte aus dem Salzmonopol und Seidenfabritate getroffen. Ferner sind eine Erhöhung der Land-, der Einfommen- und der Geschäftssteuer und weitere Zölle vorgesehen. Kommunales. Von den Magistratsvertretern, dem Oberbürgermeister und den Stadträten Strauſe und Alberti wurden diese Ausführungen in wirkungsvoller Weise ergänzt und unterstützt. " Verfammlungen. Der Arbeiter- Sängerbund hielt am 23. Oktober eine Ausschuß fihung bei Lipps ab. Bor Gintritt in die Tagesordnung gedachte ber Vorsitzende in warmen Worten des jüngst verstorbenen Komponisten Grheben von den Pläßen. In den Bund aufgenommen wurde der Joseph Scheu und ehrte der Ausschuß das Andenken desselben durch Berein" Freie Sänger"- Alt- Glienicke. Der vom Vorstand gestellte Antrag, die bis jetzt gratis an die Vereine gelieferten Flugblätter von jetzt ab mit 2 Pf. das Stück, das ist zum Selbstkostenpreis, zu bezahlen, wird angenommen. Der Vorsitzende teilt mit, daß der Verein Veritas" Rechtsschus beantragt hat, um gegen den Saalbesizer Wernau, Schwedterstraße, flagbar auf Schadenersatz zu werden. Der Verein hatte im März d. J. zu einem Vergnügen im Oftober den Saal gemietet, was durch gegenseitige Unterschrift an erkannt ist. 6 Wochen vor dem Vergnügen teilte Herr W. dem Verein mit, daß er seinen Saal anderweitig vergeben hätte, der Verein denselben aber an einem späteren Tage bekommen könnte. Dies konnte natürlich dem Verein nichts nüßen, da alle Vorbereitungen zu dem ersten Tage getroffen waren. Dies wurde Herrn W. mitgeteilt und er gleichzeitig ersucht, die dem Verein ent standenen Unkosten zu ersetzen. Einen fleinen Teil will er bezahlen ( Drudfosten); im übrigen meint er im Recht zu sein. Die HandTungsweise des Herrn Bernau wurde vom Ausschuß allseitig vers urteilt und der Rechtsschutz dem Verein einstimmig gewährt. Der Vorsitzende macht darauf aufmerksam, daß es sehr von Bedeutung ist, wenn die Vereine ihre Statuten den Gesetzen entsprechend ge stalten, und bringt ein diesbezügliches Statut zur Berlesung, und teilt zum Schluß mit, daß der Prozeß chemaliger Mitglieder von Sangeslust" gegen den Bundesverein" Stofenrot" von letterem gewonnen ist. " Der Verband der Kürschner Berlins und Umgegend hielt am 26. Oftober seine Generalversammlung ab. Die Abrechnung vom zweiten Quartal, die der Kassierer Michaelis berlas, schließt und einem Ueberschuß von 732,80 M. Die Mitgliederzahl ist auf mit einer Einnahme von 1704,12 M., einer Ausgabe von 971,32 M. 540 gestiegen, wovon 335 weibliche Mitglieder sind. Der Ge schäftsführer Regge berichtete sodann über die Frequenz des Arbeitsnachweiſes im dritten Quartal. Die Zahl der männlichen Arbeitsuchenden betrug in der Müßenbranche 30, in der Belzbranche 82; die der weiblichen Arbeitsuchenden in der Mühen brande 110, in der Pelzbranche 52. Verlangt wurden: männliche in der Müßenbranche 51, in der Belzbranche 132; weibliche Arbeitskräfte in der Müßenbranche 212, in der Belzbranche 112. Die Zahl der besetzten Stellen belief sich für männliche Arbeitskräfte auf 18 in der Müßenbranche und auf 68 in der Belzbranche; für weibliche Dem auf 82 in der Müßenbranche und 39 in der Belzbranche. Kassierer sowohl wie dem Geschäftsführer erteilte die General versammlung einstimmig Decharge. Sodann hielt Schriftsteller In der gestrigen lang ausgesponnenen dritten Sitzung des Schütte einen Vortrag über Goethe als Freidenter", der lebhaften Beifall fand. Unter Verschiedenem teilte der Vorsitzende Stadtverordneten Ausschusses zur Borberatung der Vorlage betreffend Grandel mit, daß die Innung sich nun endlich auch bereit ge Von den Philippinen ist die Nachricht gekommen, daß ameri- den Bau von fünf städtischen Straßenbahn- Linien wurde endlich die funden hat, eine Sigung der Schlichtungskommission zu beantragen. fanische Truppen auf der Insel Samar ein Gefecht mit unzufriedenen Generaldebatte zum Abschluß gebracht. In der für nächsten Montag Am Sonnabend, den 29. Oktober, sollen die Verhandlungen, bei Eingeborenen hatten, in welchem der lange gesuchte und gefürchtete anberaumten Sitzung soll die Spezialdiskussion begonnen werden. benen es sich bekanntlich um Differenzen über die Arbeitszeit handelt, Anführer Dhomo und 50 Filipinos getötet wurden. Die Amerikaner Es gewinnt immer mehr den Anschein, daß von den Gegnern eine stattfinden. Ferner teilte der Redner mit, daß die Einigungs hatten, wie es scheint, keine Verluste. mit allen Mitteln geförderte Verschleppungstaktit befolgt wird. verhandlungen mit dem Zentralverband noch nicht abgeschloffen sind. Diese Nachricht wird von den Demokraten für die Behauptung Die Vorlage datiert vom 26. Mai, die erste Plenarsizung Die letzten Verhandlungen wurden auf Grundlage der in der außer Barkers ausgenugt, daß die Eroberung der Philippinen schon fand 2. Juni statt und am 7. November soll end- ordentlichen Generalversammlung des Berliner Verbandes ange 200 000 Menschenleben gekostet habe. In der Wahlagitation hat lich, falls die Sizung nicht wieder abgesagt wird, die Spezial- nommenen Resolution geführt. Eine endgültige Entscheidung konnte sich ein lebhafter Streit darüber erhoben, welcher Bert dieser debatte beginnen! Behauptung beizumessen fei. Die Republikaner fprechen von Von den Geguern der Vorlage wurden auch dieses Mal wieder hauptsächlich deswegen nicht getroffen werden, weil zur Annahme der Bedingungen nicht nur die Zustimmung des Hauptvorstandes, einer argen Uebertreibung und berechnen die Zahl der Opfer die alten oft widerlegten Einwände in ermüdender Breite vor sondern auch des Ausschusses des Zentralverbandes notwendig ist. des Krieges auf nicht mehr als 14 000. Man kennt gebracht. Neue Gesichtspunkte traten faft gar nicht zutage. So die Verlufte der Amerikaner genaut, aber was bie Filipinos angeht, wurde von einer Seite der dringende Wunsch angesprochen, auf Ent ſo iſt beliebigen Schäßungen Spielraum gelaffen. Die Amerikaner faftung der Straßen durch Schaffung unterirdischer Bahnen bedacht Amerika. Städtische Straßenbahnen. Letzte Nachrichten und Depeschen. verloren im Kampfe mit den Eingeborenen 4282 Mann, darunter zu sein. 165 Offiziere. Bom Februar 1899 bis zum 30. April 1902 fei um 36 Proz. gestiegen. Man solle daher mit der Schaffung Eine Kommission zur Schlichtung des englisch- ruffifchen Konflikts. fanden aber 2651 Gefechte statt. Das„ Reutersche Bureau" erfährt, Wenn mait an neuer Straßenbahnen vorsichtig sein. Gegen den Bau und Betrieb London, 31. Oktober. das jüngst gemeldete Gefecht denkt sowie ant große folcher Linien aber durch die Stadt müsse man auch im Interesse zwischen England und Rußland ist der Abschluß eines Sonder lleberlegenheit der Amerifaner an Bewaffnung und Mittel der Selbstverivaltung Front machen. Nicht nur würde man bei eigener abkommens zum Zwecke der Einfeßung einer internationalen Unteraller Art, wenn man an die vielen niedergebrannten Ortschaften Regie eine große Zahl neuer hochbefoldeter Beamtenftellen errichten fuchungskommission, welche die Thatsachen bei dem Zwischenfall in denkt und an die Krankheiten, die nach den Schlachten ausbrachen, missen, sondern man schaffe dadurch vor allem auch zahlreiche neue der Nordsee feststellen soll, im Werke. Das Verfahren, der Umfang und an die Verwundeten, die später starben, so dürfte Parker mit Reibungsflächen mit den staatlichen Behörden. Auf die Große und die Bollmachten insbesondere hinsichtlich des Vorgehens, das auf feiner Behauptung der Wahrheit viel näher fommen als seine Straßenbahn- Gesellschaft fönne man durch genaue Kontrolle bei Grund der Ergebnisse der Kommission einzuschlagen ist, werden Gegner mit der Annahme, daß„ nur" 10 000 Filipinos ihr Leben Aufstellung der Bilanz, bei Vermehrung des Kapitals, bei der Höhe sorgfältig erwogen. Man hofft, daß das Abkommen innerhalb einer einbüßten. der Abschreibungen usw. einen Druck ausüben. Auch werde der Aufsichts- sehr kurzen Frist unterzeichnet werden wird, und hält es für rat schon allein wieder einlenken, sobald er flar übersieht, wie wahrscheinlich, daß die Kommission aus hohen juristischen mißliebig fein Vorgehen die Gesellschaft bei der Berliner Be- Bersönlichkeiten neutraler Nationalität, die von Marine- Sach Wenn die Bor Aus Induftrie und Handel. bölkerung madje. verständigen unterstügt werden, bestehen wird. Noch weiter in der Gutgläubigkeit ging ein anderes Mit- untersuchungen, welche in Hull und Vigo von den englischen resp. Zum Konzentrationsprozeß im Bankgewerbe. Die Deutsche glied, welches ausführte, der Aufsichtsrat, der doch aus den russischen Behörden angestellt sind, beendigt sein werden, werden Bant hat im oberrheinischen Revier sich einen neuen Stüßpunkt für fo prachtvollen Männern zusammengefeßt sei, habe sich wahrscheinlich Abgeordnete, welche England und Rußland vertreten, vor der inter die Ausdehnung ihrer Geschäftssphäre geschaffen. Die Neue Badische um die Dinge nicht genügend gekümmert, sonst hätten die häßlichen nationalen Kommiffion erscheinen, um den Fall zu begründen und bei der Konzeffionsverlängerung Landeszeitung" meldet nämlich: Die Süddeutsche Bank in Mannheim Vorgänge nicht paffieren Beugen, wenn nötig, vorzubringen, welche einem Streuzberhör unter Wenn man jezt diese Bahnen baue, werde man worfen werden. Der Ort des Zusammentrittes der Kommission ift wird ihr Grundkapital von 6 Millionen auf 10 Millionen Mark fönnen. erhöhen. Die neu auszugebenden 4 Millionen Mark Attien der Süd- später den ganzen Betrieb übernehmen wollen. Das fönne noch nicht bestimmt, voraussichtlich wird er in Frankreich sein. deutschen Bank- Attien mit Dividendenberechtigung ab 1. Januar war aber leicht, weil das Unternehmen der Gesellschaft ein Ganzes 1905 werden von der Deutschen Bank in Berlin und der ihr nahe- bildet und mit den verschiedenen Vororten Verträge von verschieden stehenden Oberrheinischen Bank in Mannheim gemeinschaftlich unter langer Dauer vorliegen. Ausschluß des Bezugsrechts der Aktionäre der Süddeutschen Bank zu dauerndem Bejiz fest übernommen. Gleichzeitig wird eine Interessengemeinschaft zwischen der Oberrheinischen Bank und der Süddeutschen Bant hergestellt. Vertreter de Deutschen Bant und der Oberrheinischen Bant treten in den Aufsichtsrat der Süddeutschen Bant, während zwei Mitglieder des Aufsichtsrats der Süddeutschen Bant in den Aufsichtsrat der Oberrheinischen Bank gewählt werden. Durch diese Operation erhält die Süddeutsche Bank Anlehnung an die Gruppe der Deutschen Bant, ohne jedoch ihre Selbständigkeit cinzubüßen. Die Stapitalserhöhung erscheint durch die seitherige Ausdehnung ihres Geschäfts durchaus gerechtfertigt, und es soll durch das Zusammengehen der beiden hiesigen Banten eine weitere Basis des Geschäfts geschaffen werden, welche den Interessen derselben und ihrer Aftionäre förderlich ist." Zum ruffisch- englischen Konflikt. Tanger, 31. Oftober.(.. B.) Marollo hat den hier liegenden Transportschiffen die Erlaubnis erteilt, beim Kohlennehnien der Russen tätig zu sein. Algier, 31. Dftober. Die russischen Torpedobootszerstörer „ Bedowy"," Brawy“ und„ Bystry" find aus Tanger heute nach mittag hier angekommen; sie werden hier ihren Kohlenvorrat er neuern und weitere Befehle abwarten. Das Urteil im Prozeß Hervay. Bon anderer Seite wurde angefragt, ob es denn nicht möglich fei, die neu geplanten Linien durch Vermittelung der Aftien Gesellschaft Berliner Elektrische Straßenbahnen, deren Aktienkapital sich zum überwiegenden Teil in den Händen der Stadt befindet, und im Anschluß an die beiden Linien dieser Gesellschaft zu errichten. Solchen Eintvänden gegenüber hatten die Freunde der Vorlage leichtes Spiel. Nach dem prinzipiellen Beschluß der Versammlung vom Jahre 1900, daß neue Zinien durch die Stadt gebaut werden Loeben, 31. Ottober.( W. T. B.) Das hiesige Streisgericht sollen, handle es sich gar nicht mehr um die Frage, ob die Stadt überhaupt Bahnen bauen solle, sondern nur, ob diese Linien zu er verurteilte heute Leontine v. Hervah geborene Belladini aus Bofen, richten wären. Die Linien von Siemens u. Halske seien von der die im Sommer bor. Jahres in fünfter Ehe den Bezirkshauptmann Stadt angekauft, um als Grundlage für ein städtisches Straßenbahn- Hervay von Kirchberg in Mürzzuschlag geheiratet hatte, ohne von ne zu dienen, nicht aber ein Corso zu bleiben. Sonst hätte man ihrem vierten Mann rechtsgültig geschieden zu sein, wegen Bigamie die dafür ausgegebenen 10 Millionen Mart besser anwenden fönnen. und Falschmeldung zu vier Monaten einfachen Kerlers.- Bezirkss Die Bemerkung, die Süddeutsche Bank verliere durch die Ueber- Die neuen Linien durch die Berliner Elektrische Straßenbahnen Hauptmann von Hervay hat sich im Sommer dieses Jahres der nahme der neuen 4 Millionen Mart- Attien seitens der Deutschen Attien- Gesellschaft errichten zu laffen, sei unmöglich, weil der mit Angeklagten wegen erschossen. Bant nicht ihre Selbständigkeit, dient lediglich zur Beruhigung Siemens u. Halste geschlossene Betriebs- Vertrag hinfällig werden Santiago de Chile, 31. Oftober.( Meldung der„ Agence Havas".) der fleineren Aftionäre des Institute. Tatsächlich erlangt die würde, sobald neue Linien angeschloffen würden. Der jest gegen Deutsche Bank durch die Aktienübernahme zu dauerndem Befih" und den Bau eigener städtischer Linien geführte Kampf habe große Aehn- Die hier ausgebrochene Ministerkrisis ist gelöst. Die Portefeuilles die Antettung der Süddeutschen Bank an die Oberrheinische Bant, lichkeit mit den Kämpfen, die sich seinerzeit bei der Errichtung der find wie folgt verteilt: Bello Jnneres, Luis Vergara Auswärtiges, die ebenfalls völlig unter dem Einfluß der Deutschen Bank steht, städtischen Gas- und Wasserwerte sowie in der Eingemeindungs- Guilliermo Rivera Justiz. Ernesto Hubner Finanzen, Ascanio Basdie Macht, der Süddeutschen Bank völlig ihren Willen aufzuzwingen. frage abgespielt hätten. Dieselben Berfonen operierten mit zum lcunar Krieg und Eduardo Charme Deffentliche Arbeiten. Berantw. Redakt.: Baul Büttner, Berlin. Inferate verantw.( mit Ausnahme der Neue Welt"-Beilage): Th.Glode, Berlin. Drudu.Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanft. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2Beilagen u.Unterhaltungsbl. Nr. 257. 21. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 1. November 1904. Das Arbeiterfekretariat Nürnberg begeht am 1. November das Jubiläum seines zehnjährigen Bestehens. Dieses Jubiläum ist auch für weitere Arbeiterfreise insofern von Bedeutung, als der Gedanke, ein Arbeiterfekretariat zu errichten, zuerst in Nürnberg aufgetaucht ist und in Nürnberg auch zuerst realisiert wurde. Dieses Jahrzehnt, in dem das Nürnberger Arbeitersekretariat nunmehr besteht, ist ein inhaltreicher Abschnitt aus der Geschichte der Arbeiterbewegung, und es mag deshalb nicht unwichtig sein, auf die Entwickelung dieses Instituts, dessen Errichtung bahn- brechend wirfte, einen furzen Rüdblid zu werfen. straße 38 gesandt zu sein mit dem Hinweis, daß bei Vogel Arbeit Sonnabend sollte, wie gesagt, die große Aussperrung in der Ladenborhanden wäre. Das Wort„ Zahlstelle" ist im Druck besonders einrichtungsbranche vorgenommen werden. auffallend hervorgehoben. Es soll also recht deutlich gezeigt werden, Tischlermeisterversammlung Beschlüsse gefaßt, welche die Aussperrung in Bekanntlich hat schon die vor acht Tagen abgehaltene öffentliche auffallend hervorgehoben. Es soll also recht deutlich gezeigt werden, daß ein Organ des Metallarbeiter- Verbandes fich dessen schuldig Tischlermeisterversammlung Beschlüsse gefaßt, welche die Aussperrung in lebhafteren Fluß bringen sollten. Am letzten Donnerstag hat außer gemacht habe, was Funktionären der Hirsch- Dunderſchen Richtung dem eine Generalversammlung der Freien Vereinigung der Holznachgewiesen wurde, ohne daß es widerlegt werden konnte, nämlich: industriellen diese Beschlüsse bekräftigt und ferner beschlossen, daß alle die Entfendung von Streitbrechern nach einem Betriebe, wo die Mitglieder, welche sich bisher nicht in dem erforderlichen Umfange Arbeit niedergelegt worden ist, ohne daß die in Frage kommende an der Aussperrung beteiligten, bis zum 1. November nachweisen sollen, Organisation den Streit anerkannt hat. daß fie 50 Proz. der von ihnen beschäftigten Arbeiter ausgesperrt Diese Mitteilung schließt der Verfasser der Notiz im„ Gewerk- haben. Mit der durch diesen Beschluß verlangten Aussperrung berein" mit der Bemerkung:" Jezt aber hat der Vorwärts" die sollte nicht, wie es bisher gehalten wurde, gewartet werden, bis die Aufgabe, zu beweisen, daß alles eine bösartige Berleumdung der angefangenen Arbeiten fertiggestellt sind, sondern es sollten sogleich die 50 Prozent der Ausgesperrten voll gemacht werden. Hirsche ist." Freie Vereinigung übernahm die Verpflichtung, den Schaden zu bergüten, welcher den betreffenden Meistern durch die Bezahlung unvollendeter Affordarbeiten entstehen würde, sofern diese Arbeiten schon vor dem 5. Oktober zugeschnitten waren. Dem Manne fann geholfen werden! Die Als in Deutschland die Sozialreform einfegte, machte sich gegen über der Schwerfälligkeit der Sozialgesetze, der Mißachtung der Arbeiterschutzbestimmungen durch die Unternehmer, der Unkenntnis weiter Arbeiterfreise über Rechte und Pflichten bezüglich der Sozial gesetzgebung und der wenig wohlwollenden Haltung, die die Ge Ueber die Ursachen der Arbeitsniederlegung bei Vogel und die meindebehörden gegen die Arbeiter bei Anwendung der Sozial Nichtbewilligung derselben durch die Ortsverwaltung des Metallgeseze an den Tag legten, das Bedürfnis nach Rechtsschutz und arbeiterverbandes wollen wir uns mit dem„ Gewerkverein" nicht Nach den bisherigen Erfahrungen fonnte man zwar trotz Rechtsbelehrung geltend, das noch verstärkt wurde, als das auseinandersetzen, da die Angegriffenen ihre Antwort in der„ Metall- der angeführten Beschlüsse nicht annehmen, daß die Aussperrung verwickeltste aller Sozialgeseze, das Alters= und Invaliditätsversicherungs- Geset arbeiter- Beitung" erteilen werden. Was die behauptete Entsendung nunmehr einem von Herrn Ball in der Meisterversammlung in Kraft trat. Damals wurde angewandten Bilde entsprechend der Gedanke, gleich einer Lawine anschwellen von Streifbrechern betrifft, so sei zunächst bemerkt, daß die Zahl werde; immerhin hätte man aber gestern einen besonders großen ein Arbeiterfekretariat zu errichten, ernstlich ertogen. Eine Versammlung der Schlosser und Maschinenbauer stelle in der Blumenftr. 38 Schantwirt ver- Andrang von neuen Ausgesperrten im Gewerkschaftshause erwarten nahm 1891 einen Antrag des Genossen Konrad Herrmann an, waltet wird, nur Beiträge entgegennimmt, fönnen. In dieser Erwartung hatte die Leitung des Holzarbeiter wonach alle Mittel anzuwenden seien, um die Errichtung eines sonst aber keine Funktion im Metallarbeiter- Verbande aus Verbandes für den vermuteten Zustrom von Ausgesperrten einen Arbeiterfekretariats durchzuführen. Der Beschluß fand bei sämtlichen übt, insbesondere findet von der Zahlstelle größeren Saal im Gewerkschaftshause hergerichtet, und auch sonst Gewerkschaften prinzipielle Zustimmung, doch wurde bezweifelt, ob aus teine Arbeitsvermittelung statt. Wir ließen besondere Vorkehrungen zur Entgegennahme der neuen Aussperrungses möglich sei, die Unterhaltungskosten aufzubringen, einen geeigneten selber eingehende Erkundigungen an Ort und Stelle einziehen und meldungen getroffen. Aber der erwartete Andrang blieb aus. Mann als Sekretär zu finden u. dergl., Bedenken, die nicht un Ausgesperrte meldeten Also 31 Ausgesperrte der Möbelbranche und 18 Ausgesperrte aus zwei Betrieben der Ladeneinrichtungsbranche. Das ist das ganze Ergebnis der neuen Beschlüsse, welche ein lawinenartiges Anschwellen der Aussperrung herbeiführen sollten. " berechtigt waren, da die Nürnberger Gewerkschaften damals ins- es stellte sich dabei heraus, daß weder der betreffende Schankwirt, Nicht mehr als 44 neue fich am Montag. Davon entfallen 28 auf 18 Betriebe, gesamt nur zirka 4000 Mitglieder zählten. Die Metallarbeiter ver- noch sonst irgend eine Person, die hier etwa in Frage kommen bie schon bisher ausgesperrt hatten, während 16 Arbeiter aus vier loren aber die Sache nicht aus dem Auge. Inzwischen machte sich könnte, einen Arbeiter nach der Vogelschen Fabrik gesandt oder Werkstellen tamen, die als neue au den aussperrenden Betrieben das Bedürfnis nach einer Auskunftsstelle immer dringender jemandem gefagt hätte, er solle zu Vogel gehen, dort wäre Arbeit hinzutreten. Hierher gehört die Werkstatt von Werner, Königsbergergeltend. Jm März 1894 wurde eine Kommission errichtet, die vorhanden. straße, mit einem und der Betrieb von Scheu mit zwei Arbeitern. Beschwerden an den Fabrikinspektor entgegenzunehmen und diesem Wir wollen gar nicht so weit gehen, zu behaupten, daß alles Der etwa 30-40 Betriebe umfassenden Badeneinrichtungszu übermitteln hatte. Diese Kommission erhielt sofort eine derartige eine bösartige Verleumdung der Hirsche" sei, sondern wir nehmen Branche gehören zwei von den neu hinzugetretenen Betrieben an, Fülle von Arbeit, daß die Schaffung einer Stelle, die derartige vielmehr an, daß der Verfasser der Notiz im„ Gewerkverein" nämlich Schönherr mit fünf und Brunzlow, der Vorsitzende des Aufgaben berufsmäßig erledige, fich als unumgänglich notwendig bobenlos leichtfertig gehandelt hat, und das erklären wir uns durch Vereins der Branche, der etwa 120 Arbeiter beschäftigt, mit acht erwies. Am 28. April wurde deshalb eine Versammlung einAusgesperrten. berufen, die zur Frage der Gründung eines Arbeiterfekretariats das bekannte Sprüchwort: Man sucht andere nicht hinter dem Stellung nehmen sollte; sie wurde aber polizeilich aufgelöst, weil Busch, wenn man nicht selber dahinter gesteckt hat." der Vorsitzende, Genosse Eisinger, fich weigerte, Frauen und Minderjährige auszuweisen. Fünf Tage später tagte unter dem Berlin una amgegend. Vorfiz Grillenbergers eine zweite Versammlung, die nach einem Die Aussperrung in der Gelbmetall- Industrie Herr Brunzlow hat, wie die von ihm Ausgesperrten mitteilten, Vortrage des Genossen Derte I sich durch Annahme einer Resolution verpflichtete, mit allen Mitteln für die Errichtung eines Arbeiter weist noch feine Veränderung der Situation auf. In einer Ver- gefagt, er habe jetzt noch dringende Arbeiten fertigzustellen und werde erst nach Beendigung derselben mit weiteren Aussperrungen fetretariats einzutreten. Die Ausführung des Beschluffes wurde einer ſammlung der Arbeitgeber am 26. Oftober ist eine Resolution an- vorgehen. So denten jedenfalls auch die anderen Kollegen des fünfgliedrigen Kommission übertragen. Das Projekt war finanziell genommen worden, wonach jede Verhandlung mit dem Metallarbeiter Herrn Brunzlow. Erst die vorliegenden Aufträge erledigen und gesichert, da 3500 Arbeiter fich verpflichtet hatten, Beiträge zu leisten. berbande abgelehnt wird, da die Fabrikanten wünschen", daß dann die Arbeiter, für die so wie so keine Beschäftigung mehr vorAn den Stadtmagistrat Nürnberg hatte die Kommission das Ersuchen die Streifenden die Arbeit bedingungslos wieder aufnehmen sollen. Wie um Gewährung einer Subvention von jährlich 2500 M. gerichtet, Cohen in der gestrigen Streitversammlung unter dem lebhaften handen ist, entlassen. Und das soll eine Aussperrung" fein. Es zeigt sich also auch an diesen Beispielen wieder, daß die der Magistrat hatte sich zwar bereit erklärt, zur Errichtung eines Beifall der Anwesenden erklärte, wird dieser Wunsch der Arbeit meisten Tischlermeister gar nicht geneigt sind, die von ihrer Organi Arbeitsvermittelungsamtes die Hand zu bieten und Beiträge der geber diesmal wohl ein frommer Wunsch bleiben. Die Arbeiter meisten Tischlermeister gar nicht geneigt sind, die von ihrer Organi Arbeiter entgegenzunehmen, aber nimmermehr wolle er die Ein- wußten von vornherein, daß dieser Kampf ein äußerst hartnäckiger iation gefaßten Beschlüsse stritte durchzuführen. Nur selten gelingt richtung einer politischen Partei überlaffen". Bei der Subventionierung werden würde und haben demgemäß auch ihre Maßnahmen getroffen. es der Agitation der führenden Scharfmacher, einen Meister, der sich des von der freisinnigen Partei gegründeten Volksbildungsvereins Erst vor wenigen Tagen hat die Ortsverwaltung der Organisation bisher in offenen Widerspruch zu den Beschlüssen sezte, für die Be wurde dieses Bedenken nicht geltend gemacht. beschlossen, den Streifenden und Ausgesperrten zum 1. November teiligung an der Aussperrung zu gewinnen. Einen Erfolg dieser Die Versammlung beschloß, selbständig vorzugehen, und nahm einen Ertr azufchuß zur laufenden Unterstüßung zu zahlen, und Art haben die Scharfmacher zu verzeichnen. Herr Klug in der Warschauerstraße, der bisher von den Vorstellungen der Vertrauenseinstimmig das von der Kommission ausgearbeitete Statut an. har an Berheiratete in der Höhe von 10 Mt. und an Unverheiratete fommission nichts wissen wollte, hat sich jetzt auch an der AusZum Sekretär wurde Genoffe Segi gewählt. Am 1. Nov. 1894 und weibliche Mitglieder von je 5 Mt. Dies außerordentliche Auferöffnete das Arbeiterfekretariat seine Tätigkeit. Die Kosten werden wendung nimmt eine Summe von zirka 25 000 M. in Anspruch, üot sperrung beteiligt. Die Zahl der Streitenden hat sich um einige vermehrt. Die fast ausschließlich von den gewerkschaftlich organisierten Arbeitern indessen auf die Leistungsfähigkeit der Stajje feinerlei Einfluß aus. Montagetischler der Firma Jarogli, welche von einer Arbeit in getragen, jedes Gewerkschaftsmitglied zahlt wöchentlich 2 Pf. Die Von der Vertrauenskommission der Metallwarenfabrikanten Auskunftserteilung erfolgte von Anfang an an jedermann, ohne wird nach wie vor alles versucht, um die Mitglieder der Fabrikanten- Rußland zurückkamen, haben sich ihren streifenden Kollegen an Rücksicht auf irgendwelche Parteistellung 2c. Die Notwendigkeit bereinigung mit der angeblich täglich bevorstehenden Niederlage der geschlossen. eines solchen Instituts erwies sich schon in den ersten zwei Monaten. Arbeiter bei guter Laune zu halten. Alle Tage werden Gerüchte verändert. Auf keiner Seite ist man geneigt, den eingenommenen Die Situation des Kampfes ist somit in der Hauptsache un Im November 1894 nahmen 390, im Dezember 524 Personen ausgesprengt, die Arbeiter könnten den Streif jest nicht mehr länger Standpunkt aufzugeben. Wenn die Tischlermeister glauben, in der das Sekretariat in Anspruch. Die Frequenz steigerte sich aushalten, sie würden schon nächstens" die Arbeit wieder aufnehmen. Jahr zu Jahr, mit Ausnahme des Jahres 1908, Dieses nächstens" gilt jest schon wochenlang, sehr zum Verdruß der bisherigen Weise weiter kämpfen zu müssen, so fönnen es die Arbeiter in dem eine fleine Minderung der Inanspruchnahme eintrat, Stübnemänner. Besonders unangenehm ist es den Fabrikanten, daß noch lange aushalten. Zu einer pessimistischen Auffassung der Lage Jahrzent holten sich beim Arbeiterfekretariat Nürnberg 186 618 Ber angefertigt bekommen. Das eigenartige fühlen und Denken der die aber im laufenden Jahre wieder ausgeglichen wird. In diesem fie fo wenig Arbeitswillige erhalten und auch nirgends Streifarbeit haben sie feine Ursache. fonen Rat und Hilfe, der schriftliche Verkehr belief sich auf Fabrikanten beleuchten wieder recht drastisch folgende Vorkommnisse: 11 291 Ginläufe und 27 401 Ausläufe. Von den Besuchern waren Eine Firma hat ihre Arbeiter wegen Kontraktbruchs bei dem Gewerbe42 128 gewertschaftlich organisiert. gericht verklagt. In dem Sühnetermin am Sonnabend meinte nun Das Sekretariat ift feine bloße Auskunftsstelle, sondern hat sich der Firmeninhaber, er hätte absolut nichts gegen seine Arbeiter, dies zum Mittelpunkt der ganzen gewerkschaftlichen Organisation ent- feien alles ruhige, nette und tüchtige Leute; aber mit der Klage wolle widelt. Es leistet bei Lohnbewegungen, Abschluß von Tarifverträgen 2c. er in erster Linie den Metallarbeiterverband treffen. Obgleich also Achtung, Korbmacher! Die letzte Branchenversammlung der Korb wertvolle Dienste; es hat eine Arbeitslosenzählung, Erhebungen über die Arbeiter nach eigener Aussage des Fabrikanten ruhig, nett macher beschäftigte sich wieder mit der Sperrung des InnungsLohn-, Arbeits- und Wohnverhältnisse der Arbeiter Nürnbergs ver- und tüchtig sind, sperrt er sie auf Befehl der Kühnemänner aus. nachweiſes und dem Umschauen in Berlin. Da fich die Kollegen anstaltet, die Haushaltungsrechnungen Nürnberger Arbeiter, das Er- Für seinen Verband will er also Disziplin und Solidarität gelten immer noch nicht daran gewöhnen können, das Umschauen zu untergebnis einer Enquete, herausgegeben, ebenso Monographien über lassen, nicht aber für den Verband der Arbeiter. Immer die alte lassen, so machen wir die kollegen nochmals darauf aufmerksam, daß einzelne Berufe. Für spezielle Gewerbe wurden gleichfalls Erhebungen bornierte Herrenmoral. Weiter. Die Firma Arndtu. Marcus das Umschauen streng zu meiden ist. Auch die Kollegen aus der durchgeführt. Die Hauptaufmerksamkeit ist auf den Arbeiterschutz richtet an die Eltern ihrer Lehrlinge folgendes Schreiben: Provinz, die nach Berlin reisen, seien darauf hingewiesen, daß der gerichtet, und dem Sekretariat ist es z. B. hauptsächlich zu ver Banken, daß die Bürsten- und Pinselarbeiter beffer gegen die Milzbrandgefahr geschützt sind als früher. Gegenwärtig betreibt das Arbeiterfekretariat die Agitation für Errichtung einer allgemeinen Drts- Krankenkasse. In die immer mehr anwachsende Arbeit teilen fich zurzeit drei Sekretäre, die Genossen Segiz, Dorn und Schneider. bon Partei- Nachrichten. Die Reihen der aussperrenden Meister beginnen übrigens zu wanken. So stellte der Tischlermeister Quehl in der Dresdenerstraße seine Ausgesperrten wieder ein und erklärte gleichzeitig seinen austritt aus der Unternehmer- Organisation, um sich in seinen Entschließungen nicht mehr von derselben abhängig zu machen. Hiermit zur geft. Kenninisnahme, daß wir sämtlichen Innungsnachweis gesperrt ist. Die Meister, die auf dem InnungsLehrlingen in unserem Betriebe auf das nachweis angeschrieben stehen, werden von den Berliner Kollegen strengste untersagt haben, fich mit unseren 3. 3. gemieben, weil bei denselben nichts zu verdienen ist, und die Meister streifenden Arbeitern irgendwie in Gespräche nur auf die auswärtigen Kollegen rechnen, die die Berliner Ver einzulassen und ihnen irgendwelche Mithältnisse nicht fennen. Der Arbeitsnachweis für organisierte Korb teilungen au machen resp. sich aushorchen au macher ist im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Hof lints eine Iaffen. Wir find entschlossen, jeden Lehrling, der diesem Ver- Treppe. Wir ersuchen alle arbeiterfreundlichen Blätter um Abdruc bot( 1) nicht Folge leistet, zu entlassen und gleichzeitig von dieser Beilen. Die Werkstatt- Kontrolltommiffion. unserem kontrattlichen Recht Gebrauch zu machen, indem wir nicht erlauben( 1), daß er seine Lehre anderwärts fortsetzt. Wir ersuchen Sie höflich, um diesen Unannehmlichkeiten vor zubeugen, Ihren Sohn zu berwarnen und Ihre Autorität dahin geltend zu machen, daß wir zu vorstehenden Maßnahmen keine Beranlassung haben. Hochachtend " Die Entwicklung des Arbeitersekretariats Nürnberg in diesen zehn Jahren, das lebhafte Interesse, das ihm bald nach seinem EntDie Aussperrung der Müllfutscher ist jetzt in einen allstehen nicht nur in Deutschland sondern auch im Auslande gewidmet gemeinen Streit ausgewachsen. Am Montagmorgen wurde, haben bewiesen, daß die Arbeiterschaft Nürnbergs haben nämlich auch sämtliche zirka 200 Kutscher und Schaffner der von einem glücklichen Gedanken beherrscht wurde, als sie im wirtschafts- Genossenschaft die Arbeit niedergelegt, so daß Jahre 1894 zur Gründung dieses Instituts schritt. Ihr Vorgehen gegenwärtig mindestens vier Fünftel der gesamten hat inzwischen vielfach Nachahmung gefunden, indem in den verMüllt utfcher Berlins im Streit stehen. Schon etwa schiedensten Städten des In- und Auslandes Arbeitersekretariate entArndt u. Marcus standen, die zumeist der Nürnberger Einrichtung nachgebildet find. gleichzeitig mit den ausgesperrten Kutschern der Abfuhrgesellschaft" Hugo Arndt. und den Firmen Scheller hatten die Seutscher der WirtschaftsWelche Unsumme von Segen für die Arbeiterschaft fich als Folge Vorstehendes Schreiben präsentiert sich geradezu als ein genossenschaft Lohnforderungen gestellt im guten Glauben darauf, daß der Tätigkeit der Arbeitersekretariate äußert, darüber braucht man fein Wort zu verlieren, wenn es möglich wäre, die finanziellen Bor- assisches Dokument felbstbewußter Kühnemännlichkeit. Hier gibt ihre Forderungen im Verhandlungswege erledigt werden würden. teile, die durch ihr Eingreifen den einzelnen gesichert wurden, in sich der Fabrikpascha wie er leibt und lebt. Er stellt Lehrlinge ein, Während der Aussperrung bei den erstgenannten Firmen verhielt sich einer Rechnung zusammenzustellen, so würde sich eine Riefengiffer un fie auszubilden, und diesen jungen Leuten verbietet( 1) er die Wirtschaftsgenossenschaft denn auch anfangs scheinbar neutral. ergeben. Nicht minder schwer wiegen auch die idealen Vorteile, die raft seiner Stellung als Fabritherr jede Unterhaltung mit streifen- Im Laufe der letzten Woche aber mutete die Genossenschaft den den Arbeitern. Wer nicht pariert, wird entlassen; ja der gnädige Kutschern zu, Streifarbeit zu verrichten, indem von ihnen verlangt bie Arbeiter ihren Arbeitersekretariaten zu verdanten haben. Serr will in seinem Zorn dann nicht einmal erlauben( 1), daß der wurde, das loſe auf den Höfen herumliegende Müll, dessen Abfuhr Lehrling in einem anderem Betriebe weiterlernt! Dieſer gute Mann die Herren Aussperrer mit ihren Arbeitswilligen nicht bewältigen scheint noch gar nicht zu wissen, daß er in dieser Hinsicht über fonnten, abzufahren. Gegen eine Abfuhr des Mülls der von den haupt nichts zu verbieten oder zu erlauben hat. ausgesperrten Firmen abgesprungenen und der WirtschaftsgenossenDie Eltern der Lehrlinge könnten denn auch wirklich nichts Törichteres schaft neu zugegangenen Kunden hatten die Kutscher natürlich nichts tun, als sich durch jenen Wisch irgendwie einschüchtern zu lassen. einzuwenden, aber den Aussperrern ihre Gewaltmaßregel den anderen Allerlei Sensationsnachrichten über unseren Genossen Auer Der Metallarbeiterverband aber dürfte diesem Herrn gelegentlich Seutschern gegenüber noch durd, Abfuhr des losen Mülls zu er werben gegenwärtig in der Breffe verbreitet. Die neueste ist die schon begreiflich machen, daß die Zeit der Stümmlinge für Berlin leichtern, das verbot ihnen ihr Solidaritätsgefühl. Am Sonnabend aus der Humanité" stammende Meldung, Auer hätte sein Mandat denn doch vorüber ist, selbst wenn sie sich am Elisabethufer einnisten wurde deshalb eine Kommission der Kutscher bei dem Direktor der niedergelegt. Es ist selbstverständlich kein wahres Wort an der wollen. Wirtschaftsgenossenschaft vorstellig mit der Forderung, die Abfahrt Geschichte. bes lofen Mülle für die anderen Firmen zu unterlassen und wegen der vermehrten Arbeitsleistung, die aus der Bedienung der neuen Seundschaft erwuchs, eine Lohnzulage zu gewähren. Der Direttor lehnte die Forderungen nicht nur schroff ab, sondern meinte auch, es sei ihm sehr gleichgültig, ob die Leute in den Streit treten würden. Eine Beschuldigung, die, wenn nicht böswillig, so doch in Daraufhin erfolgte am Montagmorgen die einmütige Arbeitsnieders hohem Grabe leichtfertig ist, schleudert der Gewerkverein", bas legung der größtenteils im Transportarbeiter- Verband organisierten Organ der Hirsch- Dunderschen Richtung, gegen den Metallarbeiter- Nach den Beschlüffen der organisierten Tischlermeister sollte am Kutscher und Schaffner. Die Ausständigen find gewillt, jetzt die Verband. Das Blatt erzählt nämlich, die Arbeiter des Betriebes bergangenen Sonnabend die Aussperrung in den Betrieben für Arbeit nicht eher wieder aufzunehmen, als bis auch ihren aus von Vogel in der Andreasstraße hätten die Genehmigung des Laden- und Kontoreinrichtungen beginnen. In dieser Bran he liegt gesperrten Kollegen von den anderen Firmen annehmbare Zugeständ= zwar Metallarbeiter- Verbandes zu einem von ihnen beabsichtigten Streit ar tein tonflikt zwischen Arbeitern und Arbeitgebern vor, man nisse gemacht worden find. hatte jedoch lediglich aus Solidarität mit dem an dem gegenwärtigen Jetzt haben die Abfuhrunternehmer die Verantwortung für ein nicht erhalten, die Arbeiter feien aber trotzdem in den Streit ein- Stampfe interessierten Teil der Möbeltischlereien beschlossen, die Aus- gut Teil der sanitären Verhältnisse der Stadt Berlin zu tragen. getreten, und ihre Boften hätten einige Kollegen abgefangen, welche er- sperrung mitzumachen, wenn erst die Zeit des flottesten Geschafts- Von ihrem weiteren Verhalten wird es abhängen, ob der Bevölkerung Märten, von der Zahlstelle des Metallarbeiter- Verbandes in der Blumer ganges vorüber wäre. Dieser Zeitpunkt ist jetzt eingetreten und am ernste gesundheitliche Gefahren erwachsen werden. Eine Bewältigung Gewerkschaftliches. Leichtfertige Hirsche. Als Kurofium wurde sodann noch mitgeteilt, daß gegenwärtig eine Anzahl Arbeitswilliger auf dem Arbeitsnachweis in der Dresbenerstraße nächtigen müssen. Der Arbeitsnachweis ist damit in eine regelrechte Benne verwandelt, in der Herr Generalsekretär Nasse den Herbergsvater markiert. • Die Aussperrung der Tischler. Ser Mullab fubr durch Arbeitwillige erscheint in absehbarer Zeit als ausgeschlossen, wie durch die Zustände der bisherigen Abfuhr hin- länglich bewiesen ist. In den Häusern mit Restaurants, Schlachte- reien usw. hat sich das lose auf dem Hofe umherliegende Müll schon zu ganzen Wagenfuhren gehäuft und verbreitet bereits die übelsten Gerüche. Wenn hier nicht bald eine Aenderung eintritt, so liegt der Ausbruch einer Epidemie durchaus nicht im Bereiche der Unmöglich- kcit. Man wird also abwarten müssen, wie sich die Gesundheits- Polizei den Hausbesitzern und Unternehmern gegenüber stellt. Kein Mensch wird ernsthaft behaupten wollen, das; ein Wochenlohn von 33 bis 33 M., wie ihn die Kutscher gefordert haben, für die schwere und schmutzige Arbeit zu hoch bemessen ist. Deshalb sollte man die Gesundheit der Einwohner nicht leichtfertig aufs Spiel setzen, nur um den Unternehmcrprofit ungeschmälert zu erhalten. Der Streik der Lederarbeiter in der Riemenleder-Fabrik von Schwartz u. Comp., Müllerstr. 172, dauert unverändert fort. Zuzug ist streng fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. Deudsdies Reich. Sämtliche Geldschrautschlosser der Fabrik von Giffry vormals Sonunermeyer in Magdeburg sind— wie uns ein Privat- telegramm von dort meldet— ausgesperrt. Zuzug ist fern- zuhalten. August Brust, der bekannte Musterchrist und Leiter des christlichen Bergarbeiter-Gewerkvereins, hat— wie uns ein Privat-Tele- g r a m m aus Bochum meldet— sein Amt als Vorsitzender nieder- gelegt. Brust hat sich einen Namen gemacht durch sein hervorragendes Schimpftalent. Was er an Ausdrücken nicht bloß anwandte, sondern auch noch— geradezu genial nach dieser Richtung hin— erfand, wenn er mit einem Gegner polemisierte, stellt den berühmten „Arizona-Kiker" weit in den Schatten. Anfangs bestaunte und bewunderte die christliche Gewerkschaftswelt dieses Talent. Als das- selbe aber schließlich sich selbst übertruinpfend bei den letzten Knapp- schaftswahlen sogar in den eigenen, an kräftige sprachliche Kost aus Kirche und Beichtstuhl her gewohnten Reihen Ekel und Abscheu er- regte, und B r u st, dadurch zum„Organisator der Niederlagen" ge- worden, selbst die engeren„Freunde" m allzu gewohnter Weise an- rempelte, empörten sich auch die frommen Gewerkschastschristen über diese Sprache. Nachdem schon Bezirkskonferenzen des christlichen Gewerkvereins sich sehr scharf gegen die Schimpftaktik ihres Vorsitzenden ausgesprochen und auch die„Kölnische Volkszeitung" ein Einschreiten gegen den- selben verlangte, hat am Sonntag in Essen eine Sitzung des Ehren- rates und Gesamtvorstandes des Gewerkvereins sich ebenfalls mit Brusts Vorgehen beschäftigt. Nach dreizehnstündiger Be- ratung erklärte Bru st, daß er sein Amt als Vor- sitzender niederlege. Ob er dasselbe nach einem irgendwie oder irgendwo zustande gekommenen Vertrauensvotum wieder übernimmt oder ein anderer „Organisator der Niederlagen" an seine Stelle tritt, ist für die weitere Rückentwickclung des christlichen Gewerkvereins gleichgülftg. Serlmer partei-�ngelegenbeiten. Erster Wahltreis. Heute, Dienstag, Generalversammlung des Wahlvereins in den Jndustrie-Festsälen, Beuthstr. 13/20. Zahl- reichen Besuch erwartet Der Vorstand. Die Parteigenosse» von Reinickendorf haben vom 1. November ab die„Vorwärts"-Spcdition in eigene Regie übernommen und empfehlen den Parteigenossen und Interessenten, bei Aufträgen von Broschüren, Annonzen und Inseraten unsere Spedition zu berück- sichtigen. Die Spedition befindet sich Provinzstr. 23, II bei Genossen Schüler. Im Auftrage: Der Vorstand. R. Lorenz. Nowawes. Mittwoch, abends l!$ Uhr, bei Hiemke, Wallstraße: Sitzung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Wahl der Bezirksführer. 3. Berichterstattung über den nächsten Kunst- abend, i. Kommunale Angelegenheiten. 5. Verschiedenes. Köpenick. In der V e r e i n s v e r s a m m l u n g, die Mttwoch abend 8 Uhr in Seidels Gesellschaftshaus stattfindet, werden die Stadtverordneten über ihre Tätigkeit Bericht erstatten; auch lverden in dieser Versammlung die Kandidaten für die am 7., 8., 3. und 10. November stattfindenden Wahlen zur Stadt- verordneten-Versammlung aufgestellt. Der Diskutierabend fällt aus, ebenfalls ist die Generalversammlung verschoben. Britz. Dienstag L'/z Uhr ist in den bekannten Lokalen Zahl- abend. lokales. Für die Stadtverordneten-Ersatzwahlcn ist also nun endlich der Termin bestimmt und am Sonntag im „Gemeindeblatt" bekannt gemacht worden. Sie sollen Mittwoch, den 23. November» vorgenommen werden. Der Magistrat hat uns ein bißchen sehr lange darauf warten lassen, daß er mit der Termin- sestsetzung zustande känie. Wir hatten gemeint, daß diese Wahlen schon viel früher angesetzt werden würde». Eigentlich müßten sie heute schon längst vollzogen sein. Der bisherige Vertreter für den 30. Bezirk dritter Abteilung, der frei- sinnige Stadtverordnete Sutter, starb im August. Am 8. September, in der ersten Stadtverordnetensitzung nach den Sommerferien, wurde sein Tod mitgeteilt, und die Versannnlung beschloß, beim Magistrat die Ersatzwahl zu beantragen. Vom 8. September bis zum 23. November sind elf Wochen— das ist, wie gesagt, ein bißchen viel. Aber in einer Beziehung ist es freilich doch gut, daß es so lange gedauert hat, bis man den richtigen Weg für die Ersatzwahlen fand. Die Parteien sind nämlich noch nicht einmal sämtlich mit der Aufstellung ihrer Kandidaten fertig. Die Sozialdenrokratie, die im 30. Bezirk diesmal einen kräftigen Vorstoß zu tun gedenkt, hat bereits am 23. September in öffentlicher Wählerversammlung unseren Parteigenossen Johannes Sassenbach zum Kandidaten proklamiert. Das war, wie man jetzt sieht, genau zwei Monate vor dem Wahltage. Die Bürger- Partei, die in diesem Bezirk noch einmal mitmachen will, folgte am 27. September nach und erklärte den antisemitischen Rechtsanwalt Ulrich, den Busenfreund der lebensmittclverteuernden Agrarier, für den geeignetsten Mann, den Bezirk im Rathause zu vertreten. Selbst Herr Christian Tischendörfer, der aller Einseitigkeit abholde Möchte- gern-Kandidat, war damals schon geschäftig umhergelaufen und hatte zu gleicher Zeit verhandelt mit den„Sozial- Forffchrittlern", deren Vertretung in der Stadtverordnetcn-Versammlung zu fünf Siebenteln aus Juden besteht, und mit der Bürgerpartei, die die Juden mit wütendstem Haß bekämpft. Eine Partei aber ist noch nicht mit der Anfftellung ihres Kandidaten zustande gekommen, das sind die Freisinnigen von derjenigen Couleur, die sich ini Stadtparlament als„Alte Linke" bezeichnet. Haben pe sich nicht beeilt, weil sie wußten, daß der Wahltag noch in weiter Ferne war? Oder lag die Sache anders?! Konnten sie so lange keinen finden, der zu der Hoffnung berechtigt hätte, daß nnt ihm der Freisinn den Bezirk noch einmal vor der Sozialdemokratie zu retten vermöchte? Sie werden den Mann, den sie zu ihrem Kandidaten auSersehen haben, einen Maler- meister Rettig, erst in der nächsten Woche den Wählern präsentieren. Das wäre also vierzehn Tage vor der Wahl. Vierzehn Tage vor der Wahl brauchte von Rechts wegen, d. h. nach den Be- sti>.".:n'mg-n der Städte-Ordnung, der Wahltermin erst bekannt gc- geben zu werden. Ach, hätte doch der Magistrat die Wähler auch mit der Veröffentlichung des Ternnns noch bis zu diesem äußersten Zeitpunkte warten lassen! Es hätte sich gewiß sehr wirkungsvoll gemacht, wenn die Bekanntmachung just an dem Tage herausgekommen wäre, an dem der Kommunalfteisinn mit seinem Kandidaten vor die Wähler hintrat. Es wird sich am 23. November zeigen, ob im 30. Bezirk die Sozialdemokratie in den letzten Jahren so be- deutende Fort sch rite gemacht hat, daß sie nun auch diesen Bezirk dem Freisinn entreißen kann. Die Parteigenossen werden hoffentlich Mann für Mann ihre Pflicht thun. Leichter wird die Aufgabe sein, die den Genossen des 22. B e- zirks gestellt ist. Vor drei Jahren wurde dieser Bezirk durch die Sozialdemokratie in einem schönen Siege erobert, und er wird dauernd in unserem Besitze verbleiben. Diesmal werden dort die Wähler ihre Stimmen unserem altbewährten Parteigenossen Robert Wengels geben, der in voriger Woche als Kandidat der Sozialdemokratie aufgestellt worden ist. Ob es überhaupt noch zu einem eigentlichen Kampf kommen wird? Der Freisinn hat noch nichts von sich hören lassen, doch wird man gut tun, mit der Möglichkeit zu rechnen, daß von dort eine Ueberraschung geplant und noch im letzten Augenblick ein Kandidat aufgestellt wird. Aber selbst wenn man uns etwa von vornherein das Feld überlassen will, so ist es Ehrensache jedes zu uns haltenden Wählers, an seinein Teil dazu beizutrage», daß am 23. November Genosse Wengels mit einer möglich st stattlichen Stimmenzahl gewählt wird. Eine kleine Neuerung hat uns übrigens der Magistrat für diese Wahlen beschert, eine Beschränkung der Wnhlstunde», die nicht ohne Einfluß auf die Beteiligung an der Wahl und auf das Stimmen- Verhältnis der Parteien bleiben kann. Die dritte Abteilung pflegte sonst von 3 Uhr morgens bis 8 Uhr abends zu wählen, diesmal aber soll sie, toie die magistratliche Bekanntmachung angibt, nur von 11 Va Uhr mittags bis 7 Uhr abends wählen dürfen. Ist das ein Druckfehler— oder beabsichtigt man tatsächlich, die Wahlzeit zu beschränken? Eine solche„Verbesserung" würde vom Freisinn mit Jubel aufgenommen werden, da sie vielen Arbeitern, die erst nach 7 Uhr kommen können, die Beteiligung an der Wähl unmöglich machen müßte. Die Arbeiterbevölkerung aber wird nicht gewillt sein, sich das gefallen zu lassen. Wir fordern den Magistrat auf, diese Beschränkung, falls eine solche beabsichtigt, schleunigst wieder rückgängig zu machen._ Bei der Etatsberatnng im Kuratorium für das Obdach und Arbeitshaus wurde mitgeteilt, daß die Kommunalbehörden Berlins und der Umgegend ain Montag, den 7. November, zu einer Konferenz zusammentreten werden, in welcher die Obdach- losen- Frage einer eingehenden Beratung unterzogen werden soll. Zu dieser Konferenz ist unter anderen auch der bekannte Pastor Bodelschwingh und der Vorstand des Berliner Asyl- Vereins eingeladen ivorden. Es soll in der Konferenz das von sozialdemokratischer Seite so oft angeregte gemeinsame Vorgehen der Gemeinden von Berlin und der Umgegend in der Frage der nächt- lichen Obdachlosen angeregt werden, wobei man auf energische Unterstützung des Obcrpräsidcnten rechnet. Ebenfalls soll der von unseren Parteigenossen seit Jahren empfohlenen Erbauung einer städtischen Herberge, in der für geringes Entgelt Obdach ge- währt wird, näher getreten werden; man erwartet von solcher Ein- richtung eine bedeutende Entlastung des Obdachs. Zur Frage der Erbauung von Notbaracken im städtischen Obdach wurde be- schloffen, diesen Baracken dadurch längeren Bestand zu sichern, daß man sie nicht auf dem Terrain der künftigen verlängerten Winsstraße neben dem Obdach aufstellt, sondern auf dem Gartenland hinter dem Obdach. AuS Anlaß einer Rüge, die Stadtv. Borgmann wegen der unrechtmäßigen Verwendung der durch Ausgehtage der Hospitaliten an deren Ernährung ersparten Gelder s. Z. im Plenum vorbrachte, hat der Magistrat beschlossen, daß derartige Ersparnisse hinfort zur Verbesserung der Nahrung verwendet werden sollen.— Es war bekanntlich beschlossen worden, nur öv neue Betten für da? Lazarett der Rummelsburger Anstalt zu bewilligen. Dieser Beschluß ist jetzt dahin geändert worden, daß man für den erwähnten Zweck 1000 M. in den Etat einstellte, die nach Ansicht des Kuratorium? vielleicht etwas weiter reichen als nur für 50 Betten. Die schon im vorigen Jahre erörterte Frage der Errichtung einer städtischen Apotheke im RummelSburg wurde abermals vertagt, da bei der wahrscheinlich nach zlvei Jahren erfolgten Fertigstellung des städti- schen GcschlechtSkrankenhauseS ohnedies eine Apotheke errichtet werden muß. Weiter soll Fürsorge getroffen werden, daß die tubcr- kulösen Häuslinge des Arbeitshauses, soweit sie noch arbeitsfähig sind, künftig auf eine Station der Rieselfelder zusammengelegt werden. Das Gehalt der Au fs eh er in n c n des Obdachs wurde von 36 auf 30 M. erhöht, das Anfangsgehalt der Wärter in der Geschlcchtskrankenstatton von 33 auf 40 M. Auf Antrag unseres Parteigenossen Hoffinann wurde die für die B i b l i o t h e k dieser Station bewilligte Summe um 30 M, die für die Rummelsburger Anstalt um 300 M. erhöht. Im Hinblick auf die zu erwartende L e b c n s m i t t c l t e u e r u n g ist die für die Verpflegung in beiden Anstalten bewilligte Summe ganz bedeutend erhöhr worden. Zu unserer Mitteilung von Sonntag über die L e i ch e im Brotwagen ist berichtigend hinzuzufügen� daß irrtümlich Herrn Fischbeck die Worte von dem ganz neuen Sarg und der ganz ge- sunden Leiche in den Mund gelegt sind. Tatsächlich hat Herr Direktor Gosche diese Worte gebraucht. Bemerkenswert ist auch, daß erklärt wurde, der Amtsvorsteher von Reinickendorf habe sein Ein- Verständnis dazu gegeben, daß die Leiche ohne Erfüllung der gesetz- lichen Formalitäten unauffällig fortgeschafft werde. In der gestrigen Sitzung der Deputation der städtischen Gas- werke unter dem Vorsitz des Stadtrats N a m s I a u wurde u. a. be- schlössen, die Beleuchtung in der WilHelinstratze gegenüber der Voß- straße, in der Universitäts-, Rudolf-, Amsterdamerstraße:c. zu verstärken. Angenommen wurden die vorliegenden Pläne für die elektrische Beleuchtung der Friedrichstratze, des Goethesteiges mit der Sommer- straße, und der Friedens-Ällee vom Brandenburger Tor bis zur Sieges- säule. Die Friedrich straße soll Mittelbeleuchtung durch Bogenlampen wie die Leipzigerstraße erhalten. Zunächst sind 73 Bogenlampen von bedeutender Helligkeit vorgesehen. Der Goethestcig von der Lennostraße bis zum Platz am Brandenburger Tor soll ebenfalls Bogen- lampen von beträchtlicher Kcrzcnstärke erhalten. Mit dem Goethesteig soll dann auch gleich die Sommcrstraße am Reichstagsgebäude und die Friedensallee mit elektrischem Bogenlicht versehen werden, so daß dann die ganze Umgebung des Brandenburger Tores, das Reichstags- gebäude, der Königsplatz, die Sicgesallee mit der FriedenSa llce und einem großen Teile des Tiergartens, der Bellcvuestraße. die Leipziger-, Friedrichstraße u. a. geradezu glanzvoll elektrisch beleuchtet werden. Zu hohe Steuer» dünken auch dem M a g i st r a t nicht angenehm. In einer ganzen Reihe von Fällen. hat der Magistrat von Berlin sich veranlaßt gesehen, gegen Vorortsgemeinden wegen zu hoher Be- steueruna klagbar vorzugehen. Der Bericht der �Grundeigentums- Deputation verzeichnet eine ganze Anzahl solcher Streitfälle. So ist im Vorjahre Einspruch gegen die Höhe der Besteuerung der Riesel- ländereien in Hohen-Schönhausen erhoben worden. Dieser ist zum Teil zugunsten des Magistrats entschieden.— Einspruch und Klage ist ferner gegen die Veranlagung des Besitzes in Runrmels- bürg zur Grundwertsteuer erhoben worden. Das Verfahren wurde bis zur Erledigung zweier noch schwebender gleichartiger Klagen ausgesetzt. Gegen die Veranlagung des Grundbesitzes der W a s s e r- werke in Tegel zur Grundwertsteuer in Höhe von 14 338 M. war Einspruch erhoben worden mit dem Antrage, die Steuer auf 12 172 M. zu ermäßigen. Diesem Antrage ist stattgegeben worden. — Gegen die Veranlagung des den Gaswerken gehörigen Grund- stückeS in Friedenau an der Kaiferallee zur Grundwertsteuer nach einem gemeinen Werte von 2 122 000 M. schwebt jetzt eine Klage beim Kreisausschusse. Klagen wegen Ermäßigung der zu hoch ver« anlagtcn Einkommenstenern sind vom Magistrat ferner gegen die Gcmeindevorstände von Dalldorf, Schöne rflinde und Hohen- Schönhausen erhoben worden. Die Kaufmannsgerichte. Unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Dr. Reicke tagte gestern die Kommission zur Vorberatung des Orts- statnts über das 51 a u f m a n n s g e r i ch t. Es wurden zunächst einige Paragraphen des vorliegenden Entwurfs beraten und dann be- schloffen, am nächsten Mittwoch und Donnerstag aus den beteiligten Kreisen Personen zu hören, um mit ihnen verschiedene Punkte des Entwurfs zu besprechen. Denkmalseinweihung unter Wilhelm II. In der„Voss. Ztg." lesen wir:„Die Enthüllung der Werke am Großen Stern erhält, wie wir vernehmen, echten WaidmannS charakter, entsprechend den Motiven der Bildwerke. In der Hofansage wird vermerkt, daß die geladenen Gäste in der Hofjagdunifor in erscheinen sollen— natürlich nur soweit ihnen eine solche verliehen, ist. Im übrigen ist Gala vorgeschrieben. Die besonderen Jagdgäste des Kaisers werden sich seitlich vom Hubertusbrunnen gruppieren. Für die sonst im Namen des Kaisers und vom Minister der öffent- lichen Arbeiten Geladenen werden auf den Reitwegen an der Hoffägcr- Allee Tribünen aufgestellt. Von den Garde- s ch ü tz e n kommt eine E h r e n k o m p a g n i e, die mit der Front vor dem HubertuSbrnnnen sich postiert. Es wird alles da sein, was mit Hofjagden zusammenhängt. So kommen namentlich auch die Beamten der königlichen Forsten. Der Kaiser wird zunächst die Front der Ehrenkompagnie abschreiten: dann ertönt eine Jagdfanfare» und auf ein Zeichen des Ministers v. Budde fallen gleichzeitig die Hüllen von allen Bildwerken; im selben Augenblick rauschen auch die Kaskaden am Felsen des Hubertusbrunnens. Montag vormittag war eine Generalprobe für das Wasserspiel des Brunnens. Die Feier ist nächsten Mittwoch Voll llhr. Um 1 Uhr findet in der Bildergalerie des königlichen Schlosses eine Mittagstafel statt, zu der auch die sechs beteiligten Bildhauer geladen sind. Abends ist Galavorstellung im Opernhause. Hier wird der Charakter der Feier noch im„Freischütz" nachklingen." Die städtischen Fluß- Badeanstalten haben diesen Sommer, obwohl er ungewöhnlich trocken und heiß war, doch mit einer gc- ringeren Besnchsziffer abgeschlossen, als den des Vorjahres. Ini Sommer 1903 waren sie von 1014 367 Personen besucht worden, im Sommer 1304 wurden nur 363 299 Personen gezählt. Selbst in dem sehr heißen Juli blieb diesmal der Besuch noch etwas hinter den im vorjährigen Juli ermittelten Zahlen zurück. Der einzige Monat, der gegenüber dem Vorjahr eine höhere Besuchsziffer brachte, ist der August. Bemerkenswert ist, daß an dem Gesamtergebnis die beiden Geschlechter diesmal anders beteiligt sind als im vorigen Jahr. Im Sommer 1303 lvaren 690 688 mann- liche und 313 279 weibliche Besucher gezählt worden. Im Sommer 1904 sank die Zahl der männlichen Besucher auf 643 892, aber die der weiblichen stieg auf 319 407. Der Markenerlös der LaiideS-Bersicherungsanstalt Berlin betrug im September dieses Jahres 732 339 M., um 66 723 M. mehr als im vorjährigen September. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres sind mm bereits 6 238 838 M. für verkaufte Beitrags- marken eingenommen worden. Dieser Erlös ist um 341 274 M. höher als derjenige derselben nenn Monate des vorigen Jahres. Die Fleischprcisc in Berlin sind bedeutend höher als in Wien, Budapest, Paris, �Rotterdam und Kopenhagen. Die Preise für 100 Kilogramm Schlachtgewicht stellten sich im Durchschnitt der letzten fünf Jahre für Ochsenfleich IL Güte in Berlin auf 117Vz M.. in Wien auf 109>/z M., in Budapest auf 94 M., in Paris auf 103 M.. in Rotterdam auf 97 M. und in Kopenhagen auf 863/4 M. Auch die Schweinepreise waren in diesen Städten mit Ausnahme von Paris um 12 bis 21 M. billiger als in Berlin. Noch ungünstiger steht Deutschland da, wenn außer den vorgenannten Ländern auch Rußland berücksichtigt wird. In Moskau kostete Rind- fleisch SS1/- M. und Schweinefleisch 673/, M. für je 100 Kilogramm. Diese Preise sind also fast um die Hälfte billiger als in Berlin. Kalb- und Hammelfleisch sind in Berlin sogar noch teurer als in den genannten Städten. Auf die Beschwerde der Variöte'-Bcsitzer über die Kabaretts hat das Polizeipräsidium geantwortet, daß der Verein der Berliner Variete- und KonzerthanS-Bcsitzcr Einzelfälle anführen möge, in denen sich die Kabaretts Ucbertretungen polizeilicher Vorschriften zu schulden kommen ließen. Da der Verein sich darauf aber nicht ein- lassen will, hat er seinen Lorstand beauftragt, eine neue Eingabe auszuarbeiten und das Polizeipräsidium zu bitten: es möge ent- weder die Kabaretts in bezug auf Zensur, Polizeistunde usw. denselben Bedingungen unterwerfen, welche die Chantants zu erfüllen haben, oder sie ganz verbieten. Die diesjährigen Hcrbst-Kontrollversammlungen für die Jahr- gänge 1897 bis 1904 der westlichen und südwestlichen Vororte nehmen bei den Landwehrbezirken I bis IV am 2. November ihren Anfang. Bei dem Bezirke I finden diese für die Mannschaften der Reserve der Provinzialinfanterie vom 2. bis 7., für die Offiziers- aspiranten am 2. November s bei dem Bezirke II für die ersteren vom 8. bis 14., für die letzteren am 8. November statt. Die Mann- schaften der Reserve der Garde sowie der Eisenbahn- und Luft- schiffertruppen, welche dem Landwehrbezirke m unterstehen, haben sich vom 13. bis 18., die Offiziersaspiranten am 21. November zur Kontrollversammlung einzustellen. Vom 23. bis 29. Noveniber folgen dann die Versammlungen bei dem IV. Landwehrbezirke für die Reservemannschaften der Provinzialkavallerie, Feld- und Fußartillerie, Train usw., während die Offiziersaspiranten dieser Truppengattungen am 29. November zu erscheinen haben. Keine schwarzen Pocken. Die 33 Jahre alte aus Regenwalde gebürtige Lehrerfrau Emilie Lemke geb. Salonion, die im Augusta- Hospital krank lag, bekam einen pockenverdächtigcn Ausschlag und wurde deshalb nach den Isolierbaracken der Charrtv gebracht. Hier wurde jedoch alsbald festgestellt, daß nicht die schwarzen Pocken. sondern nur Windpocken vorliegen. Lebendig verbrannt ist der 3Vz Jahre alte Sohn Alfted des Arbeiters Spaehr aus der Büchenthalerstraße. Frau Spachr besuchte eine Verwandte in der Ererzierstraße und nahm ihr Söhnchen mit. Als der Kleine über Müdigkeit klagte, legten ihn die Frauen in der Wohnstube auf das Sofa und gingen dann nach der Waschküche. Nach einer halben Stunde kehrten sie zurück und fanden Stube und Küche verqualmt. Als der Rauch abgezogen war. bot sich ihnen ein schrecklicher Anblick. Der Knabe lag entsetzlich verbrannt regungslos auf dem Sofa. Er hatte mit Streichhölzern gespielt und seine Kleider in Brand gesteckt. Das Feuer wurde rasch erstickt, ober der Kleine war nicht mehr zu retten. Auf der Straße wiedergefunden wurden zwei Kinder, die seit vergangenen Donnerstag vormittag vermißt wurden, der elf Jahre alte Sohn Wilhelm und die zehnjährige Tochter Luise des Tischlers Pfennig aus der Mittenwalderstr. 46a. Die Kinder sind sich selbst überlassen, da Pfennig seit einem Jahre Witwer ist. Der Knabe lief schon dreimal davon und blieb mehrere Tage weg, bis er auf- gegriffen wurde. Am Donnerstag nahm er auch seine Schwester mit. Beide besuchten eine Tante in Wcißensee und logen ihr vor, daß ihr Vater sie zum Besuch geschickt habe. Da die Taute ihnen eine Mark schenkte, so gingen sie jeden Tag nach der Kinder- Volksküche, wo sie für 3 P. aßen. Die Nächte schliefen sie auf Hausböden oder Bodentreppen. Als sie gestern morgen um 7 Uhr ein Haus in der Mittcuwalderstraße verließen, wurden sie von einem Bekannten gesehen. Dieser übergab sie der Polizei, die sie schon suchte, und der Vater brachte den Sohn in Fürsorgeerziehung und die Tochter zu einem Hausgenossen. Einsam gestorben. Der 33 Jahre alte Maurer Dienst, ein Witwer, der in der Zionskirchstraße wohnte, sprach mit keinem Menschen im Hause und besorgte sich seine Wirtschaft selbst. Die einzigen lebenden Wesen, mit denen er sich zu Hause abgab, waren zwei Kaninchen, die er sich in seiner Stube hielt. Als der Mmu: feit zwölf Tagen nicht mehr zum Vorschein gekommen war, ließen westen den mattschimmernden Planeten Saturn, der durch sein schuldienst treten. Der Etat der Gemeindeschulen wird für 1905 Hauswirt und Polizei seine Wohnung durch einen Schlosser öffnen. freilich nur im Fernrohr zu erblickendes Ringsystem eines der somit um 200 000 W., d. 5. auf etiva 800 000 m. anwachsen. Man fand ihn angekleidet tot am Boden. Auf der Leiche saßen fast interessantesten Objekte am Himmel bildet. Ein Ende mit Schrecken. Das Verschwinden eines Lehrers mit berhungert die beiden Kaninchen, eins auf der Brust, das andere auf Die östliche Hälfte des Himmels ist jetzt reicher an hellen feiner jungen Frau erregte im Beeskow- Storfower Streise Aufsehen. den Beinen. Nach dem Gutachten des zugezogenen Arztes war der Sternen, als die westliche. Südlich von der Cassiopeja, ein wenig Es handelt sich um den Lehrer Schulz, welcher in Groß- Besten Einsame am Herzschlag gestorben. nach Osten, prangt in ziemlich hohem Stande der herrliche Planet angestellt und seit Jahresfrist verheiratet war. Seine Frau hatte Die Freireligiöse Gemeinde veranstaltet am Mittwoch abend Jupiter, das glänzendſte Gestirn unserer Nächte. Weiter er- ihm ein großes Vermögen mit in die Ehe gebracht und dadurch ver8 Uhr im großen Saale der Berliner Ressource, Kommandanten- blicken wir im Osten unterhalb der Milchstraße die Sterngruppe der leitet, lebte er über seine Verhältnisse hinaus, war stets sehr freistraße 57, eine Volksversammlung zugunsten der Gemeinde. Plejaden oder das sogenannte Sieben gestirn, die mit dem gebig und hatte viele Freunde, welche ihm halfen das Geld zu ver Frl. Id á Altmann spricht über die Frage: Widersprechen die weiter östlich stehenden Stern erster Größe, Aldebaran, zum bringen. Als Schulz nach Beendigung der Herbstferien wieder in Bestrebungen der Freireligiösen Gemeinde den Zielen der Volks- Sternbild Stier gehören. Ganz tief im Osten hat sich bereits das der Schule erscheinen sollte, kam er nicht. Er hatte aber ein Schreiben schule und dem allgemeinen Staatsinteresse? Nach dem Vortrage an vier hellen Sternen, die ein längliches Viereck bilden, das in der Reisen begeben habe. Man nahm nun an, daß Schulz noch zirka Sternbild Orion völlig über den Horizont erhoben; es ist fenntlich geschickt, in welchem er mitteilte, daß er sich mit seiner Frau auf findet Diskussion statt. Zahlreicher Besuch von Damen und Herren Mitte drei nahe zusammenstehende Sterne, den Gürtel desOrion 30 000 m. mit sich genommen und sich mit seiner Frau ins Ausland ist dringend erwünscht. zeigt. Von den Ecksternen gehören zwei, Beteigeuze und Nigel, zur begeben habe. Das Verschwinden des Ehepaares hat aber jetzt eine ersten Größenklasse. schreckliche Aufklärung gefunden, denn die Leichen wurden int See bei Müllrose aufgefunden. Schulz hatte das gesamte Vermögen seiner Frau vergeudet und war dann mit ihr in den Tod gegangen. Am Dampffefsel verbrüht hat sich der 23 Jahre alte Heizer Julius Schüttfe aus der Prinzenstraße 93. Der junge Mann war zwei Tage im Angustabad in der Köpenickerstraße beschäftigt. Als der Kessel der Dampfheizung, der auf dem Hofe in einer Wellblech bude steht, undicht geworden war, wollte er den Schaden durch Andrehen einer Schraube ausbessern. Hierbei aber entströmte dem Kessel so viel Dampf, daß Schüttte sich an Gesicht, Brust und Armen schwer verbröhte. Andere Angestellte der Badeanstalt brachten den Verunglückten, der furchtbare Schmerzen litt, mit einer Droschke nach dem Krankenhaus Bethanien, wo er nach vierundzwanzig Stunden starb. Die Ursache des Unfalls ist Gegenstand einer kriminalpolizeilichen Untersuchung. 11 Geht man von der Cassiopeja am Nordrand der Milchstraße nach Osten, so trifft man auf den Stern erster Größe Capella vom Fuhrmann. Ziemlich tief im Nordosten erblickt man noch zwei helle Sterne, an denen das Sternbild der Zwillinge zu erfennen ist; der höher stehende, Castor, ist zweiter Größe, der tiefer stehende, Pollur, gehört der ersten Größenklasse an. Die geschilderte Stellung der Sterne wird in der Mitte des Monats schon um 9 Uhr, gegen Ende des Monats bereits um 8 Uhr abends erreicht. Von Planeten ist noch die Venus als Abendstern am südwestlichen Himmel bald nach Sonnenuntergang sichtbar. herab. = " Eingegangene Druckschriften. Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diet Verlag) ist soeben das 5. Heft des 23. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: John Locke. Mary Theorie der Wirtschaftskrisen. Von Otto Bauer( Wien). 1). Die Lohnkämpfe der Buchdrucker im Jahre 1848. Von Karl Böttcher. Hans Gideon Heymann, Die gemischten Werte im deutschen Ueber den Chemigraphentaris. Von Her mann Barthel. Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch handlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Poſt nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft toftet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Von den„ Dokumenten des Socialismus", herausgegeben von Ed. Bernstein( Stuttgart, Diek' Berlag) ist soeben das 10. Hejt des IV. Bandes erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: II. Aus der Geschichte des I. Kritische Bibliographie des Sozialismus. Sozialismus. Das Protokoll des Wydener Kongresses der deutschen Sozialdemokratie. Denkschrift der sozialdemokratischen Fraktion in der zweiten niederländischen Kammer über das Bahlrecht, die Bolksvertretung und das Referendum.( Fortsetzung.) III. Urkunden des Sozialismus. Ein Brief Ferdinand Lassalles über den Geist der Statuten des Allgemeinen deutschen - IV. Der Sozialismus in den Zeitschriften. Arbeitervereins. find durch" alle Buchhandlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise Die„ Dokumente des Socialismus" erscheinen monatlich einmal und von 2,25 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch ist bei der Post nur Quartal Abonnement zulässig. Das einzelne Heft tostet 75 Bj. " Die Comenius- Bibliothek in Leipzig. Wohltätigkeitsbetrieb der Bourgeois. Bon Otto Rühle. Berufstätige und gewerkschaftlich organisierte Arbeiter Zum Morde in der Boyenstraße wird mitgeteilt, daß die PhotoDie Sonne geht am 1. November um 7 Uhr 5 Minuten auf in Desterreich. Von H. Fehlinger. Literarische Rundschau: Dr. Bern graphien, die die Kriminalpolizei von dem mutmaßlichen Täter, dem 56 Minuten auf, um 3 Uhr 55 Minuten unter; die Tagesdauer fammern. Professor Raoul Jah, Die Arbeitsräte in Frankreich. Uhr 35 Minuten unter, am 30. November um 7 Uhr hard Harms, Deutsche Arbeitskammern. Die holländischen Arbeits Stallschweizer August Mühlethaler, hat anfertigen lassen, gestern bei nimmt also von 91 Stunden bis auf 8 Stunden ab. Gleichzeitig ad. br. der hiesigen Kriminalpolizei eingetroffen sind. Sie werden allen Zeugen, insbesondere auch dem Schiffszimmermann Mittag und den sinkt die Mittagshöhe der Sonne von 23 Grad bis auf 16 Grad Großeisengewerbe. Von J. G. anderen Leuten aus Züllchow und Neuendorf vorgelegt werden. Mühlethaler versucht, einen Alibibeweis zu führen. Er behauptet, Der Mond hat am 1. November legtes Viertel, am 7. zu der in Betracht kommenden Zeit gar nicht in Berlin, sondern ist Neumond, am 15. erstes Viertel, am 23. Vollmond schon am 15. d. M., dem Tage vor der Ausübung des Mordes, und und am 30. wieder letztes Viertel. seitdem ständig in Bern gewesen zu sein. In Züllchow oder Neuen Erwähnt sei noch, daß in den Nächten vom 14. bis 16. November dorf, überhaupt in der Stettiner Gegend, sei er nie gewesen. Auf der Sternschnuppenschwarm derLeoniden zu erwarten diese Behauptungen hin vernahm die hiesige Kriminalpolizei sofort ist. Der Radiationspunkt( Ausstrahlungspunkt) dieser Meteore, der noch einmal die Zeugen, die bekundeten, ihn in der kritischen Zeit im Sternbild des Löwen gelegen ist, erhebt sich erst nach 11 Uhr in Berlin gesehen zu haben. Sie wurden alle vier nachdrücklich auf abends über den Horizont, so daß sich die späten Nachtstunden am Der Mond, der um die Wichtigkeit ihrer Aussagen aufmerksam gemacht und ermahnt, sie besten zur Beobachtung der Leoniden eignen. zurückzunehmen, wenn sie sie nicht aufrecht erhalten könnten. Alle diese Zeit schon untergegangen ist, wird den Glanz der Erscheinung aber bleiben bei ihren früheren Befundungen. Hiernach ist Mühle- nicht stören. thaler in der Zeit, auf die es ankommt, in Birken- und Chauffee- Theater. Im Belle Alliance Theater geht nunmehr straße und zuletzt am 15. d. M. in der Fischerhütte" in der Adolf- das einaktige Drama Wer?( die Totenbank) von André de Lorde straße gesehen worden. und Georges Montignac, Deutsch von Adolf Flachs Dienstag in Verein mit der Repertoirposse:" Die Tugendglode" in Szene. Feuerbericht. In der Nacht zum Montag wurde die Wehr nach Zentral Theater. Am Mittwoch, den 2. November, nachdem Roten Schloß an der Schleusenbrücke gerufen, weil dort der mittags 31 Uhr gelangt Die Geisha" zum 1027. Male zu Fußboden in Brand geraten war. Die Gefahr konnte vom 20. Lösch- fleinen Preisen in erster Besetzung zu Aufführung. Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen zuge leicht beseitigt werden. Die Preise der( Stuttgart, Diet' Verlag) ist uns socben die Nr. 23 des 14. Jahrganges Vorher gab es längere Zeit in der Pläge sind: Logen 2,10 M., Orchester- und Parkettfauteuil und zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor Stallschreiberstraße 29 zu tun. Hier brannte im rechten Seitenflügel I. Balton 1,60 M., I. Parterre und II. Balton 1,10 M. II. Parterre Im Zeichen des Klassentampfes. Unter den Tabatarbeitern in Sachsen das Zwischengebält vom Keller zum ersten Stod. Um das Feuer und III. Balkon 60 Pf., Stehplaz 40 Pf. Zu der am Freitag im Bon Hedwig Kiesel. Die Entwidelung der Heimarbeit in der Bürsten vollständig zu löschen, mußte ein großer Teil des Gebälks freigelegt Schiller- Theater O.( Wallner- Theater) stattfindenden ersten industrie. Von Richard Schmalbach. An meine Freundin N. N. Bor werden. Ein Posten Fett stand dann in der Samariterſtraße 4 in Aufführung des Lustspiels„ Die Tyrannei der Tränen" von C. Haddon frage im Pfarrhause. Aus der Bewegung. E. F., Meerane. Feuilleton: Die Dienstboten Flammen, während in der Borsigstraße 12 Teer übergefocht war. Chambers, deutsch von Bertha Bogjon hat der Vorverkauf bereits Notizenteil: Gewerkschaftliche Arbeiterinnenorganis In der Neuenburgerstraße 12 mußte in einer Küche ein Brand Soziale Gesetzgebung. Frauenstimmrecht. Sozialistische begonnen. abgelöscht werden, der neben dem Fußboden auch Küchenmöbel be- Donath feiert am 1. November sein 25jähriges Dienstjubiläum. Der Hausinspektor des Apollo Theaters Otto Frauenbewegung im Auslande. Frauenbewegung. Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer schädigte.- Die übrigen Alarmierungen, die in den letzten zuerst dem alten Walhalla- Theater, unter Großkopf angehörend, kam 10 Pf., durch die Bost bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich 24 Stunden noch vom Rathause, von der Brücken- Allee 30 und noch er später an das Konkordia- Theater, dem jezigen Apollo- Theater. ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pf. von verschiedenen anderen Orten einliefen, waren auf ganz geringDer Wahre Jacob" hat socben die 23. Nummer seines 21. Jahr. fügige Anlässe zurückzuführen. Die Arbeiter- Bildungsschule hielt am Sonntag im Gewerkschaftshause einen Kunstabend. In prächtiger Festrede voll idealistischer Genossen Albert Schmidt und Josef Schen( Wien), nebst wohlgelungenen ganges erscheinen lassen. Dieselbe enthält Nekrologe für die verstorbenen Kraft rief F. Stampfer die Arbeiterschaft zum Eifer um die Kunst, Porträts derselben. Ferner heben wir die beiden farbigen Bilder:" Profit, Im Metropol- Theater hat sich Sonntag nachmittag das Arbeiter zur Kunstfreudigkeit. Doch dem trefflichen Streben der Schule, Herr Kollege!" und" Ein Trost", sowie die Illustrationen Dem Verdienste publikum der Freien Volksbühne" an Ibsens Komödie der Liebe neben der wissenschaftlichen Aufgabe künstlerische Bildung zu fördern feine Strone"," Die Schußengel- Dreieinigkeit"," Fahrendes Volk"," Der Trost erbaut. Am Abend vorher gab es an selbiger Stätte auch etwas und Kunstgenuß zu spenden, war im diesmaligen Programm ein der Baronin"," Die Prinzessin"," Der Attaché"," Unterm stönig Jibts. Erbauliches; allerdings nicht für ein Arbeiterpublikum. Die Aus- ganzer Erfolg nicht beschieden. Die Ansage eines modernen Lyriker- janich", Bom Bismarc- Archivel" und" Der Lauf der Welt" hervor. Der stattungsposse der Saison, Die Herren von Maxim" ge- Abends" wurde nur unzureichend eingelöst, erst die Mitte des Pro- tertliche Teil der Nummer enthält die Gedichte„ Der Muſter- Kanzler"," Der heißen, kam heraus. Sollten die Mauern des schmucken Kunst gramms führte zu der gestellten Aufgabe, und die dann gebotene" Der Kaifer kommt 1" und außer zahlreichen fleineren Beiträgen in Poesie Bien muß"," Das Lied vom Fähnrich"," Sultan Mahmud"," Deutschland", tempels sich am Nachmittag sanft zum Erröten geneigt haben, so Auswahl aus Klara Müller, Preczang, Seidel, Dehmel sowie aus und Brosa noch die größeren Feuilletons Unterhört!"," Vom Heidelberger hätte das nicht weiter Verwundernis erregen dürfen; der Kontrast Straußschen und Wolffschen Kompositionen brachte wohl einiges Schloß"," Verdienstvolle Männer"," Aegir auf dem Trodenen", sowie eine zwischen Abend und Nachmittag war eben zum Bersten groß. Wir Gute, gab aber entfernt nicht die Möglichkeit, die Fülle und die Stammtischrede des Metgermeisters a. D. Wurstler in München". Der schmeicheln uns in Berlin, ein Residenz- Theater zu bejizen; wir haben Tiefe gegenwärtiger Lyrik zu erfassen. Es scheint, als überantworteten Breis der 12 Seiten starten Nummer ist 10 Pf. feit der grausigen Purifikation der Spezialitätenbühnen im Herrnfeld- sich die Veranstalter des Abends allzusehr den Wünschen der einzelnen Theater halbwegs brauchbaren Ersatz gefunden. Doch was Sonn- Mitwirkenden, anstatt ein einheitliches Programm selbständig aufzu abend an offenherziger Verherrlichung des Allzumenschlichen geleistet stellen und die ausübenden Künstler darauf zu verpflichten. Immer wurde, das geht auf teine Kuhhaut. Aber sollten auch wir erröten? hin ist es gelungen, die kunsteifrige Zuhörerschaft zu fesseln und oft Es wurde gesündigt bis an die Grenze des Denkbaren, aber mit reiche Zustimmung zu gewinnen. Eleganz. Die Pracht des großen Babylon wurde dabei in den Schatten gestellt, aber mit Geschmack, ohne plumpe Aufdringlichkeit. Und da solches geschehen, und sogar das Kreuz aller Ausstattungsbühnen, das Ballett, seine Reize in Annut enthüllte, sei allen Sündern und Sünderinnen verziehen. An jeder anderen Ausstattungs" Aus den Nachbarorten. " 1 fation. Briefkaften der Redaktion. " - ie.. Diesmal akzeptiert. Gelegentliches wohl auch in Zukunst. Sm ganzen wenig Bedarf. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9½ 1hr abends statt. Geöffnet: 7 thr. Vogel. 1. Nein. 2. Sie sind zur Zahlung verpflichtet. Es ist eine Spandau. Ein städtisches Obdach", das ist die neueste allerdings weitverbreitete, aber darum nicht minder irrtümliche Ansicht, daß bühne hätten die Herren von Marim, trotz aller bunten Flitter, Ueberraschung, welche unser Magistrat der Einwohnerschaft bereiten man berechtigt sei, innerhalb 24 Stunden von einen Vertrage zurüdvielleicht brutal gewirkt; das Metropol- Theater steht aber unter einer will. Allerdings geschieht dies nicht etwa freiwillig, d. h. in Er- zutreten. Bon einem Bertrage kann man ohne Zustimmung des anderen einer bisher stets geleugneten Pflicht, sondern nicht zurücktreten, es sei denn, daß besondere Rücktrittsgründe vorliegen. Leitung, die sogar die Massen auf der Bühne, Statisten und Balletteusen, fenntnis Kahlenberg 5. Nein. Krankenkasse. Wenden Sie sich an die Dffent zur Eleganz zu dressieren weiß; es besitzt ein Ensemble von gezwungenermaßen, nämlich auf Anordnung der Regierung. bacher Krankenkasse. Jg. Fr. Sie müssen ein Attest Ihres Heimatlandes Künstlern, das imstande ist, nicht allein gepfefferte Brocken, sondern Vor drei Jahren hatten die sozialdemokratischen Stadt- darüber beibringen, daß Ihrer Heirat nach dortigen Gejegen nichts im Wege steht. auch fade Suppen mit harmloser Liebenswürdigkeit zu fredenzen, verordneten aus Anlaß der damals besonders vorherrschenden Georg M. Eine Stlage wäre aussichtslos. O. N. 1. Ja. 2. Ja, M. S. 55. Aus dem dank einem am Ende strengen, aber in seiner Wefensart tüchtigen Wohnungskalamität den Antrag auf Errichtung eines städtischen Ob- aber es ist dafür wenig Aussicht auf Erfolg. Regiment. So kam denn etwas zustande, das alle, die sich von der dachs gestellt, ohne jedoch damit mehr als Hohn und Spott bei der wiederholt( vergleiche Nr. 253 unter 1904) angegebenen Grunde müssen wir altfränkischen Anschauung emanzipiert haben, daß die Schaubühne Majorität der Stadtverordneten zu ernten. Inzwischen machte sich ausliefern und Ihnen überlaffen, die Auslieferungsverträge in einer öffentes ablehnen, anzugeben, ob bestimmte Länder wegen bestimmter Straftaten eine moralische Anstalt sein soll, in tiefster Seele befriedigen mußte. Polizei- lichen Bibliothek cinzusehen. Rostockerstr. 15. Ihre Frau scheint nicht Der Inhalt des Stückes? Wer frägt danach bei der reichen aber eine stetig wachsende Inanspruchnahme der frankenversicherungspflichtig. Benden Sie sich mit dem Antrage auf EntBilderpracht! Aber es gibt wirklich so etwas wie Handlung der wache durch obdachlose Personen beiderlei Geschlechtsscheidung an die Gewerbedeputation des Magistrats. R. 2. 2 und Held des Abends, fabelhaft reich, fabelhaft gelangweilt, fabelhaft bemerkbar, so daß sich schließlich die Regierung in Pots- andere. Wollen Sie aus der Landeskirche austreten, jo teilen Sie dent erfolgreich in dem Genre, das bei den Herren von Marim Liebe dam zum Einschreiten genötigt sah, indem sie die Benutzung Gericht Ihres Wohnortes Ihre Absicht schriftlich mit. Innerhalb vier bis genannt wird, hat mit einem Japaner um eine halbe Million ge- der Polizeiwache als Asyl für Obdachlose untersagte und dem sechs Wochen nach Eingang Ihres Antrages melden Sie sich dann auf dem wettet, daß er achtzig Ballhausdamen in achtzig Tagen besiegen Magistrat eine anderweite Regelung dieser Angelegenheit aufgab. Gericht( Berladung erhalten Sie nicht, und geben Ihre austrittserklärung werde. Neunundfiebzig besiegt er in dreißig Tagen. Eine Leistung. Im Monat Dezember 1903 fuchten z. B. 310, im Januar 1904 50 Bf. Schreibgebühr und Porto. Von der Austrittserklärung laffen Sie zu gerichtlichem Protokoll ab. Stoffenpunkt: 3 M. Affordlohn und etwa Die achtzigste aber liebt den Helden ernsthaft und wird von ihm erst in der letzten Minute des achtzigsten Tages besiegt, nachdem 754, im Februar 382, im März 312 Obdachlose die städtische sich eine Abschrift geben( loftet 10 Pf. pro Seite). Kirchensteuerfrei sind Sie 5. S. 11. vorher die Verlobung zwischen beiden deklariert worden ist. Um Polizeiwache auf. Nunmehr beantragt der Magistrat bei den Stadt- bom Ablauf des auf die Erklärung folgenden Jahres ab. Auseinanderseßung hat nicht zu erfolgen. Ihre Frau beerbt ihren eine halbe Million mag ein solcher Sieg etwas teuer erfauft sein. verordneten die Bewilligung der nötigen Mittel zur Herrichtung Stiefvater nicht, wohl aber ihre Mutter. Hermann 3. 20. Ja. Aber der Grübelei im Parkett über das Mißverhältnis zivischen eines Privathauses in der Wilhelmstraße als städtisches Obdach. Die Wert und Preis der Ware wird schnell durch ein Ballettfinale ein Stadtverordneten beschlossen auf Antrag unserer Genossen zunächst tgl. Polizei- Präsidiums. Marktpreise von Berlin am 29. Oftober. Nach Ermittelungen des Ende gemacht, durch ein Ballett von solcher Bracht, wie es selbst im örtliche Besichtigung und Kommissionsberatung. Metropol- Theater wohl noch nicht dagewesen ist. Die Verdienste aller Mitarbeiter von Baruch bis Holländer auf Köpenick. In der letzten Stadtverordneten- Sigung wurde die Roggen**), gute Sorte 13,70-00,00., mittel 00,00-00,00 27., 00,00-00,00 M. Futtergerste*), gute Sorte 15,80-14,60., mittel 14,50 zuzählen, wäre au weitläufig. Auch hieße es dem geringsten der Errichtung einer Hüffchule für minderbegabte Kinder be- bis 13,40 M., geringe 13,30-12,20 M. Hafer), gute Sorte 16,40-15,50., Leute auf der Bühne Unrecht tun, wollte man die hervorragenden schlossen. Die Kosten betragen 2248 M., davon trägt die Regierung mittel 15,40-14,60 M., geringe 14,50-13,70 M. Grbfen, gelbe, zum Stochen unter ihnen nennen. Erwähnt sei nur, daß in einem durchaus nicht 500 M. Nach den Feststellungen im September d. J. waren 40,00-30,00 M. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linjen 60,00-30,00. Richtftroh 5,00-4,50 2. Seu 9,10-7,30 M. südländisch aussehenden Herrn namens Giampietro sich ein Komiter 69 Kinder( 41 Knaben und 28 Mädchen) als minder begabt an- Startoffeln 9,00-7,00 m. von wirklich urwüchsiger Kraft zu entwickeln scheint. zusehen. Als Schullokal sollte auf Antrag der Schulkommission auf für ein Silogramm Butter 2,80-2,00 m. Gier per Schod 4,50-3,00. drei Jahre ein Zimmer über dem Saal des Gaftivirts Ringeftaube*) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. gemietet werden. Nach energischem Einspruch der Genossen Woick, Herbst und Nieke gegen die Unterbringung einer einem Zotal wurde die Schultommusig de felchen, Schule in geeigneteres Schulzimmer Sorge zu tragen. Zur Deckung der Betriebskosten der Wasserleitung wurde beschlossen, für den Kubikmeter Nutzwasser 25 Pf. in den beiden ersten Betriebsjahren zu erheben, und auf den gleichen Zeitraum die Betriebskosten der Kanalisation zu einem Drittel von den Gewerbetreibenden, zu einem Drittel von den Hausbesizern nach dem kubischen Inhalt ihrer bewohnten Gebäude und zu einem Drittel von der Stadtkasse aufbringen zu lassen. = Professor Schweninger hält seine poliklinische Sprech stunde für innere rante Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, vormittags von 8-10 Uhr im Hauptgebäude der königlichen Charité( 1. Hof hochparterre) ab. Behandlung kostenlos. Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**), gute Sorte 17,55-17,54 907., mittel 17,53-17,52 M., gevinge 17,51-17,50 2. geringe Deutscher Arbeiter- Abftinentenbund, Ortsgruppe Berlin. Mittwoch, den 2. November, abends präzise 8 Uhr. Bersammlung im Engliſchen Garten, Alexanderstraße 27c. Vortrag des Genossen Davidsohn: Aus dem Zuchthause"( Leuß). Diskussion. Gruppenangelegenheiten. Die Ver sammlung wird pünktlich 29 Uhr eröffnet. Gäste, Damen und Herren, Witterungsübersicht vom 31. Oftober 1904, morgens 8 1hr.. willkommen. Stationen Barometer. stand mm Wind richting Windstarfe Better Der Sternenhimmel im November. In den ersten Tagen des Monats um 10 Uhr abends findet man das bekannte Sternbild des großen Bären oder Wagens ziemlich tief im Norden stehend. Die Linie seiner Hinterräder führt direkt auf den Polarstern, von dem aus nach Süden, unmittelbar über unserem Scheitel, die fünf Wförmig angeordneten Sterne der Cassiopeia zu erblicken find. Die Cassiopeia steht in der Milchstraße, die sich von Osten nach Westen hinzieht, den Himmel fast in zwei gleiche Teile, Sechs neue Gemeindeschulgebäude wird Schöneberg in den eine Nordhälfte und Südhälfte teilend. nächsten drei Jahren errichten, wovon alljährlich zwei fertiggestellt In der Milchstraße nach Westen gehend, erblickt man zuerst den werden sollen. Eine Doppelschule soll zunächst im Südgelände am Swinemde. 771 SO hellen Deneb vom Schwan, einen Stern zweiter Größe, und noch Tempelhofer Wege zum Frühjahr in Angriff genommen werden, hamburg 769D 769 DSD 3bedeckt weiter westlich an ihrem südlichen Rande den Atair vom Adler, während außerdem eine Schule in der Rubensstraße im Friedenauer einen Stern erster Größe. Nordwestlich von Deneb steht ebenfalls Ortsteil und eine in der Feurigstraße geplant ist, wo noch das Grants.a.M. 765 München 765 Still ein Stern erster Größe, die bläuliche Wega vom Sternbild der Feuerwehrgebäude zu Schulzwecken benutzt wird. Die katholische Bien Leier. Sehr tief im Südwesten, nur wenig über den Horizont Schule in der Berchtesgadenerstraße ist bereits fertiggestellt und dem erhoben, ist noch ein Stern erster Größe zu sehen, der Fomalhaut Gebrauch übergeben worden. In jedem Jahre soll aber auch zu vom südlichen Fisch. Zwischen Fomalhaut und Atair, höher gleicher Zeit eine höhere Schule errichtet werden. Zum Beginn des als der erstere, jedoch tiefer als der letztere, sieht man im Süd- nächsten Etatsjahres werden 30 neue Lehrkräfte in den GemeindeBerlin 3 bedeckt Temp. 11. G. 5° C. 4° R. Stationen Barometer Wind. Bunia Windstärke Better 6 Haparanda 760 23 2heiter 4 Petersburg 772 2 5 Corf 1wvoltig 1wolfig Zemp. n. G. 52 27 3 bedeckt 2 bedeckt 5 Aberdeen 771 2323 3beiter Nebel 6 Paris 764 NND 769 Still Rebel Wetter- Prognose für Dienstag, den 1. November 1904. Ein wenig wärmer, vorherrschend wolkig mit leichten Regenfällen und schwachen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau Sozialdem. Wahlverein für den VI. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Orts Krankenkasse Dem Ehepaar für das Dienstag, 1. November, abends 8% Uhr, im Berliner Prater, Kastanien- Alle 7: Tapezierer- Gewerbe Versammlung. über: zu Berlin. Sonntag, den 6. November 1904, bormittags 92 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 75: Tages- Dednung: Vortrag des Genoffen Max Grunwald er: Ein General- Versammlung. halbes Jahrhundert preußischer Junkerherrschaft". Diskussion. Verschiedenes. D Gäfte auch Damen haben Zutritt. Bahlreichem Besuch sieht entgegen 249/ 11* Der Vorstand. NB. Die ordentliche Generalversammlung findet am 29. November statt. D. D. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Mittwoch, den 2. November, abends 8½ Uhr, in der Neuen Welt, Hasenheide: General- Versammlung. Tages Drdnung: Tages- Ordnung: Waldemar u. Emilie Haker zu ihrer heutigen filbernen Hochzeit die besten Glückwünsche. Die Kolleginnen 9012 der Parteispedition von Naschke, Rügenerstraße 24. Deutscher 1. Rechenschaftsbericht. 2. Betannt Holzarbeiter- Verband. machung der Beschlüsse des Vorstandes. 3. Wahl eines Stassenbeamten. 4. Wahl von sechs Vorstandsmitgliedern ( vier Kaffenmitglieder, zwei Arbeitgeber). 5. Wahl des Ausschusses zur Brüfung der Jahres Abrechnung. 6. Verschiedenes. 276/5 J. A. Karl Nickisch, Borfihender, Berlin N. 37, Chorinerstr. 84. Um pünktliches Erscheinen der Delegierten wird dringend gebeten. Warmes Zimmer besser wie Kohlen gibt Buchen- und Eichenholz. Zu den billigsten Preisen liefert dasselbe ofenrecht zerkleinert die Holzhandlung W. Jonentz, Berlin Kassenbericht vom III. Quartal. Bericht des Vorstandes, der Kontrollfommission, des Arbeitsvermittlers und Bibliothekars. Wahl des 2. Bevollmächtigten. Arbeitsvermittler- Stichwahl. Wahl eines Mitgliedes 5242* zum Gauvorstand. Anträge. Verbandsangelegenheiten. Eintritt nur mit Mitgliedsbuch. Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwartet Die Ortsverwaltung. 91/8 Bärwaldstr. 65. Wir rauchen nur Hoyer- Zigaretten. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Tischler Hermann Köster am 29. Oftober nach langer Krantheitsdauer verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 3. November, nachmittags 42 Uhr, von der Leichenhalle des Kreuz- Kirchhofs in Mariendorf aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 91/7 Die Ortsverwaltung. Meine äußerst haltbaren Rahmbierkäse aus Vollm., mild pikant schmeckend, etw. Fabrit Schöneberg, Guzkowstraße 5. exquifit Feines, äußerst haltb., Steine v. 3 Pfd. Gew., offeriere in Staniolpadung, 4, Sg. netto zu M.6 fr. Nachn. G. Maisch Nachf., Memmingen( baher. Allgäu). Deutscher Metallarbeiter- Verband Rummelsburg. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353. Achtung! Bauanschläger! Achtung! Mittwoch, den 2. November, abends 8 Uhr, im Lokal von Buggenhagen, Oranienstr. 147( am Morigplak), großer Saal: Allgemeine Versammlung fämtlicher Bananschläger Berlins und Umgegend. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Endgültige Abstimmung, ob der Tarif in der jezigen Fassung angenommen werden soll. Kollegen! Es ist notwendig, dass ein jeder erscheint. I Mittwoch, 2. November, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 7): Versammlung sämtlicher in der Drahtindustrie beschäft. Kollegen. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbands- Angelegenheiten. Zur besonderen Beachtung! Alle Vertrauensleute, Zahlstellen- Juhaber und Mitglieder bitten wir strengstens darauf zu achten, daß bei der Bezahlung der 40. Beitragswoche für jedes Mitglied eine Zählkarte aus: geschrieben wird. Die gewissenhafte Ausfertigung dieser Karte ist zu der am Jahresschluß aufzunehmenden Mitgliederstatistit unbedingt er: forderlich. 123/17 Die Ortsverwaltung. Freireligiöse Gemeinde. Mittwoch, den 2. November, abends 8, Uhr: Oeffentliche Versammlung im großen Saale der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57. Vortrag von Fräulein Ida Altmann. Bidersprechen die Bestrebungen der Freireligiösen Gemeinde den Zielen der Volksschule und dem allgemeinen Staatsinteresse? Nach dem Vortrage freier Meinungsaustausch. Zahlreicher Besuch von Damen und Herren sehr erwünscht. 62/6 Jeden Sonntag um 9 und 11 Uhr vorm. im Bürgerfaale des Rathauses, Königstraße, Borträge, wozu Gäfte sehr willkommen sind. Verband der Möbelpolierer. Mittwoch, den 2. November, abends 8 Uhr, findet in allen Bezirken statt. Bezirks- Vertrauensmänner- Sihung Der Vorstand. Der Bezirksleiter von Friedrichsberg, Gustav Arnemann, wohnt Boghagenerstr. 21. 159/1 Dienstag, den 1. November 1904, abends 8, Uhr, im Saale der Bw. Weigel, Türrschmidtstr. 45: Protest- Versammlung. Tages- Ordnung: Möbel, 7462* ganze Wohnungs- Einrichtungen fowie einzelne Stücke äußerst billig. Eigene Tischler- Werkstatt. Berlin 1. Der Schulstreit im Nummelsburger Gemeinde- Parlament. Wiehr, petersburgerfir. 62. Referenten die Gemeindevertreter John, Ritter und Tempel. 2. Freie Diskussion. Die Gemeindevertretung und die Lehrerschaft ist zu dieser Versammlung eingeladen. 223/ 5* Der Einberufer. Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Morgen Mittwoch, den 2. Novbr., abends 8/2 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: Ordentliche General- Versammlung. Tages- Ordnung: Sozialdemokratischer Verein im 5. Berl. ReichstagsWahlkreise. Am Sonntag, den 30. Dktober, verstarb nach kurzem Leiden unser Parteigenoffe, der Tischler Theodor Lichtenstein 5. Abteilung. Derselbe war bis zu seinem Hinscheiden in der Drganisation tätig. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch vormittags 10 Uhr von der Leichenhalle des Friedhofes der jüdischen Gemeinde in Weißenfee aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf! Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Wilhelm Jordan am 28. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 123/16 Die Ortsverwaltung. Am Sonntag, den 30. Oftober, starb nach längerem Leiden unser Apparatführer 26526 Wilhelm Tartsch im Alter von 64 Jahren. Derselbe stand über 30 Jahre in unseren Diensten und hat sich Wir und Fleiß ausgezeichnet. werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Berlin- Lichtenberg, 31. Oktober. Die Direktion der Bank für Sprit- und ProduktenHandel. Wer- Stoff- hat, iederzeit durch Pflichttreue, Eifer fertige Herrenanzug, 20 M., feinste Butat., 2 Anpr. Für guten Sig bekam gold. Medaille. Ludwig Engel, Prenzlauerstr. 23, II.( Aleranderplay). 42/ 18* Gegründet 1892. Damen- Paletots, Blusen, Kostümröcke, Knaben- und Mädchengarderobe, gut u. viel billiger in der Fabrik von Eugen Jacobi, Berlinerstraße 95, I. Charlottenbuys, regte Ausibahl. Mariendorf. Den geehrten Einwohnern Mariens dorfs und Umgegend zeige hiermit 1. Geschäfts: und Kassenbericht. 2. Ergänzungswahl zur Orts: ergebenst an, daß ich am heutigen verwaltung. 3. Abrechnung vom Volkslieder- Abend. 4. Abrechnung Tage ein von den beiden Urania- Borstellungen. 5. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Parfümerie-, Wir ersuchen alle Mitglieder, in dieser Versammlung volalig Licht- und Seifen- Geschäft zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. 25/5 Die Ortsverwaltung. sollen beim Beginn der falten Jahreszeit nicht versäumen, eine Lebertran Kur zu machen. Skrofulose u. Lungenkranke 8162 Echt Bergener Lebertran wasserhell und wohlschmeckend, in nur frischer Ware, FL. 1 M., Fl. 1,90 M. Gustav Behm Ebertyftr. 46. Kenner Frankfurter Allee 120. Rigdorf, Hermannstr. 46. rauchen Zenith Cigaretten! 14T eröffnet habe. Auch steht die Rolle zur gefälligen Benugung. Hochachtend Frau Louise Randolph, 2550b Chauffeeftr. 23. Für Gehörleidende! Für Katarrhleidende! Soeben erschienen und vollständig neu: Wie beseitigt man eingewurzelte, chronische Nasens, Rachen- und Mittelohrkatarrhe( auch mit Gehörstörungen, Ohrensausen 2c.)?" Eine Lösung der Frage, dargestellt an meinem 20jährigen Leiden und eigener Kur. Preis 2 M. ohne Porto. Selbstverlag. 44/7 Möller, Bremen, Sedanstr. 94. Zentralverband der Handels-, Transport- u. Verkehrsarbeiter Deutschlands. Hierdurch diene den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied Wilh. Brück Leitergerüstbauer, welcher in Marienfelde verunglückte, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Dienstag, mittags 1 Uhr, vom Trauerhause Matternstr. 10 aus nach Wilhelmsberg, St. Pius71/8 Kirchhof, statt. Die Ortsverwaltung Berlin I. Hierdurch die traurige Nachricht, daß meine liebe Braut, unsere gute Freundin, die Plätterin Margarete Wendt nach langer Krankheit am 30. Di tober sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Mitt woch, den 2. November, nachm. 2 Uhr, von der Leichenhalle des Städtischen Friedhofes( Friedrichs26346 Kranz- und Blumenbinderei felbe) aus statt. # von Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. Bereins- Kränze, Palmen- u. BlumenArrangements, Bouquets, Guirlanden usw. werden sein u. preiswert geliefert. Reichels weltberühmter übneraugentod beseitigt schmerzlos u. gründlich jed. Um stilles Beileid bitten Georg Gerloff als Bräutigam. Emma Schulz als Freundin. Allen Bekannten und Freunden, insbesondere der Firma Armin Tenner, dem Monteurverein sowie den Kollegen für die zahlreiche Teilnahme und reichen Stranzispenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes sage Marie Jordan. ich meinen herzlichen Dank. 26276 Sühnerauge, ſelbſt veraltete, u. jed- H wede Hautverhärtung. Dose 75 Pf., 1 M. franko. Erfolg garantiert. Täglich Anerkennungen. Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr.4. ermann Günther Straussbergerstr. 21 an der Gr. Frankfurterstr. CIGARREN CIGARETTEN TABAKE Preiswert. Beste Qualitäten. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Stukkateure der Firma Piehler. Verwaltungsftelle Berlin: Engel- Ufer 15. Arbeitsna chweis: 8immer 34. Amt 4, 3353. Achtung! Hauptbureau: 3immer 1-5. Amt 4, 9679. Achtung! Dienstag, den 1. November, abends 8 Uhr: Neun Mitglieder- Versammlungen in folgenden Lokalen: 1. Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. 2. Kellers Testsäle, Stoppenſtr. 29. 3. Peters Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstr. 24. 5. Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58. 6. Kösliner Hof, Röslinerstr. 8. Mittwoch, den 2. November, abends 6 1hr, also gleich nach der Arbeit: Werkstatt- Versammlung bei Weihnacht, Grünftraße 21. Erscheinen sämtlicher dort beschäftigten Kollegen ist Ehrenpflicht! Bur Debatte steht: Die Tarifdurchbrechung unserer Firma und welche Schmutzkonkurrenz bieten wir den anderen Arbeitskollegen? 175/11 Die Ortsverwaltung. Achtung! Charlottenburg. Heizer und Maschinisten. Die Zahlstelle Charlottenburg des Zentralverbandes hält Sonntag, den 6. November, 12 Uhr, im Voltsbause, Rosinenftr. 3, eine Oeffentliche Versammlung ab. Alle, die in diesem Berufe beschäftigt find, sollten es wegen der wichtigen Tagesordnung für ihre Pflicht halten, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. 7. Charlottenburg, Volkshaus, Rosinenstr. 3. 139/8 8. Oberschöneweide, Wilhelminenhof. 9. Rixdorf, Victoria- Säle, Hermannstr. 49. Tagesordnung in allen Versammlungen: 4. Zühlkes Festsäle, Dennewigstr. 13. Bericht über den Streik und die Aussperrung in der Gelbmetallindustrie. Referenten: Behrend, Hartmann, Henning, Müller, Pawlowitsch, Wiesenthal, Wücke, Wuschik, Cohen. Kollegen! Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung erwarten wir zahlreichen Besuch. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Ortsverwaltung. Arbeitervertreter- Verein Berlin. Donnerstag, den 3. November, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ulfer 15: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Eng. Simanowski: Heber den ersten allgemeinen deutschen Wohnungskongrek in Frankfurt a. M. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 123/14 Gäste haben Zutritt. Um rege Beteiligung ersucht 53/12 NB. Die für Oberschöneweide angesetzte Versammlung im Lotal Wilhelminenhof beginnt um 7 Uhr. Der Borstand. J. A.: F. Pieschel, Borigender. Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin, Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Nr. 257. 21. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 1. Bovember 1904. Anklagen und Verurteilungen der Redakteure Leid und Kalisti. Von gerufen werden. Und fast noch schlimmer als dies: Damit verzichte " Ebenso hatte Frau 3epler, die den einleitenden Vortrag hielt, die Ausbildung zur geistigen Kritik, zur Dentfähigkeit sowie zum Klaren sprachlichen und schriftlichen Ausdruck des Gedachten als den wichtigsten Inhalt der geistigen Erziehung bezeichnet. Daneben müsse das Sehen geübt, die Sinne auf die scharfe Beobachtung von Natur und Umwelt gerichtet und im Verein damit künstlerisches Empfinden wachgerufen werden. Auch diese Referentin legte dar, wie unter jedem dieser Gesichtspunkte die heutige Volksschule höchst minderwertiges leiste, ja in mancher Hinsicht das gerade Gegenteil der genannten Forderungen zu vertreten scheine, wie sie vor allem an Stelle kritischer Urteilsfähigkeit in ihren Zöglingen Autoritätsund Formelglauben, die Grundlage geistiger Unselbständigkeit, pflege. = Fast die gleichen Anschauungen vertrat Dr. Borchardt, der an Stelle von Dr. Arons das Schlußreferat übernommen hatte. Er entwickelte mehr im einzelnen die schroffen Widersprüche zwischen modern naturwissenschaftlicher und religiös- dogmatischer Weltauffassung, wie sie sich allmählich mit den Fortschritten des Menschengeiftes in den Erkenntnissen der Wissenschaft immer schärfer herausbilden mußten, bis sie sich schließlich für die Jugend unseres Volkes in der Form eines unüberbrückbaren Gegensatzes zwischen Schule und Haus darstellen. Die Kreiskonferenz für den Wahlkreis Nieder- Barnim den Beschwerden erwähnte er besonders diejenigen, die sich auf Ver- die Schule von Anbeginn darauf, in der Jugend die für eine besserung des Vorortteils beziehen. Hinsichtlich der Vorschläge, die spätere Weiterentwickelung, einzig fruchtbare, geistige Fähigkeit zu fand am Sonntag im Restaurant Weigelt in Rummelsburg statt. hierzu gemacht wurden, sei die Preßkommission Breßkommission noch nicht pflegen: die Fähigkeit zu einem flaren und vorurteilsfreien Denken. Sie wurde nachmittags gegen 2 Uhr von dem Kreis- Vertrauensmann über Erwägungen hinausgekommen. Der Redner erwähnte" Lernen" heißt Wahrheit suchen, nicht fertige Wahrheiten Georg Freiwaldt eröffnet. Wie die Mandatsprüfung ergab, dann, daß es aus praktischen Gründen abgelehnt werden übernehmen, so meinte Dr. Penzig in seinem Referat über„ Gewaren aus 15 Orten 57 Delegierte anwesend, außerdem 13 Ver- mußte, den Genossen polnischer Zunge sowie den russischen Genossen sinnungsbildung in der Schule", und darum gehöre irgend welche trauensleute, der Kreis- Vertrauensmann, die weibliche Kreis- Ver- der verschiedenen Richtungen im" Vorwärts" ihre Meinungs- Form religiösen Offenbarungsglaubens von vornherein niemals in trauensperson, die 3 Revisoren, 2 Vertreter der Preßkommission, verschiedenheiten darlegen zu lassen, und ging ferner auf die be die Jugenderziehung. Damit brauche man Sittlichkeits- und Moral1 der Agitationskommission, der Obmann der Lokalkommission und fannten Differenzen mit der Berliner Gewerkschaftskommission und lehre durchaus noch nicht völlig aus der Schule zu bannen. Sei der Abgeordnete des Wahlkreises. dem Kartell über die Gewerbegerichtswahlen ein. Schließlich be- auch Sittlichkeit im eigentlichen Sinne überhaupt nicht durch Lehren Der Jahresbericht über die Tätigkeit der sozialdemo- merkte er, daß die Wünsche der in den Vororten wohnenden Genossen übertragbar, so könne es dennoch von hohem Nußen und Interesse kratischen Partei im Wahlkreise Nieder- Barnim sowie der Kassen auf frühere Buſtellung des„ Vorwärts" unter den gegenwärtigen für die Jugend sein, die bisherigen ethisch- moralischen Anschauungsbericht, die sich beide auf die Zeit vom 1. Oktober 1903 Verhältnissen kaum erfüllt werden könnten. Auf diese Angelegenheit formen der Menschheit und ihre höchsten Errungenschaften auf sitts bis zum 30. September 1904 erstrecken sowie die Abrechnung wurde besonders in der Diskussion eingegangen. Pinseler be- lichem Gebiete kennen zu lernen, niemals aber so, daß für irgend von der Landtagswahl im Jahre 1903 lagen den Delegierten merkte, daß eine große Anzahl Genossen im Kreise Nieder- Barnim eine Sittenlehre der Anspruch auf ewige oder absolute Gültigkeit gedruckt vor. Laut Kassenbericht beliefen sich die Einnahmen ein- den Vorwärts" nicht morgens erhalten könnten. Wenn hier Ab- erhoben werde. Vielmehr müsse das Kind dahin geführt werden, schließlich des alten Bestandes von 3735,39 m. auf 14 065,07 m., so hülfe geschaffen werde, würde die Abonnentenzahl bedeutend ge- das sittliche Gesez in eigener Denktätigkeit aus sich heraus zu entdaß also im Berichtsjahr 10 329,68 M. eingingen. Es ist, wie der steigert werden können. Was anderen Zeitungen möglich sei, müsse wideln, Kreisbertrauensmann bemerkte, das erste Mal, daß die reine Ein- auch dem Vorwärts" möglich sein. nahme die Summe von 10 000 M. erreichte und überschritt. Die Den Bericht von der Agitationstommission gab Ausgaben beliefen sich auf 10 540,32 M. Am 6. Oktober 1904 betrug Taubmann. Er wies im allgemeinen auf die Fortschritte der der Kassenbestand 3524,75 M. Unter den Ausgaben find 2645,45 M. Organisation hin, auf die vielen Verbindungen, für die die außer für die Landtagswahl, 4000 M. an den Parteivorstand, 500 W. an ordentlich ausgedehnte Korrespondenz zeugt. Es seien 153 Referenten die Agitationskommission für die Provinz Brandenburg, 400 M. für vermittelt worden, was wohl ein Beweis dafür wäre, daß die die Crimmitschauer Weber verzeichnet. Hinsichtlich der Listen- Agitationskommission doch in der Lage ist, Referenten für die fammlung für die Crimmitschauer Weber bemerkte der Kreis- Provinz zu beschaffen, wenn auch nicht die oft recht vielseitigen vertrauensmann, der Gewerkschaftssekretär störst en habe ihm mit- Wünsche einzelner Orte nach bestimmten Reichstags- Abgeordneten geteilt, daß eine Anzahl Listen aus dem Kreise Niederbarnim noch nicht erfüllt werden könnten. Die Fackel", die im Laufe des Jahres in abgerechnet oder zurückgeliefert seien; er, Redner, habe jedoch alle ihm 12 Nummern und 166 500 Exemplaren erschien, ist in 18 470 Erem wieder zugegangenen Listen und die darauf gezeichneten Summen plaren im Kreise verbreitet worden. Der Kalender Märkischer an Körsten übergeben. Da nun auch auf der Konferenz nicht fest- Boltsbote" ist in 265 000 Exemplaren erschienen und im Kreise in zustellen war, worin der Fehler seine Ursache hat, wurden sämtliche 28 000 Exemplaren verbreitet worden. Der Redner erwähnte ferner, Orts Vertrauensleute aufgefordert, dem Kreis- daß die zur Ausarbeitung des neuen Organisationsstatuts einVertrauensmanne mitzuteilen, welche Nummern gesezte Kommission ihre Arbeiten in nicht allzu langer der Listen sie erhalten haben. Die Abrechnung von Zeit vollendet haben wird. Zum Schluß teilte der Redner der Landtagswahl schließt mit der Bilanzsumme von 2345,55 m. noch mit, daß die Organisationsverhältnisse im Wahlkreise Der Zuschuß der Kreisorganisation zu den Ünkosten der Wahl betrug Ober- Barnim zwar nicht besonders gut seien, sich aber doch in 964,72 m. Tezter Zeit verbessert hätten. Der Obmann der LokalDer Jahresbericht zeigt, was ja schon aus dem Rassen- tommission, Riet, berichtet, daß in allen in Betracht bericht zu erkennen ist, daß die Organisation im Kreise erfreuliche fommenden Drten genügend Lokale zu haben seien. In einigen Nicht viel besser als ihre geistig- sittlichen Grundlagen hielten Fortschritte gemacht hat. Die Zahl der politisch organisierten Ge- Drten feien die Genossen infolge von Chikanierungen durch die noffen ist im Berichtsjahre vont 4105 auf 5281 ge- Polizei oft gezwungen worden, ihre Lokale zu wechseln. Infolge die rein gesundheitlichen Einrichtungen der Volksschule der Kritik in stiegen, die sich auf die Wahlvereine und Bezirke von davon, daß Wendts Lokal in Eichwalde für die Arbeiterschaft nicht Dr. 3 adets Vortrag stand. Erkannte der Redner auch an, daß Bernau, Waidmannslust, Tegel, Dalldorf, Erkner, Friedrichs- frei sei, sei auch das Lotal desselben Besizers in Berlin, Am Königs- insbesondere in den großen Städten in den letzten Jahren manches felde, Friedrichshagen, Oranienburg, Pankow, Bankow, Reinidendorf, graben gesperrt worden. Von den Genossen in Ertner sei angeregt vervollkommnet wurde, so enthielten alle diese Verbesserungen doch Wilhelmsruh, Rummelsburg, Neuenhagen, Lichtenberg, Stralau, worden, die Lokalliste in Taschenbuchformat erscheinen zu lassen. erst den Keim zu dem, was für die Zukunft an hygienischer Fürsorge Weißensee und Ober- Schöneweide verteilen. Die Kassenbestände Der Redner erwähnt ferner, daß die Berliner Vertrauensleute den für das Kind in der Schule zu fordern sei. Es bestehe von Natur dieser Wahlvereine belaufen sich zusammen auf 15 258,88 M. Dem Antrag, die am Kopf der Lokalliste befindliche Bemerkung„ Alle eigentlich stets ein Gegensatz zwischen der Anschauung des Arztes Kreisbertrauensmann wurden von den Wahlvereinen ins- Lokale, die keinen Saal haben sind frei", zu streichen, abgelehnt und der des Schulmannes. Der letztere verlange ein bestimmtes gesamt 3272,35 M. überwiesen. Außer durch die Vorträge und Dis- haben. Es wurde, namentlich in der Diskussion, hervor- Maß von Kenntnissen und Arbeitsleistungen ausnahmslos von jedent fuffionen in den im ganzen 211 Wahlvereins- Versammlungen wurde gehoben, daß die Annahme dieses Antrages für die Genossen in Schüler. Der Arzt wisse dagegen sehr wohl, daß die geistigen wie dem Bildungsbedürfnis der Mitglieder durch Vereinsbibliotheken, die den Vororten außerordentlich wichtig gewesen wäre, da manche körperlichen Anlagen in jedem einzelnen Kinde unendlich verzusammen 2478 Bände enthalten, Rechnung getragen. Für Ankauf Wirte über Vereinszimmer verfügten, wo eine den Verhältnissen der schiedene und auch Unlust, Neigung zu Trägheit und Unaufmerksam. von Büchern und Broschüren wurden von den Wahlvereinen im Orte entsprechend große Anzahl Personen Platz finden könnten, die feit oft nur der Ausdrud körperlicher oder geistiger Schwäche und deshalb durchaus nicht stets vom Willen des Kindes abhängig seien. Laufe des Jahres 1048 M. ausgegeben. Bei den Urwahlen zum aber den Arbeitern verweigert würden. Landtag wurden in Ober- Barnim 348, in Nieder- Barnim 1075 Wahl- Die Wahlen der Vertrauensleute hatten folgendes Ergebnis: Jedenfalls müsse unbedingt gefordert werden, daß der Arzt die männer gewählt: davon waren 328 sozialdemokratische. In die Preßkommission wurden Grauer- Lichtenberg und Stubig förperliche Entwickelung des Schülers von der Einschulung an Bei den Gemeindewahlen an den verschiedenen Orten hatte die Bankow gewählt, in die Agitationsfommiffion wurde Liesegang- dauernd überwache und daß schwach, normal- und möglichst auch Sozialdemokratie einen Gewinn von 12 Mandaten. Im ganzen ge- Lichtenberg und als Obmann der Lokalfommission Niet- Rummels hochbegabte Kinder grundsäßlich in besonderen Klassen unterrichtet werden. Für alle sehr zarten und schwächlichen Zöglinge sollte der hören von dem im Kreise vorhandenen vorhandenen 466 Gemeinde- burg gewählt. vertretern 56 der sozialdemokratischen Partei Hierauf hielt Reichstags- Abgeordneter Stadthagen einen Unterricht nach dem Prinzip der Waldschulen, die man eben ganz an. Die Zahl der Abonnenten des„ Vortwärts" ist im Vortrag über das Thema„ Nach Amsterdam und Bremen". bereinzelt einzuführen beginnt, so viel als möglich im Freien stattreise von 5673 auf 6802 gestiegen. Wie der Kreis- Er gab eine Uebersicht über die wichtigsten Beschlüsse des Inter- finden; in den geschlossenen Klassenzimmern muß jede Ueberfüllung bertrauensmann hierzu bemerkte und in der Diskussion bestätigt wurde, nationalen Kongresses und des Parteitages und wies im Anschlnß vermieden, für dauernde Ventilation und gute Beleuchtung gesorgt, ist die wirkliche Abonnentenzahl jedoch bedeutend, wahrscheinlich um daran auf die wichtigsten Aufgaben hin, die nun zu erfüllen find. auf zweckmäßige Form der Sitzbänke der größte Wert gelegt, wie ungefähr 500 höher, da ein großer Teil der im Kreise wohnenden Namentlich erwähnte der Redner am Schluffe feiner Ausführungen überhaupt in der Schule durch Schwimmen, Turnen, JugendGenossen, die in Berlin arbeiten und zu sehr früher Stunde ihre die Angriffe auf das Koalitionsrecht der Arbeiter, wie sie bei den spiele usw. die körperliche Ausbildung der Jugend gleichwertig Wohnung verlassen müssen, den„ Vorwärts" hier nicht rechtzeitig er- Streits der letzten Zeit so trag zutage getreten sind, und das neue neben der geistigen gefordert werden. halten können. Die„ Brandenburger Zeitung" wird in den ent- Ausnahmegesetz gegen die Landarbeiter, mit dem sich jetzt das fernt liegenden Orten Bernau, Oranienburg, Herzfelde in ungefähr preußische Abgeordnetenhaus befaßt, das aber ein außerordentlich 100 Exemplaren gelesen, Für die Krimmitschauer Weber wurden, wertvolles Agitationsmittel für die Landagitation bietet. Der außer den im Kassenbericht erwähnten 400 m. 1802,35 m. an die inhaltreiche Vortrag fand lebhaften Beifall. Gewerkschaftskommission abgeliefert. Der Kreisvertrauensmann bemerkte zu dem Bericht, daß, wenn auch eine recht stattliche Anzahl Genoffen organisiert sei und der Kreis manchen Berliner Wahlkreis überholt habe, doch noch ein gewaltiges Feld für die Agitation vor handen sei, und es in vielen Orten noch so dunkel aussähe, wie im Osten Preußens. " Unter Kreisangelegenheiten wurden die bereits im Bericht von der letzten Generalversammlung des Wahlvereins von Rummelsburg erwähnten Differenzen zwischen den Genossen Brüschte und Freiwaldt zur Sprache gebracht, und zwar mit dem Ergebnis, daß Freiwaldt den ihm zum Vorwurf gemachten scharfen Ausdruck zurücknahm. Hinsichtlich der geplanten Preußen- Konferenz erklärte fich die Kreisfonferenz damit einverstanden, daß die Wahl der Delegierten in einer besonderen Kreiskonferenz erfolgen soll. Das Andenken des verstorbenen Genossen Albert Schmidt ehrte Berichtigung. Soziales. Die Diskussion über den Bericht bezog sich hauptsächlich auf die inneren Angelegenheiten der Organisation an den einzelnen Orten. Besonders wurde auf die Schwierigkeiten hingewiesen, die die Behörden der Agitation in den Weg legen, auf die Ver- die Konferenz in üblicher Weise. leumdungen und Verlästerungen durch die Kreispresse und die ultramontanen und liberalen Blätter, denen gegenüber eine schnellere Aufflärung notwendig wäre. Ein Antrag des Genoffen Adlerstein, der die Organisationen der verschiedenen Orte verpflichten wollte, alle vier Wochen Landagitation zu betreiben, wurde durch die Aussprache, in der die damit an manchen Drten verbundenen Schwierigkeiten hervorgehoben wurden, für erledigt erklärt. Es ist noch zu erwähnen, daß außer den erwähnten organisierten Genossen 99 freiwillige Beitragszahler im Kreise vorhanden sind. Georg Freiwaldt wurde mit allen gegen eine Stimme als Kreisvertrauensmann wiedergewählt. Als stellvertretender Kreisvertrauensmann wurde Seitel, Lichtenberg, einstimmig gewählt. Was ist nun die Grundursache, der eigentlich tiefste Stern aller Mängel und Verkehrtheiten der Volksschulen? Weshalb ist der Geist der Volksschule- bei allen Unvollkommenheiten auch unseres höheren Schulwesens dennoch diesem gegenüber ein so viel rückständigerer, ihre Lehrkräfte schlechter vorgebildet, ihre hygienischen Einrichtungen so viel mangelhafter? Weil die preußisch- deutsche Volksschule, wie immer von neuem betont wurde, den Charakter einer reinen Klassen-, einer Proletarierschule trägt, d. h. einer Schule, über deren Form und Geist nicht das Volk bestimmt, sondern die herrschenden Klassen gemäß ihren Anschauungen von dem, was das Volk zu lernen habe. Daher im Proletariat der schroffe Gegensatz zwischen Schule und Haus, der sich zuweilen zu offener Feindfchaft steigert, ein Gegensatz, auf den in der Diskussion wiederholt gerade von Arbeiterfrauen hingewiesen wurde. Es war nur die notwendige consequenz dieser Tatsache, wenn die Forderungen sämtlicher Stedner gipfelten in der Grundforderung der Einheitsschule, einer gemeinsamen unentgeltlichen Schule für die Jugend aller Stände und Klassen oder mindestens eines geIn der Notiz Zum Frankfurter Wohnungs- meinsamen Unterbaues, dem sich erst für die späteren Altersstufen fongreß" in der Sonntag- Nummer, erste Beilage, erste Seite, rebet Slaffen für elementare, mittlere und höhere Schulbildung ander Druckfehlerteufel im brittlegten Absatz von einer allmächtigen gliedern. Erst wenn wir eine solche Einheitsschule befizen, wie sie in Beeinflussung der öffentlichen Meinung durch die Sozialpolitiker. verschiedenen Ländern bereits besteht, werden die herrschenden Klassen, Der aufmerksame Leser dürfte wohl aus dem Sazzusammenhange durch das Selbstinteresse gezwungen, ihre Hand zu wirklich durchersehen haben, daß eine allmähliche Beeinflussung gemeint ist. Ein Arbeitersekretariat soll zum 1. April n. I. in Forst ( Laufiz) eröffnet werden. Die Kostendeckung ist sichergestellt durch feste Beiträge der Gewerkschaften und eventuelle Zuschüsse der Partei. Ein Grundstock von etwa 3000 m. ist bereits vorhanden. Das Gehalt foll, sofern eine tüchtige Kraft gewonnen wird, auf 2000 M. bemessen werden. Aus der Frauenbewegung. Die Schulfrage. greifenden Reformen auf dem Gebiet des Schulwesens bilden. Es würde ferner dadurch einem der tiefsten, sozialen Schäden, der schroffen Klaffentrennung von frühester Jugend an, in etwas entgegengewirkt. Es könnte endlich erst dadurch die Bahn geöffnet werden für eine zukünftige Organisation der Schule, die in sich alle jene Einzelforderungen umschließt, eine auf ganz neuen Grundlagen aufgebaute Organisation, die die Lehr- und Drillſchule von heute ersezt durch eine alle Kräfte und Tätigkeiten umspannende& r= ziehungsschule. Nur in losen Umrissen entwickelten die einzelnen Redner ihre Anschauungen von einer solchen Idealschule der Zukunft, auf die übereinstimmend alle Ideen fortgeschrittener moderner Pädagogik weisen und für die die ersten Keime auch bereits jept in bereinzelter, heute leider nur den wohlhabendsten Kreisen zugänglichen Erziehungsinstituten vorhanden sind. Eine derartige Erziehungsschule sollte vor allem anderen das Jugendleben des Kindes aus den Mauern und Steinöden der Städte auf das Land, in die Freiheit der Natur verpflanzen. In der Natur selbst sollte die Kenntnis ihrer Gesetze, die Freude an der Beobachtung der Jugend erschlossen, förperliche Straft geübt, finnreiche praktische Arbeit neben organischer Denftätigkeit gepflegt werden. Der Geist sozialer Gleichheit, gemeinsamen Strebens und ehrlicher Kameradschaft müßte eine solche Anstalt be= feelen, wie auch seitens der Lehrer das Kind nicht durch Straf- und äußere Zuchtmittel, sondern nur durch lebendiges Beispiel, durch freundschaftliche Einwirkung und individuelles Eingehen auf die Besonderheit des Einzelnen geleitet werden dürfte. Auf Antrag der Genoffin Jung hatte die Konferenz beschlossen, als 3. und 4. Punkt in die Tagesordnung den Bericht der weiblichen Vertrauensperson und ihre Neuwahl einzufügen. Der Bericht der Vertrauensperson Frau Jung. erstreckte fich auf die Monate April bis Oktober. Während dieser Zeit wurden 11 öffentliche Frauenversammlungen im Streise abgehalten, und zwar in Bankow 4, in Weißensee 5 und in Lichtenberg 2. Die Einnahmen beliefen sich einschließlich eines übernommenen Bestandes von 3,65 M. auf 174,20 m., die Ausgaben auf 149,05 m., so daß ein Der Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse hatte Kassenbestand von 25,15 m. verblieb. Den Agitationsbericht gab Frau es sich zur Aufgabe gestellt, durch eine Reihe von Vorträgen eine der Ihrer. Im allgemeinen feien noch wenig feste Punkte für die Frauen zeitgemäßesten und in ihrer Bedeutung für die zukünftige Ents organisation und Agitation im Kreise vorhanden, ein großes Gebiet wickelung des Proletariats tiefgreifendsten Fragen der Gegenwart: liege noch brach. Es genüge nicht, wenn an einem Ort ein oder die Schulfrage nach verschiedenen Seiten hin zu behandeln. zwei Frauenversammlungen abgehalten würden. Man müßte Es war interessant zu beobachten, wie unabhängig von einsystematisch, besonders auch im kleinen Kreise darauf hinwirken, die ander jeder der vier Referenten von seinem besonderen GesichtsFrauen für die Organisation zu gewinnen, und die Agitation müßte punft aus zu einer völligen Verurteilung nicht nur etwa der zahl mehr durch die männlichen Genossen gefördert werden. Die Rednerin reichen Mängel und Unvollkommenheiten, sondern vor allem der gewies namentlich auf die große Bedeutung hin, die die Gewinnung famten Grundlagen unserer heutigen Voltsschulerziehung gelangten. der Frauen für die Kulturideale der Sozialdemokratie hinsichtlich der Sämtliche Redner tamen am Schlusse ihrer Darlegungen zu dem Heranwachsenden Jugend hat. Einige Bemerkungen der Rednerin Ergebnis, daß mit einzelnen Verbesserungen und Aenderungen wenig über die Verhältnisse der Frauenorganisation in Schönewveide hatten zu gewinnen wäre: wolle man eine Volksschule, die der idealen eine furze Auseinandersetzung mit dem Vertreter dieses Ortes zur Aufgabe einer wirklichen Erziehung der Jugend auch nur entfernt Der Sprung von unserer gegenwärtigen Volksschule bis zu einer Folge. gewachsen sei, so müßten die geistigen, sittlichen und physischen Bor: Erziehungsstätte in diesem Sinne erscheint allerdings ein unendlich Frau Jung wurde als Vertrauensperson einstimmig wieder- bedingungen der Jugendbildung eine völlige Neugestaltung erfahren. großer. Aber wie überall auf sozialem Gebiete, so ist auch hier die gewählt. Mit Ausnahme von Dr. Za det, der speziell übernommen flare Erkenntnis des Zieles, dem wir zuzustreben haben, die erste Als Revisoren des Kreis- Vertrauensmannes wurden Welt, hatte, die Forderungen des Arztes und Hygienikere der Schule gegen- Vorbedingung des Fortschritts, und von der Kraft und Stetigkeit Schüler und Dehlking gewählt. über zu sfizzieren, hoben Vortragende wie Diskussionsredner zunächst der Agitation der Arbeiterschaft für den Weiterausbau der Volksschule Hierauf berichtete Grauer von der Preßkommission. in schärfster Weise als das Grundübel der preußisch- deutschen Volts- in modernem Geiste wird es abhängen, wie schnell wir uns dem Er schilderte, bezugnehmend auf den Bericht des Parteivorstandes schule das Ueberivuchern des Religionsunterrichts hervor, und zwar fernen Ziele nähern. die finanziellen Verhältnisse des Zentralorgans und fügte hinzu, daß eines Religionsunterrichts auf der Basie streng dogmatischer Bibelim letzten Quartal der Ueberschuß geringer als in den vorher gläubigkeit, wie er zu der Weltanschauung und dem Empfinden Bankow. Die nächste Versammlung des Vereins für gehenden Quartalen sei, was aber keineswegs auf irgend welchem modern entwickelter Menschen und somit auch des intelligenteren Frauen und Mädchen findet Donnerstag, den 3. November, Rüdgang beruhe, sondern auf die höheren Ausgaben, die durch be- Teils der Arbeiterschaft naturgemäß im schroffsten Widerspruche abends 8½ Uhr, bei Mierke, Berlinerstraße, statt. Frl. Ida sondere Umstände, wie Parteitagsberichte usw., zurückzuführen wären. stehe. Dadurch müsse in den Kindern von vornherein der Glaube Altmann wird einen Vortrag über Bernünftige Kinders Der Redner wies ferner auf die Steigerung der Abonnentenzahl an die Wahrhaftigkeit des Lehrers erschüttert, innerer Troß und erziehung" halten. Die Mitglieder werden um zahlreiches Erund die erhöhten Einnahmen aus den Annoncen hin sowie auf die Auflehnung gegen diesen entfacht oder aber bewußte Heuchelei wachscheinen ersucht, " Rigdorf. Dienstag, den 1. November, findet die Vereinsbersammlung des Vereins gewerblich- tätiger Frauen und Mädchen von Rixdorf und Umgegend im Lokal des Herrn Thiei, Bergstr. 151, statt. Vortrag von Hermann Schubert über die Schule, wie sie ist und wie sie sein sollte. Gäste sind herzlich willkommen. Der Vorstand. Gerichts- Zeitung. gut geführt habe, bleibt aber dabei, daß ihr Sohn trotz aller Liebe die Angeklagte nicht geheiratet hätte, wenn er nicht von ihr ges täuscht worden wäre. Der nächste Zeuge, der Vater des Bezirkshauptmanns, macht eine gleichlautende Aussage. Die Angeklagte fragt ihn: Haben Sie nicht furz vor dem Selbstmord meines Mannes von ihm einen Brief erhalten, worin er sagt: Wenn meine Frau zwanzigmal verheiratet wäre und 20 uneheliche Kinder gehabt hätte, sogar im Zuchthause gewesen wäre, hätte ich sie doch geheiratet. Der Zeuge gibt dies zu. Die Verhandlung wird Montag fortgesetzt. und keinen Zweifel darüber ließ, daß dieser mit dem Angeklagten| bereitet? Die Zeugin gibt zu, daß die Angeklagte die Wirtschaft in einer das Licht der Oeffentlichkeit scheuenden Verbindung gestanden haben mußte. Der Kellner gab dies denn auch zu und behauptete, daß er mit H., der ihn in der Friedrichstraße getroffen, nach dem Tiergarten gegangen sei und strafbare Handlungen vor genommen habe. H., cin junger Mann aus bester Familie, gab vor Gericht zu, daß er homosexuell veranlagt sei, bestritt auch nicht, den Mitangeklagten einmal auf der Straße getroffen und ihm später auf sein Gesuch Geld geschickt zu haben, erklärte aber dessen weitere Angaben über angebliche strafbare Unsittlichkeiten für gänzlich unzutreffend. Der Gerichtshof entnahm aus der Beweisaufnahme das Gegenteil dieser Behauptung und verurteilte den Kellner J. zu 6 Monaten, den Ingenieur H. zu 1 Monat Gefängnis. Vermischtes. Ein Nachspiel zu dem Boykott Leipziger Brauereien, der im borigen Jahre von unseren Parteigenossen in Leipzig geführt wurde, beschäftigte gestern längere Zeit das hiesige Schöffengericht. Gs standen sich der Brauereibejizer Valentin app aus Großkrostik unter Beistand des Justizrats Dr. Sello und der Redakteur der Tageszeitung für Bierbrauereien", Wagner, verteidigt durch Justizrat Peltasohn Leipzig, gegenüber. Rapp war PrivatBellachinis Tochter vor Gericht. Bei der Verhandlung gegen Elf Personen in Petersburg verbranut. In dem zweistöckigen tläger, Wagner Angeklagter. Als Sachverständiger war Kommerzien die des Verbrechens der Doppelehe angeklagte Frau Bezirksrat Happoldt zur Stelle. Es handelte sich um drei in der„ Tages- hauptmann Hervah, geb. Bellachini, am Sonnabend vor dem Holzhause eines italienischen Leiermanns zu Petersburg, in zeitung" erschienene Artikel, in welchen gegen den Privatfläger Kreisgericht zu Loeben tam es mehrfach zu recht aufregenden welchem eine Hochzeit gefeiert wurde, brach heute früh 3 Uhr Feuer schwere Vorwürfe erhoben wurden. Es wurde behauptet, daß die Szenen. Frau Hervay, die sehr blaß aussicht, und der man infolge aus, dem, wie bisher bekannt wurde, elf Bersonen zum Opfer fielen. durch den Privatkläger vertretene Brauerei während des' Boykotts der langen Untersuchungshaft ihre vierundvierzig Jahre mehr als Die Zahl der Hochzeitsgäste wird auf 18 angegeben. fich illoyal und gewissermaßen verräterisch gegenüber den boykottierten sonst ansieht, wurde von dem Gerichtspräsidenten eingehend verAus Stendal wird gemeldet: Am 29. Oktober, nachmittags Brauereien benommen habe, daß der Privatkläger den Boykott dazu hört; fie blieb aber, trotzdem ihr aus dem Aftenmaterial die Un- 4 Uhr 20 Minuten, ist zivischen den Stationen Groß- Wudicke und habe benutzen wollen, um seiner Brauerei durch unschöne Maßnahmen wahrheit ihrer Aussage nachgewiesen wurde, bei der Behauptung, Schönhauserdamm ein dem Arbeiterstande angehöriger, etwa dreißig Kunden zuzuführen usw. usw. Der Prozeß schwebt schon über Jahr daß sie nur einmal, und zwar mit Herrn von Lühow, verheiratet jähriger Mann vom Personenzuge Nr. 224 überfahren und sofort und Tag. Ein früherer Termin ist seinerzeit aufgehoben worden, gewesen sei und auch über ihre Vermögensverhältnisse feine falschen getötet worden. Nach den Angaben von Augenzeugen liegt zweifellos weil der Verteidiger des Angeklagten einen ziemlich umfangreichen Angaben gemacht habe. Durch einen Ohnmachtsanfall der Frau Selbstmord vor. Wahrheitsbeweis angetreten hatte. Im gestrigen Termin führte von Hervay erlitt die Vernehmung eine Unterbrechung. Dann Die Carl Zeiß- Stiftung in Jena hat der Universität die mehrstündige Verhandlung zu dem Ergebnis, daß der Gerichtshof wurden die Zeugen vorgerufen. den Angeklagten der Beleidigung nicht nur im Sinne des§ 185, Bürgermeister von Mürzzuschlag, Anton Werwa, als erster Jena wieder ein neues Institut beschert und zwar das kann sich dem physikalischen und sondern auch des§ 186 St.-G.-B. für schuldig erachtete. Der Ge- Zeuge sagt aus: Hervay habe ihm drei Monate vor seinem Tode mineralogische. richtshof hielt den Wahrheitsbeweis für völlig gescheitert; er billigte gesagt: Ich bin überglücklich, ich habe eine fluge Frau. Der zweite hygienischen Institut, die ebenfalls aus Mitteln der Carl Zeißdem Angeklagten an sich den Schutz des§ 193 zu, erjah aber aus Beuge, Stationsvorstand Schenk, ein Freund Hervays, bekundet: Stiftung erbaut wurden, würdig an die Seite stellen. Es ist auf der Form die Absicht der Beleidigung. Das Urteil lautete auf Herbay sei ganz verliebt in seine Frau gewesen, die er für 26 Jahre dem Plage der früheren akademischen Rosenbrauerei an der Schiller50 M. Geldstrafe event. 10 Tage Gefängnis. hielt. Ueber die letzten Stunden Hervays erzählt der Zeuge folgendes: straße, gegenüber dem Gymnasium, errichtet und wurde am Sonne Hervah sagte ihm, daß er bis vor einigen Tagen überzeugt gewesen abend mittag feierlich eröffnet. An der Feier nahmen Staatssei, daß er ein unberührtes Weib besize. Die Lächerlichkeit tötet, minister Dr. Rothe sowie der Stiftungskommissar Geh. Regierungsdas seien seine letzten Worte gewesen. Zeuge Dr. Mommsen be- rat Vollert aus Weimar teil. Professor Abbe ist krank; Ernſt kundet, die Angeklagte habe ihm erzählt, daß sie in Transvaal beim Haeckel, der ebenfalls erschienen war, erfreut sich des besten Wohlseins. Roten Kreuz im Boerenkriege gewesen sei. Dem Grafen Zeppelin habe sie erzählt, daß sie seinem Sohne, der im Boerenkriege fiel, Fürsten Bismarck, der bekanntlich mehrere Monate in der IrrenDr. Chrysander, der frühere Privatsekretär des Altreichskanzlers die Augen geschlossen habe. anstalt Friedrichsberg untergebracht war, ist als völlig wieder Darauf wird unter allgemeiner Spannung der Kronzeuge hergestellt aus der Anstalt entlassen und nach Bergedorf zurückgekehrt, Pfarrer Prangl vernommen. Er sagt aus: Der Bezirkshauptmann wo er seinen ständigen Aufenthalt nehmen wird. Der Termin in habe ihn gebeten, die Eheschließung vorzunehmen; es sei nur von der Klage Chrysanders gegen die Landherrenschaft wegen Aufhebung einer solchen, nie von einem Cheverlöbnis, die Rede gewesen. Da der Entmündigung findet Anfang November statt. ich keine Dokumente in die Hände bekommen habe, so wollte ich die Ehe nicht schließen. Beide Brautleute drangen aber in mich, doch Abwehrversuch gegen Verurteilungen. Aus Mailand wird ge= wenigstens ein Verlöbnis vorzunehmen, sonst würden sie die Ehe- meldet: Sonntag nacht versuchten bisher unbekannte Verbrecher den schließung einem anderen übergeben oder nach England reisen und hiesigen Justizpalast in Brand zu stecken, indem sie beim Haupttor sich dort trauen lassen. Er habe dann am 15. Juli das Cheverlöbnis zwei mit Terpentingeist gefüllte Blechkübel anzündeten. Glücklicherin Form einer Trauung vorgenommen, aber unter der Bedingung, weise bemerkten zwei Karabinieri Rauch und Flammen und verdaß die Dokumente nachträglich beigebracht würden. Die Baronin ständigten die Feuerzentrale, deren Mannschaft den Brand erstickte. Lützow habe dem Zeugen wiederholt feierlichst versichert, daß kein Ehehindernis existiere. Am 19. Auguft habe er das Ehepaar in der„ Lothr. Volksstimme" zufolge der Hauptmann Hellregel vom Kleine vermischte Nachrichten. In Mörchingen erschoß sich aller Form getraut, aber die vollzogene Trauung nicht in das Infanterieregiment Nr. 17 in seiner Wohnung. Die Motive zur Tat Stirchenbuch eingetragen, weil keine Dokumente da waren. Präs.: Jch betone, daß Sie diese Eheschließung jedenfalls nach Um- Krankheit erschoß in Wien der Staatsbahnbeamte Brückner seine find unbekannt. Aus Verzweiflung über die Unheilbarkeit seiner gehung der formellen wichtigen Bedingungen vorgenommen haben. hochschwangere Frau, sein Töchterchen, dann sich selbst.- Der Zeuge: Ich habe in gutem Glauben gehandelt. und hat sich beide Beine gebrochen. Student Weißer aus München ist vom Tajakopp in Tirol abgestürzt Die Sehnsucht nach einem Kinde hat die Kaufmannsfrau Gertrud Sch. zu einem törichten Streich verführt, der ihr eine Anflage wegen Vergehens in Beziehung auf den Personenstand zugezogen hat. Neben ihr hatte gestern das Dienstmädchen Anna D. auf der Anklagebank der 7. Strafkammer Platz zu nehmen. Das Gheglück der Frau Sch. wurde durch den Umstand getrübt, daß sich der sehnlichste Wunsch ihres Ehemannes nach Nachkommenschaft nicht erfüllen wollte. So oft fie auch in schlaflosen Nächten die Gunst des Himmels in dieser Beziehung erflehte, sie bat und hoffte vergebens und fürchtete, die Zuneigung ihres Mannes gänzlich zu verlieren. Da griff sie zur Kindesunterschiebung. Sie täuschte ihrem Ehemann allerlei vor und beschenkte ihn eines Tages mit einem jungen Weltbürger, der auch als sein Kind standesamtlich angemeldet wurde. Tatsächlich war es aber das Kind der zweiten Angeklagten, die das Neugeborene mit Freuden der Frau Sch. über ließ, da sie damit das Glück des Kindes zu begründen hoffte. Durch cinen Zufall ist die Sache ruchbar geworden und Frau Sch. hatte nicht nur den Schaden, daß sich ihr empörter Ehemann ob dieses törichten Streiches gänzlich von ihr abgewendet hat, sondern sie mußte nun auch auf die Anklagebank. Der Gerichtshof erkannte an, daß dem Vorgehen der beiden Angeklagten keine unedlen Motive zugrunde lagen und er verurteilte sie deshalb zu je 1 Tag Gefängnis. Der Staatsanwalt erklärte sich bereit, ein etwaiges Gnadengefuch zu unterstüben. Als ein bedauernswertes Opfer des jetzt so viel besprochenen § 175 ist der Ingenieur H. anzusehen, der sich mit einem übelbeleumdeten Menschen, dem Kellner Otto J., vor der vierten Strafkammer des Landgerichts I wegen Verlegung dieses Paragraphen zu verantworten hatte. Der Angeklagte J., der als Prostituierter der Polizei bekannt ist, wurde bei einer nächtlichen Razzia in einer Kaschemme aufgegriffen. Man fand bei ihm unter anderem den Abschnitt einer Bostanweisung, die von dem Ingenieur H. Herrührte Beste Waren. Billigste Preise. Wasserstand am 29. Oftober. Elbe bei Aussig Die Zeugin Frau von Hervay, die Mutter des Bezirkshauptmanns, erklärt sich bereit, gegen ihre Schwiegertochter auszusagen. Die Angeklagte habe auch ihr abenteuerliche Geschichten über ihre Abstammung und ihr Vermögen erzählt. Die Ehe sei in der richtigen Form geschlossen worden und sei keine Scheinehe. Frau von Herbay behauptet schließlich, die Angeklagte habe ihren Sohn ums Leben gebracht. Die Angeklagte schreit: Das ist nicht wahr! Sie fragt die Zeugin: Habe ich Ihrem Sohne jemals eine bittere Stunde arthe bei Bosen-0,24 Meter, bei Dresden- 1,79 Meter, bei Magdeburg+ 0,42 Meter. Unstrut bei Straußfurt+0,80 Meter.-D der bei Ratibor+ 4,12 Meter, bei Breslau Ober- Begel+5,40 Meter bei Breslau Unter Begel 0,50 Meter, bei Frankfurt 0,73 Meter. Weichsel bei Brabemünde+2,32 Meter Meter. Nee bei lich 0,56 Meter. Vornehme Mass- Anfertigung! Feste Preise. Bar- Verkauf. QQQQQ MUUUM WinterPaletots für Herren. Unübertroffen reichhaltige Auswahl in sehr vielen Tausenden Exemplaren. 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Theater. Dienstag, 1. November. Anfang 7, Uhr: Opernhaus. Samson und Dalila. Neues fönigl. Opern Theater. Theodora. Deutsches. Dagland. Berliner. Alt- Heidelberg. Leffing. Florian Geyer. Weften. Esope. Hierauf: Dieu existe. Thalia. Der Weiberkönig. Zentral. Der Generalfonful. Urania. Schiller Schiller- Theater. 513 Gen er 61. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: ( Wallner- Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Die Grossstadtluft. N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: In Behandlung. Gewerbegericht zu Berlin. J.-Nr. Get.- Ger. 04. Berlin, den 27. Oftober 1901. Bekanntmachung. In Sachen der Beschwerde der Arbeitgeber Jetzt wieder Einzel- Verkauf geber- Mitglieder der Schlich direkt aus der Fabrik Im Bannkreis der Jungfrau. Schwant in 4 Atten v. Oskar Blumen Komödie in 3 Aufzügen v. M. Dreyer. tungstommiſſion, welche zwischen dem Hörsaal 8 Uhr: Dr. F. Ristenpart: ,, Meteore, Sterne, Sternhaufen. Sternwarte Invalidenstr. 57/62. CASTAN'S ANOPTICUM. PAN Friedrichstr. 165. Allerseelen melodramatische Illusion. Belle- Alliance. Ber? Auf der Elite- Konzert einer rumänisch. Totenbank.) Hierauf: Die Tugendglode. National. Monna Vanna. Anfang 8 Uhr: Schiller 0. Damen- Kapelle. Vormittags. Mittags. Nachmittags. Abends. Balmer Theater) Lustspielhaus Die Großstadtluft. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). In BeHandlung. Neues. Die lustigen Weiber von Windsor. Carl Weiß. Santa Wolfsburg. Kleines. Nachtasyl. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Lustspielhaus. Biederleute. Quizen. Gasparone. Trianon. Gastons Frauen. Kasino. Bildes Blut. Metropol. Die Herren von Marim. ( Anfang 7, Uhr.) Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Berliner Luft. Spezialitäten. Palast. Im Zukunftsstaat. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. Nur eine Nacht. Am andern Morgen. Paffage Theater. Hans Fredh. Dida. Spezialitäten. Anj. 5 Uhr. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Friedrichstraße 236. Biederleute. Abends 8 Uhr. Morgen u. folgende Tage: Biederleute. Metropol- Theater Zum viertenmal: Die Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern mit freier Benutzung von C. Flèrs " Messalinette" von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Hauptrollen: Henry Bender. Josef Giampietro. Hrania. Zaubenstraße 48/49 Josef Josephi. Anton Grünfeld. Um 8 Uhr im Theater: Im Bannkreis der Jungfrau. Um 8 1hr im Hörsaal: Dr. F. RistenFrid Frid. Fritzi Massary a. D. thal und Gustav Kadelburg. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Mittwoch, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Donnerstag, abends8uhr: Die Jüdin von Toledo. Verbande der Gips, Zement- und Deckenbaugeschäfte für Berlin und Bororte einerseits und den mit Rabikpus beschäftigten Arbeitern andererseits besteht, gegen die Arbeitnehmer mitglieder genannter Kommission ist Kleines Theater Neues Theater. von dem Einigungsamt des Gewerbe Vereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Mittwoch: Nachtasyl. Donnerstag: Fräulein Julie. Anfang 8 Uhr. gerichts in der Sigung vom 27. Seps tember 1904, an welcher teilgenommen haben: Die lustigen Weiher von Windsor. 1. Magistratsrat v. Schulz, als BorMittwoch: Die lustigen Weiber von Windsor. Donnerstag: Die Kronprätendenten. ( 7 Uhr.) Deutsche Konzert- Hallen. An der Spandauer Brücke 3. Vollständig neu ausgestattet! Täglich: Gr. internat. Künstlerkonzerte. x Theater- Abteilung. Spezial- Ausschank der Berliner Bock Brauerei. Zirkus Schumann. Zirkus Busch. Heute Dienstag, den 1. November, abends präz. 7, Uhr: Gala- Premiere. Zum 1. 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Tischler Ahrens, als Vertrauensmänner der Arbeitnehmer, nach zuvor erfolgter Anrufung durch beide Gruppen der Schlichtungsfommission folgender Schiedsspruch gefällt worden: 1. Die Beschwerde der Arbeitgeber, welche auf der Tagesordnung der Sigung der Zwölfer- Kommission vom 18. August 1904 verzeichnet stand, war der Form entsprechend auf Antrag der Arbeitgeber zu verlesen und zu protokollieren. 31 spottbilligen Preisen nach beendeter Engros- Saison. Jacketts a 42-54-6/ 2 bis 7-30 M. Capes i.Dubel, Estimo Astrachan 2c. 32-4-5-6 bis 36 M. Abendmäntel a. GolfCapes 62-74-8/ 2 bis 25 M. este Preise! Bei Vorzeig. dieses Inferats 5% Rabatt. Feste Preise! Anfertigung nach Maß! Modernisierung!![ 8462* Fabrik Pelz, Kurstr. 41-42 ( Sonnt.geöffn.) Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere Es wäre aber billig geweien, eleg. wenn dem Wunsche der Arbeitnehmer gemäß und, da der beschuldigte Arbeitnehmer in der Sigung anwesend zu sein ver hindert war, dieser Punkt der Tagesordnung in der Sizung gänzlich abgefekt worden wäre. 2. Es wird den Parteien geraten, dahin zu wirken, daß die Schlichtungs- Kommission( 3wölfer- tommission), fich eine Geschäftsordnung giebt. erige Herren- Moden. Bestellungen n. Maß, tadell. Ausf. in eigener Werkstatt. Spezialgeschäft für Herren- Bekleidung. Kein Waren- Kredithaus. J. Kurzberg, An der Jannowitbrücke 1, I. Bahnhof Jannowigbrüde. Bruch- Pollmann part: Meteore, Sterne, Stern- Mary Behrens, Joh. Junker- Schatz Fur Gott Zap und Vaterland Burgstraße 22.( Friher Feen- Palast.) gebenen Erklärung, daß der Ver empfiehlt fein Lager in Bruchbandagen, haufen". Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Zäglich geöffnet von bis 11 Uhr. National- Theater Weinbergsweg 12a- 13b. Dienstag, den 1. November 1904: 1. Gastspiel Eleonora Duse mit ihrer Gesellschaft: Monna Vanna. Mittwoch: Der Wildschütz. Zentral- Theater Heute Anfang 72 Uhr. Der Generalkonsul. Operette in 3 Aften v. H. Reinhardt. Mittwoch, nachm. 32 Uhr: Die Geisha. Stleine Breife: 2,10, 1,60, 1,10 M., 60 und 40 Pf. Abends: Der Generalkonsul. Im 5. Bild: ist der schönste Akt in dem großen mimischen Drama in 8 Bildern: Großen internationalen gez. v. Schulz. 2. Nasse. A. Körsten. Paul Lucht. Robert Ahrens. Vorstehendem Schiedsspruch haben sich die Parteien unterworfen, die Arbeitgeber mit der unterm 25. d. Mts. band der„ Gips, 3ement- und Deckenbaugeschäfte" in seiner Generalversammlung vom 17. Mai 1904 beseinen Namen in„ Berliner Betonverein" umzuändern. Der Vorsitzende des EinigungsDas Fest des Lichtes. loen bat, 7 ( Ballett.) Anfang 8 Uhr. Residenz- Theater. Dir: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. Schwant in 3 Aften von H. Kéroul und A. Barre. Sonntag, nachm. 3 11hr: 300 Tage. Carl Weiß- Theater. Große Frankfurter Straße Nr. 132. Direktion: M. Ed. Fischer. Wolfsburg. Heute abend ringen: Michael Strogoff ober: Ringkampf- Konkurrenz Der Kurier des Zaren. unt. Brotettorat b. Sun. Broj. R. Begas. Heute: Sämtliche neuen Einlagen. Jede Unreellität wird ausgeschloss. W. Noacks Theater. 1. Spitzer- töln mit Axel Krook- Schwe Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. den. 2. Giovannini- Italien mit Michael Hitzler- München. 3. Laurentz le Beaucairois mit Kramer- Bayern. 4. Niesbacher- Rumänien m. John Pohl- Abs II.Deutscher. Nach gemeldet sind noch: François de Ridder- Belgien, KramerBayern, Spitzer- Stöln, Achner- München Das Amt der Preisrichter haben die u.d.bekannte Weltmeister Georg Lurich. Goldlotte. Gesangsposse von Jacobson und Mannstädt. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Mittwoch: Erstes Auftreten des Frl. M. Landor v. Stadt- Theater Mez: Else vom Erlenhof. Stadt- Theater Moabit. Alt- Moabit 47/49. Gastspiel des Bernh. Rose- Theaters. Berliner Herren Amateure Robert Röpmack, A. v. Guretzky und Carl Jänicke freundlichst übernommen. Borher: Spezialitäten ersten Ranges. 9 Uhr:„ Im Zukunftsstaat". Anf. d. Vorstell. 8, Kaffeneröff. 7 Uhr. Schauspiel in 5 Aften von C. Wendt. Philippine Welser. Borverkauf 11-1 Uhr an der Staffe. Anfang 8 Uhr. Morgen und folgende Tage: Senta Luisen- Theater. Wolfsburg. Gastspiel des Theaters des Westens: Gasparone. Mittwoch: Robert und Bertram. Donnerstag: Krieg im Frieden. Freitag zum erstenmal: Don Carlos. Sonnabend: Gastspiel des Theaters des Westens: Die Fledermaus. Sonnabend, nachm. 4 Uhr: KinderBorstellung: Sneewittchen. Historisches Schauspiel in 4 Atten von Ostar v. Redwig. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf., numer. Plak 50 Pi. Donnerstag: Ehrliche Arbeit. Sanssouci. Rottbuser Tor- Stat. der Hochbahn. Heute Dienstag, zum erstenmal: Mensch ärgere Dich nicht. Passage- Theater. Skala- Theater. Boffe mit Gefang in 4 Attten von Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Anf. nachm. Wochent. 5 Uhr, Sonntags 3 Uhr. Der Orig.- Prod. Deutsch- AmerikanischeS magische Kessel, des PassageTheater. Köpenickerstr. 67. Zum Gastspiel Adolf Philipp. 386. 11 Ueber'n grossen TEICH." Anfang 8 Uhr. MALE: Ende 10 Uhr 30 Min. Sonntag nachmittags 3 Uhr, halbe Preise: ,, Ueber'n grossen Teich". Kasino- Theater Lothringerstr.37. Anf. Wch.8, Sonnt.72Lucie König, Dida Theaters. d. erstklassige Mädel. Einfachu.schlicht die Erschaffung eines Weibes aus dem Nichts. 14 nene glänzende Nummern. Gebrüder Wildes Blut. Herrnfeld- Theater. Gesangsposse in 3 Akten v. Mannstädt. Vorher d. vollst. neue Novemberprogr. 1. a. ,, Die Original- Noranas." Sonntag, nachmittags 4 Uhr: Mutter Gräbert. Letzte Woche! Nur eine Nacht Am andern Morgen Trianon- Theater.( mit Anton und Donat Herrnfeld, Heute und folgende Tage: den Hauptrollen). Sonnabend: Premiere in Gastons Frauen. Prinz Levy in Ahlbeck. Anfang 8 Uhr. Sonntag, nachm.: Ihr zweiter Mann. Apollo- Theater. 8 Uhr: Debuts der neuen NovemberSpezialitäten. Hierauf: Berliner Luft. 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