Nr. 175. Erscheint täglich außer Montags. Preis pränumerando: Vierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Poft- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Gingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die. fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in ber Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fefttagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. fern sprem- Anschluß: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die Lage der polnischen Arbeiter in Schlesien und Posen. Aus Preußisch- Polen wird uns geschrieben: Ju keinem von den vielen preußischen Arbeiterbezirken herrscht ein solcher Nothstand, wie in der Provinz Posen und in Oberschlesien. Freitag, den 29. Juli 1892. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. bei dem fortwährend Leeren Magen so schnell und so leicht schlimmer ist. Sie legt sich mit bicker Schicht auf die Lunge, wunderbar? So leben die Proletarier in Posen und Oberschlesien. Politische Webersicht. betrinkt? Der Mann kennt kein Fleisch, er nährt sich von so daß man kaum zu athmen vermag. Kartoffeln und Mehl, der Magen wird infolge dessen sehr geschwächt, die Kräfte kommen niemals zur völligen Entwickelung, das Gehirn, als das edelste Organ, wird sehr schnell in Mitleidenschaft gezogen, und er kommt sehr bald zur sittlichen Verlotterung und Verlumpung. Aber ist das Diese elende Lage der Arbeiter wird durch zwei Faktoren In Oberschlesien ist die Noth sprichwörtlich. Der durch mitbestimmt, durch die sehr geringe Entwicklung der schnittliche Lohn eines Grubenarbeiters fibersteigt Industrie und durch die politische Lage, die das Trugbild niemals 60 M. den Monat. Jetzt stellt sich der Lohn ineiner nationalen Einheit schaffte. Unter solchen Verhält- folge Mangels an Arbeit auf 13 und weniger Mark pro nissen konnte sich selbstverständlich eine stärkere Arbeiter Monat. bewegung nicht entfalten. Der polnische Proletarier beugt fich noch zur Stunde unter das Joch der tapitalistischen Ausbeutung, er steht der mächtigen proletarischen Bewegung in den Nachbarprovinzen fremd gegenüber, die Kirche übt einen großen Einfluß auf ihn aus, da der Klerus hier wie überall Hand in Hand mit den Ausbeutern des Volkes geht und von der Kanzel herab die Sozialdemokratie aufs ärgfte verleumdet. Der Arbeiter, bedroht mit dem pfäffischen Bann, und trotz der eifrigen Gegenagitation noch immer im Unklaren über den Nußen einer Organisation, läßt sich ruhig weiter schinden und dieses System der Auspowerung wird so schwunghaft und mit solcher Brutalität betrieben, daß die deutschen Kapitalisten dagegen reine Waisenknaben sind. Der polnische Arbeiter fann mit seinem Lohne bei dem kläglichsten Lebensmaßstab nicht nur nicht ausreichen, sondern er operirt fortwährend mit stets wachsendem Defizit. Ein Tischler z. B. bekommt in Posen einen durchschnittlichen Lohn volt 11 M. wöchentlich; ein Bigarrenarbeiter 13 M. Die Familie besteht zum mindesten aus 5 Personen. Meist haben die polnischen Familien viele Kinder, so daß 8 Kinder durchaus feine Seltenheit sind. Die ganze Familie haust in einer elenden Stube, gewöhnlich Dach oder Kellerranur, die das Schlaf, Eßzimmer, Küche und alles Mögliche zugleich darstellt. Ich kenne eine Arbeiterfamilie von 8 Personen, die in einer Stube von 6 Meter Breite, 8 Meter 69 Bentimeter Länge wohnt. M Das typische wöchentliche Haushalts Budget für eine Familie von 4 Personen stellt sich folgendermaßen: 2,00 M. Miethe, 2,10" täglich ein Maß Kartoffeln à 30 Pf., 3,50 Brot, täglich für 50 Pf., 1,05" Zucker, " 0,35 " 0,20 " Kaffee, Zichorien, 9,20 M. zusammen. Es bleiben somit bei 11 M. Wochenverdienst für Steuern, Krankengeld, Anzug u. f. m. nur 1,80 M. Ist es dann zu verwundern, daß der polnische Arbeiter seine großen Sorgen mit Schnaps vertreibt und daß er sich Feuillefont. Nachbruc verboten.] Das schlagende Wetter. Roman von Maurice Talmeyer. Uebersetzt von B. und A. G. [ 25 Ein Bergarbeiter in Königshütte bekam: davon sind abgezogen an Büchsengeld, Invalidens u. Altersversicherungs-, sowie Musikbeitrag 2c. 3,10 m. 3,22 3,07 Berlin, den 28. Juli. Amtliche Erklärung in Sachen der Choleragefahr. In der Beilage der heutigen Nummer veröffentlichen wir eine amtliche Bekanntmachung des preußischen Kultusministeriums, auf die wir unsere Leser ausdrücklich hinweisen. Die Kehrseite der ,, günstigen" Reichsfinanzen. Das Reich ist nach den offiziellen Zahlen immer in einer günstigen Lage; es verschlingt folossale Anleihen und die stets steigenden Einnahmen aus den Zöllen und Lebensmittelsteuern. Die ungeheuren Einnahmen, die man dem Reiche gewährte, hat man dadurch beschönigt, daß durch dieselben die einzelnen " Staaten von den Matrikularbeiträgen nicht nur befreit, " sondern sogar noch von den Ueberschüssen des Reiches über" schüttet werden würden. Da die Zölle die nothwendigsten im April 59,37 m. Lebensmittel betreffen, so ist deren Steigerung durchaus 3,17 3,00 " " im Oktober 1891 November Januar 1892 • " .. April 72,84 M., 74,78 53,80 62,45 " " " 3,08 " " 07 Mai Juni 45,50 " " " . 13,20 " im Oktober 69,74 M. " Novbr. 71,56 " Januar 51,75 " " e " Mai 42,33 Juni 10,20 " " Es blieben somit: M. noch kein Zeichen zunehmenden Wohlstandes, kann doch beispielsweise eine Mißernte durch die Nothwendigkeit ver Dem Der durchschnittliche monatliche Lohn beträgt somit 53 mehrter Einfuhr die Zolleinnahmen steigern. refp. 49,62 M. Nun sehen wir uns das monatliche Budget an: Wohnung 5,00 M. Bichorien Knappschaftsbeitrag 6,00 · 0,80 m. " Brot Zucker Kaffee Milch Galz 20,00 " 2,40 " 1,60 " • • • 31 12 Seife Petroleum 0,60 Kartoffeln. 6,20 Spect 2,40 4,00 fleine Ausgaben 4,00 0,40 • . 1,20 " # " " " Summa 54,60 M. Somit hat der Arbeiter einen monatlichen Fehlbetrag von 4,98 Mark! Woher soll nun der Arbeiter Kleidung, Stiefel und dergleichen nehmen? Zu bemerken ist noch, daß dies der Höchstlohn ist, den ein Berg- oder Hüttenarbeiter in Oberschlesien bekommt. Unglaublich ist es mit den Wohnungen der Arbeiter bestellt. Ich kenne eine Familie von acht Personen, welche zusammen eine Stube von 4 Meter 18 Zentimeter Breite, 5 Meter Länge und 2 Meter 55 Zentimeter Höhe bewohnen. Auf jede Person kommen somit kaum 6 Rubikmeter Luft! In derselben Stube wird selbstverständlich gekocht, gewaschen, geplättet, geschlafen. Man kann sich vorstellen, was für eine Luft dort herrschen muß. Ein Mensch, der es nicht gewohnt ist, fällt innerhalb fünf Minuten in Ohnmacht. Die Fenster aufzumachen lohnt sich gar nicht, da die Luft draußen, gesättigt von Kohlenstaub, noch viel als fie eines Tages Briefe berühmter Männer ordnete, hatte fie zu Jemand, der da war, gesagt: Mein Schwiegersohn ist zwar in Frankreich, aber er wird sich ewig in der Fremde befinden, da aber, wo ich bin, ist Frankreich. Seitdem hatte sie nichts dazu bestimmen können, Belgien zu verlassen. Anfangs war sie ihren Grundsätzen zu Liebe hier wohnen geblieben und jetzt blieb sie aus Gewohnheit da. Sie hatte Vorwände mehr als genug, ihren Entschluß zu erklären: ihre Gesundheit verschlechterte sich; das Leben in Brügge war billiger als überall sonst; sie wollte von Niemandem etwas annehmen; ein Ortswechsel jagte ihr Schrecken ein; es war ihr am wohlsten, wenn sie unabDie günstigen" Jahresabschlusse der Reichshauptkasse stellen Berliner Politischen Nachrichten" das Defizit im preußischen Staatshaushalt gegenüber. Die offiziöse Korre spondenz stellt hierüber folgende Berechnung an: Wenn der Finalabschluß der Reichs- Hauptkaffe mit einem Ueberschuß von mehr als 31/2 Millionen im Reiche und Mehrüberweisungen im Betrage von 52 Millionen Mark als ein günstiger auch in sofern zu bezeichnen ist, als das Jstergebnis sich nach beiden Richtungen erheblich besser gestaltet, wie der Schatzfekretär Frhr. v. Malhahn dies bei Vorlegung des laufenden Reichshaushalts- Etats annahm, so liegt die Frage nahe, wie sich der Finalabschluß Preußens für das letzte Rechnungsjahr gestaltet hat. Die betreffenden Zahlen werden zwar für Preußen nicht veröffentlicht, allein man ist in der Lage, sich aus den von dem Finanzminister bei Borlegung des Etats gegebenen Daten und den inzwischen anderweit bekannt gewordenen Zahlen über den Abschluß der Reichskasse, der Eisenbahn- Verwaltung und den Betrag der Ueberweisungen aus der lex Huene ein wenigstens annähernd richtiges Bild zu entwerfen. Der Finanzminister Herr Dr. Miquel gab damals das Mehr von Ueberweisungen aus dem Reiche auf 23,7 Millionen wt., die Mehrüber weisungen an die Kreise auf 10 Millionen Mart, den Minderüberschuß der Eisenbahn Verwaltung auf 42 Millionen Mart, den voraussichtlichen Rechnungsfehlbetrag auf 24,3 Millionen Mark an. Die drei erstgedachten Beträge find erheblich höher ausgefallen, als im Januar geschätzt wurde. Die Ueberweisungen vom Reich fiellen sich um rund 8,5 Millionen, die Ueberweisungen auf Grund der lex Huene das Jahr 1852 kennen gelernt, furz nach seiner Flucht aus Bout- sur- Sambre. Ohne etwas von ihm zu verlangen, weder Papiere, noch ein Arbeitsbuch, noch Zeugnisse, hatten ihn die Rochefeus angestellt, ihn unterstützt, ihm geholfen und zu dem Wohlbefinden den Grund gelegt, das er so lange behauptet hatte. Wir werden Sie aufnehmen, hatte die Gräfin zu ihm gesagt, während sie unter einem Scherz ihre Bewegung zu verbergen suchte, welche die verzweifelte Miene Jacquemin's bei ihr hervorrief. Weil Niemand Sie empfiehlt, muß sich wohl Niemand von Ihnen trennen wollen, Sie müssen eine Perle sein. Seitdem hatte Jacquemin niemals aufgehört, die Gräfin wiederzusehen, er war ihr vertrautes, dankbares Geschöpf geblieben. dem In den Abendstunden desselben Tages, an Jacquemin und Babette abgereist waren, tamen fie in Brügge an. Am nächsten Tag gingen fie frühzeitig nach dem Beguinenkloster. Dort hieß der Vater die Tochter warten und läutete an einem der Häuser des alten flam ländischen Klostergebäudes. Es wäre nur natürlich erschienen, wenn Madame de Rochefen zu dieser Zeit nach Frankreich zurückgekehrt wäre. Ihr Schwiegersohn und ihre Tochter waren reich. Ihr hängig war. Vermögen rührte von dem des Grafen her, und man dachte Kurz, das Kaiserreich fiel, der Krieg war beendet, die sie rührte sich nicht ganz allgemein, daß die Gräfin zu ihren Kindern zurück- Zeit der Kommune ging vorüber-kehren und wieder in ihr Vaterland übersiedeln würde. von der Stelle. Aber nichts davon geschah. Im Grunde schätzte die Gräfin Als das Beguinenkloster ganz seinen religiösen Charakter ihren Schwiegerfohn sehr wenig, in politischer Beziehung verloren hatte, war sie in ein kleines Haus, das sie gewar er in allerlei bornirten Anschauungen befangen und in miethet hatte, gezogen und setzte dort das würdige, aber religiöser Beziehung ein verbissener Katholik, der gewisser ärmliche Leben fort; sie sah Freunde bei sich, las Zeitungen, maßen von Weihwaffer trieste, dabei war er ein heimlicher Wochen- und Monatsschriften sowie Bücher, hielt sich stets Es dauerte lange, ehe die Thür sich öffnete. Jacquemin Freund des Kaiserreichs. Da die Gräfin nun auf ihre Un- in Bezug auf die Tagesereignisse auf dem Laufenden, er- hörte endlich Jemanden kommen, nahm im Voraus seinen abhängigkeit stolz war, hatte sie sich unter ihren Gefährten schien trotz ihres Alters wenig gealtert, ward von vielen Hut ab und stand mit bloßem Kopf vor einer großen alten im Eril an ein einfames, nur geistigen Genüssen gewidmetes Leuten aufgesucht und obgleich sie ruinirt war, bewies sie Dame, die schwarz gekleidet war und auf dem Kopf ein Leben gewöhnt, und ihre Kinder waren ihr Alles sich als eine gutmüthige, geiftvolle Frau von unerschütter- Spihentuch trug, das sie unter dem Kinn zusammengeknüpft in Allem nicht mehr als andere ehrenwerthe Menschen licher Heiterkeit, ungeachtet ihres Asthmas, und komute jeder hatte. auch. Man findet sich nicht leicht in alltägliche zeit überzeugt sein, daß sie etwaigen Schüßlingen durch ein Verhältnisse, wenn man aus den Regionen der Ge- paar Worte von einem Minister eine Stelle oder Hilfe zu lehrsamkeit kommt. Da sie der Ehre für würdig erachtet verschaffen vermochte, aber bei alledem war an ihr nur worden, verbannt zu werden, hatte sie ihre Kinder aus der ein bescheidenes Kokettiven mit ihrem Einfluß zu beFamilie verbannt. Sie fühlte sich zu Hause unter den merken. kühnen Männern, deren Gedanken die Welt erleuchten, und Jean Jacquemin hatte den Grafen und die Gräfin um Sie da, mein alter Jacquemin! rief Madam de Rochefeu. Kommen Sie schnell herein. Ich weiß nicht, wo die Gaus, die Barbe hingegangen ist. Jacquemin folgte der Gräfin und betrat einen engen Hausflur, dessen glänzender dunkler Fußboden mit feinen Arabesken von weißem Sande bedeckt und dessen Luft ges schen Staatstaffe stellt sich also um( 28-8,5) -O " auf rund 12 Millionen, der Minderüberschuß der Eisenbahnen Die Schweizer Neutralität. Der als Militär wie| September zusammentretenden politischen Kongresse von Mar auf rund 16 Millionen Mark höher. Von diesen drei Poften als Politiker eines guten Rufes sich erfreuende schweizerische seille wird in derselben Stadt, wie bereits gestern gemeldet, ein ist nur der erste für die Staatstaffe ein Plusposten, die beiden Bundesrath Oberst Frey hat in einer Unterredung mit großer Gewerkschaftstongreß vorangehen; ein ähnlicher legten find Minusposten. Der Abschluß der preußi einem Redakteur des Pariser Petit Journal"( Kleine Kongreß findet in St. Quentin statt. Dem Beispiele 19,5 Millionen Mark schlechter, das Rechnungsdefizit mithin Beitung) die Neutralitätsfrage erörtert. Seine Ausführungen der Bergleute sind die Glasarbeiter nachgefolgt, die sich um diesen Betrag höher, als bei Ginbringung des Etats decken sich mit den von uns früher mitgetheilten des Bundes- kürzlich in Fourmies national und international organi angenommen wurde. Bleiben daher die übrigen Ergebnisse der präsidenten Hauser. Schon als Nation, sagte Herr Frey, firten. Am 1. September vereinigen sich die im BauJahresverwaltung so wie sie damals angegeben sind, so wird nicht blos als neutrale Nation hätten wir unser Territorium gewerbe beschäftigten Arbeiter zu Bordeaux, um ihre mit einem Defizit von rund 44 Millionen Mart zu vertheidigen. Was aber die Neutralität betreffe, so Interessen zu berathen. Aehnliche Schritte sind von den au rechnen sein. Eine leine Abweichung ist mit Rück- brauche man zwar ihren Werth nicht zu überschäßen; sie Gasarbeitern zu erwarten. Von Intereffe für die deutficht auf die erwähnte noch unbekannte Größe nicht aus- lege uns schwere Pflichten auf und gewähre uns nur un- schen Genossen dürfte eine Diskussion sein, die auf dem gefchloffen, das Gesammtergebniß des Rechnungsjahres aber wird mit vorstehender Zahl im Wesentlichen richtig charakterisirt. genügende Bürgschaften, aber klar sei, daß die Macht, letzten Nationalfongreffe der poffibilistischen Fraktion der wird mit vorstehender Zahl im Wesentlichen richtig charakterisirt. mit welcher wir uns vereinigen würden, daraus einen zu französischen Sozialdemokratie stattgefunden hat. Zwei Kolonialabenteuer. Für den Fall der Station am großen Nußen zöge, um nicht andere Mächte eifersüchtig zu Pariser Gruppen hatten den Antrag gestellt, der Kongreß Kilimandscharo, für den Tod der übereifrigen Offiziere machen, und deshalb hätten die Mächte uns jede solche möge beschließen, daß die zu Vertretern( Abgeordneten, Stadtvon Bülow und Wolfrum soll die„ Revanche" nicht aus- Parteinahme untersagt." Unsere Neutralität sei," bemerkte räthen u. s. w.) erwählten Mitglieder der Partei künftig bleiben. Wie Wolff's Telegraphisches Bureau meldet, ist Herr Fren weiter, eine bewaffnete, weil wir innerhalb der nicht mehr dem Nationalrathe, d. h. dem Barteivorstande, die Station Fungu von den im Vormarsch gegen den außerordentlichen Rüstungen unserer Nachbarn nur mit angehören dürften, damit infolge ihrer Autorität" die Kilimandscharo begriffenen Abtheilungen der kaiserlichen Hilfe eigener Waffenmacht neutral zu bleiben vermöchten. revolutionäre Thätigkeit der Partei nicht erschlaffte. Nach Schutztruppe ohne Zwischenfall erreicht und besetzt worden. Die Berufung auf den juristischen Titel unserer Neutralität sehr eingehender Diskussion wurden die gegen die Ab„ Der Marsch wird fortgesetzt. Die Haltung der Bevölke- würde nicht ausreichen. Den Erften, der unsere Grenzen geordneten der Partei gerichteten Vorwürfe, als hemmten rung auch jenseits Fungu ist fricolich." In Ostafrika verletzte, hätten wir anzugreifen, und wir glauben, daß ein sie das revolutionäre Vorgehen der Partei, als nichtig erwird Gut und Blut vergeudet für kolonialpolitische Zwecke, Angreifer an seinem Vorgehen Schaden nehmen müßte. wiesen, und man beschloß, zwischen Genossen und Genossen die dem Gemeinwesen nichts nigen. Wobei auch füchtige Bir alliiren uns mit Niemandem und bewaffnen uns gegen feinen Unterschied zu machen. Zehn Mitglieder des ParteiSchlappen nicht ausbleiben, eine schlimmer als die Niemanden, aber in dem Maße, wie wir die Kräftigung vorstandes hatte der Kongreß zu ernennen, und zu den Neuunferer Bertheidigung steigern, hoffen wir, vor einem An- gewählten gehören, dem Beschlusse des Kongresses entgriff bewahrt zu bleiben." sprechend, der Abgeordnete Lavy und die Stadträthe Caumeau, Brousse und Prudent Dervil andere. " Sonntagsruhe für Postbeamte. Von einer Anzahl Franzöfifches. Anläßlich der von der französischen Tiers. Sandelskammern, u. a. denen von Bonn, Karlsruhe und Regierung verlangten Vermehrung des PolizeiGießen wird eine Aenderung der Postordnung gewünscht und ist von der letztgenannten Kammer beschlossen, eine Ein- Personals für die Stadt Paris ist es zu einem heftigen Zur spanischen Arbeiterbewegung. Die Parteigabe an den Reichstanzler zu richten, in der beantragt wird, rium gekommen. Die Forderung, die Polizeimacht zu ver- Manifest, in welchem eine von den andalusischen Streite zwischen dem Pariser Stadtrath und dem Ministe- blätter unserer spanischen Genoffen veröffentlichen ein eine Abänderung dahin herbeizuführen, daß in Zukunft die stärken, stammt ebenso wie die geplante Einschränkung der Eisenbahnarbeitern ernannte Kommission zur Postschalter an den Sonntag- Vormittagen in der Zeit von Preßfreiheit aus den Zeiten der Nava choliade; Bildung einer großen alle von den Eisenbahngesellschaften 11 bis 1 Uhr geöffnet werden. Diese Aenderung hält die beides sind die positiven" Ergebnisse der Propaganda angestellten Arbeiter umfassenden Föderation auffordert. Kammer für nothwendig, weil eine Beschäftigung von Geber That. Die Kosten des Pariser Polizeibudgets werden Der Aufruf schildert die traurige Lage des Eisenbahnhilfen, Lehrlingen und Arbeitern im Handelsgewerbe nach 2 Uhr Nachmittags durchweg nicht mehr gestattet und des- ber Stadt aufgebracht; die Staatsregierung hat jedoch schichtliche Nothwendigkeit des Klassenkampfes auseinander 2 Uhr Nachmittags durchweg nicht mehr gestattet und des zur Hälfte vom Staat und zur anderen Hälfte von arbeiters und des Proletariers im allgemeinen, setzt die gehalb den Handels- und Gewerbetreibenden vielfach die Mög- die alleinige Verfügung über die Polizei. Hiergegen und legt den Arbeitern nahe, fich zusammenzuschließen, um lichkeit benommen ist, die am Vormittage auf Grund der wie gegen die übrigen Einschränkungen der Autonomie von vereint die soziale Emanzipation ihrer Klaffe durchsetzen zu Morgenpost zu erledigenden Briefe, Einschreibe, Post- Baris anweisungs- und Packetsendungen am selben Tage zur Post Paris hat der Stadtrath von jeher Einspruch erhoben. Jetzt können. handelte es sich darum, die Gehälter der Polizeibeamten zn befördern zu lassen und somit die Nachmittagsstunden, erhöhen und 1100 neue Polizisten anzustellen. Die Ab- G8 gährt in Rusland. Unter dem dreifachen Druck während deren die Postschalter wieder geöffnet werden, nicht geordnetenkammer hat die Hälfte der Mehrausgaben anstands des akuten Nothstandes, der Cholera und der chronischen benutzt werden können. los bewilligt; der Pariser Stadtrath jedoch erklärte durch politisch- sozialen Snechtung kommt allmälig die große Maffe Ein ,, Edelfter und Bester". Der blaublütige Graf den Mund von Vaillant, Chauviere, Brousse ber russischen Bevölkerung in Bewegung. Gegen den Erust Gersdorff- Hermsdorf ist unseren Lesern u. A., man hätte augenblicklich wichtigere Dinge zu thun, Barismus, der die Wurzel alles Uebels, erhebt sich, halb durch seine Schelmenstreiche, bei denen der Hochedle das als die Gewalt der Polizeipräfektur zu vergrößern, zumal unbewußt noch, mehr dem dunklen Drange des Instinkts Zuchthaus mit dem Aermel streifte, wir erinnern an den da die Regierung das neuanzustellende Personal nicht gegen als flarer Einsicht gehorchend, das Volk. Obwohl die bekannten Wucherprozeß Abrahamson- wohlbekannt. Die Diebe, Mörder u. s. w., sondern gegen die radikal und sozialistisch eiserne Gewalt der Selbstherrschaft jede Regung zu unter" Boffische Zeitung"( Nr. 348 vom 28. Juli) veröffentlicht gesinnten Bürger von Paris gebrauchen wolle. Seien erst drücken sucht, die wider das heutige Regiment sich wendet, nachstehendes Wiener Telegramm: Sie nöthigen Schulen, Hospitäler u. s. w. gebaut, und habe man der Koloß mit den thönernen Füßen geräth ins Schwanken. In der Nacht vom 27. auf den 28. Juli wurde auf dem überhaupt für die wirklichen Bedürfnisse der Stadt gesorgt, Der Gouverneur der größten, durch ihre Messe weltWien- Berliner Kurierzug in der Station Iglau der in einem so könne die Frage betreffs der Polizei später einmal zur berühmten Handelsstadt des Barenreiches, Nischnij NowRoupee erster Klasse befindliche Graf Ernst Gersdorff- Berhandlung kommen. Der Stadtrath weigerte sich also, gorod, hat einen Tagesbefehl erlaffen, worin gesagt wird, Hermsdorf, Mitglied des preußischen Abbie Mehrausgabe zu bewilligen, und vertagte die Augelegen- daß im bedenklichen Maße" fich die Drohungen mehrten, geordnetenhauses, preußischer Kammerherr heit bis zur allgemeinen Budgetberathung. Wegen dieses welche an die Behörden gerichtet werden". Der Gouverneur, und Rittmeister a. D., infolge Requisition der Wiener Beschlusses wurde alsbald die Bertretung von Baris in der welcher die" Unruhestifter" vor Ausschreitungen" warut, Polizei verhaftet. Gersdorff hatte von der Friedrich dorfer Zeughütten- Gesellschaft, welche vorige Woche die wüthendsten Weise von der gesammten Bourgeois- und läßt verkünden, daß er jeden Aufrührer und Mordbrenner Zahlungen einstellte, 1500 Attien im Betrage von Regierungspresse angegriffen. Das Ministerium drohte, unnachsichtlich bestrafen werde". Auch in Petersburg find 300 000 Gulden übernommen, machte jedoch Börsen- traft seiner Amtsgewalt dem Pariser Stadtrath die Mehr von dem Stadthauptmann beruhigende und warnende Erspekulationen, veruntreute die Attien und schädigte die ausgabe aufzunöthigen und so die Vermehrung des Polizei- lasse an die Bevölkerung gerichtet worden. Von der russischen Gesellschaft um 100 000 Gulden. Ueberbies liegen gegen personals zu erzwingen. Die Stadträthe, zum größten Theil Regierung wird, wie der National Zeitung"( Nr. 443 Gersdorff noch andere Unterschlagungen vor. Radikale und Sozialdemokraten, erklärten, einem solchen vom 28. Juli) aus Petersburg telegraphirt wird, der Aus" Trozdem der gräfliche Hochstapler längst in seiner Gewaltsatt gegenüber in Masse ihr. Amt niederlegen zu bruch von Unruhen der Arbeitermassen nicht ganzen Herrlichkeit gebrandmarkt war, blieb er eine wollen. Der Streit dauerte mehrere Tage, bis auf Ersuchen nur im Wolgagebiet, sondern auch in Petersburg be Bierde der Junterpartei im Landtag. Wie der Regierung die Angelegenheit noch einmal im Stadtrath fürchtet. heißt es doch im Konservativen Handbuch", dem amtlichen zur Verhandlung kam. Diesmal lehnte der Rath Katechismus der konservativen Parteien unter dem Stich- rundweg die Vermehrung des Polizei- Bon der Cholera. Nach Mittheilung der russischen wort: Adel"( G. 7/8)? personals( ab, bewilligte aber die Gehaltserhöhung Regierung sind bis zum 24. d. Mts. in zwei Dörfern des Als inneres Band des Adels kann man eine Ueber- für die Beamten, welche allerdings bisher ziemlich schlecht ge- Gouvernements Poltawa und auf den Stationen der Kurst lieferung bezeichnen, welche sich für seine Mitglieder nicht ftellt waren; jedoch erklärte er zugleich, daß nun auch die übrigen Charkow- Asow- Eisenbahn insgesammt 30 Cholera- Todesfälle mit den Anforderungen einfacher Recht von der Stadt beschäftigten Arbeiter eine Gehalts- vorgekommen. Die Cholera ist jetzt auch in einer ländlichen fchaffenheit begnügt, sondern ihnen einen aufbesserung erfahren sollten. Es bleibt abzuwarten, welche Gemeinde des Kreises Orenburg aufgetreten; bis jetzt find gesteigerten Ehrbegriff einzuprägen, und vorzugs Saltung die Regierung diesen neuen Beschlüssen des daselbst zehn Personen an der Cholera geftorben. Ein am weise diejenigen Eigenschaften in ihnen zu pflegen, welche dazu oppositionellen Bariser Stadtrathes gegenüber einnehmen 28. Juli veröffentlichtes Gesetz verleiht dem Minister des befähigen, in Krieg und Frieden der anerkannte Führer Anderer zu sein. Hierzu gehören aber nicht allein Kenntnisse, sondern vor allem hervorragende Eigenschaften Der Aufschwung, welchen die Arbeiterbewegung in bes Charakters und der Persönlichkeit: pein- Frankreich nimmt, tritt besonders deutlich auf den jetzt sehr lichste Ehrenhaftigkeit!! zahlreich stattfindenden Kongressen zu Tage. Dem Ende schwängert war mit jenem frischen leichten Geruch von Hefenbrot und feuchter Kohle, wie man ihn in den belgischen Häusern athmet. Jacquemin hatte kaum die Thür geschlossen, als die Gräfin fich ihm zuwandte und mit wohlwollendem Lächeln fagte: Und Babette? Madame wird sie sofort sehen. Die Gräfin sagte weiter, indem sie Jacquemin forschend ansah: Mein armer Jacquemin, Sie sehen aus, als ob Sie eine schwere Last auf dem Herzen hätten. Mein Gott, nein, stammelte Jacquemin; doch ich möchte zuerst um die Erlaubniß bitten, allein mit ihnen zu sprechen. Dann treten Sie hier hinein! Ich habe heizen lassen. Der Winter hält in Eurem Belgien das ganze Jahr an. Nun erzählen Sie! Es scheint, daß die Vergleute in Bontfur- Sambre schöne Streiche machen. Die Zeitungen bes richten, daß Euer Herr Roquebert getödtet worden ist. Jst das wahr? Man hat in der That den Herrn Bürgermeister ermordet. Was das für eine Dummheit ist! Sein Tod wird ihn interessant erscheinen lassen. Er war eine berüchtigte Canaille! Ich habe seine arme Frau, die eine Französin ist, sehr gut gekannt, die ist nun glücklich von ihm befreit. Aber seien wir erust! Sie haben mich vor einigen Tagen darum gebeten, Ihnen eine Stelle zu verschaffen. Gut! Ich habe hier in Brügge eine für sie bei einem Notar gefunden. Er mußte sich Mühe geben, an sich zu halten, ein Schatten flog über sein Gesicht. Ich weiß nicht, ob ich sie annehmen könnte, ant wortete er. Ach was, mein guter Jacquemin, Sie spaßen! Was haben Sie denn? Jacquemin zögerte. Dann erwiderte er verlegen: Frau Gräfin werden es mir verzeihen, daß ich nicht Alles sagen kann. Ich muß auf ein paar Tage fortgehen wird. Nun? Vielleicht auf etwas Lange Und wann werden Sie abreisen? Heute! Sofort! Er legte auf diese Worte einen solchen Nachdruck, daß Frau de Rochefen auf's Lebhaftefte überrascht schwieg. Dann sagte sie gütig: Sie können zurückkehren, wenn Sie wollen. Ich werde versuchen, ob der Notar die Stelle für Sie aufhebt. Dann fügte sie hinzu, indem sie auf's neue lächelte. Und Babette? Ist sie sehr gewachsen? Dja, sie ist jest siebzehn Jahre alt. Innern vorläufig bis zum 1. Januar kommenden Jahres die Ermächtigung, ländliche Schankwirthschaften, falls unruhen ausbrechen, oder, wenn durch diese Wirthschaften die materielle Lage der Bauern gefährdet wird, zu schließen merklich zurück und Jacquemin, der in demselben Moment seine Augen auf sie richtete, erbebte. Die Gräfin sah in diesem Augenblick zum Fenster hinaus und hatte nichts bemerkt. Barbe, fagte fie, lassen Sie rasch die junge Dame, die Sie da unter den Bäumen sehen, herein. Ist diese Frau Ihre Dienerin, Frau Gräfin? fragte Jacquemin, als die alte Frau hinausgegangen war. Ja, es ist Barbe, meine alte Barbe! Ein Name, der bei Ihnen zu Hause ist. Alle Welt in dieser Gegend heißt Barbe. Das erinnert mich an mein armes Burgund, wo Die alte Dame lächelte und fragte mit komischer alle Mädchen Fanchette hießen. Neugier: Ift sie ein hübsches Mädchen? D, machte Jacquemin. Er lächelte auch, aber es war ein bitteres Lächeln, bann sagte er, seinen Sutrand zerknitternd: Ach, Madame, wenn Sie zu ihr so gut sein wollten, wie Sie es zu mir wazen. Ich bedürfte dieser Güte aber meine Tochter Wir wollen sehen! Jch wage nicht, Sie darum zu bitten Wagen Sie es nur! Die Zimmerthür öffnete sich wieder, und das junge Mädchen trat ein; sie war aufgeregt, verwirrt und hoch er röthet und wußte in holder Befangenheit nicht, was sie sagen sollte. Babette, rief die Gräfin, das bist Du also! Komm, umarme mich! Set Dich hierher. Du bist hübsch! Ich habe Deinen Vater lieb und Du wirst bei mir bleiben. Madame Warum wirst Du jetzt auf einmal so bleich? Du haft wohl in der Nacht nicht geschlafen, Weißfischchen? Nein, Madame. Wenn Sie sie zu sich nehmen können, in Ihren Dienst? Das ist's. Vou ben Sorgen bekommst Du einen Teint Abgemacht, sagte Madame de Rochefen, während sie so weiß, wie ein Hühnchen. Was für einen Hut haft Du Jacquemin erstaunt betrachtete. da? Du siehst ja aus wie ein Stäuberhauptmann! Der Vater warf einen dankbaren Blick auf die Gräfin, Bei diesen Worten zuckte ein Blitz der Heiterkeit über die eine Thräne der Dankbarkeit in seinem eine Thräne der Dankbarkeit in seinem Auge Babette's Gesicht, deren festgeschlossener Mund das Lächeln schimmern sah. faft verlernt zu haben schien. Bringen Sie sie zu mir, fuhr sie fort. Das ist eine kleine Frau, fuhr die alte Dame ganz Sie ist da, fagte Jacquemin, der an das Fenster trat. entzückt fort. Du wirst da oben schlafen, über mir. Wir Ah! Das schöne Mädchen, das vorhin hier am Hause werden Dein Zimmer zurecht machen, und Du wirst mit mir auf und ab ging, als ich Ihnen die Thür öffnete. Aber zusammen essen. ist das ein Fräulein geworden! Barbe! Barbe! Eine große, sehr alte Frau erschien im Zimmer. Thr ganz weißes Haar sah aus wie eine schlechte Berrücke, aus ihrem blassen Gesicht schien immer der Schreck zu sprechen und ihre langen Hände zitterten. Sie prallte, als fie Jacquemin's ansichtig wurde, unD, ich danke, Madame! Du haft mir nicht zu danken. Ich ernenne Dich zu meiner Gesellschaftsdame. Und die alte Dame rief: Barbe, Barbe! Die Dienerin erschien. Barbe, sagte die Gräfin, führen Sie das Fräulein. daß ben bie St All Bledge resp. schließen zu laffen.-An der Wolga find oberhalb vertrag und haben die Kläger auf Auszahlung ihres verdienten der dortigen Staatsanwaltschaft beleidigt haben; endlich wird ihm zur Nishny Novgorod einige choleraähnliche Erkrankungen vor- Arbeitslohnes ein wohlbegründetes Recht, da nach§ 115 der Last gelegt, durch Wiedergabe eines Juferats, weswegen der Regekommen, welche jedoch als ausgesprochene Cholera nostras Gewerbe- Ordnung die Gewerbetreibenden verpflichtet sind, die dakteur Lingweiler der Elberfelder Freien Presse" zu 1 Monat ( einheimische Cholera) und nicht als asiatische Cholera feft- Löhne ihrer Arbeiter baar und in Reichswährung aus Gefängniß verurtheilt war, eine Gotteslästerung begangen zu geftellt sind. Dagegen find in Charkow einige Fälle von bie bak der verbiente Sohn dem Arbeiter unverkürzt Stadthagen, beantragte im Verein mit dem Staatsanwalt, zuzahlen. Die Ratio dieser gesetzlichen Anordnung ist haben. Der Bertheidiger des Angeklagten, Rechtsanwalt asiatischer Cholera festgestellt worden. Ein Privattelegramm zufließen solle. Wenn nun der Beklagte den Klägern an ihrem die Verhandlung zu vertagen und die Akten in Sachen Beus und der Schlesischen Beitung" meldet, wie in ärztlichen Kreisen Arbeitslohn wöchentliche Abzüge gemacht hat und diese Abzüge Singweiler einzufordern, in Bezug auf ersteren, um zu ermitteln, Warschaus verlaute, sei die asiatische Cholera auch in als Raution zu feiner Sicherstellung gegen Kontrattbruch ver- ob es wahr ist, daß, wie im Vorwärts" behauptet war, gegen Peus Warschau sporadisch aufgetreten. In den letzten Tagen wenden will, so widerspricht das offenbar der im§ 115 1. c. auf Ehrverlust erkannt und er trotz schwerer Erkrankung seiner seien 4 Todesfälle konstatirt. vorgeschriebenen Baarzahlung, Daran vermag auch der Umstand Frau nicht entlassen worden ist. nichts zu ändern, daß dem Beklagten durch Vertrag zu diesen 0 " Aufstand in Kuba? In der spanischen Kolonie ohnabzügen die Befugniß eingeräumt wird, weil nach§ 117 ber Eine Anklage wegen Gefährdung eines EisenbahnRuba tommt es wahrscheinlich zu einem Aufstand, der die Gewerbe Ordnung alle gegen den§ 115 verstoßende Verträge Transports und fahrläffiger Körperverlegung beschäftigte Losreißung der Insel von Spanien und ihre Angliederung nichtig sind. Wollte man sich aber auf den Hägerischen Stand- gestern die vierte Straffammer des Landgerichts I. Der Unan die Vereinigten Staaten von Nordamerika bezweckt. Die punkt stellen und den Vertrag als Lehrvertrag betrachten, so wäre gefchuldigte, Heizer Friedrich Mann, stand bereits im vorigen in Mexiko und Florida lebenden Kubaner haben eine Frei- Daß die angeblichen Lehrlinge den Bertrag aus nichtigen Gründen 14 Tagen Gefängniß verurtheilt, der Bertheidiger legte Revision es Sache des Beklagten gewefen, den Beweis dafür zu erbringen, Herbste vor der Strafkammer des Landgerichts II, er wurde zu schaar zur Unterſtützung der Aufständischen ausgerüstet. Für gebrochen oder ihre in demselben eingegangenen Verpflichtungen nicht ein und das Reichsgericht verwies die Sache zur nochmaligen Spanien sind die reichen Kolonien nur Beutestücke der hohen erfüllt hätten. Die Verpflichtung des sogenannten Lehrherrn, die als Verhandlung an das Landgericht I. Am Nachmittage des Beamtenschaft. angebliche Raution eingehaltenen wöchentlichen Beträge erst bei 20. November 1890 rangirte der Angeklagte auf dem Bahnhofe Auflösung des Lehrlingsverhältnisses" herauszuzahlen, ist aber Tempelhof. Er fuhr mit seiner Maschine in einen gerade ab- auch nach Artikel 1174 des bürgerlichen Gesetzbuches ungiltig), gehenden Güterzug, ein Mann wurde dabei erheblich verlegt und an Material verursacht. Der somit die darauf beruhende Vereinbarung ohne rechtliche Wirkung, ein bedeutender Schaden da deren Erfüllung nach der ganzen Faffung des Vertrages in Angeklagte bestritt, daß man ihm den Vorwurf der Fahrder reinen Willtür des Lehrherrn liegt, also Desjenigen, welcher lässigkeit machen tönne, der Unfall sei durch ein eigen= Gewerbegerichtliches. ( Schein Lehrverträge und Ermittlungs- Verfahren seitens der Staatsanwaltschaft wegen Fälschung eines 2ehrvertrages.) ur serausgabe der Kaution verbunden fit. Gs versteht sich ja thümliches Zuſammentreffen von Umständen erfolgt. Er habe einen und der anderen Seite nichtig." von selbst, daß eine zur Sicherung eines Vertrages gestellte die Maschine nach dem Wasserkrahn führen wollen, um den herausgezahlt werden muß. Der Vertrag ist daher nach der habe er den Güterzug fahren sehen und er sei im Begriffe geRautionssumme nach Beendigung des Vertragsverhältnisses Tender mit Wasser zu versehen. Etwa hundert Schritte vor ihm wesen, seine Maschine zum Halten zu bringen, was er noch sehr Aus Solingen wird uns unter'm 27. Juli geschrieben: Gegen dieses Urtheil legte Ern beim Landgericht in Glber gut hätte thun tönnen, als seine Aufmerksamkeit durch einen Bekanntlich haben mehrere hiesige Fachvereine in jahre- feld Berufung ein, welches sich jedoch durchwegs den Ausführungen anderen Umstand tn spannendster Weise in Anspruch genommen Langen, mühevollen Kämpfen den Fabrikanten Preisverzeichnisse des angefochtenen Urtheils anschloß, indem es ausdrücklich an- wurde. Er habe nämlich hinter sich das Wasserstandsglas pfeifen abgerungen, die zu ihrer Auflösung oder Veränderung einer erkannte, daß der erste Richter mit Recht angenommen hat, daß hören, ein Zeichen, daß es undicht geworden. In der nächsten beiderseitigen dreimonatlichen Kündigung bedürfen. Einer der die zwischen den Parteien abgefchloffenen Lehrverträge als solche Sekunde fonnte es plaßen. Eine größere Gefahr für die schlimmsten Gegner dieser Organisationen und Berträge ist ber nicht zu Recht bestehen, weil diefelben sich als Scheinverträge auf der Maschine befindlichen Personen tönne es taum Rasiermesser- Fabrikant Carl Friedrich Ern in Wittkulln darstellen. In einem anderen Falle, in einem mit einer Wittwe geben. Wenn das Glas sprang, so wurde er und der bei Wald. Ern, der ein sehr umfangreiches Geschäft befißt, hat St. und deren Sohn am 27. März 1889 abgeschlossenen Lehr noch näher stehende Feuermann mit Glassplittern überschüttet, eine förmliche Lehrlings- Büchtanstalt organisirt und Lehrverträge vertrage soll die Firma C. F. Ern noch späterhin einen Zusatz der heiße Dampf würde innerhalb einer Sekunde den Maschinenabgefchloffen, mit denen sich das Gewerbegericht in Solingen und gemacht haben, der sich thatsächlich durch eine andere Farbe der raum füllen und sie fürchterlich verbrühen. Instinktiv dem das Landgericht in Elberfeld wiederholt beschäftigen mußten. Zinte von dem übrigen Jubalt abhebt. Grn behauptete vor dem Selbsterhaltungstriebe folgend, fei er hinzugesprungen, um die In diesen Verträgen wurde für die Arbeiter die sogenannte Lehr- Gewerbegericht, daß er sofort mit dem Löschblatte an dem an- Kurbel zum Wasserstandshahn zuzudrehen. Die nächste Gefahr zeit auf fünf Jahre festgesetzt. Dem Unternehmer stand jedoch geblichen Zufahe gearbeitet habe, wodurch die Stelle eine sei beseitigt gewesen, es sei aber dadurch doch so viel Zeit in jederzeit das Recht zu, ohne alle Kündigung und ohne jeden andere Farbe erhalten hätte, obfchon in dem in dem Besitze der Aufpruch genommen worden, daß ein Zusammenstoß mit dem Grund das Lehrverhältniß" sofort aufzulösen. Die Lehrlinge", Wittwe St. befindlichen Vertrage, der auch die Unterschrift Ern's Güterzuge nicht mehr zu verhindern war. Das Gutachten der welche sich häufig aus Familienvätern refrutirten, waren durch den trägt, ein solcher Paffus fehlt. Aus diesen Gründen hat die Sachverständigen fiel dermaßen zu Gunsten des Angeklagten aus, Vertrag verpflichtet, sich von ihrem Wochenlohn einen Abzug von Staatsanwaltschaft das Ermittlungsverfahren gegen die Firma daß der Staatsanwalt die Freisprechung beantragte und der Ber drei Mark gefallen zu laffen. Dieser Abzug blieb in den Händen C. F. Ern wegen Fälschung eingeleitet. Darauf hat Ern theidiger Rechtsanwalt Halle hieran noch den Antrag knüpfte, Gar's und follte au ſeinen Gunsten verfallen sein, sobald die die liufhebung ben fä Ifchung eingeleitet. Ern's und follte au seinen Gunsten verfallen sein, sobald die die Aufhebung des in Rede stehenden Lehrvertrages bei dem die Kosten der Bertheidigung der Staatstaffe aufzuerlegen. Dem Lehrlinge die fünfjährige Lehrzeit" nicht aushielten. Verschiedenen Gewerbegericht in Solingen mit der Motivirung beantragt, daß lekteren Antrage folgte der Gerichtshof nicht, sondern erkannte fogar schon sehr bejahrten Lehrlingen, die sich dazu hergaben, das St. zu faul sei u. f. w., womit er jedoch abgewiesen wurde, da auf einfache Freisprechung. -906885 Preisverzeichniß der vereinigten Rafiermeffer- Schleifer zu Falle das Gegentheil felbft durch die Ern'schen Schußzeugen festgestellt zu bringen, schien die traurige Rolle, welche fie spielten, doch wurde. Es scheint aber, daß Ern in feinem Intereffe den Bertrag Pflegefindes führten gestern die Werkmeisters- Ghefrau Martha Uubarmherzige Büchtigungen eines ihr anvertrauten nicht sehr zu behagen, denn sie löften ihren Lehrvertrag" und absolut aus der Welt schaffen will, bevor etwa der Prozeß wegen i els ch unter der Anklage der schweren Körperverlegung vor verklagten ihren Lehrherren bei dem Gewerbegerichte in Solingen Fälschung gegen ihn verhandelt wird, da er wiederum Berufung die 127. Abtheilung des Schöffengerichts. Nach der Anklage auf Herausgabe der wöchentlich eingehaltenen drei Mart. Das gegen das Urtheil des Gewerbegerichts beim Landgericht in ElberGewerbegericht verurtheilte denn auch den Beklagten zur Herausfeld eingelegt hat, wofür auf den 10. November d. J. Termin sollte die Angefchuldigte sich in haarsträubender, das Leben gabe des als Kaution eingehaltenen Lohnes, da das Gericht an- angefeht ift. Vertreter des Herrn G. F. Ern ist der durch den des Kindes gefährdender Weise gegen dasselbe vergangen nahm, daß die Verträge des Fabrikanten G. F. Ern nur Schein großen Geheimbundsprozeß in weiteren Kreifen bekannt gewordene aber ihre in der Boruntersuchung abgegebenen Aussagen haben. In der Hauptverhandlung schwächten die Zeugen Lehrverträge seien, denn die gefeßliche Unterlage fehle. Rechtsanwalt Dr. Schweizer in Elberfeld, während die arme etwas ab. Es wurden immerhin einige Fälle recht roher MißDie Motivirung diefes für die Arbeiter und namentlich für die Wittwe mit ihrem Sohne bis jetzt ohne Vertheidigung ist. in diesem Gewerbe thätigen Arbeiter sehr wichtigen Urtheils lautet: " Bugegebenermaßen hat der Beklagte den Klägern von ihrem d verdienten Lohn 615 M. als Raution einbehalten, wozu er nach den zwischen ihm und denselben geschlossenen Lehrverträgen berechtigt fein will. Es ist daher zunächst zu prüfen, ob die in jenen Ver trägen getroffene Bereinbarung über die Abzüge der sogenannten Raution rechtswirksam ift. Diese Frage muß verneint werden. Der Vertrag stellt sich allerdings formell als ein Lehrvertrag dar, Der" Post" zufolge soll auch das Zentrum für denselben stimmen das Kind an den Beinen und steckte es mit dem Kopfe bis an ift aber thatsächlich ein Arbeitsvertrag, welchen der Arbeitgeber in feinem alleinigen Interesse gefchloffen hat, um auf diese Weise die hier einschlagenden Borschriften der deutschen GewerbeOrdnung zu umgehen. Der Betlagte beabsichtigt nach jenen Verträgen die Arbeitskraft auf die lange Dauer von 5 Jahren für fich fest zu sichern, wärend ihm selbst es frei stehen soll, von Parteinachrichten. Im Kreise Löwenberg Greifenberg kandidirt bei der Reichstagswahl seitens der Konservativen Landrath v. Holleufer. wollen. .0 段 handlungen festgestellt, zu denen die Angeklagte sich hatte hinBreißen lassen, als das Kind sich unreinlich gezeigt hatte. Einmal benutzte die Angeklagte ihren Lederpantoffel als BüchtigungsInstrument, fie schlug damit so heftig auf das Gefäß des Kindes, daß der Absatz von dem Pantoffel abflog. Dann versetzte sie dem zweijährigen Kinde noch einige so derbe Ohrfeigen, daß es mit dem Kopfe gegen die Wand schlug. Als die Angeklagte bei einer anderen Gelegenheit das Kind säubern mußte und zu diesem Zwecke einen sie erst die Schultern ins Wasser, wobei sie die rohen Worte ausstieß: Du A.. nun hast Du genug, einmal werde ich doch zur Mörderin!" Der Staatsanwalt beantragte gegen die Angeklagte eine Gefängnisstrafe von sechs Monaten, der Gerichtshof nahm aber zu Gunsten derselben an, daß eine schwere Körperverlegung in einer das Leben gefährdenden Weise nicht vorliege und verurtheilte die Angeklagte nur wegen einfacher Rörperverletzung zu brei Wochen Gefängniß. 16Gerichts- Beifung. Gegen den verantwortlichen Redaktene des Vorwärts", August Enders, stand gestern vor der II." Straffammer des Landgerichts I Termin an. Derselbe soll durch Veröffentlichung eines Berichts über die Magdeburger Gerichtsver handlung gegen Beus fich der Majestäts- und Richterbeleidigung schuldig gemacht, ferner durch Abdruck einiger Notizen über die felbe Angelegenheit ebenfalls Magdeburger Richter sowie Beamte dem Vertrage jeder Zeit zurück zu treten, gleich viel ob die Ausbildung des Lehrlings" beendet ist oder nicht. Eine solche Stipulation fleht aber im grellsten Widerspruch mit den gesetz lichen Bestimmungen über den Lehrvertrag, welcher gerade auf der Voraussetzung beruht, daß das Lehrverhältniß auch auf Seiten des Lehrlings ein für eine bestimmte Zeit festes sei, damit der wesentlichste Zweck des Vertrages, die Ausbildung des Lehrlings erreicht werden kann, und verlegt fonach die in dem§ 126 ff. der deutschen Gewerbe Ordnung gegebenen Bor schriften. Daß der Vertrag ein Scheinvertrag ist, geht auch aus der Klausel bezüglich des Stücklohnes hervor, da nicht auf der Im Rheinland gilt bekanntlich noch der Code civil. Der einen Seite ein Stücklohn vereinbart und auf der anderen Seite Artikel 1174 lautet: Jede Verbindlichkeit ist ungiltig, wenn sie verabredet werden kann, daß dieser Lohn zum Theil nicht bezahlt unter einer Bedingung eingegangen worden ist, die von der zu werden brauche. Nach alledem ist der Vertrag ein Arbeits- Willfür Desjenigen abhängt, der sich verbindet". hinauf in das Zimmer neben dem Ihrigen. Machen Sie das Bett zurecht; sie wird Ihnen helfen. Babette ging mit der Dienerin hinaus und Jacquemin fagte zu Madame de Rochefeu. Ich glaube nicht, daß die Frau Gräfin im vergangenen Jahr diese alte Frau schon im Dienst hatte. Ich hatte mein Haus sofort weiter vermiethet, und ich mußte auf der Stelle abreisen. d des Es wurde still, dann fragte die Gräfin: Wann werden wir Sie wiedersehen? Bielleicht bald, Madame. Vielleicht später nicht sagen Ich werde schreiben. nd ich kann die Hand Seit 18 Monaten habe ich sie zu mir genommen, aber Er erhob sich. Madame Rochefen reichte ihm es find auch 18 Monate her, daß ich Sie nicht gefehen und sagte, einen Klingelzug berührend: Sie werden Babette umarmen! habe, abgesehen von Ihrem Besuch am neulichen Abend. Meine Alte schlief damals schon, als Sie tamen. Gott! Um Nachdem er gegangen war, zerriß die Gräfin die acht Uhr ist sie schon im Bett! Es ist ihr einziger Fehler, Schnur eines Packets mit Beitungen, das neben ihr lag. daß sie eine Langschläferin ist. Bon Zeit zu Zeit ist sie wie Un demselben Tage übernahm Babette ihre Beschäftigung Nervenzufälle. Außerdem ist sie bigott und voller Ge- in das Zimmer ihrer Herrin trat, um sie zu wecken, geistesabwesend und so furchtbar erregt und bekommt bei Madame de Rochefen. Als am nächsten Morgen Barbe wiffens trupel. Sie ist ein mürrisches Bauernweib. Ein fagte fie: alter Brummbär, wie man in meiner Heimath sagt. Im Darf ich Madame fragen, wie der Mann, der gestern übrigen eine ausgezeichnete Dienerin und die Ergebenheit mit dem jungen Fräulein gekommen ist, heißt? selbst! Und in ihrem Alter wird man ordentlich. Das Jean Jacquemin. Kennen Sie ihn? Blut schläft längst, wenn es ans Sterben geht. Ich sage Ihnen das Alles wegen Babette's. Ich habe Ihre Fragen wohl verstanden. Aber sehen Sie, mein braver Jacquemin, ich habe da an der Barbe eine wahre Perle von einer alten Aufpasserin. Ein Hustenanfall unterbrach Madame de Rochefeu. Dann fuhr sie fort, Jacquemin mit ihren guten schwarzen Augen ansehend: Und Sie? Sie müssen also sofort abreisen? Sofort, Madame. Ist es sehr wichtig? Mein Gott, die Geschäfte gehen schlecht; ich habe dringende Rechnungen in Bont- sur- Sambre zu regeln. Man feiert; es wird Lohnstreitigkeiten geben. Endlich Hier veränderte sich die Stimme Jacquemin's leicht und er fuhr fort: Der Tod des Herrn Roquebert wird das Alles vielleicht noch verwickelter machen. nein, Madame. Weshalb fragen Sie nach seinem Namen? Ich habe weiter keinen Grund, Madame. Gegen das freisprechende Erkenntniß im Prozesse Bolte hat der Staatsanwalt Revision eingelegt. Sollte das Reichsgericht diefelbe für hinreichend begründet erachten, so würde der denkwürdige Prozeß eine neue Auflage erleben. Vor Ablauf des nächsten Monats dürfte die Entscheidung des Reichsgerichts indeffen nicht zu erwarten sein. Chrbegriff der deutschen Arbeiter nach richterlichem Erkenntnisse. Daß die Anhänger der Sozialdemokratie mit leichtem Herzen Meineide leisten, hat ja bekanntlich der Staatsanwalt Dr. Romen in Hamburg vor Kurzem behauptet. Aber es giebt auch Richter in Deutschland, welche der Ansicht sind, daß Zuchthausstrafe in den Kreisen der Arbeiter nicht als be sonders schimpflich angesehen wird. Es handelt sich hierbei um einen Fall in Bremen, wo das Landgericht die Frau eines Arbeiters mit ihrer Klage auf Ehescheidung abwies, welche sich darauf begründete, daß der Mann wegen zwveier verübter Einbruchsdiebstähle und Urkundenfälschung zu einer 4jährigen Buchthausstrafe verurtheilt worden war. Und zwar begründete das Gericht seine Entscheidung wie folgt: " Bei der Frage, ob eine Freiheitsstrafe ein genügender Scheidungsgrund fei, tomme es außer auf die im vorliegenden Falle, für sich allein genommen, nicht sehr erhebliche Strafzeit darauf an, ob die Bestrafung nach richterlichem Ermessen geeignet sei, die Lebensgemeinschaft amischen Mann und Frau zu zerstören oder doch erheblich zu beeinträchtigen, und dafür müßten die un pilege aber in den Kreisen, zu denen der persönlichen Verhältnisse der Eheleute, ihr Stand, ihr Bildungsgrad, ihr bisheriges Zusammenleben berücksichtigt werden. 9 Ehemann als Arbeiter und seine Frau gehörten, die Belegung mit 3uchthausstrafe an sich nicht als derartig schimpflich angesehen zu werden, daß auch die Ehefrau des Verurtheilten darunter zu leiden hätte oder daß ihre Stellung nach außen so heftig erschüttert würde, daß eine Ehescheidung geboten erscheine." Das hanseatische Oberlandesgericht hat in diesem Falle als Berufungsinstanz obige Ansicht des Bremer Landesgerichtes in Nach ungefähr einer Woche kam ein Brief von ziemlich scharfer Weise zurückgewiefen; es bleibt aber nichtsdestoJacquemin an, er war aus Charleroi datirt; der Steiger weniger die Thatsache bestehen, wie unzutreffend in deutschen bat die Gräfin, fie möchte erft in einiger Zeit Richtertreifen der Ehrbegriff der Arbeiter beurtheilt werden kann. auf seine Rückkehr zählen. Die Gräfin fühlte sich dadurch Uebrigens liefert auch diefer Fall wieder einen Beweis, wie nothbeunruhigt, sprach aber nicht darüber. Sie fühlte, daß wendig es ist, auch die Straffammern des Landgerichts einer sie mit Babette eine schwere Verpflichtung übernommen hatte. Appellationsinstanz zu unterstellen. Kein Mädchen war jemals bezaubernder gewesen als fie; feines aber war ihr auch gebrechlicher erschienen. gelobte sich, über sie zu wachen. Sie klingelte nach Barbe und sagte zu ihr: Sie Zur Beachtung! Alle Vereinsvorstände, welche bisher noch keinen Meine gute Barbe, ich kenne Sie als eine brave Frau, Fragebogen von der Frauenkommission erhielten, werden ersucht, Sie werden mir den Gefallen thun, und ohne daß Sie ihre Adresse einer der Unterzeichneten einzusenden. Jemand etwas davon merken lassen, wenn Sie ausgehen, Die Gleichheit" bringt in der nächsten Nummer ein Schema Acht geben, daß Fräulein Babette nichts passirt. Dieses zur Fragebeantwortung. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck des Vorstehenden Kind ist hübsch und noch ein wenig kindisch, findisch, ersucht. Die Gräfin warf einen fragenden Blick auf Jacquemin. und das hat seine Gefahr. Ich vertrane sie Ihnen an.. Aber, sagte fie, mein guter Jacquemin, warum haben Sie mit Ihrer Rückkehr nach Brügge nicht gewartet, bis Ihre Geschäfte erledigt waren? ( Fortsetzung folgt.) Ottilie Baader, Berlin, Weberstr. 24. Mathilde v. Hofstetten, Berlin, Dresdenerstr. 41, Hof I. Emma Jhrer, Velten bei Berlin. Nathalie Liebknecht, Charlottenburg, Kantstr. 160. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum Grosser Sommernachts- Ball veranstaltet vom gegenüber keinerlei Verantwortung. Leseklub" Heine"( Berlin) Theater. Freitag, den 29. Juli. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der arme Jonathan. Ostend- Theater. Heinrich Heine. Vorher: Das Sonntagskind von Berlin. Kroll's Theater. Der Trompeter von Säffingen. Hierauf: der Brautmarkt zu Hira. Bellealliance- Theater. Das kleine Krokodil. Adolph Ernst- Theater. Ein alter Hallodri. unter gütiger Mitwirkung des Gesangvereins Frühlingslust am Sonnabend, den 30. Juli 1892, in Reinhard's Gesellschaftshaus Anfang 8 Uhr. ( Hafenhaide). Ende?? Billets find in folgenden Lokalen zu haben: Grube, Mariendorferstr. 10; Lange, Fürbringerstr. 22; Klein, Schönleinstr. 6; Zechlin, Hornstr. 11; Kitzing, Bülowftr. 52; Gerth, Tempelhof, Dorfstr. 10. Sonnabend, den 30. Juli cr., 452/11 in Brochnow's( früher Orschel) Festsäle, Sebastianstraße 39: Grosser Sommernachtsball Berl. Sommer- Theater der Schneider und Schneiderinnen Berlins. ( Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg). Freitag, den 29. Juli: Posse. Ballet. Spezialitäten 1. Ranges. Drei Geschw. Neumann, Gebrüder Schwarz, Mlle. Adrienne Ancion, Georg Rösser, Dora Ebert. Zum 22. Male: Ein moderner Rasirsalon. Posse in 1 Akt v. L'Arronge. Inscenirt von Paul Pauli. Zum 28. Male: Gold und Silber. Grosses Ballet- Divertissement. Prima Ballerina: Marie Ala. 6 SoloTänzerinnen, ein Solotänzer, Corps de Ballet 20 Damen. Fantoches- Theater des Mr. Winn. Anfang: des Konzerts 61/2 Uhr, der Vorstellung 7 Uhr. Sonnabend, den 30. Juli 1892: Italienische Nacht. Sommernachts- Ball. Gala- Vorstellung. Doppel- Konzert. PassagePanopticum. Neu! bes Sommergartens. Deklamatorische Vorträge. Ueberraschungen für Damen. Eröffnung 8 Uhr, Anfang 9 Uhr. 122 Uhr Kaffeepause. Beleuchtung Einlaßkarten für Damen à 25 Pi, Herren à 50 Pf. int. Tanz sind im Arbeitsnachweis Markgrafenstraße 88, bei den Mitgliedern der Agitations fommission und in den mit Plakaten belegten Handlungen zu haben. zu zahlreichem Besuch ladet ein 180/7 Die Agitationskommission der Schneider und Schneiderinnen. Vergnügungs- Verein Amor II. Sonnabend, den 30. Juli: verbunden Großer Sommernachts- Ball it 1237b Spezialitäten- Vorstellung. Die Ballmusit wird von Berufsmusikern ausgeführt. Die Mitglieder werden freundlichst eingeladen. Beitrag 10 Pfg. R Der Vorstand. Verband der Sattler und Tapezirer. Versammlung am Sonnabend, den 30. Juli 1892, Abends 8½ Uhr, bri Wienecke, Alte Jakobstraße Nr. 83. Tages- Ordnung: 1. Die Geschichte der Ehe und die Stellung der Frau in der VergangenReferent: Herr Zahnarzt Rob. Wolf. 2. Distufion. 3. Wahl der Reheit. visoren und eines Beisigers. 4. Gründung einer Lokaltasse und Verschiedenes. Die Mitglieder werden dringend ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. 266/5 Blaue Grotte Gäste, besonders Damen, sind willkommen. mit Wasser, Kähnen u. Beleuchtungseffekten. Neu! Eine Kriminalgeschichte in sieben lebensgroßen Gruppen. Fachverein der Tischler( Norden). Derlammlung am Montag, den 1. August 1892, Abends 8% Uhr, im Lokale des Herrn Kuhlmey, Schönhauser Allee Nr. 28. Tagesordnung: Verlagsbuchhandlung des Vorwärts" 990 Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuth- Strasse No. 2. Soeben ist im Verlage von J. H. W. Dietz, Stuttgart, als 13. Band der Internationalen Bibliothek erschienen: Das Erfurter Programm in seinem grundsätzlichen Theil erläutert von Karl Kautsky. VIII und 264 Seiten. Broschirt M. 1,50, gebunden M. 2, Inhalts Verzeichniß: I. Der Untergang des Kleinbetriebs. 1. Kleinbetrieb und Privateigenthum. 2. Waare und Kapital. 3. Die kapitalistische Produktionsweise. 4. Der Todeskampf des Kleinbetriebs. II. Das Proletariat. 1. Proletarier und Handwerksgeselle. 2. Der Arbeitslohn. 3. Die Auflösung der Proletarierfamilie. 4. Die Prostitution. 5. Die industrielle Reservearmee. 6. Die wachsende Ausdehnung des Proletariats. Das taufmännische und das gebildete" Proletariat. 200 III. Die Kapitalistenklaffe. 1. Sandel und Kredit. 2. Arbeitstheilung und Konkurrenz. 3. Der Profit. 4. Die Grundrente. 5. Die Steuern. 6. Das Sinten des Profits. 7. Das Wachsthum der Großbetriebe. Die Kartelle. 8. Die wirthschaftlichen Krisen. 9. Die chronische Ueberproduktion. IV. Der Zukunftsstaat. 1. Soziale Reform und Revolution. 2. Privateigenthum und genossenschaftliches Eigenthum. 3. Die sozialistische Produktion. 4. Die wirthschaftliche Bedeutung des Staates. 5. Der Staatssozialismus und die Sozialdemokratie. 6. Der Aufbau des Zukunftsstaates. 7. Die Abschaffung der Familie. 8. Die Konfistation des Eigenthums. 9. Die Bertheilung der Produkte im Zukunftsstaat. 10. Der Sozialismus und die Freiheit. V. Der Klaffenkampf. 1. Der Sozialismus und die befitzenden Klassen. 2. Gesinde und Bediententhum. 3. Das Lumpen proletariat. 4. Die Anfänge des Lohnproletariats. 5. Die Erhebung des Lohnproletariats. 6. Der Widerstreit der das Proletariat erhebenden und der es herabdrückenden Tendenzen. 7. Die Philan thropie und die Arbeiterschutz- Gesetzgebung. 8. Die Gewerkschaftsbewegung. 9. Der politische Kampf. 10. Die Arbeiterpartei. 11. Die Arbeiterbewegung und der Sozialismus. 12. Die Sozialdemokratie die Vereinigung von Arbeiterbewegung und Sozialismus. 13. Die Internationalität der Sozialdemokratie. 14. Die Sozialdemokratie und das Volt. my Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Alle Buchhandlungen, Kolporteure und Zeitungsspediteure nehmen Bestellungen entgegen. Empfehle mein Garten- Restaurant für Gesellschaften und Vereine. Badeanstalt und Kegelbahn. Gute Küche. Castan's bewegung und Sozialdemokratie." 2. Distuſſion. 3. Wahl von erat 2549L] Gustav Schöne, Gastwirth, Rüdersdorf, Karlstraße 8, 1. Vortrag des Zahnarztes Herrn Robert Wolf über:„ Handwerker Kontrolleuren. 4. Werkstatt und Vereinsangelegenheiten. 5. Verschiedenes. 3 Werkstatt( vormals Wwe. Erpel.) am OranienDie Kollegen der Werkstatt von Piehl, Griebenoistraße 11, Zahnarzt Robert Wolf, Chausseestr. 123, burger Thor. Panoptikum. find besonders eingeladen. Geöffnet von 9 Uhr Morgens bis 10 Uhr Abends. Viktoria- Brauerei. Lützow Straße 111/112. = Im Konzertgarton refp. Saal) Täglich außer Sonnabends): 413/14 Der Bevollmächtigte. Rummelsburg. General- Versammlung des Arbeitervereins für Rummelsburg und Umgegend am Sonntag, den 31. Juli, Vorm. 10 Uhr, im Lokale des Herrn Borchmann, Hauptstrasse No. II. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom letzten Quartal. 2. Bekanntgabe eines VorstandsStettiner befluffes. 3. Statutenänderung und andere Vereinsangelegenheiten. 4. Vortrag des Genoffen Th. Ritter über:" Der hiesige Konfirmanden- Unterricht und die Sozialdemokratie." 5. Diskussion. 6. Verschiedenes. Eintritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Um recht zahlreiches und pünktliches Stets wechselnd. Erscheinen ersucht Der Vorstand. Programm. Sänger. [ 10/10] 1247b Anfang 8 Uhr. Jm Berlage von W. Werner, Berlin S., Alte Jakobstraße 91, Sonntags 7 Uhr. ist erschienen und durch alle Kolporteure 2c. zu beziehen: Entree 50 Pfg. Wochentagsbillets à 40 Pf.( S. Plakate.) Moabiter Gesellschaftshaus, Täglich: Gr. Konzert, Theater und Spezialitäten. Alt- Moabit 80/81. Anfang 4 Uhr. 2289L Entree 30 Pfg. Hellmuth Peters. Bollmar und die Sozialdemokratie. Gegen das Vollmarthum in der Sozialdemokratischen Partei. Preis 10 Pfennig, für Wiederverkänfer 7 fennig. Bon P. Kampffmeyer. Aufforderung! Altes Schützenhaus, Linienſtr. 5, Beit in Oranienburg wohnhaft, wird ( neu renovirt) empfiehlt sich den werthen Vereinen zu allen Festlichkeiten, sowie Versammlungen. Franz Beyer, 819 b. Berlin N., Chaneeftr. 103. 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Brueckner, Prinzessinnenstr. 19. Berantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Berlag von May Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage. # Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 175. Die amtliche Belehrung über das Wesen der Cholera und das während der Cholerazeit zu beobachtende Verhalten. " Freitag, den 29. Juli 1892. W 9. Jahrg. Brunnen oder der zur Wasserentnahme dienenden Flußläufe feiten( I, 3 oder 4) stark angefeuchtet und in gut schließenden und so weiter gelangen. Gefäßen oder Beuteln verwahrt, oder in Tücher, welche ebenfalls Gegenstände, welche nicht vernichtet oder besinfizirt wer- werden, damit die mit dem Santiren der Gegenstände vor der 14. Alle mit dem Kranten in Berührung gekommenen mit Desinfektions Flüssigkeit angefeuchtet sind, eingeschlagen den können, müssen in besonderen Desinfektionsanstalten ver- eigentlichen Desinfektion verbundene Gefahr verringert wird. Der Reichs- Anzeiger"( Nr. 176 vom 28. Juli) vermittelst heißer Dämpfe unschädlich gemacht oder mindestens sechs Auf jeden Fall muß Derjenige, welcher solche Wäsche u. s. w. öffentlicht folgende amtliche Bekanntmachung des preußischen Tage lang außer Gebrauch gesetzt und an einem trockenen, mög- berührt hat, seine Hände in der unter II, Nr. 2 angegebenen Ministeriums der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal- lichst sonnigen, luftigen Ort aufbewahrt werden. Weise desinfiziren. Angelegenheiten: 15. Diejenigen, welche mit dem Cholerakranken oder dessen 4. Kleidungsstücke, welche nicht gewaschen werden können, Bett und Bekleidung in Berührung gekommen sind, sollen die sind in Dampf- Apparaten( I, 5) zu besinfiziren. Gegenstände aus Leder sind mit Karbolsäure Lösung( I, 4) Hände alsbald desinfiziren.( II, 2 der Desinfektionsanweisung.) Ganz besonders ist dies erforderlich, wenn eine Verunreinigung oder Chlorkalflösung( 1, 2) abzureiben. Innern Bekanntmachung. Aus Anlaß der drohenden Cholera gefahr sind in meinem Ministerium im Einvernehmen mit dem Reichsamt des 1. eine Belehrung über das Wesen der Cholera und über das während der Cholerazeit zu beobachtende Verhalten, 2. eine Anweisung zur Ausführung der Desinfektion bei Cholera und 3. Rathschläge an praktische Aerzte wegen Mitwirkung an fanitären Maßnahmen gegen die Verbreitung der Cholera ausgearbeitet worden. Dieselben werden nachstehend zur allgemeinen Kenntniß ge bracht und zur Beachtung empfohlen. Berlin, den 28. Juli 1892. Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal- Angelegenheiten. Im Auftrage: Löwenberg. Belehrung über das Wesen der Cholera und das während der Cholerazeit zu beobachteude Verhalten. 1. Der Ansteckungsstoff der Cholera befindet sich in den Ausleerungen der Kranken, kann mit diesen auf und in andere Personen und die mannigfachsten Gegenstände gerathen und mit denselben verschleppt werden. Solche Gegenstände sind beispielsweise Wäsche, Kleider, Speisen, Wasser, Milch und andere Getränke; mit ihnen allen fann, auch wenn an oder in ihnen nur die geringsten, für die natürlichen Sinne nicht wahrnehmbaren Spuren der Ausleerungen vorhanden sind, die Seuche weiter verbreitet werden. lich wird noch gewarnt, mit ungereinigten Händen Speisen zu berühren oder Gegenstände in den Mund zu bringen, welche im Krankenraum verunreinigt sein fönnen, z. B. Eß- und Trinkgeschirr, Cigarren. 16. Wenn ein Todesfall eintritt, ist die Leiche sobald als irgend möglich aus der Behausung zu entfernen und in ein Leichenhaus zu bringen. Kann das Waschen der Leiche nicht im bleiben. Leichenhause vorgenommen werden, dann soll es überhaupt unterDas Leichenbegängniß ist so einfach als möglich einzurichten. Das Gefolge betrete das Sterbehaus nicht und man betheilige sich nicht an Leichenfestlichkeiten. 17. Kleidungsstücke, Wäsche und sonstige Gebrauchsgegenstände von Choleratranten oder Zeichen dürfen unter feinen Umständen in Benutzung genommen oder an Andere abgegeben werden, ehe fie desinfizirt sind. Namentlich dürfen sie nicht undesinfizirt nach anderen Orten verschickt werden. Den Empfängern von Sendungen, welche derartige Gegenstände aus Cholera- Orten enthalten, wird dringend gerathen, dieselben sofort womöglich einer Desinfektionsanstalt zu übergeben oder unter den nöthigen Vorsichtsmaßregeln selbst zu desinfiziren. • Cholerawäsche soll nur dann zur Reinigung angenommen werden, wenn dieselbe zuvor desinfizirt ist. 18. Andere Schutzmittel gegen Cholera, als die hier genannten, tennt man nicht und es wird vom Gebrauch der in Cholerazeiten regelmäßig angepriesenen medikamentösen Schutzmittel( Choleraschnaps 2c.) abgerathen. Anweisung = = 5. Holz- und Metalltheile der Möbel, sowie ähnliche Gegenstände werden mit Lappen sorgfältig und wiederholt abgerieben, die mit Karbolsäure oder Kali Seifelösung( I, 4 oder 3) befeuchtet sind. Ebenso wird mit dem Fußboden von Krankenräumen verfahren. Die gebrauchten Lappen sind zu verbrennen. Der Fußboden fann auch durch Bestreichen mit Kalkmilch ( 1, 1) desinfizirt werden, welche frühestens nach 2 Stunden durch Abwaschen wieder entfernt wird. 6. Die Wände der Krankenräume, sowie Holztheile, welche diese Behandlung vertragen, werden mit Kalkmilch( 1, 1) getüncht. Nach geschehener Desinfektion sind die Krankenräume, wenn irgend möglich, 24 Stunden lang unbenutzt zu lassen und reichlich zu lüften. = 7. Durch Cholera Ausleerungen beschmutzter Erdboden, Pflaster, sowie Rinnsteine, in welche verdächtige Abgänge ge= langen, werden durch reichliches Uebergießen mit Kaltmilch( 1, 1) desinfizirt. 8. In Abtritte wird täglich in jede Sißöffnung ein Liter Kalkmilch( I, 1) gegoffen. Tonnen, Kübel und dergleichen, welche zum Auffangen des Koths in den Abtritten dienen, sind nach dem Entleeren reichlich mit Kallmilch( I, 1) außen und innen zu be= streichen. Die Sigbretter werden durch Abwaschen mit Kalifeifenlösung ( I, 3) gereinigt. 9. Wo eine genügende Desinfektion in der bisher angegebenen Weise nicht ausführbar ist( z. B. bei Polstermöbeln, Federbetten in Ermangelung eines Dampfapparats, auch bei anderen Gegenständen, wenn ein Mangel an Desinfektionsmitteln( I, 1--5) eintreten sollte), sind die zu desinfiztrenden Gegenstände mindestens 6 Tage lang außer Gebrauch zu sehen und an einem warmen, trockenen, vor Regen geschützten, aber womöglich dem Sonnenlicht ausgesetzten Orte gründlich zu lüften. 10. Gegenstände von geringerem Werthe, namentlich Bettstroh, sind zu verbrennen. 2. Die Ausbreitung nach anderen Orten geschieht daher leicht zunächst dadurch, daß Cholerafranke oder frant gewesene Personen, oder solche, welche mit denselben in Berührung gekommen sind, den bisherigen Aufenthaltsort ver- aur Ausführung der Desinfektion bei Cholera. laffen, um vermeintlich der an ihm herrschenden Gefahr zu I. A13 Desinfektionsmittel sind anzuwenden: entgehen. Hiervor ist um so mehr zu warnen, als man bei dem Berlaffen bereits angesteckt sein kann und man anderer- Zur Herstellung derselben wird 1 Liter zerkleinerten reinen seits durch eine geeignete Lebensweise und Befolgung der nach gebrannten Kalts, fogenannten Fettfalts, mit 4 Liter Wasser ge- Rathschläge an praktische Aerzte wegen Mitstehenden Vorsichtsmaßregeln besser in der gewohnten Häuslich- mischt, und zwar in folgender Weise: gewirkung an sanitären Maßnahmen gegen die teit, als in der Fremde und zumal auf der Reise sich zu schützen Verbreitung der Cholera. vermag. 1. Raltmilch. Es wird von dem Wasser etwa 3/4 Liter in das zum Mischen bestimmte Gefäß gegoffen und dann der Kalt hineingelegt. Nachdem der Kalt das Wasser aufgesogen hat und dabei zu Pulver zerfallen ist, wird er mit dem übrigen Wasser zu Kalt milch verrührt. 3. Jeder, der sich nicht der Gefahr aussehen will, daß die Krankheit in sein Haus eingeschleppt wird, hüte sich, Menschen, die aus Cholera Orten tommen, bei sich aufzunehmen. Schon nach dem Auftreten der Dieselbe ist, wenn sie nicht bald Verwendung findet, in einem ersten Cholerafälle in einem Ort sind die von daher kommenden gut geschlossenen Gefäße aufzubewahren und vor dem Gebrauch Personen als solche anzusehen, welche möglicher Weise den umzuschütteln. Krankheitsteim mit sich führen. 2. Chlortalt. 4. In Cholerazeiten soll man eine möglichst geregelte Lebens- Der Chlortalt hat nur dann eine ausreichende desinfizirende weise führen. Die Erfahrung hat gelehrt, daß alle Störungen Wirkung, wenn er frisch bereitet und in wohlverschlossenen Geder Verdauung die Erkrankung an Cholera vorzugsweise be- fäßen aufbewahrt ist. Die gute Beschaffenheit des Chlorkalfs günstigen. Man hüte sich deswegen vor allem, was Verdauungs- ist an dein starken, dem Chlortalt eigenthümlichen Geruch zu er Störungen hervorrufen tann, wie Üebermaß von Essen und Trinken, kennen. Genuß von schwerverdaulichen Speisen. Ganz besonders ist alles zu meiden, was Durchfall verursacht oder den Magen verdirbt. Tritt dennoch Durchfall ein, dann ist so früh wie möglich ärztlicher Rath einzuholen. 5. Man genieße teine Nahrungsmittel, welche aus einem Hause stammen, in welchem Cholera herrscht. Solche Nahrungsmittel, durch welche die Krankheit leicht übertragen werden kann, z. B. Obst, Gemüse, Milch, Butter, frischer Käse, sind zu ver meiden oder nur in gefochtem Zustande zu genießen. Jus besondere wird vor dem Gebrauch ungekochter Milch gewarnt. Er wird entweder unvermischt in Pulverform gebraucht oder in Lösung. Letztere wird dadurch erhalten, daß zwei Theile Chlorkalt mit hundert Theilen kalten Wassers gemischt und nach dem Absehen der ungelösten Theile die klare Lösung abgegossen wird. 3. 2ösung von Kaliseife( sogenannter Schmierseife oder grüner oder schwarzer Seife). 3 Theile Seife werden in 100 Theilen heißen Wassers gelöst B. 1/2 Kilogr. Seife in 17 Liter Wasser). 4. Lösung von Carbolsäure. Die rohe Carbolsäure löst sich nur unvollkommen und ist deswegen ungeeignet. ( z. Zur Verwendung kommt die sogenannte„ 100proz. Karbol fäure" des Handels, welche sich in Seifenwasser vollständig löst. Man bereitet sich die unter Nr. 3 beschriebene Lösung von Kalifeife. In 20 Theile dieser noch heißen Lösung wird 1 Theil Karbolsäure unter fortwährendem Umrühren gegossen. Diese Lösung ist lange Zeit haltbar und wirkt schneller des infizirend als einfache Lösung von Kalifeife. 6. Alles Wasser, welches durch Koth, Urin, Küchenabgänge oder sonstige Schmutzstoffe verunreinigt sein könnte, ist strengstens zu vermeiden. Verdächtig ist Wasser, welches aus dem Untergrunde bewohnter Orte entnommen wird, ferner aus Sümpfen, Teichen, Wasserläufen, Flüssen, weil sie in der Regel unreine Zuflüsse haben. Als besonders gefährlich gilt Wasser, das durch Auswurfsstoffe von Cholerakranten in irgend einer Weise verunreinigt ist. In Bezug hierauf ist die Aufmerksamkeit vorzugsweise dahin zu Soll reine Karbolsäure( einmal oder wiederholt deftillirte) richten, daß die vom Reinigen der Gefäße und befchmutzter Wäsche verwendet werden, welche erheblich theurer, aber nicht wirksamer herrührenden Spülwässer nicht in die Brunnen und Gewässer, ist als die sogenannte 100 prozentige Karbolsäure", so ist zur auch nicht einmal in deren Nähe gelangen. Den besten Schutz Lösung das Seifenwasser nicht nöthig; es genügt dann einfaches gegen Verunreinigung des Brunnenwassers gewähren eiserne Waffer. Röhrenbrunnen, welche direkt in den Grdboden und in nicht 5. Dampfapparate. zu geringe Ziefe desselben getrieben sind( abessinische Brunnen). Geeignet sind sowohl solche Apparate, welche für strömenden 7. Ist es nicht möglich, fich ein unverdächtiges Waffer zu Wasserdampf bei 100 Grad Celsius eingerichtet sind, als auch beschaffen, dann ist es erforderlich, das Wer zu kochen und solche, in welchen der Dampf unter Ueberdruck( nicht unter nur gekochtes Wasser zu genießen. 1/10 Atmosphäre) zur Verwendung kommt. 6. Siedehige. " 8. Was hier vom Wasser gesagt ist, gilt aber nicht allein vom Trinkwasser, sondern auch von allem zum Haus- Die zu desinfizirenden Gegenstände werden mindestens eine gebrauch dienenden Wasser, weil im Wasser befindliche halbe Stunde lang mit Wasser gekocht. Das Wasser muß wähKrankheitsstoffe auch durch das zum Spülen der Küchengeräthe, rend dieser Beit beständig im Sieden gehalten werden und die zum Reinigen und Kochen der Speisen, zum Waschen, Baden zc. Gegenstände vollkominen bedecken. dienende Wasser dem menschlichen Körper zugeführt werden tönnen. Ueberhaupt ist dringend vor dem Glauben zu warnen, daß das Trinkwasser allein als der Träger des Krankheitsstoffes anzusehen sei und daß man schon vollkommen geschüßt sei, wenn man nur untadelhaftes Wasser oder nur gekochtes Wasser trinkt. II. Anwendung der Desinfektionsmittel. 1. Die flüffigen Abgänge der Cholerakranten( Erbrochenes, Stuhlgang) werden möglichst in Gefäßen aufgefangen und mit ungefähr gleichen Theilen Kalkmilch( I Nr. 1) gemischt. Diese Mischung muß mindestens eine Stunde stehen bleiben, ehe sie als unschädlich beseitigt werden darf. 9. Jeder Choleratranke kann der Ausgangs- Bur Desinfektion der flüssigen Abgänge fann auch Chlortalt punkt für die weitere Ausbreitung der Krankheit( I Nr. 2) benutzt werden. Von demselben sind mindestens zwei werden, und es ist deswegen rathfam, die Kranken, soweit es gehäufte GBlöffel voll in Pulverform auf 1/2 Liter der Abgänge irgend angängig ist, nicht im Hause zu pflegen, sondern einem hinzuzusetzen und gut damit zu mischen. Die so behandelte Flüssig Krankenhause zu übergeben. Ist dies nicht ausführbar, dann feit kann bereits nach 15 Minuten beseitigt werden. halte man wenigstens jeden unnöthigen Verkehr von dem Kranken fern. Der Erfolg der seitens der Behörden zur Bekämpfung der Cholera getroffenen Anordnungen hängt zum nicht geringen Theil davon ab, daß ihre Durchführung auch seitens der praktischen Aerzte die wünschenswerthe Förderung erhält. Ihre Fachkenntnisse sehen sie in besonderem Grade in den Stand, die Bedeutung der Anordnungen zu würdigen, und durch die Art ihres Verkehrs mit dem Publitum haben sie vielfach Gelegenheit, ihren gewichtigen Einfluß auf dasselbe im Interesse des öffentlichen Wohls geltend zu machen. Die Mitglieder des ärztlichen Standes haben zu oft ihren Gemeinfinn bei ähnlichen Gelegenheiten in so hohem Maße bethätigt, daß an ihrer Bereitwilligkeit, auch ihrerseits bei der Bekämpfung der Cholera im Allgemeinen wie bei den Einzelfällen mitzuwirken, nicht gezweifelt werden darf. Die Punkte, in welchen die Thätigkeit der Aerzte nach dieser Richtung am vortheilhaftesten einsetzen würde, sind in den nachstehenden Rathschlägen zusammengestellt: 1. Jeder choleraverdächtige Fall ist unverzüglich( event. telegraphisch) dem zuständigen Kreis- Medizinalbeamten und der Ortspolizeibehörde zu melden. felben Sicherheitsmaßregeln anzuwenden in Bezug auf Des 2. Bis zur Feststellung der Natur der Erkrankung sind dieinfektion, folirung u. f. w., wie bei einem wirklichen Cholerafall. 3. Sämmtliche Ausleerungen der Kranken sind zu desinfiziren nach der beigegebenen Anweisung. Daffelbe gilt von den durch Ausleerungen beschmutzten Gegenstände, wie Bett- und Leibwäsche, Fußboden zc. 4. Der Kranke ist möglichst zu isoliren und mit geeigneter Wartung zu versehen. Läßt sich dies in der eigenen Behausung nicht durchführen, dann ist darauf hinzuwirken, daß er in ein Krankenhaus oder in einen anderweitigen, womöglich schon vorher für Verpflegung von Cholerakranten bereit gestellten und mit Desinfektionsmitteln ausgerüsteten Raum geschafft wird. 5. Das Wartepersonal ist darüber zu informiren, wie es sich in Bezug auf Desinfektion der eigenen Kleidung, der Hände, des Essens im Krankenraum u. s. w. zu verhalten hat. 6. Es ist darauf zu halten, daß der Infektionsstoff nicht durch Wegschütten der nicht desinfizirten Ausleerungen durch die Nähe von Brunnen oder in Wasserläufe gebracht wird. Waschen der beschmutzten Bekleidungsstücke, Gefäße u. f. w. in Liegt der Verdacht einer schon geschehenen Infektion von Wasserentnahmestellen vor, dann ist die Ortsbehörde davon zu benachrichtigen und es ist zu beantragen, daß verdächtige Brunnen geschlossen resp. die Anwohner infizirter Gewässer vor Benußung Derselben gewarnt werden. 7. Jit bei der Ankunft des Arztes bereits der Tod eingetreten, dann sind die Leiche und die Effekten derselben unter Aufsicht und Verschluß zu halten bis zum Eintreffen des Medizinalbeamten oder bis seitens der Orts- Polizeibehörde weitere Bestimmungen getroffen werden. 8. Ueber die Art und Weise, wie die Infektion im vorliegenden Falle möglicher Weise zu Stande gekommen ist, ob dieselbe zu einer Weiterverschleppung der Krankheit bereits Veranlassung gegeben hat( Verbleib von infizirten Effekten u. f. w.) und über weitere verdächtige Vorkommnisse am Orte der Er frankung sind Nachforschungen anzustellen. 9. Bei den ersten verdächtigen Fällen an einem Orte, bei welchen die Sicherung der Diagnose von größtem Werth ist, wird von den Dejektionen des Kranten eine nicht zu geringe Menge behufs der späteren bakteriologischen Untersuchung in ein reines Glas zu füllen sein. Im Nothfall genügen für diesen Zweck wenige Tropfen; auch ein Stück der beschmutzten Wäsche fann Verwendung finden. 2. Hände und sonstige Rörpertheile müffen jedesmal, wenn fie durch die Berührung mit infizirten Dingen( Ausleerungen 10. G3 befuche Niemand, den nicht seine Pflicht dahin des Kranken, beschmußter Wäsche u. f. w.) in Berührung geführt, ein Cholera haus. kommen sind, durch gründliches Waschen mit Chlortalflösung Ebenso besuche man zur Cholerazeit keine Orte, wo( I Nr. 2) oder mit Karbolsäurelösung( I Nr. 4) desinfizirt größere Anhäufungen von Menschen stattfinden werden. ( Jahrmärkte, größere Lustbarkeiten u. f. w.). 3. Bett- und Leibwäsche, sowie andere Kleidungsstücke, welche 10. Aerzte, welche in bakteriologischen Untersuchungen be11. In Räumlichkeiten, in welchen sich Cholera- gewaschen werden können, sind sofort, nachdem sie beschmußt find, wandert sind, können die Entscheidung über den Fall sehr förtranke befinden, soll man teine Speisen oder Gein ein Gefäß mit Desinfektionsflüssigkeit zu stecken. Die Des dern und abkürzen, wenn sie fofort die bakteriologische Untertränte zu sich nehmen, auch im eigenen Interesse nicht infektionsflüssigkeit besteht aus einer Lösung von Kaliseife( I Nr. 3) fuchung( nicht nur mittelst des Mikroskops, sondern auch mit oder Karbolsäure( I Nr. 4). rauchen. theilung machen. 12. Da die Ausleerungen der Cholerakranken besonders ge- In dieser Flüssigkeit bleiben die Gegenstände, und zwar in Silfe des Blattenkulturverfahrens) vornehmen und gegebenen fährlich sind, so sind die damit besch mußten Kleider und der Ersteren mindestens 24 Stunden, in der Letzteren mindestens Falls dem Medizinalbeamten von dem Ergebniß ihrer Unterdie Wäsche entweder sofort zu verbrennen oder in der Weise, 12 Stunden, ehe sie mit Wasser gespült und weiter gereinigt uchung, womöglich unter Beifügung von Präparaten Mitwie es in der gleichzeitig veröffentlichten Desinfektions- Anweisung werden. ( II, 3 und 4) angegeben ist, zu desinfiziren. Wäsche u. f. w. kann auch in Dampfapparaten, sowie 13. Man wache auch auf das sorgfältigste darüber, daß durch Auskochen desinfizirt werden. Aber auch in diesem Falle*) Kosten für Porto und Telegramme werden von dem Cholera- Ausleerungen nicht in die Nähe der muß sie zunächst mit einer der genannten Desinfektions- Flüssig. Phyfitus ersetzt werden. Tokales: " bettelei auf. Erantheiten", ,, Kleidung und Hautpflege,[ monatlich noch sechsmal einer Revision durch einen Offizier der Bäder". Die Natur- Heilmethode"," Nahrungs- Feuerwehr unterzogen. Von den im Jahre 1881 durch PolizeiUeber eine ganz merkwürdige Bielseitigkeit des be- und Genußmittel"," Die vegetarische Lebensverordnung eingeführten Sicherheitsvorrichtungen hat der Abschluß Tannten hiesigen Journalisten Hugo Friedländer macht einer weise"." Gewerbehygiene"," ohnungshygiene", ber Bühne gegen den Zuschauerraum durch einen eisernen Vorhang feiner Kollegen, Namens Meyer, einige interessante Mittheilungen. Die Impfung in ihrer Bedutung für die Verhütung bei den am 4. April 1888 in der Mittagsstunde im Bühnenhause Herr Friedländer hat in seinen Berichten über den Elever Prozeß Das Kindesalter, Schulhygiene", sprechen wird. Bei außerordentlich bewährt, als er das Eindringen von schädlichen der Entstehung und Verbreitung übertragbarer Strankheiten" des hiesigen Nationaltheaters ausgebrochenen Brande fich insofern eines nebensächlichen Zwischenfalls, den Herr Meyer mit dem bem Interesse, welches diese Gegenstände für die Arbeiter haben, Gasen und Rauch, sowie die Uebertragung des Feuers von der Präsidenten hatte, breit und ausführlich Erwähnung gethan. In einer Zuschrift an die hiesige Presse stellt Herr Meyer nun den ist eine recht rege Betheiligung erwünscht, namentlich werden die Bühne in den Zuschauerraum längere Zeit aufgehalten hatte, fo Sachverhalt flar und giebt eine längere Erklärung, warum Frauen der Arbeiter auf diese Vorträge hingewiesen. Gäste daß mit Sicherheit angenommen werden kann, daß selbst bei beHerr Friedländer ihm jenen Streich kollegialer Liebenswürdigkeit haben gegen ein Entree von 10 Bi. Zutritt. Für Mitglieder fettem Hause sämmtliche Personen gerettet worden wären, wäh unentgeltlich. rend gerade das Fehlen einer solchen Einrichtung bei dem großen gespielt hat. Da heißt es: Herr Friedländer fann es mir nicht vergessen, daß Brand des Ring- Theaters am 8. Dezember 1881 in Wien die Auf die Armenpflege in Berlin ist unsere Stadtverwal- Hauptveranlassung war, daß eine so große Anzahl von Menschen bei" Gelegenheit des Chemnißer Sozia tung nicht wenig stolz und die Musterleistungen auf dem Gebiet diesem Brande zum Opfer fiel. Nach dem Brande der Komischen listen( Geheimbunds) Prozesses, wo er mit der Armenpflege" werden von der bürgerlichen Preffe des Langen Oper in Paris am 25. Mai 1887 wurde eine erneute eingehende den dort angeklagten Führern der Sozialdemokratie auf und Breiten über den grünen Klee gelobt. Wir haben in dieses Revision sämmtlicher Theater vorgenommen und in erster Reihe dem Duzfuße und als Rollege" verkehrte, durch seine Soblied begreiflicher Weise nie eingeftimmt, weil nach unseren Maßregeln zur schnelleren Entleerungsfähigkeit des Zuschauer eigene Unachtsamkeit aus seiner auf dem Journalisten Prinzipien die Armen nicht durch Almosen abzuspeisen sind, son- raums zur Ausführung gebracht und dadurch die Entleerungs tisch liegenden Mappe ein Brief zur Erde fiel dern weil sie ein Recht haben zu fordern, daß die Gesellschaft fähigkeit der meisten Theater um mehr als das Doppelte erhöht. und von einem Boten zu Aller Ansicht auf den Tisch ihnen Mittel und Wege an die Hand giebt, durch welche sie in Der Aufsicht des Polizeipräsidiums unterstanden am Schlusse des gelegt wurde. Dieser Brief, der noch nicht ge: Die Lage versetzt werden, ein menschenwürdiges Dasein führen zu Jahres 1890 an Theatergebäuden: 2 tönigliche Theater, 16 Privatschlossen war, aber schon einigen Inhalt tönnen. Es mag zugegeben sein, daß die Organe der städtischen Theater, 3 Singspielbühnen, 2 Birtuffe und 10 Sommerbühnen, trug, war an den bekannten Bolizeidirektor Armenverwaltung von dem besten Willen beseelt sind, ihr Amt im Ganzen 33 Theatergebäude. Einen ebenso wichtigen wie Krüger, damaligen Chef der politischen Polizei ge- musterhaft zu verwalten. Aber auch der beste Wille nutzt nichts, umfassenden Theil der Dienstobliegenheiten der Polizeibehörde richtet. Auf mein, über eine derartige vielseitige journa- wenn eben die Mittel unzulänglich sind. Sobald das" arm" und bildet die Ausübung der Marktpolizei. Die fegensreichen Folgen listische Thätigkeit ausgedrücktes Erstaunen fuchte Friedreich" in dem Sinne des heutigen fapitalistischen Staates gegen ihrer unausgesetzten Bemühungen haben sich dadurch bemerkbar länder die Sache als harmlos darzustellen, doch blieb in ftandslos geworden sein wird, dann hört auch die Almofen- gemacht, daß auf den Wochenmärkten und in den Markthallen mir ein gewisser Verdacht haften und ich beobachtete fortan Friedländer gegenüber, mit dem ich bisher in gutem Aber auch die Armenpflege in Berlin muß noch Mängel Fleisch von Wild, 6 ganze Stücke Wild, 204 Basen und einige während der ganzen zehn Jahre nur etwas über 2000 Kilogramm follegialischen Verkehr geftanden hatte, eine leicht erklär haben. Wäre dem nicht so, dann könnte folgendes Inserat nicht teine Bosten von anderem Wild und Geflügel, und an sonstigen liche strenge Reservirtheit. Dennoch brachte ich jenen Bor- die Runde durch die hiesige Bresse machen: Nahrungsmitteln bei 3270 Gewerbetreibenden zusammen etwa fall, der ja auch nicht in den Rahmen der GerichtsDringende Bitte! 27 000 Kilogramm Fleisch, 2000 Kilogramm Fische und einige verhandlung fiel, nicht in die Oeffentlichkeit." Durch fortdauernde Krankheit mit meiner alten Mutter, geringe Quantitäten anderer Nahrungsmittel beanstandet und Da Herr Friedländer, der vor langen Jahren einmal welche 78 Jahre alt ist, und mit meinem Kind in die größte weggenommen wurden. Wegen Mindermaßes wurden einige wandlungen bekommt, diese frühere sozialdemokratische Gesinnung Silje, da wir dem Verhungern ausgesetzt sind und Die Strafanzeigen gegen Uebertreter des Fischereigesetzes Mitglied der„ Eisenacher" war, auch heute noch ab und zu An- Nothlage gerathen, bitte edeldenkende Herrschaften um gütige fleine Posten Fische und etwa 800 Schock Krebse fonfiszirt. und persönliche Bekanntschaft aufzufrischen, wird er wohl Ge- nirgends Hilfe finden können! haben sich seit dem Jahre 1881 von 26 auf 16 ver Iegenheit nehmen, diese interessante Episode der Polizei( Folgt genaue Adresse.) Berichterstattung näher aufzuklären. Was hatte Herr Daß in Berlin Menschen verhungern, ist leider feine Selten- Feststellung der Marktpreise. Aus der über die Marktpreise gegebenen mindert. Zu den Obliegenheiten der Marktpolizei gehört auch die Friedländer seinem hochverehrten Gönner, dem Herrn Polizeiheit mehr, wie viele dem Verhungern nahe sind und wie viele Uebersicht geht hervor, daß der Preis für Weizen, Roggen, Direktor aus Chemnitz Wichtiges zu melden? Seine Beitungs- thatsächlich langsam verhungern, läßt sich mit Sicherheit nicht Erbsen und Kartoffeln seit 1881 gefallen, der für Hafer gestiegen berichte las Herr Krüger ja gedruckt jedenfalls viel leichter als feststellen. Da oben in dem Inserat haben wir wieder eine und für Gerste berselbe geblieben ist, daß dagegen der Jahres in Friedländerischer Kalligraphie. leber den Gang des Familie, welche dem Berhungern ausgesetzt" ist und nirgends durchschnittspreis für die gewöhnlichen Nahrungsmittel ſich allProzesses Tonnte sich sich Herr Krüger durch seine in hilfe finden kann". Ja, wo bleibt denn da die Armenver- gemein erhöht hat. Chemnih anwesenden Beamten auf dem in der waltung? Der bemitleidenswerthe Proletarier wird sich sicherlich vorhandenen Droschten zeigt eine Vermehrung von 4733 auf 5488 Eine Zusammenstellung über die in Berlin That viel benüßten Drahtwege viel rascher und polizei- an dieselbe gewandt haben. Wäre ihm Silfe geworden, dann und beweist, daß die Annahme, daß mit dem Ausbau des Pferdemäßiger unterrichten lassen als durch Herrn Friedländer. Bleiben hätte er nicht nöthig, sich mit seinem Appell an die Privat- bahn- Netzes und mit Eröffnung der Stadtbahn das Droschken also die Privatgespräche, die Herr Friedländer mit einigen wohlthätigkeit zu wenden. der ihm von früherher bekannten Angeklagten anzuknüpfen bemüht Daß dem Mann geholfen worden ist, ist durchaus nicht über Fuhrwesen eine Einbuße erfahren würde, nicht zutreffend war. Das war freilich nicht viel, wenn ihm seine Phantasie jeden Zweifel erhaben, denn die Privatwohlthätigkeit ist schon so Uhr bis Abends 10 Uhr an verschiedenen Stellen der Stadt Eine Zählung der Fußgänger und Führwerte von Morgens nicht wesentliche Dienste leistete. in Anspruch genommen, daß sie auf Beitungsinserate nicht mehr und an verschiedenen Tagen hat die höchsten Zahlen von FußAber Herr Friedländer schenkt und darüber gewiß llaren reflektiren kann. Also bleibt ihm von allen Menschenrechten, die gängern ergeben in der Königstraße( unter der Stadtbahn) mit Wein ein, vielleicht auch darüber, ob seine Besuche am Molten er besessen hat, nur noch das eine: das Recht auf Berhungern! 140 000 und am Halleschen Thor( Brücke) mit 116 265; die markt blos journalistischen Erkundigungen oder Freundschaftsdiensten à la Chemnitz bestimmt waren. Der deutsche Offiziersverein ist bekanntlich zu dem aus- höchsten Zahlen von Fuhrwerten wurden festgestellt am Botsdamer Mit dem freundschaftlichen Briefwechsel aus Chemnitz angesprochenen Zweck gegründet worden, den Kaufleuten und Hand- lag mit 15 875 und an der Friedrichstraßen- Ecke( Unter den Herrn Polizeidirektor Krüger ist indeß die Friedländer'sche wertern Konkurrenz zu machen. Dagegen haben wir nicht viel Linden) mit 13 404. journalistische Vielseitigkeit nach Herrn Meyer noch nicht erschöpft. einzuwenden, denn je mehr das Kleinbürgerthum die„ Segnungen" der freien Konkurrenz am eigenen Leibe spürt, desto eher wird der Stadt Berlin enthält der Bericht des Polizeipräsidiums Denn Herr Meyer erflärt weiter: leber den Fischereibetrieb auf der Spree im Weichbild „ Ginige Zeit darauf wurde in Rottbus gegen die an- dasselbe zu der Ueberzeugung kommen, daß das vielgerühmte folgende Angaben: Un Fischerei- Berechtigungen, welche nicht mit geblichen Spremberger Sozialdemokraten, die Anstifter des freie Spiel der Kräfte" die wirthschaftlich Schwachen unrettbar dem Besitze der Ufergrundstücke verbunden sind, bestehen in dortigen Landfriedensbruches, verhandelt. Friedländer dem Kapitalismus ausliefert. Nun gehört aber der deutsche Berliner Verwaltungsbezirk die folgenden: Auf der Oberspree schrieb gleich im Eingange feiner Berichte, daß un- Difizierverein auch zu den schlimmsten Lohndrückern Berlins, und vom Oberbaum bis zu den Damm- Mühlen in einer Wafferstrede gebeure Menschenmassen zum Eingange deshalb müssen wir uns im Interesse der von demselben be- von 312 Kilometer hat der Fistus Montags, Dienstags und Des Gerichtsgebäudes gestürmt wären, um einen schäftigten Arbeiter auch an dieser Stelle mit demselben be- Mittwochs, und der Magistrat Donnerstags, Freitags und Platz zu gewinnen, daß die Kottbuser Bevölkerung, und schäftigen. Den Schneidern des Vereins ist seit kurzem ohne An- Sonnabends das Recht, die Großßischerei( mit großen Fangmitteln) namentlich auch die dortige Sozialdemokratie ein gabe von Gründen ein Sohnabzug bis zu 40 pet. gemacht auszuüben. Die Fischer- Innung dagegen tann alle Tage die überaus reges Juteresse an dem Prozen nähmen." worden. Und dabei zahlt der Verein ohnehin schon niedrigere Kleinfischerei betreiben. Seit etwa 50 Jahren verpachtet der Fiskus Thatsächlich meldeten sich aber damals, wie später Söhne als die übrigen Geschäfte der Schneiderbranche. Den in Gemeinschaft mit dem Magistrat diese ihnen zustehende Berechti amtlich festgestellt wurde, nur 5 Personen mit Arbeitern wird ferner 7 pet. des Arbeitsverdienstes als gung auf 6 hintereinander folgende Jahre an die aus 46 Mitgliedern dem Gesuch um Eintrittstarten ins Auditorium, denn die Sicherung" einbehalten, fo Diefelben ſtets ein bestehende Fischer- Innung für die jährliche Pachtsumme von Guthaben bei Sozialdemokraten mieden oftentativ die Verhandlungen. gewisses der Vereinskaffe haben. Die 121,50 M. Die Fischer- Innung verpachtet demnächst wieder diese Ich und andere Journalisten fonnten nicht umhin, die Agitationskommission der Schneider wird jetzt bei der erpachteten Berechtigungen, zusammen mit ihrer eigenen oben bes auch vom Präsidenten öfters gerügten Fried Bereinsleitung vorstellig werden, um die Lohuherabsetzung zeichneten Berechtigung, an einen Fischer für eine jährliche Pachtländer'schen Berichte als unwahr oder übertrieben rückgängig zu machen und den Arbeitern die Differenz in fumme von 2650 M. und vertheilt diese Einkünfte an ihre bes hinzustellen, da durch sie fie in maßgebenden Kreifen den letzten Wochen noch nachträglich nachzahlen zu lassen. Um rechtigten Mitglieder. In der vorbezeichneten Stromstrecke werden leicht die Ansicht Boden gewinnen fonnte, daß den Fortfall des Einbehaltens eines Theiles des Lohnes foll eben- jährlich etwa 45 Zentner Male zu 100 M.= 4500 m. und einige Kottbus ein durch und durch sozialdemokratisch inftairter falls gebeten werden. Welchen Erfolg die Kommission erzielen andere Fische, wie Plötzen, Quappen und Barsche im Werthe von Drt sei, wonach die Gefahr nahe lag, daß wird, werden wir f. 3. berichten. 15 M. gefangen. über eine unschuldige Stadt der damals beAuf der Unterspree betreiben, und zwar von Ruf jeden Fall ist bei einer solchen Geschäftsgebarung der den Dammmühlen bis Martinicenfelde( Grenze des Berliner tanntlich nur an einem seidenen Faden hängende Verein, der so wie so schon eine begünstigte Stellung den an- Weichbildes) in einer Stromstrede von 7 Kilometern sechs Bers Kleine Belagerungszustand verhängt wurde. deren Geschäften gegenüber einnimmt, in der Lage,[ seinen Mit liner Fischer, sogenannte Spreeherren, auf Grund käuflich ere Wegen einer über eine derartige tendenziöse Berichtgliedern große Vortheile bieten zu können. Die Herren Offiziere, worbener, vom Kurfürsten Johann Georg im Jahre 1573 verliehener erstattung in Paranthese gemachten, von einer hiesigen die sich sonst auf the noblesse oblige" so sehr viel zu Gute thun, und durch die kurmärkische Kriegs- und Damänenkammer untern Beitung aber abgedruckten Bemerkung verklagte mich Fried scheinen aber gegen" smarte" Geschäftsleute nichts einzuwenden 23. September 1790 länder wegen Beleidigung, wurde aber in erster Instanz zu haben, sobald diefelben nur in ihrem Interesse thätig sind. Fischerei dergestalt, daß ohne Bertheilung des Fiſchwaffers bestätigter Berechtigungen, die abgewiesen. In zweiter Instanz wurde ich lediglich wegen Ueber den Juden", der" Hungerlöhne" zahlt, erhebt sich Tag für jeder ohne Einspruch der anderen fischen kann, wo es ihm beliebt. der Form der gebrauchten Bezeichnung zu 50 M. und der Tag in der Offizierspresse ein gar gewaltiges Geschrei, und hoch- Ferner besitzen das Recht der Ausübung der Fischerei auf der Hälfte der Kosten verurtheilt, dabei aber au 3 drücklich müthig blickt der Lieutenant auf den„ Krämer" herab, der um unterſpree und auf der Havel, und zwar vom Mühlendamm in anerkannt, daß der Beweis für die Wahrheit ein paar Groschen„ feilscht und schachert". Wir meinen, die Berlin bis zum Mühlenthor, in Brandenburg, noch 30 Fischermeiner Behauptung durch die Vernehmung Herren von, auf und woßu thäten besser, gefälligst vor der Grundstücksbesitzer in Liefwerder bei Spandau auf Grund einer des damaligen Gerichtspräsidenten und anderer eigenen Thür zu kehren. Wie wir vorstehend ausgeführt haben, Urtunde des Surfürsten Johann Cicero vom Jahre 1480 und Beamten wie sonstigen Zeugen erbracht sei. Daß sieht es dort gar nicht so reinlich und zweifelsohne aus. auf Grund eines Vermerts im Amts- Erbregister zu Spandau aus war. ich es verschmähte, in diesem Prozeß den Chemnitzer Vor" 6 neu fall gegen Friedländer zu verwerthen, hat dieser mir nicht Zu Auflagen wegen Beamtenbeleidigung kann heutzu- dem Jahre 1590. In dieser Stromstrecke werden im Ganzen gedankt, ja, in Cleve gegen einen Kollegen geäußert, daß tage Jemand kommen, er weiß nicht wie. Einen Schutzmann, jährlich etwa 135 3tr. Aale zu 100 M.= 13 500 M. und etwa es ihm recht genehm sei, mir jetzt schaden zu können." einen Nachtwächter, einen Todtengräber darf man nicht mit einem 20 3tr. Quappen, Plößen und andere Fische im Werthe von Auge schief anblicken, und der gesammte gerichtliche Apparat wird 800. gefangen. Das Fischwasser der fistalischen Kanäle, in Soweit Herr Meyer. Wir haben nicht nöthig, über derlei tendenziös gefälschte Rage, insofern einen besonderen Schutz zu genießen, sie fanal wird vom Fistus an einzelne Fischer verpachtet, der Ertrag in Bewegung gesetzt. Beamte" find nämlich in der glücklichen Louifen-, Landwehr, Spandauer, Schifffahrts- und Verbindungsund aufgebauschte Berichterstattung uns zu ereifern. Seit den Tagen des Tageblatt- Bennemann bis zu den Berichten über die öffentliche Anklagebehörde sich ihrer annimmt und in der Regel die ist nur unbedeutend. jüngsten Anarchisten- Berschwörungen ist diese Art Berichterstattung qualifisirter Bivilmensch einem mit der Beamtenqualification Rigdor tabe dem Bahnhof der Ringbahn ein paar buffee, strengste Bestrafung fordert, wenn ein ganz gewöhnlicher unjante hiesige bürgerliche Preſſe typisch. Intereſſant ist nur, ausgestatteten Witbürger zu nahe tritt. Dadurch ist den Herren Rigdogragonerpferde ohne Reiter. Sie tamen bie Chauffer Angst und Schrecken verbreiteten am Montag früh in Las in jener Zeit der Butttamerschen Hochfluth auch der„ partei- Beamten in allen Fällen vor Gericht eine außerordentlich günstige gegangene Dragonplex Canne führt, entlanggejagt und ſprengter genössisch" schillernde und schielende Herr Hugo Friedländer in solchem Bolizeigewässer segelte; darüber möchten wir jetzt seine Position gesichert. Folgendes Ereigniß mag das illuſtriven: Vor einigen Wochen nach Rigdorf hinein, als foeben ein Eisenbahnzug heranbraufte. un hörakteristische Thatsache wollen wir aber doch zum einem Gendarm. Es drängte fich das übliche Publikum hinzu, bimes it ben interfüßen zerschmetterten. Der eine zerbrocid hatte in Schöneberg ein Droschkentutscher einen Worlwechsel, mit be die gefie bie beiden die Barrieren schließenden hente Shaft es für angezeigt erachtet hat, über solch journaliſtiſche Waffe bedienen mußte, um fich die Menge vom Leive zu halten. pagbaum tra, der Hüftgegend, so daß der Getroffen burbe Bele eit an den Lag, gelegt, auch nur ein Wort der Miß- gefühl seiner Unschuld zurück. Er wurde über seine Pflichten von fumungslos niederti con per Zotomotive, bez daherkommender billigung zu äußern, und Herr Friedländer kanu nach wie dem Gendarm derart nachdrücklich belehrt, daß er mehrere Wochen zuges, nes nicht mehr zum Stehen gebracht werden konnte, aber Bis es Herrn Friedländer gelingt, diese Darlegungen feines Berliner Droſchlenkutscher, deſſen Mitglied der erheblich Berletzte a fer our ofte weiter. Ein ben Thieren nachgere im Strankenhaus zubringen mußte. Der Vorstand des Vereins and in den Chauffeegraben geschleudert. Es sprang ilter Kollegen geschäftlichen Beziehungen des Vorwärts" zu Herrn Friedländer, hatte bei dem Gendarmeriekommando über das Vorgehen des Dragoner fing hiernach das eine Pferd ein, das andere wurde vor öffentliche Meinung machen. abgebrochen. B aufgefangen. die Angelegenheit untersucht werden würde. Von dem Ergebnis Der Volts- Zeitung" scheint unsere gefrige Lektion in der Untersuchung ist bis heute Nichts zu hören gewesen, dagegen die Glieder gefahren zu sein. Wir freuen uns über den Auf- aber hat der eben aus dem Krankenhause entlassene Drofchtenkutscher Von dem ersten Staatsanwalt in Rottbus ist die hiesige wend von Worten, welche das Blatt zur Verdunkelung des That- eine gerichtliche Zustellung erhalten, laut welcher gegen ihn Kriminalpolizei ersucht worden, Erkundigungen über einen Ma bestandes macht. Deswegen aber bleiben wir bei unserer Mei- Strafantrag gestellt und Anklage erhoben worden ist! einzuziehen, der allem Anschein nach eine sehr bewegte Vergangen und wollen nur hoffen, daß in Zukunft nicht wieder so unginſtige Zufälle mitspielen, daß unser Material, welches wir als Haft Die Gerichtsverhandlung kann insofern interessant werden, heit hinter sich und vieles auf dem Kerbholz hat. Die Perföns ung Wissens veröffentlichen, Abends als Koft für die wenigen können, daß derselbe sich bei der ganzen Affäre passiv verhalten hat. findet, hat bis jezt noch nicht festgestellt werden können. ht Volkszeitungsleser aufgewärmt werden muß. Das weitere Schicksal des unter der schweren Anklage haftet wurde er in Kottbus am 1. Juli, weil er im Verdacht trage von 2200 M. gestohlen zu haben. Bei seiner Verhaftung Dem amtlichen Berichte des Polizeipräsidiums find leiſtete er verzweifelten, berund verlegte auf dieſe be Bersammlungsort: Botanischer Garten, Potsdamerfir. 75, am noch die nachfolgenden Mittheilungen entnommen: Gingang. Der Unterricht für Nationalökonomie fällt an diesem mehrerer im Auslande vorgekommener Theaterbrände " Infolge eine Anzahl Personen. Es gelang troß dieses Widerstandes des Am Montag, den 1. August, Abends 1/29 Uhr, be- Polizeibehörde der Sicherung der Theatergebäude gegen Feuers bringen. Dort machte einen Versuch auszubrechen, Tage in dem Lokale Rofenthalerſtr. 34 ein neuer Zyklus von gefahr feit dem Jahre 1851 eine erhöhte Aufmerkſamteit zu- boch hatte et damit fein Glück, Borträgen, in welchen Herr Dr. med. Went in 8 aufeinander gewendet. Außer den täglichen Revisionen vor jeder Vorstellung sicheres Gewahrsam gebracht. Bei seiner Vernehmung behaupte jolgenden Borträgen über:„ Die Bedeutung der Hygiene feitens der Feuerwache auf der Bühne und der Exekutivbeamten er zuerst Belzer zu heißen, dann Gustav Schölisch, Karsdorf daß Borefchichtliche Entwidelung",„ Bolts: in den vom Publikum benusten Räumen wird jedes Theater Wilhelm Gafoori aus Gömmerda. Es hat sich erwiesen, Arbeiter Bildungsschule. Am Sonntag, den 31. Juli, registriren. Vormittags 9 Uhr, findet für die Schüler und Mitglieder der Arbeiter- Bildungsschule ein Besuch des Botanischen Gartens statt. Widerstand, aus einem " Gerichts- Beitung. " dun Löning und nach dem Besuch in Bering's Wohnung der Zeuge noch auf dem Bochumer Verein beschäftigt war?-Bering: Ja, ich habe ihn später auf dem Bochumer Verein noch wieder gefehen. bekannt soweit Sachver Zeuge: Nur in AusVom alle diese Namen falsch sind und daß der Mann auch eine Zeit lang den Namen Schulz aus Berlin geführt und sich auch Hermann Schlüter genannt hat. Dieser Name ist vielleicht richtig. Von Beruf ist der Mann Artist untergeordnetsten Ranges; er pflegte Die Stempelfälschungen auf dem Bochumer Verein von Wirthshaus zu Wirthshaus zu gehen und dort seine Künste vor Gericht. Die Herren Sachverständigen halten es übereinstimmend vorzustellen. Seinen Angaben zufolge ist er in letzter Zeit in Essen, 27. Juli 1892. für undenkbar, daß einem Abnahmebeamten bei nur einigermaßen Breslau, Posen, Lübeck, Hamburg, Hannover, Wunsdorf, Rheine, Dritter Tag der Verhandlung. sorgfältiger Prüfung die Spuren der beseitigten Stempel verRotterdam, Kleve, Goch, Krefeld und Berlin gewesen. Von Buerst kommt der von 1876 bis 1882 auf dem Bochumer borgen bleiben fonnten. Auch sei es gar nicht möglich, daß in Berlin ist er nach Kottbus gekommen. Der Mann mißt 1,67 Meter, Verein als Vorarbeiter unter dem Meister Wilhelm Rosendahl der Weise, wie der Zeuge es schildert, vertittete oder mit einen kleinen Schnurrbart, grade Nase und ist von sehniger Quantius zur Vernehmung. Er bekundet, daß in einem vision auf der Strecke unbemerkt bleiben und mit verlegt Gestalt. Er spricht fächsische Mundart. Als besondere großen, schweren, wohlverschlossenen Schranke über 100 falsche werden, solche Schienen würden unfehlbar dem Werke zurüc Kennzeichen sind folgende Tätowirungen zu erwähnen: auf dem Kontrolleurstempel aufbewahrt wurden, mit denen vom Abnehmer gesandt werden; gerade dem Bochumer Verein aber seien linken Unterarm ein Schiff, auf dem rechten Unterarm die Buch- verworfene oder ihm gar nicht vorgelegte Schienen heimlicher wohl überhaupt teine geflicten Schienen zurückgesandt worden. staben H. Sch. Zwischen diesen Buchstaben ein Anker mit Ring Weise abgestempelt wurden, während dafür aus abgenommenen ihnen und Tau und darunter zwei gefreuzte Zweige und die Jahres. Schienen die Stempel durch Ausfeilen entfernt und die Schienen ständiger General direttor Tull- Hörde bemerkt, es sei zahl 1888. Narben finden sich auf dem Daumen der linken mit Roftwaffer begossen wurden. Die mit den falschen Stempeln bekannt, daß bei feiner Eisenbahnverwaltung auf der Strecke fo Hand und auf der Stirn. Auf dem Rücken hat der Mann einen versehenen Schienen wurden gekittet und geflickt und dafür andere genau die Schienen geprüft werden, wie gerade bei der Württemgroßen mattbraunen Leberfleck. Ferner ist die hiesige Polizei zur Verladung gebracht, auf jeden Waggon etwa 20 folcher ver- bergischen Staatsbahn. Präf.: Haben Sie gesehen, daß erfucht worden, nach dem 18- bis 20- jährigen jungen Mann zu botenen Schienen. Präs: Mußten die Schienen wegen des Schienen von der Strecke zurückgekommen sind? fahnden, der in der Nacht vom 8. zum 9. b. M. in der Nähe Rostes nicht auffallen?-3euge: Nein, manche andere Schienen, Ja, in den 70er Jahren von der Württembergischen Bahn. von Ettlingen den Landwirth Schneider erschlagen und beraubt namentlich wenn sie etwas after, waren an und für sich schon rostig.- Angell. Bering befundet, übereinstimmend mit dem Sachhat. Der Mörder hat ein volles blaffes Gesicht, furze schwarze Präs.: Diese Schienen wurden am anderen Tage dem Revisor verständigen Tull, daß in der Regel die von der Strecke aus links getämmte Haare, einen Anflug von schwarzen Schnurrbart, nochmals vorgelegt?-Beuge: Ja. Präs.: Denselben dem Werke zur Verfügung gestellten Schienen von diesem, wegen ist von kräftigem Körperbau und mißt 1,66 Meter. Bekleidet Revisor?-3euge: Ja; es ist auch vorgekommen, daß wir der Kosten, nicht zum Werte zurücktransportirt, sondern an Ort war er, als er zulegt gesehen wurde, in gutes dunkeles Sack von derselben Schiene den Stempel mehrmals hinter einander und Stelle um jeden Preis verkauft werden. jacket, helle Hosen und schwarzen weichen oben eingeknickten entfernen mußten und dann dieselbe Schiene dem gleichen Revisor nahmefällen habe er( Bering) solche zurückkommen lassen, um sie Filzhut. auch noch öfter als zweimal vorgelegt wurde. Bras.: Wissen genauer zu prüfen, daß von der Württembergischen Bahn Schienen Sie noch, welche Bahnen auf diese Weise betrogen wurden? zurüdtamen, davon ist ihm Nichts bekannt, Präf.: Saben Ganz geriffene Jungens find die Einbrecher gewesen, die Beuge: Unter anderen die Bergisch- Märkische, die Rheinische, Sie unmitte.ar gesehen, daß die Schienen von der Württem den Diebstahl bei dem Fleiſchermeister V. in der Müllerstraße Die Württembergische. Bei der Sache mit der Württembergischen bergischen Bahn zurückgekommen sind?- Beuge: Das nicht, ausgeführt haben. Sie hatten B. schon lange Zeit vorher ihren Staatsbahn wurden einmal 100 oder 200 Schienen zwei ich habe nur gesehen, daß Ersatzschienen für diese abgefandt Besuch angemeldet. V. war im August vorigen Jahres bestohlen die am Tage vorher von zwei Abnehmern wurden. ganze Waggons voll Sachverständiger Regierungsrath Helbig: E3 worden und damals theilten ihm die Einbrecher schriftlich mit, nach genauer Prüfung abgenommen und gestempelt waren, nach tommt mir unmöglich vor, daß ohne Reklamation der Werkdaß fie bei geeigneter Gelegenheit ihn wieder besuchen würden. Feierabend durch eine Stangirmaschine des Bochumer Bereins Berwaltung von einer Wertsmaschine ohne Weiteres vom BergischDer Genannte traf daraufhin alle Vorsichtsmaßregeln, schaffte vom Berg.- Märk. Bahnhof zurückgeholt. So weit will Zeuge Märkischen Bahnhof zwei Waggons zurückgeholt wurden; die elektrische Bärmapparate an den Thüren an und hielt sich so für die Sache selbst mit angesehen haben. Am anderen Morgen Bahn giebt die Wagen nicht so ohne Weiteres heraus.- Zenge: gesichert. Die Spigbuben aber hatten alle diese Maßregeln babe Rosendahl, auf die wieder mit Abnehmen beschäftigten b. Ob die Wagen nun direkt vom Bergisch- Märkischen Bahnhof ausbaldowert und verfuhren bei ihrem jezigen Einbruchnahmebeamten geigend, ihn mitgetheilt, daß er über Nacht zurückkamen, das kann ich nicht genau sagen ich habe nur auch demgemäß. Sie hoben zunächst die Nolljalousie diese abgenommenen und zurückgeholten Schienen durch gesehen, daß sie von der Strecke zum Bergisch- Märkischen Bahnder Ladenthür hoch, öffneten alsdann die obere Luft nicht abgenommene habe ersehen lassen:„ So muß man of zurüdfamen. Der Beuge behauptet ferner, das Schienenscheibe derselben, den Draht des zerschnitten den Lärm es apparats und brangen dann in den Laden ein. Darauf machen!" hätte Rosendahl hinzugefügt. Rechtsanwalt lager sei durch ein Glockenfignal durch den Werksportier von dem & enzmann: Wir beantragen, den Meister Rosendahl Fortgang der Abnahmebeamten benachrichtigt worden. hin wurden die Füllungen der Thüren, die zum Komptoir in Gavona sofort telegraphisch als Zeugen vorzuladen; in zwei Bortier habe eine Drahtleitung zum Schienenlager geführt. führten, durchschnitten und so das Läutewerk, welches in die Tagen fönnte er hier sein. Präs.: Nosendahl wird sich Bering müffe davon wissen. Präs.: Herr Bering, ist das Wohnung des V. führte, illusorisch gemacht. Einer der Verhüten, zu erscheinen; er müßte doch befürchten, hier unter der richtig?- Angeklagter Bering: Die Herren Sachverständigen brecher stand während des Einbruches Schmiere" auf der Anklage gestellt zu werden.- Rechtsanwalt Sello: Der werden bestätigen, daß ein Glockenzug vom Portierzimmer nach) Straße und wurde von dem Revierwächter beobachtet. Der Be Meinung bin ich nicht, seine Vergehen sind doch verjährt. dem Schienenlager gar nicht möglich ist. Sachverständiger 3euge: Db das nun ein amte trat an den Einbrecher heran und fragte ihn, ob er ihm Bräf.: Doch nicht alle, es liegt auch aus späterer Zeit noch be- Baumeister Mack: Allerdings. die Hausthür öffnen folle, worauf jener höflichst mit den lastendes Material gegen Rosendahl vor; er war angeschuldigt; Glockenzug oder ein Telephon oder was sonst war, weiß Worten: Lassen Sie man, Ontel, ich erivarte hier blos die Anllage gegen ihn ist indessen wegen seiner Abwesenheit vor- ich nicht; ich weiß nur, daß durch diese Leitung nach dem ein Glockenfignal gegeben wurde. Jemanden!" daufte. Am Tage nach dem Diebstahl erhielt B. läufig fallen gelaffen. Würde er hierher kommen, dann müßte Schienenlager hin von den Einbrechern eine Postkarte, in welcher dieselben schrieben, er auf der Anklagebant Plaz nehmen. Berth. Lenzmann: Wertheidiger Rechtsanwalt Wallach: Ich beantrage, sofort der Schinken sei ganz vorzüglich gewesen, die Wurst aber schmece Es ist ja möglich, daß er sich der Anklage stellt. Würde er trotz einen Kommissar zur Lokalbesichtigung dieser Drahtleitungen mit nach Hottehüh! Montag traf bei B. ein zweites anonymes der Vorladung nicht erscheinen, so wäre das für unsere Ber- dem Zeugen zu entfenden. Bräf.: Wir werden zunächst für Schreiben ein, in dem eine Reihe von Kunden des Schlächter theidigung ein bedeutend unterstützendes Moment. Präs.: heute Nachmittag die beiden fraglichen Portiers Hante und meisters angegeben und gegen diese unerhörte Infulten gerichtet Ich bitte, vor einem Beschluß über die Vorladung Rosendahl's Bödicker als Zeugen laden. C3 waren. Beide Schreiben wurden der Kriminalpolizei eingehändigt. zunächst den Zeugen Quantius zu Ende zu vernehmen. Nach einer halbstündigen Pause wiederholt Vertheidiger -Die angenehmste Rolle spielt hierbei wieder der Nachtwächter. wird denn auch mit dessen Bernehmung fortgefahren. Rechtsanwalt Wallach den vorhin schon von R.-A. Lenzmann Bräf.: Geschah es oft, daß Sie des Nachts Stempel aus- und ihm selbst gestellten Antrag, den Meister Rosendahl aus Mit einem außerordentlich gefahrdrohenden Braude feilen mußten?- 8enge: Ja, manchmal drei Nächte in einer Sarona telegraphisch zu laden. Der Präsident erklärt, der Gefeilen mußten? hatte sich gestern ein großer Theil der hiesigen Löschmannschaften Woche. Bras. Sie mußten dann auch Flidereien an richtshof werde sich darüber einen Beschluß vorbehalten. mehrere Stunden hindurch zu beschäftigen. Auf dem Grundstück Schienen vornehmen, die nachher falsch abgestempelt wurden?- Präs.: Herr Bering, ist Ihnen davon etwas bekannt, daß Raiserstr. 28, welches aus einem Vordergebäude und zwei Seiten flügeln zu Wohnzwecken dienend besteht, befindet sich die Droguen-, Beuge: Ja. Präs.: Was für Fehler waren es, die Sie da früher irgendwo ein Glockenzug existirte, der dazu diente, die Arflügeln zu Wohnzwecken dienend besteht, befindet sich die Droguen, zu verdecken und zu vertitten hatten, waren es große oder kleine beiter von der Ankunft der Revisionsbeamten zu benachrichtigen? Farben und Petroleumhandlung Engros von Robbelt und Ro. Fehler?- Beuge: Kleinere und größere Löcher und Nisse, die Angell. Bering: Ja, vor meiner Zeit, bis ca. 1878/79 war ein An den linken Seitenflügel schließt sich ein Fabrikgebäude an, wir vertitteten oder in welche wir Stücke einschweißten. folcher Bug beim Schienenwalzwerk; sobald ich die Leitung dieser in welchem sich die Militärbekleidungsstoffe und Lederhandlung Don Beermann befindet, an den rechten Seitenflügel angrenzend ist Präs.: Was für Material verwandten Sie zu dem Ritt? Abtheilung übernahm, ließ ich die Leitung zu einem Feuersignalwert Beuge: Mastyy, Eisenfeilspähne, Harz, Salmiat. das zweistödige Lagerhaus, in welchem die Lagervorräthe von Woher bekamen Sie Masing?-3e uge: Aus dem Materialien- Präj.: Was mußten denn da die Arbeiter thun, wenn Beuge: Mastyg, Eisenfeilspähne, Sarz, Salmiat.- Präs.: umändern, sodaß es seinem alten Zwecke nicht mehr dienen konnte. Woher bekamen Sie Mastyg? Robbelt und Sto. untergebracht sind. Das langgestreckte Gebäude lager, oder wenn nichts vorhanden ließ ich mir auf dem Ihnen die Ankunft eines Revisors angezeigt wurde?- Bering: lager, oder begrenzt an der rechten Seite das fünfftöckige Lagerhaus der Hauptbureau einen Bestellzettel geben. Präs.: Wußte Herr Sie hatten die anderen nicht für die Revisoren bestimmten SchönBüftenhandlung von Eduard Böhm, Alexanderstr. 35 und die Metallgießerei von Borchert, Nr. 34 derselben Straße. Heute Bering etwas von diesen Unregelmäßigkeiten?-Beuge: Ja, heitsfehler- Schienen vorher bei Seite zu schaffen, damit die ReNachmittag gegen 3 Uhr verweilte der bei Robbelt und Ko. wenn der Abnehmer fort war, dann kam Herr Bering aufs visoren nicht etwa glauben sollten, daß solche Schienen unter die in Lehre stehende Neffe des Juhabers der Firma, der Schienenlager, erfundigte fich nach dem Resultat der Abnahme für sie bestimmten kommen könnten. Unsere Raumverhältnisse wenn viele Stempel auszuführen waren Zeuge Quantius sagte er zu waren damals noch sehr beschränkt. 16jährige Mar R., und sein 14jähriger Bruder dem unteren Stock des Lagerhauses, woselbst sich größten behauptet Zeuge, sei Bering Mittags auf das Schwellenlager einen gerade anwesenden Arbeiter Borsch mann vor. Derselbe dem unteren Stock des Lagerhauses, woselbst sich größten- ns: Heute Nacht müßt Ihr wieder ordentlich' ran!" Einmal, fchlägt zur Unterstügung seiner Aussage über die Signalleitung theils leicht brennbare Stoffe, als Benzin, Firniß, gefommen und habe unreelle Manipulationen bei der wird dann auch vernommen. Auf Verlangen des Vertheidigers ferner Oleum, verschiedene Säuren u. f. w. befinden und soll der jüngere Knabe ein Streichholz entzündet haben. Plötzlich Biegung angeordnet, durch welche der Abnehmer Neugebauer Rechtsanwalt Kümenbeck werden zur Charakterisirung seiner fchlug eine gewaltige Feuersäule empor, welche in wenigen betrogen werden sollte. Angeff. Bering bestreitet dies aufs Glaubwürdigkeit seine Vorstrafen eine ganze Reihe wegen der Entfchiedenste. Vertheidiger Rechtsanwalt Schwering: verschiedensten Strafthaten festgestellt. Präf.: Wissen Sie Sekunden das ganze untere Stockwerf in ein einziges Flammen Diese Herrn Bering belastenden Aussagen hat der Zeuge bei etwas von einer Signalleitung zur Benachrichtigung von der Anmeer verwandelte. Die beiden Knaben vermochten, Hilfe -Zeuge, fräs.: Wissen Sie sonst noch Belastendes gegen Bering? schreiend, nur mühsam das Freie zu gewinnen, hatten jedoch fo früheren Vernehmungen noch mit feinem Worte vorgebracht. funft der Revisoren auf dem Bochumer Verein der ebenfalls unvereidigt vernommen wird, sagt aus: Ich erhebliche Brandwunden im Gesicht und an den Händen erlitten, Daß fie nach Anlegung von Nothverbänden durch Samariter der Beuge: Gin früherer Vorarbeiter Löning fam einmal mit war in den Jahren 1878/79 auf dem Bochumer Verein als falschen Stempeln zu mir und erzählte, er wollte den Bochumer Laufbursche angestellt und hatte nur die Aufgabe, aufzu Feuerwehr mittelst Krankenwagens nach dem städtischen Kranken- Verein deswegen anzeigen. Ich rieth ihm davon ab; er gab denn passen, wann ein Revisor das Werk betrat. Dann mußte ich sohaufe überführt werden mußten. Als die ersten Löschinannschaften auch seine Absicht auf, und wir brachten die Stempel dann dem fort auf einem anderen Wege als der Revisor in die Flickerei 8 Minuten nach Ausbruch des Feuers an der Brandstelle ein trafen, stand bereits das ganze Lagerhaus, in dem auch große Meister Lehmkuhl. Acht Tage später kam dann der Polizei- laufen und hineinrufen:„ Der Femd ist da!" Dann verschwanden trafen, stand bereits das ganze Lagerhaus, in dem auch große Sergeant Hachert in der Kneipe zu mir und forderte mich im die in der Flickerei mit Kitten beschäftigten Arbeiter sofort aus Quantitäten Streichhölzer waren, sowie ein Theil des Einmal war ich unaufmerksam, und ein Namen Bering's auf, mit ihm in dessen Wohnung zu kommen diefer Werkstätte. Dachstuhls 2agerhause der Firma ob ich nun nüchtern oder betrunken sei. Das Lettere sei ihm Revisor wäre beinahe einmal unvorhergesehener Weise in die 2. Böhm in Flammen. Auf dem Sofe stand ein eben angefahrener Wagen, enthaltend neun Fässer( Bering) noch lieber, hätte derselbe gesagt. In Bering's Woh- Werkstätte gekommen; nur durch Zufall sei das Herannaben des nung wurde ich von Bering mit Wein bewirthet; ich betreffenden Revisors von einem Arbeiter der Werkstatt selbst Petroleum, welcher nun zunächst nach der Straße wurde nach den Verbleib der erwähnten Stempel von noch rechtzeitig entdeckt worden. Ich wurde dann von meiner hinabgeschoben wurde. Wenige Minuten später waren fast die gesammten Löschzüge Berlins zur Stelle und wurde sofort mit Bering befragt; ich sagte aber, ich wüßte nicht, wo sie geblieben. bisherigen Beschäftigung entbunden; das Signalisiren wurde nun brei Dampfspritzen, mehreren Handdruckspritzen, insgesammt Ich wurde bald darauf vom Schienenlager in die Herz bem Portier übertragen und dazu eine Telegraphenleitung anAngett. Bering bestreitet auch dies gelegt. Ich mußte den Portier dann instruiren, wie er die An11 Schläuchen, gegen das entfesselte Element und zwar von den stück- Werkstätte versetzt. Häusern Alexanderstraße 34 und 35, sowie von der Kaiserstraße entschieden. Ein anderer Polizeiferge ant Glocke( jest todt) habe funft der verschiedenen Revisoren durch eine verschiedene AnNr. 28 vorgegangen, da die Gefahr vorlag, daß der gange einmal unaufgefordert ihm den Zeugen Quantius ins Haus ge- zahl von Signalen anzukündigen hatte. Ich selbst kam dann bracht, und zwar in betrunkenem Zustande. Glocke habe den in die Werkstatt, Schienen getittet und in solche eingefekt wurden. Häuserkomplex von den Flammen ergriffen werde. Dem ener Angeklagter gischen Eingreifen der Löschmannschaften unter persönlicher Lei- Quantius öffentlich über Stempelfälschungen auf dem Bochumer„ Schwalbenschwänze" tung des Branddirektors Stude gelang es nach einstündigem Berein schimpfen und drohen gehört. Er habe den Quantius in- Bering bemerkt, daß die vom Zeugen bezeichnete anKampfe, die größte Gefahr zu beseitigen, jedoch mußte bis nach dessen sofort hinausgeworfen und dem Glocke streng untersagt, gebliche Leitung mit der von ihm selbst vorhin erwähnten ihm wieder solch einen Menschen ins Haus zu bringen. nicht identisch sein könne. Präs.: Wußte Bering Etwas von 26 Uhr ununterbrochen Wasser gegeben werden, wobei zwei Schläuche platten. Die Aufräumungsarbeiten zogen sich bis gegen Bräf.: Haben Sie von Fusangel oder Lunemann Unterstützung all' dem? 3euge: Davon weiß ich nichts. Mehrere Zeugen lassen sich über den Leumund des Zeugen 7 Uhr Abends hin, doch muß noch eine Brandwache die Nacht erhalten? Beuge: Nein, aber von einem anderen Herrn aus über am Drte bleiben. Der angerichtete Schaden dürfte nach der Druckerei der" Weſtf. Boltszeitung" habe ich im vorigen Quantius in ungünstigster Weise aus; der Bruder des Quanting oberflächlicher Schäßung etwa 20 000 m. betragen, da das Jahre ein Darlehn erhalten. Bräf: Wieviel?-3euge: verweigert über dessen Leumund seine Aussage.- Ueber verUeber 50 M. Präs.: Ist es richtig, daß einmal, nachdem fchiedene nach den Aussagen anderer Zeugen von ihm begangene Droguenlager total ausgebrannt ist. Sie vom Bochumer Verein entlassen, ein Herr bei Ihnen war, Wechselfälschungen u. s. w. verweigert 3euge Quantius fein Polizeibericht. Am 27. d. M. früh wurde am Petroleum- der Ihnen 10 000 W. bot, wenn Sie nach Amerifa gehen Bengniß. Nach der Aussage des Zeugen Polizei- Wachtmeisters Böhm Lagerhof die Leiche einer etwa 25-30 Jahre alten Frauensperson wollten? 3euge: Ja, im vorigen Sommer, derselbe ist aus dem Wasser gezogen. Vormittags gegen 74 Uhr wurde nachher noch einmal bei mir gewesen, aber ich habe abgelehnt. hat der Bruder des Quantius denselben ihm gegenüber als Lumpen, eine in dem Buttergeschäft Rügenerstr. 8 beschäftigte Verkäuferin Präs.: Warum haben Sie nicht angenommen? Beuge: ber ja schon Meineide geschworen habe, bezeichnet. noch nach Amerika gehen Als Zeuge erscheint Bureau- Vorsteher Windhuys vom von einem Manne, der offenbar die Ladentaffe rauben wollte, Ich bin schon zu mit einer Bierflasche derartig auf den Kopf geschlagen, daß sie au fönnen. Bräf.: Haben Sie über das erhaltene Darlehen Bochumer Verein. Präs.: Was für Lohn erhielt Quantius, längere Zeit bewußtlos blieb. Der Thäter entfloh, ohne seine einen Schuldschein ausgestellt? 8euge: Ja! Präf.: als er am Schienenlager war und was in der Herzstück- WerfAbsicht erreicht zu haben, und ist noch nicht ergriffen. Abends Haben Sie nicht später erzählt, die ganze Geschichte von dem ftätte? 3euge: Am Schienenlager monatlich durchschnittlich stürzte ein 3 Jahre alter Knabe aus dem Fenster der im zweiten Unbekannten und dessen Angebot der 10 000 Mart fei von Ihnen 126,95 M., später in der Herzstück Werkstätte 127,30 m., Stock des Hauses Prenzlauerstr. 48 belegenen Wohnung seiner erfunden gewesen? Beuge: Nein!-Präf.: Haben Sie das ist ein Tages Durchschnitt von 5,08 refp. 5,09 W. Eltern auf den Hof hinab und blieb auf der Stelle todt.- An Jemandem erzählt, daß Sie während der Beit diefes Prozesses Präsident: Zeuge Quantius, Sie haben doch ausgesagt, am Schienenlager täglich einen Schichtlohn derfelben Tage entstand Vormittags in dem Droguengeschäft von der Fusangel'schen Partei unterhalten werden? Beuge: Sie hätten Grüner Weg 33 Feuer, verursacht durch unvorsichtigkeit beim Ab- Ich habe einem Bochumer Lumpenſammler erzählt, daß ich von 3,50 m. verdient, nachher in der Herzstücken- WerkZeuge Quantius: Das ist richtig, füllen von Benzin. " Nachmittags brannte am nördlichen Ende während der Zeit meiner Arbeitslosigkeit täglich 4 Mart bekommen statt in Afford 5 M.? Präs.: Haben Sie in aber der Rest über die 3,50 M. hinaus war für Ueberschichten. der Beuffelstraße das von Kindern absichtlich angezündete dürre könnte woher, habe ich nicht gesagt. Bras auf einer Biese in nicht unbeträchtlicher Ausdehnung.der Zeit Ihrer Arbeitslosigkeit falsche Wechsel ausgestellt Bräf.: Sie haben uns die Sache aber vorhin so dargestellt, Außerdem wurde im Laufe des Tages und in der darauffolgenden 3 schwebt in der Sache eine Untersuchung gegen Sie; Sie als ob Ihre Versehung in die Herzstückwerkstatt, nach dem Besuch dürfen darüber Ihre Aussage verweigern.-Beuge thut in Bering's Wohnung, eine Berbefferung für Sie bedeutete; hatten Nacht die Feuerwehr noch dreimal zu unbedeutenden Bränden dies.- Bräf.: Sie haben auf dem Bochumer Verein anfangs Sie denn in der Herzstückwerkstätte leichtere Arbeit als vorher? gerufen. 3,50 Mart täglich, später in der Herzstück- Werkstätte 1,50 Mart Quantius: Nein, das nicht, im Gegentheil schwerere. mehr täglich verdient? 3euge: Ja, später stand ich Präs.: Waren Sie denn nun lieber auf dem Schienenlager oder im Afford, wo ich durchschnittlich 5 Mart täglich verdiente. in der Herzstückwerfstätte? Quantius: In der letzteren; Ueber den Unbekannten" mit den 10 000 Mart weiß Beuge dann hatte ich doch mit all den Unregelmäßigkeiten auf dem nichts Näheres anzugeben, vorher und nachher habe er ihn nie Schienenlager nichts mehr zu thun. nfs wieder gesehen. Vertheidiger Rechtsanwalt Lenzmann: Beuge Diez, als 16 jähriger Hilfsarbeiter 1884/85 auf dem Hat der Angeklagte Bering gewußt, daß nach der Geschichte mit Bochumer Verein in der Räder- Dreherei beschäftigt, will gefehen standing Wami ni pig neu pole dur bu hii m Gasde on satin st Dom in und -" alt, um M. haben, daß von zu Proben bestimmten Rädern die KontrolleurAls Zeuge erscheint der ehemalige Polizeisergeant Hackert. es auf dieser Linie sogar vor, Unbefahrene" für nur = Versammlungen. Depeschen: ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Paris, 28. Juli. Der Minister des Innern Loubet hat nunmehr fraft seiner Befugniß verfügt, den auf die Gemeinde Baris entfallenden Zahlungsbeitrag für die Verstärkung des Effektivbestandes der Polizeimannschaft dem städtischen Budget einzuverleiben. Die Generalversammlung der Allgemeinen Kranken- Jund heftig, daß in den Häusern die Fenster klirren. Der Zava Stempel durch Aushämmern entfernt und statt deren dann andere und Sterbekaffe der Metallarbeiter( E. H. 29, Hamburg) zu Ausfluß hat zugenommen. Räder, die oft vorher erwärmt waren, probirt wurden. Die Er- Weimar( nicht Wismar, wie gestern irrthümlich gedruckt wurde) Eine Wafferhose zerstörte, wie aus New York berichtet wärmung bezweckte, ein besseres Resultat bei der Probe zu erzielen.- nahm am 26. Juli die Berichte des Vorstandes, des Haupt wird, in der Bay City 4 Hotels, 2 Kirchen, 54 große Kaufhäuser Die Sachverständigen erklären, daß es üblich sei, bei zu großer Kälte faffirers und der Revisionstommission entgegen. die Räder ein wenig zu erwärmen vor der Probe, um sie auf biezu 41 Redner. Besonders scharf fritisirte Schwittau( Berlin) den ganzen wesivirginischen Diftrift, zerstörte 4 Eisenbahnbrücken Es sprachen und Waarenlager und 300 Privathäuser. Dieselbe verwüstete die normale Temperatur zu bringen. Die betreffenden probirten die Extra- Unterstützung, welche der Hauptvorstand in Berlin hat und mähte den großen Birginiawald vollständig nieder. Räder fönnten auch eigene Proben des Bochumer Vereins ge- vornehmen lassen. Von einigen Rednern wurde der Beschluß des wesen sein. Präs.: Ist denn das Werk berechtigt, einen Vorstandes betreffs Aufnahme von Nicht- Metallarbeitern be= Kontrolleur- Stempel zu entfernen? Sachverst. Passauer: mängelt. In den Sigungen am 27. Juli wurde berathen, ob die Ja; wenn die Schienen, etwa irrthümlich zu viel abgenommen Kasse fernerhin dem§ 75 genügen oder in eine Zuschußkasse und abgestempelt, für einen anderen Abnehmer verwendet werden umgewandelt werden solle. Hierzu waren ca. 60 Redner einsollen, dann muß sogar der erste Stempel entfernt werden. gezeichnet, von denen am ersten Tage 30 sprachen, darunter 20 Beuge Arbeiter Dessowial war 1884/85 auf dem Bochumer für Umwandlung in eine Zuschußkasse. Wie uns ein Telegramım Verein. Er will gesehen haben, wie Stempel abgefeilt und die meldet, ist die Umwandlung der Kaffe in eine Zuschußtasse mit felben Schienen dem Kontrolleur nochmals vorgelegt, ver- 42 gegen 28 Stimmen beschlossen worden. Effen a. d. Ruhr, 28. Juli. Stempelfälschungsprozeß. worfene Schienen in Abwesenheit des Kontrolleurs von ArIn der heutigen Sigung wurde mit der Vernehmung der Zeugen beitern abgestempelt ob mit falschen Stempeln, weiß er nicht Die Heizer und Kohlentrimmer der überfeeischen Dampfer- fortgefahren. Der Beuge Quantius hielt seine belastenden Ausund verladen wurden. Er will die Angeklagten Herda und linien, schreibt man uns aus Hamburg, müssen einmal wieder die fagen aufrecht und wurde nachträglich vereidigt. Mehrere der Krüger mehrmals gesehen haben, wie sie Stempel auf ver- Dividenden der armen Aktionäre fettmachen helfen. Die" Ham- Beugen wollen Ungehörigkeiten bei der Abstempelung der Schienen worfene Schienen drückten. Angeklagter Krüger: Die burg- Südamerikanische Dampfschiff- Gesellschaft" ist in dieser Be- wahrgenommen haben, mehrere andere Zeugen und Gutachter Revisoren machten zum Theil auf die noch in die Adjustage ziehung mit edlem Beispiel vorangegangen. Zehn Mart pro behaupten das Gegentheil. zu sendenden, sonst aber akzeptirten und nachher abzu- Mann und Monat weniger oder keine Heuer, das ist die Losung. und Militärbehörden bei Maßnahmen gegen die Cholera haben Wien, 28. Juli. Behufs gemeinsamen Vorgehens der Zivilstempelnden Schienen ein Zeichen, das dem auf den verworfenen Die Heizer müssen also für 65 M. und die Trimmer für 55 M. das Ministerium des Innern und das Kriegsministerium die ersehr ähnlich war. Bielleicht verwechselt der Zeuge Beides?- monatlich die Reise nach Brasilien machen und Gefahr laufen forderlichen Weisungen erlassen. Insbesondere ist den Gemeinde3euge: Nein, es waren thatsächlich verworfene Schienen. vom gelben Fieber hinweggerafft zu werden. Ja man zieht vorstehern eingeschärft worden, den ersten Cholerafall sofort der Präs.: Haben Sie von Herrn Bering einmal Auftrag er 40 Mark auszumustern! Auch die Hamburg- Amerikanischen Buständigen Militärbehörde anzuzeigen. halten, den Quantius zu ihm zu bringen? Beuge: Ja, Backetfahrt- Aktiengesellschaft", welche schon vor längerer Zeit den 46 Erkrankungen an der Cholera und 42 Todesfälle vor, Petersburg, 28. Juli. Am 26. Juli tamen in Astrachan Herr Bering gab mir Auftrag, ihm den Quantius zu holen, und Monatslohn herabsetzte, will mit ferneren Abzügen vorgehen, in Woronesch 15 Erkrankungen, 10 Todesfälle, auf den Stationen wenn er auch betrunken sei; er habe mit ihm etwas zu besprechen. ebenso alle anderen Linien. Leider ist der Arbeitermarkt so über- der Rostow- Woronesch- Eisenbahn 17 Erkrankungen und 9 Todes Präs.: War Quantius betrunken? Zeuge: Ja, er war füllt, daß es immer gelingt, Beschäftigungslose mit Leichtigkeit zufälle, in Rasan 9 Erkrankungen und 7 Todesfälle, in Sjamara angetrunken. Prä f.: Hat Herr Bering gefagt, es sei ihm folchem Schundlohne für die schwere und gefahrvolle Arbeit der 120 Erkrankungen und 74 Todesfälle, in Sfaratow 91 Erkrankungen fogar lieber, wenn Quantius betrunken sei? 3euge: Nein. Seeleute anzuwerben. Ja sogar die„ Kimpsin- Linie" will, wie und 61 Todesfälle, in Simbirst 68 Erkrankungen und 38 LodesBräf.: Haben Sie gesehen, daß Herr Bering dem Quantius verlautet, wieder deutsche an Stelle der chinesischen Heizer und fälle, in Rostow 106 Erkrankungen und 69 Todesfälle, in Tas Wein zu trinken gegeben hat? 3euge: Das weiß ich nicht, Trimmer anwerben, wahrscheinlich weil im Augenblick die es stand allerdings Getränk auf dem Tisch; ob's Wein war, weiß Arbeitshände bei uns billiger find, als im„ Reiche der Mitte". ganrog 5 Erkrankungen und 4 Todesfälle und im Gouvernement ich nicht. Ich habe das Zimmer vor dem Quantius verlassen. Freilich die Direktoren der Aktiengesellschaften haben in erster Chartow 15 Erkrankungen und 3 Todesfälle. In Zarizyn sind Angeklagter Bering bestreitet das entschieden und hält an Reihe dafür zu sorgen, daß die Dividenden möglichst fett aus am 25. Juli 48 Erkrankungen und 29 Todesfälle und in Drenseiner vorherigen Aussage fest. Er bittet event. feine Schwieger- fallen, und so werden Rieme aus der Haut der armen Heizer burg bis zum 27. Juli 9 Erkrankungen und 6 Todesfälle konstatirt worden. mutter als Zeugin über diesen Vorgang zu laden. Hackert leide und Trimmer geschnitten. übrigens an hochgradiger Gedächtnißschwäche und sei deswegen sogar vom Bochumer Verein entlassen worden. Es sei ja möglich, daß Hackert in seiner Erinnerung sich mit seinem Kollegen Glocke, der mit dem Quantius bei ihm( Bering) gewesen, ver= wechsele. Vertheidiger Rechtsanwalt 2enzmann: Daß so etwas möglich ist, glaube ich nicht, eventuell würde ich die Ladung Paris, 28. Juli. Der Ministerrath hat beschlossen, den von eines ärztlichen Gutachters hierüber beantragen. In Stolpe an der Nordbahn fand am 23. Juli eine Bolts- listischer Gemeindevertretungen Frankreichs zu untersagen. dem Munizipalrath von St. Duen einberufenen Kongreß soziaBeuge Polizeikommissar Nohse, befragt, was er von dem Zeugen versammlung unter Leitung des Genossen Otto Glare statt. Von Hackert halte, befundet, über denselben absolut nichts Nachthei- allen Ortschaften waren die Leute gekommen, um den Vertreter Urtheil in dem Prozesse gegen die vier des Dynamitdiebstahls Versailles, 28. Juli. Das Schwurgericht fällte heute das liges zu wissen; nur scheine es, als ob er seit den letzten Jahren des Reichstags- Wahlkreises, Arthur Stadthagen, zu in Soisy sous Etiolles angeklagten Anarchisten. Faugour wurde begonnen habe, stark zu trinken. hören, welcher über den Spruch Jesus Sirach's referirte: Wer zu 20 Jahren Zwangsarbeit, Challeret zu 12 Jahren, Drouhet Zeuge Arbeiter Stem mert war von 1880 bis 1891 auf dem Arbeiter den Lohn nicht zahlt, ist ein Bluthund. Der Redner zu 6 Jahren Zuchthaus und Etiévant zu 5 Jahren Gefängniß dem Bochumer Verein in der Achsen- Dreherei beschäftigt. schloß seine nicht nur zum Verstande, sondern auch zum Herzen verurtheilt. Präs.: Haben Sie gesehen, daß von Stempeln Bleiabdrücke ge- sprechenden Darlegungen unter brausendem Beifall mit der Aufmacht wurden?-3euge( unvereidigt): Ja, fünf oder sechs Mal forderung, für die Idee der Sozialdemokratie unablässig thätig Wahl in Greenock abgegebenen Stimmzettel, wo zuerst der Glad London, 28. Juli. Eine endgiltige Prüfung der bei der habe ich gesehen, wie Heinr. Müller von Stempeln aus Achsen zu sein. In der Diskussion sprach Genoffe Thal im Sinne des stoneanische Kandidat für gewählt erklärt worden war, ergab Blei- Abdrücke nahm, wonach er dann wie ich nachher sah Referenten. Nachdem der Referent im Schlußworte die An- eine Majorität von 55 Stimmen für den unionistischen Kans in seiner Werkstatt Stempel anfertigte. Praf.: Waren das wefenden noch ersucht hatte, zahlreich auf das Boltsblatt für didaten, welcher demnach den Wahlkreis im Parlamente ver Stempel von verschiedenen Abnehmern? Beuge: Ja. Teltow, Beeskow und Niederbarnim" zu abonniren, und der treten wird. Präs. Sie haben auch wahrgenommen, daß falsche Berreiß- Vorsitzende aufgefordert hatte, die Wirthe, welche den Arbeitern proben untergeschoben wurden?- 3euge: Jawohl. ihre Lokale zur Verfügung stellen, zu unterstützen, ging die Ver( Depeschen des Bureau Herold.) Präs.: Sie haben Herrn Fusangel eine Berreißprobe übergeben. fammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie auseinander. Hamburg, 28. Juli. Privatdepeschen zufolge sollen in Woher hatten Sie dieselbe? 3euge: Vom Arbeiter Hees. Damaraland neue Unruhen ausgebrochen sein. -Präs.: Den Arbeiter Lohhöfer vom Bochumer Verein sollen Bobenleger). In der Versammlung am 25. Juli sprach heutigen Verhandlung fraiste Schmidt Quantius den Stempel Deutscher Tischler Verband( Branche Parquet- Effen( Ruhr), 28. Juli. Bochumer Stempelprozeß. Bei der Sie um Ueberlassung einiger fleiner dem Bochumer Verein ge- Rollege Seß über die Preisverhältnisse der Firma Rosenfeld und von einer Schiene ab, um dem Gerichtshof das Aussehen einer hörender Notizbücher schriftlich gebeten haben. Sie meinten damit vollgeschriebene, die Sie als Beweismaterial ver- anderer Geschäfte. Es entspann sich darüber eine lebhafte De- folchen Schiene zu zeigen. Die beiden Portiers des Vereins wenden wollten? Zeuge: Nein, ich meinte damit batte, an der sich die Kollegen Schmitz, Bieste, Wünsch, wissen nichts von einer Schelleneinrichtung auf dem Bochumer leere Notizbücher. Der Zeuge ohhöfer bestätigt Arens u. A. betheiligten. Gewünscht wurde, daß noch in dieser Verein. Quantius hält seine sämmtlichen Aussagen aufrecht; er Präs.: Beuge Remmert, haben haben Sie einmal Saifon die Preise geregelt werden möchten. Es wurde darauf wird nachträglich vereidet. Der Abnahmebeamte Kurzenberger geäußert, daß Sie für ein Viertelpfund Wurst einen Meineid folgende Resolution einstimmig angenommen: bekundet, Herda habe wiederholt gegen seinen Willen Schienen schwören würden? 8euge erklärt entrüstet, dazu nicht im " In Erwägung, daß die allgemeinen Verhältnisse der Parquet- gestempelt. Herda bestreitet dies. Stande zu sein; daß er diese Aeußerung gethan, sei ihm nicht bodenleger sehr schlechte sind und eine Untersuchung erheischen, Eisen( Ruhr), 28. Juli. Bochumer Stempelprozeß. bewußt; er müsse wohl etwas anderes gesagt haben.-Präf.: beschließt die heutige Versammlung, die Ortsverwaltung des Arbeiter Diensberg fagt aus über die Benußung eines blinden Wurden Sie im vorigen Jahre während Ihrer Arbeitslosigkeit Deutschen Tischlerverbandes, speziell die Kollegen unserer Branche Stempels im Jahre 1880 durch den Angeklagten Herda; ber von Fusangel oder jemand anders unterhalten?- 3euge: zu beauftragen, die Lohnverhältnisse zu prüfen und das Resultat lettere bestreitet diese Angabe. Beuge Neugebauer hat bei den Nein. Der Präsident befragt den Zeugen, Arbeiter eine einer demnächstigen Versammlung zur weiteren Beschlußfassung Abnahmen keine Unregelmäßigkeiten gefunden. Der Bahnmeister mann, ob Remmert zu ihm gesagt habe, für ein Viertelpfund zu unterbreiten." Oppermann hat 100 Schienen mit abweichendem Stempel ges Wurst würde er einen Meineid leisten. 3euge: Ob er Jm Weiteren tam zur Sprache, daß, trotzdem die Sonntags- fehen; der Angeklagte Bering sei hierüber sehr ungehalten gerade das gesagt hat, weiß ich nicht mehr; Remmert sprach ruhe gerade bei fiskalischen Bauten am strengsten innegehalten gewesen. Schloffer Hees bekundet, an Stelle der richtigen, aus öfter über Religion, Seligkeit zc. und meinte, das sei alles Unsinu; werden sollte, auf Befehl eines königlichen Baumeisters in der den Achsen herausgeschnittenen Probestücke feien falsche Proben er würde feine Seligkeit für ein Biertelpfund Wurst verkaufen. Reichsdruckerei ein Bodenleger der Firma Leibe u. Co. des Sonn- untergeschoben worden. Der Zeuge bleibt trotz eingehendster Der Zeuge Arbeiter Petri befundet: Remmert habe ihn tags habe arbeiten müssen. mehrfach zu verleiten gesucht, ihm Stempelabdrücke aus dem B. V. zu liefern, er will indessen nicht darauf eingegangen sein. Präs. zur Zeugin Frau Reichert, bei der Nemmert im vorigen Jahre nach feinem Fortgang vom Bochumer Verein einmal wohnte: Hat Remmert zu Ihnen einmal gesagt, er wolle zum Meister Defontaine( auf den Neuen Westfälischen Stahliverken, dessen Direktor Köhler aus dem vorjährigen Steuer- Ruderverein Vorwärts". Heute Abend 8% Uhr, Sigung bei Bodenprozeß, der Feind Baare's, bekannt ist) hingehen und sich von Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, Abends von 8-10% Uhr: Süb, diesem Geld holen? 3eugin: Jawohl. Zeuge Rem- Schule, Hagelsbergerfir. 43: Unterricht in Buchführung( doppelte); Süd- die Einschleppung der Cholera. Es sollen eine Desinfektionsmert: Das ist allerdings möglich; ich habe auch wirklich öfter ftfchule, Reichenbergerstr. 133: Unterricht in Deutsch( unterer); Oftanstalt auf den Fjäderholmen für choleraverdächtige Schiffe und von Defontaine Geld erhalten. Schule, Martusstraße 31: Unterricht in Geschichte( mittlere); Nord- provisorische Krankenbaracken errichtet werden. Schule, Müllerstraße 179a unterricht in Deutsch( unterer); Physiologie. n allen Lehrfächern, mit Ausnahme von Mathematit und Buchführung, tönnen Schüler und Schülerinnen, auch jetzt im Laufe des Semesters, einLese- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marr, Abends 8% Uhr, bet Grube, Martendorferstr. 10.- Westen, bei F. Kiting, Bülowstr. 52. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Freitag. Uebungsstunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. D. Schwedterstr. Sie sind an den Miethskontrakt auf Raiser'fcher Männerchor, Schönhauser Allee 28, bei Kuhlmey. Nord, Elisabeth- 1 Jahr gebunden. tirchfir. 14, bei Nikolay.- Vorwärts 1, G.D. Adalbertstr. 21, bei soll. Dies. Es wird noch der unvereidigt vernommene Zeuge Porschmann vereidigt; des Quantius und des Remmert Vereidigung wird noch ausgesetzt und darauf die Verhandlung vertagt. Boziale tebersicht. In Brandenburg legten, wie der„ Reichs- Anzeiger" richtet, auf der Ernst Carus'schen Ziegelei 25 Arbeiter die Arbeit nieder. Verein deutscher Schuhmacher( Filiale Berlin). Montag, den 1. August, Abends 8% Uhr, bei Feuerstein( Gartensaal), Alte Jakobstr, 75. Generalversammlung. Tagesordnung: Stehe Sonntagsnummer. Zahlstelle für Riederf und Umgegend. Versammlung am Sonnabend, Vereinigung der Drechsler und Berufsgenossen Deutschlands, Sen 30. Quit, Abends 8% Uhr, im sofale des Herrn Biedermann, Prinz Handjerystr. 7. berg, Rommandantenstr. 10/11. treten. Maiglöckchen, Hochstr. 32a, bei Wilfe. Palme, in Belten bei Schröder. Gemüthlichteit Blaue Schleife, in Fragen seitens der Gutachter bei seinen Aussagen und giebt auf jede Frage Antwort. Kopenhagen, 28. Juli. Nachrichten aus Keyhjavik auf Jsland zufolge sind die französischen Fischerfahrzeuge„ Leona", Rabliaufischerei" eingetroffen waren, verschollen und sind wahrs Reine" und Emma", welche dort aus Dünkirchen zur scheinlich die aus 54 Mann bestehenden Besatzungen ertrunken. Stockholm, 28. Juli. Die Stadtbevollmächtigten bewilligten einstimmig 50 000 kronen zu außerordentlichen Maßnahmen gegen Briefkaffen der Redaktion. F. B., Pankow. Sie tönnen auf Bahlung der Miethe Kummeischer Gefangverein, Langestraße 65, bet Tempel. Buch= überhaupt nicht verklagt werden, Ihre Ehefrau nur, wenn die be- bindelse, or in re abstraße go, bet 21. Richter Miethe für ein Jahr oder die etwa verabredete kürzere Mieths( Pußer), Seydelstraße 30. Fris, Naunynstraße 86, bei Zubeil. zeit höchstens 150 M. beträgt. Aber auch wenn Ihre Frau ver Pantow, Mühlenstr. 24, bet Stöhr. Bor wärts 6,( Gem. Chor), Nieder flagt und verurtheilt ist, können Sie der Pfändung von ein Schönweide, bei Siebenbaum. Sänger Freiheit, Naunynstr. 43, gebrachten Sachen Ihrer Frau auf Grund Ihres ehemännlichen wahrheit, an der Zwölf- Apostelkirche 7b, bet Framte. bet Fröhlich. Morgenroth 4, Köpenick, Müggelheimerstr. 3 bei Held. Nießbrauchsrechtes widersprechen. Karthaus: fcher Gefangverein, Sichtenbergerstr. 21, bet Heise. Moabit", Wilhelmshavenerstraße 23, bet Brosch. bei Koch. Achtung, Schneider und Schneiderinnen Moabits! Angesichts der immer mehr um sich greifenden Arbeitslosigkeit und der Chikanen gewisser Unternehmer ist es unsere Pflicht, uns zu vereinigen. Diesen Appell richten wir namentlich an die Kollegen und Kolleginnen Moabits, woselbst die Organisation noch eine äußerst schwache ist. Wir fordern dieselben auf, am Montag, den 1. August, Abends 8/2 Uhr, bei Hermerschmidt, Perlebergerstr. 28 a, sämmtlich zu erscheinen. Daselbst findet eine öffentliche Versammlung statt, in welcher Kollege Täterow über das Thema„ Der Emanzipationskampf des Proletariats" referiren wird. Agitationskommission St. 10. Das Verlangen der Polizei ist gerechtfertigt. Collegia, Beughofstraße 8, C. M., Louisen- Ufer. Die Frau muß das alte ArmuthsBund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. mittel dem Landgericht, in dessen Bezirk ihr Mann seinen Wohnatteft unter Angabe der Ehescheidungsgründe und der Beweis alle zuschriften find zu senden an May Genz, Berlin, Belforterstraße 26, I. Freitag: Vergnügungsverein Grüne Tanne bei Raiser, Martusste. s. fi hat, mit dem Antrag auf Bewilligung des Armenrechtes einTambour- Berein Borussia bei Zeichnis, Königsbergerftr, 24( lebungs- reichen. tunde).-Tambour- Verein Ruf bei Sperling, Inselstr. 1.- Zambourverein mann's Festfälen, Oranienſtr. 180. wir bel bet Müller, Gartenstr. 52. Theaterverein Acacie in Hoff- ist ungerechtfertigt; eine Beschwerde wäre, wenn der Sachverhalt P. nicht B. Diese Extrasteuer Seitens des Ortsvorstehers Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Freitag. Männer- Gesang- bewiesen werden kann, wohl angebracht. verein union, Abends 9 Uhr, Berliner Bockbrauerei.- Quartettverein Wedding, Abends sy Uhr, bei König, Gerichtsstraße 35. J. S., Oppelnerstraße. Für Arbeitsburschen besteht feine Männerchor Waldesrauschen, Abend 9 Uhr, bei Weigt, Martgrafenftr. 87. Privat: 14tägige Kündigung, dieselben können vielmehr jeder Zeit ent Theaterverein Grescendo, Abends 9 Uhr, bei Schulz, Buttbuferstr. 35. Musikverein Tusch, Freitag Abend s ühr, Restaurant Mebelin, Langelassen werden. ftraße 108. Buchbinder Männerchor, Abends 9 Uhr, Restaurant Anderes vereinbart ist, 14tägige Kündigung. Sie können, wenn A. Schur. Für gewerbliche Arbeiter gilt, wenn nichts Richter, Alte Jakobstr. 68. Berliner Turngenossenschaft. Die erste Männerabtheilung Sie ohne Kündigung und ohne stichhaltigen Grund entlassen turnt greitag und Dienstag en pot-10% the in der Turnhalle des werden, für 14 Tage Lohnentschädigung beim Amtsgericht Leffing- Gymnasiums Pantstr. 9-10. Zurnverein Gesundbrunnen die 1. Männer- Abtheilung turnt heute Abend von 8-10% Uhr in der Turn einklagen. halle des Leffing- Gymnasiums, Pantstr. 9-10. der Schneider und Schneiderinnen Berlins. An die Musikinstrumenten- Arbeiter Deutschlands! Kollegen! In der mechanischen Musikwerk- Fabrik von Cocchi, Bacigalupo u. Graffigna, Berlin, sind vor Längerer Zeit Differenzen zwischen den Kollegen und den Fabrifanten wegen der Ueberstundenarbeit ausgebrochen. Diese Diffe renzen führten nicht zum Ausstand, aber auch nicht zur Abstellung Bergnügungsverein Ei pérance, Abends s uhr, Rosenthalerstr. 11-12, lichen Miethstontratt. In demselben ist genau bestimmt, für wie K. Friedenstr. Sie haben doch wahrscheinlich einen schrift der in Frage kommenden Ursache( 14-16stündige Arbeitszeit). im Restaurant. Bergnügungsverein Beilchen, Abend 9 Uhr, bei Brauns, Jetzt fucht die Firma ausländische Arbeiter( Böhmen) zu Oranienstr. 183 p. Geselliger Arbetterverein Graphta, abends sy uh, lange Sie im Falle der Ermission für die Miethe haften. Falls engagiren, vermuthlich um die Berliner Kollegen zu entlassen. bet Ritter, Mauerftr. 86. Unterhaltungstlub Schiller, jeben Freitag nach Ihrem Kontrakte Kündigung am 15. Mai zulässig war, fo Wir ersuchen nun alle Kollegen, ehe sie nach hier reisen, sich mit Abends the im Restaurant, bet pubrich, siebener. Statflub Grand. gilt die am 7. Mai erfolgte Zustellung der Ermissionsklage als Unterzeichnetem in Verbindung zu sehen, um über den Sach- Jeden Freitag, Abends 8% Uhr, bei Hubrich, Lübbenerftr. 22. verhalt Kenntniß zu erhalten. Namentlich gilt dieses den österreichischen und badischen Brüdern und Kollegen. Der Generalausschuß der MusikinstrumentenArbeiter Deutschlands. 1 Dermischtes. Der Ausbruch des Aetna hat seine frühere Heftigkeit Kündigung. H., Feldzengmeisterstraße. Ist verreist. M. 112. Alexandrinenstraße 87. Brakel, vier Getreue. Wir können aus Ihrem Schreiben nicht ersehen, um was es sich eigentlich handelt. K. M., Rigdorf. Sie brauchen zu dem Zweck Ihren Tauf J. A.: Ernst Sparfeld, Berlin SO., Lübbenerstr. 21. Arbeiterfreundliche Blätter, namentlich die österreichischen, wieder erreicht; große Steinkörper werden untermischt mit Asche schein, polizeiliches Führungsattest und die Einwilligung Ihres und Rauch hoch in die Luft geschleudert. Das Getöse ist so start Baters oder Vormundes. werden um Abdruck gebeten. Verantwortlicher Redakteur August Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.