Nr. 258. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monat!. 1,10 M., möd, entlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pig. Post20bonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags.. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 10 Big., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inferate für bte nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet Telegramm- Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernfprecher: Amt IV. Nr. 1983. Der Lohn der Trene. ( Ein Beitrag zum„ deutschen Gemüt".) Man schreibt uns: Mittwoch, den 2. November 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferufprecher: Amt IV. Nr. 1984. Wissen zu den Khauas übergegangen waren, vor die Front nehmen Bon japanischer Seite ist bekanntlich erklärt worden, daß am und tüchtig durchhauen ließ. Dies gute Beispiel veranlaßte den 3. November, also an dem Geburtstage des Mikado, ein großer Kapitän von Gokhas, Simon Cooper, welcher sich nach dem Gefecht Sturmangriff unternommen werden soll, durch den man die Festung bon Otjunda gleichfalls mit 120 Reitern eingefunden hatte, bei fünf zu erobern hofft. Da die Borbereitungen auch nach russischen Anseiner Leute eine gleiche Erelution zu vollziehen."( S. 27.) gaben so weit gediehen sind, daß ein solcher Sturmangriff gewagt werden kann, wäre es feineswegs ansgeschlossen, daß übermorgen ein gewaltiger Kampf um die belagerte Festung toben wird. Db dieser Kampf nun wirklich zur Einnahme der schwer umrungenen heldenmütig verteidigten Festung führen wird, bleibt abzuwarten. Die Russen erklären, daß das Terrain derartig unterminiert sei, daß ein starker Angriff der Japaner kolossale Verluste zur Folge haben werde. Ueber den russisch- englischen Konflikt Am Schlusse seines Vortrages gab Leutwein einige Anhaltspunkte über die Art, wie in Südwestafrika ein Krieg geführt werden muß. Unter anderem sagte er hier in bezug auf die Rekognos zierung: und Wie männiglich bekannt, haben unsere Kolonialmänner den Plan gefaßt, die sämtlichen Stämme in Deutsch- Südwestafrifa zu entwaffnen, damit ihre Auspowerung fünftig gänzlich gefahrlos geschehen kann. Wuchertreibende Händler, fromme Christen, die die Schwarzen halbtot peitschen lassen und ihre Weiber schänden,„ Wir bedürfen daher weniger der sogenannten defensiven, als follen fürderhin bor blauen Bohnen ängstlich bewahrt vielmehr der offensiven Aufklärung. Und diese ist in Südwestafrika werden. Zu den Eingeborenen, benen man das Schicksal der schwierigste Teil der Kriegführung. Zu einer nahezu under Entwaffnung zugedacht hat, gehören auch die witbois lösbaren Aufgabe wird sie dagegen, wenn wir über einmit ihrem bekannten Häuptling Hendrik Witboi, der aber keine Lust geborene Hülfsvölker nicht zu verfügen vermögen. Löblich liegen heute neuere Meldungen nicht vor. Es heißt nur, daß die hat, sich und sein Volf, geduldig wie ein Schaf, binden zu lassen. zeigte sich z. B. im letzten Feldzuge das Bestreben der Untersuchungskommission wahrscheinlich nicht in Vigo, sondern im Er machte, gezwungen durch die habgierigen Pläne der Deutschen, Witbois, zuverlässige Nachrichten zu bringen, Haag ihre Arbeit vornehmen werde. Auffallend ist die Meldung mit den Hereros gemeinsame Sache, um das bißchen Freiheit, das was auch die Hereros, welche es andernfalls weniger aus Vigo, daß das russische Geschwader seine Weiterreise nach Ostfein Stamm noch besaß, mit den Waffen zu verteidigen. Wir genau genommen hätten, einmal zur Nachahmung be afien angetreten habe. Nach den englischen Versicherungen sollte ein wollen nun im Folgenden beweisen, welch' schnöder Undant, welch' geistert und die Entdeckung des Feindes vor dem Gefecht bei Teil des russischen Geschwaders so lange zurückbleiben, bis die beispiellose Brutalität in der von deutscher Seite gehegten Absicht, Otjunda ermöglicht hat."( Seite 29.) Untersuchungsfommission ihre Arbeit vollendet und der Zar die in auch die Witbois zu wehrlosen Heloten zu degradieren, liegt. Dazu In Bäldes sollte den Witbois und ihrem Kapitän der Dant Aussicht gestellten Strafen verhängt haben würde. Sollten trotzdem benutzen wir ein gewiß vollkommen einwandfreies Material, für alle Treue alle großen Dienste, die sie den die Nussen tatsächlich ihre Weiterreise angetreten haben, so stünde nämlich das erste Beiheft des„ Militärwochen Deutschen erwiesen haben, durch die Entwaffnung aus- dies im Widerspruch mit den englischen Behauptungen. Der diploblattes", Jahrgang 1899, in welchem ein Vortrag abgedruckt ist, bezahlt werden. Es lebe die deutsche Gerechtigkeit, die deutsche matische Erfolg Englands erscheint dann allerdings in recht zweifelben der jetzige Oberst Leutwein am 19. Februar 1898 in der mili- Ehrlichkeit, die deutsche Dankbarkeit! Gelingt es den frommen haftem Lichte. Wurde doch der Erfolg gerade darin erblickt, daß bis tärischen Gesellschaft zu Berlin über die Kämpfe der faiserlichen Christen aus Germanien, von denen jeder ein Gebetbüchlein in der zu der gegebenen Genugtuung die russische Flotte an der Weiterreise Schußtruppe in Deutsch Südwestafrika in den Jahren 1894-1896 Tasche hat, des alten Bitboi habhaft zu werden, so werden sie gehindert werde. gehalten hat.*) Jm April 1893 hatte der damalige Major und allem vielleicht die Krone aufsetzen und den Mann totschießen Aber noch aus einem anderen Grunde wäre es unverständlich, faiserliche Landeshauptmann von Deutsch Südwestafrika Leutwein wollen.( Einzelne Gemütsmenschen unter den bürgerlichen Preßfulis wenn England tatsächlich der russischen Flotte gestatten follte, die einen Feldzug gegen Hendrik Witboi begonnen, weil dieser die haben ihm bereits die hanfene Strawatte" zugedacht. Red.) Wir Weiterreise vor der Erledigung der schiedsgerichtlichen Untersuchung deutsche Schutzherrschaft nicht anerkennen wollte. Im September hoffen aber, daß der weit überwiegende Teil des deutschen Boltes, zu gestatten. So äußert sich in dem„ Wiener Fremdenblatt" Graf 1894 unterwarf Witboi sich endlich. der noch nicht von der Kolonialmoral angesteckt ist, sich gegen einen Friedrich Schönborn dahin, daß schon deshalb die russischen solchen Banditenstreich wehren wird. Würde Witboi hingerichtet, Schiffe in Bigo festgehalten werden müßten, weil sich im Laufe der nachdem man ihn durch heimtückische Pläne zur Notwehr ge- Untersuchung die Notwendigkeit herausstellen könne, daß auch außer zwungen hat, so wäre dies ein politischer Mord, der an die Zeiten denjenigen Personen, die vorläufig zur Zeugenschaft vorgefehen feien, Alleganders VI. und seines Sohnes Cesare Borgia erinnern würde. noch andere Personen vernommen werden müßten. Befänden fich Am Ende unserer Ausführungen angelangt, wollen wir unseren diese Bersonen aber auf der Weiterreise, so sei es natürlich schwer, Kolonialschwärmern, die in den Eingeborenen nur Tiere der diese vor die Untersuchungskommiffion zu zitieren. Die ganze Unterniedersten Stufe sehen, die Worte vorhalten, mit denen Leut- fuchung erleide dadurch einen großen Aufschub. Es bleibt also abwein seinen Vortrag schloß: zuwarten, ob sich die Nachricht von der Weiterreise des russischen Geschwaders tatsächlich bestätigt. M Deutschland schweigt noch immer! Die Witboi gestellten Bedingungen, fagte Major Leut wein, waren durchaus milde. Einerseits hatte ich denselben als achtungswerten und anständigen Gegner fennen gelernt, dessen Freundschaft zu gewinnen lohnend erschien, andererseits war das Bauen einer goldenen Brücke vorliegend so notwendig, wie wohl selten. Ein anderes Verfahren würde eine Fortsetzung des Krieges zur Folge gehabt haben. Das wahr scheinliche Ergebnis eines solchen würde gewesen sein, daß der Kapitän mit feiner berittenen Mannschaft bei Nacht und Nebel durch Daher, meine Herren, ist einen Krieg zu beginnen, statt ihn an die Zwischenräume unserer Absperrungslinie geflüchtet wäre und uns herantreten zu lassen, in Afrika ein besonderes Wagnis. Denn dann hätten wir allein Wochen und Monate gebraucht, um seinen nur die offenbare Gerechtigkeit unserer Sache vermag uns neuen Aufenthaltsort auszufundschaften. Wie witboifein Wort zu sichern, was wir zur Ueberwindung der geschilderten Schwierig wörtchen über die Beschießung des deutschen Fischereidampfers Die deutsche Regierung hat auch heute noch fein Sterbensseitdem gehalten hat, ist den Herren wohlbekannt und darf keiten in der dortigen Kriegführung in erster Linie bedürfen," Sonntag" dem festgeschlossenen Gehege ihrer Zähne entschlüpfen ich hier nur die Antwort erwähnen, die ich Sr. Majestät vor einiger nämlich die Mitwirkung der Eingeborenen selbst. laffen! Noch immer erfährt man nicht, ob denn nun endlich die Zeit auf die Frage nach dem Stapitän gegeben habe: Er ist jest Daher sei uns gerade bort jede Frivolität fern! Salten wir den laffen! Noch immer erfährt man nicht, ob denn nun endlich die Ew. Majestät getreuefter Untertan." Sie werden im Berlaufe meines Eingeborenen gegenüber in der einen Hand das scharfgeschliffene Vortrages noch sehen, daß derselbe in schwierigen Lagen stets treu Schwert, in der anderen dagegen das Zuderbrot.... Nicht dem zu uns gehalten hat. Ein großes Verdienst an dieser Vertragstreue Sieger gebührt dort der Lorbeer, sondern dem Wiederhersteller des Witbois fällt dem damaligen Distriktschef von Gibeon, welcher Platz Friedens."( Seite 30.) dem Kapitän zum Wohnsis angewiesen war, dem Oberleutnant bon Burgsdorff zu, der es ausgezeichnet verstanden hatte, sich dessen Bertrauen zu erwerben."( Seite 18.) Wenige Monate nach der Unterwerfung Witbois unternahm Leutwein einen Zug gegen die Khauas- Hottentotten. Schon hier eistete Witboi den Deutschen vortreffliche Dienste. " Die Khauas- Hottentotten, erzählte Leutwein in seinem Vortrag, wichen anfangs Januar 1895 angesichts der drohenden Annäherung der Truppe nach einer Richtung aus, welche für uns die unbequemfte Franzmann- Hottentotten, sowie in die Nähe der kaum bernbigten Bitbois. Alles hing damals von der Haltung des Kapitäns Witboi deutsche Regierung, die vielbeschäftigte, die Zeit dazu gefunden hat, sich Bericht über die Erlebnisse des beschoffenen Dampfers erstatten sich Bericht über die Erlebnisse des beschoffenen Dampfers erstatten zu lassen! Die bürgerliche Preffe allerdings schweigt sich ebenfalls noch immer über dieses blamable Verhalten der Regierung voll Unsere frommen Kolonialauspowerer wollen den Schwarzen ständig aus. Für fie existiert ein deutscher Zwischenfall augenscheinaber lein Zuderbrot, sondern nur das scharfgeschliffene Schtvert", lich gar nicht, desto lebhafter tannegießert sie über den englischrussischen Zwischenfall! die Nilpferdpeitsche und das Gefängnis zukommen lassen. In der einen Hand die Bibel, in der anderen das Schießeisen, an der Seite die Peitsche und in der Tasche die Schließkette sind sie Repräsentanten des Profit- Christentums und der fapitalistischen Schwindelkultur. Petersburg, 1. November. Der Korrespondent der, Birsche. wij a wWjedomosti" meldet aus Mulden von heute: Gestern am frühen Morgen begann ein heftiges Geschüßfeuer, welches den ganzen Tag über fortdauerte, den Japanern aber feinen Erfolg brachte. Dieselben griffen unsere Stellungen an mehreren Buntten an, wurden aber mit großen Verlusten zurückgeschlagen. Die ruffischen Berluste waren unbedeutend. Erheblicher waren dieselben bei einem Angriff auf den Hügel mit der Pagode. Dort tämpften sechs russische Kompagnien gegen zwei japanische Regimenter. Der Angriff wurde durch ein furchtbares Artilleriefeuer vorbereitet; die Russen verloren bie Hälfte ihrer Leute, behaupteten jedoch ihre Stellung und schlugen die Japaner zurütd. war, nämlich nach Golhas zu ihren früheren Spießgefellen, den Beginn einer neuen Schlacht am Schaho? Auch die russischen Berichte über Ostasien gestehen jetzt zu, daß ab. Doch diefer blieb treu und bot fogar freiwillig feine Unter- fich die Lage sehr zuungunsten der Ruffen verändert hat. Oberst Sein Distriktschef, der Oberleutnant v. Burgsdorff, Gaedte meldete in einem Bericht vom 3. Oktober, daß zu dieser Zeit stützung an. nahm aus naheliegenden Gründen zu seinen eigenen 10 Reitern nur die russischen Truppen eine entschiedene Ueberlegenheit beseffen hätten. noch 10 Witbois und eilte mit diesen nach Gokhas. Das Erscheinen Die japanische Armee sei höchstens auf 175 000 Mann zu verder gefürchteten weißen Hüte auf unserer anschlagen gewesen, während die Russen mindestens 230 000 Mann Seite genügte, um den Kapitän der Franzmann- Hottentotten start gewesen seien. Es sei deshalb zu erwarten, daß Kuropatkin fofort zur Bernunft zu bringen, wodurch auch den Khauas- Hotten- neuerdings zur Offensive übergehen werde. Die Ereignisse haben ja totten der Boden zu fernerem Widerstand entzogen war. Sie unter- gezeigt, daß die Russen tatsächlich die Offensive ergriffen haben, warfen sich daher den gestellten Bedingungen, deren Durchführung allerdings nicht mit dem erwarteten Ausgang. General Kuropatlin undet wieder, wie schon im letzten Winter der Abg. Bachem das hat Ueberlegenheit eine hereros. Witboi persönlich übernahm."( Seite 18 2c.) Im Frühjahr 1896 wendete Leutwein sich gegen die Ost- Die russischen Verluste sind von russischer Seite selbst zivar nur auf ungefähr 30 000 Mann veranschlagt worden. Nach den entschieden „ Die Seele der dort gegen die deutsche Regierung gesponnenen zuberläffigeren Berichten hingegen dürfte der ruffische Verlust Umtriebe, führte er aus, war der Häuptling Nikodemus, ein Mann mindestens 60 000 Mann betragen. Durch diese kolossalen Verluste von Intelligenz und Energie. Demselben gelang es, den Häuptling allein schon ist die Ueberlegenheit der Russen sehr herabgemindert der Dvambandjeras Rahimema, sowie auch die stets zu Aufständen worden. Nun haben aber, wie aus Petersburg von verschiedenen geneigen Khauas- Hottentotten zu sich hinüberzuziehen. Dagegen 80 000 Mann Berstärkung erhalten, so daß nunmehr eine faktische Seiten gemeldet wird, die Japaner in den letzten 14 Tagen 60 bis scheiterten seine Bemühungen bei dem dritten Oftherero- Häuptling Ueberlegenheit der Japaner vorhanden sein dürfte. jetjoo, welcher augenscheinlich abwarten wollte, wem der Sieg zuDie Schlachtenpause, die jetzt bereits zwei Wochen dauert, dürfte fiele. Ferner fcheiterten seine Bemühungen, wie die spätere Unterjuchung ergeben hat, auch an der Bertragstrene Witbois, und damit alfo als zu Ende gehend angesehen werden. Auch in Petersburg cbenso bei Simon Cooper, dem Echo des Kapitäns."( S. 21.) nimmt man an, daß demnächst ein kräftiger japanischer Vorstoß zu Am 15. Mai 1896 ergaben sich die eben erwähnten Osthereros erwarten fei, um die Russen aus ihren Stellungen herauszuwerfen und Khauashottentotten in Raltfontain. it boi- fagte Leut- und über Mulden hinaus zurückzutreiben. Es feien bereits große wein bewies hierbei wieder seinen Sinn für Disziplin, indem er Verstärkungen der Japaner nach dem rechten japanischen Flügel, der drei unter den Gefangenen entdeckte eigene Leute, die ohne sein von Kuroki befehligt wird, abgegangen. Das starke Bombardement der ruffischen Stellungen fönne als Vorspiel zum Angriff der Japaner *) Verlag Mittler u. Sohn, Berlin. Wir empfehlen das Studium angesehen werden. Aller Voraussicht nach steht also eine neue Schlacht des Vortrages namentlich den Genossen, die im Reichstage bei der auf den mandschurischen Gefilden bebor! Beratung des Kolonialetats sprechen werden. Er gewährt einen Auch die Lage Port Arthurs großen Einblick in die gegen die Eingeborenen notwendige Krieg führung und beweist, wie falsch die bermalige gegen die Hereros gilt jetzt in Petersburg als eine sehr gefährdete. beliebte ist. Man fann daraus auch ersehen, wie unsinnig es war, Durch die letzten starken Angriffe ist es den Japanern gelungen, Politische Ueberlicht. Berlin, den 1. November. Zentrum und Wahlrecht. Die Abneigung gegen das Reichstags- Wahlrecht be" Zentrum. Wahlrechtsanträgen: Die Germania" schreibt zu den preußischen „ Wir haben vor längerer Zeit den Nachweis geführt, daß die Liberalen mit ihrer Behauptung, die geltende Wahlkreiseinteilung sei auf dem Zahlenprinzip basiert, unrecht haben. Wohl ist auch die Bevölkerungszahl dabei in Betracht gezogen worden, aber erst hinter den Gesichtspunkten, welche den historischen, sozialen, fulturellen und fonfessionellen Verhältnissen der einzelnen Wahlfreise Rechnung trugen. Regierung und Volksvertretung waren darin einig, daß eine rein mechanische Wahlkreiseinteilung, wie fie bis dahin bestand, nicht mehr Blak greifen sollte, und die Kommission, welche die Regierungsvorlage beriet, hat sich feierlich dagegen verwahrt, daß sie die Bevölkerungszahl als dominierendes Prinzip bei der Wahlfreiseinteilung gelten lasse. Wenn jetzt von liberaler Seite, so namentlich von dem Abg. Dr. Friedberg, der Versuch gemacht worden ist, das Gegenteil als zutreffend erscheinen zu laffen, fo tann dieser Versuch nur als gescheitert bezeichnet werden; die Aften des Abgeordnetenhauses beweisen das umwiderleglich. Wit Fug und Recht hat darum auch das Zentrum stets gegen eine rein mechanische Wahlkreiseinteilung Stellung genommen. Der Abg. Dr. Borich hat erst im vergangenen Jahre dieser Stellungnahme einen präzisen Ausdruck gegeben, und es ist inzwischen von libe raler Seite nicht das geringste vorgebracht worden, was eine Aenderung darin angezeigt erscheinen lassen tönnte." Was das Zentrum als rein mechanische Wahlkreiseinteilung", den Hereros den Frieden abzuschlagen, und wie verfehlt der Ersatz fich soweit an die russischen Forts heranzubringen, daß auch als Zahlenprinzip" verwirft, ist nichts weniger als das GrundLeutweins durch Trotha, dem jede Sachkenntnis abging, gewesen ist. in Petersburg die Lage als stumreif" angesehen wird. prinzip des allgemeinen gleichen Wahlrechts, bas freilich in der verfassungswidrigen Praxis des Reichstags-Wahlrechts nicht durchgeführt wird. Wer aber über dieses Prinzip die„histo- rischen, sozialen, kulturellen und konfessionellen Verhältnisse", das heißt die diversen reaktionären Interessen stellt, der greift das Prinzip des Reichstags- Wahlrechts an der Wurzel an, das eben das„rein mechanische Zahlenprinzip ist". In Wahrheit ist allerdings das rein mechanische Zahlenprinzip des demokratischen Wahlrechts das Gegenteil eines toten Mechanismus: indem es vielmehr jedem Staatsbürger ein gleiches Recht politischer Teilnahme gewährt, erhebt es gerade die Menschen ans entseelten Zahlen, aus mechanischen Maschinen für die Herrschenden zu selbstbewußten, an ihrem eigenen Geschick zielklar arbeitenden Persönlichkeiten. Aber man weiß ja längst: Der Klerikalis- mus redet immer und überall von ödem Mechanismus und Materialismus gerade dann, wenn die Befreiung der Menschen von mechanischer und materieller Erniedrigung erstrebt wird. Das Zentrum fürchtet und bekämpft auch jetzt die historischen, sozialen, kulturellen Wirkungen des„mechanischen Zahlenprinzips" im Wahlrecht, weil es geeignet ist, dein klerikalen mechanischen Zahlenprinzip der Entmenschlichung entgegenzuwirken. Wie will es übrigens das Zentrum begründen, daß ein katholischer Landarbeiter, der ans dem Regierungs- bezirk Maricnwerder ins Rnhrrevier übersiedelt, dadurch um den größten Teil feiner Wahlrechtsintensität beraubt wird. Ist dieser katholische Proletarier auf der einen Fahrt vierter Klasse um so viel ärmer, fauler, unkultivierter, dümmer, im- moralischer und gottloser geworden, daß er seine Wahlrechts- Minderung verdient. Denn das ist doch die Wirkung des Verzichts auf das mechanische Zahlenprinzip! Oder will das Zentrum in dem Wahlrecht eine Art politisch- kriminelle Bestrafung der Freizügigkeit erhalten?— DaS plutokratischestc und— steiierscheneste Wahlrecht. Was ist das„Prinzip" des preußischen Dreiklassen-WahlsystemS? Doch wohl die kapitalistische Leistungsfähigkeit. Wer am meisten hat, soll am meisten wählen. Oder in der Konsequenz: wem es die Ausbeutung der Arbeiter gestattet, die höchsten direkten Steuern zu zahlen, der soll auch das höchste Wahlrecht haben. Tatsächlich aber ist das preußische Wahlrecht das Gegenteil dieser kapitalistischen Logik. Es ist plutokratisch nur im Klassenkampf zwischen den Besitzenden»nd den Besitzlosen, zwischen Unternehmern und Arbeitern— beim Juteresscustreit der Besitzenden unter- einander ist es in dem Maße antikapitalistisch, daß es im Gegensatz zu seinem UrPrinzip d i e Wähler privilegiert, die am w e n i g st e n leisten. Wer unter den Besitzenden am wenigsten Steuern entrichtet, wird durch ein vielfaches Wahlrecht belohnt, wer am meisten Steuern zahlt, ivird durch Minderung seines Wahlrechts bestraft. In krasser Weise tritt diese wahnsinnige Selbstauflösung des eigenen Prinzips des Dreiklassen-Wahlshstems in einer Berechnung zutage, die wir in einem kleinen Halbmonatsblatt—„Bergischer Agent"— finden. Dort wird nämlich zusammengestellt, wieviel Ab- geordnete die einzelnen preußischen Kreise haben und wieviel sie nach ihrer Steuerleistung und nach der Einwohnerzahl haben müßten: zahl 24 Abgeordnete haben, es hat aber nur 9. Düsseldorf hat statt 40 s32> Abgeordnete nur 21, Potsdam statt 35(24) nur 18. Umgekehrt hätte Königsberg nach der Steuerleistung nur 8 Ab- geordnete zu entsenden, verfügt aber über 19. Gumbinnen darf 13 Abgeordnete— mehr als Berlin— wählen, hätte aber nur ein Anrecht auf 4 nach der Steuerleistung. 9 nach der Einwohnerzahl. Berlin ist bei einem direkten Steueraufkommen von 49 Millionen und einer Einwohnerzahl von fast 2 Millionen berechtigt, ebensoviel Abgeordnete zu entsenden wie Danzig, das 4 Millionen Steuern aufbringt und 660 000 Einwohner zählt. Berlin und Düsseldorf zusammen müßten nach der Steuerleistung fast ein Viertel der Gesamtzahl wählen dürfen. 101, statt dessen haben sie 30 zu wählen, d. h. fast nur ein Fünfzehnten Sonach ist ersichtlich: das preußische Wahlrecht ist weder nach dem Besitz und der Steuerleistuug, noch nach der Einwohnerzahl, noch gar nach der Bildung— die aualphabetischen Winkel Preußens haben ein größeres Wahlrecht als die Kulturzentren— abgestuft, es ist auch kein Wahlrecht des Landes im Sinne der bäuerlichen Be- bölkerung, der einzige erkennbare Grundsatz ist vielmehr: die politische' Macht der GutZbczirke und der Junker. Der preußische Landtag ist genau wie das Herrenhaus ein politischer Ausschuß des befestigten Grundbesitzes. Wie beim Herrenhaus die Krone das Recht hat, neben den Sprößlingen der von Geburt regierenden Familien auch Männer aus anderen Bevölkerungsschichtcn zu be- rufen, so dürfen die Kreise des mobilen Besitzes ihrerseits auch einige Vertreter für das Abgeordnetenhaus ernennen, nur daß sie in der Zahl dieser Vertreter im Gegensatz zum Recht der Krone beschränkt sind.— Die Kaste. Aus M e i n i n g e n wird geschrieben: „Hier macht augenblicklich ein Vorfall von sich reden, der wohl einzig in seiner Art dastehen dürfte. Dieser Tage fand vor der Strafkammer des dortigen Landgerichts ein Prozeß gegen mehrere Schüler deS Technikums in Hildburghausen wegen Auf- laust, Landfriedensbruchs und Widerstandes gegen die Staatsgewalt statt. Unter den Verteidigern befanden sich auch die Rechtsanwälte Dr. Karl Liebknecht aus Berlin und Sommerfeld aus Eisenach, von denen elfterer einen der Hauptbescbuldigten vertrat. An einem der VerhaudlungStage hatten sich die Meiuiuger Rechtsanwälte Dr. H ä r t r i ch und G r ö tz n e r sowie der Gerichtsassessor K l u ß m a n n nach ihrem Stammlokal zum Schoppen begeben. Hier fanden sich auch die beiden ausivärtigcu Rechtsanwälte ein und nahmen an dem Tisch der Meininger Kollegen Play. Dieses Zusammensein am Biertisch mit dem als S o z i a l d e m o- traten bekannten Rechtsanwalt Dr. Liebknecht hatte der Gerichtsassessor G c r e ci e den drei Meininger Juristen, die sämtlich Rcscrve-Offiziere sind, als schwere Verfehlung angerechnet. Er hatte nichts Eiligeres zu tun, als sie der Militärbehörde zur An- zeige zu briugeu, die ihrerseits nun das chrciigcrich.lich: Verfahren gegen die genannten drei Herren eingeleitet hat. Auf den Ausgang der Affäre ist man hier sehr gespannt." Unser Parteigenosse Karl Liebknecht, den wir über die Meldung befragten, ist bisher ohne Kenntnis des Vorganges und glaubt auch Zweifel in ihre Richtigkeit setzen zu müssen. Diesen Zweifel müssen alle Vernünftigen teilen; aber in Kultur- deutschland erweist sich das Unvernünftigste meist als Wahrheit. Ist die Meldung wahr, so hat sich in Meiuingen der Unfug der besonderen Offiziersehre zu grotesker Lächerlichkeit verurteilt. In Wahrheit ist es natürlich für einen anständigen Staatsbürger erfteulich und ehrenvoll, wenn er mit einem Sozialdemokraten Unterhaltung pflegen kann. Wer diese Ehre nicht zu würdigen weiß, wer die polittsch Andersdenkenden unhöflich und roh meidet, entehrt sich selbst und macht sich vor allen Gebildeten zur komischen Figur. Wenn es wahr ist. daß ein ehrengerichtliches Verfahren gegen Rechtsanwälte eingeleitet wird, welche mit einem Sozialdemokraten, der ihr Berufskollege ist, am gleichen Tisch saßen und mit ihm plauderten, so sollte der interessante Denunziant, von dem die Meldung erzählt, oder andere seinesgleichen die edle Auf- gäbe vervollständigen. Der Präsident des Reichstags beispielsweise hat Sozialdemokraten zu sich geladen und gastfreund- lich bewirtet; das Ehrengericht nehme dem Rittmeister der Garde-Kürassiere schleunigst die Offiziersehre und die Uniform I Aber auch der Großherzog von Hessen sucht sozial- demokratischen Verkehr, und selbst der ober st e Kriegs- Herr hat, wenigstens im Auslande, es als ehrenvoll be- funden, niit Sozialdemokraten zusanmien zu toasten. Das Ehr- gefühl der Offizierskaste, wie es in Meiningen pervers zu Tage tritt, führt unmittelbar zur Rebellion gegen die höchsten Vorgesetzten. ES ist zur Rettung der Meininger Offizicrsehre dringend nötig, daß der Denunziant und die Offiziere, die seine Denunziation annehmen, dem Ehrengericht überliefert und ihrer Stellung enthoben werden.— DeiitTcKes Refeb. Posadowsky in Wien, lieber den Stand der Handelsvertrags- Verhandlungen mit Oesterrcich-Ungarn weiß die Wiener„Nene Freie Presse" zu berichten, daß dem Grafen Posadowsky die Aufgabe gestellt sei, zunächst erstmal eine Einigung über die„schwierigsten Fragen, an denen der ganze Vertrag hinkt", herbeizuführen, und daß dann erst, wenn die Hauptschwierigkcitcn beseitigt seien, die Referentenverhandluugen über die nebensächlicheren Zollpositionen und die Details beginnen sollen. Demnach müssen bisher die Ver» Handlungen über das sogenaunte Fühlungnehmen kaum hinaus- gekommen sein. Als die wichtigsten Differenzpunkte bezeichnet das Wiener Blatt die Frage der Gerste- und MalzverzoNung und der Viehausfuhr Oesterreichs nach Deutschland.„Bezüglich des Gerstenzolles', schreibt die„N. Fr. Presse",„besteht die große Schwierigkeit, daß eine Ermäßigung des deutschen Minimalzolls, nachdem Rußland denselben bereits zugestanden hat, auf die größten Hindernisse stößt. Trotzdem wird die Forderung nach Ermäßigung des deutschen Gerftenzolles seitens unserer Unterhändler nicht fallen gelassen. Wohl aber wird das Hauptbestreben darauf gerichtet sein müssen, eine wesentliche Ermäßigung des Malzzolles durchzusetzen. Der Malzzoll des autonomen Tarifes ist nämlich abnorm hoch und eine Malzausfuhr ist unter diesen Ver- Hältnissen ganz unmöglich. Es müßte also ein dem bisherigen Zu- stände ähnliches Spannungsverhältnis hergestellt werden, damit unsere Malzindustrie exportfähig sei. Große Schwierigkeiten hat in den Verhandlungen im Juni die Frage des Viehverkehrs gebildet. Die deutschen Viehzölle sind sehr hoch, und Deutschland wollte sich bisher zu einer Vieh- k o n v e n t i o n, welche die Bedingungen unserer Viehausfuhr regelt, nicht entschließen. In dieser Richlung hat aber der deutsch-russische Vertrag vorgearbeitet; da Deutschland an Rußland eine Art von Viehkouvention zugestanden hat. so wird ohne Zweifel auch unsere Monarchie eine Viehkonvention erzielen, welche naturgemäß günstiger sein wird als die russische, weil der Gesundheitszustand des öfter- rcichischen Viehes wesentlich größere Garantien als die entsprechenden, sehr im Argen liegenden Verhästnisse in Rußland bietet. Gewiß dürsten auch hier die Forderungen, welche die Oesterreicher stellen, und das Maximum dessen, was Deutschland konzedieren will, noch ziemlich weit auseinandcrgehen, doch hält man die Schwierigkeiten auf diesem Gebiete nicht für unüberwindlich und glaubt, daß man zu einer Einigung gelangen werde." Ueber die neue Herresvorlage tauchen täglich neue und einander widersprechende Gerüchte auf. Jetzt wird behauptet, daß eine größere Jnfanterie-Vorlage gar nicht in Aussicht genommen sei, sowie daß der Bundesrat einstweilen überhaupt noch nicht mit der Heeres- Vorlage beschäftigt wäre. Die„Tägliche Rundschau" verweist darauf, daß zunächst nichts anderes festzustellen sei. als was der Kriegsminister im vorigen Winter in der Budget- kommission des Reichstages ausgesprochen habe, nämlich: daß er nicht mit einer erheblichen Erhöhung der Friedensstärke kommen, sondern lediglich solche Forderungen stellen werde, die„im Interesse des Ausbaues und der Organisation erforderlich" seien. Dagegen hält das Blatt neue bedeutende Forderungen auf dem Ge- biete der A r t i l l c r i e b e w a f f n u n g für bevorstehend. Der Kriegsminister habe seinerzeit erklärt, daß der Uebergang zu dem neuen Rohrrücklauf- Geschütz„nur eine Frage der Zeit" sei. Die Einführung dieses G.'fchützes werde erfolgen, sobald die Schieß- versuche ein ahschlicßendes Resultat ergeben hätten. Das Rohr« rücklauf-Geschütz sei nun bis in die letzte Zeit ununterbrochen Gegenstand der Prüftmg durch artilleristische Kommissionen gewesen und es erscheine wahr'chcinlich. daß erhebliche Forderungen auf artilleristischem Gebiete demnächst erhoben werden. Alle diese Angaben sind unsicher und unbestimmt. Für uns ist kein Zweifel, daß Militarismus und MariniSmuS im nächsten Winter zum mindesten das fordern werden, was sie bei der üblen Finanzlage des Reiches von den bürgerlichen Parteien glauben erreichen zu können. In militärischen Kreisen drängt man natürlich wie stets auch jetzt nach schnellem Tempo in den Heeresrüstungen. So findet sich in derselben„Täglichen Rundschau", die heute abend gegen die Be- fürchtungen großer Heeresvorlagen sich wendet, im Morgenblatt einen Artikel des bekannten Generalleutnants a.D. v. Boguslawski. der sehr lebhaft für möglichst große Hecresvorlagen einttitt. Mit der wachsenden Bevölkerungsziffer, erklärt dieser eifrige Dränger des Militarismus, müsse die Heercsstärke in gleichem Schritt sich steigern. Jetzt würden ellva 30 000 brauchbare Wehrpflichtige jährlich zurückgestellt und diese Zahl wachse von Jahr zu Jahr weiter. Das erscheint dem General unerträglich und er bedauert, daß Deutschland gegenüber Frankreich im Kriegsfalle„nur" um 400 000 Mann überlegen sein köuue. während die deutsche Bevölkerungszahl die französische verhältnismäßig weit mehr überragt. Herr von Bogus- lowski bat auch außerdem allerlei Wünsche. Er verlangt Erhöhung der Gehälter der Leutnants, Vergrößerung der Zahl der Infanterie- Ojfiziersstellen UNI tausend und endlich die Errichtung von Kolonial- t r u p p e n. Das jetzige System der Aufbringung der bei Auf- ständen nötigen Truppen erst im konkreten Falle durch Freiwillige sei unhaltbar und für eine Macht wie Deutschland beschämend. Die Regierung solle daher mit aller Energie im geeigneten Zeitpunkt auf Errichtung besonderer Kolonialttuppen bestehen. Trotz der gnicn Ratschläge des Herrn v. Boguslawski dürfte die Regierung sich denn doch sagen, daß die jetzigen Erleb- nisse in S ü d w e st a f r i k a den denkbar wenigst g e» eigneten Zeitpunkt für derartige Pläne bedeuten.— ZentriimSttmitdcl in Sanrnbien. Der„Metallarbeiter-Zeitung" wird aus dem Saargebiet geschrieben: „Sehr bezeichnend ist, wie sich die ZentnnnSprcsie in dem Gebiete, in welchem gerichtlich die Drangsalierung katholi- scher Arbeiter durch nationalliberale Scharf» macher festgestellt wurde, gegenüber der freien Gewerkschafts- bewegung verhält. Der Artikel in Nr. 37 der„Metallarbeiter- Zeitung" über die Zustände auf dem Dillinger Hüttenwerk hatte die Hllttendirektion zu einem Stummschen Ukas an„ihre" Arbeiter ver- anlaßt, der die Teilnahme an sozialdemokratischen und ähnlichen Vereinigungen einfach untersagt! Nun erscheint in Saarabien seit einigen Monaten eine von klerikaler Seite herausgegebene „ S a a r- P o st". In diesem edlen Zenttumsblatt wird der Hüttendirektion das„Recht" zuerkannt, die„sozial- demokratischen Hetzer" und„Verleumder" zu maßregeln! In dem Hilger-Krämerprozeß erklärten nationalliberale Parteigänger, sie duldeten die lklerikale)„DaSbachpr.ffse" nicht, diese sei in Punkts persönlicher Verhetzung der Arbeiter gegen die Arbeitgeber„schlimmer als die Sozialdemokraten". Deshalb müßten sich die Leser der Dasbachpresse eben eine AnSnahmebehandlung(Maßregelung) ge« fallen lassen! Kaum ein Vierteljahr nach jenem Prozeß stellt sich die,„Saar-Post" auf den Standpunkt der— Hil g er und Genossen, jetzt macht die Zenttumspresse die Industriellen schon scharf gegen die freien Gewerkschaften! Wir erblicken darin und in den zahlreichen jetzt erscheinenden Hctzuotizen der Zentrumspresse gegen den Metall- arbeiter-Verband ein Anzeichen der Furcht vor dem Erfolg unserer Agitation I" Die Prinzeustcucr der preußischen Städte. Die Vertreter des preußischen Bürgertums wollen nicht hinter Mecklenburg zurück« bleiben. Sind die guten Mecklenburger gesetzlich verpflichtet, mittels einer Hüttensteuer die Ausstattung für„ihre" Prinzessinneu aufzu- bringen, so wollen die preußischen Städte ihrerseits die Ausstattung de» meckleuburgisch-preußischen Brautpaares besorgen, und zwar in Gestalt eines Hochzeitsgeschenkes. Der Berliner Magistrat hat bereits— das Familien-Ereignis soll im nächsten Frühjahr vor sich gehen— der Stadtverordneten-Versammlung eine Vorlage über die beabsichtigte Prinzensteuer zugehen lassen, deren Beratung er in geheimer Sitzung wünscht. Wir haben schon gestern darauf aufmerksam gemacht, man werde doch wohl die Hochzeitsfreude des Paares nicht dadurch stören, daß man ihm ein aus den Steuergroschen der verhaßten „Elenden" erzwungenes Geschenk aufdrängt. Es bleibt somit nur die Möglichkeit, daß die Bürgermeister und sonstige spendenbegierigen«Stadtväter" das Geschenk aus der eigenen Tasche bezahlen, es müßte denn sein, daß die Statuten irgend einer der zahlreichen für Ausstattung von Brautpaaren bestimmten städtischen Sttftungen eine Ausgabe für diesen Zweck gestatten. Vor allem aber wäre noch die„Rechtsfrage" zu erledigen, ob die städtische„Selbstverwaltung" das Recht habe, ohne Genehmigung der staatlichen Aussichtsbehörden sich derartige Geschenke„herauSzu- nehmen". Wenn man in städtischen Schulräumen nicht ohne Er- laubnis des Staates turnen darf, darf man eigenmächtig in städtischen Räumc.t Prinzengcschenke belvilligen?— Ein Ucberhcrrenhaus. Konservative Blätter belustigen sich über den offenen Brief eines Dr. Moritz de Jonge an den Kaiser, in dem der Mann den Rechtsanspruch des Judentums auf Sitze im preußi- schcn Herrenhause begründet. Die Juden bildeten einen Teil der weitverzweigten altadligen Familie, deren Ahnherr Abraham ein souveräner Fürst ivar, die also auch staatsrechtlich zum hohen Adel der Geschichte gehöre. Es heißt dann, es fehle nicht„an jüdischen Männern, die den Nachweis erbringen können, daß Juden wie Joseph und Daniel auch heute noch leben, wandelnde und handelnde Zeugen der Wahrheit, daß das Gefühl, zum auserwählten Volke zu gehören, nicht ein Wahn, ein„Nimhus" ist, sondern ein von Gott selbst eingepflanzter und in die tiefften Tiefen des religiösen Bewußtseins verankerter, unzerstörbarer, uralter und doch ewig neuer Adelsstolz!" Die Organe des Junkertums verhöhnen sich selbst, wenn sie diese Anschauungen verspotten. Offcnvar hat Herr de Jonae diese feudale aristokratische Weltauffassung schon zu jener Zeit erworben, als er noch eiftiger autisemittscher Mitarbeiter— oder sogar Re- daktcur?— der„Kreuz-Zeitung" war. Wer wie die Konservativen Wert und Recht der Menschen nach der Zahl der Ahnen schätzt, der muß— da die Juden mehr Ahnen haben als alle re- gierenden Familien und sogar die märkischen Raubritter— zu den Folgerungen des Herrn de Jonge kommen, daß die Nachkommen Seiner Majestät des Erzvaters Abraham nicht nur von Adel, sondern sogar von einem Ueberadel sind. Das Herrenhaus ist also noch viel zu plebejisch für diese standes- gemäßesten Familien; es müßte für sie ein eigenes lleberherrenhaus geschaffen werden, das nun, gemäß den feudalen Grundsätzen des preußischen Staatsrechts, entscheidende Machtvollkommenheit über Krone und beide Häuser des Landtages zusammen erhalten müßte. Herr Morrtz de Jonge mag dem demokratischen Verstände geisteskrank erscheinen, für Monarchismus und Feudalismus mutz er die Fackel höchster, konsequentester Weisheit sein.— Wenn man nicht Königin geworden ist. Die Gräfin Luise Monttgnoso, die heute Landcsmutter des Königreichs Sachsen sein könnte, wenn sie die gebührende Feigheit besessen hätte, den „Skandal" ihrer Neigung im Geheimen zu hehlen, wird heute wie ein anrüchiges Geschöpf von der sächsischen Sittenpolizei verfolgt. Die sächsische Polizeibehörde hat, nach dem„B. T.", zwei Ver« ftigungen erlassen, „nach denen zunächst eine Nummer der„Dresdener Rundschau", die die Luisenfrage erörtert, weder öffentlich ausgeboten noch aus- gestellt werden darf. Ferner hat der Polizcidirektor Köttig den Händlern untersagt, Postkarten mit dem Bildnisse der Gräfin Montignoso öffentlich auszustellen, da dies geeignet sei, bei dem weitaus größten Teile der Bevölkerung, insbesondere bei dem königstrencn Publikum. Anstoß, Verwirrung und Bemmihigimg hervorzurufen. Die Händler mußten aus ihren Schaufenstern alle Bildnitse der Gräfin Montignoso entfernen." Es hätte alles geschehen können, was geschehen ist, und die Frau hätte nur nicht den Mut des offenen Bekenn tuiffes haben sollen, dann wäre Luise heute der Inbegriff aller weiblichen und königlichen Tugenden, und die Händler würden chikaniert werden, die sich weigerten, Landesmutter- Boftfarten feilzubieten. Immerhin sollte sollen diese bei dem König diskreditiert und die Aussichten ihrer wir aus der Aussage des Generalarztes Dr. König ersehen haben, man doch mit der vereitelten Landesmutter nicht auch das Recht streberischen Hofpolitik beseitigt werden. Wie weit den Konservativen daß er in dem Artikel den Vorwurf bewußter Pflichtwidrigkeit bei selbst strafen. Auf Grund welchen Rechtstitels werden derartige dieser Streich demnächst gelingt, ist für das sächsische Volt natürlich Abgabe seines Gutachtens findet, die Erklärung ab, daß ein solcher Postkarten verboten? Welchen Paragraphen verlegen sie? Das recht nebensächlich, da eine Wendung der sächsischen Politik so und Vorwurf nicht erhoben werden sollte und nicht erhoben wird. Es Strafgesetzbuch kennt bisher nicht das Delikt„ monarchistischer Ver- so nicht zu erwarten ist. Von einiger Bedeutung fann die national- kam uns lediglich darauf an, die verschiedenartige Auffassung, welche wirrungsstiftung". Oder stellt gar die Ansichtspostkarte nach der liberale Rosjagung vom Kartell nur insofern werden, als dadurch zwischen den Gutachten des Generalarztes Dr. König und Professors heutigen sächsischen Polizeimeinung eine unzüchtige Schrift dar? eine lebendigere Wahlbewegung bei den nächsten Landtagswahlen Braun bestand, zu beleuchten. Dann aber trifft dieser Makel alle Postkarten, die das Bild eines zu erwarten ist, eine Situation, die von sozialdemokratischer Seite Fürsten oder einer Fürstin zeigen, die einmal die Ehe gebrochen sicherlich gehörig ausgenutzt werden wird. haben. Ach, wie wundersam fein ist doch das sittliche Gefühl der Polizei im Reiche August des Starken geworden! Vom Aufmucken der Mucker. In Worms tagen gegenwärtig die deutschen Synodalen; sie haben auch eine Resolution gegen ihre eigene Einflußlosigkeit gefaßt: " Wir beklagen, daß im Heimatlande der Reformation die evangelische Kirche nicht den Einfluß im öffentlichen Leben der Nation ausübt, die der geschichtlichen Aufgabe und geistigen Bedeutung des Protestantismus entspricht. Wir finden es unerträglich, daß von der Reichs- und Staatspolitik zur Erlangung äußerer Machtmittel dem Ultramontanismus Zugeständnisse gemacht werden, die dem deutschnationalen und protestantischen Volksempfinden widerstreiten." Hilft alles nicht! Christlich- sozial ist nun einmal Unsinn, und die Herren Pastoren geht die Politik gar nichts an, während die edlen Herren der katholischen Kirche ihre flerifale Weltuntergangspolitik um der Erhaltung der herrschenden Mächte willen treiben follen! Freiherr v. Riedel, der bayerische Finanzminister, hat seinen Rücktritt aus Gesundheitsrücksichten genommen. Der Rücktritt ist schon seit längerer Zeit angekündigt worden und kommt nicht überraschend. Freiherr v. Riedel hat seit dem Jahre 1877 das Finanzministerium in Bayern geleitet. 1890 wurde er in den Freiherrnstand erhoben. Da er im Laufe seiner langen Amtstätigkeit bereits sämtliche bayerische Auszeichnungen erworben hat, so übersandte ihm der Prinzregent einen silbernen Tafelaufsatz als Abschiedsgabe mit der Genehmigung des Rücktrittsgesuches. Mit der vorläufigen Führung der Geschäfte des Finanzministeriums wurde Stadtrat v. May beauftragt. Die Kampagne Trothas mißglückt? Auf Veranlassung des Generalarztes Dr. König haben wir an das Werftkrankenhaus in Wilhelmshaven zugunsten der Bibliothekskasse im Vergleichswege den Betrag von 75 M. gezahlt und tragen auch die entstandenen Kosten des Verfahrens. Husland. Schweiz. Genosse Greulich als Präsident. In der letzten Sigung des Großen Stadtrats von Zürich hat der Genosse Greulich das Präsidium dieser Behörde übernommen; es ist das erstemal, daß der Präsidentenstuhl von einem Sozials demokraten eingenommen wird. Bei dieser Gelegenheit hielt Greulich, der vor kurzem erst von Amerika, wo er das schweizerische Arbeitersekretariat auf der Weltausstellung zu St. Louis vertrat, Wie wir bereits gestern meldeten, telegraphierte General Trotha zurückgekehrt ist, eine Eröffnungsrede, in welcher er einen interaus Südwestafrika, daß sich zwar die Hereros in vollständiger Auf- essanten Rückblick auf die Entwicklung der Partei, besonders in lösung befänden und daß ofienbar unter den zerstreuten Trupps die Zürich, warf: Erst wurden wir verlacht und verachtet, wie Narren Neigung herrscht, sich Deutschland zu unterwerfen, daß aber sämtliche befeindet, wie gefährliche Uebeltäter. Erst mit der wachsenden und ungefährliche Menschen, dann hat man uns gehaßt und bitter Häuptlinge nach Britisch- Betschuanaland entkommen seien. In der Stimmenzahl erfolgte allmählich die Anerkennung als Partei. Die" Post" wirft dem Vorwärts" chauvinistische hete Man ist nicht im Unrecht in der Auffassung, daß damit der Schlacht- fratie furz gezeichnet, fagte er zum Schluß:" Eine politische Herrbürgerlichen Presse hält man diese Nachricht für sehr betrübend. Nachdem er den Kommunismus als das Endziel der Sozialdemovor, weil er es für unvereinbar mit der Würde des deutschen Volkes plan Trothas, die Aufständischen einzuschließen und durch ein großes schaft im alten Stil streben wir nicht an erklärt hat, sich von der russischen Knute unausgesetzt fuchteln zu Sesseltreiben zur Uebergabe zu zwingen, vollständig mißglückt sei. wenigerweise Anhänger der Verhältniswahl, der Anteilnahme aller lassen, ohne mit der Wimper zu zucken. Die" Post" erklärt unsere Die nach Britisch- Betschuanaland entkommenen Herero- Häuptlinge Richtungen an der Verwaltung des Gemeinwesens und an der VerForderung, daß Deutschland wegen der Beschießung des Dampfers würden von England schwerlich ausgeliefert werden, sei doch auch antwortlichkeit dafür." Sonntag" fofort hätte eine Untersuchung anstellen und der Hottentottenhäuptling Marenga seinerzeit nicht ausgeliefert ernste diplomatiche Vorstellungen in Petersburg erheben sollen, für eine den Krieg mittelbar vorbereitende worden, so daß es ihm jetzt möglich gewesen sei, einen neuen Aufstand zu inszenieren. Handlung." Knuten- Angst. " Ein solch jämmerliches Eingeständnis von Knutenangst hätten wir denn doch für unmöglich gehalten! Gerade unsere„ nationalen" Bramarbasse vom Schlage der" Post" sollten doch überzeugt davon sein, daß Deutschland, das nach Bülow in der Welt voran" ift, auch bei Rußland soviel Respekt genießt, um gleich England aus reichende Sühne für einen gröblichen Uebergriff zugestanden zu erhalten, sobald es nur ernsthaft Sühne heischt. Nach der" Post" aber denkt Rußland so gering von Deutschland, daß es ihm gar nicht einfallen wird, ihm Sühne für ein begangenes Unrecht zu leisten, daß es ja das Aufbäumen deutschen Rechtsgefühls gegen zaristische Unverschämtheiten gleich als Kriegserklärung betrachtet. Für einen so verächtlichen Faktor hätten selbst wir niemals selbst das Deutschland des Bülow- Kurses gehalten! Die" Post" muß es ja freilich besser wissen, welche Einschätzung dies Deutschland verdient! Schwerin- Wismar. zu machen versuchten. Befänden sich aber diese Häuptlinge in Britisch- Südwestafrika in Sicherheit, so sei keinerlei Garantie gegeben, daß sie nicht bei gegebener Gelegenheit von neuem Einfälle in Deutsch- Südwestafrika Trothas ist ein sehr zweifelhafter, abgesehen davon, daß auch noch Diese Auffassung dürfte jedenfalls zutreffend sein. Der Erfolg abzuwarten bleibt, ob dann die zerstreuten Hererobanden sich tatsäch lich ergeben werden, oder ob es ihnen nicht gelingt, sich nach Norden durchzuschlagen. Wäre dies der Fall, so müßte der Feldzug gegen diese aufgelösten Banden fortgesetzt werden. daher sind wir notEin demokratischer Fortschritt. Aarau, 31. Oktober.( Eig. Ber.) In der gestrigen Volksabstimmung im Kanton Aargau ist der Verfassungsartikel betreffend die Volkswahl der Regierung mit 20 770 gegen 11 015 Stimmen, betreffend die Volkswahl der beiden Ständeräte mit 19 090 gegen 9909 Stimmen angenommen worden. Bereits im nächsten Frühjahr werden die sieben Regierungsräte( Minister), die bisher vom Kantonsrat gewählt wurden, vom Volke gewählt werden. Damit tritt der Kanton diese demokratische Einrichtung bereits besteht. Im Kanton Zürich Aargau in die Reihe der großen Mehrheit der Kantone, in denen wurde sie bereits im Jahre 1869 eingeführt. Frankreich. Armee und Republik. Farmer in Südwestafrika könnten doch unmöglich die Zehntausende von Eingeborenen beschäftigen und ernähren. Läßt man aber die Hereros einfach Hungers sterben, so wäre dies eine Grausamkeit, wie diese kaum jemals in der Kolonialgeschichte vorgekommen wäre. Auch Karl Peters, der Hängepeters, hat sich wieder einmal über Südwestafrika geäußert. Unter anderm ist er auch auf das Schweigegebot zu sprechen gekommen, das fürzlich von Trotha über die SüdwestAus dem Wahlkreise wird uns geschrieben, daß bei der Auf- afrikanischen Truppen verhängt worden ist. Peters weiß nicht recht, was er stellung der Wählerlisten alle Personen zurückgewiesen werden, die im letzten Jahre in einem anderen Kreise gewählt haben, über dieses Schweigegebot sagen soll. Er führt allerdings an, daß wie auch solche, die sich nur vorübergehend in einem Orte des die Engländer im südafrikanischen Kriege diese Maßnahme ebenfalls Wahlkreises aufhalten, das heißt da arbeiten und anderwärts ihren beobachtet hätten. Nun, dies Vertuschungssystem ist aber damals festen Wohnsitz haben. Es ist längst festgestellt, daß dies Verfahren gerade von unserer„ nationalen" Presse aufs schärfste gebrandmarkt unzulässig ist und auch den mecklenburgischen Behörden sollte worden! Zudem kann selbst Peters nicht umhin, das Trothasche es nachgerade bekannt sein, nach welchen Grundsägen bei der Auf- Schweigegebot zu verurteilen, sofern damit nur bezweckt sei, der linksstellung der Wählerlisten zu verfahren ist. Sollte, was aus der an fahren nicht nur vereinzelt, sondern mehrfach im Kreise geübt werden, dann dürfte der Kreis bald wieder vor einer Neuwahl stehen. General Trotha berichtet ferner, daß die Hereros fast ihr sämtIn der Humanité" unternimmt es Jaurès, die von dem liches Vieh verloren hätten. Auch dies ist für unsere Kolonial- Kriegsminister André ergriffenen Maßnahmen zu rechtfertigen. Er abenteuerer eine sehr niederschlagende Nachricht. teine Möglichkeit mehr vorhanden, sich an dem Besiz der Hereros befizt. Er erinnert an die Dreyfus- Affäre, welche eine bodenlose Denn nun ist ja weist darauf hin, daß die Republik, obwohl sie schon über drei Jahrzehnte besteht, in den Offizierskreisen nur wenige Verteidiger irgendwie schadlos halten zu können. Die Sache ist sogar dadurch Korruption unter den Offizieren aufgezeigt habe. In der französ so geworden, daß schließlich die deutsche Regierung für den Unterhalt fischen Armee herrschten die monarchisch- flerifal- verfippten Koterien der sich ergebenden Hereros wird auffommen müssen. Dies könnte unumschränkt und sorgten dafür, daß ihre Günſtlinge eine schnelle Die konservative Parteileitung im 2. mecklenburgischen Reichstags im Laufe der Zeit zu einer höchst unangenehmen Kalamität und glänzende Karriere machten, währenddem die der republikanischen Wahltreise Schwerin- Wismar, Dr. Dröscher aus Gesundheits- für unsre südwestafrikanische Politik werden, denn die paar hundert Gesinnung verdächtigen Offiziere nicht vorwärts kämen. Zum Staatsrücksichten von der Kandidatur zurücktrat, soll, wie verschiedene Blätter berichten, Herrn wo Dr. Dertel( B. d. L.) das Mandat anstreich gegen die Republik sind, wie der Fall Déroulède beweist, geboten haben. Diese extrem agrarische Kandidatur würde für den biele der französischen Generale bereit gewesen. Erst mit dem Eintritt des Generals André ins Kriegsministerium hat sich das Fall, daß eine Stichwahl nötig wird, den Sieg unserer Partei Blättchen gewendet und es mag sein, daß auch hier Mißgriffe gesichern. Wir haben nichts gegen Dr. Dertels Wahlhülfe einschehen sein mögen. Gesinnungsriecherei ist immer schädlich und zuwenden; nachdem diese Hülfe in Sachsen unnötig geworden, mag muß zur Verbitterung, Korruption und Henchelei führen, aber diefie uns Mecklenburg gewinnen helfen. jenigen, welche seit Jahrzehnten systematisch das gleiche und in weit schlimmerem Maße getan, haben am wenigsten Recht, sich darüber zu beschweren. Als Entschuldigung für André kann geltend gemacht werden, daß er sich auf die Berichte seiner Armeeführer gar nicht verlassen konnte, denn diese sind ja gerade in ihrer Mehrzahl die im Dienste der jesuitisch- monarchischen Hochfiuanz und Aristokratie stehenden Prätorianer. Er wandte sich denn, so teilt Jaurès mit, um den wegen ihrer republikanischen Gesinnung zurückgesetzten Offizieren zu ihrem Recht zu verhelfen, vielfach an Deputierte usw., diese befragend, ob ihnen tüchtige republikanische Offiziere bekannt seien, die in ihrem Avancement benachteiligt worden sind. Auf diese Weise mögen nun auch Beförderungen zustande gekommen sein, die als Vergünstigungen auszulegen sind und auch nicht Platz greifen dürften. Aber es muß festgehalten werden, daß, um die Armee von der Korruption und den Fälschern, die sich um Henry gruppierten und von den Feinden der Republik zu säubern, es selbst dem Kriegsminister kaum möglich war, den gradlinigen Weg zu wählen. Ein Leutnant wegen Soldatenmißhandlung verurteilt. Das Kriegsgericht der 16. Division hatte den Leutnant Moser vom Infanterie- Regiment Nr. 160 in Bonn von der Anklage der vorschriftswidrigen Behandlung freigesprochen. Der Gerichtsherr legte Berufung ein. Vor dem Oberkriegsgericht wurde festgestellt, daß Leutnant Moser den Rekruten Gierling mit der Faust von oben Herunter rechts und links ins Gesicht geschlagen hat. Das Urteil lautete auf vierzehn Tage Stubenarrest. -Fünf Jahre Zuchthaus. Aus Breslau wird gemeldet: Das Kriegsgericht der 11. Division verurteilte die Reservisten Joschko und Jalubet vom 10. Grenadierregiment wegen Gehorsamsberweigerung und tätlichen Angriffs gegen eine militärische Wirtshauspatrouille zu je fünf Jahren Zuchthaus. Sächsisches Kartellgeschwät. Aus Sachsen wird uns geschrieben: Ein recht lächerliches Gaukelspiel betreiben anläßlich des Thron wechsels in Sachsen die ehemaligen Kartellbrüder, Konservative und Nationalliberale. Die Konservativen lassen durch ihre Führer den Kartellgedanken neu verkündigen, um den neuen König Friedrich August in die Illusion zu bringen, bei den künftigen Reichstagswahlen werde es einem Kartell der„ Ordnungs" parteien gelingen, der Sozialdemokratie eine Reihe von Reichstagsmandaten in Sachsen wieder abzunehmen, so werde dem König die Freude bereitet werden, daß er nicht bloß zwei antisemitische, sondern mehr bürgerliche Abgeordnete beglückwünschend empfangen darf. In der Tat hat der konservative Landtagsführer Opitz jüngst eine in Sachsen vielbesprochene Rede zur Kartellempfehlung mit dieser Hoffnung gespickt. Doch es verbirgt sich hinter dieser konservativen Werbung für das Kartell ein heimtüdischer Winkelzug. stehenden Presse die Möglichkeit der Besprechung von Mißständen" zu nehmen. Etwas anderes, als die Verhinderung der Festnagelung solcher Mißstände" kann doch aber gar nicht beabsichtigt sein. Die Soldatenbriefe aus Südwestafrika haben es wieder einmal unserer Regierung angetan." Für einen Friedensschluß mit den Hereros tritt jetzt endlich auch ein bürgerliches Blatt ein. Der, Reich 3= bote" schreibt: 40 England. London, 1. November. Heute ist ein Blaubuch über die AnVor einigen Tagen brachte das„ Berliner Tageblatt" die gelegenheiten in Südost- Europa erschienen. Es handelt Meldung, daß mit den aufständischen Hereros Unterhandlungen hauptsächlich von der Reorganisation der Gendarmerie und angeknüpft werden sollten. Wir halten dies für die böswillige dem Reformprojett für Mazedonien. Die KorAusstreuung irgend eines kolonialen Uebermenschen, um Stimmung respondenz erstreckt sich bom 15. Dezember 1903 bis zum zu machen gegen eine Maßnahme, welche jetzt, unseres Erachtens, 10. August 1904. Unter den letzten Schriftstücken befindet sich dringend nötig ist, nämlich die, den am Widerstande ver- eine Depesche des Marquis of Lansdowne an den Botschafter zweifelnden Hereros Gnade auzubieten. Aus allen Mel- Hardinge. In derselben teilt Lansdowne mit, er habe am 6. August dungen, welche in den letzten Tagen aus den letzten Tagen aus dem Schuß- dem russischen Botschafter Grafen Benckendorff gegenüber erwähnt, gebiete gekommen sind, geht mit voller Deutlichkeit her- daß er im Oberhause über die geplante Vermehrung der russischen bor, daß die Hereros völlig widerstandsunfähig find. und österreichischen Gendarmerie Offiziere befragt worden Ihre Führer sind auf englisches Gebiet entflohen, ihr Vieh ist von sei. Er habe die Hoffnung ausgesprochen, daß die beiden ihnen teils aufgezehrt, teils in der wasserlosen Omaheke gefallen, Regierungen sorgfältig jede Aktion Aktion vermeiden würden, die in die sie hineingetrieben wurden; die entmutigten Scharen hält so gedeutet werden könnte, als ob die Absicht bestände, diese nur ein Gefühl ab, die Waffen zu strecken, die Furcht vor der Frage ohne Rücksichtnahme auf die Empfindlichkeit anderer Mächte Rache des Siegers. So ist es denn unserer, als christlicher und zu behandeln. Lansdowne erwähnt ferner, daß der österreichische menschlich denkender Nation würdig, den Verzweifelnden zu ver- Botschafter Graf Mensdorff, mit welchem er gesprochen, ihm die fünden, daß den Verführten, namentlich den verführten christlichen Versicherung gegeben habe, daß man nichts Derartiges zu tun geHereros, Gnade gewährt werden wird. Und es ist auch flug, willt sei. Graf Bendendorff sei ohne entsprechende Informationen wenn wir so handeln; denn laden wir die Hereros nicht ein, gewesen. Amerika. Amerikanisch- französischer Schiedsgerichts- Vertrag. die Waffen zu strecken, indem wir denen, welche das tun, Gnade versprechen, dann treiben wir sie vollends zur Verzweiflung, machen fie zu heimatlosen Räubern und die Kolonie zur Wüste. Wenn unsere Kolonial- llebermenschen diesen Aft Washington, 1. November. Staatssekretär Hay und der frander Gnade als einen Akt der Schwäche verschreien, so sollte das zösische Botschafter Jusser and haben einen Bertrag unterunsere Kolonialbehörden nicht abhalten, zu tun, was menschliche zeichnet, nach welchem jeder möglicherweise eintretende Streit Gesinnung und was die Interessen der Kolonie gebieten. Bir fall zwischen den Vereinigten Staaten und Frankreich auf schiedswürden unsere braven Soldaten nicht allein zu Menschenschlächtern gerichtlichem Wege geregelt werden soll. Dem Vertrage haben die degradieren, wenn wir sie zwingen, auf Verzweifelnde Jagd zu Bestimmungen des englisch- französischen Schiedsgerichts- Vertrages machen, wir würden uns selber schädigen, wollten wie die Hereros zum Vorbilde gedient. ausrotten. Der Oberbefehlshaber in der Kolonie soll also bald möglichst Guade denen verkünden, die sich unterwerfen; die Leute müßten dann, so weit nicht mit ihnen als Rädelsführern und Mördern ins Gericht zu gehen ist, völlig entwaffnet und in Reservate gebracht werden, wo wir fie bor dem Hungertode zu schützen hätten; natürlich müßten sie dafür arbeiten." Gewerkschaftliches. Berlin una amgegend. Die Aussperrung in der Gelbmetall- Industrie und die Berlines Metallarbeiter. Die Nationalliberalen nämlich glauben, es werde unter dem neuen Regiment ein etwas freierer Zug in die sächsische Regierung kommen, und sie bereiten sich darauf vor, unter etwaiger Verwirklichung dieses Wunsches das Erbe der Konservativen oder doch ein gut Teil davon anzutreten; daher ihre Ablehnung der konservativen Kartellwerbung. Bei den nächstjährigen Landtagswahlen wollen sie ihr Glück versuchen und gedenken, den Konservativen Mandate abzunehmen. Die Gegnerschaft bei den Landtagswahlen schlöße natürlich ein Kartell zwischen beiden Parteien für die Reichstagswahl aus, wenn sie eine ernsthafte wäre. Da aber tiefe Gesinnungsunterschiede die beiden Parteien nicht trennen, da eine kaum weniger reaktionär ist als die andere, da beide gemeinsam das DreiklassenEs hat lange gedauert, bis der" Reichsbote" seine humane GeMit der Aussperrung in der Gelbmetall- Industrie befaßten sich gestern abend neun start besuchte Metallarbeiters Wahlunrecht berübt haben, so ist von den Nationalliberalen eine sinnung entdeckt hat. Immerhin ist er unter der ganzen bürgerlichen Versammlungen. Die Referate wurden von Gewerkschaftsneue Politit für Sachsen natürlich nicht zu erwarten und es handelt Presse der erste, der eine Regung der Vernunft und Menschlichkeit beamten der Berliner Ortsverwaltung des Metallarbeiter- Verbandes fich für sie nur um einen größeren Einfluß der industriellen Kreise, zeigt. Es bleibt abzuwarten, welches Echo dieser Appell finden gehalten, und zwar sprachen: Behrend in den Viktoriasälen die sie bei den Landtagswahlen, wo die Sozialdemokratie entrechtet wird. zu Rirdorf, Cohen im Bernhard- Rose- Theater, Hartmann ist, zu erringen hoffen. Dieses Bestreben und der konservative Der„ Reichsbote" bergißt nur ein wichtiges Moment. Wenn über in Wilhelminenhof zu Ober- Schöneweide, Henning im Char Widerspruch gegen dasselbe hindern jedoch beide Parteien nicht, die„ Rädelsführer" abgeurteilt werden soll, so erforderten Humanität lottenburger Boltshause, Müller im Stösliner Hof, Pawlospäter bei den Reichstagswahlen gemeinsame Sache wie früher und Gerechtigkeit unbedingt, daß auch eine strenge Untersuchung über witsch in Zühlfes Festfälen, Wiesenthal in Kellers Festzu machen, weil dann bei dem Stande der Sozialdemo- die Ursachen angestellt wird, die die Hercros in den Aufstand ge- sälen, üde im Gewerkschaftshause und Wuschik im Moabiter hat. Die Reichstagswahlen sind aber noch so fern, daß es trieben haben. Ist es doch ein großer Unterschied, ob es sich bei eigentlich keinen Sinn hätte, jezt schon Kartellsehnsucht zu äußern. Anwendung von Waffengewalt nur um einen Aft der Notwehr oder Es ergibt sich also, daß die Konservativen mit ihrer jeßigen Kartell- um einen lleberfall handelt. werbung die nationalliberalen Abfichten, fünftig auf die Regierung und auf den Hof Einfluß zu gewinnen, durchkreuzen wollen. Durch Erklärung. Zu dem in der Nummer vom 30. März 1902 die Ablehnung des Kartellgedankens feitens der Nationalliberalen enthaltenen Artikel„ Ein raffinierter Simulant" geben wir, nachdem Gesellschaftshause. Eingehend schilderten die Redner die Ursachen des jetzigen Lohnkampfes, der eine notwendige Folge des vorjährigen, ergebnislos verlaufenen Gürtler- und Drückerstreits sei. Jetzt sowohl wie im Vorjahre handelte es sich um die Schaffung eines Tarifverhältnisses für die Gelbmetall- Industrie, das aber von den Stühnemännern mit allen Mitteln bekämpft wird, weil sie in der = Ausland. einheitlichen Regelung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse eine Be- annehmen, die Streifenden würden die Miete nicht zahlen können und baldigst wieder eingestellt würden, da durch Agenten fon einträchtigung ihrer absoluten Fabrikantenherrlichkeit erblicken. deshalb die Arbeit wieder aufnehmen. Diese Hoffnung sei zu Wasser ein Transport Solzarbeiter gefiert sei. Das ift Wie töricht dieser Standpunkt der Kühnemänner sei, gehe am besten geworden, der 1. November sei da, die Mieten seien bezahlt und eitel Renommage. Tatsache ist jedoch, daß die Fabrik in bürger daraus hervor, daß bereits im Vorjahre 143 Firmen, die außerhalb feiner der Streifenden sei abtrünnig geworden. Im weiteren Ver- lichen Blättern Holzarbeiter sucht. Es werden deswegen der Fabrikanten- Vereinigung stehen, den Tarif anerkannt und mit lauf der Diskussion sprachen Klein und Fischer vom Fachverein und alle Holzarbeiter vor solchen Gesuchen und vor der Arbeiterorganisation vor dem Gewerbegericht festgelegt haben. nach ihnen noch einzelne Redner die Ansicht aus, daß, wenn die 8uzug nach Desiau dringend gewarnt. Desgleichen Infolge des jetzigen Streits haben sich weitere 35 Firmen dem Situation sich nicht ändere, die Kommission prüfen müsse, ob eine werden alle Arbeiterblätter um Abdruck dieser Warnung ersucht. Tarifvertrage angeschlossen. Ja auf Anregung der tariffreundlichen Aenderung der bisherigen Taktik geboten jei. Sollte bei der Prüfung Firmen ist der Tarif, der ursprünglich nur für die Gürtler und sich herausstellen, daß durch den Streit nichts mehr erreicht werden Drücker galt, in diesem Herbst auch auf die übrigen in der Industrie könne, dann sei es besser, ihn zu geeigneter Zeit abzubrechen, als Kohlenarbeiter- Bewegung in Amerika. tätigen Arbeitergruppen ausgedehnt worden; sicher der schlagendste ihn unnötig in die Länge zu ziehen. Die Redner beriefen sich Chicago, 31. Oktober. Die in den Kohlenbergwerken des Beweis dafür, daß der Tarif keine unerfüllbaren Anforderungen an darauf, daß diese Stimmung auch in den Reihen der Streifenden Staates Illinois an den Schachtförderungsmaschinen beschäftigten die Fabrikanten stellt. Die Kühnemänner aber wollen ihren herrsche. Leopold und Sickfeld vom Holzarbeiter Verband traten Arbeiter haben sich geweigert, sich mit einer Lohnherabsetzung um Stummfchen Herrenstandpunkt wahren. Nicht die Art und Höhe dieser Ansicht entschieden entgegen. Sie führten unter dem Beifall 5% Prozent, sowie auch mit dem Vorschlage, die Streitfrage einem der Arbeiterforderungen ist ihnen bedenklich, sondern lediglich der der Versammlung aus, daß bis jetzt noch keine Veranlassung zu Schiedsgericht zu übergeben, einverstanden zu erklären und beabUmstand, daß es die organisierte Arbeiterschaft überhaupt einer Aenderung der Taktik vorhanden sei. Es sei ihnen auch nicht sichtigen, um Mitternacht in den Ausstand zu treten. 44 000 Arbeiter wagt, mit Forderungen an die Herren heranzutreten. Diesem betußt, daß unter den Kollegen der Wunsch nach einer anderen werden von dem Ausstand betroffen. Die Arbeitgeber find der Anbornierten Herrenstandpunkt opfern sie nicht nur das Wohl und Taktik vorhanden sei. Sollte es die Situation erfordern, dann ficht, daß die Bewegung wahrscheinlich nicht zu einem allgemeinen Wehe Tausender von Arbeitern, sondern sie stellen sogar den Fort- werde die Kommission selbstverständlich entsprechende Vorschläge Ausstande führen werde. bestand der Industrie in Frage. machen. Zurzeit fei aber die Situation so günstig, daß man an Gleich nach dem vorjährigen Streik fuchten die Kühnemänner eine Aenderung der Taktik nicht denken brauche, die Streifenden die vermeintlich unausweßbare Schlappe der Arbeiter zu Re- feien bereit, den Kampf fortzusetzen, bis ihre Forderungen be preffalien auszunuzen. Gie verlangten von jedem Arbeiter die willigt werden, und die allgemeine Lage berechtige zu der Unterschrift eines Reverses, die ihn verpflichtete, feiner Organi- Annahme, daß die unveränderte Fortsetzung des Streifs sation anzugehören, sondern ihn vielmehr zwingen follte, sich einer zum Siege führe. Schließlich betonte auch Fischer, daß er eine von den Fabrikanten zu gründenden Streitbrechertoalition an- Abschwächung oder gar ein Aufgeben des Kampfes für die nächste zuschließen. Als dieser Trick fläglich mißlang, da versuchten die Zeit nicht gewünscht habe und es für selbstverständlich halte, daß Herren durch Einzelmaßregeln die Zügel straffer anzuziehen. Es der Streit folange fortgesetzt werde, wie noch irgend Aussicht auf erfolgte eine willfürliche 20prozentige Lohnreduktion bei der Firma Erfolg vorhanden sei. Erich u. Grät und das Verlangen einer ins ungemessene ge= steigerten Ueberstundenwirtschaft bei der Firma Haller. Da den Stand des Streits als sehr günstig bezeichnet und erklärt, daß Die Versammlung nahm einstimmig eine Resolution an, welche fich die Arbeiter ähnlicher Maßnahmen auch der übrigen Scharf die Streifenden an ihren Forderungen festhalten werden, bis sie einen macherfirmen versehen mußten, so gingen sie selbst zum Angriff vollen Sieg errungen haben. über, indem sie 18 der Hauptfirmen von der Vereinigung ihre vorjährig vertagten Forderungen aufs neue unterbreiteten. Es erfolgte die schroffe Ablehnung der Tarifforderungen, worauf die Arbeiter dieser Firmen in den Streik traten, der dann mit der Aussperrung in ihrem jezigen Umfange von den Kühnemännern be= antwortet wurde. Der Streit der Glasschleifer, Bolierer und Beleger ist beendet. Die Streifenden haben gestern abend in geheimer Abstimmung mit 113 gegen 57 Stimmen folgenden Tarifvertrag angenommen: Am 1904 wurde zwischen der Kommission der freien Vereinigung der Glasschleifer usw. und der Kommission des Zentralverbandes der Glasschleifer Deutschlands folgender Lohntarif vereinbart: " Allgemeine Anerkennung in allen Versammlungen fand die geradezu mustergültige Haltung der 4000 Streifenden und AusgeSperrten. Staum ein Bäckerdugend sind von ihnen abgefallen. Mit 1. Arbeitszeit. Die tägliche Arbeitszeit beträgt neun ruhiger Entschlossenheit nahmen sie den Kampf mit den Kühne Stunden, Sonnabends 8 Stunden. An den Tagen vor den drei männern auch in diesem Jahre wieder auf in dem Bewußtsein, daß hohen Feiertagen beträgt die Arbeitszeit 6 Stunden. Der Lohn wird die gesamten Metallarbeiter Deutschlands hinter ihnen stehen. Leb- für diese drei Tage voll ausgezahlt. Ueberstunden dürfen nur in hafte Befriedigung rief bei den Erschienenen die Mitteilung hervor, dringenden Fällen und nur mit 25 Proz. Aufschlag gemacht werden. daß der Hauptvorstand des Verbandes die unbedingte Unterstüßung Die Lohnzahlung hat pünktlich bei Schluß der Arbeitszeit zu der Streifenden und Ausgesperrten zugesagt hat. Alle Redner beginner und muß% Stunde später beendet sein. Bei schlechtem sprachen den im Kampfe stehenden ihre volle Sympathie aus mit der Geschäftsgang find Entlassungen möglichst zu vermeiden, sondern Versicherung, da zbesonders den Berliner Metallarbeitern kein Opfer es darf die Arbeitszeit bis auf 5 Stunden verkürzt werden. zu hoch sein werde, um ihren Kollegen zum Erfolge zu verhelfen, gelte 2. Lohn. Der Minimallohn beträgt für Buchstaben- und es doch, in die Phalang der schlimmsten und proßigsten Arbeiter- breite Fazettenschleifer pro Stunde 60 Pf., für Walzen-, Wagen feinde, der Kühnemänner, endlich einmal Bresche zu legen. Einmütig und Moraschleifer 50 Pf., wenn dieselben nachweislich 3 Jahre als wurde sodann in sämtlichen Versammlungen folgende Resolution Schleifer gearbeitet haben. Für Polierer Minimallohn 50 Pf., wenn angenommen: dieselben 1 Jahr als Polierer nachweislich gearbeitet haben. Affordarbeit wird ausgeführt und der Minimallohn denjenigen Arbeit nehmer garantiert, die länger als 14 Tage Afford arbeiten. Denjenigen, welche neu in einen Betrieb eintreten und während der ersten 14 Tage den Minimallohn bei Affordarbeit nicht erreichen, wird nur der durch die übernommene Affordarbeit verdiente Betrag gezahlt. Die bestehenden Akkordpreise für Moragläser behalten ihre Die am 1. November verfamunelten Mitglieder des Deutschen Metallarbeiterverbandes nehmen Kenntnis vom Stand des Streits und der Aussperrung in der Gelbmetallindustrie und fordern die Streifenden und Ausgesperrten auf, unter allen Umständen im Kampf auszuhalten. In Anerkennung der von den Streifenden und Ausgesperrten Verfammlungen. Die Freie Vereinigung der Bleiglaser und Glasmaler Berlins hielt am 19. Oktober ihre ordentliche Generalversammlung bei Henschel, Hollmannstr. 33, ab. Den Vorsitz führte Grabau, der auch den Geschäftsbericht gab. Derselbe wurde gutgeheißen. Dann gab Rieras den Kassenbericht vom III. Quartal. Derselbe ergab eine Einnahme von 317,30 M., eine Ausgabe von 217,67 M. Der zum Vorstand hatten folgendes Resultat: 1. Borfißender Grabau, Bestand beträgt mit dem vom II. Quartal 240,78 M. Die Wahlen 2. Vorsitzender Melzer, 1. Raffierer Ebel, 2. Raffierer i ras, 1. Schriftführer Streichert, 2. Schriftführer Döbeln. Als Revisoren wurden gewählt Philipp und Uhse, in die Schlichtungsfommission Schulz, Grabau und Stoffregen; als Kartelldelegierter Ebel, als Stellvertreter Schulz. und Der Verband der Tapezierer( Filiale Berlin) hielt am 26. Of tober bei Wendt seine Quartalsversammlung ab. Durch intensive Agitation der Ortsverwaltung in den Werkstattssitzungen sind im dritten Quartal 252 Neueintritte zu verzeichnen, so daß der Mitgliederbestand trop verschiedener Ausschlüsse wegen rüdständiger Beiträge am 1. Oftober 1004 männliche und 22 weibliche betrug. Die Netto- Einnahme für die Hauptkasse war im dritten Quartal 3125,93 M., für die Filialkaffe 809,37 M., ergiebt mit dem alten Bestand von 5713,15 M. ein Vermögen von 6522,52 M.- Außer den mit vollem Erfolg beigelegten Differenzen bei Baruch, Steinborn, Rothe, faßtrupp, Birnbaum Schwarzer fand keine größere Bewegung statt. Das Mitglied Karl Ott, Buchnummer 19052 wurde wegen Vergehen gegen die Arbeiterinteressen aus dem Verband ausgeschlossen. In der Werkstatt von Wegeleben sind die hygienischen Zustände überaus traurig. Ob gleich die Gehülfen das Material in der Werkstatt selbst zupfen müssen, ist das Auskehren ein Luxus. Die Werkstatt liegt im Keller, mannstief unter dem Hofpflaster. Für drei Mann muß eine Lampe genügen. Machen dieselben einmal eine Viertelstunde früher Feierabend, weil die Augen überanstrengt sind, so werden ihnen prompt 15 Bf. abgezogen und dann Lohnafford bei diesen Zuständen. Ein wirkliches Arbeiterparadies. notwendigerweise zu bringenden Opfer, sowie der nachahmens- Gültigkeit, jedoch sollen einige Sorten einen Aufschlag bis zu 5 Bros. Letzte Nachrichten und Depefchen. terten Haltung im Kampf, beschließt die Versammlung: Zum Zweck einer Ertraunterstützung für die Weihnachts- Alle aus diesem Lohntarif und aus dem Arbeitsverhältnis feiertage follen vom Sonnabend, den 5. November an für 5 Wochen zivischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer entstehenden Streitigkeiten Extrabeiträge erhoben werden, und zwar je nach Verdienst in entscheidet eine Kommission von je 6 Mitgliedern, welche für die In der Ein sozialdemokratischer Bürgermeister. Jena, 1. November.( Privatdepesche des„ Vorwärts".) Stichwahl wurde heute der Genosse Gretscher, Buchdruder, mit der Höhe von 50 Bf., 1 M. und 2 M. pro Woche. Der Ertrag Dauer des abgeschlossenen Arbeitnehmer, welche die Arbeit in der großer Mehrheit zum Bürgermeister von Ziegenhain dieser Sammlung soll lediglich als Ertraunterstützung zur Auszahlung gelangen." Die Aussperrung der Tischler. Der Streit der Klavierarbeiter. Eine selben Werkstatt wieder aufnehmen, findet nicht statt. 3. Arbeitsnachweis. Der Arbeitsnachweis wird paritätisch gegründet und trägt jede Organisation die Hälfte der Kosten. Zur Errichtung desselben und zur Festsetzung der Statuten und der Geschäftsordnung wird eine Kommission von je 3 Mitgliedern gewählt. Die Werkstellen werden möglichst täglich gereinigt. Handtücher und Seife wird geliefert. " gewählt. Zum englisch- rnffifchen Konflikt. London, 1. November.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Hier herrscht heute die Ansicht vor, daß die englisch- russischen Ver handlungen sich nicht ganz glatt abwideln. Ueber die Natur der eingetretenen Schivierigkeit verlautet nichts, doch glaubt man, sie stehe mit der Ausfahrt der russischen Flotte aus Vigo und dem Zurüdbleiben von nur vier russischen Marineoffizieren in Vigo im Busammenhang. London, 1. November. Das„ Reutersche Bureau" meldet aus Gibraltar, daß die dortigen Vorbereitungen Unruhe hervorgerufen haben, da die Flotten- Manöver am Sonntag nachmittag beendet waren. Alle Schnellfeuerbatterien sind heute nachmittag befeht, n fantericabteilungen sind für den Dienst auf den Quais abgeteilt worden und die Scheinwerfer werden scharf betvacht. Bis gestern sollten die Tischlermeister, die sich noch nicht an der Aussperrimg beteiligt hatten, den Nachweis führen, daß sie nunmehr 50 Prozent der von ihnen beschäftigten Arbeiter ausgesperrt haben. Der Nachtveis fann, wenn ihn der Vorstand der Freien Vereinigung der Holzindustriellen verlangen follte, nicht geführt werden, denn gestern haben sich wieder Für Aufbewahrung der Garderobe ist Sorge zu tragen. nur wenige Ausgesperrte höchstens 20 gemeldet. Die Agi4. Die Arbeit wird am 2. November 1904 wieder aufgetation für die Aussperrung, die namentlich Herr Hülsenbeck, der nommen und werden Arbeitnehmer nur soweit wieder eingestellt, Meisterbertrauensmann für den Often, in seinem Bezirk äußerst leb- als Bedarf in dem Betriebe vorhanden ist. haft betreibt, hat keinen Erfolg. Im Gegenteil. Nach und nach Maßregelungen dürfen von keiner Seite stattfinden. Vorstehen sehen die Tischlermeister ein, daß sie sich durch die Aussperrung der Tarif gilt bis zum 1. Oktober 1906 und auf weitere mur selbst schädigen, und sie machen allmählich dem nuglosen Kampf 2 Jahre verlängert, sofern derselbe nicht 3 Monate vorher gekündigt ein Ende. Auch gestern hat wieder ein Meister, der aus Furcht wird." vor dem Terrorismus der Arbeitgeberführer nicht genannt sein will, Der Abstimmung ging eine lange und scharfe Debatte voraus. Morgen wird eine Sihung des Kabinetts im Austvärtigen Amt die Ausgesperrten wieder eingestellt mit dem Bemerken, die ganze in der sich die meisten Redner gegen die Annahme des Tarifvertrags stattfinden. Aussperrung fei Unfinn. Uebrigens werden die Beschlüsse der äußerten, die Vertreter der Lohnfommission sowie der Verbands- London, 1. November.( W. T. B.) Das Auswärtige Amt Meisterorganisation durch ihre eigenen Organe durchbrochen. Troß vorsitzende Girbig jedoch unter der Voraussetzung, daß bei Fort- veröffentlichte heute abend folgende amtliche Erklärung: Bevor die des Generalversammlungsbeschlusses, der allen Betrieben versehung des Streiks kaum noch bessere Bedingungen zu erreichen sein russische Flotte Bigo verließ, waren dem russischen Admiral Anbietet, Arbeiter einzustellen, hat der Arbeitsnachweis der würden, für die Annahme sprachen. Der Satz im Tarifvertrag, weisungen gegeben worden, um eine Schädigung oder Beeinträchtigung Tischler Jnnung an Herrn Peters in der Prinzenstraße wonach die Streifenden nur nach Bedarf wieder eingestellt werden der neutralen Schiffahrt während der Fahrt der russischen Flotte Gefellen vermittelt. Es ist dies eine Werkstatt, wo sehr geringe follen, erscheint ziemlich bedeutungslos; die meisten Arbeitgeber nach dem Osten abzuwenden. In Erfüllung der von der russischen Löhne gezahlt werden, so daß die Arbeiter oft nur 8 bis 10 M. werden wohl zufrieden sein, wenn sie ihre alten Arbeitskräfte wieder Regierung übernommenen Verpflichtung wurden vier russische und noch weniger in der Woche vrrdienen, wodurch bewiesen wird, im Betrieb haben. Uebrigens ist es trob der Geringfügigkeit des Offiziere in Vigo zurückgelassen. Die beiden Regierungen beraten wie berechtigt die Forderung der Sicherung eines gewissen Lohnes Erreichten immerhin als ein beachtenswerter Erfolg anzusehen, daß jetzt die Bedingungen für die Ueberiveisung der Streitfrage an die ist. In den Betrieben der Ladeneinrichtungsbranche sind feine die Lohn- und Arbeitsbedingungen für das Glasschleifergewerbe durch Internationale Stommiffion, die mit der vorgeschlagenen Unterneuen Aussperrungen erfolgt, dagegen haben im Betriebe von Schön- Tarifvertrag geregelt worden sind. suchung betraut werden wird. herr auch die noch nicht ausgesperrten Gesellen gestern zugunsten London, 1. November. Bezüglich der Meldung der Abendblätter Streit und Aussperrung der Müllfutscher. Jm Betriebe der der Ausgesperrten die Arbeit niedergelegt. Wirtschafts- Genossenschaft, bei der bekanntlich am Montag 206 über das Auslaufen der Kanalflotte und die Zusammenberufung der Offiziere in Gibraltar wird dem„ Reuterschen Bureau" aus Kutscher und Schaffner in den Ausstand traten, fonnten gestern nur 16 Wagen vom Hofe fahren. Dieselben sind besezt mit je zwei Gibraltar telegraphiert, die Flotte habe um 5 Uhr nachmittags Am Dienstag vormittag hielten die Streifenden wieder eine Arbeitswilligen und einem Nachtwächter. Sonst fuhren täglich noch vor Anker gelegen, wenn auch zum Auslaufen bereit. Der start besuchte Versammlung im Saale Weberstr. 17 ab. Die gegen 78 Wagen in die Touren, wovon 50 mit je 3 und 28 mit Gouverneur pflege die Offiziere täglich nach dem Gouvernementswärtige Lage des Ausstandes schilderten Wolf und Sicfeld je 2 Mann besett waren. Erftere machten täglich drei gebäude zu berufen. London, 1. November.( B. T. B.) Der russische Botschafter folgendermaßen: Erhebliche Aenderungen feien nicht eingetreten. Touren mit 132 Staften und letztere zwei Touren mit 90 bis Graf Bendendorff erschien heute nachmittag zu einer Unterredung Mehrere Betriebe hätten Verhandlungen mit der Streilleitung an 100 Staften Leistung. An dieser Aufstellung fann man so ungefähr gefnüpft. Infolgedessen hätten zwei Fabrikanten die Forderungen ermeffen, welches tantum Müll jest täglich auf den Höfen liegen mit Marquis of Lansdowne im Auswärtigen Amt. Balfour. der bewilligt, in anderen Fällen hätten die Verhandlungen keinen Erfolg bleibt. Selbst wenn die Wirtschaftsgenossenschaft Arbeitswillige in bereits eine Besprechung mit Lord Selborne gehabt hatte, empfing Die Fabrikanten hätten zwar die Aussperrung beschlossen, größerer Zahl bekommen sollte sie sucht deren mittels Blafaten nochmals dessen Besuch. In Begleitung Selbornes befand sich Admiral Fisher. bis jetzt sei aber noch nicht ein einziger Arbeiter ausgesperrt worden. an den Anschlagsäulen und durch Annoncen in auswärtigen Gibraltar, 1. November.( W. T. B.) Die 50. Kompagnie In zwei Mechanitfabriken feien etwa 25 Arbeiter wegen Mangel Blättern fo ist vorläufig doch an eine auch nur an Arbeit, der infolge des Streits eingetreten fei, entlassen halbwegs geregelte Abfuhr des Mülls nicht zu denken, da die königlichen Garnisons- Artillerie, die hier von Sierra Leone auf dem worden. Der durch den vollständigen Streit der Klaviatur Arbeitswilligen mit den einschlägigen Verhältnissen absolut nicht Wege nach England antam, erhielt Befehl, bis auf weiteres hier Arbeiter verursachte Mangel an Klaviaturen habe zur Folge gehabt, vertraut sind. Den besten Beweis für diese Behauptung liefern die zu bleiben. Balma, 1. November.( W. T. B.) Das englische Panzerschiff daß eine Anzahl von Zusammensetzern in den vom Streit der Firmen C. und H. Scheller und die Abfuhrgesellschaft, die ja Klavierarbeiter nicht betroffenen Fabriken entlassen wurden. Alles ihre ebenfalls etwa 200 Kutscher und Schaffner ausgesperrt haben." Irresistible" ist mit 5 Torpedobootszerstörern hier angekommen. deute darauf hin, daß die Fabrikanten das Ende des Streiks herbei- Auch diese Firmen haben Arbeitswillige erhalten, und dennoch versehnen. Die fortgesetzten Bemühungen, Streifbrecher zu finden, mögen sie das alte Quantum Arbeit auch nicht annähernd zu beschtvader iſt in See gegangen. feien ohne den geringsten Erfolg. Die Streifenden stehen noch heute wältigen, so daß sich das Müll in den Häusern teilweise bergeSeegericht wegen der Beschießung der Aldebaran". so geschlossen zusammen wie am ersten Tage des Ausstandes. Nicht hoch anhäuft. Wie uns mitgeteilt wird, hat Herr Direktor ein einziger fei zum Streitbrecher geworden. Die beschlossene Aus- Burgin von der Abfuhrgesellschaft sogar an das 3. Garderegiment 3. F., Gefle, 1. November.( W. T. B.) Heute fand hier die see= sperrung brauche man nicht zu fürchten, es sei gar nicht daran zu aus dessen Kaserne er das Müll abzufahren hat, die Zumutung gerichtliche Vernehmung in der Angelegenheit der Beschießung des denken, daß fie von den Fabrikanten durchgeführt werde. gestellt, das Müll von Mannschaften des Regiments aufladen zu Dampfers Aldebaran" statt. Der Kapitän, beide Steuerleute, der Lage des Streits habe sich durchaus nicht zu Ungunsten lassen. Dies Anfinnen sei jedoch zurückgewiesen worden. Bei der erste Maschinenmeister und mehrere Leute der Mannschaft hielten der Arbeiter verschoben, die Streikenden würden deshalb un Firma Hermann Scheller, Müllerstraße, müssen auch jetzt an ihren früheren Aussagen über die Beschießung fest; alle, mit beirrt an Sidfeld ihren Forderungen festhalten. nahm wieder eine Anzahl Arbeitswillige auf dem Heuboden nächtigen. Ausnahme des Kapitäns, wurden. auf ihre Erklärung bereidigt. Aeußerung des Bezug auf eine Fabrikantenorgans Musik- Aus den Reihen der Streikenden und Ausgesperrten hat sich noch auf eine Anfrage erklärte der Kapitän, daß er, als der erste Schuß instrumenten- Zeitung", welche besagt, die vorige Versammlung der nicht ein einziger Abtrünniger gefunden. Alle halten fest zusammen fiel, nicht daran gedacht habe, daß dieser Schuß den Anruf eines Streifenden habe beschlossen, die Arbeit dürfe in keiner Fabrit auf- und werden die weitere Entwicklung der Dinge in Nuhe abwarten. fremden Schiffes bedeuten tönne; er hätte nur an die Gefährlichkeit der Situation gedacht. Auf eine weitere Frage antiporfebe der genommen werden, bevor nicht sämtliche Fabrikanten die Forderungen belvilligt haben. Der Redner bezeichnete diese Darstellung als Kapitän, daß er den Schuß nicht als Anruf angesehen und daher ganz falsch und betonte, es sei den Streifenden niemals eingefallen, Der Ausstand der Holzarbeiter auf der Dessauer Waggonfabrit auch nicht das im Signalbuch von 1902 für Anruf vorgeschriebene Die Aufnahme der Arbeit von der Bewilligung aller Fabrikanten und die darauf folgende Aussperrung fämtlicher übrigen Metall- und Signal gegeben habe, sondern nur die schwedische Flagge habe abhängig zu machen, sondern die Arbeit werde in jedem Betriebe Hilfsarbeiter ist insofern in ein neues Stadium getreten, als die hissen lassen. Der erste Steuermann erklärte, er habe auch nicht aufgenommen, wo eine Einigung erzielt worden ist. Direktion jest nicht die wiederholt angedrohte Betriebsschließung daran gedacht, daß der Schuß einen Anruf bedeute, während der In der Diskussion wurde unter anderem ausgeführt, daß die wahr macht, sondern auf der Suche nach Holzarbeitern ist. Die zweite Steuermann aussagte, er habe einen Augenblick daran Fabrikanten auf den 1. November ihre Hoffnung feßen, indem fie Fabrifleitung fündigt den Metallarbeitern an, daß sie gedacht, daß dies die Absicht des fremden Schiffes sei. gehabt. Die Deutfches Reich. Villagarcia, 1. November.( W. T. B.) Das englische Ge" Verantw. Redakt.: Baul Büttner, Berlin. Snferate verantw.( mit Ausnahme der Neue Welt"-Beilage): Th.Glocke, Berlin. Drudu. Berlag: Vorwärts Buchdr. u. Vertagsanft. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2Beilageau.Unterhaltungsbl. Nr. 258. 21. Jahrgang. 1 Pop itt Jotiitls" ßttliiiet Polblilott. Mittlvoch, 2. November 1904. parte!- IMacl)richten. Totenlistc der Partei. Die ,.Nctv Dorler Vollszeitimg" schreibt: Konstantin Schee r, etwa 70 Jahre alt, der in Nr. 172 South Orange Ave., Newark, N. I., einen Zeitungsladen eröffnet hatte, für welchen ihm dortige hülfsbercite Genossen das Geld lieferten, damit er sich ernähren konnte, wurde am 12. Oktober früh, an Leuchtgas erstickt, tot in dem Zimmer hinter dem Laden anfgefnnden. Der Verstorbene war ein eifriger Sozialist, der vielen der älteren Ge- Nossen gut bekannt war. Er befand sich seit Anfang der achtziger Jahre in Newark, später in New Jork und erst seit drei Wochen wieder in Newark. Schcer, ein ehemaliger Bäckermeister, gehörte zu den Opfern des Sozialistengesetzes. In.Nach zehn Jahren' liest man über sein Schicksal: .Aus Berlin ausgewiesen, ging er nach Hamburg, wo ihm ein halbes Jahr später das gleiche passierte. Er ging nunmehr nach Elberfeld. In Berlin behaussticht, wurden ihm erst alle Bücher und Broschüren weggenommen, darumer auch ein Kreuz, welches er von einem französiichen Kommunard erhalten hatte. Letzteres wurde zurück- behalten und erst nach vier Jahren wieder ausgeliefert, nachdem sich Scheer eine Anklage wegen Madai-Beleidigung zugezogen hatte, die aber mit Freisprechung endete. In Hamburg zweimal behaussucht, mußte Scheer erst in Elberfeld kennen lernen, was es heißt, sozia- listengesetzlich für vogelfrei erklärt zu sein. Sofort als seine Möbel in Elberfeld ankamen, wurden diese zunächst polizeilich in Beschlag genommen und erst ausgeliefert, als das letzte Papierschnitzchen hcrauSgestohlen war. Die Broschüren und Bücher sah Scheer trotz aller Beschwerden nie wieder. Als er sein Geschäft, Bäckerei, ein- gerichtet hatte, postierte die Polizei einen Schutzmann vor dessen Tür, um so die Kunden zu vertreiben; allwöchentlich drei- bis vier- mal ward er zur Polizei zitiert, stets ohne irgend welchen erficht- lichen Grund. Der Mann mußte eben zur größeren Ehre und Ruhm des Deutschen Reiches ruiniert werden. Endlich mürbe ge- macht, entschloß sich Scheer zur Auswanderung nach Amerika. Vor seiner Abreise wollte er seine Familie in Berlin noch einmal be- suchen. Dort wurde er indes bereits auf dem Bahnhof verhafiet, vier Wochen in Untersuchungshaft gesteckt und dann wegen„Bann- bruchs' zu vierzehn Tagen Gefängnis verurteilt.' Huö Induftrle und Handel. Im Unfall- und Haftpflichtkartell sind bereits, ehe es noch in Wirksamkeit getreten ist, Streitigkeiten ausgebrochen. Im Frühjahr ist bekanntlich zwischen den deutschen Unfall, und Haftpflicht-Ver- sicherungSgesellschaften(bis auf die Transatlantische VcrsicherungS- gesellschast und die Mannheimer Versicherungsgesellschaft sowie die Gesellschaften„Rheinland" in Neuß und„AtlaS" in Ludwigshafen) ein Kartell zu stände gekommen, dem sich auch drei österreichische und zwei Schweizer Gesellschaften angeschlossen haben. Gestern bczw. am I. Januar 1905 sollten die Vereinbarungen in Kraft treten; aber eine der österreichischen Gesellschaften, die„Erste Ocsterreichische All. gemeine Unfallversicherungsgesellschaft", hat schon vorher die Har- monie gestört. Unter den Bestimmungen des Kartells befindet sich nämlich auch die, daß keine der kartellierten Gesellschaften Rück- Versicherungen einer Genossenschast übernehmen darf. Es haben des- halb denn auch die meisten, als sich an sie die Haftpflichtgenossenschaft der Eisen- und Stahlindustrie wandte, die Rückdcckung abgelehnt, nur die obengenannte österreichische Gesellschaft glaubte sich den Gewinn nicht entgehen lassen zu sollen. Sie nahm das Anerbieten an und erklärte ihren Austritt aus dem Kartell. Darüber sind die anderen zum Kartell gehörenden Gesellschaften höchst erbost und wollen die„Ocsterreichische Allgemeine" zur Einhaltung der Vcr- träge zwingen. Der Streit kann noch recht lustig werden. Die Kartellierung der deutschen Zemcntindustrle kann als im ganzen abgeschlossen gelten, nachdem jetzt auch die hannoverschen Zementfabriken sowie die Portlandzementfabrik„Germania" in Lehrte, die Wnnstorfer Portlandzementfabrik und die Braunschiveiger Portlandzementwcrke sich zu einer Konvention zusammengeschloffen haben. Die Fabrik„Teutonia". Misburger Portlandzementwerke in Hannover hat«inen besonderen Vertrag mit dieser Konventton ab- geschlossen, wonach sie die Preise der Konvention nicht unterbietet. sich nach den übrigen Bedingungen richtet und sich verpflichtet, keine Vergrößerungen vorzunehmen. Die Konvention ist zunächst auf ein Jahr abgeschlossen. Ohne Angabe eines GnmdeS kann sie von den einzelnen Werken zum 1. Januar 1900 gekündigt werden; ist eine Kündigung nicht erfolgt, so läuft die Konvention immer ein Jahr weiter. Die Verkaufsstelle wird sofort organisiert. Wenn es auch nicht gelungen ist. ein einheitliches Zement- syndikat für ganz Deutschland zu stände zu bringen, so ist eS den Leitern der größeren Zementiverkc doch gelungen, in den einzelnen LandeSteilen lokale Kartelle und Verbände zu errichten und diese zur Abschließung bestimmter Preis- und Absatzverträge miteinander zu veranlassen. So kann denn wieder ein wichtiger Industriezweig als kartelliert gelten. An baldigen Preiserhöhungen wird es nicht fehlen. Internationaler Schicnenverband. Der Brüsseler„Mon. des int. rnat." führt u. a. aus: Die letzten Schwierigkeiten, welche sich dem intenrattonalen Schicnenkartell entgegenstellten, können als beseitigt angesehen werden. Die Verhandlungen seien auch betreffs der Syndtzierung von Trägern und Halbferttgfabrikatcn tüchtig gefördert worden und e» dürste nächstens zu diesem Zwecke eine Versammlung der Vertreter der deutschen, stanzösischen und belgischen Werke ab- gehalten werden. Von der letzteren erwartet man entweder eine dcfinittve Regelung der Frage oder wenigstens eine erhebliche An- Näherung an das Ziel. Stahlproduktion der Vereinigten Staate» von Amerika. Weit weniger als die Roheisenfabrikation leidet die Stahlfabrikation der Vereinigten Staaten unter der im Junivorigen Jahres ausgekrochenen Krise. Tatsächlich find denn auch im vorigen Jahre nur 411233 Tonnen Stahl weniger produziert worden als m 1902, wobei allerdings in Betracht gezogen werden muß. daß die Abnahme ausschließlich auf die zweite Jahreshälfte entfällt; in den ersten sechs Monaten des JahreS 1903 fand sogar noch eine starke ProduttionSsteigerung statt. Insgesamt wurden in den beiden letzten Jahren nach einer soeben veröffentlichten Statistik der amerikanischen Eisen- und Stahl- Assoziatton in den Vereinigten Staaten erzeugt: Stahlarten 1002 1903 Produktion in Tonnen a 1016 Kilogramm . 9 138 363 8 577 228— 561 135 . 5 087 729 5 837 789+ 150 060 _ 121 168 121 000— 158 Zusammen.• 14 947 250 14 536 017""—"Iii 233 Davon wurden 9 794104 Tonnen, d. h. 67 Proz., im sauren, 4 741 913 Tonnen im basischen Prozeß hergestellt. Bessemerstahl wird in großem Maßstäbe zur Herstellung von Schienen und Stangen verwandt; in Alabama fabriziert man jedoch auch schon Schienen aus basischem Flammherdstahl. Vornehmlich wird letzterer aber gebraucht zur Herstellung von KonstrukttonLstahl, insbesondere zur Plattenfabrikation; auch seine Verwendung zu Gnßzwecken ist sehr allgemein. Die Flammherdöfen sind in stetiger Zunahme be- griffen und dürften zweifellos in einigen Jahren die Produktton der Kouverteröfen, in denen der Bessemerstahl hergestellt wird, über- flügeln. Amerikanische Maschinen in Deutschland. Die schwache Aufnahme- fähigkest deö inneren Marktes der Vereinigten Staaten für Maschinen hat zu einer beträchtlichen Steigerung der Ausfuhr geführt, die auch Bessemerstahl.. Flammherdstahl.. Tiegelgußstahl usw. im Verkehr mit Deutschland in den Ziffern der Handelsstattstik beut- lich sichtbar wird. Gegenüber dem Borjahre stellt sich nämlich die Einfuhr Deutschlands aus den Vereinigten Staaten während der ersten drei Quartale in folgenden Warengattungen auf 1903 1904 Doppelzenwer Nähmaschinen....... 15 703 23 390 Wcrkzcugmaschiuru.... 7 424 16 344 Maschinen zum Durchschneiden und Durchlochcn von Metallen 911 2 061 Pumpen........ 1 099 1 426 Schreib- und Rechenmaschinen. 901 1 145 Elektrische Maschinen.... 277 633 In den vorstehenden Maschinengattungen sind die Haupt- sächlichsten Steigerungen aufgeführt. Eine Abnahme zeigt dagegen die Einfuhr in landwirtschasilichen Maschinen, von denen Deutsch- land während der ersten drei Quartale 1904 nur 93 805 Doppel- zentner importierte gegen 96 101 im Jahre 1903 und 116 714 im Jahre 1902. Zwei Gründe dürften für diese Abnahme ausschlag- gebend sein. Einmal war in Amerika selbst im Anschluß an die Ernte des vorigen Jahres der Bedarf an landwirtschaftlichen Maschinen stärker als im Jahre 1903, so daß eine besondere Foreierrmg des Exportes sich nicht als notwendig erwies. Der andere Grund besteht darin, daß die steigende Leistungsfähigkeit der deutschen Fabriken den Bezug von ausländischer Konkurrenzware mehr und mehr zurückdrängt._ ß er Un er partei-Hngelegenbeiten. Achtung! Ten Parteigenossen und Genossinnen zur Nachricht, daß am Dienstag, den 15. November, abends 8 Uhr, in allen Berliner Kreisen öffentliche Versamm- l u n g e n stattfinden. Tagesordnung: Bericht der V e r- trauensleute und Neuwahl derselben. Zu recht zahl- reichem Besuch laden ein Die Vertrauensleute Berlins. Potsdam. Der Wahlverein hält Donnerstag abend S'/z Uhr bei Labenthin seine Versammlung ab. lokales. Wie dm Armen Gerechtigkeit wird. Wenige Schritte vom Polizeipräsidium führen uns nach dem Schöffengericht in der Dircksenstraße. Das Gebäude ist zwar im neupreußischen AmtSbaustil errichtet mit räumlichen Zimmern und lustigen Korridoren, und doch ist es eine Stätte de? Elends. Hier wird nämlich„Recht" gesprochen über die Paria? der Gesellschaft, über Bettler und Landstteichcr. In dem weiten Anklage- räum stehen sie ancinandergedrängt, zehn, zwölf Mann auf einmal, alle in der häßlichen graublauen Gefängniskleidung. Und ihr Ver- brechen? Sie waren obdachlos oder wurden beim Betteln abgefaßt. Die Polizei sperrte sie in den vergitterten UntersnchungSkäfig, und nun harren sie ihrer llburteilung nach Recht und Gesetz. Trocken, geschäftsmäßig spricht der ergraute Richter, ebenso geschäftsmäßig stellt der Amts- anwalt seine Anträge, die Schöffen nicken. So wirb jedem An- geklagten der Reihe nach sein„Recht" in wenigen Minuten. Wieviele iverden hier jährlich abgeurteilt!— Sind es wirklich alles arbeitsscheue Subjekte? Manch einer dürfte sich darunter befinden, den unsere sozialen BerhälMisse erst zum Bettler gemacht haben. ES ist ja nicht wahr, daß jeder, der nur arbeiten will, auch Arbeit findet. Woher denn die große in- dusttielle Reservearmee? Woher denn die Masse jener Arbeitslosen, die, von Ort zu Ort wandernd, als Ueberzählige an den Fabrik« pforten abgewiesen werden? Wie sollen sich diese Leute ernähren, bis sie irgendwo Beschäftigung und Unterkommen finden?— Doch diese Fragen kümmern weder Richter noch Schöffen. Das Gesetz verbietet eben das Betteln, und nach dem Buchstaben des Ge- setzeS wird geurteilt. So verkündet denn der Mund des Richters in monotoner Folge:„Acht Tage Haft.".Bierzehn Tage Haft, wovon acht Tage durch Untersuchung als verbüßt erachtet werden." Dann aber kommen härtere Urteile: Drei, vier oder sechs Wochen Haft „und Ueberweisung an die Landespolizeibehörde". Die letzten Worte lassen manchen der armen Angeklagten erbleichen. Winkt ihnen jetzt doch todsicher das Arbeitshaus auf längere Zeit. Von nun an gelten sie behördlich als arbeitsscheu, und diesen Makel müssen sie zeitlebens mit sich umherschleppen. Mancher versucht noch im letzten Augenblick den Richter um- zustimmen, indem er tränenden AugeS die Ursache seiner Notlage zu schildern anfängt. Die meisten kommen jedoch nicht weit mit ihren Erzählungen.„Ach was, immer die alten Geschichten; warum haben denn andere Leute Arbeit, warum Sie nicht? Was wollten Sie denn überhaupt in Berlin? Auf dem Lande giebt's Arbeit genug, aber alles will nach der Großstadt." Verständnisinnig nicken die Schöffen bei diesen Worten des Richters. Schüchtern bemerkte darauf ein Angellagter: In de» Zeitungen würden doch so häufig Arbeiter gesucht; komme man darauf aber her, dann stelle sich gewöhnlich heraus, daß hier gestreikt werde. Streikbrecher aber könne man doch nicht werden. Es seien also die Unternehmer selbst, die durch ZeitungSinseratr die Arbeiter nach der Großstadt locken. Richter und Schöffen sind von dieser„Freimütigkeit" sichtlich unangenehm berührt.„Sie scheinen auch von gewissen Ideen angekränkelt zu sein. Wenn hier in Berlin Arbeit vorhanden war und Sie nahmen sie nicht an, dann haben Sie sich erst recht strafbar gemacht." So tönt es dem Angeklagten zurück.„Wollen Sie die Strafe antreten: Nein? Dann bleiben Sie weiter in Untersuchung." Basta. Ein anderer Angeklagter weist auf seine verkrüppelte rechte Hand. Im Rummelsburger Arbeitshause hat er sie sich an einer Brot- schneidemaschine verstümmelt. Arbeiten kann er nicht. Unfallrente bekommt er auch nicht, weil kein Betriebsunfall vorliegt. Die Zahlung einer kleinen Rente an ihn, wie sie vom Kuratorium des Obdachlosen-Asyls empfohlen worden war, hat der Magistrat ab- gelehnt, ihn vielmehr auf den Weg der öffentlichen Armen- pflege verwiesen. So hat er denn wieder gebettelt, als man ihn aus dem Arbeitshause entließ. Allerdings schlimm genug, meinte der Richter. Doch erstens sei der Angeklagte mehrfach wegen Bcttelns vorbestraft, zweitens aber könne das Gericht keine Rücksicht auf seine Arbeitsunfähigkeit nehmen, denn das hieße ja dem Angeklagten gleichsam einen Freibrief auf die Bettelei aus- stellen. Gerade wegen seiner jelffgen körperlichen Beschaffenheit fei er am besten im ArbeitShause aufgehoben, denn dort falle er wenigstens nicht der Gesellschaft zur Last und könne seinen Leistungen ent- sprechend beschäftigt werden!— Der Richter sprach'S, die Schöffen nickten. Die Gesellschaft aber kann beruhigt sein, denn selbst den Bettlern wird ihr„Siecht".__ Den Achtuhr- Ladenschluß für die offenen Verkaufsstellen der N 2 h m a s ch i n c n b r a n ch e in Berlin. Schöneberg und Charlotten- bürg hat daS Kammergericht für ungültig erklärt. Der Kaufmann Rente! in Berlin sollte die Bekanntmachung des Berliner Polizeipräsidenten vom 28. November 1903 übertreten haben, durch welche in Berlin, Schöneberg und Charlottenburg der Achtuhr- Ladenschluß für die Nähmaschinenbrauche eingeführt wird. Er wurde jedoch in zweiter Instanz freigesprochen, weil die Anordnung dcS Polizeipräsidenten rechtsungültig sei. Nach ß 139k der Gewerbe- Ordnung setze die Gültigkeit der Anordnung die vorherige Anhörung der Gemeindebehörden voraus. Diese Anhörung der Gemeindebehörden sei von formell zwingender Bedeutung, die entsprechende Vorschrift sei nicht bloß instrukttoneller Natur. Wenn aber die Anhörung der Gemeindebehörden eine zwingende Vorbedingung der Gülttgkeit der Anordnung des Polizeipräsidenten sei, dann müsse diese Anhörung auch in der P u b l i I a t i o n der Anordnung des Achtuhr-Ladenschlusses als erfolgt bekannt gegeben werden, wenn die Anordnung nicht ungültig sein solle. Eine solche Mitteilimg fehle aber hier in der Bekanntmachung der Anordnung. Daraus folge ihre Ungültigkeit. Demgegenüber sei unerheblich, daß die Anhörung der Gemeindebehörden von Berlin, Schöneberg und Char- loltenburg tatsächlich erfolgt sei. Das Kammergericht verwarf die hiergegen von der Staats« anwaltschaft eingelegte Revision als unbegiündet, indem es die Auffassung des Vorderrichters billigte und den Einwand der Staats- anwaltschaft, es handele sich nicht um eine Verordnung, sondern um eine Verfügung, für verfehlt erachtete. Hoffentlich wird daS Versehen bald wieder gut gemacht I Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten-Vcrsammlung am Donnerstag, den 3. November d. I., nachmittags 5 Uhr. Vor- schlage des Ansschuffes für Petitionen.— Drei Anträge von Mit- gliedern der Versammlung, den Magistrat zu ersuchen: das Ortsstatut für die K a u f m a n n S g e r i ch t e so zeitig fertigzustellen, daß das Kaufmannsgericht für Berlin am 1. Januar 1905 in Wirlsamkcit treten kann,— schleunigst geeignete Maßnahmen zu ergreisen, die gesundheitlichen Schädigungen der Berliner Bevölkerung zu ver- hindern, die durch die E i n f u h r v o n F l e i s ch, das nur außer- halb Berlins untersucht wurde, zu befürchten sind,— und für das städtische Obdach schleunigst Vorkehrungen zu treffen, um p o l i z e i- liche U ebergriffe fiir die Zukunft zu verhindern.— Vorlagen betr. den Jahresabschluß der Verwaltung des Abladewesens für das EtatSjahr 1903,— die Erhöhung des Kesselhauses bei der Irren- anstatt zu Dalldorf,— die Abnahme mehrerer Bauausführungen auf dem Grundstück der Anstalt für Epileptische Wuhlgarten bei Biesdorf— und die auS SpezialVerwaltung Nr. 36 fiir Erwerbung von Straßenland oder Baubeschränkungen auf Grund von Ent- schädigungsbeschlüssen oder richterlickien Entscheidungen in der Zeit vom 1. April bis 30. September 1904 gezahlten Beträge.— Zwei Rechnungen.— Berichterstattung betreffend die Wahl eines Bürger- deputierten bei der Deputation für die städtische Jrrenpflege.— Eine Unterstützungssache.— Vorlage betreffend die Einsetzung einer ge- mischten Deputation zur Vorveratung über die Bewilligung außer- gewöhnlicher Ausgaben. Die Arten des Selbstmordes sind mannigfalttg, aber für neun Zehntel aller Selbstmorde kommen doch nur vier Hauptarten in Betracht. Der neueste Band des Berliner Statistischen Jahrbuchs bringt hierüber für das Jahrzehnt 1892—1901 eine Zusammen- stellung, die die Selbstmorde von zusammen 3624 männlichen und 1163 weiblichen Personen bcrücksichttgt. Das gewöhnlichste Mittel, dessen die Lebensmüden sich bedienen, um ihrem Leben ein Ende zu machen, ist noch immer der Strick. Von je 100 männlichen Selbstmördern erhängten sich 45. Bei den Frauen ist das Erhängen weniger häufig als bei den Männern, aber auch hier steht eS unter den Selbstmordarten noch an erster Stelle. Von je 100 weiblichen Selbstmördern griffen 35 zum Sttick. Bei den Männern folgt an zweiter Stelle der Selbstmord durch Erschießen, der mit 25 Proz. aller Fälle vertreten ist. Von den Frauen dagegen wählten diese Todesart knapp 6 Proz. Bei den Frauen steht an zweiter Stelle der Tod durch Ertränken mit rund 28 Proz., während diese Art des Selbstmordes von den Männern nur in 15'/, Proz. aller Fälle gewählt wurde. Auch zum Gift(mineralisch oder pflanzlich) griffen die Frauen öfter als die Männer, die Frauen in 19 Proz., die Männer nur in 8'/3 Proz. aller Fälle. Bei den Frauen spielt schließlich auch noch der Selbstmord durch Swrz, mordeS. Ernst Bransewetter ist hier am 31. Oktober gestorben. Der liebenswürdige Schriftsteller, der in den neunziger Jahren auch an unserem Blatt ein fleißiger Mitarbeiter war, stammt aus Königs- berg, wo er am 2. Juni 1863 geboren wurde. Er hat mithin nur ein Alter von 41 Jahren erreicht. In den letzten Jahren wurde er von einem nervösen Leiden befallen, daS auch seinen Tod herbei« geführt haben wird. Sein Gebiet war die nordische Literatur, die er in Uebersetzungen dem deutschen Volke näher zu bringen suchte. So ist Ibsen, Slrindberg und Garborg zum Teil von ihm übersetzt worden: 1999 gab er ein Buch über Finnlands Dichter heraus, 1900 daS„Goldene Buch der skandinavischen Literatur". Ernst Brausewetter war ein Neffe des Land gerichtsdirektorS Brausewetter, der nach einer Zeit blinden WütenS gegen die Sozial- demokratie zu Anfang 1896 im Wahnsinn verstarb. Für die Wesens« art dieses Richters ist ein Dienst bezeichnend, dem sein Neffe, der jetzt verstorbene Schriftsteller, einem früheren Redatteur unseres Blattes geleistet hat. Der Redakteur hatte einen Prozeß wegen Majestätsbeleidigung vor sich, und meinte wenige Tage vor dem Termin in einem Gespräch am Biertisch, daß die Brausewetterkammer. vor die er gehörte, ihn gcioiß nicht unter sechs Monate Plötzensee davon kommen lasse. Ernst Brausewetter, der in dieser Gesellschaft von ZeitungSlcuten anwesend war, nahm Notiz von der Vermutung des Preßsünders und ging am nächsten Tage zu seinem Onkel. DaS Erstaunen war groß, als der Richter am Verhandlungstage den Angeklagten zu einer merkwürdig milden Strafe, nämlich zu drei Monat Festungshaft verurteilte. Festungsstrafe für einen„Vorwärts"» Redakteur war bisher noch nicht dagewesen und hat es auch nachdem nie wieder gegeben. Ernst Brausewetters Beerdigung erfolgt am Donnerstag nach- mittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Neuen Zwölf-Apostelttrchhofes auS. Der Kirchhof liegt in Schöneberg am Maricndorser Weg. Blut muß fließen! Gras Pllckler hat wieder eine Versamm- lung abgehalten, die der Auflösung verfiel, als er die Aufforderung an fein Publikum richtete, eine große Einbrecherbande zu bilden, an deren Spitze er sich stellen wolle. In einem Flugblatt, das die Rede des beklagenswerten Grafen enthält, kommt u. a. folgende Stelle vor: .Judenblut muß fließen, denn sonst wird in einigen Jahrzehnten Christenblut fließen, und zwar in ganz gewaltigen Strömen, darum auf zum Sturm. Der Moment zum Angriff ist fabelhaft günstig; die Behörden, die Polizei, die Schutz- leute, alle sind auf unserer Seite; mau wird Ihnen keine großen Schwierigkeiten machen, wenn Sie auch wirklich hin und wieder einen Juden ganz gehörig verhauen," DaS klingt wie ein Ausbruch des Verfolgungswahns. Aber ähnlulie Ansichten hat auch ein Mann zum besten gegeben, der nicht mit dem Fluch der Lächerlichkeit belastet ist, sondern der Mehr- zahl der Besitzenden als Verkörperung höchster staatsmännischer Weisheit gilt. Nur war es nicht Judenblut, das B i s m a r ck fließen lassen wollte, sondern Arbeitcrblut, Sozialistenblut. Wegen der Flugblätter deS Grafen Pückler-Kl. Tschirne ist, der „Voss. Ztg." zufolge, jetzt von der Staatsanwattschaft am Land- gericht I das Strafverfahren sowohl gegen de» Grafen Pückler wie gegen den Inhaber der Druckerei H. Mitsching, Bernauerstr. 43, ein« geleitet worden. anfertigen zu lassen. im Gymnasium am Savignyplak statt. Einen Vortrags- Zyklus von drei Abenden( 11., 19. und 25. November) veranstaltet der Verein im Architektenhaus. Dr. Leopold Hirschberg behandelt das Thema " Der Gral" mit besonderer Berücksichtigung von Wagners Lohengrin und Parsifal. = Ein finniges Geschenk. Die Handelskammer von St. Louis bot, 1 Die Bereidigung der Rekruten findet auf Befehl des Kaisers und fn Anerkennung der hervorragenden deutschen Ausstellungsgegenstände, in dessen Gegenwart für die Garnisonen Berlin, Spandau, CharKaiser Wilhelm einen kunstvollen Spazierstock als Geschenk an. Tottenburg und Groß Lichterfelde am Donnerstag, den 10. NoDieser Stock ist aus dem Holz des ersten, aus Anlaß der Aus- vember, vormittags 11 Uhr, im Lustgarten zu Berlin, für die stellung gefällten Baumes geschnitzt und trägt die Bild- Garnison Potsdam am Mittwoch, den 9. November, vormittags nisse Washingtons, Friedrichs des Großen und des Ausstellungs- 10 Uhr, im dortigen Langen Stall, dem Egerzierhause des 1. Garde Theater. Im Schiller Theater O.( Wallner- Theater) präsidenten. In Berlin ist niemand darauf gefallen, dem Kaiser Regiments, statt. findet am Freitag die erste Aufführung des Lustspiels„ Die aus einem der im Tiergarten gefällten Bäume einen Spazierstock Die Poliklinik für Ohrenkranke in der Charité ist von der Tyrannei der Tränen" von C. Haddon Chambers statt. Die UeberLuisenstraße 13a nach der Alten Charité in der Schumannstraße 21 segerin des Stückes, Frau Berta Pogson, die seinerzeit den HamIn Geldangelegenheiten hört nicht allein die Gemütlichkeit,( Eingang vom Verwaltungsgebäude) verlegt worden. Man hat durch burger Aufführungen beiwohnte, wird auch auf den Proben des sondern auch die Religion auf. Das zeigt sich an der gegen die Niederlegung mehrere Räume für flinische Zwecke gewonnen. Schiller- Theaters zugegen fein. Im Bürgerſaale des Rathauses wärtigen Hausbesizer Rebellion gegen die Kirche. Die Die Sprechstunden der von Geheimrat Prof. Dr. Passow geleiteten wird am Sonntag, den 6. November, der im vergangenen Jahre geplante Erhebung der Kirchensteuer vom städtischen Grund- Poliklinik bleiben unverändert täglich von 9-11 Uhr vormittags. mit großem Beifall aufgenommene Anzengruber- Abend wiederholt. besitz hat in den Kreisen der Hausbesitzer große Erregung hervor-Frau Marie Götze, die königliche Hofopernsängerin, ist von Im Personenzug versteckt. Ein„ blinder Passagier" wurde gerufen. Der von der evangelischen Generalsynode beschlossene, Herrn Direktor Ferenczy zur Mitwirkung in dem am Mittwoch, den später auch auf die katholische Kirche ausgedehnte Gesetzentwurf über gestern auf dem Bahnhof Schneidemühl in dem Abort eines Wagen- 16. November, im 3entral- Theater stattfindenden Bußtagsabteils des von Berlin kommenden Personenzuges entdeckt; es war die Erhebung von Kirchensteuern gibt den evangelischen und ein neunjähriges Mädchen, das mit einer Fahrkarte der Berliner Konzert gewonnen. Wie bereits gemeldet, wird auch Herr Alexander katholischen Kirchengemeinden und Verbänden die Befugnis, als Stadtbahn bis nach Schneidemühl gereist war. Die fleine lebel Petschuskoff in dem Konzert einige geistliche Konzertstücke zu Gehör geben. Maßstab der Umlegung der Kirchensteuer nicht nur die Staats- täterin gab auf Befragen an, daß ihre in Berlin wohnende Tante - Die Direktion des Deutschen Theaters schreibt uns: Schon Einkommensteuer, sondern auch die Realsteuern( Grund-, Gebäudeund Gewerbesteuer) anzuwenden. Gegen diese Neuerung nahm der ihr das Billett mit der Weisung übergeben habe, sich während der während der Proben zu„ Dagland" hatte sich herausgestellt, daß der Björnsonsche Schluß die Bühnenwirkung des Gesamtwerkes schädigen Charlottenburger Haus- und Grundbesizer- Verein in einer gutbesuchten Versammlung Stellung. Einstimmig gelangte eine längere Petition zur Annahme, worin um Ablehnung des KirchensteuerGesetzentwurfs gebeten wird. Im letzten Absatz dieser Petition wird mit dem Austritt aus der Kirche gedroht. Das hätte Tränenschulze noch erleben sollen! Er wird sich vielleicht auch jetzt noch im Grabe umdrehen. Der Vater des Mädchens, der in Schneidemühl wohnt, mußte wohl Berlin zu verdanken. " Fahrt in dem besagten Abteil zu verstecken; dies habe sie auch getan. würde. Der in Nom weilende Dichter, der keiner Probe hatte beiober übel außer einer Fahrkarte von Berlin nach dort auch noch die wohnen können, glaubte aber seine Zustimmung zu den vorgeschlagenen Veränderungen versagen zu müssen. Nachdem der Verlauf der ersten feſtgeſetzte Strafe zahlen, und das hat er der„ klugen“ Tante in Aufführung die Bedenken über den letzten Aft für gerechtfertigt erwiesen hat, ist Björnson nochmals von der Direktion des Deutschen Internationale Schwindler. Die Wiener Polizei ersucht um Theaters um eine Abänderung in dem vorher bekannt gegebenen Festnahme von zwei anscheinend internationalen Schwindlern, der Sinne angegangen worden; und der Dichter hat nunmehr seine andere Rechtsanwalt Patrik Colmeh ebendaher. Seely ist angeblich daher von heute ab in der neuen Fassung des letzten Atts gegeben werden. eine nannte sich Minenspekulant Henry Seely aus Chicago, der Einwilligung dazu telegraphisch kundgegeben. Dagland" wird in Deutschland geboren, masaisch und Witwer; er ist 47 bis 50 Jahre Marcell Salzer gibt Montag, den 21., Dienstag, den 22. und alt, mittelgroß, hat gesunde Gefichtsfarbe, dunkle, etwas melierte Sonnabend, den 26. November im Saale des Künstlerhauses ist angeblich aus Chicago oder New York; er ist etwa 50 bis jedem Abend verschiedenem, künstlerischem Programm. In der am Haare und rötlich braunen, etwas melierten Schnurrbart. Colmey( Bellevuestr. 3) drei Vortrags- Soireen mit vollständig neuem, an 55 Jahre alt, flein, etwas beleibt und hat grau melierte Haare, Spiz- Sonntag, den 6. November, abends 7 ühr, in der Sing bart. Die beiden haben anfangs September d. J. in Wien ein Akademie stattfindenden 279. Veranstaltung des Vereins für Automobil für 24 000 kronen gekauft, aber nicht erhalten. Ferner Voltsunterhaltungen werden mitwirken: Sternscher Gesangstellte sich Seely im Oktober dieses Jahres in Wien bei verein, Dirigent: Herr Ostar Fried; Fräulein Jeanne Robert einem Pferdehändler als Geldmann für den Ankauf bon( Rezitation); Herr Emil Del Leh( Bariton); Herr Joseph Maltin Militärpferden nach Japan vor und versuchte für den von ihm( I. Cellist des Philharmonischen Orchesters in Berlin.) Der als„ Obersten" bezeichneten Colmey ein Darlehn von 1000 Pfund Direktion des Passage Theaters ist es gelungen die be Sterling zu erhalten, was ihm aber nicht gelang. In beiden Fällen rühmte Barfußtänzerin Viola Villany für ein kurzes Gastspiel zu boten die Schwindler Zertifikate der Chicago Loan and Trust Com- gewinnen. pany über 5000 Dollars als Deckung an. Diese Zertifikate find wertlos, weil die Chicago Loan and Trust Company geschlossen und ihr Eigentümer mit 750 000 Dollar Schulden flüchtig ist. Die letzte Nachricht hat der angebliche Seely am 23. Oktober d. J. in einem Die Sozialdemokratie in den Gemeinden des sereises Niederbarnim. mit„ Choate" unterzeichneten Telegramm aus London, wo er sich Die parteigenössische Organisation des Kreises hat eine Aufstellung im Hotel Windsor, Victoria Street, aufhalten wollte, gegeben. über die Gemeindewahlen im März dieses Jahres verSollten die Schwindler hier auftreten, so wird um Festnahme ge- öffentlicht, der wir folgende Daten entnehmen: Hus den Nachbarorten. Die Eröffnung des Teltowkanal ist infolge der in letzter Zeit rüftig fortgeschrittenen Arbeiten in seiner ganzen Länge bereits im nächsten Jahre zu erwarten. Auf der Strecke Grünau- Teltow ist die neue Wafferstraße schon vollendet, dagegen erfahren die Arbeiten in der Nähe von Lichterfelde infolge der fumpfigen Bodenverhältnisse Verzögerungen. Staatliche Heizerkurse sollen, wie in diesem Jahre, auch im Januar und den folgenden Monaten des kommenden Jahres in Berlin abgehalten werden, falls sich ein Bedürfnis hierzu herausstellt. Die Kurse dauern je 14 Tage lang, täglich 8-9 Stunden. Das Schulgeld beträgt 6 Mart. Am Schluß jedes Kursus wird eine Prüfung abgehalten und hierüber dem Prüfling ein Zeugnis erteilt. Zweck der Kurse ist, den im praktischen Betriebe stehenden Dampftesselheizern, welche mindestens ein Jahr lang einen Kessel bedient haben und möglichst ein Schlosserhandwerk oder ein verwandtes Handwerk erlernt haben müssen, durch theoretischen und praktischen Unterricht Gelegenheit zu geben, diejenigen Kenntnisse und Fertigteiten zu erwerben und zu erweitern, die zur sachgemäßen Ausübung des Dienstes als selbständiger Heizer erforderlich find. Neben der Sicherheit des Betriebes wird namentlich auch die sparsame Bedienung der Feuerungen berücksichtigt werden. Den Besitzern von Dampffesseln wird daher die Beachtung der Kurse beten. In 29 Gemeinden des Kreises Niederbarnim, in welchen in die dringend empfohlen. Heizer, welche an einem der Kurse teilzunehmen Gemeindewahlen eingetreten wurde, find insgesamt 466 Gemeindes wünschen, haben sich schriftlich unter Angabe ihres Vor- und Zu- in den letzten 24 Stunden zu verzeichnen. Dienstag früh gegen an, für welche 4747 sozialdemokratische Stimmen gegen 2154 bürgerFeuerbericht. Ueber ein Dutzend Alarmierungen hatte die Wehr vertreter tätig, von diesen gehören 56 der sozialdemokratischen Partei namens, des Geburtstages und Jahres, des Geburtsortes, der derzeitigen Wohnung und des erlernten Handwerks beim Polizei- Uhr wurde sie nach der Landsberger Allee 47 gerufen, weil dort liche Stimmen abgegeben wurden. Folgende Gemeinden des Kreises präsidium, Abteilung IIb, zu melden. Der Anmeldung ist der Aus- in einer Küche der Fußboden und die Balkenlage in Brand ge- haben sozialistische Bertreter: weis über die bisherige Tätigkeit im Dampffesselbetriebe und deren Möbel und Kleidungsstücke gingen vorher am MichaelSchönow 1, Tegel 1, Dalldorf 3, Waidmannslust 1, Hohens Dauer beizufügen. Auch ist die Behörde beziehungsweise die Firma firchplatz 7 in einer Wohnung in Flammen auf, die indes in kurzer Neuendorf 1, Schönfließ 1, Ertner 1, Friedrichsfelde 2, Mahldorf 2, zu bezeichnen, bei welcher der Heizer zulegt tätig war. Heizer, Beit erstickt werden konnten. Ein Schornsteinbrand mußte dann Pankow 5, Mühlenbeck 3, Schönhausen 1, welche erſt furze Zeit in Berlin wohnen, oder außerhalb Berling in der Dennewigstr. 29 beobachtet werden, während in der Marien- Friedrichshagen 3, Fichtenau und Schönebeck 2, Lichtenberg 8, Hohen ihren dauernden Wohnsitz haben, müssen ein Führungsattest der burgerstr. 29 in einer Parterrewohnung Feuer ausgekommen war. Rummelsburg 6, Stralau 2, Weißensee 7, Ober- Schöneweide 2. Polizeibehörde ihres Wohnortes beibringen. Um die Teilnehmerzahl Bei Ankunft des ersten Löschzuges brannten der Fußboden und die In drei Drten des Kreises wurden Kandidaten für die zweite übersehen zu fönnen, sind die Anmeldungen schleunigst, spätestens Immobilien in größerer Ausdehnung und hatte die Wehr fast eine wählerklasse aufgestellt, wie vorauszusehen war mit negativem ErStunde zu tun, um den Brand vollständig abzulöschen.- Unfug folge, es wurden für die Kandidaten der zweiten Wählerklasse am öffentlichen Feuermelder lag einer Alarmierung zu Grunde, die 51 Stimmen abgegeben. die Wehr nachts nach der Schulstr. 11 führte. Es gelang leider Der Ort Lichtenberg, welcher im nächsten Jahre erst die Ernicht, den Täter zu ermitteln. Nach der Behrenstr. 60/61 wurde gänzungswahlen hat, brachte es bei der letzten Wahl auf 1926 der 19. Löschzug nachmittags gerufen, weil dort sich ein Verschlußstück Stimmen, welche in der oben genannten Stimmen ahl nicht enthalten an einem Dampfteffel gelöst hatte und Dampf in großen Mengen sind; auch ruhen in diesem Drte zurzeit drei sozialdemokratische ausströmte, so daß man eine Explosion des Kessels befürchtete. Die Mandate durch Tod und Verzug. Gefahr konnte bald beseitigt werden. Außerdem liefen noch aus der Admiralstr. 16, Brunnenſtr. 45 und noch aus verschiedenen anderen Stellen Alarmierungen ein, doch handelte es sich in allen diesen Fällen um ganz geringfügige Anlässe. bis zum 1. Dezember, einzureichen. Erhebungen! Im Auftrage des Eisenbahnministers finden jegt auf allen Bahnhöfen Erhebungen über die Unglücksfälle im Rangier dienst statt, die sich in letzter Zeit stark vermehrt haben. Es wird über jeden einzelnen Unfall ein ausführlicher Bericht verlangt und dabei ermittelt, wie lange der Verunglückte sich bereits im Dienste befand und welche Ursachen seinen Unfall herbeigeführt haben. Wie berlautet, sollen diese Erhebungen die Grundlage für den Erlaß besonderer Dienstbestimmungen sowohl für den Rangierbetrieb, als für das Ueberschreiten der Gleise durch das Bahnpersonal bilden. Was nichts nügen wird, so lange die Rangierer wegen Ueberbürdung gezwungen sind, die Unfallvorschriften zu verlegen und ihr Leben aufs Spiel zu sehen. Die Dienst Unter dem Verdacht des Kindesmordes ist das Dienstmädchen Juliane Pohl, das bei dent Cafétier Rosenberg in der Elsasser Straße 47 in Stellung war, verhaftet worden. herrschaft merkte an dem Mädchen ein verändertes Wesen, obwohl ihr vorher nichts aufgefallen war und es seiner Arbeit auch weiter nachging. Man suchte nach und fand in der Kammer der Verdächtigen in deren Reisekorb versteckt die Leiche eines neugeborenen Knaben. Jetzt gestand sie, diesen heimlich geboren und in den Korb gelegt zu haben, weil er tot gewesen sei. Ein Arzt dagegen begut achtete, daß das Kind gelebt habe und wahrscheinlich erstickt worden fei. Das Mädchen wurde daraufhin von der Kriminalpolizei verhaftet und einstweilen als Polizeigefangene nach der Charité gebracht. raten war. Mühlenbed 3, Reinickendorf 4, Ein Mandat für Ober- Schöneweide ist für ungültig erklärt worden wegen der leidigen Hausbesizerfrage. Die Klage schwebt augenblicklich beim Bezirksausschuß. Die Anzahl der bei den Wahlen im März dieses Jahres ges wonnenen Mandate beträgt 12. Fürwahr ein schöner Erfolg, wenn man in Erwägung zieht, daß die Ortsbehörden durch ungünstige Festsetzung der Wahlzeiten und andere Schwierigkeiten vielfach ver sucht haben, uns lahm zu legen. Einen geschlossenen einheitlichen Charakter, der eine einheitliche Stimmung erzeugte, trugen die Darbietungen des Kunst- Abends", den die Freie Voltsbühne am Montag im Bürgersaale des Rathauses veranstaltete. Er war den Dichtern Eichendorff und Steglit. Auf den an den Regierungspräsidenten in Potsdam Möricke und den Komponisten Schumann und Hugo Wolf gewidmet. Als ausführende Künstler waren gewonnen die Sängerin Fräulein eingereichten Antrag der hiesigen Gemeindevertretung betreffend die Betsy Schot, Herr Kapellmeister Sch m a I st ich und Herr Leopold Verleihung des Stadtrechts an die Gemeinde Stegliz ist be Thurner vom Kleinen und Neuen Theater. Frl. Betsy Schot erkrankte kanntlich ein ablehnender Bescheid ergangen. Ohne auf die sehr ausallerdings im letzten Augenblick. Für sie trat in dankenswerter Weise führliche Denkschrift einzugehen, anwortete der Regierungspräsident die Sängerin Fräulein Hedwig Kaufmann ein und die Zu- einfach, daß die Triebfeder für den Antrag lediglich in dem Bes übernahm das aufgestellte Programm ohne Vorbereitung, mit der und vertritt die Auffassung, daß ein Gemeinwesen in dem Umfange einzigen Aenderung, daß sie an Stelle der Frühlingsnacht" von von Stegliz sehr gut nach der ländlichen Gemeindeverfassung sachEichendorff und Schumann das„ Waldesgespräch" desselben Dichters gemäß zu verwalten sei. Die Gemeindevertretung hat nun in ihrer und desselben Komponisten sang. Sie fang fünf Eichendorffiche letzten geheimen Sigung beschlossen, sich mit diesem Bescheide sondern sich nunmehr an den Minister Lieder nach Kompositionen von R. Schumann und vier Lieder von nicht zu begnügen, Wer weiß etwas über den Verbleib der Verschwundenen? Eine Möride nach Kompositionen von Hugo Wolf. des Junern zu wenden. Die in der umfangreichen Denkschrift Ihre wohlungewöhnlich hohe Zahl weist die Statistik über die vermißten Per- lautende, volle und wohlgeschulte Stimme und ihr sicherer angeführten Gründe sind jedenfalls gewichtige, und man darf ges sonen im vergangenen Monat auf. Nicht weniger als 34 Personen Vortrag wurden der zarten und tiefen Musik Schumanns ebenso spannt sein auf die ministerielle Antwort. Wenn der Minister noch wurden polizeilich als verschwunden gemeldet. Während 22 der vor- gerecht wie den wild zerrissenen Kompofitionen Wolfs. Sie erntete jetzt dieselbe Ansicht hat wie vor zwei Jahren, dann müßte er gegen liegenden Fälle ihre Aufklärung gefunden haben, ist das Schicksal so lebhaften Beifall, daß sie sich zu einer Wiederholung entschloß. den Landrat und Regierungspräsidenten entscheiden. Am 24. Februar der übrigen 12 Vermißten noch in völliges Dunkel gehüllt. Rätsel- Herr Stapellmeister Schmalstich begleitete die Sängerin vorzüglich 1902 schloß er eine Rede im Abgeordnetenhause mit folgenden haft ist das Verschwinden des 17 jährigen Handlungs- Lehrlings Hugo auf dem Klavier. Das harmonische Zusammenwirken von Gesang Alexander, welcher die Wohnung seines Chefs, Rochstr. 1, verlassen und Begleitung ist umso rühmenswerter hervorzuheben, als die„ Ich wiederhole, die Zukunft dieser Vororte von Berlin wird hat und nach dessen Verbleib die Kriminalpolizei eifrigst recherchiert. beiden Künstler feine Gelegenheit zu einer gemeinsamen Vorbereitung jedenfalls die fein, daß sie aus dem Gebiete der Landgemeindes Unaufgeklärt ist ferner das Verschwinden des 44 jährigen Schrauben- hatten. Als Einleitung des Abends trug Herr Schmalstich Schu Ordnung ausscheiden und die Städte- Ordnung bekommen; die drehers Adolf Blankenburg, Weberstr. 10 wohnhaft. Auch die manns„ Karneval" und zum Schluß desselben Komponisten Nacht- einen früher, die anderen später, jede Ortschaft nach ihrem Be fünf bermißten Familienmitglieder des Marmorschleifers Gitner, stüde"( op. 23) unter reichem Beifall vor. Die düstere, schwermütige dürfnis." Schiverinstr. 15/16, dessen Frau und vier Kinder sich vor Musik der„ Nachtstücke" nahm das Publikum ersichtlich gefangen. drei Wochen ohne jede Angabe aus der Wohnung Herr Thurner rezitierte aus Mörides Werken einige Gedichte und ein entfernten, sind bisher noch nicht ermittelt worden. Ebenso bedarf Profastück aus dem„ Schatz". Dies, eine Landkartenpoesie, so das rätselhafte Verschwinden des Tischlers Hermann Mertsch, reizend, so anschaulich, wie sie eben nur ein Dichter erfinden und Reichenbergerstraße 123 wohnhaft, noch der Aufklärung. M. ist formen kann. Der Vortrag war angemessen und wirksam und fand nervenkrank und nimmt man an, daß er in Berlin oder in der Um- freudigen Beifall. gebung umherirrt. Die Frau des Schneidermeisters Schmidt aus der Dunderstraße 23, welche sich anfangs vorigen Monats aus ihrer Wohnung entfernte, ist ebenfalls bisher noch nicht dorthin zurückgekehrt. Das gleiche gilt von der 27jährigen Auguste Schubert, Tresdotstraße 10. Ueber den Verbleib der 44 Jahre alten Frau Laura Grünfeldt, Dranienstraße 47 wohnhaft, tonnte bisher auch nichts ermittelt werden. Ebenso waren die Nachforschungen nach dem Verbleib der Frau des Kaufmanns Knöpffe, Gneisenaustraße 65, erfolglos. Angaben über den Aufenthalt der Erwähnten nehmen sowohl die Polizei als auch die Angehörigen entgegen. Die Vereinigung ,, Die Kunst im Leben des Kindes" fündet einen Cyklus von sechs Vorträgen in der Aula des Friedrich- Werderschen Gymnasiums, Dorotheenstr. 18/14, an An dem ersten derselben, Dienstag, den 8. November, abends 8 Uhr, wird Herr Dr. Mag Osborn über Kinder- Theater" sprechen. Eintritt für die Mitglieder der Vereinigung frei, für Nichtmitglieder 50 Pf. " Worten: Gerichts- Zeitung. Der christliche Staat und das christliche Gebot. Zivei Eides. verweigerer machten gestern der neunten Strafkammer des Landgerichts I viel zu schaffen. Wegen Betuges bezw. Urkundenfälschung hatten sich der Generalagent Eduard Pinkpank und dessen Ehefrau Helene Pinkpank zu verantworten. Der Angeklagte, der früher Tanzlehrer war, ist seit etiva 10 Jahren als Versicherungsagent tätig gewesen und hat Ende 1901 in der Frankfurter Straße ſelbſt ein Versicherungsbureau eröffnet. Er gab dieses aber bald wieder auf, da er schlechte Geschäfte machte und übernahm die Filiale des Generalagenten Priezel in der Brunnenstraße auf eigene Rechnung. Der Verein zur Förderung der Kunst hat auch für diesen Winter Er hatte keine Mittel. Die Anklage beschuldigt ihn, daß er, um sich wieder seine Wirksamkeit begonnen. Sein Streben, moderne und solche zu verschaffen, Kautionsschwindeleien begangen habe. Er ältere Dichtung weiteren Streifen zugänglich zu machen, scheint die suchte in Annoncen Unteragenten, Kassierer, Rechercheure, Buchgebührende Anerkennung zu finden, denn die beiden Abende, die er halter, Schreiber, versprach ihnen Lebensstellung" und stellte als Todessprung. Die Bewohner des Hauses Blücherstraße 13 wurden bis jetzt im Gymnasium am Savignyplaz zu Charlottenburg ver- Vorbedingung der Anstellung die Leistung einer Kaution. Die gegestern abend in große Aufregung versett. Kurz vor 7 Uhr stieg anstaltet hat, waren ausgezeichnet besucht. Während vor 14 Tagen stellten Stautionen foll er dann zu Unrecht verwendet haben. Unter ein junger Schornsteinfeger, ein lustiges Lied pfeifend, die ein Nibelungenabend abgehalten wurde, in welchem Hebbel, Jordan den Geschädigten befindet sich auch ein Stepper Emil Laukner und Treppe des Quergebäudes empor und kurz darauf erfolgte auf dem und vor allen Dingen natürlich Richard Wagner zu ihrem Recht eine Näherin Agnes Nentwieg, deren Zeugenvernehmung unendliche Hose ein schwerer, dumpfer Fall. Hinzueilende Personen fanden den famen, wurde vorgestern ein moderner Dichter, Gustav Falte, Schwierigkeiten machte, da beide trop aller Vorhaltungen entschieden Schornsteinfeger schwerverletzt und besinnungslos auf dem in der üblichen Weise gewürdigt. Ein hübscher Vortrag des Herrn ablehnten, einen Eid zu leisten. Sie sind nämlich Mitglieder einer Pflaster liegen und stellten bald fest, daß der Unglückliche Sturt Goldschmidt erläuterte die Wesensart des Hamburger Boeten Sette, die sich Dissidentenchristen" nennt. Deren Leiter ist ein aus einem Fenster des 3tveiten Stockes herabgestürzt und gab über seinen Lebenslauf die nötigen Nachrichten; es folgten Schmied Kämmerling, der als Apostel für die neue Lehre Deutschland hatte. Nach Anlegung eines Notverbandes durch einen dann Vorlesungen einzelner Gedichte, womit eine Dame nicht besonders bereist und außer in Berlin auch schon in Magdeburg und an anderen im Hause wohnenden Arzt wurde der Selbstmordkandidat nach dem abschnitt, während der Schauspieler Leopold Thurner seiner Aufgabe Orten Gemeinden gesammelt hat. Hier wird durch Herrn KämmerKrankenhause Urban gebracht. Seine Verlegungen find indes so vortrefflich genügte. Zwei Gesangskünstler, Frau Thea Moll- Michelson ling in der Chorinerstraße den Gläubigen die Bibel ausgelegt. Auf schwere, daß er in Lebensgefahr schwebt. Er ist der Sohn des und Herr Eugen Bringer trugen Kompositionen Fallescher Dichtungen Grund dieser Auslegung erklärten die Zeugen, daß ihnen der Schipur Mariannenstr. 34 wohnenden Schornsteinfegermeisters Schieber, bei bor. Alles in allem läßt sich sagen, daß die Zusammenstellung der verboten sei. Auf den Vorhalt des Vorsitzenden, daß sie doch den dem er auch beschäftigt war. Er litt zeitweilig an Epilepsie Bruchstücke aus den Werken des Dichters von Geschmack und Ver- staatlichen Anordnungen nachzukommen haben und nur den Mennound war deshalb bereits einmal furze Zeit in der Anstalt Wuhl- ständnis zeugte und auch für die Zukunft Gutes erhoffen läßt. Der niten gestattet sei, den Eid durch eine andere Beteuerungsform zu garten. Jedenfalls hat er die Tat in einem frankhaften Anfalle be- nächste Abend des Vereins wird am 16. November abgehalten und ersetzen, blieben die Zeugen dabei, daß sie unter teinen Um gangen. Wie fonnte denn ein an Epilepsie leidender Knabe Schorn- befaßt sich mit religiöser Kunst, der folgende Abend am 20. November ständen schwören würden, da sie den staatlichen Gesezen doch steinfeger werden? behandelt die Japaner in Kunst und Kultur. Beide Vorträge finden nur so weit Gehorsam schuldig seien, als sie mit den göttlichen fich " " Vornehmer Klatsch. Verbandsangelegenheiten: Börsenkurse. Statistisches MarkenHaushaltungs Berwaltung der Gefehen, wie sie die Bibel enthalte, vereinbar seien. In der Bibel, der Großen Frankfurterstraße wegen Vergehens gegen das für das Kaufmannsgericht in Hamburg. Literatur: Hirsekorn, v. Meherent, stehe aber: Eure Rede sei Ja Ja"," Nein Nein" und Warenzeichengeseh zu verantworten. Dem Angeklagten Biberfeld: Gesetz betr. Kaufmannsgerichte. was darüber ist, das ist vom Uebel. Der Vorsitzende, Land- wurde zur Last gelegt, die Ausstattung der bekannten Rotwein- Eingänge. gerichtsdirektor Kanzow, der Staatsanwalt Assessor Schneider und marke„ Santa Lucia" nachgeahmt zu haben. Der Gerichtshof ver" Der Arbeitsmarkt", Halbmonatsschrift der Zentralstelle für Arbeitsdie Verteidiger gaben sich die redlichste Mühe, die Zeugen von ihrer urteilte den Angeklagten zu 500 M. Geldstrafe eventuell markt- Berichte( Herausgeber Dr. J. Jastrow, Berlin, Verlag von G. Reimer). Weigerung abzubringen es gelang ihnen aber nicht. Direktor 50 Tagen Gefängnis und sprach der geschädigten Firma die Die als Organ des" Berbandes deutscher Arbeitsnachweise" erscheinende Beitschrift enthält in Nr. 3 des 8. Jahrganges unter anderm: Deffentliche Kanzow hielt den Zeugen wiederholt vor, daß sie bei fortgesetter Publikationsbefugnis zu. Arbeitsnachweise in der Schweiz. Von E. Bohny. Allgemeines: InterWeigerung in Geldstrafe genommen und auch zu einer Haftstrafe nationaler Arbeitsmarkt. Arbeiterwohnungen und Wohnungstongreß. verurteilt werden könnten. Alles war vergeblich. Der in Aussicht Arbeitsmarkt in Neuseeland 1903/1904. Tertilgewerbe: Erholung des gestellten Haftstrafe begegneten die Zeugen mit der Bemerkung: Seit einiger Zeit erscheinen auffallend häufig Herrschaften, die Geschäftsganges der Seidenindustrie in den Bereinigten Staaten, in FrankWenn Gott so etwas zuläßt, dann können wir uns der der Gesellschaft" angehören, bald als Zeugen, bald als Angeklagte reich, Deutschland, der Schweiz und Italien. Genußmittel: Günstige Strafe nur beugen, selbst wenn wir ein Jahr ſizen müßten. Der vor den hiesigen Gerichten. Es handelt sich um eine Reihe von Lage des Brauereigewerbes. Bessere finanzielle Abschlüsse der AktienDerbent hielt ihnen bor, daß in der Bibel auch ſtehe:" Du sollst Privatklagen, die die Frau Gräfin Melitta Dönhoff, eine in brauereien, besonders in feinland- Weftinten gegenüber 1002/1908 aft Bekleidung: der Obrigkeit gehorchen, die Gewalt über Dich hat!", er allen Ehren dastehende Dame, gegen Verunglimpfer ihres guten lage im Schuhgewerbe. Flotte Beschäftigung in den mechanischen Großminderung Hamburg- Altona. erhielt die Antwort, daß in der Bibel stehe:" Du sollst Gott mehr Rufes anzustrengen sich genötigt gesehen hat. Einige dieser Klagen betrieben und Maßgeschäften der Großstädte, in Berlin, Weißenfels, Erfurt gehorchen, als den Menschen!" Ehe er zu Zwangsmaß sind bereits vor dem Schöffengericht ausgefochten worden und haben und Birmasens. Nachlassen der amerikanischen Konkurrenz. regeln überging, kam der Vorsitzende den Zeugen noch in einem teils mit der Verurteilung der Beleidiger geendet, teils sind sie durch Monatsmaterial: Internationale Streifstatistik. Bunfte entgegen: es wurde mitgeteilt, daß der Schmied Kämmerling Vergleich aus der Welt geschafft worden. In jedem Fall hat sich er- erlös der Landesversicherungsanstalt Juli- September. gerade in Berlin weile und so machte der Präsident eine halbe geben, daß die schweren Ehrenkränkungen, die man der Gräfin durch fosten. Konsum: Lebensmittelpreise im Oktober. Stunde Pause, um zu versuchen, denselben herbeizuholen und durch allerlei Gerüchte über ihre Person zufügte, ohne jede Unterlage völlig Arbeitsnachweise: Arbeitsnachweise der preußischen Landwirtschaftskammern. ihn auf die Zeugen einzuwirken. Diese erklärten freilich, daß sie haltlos in der Luft schwebten. Gestern hatte sich die achte Straf Gestern hatte sich die achte Straf- Gemeinnüßiger Stellennachweis für minderjährige Mädchen in Berlin. auch dann nicht schwören würden, wenn ihr Häuptling ihnen die kammer wieder mit zwei Privatklagen dieser Art zu beschäftigen, Sozialdemokratischer Wahlverein Rudow. Sonnabend, 5. NoErmächtigung dazu erteile. Es gelang nicht, Herrn Kämmerling wobei der Gräfin Dönhoff der Rechtsanwalt Leonhard Fried- vember, abends 8, Uhr, im Restaurant Balm: Mitglieder- Versammlung. herbeizuschaffen. Noch einmal scheiterten alle Versuche, die Eides- mann zur Seite stand. In dem einen Fall war der Ritterguts Achtung, Lagerhalter! Mittwoch, den 2. November, abends 9 Uhr, leistung durchzusehen. Der Staatsanwalt beantragte, die Zeugen befizer Ferdinand v. Ledow der Angeklagte. Das Schöffengericht Versammlung im„ Dresdener Garten", Dresdenerstraße 45. zunächst in eine Ordnungsstrafe von je 150 M. zu nehmen und ihnen hatte ihn zu 500 M Geldstrafe verurteilt, weil es für erwiesen Die Ortsverwaltung. die Kosten des Termins aufzulegen. Auch dies war ohne Erfolg. annahm, daß er im Jahre 1900 in Wiesbaden dem Leutnant Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner zu Berlin. Mittwoch, Zeuge Lautner erklärte:" Lieber will ich mich ein sperren lassen! v. Totenbach gegenüber sich dahin geäußert habe: Die Gräfin soll den 2. November 1904, abends 8 Uhr, Versammlung in Feuersteins Fest Es steht geschrieben: Du sollst Gott mehr gehorchen, als schon einmal gesessen" haben. Gegen das schöffengerichtliche Urteil sälen, Alte Jakobstraße 75. Geschäftliches. Aufnahme neuer Mitglieder. den Menschen. Ferner aber steht geschrieben: Vor allen Dingen war von beiden Seiten Berufung eingelegt worden und so hatte sich Ausgabe der Karten zum Rezitationsabend des Herrn Waltotte:" Die aber schwöret nicht!" Präs.: Wo steht das? Beuge: die Straffammer gestern noch einmal mit diesem Klatsch aus der größte Sünde", am Mittwoch, den 16. November( Bußtag). LandsJakobus 5. Der Gerichtshof beschloß, unter den obwaltenden Um- Gesellschaft" zu beschäftigen. Der Gerichtshof erkannte auf Verständen die Verhandlung zu vertagen und zunächst gegen die beiden werfung beider Berufungen, so daß es bei dem ersten Urteil verbeider Berufungen, so d Zeugen den zulässigen Zwang anzuwenden. Er verhängte daher zu bleibt. nächst über jeden der beiden Zeugen eine Ordnungsstrafe von je In dem zweiten Falle hatte die Gräfin Frau Dönhoff die M- 1. Dank! Bird absichtlich nicht jetzt, sondern gelegentlich ver. 30 M eventuell 3 Tage Haft und legte ihnen die Kosten des Privatklage gegen den Legationsrat bei der deutschen Gesandtschaft wendet. Termins auf. Der Vorsitzende machte sie darauf aufmerksam, daß, in Madrid, Kammerherrn Dr. v. Hurnbracht angestrengt. Das 44. Röpniderstr., ja. 100. Prinzenstr. 1. Besondere Mittel" gibt wenn sie in dem neu anzuberaumenden Termin den vorgeschriebenen Schöffengericht hatte diesen zu 150 M. Geldstrafe verurteilt, weil es dagegen nicht. Sie müssen sich selbst gegen das Uebel schüßen und Eid nicht leisten, mit Haftstrafe gegen sie vorgegangen werden es für erwiesen erachtete, daß er f. 3. in St. Moriz erzählt wappnen. 2. Ja, zu beziehen durch die Buchhandlung Vorwärts". würde. IM hatte, die Gräfin sei bereits bestraft. Vor Eintritt in die gestrige M. M. 1. und 2. Sehen Sie sich mit Fachleuten, die praktische Erfahrung Die Redaktion besigt leider noch keine Wurst Spezialisten. Ein unglaublich törichter Streich hat den Handlungsgehülfen Verhandlung gab der Vertreter des augenblicklich auf Reisen beTokio. Das neue französische Herm. Robert Büttner eine Anflage wegen versuchten Betruges findlichen Angeklagten, Dr. Rechtsanwalt M. Silberstein Bruderorgan heißt:„ La vie socialiste". Adresse: M. Francis de Preſſenſé; zugezogen, die gestern in später Nachmittagsstunde vor der zweiten die Erklärung ab, daß dieser tief bedauere, auf Grund falscher In- Paris, Boulevard du Port- Royal 85. Die Zeitung vertritt mit EntschiedenStraffammer des Landgerichts I verhandelt wurde. Der 25jährige formation der Gräfin Aergernis bereitet zu haben. Die Privat- heit den Einigungs- Standpunkt zwischen den feindlichen Brüdern. Also, Lichtenberg. 5. Ist zurückgekehrt, praktiziert aber nicht. Angeklagte, der bis dahin in einem Bank- und Kommissionsgeschäft flägerin erklärte sich zur Zurücknahme der Klage bereit, wenn der Glückauf! 876. Zur Beit in New York. angestellt und dann entlassen worden war, hat am 18. August einen Angeklagte innerhalb 14 Tage ihre eine dem Wortlaute nach festBrief an den Oberst hoher v. Rotenhain vom Garde- gestellte umfassende Ehrenerklärung abgibt und sämtliche Kosten Juriftifcher Teil. füfilie- Regiment geschrieben, worin er mitteilt: Es werde binnen übernimmt. Auf dieser Basis soll ein Vergleich abgeschlossen werden. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9½ Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. ganz furzem im Vorwärts" eine Artikelserie über das sittliche und amtliche Verhalten des Offizierkorps seines Regiments erscheinen. fodegnA anim W. S. Mühlenstraße. Jede Straftat unterliegt der Verjährung Diese Artikel rührten von einem Offizier des Regiments her, der wenn nicht innerhalb der Verjährungsfrist richterliche Schritte gegen den Täter gerichtet werden. Die wichtigsten Vorschriften finden Sie in den Name sei Redaktionsgeheimnis. Er, der Schreiber, jei Redaktions66 bis 70 des Vorwärts" " Jouefan Vermischtes. " Einer großen Wassersnot sieht Elberfeld entgegen. Die eute, Gäste find willkommen. M Briefkaften der Redaktion. haben, in Verbindung. 1234. 1. Nein. 2. Ja. D. T. Unmöglich. Lote beim" Rechparts" uns bereit, den Namen des Werfaffers geger Stadtverwaltung macht befannt, bag, während es im Boone, but to be in feber, öffentlichen Bibliother einzuſchenden Strafgesetzder Chiffre J. M. B. 2 Poftamt 101 einzusenden. Unterschrieben war zu einer Zeit, wo fast alle Großstädte und viele Kleinstädte der des Rocks gegen Zahlung des Lohnes klagen und dann den Rod pfänden der Brief mit:„ Der Freund des Regiments". Unter dem Nachbarschaft an Wassermangel litten, immer noch gelungen fei, laffen. Sie dürfen den Rod, der Ihnen nicht gehört, ohne vorausgegangenes 21. August richtete er einen zweiten Brief an den Kriegsminister genügend Wasser zu schaffen, jetzt die Ergiebigkeit der Brunnen in gerichtliches Verfahren nicht verkaufen.- E. 76. Das Geld fällt der Witwe zu. A. M. Der Arzt stellt den Totenschein, die Polizei den Beerdigungs. v. Einem. Darin erklärt er sich bereit, gegen eine unter H. B. 30 Benrath a. Rh., aus denen die Elberfelder Wasserleitung gespeist erlaubnisschein, die Friedhofsgemeinde das weiter Erforderliche aus. Boraussetzung für einen Adoptionsvertrag ist, daß der Bostamt 96 einzusendende Belohnung von 3000 m. die Namen der wird, auf zwei Drittel ihrer Leistungsfähigkeit zurückgegangen find. 2. 200. Offiziere zu nennen, die für den„ Vorwärts" Artikel schreiben. Eile Der Grundwasserstand finte noch jeden Tag um mehrere Zentimeter Adoptierende älter als 50 Jahre und mindestens 18 Jahre älter als der zu Demgegenüber Adoptierende ift. Von diesem Alterserfordernis tann Dispens erteilt sei notwendig, denn es ständen Artikel über„ Sittenführung und und damit die Ergiebigkeit der Brunnen. Disziplin im deutschen Heere" in naher Aussicht. Bei der Plump hat der Wasserverbrauch gegen den gleichen Monat im Vor- werden. Fernere Voraussetzung ist, daß der Adoptierende teine ehelichen heit, mit welcher der Angeklagte die Sache inszeniert hat, war es jahre um 40 Proz. zugenommen, hervorgerufen durch größeren bkömmlinge( Kinder, Entel usw.) hat. Der Adoptivvertrag ist gerichtlich oder notariell zu schließen. Ist das Adoptivkind minderjährig, so bedarf der bisher benatürlich leicht, den Briefschreiber abzufassen. Büttner gab gestern Verbrauch der Industrie infolge Versagens zu, mit dem„ Vorwärts" in feinerlei Beziehung zu stehen und auch nuzten eigenen Brunnen. Die größten Einschränkungen feien schon eheliche der Zustimmung der Mutter und bei noch nicht 14 Jahre alten Adoptivvertrag für eheliche Kinder der Zustimmung der Eltern, für außer nie dort Redaktionsbote gewesen zu sein. Die Entlassung aus seiner vorgenommen. Andererseits sei die Leistungsfähigkeit der Schöpf- Kindern des Abschlusses durch den gesetzlichen Vertreter( Vormund) des Der so geschlossene Vertrag bedarf dann der gerichtlichen Be Stelle, der Verluft von Geld und die Not, in die er geraten, hätten pumpen in Benrath durch alle möglichen Mittel forciert worden, so Kindes. ihn zu dem dummen Streich gebracht, zu dem er auch durch die daß sich der Wassermangel in der Deffentlichkeit bisher nicht bemert- stätigung. Db der Vertrag auswärts oder hier geschlossen wird, ist gleich, Das Hereinbrechen einer Wafferkalamität er stets bedarf er, da das Kind noch nicht 14 Jahre alt ist, des Abschlusses des Lettüre des Baudissinschen Buches Erstklassige Menschen" angeregt bar gemacht habe. worden sei. Nach dem Gutachten des Gerichtsarztes Dr. Hoff- fcheine jetzt aber unabwendbar. Sowohl Sonntag wie Montag sei Vormundes, der in dem Sie interessierenden Fall der Großvater zu sein scheint. Mühlheim a. Rh. Die Frau ist versicherungspflichtig. Streitigkeiten mann findet auf den Angeklagten§ 51 St.-G.-B. keine An- es nicht gelungen, die Wasservorratsbehälter zu füllen und zu allem zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern darüber, ob der Arbeitnehmer wendung, er ist aber doch etwas schwachsinnig. Staatsanwalt unglück find in der Nacht zum Sonnabend in den bewohntesten invalidenversicherungspflichtig ist, werden von der unteren VerwaltungsBraut' beantragte 6 Monate Gefängnis, Rechtsanwalt Stadtteilen vier große Rohrbrüche entstanden, wodurch der noch vor- behörde( das ist in Preußen in Städten mit mehr als 10 000 Einwohnern Die Bürgerschaft wird der Gemeindevorstand) und da, wo Rentenstellen bestehen, von dem VorDr. Broh plaidierte auf Herabsehung der Strafe, da der Ange- handene Vorrat vollständig erschöpft ist. flagte, wie sein überaus törichtes Vorgehen zeige, doch recht schwach daher ersucht, den Wasserverbrauch auf das geringste Maß einzuigenden derselben entschieden. Gegen die Entscheidung steht den Beteiligten binnen eines Monats nach der Zustellung die Beschwerde an die höhere finnig sein müsse. Das Urteil lautete auf 6 Monate Gefängnis schränken. Berwaltungsbehörde( das ist in Preußen des Regierungspräsident, für unter Anrechnung von 1 Monat Untersuchungshaft. Ein gewaltsamer Ausbruch von Sträflingen aus der Korrektions- Berlin der Oberpräsident) zulässig. Diese oder, sofern statt ihrer auf anstalt Benninghausen bei Lippstadt ſetzte dieser Tage die dortige Antrag der Versicherungsanstalt wegen einer grundsäßlich bedeutungsGegend in Schrecken. In der Anstaltskirche schlugen die Sträflinge, bollen Frage das Reichs- Versicherungsamt entscheidet ,, das Reichsdie offenbar die Tat vorher verabredet hatten, ihren Aufseher nieder Versicherungsamt entscheidet endgültig. Betreten Sie den beschriebenen Weg. und gelangten ins Freie. Bewaffnete Aufseher nahmen sofort die Verfolgung auf. Aus den umliegenden Ortschaften rückten ebenfalls Sohnes durch Sie notwendig war, so sind auch Ihre Auslagen zu erseßen. mit Gewehren bewaffnete Einwohner unter Anführung von Polizeibeamten aus, um die Ausreißer einfangen zu helfen. Am folgenden zumal die Bech- und Eisensschuld vor zwei Jahren nicht verjährt. Tage gelang es, zehn von den elf Flüchtlingen, die fich zu einer Bande vereinigt hatten, in" Tiemanns Bruch" bei Horn( Lippe) zu ergreifen. Sie wurden gefesselt und von einer Anzahl Aufseher der Anstalt wieder zugeführt. Der bei der Flucht von ihnen mißhandelte Aufseher liegt schwerverletzt im Krankenhause danieder. Niedergebrannter Zirkus. In der Nacht nach Beendigung der Vorstellung ist das 2000 Personen fassende Gebäude des Birkus Vier Pferde, zahlreiche Reuterkrug in übeď abgebrannt. Garderobe- und Ausstattungsstücke sowie Musikinstrumente sind verbrannt. Koepenick. Wenn das Gericht dafür hält, daß die Begleitung des C. S. T. Wer vergnügt hier leben will, zahlt bar, was er verzehrt, Guft. Neumann. H. T. 100. Adlershof. Unendlich oft ist hervor. Wie kommen die Mädchen zum Stehlen? Der Inhaber des Warenhauses Hirschweh zu Friedrichsberg, Kaufmann Hirsch we h, hatte sich wegen versuchter Erpressung vor der 4. Straftammer des Landgerichts II zu verantworten. Der Angeklagte hatte, wie er angibt, seit der im Februar stattgefundenen Eröffnung des Warenhauses viel unter der Unehrlichkeit seiner weiblichen Angestellten zu leiden. Er konnte dem Gerichtshofe nicht weniger als 14 Bescheinigungen früherer Angestellter vorlegen, in welchen diese gehoben, daß es unmöglich ist, Streitfragen, die aus bekannten, ihren Prinzipal bestohlen zu haben und unter Aneinem Vertrage hervorgehen, ohne Kenntnis des rechnung des Wertes der gestohlenen Waren auf einen Teil des Inhalts und Wortlauts des Vertrages zu beant. fret. Rotte. Wenn Ihr Sohn nicht auf Ihren Antrag von dem ferneren Monatsgehaltes verzichteten. In einem Falle dieser Art soll Herr worten. Der Besuch der juristischen Sprechstunde steht jedem Abonnenten Schulbesuch durch den Schulinspektor dispensiert wird, muß er bis zum Hirschweh in unzulässiger Weise auf eine Angestellte eingewirkt 1. Oktober 1905 die Schule weiter besuchen. G. G. 100. Da Ihre haben. Er hatte festgestellt, daß eine Puhmacherin, die gegen ein Monatsgehalt von 50 M. angestellt war, zirka 1½ Meter Spigen Tochter Handlungsgehülfin ist, so steht ihr bis auf die Dauer von 6 Wochen Anspruch auf volles Gehalt zu und dürfen die Krankenkassengelder nicht entwendet und bei einer Bluse zum Auspuh verwendet hatte. Ihr A. R. 100. Bitte zu wiederholen. wurde die Stellung gekündigt und Herr Hirschweh stellte sie wegen vom Lohn abgezogen werden. -B. W. 100. Die Abzahlung für Krankenhausschulden ist eine zwed des Diebstahls zur Rede. Sie bestritt den Diebstahl und berlose Bezahlung für Dinge, die man nicht schuldet. Das Wahlrecht geht nach dächtigte die Direttrice; als ihr diese sofort gegenübergestellt wurde, Das Minenunglück in Trinidad. Am 29. Oktober tam es, wie der Ansicht des Oberverwaltungsgerichts verloren, weil und sofern die Auf widerrief sie diese Berdächtigung. Die Puzmacherin ist späterhin bereits furz gemeldet, in einem Kohlenbergwerk in den Rocky nahme in ein Krankenhaus Gewährung von Armenunterstützung ist. Dem vom Schöffengericht wegen Diebstahls verurteilt worden. Sie be- Mountains, 60 Kilometer westlich Trinidad in Colorado, zu einer nach würde ein am 20. April 1904 aus dem Krankenhaus Entlassener bis hauptet, daß dies zu Unrecht geschehen sei, denn es sei üblich in heftigen Explosion, bei der 60 Bergleute umtamen. Das Bergwerk zum 20. April 1905 das Wahlrecht nicht befizen. Von da ab besißt er es solchen Geschäften, daß man sich derartige Kleinigkeiten, wie stand, als die Nachricht telegraphiert wurde, noch in Flammen, wieder. Dieser Zustand ist derselbe, gleichviel, ob er für die Krankenhaus1½ Meter Spiken im Werte von 1,90 M., mitnehmen dürfe. Diese und einzu- pflege nachträglich zahlt oder nicht. Da nach Ansicht des Ober- Verwaltungses war den Rettungsabteilungen unmöglich, Behauptung wurde von der als Zeugin vernommenen Direktrice dringen. Die Verunglückten, von denen einer in der Nähe des gerichts die Aufnahme in das Krankenhaus als Armenunterstüßung ge währt ist, so erfolgte fie als Erfüllung der Verpflichtung bestritten. Die Puhmacherin behauptete aber weiter: Der An- Einganges gefunden wurde, find fast alle Slaven. Die geborgene des Armenverbandes. Nach den allgemeinen Grundsägen des bürgerlichen geflagte habe sie in sein Privatkontor beschieden und ihr dort ein Reiche war start verstümmelt. Man glaubt, daß die Explosion durch Gesetzbuches und nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts ist der also Schriftstück vorgelegt, in welchem sie anerkennen sollte, daß sie im Kohlenstaub veranlaßt wurde. Sie glich einem vulkanischen Aus- Unterstüßte mangels einer entsprechenden Vorschrift im preußischen AusGeschäft gestohlen und keinerlei Ansprüche mehr habe, als 12 M. bruch. Fast eine Minute lang stieg aus dem Mineneingang eine führungsgejeb nicht verpflichtet, die Krankenhaus tosten Gehalt. Durch die Drohung, daß sofort die Polizei geholt werden Rauchsäule auf mit Staub, Zimmerbalfen von drei Fuß Durchmesser zu bezahlen. Zahlt er dennoch, so leistet er ein für ihn höchst unund sie Betanntschaft mit dem grünen Wagen" machen würde, sei und großen Felsblöcken gemischt. Durch die fallenden Trümmer wirtschaftliches Geschent an den reichen Armenverband, von dessen Gewährung ihn auch die moralischen Erwägungen abhalten sollten, daß es unmoralisch sie so eingeschüchtert worden, daß sie das Schriftstück unterschrieben wurden viele Personen außerhalb des Bergwerks verletzt. ist, für Entziehung politischer Rechte noch Zahlung zu leisten und das zu eigen em haben. Der Angeklagte bestritt die Beschuldigung und vertrat den Die Nachricht von dem Tode des Pastors Kärner in Hamburg und der Familie Wohl Erforderliche durch derartige Zahlungen zu beeinträchtigen. Standpunkt, daß er der als Diebin bestraften Beugin gegenüber bestätigt sich erfreulicherweise nicht; Bastor Kärner befindet sich am nur seine Rechte in zulässiger Weise geltend gemacht habe. Auf Leben und teilt der„ Tägl. Rundschau" über das gegen ihn verübte Briefkaften der Expedition. Grund der Beweisaufnahme beantragte der Staatsanwalt vier Wochen Gefängnis. Das Urteil des Gerichtshofes lautete auf drei Verbrechen selber folgendes mit: Der Ueberfall würde mich das Wochen Gefängnis. Bei besserer Entlohnung würden die weib- Leben gekostet haben, wenn nicht meine Frau auf mein Hülfelichen Angestellten wahrscheinlich nicht in die Versuchung geraten, gefchrei herbeigeeilt wäre und den auf mich einhauenden Attentäter darüber abgeben, ob sie praktisch ist. 2. Sunlight Seifenfabrik- Aktiengesellschaft nicht in die am Rocktragen gepackt und von mir fortgerissen hätte. Dadurch in Mannheim. einen Augenblick frei geworden, konnte ich ihm die Waffe entwinden. Wir hielten ihn sodann fest und schleppten uns mit ihm, der zu entfliehen versuchte, bis an die Haustür. Dort mußte ich, vom Blutverlust ermattet, ihn loslassen. Meine Frau aber eilte ihm nach. Sie und ein des Weges kommender Postbeamter ergriffen ihn und lieferten ihn der vom Dienstmädchen alarmierten Polizei aus. Meine Verlegungen waren ernst, gestatten mir aber morgen schon einige Stunden das Bett zu verlassen. unehrlich zu werden. Eingegangene Druckfchriften. Ewald Wloner. 1. Wir können aus eigener Kenntnis fein Urteil Dresden 3 Wasserstand am 31. Oftober. Elbe bei Aussig 0,07 Meter, bei Unstrut bei 1,49 Meter, bei Magdeburg+0,50 Meter. Straußfurt+0,80 Meter.-D der bei Ratibor+ 3,11 Meter, bei Breslau Ober- Begel+5,40 meter bei Breslau Unter Pegel+ 1,22 Meter, bei Weichsel bei Brahemünde+2,68 Meter. Frankfurt+0,89 Meter. Warthe bei Posen+0,10 Meter. Ne te bei Usch+ 0,59 Meter. mber 1904, morgen Witterungsübersicht vom 1. November 1904, morgens 8 1hr. Stationen Barometer. stand mm Wind Windstärke richtung Bei der Verpflichtung zum Besuch einer Fortbildungsschule entscheidet der Lehrort bezw. Beschäftigungsort, wenn sich aus dem fraglichen Ortsstatut, das die Verpflichtung begründet, eine Kollision zwischen Wohnort und Lehrort ergiebt. So hat das Kammer gericht in einem Strafverfahren gegen den Kaufmann Strenger aus Blankenhagen entschieden. Bei diesem lernte ein junger Mann, der bei seinen Eltern in der benachbarten Stadt Gütersloh wohnt, wo fich eine faufmännische Fortbildungsschule befindet. St. wurde in zweiter Instanz berurteilt, weil er den Lehrling an mehreren Schultagen die Fortbildungsschule nicht befuchen ließ. Das Landgericht sprach aus, daß er dafür hätte sorgen müssen, weil nach dem Ortsstatut zum Besuch jener Fortbildungsschule verpflichtet seien: alle im Stadtbezirk sich regelmäßig Die Beitschrift enthält in Nr. 2 des 10. Jahrganges Swinemde. 768 SD aufhaltenden Handlungsgehülfen und Lehrlinge unter achtzehn außer der Rechtsprechung in deutschen Gewerbe- und Berufungsgerichten Hamburg Berlin Jahren. Wenn nun auch der junge Mann in Blankenhagen lerne,( Leipzig, München, Karlsruhe, Liegnik), anderen deutschen Gerichten( Amtsso sei doch sein„ regelmäßiger Aufenthalt" in Gütersloh, weil er gericht Stettin) u. a.: Die rechtzeitige Einrichtung der Kaufmannsgerichte. Frantj.a. M. 768 N dort bei den Eltern wohne. Die Ver- München Das Kammergericht hob das Urteil Bon Dr. Ritter, Rat in der Hamburgischen Justizverwaltung. auf und sprach den Angeklagten aus dem schon oben angegebenen hältniswahl in dem preußischen Musterſtatut für Staufmannsgerichte. Von Bien Stadtrat Dr. Flesch. Einigungsämter: Das Gewerbegericht Stendal als Grunde frei. Einigungsamt. Das Gewerbegericht München als Einigungsamt im Sommer 1904. Mitteilungen über Kaufmannsgerichte: Der Entwurf keine des Drtsstatuts für das Kaufmannsgericht in Riel. Der Statutenentwurf Santa Lucia. Vor der 7. Straffammer des Landgerichts I hatte sich gestern der Kolonialwarenhändler Otto Sennesch aus Das Gewerbegericht", Monatsschrift des Verbandes Deutscher Gewerbegerichte. Herausgeber: Dr. Jastrow( Privatdozent, Stadtrat), Charlottenburg- Berlin, Dr. Flesch( Stadtrat), Frankfurt a. M.( Verlag von Georg Reimer in Berlin). Wetter 1 bedeckt Temp. n. T. 5° E.= 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke 4 Haparanda 760 Still Better wollent 3 Betersburg 766 WSW 1Regen 4 Cort 768 DSD 1 Nebel 768 5 1 bedeckt 2 bedeckt bedeckt Nebel 6 Temp. n. T. = 77 8 Aberdeen 773 NN 2 mollig 768 Stin 6 Paris 767 2 bedeckt 769 Still Wetter- Prognose für Mittwoch, den 2. November 1904. Biemlich trübe, fühl und nebelig bei schwachen nördlichen Winden; wesentlichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. A.JANDORF& Co SPITTELMARKT 16/17 BELLE ALLIANCE- STR. 1/2 GROSSE FRANKFURTER STR. 113 Am Blücherplatz Ecke Leipziger Strasse Ecke Andreas- Strasse Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Sonnabend, soweit der Vorrat reicht. mit Butterdosen gepresst 20. Rotweinglässerm. Bordüre 25PL. Zuckerschalen gepresst 9Pf. Groggläser gepresst 9P 7. Pf. Rheinweingläser Bordare 25 PL. Bierbecher mit Bordüre 23PL Teebecher mit Bordüre 20 Pt. Hyacinthengläser 6Pt. Glas Compotteller gepresst 5, 7p. Käseglocken gepresst 38Pt. Likörbecher, Victoria" Bierbecher mit Fassrand 13 Pt. orzellan Milchtöpfe 1,10,1,35M. Tafelservice ( dekoriert) für 6 Personen, 28 Teile Veilchenmuster M. für 6 Personen, 23 Teile Rosenmuster 11,75 Teil 12,50 M. dazu BRUNNEN- STR. 19/21 Ecke Veteranen- Strasse Emaille Emaille- Kochgeschirre, welche beim erstmaligen Gebrauch ausplatzen, werden bereitwil ligst umgetauscht. 35, 45, 60 Pl. 48, 60, 70 PL 28, 35, 48 PL 42, 48, 65 PL Eimer ca. 28 cm, neublau, grau, marmoriert 65, 75, 85 PL Schmortöpfe neublan, ohne Ring Schmortöpfe neublau, mit Bing Casserollen neublau, ohne Ring Casserollen neublau, mit Bing Wasserkessel mar Gaskocher Maschinentöpfe Milchtöpfe neublau oder weiss Deckelhalter nenblau oder weiss 75, 85, 98 PL Satz 6 Stück 10, 15, 25 PL Kaffeetassen mit Untertasse 8Pf. Teekannen dekoriert 13 Pt. 38, 48, 60 PL Compotteller 5P. Compotschalen dekoriert 65 PL 8 Pr. Dessertteller 8Pf. Salatschalen dekoriert 25P. Speiseteller 12 Pf. Milchtöpfe dekoriert 12P Speiseteller ach oder tiet 35 Pf. Dessertteller Rosenmaster 25Pt. Compotteller Rosenmuster 18 Pt. Durchschläge nonblau oder weiss 38, 48, 60PL Esslöffel 9PL Salatschüsseln 28PL. Dessertteller dekoriert 15. Saucieren 38PL. Extra billiges Angebot für Restaurateure! Brotkörbe Kinderbecher Teesiebe 38 PL 15, 18PL 12, 18PL Obertassen dekoriert 9Pf. Kaffeeservice Asch- Eimer 95 PL, 1,10, 1,25M. 9 teilig für Massive Speiseteller 14 Pf. 6 Personen 2,45 M. 3,25 M. flach od. tiet 12 Pf. Waschgarnituren dekoriert 2,25 2,95 Seifenbehälter 12, 15 PL Sand, Seife, Soda Sand, Seife, Soda m. Goldverzierung, Muschelconsole mit Maass Feuerzeuge Garnitur 98PL Garnitur 1,75ML 48PL 38PL Kehrschaufeln 38PL 4 teilig Stück 58Pf. 1,85 3,85 5,25 M. Leuchter Klosetbürstenbehälter Küchenputzpulver 25, 33 PL 98PL Packet 4PL Kaffeetassen dekoriert, mit Untertasse Steingut #ach Speiseteller hod. tief, blau 10 Pf. Zwiebelmuster Salatschüsseln 6 Stack 78Pf. conisch Milchtöpfe Satz 6 St. Vorratstonnen 1,25 M. Waschgarnituren Essig- od. Oelflaschen 60Pr Wirtschafts- Artikel Kohleneimer 38, 70, 85 Pt. Kohlenkasten 85 Pf., 1. 1. Waschständer 75, 95, 1.10 M. Waschtische 2.25, 2.50M. Kartoffelpressen 85P. 1,10M. 5 teilig grosse Form Teelöffel Britannia" Esslöffel Britannia Fleischbretter 25, 33 PL Brotkörbe Holz- Tablets 38Pf. 60, 75, 95Pf. Wärmflaschen 1,25M. Menagen Reibemaschinen 98PL. Teelöffel Alpacca 85 PL. 15 PL Teesiebe Teeeier Teegläser Bestecke 5Pt. 10P. 5, 8Pf. Salz- oder Pfefferstreuer 5PL Gemüsemesser 9, 12, 15 PL Leuchter Wetzsteine 42 PL 42PL 25, 35, 45pt Fleischmaschinen 3,25, 4,95. Esslöffel Alpacca" 25, 33 Pl. Gläserteller 15, 18, 25 Pf. Stahlspäne Kohlenanzünder Gewürz- Etagèren 9PL 5 PL 33Pt. Tonnen- Etagèren 33, 75PL Kaffee- u.Zuckerbüchsen 22PL Pack 16PL Pack 5 Pf. Verdichtungsstränge Pack 42 Pt. Teppich- Kehrmaschinen 6,45 M. Fett- oder Brat- Gänse Pid. 56Pf. Conserven Verkauf an Wiederverkäufer findet nicht statt. Dos. Dos. Schoten junge Gemischtes Gemüse extra Gemischtes Gemüse Kohlrabi in Scheiben mit Grün Gänsepökelfleisch Dos. Dos. 40, 25Ph Rückenstücke Pfund 55 Pf. Keulenstücke Pfund 60Pf. 90,50 Pt. 58, 34 Pf. Stangenspargel Pa. 1,55 M. 83 Pf. Frucht- Melange Stangenspargel II 1,15 M. 63 Pf. Kirschen ohne Stein Stangenspargel III 1,05M. 58 Pf. Erdbeerenbus am Bruchspargel Pa. Cacao Deutscher 1,00M. 1,40 M. Holländischer 1.75M. 2,10M. Pfund Pfund Thee in Packeten 27.PL. 1 d. 55 PL 90, 50 Pt. 1. 55 PL. à& Pfd. Pfund Dose,& Stack 80PL Dose 32.45 Pf. Dose 55, 32Pt. Bruchspargel mit Köpfen 90, 50Pf. 75, 43 Pf. 45,28 PL 1,15 M. 63 PL Brat- oder Bismarkheringe Dose 45 P Abschnittspargel Kaiserschoten Schoten feinste, junge 80, 45 Pt. Neunaugen Appetit- Sild Krabben Kronen- Hummern Dose 1,80 M. 98Pf. .11 111 IV V 1.40 1,80 2,10 2,60 3,40 M. Gebrannter Kaffee Mischung II Brutto 40 1/2 Pf.- Packet IV VI 45 55 65 75P. Verantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für der Inseratenteil verantiv.: Th. Glode, Berlin Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Ur. 258. 21. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 2. November 1904. Ergebnisse der hessischen Wohnungsinspektion. Gemeinde 1 Raum 3 Räume 2 Räume in alten in neuen in alten in neuen in alten in neuen Stadtteil Stadtteil. Stadtteil. Stadtteil. Stadtteil. Stadtteil. MI. wer. Mr. 60 96 132 168 Mr. 180 120 130 180 70 90 140 200 180 Mr. 240. 250-300 320-360 240 320 100-120 140-160 160-180 190-200 250-300 320-380 62 94 104 153 156 120 120 180 180 240 78 120 132 144 160 242 240 220 städtchen). 30-40 60-80 90-120 90-120 120-200 Das Großherzogtum Hessen genießt den Ruhm, in Deutschland Darmstadt. auf dem Gebiete der staatlichen Wohnungsaufsicht und Wohnungs- Mainz.. fürsorge vorangegangen zu sein. Nachdem im Jahre 1893 mit Offenbach. einem Wohnungsaufsichts- Gesez, das sich auf die Mietswohnungen Worms mit drei und weniger Räumen( einschließlich Küche), auf alle Gießen. Keller- und Dachwohnungen sowie auf die Schlafstellen, Lehrlings- Vingen. räume 2c. erstreckte, der Anfang gemacht worden war, folgte im August Friedberg 1903 ein 28ohnungsfürsorge- Gesez". Letzteres war die Alzey( LandFrucht der Erkenntnis, daß mit der bloßen polizeilichen Beaufsich tigung und eventuellen Schließung ungeeigneter Wohnungen allein nichts auszurichten sei. Was sollten diese Maßregeln nüßen, wenn Der Landes- Wohnungsinspektor ist der Ansicht, daß man drei nicht zugleich für eine genügende Anzahl gesunder Kleinwohnungen Räume( Stube, Stammer und Küche) als den mindest wohn Sorge getragen wurde, die den Ausgewiesenen zu billigen Preisen raum für eine Familie anzusehen habe. Zweifellos muß sich auch zugänglich waren. Daran aber fehlte es an allen Orten. Kein dabei eine Familie mit mehreren Kindern noch außerordentlich einWunder, daß die Durchführung des Gefeßes von 1893, das übrigens schränken, und von einem irgendwie sozial und ästhetisch befriedigenden nur für die Gemeinden von über 5000 Einwohnern obligatorisch heim fann noch lange nicht die Rede sein. Betrachtet man nu war, auf unüberwindliche Schwierigkeiten stieß und es daher nur aber die Einkommensverhältnisse, so ergibt sich, daß die allermeisten sehr mangelhaft durchgeführt wurde. Es galt also die positive gamen, wollen sie den auf die Behausung normalerweise anzu Seite der Frage, die Wohnungs fürsorge staatlicherseits in An- fetzenden Prozentteil= 20 Proz. nicht weit überschreiten, sich nicht griff zu nehmen. einmal den„ Mindestwohnraum" leisten können. Zaur = Bar Beurteilung dieser Sachlage teilt Herr Gretschel folgende Zahlen aus dem Steuerjahr 1902/03( für Offenbach 1901/02) mit: Von der Gesamtzahl der Steuerpflichtigen haben % ein Einkommen von: 500-900 92.900-1300 m. 1300-1700 2 500-1700 m. Gemeinden wollen: " 32,0 23,5 10,8 63,3 33,0 30,5 10,4 73,9 25,3 47,4 8,2 34,6 19,5 10,9 80,9 65,0 familienhäuschens durch allerlei Schädlichkeiten der nächsten Um gebung( schlecht angelegte Aborte, Düngerhaufen und Jauchegruben, Aus mangelnder Schmutzwasserabfluß 2c.) vielfach wettgemacht. diefen Gründen erscheint es dem Landeswohnungsinspektor sehr zweifelhaft, ob bei der Beanstandung ländlicher Wohnräume mit milderem Maßstab gemessen werden dürfe als in den Städten. Trotzdem dies geschehen ist, war das Ergebnis der Inspektion folgendes: Jn allen Gemeinden, wo Besichtigungen vorgenommen wurden, fanden sich auch bei einer solchen milden Beurteilung Mißstände in den kleinen Wohnungen in allen Erscheinungsformen: leberfüllung, Feuchtigkeit, Mangci an Luft und Licht, bauliche Mängel, wie reparaturbedürftige Wände, Deden und Treppen, schlechtschließende Fenster, ungenügende Abortverhältnisse." Besonders schlimm sieht es in alten Landstädtchen, zum Teil ehemaligen Festungen", aus. Greifen wir einiges aus den„ Stichproben des Berichtes heraus: minderwertiger und schlechter Wohnungen. So fanden sich z. B. in Dieburg( 4702 Einwohner). Es gibt eine größere Anzahl ein alter Ban einem Hause meist finderreichen Familien. Bis unters Dach ist alles vermietet. elf fleine Hinterwohnungen mit Die Wohnungen bestehen alle aus 1 bis 2 Stäumen( einschließlich Süche!), sie sind zum Teil feucht, die Fenster sind sehr reparaturbedürftig, an Treppen fehlen Geländer, die Wände sind zum Teil schmutzig und bedürfen dringend neuen Borpuzes. Keller sind nicht bedeckter Grube dienen für alle Einwohner des Hauses. Die Mieten vorhanden, 2 Aborte von schlechter Beschaffenheit und mit ungenügend betragen 60-90 M. pro Jahr." " Grünberg( 1992 Einwohner). Wohnung bestehend aus. 1 großen Stube und 1 fleinen Raum. Letzterer dient als Schlaf raum für einen alten Großvater, aber auch als Aufbewahrungsort für Gemüse. In der Stube schlafen die Eltern mit drei Kindern. Die Wände sind schlecht, die Umfassungswände sind durchlöchert. Miete 70 M." Das hessische Wohnungsfürsorge- Gesez soll eine planmäßige Förderung des Baues gesunder, billiger Kleinwohnungen in die Wege leiten. Einmal werden den Gemeinden und den Baugenossenschaften auf gemeinnüßiger Grundlage billige Baugelder aus der Landeskreditkasse, der Landeshypothekenbank und der Invalidenbersicherungsanstalt zur Verfügung gestellt. Sodann sollen alle an der Wohnungsfrage interessierten Körperschaften und Privaten in der neu errichteten, Landes Wohnungsinspektion" in Darmstadt eine Zentralstelle haben, wo sie in jeder Hinsicht Auskunft, Darmstadt Anregung und Förderung finden können. An der Spize diefer Mainz Hirschhorn( 1994 Einwohner). Verschiedene enge, dirrch Drganisation steht der Landes- Wohnungsinspektor", dem die Lokal- Offenbach Jauche, die aus den zahlreichen Düngerhaufen hervorquillt, berWohnungsinspektoren unterstellt sind. Letztere find nur in den Gießen schmutzte Gaffen bieten minderwertige Wohnungsverhältnisse, teilgrößeren Orten befoldete Spezialbeamte; in fleineren Gemeinden weise fehlen Keller unter den Häusern. Die Bevölkerung besteht find es ehrenamtlich bestellte Personen( Bürgermeister, Geistliche, Frommen aller sozialen Schönfärber hier unverkürzt wiedergeben Löhne schwanken in der Regel zwischen 2 bis 3,50 M. pro Tag. Dazu macht der Bericht Ausführungen, die wir zu Nutz und zum großen Teil aus Steinbrechern, Schifferit, Fabrikarbeitern. Die Aerzte, Technifer 2c.). Eine wirklich gute Wohnung, bestehend aus Stube, Kammer und Der soeben erschienene erstmalige Jahresbericht des LandesWohnungsinspektors Gretsche I") gibt mit seinen Tabellen und Die Familienbäter mit einem Einkommen Küche, ist nicht unter 100 bis 160 m. zu haben; drei gute Nämme Anlagen nicht nur ein sehr eingehendes Bild über die Wohnungs- bis 900 Mart wären in den in obiger Tabelle bezeichneten nebst Küche fosten bis 230 M." " In einem Haufe findet sich am Ende des Hausganges ein verhältnisse der hessischen Orte, er hat auch eine allgemeine Be- Städten, mit Ausnahme von Gießen, Friedberg und Alzey, bei deutung, insofern als er einen Einblick eröffnet in die Mannigfaltig- Festhaltung jenes Grundsatzes überhaupt nicht in der Düngerhaufen. An beiden Seiten des Hausflures liegen kleine Lage, ihrer Familie den Mindest wohnraum zu Wohnungen, deren das ganze Haus 6 enthält. feit und die Schwierigkeiten der Aufgabe, die hier zu lösen ist. Die Jauche läuft " Vor den Herr Gretschel hat es als seine erste Pflicht erachtet, die bieten. Es fann aber gar feinem Zweifel unterliegen, daß in durch den Hausflur auf die Straße, es riecht abscheulich. Deffentlichkeit und alle in Betracht kommenden Interessenten über den oben mitgeteilten hohen Zahlen von Einkommen von Wohnungen bestehen 2 aus je 1 Raum. In einem davon haust ein Mart eine große Anzahl Anzahl Familienbäter fich Elternpaar mit 2 Kindern. Zwei weitere Wohnungen, aus Stube die Notwendigkeit der sozialen Wohnungsfürsorge und die ein- 500-900 nur auf dieses Einkommen und Küche bestehend, beherbergen 5 Erwachsene und 2 Kinder. Die zuschlagenden Wege aufzuklären. Er hat dies durch zahlreiche Mit- befindet, deren Familien eben un fünfte Wohnung, bestehend aus Stube, Abschlag und Küche, ist von teilungen an die Presse aller politischen Richtungen", durch Vor- angewiesen sind und deren Wohnungsverhältnisse mithin träge auf den Konferenzen der Landbürgermeister, in den Gewerbe- befriedigende sein müssen, wenn sie nicht einen höheren Teil als einer Familie mit drei Kindern besetzt, wovon eines 16 Jahre alt ist. In der sechsten, die aus Stube, Kammer und Küche besteht, wohnt vereinen 2c. sowie durch einen ausgedehnten schriftlichen und münd- ihres Einkommens für Wohnungszwecke ausgeben wollen. lichen Verkehr mit Behörden, Vereinen und privaten Bauunternehmern Aber auch viele Familienbäter in der Einkommenstufe der Besitzer mit Frau und 4 Kindern. In einem größeren Nebenzu erreichen gesucht. Dabei stieß er auf große Untenntnis infonder- bon 900-1300 m. können sich bei Anwendung vernünftiger wirt- raum find noch 3 Schlafgänger untergebracht. Für das ganze heit bei den lokalen Verwaltungsbehörden, zahlreichen kleineren Ge- haftlicher Grundsäge nur schwer den Mindest wohnraum Haus ist ein Abort da; derfelbe liegt etwa in Dachhöhe am Berge, meinden, die im allgemeinen geneigt sind, die Wohnungsverhältnisse von guter Qualität beschaffen; dazu gehört zwar in Darmstadt nur für die im Unterhaus wohnenden Leute ist der Abort natürlich schwer in rofigem Lichte zu betrachten". Grund: Die Drgane der ein Mindesteinkommen von 9-1200 M. und in Gießen von 8 bis zu erreichen, da fie erst einen nicht unwesentlichen Aufstieg machen leineren Gemeinden insbesondere die Bürger- 1200 M., indessen auch innerhalb dieser Zahlen werden, eben die müffen." Oppenheim( 3701 Einwohner). Ein Teil der Häufer ist an meister haben häufig gar teinen oder keinen wiederen Einkommen zahlreicher sein als die höheren; in Mainz, richtigen Einblick in die Verhältnisse." Offenbach, Worms aber liegen die Verhältnisse noch wesentlich un- den Berg angelehnt, so daß lekterer gewissermaßen die Hinterwand Häufig passierte es, daß die Bürgermeister die Schuld an günftiger und selbst ein großer Teil der Familienväter mit Ein- bildet und Fensteröffnungen in der Hinterwand nicht angebracht fönnen. Wieder ein anderer, ziemlich erheblicher etwa vorhandenen schlechten Wohnungsverhältnissen nur der Trunk fommen von 1300-1700 M. muß sich noch entweder mit dem werden der Häuser ift in gleicher Weise an Die alte sucht, Trägheit oder Händelsucht der Inhaber zuschrieben. Ein gutes Mindestwohnraum begnügen, oder einen verhältnismäßig zu großen Teil Stadtmauer angelehnt; in der Vorstadt bildet dieselbe Mittel, solche Herren zu besserer Einsicht zu bringen, fand der Teil des Einkommens für Wohnungszwecke ausgeben." Der hessische Beamte bestätigt damit die betrübende Thatsache, die Scheidemauer und Hinterfront von imd Hinterfront von zwei Straßenzügen. Landes- Wohnungsinspektor in ihrer Teilnahme an den Rundgängen und Besichtigungen innerhalb ihrer Gemeinde. daß, trotz aller glänzenden Fortschritte in der Technik des Bau- Dazu kommt, daß es sich um Reihenhäuser handelt, so daß Die Herren werden auch, bemerkt der Bericht, in ihrem all wesens, 60 bis 80 Proz, der städtischen Bevölkerung Licht und Luft nur von den Vorderfronten zuströmen tann. Die gemeinen Urteil über die kleinen Leute, die in nicht in der Lage sind, menschenwürdig zu wohnen an den Berg angelehnten Häuser sind ebenfalls zum Teil in der minderwertigen, überfüllten oder schlechten Wohnungen Hausen, Und das Wohnungselend ist feinestvegs eine bloß großstädtische Reihe aneinandergebaut. Auch bei Häusern in sonstigen Straßen milder gestimmt, wenn sie die Notlage oder das Elend, das Erscheinung. In den Kleinstädten und Landorten liegen find eigentlich höfe oftmals nicht vorhanden." Als Mietspreise fich dabei häufig genug zeigt und namentlich angesichts einer nicht die Verhältnisse nicht besser. Zwar sind die Mieten hier meist er- werden angeführt für 1 Staum 72-90 m.; für 2 Räume 108-132 m.; felten vorhandenen zahlreichen Kinderschar in den betreffenden heblich niedriger, dafür sind aber auch die Löhne niedriger oder dem für 3 Näume 102-176 M. Familien das Gefühl tiefen Mitleids weckt, mit eigenen Augen Berechnet werden. Auch wird der Vorteil des dort üblichen Ein- gibt die nachfolgende Tabelle ein zusammenfassendes Bild: Wohnungsbudget müssen Fahrkosten zum und vom Arbeitsort zu- Ueber die Ausdehnung der ganzen Misere in Stadt und Land fehen". " Gemeinden mit Einwohnern Als wichtig für die Aufstellung der Verhältnisse betrachtet Herr Gretschel auch die Mithilfe der Gewerbe Jnspettoren. ,, Recht wünschenswert ist es, wenn wie dies nach den von zwei Gewerbe- Aufsichtsbeamten dem Landeswohnungs- Inspektor gemachten Mitteilungen geschehen ist diese Beamten sich gelegentlic bei den Arbeitern nach ihren Wohnungs berhältnissen( z. B. Zustand der Wohnungen und Schlaf stellen, Höhe der Mieten, Zahl der Bewohner und der bewohnter Räume) erkundigen und von ihren feststellungen ben Landeswohnungsinspektor unterrichten. Der letztere über 5000. gewinnt dadurch weitere Anhaltspunkte dafür, wo sein Eingreifen mit 2-5000 erwünscht oder notwendig ist." Zahl der der polizeilichen Kontrolle unters liegenden Mietwohnungen mit 3 Räumen mit 2 Räumen mit 1 Raum Keller Hiervon gefchoffe unter dem Dach unterDie BeanBahl der Bahl der standungen bean betragen fuchten standeten der unterProzent 11 Schlafftellen Schlafräume der räume Lehrlinge 2c. Woh nungen Woh nungen fuchten BeanBahr stan Bean Zahr ftan Wohnungen dungen dungen 5780 1404 502 51 4* 2255 120 5,3 Proz. 3009 510 3128 110 1331 2330 391 82 1036 1437 132 9,2 634 5 1549 33 unter 2000 D 738 7849 Summa 1968 1347 28 392 1117 210 19 377 15 4735 130 " 5702 2240 161 1432 530 9412 278 4809 462 9,6 Proz. 4020 wurden in dem Berichtsjahre neun gemeinnügige Baugenossenschaften gegründet, so daß Ende 1903 in Hessen siebzehn derartige Bereine in Tätigkeit waren. Diese haben insgesamt 281 Häuser hergestellt mit 644 Wohnungen, die von 624 Arbeiterfamilien und 20 Familien anderer Stände bewohnt wird. Die Mietspreise in den Vereinshäusern sind in der Regel 20-30 Proz. billiger als in den Privat häusern. Noch bedeutsamere Mitarbeit aber fann von den Kranken tassen geleistet werden. Der Bericht sagt darüber:„ Eine Kranken Kaffe ließ dem Landes- Wohnungsinspektor diejenigen Berichte Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere Kleinwohnungen, die des Heffischen Zentralvereins für Errichtung billiger Wohnungen" ihres Kranten Kontrollbeamten zugehen, die auf weder den gesundheitlichen noch sozialen Mindeftforderungen entfchlechte Wohnungsverhältnisse fchließen lassen. fprechen, aber als Eigenwohnungen der gesetzlichen Beaufsichtigung Es wäre erwünscht, wenn ein ähnliches Verfahren von möglichst nicht unterliegen. Es ist nicht zu vergessen, daß sich das Gefeß allen Krankenkassen beobachtet würde." Zweifellos wäre das eines lediglich auf iets wohnungen erstreckt. der wirksamsten Mittel, zahllofe Schäden, die der dringendsten Ab hilfe bedürfen, zur Kenntnis der verantwortlichen Behörden zu bringen. Außerdem empfiehlt Herr Gretschel den Krankenkassen, in ähnlicher Weise wie dies fürzlich in Berlin und Pforzheim mit bestem Erfolge geschehen, umfassende Erhebungen über die Wohnung berhältnisse ihrer Mitglieder anzustellen" und erklärt, zu entsprechenden Auskünften und Vorschlägen jederzeit gern bereit zu sein. Wie aus der Tabelle ersichtlich, find die Mietswohnungen in den fleinen Orten vorwiegend ein oder zweiräumige. Während in den Städten mit über 5000 Einwohnern die dreiräumigen Wohnungen nahezu aller der Wohnungsaufsicht unterstellten Wohnungen ausmachen, betragen in den Orten mit unter 2000 Bewohnern die dreiräumigen Wohnungen nur 1½ der Mietswohnungen. Ein ganzes Drittel besteht aus dem allerjämmerlichsten Behausungstypus, aus einem einzigen Wohn-, Koch- und Schlafraum! Zweifellos find das begrüßenswerte Anfänge. Aber man erwäge den derzeitigen Umfang der Wohnungsnot und man ziehe den 8uwachs der Bevölkerung in Betracht. Dann wird man sich der Einsicht nicht verschließen, daß die ganze Tätig Es berührt wohltuend zu sehen, wie der hessische Beamte, ganz feit der Bauvereine bis jetzt ein winziges Tröpflein auf den heißen im Gegensatz zu sächsischen und preußischen Gepflogenheiten, den Ben Interessant ist auch, daß der Prozentsak der Beanstandungen Stein war, und daß dieselbe, angesichts der wachsenden Schwierigkeit tehr mit Arbeitern sucht und für die Durchführung feiner bei den fleineren Gemeinden am höchsten ist. Bei den Gemeinden geeignetes billiges Gelände zu erhalten, auch in Zukunft kaum in Aufgabe zu schäzen weiß. Er begrüßt es mit besonderer Freude", mit über 5000 Einwohnern wurden nur 5,3 Proz. der besichtigten der Lage fein wird, auch nur die Verschärfung der Wohnungsnot wenn gerade aus den Kreisen der Arbeiter Bestrebungen zur Wohnungen beanstandet, während bei den Gemeinden von 2000 bis hintanzuhalten. Hebung der Wohmmgsverhältniffe hervorgehen. Es zeigt den Trieb 5000 Bewohnern 9,2 Proz. und bei den kleinsten Gemeinden sogar Gegen dieselbe Schranke stößt aber auch der von Gemeinden der Leute, ihre Lebenshaltung auf ein höheres Niveau zu bringen, 19 Broz. der Beanstandung berfielen. Der Landes- Wohnungs- oder staatlichen Behörden entfaltete Wohnungsund zwar auf dem Wege der Selbsthilfe, es gibt dem Landes- inspettor führt diese Erscheinung auf den Umstand zurüd, daß die bau, sobald er auch nur nennenswerten Umfang annehmen will. Wohnungsinspektor aber auch die günstigste Gelegenheit, vorhandenze, größeren Gemeinden schon seit zehn Jahren der Wohnungsinspektion Der Eigenbesitz der allermeisten Gemeinden an Bauland ist dafür mißliche Wohnungsverhältnisse fennen zu lernen und sich darüber zu unterliegen, während in den kleineren Orten die Jnipettion erst ganz unzureichend. Eine Enquete des Landes- Wohnungsinspektors unterrichten, wie die Arbeiterschaft selbst ihr Wohnungsbedürfnis malig stattgefunden hat. Ob das der alleinige Grund ist, werden über diesen Punkt ergab für 60 größere Gemeinden folgendes Resultat: beurteilt. Freilich bekommt man dabei manches bittere Wort zu die kommenden Jahre zeigen. hören, nichtsdestoweniger muß nach den bisher gemachten Cir- Was die Beaufsichtigung der Schlafstellen, Lehrlingsfahrungen gesagt werden, daß die Leute sich der Belehrung immer räume ac. betrifft, so ist sie, wie der Bericht angibt, borläufig zugänglich gezeigt, und daß sie die ihnen vom Landes- Wohnungs- zu fura gelommen, infolge der großen Inanspruchnahme des Beamten inspettor erteilten Ratschläge zur Besserung der Wohnungsverhältnisse durch Untersuchung der Mietswohnungen. Herr Gretschel beran der Hand der gesetzlichen Bestimmungen stets willig befolgt spricht, in der Folgezeit auch diesem Zweige größere Aufmerksamkeit haben." zuzuwenden. Wir fürchten, seine Zeit wird auch in den kommenden Ueber den Umfang des Wohnungselends bringt der Jahren nicht ausreichen, das ganze ihm zugewiesene Gebiet zu beBericht eine Reihe bemerkenswerter Daten. Besonders lehrreich ist arbeiten. Wie bei der Gewerbeaufsicht, so wird auch bei der eine Gegenüberstellung der Mietspreise und der Ein Wohnungsinspektion die Lofung lauten müssen: mehr Arbeitsfräfte tommens Berhältnisse. Die Mietspreise für Wohnungen Was ist nun an pofitiver Förderung des Wohnungswesens durch von ein bis drei Räumen( einschließlich Stüche!) stellten sich gemeinnütige Bautätigkeit bis jetzt erreicht worden? wie folgt: Auf Anregung der Landes- Wohnungsinspektion und unter Mithülfe *) Jahresbericht des Großh. hessischen Landes- Wohnungsinspettors für das Jahr 1903." Herausgegeben im Auftrage des Großh. Ministeriums des Innern. Darmstadt, Buchdruderei 3. Grallein. 81 Seiten. " Diese Sahl ist offenbar nicht richtig. Man ist sich bei der BZählung der Wohnungen zweifellos nicht darüber flar gewesen, was unter Dachwohnung zu verstehen ist, ihre Zahl wird in Wirklich feit bedeutend größer sein." 21 Gemeinden hatten überhaupt kein Bauland bis 1 Heftar auf 1000 Einwohner 1-5 über 5" fehlen die Angaben. 19 " " 6 " 5 " " bei 9 Dieses Ergebnis so bemerkt der Bericht- muß als ein flägliches bezeichnet werden! Außer den 21 Gemeinden, die Bauland überhaupt nicht im Besiz haben, bleiben auch die 19 Gemeinden mit einem Baulandbefiz bis zu 1 Heftar pro 1000 Einwohner in der Bodenfrage für den Wohnungsbau so ziemlich ganz außer Betracht; denn diesen geringen Besiz müssen sie für öffentliche Bauten ze. reservieren. Es bleiben also nur 11 Gemeinden, deren Bauland groß genug erscheint, um damit den Grundstücsmartt in preisermäßigender Weise beeinfluffen zu können." Ist dies mum auch geschehen?" fragt Herr Gretschel, und er antwortet auf Grund einer Reihe von Erhebungen über die Baulandpreise in den verschiedenen Gemeinden mit: Nein. Gemeinden tönnten dies auch gar nicht, fügen wir hinzu. Selbst Die wenn die Mehrheit der heutigen Gemeinderäte das etwa vorhandene| den übereinstimmenden Berichten der Kontrolleure war das Ergebnis daß sie stetig und planmäßig betrieben wird. Wie oft wäre es kommunale Bauland zur Bekämpfung des Boden- und Wohnungs- befriedigend. Von Meistern, Polieren und Arbeitern wurden die Vor- nicht möglich, die vorübergehende Anwesenheit einer tüchtigen gewuchers verwenden wollten, was bekanntlich keineswegs der schriften sowie die Weisungen und Anordnungen der Konti: olleure im wertschaftlichen Agitatorin in einem Orte, in einem Bezirk der Fall ist so hieße das auch nur einige Sandsäde in die steigende allgemeinen pünktlich befolgt. Immerhin mußte wegen vorschrifts- Aufklärung und Organisierung der verschiedenen ArbeiterinnenFlut der Bodenspekulation schütten, die jeder weiteren Wirtschafts- widriger Erstellung von Gerüsten in 14 Fällen, wo Gefahr im Ver- kategorien nukbar zu machen. An Stelle einer Versammlung für und Bevölkerungsentwicklung auf dem Fuße folgt. zuge war, die fofortige Einstellung der Arbeit für so lange, als die die Arbeiterinnen eines Gewerbes allein kann eine allgemeine Das lebel der Wohnungsnot ist organisch ver- Vorschriften nicht erfüllt waren, angeordnet werden. Die Arbeits- Arbeiterinnenversammlung treten, die Verlängerung des AufInüpft mit dem kapitalistischen Grundeigentum. einstellung dauerte in 6 Fällen ein bis acht Stunden, in 8 Fällen enthalts um einen Tag oder zwei vermag eine zweite AgitationsWir sind überzeugt, daß alle ernsthaften Versuche, die Wohnungsnot ein bis vier Tage. In 4 Fällen erfolgte die Arbeitseinstellung reise zu ersparen usw. Die Agitation darf vor allem unter einer zu beheben, an diesen Punkt der Erkenntnis gelangen müssen. Aus wegen Widersetzlichkeit der Baumeister auf dem Zwangswage. Kategorie von Lohnsklavinnen nichi heute in Gestalt einer erfolg= diesem Grunde nicht zuletzt begrüßen wir das Vorgehen des hessischen Unglücksfälle, welche auf mangelhafte Gerüstung hätten zurückgeführt reichen öffentlichen Versammlung einsehen, um vielleicht morgen Staates. werden können, sind nicht zu verzeichnen. Durch Befolgung der schon wieder einzuschlafen. Was durch wohlvorbereitete öffentliche Neben der Beseitigung schlimmster Mängel wird es dazu Vorschrift zur Verhütung von Unfällen bei Bauten wurde in 7 Fällen Agitation erreicht worden ist, das müssen die Genoffinnen vielBeitragen, die öffentliche Meinung reif zu machen für der Sturz von Arbeitern in die ganze Tiefe des Baues wid damit mehr geduldig und liebevoll in treuer Kleinarbeit hegen und gefezliche Maßnahmen, die der kapitalistischen schweres Unglück verhütet; in 6 Fällen waren Arbeiter von den pflegen. Es ist nicht damit allein schon getan, den Gewerkschaften Bodenspekulation ein definitives Ende be- Dächern hinuntergerutscht und wurden von den Umfassungswänden weibliche Mitglieder zu gewinnen, es gilt, sie ihnen zu erhalten, aufgehalten, in einem Falle stürzten die Arbeiter auf die oberste, fie zu guten Gewerkschaftlerinnen heranzuschulen. Die Kommissionen eingedeckte Balfenlage. und famen ohne erheblichen Schaden davon. müssen daher einen ununterbrochenen und lebendigen Verkehr mit Die Gebühren für die Gerüstkontrolle betrugen insgesamt 64:19 Frant den weiblichen Organisierten ihres Wohnortes unterhalten. mehr, als die Kontrolle der Stadt kostet, so daß die Einrichtung noch Ueberschuß abwirft. Dabei sind auch noch 59 Gerüste, welche städtischen Zwecken dienten, kontrolliert worden. reiten. Soziales. Aus der Geschichte einer Schwindelkasse. Eine Krankenkasse der bekannten Art, die„ Deutsche KrankenVersicherungstaffe zu Dresden", ist in Konkurs geraten. Wie bei Erledigung des Konkurses verfahren wird, zeigt das nachfolgende Schriftstück, das von Mitgliedern dieser Kasse in Hannover unserem dortigen Parteiblatte zur Veröffentlichung übergeben wurde. Dresden- F. 5, Datum des Poststempels. R. Reichert Dresden- F. 5. Betr.-Nr. Bei event. Anfragen wird um Angabe vorstehender Nummer ge beten. P. P. Im Konkurse über das Vermögen der Deutschen KrankenVersicherungskaffe E. H. 132" zu Dresden sind sämtliche der Konkursmasse zustehenden Ansprüche auf Zahlung von Mitgliederbeiträgen, welche nach den geseglichen und statutarischen Bestimmungen bis zum 30. Juni 1904 zu entrichten sind, laut in meinem Besitz befindlicher Abtretungsurkunde vom Herrn Konkursverwalter, Rechtsanwalt Dr. Heim, Dresden- A., mit allen Rechten und Klagebefugnissen auf mich übergegangen. Jch fordere Sie deshalb nach§ 32 des Hülfskaffengesetzes und nach§ 6 Absatz 4 sowie§ 10 Absaz 4 des Kassenstatuts auf, den von Ihnen noch schuldenden Betrag von 3 Mart 75 Pf. bis spätestens 31. 10. 04 an mich abzuführen, da ich andernfalls unverzüglich flag- und pfändbar gegen Sie vorgehen werde. Hochachtungsvoll Beiliegende Anweisung zur gefl. Benutzung. Robert Reichert. NB., Abtretungsurkunde des Herrn Dr. Heim liegt bei mir zur gefl. Einsicht. Der„ Voltswille" macht darauf aufmerksam, daß diese Zahlungsaufforderung zu nichts verpflichtet, da entweder die Abtretungsurkunde dem Schuldner vorgelegt werden muß oder der bisherige Gläubiger selber dem Schuldner die Abtretung schriftlich anzeigen muß. Die Baugerüft- Kontrolle in der Schweiz.. In der Stadt Winterthur( Kanton Zürich) wird die Gerüstkontrolle noch durch einen Bautechniker ausgeübt, es ist aber die Heranziehung eines Bauarbeiters für dieselbe in Aussicht genommen. Hier wurden im Jahre 1903 106 Gerüste( 36 filir Neubauten, 62 Verputz- und Malergerüste, 4 Sprieß- und Spern gerüste, 4 sonstige Gerüstungen) 253 mal fontrolliert, 20 Gerüste 54 mil vom Stadtingenieur, wobei es sich um solche bei Tiefbauten handelte. Nach dem Geschäftsberichte des Winterthurer Stadtrates hat sich die neue Einrichtung verhältnismäßig leicht eingelebt; auch ist den Anordnungen der Kontrolleure, wo solche nötig waren, beinahe ohne Ausnahme willig Folge geleistet worden. Erhebliche Opposition rief lediglich das Verbot hervor, daß Fassaden nicht mehr auf Leitern gestrichen werden dürfen, was seinen Grund darin hatte, daß das Erstellen eines Gerüstes oft mehr Kosten verursache, als die eigentliche Arbeit. Nachdem dann aber die Unternehmer geeignetes Gerüstmaterial angeschafft hatten, so daß sie rasch und billig solide Gerüste erstellen konnten, legte sich auch diese Opposition. Bat der Erstellung von Gerüsten ist in der Regel rechtzeitig Anzeige geanacht worden. Die Gebühren für die Untersuchung der Gerüste sind niedrig angesezt und betragen pro Inspektion je nach Inanspruchnahme des Kontrolleurs 50 Cts. bis 2 Frant. Aus der Frauenbewegung. Dringende Aufgaben. Unter dieser Ueberschrift behandelt die„ Gleichheit" die Aufgaben, die den Genossinnen von der Bremer Konferenz zugewiesen wurden. Die beherzigenswerten Darlegungen seien hier in der Hauptsache zitiert, um sie weitesten Kreisen zugänglich zu machen. bindung mit dem Gewerkschaftskartell eine Kommission bilden, " Die Genoffinnen follen überall, wo es möglich ist, in Berwelche die Gewerkschaftsorganisation der Arbeiterinnen zu fördern hat. Was fönnen, was müssen diese gewerkschaftlichen Agitation 18kommissionen der Genossinnen tun? Zu diesem Zweck haben sie sich besonders eifrig der Werkstuben- und Hausagitation zu widmen. Mehr noch als die Rüdständigkeit im Denken und die Lebensgewohnheit hält die Ueberbürdung mit Arbeit die berufstätige Proletarierin vom regelmäßigen Die Genossinnen Besuch der Gewerkschaftsversammlungen ab. müssen in der Folge zumal die verheirateten Arbeiterinnen recht oft am häuslichen Herde aufsuchen, wenn die unter Mühen und Opfern geknüpften Verbindungsfäden zwischen ihnen und der Gewerkschaft nicht zerrissen, sondern gefestigt werden sollen. Sie haben die Gewerkschaftskartelle auf jeden Vorgang innerhalb der Arbeiterinnentreise aufmerksam zu machen, welcher geeignet ist, als Ausgangsund Stützpunkt der gewerkschaftlichen Agitation zu dienen, welcher das Eingreifen der Organisation in irgend einer Beziehung fordert. Sie müssen die Kartelle veranlassen, sie in der gleichen Weise auf dem Laufenden zu halten, sie zu allen Werkstubenversammlungen heranzuziehen, bei denen die Beteiligung der Arbeiterinnen in Frage fommt. Empfehlenswert dürfte es sein, jedem Kommissionsmitglied einen festen Wirkungskreis unter den Arbeiterinnen eines bestimmten Gewerbes zuzuweisen, und das auf Grund des Vertrautseins mit den betreffenden Arbeits- und Lebensbedingungen. Dadurch wird dreierlei erreicht: daß die gewerkschaftlich tätigen Genoffinnen schneller und leichter das Vertrauen der Arbeiterinnen gewinnen, welche sie der Organisation zuführen wollen; daß sie in engere persönliche Fühlung zu ihnen treten und einen stärkeren, nachhaltigeren erzieherischen Einfluß auf sie auszuüben vermögen; endlich daß sie ihr Arbeitsgebiet immer besser bemeistern, es ers weitern und zu größeren Aufgaben vorwärts schreiten können. Bei ihrer Tätigkeit muß die Kommission besonders auch eines ins Auge fassen: die Heranbildung eines Stammes tüchtiger gewerkschaftlicher Agitatorinnen und Organisatorinnen aus der Arbeiterklasse. Die Umstände sind dem günstig. Einmal ist die Wirksamkeit der Kommission selbst ganz dazu angetan, ihren Mit gliedern als treffliche Schule zu dienen. Sie rüstet dieselben nicht bloß mit Sachfenntnis in betreff der Arbeiterinnenlage und des wandtheit und praktische Erfahrung, ſondern erzieht ſie auch au Gewerkschaftslebens aus, verleiht ihnen nicht nur rednerische Ge. richtigen Bewertung der tatsächlichen Verhältnisse, zum nüchterner Abwägen der Kräfte, zur zähen Geduld, zum stillen Opfermut, furz. sie entwickelt all die Charaktereigenschaften, deren die gewerkschaft. liche Agitatorin und Organisatorin in hervorragendem Maße neben der Fähigkeit bedarf, überzeugen, begeistern zu können. Dann aber bietet die Arbeit der Kommission reiche Gelegenheit, fähige und charaktervolle Arbeiterinnen fennen zu lernen, fie anzuspornen, ihre Entwickelung zu fördern, sie aus Lernenden zu Lehrenden heranzubilden, die ihrerseits für die gewerkschaftliche Organis fierung ihrer Arbeitsschwestern wirken. Die Beschränkung der systematischer Charakter, das regelmäßige Zusammenarbeiten mi dem Kartell sind der agitatorischen und organisatorischen Schulung der Frauen sehr förderlich." Es versteht sich am Rande, daß dieselben ihre Wirksamkeit nicht darin erschöpfen dürfen, hin und wieder die Veranstaltung Das charakteristische an dem Borgange ist aber die Uebertragung einer Versammlung zu veranlassen, in der eine Referentin zu den der Forderungen an diesen Herrn R. Reichert, der vermutlich ein Arbeiterinnen spricht und die damit verknüpfte Heine praktische Inkasso- Agent ist. Schuldner, die in die Hände solcher Gläubiger Arbeit zu leisten. Ihre Tätigkeit muß vielseitiger und tiefergehend geraten, find geliefert. Solche Unternehmungen leben vom Auflauf sein. Den gewerkschaftlichen Agitationsfommissionen der Geund der rücksichtslosesten Eintreibung von Forderungen. Der Bernoffinnen fällt es zu, durch Ermittelungen und Studium, durch kauf der Forderungen an den Agenten beweist, daß auch die Staffe regen und stetigen Berkehr mit den Arbeiterinnen, durch lebendige Kommiffionstätigkeit auf einen bestimmten Ort, ihr steter, nichts als ein reines Geschäftsunternehmen war, bei dem die Mit- Anteilnahme an der Gewerkschaftsbewegung usw. genauen Einblad glieder die Schafe bilden, die geschoren werden sollen. in die Arbeits- und Eristenzbedingungen des weiblichen Lohnproletariats am Orte zu schaffen. Mittels des gesammelten und gesichteten Materials haben sie die Agitation jeder Art unter den Arbeiterinnen sowohl diejenige durch öffentliche Versammmlungen, wie die Werkstuben- und Hausagitation vorzubereitem und zu fördern. Sie müssen zu diesem Behuf das Material unter, Umständen in Flugblättern oder kurzen Broschüren verarbeiten müssen es, ebenso wie die Erfahrungen bei ihrem Wirken, in der Arbeiterpresse veröffentlichen. Sie bewirken damit, daß das aufklärende Wort, welches das Ohr, den Verstand der erwerbstätigen Broletarierin sucht, jederzeit voll aktuellen, persönlichen Lebens für diese ist, mit größerem Intereffe vernommen, besser begriffen, williger beachtet wird, als allgemeine Erkenntnisse und Schlußfolgerungen. Die Baugerüst Kontrolle in der Stadt Zürich, die von zwei Beamten, welche früher Arbeiter waren, ausgeübt wird, hat sich nach dem jüngst erschienenen städtischen Geschäftsbericht wieder bestens bewährt. Den Mitteilungen ist zu entnehmen, daß im Jahre 1903 insgesamt 1382 Gerüste( 119 für Neubauten, 298 Sprieß- und Sperrgerüste für Umbauten und Tiefbau, 902 Buggerüste und 63 fliegende Gerüste und mechanische Vorrichtungen) kontrolliert wurden, um 261 Gerüste mehr als im Vorjahre. Die Kontrolle erforderte 5911 Untersuchungen und wiederholte tatkräftige Mithülfe der Kontrolleure zur Abwendung von Gefahren. Von der Erstellung der Gerüste wurde in 1132 Fällen den Kontrolleuren Kenntnis gegeben; in 225 Fällen ist die Anzeigepflicht nicht erfüllt worden. Im übrigen konnte die Kontrolle anstandslos durchgeführt werden. Nach Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, 2. November. Anjang 72 Uhr: Opernhaus. Théâtre paré. Der Freischütz. Neues fönigl. Opern Theater. Agnes Bernauer. Deutsches. Dagland. Berliner. Zapfenstreich. Leffing. Traumulus. Westen. Britannicus. Thalia. Der Weiberkönig. Belle Alliance. ( Auf der Irania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Im Bannkreis der Jungfrau. Um 6 Uhr im Hörsaal: Dr. B. Donath: Die Versuche von Herz. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Um 8 Uhr: Tierleben in der Wildnis. National- Theater Weinbergsweg 12a- 13b. Mittwoch, den 2. November 1904: 7. Mittwoch- Abonnement. Der Wildschütz. Anfang 7%, Uhr: Donnerstag: 2. Gastspiel Duse: Magda. Die Kommissionen haben ferner ihr Augenmerk darauf zu richten, daß die Agitation mit Ersparnis an Kräften und Mitteln, Ein Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse ist in Elberfeld begründet worden. Marktpreise von Berlin am 31. Oktober. Nach Ermittelungen des fgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**), gufe Sorte mittel 17,53-17,52 m., 17,55-17,54 9., geringe 17,51-17,50 m. Roggen**), gute Sorte 13,80-13,79., mittel 13,78-13,77 M., geringe 13,76-13,75 M. Futtergerste*), gute Sorte 15,70-15,40 m., mittel 14,40 bis 13,30 M., geringe 13,20-12,10 M. Hafer*), gute Sorte 16,40-15,50 m., mittel 15,40-14,60 M., geringe 14,50-13,70. Erbsen, gelbe, zum Kochen 40,00-30,00 m. Speisebohnen, meiße 50,00-30,00 92. Linsen 60,00–30,00 M. Kartoffeln 9,00-7,00. Richtstroh 0,00-0,00. Heu 0,00-0,00. Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Gier per Schod 4,50-3,00 m. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. " Kleines Theater| Neues Theater. Urania. Bereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Donnerstag: Fräulein Julie. Freitag: Des Pastors Rieke. Anfang 8 Uhr. Die lustigen Weiher von Windsor. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Donnerstag: Die Kronprätendenten. Im Bannkreis der Jungfrau. Eine Hochzeitsnacht. ( 7 Uhr.) Freitag: Minna von Barnhelm. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Historisches Trauerspiel in 5 Aufzügen von Franz Grillparzer. Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Kreuzelschreiber. Freitag, abends 8 Uhr: Zum erstenmal: Tyrannei der Tränen. Totenbant.) Hierauf: Die Zugenb. Zentral- Theater Zirkus Busch. glode. National. Der Bildschütz. Metropol. Die Herren von Magim. Anfang 8 Uhr: Zentral. Der Generalfonful. Nachm. 32 Uhr: Die Geisha. Schiller a 0.( Wallner Theater.) Die Jüdin von Toledo. Schiller N. Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Krieg im Frieden. Neues. Die lustigen Weiber von Windsor. Carl Weiß. Senta Wolfsburg. Kleines. Nachtasyl. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Lustspielhaus. Biederleute. Luijen. Robert und Bertram. Trianon. Gastons Frauen. Kafino. Wildes Blut. Deutsch- Amerikanisches. großen Teich. Ueber'n Apollo. Berliner Luft. Spezialitäten. Palaft. Im Zukunftsstaat. Speziali täten. Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Die Geisha. Kleine Preise: 2,10, 1,60, 1,10 M., 60 und 40 Pf. Abends Anfang 8 Uhr: Der Generalfonful. Bum zweitenmal: Katharina II. Rittmstr. a. D. Hr. Grimsgaard. Fran zösische Reiterfamilie Lécusson. Neueste Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Lustspiel in 5 Atten von G. v. Moser und Fr. v. Schönthan. Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Freitag, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Gastons Frauen. Anfang 8 Uhr. Sensation: COCO der menschl. Wunder. Sonntag, nachm.: Ihr zweiter Mann. affe. Außerdem: Operette in 3 Akten v. H. Reinhardt. Die vorzüglich. Programmnummern. Lustspielhaus Luisen- Theater. Kasino- Theater Abends 8 Uhr: Robert und Bertram. Donnerstag: Krieg im Frieden. Freitag zum erstenmal: Don Carlos. Sonnabend: Gastspiel des Theaters des Westens: Die Fledermaus. Carl Weiß- Theater. Große Frankfurter Straße Nr. 132. Direttion: M. Ed. Fischer. Senta Wolfsburg. Lothringerstr.37. Anf.Wch.8, Sonnt.72Friedrichstraße 236. Biederleute. Abends 8 Uhr. Morgen u. folgende Tage: BiederWildes Blut. Gesangspoffe in 3 Atten v. Mannstädt. leute. Borher d. vollst. neue Novemberprogr. 1. a. ,, Die Original- Noranas." Sonntag, nachmittags 4 Uhr: Mutter Gräbert. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenste. 16. Herrnfeld Theater. Nur eine Nacht. Schauspiel in 5 Aften von E. Bendt. Die Else vom Erlenhof. Am andern Morgen. Passage Theater. Hans Fredy. Dida. Spezialitäten. Anf. 5 Uhr. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Morgen und folgende Tage: Senta Wolfsburg. Borstellung: Sneewittchen. Bolksstück in 5 Aften v. S. C. Staad. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Donnerstag: Extra Vorstellung: Hörsaal 6 Uhr: Dr. B. Donath: Die Versuche von Hertz. str. 57/62. Abends 8 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Sternwarte InvalidenCASTAN'S PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Allerseelen melodramatische Illusion. Elite- Konzert einer rumänisch. Damen- Kapelle. Vormittags. Mittags. Nachmittags. Abends. eutsch- AmerikanischeS Theater. Köpenickerstr. 67. Zum Gastspiel Adolf Philipp. Ueber'n grossen 387. 33 TEICH." Anfang 8 Uhr. MALE: Ende 10 Uhr 30 Min. Sonntag nachmittags 3 Uhr, halbe Preise: ,, Weber'n grossen Teich". Apollo- Theater, Elernhard Rose- Theater 8 Uhr: Debuts der neuen November Berliner Luft. Spezialitäten. Hierauf: Unter persönlicher Leitung des Komponisten Paul Lincke. Sonntag, den 6. November, nachmittags 3 Uhr, bei ermäßigten Spezialitäten. Gesundbrunnen, Badstraße 58. Shilippine Welser. Sistorisches Schauspiel in 4 Aften von Dstar v. Redwig. Nach der Vorstellung: Gr. Ball. Anfang 8 Uhr. En kree 30 Bj., numer. Platz 50 Bf. ( Sonntag, den 6. November, nach bends 7 Uhr: Ehrliche Arbeit. Connabend, nachm. 4 Uhr: Kinder- Katharina Howard. Preisen: Frühlingsluft und mit tags 3 Uhr: Philippine Welser. Schwant in 3 Allen von H. Kéroul und A. Barre. Sonntag, nachm. 3 Uhr: 300 Tage. Sanssouci. Rottbuser Tor Stat. der Hochbahn. Heute Mittwoch: Kaiser Josef II. und die Schusterstochter. Historisches Volksschauspiel. Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanzkränzchen. Jeden Dienstag und Mittwoch: Theater- Abend. Alle ausgegebenen Vorzugskarten gelten. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Münzstraße 16. Täglich Vorstellung lebender Kuriositäten! Medizinische Rätsel, anatomische Wunder. Riesen! Zwerge! Brauerei Königstadt. Schönhauser Allee 10/11. Jeden Mittwoch: Die Knochen und Muskelfleisch- Entwickelung der Säuglinge wird durch den Zusatz von Stufete- Suppe zur Ruhmilch am besten Abgefördert. Die aus Kufetes Kindermehl gekochte Suppe mischt sich sehr gut mit der Milch, verhindert inn Magen die grobfleckige Gerinnung der Kuhmilch, so daß diese leichter verdaulich wird und erhöht durch den der Muttermilch entsprechenden Gehalt an Mineral- und Eiweißstoffen den Nährwert der Nahrung. Horst's Nordd. Humoristen und Quartettsänger. Alle Bons haben Gültigkeit. c Zirkus Schumann. Skala- Theater. Deutscher Holzarbeiter- Verband. den 2. November, abends präz. 71, Uhr: Gala- Premiere. Zum 1. Male: Die größte Neuheit. Noch nie dagewesen! Münstedts Liliput- ZirkusVorstellung bestehend aus Vorführung von Liliputaner- Freiheitspferden, Stehvoltige, Dogcart- Akt, hohe Schule, Jockey, Afrobaten, Jongleure, Malabaristen, Klowns, Auguste 2c., dargestellt von den fleinen Liliputanern. Ferner: Neu! Amerikas größter Künſtler Franco Piper. die fliegenden Marno- Truppe, trobaten. Außerdem: Konsul II Billy u. jämtliche Spezialitäten. 9%, Uhr: Das gr. miniſche Drama: Der Kurier des Zaren. Gebrüder Herrnfeld- Theater. Letzte Woche! Nur eine Nacht Am andern Morgen ( mit Anton und Donat Herrnfeld int den Hauptrollen). Sonnabend: Premiere Prinz Levy in Ahlbeck. Schwank in drei Akten von A. und D. Herrnfeld. Premierenbilletts schon heute an der Theaterkasse von 11-2 Uhr. Anfang( auch Sonntags) 8 Uhr. Metropol- Theater Zum 5. Male: Die Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 6 Bildern mit freier Benutzung von C. Flèrs] Linienftr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! Löwys Duell Boffe mit Gesang in einem Aft, sowie 30 internation. Spezialitäten. Anfang 7%, Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. WINGARTEN 765 Neues Programm. Anne Dancrey, Pariser Sängerin und Tänzeriu. Cooke u. Rothert Heute Mittwoch, abends 8% Uhr, in der Neuen Welt, Hafenheide: General- Versammlung. Zages Drdnung: Kaffenbericht vom III. Duartal. Bericht des Vorstandes, der Kontrollkommission, des Arbeitsvermittlers und Bibliothekars. Wahl des zweiten Bevollmächtigten. Wahl des zweiten Arbeitsvermittlers. Wahl eines Mitgliedes zum Gauvorstand. Anträge. Verbandsangelegenheiten. Eintritt nur mit Mitgliedsbuch. Allen Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Tischler Hermann Köster am im 33. Lebensjahre verstorben ist. Die Beerdigung findet Donnerstag, nachmittags 4%, Uhr von der Halle des Heil. KreuzKirchhofes in Mariendorf aus statt. Die trauernde Witwe Anna Köster. 26706 91/8 Sozialdemokratisch. Wahlverein N.B. Die Bezirks- und Brauchen- Vertrauensmännerversammlungen finden der General heute nicht statt. versammlung wegen Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwartet Die Ortsverwaltung. Deutfcher Metallarbeiter Verband. Verwaltungsstelle Berlin. amerikanische Excentrics. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34, Amt IV, 3353. Baptiste u. Franconi Everhart Kopfläufer. Reifenkünstler. Wunderkessel, The Magic Kettle Sonntag, den 6. November, vormittags 10 Uhr, in der ,, Neuen Welt", Cliffe Berzac dress. Ponies u. Esel. Pas de Fleurs Morcaschani Creolische Sängerin. Permané Bros Komiker. Romsakoffs weibliche Kosaken. Heloisa Titcomb amerikanische Sänger. The Austins austral. Jongleure. Patty- Frank- Truppe Der Biograph. Turner. Reichshallen- Theater. Täglich: tettiner Sänger. Stetti Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Etablissement Moritzplatz. Hasenheide 108-114: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Kaffenbericht und Bericht der Revisoren. 2. Anträge der Ortsverwaltung und an die Verwaltung gelangte Anträge. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet 123/18 Die Ortsverwaltung. D. D. Die Vertrauensleute werden ersucht, den Mitgliedern die Bücher auszuhändigen. Holzbildhauer! Donnerstag, den 3. November, abends 8 Uhr, Engel- lfer Mr. 15, Saal 7: Vertrauensmänner- Verfammlung Tagesordnung: Die Aussperrung in der Holzindustrie. Die Tagesordnung macht es nötig, daß jede Werkstatt vertreten sein muß. Die Agitationskommission. 30/7 nhagen Achtung! Tempelhof u. Umg. " Messalinette" von Julius Freund. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Hauptrollen: Henry Bender. Josef Giampietro. In den unteren Sälen jeden Abend 8 Uhr: Donnerstag, den 3. November, abends 71/2 Uhr, Militär- Konzert. im ,, Tempelhofer Tivoli", Berliner- Strasse 50: Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Josef Josephi. Anton Grünfeld. Fritz Steidl- Sänger. Frid Frid. Fritzi Massary a. D. Nach feber Borftellung im Staiſerſaal: Mary Behrens. Joh. Junker- Schatz. Im 5. Bild: Das Fest des Lichtes. ( Ballett.) Anfang 8 Uhr. Palast- Theater. Burgstraße 22.( Früher Feen- Palast.) Direttion: Rich. Winkler. Große internationale Ringkampf- Konkurrenz unt. Protektorat d. Hrn. Prof. R. Begas. Heutige Ringtämpfer. 1. Romanoff, Ruffe, gegen Kramer, Bayern. 2. Spitzer, Köln, gegen Manzart, Belgien. Tanz. Gustav Behrens SpezialitätenTheater, Frankfurter Allee 85. Neu! Das großartige Novemberprogramm Neu! Lily Durand mit ihrer Berwandlungsnummer New! Großstadtleben. New! Ostarra Trio großartige Kopfbalance auf schwingendem Trapez sowie die noch übrigen erstklassigen Spezialitäten. Volks- Versammmlung. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten August Bebel über: Die Frau in Staat und Gesellschaft." NB. Die Versammlung wird der Polizeistunde wegen( 10 Uhr) pünktlich eröffnet. = 223/6 Die Einberuferin. für den 2.Berliner Reichstagswahlkreis. Am 29. v. Mts. verstarb unser treues Mitglied, der Tischler Hermann Köster Schenkendorfstr. 2. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachmittags 4%, Uhr, von der Halle des Heil. KreuzKirchhofes in Mariendorf aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. 238/20 Am 31. Oktober, früh 5 Uhr, starb im 60. Lebensjahr nach langen, schweren Leiden mein inniggeliebter Mann, unser Schwa ger, Schwieger- und Großvater, der Schriftseber Rudolf Schaarschmidt. Die Beerdigung findet am 3. Nobember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Kirchhofes in Schmargendorf aus statt. Im Namen der Hinterbliebenen Jda Schaarschmidt geb. Duwe. 9152 Todes- Anzeige. Am 30. Oktober verstarb unser verehrter Kollege und früherer Mitarbeiter, der Schriftsezer- Invalide Rud. Schaarschmidt. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittags 3 1hr von der Leichenhalle des Friedhofes in Schmargendorf aus statt. 2656b Das Personal der Buchdruckerei Gebr. Unger. Heute morgen 5 Uhr entschlief nach langem, schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwieger- und Großvater, Schwager und Onkel, der Schrifts feber Sozialdemokratischer Wahlverein Orts Krankenkasse Rudolf Schaarschmidt für das Gewerbe für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. der Tischler u. Pianoforte- Arbeiter zu Berlin. Donnerstag, den 10. November cr., Engel- llfer 15( Saal VII): Dienstag, den 8. November, abends 81 Uhr, im ,, Hofjäger- Palast", Hasenheide 52/53: abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, im 60. Lebensjahre. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Schmargendorf, Berlin, Charlottenburg, 31. Oftober 1904. Die Beerdigung findet Donnerstag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Schmargendorfer 26556 General- Verfammlung. General- Versammlung Stirchhofes aus ftatt. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes, der Preß-, Agitations- der Bertreter der Stassenmitglieder und Lokalkommissionen. 2. Neuwahlen derselben. 3. Antrag des Vorstandes, dem§ 5 Absatz 1 folgende Faffung zu geben: Der monatliche Beitrag beträgt 25 Pf., das Eintrittsgeld 10 Pf." 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert! Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Gegen Nachzahlung von 10 Pf. kommt das Protokoll des Bremer Barteitages an die Mitglieder zur Verteilung. 238/19 & Burghardt, Deferret, gegen Germania- Prachtsäle Zentral- Verband der Töpfer Deutschlands. 8. John Pohl- Abs II., Deutscher. 4. Weltmeister Georg Lurich gegen Anton Achner, München. Nachgemeldet find: Karl Milchthaler, Nürnberg. Antonick, Desterreicher, 2 Meter 16 8entimeter groß. Borher: Spezialität. u. Schaunummern ersten Ranges. Dazu: Im Zukunftsstaat". Anf. 3. Borstell. 8, Staffeneröff. 7 Uhr. Passage- Theater. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Anf. nachm. Wochent. 5 Uhr, Sonntags 3 Uhr. Der Orig. Prod. magische Kessel, des PassageLucie König, Dida Theaters. d. erstklassige Mädel. Einfachu.schlicht die Erschaffung 6 eines Weibes aus dem Nichts. 14 nene glänzende Nummern. Chausseestr. 103. Arnold Scholz. Jeden Mittwoch: 680L Hamburger Sänger ( Steidl, Wolff). Neu! Ein kritischer Tag. Neu! Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Borzugsfarten haben( Gültigkeit. !! Von 36 Mk. an!! liefere Herrenanzug oder Winter paletot, neueste Muster, feinsteZutaten, ( Filiale Berlin.)- Fernspr. Amt IV, Nr. 9897. Freitag, den 4. November, abends 6 1hr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: General- Versammlung 196/12 Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom III. Quartal 1904. 2. Gewerkschaftliches. Mitgliedsbuch legitimiert. Berliner Arbeiter( Mitgl. des Arb.- Radf.Der Vorstand. und der Arbeitgeber. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Borstandes. 2. Wahl von fünf Borstands- Mitgliedern der Arbeitnehmer. 3. Wahl von zwei Vorstands- Mitgliedern der Arbeitgeber. 4. Wahl von drei Revisoren zur Prüfung der Jahresrechnung. 26585 Der Vorstand. Gelegenheitskauf! Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. Berlin VII. Am Sonntag, den 30. Oktober, verstarb nach langer Krankheit unser Mitglied H. Linke. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donners decken tag ben 3. Rovember, nachmittags Schlafdecken in Wolle, extra schwer 350, 450, 500, 600 M. Radfahrer- Verein Pferde decken Bundes, Solidarität“). Die Abteilungsversammlungen des Vereins finden an folgenden Tagen statt: Erste Abteilung: Jeden ersten und dritten Freitag im Monat bei Rumke, 8weite Dritte Vierte 2 Anproben. Für guten Siz belam goldene Medaille. Ludwig Engel, Fünfte Brenzlauerstr. 23 II( Alexanderplatz). Nur gute reinwoll. Stoffe, groß. Lager. Sechste Verein der Berliner Buchdrucker Ciebente und Schriftgießer. Morgen, Donnerstag, abends 8 1hr, im Gewerkschaftshause: Vertrauensmänner- Versammlung. 36/16 Hierzu ladet freundlichst ein Der Gauvorstand. u. Lager kompletter Möbel- Fabrik Wohnungs- Einrichtungen zu Fabrikpreisen- Eigne Werkstätten- empfiehlt Julius Apelt, Skalitzerstr. 6, am Kottbuser Tor. Achte Neunte " " Bülowstr. 59. Jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat bei Boigt, Ritterstr. 75. Jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat bei Tschatsch, Naunynftr. 6. Jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat bei Mers towski, Andreasstr. 26. Jeden ersten und dritten Freitag im Monat im Böhmischen Brauhanje, Landsberger Allee 11/13. Jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat bei Wernau, Schwedterstr. 23/24. B " Jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat bei Cranz, Köslinerstr. 8. Jeden ersten und dritten Mittwoch im Monat bei Fischer, Waldstr. 8. ( Sektion der Bäder): Jeden ersten und dritten Donners tag im Monat, nachmittags 3 Uhr, bei Wilke, Brunnenftraße 188. In jeder Versammlung werden Mitglieder aufgenommen. Eintrittsgeld inklusive Abzeichen 75 Pf. Beitrag männliche Mitglieder 35 Pf., weibliche 25 Pf. 29/4 A. 0. Ritter, Chriftinenſtr. 33. Auskunft erteilt Deutsche Konzert- Hallen. An der Spandauer Brücke 3. Vollständig neu ausgestattet! Taglich: Gr. Internat. Künstlerkonzerte. x Theater- Abteilung. Spezial- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. à 250, 350, 450, 550 M. Reise decken Neueste Tiger- Muster à 485, 600, 800, 1000 M. Versand per Nachnahme. Emil Lefèvre S. Berlin Oranienstr. 158. Fehlerhafte Decken spottbillig! Kronleuchter- Fabrik 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Pauls- Kirchhofes( Jungfernheide) aus statt. Um rege Beteiligung bittet 253/8 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Tischler Theodor Lichtenstein am am 30. Oftober nach kurzem Krankenlager verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 2. November, vormittags 10 Uhr, von der Leichenhalle der jüdischen Gemeinde in Neu- Weißensee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 91/9 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, bem Zentral Verband deutscher Brauerei Arbeiter sowie dem Bersonal der Brauerei Münchener Brauhaus" für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden bei Bernhard Hille fage ich hier. mit meinen herzlichsten Dank. 26575 Die trauernde Witwe Pauline Hille nebft Kindern. für Gas u. Petroleum. der Beerdigung meines lieben Mannes Größte Auswahl. 400 Kronen von 10-700 M. Verk. zu billigst. Fabrikpreisen an Private. Auf Wunsch Teilzahlung ohne Preiserhöhung. Siegel& Co. Prinzenstrasse 33. teppdecken Tauft man am preiswertesten nur direkt in der Fabrit, 72 Wall ftraße 72, wo auch alts Steppdecken aufgearbeitet werden. B. Strohmandel, Berlin 14 Juustrierter Pretstatalog gratis. Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, Laden. Wir empfehlen: Ferdinand Laffalle** Reden und Schriften Neue Gesamtansgabe Herausgegeben im Huftrage des Vorftandes der fozialdemokratischen Partei Deutschlands von Ed. Bernstein. Bollständig in drei Bänden Bu beziehen in 50 Lieferungen a 20 Pfennig. Bandausgabe: Band 1: Brosch. M. 2,50, Leinen M. 3,-, HI6frz. Mr. 4, " " II: III: " " 1 4, " 3,50, " " " " " 4,50, " 1" 5,50 4, " " 75, Alle drei Bände zusammen: broschiert M. 10,-, in Leinen gebunden M. 11,50, in Halbfranz gebunden M. 14,50 Der Herausgeber schickt dem Werte eine interessante fritisch- biographische Einleitung voraus: Lassalle und seine Bedeutung für die Sozialdemokratie", die auch eine Fülle neuen Quellenmaterials enthält. In Form von Vorbemerkungen oder fritischen Randnoten zu den einzelnen Broschüren und Reden Lassalles präzisiert der Herausgeber den heutigen prinzipiellen Stand punkt der Partei, wo dieser verändert, oder erleichtert das historische und politische Ver ständnis der Materie. Die einzelnen Broschüren folgen nicht in chronologischer Reihenfolge, sondern nach ihrer inneren Zusammengehörigkeit geordnet. Zur Beurteilung der geschichtlichen Entwicklung und des Wesens der deutschen Sozialdemokratie ist diese Gesamtausgabe unentbehrlich. Der erste Band ist mit einem Stahlstichporträt Laffalles geschmüdt. Das Syftem der ** erworbenen Rechte Bon Ferdinand Lassalle Gebunden M. 5,- statt bisher M. 8,-) Das System der erworbenen Rechte" ist Lassalles wiffenschaftliches Hauptwert. Im Jahre 1861 beröffentlicht, untersucht Lassalle in diesem Buche, ob und wie das Recht, wie es sich als Ausdruck tatsächlicher Bedürfnisse und Machtberhältnisse geschichtlich entwickelt hat, mit dem sogenannten Naturrecht in Einflang zu bringen ift. 234/4 Da nur noch wenige Exemplare am Lager, empfiehlt fich baldige Anschaffung. Jedes Wort: 5 Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Spottbilliger Bettenverkauf, Gardinenverkauf, Pfandleibhaus Beiden weg neunzehnt. Partei- Speditionen: " " Erwiderung! AF Uebermorgen Ziehung 4. u. 5. November zu Berlin Berlin zweiter Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwalders straße 30, v. part.- Dritter Wahlkreis: t. Friz, Prinzenstr. 31, Hof rechts part.- Vierter Wahlkreis 0.: Robert engels, Gr. Der vom Ausschuß des Arbeiter- Sängerbundes veröffentlichte Bericht Frankfurterstr. 133, of part. SO.: Paul Böhm, Laufiberplab 14/15 in Nr. 257 des„ Vorwärts" betreffend die Kündigung des Gesangvereins ( Laden). Fünfter Wahlkreis: Leo Bucht, Steibelstraße 42 Veritas" sall doch wohl nur den Zweck haben, mir als Parteigenossen„ eins ( Laden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Sarl Anders, Daß es ein Salzwedelerstr. 8, im Laden. Wedding und Oranienburger auszuwischen" und um mich öffentlich geschäftlich zu schädigen. Vorstadt: Emil Stoltenburg, Wiesenstr. 41/42. RosenArbeite verein war, der mit„ Veritas" den„ Tag" wechseln wollte, thaler Vorstadt, Gesundbrunnen: Hermann Raschte, Beritas" fich jedoch auf nichts einließ, wird geflissentlich verschwiegen. Die Rügenerstr. 24, born part. links.- Schönhauser Vorstadt: Karl Klage scheint mir aussichtslos, ich de das Urteil seinerzeit bekanntgeben. Mars, Kastanien- Allee 95/96. Alt Glienicke: W. Pries, Rudowerstr. 68. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, 26655 Wernau, Swedterstr. 23/24. Sesenheimerstr. 1, Ede Goethestraße, vorn I Deutsch- Wilmersdorf: W. Nidel, Berlinerstr. 130, III. FriedrichsbergFriedrichsfelde- Wilhelmsberg Hohenschönhausen: Otto Seitel, O. 112, Kronprinzenstraße 50, I. Grünau: H. Bluhme, Kurfürstenstraße 3. Rixdorf: M. Heinrich, Prinz Handjergstraße 7, im Laden. Schöneberg: Wilhelm Bäumler, Martin Lutherstr. 51, im Laden. Ober- Schöneweide: Otto Münzer, Edisonstraße 31, 2 Treppen. Schöneweide: Bonatowsky, Berlinerstr. 8. thal: Baul Mann, Bismarcftr. 7. Adlershof: Paul Schmidt, Bismarckstraße 32, I.: Königs Wusterhausen: H. Meier, Bahnhofstr. 11 II. Köpenick: Friedrich Woid, Grünstr. 29. Friedenau- Steglitz: 5. Bernsee, Schloßftr. 115, Gartenhaus I, in Steglit. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz:. Mohr, Düppelstraße 8, und Fr. Schell base, Ahornstraße 15 a. Marien- Baumschulendorf: Hermann Reichardt, Chauffeestraße 16. weg: Stod, Ernststr. 2, II.- Treptow: R. Voigt, Elsenstr. 37, born III I. Neu- Weissensee: W. Reste, Sedanstr. 53, part. Reinickendorf( Ost und West), Wilhelmsruh und Schönholz: Schüler, Provinzstr. 28, II. burg: Forgbert, Prinz Albertstr. 5a. Tegel, Borsigwalde, Dalldorf und Waidmannslust: Paul Kienast, Borfigwalde, Schubartstr. 43. Pankow: R. Kummert, Florastr. 43. Eichwalde, Zeuthen, Miersdorf und Hankels Ablage: Alfons Grab, Eichwalde, Kronprinzenstr. 82, I. NiederJohannisRummelsAußerdem ist sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Berke dort zu haben. Auch werden Inserate für den ,, Vorwärts" entgegengenommen. Bitte ausschneiden. Raucht Pre- UssinaZigarren. Schloßpark Wilhelminenhof a. d. Oberspree. 913L* Jnh.: Chr. Fennel. Jeden Mittwoch und Sonntag Off Großer Elite- Ball. Jeden Freitag: Bernhard Rose- Theater. 5122 Große Extra- Vergünstigung!! Delikateß- Kolli.an bestelle fofort. So lange Vorrat für nur 31 M. 40 ff. Delikatesheringe, 20 Flundern, frisch geräuch., 1 Pfund fff. Fettsprotten, 1 Dose neue Oelsardinen, 1 Dose pikanten Appetitfeld und 1 ff. Rauchaal. Alles fff. Ware. Otto Kaiser, winemünde Nr. 24A. auch zu haben in Lotterie- und Zigarrengeschäften. Lose a 1 Mark 15. Lotterie der Kommission für Trabrennen. Berliner Lose& 1 a Mark 11 Lose 10 Mark. Porto u. Liste 20 Pf. Pferdegew. günst. verk. geg. Bar- Geld. wert 6039 Gewinne Gesamt Mark 100000 1M.10 000 1.M. 6000 1. M. 5000 1.M. 4000 2 a 3000, 5a 2000 6 a 1500 2 a 1000 = = 843L* 90005 2000 2400 a 15 u. 10= 26 000 3600 a 5 Mark== 18000 4000 20 Fahrräder. Berliner Lose versendet der General- Debit Lud. Müller& Co. Berlin, Breitestr. 5.[ Telegr- Adr.: Dr. Simmel, Str. 41, Spezialarzt für Prinzen- Tanzmeister Jürgens, Haut- und Harnleiden. 10-2,5-7. Sonntags 10-12. 2-4. Kleine Anzeigen. 28* gefekte und verliehen gewesene Möbel, die wie neu find, Kleiderspind, Bertito 27,00, Ausziehtisch 16, Muschel bettstelle mit Federmatratzen und Keillissen 36, Taschensofa 50, Paneelfofa 70, Waschtoilette 20; Ruhe bett 25, ganze Einrichtungen billigst. Transport frei. * Photoapparate, Stativ Markgrafenstraße 19. Wanzlichstr. 21, Sonnabends, Sonntags frei, übernimmt Tanzleitung für Vereine 2c. 7022* für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis1 Uhr, für die Vororte bis 12Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstrasse 69 bis 5 Uhr angenommen. Stellenangebote. BU Stadtreifender, tüchtiger, gesucht. 26626 Goldleisten. Tüchtiger Bertführer ( Farbigmacher) bei hohem Lohn ver langt. Offerten mit Zeugnisabschriften erbeten unter F. 4 Erpedition des 2651b „ Vorwärts". Teppiche( fehlerhafte) in allen Teppiche mit Farbenfehlern Fabril Ringschiffchen, Bobbin, Schnell- Bandwürmer mit Kopf, frisch in Größen für die Hälfte des Wertes niederlage Große Frankfurterstraße 9, näher, ohne Anzahlung, Woche 1,00, Spiritus eventuell Wasser, laufen a im Teppichlager Brünn, Hadescher parterre. + 37* gebrauchte 12,00. Poftfarte genügt. 2 Mark Linnaea, Invalidenstraße 105. Markt 4, Bahnhof Börse. 142/ 12* Linoleum- Spezialgeschäft, Wachs- Köpniderstraße 60/61. Große Frank- Vereinszimmer mit Pianino, bis Diferten unter S. S. poftlagernd N. 24. Schlofferlehrling, auch solcher der Sofas, größte Auswahl, Läufer, von tuche, Teppiche, Neste. furterstraße 43. Prenzlaueritraße 59/60. 50 Personen, Telephon. C., GrünPlüschsofa umständehalber billig straße 21, Weihnacht. 9Kichon einige Beit lernte, gesucht. 21 Mart an, direkt in der Fabrit Müller, Holzmarktstraße 52. Maschinenfabrik Hugo Hartung, Moabit, + 54* Blumenstraße 35 b. Vorwärts", Gasheizöfen, Sparsysteme, 6,00, berkäuflich, wie neu, Jochem, Stettiner- Zur Lieferung des Wiclefstraße 16/17. 44/ 14* Spottbilliger 26636 fomie Annahme von Annoncen für Baletotverkauf, Möbelverkauf in meiner Möbel Betroleumöfen spottbillig. Bohlauer, ftraße 56a, III. Strider als Wertführer für Nähmaschinen. Bahle bis 10,00 den Vorwärts" und Lieferung jeder Jadettanzüge, Gehrodanzüge, Damen- fabrit Wallstraße 80-81, nahe Spittel Wallnertheaterstraße 32.( Gastochergarderoben bemerkenswert. Pfandleihe markt. Infolge des großen Umzugs haus.) 98* wer Nähmaschinen Teilzahlung fauft Parteiliteratur empfiehlt sich Karl Strumpf Fabrit per bald verlangt. Bost Weiße, Triftstraße 46a, Wedding. Offerten unter G. 4 an Expedition Weidenweg neunzehn. + 54* befinden sich am Lager viele zurüc Hochelegante Herrenanzüge und oder nachweist. Woche 1,00. dieses Blattes. Platina, alte Goldsachen, BruchSpottbillige Teppiche, Steppdecken, Baletots aus feinsten Maßstoffen 25-40 farte. Holz, Stlofterstraße 29. 26645 Mart. Verlauf Sonnabend und Sonnund gold, Silber, Gebiffe, alte Uhren, Inlette, Aussteuerwäsche. Wiedervers tag. Bersandhaus Germania, Unter Klapptameras, Reisemuster, spottbillig Blattgold, Rebrgold fauft Gold. täufer borteilhafte Einkaufsquelle. den Linden 21. Keine Filialen. 972* fchmelze Broh, Wrangelstraße 4, FernPfandleihhaus Beibenweg neunzehn. 44/ 16* für fprecher Amt 4 6958. Hygienische Gummiartitel Zwei Mart vierteldugend DamenFreischwinger, Regulatoren, Kupferabfälle, Meffing, Rinn, Taschenuhren, staunenerregend Pfand hemden, Herrenhemden 3,30, Aus- Damen und Herren. Auf Wunsch Wrangel Schloffer, Konstruktion und Be leibhaus Weidenweg neunzehn.+ 54* ftattungen, Normalwäsche, Barchend- Damenbedienung. Irrigatore, Stech- Bint, Blei fauft Broh, 44/ 15* fchlag, berlangt Heinrichs, Haupt hemden sowie eleganteste Reisemuster beden, Leibbinden in allen Weiten, straße 4. 26615 Pfandleibhaus Küstrinerplas 7, Möbelhirschowik verkauft reell ftraße 149. berlauft staunend billig Betten, Bett gediegen gearbeitete Möbel zu außer lomonsty, Dirdjenstraße 21( eller- Rabelpflaster, sämtliche Bedarfsartikel Berein( 40 Mitglieder). fpottbillig. Wäschefabrik Adolph Sa- alle Gummiartikel, Gummiunterlagen, Saal gesucht, Often, Maskenball, Alpers, Saffianfärberei, Ausstreicher, wäsche, Gardinen, Inlette, Teppiche, gewöhnlich billigen Preisen. Ueber anderplatz). 124/19 zur Wochenpflege, Krampfaderbinden. Blumenthalstraße 40, 26606 Bugmaschinen- Arbeiter, Chagrineur Tischdecken, Steppdeden, Trauringe, zeugen! Anjehen! Stofffofas 40, Damenbinden, Bindengürtel. Franz sucht Breidenbach, Coloniestraße 22. goldene Herrenuhren, Damenuhren Plüschsofas 60, Garnituren 110; Rosen Tanzunterricht: Liepolts, Fischer, Drogerie, Friedrichsberg, Dirigent( tüchtig) für Donnerstag und sonstige verfallene Sachen. alle Fassons, garantiert bestes Material, Chauffeestraße 106. thaler Hof", Rosenthalerstraße 11/12. Betten, Tischbeden, Regulatoren, Trumeau, alle Arten Möbel, größte Wochentagsturse, Sonntagskurse bes Gejangverein. Offerten bis Mittwoch Bilder, Spiegel, Möbel spottbillig. Auswahl. Borjährige Herren- Jadettanzüge, ginnen! Damen 3,00, Herren 6,00. abend Oldenburgerstraße 22 im Lokal. Eigene Werkstätten. neu, Mittelfigur, Radleranzug, Gehrod Privatunterricht täglich. Anmeldungen Tüchtiger Pader auf Goldleisten Lethhaus Grünerweg 113 undNeander Hirschowig, Mariannenstraße 7a. straße 6. 43/ 4* Musikwerke, selbstspielende. Teilanzug, 28 interpaletot, zwei Hofen, jederzeit Brunnenstraße 160( Privat- fofort. Berg, Chauffeestraße 82. zahlungen. Invalidenstraße 148( EinSchleunigst, Hälfte Kostenpreis, Schnei wohnung) erbeten. derei Prenzlauerstraße 23, II. 44/19 gang Bergstraße), Frankfurterstraße 56, Stalizerstraße 40. 768* * Teilzahlung. Teppiche, Betten, Steppdecken, Gardinen, Portieren, Regulatoren, Remontoiruhren, Bilder, Spiegel, Möbel spottbillig. Lethhaus Grünerweg 113 und Neanderstraße 6. Teppiche, Steppdecken, Gardinen, Portieren spottbillig. Leihhans Grüner weg 113 und Neanderstraße 6. 43/ 7* Winterpaletots, Remontoiruhren, Uhrtetten spottbillig. Leibhaus Grüner weg 113 und Neanderstraße 6. 43/ 6* Gelegenheitskäufe: Baletots, Anzüge, Hofen, Sessel, Schirme, Betten, Teppiche, Steppdecken, Gardinen spott billig. Lude, Dranienstraße 131. Operngläser, Stoffer, Revolver, Bithern, Harmonilas, Tefchings, Geigen spottbillig. Lude, Dranienstraße 131. 26296* Neißzenge, Uhren, Ketten, Ringe, Brillanten, Goldfachen, Regulatoren, spottbillig. Luce, Oranienstraße 131. Gardinenhaus Große Frankfurter + 37* ftraße 9, parterre. Reisemuster. Herrenpaletots, prima, Brachteremplare, spottbillig. Schönhauser Allee 72b, born III lints. Knabenanzüge, Baletots, Mäde hentleider, Fadetts, verkauft man am billigsten Otto Hoffmann, Beteranenstraße 14. 2534 Refterhandlung Ausgemietet. Grünerweg 81( Hausflur), jett Stleine Andreasstraße 5. Stoffe zu Damen-, Herren-, Kindermäntel, Senabenjoppen, Anzüge, einzelne Hofen, Futtersachen, Besazartikel. Scholz. + 143* Berantwo. Redakteur: 44/ 13* Fahrräder, Teilzahlungen, Bergftraße 28, Staligerstraße 40. 48 Tambourier Maschinen ode meher", alleiniger Fabrikant E. Bellmann, Gollnowstraße 26, nahe der Landsbergerstraße. 175* Sofa 18,00, Bettstelle mit Matrage 15,00, Pallisadenstraße 23, Tapezierer. Betten, guter Stand, Gastrone, Stores, zwei Steppdeden, eleganten Teppich, Gardinen, Plüschtischdecke, Blüschportieren, Tüllbettbede, moderne Wandbilder, billig Hoffmann, Naunyn straße 52. 26755 Mahagoni Bettstelle, Matrage, Steilfiffen 15,00. Brandenburgstraße 48, Keller, Schrei. +71 Zwei Bettstellen mit Matraßen billig verkäuflich Bachstik, Krausnic26715 ftrage 18. Milchgeschäft verkauft billig +81 Schröder, Stephanstraße 61. Schankgeschäft, gut gehend, an schließende große Wohnung, 1200 Miete, billig verfäuflich Hochmeister+30. 2536b Verschiedenes. Vermietungen. +100 Lehrfräulein für Damenschneiderei sucht Bamperie Stalizerstraße 143. Junges Mädchen für Musterzimmer gesucht Lindenstraße 37 bei Oppermann. 26595 verlangt 2555b* Karton Arbeiterinnen Anhut, Elisabeth- Ufer 6. Blusen- Arbeiterin, Stepperin ver langt Gottwald, Bernburgerstraße 6. Im Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Muzeigen kosten 40 Pf. pes Beile. Asbest- Näherinnen und Invert- Näherinnen Demminer( auch Frauen für Heimarbeit) für 26736 Glühlightfabrikation sofort gesucht von Aner- Gesellschaft, Alte Jakobstraße 139. Wohnungen. Patentanwalt Dammann, Dra nienstraße 57, Morigplak. Rat in Hofwohnungen. Stube und Küche 25146 26326 fofort Liebenwalderstraße 33. Patentsachen. Frankfurter Allee 10 und Borhagen 4, Ede Neue Bahnhofstraße Unfallfachen, Strafsachen, EinZwei Stuben und eine Küche zu +87 Nähmaschinen sämtlicher Systeme ohne gabengesuche, Raterteilungen. Betsch. vermieten Wiesenstraße 41/42. Brunnenstraße 97. + 100* Anzahlung, Woche 1,00. Gebrauchte spottbillig. Posttarte genügt.+ 140* ftraße 22. Schlafstellen. Unfallfachen.Rechtsbureau Bugger, Schlafftelle fofort bei Bier, Nähmaschinen. Bahle bis 10,00, Vorkostgeschäft, 7 Jahre be- Stegligerstraße fünfundsechzig.[ 12 wer Teilzahlung Nähmaschinen tauft stehend, preiswert verkäuflich Nigdorf, Rechtsbureau Grünerweg vier Scheringstraße 8, Duergebäude II. 26725 undne unzig( Andreasplag). Langoder nachweist. Alle Systeme. Woche Bannierstraße 58. Anständiger Mann findet Koft 26485* und Logis bei Witwe. Waldemar 1,00. Boftfarte. Borchert, BorndorferRestauration, Often, Fabrifge- jähriges! Erfolgreichstes! ftraße 50. + 30* fchäft, flottgehend, wegen Stantinen Nechtsbureau( Allerander- Play), ftraße 68, linker Seitenflügel 3 Treppen. Bronzegaskronen! dreiflammig! übernahme für 1000 Mart verfäuflich, Kurzeffraße achtzehn! Erfahrener Parteigenoffe findet angenehme Schlafftelle 6,00. Gaslyren 1. Schaufenster 600 bar erforderlich. Näheres Temme, Prozeßbeistand! Ehetlagefachen, Inter- möblierte Gasbeleuchtung spottbillig. Wohlauer, Lebuserstraße 3. 44/17 ventionen, Strafsachen! Eingaben- straße 2 II, Fromfe. Wallnertheaterstraße 32. 124/ 18* Restauration frankheitshalber ver- gesuche! Raterteilung. Brunnenstraße Eisenöfen, gebrauchte, neue 2,00 täuflich, Miete 13hundert Mart. Dem- Rechtsbureau! Mietsgesuche. an. Dauerbrandöfen 11,00. Cadé- minerstraße 12. Annahmestelle. 26765 vierzig. Langjähriger Prozeßbeistand, Einfach! Zimmer( oder Schlaf öfen, Germanenöfen. Gasöfen 6,00. Schröder, Hochstraße 43. nehment sofort berkäuflich. Miete 30. billigft.) 26546* Herren gesucht. Mufizieren gestattet. +127 Steppbecken billigst Febril Große Holzmarktstraße 48a. Aufpolsterung! Sofa 5,00, Matraze Breisofferten unter H. 4, Erpedition 26695 Frankfurterstraße 9, parterre.+ 37* Nusbaummöbel, drei Zimmer, 4,00, auch außerm Hause. Bachmann, dieser Zeitung. gediegene, neu, auch einzeln. Taschen Blumenstraße 35 b. Schaufgeschäft, große Wohnung, fofa 45,00 und Küchenmöbel staunend 1600 Miete, megen 2 Geschäfte ber- billig. Besichtigung empfohlen, auch Fahrräderankauf, Möbel, Pianino. Razlaff, Schönhauser fäuflich. Rirdorf, Kaiser- Friedrich Sonntags, Berlebergerstraße 14, Ball- Beleibung. Straße 176. + 134* lofal 2395* Hochvornehme Herren Anzüge, Nukbaummöbel, acht Zimmer, Drei Vereinszimmer in ParteiWinterpaletots, borjährig, aus feinsten auch einzeln, spottbillig, Tajchensofa lokal noch frei, Werkstatt- Sibungen, Magstoffen, 18,00-38,00 Deutsches 45,00. Brautleuten Gelegenheit. passend zu Bahlstellen. Engel, Seydel Berjaubhaus, Jägerstraße 63 I.* Stopniderstraße 126a I. 26675 ftrage 30. 3850* der 9082* Zigarrengeschäft anderem Unter- Gingabengefuche, Raterteilung. 545 stelle für Tagesaufenthalt) für zwei Achtung! Holzbearbeitungs26686 Allee 163a. 18* Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Sumorist Schmelzer wohnt 25426 Stettinerstraße 57. maschinen- Arbeiter! Begen Differenzen find die Firmen Warschauer: M.& F. Berndt, rate 78, und Lühr& Wiese Nachfolger Rüdersdorferstraße 26, früher Richterscher Betrieb, +100 gesperrt. 75/ 20* Der Vorstand. Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.