Nr. 259. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- ZeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich= Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erfcheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramın Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Nationalsozialer Schwanengesang! Donnerstag, den 3. November 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1984. Der Krieg. von Dividendengelehrten, den man in allen Fakultäten der Wissenschaft findet, ist heute weit vollkommener ausgebildet, als vielleicht sogar Mary ihn ahnte. Ob über die AusDie große Veranstaltung des Frankfurter Wohnungskongresses grabungen von Babylon, über den assyrischen Ursprung der jüdischen London, 31. Oktober. Die Möglichkeit, daß die russische ist in Spott und Gelächter versunken. Eine bedeutende organi- Kultur reklamesüchtige Vorträge gehalten werden, ob man wissen- Ostseeflotte das Gelbe Meer erreichen wird, kann selbstredend nicht satorische Arbeit ist umsonst vertan worden und die Unfähigkeit schaftliche Experimente über Affumulatoren, flüssige Luft, drahtlose verfehlen, auf die Belagerer von Port Arthur einen Einfluß ausbürgerlichen Wohlwollens zu ernster Reformarbeit hat sich in einem Telegraphie in die Scherl- Deffentlichkeit trägt, ob man Gutachten zuüben. Bis jetzt hat die Belagerung viel mehr den Zweck gehabt, krassen Beispiel gezeigt. Aber gerade in diesem Fiasko liegt der über Rechtsfragen verbreitet oder dicke Bücher über soziale Geseze die russische Armee an Liautung zu fetten, als Port Arthur zu bleibende Wert des Kongresses. schreibt, ob man gegen die Schwindsucht ein Serum erfindet oder nehmen. Diese Festung wurde bislang von den Japanern als Es hat eine Zeit gegeben und sie liegt noch nicht fern, wo man ein Präparat gegen die Perlsucht des Rindviehs anpreift- Magnet benutt, Kuropatkin in seinem Vormarsch nach dem felbst in unseren Reihen hier und da von dem großen Landsturm immer steht irgend eine Aktiengesellschaft dahinter, welche die Worte Norden" zu hemmen, ihn immer wieder zu veranlassen, Versuche der Sozialreformer eine Verwirrung des harten Klassenkampfes be- des Gelehrten beflügelt und seine Feder führt, im günstigsten Falle, zum Durchbruch nach dem Süden zu machen. In japanischen fürchtete. Es wurde in jener Zeit so viel Eifer und Reklame von ohne daß er sich bewußt wird, wem er dient. Kreisen herrscht vielfach die Ueberzeugung vor, daß die Ostseeflotte bürgerlichen Philanthropen aufgebracht, daß einzelne Parteigenossen Gerade in Deutschland, wo vielleicht ein Rest von Jdealismus die chinesischen Gewässer nicht erreichen werde. Jedoch werden die den Argwohn hegten, solche Liebeswerbungen fönnten, wenn auch nicht dank der klassischen Tradition hier und da noch nicht ganz aus- Maßregeln um Port Arthur so getroffen, als ob es Roschdjestwensky die Partei als solche korrumpieren, so doch der Tattit einzelner Parteis gestorben ist, entbehrt die Situation unserer Gelehrten nicht einer gelingen könnte, den Golf von Petschili etwa im Januar 1905 zu genossen gefährlich werden. Diese Befürchtungen beruhten auf einer augen- gewissen Tragit. In den demokratischen Ländern können auch erreichen. Den Hafen von Wladivostok wird die Ostseeflotte des blicklichen Ueberschätzung des Einflusses der wohlmeinenden Herren. Universitätsprofefforen und Gymnasiallehrer, ja wohl selbst Offiziere Gises wegen nicht aufsuchen können. Ihr einziger Hafen kann nur Allerdings schätzten sich die Sozialreformer selbst sehr hoch ein, sich der proletarischen Bewegung offen anschließen. In Deutschland Port Arthur sein. Wir haben deshalb zu gewärtigen, daß die so hoch, daß selbst die ehrlicher und aufrichtiger Strebenden davon ist der Beamte gezwungen, Diener des herrschenden Systems zu Japaner bald die Belagerung mit der äußersten Energie aufnehmen träumten, die Sozialdemokratie zu ihrer den Klassenkampf ver- bleiben. Er muß dem Staate seine Hände, seinen Kopf, werden. Nach Auffassung des japanischen Generalstabs ist Fort abscheuenden, auf eine Versöhnung der Klassen hinarbeitenden Auf- feine Seele verkaufen. Auch der Gelehrte ist nur ein Be- Erlung, etwa acht Kilometer im Norden der Stadt, der Schlüssel fassung zu belehren. Als freilich dann alle diese Sozialreformer amter des Herrschenden Staatssystems, fofern er nicht zu Port Arthur. Wenn die Nachricht kommt, daß Erlung von den plötzlich sich wie auf Geheiß in die Weltpolitik stürzten und in sozial- etwa der Sekretär eines Kommerzienrates werden mag. Will er Japanern genommen ist, so wird der Fall Port Arthurs nur noch demokratischen Versammlungen als Flottenwerber auftraten, war die leben, so muß er an einer Universität wirken und damit verliert er eine Frage von einigen Tagen sein. Es ist nicht ausgeschlossen, Illusion schon erloschen. Diese Beteiligung an einer durch ekelhaften das Recht, feiner Ueberzeugung frei zu folgen. Es ist kein Zweifel, daß die Belagerung so geleitet wird, daß der Tag ihres endgültigen Byzantinismus kompromittierten Sache stellte, wenn nicht ihrer Ehr- daß unter demokratischen Verhältnissen zahlreiche deutsche Professoren Sieges mit dem Tage der Ankunft der Ostseeflotte in chinesische lichkeit, so doch ihrer politischen Neife ein schlechtes Zeugnis aus. auf die Seite der Sozialdemokratie treten würden. So aber, wie Gewässer zusammenfällt, um Togo die Gelegenheit zu geben, sich Inzwischen sind ein paar Jahre ins Land gegangen. Der die Dinge namentlich in Preußen- Deutschland liegen, ist es ihnen mit Roschdjestwensky zu messen. Versuch, eine Partei auf die vorgeschrittene Sozialreform zu gründen, verwehrt, auch nur Sympathien für die proletarische Bewegung offen Der Vormarsch Ohamas nach Mukden dürfte nicht mehr lange ist gescheitert. Die Nationalsozialen konnten weder ein Blatt noch zu äußern. Im besten Falle können sie als stille und stumme auf sich warten lassen. Die Japaner haben alle Vorbereitungen einen größeren Parteiberein aufrecht erhalten. Der Frankfurter Freunde neben der lebendigen Entwickelung einhergehen als müde zum Winterfeldzug getroffen. Es wurden in Tokio zerlegbare Wohnungskongreß hat nun der ganzen Episode der bürgerlichen Lehrer kulturverlorener Feudalstudenten. Im schlimmeren Falle Hütten für die Armee fertiggestellt, deren Teile bereits nach Jentai Sozialreformer eine satirische und grausame Grabschrift geschrieben. richten sie ihre Ueberzeugungen nach ihrer wirtschaftlichen Lage ein abgegangen find, bis wohin das Eisenbahngleise von der russischen Heute sehen die Sozialreformer ihr Elend selbst ein. Der Mißerfolg und werfen sich nun zu Kritikern der Sozialdemokratie oder des Spurweite auf die japanische, d. H. auf die normale, reduziert der mit so vielen Hoffnungen eingeleiteten Frankfurter Unternehmung Marrismus auf, erkennen ihre„ berechtigten" Jdeen an, halten aber worden ist. Bekanntlich ist die Spurweite russischer Bahnen breiter hat es ihnen flar gezeigt, daß der Leiter einer brutalen und bor in hochgelehrten Untersuchungen wesentliche Formen und Forderungen als die aller anderer Bahnen. Der japanische Vormarsch nach nierten Hausbefizer- Vereinigung im heutigen Staate stärker und ein für falsch das ist allemal der Ablaßzettel für verdächtige Gesinnung- Mutden wird sich wahrscheinlich nur langsam vollziehen, da die flußreicher ist, als die gelehrtesten und wohlmeinendsten Vertreter und wähnen schließlich wohl selbst, daß diese aus der Not ihrer Russen zwischen dem Schaho und Mulden mehrere befestigte einer die Maffen versöhnenden Sozialreform. Situation geborene Kompromißanschauung ihre heiligste wissenschaft- Bofitionen vorbereitet haben; dann ist auch mit dem Uebergang In einer melancholischen Betrachtung, die in der Münchener liche Ueberzeugung sei. Für die deutsche Sozialdemokratie, für das über den Hun- Fluß im Süden von Mukden zu rechnen. Zeitschrift Freistatt" erschienen ist, stellt der in der nationalsozialen deutsche Proletariat ist deshalb unser ganzer beamteter Wissenschafts- Der heute gemeldete Erfolg Kurokis bei Waituschan ist Flufionspolitik hervorragend tätige Profeffor Brentano den betrieb berloren und dies ist auch für uns, obzwar die Professoren eine gute Probe auf die Ueberlegenheit der Japaner. Dieser Bankrott der bürgerlichen Sozialreform fest. In seinen Betrachtungen als politische Führer stets bedenklich sind, gerade kein Vorteil. Hügel, der am füdlichen Ufer des Schaho liegt, war von den über den Frankfurter Wohnungskongreß gesteht er in scharfen und Gerade die Sozialdemokratie bedarf der stillen theoretischen Arbeit Russen besetzt und befestigt. Die Japaner griffen ihn an und interessanten Darlegungen zu, daß Männer, die über den Parteien in der Studierstube, die Partei selbst aber ist nicht fähig, Universi- nahmen ihn nach einem zweistündigen Kampf. Die Rufsen machten und über dem Klassenkampfe in den Wollen„ objektiver Wissenschaft" täten, Laboratorien zu erhalten, Voltsgelehrte in größerer Zahl aus- hierauf Anstrengungen, den Hügel zurüdzuerobern, aber ohne thronen wollen, entweder verdammt sind, einflußlos abseits der zubilden und materiell zu stützen; ihre leidenschaftlichen und nicht Erfolg. täglichen Entwickelung zu stehen, oder aber nur mastierte Agenten erfolglosen Bestrebungen in dieser Richtung sind immer in enge Das nächste größere Treffen wird wahrscheinlich einige Meilen von Interessenverbänden sind. Brentano schildert eine Szene, die er finanzielle Schranken gezwängt. am Tage nach dem Wohnungsfongreß in seinem Hotel erlebt hat: Der kapitalistische Staat, wie er in der reaktionären Ber" Dann ging ich in das Lesezimmer meines Hotels und wurde schärfung von Preußen- Deutschland seine kulturfeindlichste Form Wie die englische Regierung gestern abend amtlich mitgeteilt fofort wieder auf das gestoßen, was den Mißerfolg der voraus- erhalten hat, verstümmelt die Bissenschaft und verurteilt die Träger hat, hat tatsächlich die russische Flotte in Bigo ihre Weiterreife gegangenen Tage verschuldet hatte. Da saß im eifrigen Gespräch der Wissenschaft zur Unfruchtbarkeit für die geschichtliche Entwickelung nach Ostasien angetreten. England hat keinerlei Einwendungen mit seinem Sekretär ein Interessent. Die Szene war töstlich; ein Sie haben keine Möglichkeit, ihre Gedanken frei zu äußern, geschweige, mehr gegen die Abreise erhoben. Die englische Presse ist durch neuer Sereniffimus mit seinem Kindermann. Er gab in wenigen daß sie das Recht hätten, ihre Gedanken in der Tat des Lebens diese Veränderung der Situation zum Teil sehr unangenehm überabgestoßenen Säßen Direktiven über die Art, wie seine Interessen zu bewähren. Das ist das tragische Schicksal der idealistischen rascht worden. Die„ Morningpost" äußert sich sehr scharf gegen öffentlich zu vertreten feien, der andere folgte in jeder Miene Gelehrten in unserem Lande. Freilich wird ihre Zahl immer ge- Balfour. Gegenüber der offiziellen Behauptung, Balfour sei mißdie Ergebenheit des schlauen Lakaien, bald zustimmend wieder- ringer. Die Universitäten werden immer mehr zu Beförderungs- verstanden worden, er habe keineswegs gesagt, daß ein Teil der holend, bald suggerierend, ein Typus jener neuen Eristenzen, welche anstalten einer kleinen Schicht von Besitzenden. Die wenig einträg- russischen Flotte in Vigo bis zum Ausgang der Untersuchung festdie moderne Entwicklung ins Leben gerufen hat, die gegen liche und eine lange Vorbereitungszeit erfordernde akademische gehalten werde, erklärt Morningpost", daß fie teineswegs glänzende Bezahlung ihr Wissen und oft auch ihre Seele einem Karriere schließt ebenfalls die Unbemittelten aus. Der Beruf der in dieser Annahme allein dastehe. Balfour habe tat Mächtigen verkaufen, wie einst der Bravo in Venedig und zu Universitätsprofessoren ist wirtschaftlich dem der Offiziere verwandt; sächlich eine derartige Erklärung abgegeben. kaum löblicherem Zwecke. Obwohl ich sehr still in einer Zeitung es gibt auch bereits Garde- Regimenter der Gelehrsamkeit. So wird Der jetzige Ausgang des Konflikts ist für England feineswegs las, muß doch mein Gefichtsausdruck verraten haben, was ich über selbst die Tragit solchen Zwiespalts in Bälde erlöschen, der Gelehrte so rühmlich, wie es anfangs den Anschein hatte. Die russische das unfreiwillig Gehörte empfand; Serenissimus erhob sich, um wird nur noch der diensthabende Adjutant irgend einer kapitalistischen Flotte fann ruhig ihre Reise fortsetzen, nachdem sie einfach erklärt im Rauchzimmer mit Kindermann ohne Zeugen weiter zu reden. Interessengemeinschaft sein. Die Wissenschaft wird nur ein etwas hat, daß sie künftig friedliche Handelsschiffe unbelästigt lassen wolle. Ich aber dachte über die Wandlung nach, die in unserem öffent- umständlicheres, dunkleres und anmaßenderes System tapitalistischer 3 fragt sich nur, ob sie nicht wiederum in einem Anfall von lichen Leben Platz gegriffen. Einst waren es große ideale Auf- Forderungen sein und, wer etwa aus befitlosen Klassen noch auf- Gespensterscherei Handelsschiffe für Kriegsschiffe ansehen wird! Da faffungen über Staat und Kirche und Volkswirtschaft und Gesell- steigt, wem es etwva gelungen ist, obwohl er arm ist, einen Admiral Roschdjestwensky auch fernerhin den Oberbefehl über die schaft getvesen, welche die Menschen zu politischen Organisationen akademischen Grad zu erwerben, der verkauft sich an Hausbefizer, Flotte behält, sind weitere Zwischenfälle keineswegs ausgeschlossen. zusammengeführt. Wer ein Sonderinteresse geltend gemacht hätte, Landwirtsbünde, Banken, industrielle Aktiengesellschaften. Die Die Untersuchungskommission wird wahrscheinlich nach dem das ihn zu der einen oder anderen Organisation führe, wäre von bürgerliche Kultur ist damit für immer aus der Geschichte der Haag verlegt werden, wodurch die ganze Angelegenheit ganz seinen eigenen Genossen. verachtet worden. Heute ist's umgekehrt. menschlichen Entwicklung gestrichen. Die bürgerlichen Gelehrten bedeutend verzögert werden dürfte. Da Rußland seine Schiffe hat Wer gegenüber dem Sonderinteresse das Interesse des Ganzen verfolgt, gehören in das Geschäftspersonal, unter die Handlungsangestellten. weiter fahren lassen können, liegt für dasselbe ja auch keinerlei Notwird geschmäht. Es gilt als selbstverständlich, daß man auf die Seite Sie tragen vielleicht noch die Krawatte des wissenschaftlichen wendigkeit vor, die Untersuchung zu beschleunigen. Nach einer sich schlägt, auf welcher der persönliche Vorteil liegt; wer anders Stolzes, im übrigen aber die Livree einer Firma, welche so vor- Meldung aus Vigo find ganze 4 russische Offiziere zum Zweck der handelt, gilt als Tor. In mächtigen Verbänden suchen die Gleich nehm ist, daß sie die Preise ihrer wissenschaftlichen Waren im Schau- Zeugenvernehmung zurückbehalten worden. Die„ Rheinisch interessierten ihren Vorteil auf Kosten des Ganzen, und unzählige fenster nicht anheftet. Westfälische Zeitung" ist denn auch der Meinung, daß die UnterTalente, die ehedem in selbstloser Aufopferung nur dem Vaterland Der Frankfurter Wohnungskongreß hat somit ein sehr nützliches suchungskommission im Haag nur die Form und den Vorwand zu dienen bestrebt gewesen, liefern jekt sogenannte wissenschaftliche Werk getan. Er hat die Jllusion zerstört, daß es eine Entwidlung darstellt, den casus belli zu beseitigen. Die weitere Untersuchung Argumente für ihre Brotgeber oder lassen sich als Kettenhunde gegen ohne Klaffenkampf geben kann, er hat den Klassenkampf des Jdealis- werde ziemlich belanglos fein, denn sowohl England wie Rußland die gebrauchen, die einmal zäh an dem festhalten, was sie unbekümmert mus und der Stultur, den die Sozialdemokratie im Zwange eherner Not- würden sich hüten, den Richtern derart belastendes Material vor. um Eigenvorteil für das Wohl des Ganzen erkannt haben. In dieser wendigkeit durchzuringen hat, in seiner ganzen Größe und Fruchtbarkeit zulegen, daß sie auf Grund dessen zur Feststellung eines wirklichen Wandlung liegt die große Gefahr für die Zukunft des deutschen Voltes." aufgezeigt, indem er den dürren Phantasten einer über den Klaffen stehen- Verschuldens kommen müßte, das ja wieder nur eine Verschärfung Was Brentano hier in seinen bitterbösen Betrachtungen darlegt, den Gelehrsamkeit gezeigt hat, wie eng und elend, aber auch wie er des Konflittes heraufbeschwören könne. Wahrscheinlich werde das das hat schon Karl Marg im Kommunistischen Manifest in ewige barmungslos und brutal der Klassenkampf der Besitzenden ist, Urteil des Schiedsgerichtes nur einen„ bedauerlichen Unfall", ein Sätze gemeißelt. Es gibt keine freie Wissenschaft in der kapita- wo jeder analphabetischer Hausbefizer sich als Herr über Menschen Mißverständnis" feststellen. listischen Gesellschaft! Der Gelehrte wird zum Handlanger des und Staat fühlt. Auch Brentano scheint, troß eines angeklebten Interesses und je objektiver der Gelehrte die Wissenschaft zu betreiben Schwänzchens der Hoffnung, den Traum der ausgleichenden Mission behauptet, um so verdächtiger ist er, der verkappte Impressario irgend der Wissenschaft ausgeträumt zu haben. Seine Bemerkungen über eines Geschäftsmannes zu sein. Brentano spricht fogar faft noch den Frankfurter Kongreß sind der Schwanengesang des fozial geschärfer als Marg von den Gelehrten der Interessenverbände. färbten Liberalismus und zugleich eine grelle Satire auf die Freiheit Diese Leute müssen im Mantel der Wissenschaft alles als lautere und Herrlichtett bürgerlichen Gelehrtentums. Das ist die letzte und Wahrheit und tiefste Erkenntnis beweisen, was in Wirklichkeit nur einzige Wahrheit, in der sich der Mut eines Bekenners noch bedazu dienen soll, irgend einer Erwerbsgenossenschaft den währen kann: daß die Wissenschaft der kapitalistischen Gesellschaft Profit zu mehren oder die Macht zu stärken. Der Typus teine Wahrheit mehr duldet. " nördlich vom Schaho beim Hügel Kantaschen stattfinden. Weiterfahrt der russischen Flotte. England hätte unter diesen Umständen trok alles Säbelraffelns ziemlich flein beigegeben. Aber es hat doch wenigstens die Form gewahrt, während Deutschland sich nicht einmal dazu aufzuschwingen vermochte! London, 2. November.( Telegramm unferes Londoner Korrespondenten.) Trotz offizieller Dementis herrscht hier der Eindruck vor, daß die Krisis noch nicht beendet sei. Die Rüstungen werden fortgesetzt, der Kabinetsrat gestern und heute zusammen. Die gange Preußisches Abgeordnetenhaus. Tonfervative und ein großer Teil der liberalen Presse Londons sowie der Arbeiteten die Klerikalen mit saarabischer Schreckensherrschaft,| Wahllisten, und zweitens um eine Vorschrift, wonach die Aus fibung Provinz äußert seine lebhafte Unzufriedenheit mit dem Verhalten der so antwortete der nationalliberale Professor Friedberg mit Ober- des Wahlrechts an das Erfordernis eines mindestens sechsmonatlichen Regierung, von der man behauptet, daß sie von Rußland genasführt schlesien- der übrigens mit fast denunziatorischem Ungeſtüm die Aufenthaltes am Wahlorte geknüpft sein soll. Durch die Aufstellung worden sei. liberale Legende von der Unfehlbarkeit der preußischen Richter und fester Wahllisten würde es ermöglicht, in Zukunft neue Wahlen Japanische Erfolge vor Port Arthur. der unbefleckten Empfängnis preußischer Staatsanwalte verteidigte. durch die verheyende Agitation, welche bisher ein Kennzeichen unserer oder Ergänzungswahlen in kürzester Zeit vornehmen zu können, woTokio, 1. November. Das kaiserliche Hauptquartier hat heute Herr Friedberg wies nicht übel aus dem Buch des Dr. Stephan über Wahlvorbereitungen ist, nach Möglichkeit beschränkt werde. Solche eine Reihe von Berichten veröffentlicht, die die Operationen gegen den Beuthener Prozeß nach, daß geistlicher Wahlterrorismus geradezu feste Wahllisten beständen bereits in England und Frankreich, warum Port Arthur während des August, September und Oktober umfassen. ein Dogma des Klerikalismus sei. sollten sie nicht auch bei uns durchführbar sein? Diese beiden Depeschen vom 26. Oktober lauten: Um 8 Uhr 30 Minuten vor- An der wesenlosen Debatte beteiligte sich noch Herr Wiemer Kompensationen bezeichnete Herr v. Jedlitz als in das Gebiet dec mittags wurden Sungshusan, Erlungschan, Keekwanfchan und ein mit ein paar freisinnigen Trivialitäten und Angriffen gegen die- leinen Mittel zur Bekämpfung der Sozial. Fort, nördlich von letzterem liegend, mit Belagerungs- und Marine- Sozialdemokratie. demokratie fallend. geschüßen beschossen; 250 Granaten trafen; die Schiffsgeschütze, die Das saarabische System hat vom preußischen Abgeordneten Die„ Post", für die Herr v. Zedlitz Zeilen liefert, hatte noch gegen Sungshusan und Erlungschan feuerten, hatten guten Erfolg. In hause nichts zu befürchten. Es wird alles beim alten bleiben, weitere von solchen kleinen Mitteln" gegen das Reichstagswahlrecht die Brustwehr des Forts Erlungschan wurde Bresche geschossen, während verschiedene Teile der Deckung zerstört wurden; ebenso wenn nicht die mishandelten Bergsklaven sozialdemokratisch sich angereiht, wie die Herauffehung des Wahlalters usiv. Es mag num wurden die beiden hauptsächlichsten Deckungen des Sungshusan- Fort rüsten. sein, daß sich in Regierungsfreisen die Meinung gestaltet hat, gegei zerstört, ein 15 Zentimeter- Geschütz wurde demontiert und ein die zwei Zedlitzschen Kompensationen den Kaiser zur Zustimmung anderes beschädigt und ein Geschütz in dem Fort nördlich von Ostfür die Diäten zu bewegen. Jedenfalls deuten manche Zeichen darauf Keekwanschan zerstört. Von 2 Uhr nachmittags an richteten andere Das Abgeordnetenhaus beriet am Mittwoch nach Er hin, daß eine solche„ Lösung" der Diätenfrage versucht werden könnte. Belagerungs- Geſchüze ihr Feuer gegen die Laufgräben an den ledigung der Zentrumsinterpellation betreffend die Wahlbeein- Jusbesondere stimmen die Aeußerungen des Reichskanzlers Graf Abhängen von Sungshusan und Erlungschan und gegen die Lauf- flussungen im Saarrevier noch in zweiter Lesung den Gesetz- b. Bülowo, als er sich zuletzt im Reichstag über diese Frage auss gräben von Süd- Polisiangshan; sie alle wurden schwer beschädigt. entwurf betreffend die Kosten der Prüfung und leberwachung sprach, recht wohl zu den Zeblitzschen Andeutungen. Auch mag man sich Um 5 Uhr nachmittags stürmte eine Abteilung unseres rechten Flügels gegen die Laufgräben von Sungschufan, eine Abteilung von elektrischen Anlagen 2c. Gegen die grundlegende Bestimmung wirklich in Regierungstreifen gerade ven den Aenderungen des unferes Zentrums gegen Erlungschan und den südlichen Teil von des Entwurfs, wonach die Kosten für die Ueberwachung und Wahlgesetzes, die Zedlig fordert, Vorteile versprechen. Es ist noch Bolifiangfchan und nahmen diese Stellungen ohne schweren Verlust. Prüfung den Unternehmern auferlegt werden können, liefen in der Erinnerung, daß in diesem Frühjahre alle VorBur selben Zeit, als diese Pläge besetzt wurden, errichtete der Feind die Sachwalter der Großindustrie Sturm. Es war inter- bereitungen zur plöglich anzuberaumenden Neuwahl des Reichstages in der Nachbarschaft derselben Verschanzungen, die ihrerseits mit efsant zu hören, wie sogar ein früherer Fraktionsgenosse des getroffen worden sind. Der Ueberrumpelungsvorsaz beherrscht an den forts westlich von Hitaiyangkou, Mantaofchan, dem Goldenen Ministers Möller, der Abg. Macco, gegen diesen den Vor- scheinend die Kreise, die nach einem Mittel trachten, die SozialHügel, Baiyuschan und Laolnichni in Verbindung stehen. Er konzen- wurf des Verstoßens gegen den gesunden Menschenverstand demokratie zu schwächen. Vielleicht findet sich bald Gelegenheit, im trierte sein Feuer auf die Punkte, wo die Angriffe der Japaner erhob. Es fam wegen der paar Pfennige, die die Groß- Reichstage die Regierung über diese Dinge ein wenig zu erforscheit. , Angriffe der Fortschritte machten. Das feindliche Feuer war mangelhaft und tat nicht vielen Schaden. Eine große Mine am Abhange von Er- industrie für die Ueberweisung zahlen soll, zu heftigen Es bedarf keiner Ausführung, daß der Versuch, mit Diäten Wahllungschan explodierte, aber es wurde dadurch kein einziger unserer Debatten, und es hätte nicht viel gefehlt, dann hätte rechtsschacher zu treiben, von jedem anständigen Politiker weit zurüc Leute getötet. In derselben Nacht beschossen unsere Belagerungs- dies Gesetz einen dauernden Bruch zwischen Herrn gewiesen wird. Ein Reichstag, der Diäten gegen Verkürzung des und Marinegeschüße mit der Absicht, Ausbesserungen zu verhindern, Möller und seinen Freunden herbeigeführt. Nachdem ein Grundrechtes der Wähler, die ihn gewählt, zustimmt, würde sich Erlungschan, Ost- Keekwanschan, Sungshusan und ein Fort nördlich nationalliberaler Antrag auf Zurückweisung an die Kommission Hochverrats an der Nation schuldig machen. von Keekwanschan. Auch die feindlichen Striegsschiffe und die abgelehnt war, wurde schließlich der Entwurf gegen die Die Erfordernis eines sechs monatlichen Aufenthalts Maschinengebäude wurden beschossen. Der Feind, der Sungshusan Stimmen der gesamten Linken einschließlich der National am Wahlorte würde die Entrechtung zahlreicher Wähler, insbesondere und Erlungschan hielt, machte unter dem Schutz von Geschütz- und liberalen in der Kommissionsfassung angenommen. Ebenso aus der stark beweglichen Arbeiterklasse, bedeuten, eine Eutrechtung, Gewehrfeuer verschiedene Nachtangriffe, die aber alle abgeschlagen wurden. Am 27. wurde die Beschießung mit den Belagerungs- und gelangte eine von der Kommission beantragte Resolution zur welche zugleich die tollste Verspottung der Reichseinheit durch deren Marinegeschützen gegen Sungshusan, Etyschan, Antsyschan, Baiyuschan, Annahme, durch die die Regierung aufgefordert wird, dafür vorgebliche Verherrlicher enthält. Erlungschan, die Werft und die Kriegsschiffe fortgesetzt. Von den zu sorgen, daß die einheitlichen Vorschriften über die Prüfung Erfolgen unseres Bombardements, die eine besondere Erwähnung der im vorliegenden Entwurf aufgeführten Anlagen für das verdienen, ist der gegen das Fort von Ost- Seekwanfd an zu nennen, Reichsgebiet erlassen werden. Vor Saarbrücken wurde wo eine Geschützlafette vollständig zerstört wurde, ferner die Zer- das Servisgesetz in erster Lesung beraten. störung eines Banketts bei Erlungschan, die Zerschmetterung der Deckung dieses Forts, die Vernichtung zweier fleiner Geschütze und die Demolierung eines anderen an der Ostfront desselben Forts. Tokio, 1. November. In dem amtlichen Bericht über den am 26. d. M. begonnenen großen Angriff auf Port Arthur wird ferner mitgeteilt: m 28. Oftober war die Beschießung sehr heftig. 285 Granaten trafen die Forts von Antyschan, Ethichan und den 208 Meter hohen Pajunschan- Hügel. Mehrere Geschüße wurden schwer beschädigt. Die gedeckten Verschanzungen und Stacheldrahtwehren am Bajunschan habent arg gelitten, ebenso die Werke auf der linken Seite des Forts Sitajantu. Zwei Brände wurden wahrgenommen, einer in der äußeren Stadt, der andre in einer Fabrik gegenüber dem Goldenen Berg. Am 29. Oktober dauerte die Beschießung fort und war noch heftiger als zuvor. Bei Tagesanbruch machte eine etwa hundert Mann starke russische Abteilung einen Angriff auf die Minen, die unweit von den Erlungschan Forts gelegt sind, sie wurde aber mit schweren Verlusten zurückgeschlagen. In eine Kasematte am Osteck eines nördlich von Keekwanschan gelegenen Forts wurde durch eine Dynamitpatrone eine zweite Bresche gerissen, dabei fanden mehrere Russen, die sich dort aufhielten, den Tod. Die Beschießung wird immer wirksamer. Die Batterien von Sitajanku sind in die Luft gesprengt. Auch fünf mit dem Aufsuchen von Minen beschäftigte Schiffe wurden beschossen drei von ihnen erlitten schwere Beschädigungen, die anderen zwei gerieten in Brand. Neue japanische Anleihe. Am Donnerstag stehen fleinere Vorlagen und Initiativ. anträge auf der Tagesordnung. Der deutsch- russische Zwischenfall = Die Aufstellung fester Wählerlisten aber würde die notwendige Vorbereitung der wichtigsten staatsbürgerlichen Pflicht> erfüllung unmöglich machen. Es ist bezeichnend, daß die Gegner der Sozialdemokratie die Wahlvorbereitung zu verkürzen und fast völlig zu beseitigen streben, obschon diese Zeit ihnen die beste Ge legenheit bieten sollte, die Bevölkerung gründlich über Sozialdemokratie und ice Irrlehren aufzuklären. Durch die Scen vor der Wahlbewegung beteisen sie den völl. Mangel scheint sowohl für unsere Regierung als für unsere bürgerliche des Vertrauens in ihre eigene Sache. Eine andere Frage Presse überhaupt nicht zu existieren. Ueber die Ursachen, weshalb würde sein, ob dieser Vorschlag geeignet ist, das zu erreichen, die deutsche Regierung gegenüber Rußland eine so würdelose nach- was man von ihn erwartet. Wir sind überzeugt, daß die Feinde giebige Haltung einnimmt, macht die Rheinisch- West des Volfes wie so oft sich auch in dieser Hinsicht einer selbst fälische Zeitung" einige nicht uninteressante Mitteilungen. mörderischen Täuschung überliefern. Gerade die jetzige WahlDas rheinische Blatt erwähnt die vor einigen Tagen geschehene bewegung in Italien müßte die Herrschaften zur Besinnung rufen; amtliche Meldung, daß eine frühere langjährige Tradition, die seit die bürgerlichen Parteien dort laufen in voller Verwirrung durch einem Jahrzehnt unterbrochen gewesen sei, jetzt wieder auf- einander und die Sozialdemokratie allein kämpft geschlossen und genommen worden sei, nämlich die Attachierung eines hohen zieht aus der kurzen Frist den größten Gewinn. Die Herrschenden preußischen Offiziers bei dem Zaren. Diese Attachierung, über die wollen die Wahlagitation vermindern, doch ihr Borschlag würde die Kreuz- Zeitung" sich in ihrer Wochenschau sehr enthusiasmiert dazu führen, daß infolge der andauernden Erwartung vor Uebergeäußert habe, bedeute nur die Wiederaufnahme einer rein höfischen rumpelungen die Agitation in Bermanenz erklärt wird. und herzlich bedeutungslosen Tradition. Daß Professor Schiemann Doch es handelt sich zunächst weniger darum, diese reaktionären in der„ Kreuz- Zeitung" diesen Aft als ein höchst erfreuliches Er- Vorschläge eingehender zu belämpfen, als vielmehr um die Frage, eignis" dargestellt habe, sei nicht weiter verwunderlich. Zu gleicher ob im Reichstag Neigung besteht, die Diätenfrage überZeit nämlich, als die„ Kreuz- Zeitung" diese Darstellung gegeben haupt mit Kompenfationen zu belasten. Das wichtigste in den habe, habe der Hofbericht gemeldet, daß Herr Schiemann furz Aeußerungen des Herrn v. Bedlig ist die Behauptung, das Zentrum vorher bei dem Kaiser zur Abendtafel und gleich darauf beim zeige fich neuerdings geneigt, diese Kompenfationen zu bewilligen." Reichskanzler zum Frühstück geladen gewesen sei. Professor Das Zentrum hat sich bisher stets gegen Diätenschacher erklärt. London, 2. November." Reuters Bureau" erfährt aus Tokio, Schiemann habe offenbar aus den ihm hier gewordenen Mitteilungen Die Preise dieser Partei hat noch jüngst sich entschieden verwahrt, auf die neue Schatzbonds- Anleihe von 8 Millionen Pfund Sterling feien am 31. Oftober, dem ersten Tage, 6 Millionen die Ueberzeugung geschöpft, daß jenes höfische Ereignis bei der daß sie sich auf solche Bahnen begeben könne. Aber die Persön gezeichnet worden. Da die Listen bis zum 7. d. M. ausliegen, Leitung unserer auswärtigen Bolitik einen höchst erfreulichen lichkeit des Herrn v. Sedliz und die Bestimmtheit seiner Behauptung werde die Anleihe ohne Zweifel mehrfach gezeichnet werden. Der Eindruck erweckt habe. Die„ Rheinisch- Westfälische Zeitung" meint, wird das Zentrum nötigen, von neuem gegen Vizepräsident der Bank von Japan Takahaschi erklärte dem Vertreter der Vorgang beweise wieder einmal, mit welch geringfügigen Er- derartige Unterstellungen das Wort zu nehmen. des Neuterschen Bureaus, die Schatzbonds- Anleihe werde vom Volke folgen sich heute der politische Ehrgeiz unserer leitenden Personen enthusiastisch aufgenommen. Trotz des Krieges sei die Finanzlage genügen lasse. Seit einem Jahrzehnt höre man ja von Zeit zu Zeit, Japans sehr befriedigend. Der Krieg habe bisher keine nach wie von Berlin aus dem Zaren allerlei kleine Aufmerksamkeiten teilige Wirkung auf die Produktionskraft des Landes ausgeübt. erwiesen werden, wie ihm alle möglichen Photographien, NamensDie Ausfuhr und die Einfuhr weise eine beträchtliche Zunahme auf. Alle Japaner, vom Kaiſer bis zu den untersten Selassen, zeichen, militärischen Emblemte uſw. gesandt würden. Trotzdem diese legten sich Einschränkungen auf. Das Volk arbeite härter und Sendungen einen durchaus einseitigen Charakter tragen, werde man produziere nicht nur mehr, sondern vermeide den Kauf von nicht müde, Rußland immer von neuem mit derartigen LiebensLurusartikeln, welche somit für die Ausfuhr verfügbar feien, würdigkeiten zu bedenken. Auch gerade die gegenwärtige schlechte darunter namentlich Seide. Der Ertrag der Erute, welche Lage Rußlands halte man für geeignet, dem Zaren Beweise der in diesem Jahre besonders gut sei, werde auf 10 Millionen deutschen Liebenswürdigkeit zu geben. Pfund Sterling geschäzt. Im nächsten Finanzjahr dürften 77 Millionen zu Kriegszwecken gebraucht werden. Für die erhöhten Ausgaben, die zur Entsendung von bedeutend vermehrten Streitfräften nach der Mandschurei sowie zum Bau von Kriegsschiffen erforder lich seien, werde Japan alle hierfür erforderlichen Mittel im Lande aufbringen können. Es bestehe vorläufig nicht die Absicht, sich an fremde Märkte zu wenden. Ein großer Teil des Erlöses aus der Londoner und New Yorker Anleihe vom Mai d. J. liege noch in London. Politifche Ueberficht. Berlin, den 2. November. Mitschuldigen- Krafchl. Am Mittwoch wurde in der Fortsetzung der Zentrums- Interpellation Saarabien endgültig vom Abgeordnetenhause erledigt. Wie der Freiherr v. Mirbach vor acht Tagen chemisch gereinigt wurde, so wurde heute der Schreckens- Geheimrat von Saarabien Hilger mit dickem Bronze- lleberguß vergoldet. Das Das Lippe- Gericht. Nach neuerer Nachricht ist als Forum für den Prozeß betreffs der Thronfolge in Lippe- Detmold endgültig das Reichsgericht angenommen worden, und zwar werden zwei zu diesem Zwed vereinigte Senate des Reichsgerichts mit der Entscheidung über den Thronstreit betraut werden. so gebildete Gericht soll entscheiden, wer von den streitenden Linien und in welcher Reihenfolge die Anwärter zur Thronfolge in LippeDetmold fünftig berufen sein soll. Die zwei Senate des Reichsgerichts werden also die Ansprüche aller Prätendenten eingehend prüfen und im Namen des Reiches zu erkennen haben, wer fünftig Fürst von Lippe- Detmold sein soll, wenn der geistes schwache 74jährige Fürst Alexander zur Lippe einmal die Augen schließt. Die In dies System des brünstigen Liebeswerbens paßt es natürlich nicht hinein, wegen der Beschießung des deutschen Fischereidampfers Verweigerte Lohnforderung. Nach der Dresdener Zeitung" Sonntag" durch russische Schiffe ernsthafte Vorstellungen bei dem 3aren zu erheben. Der Effekt des Umwerbens könnte ja dadurch sollte die neue Festseßung der Zivilliste des Königs ursprünglich in leicht zerstört werden. Das deutsche Volk freilich, das mit Kopf der Weise erfolgen, daß die für König Georg vor zwei Jahren beschütteln schon längst unsere Haltung gegenüber Rußland verfolgt willigte Zivilliste gefordert und zu ihr die bisherige tronhat, wird nicht begreifen können, wie es sich Deutschland immer prinzliche Apanage geschlagen werden sollte. wieder gefallen lassen kann, daß seine eifrigen Liebesdienste von Doppelforderung gedachte man mit der starken Familie des Königs Rußland immer wieder mit Brutalitäten und Provokationen zu begründen. Sie scheiterte aber bereits in ihrem Borstadium an bem entschiedenen Einspruch eines maßgebenden, der Regierung sehr schlimmster Art erwidert werden, ohne daß doch die deutsche Liebens- nahe stehenden Mitgliedes der Zweiten Kammer, indem betont würdigkeit irgendwie erschüttert werden fönnte. Auch die wurde, daß in Anbetracht der Finanzlage und der Stimmung im " Rheinisch- Westfälische Zeitung" gibt dieser Meinung Ausdruck. Sie meint, das deutsche Volk werde voraussichtlich allen Grund haben, diese langsame Politik zu bedauern. Durch einen Wettlauf mit Frankreich um die russische Gunst werde man schwerlich irgend welchen Dank oder irgend welche Anerkennung ernten. Diese Lehre sollte doch Deutschland bereits aus dem deutsch- französisch- russischen Zusammengehen in Schimonoseki gezogen haben. Die übermäßige Liebenswürdigkeit Deutschlands entspreche nicht der Würde der Deutschen. . Deutfches Reich. Lande an eine Bewilligung der Forderung durch die Zweite Kammer nicht zu denken sei. Der Einspruch ist also auf die Einsicht zurückzuführen, daß es vollkommen unmöglich sein würde, eine der artige Forderung durchzudrücken, ohne auf den energischesten Widerstand im Lande zu stoßen. Die Begründung mit der starken Familie" seitens der sächsischen Regierung würde in Sachsen sicherlich ein Gefühl gemischt aus Bitterfeit und Heiterkeit erregt haben. Arbeiterfamilien er halten nicht mehr Lohn, wenn sie start sind; die sächsischen Staatsarbeiter und Unterbeamten sind auch im Falle starter Familien durch die Knauserpolitik des sächsischen Finanzministeriums schwer Fetroffen worden, sollte da für den König die starke Familie lohnerhöhend ins Gewicht fallen dürfen? Würde man in Sachsen bei Berück sichtigung der Familienstärke nicht eher zur Lohnkürzung sich be= rechtigt glauben, da ein kostspieliger Hofstaat der Königin ausfällt? Vergebens bemühten sich die Zentrumsredner Fuchs, Dasbach, Marg scharf" zu sein. Alle Versuche, den Minister zu einem Tadel Hilgers zu provozieren, scheiterten. Im Gegenteil: Herr Möller erhob sich lediglich, um in ein paar Worten das Mißverständnis aufzuklären, als ob seine vor acht Tagen erwähnten scharfen Reſtripte" dem System der Wahlbeeinflussungen gegolten hätte; er Die Umtriebe gegen das Reichswahlrecht. hat vielmehr nur folgende Harmlosigkeit gegen den Bergbeamten Jüngst wurde wieder in der Zentrumspresse die Diäten Boehmer nach Saarabien verfügt: frage aufgeworfen und flugs antwortete die" Post" mit der AufDer Rücktritt des bayerischen Finanzminifters. „ Ich habe die Ueberzeugung gewonnen, daß sich B. Bei der stellung der berüchtigten„ Kompensationen" zur Verschlechterung des München, 1. November.( Eig. Ber.) Herr v. Riedel, der Chef Neichstagswahl 1903 Aeußerungen hat zuschulden kommen lassen, Wahlrechtes. Einen weiteren Beitrag zu der Frage liefert jetzt eine bes bayerischen Finanzwesens, ist nun endlich amtsmüde geworden durch welche Personen des katholischen Bekenntnisses sich in ihrem Aeußerung des Freiherrn v. 3edlig, welche die„ Allg. Hall. 3tg." und hat sein Demissionsgesuch eingereicht. Er hat das vor wenigen religiösen Empfinden schwer gekränkt fühlen mußten. veröffentlicht. Da Herr v. Jedlitz hinter allen Kulissen der Re- Monaten, im Juni d. J., schon einmal getan, als die ReichsratsIch beauftrage die fgl. Direktion, dem B. zu eröffnen, daß ich gierungs- und Parteimache haust, so sind seine Mitteilungen nicht fammer das Grundwertabgabe- Gesetz ablehnte; doch hat damals der fein Verhalten auf das schärfste mißbillige und daß er bei etwaigen unbeachtet zu lassen. Er führte nach jener Zeitung aus: Regent das Entlassungsgesuch abgelehnt. Jetzt haben sich aber die Wiederholungen ähnlicher Vorkommnisse die Entlassung aus seinem Die Diätenfrage dränge ernstlich zur Entscheidung. Allerdings Verhältnisse geändert; Riedel kann seinem Nachfolger einen Amt zu gewärtigen habe." habe es gegolten, an maßgebender Stelle ernsten Widerstand zu günstigen Budgetabschluß hinterlassen und damit ist der Moment für überwinden. Es sei ein offenes Geheimnis, daß der Kaiser einen guten Abgang, den er sich gewünscht hat, wohl gegeben. ein Gegner der Diätenerteilung an den Reichstag sei, aber die Er- Riedel, der jetzt 72 Jahre alt ist, hat vor 27 Jahren die Leitung wartungen, welche man seinerzeit an die Diätenlosigkeit geknüpft des Ministeriums in einer schwierigen Situation übernommen und hatte, hätten sich nicht erfüllt. Natürlich müßten aber für die man rühmt ihm nach, es sei seinem unleugbaren Geschid gelungen, Erteilung der Diäten Stompensationen auf dem Gebiete in verhältnismäßig furzer Zeit die sehr daniederliegenden bayerischen des Wahlrechts gefordert werden und das Zentrum, das bei uns Finanzen in Ordnung zu bringen. Er selbst rechnet sich namentlich nun einmal die maßgebende Partei sei, zeigt sich neuerdings geneigt, die Reorganisation des Malzaufschlag- Gesetzes und das neue Nicht minder diese Kompensationen zu bewilligen. Es handle sich namentlich um Branntweinsteuer- Gefes als besonderes Verdienst an. zwei Kompensationen, erstens um die Aufstellung fester aber ist er stolz auf die in einzelnen Jahren ganz enormen UeberHerr Möller hat sich also nicht für die Wahlfreiheit, sondern für das religiöse Empfinden ins Zeug gelegt! Die Zentrumskanonade verpuffte wirkungslos, so laut man schoß, und obwohl man eifrig beslissen war, die gute Sache der Dasbach truppe von der Sozialdemokratie zu trennen. Schließlich artete die Debatte in einen häuslichen Krakehl zwischen den zärtlichen Verwandten und Mitschuldigen aus, den Nationalliberalen und dem Zentrum schüsse, die er seit dem Beginn der achtziger Jahre ers Neue Verlustliste aus Südwestafrika. zielt hat. Es ist das der Punkt der Riedelschen Finanz- Berlin, 2. November. Amtliche Meldung. An Typhus politik, der von unserer Seite immer mit großem Nach gestorben: 1. Unteroffizier Ernst Bankrab, Signalabteilung, druck kritisiert werden mußte. Riedel verstand es nämlich, am 26. Oktober in Waterberg; 2. Reiter Johann Hoyer, fast in jeder Finanzperiode im Budget nicht vorgesehene Ueberschüsse Maschinengewehr- Abteilung 2, am 29. Oftober in Otjosondu; herauszuwirtschaften, die dann zu einem nicht geringen Teile als 3. Reiter Paul Maslowski, Stabswache, geboren am agrarische Liebesgaben verwendet wurden. Im Laufe der Jahre 13. März 1882, am 22. Otober in Otjimbinde; 4. Unteroffizier hat sich ein förmliches Schachersystem entwickelt: die Agrarier ließen Karl Langguth, geboren am 11. Dezember 1880, am sich regelmäßig ihre Zustimmung zu Ausgaben für bestimmte fultu- 28. Oktober in Otjimbinde; 5. Reiter Ewald Krusat, relle Zwecke vom Finanzminister einfach gegen Gewährung ent- Maschinengewehr- Abteilung 2, am 29. Oktober in Otjonsondu; sprechender Summen für agrarische Interessen( Bodenzinsablösung, 6. Reiter Senes Lehmann, Kolonnen- Abteilung, am 25. Of Hagelversicherung und dergleichen) abkaufen. Und der Minister tober in Okahandja. Auf Patrouille gefallen: Reiter Vinzent wußte es immer so einzurichten, daß für die Herren einige Millionen Pilarski, am 23. Oktober bei Nomtsas. in Reserve lagen, mochten auch wichtige Kulturaufgaben deswegen unerfüllt bleiben. Obgleich feineswegs agrarisch gesinnt, hat es Riedel durch diese seine Schacherpolitik fertig gebracht, die agrarische Begehrlichkeit bis zur Unersättlichkeit zu steigern. Was Riedel nicht fertig gebracht hat und wozu ihm jest erst recht die Kraft fehlte, das ist eine großzügige Reform der direkten Steuern. Im Jahre 1880 hat er ja mit einem Gesezentwurf zur Einführung der dllgemeinen Einkommensteuer einen Versuch gemacht, der aber an dem Widerstand des Landtages gescheitert ist, und seit dem hat man einfach so weitergewurstelt. Der neue Minister wird in erster Linie die Aufgabe haben, diese dringend notwendige Steuerreform energisch in die Hand zu nehmen. Persönlich war Riedel, das müssen ihm auch seine politischen Gegner zugestehen, ein liebenswürdiger und sympathischer Mensch. Er ist aus einfachen Verhältnissen hervorgegangen und auch immer einfach geblieben. Im Parlament zeichnete er sich durch rhetorische Geschicklichkeit aus; er verstand es immer, die Mehrheit bei ihrer schwachen Seite zu packen, namentlich an die agrarischen Instinkte wußte er, wenn es ihm gerade so in den Kram paßte, in einer Weise zu appellieren, daß es manchmal schon wirklich nicht mehr schön" war. Ganz besonders aber besaß er die Gabe, sich äußerst wirksam zu entrüften, wenn die Zuverlässigkeit seiner Darstellungen angezweifelt wurde, was durch unsere Vertreter recht oft geschehen mußte. Denn im fagen wir geschickten Gruppieren von Tatsachen war er Meister, und wenn man dann hinter seine Schliche kam, dann stellte er sich, als wäre er furchtbar beleidigt worden. Dabei entwickelte er aber auch in der schärfsten Polemik einen so glücklichen Humor, daß ihm persönlich eigentlich niemand gram fein konnte. Mit Riedels Rücktritt geht dem bayerischen Landtag jedenfalls eine feiner originellsten und amüsantesten Persönlichkeiten verloren. Im allgemeinen aber ist es zu begrüßen, wenn nunmehr wenigstens die Möglichkeit geschaffen ist, daß in die bayerische Finanzverwaltung ein frischerer Zug fommt. artige Dinge abgespielt. bor. Dadurch wurde die nofleidende Fischerbevölkerung aufs äußerste gereizt. Sie bombardierten in den letzten Tagen des August die Fenster des Amtsvorstehers und die Fahrzeuge der Aufseher mit Steinen. Und als der Pfarrer nicht für die armen Leute Partei ergriff und auf eine Depesche an den Kaiser keine Antwort kam, besuchten die sonst sehr religiösen und königstreuen Fischer nicht die Kirche. Ueber die deutsche Strafexpedition auf Neuguinea Staatsanwalt würde da für mildernde Umstände plädieren und jede Jury würde den Proletarier rachgierig der Strafe ausliefern. Warten wir nun das Urteil über die kapitalistischen Mörder von Cluses ab, deren Kugeln mehrere Arbeiter erlegen sind. Italien. Zu den Wahlen. Neue bedauerliche Spaltungen zwischen den Sozialisten werden aus Como gemeldet. Im ersten Wahlbezirk dieser Stadt war bei den Wahlen von 1892, 1895 und 1897 der Professor Bonardi als Kandidat aufgestellt. Bei den Wahlen von 1900 trat der Genannte aus persönlichen Gründen von der Kandidatur zurück und an seine Stelle wurde der Advokat No se da aufgestellt. Jetzt ver= langen nun die Reformisten von Como die Wiederaufstellung Bonardis, während der revolutionäre Flügel an der Kandidatur Nosedas festhält. Die Folge dieser Streitigkeiten ist die Gründung einer autonomen Gruppe und die Aufstellung zweier sozialistischer Kandidaten. Afrika. wird aus London gemeldet, daß bei der Straferpedition, die wegen der Ermordung der deutschen Missionare unternommen worden sei, über 70 Eingeborene erschossen und gegen 12 Eingeborene gefangen ge= nommen worden seien. Die Gefangenen seien ebenfalls zum Tode verurteilt worden. Es sei noch eine bewaffnete Abteilung zurückDie chinesischen Kulis werden aufsässig geblieben, um weitere Züchtigungen der Eingeborenen vorzunehmen. und scheinen zur Selbsthülfe übergehen zu wollen, nachdem sie herausunter den Getöteten befänden sich auch To Maria, der Anstifter der gefunden haben, daß sie vielfach unter falschen Verträgen und VorNiedermezzelung der Missionare, und seine alte Mutter, die neben ihm spiegelungen nach Südafrika gelockt worden sind. So wird dem„ Labour so lange gekämpft habe, bis sie von zahlreichen Kugeln durchbohrt Leader" gemeldet, daß die in der Aurora- Westmine arbeitenden worden sei. Stulis sich weigerten, Sonntagsarbeit zu leisten. Sie verlangten Sollte diese englische Nachricht zutreffen, so hätte die deutsche höhere Bezahlung und die Oeffnung der Tore, welche die Werke umStraferpedition wieder einmal ein sehr blutiges Gemezel angerichtet, schließen. Der Direktor weigerte sich und die Kulis sprengten die. denn bei der Ermordung der Missionare sind schwerlich 70 Eingeborene Umzäunung und entkamen; sie mußten durch bewaffnete Polizeidirekt beteiligt gewesen. Außerdem hätte man immerhin berück- soldaten zurückgebracht werden. Auch in der„ Geduldmine" kam es sichtigen müssen, daß die Ermordung der Missionare erst durch das zu Reibereien zwischen der Direktion und den Kulis; diese gingen ungeschickte Verhalten derselben provoziert worden war, daß speziell hier mit Hacken und Schaufeln vor und die Situation wurde teilTo Maria auf Befehl der Missionare durchgepeitscht worden ist. weise sehr gefährlich. Die Polizei verwundete 5 der chinesischen Ars offentlich bestätigt sich vor allen Dingen auch nicht die Nachricht, beiter. In einem anderen Bergwerk weigerten sich 700 Kulis, die daß eine Frau bei dem Kampfe getötet worden sei. Tas Nieder- Arbeit im Innern der Schächte aufzunehmen, da Lohndifferenzen schießen von Weibern sollte man den Holländern überlassen, die vorlagen. ja im Atje- Krieg keinerlei Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Eingeborenen machten! Husland. Die belohnten Königsmörder. Amerika. Die letzten Tage vor der Wahl. Als ein furioses Beispiel, wie für jeden amerikanischen Bürger gesorgt wird, damit er sein Stimmrecht ausüben kann, streng den Wahlvorschriften gemäß, wird in der New Yorker„ Sun" berichtet, daß in einen weit entlegenen Distrikt von New York( Stadt) nur ein einziger Wähler wohnt, der Wächter eines großen Holzhofes. Die Wohnhäuser wurden in der Umgegend abgerissen, weil ein Park dort angelegt werden soll, aber die Wahlbehörde traf dieselben Vorkehrungen wie für einen bevölkerten Distrikt. Vier Wahlbeamte und ein Polizist wachen über die eine Wahlstimme, welche die Stadt 260 Dollar foftet, aber die Kosten kommen nicht in Betracht; auf solche Zeugnisse ihres Bürgerrechts sind die Amerikaner stolz. Neben den großen sind auch die Kleinen Parteien in eifriger Tätigkeit. Populisten und Prohibitionisten rechnen auf eine starte Zunahme ihrer Stimmen, und was die Sozialisten angeht, so setzen diefelben unermüdlich ihre Agitation fort und erwarten mit Zuversicht ein gutes Resultat. Alle Parteien sind geschäftig, die letzten Tage vor der Entscheidungsschlacht am nächsten Dienstag noch voll auszunüßen. Der englisch- russische Zwischenfall hatte in der vorigen Woche die öffentAus Belgrad wird der Frankfurter Zeitung" gemeldet: liche Aufmerksamkeit so start erregt, daß sogar das Interesse an Obrenowitsch waren 67 Offiziere beteiligt, etwa 100 Offiziere des Streites brachte die Wahlbewegung schnell wieder in den An der Verschwörung gegen das Leben des letzten der Wahlbewegung vollständig zurücktrat; die friedliche Beilegung wußten, daß ernste Dinge in Borbereitung waren. Nach dem Vordergrund. Die Republikaner benutzten die Angelegenheit, um Königsmorde entstand in der serbischen Armee eine Agitation Roosevelts Vorschlag wegen der zweiten Haager Friedenskonferenz Hungernde Fischer auf der Kurischen Nehrung. gegen die Verschwörergruppe, da die in die Ver- eine erhöhte Wichtigkeit zu geben. Republikaner wie Demokraten behaupten natürlich, daß der Aus Ostpreußen wird uns geschrieben: schwörung nicht eingeweihten Offiziere befürchteten, die Verschwörer Sieg am 8. November ihnen sicher sei. Die Wahlwetten nehmen In Nidden, einem Fischerdorfe auf der Kurischen Nehrung, mit würden die ganze Gewalt im Kriegsressort an sich reißen. Diese Sieg am 8. November ihnen sicher sei. Die Wahlwetten nehmen etwa 800 Einwohnern, haben sich in den letzten Monaten eigen- Agitation der Gegenverschwörer wurde im vorigen Jahre nach der in den letzten Tagen vor einer Wahl immer einen großen Umfang Entdeckung des Komplotts in Nisch und der Verurteilung der an. In Wall Street wurden große Wetten gemacht zugunsten von Einige unter den Unzufriedenen Roosevelt im Verhältnis von vier, fünf und manchmal sechs zu eins. Schon seit einer Reihe von Jahren ist der Fischfang im Kurischen Rädelsführer unterdrückt. wurden durch Beförderung besänftigt, die ganz Unverläßlichen in Das Gesetz erklärt Wahlwetten für strafbar, wenn die Wettenden Haff immer minderwertiger geworden. Alte erfahrene Praktiker Ruhestand veriezt. Es hatte schon den Anschein, als ob Ruhe und selbst an der Wahl beteiligt sind, aber darum fümmert sich niemand. behaupten, das liege an den eigenartigen ungünstigen Witterungsverhältnissen der letzten Jahre in Ostpreußen, während die Regierung Ordnung in der Armee vollkommen wiederhergestellt sei, und die Für die Staatswahl in New York stehen die Chancen zwischen den beiden alten Parteien ziemlich gleich; viele Wetten begünstigen die annimmt, der Fischreichtum des Kurischen Haffes sei deswegen in Ernennung des Generals Radomir Putnik zum Chef der Armee er- Demokraten. Für die letzte Woche hatten die Republikaner im stetem Abnehmen begriffen, weil zu viel gefischt und zu viel minder- weckte die Hoffnung, daß nun die letzten Spuren der Unzufriedenheit Staate New York 400 Volksversammlungen angekündigt, und die maßige Fische gefangen werden. Die Fischerei- Aufsichtsbeamten verschwinden würden. Es erwies sich aber bald, daß General Putnik Demokraten stehen nicht zurück, sie bringen ihre ersten Größen ins gehen daher gegen Uebertretungen der Fischereivorschriften sehr streng den Erwartungen nicht entsprach. Er fannte weder die Difiziere Vordertreffen. Parker selbst muß Reden halten; der Expräsident vor. Es werden gegen die verarmten Fischer hohe Strafen verhängt. noch die Verhältnisse in der Armee. Gelegentlich der Krönungs- Grover Cleveland hat in New York vor vielen Tausenden Das Beamtenpersonal ist verstärkt und schnellfahrende teuere Motor- feierlichkeiten beantragte er beinahe sämtliche Verschwörer mit dem von Menschen eine große Rede für die Wahl Barkers gehalten; er fahrzeuge find angeschafft worden. Die Fischereiaufsicht kostet dem höchsten Orden( Karageorgs Stern) auszuzeichnen und so ist es ge- nannte Roosevelts äußere Politik eine Förderung der Fistus schon jetzt angeblich 41 000 m. jährlich, während die Ge- kommen, daß jetzt blutjunge Leutnants und Oberleutnants aus der ,, internationalen Immoralität". W. J. Bryan, samterträgnisse aus der Fischerei des Haffes nur 23 000 m. be- Verschwörergruppe mit dieser höchsten Auszeichnung herumstolzieren, der heftigste Gegner Parkers vor der Konvention in St. Louis, dieweilen ihre im Dienste ergrauten Vorgesetzten dieselbe nicht be- bereist den Staat Indiana, um Stimmung für Parker zu machen. tragen sollen. In diesem Jahre waren die Erträgnisse aus der Fischerei im hen. Dies rief eine neue Gärung im Offiziersforps hervor, welche In Groß- New York werden die Demokraten beschuldigt, unter Presse gegen die Haff ganz besonders gering. Darunter hatten die Fischer auf der durch heftige Ausfälle der oppositionellen dem Schuße von Tammany Hall 10 000 falsche Registrierungen von In dem Organ der Ver- Wählern vorgenommen zu haben. Kurischen Nehrung im allgemeinen, die von Nidden aber ganz be- Verschwörer noch genährt wurde. Daß viele Betrügereien vors sonders zu leiden. Als dann die Regierung die den Fischern vor schwörer„ Wojska"( Die Armee) wird nun die Stellung der Ver- kommen, ist eine bekannte Sache; zum Beispiel sollen Eingewanderte, etwa 6 Jahren erteilte Erlaubnis, mit dem 28 Millimeter- Garn schwörer flargestellt. Es wird konstatiert, daß noch fortwährend die Tat die noch nicht volle fünf Jahre im Lande waren, massenhaft ihre zu fischen, jest wieder zurückzog, und nur mit dem engmaschigen der Verschwörer als eine Ursache der Uneinigkeit in der Armee hervor Bürgerpapiere erhalten haben gegen das Versprechen, für die 35 Millimeter- Garn zu fischen gestattete, brach die Katastrophe auf gekehrt werde. Man werfe ihnen vor: 1. daß fie die bewußte Tat Demokraten zu stimmen. Nidden herein. Es machte sich im Sommer d. J. ein allgemeiner aus Eigennutz vollbrachten; 2. daß die Verschwörer auch nachher Notstand in Nidden bemerkbar. Sowohl den meisten selbständigen eine Koterie gebildet haben, welche überall ihren Einfluß zu beFischerwirten, als sämtlichen Losleuten und Knechten fehlte es an tätigen trachte. Infolgedessen erachten die Verschwörer es für ihre den notwendigsten Lebensmitteln. Die Fischer führten die geringen Pflicht, festzustellen, daß sie nach vollbrachter Tat( Ermordung des Erträgnisse ihrer Fänge auf die Maßnahme der Regierung zurück Königs Alexander und der Königin Draga) keine besondere Gruppe und fischten mit den 28 Millimeter- Negen weiter. Dem gegenüber mehr gebildet haben, daß sie keine Borrechte erstreben und daß sie gingen die Aufsichtsbeamten immer schärfer gegen Uebertretungen sich durch nichts von ihren übrigen Waffengefährten weder im Dienst Sie tonfiszierten nicht allein die verbotenen Neze, sondern noch sonstwie unterscheiden wollen. Sie fordern alle ihre Kollegen beschlagnahmten auch die vorschriftsmäßigen Fanggeräte als Pfand auf sich der Wühlereien zu enthalten und gemeinsam die Verfür die den Fischern aufzuerlegenden Geldstrafen. wirklichung der nationalen Jdeale anzustreben. Diese Erklärung der Verschwörer ist von allen Regierungsblättern nachgedruckt und lobend erwähnt worden. Ob die Verschwörer aber durch diese Erklärung auch den erwünschten Zweck erreichen werden, bleibt abzuwarten." Der neue Serbentönig von Gottes Gnaden" denkt also gar nicht daran, die Armee von den Königsmördern zu säubern, er hat sie vielmehr mit den höchsten Ehrenbeweisen ausgezeichnet. In Deutschland ist unlängst der Oberst Gädte seines OffiziersMitte September fand sich eine Untersuchungskommission auf der Nehrung ein, um den tatsächlich vorhandenen großen Notstand rangs für verlustig erklärt worden, weil er bei einer Erörterung des festzustellen. Darauf fühlte sich denn die Regierung veranlaßt, Belgrader Königsmords die These verfochten hat, daß die Offiziere nicht unter allen Umständen moralisch verpflichtet seien, einem König, helfend einzugreifen. Aber wie? Es wurden an die ärmsten Familien Lebensmittel verteilt, der dem Throne zur Unzierde gereicht, die Treue zu bewahren. Da aber nicht geschenkt. Die Empfänger mußten über das Er- nun in Serbien die Königsmörder die Günstlinge des neuen Königs haltene quittieren und sich schriftlich verpflichten, den Befind, wird es sich gar nicht selten ereignen, daß unser Gesandter in trag dafür später zurück zu zahlen, die Gesellen es Belgrad bei Hoffestlichkeiten mit diesen Königsmördern an einer Tafel sich von ihren Wirten vom Lohn abziehen zu lassen. Ein Familien- fist. Daran nimmt weder unsere Regierung noch unser Offizierkorps, vater, der Frau und 5 Kinder zu unterhalten hatte, erhielt einen das einen Gädke nicht länger unter sich dulden wollte, seltsamerZentner Mehl, 2 Pfund Schmalz und 2 Pfund Salz geliehen. Kartoffeln gab es nicht. Auch Darlehen wollte die Regierung den weise nicht den geringsten Anstoß! Man macht also einen feinen Fischern zur Verfügung stellen. Da aber die arme Gemeinde nicht unterschied zwischen Theorie und Praxis. Dieser Unterschied ist die Garantie dafür übernehmen wollte, wurden feine Darlehen historisch auch um so berechtigter, als es wenig Dynastien geben gegeben. Aber Notstandsarbeiten, der Bau einer Landstraße, wurden dürfte, die nicht durch ähnliche und noch scheußlichere Bluttaten ans vorgenommen und da wurde den Leuten pro Tag 1,50 M. Lohn ge- Ruder gekommen sind, wie Peter Karageorgewicz. zahlt. Jezt seit kurzem, als die Leute nicht dafür arbeiten wollten, Frankreich. wurde pro Tag 50 Pf. zugelegt. Der Notstand hat sich aber bis jetzt noch nicht um das geringste Ein sozialer Wahlerfolg. Klassenjustiz. bermindert. Die Fischerei liegt noch immer danieder. Montag, Paris, 1. November.( Eig. Ber.) In der Pariser Gemeindeden 24. d. M., hatte der Sturm eine große Menge Stinte in das stichwahl des 20. Bezirks wurde der revolutionär sozialistische Haff getrieben. Sofort stürzten sich die Fischer auf den Fang und Kandidat Marchand gewählt. Die P. S. de F. gewinnt damit hatten reiche Ausbeute. Aber der Ertrag war gleich Null. Am einen neuen Sig. Dienstag, den 25. Oftober. famen ettra 10 Stähne mit dien Stinten Marchand erhielt 1119, der royalistische Gegner 937 Stimmen. nach Memel zum Verkauf. Aber wer fauft auf einmal so viel von Im ersten Wahlgang hatten sich die Stimmen wie folgt verteilt: diesen Kleinen minderwertigen Fischen! Am späten Nachmittag hatten Marchand 912, der Royalist 629, zwei Linksradikale zusammen 631, die Fischer den größten Teil ihrer Waren noch nicht verkauft und ein Allemanist 82 und zwei unabhängige" Sozialisten 48 Stimmen. mußten bei schlechtem Wind den 7 Meilen weiten Rückweg antreten. In der Stichwahl hat der revolutionäre Sozialist nur 207 neue Ga fommt jetzt vor, daß manche Fischer von ihrer tage- oder nacht- Stimmen gewonnen gegenüber einem Zuwachs von 306 Stimmen langen Fahrt aufs Haff zurückkehren, und nicht einen Fisch gefangen für den Royalisten." Dabei sind im zweiten Wahlgang um haben. 60 Stimmen weniger abgegeben worden als im ersten. Es ist also Die Regierung hat nun noch ein weiteres für den Notstand flar, daß nur ein winziger Bruchteil der linksradikalen Wähler getan. Sie hat unter dem 17. Oftober eine Anweisung an die in der Stichwahl für Marchand gestimmt hat. Das Gros derselben Fischereiaufsichtsbeamten erteilt betreffend das Verfahren bei der blieb der Urne fern und ein Teil muß sogar für den Royalisten Beschlagnahme und Pfändung der zu Fischereivergehen und Ueber- gestimmt haben, um ja nur nicht dem revolutionären Sozialisten tretungen benutten Fanggeräte und Fahrzeuge. Auch ist von seiten zum Siege zu verhelfen! der Forstverwaltung jetzt den Fischern der bisher start eingeschränkte Das Schwurgericht von Besançon hat ein zynisches KlassenKrähenfang in größerem Umfange gestattet worden. Die gefangenen urteil gefällt. Auf der Anklagebank saß der Unternehmer Cattin, Kräben dienen den Fischern als Nahrungsmittel im Winter. der am 18. Juli d. J. in Cajamène auf eine Gruppe" feiner" Montag, den 24. Oktober, besuchten auch einige Regierungsräte, der streifenden Arbeiter geschossen hatte. Der Arbeiter Pierre Châtelat Oberfischermeister und Fischereiaufseher das notleidende Dorf. Sie erhielt dabei eine schwere Wunde, infolge deren er ein Auge verlor. wurden von den Honoratioren des Dorfes empfangen und begaben wie seinerzeit berichtet, handelte der Unternehmer feineswegs in sich in das Hotel Zander" zu einer Beratung. Den wirklich not- der Notwehr. Der Staatsanwalt wies übrigens dessen Schuld zu können. leidenden Fischerwirten, Losleuten und Knechten fragt man niemals nach, wenn auch mit allem einem Mitglied der besitzenden Klasse nach den bestehenden Verhältnissen und den Ursachen der Not. Des- schuldigen Respekt und unter Bubilligung mildernder Umstände. halb erscheinen auch im" Memeler Dampfboot" falsche, anscheinend offiziöse, den Tatsachen nicht entsprechende Berichte, die den Fortbestehenden Notstand sogar abzuleugnen versuchen. Ob davon die Hungernden Fischer satt werden sollen? = Die bürgerlichen Geschwornen aber haben ihren Klassengenossen ohne weiteres freigesprochen!- Angenommen, daß ein Arbeiter anläßlich eines Streits aus unmenschlichem Mutwillen, wie der Unternehmer Cattin, auf seinen Brotherrn" geschossen hätte. Kein Eine Staatswahl in Georgia, im Süden der Vereinigten Staaten, fand kürzlich unter eigentümlichen Umständen statt. 30 000 Stimmen wurden abgegeben, während die Bevölkerung 2 300 000 Seelen umfaßt; darunter sollten wenigstens 300 000 Wähler sein. Es gab nur eine Kandidatenliste, die der Demokraten; die Wahl war nur eine Sache der Form und zeigte die unumschränkte Herrschaft einer Clique von demokratischen Politikern. Gewerkschaftliches. Die Herren im Hause der Arbeiter. Die Arbeiter fordern eine Verkürzung der Arbeitszeit, um sich ihrer Familie mehr widmen zu können; sie verlangen einen ausfömmlichen Lohn, um Nahrung und Kleidung ihrer Angehörigen verbessern zu können. Ihre Forderungen sind berechtigt; sie dienen der Kultur und dem Fortschritt. Die Unternehmer haben sich organisiert, diese Forderungen niederzuschlagen oder schon im Keine zu ersticken. Im Interesse der Einzelkapitalisten halten sie jeden Kulturfortschritt, der der Gesamtmenschheit zu gute kommen würde, kurzfichtig auf. Die„ Augsburger Volkszeitung" kann die Sagungen veröffent lichen, welche sich der Verband Süddeutscher Textilarbeitgeber" gegeben hat. Da heißt es: § 1. Der Verband Süddeutscher Textilarbeitgeber verfolgt als Zweck den Zusammenschluß der Arbeitgeber der süddeutschen Textilindustrie behufs Aufrechterhaltung geregelter Be ziehungen zur Arbeiterschaft sowie behufs einheitlicher Stellungnahme seiner Mitglieder in Fragen des Arbeitsbertrages. Von den Aufgaben des Verbandes sind alle sonstigen Gegenstände, insbesondere die Stellungnahme zu wirtschaftlichen, zollpolitischen und handelspolitischen Fragen ausgeschlossen. Durch die Ausschließung der wirtschaftlichen, zollpolitischen und handelspolitischen Fragen will man jedes Reibungsmoment unter handelspolitischen Fragen will man jedes Reibungsmoment unter den Unternehmern selbst beseitigen, um sich völlig unbeirrt und einig der Bekämpfung der Arbeiterschaft widmen Denn§ 8 des Statutes sagt: Der Verband wird die Erfüllung seiner im§ 1 benannten Zwecke zu erreichen suchen: 1. Durch einheitliche Stellungnahme zu den Forderungen der Arbeiterschaft hinsichtlich der Ausgestaltung des Arbeitsvertrages. Diese einheitliche Stellungnahme erstreckt sich insbesondere: a) auf die Nichtaufnahme von Arbeitern, welche unberechtigt die Arbeit eingestellt haben; b) auf die Ablehnung von Forderungen der Arbeiter an einzelne Betriebe, die Arbeitszeit unter die jetzt bei der betreffenden Branche übliche herabzusetzen: c) auf Aülchnnng übertriebener Lohnforderungen; ä) auf grundsätzliche Ablehnung aller Forderungen der Arbeiter- schaft, welche darauf hinauslaufen, den Arbeitern ein Mit- beftiinmungsrccht an der Führung des Betriebes, insbesondere an der Entlassung und Einstellung von Arbeitern cinzurünmc»; e) auf eine notwendig werdende lokale oder allgemeine Arbeits- sperre. 2. Durch materielle Unterstützung der Mitglieder bei Schädigungen in Fällen unberechtigter Arbeiterbewegungen. Grundsätzlich werden also alle Forderungen der Arbeiter auf ein Mitbestimmungsrecht bei der Entlassung oder Einstellung von Arbeiten: abgelehnt.. Die Arbeiter sollen die Maßregelung ihrer Vertrauensleute ohne Muck über sich ergehen lassen!„Herr im Hause sein", nennen das die Unternehmer. Sie wollen aber darüber hinaus auch Herr im Hause des Arbeiters sein! Indem sie ihm die Verkürzung der Arbeits- zeit ablehnen, trennen sie ihn über die von ihm fiir richtig gehaltene Zeit von feiner Familie; indem sie ihm die Lohnerhöhung ver- weigern, zwingen sie ihn, feine Kinder in Lumpen gehüllt weiter hungern zu lassen! Die Arbeiter hindern die Herren Unternehmer nicht, ihre Ideen über Ehe und Familienleben im eigenen Haufe nach Möglichkeit in die Praxis umzusetzen. Den hochmütigen Uebergriffen des Unter- nehmertums in die Familienverhältnisse des Arbeiters durch Fern- Haltung des Familienvaters und durch Hochhängen des Brotkorbes werden sie durch geschlossene Organisation zu begegnen wissen! Berlin und tlmgegend. Die Aussperrung der Tischler. In der letzten Nummer der„Fachzeitung der Tischlermeister" wird bekannt gegeben, daß der Gcwerkverein der Tischler auf eine Anfrage des Vorstandes der Freien Vereinigung der Holzindustricllen erklärt hat, daß er, der Gewcrkverein, die Forderungen des Holz- arbeiter-Berbandes anerkenne und mit demselben gemeinsame Sache mache. Diese Mitteilung ist nicht neu. Die Haltung des Gewcrkvereins in dem gegenwärtigen Kampf in der Holzindustrie ist bereits lange vor der' Veröffentlichung in der„Fachzeitung" bekannt gewesen. Neu und höchst eigentümlich ist es aber, wenn die„Fachzeitung" der bezeichneten Mitteilung die Aufforderung hinzufügt, daß jetzt überall mit der Aussperrung der Mitglieder des Gewerlvereins der Tischler vorzugehen ist. Eigentümlich ist diese Aufforderung deshalb, weil mit der Aus- sperrung der Gelverkvercinsinitglieber nicht erst begonnen Iverden braucht, da die Tischlermeister, soweit sie bisher ausgesperrt haben, dies ohne Rücksicht auf die Organisationszugehörigkcit der Arbeiter täte». Außer Mitgliedern des Holzarbeiter-Verbandes sind nicht nur Angehörige anderer Organisationen, sondern sogar Unorgam- gierte ausgesperrt worden. WaS den Gewerkverein betrifft, bei H-sseu Mitgliedern die Aussperrung jetzt erst beginnen soll, so war derselbe bereits in voriger Woche mit einer Anzahl von Mit- gliedern— irren wir nicht, so sind eS etwa 50— an der Aussperrung beteiligt. Auch Mitglieder der christlichen Organisation sowie Angehörige anderer Berufe, wie Polierer, B i l d h a u est und Maichinenarbeiter, ja sogar Hilfsarbeiter sind gemeinsanl mit den Mitglieder deS Holzarbeiter-Verbandes, gegen die allein sich der Kampf richten sollte,„ausgesperrt" worden. Wenn die Zahlen, welche die Meister über die Aussperrung veröffentlichen, nicht als glatt gelogen angesehen werden sollen, dann müssen recht viele„Unschuldige" mit den „Schuldigen" qysgesperrt worden sein.— Die Führer der Freien Vereinigung haben gewifr gar keinen Ueberblick über die Aussperrung, dem: sonst konnten sie nicht jetzt erst mit einer Aufforderung kommen, die mindestens verspätet ist. Uebrigens können alle Anordnungen und Beschlüsse der Unter- nehnter nichts mehr an der Tatsache ändern, daß die Aussperrung ihreu Zweck verfehlt hat und so gut wie gar nicht mehr fortgesetzt wird. Gestern haben sich beim Holzarbeiter-Verband noch nicht zehn Ausgesperrte gemeldet. Allem Anschein nach kommen also die Meister zu besserer Einsicht._ Tarifvertrag der Bauanschläger. Die Bauanschläger befaßten sich gestern abend in einer bei Buggenhagen abgehaltenen stark besuchten Versammlung abermals mit ihrer Tarifangelegenheit. Ueber die erneuten Ver- Handlungen mit den Arbeitgebern erstattete die Kommission ein- gehend Bericht. Demnach ist es in den Sitzungen der beiderseitigen Kommission zu einer Einigung über den neuen Tarif gekommen unter Anerkennung der Organisation.� Außer den Preisen der einzelnen Akkordpositioncn ist ein M i n i m a l l o h n von 65 Pf. pro Stunde vereinbart worden. Die Arbeitszeit beträgt 3 Stund e n. Gültigkeit hat der Tarif vom 1. April 1905 bis 1. April 1908 bei sechsmonatlichcr Kündigung. Von der Kom- misfion wurde die Annahme dieses Tarifs empfohlen, obwohl die Mängel der einzelnen Positionen keineswegs verkannt wurden. Gegen die Vorschläge der Kommission erhob sich eine starke Opposition; der Tarif wurde schließlich aber mit großer Majorität angenommen. Achtung! Holzbildhauer. In dem Kampfe, den jetzt die Holz- industriellen mit dem Holzarbeiter-Verband führen, werden auch bis zu einem gewissen Grade die Holzbildhauer mit hineingezogen. Nicht nur, daß für sie eine künstliche Arbeitslosigkeit erzeugt lvird, sind sie auch in einzelnen Betrieben direkt mit ausgesperrt ivorden. Mit dieser Angelegenheit wird sich eine heut abend im Gewcrkschafts- hause stattfindende VertranenSmänner-Versammlung Beschäftigen. Wir verweisen deshalb auf das Inserat m der gestrigen Nummer. Die Agitationskcm, Mission der Bildhauer Berlins. Der Müllkutscherftrcik hat jetzt eine förmliche„ M ü l l n o t" zur Folge. Schon hat sich die städtische Straßenreinigungs- Depiltation mit der Angelegenheit befaßt. Angeregt wurde daselbst, den Polizeipräsidenten zu ersuchen, daß dieser die'Vorschriften über die staubfreie Müllabfuhr außer Kraft setzen möge, sobald sich in- folge der Anhäufmlg des Mülls aus den Höfen hygienische Miß- stände ergeben. Diese Mißstände brauchen sich gar nicht erst zu er- geben— sie sind schon da!— Aus einer Reihe von Höfen in ganzen Straßenzügen riecht es geradezu unheimlich; es liegt auf der Hand, daß diese Zustände ans die Dauer unhaltbar sind. Das sehen auch die Abfuhrunternehmer ein. Sie geben zu, mit ihren Arbeitstvilligen die Müllabfuhr nicht entfernt bewältigen zu können. Trotzdem sträuben sie sich nach wie vor, die gerechten Forderungen der Kuffcher zu bewilligen. Ja die Unter- nehmer haben sich jetzt sogar an den Magistrat gewandt mit dem Antrage, eine städtische'Regelnng der Mullabfuhr ins Auge zu fassen. ES soll eine Konin, ission, bestehend aus Mitgliedern des Magistrats und des Stadtverordneten- Kollegiums, aus Hngienike'rn und„sachverständigen" Müllabfuhr-Unternehmern, die Tinge Näher prüfen. Bis jetzt ist vom Magistrat noch keine Antwort erfolgt, doch erwartet man dessen schleunige Stellung- nähme. Besteht man sich den Vorschlag der Abfuhr- Unter- nehmer etwas' genauer, so könnte man fast auf die Annahme verfallen, daß die Unternehmer die jetzige Kalamität geradezu provoziert haben, um ihre' /tenrehmuiigen gegen gute klingende Abfindnng an die Stadt loszuschlagen. Man bedenke: Seit Jahren rnachen sich die„Müllherren" gegenseitig Konkurrenz, und die Wirt- schaftsgenossenschaft städtischer Grinidbesitzer droht sie alle über- znfchlncken. Gehen die Herren nun im gewöhnlichen Konkurrenz- kanipf kapores, so entschädigt sie natürlich niemand. Nehmen sie aber irgend eine Forderung ihrer Arbeiter zum Borwand einer Aussperrung, wie geschehen, dann entsteht eine öffent- liche Kalamität, wie sie jetzt entstanden ist. Die GesundheitS- Behörden müssen schließlich im öffentlichen Interesse eingreifen; die Unternehmer berechnen eine„angemessene" Abfindung, sie lachen sich ins Fäustchen und können obendrein die Schuld ans die„unbot- mäßigen" Arbeiter schieben, während sie die eigentlichen Schieber der Geschichte sind. Gestern fuhren bei der Wirtschaftsgcnossenschaft nur 21 Wagen vom Hofe: Einer dieser von Arbeitswilligen bedienten Wagen ver- ursachte gestern vonnittag in der Alten Schönhanserstraße eine recht erhebliche Verkehrsstörung. Die ungeschickten Arbeitswilligen hatten nämlich die Kasten vorwiegend auf eine Seite des Wagens gesetzt. Beim Wenden kippte der Wagen dann gerade auf den Straßenbahngleisen um. Hierbei hätten sich noch bald die Pferde des Wagens auf- gehängt. Da nämlich bei dem Fall die Deichsel des Wagens hoch- ging, hingen auch die Pferde förmlich in der Schwebe. Erst durch schleuniges Zerschneiden des Geschirrs wurden sie aus der kritischen Lage befreit. Die Straßenbahn mußte längere Zeit warten, ehe der Müllwagen wieder flott gemacht war und der Verkehr frei wurde.— Eine Polizeinachricht meldet, daß ein arbeitswilliger Miillkutscher der Firma H. Scheller aus der Müllerstraße�am Montag abend von nn- bekannten Personen, wahrscheinlich/ aber Streikenden, durch Messerstiche erheblich verletzt worden ist. Wahrscheinlicher noch als wahrscheinlich iverden es wohl keine streikenden Kutscher gcivesen sein, die sich an dem Arbeitswilligen vergriffen haben. Die Firma H. Schellcr hat ihre Arbeitswilligen nämlich sämtlich mit recht gefährlichen Gummi- schlänchcn ausgerüstet und mit diesen Dingern fuchteln sie nun im Vollgefühl ihrer„bevorzugten Stellung" manchem Passanten, der gar nichts mit ihnen zu tun haben Ivill, unter der Nase heruni. Möglich, daß jener Arbeitswillige an die verkehrte Adresse ge- raten ist. Da die Unternehmer noch immer Arbeitswillige suchen— u. a. auch im„Grandenzer Geselligen"— und schon mehrfach kleinere Transporte aus den östlichen Provinzen abgefangen wurden, so wird die Arbeiterpresse ersucht, m geeigneter Weise ans diesen Streik auf- merksam zu machen. Achtung, Schuhmacher! In der Filzschuhfabrik von Großmann in Adlershof ist zwei Ausschußmitgliedern gekündigt und ein Ausschuß- Mitglied sofort entlassen, ein lahmer Arbeiter, lvelchcr sich nicht zum Verräter seiner Kollegen hergab und dem Fabrikanten die geforderte Auskunft über die Verhandlungen der Fabrikkonscrenzen verweigerte, wurde ebenfalls gekündigt. Hierbei gebrauchte Herr Großmann die Aenßernng, daß Menschen mit körperlichen Gebrechen auch moralisch minderwertig seien, während der Arbeiter durch sein Ver- halten gerade das Gegenteil bewiesen hat. Zuzug nach Adlershof ist fernzuhalten. Die Agitationskommisfion der Schuhmacher für Brandenburg. DeuUcKes Reich. Die Lohnbewegung in der Papierbrauche zu Dresden hat den Arbeitern und Arbeiterinnen schon erhebliche Vorteile gebracht. Etwa 000 von ihnen arbeiten zu neuen Bedingungen, zirka 800 stehen noch im Streik. In den Buchbindereien dürste diele Woche die Arbeit lvicder aufgenommen werden. Die Innung hat 9>/z stiindige Arbeitszeit zugestanden bei 21 M. Lohn, für Ansgelernre 19 M. Arbeiterinnen erhalten nach zlveijähriger Berufstätigkeit 25 Pf. Stundenlohn. Die diese Löhne bereits haben, 5 Proz. Zu- schlag, für Ileberstimden 25 Proz. Zuschlag usw. Die Buch- und Steindruckereibesitzer haben sich dem angeschlossen. In der Kartonnagcnbranche stehen»och drei größere Betriebe im Ausstand: Steinmüller, Reumann u. Ko. und Dessau n. Ko. Neumann u. Ko. hat die Gepflogenheit, ihre Kataloge fiir Kottillonartikel auch an alle Arbeiterveremigungen zu senden. Herr Druckereibesitzer Päßler hat seinen Buchbindern gedroht, daß er sie wegen Hausfriedens- bruchs anzeigen werde, wenn sie sein Grundstück zu betreten wagen. In der Luxuskartenfabrik von S ü ß in Mügeln beklagen sich die Ausständigen, daß die Buchdrucker nicht nur Streitbrecherinnen anlernen, sondern auch anstelle der Ausständigen anlegen. Die Steindrucker der Firma dagegen sind mit in den Ausstand getreten. Bei Trips u. Ritz haben sowohl die Steindruckcr wie die Buch- drucker die Arbeit niedergelegt, als ihnen zugemutet wurde, Streik- brecherinnen anzulernen. Husland. Die Steinhaueraussperrung in Bohuslän. Da es vorläufig nicht möglich erscheint, auf annehmbarer Grundlage eine Einigung mit den Unternehmern zu erzielen, ist der schwedische Steinhanerverband dazu übergegangen, seine ausgesperrten Mitglieder in sehr großem Maßstabe in den eigenen Steinbrüchen des Verbandes arbeiten zu lassen. Das gefällt den Unternehmern selbst- verständlich nicht und sie geben sich nun alle Mühe, den Arbeitern den eigenen Betrieb unmöglich zu machen. An einzelnen Orten haben sie eS dahin gebracht, daß den Arbeitern die au der See ge- legenen Lagerplätze verweigert werden. In der vorigen Woche hatte der schwedische Steinhanerverband einen Vertreter nach Deutsch- land gesandt, uni hier Aufträge auf Steinlieferungen entgegen- chmen. Er hatte auch Erfolg und es zeigte sich, daß es mit der ) frage keineswegs so ungünstig bestellt ist, wie die Unternehmer in Bohuslän behaupten. Der Vertreter des Verbandes wurde aber von einem Abgesandten der Unternehmer verfolgt, der ihn durch die Drohung, daß eine Aussperrung, wie man sie noch nie gesehen habe, vorgenommen werden sollte, ja sogar durch persönliche Drohungen von der Annahme direkter Bestellungen für die Arbeiter abzuhalten suchte. Selbstverständlich hatten die Drohungen keinen Erfolg. Wie nach Schweden berichtet wurde, herrscht in Bremen unter den Steinsetzern wegen Mangel an Zufuhr von Pflastersteinen große Arbeitslosigkeit, in Hamburg derselben Ursache wegen teilweise Arbeitslosigkeit. An mehreren anderen Orten Deutsch- landS wird große Arbeitslosigkeit unter den Steinsetzern eintreten, wenn die Steinhaueraussperrung in BohnSlän noch länger fortdauert. Der Straßenbahncr-Streik in Norrköping. Am Montag ist es in Norrköping wiederum zu großen Straßendemonsttationen gegen die Streikbrecher, durch die der Betrieb aufrechterhalten wird, gekommen. Dabei sind wieder mehrere Personen sisttert worden. Auch wird mitgeteilt, daß ein Polizeikommissar mit einem Stein geworfen wurde und vom Pferde stürzte. Versammlungen. Eine Mitgliederversammlung des Verbandes der Schneider und Schneiderinnen(Filiale Berlin) tagte am 20. Oktober im Apollo- Saal. In derselben standen ausschließlich nur Organisations- angelegenheiten auf der Tagesordnung. Den Bericht der Branden- burger Agitationskommission, an den sich eine Diskussion nicht schloß, gab T ä t e r o w. Gewählt wurden in diese Kommission S a b a t h, Knoop und Gebauer. Hierauf gab der Kassierer Ketsch den Kassenbericht vom dritten Quartal. öS betrugen die Einnahmen für die Hauptkasse 8891,53 M., denen eine Ausgabe von 3387,54 M. gegenüberstand. Unter den Ausgaben befinden sich an Rciseunter- stützuna 113,30 M., Krankcnunterstützung 1818,53 M., an Prozenten der Filiale verblieben 2175,71 M., an die Hauptkasse abgeliefert 4475 M. Die Lokalkasse hatte inklusive eines Bestandes von 8210,74 Mark eine GesamteinnaHme von 13 857,50 M. zu verzeichnen, die Ausgaben betrugen 4057,50 M., bleibt für das vierte Quartal ein Bestand von 9530,23 M. Dem Kassierer wurde einstimmig Ent- lastung erteilt. Die Ergänzungen zum Jahresbericht, der den Mit- gliedern bereits gedruckt vorlag, gab Ritter. Die Gesamt- einnahmen und-Ausgaben für das Geschäftsjahr bilanzieren in Höhe von 63 319.80 M.. davon Zentralkasse 35 471.31 M.. Lokalkasse 27 848,49 M. ES fanden im ganzen 40 Versammlungen statt, davon 26 öffentliche und 14 Mitgliederversammlungen. Längere AuS- führungen machte der Redner über die Bureauverhältnisse der Organisation. Das bisher bestandene Verhältnis, daß Freie Hülfs- kasse und Verband in einem Raum ihre Geschäfte abwickelten, sei, ganz abgesehen von der in den letzten Jahren erfolgten Mitglieder- zunähme beider Vereinigungen, auch aus mannigfachen anderen Gründen auf die Dauer unhaltbar. Die Ortsverwaltung schlage deshalb eine vorläufige Trennung vor. Ein Antrag, der die Orts» Verwaltung autorisiert, in dieser Sache baldmöglichst Schritte zu unternehmen, fand nach eingehender Diskussion gegen zwei Stimmen Annahme, ebenfalls ein Antrag, der Gesellschaft„GcwerkschaftShaus" als zweiten Geschäftsanteil 4500 M. aus der Lokallasse zu über- weisen. Ferner wurden angenommen ein Antrag, wonach daS Gehalt des Beitragsammlers dein der übrigen Bureau-Angestellten gleichgestellt wird, sowie, daß die Angestellten verpflichtet sind, der Unterstützungsgcnossenschaft beizutreten und die Hälfte der hieraus entstehenden Kosten von der Lotalkasse getragen wird. Die Wahlen zur Ortsverwaltung hatten folgendes Ergebnis: Ritter Bevoll- mächtigtcr, K o t s ch Kassierer, May Schriftführer; Beisitzer K a u t h und Knoop; Revisoren Fräulein Grünberg, Roloff und Guttek. Die bisherigem Angestellten Ritter, Kotsch und Knoop wurden einstimmig wiedergewählt. Hierauf fanden die Wahlen zu den Kommissionen der einzelnen Branchen statt. Nach längerer Debatte fand ein Antrag der Ortsvcrwaltung, das Mitglied Richard W i ch m a n n wegen Verfehlungen in der politischen Organisation auS dem Verbände auszuschließen,' einstimmige An- nähme. Der Berein zur Wahrung der Interessen der Maurer hielt am Sonntag in Dräsels Saal seine Generalversammlung ab. Nach dem Bericht des Kassierers Kaufmann wurden im letzten Quartal inkl. Bestand vereinnahmt 99 138,92 M., dagegen verausgabt 34 604,97 M., so daß ein Vermögen von 64 583,95 M. verbleibt. In den Ausgaben figuriert eine Summe von 26 895 M. zur Unterstützung des Königsberger Manrerstreiks. Ein Guthaben von zirka 5000 M.. das der Verein immer noch aus dem früheren Umlageverfahren her beider Geschäftskommission der freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften hatte, wurde mit Ein» Verständnis der Versammlung endgültig gestrichen. Sodann beschloß die Versammlung, vom 1. März 1905 an eine Erhöhung der MaßregelungSunterstützung von drei auf vier Mark pro Tag eintreten zu lassen. Seme Begründung fand dieser Beschluß in der wirtschaftlichen Schädigung der Gemaßregelten gegenüber den Arbeitenden bei den gegenwärtigen Löhnen.— Als Revisor wurde Hertel gewählt. Em Mitglied mußte wegen Akkordmauerns ausgeschlossen werden. Das Andenken der verstorbenen Mitglieder Krüger. Urlaub und Becker wurde in üblicher Weise geehrt._ Letzte Nachrichten und Depefchen. Vom südwestafrikanischen Kriegsschauplatz. Berlin, 2. November. General v. Trotha meldet aus Windhuk unter dem 2. November: Die 2. Kompagnie des Regiments 1 ist am 1. November auf Nehoboth abgerückt, eine halbe Gebirgsbatterie folgt heute dorthin. Die 4. und 5. Kompagnie des Regiments 2 mit IVa Batterien treffen voraussichtlich am 8. November hier ein. Die. 7. Kompagnie des 2. Regiments muß schon in.Hoachanas sein. Berlin, 2. November.(W. T. B.) Ein aus Kapstadt ein» gegangenes Telegramm von heut: mittag besagt: Nach einer Meldung des BczirkSrichtcrs Forkel in Kcctmannshoov sind die Maltahöhcr Huwitz, Herrmann und Semper gerettet, Bahe gerettet, Beck, Skcrlow, Kaempfer, Bake, Prenzlow, Bergcr, Wildot, Kaese, Otto und Frauen verschont geblieben. Berlin, 2. November. General von Trotha meldet aus Windhuk von heute: Durch eine Patrouille von 20 Mann wurden am 30. Oktober von Gochas abgeholt: Frau Missionar Berger, Frau Hilschcr, Fräulein Wiprecht und nach Gibcon gebracht. Die Patrouille hatte ein drei Stunden langes Gefecht mit Gochas- Hottentotten, die in der Richtung Rietmont auswichen. Diesseits keinerlei Verluste, feindliche unbekannt. Gochas-Hottentotten an- scheinend noch in eigenem Lande, sollen aber Vereinigung mit Witbois in Rietmont beabsichtigen. Von Packrim Feind wieder zurückgezogen, am Fischfluß zahlreiche Witbois. Namen der in GochaS ermordeten Weißen werden noch festgestellt. Grubenunglück. Frankfurt a. M., 2. November. Wie die„Frankfurter Zettung" ans New Dork meldet, sind im Bergwerk Auchinloß. unwett Mikes- Barre(Pennsylvanien) 18 Bergleute mit dem Förderkorb in die Tiefe gestürzt und sämtlich umgekommen. Zum englisth-rnssischen Konflikt. London, 2. November. DaS„Reutersche Bureau" erfährt, daß die Unterhandlungen zwischen der englischen und der russischen Regierung bezüglich der Ernennung der internationalen Kommission zur Uittersuchimg des Vorfalles in der Nordsee fortschreitet. Es verlautet, bei der Audienz, die der britische Botschafter in Petersburg Sonntag beim Kaiser Nikolaus hatte, und in der gestrigen Audienz des russischen Botschafters beim König Eduard, hätten beide Herrscher ihre Befriedigung über das Vor» handensein der Aussicht auf friedliche Beilegung des Streitfalles ausgedrückt. Der Vorschlag, daß Rußland und England durch je einen hohen Marine-Offizier und einen bedeutenden Rcchtsgelehrten vertreten sein sollen und der Kommission auch Marine-Offiziere neuttaler Mächte angehören sollen, scheine des Beifalls beider Parteien sicher zu sein. Was den Ort des Zusammentritts der Kommission angeht, so ziehe England Paris oder einen anderen französischen Hafen vor, während Rußland mehr für den Haag sei; diese Angelegenheit werde aber zweifellos ohne bestimmte Schwierigkeiten geregelt werden. Es seien aber andere wichttge Punkte vorhanden, die sorgfälttge Erwägung forden,, so der, daß einige Zeit verstteichen dürste, ehe das Uebereinkommen betreffend die Einsetzung der internattonalen Untersuchungskommission durch Unterschrist und Siegel abgeschlossen ist. Es dürsten aller Wahrscheinlichkeit nach die Schiffe des Balttschen Geschwaders, bis die Kommission ihre Ent- scheidung fällen kann. Taufende von Meilen vom Schauplatz des Vorfalls entfernt sein. Hull, 2. November.(W. T. B.) Die Untersuchung, des Leichen- schaugcrichtö bezüglich der Opfer des Zwischenfalles in der Nordsee ist heute abgeschlossen worden. Die Jury gab dem Antrag des Regierungsvertreters gemäß ihre Entscheidung dahin ab, daß die betreffenden Leute durch Geschosse getötet worden seien, die ohne vorgehende Ankündigung von gewissen Kriegsschiffen abgefeuert worden seien. Die Jury äußerte den Wunsch, ihrer Gengutuung über die Bemühungen der beiden Regierungen Ausdruck zu geben, in zufriedenstellender Weise diese Angelegenheit zu beenden, die ohne Beispiel in der Weltgeschichte da stehe und drückte schließlich ihre Teilnahme für die Verwundeten und deren Angehörige aus. Vom ostassatischen Kriegsschauplatz. Tokio, 2. November.(W. T. B.) Der amtliche Bericht über die Kämpfe vor Port Arthur im Oktober hebt noch hervor, daß Russen, die am 18. Oktober gefangen genommen wurden, aussagten, das Schicksal von Port Arthur müsse sich bald entscheiden.� Die Lebens. mittel seien ungenügend und die russischen Streitkräfte numerisch sehr vermindert. General Stösscl habe Gcldbelohnungen und Medaillen für 400 Freiwillige ausgesetzt, welche einen Ausfall machen und japanische Geschütze zerstören würden. London, 2. November. Dem„Reuterschcn Bureau" wird aus dem Hauptquartier des General Oku über Fusan von gestern gemeldet, in der Stellung bei der Armee ist keine erhebliche Aen» dcrung eingetreten. Am Sonntag griffen russische Infanterie. abtcilungcn und donische Kosaken die japanische Kavallerie auf dem äußersten linken Flügel längs de? Hunho an, wurden aber mit Verlust von 20 Toten zurückgeschlagen. Die Linie der japanischen Truppen zieht sich jetzt am Ufer des Schaho hin bis auf den linken Flügel, der den Fluß überschritten hat. Vcrcnittv.Retnkl.! Paul Büttner, Berlin. Jnjerntevcranlw.(mit Ausnahme der. Neue Weltt-Beilagej-TH.Glocke, Berlin Druck„Verlag: Vorwärts Bnchdc.«.Berlag�anfi. Paul Singer s: Co., Berlin 13 IV. Hierzu �Beilagen n.ll»terh»ltnn>«pt, Nr. 259. 21. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bonnerstag, 3. November 1904. Abgeordnetenbaus. Grund der Stenogramme zu bilden. Ich habe darauf hingewiesen, Was in Oberschlesien von katholischen Geistlichen in dieser Be daß die Richter in den mündlichen Verhandlungen einen anderen ziehung geschehen ist, übertrifft alle Grenzen. Der Geistliche Maßstab für die Beurteilung der Vorgänge gewinnen. Ich habe mich Dr. Stephan spricht sich in seinem Buche: Der Beuthener ausdrücklich bereit erklärt, gegen die Uebergriffe von Beamten Prozeß im Lichte der Wahrheit" mit 95. Sizung vom Mittwoch, den 2. November 1904, jederzeit einzuschreiten. Ich habe die Bergwerksdirektion beauftragt, babin aus, daß es erlaubt sei, von der Kanzel herab zu erklären, es föstlicher Naivität vormittags 11 Uhr. Am Ministertische: Frhr. v. Rheinbaben, Möller. Als Schriftführer wird an Stelle des Abg. Eckert( ft.) Abg. Biered( ff.) gewählt. Es folgt die erſte und zweite Beratung des Entwurfs betreffend die Inkraftsegung einer anderweitigen Klasseneinteilung für Gewährung von Wohnungsgeldzuschüssen an die unmittelbaren Staatsbeamten. („ Servisgesetz".) Das Gefeß, das nur einen Paragraphen enthält, ist dazu be= stimmt, den preußischen Staatsbeamten die Vergünstigung, die das am 6. Juni d. J. publizierte Reichsgesetz über den Servistarif und die Klaffeneinteilung der Orte durch Erhöhung der Servisklassen für eine größere Anzahl von Ortschaften gewährt, schon vom 1. April 1904 ab, ebenso wie den Reichsbeamten zuteil werden zu lassen. Damit schließt die erste Beratung. Die zweite Beratung wird auf Antrag Kirsch( 3.) von der Tagesordnung abgesetzt. Danach wird die Besprechung der Interpellation Mare( 3) Wahlbeeinflussungen im Saarrevier über die fortgesetzt. Abg. Dr. Wiemer( frs. Vp.): das Verhalten solcher Beamten auf das ernstlichste zu mißbilligen sei Sünde, wenn jemand einen Konservativen oder Nationalliberalen und im Wiederholungsfalle weitere Schritte zu ergreifen. Der Abg. wählt, denn das geschehe auch in anderen Diözesen als in den oberMarg hat neulich gemeint, ein Steiger, welcher sich Wahlbeeinflussungen schlesischen, das hätten die Bischöfe zum Teil vorgeschrieben und die habe zuschulden kommen lassen, sei befördert worden. Das ist Moralphilosophen für durchaus erlaubt bezeichnet. Man geht dort nicht der Fall, der Betreffende ist von Saarbrücken fortgebracht so weit, daß man einen Katholiken vom Sakrament ausschließen worden, und zwar aushülfsweise nach Dortmund. Die Schluß- will, weil er im Hause eines radikalen Polen verkehrt. Kehren Sie folgerungen des Abg. Mary waren also falsch. ( zum Zentrum) erst vor Ihrer eigenen Tür, werden Sie erst in Bezug auf die Wahlbeeinflussungen sittlicher, und dann erheben Sie Abg. Fuchs( 8.): Ich glaube, diese Feststellungen genügen. Es war bei den Wahlen für die Beamten und Bergarbeiter unmöglich, frei und nach ihrer Ueberzeugung zu stimmen. Nichts muß eben mehr er bittern als das Gefühl der Unfreiheit, als das Gefühl, daß einem Unrecht geschieht. Und nichts wird dagegen unternommen. Der Hauptschuldige Hilger ist noch immer im Amt. Ich habe nicht gehört, daß ihm der Minisser auch nur einen leisen Tadel erteilt hätte. Er scheint nach wie vor ihm sein Vertrauen zu schenken. Und doch sollte hier im eigensten Interesse des Staates mit eiserner Hand eingegriffen und Ordnung und Recht geschaffen werden.( Bravo! im Zentrum.) Abg. Dasbach( 8.): Abg. Marg( 8.): Auch diesmal bietet sich uns wieder dasselbe Bild, wie im Zentrums und eines Teiles der Linken angenommen. Die Abgg. Ein Schlußantrag v. Zedlik wird gegen die Stimmen des Dasbach( 3.) und Fuchs( 8.) sezen sich mit dem Abg. Dr. Friedberg ( natt.) über den Wortlaut ihrer Aeußerungen auseinander. Damit ist diese Angelegenheit erledigt. Es folgt die zweite Beratung des Gesezentwurfes betreffend bie Kosten der Prüfung und leberwachung von elektrischen Anlagen, Dampffäffern, Aufzügen und anderen gefährlichen Einrichtungen. Hierauf vertagt sich das Haus. Nächste Sizung: Donnerstag 11 Uhr.( Kleine Vorlagen, Initiative anträge, Petitionen.) Schluß 4 Uhr. Partei- Nachrichten. Bestrafte Ehrenhaftigkeit. Ich möchte vom Minister Aufklärung haben, ob er gegen die Ich möchte vom Miniſter Aufklärung haben, ob er gegen die Vorwürfe gegen uns.( Beifall bei den Nationalliberalen.) nationalliberale Wahlagitation der Beamten im Saarrevier Protest eingelegt hat. Hat er das nicht getan, so stellt sich die Staatsregierung ohne Protest in den Dienit einer Partei. Das muß vor Februar. Sprechen wir von den Mißständen an der Saar, so ant dem ganzen Lande festgenagelt werden. Es war die Aufgabe des wortet uns Herr Dr. Friedberg: Oberschlesien. Behaupten wir, daß In der ersten Beratung geht Abg. Kirsch( 3.) auf die Be- Nationalliberalen stimmte, nicht Gefahr läuft, fein Brot zu find, so erwidert er, indem er von den Verfehlungen einzelner Handelsministers dafür zu sorgen, daß derjenige, der gegen die Staatsbeamte über die Grenzen ihrer Befugnisse hinausgegangen strebungen ein, in der Frage des Servistarifes gleichartige Verberlieren. Ich habe hältnisse im Reiche und in Preußen herzustellen und kündigt einen nicht gehört, daß der Minister Priester und den Fehlern der Dasbach- Bresse spricht. Aber wir dem Bergwerksdirektor auch nur einen folchen Antrag für die zweite Lesung an, die er zu verschieben Verweis gegeben haben es hier im preußischen Parlament nicht mit einem Urteil über bittet. hat. Die bei Auffassung war den Bergarbeitern bor den Kollegen Dasbach und die oberschlesischen Priester zu tun, Jeden handen, daß derjenige, welcher nicht nationalliberal wählte, sondern mit der Aufsicht über die preußischen Beamten. Abg. Eickhoff( frf. Vp.) tritt diesem Wunsche bei. Der gegen geschädigt werde, das geht aus der Aeußerung hervor: Wer nicht falls hat die Debatte manches Erfreuliche gezeitigt. Vor allem, wärtige Zustand, der durch diesen Entwurf nur für einen gerade mit tut, der fliegt! In diesem Ausspruch eines Beamten liegt daß alle Barteien jede Wahlkontrolle und jede Wahlbeeinflussung vorliegenden Fall geändert werden soll, bevorzugt die Offiziere vor den Beamten, da Aenderungen im Servistarif stets sofort, Aende- mindestens eine Förderung der Wahl. Es ist konstatiert, daß sich in aufs tiefste verdammen. Ich hoffe, daß sie diese Grundsätze ebenso rungen im Wohnungsgeldzuschusse dagegen erst mit dem Viertel- Preußen ein Gericht gefunden hat, welches offen die Wahlbeeinflussung frisch und kräftig in ihrem Wahlkreise bei der nächsten Wahl ver jahr in Kraft treten, das der Veröffentlichung des betreffenden Ent- feitens der vorgesetzten Behörde als zulässig erklärt hat, daß sich ein treten werden. Ich spreche weiter meine Freude darüber aus, daß wurfes folgt. Staatsanwalt gefunden hat, der sich zum Auwalt einer Partei er- der Minister gegen dieses Ueberwachungssystem die schärfsten VerMinister v. Rheinbaben glaubt, daß die Regierung, wenn das niedrigt hat.( Große Unruhe bei den Nationalliberalen. Rufe: Wo fügungen erlassen hat. Ich tomme damit auf meine Ausführungen steht das? Haus eine Erweiterung des Entwurfes vornehme, darauf werde ein- wurde ganz schamlos ausgeübt. Nach der eidlichen Erklärung eines über den Inhalt der Krämerschen Flugblätter sprechen, nicht bie Das ist unerhört!) Die Kontrolle bei den Wahlen und die dagegen erhobenen Einwände zurück. Wir wollen hier nicht gehen müssen. Bürgermeisters ist entsprechende Mitteilung darüber den Behörden stimmen, ob ein Recht vorlag, den Mann zu verurteilen; ich mag die Flugblätter hier gar nicht verteidigen, ich halte ihren Inhalt für gemacht worden. durchaus unrichtig und verfehlt. Wir stüßen uns nur auf die Zeugenaussagen, die ich hier durchaus objektiv wiedergegeben habe. Man hat hier einzelne Fälle vorgeführt, in denen sich die erhobenen Vorwürfe nicht als richtig erwiesen haben. Aber von all' diesen Fällen habe ich teinen einzigen hier vorgetragen. Da Sie es aber wünschen, so werde ich Ihnen einige Fälle vortragen, die nicht widers legt werden können. Redner schildert dann eine größere Anzahl Ich will auf die sozialen Verhältnisse im Saarrevier nicht einvon einzelnen Fällen. Den Fall Pauli habe das Gericht nur gehen; ich kann anerkennen, daß in dieser Beziehung die Verwaltung deshalb nicht erwähnt, weil er sich vor 1900 ereignet habe. Im Falle manches Gute im Saarrebier geleistet hat. Aber bei dieser InterConrad und einem Dugend anderer Fälle lassen sich den belastenden pellation handelt es sich um die Frage des Wahlrechts. Die einAussagen überhaupt keine entlastenden entgegenstellen. Die Pfarrer zelnen bei den lezten Wahlen vorgekommenen Unregelmäßigkeiten Didier und Stephan sind nicht Vertreter der Zentrumspartei. Wenn fönnen die Wahlprüfungs- Kommissionen erörtern, wir haben uns In vielen Fällen sind in der Gerichtsverhandlung Beeinflussungen sie zu weit gegangen sind, müssen wir sie verurteilen. Aber das hier nur zu fragen: Haben die Beamten der Werkverwaltung sich als amtliche Handlungen angesehen worden und Beugenaussagen eine möchte ich doch feststellen: daß Pfarrer Didier niemals wegen unzulässige Eingriffe in die Rechtssphäre der Arbeiter gestattet? Jch brauche nicht auf die Frage einzugehen, ob auch von seiten des find unterblieben, weil die Erlaubnis zur Aussage von der vor der politischen Abstimmung die Sterbesakramente, sondern nur Man wirft uns Sentrums gefündigt worden ist, ich jete das als selbstverständlich gesetzten Behörde nicht vorlag. So ist in dem Prozeß bei weitem die Beichte zu verweigern gedroht hat. daß wir diese unangenehmen Grörterungen herbeivoraus. Aber die Sympathie für die eine oder andere Partei möge worden. Wirkliche Klarheit könnte nur eine parlamentarische Unter- führen. nicht das gesamte Material über die Wahlbeeinflussungen beigebracht vor, Aber wenn gestohlen worden ist, so stört doch nicht hier dahinter zurücstehen, daß Recht und Gesetz gewahrt wird. Der Minister sagte, für unser Urteil dürfte nur das Gerichtsurteil maß- uchungskommission bringen, die sämtliche Zeugen vernehmen müßte. der die öffentliche Ordnung, der: Haltet den Dieb! ruft.( Sehr gebend sein. Aber einmal ist das Erkenntnis im Krämer- Prozeß Ich begnüge mich mit dieser Anregung. Redner sucht im weiteren gut! im Zentrum.) nachzuweisen, daß nicht Parteiverheßung, wie der Minister behauptet, noch nicht rechtsfräftig das Beweisthema des Prozesses war nach sondern die tatsächlichen Wißstände die Unzufriedenheit im Saarrevier Beit und Gegenstand beschränkt andererseits liegen doch schon verschulden, und daß im besonderen die sogenannte Dasbachpreise, frühere Erkenntnisse vor. Redner hat In einem dieser früheren Gerichtsurteile gegen den Redakteur so lange es nur ging, zum Frieden gemahnt habe. Lehnen vom 31. Oftober 1902 wird ausdrücklich anerkannt, daß durch drei Reden seinerzeit einen Streit im Saarrevier verhindert. Aber gegen die schamlofen Wahlbeeinflussungen mußte Front gemacht einzelne Beamte ihren Arbeitern ungehörige Vorhaltungen gemacht, unter mißbräuchlicher Benuzung ihrer Befugnisse diese an Lohn und werden. So ist es vorgekommen, daß an einem Wahltage die WahlErwerb geschädigt haben. Das legte Urteil hat eine mildere Auf- zettel brei, bier, fünfmal anders gefaltet wurden und daß dem Wahlvorsteher regelmäßig ein Muster der neuen Faltung vorgelegt fassung, aber ob diese berechtigt ist, ist doch eine andere Sache. Es wurde.( hört! hört!) Die Wahllofale waren 1903 von Steigern und stützt sich darauf, daß der Nachweis eines Systems" nicht erbracht Obersteigern gefüllt, die die Wähler bei der Stimmabgabe beobachteten. ist, sagt aber nicht, wie viel Fälle zu einem System erforderlich find. Wie kommt es, daß die Steiger und Obersteiger ihre Arbeit so in Schließlich erhalten in einem Wahlkreise, wenn einzelne Fälle Stich lassen durften? Die Wähler hatten den Eindruck, daß sie ganz diefer Art bekannt werden, leicht alle Arbeiter den Ein- im Banne ihrer Vorgesetzten ständen. Redner verliest darüber druck, daß sie nicht frei wählen dürften. Schon darum mehrere Zeugenaussagen. Unter den Bergleuten, die der Zentrumsfollte man auch gegen einzelne Fälle einschreiten. Ebenso steht es mit dem Koalitionsrecht der in Staatsbetrieben beschäftigten partei angehören, hat eine gewisse Erbitterung Plak gegriffen, die Arbeiter. Die Verwaltung bestreitet nicht, den Besuch bestimmter durchaus nicht fünstlich gemacht ist. Aber den 30'000 Anhängern der Zentrumspartei im Saarrevier hat Geheimrat Hilger Mangel an Unferem Parteigenossen Bruno Schumann in Biele Bersammlungen verboten und Arbeiter, die sie trotzdem besuchten, nationalem Gefühl" vorgeworfen. Das mußte erbittern. Die Wahl des feld, der dort Stadtverordneter ist, waren in dieser Eigenschaft gemaßregelt zu haben. Sie bestreitet nicht, daß die Staatsarbeiter das Koalitionsrecht haben, aber der Bergrat meint, es müsse sich ja Abg. Bolt ist kassiert worden aus dem Grunde, weil im„ Bergwerks- Mitteilungen über einen Polizeikommissar gemacht worden, von freund", dem amtlichen Blatt der Bergwerksverwaltung, eine denen er im Stadtverordneten- Kollegium Gebrauch machte. In nicht immer gegen die Arbeitgeber richten, er handle mur in Empfehlung des Herrn Bolt veröffentlicht worden war. Der einem daraufhin eingeleiteten Verfahren gegen Unbekannt soll gerechtester Abwehr gegen die Sozialdemokratie. Das ist Auffassungs- Abg. Dr. Nöchling meinte neulich, wir sollten den Streit unterlassen Schumann gezwungen werden, Zeugnis abzulegen. Schumann er fache und entschuldigt Eingriffe in das Koalitionsrecht nicht. Wir und lieber gemeinsam wirtschaftliche Arbeiten erledigen. Damit flärte dem untersuchungsrichter, daß er es für unehrenhaft halte, in find prinzipielle Freunde der Koalitionsfreiheit und können nicht darein willigen, daß sie mit oder ohne Vorwand beschränkt wird. find meine politischen Freunde einverstanden. Es wäre aber vor allem solchem Falle seine Gewährsmänner zu nennen. Trotzdem wurde ( Sehr richtig! lints.) Daß der Minister von tadelnden Verfügungen notwendig, eine Reform des Wahlverfahrens vorzunehmen. Im er wegen Zeugnisverweigerung in eine Geldstrafe von 100 M. gesprach, die er erlassen hätte, ist ja schon der Beweis dafür, daß Wahllokal und vor demselben sollten überhaupt feine Wahlzettel nommen. verteilt werden. Ferner müßte der Wähler im Wahllokal seine Zadelnswertes vorgekommen ist. Auch im Krämer- Prozeß ist, was mir genügend erscheint, zugegeben worden, daß Steiger die Ab- Stimme vollständig verdeckt von einer Gardine abgeben. Dann stimmung der Bergleute überwacht haben, daß Arbeiter wegen ihrer find solche Beinflussungen, wie sie vorgekommen sind, unmöglich. mutmaßlichen Abstimmung in die Rotte verlegt worden find usw. Oberberghauptmann v. Velsen Wiederholt ist auf den Spruch verwiesen worden:" Weß Brot ich esse, des Lied ich singe!" Man scheint sich dort gar nicht mehr bewußt zu sein, welch' schweres Unrecht man mit der Anwendung dieses Wortes auf die politischen Wahlen begeht.( Sehr wahr lints.) Nun ziehen wir bei der Beurteilung allerdings in Betracht, daß dergleichen nicht nur im Saarrevier vorkommt. Wir haben manches Mal Beschwerde darüber zu führen, daß die Wahlfreiheit von Beamten gegenüber ihren Untergebenen nicht gewahrt wird. Auch in meinem Wahlkreise zum Beispiel ist bei der letzten Wahl Der Abg. Mary hatte ausdrücklich anerkannt, daß allen Beamten die Neigung hervorgetreten, die Beamten zur Unterstügung der gestattet war, vor Gericht auszusagen, und die Abgg. Marg und rechtsstehenden Parteien zu beeinflussen. Darum habe ich mich be- Bachem sind doch wohl kompetentere Beurteiler der Objektivität des sonders darüber gefreut, daß auch der Abg. Röchling für die national- Gerichtsverfahrens als der Abg. Dasbach. Wollen Sie, Herr Dasliberale Partei energisch dagegen Einspruch erhoben hat, daß bach, daß sich nur katholische Geistliche im Wahllokal aufhalten und Beamten ihre Amtsgewalt zu Wahlbeeinflussungen mißbrauchen. diejenigen, als deren Chef Sie proflamiert find?( Heiterfeit.) Der Nun meinte der Staatsanwalt im Krämer- Prozeß, eine Beobachtung Wahrheitsbeweis des Abg. Dasbach ist mißglückt, und das wird man bei der Wahl durch die vorgesetzten Beamten fönne nicht als dirett zugeben: ein unschuldsvoller Engel und ein leidenschaftsloser Mensch ist nzulässige Handlung bezeichnet werden.( hört! hört! links.) Die Herr Dasbach nicht, das geht aus seinen Aeußerungen in der Bresse Bergwerksverwaltung müßte wie jeder Industrielle das Recht haben, hervor, in der er häßlich gegen die Bergwerksdirektion in Saa sich über die politische Gesinnung ihrer Bergleute zu informieren. brücken polemisiert hat, er hat dadurch zu einer starken konfessionellen Graf Bülow hat neulich erklärt, in keinem Falle werde der Rechts- Verhegung beigetragen. Redner verliest mehrere Ausschnitte aus der boden verlassen werden. Hoffentlich wird er auch hier dafür sorgen, Dasbachpresse, worin u. a. gefagt wird, die Dasbachpresse sei im daß das Wahlrecht und die Wahlfreiheit, wie sie verfassungsmäßig Saarrevier die einzige, welche für Recht und Gerechtigkeit eintrete und gewährleistet find, nicht verkümmert werden.( Sehr gut! links.) Den sich der gefnechteten Arbeiter annehme. Ich überlasse es Ihrer Beurteilung, besten Boden für die Sozialdemokratie bieten bestehende Un- ob der Abg. Dasbach moralisch das Recht hat, sich als einen Mann des gerechtigkeiten. Nun meinte ungefähr wie einige Redner bei unserer Friedens hinzustellen, während er die schwerste Schuld daran trägt, jüngsten Debatte über diesen Gegenstand ein sozialdemokratisches daß die Verhältnisse im Saarrevier sich so zugespitzt haben.( Sehr Blatt, dieser Prozeß Krämer müßte hier gründlich erörtert werden, richtig! bei den Nationalliberalen.) Der Abg. Dasbach hat wie der um zu zeigen, wie die politischen Freiheiten im Gegenwartsstaat bg. Marg ganz einseitig sich auf die Zeugen der einen Partei gebeschaffen feien. Nun glaube ich ja, daß die Sozialdemokratie auch fügt. Das Gericht kann nur aus der mündlichen Verhandlung den in ihren eigenen Kreisen Beispiele für Mangel an Wahl- Eindruck gewinnen, ob jemand glaubwürdig ist oder nicht. Mit wem freiheit hat. Aber ich bin auch überzeugt, daß ihrer Agitation aber soll die Regierung im Saarrebier gehen? Mit der Sozialdemokratie? mit diesen Zuständen nur dann entgegengewirkt werden kann, Das wird das Zentrum nicht wünschen. Oder mit der Zentrumswenn fie rückhaltlos besprochen und wirklich gebessert werden. Ich partei, welche der Regierung so angenehme Leute, wie die Herren schließe mit der Hoffnung, daß die Regierung auch aus Anlaß dieser Dasbach und Fuchs auf dem Präsentierteller darbietet? Nein, von Berein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Sonntag, Erörterungen Sorge dafür tragen wird, daß die gesetzlichen Be- bürgerlichen Parteien bleibt der Regierung dort nur die nationalstimmungen auch im Saarrebier genau beachtet werden; ich hoffe, liberale, mit der fie gehen kann.( Widerspruch im Zentrum.) Ich den 6. November, abends 6 Uhr, in den Arminhallen: Geselliges daß fie den ihr unterstellten Beamten überall flar machen wird, daß frage die Zentrumspartei, ob sie eine solche Beleidigung, wie Beiſammenſein mit Gesangs- und Rezitationsvorträgen und darauffolgendem Tanz. Wir ersuchen unsere Mitglieder und Gäste, recht dem Sinne nach der Abgeordnete Fuchs gegen ein fie Respekt haben müssen vor den staatsbürgerlichen Rechten, den sie dem Der Vorstand. Heberzeugungen anderer und daß der Grundsay der Verfassung: preußisches Gericht ausgesprochen hat, zulassen will?( Bustimmung zahlreich zu demselben zu erscheinen. Für Tempelhof- Mariendotf und Marienfelde findet DonnersGleiches Recht für alle auch für das Verhältnis von Arbeitern und bei den Nationalliberalen, Unruhe im Zentrum.) Herr Hilger ist ein braver patriotischer Mann, der für seine Arbeiter sorgt, und tag, den 3. November, abends 7% Uhr, eine Volksversammlung Beamten gilt.( Lebhafter Beifall links.) einen solchen Mann auf Wunsch des Herrn Fuchs uns abzuhalftern, für Frauen und Männer im Tempelhofer Tivoli", Berlinerstr. 50, so weit sind wir noch nicht.( Beifall bei den Nationalliberalen.) statt, in welcher Reichstags- Abgeordneter August Bebel einen Die politische Bedrückung ist zu verurteilen, aber noch schlimmer ist Vortrag über" Die Frau im Staat und in der Gesellschaft" halten die geistige Bedrückung, denn da handelt es sich um das Seelenheil. wird. Die Vorstände von Vereinen und Gewerkschaften werden erHandelsminister Möller: Ich habe in meinen neulichen Ausführungen davor gewarnt, fich ein Urteil über die ganzen Vorgänge durch Zeitungsartikel oder auf bestreitet, daß sich die Bergwerksdirektion Wahlbeeinflussungen habe zuschulden kommen lassen. Die Beamten seien ebenso Wähler wie die Arbeiter, und man tönne es den Beamten nicht verwehren. wenn sie ihre dienstfreien Stunden im Wahilokal sind. Gegen die Vorwürfe, welche gegen die Beamten der Bergwerksdirektoren erhoben feien, lege er entschieden Protest ein. Abg. Dr. Friedberg( natl.): Stehenden Fußes muß der Berichterstatter der SchleswigHolsteinischen Volkszeitung" im Stadtverordneten- Kollegium in Neustadt( Reg.-B. Schleswig) seine Tätigkeit ausüben. Gesuche bei dem Kollegium wie beim Magiftrat, ihm einen Stuhl zur Verfügung zu stellen, blieben unbeantwortet; es wird sogar geflissentlich dafür gesorgt, daß nicht etwa mal ein überzähliger Stuhl frei ist. Wir ralen dem Genoffen, sich für einige Groschen einen Feldstuhl zu kaufen und jedesmal zur Sigung mitzubringen. Das wird die Herren wohl zur Vernunft bringen. Parteipresse. Sein zehnjähriges Jubiläum feierte am 1. Robember das„ Voltsblatt für Harburg". Genoffe Dr. A. Winter soll, wie bürgerliche Blätter melden, auf Veranlassung der Stadt Beuthen D. Schl. in der Provinzial Irrenanstalt zu Rybnik untergebracht worden sein. Die gegen ihn noch schwebenden Strafverfahren sollen aus diesem Grunde bereits eingestellt worden sein. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Furcht vor der Wahrheit. Jm preußischen Abgeordnetenhause hat Minister Möller an " erkannt, daß die im Vorwärts- Verlage erschienene Broschüre Saarabien vor Gericht" eine zutreffende Darstellung des Prozeſſes Silger gegen Krämer gibt. Diese wahre Darstellung der Zustände im Saarrevier ist am Sonntag dort unter strengster Beobachtung der polizeilichen Vorschriften unentgeltlich verbreitet worden. Die Polizei des Reviers, die seit Wochen auf das Ereignis wartete, war aber mit Feuereifer dahinter her und tonfiszierte die Wahrheit in zahlreichen Fällen. Nicht weniger als 27 Protokolle wurden aufgenommen. Doch das hilft nun auch im Saarrebier nicht mehr. Die 28ahrheit läßt sich auch dort durch kein Polizeiprotokoll mehr unterdrücken. Aus der Frauenbewegung. fucht, Bersammlungen an diesem Tage nicht abzuhalten. Der eventuell eintretenden Polizeistunde wegen( 10 Uhr) wird die Versammlung pünktlich eröffnet. Der Verein für Frauen und Mädchen Schönebergs und Umgegend hält umstände halber seine nächste Mitgliederversammlung nicht Montag, den 14. November, sondern Montag, den 7. November, in Weimanns Klubhaus, Hauptstr. 5/6, ab. Herr Dr. Alfred Bernstein wird einen Vortrag über„ Die Kommune auf dem Gebiete der Gesundheitspflege" halten. Herren und Damen als Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Die Wahlrechtsbewegung der schwedischen Frauen hat sich in den letzten Jahren sehr stark entwickelt. Nachdem im Juni 1902 der Verein für politisches Frauenwahlrecht in Stockholm gegründet und dann eine große Anzahl von Vorträgen in verschiedenen Städten des Landes gehalten wurde, ist es nun soweit gekommen, daß in 30 Städten derartige Vereine bestehen, die mehr als 4000 Mitglieder umfassen. Selbst in Gellivare, im äußersten Norden Schwedens, besteht ein solcher Frauenwahlrechts- Verein. Die einzelnen Vereine haben sich im Jahre 1903 zu einer Landesbereinigung zusammengeschlossen, deren aus drei Mitgliedern bestehende Zentralleitung in Stocholm ihren Sitz hat. strebt sind. Wir alle folgen dem einen schönen Grundsak, unser Wild| dem Dienst gewachsene Leute als Kutscher der Sprengwagen engagiert zu hegen und zu pflegen, es weidmännisch zu jagen zu sehen. Diese Absicht konnte allein die Deputation schon um desund in ihm, dem Geschöpf, den Schöpfer zu ehren, willen nicht geleitet haben, weil sie diese auf Grund der derzeitigen Die erhebliche wie es in dem alten guten deutschen Jagdspruch steht. Auf das gültigen Vertragsbestimmungen durchsetzen kann. edle Weidwerk, auf alle edlen deutschen Weidmänner leere ich mein zu ersuchen, Unterlagen vorzubereiten, wie hoch die Kosten sich bePreissteigerung gab der Deputation Veranlassung, die Verwaltung Glas mit einem kräftigen Horridoh!" laufen würden, wenn die Bespannung, Bedienung und Unterhaltung Eines Kommentars bedarf diese Rede wohl nicht. Bemerkt sei der Sprengwagen in Berliner Tageblatt" folgende Episode von der nommen wird. en in städtische Verwaltung übernoch, daß das Denkmalsenthüllung erwähnt: Dem Arbeitspersonal sind in der Zeit vom 1. Oktober v. J. bis 1. Oktober d. J. 216 Arbeitstage, für die von der Direktion Urlaub erteilt war, entschädigt worden. Der dafür aufgewendete Betrag beträgt 1072 M. " Bei der Gruppe von Professor Baumbach gefielen dem Kaiser sehr die in die Augen der Steppenhunde eingesetzten Halbedels steine, die sorgsam ausgewählt, geschliffen und in Silber gefaßt sind; sie verleihen dem Blick der Tiere etwas Lebendiges. Der Kaiser war in bester Stimmung und äußerte vor der Fuchs- und Hasengruppe lachend: Nun können die Berliner ihre Wike machen!" Ein unschuldiger Stadtrat. = Die Berliner Turnhallensperre ist nun endlich perfekt. Auch die des Arbeiter Turnvereins vierte Schülerabteilung des " Fichte", die infolge der Unwissenheit des über diesen Verein ganz miserabel informierten Provinzial Schulkollegiums bisher von der Sperre noch verschont geblieben war, hat jetzt die Ausweisung erhalten. Am Mittwoch wurde ihr verkündet, daß sie die Turnhalle Von den Mitteilungen des„ Vorwärts"( Nr. 256 vom 30. Dt nicht mehr benußen dürfe. Das Ausweisungsdekret konnte noch nicht tober) über die im städtischen Arbeitshause vorgekommene Schuldiener war von diesem bereits mit der nötigen Instruktion vorgelegt werden, weil der Rektor nicht anwesend war. Aber der Benugung eines Brotwagens als Leichen wagen, versehen worden. Zweifellos ist die Ausweisung nicht vom Magistrat von der unser Parteigenosse Stadtv. Hoffmann bei Gelegenheit einer verfügt worden, sondern vom Provinzial- Schultollegium, das Revision Kenntnis erhielt, hatten zunächst die meisten Berliner nun wohl endlich herausgekriegt hat, wo die verflirten Bengel Blätter keine Notiz genommen. Namentlich den mit Herrn Stadtrat turnten. Der Turnwart teilte den Schülern die Ausweisung in einer Fisch bed befreundeten Zeitungen scheint es sehr unangenehm ge- furzen Ansprache mit. Um dem Ereignis die rechte Weihe zu geben, wesen zu sein, daß aus der Verwaltung dieses Mannes schon wieder ließ er das Abschiedslied singen:„ Heut noch sind wir hier zu Haus, einmal ein Skandal an die Oeffentlichkeit gelangt war und obenein morgen geht's zum Tor hinaus, und wir müssen wandern." wieder durch die Revisionstätigkeit des Stadtv. Hoffmann, dem doch Fortbestand aller vier Schülerabteilungen des Turnvereins Herr Fischbeck durch jenen bekannten Utas die Vornahme von fönnen sogar mitteilen, daß eine fünfte Abteilung seit längerer Zeit " Fichte" ist selbstverständlich trotz der Ausweisung gesichert. Wir Revisionen so sehr viel weniger leicht gemacht hatte. in Vorbereitung ist und nun bestimmt ins Leben treten wird. wird jetzt sogar geplant, noch eine sechste und siebente Abteilung zu gründen. = Der Bemerkenswert ist es, wie der Gedanke, die Frauen als politisch mit den Männern gleichberechtigte Mitbürger anzusehen, im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte bei den Mitgliedern der Zweiten Kammer mehr und mehr Verständnis gefunden hat. Bereits in Jahre 1884 hatte ein Abgeordneter, Redakteur Bory, in der Zweiten Kammer eine Resolution für politisches Wahlrecht und Wählbarkeit der Frauen eingebracht. 44 Mitglieder der zweiten Kammer stimmten dem Vorschlage zu; in der Ersten Kammer wurde er ohne Botierung abgelehnt. Der Gedanke kam damals weiten Kreisen der Bevölkerung lächerlich vor, bildete einen willkommenen Stoff für die Witblätter und fast die gesamte Presse behandelte die Frage als einen Scherz. Dann hörte man jahrelang nichts mehr von der Nun hat sich das„ Berl. Tagebl." von dem Herrn Stadtrat Angelegenheit. Aber im Jahre 1902 brachte der Abgeordnete Karl selber Auskunft erbeten. Herr Fischbeck hat die Sache nicht bestritten, Lindhagen( jetzt Bürgermeister von Stockholm) in der Zweiten aber er hat beteuert, er sei unschuldig an diesen und ähnlichen Gegen die Schmälerung des Gemeindewahlrechts. Die sozialKammer den Antrag ein, an die Regierung ein Schreiben über das Vorkommnissen. Er sei zu der Zeit, wo die Brotwagengeschichte demokratische Fraktion der Stadtverordneten Versammlung hat politische Wahlrecht der Frauen zu richten, und 66 Abgeordnete passierte, verreist gewesen, und die Verwaltung könne überhaupt nicht folgenden dringlichen Antrag eingebracht:„ Die Stadtverordnetenstimmten dafür. Wohl wurde der Antrag von der Ersten Kammer dafür verantwortlich gemacht werden. Es sei eben nicht so rasch Versammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, die Wahlauch diesmal ohne Botierung abgelehnt, die Wißeleien über die möglich, die Mißstände zu beseitigen, die noch von früher zeit für die dritte Abteilung in der alten Zeit von 9 bis 8 Uhr fest Angelegenheit hatten jedoch aufgehört. Im Reichstage von 1904 Ja, wie ist zusetzen." brachte Lindhagen von neuem einen Vorschlag ein, die Regierung her vorhanden seien. Diese Antwort ist interessant. aufzufordern, die Frage zu erwägen und eventuell Vorschläge zur uns denn?! Pflegte Herr Fischbeck sonst nicht rundweg zu bestreiten, daß Das Kaufmannsgericht. Im Rathause fand gestern mit den Einführung des Frauenwahlrechts zu machen. Der Vorschlag wurde in seinem Reiche Mißstände herrschen? Heute gibt er das zu, aber beteiligten Handlungsgehülfen wegen des Erlasses eines Drtsstatuts bon 30 Mitgliedern der Zweiten Rammer unterstützt. Der Kon- er sucht sie auf seinen Amtsvorgänger abzuwälzen. Den Amts für das zu errichtende Kaufmannsgericht eine längere Besprechung stitutionsausschuß, der sich mit der Sache befaßte, erklärte, daß vorgänger bloßzustellen, ist eine Manier, die der Herr Stadtrat nicht unter dem Vorsitz des Stadtrats Bohm statt. Die hinzugezogenen „ die Frage des Frauenwahlrechts ernstlich er- zum erstenmal übt. Sitte war sie im Rathause bisher nicht, und Herren sprachen sich einstimmig für die Angliederung des Kaufmannswogen zu werden verdient", und nicht weniger als 93 Stimmen wurden für Lindhagens Vorschlag abgegeben, 115 da= von anderen Mitgliedern des Magistrats wird sie auch heute noch gerichts an das bestehende Gewerbegericht aus. Nach Aeußerungen, welche in der Sigung seitens der Magistratsvertreter fielen, ist die verschmäht. gegen. Die Debatte über diesen Vorschlag bildete einen Teil der Ansetzung des Wahltermins vor Ende Januar 1905 nicht zu ergroßen, allgemeinen Wahlrechtsdebatten dieses Reichstags, und Das Mittel, dessen Herr Fischbeck fich da bedient, fann ihn warten. Die Wahl soll im Proportionalverfahren nach dem System wenn man auch annehmen kann, daß ein Teil derer, die für Lind- nicht mal entlasten. Unseres Erachtens ist niemand so sehr der gebundenen und verbundenen Listen stattfinden. hagens Vorschlag stimmten, im Frauenwahlrecht vielleicht eine von wie er selber daran schuld, daß er der Mißstände in seiner Die neue Droschken Fahrordnung, welche für das gesamte den sogenannten„ Garantien" gegen die Wirkungen der Wahlrechts- Verwaltung nicht so rasch Herr zu werden vermag. Die Art, in der Droschten- Fuhrwesen in Groß- Berlin einheitliche Grundsäße anreform erblickten, so ist doch der Fortschritt des Gedankens der er im Rathause die von sozialdemokratischen Stadtverordneten zubahnen bestimmt ist, wird, wie wir hören, denmächst den politischen Gleichberechtigung der Frau unverkennbar. an den Zuständen des Obdachs und des Arbeitshauses geübte Kritik Magistraten der Nachbarstädte Charlottenburg, Schönezurückweist, ist nur zu sehr geeignet, bei unteren Verwaltungs- berg und Nixdorf zur Zustimmung augehen. Die Gemeindeund nichts verbesserungsbedürftig sei. Auch der häßlich wegwerfende mit den Bestimmungen der neuen Droschkenordnung im Prinzip einTon, in dem Herr Fischbeck von dem Menschenmaterial zu sprechen verstanden erklärt, es haben sich aber inzwischen einige redaktionelle pflegt, für das er, nach des Oberbürgermeisters Ansicht, der, richtige" Mann ist, kann leicht zu der Empfindung führen, daß es hier nicht so genau genommen zu werden braucht. Berliner Partei- Angelegenbeiten. Der Wahlverein des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises( Often) hat am Sonntag nachmittag 1 Uhr eine Sonder- Vorstellung in der Urania. Billetts sind noch bei dem Kassierer Franz Thielte, Pallisadenstraße 52, zu haben. Johannisthal. Am Sonnabend findet bei Gobin, Roonstr. 2, die Versammlung des Wahlvereins statt. Gen. Wermuth spricht über:„ Die französische Revolution". Haverkamp. Lokales. Ehrung des Schöpfers im Geschöpf. V organen die Vorstellung zu wecken, daß da wirklich alles in Ordnung behörden dieſer Orte haben sich zwar schon vor etwa Jahresfrist Wie der Herre, so's Gescherre", sagt ein Sprichwort. Fischbeck, der Unschuldige, sollte sich das ad notam nehmen. entsprechend werden drei Herr Abänderungen als notwendig erwiesen und außerdem soll den Nachwünsche noch vor der definitiven Redaktion der neuen Sammelbarstädten Gelegenheit gegeben werden, etwaige später aufgetretene vorschrift zu äußern. Der Berliner Magistrat hat bekanntlich den Wunsch ausgesprochen, daß die Zahl der geschlossenen Droichten, die bei Wind und Regen besseren Schutz gewähren, als die offenen und halbgeschlossenen Wagen, nach Möglichkeit vermehrt werden. Die Pflicht- Fortbildungsschule, die im nächsten Jahre, vorausDas Märchen von der Selbstverwaltung. Aus dem Rathause fichtlich am 1. April 1905 in Berlin errichtet wird, soll nach dem wird berichtet: Ju der gestrigen Sitzung der städtischen SchulPlan des Magistrats folgende Einrichtung erhalten: Die Stadt Berlin wird in zunächst vier- Bezirke geteilt, die eine annähernd deputation unter dem Vorsiz des Stadtsyndikus Dr. Hirsekorn wurde gleiche Schülerzahl umfassen. Jeder dieser vier Bezirke bildet eine von einer Seite aus Anlaß eines besonderen vorliegenden Falles bie Fortbildungsschule, deren Leitung einem vom Magistrat einzusetzenden Frage angeschnitten, ob in Zukunft die Benutzung der Aulen der Gestern sind die Jagdgruppen am Großen Stern in Gegenwart Direktor übertragen wird. Der Direktor hat die Schüler tunlichst städtischen Schulen infolge der Verfügung des Provinzial- Schuldes Kaisers, seiner Familie und der Minister enthüllt worden. Die nach dem Berufe zu teilen und dann für die einzelnen Berufe be- follegiums überhaupt in allen Fällen verweigert werden soll, Gruppen bestehen aus dem Hubertusbrunnen von Prof. v. Uechtrit sondere Klassen zu bilden. Entstehen Klassen unter 30 Schülern, so ob einzelne Fälle auszuscheiden sind oder ob die Deputation auch fernerhin in neutralen Fällen die Benutzung der städtischen Aulen und den Gruppen Germanische Büffeljagd von Friß Schaper, Eber- soll auf eine Zuſammenlegung und Ausgleichung Bedacht ge- nach wie vor gestatten soll. Es wurde beschlossen, auch in Zukunft an der jagd aus der Zeit Joachims I. von Karl Begas( Joachim I. war nommen werden. Der Unterricht umfaßt drei Jahre, dem ein brandenburgischer Kurfürst), Haſenhezze aus der Rokokozeit von die als Unterstufe( U), Wittelstufe( M) und Oberstufe( 0) bezeichnet Aulen im liberalen Sinne zu gestatten. aufsteigende Jahresstufen gebildet, bisher befolgten bewährten Praxis festzuhalten und die Benutzung der Die Verfügung des Prof. May Baumbach und moderne Fuchsjagd von Prof. Wilhelm werden. Der Zeichenunterricht ist in den Dienst des Berufes zu Provinzial- Schulkollegiums fei nicht geeignet, eine Aenderung der Wir können dem nur beistimmen, denn stellen. Die Deputation wird besondere Lehrpläne feststellen, welche Praxis herbeizuführen. Die Ausschmückung des Großen Sterns ist, wie seinerzeit un- die berufliche Ausbildung nach Möglichkeit fördern sollen, jedoch die andernfalls müßte auch die Frage ventiliert werden, ob die städtischen widersprochen berichtet wurde, von der Großen Berliner Straßen- Rücksicht auf die allgemeine Ausbildung nicht außer acht lassen Aulen 2c., die jetzt oft und regelmäßig auch zu anderen Zwecken, bahn- Gesellschaft übernommen worden, und der Direktor werden. Der Unterricht wird soweit wie irgend möglich in den 3. B. zur Erteilung von Konfirmanden- Unterricht 2c. benutzt werden, dieser Gesellschaft, Herr Ministerialdirektor a. D. Dr. Mice war Tagesstunden erteilt; für einzelne Gewerbe, z. B. Kellner, Bäder, fernerhin zu diesen und ähnlichen Zwecken hergegeben werden sollen. auch bei der gestrigen Feier zugegen. Wie die Kunstbegeisterung fönnen Vormittagsstunden in Betracht kommen, für andere, z. B. Was würde wohl daraus werden, wenn die Deputation fonfequent der Großen zustande tam, darüber gab eine Zeitungsmeldung Aus- Barbiere, Mittagsstunden, für die meisten Gewerbe ist die Zeit von ihre Aulen auf Grund der Verfügung des Provinzial- Schulfollegiume 4-7 Uhr nachmittags anzustreben, ungelernte Arbeiter, sperrte? Dem Kollegium würde es sicher nicht angenehm sein und funft, die am 19. Februar vorigen Jahres durch die Berliner Blätter Maurer, Zimmerleute und andere werden von 6-8 Unterricht besonders die Kirchengemeinden in schwierige Lagen kommen. die Runde machte. haben. Mit den einzelnen Gewerben werden Unter- Polizeiliche Bestimmungen für die Frisier- und Rasierstuben Die Uebernahme der Kosten für die Ausschmückung des Großen handlungen über die zu wählende Unterrichtszeit einzuleiten sein, werden in kurzem vom Polizeipräsidium erlassen werden. Wie der Sterns von seiten der Großen Berliner Straßenbahn kam nicht wobei hoffentlich nicht allein der Selbstsucht der Unternehmer Rech- Regierungs- und Medizinalrat Nesemann gestern abend in einer als Beweis ihrer funstfreundlichen Gesinnung aufgefaßt werden. nung getragen wird, sondern auch die Arbeiter zu Gehör kommen. Versammlung der deutschen Gesellschaft für öffentliche GesundheitsSie ist vielmehr als eine Gegenleistung zu betrachten gegenüber Stehen besondere Häuser zur Verfügung, so wird so viel wie irgend pflege mitteilte, beschäftigt sich die Polizei seit Jahren mit der der nur unter dieser Bedingung erteilten Erlaubnis, Ober- möglich der Unterricht in diesen abzuhalten sein. Zur Verfügung Lösung von hygienischen Fragen des Barbier- und Friseurgewerbes, leitung über den Großen Stern ziehen zu dürfen. Bekanntlich werden stehen: die Schulen Wassertorstraße 4, Wartenburgstraße 12, die den größtmöglichsten Schutz des Publikums vor Ansteckungsfranksollte dort nach Beseitigung des Affumulatorenbetriebes Unter- Blumenstraße 63a, später auch Friedrichstraße 126 und a, sonst muß heiten garantiert. Diese Bestimmungen, die in jedem Barbier- und leitung durchgeführt werden. Dies hätte bei den vielen Kreuzungen der Unterricht in städtischen Schulen abgehalten werden, doch sollen Friseurladen sichtbar auszuhängen sind, werden eine ganze Reihe von und Weichen des Plages außerordentliche technische Schwierigkeiten mehr als bisher die Gebäude der Realschulen und Gymnasien benutzt Polizeivorschriften über das Verhalten des Barbiers den Kunden bereitet, und auch im späteren Betriebe würden Störungen nie zu werden, schon weil deren Subsellien geeigneter sind. Das Lehrer- gegenüber sowie besonders über die Desinfizierung der bei der Arbeit vermeiden gewesen sein. Auch die Mehrkosten kommen dabei in honorar soll überall dasselbe sein, 3 M. für die gegebene Stunde. benötigten Werkzeuge und Stoffe enthalten. Auf strikte Befolgung Die Ausgaben für die Statuen wurden als das Es ist nicht zulässig, daß Lehrern, die an der Hauptschule, an der dieser Bestimmungen sollen da namentlich die Gehülfen und Lehrfleinere Uebel gern von der Straßenbahn übernommen, fie angestellt sind, aus besonderen Gründen eine Ermäßigung der linge hingewiesen werden. wodurch die jetzige Lösung, die von allen vorgeschlagenen ent- ihnen auferlegten Pflichtstundenzahl genießen, Stunden an den Fortschieden die glüdlichste ist, ermöglicht wurde. bildungsschulen oder Fachschulen übertragen werden oder bleiben. Betracht. Ueber die gestrige Feierlichkeit meldet das„ Berliner Tageblatt" unter anderem: auch im Die Deutsche Grundbefizer- Bank. Eine umfangreiche Anklage wegen verschiedener Vergehen gegen das Handelsgesetzbuch und das In der gestrigen Sitzung der Deputation für die Straßen- Börsengefeß wird unter dem Rubrum„ Steinberg und Genossen" am reinigung kam der Ausstand der bei der Abfuhr des Haus- 7. d. M. und folgende Tage vor der hiesigen Straffammer zur Ver„ Das Kaiserpaar wurde vom Minister v. Budde begrüßt; der mülls beteiligten Arbeiter zur Sprache. Von einer Seite wurde handlung gelangen. Die Anklage richtet sich gegen 9 Personen, die Monarch schritt zunächst die Ehrenkompagnie ab, dann begab er eine Intervention der Polizeibehörde dahingehend befürchtet, daß beschuldigt werden, als Mitglieder des Borstandes beziv. des Aufsichts sich mit der Kaiserin und der ganzen Suite sofort zum Hubertus- aus sanitären Gründen ein Eingreifen der städtischen Behörden ver- rates der„ Deutschen Grundbefizer- Bank Aktiengesellschaft in Berlin" brunnen, der hart an den Bellevuepark grenzt. Aus den Reihen langt würde, vielleicht durch unterstübung der Abfuhr zum Zwecke der Eintragung der Gesellschaft in das Handelsregister der Oberförster und Jäger tönte dem Monarchen ein kräftiges unternehmer durch das Arbeitspersonal der Verwaltung der bezw. einer Erhöhung des Grundfapitals falsche Angaben über " Heil" entgegen. Den Oberbürgermeister Kirschner begrüßte der Straßenreinigung. Allseitig wurde betont, daß jeder derartige An- das Grundfapital gemacht zu haben. Die Deutsche GrundbefizerMonarch sehr freundlich als den„ Vater der Kandelaber", die den trag strifte abzuweisen sei. Auch eine freiwillige Ueber- Bank Aktiengesellschaft" wurde im Februar 1900 mit einem GrundPlaz schmücken. Auch die Vertreter der Straßenbahn nahme der Streitbrecherarbeit durch Arbeiter der Ver- kapital von 50 000 m. begründet. Ihr Zweck war der Betrieb von wurden durch eine Anrede ausgezeichnet. Auf einen Wink des waltung der Straßenreinigung sei unzulässig. Für die Haus- Bank-, Wechsel-, Grundstücks- und Hypotheken- Geschäften aller Art. Ministers v. Budde wurde dann die Enthüllung vollzogen. Das befizer bleibe nur der Weg der Selbsthilfe offen, d. h. die Müllabfuhr Bei der Anmeldung zur Eintragung in das Handelsregister sollen Kaiserpaar schritt hierauf zur Besichtigung der einzelnen Gruppen, durch Private. Regreßpflichtig ist in diesem Fall dem Hausbefizer die Angeklagten erklärt haben, daß sämtliche Aktien zum Nennüberall von den Künstlern empfangen." der Unternehmer, der ihm vertragsmäßig zur Müllabfuhr verpflichtet werte von den Gründern übernommen und daß auf jede ein Viertel des Die Bildhauer, mit Ausnahme von Begas, der in diesem Jahr ist. Den Zuschlag für neun kehrmaschinen erhielt die Ber- Attie Rennbetrages, ganzen also schon einen Orden erhalten hat, wurden darauf mit Orden bedacht, liner Firma Beermann, die mit 600 M. für das Stück Mindeſt- 12 500 M. eingezahlt worden seien. Diese Angaben sollen tatDer Hauptangeklagte Staufmann Alfred ebenso wurden zwanzig der aus allen kaiserlichen Jagdrevieren in fordernde blieb. Im Vorjahr war die Firma Eckert, Friedrichsberg, sächlich unwahr sein. mit 544 M. Mindestfordernde; die Firma konkurrierte diesmal mit Steinberg wird auch noch der verschiedenartigsten Schiebungen Preußen geladenen Oberförster mit dieser Auszeichnung erfreut. dem offerierten Preis von 638 M. Das läßt darauf schließen, daß zum Schaden der Gesellschaft beschuldigt, er hat sich ferner auf den Bei der Frühstücstafel im Schloß, die im Anschluß an die Ent- die Firma bei der vorjährigen Lieferung Seide nicht gesponnen hat. Borwurf zu verantworten, als alleiniger Vorstand der Gesellschaft büllung stattfand, hielt der Kaiser folgenden Trinkspruch: Für Bespannung, Bedienung und Unterhaltung der Spreng nicht alsbald nach eingetretener Zahlungsunfähigkeit der Gesellschaft Mein Glas soll gelten dem edlen Weidwerk und allen ehr- wagen ist dem Unternehmer Boehme als Mindestfordernden mit die Eröffnung des Konfurses beantragt zu haben. Die Angeklagten, lichen deutschen Weidmännern und soll zugleich ein Wort des 9,20 m. pro Wagen und Tag der Zuschlag erteilt worden. welche von den Rechtsanwalten Elsbach, Dr. Mendel und Bahn verDantes enthalten für die Tätigkeit der Forstmänner, die sich heute Preis ergibt die Jahressumme von 582 764 M., die gegen das teidigt werden, bestreiten ihre Schuld. Da es sich um sehr verum mich versammelt haben. Ich spreche Ihnen meinen vollsten Vorjahr über 50 000 M. gestiegen ist. Trotzdem werden den Kutschern widelte faufmännische Attionen handelt, wird die Verhandlung Dank und meine Anerkennung aus, daß sie meine Ideen und Löhne seither bezahlt, die sich zwischen 2,20 bis 2,70 m. pro mehrere Tage in Anspruch nehmen. Wünsche in bezug auf Jagd, Wildpflege und Weidwerk mit Auf- Tag bewegen. Ein vor Monaten gemachter Versuch der Deputation, in die Submissionsbedingungen die Klausel aufzunehmen, daß den bietung aller Ihrer Kräfte zu entwickeln und zu fördern bemüht Kutschern ein Mindestlohn von 3 M. pro Tag gezahlt werden müsse, sind. Ich spreche vor allen Dingen den Herren meine besondere ist an dem Widerstand des Magistrats gescheitert, der unserer Anerkennung und meinen Dank aus, die mich auf meinen Bürschen Meinung nach der irrtümlichen Auffassung gewesen ist, es sei der begleiten und diese interessant und zugleich glücklich zu gestalten be- Deputation bei ihrem Versuch nur darum zu tun gewesen, tüchtige, Der Aus der Gesellschaft. Das„ Berl. Egbl." meldet: Ein sensationeller Wucherprozeß wird am nächsten Montag vor einer der Berliner Straffammern seinen Anfang nehmen. Angeklagt ist jene Frau Hartert, deren„ Salons" am Magdeburger Plak jahrelang einen Mittelpunkt der Welt, in der man sich nicht langweilt, bildeten. erleben. " standen. Aus den Nachbarorten. ganz an den Man erinnert sich noch des ersten Prozesses, dessen Gegenstand sie lief, trok Warnungstafeln und Sicherheitsgraben, geraden Weges in war und der mit ihrer Verurteilung zu einer längeren Freiheitsstrafe die Schüßenlinie hinein. Da zur Zeit Schießübungen auf eine Ents Aus Schöneberg. Die Einwohnerzahl unseres Drtes endete, die sie augenblicklich noch, da sie leidend ist, in der Kranken- fernung von 700 Metern stattfanden, hätte leicht ein Unglück passieren abteilung des Gefängnisses verbüßt. Die neue Anklage, die am können, wenn nicht im letzten Augenblick ein Unteroffizier den Ver- betrug Ende August dieses Jahres 125 766 Personen, ist somit gegen Montag zur Erörterung gelangen wird, beschäftigt sich diesmal mit wegenen bemerkt und auf Einstellung des Feuerns geflaggt hätte. den Vormonat um 642 gestiegen, in welchem sie sogar gegen den einer anderen Spezialität der vielgewandten Frau, mit ihrer be- Der Spaziergänger wäre ohne die Aufmerksamkeit des Unteroffiziers vorhergegangenen Monat um zwölf Personen gesunken war. Anfang fannten Tätigkeit als Heiratsvermittlerin. Das Gebiet, schwerlich mit dem Leben davongekommen. September 1903 war der Bevölkerungsstand 116 912 Personen. der Die Zahl Geburten das sie sich erkoren hatte und jahrelang mit großem finanziellen Erim Berichtsmonat betrug 249, der Eine gewaltige Verkehrsstörung verursachte gestern Mittwoch Sterbefälle 113; Zuzüge fanden statt 3021, denen 2695 folge bearbeitete, war das Zustandebringen von Ehen zwischen abend in der siebenten Stunde ein widerspenstiger Stromabnehmer, Fortzüge gegenüberstehen. adligen Kavalieren und Töchtern der Hochfinanz. der in der Molftestraße, kurz vor der gleichnamigen Brücke, sich nicht ist immerhin eine Die Fluktuation der Bevölkerung bedeutende, die jedoch Der Prozeß dürfte in dieser Hinsicht höchst erstaunliche Ent= hüllungen zur Folge haben. Die Anklage stüßt sich darauf, aus der Unterleitungsrille herausheben lassen wollte. Bis dahin, daß Frau Hartert sich in einzelnen Fällen von den Mitgiftjägern, vom Potsdamer lake ab, ist der Straßenbahn bekanntlich die We Umzugsterminen weit größer zum Ausdrud kommt( im April dieses Auf dem Arbeitsnachweis eingeschrieben waren im August die sich vertrauensvoll an sie wandten, Provisionen versprechen ließ, nutzung der Oberleitung untersagt. Es war nun ein eigenartiges Zu- Jahres zum Beiſpiel 8220 Zuzüge und 6349 Fortzüge). in deren Höhe eine wucherische Ausnüßung ihrer Notlage erblickt sammentreffen, daß gerade gestern, an welchem Tage vormittag die 1399 Personen( 750 männl., 649 weibl.), davon wurden erledigt wird. So werden wir die grelle Beleuchtung eines der dunkelsten Beseitigung der Unterleitung am Großen Stern" so festlich begangen durch Zuweisung resp. Einstellung 678 Stellen( 291 männl., 387 weibl.), und unerfreulichsten Kapitel unseres modernen Großstadttreibens wurde, diese Art der Stromzuführung den Berlinern vor Augen durch Streichung 307. Angebote waren vorhanden 1433( 366 männl., führte, wie sie, neben ihren ästhetischen", auch recht unangenehme 1067 weibl.). Am meisten verlangt wurden Aufwärterinnen und Ferner wird berichtet: Eine unsaubere Affäre beschäftigt Staats- Birkungen haben kann. In fürzester Frist stauten sich nämlich die Gefinde( 347 bezw. 286), denen nur 281 bezw. 87 Gesuche gegenüberanwalt und Polizeibehörden zu Charlottenburg. Auf einem unbe- Reichstagsplak, ja, bis in die Sommerstraße hinein zum Branden= Wagen von der Moltke- und Bismarckstraße bis zum Königs- und bauten Grundstück der Schillerstraße war von bemittelten Beim Gewerbegericht waren am Beginn des Monats Herren ein geräumiger Schuppen errichtet worden, der als Turn- die elektrisch erleuchteten Züge boten dem Beschauer einen prächtigen 49 hinzufamen, davon 47 Sachen von Arbeitern gegen Arbeitgeber burger Tor. Auf der ganzen Strecke stand Wagen an Wagen, und August 26 Sachen anhängig, zu denen im Laufe des Berichtsmonats Halle dienen sollte. Mit den Gründern der Halle tamen Stu denten und Herren in geseztem Alter zusammen, die der Anblick, es war gleichsam eine Parade der Straßenbahn. In bunter und in je einem Falle von Arbeitgeber gegen Arbeiter und Arbeiter Abwechselung paradierten die Lichter der Linien 2, 7, 9, 12 bis 16, edlen Turnerei mehr oder weniger zugetan waren. Allen Teilnehmern gemeinſam war eine große Ungezwungenheit im Verkehr 23 und 24 und dazwischen reihten sich die Ringbahn- und die Einsatz- gegen Arbeiter. Erledigt wurden durch Zurücknahme zwei Sachen, während der Uebungen, in deren Programm zuletzt auch die VeranEin Wunder, daß der kilometerlange Wagenzug nach durch Vergleich 32, durch rechtskräftiges Versäumnisurteil neun, etwa halbstündiger Betriebsstörung bei der enormen Strom- anderes Endresultat zehn, auf andere Weise drei und unerledigt staltung von Ringkämpfen aufgenommen wurde. Zu diesen Zusich regelmäßig wieder in Bewegung setzen konnte. Das blieben 19 Sachen. Ob die hohe Zahl der Vergleiche im Verhältnis sammenfünften zog man schließlich auch Schulknaben heran. es schien steht zum Interesse der meist aus Arbeitern bestehenden klagenden Einigen unter diesen scheint die ganze Inszenierung in der Halle so Publikum nahm die Sache von der heiteren Seite auf ans Warten gewöhnt. Noch lange nachdem das Verkehrs- Partei, wollen wir hier unerörtert lassen. wenig turnerisch vorgekommen zu sein, daß sie ihren Eltern MitFür die Armenpflege betrugen im August die Aufwendungen teilung von dem Gesehenen machten. Auf eine Anzeige erfolgte dann die hindernis behoben, machte sich auf der Rücktour der Wagenmangel polizeiliche Schließung der„ Turnhalle", und die Staatsanwaltschaft empfindlich bemerkbar: alle Haltestellen waren von Wartenden umstüßung 8180 m. und an außerordentlicher 5951 M. Gegen den leitete gegen mehrere Teilnehmer ein Verfahren ein, weil sie schwerer lagert, alle Wagen„ besetzt"." Vormonat ist die Gesamtsumme nur wenig gestiegen. sittlicher Verfehlungen verdächtig sind. Am meisten be- Eine mutmaßlich aus einem Diebstahl herrührende Kassette Nach einer statistischen Zusammenstellung betrug im ersten Tastet sind zwei ehemalige Lehrer K. und J., die schon früher in ist seit längerer Zeit von der Kriminalpolizei beschlagnahmt worden Halbjahr 1904 die Anzahl der neu entstandenen Woh ähnlichen Affären eine Rolle gespielt haben. und kann in den Dienststunden von 9 bis 1 Uhr bei der Kriminal- nungen 1380, davon 1-2zimmerige 621, 3-4 zimmerige 442 polizei, Alexanderplat, Zimmer 326, in Augenschein genommen und mit mehr als 5 Zimmern 317; die am meisten begehrten werden. Die Kassette ist 19 Zentimeter lang, 14 Bentimeter breit, kleinen Wohnungen machten demnach nur 45 Proz. aus, die 3irfa 8 Zentimeter hoch, braun ladiert, inwendig grau gestrichen größeren, zum Teil sogen. Herrschaftlichen Wohnungen aber 55 Broz. und trägt links neben der Schloßsicherung die eingemeißelten Buch- Die Wohnungsproduktion des letzten Halbjahres hat demnach nicht ganz ihren vorhergegangenen Standpunkt behauptet, indem in staben R. G. M. S. und darunter die Nummer 8293. der ersten und zweiten Hälfte 1903 die Produktion 1504 bezw. 1492 Wohnungen betrug. Die meisten kleinen, d. h. 1-2zimmerigen Wohnungen( 293) entstanden im 9. Stadtbezirk( Sedan, Cherusker, Goten-, Torgauerstraße), die wenigsten im 1., 6., 7. und 10. Stadtbezirk( 9). An größeren Wohnungen mit 5 oder mehr Zimmern erstanden die meisten in den nördlichen Bezirken des sogenannten Berliner Ortsteils. Steckbrieflich verfolgt wird jetzt der frühere Polizei- Inspektor Dräger, der in der Kommandantenstraße ein Privat- DetektivInstitut betrieb, feine Familie und sein Geschäft im Stich ließ und mit seiner Maschinenschreiberin und Kassiererin, Fräulein P., der Tochter eines Hausbesizers in Friedrichsberg, durchbrannte. Dräger schrieb von seiner Flucht einmal eine Ansichtskarte an seine Frau. Seitdem hat man von ihm nichts mehr gehört und seine Spur nicht wiedergefunden. Er wird jetzt nicht nur wegen Entführung einer Minderjährigen verfolgt, sondern auch wegen Betruges, weil er sich unter der Vorspiegelung geleisteter Arbeit Honorar bezahlen ließ, obwohl er sich um die Aufträge garnicht gefümmert hatte. Schwarzweiß im Kriegerverein. Aus Weißensee schreibt man uns: Daß auch ein schwarzweißer Schlips Aergernis erregen fann, mußte ein Mitglied des„ Landwehr- Vereins Berlin" erleben, der als Gast dem Stiftungsfeste des hiesigen Kriegervereins beiwohnte. Der betreffende Herr hatte die Unvorsichtigkeit be gangen, sich nicht nach der Kleiderordnung bei derartigen Beranstaltungen dieses Vereins zu erkundigen, und so kam es, daß er an Stelle eines schneeweißen einen schwarz und weißen Schlips umband, in der Meinung, daß diese Farbenzusammenstellung doch nicht etta revolutionär wirken könne. Anders aber dachte der Herr Vorsizende, er sah sich veranlaßt, dem betreffenden Kameraden nicht nur Vorwürfe zu machen, sondern es wurde ihm sogar das 2otal berboten. Dieser Kamerad vom Landwehr- Verein grübelt nun darüber nach, wie es möglich ist, daß, wo heutzutage sowieso schon über Mangel an Kameradschaft geklagt wird, solchen Herren, die sich dieser noch befleißigen, derartig vor den Kopf geftoßen wird. Einen empfindlichen Verlust erlitt ein Kassenbote Kahler aus Rummelsburg. Im Girobureau der Reichsdruckerei fam ihn ein Tausendmarkschein abhanden, der bis jetzt noch nicht wieder zum Borschein gekommen ist. wagen ein. abnahme schreiten. an insgesamt 1024 Personen 14 131 M., davon an laufender UnterFeuerbericht. Dienstag abend wurde die Wehr nach der Köpenickerstraße 1 terufen, weil dort in einem Lagerraum der Drogenhandlung von F. Vaterloß Feuer ausgekommen war, das einen größeren Umfang anzunehmen drohte. Die zweite Löschkompagnie war indes schnell zur Stelle und es gelang ihr, die Gefahr innerhalb einer halben Stunde zu beseitigen. Der entstandene Materialschaden ist nicht erheblich. Bur selben Zeit gingen in der Kleinen Andreas straße 1 in einer Wohnung Möbel und Kleidungsstücke in Flammen Rosenthal gegen Bankow. Die Gemeinde Rosenthal forderte auf, während in der Weißenburgerstraße 72 in einer Kürschnerei für die Kreuzung zweier Wege zur Durchlegung des Druckrohres ein Brand entstanden war. Auch in diesen beiden Fällen konnte die der Gemeinde Pankow die hohe Summe von 50 000 M. Die Ablöschung leicht erfolgen. Längere Zeit gab es dann in der Forderung wurde nach und nach bis auf 10 000 M. herabgesetzt, Mezerstraße 28 zu tun. Dort hatte im vierten Stock des Quer- doch auch diese Summe erschien der Gemeinde Pankow zu hoch, gebäudes der Fußboden und die Balkenlage Feuer gefangen. Um und sie will nunmehr das Enteignungsverfahren einleiten. Der dasselbe vollständig abzulöschen, mußte ein größerer Teil des Gebälts Landrat v. Tresckow versucht nunmehr als Schiedsrichter auffreigelegt werden, was sehr zeitraubend war. Außerdem wurde die zutreten, um eine Einigung zustande zu bringen. In dem Wehr noch Mittwoch früh gegen 7 Uhr nach der Richardstraße 112 Schreiben wird hervorgehoben, daß Rosenthal bei der Entgerufen, wo ein Pferd in eine Grube gestürzt war und trotz aller eignung nicht annähernd seine Forderung bewilligt erhält; Anstrengungen nicht wieder herausgeholt werden konnte. Die Weim Interesse beider Gemeinden läge es aber, friedlich zog das arme Tier herauf, doch sollte man wegen solcher Fälle auseinander zu kommen. Es soll nunmehr der Gemeinde nicht gleich zur Alarmierung der so viel beschäftigten Feuerwehr Rosenthal nochmals eine einmalige Abfindung von 2000 M. angeboten werden, das bedeutet als Entschädigung für die Einlegung Im Zirkus Busch gab es gestern die Premiere dieses Winters. eines Rohres in zwei weltentlegene Wege die Summe von 125 M. für jeden Quadratmeter. Wird dieser Vorschlag nicht angenommen, Sie war auf historischer Bajis angelegt und entbehrte nicht des so soll das Enteignungsverfahren seinen Gang gehen. Im übrigen tieferen ethischen Gehalts, wie es ja sein muß, seitdem Zirkus und Theater die Rollen miteinander vertauscht haben. Katharina II. erscheint es wirklich an der Zeit, daß Vorkehrungen getroffen werden, von Rußland" heißt das Zirl drama, das in Bildern von um Einrichtungen, welche im Interesse der Wohlfahrt ganzer Ort glänzender Pracht so naturgetreu, wie dies nur in der Manege mög- schaften liegen, nicht durch derartige Schachzüge aufgehalten oder lich ist, Leben und Taten der nordischen Semiramis wiederspiegelt. gar verhindert werden. Katharina II war vorurteilsfrei, sozusagen eine demokratisch verEin Stellenschwindler wurde gestern in der Person eines be- anlagte Natur. Wenigstens in dem Punkt, auf den es ihr Hauptschäftigungslosen Kellners Karl Herrmann festgenommen. Dieser sächlich ankam, in der Liebe. Das waren noch glückliche Zeiten Anno machte sich an einen Hausdiener, der Stellung suchte, bei der Aus- dazumal! Da gab es keine Kronprinzessin von Sachsen, die amtlich gabe des Arbeitsmarktes heran und schwindelte ihm vor, daß er ihn boykottiert wurde, weil sie nach ihrem Geiste sich den Herzensfreund unterbringen könne. Mit Freuden folgte ihm der Hausdiener nach erwählte. Die russische Kaiserin gab in eigener Person das Beispiel, cinem Warenhause, wo er im Backraum ankommen sollte. Vor der wie man die Männer des Volkes zur Höhe emporziehen soll, und so Tür nahm Herrmann dem Stellungslosen 25 M. ab, weil er drinnen sehen wir die erlauchte Dame denn im ersten Aft des Dramas mit erst schmieren" müsse, bat ihn, draußen auf ihn zu warten, und Eifer ihren Herrscherpflichten genügen. Sie macht auf einer Reise ging dann allein hinein. Der Hausdiener war vorsichtig genug, ihm Rast in einem der berühmten Potemtinschen Dörfer, die in der Lichtenberg. Abermals haben wir einen sozialdemokratischen unbemerkt ins Haus zu folgen und ihn nicht aus den Augen zu Manege viel schöner noch als der Minister es vermochte, hergerichtet lassen. Als Herrmann sich immer nur unter den Kunden herum- find. Dort erblickt sie den Bauer Paulow, der gerade im Begriff Gemeindeverordneten durch den Tod verloren, nämlich den früheren drückte und gar keine Miene machte, mit Angestellten des Hauses zu ist, zwei Lebensaufgaben zu erfüllen. Er will nämlich Hochzeit Tischler und späteren Gastwirt Hermann Bipter, der in der Nacht sprechen, ließ er ihn endlich festnehmen. Jetzt stellte sich heraus, daß machen und die russische Regierung stürzen. Das erstere mit seiner zum 1. November im Krankenhause am Friedrichshain an einer gar teine Stelle frei war, der Helfer vielmehr nur geschwindelt Braut, das letztere mit seinen Mitverschworenen, die selbstverständlich Lungenentzündung verstorben ist. Mit ihm ist am Drt in furzer hatte, um sein Opfer auszuplündern. zur Hochzeit geladen sind. Diesen Mann sehen und lieben, ist für Zeit der dritte sozialdemokratische Gemeindeverordnete gestorben. Katharina Sache eines Augenblicks. Paulow weiß sich wunderbar enn Zipter auch nach außen hin nicht sonderlich hervorgetreten ist, Eine Betriebsstörung in einer ganzen Reihe von Fabrikbetrieben leicht in die aristokratischen Sitten zu fügen; er verläßt spornstreichs so sichert ihm doch sein tüchtiger Charakter und die gewissenhafte Erentstand gestern in der Dresdenerstraße 80 infolge eines elektrischen sein junges Weib und stellt sich der russischen Kaiserin zu Diensten. füllung seiner Amtspflichten ein ehrendes Andenken unter den ParteiKurzschlusses. In den Quergebäuden und Seitenflügeln des drei Aber mit der aristokratischen Vornehmheit hat auch die aristokratische genossen. Freitag nachmittag 4 Uhr werden die Genossen ihren verHöfe umfassenden Grundstückes befinden sich zahlreiche Fabriken, die Leichtfertigkeit in seinem Herzen Platz gegriffen; er war so unvorstorbenen Freund vom Trauerhause, Frankfurter Allee 181, aus nach zum größten Teil elektrischen Betrieb haben. Das Hauptkrafttabel sichtig, seinen Verschwörungsplan mit an den Hof zu bringen, und dem Gemeinde- Friedhofe am Krugstege zu Grabe geleiten. führt durch einen Keller und liegt dort unmittelbar neben einem nun entdeckt sein Nebenbuhler Orlow die Bescherung. Die Folge für Die Lesehalle der Volksbücherei in Schöneberg, über deren Hauptrohre der Gasleitung. Diese war nun an einer Stelle undicht Paulow ist Sibirien, wo er auch seine junge Gattin findet, die Schließung wir vor etwa vier Monaten berichteten, ist jetzt wieder geworden und merkwürdigerweise entstand auch in der Nähe dieser wegen eines in der Eifersucht auf die Kaiserin verübten Attentats in beschränkter Weise der öffentlichen Benutzung übergeben worden. schadhaften Stelle Kurzschluß der elektrischen Leitung. Hierdurch schon vorher dorthin verbannt worden ist. So jäh ist für uns Die vollständige Fertigstellung der gesamten Anstalt dürfte indes wurde das ausströmende Gas entzündet und helle Stichflammen Menschen der Wechsel irdischen Glücks! Aber die Strafe führt bei nicht vor Neujahr zu erwarten fein, da eine Neuaufstellung des schlugen durch die Kellerfenster auf den Hof. Der herbeigerufenen Baulow auch zur fittlichen Läuterung. Viel Ungemach ist noch zu Katalogs sich als Notwendigkeit ergeben hat. Feuerwehr gelang es zwar, eine Explosion zu verhüten und das bestehen, aber schließlich begnadigt Katharina das hochverräteriſche Gas abzustellen, doch blieb das ganze Haus während der Abend- und Paar und ladet es zu sich in den soeben auf der Neva erbauten Ein herrenloses Pferd hat sich bei einem Gastwirt in Haselhorst Nachtſtunden ohne Gas- und elektrische Beleuchtung. Da der Fehler Eispalast, wo ein wunderherrliches Fest gefeiert wird. Das ist der angefunden. Es ist ein edler schwarzer Wallach, der bei seinem EinWahrscheinlich hat er seinen des elektrischen Kraftfabels nicht sofort ausgebessert werden konnte, Inhalt des neuesten historischen Dramas aus dem Zirkus Busch, treffen gesattelt und gezäumt war. so blieben sämtliche Fabritbetriebe am gestrigen Tage ohne Strom, Bärenjagden, Boudoirszenen, glänzende Feste und eine in tausend was natürlich empfindliche Störungen zur Folge hatte. bunten Richtern erstrahlende Schlußapotheose bilden die äußere Gewandung des mit unglaublicher Bracht hergerichteten Schauspiels. Es ist kein Stunststück, einem so blendenden Wert einen Riesenerfolg au prophezeien. Die Baumgartenbrücke, welche bei Alt- Geltow über die Havel führt und die einzige ist, die den Verkehr auf der Berlin- PotsdamBrandenburger Chaussee vermittelt, wird im kommenden Frühjahr durch einen Neubau ersetzt. Die Brücke ist eine hölzerne mit Zugflappen und wurde 1674 erbaut. Sie genügte schon lange dem Verfehr nicht mehr und ist mit der Zeit so baufällig geworden, daß sie fortgesetzt größere Erneuerungskosten verursacht. Man wird eine Brücke unterhalb der jetzigen aus Eisen errichten. Die Vermessungen haben bereits stattgefunden. Reiter abgeworfen. O 12- nine Briefkaften der Redaktion. Bringmann, Theodor. Bitte, teilen Sie umgehend dem Sekretariat des„ Vw." Ihre Adresse mit. Russischer Genoffe. 1. u. 2. Seßen Sie fich mit der Buchhandlung Vorwärts vertrauensvoll in Verbindung. Frieda 26. 1. Nicht a- i, sondern ai. 2. Deutsche Aussprache wie ai, franzöfifche a und i hier gesondert, das" d" am Schluß fällt weg. 3. Fragen Strolch. Noli Sie bei der Verwaltung der Berliner Universität nach. Anti.„ Voll füßen me tangere. Wörtlich: Wolle nicht mich berühren. Weins". Apostelgesch. 2, 13. Juriftifcher Ceil. Ein tödlicher Unfall ereignete sich gestern abend gegen 6 Uhr vor dem Hauſe Grimmstraße 21, der um so bedauerlicher ist, als er durch das schon so häufig gerügte Abspringen von einem fahrenden Straßenbahnwagen veranlaßt wurde. Eine etwa 50 Jahre alte unEin Freikonzert für Schüler der Charlottenburger Gemeindebekannte Dame benutzte den auf der Linie 3( Großer Ring) ber schulen veranstaltet an diesem Sonnabend sowie am Sonnabend der fehrenden Motorwagen 1518 und wollte diesen in der Grimmstraße nächsten Woche nachmittags 5 Uhr Herr Hutschenreuter, der Leiter an der Dieffenbachstraße verlassen. Der Schaffner hatte das Halte- des Schwangerschen Konservatoriums, in der Aula der Kaisersignal gegeben, und der Wagen befand sich auch schon in verlangsamter Friedrich- Schule am Savignyplaz. Es wirken mit an diesem vom Fahrt zur Haltestelle, als die Frau, trotz der Warnung des Schaffners, Charlottenburger Magistrat unterstützten Unternehmen: Frls. Hedwig von dem noch in Bewegung befindlichen Wagen hinuntersprang. Sie Staufmann( Gefang), Jeanne Robert( Deklamation), Herren: Otto Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends glitt aus und fiel bei der Glätte so unglücklich zu Boden, daß sie Hutschenreuter, Theodor Pruffe( Klavier) und der Charlottenburger von bis 9 Uhr abends statt. Geöffnet: Uhr. im besinnungslosen Zustande nach dem Krankenhause Am Urban Lehrergesangverein. H. J. Wein kann in jeder Umschließung nach Deutschland eingeführ gebracht werden mußte, wo sie kurz nach ihrer Einlieferung verstarb. Theater. Im Schiller Theater O.( Wallner Theater) werden; der Boll richtet sich teilweise nach der Art der Umschließung. Nach der polizeilichen Feststellung ist die Verstorbene die Frau des in der Rigaerstraße 122 wohnenden Schuldieners Herhold, die in geht morgen Freitag das Lustspiel„ Die Tyrannei der Tränen" von G. 2. Gesinde, welches ohne gesetzlichen Grund und ohne Einhaltung der C. Haddon Chambers, deutsch von Berta Pogson, in folgender Be- Kündigungsfrist den Dienst verläßt, ist auf Antrag der Herrschaft strafbar der Dieffenbachstraße eine Freundin besuchen wollte. Eine Falschmünzerbande scheint die Polizeibehörde neuerdings Mabel: Frida Brod, George Gunning: Rudolf Klein- Rohden, Oberft er auch vom Oberverwaltungsgericht gebilligten Ansicht nicht wieder zurüdSings ſegung der Hauptrollen in Szene: Clemens Barbury: Erich Ziegel, und kann auf Antrag zur Herrschaft zurückgeführt werden. Reißt es das entdeckt und teilweise aufgehoben zu haben. Am 29. vor. Mts. Armitage: Albert Hübener, Erica Gordon: Else Wasa. Die Regie geführt werden, oder kann mit Erfolg gegen die Rückführung flagen. Die wurde in Rathenow ein angeblicher Arbeiter Hinge aus Berlin, bei führt Woldemar Runge. Jm Thalia Theater geht heute Herausgabe der Papiere, insbesondere der Quittungstarte, tann es bei der dem Versuche, falsche Zweimarkstücke auszugeben, festgenommen. Ein Donnerstag die Reportoirpoffe„ Der Weiberkönig“ mit der flotten Bolizei beantragen. Trägt die Herrschaft auf Bestrafung an, oder meldet unbekannter Mann, der in der Gesellschaft des H. vorher gesehen Musik von Einödshofer zum 50. Male in Szene. Guido Thielscher fie sonst den Vorfall der Polizei, so ist eine ausdrückliche Abmeldung nicht K. Oppeln. Soweit die Rechtslage zu ersehen ist( Sie worden war, ergriff, als er von dessen Verhaftung erfuhr, die Flucht und Lina Abarbanell, Frizz Helmerding und Josefine Dora, Helene erforderlich. Bei dem Festgenommenen wurden noch verschiedene Ballot und Gert Wehling, Herm. Bartels und Kurt Offers und geben nicht an, welche Art Beamter der Mann war und wie die auf Dienst Falschstücke vorgefunden. Vorgestern wurden in Stendal falsche Jo Hey spielen nach wie vor die Hauptrollen. Im Lessing- entlassung lautende Entscheidung lautet) steht dem Mann eine Pension nicht zu. M. S. 33. Unbefugtes Brieföffnen ist auf Antrag strafbar. Auch Zweimarkstücke verbreitet, die zweifellos aus derselben„ Fabrik" ent- Theater haben die Proben zur nächsten Novität, Max Dreyers die Deffnung der Briefe des anderen Ehegatten kann eine unbefugte fein. stammen wie die in Rathenow angehaltenen und vermutlich in Schauspiel Die Siebzehnjährigen", begonnen, deren erste Auf- H. W. Melden Sie das Aufgebot in der Gemeinde an, wo Sie Ihren Berlin hergestellt worden sind. Einer der Verbreiter wurde in der führung für Sonnabend, den 12. 5. M., angesezt ist.- 3m 2uisen- Wohnsiz haben. Mitzubringen haben Sie Ihre Militärpapiere und Ihre Person eines obdachlosen Schuhmachers Beeger, der angeblich auf Theater geht am nächsten Freitag zum ersten Male Schillers und Ihrer volljährigen Braut Geburtsurkunden. Ihre Braut brauchen Sie der Wanderschaft begriffen war, verhaftet. Auch er hatte mit einem " Don Carlos" mit den Damen Benkendorf, Sylva, Hüftel und den nicht mitzubringen. Will Ihre Braut das Aufgebot anmelden, so muß sie es in ihrem Wohnsik tun, Sie sind dabei nicht vonnöten. Das Aufgebot Kollegen gearbeitet", der entkommen ist. Herren Ruff, Böhm, Wald, Majewski, Dehmig und Techel in Szene. erfolgt dann in den mehreren in Betracht kommenden Gemeinden. Soweit erfichtlich, kommt hierbei Berlin überhaupt nicht in Betracht, da Sie beide an anderen Orten wohnen. E. W. 5. Soweit ersichtlich, ist der Chef und entkam. Ein gefährlicher Spaziergang. Auf das Tegeler Schießplat gelände geriet wieder einmal ein leichtsinniger Spaziergänger und = im Unrecht. Max E. Melden Sie Ihre Forderung als bevorzugte zum Konkurs an. Wird dann von den Gläubigern und dem Konkursverwalter Ihre Forderung nebst Vorrecht anerkannt, so gilt ihre Forderung als bevorrechtigt. Daraus folgt aber noch keineswegs, daß sie vollbezahlt wird. wird dies Vorrecht nicht anerkennt, so können Sie auf Anerkennung flagen. Indes dürfte Ihr Anspruch auf Vorrecht sehr zweifelhaft sein, da Ste, so weit Ihre Schilderung erkennen läßt, als selbständiger Unternehmer, nicht als Arbeiter dem Fabrikanten gegenüber zu stehen scheinen. Darauf deutet von anderem abgesehen, der Umstand hin, daß Sie Ihre Forderung bis zu 1500 M. haben anwachsen lassen. Wiederholen Sie Ihre Anfrage unter Darlegung, in der Beiträge erfolgt nicht, da der Berstorbene schon Invalidenrente hatte.[ Kinder erfolgt, um Gläubiger des Mannes zu benachteiligen, so ist der Vera welcher Art Geschäft( Konfettion? Sie tätig sind und für welche S... 58. Ihnen steht ein Anspruch auf Rüderstattung nicht zu. trag, durch den das Eigentum übertragen wurde, anfechtbar und unwirt Lage der Schluß um 6 Uhr fein soll. 2. 9. 3. Sie irren. Wenn Sie durch eine Annonce des„ Lokal- Anzeigers" oder der Morgen- fam. Es tann auch Strafbarkeit der Vertragschließenden vorliegen. Un Mt. St. Gewiß haben Sie und Ihr Kind mit Recht das Gefühl gehabt, post" verleitet sind, um ein Darlehen zu bitten, dann auf Erfordern des erheblich ist für diese Wirkung die Form des Bertrages. Es empfiehlt sich daß Ihnen unrecht geschah, als Sie polizeilich weitergewiesen wurden, als Geldmenschen 4 M. zwecks Beschaffung einer Auskunft über Ihre Person, für ernst gemeinte, nicht in der Abficht einer Gläubigerbenachteiligung zu Sie Ihrem Kinde Belehrung auf seine Fragen über Schloß und Beleuchtung Berhältnisse usw. gezahlt haben, so haben sie eine recht hohe Steuer für schließenden Berträge die gerichtliche oder notarielle Form. 3. Das Vorgaben, während Sie sich auf einem sonst menschenleeren Inselperron des Mangel an Umficht bezahlt. Derartige Steuern find aber nur dann rüd- mundschaftsgericht kann jederzeit Bericht und Rechnunglegung verlangen. Schloßplates befanden. Indes berechtigt die Straßen- Polizeiverordnung zahlbar, wenn sie beweisen könnten, daß der Annonceur von vornherein Es ist, falls feine andere Anordnung getroffen ist, jährlich Bericht zu er den Bolizeibürger zu solcher Aufforderung im Interesse des Verkehrs. Eine nicht die Absicht hatte, Darlehen zu geben, sondern durch Einnahme der statten. Streit. Ihrer Gestellungspflicht als Desterreicher können Sie Beschwerde wäre nublose Zeitverschwendung. Bielleicht können Sie den Erkundigungsgelder sich Borteile zu verschaffen. Diesen Nachweis fönnten nicht in Deutschland genügen. Wenden Sie sich an die österreichische BotVorfall zu einer Belehrung Ihres Kindes darüber benußen, daß wer die schwerlich Sie, vielleicht die Polizei liefern, wenn diese den Annoncen ein schaft wegen Aufschub und um Auskunft. M. W. 100. Ist der Anzug Macht hat das Recht hat und daß also wer Recht haben will, die Macht Behntel der Aufmerksamkeit zuwenden würde, die sie heute für andere Dinge nicht passend, so hätte eine Klage von Ihrer Seite Aussicht auf Erfolg. fich verschaffen muß. 23. M. 100. 1. und 2. Ja. 3. und 4. Nein. verwendet. Trösten Sie sich übrigens, daß sie ein Darlehen nicht erhalten Baßt aber der Anzug, so würden Sie voraussichtlich abgewiesen werden, Groß- Lichterfelde. Sie könnten nur gegen den Wintelfonsulenten auf haben. Hätten Sie auf diesem Wege ein Darlehen erhalten, so würde Ihnen weil es als schitanos erachtet würde, daß Sie aus der Verspätung um eine Herausgabe und Schadenersas flagen, dem Sie Bollmacht erteilt haben. in sehr furzer Zeit die Krawatte so fest gesessen haben, daß Sie auch das Nacht Rechte herleiten. C. J. 20. Die Mutter hätte Anspruch auf den Dadurch, daß mehrere Winkelkonsulenten sich als Vereinigung Rechtsschutz, Wenige was Sie noch besigen verloren und nur eine neue Schuldenlaft Pflichtteil, das ist in Ihrem Falle auf ein Biertel des Nachlasses von Rechtsfreunden u. dergl. bezeichnen, folgt noch nicht die Haftung der gewonnen hätten. W. R. 101. Wir kommen dem Wunsche bald nach. des Mannes nach Abzug des Haushaltsinventars. A. 2. Ja. Gesamtheit. Wenn etwa Unterschlagung oder Teilnahme an einer solchen 999. Kleine, höchstens aus zwei Zimmern bestehende Wohnungen find, J. K. Bollen Sie Hebamme werden, so richten Sie zunächst ein vorliegt, so fönnen Sie die Sache der Staatsanwaltschaft unterbreiten. Aus wie zutreffend angegeben ist, an demselben Lage" zu räumen. Da der dahingehendes Gesuch an das Polizeipräsidium. Von dort erhalten Sie dem Vorfall follten Sie die Lehre ziehen, sich vor dem Beistand von Wintel- Tag nicht um 12 Uhr mittags endet, so ist die Wohnung bis zu einer den Nachricht, wann und mit welchen Papieren Sie sich beim Stadtphysikus einkonsulenten insbesondere dann zu hüten, wenn diese Leute sich selbst öffent- Verkehrsverhältnissen entsprechenden Zeit, also etiva 8 Uhr abends, zu zufinden haben. Dort erfolgt eine Vorprüfung( im Schreiben, Lesen, lich als tüchtig, zuverlässig u. dergl. anpreisen. 6. S. 30. Für räumen. F. N. 27. 1. Mein. 2. Jit nichts anderes verein- Rechnen, Sehen, Hören). Mit dem Zeugnis der bestandenen Prüfung Handlungsgehülfen, die nur zu vorübergehender Aush ülfe angenommen find, bart, so beträgt die Kündigungsfrist für Handlungsgehülfen ohne wenden Sie sich dann an das Polizeipräsidium und beantragen Zulassung trifft die Borschrift, daß die Mindestkündigungsfrist einen Monat zu betragen Unterschied des Geschlechts sechs Wochen zum Duartalserften.. Ja. zum Lehrkursus. Der Lehrkursus( Charité) verursacht etwa 300 M. Koften hat, nicht zu, es sei denn, daß das Aushülfsverhältnis länger als drei Mo- A. W., Bochum. Starfe Bruchanlage.- J. M. 107.§ 616 B. G.-B. und dauert etwa sechs Monate. Wer über 30 Jahre alt ist, fann als nate dauert. Es fann also jegliche, auch tägliche Kündigungsfrist ber ist maßgebend. Danach wird der Arbeiter des Lohnanspruchs nicht dadurch Hebamme nicht zugelassen werden. Da ein großer Andrang besteht und einbart werden. Sst weder schriftlich noch mündlich eine Kündigungsfrist verlustig, daß er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch Krant die Zulassungen der Reihe nach erfolgen, so fann eine Meldung einer vereinbart, so gilt die fechswöchentliche zum Duartalserften. H. E. Ja. heit oder einen anderen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Ver- älter als 26 Jahre alten Hebammenbewerberin felten auf Erfolg rechnen. Im Namen. In jedem Strafprozeß können die dem Freigesprochenen schulden an der Arbeitsleistung verhindert ist. 100 2. Ja, O. G. 2. Th. R. 500. Wenn Ihr Vertrag nicht das Gegenteil vorschreibt, ist erwachsenen notwendigen Auslagen der Staatstaffe auferlegt werden. Bu Mein. N. F. in B. Ist die Fabrik abgebrannt, so hat nach zutreffender der Birt, nicht der Mieter, zur Bezahlung der Wasserrohrreparatur ver diesen Auslagen gehören die Reisekosten und Verteidigungsunkosten. Außer Ansicht der Arbeitgeber Lohn für die Kündigungsfrist zu zahlen. Ein pflichtet. dem kann das freisprechende Urteil dem Anzeigenden die dem Beschuldigten gehendere Darstellung des Rechtsstandpunkts und der Rechtsprechung finden erwachsenden Auslagen auferlegen, wenn es nach Anhörung des An Sie S. 164 und 132 der 4. Auflage des„ Arbeiterrechts". 100 pirsch. zeigenden zu der Ueberzeugung gelangt, daß die Anzeige auf grober Fahr: Sie sind voller Miterbe Ihrer Mutter. Da aber das während der Ehe Era läffigkeit beruht. Von beiden Befugnissen wird, insbesondere von der letzten worbene Ihrem Stiefvater gehört und Ihre Mutter nichts besessen, also Beamten gegenüber, außerordentlich selten Gebrauch gemacht. Ist in Ihrem auch nichts hinterlassen hat, so wäre, soweit ersichtlich, eine Klage nutzlos. Falle die Berufungsmöglichkeit vorhanden, so können Sie diesen Weg zu be- 2. K. Heimarbeiter, die ohne Gehülfen und nur für einen Arbeitgeber freten versuchen. Der Kompetenzkonflikt fann bei diesem Verfahren nicht tätig sind, find nach ständiger Rechtsprechung des Reichs- Versicherungsamts erhoben werden. Reben und außer diesem strafprosessualen Wege steht und der obersten Berwaltungsgerichtshöfe flebepflichtig. Ob diese Borauss Ihnen der Weg des zivilrechtlichen Schadensersatzprozesses nach dem Gesez fegungen auf Sie zutreffen, ergibt Ihre Frage nicht. Sind die Boraus gegen den Beamten offen, der fahrlässig Ihnen gegenüber die ihm obliegende jebungen nicht zutreffend, dann geben Sie Art und Umfang der Arbeit und Amtspflicht verlegt hat. Hier kann Ihnen aber der Kompetenzkonfliktshof die Entgeltshöhe an, teilen auch mit wie alt Sie sind, damit Ihnen Aus- Marktpreise von Berlin am 1. November. Nach Ermittelungen des in den Arm fallen. Zuständig für die Klage ist das Landgericht. Ohne Ein- funft erteilt werden kann, ob Sie versicherungsberechtigt find.-M. Wt. 10. fgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**), gute Sorte bernehmen mit Ihrer Gewerkschaft den Klageweg zu beschreiten, ist nicht ratsam. Fremde und Reisende, welche sich nur vorübergehend aufhalten und 17,55-17,53 M., mittel 17,51-17,49 M., geringe 17,47-17,45 M. 2. P. Leider ja. Der Ehemann ist in allen Fällen zur Beschaffung des ihren Hund bon außerhalb mitbringen, find bundesteuerfrei, Roggen**), gute Sorte 13,80-13,79 M., mittel 13,78-13,77 M., geringe Unterhalts für feine Frau verpflichtet, in denen die Frau mit seiner Ein- menn Ihr Aufenthalt bier Wochen nicht übersteigt. Leinens 13,76-13,75 M. Futtergerste*), gute Sorte 15,70-14,50 m., mittel 14,40 willigung getrennt von ihm lebt. Anders liegt es, wenn die Frau sich vom pflichtig sind Besuchshunde in demselben Umfang mie anfäffige. bis 13,20 M., geringe 13,20-12,10 m. Hafer*), gute Sorte 16,40-15,50 M., Manne ohne dessen Zustimmung oder Genehmigung getrennt hält. In J. Sch., Neu- Weißenfee. 1. Mittel gegen vermeintliche Krankheiten ohne mittel 15,40-14,60 m., geringe 14,50-13,70 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen Ihrem Falle hat der Ehemann einen völlig falschen Weg eingeschlagen. Das ärztliche Untersuchung zu verschreiben, ist gewiffenlos. Wir lehnen grund- 40,00-30,00 M. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linsen 60,00-30,00 m. Berfügungsrecht über die Wohnung steht ihm zu. Durch Verlassen der fäßlich jede derartige Kurpfuscherei ab. 2. Innerhalb zwei Jahren fönnen Kartoffeln 9,00-7,00 M. Richtftroh 5,00-4,32 M. Heu 9,20-7,00 M. Wohnung hat er fich lediglich in Nachteil gefegt. Er kann auf Ermission der Sie Nachtleben erwirken. Den Antrag haben Sie an den Landrat zu Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Eier per Schod 4,50-3,00. erwachsenen läftigen Kinder erfter the flagen. Splettstößer. 1. Nicht richten. 3. Wenden Sie sich an den Vorstand Ihrer Krankenkasse.*) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. die Polizei, sondern das Gewerbegericht ist zuständig für zivilrechtliche D. M. 21. 1-4. Ja. 5. Bis die Kinder sich selbst zu ernähren in der Forderungen aus dem Arbeitsverhältnis. Stellen Sie eine Stlage an und Lage find. 3weds Ehescheidung beantragen Sie erst Sühnetermin beim Wasserstand am 1. November. Elbe bei Auffig 1,10 Meter, bel erwirken Sie eine schleunige einstweilige Verfügung beim Gewerbegericht. Amtsgericht. Nach fruchtlofem Ablaufe dieses Termins erwirken Sie das 2. Ja. 1,51 Meter, bei Magdeburg+0,51 Meter. Veteran. Bird die Entscheidung bei der Ge- Armenrecht. Sie fönnen schon vordem oder gleichzeitig auf Bewährung Straußfurt+ 0,80 Meter. Unstrut bei M. W. Ja. Oder bei Ratibor Meter, bei Breslau werbebeputation verzögert, so beschweren Sie sich beim Oberbürgermeister. hinreichenden Unterhalts flagen. D. P. Leiber steht dem Unfall- Ober- Begel+5,28 Meter, bei Breslau Unter Begel+0,96 Meter, bei Im übrigen läßt sich aus Ihrer Schilderung nicht entnehmen, ob und verlegten ein Anspruch auf Aufnahme in ein Strankenhaus nicht zu, Frankfurt --Meter. Weichsel bei Brahemünde+ 2,74 Meter. welche Rechte Ihnen gegen die Kaffe zustehen, da uns weder das Statut zur vielmehr hat nur die Berufsgenossenschaft das Recht, an Stelle Barthe bei Posen+0,12 Meter. Ne te bei Usch Berfügung steht, noch der Sachverhalt aus Ihrer Schilderung erhelt. anderer Leistungen die Aufnahme usw. bewirken. ชน --Meter. Ihr Onkel 23. B. 100. Wegen Steuerreft fann wie wegen jeder vollstreckbaren tann aber ärztliche Pflege von der Berufsgenossenschaft verlangen. Forderung Offenbarungseidesleistung begehrt werden. Von dieser Befugnis M. F. 77. Im Falle einer Klage würden Sie verurteilt werden, weil wird in der Regel mur in Fällen Gebrauch gemacht, in denen Anlaß zu der Sie nach Ihrer Darstellung, fein Recht für eine Nichtannahme der von Ihnen Vermutung vorliegt, daß der Schuldner Bermögen verheimlicht. Die Offens bestellten Waren gehabt haben. N. 83. Sie würden, falls Sie die von barungsleistung besteht in der eidlichen Erhärtung des Vermögensstandes. Ihnen geschilderte Sachlage beweisen, mit einer Klage durchdringen. Die Wiffentlicher Meineid auch in Offenbarungseidessachen ist mit Buchthaus Kosten, auch die von Ihnen hernach erhobenen, fallen dem Schuldner zur bedroht. F. 10. In der Regel: Rein. Db ein Gegenstand unentbehr- Last. Zollamt. Schwarzwälder Uhren( Uhren mit hölzernem Gestell) lich und deshalb unpfändbar ist, hängt in erster Linie von dem billigen find nach dem öfterreichischen Tarif und Handelsvertrag, falls sie nicht unter Ermessen des Gerichtsvollziehers und im Beschwerdewege des Gerichts höher belegte Kurzwaren fallen, mit 40 Gulden Boll für 100 Kilogramm davon ab, ob unter den Berhältnissen des speziellen Falles( Gewerbe, belegt. B. 5. 100. 1. Der Arzt hat die Ihrem Zustande entsprechende Swinemde. 770 N Familienanzahl usw.) der Gegenstand unentbehrlich ist. Allgemeine Vor- Bescheinigung auszustellen. Hat er Ihrer Ansicht nach eine Ihnen un amburg 772 2 chriften für bestimmte Arten von Gegenständen gibt das Gefeß nicht und günstige falsche Ansicht in das Attest geschrieben, so können Sie bei der Berlin 771 N fann es nicht geben. Oskar W., Tegel. Bor dem Veitritt zu Schwindel Gewerbedeputation trotz des Attestes auf Krantenunterstübung gegen Frankf.a.M. 772 Taffen haben wir stets gewarnt. Db auch vor der von ihnen angegebenen die Staffe lagen, haben aber den Beweis für Ihre Behauptungen München 770 Still Staffe die Warmungstafel unter Namensnennung aufgestellt ist, ist uns nicht zu führen. 2. Das ist nicht möglich. 2. 9. 3. Sie irren. Wien 770 Still erinnerlich. Wollen Sie wiffen, ob fie die Warnung stafel verdient, so R. 96. 1. und 2. Gläubiger des Mannes können auch Gegenstände, Wetter- Prognose für Donnerstag, den 3. November 1904. schicken Sie die Statuten ein. Affe 3. 1. Die unentbehrlichsten, jeder die den Familienangehörigen gehören und sich im Gewahrsam des Mannes Etwas wärmer, zeitweise aufflarend, vielfach nebelig bei schwachen west Bfändung entzogenen Gegenstände unterliegen auch dern Retentionsrecht befinden, pfänden lassen, müssen aber auf Intervention der Eigentümer hin lichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. des Vermieters nicht. 2. Leider nein. B. Dt. Nein. Rückzahlung die Sachen freigeben. Ist der Vermögenserwerb seitens der Frau oder Berliner Wetterbureau. Dresden $ Witterungsübersicht vom 2. November 1904, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm Wind Bunzpa Windstärke Better 1Dunst 2 bedeckt 1 bedeckt 3bedect Regen Nebel Temp. n. G. 5º.= 4° R. Stationen Barometerfland mm Wind. richtung Windstärke 6 Haparanda 758 NW 5 Betersburg 759 N 4 Cort Better 2 halb bb. 1bedect 6 Aberdeen 773 S 5 Paris 2 bededt 772 ND 3 bedeckt 6 A.JANDORF& Co SPITTELMARKT 16/17 BELLE ALLIANCE- STR. 1/2 GROSSE FRANKFURTER- STR. 113 Ecke Leipziger Strasse Am Blücherplatz 1.1 Seal- Kanin- Collier mit 4 Schweif. ca. 160 cm lang 4,75 M. Ecke Andreas- Strasse BRUNNEN- STR. 19/21 Donnerstag, Freitag, Sonnabend soweit der Vorrat reicht PELZWAREN Kanin- Collier mit 4 Schweifen, ca. 100 cm lang 325 Seal- Kanin- Muffen Seal- Kanin- Collier mit 4 Schweifen ca. 160 cm lang Seal- Kanin- Stola mit 4 Schweifen Thibet- Stola ca. 200 cm lang 475 Nerzmurmel- Muffen M. 750 875 Nutria- Muffen M. 195 275 325 426 25 3º. 365 475 M. schwarz oder welas mit 4 Schweifon 1475 Kinder- Garnituren ca. 225 cm lang, breite Façon, Nerzmurmel- Stola mit 4 Schweifen ca. 160 cm lang 650 M. weiss Lammfell, Muff und Kragen 240 375 M. 950 ca. 180 cm lang M. 550 M. Nerzmurmel- Stola mit 4 Schweifen Golf- Câpes neueste Façons weiss Thibetine, Muff und Kragen 575 775 950 1150 schwarz, neueste Geisha- od. M. Damen- Paletots Revers- Façons, gute Verarbeit. 875 1150 M. Costüm- Röcke fussfrei, graue moderne Stoffe 345 475 Blusen ,, Velour- Barchend" neueste Façons u. Stoffe regulärer Wert bis 350 235 Blusen 1450 M. 650 M. ,, Reine Wolle", moderne Schotten, elegante Ver- 950 arbeit., regul. Wert bis 59/5 Ecke Veteranen- Strasse Seal- Kanin- Stola breites Façon, mit 4 Schweifen ca. 250 cm lang, 11,75 M. Kennen Sie unser Rabatt- System? Berantio. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glede, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchbruckerei u. Berlagsanstalt Paul Ginger& Co., Berlin SW Temp. n. G. 8 Nr. 259. 21. Jahrgang. 2. Icilap des.Amiirls" Knlim NilksblR Dannerstag, 3. Navember 1994. Wieder ein„kleines" Blutbad. Warschau, 28. Oktober.(Eig. Ber.) Der Mordbefehl des Generalgouverneur-Z Czertkow, über den wir seinerzeit be- richteten(f. den„Vorw." Nr. 24w 1 1 n o n c n zu nnrccyl, oa»ly Leistung und Gegenleistung nicht deckten. Die jetzige Fracht- berechnung entspräche nicht der Billigkeit; sie bestehe schon seit dem Jahre 1875 und danach hätten die Eisenbahnen seitdem 153 Millionen Mark mehr eingenommen, als ihnen zustände. ES sei zwar nicht zu hoffen, daß dieser Betrag jemals zurückgezahlt werde, weShalb solle man den Modus aber jetzt nicht ändern können?! Der Vertreter der Eisenbahndirektion legte gegen die Behauptung, baß die Bahnen auS dem AbrundungSverfahren unrechtmäßige Einnahmen bezögen, Verwahrung ein: formell sei das Verfahren durch die Bestimmungen des Tarifs gerechtferftgt, die seit Jahrzehnten beständen und eventuell sei zu betonen, daß daS AbrundungSverfahren nur den Stückgut- Verkehr treffe, der„bekanntlich nicht die Selbstkosten einbringe." Diesem Verkehr sei erst vor wenigen Jahren eine weitgehende Ermäßigung(Staffel-Taris) zu teil geworden und auch sonst hätte die Stnckgut-Befvrderung hinsichilich ihrer Schnelligkeit und Pünktlichkeit wesentliche Ver- besserungen erfahren— iveitere„Vergünstigungen" könnten ihr jetzt nicht zugeivendet werden. Der Anftag des Ausschusses wurde danach abgelehnt. Außenhandel Rußlands. Der„Wjestnik Finansow", das Blatt des russischen Finanzministeriums veröffentlicht die Außenhandels- statfftil Rußlands in der ersten Hälfte des laufenden Jahres. Danach gestaltete sich die Ein- und Ausfuhr Rußlands über die europäische Grenze in den Hauptwarengruppen während der ersten Hälfte 1934 im Vergleich zu demselben Zeitraum 1933 folgendermaßen: Einfuhr: Lebens- Rohe- u. halb- . bearbeitete Vieh Fabrikate Zusammen mittel Materialien Wert in tausend Rubel 1934.. 41372 179 325 496 83 813 334 411 1903.. 39 593 157 345«38 8« 7S4 284313 Ausfuhr: Lebens. Rohe- u. halb bearbeitete Vieh Fabrikate Zusammen m'ttel Materialien Wert in tausend Rubel 1904.. 231355 143 75« 7 312 11915 393 738 1933.. 274 337 141«76 7 873 9 962 433 848 Obgleich das erste Halbjahr 1934 nur zum Teil unter der Ein- Wirkung des oftasiatischen Krieges stand, ist diese doch deutlich zu erkennen. Die Lebensmitteleinfuhr hat zugenommen, während zu- gleich die Ausfuhr um ca. 43 Millionen Rubel zurückging. Vor allem hat die Ausfuhr von Roggen und Hafer abgenommen, insgesamt um ungefähr 28 Millionen Rubel. 6encbt9-Zcitung. Wie dir Gerichte überlastet werden. Eine Räubergeschichte unter- lag gestern der Prüfung der ersten Straftammer des Landgerichts II. Auf der Anklagebank saßen zlvei minderjährige Schulmädchen auS Königs-Wusterhausen, die sich auf die schwere Anklage der räube- rischen Erpressung zu verantworten hatten. ES war an einem Wintertage als ein halbwachseneS Mädchen R. aus Kiekebusch nach KönigS-Wusterhausen geschickt ivorden war, um aus der dortigen Apotheke etwas zu kaufen und noch einige Besorgungen zu machen. Es hatte stark geschneit und der Schnee lag in dichten Massen auf der Erde. Auf dem Wege nach Wuster« Hansen begegneten die beiden Mädchen der R. und eröffneten ein Schneeball-Bombardement auf diese, so daß sie vor Angst nicht au§ noch ein wußte. Sie war in einer üblen Lage, denn sie trug in der einen Hand die Medizinflasche und in der anderen ihren Muff uud ihre Hände hatten daher keine Bewegungs- sreiheit. Das Mädchen bat, sie zufrieden zu lassen, das Vom» bardement hörte aber nicht auf, selbst als sie ausgerutscht und zur Erde gefallen war. Auf ihr wiederholtes Bitten, sie unbehelligt zu lassen, erhielt fie die Antwort, daß das Bombardement nur aufhören würde, Ivenn sie sich mit 5 Pf. loskaufen würde. Dies geschah denn auch und die beiden Rangen liefen ver- gnügt von dannen. Aber der hinkende Bote kam in Gestalt einer Anklage wegen Mißhandlung nach. Das Schöffengericht hatte sich seinerzeit für unzuständig erklärt und die Sache an die Straftammer verwiesen, da nach seiner Meinung räuberische Erpressung vorlag. Die Straftammer schloß sich aber der Ansicht des Verteidigers Rechts- anwalts Dr. Liebknecht dahin an, daß den beiden Angeklagten die ErkemitniS von der Strafbarkeit ihrer Handlung gefehlt habe. Es erfolgte daher deren Freisprechung. ES ist unglaublich, daß wegen solcher Kinderdummheit sich ein Staatsanwalt bemüht hat. Weiß ein solcher Beamter denn gar nicht, was es für ein paar harmlose Kinder und deren Eltern bedeutet, einer derartigen Lappalie wegen überhaupt unter Anklage gestellt zu werden; hat der Herr keine Ahnung davon, daß die jungen Mädchen wahrscheinlich während der ganzen Zeit, wo die Anklage„schwebte", keine ruhige Stunde verlebt haben? Man darf wohl erwarten, daß dem Staatsanwalt, der diese Anklage veranlaßte, von seinem Vorgesetzten der Stand- Punkt klar gemacht wird! Die Rache des Verschmähten. Eine sonderbare Brandstiftungs- geschichte beschäftigte heute das Schwurgericht des Landgerichts I. Der Angeklagte, Hausdiener Hugo W i e l a n d war beschuldigt, am Abend des 21. August in dem Hause Waßmannstraße 9 eine WohnungS- tür in Brand gesetzt zu haben. Er ist ein ziemlich verkommener Mensch, der schon wiederholt mit den Gefängmffen Bekanntschast gemacht hat und mit der Arbeit nicht auf allzu gutem Fuße lebt. Er batte zuletzt einen Unfall durch de» Schlag mit einem Hufeisen er- ten und war Aspirant auf eine Unfallrente. Im Juni war er zu geflagten der versuchten Brandstiftung schuldig. Der Staats-| Unterarm gebrochen; der Zustand der Patientin ist den Umständen ver in der Waßmannstraße 9 wohnenden separierten Arbeiterfrau anwalt beantragte mit Rücksicht auf die vom Angeklagten bekundete nach befriedigend. Krug gezogen, die in ihrer fleinen Wohnung außer ihm noch einen niedrige Gesinnung 1 Jahr 6 Monate Zuchthaus und 5 Jahre EhrSchlafburschen und drei Kinder beherbergte. Er trat zu der Frau verlust. Der Gerichtshof berücksichtigte, daß der Angeklagte ein Das neue Verbrechen von Bologna. Der rätselhafte Tod des Krug in Beziehungen und verabredete mit ihr, daß er gegen Hingabe leicht erregbarer Mensch ist und wohl auch unter dem Einflusse Offiziersburschen in Bologna beschäftigt weiter die Gerichte. Der des Krankengeldes freie Kost und freien Aufenthalt erhalten sollte. des Alkohols gestanden hat und verurteilte ihn zu 9 Monaten neue Bericht der Sachverständigen schließt wie der erste den Selbst Da er auch mit der ihm später zu gewährenden Unfall- Gefängnis. mord aus. Auf Grund ihres Befundes glauben die Sachverständigen rente renommierte, so war Frau Krug nicht abgeneigt, später schließen zu müssen, daß 1. die Wunden dem nackten oder leicht be. mit ihm die Ehe einzugehen. Wegen Verlegung anerkannter Regeln der Baukunft wurde gestern deckten Körper beigebracht sein mußten; 2. die Schußwunde unter Ende Juni wurde der Angeklagte in die Charité gebracht und in der Zwischenzeit hörte Strafkammer des Landgerichts I zur Verantwortung gezogen, ob- zirkulation, also nach dem Tode, dem Burschen zugefügt der Abbruchsunternehmer Mori Lichtenstein vor der dritten dem Kinn nach bereits eingetretenem Stillstand der BlutFrau Krug, daß es mit der Unfallrente nicht ganz seine Richtigkeit schon ein Schaden durch die dem Angeklagten vorgeworfene Unter- wurde. habe. Ihre Zuneigung zu ihm erkaltete daher vollständig und als Da man den Burschen bekleidet fand, so hätten Wieland am 15. August aus der Charité, wo er bezüglich des Grades lassung nicht entstanden ist. Der Kaufmann Schloß beabsichtigte die Schuldigen den Toten erst zurecht gemacht, ehe sie Lärm seiner Invalidität beobachtet worden war, wieder zu Frau Krug Der Angeklagte übernahm die Abbruchsarbeiten; diese waren erst einen Schuß gehört haben wollen, während die Kleine des Hauptauf dem Grundstücke Magazinstr. 16 a ein Gebäude aufzuführen. schlugen. Nun finden sich auch mehrere Zeugen, die um 6,55 morgens ziehen wollte, fand er keinen Einlaß mehr und hörte, daß inzwischen am 26. Mai beendet, so daß erst an diesem Tage die Maurer- manns um 7,30 um Hilfe rief und der Hauptmann selbst gegen ein anderer Schlafbursche eingezogen war. Darob geriet der sehr arbeiten begonnen werden konnten. Durch die Abbruchs- und Aus- 7 Uhr das Haus verließ. Sowohl die verhaftete junge Frau als nervöse und leicht erregbare Angeklagte in helle Wut und es fam zwischen ihm und der Frau Krug wiederholt zu lebhaften Auftritten. Schachtungsarbeiten wurde das Baugrundstück längs der Seite, wo ihr auf freiem Fuße befindlicher Gatte verhalten sich sehr ruhig und Er versuchte mehrfach, sich gewaltsam Zutritt zu der Wohnung zu ver- es an das Quergebäude, Schillingstr. 36, grenzt, bis zur versichern ihre Unschuld. Es handelt sich um einen äußerst schaffen. Er verfolgte die Frau auf der Straße und machte sie schlecht, er 30 Zentimeter tiefer, ausgeschachtet. Gleichwohl unterließ es der Wahlkampagne das öffentliche Interesse stark in Anspruch nehmen Fundamentsohle dieses Quergebäudes, teilweise jogar noch kompliziert liegenden Kriminalfall, der nach der Erledigung der kaufte sich auch einen Revolver und ging eines Tages mit dieser Angeklagte, die an das Grundstück Magazinstraße 16a angrenzende dürfte. Waffe immer vor den Hause der Frau Krug hin und her, wobei er dieser den Revolver zeigte. Hinterwand des Grundstücks Schillingstr. 36 abzusteifen. Dadurch 21. Auguſt betrat er das schon verschlossene Haus, indem er durch entstand nach dem Gutachten des Regierungsbauführers Gebhard die mann wurde wegen Sittlichkeitsverbrechens verhaftet.- DffenIn der Nacht zum Kleine vermischte Nachrichten. Dresden. Strafassessor Ader 21. Auguſt betrat er das schon verschlossene Haus, indem er durch Gefahr, daß das Quergebäude Schillingstr. 36 einstürzen und Per- burg( Baden). In der Nähe des hiesigen Bahnhofs stieß eine ein dort belegenes Schanklokal ging und dem Wirt erklärte, er wohne sonen beschädigt werden konnten. Der Angeklagte bestritt, daß er bei Frau Krug. Er machte sich dann mit einem Draht an der Tür für das Fehlen der Absteifung verantwortlich sei, da diese Absteifungs- Rangierabteilung auf einen Güterzug; es entstand dadurch Materialder letzteren zu schaffen, um zu versuchen, sich den Eingang zu erarbeiten außerhalb des Rahmens seines Vertrages lagen. Rechts- leicht verlegt. Bruneck. Bei einem Ballonaufstieg entwich in der schaden. Ein Heizer wurde schwer, ein anderer Bahnbediensteter zwingen. Ein Hausbewohner störte ihn und veranlaßte ihn, sich schleunigst nach der dritten Etage zu flüchten. Er ging aber bals anwalt Ulrich beantragte aus diesem Grunde die Freisprechung. Höhe von zirka 200 Metern das Gas. Der Ballon stürzte in die wieder zur Tür zurück. Ein anderer Hausbewohner, der durch das Der Gerichtshof hielt aber doch die Verantwortlichkeit des AnGeräusch aufmerksam geworden war, leuchtete mit einer Lampe auf geflagten für vorliegend und verurteilte ihn zu 100 Mart Geld- Rienz, sodaß der Luftschiffer mit leichten Verlegungen davontam. die Treppe und sah den Angeklagten, der schleunigst die Treppe hinabeilte und durch das Schanklofal flüchtete. Auch Frau Krug war nicht nur durch das Geräusch aufmerksam geworden, sondern auch durch den Dualm, der ihre Küche erfüllte. Als sie die Tür öffnete, schlugen ihr die hellen Flammen entgegen und es zeigte sich, daß die Tür mit Petroleum begossen und in Brand gesetzt worden war. Das Feuer wurde durch einige Eimer Wasser schnell gelöscht. Auf dem Treppenabsatz des dritten Stodes fand man eine zu dreiviertel geleerte Betroleumflasche vor. Der Angeklagte ist nach dem Gutachten des Gerichtsarztes Dr. Hoffmann zwar leicht erregbar und nervös, aber im Vollbesiz seiner Geisteskräfte. Wieland bestritt entschieden, das Feuer angelegt zu haben und wollte glauben machen, daß hier ein Rachealt der Frau Krug vorliege, die auf diese Weise ihn endgültig habe loswerden wollen. Die Geschwornen konnten diese Darstellung nicht als glaubwürdig anerkennen; sie sprachen den AnFür den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 3. November. Anfang 72 Uhr: Opernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. 10 Neues fönigl. Opern Theater. Theodora. Deutsches. Dagland. Berliner. Jm bunten Rod. Leffing. Florian Geyer. Westen. Die Hugenotten. Thalia. Der Weiberkönig. Belle- Alliance. Wer?( Auf der Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: strafe. Vermischtes. Verband der Friseurgehilfen Deutschlands. Zweigverein Berlin. Donnerstag, den 3. d. Mts., abends 10 Uhr, Rosenthalerstr. 57: Versammlung. Anträge zur Konferenz. Wahl des Delegierten. Nachweisangelegenheiten. Berliner Tanzlehrer- Verband. Freitag abend 9 Uhr, Mte Jakobs Einsturz eines Kirchenneubaues. Aus Nivlingen bei Dieden- Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. 3 weigverein ofen wird gemeldet, daß die im Neubau begriffene katholische Rigdorf. Donnerstag, den 3. d. M., abends 10 Uhr, bei Fr. Hoppe, Dynamitanschlag auf die Kirche vorliege, haben veranlaßt, daß die Kirche gestern früh eingestürzt ist. Blättermeldungen, daß ein Berlinerstraße 14: Mitglieder Versammlung. Wichtige Tagesordnung. Behörden die Aufräumungsarbeiten mit möglichster Vorsicht ausführen lassen; jedoch nimmt man an, daß ein Konstruktionsfehler vorliegt, da für einen Dynamitanschlag keine triftigen Anhaltspunkte vorhanden sind. Unfall einer Großherzogin. Wie die„ Münchener Neuesten Nachr." aus Schloß Hohenburg bei Tölz melden, hat die Großherzogin von Luxemburg gestern infolge eines Unfalles im Zimmer den rechten Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Kreuzelschreiber. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. straße 75: Uebungsstunde mit Damen. Monatsversammlung fällt aus. Eingegangene Druckfchriften. 3 M. Franz Siemenroth, Berlin, Dennewigstr. 2. Dr. W. Kundt. Zukunft unseres Ueberseehandels, 148 Seiten. Preis Ernst Haeckel. Der Monistenbund. Thefen zur Organisation des Monismus. 12 Seiten. Neuer Frankfurter Verlag, Frankfurt a. M. Zirkus Schumann. Heute Donnerstag, den 3. November, abends präz. 72 Uhr: Im Bannkreis der Jungfrau. Bauerntomödie m. Gef. in 3 Atten von Historisches Trauerspiel in 5 Auszügen Elite- Abend. Gala- Programm. Sternwarte InvalidenAbends 8 Uhr: str. 57/62. Tierleben in der Wildnis. Ludwig Anzengruber. Freitag, abends 8 Uhr: Zum erstenmal: Tyrannei der Tränen. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Tyrannei der Tränen. von Franz Grillparzer. Freitag, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Kreuzelschreiber. Zum 2. Male: Noch nie dagewesen! Die größte Neuheit. Sensationell. Münstedts D CASTAN'S Kleines Theater Neues Theater. Liliput- ZirkusANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Allerseelen melodramatische Illusion. Totenbank.) Hierauf: Die Tugend- Elite- Konzert einer rumänisch. glode. National. Magda. Metropol. Die Herren von Marim. Anfang 8 Uhr: Zentral. Der Generalkonsul. Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Kreuzelschreiber. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Die Jüdin von Toledo. Nenes. Die Kronprätendenten. Anfang 7 Uhr. Carl Weiß. Senta Wolfsburg. Kleines. Fräulein Julie. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Lustspielhaus. Biederleute. Luijen. Krieg im Frieden. Trianon. Gastons Frauen. Kasino. Wildes Blut. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Berliner Luft. Spezialitäten. Palast. Im Zukunftsstaat. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. Nur eine Nacht. Am andern Morgen. Passage Theater. Hans Fredy. Damen- Kapelle. Vormittags. Mittags. Nachmittags. Abends.. Deutsch- Amerikanisches 99 Theater. Köpenickerstr. 67. Zum Gastspiel Adolf Philipp. Ueber'n grossen 388. " TEICH." Anfang 8 Uhr. MALE: Ende 10 Uhr 30 Min. Sonntag nachmittags 3 Uhr, halbe Preise: ,, Ueber'n grossen Teich". Kasino- Theater Lothringerstr.37. Anf. Wch.8, Sonnt.72Wildes Blut. Gesangsposse in 3 Atten v. Mannstädt. Vorher d. vollst. neue Novemberprogr. 1. a. ,, Die Original- Noranas." Sonntag, nachmittags 4 Uhr: Mutter Gräbert. Dida. Spezialitäten. Anf. 5 Uhr. Trianon- Theater. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Bannkreis der Jungfrau. Juvalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Um 8 Uhr: Zierleben in der Wildnis. Heute und folgende Tage: Gastons Frauen. Anfang 8 Uhr. Sonntag, nachm.: Ihr zweiter Mann. Residenz- Theater. National- Theater Dir: Richard Alexander. Weinbergsweg 12a- 13b. Donnerstag, den 3. November 1004: Heute und folgende Tage 8 Eine Hochzeitsnacht. Vereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Anfang 8 Uhr. Fräulein Julie. Freitag: Des Pastors Rieke. Sonnabend: Nachtasyl. Anfang 7 Uhr. Die Kronprätendenten. Freitag: Minna von Barnhelm. Sonnabend: Die Kronprätendenten. ( 7 Uhr.) Freie Volksbühne Sonntag, den 6. November, nachm. 24, Uhr: Berliner Theater: Metropol- Theater: 2. Abteilung. 7. Abteilung. Die Karlsschüler. Die Komödie der Liebe. 4. Serie: Die Juden von Tschirikow. ( Novität!) Erstaufführung am 27. November cr. 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Donnerstag, den 3. November: und A. Barre. Sonntag, nachm. 3 Uhr: 300 Tage. Apollo- Theater. 8 Uhr: Debuts der neuen NovemberSpezialitäten. Hierauf: Berliner Luft. Unter persönlicher Leitung des Komponisten Paul Lincke. Direktion: Rich. Winkler. Gr. internationale Ringkampf- Konkurrenz. Unter dem Protektorat des Herrn Professor Reinhold Begas. heutige Ringkämpfe: B 1. Weltmeister Purich( Russe) gegen Francois de Nidder( Belgier). 2. Giovannini( Italiener) gegen Petroff( Bulgare). 3. Hitler( München) gegen Manzart( Belgier). 4. Röbel gegen Dickmann( Rheinländer). ft. 5. Ali Achmed( Türke) gegen Kramer( Deutschland). Borher: Spezialitäten." Im Zukunftsstaat". Burleske in 1 Anfang 8 Uhr. Vorverkauf von 10-1 Uhr an der Kaffe. Eröffnung 7 Uhr. Sonntag, den 6. November, nach- Zirkus Busch. Lustspielhaus mittags 3 Uhr, bei ermäßigten Preisen: Frühlingsluft und Gebrüder Spezialitäten. Herrnfeld- Theater. Letzte Woche! 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November cr., abends 81/2 Uhr pünktlich und in Wiederholung am Montag, den 5. Dezember cr., abends 812 Uhr pünktlich in der ,, Neuen Welt", Hasenheide 108-114: Das Paradies und die Peri von Robert Schumann. Mitwirkende: Frau Grumbacher de Jong, Fräulein Erler, Frau Weinbaum, Herr Jungblut, Herr Biden. Das verstärkte Berliner Tonkünstler- Orchester ( 55 Künstler), der Berliner Volks- Chor ( ca. 200 Sänger u. Sängerinnen) Einlaßkarten im Vorverkauf 60 Pfennige sind zu haben: In sämtlichen Zahlstellen der Freien Volksbühne, der Neuen Freien Volksbühne, bei den Unterrichts- Abenden der Arbeiter- Bildungsschule, in den Verbands- Bureaus der Bildhauer, Buchbinder, Holzarbeiter, Lithographen u. Steindrucker, Maler, Metallarbeiter, Sattler, Schneider und im Gewerkschafts- Bureau, sämtlich im Gewerkschaftshause; auch im Bureau der Buchdrucker, Ritterstraße 88. Außerdem bei Augustin, Rest. I. Vorwärts- Gebäude; Siemerling, Mus.- Handlung, W., Nürnbergerstr. 69a, Ecke Kurfürstenstr.; Rühle, Mus.- Handlung, Moritzplatz, und Bickhardt, Buchhdlg., Rixdorf, Bergstr. 13. [ 2694b] Eintrittskarten an der Abendskasse 75 Pf. Der Vorstand. I. A.: Heimann, Fidieinstraße 18. Centralverband der Glaser Ortsverwaltung Berlin. Achtung! Glaser! Die Abstempelung der roten Arbeitsberechtigungs- Karten ( zweite Wochenrubrik) findet Freitag abend von 6 Uhr an statt bei Augustin, Lindenstr. 69( Borwärts"-Gebäude). Die Baitarbeiter werden ersucht, die Glaser auf diese Bekanntmachung aufmerksam zu machen und nach den roten Karten zu fragen. 73/17 Die Tariffommiffion. J. A.: C. Jahn. Warenhaus Sozialdemokratischer Wahlverein für Schmargendorf. Am 31. Dftober verstarb im 60. Lebensjahre unser alter Parteigenosse und Mitkämpfer, der BuchDrucker- Invalide Rud. Schaarschmidt. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet hente, nachmittags 3 Uhr, auf dem Schmargendorfer Friedhofe statt. Um zahlreiches Erscheinen erDer Vorstand. fucht 20015 Gegen Keuchhusten wird seit Jahren Reichels Reuchhusten- Saft aus der wildwachsenden schwarzen Johannisbeere mit groß artigem Erfolge angewandt. Echt nur in Fl. a 50 f. u. 1.- Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr. 4. Damen- Konfektion direkt aus der Fabrik. KEF Kein Laden! Jetzt nach beendet. Eng ros- Saison Einzelverkauf enorm billig Saccos, Havelocks, Capes, Abend- a Mäntel, Kostümröcke, Kinderund BackfischPaletots. Robert Baumgarten, Hausvogteiplatz 11, 2. Et. ( an der Jerusalemerstrasse). Bei Vorzeigung dieses Inserats an d. Kasse werd. 5% Rabatt vergütet. Auch Sonntags geöffnet! Verloren! Große schwarze, verschlossene Attenmappe mit Akten, Büchern, Plänen am 1. November etwa 45 nachmittags Bahnhof Savigny- Plaz Stadtbahn III. Selaffe auf Bant liegen gelassen. Gegen gute Belohnung abzugeben Friderici, Kantstr. 48. 26955 Central- Kranken- u.Sterbekasse der Tapezierer Filiale Berlin III. Am 30. Oktober, abends 83%, Uhr, verstarb nach schweren Leiden unser langjähriges Mitglied Robert Jentsch im Alter von 47 Jahren. am Die Beerdigung findet 3. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas: Kirchhofs, Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. 178/4 Die Ortsverwaltung. Am Dienstag, den 1. d. Mts., verschied nach längerem Leiden unser lieber Kollege, der Schriftsetzer Paul Gützow im Alter von 52 Jahren.[ 26885 Ehre seinem Andenken! Die Kollegen der Buchdruckerei Otto Walter. Allen Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Bater, Schwieger- und Großvater, der Schankwirt Hermann Zipter am Dienstag, den 1. November, nach kurzen, aber schweren Leiden im Alter von 50 Jahren ber= storben ist. Um stille Teilnahme bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet am Freitag, den 4. November, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Frankfurter Allee 181, aus nach dem Friedhof am Krugstege statt. 2690b Sozialdemokratischer Wahlverein für den Bezirk Lichtenberg. Todes- Anzeige. Dienstag, den 1. November, bers starb unser Mitglied, der Ges meindevertreter Schankwirt Hermann Zipter am im Alter von 50 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 4. November, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Frankfurter Allee 181, aus nach dem Friedhofe am Strugstege statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 14/14 Der Vorstand. Donnerstag Freitag Prcisc A. Wertheim Sonnabend Porzellan weiss Speiseteller fach 13, tief 18 Pf. Dessertteller 8 Pf. Kompotteller 6 Pf. Terrinen Kartoffelschüsseln 1.15 u. 1.40 Mk. 75 Pf. Saucieren 45 Pf. Salatieren Zuckerdosen Milchtöpfe bunt Benal Glas V Butterdosen 42, 65b.95 Pr. Leuchter Dessertteller 25 PL 16, 25 Pf. Kuchenteller 40, 48 PL Satz Tassen 25, 30, 45 Pf. 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Pfund Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsftelle Berlin: Engel- Ufer 15. Arbeitsnachweis: 3immer 34. Amt 4, 3353. Hauptbureau: Zimmer 1-5. Amt 4, 9679. Sonntag, den 6. November, vormittags 10 Uhr, in der ,, Neuen Welt", Hasenheide 108-114: General- Versammlung. Zages Ordnung: 李麗 1. Kassenbericht und Bericht der Revisoren. 2. Anträge der Ortsverwaltung und an die Verwaltung gelangte Anträge.o Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Bahlreichen Besuch ertvartet Die Ortsverwaltung. Die Vertrauensleute werden ersucht, den Mitgliedern die Bücher auszuhändigen. 123/19 D. D. Achtung! Maurer! Achtung! Verband der Möbelpolierer Sonntag, den 6. November, vormittags 10 Uhr, bei Jannascht, Insel Festfäle, Inselstr. 10: Regelmäßige Mitglieder- Versammlung der Zentral- Krankenkasse der Maurer etc. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom III. Quartal 1904. 2. Bortrag des Herrn Ahrens über: Invalidenversicherung. 3. Diskussion. 4. Kassenangelegenheiten. Zur besonderen Beachtung: Lant Versammlungs. befchlu ist seit dem 17. Oktober das Bureau unserer Kaffe Engel- fer 15 nur vormittags von 8-1 hr geöffnet. 149/7 Die örtliche Verwaltung. Zahlftelle„ Weißenfee". Donnerstag, den 3. November, abends 8 Uhr, bei Gark, KönigChauffee 55: Ausserordentliche Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Fortsetzung der Distuffion betreffend den Ueberfritt zum HolzarbeiterVerband. 2. Anträge zum Delegiertentag. 3. Wahl von zwei Delegierten. 159/2 4. Verschiedenes. Kollegen! Die Wichtigkeit dieser Tagesordnung, fezt voraus, daß alle Verband der Bau-, Erd- u. gewerbl. Hülfsarbeiter Deutschl. Stegen von Weißenfee pünktlich erscheinen. Der Bezirksleiter. Zahlstelle Berlin und Umgegend. Telephon: Amt IV, 4493. Berbandsbureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 8. Fliesenleger- Hülfsarbeiter! Modelleure, Antrager, Gipsbildhauer. Freitag, den 4. November 1904, abends 8 Uhr, im Rosenthaler Donnerstag, den 3. November, abends 8, Uhr, im Luisenstädtischen Bereinshause", Rosenthalerstraße 57: Gruppen- Verfammlung. Tages Ordnung: 1. Wie stellen wir uns zur Verlängerung unseres Vertrages? 2. Die Beschlüsse der Vertreter- Sizung. 3. Verschiedenes. Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist erforderlich. 34/18 Jedes Wort: 5. Die Ortsverwaltung. Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. 20 Pfandleihhaus Rüstrinerplaz 7, verkauft staunend billig Betten, BettKlubhaus, Annenstr. 16: Vereins- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Geschäftliches und Wahl einer Schlichtungskommission. 2. Stellenbermittelung. 3. Verschiedenes. Jeder Kollege der Modellbranche erscheine zu dieser Versammlung. 30/8 Der Vorstand. Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenftraße 69, Laden. Nachstehende Werke liefern wir bis zum 31. Dezember d. J. zu herabgesetzten Preisen. Die französische Revolution von 1789-1804. 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