Ur. 263. RbonncmentS'RedingHnsen: Abonnements- Preis pränumerando Z »ierteljöhrl. ZM Mr., monatl. 1,10 Mk, wöchentlich 28 Pfg, frei ins Haus. einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage.Die Neue Welt- 10 Pfg. Post. Wonnement: 1,10 Marl pro Monad eingetragen in die Pofl-ZeitungZ» Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. 2t. Jahrg. Crffem Uglllk MBtf N»l>Uz». Vevlinev VolktSblÄkk. «e InleNionz-LedM AetrSgt für die fechSgefpaltene Kolon«!. geile oder derm Raum«0 Pfg,, für politische und gewerlschastllche Vereins-' und Bersammlungs-Anz eigen 25 Pfg. „Kleine ZZnreigen", das erste(fett. gedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr eiachmsttagS in der Expeditton abgegeben werden. Die Expeditton ist an Wochen. tagen biS 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm. Adresse! „SezIillUntkrat BtrUn". Zcntralorgan der rozialdemokrattfchen Partei Deutfchlandd. Redaktion: 8 Cd. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Rr. 1983. Expedition: 8 Cd. 68. Lindcnstrassc 69. Fernsprecher: Amt IV. Rr. 1984. Militarismus und Demokratie. Die stürmischen Debatten in der französischen Kammer haben mit einem unerwartet großen Siege der republikanischen Regierung über die nationalistischen und klerilal-militaristischen Umtriebe ge- endet. Die entscheidende letzte Abstimmung, in welcher der Regierung Vertrauen ausgesprochen wurde, ist mit einer Majorität angenommen worden, wie sie kaum je das Ministerium Combes erreicht hat, mit 343 gegen 236 Stimmen. Nach der Unsicherheit, die seit der Kammer- sitzung am Freitag der vorigen Woche bis tief in die Reihen der Regierungsparteien eingerissen war, ist das Ergebnis doppelt über- raschend. Die Nationalisten und ihre Verbündeten hatten mit Bestimmt- heit auf den endlichen Sieg ihrer langjährigen Bemühungen, das gegenwärtige Mnisterium zu stürzen, gerechnet und die Gelegenheit der Vorkommnisse im Kriegsministerium war von ihnen diesmal mit Geschick auserwählt. Wenn gleichwohl die Regierung die glänzende Majorität erhielt und die Hoffnungen der reaktionären Opposition im Augenblick der höchsten Siegeserwartung jäher denn je zerstört worden sind, so mag die freche Tat des nationalistischen Abgcord- neten Shveton dazu beigetragen haben. Dieser Abgeordnete, der in wilder Wut sich auf den Kriegsminister Andrö stürzte, ihm ebenso tückisch wie brutal schwere Schläge in das Gesicht versetzte, gab auf offener Szene die eindringlichste Lehre, welcher Art die Verteidiger der militaristischen und klerikalen Herrschaftsbestrebungen sind. Der Sieg des Ministeriums Combes bedeutet in diesem stalle weit mehr als nur einen Erfolg dieses Ministeriums unter anderen, denn die Frage, die von den Nationalisten aufgeworfen war, führt in das Zentrum der gesamten politischen und kulturelle» EntWickelung Frankreichs. Die deutsche Presse der bürgerlichen Parteien hat sich un- eingeschränkt auf die Seite der französischen RegicrmigSfeinde gestellt. Sic, die stets für Ordnung und StaatSerhaltung eintritt, reicht den Regierungsfeinden die helfend« Hand, sobald eine Regierung ihren Anschauungen entgegensteht. Die deutsche bürgerliche Presse hat die Vorkommnisse der letzten französischen Woche in einer wahren Orgie des PharisäismuS begleitet. Die Unstatthaftigkeiten der im französischen Kriegsministerium geübten Kontrolle über die Offiziere sind von ihr ebenso gemißbraucht worden, wie von den Militär- Parteien in Frankreich selbst. Um aber diese Unstatthaftigkeiten in ihrer wirklichen Bedeutung und den Gesamtvorgang in seiner Trag- weite zu ermessen, ist eS nötig, sich zu erinnern, wie seit Jahrzehnten in Frankreich der Kampf um die Armee tobt. Wie i n Deutschland daS Heer von den Militaristen als das letzte und mächtigste Bollwerk des heutigen konservativ reaktionären Staates gemißbraucht ivird, so ist in Frankreich der Militarismus ein Fremdkörper in der bürgerlichen EntWickelung und er wird von den Mächten aller sozialen und politischen Rückständigkeit gegen die Republik, gegen die bürgerliche Gleichheit im Recht aus- gespielt. Die französische Republik, wie sie aus dem Kriege 1870/71 hervorgegangen war, ist stets ein Werkzeug der Mächte geblieben, die unter wechselnder Flagge die Diktatur über die kleinbürgerlichen und die arbeitenden Klassen übte. Das Offizierskorps, zum größten Teil sich immer nur aus gewiffen adligen und bevorzugten Ge- schlechtern erneuernd, beherrschte im Bunde mit der unduldsamen Kirche politisch und wirtschaftlich das französische Volk. Die Gleich- heit vor dem Gesetz wurde durch diese Klassen zur Nichtigkeit verurteilt. In den DrehfuS-Wirren begannen dann die Machtverhältnisse umzuschlagen. Der ungeheuerliche Justizmord, den die Fälscher des Generalstabes an dem mißliebigen jüdischen Hauptmann verübten, wurde Anlaß zur Empörung gegen ein furchtbares System der Privilegienwirtschaft. in dem die Drehfus- Affäre nur einen besonderen Einzelfall bildete. Die ungeheuerliche Korruption der „Hocharmee", die vor keiner Fälschung, vor keiner Niedertracht scheute, wurde enthüllt und in mächtigen Kämpfen wurde die Um- gestaltung der Armee eingeleitet. Unter dem Ministerium Wald eck- Rousseau gelang es noch nicht einmal, einen Kriegsminister zu gewinnen, der für die republikanische Aufgabe, die sich dieses Ministerium gestellt hatte, Neigung besaß. Erst später gelang es, in dem General Andrö einen Kriegsminister zu finden, der treu auf dem Boden der republikanischen Verfassung stand und bereft war, die Armee von dem Unrecht zu reinigen, daS in ihr durch Monarchisten und Chauvüusten täglich verübt wurde. Man mag weit entfernt sein. die Handlungen' dieses Kriegsministers zu überschätzen, ohne Zweifel hat« jedoch zum erstenmal in der gegenwärtigen Geschichte den emsthaften Versuch gemacht, die Armee, den stärksten Hort aller reaktionären Tendenzen, mit dem Geiste der bürgerlichen Gleichheit zu erfüllen. Er hat die fiir Frankreich weit schwierigere Einführung der zweijährigen Dienstzeit betrieben, und zwar, in bedeutsamem Gegensatz zu den deutschen Zuständen, handelt es sich in Frankreich um eine zweijährige Dienstzeit für alle. Das Privileg der Ein- jährig-Freiwilligen sowie andere Privilegien des Besitzes und der Herkunft sollen in der französischen Armee künstig beseitigt sein. DaS Offizierkorps soll nicht eine Kaste bleiben, die sich aus sich selbst ergänzt, zu der die mittleren und unteren Klassen des Volkes keinen Zutritt erhalten. Die erhebliche Vermehrung der Offizierstellen, die von früheren gewöhnlichen Soldaten eingenommen werden, ist mS Werk gesetzt. Und im Zusammenhange mit all diesen bürgerlich-demokratischen Tendenzen hat der Kriegsminister da» mannigfalttge Unrecht wieder gut zu machen versucht, das vor- dem durch die systematische Zurücksetzung derjenigen Offiziere verübt worden ist, die nicht mit den Mächtigen des Generalstabs gegen die bürgerlichen Einrichtungen des Landes, gegen die Zivilgewalt sich in Gegensatz stellten. ES ist bemerkenswert, wie der Kriegsminister Andrö, durch die Angriffe der Gegner herausgefordert, in der Freitags-Sitzung der französischen Kammer selbst den Widerstand schilderte, den er bei seinen Untergebenen fand. Diejenigen, die auch in Frankreich den treuen und unbedingten Gehorsam gegenüber der Regierung als höchsten Grundsatz des Soldaten verkündigten, sie lehnten sich in bewußtem Trotz auf gegen den höchsten Befehlshaber der Armee, gegen die Regierung des Landes. Die Chefs der Armee, führte der Kriegsminister aus, waren immer bereit, ihre pflichtvergessenen Untergebenen zu entschuldigen. Er habe die Korps- kommandanten erst durch besonderes Zirkular auffordern müssen, Fälle von Ungehorsam gegen die bürgerliche Gewalt mitzuteilen. Der Kricgsminister zeigte weiter, wie republikanische Offiziere von ihren Kameraden boykottiert würden, wie ein katholischer Offizier, der eine protestantische Frau geheiratet hatte, gemieden lvurde. Er schilderte die Umtriebe der Feinde der Republik in der Armee seit dem Bestehen der jetzigen Regierung. Das Reinigungswerk, welches General Andrs sich zur Aufgabe gesetzt hatte, erregte den wilden Haß derer, die zuvor allein die Macht in Händen hatten und sie immer mehr aus ihren Händen entschlüpfen sahen. Jetzt schien ihnen der Augenblick gekommen, den verhaßten Neuerer in Schimpf und Schande zu stürzen und zugleich die kirchenpolitische Arbeit des Ministeriums Combes in diesem Sturz mit zu begraben. Die an sich berechtigten Führungszettel, in denen Bemerkungen über die politische Zu- verlässigkeit der Offiziere niedergelegt waren, sind durch den im Kriegsministerium tätigen Hauptmann Mollin in der Tat unstatthaft geführt worden, so daß sich durch ihre iiberrumpelnde Veröffentlichung die Linke der Deputierten- kammer weit über das Maß hinaus beeinflussen ließ. das dieser Veröffentlichung gebührte. Es schien, als müßte der Kriegs- minister und mit ihm die gesamte Regierung vor diesem nationa- lissischen Streich kapitulieren. Ohne Zweifel war es ein Verdienst von JauröS, in den ratlos durcheinander wirbelnden Reihen der Blockparteien Ordnung und Zusammenhalt wiederherzustellen. Er hat die Manöver der Reaktion auf das schärfste gekennzeichnet und den Stoß, den man gegen die Demokratisierung der Armee zu führen versuchte, in den Gegenstoß gegen die reaktionäre Militärherrschaft verwandelt. Er hat nach dem Recht der Militaristen geftagt, sich über die Noten des KriegSmmisteriumS zu entrüsten, während sie Jahrzehnte hindurch weit Schlimmeres verübt haben. Er hat die Gründe des reaktionären TobenS aufgedeckt. Die militaristische Reaktion hat eine entscheidende Niederlage erlebt. Ihr Führer in diesem Kampfe, der Abgeordnete Guyot de Villeneuve, ließ seine Anklagerede in dem AuSruf gipfeln:„Es ist unmöglich, daß der KriegSmini st er sein Amt behält und die Kammer wird nicht zu vergessen haben, daß der Mini st erPräsident von allem unterrichtet gewesen ist!" Der Kriegsminister bleibt im Amt und daS Ministerium CombeS vermag auf Grund einer großen Vertrauenskundgebung seine politische Arbeit fortzuführen. Der Erfolg der militaristischen Reaktion ist nur der, daß Herr Syveton wegen gewälttätigen Angriffes auf ein Mitglied der Regierung vor Gericht gestellt wird. Nicht von neuem wird eine Regierung der Melinisten und Nationa- listen aufgerichtet, nicht von neuem werden trübe Wasser aufgewirbelt, in denen Militarismus und Klerikalismus fischen dürften. Die liberal-demokratische Regierung kann das Werk fortsetzen, daS sicher- lich für die Sozialdemokratie Frankreichs ein durchaus bürgerliches und unzureichendes ist, daS aber in weiterer folge- richtiger Forfführung die Bahn eröffnen kann für eine wahrhast freiheitliche und kulturelle Entwicklung des französischen Staats- wesenS. In dem tosenden Kampfe der ftanzösischcn Deputierten- kammer und in ihrem Ausgange zeigt sich der bedeutsame Beginn des Herrwerbens der Demokratie über den Militarismus, der ftied- lichen Kulturarbeit über die nationalistischen Verhetzungen. In Deutschland fteilich erklärt man sich erhaben über Vor- gänge, wie sie Frankreich soeben bietet. Aber wahrlich, nicht weil wir trefflichere Zustände hätten als Frankreich, werden diese Kämpfe um die Armee bei uns nicht gekämpft, sondern die Rückständigkeit unserer Verhältniffe ist so außerordentlich, daß solche Kämpfe noch nicht möglich sind. In Wahrheit sind alle die Mißstände, die in Frankreich in diesen Kämpfen zutage traten, verschwindend gering gegenüber den Mißständen des deutschen Militarismus. Die deutsche bürgerliche Presse wütet und tobt über die Kontrolle, welche die jetzige französische Regierung über ihre Offiziere übt. Sie vergißt vollständig, daß die Anklagen, die seitens der militaristischen Partei in Frankreich erhoben werden, auf Grund von gestohlenenDokumenten erfolgen, während sie, sobald in Deutschland irgend welche Anklagen gegen die Regierung und die ihr befreundeten Parteien seitens der Sozialdemokratie auf Grund von Aktenstücken, die ihr übergeben worden sind, erhoben werden, den Inhalt der Anklagen selbst in dem entrüsteten Geschrei überDokumentendiebstah! zu ersticken versucht. In keiner einzigen der ehrenwerten Zeitungen, die in dieser Entrüstung auflodern, lesen wir ein Wort der Ent- rüstung über den Dokumentendiebstahl, auf Grund dessen die ftanzösischcn Gesinnungsfreunde der deutschen Militaristen ihre verun- glückten Manöver unternahmen. In Frankreich wurde die Aufsicht über die politische Gesinnung der Offiziere als ein Verbrechen der Regierung angeklagt. Wird diese Aufsicht nicht in Deutschland unendlich viel schärfer im ganzen Um fange deS Heeres be- trieben? Das, was im wilden Frankreich als ein ungeheuer- licher Fall verlästert wurde, das ist bei unS Staats- und HeereSräson. Die ftanzösische Regierung fordert, daß Offiziere, welche der Staatsfonn, die in Frankreich herrscht, treu sind, nicht durch die Vorgesetzten ungerecht zurückgesetzt werden, sondern daß jeder nach seinen militärischen Fähigkeiten gerechte Behandlung finde. Aber in Deutschlands Vor kaum Jahresfrist erklärte der preußische Kriegsminister, General von Einem, im deutschen Reichstage: Herr Bebel hat ausgeführt, es wäre hier mehrfach anerkannt worden, daß die Sozialdemokraten die besten Soldaten seien. Meine Herren l So wichtig es i st, daß ein Soldat sich gut führt, daß er ein guter Schütze ist, ein gutes Aeußere hat, den brave», ordentlichen Soldaten macht die Gesinnung."' In Deutschland wird die Armee nicht in die politischen Partei« kämpfe gezogen wie in Frankreich, weil die Privilegien unserer herrschenden Klassen in der Armee unantastbar festgestellt sind. In Deutschland beruht das Avancement im Heere auf Herkunft und Besitz. In Deutschland ist die Maffe des Volkes zu doppelt so langer Dienstzeit verpflichtet, als die Söhne der wohlhabenden Klassen, die sich von der Hälfte der für das Volk bestehenden Dienstpflicht loskaufen dürfen. In Deutschland gibt es kein Bürgertum, das den Kampf gegen den Militarismus und für die bürgerliche Gerechtigkeit in der Armee wagt. Auch diese gewaltige Aufgabe bleibt der Arbeiter» klasse, der Sozialdemokratie! *«» Die Kammerdevatte. Bei der Bedeutsamkeit der Vorgänge ist der gestrige Bericht des Wolffschen Telegraphenbureaus nach der„Franks. Zeitung" zu der- vollständigen: Der Kriegsminister Andre führt die lange Reihe von Tatsachen an, um die Zustände im Offizierskorps zu kennzeichnen. In den Kasernen und Offizierskaftnos wurden nur die gehässigsten Oppo- sitionszcitungen aufgelegt. In Paris verweigerte ein Offizier dem Präsidenten der Republik den Gruß. In mehreren Fällen wurden Offiziere von ihren Kameraden geboykottet, weil sie Israeliten waren oder sich nur bürgerlich hatten trauen lassen. Was konnte ich gegen alle diese Dinge tun, Ivclche damals alle Republikaner be- unruhigten! Ich richtete ein Zirkular an die Armeekorvs-Kom- Mandanten und forderte sie auf. mich über alle derartigen Vorgänge zu unterrichten. Mein Zirkular blieb erfolglos. Die Kom- Mandanten antworteten nicht und die Mißstände dauerten fort. Ich wandte mich dann an das Ministerium des Innern und an ältere, wegen ihrer republikanischen Gesinnung zurückgesetzte Offiziere, um die jüngeren, der Republik ergebenen Offiziere kennen zu lernen. und ermächtigte meine Mitarbeiter, selbst Erkundigungen einzuziehen. Auch Hauptmann M 0 l l i n hatte diese Auwrisation erhalten. Er hatte jedoch nicht recht, selbst Auskünfte zu erteilen. Hauptmann Mollin hat mir seine Demission angeboten, ich habe sie nicht an- genommen, ihn aber zu seinem Regiment zurückversetzt. Der Kriegs- minister führt aus, daß Waldeck- Rousseau ihn stets im Be- streben, das Offizierskorps zu demokratisieren, unterstützte, und daß ihn das Vertrauen des Parlaments ermutigte, allem Verleumdungen der Presse und allen Drohungen, die selbst seine Familienangehörigen erhielten, zu trotzen. Nach den Vorgängen dieser Woche habe ich, so schließt der Minister, selbst meine Demission angeboten. Als ich jedoch den Lärm der reaktionären Presse durchschaute, habe ich sie zurückgezogen, weil ich es für eine Ehre um d P f Vi ch t halte, die Republik und die ihr ergebenen und ihr vertrauenden Offiziere zu verteidigen.(Stürmischer Applaus linkst Huh-rnfe rechts.) Nach dem Kriegsminister begründet der Radikale Berte«»x seine Interpellation, indem er ausführt, wie die meisten Kriegs» minister und Gcneralstabschcfs während 26 Jahren die aristo- kratischen Elemente unter den Offizieren be- förderten. Besonders General Miribel habe die Republikaner ab- sichtlich übergangen. Diese Prozedur tvar nur möglich, weil die klerikale Partei spstematisch die Offiziere überwachen ließ. Berteaux schließt mit der Aufforderung an die Mehrheit, diejenige«» Offiziere. die der Republik treu geblieben, nicht aufzuopfern. Alsdann beginnt JaureS mit der Begründung seiner Intet- pcllation. Wenn man den Lärm der oppositionellen Presse höre, so müsse man sagen, daß das Parlament durch eine Bertausch u-mg der Rollen getäuscht werden solle. Man klage die Offiziere als Denunzianten! cm, weil sie selbst sich dagegen wehren, Opfov Sott Denunziationen zu werde».(Beifall links.) JaureS führt aus. daß gerade diejenigen Offiziere angellagt werde«, welche dazu beitrugen, eine Anzahl der Rcpulilik ergebenen Offiziere nach Paris und in die Kriegsschulen zu versetzen. DaS erklärt den ganzen Haß der Reaktion. Die Kriegskunst beruht heute auf der Wissenschaft und erfordert tüchtige Offiziere. Deshalb muß mit einem System gebrochen werden, welches die adeligen Offiziere bevorzugte. Die Republik hat die Pflicht, diesen Bruch mit konfessionelle» und Standesrücksichten zu vollziehen..(Lebhafter Beifall der ganze» Linken. Die Rechte heult.)-' JaureS nach rechts: Sie triumphieren heute nicht mehr. Sie wüten. Lasies ruft: Wir sind nur angeekelt. JaureS: Ich bedaure, Ihren guten Geschmack verletzt zu haben.(Heiterkeit.)� JaureS erzählt, wie die Offiziere während 30 Jahren überwacht wurden. Es gab eine Zeit, da man Offiziere als verdächtig denunzierte, weil sie auf den„TempS" abomniert war ei».( Heiterkeit.)s Der Höhepunkt deS klerikalen TerrorisnmS kam unter B 0 i s d e f f r e zum Ausdruck, der den Jesuiten das Eindringen in die Kasernen und Kasinos gestattete und ihnen zugleich den Nachrichtendienst des GencralstabS auslieferte. Di« Republik und ihre Stegierung haben die Pflicht, eine Wiederkehr jener Zustände zu verhindern-. Die Offiziere selbst haben das Recht, jeden Fall zu signalisieren, in dem ihre republikanischen Kandidaten vergewaltigt werden. Die politischen Berein-e haben das Recht und die Pflicht, die Regierung in der Ueberwachung der Offiziere zu unterstützen. Diese Pflichten hatten wir vor acht Tagen beinahe vergessen. Heute haben wir uns auf uns selbst besonnen und sind gewarnt.(Lebhafter Applaus links.» LcygneS erinnert daran, daß er dem Ministerium Waldeck au. gehörte, das mit dem Denunziationsshstem. das die DreyfuS-Affäre enthüllt hatte, ein Ende machte. Er protestiert aber energifth gegen den Versuch, aus der Denunziation in der Armee eine-dauernd«'Ein« richtung zu machen.(Beifall im Zentrum.)! 1 Auf Leygues folgt Ribot. welcher an die'schwankenden R-Publi. kaner appelliert, die in ihrem innersten Gefühle zweifellos eine Denunziation unter den Offizieren mißbilligen. Wenn diese Denun-' ziation Regierungssystem werden solle, dann werde' die Armee z» Krunde geM müssen,, wie, die t&J gangen fei.( Die Rechte und das Zentrum applaudieren stürmisch.) Ministerpräsident Combes erwidert, die Sorge Ribots um die republikanische Armee komme etwas spät. Er scheine sich nicht mehr des Boulangismus zu erinnern noch des Neo- Boulangismus, der sich Nationalismus nennt. Ribot wolle die Armee der Kritik der öffentlichen Meinung entziehen. Das sei in der Republik unmöglich. Combes führt aus, welche rechtmäßigen Mittel die Regierung besize, um die Staatsbeamten zu überwachen. Diese Mittel seien ebensogut auf die Offiziere anzuwenden wie auf die Zivilbeamten. Aber die Opposition entſtelle alles aus Parteihaß. Ein Offizier, welcher sich leicht verging, ist gemaßregelt worden, das kann genügen. Aber die Opposition hat wieder Mut gefaßt und dehnt ihre Angriffe auf die ganze Regierung, aus. Die Kammer hat zu entscheiden, ob sie der Regierung die Mittel gewähren will, die Offiziere in republikanischem Geifte zu erziehen oder ob sie die Regierung einem von Parteihaß aufgebauschten Zwischenfall opfern will.( Beifall.) Millerand äußert Bedenken darüber, was die Regierung unter den regelmäßigen Mitteln zur Ueberwachung der Offiziere verstehe. Es sei eine Torheit, zu glauben, daß man durch das System der Denunziation zur Schaffung einer der Republik ergebenen Armee gelangen könne. Man wolle die Jesuiten durch Freimaurer ersetzen und leite eine Politik ein, die alles verleugne, worauf die Republifaner bis heute stolz waren.( Die Sozialisten protestieren, das Zentrum flatscht frenetisch Beifall.) natürlich geantwortet. Das Drgan des Herrn Abgeordneten Natürlich bedroht das Gesetz Wahlbestechung mit schweren Strafen Dasbach, welches doch die Auffassung des demokratischen und bedroht namentlich den Kandidaten, der sich ihrer schuldig macht, Flügels der Zentrumspartei vertritt, erklärt rundweg, die mit fünfjährigem Ehrverlust. Wenn das wirklich Anwendung fände, Meinung, solche Aenderungen des Wahlrechts seien diskutabel so tamen viele hohe Herren selten in die Verlegenheit, zu fandi. und selbst zweckmäßig, sei doch kein Verbrechen und keine dieren, da sie meist der bürgerlichen Ehrenrechte beraubt fein Quertreiberei gegen das Wahlrecht. Das leitende Zentrumsblatt aber erklärt sehr charakteristisch: Das wissen wir bestimmt, daß würden! Als Wahlbestechung gilt auch das Bezahlen der Reise zum beim Zentrum von Kompensationen inbezug auf das verfassungs- Wahlort, wo der Wähler wahlberechtigt ist, sowie das Verabfolgen mäßige Reichstags- Wahlrecht bei der Gewährung von Reichstags- von Speise und Trant. Trotzdem wird am Sonntag wacker gegessen Diäten nicht die Rede sein kann." und getrunken werden, auf die Gesundheit und auf die Kosten der Deutfches Reich. " Man muß bei dieser Aeußerung genau auf den Wortlaut Ordnungskandidaten. merken, um den wahren Sinn zu erkennen. Einführung einer ständigen Wahlliste und das Erfordernis eines längeren Aufenthalts am Orte der Liste für die Eintragung berühren eben das reichsverfassungsmäßige Wahlrecht nicht, sie können durchgeführt werden ohne die geringste Aenderung der Bestim Die Handelsvertrags- Verhandlungen der deutschen und schweimungen der Reichsverfassung über das Wahlrecht. Hält man sich zerischen Unterhändler in Luzern haben, wie der Telegraph meldet, diese Tatsache gegenwärtig, so erkennt man den Sinn der Er- zum Abschluß eines neuen Tarifvertrages geführt. Was der Vertrag flärung des leitenden Zentrumsorgans ohne Schwierig enthält, ist bisher noch völlig unbekannt, die Berliner Polit. Nach feiten." richten" teilen in einer offiziösen Notiz mit, daß er ähnliche Die" Post" erhebt gegen das Zentrum und sein hauptstädtisches Grenzverkehrs Bestimmungen enthält, wie der alte TarifOrgan den Vorwurf der ungeheuerlichsten Schein vertrag vom 10. Dezember 1891 und der geltende Vertrag heilichkeit. Sie unterstellt, daß das Zentrum betrügerisch mit Desterreich- Ungarn. Gelingt es," meint das Blatt,„ in den Die Debatte wird geschlossen. Der Radikale Martin ver- antastbar, während es in Wahrheit bereit sei, es zu berraten. den Schein erwecken wolle, als sei ihm das Wahlrecht un- nächsten drei Wochen auch den neuen deutsch- österreichischen Tarifvertrag zum Abschluß zu führen, so würde nichts im Wege stehen, Yangt die Priorität für die Tagesordnung der Mehrheitsparteien, das erste und bedeutendste Bündel neuer Tarifverträge möglichst die auf die Regierung rechnet für die Verteidigung der repu Jeder, der dem Zentrum nicht schamloses Täuschungsspiel zu- bald an den Reichstag zu bringen. Dann würde die Geschäftswelt blikanischen Grundsäge in der Armee. Der radikale Diffident mutet, muß die Worte„ das verfassungsmäßige Reichstags- also wohl bald in die Lage versetzt werden, über die künftig Bazeille verlangt einfache Tagesordnung im Sinne einer Be- wahlrecht" im Gegensab zur" Post" auffassen. Die Verfassung geltenden Anordnungen in den Handelsbeziehungen Deutschlands stätigung derjenigen Tagesordnung, womit die Debatte am vorigen gibt jedem männlichen Reichsangehörigen über 25 Jahre das Wahl- zu einem großen Teile des Auslandes authentischen Aufschluß zu Freitag abgeschlossen wurde. recht und sie stellt genau diejenigen Personen fest, die es nicht aus- erhalten. üben dürfen. Es ist daher eine Aufhebung der Verfassung, wenn durch das Wahlgesetz irgendwelche anderen Personen des Wahlrechts die sich im Pferdestall des 1. Garde- lllanen- Regiments zugetragen Die Rekruten und die alten Leute. Eine Mißhandlungsaffäre, beraubt würden. Der Aufrichtige kann die von der„ Germania" hat, tam gestern vor dem Kriegsgericht des Garde- Korps in Pots benutzte Ausdrucksweise nur gebrauchen, um besonders eindringlich dam zur Verhandlung. Auf der Antlagebant saß der lan Hampel, zu betonen, daß eine Verschlechterung des Wahlrechts um so un- der sich freiwillig gestellt und erst wenige Tage vorher in das Heer annehmbarer ist, weil das Wahlrecht in der Verfassung geheiligt ist. eingetreten war. Er begab sich am Morgen des 18. Oftober in BeDie" Post" behauptet aber, die„ Germania" betreibe im gleitung des Refruten Böker nach dem Pferdestall. Hier trat ihnen Zentrumsauftrag unaufrichtiges Lügenspiel. der Man Lachner, der bereits im zweiten Jahre dient, entgegen, trieb sie zur Eile an und mißhandelte die Rekruten schließlich mit zog der Angeklagte dem Deckgurt. Während sich B. die Züchtigung gefallen ließ, erzürnt blank und versetzte Lechner einen Hieb über den Kopf, so daß dieser eine blutende Verlegung davontrug. Hierauf ging der Rekrut in den Stall hinein, tvo er von mehreren anderen alten Leuten mit Rippenstößen und Büffen empfangen wurde. Der Mißhandelte entfloh infolgedessen über die Kasernenmauer hinweg, wurde jedoch noch an demselben Abend in Wannsee von dem dortigen Amtsdiener aufgegriffen. Diesem gegenüber gab der Rekrut ohne weiteres zu, daß er infolge der Mißhandlungen geflohen sei, und folgte ihm willig nach Botsdam zurück, indem er bemerkte:„ Ich bleibe ja doch nicht da!" Das Kriegsgericht verurteilte den Angeklagten wegen rechtswidrigen Gebrauchs der Dienstwaffe und Verlegung, Entfernung und Preisgabe eines Dienstgegenstandes zu sechs Wochen Gefängnis. Eine Bestrafung des Ulanen Lechner wegen Mißhandlung ist bis heute nicht erfolgt. Combes erklärt, die Opposition habe aus den Vorkommnissen eine Kabinettsfrage gemacht, welche die Regierung aufnehmen müsse. Im Namen der Regierung lehne er eine einfache Tages= ordnung ab. Da diese Tagesordnung von selbst die Priorität besißt, wird zur Abstimmung geschritten. An der Abstimmung über die einfache Tagesordnung nehmen 558 Abgeordnete teil. Die absolute Mehrheit beträgt also 279. Für die Tagesordnung stimmen 277, dagegen 279, die einfache Tagesordnung ist also abgelehnt, doch beträgt die Regierungsmehrheit nur zwei Stimmen. Man stimmt nunmehr über die Priorität für die Tagesordnung Martin. Priorität für die von der Regierung akzeptierte Tagesordnung Martin wird mit 286 gegen 276 Stimmen angenommen. Die Die Annahme der Priorität für die Tagesordnung Martin mit zehn Stimmen Mehrheit wird von der Linken mit Beifall begrüßt. Man will zur Abstimmung über den ersten Sah der Tagesordnung Martin schreiten, als der Nationalist Lasies das Wort erbittet, um über den besonderen Fall eines Offiziers Auskunft zu verlangen. Die„ Germania" kann nicht verfehlen, zu der neuen Behauptung des Freiherrn v. Jedlik Stellung zu nehmen und den wahren Sinn ihrer Worte unzweifelhaft festzustellen. Der Wahltag. Rom, den 3. November.( Eig. Ber.) Wenn diese Zeilen erscheinen, am 6. November, finden in Italien Der Kriegsminister antwortet. Nun ereignet sich der Zwischenfall die Parlamentswahlen statt. Es wird ein heißer Tag sein für die Syveton. Das ganze Haus stürzt nach der Mitte. Der Präsident Brisson bedeckt sich, die Sibung wird suspendiert und die Tribünen Partei, die in fast allen Wahlkreiſen mit eigenen Kandidaten auf werden geleert. Danach beschließt die Kammer die zeitweilige Sus- tritt. In den städtischen Wahlkreisen werden die ersten Resultate pension Syvetons und nimmt eine Vertrauensresolution am Sonntag abend schon bekannt. Auf dem Lande und in zerstreuten Wahlkreisen so z. B. in Livorno, wo eine Sektion für die Regierung mit 107 Stimmen Majorität an. des ersten Wahlkreises durch die Insel Elba gebildet wird er fährt man den Ausgang erst nach mehreren Tagen. * * Nach italienischem Gesez muß der Wahltag ein Sonntag fein. Zwischen dem Erscheinen des königlichen Dekrets, das die Wahlen ansagt, und dem Stattfinden der Wahlen müssen mindestens Paris, 3. November. General André sagte dem Ministerpräsidenten Combes, der ihn besuchte, die zwei Schläge, die er in das Geficht erhielt, feien so heftig gewesen, daß er im ersten Augenblick geglaubt habe, er sei von zwei Revolverkugeln getroffen worden. Nach Artikel 228 des französischen des französischen Strafgesezes kann Shbeton, der den Minister in dessen Amtsausübung geschlagen 15 Tage liegen. hat, mit 2 bis 5 Jahren Gefängnis bestraft werden. Dem Vernehmen nach wird der Klage des Sekretärs des Grand Orient Va décard gegen den Deputierten Guyot de Villeneuve wegen Diebstahls nicht stattgegeben werden, weil die Auslieferung der Schriftstücke durch den Untersekretär Bidegain nicht Diebstahl, sondern Vertrauensmißbrauch sei. Der staatsgefährliche Tisch. Die bedeutsame Frage, ob Rechtsanwälte, von denen der eine Sozialdemokrat, der andere aber Reserveleutnant ist, an einem Tisch zusammensitzen dürfen, hat in Meiningen, wie erwähnt, zu einem ernsthaften Nachdenken des Staatsbürger- Zeitung" zufolge gemeint haben, daß kein Grund militärischen Ehrenrats Anlaß gegeben. Der Ehrenrat soll der zur Einleitung eines ehrengerichtlichen Verfahrens vorliege. Nun wird der Reserve- Offizier, der das Verfahren für notwendig erachtete, wohl bei so verwilderten Sitten seinerseits dem durch jenen Kneiptisch befleckten Reserve- Offiziersstand den Rücken kehren. Wahlberechtigt ist jeder italienische Staatsbürger, der das 21. Lebensjahr vollendet hat, Lesen und Schreiben kann und außerdem eine der folgenden Bedingungen erfüllt: entweder das Abgangs zeugnis der Elementarschule oder equivalente Zeugnisse besitzt, oder aber einen gewissen Steuerzensus erreicht, der nach der Größe der Gemeinde wechselt, oder gewisse Auszeichnungen erhalten Paris, 5. November. Die gesamte Presse erörtert in hat, wie die Rettungsmedaille, sowie andere Orden für bürgerliche Bürgermeister und Einheitsschule. Aus Braunschweig, 4. Nov., Das italienische Wahlrecht wäre also wird uns berichtet: Oberbürgermeister Retemeyer hatte es erregter Weise die Vorgänge in der gestrigen Sißung der Deputierten- oder militärische Verdienste. fammer; von wenigen Ausnahmen abgesehen, verurteilt sie den allgemein, wenn nur die Volksschulbildung in Italien allgemein feinerzeit abgelehnt, den hier tagenden braunschweigischen Ueberfall Sybetons auf den Kriegsminister. Die nationalistischen wäre. Ausgeschlossen vom Wahlrecht sind die unter den Waffen Lehrertag im Namen des Magistrats zu begrüßen, weil auf der Blätter tadeln ihn hauptsächlich von dem Standpunkte aus, daß er befindlichen Soldaten und Unteroffiziere des Heeres und der Tagesordnung u. a. die Empfehlung der von den sozialdemokratischen der bereits ihrem Sturze nahen Regierung eine riesige Mehrheit Marine, sowie alle, denen die politischen Ehrenrechte abgesprochen Stadtverordneten wiederholt geforderten, vom Magistrat als Schulverschafft habe. Der" Figaro" schreibt, der Zornausbruch Shvetons wurden. patron aber stets abgelehnten einheitlichen Volksschule stand. In habe die Niederlage des Ministeriums in einen Sieg verwandelt. Zur Feststellung der Wahlberechtigten stellt jede Gemeinde Sozialdemokraten, die Versammlung solle über die ablehnende Haltung der gestrigen Stadtverordneten- Versammlung beantragten nun die Die radikalen Blätter erklären, der feige Ueberfall, dessen Opfer André in offener Kammersizung geworden sei, habe den Deputierten isten auf. Jeder Wähler muß seine Eintragung beantragen. des Magistrats gegenüber dem Lehrertage ihr Bedauern ausdrücken. einen Vorgeschmack davon gegeben, was aus der französischen Armee Alljährlich werden die Liſten, die zur Einsicht öffentlich vorliegen Die Versammlung lehnte aber mit allen Stimmen gegen die und dem Volte werden würde, wenn die Partei der Gewalttätigkeit müssen, einer Durchsicht unterzogen von einer vom Stadtrat ge- der Sozialdemokraten diesen Antrag ab und sprach ihr und des Staatsstreiches, zu deren Führern Shveton gehöre, ans wählten Kommission. Gegen ihren Entscheid steht Appellrecht an die volles Einverständnis mit der Haltung des Magistrats aus. Jm Ruder käme. In sehr scharfen Worten besprechen die sozia- Provinzialkommission sowie, als oberste Justanz. an den Appellations- Laufe der lebhaften Erörterung sagte der Oberbürgermeister, listischen Blätter auch die Rede Millerands. Das Blatt gerichtshof zu. Eine Woche vor der Wahl ist allen Wahlberechtigten er meine durchaus nicht, daß der Magistrat nur Gesinnungsgenossen " Action" sagt, sein Verrat rufe vielleicht einen noch größeren Un- ein Ausweis zuzustellen, der ihre rechtmäßige Eintragung in die begrüßen solle." Wenn aber," fuhr er fort," Thesen vorher veröffentlicht werden und wir sicher sind, daß sie angenommen werden, von denen wir glauben, daß ihre Annahme Wasser auf die Mühle der Herren( zu den Sozialdemokraten) ist, so ist das etwas anderes." Solange die städtischen Behörden sich so ablehnend gegenüber der sozialdemokratischen Einheitsschule verhalten, sei es sehr wenig tałtvoll, wenn die Lehrer, also städtische Beamte, durch Reſolutionen die Sozialdemokraten unterstützen." Da wir überzeugt sind, daß Ihre ( der Sozialdemokraten) Stellung durch die Beratungen der Lehrerschaft unterstützt worden ist, darum nahmen wir daran nicht teil, und das Recht lassen wir uns nicht nehmen." willen als die Tat Syvetons hervor. Paris, 5. November. Der Deputierte Sybeton hat einen Aufruf an feine Wähler erlaffen, in welchem er erklärt, er habe den Angriff auf den Kriegsminister mit voller Ueberlegung verübt, um André zu brandmarken. Politische Uebersicht. Berlin, den 5. November. Preußisches Abgeordnetenhaus. Wahllisten bestätigt. 100 und nicht über 600 Wahlberechtigte umfassen soll. Jeder Wahlkreis zerfällt in Sektionen, deren jede nicht unter Am Wahltage hat sich in dem Lokal jeder Sektion um 9 Uhr morgens ein provisorisches Wahlbureau zu bilden, unter dem Vorsitz des Präsidenten des Appellationsgerichts, des Kreisgerichts oder eines Richters, eines Prätors usw. oder in ihrer Ermangelung unter dem Vorsitz eines Gemeindeverordneten. Sobald wenigstens 20 Wähler zur Stelle sind, wird das definitive Bureau Das Verhalten des Braunschweiger Magistrats charakterisiert die gebildet, das die anwesenden Wähler durch Listenwahl mit Minori Stellung des Bürgertums zur Volksschule überhaupt. Die EinDas Abgeordnetenhaus überwies am Sonnabend den tätsvertretung wählen und das aus einem Präsidenten und vier heitsschule" ist keine sozialdemokratische Erfindung, sondern eine Gefeßentwurf über die Aenderung der Landesgrenze Kontrolleuren besteht. Das Bureau wählt sich einen„ Sekretär", der Grundforderung aller modernen Pädagogit. Der Magistrat von gegen die freie Hansastadt Bremen bei Bremer eine Geldentschädigung von 10 Lire für seine Mühewaltung erhält. Braunschweig empfindet es als tattlos, daß Lehrer Forderungen aufhaven und bei Fischerhude an eine Kommission von 21 MitEiner der Kontrolleure schreibt darauf auf die Rückseite der stellen, die sie aus der Natur ihres Berufs stellen müssen. Es ist gliedern. Es handelt sich um einen Staatsvertrag mit Bremen, Wahlzettel seinen Namen, worauf sie der Präsident mit dem Gemeinde- ein dankenswertes Zugeständnis, daß der Braunschweiger Bürgerdurch den bisher preußische Gebietsteile der Gemeinden Lehe stempel abstempelt und in eine gläserne Urne tut. Es werden nur meister jeden Kulturfortschritt für sozialdemokratisches Teufelswerk hält. und Imsum, im ganzen 597 Hektar, an Bremen abgetreten soviel Bettel gezeichnet, als Wahlberechtigte auf der Liste stehen. und bisher bremische Gebietsteile im Umfang von 595 Hektar Darauf erklärt der Vorsitzende die Wahlhandlung für eröffnet Leipzig, 5. November.( Eig. Ber.) Wie bereits telegraphisch mit Preußen vereinigt werden. In der Debatte, in der im und ruft, der Liste folgend, alle Wähler auf. Wer dem Wahlbureau Wahl der dritten Klasse vier Mandate und gewann drei neue hinzu, gemeldet, behauptete die Sozialdemokratie bei der Stadtverordnetenallgemeinen eine wohlwollende Haltung gegenüber dem Ent- nicht bekannt ist, muß sich legitimieren. Der aufgerufene Wähler wurf zutage trat, wurde von den verschiedensten Seiten die empfängt darauf aus den Händen des Präsidenten einen leeren Art und Weise, wie die preußische Regierung in den Vor- gestempelten Wahlzettel, begiebt sich mit diesem zu einem in beverhandlungen mit den in Frage kommenden Gemeinden von stimmter Entferming vom Wahlbureau stehenden Tische, schreibt dort ihrem kommunalen Aufsichtsrecht Gebrauch gemacht hat, einer den Namen des Kandidaten, nichts weiter als Namen und Vorscharfen Kritik unterzogen. namen, höchstens auch Stand und Titel, faltet den Zettel, gibt ihn dem Präsidenten zurück, der ihn in eine zweite auf dem Tische stehende Glasurne wirft. Weiter nahm das Haus in zweiter und dritter Lesung den in Gesetzesform gekleideten Antrag Imhoff auf Aenderung des hannoverschen Volksschul- Gesezes an und überwies einen Antrag Edels auf Aenderung des Enteignungs- Verfahrens an die verstärkte Justizkommission. Der Rest der Sigung wurde durch die Behandlung von Petitionen ausgefüllt. Am Montag stehen nur Petitionen auf der Tagesordnung. Von Dienstag ab soll eine längere Pause in den Plenarsigungen eintreten. Mindestens drei Stunden nach dem Beenden des Aufrufens der wähler müssen die Urnen offen bleiben für etwaige später erscheinende Wahlberechtigte. 10 daß jetzt 19 Vertreter der sozialdemokratischen Partei im Stadtsozialdemokratische Erfagleute gewählt. Die Wahl hat insofern eine berordneten- Saale ab 1. Januar 1905 figen. Ferner wurden zwei allgemeine Bedeutung, als die stadträtlich ausgeflügelte Wahlgeometrie über den Haufen geworfen ist und die Nationalsozialen eine gründliche Schlappe erlitten haben. Als nämlich vor zehn Jahren die Sozialistenfurcht die Stadtbäter veranlaßte, das damalige Wahlrecht durch ein DreiflaffenWahlrecht zu ersetzen, genügte ihnen die Dreillasseneinteilung noch parteien das Feld zu sichern. Das geschah in der Weise: Während nicht, sondern sie suchten auch in der dritten Klasse den Ordnungsman für die 1. und 2. Wählerklasse ganz Leipzig als einen WahlDie Abstimmung darf nie vor 4 Uhr nachmittags geschlossen freis bestimmte, teilte man die dritte Wählertlase in vier Wahlwerden und nie, solange noch Wahlberechtigte im Saale sind. freise. Die Teilung geschah nun nicht nach der Bevölkerungszahl, Ist diesen Bedingungen genügt, so schließt der Vorsitzende die sondern nach Stadtteilen, und zwar wurde der erste und zweite WahlAbstimmung. Darauf läßt er an der Hand der Wahlliste die Zahl freis- in dem das Bürgertum dominiert so gewählt, derer feststellen, die gewählt haben, läßt diese zu Protokoll geben, daß dort die Sozialdemokratie teine Mandate erlangen fonnte. Der umfassend das Geschäftsviertel und die innere Die Umtriebe gegen das Wahlrecht. das versiegelt und von jedem Wähler, der dies wünscht, erste Wahlkreis Stadt entvölkert sich fortgesetzt. So zählt der erste Wahlkreis Wir haben die bündige Antwort mitgeteilt, die das Organ der unterzeichnet werden muß. Erst dann beginnt das Zählen der 4088, der zweite Wahlkreis 5756, der dritte Wahlkreis 7541 und der Zentrumspartei auf die Behauptung des Freiherrn v. Beblig er- ahlzettel, die mit lauter Stimme verlesen werden. Die Kontrolleure vierte Bablfreis 8505 Wähler. Der dritte und vierte Wahlkreis ist unbestrittener Besitz der teilte, es bestehe neuerdings im Zentrum Neigung, gegen Diäten schreiben die Resultate auf und bringen sie sofort jedem, der dies zu Wahlrechtsverschlechterungen zu gewähren. In der„ Post" ergreift wissen wünscht, zur Kenntnis. Das Resultat wird dann zu Protokoll Sozialdemokratie. Der zweite Wahlkreis tam 1900 durch Zufall in jedoch Herr v. Redlitz nochmals das Wort zu einer höchst eigen gegeben, die Stimmzettel verfiegelt und alles fofort in die Haupt- unseren Besitz, ebenso 1902, und diesmal behauptete er sich aus artigen Erklärung. Er beharrt bei seiner Behauptung von den sektion des Wahlkreises gebracht, wo das Gesamtresultat gleich nach eigener Straft. Der erste Wahlkreis tam das erste Mal vor zwei unseren Besitz, weil bei drei Kandidatenlisten der Feststellung bekannt zu geben ist. Jeder Wähler hat das Recht, Jahren in wahlrechtsfeindlichen Neigungen des Zentrums, indem er schreibt: wir die meisten Stimmen erhielten und die relative Stimmenzahl „ Auf die Aufforderung des„ Vorwärts" an die Bentrums- fein Privatfiegel auf das Protokoll und auf das Paket der Wahlentscheidend ist. Die Nationalsozialen hatten sich Eingang im presse, sich deutlich zu erklären, wie das Zentrum zu der Frage der zettel zu setzen. Heber etwaige Einsprüche entscheidet vorläufig das bürgerlichen Mieterverein geschaffen und sich diesmal mit einer Reihe Einführung einer ständigen Wahlliste und des Erforderniffes sechs- Wahlbureau, definitiv die Kammer. anderer Vereine verbündet, um ihren Vorsitzenden, den Nationalmonatigen Wohnsizes zur Eintragung in diese Lifte als Kompensation Während des Wahlaktes ist das Verweilen bewaffneter Macht sozialen Dr. Barge, durchzubringen. Am Wahltage selbst erschien fir die Gewährung von Diäten stehe, hat die Zentrumspresse im Wahllolal verboten aber eine Mittelstandstifte, die zwar den Bankdirektor Sauer als Ansässigen mit aufgenommen, aber Dr. Barge gestrichen und dafür Gen. Binkau und Dieze aufgenommen hatte. Diese Liste erhielt 153 Stimmen, die Barge abgingen. So erhielt Pinkau 1097 und Dr. Barge nur 1050 Stimmen und war Pinkau somit gewählt. In der Zukunft wird der Kampf sich wohl nur um den ersten Wahlkreis drehen. Schiedsvertrag mit den Vereinigten Staaten. Husland. Defterreich- Ungarn. England. Schnellfeuerbatterie. Unsere Artillerie beschoß schwach die feindlichen Monopolisierung der öffentlichen Meinung. Aus London wird Batterien und das Dorf Linschipu. Die Batterien des Gegners bevom 5. November gemeldet: Der Besizer des„ Daily Expreß" schossen die Dörfer Hantschenpu und Kaulitun. In der Nacht auf Pierson hat die„ St. James- Gazette" und den„ Standard" den 4. November vertrieben Freiwillige die Japaner aus Schanzen, gekauft. Die englischen Freihändler verlieren dadurch den einfluß- an denen sie arbeiteten und zerstörten fie. reichsten Vertreter in der englischen Presse. Norwegen. Kriegsdemonstration in Tokio. London, 5. November. Dem" Standard" wird aus Tokio telegraphiert: Am 3. d. Mts. versammelten sich die ältesten Staatsder Stadt mit einer Volksmenge von etwa 50 000 Stöpfen im Parte männer, die Kabinettsminister und andere hervorragende Bürger Hibya. Nach begeisterten Rundgebungen für den Mikado, das Heer und die Flotte wurde eine Resolution angenommen, daß jeder in seinem Berufe nach besten Kräften tätig sein solle, um die Mittel zum Kriege zu beschaffen, damit das nationale Ziel, wie lange Zeit dazu auch beansprucht werde, erreicht werde. Japanische Anleihe. Aus New York wird vom 4. November gemeldet: Vor einigen Finanzpolitik auf Kosten der Arbeiter. Tagen legte Präsident Roosevelt dem deutschen Botschafter Frei- Staatsfinanzen soll nach dem Budgetvorschlag für das kommende Der Ausgleich der herrn von Sternburg nahe, daß ein Schiedsgerichtsvertrag Finanzjahr teils durch Erhöhung der Zölle, besonders auch der zwischen Amerika und Deutschland sehr wünschenswert sein würde; Lebensmittelzölle, teils dadurch herbeigeführt werden, daß 1 500 000 der Botschafter stimmte dem bei und sagte dem Präsidenten, er Kronen, die nach einem im Jahre 1896 gegebenen Versprechen in würde in Berlin deswegen anfragen. Heute benachrichtigte einen& onds zur Einführung einer Alters- und In er den Präsidenten, daß dieser Vorschlag für Deutschland sehr validenversicherung fließen follen, der Staatsangenehm wäre und daß er den Auftrag erhalten habe, die förm- Reichstage das Zentrum dem Volke den Zollwucher durch das Verfasse überwiesen werden. Aehnlich wie im deutschen lichen Verhandlungen für einen solchen Vertrag zu eröffnen. Die sprechen einer Waisenversorgung annehmbar machen wollte, hat man Der„ Standard" glaubt zu wissen, daß eine äußere japanische Verhandlungen werden durch den Botschafter und den Staatssekretär im Jahre 1896 in Norwegen bei Erhöhung der Zölle auf einige Anleihe im Betrage von rund zwölf Millionen Pfund Sterling fest Hah geführt. der wichtigsten Lebensmittel bestimnit, daß eine den Mehr abgeschlossen ist. Der Termin der Ausgabe solle wahrscheinlich Es handelt sich um einen Vertrag der Art, wie sie in den legten einnahmen entsprechende Summe alljährlich dem Volfs- festgesetzt werden je nach der Lage des hiesigen Geldmarktes und Jahren zwischen verschiedenen Staaten abgeschlossen sind. Diese versicherungsfonds überwiesen werde, was denn auch bis jetzt dem Gange der Ereignisse auf dem ostasiatischen Kriegsschauplatze. Verträge wollen festlegen, daß Streitfälle geringerer Be- geschehen ist. Auf 10 Jahre hinaus waren für diesen Zweck die Ein japanisches Kriegsschiff. deutung stets vor ein Schiedsgericht gebracht werden. Sie be- Einnahmen aus dem Branntwein bestimmt und es wäre daraus die Die früher für unrichtig erklärte Meldung, daß das japanische deuten daher nicht mehr als die Regelung einer schon bisher für ein kleines Land immerhin ansehnliche Summe von mindestens 15 Millionen zusammengekommen. Num will die konser Kriegsschiff Jaschima" infolge Auflaufens auf eine Mine auf geübten Internationalen Pragis. vative Regierung für dieses Jahr also diese zu einer der Höhe von Dalny im letzten Juni gesunken sei, wird jetzt be= Hülfe für die Bedauernswertesten unter den Notleidenden stätigt; es wird aus New York berichtet, Japan habe die fremden bestimmten Gelder zur Deckung des allgemeinen Defizits Regierungen von dem Verlust des Schiffes in Kenntnis gejezt. verwenden. Dieser Tage hat das Budgetkomitee des Storthings Der russisch- englische Konflikt. seine Gutachten über den Budgetvorschlag abgegeben. Die Mehrheit Petersburg, 4. November. Die für die Untersuchung des des Komitees erklärt, man werde sehr ungern dazu übergehen, die zwischenfalles in den Gewässern von Hull in Betracht kommenden, 1 Millionen der Staatskasse zuzuführen. Man müsse erit prüfen, in Vigo ausgeschifften russischen Offiziere sind heute hier einob nicht noch an den Staatsausgaben irgendwo gespart werden getroffen. fönnte und ob vielleicht die Zölle mehr einbringen könnten als vorausgesezt werde. Doch sei es keine unbegründete Auffassung, daß man in den guten Jahren verschiedene Staatsinstitutionen in einer Fähigkeiten des Landes stehe. Ueberall, wo das der Fall sei, müsse Weise organisiert habe, die nicht im Verhältnis zu den ökonomischen man ohne Bedenken und so bald als möglich danach trachten, diese Organisationen auf ein bescheideneres Maß zu reduzieren. Daß diese gewundene Erklärung eine versteckte Billigung des Planes der Regierung enthält, ist selbstverständlich. Die Komitee minderheit dagegen nennt in ihrem Gutachten den Plan einen unverantwortlichen Eingriff in den durch VerDie„ Neue Freie Presse" meldet aus Innsbrud: Der Geschiedene Geseze gesicherten Fonds, und meint, daß meinderat beschloß, die Schließung der italienischen Fakultät und wenn es auch gelingen sollte, eine Zersplitterung unter der starken Entfernung des Statthalters, der eine blutbefleckte Hand habe, zu so wichtige Gründe gegen den Vorschlag sprächen, daß es undenkbar Mehrheit, die bis jetzt den Fonds geschützt habe, herbeizuführen, doch fordern. Dem Bürgermeister Greil, der erklärte, er habe an den sei, daß er er angenommen werde. Statthalter Worte gerichtet, wie sie noch nie in der Burg gesprochen worden seien, wurde volles Vertrauen ausgesprochen. Die Unruhen in Innsbruck. Das Telegramm des Innsbrucker Abgeordneten Dr. Erler, worin er die sofortige Schließung der italienischen juristischen Fakultät fordert, beantwortete Ministerpräsident Dr. b. Körber mit folgender Depesche: „ Die tiefbeflagenswerten Vorfälle in Innsbruck können die Regierung zunächst nur zur nachdrücklichsten Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe bestimmen, welche auch mit allen Mitteln erfolgen wird. Nicht genug zu verurteilen sind aber auch die vorausgegangenen maßlosen Agitationen, welche zweifellos den Ausschreitungen den leidenschaftlichen gesezwidrigen Charakter gegeben haben." # Ein weiteres Telegramm des Blattes meldet aus Junsbruck: Vor der Statthalterei kam es in der Nacht zum Sonnabend wieder zu Kundgebungen. Tausende schrien: Pfui, Schwarzenau! Abzug Schwarzenau! Berittene Landesschügen sprengten die Menge aus einander. Die Stimmung in Innsbruck ist furchtbar erregt. Wien, 5. November. Den Blättern zufolge herrschte in Innsbruck heute vormittag Ruhe. Mittags wiederholten sich die Demonftrationen in größerem Umfange. Die Gendarmerie mußte mit gefälltem Bajonett vorgehen; sie wurde mit ohrenbetäubenden Pfuiund Abzugsrufen empfangen. Die Demonstrationen dauerten auch nachmittags fort. wundet! Jedenfalls werden bei den bevorstehenden Verhandlungen über diesen Punkt sowohl wie über den Zolltarif unsere Parteigenossen im Storthing ein gewichtiges Wort mitreden. Amerika. Ottawa, 4. November. Bei den Barlamentswahlen haben die Ministeriellen einen großen Erfolg errungen. Die Regierungsmehrheit hat 65 Sige gewonnen, was einen Sieg für die von der Regierung in der Frage der Transkontinental- Bahn befolgte Politik bedeutet. Vom ostasiatischen Kriegsschauplatz. Port Arthur. Böllige Klarheit über die Erfolge der letzten großen Stürme auf die russischen Forts liegt noch nicht vor. Nach Meldung des Wie der„ Neuen Freien Preſſe" aus Innsbruck gemeldet wird, Londoner" Daily Telegraph" sollen die Japaner die Wege und wurde bei den gestrigen Kundgebungen vor der Statthalterei ein Schanzen vor Port Arthur bis auf 300 Meter an die Forts Abschau Eisenbahnbeamter durch einen Bajonettstich ver- und Sangschuschan besetzt und eine wichtige Batterie des Erlungschan- Forts erobert haben. Die Japaner lägen jetzt aber Wien, 5. November. Nach der Darstellung des Kriegs sehr ungünstig auf dem Glacis vor den Forts verschanzt. Ihre ministeriums auf Grund bisher gepflogener Erhebungen des Absicht sei, eine Stellung zu gewinnen, die ihnen ermöglicht, die 14. Korpskommandos in Junsbruck sei die Tötung des Schiffe aus dem Hafen zu vertreiben. Weiter wird berichtet von Malers Pezzeh durch Bajonettstiche zweifelhaft dem Eindringen der Japaner in die Chinesenstadt von Port Arthur, Da die bisherige militärische Untersuchung ein negatives Resultat wo sie sich eiligst verschanzt hätten. Sie sollen nur 1½ Kilometer ergab, ersuchte das 14. Korpskommando zur gerichtlichen Obduktion vor der eigentlichen Stadt eingegraben liegen. Auch„ Morningdes getöteten Malers eine militärische Kommission zuzuziehen und poſt" will aus Shanghai erfahren haben, daß die Japaner die auf Grund des Augenscheines zu konstatieren, ob die Verletzung wichtigsten Forts eingenommen hätten und der baldige Fall der durch ein Bajonett erfolgt ist oder nicht. Festung unausbleiblich sei. Innsbruck, 5. November. Statthalter Freiherr b. Schwarzenau erließ einen Aufruf an die Bewohnerschaft, worin er sein Bedauern über die tief beklagenswerten Folgen der Erregung ausspricht, die sich der Bevölkerung Innsbrucks durch das unverantwortliche, in keiner Weise zu rechtfertigende Vorgehen einzelner italienischer Studenten bemächtigt hätte. Trotzdem die Schuldigen sofort den Organen der öffentlichen Sicherheit unterstellt wurden, ließen die Deutschen sich leider hinreißen, in die Amtshandlung der Behörde einzugreifen, wodurch das Einschreiten der bewaffneten Macht unvermeidlich wurde. Der Statthalter ermahnt ferner die Bevölkerung, die Ruhe und Ordnung nicht zu stören, und fordert die Familienhäupter auf, Kinder, Arbeiter und Dienstboten zu Hause zurückzuhalten, um sie vor Gefahren zu bewahren. Er versichert, daß er stets das Wohl der Stadt zu fördern bestrebt gewesen sei, und schließt mit der Hoffnung, daß seine wohlgemeinte wie ernste Mahnung nicht ungehört verhallen und bald die Ordnung zurückfehren werde, welche mit allen Mitteln aufrechtzuerhalten seine ernste und unabweisbare Pflicht sei. Der Rektor der Universität fordert ebenfalls die Studentenschaft zur Mäßigung und Zurückhaltung auf. Jeder unbesonnene Schritt könnte unabsehbare Folgen für die Studentenschaft haben. London, 5. November." Standard" schreibt, die Verhand lungen zwischen Rußland und England nähmten guten Fortgang; es sei tem Grund vorhanden, über den Ausgang besorgt zu sein. mit zwei Kohlenschiffen und einem Hospitalschiff in der Richtung Tanger, 5. November. Die ganze russische Flotte ist heute früh nach dem Atlantischen Ozean in See gegangen. Stockholm, 5. November. Sämtliche in ausländischen Blättern verbreiteten Gerüchte, daß japanische Torpedofahrzeuge fich in schwedischen oder norwegischen Gewässern befunden hätten, ent behren nach den bestimmten Aeußerungen der zuständigen Behörden jedweder Grundlage. Japanische Freiwillige aus Amerika. zwei Wochen von San Franzisko aus nach Japan ein500 Japaner, junge, gesunde Leute, haben sich in den letzten geschifft, um einem Nufe des Mikado zu folgen. Durch die Konsulate erging der Ruf nach Freiwilligen für den Krieg an die Japaner, die zu Tausenden in den Staaten an der Küste des Pacific- Ozeans wohnen. Zahlreiche Anmeldungen folgten und die Opferfreudigkeit geht so weit, daß die Freiwilligen ihre Ueberfahrt selbst bezahlen. In Fällen von Mittellosigkeit wurde der Fahrpreis von Freunden aufgebracht. Einige hatten sich geschäftlich eingerichtet und waren 10-12 Jahre in Californien, aber es schien ihnen nicht einzufallen, daß ein großes Opfer verlangt würde; es galt im Gegenteil als eine Pflichterfüllung, sich zum Kriegsdienst zu melden. Der Abschied von Freunden und Familien wurde festlich gefeiert. In einem eigentümlichen Kontrast dazu stehen die Berichte amerikanischer Korrespondenten aus Rußland. Dieselben erzählen, daß der Russe nur gezwungen und unter Verwünschungen in den Krieg zieht und daß die Abschiedsszenen von Familien und Freunden sich unter Tränen und Wehklagen abspielen. Ein Korrespondent meint, der Amerikaner oder Engländer könnte sich von einem solchen Abschiedsdrama, wie es manchmal im Großen vor sich geht, gar feinen Begriff machen. Verständnislos würde der Amerikaner auf den gemütsweichen, klagenden Russen blicken, der sich aus Heim und Familie reißen und in den mörderischen Krieg schicken läßt. Troßdem, daß jeder Russe den Krieg verwünsche, wage doch keiner von einem schimpflichen Frieden zu reden, und so müßte ein ungeheures Blutvergießen noch folgen. sehr opferwillig sind, haben sie schon öfter bewiesen, indem sie SammDaß die in Amerika lebenden Japaner lungen aufgenommen und große Summen als Beitrag zu den Kriegsfosten nach ihrer Heimat gesandt und ebenso sich auch persönlich gestellt haben, ohne den kürzlich erfolgten Aufruf abzuwarten. Gewerkschaftliches. Material zu einem Zuchthausgeseh. Wenn organisierte Arbeiter es ablehnen, mit unkollegialisch handelnden Mitarbeitern auf demselben Bau oder in derselben Werkstatt tätig zu sein, dann schreit die Unternehmer- und ScharfmacherPresse über" Terrorismus“ und verlangt ein Zuchthausgefeß. Das Organ der Bau- Hülfsarbeiter teilt nun eine Anzahl von Fällen mit, wo Unorganisierte systematisch auf die Hinausdrängung ihrer organisierten Kollegen hinarbeiteten. Ueber die Kämpfe, die vom 29. Oktober bis 2. d. Mts. vor Port Arthur stattfanden, wird aus Tschifu gemeldet, sie seien noch heftiger gewesen, als alle vorhergehenden. Ganze japanische Bataillone seien niedergemacht worden. Ferner liegt ein längerer Bericht des Berichterstatters des „ Reuterschen Bureaus" vor, der aus Port Arthur ausführlich über die Belagerung in ihren früheren Stadien meldet. Erst aus diesem Bericht gewinnt man ein Bild der Größe der den Japanern gestellten Aufgabe. Der Bericht schildert, wie Tag für Tag, Woche für Woche die Japaner die russischen Stellungen und die Forts In Dresden wurden an einem Neubau sämtliche organisierten zu erstürmen versuchten, wie sie immer wieder zum Angriff vor- Maurer und Bauarbeiter entlassen und an ihrer Stelle Streitbrecher gingen, bis die Anstrengungen von einigem und oftmals im Ber- und Unorganisierte eingestellt. Auf Befragen bei dem Unternehmer Eine der schlimmsten Wochen sei die vom 19. zum 24. August ge- nach der Ursache der Entlassung erklärte derselbe, daß die Streik. gleich zu den Opfern nur sehr geringem Erfolg gekrönt waren. wesen, in der die Verluste der Japaner 14 000 Mann betrugen. brecher mit keinem Verbandsbruder zusammenDie Japaner nahmen Zuflucht zu Kriegslisten. Sie benutten un- arbeiten und auch ebenso wenig das Material, besetzte Laufgräben und Kasematten, die sie Nacht für Nacht wieder welches ihnen von organisierten Kalt- und Ziegelträgern gebracht herstellten, wenn sie am Tage zerstört waren. Sie erbauten ferner werde, verarbeiten wollten. ein System von Parallelen für die japanischen Laufgräben. Um Etwas Aehnliches ereignete sich an einem Neubau in Wilmerssich den Verhauen am Fuße der Hügel zu nähern, auf denen die Forts stehen, ließen sie Pioniere vorgehen, die wie tot dicht bei dorf bei Berlin. Dort trat am 25. Oftober ein anderer Polier ein, dem Verhau niederfielen und regungslos liegen blieben, bis die der sich eine Steinträger- Kolonne mitbrachte und die bisher an dem Aufmerksamkeit der Russen nachließ. Dann schoben sich diese Leute, Bau beschäftigten organisierten Kollegen zu verdrängen suchte. Als auf dem Rücken liegend, unter den Drähten durch und zerschnitten die Kollegen aber nicht den Platz räumen wollten, legte sich auch sie mit langen Scheren. Wenn dies mißlang, wurden Pulversäcke der Bauführer ins Mittel und suchte die Kollegen umzustimmen. an Bambusstangen unter die Verhaue geführt und entzündet, so Doch es half nichts, die Kollegen wollten die Arbeit fortsetzen. Da daß die Verhaue zerstört wurden. Dynamitbomben wurden von rief denn plöglich der Polier, sie sollten den Platz räumen, da er den Russen gegen die stürmenden Japaner angewandt und von den mit Organisierten nicht zusammenarbeite. Nun Japanern gegen die russischen Laufgräben und Außenwerke. Wenn die Verwendung von Handbomben unmöglich war, gebrauchten die erst verstanden die Kollegen, um was es fich eigentlich handelte; Japaner improvisierte Bombenmörser, die Bomben 50 bis 100 yards aber sie waren nun erst recht nicht geneigt, dem Polier zu Gefallen weit schleuderten. Sehr bemerkenswert war, daß trotz der Platz für eine Anzahl" Blaue" zu machen, und deshalb antwortete mörderischen Zurüdweisung stets zahllose Freiwillige zu den ver- einer aus ihren Reihen:„ Wer uns in unserer Arbeit hindert, wird wegensten Unternehmungen, ja zu sicherem Tode bei den Japanern mit Zuchthaus bestraft!" Das half, man ließ sie ungehindert, und bereit waren. der Polier scheint sich an das Zusammenarbeiten mit Organisierten Vor Mukden. ganz gu zu gewöhnen. " Wir sind nun neugierig darauf, welche Strafen" Post" und Arbeitgeber- Zeitung" für die Unorganisierten fordern werden, die sich frech erdreisten, ihre Mitarbeiter lediglich aus Haß gegen die Organisation, an freiwilliger Arbeit zu hindern". Lärmszene im niederösterreichischen Landtag. Bei der Beratung des Landesvoranschlages entsteht ein erregter Wortwechsel zwischen bem Sozialdemokraten Seit, welcher der einzige Sozial demokrat im Landtage ist, und dem Christlichsozialen Schneider. Letterer geht mit erhobener Faust gegen Seiß los, wird jedoch von den Umstehenden aufgehalten. Auf der Galerie werden lebhafte Pfuirufe gegen Seitz laut. Der Landmarschall läßt daher die Galerie räumen. Während der Beratung des Disziplinar- Ausschusses über die Angelegenheit Seiz- Schneider wird die Sigung unterbrochen. Nach der Wiederaufnahme wird der Beschluß des Ausschusses vertündet; Seiß und Schneider werden von der heutigen Sigung ausPetersburg, 5. November. Der General Ssa cha row meldet geschlossen. Schneider verläßt ruhig den Saal. Seiz ruft, er werde dem Generalstab unter dem gestrigen Datum: In der Nacht zum jeden niederschießen, der ihn tätlich angreife. Wegen dieser Aeußerung 3. November besetzten unsere Freiwilligen das Dorf Huanmitjan, tritt der Disziplinar- Ausschuß von neuem zusammen; er beschließt, 2 Werst östlich von Bianiuputfi, wo sie sich in den Hinterhalt legten. Seit auch von der morgigen Sigung auszuschließen. Hierauf wird die Generaldebatte über das Budget beendet und die Sigung ohne Vorsichtsmaßregeln in das Dorf ein und zerstreute Um 5 Uhr morgens rückte eine halbe Kompagnie Japaner gefchloffen. sich in die Hütten. Die Freiwilligen griffen den Gegner Die Aussperrung der Tischler. Budapest, 5. November. Abgeordnetenhaus. Im Ver- mit dem Bajonett an, wobei sie fünf Mann niedermachten und zehn Taufe der Debatte über die Reform der Hausordnung ergriff der verwundeten. Während die Japaner aus den benachbarten Häusern Durch einige Scharfmacher von der Freien Vereinigung der Holz Ministerpräsident Graf Tisza das Wort. Er bestritt die Be- das Feuer eröffneten, erschien eine halbe Kompagnie Japaner zu industriellen ist das Aussperrungsfieber von Berlin nach Weißensee hauptung Kossuths, daß für eine Revision der Hausordnung keine Hilfe. Die Freiwilligenabteilung zog sich fämpfend auf das Dorf übertragen worden, wo es zunächst die dortigen Vorstandsmitglieder Veranlassung vorliege, indem er darauf hinwies, daß seit vielen Zungu zurüd, wobei sie zwei tote und einen verwundeten Japaner der Freien Vereinigung ergriff. Die solchergestalt Infizierten liefen Jahren entweder offene oder verhüllte Obstruktion herrsche. Der sowie ihre Gewehre und Ausrüstungsgegenstände mitschleppten. Wir nun von Werkstatt zu Werkstatt und übertrugen das Fieber auf einige Ministerpräsident fügte hinzu, wenn ihn das Interesse der Erhaltung seiner hatten vier Verwundete. andere Tischlermeister, die infolgedessen gestern etwa 20 Arbeiter Macht geleitet haben würde, wie ihn die Opposition beschuldige, so An demselben Tage beschoß der Feind heftig unsere befestigte auf die Straße warfen. Dem Aussperrungsfieber ist aber auch die hätte er sich wohlweislich gehütet, an dieser schwierigen Frage zu Stellung vor dem Dorfe Schantantse mit Artilleriefeuer. Unsere Verbreitung des Gegenmittels, nämlich des Streits der Arbeiter rühren, Das Interesse des Parlaments und die höchsten und Verluste sind unbedeutend. Ein Zug unserer Mörserbatterie beschoß unmittelbar gefolgt. Die zuerst in Weißensee von der Aussperrungsheiligsten Interessen der Nation machten die Lösung dieses Problems das Dorf Judeiltse( eine Werst südlich von Sahepu). Auf drei wut ergriffenen Inhaber der Firma Herzig u. Bannemann werden erforderlich; dies sei seine innerste Ueberzeugung und für diese wolle Stellen wurde das Dorf in Brand geschossen. Als der Gegner sich am Montag ganz gewiß unbeschränkte Herren im Hause sein, denn er kämpfen oder fallen.( Stürmischer Beifall rechts.) aus dem Dorf Judeiltse zurückzog, geriet er unter das Feuer unserer ihre Werkstatt ist leer. Gestern abend haben die Arbeiter von Herzig Berlin una amgegend. Beim u. Bannemann etwa 50 an der Bahl einstimmig beschlossen, von Streitbrechern finden, Arbeiterfreundliche Blätter werden um 200 m., während heute Schiffslohle in Offenbach 232 M. und auf als Antwort auf die Aussperrung die Arbeit niederzulegen. Es wird Nachdruck ersucht. Die Lokalverwaltung. der Bahn bezogene Kohle 237 M. fostet. Der Wasserweg ist also nur fich nun zeigen, wieweit die Anwendung des Gegenmittels der weiteren Verbreitung der Aussperrungswut in Weißensee Einhalt ständiger Schuhmacher Wilhelmstraße 30/31 drohen ernste Differenzen Schiffahrtsweg nicht geschlossen ist. Sehr bemerkenswert ist auch Achtung, Schuhmacher! In der Betriebsgenossenschaft felb- dabei darf per Eisenbahn nicht bezogen werden, so lange der noch 5 M.( gegen früher 27 M.) billiger als die Bahnfracht, und dabei, tun wird. auszubrechen. Den Maschinenarbeitern, Zwickern und Steppern die Tatsache, daß, wie die" Frankfurter 3tg." meldet, das KohlenIn der letzten Generalversammlung der Bautischlermeister machte man denselben über den Stand der Aussperrung in der wurden Lohnreduktionen angekündigt. Bei den beiden erſten würde kontor den Wert der Kohle nach dem Orte des Verbrauchs und nach Möbel industrie folgenden Wind vor: Es seien bis zum 3. 5. M. eine Einigung zu erzielen sein, die Lohnabzüge in der Stepperei ihrer Bestimmung abstust. So sind die Grundpreise in den verwaren ursprünglich für einzelne Artikel bis zu 30 Proz. Die über 4300 Arbeiter entlassen worden. Unter Sin- Arbeiter und Arbeiterinnen der Stepperei find gewillt, um ein be- schiedenen Mainplähen sehr verschieden und außerdem auch noch zurechnung der in der Musikinstrumentenbranche ausständigen Arbeiter belaufe sich die Zahl der Feiernden zurzeit auf über 6000. deutendes mit ihrem Lohne herunterzugehen. Dennoch war bis wie in dem Berichte der Offenbacher Handelskammer nachgewiesen wird, je nachdem die Kohlen zu Amtsheizung oder Privatheizung Die Ladeneinrichtungsbranche habe etwa die Hälfte aller be- feitens der Geschäftsleitung für die Arbeiter unannehmbar sind. Die und bei lekterer wiederum, je nachdem sie für Hausbrand Ober zurzeit eine Einigung nicht zu erzielen ,, da die Zugeſtändnisse oder schäftigten Arbeiter entlassen bezw. gekündigt. Warum eigentlich in aller Welt die Herrschaften sich gegenwärtig diese großen Zahlen Bermutung liegt nahe, daß die Stepperei auf einige Zeit in die Hausbrand wird zudem nochmals unterschieden, indem für die Seimarbeit übergehen soll, um diefelbe nach einigen Wochen zu 1,10 m. bei ins Ohr blasen, ist unerfindlich. Selbst wenn sie richtig wären, reduzierten Löhnen wieder in der Fabrik einzurichten. Hiergegen Lieferung frei Wohnung berechnet werden müſſen: 30 Penthet kommt es doch gar nicht einmal auf die Höhe der Zahlen, sondern wehren sich die Arbeiter besonders, da dieses später bei einer anderen uhren über 30 Zentner, 1,21 M. bei Fuhren ben 20-30 entrer, auf die Wirkung der Aussperrung auf den und 1,26 M. bei zentnerweiser Abnahme in Säcken. Die Händler, Solzarbeiter- Verband an! Dieser aber gedeiht prächtig Kategorie von Arbeitern zu Differenzen führen könnte. Zuzug ist benen diese Breise vorgeschrieben sind, zahlten früher rund 90 Pf. also fernzuhalten. bei der Sache. Originell ist, daß die Herren Bautischlermeister nun für den Zentner, heute müssen sie 1,03 M. zahlen. Dabei müssen sie Die Ortsverwaltung der Schuhmacher Berlins. nach beendigter Saison beschlossen haben, 25 Proz. ihrer Arbeiter durchaus nach der Pfeife des Kohlenkontors tanzen, und sie stehen nicht wie sonst als überflüssig zu entlassen, sondern sie auszus tatsächlich so sehr in der Furcht vor der allgewaltigen G. m. b.. sperren". Diese Komödie wird von den Arbeitern mit verständnisMülheim a. d. Ruhr", daß sie, wie die Handelskammer Offenbach in ihrem Bericht hervorhebt, nicht zu bewegen find, über das Geschäftsgebahren des Kohlenkontors Auskunft zu erteilen. Einen schlimmeren Zivang fann auch der heutige Staat nicht ausüben, wenn er nicht überall, im Landtag wie in der Presse, auf schärfte Stritit stoßen will. innigem Gelächter begrüßt. Für die Betroffenen hat überdies diese Art der Entlassung den Vorteil, daß ihnen dadurch die Gemaßregeltenunterstützung seitens des Verbandes gesichert ist. Uebrigens sprachen sich in der Versammlung der Bautischlermeister einige Scharfmacher auch für die gänzliche Aussperrung statt der Brozentaussperrung aus. Soweit es sich bei diesen Herrschaften um Leute handelt, die wirklich etwas zu tun haben und nicht bloß die Betriebe ihrer Kollegen zum eigenen Vorteil lahmlegen wollten, wird ihnen vermutlich der Holzarbeiter- Verband ihren Herzenswunsch erfüllen und aus ihren Betrieben alle Leute herausziehen unter Schonung der anständigen Meister. Die Fliesenleger- Hülfsarbeiter( Sektion des Bauarbeiter- Verbandes) hatten am Freitag abend in Pfeffers Lokal eine Vorbesprechung über event. Tarifänderungen. Beschloffen wurde, noch erst abzuwarten, wie sich die Fliesenleger selbst zur eigenen Tarifänderung stellen. Es soll dieserhalb in den nächsten Tagen eine Sigung mit den Vorständen der Fliesenleger- Organisationen stattfinden. Deutfches Reich. Zum Streit in der Luruspapierbranche zu Dresden wird uns aufklärend mitgeteilt, daß das Vorkommnis in Müge In, wo sich Buchdrucker unsolidarisch gegen die Streifenden verhielten, auf Reute zurückzuführen ist, die aus der Organisation aus. gefchloffen sind. Von Einfluß auf den Verlauf des Streits kann dies jedoch nicht sein, da es sich bei 300 Lithographen, Steinbrudern und Buchbindern nur um 2 Buchdrucker im Nebenbetrieb handelt. Die organisierten Buchbrucker fönnen für das Verhalten biefer beiden Leute nicht verantwortlich gemacht werden. Husland. Die Buchbinder von Göteborg in Schweden hatten bekanntlich im borigen Jahre nach einem langwierigen Ausstand einen Tarifvertrag abgeschlossen, der dann aber von den Arbeitgebern nicht innegehalten wurde. Mit Rücksicht auf den schlechten Geschäftsgang mußten sie bis jetzt dieses Unrecht dulden. Nun haben sie jedoch beschlossen, mit Nachdrud die Anerkennung des Tarifs zu fordern. Die Arbeit geber aber erwarten, aus Deutschland Arbeitswillige zu erhalten. Die deutschen organisierten Buchbinder werden jedenfalls dafür sorgen, daß ihnen dies nicht gelingt. Bochumer Verein- Westfälische Stahlwerke. Das Gerücht, daß eine Vereinigung dieser beiden Werke geplant sei, gewinnt an Wahrscheinlichkeit. Bekannt ist, daß der Bochumer Berein sich schon lange mit Vergrößerungsgedanken trägt. Seine finanzielle Lage ist durch günstig geworden. Das Aftientapital der Westfälischen Stahlwerfe den Verkauf der beiden Zechen Hafenwinkel" und" Marianne" recht beträgt 7000 000 m. und die Anleihe 1 500 000 m. Das Werk hat bis jetzt dem Stahlwerksverbande gegenüber eine absolut ablehnende Saltung eingenommen, was man mit dem schon seit Anfang Oktober in der Schwebe befindlichen Rücktritt des Generaldirektors Köhler in in der Schwebe befindlichen Rücktritt des Generaldirektors Köhler in Zusammenhang bringt. Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft. Seit dem vorigen Jahr hat sich die Geschäftslage der Elektrizitätsindustrie wesentlich gebessert. Amerikanische Lohnbewegungen. Der Ausstand der Förder- Das zeigt auch der Geschäftsbericht für das Jahr vom 1. Juli 1903 bis 30. Juni, der vom Vorstand der Allgemeinen Elektrizitätsschalen- Mannschaften in den Kohlengruben zu Springfield( Illinois) gesellschaft in der gestrigen Aufsichtsratssitzung erstattet wurde. Nach ist beendet. Die Baumwollen- Fabrikanten zu Fall- River( Maffa- Abzug von Handlungsunloften, Steuern, Obligationszinsen und Abchuſetts) find in einer Besprechung mit ihren Arbeitern zu einer abzug von Handlungsunkosten, Steuern, Obligationszinsen und AbGinigung gelangt, sodaß man auf eine Beendigung des Ausschreibungen im Betrage von 3 307 164,81 m. stehen 8 566 622,98 m. ( im Vorjahr 5 624 385,15 20.) zur Verfügung. Der General standes hofft. bersammlung soll die Verteilung einer Dividende von 9 Proz.( im Borjahr 8 Proz.) vorgeschlagen werden. Die flüffigen Mittel der Gesellschaft beliefen sich am 1. Juli auf rund 30 Millionen Mark, die Umsäge in den ersten drei Monaten des laufenden Geschäftsjahres, zuzüglich der vorliegenden Aufträge, auf 123 Millionen gegen 87 Millionen im Vorjahre. Aus Induftrie und Handel. Der Müllfutscherstreit nimmt das Interesse der gesamten Berliner Bevölkerung in immer steigenderem Maße in Anspruch. Man spricht von dem Berliner Mülltrie g". Gestern fonnte die Wirtschaftsgenossenschaft trok ihrer Arbeitswilligen nur etwa 30 Wagen auf die Tour schiden. Das ist etwa der drifte Teil der vor dem Streit fahrenden Wagen. Bedenkt man nun, daß die alten Kutscher früher zwei und drei Touren per Tag machten, die Arbeitswilligen aber kaum eine bewältigen können, so kann man sich einen ungefähren Begriff von der Müllnot" machen. Die Kalamität wächst denn auch von Tag zu Tag. Bertin steckt tatsächlich im Müll. In ganzen Vierteln ist das Müll während der lezten 14 Tage, stellenDer Schiffahrtstampf zwischen der Cunard- Linie und dem weise sogar während der vollen drei Wochen der Aussperrung über- Morganschen Dampfertrust nebst seinen beiden deutschen Alliierten, haupt noch nicht abgefahren. Wie wenig die Unternehmer Herr der Hamburg- Amerika- Linie und dem Norddeutschen Lloyd, wird dieser Zustände werden können, beweist am besten eine gedruckte allem Anschein nach mit dem Siege der Cunard- Linie enden. Zwar Beschwichtigungskarte, die von der Wirtschaftsgenossenschaft in wer ist der Friede noch nicht geschlossen; die Unterhandlungen dauern weiß wievielen Gremplaren an die beschwerdeführenden Hausbefiber nach Mitteilung der Hamburger Nachrichten" noch fort, aber die bezw, Verwalter geschickt wird. Die Starte hat folgenden Aufdruck: deutschen Linien sind immer nachgiebiger geworden. Es handelt Sehr geehrter Herr! Auf Ihre Beschwerde wegen der Müllabfuhr erwidern wir sich für sie zurzeit kaum noch um mehr als einen Friedensnicht als höflicht, daß wir auf Grund einer Genehmigung des Königlichen schluß zu erreichen, der nach außen hin sich nicht Polizei- Präsidiums von heute ab Straßentehrichtwagen aweds völlige Niederlage darstellt, sondern das Aussehen hat, alsvereine. Zweiter Jahrgang. 672 Seiten. Preis 6 M. Berlagsanstalt des Fortschaffung des neben den Kasten lagernden Mülls hätten die beiden Schiffahrts- Gesellschaften wenigstens etwas benußen werden. Auch hoffen wir in den nächsten Tagen unsere bei dem Streit gewonnen, wenn auch nur wenig. Tatsächlich gesamten Gespanne in Betrieb stellen zu können. Sollten Sie behauptet jedoch die Cunard- Linie, gestützt auf die jährliche englische nicht länger warten können, dann bitten wir, den Müll ander- Staatssubvention von 200 000 Pfd. Sterl.( über 4 min. m.) und weitig beseitigen zu lassen und werden die von Ihnen beraus die ihr von der ungarischen Regierung eingeräumte Monopolstellung gabten Kosten gegen Aushändigung der betreffenden Quittung im Adriatischen Meere, das Feld, und Lord Jnverclyde, der Leiter dankend zurücbergütet werden. ( Unterschrift.) der Cunard- Linie, wußte recht wohl, was er tat, als er den Beilegungsversuchen Ballins gegenüber zähe an seinen Forderungen festhielt. Bekanntlich ist der Streit dadurch entstanden, weil im vorigen Jahre die Cunard- Linie das Abkommen zwischen den englischen und Eingegangene Druckfchriften. Jahresbericht für das Jahr 1903 des Schweizerischen Grütfi- Bereins. Zusammengestellt und bearbeitet vom Zentralfomitee in Biel. 167 Seiten. Buchdruderei des Schweiz. Grütli- Bereins, Zürich. Prof. Dr. med. Mag Rubner. Unsere Nahrungsmittel und die Er nährungstunde. Brosch. 1,20 m., geb. 1,50 M. Verlagsbuchhandlung Ernst Heinrich Morit, Stuttgart. Heinr. Kaufmann. Jahrbuch des Zentralverbandes deutscher Konsum Zentralverbandes deutscher Konsumvereine. Heinrich Kaufmann u. Co., Hamburg. Gustav Adolf Erdmann Frei die See. Betrachtungen zum Flotten. lag B. Elischer Nachf. Leipzig. programm des Deutschen Flottenvereins. 130 Seiten. Preis 1,60 M. BerWirksamkeit. 180 Seiten. Breis 1 M. Berlag: Breitkopf u. Härtel, Leipzig. Wien. Graf v. Hoensbroech. Das Bapsttum in seiner sozial fulturellen Desterreichische Rundschau. Band I, Heft 1. Verlag: Karl Konegen, Dr. Alfr. Chr. Kalischer. Immanuel Kants Staatsphilosophie, 102 Seiten. Berlag: Dr. A. Chr. Kalischer, Leipzig( Otto Weber). Die Unternehmer beschränken sich also darauf, nur das außer halb der Kästen lagernde" Müll mit offenen Sehrichtwagen, die bisher polizeilich nicht gestattet waren, abzufahren; d. h. soweit sie dazu imftande sind. Auf die meisten Höfe fommt aber über fein anderes Fuhrwerk bekommen können, so bleibt das Müll eben liegen. Wären wir jetzt noch im Hochsommer und nicht im späten Auswandererverkehr aus Großbritannien und Standinavien den Herbst, so wäre die Gefahr einer Epidemie allerdings erheblich englischen Linien zufiel, dafür aber den deutschen Linien der Eisenbahn- Unfall. größer wie jetzt; dennoch vermag auch gegenwärtig niemand weitaus größte Teil der Beförderung von Auswanderern aus RußBerlin, 5. November.( Amtliche Meldung.) Heute Abend 6 Uhr eine Garantie dafür zu übernehmen, daß nicht land, Desterreich und dem nördlichen Ungarn nach Nordamerika ver- 40 Min. erfaßte die Maschine des Vorortzuges 2384 bei der Einfahrt auch bei der jeßigen tühlen Jahreszeit infolge bleiben sollte. Die Cunard- Linie schloß mit der ungarischen in den Bahnhof Charlottenburg in der Richtung vom Savignyplak der Müllanhäufung und der daraus resul- Regierung einen Vertrag ab, der ihr das Monopol der Auswanderer- cine in einem Nebengleise über das Mertzeichen der Weiche 15 hintierenden Berpestung der Luft Krankheiten in beförderung von Fiume aus sicherte und zugleich die ungarischen ausstehende Reservemaschine. Beide Maschinen entgleisten. Bei größerem Umfange ausbrechen. Um so unverständlicher ist daher die Nachsicht der Polizei gegen die Unternehmer Staatsbahnen in den Dienst dieser Beförderung stellte. Das forderte gleichzeitiger Ausfahrt des Zuges 2401 in der Richtung nach Savignyund Hausbefizer in diesem Falle. Beschtverden auf den einzelnen Vergeltung. Herr Ballin suchte einen Teil des englischen Baffagier- plab wurden die letzten Wagen desselben von der entgleisten Referves Revieren wegen der gesundheitsgefährlichen Müllanhäufung find geschäfts für die deutschen Linien zu gewinnen, zugleich stellte er die maschine erfaßt und ebenfalls zur Entgleisung gebracht. Reisende wurden nicht verletzt. Der Lokomotivführer der Reservemaschine wie in der Versammlung der Streifenden verschiedentlich versichert alte Standia- Linie wieder her zur Uebernahme des Auswanderungs- erlitt anscheinend leichte Verlegungen. Der Materialschaden ist wurde barsch abgewiesen worden unter Berufung auf eine An- dienstes zwischen Standinavien und Nordamerika, und ferner errichtete infolge der Beschädigung der beiden Maschinen und 5 Wagen er weisung von oben", wegen des Streits und der Aussperrung Rüder eine Konkurrenzlinie von Triest nach New York gegen die Fiume- heblich. Die Aufräumungsarbeiten wurden fofort in Angriff ge ficht" zu nehmen. Als ein Streifender einem Bolizeileutnant gegen New Yorker Linie der Cunard- Gesellschaft. nommen. Der Betrieb auf der Stadtbahn in der Richtung nach über auf den unhaltbaren Zustand in verschiedenen Häusern und Charlottenburg wurde etwa eine Stunde vollständig unterbrochen auf die mit den Zusicherungen des Geheimrats Brauer arg im Widerspruch stehende Saltung der Polizei hinwies, ba wurde ihm und danach teilweise wieder aufgenommen. In der Richtung von einfach zur Antwort: Das geht mich gar nichts an. Wir haben Charlottenburg erlitt der Verkehr nur unwesentliche Störung. Die Untersuchung zur Feststellung der Schuld ist sofort eingeleitet. unsere Anweisung; machen Sie, daß Sie rauskommen!" Bergegen wärtigt man sich die Schneidigkeit, mit der vor dem Streit die Kutscher bei den geringsten Verfehlungen mit Strafmandaten überschüttet wurden, so muß man über die nach der anderen Seite hin geübte zarte Rücksichtnahme der Polizei bei so polizeiwidrigen Zuständen um so mehr staunen. Mag die Polizei dann auch die Berantwortung tragen, falls Krankheiten unter der Bevölkerung ausbrechen! haupt weder Kutscher noch Wagen. Da auch die Hauswirte meistens deutschen Schiffsgesellschaften brach, nach welchem der gefante Letzte Nachrichten und Depeschen. Mittlerweile wurstelt die Wirtschaftsgenossenschaft mit ihren Arbeitswilligen weiter. In den verschiedensten Straßen trifft man umgetippte Müllwagen, die den Berkehr hemmen. Die Arbeits. willigen wiffen die Wagen eben nicht fachkundig zu beladen; beim Umwenden werden sie dann sehr oft umstürzler" und bringen Menschen und Pferde in Lebensgefahr. Des öfteren mußten schon Inspektoren und Kontrolleure spät abends auf die Suche nach ausgebliebenen Wagen gehen. Die arbeitswillige Bedienungsmannschaft hatte sich entweder verirrt oder den Wagen umgeworfen und war dann dabei, das auf der Straße verstreut liegende Müll mit den Händen wieder zusammenzullauben. Aeußerst komisch nimmt sich die russische Arbeitswilligengarde aus, von der wir gestern bereits berichteten. Bei ihrer Einlieferung in den mit Biwatstroh und allerhand Gerümpel ausgestatteten Streitbrecher schuppen hatten die Leute sicher mehr Hunger wie Vaterlandsliebe. Deshalb wurden für fie eingekauft: 4 Seiten Sped, 20 Brote, 15 Pfund Wurst, eine halbe Tonne Heringe und 20 Liter Butti. So gestärkt ließ man diese Aermiten am anderen Morgen auf das Bublifum los, wo sie in ihrer Kostümierung und mit ihrem Kauber welsch bedauernde Heiterkeit erregten. Balb ergoß sich benn auch der Berliner Wiz über die neuen russischen Mitbürger; man heißt sie Würden die Abfuhrunternehmer und die Wirtschaftsgenoffenschaft nur einen Teil der Gelder, die sie für die Beschaffung von Arbeitswilligen und Entschädigung an Hausbesizer zu zahlen haben, zur Bewilligung der Forderungen ihrer alten Rutscher verwenden, fo tönnten sie damit schon eine geraume Zeit die Ausgaben für die erhöhten Löhne bestreiten. Doch wem nicht zu raten ist, dem ist auch nicht zu helfen. Ginge es in wirtschaftlichen Kämpfen nach der Moral, die Cunard Linie hätte unterliegen müssen, denn sie hatte zweifellos das Abkommen gebrochen; aber sie hatte von vornherein, da die ungarische Regierung ihr mit allen Mitteln die ungarischen Auswanderer zu führte, die größeren Chancen auf ihrer Seite und fand überdies im englischen Publikum größte Unterstützung. Sie bleibt also oben. Zu den Unruhen in Innsbrud. Wien, 5. November. Der Neuen Freien Presse" zufolge hat der Ministerrat beschlossen, den Statthalter in Tirol zu beauftragen, unter allen Umständen die Ruhe herzustellen. Die Einstellung der italienischen Vorlesungen wird nicht angeordnet, doch können infolge der Verhaftung der italienischen Studenten und der Demolierung des Gebäudes auf längere Zeit feine Vorlesungen gehalten werden, Wien, 5. November. Die„ Neue Freie Presse" meldet aus Bur Praxis des Kohlensyndikats und seines Ablegers des Kohlen- Innsbruck: Aus den benachbarten Städten wurde Militär und tontors. In ihrer vorgestern von uns charakterisierten Petition an Gendarmerie hierher beordert. Von den studentischen Korporationen den Landtag um Ablehnung der Hibernia- Verstaatlichung führt die der Wiener und Grazer Universitäten laufen zahlreiche Sympathies Vereinigung der Handelskammern des niederrheinisch- westfälischen tundgebungen für die Innsbruder deutschen Studenten ein. Industriebezirks unter ihren Gründen gegen die Zwedmäßigteit einer Berstaatlichung des Kohlenbergbaus auch den ins Feld, daß die Kohlenverbraucher völlig von dem Belieben des Staates oder vielmehr der Regierung abhängig würden. Eine solche Abhängigkeit aber sei für die Industrie unerträglich. Diese"( die Kohlenverbraucher), heißt es in dem sonderbaren Schriftstück, haben das allergrößte Innsbruck, 5. November.( W. T. B.) lingeachtet der fort. Intereffe daran, allen die Verstaatlichung fördernden Maßnahmen nachdrücklichst entgegenzutreten. Dem Staate die ausschließliche dauernden Erregung haben heute feine nennenswerten Kund. Herrschaft über die heimische Sohle einräumen, würde nichts anderes gebunden stattgefunden. Die Gendarmerie hatte bisher keinen Anlaß bedeuten, als die gesamte Industrie abhängig machen vom Staate zum Einschreiten. Es würde heißen, einen der wichtigsten Insbruck, 5. November, 7% Uhr abends.( W. T. B.) Bis jetzt als Unternehmer. Produktionsfaktoren, die für unsere Gestehungskosten und damit für ist alles ruhig. Es find drei Kompagnien Staiserjäger und eine die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie auch am heimischen Kompagnie Infanterie zur Verstärkung der Garnison hier eingetroffen. Die sozialdemokratische Markte der ausländischen Produktion gegenüber vornehmlich ins Weitere Verstärkungen sollen folgen. Gewicht fallen, aus der Hand geben und einer Macht ausliefern, die Landespartei erließ einen Aufruf, worin fie die Arbeiterschaft aufals Beherrscherin des Verkehrswesens ohnehin schon einen anderen fordert, sich jeder Teilnahme an dem Nationalitätenlampf zu ent wichtigen Produktionsfaktor, die Frachten, beherrscht und in ihren halten. Maßnahmen in weitem Umfange fistalischen Rücksichten Rechnung tragen muß. Der Einwand ist höchst amüsant, wenn man in Betracht zieht, Washington, 5. November.( 2. T. B.) Präsident Roosevelt hat in welcher Weise bas Rohlensyndikat seine Abnehmer unter seinen eine von ihm unterzeichnete Erklärung erlaffen, worin er bie Willen zwingt und ganz nach seinem Belieben mit ihnen verfährt. vom demokratischen Präsidentschaftskandidaten Barter in seinen Einen neuen Beleg dafür liefert die letzte Sigung der Offenbacher öffentlichen Reden erhobenen Anschuldigungen als absichtliche Handelskammer, in der allerlei recht niedliche Praktiken des Kohlen- unwahrheiten fennzeichnet, wonach Roosevelt und der Obmann synditats und des von ihm gegründeten Kohlenkontors, der des republikanischen Nationalkomitees Cortelyou sich verbündet Rheinischen Kohlenhandels- und Reederei- Gesellschaft m. b.. hätten, um Erpressungen gegen Trustsauf Grund der Kenntnisse zu Mülheim a. d. Ruhr" zur Sprache kamen. Danach hat diese verüben, die Cortelyou als Handelsminister erlangt hätte. Gesellschaft für Offenbach Vorkehrungen getroffen, um den wirtschaftlichen Nugen, welchen dieser Platz an dem durch die Eröffnung Vom ostasiatischen Kriegsschauplake. des Großschiffahrtsweges bis Offenbach ermöglichten billigeren Shanghai, 5. September.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Kohlenbezug haben sollte, zu mehr als fünf Sechstel für sich einsteden Hier verlautet, die japanischen Batterien hätten am 1. November zu können. Vor dem Inkrafttreten des Kohlenkontors stellte sich zwei der in Port Arthur liegenden russischen Kriegsschiffe und am nämlich der Bahnbezug auf zirka 227 M., der Schiffsbezug auf folgenden Tage ein russisches Kanonenboot zum Sinten gebracht. Berantwo. Redalt.: Paul Büttner, Berlin. Inserate verantw.( mit Ausnahme der Neue Welt"-Deilage): Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlaasanit. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u.Unterhaltungsbb. allgemein Mülltosaten". Achtung, Konditoren! Laut Drahtmeldung sind in Stocholm bie Konditoren in den Streit eingetreten. Zuzug ist fernzuhalten und die Kollegen haben vor allem darüber zu wachen, daß die zahlreichen Kommissionäre unseres Berufes keine Gelegenheit zur Bermittelung 44 Bom amerikanischen Wahlkampf. it. 262. 21. intitjunj. it Dtüllgt ötö t|oni)itlgu Ktlülltl MisM. Mn> 6 im- Partkigenche»! Mittwoch ist Zahlabknd in Kniitl, Charlottknbmg. Werf, Meißeche usw.! parteL-I>sacKricKten. Bei den Stadtratswahlen in Düsseldorf erhielten nach einem uns zugegangenen Privattclegramm unsere Parteigenossen 2356 Stimmen, das Zentrum 7315, die Liberalen 1669 und die GeWerl- vereinler 424. Versammlungen ohne Bier hält der sozialdemokratische Wahl- Verein in Jena ab. Am 2. November wurde damit der Anfang gemacht. Es kommen nur diejenigen Versammlungen sin der Regel jede zweite) in Betracht, die im kleinen Saale des Volkshauses der Karl Zeitz-Stiftung stattfinden. Das Volkshaus hat keine eigene Bewirtschaftung: jeder Verein bringt sich seinen Wirt mit. In Zukunft will der Verein darauf verzichten und zur Deckung der Lokalmiete von den Versammlungsteilnehmern ein geringes Ein- trittsgeld erheben. Totenliste der Partei. Im Alter von 54 Jahren starb in Elberfeld der Parteigenosse August Schmitz. Obwohl an Jahren noch keineswegs zu alt, zählte er doch zu den„Alten" der Partei in Elberfeld, da er schon in früher Jugend für die Partei tätig war. In dem großen Elberfclder Sozialistcnprozesse wurde er wochenlang in Untersuchungshast gehalten und schließlich zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Bis in die letzten Tage war Schmitz mit größter Aufopferung für die Partei tätig. Ein Schlaganfall in Verbindung mit einem qualvollen Asthmaleiden setzte seinem Leben das Ziel. polireUledes. Omcdtlicdes ufw. — Die grosse Justizaktion, die sich an die bekannte Notiz von dem in einem Wiener Hospital erfolgten Tode eines angeblichen Verwandten des Kaisers knüpfte und sozialdemokratischen Redakteuren bisher nicht weniger als 20 Monate Gefängnis eintrug, hat nun dank staatsanwaltschllftlichem Uebereifcr einen für die Staatsanwaltschaft wenig rühmlichen Abschluß gefunden. Wie wir scinerzeft berichteten, war auch gegen die ver- antwortlichen Redaktcure der„B c r g i s ch e n Arbeiter- stimme" und der„Elberfelder Freien Presse" ein Verfahren wegen Majestätsbeleidigung eingeleitet worden, nicht weil sie die für strafbar angesehene Notiz veröffentlicht hatten, sondern weil sie die Meldung eines Depeschenbureaus über die Verurteilung eines Redakteurs wegen dieser Notiz veröffentlicht hatten. Dieses Verfahren hat nunmehr gegen beide Blätter eingestellt werden müssen. — Der Redakteur der„Königsberger Volkszeitung", Genosse Julian Borchardt, wurde wegen Beleidigung eines Schutz- manns zu 300 M. Geldstrafe verurteilt. In einer Notiz seines Blattes hatte Borchardt das Verhalten des Schutzmanns in einer Streikangelegenheit behandelt, und darin erblickte das Gericht den Vorwurf gegen den Schutzmann, �daß er sich der Freiheitsberaubung schuldig gemacht habe. Da ein Schutzmann so was nicht tut, mußte der Redakteur bestraft werden. Soziales. Die KaufmannSgerichtc und der Berliner Magistrat. Uns wird zu diesem Thema von juristischer Seite geschrieben: Ihre Darlegungen über die Justizverweigerung für die Handlungs- gehülfen in Berlin vom 1. Januar 1905 ab find entgegen den Dar- legungen des Oberbürgermeisters zutreffend: nur dürste die Aus- hülfe, auf die Sie unter Bezugnahme auf§ 19 des Kaufmanns- gerichts-GesetzeS verweisen, nicht gangbar sein. Vom 1. Januar 1995 ah sind die HandlungSgehülfen in Berlin ohne Rechtsschutz. Das ordentliche Gericht(Amts- oder Landgericht) tritt keineswegs statt der Kaufmannsgerichte ein. Nach ß 6 des Kaufmannsgerichts- Gesetzes wird durch die Zuständigkeit eines Kaufmannsgerichts die Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte ausdrücklich ausgeschlossen. Für die Klagen der HandlungSgehülfen in Gemeinden, die über 20 000 Einwohner nach der letzten Volkszählung haben, ist nach ßß 2 und S desselben Gesetzes das KausinannSgericht aus- schließlich zuständig. Mithin ist vom 1. Januar 1905 ab allein da-Z KausinannSgericht für die Klagen der HandlungSgehülfen in Berlin zuständig. Daraus, daß das KausinannSgericht auS irgend welchem Grunde nicht funktioniert(z. B. weil die Richter erkrankt find oder ablehnen ihre Pflicht zu ersüllen oder weil der Magistrat die Hebammendienste für die Geburt eines OrtsstatutS nicht zu er- füllen vennag) folgt ebensowenig die Zuständigkeit des Amtsgerichts wie etwa aus dem Fehlen deS Obcrverwaltimgsgerichts folgt, daß die diesem gesetzlich übertragenen Streitigkeiten von Amtsgerichten zu entscheiden find. Der Versuch einiger, z. B. deS Dr. Ritter im„Gelverbegericht", aus§ 21 deS KaufmannsgerichtS-GesetzeS die Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte fiir die Zeit des Justizstillstandes abzuleiten, scheitert, wie Sie zutreffend hervorheben, an dem Wortlaut, den: Zweck und der Entstehungsgeschichte deö§ 21, der sich lediglich auf Prozesse bezieht, die vor dem 1. Januar 1905 anhängig gemacht find. Die Rechtslage ist eine ähnliche wie bei den Gemeinden, in denen trotz der Borschrift deS Gesetzes über die Gewerbegerichte ein Gcwerbegericht noch nicht errichtet ist. Und derartige Geineinden gibt es ja noch heute. Im Reichstage wurde gelegentlich auf diesen gesetzwidrigen Zustand hingewiesen und ohne Widerspruch konstatiert, daß für alle solche Fälle der Rechtsweg versperrt ist. Nun hat sich die Praxis damit geholfen, daß die ordentlichen Gerichte dennoch entschieden. Das ging an, weil die Parteien Einspruch gegen die Zuständigkeit nicht erhoben und das ordentliche Gericht allenfalls als ein vereinbartes Schiedsgericht gelten konnte. Ob dieser Weg überhaupt, insbesondere auch für Streitigkeiten der HandlungSgehülfen gesetzlich rechtlich zulässig ist, ist lebhaft bestritten und dürste mit der weit überwiegenden Anzahl der Gerichte und Sachverständigen, die sich zu dieser Frage geäußert haben, zu verneinen sein. Demnach ist vom 1. Januar 1905 ab das ordentliche Gericht(Amts- und Landgericht) in Berlin nicht befugt, über nach dem 31. Dezember 1904 anhängig gewordene Streitigkeiten von HandlungSgehülfen zu entscheiden. Entscheidet es dennoch, so sind seine Entscheidungen nichtig. Die Streitfrage, ob solche Entscheidungen ohne weiteres hinfällig sind, oder ob eS einer Nichtigleitsklage bedarf, um die gesetzwidrig, unbefugt er- lassene Entscheidung aus dem Wege zu räumen, kann auf sich be- ruhen bleiben. Ist der Rechtsweg den HandlungSgehülfen in Berlin demnach so lange verschlossen, bis endlich ein dem KaufmannSgericht«- Gesetz entsprechendes Gericht eingesetzt ist, so ftägt eS sich, ob§ 19 deS KaufmannSgerichtS- Gesetzes ein Vehikel gibt, um dem Oberbürger- meister die Klagen zur vorläufigen Entscheidung zu übermitteln. Auch diese Frage ist zu verneinen. Zunächst betrifft§ 19 des Kauf- mamisgerichts- Gesetzes nicht alle Streitigkeiten, sondern nur die verhälwiSmäßig wenigen. welche sich auf den Antritt, die Fortsetzung oder die Auflösung des Arbeitsverhältnisses. auf die Aushändigung oder den Inhalt des Zeugnisses und auf Berechnung der Krankenversicherungs-Beiträge beziehen. Außerdem aber tritt die Zuständigkeit des Gemeindevorstehers für eine vorläufige Entscheidung nur in solchen Fällen ein, in denen kein obligatorisches Gericht einzurichten ist: das folgt aus der Entstehungsgeschichte und dem Zweck des§ 76 des Gewerbegerichts- Gcsetzes, dem diese Vorschrift entlehnt ist. Mag man aber den ß 19 auch in weiterer Weise auslegen: unter allen Umständen liegt vom 1. Januar 19 06 ab für die Berliner HandlungSgehülfen der Fall der Justizverweige» r u n g vor. Was ist dagegen zu tun? Z 2 des KaufmannsgerichtS-GesetzeS legt für solchen Fall dem Handelsminister die Pflicht eines Ein- greifens auf. Indes so wenig der Minister auf dem gewerbegericht- lichen Gebiet dem Gesetz Achtung verschafft hat, so wenig wird er es hier tun. Bleibt nur übrig Artikel 77 der Reichsverfassung, der da lautet:„Wenn in einem Bundesstaat der Fall einer Justizver- Weigerung eintritt und auf gesetzlichen Wegen ausreichende Hülfe nicht erlangt werden kann, so liegt dem Bundesrate ob, erwiesene, nach der Verfassung und den bestehenden Gesetzen des betr. Bundesstaates zu beurteilende Beschwerden über verringerte oder gehemmte Rechts- pflege anzunehmen und darauf die gerichtliche Hülfe bei der Buudes- regierung, die zu der Beschwerde Anlaß gegeben hat, zu bewirken." Aber der mit der Untersuchung von Ebenbürtigkeitsfragen zur Zeit so schwer belastete Bundesrat wird den HandlungSgehülfen schwerlich helfen. Sie sind vom 1. Januar ab rechtlos und haben nur die Wahl, ob sie die Konkurrenz mit Kirschner im Warten aufnehmen oder Schadenersatzklage gegen den Oberbürgermeister anstrengen wollen. Für diese ist das ordentliche Gericht zuständig. Aber zum Wesen ordentlicher Justiz gehört: Rechthaben und Rechtbekommen ist zweierlei. Wir waren nicht im Zweifel darüber, daß auch Z 19 des Gesetzes über die Kaufmannsgerichte rechtlich nur für solche Fälle gilt, wo solche Gerichte nicht von gesetzeswegen bestehen müssen, daß er also für Berlin ebensowenig zutrifft, wie der Z 21 für Streitigkeiten, die erst nach dem 31. Dezember anhängig gemacht werden. Wir haben den Vorschlag nur gemacht in der Hoffnung, daß dann Herrn Kirschners juristisches Gewissen erwacht und er sich für un- zuständig erklärt, weil vom 1. Januar an für Berlin die Zuständig- keit eines Kaufmannsgerichts gegeben sei. Das wäre der Humor bei der Sache gewesen. Zu der gestrigen Notiz ist in Berichtigung eines Druckfehlers noch zu bemerken, daß es in dem Zitat des§ 19(Mittelspalte, unten) heißen muß:»Ist ein zuständiges Kaufmannsgericht nicht vorhanden"._ Rekurs und Kosten. Der Arbeiter R. war beim Beladen eines Förderwagens im Bergwerk zu Schaden gekommen, konnte aber nach acht Tagen die Arbeit wieder aufnehmen. Sein Anspruch auf Unfallrente wurde abgewiesen. Er legte Berufung ein und machte geltend, daß er an verschiedenen Stellen noch Schmerzen empfiirde. Die Aerzte vermochten einen objektiven Befund für verschiedene der Angaben des Klägers nicht festzustellen. Das Schiedsgericht wies die Berusimg ab und legte dem Kläger auch die Kosten der Beweiserhebung auf, indem eS den letzten Absatz des§ 10 des Mantelgesetzes der UnfallversicherungS- gesetze für anwendbar erklärte. Danach ist das Schiedsgericht befugt, den Beteiligten solche Kosten des Verfahrens zur Last zu legen, welche durch Mutwillen oder durch ein„auf Verschleppung oder Jrresilhrung berechnetes Verhalten" derselben veranlaßt worden sind. Durch den Rekurs des Klägers kam die Angelegenheit vor das Reichs-VersicherungSamt. Dieses ließ den Kläger noch einmal in der Universitätsklinik Bonn beobachten und untersuchen. Der verhandelnde Senat kam auf Grund des Obergutachtens allerdings auch zu der Ueberzeugung, daß Folgen des Unfalls nicht dargetan seien. Im Gegensatz zum Schiedsgericht erachtete der Senat aber'auch kein „auf Verschleppung oder Irreführung berechnetes Verhalten" für vorliegend. Nun war aber fraglich, ob, bei Zurückweisung des Re- kurses inbezug auf die Rente, das RekurSgericht die Entscheidung deS Schiedsgerichts aufheben könne, soweit dadurch Kläger zu den Kosten der Beweiserhebung gemäß ß 10 des Mantelgesetzes verurteilt worden ist. Mit anderen Worten, ob diese Kosten an sich rekurssähig sind. Wegen dieser Frage verwies der verhandelnde Senat die ganze Sache zur Entscheidung an den Erweiterten Senat. In der Verhandlung vor diesem wurde der Kläger vom Arbeiter- sekretär Robert Schmidt vertreten. Nach langer Beratung billigte der Erweiterte Senat die Versaguug der Unfallrente, hob aber die Verurteilung des Kläger? zu den Kosten der Beweiserhebung auf. Begründend führte Präsident Gäbe! aus: Der Senat nehme an. daß die Zulässigkeit der ReturSeinlegung gegen Schiedsgerichtsurteile auch in d e m M a ß e f o r t b e st e h e, daß selbst bei Zurückweisung des Rechtsmittels in der Hauptsache das Reichs-Bersicherungsamt über denKostenpunkt besonders, und zwar auch anders entscheiden könne. Wenn nun auch Ucber- treibungen des Klägers vorlägen, fo könne man doch noch nicht sagen, man habe es hier mit einem auf Irreführung gerichteten Verhalten zu tun._ Das Lüneburger Gcwerkschafts-Kartell. das seit einigen Jahren sich dem Reichswohnungsverein als Mitglied angeschlossen hatte, hat in seiner letzten Delegiertenversammlung einstimmig beschlossen, alle Beziehungen zu dem genannten Verein aufzugeben. GewerbegcrichtSwahlen. In Magdeburg eroberten die freien Gewerkschaften von 50 Arbeitermandatcn 44, von den 50 Unter- nehmermandaten 4. In G e e st e m ü n d e wurde die Liste des Gcwerkschaftskartells so glatt gewählt, daß ihre sämtlichen Kan- didaten 295 Stimmen erhielten und sämtliche Kandidaten der Gegen- liste je eine Stimme.__ Berliner partel-Hngelegenbeiten. Zweiter Wahlkreis. Die Generalversammlung des Wahlvereins findet Dienstag, abends 8'/» Uhr, in:.Hofjäger-Palast", Hasen- Heide 52/53 statt. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Britz. Ueber die Arbeiter-Baugenossenschaft und den wirtschaftlichen Kampf deS Proletariats spricht Genosse Stempel in der bei Weniger. Werderstr. 27 am Dienstag abend stattfindenden Versanunlung des W a h l v e r e i n s. Wilmersdorf. Mittwoch, abends 8V, Uhr, hält der Wahlverein seine Generalversammlung ab. Ans der Tagesordnung stehen: Bericht und Neuivahl des Vorstandes, Bericht über die Tätig- keit des Gewerbegerichts und wichtige Vereinsangelegenheiten. Frauen haben gutritt. Lichtenberg. Dienstag abends 7 Uhr findet eine Flugblatt- verb r eitu n z statt. Die Genossen werden ersucht, sich zahlreich daran zu beteiligen. Treffpunkt die bekannten Bezirlslokale. Maricndorf und Umgegend. Der Wahlverein hält seine Mit- glieder-Versammlung DienStag abends 3 Uhr im Lokale von Reichardt, Mariendorf, Chausieestr. 16 ab. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags-Abgeordneten Fritz Kunert über die politische Lage. 2. Anträge zur Kreis-Generalversammlung und Wahl der Delegierten. 3. Bericht über die Parteispeditton. Gäste, auch Frauen, haben Zutritt.— Die Bibliothek ist eine Stunde vor Beginn der Versammlung geöffnet. Pankow. Mittwoch ist Zahlabend in den Lokalen von Meisel- Vach, Kaiser Friedrichstr. 71, Abendroth, Mühlenstr. 23 und Wolff, Wollankstr. 23. Charlottcnburg. Am Montag, den 7. November, abends pünktlich 9 Uhr, beginnt Dr. Konrad Schmidt im Volks« Hause einen Zyklus von wissenschaftlichen Vorträgen mit anschließender Diskussion, durch welche die Hörer in die Volkswirt- schaftlichen Anschauungen des Sozialismus eingeführt werden sollen. Der Besuch dieser Vorträge, die im November und Dezember an jedem Montag stattfinden werden, steht unentgeltlich jeder- mann, auch weiblichen Personen, frei. Rummelsburg. Genosse Katzenstein spricht Dienstag abend S'/a Uhr bei Weigelt, Türrschmidstr. 45 über das Thema: Der Kampf um die wirtschaftliche Befreiung. Auch die Frauen haben Zutritt. RummelSburg. Oeffentliche Versammlung am Dienstag den 3. d. M., abends S1/» Uhr, im Weigeltschen Lokal, Türrschmidtstr. 43. Tagesordnung: Vorttag„Der Kampf um die wirtschasttiche Be- fremng", Referent: Genosse Katzenstein. Diskussion. Um zahl« reiches Erscheinen, besonders der Frauen, wird gebeten. Der Vorstand. Schmargendorf. Dienstag, abends 8V3 Uhr, hält der Wahl« verein im„Wirtshaus Schmargendorf", Warnemünderstt. 6, seine Mitgliederversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht unter anderen,: Vortrag über das Parteiprogramm. Gäste nebst Frauen haben Zutritt. Der Vorstand. Friedrichshagen. Parteigenossen! Gemeindewähler! Die Ersatzwahl zur Gemeindevertretung im ersten Bezirk der dritten Klasse findet statt am Die nstagdenl 5. November, nachmittags von 6—8 Uhr im Restaurant Franz Lerche, Friedrich« straße 81. Als Kandidat ist aufgestellt Genosse Otto Stephan, Maurer, Scharnweberstr. 86. Zun, ersten Bezirk gehören folgende Straßen: Ahornallee Köpenickerstraße, Friedrichstraße, Lindenallee, Myliusgarten. Schmaler Weg, Wilhelmstraße und Westend. Maß- gebend sind die Wohnungen, die die Wähler an, 1. Oktober v. I, inne hatten.— Die Parteigenossen werden ersucht, eifrig für die Wahl zu agitieren, damit der erste Bezirk wieder durch einen Sozial- demokraten vertreten wird. Lokalca. Sonntagsfriede. Die Kirchenglocken läuten und laden den Erdenpilger zum Beten ein. Platz hat der fromme Berliner in seinen Gotteshäusern, denn unter der Betriebsleitung von Mirbach ist forsch darauf los gebaut worden, so daß der Bedarf auch dann gedeckt wäre, wenn die Ein« wohnerzahl Berlins sich statt der zweiten der dritten Million näherte, Auch an Zeit zum Kirchengehen soll es dem Berliner ja nicht fehlen. Nicht allein solche Leute, die sich von berufswegen durch fleißigen Kirchenbesuch nach oben hin lieb Kind machen müssen, sollen im Verein mit der ihrem Wesen nach ja kirchenfrommen Bourgeoisie den öffentlichen Gottesdienst besuchen, sondern das Gesetz hat auch Fürsorge gettossen, daß der Ausgebeutete, der Lohnsklave am Sonn- tag die Stunden frei hat, die für die Uebung der Religionspflichten in Betracht kommen. In Berlin müssen Punkt zehn am Sonntag vormittag die Ladengeschäfte geschlossen sein uiw erst Uhr zwölf dürfen sie wieder geöffnet werden. So hat auch der HandlungS- gehülfe, der Hausdiener, der Laufbursche Gelegenheit, sich am Tage des Herrn an Gottes Wort zu erbauen. Auf dem Papier wenigstens. Aber das Papier ist geduldig, ganz besonders dasjenige, auf dem Gesetze gegen die Ausbeutung niedergeschrieben werden. Sehen wir uns einmal den Sonntagsfrieden an, wie er etlva in einem größeren Delikateß Warengeschäft der Friedrichstadt sich kundgibt. Der Inhaber ist Hoflieferant und durch diese Würde schon verpflichtet, patriotisch, königstreu, fromm und jawohl auch gesetzliebend zu sein. Mit peinlicher Gelvissenhaftigkeit belastet er sein Spesenkonto an patriotischen Gedenktagen und schilt vorschristS» mäßig auf die Gottlosigkeit und Vaterlandslosigkeit der untere« Klassen. In dem Geschäft dieses Musterbürgers rückt am Sonntag'die zehnte Morgenstunde heran. Es wird forsch verkauft und die HauS« diener packen emsig Waren in Körbe oder schnüren Pakete zusammen. Jetzt schlägt es zehn; aber wenn auch sonst alles hastet und eilt, von einer Eile beim Schließen des Ladens ist nichts zu merken. Allmählich werden die vor der Tür aufgestellten Waren hereingeholt, aber auf Befehl des Chefs recht langsam. Etwa ein Viertel nach zehn Uhr fällt die Jalousie. Nun wird der Laden aufgeräumt. Gut halb elf wird es, bis das Personal das Geschäft verläßt. Mit dem Kirchengehen ist es also nichts. Aber immerhin hat der Angestellte doch seine anderthalb Stunden am Vormittage frei. Hast Du eine Ahnung von Berlin! Der Hausdiener verläßt jetzt das Geschäft, aber beileibe nicht allein; sein treuer Begleiter ist ein Korb, mit Waren vollgepackt, die zumeist nach dem Westen hinausgeschafft werden müssen. Aber schnell, denn noch vor zwölf heißt es wieder im Geschäft sein, wo abermals zwei Stunden im offenen Laden hantiert werden muß. Nach zwei Uhr geht der Tanz von neuem los; der Hausdiener kriegt seinen Packen aufgeladen und nnn fort zur Kundschaft. In der einen Hand den Korb, in der anderen etwa eine Stulle, von der er unterwegs abbeißt. Um vier oder fi'mf am Nachmittag mag er zu Hause sein. Eins spart er allerdings am Sonntag, nämlich da« Umkleiden. In feinen Geschäften tragen Hausdiener und Lausbursche natürlich Livree. Aber nur an Wochentagen; Sonntags ist Bedingung, daß die eigene Kleidung angezogen wird, damit der Schutzmann nichts merkt. Wird der Bote bei aller Vorsicht aber doch abgefaßt, so daß der Chef Strafe zahlen muß, dann setzt es selbstverständlich einen gesalzenen Rüffel ob solcher bodenlosen Ungeschicklichkeit. Oft tritt ein solcher Fall allerdings nicht ein, denn so leicht sieht die Polizei nichts. Einige Hoflieferanten haben für die Sonntage sogar eine ständige Wache eingerichtet, die von zehn, bis zwölf und auch nach zwei noch in Tätigkeit tritt, um von den hohen Herrschaften Be« stellnngen auf Kaviar, Austern, Champagner zc. entgegen zu nehmen. I» solchem Fall ist die Finte sehr vorteilhaft, daß man das Delikateß« geschäst mit einem Weinrestaurant verbindet, als besten An- gestellte die Wachhabenden dann des Scheins halber fungieren. Abhiilfe gegen solche Verhöhnung des Gesetzes ist schiver. Von der vornehmen, auf Gottesfurcht und fromme Sitte haltenden Kund- fchaft erwarten, dost sie in Rücksicht auf die Handclsangestcllten an Sonntagen keine Waren bestelle, wäre natürlich Unsinn. Hätte wirklich ein Prinzipal den Mut. diesen Leuten mit solcher Bitte zu kommen, so würden sie ihn gar nicht verstehen. Rücksicht auf einen Lausbttrschen? Blech! Die Behörde? Der Augenschein lehrt ja, welche Zustände sich unter ihrer Aufsicht entlvickeln konnten. Nur eines nutzt: die S e l b st h ü l s e. Mögen die HaudelSangestellten sich organisieren und durch ihre Organisation rücksichts loS die frommen Verächter des Gesetzes an den Pranger stellen lassen. Das musi endlich helfen I Studtschulmt o. D. Bertram, der frühere langjährige Leiter des Berliner Gemeindeschulwesens, ist am Sonnabend früh im 79. Lebens- jähre g e st o r b e n, nachdem er am Freitag von einem Schlaganfall getroffen worden war. Es war ihm nicht vergönnt gewesen, sein Amt bis an sein Lebensende zu führen, so sehr er das immer gewünscht hatte. Die Zähigkeit, init der er auf seinem Posten ausharrte und an längst überholten Anschauungen festhielt, hat viel dazu beigetragen, die unleugbaren V e r d i e n st e zu verdunkeln, die er sich in der ersten Periode seiner Amtsführung um das Berliner Schulwesen erworben hatte. Wir sind so manches Mal in die Lage gekommen, unS mit aller Schärfe gegen die zahlreichen Mißstände zu wenden, die unter Bertram getreulich konserviert wurden. Aber wir sprechen das in diesem Augenblick gern aus: er hat dennoch in den 26 Jahren seiner Tätigkeit als Stadtschulrat die Entwickelung des Berliner Gemeiudeschnlwesens in mancher Beziehung gefördert. Wo er sich gegen Fortschritte stemmte und wehrte, war er vielleicht weniger der Träger als das Opfer jenes Systems, das der Berliner Kommuualfreisinn im Volksschulwesen so lange zu erhalten verstanden hat. Sie haben ihm die vernünftigen Ansichten, mit denen er in sein Amt eintrat, rasch genug ausgetrieben. Um das Fortbildungs- und Fachschulwesen hat Bertram sich gleich- falls Verdienste erworben, die man bei gerechter Beurteilung an- erkennen muß. Freilich für die Pflicht- Fortbildungsschule, die wir nun endlich bekommen sollen, war e r nicht zu haben, und noch nach seiner Amtsniederlegung bot er uns auf dem preußischen Städtetag in Berlin das beschämende Schauspiel, im Widerspruch zu den Vertretern der meisten deutschen Städte für die Bei beHaltung der fakultativen Fortbildungsschule zu käinpfen. Wirklich stolz konnte Bertram auf die Berliner Realschulen sein, die sich in 29 Jahren zu schöner Blüte entwickelt haben. Sie sind in der besonderen Form, durch die sie sich von den Realschulen anderer Städte unterscheiden, seine eigenste Schöpfung. Aber die Hoffnung BertramS, daß sie eine Fortsetzung der Gemeindeschulen sein würden, hat sich freilich nur teilweise erfüllt. Aus Bertrams Lebensgang sei folgendes mitgeteilt: Ge- boren am 1. Mai 1826 zu Magdeburg, studierte er erst Theologie und später Philologie. Zunächst Oberlehrer des Friedrich-Werderschen Gymnasiums, wurde er bald darauf Rektor der höheren Bürgerschule, dann Direktor der Sophien-Realschule, des jetzigen Sophien-Real- gymnasmmS in der Steinstraße. Zum Stadtschulrat wurde Bertram am 6. März 1874 gewählt. Am 1. Januar 1991 wurde Bertram, nachdem die Gemeindebehörden ihn am 23. Dezember 1999 zum Ehrenbürger von Berlin gewählt, in den Ruhestand versetzt. Der Verstorbene hinterläßt seine Frau, einen Sohn, der Arzt ist, und eine unverheiratete Tochter. Die Beerdigung wird ver- mutlich Mittwoch vom Rathaus aus stattfinden. Der /Magistrat wird in außerordentlicher Sitzung darüber beschließen. AuS dem Rathause. Der Magistrat hat in außerordentlicher Sitzung am Sonnabendnachmittag beschlossen, dem verstorbenen Stadtschulrat H. Bertram ein feierliches Leichenbegängnis vom Rathause am Mittwochniittag um 12 Uhr zuteil werden zn lassen. Außerdem widmet der Magistrat im Gcmeindeblatt dem Verstorbenen einen warmen Nachruf.— Die Stadtverordneten Stapf und Genossen haben bei der Stadtverordneten- Versammlung beantragt, den Magistrat zu ersuchen, am 5. Mai 1995 eine Feier aus Anlaß des 199jährigen Todestages Schillers zu veranstalten. Der Giordano Bruno-Bund hatte aus demselben Anlaß bereits den Magistrat um die Ueberlassuug deS Fcstsaales im Rathause ersucht.— Der Magistrat hat der Stabtverordneten-Versainmlung eine Vorlage der Malchower Heimstätten mit zwei Magistrat hat wegen der Umzäunung Zäunen zugehen lassen. Der FortbildungSschnl-AuSschuß der Stadtverordneten-Versamm- lung hat am Freitag seine Beratungen fortgesetzt und beendet. In zwetter Lesung wurde das Ortsstatut über die P f l i ch t- F o r t- vildungsschule nebst seinen Anhängen angenommen. Debatten von Belang knüpften sich noch an ein paar Vorschläge, die von den sozialdemokratischen Mitgliedern ausgingen. ES wurde empfohlen, den Unterricht in die Zeit zwischen 7 Uhr morgens und 7 Uhr abends zu legen. Von freisinniger Seite wurde das zunächst bekämpft, und es kam dann zur Annahme eines freisinnigen Vermittelungsantrages, der die Zeit zwischen 7 und 7 und eventuell bis 8 empfiehlt. Unsere Vertreter warfen sodann die Frage auf, ob nicht die Bestimmung festzulegen sei, daß bei zeitweiliger Unterbrechung des Lehr- oder Arbeitsverhältnisses der Lehrling bczw. jugendliche Arbeiter trotz- dem die Fortbildungsschule iveiterbesuchen darf. Der Stadtschulrat gab hierzu die Erklärung ab. daß man solche Schüler nicht zu einer Aussetzung des Schulbesuches nöttgen iverde. An diesem Versprechen kann man sich genügen lassen. Der Ausschuß wird nun demnächst an die Versammlung berichten, die hoffentlich keine Verschlechterungen mehr an dem Ortsstatut vornehmen wird. Organisierte Kanalisationsarbeiter melden uns: In der Koppenstraße wird ein Kanal gereinigt, wohl das erste Mal, solange er besteht. Er ist 89 Zentimeter hoch und 79 Zentimeter breit und diente früher zur Aufnahme von Regcnwasscr, während er jetzt als Notauslaß und zur Aufnahme von Kondensierungswasser benutzt wird. Dieser Kanal war früher ein Schmerzenskind der Ver- waltung, weil infolge Einbruchs des Gewölbes das Straßenpflaster sich senkte und häufige Reparaturen nötig waren. Der Kanal wurde oben zugewölbt, während das eingestürzte Mauerwerk darin liegen blieb. Seitdem die Koppenstraße asphaltiert ist, ist dieser Zustand beseitigt: doch ist der Kanal dreiviertel voll, so daß das Wasser kaum mehr abläuft. Um diesen aufgehäuften Unrat zu beseitigen, sind jetzt Kanalarbciter dabei, die Reinigung vorzunehmen. Die Temperatur schwankt in dem Raum zwischen 39— 35 Grad. Da die Arbeiten in gebückter oder kniender Stellung kaum ausgeführt werden können, müssen die Leute tatsächlich, in Schlamm und Moder liegend, ihre schwere Tätigkeit ausüben. Es ist ein Anblick zum Erbarmen, wenn die Leute aus den Löchern herauskriechen, überzogen mit einer Kruste von Schlamm, der weithin die Luft verpestet. Ja, nicht einmal für die nötige Sicherheit der Leute dort unten wird genügend gesorgt. Es ist noch nicht lange her, daß im Betriebe der Verwaltung infolge ungenügender Sicherheit em Arbeiter durch die Entwickelung giftiger Gase sein Leben lassen muhte. Die Arbeiter verlangen, daß nicht eine Person in jener Gifthöhle auf sich allein angewiesen sei. Muß denn immer wieder der Wunsch ausgesproclien werden, daß bei diesen gefährlichen Arbeiten der praktische Rat der Arbeiter gehört werden soll, weil sie schließlich am besten wissen, wie Leben und Gesundheit geschützt werden können? Graf Piicklcr hat die Prügel, die er kürzlich im Hotel de Rome erhalten hat, zn einer neuen Rede ausgenutzt. Er trat Freitag abend mit verbundener Stirn in der„Tonhalle" auf, wo er das Attentat in den dunkelsten Farben schilderte und nun erst recht zum Judenmord aufforderte. Auch die Prügel waren für ihn also kein Heilmittel. Die verschiedenen neuen Verkehrsprojekte(Nord- Südbahn ze., sollen auf Initiative des Herrn Ministers Budde„im Zusammenhang miteinander" nächstens in einer Konferenz beraten werden, in der die Vertreter der in Betracht kommenden Gesellschaften ihre Pläne zu vertreten haben. Wenigstens weiß eine Korrespondenz solches zu melden. Abwarten, ob dabei etwas herauskommt! Die Kosten für das Wohnhaus des ReichStagSpräsidenten tu Berlin betragen nach amtlicher Mitteilung 1 163 990. Es kommen also 44 M. auf den Kubikmeter umbauten Raum. Bei dieser Kosten berechnung ist das Architektenhonorar und die Kosten für die Bauleitung nicht in Betracht gezogen. Es find zwar die Ausgaben für den Saalban, nicht aber für die Gartcuumwehrung, das Stallgebäude und das Maschinelchaus in Ansatz gebracht. Für die Anschaffung der Möbel, der Einrichtung der Küche, deS Geschirrs, des Silberzeugs usw sind außerdem noch 239 999 M. ausgegeben worden. Der Reichs- Fiskus hat also für das Wohnhaus des Reichstagspräsidenten 1393 999 M. aufgewandt. Wieviel außerdem für den Zaun, den Stall und das Maschinenhaus verlvendet worden ist, ist nicht bo kainit. Allch ist in Betracht zu ziehen, daß das Maschinenhaus gleiche zeitig für die Heizung und Beleuchtung des ReichstagSgebäudes selbst dient. Die Ausführung des Baues hat rund 3 Jahre gedauert. Hoffentlich hat Herr v. Ballestrem an seinem häuslichen Herd in Berlin nichts auszusetzen. Zu dem Familiendrama im Hause Prinz Eugenstraße 12 meldet ein Berichterstatter noch: Die Glenzschen Ehelente wohnten früher in Plaunitz, wo auch die drei Kinder geboren wurden. Von dort kamen sie nach Berlin, wohnten zunächst in der Adolfstraße 12 und zogen am 1. August nach der Prinz Eugeustraße 12. Frau Glenz litt stark an Eifersucht, obwohl ihr Mann, der Maurer ist, ihr nicht die geringste Veranlassung dazu gab. Alle, die Glenz kennen, auch sämt liche Hausgenossen, nehmen bei der Frau eine krankhafte Einbildung au. Ihre Eifersucht aber störte wiederholt den Frieden der Faniilie, obwohl der Mann alles tat, uin seiner Frau unnötige Auf- regung zu ersparen. Verhängnisvoll wurde ein Beleidigungsprozeß, den Frau Glenz gegen sich heraufbeschwor. Sie behauptete von einer anderen Arbeiterstau, daß deren Sohn ihren Mann, Glenz, zum Vater habe. Wegen dieser Beleidigung wurde sie vor vierzehn Tagen zu 15 M. Geldstrafe oder drei Tagen Haft verurteilt. Schon früher hatte sie zu Hausgenossinnen geäußert, daß sie sich noch das Leben nehmen werde, iveil ihr Mann sie hintergehe. Die Ver- urteilnng bestärkte sie wohl in diesem Vorhaben und veraulaßte sie zugleich, ihre Kinder in den Tod mitzunehmen, obwohl Glenz die Geldstrafe gern für sie bezahlt hätte. Gestern nachmittag um 4 Uhr sah sie auch aus dem Fenster ihrer Wohnung zu, wie der Sarg mit der Leiche eines Arbeitersohues aus dem Hause zur Beerdigung hinausgetragen wurde. Bald darauf muß sie zur Ausführung ihrer schrecklichen Tat geschritten sein. Nach einander erdrosselte sie mit Lederriemen, die früher nicht in der Wohnung waren, ihre Kinder und legte die Leichen auf die Betten, die des ältesten Sohnes auf das Bett des Ehe �aares, die des zweiten auf das Kinderbett und die des jüngsten in den Kinderwagen. Dann nah», sie einen Riemen selbg um den Hals und zog ihn solange an, bis sie leblos auf dem Fußboden zu- 'ammenbrach. Als Glenz um 5'/z Uhr von der Arbeit nach Hause kam, fand er die Wohnung verschlossen. Nichts Gutes ahnend, öffnete er sie mit Gewalt und fand nun seine ganze Familie tot daliegen. Verzweifelt schrie er um Hülfe, daß es durch das ganze Haus gellte. Nachbarn liefen zur Polizei und holten zwei Aerzte. Diese bemühten sich eine Sttmde lang mit Wiederbelebungsversuchen, mußten aber dann feststellen, daß bei Mutter und Kindern der Tod eingetreten war. Die Leichen wurden von der Revierpolizei beschlagnahmt und im Laufe des Abends nach dem Schauhause gebracht. tteber eine» Eisenbahnunfall auf Bahnhof Jannowitz-Brücke wird amtlich gemeldet: Bei Abfahrt des Vorortzuges 1497 nach Nieder Schöneweide Sonnabend vormittag 5 Uhr 19 Min. auf Bahnhof Jannowitz-Brücke brach der linksseittge Kurbelzapfen der Zug Maschine. Die Pleuelstange derselben hatte sich schräg nach vorn m den Kies gebohrt, so daß vor jeder weiteren Bewegung der Maschine die vollständige Beseitigung des Gestänges erforderlich wurde. Diese Arbeit beanspruchte etwa 49 Minuten, bis die vom Schlesischen Bahnhof angeforderte Reservemaschine den Zug weiterbefördern durfte. Der Verkehr auf der Stadtbahn toar zunächst in der Richtung Charlottenburg— Schlesischer Bahnhof gehemmt und später übertrug sich diese Betriebsstörung auch auf die Gegenzüge. Der regelrechte Zugverkehr in der Richttmg Schlesischer Bahnhof— Charlotten- bürg setzte um 19 Uhr 44 Min. vormittags und in der umgekehrten Richtung 11 Uhr 29 Min. vormittags ab Jannowitz-Brücke wieder ein. Der Normaltod deS Rangierers. Der 34 Jahre alte Bahn- assistent Maier aus Neu-Babelsberg. der zum Rangierdienst nach Zehlendorf kommandiert war, wurde gestern nacht von einem aus Wannsee kommenden Zuge überfahren, wobei ihm die Füße von den Beinen abgetrennt und der Kopf quer durchschnitten wurde. Der Tod trat infolge der gräßlichen Verletzungen sofort ein. Das Taschengeld. In allen Stadtteilen Berlins kam es in der letzten Zeit wieder vor, daß Kinder, die von ihren Eltern zum Ein- holen geschickt wurden, enttveder des Geldes oder der eingekauften Waren verlustig gingen. Es war die alte Geschichte, die schon so oft die Kriminalpolizei und das Gericht beschäftigt hat. Ein junges Mädchen machte sich an die Kinder heran, bat sie unter Zusicherung einer Belohnung, in diesem oder jenem Hause eine Bestellung aus- zurichten, nahm Geld oder Sachen in„Verwahrung" und verschwand Damit, während die Kinder in dem bezeichneten Hause vergeblich nach den Leuten suchten, die ihnen genannt waren. Gesten: erkannte ein Kind, das auf diese Weise geprellt war, das Mädchen in Moabit auf der Straße wieder und die Mutter ließ es nun durch einen Schutzmann festnehmen. Die Angehaltene gab sich als die 16 Jahre alte Tochter einer achtbaren Fannlie aus der Emdenerstraße zu er- kennen. Sie hatte ohne Wffsen ihrer Eltern ihre Nachmittags- Ausgänge zu diesen Plünderungen benutzt, um ihr Taschengeld auf- zubesiern, und gestand, sie in 19 bis 15 Fällen mit Erfolg aus- geführt zu haben. Von ihrer Verhaftung während des Verfahrens wurde Abstand genommen, weil sie bei den Elten: wohnt. Auf der Straße wurde gestern nachmittag die Arbeiterfrau Becker von Kindesnöten iiberrascht, als sie die Ruheplatzstraße entlang ging. Passanten brachten die Frau nach dem Hansflur Ruheplatzstr. 23, wo sie eines kräftigen Knabe» genas. Mutter und Kind wurden anscheinend im besten Wohlsein mittels Droschke nach der Charitb gebracht. Die Mitglieder der verkrachten Schwindelkasse„Berolina" wollen sich weiter gegen das Verlangen schützen, daß sie noch Bei- träge zahlen sollen, obgleich die Kasse schon seit zwei Jahren nicht mehr besteht. Sie haben daher die Mitteilung erhalten, daß in einer bei Blanck, Kastanien- Allee 55 stattfindenden Ver- ämmlung, heute nachnnttag 3 Uhr, weitere Schritte unternommen werden sollen. Eii: Opfer der Arbeitslosigkeit. Aus Nahrungssorgen Selbstmord verübt hat gestern abend gegen 6 Uhr der 52 Jahre alte Buchhalter Eduard Schröder aus Wilmersdorf. Sch. war viele Wochen hindurch tellungslos gewesen, und bald stellte sich große Not bei ihm ein. Bekannten gegenüber äußerte der Unglückliche öfter, daß er sich eine Kugel durch den Kopf jagen werde, wenn er nicht bald wieder Be« schaftigung fände. Geftern abend erschien er unvermutet auf dem Hofe eines Fuhrunternehmers, bei dem er früher tätig gewesen war. Er unterhielt sich dort mit mehreren Bekannten und erkundigte sich bei ihnen, ob sie nichts für ihn wüßten. Da die Betreffenden ver- neinten, zog der Vcrziveifelte plötzlich einen Revolver aus der Brust- tasche und schoß sich eine Kugel durch den Kopf. Der Tod trat so- ort ein, die Leiche wurde nach der Wohnung deS Selbstmörders gebracht. Ein«: schreckliche» Tod fand wieder ein kleines Kind, das nur einen Augenblick ohne Aufsicht gelassen wurde. Die Frau des Stadt« Missionars Linke aus der Goßlerstr, 18 brühte am Donnerstag abend um 7 Uhr Tee auf, während ihr drei Jahre altes Töchterchen Elisabeth bei ihr in der Küche war. Nachdem sie die Kanne vom Feuer auf die Platte der Kochmaschine gestellt hatte, ging sie auf eine Minute in die Stube. Nun stieg die Kleine auf einen Stuhl, ergriff die Teekanne und trank einen großen Schluck ihres fast noch kochenden Inhalts. In der Mundhöhle und Speiseröhre schwer ver- brüht, fiel sie vom Stuhl. Die Mutter eilte mit ihr nach Bethanien, aber die Aerzte konnten sie nicht mehr retten, sie starb am nächsten Tage._ Auf der Treptow-Sternwarte spricht am Sonntag Direktor Archenhold nachmittags 5 Uhr über:„Die Einführung in die Astronomie", abends um 7 Uhr über:„Orientierung am Sternen- Himmel" mit praktischen Uebungen in der Auffindung der Stern- bilder. Der Berliner Zoologische Garten hat neuerdings drei nubische Steinböcke erworben, die neben den Känguruhs untergebracht sind. Die kleine Familie, bestehend aus Vater, Mutter und Kind, stammt von der afrikanischen Küste des Roten Meeres, sie sind also nahe Verwandte des Sinaisteinbockes, der in unseren zoologischen Gärten häufiger zu finden ist. Der Bock hat in Figur und Hornbildung einige Aehnlichkeit mit den: Bezoarbock. Der nubische Steinbock entfernt sich in seinem ganzen Aussehen überhaupt wohl am meisten von dem eigentlichen Stcinbocktypus, wie wir ihn im sibirischen und Alpcnsteinbock verkörpert sehen. Das Berliner Aquarium steht jetzt unter dem Zeichen der Meerestiersendungen; der Herbst ist die günstigste Zeit zum Ver- schicken lebender Meeresbewohncr, namentlich aus südlichen Meeren, und so langen denn auch allwöchentlich ein oder mehrere Transporte besonders aus Rovigno an, welche die mittels Netzen und Körben gemachten reichen Fänge nach hier überführen und so die voll- kommenste Besetzung der Becken gestatten. Neben häufiger vor- kommenden Erscheinungen treffen Neuheiten und Seltenheiten ein. Eine der ansehnlichsten unter ihnen ist ein sehr großes Exemplar der im Atlantischen Ozean und dessen südeuropäischen Ausläufern hcimatendcn, von Fleischkost sich ernährenden Art Seeschildkröten (Ttialassocbelxs), die sich durch schmales Brustschild, zweikrallige Füße, hakig gebogene Kieferspitzen u. a. von den echten Suppen- schildkröten der Tropenmeere unterscheidet. Unter den neuen Fischen ist ein Vertreter der Familie der Schlangenfische (Ophidinrn) hervorzuheben, die diesen Namen infolge ihres ge- streckten, zylindrischen Körpers, der mit sehr Keinen Schuppen be- deckt ist, beigelegt erhielten, während die vorliegende Art speziell wegen der au der Unterseite des Kopfes stehenden zwei Paar Bart- fädcn auch Bartfisch genannt wird. Ter von ehemaligen Patienten der Heilstätte Belzig gegründete Verein zur Bekämpfung der Tuberkulose veranstaltet im Reichs- Wohlfahrtsmuseum(Ständige Ausstellung fiir Arbeiterwohlfahrt), Charlottenburg, Fraunhoferstratze 19/11, einen praktischen Kursus der Volkshygiene. Beginn Sonntag, 6. November, nachmittag 6Vz Uhr. Eintritt unentgeltlich. Einen volkstümlichen Vortragsabend veranstaltet Maria HolgerS am Sonntag, den 29. November, abends 71/2 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel-Ufer 15. Der Abend ist ausschließlich Goethe gewidmet. Zum Vorttag gelangen: Ausgewählte Gedichte, das Prometheus- ragmcnt, ausgewählte Szenen aus„Faust". Die Konzertsängerin Frl. Metzner hat einige Gesangsvorträge übernommen; sie wird Goethesche Gedichte singen, komponiert von Beethoven und Hugo Wolf.— Eintrittskarten zu 39 Pf. bei Horsch, Zigarrenhandlung. Engel-Ufer 15, und abends an der DaS Passagc-Thcater bringt in seinen: Novemberprogramm eine Reihe lustiger Spezialitäten. Auch hier spielt ein„Wunderkessel" mit flüssiger Luft eme beträchtliche Rolle und regt das sonst auf physikalische Experimente wohl kaum geaichte Publikum zu wissen- schastlichen Betrachtungen an. Eine anmuttge Cabaretsängerin ist Lucie König und ein vortrefflicher Humorist tritt in der Person des Herrn Pöschel auf. Der Herr legt seine Worte nicht gerade auf die Goldwage, scheint aber eben darum zu gefallen. Auch der Barfußtanz wird jetzt im Passage-Theater gepflegt, und die Tänzerin Villany, die bisher ohne sonderliche Reklame ausgekommen ist, kann sich waS Anmut anbetrifft, getrost neben ihrer amerikanischen Rivalin sehen lassen. Eine leistungsfähige Akrobatentruppe bilden die Herren Jacoby und treffsichere Kunstschützen sind die Herren Smech und Lever. Es treten ferner noch auf dressierte Bären, ein aus Damen bestehendes Melodie-Ouartett und dann die berühmte Dida, die immer noch mit Erfolg die Erschaffung des WeibeS aus dem Nichts darstellt. Im Wintergarten tritt jetzt unter dem Namen Patth-Frank« Truppe eine Truppe von sechs Herren(unter ihnen allerdings noch ein recht kleiner Herr) auf, die sich mit guten: Recht Meister- 'chaftöturner nennt. Ihre Leistungen, die durch die Körperkräfte der zwei größten Mitglieder der Truppe gut unterstützt werden, sind außerordentlich. Kraft und Gewandtheit vereinen sich zu Produktionen. die Bewunderung verdienen. Herr B e r z a c bietet ein durch einige komische Tricks gewürztes komisches Dressurkunststück. Er hat aller« liebste kleine Ponys, die jedes Kind in Entzücken versetzen müssen, dazu abgerichtet, eine bewegliche Plattforn: durch Treten in Rotatton zu versetzen. In dem natürlichen Streben, sich auf der Scheibe auftecht zu erhalten, tritt das Tier immer rascher und die Scheibe tanzt infolgedessen immer schneller: ste kommt in ein rasendes Tempo und nur dem geschickten Zugreifen des Dresseurs ist es zu danken, daß das Tier am Ende nicht doch abgeworfen wird. Menschen, deren Gleichgewichtszustand weniger sicher ist als der des vierbeinigen Tieres, vermögen sich auf dieser Scheibe nicht aufrecht zu erhalten. Herr Everhart unterhält durch ein elegantes Reifenspiel. Die Romsakoffs, acht weibliche„Kosaken" ftihren den Parademarsch und das Griffekloppen in solcher Vollendung aus, daß sich der älteste preußische Gamaschenknopf für besiegt erklären muß. Das wird auf den: Exerzierplatze doch niemals erreicht werden. Wenn der Parade- marsch ein Heer unbesieglich machte, dann erobern Tr:ippen in der Ausbildungshöhe der Romsakoffs die Welt. Sie siegten denn auch— überS Publikum und erstürmten zuletzt unter erheblicher Aufwendung von Pulvergeruch eine Festung, daß man glauben konnte, die Japaner vor Port Arthur zu sehen. Die Permanä Bros sind zwei Clowns, die auch den Menschenfeind lachen machen können. Sie ftihrten ein Nachtigallenduett auf, einen Scherz von so origineller Komik, daß wir gern ihnen die Blumenkörbe gegönnt hätten, die in so verschwenderischer Fülle den weiblichen Sternen gespendet wurden. Zwei exotische Vögel, die kreolische Sängerin M o r c a- chani und die südamerikanische Sängern: Heloisa Titcomb ze:chnen sich gleicherweise durch das Gewicht ihrer Fleischlichkeit aus, ne erstere auch durch die wändeerschütternde Kraft ihrer Altstimme. Die Pariser Sängerin und Tänzerin Anne Dancreh ist eine charaktervolle Chansonette. Daneben übt die Wissenschaft des Wunderkessels noch immer ihre Anziehungskraft aus. Huq den JSachbarortcn. Charlottenburg. Sonntag, den 20. November d. I., findet die nächste Arbeitslosenz a Hl ung statt. Die bekannten Zähl- karten werden am genannten Tage ausgetragen und gleichzeitig die ausgefiillten Karten wieder eingesammelt. In Schönrbcrg fanden dieser Tage Delegiertenwahlen zur O r t s- Krankenkasse statt. Zur Wahl standen 49 Arbeitgeber und 79 Arbeitnehmer. Während von den letzteren 987 ihre Stimmen ab- gaben(das sind etwa 19 Proz. nach Abzug der nicht sttmmberechtigten Mitglieder), waren von den der Kasse angehörigen 2590 Arbeitgebern ganze-- 26 anwesend, das sind etwa ein Prozent, um sodann 49 Delegierte zn wählen. Und daß es noch seine Schwierigkeiten hatte, mtter den Arbeitgebern überhaupt die nötige Anzahl von Herren zusammenzubringen, beweist wohl der Umstand, daß von de» Carlos. ersuchte. Da ihm diese nicht gewährt wurde, erklärte er, daß er ringsten Anspruch auf Zuverlässige Sonntag abends: Robert und Bertram. Montag: Mein Leopold. Diens$ Carl Weiß Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Weg Freitag: Der Raub der Sabinerinnen. Sonnabend, nachmittags 4 Uhr: zum Herzen. Von Sonntag abends bis Donnerstag: Senta Wolfsburg. Dornröschen. Sonnabend abends: Senta Wolfsburg. Sonntag, den 13. November, nachmittags 3 Uhr: Gebannt und erlöst. Sonntag abends: Seuta Bolfsburg. Thalia Theater. Sonntag, nachmittags 3, Uhr: Charleys Tante. ben 13. Rovember, nachmittags 3, Uhr: Charleys Tante. Sonntag abend Bon Sonntag abend bis Sonnabend abend: Der Weiberkönig. Sonntag, und Montag: Der Weibertönig. Zentral Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Bettel student. Von Sonntag abend bis Donnerstag: Der Generalkonsul. Frei tag: Madame Sherry. Sonnabend, nachmittags 3 Uhr: Däumelinchen. Sonnabend abends: Der Generalkonsul. Sonntag, den 13. November, Generalkonsul. emmi minX Gewählten bereits zwölf ihre Wahl wieder abgelehnt haben. Man| nur einen Moment gedauert habe, er habe Dräger gekannt, weil er Schiller- Theater O.( Wallner- Theater.) Sonntag, nachmittags 3 Uhr: scheint also in jenen Kreisen bei der Auslese zu diesem Amt nicht ihn habe als Streitposten stehen sehen. Der Schläger habe einen eben- Die Kinder der Erzellenz. Sonntag abends: In Behandlung. Montag sehr ängstlich vorgegangen zu sein. Die von der genannten Kaffe folchen blonden Spigbart und einen hellen Ueberzieher gehabt. Dräger Donnerstag: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Freitag: Die Tyrannei Die Kreuzelschreiber. Dienstag und Mittwoch: Die Tyrannei der Tränen. feinerzeit geplante unentgeltliche Auskunftsstelle in Kranten- erklärt nunmehr, daß er nie einen hellen Ueberrod getragen der Tränen. Sonnabend: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Sonntag, faffen, Invaliden- und Unfall- Angelegenheiten ist ebenfalls dieser habe, sondern im Gegenteil einen schwarzen; es sei unter den den 13. November, nachmittags 3 Uhr: König Lear. Sonntag abends: Tage im Kassenlokal, Hauptstr. 7, eröffnet worden. Streifposten aber noch ein Mann gewesen, den er nicht nennen Die Großstadtluft. Montag: Krieg im Frieden. Treptow- Baumschulenweg. Unser Ort zählt jetzt 8876 Gin wolle, der denselben Bartschnitt wie er gehabt habe, ihm auch ähn- Schiller- Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag, wohner, in die die 695 Mann des Telegraphie- Bataillons, lich sehe, und den Rahn wohl mit ihm verwechsele. Die Belastungs- nachmittags 3 Uhr: König Lear. Sonntag abends: Krieg im Frieden. das am 1. Oktober von der Köpenickerstraße hierher nach der Bouche- zeugen Schulz und Elendt bestätigen, daß ein Mann, auf den Montag: Die Jüdin von Toledo. Dienstag: Krieg im Frieden. Mittwoch: straße übersiedelte, nicht mit eingerechnet sind. Die Zivilbevölkerung diese Beschreibung passe und der regelmäßig einen hellen lleberzieher Die Großstadtluft. Donnerstag: Die Jüdin von Toledo. Freitag: Die Streuzelschreiber. Sonnabend: Die Jüdin von Toledo. Sonntag, den ist in den letzten zwei Monaten um 848 Köpfe gestiegen. Der getragen habe, der aber nicht der Angeklagte sei, sich unter den 13. November, nachmittags 3 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Sonntag abends: Ausbau der dritten Etage zu Wohnräumen ist fast überall vollendet, Streitposten und auch am fraglichen Abend im Dohischen Lokal Johannisfeuer. Montag: Die Jüdin von Toledo. doch hat die Regierung den von den Hausbesizern nachgesuchten befunden habe. Der gleichfalls als Belastungszeuge geladene frühere Residenz- Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die 300 Tage. Dispens zum Vermieten der Wohnungen noch nicht erteilt. Mitangeklagte Schumann hat auch den Mann im hellen Ueber- Bon Sonntag abend bis Sonnabend abend: Eine Hochzeitsnacht. Sonntag, Nachtwächter und Amtsvorsteher. zieher, der dem Angeklagten ähnlich sah, von Perfon gekannt, den 13. November, nachmittags 3 Uhr: Die 300 Tage. Sonntag abends Aus Now awes schreibt weiß jedoch seinen Namen nicht. man uns: Um eine bessere Kontrolle über die Tätigkeit der Nacht- auf Befragen des Verteidigers zu, daß gerade der Angeklagte träume. Serenissimus- Zwischenspiele. Sonntag abends und Montag: NachtBeuge Schumann gibt und Montag: Eine Hochzeitsnacht. Kleines Theater. Conntag, nachmittags 3 Uhr: Familienidyll. Liebes. wächter zu haben, hat die Gemeinde Anfang Oktober Stechuhren Dräger die Streikenden täglich ermahnt habe, jeden Zusammenstoß afyl. Dienstag: Des Pastors Rieke. Mittwoch: Elektra. Donnerstag: eingeführt, welche von den Wächtern alle zehn Minuten gestochen mit den Arbeitenden zu vermeiden, weil man auf friedliche Nachtasyl. Freitag: Elektra. Sonnabend: Nachtasyl. Sonntag, den werden müssen. Zu diesem Zwecke sind in jedem Revier sechs ver- Weise viel weiter fomme." schließbare Kästen an verschiedenen Orten angebracht, welche die 18. November, nachmittags 3 Uhr: Familienidyll. Liebesträume. Sere Der Staatsanwalt ließ die Anklage wegen der Vorfälle nissimus- Zwischenspiele. Sonntag abends: Elektra. Montag: Nachtafyl. Stechschlüssel enthalten. Als nun neulich abends die Wächter bei in der Georgenstraße und in dem Dohmschen Lokale fallen, hielt den Trianon Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Ihr zweiter ihrem ersten Rundgang stechen wollten, stellte sich heraus, daß in Angeklagten aber der Teilnahme an der Schlägerei in der Neuen Mann. Bon Sonntag abend bis Montag abend: Gastons Frauen. jedem Revier einige Kästen demoliert und die Schlüssel ent- Jakobstraße für überführt und beantragte drei Monate Ges Sonntag abends, Montag, Mittwoch und Freitag: Die Zugendglode. Bor Belle Alliance Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Preciosa. wendet waren. Die Wächter meldeten dieses dem Amtsvorsteher, fängnis. Er sagte dabei, der Angeklagte hätte ein großes her: Wer? Dienstag: Der Wildschütz. Donnerstag: Rigoletto. Sonn worauf diefer Herr ihnen erklärte, daß diesen Unfug niemand Glück gehabt", daß sich jetzt seine Teilnahme an den anderen abend: Donna Juanita. Sonntag, den 13. November, nachmittags 3 Uhr: anders verübt habe, als sie selber, weil ihnen wahrscheinlich das Fällen nicht mehr feststellen ließe. Dies veranlaßte den Ver- Hamlet. Sonntag abends und Montag: Die Tugendglode. Stechen zu unbequem sei. Darauf reichte einer der Wächter teidiger Rechtsanwalt eine zu der Bemerkung, das wäre ein Luisen Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Don feine Kündigung ein, während ein anderer um sofortige Entlassung nettes Glüc", auf Grund von Ermittelungen, die achen tag: Der Registrator auf Reisen. Mittwoch: Ehrliche Arbeit. Donnerstag trotzdem nicht mehr zum Dienst gehe, denn man könne es ihm tönnten, von volizeilichen Vermerken, die von den Beteiligten Töchter. Sonntag, den 13. November, nachmittags 3 Uhr: Robert und und Freitag: Die Tochter des Herrn Fabricius. Sonnabend: Hasemanns nicht zumuten, unter solchen Verhältnissen noch länger für die nie anerkannt worden wären und nicht einmal den zweifelhaften Bertram. Sonntag abends: Die Tochter des Herrn Fabricius. Montag: Gemeinde tätig zu sein. Der dritte Wächter hat feine Sündigung Wert polizeilicher Protokolle hätten, angeflagt und Monate lang in Hasemanns Töchter. eingereicht. Die Veranlassung zu dieser Beschuldigung gab dem Untersuchungshaft genommen werden. Die Schuld läge. Amtsvorsteher die Tatsache, daß wohl kaum ein Dutzend Einwohner hier durchaus nicht an den Belaſtungszeugen, sondern bei der Gonntag abends: Bieberleute. Von Montag bis Sonnabend: Bieberleute. weiß, wo die Käften, die über den ganzen Ort verteilt sind, an- Polizei, die so mangelhafte Ermittelungen anstellte, und bei der Sonntag, den 13. November, nachmittags 3 Uhr: Kamerad von Zed. Sonngebracht und die Demolierung aller Säften zu ein und derselben Staatsanwaltschaft, die darauf eine Anklage erhöbe. Der Ber- tag abends und Montag: Biederleute. Beit erfolgt sein muß. Nichtsdestoweniger ist es doch sehr gewagt, teidiger beantragte Freisprechung oder noch weitere Beweisohne jede Untersuchung einfach den Wächtern ins Gesicht zu sagen, aufnahme darüber, daß Dräger nie einen hellen Baletot getragen daß sie die Uebeltäter seien. Sind sie sich ihrer Unschuld bewußt, hätte. Das Gericht konnte sich von der Schuld Drägers nicht überso werden sie hoffentlich durch gerichtliches Vorgehen den Amts- zeugen und sprach ihn frei. vorsteher zwingen, seine Beschuldigung zurückzunehmen. blo Ueber einen Eisenbahnunfall auf dem Bahnhofe Charlotten Noch ein Bittoria- Prozeß. burg berichtet das Bureau„ Herold": In der siebenten Stunde Der durch seine Kritiken der geschäftlichen Marimen der Viktoria ereignete sich unmittelbar bor der Einfahrt in den Versicherungsgesellschaft bekannte Hypothekenagent Leop. To porsti Bahnhof Charlottenburg ein Eisenbahnunfall. Die Lokomotive und der Buchdrucker Wilh. Köhler stanben gestern unter der Aneines Stadtbahnzuges sprang bei einer Weiche aus den Schienen flage der Beleidigung vor der dritten Straffammer des Landund stieß auf einen auf dem Nebengleis haltenden Leerzug. Die gerichts II. Es handelte sich um den Inhalt zweier Broschüren, die Maschine schlug um und wurde beschädigt; ebenso wurde der folgende unter dem Titel„ Das Geschäftsgebahren der Viktoria" und" Die Personenwagen beschädigt. Der Lokomotivführer und der Geizer Viktoria- Prinzipien von dem Angeklagten Coporati fi verfaßt, namier 3 Uhr: Madame Sherry. Sonntag abends und Montag: wurden leicht verlegt. Von den Passagieren erlitten einige leichtere von dem zweiten Angeklagten gedruckt und auf den Straßen Kontufionen. An den Vorfall knüpften sich gleich die abenteuerlichsten ausgeboten worden sind. Kafino Theater. Sonntag, nachmittags 4 Uhr: Mutter Gräbert. In der zweiten Broschüre war auch Bon Sonntag abend bis Sonnabend: Wildes Blut. Sonntag, den Gerüchte. das Stenogramm der Rede feinerzeit Vor dem Eisenbahnunfall erhalten wir von anderer Seite noch Abgeordnete Werner bei seiner Interpellation über die Vittoria- Montag: Bilbes Blut. abgedruckt, die der 13. Movember, nachmittags 4 Uhr: Mutter Gräbert. Sonntag abend und folgende Darstellung: Angelegenheit gehalten hatte. Die Tendenz der Broschüre ging Apollo Theater. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Frühlingsluft und Ein erheblicher Zusammenstoß zwischen zwei Stadtbahnzügen dahin, nachzuweisen, daß die„ Viktoria" Grundstücke statutenwidrig Spezialitäten. Allabendlich: Berliner Luft. Spezialitäten. Sonntag, den und einer Rangiermaschine hat gestern abend 6 Uhr auf dem Stadt- hoch beleihe, daß die Prämien- Reserven dadurch unsicher und die 13. November, nachmittags 3 Uhr: Frühlingsluft und Spezialitäten. bahnhofe Charlottenburg stattgefunden. Glücklicherweise sind Bersicherten ein Spielball der Spekulationssucht der Direktoren Deutsch- Amerikanisches Theater. Allabendlich und diesen und Bassagiere nicht und der Heizer und der Lokomotivführer der würden. Die zu hohe Beleihung minderwertiger Objekte sei lediglich nächsten Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Rangiermaschine nur leicht verletzt worden. Die Rangiermaschine auf die Erzielung möglichst hoher Dividenden berechnet. Das große Gebrüder Herrnfeld Theater. Allabendlich: Prinz Levy in Ahlbeck. Metropol Theater. Allabendlich: Die Herren von Marim. geriet aber dabei in Brand und mußte von der Charlottenburger Publikum müsse gewarnt werden, denn etwas sei faul im Staate Paffage- Theater. Allabendlich: Hans Fredy. Dida. Feuerwehr gelöscht werden. Der Stadtbahnbetrieb wurde durch Dänemark" 2c. In den Broschüren wurde ferner allerlei darüber erzählt, Wintergarten. Allabendlich: Anne Dancrey. Spezialitäten. Ueberführen der Züge auf andere Geleise bezw. Umsteigen aufrecht wie die Direktoren der, Vittoria" es machen, um drohende journalistische Reichshallen Theater. Allabendlich: Stettiner Sänger. erhalten. Der Zusammenstoß hat sich, wie vorläufig festgestellt, Angriffe zu unterdrücken, und es wurden mehrere Fälle aufgeführt, in Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Sonntag: Jm Bann folgendermaßen zugetragen: In dem Augenblick, als eine Rangier- denen verschiedene Angestellte der„ Viktoria" teilweise unter An- freis der Jungfrau. Montag, Dienstag, Mittwoch: An den Seen Ober. maschine vom Bahnhofe Charlottenburg und nach dem Savignyplaze wendung hinterlistiger Mittel versucht haben sollen, mit Hülfe einer Anfang 8 Uhr. Invalidenstraße 57-62: Sonntag, Montag, Mittwoch, nens. Donnerstag, Freitag, Sonnabend: Frühlingstage an der Riviera. zu ausgefahren war und an der Blockstation das Einfahrtgleise Bestechung Toporsfi zur Unterlassung seiner Angriffe zu bewegen. Gleiche Donnerstag, Freitag und Sonnabend, abends 8 Uhr: Tierleben in der überfuhr, fam ein von Berlin kommender Stadtbahnzug heran, fuhr Versuche seien im Auftrage der Direktoren von Agenten bezi. Bildnis. in die Rangiermaschine hinein und schleppte sie zirka 50 Meter Rechercheuren auch gegenüber anderen Journalisten gemacht worden, rüdwärts. Bu gleicher Zeit verließ ein Stadtbahnzug den Bahnhof ja es wurde fogar die Behauptung aufgestellt, daß die österreichische Charlottenburg, erfaßte die inzwischen entgleiste Maschine und warf Regierung beftochen worden sei. Der Angeklagte Toporski behauptete, dieselbe um, worauf ste in Brand geriet. Der Lokomotivführer, der daß seine Behauptungen in der Broschüre der Wahrheit entsprächen.d auf der Maschine geblieben war, wurde an den Armen, jedoch nicht Der Gerichtshof hielt den Wahrheitsbeweis nicht für erbracht erheblich, verletzt. Der Heizer, der abgesprungen war und augen- und verurteilte den Angeklagten Toporsti zu drei Monaten von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: hr. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends blidlich verlegt wurde, meldete sich nachträglich und hatte nur an- Gefängnis. Köhler wurde freigesprochen. fcheinend leichte Verletzungen an den Füßen davongetragen. Wem 1260. Ja. W. S., Panken. Das Amtsgericht des Beschäftigungs an dem Unglück die Schuld beizumessen ist, war noch nicht zu ereboortes ist zuständig. Vor dem zweiten Straffenat des nicht zu. R. D. B. 6. Geschwistern steht ein Pflichtteilsrecht Justiz und Wissenschaft. mitteln. Dem Vernehmen nach war dem Stadtbahnzuge das Ein- Reichsgerichts in Leipzig fand am 4. November die Verhandlung an, sobald Sie bei einem Innungsmeister beschäftigt werden.- D. 2. 300. M. H. 100. Kraft Gejezes gehören Sie der Innungskaffe fahrtssignal zu früh gegeben worden. wegen der von Dr. Magnus Hirschfeld unter den Studenten der 1. Ohne Einsicht in einen Vertrag läßt sich nicht sagen, welche Rechte aus tenischen Hochschule veranstalteten wiſſenſchaftlichen Enquete über dem Bertrag folgen. 2. Reineswegs, E. T. Brik. 1. Die Genossen die Verbreitung der Homosexualität statt. Sowohl die Revision des haben recht. 2. 50 Mart. H. W. B. Sie find zur Rückzahlung verOberstaatsanwalts Dr. Jfenbiel wie die des Verteidigers Rechts- versicherungspflichtig, wenn Sie einer versicherungspflichtigen Beschäftigung pflichtet. Verjährung liegt keineswegs bor. anwalt Chodziesner wurde verworfen und das Urteil des Königlichen obliegen. Bon der Klebepflicht tönnen Sie fich befreien lassen. Landgerichts I zu Berlin als zu Recht bestehend anerkannt, da ein haus. 1. Unfälle auf dem Wege vom Hause zur Arbeitsstätte und um wurde am 5. November vor der Straflammer 8a des Landgerichts I Formfehler nicht nachzuweisen sei. Es wurde besonders betont, daß durch gekehrt unterliegen nicht der Unfallversicherung, Eine, Abweichung von unter dem Vorsitz des Landgerichtsrats Baathe verhandelt, gänzliche Freisprechung ein Freibrief für Wiederholungen oder Rund- dieser Regel findet nur statt, wenn der Unfall in einem ursächlichen ZuWährend des Streits bei der Telegraphenbauanstalt von Keiser fragen ähnlicher Art ausgestellt werden würde, was vermieden werden sammenhange mit dem Betriebe steht, also zum Beispiel durch Tragen eines u. Schmidt, der im Januar 1903 stattfand, kam es zu einigen müßte, sonst könne mit demselben Rechte ein Beliebiger gefragt dem Unternehmer gehörigen schweren Arbeitsgeräts mitherbeigeführt ist. Reibereien zwischen Streifenden und Nichtstreifenden, wegen deren werden, ob er syphilitisch sei. Die Anfragen des Romitees waren 2. Liegt Fahrlässigkeit vor, so folgt aus ihr Schadensersatpflicht. Die Fahr schwer zu erweisen. Daß in Ihrem Falle folde bereits am 23. Januar 1904 eine Anzahl Angeklagter zu Gefängnis- durchaus distret, so daß die Befragten selbst den Fragestellern nicht affig strafen von drei Wochen bis zu sechs Monaten verurteilt wurde. bekannt wurden. So wäre es denn durchaus nicht schrecklich, sondern vorlag, ist nach Ihrer eigenen Schilderung schwerlich anzunehmen. G. G. 5. Ihr Nachbar ist nicht verpflichtet für Sie zu bauen oder Gegen den mitangeklagten Mechaniker Dräger konnte damals ein Verdienst, wenn auch über die Verbreitung der Syphilis eine seinem Bau ein Ihnen gefälliges Aussehen zu geben. Ebensowenig beſteht nicht verhandelt werden, weil er in England arbeitete. Als er im Enquete der vom Reichsgericht befürchteten Art veranstaltet würde. Shrerseits eine Verpflichtung aus Anlaß des Nachbarbaues/ bestimmte Herbst 1904 von dort zurückkehrte, wurde er verhaftet. Er sollte Bauten vornehmen zu lassen. Art und Umfang des Baues ergibt sich bei als Führer" der Streifenden für die vorgekommenen Ausbrüche beiden aus der baupolizeilichen Genehmigung. M. T. 6. Unendlich besonders verantwortlich sein und sollte an zwei Schlägereien, in häufig haben wir vor den Eintritt in solche Schwindellassen gewarnt. Nach der Georgenstraße am 23. Januar und der Neuen Jakobstraße am Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Ihrer Schilderung gehört die von Ihnen genannte Kasse zu dieser Sategorie. Ausdrücklich mit Nennung des Namens der Kasse können wir 31. Januar 1903 aftib teilgenommen haben; auch wurde ihm zur Königliches Opernhaus. Sonntag: Manon. Montag: Figaros Hoch- nur warnen, wenn Sie das Statut uns übermitteln und den Sachverhalt Last gelegt, daß er am 31. Januar 1903 im Lokal der Frau Dohm zeit. Dienstag: Die Meistersinger von Nürnberg.( Anfang 7 Uhr.) Mitts( am besten mündlich) uns schildern. Dann läßt sich auch nur mitteilen, ob Arbeitswillige bedroht und sich auf Aufforderung der Lokalinhaberin woch: Hänsel und Gretel. Coppelia. Donnerstag: Die weiße Dame. es ratsam erscheint, den Staatsanwalt auf das betrügliche Berfahren aufnicht entfernt hätte. Freitag: Fidelio. Sonnabend: Mignon. Sonntag: Lohengrin.( Anfang merksam zu machen und Ihnen zum Schadensersatz- Prozeß zu raten ist. Die Beweisaufnahme ergab zunächst, daß der Angeklagteur Montag: Die luftigen Weiber von Bindfor. Die juristische Sprechstunde steht jedem Abonnenten offen. M. 10. Ja. Dräger an dem Zusammenstoß in der Georgenstraße nicht be- Neues Königl. Opern- Theater. Sonntag: Theodora. Montag: 2. F. 2. 1. Fordern Sie die Beseitigung des Uebelstandes innerhalb teiligt gewesen sein fonnte, weil er zur selben Zeit auf dem Flachsmann als Erzieher. Dienstag: Theodora. Mittwoch: Flachsmann einer bestimmten Frist und flagen Sie nach Ablauf der Frist auf Beseitigung Gewerkschaftshause gewesen war. Gs hatte auch keiner der als Erzieher. Donnerstag: Die Braut von Messina. Freitag: Theodora. des Mißstandes und auf Schadensersaz. Ein Recht zur Aufhebung des Belastungszeugen ihn dabei gesehen. Am 31. Januar war er, wie er Sonnabend: Flachsmann als Erzieher. Sonntag: Theodora. Montag: Bertrages steht Ihnen nicht zu. Für den Schaden, den nicht Ihr, sondern ein anderes Kind angerichtet hat, haben Sie zu haften. 3. Für den durch zugab, allerdings in dem Lokal der Frau Dohm gewesen, hatte sich Deutsches Theater. Sonntag, nachmittags 2, Uhr: Rettenglieder. Ihr Kind angerichteten Schaden, auch für diesen haben Sie zu haften. aber noch von seinen Kollegen entfernt, um ein anderes Lokal zu Abends: Dagland. Montag: Dagland. Dienstag: Don Carlos.( Anfang Seehof. Sämtliche vier Fragen sind zu bejahen, die beiden letzten besuchen. An demselben Abend nach 12 Uhr war es vor dem Dohm- 7 Uhr.) Mittwoch: Dagland. Donnerstag: Don Carlos.( Anfang 7 Uhr.) unter der Voraussetzung, das Gericht nimmt an, es liege Benachteiligungsschen Lokal zu Schlägereien gekommen, bei denen auch ein Freitag: Stettenglieder. Sonnabend: Don Carlos.( Anfang 7 Uhr.) Sonne abficht zuungunsten der Gläubiger vor. Streitende 93. 1896. Arbeitswilliger geschossen hatte. Dräger sollte mit- tag, den 13. November, nachmittags 2, Uhr: Rettenglieder. Abends:.. 100. Der Mann Ihrer Schuldnerin haftet nicht für deren Schulden. Sie können Zahlungsbefehl oder Klage Ihrer Schuldnerin zugeschlagen haben, während er angab, daß er erst auf die Schüsse Don Carlos.( Anfang 7 ihr.) Montag: Dagland. Berliner Theater. Sonntag: Jm bunten Rod. Montag: Bapfenftreich. gehen lassen. Zuständig ist das Gericht ihres Wohnortes.. 10. Ohne hin das Radkesche Lokal verlassen und gerade nur noch die Ab- Dienstag: Alt- Heidelberg. Mittwoch: Soldaten. Donnerstag: Zapfen- Senntnis des Inhalts des Versicherungsvertrages und ohne genaue Kennt führung eines Berhafteten von ferne gesehen hätte. Sehr interstreich. Freitag, Sonnabend und Sonntag: Soldaten. Montag: Zapfen- nis der Art der Nachlaßregulierung ist Ihre Frage nicht zu beantworten. essant war es nun, wie die Zeugenaussagen, auf die sich die streich. W. N. Wenn der Brennereibefizer für haftbar erklärt ist: ja. Anklage gestützt hatte, sich unter dem Einfluß der eidlichen richter- Leffing- Theater. Sonntag, nachmittags 2%, Uhr: Rosenmontag. 2. 2. 1. 3hr Sohn darf seine Cousine heiraten, wenn sie ihn will. lichen Vernehmung und des Fragerechts der Verteidigung gestalteten. Sonntag abend: Florian Geyer. Montag: Traumulus. Dienstag: Florian R. A. 3. Eine Eheschließung in England wäre für Sie zwar nicht ganz Der Zeuge Glendt, der den Angeklagten belasten soll, erklärt, daß Geher. Mittwoch: Traumulus. Donnerstag: Florian Geher. Freitag: zwedlos, fann aber auf Betreiben ehefeindlicher Leute für nichtig erklärt er ihn jetzt zum erstenmale sehe, und daß er in dem Lokal von Traumulus. Sonnabend: Die Siebzehnjährige. Sonntag, den 13. No- werden. Denn eine dort formell forreft geschlossene Ehe ist für Deutschland Dohm nicht nur nicht von Dräger, sondern überhaupt von niemand bembe, nachmittags 2, Uhr: Rose Bernd. Sonntag abends: Die Siebzehn nichtig, wenn gegen die Eheschließung nach deutschem Gesez ein Grund jährige. Montag: Unbestimmt. borlag, der die Ehe hindert. Und das trifft für Ihren Fall zu. bedroht worden sei. Zeuge Schulz, der auf der Straße ge- Theater des Westens. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Undine. Sonn- ist die Eheschließung nicht. Von den für Englaud gültigen Eheschließungs. schlagen worden ist und bekunden soll, daß Dräger es gewesen tag abends: Die Hugenotten. Montag: Nach dem Balle. L'histoire d'un arten fönnen Sie die Ihnen passendste wählen. Es giebt deren drei: die wäre, kann dies ebenfalls nicht bestätigen. Auf Vorhalt der Aften pierrot. Dienstag: L'histoire d'un pierrot. Seleine Lämmer. Mittwoch: durch einen Standesbeamten( registrer), oder die durch den Bischof des erklärt er, daß er dem vernehmenden Polizeibeamten sofort Undine. Donnerstag und Freitag: L'histoire d'un pierrot. Sleine Sprengels( common license), oder die durch den Erzbischof von Canterbury mitgeteilt habe, er habe den Schläger nicht gesehen, daß sich aber Lämmer. Sounabend, nachmittags 3 Uhr: Nathan der Weise. Sonnabend( special license). Die erzbischöfliche Arbeit foftet gegen 30 Pfund, die ein gewisser Viktorowsky hineingemischt und behauptet habe, er hätte abends: Der Barbier von Sevilla. Sonntag, den 13. November, nach- bischöfliche etwa die Hälfte, die standesamtliche 30 bis 50 Schilling. mittags 3 Uhr: Der Postillon von Lonjumeau. Sonntag abends: L'histoire C. F. 29. So weit ersichtlich, ist Ihre Karte ungültig geworden, weil den Dräger erkannt. Dabei ergibt sich, daß diese„ Ermittelungen" d'un pierrot. Aleine Lämmer. Montag: Ballett Divertissement. Kleine Sie den Umtausch innerhalb zwei Jahren trok unsrer wiederholten Erinne nicht einmal in Form von polizeilichen Protofollen niedergelegt find, Lämmer. rungen und trotz des Aufdrucks auf der Karte unterlassen haben. Der Umfondern in Berichten" von Polizeibeamten, die die an- National Theater. Sonntag nachmittags 3 Uhr: Der Troubadour tausch einer Quittungstarte ist völlig fostenlos. Die Beantwortung der Theater geblichen Aussagen verschiedener Zeugen und gegen verschiedene Personen Sonntag abends und Montag: Donna Juanita. Dienstag: Die Camelien Frage, ob Sie versicherungspflichtig find, hängt von der Beantwortung der zusammenfassend enthalten und weder erkennen lassen, was der dame. Mittwoch: Donna Juanita. Donners ag: Hedda Gabler. Freitag: Frage ab, ob Sie selbständig" find. Sind Sie selbständig, so können Sie einzelne Beuge ausgesagt haben, noch was der einzelne Beschuldigte Die Favoritin. Sonnabend: Altro pericolo. Sonntag und Montag: aus eigenen Mitteln weiterleben, sind aber nicht flebepflichtig. Ihre SelbUubestimmt. getan haben soll. ständigkeit würden wir nach den Angaben über Ihre Beschäftigung ver Neues Theater. Sonntag und Montag: Die lustigen Weiber von neinen. Indessen besteht gerade für diese Art von Heimarbeit für mehrere Der Zeuge Rahn ist gegen Ende der Schlägerei hinzugekommen Windsor. Dienstag: Erdgeist. Mittwoch: Die Kronprätendenten.( Anfang Arbeitgeber lebhafter Streit für jeden Ginzelfall. Lassen Sie die Frage und hat gerade noch gesehen, wie ein gewisser Brause von einem 7 Uhr.) Donnerstag: Die lustigen Weiber von Windsor. Freitag: Die durch den Magistrat( Breitestraße 24a) entscheiden und tragen Sie dabei auf Manne mit einem Schirm geschlagen wurde. Er hat den Eindruck Stronprätendenten.( Anfang 7 Uhr.) Sonnabend: Die lustigen Weiber von Nachflebung an. 100 Mark. Das fönnen Sie tun; eine Bescheinigung gehabt, daß dies Dräger gewesen wäre. Auf Befragen des Ver- Windsor. Sonntag: Die Stronprätendenten.( Anfang 7 Uhr.) Montag: giebt Ihnen wohl hinreichende Sicherheit. Briefe. Sie müssen um Dispens bei der Schuldeputation cinkommen. Wette 49. Sa. teidigers Rechtsantvalt eine gibt er zu, daß seine Beobachtung Rabale und Liebe. " alotele Gerichts- Zeitung. Ein intereffanter Streifprozes ut Ein fritischer Zag. T Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. G. R. 12. Sie sind frankenKrankenStrafbar A.JANDORF& Co SPITTELMARKT 16/17 Ecke Leipziger Strasse BELLE ALLIANCE- STR. 1/2 GROSSE FRANKFURTER STR. 113 Am Blücherplatz Ecke Andreas- Strasse 20 Montag, Dienstag, Mittwoch soweit der Vorrat reicht. Strumpfwaren Damen- Strümpfe schwarz, gestrickt, deutsch lang ,,, Wolle plattirt" 38Pf. Damen- Strümpfe schwarz, gestrickt, deutsch lang ,,, Reine Wolle" 75 Pf. Damen- Strümpfe schwarz, engl. lang, Fuss ohne Naht ,,, Reine Wolle" 65 Pf. Damen- Strümpfe buntfarbig geringelt, engl. lang ,,, Reine Wolle" 85 Pf. Herren- Socken meliert, gestrickt, starke Winterqualität 20, 35 Pf. Herren- Socken meliert, gestrickt, starke Qualität ,,, Reine Wolle" 95 Pf. ssd isd d Kinderstrümpfe schwarz, engl. lang, 1x1 gestrickt, Grösse 1 2 3 4 56 7 8 9 10 „ Reine Wolle" Paar 40 50 60 70 80 90 100 110 120 130 Pf. Strickwolle schwarz oder meliert, gute Qualität d Pfund 1.95 M. Castor- oder Zephyr- Wolle in verschiedenen Farben Pfund 2.90 M. Strickwesten für Herren Solleg Handschuhe 2.75 3.00 3.25 M. Trikotagen 3 Grössen 3 Grössen 3 Grössen ondent BRUNNEN- STR. 19/21 d Ecke Veteranen- Strasse smist 1.20, 1.40, 1.60 M. 2.00, 2.20, 2.40 M. Cut 1.60, 1.85, 2.10 M. 1.20, 1.40, 1.60 M. 1.90, 2.10, 2.30 M. 48, 55, 70, 90 Pf. 95 Pf., 1.35, 1.85 M. 2.65 M. mit langen 85 Pf. 48 Pf. 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Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Knaben- Schnürstiefel Rossleder Nr. 262. 21. Jahrgang. valer 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 6. November 1902. Aus der Frauenbewegung. Parteigenoffen und Genossinnen! Im Moabiter Gesellschaftshaus", Wiclefstraße 24, findet Dienstag, 8. November, eine Boltsbersammlung statt. Frau Dr. Hoffmann wird über die heutige Volksschule sprechen. Mehr wie bisher sollte sich jeder denkende Mensch um das kümmern, was man unseren Kindern in der Schule lehrt. Jeder muß dagegen protestieren, daß die Kirche, wie es biele unserer Gegner gerne möchten, immer mehr Einfluß auf die Schule gewinnt. Verfäume es daher niemand, diese Versammlung zu besuchen. Die Vertrauensperson. gliedes, in dieser Versammlung zu erscheinen. Gäste, Herren sowie Damen werden zu dieser Versammlung eingeladen. Der Vorstand. Friedenau. Die Generalversammlung des Bildungsvereins für Frauen und Mädchen von Steglig und Umgegend findet Dienstag, den 8. November, abends 8% Uhr bei Grube, Kaiser- Allee, statt. Nur Mitglieder haben Zutritt. Mitgliedsbuch legitimiert. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. 19 einen eigenen Vor- oder Zunamen, sondern man betitelt fie je nachDas Recht auf den Namen. In Korea haben die Frauen weder dem als Tochter des N. N., Frau des X ufto. Es ist ein Zeichen der Zeit und des erwachenden Selbstgefühls der Frauen, daß bei der Regierung von Korea eine mit zahlreichen Unterschriften von Frauen bedeckte Petition eingegangen ist, diesem namenlosen" Zustande ein Ende zu machen und den Frauen das Recht auf eigene NamensDer Verein Frauen und Mädchen Schöneberg und Umgegend hält Montag, den 7. November, abends 8% Uhr in Weimanns Klubhaus seine regelmäßige Versammlung ab. Herr Dr. Alfred Bernstein wird über das Thema sprechen: Was soll die Kommune auf dem Gebiete der Gesundheitspflege leisten." Es ist Pflicht jedes Mitführung au geben. " Achtung! Achtung! Arbeiter- Radf.- Verein ,, Friedrichsfelde" Mitglied des Arb.-Radf.-B. Solidarität" Sonnabend, den 12. November, in F. Bnbes Festsälen, Prinzen- Allee 30: Herbst- Vergnügen. Wo? Bundesmitglieder find eingeladen. 29/7 machen wir am Bußtag unsere Herrenpartie hin? Bum alten en Pichelswerder! nach Essen in altbekannter Güte. Es ladet uns ein u. WellfleischDer alte Freund. Wirtshaus Schloß Woltersdorf( nicht $ 1 Schleuse) birelt an Chaussee it. Flakensee; 15 Min. schön. Waldweg ab Bahnh. Erkner. Am Buftag: Schlachtefest. We Bon vorm. 9 Uhr ab: Wellfleisch- u. KesselwurstEssen, mit Sauerkraut Portion 75 Pf. Vereinen und Gesellschaften bestens empfohlen. Friedrich Saewert. [ 9092*] Graumanns Festsäle Theaterbühne. Naunynstr. 27. 3 Kegelbahnen. 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Entree 50, Parkett und Balfon 1 Mart. Dienstag: Kean. Bewerkschaftshaus Engel- Ufer 15. Fritz Steidl- Sänger. Sonntag, 20. November, abends 7%, Uhr: Nach jeder Vorstellung im Kaisersaal: V. Volkstümlicher Vortragsabend Tanz. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Münzfraße 16. anish Borfteilung von Maria Holgers. 27685 Eintrittstarten und Programme zu 30 Pf. bei Horsch, Zigarrenhandlung, SO., Engel- Ufer 15, Th. Dochow, SW, Arndtstr. 5, H. Lammé, SW., Hagelsbergerstr. 20u. abends a. d. Stasse. lebender Kuriositäten Neue Welt: Medizinische Rätsel, anatomische Wunder. Hasenheide Arnold Scholz 108-114. Sonntag, 6. November 1904: Riesen! Zwerge! Grosses Militär- Konzert anssouci. Stottbuser Tor- Stat. der Hochbahn. Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Nordd. Sänger. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Jed. Dienstag u. Mittwoch: Theater- Abend. Dienstag, 8. November: Mensch ärgere Dich nicht. Mittwoch, 9. November: Ein deutsch. Schulmeister. Germania Prachtsäle Chausseestr. 103. Arnold Scholz. Jeden Sonntag: 680L Hamburger Sänger Neu! ( Steidl, Wolff). Flora. Neu! Posse von Wilhelm Wolff. Nach der Soiree: Familien- Ball. Anfang 6 Uhr. Entree 50 Pf. Bon 5 Uhr ab im weißen Saale: und 9122 Humoristische Soiree der Horsts Nordd. Humoristen und Quartett- Sänger. Anfang 5 Uhr. Entree 50 Pf. ( Vorvk. 40 Pf.) Res. Platz 75 Pf. Nach der Vorstellung: Familien- Tanzkränzchen. Von 4 Uhr ab Gr. Ball. in d. hint. Sälen: Jeden Donnerstag: Bernh. Rose- Theater. Sonnabend, 19. November: Gala- Saalfest des R.- V. ,, Blitz", Rixdorf, in Verb. m. d. Winterfest des Bezirks I( Gau 20). Vom 19.- 21. November: VI. gr. Geflügel- Ausstellung des Vereins„ Früh auf" Rixdorf. Viktoria- Brauerei Lützowstr. 111-112. Heute sowie jeden Sonntag: Gr. Militär- StreichKonzert. Jeden Montag, Donnerst. u. Freitag: Horsts Nordd.Sänger. Täglich: Gr. Bürgerlicher Mittagstisch. Säle zu Bereinsfestlichkeiten, Vers sammlungen 2c. 3. fulant. Bedingungen. Artushof ( Inh. Adolf Schmidt) Perlebergerstrasse 26 empfiehlt seine 87L* 3 neu renovierten Festsåle mit Nebenräumen ( 800, 300 u. 200 Personen fassend) den geehrten Vereinen zur AbGrosser Ball. haltung von Festlichkeiten jeder Schweizer Garten Am Königstor. Am Friedrichshain. Jeden Sonntag: Ball. * Anfang 4 Uhr. Ende 2 Uhr. An Wochentagen ist der Saal mit oder ohne Bühne an Vereine zu vergeben. Art, unter coulanten Bedingungen. Neu! Neu! Am merikanische Bierquelle Imbiß und Konzert frei. Straße 67. Jarosch, Gr. Frankfurter Saal geben. für 150 Personen noch einige Sonnabende frei. Vereins. zimmer, passend für größere Gesangvereine, ist zu ber 9402* Tempelhofer Tivoli Wirtshaus Tempelhof, Berlinerstr. 50. Heute Sonntag, 6. November, dem findet in Riesen- Spiegel- Saal unser Herbst- Vergnügen statt, wozu Freunde, Bekannte und werte Gäste hiermit freundlichst eingeladen find. Anfang 5 Uhr. Eintritt frei. Der Verein der Bau- u. Erdarbeiter von Mariendorf. 27586 Urania. Wrangelstrasse 10/11. Grosser Sommergarten. Jeden Sonntag: 4712* Grosser Ball. W. Noacks Theater. Alhambra njang 4 Uhr. Lang- fret. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Katharina Howard oder: Krone und Schafott. Wallner- Theaterstraße 15. Jeden Hiſtoriſch. Schauſp. v. E. D. Serrmann. Sonntag: Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pf. Ball. Montag: Katharina Howard. Großer Ball bei doppelt befektem Orchester. Anfang 5 Uhr. A. Zameitat. Jeden Sonnabend: Tanzkränzchen. Entree und Tanz frei. Empfehle mein Lokal zu Festlichkeiten und Versammlungen. zum Strauß, Pappel- Allee No. 25. Fremden- Legionäre! Lade alle früheren Legionäre zur Unterhaltung beim guten Schoppen 27236* freundlichst ein. Restaurant zum ehemaligen FremdenLegionär. Adolf Ziggel, Hollmannstr. 40. Berliner Ik- Trio. Felix Scheuer U Stralsunderstr. 1. Kronleuchter- Fabrik für Gas H. Petroleum. Größte Auswahl. 400 Kronen von 10-700 M. Verk. zu. billigst. Fabrikpreisen an Private. Auf Wunsch Teilzahlung ohne Preiserhöhung. Siegel& Co. Prinzenstrasse 33. Freireligiöse Gemeinde, Berlin. Sonnabend, den 19. November 1904: Großes Herbst- Fest in L. Kellers Festsälen, Koppenstraße 29. Unter gütiger Mitwirkung der Geigenvirtuosin Fräul. Jenny Schmerzler und des Männerchors der Freidenker. Konzert bes Berliner Konzert- 6rchesters unter Leitung des Dirigenten Herrn Nud. Tiek. ,, Johannisnachtzauber", aufgeführt v. Kindern der Gemeinde. Gretchens Landpartie", aufgef. v. Mitgliedern der Gemeinde. 99 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. g, den 6. Dienstag, den 8. November, abends 8% Uhr, bei Daase, Brunnenstraße 154: Versammlung. willkommen. Orts- Krankenkasse Weissensee. Generalversammlung der Vertreter am Mittwoch, den 23. Nov. 1904, abends 8 Uhr, im Restaurant Prälaten", Lehderstraße 122 zu Neu- Weißensee. Tagesordnung: 1. Wahl der Rechnungs- PrüfungsKommiffion( 2 Arbeitnehmer, 1 ArbeitTagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen E. Wurm über:„ Grundsätze der geber). Sozialdemokratie". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.- Gäste auch Damen249/12 Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Nach dem Konzert: Gemütliches Heiſammenſein. Achtung! Kistenmacher. Achtung! Programme sind bei folgenden Komiteemitgliedern zu haben: Frau Kohlhardt, Alexandrinenstr. 21, v. IV. 0. Jänicke, Schöneberg, Goltstr. 4, Hof IV. G. Bohne, Stopenhagenerstr. 15, of I. C. Christens, Mühlenstr. 49, b. III. B. Schröder, Passauerstr. 3 i. Laden. H. Kotlow, Hochmeisterstr. 5, Quergb. IV. P. Kuhirte, Immanueltirchstr. 16, rechter Seitenfl. IV. P. Halbauer, Strautstr. 36, Quergb. III. A. Kowalczyk, Swinemünderstr. 82, Quergb. IV. Th. Jerwin, Urbanstr. 6, Hof IV. H. Sout, Grüner Weg 19, b. IV. M. Wendt, Greifswalderstr. 208, linker Seitenst. IV. Ebenso in unseren Zahlstellen: W. Börner, Ritterstr. 15. H. Bobsien, Kommandantenstr. 62. H. Ramm, Holzmarktstr. 48a. H. Ramm, Große Frankfurterstr. 91. F. Wolf, Bintschstr. 3. H. Vogel, Demminerftr. 32. H. Ziehm, Bernauerstr. 48. H. Peege, Rüdersdorferstraße 48. W. Krause, Pappel- Allee 15-17. A. Kinburg, Adalbertstr. 86. M. Mix, Staligerstr. 59. J. Wiedemann, Frankfurter Allee 47. Bei unserem Kaffenboten A. Räder, Rheinsbergerstr. 62, born II, und in unseren Versammlungen. 62/7 Anfang 8 Uhr. 00.c Programm 30 Pfennige. SXSENS Das Komitee. Charlottenburg. Heute Sonntag, nachmittags 4 Uhr, im„ Volkshause" Rosinen- Straße 3: 250/18 Stiftungsfelt des Wahlvereins. Im großen Saale: Konzert u. Theater. Aufführungen v. Theaterverein ,, Barney". Im kleinen Saale: Tanz. Nach Konzert u. Theater- Aufführung, in beiden Sälen Tanz. Näheres im Programm. Billett 25 Pf. Programm gratis. Turnverein, Fichte 08 Berlin.emote 8 Mitglied des Arbeiter- Turner- Bundes. Sonnabend, den 12. November 1904: O CA OS Künkler Konzert in den Konzert- Sälen der Aktien- Brauerei Friedrichshain ( am Königstor). Mitwirkende: Berliner Sinfonie- Orchester, Kapellmstr. Herr M. Fischer. Kgl. Musikdirektor Herr Bernhard Irrgang ( Orgel). Berliner Konzert- Vereinigung„ Madrigal" ( Gesang) og Hrn. unter Leitung des kgl. Musikdirektors Hrn. C. Mengewein. Herr Max Laurence( Rezitation). Anfang präzise 8 Uhr. Montag, den 7. d. M., abends 8, Uhr, in den Andreas- Festsälen, Andreasstr. 21: 104/6 General- Versammlung. Tages Drdnung: 9 1. Abrechnung vom letzten Quartal und vom Streit. 2. Berschiedenes. Od. I Kollegen, der Kassenbericht ist so wichtig, daß das Erscheinen aller Mitglieder erforderlich ist. Der Vorstand. J. A. Karl Juckel, Rummelsburg, Kantstr. 39. seudoe Sozialdemokratischer Wahlverein Allgemeine Orts- Krankenkasse für die für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. vereinigten Gewerbebetriebe im Dienstag, den 8. November cr., abends 8, Uhr, ,, Hofjäger- Palast", Hasenheide 52/53: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes, der Preß-, Agitations- und Lokalkommissionen. 2. Neuwahlen derselben. 3. Antrag des Vorstandes, dem§ 5 Absay I folgende Fassung zu geben:„ Der monatliche Beitrag beträgt 25 Pfennige, Das Eintrittsgeld 10 Pfennige". 4. Verschiedenes. 2. Ergänzungswahl des Vorstandes ( 3 Arbeitnehmer, 2 Arbeitgeber). 3. Beschlußfassung über eingegangene Anträge auf Abänderung der§§ 31, 43, 49 und 53 der Kassensazungen. 4. Verschiedenes. 276,7* Neu- Weißensee, den 31. Oktober 1904. Der Vorstand. J. A.: Büttner, Borsigender. Orts- Krankenkasse der Kupferschmiede. Mittwoch, 16. November, vorm. 10 Uhr, Rosenthalerstr. 11/12: General Versammlung. labungen des Vorftandes. 27396 Innungs- Kranken kasse Gewerbebetriebe der Drechsler- 3nnung. Ho Charlottenburgs. Dienstag, den 8. November 1904, abends 8, Uhr, PACES Versammlung Wir laden hiermit die Stassen- i. Königstadt- Kasino, Holzmarktstr. 72: delegierten nach dem unteren Saale des Volkshauses in Charlotten burg, Rosinenstr. 3, ein zur Teil: nahme an 1. einer Neuwahl von 6 Vorstands. mitgliedern( 4 Arbeitnehmer und 2 Arbeitgeber) an Stelle der statutenmäßig zum 1. Januar 1905 aus scheidenden Borstandsmitglieder, deren Mittwoch, den 16. Bahlreichen Bajuch itgliedsbuch legitimiert. erwartet UC 8. Der Vorstand. Mandat abgelaufen it. Movember Gegen Nachzahlung von 10 Pfg. fommt das Protokoll des Bremer Parteitages an die Mitglieder zur Verteilung. 239/1 Achtung! Albumarbeiter. Adung! Montag, den 7. November, abends 8 Uhr, in den„, CentralFestsälen", Oranienftr. 180: Oeffentliche Versammlung und zwar die Arbeitnehmer um 9 Uhr vormittags, die Arbeit geber um 10 Uhr vormittags mit dem Bemerken, daß der Wahlakt eine 2. einer 277/6 1. der großjährigen Kassenmit glieder zur Aufstellung von 80 Vertretern( Delegierten) zur Genes ralversammlung 2. der Innungsmitglieder, welche für die bei ihnen beschäftigten Ber sonen Beiträge aus eigenen Mitteln Vertretern( Delegierten) zur Genezahlen, zur Aufstellung von 40 ralversammlung. И Sonntag, den 13. November 1904, vorm. 10 Uhr, in demselben Lokale: Stunde nach Beginn geschlossen wird; Wahlversammlung Ordentlichen General- Versammlung gtieber: ahl von 80 Ver 1. der großjährigen Kassenmits hier in den Album- Fabriken beschäftigten Die Geschäftslage der Staffe im für die bei ihnen beschäftigten Ber Arbeiter und Arbeiterinnen. 18+ Zages Drdnung: 1. Wollen wir im nächsten Jahre Forderungen erheben? auf Freitag, den 18. November, tretern( Delegierten) zur General abends 8 Uhr, mit der bersammlung. Tages- Ordnung: 2. der Innungsmitglieder, welche Jahre 1904. 2. Wahl des Rechnungs- fonen Beiträge aus eigenen Mitteln ausschusses für die Prüfung der zahlen: Wahl von 40 Vertretern zur Generalver: Jahresrechnung 1904. 3. Verschiedenes.( Delegierten) Die Kaffendelegierten erhalten fammlung. außerdem eine besondere schriftliche Die Versammlungen der Kaffen 2. Wahl einer Lohnkommission. OT.I.BAT Einladung, welche als Legitimation mitglieder und der Innungsmit 3 Branchenangelegenheiten. 25/6 dient und beim Eintritt in das glieder finden in getrennten Räumen Zahlreiches Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen sowie auch der Versammlungslokal jedesmal vor- tattoo Goldschnittmacher der Albumbranche erwartet Der Einberufer. zuweisen ist. Für die Kaffenmitglieder legitimiert Charlottenburg, 3. November 1904. das Sassenbuch. Für die InnungsDer Kassenvorstand. mitglieder legitimiert die letzte Beitragsquittung zur Krankenkasse. Der Vorstand. Emil Köppen, Bors. Stock- u. Celluloid- Arbeiter. Dienstag, den 8. Nov., abends 8, 1hr, b. Bareinz, Brückenftr. 7: Vertrauensmänner- und Kommiffions- Sihung. H. Scheel. Orts- Krankenkasse 2736b Ordentl. General- Versammlung Kranken- Unterstützungshund der Schneider für das Barbiergewerbe Orts- Krankenkassed. atmacher, ben 8 Filiale Berlin. Dienstag, den 8. November 1904, abends 8%, Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20( großer Saal): Mitglieder- Versammlung. DF 14. Abrechnung vom 3. Quarial 1904. Wahl der gesamten Tages Montag, den 14. d. w., abends 10 Uhr, im Restaurant Pfeffer, Rosenthalerstr. 57: General- Versammlung sämtlicher Delegierten. Tages Ordnung: Hutfournituren- und FilzwarenVerfertiger in Berlin. Dienstag, 15. Movember 1904, abends 8 Uhr, im Restaurant Feind, Weinstr. 11, wozu die Delegierten hiermit ein27526 1. Berlesen des Protokolls. 2. Wahl geladen werden. die Jahresrechnungen 1904. 3. angelegenheiten. n Drts- Staffèntea) Zages Ordnung: verwaltung für das Jahr 1905. 3. Wahl des Krankenkontrolleurs. Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Das Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Zutritt. 165/3 Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Schuhmacher Deutschl. Montag, 7. November, abends 8, 1hr, in den Industrie- Sälen, Beuthstraße 20: KF Eintrit 50 Pl. Schoßarbeiter- Versammlung. Die Saaltüren bleiben während des Konzerts geschlossen, auch ist das Rauchen strengstens verboten. 295/14 Nach dem Konzert: 407 In beiden Sälen Tanz. Das Komitee. als Zentralverein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltung Berlin. Sonnabend, den 12. November 1904, im Konzerthaus Sanssouci, Kottbuser- Straße 4a: 30/ 6* Großes Derbft- feft Aunden mit der„ Gerichtstag im Olymp" verbunden Aufführung: Konzert und Tanz. Dirigent: Maxim. Fischer. Anfang 8 Uhr. Entree inkl. Tanz 60 Pf. Billets sind im Bureau Engel- Ufer 15, Zimmer 27, beim Kollegen Greier, Köpnickerstr. 1 IV, und im Restaurant Noak, Pücklerstraße Ecke Muskauerstraße, zu haben. Gäste willkommen. Recht zahlreichen Besuch erwartet Das Vergnügungs- Komitee. 1. Bericht von der Handwerkerkammer. 2. Stellungnahme zu den Wahlen der Innungs- Krankenkasse. 3. Verschiedenes. 170, 19 Die Ortsverwaltung. Mioabit! Moabit! Genossinnen! Genossen! Dienstag, den 8. November, abends 81% Uhr, im Moabiter Gesellschaftshaus", Wiclefftr. 24: Wolks- Versammlung. Tages- Ordnung: Der Vorstand. 276/10 In getrennter Versammlung: 1. Wahl von 3 Vorstandsmitgliedern 3. A.: Jos. Elias, erster Vorsitzender. standsmitgliedern der Arbeitnehmer. der Arbeitgeber. 2. Wahl von 6 VorHygienische b) In gemeinschaftlicher Versammlung: 3. Wahl der Revisoren zur Prüfung der Rechnungen pro 1904(§ 47 AbBedarfsartikel. Neueft. Katalog fag 1 des Statuts). 4. Verschiedenes. m. Empf. viel. Aerzte u. Prof. grat. u. fr. Eintritt gegen Vorzeigung d. Postkarte. H. Unger, Gummiwarenfabril, Berlin N., Friedrichstr. 131c. Hermann Lentz, Vorsitzender, Gneisenauftr. 102. ( Unh. Peters) Moabiter Gesellschaftshaus( n) Sonntag, den 13. November 1904: Wiclefstr. 24. Großes Herbst- Vergnügen im neuerbauten Prachtsaal, veranstaltet von Mitgliedern der Konsumgenossenschaft Berlins und Umgegend und des Berliner Konsumvereins. Großes Konzert und Theater- Vorstellung. Nachdem: Großer Ball. Anfang 4 Uhr. Billetts im Vorverkauf 25 Pf., an der Kaffe 30 Pf. Freunde und Anhänger der Konsumvereinsbewegung find freundlichst 127/13 Das Fest- Komitee." eingeladen. Die Volkschule wie fie ift, und wie fie fein foll." Deutscher Metallarbeiter- Verband. Referentin: Genossin Frau Dr. Hoffmann. Diskussion. 1 Im zahlreiches Erscheinen ersucht 1/13 Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis: Zimmer 34. Amt IV, 3353. Die Vertrauensperson. Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Montag, den 7. November 1904, abends 8 Uhr, bei Graumann, Naunynstraße 27: Werkstatt- Delegierten- Versammlung. Tages Ordnung: 11. Unser Streit. 2. Diskussion. 3. Werkstatt- Angelegenheiten. Sämtliche Fabriken Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Zutritt. Der Vorstand. Hof, Admiral- Str. 18e. F. Schulz. 142/91 Märkischer Hof, Empfehle meine Sale, 100 bis 500 Personen faſſend, as Ver sammlungen und Festlichkeiten; desgleichen Vereinsräume von 10 bis 300 Personen. Jeden Sonntag großer Ball. Berliner Ressource moss Kommandanten- Strasse 57. Empfehle meine Hocheleganten, renovierten, großen u. Kleinen Festfäle gu Festlichkeiten und Versammlungen. Adolf Stein. Fernsprecher Amt IV, 9675. [ 9762] Achtung! Schlosser! Achtung! Montag, den 7. November 1904, abends 8, 1hr: Allgemeine Verfammlung 12 der Schlosser Berlins und Umgegend im Lotale von Buggenhagen, Oranienstraße 147( am Morigplak), gr. Saal. Tages- Ordnung: Zur Beachtung: men vertreten sein. planen die Innungsmeister gegen unsere Drts- strantentaiſe? 3. Aufſtellung Mitgliedsbuch legit manus Bestsälen, Naunynſtr. 27, stattfindende Bir machen die Stollegen auf das am Sonnabend, 12. November, 1. Bortrag des Genoffen Robert Ahrens über: Das Krankenkassen. Versicherungsgesetz( speziell über Drts- und Innungskassen). 2. Was der Delegierten zur Orts- Krankenkasse. 4. Bericht der Kommission: Sind Ucberstunden, welche bei Affordarbeit gemacht werden, O Proz. Aufschlag , mit 20 P zu bezahlen? Das Erscheinen aller Stollegen iſt notwendig. Zur besonderen Beachtung! 8. Stiftungs- Festnine Bertrauenslente, Zahlstellen- Inhaber und Mitglieder unseres:„ Sängerkreises der Musikinstrumenten- Arbeiter" bitten wir strengstens darauf zu achten, daß bei der Bezahlung aufmer Ham und ersuchen um guten Besuch. Das Komitee. Achtung!! Billige Laudparzellen ganz dicht bei Berlin( 10 Pfennig- Tour), der 40. Beitragswoche für jedes Mitglied" eine Zählfarte aus. geschrieben wird. Die gewissenhafte Ausfertigung diefer Karte ist zu der am forderlich. Jahresschluß aufzunehmenden Mitgliederstatistik unbedingt er: In Ausführung des Beschlusses der Versammlungen vom an der Stadtbahnstation Biesdorf, herrliche gesunde Lage, Ia Gartenboden, 1. November geben wir hiermit bekannt, daß die Extramarken nur jebt noch billige Breise, R. 15, 20, 25, 30 Wiart 2c. Sulante Bedingungen. in unseren Zahlstellen und zwar vom 5. d. M. an zu haben sind. Silvester und ein Sonnabend im Februar frei. Bertauf er täglich, auch Sonntags, im Bahnhofsrestaurant Biosdorf.[ 125/8 191/14 e hap Die Ortsverwaltung. 9920 06 Extra- Warenhaus 1001 08 عاوزه Anzüge werden chemisch gereinigt. heda Montag : 2001 2 Dienstag Preise A.Wertheim Mittwoch Damenwäsche Taghemden Vorderschluss mit Spitze langetten mit Spitze 1 zug od. 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Jacquard Dtz. 5.600 MK. mlein., Jaequa soweit der Vorrat reicht: Tischtücher reinleinen Jacquard gebleicht, gesäumt 130/170 160/170 160/225 160/280 160/340 160/400 160/510 4.40 5.40 7.209MK. 10.80 12.80 16.20 Servietten gesäumt dazu passend 65/65 72/72 cm Dtz. 9.80 12 Mk. Frühstücks- Serviett. 40/40 50/50 Teegedecke Kante, m. 6 Serviett. dazu passend, gesäumt Dtz. 4 Mk. 5.90 3.60 reinleinen, bunte Teegedeckelin, but gestr.2.40 m. Fransen, 6 Handtücherudnottolado Stubenhandtücher halbleinen Drell 42/100 48/110 Dtz. 4.10 4.50 Diz. 5.60 Stubenhandtücher 120 7.75 Stubenhandtücher reinleinen Jacquard, gesäumt u. gebändert ca, 48/120 Gerstenkorn, mit Jacquard- Zeichnung gummas Schürzen Hemdentuch Mtr. 30, 42 Pf., Lakendowlastr. 78, 95 Pf. Renforcé Louisianatuch Mtr. 33 Pf. Mtr. 30 Pf. ganze Breite Mtr. Laken halbleinen 85 PL., 1.25 Bettinlettest, Kissenbr. rot, rot/ rosa 90 PL, 1.10 Louisianatuch Kissenbr. 42, 48 Pr Bettinlettreckett 1.45, 1.70 Louisianatuch Deckett- 68, 80 Pr. 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November 1904. auf 29 Milionen Mart. niedriger; der Bertausfall berechnet fich alſo genannten passiven Handelsbilanz ein schlechtes Ergebnis der wirt- Wie sich aus dieser Zusammenstellung ergibt, hat die Ausfuhr schaftlichen Entwickelung Deutschlands erblickt werden, in Wirklichkeit von Eisen und Eisenwaren in den ersten brei Quartalen des laufenläßt sich eine solche Folgerung um so weniger ziehen, als die Einfuhr- den Jahres im Vergleich zum Vorjahre um 588 462 Tonnen abzunahme im wesentlichen durch den größeren Import von Rohstoffen genommen, während zugleich die Einfuhr um 41 748 Tonnen geverursacht ist, die, nachdem sie in Deutschland zu Halb- und Fertig- stiegen ist, so daß der Ausfuhrüberschuß sich um 630 210 Tonnen Der auswärtige Handel Deutschlands im laufenden Jahr. fabrikaten verarbeitet sind, als solche teilweise wieder zur Ausfuhr niedriger stellt. Und diesem Gewichtsausfall entspricht auch ungefähr Der Außenhandel in den ersten neun Monaten. Gestaltung des gelangen. die Wertdifferenz. Während die Einfuhr um zirka 5 Millionen Mark Die Ein- und Ausfuhr landwirtschaftlicher Produkte. Imports. Besonders beteiligt an dieser Mehreinfuhr sind die Eisenerze, höher ist als im vorigen Jahre, stellt sich die Ausfuhr um EisenEin- und Ausfuhr. Zur Weltmarktslage. von welchen in diesem Jahre 8,3 Millionen Doppelzentner mehr ein- zirka 24 Millionen Die vom Kaiserlichen Statistischen Amt herausgegebenen monat- um 2,5 Millionen Doppelzentner zugenommen, teilweise infolge der geführt worden find, als im vorigen. Ferner hat die Holzeinfuhr Zieht man aus der Statistik das Fazit, so zeigt sich, daß der lichen Nachweise über den auswärtigen Handel des deutschen Zollstärkeren Bautätigkeit im vergangenen Sommer und Herbst. Auch Aufschwung des deutschen Außenhandels im vorigen Jahre viel fräfgebiets brachten in ihrer letzten Nummer neben den Gewichtziffern verschiedene Roh- und Hilfsstoffe der chemischen Industrie sind tiger war als in diesem. Die Einfuhr nimmt zu, aber der Export der in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres über die in größerer Menge in das Zollgebiet eingeführt worden. hält mit ihr nicht Schritt und wird sich voraussichtlich für das ganze deutsche Zollgrenze ein- und ausgeführten Waren, auch deren WertDagegen hat die Einfuhr von fertigen Fabrikaten im ganzen Jahr 1904 kaum viel höher stellen als für 1903. Der Weltmarkt zeigt berechnungen, die bekanntlich nicht monatlich, sondern nur am nicht zu-, sondern, soweit sich bisher ersehen läßt, abgenommen. In Burückhaltung. Die Ermattung des Marktes der Vereinigten Staaten Schlusse jedes Vierteljahres vorgenommen werden. Die Statistik einzelnen Fabrikaten ist allerdings die Einfuhr beträchtlich gewachsen, von Amerika, die im letzten Jahre einer Aufstiegsperiode folgte, heutigen deutschen Wirtschaftsgetriebes aufdrängt, daß, wenn auch Werkzeuge eingeführt worden als im vorigen Jahre. Auch der Im- verschiedene andere Märkte, die mit dem amerikanischen in engem wenn jo find a. B. für zirka. 16½ Millionen Wart mehr Machinen und berat nicht nur ben direkten Import der Union, andern zieht auch die eigentliche Krise überwunden ist, doch zugleich offenbart eine Verminderung erfahren, und zwar um 3,2 Millionen Doppel- moment haben die amerikanische Baumwollhausse und besonders der das port Erzeugnissen Landbaus hat in des unter deren und fich in dem schnellen Auf- und Absteigen der monatzentner. Deutschland hat in diesem Jahre für seinen Verbrauch weit russisch- japanische Kampf im fernen Osten ihr Teil zur Erschwerung lichen Ziffern eine nervöse Sensibilität des Weltmarktes, die weniger Roggen, Hafer und Mais vom Auslande hinzugekauft. des Exportgeschäfts beigetragen. Sind die Handelsbeziehungen weniger dem direkten Einfluß des ostasiatischen Krieges auf den Außerdem hat die Einfuhr von Vich und Fleisch abgenommen, Deutschlands zu den direkt am Kriege beteiligten Gebieten auch ohne internationalen Handels- und Schiffahrtsverkehr zu entspringen während die Einfuhr von Butter, die schon in den voraufgegangenen eigentliche Bedeutung, so wirken doch die dortigen Vorgänge störend ſcheint, als den unklaren Befürchtungen vor allerlei Gefahren, die Jahren beträchtlich gestiegen war, wiederum um zirka 50 Prozent auf die Aufnahmefähigkeit verschiedener Absazmärkte zurück, nach fich aus dem Rivalitätskampf im fernen Osten ergeben könnten. Die zugenommen hat, so daß sich für die ersten drei Quartale dieses welchen Deutschland in erheblichem Maße exportiert: den russischen, Einfuhrziffern, auch der letzten Monate, sind zwar höher, als in den Jahres der Einfuhrwert schon auf zirka 441, Millionen Mark stellt. chinesischen, indischen und englischen Markt. Wenn es zweifellos entsprechenden Monaten des Vorjahres, aber in dem bedeutenden Doch nicht nur die Einfuhr von landwirtschaftlichen Produkten richtig ist, daß lokale Störungen des Wirtschaftslebens, z. B. MißGrößenwechsel der einzelnen Ziffern tommt eine gewisse Unruhe zum hat abgenommen, es ist auch zugleich deren Ausfuhr um 2,8 Millionen wachs, Ueberschwemmungen 2, heute infolge des weitverzweigten Ausdruck, und die Warenausfuhr hat in den drei lezten Monaten Doppelzentner gestiegen. An dieser Steigerung sind vornehmlich die Handelsverkehrs der Völker nicht mehr jene Bedeutung haben, wie die Ausfuhr derfelben Monate des Vorjahres nicht wieder erreicht, Kartoffeln beteiligt, von denen in den ersten neun Monaten dieses vor Jahrzehnten, so ist dafür andererseits der Weltmarkt um so während sich im zweiten Quartal der Export beträchtlich Jahres 640 000 Doppelzentner mehr aus als eingeführt worden empfindlicher geworden. Schlugen früher in einem entlegenen günstiger als im vorigen Jahr entwickeln zu wollen find. Beinahe das umgekehrte Verhältnis des Vorjahres, in dessen Erdenwinkel die Völker aufeinander, so wurden davon nur die direkt schien. Nachdem die ersten drei Monate des laufenden ersten drei Quartalen 440 000 Doppelzentner mehr ein- als aus- Beteiligten berührt, bei der heutigen feinen Verästung des Weltim Vergleich um e Vergleich zum ersten Vierteljahr 1903 einen gefühlt wurden. Was die Erzeugnisse der Industrie anbetrifft, so hat marites pflanzt sich aber die Wirkung bis auf die entferntesten Exportausfall von 1,55 Millionen Doppelzentner ergeben hatten, besonders die Ausfuhr von Kupferwaren( Fabrikate der Elektrizitäts- Märkte fort, soweit sie überhaupt am Welthandelsverkehr interessiert brachte das zweite Quartal eine Mehrausfuhr von 4,56 Millionen industrie), Maschinen, Glas und Glaswaren, Kurzwaren und find. Doppelzentner; doch der Export des dritten Quartals ist wieder um Drogerien zugenommen. Ungünstig gestaltete sich dagegen das Wasserstand am 4. November. Elbe bei Ausfig 0,31 Meter, bei 1,92 Millionen hinter dem Export der gleichen Monate des Bor- Ausfuhrgeschäft für die Textilindustrie, besonders Seide und baum- Dresden jahres zurückgeblieben, so daß der Ueberschuß der bisherigen dies- wollene Gewebe, und für die Eiſenindustrie. An Eisen und Eisen- Straußfurt+ 0,75 Meter.-D der bei Ratibor+ 2,12 meter, bei Breslau 1,66 Meter, bei Magdeburg+0,67 Meter. Unstrut bei jährigen über die vorjährige Warenausfuhr sich nur auf etwas mehr waren sind für zirka 24 Millionen Mark weniger ausgeführt worden, Ober- Begel+4,98 Meter, bei Breslau Unter Begel+0,12 Meter, bei als 1 Million Doppelzentner stellt, und die Befürchtung besteht, daß als im vergangenen Jahre: ein Ausfall, der hauptsächlich auf den Frankfurt+1,60 Meter. 28 eichsel bei Brahemünde+ 3,22 Meter. das ausgeführte Warenquantum im laufenden Jahr hinter dem vor- geringeren Bedarf Englands und die verstärkte Konkurrenz der Barthe bei Bosen+ 0,16 Meter. Ne ze bei Usch-, jährigen zurückbleiben wird, wenn auch der Wert sich infolge der Bereinigten Staaten von Amerika zurückzuführen ist. Breissteigerung einzelner wichtiger Exportartikel etwas höher stellen In Anbetracht der Bedeutung der Eiſenindustrie für unser ganzes dürfte. nationales Wirtschaftsleben wollen wir die Verschiebungen ihrer Einund Ausfuhrmengen etwas näher betrachten: Vergleicht man die ermittelten Warenwerte( die allerdings für 1904 mur erst vorläufige, größtenteils nach den vorjährigen Einheitswerten berechnet sind und im Ganzen sich voraussichtlich noch etwas erhöhen werden) für die ersten drei Quartale der legten fünf Jahre, so ergiebt sich folgende Gegenüberstellung: STUB Einfuhr Einfuhr # Tat. --Meter. Witterungsübersicht vom 5. November 1904, morgens 8 Uhr. Stationen 1904 Tonnen AusfuhrUeberschuß 1903 Tonnen 282 354 260 548 Barometerstand mm Windrichtung Windstärke 213 338 Swinemde. 762 28 180 742 221 858 108 Better Temp. n. E. 5° C. 4° 9. Stationen Barometer Wind. richtung Windstärke 1 bedeckt 6 Haparanda 752 N 9 Betersburg 750 N Better Temp. n.. Do 2moltent- 14 Ausfuhr Ausfuhr Januar. 1904 352 092 130 dz Millionen M. 4557 dz Millionen M. Februar 1903 1904 Tonnen Tonnen 20 723 16 523 283 703 890 3748 März 22 439 20 727 24 089 29 415 1903 1904 Tonnen Tonnen 303 077 234 065 277 071 204 831 321 308 251 273 298 869 1903 342 284 288 4408 282 617 390 3683 April 22 658 34 844 319 761 255 786 1902 318 607 268 4154 251 473 026 3425 Mai 23 206 34 866 318 150 230 110 297 103 294 944 1901 333 074 892 4036 285 707 998 3237 Juni 27 907 37 524 291 434 239 836 263 527 1900 335 444 837 4318 241 002 312 3398 Juli 27 727 31 422 288 309 223 590 260 588 220 942 195 244 202 312 192 168 tod amburg 763 S23 Berlin 764 23 Frankf.a.M. 766 SW München Wien 2 bedeckt 767 SD 2 bededt 10 Cort 2 bedeckt 8 Aberdeen 2bedeckt Baris 757 SS 766 1 bedeckt 3wolfig 1 Nebel 25 807 22 730 280 738 225 008 254.932 202 278 31 176 24 297 271 222 218 111 240 046 193 814 Dem Wert nach hat also die Einfuhr mehr zugenommen, als die August Ausfuhr; erstere stieg um 149, letztere nur um 65 Millionen Mart. September. Nach der merkantilistischen Lehre mag in dieser Vergrößerung der so- Zusammen. 218 166 259 914 2 QQQQQ 671 071 2 082 609 2 452 905 1 822 695 767 2wollig 10 do Wetter- Prognofe für Sonntag, den 6. November 1904. Mild, jedoch vorherrschend wolkig, mit leichten Regenfällen und ziemlich lebhaften westlichen Winden, Berliner Wetterbureau. Beste Waren Vornehme Mass- Anfertigung! Billigste Preise. A deyib fuel sis Feste Preise. QQQQE Bar- Verkauf. QO QQQQQQQQQQQQQ nelle2 nobled tu 29.8 dal WinterPaletots für Herren. Unübertroffen reichhaltige Auswahl ensi In sehr vielen Tausenden Exemplaren, 21 100 was on/ Neueste Moden in Stoffen, Fassons und Abfütterungen, 65,- 60,- 55,- 50.- 45, 40 alla ed 550.L 45. 850 36.- 33.- 30.- 27.24.- 21.- 18.- 15.- 12.Geh- Pelz Imitat. Feiner Eskimo, mit Astrach- Breitschwanz- 50 M. Futter u. echtem Sealbisam- Kragen Q 1910 tansbe dr Winter Anzüge für Herren. bieles- fo Vielseitigste Auswahl für Alltag, Beruf und Festlichkeit. Neueste Geschmacksrich- 30 tungen. 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Vermischtes.isimeV " borsteher von Bülow in Bruckdorf wohl den Rekord erreicht. Der und Umgebung sind vom 26. bis Ende Oktober 12 Erkrankungen Bauunternehmer Otto Reinicke hatte an einem Sommermorgen vorgekommen. Im Gouvernement Samara hat sich in der Zeit vom mit zwei Geschirren eine Spazierfahrt unternommen. Durch Winte 24. bis 28. v. M. gegen die Vorwoche eine Zunahme bemerkbar Bei dem Untergange des Dampfers Girone" sind, wie aus und einen Pfiff, womit er seine Freunde im vordersten Geschirr ver- gemacht; es sind 75 Personen erkrankt, seitdem sind keine weiteren Bone gemeldet wird, im ganzen 197 Personen, meist Araber, um- ständigen wollte, welcher Weg eingeschlagen werden sollte, hatte Erkrankungen gemeldet worden. gekommen. Das Schiff sant 12 Minuten nach dem Zusammenstoß. Reinicke nach Ansicht des Herrn v. Bülow, der durch seine originellen Marktpreise von Berlin am 4. November. Nach Ermittelungen des Ermordete Schiffbrüchige. Das Indische Amt bestätigt die Nach- Strafverfügungen weit über die Grenzen seines Ortes bekannt ist, richt, daß der Kapitän und 21 Mann der Mannschaft des englischen eine an der Chaussee weidende Schafherde beunruhigt und deshalb gl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Rentner: Weizen**), gute Sorte 17,60-17,58 M., mittel 17,56-17,54 M., geringe 17,52-17,50. Dampfers, Baron Innerdale, an der arabischen Küfte ermordet wegen erübung groben Unfugs 15 Mark Strafe be- Roggen), gute Sorte 13,90-13,88 M., mittel 13,86-13,84 M., geringe Die Auslegung des Unfugparagraphen durch 13,82-13,80. Futtergerste*), gute Sorte 15,70-14,50 m., mittel 14,40 Das Schiff war mit einer Ladung Weizen von Karachi zahlen sollen. nach Liverpool unterwegs, als es im August an der Insel Kuria- b. Bülow hatte mehr nach der humorvollen Seite Aufsehen erregt; bis 13,20 m., geringe 13,10-12,00 M. Hafer*), gute Sorte 16,40-15,60 m., Muria strandete. Als der Kapitän des englischen Kriegsschiffes das Schöffengericht hatte sie aber merkwürdigerweise gutgeheißen, mittel 15,50-14,70 M., geringe 14,60-13,80 9. Erbsen, gelbe, zum Kochen Merlin" von dem Schiffbruch hörte, begab er sich auf die Suche weshalb sich nun das Landgericht heute auf eingelegte Berufung 40,00-30,00 M. Speiſebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linjen 60,00-30,00 m. Richtstroh 4,82-4,42 M. Heu 9,00-7,00. mit der empfindlichen Schafherde des Herrn v. Bülow beschäftigen Kartoffeln 9,00-7,00 M. nach der vermißten Mannschaft. Der Sultan von Muskat begleitete mußte. Reinickes Verteidiger wies darauf hin, daß man bisher den Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 m. Gier per Schock 4,50-8,00 m. das englische Schiff auf seinem eigenen Dampfer. Trotzdem man nur bei Beunruhigungen des *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. an verschiedenen Stellen der Küste nachfragte, fonnte man nichts Unfugparagraphen über den Verbleib der Mannschaft erfahren. Der Sultan von Mustat gab sich jedoch mit diesem Resultat nicht zufrieden und unternahm eine zweite Reise, bei der er auf der Insel Mosekra feststellte, daß die Schiffbrüchigen ermordet worden wären. Es gelang ihm, neun der Mörder zu fangen, und er ist, wie der Kommandant des ostindischen Geschwaders telegraphiert, augenblicklich mit der Jagd auf die übrigen Mörder beschäftigt. Man nimmt an, daß nur wenige Leute der Mannschaft Engländer waren. Das gescheiterte Schiff war ein stählerner Schraubendampfer von 3344 Zonnen. Das Schiff selbst wurde geborgen. " Beunruhigung von Schafstöpfen. Im Auslegen des groben Unfugparagraphen hat, wie man uns aus Halle schreibt, der AmtsZentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Allen Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied treues Hermann Rabe am 3. b. M. im Alter von 49 Jahren an Bauchfellentzündung verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 6. d. M., nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Jakobi Kirchhofes in Rirdorf, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 153/19 Die Verbandsleitung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Mechaniker Paul Seidel am 4. d. Mts. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 7. November cr., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des alten JakobiKirchhofes in Rirdorf aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der RohrlegerHelfer Oswald Frödrich am 29. Oftober gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 191/3 Die Ortsverwaltung. Hierdurch die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann am Frei tag, den 4. November, früh 1 Uhr fanft entschlafen ist. Dies zeigt tiefbetrübt an 9792 Die frauernde Witwe Emilie Canzius. Die Beerdigung findet den 6. d. M., nachmitt. Sonntag, am 4 Uhr, von der Leichenhalle des Freireligiösen Friedhofs aus statt. Danksagung. Den Kolleginnen der Parteispedition Briefkaften der Redaktion. Publikums angewandt habe. Die Schafe bei Bruckdorf dürften jedenfalls noch nicht mit zum Publikum gerechnet werden. Dieser selbstverständlichen Ansicht schloß sich das Berufungsgericht an und sprach Reinicke frei. Herr v. Bülow scheint den Begriff Publitum Neuen Rheinischen Beitung" vom Jahre 1849. Einleitung von Fr. Engels. berkannt zu haben. Karl Marg. Lohnarbeit und Kapital" ist Separat- Abdruck aus der In der Buchhandlung Vorwärts für 20 Pf.-F. B. 5. 12. Uns ist darüber nichts Näheres bekannt. W. Benußen Sie nachstehende Adresse: Zentralverband des Massage, Bade- und Krankenpflege- Personals DeutschBlankens lands. Geschäftsstelle P. Strunk, Berlin SO. 16, Neanderſtr. 13. beit fämpfen Götter selbst vergebens. Ebenso 3,6: Unsinn, du siegſt. burg. Wette. Läuten, nicht lauten. Jungfrau. 3,6: Mit der Dumm Binder. Der japanische Silber- Den stellte sich in den letzten Monaten auf etwas über 2 Mart( im Durchschnitt zirka 2 Mart 6 Pfennig). Unsere An gabe ist also richtig, die des Arbeiter- Notizkalenders unrichtig. Der Gold Die Cholera in Rußland. Im Transkaspigebiet find vom 24. Oftober bis zum 31. Oktober zehn Erkrankungen und acht Todesfälle vorgekommen, in Batu und Balachany 18 Erkrankungen und 12 Todesfälle. Auch in drei Orten des Gouvernements Eriban find bereinzelte Cholerafälle festgestellt worden. In der Stadt Saratow ist vom 17. Oftober bis 1. November eine Person erkrankt, im Gouvernement Saratow erkrankten neun Personen. In Astrachan Yen hat den doppelten Wert des Silber- Yen. Unserem Freunde und Genossen Wilhelm Dietrich zu seinem heutigen Wiegenfeste ein bonnerndes Hoch!!! 27955 Die bekannten Nieten aus der Schönhauser. Orts- Krankenkasse für das Bierbrauer- Gewerbe zu Berlin. Freitag, 18. November, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, SO. Engel Ufer 15, Saal IV: Ordentliche von Raschke, Rügenerſtr. 24, unseren General- Versammlung. Dant für das schöne Geschent und die Gratulation. 27565 W. Haker nebst Frau. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten sowie dem Verbande der Buchdrucker und Schriftgießer, dem Herrn Prinzipal, dem Personal von Gebrüder Unger und dem Wahl. berein Schmargendorf für die Be teiligung bei der Beerdigung des Schriftfezers 27546 Rudolf Schaarschmidt unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten sowie dem Bersonal der Offizinen Friedrich Schirmer und Seydel& Co. für die große Teilnahme und Stranzspenden, gleichzeitig dem Gesangverein " Frohsinn" aus Rigdorf für den weihevollen Gesang sprechen wir hierdurch unseren herzinnigsten Dank aus. Im Namen der Hinterbliebenen: Hermann Brockhaus. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme und die überaus reichen Kranzspenden bei dem Hinscheiden meines lieben, unvergeßlichen Mannes, unseres herzensguten Baters, Groß- und Schwiegervaters, des Restaurateurs Hermann Zipter sagen wir allen Freunden und Betannten, dem sozialdemokratischen Wahlverein, dem Gesangverein der Zentralverband deutscher Bimmerer sowie dem Tischlermeister Textilarbeiter. Filiale Berlin IV. Stickereibranche. Am Freitag, den 4. November, verstarb unser treues Mitglied, die Pauserin Frida Görms. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 7. d. M., nachmittags 2%, Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses Friedrichshain( Virchowstraße) aus nach dem Georgen Kirchhof, Landsberger Allee, statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 197/7 Der Vorstand. + [ ygien.Bedarfsartik. Illustr. Preisl. frei Gustav Engel, Berlin 172, Potsdamerstraße 131. Schwechten, zu vert. Pianino, Ritterstr. 121 b. Wirt. Jedes Wort: 5 Herrn Noad und seinen Gesellen unseren innigsten Dank. 27695 2. Louise Zipter nebst Stindern. Lichtenberg, den 5. 11. 1904. Frauenleiden+ behandelt mit gutem Erfolge Dr. med. Saland Vertreter d. Naturheilkunde. Sprechst. Köpnickerstr. 72, 11-1 Kopernikusstraße 29, 3-4. Richtbilder- Vortrag Dienstag, abbs. 82 Uhr, Frankfurter Allee 127. Eintritt 20 Pf. Berl. Naturheilverein„ Reform". Verlag Max Richter, Berlin W. 30, Speyererstr, 27. Soeben erschien: 3fes Causend Die Harnleiden na ihre Gefahren, Verhütung und Beseitigung von Dr. med. Schaper, Berlin, Königgrätzerstr. 27. Preis 1 Mark. Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Tages- Ordnung: 1. Erfahwahlen zum Vorftande ( 3 Arbeitgeber, 6 Arbeitnehmer sowie 2 Arbeitgeber- und 4 ArbeitnehmerStellvertreter). 2. Wahl der Revisions- Kommiffion zur Prüfung der Jahresrechnung pro 1904( 1 Arbeitgeber und 2 Arbeitnehmer). 3. Verschiedenes. 276/11 Achtung! 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