Nr. 264. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus, Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss nummer mit illustrierter Sonntags, Beilage„ Die Neue Belt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für bie sechsgespaltene Solonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin", Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Das Kontraktbruch- Gesetz in der Schwebe. In der Kommission des Abgeordnetenhauses zur Vorberatung des bekannten Gefezes zur Wiedereinführung der Leibeigenschaft der Kleinbauern und der ländlichen Arbeiter( offiziell betitelt„ Gesetzentwurf betreffend die Erschwerung des Vertragsbruchs landwirt schaftlicher Arbeiter und des Gesindes") ist Montag abend die Spezialdiskussion der ersten Lesung begonnen worden. Sie hat mit AbTehnung der Nr. 1 des§ 1 durch Stimmengleichheit gle en det. § 1 Nr. 1 will mit Geldstrafe bis zu 150 M. oder mit Haft bestraft wiffen ,,, wer Dienstboten( Gesinde) oder landwirtschaftliche Arbeiter, von denen er weiß oder bei Anwendung der erforderlichen Sorgfalt wissen muß, daß sie einem anderen Arbeitgeber zur landwirtschaftlichen Arbeit oder zum Gesindedienst noch verpflichtet sind, in Dienst nimmt." Daß diese gefeßliche Verrufserklärung der Kleinbauern und ländlichen Arbeiter mit der Reichsgesetzgebung, der Reichsverfassung, dem Freizügigkeitsgesetz und der Gewerbe- Ordnung( auch industrielle Arbeitgeber wären strafbar) in Widerspruch steht, ist von uns wiederholt dargelegt, im Reichstag auseinandergesetzt und dortselbst vom Vertreter des Reichsfanzlers zugegeben. Die Konservativen suchten trotzdem diesen Nur beantragten sie Einbruch in das Reichsrecht zu sanktionieren. in der Kommission, daß nach Ablauf von sechs Wochen nach der unrechtmäßigen Lösung des Dienstverhältnisses die Vogelfreiheit des Arbeiters aufhören und daß der oben gesperrt wiedergegebene Zwischensatz durch einen grammatikalisch und ſolle, logisch noch unvernünftigeren Satz ersetzt werden der dahin Tautete:„ hinsichtlich deren ihm be= fannt oder infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt ist." Ihr Antrag und dann der Antrag der Regierung wurde mit 7 gegen 7 Stimmen abgelehnt. Freifinnige, Zentrum und Nationalliberale stimmten geschlossen gegen beide Vorschläge. Daß aber Nationalliberale und Zentrum im Herzen für die Absicht des§ 1 Nr. 1 find, beweist ja u. a. der Umstand, daß beide Parteien noch im Februar dieses Jahres den Erlaß solcher Vorschrift verlangt hatten. Mittwoch, den 9. November 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. und das Gesinde tut dringend not. Von den Ausnahme- werk in Linden bei Hannover bereits die gußeisernen Pfeiler gesetzen, unter denen die durch lange Arbeitszeit, schlechten Lohn und geliefert und in 10 Eisenbahnladungen abgeschickt. Auch dieser arge Behandlung so fujonierten Landproletarier und das Gefinde Bau dürfte ein hübsches Stück Geld kosten. Preußens leiden, heben wir folgende hervor: tammer ernennt. 2. Gewerbe Inspektoren und fchriften gegen übermäßige Ausbeutung fehlen. Schußbor 1. Gerichte nach Art der Gewerbegerichte und Kaufmanns Berlin, 8. November. Amtliche Meldung. Stabsveterinär gerichte für gewerbliche Arbeiter fehlen. Die meisten von den Michael Mo II am 6. November im Lazarett Windhul an Typhus Landwirtschaftskammern entworfenen Verträge entziehen die( plögliche Herzlähmung) gestorben. Gefreiter d. R. Rudolf Streitigkeiten sogar dem ordentlichen Nichter und überweisen sie Stug, geboren 30. März 1878, am 3. November in Okahandja „ Schiedsgerichten", deren Obmann die Landwirtschafts- 1882, am 3. November in Waterberg an Typhus gestorben. plöglich verstorben. Reiter Searl Wolf, geboren 18. August Gefreiter Richard Schmidt, geboren 26. Dezember 1882, am 21. September im Patrouillengefecht gegen Marenga bei Gais nördlich Warmbad leicht verwundet( Schuß in bent Unterarm). Reiter Otto Bartels, geboren 23. Dezember 1882, ant 5. Oktober im Gefecht bei Wasserfall Westrand Karasberge, verwundet( Schuß in den linken Unterarm). Reiter Rudolf Drzisch et ist am 6. Oftober an den Folgen der durch den Rücken) verstorben. im Gefecht am 5. Dktober bei Wasserfall erhaltenen Wunde( Schuß Reiter Wilhelm Schloß= hauer am 21. September seiner an demselben Tage im Patrouillengefecht bei Gais erlittenen schweren Verwundung erlegen, Neiter Georg Urschlechter, früher im fönigl. bayerischen 2. Ulanens Regiment, am 3. November im Gefecht östlich Olunjahi am Knie leicht verwundet. 3. Eine reichsgesetzliche Krankenversicherung fehlt: die in einigen Streifen statutarisch festgelegte Kranten fürsorge ist gänzlich ungenügend. 4. Bei Unfällen steht dem Kleinbauern und dem ländlichen Arbeiter eine noch schmalere„ Rente" als dem städtischen Arbeiter zu. Der Unfallzuschuß fällt überdies fort. 5. Das Gesez vom 24. April 1854 schafft gegen das Gefinde wie gegen sämtliche ländlichen Arbeiter unserer Provinz und der Provinzen Ost- und Westpreußen, Pommern, Schlesien, Sachsen, Westfalen und die Rheinprovinz nach drei Richtungen hin besondere Ausnahmevorschriften. Es bedroht nämlich mit Bestrafung: 1.„ Ungehorsam und Widerspenstigkeit" gegen den Arbeit geber ja den Instleuten und herrschaftlichen Tagelöhnern gegenüber auch gegen die Herrschaft, mit welcher der Justmann in feinem Vertragsverhältnis steht. 2. Unberechtigtes Verlassen oder Nichtantreten des Arbeitsverhältnisses. 3. Verabredung der Arbeitseinstellung oder Aufforderung hierzu. 6. Die Gesinde Ordnung macht unser Gesinde nahezu rechtlos und läßt sogar die Zurückführung eines Gefindes in den Dienst zu. Berlin, 8. November. General b. Trotha meldet aus Windhuk unter dem 7. November: Hauptmann Wehle hat mit Leutnant b. Rheinbaben und 25 Reitern von Keetmannshoop aus die Stationsbesaßung Koas, Kaufmann Prieze nebst Frau und drei Kindern, Kaufmann Lösch mit Frau, Ansiedler Herdert, Bastard Willy Döngen unversehrt eingeholt. Hans Hendrik, Veldschoendrager, nach Meldung vom 20. Dftober bis jetzt noch treu, will den Aufstand an geblich nicht mitmachen. " Auch eine Verstärkung der Kameruner Schuhtruppe soll von der Regierung beabsichtigt sein. Die Polizeitruppe, die bereits im laufenden Jahre um 200 Mann vermehrt worden ist, soll im nächsten Jahre abermals eine Verstärkung 7. Die Ausübung des Koalitionsrechts ist ihnen von 100 Mann erhalten. Außerdem soll die Kompagnie der durch§ 3 des Gesetzes vom 24. April 1854 fast unmöglich gemacht. Schutztruppe, die im vorigen Jahre abgesetzt wurde, wieder Die Forderung der Gerechtigkeit kann nur sein: Fort mit allen hergestellt werden. Damit wird die Schutztruppe in Kamerun Die Nationalliberalen kennzeichneten ihre Stellung durch diesen und anderen Ausnahmegefeßen gegen ländliche Arbeiter, auf mehr als 1500 Mann gebracht sein. Einen Belag dafür folgende Resolution:„ Das Haus der Abgeordneten wolle be- Gleichstellung der ländlichen Arbeiter mit den gewerblichen Arbeitern werden die Steuerzahler in einer entsprechenden Vermehrung schließen, die tgl. Staatsregierung zu ersuchen, darauf hinzuwirken, und Schaffung eines Arbeiterschutz- Gefezes für länd- der Zuschüsse für das Kameruner Schutzgebiet erhalten. daß im Wege der Reichsgesezgebung 1. in Antiche Arbeiter. Yehnung an die Bestimmungen der§§ 124b und 125 der Bom Kanal- Verschlepp- Monopol. Das Abgeordnetenhaus ist in Die trampfhaften Anstrengungen der Junker, durch Einführung die Ferien gegangen, um der Kanalfommiffion Zeit zur Beratung Gewerbe- Ordnung der Bruch von Dienstverträgen aller einer neuen Art Zwangsdienst die ländlichen Arbeiter in Hörigkeit zu laffen. Die Boft", in der wieder Herr v. Beblig die Kanal Art, die Verleitung zum Vertragsbruch und die Anzu erhalten, zeigen, daß selbst sie innerlich von der wirtschaftlichen obstruktion leitet, meint hähmisch, die Kommission werde sehr fleißig nahme bertragsbrüchiger Arbeitnehmer. 2. die und politischen Notwendigkeit der Erfüllung der oben flizzierten arbeiten müssen, um die Arbeit zu bewältigen. Der Arbeitseifer widerrechtliche Vorenthaltung des Arbeitszeugnisses bei Beendigung Forderungen überzeugt sind und diese nur noch durch brutale Gewalt- bewährte sich bisher lediglich in dem Ferieneifer. des Dienstverhältnisses unter eine besondere zivilrechtliche Haftung maßregeln, wie die gesetzliche Verrufserklärung und Aushungerung gestellt wird." Ueber diesen Vorschlag, der vom Reich eine Aus der Landarbeiter, hintanzuhalten hoffen. nahmegesetzgebung gegen alle Arbeiter begehrt, wird erst am Schluß der Beratungen der Kommission abgestimmt werden. Daß die Nationalliberalen solche Ausnahmegesetzgebung beantragten, ist für sie fennzeichnend. Ueber ihren arbeiterfeindlichen Vorschlag ein weiteres Wort zu verlieren, erübrigt sich. Wie wenig die Antragsteller selbst ihre Verallgemeinerung einer Vertragsbruchsstrafe über den Rahmen industrieller und landwirtschaftlicher Arbeiter hinaus ernst meinen, ergibt ein Blick auf die ärztliche und pastorale Braris. Wünschen die Nationalliberalen, daß Aerzte oder Pastoren, die ihre Vertragspflicht nicht erfüllen, bestraft werden? Oder hoffen fie, daß in solchen Fällen unparteiische" Klaffenjuftigrichter immer einen ,, wichtigen Grund" zur Aufhebung des Vertrages finden werden? Politifche Ueberficht. Berlin, den 8. November. Ueber die Kosten des füdafrikanischen Feldzuges macht der Hannoversche Kurier" Mitteilungen entgegen der Meldung, daß von der Regierung demnächst ein Nachtragskredit von 86 Millionen gefordert werden würde. Das Blatt erklärt, die Ausgaben für Südwestafrika, die nach Vorschlag der Reichstags Session im Frühjahr und bis jetzt entstanden seien, seien in einem besonderen Nachtrags- Etat Die Nr. 2 des§ 1 des Vertragsbruch- Gefeßes will im Gegensatz zusammengestellt. Eine bestimmte Angabe darüber ließe sich zur Reichsgesetzgebung bestraft wissen wer in gewinnsüchtiger Ab- nicht machen, da ununterbrochen neue Aufwendungen entsicht für die unter 1 genannten Arbeitnehmer ein neues Dienst- ständen, doch werde bis zur Eröffnung des Reichstages ein Abschluß verhältnis vermittelt, obwohl er weiß oder bei Anwendung der er- gemacht werden, damit der Reichstag einen Ueberblick erhalte. forderlichen Sorgfalt wissen muß, daß fie einem anderen Arbeit- Der regelmäßige Etat für Südwestafrika werde das Mehrfache geber zur landwirtschaftlichen Arbeit oder zum Gesindedienste noch seines bisherigen Umfanges aufweisen, da er die dauernden verpflichtet sind". Die Konservativen wollen demselben Gedanken Ausgaben für die auf das Zehnfache des früheren Bestandes folgende Fassung geben:.... wer aus Eigennutz oder im Ver- vermehrte Schußtruppe auf das nächste Jahr enthalte. Die mögensinteresse eines anderen einer Person, welche einem anderen Erhaltung der Schuttruppe in ihrer gegenwärtigen Form sei durch Dienstvertrag verpflichtet ist, zur Erlangung eines vor Auf- für das ganze nächste Rechnungsjahr vorgesehen. Hinzu lösung dieses Dienstvertrags anzutretenden anderweitigen Dienstes fämen noch die Kosten, die von jetzt ab bis zum 1. April 1905 behilflich ist. Die Bestrafung soll nicht eintreten, wenn 1. der entständen. Erst wenn man annehme, daß die Schußtruppe Täter troß Aufwendung der erforderlichen Sorgfalt von dem auch noch im Jahre 1906 auf dem gegenwärtigen Stande bestehenden Dienstvertrage teine Kenntnis hat; 2. feit dem Bruch zu erhalten sein werde, bekomme man einen vollen Begriff des Dienstvertrags eine Frist von vier Wochen verstrichen ist". In von den Kosten des Strieges. der Kommission wurde hervorgehoben, daß beiden Vorschlägen die Diese Ausführungen des Hannoverschen Blattes bestreiten Reichsgesetzgebung im Wege ſtehe. Außerdem würde die Vorschrift also durchaus nicht, daß von der Regierung eine Summe von naturgemäß die Vermittler dazu veranlassen, nur noch kurze folossaler Höhe gefordert werde. Im Gegenteil, nach den Kontratte abzuschließen. Zu einer Abstimmung über diese Nr. 2 des § 1 tam es noch nicht. Die nächste Kommissionsverhandlung soll erst nach Wiederaufnahme der Plenarverhandlungen Ende November oder Anfang Dezember stattfinden. Darlegungen des„ Hannoverschen Kuriers" wird die Regierung noch einen höheren Betrag beanspruchen, als 86 Millionen. Denn wenn die Schußtruppe in ihrer gegenwärtigen Höhe von weit mehr als 10 000 Mann auch noch im nächsten Jahre Man erfieht schon aus den Verhandlungen, wie heiß das Be- und sogar vielleicht noch im Jahre 1906 erhalten werden soll, mühen des Zustandekommens einer neuen Ausnahmegefeßgebung zu so wird man mit 100 millionen Mart nicht auskommen, auch ungunsten der Landproletarier ist. Die Profitsucht der Agrarier und nicht mit 200 Millionen. Die Viertel Milliarde, die uns ihr Haß gegen schwer arbeitende Landleute treibt sie zu Borschlägen, das chinesische Kriegsabenteuer gekostet hat, wird also auch die der Reichsgesetzgebung ins Geficht schlagen und in ihrer Wirkung durch die Kosten des südwestafrikanischen Aufstandes erreicht auf eine Vermehrung der Leutenot und des Elends der Kleinbauern werden! und ländlichen Arbeiter hinauslaufen. Durch diese Art Bor- Man sieht also, daß die Ausgaben für Südwestafrika ins fchläge haben sie den industriellen Arbeitern gerade Abenteuerliche anschwellen und absolut nicht im Verdie wirksamste Waffe zur Aufklärung des Land- hältnis stehen zu den Vorteilen, die uns selbst nach den Anproletariats in die Hand gebrückt. Und diese nahmen der verwegenſten Kolonialphantasten jemals durch die Waffe werden die industriellen Arbeiter zu handhaben wiffen, gleich füdwestafrikanische Stolonialpolitik erivachsen können! viel, welche Gestalt der Gefeßentwurf erhalten wird. Nicht neue Nicht unerhebliche Kosten wird auch der Bau einer Ausnahmegeseze, sondern Beseitigung der bestehenden Landungsbrücke verursachen, die jetzt in Swakopmund errichtet Ausnahmegesege gegen die ländlichen Arbeiter werden soll. Nach einer Meldung hat ein Eisen- und Stahl In der Tat hat man eine Fülle von Anträgen über die Kommission ausgegossen. Der Zentrumsantrag, der dem Staate das Schleppmonopol sichern will, ist fachlich stoeifellos begründet, wenn er auch zunächst nur dem Verschleppmonopol der Kanalrebellen dient. Bugleich ist dieser Antrag insofern kein unschlauer Schachzug der Kanalgegner, weil seine Berwirklichung die Freude der Liberalen an dem Kanal stark beeinträchtigt. Der Antragsteller selbst hat übrigens seinen Monopolantrag inzwischen auf den Schleppbetrieb eingeschränkt. Freiherr v. Zedlig schildert in der" Post" lebhaft die ungeheuren Schwierigkeiten des Werkes. Während das Kartell der Bollwucherer den das ganze wirtschaftliche Leben umfaffenden Zolltarif ohne Einzelberatung durchpeitschte, bedarf man in Breußen, obwohl die Kanalfrage nun fünf Jahre lang trattiert wird, angeblich noch der Erörterung der ersten Grundfragen: " Zunächst liegen bereits Anträge vor, in den Gesezentwurf die Kanalisierung der Lippe, der Mosel, Saar und Lahn mit aufaufzunehmen. Ferner find zu erledigen die Fragen der Einführung eines staatlichen Schleppmonopols auf der neuen Wasserstraße, der Einführung von Abgaben auf den regulierten Strömen, der Gewährung eines weitgehenden Enteignungsrechtes betreffs des an den Kanal angrenzenden Geländes, der Einführung eines wasserwirtschaftlichen Beirates, und endlich die Frage der Einführung des förmlichen Verfahrens zur Feststellung derjenigen Maßnahmen, welche vom Staate zur Verhütung von Beschädigungen der benachbarten Grundstücke und im öffentlichen Interesse an treffen sind." In der Dienstags- Sigung der Kommission gab Minister v. Budde zunächst zahlen über die Verkehrssteigerung im rheinisch- westfälischen Industriebezirk. Dann fand eine lange Geschäftsordnungs- Debatte statt, ob die Beratung in der vom Abg. Am Zehnhoff beantragten Reihenfolge vor sich gehen soll. Von nationalliberaler Seite wurde die Befürchtung ausgesprochen, es könnte die Beratung über die Anträge Am Zehnhoff die Verhandlungen zu sehr in die Länge ziehen. außerdem ständen diese Dinge, z. B. die Abgaben auf den Strömen, mit dem Sanal in feiner notwendigen Beziehung. Die Kommission nahm aber den vom Abg. Am Behnhoff vorgeschlagenen Gang der Verhandlungen an und verwarf auch den von freifinniger Seite gemachten Borschlag, wenigstens die Debatte über die Abgabenerhebung auf den Strömen an den Schluß zu feßen. Sodann ersuchte der Minister für öffentliche Arbeiten im Auftrage des Reichskanzlers die Mitglieder der Kommission, die Verhandlungen über diesen letteren Punkt als vertraulich anzusehen, da auch das Verhältnis zu anderen Staaten in Betracht täme. Sodann entwickelte der Referent Abg. Dr. Am Behnhoff ausführlich die Vorzüge des staatlichen Schleppmonopols. Ein Bundesverhältnis von Eisenbahn und Kanal fei für beide nüßlich, da dann die Konkurrenz wegfiele, beide vielmehr ein Interesse daran hätten, sich gegenseitig zu fördern. Ferner fönne der Staat durch die Tarifgestaltung den Ausgleich wirtschaftlicher Verschiebungen herbeiführen. Dem Auslande gegenüber könnten die Tarife wie ein Schutzzoll wirken. Es ließe sich allerdings auch mit den Kanalabgaben viel machen; aber bei diesen ließen fich feine Nüanzierungen vornehmen, da man nur drei Klassen habe. viel wirksamer fei die Tarifgestaltung, wenn die Schleppgebühren hinzufämen. Die Frage werde auch nicht sein, ob Monopol oder nicht, sondern ob staatliches Monopol oder das Monopol der Zechen Es geht schon aus diesen Beratungen hervor, daß die Agrarier, wenn sie überhaupt den Kanal bewilligen, einen Kanal gegen den Verkehr gestalten wollen. Auch das Schleppmonopol, das auch nach unserer Auffassung sachlich berechtigt ist, soll dazu dienen, die schutzzöllnerische Tarifpolitik zu verschärfen. Große Aufmerksamkeit verdienen die Andeutungen über die Abgaben auf den Strömen. Preußen arbeitet, das weiß man längst, auf die Beseitigung der Verkehrsfreiheit der natürlichen Wasserstraßen hin; daß man diese Beratungen für vertraulich erklärt hat, beweist, wie weit diese im Reiche abgeleugneten Pläne bereits gediehen sind. Die neue Zuschußanleihe. Lippe. um Zur Psychologic der Gefangenschaft. Es wird uns geschrieben: " und Syndikate; in solchem Falle würde man aber das erste vor- Aber die Steuerreformt, kostspielige Millionenprojekte, Aufgehobenes Versammlungsrecht. ziehen. Der Nedner erinnert an den Versuch, die Hibernia zu Frankfurt zu einer Akademiestadt zu machen, eine unerhörte Beamtenerwerben. Hier handele es sich darum, daß der Staat das behalte, günstlingswirtschaft und anderes mehr haben eine so große MißAus Müti che i wird uns telegraphiert: was er in der Hand habe. Wenn er das nicht tue, so sei das einstimmung gegen die herrschenden Rathausparteien, insbesondere die stattfand, sollten Mißstände des Berufes besprochen werden. Ein In einer Schumanns- Versammlung, die im Thomasbräu fleiner Selbstmord. Freifinndemokraten, erzeugt, daß diesen diesmal ernstlich um ihre Polizeikommissar löste jedoch im Namen des Gesetzes die Besprechung Herrschaft bangt. Und da sie keine Wahlhilfe mehr von links zu auf und 60 Schutzleute wurden notiert. erwarten haben, so haben sie sich nach rechts geschlagen und sich indem die beiden Parteien gegenseitig eine Reihe von Mandaten mit den Nationalliberalen verbündet, nicht offiziell, aber de facto, verteidigen. Wie arbeiterfeindlich die Freifinndemokraten sich dabei erweisen, beweist am deutlichsten die Tatsache, daß sie unter anderem Im Sommer dieses Jahres wurde die Umfrage Zur Psychologie Das Mandat des nationalliberalen Scharfmachers Cüscher, des Vor- der Gefangenschaft" von Dr. Friz Auer- München veröffentlicht. fügenden des Mittelsenelliberalen Scharfiner Berbanke, der im Auers Enquete hat einer, wohl nur von wenigen erwarteten Erfolg Sommer dieses Jahres die große Bauarbeiteraussperrung inszenierte, gehabt. Eine erste Ausgabe von Ergebnissen der Enquete wird demverteidigen! Weiter haben sie eine Reihe von Leuten auf ihrer nächst in dem Münchener Verlag von C. H. Beck( zum Preise von Liste Nationalliberale und Freisinnige, die sich als direkte 1,50 M.) erscheinen. Unterdessen hat sich übrigens auch die ZeitGegner jeglicher Erweiterung des Wahlrechts zur Stadtverordneten schrift für die gesamte Strafrechtswissenschaft" des Prof. v. Liszt Auch nach den„ Berl. Polit. Nachr." versammlung bekennen und noch jedesmal bei Beratung eines der der Sache angenommen. Es handelt sich nicht um pikante Entist es mehr als wahrscheinlich, daß auch im Reichshaushalts- Etat- artigen Antrages dagegen gestimmt haben. Dabei spielen sich diese Entwurf für 1905, wie er in naher Zeit dem Reichstage vorgelegt Demokraten als die größten Wahlrechtsfreunde auf. Ja, sie haben hüllungen für das ſenſationslüsterne Publikum, sondern um den werden wird, sich eine Zuschußanleihe und zwar von nicht die Frechheit, in ihren Wahlaufrufen zu schreiben, sie wollten das Versuch, das ernste und darum allein wertvolle Interesse des geringem Betrage befinden wird". He und zwar Wahlrecht jedem Steuerzahler geben, während wir Sozialdemokraten Volkes für die brennenden Reformfragen im heutigen für das Dreiflassenwahlrecht schwärmten. Ueberhaupt diese Wahl- Vollzug der Untersuchungshaft und der Freiheitsstrafen zu aufrufe der Frankfurter Freifinndemokraten. In Ton und Inhalt wecken, andererseits denen die Augen zu öffnen, die noch glauben, übertreffen sie die der Ultramontanen bei den legten Reichstags- es sei hinter den hohen Mauern der Strafanstalten und UnterIn verstärktem Maße erhebt sich die durch die bürgerliche Presse wahlen. An Verdrehung und Entstellung der Tatsachen, an Versuchungsgefängnisse alles in bester Ordnung, und endlich denen die fotgeschwiegene Verfassungsfrage der Truppenvereidigung in Lippe. Teumdung der Gegner fönnen die Ultramontanen nicht mehr leisten Es ist die Einigung zwischen den beiden ſtreitenden Linien Biester- wie die Freisinudemokraten in diesem Wahlkampf. Ulm ihre Steuer- Maste vom Gesicht zu reißen, welche im Parlament und außerhalb feld und Schaumburg durch die Bemühungen des Reichskanzlers in und anderen Sünden vergessen zu machen, haben sie die Simultan- des Parlaments die Wahrheit zu unterdrücken streben. der Weise zustande gekommen, die schon vor einiger Zeit voraus schule zur Wahlparole gemacht und gehen damit hausieren. Natürgesehen wurde. Zwei Senate des Reichsgerichts sollen unter Vorsitzlich sind nur sie die wahren Jakobe, die die Simultanſchule ver396 uiste Ausland. des Präsidenten des Reichsgerichts die Frage entscheiden, ob und teidigen mit dem Wund! In der Praris sind sie in der Beinwieweit die Mitglieder der Lippe- Biesterfeldschen Linie zur Thron- ziehung nicht besser wie die Nationalliberalen, sonst würden sie schon folge im Fürstentum Lippe berufen sind. Ausgeschlossen gar nicht mit ihnen zusammengehen. Kurzum: Gewissenlosigkeit vom Schiedsgericht bleibt die Frage der Regentschaftsüber- und Verlogenheit spielen in diesem Wahlkampf bei den Freifinnnahme. Es ist damit von seiten des Bundesrats anerkannt, daß demokraten die Haupttrümpfe. Man spekuliert dabei auf die Verdie Regentschaft des Grafen Leopold zu Recht geßlichkeit und Leichtgläubigkeit der breiten Wählermasse. Aber besteht. wenn nicht alles täuscht, dürften die Herren diesmal doch die RechAber der Kaiser hatte die Berechtigung zur Regentschafts- nung ohne die Frankfurter Bürgerschaft gemacht haben. Diese hat übernahme in seinem bekannten Telegramm aus Rominten bestritten die freisinudemokratische Herrschaft gründlich satt. und darum die Nichtbereidigung der Truppen in der Garnison Detmold angeordnet. Nachdem nun offiziell die Regentschaft trotz des faiserlichen Telegramms als zu Recht bestehend anerkannt ist, muß die notwendige Folge die sofortige Bereidigung der Truppen sein. Verfassungsrechtlich kann hierüber kein Zweifel bestehen. Wenn die Bereidigung gleichwohl nicht erfolgt und wenn die bürgerliche Presse diese objektiv zweifellose Verlegung verfassungsmäßiger Bestimmungen, auf denen das Reich beruht, totschweigt, so mag man dies begreifen in Rücksicht eben auf jenes Telegramm, sonst aber nicht. " In dieser Anschauing werden wir uns nicht im mindesten dadurch beirren lassen, daß dieser oder jener Professor der Geschichte oder Volkswirtschaft das Geschrei über„ Klassenjustiz" er hebt. Solches Geschrei zeigt in Wahrheit nur, wie fief die Straft und Bildung des Geistes in unserer naturalistischen Epoche glattester Zweckmäßigkeit selbst an Stellen herabgesunken ist, die zur Pflege einer in Wahrheit idealen Anschauung von Welt und Menschen in erster Linie berufen sind." Herrlicher vermag sich die konservative Kraft und Bildung des Geistes" nicht zu offenbaren. Den politischen Gegner mit brutaler Klaffenjuſtiz" niederzuschlagen, das ist die ideale Anschauung von Welt und Menschen" der konservativen Reaktion. Solche Verherrlichung der Klassenjustiz ist in demselben Maße wie die Klassenjustiz selbst geeignet, die Wirkungen hervorzubringen, über welche dieser oder jener" der" Post" unbequemer Professor der Geschichte Geschrei erhebt. Klaffenkämpfe bei Stadtverordnetenwahlen. " Erstklassige" als Angeklagte. Verdoppelung der sozialistischen Stimmen in Italien! Wie wenig Ursache die Bourgeoispresse Italiens und Deutschlands hatte, den Ausfall der italienischen Wahlen als einen Schlag gegen den Sozialismus zu feiern, beweist die gewaltige Zunahme der sozialistischen Stimmen in Italien. Ein Privattelegramm aus Rom meldet uns: Desterreich- Ungarn. Zu den Exzessen in Innsbruck. Wien, 8. November. Der Rektor der Universität hat eine Kundgebung an die Studenten gerichtet, in der er und die Dekane ihr tiefstes Bedauern über die Teilnahme von Wiener Studenten italienischer Nationalität an den Vorgängen in Innsbruck aussprechen. Rom, 8. November. Der Avanti" veröffentlicht eine vorläufige Wahlstatistik, wonach bei den am Sonntag stattgefundenen Wahlen 301 000 sozialistische Stimmen abgegeben wurden, einMan schreibt uns: In Mainz tagte vorige Woche zweimal gerechnet die für die Mailänder Sozialisten abgegebenen Stimmen. das Kriegsgericht der 21. Division aus Frankfurt a. M., und zwar Bei den vorigen Wahlen wurden 162 000 fozialistische Stimmen beide Male hinter verschlossenen Türen. Die Angeklagten waren abgegeben. Der Parteivorstand erläßt einen Aufruf zur Unterfeine gemeinen Soldaten, sondern Offiziere. Im ersten Falle stügung der Republikaner und Radikalen bei der Stichwahl. handelte es sich um einen Hauptmann, der soviel man in Er- Bei einer ungefähren Verdoppelung der sozialistischen fahrung bringen konnte feine Untergebenen mißhandelt Stimmen fann man doch wahrhaftig nicht von einer Niederhaben sollte. Er wurde freigesprochen. Im zweiten Falle lage des Sozialismus reden! Daß eine Anzahl bisher betvar der Angeklagte der 19 Jahre alte Leutnant Mehr Klassenjustiz. Die" Post" stellt tiefsinnige Betrachtungen Alfred von Beth vom 2. Bat. des Füsilier- Regiments v. Gers- haupteter Wahlkreise verloren gegangen ist, ist bei der an, durch welche Art von Strafen, ob durch Geldstrafen oder durch dorff Nr. 80 in Wiesbaden. Er war der Beleidigung und Bedrohung Sammlungspolitik, die diesmal das Charakteriſtikum der Gefängnisstrafen die sozialdemokratische Presse am besten zu treffen von Mainzer Schußleuten und des groben Unfugs angeklagt. Ver- italienischen Wahlen war, doch wahrhaftig kein Wunder. fei. Natürlich fordert die" Post", daß in beiderlei Hinsicht noch weit anlassung dazu gab folgende Affäre: Es war am 22. August d. J., Auch in Deutschland sind unter solchen Umständen schon oftmehr geleistet werden müsse als bisher und in diesem Zusammenhange vor der Truppenschau durch den Kaiser, gegen 4 Uhr in mals bereits eroberte Wahlkreise von den gemeinsame Sache erklärt sie: der Frühe, als die Schußleute Hofmann und Franz in der machenden Gegnern zurückgewonnen worden! Wenn der großen Langgasse in Mainz einen furchtbaren Standal italienische Sozialismus noch etliche solcher„ Niederlagen" erhörten. Sie eilten darauf zu und sahen zwei besser leidet, fönnen sich die bürgerlichen Parteien vor seiner Wählergekleidete Zivilisten, von denen der eine eine brennende PetroleumTischlampe in den Händen trug, die Straße entlang gehen. Die masse verkriechen! Trozzalledem wird sich der Wahlausfall erst dann richtig beiden Schuyleute forderten die nächtlichen Ruhestörer auf, sich ruhig zu verhalten und die brennende Lampe wegzutun. Der eine, der beurteilen lassen, wenn ein detailliertes Wahlresultat einen die Lampe trug, die er aus einer Animiertneipe mitgenommen genauen Vergleich der Stimmen ermöglicht, die in den einhatte, kam dieser Aufforderung nicht nach, sondern drehte sich herum, zelnen Wahlkreisen bei der vorgestrigen und bei der ging auf einen der Schutzleute los und schrie diesen an:" Elender letzten Wahl für die sozialistischen Kandidaten abgegeben Kerl, ich schlage Dir den Schädel ein!" Um seine wurden. löbliche Absicht auszuführen, erhob er die Lampe und schlug Damit nach dem Kopf des Schußmannes, der sich rasch bückte, so daß die Lampe nicht ihn traf, sondern auf der Straße zerschellte. Nun forderten die Schußleute die Personalien der beiden Zivilisten. Dabei hörten sie, daß beide Offiziere waren, der eine der An- ergriff Landmarschall Schmolt vor Eintritt in die Tagesordnung das Wien, 8. November. In der heutigen Sigung des Landtages geklagte v. Beth. Die Schuyleute begaben sich hierauf zur Polizei- Wort und sprach den unschuldigen Opfern der tief bedauerlichen wache. Kaum waren sie dort angekommen, als auch schon Vorgänge in Junsbruck die wärmste Sympathie aus; er sei überdie beiden Offiziere dort erschienen. Beth behielt den Hut Man schreibt uns: In Frankfurt a. M., Offenbach a. M., auf dem Kopfe und rief den Schußleuten allerlei„ Schmeicheleien" zeugt, daß sämtliche Mitglieder des Hauses alle Bestrebungen unter stügen werden, um den deutschen Charakter Inns Darmstadt, Mainz, Gießen und anderen Städten des Maingaues zu. Er ließ sich auch nicht von seinem Begleiter, der der Ver- bruds für immer zu sichern. In dieser Beziehung seien sie finden in diesem Monat die Ergänzungswahlen zur Stadtverständigere war, beruhigen, sondern feste fich auf einen mit fämtlichen Volksgenossen einig.( Lebhafter Beifall.) ordnetenversammlung statt. In Frankfurt a. M. ist der Termin auf Tisch und schrie den Schußleuten zu:„ Wie könnt Ihr Offiziere mit sämtlichen Volksgenossen einig.( Lebhafter Beifall.) den 9. November, in Offenbach auf den 10. November anberaumt. nach ihrem Namen fragen, Ihr seid ja doch nur Unteroffiziere geMainz, Darmstadt und die anderen Städte folgen später. Mit wesen! In diesem traurigen, dreckigen Nest muß man sich das geAusnahme von Mainz tritt bei diesen Wahlen überall der Klassen- fallen lassen. Ich werde Euch zeigen" usw. Erst nachdem die charakter scharf zutage. In Mainz haben sich unsere Genossen Schutzleute mit Einsperren drohten, beruhigte sich das„ blaue Die Folge auf ein Kompromiß mit den Nationalliberalen und Freisinndemo- Blut" des Herrn Leutnants und er zog von dannen. Wien, 8. November. Eine von 4000 Personen, meist Studenten, fraten eingelassen, um gemeinsam die Ultramontanen zu bekämpfen dieses Auftrittes war diese Anklage. Aber der Herr Leutnant fand besuchte alldeutsche Protestversammlung gegen die Junsbrucker Vorund einen Sieg dieser Dunkelmänner zu vereiteln. Welche Erfolge gnädige Richter. Der Auflagevertreter beantragte wegen Bedrohung gänge forderte die sofortige Schließung der italienischen Fakultät in unsere Genossen bei diesem„ Kuddelmuddel" erzielen werden, muß und Beleidigung 20 Mart Geldstrafe; der Verteidiger des Junsbruck und forderte die deutschen Abgeordneten auf, im abgewartet werden. Bisher find find fast derartige Wahlfompro- jugendlichen Skandalmachers, ein auswärtiger mit Orden geschmückter Barlament den Standpunkt zu vertreten, daß den Italienern übermisse zum Schaden für unsere Genossen gewesen. Fast regelmäßig Rechtsanwalt, war gar der Meinung, daß eine Bedrohung in haupt keine Universität gebühre, ferner die Regierung auf das haben sich die Liberalen als unsichere Stantonisten erwiesen und dem Verhalten des Angeklagten nicht zu erblicken sei, denn entschiedenste zu bekämpfen, deren deutschfeindlicher Charakter offendie beiden unsere bündnisschließenden Genossen waren die Geprellten. Hoffent- die Schußleute hätten gar kein Recht gehabt, fundig sei. lich machen die Mainzer Genossen nicht dieselben üblen Erfahrungen Offiziere anzuhalten!! Das Gericht verurteilte denn auch den Diese chauvinistischen Kundgebungen von deutscher Seite können wie die Alzeyer. Angeklagten nach kurzer Beratung nur wegen Beleidigung Unseres Erachtens find solche Kompromisse da, wo das fozia- zu 20 Mark Geldstrafe. Während der Urteilsverkündigung nur zur Verschärfung des Nationalitätenstreites beitragen, statt ihn listische Prinzip bei Stadtverordnetenwahlen mit Energie betont war die Deffentlichkeit wieder hergestellt. Der verhandlungleitende wird, einfach unmöglich. Denn dann tritt sofort der Klassenkampf- Kriegsgerichtsrat fragte die Beisiger Offiziere-, ob die Be= charakter auch in der Kommunalpolitik flar zutage und alles Lieb- gründung des Urteils öffentlich erfolgen solle, was von diesen äugeln mit bürgerlichen Gegnern hört auf. Das zeigen deutlich die sofort entschieden verneint wurde! Stadtverordnetentvahlkämpfe, die jetzt in Frankfurt und Offenbach ausgefochten werden. In Offenbach a. M. Haben sich Nationalliberale und Ultramontane wie bei der Reichstagswahl foaliert, um Schwere Strafe. Wegen tätlicher Beleidigung eines Vordie verhaßten Roten" vom Rathause zu verdrängen. Und wie bei gesetzten und Körperverlegung mittels eines gefährlichen Werkzeuges der Reichstagswahl, so wird diesmal auch bei der Stadtverordneten hatte sich am Montag vor dem Oberkriegsgericht des dritten Armeewahl mit allen Mitteln versucht, den Spießern gruselig zu machen, forps der Musketier Otto Haschels von der dritten Kompagnie des um sie für die nationalliberal- ultramontane Kompromißliste ein- 52. Infanterie- Regiments zu verantworten. Im letzten Manöver zufangen. Ob es gelingt, wird der 10. November zeigen. war der Angeklagte mit noch zehn Mann in Königsberg bei einem Noch interessanter gestaltet sich diesmal der Wahlkampf in Befiber einquartiert worden. Unter ihnen befand sich als QuartierFrankfurt a. M. Hier find 25 Stadtverordnete neu zu wählen. ältester der Gefreite Huß. Mit diesem geriet H. in Streit, der Schon bei den letzten Stadtverordnetenwahlen 1902 zeigte sich die schließlich in gegenseitige Schlägerei ausartete. H. verletzte seinen Sozialdemokratie als ein gefährlicher Gegner für die herrschende Gegner mit dem Stiel eines Spatens unbedeutend am Kopf. Freifinndemokratie. Von ihren sämtlichen Kandidaten brachten die Das Kriegsgericht verurteilte den Musketier wegen tätlicher BeFreijinndemokraten damals nur drei im ersten Wahlgang durch; alle leidigung eines Borgesezten zu einem Jahr sechs Monaten Geanderen mußten sich ihre Mandate in der Stichwahl erobern, wobei fängnis. Dagegen legte der Verurteilte Berufung ein und führte man sich in der Not mit Krethi und Plethi verbündete. Die Zahl in dem gestrigen Termin aus, es sei ihm nicht bekannt gewesen, daß der sozialdemokratischen Stimmen stieg von 785 im Jahre 1900 dei Gefreite Quarticrältester und somit sein Vorgesehter gewesen auf 2382 im Jahre 1902. Darob Angst und Schrecken im freisinn- wäre. In seinem Plaidoyer bedauerte der Staatsanwalt Oberkriegsdemokratischen wie im nationalliberalen Lager. Aber gelernt hat man nichts aus dieser Stimmenzunahme. Die Herren haben in der alten Weise fortgetvurstelt und zu den alien Sünden neue gehäuft. Insbesondere war es die Steuerreform im Frühjahr dieses Jahres, die in weiten Kreisen der Bürgerschaft großen Unwillen hervorgerufen hat. Mit Klugem Raffinement hat man eine Reihe von Gebühren neu eingeführt, durch die besonders die Arbeiter und Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit fand an fleinen Geschäftsleute schwer belastet werden, während man die demselben Tage eine Verhandlung vor dem Oberkriegsgericht des sonstigen Steuern so eingerichtet hat, daß die reichen Leute möglichst dritten Armeekorps gegen den Unteroffizier Reinhold Lindner vom schonend davonkommen. Bei der Haussteuer empfahl der Ober- Feldartillerie- Regiment Nr. 54 wegen ungenügender Beaufsichtigung bürgermeister Adickes den Hausbefizern direkt, fie möchten diese feiner Untergebenen(§ 147/148 des Militär- Strafgefeßbuchs) statt. Steuer nur ruhig auf die Mieter abwälzen! Und dabei hat man 2. war im letzten Manöver Geschützführer gewesen; beim Abproßen jezt noch in freisinndemokratischen Wahlaufrufen den Mut, zu be- hatte sich ein Mann seiner Korporalschaft, der Kanonier Hermann, haupten, Frankfurt besize das sozial gerechteste Steuersystem! Es vor den Lauf des Geschüßes gestellt, und dabei war, als der Schuß hat allerdings einen gegen andere Städte niedrigen Einkommen losging, dem H. der rechte Arm und die Brust fontusioniert worden. steuersak; aber die kleinen Leute werden durch die Gebühren und Die Schuld traf den Unteroffizier, weil er als Vorgeseßter nicht eine Reihe von Nebensteuern umso unerhörter geschröpft. Welche darauf geachtet, daß an dem Geschüßlauf der Verschlußdeckel gefehlt Ungerechtigkeit noch dadurch erhöht wird, daß alle diese kleinen hatte. In der ersten Instanz war der schuldige Vorgesetzte au gebührenzahlenden Leute vom Wahlrecht ausgeschlossen sind, da nur 14 Tagen Mittelarrest verurteilt worden. Der Angeklagte sowie der der wählen kann, der Frankfurter Bürger ist und ein Ein Gerichtsherr legten Berufung ein, und in der jezigen Verhandlung, tommen von 1200 Mart versteuert. Darauf ist es die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, weil, wie der Verauch zurückzuführen, daß bis jetzt nur ein Sozialdemokrat in der handlungsleiter betonte, die militärischen Interessen gefährdet sein Frenkfurter Stadtverordnetenversammlung fibt. fönnten, wurde die beiderseitige Berufung verworfen. Militärjustiz. gerichtsrat Ernst, daß auch nicht der Gerichtsherr Berufung eingelegt habe. Er hatte sonst gegen den Angeklagten 2½ Jahr Gefängnis beantragt. Das Oberkriegsgericht berwarf die Berufung und belich es bei der Strafe der ersten Instanz unter Anrechnung von vier Wochen Untersuchungshaft. * mildern. zu Belgien. Die belgische Kammer tritt in nächster Zeit zu ihrer Herbstsession zusammen. Zwei wichtige sozialistische Gesezentwürfe werden der Kammer fofort nach Zusammentritt zugehen; es sind dies das Gesez betreffend die Sonntagsruhe und ein Entwurf betreffend die gefeßliche Regelung der Arbeitszeit. Die sozialdemokratische Fraktion hat ihre Redner zu den einzelnen Entwürfen und Budgets bereits ernannt; anstelle des verstorbenen Genossen Defnet, welcher den Posten eines Schriftführers im Präsidium der Kammer einnahm, wird der Genosse Delbastée der Rammer präsentiert werden. Niederlande. Ein politischer Schwank. Ein politischer Konflikt, der während der letzten drei Monate alle Federn Hollands in Bewegung setzte, hat mit einem echten Lust spieleffekt geendet. Im Juni dieses Jahres fanden die Provinzialwahlen statt, die diesmal besonderes Interesse boten, weil die Provinzialstaaten den ( den Niederländischen Wahlkörper bilden für die Erste Kammer Senat), und die Regierung im Begriff stand, die Erste Kammer wegen der Ablehnung des Unterrichtsgesehes durch die liberale Mehrheit aufzulösen. Zu den Provinzen, wo es heiß zuging, gehörte die Provinz Oberyssel, wo vor den Wahlen die provinzialen Staaten 24 Liberale, 22 Serifale und 1 Sozialdemokraten zählten. Bei den neuen Wahlen verloren die Liberalen noch ein Mandat an die Klerifalen, so daß jetzt 23 Liberale 28 Alerifalen gegenüberstanden, während der eine Sozialdemokrat das Bünglein der Wage bildete. Als nun am 3. August die Provinzialstaaten zusammentraten, um drei Erste Kammermitglieder zu wählen, hatten die Liberalen noch ein Mitglied durch den Tod verloren, so daß 23 Klerikale 22 Libe ralen gegenüberstanden, so daß die lesteren selbst bei Unterstüßung durch den Sozialdemokraten Gefahr liefen, bei der Wahl der drei Kammermitglieder auszufallen, namentlich, wenn die Klerikalen ihnen Kandidaten gegenüberstellten, die älter waren als sie, denn bei Stimmengleichheit gilt der Aelteste an Jahren für gewählt. Um dieser Gefahr vorzubeugen, inszenierten die Liberalen einen Streik. Nachdem nämlich ein Antrag von ihnen, die Versammlung zu berfagen, mit 23 gegen 23 Stimmen abgelehnt war, verließen alle 22 Liberalen nebst dem Sozialdemokraten die Versammlung. Der Effekt dieses Streifs war die Beschlußunfähigkeit. Der Minister Kuyper wollte sich jedoch diesen Streich nicht gefallen lassen. Die Verfassung sagt, daß innerhalb 4 Wochen nach Auflösung der Ersten Kammer die Provinzialstaaten die Neuwahlen 品 Rußland. Reservistenunruhen. Die vorzunehmen haben. Die Verfassung sagt aber nichts darüber, was in der„ Gemeinde- Allianz" verschmolzen haben... In Süd- West- linien zu verlieren. So lange die Russen noch Liautischan inne zu geschehen hat, wenn die Wahlen in der ersten Versammlung nicht Ham, im Wahlkreise des Genossen William Thorne, wurden haben, ist den Japanern die Besetzung Port Arthurs unmöglich. erfolgen. Man wird annehmen, daß die Wahl dann zu erfolgen 6661 sozialistische Stimmen gegen 5729 bürgerliche abgegeben, so Einige Blätter melden aus Tschifu, daß die Russen nach habe, wenn der Umstand, der die Vornahme der Wahl verhindert, daß Thorne die beste Aussicht hat, bei den nächsten Barlaments- wie vor durch chinesische Dschunken Lebensmittel erhalten. Die beseitigt ist. Dr. Kuyper aber erklärte, daß sich die Liberalen eines wahlen als socialdemokratischer Abgeordneter ins Unterhaus zu japanischen Truppentransporte aus Dalny dauern an. schweren Verstoßes gegen die Verfassung schuldig gemacht hätten gelangen." Erwähnenswert ist auch der Sieg bes Genossen Japaner sollen den Tiluagschan, der die Stadt und entwarf ein Gesez, durch das der nie dagewesene Fall geregelt William Evan's in Brighton. Evans ist Mechaniker und schreibt beherrscht, genommmen haben. werden sollte. Inzwischen aber kam die Zeit, wo die Provinzial- sehr oft für das Fachblatt seiner Gewerkschaft. Er ist einer der staaten in allen Provinzen ihre gewöhnlichen Versammlungen ab- besten Männer der englischen Sozialdemokratie. halten. Die Oberhsselschen Staaten waren nunmehr wieder komplet und benutzten die Gelegenheit, die Wahl der Mitglieder für die Erste Kammer nunmehr vorzunehmen. Alle 23 Liberalen waren anwesend, dagegen fehlte ein Klerikaler wegen Krankheit. Die Liberalen hatten also von vornherein die Mehrheit. Die sozialdemokratische Stimme glaubte man nicht einmal nötig zu haben. Desto härter war der Schlag für die Liberalen, als mit 23 flerifalen gegen 22 liberale Stimmen und einen weißen Stimmzettel 2 Klerifale gewählt wurden. Nur für den dritten Sitz wurde ein Liberaler gewählt. Der weiße Stimmzettel war von dem Sozialdemokraten abgegeben worden, da die drei liberalen Kandidaten sämtlich die reaktionärste Richtung verkörperten, der Sozialdemokrat also kein Interesse daran hatte, diese Leute zu wählen. Dagegen mußte ein Liberaler fleritale Stimmzettel abgegeben haben! Trotzdem die Stimmenabgabe geheim ist, erhoben sich doch bold lebhafte Anklagen gegen einen gewissen van Diggelen, den Großmeister der Niederländischen Freimaurer. Es ist begreiflich, daß die liberale Presse schäumt und die Klerikalen sich die Hände reiben, sind ihnen doch durch die Treulosigkeit eines Liberalen 2 Kammersize in den Schoß gefallen, wodurch ihre Mehrheit in der Ersten Kammer auf 14 Stimmen angewachsen ist. Es ſizen jetzt nämlich 32 Klerikale und nur 18 Liberale im Senat. Das Erstaunen und die Empörung über diesen unerwarteten Ausgang des seltenen Falles haben sich noch immer nicht gelegt. Wahlfieg. In Arnheim wurde Genosse Halsdingen in den Gemeinderat gewählt und zwar mit 732 Stimmen gegen 682 Stimmen, die auf seinen flerifalen Gegner entfielen. Norwegen. Petersburg, 8. November. Nach Depeschen aus Mukden sind die Japaner an der Arbeit, ihre Winterquartiere hers zurichten und mit starken Befestigungen zu umgeben. Da fürchterliche Kälte und Schneestürme herrschen, glaubt man russischerSeit Petersburg, 6. November.( Meldung der„ Russischen Tele- feits nicht, daß die Japaner eine Schlacht annehmen werden. graphenagentur".) Ueber die im Witebstischen und Kiewschen Gou- acht Tagen fehlt jede Nachricht aus Port Arthur, was große Unvernement andäßlich der Einberufung der Reservisten stattgehabten ruhe hervorruft. Wie es heißt, sollen nunmehr sämtliche in Europa Ausschreitungen wird gemeldet, daß dieselben am heftigsten in stationierten Armeekorps den Befehl zur Mobilisierung erhalten und Kanew gewesen sind. Dort wurden Magazine geplündert. In nach dem Kriegsschauplatz abgehen. Neuerdings finden Untermolenst fand ein Auflauf vor der Wohnung des militärischen handlungen mit auswärtigen Lieferanten wegen Abschlusses großer Befehlshabers statt. In Polozk dauerten die Unruhen drei Tage, Lieferungen von Konserven, Munition, Kleidern 2c. statt. London, 8. November.„ Central News" berichtet, daß es Ausschreitungen gegen die Juden wurden rechtzeitig verhindert. In Rositen wurden die Branntweinniederlagen geplündert. Auf den 30 000 Russen gelungen sei, in Korea einzudringen, und zwar auf der nordöstlichen Seite. Die Truppen bedrohen ernstlich die Stationen Kreuzburg und Sirotino wurden die Büfetts zerGeneral Liniewitsch hatte diesen trümmert. Im Kiewschen Gouvernement wurde ein Gutsbesizer japanischen Verbindungslinien. überfallen und seiner Geldkaffe beraubt. In Bichow( Gouvernement Plan schon längst vorbereitet, nußte seine Ausführung aber aus Mohilew) wurden Häuser geplündert und zerstört. In mehr als verschiedenen Gründen verschieben. Die hiesigen Blätter kommen100 Kreisen von den 119, in welchen Mobilisierungen stattfanden, tieren diese wichtige Operation, die meisten Militärkritiker sind der ist es ganz ruhig geblieben. Mit der Untersuchung der Vorfälle ist Ansicht, daß die Japaner vor dem Falle von Port Arthur keine der Gehülfe des Ministers des Innern Generalmajor Rydsewati größeren Operationen mehr ausführen werden. Der Mitarbeiter beauftragt worden. Ferner wird der Vossischen Zeitung" ge- des Morning Leader" erklärt, die Japaner dürften im weiteren meldet: Durch die überaus rohe Behandlung der einberufenen Verlaufe des Krieges vor so ungeheueren Opfern wie in den bisrussischen Reservisten, denen weder der versprochene Sold ausgezahlt, herigen Schlachten zurückschrecken. noch irgendwelche Fürsorge in bezug auf Kleidung und Verpflegung London, 8. November. Aus Petersburg wird gemeldet: zuteil wird, ist die Lage in den russischen Westprovinzen in den letzten Tagen ungewöhnlich ernst geworden, zumal umstürzlerische Als Beweis für die ungeheuerlichen Verluste in der Schlacht Elemente überall zum offenen Widerstande aufreizen. In einem am Schaho darf der Umstand gelten, daß in der Zeit vom an die Soldaten trok strenger Kontrolle verteilten Flugblatte heißt 12. bis 22. Oktober das russische Rote Kreuz allein 46 Büge es u. a.: Keiner, der in den Krieg geht, kehrt von dort zurück. Besser mit Verwundeten und Kranken nach Norden beförderte, worin hier in der Verteidigung unserer Rechte untergehen, als dort unnük Die heimlichen Anarchistenverträge, die auf Betreiben Rußlands Blut zu vergießen. Wir Arbeiter können nicht mehr gleichgültig zu sich insgesamt 37 000 Mann befanden; außerdem haben die mit verschiedenen europäischen Ländern abgeschlossen worden sind, sehen, wie unsere Genossen untergehen. Widersetzt Euch überall, Ambulanzzüge der Armee gleichfalls zahlreiche Verwundete gaben am Sonnabend bei der Debatte über die Thronrede im stehet einander bei, schüßet Euch, schüßet die anderen!" In Kanion und Kranke nach Norden geschafft. norwegischen Storthing Veranlassung zu einer scharfen Auseinander- wurden von Reservisten die Läden geplündert. In Minorowka Russische Truppentransporte. segung. Nach der norwegischen Verfassung ist die Regierung ver- wurde eine Zuckerfabrik gestürmt, wobei mehrere Personen getötet, Aus Liaojang wird der Dsswoboschdenje" geschrieben: pflichtet, die mit anderen Staaten abgeschlossenen Verträge dem andere verwundet wurden. Bei Noworadowsk stehen 30 000 Mann der Verwundeten per EisenStorthing vorzulegen, mit Ausnahme einzelner„ Artikel", die jedoch auf freiem Felde, die sich durch den Mangel an Nahrung und an ge-" Die eilige Evaluation Von den Verwundeten den bekanntgegebenen nicht widersprechen dürfen. Der Radikale Cast- nügender Ausrüstung in stark verwahrlostem Zustande befinden. In bahn ist geradezu entsetzlich. berg richtete nun an den Staatsminister Hagerup die Frage, ob Warschau tam es bereits zu Ausschreitungen, wobei Polizisten und sterben in jedem Zuge mehrere, die infolge des schlecht Norwegen den russischen Vertrag gegen die Anarchisten unterzeichnet Roſafen gegen die Menge mit blanker Waffe vorgingen. Hierbei angelegten Verbandes verbluten. Zwischen den Güterwagen habe. Hagerup erklärte, der Vertrag sei geheim; doch wurden zahlreiche Personen schwer verletzt. In Radomsk kam es gibt es keinen Durchgang, so daß das Personal mit der notwolle er so viel sagen, daß nichts geschehen sei, was die zwischen Reservisten und dem regulären Militär zu einem zu wendigen Arbeit nicht fertig werden kann. Im Güterzuge sind persönliche Freiheit tränken fönne. Ca stberg erwiderte, es sei sammenstoß, bei welchem ein Kapitän von den Reservisten erschlagen über 800 Kranke und Verwundete eingesperrt. Sie sind auf bezeichnend, daß man sich weigere, auf die Frage zu antworten. wurde. Eine Anzahl Reservisten wurde getötet oder verivundet. Matten hingelagert worden. Da es feine Aborte im Zuge Es müsse Klarheit geschaffen werden. Der Redner verlas einige Die Branntweinmonopolstellen wurden dort demoliert. Ebenso kam Absätze des Vertrages, die Vorschriften über die Behandlung der es in Ezenstochau und auf der Eisenbahnstation Myszkow zu blutigen gibt, so wurde der ganze Zug durch die Erkremente der Anarchisten enthaltend, daß sie festgenommen, nach ihrem Heimatland Ausschreitungen. Weitere Unruhen werden allenthalben befürchtet. Ruhrkranken zu einem Ansteckungsherd. Außerdem müssen transportiert und der Polizei überliefert werden sollen. Dieser In Radomst fand wieder ein Zusammenstoß zwischen Reservisten, in diesen improvisierten Sanitätszügen, in denen es keine Küchen Vorschlag komme von Rußland, und sei gemacht, um die russischen Polizei und Militär statt, wobei letzteres mit blanker Waffe einhieb gibt, die Kranken und Verwundeten oft tagelang hungern, da die Verhältnisse zu stüßen. Wenn man etwas derartiges unterschrieben und auf die Menge mit scharfen Batronen schoß. Von Reservisten Depeschen nach den Verpflegungspunkten in der Regel zu spät habe, so sei das eine sehr bedenkliche Sache. Hagerup be- wurden viele getötet oder verwundet. Voltsmassen drangen in die fommen. Die Militärspitäler haben nicht genügend Personal. mertte, er halte es nicht für gesetzlich, den Inhalt des Vertrages Kaufmannsläden und plünderten sie. Eine nach Tausenden zählende An allem fehlts. Man bekommt nie satt zu essen. Dft mitzuteilen. Castberg äußerte die entgegengesezte Meinung. Boltsmenge zieht unter Absingen polnischer Nationallieder auf den Es sei sonderbar, daß Norwegen einem solchen Vertrag zustimmen Straßen herum unter drohender Haltung und Vernichtung alles werden Kranke nach den Spitälern zu Hunderten ohne jedwede Dokumente gebracht. Sterben dieselben, was oft genug passiert, follte, den Länder wie England und die Vereinigten Staaten nicht dessen, was ihr in den Weg kommt. annehmen konnten. Jm weiteren Verlauf der Debatte, die sich so weiß man weder den Namen noch das Regiment des nun wesentlich auf die Auslegung des erwähnten Artikels der VerDahingeschiedenen. Eine solche Eile bei der Evaluation der Straßenkundgebungen gegen die Mobilisation. faffung bezog, forderten Konow, Berner und andere Liberale Warschau, 4. November.( Eig. Ber.) Am 30. Oftober wurden Verwundeten, die jeden medizinischen Forderungen Hohn spricht entschieden die Vorlegung des Vertrages; ebenso unser Parteigenosse die Straßen Warschaus wieder zum Schauplatz einer vom Warschauer und Hunderten von Menschen das Leben kostet, ist die Folge Eritsen. Man muß also als feststehend ansehen", sagte Gritsen, daß Romitee der Sozialdemokratie Russisch- Polens aus Anlaß der er- des Wirrwarrs, der Unordnung, welche unter den Hauptmit Rußland ein geheimer Vertrag abgeschlossen ist. Aber schlimmer noch als das ist der Umstand, daß der Staatsminister die folgten Einberufung der Reservisten veranstalteten Protest- Demon- angestellten der Sanitätsabteilung herrschen. Auch spielt die noch als das ist der Umstand, daß der Staatsminister die Verfassung so a uslegt, als habe die Regierung ein Recht, dem ſtration, die mit Recht als die weitaus größte und imposanteste unter bis zur Panik übertriebene Angst vor den Japanern eine Storthing die Vorlegung solcher Verträge zu verweigern. Das muß den in den letzten Monaten hier so häufigen öffentlichen Kund- Rolle. Sie werden jeden Augenblick erwartet: sie würden Eine ganze Woche vorher wurde unter der seit dem letzten kommen und die Kranken und die Vorräte mitnehmen. Und dem Storthing vorgelegt werde." Weiterhin erklärte unser Partei blutigen Zusammenstoß mit der Polizei( siehe„ Vorwärts", Nr. 259) trotzdem sind die Spitäler der Avantgarde leer, und die Kranken genosse:„ Der Staatsminister spricht von dem Umgehen der Gefeße immer noch sehr aufgeregten Arbeiterschaft eine rege Agitation für und Verwundeten ziehen stets der Armee nach müssen auf schmutzigem als von einer sehr gleichgültigen Sache. Das setzt mich im höchsten die geplante Kundgebung entfaltet, und nun bot gegen 4 Uhr am Boden liegen und es werden keine Vorrichtungen für sie geGrade in Erstaunen. Die Sache ist so bedenklich, daß ich nicht einmal angegebenen Tage die zum Sammelpunkt der Demonstranten betroffen.... Das Sanitätspersonal wird aus Strolchen reglaube, daß die Rechte eine solche Handlungsweise billigen kann. Die stimmte Wroniastraße ein interessantes und für die russische Frei- frutiert. Sie sind immer betrunken und sind urheber verFrage muß sofort entschieden werden." Hagerup ließ sich jedoch heit" charakteristisches Bild dar. Von allen Neben- und Querstraßen schiedenster Standale. Auch bleiben sie nicht lange im trotz aller Angriffe nicht bewegen, irgend etwas vom Inhalt strömten in großen und Kleineren Haufen die Arbeiter herbei, so daß Dienste. des Vertrags mitzuteilen. Gewöhnlich laufen sie nach zwei, drei Tagen Dem Hartbedrängten Staatsminister bie Straße bald von einer dichten Menge bedeckt war. Die Herbeitamen einige Konservative zu Hülfe. Die Debatte endete ergebnislos eilenden fanden jedoch den Bosten von der Polizei, die augenscheinlich davon...." Wie die Nowoje Wremja" mitteilt, hat mit dem üblichen Beschluß, die Thronrede zum Protokoll zu legen. rechtzeitig Wind bekommen hatte, bereits besetzt. Zahlreiche berittene der bor kurzem aus dem fernen Osten nach Moskau Wahrscheinlich wird jedoch die Frage nach dem russischen Kosaten- und Gendarmenpatrouillen auf Schritt und Tritt, unzählige zurückgekehrte Militärarzt Gyndman die in den KorresponAnarchistenvertrag in einer späteren Sigung wieder auftauchen. In Schuyleute auf der Straße, Polizisten und Kosaken truppweise in denzen wiederholt hervorgehobene Unordnung bei der einem demokratischen Lande wie Norwegen, wo für die Propaganda vielen Höfen berstedt, die Hauswarte, mit Knütteln bewaffnet, vor Evaluation bestätigt. Nach der Schlacht bei Liaojang der Tat durchaus kein Nährboden vorhanden ist, liegt selbst den geschlossenen Haustoren, eine Kosatenreserve von 200 Mann im find 3000 Verwundete in Charbin zurückgeblieben und verständlich am allerwenigsten irgend ein Grund vor, besondere Sofe des Salvatorbräus postiert, um auf den ersten Wink über die man wußte thatsächlich nicht, wo man sie lassen sollte. Drei Maßnahmen gegen Anarchisten zu treffen, es sei denn Liebedienerei Menge herzufallen. Im Salvatorbräu hat auch der Polizei- General. Tage lang mußten sie in den Güterwagen liegen gegen Rußland. stab sein Quartier aufgeschlagen. Unter diesen Umständen hier eine England. Demonstration in Szene zu setzen, hieße ein furchtbares Blutbad bleiben. Alle Eisenbahngleise waren von mit Verwundeten heraufbeschwören, dies sahen die Veranstalter sofort ein und faßten überfüllten Zügen besetzt. In Charbin befanden sich zu jener Von Jentai berbreitete sich am Montag abend der Kolonialsekretär 2yttleton rasch den Entschluß, die Kundgebung nach der in einiger Entfernung Beit schon 14 000 Stranke und Verwundete. in Leamington. Er erklärte, daß der von einigen Blättern gebrachte von hier gelegenen Niskastraße zu verlegen. Etwa 300 organisierte wurden 170 Verwundete in offenen Kohlenwaggons nach in Leamington. Er erklärte, daß der von einigen Blättern gebrachte Arbeiter begaben sich sofort nach dem neu gewählten Orte, andere Charbin transportiert. Es fehlte überall an Aerzten und angebliche Wortlaut des englisch- russischen Abkommens nicht authen- arbeiter angebliche Wortlaut des englisch- russischen Abkommens nicht authen- blieben zurück, um von der versammelten Menge so viele als möglich Sanitätspersonal. tisch sei. Man müsse mit seinem Urteil warten, bis der endgültige Zert vorliege, der wahrscheinlich demnächst veröffentlicht werde. ebenfalls dorthin zu lenken. Die Diversion gelang vollkommen. Die Lyttleton bemerkte ferner, daß England an den vier von ihm ur- Polizei hatte zu sehr mit der ungeheueren Menge alle Hände voll zu sprünglich gestellten Forderungen festgehalten habe. Was die dritte tun, um dem Verschwinden von einigen Tausend Personen, die sie Forderung, die die Bestrafung der Schuldigen betrifft, selbst nach allen Richtungen auseinander zu treiben suchte, besondere anlange, so habe Kaiser Nikolaus ausdrücklich erklärt, daß die herumstritt, setzte sich in der von Schutleuten fast gänzlich entblößten Aufmerksamkeit zu schenken. Indes sie sich in der Wroniastraße Schuldigen die gebührende Strafe treffen werde. Er sei der Ansicht, Niskastraße der Demonstrationszug in Bewegung, der bald, nach bedaß die beste Hoffnung dafür vorhanden sei, daß die Forderungen scheidener Berechnung, bis 5000- Teilnehmer zählen mochte. Der Bug sofortige Erfüllung finden würden. Diese Erklärung ändert nichts an der Tatsache, daß die russische passierte unter Gesang revolutionärer Lieder einige Straßen. Sühne für die Beschießung der englischen Fischerboote ohne Zweifel 30 Infanterie soldaten, die zufällig in die Menge hineingeraten Sühne für die Beschießung der englischen Fischerboote ohne Zweifel waren, entblößten das Haupt und replizierten auf den Zuruf in recht mager ausfallen wird. In Petersburger Mitteilungen wird denn auch ernstlich bestritten, daß Rußland überhaupt eine russischer Sprache:" Nieder mit der Alleinherrschaft!" jedesmal mit Bestrafung der schuldigen Offiziere zugefagt habe. Rußland werde dauerte über eine halbe Stunde. Als berittene Kosaken heraneinem tief überzeugten:" Nieder mit ihm!" Die Demonstration sich unter feinen Umständen von England in dieser Beziehung etwas diktieren lassen. Auch halten die russischen Blätter, die doch nur das sprengten, hatte sich der Zug bereits aufgelöst. veröffentlichen dürfen, was die Zensur gestattet, an der Legende fest, daß bei dem Zwischenfall in der Nordsee eine Vertechselung der Torpedos mit Fischerbooten ganz unmöglich stattgefunden haben fönne. Was aber auch von dem Schiedsgericht festgestellt werden möge, England hat schon deshalb eine Niederlage erlitten, wird in den verschiedenen heute vorliegenden Telegrammen weil es der russischen Flotte gestattete, seine Fahrt unter dem ver antwortlichen Admiral Rosch die stwensky fortzu feben, nachdem Rußland ihm die lächerlich geringfügige Konzession gemacht hatte, ganze 4 Offiziere zum Zweck der Beugenvernehmung auf Jrrwege führen. Darum muß man verlangen, daß der Vertrag Ueber den englisch- russischen Konflikt in Vigo ans Land zu sehen. Die Gemeindewahlen. gebungen angesehen werden darf. Die Lage Port Arthurs Aus Induftrie und Handel. Konkurrenz der englischen Kohle im oberschlesischen Absatzgebiet. " Aus oberschlesischen Großhandelstreisen, anscheinend des Kohlenhandels, bringt der" Breslauer General- Anzeiger" eine Klage über die Zunahme des Verbrauchs von englischen Kohlen in Berlin und der Provinz Sachsen. Die Reichsstatistit weist für die Sommermonate eine starke Zunahme des Verbrauchs englischer Kohlen in Berlin und dessen Umtreis auf. Diese Ziffern erreichen aber," wie das Blatt angibt,„ nicht annähernd die Höhe der tatsächlich nach fuhr auch dieses Materials auf dem Wasserwege war in den SommerBerlin abgeschlossenen Quantitäten englischer Kohle, denn die Zumonaten, wenn auch nicht gestört, so doch beeinträchtigt. So haben z. B. die Berliner Gaswerte entgegen ihren bisherigen Gepflogen= heiten fast ihren gesamten Kohlenbedarf in diesem Jahre durch engTisches Material gedeckt, aber in den Sommermonaten kaum ein Drittel der regulären Bezüge erhalten. Außer den städtischen Gaswerfen haben auch eine Reihe von Fabriken, die sonst oberschlesische Stohle kaufen, englische Kohle verschlossen. Wie bedeutend der Absatzausfall Oberschlesiens war, läßt sich tagieren an der Feststellung, daß man in Berlin während dreier Monate oberschlesische Kohle während englische Kohle fortgesetzt zu Preisen zu haben war, die zum Bezug auf dem Wasserwege überhaupt nicht anbringen konnte, den niedrigen Notierungen von 1897 beinahe gleichkamen. Im Berliner Umireis war im Vorjahre für oberschlesische Kohle ein neues startes Absatzgebiet geschaffen worden, indem man die Kohle bei den Biegeleien eingeführt hatte. In diesem Jahre konnten die neuen Berbindungen nicht weiter verfolgt werden, da die Lieferung oberſchlesischer Stohle auf dem Wasserwege während der Hauptkampagne Revier hat der Absay englischer Kohle zugenommen." der Ziegeleien nicht möglich war. Auch im ganzen Magdeburger wiederum sehr verschiedenartig dargestellt. Nach einigen Nachrichten sollen die Japaner tatsächlich das Fort Erlangschun genommen haben. Selbst in Petersburg glaubt man, daß die Festung sich höchstens noch 4 Tage halten könne. Ganz Port Arthur sei in Trümmer gelegt. Nach anderen Meldungen jedoch sollen die außerordentlich tapferen Angriffe der Japaner an dem russischen Widerstande zerschellt sein. Hinter der Front London, 5. November. Obwohl noch keine genauen Angaben von Erlungschan besäßen die Russen neue und alte Batterieüber die Reſultate der vor einigen Tagen abgehaltenen Gemeinde- stellungen, die mit Geschüßen schweren Kalibers versehen seien. wahlen vorliegen, so ist doch soviel klar, daß sie eine Verschiebung Auf diese Stellungen konnten sich die Russen zurückziehen, nach links zeigen. Die Stimmenzahl, die auf die gewerkschaftlichen ohne die Herrschaft über die innere Verteidigungslinie zu verdie und sozialistischen Kandidaten gefallen ist, zeigt eine Zunahme gegen das Vorjahr. Eine Zergliederung der Wahlergebnisse wird sich erst in lieren. So lange die Russen noch Liautischan behaupteten, Die Tatsache, daß in den genannten Gebieten der Verbrauch der nächsten Woche geben lassen, vorläufig sei hier das Urteil der fei den Japanern eine Besetzung Port Arthurs unmöglich. englischer Kohlen zugenommen hat, stimmt. Aber der„ Breslauer " Justice" wiedergegeben: Außer den bedeutenden Gewinnsten in London, 8. November. Daily Telegraph" meldet vom General- Anzeiger" hätte noch hinzusehen sollen, welche Gründe die Aberdeen, Blackburn, Brighton, Burnley, Carlisle, Rochdale and 7. d. M. aus Tschifu: Die außerordentlich tapferen Frontalangriffe großen Werte veranlaßt haben, die englischen Kohlen den oberSouthend, zeigen die sozialdemokratischen Stimmen fast überall eine der Japaner vermochten nicht, Port Arthur zu Fall schlesischen vorzuziehen: es sind das die hohen Breisfestsetzungen Zunahme.... Bemerkenswert ist auch die Tatsache, daß, wo Sozial- zu bringen. Die Angriffe waren sehr verlustreich. Hinter der oberschlesischen Kohlentonvention und die harten Bedingungen, demokraten ernst in Betracht kommen, die beiden bürgerlichen Parteien der Front von Erlungschan besitzen die Russen neue und alte Batterie- die sie dem Käufer stellt. Trotz der Fracht von England bis Hamburg fich vereinigen. Dies ist besonders der Fall in West Ham, wo die stellungen mit Geschüßen schweren Stalibers, auf die sie sich zurück- bezw. Stettin und von dort nach Berlin stellt sich hier häufig der bürgerlichen Kandidaten die alten Parteinamen abgeworfen und sich ziehen können, ohne die Herrschaft über die inneren Verteidigungs- Preis für englische Kohlen niedriger als für oberschlesische Kohlen " von annähernd gleicher Güte. Die Kohlenbergwerke Oberschlefiens zahlen die niedrigsten Löhne; ihre Kohlcnpreise halten sie aber so hoch, wie die Konkurrenz Westfalens und Englands irgend gestattet. Neue japanische Anleihe. Wie der Londoner„Standard" be- richtet, beabsichtigt die japanische Regierung, in Englmid eine neue Anleche aufzunehmen, doch solle wiederum ein Teil der Anleihe in Rew York ausgeboten werden.„Es ist", schreibt das Blatt, „keineswegs zutreffend, daß sich die japanische Regierung in Geld- Verlegenheit befindet, andererseits jedoch sind die Ratgeber des Mikado vollständig davon überzeugt, dah es wünschenswert ist, den geeigneten Moment zur Begebung einer ausländischen Anleihe, die schließlich doch aufgenommen werden mutz, wahrzunehmen. Von den jüngst hier aufgelegten 10 Millionen Pfund Sterling befindet sich etwas mehr als die Hälfte in Schatzwechseln und in bar bei der Bank von England, sie bilden einen Teil der Garantie für die Notenausgabe in Japan. Was die demnächstige Emission anbelangt, so scheint eine Anleihe von ungefähr 12 Millionen Pfund Sterling bereits arrangiert zu sein; der Zeitpunkt der Emission wird von den Verhältnissen am Londoner Geldmarkt und von der Situation im fernen Osten abhängen. Man nimmt an, daß die neue Anleihe absolut gesichert ist." Neubau der Teutschc» Bank. Die Deutsche Bank hat. da das zetzt von ihr benutzte Gebäude nicht mehr genügt, den diesem gegen- überliegenden Grundstückskomplex innerhalb der Stratzenzüge der Französischen-, Jäger-, Mauer- und Kanonierstratze mit Ausnahme der Gebäude der Hamburger Hypothekenbank und der Kommerz- und Diskontobank angekauft. Dieser Erwerb erstreckt sich auf ins- gesamt 300 Ouadratruten, wofür ein Kaufpreis von rund iVj Mill. Mark bewilligt worden ist. Die Bank beabsichtigt, auf diesen Grund- stücken ein großes neues Bankgebäude errichten zu lassen. Der Gelsenkirchener Bergwerks- und Hütten-Trust. Die Gclfenkirchener Bergwerks-Aktiengesellschaft fordert die Aktionäre des Aachener Hütten-Aktienvereins zu Rothe Erde und der Atlicngesell- schaft Schalker Gruben- und Hüttenverein nunmehr zum Umtausch ihrer Aktien auf. Der Umtausch erfolgt in der Weise, daß auf je 4000 M. vom 1. Juli 1904 ab gcwinnanteilberechtigte Aktien des Aachener Hütten-Aktienvereins je 10 800 M. neue Gelsenkirchener Aktien sowie eine bare ZuzahKing von 176 M., auf je 12 000 M. gleichfalls vom 1. Juli 1904 ab gewinnanteilbercchtigte Aktien des Schalker Gruben- und Hüttenvereins je 30 000 M. neue Gelsen- tirchener Aktien und eine bare Zuzahlung von 600 M. entfallen. Dieses Amgeböt soll jedoch den Aktionären derjenigen Gesellschaft gegenüber wirkungslos werden, von der nicht mindestens 75 Proz. des Aktienkapitals zum Umtausch eingereicht werden. Die Deutsche Bank und ihre Angestellten. Wir brachten vor einigen Wochen verschiedene Briefe von An- gestellten der Deutschen Bank zum Abdruck, in welchen diese sich über allerlei in dem Institut vorhandene Uebelstände beschwerten. Seit- dem sind uns von Beamten der Deutschen Bank weitere Beschwerde- schriften zugegangen, von ivelchen wir vorläufig jedoch nur den nachstehenden Brief veröffentlichen, indem wir zugleich nochmals an die jungen Bankbeamten dio Mahnung richten, sich dem„Zentralver- bauch deutscher Handlungsgehülfen"(Neue Friedrichstraße 20, bei Herrn Otto Urban) anzuschließen. In der Zuschrift heißt es nach einigen einleitenden Worten: „Einen recht sonderbaren Standpunkt nimmt die Deutsche Bank ihren Lehrlingen gegenüber ein. Sobald ein solcher bei der Bank ausgelernt hat, stellt ihn diese mit einem Gehalt von 1000 M. jährlich— 83,40 M. monatlich— an. Dagegen zahlt sie jedem jungen Mann, der eben in einem anderen Geschäft ausgelernt hat, selbst wenn er nicht einmal in einem Bankgeschäft gelernt hat. jährlich 1200 M. Gehalt. Von dem Einkommen von 33,40 M gehen noch ab 3,29 M. für Krankenkasse und 1 M. als zwangsweiser Veitrag zum Klub. Infolgedessen bleibt dem Angestellten nur das staunenerregende Einkommen von 79,11 M. monatlich. Weshalb macht die Bank den auffälligen Unterschied zwischen den eigenen ausgelernten Lehrlingen und den aus anderen„Geschäften" kommenden jungen KonnniS? Ich wiederhole ausdrücklich noch einmal„Geschäften", da diese Lehrlinge häufig nicht einmal aus anderen Banken kommen. Glaubt die Deutsche Bank vielleicht an- nehmen zu müssen, daß ihre eigenen Lehrling« weniger lernen und ihr weniger Nutzen bringen, als die in anderen Geschäften aus- gebildeten? Ferner möchte ich einen im Publikum sehr verbreiteten Irrtum endlich einmal richtig stellen.—„Geschäfts stunden 9— 5, Sonnabends 9— 3", steht an den Türen aller Depositenkassen, denn mit diesen kommt ja das Publikum hauptsächlich in Berührung. Das Publikum denkt nun vielfach, daß wir auch bald nach 5 resp. 3 Uhr dienstfrei sind. Weit gefehlt I Wenigstens acht Monate im Jahre müssen wir bis 8 Uhr abends arbeiten. Während der Abschlutzzeiten, d. h. vom 1. Januar bis 15. Februar und vom 1. bis 15. Juli sind wir sogar glücklich, wenn wir schon um 9 Uhr abends„das Lokal" verlassen dürfen. Ja, manche Vorsteher Ivachen mit rücksichtsloser Strenge darüber, daß ihre Angestellten während dieser Zeit nicht vor 10 Uhr herauskommen; manche verlangen sogar, daß nicht vor 11 Uhr Schluß gemacht wird. Wer sich erkühnt, ohne unterwürfig um gnädigste Erlaubnis gebeten zu haben, früher zu gehen, der hat die Folgen zu tragen, und diese sind mcrnchrnal recht herbe. Das Schlimme ist ferner, daß der Angestellte gegen solche Willkür seines Vorstehers nur selten etwas auszurichten vermag. Denn selbst wenn der jüngere Angestellte an der zuständigen höheren Stelle seinen Fall vortragen darf, so glmibt man ihm kaum, weil man den Vorsteher als älteren Beamten für„glaubwürdiger" hält. Oder aber der Beschwerdeführer wird angewiesen, sich„zwecks Einigung" mit seinem Vorsteher auseinanderzusetzen. Dadurch tvird man natürlich erst recht dem Gutdünken der Vorsteher preisgegeben. Freilich hat die Direktion vor zirka zwei Jahren die Vorsteher durch ein Rundschreiben ersucht, dafür zu sorgen, daß die An- gestellten möglichst zeitig die Bureauräume verlassen können. Doch mit dem Erlassen solcher Verfügung allein ist nichts geleistet. Die Direktion muß sich auch darum kümmern, ob die Verfügungen be- folgt werden! Andernfalls setzt sie sich dem Verdacht aus, solche Verfügungen nur zum Schein erlassen zu haben. Manche Vorsteher beurteilen nämlich die Tüchtigkeit ihrer An- gestellten danach, wie lange diese abends im Bureau sitzen. Gehen dann einzelne früher, als es den„hohen Vorgesetzten" genehm ist. so üben diese sofort einen derartigen Druck auf ihre„wider- spenstigen Untergebenen" aus, daß letztere vorziehen, auch länger zu bleiben. Diese Vorsteher sind nämlich kurzsichtig genug, zu glauben, daß die Angestellten dadurck, mehr Arbeit„schaffen".� Sie erreichen jedoch gerade das Gegenteil. Weil die Beamten tmssen, sie müssen doch möglichst lange im Bureau bleiben, so arbeiten sie eben langsamer. Es gibt sogar in großen Bureaus manche An- gestellte, die am Tage kunswoll die Zeit mit Nichtstun verbringen, um am Abend dann sich scheinbar fast tot zu arbeiten. Eine Last sind ferner die vielen Protektionskinder, meist Söhne von Vätern, auf welche die Bank aus irgend welchen Gründen Rück- ficht nimmt. Nicht nur, daß diese Söhne vermögender Väter meist schon beim Eintritt in die Bank bessere Posten bekommen, sie werden auch in der Bezahlung bevorzugt und erreichen überhaupt, wenn sie sich nur einigermaßen in den Vordergrund zu drängen verstehen, alle erdenklichen Vorteile. Und was leisten sie gewöhnlich dafür? Meistens überlassen sie einfach die geringe Arbeit, die ihnen ihre Borgesetzten anzubieten wagen, ihren schon genügend belasteten Mit- arbeitern... � Wie ich hoffe, veranlassen diese Veröffentlichungen vielleicht mich andere Kollegen, durch Besprechung ähnlicher Mißstände die Be- jeitigung derselben zu versuchen. Man muß sich die Mühe nicht der- dricßen lassen, wstder und immer wieder zu rütteln. Steter Tropfen höhlt den Stein." Versammlungen. _ Der Metallarbeiter-Verband sVerwaltungSstelle Berlin) hielt am Sonntag in dem Riesensaale der„Neuen Welt" seine, wie meistens überfüllte Generalversammlung ab. Laut Abrechnung vom dritten Quartal balanzieren die Einnahmen und Ausgaben der Haupt- lasse in der Summe von 239 318,70 M. Der Lokalkasse wurden überwiesen 14 419,97 M., Bestand blieb 74 102,44 M. Einnahme und Ausgabe der L o k a l k a s s e balanzicrt mit 204 560,34 M. Der Kassenbestand beträgt 151 385,04 M. Verausgabt wurden an Reise- Unterstützung 3017 M., Ortsunterstützung 25 409,63 M.; Streik- und Matzregelungslmterstütznng aus beiden Kassen insgesamt 92ö59,10 M. und für Rechtsschutz 8396.64 M. Der Beitrag dieses Quartals entspricht der Leistung von ca. 46 000 Mit- gliedern.— Die weiteren Verhandlungen erstreckten sich auf die Besprechung von Anträgen zum Ortsstattit, die eine Er weite- rung der Unter st ützun gen aus lokalen Mitteln bezwecken. Beschlossen wurde, dem letzten Absatz des§ 1 des Ortsstatuts folgende Fassung zu geben:„Für Streiks und Maßregelungen, die in weniger wie zwei Tagen(bisher fünf Tage) ihre Erledigung gefunden haben, wird Unterstützung nicht gezahlt." Die Karenzzeit ist also erniedrigt worden. Ein weiterer Antrag der Ortsverwaltung lautete:„Mitglieder, die bei Beginn eines Branchen st reiks arbeitslos sind, erhalten ivährend der Dauer des Streiks S t r e i k u n t e r st ü tz u n g. Darüber, ob die Betreffenden zu der im Streik befindlichen Gruppe gehören und ob ein Branchenstreik vorliegt, entscheidet die Orts- Verwaltung." Dieser Antrag wurde nach reger Beratung einer dem- nächst einzuberufenden außerordentlichen Generalversammlung zur endgültigen Erledigung überwiesen.— Nach einer Ansprache des Borsitzenden Cohen gab die Versammlung einmütig der Meinung Ausdruck, daß der gegenwärtige Lohn- kämpf in der G e l b m e t a I l- I n d n st r i e seitens der Arbeiter zum Biegen oder Brechen geführt werden mü sse. Eine bedingungslose Wiederaufnahme der Arbeit dürfe es diesmal nicht geben. Zeutralverbaild der Töpfer. Die am Freitag abgehaltene Generalversammlung der Filiale Berlin nahm die Kassenabrechmuig vom 3. Quartal entgegen. Die Abrechnung der Hauptkasse schließt mit einer Einnahme von 18 875,65 M., einer Ausgabe von 17 478,23 M. und einem Bestände von 1377,42 M. Für Unter- stiitzungSzwecke sind 1769,84 M. ausgegeben. Die Lokalkaffe hatte eine Einnahme von 12 343 M, eine Ausgabe von 10 766,01 M., sodaß ein Bestand von 1576,99 M. bleibt. Das Gesamtvermögen beträgt 36 613,24 M.— Bei der Revision ist ein Fehlbetrag von 1620 M. entdeckt worden, der ans der ersten Zeit der Amtstätigkeit des vor einigen Monaten verstorbenen Kassierers herrührt und von diesem durch Bilanzverschleierungen den Revisoren verheimlicht worden ist. Diese Angelegenheit rief eine lange Debatte hervor. Wo das fehlende Geld geblieben ist, konnte nicht aufgeklärt iverden. Eine offenbare Unredlichkeit traut niemand dem Ber- storbenen zu. Man nimmt vielmehr an, daß ihm in der ersten Zeit, wo er mit der Führung der Kaffengeschäfte noch nicht recht vertraut war, Mankos entstanden find, die nach und nach die an- gegebene Höhe erreicht haben, und die anzugeben er sich scheute. Mankogeld bezog der Verstorbene nicht. Da ihm während seiner mehrjährigen Amtsführung eine Summe von etwa einer Viertel- Million durch die Hände ging, so könne ein solches Manko schon vorkommen, ohne daß man an eine Unredlichkeit des Kassierers denken brauche. Das war die übereinstimmende Meinung der Ver- sainmlung. die auch durch die fast einstimmige Annahme einer in diesem Sinne gehaltenen, vom Berbandsvorsitzenden Drunsel eingebrachten Resolution zum Ausdruck kam. Dieselbe bestimmt auch, daß die Hauplkasse das Defizit trägt. Gleichzeitig wurde beschlossen, daß dem Kassierer von jetzt an ein jährliches Mankogeld von 100 M. zu gewähren ist. Die dem Verbände der städtischen Arbeiter angeschlossenen Kanalisationsarbeiter faßten in ihrer Generalversammlung den Beschluß, eine weitere Eingabe an die städtischen Behörden zu richten, nachdem ihre Bittschrift vom August d. I. unberücksichtigt geblieben ist. Sie verlangen die endliche Bewilligung der schon seit Jahren aufgestellten und immer unbeachtet gebliebenen Lohn- erhöhungen. Sie wiederholen, daß sie bei den teuren Lebensmittel- preisen, hohen Wohnungsmietcn und der Eigenart des Betriebes mit der bisherigen Entlohnung nicht auskommen können. Außerdem werden noch folgende Forderungen aufgestellt, zum Teil als sehr dringend bezeichnet und beschlossen, diese zugleich in der Eingabe den städtischen Behörden zur Bewilligung mit zu unterbreiten: 1. Lieferung von waschechten Dienstanzügen für Kanalarbeiter, Bassinarbeiter, Druckrohraufseher, Kohlcnlarrer und auch für das Maschiuenpersonal. 2. Anschaffung von wasserdichten Jacketts auS Leder. 3. Bezahlung der lieberstunden. Begründet werden diese Forderungen u. a. mit folgendem: Die wasserdichte Kleidung sei nötig im Interesse ihrer Gesundheit; häufig genug seien sie alle bis auf die Haut durchnäht(eine sofortige Bewilligung sei sehr er- wünscht, da die nasse Jahreszeit bereits angebrochen>. lieber- stunden erhalte ja jeder Arbeiter nicht allein voll bezahlt, sondern es erfolge in der Regel noch ein Zuschlag von 25 Prozent. In den Badeanstalten der Stadt Berlin lassen die Verhältnisse in bezug auf Arbeitszeit und Löhne sehr viel zu wünschen übrig. Im einer von den Angestellten abgehaltenen Versammlung wurde darauf hingewiesen, daß die Arbeitszeit pro Woche häufig 81 Stunden, vor den Feiertagen sogar über 100 Stunden betrage. Daß dies unter Berücksichtigung der heißen Temperatur dazu führen mutz, den Körper nicht nur zeitig zu ermüden, sondern auch für rheumatische Krankheiten überaus empfänglich zu machen, ist klar. Weiter wurde der krasse Uebelstand gerügt, daß man die Aushülfsfrauen von mittags bis gegen 10 Uhr abends gegen einen Lohn von 1,25 M. beschäftigt. Daß jene Frauen mit IL Pf. pro Stunde abgefunden werden, sollte auch nicht für möglich gehalten werden. Von ein- zelnen Badewärtern wurde Klag« geführt, daß die Verwalter der einzelnen Badeanstalten dem Personal Vorhaltungen darüber machen, daß sie sich der Organisation angeschlossen haben. In ziem- lich klaren Andeutungen sei von denselben darauf hingewiesen worden, daß die Zugehörigkeit zur Organisation Unannehmlichkeiten im Gefolge haben könnte. Die anwesendem Stadtverordneten Schubert und Dr. B e r n st e i n wiesen darauf hin, daß der Berliner Magistrat wiederholt das Koalitionsrecht anerkannt und daß auch bei der letzten Etatsberatung die Stadtverordneten sich dahin geäußert haben. Sollten es einzelne Vorgesetzte unternehmen, an diesem gesetzlichen Rechte zu rütteln, so würden sich die städtischen Arbeiter energisch dagegen wenden. Zum Schluß teilte Schubert im Auftrage des Stadtv. Borgmann mit, daß er mit dem Bureau- Vorsteher Köppen über diese Angelegenheit verhandelt habe, wo er- klärt worden sei, daß man nicht daran denke, das Koalitionsrecht zu unterbinden. Weiter habe das Kuratorium beschlossen, den Angestellten im Sommer jede Woche einen vollen freien Tag und alle 6 Wochen einen fteien Sonntag zu gewähren. Wir halten eine derartige Erleichterung für durchaus geboten und erhoffen, daß auch die sonstigen vorhandenen Mißstände bei unseren sonst musterhaften Badeanstalten recht bald verschwinden. Die Kistenmacher nahmen in ihrer am Montag abgehaltenen Generalversammlung die Abrechnung vom Hl. Luartal entgegen. Eingenommen wurden 1013,40 M., ausgegeben 1216,11 M. Da der alte Bestand 2188,19 M. betrug, so bleibt noch ein Bestand von 1986.45 M. übrig. In den Ausgaben sind die Kosten des ver- flossenen Streiks enthalten, die sich auf 795,50 M. beziffern. Der Vorsitzende Jockel bemerkte hierzu, daß ein Teil der Kosten des Streiks in der Abrechnung des laufenden Quartals erscheinen wird, im ganzen hat der Streik eine Ausgabe von ungefähr 1!00 M. erfordert.— Einem Antrage des Vorstandes gemäß beschloß die Ver- sammlung, daß dienoch vom Streik her bestehenden Sperren aufgehoben sind.— Der Vorsitzende teilte mit, daß die schwebenden Verhandlungen wegen Anschluß der Kistenmacher- Organisation an den Holzarbeiter-Verband noch nicht abgeschlossen find, voraussichtlich werde der Anschluß zum 1. Januar erfolgen. Rieder-Schöuhaust«. In der BereinSfitzung am 1. Nobemb« konstituierten sich die organisierten Parteigenossen von Nieder-Schön« hausen als selbständige Ortsgruppe, die den Namen„Sozial- demokratischer Wahlverein Nieder-Schönhausen(Bezirk Pankows" führt. In den Vorstand wurden gewählt als 1. Vorfitzender Hermann Pätzold, 2. Borsitzender Waschke, Kassierer Salomon- Lessen, Schriftführer C o n r a d y, Beisitzer Schünemann und W i t t i g, Revisoren Rißmann, Heyer und H a a s e. Als Bezirkskassierer fungieren Salomon. Riesch, Noack und A. Zander. Diese erste Versammlung des selbständigen Vereins, der augenblicklich 85 Mitglieder zählt, war sehr gut besucht.� DaS ist hoffentlich ein gutes Omen für den zukünftigen agitatorischen Eifer der Genossen am Ort. Solchen Eifer zu betätigen, wird sich alsbald Gelegenheit bieten. Die Gemeindevertretung hat in ihrer letzten Sitzung beschlossen, die Ersatzwahlen für die im Lauf des Jahres fteigewordeuen Mandate unverzüglich vorzunehmen. Die Wahl findet also nach den alten Listen statt, und das bedeutet, daß alle nach dem 1. Januar Zugezogenen„nix tau seggen" haben. Darauf wird offenbar von seilen der„Ordnungspartei' spekuliert. Sache der Genossen ist es nun, dafür zu sorgen, daß uns trotzdem der Sieg, mindestens aber ein erheblicher Stimmenzuwachs zu teil wird. Eine stark besuchte öffentliche Versammlung in Spandau lauschte am Mittwoch dem Vortrage des Genossen W. M a n a s s e. Berlin, über das Thema:„Krieg auf Erden und den Menschen kein Wohlgefallen". Seine satyrisch pointierten Ausführungen über die innigsten Zusammenhänge zwischen Reaktion und Religion, sowie über das innere Wesen des Christentums, das gerade gegenwärtig in Ostasien die blutigsten Triumphe feiert, fanden den lebhaftesten Beifall der Versammelten. In der Diskussion nahm zunächst ein Gegner, der Oberst a. D. und Amtsvorsteher v. Rohr, das Wort: Die vielen Mitläufer, welche die Sozialdemokratie habe, der Sache der Ordnungsparteien zu retten, betrachte er als seine idealste Aufgabe; die bewußten Sozialdemokraten bekämpfe er bis aufs Messer Er sei ebenso Freund der Arbeiter wie jeder im Saal Anwesende usw. Herr v. Rohr ritt alsdann die alte Rosinmite..Terrorismus der Sozialdemokraten" und verstieg sich schließlich zu einem Lobgesang ans die„außerordentlich, ja ungeheuer viele n" Vergünstigungen, welche dm deutschen Arbeitern in den letzten Jahrzehnten durch die Sozialgesetzgebung zu- gewendet worden seien; und dabei habe die Sozialdemokratie gegen diese sozialen Gesetze gestimmt. Als Resultat dieser„Rettung der Mitläufer" sind zu verzeichnen: 20 Erklärungen zum Austritt aus der Landeskirche und 24 Aufnahmen für den S o z i a l d e m o. kratischen Wahlverein, neben einigen Abonnements aus den„Vorwärts"._ Letzte Nachrichten und Depeschen. Französische Tcputiertenkammer. Paris. 8. November.(W. T. B.) Auf eine Anfrage erklart Ackerbauminister Mougeot, es könne zur Zeit keine Rede davon sein die Gctreidezölle herabzusetzen oder aufzuheben. Tie Vorrate aus dem Jahre 1903 könnten zum großen Teil den Mindcrertrag dcS Jahres 1904 ausgleichen. Vom Auslande werde man Getreide nur in ganz geringem Maße beziehen müssen.— Hierauf wird die Beratung des englisch- französischen Abkommens fortgesetzt. Herbert(soz. Radikaler) wünscht Auskunft über die Politik be- züglich Marokkos und erklärt, er sei Anhänger eines friedlichen Vor- gehens. Delafosse stimmt dem Abkommen zu und betont die Be- deutung, welche die Erzielung einer Einigung bezüglich MarokloS habe. Redner spricht dann über Jndochina und behauptet, daß dicie Besitzung leider Frankreich wohl verloren gehen werde. Den Blättern in Jndochina zufolge habe Japan gezögert, ob cS Rußland oder Frankreich den Krieg erklären solle. Redner wünscht ferner den Abschluß eines Dreibundes Frankreich-England-Rußland, welcher das beste Mittel sein werde, um den Weltfrieden zu sichern und die französischen Kolonien im fernen Osten dem Lande zu erhalten. C a st e l l a n e(Nationalist) unterzieht die Politik in Marokko einer ungünstigen Kritik und verlangt Aufilärungen über das Abkommen mit Spanien. E t i e n n e bespricht die im Abkommen enthaltenen Vorteile und Konzessionen und sagt, es sei unmöglich gewesen, von England zu verlangen, daß cs Aegypten räume. Die finanziellen Interessen Frankreichs seien dort völlig sichergestellt. Er habe volles Vertrauen in die Politik des friedlichen Eindringens in Marokko. Redner fährt dann fort: Wir bleiben Freunde Rußlands, wir müssen auch Freunde Englands sein, in der Hoffnung, eines Tages ein Bündnis mit Ruß- land und England herbeiführen zu können. AuS diesem Grunde werden wir für das Abkommen stimmen. Hierauf wird die Beratung abgebrochen.— Im weiteren Verlaufe der Sitzung berichtet L e r o y über den Antrag auf Strafverfolgung Syvctons und verlangt für denselben die Dringlichkeit. HauthierdeClagny(Nationalist)! spricht gegen dieselbe. Paris. 8. November.(W. T. B.) Die Deputiertenkammer erteilte mit 415 gegen 141 Stimmen die Ermächtigung zur Straf» Verfolgung Syvctons._ fitul(Kanton Wallis), 8. November.(W. T. B.) Das eine Meile von hier gelegene fast völlig aus Holz erbaute Dorf Feschel, das etwa 220 Bewohner zählte, ist heute abend niedergebrannt. Die Ursache des Brandes ist' nicht festgestellt. Ab», 8. November.(W. T. B.) Der frühere Senator und General Schaumann ist aus der Haft entlassen worden. Die Verhandlung gegen denselben wurde auf den 6. De- zcmber vertagt. DaS Zeugenverhör ergab nichts besonders Bc- lastendes._ Vom»stasiatischen Kriegsschauplätze. London, 8. November.(W. T. B.) Dem„ReuterschenAurcau" wrd aus Tschifu von heute folgendes gemeldet: Die Japaner vor Port Arthur nahmen am 26. Oktober einen russischen Soldaten ge» fangen, der berichtete, daß die Besatzung von Port Arthur Mangel leide und mutlos geworden sei. Sowohl Lebensmittel als Arzcneieir und sonstiger Lazarettbedars seien unzureichend vorhanden. Auf diese Erzählung hin berief, so wird hierher berichtet, General Nogi seine Offiziere zu einer Beratung zusammen und entwarf mit ihnen beim Schein einer Fahrradlaterne ein unter den russischen Soldaten zu verbreitende? Sendschreiben. In dem Schreiben wurde auf» gezählt, wie General Kuropatkin wiederholt zurückgegangen und ver- gcblich irgend etwas gegen die Streitkräfte Marschall Oyamas aus- zurichten versucht habe, geschweige denn, daß es ihm möglich wäre, durchzubrechen und Port Arthur zu entsetzen. DaS Schreiben erwähnte ferner, die baltische Flotte sei' eben erst zu ihrer sich langsam vollziehenden Fahrt ausgebrochen und wies darauf hin, daß die japanischen Verschanzungen sich unWider- stehlich vorschieben, so daß eS sicher sei. daß die Japaner binnen wenigen Wochen in die Hauptbefcstigungen eindringen werden. Schließlich sicherte das Schreiben allen, die sich ergeben würden, humane Behandlung zu und betonte, daß es im Interesse der Menschlichkeit gelegen sei. weiteres nutzloses �Gemetzel zu verhüten. Der Brief wurde ins Russische übersetzt und dem Gefangenen mehrore Exemplare davon übergeben. Der Soldat erreichte in der Frühe dcS 4. November die russischen Linien wieder, ohne daß ihn seine Offiziere bemerkten und kehrte in der Nacht wieder zu den Japanern zurück, denen er mitteilte, seine Kameraden würden in einigen Tagen antworten. Die Stimmung der Leute, sagte er, scheine darauf hinzudeuten, daß sie zwar mit ihrem Los und den Aussickten. die die Lage biete, unzufrieden, aber doch dem Gedanken einer nicht offiziellen lieber- gäbe abgeneigt seien. Immerhin habe das Schreiben viel dazu bei- getragen, die von den russischen Offizieren genährte Vorstellung zu zerstreuen, daß einem Siege der Japaner ein Gemetzel folgen werde. Die Abteilung, der der Soldat angehörte, ist seiner Aussage zufolge von achthundert auf dreißig Manu zusammengeschmolzen. Verantw. Redakt.-Paul Büttner, Berlw.JnIcrateverantw.lmitBusnahme der„Neue Welt"-Beilage):Th.Glot»e,Vcttin.Drucku.Verlag:VorwärtSBuchdr.u.BerIaa»ankt. Paul Sw»«»- KS-,««rrn-sur. Hierzu» Beilage««.Unterhalt« ngsbl. Nr. 261. 21. Jahrgang. 1. KcilU des Jotniötlj" Knlim WM»«. Mitwoch, S. November 1964. Militarismus und Demokratie. Die folgende Entgegnung gegen unseren Artikel in Nr. 262 über die letzte Armee-Debarte in Frankreich sendet uns Genosse Kautsly. Wir werden morgen darauf erwidern. » Die Demokratisierung der Spitzelei. In seiner Sonntagsnummer brachte der„Vorwärts" unter dem Titel„Militarismus und Demokratie" Ausführungen über den jüngsten Ansturm auf den französischen Kriegsminister, die zu einer Kritik lebhast herausfordern, umsomehr. da die behandelten Fragen höchst wichtige sind. Es handelt sich darum, auf welche Weise wir den Kampf gegen den Militarismus zu führen haben und welche Rolle wir der politischen Polizei zuerkennen. Nach der Niederloge der Pariser Kommune vergaßen die bürger- kchen Republikaner Frankreichs alle ihre programmatischen Forde- rungen der Volksbewaffnung, der Wahl der Offiziere durchs Volk:c. und richteten ein militaristiiches Regime ein, das sich dem preußischen an die Seite stellen durfte. Das Offizierkorps wurde eine privi- legierte Kaste, unabhängig vom Volke und über dem Volke stehend. Ein derartig kastenmäßig abgeschlossenes Offizierkorps, das sich mir aus den besitzenden Klassen rekrutiert, birgt aber stets in sich mehr Elemente agrarischen als industriellen oder kommerziellen Ur- sprungs. Der große Grundbesitz hat stets durch das ganze Milieu, das er erzeugt, die kriegerischen Instinkte und Neigungen mehr be- günstigt als Handel und Industrie. Die Bourgeoisie drückt sich vom Kriegsdienst soviel sie kann. So überwiegen auch im stanzösischen Offizierkorps die agrarischen Elemente und die dem entsprechenden politischen Tendenzen. Die der kommerziellen und industriellen Bourgeoisie entspringenden Elemente unter den Offizieren hatten einen schweren Stand, wurden von ihren Kollegen und Vorgesetzten zurückgesetzt und geboykottet. Im Falle Dreyfus äußerte sich dieser Zustand mit besonderer und überraschender Brutalität, was die bekannte energische Gegen- aktion zur Folge hatte, die zum Zusammenwirken von bürgerlichen Republikanern und Sozialisten und zum Aufkommen der* Spielart des ministeriellen Sozialismus führte. Proletariat und Bourgeoisie hatten dabei anscheinend die gleichen Interessen: die Niederwerfung des Generalstabes, die Ueberwindung des Militarismus. Aber nur äußerlich waren diese Interessen die- selben, im Grunde waren sie ganz gegensätzlich. Die Bourgeoisie wollte nicht den Generalstab niederwerfen, sondern für sich erobern, ihn statt durch agrarische Elemente durch ihr eigenes Fleisch und Blut besetzen. Aber der Militarismus selbst soll bleiben wie er ist: das Offizierkorps eine Kaste, die außerhalb des Volkes und über ihm steht. Denn auch in der bürgerlichen Republik braucht man das Militär als ultima, ratio gegen den inneren Feind— ja man wartet nicht einnml den äußersten Fall ab, sondern ist bereit, es gegen jeden Streik mobil zu machen. Dem Proletariat dagegen kann es ziemlich gleichgülttg sein, ob im Generalstab die agrarischen Elemente oder die der industriellen oder kommerziellen Bourgeoisie entstammenden überwiegen; die einen sind ebenso sehr seine Feinde wie die anderen. Ihm handelt sich's darum, den Militarismus selbst aufzuheben, das heißt die Abson- deruug der Armee vom Volk, die Erhebung der Offiziere über das Volk, das Volk zu bewaffnen, den Soldaten den bürgerlichen Gesetzen und Gerichten zu unterwerfen. In der Erwarttmg, daß die Affäre Dreyfus zu einer Er- schütterung des Militarismus ftihren werde, Ivarfen sich die stanzö- fischen Sozialisten zusammen mit den bürgerlichen Republikanern in den KcmpJ gegen den Generalstab. Aber bald zeigte sich's, daß von dem bürgerlichen RepublikaniSmus nicht die mindeste Förderung der antimilitaristtschen Tendenzen zu erwarten war. Der Kampf verflachte immer mehr zu einen bloßen Gezänk»m die Person des Dreyfus, und die Amnestte der Generalstäbler durch die republikanische Regierung zeigt deutlich, wie wenig diese beabsichtigte, am MilttansmuS zu rütteln. Davon ist es seitdem ganz stille getvorden, auch in den Reihen der ministeriellen Sozialisten. Um so eifriger wurde die andere durch den Dreyfus-Prozeß angeregte Bewegung fortgesetzt: die Förderung der industriellen und kommerziellen Kreil eir entstammenden oder ihnen genehmen Offiziere auf Kosten der agrarischen, klerikalen, anttsemi tischen zc. Wie aber herausfinden, welch« Offizier« regierungstreu gefilmt, welche opposittonell find? Auf die offizielle Spitzelei durch Polizei und Präfekten ist kein«erlaß, die spielen zu oft mit den Offizieren unter einer Decke. Man griff daher zu dem famosen Mittel, die Bespitzelung durch die Polizei zu kon- trollieren durch eine private Spitzelgesellschaft, die Freimaurerei. Auf Grund der geheimen Führuugslisten, welche diese ehrenwerte Gesellschaft lieferte, die niemand kontrollierte und kontrollieren konnte, die privater Ranküne den freiesten Spielraum bot und gegen welche die Betroffenen völlig wehrlos waren, da sie von ihrem Da- sein keine Ahnung hatten, wurden nun die Beförderungen im Offizier- korps vorgenommen. Lange blieb dieses schöne System„republikanischen" Delatoren- tums geheim, bis eine Jndiskretton, vielleicht sogar eine Lumperei es ans Lickt brachte. Allgemein war die Enttiistung über dieses infam« System, selbst die zä heften Anhänger der Regierung konnten sich der Wucht dieser Enthüllungen nicht verschließen, brachten es nicht über sich, diese Praktiken zu verteidigen. Da, als die Re- gierung unter der Verachttmg zusammenzubrechen drohte, die man gegen jede Spitzelei empfindet, rettete sie Jaurss. Was war vom sozialistischen Standpunkte auf die Enthüllungen zu erwidern? Man mußte zugeben, daß die dadurch bloßgelegten Prattllen widerlich und korrumpierend seien, oder man mußte den Anklägern das Recht bestreiten, fich zu entrüsten, da sie genan das- selbe tun würden, was die Regierung getan, wenn sie an ihrer Stelle wären. Nur die Sozialisten hätten ein Recht, dieses Demmziantenwesen zu verurteilen, da nur sie allein den Militaris- mus prinzipiell bekämpften, der die Bespitzelung der Offiziere not- wendig mit sich bringe. Je wehrloser das Volk, je größer die Macht der Offizierskaste im Staate, um so größer das Interesse jeder Regierung, diese Kaste zu einer ihr treu ergebenen Prätorianer- aard« zu gestalten, und desto größer ihr Bedürsttis, deren Gesinnungen genau zu kennen, also sie zu bespitzeln. Nur derjenige habe ein Recht, sich ehrlich über das seewnaurerische Denunziantentum zu entrüsten, der gewillt sei, an Stelle des stehenden Heeres das Milizsystem zu setzen. Da die An- klüger dies ebensowenig wollten wie die bestehende Regierung und diese immerhin einige Reformen anstrebe, die die Ankläger be- kämpften, so müsse man für die Regierung stimmen als daS kleinere Uebel, nicht aber weil man ihr Versahren billige. Ganz anders sprach Jaurss. Er begründete die Notwendigkeit deS politischen Spitzeltums gegenüber den Offizieren mit dem Charakter des Milttarismus, da dieser den Soldaten zum wehr- und willenlosen Untergebenen des Offiziers mache, der ihn zu den schlimmsten Anschlagen mißbrarichen könne. Freilich, einmal dämmert JaureS die Idee auf, daß diesem Zustande nur dadurch wirksam zu begegnen sei, daß man die despottsche Macht des Offiziers breche, aber er wagt selbst nicht die Konsequenzen daraus zu ziehen. „Ja, meine Herren." rief er,„ivir sind alle schuldig, Regierung und Majorität, und ich bekenne mich als Mitschuldiger daran, die notwendige Aufhebung der Kriegsgerichte nicht herbeigeftihrt zu haben, die das Kastenreaim« kennzeichnen und verlängern." Aber selbst der sonst so versprechensfteudige Jaurbs wagt nicht, diese notwendige Refonn in Aussicht zu stellen. Von der Notwendigkeit des Milizsystems ist keine Rede bei ihm. Seine Reformvorschläge zur „Demokratisierung" des Offizierkorvs sind höchst kleinliche, z. B. Reformierung der Verleihung von Freiplätzen in der Militärschule von St. Cyr, Aufhebung des Zwanges für die Offiziere, an ihren Kasinomahlzeiten teilzunehmen usw. Aber er fiihlt selbst, daß diese„Reformen" nichts nützen, und so erklärt er, sie entbinden uns nicht der Notwendigkeit, die polittsche Gesinnung der Offiziere zu„konttollieren". Indes soll die Regierung nicht allein spitzeln; nicht umsonst ist Jaurss ein großer Demokrat. In dem großen Werke der Kontrollierung der politischen Haltung der Offiziere sollen die Organe der Regierung unterstützt werden durch die gesamte Natton. Allerdings, das Privatleben soll von der Spitzelei ver- schont bleiben. Aber haben das nicht bisher noch alle Regierungen versichert, die die Gesinnungsriecherei betrieben? Prattisch sind die Jaurösschen Reserven wertlos. Was aber praktisch wichtig, ist seine moralische Rechtfertigung des P r i n z i p s des Forschens nach der „Gesinnungslüchtigkeit" und der Ergebenheit der Offiziere für das herrschende Regime. Auf diesem Wege, durch Verwandlung der Nation in eine Armee fteiwilliger polittscher Polizisten zur Ueberwachung der Armee in Waffen, hofft Jaures die Herrschaft der Demokratte über den Mili- tarismus herzustellen und zu sichern. In Wirklichkeit ist diese Rede die Unterwerfung des ministeriellen Sozialismus unter den Militarismus, dessen Aufhebung keine praktische Frage mehr für ihn ist. Aber wir haben nicht die Absicht, hier gegen Jaurds zu polemi- sieren. Was uns vor allem angeht, ist die Haltung des„Vorwärts", der von Jaurss entzückt ist und seinen Spuren eifrig nachgeht. Das Streben des Kriegsministers, an Stelle oppositioneller Offiziere regierungsfreundliche zu befördern, also das Personal zu ändern, ohne an die Institutionen zu rühren, wird im„Vorwärts" zu einem Kampf gegen den Militansmus, zu einer Demokratisierung der Armee. Der„Vorwärts" hat vergessen, daß derselbe Kriegs- minister gegen die sozialistische Propaganda in der Armee noch energischer vorgeht, wie gegen die klerikale, daß er sozialistische Pro- pagandaschriften gegen den Militarismus gerichtlich verfolgen ließ. Er hat vergessen, daß dieselbe Regierung, die klerikalen Offizieren die Beförderung erschwert, sozialistische Lehrer wegen ihrer Ge- sinnung maßregelt. In der Tat, wir haben alle Ursache, dieser Regierung einen Freibrief für Gesinnungsriecherei und Spitzelei zu geben I Das tut aber der„Vorwärts". Er spricht„von den an sich berechtigten Führungszetteln, in denen Bemerkungen über die politische Zuverlässigkeit der Offiziere niedergelegt waren". Ei, seit wann hat die Sozial- demokratie Konduitenlisteu über die politische Zuver- l ä s s i g k e i t von O. fizieren als berechtigt anerkannt? Ich kann mir's ersparen, alles anzuführeit, was die Verwerflichkeit dieser Führungslisten begründet, denn wir dürfen wohl erwarten, daß es nicht einen Parteigenossen gibt, der diesen Satz unseres Zentral- organs unterschreibt. Nachdem es aber die offizielle Spitzelei fiir berechttgt erklärt, versucht es, über die private hinwegzuhuschen. Diese Führungslisten seien„in der Tat durch den im Kriegsministerium tätigen Haupt mann Mollin unstatthaft geführt worden".„Unstatthaft g« führt"— das ist alles, was es darüber sagt— den Kern der ganzen Affäre— welch zartes Wort für die Erbärmlichkeit, sich Material über das private Leben der Ofstziere durch freiwillige private Spitzel liefern zu lassen! Wird so die Schuld der Regierung möglichst verkleinert, so wird ihre posittve Leistung überschwenglich vergrößert. Worum handelt es sich denn? Wir haben gesehen, der Kampf gegen den Militarismus ist längst aufgegeben, es handelt sich nur noch darum, an Stelle der Kreattiren der Jesuiten Kreaturen der Freimaurer im Offizierkorps zu befördern. Der„Vorwärts" aber jubelt, daß es Jaurös ge- lungen sei,„den Stoß, den man gegen die Demokratisierung(I) der Armee zu führen versuchte, in den Gegenstoß gegen die reakttonäre Militärherrschast zu verwandeln; damit sei die Bahn eröffnet„für eine wahrhaft fteiheitliche und kulturelle Entwickelung des franzö- fischen Staatswesens. In dem tosenden Kampf der französischen Depilttertenkammer und seinem Ausgange zeigt sich der bedeutsame Beginn des Herrwerdens der Demokratte über den Militarismus, der friedlichen Kulturarbeit über die nattonalistische Verhetzung". Alles das liest der„Vorwärts" aus der Tatsache heraus, daß die Bourgeoisrepublik die Methoden des Polizei st aateS auch dem Militarismus— ebenso wie der proletarischen Bewegung— gegenüber übernommen hat. unter Billigung von JaursS. Welcher Sieg der Demokratte, der friedlichen Kulturarbeit, welche herrlichen Perspekttven für die fteiheitliche Entwicklung des französischen Staats- ivescns l Eine der schlimmsten Folgen des ministeriellen Sozialismus ist die Notwendigkeit für seine Anhänger, jede Erbärmlichkeit des bürgerlichen Republikanismus mit Aufwand eines unglaublichen Phrasenschwalls in eine demokrattsche Großtat umzureden und oa- durch alle klare Erkenntnis der bürgerlichen Welt zu verschleiern. Vom Jaurösismus hat der„Vorwärts" auch diese Methode über- nommen. Freilich, in Deutschland brauchen wir nicht zu fürchten, daß die Einsicht in das Wesen und die Leistungsfähigkeit des bürger- licheu Liberalismus dadurch getrübt wird. Wenn wir gegen den Artikel des„Vorwärts" protestieren, so geschieht es, um eS unseren Gegnern unmöglich zu machen, ihn für sich auszunutzen, wie sie es konnten, wenn er unwidersprochen bliebe. Wir müssen uns prinzipiell gegen jede polizeiliche oder gar private Ueber- wachung der„politischen Zuverlässigkeit", sei es von Offizieren, sei es von anderen Staatsdienern, verwahren; wir müssen dem Grund- satze treu bleiben, der den Denunzianten für den größten Schuft im ganzen Lande erklärt. Wir bekämpfen aufs lebhafteste alle die erbärmliche Gesinnungs- necherei. wie sie gerade die jetzigen Ankläger der Republik dort, wo sie die Macht haben— z. B. im niedervsterreichischen Landtag— aufs rücksichtsloseste betreiben. Aber wir können ihr nur dann wirk- sam entgegentteten, wenn wir sie prinzipiell bekämpfen und nicht erklären, das, was eine Niederttächtigkeit sei, wenn von den Jesuiten geübt, werde ein großartiger demokratischer Kulturfaktor, wenn von den Freimaurern vollzogen und von Jaurss verteidigt. Das Mittel ist ebenso verwerflich wie nutzlos, denn die Ge- fährlichkeit deS Offizierskorps für die Demokratie ist im Wesen des Militarismus selbst begründet sowie in den Tendenzen der Klaffen, die die Mitglieder der privilegierten Offizierskaste liefern. Auch in diesem Falle wie gegenüber der Sozialdemokratie erweist sich die politische Polizei als ein Mittel, das seine Urheber nur korrumpiert, ohne ihr Regime zu befesttgen. __ K. KautSkh. partei-lVacbnchtcn. Protest gegen die Kolonialpolitik. I Eine große Protestkundgebung gegen die Kolonialpolitik ver- anstalteten die Parteigenosien an der nordischen Wasserkante am Sonntag. Bormittags wurden in Hamburg- Stadt und Land, in Altona, Wandsbeck und Umgebung, sowie itt Harburg und Wilhelms- bürg 300 000 Flugblätter gegen den südwestaftikanischen Krieg und die Kolonialpolitik verbreitet und zugleich zu den Versammlungen eingeladen, die für den Abend in den, ganzen Gebiet in großer Zahl veranstaltet wurden. Die stark besuchten Versammlungen endeten mit der Annahme dieser Resolutton: „Die Bersanimlung erklärt: 1. In Anbetracht, daß die bisherige Kolonialpolitik auf Ver- gewaltigung des SelbstbestimmuugSrechteS anderer Völker beruht — daß die Ausbeutung der Kolonien lediglich dem Vorteil einzelner kapitalistischer Cliquen dient, während die ungeheuren Kosten und die Opfer an Menschenleben vom Volke gettagen werden müssen— daß die Verwaltung der Kolonien nach dem bisherigen System Dünkel und Ueberhebung bei den Beteiligten erzeugen muß— verlvirft sie diese Kolonialpolitik, jedes Sweben nach Erwerb überseeischer Gebiete und verlangt das Aufgeben deS jetzigen Kolonialbesitzes. 2. In Erwägung, daß der gegenwärtig in Südwestaftika tobende Krieg durch die Gier und Gewalttätigkeit europäischer Abenteurer verschuldet ist— daß die Gerechttgkeit es gebietet, anzuerkennen, daß die Eingeborenen zum Verzweiflungskampf durch lange geduldig ertragene Unbill schließlich gezwungen worden sind— fordert sie die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten, das Aufgeben weiterer Truppensendungen, Abschluß des Friedens mit den Eingeborenen unter Anerkennung ihres Rechtes auf den Besitz des Landes, und Bestrafung jener Europäer, die durch ihre Uebergriffe und Gewalttaten den Anstoß zu dem Kriege gegeben haben. 3. Aus allen diesen Gründen richtet die Versammlung an den Reichstag die Aufforderung, keinerlei Mittel für die Fortführung der Kolonialpolitik zu bewilligen, insbesondere aber die sofortige Zurückziehung der Truppen aus Südwestafrika zu verlangen und alle Kredite für Wetterführung des verderblichen Krieges entschieden zu verweigern." Der erste Schritt. Die Parteigenossen in T h o r n beteiligten sich zum erstenmal an der Stadtverordnetenwahl. Sie brachten 37 Stimmen auf, während die gewählten Gegner gegen 600 Stimmen auf sich vereinigten. polizeillchce, Ocricbtllchee uk». — Eine seltsame Beleidigung. Der Redakteur deS„Norddeutschen Volksblattes" in Bant, Genosse Metze, soll die Wilhelmshavener Polizei beleidigt haben durch eine Nottz seines Blattes mit diesem Inhalt: „Die Wilhelmshavener Polizei hat sich wieder einmal unnötig bemüht. Unser Redakteur Genosse Jacob wurde heute vom Schöffengericht von der Anklage, die Wilhelmshavener Polizei beleidigt zu haben, freigesprochen." Metze ist deswegen bereits gerichtlich vernommen worden. Da in der Nottz keine trgendwie geartete formale Beleidigung zu ent- decken ist, so muß angenommen werden, daß man in ihr die Be- hauptung unwahrer Tatsachen gefunden hat. Die Freisprechung ist aber Tatsache, also kann die Beleidigung nur in der Behauptung geftmden werden, daß sich die Polizei unnötig bemüht habe. Uns scheint aber wirklich, daß sich die Wilhelmshavener Polizei auch diesmal wieder unnötig bemühe. Soziales. Die Zugehörigkeit zu einem Konsumverein ist den städtischen Arbeitern in Dresden verboten. Das bedeutet für sie nicht bloß eine Rechtlosmachung, sondern auch eine Lohnherabfetzung, die aber nicht der Gemeinde, sondern nur den Krämern, dem politischen Anhange des antisemitischen Rathausklüngels zugute kommt. Nunmehr ver- suchten die Frauen der städtischen Arbeiter, sich durch die Erwerbung der Mitgliedschaft im Konsumverein den wirtschaftlichen Vorteil zu sichern, den der Konsumverein bietet und dessen die städtischen Ar- beiter wirklich recht dringend bedürfen. Dadurch wären fteilich die Absichten der gierigen Krämer durch- kreuzt worden und deshalb wird nun auch den Frauen dieser Arbeiter verwehrt, dem Konsumverein anzugehören. Was bedeutet aller sogenannter Terrorismus der gewerkschast» lich organisierten Arbeiter gegen solchen behördlichen Terrorismus, verübt gegen arme Straßenkehrer zugunsten des Privatvorteils der politischen Anhänger der gegenwärtig Dresdens Gemeindeverwaltung beherrschenden Parteil_ Banardeiter-„Schutz" von Gemeinde wegen. In Lichtenberg in der Pfarrstraße wird ein Schulbau aufgeführt. Die einzelnen Arbeiten, wie Maurer-, Zimmerer-, Dachdecker- und Klempnerarbeiten sind an private Unternehmer ver» geben, den verantwortlichen Bauführer aber stellt die Gemeinde Lichtenberg. Nun muffen auf dem Bau gegenwärtig die Dacharbeiten ohne jegliche Schutzvor» r i ch t u n g ausgeführt werden. Als der Bauführer jüngst von einem Gewerkschaftsbeamten zur Rede gestellt wurde, meinte er ziemlich gleichmiitig, die Sache ginge ihn-nichts an; der Klempner- und Tackdeckermeister seien ja kontraktlich zur Anbringung von Schutzvorrichtungen verpflichtet. Wenn sie es aber nicht täten, dafür könne er nicht.— Wer trägt hier die Verantwortung, wenn auf dem Bau Unfälle passieren? Die Meister drücken sich aus Sparsam- keitsrücksichten um die Anbringung von Schutzvorrichtungen herum. Der von der Gemeinde gestellte Bauführer aber hält sich nicht für befugt, von den Meistern die Erfüllung ihrer Kontrakt- pflichten zu fordern. So versteckt sich einer hinter den anderen. Wenn aber ein Arbeiter verunglückt, dann waschen alle ihre Hände in Unschuld. Die Ortspolizei aber scheint das Fehlen der Schutz» Vorrichtungen überhaupt noch nickst bemerkt zu haben. Die Geheimnisse einer Schwindelkaffe wurden in einer Gerichts- Verhandlung vor der Strafkammer in Essen aufgedeckt. Wegen Betrug, Untreue und Urkundenfälschung waren angeklagt der ehe- malige Bergmann Wilhelm Flasche und der frühere Gerichts» diener Otto A m e l o n g>. Die beiden waren für die„Volkskranken» lasse Union" in Hannover tätig gewesen-. Als diese Schwindelkaffe die Bude zumachen mußte, brauchten Flasche und Amelong neue Einnahmequellen und zu diesem Zwecke gründeten sie die„Volks- krankenkaffe W e st f a l i a" in Gelsenkirchen. Wie eS bei dieser Gründung zugegangen, das wurde in der Gerichtsverhandlung festgestellt. In der„Generalversammlung", die kurz nach der Gründung abgehalten wurde, waren 16 Mitglieder vertreten, zum größten Teil Verwandte oder gute Bekannte der Angeklagten. In dieser General- Versammlung wurde Flasche mit 11 Stimmen zum 1. Vorsitzenden mit einem Monatsgehalt von 300 M., Amelong mit 11 Stinnnen zum Kassenkontrolleur mit 250 M. Monatsgehalt ernannt. Außer- dem wurde beschlossen, eine Gehaltsaufbesserung von 25 Proz.. falls das Geschäft rentabel sei, zu gewähren. An Reisevergüttmg sollten die Vorstandsmitglieder pro Tag 10 M. Diäten und Fahrtvergütung 2. Klasse erhalten. Für jede Vorstandssitzung wurde den Mitgliedern außerdem 7,50 M. bewilligt. Die Zahl der Kassenmitglieder, die selbstverständlich nie einen Pfennig aus der Kasse erstielten, war gering. Bis September 1003 hatte man nur zirla 450 Mitglieder gewonnen. Währen-d Flasche und Amelong ein gutes Leben führten, ihr monatliches Gehalt einsteckten und außerdem aus Kosten der Kasse Reisen machton, erhielten die übrigen Vorstandsmitglieder weder Gehalt noch sonst etwas. Ende August wurde die Volks- krankenkasse„Westfalia" polizeilich geschlossen. An Geld tvaren nur noch 130 M. vorhanden. Eine Revision der Bücher ergab, daß die- selben nicht ordnungsmäßig ssefuhrt waren. Amelong hatte während seiner dreimonatlichen Tätigkeit aus der Kasse 335 M. und Flasche 1060 M. erhalten. An Mitgliederbeittägen waren insgesamt nur 662 Ds. vereinnahmt worden. Der gerichtliche Sachverständige be- kündete!, daß aus den Mitgliederbeiträgen die Ausgaben nicht be- stritten werden konnten, sondern daß sie durch die Einlagen der An- gestellten bestritten worden sind. Mit Rücksicht auf die Gemein- gefährlichkeit der Angeklagten beantragte der Staatsanwalt gegen Flasche 3 Monate und gegon Amelong 10 Monate Gefängnis. Das Gericht ging noch über diesen Antrag hinaus, es hielt die Angeklagten doS vollendeten Betrugs in vier Fällen, des versuchten Betrugs in 14 Fällen und der Untreue, Amelong außerdem auch noch der schweren Urkundenfälschung schuldig und verurteilte Flasche zu 10 Monaten und Amelong zu 1 Jahr 2 Monaten Gefängnis. Beide Angeklagte wurden sofort verhaftet. Die Arveittrvewcgung nnd der Kampf gegen den Alkoholisinus in Niederland. Am 29. und 30. Oktober tagte in Amsterdam ein„Kongreß über den Zusammenhang zwischen den gesell- schaftlichen Zuständen der arbeitenden Klasse und dem AlkoholismuS." Er war einberufen von dem „Niederländischen Verein zur Abschaffung Alkoholischer Getränke", unter Mitwirkung mehrerer Arbeiterorganisationen, sowie auch der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Akan hatte sich bemüht, alle Richtungen der Arbeiterbewegung zur Vertretung auf dem Kongreß zu veranlassen, fand jedoch bei dm„Christlichen" sehr wenig Entgegenkommen; nur ein Verein dieser Richtung war vertreten. Im ganzen waren 40 Organisationen vertreten, davon 17 durch Verbandsvorstandsmitgliedcr. Die Tagesordnung bestand aus 6 Verhantllungsgegenständen:„Der Zusammenhang zwischen Volksernährung und Alkoholismus"—„Nachtarbeit und Trinkgewohnheit"—„Der Einfluß der Arbeiterorganisation auf den Alkoholismus"—„Das Verhältnis zwischen gesellschaftlichem Wohl- stand und Alkoholismus"—„Verbrecherische Jugend und Alkoho- lismus" und„Arbeitsdauer und Trinkgewohnheit". Als wichtigstes Thema kann man Ivohl das Wer Arbeiterorgani- sation und Alkoholismus ansehen. Hierzu hielt unser Parteigenosse Spiekmann aus Rotterdam das Referat. Er sagte unter anderem:„Die Tchsachen betveisen, daß überall, wo die Arbeiter- bewegung ihren Einfluß auf das geistige Leben der Arbeiter und auf die Arbeitsbedingungen geltend gemacht hat, sich der Mißbrauch geistiger Getränke stark vermindert hat, und damit das sittliche Niveau der Arbeiter gestiegen ist, während demgegenüber in den Gegenden, die der Arbeiterbewegung noch verschlossen blieben, der Mißbrauch auch am ärgsten ist."— Zum Beweise für diese Be- hauptung führte der Redner eine große Anzahl von Tatsachen und Erfahrungen bekannter Vertreter der Gewerkschaftsbewegung aus verschiedenen niederländischen Städten und Landesteilen an.„Die Trinkgewohnheit", sagte er,„ist ein furchtbares Hindernis für die Arbeiterbewegung. In Gegenden wie Waalwijk, Maastricht, Tilburg, wo die Arbeiterbevölkerung durch die Trunksucht degeneriert ist, hat die Arbeiterbewegung keinen durchgreifenden Erfolg; so kann also die Arbeiterbewegung nicht ohne Alkoholbekämpfung auskommen. Umgekehrt vermindert auch ohne besondere Antialkohol-Propaganda der Alkoholmißbrauch sich von selbst, wo die Arbeiterbewegung festen Fuß fast. Lansberg bemerkt von den Glasarbeitern in Delft, daß das Kneipenlaufen von selbst nachgelassen hat, nachdem die Organisation einen kürzeren Arbeitstag errungen hatte. In Schiedam, wo 1% Stunden länger gearbeitet wird, ist der Alkoholmißbrauch viel stärker verbreitet. Der Umstand, daß sie Mitgliedck der Organisation sind, ist für viele der Antrieb, ein gutes Vorbild zu geben. Willems berichtet aus Tilburg: Hier herrscht die Auffassung, daß derjenige, der in der selbständigen Arbeiterbewegung tätig ist, auch Abstinenzler sein muß. Baart gibt Zeugnis von einer Anzahl von Männern, die aus TrunkeWolden zu tüchtigen Leuten geworden sind, vor denen ihre früheren Kameraden sich ihrer Trunksucht wegen schämen. Potjewi'jd, Wessels. Jan Kat von Zaandam berichten ähnliche Tatsachen. In Zaandam lagen oftmals die Hafenarbeiter einen halben Tag lang betrunken an Bord. Im Jahre 1902 hat die Organisation unter Mithilfe der Arbeitgeber dem ein Ende gemacht. Jetzt werden Trunkenbolde von ihren Kameraden an Land gesetzt und mit Arbeitsentziehung bestraft. Beim Löschen eines Reisschiffes wurden früher vom Arbeitgeber 10 Liter Genever gegeben. Jetzt erhalten die Arbeiter das Geld dafür und legen es in den Widerstandsfonds ihrer Organisälion."— GewerksckaftUckes. Die Lehrlingsfrage hat infolge mehrerer Vorkommnisse aus jüngster Zeit auch die Aufmerksamkeit der gewerkschaftlichen Kreise auf sich gezogen. Lange Jahre hat man dieselbe dort nur von dem Gesichtspunkte aus betrachtet, ob nicht die Ausbildung einer übermäßigen Zahl von Lehrlingen geeignet sei, Angebot und Nachfrage von Arbeits- krästen im Gewerbe ungünssig zu beeinflussen. Neuerdings aber be- schäftigt man sich auch mit der Art der Alisbildung. Diese Frage ist für die Gewerkschaften um so drängender, als die skrupellose Ausbeutung jugendlicher Arbeitskräfte in der Form der Lehrlings- Haltung vielfach zu dem Zweck betrieben wird, die teurere Arbeits- kraft erwachsener. Arbeiter auszuschalten. In Erinnerung unserer Leser sind ja noch die Vorkommnisse in der Buchbinderei von Lüderitz u. Bauer. Heute werden uns nun Mitteilungen gemacht über Klagen, welche in einer Druckerei-Ver- sammlung des Personals der„Deutschen Warte" vorgebracht wurden. Früh um 7 Uhr beginnen dort die Lehrlinge ihre Tätigkeit und es ist vorgekommen, daß sie abends um 10 und 11 Uhr noch im Ge- schüft waren. Einer dieser Lehrlinge befindet sich gegenwärtig in einer Nervenheilanstalt und es hat zweifellos die Arbeit im Ge- schüft, wenn sie die Krankheit nicht verursacht hat, doch viel zum Ausbruch derselben beigetragen. Ein anderer Lehrling, ein besonders schwächlich entwickelter Knabe, wurde auch an der Rotations- Maschine beschäftigt, eine Arbeit, der für die Dauer nur Männer mit starken Nerven genügen. Er schlief manchmal fast bei der Arbeit ein, so daß ihn die Maschinenmeister aufforderten, nach Hause zu gehen und sich schlafen zu legen, waS er sich scheinbar mit Rück- ficht auf den Obermaschinenmeister Bergmann, seinem Onkel, nicht getraute. Man ist bei diesen Mitteilungen versucht zu glauben, es sollte einmal der Versuch gemacht werden, wie lange ein Lehrling arbeiten kann und was er aus- zuhalten imstande ist, ehe er vor Erschöpfung zusammenbricht. Das ist wucherische Ausbeutung jugendlicher Arbeiter in ihrer schlimmsten Gestalt. Unmöglich können die gewerkschaftlich organi- sierten Arbeiter an solchen Verhältnissen geschlossenen Auges vor- übergehen. Es sind ihre zukünftigen Mitarbeiter und Mitkämpfer, die man so behandelt. Greift da die Gesetzgebung nicht mit eiserner Faust ein, dann müssen es die Arbeiter. Die Phrase:„Es ist immer so gewesen I" ist keine Entschuldigung für solche Zustände, sondem eine schwere Anklage gegen die bisherige Saumseligkeit auf diesem Gebiete I_ Berlin una dmgegenck. Die Aussperrung der Tischler. Gestern vormittag halten sich die Ausgesperrten und Streikenden im großen Saal der Brauerei am Friedrichshain sehr zahlreich vcr- sammelt. Es waren dort wohl mehr als 3000 Personen anwesend. Das Referat hielt S t u s ch e. Er berichtete, daß seit der letzten Versammlung der Ausgesperrten und Streikenden sich im Bureau des Holzarbeiter-Verbanoes weitere 242 Ausgesperrte gemeldet haben. Außerdem ist zur Abwehr gegen die Aussperrung die Arbeit noch in sechs Betrieben eingestellt worden. Bis zum Abend des 7. November kamen, wie der Redner mitteilte, für den Holzarbeiter-Verband in Betracht: 864 Ausgesperrte, 836 Streikende, die zur Abwehr gegen die Aussperrung die Arbeit eingestellt haben, und 245 sonstige Streikende aus acht Betrieben. Dazu kommen 666 Klavierarbciter, ferner aus Weißensee 50 Mann. Rechnet man hierzu 538 Arbeitslose, die sich bis zum selben Abend im Verbandsbureau gemeldet hatten, so er- hält man eine Gesamtzahl von 3249. Von den Holzbearbeitungs- maschinen-Arbeitern kommen 140, von den Polierern 130 Streikende und Ausgesperrte in Betracht. Der Redner bemerkte ferner, daß die Arbeitgeber ihre Aussperrung in den verschiedenen Branchen bei weitem nicht ihren Beschlüssen entsprechend durchgeführt haben, obgleich sich die Führer der Meister große Mühe geben, den Be- schlüfsen Geltung zu verschaffen. Bezeichnend ist hierftir ein Brief, den die Ortsverwaltnng Weißcnsee des„Arbeitgeber-Schutz- Verbandes der deutschen T-n ch l e r in e i st c r und Holzindustriellen" als eingeschriebenen Brief an die dortigen Tischlermeister versandt hat. Er ist datiert vom 3. No- vember und hat folgenden Wortlaut: Sehr geehrter Herr Kollege! In der Versammlung vom 1. Novanbcr 1904, welche die Aussperrung der Berliner Tischler- gesellen und die gegenwärtige Lage der Aussperrung betraf, ist von der Ortsverwaltung Weißensee des obigen Verbandes mit großer Majorität beschlossen worden, auch in Wcitzensee 50 Prozent der Tischlergesellen auszusperren. Die Aussperrung hat mit dem gestrigen Tage in dem Maße begonnen, daß neue Akkorde nicht mehr vergeben werden dürfe», sondern die Gesellen, welche ihre Akkorde fertig gestellt haben, zu entlassen sind, bis die entsprechende Zahl, welche'öO Prozent gebieten, erreicht ist. Wir richten nun auch an Sie die höfliche Bitte, sich unserem Vorgehen im Interesse der gesamten Arbeitgcberschast anzuschließen und sich an der Aussperrung ent- sprechend zu beteiligen.— Sollten Sie solches wider Erwarten nicht tun wollen, so richten wir das ergebene Ersuchen an Sie, wenig st ens bis zur vollständigen Schlichtung der entstandenen Differenzen mit dem Holz- arbeiter-Verbande keine neuen Gesellen ein- zustellen. Etwaige Ausgesperrte bitten wir gütigst sofort unter genauer Bezeichnung der K r a n k e n b u ch-?! u m m e r, 'des Namens, Geburtstages,-Jahres und-Ortes dem Vorsitzenden Herrn Oskar Springer, Lang- Hansstraße, bekannt zu geben.— Wir glauben fest, daß auch Sie beitragen werden, unsere gemeinsame Sache zu fördern. Mit kollegialischem Gruß Die Ortsverwaltnng. Wie der Brief zeigt, sind die Herren von, Schutzverband auch mit einem sehr befcheidcnen Zugeständnis zufrieden, wenn„wider Erwarten" ihr Aussperrungsbeschluß nicht befolgt werden sollte. Bescheiden sind denn auch die Resultate, die sie bis jetzt mit ihren Beschlüssen erzielt haben. Das zeigte eine Anszählung der Firmen, die nach den in der Bautischler-Branche, in der Küchenmöbel-, der Ladenbranche und in Weißensee gefaßten Beschlüssen sich an der Aussperrung beteiligt haben. Der Referent erwähnte ferner einen Artikel in der neuesten Stummer der„Fachzeitung der Tischlermeister", in dem auf Grund eines Generalversammlungs- Berichtes im „Vorwärts" herausgerechnet wird, daß den Ausgesperrten nur noch 200 000 M. für Unterstützung zur Verfügung stehen sollten. Der Artikelschreiber täuscht sich selbst oder sucht seine Leser über die Kampfmittel der Ausgesperrten ganz gewaltig zu täusche», indem er den kaum in Betracht kommenden Kassenbestand der hiesigen Zahlstelle als den Rest der Unterstützungsgelder hinstellte.— Ucbrigens war in der gestrigen Versammlung auch der Berbandsvorsitzende Kloß aus Stuttgart anwesend und sicherte den Ausgesperrten und Streikenden die vollste Unter st ützung des gesamten Verbandes zu. — Außerdem kommt es den Ausgelperrten zugute, daß zurzeit viele Arbeitsangebote von auswärts im Bureau des Verbandes einlaufen. Die ledigen Kollegen wurden aufgefordert, Berlin zu verlassen. Der Redner bemerkte noch, daß der Verband keine Sammellisten heraus- gegeben hat; die im Umlauf befindlichen sind solche vom Fachverein. Im Verbände wird man durch Extrabeiträge dafür sorgen, daß einer Schwächung der Verbandskasse vorgebeugt wird.— Die Diskussion, die sich an das Referat schloß, zeugte dafür, daß die Ausgesperrten und Streikenden voller Zuversicht den weiteren Ver- lauf der Dinge abwarten und nicht geneigt sind, sich vor dem Unternehmertum zu beugen._ Die streikenden Klavierarbeiter stehen heute noch so vollzählig und einmütig im Kampfe, wie am ersten Tage desselben. Das bewies auch der Besuch der gestern vormittag abgehaltenen Ver- sammlung, der ebenso stark war wie der früher abgehaltenen Ver- sammlungen. Auch der Referent K l e i n l e i n bestätigte, daß sich in den Reihen der Streikenden nicht der geringste Wankelmut be- merkbar mache. Das sei ein gutes Zeichen für die gegenwärtige Situation. Weiter führte der Referent aus, daß in der Hauptsache keine Aenderung der Lage eingetreten sei. Es könne nur mitgeteilt werden, daß wieder zwei Betriebe bewilligt haben. Das Gewerbegericht habe ohne Zutun der Arbeiter bei der Streikleitung angeftaat, ob sie zu Verhandlungen bereit sei, was natürlich bejaht wurde. Auch die Fabrikanten hätten die gleiche Anftage vom Gewerbegericht erhalten, aber noch keine Antwort ge- geben. Wahrscheinlich, meinte der Referent, würden die Fabrikanten wohl nicht zu Verhandlungen bereit sein. Ferner führte der Redner an, daß die„Musikinstrumenten-Zeitung" sich darüber aufhält, daß die Polizei nicht scharf genug gegen die Streikposten vorgehe. Als ob es der Polizei gegenüber noch einer besonderen Aufmunterung zum Einschreiten gegen Streikposten bedürfe.— Ein Vorkommnis müsse hier besonders beleuchtet werden: Bisher sei immer betont worden, daß durch den einmütigen Streik der Klaviaturarbeitcr die ganze Bewegung gestützt werde und daß die Klaviatur- arbeiter diejenigen wären, die die ganze Klavierindustrie lahm legen. Nun aber hätten 13 bisher streikende Klaviaturarbeiter, die als„Würger" bekannt seien, eine Fabrik gekauft und die bisher dort beschäftigten, jetzt streikenden Arbeiter entlassen, um selber ihre Arbeit zu beginnen. Das schändlichste an dem Vorgehen der 18 ehemaligen Kollegen sei aber, daß sie für vom Streik betroffene Fabriken, z. B. ftir Neumeher, Arbeit liefern wollen.— Die Zusammen- setzer müßten veranlaßt werden, die Fabrikate dieser Genossenschaft nicht zu verarbeiten.— Nach Lage der Situation müsse jetzt der weitere Verlauf der Dinge, die Stellung der Fabrikanten zu der Anftage des Gewerbegerichts abgewartet werden. Die Situation sei den Streikenden günstig, und niemand würde den Kampf ohne Erfolg aufgeben. Die Genossenschaftsgründung und das Verhalten der 18 Genossen- schafter wurde auch in der Diskussion lebhast besprochen. S i ck f e l d sagte hierzu: Das Vorgehen der 18 Kollegen sei sehr zu bedauern, großen Schaden könne es aber dem Streik nicht zufügen. Der Mangel an Klaviaturen mache sich s o stark bemerkbar, daß die Genossenschaft Absatz genug finden könne in solchen' Fabriken, welche die Forderungen der Arbeiter bewilligt haben. Redner könne deshalb nicht ohne weiteres glauben,- daß die Genossen- schast an bestreikte Fabriken liefert. Eine nicht näher zu bezeichnende Handlung sei es aber, daß die 13 Kollegen sich noch am Sonnabend die Streikunterstützung aus- zahlen ließen und dann am Montag als Unternehmer auftraten. Sie hätten damit bewiesen, daß sie keinen Funken von Solidaritätsgefühl haben. Wenn das zutreffe, was hier von der Genossenschaft gesagt wurde, dann würden die Arbeiter dafür sorgen. daß es mit deren Unternehmcrherrlichkeit nach dem Streik bald wieder vorbei sei.— Zur Lage des Streiks äußerte sich der Redner dahin: Wenn der Streik noch bis nach Weihnachten dauern sollte, so würde däs die Streikenden nicht entmutigen. Die Fabrikanten würden den Kampf aber nicht solange aushalten, denn sie wollen doch nicht auf das Weihnachtsgeschäft verzichten. Sollte die Fabrikanten-Organisation die Verhandlung vor dem Gewerbegericht ablehnen, so würden sich viele Fabrikanten einzeln in Unterhandlungen einlassen. Schuhmacher vom Gewcrkverein verurteilte gleichfalls das Verhalten der Genossenschafter. Wenn das zutreffe, daß die Genossenschast Streikarbeir liefere, dann sei ihr Vorgehen ein Verrat an der Bewegung, der nicht scharf genug verurteilt werden könne. Zur Illustration des polizeilichen Vorgehens gegen Streikposten führte ein Redner aus, er habe ein auf 30 M. lautendes Strafmandat erhalten, weil er dadurch gegen die Straßenordnung ver- stoßen habe» soll, daß er als Streikposten auf einem 10>/z Meter breiten Trottoir auf und ab ging. Auf der Wache, wohin er des- wegen sistiert wurde, habe der Polizeileutnant zu ihm gesagt: Wenn Sie wieder an derselben Straßenseite auf und ab gehen, werden Sie wieder verhaftet. Wenn nun die„Musikinstrumenten- Zeitung" ein noch schärferes Vorgehen gegen die Streikposten verlange, dann müsse man doch fragen, was eigentlich die Polizei sonst noch tun solle.— Viel Heiterkeit erregte die Schilderung eines Redners, der als Streikposten vor der Fabrik von Rösener stand. Da ging ein Mann mit einem Bündel unter dem Arm, als ob er Arbeit suche, in die Fabrik. Er war sichtlich bemüht, die Aufmerksamkeit des Streikpostens auf sich zu lenken, und es schien, als erwarte er eine .Belästigung". Als aber nichts derartiges geschah, rief der Mann mit lauter Stimme, so daß eS die Straßenpassanten und be» sonders der in der Nähe befindliche Schutzmann hören mußten: „Sehen Sie mich nur an, ich bin Streikbrecherl"— Als die er« wünschte Belästigung immer noch ausblieb, wiederholte der Mann niehrmals seinen Ruf, bis der Streikposten zu seinen Kollegen sagte:„Kann der Mann aber Komödie spielen. Das ist ja der Pianofabrikant Kuhla; der fromme Mann, der in seinem Hause einen Betsaal eingerichtet hat, in dem er auch seinen Arbeitern das Evangelium christlicher Milde und Friedfertigkeit predigen läßt." Die auswärtigen Fabrikanten scheinen sich übrigens die Situation zunutze zu machen. Vom Streikbureau sind Stellungen nach der Provinz besetzt worden, in denen den Arbeitern ein Wochenlohn von 36 M. garantiert wurde. Die auswärtigen Fabrikanten scheinen also die Berliner Arbeitskräfte sehr hoch einzuschätzen. Die Bestrebungen der Albiimardcitcr zur Regelung ihrer Lohn- und Arbeitsverhältnisse, die Anfang dieses Jahres eingeleitet wurden, haben bekanntlich nur dazu geführt, daß die Arbeitszeit von zehn auf neun Stunden verkürzt wurde. Weitere Verbesserungen waren nicht zu erreichen, und zwar hauptsächlich deswegen nicht, weil ein großer Teil der Albumarbeiter nicht für eine regelrecht durchzuführende Lohnbewegung zu haben war. Der Geschäftsgang in der Album- branclie war in diesem Jahre außergewöhnlich gut, die Nachfrage nach Arbeitskräften überstieg häufig das Angebot, so daß in dieser Hinsicht die Bedingungen für eine Erfolg versprechende Lohnbewegung vorhanden waren.— Am Montag fand in den Zentral- Festsälen in der Oranienstr. 180 eine öffentliche Album- arbeiter- und-Arbeiterinnenversammlung statt, die sich mit der Frage,- ob im nächsten Jahre Forderungen erhoben werden sollen, befaßte. Dadurch, daß jetzt schon Vorbereitungen zur nächstjährigen Lohn- bewegung getroffen werden, soll dem in diesem Jahre von den Fabrikanten gemachten Einwand, sie hätten schon kalkuliert und könnten deswegen keine Zugeständnisse mehr machen, vorgebeugt werden. Das Referat hielt der Vertrauensmann B y t o m s k i. Er erklärte es für sehr wünschenswert und notwendig, daß das bisher von den Albumarbeitern Versäumte im kommenden Jahre nachgeholt werde. Vor allem müßten einmal bestimmte Minimallöhne festgesetzt werden, den Tariflöhnen für das Buchbindergewerbe ent- sprechend. Dann sei es notwendig, Prozentzuschläge für Ueberzeit- arbeit zu verlangen, damit die neunstündige Arbeitszeit nicht durch unbegrenzte Ueberzeitarbeit zunichte gemacht werde. Schließlich müsse verlangt werden, daß die Akkordpreise erhöht und die Akkord- tarife in den Werkstnben ausgehängt werden. Der Redner machte den Vorschlag, durch ein Zirkular an die Fabrikanten die Frage zu richten, wie sie über diese Forderungen denken und ob sie geneigt find, durch Verhandlungen eine dementsprechende Regelung der Ver- Hältnisse anzubahnen. Antwort soll bis zum 1. Januar 1905 ge- wünscht werden.— Die Versammlung stimmte diesem Vorschlage zu und nahm einstimmig folgende Resolution an: „Die Versammlung beauftragt die Lohnkommission, mit den Albumfabrikanten in Verbindung zu treten, um einheitliche Arbeits- und Lohnbedingungen für die Albumbranche zu erreichen. Sollten die Herren Fabrikanten jedwede Verhandlung ablehnen, so hat die Lohnkommission geeignete Schritte zu tun, um die Einftihrung von Minimallöhnen, Mehrbezahlung für Ueberfeierabendarbeit, Erhöhung und Aushang der Akkordpreise zu erreichen." Es wurde dann eine neile Lohnkommisfion gewählt, die aus folgenden Mitgliedern besteht: Kumm, Scholz, Töpfer, K a m m l e r und Frau R ö t s ch. Zum Müllkutscherstrcik. Der„Müllkrieg" wird täglich inter- essanter. Bei allen am Streik refp. der Aussperrung beteiligten Unternehmern findet ein permanenter Wechsel der Arbeitswilligen statt, so daß die Abfuhr auch nicht entfernt bewältigt werden kann. Wenn die Arbeitswilligen einen oder einige Tage diese Arbeit gekostet haben, dann laufen sie davon. Amüsant ist dies Verhältnis besonders bei der Wirtschaftsgenossenschaft. Ein Transport Arbeits« williger rückt aus, ein anderer kommt, um ebenfalls wieder zu ver- schwinden. Vorgestern reiften die Russen ab, nachdem schon vorher, eine Kolonne anderer Angeworbener den B!üll staub von ihren Füßen geschüttelt hatten, und am selben Abend kam ein neuer Transport von etwa neunzig Arbeitswilligen über Stettin und Landsberg a. W. Die Angekommenen wurden unter starker polizeilicher Bedeckung nach dem zum Abbruch stehenden, der Stadt gehörigen Hause, Alexanderstraße 12, ge-, bracht; das heißt nur etwa die Hälfte davon, denn die andere Hälfte zog es gleich vor, mit den Streikenden gemeinsame Sache zu machen. Obgleich der Platz vor dem Streikbrecherasyl von Schutzleuten zu Fuß und zu Pferde wimmelte, mischten sich die Streikenden dennoch unter die Angeworbenen und bewogen gleich 46 Mann, mit nach dem Gewerkschaftshause zu gehen und wieder in ihre Heimat zurückzufahren. Gestern morgen ließ die Wirtschaftsgenossenschaft dann etwa 40 Wagen vom Hofe ab- rücken, doch schon im Laufe des Vormittags kamen eine Anzahl Wagen wieder zurück, denen die Bedienungsmannschaft ebenfalls entlaufen war. Die Arbeitswilligen werden der Wirtschafts- genosienschaft zweifellos bedeutend teurer wie die alten Kutscher. Am Montag hat der Streik wieder eine Ausdehnung erfahren, indem die ca. 40 Kutscher und Mitfahrer der Char- lottenburger Abfuhrgesellschaft ebenfalls die Arbeit niederlegten. Die Ausständigen dieser Gesellschaft hatten mit Rücksicht darauf, daß sie während der letzten Wochen infolge des Streiks und der Aussperrung ihrer Berliner Kollegen mit Arbeit überlastet waren, eine Lohnerhöhung gefordert und zu diesem Zweck- eine Kommission an die Geschäftsleitung ent- sandt. Der Geschäftsführer aber lehnte die For» derung nicht nur schroff ab. sondern riß oben- drein das ihm überreichte Schrift st iick der Kommission in Fetzen und warf es der Kommission vor die Füße mit den Worten: Wenn sie wollten, möchten sie nur streiken. Hierauf traten die Kutscher und Zeitfahrer einmütig in den Streik ein. Von den Berliner Ausständigen ist abermals eine Deputation beim Polizeipräsidium vorstellig geworden. Geheimrat Brauer. der die Leute auch diesmal wieder empfing, sprach sein Bedauern darüber aus, daß es noch zu keiner Einigung zwischen Unternehmern und Streikenden gekommen sei. Er hielt es für das richtigste, wenn sämtliche alten Kutscher und Mitfahrer wieder eingestellt tvürden, da sie mit dem Abfuhrwesen durchaus vertraut seien. Strafmandate gegen Haustmrte wegen zu großer Müllanhäufung könnten jedoch zurzeit nicht erlassen werden, da jetzt tatsächlich eine Müllnot vorhanden sei. Vorher konnten die Wirte bestraft werden, denn wenn sie bei der Polizei anfragten, wo sie mit den« Müll bleiben sollten, so konnten sie an die Wirtschaftsgenosienschaft verwiesen werden; heute aber streikten auch deren Leute. Würde man nun die städti- schen Abfuhrunternehmer Tabbert oder Nikolai zur Müllabfuhr heranziehen, so sei es gar nicht ausgeschlossen, daß der Zentral- verband der Transport- und Verkehrsarbeiter auch sofort das Per- sonal dieser Firmen in den Streik treten ließe. Dann wäre schließ- lich sogar die Stadt Berlin in Verlegenheit, weil womöglich nicht einnial der Straßcnkehricht mehr abgefahren werden könne. Es müsse jetzt also, entsprechend den abnormen Verhältnissen, Rück« s i ch t mit den Hauswirten genominen werden, fl) Die Hausbesitzer lassen denn auch alles fünf gerade fein! Soweit sie Wagen bekommen können, expedieren sie das Müll nach dem städtischen Abladeplatz in der Stralauer Allee. Wie es dort gegenwärtigi aussieht und— wie es dort riecht, dlwiiber schweigt des Sängers Haflichkeir. vcutlcbcs Reich. Die Gewerkschliftskartclle von Rheinland und Westfalen hielten am Sonntag in Köln eine von 69 Delegierten, darunter 20 Gau« leiter, besuchte Konferenz ab. Der Geschäftsbericht konnte nicht er» stattet werden, da der Geschäftsführer Trilse nach Ostelbien ver- setzt worden ist. lieber die Gewerbegerichts wählen redete Arbeitersekretär Giebel-Düsseldorf: Die von der Zentrums- partei veranlaßte fakultative Verhältniswahl hatte den Zweck, nur gegen die freien Gewerkschaften zum Stutzen der christlich«, und der Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereine eingeführt zu werden. Dies Jerkennen und sehe mich zu einer näheren Erläuterung berg teil. Für den Oberpräsidenten waren der Oberpräsident ist von den sozialdemokratischen Abgeordneten vorhergesagt worden, derselben nicht veranlaßt". Richtiger müßte es heißen: v. Winterfeld mit dem Regierungsrat Nochol, für den Polizeiund die Erfahrung hat es nachher bestätigt. Die Gemeindebehörden nicht imftande". Das würden wir ohne weiteres glauben, präsidenten von Berlin Oberregierungsrat Dieterici mit dem Rehaben die stillschweigend in sie gesetzte Erwartung, daß sie niemals und das würde auch das Vorgehen gegen Stadt und Gemeinde gierungsrat Brauer erschienen. Ferner waren anwesend Oberbürger die in ihr Belieben gestellte Verhältniswahl da einführen meister Schustehrus- Charlottenburg, Landesdirektor v. Manteuffel mit würden, wo die freien Gewerkschaften Vorteil davon hätten, richtig fennzeichnen. dem Oberregierungsrat Gerhardt, Stadtrat Hoffmann- Rigdorf, Paftor daran, der von den freien Getverkschaften ausgehenden Anregung, " erfüllt. Die„ Soziale Bragis" schrieb im Jahre 1902 offen heraus: Bezeichnend für unsere Rechtsverhältnisse in Preußen ist D. v. Bodelschwingh, zahlreiche Amtsvorsteher der Vororte, der Das Vorgehen soll den Zweck haben, im Gewerbegericht, dem als auch der auf die Dissidentenkinder bezügliche Passus des Vorstand des Berliner Asylvereins, die Stadtverordneten Plischke Arbeiterbeisiger jetzt nur Sozialdemokraten angehören, auch den ministeriellen Bescheides. Jetzt mit einem Mal beruft sich der und Singer. Stadtrat Fischbeck hielt ein einleitendes Referat und anderen Richtungen der Arbeitervertretung Siz und Stimme zu ver- Minister auf die Entscheidung des Kammergerichts, nachdem berichtete über den Umfang des Besuches beim städtischen Obdach uſw. schaffen."- Essen ist der deutlichste Beweis für das Gesagte: So dieses Gericht von einer mehr als zehnjährigen Praxis der Landesdirektor v. Manteuffel erklärte die Bereitwilligkeit der Behörden, lange bei den Gelverbegerichts- Wahlen in Eſſen die Zentrums- Rechtsprechung in dieser Frage abgegangen ist und das Gegen- gemeinsam mit Berlin vorzugehen, er erkannte auch an, daß Berlin gewerkschafter die Mehrheit hatten, dachte die Gemeindebehörde nicht teil von dem für Recht erklärt hat, was es mehr als zehn durch die Obdachlosigkeit weit mehr als die Vororte und LandSo lange laut gemeinden belastet sei. D. v. Bodelschwingh trat dann in längerer die Verhältniswahl einzuführen, Folge zu geben. Als aber das Jahre hindurch für Recht gehalten hatte. Rede für seine schon bekannten Pläne zur Herabminderung der Zentrum bei der letzten Gewerbegerichts- Wahl geschlagen wurde, da Klammergerichtsurteil die Dispenfierung der Dissidentenkinder Wanderbettelei" ein. Ein Beschluß wurde vorläufig nicht gefaßt. entdeckte die Gemeindebehörde, daß die Mehrheitswahlen ungerecht vom Religionsunterricht der Schule für Recht galt, berief sich Tagesordnung für die Sigung der Stadtverordneten- Versammlung feien. Durch die fakultative Verhältniswahl hat man den freien kein Minister auf das Kammergericht. Vielmehr wurden von am Donnerstag, den 10. November d. J., nachmittags 5 Uhr. Ein Gewerkschaften in Hagen i. W. 33% Proz. der Beisizerstellen der den Behörden wieder Prozesse angestrengt, bis das Kammer- Naturalisationsgesuch.- Vorschläge des Ausschusses für die VerArbeiter abgenommen, in Potsdam 16% Proz., in Magdeburg 12, gericht sich selber rettifizierte und die Richter sich von einem teilung der Zinsen des Vermächtnisses Friedrich Wilhelms III. in Dsnabrück 33, in Bromberg 43, in Freiburg i. B. 46, in Bam- Angeklagten( siehe„ Adolf Hoffmann, Kammergericht kontra Antrag von Mitgliedern der Versammlung, den Magistrat zu er berg 35 Proz. der Beisigerstellen. Wenn die Gegner aus unserer Ablehnung der fakultativen Kammergericht') ins Gesicht sagen lassen mußten: Bin ich suchen, für das städtische Obdach schleunigst Vorkehrungen zu treffen, Täuschung der Deffentlichkeit. Fälschlich stellt man unseren Stand- dann sind die Räte des Kammergerichts mitschuldig und des Stadtverordneten- Beschlusses vom 24. Mai 1831 in bezug auf Verhältniswahl Kapital schlagen wollen, so ist das eine bewußte aber nach der Meinung des heutigen Kammergerichts schuldig, um polizeiliche Uebergriffe für die Zukunft zu verhindern. Berichterstattung über die Vorlagen betreffend: die Abänderung punkt als das Fallenlassen einer Programmforderung der modernen gehörten neben mir auf die Anklagebant, denn sie haben mich die Aufnahme von Grundstücken in die städtische Feuersozietät Arbeiterbewegung hin. Auch wir fordern die Verhältniswahl, aber durch ihr Urteil vom 6. Februar 1890 zu der strafbaren und die Festsetzung von Fluchtlinien für zwei neue Straßen 29 a die obligatorische, die durch Gesetz vorgeschriebene, die jeden Miß- Handlung verleitet." Nachdem durch Kammergerichtsurteil und 29b zwischen Prenzlauer Allee und Winsstraße be brauch ausschließt. Ferner fordern wir die gesetzliche Festlegung des vom 14. September 1899 Recht in Unrecht verwandelt war, ziehungsweise Winsstraße und Greifswalderstraße.Vors Wahlverfahrens. Der Redner spricht sich für gebundene Listen aus, nachdem die Rechtsprechung des Kammergerichts im Sinne der lagen betreffend: den Geschäftsbericht der städtischen Sparkasse derart, daß alle Stimmliſten, die nicht völlig mit den Vorschlags- Rückwärts bestrebungen, der Vernichtung der Faltschen Erlasse aus im Jul i September- Vierteljahr 1904- und die Errichtung neuer listen übereinstimmen, ungültig sind.( Beifall.) Nach einer lebhaften Diskussion nahm die Versammlung ein- gefallen ist, ist dem Minister das Kammergerichtsurteil heilig Amtsstellen für Magistratsbauräte. Antrag von Mitgliedern der stimmig die folgende Resolution an: und die Rechtsgültigkeit außer Frage. Es geht nichts über Versammlung betreffend die Veranstaltung einer Feier zu Schillers 100jährigem Todestage. Vorlagen betreffend: den Bau zweier Die am 6. November 1904 zu Köln tagende Konferenz der ein Recht, dem auch Minister sich beugen. Gewerkschaftskartelle und Gauleiter Rheinland- Westfalens erklärt Der Vorstand der Freireligiösen Gemeinde wird sich nun zäune um Teile des Malchower Heimstättenparts, die Löschung einer Saltsteinberechtigung.- den Abschluß des Lagerbuches der unter ausdrücklicher Betonung der prinzipiellen Forderung des Pro- an das Gesamtministerium wenden und, falls auch Stadtgemeinde für das Etatsjahr 1903- und die Regulierung der portional- Wahlsystems für sämtliche Wahlen: dieses zu einer näheren Erläuterung" sich nicht veranlaßt Simon Dachstraße zwischen Revaler- und Kopernikusstraße. Das Recht zur Einführung der Verhältniswahl für die Ge- sieht, dem Landtag seine Beschwerde unterbreiten, damit Berichterstattung des zur Vorbereitung der Neuwahl von zwei bewerbegerichte ist von den Gemeindebehörden ausschließlich benutzt worden zur Schwächung der Vertretung der freien Gewerkschaften. wenigstens in der gesetzgebenden Körperschaft das Attentat foldeten und sieben unbesoldeten Stadträten eingesetzten Ausschusses. Vorlagen betreffend: die Gewährung einer laufenden Beihilfe zu Die Konferenz verwirft deshalb die als Mittel des Klassenkampfes gegen Selbstverwaltung und Gewissensfreiheit zur Sprache dem Ruhegelde einer ehemaligen Fachlehrerin und einer laufenden gegen die moderne Arbeiterbewegung ausgenutzte fakultative tommt. Einführung der Verhältniswahl und fordert die gesetzliche obli- Mittwoch, 9. November, wird die ministerielle Antwort Unterstügung für einen ehemaligen Gasanstaltsarbeiter. Der Erirag der Gemeinde- Einkommensteuer ist für das Geschäftsgatorische Festlegung dieses Wahlsystems sowie zur einheitlichen beleuchtet werden in der öffentlichen Versammlung jahr 1903/04 um 1 Millionen Mark hinter dem Voranschlag Regelung des Wahlverfahrens die gesetzliche Normierung der der Freireligiösen Genteinde bei Puhlmann, Schönhauser zurückgeblieben. Die allgemeine Finanzlage der Stadt Berlin Die Resolution soll auf einstimmigen Beschluß dem Reichstag als Petition zugeschickt werden. " Wahlart." zielles Interesse. gebrochen. Zuzug ist fernzuhalten. Allee 148. Unser Kollege Julius Kalisti Berliner Partei- Angelegenheiten. zipieren, daß der Brekfünder im Gefängnis dem Einbrecher wird jedoch durch diesen Ausfall nicht erheblich beeinflußt, da aus anderen Einnahmequellen, vor allem aus der Umsatzsteuer, höhere gebracht waren. Erträge geflossen sind, als sie bei Aufstellung des Etats in Ansaz Weiter befaßte sich die Konferenz mit der Frage: Welch es ist gestern nachmittag gegen 2 Uhr aus dem Gefängnis in Tegel ist die beste Form der Gewerkschaftstartelle? Der entlassen worden. Sechs Monat hat er dort als verantwort Referent, Arbeiterfekretär Wolf- Bochum stellte sich vollständig auf licher Redakteur unseres Blattes wegen" Breßbergehen" verbüßt. wir fürzlich erwähnt haben, schildert das Berl. Tgbl." wie folgt: Vom Grafen Pückler. Der Vorfall im Hotel de Rome, den das kürzlich von der Generalkommission der Gewerkschaften Deutsch- Strebertum und übertriebener Ehrgeiz ist gewiß nicht unsere Sache, wir fürzlich erwähnt haben, schildert das„ Berl. Egbl." wie folgt: lands herausgegebene Musterstatut. Er betonte, daß nach diesem aber dennoch kann unter uns kein tüchtiger Mann leugnen, daß er Der Graf nahm, nachdem man ihn aus dem Hotel Bristol auss Musterstatut eingerichtete Kartellkommiffionen weder anmeldepflichtig mit Stolz auf die Zeit zurückblickt, in der ihm die höchste Ehre gewährte, da man zunächst nicht wußte, mit wem man es zu tun gewiesen, im Hotel de Rome Wohnung, wo man ihm Unterkommen find noch polizeilich überwacht werden dürfen. Wo die Polizei einen zuteil wurde, die der Klassenstaat an einen Sozialdemokraten zu hatte, und sich nach seiner Namensnennung scheute, ihm das Gaftanderen Standpunkt einnimmt, möge man dagegen vorgehen. Sämt- vergeben hat, an die Zeit, die er im Gefängnis zubringen mußte. liche Diskussionsredner stellten sich im großen und ganzen auf den Auch Kaliski, übrigens der Benjamin unter uns, wird von diesem recht zu kündigen. Im Schreib- und Lesesaal des Hotels traf min Boden des Referats.- Die weiteren Beschlüsse haben mehr probin- Stolz beseelt das Gefängnis verlassen haben. Unser Kollege scheint, logierenden Juvelier Levy aus Frankfurt a. M. zusammen, den er der„ Bildergraf" mit dem gleichfalls in dem Etablissement soweit sein Aussehen ein Urteil zuläßt, die sechs Monate einiger durch herausforderndes Firieren, höhnisches Lächeln, Pfeifen und ähn Ein Streit der Damenschneider ist in Frankfurt a. M. aus- maßen überstanden zu haben. Er ist in Tegel respektiert worden liche unaristokratische Flegeleien brüsfierte. Herr 2. erkundigte sich und hat über die Behandlung, die ihm dort zuteil wurde, keine in bei dem Hotelpersonal, wer der angenehme Herr sei, und als Betracht tommende Klage Klage zu erheben. Ueberhaupt scheint er dann am Nachmittag auf dem Hotelforridor dem Grafen beman sich wenigstens in Berlin bon der Ansicht zu emangegnete und dieſer ihn wieder anfeigte, ſtellte er ihn mit den gleichzustellen sei. In Plößensee waren gefangene Redakteure früher Worten:" Dreschgraf, wollen Sie's mit einem Juden aufnehmen? Haben Sie Courage?"- Im selben Augenblick stürzte sich Graf Zentral- Wahlverein für Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg. auf die elende, zur Ernährung völlig unzureichende Gefängniskost Bückler auch schon auf Herrn L., der erheblich kleiner als er ist, und Am Sonntag, den 13. November, findet im Lokal Tempelhofer angewiesen, fie mußten den Abort und ihre Zelle selbst reinigen, Bückler auch schon auf Herrn 2., der erheblich kleiner als er ist, und verlegte ihn mit einem Totschläger, den er aus der Tasche zog, am Tivoli in Tempelhof, Berlinerstr. 50, mittags 12 Uhr die Kreis hatten einem wilden Tier gleich im Bärenzwinger ihren Spaziergang Kopfe. Herrn 2., der sich energisch zur Wehr setzte, gelang es, dem versammlung und nachmittags 2 Uhr die General zu machen und erhielten als Zeitungslektüre für ihr Geld den Grafen das Instrument zu entwinden und ihn nun seinerseits da bersammlung des Kreises statt. Die Tagesordnungen find:" Reichs- Anzeiger", ja zuweilen auch diesen nicht einmal zugewiesen. mit zu bearbeiten. Beide Kämpfer mußten sich in ärztliche Befür die Kreisversammlung: 1. Bericht und Neuwahl der Kurz, der preußische Staat, der solche Behandlung ehrenhafter handlung begeben, und der Graf wurde noch am selben Abend aufVertrauenspersonen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.- Für die Männer zuließ, schien der Ansicht zu sein, daß die Gefängnishaft gefordert, das Hotel zu verlassen. Herr L. hat übrigens gestern Generalversammlung: 1. Bericht des Vorstandes, des nicht allein in Freiheitsentziehung, sondern nebenher noch in mög- burch einen hiesigen Anwalt gegen den Grafen, der nach dem christKassierers, der Revisoren. 2. Bericht der Mitglieder der Agitations-, lichst nachhaltiger Gesundheitsschädigung zu bestehen habe. In Breß- und Lokalkommission. 3. Antrag des Vorstandes betreffende gel wird nicht mehr nach diesen Grundsägen verfahren; lichen Hospiz in der Mohrenstraße ausgewandert ist, Klage erTegel heben lassen. Anstellung eines Sekretärs. Anträge betreffend Alenderung in der Selbstbeköstigung 2c. sind dort den Preßsündern in neuerer In der Straffache gegen den Grafen Bückler wegen seiner FlugBeschichung der Generalversammlungen des Kreises, Antrag Königs- Beit ohne Schwierigkeiten zugebilligt worden. Selbstverständlich blätter ist auf Grund der§ 94, 102 Str.-Pr.-D. und 110, 111, 130, die Gefängnishaft Wusterhausen auf Aenderung des§6 des Statuts. 4. Die Preußen- birgt trotzdem auch jest noch Un 74 und 49 Str.-G.-B. eine polizeiliche Durchsuchung der Wohn- und Konferenz. 5. Neuwahlen aller Funktionäre. 6. Verschiedenes. Nach annehmlichkeiten genug in in sich, doch kann ein nicht ganz ganz Geschäftsräume des Buchdruckereibesizers Hermann Mitsching, § 11 des Statuts kann zur Generalversammlung jeder örtliche Wahl von Humor verlassenes Gemüt diesen häßlichen Erscheinungen Bernauerstraße, nach Beweismitteln vorgenommen worden. berein bis zu drei Delegierten entsenden. Die Delegierten müssen immerhin eine heitere mit Mandaten versehen sein. Die Versammlungen werden pünktFlugblätter gedruckt sind und die Ueberschrift tragen:" Die Juden wurden dabei die Reden des Grafen Pückler beschlagnahmt, die als lich eröffnet. Gäste haben Zutritt. Der Zentralvorstand. und die Stadt Berlin"," Die Juden in Spanien" und" Der Ruin des Handwerkerstandes". Dritter Wahlkreis. Den Mitgliedern des Wahlvereins zur Nach richt, daß heute am 3 ahlabend das Protokoll vom Parteitage in Bremen zur Ausgabe gelangt. " hold, Wilhelminenhofstr. 18 die Mitglieder Versammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Der Bremer Parteitag. V unfaßbar scheint, muß sich nicht von der Vorstellung loslösen Es Eisenbahn- Direttion Berlin bei Scheiden aus dem Amte erhalten. Den erblichen Adelstitel hat der bisherige Präsident der Königl. " stimmt zum Beispiel die amtliche Fiktion, daß der Gefangene außer halb seiner Belle niemals ohne Aufsicht sein dürfe; in den Baderaum, auf den Gefängnishof, darf er beileibe nicht allein gehen ein Aufseher, der denn doch sich nützlicher beschäftigen fönnte, muß feine Zeit mit der Beaufsichtigung" des Gefangenen, selbst während er badet, vertrödeln. Die wunderliche Annahme, daß ein verTreptow. Heute, Mittwoch, abends 1/29 Uhr bei Schmidt, nünftiger Mensch gleich einem Kinde bewacht werden müßte, löst im Auch ein„ Volkswoht"! In unsere Darstellung der Lage des Kiefholzstraße 22: Bezirks- Versammlung. Die Diskussion gefangenen Redakteur natürlich seltsame Empfindungen aus; mit Bolts wohl, Verein zur gegenseitigen Unterüber den Bremer Parteitag steht auf der Tagesordnung. Die neu einem Gefühl innigen Mitleids betrachtet er den Beamten, der an tüßung seiner Mitglieder" hat sich ein Fehler zugezogenen Vorwärts"-Abonnenten werden ersucht, in dieser Ver- ihm als dem ungeeignetsten Objekt derart seine Vorstellungskraft eingeschlichen. Nicht Ende Oktober, sondern Ende September verschwenden muß. Weniger humorvoll wirken andere Auswüchse sollen, wie den zu einer Besprechung zusammenberufenen fammlung zu erscheinen. der Ober- Schöneweide. Mittwochabend 8 Uhr findet bei E. Kauf- biet Gefängnisordnung, so die, die dem gefangenen Redakteur ver- Vertrauensmännern mitgeteilt wurde, nur 225 M. in der Kasse gebietet, Ansichtskarten, die ihm zugegangen sind, in seiner wesen sein. Belle aufzuheben; eine Verordnung, deren Sinn dem Normalmenschen Lotterieschwindel. Nach Verübung großer Lotterieschwindeleien fönnen, daß der fortgesetzte Anblick einer solchen Karte dem Ge- find die bisherigen Leiter des Lotterievereins„ Germania", der fangenen einen förperlichen oder seelischen Schaden zufüge. Un- Tischler Heinrich Sonnenrein und der Kaufmann Friedrich Mecklengemein verlegend wirkt auch das Verbot, von einem lieben Besuch burg von hier geflüchtet, jedoch auf Veranlassung der Berliner im Gefängnis eine Blume anzunehmen. Gräßlich ist der Anblid Kriminalpolizei im Haag verhaftet worden. Sie werden beschuldigt, der Kirche am Sonntag. In engen Käften figen die Gefangenen, grobe Unregelmäßigkeiten begangen zu haben, indem sie u. a. von 40 von dem Verein gemeinschaftlich gespielten Losen, an denen die denen entweder der ältere Paſtor eine von Liebe eingegebene Predigt Wereinsangehörigen je mit einem hundertstel Anteil angeblich behält oder der jüngere eifervoll die Schandwürdigkeit der Sozial- teiligt waren, nicht nur hundert, sondern etwa tausend Anteile ausgepredigt wird, halten ein halbes Dugend Aufseher mit geladenem da der Verein nur aus solchen Personen bestand, die sich auf Während aber das Evangelium der Liebe gaben. Die Mitglieder des Vereins kennen sich größtenteils nicht, Gewehr über die Gefangenen Wache. Ob es wirklich einen gott Inferate, namentlich aus der Provinz meldeten. Eine eigentliche Auf die Vorstellung vom 9. Oktober dieses Jahres, betreffend gläubigen Sträfling" giebt, den der Anblick der Schußwaffen nicht an Bereinstätigfeit wurde nicht entfaltet, insbesondere haben auch der begehrten Erbauung hindert? Vereins- oder Generalversammlungen nie stattgefunden. hatten Beschuldigten eben fich Befchuld selbst zu Leitern des Vereins gewählt. Dadurch hatten auch die Vereinsmitglieder keine Ahnung dem schwindelhaften Gebaren Lokales. Herr Minister Studt und die Freireligiöse Gemeinde. Auf die Beschwerde der Freireligiösen Gemeinde gegen das Provinzial- Schulkollegium wegen Ausweisung aus der Aula der 69. Gemeindeschule hat jetzt der Minister Studt geantwortet. Die Antwort lautet: Berlin W. 64, den 3. November 1904. die Verfügung des Königlichen Provinzial Schulfollegiums zu Berlin vom 4. desselben Monats, durch welche die fernere Ueberlaffung einer Aula an die hiesige Freireligiöse Gemeinde zu den für Jugendliche bestimmten Vorträgen untersagt wird. demokratie vormalt. " Selbstverständlich hatten die Parteifreunde dem in die Freiheit zurückgekehrten Genossen eine kleine Empfangsfeier bereitet. Ein sonst im Schweigen hervorragender Reichstags- Abgeordneter hielt eine fernige Ansprache und dann wurde nach der bezaubernden Melodie Die Gründe, welche das Königliche Provinzial- Schulkollegium des Schunkelwalzers ein Lied gesungen, mit dessen schönsten Strophen zu der vorbezeichneten Verfügung veranlagt haben, sind dem Vorstande in der Zuschrift des Rektors der städtischen Gemeindeschule auch unsere Leser abgestraft werden sollen: vom 6. Oktober mitgeteilt worden. Ich muß diese Gründe als zutreffend anerkennen und sehe mich zu einer näheren Erläuterung derselben nicht veranlaßt. Der Vorstellung kann deshalb eine weitere Folge nicht gegeben werden. Dem Antrage auf Aufhebung des Erlasses vom 16. Januar 1892, betreffend den Religionsunterricht der Dissidentenkinder( Zentralblatt f. d. Unterrichtsberwaltung S. 435), dessen Rechtsgültigkeit durch die Rechtsprechung des Königlichen Kammergerichts wiederholt bestätigt ist, vermag ich nicht zu entsprechen. Studt. Heute kehrt gebessert" er in die Reihen zurück, Bon deutscher Freiheit kostet er so ein flcines Stüd, Doch alles geht zu Ende, selbst bitterböse Zeit, Und bald begrüßen wieder wir auch Genossen Leid. :: Wir aber hier find All' auf richt'ger Spur, Sei uns willkommen nach Deiner Kur.:,: Helles Gläserklingen, freudiges Drücken der Hand, Sie heißen Dich willkommen im alten Kampfverband. Nach kurzer Ruhepause sei wiederum bereit, Auf, in die Kampfesreihen, für neue, befs're geit. bon Die und glaubten, daß fie durch die Zahlung von 5 M. für jede Klasse an 40 Viertellosen der Preußischen Zotterie beteiligt wären. Erst als nach einer Denunziation die Kriminalpolizei eine Revision der Geschäftsbücher vornahm, kam der Schwindel zutage. Sonnenrein und Mecklenburg, die früher mittellos waren, durch den Schwindel aber soviel Geld zusammenbrachten, daß sie mit ihren Angehörigen sogar teure Seebäder besuchen konnten, hatten insofern Glück, als auf die nach ihrer Angabe vom Verein gespielten Losnummern ein größerer Gewinn nicht gefallen ist, so daß sie bisher größere Barbeträge nicht auszuzahlen brauchten. Beide reisten sofort, als sie das Interesse der Kriminalpolizei für ihre Geschäftsführung bea merkten, ins Ausland ab. Nachdem man ihre Spur ermittelt hatte, gelang es den benachbarten holländischen Behörden, die Schwindler zu ergreifen; die Auslieferungsverhandlungen sind bereits im Gange. Bei einer Spiritusexplosion schwer zu Schaden gekommen ist Montag abend der in der Seifenfabrik von Runge Söhne in der Alten Jakobstraße 76 angestellte Arbeiter Hansed. Auf noch nicht ermittelte Weise kam dort in einem Arbeitsraum ein Spiritnsballon zur Erplosion. Die dabei entwickelten Stich flammen trafen den in der Nähe des Ballons stehenden H. und brachten ihm am Kopf und an den Händen so schwere Brandwunden bei, daß er nach Anlegung aber die Gemeinde etwas tun, so mußte sie zuerst diesen Weg Im Rathause fand gestern die angekündigte Konferenz zur Er- von Notverbänden auf der Unfallstation in der Brüderstraße unvergehen, und das hat sich bei aller Aussichtslosigkeit doch ge- greifung geeigneter Maßregeln gegen die Obdachlosigkeit statt. züglich nach einem Krankenhause geschafft werden mußte. Auch der lohnt. Folgender Satz in der Antwort des Ministers verdient Bom Magistrat nahm, dem Berl. Tagebl." zufolge, der Ober- Siedemeister F. erlitt leichtere Verlegungen. Die alarmierte FeuerBeachtung: Ich muß diese Gründe als zutreffend an- l bürgermeister Kirschner mit den Stadträten Fischbeck und Dr. Münster- wehr konnte den entstandenen Brand in kurzer Zeit ablöschen. An den Vorstand der Freireligiösen Gemeinde in Berlin 2c. Natürlich hatte der Vorstand der Freireligiösen Gemeinde :: Willkommen Freund, Du bist auf richt'ger Spur, Herzlich willkommen aus Deiner Kur!:: 2. ist kein unbekannter Dichter in der Partei; mehr als ein sich nicht dem Wahn hingegeben, von Herrn Studt einen Redakteur hat am Tage seiner Rückkehr in die Freiheit unter ihm anderen Bescheid zu erhalten, da man von vornherein wußte, büßen müssen. Von Sealisti hoffen wir, daß er alles ohne Schaden daß das Provinzial- Schulkollegium den Schritt nicht getan überstehen und daß der Wunsch, der in den abgedruckten Versen hat, ohne der Zustimmung des Ministers sicher zu sein. Wollte ausgedrückt ist, an ihm in Erfüllung gehen möge! Auf der elektrischen Hochbahn wurde in der vergangenen Nacht ein Mann, dessen Persönlichkeit bisher noch nicht ermittelt worden ist, von dem um 12 Uhr 43 Minuten vom Halleschen Tor nach Warschauer Brücke fahrenden Znge ungefähr 200 Meter hinter erstgenannter Haltestelle überfahren. Der Verunglückte muh un- bemerkt von den Bahnbeamten die abgesperrte Bahnstrecke betreten, zwischen den Schienen in der Richtung nach der Haltestelle Prinzen- straf, e zu weiter gegangen und dabei zu Fall gekommen sein. Als der Zug mit vo"er Geschwindigkeit diese Stelle erreicht hatte, sah der Zugführer unmittelbar vor dem ersten Wagen eine Gestalt aus dem Gleise auftauchen, worauf er sofort mit allen ihm zu Gebote stehenden Bremsmitteln den Zug zum Stehen brachte, bei der hohen Fahrgeschwindigkeit den Unfall jedoch nicht mehr verhindern konnte. Der Verunglückte, dem außer schweren Verletzungen am Kopf und rechten Arm der rechte Unterschenkel abgefahren war. wurde von den Bahnbeamten sofort nach der nahegelegenen Unfallstation I am Tempelhofer Ufer geschafft, wo er infolge Schädelbruchs bald darauf verstorben ist. Die gefällige Landsmännin. Ein ftüheres Dienstmädchen Anna ProSkowska, dem das Arbeiten nicht mehr gefiel, trieb sich seit einiger Zeit auf den Bahnhöfen umher, um stadtunkundige Lands- männinnen abzufangen und auszuplündern. Mit Vorliebe benutzte sie den Stettiner Bahnhof als Standort. Hörte sie von einem An kömmling polnische Heimatslaute, so machte sie sich heran, lud die Fremde ein, sich ihrer Führung anzuvertrauen, damit sie nicht den schlechten Berlinern in die Hände falle, und bot ihr für eine Nacht ein Unterkommen in ihrer Häuslichkeit an. Die unkundigen Mädchen Ivaren froh, gleich eine so gefällige Landsmäninn gefunden zu haben, ließen sie das Gepäck m Verwahrung geben und vertrauten ihr auch ahnungslos den Gepäckschein an. Nun schleppte die Bauern fängerin ihre Opfer auf Kreuz- und Querwegen so weit vom Bahnhof weg, daß sie sich sobald nicht wieder zurechtfanden, verschwand dann von ihrer Seite, fuhr rasch nach dem Bahnhofe zurück, ließ sich das Gepäck aushändigen und brachte die Beute nach Hause. Wenn die Mädchen sich endlich mit vieler Mühe nach dem Bahnhofe zurück- gefunden hatten, war ihre freundliche Landsmännin mit ihren Sachen längst verschwunden. Gestern kam gerade ein Kriminalbeamter dazu, als sie wieder mit einem Opfer den Stettiner Bahnhof verließ. Er folgte ihr unbemerkt auf allen Wegen, und als sie dann wieder ihre Begleiterin stehen ließ, fuhr er noch schneller als sie nach dem Bahn- Hofe zurück. Bald kam sie mit dem Gepäckschein. Sobald sie aber die Beute in Empfang genommen hatte, griff der Beamte zu. Erst nach Stunden erschien die Geprellte, die nun ohne Schaden davon- kam und ihre Irrfahrten beschrieb. Die Bauernfängerin wurde von der Kriminalpolizei nach Moabit in Untersuchungshaft gebracht. Sie ist geständig, hat aber das Manöver wahrscheinlich schon öfter ge- macht, als sie bisher zugibt. Zu der Familientragödie in der Prinz Engenstraße 12 wird mitgeteilt, daß die Leichen der vier Opfer, der Manrerfrau Agnes Glenz und der von ihr erdrosselten Kinder von der Staatsanwalt- schaft zur Beerdigung nunmehr fteigegeben worden sind. Ob sie gemeinsam bestattet werden, steht noch dahin, da Frau Glenz katholisch, ihre Kinder dagegen evangelisch getauft waren. Fenerbericht. Die Brandchronik der letzten 24 Stunden ist wieder eine sehr reichhaltige. Dienstag ftüh gegen 7 Uhr wurde die Wehr nach der Roßstr. 7 gerufen, weil hier im Erdgeschoß des rechten Seitenflügels in der Akkumulatorenladestation„Elektra" von Erich Markert durch Kurzschluß in einem Akkumulator ein Feuer ausgekommen war. Der 20. Löschzug war schnell zur Stelle und konnte die Gefahr leicht beseitigen.'— In der Turmstr. 41 gingen vorher Gardinen und Decken in einer Wohnung in Flammen auf, während in der Kommandantenstr. IS im 5. Stock des OuergebäudeS in einem Fabrikraum Kisten und Verpackungsmaterialien brannten. — Einen Schornsteinbrand gab es dann in der Grenzstr. 11 zu be- obachten.— Gegen Abend waren in der Leipzigerstr. 130 in dem im vierten Stock belegenen photographischen Atelier von Schaar- Wächter Möbel und Portieren in Brand geraten, der indes vom 19. Löschzuge in kurzer Zeit abgelöscht werden konnte.— Kleider und Wäschestücke�wurden zur selben Zeit in der Köpenickerstr. 7 durch Feuer vernichtet.— Nach der Koloniestr. 147 wurde die Wehr gegen Mitternacht gerufen, weil dort eine Automobildroschke brannte.— In der Raunynstr. 3 und in der Königsüergerstr. 10 mußten abends Zimmerbrände, bei denen im wesentlichen Möbel und Decken be- schädigt wurden, beseitigt werden.— Alle übrigen Alarinicrungen, die noch aus der Wilhelmstr. 62, Gneisenaustraße usw. einliefen, waren auf ganz unbedeutende Feuer zurückzuführen, die ein sonder- liches Eingreifen der Wehr nicht erforderten. Theater. Im L e s s i n g- T h e a t e r ist die Premiere von Max Dreyer's Schauspiel„Die Siebzehnjährigen" auf Ende nächster Woche verschoben worden. Am Sonnabend, den 12. d. M. wird statt dessen „Florian Geyer", dem darauffolgenden Sonntagabend„Trau- mulus" gegeben. Die bereits gelösten Billetts sind bis Freitagmittag 1 Uhr gegen Erstattung des Betrages an der Kasse des Lessing- Theaters zurückzugeben.— Im Schiller-Theater 0.(Wallner-Theaters findet am Donners- tag zur Feier von Schillers Geburtstag eine Aufführung von„Wallen- stcinS Lager" und„Die Piccolomini" statt.— National- Theater. Der Direktion ist es trotz lebhafter Bemühungen nicht gelungen, Mine. D u s e zu einer Verlängerung ihres Gastspiels zu bewegen, da die Künstlerin am 14. d. M. bereits in Dresden auf- treten muß. Sonach beendet Eleonora Duse ain 12. d. M. ihr Gastspiel mit einer Aufführung von Maurice D o um a y s neuem in Berlin noch nicht gesehenen Stiick„Die andere Gefahr". — Im Belle-Alliance-Theater geht Mittwoch die Repertoirposse„Die Tugendalocke" zum 2ö. Male in Szene. Am Donnerstag folgt das zweite Gastspiel des Ratio nal-Theaters; zur Aufführung gelangt„Rigoletto"! Freitag lvird die„Tugend- glocke" wiederholt und Sonnabend findet das dritte Gastspiel des Nattonal-TheaterS mit„Donna Juanita" statt.— Max Halbes Schauspiel„Mutter Erde" wird in der ziveiten Hälfte dieses Monat» seine Wirkung von neuem zu erproben haben. Die„Neue freie Volksbühne" bringt das Stück als vierte Serie ihrer dieswinterlichen Vorstellungen an sieben Sonntagnachmittagen im Schiller-Theater N. mit den erste» Kräften dieser Bühne zur Auf- führwig.__ flu© den Nachbarorten. Die Schöneberger Stadtverordneten-Bersammlmig hatte am Montag den Erlaß eines Ortsstatuts zur Errichtung eines Kaufmannsgerichts zu beraten. Wie an anderen Orten, so wird leider auch in Schöneberg von einem Inkrafttreten dieses Ge- setzes am 1. Januar 1905 nicht die Rede sein können. Sowohl der Berichterstatter, Rechtsanwalt Dr. Marwitz, der gegen verschiedene Paragraphen des Statuts Bedenken erhoben hatte, als auch Syndikus Blankenstein hielt Ausschuhberatung für wünschenswert und da auch die Sozialdemokraten Aenderungcn beantragen werden, so erklärten arlch diese sich mit der Wahl eines Ausschusses von 9 Mit- gliedern, dem unter anderen Genosse Küter angehört, einverstanden. Ein anderer wichttger Punkt bildete die Neuerpachtung deS eisenbahnfiskalischcn Geländes an der Ebers st ratze, das bisher zu Marktzlvecken diente, dessen Vertrag mit dein Fiskus aber am 31. März 1905 abläuft. Der bisherige Mietszins von 1300 M. ist jetzt nnt Einschluß der 531 M. betragenden Grundsteuer sdie vorher auch voin Fiskus getragen wurde) auf 3371 M. erhöht worden, und wohl oder übel muhte die Versammlung zustimmen. Die Stadtverordneten Kuznitzki und Hoffmann sSoz.) weisen mit Recht darauf hin, daß der Ankauf des 290 Ouadrat-Ruten großen Platzes die beste Lösung sei,' mn einer stetigen Erhöhung des Mietspreises vorzubeugen, und H o f f m a n n regte gleichzeittg die Errichtung einer Markthalle an. Ohne Ausnahme waren die bürgerlichen Vertreter schon damit zufticden, daß der Eisenbahnfisius überhaupt mit ihnen verhandelt hatte; sie glauben mit dem Platze immer noch ein gutes Geschäft zu machen. Der Verlängerung des Verttages auf fernere fünf Jahre wurde sodann zugestimmt. Ueber die Bedeutung des Fachschulunterrichts und die Erweiterung der fakultativen Fortbildungsschule entlpaim sich gelegent lich einer Petition des Bezirksvereins Nordost eine lange Debatte Wie oft schon unsererseits das Obligatorium für genannte Anstalt ge fähigkeit deS Grafen, und dazu komme noch, daß seinerzeit Geh. Sa- nitätsrat Dr. Neumann in Glogau schon vor Gericht erklärt habe: fordert lvurde, ist bekannt. In allen Tonarten pries Stadtv. Engelmann es sei notwendig, den Grafen in einer Anstalt auf seinen Geffte& die Fortschritte, die das Handwerk mit der Errichtung von Fachschulkursen— � für die Zukunft machen würde; in ihnen erblickt er, wie auch die anderen bürgerlichen Vertreter, das Allheilmittel zur Befestigung de? Handwerks. Küter(Soz.) weist demgegenüber darauf hin, daß der Fachschulunterricht nimmermehr den erhofften Nutzen bringen könne und daß die Gemeinde im Interesse einiger Hand- Werks meist er die großen Kosten aufbringen muß.—- Schließlich wurde ein Anttag Kubig angenommen, den Magistrat zu ersuchen, die Einrichtung von Unterrichiskurscn für Handwerker und Kunsthand- werker in die Hand zu nehmen und unentgelllich Räume zur Verfügung zu stellen, sowie bezüglich der Unterstützung des Fachunterrichts und Einstellung von Mitteln zu diesem Zweck in den nächsten Etat eine Vorlage zu bringen. Die Wahl des Stadtv. Treugebrodt im 9. Bezirk der II. Ab- teilung, gegen die Einspruch erfolgt war. wurde hierauf nach einem Referat des Justizrats v. Gordon, der sich im Gegensatz zu einer früheren Auffassung für die Entscheidung des Wahlvorstandcs aus- sprach, ohne Debatte für gülttg erklärt. Im 8. Bezirk der II. Ab- teilung hat sonach eine Neuwahl stattzufinden. Die Wilmersdorser Gemeindevertretung beschloß zur Erlangung von Skizzen für den Neubau eines Rathauses eine öffentliche Aus- schreibung unter den Architekten Deutschlands und bewilligte zu Preisverteilungen 20 000 M.; es wurden festgesetzt ein erster Preis zu 8000 M., ein zweiter zu 5000 M., zwei dritte zu je 3000 M. und ein vierter Preis zu 1000 M. Die Entwürfe müssen bis zum 10. April 1905 der Gemeindeverwaltung eingereicht sein. Preis- richter sind die folgenden Mitglieder der Gemeindevertretung: Amts- und Gemeindevorsteher Habermann, Geh. Bergrat Professor Dr. Beyschlag, die Bauräte Gerard und Havestadt, Ingenieur Rammrat, Direktor Eichmann, Gemeindebaurat Herrnring. Sodann wurden für den Neubau des Reform- Realgymnasiums nebst Realschule der erste Hauptentwurf und die Bereitstellung der erforderlichen Mittel im Betrage von 900 000 M. genehmigt.— Die Stelle des zweiten besoldeten Schöffen soll mit einem im Ver- waltungsdiensi bereits tättg gewesenen Beamten besetzt werden, der das zweite juristische Examen oder das für den höheren Verwaltungs- dienst bestanden hat; das Anfangsgehalt beträgt 5000 M. und steigt bis 7500 M., die Mietsentschädigung belänst sich aus 1500 M. Die Dienstzeit in anderen Kommunen kann aus das Besoldungs« Verhältnis in Anrechnung gebracht werden.— Zum Vorsitzenden des vam 1. Jamiar 1905 zu errichtenden Kausmannsgerichts wurde der besoldete Schöffe Stadtrat Peters und zu dessen Stellvertreter Amts- und Gemeindevorsteher Habermann gewählt. Rixdors. Die Stadtverordneten werden sich in ihrer nächsten Sitzung mit der Einrichtung eines K a u s m a n n S g e r i ch t e s für unsere Stadt zu beschäftigen haben. Der Stattitenentwurf des Magistrats schließt sich im wesentlichen dem vom Minister für Handel ilnd Gewerbe ausgearbeiteten Musterstatut an. Für die Wahlen ist in Uebereinstimmung mit der Geiverbedeputatton das System der gebundenen Listen, bei dem die Stimmabgabe auf die eingereichten Vorschlagslisten der Stimmen beschränkt ist, vorgeschlagen. Die be- teiligten Kaufleute und Handlungsgehülfen, welche hierüber gehört worden sind, haben sich in überwiegender Mehrheit für dieses System ausgesprochen. Um etwaige Härten, die das System der gebundenen Listen mit sich führen kann, zu verhüten, soll die Zahl der Unter- zeichner von Vorschlagslisten auf fünf herabgesetzt werden, uin so auch kleineren Parteigruppen die Möglichkeit zu geben, eine Vor- schlagSliste einzureichen. Das Ortsstatut soll am 1. April 1905 in Kraft treten._ Gerichte-Zeitung. Zu der Ansicht, daß Gras Pückler-Klein-Tschirne geisteskrank ist, hat sich jetzt auch ein Berliner Gerichtshof bekannt. Der Unglück- liche Mann hat eine Privatklage angestrengt, die gestern vor der 147. Abteilung des Schöffengerichts unter Vorsitz des Assessors Hell verhandelt wurde. Graf P ü ck l e r hatte sich vom persönlichen Erscheinen dispensieren lassen und wurde vom Rechtsanwalt Gräfe vertreten. Die Privatklage richtete sich gegen den Redakteur der „Mitteilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus' Kurt Bürger und den Schriftsteller Emil Brand, denen Rechts- anwalt Joseph Cohn und Justizrat Rheinbacher- Schöneberg als Verteidiger zur Seite standen. Zur Anklage standen zwei in dem genannten Organ veröffentlichte, von Herrn Brand verfaßte Artikel „Festungscrinncrungen", durch welche sich Graf Pückler beleidigt fühlt. Der Angeklagte Brand war wegen seines bekannten Gedichts: „Wenn ich einmal ein Landrat wär'" zu vier Wochen Festungshaft verurteilt worden und verbüßte seine Strafe in Wcichsclmünde zu derselben Zeit, als dort Graf Pückler die ihm wegen Herausforderung zum Zweikampf zudiktierte Festungshaft verbüßte. Er schildert nun das Zusammenleben mit dem„Treschgrafen" im„Verbrecher- klub Weichselmünde" und schilderte ihn nach seinen Beobachtungen als einen nur pathologisch zu beurteilenden Menschen. Er erwähnte dabei aus dessen Reden die„rohen platten Witze", das„irre und wirre Zeug", welches er zusammenschwatze, seine Selbstgefälligkeit, seine oft komische Wut gegen die Juden, die vielleicht daher stamme, daß er ein prouonciert jüdisches Aussehen habe und wie ein jüdischer Pferdehändler aussehe usw. Die eigenartige Lache, die er anschlage, höre man öfter im Jrrenhause, sein Benehmen in Weichselmünde habe wiederholt gezeigt, daß man es mit einem mehr oder minder harmlosen Narren zu tun habe usw. usw. Angekl. Brand bestritt, daß die Artikel den Grafen Pückler beleidigen konnten. Ein Mann, der in solch unerhörter Weise Be- leidigungcn über Beleidigungen öffentlich ausspricht, könne doch un- möglich durch einige starke Ausdrücke beleidigt werden. Man müsse ihn doch mit demselben Maße messen dürfen, das e r s e l b st anwendet. Vor Eintritt in die weitere Verhandlung machte Rechtsanwalt Cohn in formeller Beziehung folgende Ausführungen: Er bestreite, daß Graf Pückler imstande ist, als Privatklägcr aufzutreten, da er im Sinne des K 104 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches als ge- schästsunsähig zu gelten habe. Er behaupte, daß Gras Pückler an einer krankhaften Störung seiner Geisteskräfte leide. Graf Pückler leide zweifellos an Paranoia, denn aus allen seinen Reden, aus seinem ganzen Gebaren leuchten die Erkennungsmomente dieser Krankheit hervor, wie sie Professor Krepelin in seinem Werke: Klinische Psychiatrie" festgelegt hat: Verfolgungswahn, Selbst- aesälligkeit, Größenwahn, Vergistungsideen usw. usw. Man brauche bloß einen Blick in eine Reihe von Reden zu werfen, die Graf Pückler immer mit derselben wutschnaubenden Art und dem wirren Durcheinander gehalten, um zu der Ucberzeugung zu kommen, daß dieser Mann geschäftsunfähig sei, ganz besonders müsse man aber nach den letzten Flugblättern des Grasen, zu dieser Ansicht kommen. Seine eigenen Parteigenossen halten ihn jetzt für einen derartigen Kranken, ebenso ihm verwandtschaftlich sehr nahestehende Personen. Der Verteidiger verlas die Bemerkungen, die nach dem Erscheinen der letzten Flugblätter der„Reichsbote", die„Deutsche agrarische Korrespondenz", die„Neuesten Nachri.bten", die„Neue Bayerische Landeszeitung" und andere über das„wüste hirnverbrannte Zeug", das der Gras produziere, gemacht haben und verwies auf Bcmer- kungen des Abgeordneten v. Liebermann in der„Antisemitischen Korrespondenz", ferner auf die„Hochwacht",„Magdeburgische Sachsenschau" usw. Wenn ein Mann aus der sozialen Sphäre und mit der Bildung des Grafen Pückler in den letzten Flugblättern nicht nur eine Sprache führt, die abseits jeder Bildung und abseits jeder kulturellen Auffassung steht, sondern auch zu Verbrechen auf- fordert und dabei wirr von einem Thema zum anderen überspringt, so kann er nur pathologisch sein. Ein geistig Gesunder könne so etwas nicht sagen, was Graf Pückler in jenen Flugblättern gesagt habe. Er beantrage deshalb: den Privatkläger auf seinen Geistes'zustand untersuchen zu lassen und. wenn er sich dem widersetze, einem gerichtlichen Sachverständigen das gesamte Material seiner Reden zu übergeben. Das enthalte schon genügend schwerwiegende Beweise für die Unzurechnungs zustand untersuchen zu lassen.— Justizrat Rheinbacher» Schöneberg trat diesem Antrage bei. Gras Pückler, der sich vom persönlichen Erscheinen habe entbinden lassen, habe sich seit dem 2. Oktober in Berlin aufgehalten und seine Brandreden gehalten, er sei gestern noch hier gewesen und es sei doch mindestens wunderbar, daß er nun am Tage des Termins wieder in Klein-Tschirne wohne. Er habe noch in den letzten Tagen Versammlungen abgehalten und Flugblätter verteilen lassen. Diese und andere Reden haben den Vor st and der jüdischen Gemeinde veranlaßt, bei dem Staatsanwalt anzufragen, ob nicht diesem Unfuge endlich ein Ziel gesetzt werden solle. Der Staatsanwalt habe erklärt, daß es dieser Anregung nicht bedurfte, daß vielmehr bereits ein Strafverfahren gegen den Grafen Pückler eingeleitet worden sei. Dabei werde amtlich geprüft werden müssen, ob Gras Pückler zu» rechmungssiihig ist, oder nicht; werde diese Frage bejaht, dann könne er nicht als Privattläger auftreten. Es rechtfertige sich daher der Antrag: die Verhandlung auszusetzen und abzuwarten, wie die Er- Mittelungen dort enden.— Rechtsanwalt Gräfe protestiert gegen diesen Antrag, der doch wohl bloß dazu geeignet sei, die Sache zu verschleppen. Graf Pückler sei nicht entmündigt und es liege kein Anlaß vor, ihn für geschäftsunfähig zu erklären.— Nach längerer Beratung verkündete der Vorsitzende: Der Gerichtshof ist auf Grund des vorliegenden Materials und der gerichtsnotorischen jüngsten Reden des Privatklägers zu der Ueberzeugung gelangt, daß der Privatkläger tats Schlich geistig nicht n o r m a l i st. Da aber jede Abweichung vom normalen Geistes- zustand die Voraussetzung des K 104 Absatz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs erfüllt, der Gerichtshof aber nicht in der Lage ist, der Hinzuziehung eines Sachverständigen zu entbehren, so hat der Ge- richtshof dem Antrage auf Aussetzung der heutigen Verhandlung stattgegeben, da anzunehmen, ist, daß die Staatsanwaltschaft in dem gegen den Privatkläger eröffneten Strafverfahren bezüglich der Untersuchung seiner geistigen Zurechnungsfähigkeit die not- wendigen Schritte unternehmen wird. Ein Schwärmer. Anarchistische Propaganda in der Kranken- station des Asyls für Obdachlose wurde dem Schlosser Max Böhme zur Last gelegt, der sich gestern wegen Aufreizung, zum Klassenhaß vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts I zu verantworten hatte. Der Angeklagte ivar früher anarchistischer Mit- läufer. Er gehörte einem anarchistischen Gesangverein an, lernte dort mehrere anarchistische Führer kennen, legte sich eine kleine anarchistische Bibliothek zu und unternahm es auch für die anarchistt- schen Ideen Anhänger zu gewinnen. Im Januar 1902 lag er auf der mit dem Asyl für Obdachlose verbundenen Station für Ge- schlechtskranke. Eines Sonnabends machte er, nachdem er vorher schon wiederholt seinen Mitpattenten anarchistische Ideen mündlich entwickelt«, diesen die Mitteilung, daß er am nächsten Tag« Bücher hereinbekommen werde, die er auf Wunsch den Kranken zur Wer« sügung stellen wolle und aus denen sie sich überzeugen könnten, wie ungerecht es in der Welt zugehe. An: Sonntag erhielt er Besuch von seiner Ehefrau, diese brachte ihm Broschüren aus der anarchtsti- schen Bibliothek mit und bald wanderten die Schriften„An die jungen Leute",„Neues Wintermärchen"(das bekanntlich mit Anarchismus gar nichts zu tun hatl),„Gott und Staat" und„Die historische Rolle des Staats" von Hand zu Hand. Einige dieser Schriften sind- seinerzeit polizeilich mit Beschlag belegt und der Angeklagte erzählte triumphierend, daß das„Neue Wintermärchen" früher 20 Pf. gekostet habe und jetzt kaum für 3 M. zu halte!* sei. In den Schriften wird nach Meinung der Richter die Erhebung der niederen Klassen gegen die höheren in Form der Revolution gepredigt und in außerordentlich krasser Weise das Los der unbemittelten Klassen als menschenunwürdig hingestellt, während die Bemittelten als Faulenzer und Tagedieb« geschildert werden. Einige Kranke erstatteten Anzeige und eines Tajzes erschien die Polizei in der Krankenstation und belegte die Schriften mit Beschlag. Wie bekundet wurde, drohte darob fast eine Revolte unter den.Kranken auszubrechen. Der Angeklagte behauptete vor Gericht, daß er die paar Hefte nur zur eigenen Lettüre erhalten und sie nur auf Wunsch einzelner Patienten diesen zum Lesen über- lassen habe. Nach dem Zeugnis des Kriminal Iv acht- ineisters Frick hat sich der Angeklagte seitdem von jeder B e- rührung mit Anarchisten ferngehalten.— Staatsanwalt L i e b e n o w wies ans die Gefahr hin, die daraus entstehe, ivenn gerade den in Krankensälen liegenden Armen und Elenden solche hetzerische Schriften in die Hand gedrückt werden. Er bean» ttagte 4 Monate Gefängnis.— Rechtsanwalt Viktor F r ä n k l beairtragte die Freisprechung des Angeklagten, auf die der Gerichtshof auch erkannte. Der Gerichtshof war mit dem Verteidiger der Ansicht, daß dem Angeklagten nicht nachgewiesen war. daß er die zloei Schriften, die wirtlich strafbaren Inhalt hatten, schon gelesen hatte und ihren Inhalt kannte. Die Behauptung des Angeklagten, daß er diese erst selbst habe lesen wollen, sei nicht wider, legt. Außerdem vermißte der Gerichtshof das Moment der Oeffentlichkeit bei der Verbreitung und bezüglich deS „Wintermärchens", welches im Krankensaale verbreitet sein soll, be- rücksichtigte er, daß das eine Exemplar, welches in Frage kam, nicht in natura vorlag und der Beweis der Jderrtiiär mit dem seinerzeit verbotenen„Neuen Wintermärchen" nicht gegeben war. Nack, dem neuerdings über so manches Urteil zu berichten war, das Kopfschütteln erregte, ist es eine Wohltat, von einem Gerichts- spruch zu vernehmen, der mit dem Rechtsbewnßtsein der Bevölkerung nicht sin Widerspruch steht. In dem Gründerprozesi Steinierg und Genossen wurde gestern die Beweisaufnahme fortgesetzt. Der Angeklagte Steinberg! be- schivcrte sich darüber, daß durch„tendenziöse" Berichte in der Presse Stimmung gegen ihn gemacht werde. Insbesondere beklagte er sich darüber, daß ein hiesiiges Blatt den Gerichtsbericht unter der Ueber- sclirift„Die verkrachte Grundbesitzerbank" gebracht habe. Das sei ganz unzutreffend, denn die Bank sei gar nicht verkracht, sondern bestehe aucb noch heute. Die gestrige Beweisaufnahme erstreckte sich im wesentlichen auf den zweiton und dritten'Punkt der Anklage: die Angaben, die bei der Erhöhung des Grundkapitals gemacht worden sind. Durch Beschluß der Generalversammlung vom 7. Juli 1900 fand eine Erhöhung des Grundkapitals um 150 000 M. durch Aus- gäbe von 100 Prioritätsattien zu je 1000 M. und 50 Aktien zu je 1000 M. statt. Die Aktien sollten nach dem Beschlnffe zum Nennbetrage ausgegeben und 25 Proz. des Nenn- betrages sofort, der Rest aber im Laufe einesJnhres eingezahlt werden. Der Vorstand und die Aufsichtsratsmitglicder meldeten den Beschluß und die erfolgte Erhöhung des Grundkapitals zur Eintragung in das Handelsregister an mit der Versicherung, daß das bisherige Grund- kapital vollständig und auf jede der neuen Aktien und Prioritätsaktien 25 Proz. eingezahlt seien, sowie daß die eingezahlten Bar- betrüge im Besitze des Vorstandes sich befänden. Entsprechend« An- gaben lmrrden gemacht, als durch Generalversammlungsbeschluß vom 13 Oktober 1901 eine Erhöhung des Grmidkapitals um 300 000 M. durch Ausgab« von 309 Prioritätsattien zu je 1000 M. stattfand. Die bezüglichen Angaben sollen nach der Behaupttmg der Anklage falsch sein, was von den Angeklagten bestritten wird. Die Verhandlung, die immer wieder auf die Erörterung der Vermögensverhält- nisse der Angeklagten zurückgreift, bietet wenige Momente von all» gemeinem Interesse. Da sie noch mehrere Tage in Anspruch nelsinen wird, werden wir uns darauf beschränken, in einem Schlußbericht da? Ergebnis mitzuteilen. Marktpreise vou Berlin am I.November. Nach Ermittelungen des (gl. Polizei-PräsidiinnS. Für 1 Doppcl.Zentner: Weizen"), gu'e Sorte 17,65—17,62 M., mittel 17,59-17,56 M., geringe 17,53-17,50 M. Rsgg-n"), gute Sorte 13,90- 00,90 M.. mittel 00,00-00,00 M.. geringe 00 00—00,00 M. Futteracrfte*), gute Sorte 15,70—14,50 M., mittel 14,10 bis 13,30 M.. geringe 13-0-12.10 M. Haler»), gute Sorte 16,40-15,60 M.. mittel 15.50—14,70 M.. geringe 14,60-13,80 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 40 00-30,90 M. Speisibobnen. weiße 50,00- 30,00 M. Linsen 60,00—30,00 M. Kartoffeln 9,00-7,00 M. Richkstroh 0,00-0,00 M. Heu 0,00-0,00 M. Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Eier per Schock 4,50-3,00 R. »l Frei Wagen und ab Bahn.") Ab Bahn.__ Berantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 264. 21. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. ttwoch, 9. November 1904. Aus der Frauenbewegung. Redner. Der Stadtverordnete Dr. Nathan trat der Verteidigung wurde diese Ehe als ungültig erklärt, da nach der Meinung des Bohles entgegen. Es wäre ein großer Fehler, hier Milde walten Gerichts ein katholischer Priester auch nach dem Religionswechsel zu lassen. Jemand, der auf einem Standpunkte stehe, wie Bohle, zur Chelosigkeit verurteilt sei! Gegen dieses Urteil ergriffen der müsse es ablehnen, auf einem Wohnungstongreß zu referieren. Verteidiger des Ehebandes und die Gattin die Berufung an den Bürgerliche Frauen über den Wohnungskongreß. Durch das Referat, das übrigens einen wirklichen Fortschritt, Obersten Gerichtshof. Dieser hat die untergerichtlichen Urteile beDer Verein Frauenwohl", der unter Leitung von Frau Minna alles in allem genommen, gar nicht habe beweisen fönnen, stätigt und die Ehe für ungültig erklärt, und zwar mit der BeCauer steht, hatte am 7. November im Architektenhaus, Wilhelm habe der Kongreß ein schiefes Gesicht bekommen. Hinsicht gründung, daß ein Priester, der die höheren Weihen empfangen straße, eine Versammlung mit Gästen. Fräulein Else Lüders lich der Tätigkeit der Frauen in der Kommune ist Redner gleich und das Gelübde der Ghelosigkeit abgelegt habe, weder durch den sprach über den deutschen Wohnungstongreß, an dem sie Herrn Potthof der Meinung, daß die Frauen durch Mitarbeit an der Austritt aus dem Priesterstande noch durch Annahme eines anderen teilgenommen hat. Es war ein Stimmungsbild, was sie bot, durch Stärkung des sozial gerichteten Liberalismus fich Einfluß verschaffen Glaubens das ihm ständig anhaftende Ghehindernis beseitigen kann. fezt mit frischen Streiflichtern, die besonders die reaktionären Gruppen könnten. Dr. Nathan meinte, mittels persönlicher Einflußnahme der Dieses Urteil ist, wie bemerkt, in Desterreich gefällt worden; in der der Kongreßteilnehmer trafen. Die Zulassung auch von Gegnern einer Frauen ließe sich namentlich bei den Wahlen der ersten und zweiten deutschen Rechtsprechung wäre ein ähnliches Urteil wohl ausWohnungsreform zu dem Kongreß billigt Frl. Lüders, im ausdrücklichen Abteilung manches erreichen. geschlossen. Gegensatz zu Ausführungen in einem Artikel Dr. Südekums. Man Eine Volksschullehrerin aus Spandau hielt der rein äußerlichen Frankfurt a. M. Dienstag vormittag wurde direkt unterhalb des lerne die Gegner beffer kennen. Vielleicht werde auch die Stimmung Pohleschen Betrachtung unserer Wohnungen entgegen, daß man den linkscheinischen Kohlenhafens die Leiche einer etwa 30jährigen gegen sie noch verschärft. Auf jeden Fall führe es aber zur Stärkung richtigen Maßstab erst gewinne, wenn man frage: Wieviel Schlaf- Frauensperson gefunden und gelandet. Die Leiche, die nicht lange der Reformbewegung selbst. Wenn man aber die Teilnahme jedem stellen hat die Wohnung? Wieviel Personen kommen auf ein Bett? im Wasser gelegen haben kann, war völlig unbekleidet. Beide Brüste freigebe, dann müsse der Organisations- Ausschuß ein großes Geschick Da feien in Spandau die traurigsten Feststellungen ge waren ihr abgeschnitten. Am Halse befand sich noch eine Uhrkette aufwenden. Daran habe es dem Ausschuß gefehlt. Und auch das macht worden. Daß zwei Kinder in einem Bett schliefen, mit einer daran hängenden Uhr. Präsidium habe unter diesen Umständen eine schwere Aufgabe. fei die Regel. Aber auch drei und bier schliefen Gerecht müsse es sein, stellenweise aber auch sehr energisch. in einem Bett. Eine Kollegin von ihr habe fogar fünf für ein Bett Gerecht sei die Leitung gewesen, oft aber viel zu schlapp. festgestellt. Matt und schlaff kämen natürlich die Kinder in die Das einleitende Referat des Professors Pohle, das eine Schule. Daß Mann und Frau in einem noch dazu schmalen Bett große Verstimmung unter allen Freunden unter allen Freunden einer gründlichen schliefen, sei nicht selten. Sogar in Wohnungen, die aus Küche und Wohnungsreform hervorgerufen habe, hätte die schärffte Stritit wohl Stube beständen, finde man noch Schlafgänger. dadurch erfahren, daß die böse Fee" des Kongresses, der Vertreter aller Hausbesizer- Vereine, Herr Stadtrat Hartwig aus Dresden, ihm zustimmte. Bei der Schilderung Bohles von den Fortschritten des modernen Bauwesens mit seinen Parkettfußböden, der ZentralHeizung, dem elektrischen Licht sei vor ihr aufgestiegen, was auf dem Heimarbeiter- Rongreß über das Wohnungselend fest gestellt worden sei. Erfreulich Vermischtes. In seinem Schlußwort spottete Dr. Breitscheidt über freifinnige Männer, die Frauen, welche im vorigen Jahre bei der Wahlarbeit helfen wollten, zum teil spöttisch, zum teil verlegen angesehen und ihnen nahegelegt hätten, daß das für sie doch nichts sei. Es wäre ein Wunder, daß sich nicht schon mehr Frauen gefunden hätten, welche Hülfe bei der Sozialdemokratie suchten. Nach einem Schlußwäre, daß sämtliche wort des Fräulein Lüders trat Schluß der Versammlung ein. Arbeitervertreter, der sozialdemokratische, der freisinnige und der christliche, in der Wohnungsfrage eigentlich denselben Standpunkt einnahmen. Tief ergriffen hätten die Schilderungen des Abgeordneten Hue, des ehemaligen Vergarbeiters. Den Höhepunkt der Diskussion fand Rednerin in dem Auftreten Naumanns. Sie selbst Praktische Lösung eines Schulkonflikts. Die Bestimmung des rechnet sich zu den Bodenreformern. Ihre besondere Freude sprach preußischen Kultusministers, nach der die Benuzung von Schulräumen sie über das Auftreten Lily Brauns aus, deren Verlangen nach dem zu anderen als Schulzwecken der Genehmigung der Schulbehörde Wahlrecht der Frauen in der Kommune bei den Reaktionären einen bedarf, erzeugt wie wir schon berichteten auch in anderen Sturm der Entrüstung hervorgerufen habe. Das Geschrei der reaktionären Großstädten Konflikte. Ein solcher ist auch, wie die„ Päd. 3tg." Gruppe beim Referat Sinzheimers verglich sie mit einem ,, wahren In- meldet, in ag en in Westfalen entstanden, wo die Arnsberger Redianergeheul". Trotz alles Deprimierenden, das der Kongreß brachte, habe gierung selbständig über die Aula der städtischen Gewerbeschule verer doch die Aufmerksamkeit weitester Streise auf die so brennende Wohnungs- fügt hat. Um sich nun das volle Verfügungsrecht über ein neues frage gelenkt. Auch sei ein Erfolg die Stärkung der Kampfesenergie Schulgebäude zu sichern, griff die Stadtverordneten Versammlung und man werde aus diesem ersten Kongreß lernen, wie ein ener- zu einem drastischen Aushülfsmittel, wie folgender einstimmiger Be gischer Vorstoß in der Wohnungsreform anders vorzubereiten sei. fchluß zeigt: ( Beifall.) Es folgte dann ein Referat des Herrn Dr. Breitscheidt Wilmersdorf über:„ Die Frauen und die Kommunalpolitik". Er gab eine Uebersicht über die rechtliche Stellung der Kommunen, ihre Organisation und die verschiedensten Gebiete kommunaler Verwaltungstätigkeit, sowie über die sozialpolitischen Aufgaben der Gemeinden. Er erkannte im Laufe seiner Ausführungen an, daß an dem Fortschritt im modernen Sinne, soweit ein solcher im kommunalen Leben zu verzeichnen sei, die Sozialdemokratie hervorragenden Anteil habe. Ueberhaupt erwies sich Redner als ein freidenkender Mann mit tieferem sozialen Verständnis. Er empfahl, ohne sich für eine bestimmte Partei zu engagieren, den Frauen, sie sollten bei den nächsten Kommunalwahlen ihren Einfluß geltend machen, daß Männer gewählt würden, die für den Fortschritt im besten Sinne feien, für den Munizipal- Sozialismus Verständnis hätten und vor allem auch für Frauenrechte einträten.- Auch dieser Vortrag wurde beifällig aufgenommen. Dann wurde über beide Referate diskutiert. ReichstagsAbgeordneter Dr. Botthof suchte als Teilnehmer des Wohnungstongresses die Vorwürfe abzuschwächen, die allenthalben das Auftreten des Professor Bohle erfahren hat. Dieser habe eben stillschweigend vorausgefeßt, daß noch viel im Wohnungswesen zu tun fei. Allerdings sei das Referat einseitig gewesen, aber von der schlechten Wirkung, die es auf große Kreise ausübte, sei das Niveau und die Stimmung des Publikums mehr schuld gewesen, als der Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Berantwortung. Theater. Mittwoch, 9. November. Urania. Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: " Die Stadtverordneten- Versammlung genehmigt, daß das an der Parkstraße errichtete städtische Gebäude mit Schulbänken und Inventar für Volksschulzwecke ausgestattet werde, und überläßt die Stäume widerruflich zu Volksschulzwecken während der üblichen Unterrichtsstunden, wahrt sich aber ausdrücklich das Verfügungsrecht über das städtische Eigentum während der Zeit, zu welcher die Räume zu Schulzwecken nicht in Anspruch genommen werden. Hoffentlich schüßt dieser Beschluß gegen Uebergriffe der Negierung. Verbrecher Georg Karres und Heinrich Hellriegel, die von der StaatsErgriffene Mörder. In Wolfstein( Pfalz) wurden die zwei anwaltschaft in Trier wegen des Mordes an dem Ackerer Teines steckbrieflich verfolgt werden, verhaftet. Die beiden hatten während längerer Zeit die Pfalz, Hessen und das Saargebiet mit ihren Schandtaten heimgesucht. Sie werden auch von anderen Behörden gesucht. ein schwerer Automobil- Unfall. Ein Automobil, in dem sich ein Automobil- Opfer. In Virton bei Brüssel ereignete sich heute Herr, feine Gattin und seine beiden Töchter befanden, stieß an einer ein schwerer Automobil- Unfall. Ein Automobil, in dem sich ein Begbiegung gegen einen Lastwagen; bas Automobil wurde total zertrümmert, die beiden Mädchen wurden getötet, die Eltern lebensgefährlich verlegt. Wafferstand am 7. November. Elbe bei Aussig 0,40 Meter, bei Dresden 1,77 Meter, bei Magdeburg+0,60 Meter. Unstrut bei Oder bei Ratibor+ 1,84 Meter, bei Breslau Straußfurt+ 0,75 Meter. Ober- Begel+5,06 meter, bei Breslau Unter Begel+0,56 Meter, bei Frankfurt+1,72 Meter. Weichsel bei Brahemünde+ 3,52 Meter. art he bei Posen 0,20 Meter. Neke bei Üsch-- Meter. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9%, Uhr abends ftatt. Geöffnet: Uhr. Noack. Jedes Buch können Sie durch die Vorwärts- Buchhandlung er halten. 23. A. K. Die Klage hätte Aussicht auf Erfolg.- B. A. O. 112. 1. u. 2. Ja. 3. Die Hälfte der Klebemarkenbeiträge tann vom Lohn abgezogen werden. 4. Eine Arbeiterschutzzeit( Höchstlänge der Beschäftigungszeit und längste Grenze der Arbeitszeit) für Dienstmädchen gibt es leider nicht. E. K. 8. Das von Ihnen Borgetragene ist kein nach dem Gesek hinreichender Grund zur vorzeitigen Sündigung der Wohnung.-F. N. Ein Zuschneider hat die rechtliche Stellung eines Werkmeisters, wenn er selbstständig Modelle und Muster entwirft oder wenn ihm die Austeilung und Beaufsichtigung der Arbeit oder die Leitung anderer Arbeitskräfte zusteht. Dann ist mangels anderer Vereinbarung die Kündigungsfrist sechs Wochen zum Quartals ersten. D.. 43. Ja. Nein. Witterungsübersicht vom 8. November 1904, morgens 8 lthr. Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Wetter Temp. n. T. 5° C. 4° R. Stationen Barometer tanb mm Wind richtung Windstärke 6 Haparanda 739 23 Better Zemp. n. T. Unfittliche Rechtsprechung. Der seltene Fall, daß ein ehemaliger Priester nach Religions- und Standeswechsel eine Ehe einging, die nach sechsjährigem Bestande von amtswegen aufgelöst wurde, beschäftigte vor kurzem den Obersten Gerichtshof in Wien. Der jetzt Stationen geschiedene Ehemann hatte als Kleriker des Kreuzherrn- Ordens am 17. Oftober 1878 das feierliche Ordensgelübde abgelegt, wurde am 21. Dezember 1878 zum Ordenspriester geweiht, trat dann am 9. Juni 1882 aus dem Orden aus und zeigte nach Erledigung der Swinemde. 744 SSD 5 bedeckt medizinischen Studien und Erlangung des Doktorgrades bei der Hamburg 741 6 bedeckt Berlin 746 SS 3mollig Bezirkshauptmannschaft an, daß er aus der katholischen Kirche aus6 bedeckt Franff.a.M. 751 N trete und das Bekenntnis der reformierten evangelischen Kirche an- München 753 28 4 wolfig nehme. Am 2. Mai 1898 wurde er mit dem Mädchen, dem zuliebe Wien 755 Still- bedeckt er den Priesterstand verlassen hatte und das gleichfalls Protestantin Wetter- Prognose für Mittwoch, den 9. November 1904. geworden war, von dem zuständigen evangelischen Pfarrer getraut. Etwas fühler, vielfach heiter, jedoch sehr unbeständig mit einzelnen Mit dem Urteile des Kreisgerichtes Chrudim vom 6. Mai 1904, das Regen- oder Graupelschauern und starten, später abnehmenden nordwestspäter vom Oberlandesgericht als Berufungsgericht bestätigt wurde, lichen Winden. Berliner Wetterbureau. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Tyrannei der Tränen. Chambers. Deutsch v. Berta Bogson. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Grossstadtluft. 2 mollig 7 Petersburg 754 WSM 3Schnee 8 Cort 9 Aberdeen 748 N 8 Paris 761 28 5heiter National- Theater Weinbergsweg 12a- 13b. Mittwoch, den 9. November 1904: 8. Mittwochs- Abonnement: An den Seen Oberitaliens. Luftpiel in 4 Atten von E. Haddon Schwant in 4 Utten v. Delar Blumen Donna Juanita. Hörsaal 8 Uhr: Dr. B. Donath: Zur Geschichte der drahtlosen Telegraphie. Invalidenstr. 57/62. Opernhaus. Die weiße Dame. An Sternwarte fang 7 Uhr: Neues königl. Opern Theater. Flachsmann als Erzieher. Deutsches. Dagland. Berliner. Soldaten. Leffing. Traumulus. Westen. Undine. Thalia. Der Weiberkönig. Belle- Alliance. Die Tugendglode. Borher: Wer? National. Donna Juanita. Anfang 8 Uhr: Metropol. Die Herren von Marim. Kasino. Wildes Blut. Zentral. Der Generalfonful. Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Thrannei der Tränen. Schiller N.( Friedrich Wilhelm städtisches Theater). Die Großstadtluft. Neues. Die Stronprätendenten. An fang 7 Uhr. Kleines. Elektra. Carl Weiß. Senta Wolfsburg. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Lustspielhaus. Biederleute. Luizen. Ehrliche Arbeit. Trianon. Gastons Frauen. Dentsch- Amerikanisches. Neber'n großen Teich. Apollo. Berliner Luft. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. Prinz Levy in Ahlbeck. Passage Theater. Dida. Spezialitäten. Anf. 5 Uhr. Wintergarten. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr im Theater: An den Seen Oberitaliens. Hörfal 8 Uhr: Dr. B. Donath: Zur Geschichte der drahtlosen Telegraphie. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Im Hörsaal: Tiere in der Wildnis Hörsaal: Tiere in der Wildnis. CASTAN'S PAN P CAS ANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Allerseelen melodramatische Illusion. Rumänische Damen- Kapelle ,, Bratiano". Zentral- Theater Heute Anfang 8 Uhr. Donnerstag, abends 8 Uhr: Zur Feier von Schillers Geburtstag. Zum erstenmal: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Freitag, abends 8 Uhr: Die Tyrannei der Tränen.[ Oskar thal und Gustav Kadelburg. Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Freitag, abends 8 Uhr: Die Kreuzelschreiber. Anfang 7, Uhr. Donnerstag: Borlegtes Gastspiel Eleonora Duse: Hedda Gabler. Kasino- Theater Lothringerftr.37. Anf. Wch.8, Sonnt.7% Kleines Theater| Neues Theater. Wildes Blut. Vereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Anfang 8 Uhr. Bum 75. Male: Elektra. Donnerstag: Nachtasyl. Freitag: Elektra. Anfang 7 Uhr. Die Kronprätendenten. Donnerstag: Die lustigen Weiber von Windsor. Freitag: Die Kronprätendenten. Palast- Theater Burg- Straße 22, Gesangspoffe in 3 Akten v. Mannstädt. Vorher d. vollft. neue Novemberprogr. 11. a. Die Original- Noranas." Sonntag, nachmittags 4 Uhr: Mutter Gräbert. Deutsch- AmerikanischeS Theater. Köpenickerstr. 67. Zum Direktion: früher Feen- Palast. Rich. Winkler. Gr. internationale Ringkampf- Konkurrenz unter dem Protektorat des Herrn Professor Reinhold Begas. Heutige Ringkämpfe: 401. MALE: Heute abend 8 Uhr: Ueber'n TEICH. grossen Sonntag nachmittags 3 Uhr, halbe Preise: ,, Ueber'n grossen Teich". Der Generalfonful. Weltmstr. Georg Lurich gegen Michael Hitzler, inden Trianon- Theater. Operette in 3 Atten v. H. Reinhardt. Donnerstag: Generalkonsul. Dugendbilletts mit 40 Prozent Ermäßigung, an allen Wochentagen gültig, gelangen jezt zur Ausgabe. Entscheidungskampf. 2. John Pohl- Abs II., Deutscher, gegen Giovannini, Staliener. 3. Petroff, Bulgare, gegen Niesbacher, Rumänier. 4. Dickmann, Rheinländer, gegen Wilch thaler, Nürnberg. 5. Arel Krook, Schwede, gegen Kramer, Deutschland. Borbert. v. 10-1 Uhr. Luisen- Theater.orber: Theater u. Spezialitäten. Anj. 7½ Uhr. Staffeneröffin. 5%, Uhr. Abends 8 Uhr: Ehrliche Arbeit. Donnerstag zum erstenmal: Die Tochter des Herrn Fabricius. Freitag: Die Tochter des Herrn Fabricius. Sonnabend: Hasemanns Töchter. Apollo- Theater. Abends 8 Uhr: Die neuen November- Spezialitäten. Hierauf: Lustspielhaus Berliner Luft. Friedrichstraße 236. Biederleute. Anfang 8 Uhr. Morgen u. folgende Tage: Biederleute. Ausstattungs- Burl. v. B. Jacobson. Unter persönlicher Leitung des Komponisten Paul Lincke. Sonntag, den 13. November, nachmittags 3 Uhr, bei ermäßigten Preisen: Frühlingsluft und Spezialitäten. Deutsche Konzert- Hallen. An der Spandauer Brücke 3. Vollständig neu ausgestattet! Täglich: Gr. internat. Künstlerkonzerte. × Theater- Abteilung. Spezial- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Carl Weiß- Theater. Große Frankfurter Straße Nr. 132. Direktion: M. Ed. Fischer. W. Noacks Theater. Heute und folgende Tage: Anfang 8 Uhr. Gastons Frauen. Sonntag, nacom: Ihr zweiter Mann. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend 8 Uhr: 2wollent Gebrüder Herrnfeld- Theater. Heute die Novität: Prinz Levy in Ahlbeck. Schwant in drei Aften von Anton und Donat Herrnfeld. Hauptrollen: Magnus Prinz Levy: Donat Herrnfeld. Brabidal, deffen Reisebegleiter Anton Herrnfeld. Anfang präzise 8 Uhr. Billett- Borverkauf 11-2 Uhr mittags. Metropol- Theater Die Zum 12. Male: Herren von Maxim Große Ausstattungsposse mit Geund Tanz in 5 Bildern mit „ Messalinette" von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Hauptrollen: freier Benutzung von C. Flòrs Henry Bender. Josef Giampietro. Militär- Konzert. Josef Josephi. Anton Grünfeld. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Frid Frid. Fritzi Massary a. D. Fritz Steidl- Sänger. Mary Behrens. Joh. Junker- Schatz. Nach jeder Vorstellung im Kaisersaal: IF Tanz. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Zirkus Busch. Senta Wolfsburg. Katharina Howard Ratharina II. Schauspiel in 5 Aften von C. Wendt. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend, nachm.: Kinder Vorstellung: Dornröschen. Sonntag, nachm.: Kabale u. Liebe. oder: Krone und Schafott. Historisch. Schausp. v. E. D. Jerrmann. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Donnerstag: Erstes Auftreten des Dir. Rob. Dill. Coco der menschliche Wunderaffe. Auftreten der Miss Emeline. Herr Burkhardt- Foottit, Schulreiter und die vorzügl. Programmnummern. Im 5. Bild: Das Fest des Lichtes. ( Ballett.) Rauchen überall gestattet. Anfang 8 Uhr. Berliner Felix Scheuer U Ik- Trio. Stralsunderstr. 1. Zirkus Schumann. Skala- Theater. Heute Mittwoch, den 9. November, nachm. 3, Uhr: Matinee. Ausnahmsweise LF Familien- Kinder- Vorstellung mit einem extra zur Beluftigung und Belehrung der Jugend eingerichteten Programm. In beiden Vorstellungen, nachmittags 3/2, abends 72 Uhr: Noch nie dagewesen! die größte Neuheit! Münstedt's Linienftr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! August kommt. Bosse mit Gesang in einem Aft, sowie 30 internation. Spezialitäten. Anfang 7 Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. Otto Pritzkows Liliput- Zirkus. Abnormitäten- Ausstellung Die größte Sehenswürdigkeit! Die reizenden kleinen Liliputaner als Jockey und Parforce- Reiter, 9 Tagtid Bera Clowns, Gymnaftiter, Jongleure, lebender Kuriositäten! Consul II. der menschliche Malabaristen, Schulreiter 2c. Schimpanse. Billy, das rechnende Pferd. Ein Medizinische Rätsel, musikalisches Phänomen Mr. Franco anatomische Wunder. Piper. Marno- Truppe, fliegende Afrobaten. Frl. Dora Schumann. Herr Albert Carré. Sämtl. Speziali täten, Clowns und Auguste und Direktor Alb. Schumanns Monstre- Dressuren. Atinder bis zu 12 Jahren Halbe Preise. auf allen Blägen Nchm. zum Schluß die große Marocco. Ausstattungspantomime: Um 9%, Uhr: Das große mim. Drama: Der Kurier des Zaren. Passage- Theater. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Anf. nachm. Wochent. 5 Uhr, Sonntags 3 Uhr. Orig.- Prod. Der magische Kessel, des PassageLucie König, Dida Theaters. d. erstklassige Mädel. Einfachu.schlicht die Erschaffung eines Weibes aus dem Nichts. 14 nene glänzende Nummern. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. Kean oder: Genie und Leidenschaft. Luftspiel in 5 Aufzügen frei nach dem Französisch. des Aler Dumas( Bater) bon Ludwig Barnah. Nach der Vorstellung: Gr. Ball. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf., numer. Plak 50 Pf. Sonntag, den 13. November, nachmittags 3 Uhr: Die Ehre der Berlinerin. Abends 7 Uhr: Kean. Riesen Zwerge! Reichshallen- Theater. Täglich: Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: _ Seute Eine Hochzeitsnacht. Schwank in 3 Aften von H. Kéroul und A. Barre. Sonntag, nachm. 3 Uhr: 300 Tage. Sanssouci. Rottbuser Tor- Stat. der Hochbahn. Hente Mittwoch: Ein deutsch.Schulmeister Brauerei Königstadt. Schönhauser Allee 10/11. K Jeden Mittwoch: Horst's Nordd. Humoristen und Quartettsänger. Alle Bons haben redit. Gültigkeit. Monatlich * 10 Mark liefere Anzüge Paletots nach Maß. Schneidermeister, Per Kasse auch billigste Preise. Unserm lieben Onkel und Genossen Bernhard Pleẞner um 50. Geburts tag ein donnerndes Hoch! 28326 Lottchen Schulz. Franz Bürger. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung unseres am 31. Oktober an Blutvergiftung gestorbenen lieben Vaters 9932 Franz Poley sagen wir den Kollegen der Firma Kempfer u. Lude sowie dem Hafenarbeiter- Verband und dem SchwimmVolksstüd in fünf Utten J. Tomporowski, Brinzenstr. 55 lub„ Borwärts" unseren besten Dank. von Rudolf Kneisel. Sonnt., Mont., Donnerst.:!! Von 36 Mk. an!! Hoffmanns Nordd. Sänger tiefere serrenanzug oder Winteru. Tanzkränzchen. Jed. Dienstag u. Mittwoch: Theater- Abend. Gustay Behrens SpezialitätenTheater, FrankfurterAllee 85. paletot, neueste Muster, feinsteZutaten, 2 Anproben. Für guten Sit befam goldene Medaille. Ludwig Engel, Brenzlauerstr. 23 II( Alexanderplat). Nur gute reinwoll. Stoffe, groß. Lager. Die trauernden Kinder. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Ableben meines lieben Mannes sage ich allen Verwandten und Bekannten, den Vorgesezten und Kollegen der A. E. G., Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. Berlin XV. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Gustav Müller am 6. November nach langen Leiden verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mitt woch nachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des Luther- Kirchhofes in Lantwit aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 253/9 Der Vorstand. Heute früh verschied nach längeren mit Geduld ertragenen Leiden im Alter von 38 Jahren der Friseur Spezialgeschäft für Uhren.ben ben treuen Freunden bes August Bast. 4382* 1 neue Uhr- Feder Ia 75 Pf. • Neu! 1 neues Uhr- Glas. • tettiner Das großartige Novemberprogrammi neue uhr- Stapfel Stetti Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. WWDOT SARTEN 765 Neues Programm. Anne Dancrey, die elegante Pariser Sängerin und Tänzerin. Cliffe- Berzac zahlt jedermann 2000 Mark, der auf seinem rotierenden Tisch 45 Sekunden zu stehen vermag. 200 Mark, der seinen Esel aufrecht sitzend zu reiten vermag. Romsakoff's weibliche Kosaken. Der Wunderkessel Experimente mit flüssiger Luft. Heloisa Titcomb Die schöne Südamerikanerin. Neu! Lily Durand mit ihrer Verwandlungsnummer Großstadtleben. New! Ostarra Trio New! großartige Kopfbalance auf schwingendem Trapez sowie die noch übrigen erstklassigen Spezialitäten. Germania- Prachtsäle Chausseestr. 103. Arnold Scholz. Jeden Mittwoch: 680L Hamburger Sänger ( Steidl, Wolff). Flora. Boffe von Wilhelm Wolff. Knubbe auf dem Sühnetermin. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Borzugskarten haben Gültigkeit. . 15 Pf. 10 Bf. 1 neuer Uhr- Ring. 10 Pf. 1 neuer lhr- Beiger 10 Pf. 1 neuer Uhr- Schlüssel. 5 Pf. Neue Uhren in größt. Ausw. . E. Möbis, 82. Koppen- Strasse 82. Saal geben. für 150 Personen noch einige Sonnabende frei. Bereinszimmer, passend für größere Gesangvereine, ist zu ver 9402* Wirtshaus zum Strauß, Pappel- Allee No. 25. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Spezialarzt für Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12 2-4 Kinderwagen neu! hochelegant! unverwüstlich und beispiellos billig, weil direkt v. der ältesten, größten sächsischen Kinderwagenfabrik J. Tretbar, Grimma 134 Mein Katalog Dein Ratgeber. Sage beim Katalogverlangen, ob gegen Bar mit 10% Rabatt, od, bequeme Teilzahl gewünscht Wahlvereins für die reiche Blumenspende meinen herzlichsten Dank. Emilie Kanzius, 28276 geb. Fischer. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten, dem Deutschen Metallarbeiter- Verbande und den Kollegen der mechanischen Werkstatt von Auerbach sowie dem Herrn Meister Stäger und dem Auerbachschen Gesangverein für den schönen Gesang, die große Beteiligung und die reichen Blumenspenden bei der Beerdigung unseres lieben Schwiegersohnes, Schwagers und Onkels, des Mechanikers Paul Seidel sprechen wir hierdurch unseren herzinnigsten Dant aus. Gerecke. Samilien{ W. Warsow. F. Möhring. Für die rege Beteiligung sowie zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unferes guten Vaters Hermann Rabe annten und den Kollegen, sowie dem sagen wir allen lieben Freunden, BeGesangverein" Wach auf!" unseren 28216 Witwe Rabe nebst Sohn und Tochter. tiefgefühlten Dank. 1 Mk. wöchentlich liefere selbstspielende Musikwerke, Sprechmaschinen und Zithern. Schönste Familien- Unterhaltung. Feine Harmoniums auf Lager. An d. Jannowikbrücke 1, I. Bahnhof Jannowitzbrücke. Dies zeigt an im Namen der Hinterbliebenen Witwe Brennemann geb. Wedekind, Reichenbergerstr. 122. am Berlin, 7. November 1904. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 10. d. M., nachmittags 2, Uhr, von der Halle des Emmaus- Kirchhofes in Nir dorf aus statt. 989L Verein zur Wahrung d. Interessen der Maurer Berlins u. Umg. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 4. November unser Mitglied Wilhelm Nielow durch Sturz vom Bau starb. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 10. November, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen: halle des Markus Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. 0 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. herzlicher Teilnahme bei demheimgange Für die überaus zahlreichen Beweise unseres lieben Baters, Sohnes, Bruders, Schwiegersohnes und Schwagers Paul Seidel fagen wir allen Verwandten, Freunden und seinen Kollegen sowie dem Chef der Firma, Herrn R. Auerbach, und dem Metallarbeiter- Verband unseren tiefgefühlten Dank. 28356 Die Hinterbliebenen. ExtraWarenhaus Mittwoch Donnerstag Preise A. Wertheim Freitag Konserven soweit der Vorrat reicht: Hülsenfrüchte Dose Schmorgurken // Dose 80 Pf. Singapore Ananas Frucht 1.10 65 Pf. Kompott- Ananas 1.50 80 Pr. ganze Dose Schoten Junge Schoten Feine Schoten Schoten I 40 Pt. 48 Pf. 55 33 Pf. 74 42 Pf. Schoten u. Karotten 55 Pf. Kohlrabi in Scheiben 26 Pf. Kalifornische Früchte Erbsen Victoria 14, kleine 13 Pf. Erbsen glasiert 16, grün 15 Pf. Linsen Bohnen Bohnen klein Spinat 48 Pf. Aprikosen u. Pfirsich 1.80 Mk. Wirsingkohl 32 Pf. Birnen 1.80 Mk. Extra feine Schoten 85 48 Pf. 1 Mk. 55 Pf. Grünkohl; Steinpilze 32 Pf. Kirschen 1.90 Mk. 45 Pf. gross gross 22, mittel 18 Pf. 22, mittel 18 Pf. 17 Pf. Java- Reis Pfd. 22, 28 PL Bassin- Reis 18 Pf. Rangoon- Reis 15 Pf. Gemischt. Backobst 28, 42 PL 45 Pf. 80 Pf. 95 53 Pf. 65 38 Pr. 65 Pf. Mk. 36 Pf. Ananas Pfund 68 Pf. 78 50 Pf. 80 PL. Kaiserschoten II 1.15 63 Pf. Kaiserschoten Gemischtes Gemüse 63 Pf. 90 50 Pf. Gemischtes Gemüse I Gemischtes Gemüse fein 1.25 70 Pf. Abschnittspargel extra Bruchspargel ohne Köpfe Bruchspargel Bruchspargel I Bruchspargel extra stark Riesenbruchspargel Stangenspargel III Stangenspargel II Stangenspargel I 43 Pf. 60 35 Pf. 70 40 Pf. 90 50 Pf. 1.10 60 Pf. 1.30 70 Pr. 85 48 Pf. 1.15 68 Pf. 1.35 73 Pf. Stangenspargel extra stark 1.65 90 Pr. Erdbeeren naturell Reineclauden Saure Kirschen ohne Steine Saure Kirschen mit Steine Kirschen schwarz mit Steinen Kaiser- Kirschen ohne Steine Stachelbeeren Himbeeren Heidelbeeren Pflaumen halbe Früchte Pflaumen ganze Früchte Birnen ganze Früchte Apfelmus ca. 4 Pfd, 1 Mk. Gebrannter Kaffee Michung II III IV 80 Pf. Ostsee- Bratheringe 1 Mk. 55 Pf. Bismark- Heringe 1 60 PL. 1.10 Mk. 65 Pf. Heringe in Aspic Delikatess- Heringe Aal in Gelee Neunaugen Sardinen Anchovis Dose 80 Pf. | Glas 24 Pf. " 24 Pf. Appetit- Sild Dose 35 Pt. 1 Sardinen in Öl Dose 30 u. 42 Pf. 60 35 Pf. Französische Sardinen 1/2 Dose Amieux Frères 1.35 80 Pf. In Tomaten 78 Pf. Chancerelle Frères 1.20 70 Pf. 45 PL. 54 Pf. 55 Pf. Tee III IV Souchong Melange Pfund 1.50 1.90 2.40 3.20M Congo- Tee Pfund 2.20 3 Mk. 3.40 Ceylon- Tee Pfund 3.40 I II Pfund 90 Pf. 1.05 1.25 Mk. Die Weihnachts- Preisliste wird kostenlos zugesandt. Kranzfeigen Pfund 22 Pf. Cervelatwurst 1.10MK. Salamiwurst Pfund 1.10MK. Schinkenwurst 1 Pfund SpickMk. Gänsebrustan 1.40MK. in ganzen Brüsten Pfund Gänsepökelfleisch Pommersches nur Keulenstück Pfd. 68 Pf. Deutscher Kakao Pfund 1 Mk. Block- Schokolade Pfund 68 PL Haushalt- Kakes Karton, ca. 1 Pfund 48 PL. Loriot- Biskuit( Wein- Biskuit) 80 Pf Dose Ausschneiden! Gültig nur bis Weihnachten. Nur Abonnenten des ,, Vorwärts" erhalten ein Porträt oder einen Semi- Email- Schmuck. Um unsere rühmlichst bekannten Monopol- Porträts und unseren Semi- Email- Schmuck in weiten Streisen einzuführen, haben wir uns entschlossen, an die Vorzeiger dieser Annonce je ein lebensgroßes Porträt fast in Brustformat, oder eine Brosche, Krawattennadel, Manschettenknopf usw., welche nach Photographie angefertigt werden, gegen Zahlung von nur 1 Mark zu liefern.( Irgendwelcher weiterer Kaufzwang ausgeschlossen.) Für sprechende Aehnlichkeit sowie Haltbarkeit übernehmen wir jede Garantie. Zahlreiche Anerkennungen aus allen Gesellschaftskreisen. U. a. Es ist mir eine angenehme Pflicht, Ihnen meinen Dank für die jo außerordentlich gelungene Vergrößerung der Photographie meiner Tochter durch diese Zeilen zu übermitteln. Sie werden durch dieses so außerordentlich preiswerte Entgegenkommen. vielen Menschen eine Weihnachtsfreude bereiten. Ich wünsche Ihrem Unternehmen besten Erfolg. Frau Professor Reich, Berlin. Im Besize der mir gelieferten Semi- Email- Brosche teile ich Ihnen mit, daß dieselbe zu meiner größten Zufriedenheit ausgefallen ist. Alfred Theilling, Polizeiwachtmeister. Düsseldorf. Monopol- Porträt- Gesellschaft m. b. H. Schönhauser Allee 187 Dircksen- Straße 45 ( Bahnhof Börse) Berlin ( direkt am Schönhauser Tor). Das Atelier ist wochentags von 9 Uhr morgens bis 7 Uhr abends, Sonntags von 10-5 Uhr geöffnet. Aufträge per Post werden nicht unter Nachnahme versandt, sondern nur gegen vorherige Einsendung des Betrages per Postauweisung nebst 50 Pfennig für Porto und Verpackung erledigt. Schönstes Weihnachtsgeschenk und Andenken. Neu erfchienen: 234/7 ritz Reut Fritz S Ausschneiden! Aufbewahren! Raucht Pre- UssinaZigarren. 913L* Große Extra- Vergünstigung!! Delikateß- Kolli. Man bestelle sofort. So lange Vorrat für nur 3½ M. D40 ff. Delikatesheringe, 20 Flundern, frisch geräuch., 1 Pfund fff. Fettsprotten, 1 Dose neue Delsardinen, 1 Dose pikanten Appetitfeld und 1 ff. Rauchaal. Alles fff. Ware. Otto Kaiser, Swinemünde Nr. 24A. Schloßpark Wilhelminenhof a. d. Oberspree. Jnh.: Chr. Fennel. Jeden Mittwoch und Sonntag: Großer Elite- Ball. 5122* Jeden Freitag: Bernhard Rose- Theater. Meine Leib- Allen Freunden und Bekannten zur binden und Nachricht, daß sich meine Spezialität! Bruchbänder mit pa. Federn find diebestsitzenden ut. verursachen feinerlei Beschwerden. Außerdem em pfehle mein Lager b. Gummistrümpfen, Wickelbinden aller Art für Krampfadern, sowie Suspensors, hygienische Gummiartikel 2c.( Frauenbedienung.) A. Reiche. Bandagist, Lieferant sämtlicher Krankenkassen Berlin C., 15. Seidelstr. 15. Columbia Neue schlagende Medizin gegen Zahnschmerz. Die Erfindung wird verkauft; guter Gewinn. A. Linke, Guben, Trommelgasse 3. 2838b Reſtauration jekt Wiesenstraßenr.7 befindet. Vereine können Zahlabend abhalten. Großer Mittags: tisch mit Bier 50 Pfennige. Hermann Zernick, 9802 Gastwirt. teppdecken fauft man am preiswerteften nur direkt in der Fabrit, 72 Walls ftraße 72, wo auch alte Steppdecken aufgearbeitet werden. B. Strohmandel, Berlin 14. Jllustrierter Pretstatalog gratis. Gelegenheitskauf! Schlafdecken in Wolle, extra schwer à 350, 450, 500, 600 M. Pferdedecken à 250, 350, 450, 550 M. Reisedecken Neueste Tiger- Muster 485, 600, 800, 1000 M. Versand per Nachnahme. Emil Lefèvre Berlin Oranienstr. 158. S. Fehlerhafte Decken spottbillig! Kronleuchter- Fabrik für Gas u. Petroleum. Größte Auswahl. 400 Kronen von 10-700 M. Verk. zu billigst. Fabrikpreisen an Private. Auf Wunsch Teilzahlung ohne Preiserhöhung. Siegel& Co. Prinzenstrasse 33. 3n 4 eleganten Leinenu. fämtliche Werke. Neue zugleich billigste Ausgabe: bänden 6,-X. M. In 4 eleganten Halbfranzbänden 11, M. Preis der bisher billigsten Ausgabe 10,- M. Laden. Zu beziehen durch die Buchhandlung Vorwärts, Linden- Strasse 69, 1. Bichung 5. Klaffe 211. Kgl. Preuß. Lotterie. 58 68 89 195 261 424 30 60[ 1000] 80 504 643[ 1000] Biehung vom 8. November 1904, vormittags, Nur die Gewinne über 240 tt. und den betrehenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Chne Gewähr.) Nadbrud verboten. 15 48 106 71 90 620 772 78 933 40 65 1105 236 399 477 569 717 2068 187 272 389 456 94 762 97 968 3010 57 898 937 79 97 4252 302 664 74 877 909 5004 18 33 104 44 59 405 533 70[ 1000] 88 618 54 730 806 918 6105 6 209 21 30 392 453 508 67 647 793 841[ 500] 56[ 500] 989 7135 279 375 565 828 903 65 8083 87 226[ 3000] 34 83 318[ 10001 896 9040 67 73 111 491 573 661 712 861 71 10494 614[ 3000] 890 11227 333 49 84 488 566 90 96 969 91 12000 7 181 98 313 481 620 36 49 778 13059 238 302 871 14038 276 304[ 500] 84[ 500] 471 97[ 3000] 700 24 77 815 92[ 3000] 912 84 15209 307 19 97 477 644[ 500] 56 16109[ 1000] 58 263 387 468 [ 3000] 674 90 723 62 877 919 70 17214 352 446 572 FG01 662 720 25 837 18064 80 F3000] 86 89 213 82 376 617 799 802 41[ 1000] 902 30 19032 289 320 407 68 660 81 766 843 74 C0014 115 229 475 781 805 69 93 21024 43 293 383 606 726 55 850 79 929 37 22024 167 389 590 623 88 727 839[ 3000] 23031[ 500] 268[ 500] 398 415 31 518 94 637 24117 22 58[ 1000] 364 457 59 96 672 743 98[ 1000] 25132 49 360 79 85 694 827 910 14 26075 268 436 45 546 605[ 500] 710 64 834 94 983 27255 574 28075 315 30 68 502 29148[ 500] 231 44 61 341 724 [ 500] 56 844 57 919 55 30042 89 188 254 608 795 882 943 31089 176 523 32012 71 233 353 54 693 717 884 33015 45 163[ 500] 252 301 602[ 3000] 94 828 912 98 34164 212 43 54 [ 500] 385 502 681 955 59 35447[ 3000] 90 551 63 652 65 67 90 930 36135[ 1000] 328 88[ 500] 589 655 37037 80 148 228[ 10001 429 81 508[ 1000] 763 830 920 38004 42 95 159 212[ 500] 31 41 44 74 350 448 619 74 723 45 [ 1000] 66[ 500] 39326 68 533 658 891 943 40060 99 106 81 287[ 1000] 355 65 91 416 676 894 [ 1000] 41083 192 229 33 65 93 437 39 608 86 724 43 45 42140 42[ 500] 53 214 466 513[ 3000] 611 28 72 725 43063 67 265 455 87 621[ 1000] 53[ 3000] 948 293 737 920 45318 493 686 756[ 3000] 952 93 149 633 41 89 976 84 47000 118 250 89 496 414 49 68 539 82 646[ 500] 739 77[ 500] 826 905 18 49077 143 245 518 45 96 623 39 701 802 48 44135 46058 48009 50001 327 639[ 1000] 719 51022 27[ 5001 50 126 287 325 1000] 522 656 704 39 853 973 52102 78 849 962 53366 1500] 422 580 702 925 54010 28[ 500] 81 212 78 503 65 690 856 994 55236 76 350 489 519 26 46 773 858 85 911 56395 603 709 20 58 57146 212 435 538[ 3000] 616 86[ 1000] 92 997 58016 392 534 907 53 59058 93 266 313 428 60 925 44 60617[ 1000] 33 59 64 760 61063 109 435 75 601 885 62071 136 220 386 721 35 863 63114 76 226 [ 1000] 382 606 29 838 68 991 64000 38 60 93 157 79 250 525 77 93 715 65259 81 370[ 10 0001 435 73 503 47 661 76[ 5001 743 72[ 1000] 940 46 66416 546[ 3000] 865 934[ 500] 67308 524 77 659 713 841 68070 188 500 16 601 38 724 854 963 69066 311 70 429 534[ 3000] 85 616 89 778 858 69[ 1000] 94 99 908 13 70135 255 335 81 410 72 579 764[ 1000] 837[ 500] 77 944 71148 60 77 415 26 79 611 769 86 884 72084 197 286 505[ 3000] 759 806 971 73056 77 405 558 81 689 768[ 1000] 900 94 99 74023 204 41 418 67[ 3000] 93 746 75078 288 332 65 486 618 30 40 65 892[ 500] 936 37 76091 120 34 237 487 97 511[ 5001 755 74 970 77042[ 1000] 43 73 105 303 48 486[ 500] 575 927 78053 55 92[ 3000] 117 77 425 60 83 724 885 940 79099 136 273 354[ 500] 78 95 415 531[ 3000] 826 944 80015 41 126 434 62[ 10001 676 759 968 81028 113[ 3000] 391 408 78 592[ 1000] 646 793 945 62 82221 [ 500] 401 602 83067 90 96 196 534 664 932 92 84022 297 302 649 78 722[ 500] 47[ 10001 973 85019 258 94 317 52 436 91 505 723 979 86065 601 48 706 825 87027 383 502 843 919 88285 306 15 98 407[ 500] 764 801 34 89091 212 28 480 512 74 657 67 746 954 90150 239 89 568 624 33 75 869 995 91185 306 31 483 88[ 1000] 571 649 84 747[ 500] 858 63 92176 206 50 70 442 558 779 834 59 93056 197[ 500] 312[ 5000] 24 596 612 94039 137 91 209 65 505 44 85 622 721 [ 1000] 96 95061 87 196[ 500] 296 307[ 3000] 97 454 697 757 841 937 59 69 96140 277 99 320 87 425 617 45 876 97035 45 66 71 328 867 98058 321 45 82 551 75 645 746 937 99084 288 485[ 1000] 583 748 994 100007[ 500] 210 26[ 500] 94 317 446 90[ 500] 598 672 748 809 901 69 101113 32 204 415 27 611 65 868 967 102144 330 63 429 679 959 103073 165 256 483 105098 577 877 95 104053 457[ 5000] 811 24 131 33 47 83 201 571 620 739 55 80[ 1000] 910 69 106097 192 245 325 403[ 1000] 8 897[ 500] 941 107067 102 5 11 249 589 620 844 55 108042 121 321 865 931 109059 109 69 226 78 374 624 31 706 24[ 3000] 42 58 856 66 1500 951 98 110155 377 715 83 937[ 500] 39 111075 279 418 57 584 709 887 92 112015 399 544 52[ 500] 649 62 735 [ 1000] 74 810 933 82 113033 82 83 160 266 85 322 420 81 839 65 927 114101 253 83 444 613 29 719 828 977 115317 440 585 727[ 500] 936 84 11621 407 631 78 117015 205 30 40 461 702 64 918 97 118052 56 85 245 50 348 66[ 500] 551 604 67 94( 500] 709 15 870 988 [ 500] 119042[ 500] 129 32 609 77 732 801 984 96 120039 103 66 418 10001 36 64 631 795 816 122055 121087 149 321 475 15001 509 607 14 777 68 98 813 123131 71 97 219 504 9 44 45 81 682 786 837 995 124074 136 88 284 384 491 548 633 725 56 890 924 76 125177 302 433 80 688 734 126039 42 196 320 444 603 712 837 42 127220 32 322 411[ 500] 32 624 79[ 500] 834 128118 41 80 260 308 605 129015 268 421 586 601 773 130135 51 207 334 68 440 507 91 729 57 800 9 911 131092 523 88 10001 733 99 816 44 75 994 132063 94 109 25 200 302 426 30 75 593 603 33 805 30 92[ 1000] 910 19 43[ 1000] 133046 142 425 822 [ 500] 69 932 45[ 500] 134126 367 99 602[ 3000] 755 909 135231 73 412 62 63 88[ 500] 647[ 500] 53 85 728 29 915 24 136007 156 224[ 3000] 89 677 78[ 3000] 897 137106 19 295 98 402 46 593 652 860 948 138016 91 183 352[ 5001 443 502 633 742 820 33 928 139047 113[ 5001 277 328 567 140066 67 129 217 44 370 411 94 528 634[ 1000] 55 76 740 69 810 75[ 30001 141024[ 3000] 38 118 [ 500] 48 657 74 98 719 31 819[ 1000] 78 88[ 3000] 142382 589[ 5001 682 906 82 143000 81 183[ 500] 250 89 508[ 5001 51 612 757 62 71 947 144032 [ 30 0001 52 184 277 360 552 621 69 726 898 11000] 947 145138[ 500] 301 524 704 98 822 947 146213 15 62 433 516[ 10001 641 757 58 69 811 85 939 147036 [ 3000] 88 472 759 148122 457 537 38 83 743 149027 66 540 58 626 755[ 500] 61 85 802 11 18 75 921 150028 50[ 5001 172 94 241 53[ 500] 67 373 610 947 151062 218 72 318 562[ 1000] 745 90 95 891 152055 93 101 38 83 246 79 85 375[ 500] 76 498 532 600[ 500] 785 954[ 1000] 153029[ 5001 256 311 [ 1000] 403 93 787 806 54 927 37 154059 89 270 [ 100 0001 332[ 3000] 512 21 620 32 734 816 42 93 942 155353 528 47 654 63 916 88 156063 182 92 236 331 523 619 44 72 79 747 76 815 950 99 157009 [ 3000] 30 42 91 163 82 264 303 27 408 43 521[ 1000] 95 610 756 73 158008 135 55 58 82 306 51 401 10 42 597[ 1000] 634 928 74 99 159241 414 35 99 703 54 86 830 42 97 160135 267 351 592 161047 185 510 860 162052 135 208 16 307 559 842 959 163083 167 287 444 568 661[ 500] 95 749 56 833 954 77[ 500] 94 99 164205 368 565 165143 88[ 50001 93 348 629 875 84 166373 430 751 167045 377 93 584 721 78 805 43 83 900 32 168028[ 5001 147 411 55 561 99 640 700 169135 65 216 315 437 573 86 50 926 78[ 1000] 902[ 3000] 170660 153 288 337 547 612 43 762 903 57 171055 59[ 3000] 168[ 500] 389 640 719 65 78 807 958[ 5001 66 172022 41 463 689 799 941 173049 107 32[ 5001 301 617 707 34 95 939 174.066 92 321 534 622 743 966 175600 797 801 176050 53[ 3000] 73 143 285 388 653 826 35 98 177149 303 458 804 80 944 178221 34 420 97 573 600 957 179076 91 141[ 3000] 73 130001 266 488 666[ 500] 806 180009 123 208 442 758 810 22 181230[ 3000] 453 828[ 1000] 67 182283[ 500] 403 589 656 62 761 939 46 63 66 183120 275 389 448 85 517 27 87 605 50 803 28 86 979 184479 550 616 795 888 904 97 185105 207 83 558[ 10001 623 914 69 186004 126 31 218 560[ 500] 76 660 904 187014 16 62 152 99 374 83[ 5001 550 647[ 10001 851 978 93[ 5000] 94 188284 98 351 94 617 45 67[ 500] 719 24 821 43 922 189062[ 500] 148[ 1000] 330 403 81 614 72 76 852 952 190063 191 98 216 37 355 467 586 613 745 817 191000 58 117[ 3000] 203 37 71 412 500[ 500] 10 857 908 14 192002 79 95 163 304 417 71 560[ 500] 98 703[ 1000] 900 193133 99 337 486 525 73 600 703 50 87 871 194187[ 5001 327 31 1000] 38 734 98 819 39 941[ 500] 195124 232 94 309 72 674[ 500] 710 844 926 53 57 58 196016[ 30001 67 15001 82 11000] 123 223 375 431 39 523[ 5001 633 74 197037 56 [ 3000] 160 279 468 587[ 10001 629 723 866 960 198093 143[ 1000] 448 670 931[ 500] 199011 141 50 384 [ 3000] 447 564 610 11 776 200344 458 71 862 974[ 500] 201067 274 305 75 467 69 560 636 804 202063 112 223 63 371 [ 10 0001 73 720 835 908[ 500] 203370 549 633 986 98 204055 187 331 32[ 30001 59 682[ 1000] 956 78 205003[ 10001 25 45 86 151 60 73 272 79 83 206112 57 75 346 452 650 708[ 1000] 98 843 99 [ 500] 226 334 499 508 58 622 61 713 29 866 207112 24 283 345 503 722 84 917[ 1000] 22 45 208001 [ 1000] 86 96 15001 104 29 1500] 269 343[ 1000] 74 505 783 869 209153 231 39[ 1000] 682 791 800 63 210036 112 37 476 513 679 110001 717 63[ 1000] 71 914 20 25 83 211164 205[ 5001 371 605 6 920 212118 244 379 500 662 875 923 213004 28 35 78 85 137 91 92 234 446 744 941 75 214170[ 3000] 205 69 427 504 94 641 65 78 993 215076 121 376 580 [ 10001 994 216165 130001 97 207 110001 502[ 1000] 602 217054 123 27 656 67 92 700 61 826 59 945 218012 23 77 179 318 91 435 584 699 795 947 219274 460 95 546 668 752 220109 610 19 23 791 927 221031 165 82 850 222090 104 30 41 230 87 339 87 409 76 570 633 748 897 904[ 500] 98 223077 113 294 1500] 454 544 65 687 937 300 000 m., 1 180 000 R 1 50 000 15030, 48 2481 zu Im Gewinnrabe verblieben: 1 Brämie zu Gewinn au 500 000 2,1 200 000 2,1 34 100 000 W, 2 A 75 000 W., 2 au 60 000 St., 2 3 40 000 2,9 30 000 9, 20 1 16 000 Mt., 96 au 5000 1683 84 8000 1000 mm, 4098 au 500 2 1. Zichung 5. Klaffe 211. Kgl. Preuß. Lotterie. Biehung vom 8. November 1904, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 wt. sind den betreffenden Nummern in Klammer: beigefügt. ( Ohne Gewähr.) Nadbrud verboten. 141 59 67 75 547 708 59[ 500] 84[ 3000] 846 51 1112 64 298 456 507 43 622 2048 207 395 584[ 500] 659 91 783 3152 279 514 660 110001 775 990 4182 304 431[ 1000] 65 529 86 628 719 51 824 27 906 13 54 1500] 5129 40 389 409 505 41 674 780 86 892 931 47 6413 924 7146 248[ 5001 68 447 512 44 1500] 645 97 98[ 5001 715 8182 229[ 500] 384 85 420[ 500] 535 776 809 902 47 49 63[ 10001 9033 11000] 50 118 234 379 678 729 69 833 954 10608 09 826 11028 105 6 287 96 420 98 654 953 57 12056 177 307 417 637 13027 42 84[ 500] 140 [ 500] 235 603 4[ 3000] 739 810 18 72 919 14319 422 697 847 965 15009 149 225 328 580 667 710 924 49 77 16078 174 79 89 229 310 11[ 5001 523 44 625 724[ 500] 99 816 66 17003 49 53 104 24 267 355 412 516 653 83 710 22[ 500] 86 90 838 18131 360 419 97 666 838 19084[ 1000] 99 276 384 658 737 70 83 975 20140 358 573 723 815 907 21099 101 10 322 592 700[ 1000] 87 832 982 22275 372 975 23293 96 400 93 94 510 719 77 806[ 500] 73 90 24003 365 492 536 83 620 43 15001 704 15001 921 72 25253 443 548 66[ 3000] 679[ 1000] 769 91[ 5001 885[ 3000] 936 26263 304 409[ 30001 49 572 97 611 71 80 27161 80 266 345 72 413 81 568[ 500] 621 36[ 3000] 821[ 1000] 39 74 953 28094 103 212[ 3000] 22 418 91 628 879 906 36 29015[ 1000] 56[ 3000] 301 19 87 95 409 550 631 927 30054 75 136 321 440 561 924 31134 233 359 429 704 850[ 3000] 93 32151 339 443 92 733 69 82 87 823 33055 58 97[ 10001 345 76 416[ 500] 58 750 905 31 50 63 34003[ 5001 106 23 63 87 242 362 [ 5001 81 590 774 976 35013 53 88 124 265 85 333 676 840 44 87 986 36010 33[ 500] 64 73 75 237 77 82 313 428[ 1000] 58 62[ 30001 569 604 23 742 814 21 905 36 48 90 37057 92 227 50[ 3000] 88 326[ 3000] 96[ 3000] 571 74 994 38015 17 91 104 55 375 83 497 521[ 1000] 677[ 500] 931 39004 131 263 442 722 858 88 966 90 40189 235 405 24 50 58 87 514 75 95 642 84 97 [ 1000] 774 930 41345 408 514 901 46 58 42375 [ 1000] 449 535 606 44 750 99 909 43146[ 1000] 56 493 572 602 66 725[ 3000] 847 44043 152 54 76 301 83 414 702 878 940 45012 62 119 240 305 402 564 78 785 814 46088[ 500] 181 364 682 717 912 47071 [ 1000] 98[ 30001 237 44 436 523 75 130001 79 84[ 1000] 611[ 500] 34 61 64 727 37 76 48005 44 64 126 430 50 67 84 543 51[ 1000] 685 813 60 96 49163 258 370 405[ 5001 971 73 50018 1500] 189[ 1000] 200 366[ 500] 98 499 508 755 72 51118 201 404 582 746 68 52089 101 92 521 45 789 894 53053 73 119 543 520 611 68 70 81 743 55062 77 86 906 54117 208 59 655 92 807 63 68 149 66 237 78 307 23 130001 98 457 567 745 994 56067 660 727 32 39 79 83 833[ 500] 57024 106 63 70 209 1500] 318 449 565 71 606 81 722 67 881 58146 232 [ 500] 77 329 407 39 588 614 16 772 962 81 59084 ( 500] 610 62004 60157 219 306 61045 345 414 866 70 267[ 500] 302 816 63155[ 5001 365 94[ 500| 434 605 779 807 93 64136 365 576[ 1000] 91 650 91 720 39 816 986 65027 54 87 426 687 789 904 17 1000] 65 66000 3 184 246 13000] 315[ 500] 460 73 615 770 82 838 914 96 67007 131 341 430 76 818 68351 820 [ 3000] 69134 354 595 699 703 47 69 893 998 70106 34 43 260 366 538 48 741[ 3000] 842 92 71001 458 724 801 30 911[ 1000] 72011 214 337 42 430 49 657 827 73013 106[ 40 000 93 96[ 500] 532 782 842 958 74159 313 413 741 805[ 500] 76553 75092 110001 339 587 641 63[ 1000] 86 893 [ 500] 63 699 833 39 77229 35 301 20 40 466 535 742 866 924 78141 67 246 340 496 693[ 500] 771 805 944 79064 210 303 406 767[ 500] 960 64 80377 495 504 15 36 49 88 986 81083 127 276 413 15001 577 872 95 914 20 82012 102 240 80 130 0001 305 3000] 491[ 3000] 730 83093 224 29 54 323 486 [ 500] 536 817 929 84131 204 48 62 347 64 74 537 636 903 36 85430 10001 653 1500] 877 86264 310 469[ 500] 933 76 87076 125 43 88 291 421 56 63 78 520[ 500 24 634[ 500] 755 88039 92 218 364 474 579 813 67 89030 1500 185 306 532 652 804 75 90140 491 504 623 1500] 711 28[ 500] 980 91063 350 568 985 92038 177 268 398 462 531 607 44 761 920 93005 41 11000] 77 187 237 52 92[ 5001 387 439 517 31 1500 723 94011 17[ 1000] 23 1500] 45 283 89 338 40 10001 496 502 12 26 624 93 851[ 500] 69 110001 95081 106 55 209 313 613 20 24 730 960[ 3000] 96128 47 283 353 435 74 527 641 811 97029 118[ 3000] 423 63 555 874 935 39 98085 214 305 70 532 632 48 933 62 99150[ 500] 377 410 700 95 868 69 974 100001 10 57 144 99 454 616 713 834 65 70 86 96 11000 101047/246 304 472 669 955 102041 [ 1000] 154 400 3 629 743 72 981 103018 141 274 412 21 593 690 766 68 836 943 88 104085 186 246 300 400 1 553 82 97 752 821 105076 146 374 425 11000] 699 1000] 721 802 66 996 106043 200 76 709 56 856 107194 386 517 30 616 53 739 886 912 108026 76 170 410 609 55 888 976 109041 125 46 47 359 96 463 552 57 110394 99 556 130001 111018 147 80 293 301 [ 3000] 50 75 460 772 812[ 500] 67 73 112158 211 333 444 538 656 80 91 766 113117[ 3000] 75 78 235 426 645 92 785 114057 90[ 3000] 232[ 500] 36 301 741 899 115232[ 1000] 67 330 854 939 68 116005 48 84 217 492 563 86 708 83 93[ 5001 909 38 117024 83[ 3000] 107 82 360 594 615 839 118023 339[ 500] 44 553 718 856[ 500] 98 119267 404 85 679 710 978 120020 28 67 140 207 438 97 530 54[ 3000] 67 630 968 121002[ 500] 7 19 49 85 236 354 58 539 56 750 843 934 122054 151 62 96 214 69 375 95 710 837 71 123093[ 3000] 214 86 542 871 978 90 124146 97[ 500] 770 921[ 1000] 82 125207[ 500] 97 451 83 97 567 631 873 126243[ 500] 83 418 501[ 3000] 614 75 127211 94 99 490 500 88 835 128020 34 234 641 780 955 73 88 129035 74 81 203 751 65 66 920 95 130078 351 637 86 756 842 958 131107 43 310 22 467 501 603 823[ 500] 132057 172 260 438[ 3000] 85[ 500] 514 98 99 624 48 49 79 81 783 837 94[ 1000] 997 133232 58 83 340[ 1000] 60 93[ 500] 423 29 635 791 96 836 971 134020[ 1000] 175[ 500[ 378 420 58 524 743 879 135000 57 90[ 1000] 100 69 361 544 635 68[ 1000] 136229 77 374 447 506[ 1000] 838[ 3000] 912[ 500] 137246[ 1000] 484 568 634 55 830 138044 49 274 328 418 96 548 729 39 933 58 139000[ 1000] 39[ 1000] 230 37.500 46 604 140152 428 825 49 141140 222 41 405 70 792 140 22 985 91 142137 218 324 85 94 490 927 70[ 500] 143029 181 413 16 42[ 1000] 821 983 144095 284 98 393 409 55 523 600 2 42 55 98 727 803 36 952 145081 195 221 44 320 573 92 631 811[ 500] 65 959 146030 39[ 3000] 105 446 510 32 818 927 35 147023 108 213 33[ 1000] 384 823[ 500] 973 148016 43 67 136 40 288 432 573 614 149002 29 58 275[ 3000] 328 76 451 99[ 3000] 659 728 74 999 150107 31 223 99 318 461 653 72 99 151075 [ 3000] 78 93 207 315 77 546 882 152011 23 40 201 444 598 706 849 947 90 153346 96 632 803[ 500] 78 93[ 1000] 154002 224 363 504[ 500] 642 952[ 1000] 70 87[ 1000] 155026 101 349 70 89 443 543 628 767 917 33 156049 174 574 727 32 38 821 969 157350 70 86 450 63[ 3000] 71 656 706 7 43 158665 795 905 48[ 3000] 159348 71 490 92 542 45 647 714 160179 223 417 50 623 31 55[ 500] 736 905 26 87 161150 311 26 482 673 808 30 48 936 46 162225 [ 1000] 376 405 562 635 754 163356[ 500] 65 513[ 3000] 622 60[ 500] 708 16 84[ 500] 164293 431 509 794 967 165026[ 500] 55[ 500] 95 142 276 80 426 52[ 500] 92 672 937 166301 428 86[ 500] 500 89 607 741 900 34 78 89 167040[ 1000] 72 290 434[ 500] 90 551[ 3000] 687 779 888 914 168109 220 372 607 752 845 933 169023 440 510 63 694[ 3000] 95 870 96 170001[ 3000] 105 29 47 428 73 87 838 40 78 990 171067 86 178 88 304 412 20 33 57 71 92 712 865 [ 1000] 915[ 3000] 172191 462 596 862[ 500] 63 907 78 173509 670 740 819 937 56 174029 246 62 694 877 971[ 1000] 175021 151 438 522 34[ 500] 742 995 96 176037 68[ 500] 186 376 86 490 794 923 177115 342 428 704 829 915 17[ 3000] 42 60 93 178002 187 326 79[ 500] 461 99 511 708 15 800 952 179114 32 283 470 78[ 500] 518[ 1000] 21 81 685 804 99 960 180036 201[ 3000] 419 51[ 500] 518 63 701 849 974 181101 209 35 58 762 182188 419 50 522[ 1000] 183082 106 279 88 380 552 642 95 728 37 70[ 500] 872 989 92 95 184018 62 122[ 1000] 81 374 434 511 725 808[ 500] 920 185306 21 49[ 30 000] 511 80 672 814 186118 84 201 05 440[ 500] 89 532 88 801 7[ 500] 11 187169 283[ 500] 313 402 536[ 1000] 66 86 661 [ 500] 789 815 927 188087 106 45[ 500] 244 58 308 10 418 27 577 679 732[ 500] 807 14 189265 304 485 507 38 99 637 864 925 190048 409 29 658 732 960 87 191084 106 247 310 37 431 40 60 680 83 772 870 192243 74 327[ 1000] 535 751 925 193058 158 329 84 824 194013 25[ 500] 28 74 152 366 478 523 81 870 195057[ 1000] 134 43 236 56 347 83 401 73 667 989 196207 73 384 663 741 [ 1000] 915 87 197013 474[ 500] 640 745 801 198000 40 194 341 508 64 757 921 83 199169 286 390 412 760 869[ 1000] 80[ 1000] 900[ 3000] 200249 500[ 5001 634 46 55 791 888 920[ 1000] 201073 112 462 92 592 600 16 69 933 57 202098 133 69 291 475 T5001 610 863 203043[ 3000] 277 [ 3000] 356[ 5001 96[ 500] 453 548 985 204103 57 201 23 30 95 326 43 45 544 90 744 981 205001 109 236 587 659 15001 735 814 903 206322 24 496 615 721 49 840[ 5001 44 50 207166 305 88[ 500] 92 446 657 763 208061 111 55 110001 60 225 82 412 13 33 92 559 790 964 73 84 208017 193 96 284 491 513 79 670 765 944 99 210126 88 311 444[ 1000] 537 39 845 973 211285 88 497 630 47 749 86 957 212021 87 170 274 800 962[ 500] 213215 85 322 27 62 527 47 684 214247 316 57 92[ 30001 550 750 53 93 871 92 971 215149 253 91 328 403 54 629 53 59 66 711 15001 843 15001 58 85 932 216086 185 306 57 11300] 590 661 90 712 17 217006 25[ 500] 184 231 346 88 492 728 [ 3000] 827 49 87 911 15001 55 65 218004 81 99 128 50 275 368 495[ 500] 532 36 60 62 669 95 845 971 219290 306 568 83 640 736 888 941 65 220013 186 408[ 3000] 63 538 42 614 708 48 916 221647 54 735 810 927 33 67 222010 52 202 333 448 528 662 848 936 92 223161 289 444 89 602 76 11000 769 804 907 17[ 1000] Im Gemmarade verblieben: 1 Pramie zu 300 000 m., 1 Gewinn zu 500 000 wt., 1 g 200 000 W, 1a 150 000 wt., 1 81 100 000 m., 2 zu 75 000 wt., 2 zu 60 000 W, 2 1 50 000 ., 1 zu 40 000., 7 zu 30 000 0., 20 an 15 000., 48 A 10 000 t., 90 a 5000 ML 1628 A 3009 r., 2418 1000 Mt., 398 84 800 Achtung! Achtung! Deutscher Holzarbeiter- Verband. Freitag, den 11. November, abends 8% Uhr: 2 Volks- Versammlungen in Schöneberg, Obst's Festfäle, Meiningerstraße 8, und in Peters Gesellschaftshaus", Wiclefftr. 24. Zages Ordnung: Die Bedeutung der Konsumgenossenschaften für die Arbeiter. Referenten: Schriftsteller Max Grunwald und Frau Ihrer. Zum zahlreichen Besuch ladet ein Der Einberufer. vertrauensmänner- Verfammlung Morgen Donnerstag, den 10. November, abends 8% Uhr, in der Brauerei Friedrichshain, Am Friedrichshain 22/29: fämtlicher Bezirke und Branchen. Tages- Ordnung: Situationsbericht über die Aussperrung. Anträge der Ortsverwaltung. Jebe Werkstatt ist verpflichtet, Delegierte zu entsenden, da wichtige Anträge zur Beratung ftehen. Auf 10 Kollegen ist 1 Delegierter zu entfenden, auf 20 2, auf 30 3 u. i. f. 91/12 Mitgliedsbuch nebst Karte legitimiert. Die Ortsverwaltung. frische Blut und Leberwurst, Eis: Bußtag Ueber dasselbe Thema sprechen am 14. November: Eduard Bernstein im Berliner Prater"; 17. November: Heinrich Stühmer in Neu- Weißensee; Fräulein Ida Altmann im " Elysium" und Frau Dr. David im Sofjäger"; am 18. November: Frau Dr. Marie Hoffmann in Schmidts Gesellschaftshaus", Gartenstr. 6; am 21. November: Frau Dr. David in Schneiders beine zc., wozu ergebenst einladet Salon", Belforterstr. 15, und Fräulein Else Lüders im Swinemünder Gesellschaftshaus"; am 23. November: Simon Katzenstein im Wedding- Park"; am 28. November: Frau Dr. David in Habels Brauerei" und Simon Katzenstein im Marienbad", Badstr. 35/36. Freireligiöle Gemeinde. Mittwoch, den 9. November, abends 8%, Uhr: Oeffentliche Versammlung Im großen Theatersaale von Fröbels Allerlei Theater( früher Buhlmann), Schönhauser- Allee 148. Vortrag bon Herrn Waldeck Manasse: 62/6 Widersprechen die Bestrebungen der Freireligiösen Gemeinde den Zielen der Volksschule und dem allgemeinen Staatsinteresse?" Nach dem Vortrage freier Meinungsaustausch. Bahlreicher Besuch von Damen und Herren sehr erwünscht. Jeden Sonntag um 9 und 11 Uhr vorm. im Bürgerfaale des Rathauses, Königstraße, Vorträge, wozu Gäste sehr willkommen sind. Donnerstag, den 10. November, abends 8 Uhr: Oeffentliche Schiffer- Versammlung in Feuersteins Festfälen, Alte Jakobstr. 75. Alle Genoffen, welche mit Schiffern in Berührung kommen, werden ersucht, dieselben auf diese Versammlung aufmerksam zu machen. Referent: Reichstags- Abgeordneter Fritz Zubeil. 28185 Jedes 5 Drennig. Wort: Das erste fettgedruckte Wort 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Winterpaletots, Jadett- Anzüge, Pfandleihpreise, Pfandleihhaus Weibenweg 19. +30 Winterpaletots, Joppen, Pfandleihpreise, Pfandleihhaus Weidenweg neunzehn. + 30* Winterpaletots, Gehrodanzüge, Pfandleihpreise, Pfandleihhaus Bei benweg 19. 28interpaletots, Der Einberufer. H. Saß, 28265 Deutscher Metallarheiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. 127/ 14* Alt: Glienicke, Grünauerstr. 29. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353. Gewerkschafts- Kartell für Berlin und Umgegend. Telephon Amt 7a 6071. Täglich geöffnet von 9-1 und von 3-7 Uhr. Freitag, den 11. November cr., abends pünktlich 8½ Uhr: Delegierten- Verfammlung bei C. Patt, Dragonerstraße 15. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Duartal 1904 und Revisionsbericht. 2. Die Gewerbegerichts- Wahlen vom 16. Oktober. 3. Die gegenwärtigen Kämpfe in der Holz- und Metall- Industrie. 4. Kartell- Angelegenheiten. Die Wichtigkeit der Tages- Ordnung erfordert, daß sämtliche Gewerkschaften vertreten sind. 295/16 Der Ausschuss. Donnerstag, den 10. November, abends 8 Uhr: Bezirks- Versammlung für Moabit im Moabiter Gesellschaftshause, Wiclefstr. 24. Zages- Ordnung: 1. Leben und Leiden im Zuchthaus und Strafgefängnis. Referent: Rollege Pawlowitsch. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Bahlreicher Besuch, auch der Frauen, wird erwartet. Zur besonderen Beachtung! Alle Vertrauensleute, Zahlstellen- Inhaber und Mitglieder bitten wir strengstens darauf zu achten, daß bei der Bezahlung der 40. Beitragswoche für jedes Mitglied eine Zählkarte aus geschrieben wird. Die gewissenhafte Ausfertigung dieser Karte ist zu der am Jahresschluß aufzunehmenden Mitgliederstatistik unbedingt er. forderlich. In Ausführung des Beschlusses der Versammlungen vom 1. November geben wir hiermit bekannt, daß die Extramarken nur in unseren Zahlstellen und zwar vom 5. d. M. an zu haben sind. Die Ortsverwaltung. Fachverein der Tischler Bangenossenschaft Freie Scholle" zu Berlin Berlins und Umgegend. Donnerstag, 10. November, abends 81%, Uhr, im Lokal von Kienitz, Große Frankfurterstr. 133: General- Versammlung. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller Mitglieder. 189/8 Der Vorstand. 99 Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Sonnabend, den 3. Dezember, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer Nr. 15, Saal 7: Außerordentliche General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Statutenänderungen,§§ 2, 28, 21, 22, 23. 2. Erledigung eingegangener Anträge. Baugenossenschaft ,, Freie Scholle" zu Berlin Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Der Aufsichtsrat. Alfred Richter. für die nächste Anzeigen Nummer werden Kleine Anzeigen. A Ringschiffchen, Bobbin, Schnellnäher, ohne Anzahlung, Woche 1,00, gebrauchte 12,00. Postkarte genügt. Stopnicerſtraße 60/61. Große Frankfurterstraße 43. Prenzlauerstraße 59/60. Verschiedenes. in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstrasse 69 bis 5 Uhr angenommen. Schlafstellen. Möblierte Schlafstelle, 2 Herren, Reichenbergerstraße 120, Schuhgeschäft. Schlafstelle für zwei Herren zum Rechtsbureau Grünerweg vier- 15. ds. zu vermieten Naunynstraße 87, undneunzig( Andreasplak). Lang vorn parterre bei Fischer. jähriges! Erfolgreichstes! 26485* Rechtsbureau! Brunnenstraße bierzig. Langjähriger Prozeßbeistand, Eingabengefuche, Raterteilung.( Allerbilligft.) 28146* Mietsgesuche. +1 Suche in Schöneberg billiges Bimmer. Preisofferten an Buchdrucker", Postamt 87. 28336 127/5 Frauen finden durch Zeitungsanstragen dauernde und lohnende Beschäftigung. 46/5 Meldungen vormittags 9 bis 12 hr Schüßenstraße 24/25, parterre rechts. Gardinenbaus Große Frankfurter straße 9, parterre. +37 Herrenanzüge, Ueberzieher, wenig getragene Monatsgarderobe von 6 Mart an, große Auswahl, für jede Figur, auch neue zurüdgefekte, fauft man am Hochelegante Herrenanzüge und billigsten direkt nur beim Schneider- Baletots aus feinsten Maßstoffen 25-40 meister Fürstenzelt, Rosenthaler- Mart. Verkauf Sonnabend und Sonnstraße 15, III. 148/ 19* tag. Bersandhaus Germania, Unter Reisemuster. Herrenpaletots, den Linden 21. Keine Filialen. Brachteremplare, prima, spottbillig. Fahrräder, Teilzahlungen, Berg480* Schönhauser Allee 72b, born III links. straße 28, Staligerstraße 40. Rechtsbureau, Vorsteher, früherer, + 30* Knabenanzüge, Paletots, Mäd- Nähmaschinen, ohne Anzahlung, Büdlerstraße 15( Laufiberplak).+ 14* chenkleider, Fadetts, verkauft man am 6,00 Bergütung. Boftfarte. Breitholz, Damengarde Rechtsbureau, Gerichtsbeamter, + 56* roben, Pfandleihpreise, Pfandleibhaus billigsten Otto Hoffmann, Veteranen- Aderftraße 10. früherer, Schulstraße 2. + 87* 2534* Weidenweg 19. + 30* ftraße 14. Nähmaschinen. Zahle bis 10,00, Unfallfachen.Rechtsbureau Bugger, Rosenberg, Kottbuserdamm 98. wer Teilzahlung Nähmaschinen tauft Winterpaletots, Knabengarde Mädchenjacken, Mädchenkleider, Riesen- oder nachweist. Alle Systeme. Woche Stegligerstraße fünfundsechzig.[ 128* roben, Pfandleihpreise, Pfandleibhaus auswahl, Spottpreise. * 1,00. Poftfarte. Borchert, Borndorfer- Unfallfachen, Strafsachen, Eins Weidenweg 19. 125/ 13* gabengesuche, Raterteilungen. Betsch, Rosenberg, Kottbuserdamm 98. ftraße 50. Brunnenstraße 97. Humorist Schmelzer Totensonntag, Verfallene Taschenuhren, Trau- Knaben- Anzüge, Knaben- Baletots, Tambourier Maschinen Hockeringe, Pfandleibhpreise, Weidenweg Joppen. Riesenauswahl. Spottpreise. meher", alleiniger Fabrikant E. BellZahnersatz. Klinik für Unbemittelte. Beihnachten( Matinee), auch mit Geneunzehn. + 30* gesucht. Rosenberg, Rottbuserdamm 98. mann, Gollnowstraße 26, nahe der Zähne, Plomben, Zahnziehen, Um- sellschaft, frei. Stettinerstraße 57.+ 100* 178* arbeitungen, Reparaturen. Billigste Bettenverkauf, Wäscheverkauf, Damenjadetts, Damencapes, Damen- Landsbergerstraße. Pfandleihpreise, Bfandleihhaus, Wei- röde, Damenblusen. Riesenauswahl. Klinikpreise! Teilzahlung. Garantie. Bronzegastronen, dreiflammig, 45/ 2* Bassertorstraße 56. denweg neunzehn. 6,00, Lyren 1,50, Doppelarme 2,50, + 30* Spottpreise. Rosenberg, Rottbuserdamm 98. Bandarme 0,65, Berlampeln 10,00, + 30% Refte zu Damenjadetts, Reste zu Gastocher 0,75, Bweiloch 3,00. Schröder, 27645 Knabenanzügen, Reste aller Art; Hochstraße 43. Buschnitt gratis; enorme Auswahl. Bronzegaskronen! dreiflammig! Spottpreise. 6,00. Gaslyren 14. SchaufensterGasbeleuchtung spottbillig. Wohlauer, Wallnertheaterstraße 32. + 30* Regulatoren, Freischwinger, Spottpreise. Schmucksachen, Möbelstüde, Spott +30 preife. Empfehlenswerte Einkaufsquelle Pfandleihhaus Weidenweg 19.+ 30* Betten, Tischdecken, Regulatoren, Bilder, Spiegel, Möbel spottbillig. Leihhaus Grünerweg 113 undNeander straße 6. Teppiche!( fehlerhafte) in allen Größen für die Hälfte des Wertes im Teppichlager Brünn, Hackescher Markt 4, Bahnhof Börse. 142/12 28* Sofas, größte Auswahl, von 21 Mart an, direkt in der Fabrit 43/ 4* Blumenstraße 35 b. Teilzahlung. Teppiche, Betten, Stepps decken, Gardinen, Portieren, Regu latoren, Remontoiruhren, Bilder, Spiegel, Möbel spottbillig. Leihhaus Grünerweg 113 und Neanderstraße 6. Teppiche, Steppdeden, Gardinen, Portieren spottbillig. Leibhaus Grüner weg 113 und Neanderstraße 6. 43/ 7* Winterpaletots, Remontoiruhren, Uhrketten spottbillig. Leihhaus Grüner meg 113 und Neanderstraße 6. 43/ 6* Rüstrinerplak Pfandleihe 7, bertauft spottbillig Betten, Bettwäsche, Teppiche, Tischdecken. Möbelverkauf in meiner Möbelfabrik Wallstraße 80-81, nahe Spittel markt. Infolge des großen Umzugs befinden sich am Lager viele zurüd gefekte und verliehen gewesene Möbel, die wie neu find, Kleiderspind, Bertiko 27,00, Ausziehtisch 16, Muschel bettstelle mit Federmatratzen und Keilliffen 36, Taschensofa 50, Paneelsofa 70, Waschtoilette 20, Ruhe- lotal. bett 25, ganze Einrichtungen billigft. Transport frei. 46/ 3* 0 Brautleuten 38* + 100* 18* Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Stellenangebote. RobrlegerMonteure, welche mit Verlegen von Gasleitungen und Montieren von Beleuchtungs. törpern genau vertraut find, werden Deutsche GasglühlichtAktien- Gesellschaft( Auer Gesellsch.), Alte Jakobftr. 139. In einer größeren Berliner 28125 eines Kammer, Frankfurter 28306 276/14 Aufpolsterung! Sofa 5,00, Matrage Bananschläger verlangt zu Tarif1168* lottenburg, Schillerstraße 97. 4,00, auch außerm Hause. Bachmann, preiſen Schlosserei R. Blume, CharBlumenstraße 35 b. Fahrräderankanf. Möbel, Pianino- Schloffergesellen verlangt Schlosserei Beleihung. Razlaff, Schönhauser R. Blume, Charlottenburg, Schiller- Drts- Krantentasse ist die Stelle straße 97. 23958* Allee 163a. Goldsachen, Silber, Zahngebisse, Einen Tischlerlehrling verlangen Rendanten Niesel 11. Blatin, Staniolpapier, Antiquitäten, Allee 47. +30 zu befeßen. alte Borzellanfachen kauft Schneider, Buch Arbeitsbursche gesucht. Rautionsfähige Bewerber, Brunnenstraße 137, Eingang Ber nauerstraße, Laden. 27885* druckerei, Dresdenerstraße 79. 28295 welche mit der sozialen GesetzBandwürmer mit Stopf, frisch in Arbeitsburschen verlangt Schabl, gebung und mit den KaffenNeanderstraße 16. Spiritus eventuell Wasser, faufen a 2 Mark Linnaea, Invalidenstraße 105. Lehrling für Alegerei verlangt geschäften genau vertraut find, Lehrling für Aezerei verlangt fönnen ihr Gesuch bis zum Saal, 120 Personen fassend, zur Schahl, Neanderstraße 16. 15. November cr. in der ErpeMaskenball- Saison noch zu vergeben. Schildermaler, tüchtigen, ber dition dieser Zeitung unter Große, zweckentsprechende Räumlich langt Höborn, Passauerstraße 41. feiten für alle Arten von Sportklubs Tüchtigen Rahmenmacher fomie M. 4 niederlegen. Schwedterstraße 23/24. Bolierer auf beffere Bilderrahmen Zeugnis- Abschriften erwünscht. Vereinszimmer, Sonnabends, verlangt Hans Goft, KurfürstenSonntags noch frei. Frib Kienik, straße 45. Große Frankfurterstraße 133.+ 30* Nahmenmacher bei gutem Rohn Vereinszimmer mit Pianino, bis verlangt Lechner, Fransedistraße 6. 50 Personen, Telephon. C., Grün- Laufburschen, nachmittags, verlangt Gelegenheit. straße 21, Weihnacht. Drogerie, Kaiser Friedrichstraße 238. 28246 109K* 9K* Patentanwalt Dammann, Dra nienstraße 57, Morigplak. Rat in Patentsachen. 28226* 28316 28236 Maurer verlangt Kolonie Nonnendamm. Lehrmädchen Gasheizöfen, Sparsysteme, 6,00, Betroleumöfen spottbillig. Wohlauer, Wallnertheaterstraße 32.( Gastocherhaus.) 988* Steppdecken billigst Febril Große +37 Frantjurterstraße 9, parterre. Kanarienhähne, Selbstzucht, Seifert, Trute, billig. Mahnke, Görligerstr. 32, zweiter Aufgang III. +1 Nußbaummöbel, drei Zimmer, gediegene, neu, auch einzeln. Taschenfofa 45,00 und Stüchenmöbel staunend billig. Besichtigung empfohlen, auch Sonntags. Berlebergerstraße 14, Ball2825b Nußbaummöbel, acht Zimmer, auch einzeln, spottbillig, Taschensofa Möbelhirschowik verkauft reell 45,00. gediegen gearbeitete Möbel zu außer Stopniderstraße 126a I. gewöhnlich billigen Preisen. Ueber Sofa, 20,00, Bettstelle, Matrage zeugen! Ansehen! Stafffofas 40, 15,00. Pallisadenstraße 23, Tapezierer. Plüschsofas 60, Garnituren 110; alle Fassons, garantiert bestes Material, Paneel oder Schlafſofa umständeTüchtige Dreher, auch für BohrTrumeau, alle Arten Möbel, größte halber billig, Fräulein Gehler, Prinzen geschäft fauft oder mietet. Offerten wert, gesucht. Rinne Motoren- GeEigene Auswahl. 28346 an die Expedition Wengels, Große Werkstätten. straße 64. Winterpaletots, Joppen spott- Hirschowik, Mariannenstraße 7a. sellschaft, Siemensstraße 12.+81 +30 billig Pfandleihe Küstrinerplat 7. Fahrrabkauf Wienerstraße 37, Frankfurterstraße 133. Vereinszimmer zu 60 Personen. 100 Hausierer für Massenartikel Metallbetten, zwei hochelegante Restaurant. Blumentisch, 100,00, hochmodern, Kanarienvögel verkauft, auch Kurth, Laufiberstraße 46.+ 2* tönnen täglich 10 bis 15 Mart berdienen. 13,00, Rappold, Ritterstraße 112. Ropaschinski, DüsseldorferAllen Freunden und Bekannten dugendweise, Weiß, Ravenéstraße 3. Gefangverein verkauft sämtliches Kanarienvögel, Seifert- Nachzucht, fowie werter Nachbarschaft halte mein straße 8, Gartenhaus 8-12, 3-6 Uhr. Inventar. Lindenhahn, Grünau, Hähne und Weibchen billig, Lebuser Bigarren- Geschäft bestens empfohlen. Friedrichstraße 2a. 27386 ftraße 3, Restauration. 4616 Alexander Manz, Rummelsburg, verlangt. Reubau- Schule, Delbrück Achtung! HolzbearbeitungsBahnhofstraße 10. Musikwerke, selbstspielende. Teil zahlungen. Invalidenstraße 148( Gingang Bergftraße), Frantfurterstraße 56, 768* Staligerstraße 40. Linoleum- Spezialgeschäft, Bachstuche, Teppiche, Laufer, Reste. Straße 63. Müller, Holzmartistraße 52. Trauringe, Herrenuhren, Damenuhren, Ketten spottbillig Pfandleihe Stuftrinerplat 7. 28046* Gelegenheitskäufe: Paletots, Anzüge, Hosen, Kessel, Schirme, Betten, Teppiche, Steppdecken, Gardinen spott billig. Lude, Oranienstraße 131. Operngläser, Koffer, Revolver, Bithern, Harmonikas, Teschings, Geigen spottbillig. Luce, Dranien ftraße 131. Reißzeuge, Uhren, Stetten, Ringe, Brillanten, Goldsachen, Regulatoren, [ pottbillig. Lude, Oranienstraße 131. Hochvornehme Herren Anzüge, Winterpaletots, vorjährig, aus feinsten Maßstoffen, 18,00-38,00. Deutsches Bersandhaus, Jägerstraße 63 I. Berantw. Redakteur: * 28376 Gutgehendes Obst- und Gemüsegefchäft zu verkaufen Ritterstraße 31. Photographischen Apparat, scharf zeichnendes Objektiv, verkauft sehr preiswert Lehmann, Holzmarft +2 Herrenfahrrad, Damenfahrrad, Größere Eddeftillation oder SaalVermietungen. Wohnungen. Farbigmacher, welcher auch Holzleisten polieren kann, verlangt E. Beer, Rigdorf, Prinz Handjerystraße 73. 2836b 1188 straße 20, Grunewald. Alte Frau für ein Kind gegen Kost und Logis verlangt Handle, Manteuffelstraße 8, Hof I. Verkäuferinnen, tüchtig und gewandt, für unsere Abteilungen: Spielwaren und Honigkuchen per fo mit guter Schulbildung bei monatlicher Vergütung sofort gesucht. Meldungen nur in Begleitung der Eltern oder des Vormundes mittags 1-2 oder abends 8-9 Uhr. A. Jandorf& Co., Belle- Alliancestr. 1/2. maschinen- Arbeiter! Wegen Differenzen sind die Firmen Warschauer M.& F. Berndt, ftrafe 78, und Lühr& Wiese Nachfolger Teppiche mit Farbenfehlern Fabril gebraucht, auch defelt. Preisangabe. Saubere Wohnungen, Stube, fort gesucht. Meldungen mittags Rüdersdorferstraße 26, niederlage Große Frankfurterstraße 9, Besichtigungszeit. Große Frankfurter Küche 18-21 Mart, 2 Stuben, Küche 1-2 oder abends 8-9 ühr. A. Jan- früher Richterscher Betrieb, + 37* ftrage 14. tümmereit. +31 fofort Koloniestraße 39. 125/ 18* dorf u. Co., Bellealliancestraße 1-2. gesperrt. 75/ 20* Der Vorstand. Paul Büttner, Berlin. Für den Jr feratenteil verantw. Th. Glede, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW, * parterre.