Nr. 267. Abonnements- Bedingungen: 0 bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10., wöchentlich 28$ fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 21. Jahrg Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Stolonel geile oder deren Raum 40 Pẞfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Versammlungs- Anzeigen 25 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett gedruckte) Bort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für bte nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Egpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Quittung. Jm Monat Dttober gingen bei dem Unterzeichneten folgende Parteibeiträge ein: Sonnabend, den 12. November 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. von Anfang an den Keim des Unsinns in sich trägt, braucht hardt bei dem dritten Senat zuerst zur Entscheidung. fie niemals Unsinn zu werden. bereitelt. Der dritte Senat widerrief nun feierlich, was er früher jür Ganz besonders gefährlich aber für das Ansehen des Recht erkannt hatte. Er hob seine Entscheidung vom Jahre 1891 Reichsgerichts wäre es, wenn es nicht nur frühere Ent- auf, erkannte an, daß nach jener Entscheidung die Wahl an Aachen, D. B. 10,-. Berlin, Beiträge der Wahlkreise: Zweiter scheidungen aufhebt, sondern sie auch durch solche ersetzt, deren zwei Drten bei ordnungsmäßiger Eintragung in die Listen Kreis 3000,-( darunter Bierprozente Bau Anhaltstraße, juristische Logik minder flar hervortritt als die gute Absicht, nicht strafbar gewesen, bekannte sich aber jetzt zur gegen. 5. Rate 11,-, 6. Rate 9,-, 7. Rate 12,50.). Dritter Streis 2000, die ihnen innewohnen mag. teiligen Auffassung. Damit war nun die Notwendigkeit Vierter Kreis Ost 2000,-.( Absch. v. Möbius, Köpnickerstr. 154 1,70.) Durch eine höchst merkwürdige Verkettung von Zufällen einer Plenarentscheidung unnötig, ja unmöglich geworden, die 4. Streis Südost 1000,-( darunter Kindtaufe Liegnigerstr. 42 1- ist nun neuerdings unser höchster Gerichtshof in die Lage Rechtsgarantie der Entscheidung durch die vereinigten Bau Schröder, Eylauerstraße 17/18 6,50, Statflub Fünfzig" 10,- Sommers Geburtstagsfeier bei Linte 3,50, Eisbeinessen bersetzt worden, an sich selbst Hand anzulegen und die Straffenate, welche die Kontinuität der Entscheidungen verder Beizer bei Pfaff 6,- Buzzert olonne Nordmann 5,-) Garantien, durch die das Reichsgericht die Kontinuität der bürgen soll, war durch jene Verkettung chronologischer Zufälle 6. Kreis 6900,-( darunter 28. G. 2. 14 8,-, Kranzüberschuß v. d. Rechtsprechung zu wahren sucht, sich selbst zu entziehen. Bezirken 586 u. 591 2,65, desgl. v. d. Arbeitern v. Bolzani 2,75, Wir haben vorgestern die neueste Reichsgerichts- Entscheidung In der Dienstag vor dem vierten Straffenat anstehenden König Lear 10,-, Uebersch. v. Reinholds Geburtst. 2,-, Buzer über das Doppelwählen furz erwähnt. Die übrigens nicht Sache gegen Leonhardt machte Rechtsanwalt Herzfeld von folonne Georg Küßner 10,- Lefeklub„ Liebknecht", Lychenerstr. 18, genau wiedergegebenen juristischen Ausführungen mögen auf neuem den Versuch und richtete darauf seine Hauptbemühung, 6,10, 2. 3. 24 3,-,. B. Mister 1,-, rote Hochzeitsfeier Neue Hoch- ich beruhen. Der Fall hat aber seine die ganze Stellung des den Senat zu einer Plenarentscheidung zu veranlassen, indem ftraße 14 2,-.) Berlin, diverse Beiträge: W. Krause, Pappelallee 7,50. höchsten Gerichts berührenden Besonderheiten, die interessieren er die Unhaltbarkeit der neuen Entscheidung des dritten F. L., Honorar vom Vorwärts" 10,-. G. E. R., Parteibeitrag für 3. Quartal 1904 5,-. Die Maurer des Baues Antonienstraße, dürften. Senats nachwies und den Senat ersuchte, von ihr abReinickendorf, 2. Rate 6,-. Von den Arbeitern und ArAs nach dem gewaltigen Erfolg der Sozialdemokratie bei zuweichen und eine Plenarentscheidung der zur Verhandlung beiterinnen der Buchdruckerei Vorwärts, Abteilung Buchbinderei der letzten Reichstagswahl man an hoher Stelle auf den un- stehenden wichtigen Fragen des Wahlrechts zu veranlassen. 50,- Zinsen bon Darlehen 1,-. Dr. 2. A. 100, glaublichen Gedanken gekommen war, der Erfolg sei durch Der Reichsanwalt gab zu, daß die Gründe der neuen Ent. Machetes 5,- KL. Raute, Brandenburgstr., 3, 2. u. H. B. ungeheure Wahlfälschungen erzielt, wurden die Polizei und scheidung des dritten Senats unhaltbar feien, aber das 10,-. Ges. auf Br.- Wilh. Geburtst. bei Moll- Schöneberg 4,90. die Staatsanwaltschaften in ganz Deutschland in Bewegung Resultat sei richtig. Der vierte Senat möge sich, in freier Bierprozente Maschinenpader A.-E.-G. 1, Munition zum Stampfe gesetzt, um diese Wahlfälschungen aufzudecken. Das Ergebnis Würdigung" der Entscheidung, derselben anschließen. Der f. Wahrheit u. Recht Sept.- Dft. 9,-. Die Kontobucharbeiter vom Wedding 5,-. G. H., Elisabethufer 1,10. Bigarrenfabr. R. Schulze, war, daß zwar staatserhaltende Wahlvorsteher grobe Betrügereien Senat tat dies. " A. Welchen Wert aber haben nun noch Reichsgerichts. Friedrichsfelderstr. 7. Uebersch. verlorenes Portemonnaie 2,30. begangen hatten, daß aber unter den 91 Millionen Wählern etwa Bierprozente der Schlosser der Firma Flatow 15,40. Tischlerei sechs entdeckt wurden, die an zwei Drten, an denen sie ordnungs- entscheidungen, wenn die bloße Zeitfolge der Termine den B. F. Lüdtke, 2. Wahlkreis, Gitschinerstr. 106 28,- Bierprozente gemäß in die Wählerliste eingetragen waren, gewählt hatten. Umsturz wohlbegründeter früherer Entscheidungen und die der Arbeiter der Firma Bluhme u. Stolzenburg, Hagelsberger- Die erste Anklage wurde gegen unseren Parteigenossen Herz- Neuschöpfung unhaltbarer gegenfäglicher Urteile bewirken kann! straße 52 8,70. Männerchor Georginia 1879 30,-. B. 100,-feld gerichtet, der in der Hauptwahl in Rostock, bei der Stich- Wer weiß noch, ob morgen noch Rechtens ist, was gestern noch P. S. 100, Geburtagsf. 6. Kreis, ges. durch A. Berndt 1,60. wahl in Berlin gewählt hatte. Gleichzeitig erhob die Regierungs- höchstes Recht war! Ein ganz fatales Mißgeschick, daß das Schultheiß- Brauerei, Abt. 4, Uebersch. d. Kranzipende 14, Un- presse das notwendige Geschrei. Bei der Verhandlung vor der Reichsgericht durch die bloße Umstellung zweier Verhandlungsgenannt 1,-. Sanatorium Beelitz durch Bücker 1,50. Sechsertasse Berliner vierten Straffammer( Landgerichtsdirektor Opper- termine fundamental neue Entscheidungen ohne den Schuh und Bierprozente der Tischler von Harris u. Scheldon, Krausenstr. 40, 30,- Müller, Manchester, alt. Neft 1,90. Tischlerei Baute 5,-mann) stellte sich aber heraus, daß der dritte Straffenat des der Plenarsizung fällt, nachdem sich die früher nicht erwartete lebersch. der Kranzip. v. Begräbnis d. Botenfrau B. Braeter, Reichsgerichts schon im Jahre 1891 entschieden hatte, Erscheinung herausgestellt, daß sogar ein und derselbe Wiesenstr. 5,25. Herrenschneider v. Herm. Gerson 15,-. Schneider die Frage, ob die Wahl an zwei verschiedenen Orten zulässig, Senat binnen einem Jahrzehnt für schwarz hält, was er der Firma Jockey Klub, U. d. Linden 4a 10,-. Ges. b. d. unterstehe der Entscheidung des Strafgerichts nur insoweit, vordem als weiß beschwor! Patienten in Grabowsee durch G. Propp 11,25. Gutenberg 36,- als dasselbe zu prüfen habe, ob der Wähler an den WahlGerichtshofes gebracht hat, ist noch viel schlimmer, als es nach den vorhergehenden Ausführungen erscheint. Gewiß ist es schon bedenklich, wenn ein und derselbe Senat des Reichsgerichts in einer verhältnismäßig furzen Zeit heute eine sachlich wohl erwogene Entscheidung fällt, um sie nach einem Weilchen in ihr Gegenteil umzukehren. Die Entscheidung, die am Dienstag das Reichsgericht gefällt hat, ist nicht nur geeignet, das Vertrauen zur Autorität des höchsten Gerichtshofes zu erschüttern, sondern es berlangt geradezu, daß die deutschen Reichsbürger Mißtrauen in die Reichsgerichtsentscheidungen sehen. Es konstruiert eine Art wundersamer, strafbarer Reichsgerichtsentscheidungen". C. D., Guhrau 0,30. Uebersch. der Bierkasse v. Wöllmer 50, orten ordnungsmäßig und nicht durch falsche Angaben Indessen das Unheil, das der Zufall einer verhängnis" Vorwärts"-Leser im Sanatorium Beelitz 8,-. Bon Mitgl. d. 11.-Dr. 5,20. Bekämpfte Maßregelung, Manoline 10,50. Pastor b. oder sonstige täuschende Manipulationen in die Liste vollen Terminverschiebung über die Autorität unseres höchsten Venedig beim Pflanzerverein Beilchen 2,20. Bant- Wilhelmshaven, eingetragen sei. Sei dies nicht der Fall, so liege für ein Wahlverein 3. Quartal 168,-. Bern 50,-. Beuthen( Oberschles.) strafrechtliches Verfahren keine Veranlassung vor. Für die 3,- Breslau, sozialdemokr. Verein 200,-. Cottbus, sozial Prüfung der materiellen Gültigkeit der abgegebenen Stimmen demokratischer Verein für den Reichstags Wahlkreis Cottbuss feien gesetzlich andere Modalitäten und andere Instanzen vor Spremberg 250.-. Chemnitz, Brutus 1,-. Cottbus, Kommissions- geschrieben. Diäten 2,50. Charlottenburg, N- r 2- Charlottenburg, Die vierte Straftammer stellte aber fest, daß bei ,, richtiger" Kaplan N. N. 500,-. Dresden- Altstadt, sozialdemokratischer Auslegung dieser Entscheidung die Straffammer sich auch mit Verein 1200,-. Eſſen a. 5. Ruhr, Restbetrag der Wahlschulden 250,- Faltenberg( Dbericht.) 3,- Forst i. 2., Kreisverein der Prüfung des materiellen Wahlrechts zu befassen und bei für den Wahlkreis Sorau- Forst 200,- Fürth, Wahlverein 20,- Verlegung desselben und Feststellung des erforderlichen Dolus Guben- Lübben, Wahlverein 50,- Gotha, durch den Vertrauens zu verurteilen habe. Herzfeld's Dolus wurde durch die Er mann 30,-. Gutschdorf bei Striegau 5,-. Gießen E. s. flärung festgestellt, daß er sich zweifellos gesagt hätte, die 30,-, bon einem Landpfarrer 6,-, Sa. 36, Gleiwik vierte Straffammer würde jenem Reichsgerichts- Erkenntnis in Schlesien, von Barteigenossen 6,-. Gugelwig 15,-. Hamburg, die richtige Auslegung geben, dieselbe also gekannt hätte. im Monat Oktober in der Expedition des„ Echo" eingegangen 251,50. Als die Sache zum Reichsgericht kam, fand die ReichsKönigsberg i. Br., sozialdemokr. Verein 100, Stiel, 7. ſchlesw. anwaltschaft, daß mit der richtigen" Auslegung nichts zu holst. Reichstags- Wahlkreis 500,- Stattowig, Oberschl., von Bartei- machen sei. Jene Entscheidung des dritten Senats war so genossen 5,- Luckenwalde, Rufus, 5,-. Lübzin i. Pommern, B. 2. 2,-. München, Gau Südbayern, 3. Quartal 139,84. unzweideutig im Ausdruck und so grundsätzlich in ihrer Be München ,, Waldläufer 5,-. Nordische Wassertante 60 000,- gründung, daß das Reichsgericht ihr unmöglich die richtige" neve zu ersetzen für notwendig erachtete, so durfte es doch Neustadt Oberschles., von Parteigenossen 20,- Neuenhagen, Auslegung der vierten Straffammer geben und unter ihrer unter feinen Umständen die auf Grund der bisher zu Recht 2. 1, Niederbarnimer Wahlfreis 1000,- Oberlangenbielau, formellen Aufrechterhaltung berurteilen konnte. Aber das bestehenden Reichsgerichtsentscheidung begangenen Handlungen Parteibeitrag aus d. Eulengebirge 100,- Oberstein a. N., Volksverein, brauchte das Reichsgericht auch nicht. Es war nicht, wie für strafbar erklären. Es konnte vielmehr nur erklären, daß 3. Duart. 04 10,17. Ober- Schöneweide, v. aufgel. Kohlemannschen die Straffammer, an die frühere Entscheidung gebunden. Ihm die Reichsgerichtsentscheidung vom 6. April 1891 zwar irrig Männerquartett 4,70. Birna, Silberhochzeit 5, Pforzheim, stand das Mittel der Aufhebung der Entscheidung zur Ver- sei, daß sie aber, da sie zurzeit der Reichstags- Wahlen von Agitationstommiffion Pforzheim- Land durch Hug 50,- Botschappel. fügung und der Erlaß einer neuen Entscheidung mit dem wirklichen 1903 noch nicht aufgehoben war, jeden Deutschen berechtigte, 6. fächsischer Reichstags- Wahlkreis 1500,-. Peterswaldau, vom Inhalt der richtigen" Auslegung der vierten Straftammer. ihr gemäß zu handeln. Wahlverein durch den Vertrauensm. A. Kühn 16,-. Ronsdorf, " Durch jenes Urteil vom Dienstag hat das Reichsgericht erkannt, daß jemand den Dolus einer strafbaren Handlung haben müsse, der gemäß einer Reichsgerichtsentscheidung verfahren ist. Wenn schon das Reichsgericht jene ältere Entscheidung vom Jahre 1891 für falsch hielt und durch eine bom allgemeinen Arbeiterverein, 3. Quartal 25,-. Remscheid, Indessen auch dieser Weg hatte einen Hafen. Der zweite Die Reichsgerichts- Entscheidung vom 6. April 1891 berArbeiter- Gefangverein„ Einigkeit" 3, Reichenbach in Schl., vom Senat, der für die Revisionsentscheidung in Sachen Herzfeld neint, daß das Begriffsmerkmal der vorsäßlichen HerbeiWahlverein d. d. Vertrauensm. A. Kühn 10,- Rybnit, Oberschl., zuständig ist, konnte nach dem Gesetz von jener Entscheidung führung eines unrichtigen Ergebnisses der Wahlhandlung davon Parteigenossen 5, Schwäbischer Binsgroschen April- des dritten Senats aus dem Jahre 1891 nicht selbstherrlich durch erfüllt werde, daß ein versehentlich in die Wahllisten September 500,-. Schmiedeberg im Riesengebirge, von abweichen, sondern mußte zu dem Zwecke die Entscheis eingetragener an sich unberechtigter Wähler von dem Stimmden Parteigenossen 10,-. Stuttgart, G. 11. 10, dung der vereinigten Straffenate erwirken. Und man fonnte rechte Gebrauch mache. Zur Herstellung des nötigen ursächStraßburg im Elsaß, Altvater 5,-. Schweiz, Nebenverdienst eines Schuhmachers 2,40. Solingen vom Kreiskomitee 50,- nicht wissen, was dann der Ausgang sein würde. Hob aber lichen Zusammenhanges müsse vielmehr noch etwas weiteres Striegau, durch B. 57,25( darunter von Striegau 20,-, von Frei- der dritte Senat selbst seine frühere Entscheidung auf, so hinzukommen, wodurch die Prüfung beeinträchtigt und zufolge burg i Schl. 12,50, von Schweidnitz 12,25, von Bilgramshain 8,75, war eine Plenarentscheidung nicht erforderlich. der beeinträchtigten Prüfung das Wahlergebnis gefälscht wird; von Häslicht 8,75). Sonneberg S.-M., Bezirk Sonneberg 20,-. Das Schickfal wollte, daß ein Fall, der gegen den Maurer E., so z. B. wenn ein Unberechtigter wissentlich auf Grund falscher Teltow Beeskow Charlottenburg, Bentral Wahlverein 300,- bei dem es sich um dieselbe Rechtsfrage handelte, vor dem Einträge seinen Namen in die Liste der Wahlberechtigten ( darunter Buzerkolonne Rogge 9,-, Geburtstagsfeier W. Rödiger dritten Straffenat anhängig und daß schon auf den 11. Juli gebracht hat oder wenn der Wählende unter falschem Namen 3,10, Kranzüberschuß von Rabigpußern und Schauern, Bau d. Js. Termin in demselben anberaumt war. Aber das Schicksal oder auf Grund einer gefälschten, auf einen anderen ausFriedrichstraße, Schöneberg, durch Schröter 1,80, von den Zimmerern wollte es auch, daß ein anderer analoger Fall, der gegen gestellten Vollmacht wählt. Der bekannte Kommentator des Charlottenburgs).„ Vorwärts"-Ueberschuß vom 3. Quartal 1904 Leonhardt, über den wir vorgestern berichteten, vor dem vierten Strafgesetzbuches Dishausen erklärt denn auch auf Grund 9093,05. Wahrer Jakob" 6000,- Waldenburg i. Schl., fozial demokratischer Arbeiterverein des Wahlkreises 100,-. Württem- Straffenat anhängig, und in diesem schon Termin auf den dieser Reichsgerichts- Entscheidung, daß v. Liszt zu weit gehe, berg 100,-. 13. Mai d. J., also lange vor dem Termin in Sachen wenn er eine strafbare Handlung schon dann annimmt, falls Berlin, den 10. November 1904. Eberhardt anberaumt war. Die Bemühungen Herzfelds, beim die tatsächliche Ausführung dem Gesetze nicht entspricht". Die Reichsgerichts- Entscheidung vom Jahre 1891 ist biel Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Kreuzbergstr. 30. 3weiten Senat in seiner Sache Termin vor dem 11. Juli d. Js. anberaumt zu erhalten und zu erhalten und dadurch auf Grund dadurch auf Grund der weiter gehend als die Fälle, um die es sich gegenwärtig erwähnten Entscheidung des dritten Senats feine Freisprechung handelt. Jene Entscheidung, die zurzeit der letzten Reichstags" Das Mißgeschick des Reichsgerichts. oder, falls der zweite Senat von derselben abweichen wollte, wahl noch für jeden Wähler maßgebend war, gestattet die reichsgesetzlich vorgeschriebene Plenarentscheidung zu er sogar, daß jemand wählt, wenn er überhaupt nicht Die wissenschaftliche Rechtsautorität des Reichsgerichts hat wirken, scheiterten. Ebenso scheiterten Herzfeld's Bemühungen, wahlberechtigt ist, weil er etwa die Ehrenrechte verloren oder in den letzten Zeiten immer stärkere kritische Anfechtungen wenigstens vor der Verhandlung in Sachen gegen Leon- noch nicht das 25. Jahr erreicht hat. Man muß jedem erfahren. Sein natürlicher Ehrgeiz und die Aufgabe, die fein hardt beim vierten Senat in seiner Sache beim zweiten Senat Deutschen zutrauen, daß er in solchen Fällen weiß, daß er eigentlicher Rechtstitel ist, muß es sein, daß seine Entscheidungen Termin zu erhalten. Die Bemühungen des Ober- Reichs nicht wahlberechtigt ist und also wissentlich einen Frrtum der so dem Sinn und der Vernunft der Geseze entsprechen, daß anwalts beim vierten Senat, den Termin in Sachen Wählerliste zu seinen Diensten mißbraucht. Dennoch erklärte es taum Storrekturen an seinen Urteilen vorzunehmen braucht Leonhardt abzusehen, bis der dritte Senat in das Reichsgericht selbst diese Handlung nicht für strafbar. Es und so jene Kontinuität der Rechtsprechung der höchsten Instanz Sachen gegen Eberhardt entschieden habe, schei überließ der zuständigen Instanz, dem Reichstag, ob es ohne Zwang wahren kann, die das Fundament des Ver- terten aber nicht. Der vierte Senat setzte die unter solchen Umständen abgegebene Stimmen für gültig oder trauens zum Reichsgericht bildet. Wenn die Vernunft nicht Sache ab, und ſo tam die Sache gegen Eber nicht gültig erklären wolle. Das Reichsgericht war damals mit ber durchaus begründeten Ansicht, daß man betrügerische jedoch erfährt nicht einmal, wessen sie eigentlich beschuldigt ist und Die Frankfurter Stadtverordneten- Wahlen Manipulationen vornehmen müsse bei der Eintragung der welches Schicksal die Polizei ihr zu bereiten gedenkt. Sie ist befragt haben, so schreibt man uns noch von dort, unserer Partei einen Wählerliste oder bei der Ausübung der Wahlhandlung, um worden, ob sie Anarchisten kenne und ob sie in einer anarchistischen großartigen, fast unerhofften Erfolg gebracht, Von 2382 Stimmen fich strafbar zu machen. Versammlung anwesend war. Aber nicht einmal dazu wird ihr im Jahre 1902 ist unsere Stimmenzahl auf 4308 gestiegen. Genosse Die Frage aber, ob Haupt- und Stichwahl eine fortgesetzte die Möglichkeit gegeben, darzulegen, daß sie selbst keinerlei Politik Redakteur Zielowski ist im ersten Wahlgang im Bornheimer Bezirk Wahlhandlung oder zwei von einander logisch und staatsrecht betreibe, daß sie in ihrem Heimatslande nie sich politisch betätigt mit 1124 Stimmen gewählt worden, während sein Mitkandidat Ge lich getrennte Atte darstellen, ist eine Doktorfrage, die bisher habe. Es ist tatsächlich festzustellen, daß das Fräulein in Rußland noise Hüttmann, der Führer der Frankfurter Maurer- Organi fation, mit 1110 Stimmen im Hintertreffen blieb bom Reichstag, der allein darüber zu entscheiden hat, noch gar nicht erörtert worden ist. Wer also in dem Glauben, dazu das Vorgehen gegen fie in keiner Weise von russischen Behörden eingesessenen Bockenheimer, stechen muß. Trotzdem Rackles berechtigt zu sein, bei der Stichwahl in einem anderen Streise veranlaßt worden sein kann. Gleichwohl wird sie im Polizeigewahrsam von drei Parteien unterstützt wurde, brachte er es nur auf wählt wie bei der Hauptwahl, der kann nicht einmal, selbst festgehalten, ohne zu wissen, welche Absichten die Polizei gegen fie 933 Stimmen, während der demokratische Kandidat gar nur wenn er noch so mißtrauisch gegen sich selber ist, die Vermutung hat. Es ist ein ungeheuerlicher Zustand, daß Polizeibehörden in 189 Stimmen auf sich vereinigte. Außer Hüttmann kommen noch haben, daß er eine unzulässige Handlung begangen habe. dieser Art über Ausländer, die sich in Deutschland aufhalten, ver- 11 Genossen in Stichwahl. Das ist ein Erfolg, wie ihn sich die bürgerlichen Gegner nicht haben träumen lassen. In unserer Hätte er aber selbst solche Vermutung, würde er mit Bewußt- fügen darf. fein eine im Sinne des Wahlgesetzes nicht schickliche Die Beschwerden, die eingelegt wurden, haben gleichfalls bisher Hand liegt es, den" demokratischen" Oberinnungsmeister Mary, den Scharfmacher im Bauunternehmerverband Luscher, den brutalsten WortHandlung begangen haben, ſo müßte er sich doch zu keinem Ergebnis geführt. Der Reichskanzler hat auf die führer der Freifinndemokratie Dr. Geiger zur Strecke zu bringen. In zugleich auf Grund jener Reichsgerichtsentscheidung für straflos an ihn gerichtete telegraphische Eingabe nur mitteilen lassen, daß er allen Bezirken hat unsere Stimmenzahl um 60, 70, teilweise sogar erachten; denn das Reichsgericht hat unzweideutig festgestellt, die Angelegenheit an die Minister des Inneren und der Justiz sowie 80 Broz. zugenommen. Die Wahl war ein Plebiszit, eine einzige daß Personen, die ohne betrügerische Vorspiegelungen ordnungs- an das Auswärtige Amt weiter gegeben habe. Von diesen Jn gewaltige Massenkundgebung gegen die abgewirtschaftete Freifinnmäßig in die Wählerliste eingetragen sind, auch wählen können stanzeu ist bisher weder der Jnhaftierten noch deren Verteidiger demokratie und den Nationalliberalismus, die bisher die Herrschaft n noch deren Verteid und daß die Prüfung der materiellen Berechtigung einer irgend welche Benachrichtigung zugegangen. im Rathaus hatten und rücksichtslos ausnutten. Die wirtschaftliche solchen Wahl nicht dem Reichsgericht zustehe, sondern dem Es ist dringend erforderlich, daß diese für die preußischen Zu- und politische Interessengemeinschaft dieser beiden Parteien trat bei Reichstag. Die neuerliche, jene alte Entscheidung umstoßende stände wiederum tief beschämende Angelegenheit endlich loyal und diesen Wahlen so stark und offensichtlich zutage, daß sich die Demotraten nicht einmal schämten, einen Mann wie Luscher, Meinung des Straffenats des Reichsgerichts bedeutet demnach ordnungsmäßig geregelt wird, daß die Dame, die nichts begangen, der im Sommer dieses Jahres Zehntausende von Bauarbeitern ausdie Aufforderung an die deutschen Reichsangehörigen, bei jeder weder gegen russische noch deutsche Gesetze, aus der unverdienten sperrte, auf ihre Liste zu nehmen und sein Mandat zu verteidigen. Die Freifinndemokraten glaubten eben in dem 1200 Mark ZensusReichsgerichtsentscheidung vorauszusehen, daß fie möglicher Bein der Ungewißheit und des Polizeiermessens befreit wird. weise zu einer, in der Zukunft vom Reichsgericht für strafbar Die Frage aber des Fremdenrechtes, der Fremden rechtswahlrecht einen so sicheren Wall gegen das Vordringen der Sozialzu erklärenden Handlung verführt, oder mit anderen Worten: Tofigfeit in Preußen muß unausgefeßt verfolgt und einer demofraten zu haben, daß sie sich hohnlachend über jegliche sozial die Kenntnis von Reichsgerichtsentscheidungen schließt endlichen Regelung zugeführt werden. demokratische Kritik hinwegsetten. In geradezu provokatorischer Weise den Dolus der Strafbarkeit ein, sofern man so leichtwurden Arbeiter und Kleinbürgertum brüskiert. Das trat besonders finnig ist, Reichsgerichtsentscheidungen zu folgen und deutlich bei der Beratung der Steuervorlage im Januar dieses Jahres und bei den Wahlen zutage. Mit einer beispiellosen Frechheit dabei erwischt wird. und Verlogenheit wurde diesmal von der demokratischen Presse, insbesondere von dem Lokalblatt der Börsendemokratie, der„ Kleinen Bresse", der Wahlkampf geführt. Die wiederholt mißglückten Versuche der Arbeiterschaft und des Kleinbürgertums, die Macht der Frei1500, sondern 2400 Mann Verstärkungen abschicken wird. finnsdemokraten und Nationalliberalen zu brechen, hatten die Ueber die im November und Dezember abgehenden Trans- Herren fühn gemacht. Mit dem 1200 Mark- Benjuswahlrecht hielten sie sich für unbesiegbar, namentlich nach dem Erfolge bei porte meldet das offiziöse Organ: der letzten Landtagswahl. Aber gerade dieser Uebermut der Advokatenund Börsendemokraten- Clique hat das Kleinbürgertum rebellisch gemacht und Katholiken wie Protestanten, Zünftler und andere Interessentengruppen vereinigten sich zu einer sogenannten Mittelstandsbereinigung zum Stampf gegen die Börsendemokratie, mit dem Erfolg, daß die Freifinndemokraten in fast allen Bezirken in die Stichwahl gedrängt wurden und teilweise von der Gnade der Sozialdemokraten abhängen. Die Mittelstandsvereiniger brachten es auf nahezu 4200Stimmen niemals in Konflikt mit der Behörde gekommen ist und daß ſation, mit 1110 Stimmen im Hintertreffen blieb und dem nationalliberalen Apfelwein Fabrikanten Nackles, einem Weitere 2400 Mann für Südwestafrika! Während kürzlich halboffiziös gemeldet wurde, daß man Wir kennen feinen einzigen Fall, in dem ein Gericht und nur noch 1500 Mann als Nachschub zu den bereits dorthin noch dazu das höchste Gericht gegen sich selbst einen so ver- beförderten 11 000 Mann nach Südwestafrika senden wollte, nichtenden Schlag gerichtet hat, wie dies am Dienstag im teilt nunmehr die Nordd. Allg. 3tg." mit, daß man nicht Eifer der guten Sache das Reichsgericht getan hat. Das ist noch nicht dagewesen: Richter würdigen ihre eigenen Entscheidungen so, daß Handlungen, die auf ihnen beruhen, für dolos erklärt werden! Jeder Deutsche wird also jest wissen müssen, daß er möglicherweise sich mit Bewußtsein straffällig macht, sofern er Reichsgerichtsentscheidungen zum Leitfaden feiner Handlungen wählt. So schäßt das Reichsgericht sein eigenes Ansehen und seinen eigenen Ruf ein! " 1. Transport N, ab Haniburg den 12. November auf den Dampfern Eduard" und" Erich Woermann". Ausschiffung in Lüderiz Bucht: 4. Bataillon Feldregiments Nr. 2; Stab des Etappenkommandos Süd. か 2. Transport O, ab Hamburg den 22. November auf Dampfer Profeffor Woermann": 23 Offiziere und Sanitätsoffiziere, 860 Mann aller Waffengattungen als Ergänzung für entstandenen Ausfall; Ausschiffungspunkt Swakopmund. V 3. Transport P, ab Hamburg den 6. Dezember auf Dampfer und 11 ihrer Kandidaten in Stichwahlen. An drei Stimmen hat es " Balatia" der Hamburg- Amerita- Linie: a) 11 Offiziere, Sanitäts- gefehlt, dann wäre der Antisemit Laas gewählt worden. Zweifellos offiziere und Beamte, 300 Mann aller Waffengattungen und find unter den Mittelstandsvereinigern sehr reaktionäre Elemente, 800 Pferde als Ergänzung für Ausfall; Ausschiffung in Swakop- und es ist gewiß fein erfreuliches Zeichen, wenn Antisemiten mund, b) eine berittene Etappenfompagnie zum Schuße der und Ultramontane wie evangelische Simultanſchuleiferer in ein südlichen Etappenstraße Lüderiz- Bucht- Kubub- Keetmanshoop; Aus- Stadtparlament einziehen. Aber diese Elemente großgezogen zu schiffung in Lüderiz Bucht. haben, ist in Frankfurt das„ Verdienst" der Freifinndemokratie und ihrer Presse, die sich mehr und mehr von einer Partei des Kleinbürgertums zu einer Partei des Großkapitals mit spezifischer Berücfichtigung der Börseninteressen entwidelt hat. = 4. Transport Q ab Hamburg den 17. Dezember auf den Dampfern Loufiana" und" Eleonore Woermann": eine zweite Feldtelegraphen- Abteilung und eine zweite FunkentelegraphenAbteilung zu drei Stationen; Ausschiffungsort Lüderiz- Bucht. Die Gesamtstärke aller vier Transporte beträgt 76 Offiziere und Sanitätsoffiziere, 25 Militärbeamte, 2290 Mannschaften und 2214 Pferde. Schließlich aber ist das neue Urteil des Reichsgerichts über die Doppelwahl noch aus einem anderen Grunde von höchstem politischen Interesse, 1891 entschied das Reichsgericht ganz zutreffend, daß die materielle Nachprüfung der Gültigkeit von Wahlstimmen, die formell ordnungsmäßig zustande getommen sind, einzig und allein dem Reichstag gebührt. Wir sehen von dem sonderbaren Konflikt ab, der entstehen würde, wenn der Reichstag nun, was an sich möglich wäre, sich dahin schlüssig werden würde, würde, daß es es zulässig sei, fofern man an zwei Drten ordnungsgemäß wahlberechtigt sei, bei der Hauptwahl in dem einen, bei der Stichwahl in dem anderen Wahlkreise zu wählen. Es ist gleichgültig, ob sich der Reichstag, der sich ja mun wohl mit dieser Angelegenheit beschäftigen wird, in diesem oder jenem Sinne entscheidet, und wir persönlich neigen, wie wir glauben in Uebereinstimmung mit der Wahlprüfungs- Kommission, eine Kopfzahl von annähernd 13000 Mann erreicht haben! Nach Ankunft dieser Verstärkungen wird die Schußtruppe zu der Anschauung, daß solche Stimmen für ungültig erklärt und diese Zahl soll während des ganzen Jahres 1905, ja werden sollen. Aber darauf kommt es hier gar nicht an. wahrscheinlich auch noch während eines Teiles des Jahres 1906, Der Reichstag muß darauf bestehen, daß ihm überhaupt das in Südwestafrika bleiben! Recht bleibt, über die materielle Gültigkeit oder Ungültigkeit von Wahlstimmen zu entscheiden. Das Reichsgericht hat 1891 mit Recht ſeine Kompetenz für solche Entscheidung abgelehnt, die sich das Reichsgericht von 1904 oder wenigstens bisher zwei Senate zumessen. Geſetzt den Fall, der Reichs tag würde derartige Doppelstimmen" für zulässig erklären, was doch sein gutes Recht wäre, so würde das Reichsgericht Handlungen als strafbar bezeichnen, die der Reichstag für durchaus rechtmäßig nicht nur im friminellen, sondern auch im staatsrechtlichen Sinne erklärt. " Nur in drei Bezirken haben die Freifinndemokraten im ersten Wahlgang einen Kandidaten durchgebracht. Wenn nicht alles täuscht, ist die Herrschaft der Freifinndemofraten und der Nationalliberalen in der Frankfurter Stadtverordneten- Versammlung gebrochen. Es in der Stichwahl alle kandidaten durchzubringen. dürfte ihnen kaum möglich sein, soviel Reserven aufzubringen, um fraten, 20 Nationalliberale, 12 Freifinnige, 6 Freie Vereinigung Bis jetzt gehörten der Stadtverordneten- Versammlung 23 Demos ( Handwerker und Bünftler), 1 Sozialdemokrat und 2 Frattionelose an. Auszuscheiden hatten diesmal 11 Nationalliberale, 7 Demos traten, 7 Freifinnige. Gewählt wurden 3 freifinnig- demokratische Kandidaten und 1 Sozialdemokrat. Es sind daher 21 Stichwahlen erforderlich. Dabei sind beteiligt 12 freisinnig- demokratische KandiGruppen, 12 Sozialdemokraten. Die Sozialdemokratie gedenkt außer daten, 6 Nationalliberale, 11 Mittelstandsvereiniger und angeschlossene dem Bornheimer zweiten Mandat mindestens noch zwei bis drei zu Und selbst wenn der Aufstand wesentlich unterdrückt sein wird, wird man nicht daran denken, die südwestafrikanische Schuttruppe wieder auf ihre ehemalige Stärke von zirka 1000 Mann zu reduzieren, man wird mindestens eine Brigade dauernd in Südwestafrika belassen. Die Gelegenheit ist ja zu günstig für die Schaffung einer Kolonialarmee! Neben der erobern. ostasiatischen werden wir dann auch eine afrikanische Kolonialarmee besitzen. Dann wird sich schon ein Anlaß finden, um in absehbarer Zeit auch eine dritte Brigade aufzustellen. Wir marschieren eben mit Siebenmeilenstiefeln in die Weltpolitik" hincin! " Daß sich das Reichsgericht aus eigener Machtvollkommenheit diese 1891 abgelehnte Kompetenz zuschreibt, ist ein sehr bemerkenswertes Symptom. Es ist bekannt, daß seit längerer Zeit Bestrebungen im Gange sind, die darauf hinauslaufen, der Wahlprüfungs- Kommission d. h. dem Reichstage das Recht liegt der Wahlprüfungen überhaupt abzunehmen und dem Reichsgericht zu übertragen. Da nun die Reichsgerichtsräte vom Kaiser auf Vorschlag des Bundesrats ernannt werden, so würde die Uebertragung der Wahlprüfungen auf das Reichsgericht indirekt bedeuten, daß der gleichberechtigte und zugleich gegensätzliche Faktor in der deutschen Gesetzgebung, der Bundesrat, sich zum Richter aufwirft über die Rechtmäßigkeit des anderen gesetzgebenden Faktors, des Reichstages. Der Bundesrat würde indirekt, auf dem Wege über das Reichsgericht, statt der Wähler und der Gewählten durch sein Machtwort über die Existenz von Mandaten entscheiden können; denn es ist natürlich gar nicht ausgeschlossen, daß der Bundesrat nur solche ReichsgerichtsRäte vorschlägt, die seinen politischen und staatsrechtlichen Auffassungen entsprechen. Ueber die Ursache des Witboi- Aufstandes heute eine furiose Meldung vor: " Vom guten Magen des Fistus. Kiel, 10. November.( Eig. Ber.) Der Riesenprozeß, den die Stadt Kiel gegen den Reichsfistus um das Eigentumsrecht am Kieler Hafen und deſſen Vorstrand führt, ist bor Sem hiesigen Oberlandesgericht zuungunsten der Stadt entschieden worden, nachdem das Kieler Landgericht vor zwei Jahren ein für die Stadt günstiges Urteil gefällt hatte. Der Prozeß ist nicht nur wegen der Höhe des Objekts, dessen prozessualer Wert auf fünf Millionen Mark festgesetzt worden tatsächlich ist er gar nicht zu tagieren von Bedeutung, er ist auch ein neuer Beleg für die unheimlichen Eingriffe des Moloch Militarismus in das wirt. fchaftliche Leben des Volkes, das sich seiner nicht erwehren fann, und überdies ein Symptom mehr für die mangelnde Widerstandsfähigkeit der bürgerlichen Gesellschaft diesem Molochappetit gegenWie Gouverneur eutwein aus Rehoboth telegraphiert, hat er einen Brief Hendrik Witbois erhalten, worin biefer nach einigen religiösen Wendungen wörtlich sagt: So hat jest Gott aus dem Himmel den Vertrag gebrochen." Dann bittet er, seine gefangenen Leute freizulassen, weil fie unschuldig an seinen Werken feien. über. Hauptursache des Aufstandes ist nach Leutweins Ansicht fraglos religiöser Wahnsinn, hervorgerufen durch einen Propheten aus der Kapkolonie, der sich zur äthiopischen Kirche rechnet und der Mitte dieses Jahres eine Zeitlang in Windhut in haft gehalten worden ist. geringerem Recht als die weißen Stulturträger, ist noch sehr die Frage. Da ihm keine Missionare zur Verfügung stehen, bedient er sich eben der äthiopischen Propheten. Die Stadt Kiel stützt ihr Eigentumsrecht an den Kieler Hafen und Strand auf vermoderte Urkunden, die bis ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Sie hat diese Rechte im Laufe der Jahrhunderte in vielen Prozessen, häufig auch mit Gewalt, gegen ihre Bürger, gegen Nachbargemeinden und angrenzende Gutsherrschaften geltend gemacht und in den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhunderts sogar gegen den dänischen Staat berfochten. Im Jahre 1856 sette es die Stadt durch, daß ihr vom König Friedrich VII. das ihr im 14. und 15. Jahrhundert von den schleswigschen Herzögen und dänischen Königen verliehene Privileg, das Dominium( wörtlich: Herrschaft) über Hafen und Strand, aufs neue bestätigt wurde. Blättchen. Schleswig- Holsteins Handel treibende Bourgeoisie, für Wenn in dem Briefe Hendrik Witbois keine gravierenderen Stellen enthalten sind als der von Leutwein zitierte Sat, so erscheint es uns sehr fühn, daraus auf religiösen Wahnsinn schließen zu wollen. Dann könnte man mit viel größerem Der erste Versuch des Reichsgerichts, die Aufgabe der Rechte behaupten, die Russen, die ja mit Heiligen Wahlprüfungs- Kommission zu übernehmen, den die neuerliche bildern und Anrufung des Herrgotts für ihre Sache einen Als Preußen Schleswig- Holstein anneftierte, wendete sich das Reichsgerichts- Entscheidung darstellt, ist nun allerdings so un- so großen Aufwand treiben, führten aus religiösem Wahnsinn glücklich ausgefallen, daß niemand mehr eine Verfassungs- Krieg gegen die Japaner. die die Lostrennung vom agrarischen Dänemark in erster Linie eine änderung dieser Art damit begründen könnte, das Reichs- Hendrik Witboi scheint uns neben so manchem anderen wirtschaftliche Existenzfrage gewesen, verstand es ausgezeichnet, ohne gericht habe ein unbefangeneres und vernünftigeres Urteil als auch die religiöse Phraseologie seinen Gegnern abgegudt zu Gewissensträmpfe ihre spezielle Ideologie, den meerumschlungenen die Wahlprüfungs- Kommission. Immerhin hat der Reichstag haben. Er nimmt die Unterstützung des Herrgotts, auf den Bartikularismus, ihrer veränderten ökonomischen Situation anzuallen Anlaß, eifersüchtig darüber zu wachen, daß seine ohne sich ja jede zivilisierte" friegführende Macht selbst für ihre passen, und wurde reichspatriotisch, wenn sie auch bis zum heutigen hin äußerst beschränkten und von dem Jdeal der Demokratie schlechteste Sache beruft, auch für sich in Anspruch. Ob mit Tag noch ihren Nationalliberalismus unter der Etikette eines angeblich bodenständigen Schleswig- Holsteinischen Freisinns an den himmelweit entfernten Rechtsbefugnisse nicht weiter ein Dummen zu bringen versucht. Die Kieler Bourgeoisie stand an der geschränkt werden und wir zweifeln nicht, daß er bei der ersten Spitze dieser„ Entwickelung", und das erste Opfer, das sie auf dem Gelegenheit feststellen wird, wie immer er sonst über die Altar des neuen Vaterlandes bringen mußte, war ihr Anspruch auf den Kieler Hafen. ,, Doppelwahlen" denkt. Die Entscheidung darüber gebührt in Kriegsmüde find die in Südwestafrika anfässigen Deutschen. Die neue Regierung erklärte den Kieler Hafen ohne weiteres zum jedem Falle ihm, daß solche Fälle vielleicht zu ungültigen Die Mitglieder des Beirats des Bezirks Windhut haben nach der Kriegshafen und ließ sich durch die von der Stadt schüchtern betonten Stimmen führen, aber niemals Wahlfälschungen darstellen. Somit hat das Reichsgericht durch seine neuerliche Ent-" Deutsch- Südwestafrikanischen Zeitung" an den Bezirksamtmann Brivilegien" in ihren Dispositionen über den Hafen nicht stören. mit der Bitte um Weitergabe an den Gouverneur unterm Was die preußische Regierung begonnen, setzte die Reichs- Marinescheidung nicht nur formelle und materielle Handlungen be- 23. September eine Eingabe gerichtet, worin sie bitten, daß, nach verwaltung in verschärftem Tempo fort, mit dem Erfolg, daß der gangen, welche seine Rechtsautorität schwer beeinträchtigen. bem so viele Soldaten aus Deutschland eingetroffen sind, Leute aus Marinemoloch mit seinen Bangerfolossen und Arsenalen und Dods Es hat zugleich über seine Machtsphäre hinaus einen Eingriff dem Bezirk Windhut, die ihren bürgerlichen Geschäften nachgehen, und Werftenanlagen, und besonders mit seinem Kriegshafen, die in die Rechte des Reichstages versucht, den das Reichsgericht nicht mehr eingezogen, vielmehr die noch Eingezogenen, um wieder wirtschaftliche Selbständigkeit Kiels allmählich vollständig erdrückt 1891 mit Recht ablehnte, der aber jetzt auch zu einer ent in bürgerlichen Geschäften tätig sein zu fönnen, entlaffert hat. Stiel ist heute als Seehandelsstadt sogar von einem Platz wie werden. Besonders im Bezirk Windhuk sei durch den großen Ab- Flensburg überflügelt. schiedenen Abwehr des Reichstages herausfordert. gang an Ermordeten und Ausgewanderten die Zahl der Ansiedler, welche wirtschaftlich tätig sind, momentan eine sehr geringe. Eine Vermehrung der Anzahl durch Rückkehr der ausgewanderten Anfiedler und Farmer ist schwerlich zu erwarten, wenn diese fich jeden Augenblick der militärischen Einziehung versehen und das durch an der Wiederaufnahme und Einrichtung ihrer Betriebe gehindert werden. Politifche Uebersicht. Berlin, den 11. November. Die Rechtlosigkeit der Ausländer. Tag um Tag vergeht, ohne daß die Angelegenheit des Es ist freilich leichter, einen Strieg provozieren, als nach Fräulein Bärson von der Stelle gelangt. Jeder Verbrecher her mit die Opfer dafür tragen! wird binnen 24 Stunden über das unterrichtet, was er begangen Die deutsche Arbeiterklasse ist schon längst, und mit viel größerem haben soll, und vermag seine Rechte zu wahren. Die Ausländerin Rechte, friegsmüde! Der Kriegshafen sperrte die Föhrde, der Nord- Ostsee- Kanal degradierte Kiels Handelshafen zu einer maritimen Sackgasse, die jeder Transitverkehr beiseite liegen läßt, immer weiter wurde der Binnenhafen durch die wiederholte Verschiebung der Kriegshafen. grenze in den südlichsten Winkel der Föhrde zurückgedrängt, wo die Kaiflächen sogar zum Löschen und Laden der wenigen, noch ein laufenden fleineren Fahrzeuge längst nicht mehr genügen. Sogar die natürliche Verlängerung dieses dürftigen Wasserweges ließ sich die Stadt noch beschneiden, indem sie der kaiserlichen Werft, als diese ihre großen Trodendods erbauen ließ, erlaubte, die ausgehobenen ungeheueren Erdmassen einfach in den Hafen zu schütten. Das östliche, Kiel gegenüber liegende Ufer der Föhrde ist durch die großen Werftbetriebe vollständig in Beschlag genommen, der jetzige Stadtteil Gaarden, die Ortschaften Dietrichsdorf und Welling- darf sind gänzlich vom Wasser abgeschnitten, und erst in den letzten Jahren ist, wie seinerzeit im„Vorwärts" geschildert worden, das liebliche Fischerdörfchen Ellerbek im Interesse der sich immer weiter ausbreitenden Reichswerft vom Erdboden wegrasicrt worden. Die Kieler Stadtverwaltung rühmte sich vor kurzem noch durch den Mund ihres Oberhauptes, es sei ihr eifrigstes Bemühen, mit der Marine in gutem Einvernehmen zu bleiben, und sie unterließ es deshalb, ihre jahrhundertelang eifersüchtig bewachten Rechte auch dem Reichsfiskus gegenüber mit dem nötigen Nachdruck zu vertreten. Theoretisch hielt sie an ihrem Eigentum fest, praktisch aber ließ sie es geschehen, daß die Direktion der kaiserlichen Werft mit der Di- rektion der Kruppschen Werft in Tauschgeschäften über das ganze östliche Ufer der Föhrde nach Belieben verfügte. Wagte die Stadt wirklich einmal, submisseste Vorstellungen zu machen, so mußte sie sich nicht nur von der Regierung in Schleswig sagen lassen, daß eine tatsächliche Ausübung der städtischen Eigentumsrechte am Hafen nicht geduldet werde, sondern sie mutzte von der kaiserlichen Werft sogar mehrfach die Drohung einstecken, daß die Werst solchen städtischen Ansprüchen eventuell mit Gewalt entgegentreten würde. In den städtischen Kollegien und in der bürgerlichen Presse aber wurde immer wieder dem sehnlichsten Wunsche Ausdruck verliehen, mit der Marine doch ja auf gutem Fuß zu leben, trotzdem die Vertreter der Stadt von der Marine, und zwar von deren oberstem Chef bis zu den Schiffskommandanten bei jeder offiziellen Gelegenheit, bei Tenkmalscnthüllungen und Stapelläufen und Regatten demonstrativ geschnitten wurden. Man steckte jede Demütigung ein, denn man respektierte in der Marine eben den besten Kunden der Stadt. So haben selbst die schäbigsten Aeußcrungen des Knechtsinns ihren materiellen Existenzgrund. Schließlich erschöpfte folgender Vorfall selbst die bürgerliche Geduld: In der Wik, dem Stadtteil zwischen dem eigentlichen Kiel und dem Nordseelanal, besitzt die Stadt eine Gasanstalt, von der das Gleis einer Feldbahn, zum Transport von Koks in die Schiffe, ans Wasser führt. Die Marine ließ dieses Gleis durch ein anderes Gleis, das nach ihren Kaserncnneubauten am Kanal führt, sperren. Ter Regierungspräsident forderte zugleich die Stadt auf, sie solle vorbehaltlos erklären, daß sie ihr Privateigentum nicht in Anspruch nehme. Daraufhin besckritt die Stadt endlich— im Jahre 1899— den Klageweg und erlangte nach endlosen VerHand- lungen die eingangs mitgeteilten Entscheidungen. In den llrteilsgründen beider Instanzen spielte die Textinter- prctation der Urkunden, aus denen die Stadt ihr Recht herleitet, eine ausschlaggebende Rolle. Es handelt sich im wesentlichen um die Uebersetzung des Begriffs Dominium lHerrschaft). das für die Privi- legten, die der Stadt in jenen grauen Zeiten erteilt wurden, gebraucht wird, und das in erster Instanz im Sinne der Stadt mit Eigen- tum. in zweiter Instanz mit Nutzungsrecht übersetzt wurde. Vor dem Oberlandesgericht fielen überdies noch die zahlreichen Fälle freiwilliger Verzichtleistungen, die die Stadt sich auf ihre Rechte gegenüber den Marincbehörden hatte zu schulden kommen lassen, zu- Ungunsten der Stadt schwer in die Schale. Die Stadt wird sicher Revision beim Reichsgericht einlegen. Inzwischen ist jedoch, während der Prozeß noch in der ersten Instanz schwebte, und unabhängig von diesen juristischen Fragen, ein schwerer Schlag gegen ihre wirtschaftliche Situation geführt worden, wieder von der Reichsmarinebehörde. Von den Hafenufern des Stadtgebiets, die von der Holtenaucr Schleuse bis zur Ellcrbeker Grenze 19 999 Meter betragen, sind zu Zwecken der Handelsschiffahrt nur noch 1799 Meter der Stadt zur Verfügung geblieben. Da die vorhandenen Kaiflächen zurBewältigung desVerkehrs gänzlich unzureiibend waren, beschlossen die Kollegien im Jahre 1991, an dem einzigen Punkt, der der Stadt noch freistand, einen neuen Handelshafen anzulegen. Auf Grund des Reichs-Kriegshafengesetzes mußte die Stadt bei den Marinebehördcn um die Genehmigung tttzu nachsuchen. Das Reicksmarineamt schlug das Gesuch rundweg ab, da ein Handelsbafen die Fahrstraße zu den damals in Aussicht genommenen, inzwischen voll- endeten Kasernenbauten und zu dem jetzt gleichfalls ausgeführten neuen Torpcdobootshafen einengen würde. Damit ist die Stadt nun auch noch des Wikcr Strandes beraubt und in ihrer Ausdebnung nach Norden schwer beeinträchtigt. Zugleich scheint ihr Wirtschaft- liches Schicksal als selbständige Scehandelsstadt definitiv besiegelt zu sein, sie müßte sich denn entschließen, an Stelle jener Aufschüttungen der kaiserlichen Werft im Binnenhafen ein künstliches Hafenbecken anzulegen. Verzichtet die Stadt darauf, so muß sie sich mit der Existenz einer Lieferantin der Marine begnügen und wird der Parasit eines Parasiten, ein Verhältnis, das ökonomisch nicht seltener wie zoologisch._ Soldateiimißhandlungen. Aus Königsberg i. P. wird gemeldet: Wegen Soldatenmißhandlung in 1öZ' Fällen wurde vom Ober- Kriegsgericht der Unteroffizier Erdmann vom 33. Jnfanterie-Regiment in Gumbinnen zu neun M o n a t e n Gefängnis und Degradation verurteilt. In derselben Sitzung wurde gegen den Unteroffizier Matthias aus neun Monate Gefängnis ohne Degradation erkannt. Dieser hatte sich der Mißhandlung Untergebener in 169 Fällen schuldig gemacht.— AnS dem wiirttembergischen Landtag. Stuttgart. 11. November. sPrivat-Telegramm). Der Landtag beriet am Donnerstag und Freitag den Teil der G e m e i n d e- O r d n u n g. der sich mrt der Selbstverwaltung der Gemeinden beschäftigt. Die Gemeinde erhält durch diese Be- ftimmungen das Recht der selbständigen Regelung ihrer eigenen Angelegenheiten, der Ortspolizei und der Vermögensverwaltung. Die vom Gemeinderat hierbei zu erlassenden Ortsstatulen sind der Regierung vorzulegen. In ihrem Entwurf hatte die Regierung das � Recht beansprucht, dieses OrtsstaMt aus- drücklich genehmigen zu können. In der Kommissionsberatung ist der betreffende Palms indessen gestrichen worden und das Plenum bestätigt heute trotz des Widerspruches deS Ministers von Pjschek den Kommissionsbcschluß. Die Regierung hat jetzt nur noch die Möglichkeit, gegen solche OrtSstawte Einspruch zu erheben, durch welche bestehende Reichs- oder Landesgesetze oder die Rechte Dritter verletzt werden, oder welche das öffentliche Wohl gefährden. Die letztere Bestimmung von kaulschukanigem Charakter kann einer reaktionären Regierung leicht die Handhabe zu einer Chikanienmg von Gemeindeverwaltungen geben, die oben mißliebig geworden sind. Sie wurde deshalb lebhait bekämpft und seitens unserer Partei wurde ihre Streichung beantragt. Die Debatte gestaltete sich teilweise zu einer Auseinandersetzung über die Eingriffe der Regierung ,n die Angelegenheiten der Stadt Stuttgart. Der Minister begründete diese Eingriffe da- mit. daß die Baupolitik der Stadt Stuttgart mehr die Interessen der Grundbesitzer, alS die.der Mieter berücksichtigt habe. Der Minister meinte, daß die Regierung oft in die Lage komme, die Minderheit der Einwohner gegen die schranken- lose Herrschast der auf den Ratshausern herrschenden Mehr- heit in Schutz zu nehmen. Das mag richtig sein und eS kann auch weiter zugegeben werden, daß solche Aeußerungen aus dem Munde des Ministers V. Pischek ganz anders zu bewerten sind, als wenn etwa der preußische Minister v. Hammerstein seine Eingriffe in die Gemeindeverwaltungen damit rechifertigen wollte. Aber Gesetze dürfen nicht auf Personen und lokale Verhältnisse zu- geschnitten werden, sondern müssen die Verwirklichung der für richtig erkannten politischen Grundsätze sein. Zu diesen gehört aber un- bedingt die kommunale Selbstverwaltung und darum müßte sie in zweifellos freier Weise vor Eingriffen aller Art geschützt werden. Unsere Genossen T a u s ch e r und Keil begründeten eingehend den Antrag auf Streichung der Bestimmung, wonach die Regierung Ortsstatuten aus Gründen des öffentlichen Wohles widersprechen dürfe. Selbst wenn ein rückschrittlicher Geineinderat Bestimmungen träfe, die das öffentliche Wohl gefährden, so seien die Gemeinde- Wähler ja in der Lage, bei der nächsten Wahl dem Gemeinderat eine andere Zusammensetziiiig �u geben und die üblen Wirkungen aus- zuhebcn. Wenn aber eine rückschrittliche Regierung gegen' die Beschlüsse eines fortschrittlichen Gemeinderates Einspruch erhebt, so sind die hinter dem Gemeinderat stehenden Wähler außer stände» den Einspruch der Regierung aufzuheben oder zu beeinflussen. Die Mehrhci'tsparteicn lehnten jedoch den Antrag unserer Partei ab, indem sie sich mit der Umwandlung des Bestätigungsrechts der Regierung in ein Einspruchsrecht sowie mit dem Zugeständnis be- gnügten, daß die Selbstverwaltung von nun ab vcrwaltungsgericht- lichen Schutz genieße. Letzterer bestand bisher nicht, sondern die Entscheidung der Regierung war bisher endgültig. Ein gewisser Fortschritt ist also zu verzeichnen. Beinerkenswert ist, daß das Zentrum, nachdem das Bestätigungsrecht der Regierung beseitigt war, versuchte, es durch mehrere Anträge auf Umwegen wieder ein- zuführen. Es fiel jedoch damit bei der Mehrheit ab.— Zur politischen Lage in Rußland. In der Freien wissenschaftlichen Vereinigung der Universität Berlin hielt Professor v. Reusner am Montag einen Vortrag über Rußland. Der Saal war von Studierenden dicht gefüllt, auch hatten sich viele alte Herren eingefunden. Der Referent begann mit dem Hinlvcis darauf, daß er in einem nieder- drückenden Zeitpunkt der Aufforderung des Vereins nachkommen müsse, über Rußland einen Vortrag zu halten. Der ganzen Welt sind die Geheimnisse des russischen Siechtums offenbar gemacht worden und voll Besorgnis blicken die Völker auf den in keinen Grundfesten wankenden Koloß, dessen geräuschvoller Sturz den Erdball zu erschüttern droht. Die Russen haben aber dieses Un- erwartete längst vorhergesehen und vorausgesagt. Das russische Volk hat unter einer schweren inneren Erkrankung zu leiden. Es muß genesen, dann erst wird es fähig sein, die Anforderungen, welche die Welt ihm stellt, zu erfüllen, dann erst wird es den Kulturausgaben der west- lichen Völker gewachsen sein.„Wie Sie sehen, sagte der Referent, scheuen wir Russen uns nickt, unsere Gebrechen und Mängel offen und ehrlich einzugestehen. Wir sind jedoch von einem Glauben be- seelt, den wir auch auf Sie übertragen möchten, von dem Glauben an die gewaltige geistige Kraft und die leuchtende Zukunft des russischen Volkes." Die russische Geschichte ist die Geschichte eines europäischen Volkes. Aehnlich dem westlichen Europa durchlebte auch Rußland eine Zeit eines pattiarchalischen Fürstentums. Wie dort gab es bei uns auch späterhin eine Epoche feudaler Anarchie un- zähliger Fürsten und Fürstchen. Aus dem Feudalwesen hervorgegangen erweist sich die ständische russische Monarchie wieder als eine den westeuropäischen Einrichtungen vollkommen analoge— in dieser Zeit hatte Rußland auch„Landesversammlungen", die den englischen mittelalterlichen Volksvertretungen und den französischen liltats generamc vollständig gleichartig sind. Noch näher tritt Rußland dem Westen in der Zeit des absoluten Regimes. Auch der russische Absolutismus begann ähnlich wie der deutsche und der französische mit der Aufhebung der Stände und des Landtages, auch er bezahlte den Verlust der ständischen Privilegien mit der wirischaftlichen Unter- jockung der Volksmassen durch den hohen Adel. Die russischen Selbstherrscher trieben gleich den deutschen und französischen eine energische Handelspolitik, unterstützten die EntWickelung der Städte und des dritten Standes und schufen eine kräftig organisierte Bureau- kratie. Allerdings entwickelte sich Rußland vermöge seiner gcographi- schen Lage und seiner gewaltigen Ausdehnung langsamer als die Völker Europas. Ein weiteres Hemmnis der Enttvickelung war, daß Rußland vom Erbe der griechisch-römischen Kultur aus- geschlossen war und in der Epoche der ständischen Monarchie alle Kräfte des Volkes von Kriegen und verheerenden Kämpfen gegen barbarische Völker im Osten in Anspruch genommen waren. Während nun aber in Westeuropa die weitere Entwickelung der Staatsmacht parallel ging mit der Entwickelung eines gut durchgeführten Auf- baues der Volksvertretung, hält man in Rußland an der Idee des 13. Jahrhunderts fest und sucht sie zu realisieren mit allen den Mitteln und all der Energie, die das 29. Jahrhundert hervor- gebracht hat. Die Entwickelung des administrativen Apparates ging in Ruß- land mit Riesenschritten vorwärts. Rußland schien eine nnüberwind- liche Macht. Nächst der deutschen wurde die russische Armee für die erste in der Welt gehalten. Auch das Finanzwesen Rußlands galt als großartig organisiert. Es schien, daß der russische Staat eine unauflösbare Aufgabe gelöst hatte. Er hatte es verstanden, das ganze Gebäude einer westeuropäischen Abministration aufzuführen ohne parlamentarische Kontrolle, ohne Preß- und Versamnilungs- freiheit, ohne eins von den westeuropäischen öffentlichen Hülfsmitteln. Es war schwierig, das Ende abzusehen der Glanzperiode des russischen Absolutismus und der Bureaulratie. Und jetzt welche Enttäuschung. Man vergaß, daß außer der russischen Regierung auch noch ein Volk existtert, daß im Westen die Reichs- Maschine nur ein Werkzeug der lebenden Volksmacht ist, daß hier mit den Rädern und den Kolben der Maschine das Ivarme Blut der Volksmassen in Bewegung gesetzt wird, das Gewissen der freien öffentlichen Meinung, der glühende Enthusiasmus der politischen Führer und Tribunen. Nur eine Gesellschaft, die sich aus einsichtsvollen Individuen, aus Persönlichkeiten, und nicht aus einer Herde zusammensetzt, ver- mag dem heutigen Staatsmechanismus Leben einzuhauchen. So hat der allmächtige Staat in Rußland einen großartigen Apparat finanzieller, technischer und militärischer Organisätto» hervorgebracht, diesen riesigen Bau aber nicht auf die Schultern eines lebendigen Volkes gestellt, sondern auf die traurigen Ueberreste einer hungernden Bauernschaft und einer niedergedrückten Gesellschaft. Jetzt hat es sich aber für die ganze Welt herausgestellt, daß das Fundament, auf welchem der staatliche Apparat in Rußland steht, unhaltbar ist. Der russische Riese, der Luft und des Lichtes und der Bewegungs- freiheit feiner Riefenglieder beraubt, ist jetzt nicht mehr imstande, das Schwert zu erheben, das ihm die derzeitigen Finanzen und die Technik geschmiedet haben. Kraftlos weicht er seinem östlichen Gegner. Rußland steht vor einer unvermeidlichen Alteniative: es muß entweder den Volkskräften Raum gewähren, der Gesellschaft Recht und Freiheit geben und dem Staatsmechanismus eine entsprechende Grundlage schaffen oder sich durch eine chinesische Mauer endgültig den Anforderungen der Neuzeit verschließen und seine Weltstellung aufgeben. An den Vortrag, der wiederholt mit stürmischem Beifall be- gleitet wurde, schloß sich eine gesellige Unterhaltung.— Ausland. Zum russisch-englischen Konflikte. London 9. November.(Eig. Ber.) Die herzliche Depesche des Zaren an Roschdjestwenskt) hat hier arg verschnupft. Sie hat die allgemein empfundene Enttäuschung über den Ausgang des Konflikts noch vertieft. Sogar die prinzipiell friedlichen„Daily News" erklären, daß Mr. Balfour düpiert worden sei.„Es ist die Schuld Balfours, daß England sich enttäuscht fühlt. Es war nicht nötig, sich in Southampton zu entrüsten und zu fragen, ob England denn dem russischen Admiral erlauben konnte, ohne Hindernis und ohne Strafe weiter zu reisen. Als der russische Admiral trotzdem seine Reise fortsetzte, da sah Balfour dumm aus— und sieht noch so aus. Es ist höchst fraglich, ob der Premierminister die von ihm niedergelegten Bedingungen wirklich verstanden habe.... Wir wissen jetzt, daß Balfour und seine Regierung im diplo- matischcn Spiele mit Rußland geschlagen worden sind." Viel ernster, sowohl im Ton wie im Argument, geht Spencer Wilkinson in der„Morning Post" mit den englischen Politikern ins Gericht. Er zeigt vor allem, daß die Führer beider volitischen Parteien darüber einig sind, ein großer Krieg dürfe nicht unternommen werden.„Was wird das Ergebnis dieser übereinstimmenden Ansicht sein? Wird sie nicht den Mächten die Furcht vor einem Konflikt mit England nehmen? Jede große Macht wird nunmehr fühlen, daß man von Kng- land nicht viel Notiz zu nehmen braucht, auch wenn sein Volk stark entrüstet ist.... Was ich nicht verstehe, ist, daß die Führer der beiden Parteien gerade den gegenwärtigen Moment gewählt haben, um den Krieg— jedenfalls den Krieg mit einer Großmacht— als eines der größten Un- glücke zu erklären. Vor mir liegt der englisch-japanische Ver- trag vom 30. Januar 1902. Er verpflichtet uns, in den Krieg zu gehen, wenn eine dritte Macht gegen unseren Bundes- genossen eingreift. Indem die Regierung diesen Vertrag unter- zeichnete, hat sie die Möglichkeit eines Krieges mit einer Groß- macht zugegeben. Uebrigens, was meinte Balfour, als er erklärte, daß Kriege immer den Fortschritt der Menschheit auf- gehalten haben? Was denkt Balfour über Marathon, Thermo- pylen unt Salamis? Und was über unseren Krieg gegen die Armada?... Wenn es England nur gestattet ist, sich zu ent- rüsten und Ansichten zu äußern, aber sich jeder Aktion zu ent- halten, wenn seine Bürger angegriffen werden, so ist der Zu- sammenbruch Englands nur noch eine Frage der Zeit und Umstände." Frankreich. Paris, 11. November. In radikalen Kreisen berrscht lebhafte Befriedigung darüber, daß der Ministerpräsident Combes den Gesetzentwurf über Trennung von Kirche und Staat, den er jüngst dem Ausschuß der Kammer vorgelegt hat. nun- mehr auch in der Kammer einbrachte. Dadurch seien die Gerüchte, daß Meinungsverschiedenheiten über diese Angelegenheit im Ministerium herrschten, beseitigt, denn die Vorlage trage außer der Unterschrist LoubetS die aller an ihr beteiligten Minister nämlich Combes, Valls, Rouvier, Dclcassö.— Die Blätter heben hervor, daß General Andre dem Untersuchuugsrichier erklärt hat. er fühle sich nicht krank, sondern nur unwohl infolge nervöser Ueberreizung. Denn von nationalistischer Seite war betont worden, daß Syveton vor die Geschworenen gestellt werden müßte, falls Andrö infolge der beiden von Syveton erhaltenen Schläge erkrankt fei.— Der royaliftifche Deputierte Graf La Rochethulon verhöhnt in einem offenen Schreiben den Leutnant Andrs in schärfster Weise, weil er Syveton nicht gefordert habe; er scheine damit zufrieden zu sein, der Sohn eines geohrfeigten Generals zu heißen.— Mehrfach verlautet. General Andrö habe über den Rittmeister De Gail 14 Tage Arrest verhängt, weil dieser dem ihm erteilten Befehl entgegen Syveton zum Zweikampf gefordert habe. Die neue„Friedenskonferenz". Paris, 11. November. Wie halbamtlich gemeldet wird, hat der amerikanische Botschafter Porter dem Minister des Aeußern Delcassö eine Abschrist der Note deS Staatssekretärs Hay, betteffend die neue Haager Konferenz überreicht und dazu bemerkt, gegenüber dem etwa geltend gemachten Einwand, daß die Friedenskonferenz mir dem ostasiatischen Krieg im Widerspruch stehe, müsse daran er- innert werden, daß im Jahre 1898, als der Kaiser von Rußland die Mächte zur ersten Friedenskonferenz einlud, der fpanisch-amerikanische Krieg noch nicht beendet gewesen sei.— Niederlande.' Ein Bocrenkainps gegen de» Minister Mclvil. Der niederländische Minister des Aeutzeren Melvil hat sich kürzlich dahingehend geäußert. daß er das niederländische Generalkonsulat für Südafrika nach Jobannesburg und nicht nach Pretoria verlegen wolle, weil, wie er sagte,„es Afrikaner und Niederländer gibt, die aus einem politischen Gesichtspunkt den Generalkonsul für Südafrika gerne in Pretoria haben möchten, als an einem sozialen Mittelpunkt sür die Afrikaner- Gruppe, welche sich dort zusammenzieht. Ein Generalkonsul von Niederland zu Pretoria würde aber leicht bloßgestellt gegenüber Bestrebungen, ihn in einen Kreis von Elementen hineinzuzrehen, die mit dem gegenwärtigen Zustand weniger zufrieden sind." Als diese Worte in Südafrika bekannt wurden, mußten fie dort bei den Boeren sehr unliebsames Aufsehen erregen und als eine Verdächtigung empfunden werden, die von den Eng- ländern leicht als ein Grund für Unterdrückungsmaßregeln aus- genutzt werden könnte. Sie veranlaßten den ehemaligen Boeren» siihrer Louis Botha, aus Pretoria einen Brief an Minister Mclvil zu richten, den er dann im„Nieuwe Rotterdamsche Courant" veröffentlichte. Er schreibt u. a.: „Es kränkt uns mehr, als wir aussprechen können, daß Ew. Exzellenz diese beschuldigenden Worte geäußert hat, denn wir haben das nickt verdient, und es liegen nicht im entferntesten Gründe dafür vor. Warum ein kleines, armes Volk in seinem so schon tiefen Elend und seiner Armut, in die es ohne eigenen Willen und ohne eigene Schuld gebracht worden ist, noch indirekte Angriffe empfangen muß. ist uns nicht verständlich. Im Hinblick auf die ernste Art der Beschuldigungen gegen uns, die wir weit von uns weisen müssen, halte ich mich verpflichtet, dieses Schreiben an Ew. Exzellenz so bald wie möglich zu veröffentlichen." Schweden. Eine Ministerkrifis. Die„Posttidning" brachte am Montag die nackte Meldung, daß der Minister des Aeußern Lagerheim sein Abschiedsgesuch eingereicht habe. Was ihn dazu veranlaßte, das wissen bis jetzt nur die Eingeweihten der höheren Politik in Schweden. Es liegt die Ansicht nahe, daß die entgegenkommende Haltung des Ministers zur Konsulatsfrage einflußreichen Personen in Schweden nicht mehr gefallen hat. Doch besagt eine Mitteilung des Norwegischen Telegrammbureaus, daß das Abschiedsgesuch Lagerheims nicht mit den Konsnlatsverhandlungen zusammen- hängt. Man könnte auch annehmen, die Liebesdienste gegen Rußland, die Zarenbeleidigungs-Aiiklagen und schließlich die Chikanen gegen nach Schweden verzdgene Finnen sowie das liebenswürdige Entgegenkommen, das kürzlich einem russischen Polizeispitzel bewiesen wurde, hätten den Minister unmöglich gemachi. Doch das ist sehr fraglich. Denn auf die öffentliche Meinung pflegen die Macht- Haber in Schweden sehr wenig Rücksicht zu nehmen, was ja auch darin zum Ausdruck kommt, daß man der Oeffentlichkeit nicht einmal mitteilt, warum ein Minister abdanken will.— Ruflland. Polizei und Publikum im Russenreich. Die„Letzten Nachrichten" melden aus Witebsk: Die ganze Stadt ist in Aufruhr. Man fürchtet allgemein die Exzesse der Reservisten. Selbst die Ankunft des Zaren kümmert niemand. Alles beschäftigt sich mit dem Blutbade in Bialystok und fürchtet ähnliches. Dort haben nämlich die Polizisten eine waffenlose Menge von 399 Personen überfallen und einen großen Teil derselben mit dem Säbel niedergeschlagen. So versammelte man sich neulich hier im Theater; doch trotz- dem gespielt wurde, hörte man weder Klatschen noch Beifall schreien und alles harrte eines Ereignisses. Das kam der Polizei ver- dächtig vor. und so plazierte sie auf die Galerie eine Zahl von mcht offiziellen„Beschützern". Und wirklich sollte die Polizei sich nicht ganz zwecklos aufgeregt haben. Als sich der Vorhana zum drittenmal hob, ertönte plötzlich ein lauter Protest qeaen das Blut- bad in Bialystock. Der Ruf wurde jubelnd aufgenommen. Und plötzlich fielen von den obersten Rangen zahllose Bilder ins Parkett. die die Maim-stattonen erklarten. Das Publikum will dieselben sammeln, w.rd aber von der Polizei daran gehindert. Und in dem nun folgenden Tumuli finden eine Menge Verhaftungen statt. begannen einige Tage darauf die seit langem befürchteten Ausschreitungen. Doch begnügten sich die Reservisten damit, die Weinkeller zu erbrechen. � Kosaken vermochten nichts, und Polizisten, die einschreiten wollten, wurden schwer verwundet, unter ihnen der Polizeimeister. Einem Privatbrief aus M o h i l e w entnehmen wir folgendes: Die Mobilmachung hat auch bei uns begonnen und die Schrecken de? Krieges wüten auch in unserer Stadt. Ja, des Krieges I Die wild« Menge durchrast die Straßen, zertrümmert die Fenster und raubt, was sie erblickt. Es find keine Menschen mehr, es find Tiere. Sie find zu Räubern und Mördern gelvorden und unsere Stadt hat sich voll-- kommen verändert. Jetzt verstehe ich erst, wie es in Kischinew gewesen sein muß Die Panik wird von Stunde zu Stunde größer. Ich werde dies alles niemals vergessen und doch muß ich diese Qualen noch zwei Wochen ertragen, bis die Reservisten endlich abmarschieren. Reservistenm, ruhen. Dem.Berliner Tageblatt" wird aus Breslau gemeldet: Neue Reservistenausschreitungen ereigneten sich in Bogislaw. Ju den auf den Straßen plan- und ziellos umherirrenden, hungernden Mannschaften gesellten sich Bauern und Arbeiter, alle zusammen überfielen zunächst den Monopolladen, aus dem sie ein großes Quantum Schnaps mitnahmen. Dann begann ein entsetzliches Plündern aller Geschästslokale, wobei ein Polizeibeamter getötet wurde. Das zur Aufrechterhaltung der Ruhe abkommandierte Militär erschoß der»Kattowitzer Zeitung" zufolge vier Exzedenten. Amerika. Bon Kuba haben sich die Amerikaner mehr versprochen; der Handel will nicht so recht den gewünschten großen Umfang an- nehmen, trotzdem Amerika durch den kubanischen Zolltarif stark begünstigt wird. Kuba hat keine Metall- und Textilindustrie; das Mühlengewerbe und die Lebensinittelindustrie ist schwach vertreten. Maschinen, Glas-, Leder-, Gummiwaren werden vom Aus land zum größten Teil bezogen. Deutschland, Enqland, Spanien, Frankreich hatten in der letzten Zeit eine stärkere Zunahme ihres Handels mit Kuba zu verzeichnen als die Vereinigten Staaten. Für den Export hauptsächlich kommen Zucker und Tabak in Betracht und es wird geklagt, daß es an Arbeitern für die reiche Ernte fehle, das heißt an billigen Arbeitern. Im Senat von Kuba wurde eine Bewilligung vorgeschlagen, um Ein- ivanderer aus Südeuropa und von den Kanarischen Inseln ins Land zu ziehen. Kubas Handel zeigen folgende Zahlen: Im Jahre 1902 Import 60 584 800 Doll. Export 64 829 700 Doll. , 1903„ 63 464 500„„ 77 242 800 Die neue Friedenskonferenz. Die Depesche des Staatssekretärs Hay, welche den amerikanischen Botschaftern im Auslande die Ein- ladungen an die verschiedenen Regierungen zu einer neuen Friedens- konferenz übermittelt, sagt, Präsident Roosevelt lasse die Tatsache nicht außer acht, daß ein großer Krieg geaenwärttg im Gange und auf einen Waffenstillstand zwischen Rußland und Japan keine Aussicht sei. Die Tatsache jedoch, daß ein Krieg geführt werde, sei kein Grund für die Nationen, in ihren Bemühungen, zukünftige Kriege zu erschweren, nachzulassen. Ueber die auf der neuen Friedenskonferenz zu erörternden Gegenstände sagt Staatssekretär Hay,'nur durch einen Meinungsaustausch könne eine allgemeine Uebereinstimmung darüber erreicht werden. Er geht jedoch gleichzeittg ausführlich auf die Rechte der Neutralen ein, deren Erörterung von der ersten Haager Konferenz zur Besprechung auf einer zukünftigen Konferenz abgesetzt wurde. Er beschäftigt sich be- sonders mit der Unterscheidung zwischen unbedingter und bedingter Konterbande, der Unverletzlichkeit amtlicher und privater Korrespondenz der Neuttalen und der Behandlung der Schiffe kriegführender Mächte in neutralen Häfen.*- Gcwcrkfchaftlicbca. Die Leichtfertigkeit der„Germania"- Katzläne. Vor einiger Zeit kennzeichneten wir die Leichtfertigkeit, mit der„Post" und„Germania" Terrorismusgeschichten auf- nehmen, wenn sie sich anscheinend gegen die freien Gewerk- schasten_ richten. Ohne irgendwelche Prüfung werden da die schwerwiegendsten Verdächtigungen in die Welt geschleudert und man ließ sogar leichtfertigerweise eine gar nicht existierende „sozialdemokratische" Organisation entstehen, gegen die man dann hetzte. Als wir diese Leichtfertigkeit annagelten, er- kundigte sich die„Germania"- Redaktion bei ihrem„Terra- rismus"-Spezialisten und kann nun stolz erklären, die„Be- haupwng" des„Vorwärts"(man lese wirklich„Behaup- tung"!), daß es einen„sozialdemokratischen Maschinenarbeiter- Verband" nicht gebe, sei eine„Wortklauberei":„Der„Vor- wärts" weiß gut. daß der sozialdemokratische Metall- arbeiter-Verband gemeint ist." Wir wußten das allerdings, aber daß es die„Germania" nicht ivußte, kennzeichnet ja ihre Leichtfertigkeit— was zu beweisen war!— Im übrigen ist die gesamte tatsächliche Darstellung der„Germania" ebenso leichtfertig, wie ihre Um- taufe der in Betracht kommenden Gewerkschaft. Die Arbeiter der betreffenden Firma haben gegen die An- stelluug ihres Mitarbeiters Hoffmann als Meister nicht protestiert, weil er Mitglied der Hirsch-Dunckerschen Organi- sation ist, sondern weil er sie h i n t e r g a n g e n hat dadurch, daß er vorher mit ihnen gemeinsam gegen die Anstellung eines anderen Arbeiters als Meister protestierte und energisch selbst für einen Beschluß eintrat, daß kein Arbeiter aus d em Betriebe diesen Po sie n übernehmen möge. Alle anderen Arbeiter hielten sich an diesen von Herrn Hosfmann energisch befürworteten Beschluß, was ihm dann die Möglichkeit schaffte, den von anderer Seite zurück- gewiesenen Posten zu aller Erstaunen einzunehmen. Wie wenig bei der Empörung der Arbeiter über diese Handlung die Organisationszugehörigkeit in Frage kam, mag die Tatsache erweisen, daß gegen die Ernennung Hoffmanns zum Werk- ineister mich die Hirsch-Dunckerschen Arbeiter protestierten, bis sie dann von ihrer Organisation zurückgepfiffen wurden.— jEs bleibt bei der Leichtfertigkeit der„Germania"-Kapläne und ,,Post"-Esel!_ Berlin und(Imgegend. An die organisierte Arbeiterschaft Berlin« nnd der Umgegend! Unterzeichneter Verband sieht sich gezwungen, an die Solidari- tat der organisierten Arbeiter zu appellieren und sie zu bitten, die so schwer um die Anerkennung ihrer Organisation kämpfenden Barbiere zu unterstützen. Diese Unterstützung soll keine materielle sein. sondern sie besteht in der leichten Aufgabe einer Prüfung der sie barbierenden Gehülfen auf deren Zugehörigkeit zur Organisation. Die Ausübung dieser für die Genossen so kleinen Mühe ist für Ups ein wichnges Mittel zum Aufbau unserer Organisation. Wohl wissen wir, daß der eine oder andere Arbester sagen lvird, die Organisation müssen sich die Barbiergchülfen selbst er- kämpfen. Aber bedenket, Genossen, mit was für einer Kategorie von Menschen- wir zu rechnen haben. Zunächst mir junge, unerfahrene Leute, welchen die Organisation etwas Fremdes ist. Alle diese jungen Leute glauben, auch in einigen Jahren Meister werden zu können und es darum nicht nötig zu haben, mit der organisierten Arbeiterschaft Fühlung zu nehmen. Dann kommen die noch be- stehenden patriarchalischen Verhältnisse sowie die lange Arbeitszeit hinzu, welche insgesamt für uns ein großes Hindernis im Emanzi- pationskampfe sind.. Dem Publikum gegenüber erscheinen die Meister tolerant und gebärden fich»ft so, als ob ihnen selbst etivas daran gelegen wäre. daß der Gehülfe organisiert ist. Dem Gehülfen und der Organisation gegenüber ist das Verhältnis gewöhnlich ganz anders. Nur wenige Meister benutzen unseren kostenlosen Arbeitsnachweis, noch weniger stellen organisierte Gehülfen em. Unsere Organisation ist ihnen ein Dorn im Auge; sie wissen, daß mit der Erreichung unserer Forde- rungen die alten patriarchalischen Verhältnisse zu Ende gehen. Um 'Klassenbewußtsein zu erlangen und mit der Arbeiterschaft gemein- schaftlich bessere Zustände zu erstreben, müssen wir an unseren Forderungen, Abschaffung des Kost- und Logiswesench Freigabe der zweiten Feiertage, Aufbesserung unserer Lohn- und Arbeits- bedingungen, Anerkennung unserer Organisatton, festhalten. Dieses ist der Grund, welcher unsere Arbeitgeber veranlaßt, uns zu be- kämpfen und zu diskreditieren,, die unorganisierten Gehülfen davon abzuhalten, sich der ihrer Meinung nach ganz zwecklosen Organi- sation anzuschließen. Unser Kampf ist unter diesen Umständen bedeutend schwieriger als in anderen Gewerkschaften; darum bitten wir Euch, uns zu helfen. Fragt in den Barbiergeschäften, wo Ihr Euch bedienen laßt, die Gehülfen nach der Kontrollkarte. Dieselbe mutz laufend g«- stempelt sein. Dringt darauf, wo solche nicht vorhanden sind, daß der Gehülfe sich organisiert. Zeigt, daß Ihr ein Interesse daran habt, daß unser Verband anerkannt wird. Die Kontrollkarte dient als Ausweis, daß der von der Organi- sation der Friseurgehülfen aufgestellte Lohntarif anerkannt ist und die Arbeitskräfte von dem kostenlosen Arbestsnachwcis der Friseur gehAfen entnommen sind. Gleichzeitig bitten wir, das Inserat in der heutigen Nummer des„Vorwärts" über die bewilligten Geschäfte zu beachten. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. Zweigverein Berlin. Der Vorstand. Zur Aussperrung der Tischler. In unseren gestrigen Mitteilungen über die Aussperrung ist gesagt, daß fünf Ausgesperrte den Betrieb von Vietze am Weidenwcg angekauft hätten. Das ist ein Irrtum. Ter Verkauf war nahezu abgeschlossen, da stellte der Bctriebsinhaber die Bedingung, daß die Käufer die von ihm angefangene Arbeit, das heißt Streikarbcit, fertig machen müßten. Das wurde selbstverständlich verweigert und deshalb ist der Ankauf nicht perfekt geworden. Ferner ist mitzuteilen, daß auf dem Neubau von Wertheim am Leipziger Platz Altmahagonisäulcn von einigen Arbeitswilligen der Firma Pfaff unter Aufsicht mehrerer Meister aufgestellt werden. Vorher hatten andere Tischler die Aufstellung, weil es sich um Pfaffsche Arbeit handelte und im Pfaffschen Betrieb gestreikt wird, verweigert I_ Zum Mükkutfcher-Streik. Wie der Verbandsvertretcr Werner in der gestrigen Stteikversammlung mitteilte, find die VerHand lungen mit der Berliner Abfuhrgesellschaft und der Firma C. u. H. S ch e l l e r vor dem Einigungsamt noch in der Schwebe. Dagegen hat die Wirtfchastsgenosscnschast durch ihren Inspektor Härtung die Verhandlungen mit der Stteikkommission unter Mitwirkung des Verbandsvertreters gestern weiter geführt. Hierbei ist vereinbart worden, daß der Transportarbeiter- Verband an den Verhandlungen fich nur indirett beteiligen soll. Alsdann machte der Herr Inspektor den Stteikenden folgende Zugeständnisse: Bei dem Wechsclkastensystem soll der Lohn für Kutscher 33 und für Mitfahrer 30 M. betragen gegen 30 resp. 27 M. vor dein Stteik; und zwar sollen bei zwei Touren täglich und zwei Mann Besatzung der Wagen 80—90 Kästen und bei 3 Touren mit drei Mann 120— 1 35 Kasten gefahren werden. Da aber die Genossenschaft ein neues Staubschutz- System einführen will und bereits am t. Januar eine und mal. Februar zwei weitere Abladestellen hierzu errichtet werden, so gedenkt sie bei diesem System sämtliche Wagen nur mit je zwei Mann zu besetzen und je drei Touren von 135 bis 150 Kasten fahren zu lassen. Diese Mehrleistung der Arbeiter, die gleichzeitig einen erheblichen Mehr- verdienst ftär die Genossenschaft bedeutet, soll durch eine ivesentliche Vereinfachung des Abladeverfahrens, die eine bettächtliche Zeit- ersparnis in sich schließt, ausgeglichen werden. Für diese Arbeit will dann die Genossenschaft den Kutschern 36 und den Milsahrern 33 M. zahlen. Damit erklärte sich die Kommission indessen nicht einverstanden, weil die Arbeit immerhin mit vermehrter Hast betrieben iverden muß, und forderte für Kutscher 39 und für Mitfahrer 36 M. pro Woche. Diese Forderung erklärte der Inspektor nicht bewilligen zu können. Den folgenden Forderungen aber stimmte er zu, nämlich: Die Arbeits- zeit für Schaffner soll im Sommer des Morgens um 5'/-> Uhr und im Winter um 6 Uhr, die der Kutscher im Sommer und Winter uai 4>/.z Uhr beginnen und bis zur Erledigung des Arbeitspensums dauern. Femer soll ein Vertrag auf zwei Jahre abgeschlossen, alle Stteikenden ohne Maßregelung wieder eingestellt und eine Schlichtungskommisfion ein- gesetzt werden. Da aber eine Einigung wegen der Lohnhöhe noch nicht erfolgt ist, so beschloß die Versammlung, der Direktion noch einen Schritt entgegenzukommen und den Lohnsatz bei dem neuen System für Kutscher auf 37,50 M. und für Schaffner(Mitfahrer) auf 34,50 M. zu normieren. Obige Sätze wurden als die äußerste Grenze »es Entgegenkommens bezeichnet und betont, daß wenn dieser Lohn nicht bewilligt werde, dann der Stteik unbedingt wetter- zuführen sei. In der Versammlung machte auch der ans Charlottenburg an- wesende Verbandsvertrcter Mitteilungen über den Stand des Streiks bei der Charlottenburger Abfuhrgesellschaft. Auch dort haben gestern mit demselben Herm Direktor Verhandlungen stattgefunden, der vor Ausbruch des Stteiks den Kutschern das ihre Forderungen ent- haltende Schriftstück vor den Augern zerriß und ihnen die Fetzen vor die Füße warf. Der Herr Direktor zeigte sich jetzt bedeutend reundlicher, erklärte indessen, erst abwarten zu wollen, wie die Verhandlungen mit der Wirtschaftsgenosienschaft ablaufen würden. Falls letztere bewillige, so wolle auch er den erhöhten Lohn zahlen. Achtung, Kleber Z Die Sperre über den Bau des Herm Maurer- mcisters Rabis in der Schivelbeinerstr. 4 und 5 ist durch das Entgegenkommen des Herm Tapezieremreisters G i e d e ck aufgehoben. Die Ortsverwaltung. veutlcbe» Reich. Die gewerkschaftliche Organisation in Fürth i. B. hat eine sehr erfreuliche EntWickelung angenonunen. Durch die Mitgliederzunahme haben sich auch die Verwaltungsarbetten in einem Maße gesteigert, daß sie nicht mehr gut nach Feierabend erledigt werden können. Die zwei größten Gewerkschaften, die der Holzarbeiter und Metall- arbeiter, beabsichtigen deshalb, vom 1. Januar ab Geschäftsstellen zu eröffnen. KuMand Der Strasienbahnerstreik in Norrköping. Die Bemühungen des Bürgermeisters zur Beilegung des Streiks sind gescheitert. Der Straßenbahndirektor Carlsson hat am Mittwoch in einem längeren Antwortschreiben auf den vom Bürgermeister überbrachten Ver- Handlungsvorschlag der Streitenden erklärt, daß er den Streik als erledigt ansehe und das streikende Personal nicht wieder in �Dienst nehmen werde.— Die Streikenden haben demnach auf Vorschlag ihres Vertreters beschlossen, das Landessekretariat der Gewerk- .chaften einerseits und die Direktion der A. E. G. in Stockholm andererseits aufzufordern. Vorschläge zur Fortsetzung der VerHand- lungen zu nrachen. Man wird nun abwarten müssen, ob die Stock- holmer A. E. G. so klug sein wird, für eine den nur allzu berechtigten Wünschen der Streikenden entgegenkommende Beendigung des Streiks Sorge zu tragen, oder ob diese deutsche Aktiengesellschaft sich damit einverstanden erklärt, daß das verfassungsmätzige Koalitionsrecht ihrer schwedischen Arbeiter mit Füßen getreten wird. In diesem Fall wird sie mit ihrer Sttaßenbahn in der Arbeitersradt Norrköping keine guten Geschäfte machen. Die übergroße Mehrheit der Bevölkerung der Stadt hat bereits bewiesen, daß sie alles aufbietet, mn die Rechte der Straßenbahner zu tvahren, und sich auch nicht durch Polizeiaufgebote und Älasseujustiz abhalten läßt, die dazu notwendigen und gesetzlich zulässigen Maßnahmen durchzuführen. Versammlungen. Sonderbare Gerichtsurteile über die Arbeitsverträge im Putzergewerbe wurden in einer am Sonntag in den„Arminhallen" abgehaltenen' Mitgliederversamm lu n g der Sektion der Putzer. des Zentralverbandes der Maurer besprochen. Zunächst l handelte es sich um ein am 13. September gefälltes Urtxil des Spandauer Gewerbegerichts. Hier hatten mehrere Putzer einen Lohn« rest von 54,99 M. eingeklagt. Sie wurden aber kostenpflichtig ab« gewiesen mit der Begründimg, daß nicht der beklagte Bau« Unternehmer, obgleich er für die Kläger den gesetzmäßigen Anteil der Beiträge zur Kranken« und Invalidenversicherung geleistet hatte, ihr Arbeitgeber gewesen sei, sondern ein Kolonnen« führer mit Namen Tamm, und daß sie nur zu diesem in einem VerttagSverhältnis gestanden hätten. Ein schriftlicher Vertrag, der nach Ansicht der Kläger das tatsächliche Arbeits- Verhältnis aufklärte und dem SekttonSvorstande der Putzer vorgelegt worden war, war nach Meinung des Gerichts nur gemacht worden, um die Kläger vor der Putzer- organisatton zu rechtfertigen, demnach als Schein- Vertrag anzusehen.— In einem zweiten Fall handelt eS sich um ein Urteil des Landgerichts I zu Berlin. Die Kläger suchten ihrA Ansprüche, ebenfalls einen Lohnrest betreffend, zunächst als Einzel- forderungen beim Berliner Gewerbegericht geltend zu machen, wurden hier aber abgewiesen, weil nach der Begründung Dr. Schalhorns die 21 in Bettacht kommenden Putzer als Gesellschaft anzusehen seien und somit die ganze Kolonne gemeinsam vor dem Landgericht klagen müsse. Das Landgericht aber erkannte ihre Forderung m einem am 28. Oktober gefällten Urteil nicht als berechttgt an, weil sie eine Art unerlaubten Zwanges auf den Unternehmer aus- geübt haben sollen. Die Putzer hatten nämlich eine Arbeit zu einem bestimmten Preis übernommen, aber dann nach drei Wochen eingesehen, daß sie die Arbeit zu niedrig eingeschätzt hatten, wie das bei der jetzt üblichen komplizierten Bauart häufig vorkommt. Sie hatten als Ab- schlagszahlung bereits mehr Lohn empfangen, als sie nach dem Akiordpreis verdient hatten. Das Ersuchen, die Arbeit in Tagelohn herstellen zu lassen, lehnte der Unternehmer ab, sah sich aber, um einer Arbeitsniederlegung vorzubeugen, genöttgt, den Akkordpreis zu erhöhen. Die Erhöhung wurde durch eine schriftliche Er- k l ä r u n g vereinbart. Die Putzer kamen nun auf ihren Lohn und hatten nach Beendigimg der Arbeit noch einen Llkkordüberschuß gut, den sich der Unternehmer, Architekt Max Lorenz, zu zahlen weigerte,' mit der Begründung, er sei zu jener Erklärung durch unerlaubten Zwang, nämlich durch die Drohung mit Arbeitsniederlegung, ge« nötigt worden. Das Landgericht gab ihm recht. In der langen Be- gründung des Urteils kommt folgender, nicht leicht verständlicher Satz vor: ., Die Drohung war an sich nicht widerrecht» l i ch. Darauf kommt es aber für den Tatbestand aus§ 128 des Bürgerlichen Gesetzbuches nicht an. Denn es heißt hier nicht: „wer durch widerrechtliche Drohung bestimmt wurde", sondern„iver zu einer Willensäußerung widerrechtlich durch Drohung bestimmt worden ist. kann die Erklärung an fechten". Dieser Z 128, in dem übrigens außer von„Drohung" auch noch von„a r g l i st i g e r T ä u s ch u n g" die Rede ist, gibt also nach dem Urteil des Landgerichts einem Unternehmer, der sich infolge großen Arbeitsangebots genötigt sah, einen nach seiner Meinung zu hohen Akkordpreis zu percinbaren, das Recht, den darauf gegründeten Verttag zu brechen. Wie bereits erwähnt, ist es nichts Seltenes im Putzergewerbe, daß während der Ausführung der Arbeit ein höherer Akkordprcis als der ursprüngliche vereinbart wird. Manchmal geschieht das einfach durch mündliches Uebereinkoinmen, ohne daß die Unternehmer sich nachträglich weigern, den erhöhten Preis zu zahlen. Jenes Urteil, daS sogar bei schriftlichem Ucbereinkommen Treu und Glauben des Unternehmertums in Frage stellt, wurde sowohl vom Referenten Neu man» als auch von den Diskussionsrednern scharf krittsiert. Auch die Unzuständigkeits- erUärung des Berliner Gelverbegerichts wurde kritisiert. Cs sei dringend notwendig, daß hierüber einmal gründlich Klarheit ge- schaffen werde.— In der Versammlung wurde außerdem die Abrechnung vom 3. O u a r t a l verlesen. Die Abrechnung mit der Hauptkasse schließt mit der Bilanzsumine von 15 535,60 M. Die Einnahme der Lokalkasse bettugen einschließlich des alten Bestandes von 46 279,97 M. 54 676,37 M., die Ausgaben 2879,97 M.; der Bestand erhöhte sich also auf 61 796.40 M. Die Abrechnung vom Stiftungsfest schloß mit 278,75 Vi. Ueberschuß.— Dem Kassierer K r e p l i n erteilte die Versammlung einstimmig Decharge. Mariendorf. Am Dienstag, den 8. d. M., hielt der sozialdemo- krattsche Wahlverein für Mariendorf und Umgegend seine Mitglieder- Versammlung im Lokale de-S Genossen R e i ch a r d t ab. Reichstags- Abgeordneter Fritz Kunert hielt einen beinahe zweistündigen Vortrag über:„Die politische Lage in Preußen, im Reiche und im Auslande".— In Erörterung seines Themas verweilte der Vor- ttagcnde zunächst bei der augeilblicklichen internationalen Situatton der arbeitenden Klassen, bei den JMeressenkonflikteil innerhalb der Nationen und den Klassenkämpfen aller Länder. Sodann gab er ein Bild unserer inneren Politik und schloß daran eine eingehende und scharfe Kritik des Borusscnkurses für 1903/1904 in Preußen- Deutschland. Im zweiten Teile seines Referats gab der Referent eine Dar- stellung der jüngsten Wahlkämpfe in Italien und Nordamerika, sowie der Gnippierung der Großmächte und ihrer Allianccn, wies die Isolierung des deutschen Reiches und die Ursachen dafür nach und schloß mit einer anschaulichen Schilderung der ostasiatischen Zustände und des Krieges zivischen Rußland und Japan unter nachdrücklicher Klarstellung des prinzipiellen Standpunktes der sozialdemokratischen Partei zu Krieg und Frieden, Militarismus und verschiedenen hierbei in Betracht kommenden völkerrechtlichen Fragen. Zur Kreis-Geueralversammlung wurden die Genossen H. Lehmann I und n delegiert. Als Parteispediteur wurde R e i ch a r d t gewählt. In die Speditionskommission ttaten Sengcr, Komnick und Bleck ein. .,Vorwärts"-Aboiliienten sind jetzt 210 vorhanden gegen 90 vor Uebernahnie der Spedition. Neun Mitglieder wurden neu auf- genommen. Diejenigen Mitglieder, die Lokale besuchen, die der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung stehen, sollen geladen werden, um ihnen das Schlechte ihrer Handlungsweise vor Augen zu führen. Der Wahlverein Eichwalde und Umgegend hielt am Sonntag, den 6. November, seine Generalversammlung ab. AuS dem Vor- standSber cht ist zu erwähnen, daß im verflossenen Jahre 11 Mit- glieder- und 3 Volksversammlungen stattfanden. Die Mitglieder- zahl am Ende des Berichtsjahres war 51. Es wurde beschlossen� die Mitgliederversammlungen vom ersten Sonntag im Monat aus den letzten Sonntag eines jeden Monat» zu verlegen, um mit den Gewerkschaftsversammlungen nicht zu kollidieren. Bei der Neuwahl des Vorstandes und der Funktionäre wurden dieselben Genossen einstimmig wiedergewählt, bis auf den Schriftführer, an dessen Stelle Paul Feiertag- Zeuthen neugewählt wurde. Letzte Nachrichten und Depclchcn. Vom ostasiotische» Kriegsschauplatze. Mukdc», 10. November.(Meldung des„Reuterschen Bureauö".) Zwischen den beiden Armeen ist noch ein zeitweilig aussetzender Ar- tilleriekampf im Gange. Das Geschützfeuer war am stärksten auf dem linken Flügel; von diesem aus beschossen die Russen den ganzen Mittwoch und die Nacht zum Donnerstag hindurch die japanischen Stellungen mit schweren Geschützen. Bis jetzt hat leine Partei emen Vorteil errungen. Mulden, 11. November.(Meldung des„Reuterschen BureauS".) nfolge des am Mittwoch gegen ihre Stellungen gerichteten scharfen ieschützfeuerS haben die Japaner einige Batterien von vorgeschobenen Posten zurückgezogen. Hier wird angenommen, daß die Japaner jetzt nicht zum Vorrücken bereit sind und sich nach den Hügelketten hin zurückziehen werden. Die Wiedereroberung des Putilowhügels gegen Schluß der Schaho-Schlacht brachte den Russen großen Vorteil, denn der Hügel beherrscht die Ebene, über die das Vorrücken der Ja- pancr erfolgen muß. Büraulw.RedattuPaul Büttner, Berlin. Inserate verantw.lmit Ausnahme der.Neue Welt'-Beilage):Th.GIockc, Berlin. Drucku.Bettag: Vorwärts Buchdr.u.BerlagSanft. Paul Swger S: Co., Berlin LtV. Hierzu 3 Beilagen. Kl. 267. 21. IahrMg. 1 Keilm des JotBätls" Serlim lulbliliilt Sovnllbtvd, 12. November 1904. Nach den Wahlen. Rom, den 8. November. Die Wahlen, die Giolitti angesetzt hatte, um aus der Generalstreik-Panik Vorteil zu ziehen, haben die Hoffnungen der Reaktion betrogen.„Alles gegen den Sozialis- mus", das war die Losung und man hat auch mit ihr ein ganz ansehnliches Aufgebot der konservativen Äräfte erzielt; aber eine Schlappe hat man der Partei nicht beigebracht, geschweige denn sie erdrückt und ihre parlamentarische Vertretung auf drei oder vier Deputierte zurückgeführt, wie dies die„Tribuna" erträumte. 24 Genossen sind im ersten Wahlgang gewählt, 30 in Stichwahl und aus den l 62 000 Stimmen der vorigen Wahlen sind diesmal über 300000 Stimmen geworden, die die Sozialisten allein und gegen alle Parteien aufzubringen vermochten. Das ist ein gewaltiger Fortschritt, den wir, auf die Kraft unserer Bewegung vertrauend, allerdings vorhergesagt haben, den aber die Gegner nicht im entferntesten erwarteten. Freilich haben wir auch V e r l u st e erlitten. So ist Genosse Bossi in V a r e s e(Lombardei) gefallen, obwohl er 2803 Stimnien aufbrachte. Hier sind die klerikalen Stimmen ausschlaggebend gewesen. Der Wahlkreis wurde vor 2% Jahren bei einer Ersatzwahl der Partei gewonnen. Unterlegen ist auch Genosse Varazzani, der Schriftführer des Parteivorstandes, seit einer Legislaturperiode Abgeordncte-r in P i a c e n z a; be- merkenswert ist, daß in seinem Wahlkreise die Vereinigung der Volksparteien auch diesmal zu stände gekommen war. Am schlimmsten trifft die Partei und den Wahlkreis der Fall Ciccottis in Neapel. Hier hat die Regierung, im Verein mit der Camorra, den früheren Deputierten Aliberti durchgebracht, einen ge- meinen Verbrecher, der in einem Verläumdungsprozetz mit einer republikanischen Zeitung von Zeugen, die unter ihrem Eide sprechen, als Erpresser, Aemterschacherer und Unter- schlager öffentlicher Gelder bezeichnet wurde. Es ist in diesem Kreise auch zu sehr ernsten Unruhen gekommen. Große Truppen- aufgebote drangen in das Wahllokal. Noch gestern abend hat nian vier Meter hohe Barrikaden gebaut. Die Truppen machten einen Bajonett-Angriff; es kam auch zu Salven auf die Menge, die einige zwanzig Verwundete brachten. Wie üblich, wurden Telegramme über den Fall nicht durchgelassen. Weiter wurden drei Wahlkreise eingebüßt, deren Vertreter als Parteigenossen gewählt waren, aber dann in die auto- nomen Mailänder Organisationen übertraten. Es sind dies Maino, der im zweiten Mailänder Kreis einem Konservativen weichen mußte und Maizoni, der in Bergamo einem Kleri- kalen unterlag. Gegen Maino und Maizoni kandidierten zwei Genossen. Endlich unterlag Vigna in Vignale, trotzdem er 3656 Stimmen erhielt. Albertelli in Parma II, den wir telegraphisch als unterlegen meldeten, ist in Stichwahl. In Stichwahl sind ferner die folgenden dem vorigen Parlainent angehörigen Genossen: Nofti in Turin, Chiesa in San Pier d'Arena, Pescetti in Florenz, Nob in M e s s i n a, Cabrini in M a i- l a n d VI(der gestern irrtümlich als gewählt gemeldet wurde), Todeschini in Verona, und Jerri in Ravenna II. Die übrigen 22 Stichwahlen beziehen sich auf Kreise, in denen noch kein Sozialist gewählt wurde. Von diesen 22 bezeichnen einige bemerkenswerte Vorstöße der Partei. So die Stichwahl Chiesas in deni so furchtbar schwer zu erobernden Genua; statt der Stichwahl wäre Chiesa vielleicht im ersten Wahlgange gewählt, wenn nicht die Wahlenthaltung der Revolutionären ans den berichteten Gründen proklamiert worden wäre. Dann Ferris Stichwahl in Rom. in dem vornehmsten Wahlkreis der Stadt, wo er freilich nur 709 Stimmen erhielt, während sein Gegner, Santini, 1304 bekam. Das Verhalten der dritten Partei, der Junglibe- ralen, ist für die Stichwahl ausschlaggebend. Von großen Städten haben wir noch zwei Stichwahlen in Florenz und eine in Venedig. Labriola ist in Vigevano in Stichwahl, in Toskana der ländliche Lohnarbeiter Genosse Donatelli. Von den acht neuerobcrten Wahlkreisen ist einer an den schon in B u d r i o gewählten Genossen Bissolati, der andere an den in I m o l a gewählten Genossen Andrea Costa ge- fallen. Beide Kreise wurden um wenige Stimmen gewonnen und die Gewählten werden beide Wahlen annehmen. die sicheren Wahlkreise Budrio und Jmola bei der Neu- Wahl anderen Genossen überlassend. Die übrigen neu- gewonnenen Kreise sind M a n t u a, wo Aroldi, M o n t o g- nano(Venezicn) wo ein Rechtsanwalt Carazzolo gewählt wurde, Alexandrien, wo der Universitätsdozcnt der Rechte, Lerboglio mit großer Mehrheit siegte, C a st e l- m a g g i o r e, wo Bentmi, und San Giovanni in P e r s i e t o, wo Giacomo Ferri(beide Rechtsanwälte) durchkamen und schließlich Empoli in Toscana, wo endlich, nach langen Kämpfen der Professor Masini(Mediziner) von der Universität Genua Sieger blieb. Betrachten wir die Stimmenzahl, so ist zunächst zu bemerken, daß die vorläufige, die der„Avanti" heute gibt, die telegraphischen Berichte der„Stefani" zur Basis hat und daher nicht ganz exakt sein kann. Einer ungefähren Schätzung nach bleibt sie um 3000 Stimmen hinter der Wirklichkeit zurück: am meisten benachteiligt dürfte der Süden sein, da das Korrespondenzbureau die geringen Abstimmungen der Zählkandidaten vielfach als zersplitterte Stimmen meldet. Die offizielle Statistik dürfte also unsere 301 525 Stimmen noch um einige Tausend erhöhen. An erster Stelle kommt— der absoluten Zahl nach— P i e m o n t(56 Kreise) mit 73 569 Stimmen. Es folgt die L o m b a r d e i(64 Kreise) mit 52 481 Stimmen, dann Emilia(38 Kreise) mit 47 831. Toskana(39 Kreise) mit 31 824, V e n e z i e n(49 Kreise) mit 37 472 und L i g n r i e n (17 Kreise) mit 16 173 Stimmen. Die weiteren Landschaften weisen eine bedeutend geringere Stimmenzahl auf: Marken (17 Kreise) 9051, Umbrien(10 Kr.) 6812, Latiuin mit Rom (14 Kr.) 6772, Campanien mit Neapel(51 Kr.) 6772, die Abbruzzen(25 Kr.) 1364, die Basilicata(10 Kr.) 735, Apulien (28 Kreise) 8594, Calabrien(23 Keise) 2726, Sizilien(52 Kreise) 9810 und endlich Sardinien(12 Kreise) 1375 Stimmen. Wie wir bereits telegraphisch mitteilten, sind hierbei die Stimmen der Kandidaten der autonomen Zirkel in Mailand und Bergamo nicht mit gezähtt, auch die des wilden Sozia- listen de Felice nicht. Wo autonomische Sozialisten von Partei- seMonen aufgestellt waren, wie Treves in Gallarate, Turati in Sizilien, sind ihre Stimmen als Parteistimrncn gerechnet. In Mailand haben, gegen unsere Voraussicht, die Konservativen den Vorteil der dortige» Spaltung gehabt. Folgendes sind die Wahlergebnisse der 6 Kreise, zu deren Erklärung wir hinzufügen, daß im 2. und 5. Kreise Maino und Turati von Reformisten und Radikalen gemeinsam auf- gestellt waren und im 6. Kreise die Reformisten fiir Cabrini stimmten. l II III IV V VI Sozialisten..... 179 74 283 110 714/ 917n Reformisten.. 820; 170, 758 535; ,-79 l Radikale...... 9421 1/94 1365 1199 1 40 � 780 Republikaner.... 698 128 200 270 211 99 Konservative u. Klerikale 2329 2613 1423 2330 1421 1190 Die niedrige Stimmenzahl der revolutionären Sozialisten erklärt sich nach der„Avanguardia" aus dem Umstand, daß die meisten in Mailand wohnenden Arbeiter nicht dort stimm- berechtigt sind. Wir glauben, daß auch die Wahl der Per- sonen der Kandidaten nicht in allen Kreisen glücklich war. Die Basis Turatis ist, wie man sieht, sehr stark; die Zahl der radikalen Stimmen, die ihm zufielen, dürfte nicht über 1000 betragen. Was die übrigen Parteien betrifft, so verlieren die Radi- kalen 16 Kreise, sind aber in 21 Stichwahlen beteiligt, wo sie manchen Verlust gut machen können. Schlechter ist es den Republikanern gegangen, die von der Regierung ebenso rabiat bekämpft wurden wie die Sozialisten. Von ihren 27 Kreisen haben sie nur 17 behauptet und dabei Abgeordnete verloren wie Altobelli, de Andreis. Pellegrini und andere. Sie sind bei acht Stichwahlen beteiligt. Auch der k o n st i t u t i o n e l l e n Opposition hat Giolitti arg zugesetzt, soweit ihre Kandidaten nicht Radikalen oder Sozialisten gegenüber standen. Einige der großen Tiere der Sonninioner sind um ihr Mandat gekommen. Zählen kann man diese Fraktion nicht, da die»leisten ihren Oppositionscharakter erst nach der Wahl herauskehren. Ueber die Stichwahlen darf man sich nicht allzu große Illusionen machen. Bekanntlich sind sie den Sozialisten nie günstig, da' die Partei im ersten Wahlgange schon ihre ganze Kraft aufbietet, während die Ordnungsparteien stets eine Reserve haben. Wir halten für möglich, daß uns 8 bis 10 Mandate im zweiten Wahlgange zufallen, so daß wir ohne Turati 32 bis 34 Deputierte hätten, während wir im vorigen Parlament 32 Sozialisten hatten, von denen außer de Felice drei außerhalb der Partei standen. Bei der Stichwahl werden die Sozialisten für die Republikaner und teilweise auch für die Radikalen stimmen. In Ravenna, wo Ferri mit einem Republikaner in Stich- wähl ist, beschloß der Parteivorstand, daß die Partei vom Wahlkanipf absehe und alle Sozialisten für den Republikaner stimmen. Danlit ist dieser Wahlkreis als Kampfobjekt aus- geschaltet, beide Parteien brauchen keine Energie mehr darauf zu verwenden und behalten ihre Agitationskräfte für die übrigen Kreise im Kampf gegen die Reaktion. So haben wir allen Grund, uns des Wahlausganges zu freuen. Obwohl die Reaktion einen in Italien noch nie ge- sehencn Kraftaufwand gemacht hat und sogar offiziell mit den Klerikalen/ der in Italien staatsfeindlichen Partei par excellence, ihr Bündnis schloß, obwohl Blillionen für Be- stechung ausgegeben wurden und in letzter Stunde in fast allen Wahlkreisen der reaktionäre Block gegen uns zustande kam, haben wir 24 Kandidaten im ersten Wahlgange durchgebracht und stehen in 30 Kreisen in Stichwahl. Auch haben wir unsere Stimmenzahl verdoppelt. Nach dem Generalstreik wollte Giolitti„das Urteil des Volkes" hören. Wer viel fragt, kriegt viel Antwort. Die dreihunderttausend Wähler, die sich für die sozialistische Partei erklärten, sind ein machtvolles Zeugnis der Festigkeit der italienischen Sozialdemokratie, eine große Gewähr für die Zukunft. Die große Bedeutung einer re- volutionären Prinzipienerklänmg hat die Regierung selbst diesen Wahlen verliehen.— Nachschrift. Die Zahl der sozialistischen Gewählten erhöht sich noch um einen. Wie dem„Avanti" aus Bclluno telegraphiert wird, ist der dort gewählte Pereira als Parteikandidat aufgestellt und nur durch einen Irrtum der Berichterstattung als Radikaler bezeichnet. Pereira ist seit Jahren Parteiniitglied. So sind 25 Parteigenossen gewählt, mit Turati 26 Sozialisten, ebensoviel wie im ersten Wahl- gang 1900. Danials hatten wir 10, heute haben wir 30 Stich- wählen._ Zur Lage von Port Arthur. „Daily Telegraph" meldet vom 10. d. MtS. aus Tschifu: Ein japanisches Torpedoboot fing von einer Dschunke, die aus Port Arthur nach Tschifu unterwegs war, zwei Chinesen und einen Hindu ab. die offizielle Depeschen bei sich trugen.— Die russische Garnison des Forts S u n g s ch u n s ch a n, die aus 160 Mann bestand, ist durch das japanische Granatfeuer auf die Hälfte zusammen- geschmolzen. In Port Arthur befinden sich nur sechs japanische Ge- sangene. Aus Tie nt sin wird dem Blatte von gestern telegraphiert: Die rnsfischen Schiffe im Hafen von Port Arthur müssen wegen des japanischen Feuers forlwährcnd ihren Liegeplatz ändern. Man erwartet emen neuen Ausfall der Flotte. Dasselbe Blatt meldet vom 9. aus General OkuS Haupt- quartier, daß die Russen verschiedene energische Angriffe auf Lamutu und Linschinpu machten, aber mit schweren Verlusten zurückgeworfen wurden. Die genannten Orte sind durch Artillerie-Feuer zerstört worden. Der„Morningpost" wird aus Shanghai vom 10. d. MtS. ge- meldet: Hier verlautet, die Japaner hätten noch einmal KapittllattonS- Verhandlungen mit Port Arthur angeknüpft. General Stössel habe sich zur Beratung niit seinen Offizieren Zeit erbeten. Die Festung sei noch mit Lebensmitteln versehen, leide aber an Wassermangel. London, 11. November. Dem„Reuterschen Bureau" zufolge handelt es sich bei dem Gerücht von der Kapitulation von Port Arthur augenscheinlich um ein bloßes Börsrugerücht, daß jeder thatsächlichcn Unterlage entbehrt. Briefe vom Kriegsschauplatz. Die letzte Nummer der„Jskra" bringt eine Reihe von Aus- zögen aus Briefen von Acrzten. Lazarettgehülfen und Soldaten aus der Kriegsarniee, die einen Einblick hinter die Kulissen der russischen Niederlagen gestatten. Es ist nicht nur die höhere Strategie und Taktik, die den Japanern bis jetzt den Sieg sicherte, sondern viel mehr noch die durch das absolute Regime bedingte vollständige Zersetzung in der Armee, die Bestechlichkeit und die Kopflosigkeit, die alle Zweige des russischen Militarismus charakterisiert. Der Schreiber eines Briefes schildert, wie er einen ganzen Monat mit seiner Abteilung unter geradezu unglaublichen Be- dingungen in der Gegend zwischen Hailschen und Liaojang umher- zog:„Nahrung und Futter für die Pferde gab es nicht, die Wege entsetzlich und außerdem den Kommandierenden gänzlich un- bekannt, weshalb die Abteilung mehrmals sich verirrte, übermäßige Märsche bei erstickender Hitze, Mangel an irgend welchen Vorkehrungen für die Bequemlichkeit der Mannschaften, einander widersprechende Befehle der Vorgesetzten! Während vier Tage konnte die Abteilung nicht das Dorf finden, wo ihr befohlen war, Halt zu machen. Im Resultat: eine Menge Kranker und das Zugrundegehen zahlreicher Pferde. Bei Anpon haben die Japaner unser Tanibower Regiment aufS Haupt ge- schlagen; sie überraschten es beim Teetrinken, trotzdem die Kundschafter dem Obersten gemeldet hatten, daß der Feind in der Nähe und ein Geplänkel hörbar sei. Die Offiziere baten den Regiments- kominandeur, sich zur Begegnung des Feindes vorbereiten zu dürfen, er antwortete aber barsch:„Nicht nötig I" und fügte hinzu:„Wer eS wagen wird, nicht zu gehorchen, wird seinen Kopf nicht behalten." Die Japaner kamen unter dem Schutz des hohen Grases bis auf 30 Schritte Entfernung heran und eröffneten ein Salvenfeuer. Es entstand eine furchtbare Panik, man suchte sich zu retten, wie man eben konnte; der Regimentsgeistliche ivurde im Gedränge getötet. Die Herren Offiziere zeigten sich auf der Höhe der teigheit, indem sie selbst sich hinter Steine verkrochen. ber solche Feiglinge wird die Kugel noch ereilen, wenn auch nicht eine japanische, so eine russische. Ich glaubte, daß im Kriege alle ausnahmslos vom kriegerischen Geiste durchdrungen seien und nur ein Ziel, die Verteidigung gemeinsamer Interessen und der Ehre des allen teuren Vaterlandes verfolgen, ich habe aber bei niemand etwas Derartiges gesehen. Unsere Vorgesetzten haben jeder sein Ziel und seine personlichen Interessen: sie leben, sofern es möglich, so wie zu Hause: trinken, essen, spielen Karten und bändeln Lieb» schaften mit den Schwestern an. Die Verpflegung überlassen sie den Unteroffizieren, die zwei Rubel in die eigene Tasche stecken, wo sie bloß einen für ihre Abteilung ausgeben, und die mit den chinesischen tändlern gemeinschaftliche Prellereien vereinbaren. Sie haben keine ontrolle über sich, gehen straflos aus, und das ist der Grund, warum Mannschaften und Pferde hungern müssen. Und stellen Sie sich vor: es läßt sich nichts dagegen ausrichten I Wir ver- suchten, dies alles zur Kenntnis der höheren Militär- obrigkeit zu bringen, aber die Kommandeure sind auch dabei engagiett, sie müssen nun, ob sie es tvollen oder nicht, die Schuldigen decken, und die Sache bleibt im alten Gleise. Deshalb sind die Mannschaften gezwungen, jeder für sich selb st zu sorge n."... Aus dem Briefe eines Soldaten an seine Familie im Gouverne- ment Charkow:„Es geht so schlecht, daß wir mit Ungeduld den Kampf erwarten, um nur schneller verwundet oder getötet zu werden. Ohne Schuhwerk, hungrig, die Wäsche am Leibe verfault und in Fetzen herunterhängend, fast alle von Hautkrankheiten befallen— so sehen wir aus. Stiefel hat man uns nicht gegeben, wir mußten in den eigenen fahren, die jetzt gänzlich zerfallen sind." Der Brief» schreiber bittet seine Verwandten um ein Paar Stiefel.... Ein Offizier schreibt:„Der Dienst ist abscheulich, schlimmer als die Zwangsarbeit m den Bergwerken. Wirst Du es glauben, als ich in Liaojang war, lagen die Verwundeten auf den Straßen!... Die Mannschaften schießen häufig auf ihre Offiziere, da sie im Kriege nicht viel von ihnen halten, so daß man niit den Soldaten sehr vorsichtig sein nuiß. Sie können einen leicht abmurksen. Es mangelt häufig an Munition. Als ich einen Train begleitete und uns eine kleinere japanische Abteilung von 2000 Mann überfiel, niußte ich bereits nach einer halben Stunde das Salvenfeuer einstellen lassen, da zu wenig Pattonen da waren, während die Japaner ununterbrochen Salven abgaben. Woran mochte nur die Regierung bis jetzt gedacht haben?!" Wie aus den an Private geschriebenen Briefen ersichtlich, find es keine Sozialdemokraten, die da durch die bloße Mitteilung selbst erlebter Tatsachen und Eindrücke ein denkbar vernichtendes Utteil über die russische Kriegsführung fällen.» Partei- I�admcbtm Ein sozialdemokratischer Stadtbürgermeister. Der Gemeinde- rat in Bant i Oldenburg) wählte den Genossen H u g zum Gemeinde- Vorsteher. Hug ist schon einigemal gewählt, aber nicht bestätigt worden. Tiesmal scheint es, als ob der Bestätigung nichts mehr im Wege stände. Die vorbereitende Kommission, die Hugs Wahl empfahl, gab dabei der Ertvartung Ausdruck, Hug werde im Falle seiner Wahl auf die Annahme eines Reichstagsmandats verzichten und seine agitatorische Tätigkeit aufgeben. Hug gab eine dementsprechend« Er» klärung ab. So lautet des Bericht unseres Banter Parteiblattes. Genosse Hug teilt uns dazu mit, er habe in seiner Erklärung gar keinen Zweifel darüber gelassen, daß er seiner politischen Ueber- zeugung treu bleiben, sie jederzeit betätigen und ihr jederzeit auch Ausdruck geben werde. Es handle sich um rein geschäftliche Dis- Positionen: Ausübung eines Reichstagsmandats und Agitationsreisen find ohne Vernachlässigung der Geschäfte des Gemeindevorstehers un- möglich, zumal Hug sein Landtagsmandat behält. In diesem Sinne habe man vor der Wahl Erklärung von ihm gewünscht und die habe er gegeben. Sozialdemokratische Geistliche. In Holland gibt eS schon eine bedeutende Zahl evangelischer Pfarrer, welche Sozialdemokraten sind. In Friesland haben selbst einige ein eigenes Blatt gegründet„De blyde Wereld"„(Die glückliche Welt"). Augenblicklich gibt eS in Holland mindestens IVa Dutzend sozialdemokratische evangelische Pfarrer. Die Synode hat wiederholt versucht,„etwas" dagegen zu tun, aber wenn die örtlichen Kirchcnbehörden nicht mitwirken, ist das „Rausschmeißen" ziemlich schwer. Also sozialdemokratische evangelische Geistliche sind nichts Neues. Großes Aussehen aber macht daS öffentliche Auftreten eines katholischen Geistlichen, Dr. Van den Brink, als Sozialdemokrat. Dieser hat eine Broschüre geschrieben, worin er mit christlichen Gründen die Sozialdemokratie verteidigt. Die Redaktion von„Het Volk" sagt bei der Besprechung dieser Broschüre:„ES sind unS mehrere sozialdemokratische katholische Geistliche bekannt, aber keiner spricht sich so offen aus als dieser." Berichtigung. Weil zurzeit im Gefängnis interniert, ich den „Vorwärts"— leider!— nicht lesen darf, erfahre ich erst jetzt— zufällig—, daß Genossin Kl. Zetkin eine Bettchtigung gegen meinen Artikel„Zum Generalstreik" in den„Sozialistischen Monats- heften"— Novemberheft— im„Vorwärts" veröffentlicht hat. Genossin Zetfin bestreitet in ihrer Berichtigung, auf dem Bremer Parteitag gesagt zu haben:„Der Generalstreik ist das Präludium der Revolution!" und beruft sich auf das stenographische Protokoll, in dem dieser Satz nicht enthalten sei. Mir lag bei Abfassung meines Artikels der„Vorwärts"» Bericht und vor Absendung desselben an die Redaktion der„Soz. Monatshefte" auch schon das stenographische Protokoll vor und ich fand, daß in beiden Berichten, die sich überhaupt vollständig decken, dieser Satz nicht enthalten war, aber darum habe ich ihn dennoch zu meinem Artikel benutzt— kann doch nicht jedes Wort und jeder Satz im stenographischen Bericht stehen I Ich wohnte dem Bremer Parteitage— leider nur als Gast— bei und habe, während Genossin Zetkin sprach, in unmittelbarer Nähe der Rednerin gesessen und ihrer Rede genau gefolgt, habe gerade bei diesem Satz ihr ein lautes:„Sehr richtig!" zugerufen. Ich halte darum das, was ich geschrieben habe, in vollem lim- fang aufrecht, auch wenn es— zufälligerweise— nicht im stenographischen Bericht steht. Johann LeimpeterS. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Neberschreitung des Züchtigungsrechtes hatte die Magdeburger Voltsstimme" dem Lehrer Henning in Schönhausen a. G. vorgeworfen. Dafür wurde der verantwortliche Redakfeur des Blattes, Genosse Nitsch, zu 200 m. Geldstrafe verurteilt. Erwiesen wurde, unter anderem durch das Zeugnis eines Arztes, daß Henning einen Knaben so gezüchtigt hatte, daß das Gesäß blauschwarz war und geplakte Schwielen zeigte! Formale Be leidigungen enthielt die Notiz der Volksstimme" nicht! " Berliner Partei- Angelegenheiten. Fünfter und sechster Wahlkreis. Flugblatt: Verbreitung im 30. Kommunalbezirk Sonntag, den 13. November, früh 8 Uhr. Fünfter Kreis: von Wirth, Auguststr. 51, und Wittchow, Kleine Hamburgerstr. 27, Eingang Elsasserstraße. Sechster Kreis von Merker, Bergstr. 10, und Hoppe, Ackerstr. 21. Bahlreiche Beteiligung ist notwendig. Die Vertrauensleute. Der 1893 gegründete Gesangverein Namenlos, Vorsitzender R. Spieß, Graudenzerstr. 2, bittet uns mitzuteilen, daß er nicht mit dem Verein identisch ist, der nach der Bekanntmachung der Lokaltommission in dem gesperrten Lofal Chausseestr. 116 sein Vergnügen abhält. Lokales. Der elektrische Ferndrucker. Die Lage, wo der Redakteur einer Tageszeitung zufrieden war, wenn Schere und Kleistertopf sich in gebrauchsfähigem Zustande befanden, find für immer dahin. Eine neue Epoche ist in der Weltgeschichte heraufgestiegen und damit auch an den Orten, wo Weltgeschichte fabriziert wird. Alle Werte sind umgewertet; und war früher der Zeitungsredakteur stolz darauf, daß er außer Schere und Kleisterpinsel sogar noch die Feder leidlich zu handhaben verstand, so hat dieser Dünkel in unserer Zeit, wo die Tippmamsell in den Augen des Maschinensegers den Kern der Redaktion bildet, alle und jede Berechtigung verloren. Wer jetzt im Journalismus etwas leisten will, entwöhnt sich des Schreibens und dittiert. Die Hand degeneriert allerdings in ihrer Beschäftigungslosigkeit; aber hat nicht der Staat solche Verkümmerung der Handfertigkeit vorgeahnt und in weiser Voraussicht dem Manne von der Presse Gelegenheit zur Uebung in nützlicher Nebenbeschäftigung verschafft? Wer als Redakteur im Zeichen der redaktionellen Schreibmaschine nicht in Untätigkeit verharren will, wer strebsam ist und Anlagen zum Fleiß hat, braucht nur die im Gefängnis gelernten Kenntnisse zu verwerten, indem er während des Diftierens Düten flebt oder Zigarren dreht. Das ist eine nüßliche Beschäftigung, die auch ästhetisch viel befriedigender wirkt als das Vergraben der Hände in den Hosentaschen, und dem Redakteur einen bei seinen Gehaltsverhältnissen sehr willkommenen Nebenberdienst einbringt. hat, gegen den Beamten die Anklage zu erheben. Kuhlmeh ist im Jahre 1845 geboren, also bereits über 59 Jahre alt; er ist seit langen Jahren ein vorwurfsfreier, tüchtiger Beamter und bestreitet durchaus, sich des ihm zur Last gelegten Verbrechens fchuldig gemacht zu haben. Gegen die Beschuldigung spricht außer Der Leserkreis der Ausleih- Bibliothek, welcher täglich wächst den bisherigen Vernehmungen insbesondere auch der Umstand, und jetzt 8846 Personen umfaßt, dehnt sich durch alle Stadtteile bis daß die Tat an einer verkehrsreichen Stelle verübt sein soll. in die Vororte hinein aus. Die verschiedenen Berufe sind mit Amtlich hatte Ruhlmey jedenfalls mit der folgenden Ziffern vertreten: 4474 gewerbliche Arbeiter, 2209 KaufFrau nichts zu tun. Die Kriminalbeamten haben gemäß leute und weibliche Handelsangestellte, 150 Aerzte und Juristen, der gesetzlichen Bestimmungen diejenigen Personen, die wiederholt 471 Staats- und Privatbeamte, 282 Lehrer und Lehrerinnen, 154 wegen Obdachlosigkeit das Asyl aufsuchen, zu ermahnen, sich Studenten, 392 Seminaristen und Schüler und 714 Personen ohne Unterkunft zu suchen, damit sie nicht wegen Bettelns und Vaga- Beruf. bondierens bestraft werden. Nun sind im Laufe der letzten Jahre wiederholt Kriminalbeamte von Asylisten verschiedener Bergehen und Verbrechen beschuldigt worden; sämtliche Anzeigen haben sich aber bisher als unwahr erwiesen, und es sind auch schon gerichtliche Bestrafungen wegen wissentlich falscher Anschuldigung er folgt. Wenn in der gestrigen Stadtverordneten- Versammlung einer der Redner behauptete, daß es sich um die Frau eines durch aus anständigen Arbeiters" handele, so ist hierbei übersehen worden, daß der Arbeiter für seine Frau troh ihres Zustandes tein Obdach beschafft und sich überhaupt nicht um sie gekümmert hat. lehnungen aus. Die Benutzung der wissenschaftlichen Abteilungen ist also um 6 Broz. gestiegen. Im ganzen sind im fünften Jahre 80 142 Bände in und außer dem Hause entlehnt worden; in den fünf Betriebsjahren zusammen 327 751 Bände. Beitung": " Die Lesesale wurden im fünften Betriebsjahre von 67 309 Personen, und zwar 64 630 Männern und 2679 Frauen, in den fünf Jahren zusammen von 282 977 Personen besucht. Die Zahl der hier ausliegenden periodischen Schriften hat wiederum eine Vermehrung erfahren und beträgt jezt 516 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art und Richtung. Die im Arbeitszimmer der Lesehalle auf gestellte, 1246 Bände zählende Nachschlage= Bibliothek wurde von den Besuchern in umfassender Weise zu Rate gezogen. Die Gesamtzahl der Besucher, die im fünften Betriebsjahre Bibliothek und Lesehalle benutten, belief fich auf 132 708 Personen, gegen 126 343 im Vorjahre. Die Steigerung der Frequenz würde eine noch erheblichere geworden sein, wenn nicht in den abnorm heißen Sommermonaten d. J. der Besuch schwächer gewesen wäre als je monaten dieses Jahres der Besuch schwächer gewesen wäre als je zubor. Seit der Eröffnung vor fünf Jahren haben insgesamt 553 582 Personen das Institut aufgesucht. Die Haltung des Publikums war während der ganzen Zeit eine musterhafte. Das Institut ist werktäglich von 5½- 10 Uhr abends, an Sonn und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr geöffnet. Auf welchen Ton diese Rechtfertigung gestimmt ist, mag an der kleinen unrichtigkeit" ermessen werden, daß Hoffmann die Frau als anständig bezeichnet hat und nicht, wie der„ Lokalanzeiger" meldet, den Mann, dessen sittliche Qualifikation hervorzuheben ja auch kaum einen Sinn gehabt hätte. Womit keineswegs gesagt sein soll, daß die im Rokalanzeiger" beliebte Herabwürdigung des Arbeiters irgendwelche Berechtigung hat. Im übrigen wäre es, nachdem die Sache nun einmal soweit gediehen ist, vom Ordnungsstandpunkt aus das gescheiteste gewesen, zu warten, bis eine gericht= Dem Grafen Bückler hat die Polizei das Auftreten in VerTiche Aufklärung erfolgt; Einwendungen von der Art, daß Kuhlmey a mtlich nichts mit der Frau zu tun hatte, fönnen sammlungen verboten. In einer amtlichen Zuſchrift an den höchstens den Eindruck erwecken, als sollte einer sehr ernsten Sache Mitsching in der Bernauerstraße, heißt es, daß je länger je mehr eine fomische Behandlung zu teil werden. Zu der Behandlung des Falles Kuhlmeh in der Stadt erhebliche Bedenken gegen die geistige zurechnungsverordneten- Bersammlung schreibt die Berliner Bolts- fähigkeit des Grafen entstanden seien, und daß sein Auftreten in öffentlichen Versammlungen daher ferner nicht geduldet Wenn ein Professor, der im Asyl amtlich zu tun hatte, erst werden könne. In einem gegen diese Verfügung gerichteten Flugauf den Bericht des Stadtverordneten Hoffmann nach dem ein- blatt schilt Graf Pückler auf die„ heillose Wirtschaft" der Polizei stimmigen Beschluß des Kuratoriums aus dieser Stellung entfernt und beruft eine neue Versammlung ein, in der er einen Arbeiter worden ist, welch trauriger Mut gehörte dazu, gestern Herrn Hoff- Weißenborn als Referenten und sich selbst als Teilnehmer an der mann Vorwürfe zu machen, daß er den Herrn nicht durch Ber- Versammlung bezeichnet. schweigung seines Namens und seiner Taten nach Verdienst ge= schont habe? Gilt im Roten Hause das Vertuschen vorgekommener Pflichtwidrigkeiten wirklich für die höchste Tugend eines Stadtverordneten? Dann beneiden wir keinen Stadtverordneten, der sich auf diesen Standpunkt aller Politiker mit bösem Gewissen stellt, um die Eigenartigkeit der Auffassung seiner Mission. Ünd nicht ein Gramm, nicht ein tausendstel Gramm wiegt für irgend einen Stadtrat ein Vertrauensvotum, das ihm im Zusammenhange mit der Proklamierung einer derartigen Schwärmerei für die Politik des Nur- nicht- Standal- Erregens" appliziert wird. Das Berliner Tageblatt" meint:" Weshalb nicht offen zugestehen, daß an unserem Asyl für Obdachlose manches faul ist? Weshalb diese trampfhaften Bemühungen, den Magistrat und das gestehen, daß an unserem Asyl für Obdachlose manches faul ist? Romane und Erzählungen für das arbeitende Volk bringt die Kuratorium für das städtische Obdach herauszuhauen? Wir sehen illustrierte Wochenschrift In Freien Stunden", von der soeben Heft in dieser Bogel Straußpolitit fein Heil. Ja, man muß befürchten, 45 ausgegeben wird. Dieses Heft enthält die Fortsetzung der beiden daß sich in der Bevölkerung immer tiefer die Ueberzeugung festsetzt, Romane:" Der Jesuit" von C. Spindler und„ Eine Scheinehe und nur die Sozialdemokratie trete freimütig für eine ihre Folgen" von F. N. Potapenko. Das Heft enthält außerdem eine fleine naturwissenschaftliche Stizze:" Im Schoß der Erde". Die Befferung der bestehenden Verhältnisse ein." Diese Vorstellung wird vom„ Tageblatt" zwar für ganz falsch" Sefte erscheinen wöchentlich für je 10 Pfennig und können durch alle erklärt. Aber wir wissen nicht, ob das„ Tageblatt" dafür Gewähr Parteibuchhandlungen und Kolporteure bezogen werden. leisten möchte, daß die Angelegenheiten des städtischen Obdachs ebenso offen hätten zur Sprache gebracht werden können, wenn sie nicht einem Sozialdemokraten sondern einem bürgerlichen Stadtverordneten offenbart worden wären. " Schutz gegen feuchenverdächtiges Fleisch. Das Kuratorium des städtischen Vieh- und Schlachthofes erläßt folgende Bekanntmachung: Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß alles Fleisch, welches von der hiesigen städtischen Fleischbeschau untersucht und für tauglich befunden worden ist, runde Stempelabdrücke ers hält, welche als charakteristisches Unterscheidungsmerkmal das Wort Berlin enthalten. Die Stempelabdrücke sind für den Schlachthof blau, in den Stationen für die Untersuchung des von außerhalb hier eingeführten Fleisches rot. Fleisch mit Stempelabdrüden, welche das Wort" Berlin" nicht enthalten, ist von der städtischen Fleischbeschau nicht untersucht. Das in Aber davon wollten wir eigentlich nicht reden, sondern von einer anderen Errungenschaft des Zeitungswesens. Wer heute eine Redaktion um die achte oder neunte Abendstunde als selbstverständlich hochwillkommener Gast betritt, der kann Mißglückter Kampf gegen die Welt am Montag". ruhig die Augen schließen, weil die Eindrücke, die er durch weiteren Kreisen Aufsehen erregende Urteil der dritten Straftammer das Dhr empfängt, ihn allein schon völlig darüber auftlären, des Landgerichts I, durch welches der Redakteur der Welt am warum die Zeitungsschreiber recht konfuse Leute sind. Er Montag", Dr. Korn, wegen Beleidigung des Schulrats Dr. Ullmann hört als Grundton das sanfte Grollen der Schnellpressen und Neue Stadträte. In der geheimen Sizung der Berliner Stadt- zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wurde, unterlag gestern der dazu, wenn er Glück hat, den Aeolsharfenton der Rotations- verordneten- Versammlung am Donnerstag wurde vom Ausschuß Prüfung des Reichsgerichts. Auf die von den Rechtsanwälten Dr. maschine. Darüber aber sind zweierlei Tonreihen ständigen über die Vorbereitung der Wahl von acht unbesoldeten Stadträten Rosenstod und Dr. Löwenstein eingelegte Revision erkannte das Tippens zu vernehmen. Das eine Tippgeräusch rührt von der für die Herren Wirkt. Geh. Ober- Regierungsrat v. Friedberg, Kolle, Reichsgericht unter Auferlegung der Kosten auf die Staatstaffe auf schon beschriebenen Schreibmaschine her, das andere hin- Milenz, Schäfer, Wagner, Dr. Weigert und Haad, deren Wahlzeit Einstellung des Verfahrens, da nur ein Strafantrag gegen vom Ferndrucker. Mit diesem Ferndrucker abläuft, und zwei befoldeten Stadträten für die Herren Bohm des Provinzialschulkollegiums vorlag, lekteres aber nicht eine vorhat es die Bewandtnis, бав er Depeschen sofort und Mugdan berichtet. Zunächst wurde mitgeteilt, daß die Wieder gesetzte Behörde des Schulrats Dr. Ullmann sei. Dieser ist nämlich bom Telegraphenbureau aus der Redaktion übermittelt, wahl sämtlicher Stadträte vom Ausschuß in Aussicht genommen felbft Mitglied des Provinzialschulfollegiums, hatte aber persönlich was natürlich einen namentlich gegen Redaktionsschluß sehr worden sei, daß aber der Stadtrat a ad, der älteste Stadtrat einen Strafantrag nicht gestellt. von Berlin und als solcher der Senior des Magistratskollegiums, Ueber einen menschenfreundlichen Herzog meldet die„ Botsd. beträchtlichen Zeitgewinn bedeutet. Aber noch ein anderer aus Gesundheitsrücksichten eine Wiederwahl abgelehnt habe. An Storr.": Der jugendliche Herzog von Sachsen- Koburg- Gotha hat seit Vorteil kommt in Betracht. Nachdem die Errungenschaft der seine Stelle ist der Geh. Baurat H. Rumschött! vom Ausschuß Donnerstag auf den ihm zustehenden militärischen Ehrenposten Ber Schreibmaschine dem Redakteur ein wesentliches Stück Arbeit in Aussicht genommen worden, der ihn einstimmig zur Wahl vor- zicht geleistet. Der Herzog tut seit einiger Zeit attiven Dienst beim vom Halse genommen hat, besteht die Gefahr, daß dieser im geschlagen hat. Die Wahl soll am nächsten Donnerstag in öffent- 1. Garde- Regiment 3. F. in Potsdam und hat dort für sich, feine Redaktionsbetriebe leider immer noch nicht völlig zu entbehrende licher Sigung erfolgen. Baurat Rumschöttl war in den Jahren militärischen Begleiter und sein Personal im Hotel„ Stadt KönigsMann in geistige Erschlaffung versinkt. Dieser Gefahr 1881-1888 Berliner Stadtverordneter und ist Direktor der Berliner berg" in der Brauerstraße eine Reihe von Zimmern gemietet. Gleich arbeitet der Ferndrucker wirkungsvoll entgegen, indem er dem Maschinenbau- Aktiengesellschaft vormals 2. Schwarzkopff, wird aber nach seinem Einzug stellte die Potsdamer Garnison den Ehrenposten, von der Leitung dieser Gesellschaft demnächst zurücktreten. Ferner der in der schmalen Straße vor dem Hotel auf und nieder ging und Redakteur allerliebste Rätsel aufgiebt. bei schlechtem Wetter untertreten wurde über die Wiederwahl der beiden befoldeten Stadträte Bohm in dem augigen ausflur und Mugdan berichtet. Es wurde mitgeteilt, daß der Ober- mußte, da bisher kein Schilderhaus aufgestellt wurde. Bei dem präsident das vom Ausschuß festgesette Gehalt genehmigt habe abscheulichen Regenwetter am Donnerstag befand sich nun ein und der Ausschuß die Wiederwahl beider Stadträte der Versamm Gardejäger auf Ehrenposten. Der Wind blies durch den Hausflur lung empfehle. von der Havel her recht unangenehm, und dies veranlaßte nun den Herzog, sofort den Posten ablösen zu lassen. Er hat zugleich auf weitere Stellung eines Ehrenpostens verzichtet. Vielleicht findet dies menschenfreundliche Beispiel Nachahmung, intemalen nicht recht einzusehen ist, was ein Ehrenposten vor einem Hause eigentlich zu bewachen hat. Wer von den Lesern kann z. B. den Sinn der folgenden Depesche ergründen: Wir § 7 bon tb. 29, 12/27. London, 9./11. Bei dem heutigen Lordmayorsbankett in der Guildhall führte der Staatssekretär des Auswärtigen, Marquis of Lansdowne, folgendes aus: Das Hauptintereffe der Londoner City in bezug auf die auswärtigen Be Der Magistrat genehmigte am Freitag auf Antrag der Bauziehungen ist die Erhaltung des Friedens. In diesem Augenblick deputation die Pläne und Boranschläge für Terrain- Regulierungen gedenten wir nicht des Fortganges des schrecklichen Kampfes und Umwehrungen bei der dritten städtischen Frrenanstalt in Buch. zwischen zwei tapferen, ritterlichen Nationen im fernen Osten. Ferner stimmte der Magistrat dem Antrage der Baudeputation auf fönnen uns feine schrecklichere Strafe denken als Uebertragung des Ausbaues des Kaiser und Kaiserin Friedrich die Gewissensbisse eines Ministers oder einer Körperschaft von Kinder- Krankenhauses nach den Plänen des Baumeisters Schmieden Ministern, die aus Mangel an Gleichmut odfsahoaeflaufstbonfoao an die Firma Schmieden u. Löthke hier zu. An demselben Tage bdocsqsaidlnbdybcqzylcdahfuznhxqvifzduuzhhdsrfdvyvifwvsfrvrsvifd fand die Einführung und Verpflichtung von 27 Bezirksvorstehern byvifpqifczevi)./&/+§&;§+: 1§& 6,/&/):& 6,-§+&§+,§:& 6 ,,.§"+;§.&! bezw. Bezirksvorsteher- Stellvertretern in das Amt vom Oberbürger7+ 8; 8:&; 8( 7)="&-(§.0+( an dhfmflanttfdjufsgfhmyfoefoa bnfae meister Kirschner statt. Heute Sonnabend nachmittag findet eine fsanfcts aefmaj 6? 8: 102?? 847197? 6? 1/? 1586; 6-1; fttfabtmambnfop außerordentliche Magistratsfizung statt. ta daß der Friede unseres Landes nicht allein unverlegt ist, sondern daß a enbqjb so weit sich voraussehen laeszshdgroqdpkbq hbart 5'&)' 4? 03-84 weshalb er nicht ungebrochen bleibfoam? l iqg wir habeqdqoz&)(!! strtworlpz uqrl. Wilhelm II. und die deutsche Poesie. Die Volts- Beitung" meldet: Der Schiller- Preis, der seit dem Jahre 1896 nicht mehr verliehen worden ist, wäre nach den neuen faiserlichen Bestimmungen Ein kleiner Defett im Mechanismus des Ferndruders, bon 1901, die eine Preisverteilung im Zeitraum von sechs Jahren vorsehen, am 10. November 1902 fällig gewesen. Für der sich aber höchstens zehnmal am Tage bemerkbar macht, dieses Jahr war auch die Zuerteilung des Preises ausdrücklich anhat die Verstümmelung der Depesche verursacht. Kein Mensch gekündigt worden. Die Leser wissen, daß troß dieser Verheißung wird in den telegraphierten Unsinn einen Sinn hinein- weder 1902 noch 1903 ein Dichter der föniglichen Ehrung für würdig bringen können; der politisch geschulte Redakteur aber tann befunden wurde. Auch der 10. November 1904 ist vorübergegangen, es, wie der leidlich vernünftige Inhalt unserer Zeitung zeigt. ohne daß man bisher etwas von Vorschlägen der Kommission geUebung macht auch hier den Meister, und das ist gut so. hört hätte. Denn wenn es einmal nichts mehr ist mit der journalistischen Die öffentliche Bibliothek und Leschalle zu unentgeltlicher BeTätigkeit, wenn der Redakteur im Zeitungsbetriebe überflüssig nubung für jedermann, SW., Alexandrinenstr. 26, hat fürzlich ihr geworden ist, dann braucht er immer noch nicht zu verhungern, fünftes Betriebsjahr vollendet. Gegen den Schluß dieses Betriebssondern kann seine im Rätselraten erworbene Meisterschaft im Wintergarten als Gedankenleser verwerten. Vorausgesetzt, daß das gemeinsame Wirken von Set, Druck, Schreib- und Telegraphiermaschine ihm nicht Pensionsberechtigung an einem Drt verschafft hat, wo er ebenfalls aller Sorgen ledig ist. In Dalldorf nämlich. Die Standalfälle im städtischen Obdach sind auch einigen bürgerlichen Blättern zu bunt; desgleichen findet die nonchalante Art, mit der die Stadtverordneten- Versammlung über die von Hoffmann ans Licht gezogenen Zustände hinwegzuhuschen suchte, bernehmlichen Tadel. Bedeutsamer ist aber noch, daß die Polizei sich in ihrem offiziellen Organ, dem„ Berliner Lokalanzeiger", zum 3wved vorzeitiger Rechtfertigung des Kriminalbeamten Kuhlmeh in die Oeffent. lichkeit flüchtet. Dem Blatt wird von der Polizei mitgeteilt: Die Beschuldigung der betreffenden Frau gegen den Kriminalbeamten Kuhlmeh ist nach den bisherigen amtlichen Vernehmungen so wenig erwiesen, daß der Staatsanwalt, dem die Aften bereits seit Ende September vorliegen, sich bisher noch nicht entschlossen jahres konnte nach längeren Vorbereitungen die zweite vermehrte und verbesserte Auflage des Bücherverzeichnisses ausgegeben werden. Die neue Auflage umfaßt 779 Druckseiten und verzeichnet in 19 Abteilungen, welche in sich wieder systematisch gegliedert sind, die bis Ende April vorhanden gewesenen, etwa 18 000 Bände umfassenden Bücherbestände des Instituts. Die Hoffnung, daß die Benußung der zum Teil sehr umfangreichen wissenschaftlichen Abteilungen sich durch den Katalog erheblich steigern würde, hat sich erfreulicherweise bestätigt. In der Ausleih- Bibliothek wurden im fünften Betriebsjahr im ganzen 65 399 Bände nach Hause verliehen, von denen 18 Bände in Verlust gerieten Von dieser Gesamtziffer entfallen 44 784 Bände auf schöne und 20 615 Bände auf belehrende Literatur. An letterer Zahl find die einzelnen Wissenszweige in folgender Weise beteiligt: Geschichte und Lebensbeschreibungen 3619, Geographie 2047, Naturwissenschaften 4214, Rechts- und Staatswissenschaften, Volkswirtschaft 2668, Gewerbefunde, Technik 2086, Philosophie, Religion, Pädagogik, Sport 2406, Kunst, Musit, Literaturgeschichte und so weiter 3575 Bände. Die verlangten wissenschaftlichen Bücher machten im Vorjahre 25 Proz., im Berichtsjahre 31 Proz. aller Ent,, Wider die Pfaffenherrschaft", Kulturbilder aus den Religionskämpfen des 16. und 17. Jahrhunderts, reich illustriert mit Bildern und Dokumenten aus der Zeit. Heft 30 des Werkes, das von unserem Barteiverlage herausgegeben wurde, um unter den deutschen Ar beitern die Erkenntnis von den treibenden Ursachen in der kulturgeschichtlichen Entwickelung zu verbreiten, ist soeben erschienen. Das neue Heft enthält die Fortsetzung des Kapitels:„ Der Untergang des mittelalterlichen Kommunismus", in dem der Verfasser u. a. bes handelt: Die christlich- fommunistische Propaganda nach dem Bauern frieg- Die Wiedertäufer Verfolgungen und Hinrichtungen Entwickelung in Münster-- Aufrichtung des„ neuen Zion" und Be ginn der Belagerung Johann von Leyden Verteidigungs organisation der Wiedertäufer- Der Hunger- Die„ Vielweiberei Heldenmütige Verteidigung Münsters Münsters Verrat durch den Schreiner Gresbed und nächtliche Gr. stürmung am 25. Juni 1535 Niedermezelung der Täufer Münsters Fall- Johann von Leydens, Knipperdollings und Krechtings grausame Hinrichtung vor dem Bischof von Münster. Jeder Arbeiter sollte auf dieses Werk abonnieren, dessen belehrender Inhalt durch die zahlreichen guten Illustrationen belebt und ergänzt wird. Böchentlich erscheint ein Heft für 20 Bf., das in allen ParteiBuchhandlungen zu haben ist. Probeheft wird auf Verlangen gratis und franko geliefert. Hungerwahnsinn Sokol und Magistrat. Abschlägig beschieden wurde vom Berliner Magistrat ein Gesuch des polnischen Turnvereins„ Sokol" um leberlaffung anderer städtischer Räumlichkeiten zu Turnzweden. Der Vorstand des„ Sokol"-Vereins richtete an den Magistrat folgendes Schreiben: Wir übersenden dem wohllöblichen Magistrat in der Anlage die Abschrift eines Schreibens, durch welches uns der Rektor der 21. Gemeindeschale den Zutritt zu der städtischen Turnhalle unter sagt. Da wir nun dies Lokal von der Stadtverwaltung gemietet und die Miete für das laufende Vierteljahr bereits gezahlt haben, bitten wir um Auskunft, was wir jetzt machen sollen. Wir erlauben uns bei dieser Gelegenheit die ergebene Bitte auszusprechen, uns bis auf weiteres einen anderen städtischen Saal zu Turn. zweden zu überlassen. Wir sind auch zu einer persönlichen Rüdsprache bereit und ersuchen, uns mitzuteilen, wann wir eventuell vor dem Magistrat erscheinen sollen." Darauf erhielt der Vorstand von der städtischen Schuldeputation nachstehende Antwort: „ Auf Ihr Schreiben vom 12. Oftober erwidern wir, daß wir| angesagt wird. Für diese Schüler sind Einlaßkarten zu 50 Bf. ivollen, haben sich auf Erfordern des Wahlvorstandes über thre die städtische Kasse beauftragt haben, Ihnen den für die Zeit vom in der Buchhandlung von Streisand, Augsburgerstr. 53 und Neue Wahlberechtigung auszuweisen. Hierzu genügt für die Arbeitgeber Oktober bis Dezember laufenden Jahres erlegten Mietszins für Winterfeldtstr. 34, ferner beim Küster der Garnisonkirche, Neue die Bescheinigung über die Anmeldung ihres Betriebes zur Gewerbes die Turnhallen in der 21./24. und 172./185. Gemeindeschule in Friedrichstraße 46, zu haben. der Höhe von 69 Mark zurückzuerstatten. Sie können die Summe steuer oder die letzte Quittung über Zahlung derselben. Hoffentlich täglich zwischen 9 und 1 Uhr im Rathause, Zimmer Nr. 4 erheben." straße 34-36, bittet uns, unseren Lefern mitzuteilen, daß die anDie Direktion des königl. Instituts für Meeresfunde, Georgen- werden wiederum die Kandidaten der Gewerkschaftskommission als Georgen- Sieger aus der Wahl hervorgehen. Daß der Magistrat auf das Gesuch um Einräumung anderer Räume mit teinem Worte eingeht, es also stillschweigend ablehnt, gekündigte Vortragsreihe des Herrn Professor Dr. Ludwig Plate über Botsdam. Die Meldung, Großfeuer" erging gestern hat in hiesigen polnischen Kreisen große Erregung hervorgerufen. bes Vortragenden durch eine Reise nach Nordamerika in diesem aus an unsere Feuerwehr, die daher sofort in voller Stärke nach Helgoland und seine Tierwelt" wegen Behinderung( Freitag) vormittag gegen 9 Uhr vom Militärwaisenhaus Dem Magistrat wird besonders vorgeworfen, daß sein Verhalten winter ausfallen muß. dem„ Sokol" gegenüber in auffallendem Gegensatz stände zu dem Entgegenkommen, das er der vom gleichen Verbot betroffenen Freireligiösen Gemeinde bewiesen habe. Nochmals die Sporthalle in Charlottenburg. Zu der Meldung vom 2. November wird uns von der Verwaltung der Sporthalle, Schillerstraße 5, noch folgendes mitgeteilt: Es ist nicht richtig, daß die Staatsanwaltschaft gegen mehrere Teilnehmer ein Verfahren eingeleitet hat; den Teilnehmern ist hiervon wenigstens nichts bekannt. Auch eine polizeiliche Schließung der Halle ist nicht erfolgt. An den Uebungen nahmen durchschnittlich 16-20 Personen teil, also eine Deffentlichkeit, die jeden Verdacht, als könnten hier Verstöße gegen die Sittlichkeit vorgekommen sein, ohne weiteres ausschließt. Eine Züchtigung auf offener Straße erregte gestern mittag am Alexanderplatz großes Aufsehen. An der Ecke des Plazes und der Alexanderstraße, in der verkehrreichsten Gegend, prügelte ein fein gekleideter Mann einen ebenso elegant aussehenden anderen mit einer Hundepeitsche. Nach Beendigung der Prozedur richtete er an die erstaunte Menge, die sich rasch angesammelt hatte, die Worte:" Meine Herren, ich habe ihn gezüchtigt. Er hat's verdient, denn er ist ein Wucherer, um den sich schon sechs Offiziere erschossen haben." Das Publikum nahm diese furze Erläuterung anscheinend befriedigt zur Kenntnis. Der Herr mit der Hundepeitsche, ein Bahnarzt, ging ruhig von dannen, der Gezüchtigte, ein Kaufmann K., wandte sich an einen Schuhmann, der sich beide Namen aufschrieb und ihm anheimstellte, sich auf dem Wege der Privattlage von seinem Gegner Genugtuung zu verschaffen. Es scheint also, daß der Zahnarzt glimpflicher davonkommen wird als etwa Arbeiter, die in ertlärlicher Erregung Streifbrechern ein Wort des Tadels zurufen. Aus den Nachbarorten. Sigung am Donnerstag nach fast einstündiger Debatte die folgende Die Stadtverordneten- Versammlung in Spandau nahm in ihrer Resolution mit großer Majorität an: städtischen Schulgebäude, einschließlich der Turnhallen, " Die Versammlung ist der Ansicht, daß die Verfügung über die nur der städtischen Verwaltung gegenüber der Regierung zusteht. Obwohl es zweckmäßig erscheint, jedes Schulhaus mit einer Turnhall zu versehen, ersucht die Stadtverordneten Versammden Magistrat, die Schulhausprojekte jo zu gestalten, lung im Interesse des ausschließlich städtischen Verfügungsrechte daß die Turnhalle auf einem besonderen Grundstücke, als selbständiges Gebäude errichtet wird." = dorthin ausrückte. Es brannte in dem an der Lindenstraße belegenen Flügel und zwar unmittelbar neben der Säulenkuppel, die den Haupteingang frönt. Durch das Dach schlugen helle Flammen, die an den in den Bodenkammern aufgespeicherten Matrazen, Strohuns: Die Gemeindevertretung mußte sich in ihrer letzten Sizung Schnelligkeit ausbreiteten. Der verunglückte Fischzug. Aus Lichtenberg schreibt man säcken, Kleidern 2c. überreiche Nahrung fanden und sich mit großer Die Wehr ging sofort unter Leitung des mit dem Verlangen der Grundbefizer an der Frankfurter Brandmeisters Ebel mit mehreren Rohren von verschiedenen Seiten Chaussee beschäftigen, wonach die Gemeinde dieser kleinen Gruppe aus vor und es gelang ihr, froß der enormen Rauchentwickelung, etwa 50000 Mark erlassen sollte, die auf Grund eines Ortsstatuts das Feuer innerhalb einer halben Stunde zum Stehen zu bringen. erheben sind. Mit Stimmengleichheit wurde vorher beschlossen( auch war, fonnte gerettet werden. Der Inhalt der Dachkammern ist berfür die von der Gemeinde ausgeführte Bürgersteigs- Regulierung zu Der große Schlaffaal der Zöglinge, der vom Feuer sehr gefährdet hier stimmten die Herren Hausbesizer für ihre Standesgenossen), brannt, ebenso ist auch der Dachstuhl in einer Ausdehnung von etwa twa 10 000 Mark vor Erlaß des Ortsstatuts verausgabte Pflaster acht Metern vernichtet. Wie das Feuer entstanden ist, steht noch fosten an die darum nachsuchenden Grundbefizer zurückzuzahlen. nicht fest, doch nimmt man Ueberheizung eines Ofens an. Gefahr Che nun in die Verhandlung über den Aderlaß eingetreten werden für die Böglinge war nicht vorhanden, da diese bereits in den tonnte, stellten unsere Genoffen den Antrag, über dieses von einem Unterrichtsjälen beschäftigt waren. Die Aufräumungsarbeiten hielten der Hausbesizer, Herrn Blonz, angeregte Verlangen zur Tages die Wehr bis Mittag am Brandplage fest. ordnung überzugehen. Unsere Genossen begründeten diesen Geschäftsordnungs- Antrag damit, daß das Verlangen einer Verleitung zur Unttreue gleichstehe, und alle, die sich an einem solchen Vorhaben beteiligen, eigentlich für den Staatsanwalt reif seien. Der Gemeindevorsteher wandte sich lebhaft gegen die Berechtigung einer solchen Ansicht und stellte es als eine gewisse Härte hin, wenn man denen, die nach 1895 reguliert haben, Beiträge abfordere, während diejenigen, die vor dieser Zeit pflastern ließen, ihr berauslagtes Geld zurück erhielten. Unsere Genossen erinnerten den Gemeindevorsteher an die Härte, die darin liegt, wenn einem armen Teufel, der seine paar Pfennige Steuern nicht bezahlen kann, der Vollziehungsbeamte das letzte Ein schweres Brandunglück hat sich Freitag vormittag gegen 10 Uhr auf, die in Form von erhöhten Mieten oder erhöhten Verkaufspreisen Stadtverordneten und Landtags- Abgeordneten Lüdecke, der denn auch Spind aus der Behausung holt. Hier aber treten Leute als Bettler Bekämpft wurde diese Resolution einzig von dem konservativen in der Markgrafenstraße 68, Ecke der Schüßenstraße, ereignet. längst das Doppelte und mehr vereinnahmt haben. Zu einer nebst einem kleinen Anhang gegen den Antrag stimmte. Dort befindet sich seit einer ganzen Reihe von Jahren die Schuh- Abstimmung tam es nun allerdings nicht. Die Herren der Debatte gestaltete sich denn auch zu einer artigen Auseinander und Stiefelfabrik von Anton Schuchardt, dessen Laden nach der Majorität fragten durch ihren Wortführer höflichst" an, ob während fezung unserer Genossen mit der in der Person dieſes Herrn ver Schüßenstraße hin führt. Hinter dem Laden liegt die Wohnung, der Verhandlungen diejenigen, die zu den Bittstellern gehören, förperten schwärzesten Reaktion. von der eine Treppe nach der im Keller liegenden Küche geht. Als nun gestern vormittag die Nichte des Inhabers Schuchardt, die 28- an den Verhandlungen sich beteiligen dürften oder ob sie den Saal jährige Marie Franke in der Küche damit beschäftigt war, zwei berlassen müßten. Der Gemeindevorsteher verlas die Geschäftsord- Spandau. Die Delegiertenwahlen zur allgemeinen Orts- KrankenPfund Terpentin auf der Kochmaschine zu fochen, lief die Masseung und erklärte es für selbstverständlich, daß die direkt interessierten fasse sind zum Sonnabend, den 19. November, abends Punkt 8 Uhr, plötzlich über und fing Feuer. Im nächsten Augenblick brannten auch forderte diese Herren, um deren Zahl festzustellen, auf, fich von ihren wählen find in acht Gruppen zusammen 320 Delegierte ber Personen an den Verhandlungen sich nicht beteiligen dürften. Er ausgeschrieben, und zwar nach dem„ Vittoriagarten". Bu schon die Kleider der Franke lichterloh. Laut um Hilfe schreiend ver- Sesseln zu erheben, und siehe eine beschlußfähige Körperschaft tam Arbeitnehmer und 160 Delegierte der Arbeitgeber. Hoffent fuchte sie die Treppe zum Laden emporzueilen, vermochte dies aber in dieser Frage nicht zu stande. bor Schmerzen nicht, so daß sie ihr Onkel heraufschleppen mußte, lich bekunden diesmal die organisierten Arbeiter ein lebhafteres der dabei auch noch Brandwunden an den Händen erlitt. Da es Jntereffe an der Delegiertenwahl als im vorigen Jahre. stürzte die Franke in ihrem Schmerz aus dem Laden auf die Straße im Laden nicht gelang, die Flammen am Störper zu ersticken, so recht pünktlich zur Wahl erscheint und der Liste der freien GewerkEs ist dringend notwendig, daß jedes wahlberechtigte Mitglied und schmiß sich auf das Trottoir. Vorübergehende Passanten sprangen schaften zum Siege verhilft. sofort hinzu und bedeckten den fast nackten Körper mit leberziehern, wodurch die Flammen erstickt wurden. Inzwischen war auch die alarmierte Feuerwehr aus der Hauptwache in der Lindenstraße eingetroffen, die ben entstandenen Küchenbrand in furzer Zeit ablöschte. Die Samariter der Wehr nahmen sich gleichzeitig der Unglücklichen an. Sie hatte so schwere Brandwunden an den Armen, am Kopf und besonders an der Brust davongetragen, daß sie nach Anlegung von Notverbänden nach einem Krankenhause geschafft werden mußte. In Sachen der Kasse Berolina wird uns mitgeteilt, daß Sonntag nachmittags 3 Uhr abermals bei Bland, Kastanien- Allee 55, eine Versammlung der Geschädigten stattfindet. dann die Herren Bittsteller, sie hätten unter diesen Umständen kein Gingedenk der Sage vom Fuchs und den Trauben erklärten tungsstreitverfahren suchen. Interesse mehr an der Vorlage und wollten ihr Heil im Verwalwären? Um 50 000 m. wären die Besizer an der Frankfurter Wenn aber die Freunde der Liebesgaben unter sich gewesen Chaussee dann schwerer. Vermischtes. Dis Bankow. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer Traurige Folge des Celler Standals. Plößlich gemütstrant geletten Sigung mit der Festlegung der Gemarkungsgrenze worden ist der lutherische Geistliche an der Strafanstalt in Celle, zwischen Berlin und Pankow. Da die nach Berlin auszugemeindende Pastor Haase. Man vermutet, daß er sich die Flucht seines AmtsFläche 543 Quadratruten groß ist, so sollte die Berliner Stadtver- bruders Kreusler sehr zu Herzen genommen hat. Da Pastor waltung eine Entschädigung von 20 000 m. zahlen. Berlin lehnte Kreusler bei seinen Kollegen häufig Geldanleihen gemacht hat, so jene Fläche gehört, erklärte sich zur Zahlung dieser Summe bereit, Bastor Haase ist derselbe, der von Hans Leuß in seinem Buche die Zahlung ab. Die Berliner Immobilien- Verkehrs- Bank, welcher hat Pastor Haase wohl auch schwere petuniäre Verluste erlitten. wenn Pankow der Ausgemeindung zustimmen würde. Da die Ent- Aus dem Zuchthaus" in rühmendster Weise genannt wird als ein schädigung als ausreichend betrachtet wurde, erklärte man sich mit bortrefflicher und im edelsten Sinne des Wortes christlicher Mensch. Das erste Eis. Bis auf-2 Grad Celsius ging in der Nacht der Ausgemeindung einverstanden. Außerdem wurden 17 andere zu gestern die Temperatur zurüd. Das Pflaster war am Morgen Barzellen, welche teils Berlin, teils Pankow gehören, ausgetauscht, amburg mitteilt, ist ihr Dampfer Edith Heyne" am 3. NoSchiffsuntergang. Wie die Reederei Heyne u. Hessenmüller in mit einer Eisschicht überzogen, durch welche der Verkehr erschwert um die Grenzen mit den Straßenzügen in Einklang zu bringen. vember auf Rocceß an der liberianischen Küste Westafritas total wurde. Besonders an den Brüden tam es zu zahlreichen Verkehrsstockungen, da die Lastwagen die Anrampungen nur schwer zu nehmen zur Beratung fland, zeitigte eine längere Debatte, an welcher sich wurde geraubt; doch ist die gesamte Mannschaft gerettet. Der Das Ortsstatut für das Kaufmannsgericht, welches verloren gegangen. Es konnte nichts geborgen werden, und die Post bermochten und zum Teil erst Vorspannpferde beschafft werden eigentlich nur unsere Genossen beteiligten. Die Zahl der Beifizer, Dampfer war für die Wörmann- Linie mit Eisenbahnschienen, Lokomußten. Auch die Uferränder der Gewässer in der Umgebung deren im Entwurf nur 6 vorgesehen waren, wurde auf 12 erhöht. aus den Vororten ist eine Temperatur von 3,2 bis 4 Grad Kälte Bezüglich der Dauer der Wahlperiode des Vorsitzenden lag ein An- motiven und Brückenteilen von Hamburg nach Swakopmund untergemeldet worden zeigten am Rande Eis. In den Vorgärten und trag der Ortsgruppe des Handlungsgehülfen- Verbandes vor, die wegs. im Tiergarten sah man auf der Schattenfeite noch mittags auf Beit auf ein Jahr zu bemessen. Die Amtsdauer wurde aber auf gemeldet wird, seit gestern um 78 Zentimeter gestiegen; er beträgt Der Wasserstand des Rheins ist, wie aus Köln Blättern und Rasen starken Reif. drei Jahre festgesetzt. Genosse Fengler beantragte, die Wahlen ohne 73 lehnte den Antrag ab und beschloß, Wählerlisten aufstellen zu lassen. Aufstellung von Wählerlisten vorzunehmen; die bürgerliche Majorität heute 1,58 Meter. Den Tod auf den Eisenbahnschienen suchte und fand in vergesetzt; der Unterschied zwischen halben und ganzen Tagen wurde Die Entschädigung der Beisizer wurde auf 6 M. pro Tag festfallen gefassen. Die Höhe der Gebühren wurde wie folgt festgelegt: Es werden erhoben bei Streitgegenständen bis 20 m. 1 M., von 20-50 m. 1,50 m. und von 50-100 M. 3 M. " Das Pariser Journal des Débats" vom 10. November Deutschland" diese Notiz: 1904 bringt in seiner politischen Rundschau unter der Rubrik " wendigkeit der Flottenvermehrung. Mit Ausnahme der äußersten Linken, Der Reichstag verhandelte gestern über die Frage der NotFreifinn und Sozialisten, herrschte vollkommene Uebereinstimmung darüber, daß die Notwendigkeit bestehe, die Seestreitkräfte zu vermehren und vor allem den Bau der afrikanischen, australischen und Das Polizeipräsidium teilt mit: Seit dem 12. Oktober d. I. wird der 65jährige Arbeiter Franz Kauz, Prenzlauer Allee 81 wohnhaft gewesen, bermißt. Beschreibung: 1,65 Meter groß, grau melierte Haare und Vollbart, blaue Augen, vollständige Zähne, spricht deutsch mit pommerschem Dialett. Bei seinem Fortgange war er befleidet mit schwarzer Deckelmüße, schwarzer Manchesterjoppe und Hose, schwarzer Zwirnweste und schwarzen Schaftstiefeln. Raut ist etwas geistesschwach und irrt wahrscheinlich umher. Personen, Ober- Schöneweide. Die letzte Gemeinderatssigung hatte sich mit welche über den zeitigen Aufenthalt oder Verbleib des Genannten dem erneuten Antrage der hiesigen Katholiken zu beschäftigen, eine Angaben machen können, werden ersucht, dies entweder schriftlich vierstufige katholische Schule zu errichten. War früher die ostasiatischen Geschwader zu beschleunigen. Aber einige Mühe machte oder mündlich in einem Polizeirevier zu Nr. 9277 IV 14. 04, oder Mehrzahl der Vertreter hierzu durchaus nicht geneigt, so hatte man es, sich über die finanzielle Deckung zu verständigen, die die für notder Kriminalabteilung, Zimmer 326 II mitzuteilen. Desgleichen jezt mit einem Male die Entdeckung gemacht, daß die Gemeinde- wendig erkannte Flottenvermehrung erfordert. Man hat eine bittet der Prenzlauer Allee 81 wohnhafte Sohn des Genannten, schule eine rein evangelische, und aus diesem Grunde das Ver- Reichs- Erbschaftssteuer vorgeschlagen; aber diese Steuer Fuhrherr Wilhelm Kaub, um eventuelle Nachrichten. langen der Katholiken eigentlich gerechtfertigt sei. Auch wurde wird von allen bekämpft, die eine Durchbrechung der föderalistischen nebenbei erwähnt, daß in naher Zeit die Regierung diese Forderung Steuern übrig, und es wird schwer sein, die aufzutreiben, da Verfassung befürchten. Bleiben also mir noch die indirekten stellen würde. gangener Nacht eine unbekannte Frau von etwa 30-35 Jahren. Als um 1 Uhr 4 Minuten der letzte Südringzug langsam in die Halle Katholiken ja schon jetzt durch Anstellung von katholischen Lehrern Genoffe Gruno w wies darauf hin, daß den Wünschen der bereits so ziemlich alle steuerfähigen Objekte belastet sind. des Bahnhofs Alexanderplaß einlief, warf sie sich vor die Maschine im Religionsunterricht Rechnung getragen werde. Feuer in einer chemischen Fabrik. Paris, 11. November. Ji und wurde unter diefer ein Stück Weges mitgeschleift. Hierbei dem Vororte Issy- les- Moulineaug brach heute nachmittag gegen fünf wurde ihr der Brustkasten eingedrückt, so daß sie auf der Stelle ver- von katholischer Erziehung gesprochen wurde, zeige aber, wo man aus, das mit großer Heftigkeit um sich griff. Soweit bisher festDie Begründung des Antrages, in welchem unter vielem anderen Uhr in einer Fabrik für chemische Produkte und Emaillefarben Feuer schied. Der Bahnhofsarzt fonnte nicht mehr helfen. Die Leiche hinauswolle. Ergäben sich Mißstände, so sei die Schuldeputation gestellt ist, ist ein Arbeiter in den Flammen umgekommen; mehrere wurde von der Polizeiwache nach dem Schauhause gebracht. Die Tote ist etwa 1,65 Meter groß und untersetzt, hat blondes Haar da, um Abhülfe zu schaffen. Wenn für die Schule Privaträume Personen erlitten Verletzungen. und graue Augen und trug eine schwarze Bluse, einen dunkelblauen gemietet werden sollten, sei auch die genannte jährliche UnterRod, einen langen grünen Mantel, einen schwarzen Hut mit schwarzer haltungssumme von 12 000 m. viel zu niedrig gegriffen. Feder und schwarze Knöpfschuhe. Taschentuch und ein Teil der Gemeindeschule, in der schon lange auch fatholischer ReligionsEine Antwort auf die wiederholt gestellte Frage, wer denn die Wäsche sind M. G., ein anderer Teil, M. N. gezeichnet. unterricht gelehrt wird, über Nacht zu einer rein evangelischen gemacht habe, erfolgte nicht. Wegen des Kostenpunktes wurde aber schließlich der Antrag auch diesmal abgelehnt. Feuerbericht. Freitag früh gegen 5 Uhr wurde die Wehr nach dem Schiffbauerdamm 88 gerufen, weil dort in einer Wohnung Feuer ausgekommen war, das Möbel und Kleidungstücke ergriffen Durch Ortsstatut ist bestimmt worden, daß vom 1. Januar 1905 ab hatte. Die Gefahr konnte in furzer Zeit beseitigt werden. Durch die Vertretung um vier Personen vermehrt wird. Die AufsichtsUmfallen einer Petroleumlampe entstand in der Elsasserstr. 82 ein behörde erklärt, daß Neuwahlen erst im April vorgenommen zweiter Zimmerbrand, der indes auch leicht abgelöscht wurde. werden dürften, und empfiehlt, um in dem regelmäßigen Turnus zu Allerlei Gerümpel und Verpackungsmaterial war in der Frankfurter- bleiben, die Wahlen erst im Frühjahr 1906 vorzunehmen. Die BeStraße 29 in einem Keller in Brand geraten, während in der Brunnen- schlußfassung wurde ausgefeßt. Eine Etatsüberschreitung von Straße 142 ein Schornsteinbrand beobachtet werden mußte.- Wäsches 6836 M. bei den Friedhofsbauten wurde nachbewilligt. In die stücke und Decken wurden dann in der Kurhavenerstr. 7 und alter Rechnungskommission wurde Genoffe Grunow neugewählt. Hausrat noch in der Fennstr. 15 durch Feuer vernichtet. An der Unfallversicherung der Gemeinde- Baubeamten wurde beschlossen. Ein Ecke der Blumen- und Alexanderstraße wurde gestern vormittag ein Antrag, für Zwecke der Feuerwehr und für Gemeinde- Arbeiten eigene Mann von einer mechanischen Leiter der Feuerwehr überfahren. Er Die Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. von 7 bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends 7. S. H. 800. wollte noch vor dem Feuerwehrfahrzeuge den Straßendamm ühe Gespanne zu halten, wurde zurückgestellt. Desgleichen wurde die 1. und 2. Ja, Sie fönnen aber um Niederschlagung oder Stundung bei der schreiten, glitt aber unglücklicherweise auf dem schlüpfrigen Asphalt aus und fam unter die mechanische Leiter. Anscheinend schwer verlegt, wurde er sofort von der Wehr nach dem Krankenhause am Friedrichshain gefchafft. 8ivillage noch eine Strafanzeige gegen die Eltern Erfolg haben. Für den C. W. 72. Leider würde in Ihrem Falle voraussichtlich weder eine von dem Kinde angerichteten Schaden würden die Eltern haften, wenn man Mangel an Aufsicht ihnen vorwerfen könnte. Selbst wenn dieser Vorwurf begründet wäre, so würde Ihnen entgegengehalten werden(§ 254 B. G.-B.), daß auch Sie die Aufsicht über Ihr Kind vernachlässigt haben, und daß dadurch die Schädigung Ihres Kindes mitverursacht ist. Strafrechtlich ist den Eltern des fremden Kindes nicht der geringste Vorwurf zu machen, es sei denn, sie hätten ihr Kind zu der Unart angeſtiftet. C. M. Nein. 1700. Ballijadenstraße. Die Kinder Vermögensverhältnissen entsprechende Ausbildung flagen. fönnten auf eine den M. M. Nein. F. L. Nur wenn die Vernehmung eidlich erfolgt. der Kläranlage der Anzahl und der Art der geleisteten Klebemarfen ab. 1864. Nein. Steuerdeputation einkommen. 3. Die Höhe der Invalidenrente hängt von ausgefeßt. Die Mittel für Schutzkleidung der dort beschäftigten Arbeiter wurden bewilligt. Klage. Eine Beleidigungsflage können Sie zurüdnehmen. Durch die Rücknahme ermäßigen fich die Gerichtskosten, ob auch die Anwaltskosten, Gewerbegerichtswahl in Charlottenburg. Durch rechtskräftigen hängt von der mit dem Anwalt getroffenen Vereinbarung ab. Beschluß des Bezirksausschusses zu Potsdam vom 31. Auguit 1904. 18.. Juhre. Ja. Paul Arndt. Bom 15. November ab. B. N. 100. Das Kind fann Nachlaßregulierung beantragen. Ob Ein Wett- Schwimmen veranstaltet der Arbeiter- Schwimmer Malers Hassel und des Schankwirts Prill zu Beisitzern des Gewerbe- Bersicherung ab. Die für eine bestimmte Person vereinbarte Versicherung ist die am 25. Januar 1904 im 7. Wahlbezirk erfolgte Wahl des Versicherungsgelder zur Nachlaßmasse gehören, hängt von dem Inhalt der bund Sonntag nachmittag 3 Uhr in der städtischen Volksbadeanstalt, gerichts aus dem Kreise der Arbeitgeber für ungültig erklärt. Der wird mit dem Todesfall Eigentum dieser Person, gehört nicht zum Nachlaß. Thurmstraße 85 a. Wie früher, so wird auch diesmal die Veran Magistrat ordnet infolgedessen für den 7. Wahlbezirk( Hochschulstaltung des Bundes unter zahlreicher Beteiligung vor sich gehen. viertel 1-7) eine Neuwahl an. Die Wahl findet statt am Mon- Nachlaß geltend machen. Johanna 99. Shre Tochter tann Erbansprüche auf den mütterlichen Zwei Wettende. In fünf bis zehn Jahren. Das 28. Jugend- Konzert findet am Bußtag, den 16. d. M., tag, den 5. Dezember, von vormittags. 10 Uhr bis nachmittags A. B. Jedem Abonnenten steht die Sprechstunde offen. G. G. 2. nachmittags 4 Uhr, in der Garnisonkirche, Neue Friedrichstraße, 1 Uhr und von nachmittags 5 bis abends 8 Uhr, im Restaurant 1 u. 2. Ja. 3. Die Erstattung des bis dahin Gezahlten aus dem statt. Mitwirkende sind der Toeppesche Frauenchor, Oratorienfänger Hippodrom. Hardenbergstr. 42. Zur Teilnahme sind nur berechtigt vilon 1. Strafbarkeit liegt nicht vor. Der Besteller fann auf Lieferung Sparkassenbuch müßte erfolgen. 2. M. Leider zu spät erfolgt. Sarzen- Müller, Konzertmeister Willy Eylau und Organist Otto folche Arbeitgeber, welche das 25. Lebensjahr vollendet und im und Schadenersag flagen. Südost 26. 1. Soweit eine Fahrlässigkeit Briebe. Die Rettoren der Gemeindeschulen pfleger die gewünschten 7. Wahlbezirk Wohnung oder eine gewerbliche Niederlassung haben. dem Unternehmer zur Raft fällt, haftet er für abhanden gekommene Sachen Einlaßkarten beim Komitee für die Jugend- Konzerte direkt zu be- Das Wahlrecht ist nur in Person und durch Stimmzettel auszuüben. des Arbeiters. Nähere Darlegung finden Sie Seite 213 der vierten stellen, während in den höheren Schulen meistens nur das Konzert Diejenigen Wahlberechtigten, welche sich an der Wahl beteiligen Auflage des Arbeiterrechts". 2. Rein. 3. Gewerbegericht ist zuständig. Oranienstraße 40-41 Die Preise sind streng fest und auf jedem Gegenstand in Zahlen deutlich sichtbar. Starke Herren finden stets passende Kleidungsstücke am Lager Die freudige Bewunderung die unsere billigen Preise für wahrhaft vornehme Kleidungsstücke beim kaufenden Publikum erregen, spornt uns an, den bisher betretenen Weg weiter zu verfolgen. Jackett- Anzug ,, Favorit" grau Marengo oder gestreift Cheviot, sehr Mk. 18. apart Jackett- Anzug ,, Imperial" dunkelgrau Cheviot od. gemusterter Fantasiestoff... Mk. 26.Jackett- Anzug„ Nobel" vornehm gestreift oder einfarbig Kammgarn, Maßers. Mk. 36. Gebrock Anzug ,, Aristokrat" aus schwarz. Kammgarn, sehr reelles Fabrikat. Mk. 28.Gehrock- Anzug aus Aachener Kammgarn in erster Verarb. 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Um Jrrtümern und Reklamationen vorzubeugen, teile höfl. mit, dass das im Hause befindliche Abzahlungs- Geschäft mit meinem Cassa- Geschätt nicht identisch ist. Der Eingang ist nur im Eckladen, im grossen Eckladen( Ecke Ravenéstrasse). Berantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 267. 21. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 12. November 1904. der Depots schaffte, die der mit der Kassenführung und Depot Die Berliner Handelskammer über die Sonntagsruhe verwaltung betraute Angeklagte Wienede Herausgab. im Handelsgewerbe. - dergleichen mehr). Außerdem tvaren 33 darunter Angehörige ver schiedener anderer Berufe; 2 waren Invaliden; für 9 war fein Beruf Der Angell. Wienede bestätigte im ganzen diese Angaben. angegeben. Die Zahl der Verpflegungstage der 1225 in den HeilEr ist weniger einflußreich im Geschäfte gewesen, als Reinhardt und anstalten im Jahre 1902 an Bleibergiftung Behandelten betrug Die Berliner Handelskammer legte am Freitag ein glänzendes repräsentierte auch wohl die geringere Intelligenz. Er war zuletzt zusammen 28 933, d. i. im Durchschnitt auf 1 Behandelten 24,1 Zeugnis für ihre geringe sozialpolitische Einsicht an den Tag, sie Empfänger eines Gehalts von 3000 m., hat aber wie auch die Tage. Von den einzelnen Berufsgruppen haben die höchsten Zahlen erklärte sich mit großer Mehrheit gegen das in Aussicht stehende übrigen Angestellten in bescheidenen Grenzen spekuliert. Es der Verpflegungstage aufzuweisen die anderen Metallarbeiter", Drtsstatut, das die Sonntagsarbeit im Handelsgewerbe weiter ein- wurde festgestellt, daß er, als Vater von vier Kindern, feineswegs die Klempner, Rohrleger, die Schriftseher, die niedrigsten die Hüttenschränkt. Bereits vor Jahren hat die Handelskammer in einer irgendwie luguriös gelebt oder aus den Depots etwas für sich ver- arbeiter. Ohne weiteres wird man daraus natürlich nicht auf ein Resolution die Frage einer etwaigen Verkürzung der Sonn- und braucht hat. Er wohnte in der Pallisadenstraße und lebte sehr schwereres oder leichteres Auftreten der Krankheit bei den einzelnen Feiertagsarbeit für den Kleinhandel als undistutierbar und für die bescheiden. Dasselbe ist auch bei dem Angeklagten Reinhardt der Berufsgruppen schließen können, da ja auch andere Umstände von Fabrik- und Engrosgeschäfte als überflüssig bezeichnet. Auf den Fall gewesen. Einfluß sind. So wird z. B. die Verpflegungsdauer bei einer gleichen Standpunkt stellte sie sich am Freitag aus Anlaß eines Nach der Darstellung des Konkursverwalters Konrad Dieliz Gruppe, die vi.l Ledige in ihren Reihen zählt, größer sein als bei Antrags des Landtags- Abgeordneten Rosenow, angesichts der vom ist der Konkurs außerordentlich verwickelt, und die schwierigsten einer solchen mit einer verhältnismäßig größeren Zahl VerMagistrat an die Stadtverordnetenversammlung gelangten Borlagen Rechtsfragen treten in die Erscheinung, so daß noch feine feste Ueber- heirateter, die ihre völlige Wiederherstellung in der Häuslichkeit abauf Erlaß eines Ortsstatuts die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe zeugung über den Stand der Masse zu gewinnen ist. Am 8. März warten können. einer erneuten Beratung zu unterziehen. Die Herren Rosenow hat sich Regierungsrat Brendel aus dem Fenster gestürzt, der und UIImann, die sich im Sinne des Ortsstatuts aussprachen, Konkurs wurde aber erst im Mai angemeldet, da von der Tochter sowie Westerburg hat die Versicherungsanstalt Hessen- Nassau er Eine Rentenstelle für die Kreise Ober- und Unterwesterivald fanden nur wenig Gegenliebe. Insbesondere war es Herr Kommerzien- des Herrn Brendel, Frau v. Gregori, und für die minorennen Kinder richtet. Es ist dies erste die zweite Rentenstelle, die errichtet wird. rat Jacob von der Speditionsfirma Jacob u. Vallentin und Herr des Regierungsrats Brendel Einspruch gegen die Eröffnung des Die erste besteht bekanntlich für Schlesien. Bry, der bekannte Scharfmacher des Verbandes der Holzindustrielen, Konkurses über die offene Handelsgesellschaft Brendel u. Co. derart schlecht besoldet die ihrer Entrüstung über die sozialpolitische Tendenz des Antrags erhoben war. Das Landgericht und Kammergericht haben die in scharfen Worten Ausdruck verliehen. Herr Jacob versuchte erhobene Beschwerde zurüdgewiesen. Die Juristen, die es, die Zustände nach Erlaß des Drtsstatuts schwarz in schwarz zu anderer Ansicht waren, behaupten, daß die juristischen Schwierigmalen und es so darzustellen, als ob das bißchen Sonntagsruhe den feiten noch nicht erledigt seien. Bei dem Studium der Aften und Aus Induftrie und Handel. völligen Ruin des Berliner Handels bedeute. Warum, so hauchte er der Rechtsverhältnisse, die bei der Firma Brendel u. Co. in Frage den Antragsteller an, will Herr Rosenom nicht den Arbeitgebern fommen, sei er auf Zustände gestoßen, die er in Berlin und in Kohlenversorgung der russischen Ostsee- Flotte durch die Hamburgdiefelbe Freiheit gewähren wie den Arbeitern, warum erstreckt sich unserem Jahrhundert faum für möglich gehalten hätte. Es seien Amerika- Linie. Verschiedentlich sind Witteilungen in die Preffe gee feine sozialpolitische Fürsorge nicht auch auf die Arbeitgeber? auch gar feine Bilanzen gezogen und es sei ihm ein psychologisches drungen über Kohlenlieferungen, welche die Hamburg- AmerikaMit der Bitte, im Interesse von Handel und Industrie Rätsel, wie ein höherer Staatsbeamter so etwas passieren lassen Linie für das auf der Fahrt nach Ostasien befindliche russische den Antrag abzulehnen, schloß er seine Philippika. Aehnlich konnte. Die Prokuristen seien auch Ostsee- Geschwader übernommen hat, doch fehlten bisher genaue Anäußerte sich Herr Bry, der nicht einsehen zu können gaben über den Umfang dieser Lieferungen. In der englischen erklärte, daß es unbedingt nötig fet, auf gefeßlichem Wege gewesen, wie es ihm bisher in einem Bankgeschäft noch nicht Busammenstellung aller bisher für die Stohlentransporte der russischen Schiffahrts- Beitung Lloyds Shipping Inder" wird jetzt eine die Sonntagsarbeit weiter zu beschränken. Durch das Drtsstatut würden wichtige Interessen der selbständigen Gewerbe- borgekommen jei. Ueber dem Ganzen lagere noch eine folossale Flotte gecharterten Dampfer veröffentlicht. Nach dieser Liste stellte treibenden verlegt, denn es gebe fleine Gewerbetreibende, die die unflarheit, es sei noch eine große Zahl von Prozeßentscheidungen die Hamburg- Amerita- Linie 19 eigene Dampfer mit einem RaumSonntagsarbeit gar nicht entbehren könnten. Ein sozialpolitischer zu erwarten. Nach seiner ummaßgeblichen Schäßung seien die Altiva gehalt von 102 588 Tonnen zum Transport von zirka 150 000 Tonnen Fortschritt sei nur das, was geeignet sei, den wirtschaftlich zu veranschlagen. Auf die Frage des Verteidigers gab der Sach- Dampfer mit einem Raumgehalt von 25 654 Tonnen zum Transauf etwa 1 Million Mark, die Passiva auf etwa 2 100 000 m. Sohlen. Die Hamburg- Amerika- Linie charterte ferner 12 deutsche Schwachen zu stärken, und wenn er auch zugebe, daß es für den gewerblichen Arbeiter eine Stärkung bedeute verständige zu, daß, wenn die von ihm in großer Höhe in Be- port bon zirka 39 000 Tonnen Kohlen und 5 englische Dampfer von feine Arbeitskraft nach Möglichkeit geschont wird, so rechnung gezogenen Verluste nicht eintreten sollten, das 17 604 Tonnen Gehalt für zirta 25 000 Tonnen Kohlen. Zusammen möge er es für die faufmännischen Angestellten, die Vermögen hinreichen würde, die Gläubiger zu befriedigen, so daß also 36 Schiffe zur Beförderung von zgirta 215 000 Tonnen Kohlen. größtenteils geistig tätig seien, nicht als Förderung anzusehen, wenn dann nur das Vermögen der Geschäftsinhaber verloren sein würde. Dieses Quantum dürfte jedoch eine wesentliche Erhöhung dadurch größtenteils geistig tätig feien, nicht als Förderung anzusehen, wenn Der Staatsanwalt beantragte gegen Reinhardt vier Jahre. erfahren, daß einige dieser Schiffe bereits zum zweitenmal in fie mit der Uhr in der Hand arbeiten müßten. Den Kaufleuten, die doch auf einem höheren Standpunkt ständen, als die Arbeiter, täme gegen wienede zwei Jahre Gefängnis und je fünf Jahre Ladung sind. Erwähnenswert ist, daß hiervon nur 9 Dampfer es garnicht darauf an, des Sonntags ein paar Stunden länger zu deutsche Kohlen befördern, der Rest für den Transport englischer arbeiten. Hätte Herr Bry mit dieser letzteren Aeußerung Recht, jo ie nede zu einem Jahre Gefängnis unter Anrechnung Der Gerichtshof verurteilte Reinhardt zu zwei Jahren, Stohlen gechartert ist. wäre die Zustimmung der kaufmännischen Angestellten aller von je sechs Monaten Untersuchungshaft. politischen Richtungen zu dem Ortsstatut unbegreiflich. Die große Mehrheit der Handelskammer aber ließ sich durch die Herren Jacob u. Bry verleiten, den oben mitgeteilten Beschluß zu fassen. Nebenbei bemerkt, nicht nur ein arbeiterfeindlicher, sondern auch ein politisch sehr unfluger Beschluß, denn das Ortsstatut kommt trotz des Widerstandes der Handelskammer zustande, die sogar die Gelegenheit, fich ein fozialpolitisches Mäntelchen umzuhängen, unbenugt borüber gehen ließ. wenn berdoch Ehrverlust. Soziales. Wirtschaftsstatistik. Neberarbeit im fächsischen Textilgewerbe. Bei dem starken Modenwechsel und den oft furzen Lieferfristen für größere Aufträge suchen bekanntlich die Tertilfabrifen Ueberstunden für ihre erwachsenen Arbeiterinnen in möglichst ausgiebiger Weise zu erhalten. Sache der Verwaltungsbehörde, die die Leberarbeit bewilligt, ist es aber, im Ausmaß der Ueberstunden nicht zu weit zu gehen. Es fänt In der Sozialen Bragis" tritt der Statistifer G. v. Mahr Ueberstunden nicht viel geringer ist als in ganz Preußen. nämlich auf, daß im Königreich Sachsen die Zahl der bewilligten für eine Ausgestaltung der nächsten landwirtschaftlichen Betriebs- Für das Jahr 1902 wurden statistik ein, die wir für sehr wertvoll halten. Er macht darauf auf stunden bewilligt, in Sachsen 837 444,5. in Preußen 925 933,75 Uebermerksam, daß wir aus unseren bisherigen landwirtschaftlichen Be- Sachsen nur 105 967 erwachsene Arbeiterinnen gegen 252 151 Dabei gab es im einzelnen Betrieb gar nichts erfahren und er erhebt deswegen die der den tragischen Selbstmord des Geb. Rats Brendel im Gefolge geplant ist, auch der Personalbestand der landwirtschaftlichen Be- 570 997 Ueberstunden entfielen. In Preußen waren es im gleichen Forderung, daß bei der nächsten Aufnahme, die leider erst für 1907 große Anzahl der Ueberstunden in Sachsen ist auf die Neberarbeit in Tertilgewerbe zurückzuführen, auf das 1902 nicht weniger als hatte, bildete gestern den Gegenstand eingehender Erörterung vor triebe einschließlich der mitarbeitenden Familienangehörigen auf- Jahre nur 393 277 Stunden. Die Zahl der erwachsenen Arbeiterinnen der zehnten Straffammer des Landgerichts I. Hier hatten sich die genommen werde. werde. Zur richtigen Erfassung der Bedeutung der im fächsischen Textilgewerbe ist erheblich fleiner als in Preußen, fo beiden ehemaligen Prokuristen der Firma Brendel u. Co., der un ständigen Arbeiter für den Betrieb fordert Mayr die Auf- daß die einzelne Arbeiterin in Sachsen zur Ueberarbeit weit mehr 42jährige Johannes Reinhardt und der 39 jährige Karl nahme der Zahl der von diesen Arbeitern geleisteten Arbeitstage. Wienece wegen Depotunterschlagungen zu verantworten. Wollte man das aber nicht, dann solle man wenigstens nach dem herangezogen wird als in Preußen. Im Vergleich mit Preußen Reinhardt wurde bom Rechtsanwalt Dr. Rosenstod, amerikanischen Vorbilde die für Arbeit aufgewendeten Geld- und wurden 1902 in Sachsen Bewilligungen von täglicher Ueberarbeit Wienede bom Justizrat Wronter verteidigt. Der Angeflagte Naturalausgaben ermitteln und dies auch für die mitarbeitenden Reinhardt war seit langer Zeit in der Firma Brendel tätig. Betriebsleiter und Familienangehörigen mit veranschlagen. Für Im Jahre 1888 erhielt er Kollektiv- Prokura in Gemeinschaft mit noch besser würde es Mahr halten, die letteren Ermittelungen mit einem Herrn Holbein; nach dessen Tode trat der Angeklagte Wienecke der Feststellung der Personenzahl zu verbinden. Zugleich fordert an deffen Stelle. Nach dem Tode des Herrn Brendel im Jahre 1896 er die Verbindung einer sorgfältigen Produktionsstatistik mit der ging die Firma an die Witwe und die übrigen Erben über. Das Betriebsstatistik. Die Erfüllung dieser Forderungen, an der wir Geschäft hatte zu Lebzeiten des alten Brendel nur einen ganz allerdings unter den heutigen Verhältnissen zweifeln, würde zweifelFleinen Umfang, unter seinem Sohne hatte es an Aus- los sehr viel zur richtigen Wertung der landwirtschaftlichen Verhältdehnung gewonnen. Reinhardt bezog anfänglich 1800 m. niffe, insbesondere zur richtigen Würdigung der Entwickelung der Gehalt, welches nach und nach bis auf 3600 m. tieg. Ueber die wirtschaftlichen Betriebsverhältnisse beitragen. Gründe zu der Déroute machte er in der gestrigen Verhandlung folgende Angaben: Im Mai des Jahres 1897 sei er durch Vermittelung des Generalbevollmächtigten des Theaterdirektors Prasch, Der Zusammenbruch des Bankhauses triebsstatistiken über die Bedeutung des Faftors Arbeit für den in Preußen, für die Ueberstunden bewilligt werden konnten. Die Brendel u. Co., der damals das Berliner Theater anstalten Behandelten macht das preußische statistische Bureau Ueber die Zahl der wegen Bleivergiftung in preußischen Heilfolgende Angaben: erteilt: bis über über 525 208 1 Stunde 1-1 Stunden 1-2 Stunden Sachsen 1608 236 Preußen 265 135 Preußen zählte 5886 unter Fabrikaufsicht stehende Textilbetriebe mit 95 309 erwachsenen Arbeiterinnen, Sachsen dagegen mur 4272 Betriebe mit 63 461 erwachsenen Arbeiterinnen. Ein Verband der Waren- Kredithäuser, d. H. der Abzahlungs geschäfte soll errichtet werden. Wie der Konfektionär meldet, liegt wie z. B. der Möbelbranche und der Herrenkonfektion, einen Verband es in der Abficht einiger maßgebenden Firmen dieser Branche, welche zu den größten Konsumenten verschiedener Geschäftszweige gehören, zur Wahrnehmung gemeinschaftlicher Intereffen zu gründen. Zu diesem Zwede soll im Januar ein„ Kongreß der Abzahlungsgeschäfte" nach Berlin einberufen werden. Internationale Trägervereinigung. Wie die Kölnische Zeitung" berichtet, hatten in der legten Sigung der deutschen, belgischen und Die Zahl der wegen Bleivergiftung in den Heilanstalten des leitete, mit Herrn Brasch in Verbindung gekommen. Dieser brauchte preußischen Staates behandelten Bersonen zeigt in den letzten Geld; er wollte 45 000 m. alte Schulden bei der Firma v. d. Heybt Jahren eine erhebliche Abnahme, die umsomehr ins Gewicht fällt, u. Co. ablösen, außerdem sich der Verpflichtungen gegen zwei andere als sowohl die Anzahl der in den Heilanstalten überhaupt BehanGläubiger, die ihm lästig waren, in Höhe von 50 000 M. ent- belten, wie auch die der in bleigefährlichen Betrieben beschäftigten lebigen. Der Angeflagte Reinhardt trat dem Geschäft, welches ihm der Personen gestiegen ist; desgleichen ist die Aufmerksamkeit der Aerzte französischen Stahlwerke, in der über die Ausfuhr von Trägern ber Generalbevollmächtigte Kapralled(?) angeboten hatte, freundlich bei dem Auftreten gewisser Krankheitserscheinungen( Magen-, handelt wurde, die deutschen den franzöfifchen Werken eine Beteiligung gegenüber und es tam zu Unterhandlungen. Als Unterlage für das Nervenbeschwerden) in höherem Grade auf ein hier mögliches Vor- von 9 Broz. der gesamten Trägerausfuhr( Grundlage 460 000 Tonnen) Geldgeschäft wurde der Theater fundus angeboten, der nach liegen bor Bleibergiftung gerichtet. Ein flareres Bild über den Um- angeboten. Die französischen Vertreter verlangten dagegen 12 Prog., den von Herrn Intendant Prasch bestätigten Angaben des Vermittlers fang der Bleierkrankungen würde freilich nur dann zu gewinnen nahmen jedoch nach langen Verhandlungen das auf 11% Proz. ereinen Wert von 8-400 000 m. haben sollte. Direktor Praich habe sein, wenn die Arbeiter aller in Frage kommenden Betriebe regel- höhte Angebot der deutschen und belgischen Werke an. Dieses An im Juli 1897 200 000 m. erhalten, im Frühjahr 1898 schon habe mäßig ärztlich untersucht und die Krankenkassenärzte eine genaue gebot ist zwar noch von der Gutheißung der franzöfifchen Werke absich herausgestellt, daß er nicht mehr in der Lage war, das Theater- Krankenstatistik zu führen gehalten wären. Allerdings würden bei hängig. Es wird jedoch als sicher betrachtet, daß diefe die Abgeschäft aus eigenen Mitteln halten zu können. Es habe dem häufigen Berufswechsel der Arbeiter die gewonnenen Zahlen machungen ihrer Vertreter anerkennen werden. In der Zwischenzeit darauf eine Konferenz mit den Vertretern der Firma auch da noch hinter der Wirklichkeit zurückbleiben. wurde der Ausfuhrpreis( mindestens 1000 Tonnen) auf 4% Pfund b. b. Heydt stattgefunden und hier habe sich herausgestellt, daß An Bleibergiftung wurden in den preußischen Heilanstalten Sterling ab Antwerpen festgesetzt. In derselben Sizung sollten auch Herr Prasch das Geld noch nicht einmal zu dem Zwecke der Aus- 1899 noch 1624 Personen, 1902 dagegen nur 1225 Personen be- Beschlüsse über den zu bildenden Halbzeugverband gefaßt werden, lösung feiner Schuld bei v. d. Heydt benutzt habe und daß er Ver- handelt. Auch die Vorführung der Zahlen nach dem Alter der der vorgerückten Zeit wegen wurde diese Frage jedoch vertagt. pflichtungen auch noch bei Karl Neuburger in Höhe von 80 000 m., Behandelten läßt eine Abnahme erkennen, insbesondere für das beim Direttor Hofbauer 2c. entriert habe. Es habe sich weiter arbeitsleistungsfähigste Alter von 20-50 Jahren, dem die größte herausgestellt, daß es auch mit der Sicherheit nichts war, denn der Bahl der Kranken angehörte. Theaterfundus sei bereits an die Firma v. b. Heydt verpfändet ge- Unterscheidet man die hauptsächlichsten, bleigefährlichen Betriebswesen. Die Banthäuser hätten aber davon Abstand genommen, arten so ergibt sich folgendes: Unter den Bleikranken männlichen das Theater und Herrn Prasch fallen zu lassen, um einen öffent- Geschlechtes waren lichen Standal zu vermeiden. Deshalb sei eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung begründet worden. Außer Brendel, Neuburger und b. b. Heydt seien auch Hardt 1. Co. interessiert gewesen. Aber das Theater florierte nicht, sondern er= forderte Bubuße über Zubuße. Die Firma Brendel u.. Co. a) Hüttenarbeiter war bis 1901 mit einer Gesamtaufwendung von 650 000 Mart für das Theater, I. Arbeiter mit metallischem Blei beschäftigt: d) andere Metallarbeiter. Schriftseßer und Buchdrucker in den Jahren 1895 1899 1900 1901 1902 Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 13. November, borm. 8 Uhr, im Bürgersaale des Rathauses, Eingang Königftr. 15-18: Bersammlung. Freireligiöse Vorlesung". Um 10% Uhr vormittags ebendaselbit: Bortrag bes Fräulein Sda Altmann:„ Warum ward Rom die Hauptstadt der Welt." Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Montag, den 14. November, abends 8, Uhr, im großen Saale von B. Franke, Sebastianstr. 39: Be schließende Versammlung. Wichtige Tagesordnung. Weiße Duittung legitimiert. Witterungsübersicht vom 11. November 1904, morgens 8 the. b) Schlosser, Schmiede, Feilenhauer c) Klempner, Rohrleger 200 250 176 186 151 41 51 50 55 31 38 83 60 146 190 168 21 32 66 67 57 66 40 32 28 Stationen • 312 310 360 282 327 347 460 378 389 399 II. Arbeiter mit Bleiweiß beschäftigt: III. Angehörige anderer Berufe engagiert gewefen. Da auch der Theaterfassierer Veruntreumgene) begangen hatte, habe man die Verwaltung der Kasse seiner( des Angeklagten) Ehefrau übertragen. Der Vorsitzende bemerkte zu diesem Thema, daß nach feiner Richtung irgendwie ein Anhalt dafür geboten a) Fabritarbeiter sei, daß diese Funktion von dem Angeklagten dazu benutzt worden, b) Maler, Anstreicher, Ladierer um Gewinn für sich zu machen. Da diese Tatsache feststeht, wurde allseitig auf die Vernehmung des als Zeuge anwesenden Direktors Graul verzichtet. Der zweite Grund zum Ruin der Firma sei die Verbindung mit dem Pelzwarenhändler Bauch wit gewesen, die auch durch Herrn Kapralleck vermittelt worden sei. Der dritte Grund zur Deroute feien die Spekulationen in Northern Pacific- Papieren gewesen. Es habe sich plötzlich eine Kursdifferenz von 60 Prozent ergeben. Dabei habe die Firma 64 000 m. eingebüßt. Schließlich habe die Firma auch noch an der Verbindung mit einem Dr. Riedel 180 000 m. verloren. Er habe schließlich feinen Ausweg mehr gesehen, sondern sich damit zu helfen gesucht, daß er bei den Banken tägliches Geld aufnahm und die Unterlagen dafür durch Hingabe Barometer stand mm 28ind. 769 3 Swinemde. 767 23 Hamburg 768 SD Berlin Franff.a.M. 769 D München richtung Windstärke Better 1 molten! Temp. n.. 5°.4° R. Stationen Barometer stand mm Bind richtung Windstärke 29etter Temp. n. C. 2wolfen! 17 -5 7 3bebedt 11 2beiter-1 Haparanda 755 92 0 Petersburg 750 MM 2bedeckt 1wolfen!-0 Cort 3mollig 2 Aberdeen 757 SSD 2Regen 769 D 3halb bd. 3 Baris 770 23 3wolten! 3 764 S Wetter- Prognose für Sonnabend, den 12. November 1904. Bunächst wärmer, vorwiegend trübe mit Regenfällen und leb Berliner Wetterbureau. und ohne nähere Angabe der Beschäftigung 97 280 255 240 170 Wien daß von den 327 an Bleivergiftung behandelten Fabrikarbeitern haften füdwestlichen Winden; nachher wieder etwas kühler. Zu vorstehenden Zahlen für das Jahr 1902 sei noch bemerkt, 243 in Bleiweißfabriken beschäftigt waren; für 77 ist die Art der abrit nicht angegeben; 7 find in andersartigen Fabriken tätig gewesen. Von den unter III. genannten 170 Angehörigen anderer Wasserstand am 10. November. Elbe bei Auffig oder nicht näher bezeichneter Berufe waren 89 nur als Arbeiter oder 0,39 Meter, bei Tagelöhner bezeichnet; 10 waren Töpfer, je 9 Tischler und Böttcher Straußfurt+1,50 Meter.-D der bei Ratibor+ 1,68 Meter, bei Breslau 1,65 Meter, bei Magdeburg+0,53 Meter. Unstrut bei beziv. Maurer, ebenfalls 9 in anderen als den genannten Gewerben Ober- Begel+5,00 Meter, bei Breslau Unter Begel 0,24 Meter, bei tätig, in welchen Bleivergiftungen gleich wie in diesen nicht selten Frankfurt+1,44 Meter. eifel bei Brahemünde+2,99 Meter. beobachtet werden( Glaser, Stuffateure, Färber, Stellmacher und war the bei Bosen+ 0,18 Meter. Ne te bei Usch 0,20 Meter. Dresden Für den Inhalt der Jujerate Urania, Taubenstr. 48/49. übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 12. November. Anfang 72 Uhr. Opernhaus. Mignon. Neues königl. Opern Theater. Flachsmann als Erzieher. Deutsches. Don Carlos. Berliner. Soldaten. Leffing. Florian Geher. Westen. Der Barbier von Sevilla. Nachm. 3 Uhr: Nathan der Weise. Thalia. Der Weiberkönig. Belle- Alliance. Wer? Hierauf: Die Tugendglocke. National. Altro pericolo. Anfang 8 Uhr: Zentral. Wildes Blut. Schiller 0. Um 8 Uhr im Theater: Frühlingstage an der Riviera. Hörsaal: Dr. B. Donath: Elektrisches Licht. Sternwarte InvalidenHörsaal: str.57/ 62. Tiere in der Wildnis. CASTAN'S PANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Allerseelen melodramatische Illusion. Rumänische Damen- Kapelle ,, Bratiano". Ballier Theater) Deutsch- Amerikanische Wallensteins Lager. Hierauf: Die Piccolomini. Schiller N.( Friedrich WilhelmTheater. Köpenickerstr. 67. Zum ſtädtisches Theater). Die Jüdin 404. von Toledo. Neues. Die lustigen Weiber von Windsor. Kleines. Nachtasyl. Carl Weiß. Senta Wolfsburg. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Lustspielhaus. Biederleute. Luijen. Hasemanns Tochter. Trianon. Gastons Frauen. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. MALE: Heute abend 8 Uhr: Ueber'n TEICH. grossen Sonntag nachmittags 3 Uhr, halbe Preise: Ueber'n grossen Teich". Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Etablissement Buggenhagen Bekanntmachung. Moritzplatz. = Sonnabend, abends 8 Uhr: Sonnabend, abends 8 Uhr: Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. Orts- Krankenkasse für den Gemeindebezirk Wallensteins Lager. Die Piccolomini von Friedrich Schiller. Sonntag, nach m. 3 Uhr: König Lear. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Grossstadtluft. Montag, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Die Jüdin von Toledo. 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Montag: Mein Leopold. Dienstag: Don Carlos. Apollo- Theater. Abends 8 Uhr: Die neuen November- Spezialitäten. Hierauf: Berliner Luft. Ausstattungs- Burl. v. B. Jacobson. Unter persönlicher Leitung des Komponisten Paul Lincke. Sonntag, den 13. November, nachmittags 3 Uhr, bei ermäßigten Preisen: Frühlingsluft und Spezialitäten. Metropol- Theater Zum 15. Male: 9. Parade- Gala- Abend. Katharina I. Coco bermenschliche Wunderaffe. Auftreten der Miss Emeline und die vorzüglichen Programmnummern. Carl Weiß- Theater. Zirkus Schumann. Deute Sonnabend, den 12. November, abends präzise 72 Uhr: Herr Burkhardt- Foottit, Schulreiter. VI. Grande Soirée. High Life. GalaProgramm. 1. a.: Die grösste Sensation der Gegenwart: Münstedts Liliput- Zirkus. Grösste Sehenswürdigkeit: Die reizenden kleinen Liliputaner als Zirkus Künstler in jedem Genre. Ferner: Neu! Mr. Franco Piper, ein musikalisches Phänomen. Die beliebte jugendliche Schulreiterin Frl. Dora Schumann. Neu! Marno- Truppe, fliegende Afrobaten. 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Denn es kommt gar nicht darauf an, daß der Betrieb des Fabrikanten, welcher diese Surrogate in den Handel brachte, erst später in eine Attien- Gesellschaft umgewandelt worden ist zur Zeit der Bestrafung war sie es schon sondern vielmehr auf die Notwendigkeit, im Interesse der reellen Fabrikation und des reellen Handels dem Publikum die Augen recht weit zu öffnen. Die Verunglimpfungen in dem Angriffe in gleicher Weise zu erwidern, verschmähen wir. Unser Ruf, in dem wir bei unseren Abnehmern stehen, und der allein burch die Güte und Preiswürdigkeit unserer Fabrikate begründet ist, läßt sich durch Entwürdigungen solcher Art nicht antasten. Ebenso läßt sich durch die in dem Angriff enthaltene Herabsetzung der Bedeutung unserer Firma die Tatsache nicht aus der Welt schaffen, daß wir infolge unserer Lauterkeit in Fabrikation und Handel innerhalb des kurzen Zeitraums von sechs Jahren Deutschlands größte Katao Fabrik geworden find. Kakao- Compagnie Theodor Reichardt G. m. b.. 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Auflage.**** Die Rechtsverhältnisse zwischen Arbeitgeber und Arbeiter haben durch die Gesetzgebung eine erhebliche Um gestaltung erfahren. Eine systematische Darstellung der gültigen Rechtsregeln ist daher dringend erforderlich, da selbst der Jurist bei der Fülle des neuen Rechtsstoffes kaum weiß, was rechtens ist. Das Arbeiterrecht bon Artur Stadthagen bietet eine solche, von allen Fachleuten anerkannte, überaus flare, für jeder mann verständliche Darstellung und bildet somit einen unentbehrlichen Führer durch alle Gebiete des Arbeiterrechts. Drei vollständig vergriffene Auf lagen zeugen von der wachsenden Inanspruchnahme dieses Buches durch die werktätige Bevölkerung. Die jezige 4. Auflage ist gründlich re vidiert und vermehrt worden, wo durch die Brauchbarkeit sich ganz wesentlich erhöht hat. Stadthagens Arbeiterrecht ist ein billiger und zuverlässiger Anwalt im Hause. Preis geb. 7 Mart. Auch in 28 Lieferungen a 20 31. 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Mützen. Streng reelle Bedienung. Lose königl. preuss. Lotterie zahlt sofort aus 46/ 17* GewinnJ. Rosenberg, Kommandantenstr. 51. Jeder Arbeiter, Jeder Handwerker follte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen. Allein- Verkauf. Sehr starkes Leder in praktischen grauen u. braunen Streifen, auch einfarbig. Am Bund aus einem Stüd gearbeitet. Sehr feste Kappnähte. Haltbarste Pilot- Taschen. Große Flicken umsonst. Die Hose bei Entnahme von 6 Stüd 26 Mt. 4 Mt. 50 Echtblaues Monteur- Jadett 1 M. 90 Echtblaue Monteur- Hose 1 M. 50 Echtblaues Monteur Jadett 0 Prima Köper- Gewebe.. 2 M. 50 Echtblaue Monteur- Hose Prima Köper- Gewebe.. 2 M. 10 Manchester Hose 8,75,5,50,4,50,3 m. 50 Gefüttert. Manchest.- Jadett 14,50 8,75 Beiße Friseur Jadetts 3,50, 2 M. 75 Konditor- Jaden, 2reihig 4 M. 50 Maler- Mittel 3,-, 2,50, 2 M. Mechaniker- Kittel( braun) 3,-, 2 M. 40 Beige Leder- Jadetts, 2reihig . · 7,50, 3. 75 Weiße Lederhosen... 4,50, 2 M. 90 Keffelreiniger Anzüge, blau, 5 M. 50 nach Vorschrift Die Preise gelten für normale Größen. Baer Sohn En gros. Export. En detail. Chauffeeftr.24a/ 25. Brückenftr.11. Gr. Frankfurterstr. 20. Die 23. Preisliste 1904 wird kosten. los und portofrei zugesandt. Bei Bestellung von Hosen ist die Bundweite und die Schrittlänge, bei Jadetts und Kitteln die Brustweite anzugeben. 4672* Bersand von 20 M. an franco. Nachornd berboten! 4. Biehung 5. Klasse 211. Kgl. Preuß. Lotterie. 965 77 114048 203 328 559[ 3000] 63[ 1000] 82[ 1000] Stehung vom 11. November 1904, nachmittags Rar bie Gentane über 240 t, ind den betzenenden Nummern in Rammer beigefügt. ( Ohne Gemabr.) 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500] 435 36 62 71 532 52 80 653 723 95 192000[ 5001 148 349 512 680 772 91 837 87 193171 241 47 391 668 718 884 195037 194061 99 241 49 385 645 817 38[ 5001 932 238 68 93 300 599 701 36 65 837 196027 173 328 197351 [ 3000] 97 575 76[ 1000] 733 813 38 914 34 431 520 63 758 900 8 93 198046 487 565 810 199054 513 1500] 42 68 691 731 90 964 200112 92 255 480 83 526 704 10 866 998 201070 15001 471 686 848 202067 451[ 10001 641 74 767 69 90 884 943 203014 220 57 468 598 765 890 982 96 204061 104 277 512 15 54 965 205263 90 446 589 641 44 738 65 979 206060 155 393 480 513 671[ 500] 78 761 940 10001 207063 81 303 843 208191 93 391 445 78 88 704 8 15001 820 42 209024 175 295 382 582 632[ 3000] 741 847 979 90 210059 148 277 412 542 45 614 740 806 53 211517 675 884 212065[ 5001 89 357 547 698[ 500 769 832 213001[ 5001 108 522[ 1000] 46 53 759 818 54 934 83 [ 10001 214071 72 102 272 434 738[ 1000] 931 215182 294[ 50001 396 475 574 740 898 216069 78 139 305 13 48 55 536 720 72 81 217165 294 308 92 514 91 687 [ 500] 722 60 941[ 3000] 218050 160 227[ 5001 319 54 656 756 833 44 15001 908 219009 33 41 90 119 38[ 5001 238 462 504 220083 107 250 13000] 456 504 12 849 925 49 221076 137 285 302 77 94 450 617 93 821 23 960 222012 32 163 74 312 36 63[ 5001 81 422[ 1000] 634 [ 3000] 73[ 500] 735 838 223078 218 346 67 456 790 Im Gemmusade aven Bramie in 3000 Bewlips 500000 R 200 000 R 150 000, I 100 000 75 000 2 1 60 000 R 250 000 2,10000, 7 m 30 000 2, 19 x 15 000( 38 4 10 000 RL. 85 8 5000 R 1341 a 3000 1974 1000 21 3296 ta Berichtigung. In ber Lifte vom 11. November, vormittings, lies 199 176( 50001 ftatt 199 176[ 500] Verantw. Redakteur: Baul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 267. 21. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 12. November 1904. Aus der Frauenbewegung.at Mit dem Inhalt der„ Gleichheit" beschäftigte sich eine Versamm ung des sozialdemokratischen Vereins Bochum. Der Verein bealoß, dem demnächst stattfindenden Provinzial- Parteitage für das bestliche Westfalen folgenden Antrag zu unterbreiten: " Der Parteitag möge der Redaktion der Gleichheit" anheimjeben, mehr Rücksicht auf die nicht gewerblich tätigen Frauen wie en Ideenkreis der Frau überhaupt zu nehmen und sich auch im llgemeinen einer der Frauenwelt verständlicheren Sprache zu beienen." Eine Organisation der Schneiderinnen und Modiftinnen, die ls Sektion dem deutschen Schneiderverbande angegliedert ist, jelang es in Nürnberg zu gründen. Dieser Erfolg ist auf die lage bandhabung der Arbeiterschuß- Gesetzgebung durch die unteren Verbaltungsbehörden zurückzuführen. Die Unternehmer verstoßen tagäglich gegen die Geseze und Verordnungen. Die meisten Untertehmer der Konfektionsindustrie haben die seit 1. April 1903 voreschriebenen Lohnbücher noch nicht eingeführt, und trotz aller Bechwerden hat der Magistrat noch nicht das geringste getan, um dem Befeße Geltung zu verschaffen; die Sonntagsruhe- Bestimmungen ind die Arbeitszeit der jugendlichen Arbeiterinnen werden nicht eingehalten. Eine Versammlung protestierte gegen diese Gesetzeserlegungen und verlangte vom Bundesrat die sofortige Durch ührung der auf dem Heimarbeiterschutz- Kongreß erhobenen Forerungen. Spandau. Die Versammlung zur definitiven Gründung eines Frauen Bildungsvereins findet Montag, den 14. d. M., ibends 8% Uhr, im Lokale von Kumte, Schönwalderstr. 80, statt. Frauen und Mädchen, welche dem Verein beitreten wollen, werden u dieser Versammlung hiermit eingeladen. " " Tegel. Montag, den 7. November, fand hier in Trapps Fest- Mit ihm mußten seine Ehefrau Konstanze und der Geschäftsführer sälen eine starkbesuchte Volksversammlung statt. Genossin Ottilie Josef Strathaus auf der Anflagebant Plaz nehmen, um sich wegen Klasse". Rednerin kritisierte die Ausbeutung der Frau in der Kenntnis des amerikanischen Geschäfts- und Reklamewesens glaubte Baader referierte über das Thema:" Die Frau und die herrschende Beihilfe zu verantworten. Wiese ist in Hamburg wohnhaft. Seine Industrie und wies auf die hohe Erkrankungs- und Sterblichkeits- er auch auf Deutschland übertragen und hier zu seinem Vorteil aus ziffer der Frauen hin. Der Vortrag fand bei den zahlreich an- nügen zu können. die Genossen Kridel und Masfuhl und geißelten im Sinne der fich mit dem Verkauf getragener und wieder gereinigter KleidungsEr eröffnete deshalb in der Chauffeestr. 80 eint wesenden Frauen großen Beifall. An der Diskussion beteiligten sich Unternehmen, das er Reinigungsinstitut Bligh" nannte und das Referentin die heutige Gesellschaftsordnung. Die anwesenden Frauen stücke befaßte. wurden aufgefordert, sich mehr und mehr der Frauenbewegung an- Firma Baer Sohn und Der Strafantrag gegen ihn ist von der zuschließen, worauf folgende Resolution angenommen wurde: einigen anderen Firmen gestellt, die sich geschädigt glauben. Nach der Anklage wird zupflichten sich, im Interesse des Klassenkampfes sich der schon bestehen- beanstandet, da irgendwelche Apparate dazu seinerzeit gar nicht vor als unrichtig den Frauenbewegung anzuschließen. In bezug auf die hier im Ort erscheinenden Tageszeitungen einer großen Flasche Benzin bestanden. Trotzdem inserierte W., es handen waren. Die angebliche Reinigungsanstalt" habe nur aus wurde folgende vom Genossen Scheidemantel verlesene Resolution würden nicht abgeholte Herrengarderobenstücke demnächst verkauft" einstimmig angenommen: „ Die heute, am 7. November, bei Trapp tagende öffentliche zeichnet, daß W. in acht Monaten 16 000 Baletots berfauft habe, werden. Ferner wird von der Anklagebehörde als unrichtig beVolksversammlung erklärt, Kenntnis genommen zu haben von den daß sich überhaupt so riesige Quantitäten, wie er inserierte, niemals Bemerkungen im Tegeler Anzeiger", welche besagen: die in seinem Lager befunden hätten. Besonders wird lezterer Punkt Tegeler Zeitung" gibt vor, die örtlichen Interessen der von der Firma Baer Sohn als wissentlich unwahre Behauptung des Sozialdemokratie zu vertreten." ausdrücklich, daß die„ Tegeler Zeitung" teinerlei Einfluß auf die Rechtsanwalt Leonh. Friedmann, und erbot sich, den Wahrheitsbeweis Hierzu erklärt die Versammlung Angeklagten bezeichnet. Dem, midersprach jedoch dessen Verteidiger, Maßnahmen der örtlichen Parteiorganisation ausübt und von lepterer anzutreten. Da hierdurch die ganze Angelegenheit als nicht spruch auch feine Direttive zu ihrer Stellungnahme in Parteiangelegenheiten reif gekennzeichnet wurde, sah sich der Gerichtshof genötigt, die Sache erhält." Msdann wurden die Versammelten noch ersucht, sich an der am anwaltschaft nochmals zuzustellen. zu vertagen und die Akten zwecks weiterer Ermittelungen der Staats13. November stattfindenden Neuwahl der Vertreter zur OrtsKrankenkasse recht zahlreich zu beteiligen. Nachdem der Vorsitzende noch zum Eintritt in den Sozialdemokratischen Wahlverein und zum Abonnement der Parteipresse aufgefordert hatte, schloß er mit einem dreimaligen Hoch auf die Sozialdemokratie die gutbesuchte Verfammlung. " Gerichts- Zeitung. Weißensee. Dienstag, den 15. November, abends 8% Uhr, indet im Prälaten", Lehderstr. 122, eine öffentliche Frauenersammlung statt. Genosse A. Stadthagen wird über die politische Entrechtung der Frauen und Mädchen referieren. Genossen und Benossinnen, es ist Eure Pflicht, für diese Versammlung recht rege Unlauterer Wettbewerb wurde vorgestern dem Kaufmann Robert u agitieren. Um zahlreichen Besuch bittet Die Vertrauensperson. Wiese vor der 140. Abteilung des Schöffengerichts zur Last gelegt. 5. und 6. Wahlkreis. Achtung! 30. Kommunal- Wahlbezirk. Montag, den 14. November, abends 9 Uhr, bei Leydecker, Sophienstraße 34: Versammlung. Paul Singer: Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags: Abgeordneten " Warum muß auch der 30. Bezirk einen Sozialdemokraten wählen?" 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 252/ 3* Das Wahlkomitee. Zahlreichen Besuch erwartet Deutscher Metallarheiter- Verband. mittel 17,46-17.44 R., gl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**), gute Sorte Marktpreise von Berlin am 10. November. Nach Ermittelungen des 17,50-17,48 m., Roggen**), gute Sorte 13,80-13,79., mittel 13,78-13,77 M., geringe gevinge 17,42-17,40 m. 13,76-13,75 M. Futtergerste*), gute Sorte 15,70-14,50 M., mittel 14,40 bis 13,30 M., geringe 13,20-12,10 M. Hafer), gute Sorte 16,40-15,60 m., mittel 15,50-14,70 M., geringe 14,60-13,80. Erbsen, gelbe, zum Stochen 40,00-30,00 m. Speifebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linjen 60,00-30,00 Startoffeln 9,00-7,00. Für ein Kilogramm Butter 2.80-2,00 M. Eier per Schod 4,50-3,00 2. Richtstroh 0,00-0,00 m. Seu 0,00-0,00 M. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Achtung! Montag, den 14. November, abends 8 Uhr: Volks- Versammlung im Berliner Prater, Kastanien- Allee 6/7. doc ages Ordnung: Die Bedeutung der Konsumgenossenschaften für die Arbeiter. Referent: Reichstags- Abgeordneter Eduard Bernstein. Der Elaberufer. Bum zahlreichen Besuch ladet ein Ueber dasselbe Thema sprechen am 17. November: Heinrich Stühmer in Neu- Weißensee; Fräulein Ida Altmann im tytum" und Frau Dr. David im Hofjäger"; am 18. November: Frau Dr. Marle Hoffmann" Shmidts Gesellschaftshaus", Gartenstr. 6; am 21. November: Frau Dr. David in Schneiders Talon", Belforterstr. 15; am 23. November: Fräulein Else Lüders im " Swinemünder Gesellschaftshaus und Simon Katzenstein im Webbinghaus", Müllerstr. 7; am Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. 28. November: Frau Dr. David in Habels Brauerei" und Simon Katzenstein im MarienArbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353. bad", Badstr. 35/36. Verwaltungsstelle Berlin. Achtung! Achtung! Achtung! Metallarbeiter. Achtung Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler Sonntag, den 13. November 1904, vormittags 10 Uhr: Bezirks- Versammlung für Rixdorf, Brik, Tempelhof, Treptow and Marienfelde im Lokale des Herrn H. Thiel, Rigdorf, Bergstraße 151/152. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen H. Scheffler über:" Arbeitsnachweise und Arbeitsvermittelung". 2. Diskussion. 3 Jahresbericht der Bezirksleitung und Neuwahl derselben. 4. Berbandsangelegenheiten und Ver schiedenes. Kollegen! In Anbetracht der überaus wichtigen Tagesordnung, besonders des Punft 3, erwartet die Bezirksleitung einen zahlreichen Besuch, nicht nur der im Bezirk wohnenden, sondern auch der im Bezirk arbeitenden Kollegen. Kollegen und Kolleginnen! Erscheint in dieser Versammlung. Sonntag, den 13. November, vormittags 10 Uhr: Versammlung der Feilenarbeiter im Lokale von Sachse, Lindowerstraße 26. Sonnabend, den 19. November: und anderer gewerblicher Arbeiter. Eingeschriebene Hilfskaffe Nr. 3( Hamburg). Verwaltung Berlin G. Montag, den 14. November, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung in Flechs Festfälen, Fruchtstr. 36a. Zages Drdnung: 184/ 15* 1. Staffenbericht vom 3. Quartal 1904. 2. Bericht der Delegierten von der Generalversammlung in Leipzig. 3. Wahl eines Beitragssammlers. 4. Verschiedene Staffenangelegenheiten. Die Sprechstunden des Bevollmächtigten und Kassierers fallen an diesem Abend aus. Beiträge werden in der Versammlung vom Kassierer entgegen genommen. Mitgliedsbuch legitimiert. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder und deren Frauen ersucht Die Ortsverwaltung. Verband der Möbelpolierer. Montag, den 14. November, abends 81 Uhr, Hussitenstr. 40: Winter- Vergnügen Versammlung. der Branche der Feilenarbeiter im Gesellschaftshause Wedding, Müllerstraße 7, bestehend in Konzert Theater Ball. gelangt: 1 Att von Salinger. j Tagesordnung: 1. Wahl der Delegierten zum Delegiertentag. 2. Disfussion der eingelaufenen Anträge. 3. Verschiedenes. Mittwoch, den 16. November, vormittags 9 Uhr, Blumenstr. 38: Bur Aufführung Durch's Schlüsselloch. Boffe mit Gesang in 159/4 Auftreten des humoristischen Trios. Während der Staffeepause Borträge. Billetts 25 Pf. Anfang 8 Uhr. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. NB. Arbeitslose Feilenarbeiter haben freien Eintritt. Zur besonderen Beachtung! Alle Vertrauensleute, Zahlstellen- Inhaber und Mitglieder bitten wir strengstens darauf zu achten, daß bei der Bezahlung ber 40. Beitragswoche für jedes Mitglied eine Zählfarte ans. geschrieben wird. Die gewiffenhafte Ausfertigung dieser Karte ist zu der am Außerordentliche Vorstands- Sitzung. Das Erscheinen aller Vorstandsmitglieder ist dringend notwendig. Der Vorstand. Orts- Krankenkasse ber Danksagung. Messerschmiede, Schwertfeger sur bie fo rege Beteiligung an der u. Verfert. chirurg. Instrumente Beerdigung unferes lieben Sohnes zu Berlin. Sonnabend, den 19. November, abende 8, Uhr, Ackerstr. 6/7( Boruffia- Säle): Ordentliche Jahresschluß aufzunehmenden Mitgliederstatistik unbedingt er General- Versammlung. forderlich. In Ausführung des Beschlusses der Versammlungen vom 1. November geben wir hiermit bekannt, daß die Extramarken nur in unseren Zahlstellen und zwar vom 5. d. M. an zu haben sind. 191/7 Die Ortsverwaltung. Verband der Fabrik-, Land-, Hülfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Filiale Berlin. Bureau: Linienstrasse 215. Geöffnet 8-1 und 4-8 Uhr. Sonntag, den 13. November 1904, vormittags 9%, Uhr, im Englischen Garten, Alexanderftr. 270: General- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Vorstandsbericht: a) des Zages Drdnung: 1. Wahl eines Staffierers. 2. Wahl von drei Vorstandsmitgliedern( ein Arbeitgeber und zwei Arbeitnehmer). 3. Bahl von drei Ausschußmitgliedern zur Abnahme der Jahresrechnung. Besprechung über die Klaffeneinteilung. 5. Berschiedenes. Fritz Dörnbrack sagen wir allen Freunden und Befannien, insbesondere dem Chef der Firma Kraus sowie den Kollegen und Genoffen des 475. Bezirks unferen tiefgefühltesten Dant. 28825 Die trauernden Eltern nebst Braut. würstchen. Jeden Sonnabend: Frische Jeden Mittwoch: Frische Grüß Blut- und Leberwurst. Brunnen Wurstmeyer, Straße Nr. 6. Tanzmeister Jürgens, Um zahlreiches und pünktliches Erfeinen ersucht Wanzlichstr. 21, Sonnabends, Sonn276/19 Der Vorstand. tags frei, übernimmt Zanzleitung 7020* Die Herren Arbeitgeber sind hierzu für Vereine 2c. eingeladen. Oft und westpreuhische Branntwein u. Liför- Industrie. Weinhandlung C. Westphal, Borfigenden, b) des Kaffierers. 2. Bert H. Gliesings Ball- Salon Weissenburgerstr. 28 von der Gaukonferenz. 3. Bericht der Delegierten der Gewerkschaftstommission. 4. Verbands- Angelegenheiten und Berschiedenes. Buch legitimlert. Wassertorstr. 68 Empfehle meine Säle für Festlich feiten und Versammlungen. H. Gllesing. Bählreiches Erscheinen der Mitglieder erwartet Die Ortsverwaltung. 8412* empfiehlt ihre Spirituosen trotz der sehr erhöhten Spritpreise zu den befannten niedrigen Preifen. Preisliste und Kostproben gratis. 28805 " 127/16 Nach kurzem schwerem' Stranten lager verstarb am 9. November, früh 3 Uhr, unfer langjähriges Mitglied und erster Borfigender Paul Rehbein im 47. Lebensjahre. 295/20 Die Beerdigung findet Sonntag, den 18. d. Ms., nach. 33, Uhr, bon der Leichenhalle des LukasKirchhofes in Briz, Tempelhofer Beg, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Rauchklub ,, Batavia". Zentral- Verein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltung Berlin. Unseren Mitgliedern die traurige Nachricht, daß am 9. d. M. nach schwerer Krankheit der Holzbildhauer Paul Sasse im Alter von 21 Jahren gestorben ist. = Die Beerdigung findet Sonntag, nachmittags 22 Uhr, von der Halle des Emmaus Kirchhofes, Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. 30/11 Deutscher Buchbinder- Verband. ( Bahlstelle Berlin.) Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser treues Mitglied, der Buchbinder Daniel Brinkmann am 5. d. M. plöglich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonnabend, nachmittags um 3 Uhr, auf dem neuen Thomas- Kirchhof in Rigdorf, Hermannstraße, statt. 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