Nr. 269, Abonnements- Bedingungen: bonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 M., monatl. 1,10 m, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost bonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Stolonel geile oder deren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inferate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernfprecher: Amt IV. Nr. 1983. ,, Vor der Katastrophe."*) „ Vor reiten würde. I. Dienstag, den 15. November 1904. st ebenso wahr." " Daß ganz Rußland hofft, der Krieg werde verloren gehen, weil nur so dem gegenwärtigen Regime ein Ende bereitet werden fann." 3ft wieder wahr." " Daß dieses Regime alles Maß der Verworfenheit über steigt und nur mit dem Prätorianerregiment in Spät- Rom verglichen werden kann." st noch gar nicht wahr genug." Meine Physiognomie, bemerkt Ganz, muß während des fnappen Frage- und Antwortspiels einen recht eigentümlichen Ausdruck angenommen haben, denn nun unterbrach mich der Graf und sagte: Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferufprecher: Amt IV. tr. 1984. gruben verschwinden, die nicht nur der Nachwelt, sondern auch den Zeitgenossen unbekannt bleiben? Viele von ihnen verschwinden spurlos und für immer und hinterlassen nur den Ihrigen unheilbaren Schmerz, diejenigen aber, die wieder einmal auf der Oberfläche des Lebens auftauchen, kehren selten zurück, ohne wenn nicht geistig, so törperlich- gebrochen zu sein. Wer ist im stande, mit Worten dem großen Kummer Ausdruck zu verleihen, der erlebt wird infolge der Hekatomben, die alljährlich dem Moloch der administrativen Willkür dargebracht werden? Wer kann die Wunden zählen, die den Herzen zahlreicher russischer Väter und Mütter geschlagen werden! Wer wird so fühn sein, die verderblichen Folgen zu leugnen, die durch alles das für das Wachstum und die EntSie wundern sich über meine Antworten, daß ich als wickelung Rußlands entstehen?" In der Zeitung Prawa" fonfervativer Staatsdiener so spreche. Aber ich hoffe, Sie wird die Schreckensherrschaft der russischen Bureaukratie werden nicht konservativ und infam für folgendermaßen geschildert: identisch halten, und wenn Sie das nicht" Der Krieg hat gezeigt, in eine wie aussichtslose Lage ein tun, werden Sie mir nicht zumuten, daß großes Volf gebracht werden kann, das jeglicher Freiheit des ich das Regime Plehwe billige." Denkens, des Fühlens und des Tuns beraubt ist dank der So urteilt ein russischer konservativer Staats- Bureaukratie, die sich ausschließlich alle Fäden einer verantmann über ein System, zu dessen Unterstütung fich wortlichen Verwaltung und jedweder Bevormundung des unsere Minister, unfere deutschen Polizei-, Zoll- und Justiz- Volfes angeeignet hat. Niemals hat diese Vormundschaft einen behörden hergegeben haben! solchen Umfang erreicht, niemals hat die Willfür weniger mit dem Gesetze gerechnet, niemals hat das Land dies so schmerzhaft empfunden, wie in den letzten Jahren, wo es alle seine Kräfte mit Selbstaufopferung der Kulturarbeit hingab, wobei es auf jeden Schritt auf das Entgegenwirken und die Bevormundung II. seitens der Bureaukratie stieß." " anders spricht sich aber auch die konservative Presse aus. Im Das waren Stimmen aus der liberalen Presse. Nicht anders spricht sich aber auch die konservative Presse aus. Im " Nowoje Bremja“ lesen wir a. B.: Unter diesem Titel hat der Wiener Journalist Ganz die Feuilletons gesammelt herausgegeben, die er in verschiedenen Seutschen Zeitungen von Rußland aus erscheinen ließ, wo er die ersten drei Monate dieses Jahres zugebracht hat. Ganz hat teine tiefgehenden Forschungen über die politischen und wirtschaftlichen Zustände Rußlands angestellt. Auch ist er mit feinem russischen Revolutionär zusammengekommen und ist infolgedessen über die revolutionären Parteiverhältnisse Rußlands sehr mangelhaft unterrichtet. Was aber seine Skizzen für den deutschen Leser wertvoll macht, ist abgesehen von den recht anschaulichen und mit feiner Beobachtungsgabe entworfenen Bildern aus dem russischen großstädtischen Leben insbesondere die Wiedergabe der Urteile über die politischen Zustände Rußlands, die G. von einer Reihe von Leuten aus der höheren" russischen Gesellschaft gehört hat, von hohen Staatsbeamten verschiedener Ressorts, Professoren, Rechtsanwälten, Literaten, an die er mit guten Empfehlungen versehen war. Was er von allen diesen Leuten zu hören befam, bestätigt durchweg das Bild der russischen Zustände, welches der Königsberger Prozeß vor dem deutschen Publikum enthüllt hat. Fürst X.( um seine Gewährsleute vor der Nache der russischen Schergen zu bewahren, nennt G. ihre Namen nicht), der Seitdem Ganz die oben wiedergegebenen Unterhaltungen " Freund und einstige Vertraute des Baren", sagte:„ Wir mit hochgestellten russischen Persönlichkeiten gehabt hat, ist die werden regiert von einer Kamorra von Beamten, die gar kein Entwickelung in Rußland bereits um einiges vorgeschritten. Interesse an der wahren Wohlfahrt des Landes hat, aber das Die von allen Freunden des russischen Fortschritts heiß erhöchste an der ungeschwächten Erhaltung ihrer Macht. Wenn sehnten Schläge sind bis jetzt wenigstens pünktlich eingetroffen, der Zar heute die Wahrheit über die Zustände und die die Finanzkalamität, die industrielle Krise und die allgemeine Stimmung des Landes hören wollte, er tönnte sie nie erfahren, unzufriedenheit ist in Rußland in stetem Wachstum begriffen weil in jener Stamorra keiner den anderen preisgibt, weil und Plehwe, der ehemalige Vertrauensmann der Beamten- organisiert, alle seine Kräfte werden großgezogen und schonend " Im Westen ist das Volk in einer freien Gemeinschaft es dort nur einen Gott gibt, die Karriere mit allen ihren famorra", weilt nicht mehr unter den Lebenden. Sein Tod organisiert, alle seine Kräfte werden großgezogen und schonend amtenfamorra, welche Fürst X. auch eine Bande von eine Anleihe im Auslande aufzunehmen, der gerade zur Zeit sich selbst Furcht hat, so lange die Voltskräfte gebunden sind, Chancen legitimen und illegitimen Gewinns." Diese Be- tam seinen Auftraggebern nicht ganz ungelegen. Der Versuch, ausgenutzt, der Genius der Nation und ihr Wille ist beteiligt an der Schöpfung des Volksschicksals. So lange Rußland vor Anarchisten im Amte" nennt, spielt va banque, um des Königsberger Prozesses unternommen wurde, war ge- so lange das Recht der Nation, an der Gestaltung ihres Lebens zu verhindern, daß der Bar sich dem Bolte nähere oder gar scheitert Mendelssohn gab den Rat, einen günstigeren Zeit nicht anerkannt ist, kann man da von einer Unbefiegbarkeit und Inftitutionen schaffe, die der Beamtenallmacht ein Ende be- punkt dafür abzuwarten. Im Inlande ergab sich bald die nicht anerkannt ist, kann man da von einer Unbefiegbarkeit und Verfuch, die öffentliche Meinung von ihrer Knebelung zu Maßstabe. Es galt nun, im In- und Auslande neues Ver- mißzuverstehender Weise dahin aus, daß Rußland nur durch Dem Baren wird eingeredet, daß jeder Notwendigkeit einer neuen Heeresmobilisation im großen von einer Weltherrschaft reden?" und selbst der berüchtigte Grashdanin" des Fürsten Meschtschersky spricht sich in nicht befreien, zu den Etats généraux, zur Ronstituante und endlich trauen zur russischen Regierung zu erwecken, da die Nieder- den Verzicht auf das absolutistische Regime aus seiner troftlosen mißzuverstehender Weise dahin aus, daß Rußland nur durch zum Schafott führen würde." lagen in Ostasien selbst durch die größten Ausgaben für Die Art, wie die Beamtenkamorra ihre Schreckensherrschaft Reflamezwecke sich auf die Dauer nicht in Siege verwandeln age gerettet werden kann. So lesen wir in dieser Zeitung ausübt, und die Folgen, zu denen fie führt, werden von allen ließen, galt es die Reklametätigkeit auf ein anderes Gebiet zu zum Beispiel: Gewährsmännern Ganz übereinstimmend geschildert. Alle verlegen- es mußte in marktschreierischer Weise der Anbruch schaft ist unmöglich." Und ferner: An dem Tage, wo in der ,, Rußland zu regieren ohne die Mitwirkung der GesellVersuche, die von einzelnen Refforts, Selbstverwaltungsorganen einer neuen freien Aera im inneren Leben Rußlands schaft ist unmöglich." Und ferner:" An dem Tage, wo in der und Vereinen gemacht werden, um die wirtschaftlichen Berhält proklamiert werden. Nach bereits in früheren Zeiten be- der russischen Regierung identifiziert sein wird, wird es sich Auffassung des russischen Volkes die russische Gesellschaft mit nisse Rußlands zu heben, werden gewaltsam unterdrückt, weil währtem Muster beschloß man, es wieder einmal mit einem in erster Linie das Bolf von jeglicher Bildung ferngehalten liberalen Zwischenspiel zu versuchen. Wir werden demnächst gern dem Einfluß dieser enormen Kulturmacht unterordnen." werden muß und weil hinter jeder gemeinsamen Besprechung in ausführlicher Weise auf den neuen Kurs" in Rußland unter Beitung" vom 8. November, betitelt: Frühlingswehen in Im übrigen ist selbst im Leitartikel unserer Kreuzpolitische Abfichten gewittert werden. Es wird bei uns nicht Swiatopolsk- Mirsky zu sprechen kommen, in diesem Bu- Rußland" eine Zusammenstellung von Stimmen aus„ anmehr verwaltet, sagt ein hoher Staatsmann, sondern nur noch fammenhang sei nur erwähnt, daß, um den Anschein zu er- gesehenen russischen Blättern" gegeben, die flar erkennen lassen, überwacht, verhaftet, verschidt." Die unausbleibliche Folge weden, als stehe Rußland vor gewaltigen Reformen, es der welches Elend über ein großes Volk durch die absolutistische ist die wachsende Verarmung des russischen Volkes. loyalen" Presse gestattet worden ist, in ziemlich offener Weise hegen seien, gab einer der ersten Rechtsanwälte Rußlands die zum Ausdruck zu bringen. Die russische Regierung macht das der russischen Regierung selbst das absolutistische RegierungsAuf die Frage, welche Hoffnungen für die Zukunft zu ihre Ansichten über das bisherige russische Regierungssystem Herrschaft einer kleinen Clique gebracht worden ist. Und nun, nachdem unter Billigung und Genehmigung folgende Antwort:„ Alles hängt davon ab, wie dieser Krieg gewiß mit der Abficht, im Augenblick, der ihr dazu als geeignet system in Rußland allseitig gebrandmarkt ist, find wir be endet. Wenn Gott uns hilft und wir verlieren diesen Krieg, erscheinen wird, Rückzug zu blasen. Sie spielt aber jedenfalls rechtigt zu fragen: steigt dem Grafen von Bülow nicht die fo ist eine Besserung denkbar, weil dann der Bankerott, auch ein sehr gewagtes Spiel. Vom weiteren Verlauf des oft- rechtigt zu fragen: steigt dem Grafen von Bülow nicht die Schamröte ins Gesicht beim Gedanken, daß er die deutschen werden kann. Wenn jetzt ein Mensch in mein Zimmer träte, der Geschicklichkeit und von der Einigkeit, mit der die russischen( wie sie ein Freund des russischen Kaifers genannt hat) mobil vor allem der chronische finanzielle, nicht mehr verschleiert asiatischen Krieges und nicht zum mindesten von dem Maße Schamröte ins Gesicht beim Gedanken, daß er die deutschen Behörden zum Schutze dieser„ Bande von Anarchisten im Amte" Behörden zum Schutze dieser Bande von Anarchisten im Amte" um diese Zeit betreten nur anständige Menschen mein Revolutionäre die Situation ausnügen werden, wird es abBimmer und ich würde ihn fragen: was hoffit und wünscheft hängen, ob sie das Spiel gewinnen oder verlieren wird. Bur- gemacht hat? Oder wird er auch fernerhin die Fahne dieser du vom Kriege, so wäre seine Antwort: Schläge! Das ein zeit haben aber die Freunde des russischen Fortschritte den Bande auf deutschem Gebiete hochhalten? aige Mittel, uns zu retten. Wenn wir berechnen, wie viel Borteil, daß sich vor der gesamten Oeffentlichkeit in nicht Menschen alljährlich durch den Absolutismus erschossen und geahnter Weise wuchtiges Anklagematerial gegen das absoluDeportiert, wie viel Familien ruiniert werden, so ist das auch tistische Regierungssystem anhäuft. Wir erleben jetzt ein ein Strieg und ein ärgerer. Nur eine Niederlage kann diesem seltsames Schauspiel: Dasselbe dem Wesen nach was inneren Kriege ein Ende machen, der uns langsam zugrunde Herrn Ganz zu Beginn dieses Jahres von einer Reihe von richtet. Darum nochmals: Wenn Gott uns hilft, verlieren Russen aus der höheren Gesellschaft ins Ohr geflüstert wurde, wir diesen Krieg. Lassen Sie sich durch keine offiziellen Ver- dasselbe, was Professor v. Neusner vor der ganzen zivilifierten anstaltungen täuschen.**) Jeder gute Russe betet:" Gott Welt im Gerichtsfaal zu Königsberg über das ruffische hilf uns und lasse uns Schläge friege n." Regierungssystem ausgesagt hat, dasselbe wird nun unter GeIn der Tat ist dieses Gebet dem Verfasser von allen Beuten, nehmigung der russischen Regierung in der gesamten russischen mit denen er redete, wiederholt worden. Presse mit Ausnahme der Moskowskija Bjedomosti" und Zur Nachprüfung seiner Eindrücke begab sich G. bor noch einem oder zwei unentwegt absolutismustreuen Blättern seiner Abreise aus Rußland zu einem hochgestellten Beamten fortlaufend in jeder Nummer ins Land hinauspofaunt. Um bon streng konservativer Gesinnung. Ein Teil der Unter der deutschen Regierung die Lust zu nehmen, bei den bevorhaltung mit ihm sei hier auch wiedergegeben: Ich will nicht stehenden Reichstagsdebatten über den deutschen Russenkurs mit Scheuklappen durch Rußland gegangen sein," sagte G. mit der Behauptung aufzutreten, das in Königsberg ent„ Wenn Eure Erzellenz die Güte waben wollten, was ich bisher worfene Bild der russischen Zustände sei einseitig und nicht gehört habe, als Konservativer zu wiederlegen und mich eines zuverlässig, wollen wir aus der ungeheuren Fülle des Besseren zu belehren, so würde ich Eure Exzellenz zu besonderem Dante verpflichtet sein." Politifche Ueberficht. Berlin, den 14. November. Ihr Die Ehrenwortjustiz des Schuhmanns. Die russische Studentin Janina Bärson ist am Sonntag mittag genau so formlos und plöglich aus dem Polizeigefängnis entlassen worden, wie sie verhaftet wurde. Bater, ein reicher Banfier in Petersburg, war nach Berlin gekommen und ihm hat der Herr Dr. Henninger seine Tochter übergeben, ohne daß auch nur ein Ausweisungsbefehl verfügt worden ist. Die ganze Affäre wurde erledigt, als ob wir nicht in einem Rechtsstaat, sondern in einem großen Offizierstafino lebten. Herr Dr. Henninger, der Chef der politischen Polizei, hat sich herausgenommen, dem Vater der Studentin das Ehrenwort abzuverlangen, daß seine Tochter noch Sonntag mit dem Abendzug um 7 Uhr nach Genf abreisen würde. Dieses Ehrenwort frönt die Affäre. Materials, das sich im Laufe der letzten zwei bis drei Wochen Die Polizei fann verhaften, wen und wie sie will, fie fann aber in der russischen„ Ioyalen" Bresse angehäuft hat, nur weniges auch Gnade üben gegen men und wie sie will. Eine Art Herausgreifen. So schreibt das Moskauer Blatt Rußfija administrative Begnadigung wurde dieser russischen Studentin jedomosti" in der Nr. vom 27. Oftober:„ Die Herstellung zu teil. Ein Ehrenwort genügte, um sie fogar vor einem ficherer Garantien für die persönliche Freiheit nebst der Be- Ausweisungsbefehl zu schützen. So wird über die elementaren freiung der Presse vom Regime der administrativen Benfur Rechte der Staatsbürger, so wird über die Freiheit der Fremden ist eins der dringendsten und größten Bedürfnisse der russischen polizeilich verfügt. Kein Gerichtsverfahren, nicht einmal ein Gesellschaft. Die Russen leiden nicht nur darunter, daß ihr ordentliches polizeiliches Verfahren, sondern ein Ehrenwort " Daß ein Wiederaufleben des Terrorismus zu be- Mund mit Amtssiegeln verschlossen ist, sondern auch noch tritt an die Stelle jeglichen Rechts. Die Polizeiwillkür, gedarunter, daß der Boden unter ihren Füßen ständigen mildert durch das Ehrenwort, das ist die neueste Form der einer Theaterbühne, die mit zahlreichen Versenkungslöchern polizeilichen Strafbefehl kommt der polizeiliche Gnadenerlaß. Schwankungen unterworfen ist. Ihr Tätigkeitsgebiet gleicht Rechtsbetätigung im preußischen Polizeistaate. Zu dem versehen ist, die jeden Augenblick bereit sind, sich auf Befehl eines unsichtbaren Regisseurs zu öffnen! Wer weiß es nicht. daß alljährlich Hunderte von Opfern in solchen VersenkungsWas haben Sie gehört?" war die Antwort des Grafen. " Daß Rußland verhungert, während die Regierungen Budgetüberschüsse aufweisen. st leider wahr." 11 " Daß die Intelligenz verzweifelt?" it auch wahr." fürchten ist." n *) Sugo Gang, Bor der Katastrophe". Ein Blick ins Baren reich. Franffurt a. M. 1904. **) G. ist übrigens im Betersburger Boltshaus" selbst geuge einer patriotischen Demonstration gewesen und schildert sehr an fchaulich, wie sie von der Polizei gemacht worden ist. Mit diesem Ausgange der Angelegenheit hat die Polizei zugleich bewiesen, daß auch nicht der Schein eines Rechtsgrundes vorgelegen hat, als man die Rujjin verhaftete, tein funstisches Recht und kein moralisches Recht zur Ausweisung. Man bat das Fräulein 10 Tage im Gefängnis behalten/ man hat sie körperlich untersucht, sie von der Außenwelt abzusperren versucht, ihr selbst einreden wollen, daß sie keines Rechts- beistandes bedürfe. Kurz, man hat sie zunächst schlimmer behandelt als den schwersten Verbrecher, dem man binnen 24 Stunden mitteilen muß, wessen man ihn beschuldigt. Vielleicht noch kompromittierender für einen Rechtsstaat als die schlechte Behandlung der Russin ist die liebenswürdige Weise, mit der nian später mit ihr umging. Die Leidenswit der Verhafteten zerfällt in zwei schroff geteilte Hälften. Dls sie plötzlich verhaftet ward, wurde die Dame, der doch nichts nachgesagt werden konnte, auf das Rücksichtsloseste behandelt. Fhre erste Vernehmung vor der Polizei war derart, daß sie zedes weitere Verhör ablehnen mußte. Der Beamte, der sie nach der Verhaftung zuerst ausfragte, schien nämlich nur Jnter- esse sur ihre persönlichsten und privatesten Angelegenheiten zu haben. Er fragte sie in erster Linie nicht nach etwaigen Vcr- fehlungen, nach ihren politischen Anschauungen oder Hand- Jungen, sondern er wünschte alle Einzelheiten ihres Privat- lebens zu erfahren und er entwickelte in dieser Beziehung eine Nanz erstaunliche Wißbegierde. Es ist schlechterdings nicht einzusehen, in welcher Beziehung die privaten Verhältnisse einer russischen Studentin zu ihrer politischen„Anrüchigkeit", zu ihrer etwaigen Auslieferung oder Ausweisung stehen sollen. Wie erwähnt, war diese Vernehmung derart, daß sich die Dame zede weitere Inquisition verbat. Die Folge war, daß sie während der ersten 5 Tage völlig isoliert war, niemand von ihren Freunden bekam Zutritt zi.l vhr, sie durfte nicht einmal im Freien spazieren gehen. Dafür hatte sie aber eine sehr peinliche körperliche llntersuchuua zu bestehen und sie hatte auch sonst Gelegenheit, sich über' das Verhalten der Ausseherinnen zu beklagen. Nach den Schil- derungen, die man uns gegeben hat, schien das Fräulein während dieser Zeit nicht nur das amtliche Interesse, sondern auch die menschliche, allzu menschliche Neugier der An- gestellten des Polizeigefängnisses erregt zu haben. Sie mochte wohl als ein interessantes Fabelwesen in der Eintönigkeit des Polizeidaseins erscheinen. Die seelischen Erschütterungen vieler Marterzeit wirkten derart auf ihren Gesundheitszustand, daß sie körperlich verfallen das Gefängnis verließ. Es ist schon früher mitgeteilt worden, daß der Dr. Henninger der Meinung war, eigentlich hätte sie keinen An- spruch auf einen Rechtsbeistand. Als dann aber nach 5 Tagen der Rechtsanwalt Fränkl sich ihrer annahm, und als man erfuhr, daß man nicht eine Studentin aus dem russischen Proletariat vor sich babe, sondern die Tochter eines sehr ein- flußreichen Mannes, der auch in Berlin bedeutende persönliche und finanzielle Beziehungen unterhält, da wurde man plötzlich außerordentlich liebenswürdig. Die Dame hatte sich seit dieser Zeit nicht mehr über mangelndes Entgegenkommen zu beklagen. Am Freitag wurden dem Rechtsbeistand des Fräulein Värson auch die„Gründe" angegeben, weswegen man sie verhaftet habe. Sie habe im Februar den Protest gegen die Schnorrer- und Verschwörer-Rede des Grafen Bülow unter- schrieben, sie hätte zweitens in Berlin mit Anarchisten verkehrt, sie hätte am 18. März die Gräber der Märzgefallenen besucht und sie wäre endlich Mitglied des„Vereins freiheitlicher Sozialisten" gewesen. Die behauptete Mitgliedschaft in j�nem Verein ist natürlich blanker Unsinn. Der Verein würde sofort aufgelöst sein, wenn er Frauen aufnehmen würde. Daß ein Protest gegen Beleidigungen des Grafen Bülow zur Polizei- lichen Inhaftierung berechtigen sollte, dürfte eine außerhalb Rußlands und der Türkei nicht erhörte Auffassung sein. Auch der Verkehr mit irgend welchen Personen ist bisher nicht strafbar in Deutschland. Man kann mit einem Mörder verkehren, ohne strafbar zu sein, man kann sogar mit irgend einem Minister Beziehungen unterhalten, und es gibt keinen Strafgesetzbuch- Paragraphen, nicht einmal eine Polizeiverordnung, die ver- bietet, daß man mit einem Anarchisten Freundschaft pflege. Was nun gar den Besuch der Gräber der Märzgefallenen an- belangt, so weiß man zwar, daß die Polizei diese Ehrung der bürgerlichen Revolution sehr ungern sieht, aber eine strafbare Handlung liegt auch darin nicht. Es ist eine beispiellose Dreistigkeit und zugleich in der Dreistigkeit unglaublickze Torheit der Polizei, mit solchen Gründen eine Verhaftung rechtfertigen zu wollen. Denn da- mit bezichtigt sie sich selbst, daß sie sich das'Recht einräumt, ganz nach Willkür und Laune jeden, wenigstens jeden Aus- länder, beim Kragen zu nehmen, der ihr irgendwie nicht behagt. Nun freilich wollte es das Mißgeschick des Herrn Dr. Henninger, daß sein neues schneidiges Russenregiment, über dessen Neuuniformierung wir neulich Mitteilungen machen konnten, schon beim ersten Probestück kläglich verunglückte. Man hatte sich eben ein untaugliches Ovfer ausgesucht. Man hat sicher inzwischen erfahren, daß Nußland durchaus keinen Wert darauf legt, die Tochter eines so einflußreichen Mannes in Berlin mißhandelt zu sehen, und so ließ man sie frei,— frei gegen ein väterliches Ehrenwort. Das ist die soziale Seite dieser blamablen Angelegenheit. Wäre die Russin ein armes Mädchen ohne gute Beziehungen- gewesen, so hätten sich bei der Polizei sicher jene vier Anklagen, durch die die Verhaftun-; begründet werden sollte, zu einem so schweren Aergernis ver- dichtet, daß man sie in schonungslosester Weise ausgewiesen, ver- mutlich als„Anarchistin" über die russische Grenze. Da aber mit solcher Tat in diesem Falle keinerlei Vorteil zu erzielen war, so ließ man sie laufen. Diese Freilassung, die ebenso unmotiviert war wie die Verhaftung, ist der Gipfel des Skandals: denn sie beweist, daß ganz wie in Rußland auch bei uns der Schutzmann allmächtig ist. daß er aber auch, wie in Rußland. Unterschiede zu machen weiß, je nach der gesellschaftlichen Stellung der Persönlich- keiten. die das Unglück haben, ihm zu mißfallen. Der Fall Bärson greift bis in die Wurzeln des russischen Polizeistaates Preußens. Die Polizeibureaukratie verletzt auf dem Ver- waltungswege fortgesetzt die im Reiche geltenden Gesetze. Ihre Willkür ist natürlich dort erst recht völlig unbeschränkt, wo nicht einmal Gesetze auszulegen, zu umgehen und zu ver- letzen sind, weil keinerlei Gesetze bestehen. Der Aus- ländrr ist in Deutschland ganz und gar rechtlos, und somit der Polizei auf Gnade und Ungnade überliefert. Widmet sie ihm ihre Ungnade, so ist es schlimm für das Opfer, erweist sie aber, wie im Falle Bärson, gar ihre lächelnde Gnade, so ist das tödlich für den Begriff und das Wesen eines Rechtsstaates. Fräulein Bärson wurde verhaftet, weil si£ mit einem Berliner Anarchisten verkehrte. Sie wurde freigelassen, nach- dem ihr Vater, ein Großbankier, sein Ehrenwort verpfändet hatte, daß seine Tochter die deutschen Grenzen verlassen würde. Ter Befehl des Schutzmanns wurde durch n kavaliermäßiges Ehrenwort ausgehoben. Taraus folgt, daß ein Polizeistaat und ein Rechtsstaat schlechterdings unvereinbare Begriffe sind. Wo die Polizei herrscht, geht der Rechtsstaat zugrunde und beginnt die Hcipjchalt— Ru ß l a n d s t Todesqualen. Vom Main wird uns geschrieben: Unter verständigen Menschen sollte eS keine Meinungsverschiedenheiten über das Thema:„Todesstrafe oder nicht?" geben. Man stelle sich nur vor, wie erhebend und er- baulich eS fein mutz, wenn vor den Augen der gcladenm Zeugen und Amtspersonen ein zum Tode Verurteilter dem Henker ibergeben wird, wie dieser den Delinquenten anschnallt, dessen Hemd zurück- streift, dann daS Beil nimmt und ein Ebenbild Gottes kaltblütig dem anderen Ebenbild den Kopf abschlägt! Man stelle sich erst vor, wie die Wirkung auf die Zuschauer sein mutz, wenn sich das blutige Werk zweimal innerhalb fünf Minuten abspielt, wie dieser Tage in Frankfurt a. M. Wir verstehen, wie infolge unserer heutigen gesellschaftlichen und sozialen Zustände aus Menschen Bestien werden können; wie vertierte Menschen, an denen sich die Gesellschaft furchtbar versündigt hat, einen Neben- menschen ermorden können; wie sie es schließlich sogar nach reif- licher Ueberlegung tun können! All das glauben wir wenigstens be- greifen zu können, so entsetzlich, unerklärlich und unmöglich es sein sollte! Was wir nicht verstehen, was wir noch entsetzlicher finden, als den feigen Meuchelmord, das ist die fein säuberlich para- graphierte„Todesstrafe" einer Gesellfchaft, die sich eine sittliche nennt, die sich einbildet, eine hohe Stufe der Kultur erklommen zu haben! Sind wir denn wirklich schon aus der Barbarei heraus? Ist der große Schritt in die Zivilisation wirklich schon getan? Eine Hoffnung gicbt es noch für den entmenschten Bruder von Adam her, der Menschenblut vergossen hat und dessen Blut nun wieder vergossen werden soll. Er darf den König von Gottes Gnaden um Gnade anrufen; die meisten tun es wohl, die durch Henkershand fallen sollen. Auch die beiden Frankfurter Mörder Groß und Stafforst haben es getan. Und zwar Anfang Juli dieses Jahres, nachdem am 2. Juli ihre Revisiousanträge vom Reichsgericht verworfen worden waren. Bekanntlich wird das Urteil sofort vollstreckt, wenn die Begnadigung abgelehnt wird. Run stelle man sich vor, waS es heißen muß, wenn zwei dem Henker über- antwortete Menschen vom Juli bis November, also volle vier Monate, Tag für Tag hoffe», Tag für Tag aber auch befürchten: niorgen wird dir mit dem Beil der Kopf abgeschlagen! Das sind entsetzliche Qualen, das ist eine Verschärfung der Todesstrafe, für die den ineisten Menschen im IS. Jahrhundert das richtige Empfinden gefehlt haben mag— und heutzutage? Wie war es nur möglich, daß die Antwort auf die Begnadigung solange ausblieb, daß zwei Menschen unter so entsetzlicher Ungewiß- heit vier Monate lang die scharfe Schneide des Henkerbeils am Halse fühlten, ohne daß zugeschlagen wurde I Die„Frankfurter Zeitung" schreibt: „Mr würdigen es durchaus, wenn der König, vor deffeir Entschließung über ein Begnadigungsgesuch die Vollstreckung der Todesurteile nicht zulässig ist, sich erst auf Grund genauester In- forination entscheiden will und wir haben volles Verständnis für ein begreifliches Zögern, das der Gewissenhaftigkeit entspringt. Daß aber längere Reisen des Staatsoberhauptes den Gang der Justiz verlangsamen, will uns weniger selbstverständlich er- scheine»..." Sollten eines Königs Reisen verschoben werden, weil zwei Vcr- brechcr in furchtbarer Todesangst auf Gnade rechneten? Vermutlich hat der verantwortliche Minister aus Schonung für die Reise- dispositionen des Königs seinein Herrn das Begnadigungsgesuch gar nicht erst vorgelegt, ohne daß sich der Verantwortliche wohl darüber klar wurde, wie es das Recht der Gnade in ein Recht der Tortur verwandeln heißt, wenn er dem König die Möglichkeit sofortiger Entscheidung vorenthielt.— Südwestafrikanisches. Die Kolonial-Presse jubelt über die Amtsenthebung des Majors. Leutwein. Sie begrüßt enthusiastisch den Sturz Leutweins, der sich bei den Kolonisten durch seine Be- günstigung der Missionare und seine allzu milde Behandlung der Eingeborenen gründlich mißliebig gemacht habe. Von dem Nachfolger Leutweins, dem Generalkonsul v. Linde- q u i st in Kapstadt, erwartet man einen neuen Kurs, bei dem weder auf die Missionare noch gar auf die Eingeborenen irgend welche Rücksicht zu erwarten ist. Die„Deutsche Tageszeitung" schreibt: „Gouverneur Leutwein ist seit dem Ausbruch des Herero- aufstandes unausgesetzt der Gegenstand schärfster Kritik gewesen, er in erster Linie ist dafür verantwortlich gemacht worden. Der Hauptvorwurf war, daß er die Eingeborenen verhätschelt, die weißen Ansiedler vernachlässigt und dadurch den Ueberinut der Schwarze» großgezogen habe. Gewiß ist dieser Vorwurf be- rechtigt, das„System Leutwein', die Neger mit Zuckerbrot zu gewinnen, aber ihnen niemals die Peitsche zu zeigen, hat iu Südwcstafrika schmählich Fiasko gemacht. Es ist ein tragisches, aber gerechtes Geschick, daß der Gouverneur diesem seinem System nun selbst zum Opfer gefallen ist." Dieselbe Tonart schlägt die„Post" an: „Man wird dein Regime Leutwein gerade jetzt, wo seine Politik durch den Abfall Witbois eine neue Niederlage erfahren hat, welche Deutschland weitere Opfer an Gut und Blut kostet, kaum eine Träne nachweinen, denn in ihm verkörperte sich der kurzsichtige Optimismus, der in den Eingeborenen getreue Unter- tauen der deutschen Herrschast erblickte und forderte, daß man ihnen eigentlich ausschließlich mit Liebe und Güte zu begegnen habe. Diese Auffassung seitens des Gouverneurs und die daraus sich ergebende Behandlung der Eingeborenen war eine dauernde Quelle von Klagen seitens der Kolonisten, dir sich hinter den Schwarzen zurückgesetzt fühlten, und dadurch hat das Werk der Bestedelung mit weißen Kolonisten schwer gelitten." In dieselbe Kerbe hauen alle kolonialbeaeisterten Blätter. Diese Epiloge sind die infamsten Entstellungen der unter Oberst Leutwein in Südwestafrika herrschenden Zustände. Gewiß: wir Sozialdemokraten haben Oberst Leutlvein wieder- holt gegen die frechen Anzapfungen seiner Gegner, der Kolonial- abenteurer. in Schutz genommen. Wir haben die humanen Absichten seiner Verwaltung anerkannt. Wohlgemerkt: seine Absichten! Die Absichten Leutweins scheinen in der Tat lobenswerte gewesen zu sein. Er machte den Versuch, sich der Eingeborenen gegenüber dem niederträchtigen Unterdrückungs- und Ausbeutnngssystem der Kolonialabenteurer anzunehmen. Aber � wir hoben das bereits nachdrücklichst hervor— auch Oberst Leutwein vermochte mit seinen Intentionen nicht durch- zudringen! Er scheiterte an der Raubgier der kolonialen Parasiten, die seine Bestrebungen frech durchkreuzten. Unter dem Gouvernement des Mannes, dem jetzt von unserer Kolonialpresse eine„Verhätschelung" der Eingeborenen vor- geworfen wird, wurden die Eingeborenen ihres besten Landes beraubt, durch sog.„Händler" in der unverschämtesten Weise ausgewuchert, durch weiße Unternehmer schlimmer als Vieh behandelt! Unter Leutweins Gouvernement konnte Prinz Arenberg seine scheußlichen Verbrechen ausüben, unter Leutwein marterte der Unteroffizier K o s s a k seine Opfer zu Tode, unter seiner Verwaltung wurden die Ge- fängnisse zu Stätten der Vernichtung und des Granens. Leutweins Absichten in allen Ehren: aber die tatsächliche Ver- wgltung Leutweins hinderte nicht im mindesten Abscheulich- keten und Äsi.'.rbare!en, wie sie kaum im Kongo st aat z» sichert sein dürften!'' �-n„ � Und dies Verivckltnngssystem bezeichnet die Presse der Kolonial-Flibusrier als ,, Verhätschelung" der Eingeborenen! Wcs mag man da erst von dem Gouvernement L i n d e q u i st erheffen! m Berlin, 13. November. General v. Trotha meidet unter dem 12. November aus Windhuk: Besatzung r�r Station Hasur, 1 Unteroffizier. 7 Mann, vor starken Morengatruppen nach Riet- foutiin O. zurückgegangen. Morenga soll verwundet in Plattben sein. Lengcrle hat die Posten in Davignab und Ukamas nach Warmbad beordert und will am 14. November mit Detachemeut Fromm, 70 Mann, 2 Feldgeschützen, von dort nach Keetmanshoop abrücken. 5topph hält mit 80 Mann, einem Geschütz 73 und einem Gebirgsgeschütz Warmbad besetzt.— Vierte Kompagnie Regiments 2 rückt am 12. November, fünfte Batterie am 13. November von Windhuk nach Kubab. Berlin, 14. November. General v. Trotha meldet aus Windhuk: Ter Pionierzug der 3. Ersatzkompaguic, Leutnant Effnert mit 50 Mann hat am 2. November Bethanien erreicht, so daß sich dort 70 Gewehre befinden. Tie Nvrd-Bethanier sind abgefallen und haben am 24. Oktober eine Patrouille von 5 Mann bei Kunjas angeriffen. 4 Mann sind gefallen, nur einer gerettet. Die Bersabaer und P e l d s ch o e n d r a g e r Hottentotten waren am 26. Oktober noch treu, Gerüchte, betreffend den Abfall emes Teiles, laufen jedoch nach einer Meldung aus Bethanien vom 2. Novcinber um. Morenga hat am 25. Oktober die Farm Hcinabis südlich Keetmanshoop geplündert. Nach Eintreffen der Pferde von Kapstadt sind marschbereit bei Kubub etwa am 23. No- vcmber ein Jnfantcriezug der 3. Ersatzkompagnie, und em Zug Eisenbahiibaukompagnie, im ganzen 100 Gewehre, und am 28. No- vember die 2. Gebirgsbatterie. Berlin. 14. November. An Typhus st..o gesiorben: Reiter Friedrich Schröder, gebore» am 20. August 1380, Lazarett Otjimbinde am 9. November 1904; Reiter Max Schlag, geboren am 10. April 1831, im Lazarett Otjosondu am 10. November 1904.— Reiter Heinrich B ramerer. geboren am 1. November 1882, ist im Fiebcrdelirium plötzlich am 7. November 1904 gestorben. Lazarett nicht genannt. Die italienischen Stichwahlen sind leider nicht zugunsten unserer italienischen Genossen ausgefallen. Trotzdem die Kandidaten unserer Partei an 30 Stichwahlen beteiligt waren, haben sie nur in vier den Sieg davon getragen, wie uns folgendes Privattelegramm meldet:. Rom, 14. November. Gewählt wurden D n z o n»- Mantua, C a b ri n i, N v e und Ferri in Portomaggiore. Der»»glück- lichc Wnhlausfall erklärt sich durch die starke Wahlbeteiligung der Klerikalen. Zahllose Priester und Mönche bearbeitete» vor und in den Wahllokalen die Wähler. Die Stichwahlen bedeuten den Sieg der klerikalen Wahlkräfte. Ein„Herold"-Telegramm meldet ferner: Ro»i, 14. November. Von den gestern stattgehabten 77 Stich- wählen sind bis jetzt 66 Resultate bekannt. Es wurden gewählt 41 Ministerielle, 11 Mitglieder der lonstitutionellen Opposition. 4 Radikale, 2 Sozialisten und 5 Rcp.iblikaner. Der Sieg des Kabinetts ist noch größer als der vor acht Tagen. Weitere Telegramme besagen: Rom, 14. November. den Zusammenstoß mit einem Gegner z» Venneiden, der jetzt ihr Bundesgenosse ist. Eine solche Taksik ist schon störend, wenn sie auf kurze Fristen an- gewendet wird, weil die Massen, ohne welche keine sozialistische Bewegung möglich ist, diese nicht begreifen und leicht in Verlvirrung gebracht werden. Aber diese Taktik wird im höchsten Maße gefährlich, wenn das Einvernehmen mit dem bürgerlichen Gegner' sich, zu einer vollständigen und daueniden Verbindung gestaltet. Hierdurch wird der eigentliche Charakter der Bewegung in Frage gestellt. Alle Geschicklichkeit und alle Tüchtigkeit der Führer reichen mcht hin, um diese Gefahr zu beseitigen, und diese selben Führer befinden sich dann schließlich in der famosen Situation des Soldaten, der seinen Kapitän anruft:„Kapitän, ich habe einen Gefangenen."„Bring ihn Kr," sagt der Kapitän.„Ich möchte wohl, aber er will mich nicht Slassen." Sie sind nicht mehr Herren über sich selbst, sie werden unvennerkt zu Werkzeugen der anderen, sie sind nicht mehr Hammer, sondern Ambos. Es darf kein Zweifel in den Massen aufkommen über die letzten Ziele, und sie müssen immer wissen, daß der Verbündete von heute der natürliche Gegner von morgen sein wird. In dem Konflikt, welcher unsere ftanzösischen Genossen ftennt, ist es daher nötig, das Terrain des Konfliktes selbst aufzuklären, die Position des Feindes zu erkennen, zu wissen, wie weit er geht und wie weit wir gehen, und ob wir auf der Straße, die er verfolgt, und die in gewissem Maße auch die unserige ist, ihn eine Frist lang be- gleiten sollen. Wenn die beiden sozialistischen Fraktionen dasselbe Ziel erstreben, und eS wäre ungerecht bezüglich einer von ihnen zu zweifeln, so werden sie bei gegenseitigem guten Willen sicherlich dahin gelangen, sich zu verständigen in der Feststellung der taktischen Regeln, die sie in dem großen politischen Kampfe leiten müssen, der Frankreich in der gegenwärtigen Stunde erregt. Die innere Lage Frankreichs ist nicht so kompliziert, daß ihr Verständnis besonders erschwert wäre, im Gegenteil, die Fragen, die in erster Linie die öffentliche Meinung beschäftigen, liegen sehr klar und einfach, so weitgehend sie sind ebenso liegt es mit dem Wesen der bürgerlichen Parteien, die in diesem Kampfe eine Rolle spielen. Kein klardenkender Sozialist kann über das Wesen der in Frtige kommenden Parteien im Zweifel sein. Wir kennen die Grenzen ihrer Macht. Bis zu diesen Grenzen zu treiben, das ist unsere Pflicht. Wäre es so schwer, einen Weg zu finden, auf dem die sozialistischen Kräfte geeinigt in einen gemeinschaftlichen Feldzug marschieren können?" Bebel erzählt dann weiter die Kämpfe, welche die deutsche Sozialdemokratie in ihren eigenen Reihen durchgekämpft hat und kommt in Bezug auf dre deutschen Verhältnisse zu dieser zusammen- fassenden Feststellung: „Gewiß, es gibt in der deutschen Sozialdemokratie Meinungs- »erschiedenheiten über die Taktik, die nötig ist gegenüber dem Staat und den bürgerlichen Parteien; aber eine neue Spaltung ist unmöglich. Derjenige oder diejenigen, welche versuchen wollten, diese hervor- zurufen, würden höchstens das Gefolge einer geringfügigsten Minder- heit finden. Sie würden sich dem Gelächter aller und der tiefsten Verachtung aussetzen. Die Sozialdemokratie hat in dem Kampfe der letzte:, 30 Jahre nur zu sehr gelernt, den Wert der Einigkeit der Partei zu würdigen, um jemals eine neue Spaltung zuzulassen. Eine solche Spaltung wird gierig durch alle unsere Gegner er- wartet. Sie begrüßen mit Freudengeheul jede ein wenig ernste Meinungsverschiedenheit in unseren Reihen, und sie be- mühen sich mit allen Kräften, solche Meinungsverschiedenheiten zu verschärfen. Aber der letzte Genosse weiß, daß eine Spaltung nur unseren Feinden zu Nutzen sein würd und er wird alle Opfer bringen, um sie unmöglich zu machen. Wir Sozialisten können große Meinungsverschiedenheiten unter uns haben, gleichwohl können wir fest geeinigt bleiben gegenüber den bürgerlichen Parteien. Nach einer auftichngeu Diskussion hat die Mehrheit über die zu befolgende Taktik zu entscheiden, sei es zu- nächst die Mehiheit der sozialistischen Fraktion im Reichstag, sei es in letzter Instanz die Mehrheit der Delegierten der Parteien. Das ziem: sich für eine Partei, der die demokratischen Prinzipien in das Blut übergegangeu sind. Was für Deutschland möglich war, muß möglich sein für Frank- reich. Gewiß ist die Situation dort eine andere als bei uns, und die Taktik kann verfchiedene Formen annehmen. Das wollte die vom Amsterdamer Kongreß bezüglich der Taktik angenonimene Resolution nicht verbieten. Die Resolution forderte allein, daß kein dauerndes Bündnis zwischen den Sozialisten und den bürgerlichen Parteien eingegangen werden soll, daß keine unserer Forderungen aufgegeben werden soll, auch nur zeitweise, daß keinerlei Ueber- schätzung der Klassengegensätze Platz haben darf. Das klaffen- bewußte internationale Proletariat beobachtet mit gespannter Aufmerksamkeit die sozialistischen Vorgänge in Frankreich. Auf allen Lippen schwebt diese einzige Frage: Werden die auf dem internationalen Kongreß zu Amsterdam in feierlicher Stunde durch die Genossen Renaudel und Vaillant gegebenen Ver- sprcchungen zur Verwirklichung gelangen? Wenn sie es würden, so wäre dies das bedeutsamste Ereignis, welches die sozialistische Welt seit Jahren erlebt hat und welches überall eine unendliche Freude hervorrufen würde. Sozialisten von Frankreich I Enttäuscht nicht die Hoffnungen, welche wir alle auf Euch setzen I" Francis dePressensb spricht sich gleichfalls in einem Artikel über den Amsterdamer Kongreß nut aller Eindringlichkeit für die Notwendigkeit der Einigkeit aus. Er fordert aber, daß nicht die unmittelbare Beendigung der sozialistischen Delegation in den „Bloc" der republikanischen Parteien zur absoluten Vorbedingung der Einigungsverhandluugcn gemacht werden solle. Man solle die Einigung schaffen, dann tvürden solche Fragen zweiten Ranges leicht ihre Lösung finden. Der Abonncmcntspreis dieser Zeitschrift beträgt für das Aus« land auf drei Monate 4 Fr., auf sechs Monate 6 Fr., auf ein Jahr 12 Fr. Für deutsche Parteigenossen, die das Unternehmen zu unter- stützen wünschen, ist die Buchhandlung Vorwärts bereit, das Abonnement zu vernsittcln. Partei- I�acKricKten. Zur Rechtfertigung des Mainzer Wahlkartells nimmt die„Mainzer Volkszeitung" das Wort. Sie gibt zu, daß ein Kanchf um die Mandate sehr viel mehr zur Aufklärung der Massen beitragen würde, als das Kompromiß, meint aber, daß das Zugeständnis von vier neuen Mandaten erst eine Folge des bereits geführten Kampfes sei. Die Liberalen hätten das Kompromiß angeboten und die Partei- genossen hätten ihre Bedingungen gestellt. Weiter schreibt die „Volkszeitung": „Wir wollen noch darauf hinweisen. daß weder die Er- fahrungen in Alzey noch die in Stuttgart für Mainz als„Lehren" herangezogen werden können. Mainz ist Bischofsstadt. Der Einfluß des Ultramontanismus ist viel tiefgehender, als es nach der Zusammensetzung auf dem Rathause aussieht. Die ultramontanc Stadthaus-Fraklion bot und bietet aber noch diesem Einfluß auf die verschiedensten Zweige der Verwaltung ec. einen starken Rückhalt. Nickt wir haben ein Bündnis gesucht, sondern die bürgerlichen Parteien. Der Liberalismus inklusive Freisinn ist allein zu schwach, um bei diesem Wahlsystem selbständig kämpfen zu können. Finoet er den Anschluß nach links nicht, so sucht er ihn nach rechts. Wir ftirchten diefe Koalition der Gegner wahrhaftig nicht, haben aber auch keinen Grund, sie herbeizuführen. Unsere Bedingungen waren hart genug und bedeuten doch eine starke Verschiebung der Kräfteverhälwisie zu unseren Gunsten. Wir werden dort die stärkste Fraktion, während wir die schwächste waren." Das muß ein sehr tiefliegendes Mainzer Bischofsmhsterium sein, daß fünf ulwamoutane Stadtverordnete unter 42 einen fo gewaltigen Einfluß ausüben können. Ein ebenso tiefliegendes Mysterium ist es auch, daß der Liberalismus, der so schwach sein soll, daß er nicht allein den Wahlkanchf führen kann, dennoch zehn Mandate auf dem gemeinsamen sozialdemokratisch-liberalen Zettel bekommt und die Sozialdemokratie nur sechs. Ist der ultramontane Einfluß wirklich so stark, wie er hingestellt wird, dann wird es wohl weniger an der Kraft des Ultramontanis« mus, als an der Schwäche des Liberalismus liegen und dann wäre ein rücksichtsloser Kampf gegen diesen Liberalismus bei weitem wirk- samer zur schließlichcn Beseitigung des ultramontanen Einflusses. als der gemeinsame Handel mit ihm, der die Arbeiter völlig im Uu- klaren läßt über die Gründe des ultramontanen Einflusses. Daß unsere Genossen durch den Wahlhandel jetzt die stärkste Fraktion werden, ist ja zahlenmäßig richtig; dennoch ist eS offenbar nur eine Fiktion, denn der schwache Liberalismus wird auch nach den jetzigen Abmachungen noch 26 Mandate haben, wenn er sich auch mit drei verschiedenen Namen—Nationalliberale, Freisinnige, Demo- kraten— bezeichnet. An die Wahl des Genossen Hug zum Gemeindevorsteher in Bant hatten in Beziehung auf die von Hug abgegebenen Erklärungen ver- schiedene Parteiblätter zum Teil recht abfällige Kritiken geknüpft. Diesen tritt jetzt die Redaktion des„Norddeutschen Volksblattes" mit einer Darlegung des Sachverhalts entgegen. Sie schreibt unter anderm: Um die in der Gemeinde Bant zu erfüllenden hohen sozial- politischen Aufgaben zu lösen, glaubte Genosse Hug die Wahl zum Gemeindevorsteher mcht ablehnen zu dürfen. DaS Amt deS Ge- meindevorftehers in Oldenburg ist ein außerordentlich wichtiges und, wenn ein Sozialdemokrat, der die nötigen Fähig- leiten dazu besitzt, es verwaltet, kann für die Be- völkerung, insbesondere die Arbeiterklasse, in sozialpolitischer Hinsicht vieles geschaffen werden. Bei den eigenartigen Verhältnissen in Oldenburg im allgemeinen und der Kolonie Bant im besonderen kann aus der armen Gemeinde unter der Leitung eines einsichts- vollen Mannes, der dank seiner Ueberzeugung den Willen, dank seiner Begabung die Fähigkeit hat, aus der Gemeinde etwas Gutes und Großes zu schaffe», eine Art Mustergemeinde werden. Es kann in fleißiger und rastloser Arbeit trotz aller Fallstricke, welche auch in Oldenburg noch der Selbstverwaltung gelegt sind, trotz der Armut, unter der eine nur wenig mit begüterten Bourgeois versehene Ge- meinde zu leiden hat, eine Art Munizipalsozialismus geschaffen werden, wie ihn englische Arbeiter in zahlreichen Gemeinden aus eigener Kraft ins Leben riefen. Die Beschlüsse des Gemeinderats hat nach oldenburgischem Gesetz der Gemeindevorsteher zwar auszuführen und nicht zu beanstanden: aber die Vorbereitung der Beschlüsse deS Gemeinderats wie die Aitsjührung liegt in den Händen des Gemeindevorstehers. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ein Gemeindevorsteher wider- willig ausführt, was ihm durch einen Beschluß aufoktroyiert worden ist, oder ob er fteudigen Herzens Armenpflege und Straßenbau, Ortsstatute zugunsten des Fortbildungsschulwesens und Baukontrolle, humane Behandlung der in: Gemeindedienst Beschäftigten und Waisenfürsorge, kurzum alle kommunalen Verwaltungszweige im Geiste werktätiger Nächstenliebe, im Sinne des klassenbewußten Proletariats, in taktvoller Berücksichtigung der auch von unserem Standpunkt notwendigen kulturellen Bedürfnisse aller Klassen der Bevölkerung handhabt. Nur im mühseligen Kampfe haben wir eS dahin gebracht, daß der Gemeinderat trotz des Pluralwahlsystems, das eigens für die Gemeinde Bant ersonnen worden ist, jetzt so zusammengesetzt ist, daß Genosse Hug zum Gemeindevorsteher gewählt werden konnte. Daß Genosse Hug erklärte, auf seine Agitationsreisen und auf seine Reichstags-Kandidatur vom Tage des Antritts seines AmteS an verzichten zu wollen, war selbstverständlich. Niemand weiß besser wie Schreiber dieses, welche heftigen inneren Kämpfe es ihn gekostet hat, von einer Tätigkeil abzusehen, die ihm Stunden der Begeifte- rung, die ihm Erfolge und Anerkennung nicht nur für sich, sondern auch für die Partei bereitete. Aber etwas Drittes giebt es nicht: die Gemeinde hätte es sich nun und nimmer mehr gefallen lassen können, daß der Gemeindevorsteher nur ungefähr ein halbes Jahr fungiert. Die hohen sozialpolitischen Aufgaben, die Genosse Hug sich vor- genomnten hat, würde er nicht lösen können, wenn er einen Teil seiner Zeit für Agitationsreisen, einen anderen im Reichstage zu- bringt. Es wird in dem Artikel noch niitgeteilt, daß Hug im Ein- Verständnis mit der Partei-Organisation gehandelt hat. Die Kostenrechnung des bremischen Parteitages schließt mit einein Fehlbettage von 6627,86 M. ab. Die Gesamteinnahmen betrugen nach der Aufstellung des Parteitagskoinitecs 3669,54 M., die Gesamtausgaben 10 297,40 M. Der Fehlbetrag ist vom bremischen sozial- demottatischen Verein gedeckt Ivorden. Der Voranschlag ist nicht un« wesentlich überschritten worden. Die Ueberschreittmg ist nach dem Bericht des Parteitagskomitees zum Teil auf Mindereinnahmen beim Parkfest, bei der Dampferfahrt nach Helgoland und bei der Festschrist infolge des Streiks im Baugewerbe zurückzuführen. Mehrausgaben sind besonders durch unvorhergesehene Schwierigkeiten bei der Saal- herrichtung entstanden. Nicht bestätigte Schnlvorsteher. In O l v e n st e d t(Provinz Sachsen) waren vier Parteigenossen in den Schulvorstand gewählt. Ihnen ist die erforderliche Bestätigung versagt worden. Arbeiter gehören nicht in die Verivaltung einer Arbeiterschule. Die sozialdemokratischen Gemcindevcrtteter deS Herzogtums Braunschweig werden am 27. November eine Konferenz in Seesen abhalten. pollzillicbea, GcrichtUdieo uf». Ein guter Anfang. Im Saarrevier traten am 1. März eine Anzahl Parteigenossen zu einem Klub zusammen, der sich die Schaffung eines Fonds zur Gründung eines Parteiblattes zun: Zweck gesetzt hatte. Diese Ver- einigung gibt gelegentlich in Mitglieder- Versammlungen des in St. Johann- Saarbrücken bestehenden sozialdemokrattschen Vereins über den Fortschritt ihrer Geschäfte Rechenschaft. Wegen einer solchen BeriKterstatwng wurden die Genossen Drunna und Osterroth unter Anklage gestellt, Iveil die Versammlung, die eine solche des sozialdemokratischen Vereins und als solche auch angemeldet war, eine Versammlung des Presseklubs gewesen und nicht angemeldet worden sei. Der Gendarm als Zeuge hatte der Versammlung nicht bei- gewohnt, er hat nur später gehört, daß über das sozialdemokratische Blatt verhandelt worden sei. Das Gericht verurteilte die Angeklagten zu je 30 Mark Geld- strafe, und so kann nian sagen, daß das neue Parteiblatt des Saar- revicrs seine erste Strafe schon vor seiner Geburt bekommen hat. — Zu einem Monat Gefängnis wurde der Redaktenr des Greizer Parteibattes, Genosse Feustel, vom dortigen Landgericht als Berufungsinstanz verurteilt. Er soll einen Fabrikanten beleidigt haben. Das Schöffengericht hatte nur auf 150 M. Geldstrafe er- kannt. Zugleich mit Feustel war in derselben Sache der Genosse Schnädelbach zu 30 M. Geldstrafe verurteilt worden. Dessen Strafe erhöhte die Berufungskammer auf 40 M. SewefKseKaftUcKes. Bertin una Qmgegencl. Die Aussperrung in der Gelbmetall-Jndustrie dauert noch unverändert an. In der gestrigen Streilvcrsammlung brachte Cohen zur Sprache, daß verschiedene Fabrikanten zu Streikposten geäußert hätten, er, Cohen, haben kürzlich einen Mann, der im öffentlichen Leben eine Rolle spielt, zu dem Vorsitzenden der Fabrikanten-Vereinigung, Herrn Heegewaldt, geschickt, um letzteren für eine Verständigung zur Beilegung der Aussperrung geneigt zu machen. Redner erklärt alle derartigen Auslassungen der Fabrikanten als jeder Begründung entbehrend, die nur zu dem sehr durchsichtigen Zweck gemacht seien, um die Streikenden wankelmütig zu machen und die Sache so hinzustellen, als pfeife der Metallarbeiter-Vcrband bereits auf dem letzten Loch. Die Streikleitung wisse ganz genau, daß Leute von der Art des Herrn Heegewaldt nioralischen Einwirkungen unzugänglich sind, deshalb seien auch alle etwaigen Bemühungen in dieser Hinsicht überflüssig, ganz gleichgültig, ob sie direkt oder indirekt unter- nommcn würden. Jeder Annäherungsversuch in dieser Art würde von den Kühnemännern pon vornherein als eine Schwäche der Arbeiterorganisation ausgelegt und öffentlich ausgeschrien werden; darum denke auch niemand in der Streikleitung daran, anders als auf der von den Ausgesperrten genehmigten Grundlage mit den Fabrikanten zu verhandeln. Es könne nur wiederholt werden: Die Streikenden und Ausgesperrten würden aushalten, gleichviel, ob der Kampf nur noch Tage oder Wochen und Monate andauert.(Stürmi- scher Beifall.) Mittlerweile machen die Fabrikanten immer noch die größten Anstrengungen, Arbeitswillige heranzuziehen. Aus- wärtige Unternehmer suchen sogar per Annoncen Gürtler, Drücker, Bestoßer usw., um den sich Meldenden dann mitzuteilen, daß sie diese nicht für ihren eigenen Betrieb, sondern für„befreundete" Fabrikanten nach Berlin, also als Arbeitswillige, engagieren wollen. Nach oberflächlichen Berechnungen mutz der gegenwärtige Kampf, cinschlietzlich der Arbeitswilligensuche, den Unternehmern riesige Summen kosten. Bekanntlich erhalten die Fabrikanten von dem Kühnemänner-Verbande für jeden von ihnen Ausgesperrten pro Woche 7,50 M. Unterstützung. Dazu zahlt der Verband nicht nur an seine von der Aussperrung betroffenen„eingeschriebenen" Ar- bciter(es sind das allerdings nicht viele) eine Beihülfe, sondern auch an jeden Arbeitswilligen nach vierwöchentlicher Arbeitsleistung eine„Prämie" von 10 M., die sogenannte„Judasprämie". Man geht sogar soweit, den„minderleistungsfähigen" Arbeitswilligen (und das sind ja die meisten) zu erklären, sie möchten nur getrost darauf los arbeiten; wenn sie es auf 30 M. Wochenverdienst nicht zu bringen vermöchten, so würde ihnen das hieran fehlende auf dem Bureau in der Drcsdenerstratze gezahlt werden. Denkt man nun noch an die sonstigen Anforderungen für Agenten und Streikbrecher- annoncen und die kolossalen, kaum annähernd zu taxierenden Ge- schäftsverluste durch Lahmlegung der Industrie, so dürfte auch selbst den reichsten der Fabrikanten der Kopf wehe tun, geschweige noch den weniger kapitalkräftigen. Unter solchen Umständen können es die Arbeiter ruhig abwarten, wie lange eS die Fabrikanten noch auf ihrem hohen Pferde aushalten werden. In den letzten Tagen sind denn auch wieder mehrere Unter- nehmer bei der Streilleitung vorstellig geworden, ihnen doch die seinerzeit aus ihren Betrieben herausgezogenen Metallformer wieder zu geben; wogegen sich die Herren verpflichten wollten, keinerlei Streikarbcit herstellen zu lassen. Recht eigentümliche Praktiken scheint gegenwärtig der„Per- ein für Unfallverletzte" zu befolgen, wie aus folgender Annonce hervorgeht: Invalide Gürtler, Bestoher, Schlosser usw. für leichte Feil- arbeit stellt Verein für Unfallverletzte, Neue Friedrichstr. 3, noch ein. Meldungen usw." Ob es sich der genannte, wegen seiner angeblichen Fürsorge- tätigkeit für invalide Arbeiter von manchen Sozialpolitikern so hochgerühmte Verein jetzt auch zur Aufgabe macht, den Kühne männern Streikbrecher zu liefern?! Das wäre denn doch eine„Fürsorgctätigkeit", die auf den„Verein für Unfall verletzte" ein außerordentlich trübes Licht werfen mühte. Die Aussperrung der Tischler. Die„Fachzcitung" stellt in ihrer letzten Nummer eine um- ständliche Rechnung auf, um„durch Zahlen zu beweisen", dah die Kassenbestände des Holzarbeiter-Verbandes in kurzer Zeit erschöpft fein müssen, und dah dann der Widerstand der verhahten Arbeiter- organisation gebrochen sein muh. Die Rechnung hat, nebenbei be- merkt, einige Fehler. Der Rechenkünstler der„Fachzeitung" zählt sämtliche streikende Klavierarbeiter dem Holzarbeiter-Verbande zu, während diese Organisation nur mit 600 Mitgliedern am Klavier arbeiterstreik beteiligt ist. Ferner bucht der Rechenkünstler fälschlich die streikenden und ausgesperrten Möbelpolierer und Maschinen- arbeiter zu Lasten des Holzarbeiter-Verbandes. Auf diese Fehler legen wir jedoch kein besonderes Gewicht, denn in einer Rechnung, deren Grundlage falsch ist, kommt es auf einige Fehler im einzelnen wirklich nicht an. Dah die Rechnung der„Fachzeitung" auf einer ganz falschen Grundlage aufgebaut ist, sagten wir schon vor einer Woche, als die„Fachzeitung" triumphierend den Zeitpunkt der Er- schöpfung des Holzarbeiter-Verbandes herbeirechnete. Auch gegen- über dem neuesten Rechcnkunststück der„Jachzeitung" bemerken wir, dah man Vorgänge in der Arbeiterbewegung nicht beurteilen kann nach der Zahl der vorhandenen Markstücke, sondern dah man den allezeit bereiten Opfersinn der Arbeiter als einen Hauptfaktor be- rücksichtigcn muh. Grohe und bedeutungsvolle Kämpfe der Arbeiter sind noch nie am Geldmangel gescheitert. Immer waren die Arbeiter bereit und imstande, die materiellen Mittel für die Führung des Kampfes ihrer Klassengenossen herbeizuschaffen.— Mangels anderer Trostgründe mag es ja der„Fachzeitung" und den führenden Herren der Holzindustrie als willkommenes Mittel er- scheinen, wenn sie durch eine kunstvoll aufgestellte Rechnung ihrer zweifelnden Gefolgschaft den nahen Erfolg in Aussicht stellen. In diesem Kampfe dienen aber nicht Zahlen, sondern Tatsachen als Beweismittel, und die Tatsachen werden ja zeigen«, daß die Tischler- meister vergebens auf die angeblich so nahe bevorstehende Er- schöpfung des Holzarbeiter-Verbandes vertröstet werden. Das ist schon jetzt mit Sicherheit vorauszusagen: Ehe die finanziellen Hülfsmittel der kämpfenden Arbeiter erschöpft werden können, haben die führenden Holzindustriellen, wenn sie auf ihrem Standpunkt beharren, zahlreiche Existenzen kleiner und mittlerer Tischlermeister vernichtet. UebrigenS scheint die„Fachzcitung" der Wirkung ihrer Rechnung auf die Stimmung der Leser nicht recht zu trauen, denn sie fügt dem Rechenkunststück noch eine Verdächtigung der Leitung des Holzarbeiter-Verbandes hinzu, wodurch eben die Stimmung, welche die Scharfmacher brauchen, noch erhöht werden soll. Die „Fachzeitung" tut sehr erstaunt darüber, dah in der letzten Auf- stcllung des Holzarbeiter-Verbandes 683 Arbeitslose angeführt werden, und sie meint, durch diese Angabe solle wohl die Mogelei, welche der Holzarbeiter-Verband durch zu niedrige Angabe der Zahl der Ausgesperrten getrieben habe, verdeckt werden. Diese Verdächtigung wirft ein grelles Licht auf die Kampfes- weise der führenden Unternehmer. Sie fassen eben alles als Ge- schüft auf, und ein Geschäft ohne Mogelei scheint ihnen nicht denkbar. Sollte man denn in der Redaktion der„Fachzeitung" wirklich nicht wissen, dah während dieses Kampfes sowohl im„Vorwärts" wie in bürgerlichen Blättern schon öfter eine annähernd ebenso hohe Zahl von Arbeitslosen angegeben wurde, wie in der letzten Aufstellung des Holzarbeiter-Verbandes? Auf feiten der Arbeiter ist keine Ursache zu Mogeleien. Dah aber auf der anderen Seite Mogeleien hinsichtlich der Aussperrung betrieben worden sind, das geht doch schon aus der Tatsache hervor, dah die Unternehmer ihre Gefolg. schaft immer und immer wieder zur Jnnehaltung der ge- faßten Beschlüsse anhalten muhten.— Zur Kampfesweise der „Fachzeitung" paht es allerdings, dah sie durch Verdächtigungen der Arbeiterorganisation ihre Leser bei Stimmung zu erhalten sucht. Ueber die Situation des Kampfes ist mitzuteilen, dah am Montag 30 Ausgesperrte beim Holzarbeiter-Verband gemeldet wurden. Die Zahl der Streikenden, welche am Sonnabend zu- gunsten der Ausgesperrten die Arbeit niederlegten, beläuft sich auf 36._ Zum Streik der Klavierarbeiter teilt die„Fachzeitung" der Tischlermeister mit, dah die Pianofortefabrikanten am letzten Donnerstag beschlossen haben, Verhandlungen vor dem Einigungs- amt abzulehnen, falls solche in Vorschlag gebracht werden. Unsere Leser werden sich erinnern, dah eine Anfrage, ob man vor dem Einigungsamte verhandeln wolle, vom Gewerbgericht so- wohl an die Arbeiter als auch an die Fabrikanten gerichtet worden ist und die Arbeiter sich bereit erklärt hatten, einem Rufe vor das Einigungsamt zu folgen. Lrifiimgen ohne Entschädigung. Die Monteure und Leiterträger der städtischen öffentlichen Beleuchtung, die mit der Auswechselung der Gliihkörper, Instandsetzung der Brenner usw. betraut werden, Huben eine zehnstündige Arbeitszeit, welche sich infolge deS eigenartigen Betriebes, besonders in den Wintermonatcn, bis tief in die Nacht hinein ausdehnt. Bepackt mit der Handwerkstasche und umfangreichen Kästen, in denen sich die Glühkörper befinden, eilen die Leute in ihren ausgedehnten Revieren bei Wind und Wetter von Laterne zu Laterne, um dieselben in Ordnung zu halten. Ein gewisses Pensum wird ihnen vorgeschrieben und wehe demjenigen, der diese? nicht innehalten kann, wenn, wie in der letzten Zeit, die Qualität der Körper zu wünschen übrig läht. Berücksichtigt man, daß die Kästen, die die Leute den ganzen Tag mit sich herum- schleppen, häufig über 30 Pfund wiegen, so wird jeder objektiv urteilende Mensch anerkennen, dah die Kräfte des Arbeiters sehr stark mitgenommen werden. Das Personal der öffentlichen Beleuchtung stellt denn auch ein verhältnismässig starkes Kontingent von Kranken besonders für Lungen- Heilanstalten. Was aber den berechtigten Unwillen der Arbeiter hervor- ruft, ist das sonderbare Verlangen des Betriebsleiters, dass die Arbeiter verpflichtet sind, ohne Entschädigung nach Feier- abend diese Materialienkästen neben dem übrigen Werkzeug mit sich zu nehmen nach ihren meist entlegenen Wohnungen. Während bei anderen Gesellschaften, wie bei Auer usw., die Arbeiter ihre Kästen vor Beendigung der Arbeitszeit nach dem Betriebe bringen, verlangt man in einem kommunalen Betriebe die peinlichste Einhaltung der Arbeitszeit, und erst nach der Beendigung ist es gnädigst gestattet, ohne eine Bezahlung die schweren Kästen»ach Hause tragen zu können. Wollen sie nach einem regnerischen Tage, durchnäht und ermüdet, recht bald ihre Wohnung erreichen, so kommt es häufig vor. dass sie wegen des UmfangeS ihrer Kästen von der Mitfahrt ausgeschlossen werden. Ebenso unentgeltlich haben die Leute vor dem Beginn ihrer Arbeitszeit die Kästen von der Wohnung nach der Zentrale zu bringen und sind ausserdem ver- pflichtet, dieselben wahrend ihrer Mittagspause mit sich zu nehmen und jederzeit für dieselben aufzukommen. Das Verlangen der Arbeiter, für diese Tätigkeit entschädigt zu werde», ist bisher uicht berück- sichtigt worden. Die Arbeiter können nicht recht verstehen, weShalb man von ihnen Leistungen verlangt, ohne dieselben zu bezahlen. Wenn irgend ein Beamter eine Nebenbeschäftigung verrichtet, so erhält« er eine Funktionszulage; der Bureaubote oder Kanzlist, der nach den Dienststunden Schreibereien anfertigt, wird dafür bezahlt und nnr von den Arbeitern, die an und für sich für minimalen Lohn eine lange Arbeitszeit haben, wird im Jntereste des Betriebes eine Betätigung verlangt, zu der sie nicht verpflichtet sind. Die Arbeits- zeit für die Monteure und Hilfsarbeiter ist ans zehn Stunden fest- gesetzt und es entspricht nicht den rechtlichen Bestimmungen, darüber hinaus Leistungen ohne Gegenleistungen zu verlangen. Mit demselben Rechte könnte man fordern, dass die Strassenreiniger ihre Karren und Besen und die Rohrleger die Feldschmieden mit nach Hause nehmen müssen. Die Arbeiter erhoffen eine Aenderung dieses Zustandes, der zweifelsohne der Stadt unwürdig ist. Metallarbeiter! Die Konferenz der Vertrauenspersonen des Süd-Osten, Süden und Zentrum fällt wegen des Busstages aus. Ortsverwaltung Berlin. Deutscher Metallarbeiter-Verband. Deutfeheo Reich. Der Streik der Tischler, Drechsler und Polierer in der V a r t h e r Aktien- Möbelfabrik dauert unverändert fort. Die Fabrik- leitung hat mit allen Mitteln versucht. Arbeitswillige zu bekommen und es ist ihr auch gelungen, in den zehn Wochen des Streiks sieben Tischler und drei Drechsler zu erlangen.— Zuzug ist nach wie vor fernzuhalten._ ßerliner partci-Hncfdcgcnheiten. In allen sechs Berliner Reichstags-Wahlkreisen werden Dienstag abend 8 Uhr Parteiversammlnngen abgehalten, in denen Bericht und Neutvahl der Vertrauens lente zc. auf der Tagesordnung stehen. In einzelnen Wahl kreisen finden außerdem noch Vorträge sozialdemokrattscher Reichstags-Abgeordneten statt. Die Versammlungen tagen in. folgenden Lokalen: Er st er Wahlkreis: Arminhallen, Kommandanten« straße 20. Zweiter Wahlkreis: Bockbranerei, Tempelhofer Berg(Vortrag des Reichstags-Abgeordneten Genossen Rich. Fischer über:„Neue Parteitaktik"). Dritter Wahlkreis: Vogts Nitter-Säle, Ritter- straße 75. Vierter Wahlkreis: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15(Vortrag des Reichstags-Abgeordneten Genossen Paul Singer über:„Die kommende Reichstagsscssion"). Fünfter Wahlkreis: Altes Schützenhaus, Linien- straße 5(Vortrag des Reichstags-Abgeordneten Genossen Rod. Schmidt über:„Volksschule und Volksbildung"). Sechster Wahlkreis: Eiskeller, Chausseestr. 88 (Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen H. Molkenbuhr über:„Die Totengräber der kapitalistischen Produktion"). Parteigenossen, besucht zahlreich diese überaus wichtigen Versammlungen! Die Vertrauensleute. Vierter Wahlkreis(Südost). Morgen, am Busstag, unternimmt der Wahlverein eine Fusspartie nach Schmöckwitz. Treffpunkt früh 8 Uhr auf dem Görlitzer Bahnhof. Reinickendorf. Heute, Dienstag abend 8'/z Uhr, ist bei Mein- hard, Hauptstr. St, die Generalversammlung. Niederschönhauscn. Fn der heute DienStag Lindenstr. 43 statt- findenden Volksversammlung spricht Genosse Georg F r e i iv a l d t über„Kommunale Aufgaben". Rege Agitation zu dieser Versammlung ist Pflicht der Genossen. Niederschönhauscn. Am B u ss t a g(Mittwoch) werden Hand- zettel für die Gemeinderats wähl verbreitet. Alle organisierten Parteigenossen haben sich an dieser Verbreitung zu beteiligen. Treffpuntt:'/„8 Uhr morgens bei Dücker, Eichenstr. 70. — Die für Busstag geplante Herrenpartie findet nicht statt.—_ Lokales. Sein anderes Ich. Vor etwa zehn Jahren wurde im Lessing-Theater ein schrullen- Haftes Sensationsstück von Paul Lindau„Der Andere" auf- geführt. Ein Staatsanwalt war durch Ueberanstrengung, durch allzueifriges Aufgehen im seinem Beruf so nervenkrank geworden, dass er nachtwandelte und in somnambulen Zustand in Kaschemmen hauste und Einbrüche verübte. Das klang ehedem paradox, aber jetzt bestätigte es die Zeit. Publikum und Kritik hätten nicht die Idee des Herrn Lindau absurd gefunden, wenn sie damals den Fall Siegfried Jacob söhn gekannt hätten. Besagter Herr Jacobsohn ist 1881 geboren, hat aber schon in früher Jugend eine solche Reife erlangt, dass er bereits seit etlichen Jahren sehr forscher Theaterkritiker eines hiesigen Montagsblattes ist. Kein Wunder. wenn ein solcher Mann schon mit 23 Jahren das Recht auf Decadence für sich in Anspruch nimmt. Es handelt sich bei diesem Herrn um folgendes: Der Schriftsteller Alfred Gold von der Wiener„Zeit" hat dem„Berliner Tageblatt" vor einigen Tagen einen merkwürdigen Beitrag zur Entstehung einer Kritik übersandt. Der Zu- schrift des genannten Herrn lagen die Nummeril der„Welt am Montag" vom 26. September und 7. November 1904 bei, die zwei Theaterkritiken von Siegfried Jacobsohn enthalten, ferner die Nummer der Wiener Wochenschrift„Die Zeit" vom 23. Dezember 1897, die eine Theaterkritik von Alfred Gold enthält: In der Wiener„Zeit" vom 23. Dezember 1897 schreibt Alfied Gold über Adele Sandrock als Magda in Sudermanns „Heimat":„Aber was sind alle diese Glossen? Nur Beispiele, nur Versuche, in Worten und Ge- danken etivas aufzufangen, was nicht aus Worten und Gedanken geschöpft, sondem erlebt und daher unendlich ist. Man folgt ihrem Spiel auch gar nicht so. wie man sonst einer Biihnendarstcllung folgt; denn nicht bloss eine einzige Linie läuft durch ihre Darstellung, sondern tausend gebrochene Linien und Reflexe kreuzen sich in jedem Moment ihres Magda-Daseins." In der„Welt am Montag" vom 26. September 1904 schreibt Sieg- fried Jacobsohn über Herrn Bassermann als Dr. Niemeher in „Trau mulus":„Aber was sind alle diese Glossen? Nichts als Beispiele, als arme Versuche, in Worten aufzufangen, was nicht aus Worten geschöpft, sondern er- lebt und darum unendlich ist. Man folgt Bassermanns Spiel auch nicht, wie man sonst einer Bühnen- leistung folgt. Denn nicht bloss eine einzig verfolgbare Linie läuft durch seine Darstellung, sondern tausend gebrochene Linien und Reflexe kreuzen sich injedemMoment seines Traumulus-Daseins... Ganz dieselbe Uebereinstimmung der Worte beider Kritiker findet sich, wenn eine von Gold über Adele S a n d r o ck 1897 geschriebene Kritik mit einer Kritik des D u s e- G a st sp i e I s verglichen wird. die Herr Siegfried Jacobsohn in seinem Montagsblatt vor erst acht Tagen veröffentlicht hat. Die Welt ist wie die Jugend des Herrn Jacobsohn schnell fertig mit dem Wort und denkt an den Schuljungenbrauch des Abschreibens von Musteranfsätzen. den besagter Herr noch nicht verschwitzt habe. Aber die Welt ist im Umecht mit dieser boshaften Deutung der Dinge. Der Fall liegt diesmal, wie wir von Herrn Jacobsohn selbst erfahren, psychologisch. In seiner Montagszeitung gibt er den Tat- bestand zu, überrascht uns dafür aber mit folgender Deutung der Dinge: Die Erklärung? Mein jüngst erschienenes Buch und mein Gedächtnis. Um ,daS T�ater der Reichshauptstadt" zu beschreiben. dessen Entwickelung ich nur in den letzten Jahren miterlebt habe, hatte ich die Aufgabe, mir die Zeit von 1870 bis 1900 teils zum erstenmal vor die Augen zu führen, teils aufzufrischen und mich nach Möglichkeit von ihren Stimmungen und ihrem Charakter durchdringen zu lassen. Dazu dienten mir alle erreichbaren Zeitungs- und Zeitschristenbände aus diesen drei Jahrzehnlcn— „Vossische Zeitung",„Berliner Tageblatt",„Deutsche" und„Neue Deutsche Rundschau",„Gegenwart" und„Zukunft",„Deutschland" und„Magazin",„Nation" und Wiener„Zeit"—, die ich Über» gewissenhaft so und so viel Stunden täglich mit überanstrengten Augen und überanstrengten Nerven durcharbeitete. Aber nach und schon während dieser Arbeit zeigten sich üble Folgen. In meinem Ge- dächtnis, von dessen abnormerStärke und Zuverlässigkeit f a st jederProben erhält, der eine Zeitlang mit mir verkehrt, schlummerten Worte, Bilder, Sätze und ganze Satzfolgen fremder Autoren, die durch die geringste Assoziation geweckt wurden und eS mir in zahllosen Fällen zu meiner Oual unmöglich machten, einen eigenen Ausdruck für meinen Eindruck zu finden. Dieser Zustand des häufig erfolglosen Ringens um den eigenen Ausdruck wurde am ärgsten nach den Ferien dieses Jahres, in denen ich nachweislich bis zum letzten Tage an jenem unscheinbaren, aber unendlich mühevollen Buche gearbeitet hatte, und aus denen ich erschöpfter zurückkam als je. Herr Paul Lindau hat jetzt ein Recht, sein längst vergessenes Schauspiel von neuem der Oeffentlichkeit zu unterbreiten. Er inag es dann unter dem Titel„Der Fall Jaeobsohn" aufführen lassen. Die Rechtfertigung, die dem Dichter und Theaterdirektor spät, aber um so gründlicher durch den Kritikus der„Montagszeitting" zuteil geworden ist, sticht um so mehr in die Augen, wenn inan bedenkt. dass der Beruf des Kritikers und der des Staats- anwalts eng mit einander verwandt sind. Beide Herren haben ihre Mitmenschen herunterzureissen, wobei es nicht viel ausmacht, dass der eine Einbrecher und Zeitnngsredakteure, der andere Schau- spieler und Dichter sich zum Objekt erkoren hat. Wer will überhaupt Subjekt und Objekt, Schriftsteller, Rezensenten und Spitzbuben auf den ersten Blick von einander unterscheiden? Das verschwimmt alleS gar leicht in einander. Ein Staatsauwalt eignet sich unbewußt als zweites Ich das Ich eines Diebes an, ein Kritiker das Ich eines Kollegen. Das ist für Psychologen etwas ganz Selbstverständliches, und die Beweisführung für solche Entwicklung des Geisteszustandes ist ebenso schlüssig wie die andere des Herrn Jacobson, dass eine ungeheure Nervenabspannung nicht eine Schwächung, sondern eine Stärkung des Schädetinhalls zur Folge hat. die sich in schlimmen Fällen derart steigert, dass der von solcher Krankheit Befallene nicht allein Schillers„Glocke", sondern sämtliche Theaterkritiken sämtlicher Rezensenten der Welt von Anfang bis zu Ende aus dem Gedächtnis heriagen kann._ Der Ausschuß zur Prüfimg der von der Stadt selbst zu er« bauenden Strasscubahulinien beschloß gestern nach vierstündiger Be« ratung mit acht gegen sieben Stimmen, der Stadtverordneten- Ver« sammlung die Annahme der Magistratsvorlage über die Linie Balteirplatz— Wedding zu empfehlen. Vorher war ein Antrag Jacobi gegen sieben Stimmen abgelehnt worden, worin der Magistrat er- sucht wurde, diese Linie von der Grossen Berliner Straßenbahn auf Grund deS Z 4 des Straßenbahn- Vertrages erbauen zu lassen. Hierbei hätte die Stadt an die„Grosse" einen Betrag von etwa 600 000 M. bezahlen müssen. Die Stimmung war eine ausser« ordentlich gereizte. Der Oberbürgermeister führte u. a. aus, dass weun Berlin jetzt nicht baue, es sich für alle Zeiten die Möglichkeit zur Erbauung eigener Strassenbahncn verscherze. Diese UnterlasjungS« süude werde die Stadt später mit Millionen und Abermillionen be» zahlen müssen. Den Gipfelpunkt der Aussührungen des Oberbürger- meisterS bildete der Vorwurf, daß die Gegner der Magistratsvorlage, „allerdings unbewusst", nur die Geschäfte der Aktionäre der Grossen Berliner Slrassenbahn besorgien.— Die Weiterbcratung, speziell über die Südlinien, wurde bis Donnerstag früh 10 Uhr vertagt. Der Ausschuß zur Vorberatung deS Ortsstatnts betreffend Einschränkung der So nn tagsarbeit im Handelsgewerbe hat unter Ablehnung der von unseren Genossen gestellten Anträge der Magistratsvorlage seine Z u st i m m u n g erteilt. Ebenso wurden die Anträge Wallach und Genossen, welche eine wesentliche Ver- schlechterung enthielten, abgelehnt. Nach dein Ortsstatnt soll also, mit Ausnahme der Nahrungs- und Genussmittelbranche, für welche die alte Zeit bestehen bleibt, die Arl�itszeit von morgens 8—10 Uhr festgesetzt werden. Ferner wurde einer Resolution Modler Zu- ftimmung erteilt, welche eine Petttion wegen anderweitiger Festsetzung des SonntagSgottesdienstes anstrebt. Der FreisinuSkandidat im 30. Kommunal- Wahlbezirk, Herr Malermeister Rettig, hat in einer Wählerversammlung auf die umfangreiche Tätigkeit hingewiesen, die er in verschiedenen Ver- einen und in kommunalen Ehrenämtern seit langem„für daS Allgemeinwohl" entfaltet habe. Hierzu wird uns aus den Kreisen der Ge hülfen des Malergewerbes geschrieben, es sei ver- wunderlich, dass Herr Rettig es unterlassen habe, sich den Wählern auch als den Vorsitzenden des„Arbeitgeber- Verbandes der Malereigeichäfte Berlins und der Vor- orte" vorzustellen. Ob er denn jetzt plötzlich nicht mehr stolz darauf sei, mit Leuten wie Kühnemann, Felisch, Rahardt uslv. in einer Reihe zu stehen? In der Zuschrift, die wir hierüber erhalten haben, wird die Verinutung auSgeiprochen, dass der Freisinns- Kandidat Rettig von Malergeh ü Ifen wohl keine einzige Stimme erhalten werde. Nun, wir denken, das versteht sich doch von selber I Wir setzen voraus, dass auch jeder andere Arbeiter ergebenst dafür danken wird, einem Manne wie Rettig zu einem Skadtverordneten-Mandat zu verhelfen. Es gibt in der Stadt« Vcrordneten-Versammlung gerade genug Vertreter des Unter- n e h m e r t u m s. An ihnen und den HauSagrariern hat die sozial- politische Rückständigkeit der Kommune Berlin ihre festeste Stütze. Da wird kein Einsichtiger wünschen, daß noch ein neuer Vertreter dieser Spezialinterefien in das rote HauS einzieht. Jeder Arbeiter wählt unseren Genossen S a s s e n b a ch. Die Hoffnungen der Freisinnigen auf einen nochmaligen Sieg im 30. Bezirk sind in der Tat nicht sehr gross. Da sie wisten, wie schwer der Kampf fiir sie werden wird, so suchen sie mit allen Mitteln Wähler für ihren Rettig einznfangen. Der Umstand, dass die Bürgerpartei ihm den Anttsemiten Pretzel gegenübergestellt hat, wird jetzt von den Freisinnigen dazu benutzt, die Juden zu alarmieren, die im 30. Bezirk in großer Zahl ansässig sind. In einem„vertraulichen" Schreiben, das diesen zugegangen ist, wird empfehlend hervorgehoben, daß Herr Rettig„in den städtischen An- gelegenheiteu keinen Unterschied der Konfesston macht." Nur in den „städtischen Angelegenheiten"? I Wir hatten immer gemeint, einen solchen Unterschied soll ein vernünftiger, aufgeklärter Mensch über- Haupt nicht machen! Wir sind gespannt auf die Wirkung, die dieses Schreiben auf die Empfänger ausüben wird. Nun werden sie gewiss in hellen Haufen herbeieilen, um dem Freisinn zu helfen? Oder nicht?! Einer von ihnen schreibt uns über diese Stiinmenbcttelei mit derben, deutlichen Worten, dass er„von den liberalen Waschlappen nichts mehr wissen wil l." Wenn am 23. November ein grosser Teil der bisherigen Gefolg- schaft des Freisinns sich diesem Urteil anschliessen sollte, so könnte das niemanden überraschen, nicht einmal die Freisinnigen selber. In der dritten Abteilung vermag der Freisinn seinen Nieder- gang durch nichts mehr aufzuhalten; das wird der Ausfall auch dieser Wahl aufs neue dartun. Die dritte Abteilung muß der Sozial- d emokratie gehören. Früher oder später wird aus ihr einmal der letzte Freisinnige mit Schimpf und Schande hinausgejagt werden. Ueber das Schicksal deS Grunewaldes hat sich einer Abordnung gegenüber der Landwirtschastsminister v. Podbielski eingehend aus- gesprochen. Aus dem Bericht des„Berliner Tagebl." ersehen wir, dass der Minister erklärte, von einer Umwandlung des Grunewalds in einen„Wurstelprater". die von mehreren Seiten als fest beschlossen hingestellt war, sei keine Rede. Bon dem ganzen, 18 000 Morgen umfassenden Gebiet südlich der Verbindungsstrassc von Charlotten« Burg bis zur Havel werde nichts für spekulative Zwecke geopfert| wollte, bekam er auf der Treppe einen Schwindelanfall und stürzte| besonderer Milde, die eigentlich unverantwortlich ist. Dem Arbeiter werden. Aber es fönne für den Fiskus nicht die Verpflichtung an zehn steinerne Stufen hinunter. Bewußtlos wurde der Verunglückte publikum, das sich zahlreich versammelt hatte, wurde Gluck, Weber erkannt werden, daß er für die großen Städte Waldungen und Barts mit einer Droschke nach dem Krankenhaus am Urban gebracht, wo und Mendelssohn durch das Berliner Sinfonie- Orchester näher ge zu erhalten oder herzustellen habe. Legten die großen Städte Wert er an den Folgen eines Schädelbruches starb. bracht, wohingegen Herr Laurence aus dem Walde der deutschen darauf, für ihre Bevölkerung Parts zu schaffen, so müßten sie ihrerſeits auch dafür Opfer bringen. Der Rede Sinn im ganzen ist, daß Leben kostete, machte der Feuerwehr gestern mittag in der Ritter- reizt den Arbeiter und nicht minder die Arbeiterin, sich über die Ein schweres Brandunglück, das einem 24jährigen Artisten das Poesie Blütensträuße darbot. Das alles weckt die Begehrlichkeit, Berlin früher oder später auch für den Grunewald als Volkspart straße 81 viel zu schaffen. Kurz nach 11 Uhr fam in der im ersten Dede des Alltagsdaseins zu erheben und damit liegt die Förderung Opfer bringen soll. und zweiten Stock belegenen Celluloidfabrik von Führenbach u. staatsfeindlichen Trachtens flar zutage. Einem Verein mit solchen Anarchisten- Prozesse. Anläßlich einer zum 17. Juli d. J. von Heidenfeld infolge eines überheizten Ofens Feuer aus und zwar an Bestrebungen geschieht nur Recht, wenn ihm von oben herab das Anarchisten nach dem Luisenstädtischen Konzerthause, Alte Jakob- der Straßenseite. Die in dem Musterzimmer lagernden Celluloid- Leben so sauer wie möglich gemacht wird. Schade, schade, daß straße, einberufenen Volksversammlung, die polizeilich aufgelöst waren standen im Nu in Flammen, und klirrend wurden die großen solche vorbeugende Maßnahmen der Regierung so wenig Erfolg wurde, wobei es zu einem Konflikt zwischen dem überwachenden Fensterscheiben auf die Straße geworfen. Binnen einer Minute haben. Beamten und der Versammlungsleitung fam, sind mehr als zwanzig übersprang das Feuer mehrere Arbeits- und Lagerräume, so daß Versammlungsteilnehmer auf dem Berliner Polizeipräsidium auch der ganze Seitenflügel in eine vollständige Rauchwolfe protokollarisch vernommen worden. Der Beamte hatte die Auflösung eingehüllt wurde und aus sämtlichen Fenstern des ersten und der Versammlung ausgesprochen und zum Auseinandergehen auf zweiten Stockes helle Flammen schlugen. Der Feuerwehr Schöneberg. Das im Februar d. J. von der Stadtverordneten gefordert, während die Versammlungsleitung gegen die Auflösung wurde fofort„ Mittelfeuer" gemeldet, worauf außer der Versammlung für ungültig erklärte Mandat unseres Genossen Wollerprotestierte und die Anwesenden mit der Begründung zum gesamten fünften Kompagnie auch noch die Dampfspritzenauch noch die Dampfsprißen mann( im 7. Bezirk) ist am Montag von dem Bezirksausschuß in Bleiben aufforderte, die Versammlung fei bereits verzüge 6 und 11 herbeieilten. Mittlerweile waren aber aus tagt gewesen, als der Beamte die Auflösung aussprach. einer dem brennenden Hause gegenüberliegenden Destillation zwei Potsdam für gültig erklärt worden. gültig erklärt worden. gegen Aus den Nachbarorten. Vermischtes. Jetzt ist eine Anklage wegen Widerstandes gegen die Staats- Männer namens Bruschke und Grumenberg die Treppen des Hauses gewalt gegen folgende Personen erhoben worden: Handlungsgehülfe emporgestürmt, um etiva gefährdete Personen zu retten. Während Rudolf Lange, Korrektor Albert Zörasch, Arbeiter Berthold Cahn, nun Bruschke im zweiten Stock Halt machte und von hier aus zwei Posamentier Joseph Staninski, Schriftsteller Johannes Holzmann, fast ohumächtig gewordene Frauen über die verqualmten Treppen Anstreicher Hans Ruegg, Schlosser Gustav Gladdasch, Maler Raphael hinabführte, drang Grumenberg den Willen seines Ein schweres Eisenbahnunglück wurde, so telegraphiert man Burchardt, Schankwirt Gustav Disner, Schlosser Karl Schlatte, Kameraden bis zum dritten Stock vor. Hier ist er dann jedenfalls aus New York, bei Grainger( Wyoming) durch den Irrtum eines Stuffateur Reinhold Röhr, sämtlich in Berlin. Ferner Schriftsteller erſtict; als er später von der Feuerwehr tot aufgefunden wurde, Telegraphisten verursacht. Er ließ einen auf einem Nebengleise Werner Karfunkelstein- Charlottenburg und Arbeiter Julius Grun- war sein Gesicht bis zur Unkenntlichkeit verbrannt. Die Feuerwehr stehenden Güterzug zu früh abgehen und führte dadurch einen Zuwald- Brik. Der Prozeß beginnt am 5. Dezember vor dem hiesigen trifft keine Schuld, da sie von dem Verbleib des jungen Mannes fammenstoß mit einem Schnellzug herbei. Beide Züge fuhren mit Schöffengericht. feine Ahnung hatte. Bei Ausbruch des Feuers waren 21 junge einer Geschwindigkeit von 45 englischen Meilen in der Stunde. Als Außerdem ist noch gegen Karfunkelstein und Lange eine Sonder- Arbeiterinnen in der Celluloidfabrik bei der Arbeit, glück- sich der Zusammenstoß ereignete, lagen die Passagiere im Schlaf. antlage wegen Aufforderung zum Widerstand gegen die Staats- licherweise im Seitenflügel. Sie konnten sich noch rechtzeitig Bei dem Unglück wurden 20 Personen getötet und 30 verlegt, gewalt erhoben worden. durch einen Notausgang nach dem Quergebäude hin in Sicher- darunter sämtliche Zugbeamten. Die unverwundeten und ver heit bringen. Die Notwendigkeit, den Geistlichen das Verfügungsrecht über die einem Fenster des dritten Stodes laute Hilferufe erflangen. Zwei aus den in Brand geratenen Eisenbahnwagen retten. Kaum war die Feuerwehr eingetroffen, als aus wundeten Passagiere konnten sich, ohne das weiteres Unglück geschah, Als der Friedhöfe zu nehmen, ergibt sich aus folgender Meldung des Berliner Frauen und ein Mann, nämlich die Familie des Kaufmanns Gerot Telegraphist erfuhr, was für Unglück er durch seine Unachtsamkeit Tageblatts": Einer Familie war ein Angehöriger gestorben, der wohl, standen mit gerungenen Händen am Fenster und machten sich angerichtet hatte, beging er Selbstmord. auf den katholischen Friedhof zu Marienhöhe bei Süden de bei gesezt wurde. Die Kinder des Verstorbenen beschlossen, einen Dent- gingen, dann wurden die drei Personen einzeln von Feuerwehr- eiserne Fußgängerbrücke über die Weser ist, wie die Harte" meldet, zumi Sprunge in die Tiefe bereit. Einige aufgeregte Minuten vers Einsturz einer Brüde. Die zu Nienburg im Bau begriffene stein seßen zu lassen. Das Denkmal sollte in karrarischem Marmor leuten über die mechanische Leiter hinweg gerettet. Der verbrannte infolge Anrennens eines Schleppauges Sonntag mittag zusammenzur Ausführung gelangen, und als Motiv war eine allegorische Grumenberg ist 24 Jahre alt, wohnte Schönleinstr. 6 und war Artist. gestürzt. Das eingeschleppte Schiff wurde led und fant. Personen weibliche Gestalt in Hochrelief gewählt worden, die in einem Medaillonausschnitt das Bildnis des Verstorbenen in ihrem rechten Arme berg wird uns aus unserem Leserkreise mitgeteilt, daß der junge gestört.. Zu dem Tode des 24jährigen Arbeiters Erich Grumen- find nicht verletzt worden, dagegen ist die Schiffahrt bis auf weiteres hält. Die Pfarrgeistlichkeit der St. Bonifazius- Gemeinde, deren Mann hätte gerettet werden können, wenn nicht ein Aufsicht der Kirchhof untersteht, versagte aber wegen der unfitt Schußmann eine allzu fchroffe Haltung bei Ausübung lichen Nacktheit der weiblichen Figur die Genehmigung zur Auf- feines Berufs gezeigt hätte. Wie nämlich der Arbeiter Bruschke, der stellung des Grabdenkmals. Um den Angehörigen Weiterungen zu zwei fast ohnmächtige Frauen von der verqualmten Treppe aus dem erſparen, umgab der Architekt die Glieder der Göttin mit einem zweiten Stock ins Freie führte, behauptet, habe er einen Schußmann leichten Gewand, so daß wenigstens die Schönheit der künstlerischen barauf aufmerksam gemacht, daß sein Kollege Grumenberg mit ihm Arbeit nicht ganz verloren ging, und so wurde das Grabmal auch die Treppen des brennenden Hauses emporgestürmt, aber dann nicht bollendet. Der fertige Denkstein wurde in vergangener Woche zum wieder zum Vorschein gekommen sei. Der Schußmann habe ihn Friedhofe gefahren, aber die Geistlichkeit verweigerte abermals die hierbei in wenig höflichen Ausdrücken angefahren und ihm bedeutet, Aufstellung. The nicht noch einige entblößte Stellen von dem daß er hier nichts zu sagen habe, weil die Feuerwehr bereits in schützenden Gewande bedeckt seien, so wurde bestimmt, eher könnte Tätigkeit getreten sei. In der Aufregung will dann Bruschke vervon einer Aufstellung keine Rede sein. Die Söhne baten, der gessen haben, weitere Meldung von dem Verschwinden seines Steinmetz bat, der Architekt flehte, man möchte doch an- Kameraden zu machen. gesichts des des fertigen Monuments ein Einsehen haben, alles vergebens. Wir geben diese Darstellung mit allem Vorbehalt, da sie, ihre Da trat als rettender Engel der Gärtner Richtigkeit vorausgefeßt, dem betreffenden Schußmann eine schwere aus dem Hintergrunde mit der bescheidenen Frage: Wie Verantwortlichkeit aufbürden würde. wär's denn, Hochwürden, wenn wir die anstößigen Stellen mit Efeu bekleideten?" Was oft der Verstand der Verständigen nicht sieht, das sieht oft in Einfalt ein Gärtnergemüt. Das Denkmal erfüllt nach den mancherlei Kämpfen jetzt an rechtem Plage feinen Zweck, und feufcher Gfeu wuchert moralerhaltend über dem unbekleideten Busen einer marmornen Göttin. Zum Verschwinden des Pastors Kreusler aus Celle, der, wie wir meldeten, unter Zurücklassung seiner Familie in Begleitung eines jungen Mädchens heimlich die Stadt verlassen hat, wird ge= meldet, daß das ungleiche Liebespaar bereits glüdlich in New York gelandet sein soll. Inzwischen hat das Konsistorium das Disziplinarverfahren gegen Kreusler wegen seiner unerlaubten Entfernung eingeleitet und seine vorläufige Amtsenthebung ausgesprochen. Ferner ist über das Vermögen des Flüchtigen der Konkurs eröffnet worden. Wie verlautet, soll er etwa 30 000 m. Schulden hinterlassen haben. Gestern vormittag stieß auf dem Rangierbahnhof Landshut ein von Regensburg einfahrender Güterzug mit einer Rangiermaschine zusammen. Fast sämtliche 16 Wagen wurden aus dem Gleise geworfen; 6 Wagen wurden zertrümmert, die Rangier maschine wurde quer über das Gleise geworfen. Das Zugpersonal fonnte abspringen; zwei Mann wurden leicht verletzt. Der Zufammenstoß ist durch falsche Weichenstellung verursacht worden. Jrrfinniger Bombenattentäter. Die Polizei in Marseille verattentates vor dem Gebäude der Firma Savan entpuppte. Er haftete einen Jrrsinnigen, der sich als der Urheber eines Bombenwurde verhaftet, als er in der Kirche die Kanzel bestieg und sich als Christus ausgab. Er war bereits früher in einer Irrenanstalt, war aber fürzlich entlassen worden. Eingegangene Druckfchriften. Allerhand Brände. Im Passage Theater geriet am Sonntag abend um 9 Uhr bei offener Szene von einer kleinen Lampe ausgelaufener Spiritus in Brand, die Feuerwache beseitigte die Gefahr. Das anwesende Publikum blieb ruhig bis zu Ende. Jm Belle Alliance Theater entstand gestern während der Es ist ja nicht der erste Fall, daß die unteusche Phantafie eines Nachmittagsvorstellung Feuerlärm und eine Beunruhigung des Geistlichen die Nacktheit nicht leiden kann. Daher darf die Geistlich- Publikums durch Ablassen von Dampf, was zu der Annahme führte, teit in Kunstangelegenheiten nichts mitzureden haben. Auch auf daß der Dampfkessel geplakt sei. Auch auf daß der Dampskessel geplatzt sei. Durch eine Petroleum Friedhöfen nicht, die auch aus vielen anderen Gründen nicht der Lampen- Explosion entstand am Sonntag in der Plantagenſtr. 5 Geistlichkeit, sondern der Gemeinde unterstellt sein sollten. ein Wohnungsbrand. In der Rostoderstraße brannten gleichzeitig Kampheripiritus, Kleider u. a. Kurz vorher stand der Korridor in Die gestohlene Amtskette des Stadtv. Reimann wird dem dritten Stock des Hauses Alte Jakobstr. 171 in Flammen. Gestern nächst die Stadtverordneten- Versammlung beschäftigen. Der Magistrat früh um 5 Uhr war an der Ecke der Trift- und Amrumerstraße eine Von der Nenen Zeit"( Stuttgart, Diet' Berlag) ist soeben das hat dieser nämlich eine Vorlage zugehen lassen, wonach sie sich damit Laube in Brand gesteckt worden. Um die Gefahr zu beseitigen, hervor: Feudalismus und Sozialismus. Die Mary- Studien. I. Von 7. Heft des 23. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir einverstanden erklären soll, daß die zum Ankauf der Stette nötigen mußte der 16. Zug Wasser geben. Um 7 Uhr brannte das Haus Mar Betterbaum. 80 M. aus dem Fonds für unvorhergesehene Ausgaben" entnommen Pappel- Allee 100. Der Zunftgedante im Tarifvertrag. Von Bernh. Durch Entzündung von Benzin tam in einer Schildbach. Ist die Wurmfrankheit ausgetilgt? Von Otto Hue. Die werden. Metallwarenfabrik Elisabethufer 29 Feuer aus. Schaldecken Wahlsysteme der deutschen Einzelstaaten. Bon Hans Mardwald. Für den preußischen Städtetag, welcher, wie gemeldet, feine brannten Steinmegstr. 69, Fett in der Brunnenstr. 56, Gas an der Literarische Rundschau: Hermann Hesse, Peter Camenzind. Von Franz Sigungen am 6. und 7. Dezember d. J., vormittags 10 Uhr, im Ecke der Alexandrinen- und Mathieustraße, Wachs in der Invaliden- Diederich. Dr. Julius Bachem, Staatslegiton. Von E. W. hiesigen Rathause abhalten wird, ist jetzt die endgültige Tages- straße 12 und Alte Schüßenstr. 1 die Balkenlage. Ferner hatte die Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchordnung wie folgt festgesetzt worden: über das Fluchtlinien Wehr in der Blumenstr. 5, Fürstenwalderstr. 7 und anderen Drten handlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Duartal Gesetz werden die Oberbürgermeister Dr. Wilms- Bosen und zu tun. abonniert werden. Das einzelne Heft tostet 25 Pfg. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. " V = " " Dr. Dehler Halberstadt referieren, über den WohnungsGefeßentwurf Oberbürgermeister 8 weigert Essen und Stadtrat Der in Parteifreisen rühmlichst bekannte Gesangverein KreuzFischbed Berlin, über die Rechte der Städte an berger Harmonie veranstaltet nächsten Sonntag ein Konzert( Stuttgart, Diek' Berlag) ist uns soeben die Nr. 24 des 14. Jahrganges Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen ihren Schulen" Stadtrat Ribe- Breslau und Bürgermeister in der Brauerei Friedrichshain unter Mitwirkung des 36 Mann zugegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Lichtenberg Dortmund. Die Tagesordnung beginnt mit den starken neuen Tonkünster- Orchesters. Wir können den Besuch dieses Wohnungsfrage, Wohnungskongreß und Sozialdemokratie. Bon f. r. üblichen Geschäftsmitteilungen und schließt mit der Neuwahl des Konzerts allen Musikfreunden empfehlen. Siehe Annonce. Das gemeuchelte Koalitionsrecht. Zur Geschichte der Blumen- und Blatt Vorstandes. Seitens der Stadt Berlin werden wieder vier Von Luise Ziez. Aus der Bewegung. Magistratsmitglieder und fünf Stadtverordnete an den Verhandlungen beiden Schiller Theatern stattfindenden geistlichen Konzerten Arbeiterinnenorganisation. Frauenstimmrecht. Frauenbewegung. Theater. Zu den am Bußtag, Mittwoch, den 16. d. M., in den fabrikation in Sebnik. Feuilleton: Gedichte ven Goethe. Gewerkschaftliche Notizenteil: teilnehmen. find Billetts an den beiden Theaterkassen, sowie in den Warenhäusern Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer In einem Tanzlokal in der Gneisenaustraße schwebten am Sonn- von A. Wertheim zu haben. Im Schiller- Theater O. wird Haydns 10 Pf., durch die Post bezogen beträgt der Abonnementspreis bierteljährlich tag abend die Paare eben im schönsten Walzer dahin, als auf einmal Oratorium„ Die Schöpfung" aufgeführt; im Schiller- Theater N. ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pf. einer der Tänzer Halt gebot, seine Dame mit einer Verbeugung wird der Märkische Zentral- Sängerbund konzertieren, außerdem Der Wahre Jacob" hat joeben die 24. Nummer seines 21. Jahr. verabschiedete, einen der Tänzer beim Wickel nahm und mehrere werden Lieder ernsten Inhalts durch Solokräfte vorgetragen. ganges erscheinen lassen. Dieselbe enthält eine gute Wiedergabe des fürz Herren aufforderte, mit einigen anderen dasselbe zu tun. Der ver- Im Schiller- Theater O. wird in der nächsten Woche( Donners- lich in Liestal( Schweiz) errichteten Herwegh- Denkmals mit einem Artifer blüffende Borgang fand auf der nächsten Revierwache eine Fort- tag, den 24. November) zum erstenmal Wallensteins Tod" dazu aus der Feder Robert Seidels, der bei der Enthüllung des Denkmals segung. Vor acht Tagen überfielen halbwüchsige Burschen an der in Szene gehen. Die Direktion wird die Einrichtung treffen, die Weiherede hielt. Sodann bringt die Nummer die farbigen Bilder Der Ede der Schleiermacher- und Blücherstraße einen Mann und be- daß alle Abonnenten, bevor Kampf in und um Lippe" und" Preußens starke Hand", sowie die Illustra ihnen der letzte Teil der raubten ihn seines Ringes und feiner Barschaft. Aus ihrer Be- Wallenstein- Trilogie geboten wird, vorher den ersten Teil des heiligen Antonius", tionen Der praktische Engländer"," Borturner Japan"," Die Versuchung " Die Strafe"," Aus dem russischen Staatsleben" schreibung erkannte die Kriminalpolizei in den Räubern Stammgäste( Wallensteins Lager" und" Die Piccolomini") gesehen haben. und Im Konzert der Großmächte". Der textliche Teil der Nummer ent jenes Tanzbodens. Daraufhin mischte sich ein Kriminaliachtmeister& essing Theater. In der morgigen Aufführung der Frau hält die Gedichte Der arme Mann"," Eine Heldentat" von Erich Mühsam, unter die Gäste, um sich seine Leute herauszusuchen. Nachdem das vom Meere" nimmt Erene Friesch, vom Urlaub zurückgekehrt, ihre Proletariers Heldenlaufbahn" von Robert Seidel, Wintersaat von Klava geschehen war, gab er seinen Beamten das Zeichen und nun wurde Tätigkeit wieder auf. In May Dreyers Schauspiel„ Die Müller, Die Göttinger Sieben und außer zahlreichen fleineren Beiträgen die Notte festgenommen und von Beamten des Reviers nach der Siebzehnjährigen", deren erste Aufführungen am Sonn- noch die größeren Feuilletons Berliner Straßenleben"," Thronansprüche", Wache gebracht. Die Verhafteten leugnen, wurden aber dem Unter- abend, Sonntag und Montag stattfinden, wirken die Damen Else Monarch gesucht!" und" Bon der baltischen Flotte"( illustriert). Der Preis der 14 Seiten starken Nummer ist 10 Pi. fuchungsrichter vorgeführt, weil ihnen durch Gegenüberstellungen be- Lehmann, Käte Böhnisch. Else Schiffs und die Herren Albert Bafferwiesen wurde, daß sie an dem Straßenraub beteiligt sind. mann, Oskar Tucas, Albert Patry, Baul Bauli und Kurt Stieler mit. Am Mittwoch findet im 8entral- Theater ein großes Bußtags Frömmigkeit in der Lebewelt. Ein Berichterstatter meldet: Stonzert statt. Der Beginn desselben ist auf 7 Uhr festgesetzt. Es „ Mottchen" hat sich endlich die Flügel verbrannt. Lange genug hatte wirken hierin mit: Die königliche Hofopernsängerin Marie Göze sie auch ihr Wesen getrieben, die internationale Hochstapleriu Auguste und der berühmte Violinvirtuose Alexander Petschnikoff und die Bahnen, deren Spezialität die Scheinheiligkeit war. Mottchen", wie Opernsängerinnen Frau Emmy Raabe- Burg und Frl. Gusti Förster. fie in der Berliner Lebewelt hieß, trug ein äußerst religiöses Wesen Die Bußtags- Konzerte im Thalia- Theater und Bellealliancezur Schau und wußte sich dadurch leicht einzuführen und bei ge- Theater beginnen um 8 Uhr. Jm Thalia- Theater wird nach Gegebener Gelegenheit anzufreunden. Als angenehme Gesellschafterin nehmigung des Herrn Generalintendanten der f. u. t. Kammerfonnte fie fich namentlich bei älteren Herren sehr beliebt machen. fänger Franz Naval fingen; hierzu tritt Frau Professor NicklaßWenn fie aber dabei nicht genug berdiente, so legte Stempner und der Hofcellist Professor Heinrich Grünfeld. Jm fie sich auf den Diebstahl. So machte sie im vergangenen Belle Alliance Theater ist der Kammersängerin Fräulein Sommer die Ostseebäder unsicher, indem fie einzelnen Jda Siedler ebenfalls die Mitwirkung gestattet worden. Außer Herren oder auch Ehepaaren, ant die sie Anschluß fand, dieser Künstlerin begegnen wir dem Tenoristen Nikolaus Rothmühl, Wertsachen der verschiedensten Art stahl und dann spurlos der Hof- Opernsängerin Naemie Frieberg aus Stockholm und dem verschwand. Zuletzt suchte sie der Staatsanwalt von Köslin. Dort Violinvirtuosen Herrn Alfred Wittenberg. hatte Mottchen" auf der Durchreise eine Brosche gestohlen, die " Der Turnverein Fichte hat vorgestern in der Brauerei FriedrichsBriefkaften der Redaktion. Juriftifcher Ceil. pflichtig, können aber bei der Steuerdeputation unter Darlegung Ihrer Lohnarreft. 1. und 2. Ja. P. 2. 123. 1. und 2. Sie sind zahlungs. Berhältnisse um Erlaß oder Stundung einkommen. 3. Ja. 4. Jm Offen barungseid haben Sie eidlich Ihr Vermögen anzugeben. Zum Vermögen gehören auch Ihre Forderungen, einschließlich der Lohnforderung. Wasserstand am 12. November. Ibe bei Aussig+ 0,59 Meter, bei Dresden 1,48 Meter, bei Magdeburg+0,79 Meter. Unstrut bei Straußfurt+2,00 Meter.-D der bei Ratibor+ 3,02 Meter, bei Breslau Ober- Begel+5,30 Meter, bei Breslau Unter Begel+0,10 Meter, bei art he bei Bosen+ 0,22 Meter. Ne te bei Usch+ 0,89 Meter. Frankfurt+1,38 Meter. Weichsel bei Brahemünde+ 2,82 Meter. B Witterungsübersicht vom 14. November 1904, morgens 8 Uhr. Barometer stand mm Wind Bun Bindstarte Better 2wollig 2Nebel Temp. n. T. 5°.= 4° R. Stationen Barometer. Bind richtung Windstarte 1 Haparanda 765 S Wetter 8 Schnee Temp. n. T. mindestens 2000 m. wert ist. Mit dieser Beute fuhr sie nach Berlin, bain ein Künstlerkonzert veranstaltet und damit von neuem den wo fie oft unter einem falschen; jest aber unter ihrem richtigen Beweis geliefert, daß die Regierung Recht hatte, ihm sein sozial- Stationen Namen wohnte. Die Brosche gab sie einem ihrer Bekannten in demokratisches Turnen zu verbieten. Denn es ist nun überhaupt Verwahrung. Dieser, ein sehr tätiger Wechselreiter, versetzte sie, einmal eine bedenkliche Sache, wenn sozialdemokratische Arbeiter fich und so kam sie jetzt bei einem Pfandleiher wieder zum Vorschein, künstlerisch betätigen. Am Klarsten hat seinerzeit der preußische nachdem Mottchen" ihr reich ausgestattetes Quartier in der Lynar: Minister Herr v. Köller erkannt, daß eigentlich alles, was Sozial Swinemde. 780 S straße mit einer einfachen Zelle im Moabiter Untersuchungsgefängnis demokraten unternehmen, ihre revolutionären Biele fördert, und Samburg 780 D 3 Petersburg 781 N vertauscht hat. Bei einer Haussuchung fand man auch noch eine daher handelte diese Leuchte preußischer Staatsweisheit fonfequent, Franff.a.m. 780 N 0 Cort Menge anderer Wertsachen, die das„ fromme" Mädchen hier und als sie der Freien Volksbühne durch Verbot die Möglichkeit nahm, München 779 D 2halb bb. 8 Aberdeen 773 S dort gestohlen hat. Alles das wurde beschlagnahmt. 4wollenl-2 Baris 775 MO 1 wollen ihren Mitgliedern Schiller oder Goethe auf der Bühne vor- Bien 782 2 woltent- 8 Tödlich verunglückt ist der 52 Jahre alte Bigarrenarbeiter Franz zuführen. Wenn dem Turnverein Fichte heute dank der Müller aus der Fischerstr. 9, der seit 22 Jahren in der Fabrit von Fürsorge unserer Regierung Wetter Prognose für Dienstag, den 15. November, 1904. nur die Möglichkeit genommen Ermeler u. Co., Breitestr. 11, beschäftigt war. Ein wenig wärmer, vorwiegend nebelig oder wollig bei mäßigen Als Müller am ist, in städtischen Schulräumen den Kindern sozialdemo- westlichen Winden; teine erheblichen Niederschläge. Freitag um 5% Uhr Feierabend gemacht hatte und nach Hause gehen tratische Barrensprünge beizubringen, so war das ein Zeichen Berliner Wetterbureau Berlin 781 SD 2wolfig 1 moltent 2wollig 10 1 12 Partei- Versammlungen Dienstag, den 15. November, abends 8 Uhr: Berliner Achtung! Fliesenleger. Achtung: Genossenschafts- Bäckerei. Mittwoch, den 16. November, vormitt. 10 Uhr, im Gewerkschaftshause( Eingetragene Genossenschaft mit be( Saal III), Engel- Ufer 15: n schränkter Haftpflicht.) Am 3. Dezember, abends 8,2 Uhr, Nene Hochstraße 18: Ordentliche Mitglieder- Versammlung der Sektion der Fliesenleger des Zentralverbandes der Maurer. Tages Drdnung: 1. Vortrag des Kollegen Gcorg Wolf über: Unsere Stellungnahme zum Ablauf des jetzt bestehenden Fliesenleger- Vertrages. 1. Wahlkreis: Arminhallen, Kommandantenstr. 20. 2. Distuffton. 3. Gewertſchaftliches. Tages Drdnung: Bericht und Neuwahl der Vertrauensleute, der Preß, Lokal- und Agitationskommiffion. Das Thema Imuß zweifellos bei jedem im Fliesenleger- Beruf beschäftigten Kollegen das größte Interesse erweden, um in dieser Versammlung zu erscheinen. 154/ 2* Der Sektions- Vorstand. 3...: Fritz Rabe. II. Wahlkreis: Bokbrauerei, Tempelhofer Berg. Landsmannschaft der Schleswig- Holsteiner Tages Ordnung: zu Berlin. 1. Bericht und Neuwahl ver Vertrauensleute. 2. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen Morgen Mittwoch, den 16. November( Bußtag), abends 7 Uhr, in Rich. Fischer über:" Neue Partei- Tattit". 3. Diskussion. Feuersteins Festsälen, Alte Jakobstraße 75: General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Bericht des Borstandes und Auffichtsrates, Borlegung der Bilanz und Beschlußfassung über dieselbe. 2. Entlastung des Borstandes und Aufsichtsrates. 3. Bericht über die Revision des gerichtlichen Bücherrevisors. 4. Neuwahlen. 5. Statutenänderungen. 127/18 6. Anträge und Verschiedenes. Die Bilanz liegt den Mitgliedern im Kontor, Neue Hochstraße 18, aur Einsicht aus. Der Vorstand. Franz Schersath. Paul Lenz. III. Wahlkreis: Vogts Ritter- Säle, Ritterstr. 75. Die größte Sünde. Orts- Krankenkaſſe Tages Ordnung: Bericht und Neuwahl der Vertrauensleute, der Preß-, Lokal- und Agitationskommission. Bon Otto Erust. 282/2 Rezitations Vortrag des Herrn Emil Walkotte. Plattdeutsche Lieder", gesungen von Frau M. Walkotte. Nachdem: Tanz- Kränzchen. Eintrittskarten a 30 Bf. bei den Mitgliedern, Bahlreichen Besuch erwartet IV. Wahlkreis: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Rachite Sigung Wiftwo, ben 30. Nov., abends 81%, Uhr in obigem Lokal. Zages Ordnung: 1. Bericht und Neuivahl der Vertrauensleute und Nevisoren. 2. Vortrag des ReichstagsAbgeordneten Genoffen Paul Singer über:„ Die kommende Reichstagssession". 3. Diskussion. V. Wahlkreis: Altes Schützenhaus, Linienstr. 5. Zages Drdnung: 1. Bericht und Neutvahl der Vertrauensleute. 2. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen Rob. Schmidt über: Volksschule und Volksbildung". 3. Diskussion. 4. Partei- Angelegenheiten. 5. Verschiedenes. VI. Wahlkreis: Gisteller, Chausseestr. 88. 2017* Tages Ordnung: 1. Bericht und Neuwahl der Vertrauensleute. 2. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genoffen H. Molkenbuhr über:" Die Totengräber der kapitalistischen Produktion". 3. Diskussion. Die Vertrauensleute. Achtung! Achtung! Donnerstag, den 17. November, abends 8%, Uhr: 3 Volks- Versammlungen im Hofjäger, Hasenheide 52 im Elysium, Landsberger Allee 40/41 und in Neu- Weißensee im Prälaten, Lehderstr. 122. Tages Ordnung: Die Bedeutung der Konsumgenossenschaften für die Arbeiter. Referenten: Frau Dr. David( Mainz), Frl. Ida Altmann und Heinrich Stühmer, Vorsitzender des Schneiderverbandes. Bu zahlreichem Besuch laden ein Der Mk. 290000 Mk. Auf 20 Lose 1 Gewinn! Am 28. November u. folgende Tage: Endgültig Ziehung der Düsseldorfer Lotterie Haupttreffer: 40000 Mk. 20000 Mk. 10000 Mk. 25 000 Gewinne mit 170 000 Mark Wert. Auf 11 Lose 1 Gewinn! Vom 10.- 17. Dezember cr.: Endgültig Ziehung der 3. und letzten St. Rochus- Lotterie. Haupttreffer: 30000 Mk. 10 000 Mk. 5000 Mk. 15 379 Gewinne mit 120 000 Mark Wert. Lose à 1 Mk., 11 Lose 10 Mk. Lose à 2 Mk., 11 Lose 20 Mk 5 Ausstellungs- und Günstige Offerte: 3 Rochuslose Mk. 10. Porto 10 u. jede Liste 20 Pfg.( Nachnahme 20 Pfg. teuerer). Original- Lose empfiehlt: Ferd. Schäfer, Düsseldorf Lose in Berlin zu haben bei: Generalv. K. v. Holwede, Seestr. 65, H. Kron, Alexanderstr. 54, Julius Hahlo, Unter d. Linden 13, R. Schumacher, Königstr. 59, J. Miloslawski, Unter d. Linden 61, E. Meyer jr., Stralauerstr. 54, F. W. Scheuermann, Kommandantenstr. 1-2, E. Lange, Potsdamerstrasse 131, H. Brehmer, Lübeckerstr. 2, E. Dunje, Brunnenstr. 170. Verlangen Sie ausdrücklich den so vorzüglich schmeckenden Dänischen Anker- Kautabak. Echt nur, wenn in jedem Stüd Schleifen oder Rollen der man zurüd. Bu beziehen für Wiederverkäufer nur durch Altmann, Bit Minter feat. Sachgeabmten Tabak ohne Zettel weiſe Samel. Schnupf. u. Rauchtabake, Nordh. Kantabak- en gros. Die Einberufer. Ueber dasselbe Thema sprechen am 18. November: Frau Dr. Marie Hoffmann in Schmidts Gesellschaftshaus", Gartenstr. 6; am 21. November: Frau Dr. David in, Schneiders Salon", Belforterftraße 15; am 23. November: Fräulein Else Lüders im Swinemünder Gesellschaftshaus und Simon Katzenstein im Weddinghaus", Müllerstr. 7; am 28. November: Frau Dr. David in Habels Brauerei" und Simon Katzenstein im„ Marienbad", Badstr. 35/36. 127/17 " Deutscher Holzarbeiter- Verband Donnerstag, den 17. November, abends 8½ Uhr: Vier außerordentl. Mitglieder- Versammlungen in folgenden Lokalen: Keller, Koppenstraße. Lipps, Bauerei Friedrichshain. Kliems Festsäle, Hafenhaide. Eiskeller, Chauffeestraße. Tages- Ordnung: Die gegenwärtige Aussperrung in der Holz- Industrie. Referenten: Erner, Glocke, Leopold, Stusche. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen sämtlicher Mitglieder aller Branchen bringend notwendig. Musikinstrumenten- Arbeiter. 91/18 Donnerstag, den 17. November, abends 8%, Uhr, in den AndreasFestsälen, Andreasstr. 21: Branchen- Versammlung. Zages Drdnung: d 1. Der Klavierarbeiterstreit und die Aussperrung der Tischler. 2. Die am 10. November beschlossene Beitragserhöhung. 3. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Pflicht eines jeden im Holzarbeiter- Berbande organisierten Musikinstrumenten- Arbeiters ist es, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Achtung! Mitgliedsbuch oder Streiffarte legitimiert. Die Branchen- Kommission. Putzer! Achtung! Die in diesem Monat fälligen Bezirks- Versammlungen finden ohne Ausnahme am Mittwoch( Bußtag), den 16. November, vormittags 10 Uhr, in den bestimmten Lokalen statt. Bolles und pünktliches Erscheinen der Mitglieder erwarten 134/13 Damen- Paletots, Blusen, Kostümröcke, Knaben- und Mädchengarderobe, gut u. biel billiger in der Fabrik von Eugen Jacobi, Charlottenburg, Berlinerstraße 95, I' ( Kein Laden.) Größte Auswahl. Die Oblente...: H. Neumann. H.Preuss, Swinemünderstr. 66, 1. Etage, Cigarren und Tabak- Fabrik und Engros- Lager( Tel. III 6949) bekannte billigste Bezugsquelles. Händler, Neu- Etablierungen ze. Specialität: Pre- Ussina- Cigarren gefeßlich gesch. Specialmarken f. Stenner, in allen Preislagen überall läuft. Carl Röcker, Berlin, Grüner Weg 112, Amt VII, 3861. Josetti-, Garbáty- u. a. Cigaretten zu Original- Preisen. der Strumpfwirker. Donnerstag, den 24. November, abends 8 Uhr, in Feinds Lotal, Weinstr. 11: General Versammlung. = Tages- Ordnung: 1. Wahl zweier ausscheidender Vorstandsmitglieder. 2. Festlegung des Gehalts der Angestellten. 3. Wahl des Rendanten. 4. Wahl des Rechnungs- Prüfungsausschusses für 1904. 5. Statutenänderung. 6. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen der Delegierten ersucht Der Vorstand. Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere eleg. Herren- Moden Bestellungen n. Maß, tadell. Ausj. in eigener Werkstatt. Spezialgeschäft für Herren- Bekleidung. Kein Waren- Kredithaus. J. Kurzberg, An der Jannowikbrücke 1, 1. Bahnhof Jannowitbrüde. 9 Sort. Sage u. schreibe: g. Nchn. 3 Mark Verp. frei. ca. 20-30 marin. F. Her. ca. 25-30 Rollmp.( od. 1 Dos. Bismhr.) 2 Pfd. Sardellher. 1 Dos. Anchov. C. 1 F. Kochbuch 3. 60 Stück: Brathr., Büdl. u. Spr. u. 1 ganzr. fett. Aal. 102/ 4* Degeners Ronservfabr. v. 1881, Swinemünde D. 203. Auf Wunsch lief. dazu: 1 Dos. ff. Geleenal a 1, M., 1 Dos. ff. Hummer a 1 M., Pfd. ff. Lachs u. 1 Dj. Delsard. 1 Dos. N. Kaviar 75 Pf. M. dap ertrauen muss jede Hausfrau einem Nahrungsund Genussmittel entgegenbringen, dessen Güte amtlich durch Ver. lelhung der Königl. Preuss. Staatsmedaille anerkannt worden ist. Diese Auszelohnung ist allein unter allen Margarine- Fabriken nur der MOHRA -Margarine- Fabrik zutell geworden. MOHRA wird aus feinsten Fetten, Milch und Sahne hergestellt, wie Naturbutter auf Brot gegessen und ist zum Kochen, Braten und Backen unentbehrlich. Ueberall käuflich. Man verlange nur MOHRA- Margarine. Kränze D für das Totenfest liefern billig und schön die der Firma streikenden Blumenarbeiter Mecklenburg. 10432 Berkauf Schönhauser Allee 78 u. 135. Verantwo. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 269. 21. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwürts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 15. November 1904. Die Kreisverfammlung für den Kreis Teltow- Beeskow- gefunden; das verbreitete Material bestand aus 367 000 Flugblättern, Storkow- Charlottenburg wurde am Sonntag um 12 Uhr in Tempelhof im Tempelhofer Tivoli eröffnet. Das Bureau bildeten die Genossen Stiffen hofer Charlottenburg, Frau Stoldt Friedenau, Reiche Schöneberg. = Den Bericht der Vertrauensleute erstattete Boeste Rirdorf. Einleitend bemerkte er, es sei ein unhaltbarer Zustand, daß neben den eigentlichen Vertrauenspersonen des Kreises, dem Vorstande des Zentralwahlvereins, noch besondere in öffentlicher Versammlung gewählte Vertrauensleute vorhanden seien, um die Verbindung mit den Berliner Wahlkreisen aufrecht zu erhalten. Hoffentlich sei es heute das letzte Mal, daß derartige Vertrauensleute der Form nach gewählt, in Wirklichkeit nur bestätigt würden, um einen Teil der Geschäfte des Zentralvorstandes des Wahlvereins zu übernehmen. Lediglich für die Frauen sei eine solche Vertrauensperson aus vereinsrechtlichen Gründen notwendig. Zur Tätigkeit der Vertrauensleute übergehend erwähnte Redner die Beschlüsse über die einheitliche Ausgestaltung der Maifeier für Groß- Berlin, die Einheitlichkeit der Beiträge für die Wahlvereine, ebenso den einheitlichen Preis für die März- Zeitung. Gut bewährt hat sich das mit den Gewerkschaften getroffene Abkommen, bestimmte Tage für die Gewerkschaften und andere für die Partei freizulassen. Beim Streik der Bäcker haben die Vertrauensleute die Verbreitung des Bäckerflugblattes zu übernehmen beschlossen, dagegen bon der Verhängung eines Boykotts absehen zu müssen geglaubt. Bezüglich des Neuen Montagsblattes", das der Genosse Eduard Bernstein herausgibt, wurde in gemeinsamer Sizung mit dem Parteivorstand beschlossen, Bernstein keine Hindernisse in den Weg zu legen. Die Frage der Uebernahme der Partei- Speditionen in eigene Regie ist vorläufig noch vertagt, und die Regelung der Arbeitsverhältnisse der Parteiſpediteure ist den einzelnen Streisen überlassen. Weiter hat sich die Körperschaft der Vertrauensleute mit dem Amsterdamer und dem Bremer Kongreß beschäftigt; die Protokolle vom letztern sollen zu einem einheitlichen Preis in Groß- Berlin abgegeben werden. 120 000 Broschüren, 12 000 Handzetteln, 20 000 Stimmzetteln, 13 000 sonstigen Drucksachen. Zur Verbreitung des Materials und am Wahltage haben zirka 1800 Genossen im Kreise gearbeitet; die Zahl unserer Wahlmänner betrug zirka 600. Versammlungen wurden 62 abgehalten, und zwar 57 in Orten mit Wahlvereinen, 5 im übrigen Bezirk. Dem Beschluß, halbjährlich eine Broschüre für die Mitglieder der Wahlvereine herauszugeben, ist der Vorstand dadurch nachgekommen, daß er die Statistik des Kreises, die uns 49 Pf. pro Eremplar foftet, für 25 Pf. abgab, und das Protokoll des Bremer Parteitages, das in der Buchhandlung 70 Bf. toftet, für 10 Pf. Leider haben bei den sieben Zusammenfünften, welche die Vereine im Laufe des Jahres hatten, mehrere Orte gefehlt, Markgrafpieste, das auch heute nicht vertreten ist, fünfmal, GroßBeeren und Ketschendorf viermal, Trebbin und Neu- Bittau zweimal, Groß- Besten, Alt- Glienicke, Bernsdorf je einmal. Trotz der großen Ausgaben, welche speziell die Landtagswahl verursachte, sind die Kassenverhältnisse als günstig zu bezeichnen, und rufen die Erinnerung an die Zeit vor 10 Jahren wach, als ich die Stasse mit einem Barbestand von 83,05 M. und 3000 M. Schulden von der 1893er Reichstagswahl übernahm. Unsere Zentralisation, deren Gedanke von Charlottenburg ausgegangen ist, hat sich durchaus bewährt, und die Entwicklung wird hoffentlich weiter eine aufsteigende sein. " 1. Jn nächster Zeit ist eine Zusammenkunft der Breßkommission mit den Vertrauensleuten, der Geschäftsleitung des Vorwärts", dem Parteivorstand 2c. abzuhalten, in der folgende Fragen zu prüfen sind: a) Ist eine Morgen- und Abend- Ausgabe am Plage? b) Sind Wochen- Abonnements einzurichten? c) Ist eine Extra- Beilage für die Vororte angemessen( im Falle Punkt a) abgelehnt wird)? d) Ist die Frage der Partei- Spedition reif zur Ausführung? e) it es nicht angängig, an Stelle der am Sonnabend ausfallenden täglichen Beilage eine Frauen- Beilage beizugeben? 2. Die juristische Sprechstunde ist fortgesezt Schmerzenskind der Preßkommission und die darüber seit Jahren vorgebrachten Beschwerden sind berechtigt. Ist dafür nicht ein Anwalt fest anzustellen zum Jahresgehalt bon 5000-6000 m. 8. Die Geschäftsleitung des Vorwärts" ist seitens der Breßtommiffion aufzufordern, für das gesamte Personal des Vorwärts" Gehaltsstalen aufzustellen, nach denen bei Redakteuren, Korrektoren, Hausdienern 2c. Anfangsgehalt, Zeitregel und Höhe der Zulagen festgestellt wird, damit die Beratungen über derartige Angelegenheiten nicht fortgesezt die Zeit der Preßkommission in Anspruch nehmen. Hoppe: Der Antrag 8 ist nicht von der Breßkommiffion ge stellt, aber ich akzeptiere ihn. Es ist ganz unleidlich, daß wir uns in jeder Sigung mit Fragen wegen Gehaltserhöhung beschäftigen milffen. Wir haben 15 gemeinschaftliche Sigungen mit der Geschäftsleitung abgehalten, in denen vielfache Beschwerden behandelt wurden, namentlich der Gewerkschaften, die sich bei Versammlungsberichten gegenüber der anderen Richtung, der lokalen resp. zentralen, unparteiisch. Vollkommen berechtigt find die Beschwerden Wollermann Schöneberg wünscht eine größere Spezialis bezüglich der juristischen Sprechstunde, die biel zu spät fierung besonders des Kaffenberichts. Jezt müsse man sich u. a. erst beginnt, weil die Anwälte, denen sie übertragen ist, in ihrer eigenen herausrechnen, daß die gesamte Einnahme, mit der im Kreise ge- Sprechstunde sehr beschäftigt find. Die vielfachen Beschwerden der arbeitet und von der ein Teil unmittelbar von den örtlichen Vororte find ebenfalls berechtigt, wenn auch die einzelnen Redakteure Vereinen verbraucht worden sei, 82 547,57 m. betragen habe. fein Vorwurf trifft; Rigdorf wollte bereits auf eigene Kosten eine Ferner vermisse er eine Abrechnung der Gelder, die für Crimmitschau Beilage drucken lassen und dem„ Borwärts" beilegen. Diesen Weg eingekommen find, sowie die Abrechnung des Kreisfestes. Die Zu halte ich nicht für richtig, doch müssen alle angeregten Fragen in der Bei der Gewerbegerichtswahl hat sich leider keine Einigung nahme der Mitglieder bleibe hinter seinen Erivartungen von mindestens von uns beantragten gemeinschaftlichen Sigung erörtert und Abhilfe zwischen den lokal- und zentralorganisierten Gewerkschaften erzielen 12 000 zurüd. Im Streise sind nur 18 Prozent unserer Wähler auf jeden Fall geschaffen werden. Auch die Agitation für den Vorlaffen. In dem Streit selbst müssen die Vertrauenslente neutral organisiert, gegen 18 Proz. in Berlin VI.( Buruf: Das ist ein in wärts" ist nicht genügend; das legte in 800000 Exemplaren verbreitete sein, die Form der Organisation müssen die Gewerkschaften selbst sich gefchloffener Kreis.) 14 Drte im Kreise bleiben noch unter Flugblatt hat nur etwa 800 bis 1000 Abonnenten gebracht. Charregeln; doch haben die Vertrauensleute alle Veranlassung, dahin zu diesem Durchschnitt, 5 Orte fogar unter 10 Broz, nämlich Nieder- lottenburg mit 16 000 sozialdemokratischen Wählern hat nur streben, daß die verderbliche Zersplitterung im Gewerkschaftsleben Schöneweide mit 7 Proz., Groß- Beeren und Trebbin mit 8 Proz.. ca. 2000 Abonnenten, ebenso Schöneberg mit 10 000 Wählern, Rigeu& inter und 10000 Bäbementen. ebenso beseitigt wird. wie im politischen Leben. Wannsee mit 9 Prozent und ebenfalls mit 9 Prozent unsere dorf, allerdings mit 17 000 Wahlstimmen, hat 5000 Abonnenten. Den Frauen haben die Vertrauensleute geraten, ihre Ange- größte Stadt, Charlottenburg. Hier muß entschieden intensiver Auf diesem Gebiete ist also noch sehr viel zu tun. Tegenheiten mit immer größerer Selbständigkeit zu behandeln. gearbeitet werden. 8ubeil: Ueber die Regelung der Gehaltsfrage will ich mich In gemeinsamer Sigung mit dem Parteivorstand ist die Ab3ubeil: Wollermanns Wunsch nach größerer Spezialisierung nicht verbreiten, da die Preßkommission mit dem Antrage einhaltung einer Parteikonferenz für Preußen, wie sie auch in anderen wird im nächsten Jahre jedenfalls Rechnung getragen werden. verstanden ist. Bezüglich der juristischen Sprechstunde muß eine Bundesstaaten stattfindet, zwischen Weihnachten und Neujahr beVom Fortschritt der Mitgliederzahl bin ich befriedigt, nach einer Aenderung eintreten. Die Vororte haben ein gutes Recht schlossen worden, wo der Wohnungsgesehentwurf, die Schulfrage, die Wahlperiode pflegt ein Rüdgang, mindestens ein Stilstand ein- auf stärkere Berücksichtigung. In unferem Kreise Teltow Wahlrechtsanträge usw. besprochen werden sollen. ( Beeskow kommt nicht in Betracht) haben wir bei 500 000 EinSchließlich haben wir uns auch mit der Agitation für den VorGrunwald Friedenau: Der Bericht mußte so früh hergestellt wohnern 13 375 Abonnenten in der Parteispedition und 1607 in wärts" beschäftigt. Halten wir der Zahl der sozialdemokratischen werden, daß er in den einzelnen Orten beraten werden konnte. privaten Speditionen, zusammen 14 982. Berlin III hat bei 348 066 Stimmen im Kreise Teltow- Beeskow bei der letzten Reichstagswahl, über 72 000, die geringe Zahl der politisch Organisierten und der Daß in unserem Kreis nur 100-150 Abonnenten der Neuen Zeit" Einwohnern 5158 Abonnenten des Vorwärts", Berlin IV bei 467 000 Leser des„ Vorwärts" gegenüber, so sehen wir, wie viel uns noch vorhanden sind, ist ein Mißstand, dem der Vorstand feine Auf- Seelen 15 777 Abonnenten in der Parteispedition. Der 6. Kreis merksamkeit zuwenden muß. Weiter frage ich, ist es nicht zu er hat mit 696 548 Seelen 20 182 Abonnenten in der Parteispedition, im Kreise zu tun übrig bleibt.( Beifall.) Es folgte der Bericht der weiblichen Kreisberreichen, daß der Kreis als solcher zu den Parteitagen Stellung der 5. Kreis dagegen nur 1390 bei über 200 000 Einwohnern. Also nimmt. stehen wir in dieser Beziehung durchaus nicht schlecht da. Vergleichen trauensperson, Frau Thiel- Tempelhof. Es fint örtliche Hirsch: Eine Art Agitationsschrift, wie Grunwald meint, soll ivir aber unsere Rechte und unsere Berücksichtigung mit denen der Vertrauenspersonen vorhanden in Köpenick, Adlershof, JohannisthalNiederschöneweide, Treptow- Baumschulenweg, Briz, Rigdorf, Steglitz, der Bericht nicht sein, sondern lediglich zur Information der Delegierten Berliner, so kommen wir sehr schlecht weg. Mit unseren 15000 Abonnenten Friedenau, Wilmersdorf, wozu die Kreisvertrauensperson in Tempel- dienen. Allerdings kann er noch erweitert werden. Die Versendung könnten wir durchaus ein eigenes Blatt halten; das tun wir nicht, hof kommt. Im Berichtsjahr wurden 7 öffentliche Versammlungen, der Fragebogen geschah am 3. Oftober, also vor sechs Wochen. Grun- lediglich im Interesse der Partei. Berichte, die acht Tage alt find, 2 gegen den Wucherzoll und 5 für freies Vereins- und Verfamm- walds Hinweis auf die Eisenbahnen, mittels deren wir die Berichte gehören überhaupt in den Papierkorb, nicht mehr in die Zeitung. lungsrecht abgehalten; ferner haben 13 Kreissigungen der Ver- einholen sollen, kann kaum ernsthaft genommen werden. Was die Die kleinen Orte unseres Kreises stehen bezüglich der Vorwärts". trauenspersonen stattgefunden. Der Kassenbericht weist ein- Anregung der Stellungnahme zum Parteitag betrifft, so ist dies Abonnenten beffer da als die großen, Königs- Wusterhausen z. B. schließlich des Ueberschusses vom Vorjahr, im Betrage von 4,42 m., früher öfter auf unsere Tagesordnung gefeßt, von der General hat 185, die südöstlichen Vororte zusammen 2127. Dem gegenüber eine Einnahme von 494,97 Mt. und eine Ausgabe von 494,12 m. bersammlung aber abgesetzt worden. Deshalb haben wir es heute müssen sich Charlottenburg mit 2536, Schöneberg mit 2167 schämen. auf, so daß ein Bestand von 0,85 Mt. verbleibt. Im ganzen schreitet nicht erst auf die Tagesordnung gesetzt, zumal schon acht Wochen seit Freilich, gegenüber dem Niederbarnimer Streise, wo man den die Frauenbewegung im Streise fort, natürlich nur mit der Unter- dem Parteitag verflossen find. Daß die Neue Zeit" nicht stärter unserigen als rückständig bezeichnet, der aber überhaupt durch Parteiftüßung der Männer. Die Agitation unter den Frauen ist sehr gelesen wird, bedauern auch wir, wie im Berichte zum Ausdrud ge- und Privatfpeditionen mur 6214 Eremplare des Vorwärts" bezieht, brauchen wir nicht zur Seite zu stehen. schwer; aber sie ist notwendig. Mit der Bekehrung der Mütter zum bracht ist, können es aber leider nicht ändern. Sozialismus gewinnen wir auch leichter die Jugend und werden Der günstige Kassenbestand veranlaßt den Vorstand, Ihnen den Antrag zu unterbreiten, an die Parteifasse in Berlin 5000 m. abzuführen und unsre laufenden Monatsbeiträge an die Parteikasse von 100 m. auf 250 m. zu erhöhen.( Lebhaftes Bravo!) In der Diskussion frägt Hoffmann- Baumschulenweg an, warum der Verein Mittenwalde mit 30 Mitgliedern gänzlich ver- benachteiligt glauben; wir sind bei diesem Streit völlig schwunden ist. um so leichter zum Ziele gelangen.( Beifall.) Zur Vertrauensperson für das nächste Jahr wird wiederum Frau Thiel Tempelhof gewählt, zu Vertrauensleuten Hirsch Charlottenburg und Boeste Rigdorf. Um 1 Uhr wird die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie geschlossen. Die Generalversammlung des Zentral- Wahlvereins für zutreten. " Eberhardt: Von den Geldern für Crimmitschau habe ich 3500 M. abgeliefert, doch stehen noch 40 Listen aus. Ebenso stehen bom- Streisfest noch 420 Billets aus; bis jetzt hat es einen lleberschuß von 628,98 M. gebracht. Die Anträge des Vorstandes, der Parteifaffe 5000 M2. zu über weisen und den laufenden Monatsbeitrag von 100 auf 250 m. zu erhöhen, werden einstimmig angenommen. Es folgt der " " Schröder( Redakteur des Bortvärts"): Man darf gegenüber dem Vorwärts zum Maßstab für die Vororte nicht die dort Ueber die fomerscheinenden Tageszeitungen nehmen. munalen Angelegenheiten der Vororte berichtet der Vorwärts" jetzt sehr schnell, und es erscheint fraglich, ob das bei selbst drei wöchentlichen Vorortsbeilagen ebenfalls möglich sein wird. Eine Sonnabend- Beilage zu schaffen, die 1897 aus Sparsamkeitsgründen Bericht des Mitgliedes der Agitationskommission. fortgelassen wurde, bedarf es wohl nur der Anregung. Der Erfolg eines Flugblattes für den Vorwärts" darf nicht nach vier Wochen Fischer: Ich fann über die Tätigkeit der Kommission auf den beurteilt werden, sondern nach ein, zwei oder drei Jahren. Seit der den Kreis Tellow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg Konferenz gegeben ist. ausführlichen Bericht berweisen, der auf der Provinzial- Vorwärts" im eigenen Betriebe hergestellt wird, hat er über 30,000 Ich bemerke noch, daß dort eine Abonnenten, mehr als die Hälfte des früheren Bestandes, gewonnen. wurde am Sonntag um 2 Uhr in Tempelhof im Tempelhofer Kommiffion von 26 Mitgliedern eingesetzt ist, über Das ist für ein politisches Blatt ein Erfolg, dessen wir uns nicht zu Tivoli" von dem ersten Vorsitzenden, Genossen Hirsch Charlotten die Schaffung einer festeren Organisation für die ganze Provinz zu schämen brauchen. burg, eröffnet. beraten. Doch glaube ich, daß vorläufig nichts dabei herauskommen Die verlesenen drei Anträge werden auf Antrag Hoppe der Vertreten waren die Wahlbereine von 33 Orten durch 84 Delegierte. wird, weil die Aenderung der Organisation der gesamten Partei Breßkommission und dem Parteivorstand zur Berücksichtigung überDazu tamen 18 anttionäre des Kreises. Außerdem waren die noch in der Schwebe ist, und weil mehrere Kreiſe, ipeziell auch die wiesen; ebenso ein von Zubeil und Wenzel unterzeichneter Antrag, Delegierten zum Bremer Parteitag, Müller- Charlottenburg und Berliner, eine Aenderung des bestehenden Zustandes nicht wünschen. der auch für die Angestellten der Expedition die Festsetzung von Konrad- Rigdorf eingeladen, von denen der letztere nicht er- Bemerken will ich noch, daß der Beschluß der Provinzial- Konferenz, Gehaltsstaten verlangt. schienen war. Nicht vertreten war der Wahlverein von Markgrafpieste. für die Brandenburger Zeitung" eine Breßtommission zu schaffen, Es folgt der Für die Redaktion des Vorwärts" war Genosse Schröder an- in der die einzelnen Kreise vertreten sind, in Brandenburg auf Bericht der Lokalfommission Widerspruch gestoßen ist; die Angelegenheit ist noch nicht geregelt. settens des Obmannes Schliebig: Die Genossen in Niederwesend. 8ubeil: Die Agitationstommiffion ha. auch diesmal wieder Schöneweide legen großen Wert darauf, das größte Lokal StyffDen Borstandsbericht einen Kalender zur Verbreitung auf dem Lande in ungefähr 300 000 häufer" frei zu bekommen. Der Eigentümer, der bekannte Reedereierstattete Genoffe Hirsch. Derselbe liegt zum erstenmal gedruckt remplaren herausgegeben. Das ist an sich ja sehr erfreulich. Ber- befizer Tis mer, hat der Haase- Brauerei vertraglich untersagt, das bor, so daß darauf verwiesen werden kann. Leider war er nicht so 1908 und 1904, die auch in unserem Streise verbreitet wird, wärts" empfiehlt er durch Inferat seine Dampfer. Es wäre angleicht man aber den diesjährigen Kalender mit der Fackel" von Lokal zu Bersammlungen der Arbeiter freizugeben. Aber im„ Vorzeitig herzustellen, daß er den einzelnen Bereinen hätte zugesandt so habe ich schon bei der ersten Durchficht gefunden, daß sechs der gebracht, wenn Gewerkschaften und andere Arbeitervereine sich mit werden können; die Schuld trifft die Vereine selbst, denn vor acht größsten Artikel des Kalenders und drei kleinere wörtlich aus dem Obmann der Lokalfommission in Verbindung setzten, ehe fie Tagen lagen noch nicht einmal die Berichte sämtlicher Vereine vor. der Fackel" entnommen sind. Für Der Borstand hielt 20 Sigungen, zum Teil mit den Funktionären wir doch die ländliche Bevölkerung nicht halten, daß sie nicht zu Lokal zurückgezogen; es muß daher auch sein in Berlin am so rückständig dürfen Tismersche Dampfer mieten. Herr Wendt in Eichwalde hat sein ab; in Bulunft soll, monatlich eine Sitzung gemeinsam mit den ab; in Bulunft soll, monatlich eine Sitzung gemeinsam mit den beurteilen weiß, ob wir ihr dasselbe Material noch einmal bringen. Königsgraben gelegenes Lokal als gesperrt betrachtet werden. Funktionären stattfinden. Wiederholt find ungefeßliche Verhaftungen einzelner Genoffen Der Verfaffer des Kalenders fennt, wie es scheint, die ländliche Der von der Provinzialfonferenz an die Lokalfommission zurüdbeim Verbreiten von Flugblättern porgekommen. Der Vorstand hat Bevölkerung sehr wenig. Dazu ist der Kalender uns so spät vor gewiefene Antrag, den Kopf der Lokalliste zu streichen, kann nur zur die in Betracht kommenden gesetzlichen Bestimmungen vervielfältigen gelegt worden, daß wir ihn nicht mehr ablehnen können, weil keine Durchführung gelangen, wenn der Lokalkommission eine größere laffen und ist gern bereit, auch der Gendarmerie einige Exemplare Beit mehr ist, einen besonderen für unseren Streis herzustellen; doch Selbständigkeit eingeräumt wird. müssen wir diese Eventualität für das nächste Jahr ernstlich Es folgt der Antrag des Vorstandes, Eberhardt als derselben zugehen zu lassen. Parteibeamten Gemeindevertreter haben wir in 15 Drten des Kreises, und zwar ins Auge faffen, wenn feine Abhülfe geschieht. Ferner hat 70, wozu nach dem 1. Oftober noch einer in Stopenid gekommen ist unsere vorige Generalversammlung einen Antrag auf Wenderung mit 2400 M. Jahresgehalt anzustellen. Hierzu beantragen Brizz 70, wozu nach dem 1. Oftober noch einer in Stopenid gekommen ist der Organisation der Agitationskommission angenommen. Anstatt und Schmargendorf, diese Stellung öffentlich auszuschreiben, Die Zahl der Wahlvereine ist von 32 auf 34 gestiegen, die aber die Kreise einzuberufen und mit ihnen gemeinsam hierüber zu Rahl der Mitglieder dieser Vereine von 8850 auf 10 112. Ebenso beraten, hat man ein Schreiben an sie gerichtet, sie mögen die Be- Schöneberg, das Anfangsgehalt auf 165 M. festzusetzen. ist die Zahl der Abonnenten des Vorwärts" auf etwa 13 000 geichwerden angeben, die sie über die Agitationsfommission zu führen Umfang der Geschäfte und der Notwendigkeit, genaue Atten zu führen. Hirsch begründet den Antrag des Vorstandes mit dem großen ſtiegen. An der Steigerung find leider nicht alle Vereine in gleichem haben. Wir haben sehr viele solcher Beschwerden, aber es kam un Umfang der Geschäfte und der Notwendigkeit, genaue Atten zu führen. Mitgliederzahl auf. Der Vorstand beabsichtigt in allen Orten mit nicht darauf an, diese vorzubringen, sondern die Agitationstommission Eberhardt habe diese Arbeiten bereits zehn Jahre gegen ein geWahlvereinen Vortragszyklen über unser Programm zu veranstalten. fommission auf dies Schreiben eine energische Antwort erteilt und Grunde sei auch von dem in den Gewerkschaften üblichen Anfangszu erweitern. Ich wünsche, daß der Vorstand der Agitations- ringes Entgelt geleistet, deshalb wäre es unerhört, jetzt, wo die Stelle bezahlt werden solle, sie auszuschreiben. Aus demselben ihr flar macht, was sie zu tun hat. Kaffenbericht gehalt abzusehen. Den " Die Schaffung der Stelle wird einstimmig, das Gehalt von. 2400 m. gegen 10 Stimmen angenommen; darauf wird Eber. hardt einstimmig für die Stellung gewählt. erteilt Eberhardt. Hoffmann- Nowaves bittet die vor einigen Jahren herausDie gesamten Einnahmen des Streifes beliefen sich einschließlich gegebene Referentenliste zu erneuern, die Referenten aber auch zu des Bestandes vom 1. Oftober 1903 im Betrage von 22 293,52 m. verpflichten, Aufforderungen zu Referaten Folge zu leisten. auf 61 655,60 m.; Die reinen Einnahmen also auf 89 862,08 m. nächsten Jahre nachgekommen werden. Bezüglich des Zirkulars beFischer: Der Anregung in betreff des Kalenders wird im gegenüber 35 364,26 M. im vorigen Jahre. Die Ausgaben betrugen merke ich, daß ich mich dagegen gewendet habe, aber überſtimmt jo au 38 957,49 M., so daß am 1. Oftober 1904 ein Bestand von 22 698,11 m. worden bin. Hoffmanns Wunsch, die Referenten zu verpflichten, wird Unter den Ausgaben sind besonders die für die Landtagswahlen fich nicht erfüllen lassen. Es folgt der verblieb. zu bemerken; die Agitation hierfür erforderte 11 912,72 m., während mur 4504,30 M. eingingen, so daß ein Defizit von 7408,42. berblieb. Zur Bandtagswahl hat eine befondere Agitationstour statt Bericht der Mitglieder der Preskommission. Hierzu liegen folgende Anträge vor: ein Mitglied zur Breßtommission der Märkischen Boltsstimme" in Es folgen Anträge. Der Verein Retschendorf beantragt, Forst zu wählen, die dieses bei 500. Leseen zugestanden habe. Der Antrag wird angenommen, gewählt wird SiedowRetschendorf. Bur Preußen- Konferenz schlägt der Vorstand vor, die Genossen Sirich, Boeste, gubeil und als Ersaßmann Wollermann zu delegieren. = Delegierten gewählt. Die Grunwald Friedenau wünscht die Preußen- Konferenz auf| Stieffenhofer- Charlottenburg, Beisitzer Wollermann- 1 Marktpreise von Berlin am 12. November. Nach Ermittelungen des einer besonderen Generalversammlung zu verhandeln. Zu Revisoren werden gewählt: Engel- Rir- gl. izei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**), gute Sorte mittel Dies wird abgelehnt, die vorgeschlagenen Genossen werden zu dorf, Thiel- Tempelhof, Däumig- Schöneberg. Zu Mit 17,55-17,53 m., geringe 17,47-17,45 gliedern der Breßkommiffion werden Doppe Nigdorf und Roggen»), qute Coute 13,85-13,84, 92, mittel 13,83-13,832 M. ,, geringe 13,81-13,80 m. Futtergerste*), gute Sorte 15,70-14,50 M., mittel 14,40 Bogheimer Groß- Lichterfelde, in die Agitationskommission bis 13,30 M., geringe 13,20-12,10 M. Hafer*), gute Sorte 16,40-15,60 m., Fischer- Schöneberg, zum Obmann der Lokalkommission mittel 15,50-14,70 m., geringe 14,60-13,90 m. Erbsen, gelbe, zum Stochen Gramenz Baumschulenweg gewählt. 40,00-30,00 M. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linjen 60,00-30,00. Startoffeln 9,00-7,00 M. Richtstrob 4,82-4,50. Seu 9,00-7,20 M. Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Gier per Schod 4,50-3,00 M. *) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Die Anträge betreffend die Aenderung in der Beschickung der Generalversammlung und die Aenderung des§ 6 des Statuts werden wegen der vorgerückten Tageszeit abgesetzt. Der Vorstand wird en bloc wiedergewählt und zwar 1. Vorsitzender Hirsch- Charlottenburg, 2. Vorsitzender Boeste Rigdorf, Kassierer Eberhardt- Charlottenburg, Schriftführer Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. me Theater. Dienstag, 15. November. Anfang 7 Uhr. Opernhaus. Bajazzi.( Pagliacci.) Coppelia. Neues fönigl. Opern Theater. Flachsmann als Erzieher. Deutsches. Don Carlos. Berliner. Soldaten.. Lessing. Die Frau vom Meere. Westen. Don Juan. Anfang 8 Uhr: 9 Schiller O.( Wallner Theater.) Wallensteins Lager. Hierauf: Die Piccolomini. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Die Jüdin von Toledo. Neues. Die Morgenröte. Kleines. Elektra. Zentral. Der Generalfonful. Carl Weiß. Senta Wolfsburg. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Lustspielhaus. Biederleute. Quisen. Don Carlos. Thalia. Der Weiberkönig. Urania, Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Frühlingstage an der Riviera. Sternwarte Hörsaal: Invalidenstr.57/ 62. = Um 28 Uhr wird die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die sozialdemokratische Bewegung geschlossen, Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. In 5 Aften von Friedrich Schiller. Dr. F. Ristenpart:„ Die veränder- Mittwoch, abends 8 Uhr: lichen und neuen Sterne". CASTAN'S PANOPTICUM. Friedrichstr. 165. ..Es war einmal-!" Großer orient. Märchenzyklus in lebensgroßen plastischen Figuren mit verbindendem Text und Musikbegleitung. Apollo- Theater. 8 Uhr: Das November- Spezialitäten- Programm. Hierauf: Berliner Luft. Musik von Paul Lincke. Belle Alliance. Ber? Hierauf: Die Donnerstag, den 17. November: Tugendglocke. National. Rigoletto. Metropol. Die Herren von Marim. Kasino. Wildes Blut. Trianon. Gastons Frauen. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Zum 50. Male: Berliner Luft. Sonntag, den 20. November ( Totensonntag): Frühlingsluft. Apollo. Berliner Luft. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. Prinz Levy in Luft. Spezialitäten. Metropol- Theater Ahlbeck. Passage Theater. Dida. Spezialitäten. Anf. 5 Uhr. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Balaft. Ringkämpfe. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Frühlingstage an der Riviera. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Im Hörsaal: Dr. F. Ristenpart: „ Die veränderlichen und die neuen Sterne." National- Theater Weinbergsweg 12a- 13b. Dienstag, den 15. November 1904: Rigoletto. 7 Die Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Henry Bender. Josef Giampietro. Josef Josephi. Anton Grünfeld. Frid Frid. Fritzi Massary. Das Fest des Lichts. ( Ballett.) Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. Totensonntag, den 20. d. Mts.: Therese Krones. Mittwoch, 16. Rob Gr. Bußtags- Trianon- Theater. Konzert: ,, Die Schöpfung", Oratorium von Jos. Haydn. Heute und folgende Tage: Zentral- Theater Gastons Frauen. Anfang 8 Uhr. Der Generalfonful. Operette in 3 Aften v. H. Reinhardt. Mittwoch 7 Uhr: Großes Konzert unter Mitwirkung der fgl. Hof- Opernfängerin Marie Goetze u. des Violinvirtuosen Alexander Petschnikoff, der Opernsängerinnen Frl. Gusti Förster und Frau Emmy Raabe- Burg. Luisen- Theater. Don Carlos. Morgen: Geschlossen. Donnerstag: Die Räuber. Freitag: Der Regiſtrator auf Reifen. Sonnabend: Robert und Bertram. Sonntag, abends: Die Räuber. Montag: Mein Leopold. Anfang 8 Uhr. Mittwoch: Geschlossen. Sonntag, 8 Uhr: Das elfte Gebot. Lustspielhaus Friedrichstraße 236. Bum 40. Male: Biederleute. Anfang 8 Uhr. Dratorium- Aufführung: Die Schöpfung. Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Grossstadtluft. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Historisches Trauerspiel in 5 Aufzügen von Franz Grillparzer. Mittwoch, abends 8 Uhr: Konzert des Märkischen ZentralSänger- Bundes. Donnerstag, abends 8 Uhr: In Behandlung. Kleines Theater Neues Theater. Bereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Anfang 8 Uhr. Elektra. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Nachtasyl. Anfang 72 Uhr. 8um erstenmal: Typographia Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer. Gegr. 1879. Chormeister: Alexander Weinbaum. M. d. A.-S.-B. Sonntag, den 20. November( Totensonntag): KONZERT im Festsaale der ,, Neuen Welt", Hasenheide 108/114. Mitwirkende: Alexander Heinemann( Bariton), Leo Gollanin( Tenor), Berliner Tonkünstler- Orchester( 50 Musiker). Zur Aufführung Kolumbus" von Joseph Brambach, Die Morgenröte gelangt u. a. Palast- Theater Burg- Straße 22, früher, Feen- Palast. für Chor, Soli u. Orchester. Anfang 6, Uhr. Eintrittspreis 60 Pf., Kinder 20 Pf.- Liedertexte Mittwoch: Geschlossen. an der Kontrolle gratis. Kinder unter 6 Jahren haben keinen Zutritt. Donnerstag, Freitag, Sonnabend: Die Morgenröte. Billetts( für Mitglieder und deren Angehörige) sind zu haben in den Musikalienhandlungen von Richard Kaun. Grüner Direktion: Weg 17 und Albert Stahl, Potsdamerstr. 39; Buchhandlung Rich. Winkler. Meinhardt, Lehninerstr. 1, Hasenheide); in den Zigarrengeschäften von Horsch, Gewerkschaftshaus, Gottfried Schulz, Kottbuser Tor, Paul Ihm, Wrangelstr. 58, F. Gutschmidt, Kottbuser Damm 8, Rudolf Lorenz, Rixdorf, Hermannstr. 91/92, Nikolas Nachfolger, Skalitzerstr. 107; in der Taba karbeiter- Genossenschaft, Kopenhagenerstraße 2; in den Restaurants Augustin( ,, Vorwärts"), Lindenstraße 69, und Tolksdorf, Görlitzerstr. 58. 65/20 Gr. internationale Ringkampf- Konkurrenz unter dem Protektorat des Herrn Profeffor Reinhold Begas. Heutige Ringkämpfe: 1. Beaucairois, Frangofe, Michael Hitzler, München, gegen Revanche- Ringkampf. 2. John Pohl- Abs 11, Deutscher, gegen Rödel, Bayern. 3. Ali Achmed, Türke, gegen Neger Decco, Dahomey. Revanche- Ringfampf. 4. Manzart, Belgier, gegen Riesbacher, Rumänier. 5. Weltmeister Lurich, Russe, gegen Agel Krook, Schwede. Borher: Theater u. Spezialitäten. Bußtag geschlossen. Pr. d. Bl. wie gewöhnlich. Für die Sänger: Butag, vormittags 11 Uhr, in der WING! 8 765 Neuen Welt: Probe m. Orchester. ART Bußtag Deutsche Konzert- Hallen. Anne Dancrey, An der Spandauer Brücke 3. Vollständig neu ausgestattet! Täglich: Gr. internat. Künstlerkonzerte. Theater- Abteilung. Spezial- Ausschank der Berliner Bock Brauerei. Freie Liedertafel. ( M. d. A.-S.-B.) Mittwoch, 16. November( Bußtag) * KONZERT* in Elsners Festsälen, Kaiser Wilhelmstr. 18m Mitwirkende: 66/1 Konzertsängerin Frau Gertrud Taschow und Solisten des Vereins Berliner Musiker. Anfang präzise 6 Uhr. Freunde und Bekannte sind hiermit höflichst eingeladen. Einlaẞ inkl. Tanz 50 Pf. Zirkus Busch. Extra Gala Abend. 10 Noch nie dagewesener Erfolg! Dienstag: Biederleute- Mittwoch: Katharina II. Destinn, Bertram, Jöre. tag u. Freitag: Biederleute. Donners Kasino- Theater Lothringerstr.37. Anf. Wch.8, Sonnt.72 Wildes Blut. Gesangspoffe in 3 Atten v. Mannstädt. Deutsch- Amerikanische Borher b. volit. neue Rovemberprogr. Theater. 67. Zum Heute abend 8 Uhr: ,, Ueber'n grossen 401. MALE: TEICH. 66 MORGEN: GESCHLOSSEN. VORANZEIGE. Dienstag, 22. Nov., abds. 28 Uhr! Gastspiel Adolf Philipp. Premiere NEW- YORK 5 Bilder m. Gesang a. d. Nachtleb. einer Weltstadt, Text und Musik von ADOLF PHILIPP. Billetts( o. Vorverkaufsgeb.) s. jetzt a. d. Theaterk. sow. b. Wertheim z. h. Residenz- Theater. Dir.: Richard Alexander. Dienstag 8 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. Schwank in 3 Atten von H. Kéroul und A. Barre. Anatol Durosel: Richard Merander. Donnerstag und folgende Tage: Eine Hochzeitsnacht. Mittwoch( Bußtag): Geschlossen. Sonntag, abends 8 Uhr: Nora. Stadt- Theater Moabit. Mt- Moabit 47/49. Gastspiel des Bernh. Rese- Theaters. Novität! Die Ehre der Berlinerin. Boltsstüd mit Gesang und Tanz in 3 Alten v. H. Döblin. Musik v. Wicher. Anfang 8 Uhr. " Entree 30 Pf., numer. Blaz 50 Pf. Donnerstag, den 17. Nov.: Kean, oder Genie und Leidenschaft. 1. a. ,, Die Original- Noranas." Sonntag, den 20. Nov., 72 Uhr: Mutter Gräbert. Carl Weiß- Theater. Große Frankfurter Straße Nr. 132. Direktion M. Ed. Fischer. Senta Wolfsburg. Anfang 8 Uhr. Morgen: Geschlossen. Donnerstag und folgende Tage: Senta Wolfsburg. Sonnabend, nachm.: Aschenbrödel. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Bar und Zimmermann. Bollsstück mit Gesang nach der gleichnamigen Oper von Lorking. Zar Peter I.: Direktor Robert Dill. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Mittwoch( Buß- und Bettag): Keine Vorstellung. Passage- Theater. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Anf. nachm. Wochent. 5 Uhr, Sonntags 3 Uhr. 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Bahlreiche Beteiligung erwartet 69/18 Der Vorstand. PrinzenSozialdemokratischer Wahlverein für den 8. Berliner Reichstagswahlkreis. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Sonnabend, den 12. November, der Genosse Karl Wunsch Uhrmacher, Waldemarstr. 46, verstorben ist. 241/4 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Dienstag, nachmittags 22 Uhr, von der Halle des alten ThomasFriedhofs, Hermannstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung erDer Vorstand. fucht Verband der Graveure und Ciseleure etc. Filiale Berlin. Nach lurzem, schwerem Leiden starb am 12. November unser Kollege Gustav Lindner. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 15. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Berliner GemeindeFriedhofes in Friedrichsfelde aus ſtatt. 74/7 Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei der Dr. Simmel, Str. 41, Beerdigung unseres lieben Sohnes Spezialarzt für Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12. 2-4. Paul Sasse sprechen wir allen Bekannten und Berwandten sowie feinen Kollegen Kranz- und Blumenbinderei und dem Gesangverein„ Süd- Dft II" von Robert Meyer, * nur Mariannen- Straße 2. " unseren herzlichen Dank aus. Familie Sasse. 532 Vereins- Kränze, Palmen- u. Blumen- E. Möbis, Uhren, Koppenstr. 82.* Arrangements, Bouquets, Guirlanden usw. werden fein u. preiswert geliefert. 6. Ziehung 5. Klasse 211. Kgl. Preuß. Lotteric. Biehung vom 14, November 1904, vormittags. Atur bie Gewinne über 240 Mt und den betreuenden Nummern in Kiammern beigefügt. ( Ohne Gewahr.) Nachbrud vecboten. 186 473 588 776 1500] 77 1500] 848 987 1096 217 328 594 619 13000 45 71 782 800 83 944 2148 281 [ 1000] 397 802 928 30 49 71 3115 99 304 728 47 916 [ 500] 62 4003 68 244 303 617 702 826 58 72 90 943 5008 29 102 21[ 500] 258 82 473 517 89 759 820 971 [ 3000] 6048 65 139 15001 90 306 110001 45 69 83 411 514 603 20 735 879 7009 22 226 94 303 70 80 552 76 786 875 926 46 8071[ 500] 248 449 71 587 734[ 500] 81 82 9056 129 372 588 615 25 779[ 3000] 840 905 500] 10011[ 1000] 45 136 336 414[ 500] 76 544 63 651 95 706 11000] 20 901 11026 62 273 717 61 12033 35 44 151 89 273 311 401 84 560[ 3000] 774 852 53 93 13083 130001 244 309 435 540 646 15001 858 63 1000] 952 14078 1500 100 90 96 205 59 366 605 75[ 3000] 765 80 15012 117 19 34 85 247 92 362 597 776 812 902 66[ 500] 16045 72 151 82 88 212[ 500] 36 301 99 734 17040 87 135 236 46 66 546 659 942 46 18107 246 96 328 471 585 728 810 19039 50 127 80 267[ 500] 647 88 1500] 711 820 20220 300 42 827 914 50 21767 95 815 22061 379 91 447 55 537 754 66[ 500] 816 922 59 78 23036 286 327 693 763 902 27 40 24032 386 411 28 591 710 92 945 25156 509 57 631 712 51 75 98 895 900 26356 403 6[ 3000] 551 81 792 855 982 27002 51 85 142 [ 3000 624 751 847 987 28031 221 24 50 88 388 638 703 832 29138 60 234 396 1500] 682 30112 14 1500] 21 32 95 258 392 515 58 636 815 31115[ 1000] 245 313 87 418[ 3000 48 56 593 792 898 946 32038 178 271 527 758 875 932 33064 324 417 819 34305 65[ 500] 729 817[ 500 50 54 55 35021 40 105 13 381[ 500] 533 38 56 98 1500] 710[ 3000] 904 36084 106 311 660 740 945 37007[ 500] 403 019 71 81[ 3000] 733 15001 38047[ 3000] 142 351 572 662 73 97 99 794 832 81 39306 22 64 82 84[ 500] 554[ 3000] 631 724 805 39 64 22 40043 136[ 500] 42 63 496 636 79 878 99 939 41019[ 1000] 141[ 3000] 226 385 457 60 87[ 3000] 95 675 755 99 879[ 500] 83[ 5001 42027 77 122 91 277 340[ 3000] 54[ 500] 451 75 572 711 54 43013[ 10001 119 70 410 72 697 731 47 66 827 921 38 44233 80 346 73 407 569 972[ 500] 76 45138 47 86 255 75 300 56[ 1000] 75 88 469 501 638 766 78 909 46115 37 61 366 13000] 478 503 38 61 1500] 794 957[ 500] 75[ 1000] 47013 41 51 92 96 269 78[ 1000] 637 746 860[ 500] 48249[ 10001 55 434 135001 38 58 552 77 621 953 64 49259 329 411[ 3000] 29 58 532 919 dom 50101[ 500] 45 484 51090 283 307 38 60 409 [ 500] 831 907 11 12 86 52250 72 332 656 927 53184 211 560[ 3000] 54404 44 46 72 552 666 756 820 72 80 908 16 55031[ 500] 145 233 340 983 56324 414 627 36 922[ 500] 57070 80 224 35 668[ 500] 761 902 95 58157 205[ 1000] 14 67 391 440[ 500] 530 84 639 867 Zentral- Verband d. 3immerer Deutschlands. ( Zahlstelle Berlin und Umg.) Am Sonnabend verstarb nach längerem Leiden unser Mitglied Anton Herodei. Soeben erschienen: 000000 Das Arbeiterrecht Deutscher Metallarbeiter- Verband. bon Artur Stadthagen, Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353. 191/10 Mitglied des Reichstags. **** 4. Auflage.**** Die Konferenz der Vertrauenspersonen für den Süden fällt Die Rechtsverhältnisse zwischen des Bußtages wegen am Mittwoch aus. Arbeitgeber und Arbeiter haben durch am Die Ortsverwaltung. die Gesetzgebung eine erhebliche Umgestaltung erfahren. Eine systematische Darstellung der gültigen Rechtsregeln ist daher dringend erforderlich, da selbst der Jurist bei der Fülle des neuen Rechtsstoffes faum weiß, was rechtens ist. Das Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 15. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Luisen- Kirchhofes, Westend, Fürstenbrummerweg, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 255/12 Der Vorstand. Allen Kollegen und Freunden die tieftraurige Mitteilung, daß unser lieber Sohn, Bruder, Schwager und Dnfel, der Bohrer Hermann Thiele nach furzem Krantenlager am 12. November plötzlich verstorben iſt. 10492 Um stille Teilnahme im Namen der Hinterbliebenen bittet Max Gädde. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 16. November, nachmittags 2, Uhr, auf dem neuen NazarethKirchhof( Dalldorfer Chaussee) statt. feurigSüsser Kraft- Rofhwein für Blutarme u. Kranke Arztlich empfohlen Steh unter Arbeiterrechts bon Artur Stadthagen bietet eine solche, von allen Fachleuten anerkannte, überaus flare, für jeder mann verständliche Darstellung und bildet somit einen unentbehrlichen Führer durch alle Gebiete des Arbeiterrechts. Drei vollständig vergriffene Auflagen zeugen von der wachsenden Inanspruchnahme dieses Buches durch Die die werttätige Bevölkerung. jezige 4. Auflage ist gründlich revidiert und vermehrt worden, wodurch die Brauchbarkeit sich ganz wesentlich erhöht hat. Stadthagens Arbeiterrecht ist ein billiger und d zuverlässiger Anwalt im Hause. Preis geb. 7 Mart. Auch in 28 Lieferungen a 20 Pf. Zu beziehen durch 234/ 8* Buchhandlung Vorwärts standiger On Berlin SW., Lindenstraße 69, Laden. Trolle des Bischoff Santa Lucia FL150 u2M Kohlen Breßkohlen, anerkannt beste Marken, Riesenformat, liefere jetzt noch ab Play: Tausend von 6,75 Mark an. ab Plaz. Bruch- Preßkohlen Potr. 65 Pf. ermann Günther Sandwagen both., Fuhrlöhne billigst. Andere Brennmaterial. billigst berechn. A. Herrmanns Kohlenlager, He Straussbergerstr. 21 an der Gr. Frankfurterstr. CIGARREN CIGARETTEN TABAKE Beste Qualitäten. 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