Nr. 270. Abonnements- Bedingungen: 10 bonnements Breis pränumerando Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagsnummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Pfg. Post Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat Ericheint täglich außer Montags Vorwärts Berliner Volksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 25 Pfg. " Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die nächste Nummer des„ Vorwärts" erscheint des heutigen Feiertags wegen Freitag früh. An die Sozialdemokratie in Preußen. Parteigenossen! Nach Beratung mit den Vertrauenspersonen in Berlin und Umgegend haben wir beschlossen, einen Parteitag der Sozialdemokratie in Preußen auf Mittwoch, den 28. bis Freitag, den 30. Dezember nach Berlin einzuberufen. Als vorläufige Tagesordnung für die Beratungen desselben wurde festgesetzt: 1. Der Wohnungsgesehentwurf. Berichterstatter H. Heimann. 2. Der Gesezentwurf betr. die Bestrafung wegen Annahme fontrattbrüchiger Arbeiter. Berichterstatter A. Stadthagen. 3. Der Schulgesetentwurf beztv. der Schulgesetzkompromiß der maßgebenden Parteien im Landtage. Berichterstatter Dr. L. Aron 3. 4. Das Landtagswahlrecht. Berichterstatter G. Ledebour. Parteigenossen! Die Sozialdemokratie in Preußen ist, obgleich fie, wie der Ausfall der Reichstagswahlen im Jahre 1903 wieder gezeigt hat, die stärkste Partei in Preußen bildet, im Landtage unvertreten. Der Versuch, eine Vertretung zu erlangen, ist bisher bei der Landtagswahl ohne Erfolg geblieben. Warum? Weil das Landtags- Wahlrecht, das sogenannte Dreiklassen- Wahlrecht, das in der schlimmsten Realtionsperiode, unmittelbar nach der Niederschlagung der Boltsbewegung von 1848 und 1849, oftrobiert wurde, noch heute die Grundlage der preußischen Landtagswahlen bildet. Es gilt als ein Blümchen Rühr mich nicht an" bei der Regierung und den herrschenden Klaffen. Dieses Landtags- Wahlrecht ist ein Hohn auf Recht und Gerechtigkeit, es degradiert die ungeheure Mehrheit der Wähler zu bloßem Stimmvich und sichert ausschließlich den besitzenden Klassen die Vertretung im Landtage. Nicht das arbeitende Volk, das den Staat erhält, die große Mehrheit der Soldaten stellt und die Vermögen und Einkommen erarbeiten muß, von denen die besitzenden Klassen Steuern zahlen, durch die sie die Wahlprivilegien erhalten, ist also im Landtage vertreten, sondern die Junker und Junkergenossen nebst den Befizern des großen Geldfaces. Diese allein führen dort das Wort und benutzen die„ Klinke der Gesetzgebung", um ihre Klaffeninteressen zu fördern. Nur was diesen nüßt, beschließen sie, die Interessen der arbeitenden Klaffen finden nur ausnahmsweise insoweit Berücksichtigung, als dieselbe den Interessen der herrschenden Klaffen nicht schadet. So ist der preußische Staat der Staat, von dem Graf v. Bülow ruft: Preußen in Deutschland voran!- sieht man von den beiden Mecklenburg ab der reaktionärst und voltsfeindlichst regierte Staat in Deutschland. Die Voltsvertretung" dieses Musterstaates hat ihre Unfähig keit, den Stulturinteressen gerecht zu werden, außer zahlreichen gesetzgeberischen Maßnahmen der voltsfeindlichsten Art, wieder recht deutlich darin offenbart, daß die großen wasserwirtschaftlichen Vorlagen jetzt schon in das fünfte Jahr durch die parlamentarischen Beratungen geschleppt werden, ohne daß ein Mensch zu sagen ber= mag, was schließlich aus diesen Beratungen hervorgehen wird. Und die Regierung des Landes findet es mit ihrer Ehre und mit ihrer Würde berträglich, in Langmut und Geduld und mit ernsthafter Miene einem parlamentarischen Schauspiel anzuwohnen, das jeden Mann von Charakter anwidert und als die ärgste Verhöhnung parlamentarischer Verhandlungen angesehen werden muß. Mittwoch, den 16. November 1904. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. diese Zustände hinzulenten, und das kann, neben der Aufklärung| frei seine Gedanken zu äußern, vorausgesetzt nämlich, daß diese durch zeitweilige Zusammenkünfte der Vertreter unserer Partei, Professor berechtigt ist, den Gedanken frei zu äußern, daß durch die Breffe und die tägliche Agitation, am besten geschehen Gedanken zu den offiziell verbotenen gehören. Denn daß jeder in denen die Hauptfragen, die auf der Tagesordnung des preußi- die Hohenzollerndynastie den Glanz und die Herrlichkeit des schen Landtages stehen, einer entsprechenden Beurteilung und die deutschen Vaterlandes geschaffen, die Freiheit" hat allerRückständigkeiten des preußischen Parlamentarismus einer ein- dings jeder Universitätsprofessor. Ja, er darf auch noch schneidenden Kritik unterzogen werden. weiter gehen, er darf auch sozialpolitisch sich interessieren, aber Parteigenossen! Wir fordern Euch also auf, zu dem an- er darf nicht über jene Grenzlinie hinausgehen, die ihm die gegebenen Zeitpunkt Eure Vertreter, die in gleicher Weife Stultuspolizei Preußens und Deutschlands setzt. zu wählen sind, wie dieses zu den deutschen Es gibt aber keine halbe und viertel Freiheit im Gebiete Parteitagen geschieht, nach Berlin zu senden. des Geistes, und es wäre infolgedessen nicht zu verstehen, Die Kosten der Vertretung haben die Kreise zu tragen. Von der warum sich Herr Barth gegen die einfache Feststellung einer erfolgten Wahl der Delegierten ersuchen wir, dem Parteibureau, unzweifelhaften Wahrheit so ärgerlich wehrt, wenn er nicht eben Adresse: doch im Grunde seines Herzens ein so leidenschaftlicher Verfechter der herrschenden kapitalistischen Ordnung wäre, daß ihn die bloße Feststellung solcher, den heutigen Klassen und Polizeistaat nicht gerade ehrenden Tatsachen verdrießlich macht. J. Auer, Berlin SW. 47, Kreuzbergstr. 30 baldigst Anzeige zu erstatten. Das Lokalkomitee, das die Wünsche der Vertreter in bezug auf Wohnung zu erfüllen bestrebt ist, wird in Kürze seine Adresse mitteilen. Der Parteitag wird Mittwoch, den 28. Dezember, vormittags 9 Uhr, im Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15, eröffnet werden. Parteigenossen! Wir sind überzeugt, daß Ihr die Situation voll zu würdigen versteht und unserer Einladung durch die Wahl zahlreicher Vertreter entsprecht. Hoch die Sozialdemokratie! Berlin, den 15. November 1904. Der Parteivorstand. Polemik gegen einen Totenschein. Es lohnt sich kaum, gegenüber der systematischen geistigen Freiheitsberaubung, im einzelnen das praktische persönliche Auftreten solcher mannesmutigen Professoren zu erörtern. Es ist nicht erbaulich, die Personalakten zu öffnen. Als bei den letzten preußischen Landtagswahlen von der Barthschen Richtung fehr eifrig der Gedanke verfochten wurde, daß gerade im Interesse des Liberalismus der Freisinn und die Sozialdemokratie zusammengehen müsse, da ließen sich auch ein paar Berliner Professoren herbei, u. a. auch Herr Hans Delbrück, für diesen Plan einzutreten. Es ist noch in aller Erinnerung, mit wie kläglichen jammernswürdigen Ausflüchten die tapferen Herren dann sich zurückzogen, als der Polizeistaat und seine Denunzianten den Vertretern der vorausseßungslosen Wissenschaft die Pistole vor die Brust hielt. Man denke an Herrn Schmollers wehleidige Entschuldigungen im HerrenIn der Münchener Zeitschrift Freistatt" hatte Professor hause. Damals entdeckte Herr Hans Delbrüd, einer der vier Brentano das Fiasko des Frankfurter Wohnungskongresses Barthschen Schwurzengen der deutschen Freiheit der Ueberzum Gegenstand einer betrübten Abhandlung über den Nieder- zeugungen, daß man deshalb nicht für die Sozialdemokratie eingang des idealen Geistes in Deutschland gemacht und die un- treten dürfe, weil ihre Wahlmänner so unglaublich brutal feien, geheuren und unheimlichen Fortschritte der kapitalistischen Inter- daß sie mit der Zigarre im Munde den heiligen Aft der Wahlessenvertretung besprochen, die sich ihre Wissenschaft und ihre abstimmung vollzögen. Dabei hatten sich die Herren schon Wissenschaftler ebenso fauft, wie ihre Beamten, Arbeiter und vorher facht von der Koalition mit den Sozialdemokraten Maschinen. Wir knüpften an diese Bemerkungen Brentanos zurüdgezogen und konnten doch vorher gar nicht jenes einige Ausführungen. Wir nannten sie den nationalsozialen Bigarrenverbrechen ahnen. Schwanengesang" und legten dar, wie damit der große Traum Aber es ist eben ein offenes Geheimnis, daß der Polizeivon der sozialen Klassenversöhnung ausgeträumt sei. Wir staat es schlechterdings seinen Professoren nicht erlaubt, offen fügten weitere Darlegungen hinzu über die Stellung der für die Sozialdemokratie einzutreten, wenn auch nur aus Wissenschaft in einem absolutistischen Polizeistaat, der feinem tattischen Gründen. Als vor einigen Jahren bei den beamteten Vertreter der Wissenschaft eine freie und rücksichts- Reichstagswahlen ein freisinniger Professor, ein unentwegter lose Aussprache ermöglicht und wir führten jene Versuche von Anhänger Eugen Richters, bei der Stichwahl zwischen einem Sozialpolitikern, ihr Eintreten für den„ berechtigten Stern" Antisemiten und einem Sozialdemokraten öffentlich die Parole des Sozialismus zu vereinigen mit einer Stritit des Soziq- ausgab, die Wähler, die im ersten Wahlgang ihm ihre Stimmen lismus und des Marrismus, nicht zum mindeſten auf die gegeben hätten, möchten in der Stichwahl für die Sozialdeutsche Unfreiheit zurück. Semokratie als das kleinere Uebel stimmen, da wurde dem Mann sofort mit dem Disziplinarverfahren gewinkt und die Folge war feine freiwillige" Versetzung in eine Gegend, wo es Sozialdemokraten so gut wie gar nicht gab, so daß er zu derartigen Stichwahlparolen in jener Gegend nicht verführt werden konnte. Der Artikel hat in den Organen der freisinnigen Vereinigung und der Nationalsozialen einen ganz unerwarteten Wiederklang gefunden. Er ist so ausgelegt worden, als ob wir mit großer Freude festgestellt hätten, daß es in Deutschland einen ernsthaften sozialreformatorischen Liberalismus nicht gebe und nicht geben könne. Wir hätten uns begeistert für die Frankfurter Blamage und wir renommierten mit großem Stolz und aufgeblajener Eitelkeit, daß nur die Sozialdemokraten ordentliche Sterle, während alle anderen nichtsnuzige Feiglinge und Schwächlinge seien. Besonders aufgebracht ist Herr Barth. Er schreibt in der Nation" über unseren Artikel: „ Man braucht nur an Männer wie Brentano, den berstorbenen Mommsen, an Hans Delbrück, an Adolf Wagner erinnern, um zu erkennen, wie es mit den stummen Freunden der proletarischen Bewegung und der Unmöglichkeit, ihre Gedanken frei zu äußern, auf deutschen Universitäten tatsächlich bestellt ist." Herr Barth hat glücklich vier Angestellte der Universitäten Die fast unumschränkte Herrschaft der Polizei, die Herrschaft ausfindig gemacht, darunter einen Loten. Von diesen drei des Mirbachschen offiziell geaichten Zweihundertmark- Christentums lebenden Professoren ist aber feiner so unglücklich, etwa findet im preußischen Musterparlament ihre träftigste Stüße. Und Sozialdemokrat und Marrist zu sein. Herr Barth wird uns da heute alles, was an der Herrschaft sitzt oder nach der Herrschaft zugeben, daß es doch nicht ein Ding der Unmöglichkeit ist, strebt, von schlotternder Angst vor der Sozialdemokratie erfüllt ist, daß auch ein Mann der voraussetzungslosen Wissenschaft hat sich allmählich ein Zustand herausgebildet, wonach Streberei, Sozialdemokrat sein könne. Eine Bewegung, welche die be Heuchelei und Kriecherei, Charakterlosigkeit und Feigheit die maß- deutsamste Erscheinung nicht nur der heutigen Welt ist, sondern gebenden Eigenschaften geworden sind, die unser öffentliches Leben auch der Weltgeschichte, wird doch wohl nicht so gänzlich haltlos beherrschen und vergiften. sein, daß ein ernsthafter Mann der Wissenschaft unmöglich den Marrismus als eine Wissenschaft erachten könne. Sum mindesten wird Herr Barth uns die Denkbarkeit zugeben, daß irgend ein Enthusiast der sozialen Tendenz sich ein reden könne, also überzeugt sei, daß die sozialdemokratische Anschauung Wissenschaft sei. Gibt uns Herr Barth aber auch nur das zu, dann sage er uns, was diese Leute tun sollen. Dürfen sie auf den Universitäten ihre Ueberzeugung frei äußern oder nicht? Das ist die Frage. Wer in unseren herrschenden Klassen, die ausschließlich im preußischen Landtage vertreten sind, noch Männer sucht, die den Nacken steif halten, die Männerftolz vor Königsthronen" besigen, wird selbst mit der Laterne des Diogenes vergeblich nach ihnen suchen. Hätten die bürgerlichen Sozialreformer, hätte Herr Barth insbesondere ein echtes und überlegtes Interesse an dem Aufschwung einer wirklichen liberalen Bewegung in Deutschland, so hätte er uns nicht entrüstet widersprochen, sondern im Gegenteil uns zustimmen müssen. Diese Heuchelei, offenkundige Tatsachen derart aus der Welt zu schreiben und zu reden, ist gerade eine der Hauptursachen, warum in Deutschland der Liberalismus niemals zur Geltung gelangt ist und niemals Geltung haben kann. Er hat sich stets vor nichts so gefürchtet, wie vor der ersten Vorbedingung eines ernsthaften und erfolgreichen Kampfes, vor dem nackten und offenen Aussprechen dessen, was ist. Die Organe des Herrn Barth und er selbst erzählen ihren Lesern, der Vorwärts" hätte gejubelt über diesen Zusammenbruch der Sozialreformerei. Herr Barth würde in große Ver legenheit geraten, wenn er uns nachweisen wollte, worin unsere Freude sich geäußert habe. Wir haben einfach einen Totenschein ausgestellt, weil der Tod eben eingetreten war, aber zu Freudenbezeugungen hatten wir keinerlei Anlaß. Ja, nicht nur dies, die Stimmung des ganzen Artikels war vielmehr die entgegengesetzte, die Herr Barth herausgelesen hat. Die Sozialdemokratie hat in der Tat gar kein Interesse daran, daß die bürgerlichen Parteien in Deutschland sich immer reaktionärer entwickeln, daß die geistige Freiheit unterdrückt wird. So lange die deutsche Sozialdemokratie existiert, hat sie zwar leider immer wieder feststellen müssen, daß es eine Bourgeoisie, die sich ihrer Klassenstellung gegenüber dem Junfertum bewußt ist, nicht gibt, sie hat immer wieder die Halbheiten und Jämmerlichkeiten dieser bürgerlichen Bewegung feststellen müssen. Aber sie hat jedesmal und vielleicht, sogar gelegentlich übertrieben, es anerkannt, sobald hier und da aus Sie können es aber nicht. Jeder Universitätsprofessor der Misère nur ein Fünfchen echten Liberalismus hervorParteigenoffen! An uns tritt die Frage: wollen wir ferner wird ohne weiteres von der Universität entfernt, sofern er mir sprühte. Gerade unser Artikel, der in so auffälliger Weise diesen schmachvollen Zuständen tatenlos und mit übereinander ge- Sozialdemokrat ist, auch wenn er in seinen Lehrkursen Physik den Aerger des Herrn Barth erregt hat, war von dem Gedanken schlagenen Armen zusehen oder wollen wir als öffentliche Ankläger oder Assyriologie lehrt, geschweige daß er ein Recht hätte, ausgegangen, daß das Schicksal des deutschen Liberalismus, auftreten und dafür wirken, daß die in der allgemeinen Korruption den Sozialismus vom Katheder zu verkünden. Eine wissen auch nach sozialistischer Meinung, feine erfreuliche Erund Dekadenz noch gesund gebliebenen Boltskreise sich ermannen schaftliche Ueberzeugung also ist in Deutschland offiziell scheinung ist. Da die Sozialdemokratie in ihrer sozialistischen und Seite an Seite mit uns den schärfsten Kampf gegen Gewalten bontottiert, welche die Welt beherrscht, die in anderen Ueberzeugung auch für die Demokratie eintritt, muß sie ja führen, die, je länger sie die Macht und den Einfluß haben, alles demokratischen Ländern auch Vertreter auf den Universitäten ihrem Wesen nach jede Bestrebung unterstützen, die ernsthaft in den Abgrund zu reißen drohen! hat; eine größere Anzahl unserer Parteigenossen im Auslande demokratische Ideale verficht. Heißt es aber, sich über den Parteigenoffen! Nur das letztere ist unserer würdig. Es ist find Universitätsprofessoren. Wenn dem so ist, dann ist da- Niedergang der Demokratie freuen, wenn man feststellen muß, unsere Pflicht, die Aufmerksamkeit der weitesten Oeffentlichkeit auf mit bewiesen, daß es in Deutschland eine Unmöglichkeit ist, daß sie entartet ist? In unserer Presse und in unseren VerSo ist Verfall und Verlotterung unserer Zustände die notwendige Folge. Die Mächtigen im Staat, Schule und Kirche, begünstigen alles, was dem Fortschritt ins Angesicht schlägt. Alles drängt nach rüdwärts, immer weiter rüdwärts. Politifche Ueberficht. " Berlin, den 15. November. Baris, 15. November. Das vom heutigen Tage datierte Schreiben, in dem Kriegsministe: General André dem Präsidenten Loubet seinen Rücktritt mitteilt, lautet: Man wird mir die Gerechtigkeit erweisen, daß eine solche wird die republikanische Partei die Aufgabe vollenden, der meine Kräfte zu widmen mein Glück gewesen ist. Geſtatten Sie mir in Dant für alle bekannten und unbekannten Freunde zu richten, die dem Augenblick, wo ich von Ihnen Abschied nehme, an Sie meinen von überall in Frankreich her mir bei den letzten Prüfungen so rührend und warm ihre Sympathie bekundet haben. Mögen fie wissen, daß ich in den Ruhestand mit hinübernehme meine unerschütterliche, absolute Hingabe und Treue zu Frankreich, zur Armee und zur Republik, und daß ich auf diese drei all mein Sinnen vereinige. Combes heute vormittag das Demissionsschreiben des Generals André Baris, 15. November. ATS Ministerpräsident erhielt, ging er ins Kriegsministerium und hatte dort eine lange Besprechung mit André. Sodann begab sich Combes zur Sigung des Ministerrats und teilte demselben den Entschluß Andrés mit. Der Ministerrat gab seinem Bedauern über diesen Entschluß Ausdruck und beschloß, das Portefeuille des Krieges dem sozialistischradikalen Deputierten Berteaux, seit 1879 Makler an der Pariser Börse, anzubieten. Berteaux hat das Portefeuille angenommen; er war im Jahre 1902 Berichterstatter für das Kriegsbudget und war auch für dieses Jahr dazu in Aussicht genommen. fammlungen wird häufig die Wendung wiederholt, die Sozialdemokratie habe nunmehr auch die Aufgabe, die von der Bourgeoisie verratenen demokratischen Ideale zu verwirklichen. Damit ist keineswegs gesagt, daß wir uns über diese MehrVerehrter Herr Präsident! Die letzten parlamentarischen Kostspielige Kriegsführung in Südwestafrika. belastung freuen. Wir würden herzlich gern und ohne jede Zwischenfälle zeigen, daß die Feinde der Republik mehr als je entDer geduldige deutsche Michel wird demnächst wieder eine schloffen find, Sturm zu laufen gegen die Regierung, die ihnen mit Furcht vor der Konkurrenz dem Bürgertum die Aufgaben über- Rechnung für die Kosten des südwestafrikanischen Abenteuers ebenso viel Energie wie Erfolg die Spike geboten hat. Es scheint lassen und es in ihrer Durchführung unterstützen, die seinem erhalten. Anscheinend ist man solchen Stontos gegen- mir, daß der Anteil, den ich bei dieser Aufgabe hatte, der ich Wesen nach ihm gebühren. Aber wir sind nicht solche über machtlos, weil ja kein Abgeordneter direkt kontrollieren mehr als fünf Jahre unablässiger Arbeit gewidmet habe, mich Illusionäre, dem deutschen Bürgertum Aufgaben zuzumuten, fann, was wirklich gebraucht wird. Aber fängt man die Sache zu einem ganz besonderen Ziel der Streiche dieser Feinde gemacht die es nun einmal nicht durchführen will, auch wenn einige richtig an, jo läßt sich sehr wohl eruieren, wie viel über- Aussicht nicht dazu angetan wäre, mich zu entmutigen; indessen habe so Publizisten die ewigen Ideale des liberalen Gedankens" seeische Abenteuer höchstens fosten dürfen. Wir wollen vielleicht ganz aufrichtig verteidigen. Weiter ist auch das für uns durchaus keine erfreuliche" Hereros und Witbois zuwenden und die Aus- nur eine Minute lang die Hypothese annehmen könnte, daß ich unsere Aufmerksamkeit also jetzt dem Zug gegen die ich zu viel inneren Stolz und bin zu stolz auf mein Werk und habe zuviel Liebe zum Vaterlande und zur Republik, als daß ich auch Erscheinung, daß die sozialreformerischen Bestrebungen, die gaben, die er höchsten& verursachen darf, berechnen. Und eine Ursache zur Uneinigkeit in der republikanischen Mehrheit sein einst ziemlich stürmisch hervortraten, so fläglich versagen. Vor zwar werden wir uns dabei auf die Studien eines Mannes fönnte. Andererseits hat die Einigkeit dieser Majorität das einem Jahrzehnt fand in Frankfurt eine ähnliche parteiloſe ſtützen, an dem nicht einmal die Kreuz- Zeitung" etwas aus- Kabinett Waldeck- Rousseau und das Kabinett Combes vor den GeVeranstaltung statt, die einem sozialpolitischen Problem ge- feßen kann, nämlich des königlich bayerischen fahren gerettet, die sie zu bestehen hatten, und dank dieſer Einigkeit widmet war. Es wurde damals über die Arbeitslosigkeit ver- Obersten a. D. Dr. Ritter von Renauld, Edler handelt. Die Organisation und Führung jener Verhandlung von Kellenbach. Dieser Herr, der nach seiner Penlag freilich in den Händen von Sozialdemokraten. Die Verfionierung noch Nationalökonomie studierte, veröffentlichte vor anstaltung nahm einen durchaus würdigen Verlauf und die 3 Jahren ein auch im Vorwärts" besprochenes Buch Die sozialdemokratischen Teilnehmer haben gewiß ihre Teilnahme finanzielle Mobilmachung der deutsch en nicht bereut, obwohl das Problem der Arbeitslosigkeit, das Wehrkraft",( Leipzig, Duncker und Humblot), in dem seiner Natur nach im kapitalistischen Staate unlösbar ist, durch ziemlich viel statistisches Material über die Kosten früherer alle jene ernsthaften und wohlwollenden Beratungen seiner Kriege enthalten ist. Auf Seite 50/51 fommt Renauld auf Lösung nicht näher geführt werden konnte. Es waren nur die Ausgaben, die der Burenkrieg den Engländern für das ganz vereinzelte Redner, die auf dem Frankfurter Arbeitslosen Heer verursachte, zu sprechen und findet dabei, daß auf jeden kongreß sich zu der öden Geistlosigkeit der Scharfmacherei zu se opf der aufgebotenen Wehrmacht im Tag bekennen wagten. durchschnittlich 14 M. Kosten trafen. Das nämliche Resultat Man muß sich jener Veranstaltung erinnern, um das ganze zeigt auch die Betrachtung über die deutsche Expedition nach Elend des heurigen Frankfurter Wohnungskongresses zu er- China. Beide Berechnungen sind unanfechtbar. Die Summe tennen. Das Fiasko dieses Unternehmens ist umso schmäh- von 14 M. ist gewiß nicht flein, denn im Jahre müssen licher, als gerade in der Wohnungsfrage das Interesse an auf diese Weise pro Kopf der Wehrmacht 5110 M. aufgebracht einer grundlegenden Reform weit über den Kreis der eigent- werden. Nun wird niemand glauben, daß die Kriegführung lichen Proletarier hinausgeht. Hier ist mit Ausnahme von gegen die Eingeborenen in Südwestafrifa teurer ist, als die ganz wohlhabenden Schichten jeder Mieter in den Kampf englische gegen die Buren war. Im Gegenteil muß sie billiger gegen Grundstücksspekulanten und Hausbesitzer hineingezogen. sein, denn die Engländer benötigten gegen die Buren eine In Sonderheit sind auch die Staatsbeamten als Mieter natur- wesentlich stärkere Bewaffnung, sie führten schwere Artillerie gemäß Freunde einer durchgreifenden Wohnungsreform. Die mit sich und hatten daher auch einen viel größeren MunitionsZahl der hausagrarischen Interessenten ist gegenüber den verbrauch. Auch hatten sie mehr Verwundete, also größere Millionen der ausgebeuteten Mieter verschwindend. Dennoch Ausgaben für Medikamente und Instrumente. Aber sezen wir vermochten die paar Vertreter der Hausbesitzerverbände, die trotzdem für den südwestafrikanischen Aufstand als durch zudem im heutigen Staate nicht einmal eine besonders hohe schnittliche Tageskosten pro Kopf 14 M. an. gesellschaftliche Geltung genießen, die Bestrebungen der Sozial- Da die gegen die Hereros aufgebotenen Streitkräfte nicht reformer vollständig lahm zu legen. Wenn irgend wo, so hätte, immer gleich start waren, sondern allmählich zunahmen und der Vorstellung nach, gerade auf dem Gebiete der Wohnungs- zunehmen, so wollen wir zunächst eine Durchschnittsstärke für reform ein weitgehendes Einverständnis erzielt werden können. Die Zeit vom 1. Februar bis 31. Dezember 1904 Ist die Veranstaltung trotzdem dermaßen verunglückt, so hat festseßen. Damit uns niemand einer gegen die Regierung allerdings Lujo Brentano mit seinen melancholischen Be- gerichteten Tendenzmalerei bezichtigen kann, normieren wir trachtungen vollständig recht, und nicht nur die Sozial- diese Durchschnittsstärke auf 7000 Mann. Wir nehmen also demokratie, sondern jeder ernste Politiker, der gewissenhaft an, daß vom 1. Februar bis 31. Dezember 1904 ständig genug ist, sehen zu wollen, was nun einmal wirklich ist, hat die 7000 Mann gegen die Eingeborenen im Felde lagen, eine Zahl, Pflicht, von dieser erstaunlichen Machtprobe kleiner kapita- die gewiß viel zu hoch ist, da in den ersten Monaten des Auflistischer Cliquen in dem Sinne Kenntnis zu nehmen, in dem standes nur ein paar tausend Mann in Betracht kamen. Diese der Vorwärts" es tat. 7000 Mann foften im Tag 7000 X 14-98 000 M., im Monat 98 000 X 30= 2940 000 m., in 11 Monaten also 32 340 000 M. Für den Rest des Etatsjahres( 1. Januar bis 31. März 1905) setzen wir eine Durchschnittsstärke von 14 000 Mann, also das Doppelte. Die Kosten dieser Streit macht betragen im Tag 14 000 X 14= 196 000 M., fomit in 3 Monaten 196 000 X 90 17 640 000 M. Somit finden wir als Gesamtkosten vom 1. Februar 1904 bis 1. April 1905: 32 340 000+17 640 000= 49 980 000 m., also rund 50 Millionen. Dabei haben wir gewiß mit der Kopfzahl der Streitkräfte nicht gespart. Herr Barth und mit ihm die" Frankfurter Seitung" belehren uns, daß die Sozialdemokratie ohne die Hülfe bürgerlicher Sozialreformer ohnmächtig sei. Wenn es so wäre, dann würde die Sache jeder Sozialreform aussichtslos sein, weil eben jene Sozialreformer selber ohnmächtig sind. Es ist un begreiflich, wie man uns die Anschauung unterlegen kann, wir triumphierten über die Ohnmacht wohlmeinender Gönner. Wir nehmen gern jede Hülfe entgegen, die ernsthaft das Wohl des Proletariats will. Aber leider existiert diese Hülfe nur in ein paar Köpfen und in ein paar Zeitschriften. Ein bornierter Hausbesiteragent wie Herr Hartwig aus Dresden schlägt das ganze Häuflein der Wohlmeinenden in die Flucht. Wir haben feinerlei Anlaß darüber zu jubeln, aber wir wären Narren und Selbstbetrüger, wenn wir den Dingen nicht ins Gesicht fähen. Ob die Sozialdemokratie eine Macht ist oder nicht, darüber diskutieren wir nicht mit Herrn Barth. Jedenfalls ist es das einzige Mittel selbst für die bescheidenste Sozialreform, da alle anderen Hülfstruppen versagen, daß sie eine Macht wird, und aufrichtige Liberale, zu denen Herr Barth sich doch rechnet, und überzeugte Demokraten, deren Ideale doch die Frankfurter Zeitung" vertreten will, müßten gerade als Sozialreformer alles tun, um die Macht der Sozialdemokratie zu stärken. Statt dessen versuchen unsere lieben Gönner, sie zu schwächen, indem man ihr unsinnige Anschauungen unterschiebt, und indem sie sich selbst eine Bedeutung beilegen, an die sie im Ernst gar nicht glauben. Die hohe Reichsleitung aber macht dem Volk eine noch viel größere Rechnung. Obwohl die Ausgaben für die ersten Monate des Hererokrieges und die 2 Millionen betragende Entschädigung für die Ansiedler schon in einem Nachtragsetat pro 1904 genehmigt find, will sie in einem neuen Nachtragsetat pro 1904 weitere 80 Millionen verlangen. Für das Etatsfahr 1905 gilt es dann neue Millionenforderungen. Ja, mit gnädiger Erlaubnis: Wie viel kostet denn im Tag durch schnittlich der Kopf in Südwestafrika? Er kostet nach der Aufstellung der Regierung nicht 14 M., sondern mindestens 28 M. Im Jahr kommt er auf 10 220 M.! Konnten die Engländer den Burenkrieg mit einer täglichen Ausgabe von 14 M. pro Kopf führen, so wird die hohe Reichsdirektion nicht 28 M. nötig haben, um mit einem Feinde fertig zu werden, der nicht einmal Kanonen besitzt. Welt paradieren, in dem ungeniert Millionen für Palais der kommandierenden Generäle gefordert werden usw. Wir erinnern weiter an die hübsche Ankaufsgeschichte eines Truppenübungsplatzes, die im vorigen Jahre so großes Aufsehen er regte. Der Fluch der indirekten Steuern liegt eben darin, daß sie zur Verschwendung verleiten. Stärkstes Mißtrauen ist hier immer am Blaze. 3 * * Deutfches Reich. Ein Polizei- Angriff auf die Post. Der Verlauf der Angelegenheit der russischen Studentin Fräulein Bärson hat zu einem Zwischenfall geführt, der allgemeinste Aufmerksamkeit verdient. Wir begnügen uns, für heute die Tatsachen festzustellen. Der deutsche Reichsangehörige, bei dem sich Fräulein Bärson aufhielt, Karfunkelstein, der sich einer anarchistischen Gruppe zurechnet, wird feit 14 Tagen ständig bewacht. Gegenüber seiner Wohnung in der Linienstraße hat die Polizei ein Kriegslager anfgeschlagen; auf Kosten der preußischen Steuerzahler vergnügen sich dort Agenten der politischen Polizei mit Bier und Zigarren, und schlagen ihre Zeit tot, indem sie ihrem Schützling eine Aufmerksamkeit widmen, als sei er ein gekröntes Haupt; der Zar kann nicht peinlicher überwacht werden als dieser Mann, und dies bloß aus dem Grunde, weil er sich einen Anarchisten nennt und eine Russin beherbergt hat. " Karfunkelstein steht nicht unter Polizei- Aufsicht. Aber selbst schwere Verbrecher, die unter Polizei- Aufsicht gestellt sind, schleppen doch nicht Polizei- Agenten wie sichtbare, jedem auffällige Ketten hinter sich. An die Fersen des„ Anarchisten" aber heften sich zwei Polizeigentlemen, ohne jedes Recht, auf die dreisteste und belästigendſte Weise. Sie folgen ihm auf Schritt und Tritt, auf Straßen, in Häuser. Sie besteigen mit ihm die Straßenbahn. Sie fahren ihm auch wohl in Droschten nach. Als Herr Karfunkelstein fürzlich einmal den„ Vorwärts" besuchte, faßten die zwei Männer geduldig gegenüber dem übrigens neuerlich auch sonst stark überwachten Vorwärts" Hause Posto, und setzten sich erst wieder in Bewegung, als ihr Kleinod das Haus verließ. Da der Mann als Anarchist begreiflicherweise keinen Wert auf monarchische Ehrungen legt, so bedarf er dieser Adjutanten durchaus nicht. Sein Versuch, fie loszuwerden, indem er die Feststellung der lästigen, die Ordnung und Sicherheit der Straße und die Freiheit der Bewegung störenden Gesellen durch einen Schußmann veranlaßte, scheiterte an dem passiven Widerstande der Polizeibehörde, die Verüber dieses groben Unfugs namhaft zu machen. Es bedarf keinen Beweises, daß sich kein Staatsbürger solche Belästigungen gefallen zu lassen braucht, und versagt die Polizei ihren Schutz gegen diese ständige moralische Freiheitsberaubung durch zweifelhafte Burschen, so würde es schließlich nicht verwunderlich sein, wenn ein auf diese Weise belästigter Staatsbürger in der Notwehr fich einmal selbst Ruhe verschafft. Daß nebenbei die Polizei durch diese gemeingefährliche Arbeitsvergendung den paar" Anarchisten" eine Bedeutung verschafft, die sie wohl selbst nicht beanspruchen, ist vielleicht Absicht, entschuldigt aber nicht die gesetzlosen Praktiken. Damit nicht genug! In dem Eifer, dem neuen, schneidigen Herrn am Alexanderplatz gerecht zu werden, haben sich Polizei- Agenten fogar zu verbrecherischen Handlungen verleiten lassen. Es ist seitens einer Polizeikreatur der Versuch unternommen worden, einen Briefträger zur Durchsicht der Korrespondenz zu veranlassen. Ja, ein Polizei- Agent hat sogar die Frechheit besessen, in das Postzimmer zu gehen, um dort die für Karfunkelstein bestimmten Briefschaften zur Einsicht zu erhalten. In beiden Fällen scheiterten nach unseren Informationen die Bemühungen, Postbeamte zur Verlegung des Dienstgeheimnisses zu veranlassen. Und wer bezweifelt, daß die deutschen Steuergroschen in Zum Glück ist dieser Versuch, die Sozialdemokratie zu dis- unerhörter Weise verpulvert werden, den bitten wir, einmal den Treditieren, völlig untauglich. Herr Barth und seine Nachbeter Militäretat anzusehen, in dem die überflüssigsten Posten der volemisieren tatsächlich nur gegen einen Totenschein, aber der Tote wird nicht lebendig dadurch, daß der Arzt gescholten wird, der ihn pflichtgemäß ausgestellt hat, daß die Erben bekämpft werden, die notgedrungen die verwaiste Hinterlassen schaft auf sich nehmen müssen. In seiner Totenscheinpolemik aber verrät gerade Herr Barth wieder die ganze geistige Ohn macht und Unklarheit des deutschen Liberalismus. Er erklärt kühnlich, daß der Selassenkampf, auf den sich die Sozial- Wir haben hiermit nachgewiesen, daß nach der von der demokratie als das Grundgeset ihres Wirkens beruft, ein Reichsleitung beliebten Rechnung in SüdwestDamit sind nun tatsächlich Rußlands unsauberste Sitten Begriff sei, so dehnbar, wie das Wort Mittelstandsbewegung afrika auf den Kopf im Tag 28 M. Koſten treffen. Daß ein preußische Polizei- Einrichtungen geworden. Wir nehmen vorläufig eine öde Formel, auf die sich die sozialdemokratischen Dialektiker solcher Aufwand mit den Gesetzen der Sparsamkeit nicht ver- noch an, daß jener Versucher der Postbeamten auf eigene Faust ge mit der Hartnäckigkeit mittelalterlicher Scholastiker verbissen einbar ist, ist klar. Es ist allerdings möglich, daß beim handelt hat. Aber die Deffentlichkeit hat ein Recht zu erfahren, was haben und der das reale Leben an jedem Tage neunundneunzig- Beginn einer überseeischen Erpedition die tägliche Kopf- mit diesem Polizei- Agenten geschieht. mal spottet." ausgabe" mehr als 14 M. beträgt, weil hier verschiedene vorDie Larve des freisinnigen Aufrührers fällt, und in seiner übergehende Kosten entstehen, z. B. Einrichtung der Transport- geleugnet, daß russische Spitzel Postbeamte zu bestechen suchen. Jetzt Gelegentlich der Russendebatten hatten die Minister sehr entrüstet ganzen natürlichen Schönheit erscheint wieder der ewige deutsche schiffe usw. Ist aber die Sache einmal im Gange, so fallen fehen wir, daß preußische Polizei- Agenten sogar dieselbe verPhilister des realen Bürgerlebens. Der Klarste, sicherste und diese Summen weg, es reduziert der Aufwand sich, so daß der brecherische Handlungsweise unter ihre Amtspflichten aufzunehmen fruchtbarste Begriff einer Schöpferpolitik iſt dieſem großen durchschnittliche Tagessatz von 14 M. auch für den Anfang scheinen. Politiker eine unklare leere Formel. Herr Barth fann ganz gültig wird. Betreffs des südwestafrikanischen Aufstandes ist sicher sein: die Ausgebeuteten des Klassenkampfes hier noch besonders zu erwähnen, daß die Kosten für den empfinden die brennende Wahrheit dieser öden Formel Beginn des Hererofrieges schon genehmigt sind und also die neunundneunzigmal am Tag und spotten neunundneunzigmal 80 Millionen, die das Volk nunmehr bezahlen soll, erst recht am Tage der braven Berater, welche die eigene Unklarheit der Aufklärung bedürfen. bei günstigster Auffassung für das reale Leben und die derbste Realität für nebelhafte Unklarheit halten. Der Rücktritt Andrés. Wie Pariser Telegramme melden, hat General André Freilich wird bei der Anschauung vom lassenkampf auch das Geschick des deutschen Liberalismus begreiflich. Bir demissioniert, um die Position des Kabinetts nicht zu Sozialdemokraten erkennen, daß auch die deutsche Bourgeoisie erschüttern. An seiner Stelle ist Berteaur zum Kriegsnoch ihren Klassenkampf auszufechten hätte, den Klassen- minister ernannt worden. fampf gegen das feudale Junkertum. Auch Herr Barth ruft Das Wolffsche Depeschenbureau meldet: Paris, 15. November.( Bureau Herold.) André hat gern zum heiligen Streuzzug gegen den junkerlichen Erbseind auf. Nun hören wir, daß er diesen Gegensatz nicht als seine Demiffion als Kriegsminister genommen und wird durch Klaffenkampf empfindet. Kein Wunder, daß da seine Parole den radikalen Abgeordnetn Berte aur erfekt gegen das Junkertum so dehnbar und unbestimmt geworden werden. Dies bedeutet nach der Niederlage Andrés eine ist, und daß ihrer das reale Leben an jedem Zage neun- Verstärkung des Kabinetts. Berteaux ist ein inundneunzigmal spottet. Verwunderlich ist nur, warum er nicht timer Freund verschiedener radikaler Führer. Man erwartet auch die Gesten des bürgerlichen Klaffenkampfes gegen das allgemein, daß hierdurch die Position des Kabinetts gestärkt Funfertum aufgibt, und mit den anderen Liberalen ins warme Paris, 15. November. Die Demission Andrés sowie die Bett des reaktionären Erbfeindes kriecht. Ernennung des Deputierten Berteaux zum Kriegsminister werden amtlich bekanntgegeben. wird. Politischer Gannerstreich. lange Jahre durch allerlei Schwierigkeiten der Bürgerwerdung die In Dresden hatte die antisemitische Kommunal- Reaktion Alleinherrschaft im Stadtverordneten- Kollegium fich bewahrt. Doch von Jahr zu Jahr rückte die Stimmenliste der Sozialdemokratie den Gegnern nach, und in diesem Jahre besteht die Möglichkeit, zum erstenmal Sozialdemokraten in diese bis zum Elend fleinbürgerliche Verwaltung zu bringen, jedenfalls würde für die nächsten Wahlen eine sozialdemokratische Vertretung gewiß werden. Um sich davor zu schüßen", ist die Kommunalreaktion entschlossen, wie soeben aufgedeckt wurde, das Wahlrecht umzustürzen. Nach berühmten sächsischen Mustern war das bisherige Wahlrecht vortrefflich, so lange die arbeitenden Klassen keine Vertretung Sobald sie Aussicht haben, in die Verwaltung erzielen konnten. einzubringen, wird das Wahlrecht als schlecht erklärt und„ verbefiert". Die rohe Gewalt greift Platz. Die Sächsische Arbeiter- Zeitung" schreibt über diesen neuen Vergewaltigungsplan: " " Der schon lange in der Schivebe hängende Plan der Wahlrechtsverschlechterung in Dresden ist nunmehr fig und fertig bis zur formellen Beschlußfassung gediehen! Und zwar unter Umständen, Vom ostasiatischen Kriegsschauplatz. Von Port Arthur. bie uns zwar gar nicht besonders verwundern, die aber doch in worden, der angeblich der Leitung entschlüpft sei. In den Verweiteren Kreisen nach Lage der Sache einiges Aufsehen erregen trägen mit den meisten Gemeinden ist die Bestimmung enthalten, dürften. Die Verschlechterung des Wahlrechts wird nämlich vor daß ihnen gutes Wasser geliefert werde. Dazu meint der Angeklagte, sich gehen unter Assistenz der hiesigen Nationaler habe in der Zuführung unfiltrierten Wassers gar keine gesundheits- London, 15. Nov. Dem ,, Reut. Bur." wird über Fusan aus dem Hauptliberalen und nach Abschluß eines Kuhhandels traurigster Art. schädliche Wirkung befürchtet. quartier der Belagerungsarmee vom 14. d. M. über Kämpfe bei Vorgestern hat eine Sigung auf dem Rathans- der geeignetste Der Vorsitzende meint, selbst nach der vorgenommenen Reinigung Port Arthur am 30. Oktober gemeldet: Die Japaner griffen in Ort dazu stattgefunden, in der folgendes ausgeknobelt worden hätten die Zustände an der oberen Stelle des Baches noch Auge und einem allgemeinen Ansturm die äußeren Forts an und erreichten die ist: Die Nationalliberalen, die sich mit eigener Liste an der Wahl Nase beleidigt. Gräben der Hauptforts. Diese waren breiter und tiefer, als man beteiligen wollten, sehen davon vollständig zugunsten des Der Angeklagte gibt zu, daß die Benutzung des Stichrohres erwartet hatte, und waren durch Minen verteidigt. Ein Teil der reformerischen Mischmaschs ab. Dafür sichert dieser den National- eine Unregelmäßigkeit war. Aber ein Stichrohr habe jede Ruhr- Gräben wurde in heftigem Kampfe genommen. Der bedeckte Weg liberalen die Wiederwahl des Stadtrats Vogel zu. Außerdem wasserleitung! Erst als Professor Koch zu einer Untersuchung ein- vor dem Nord- Kikwan- Fort wurde erobert. Die Russen hielten sich wird die beabsichtigte Wahlrechtsverschlechterung nach den Vor- getroffen sei, habe man sich entschlossen, freiwillig das Vorhanden- aber immer noch in einem Teile der Gräben und die Japaner schlägen der Nationalliberalen in folgender Weise sein und die Benutzung des Stichrohres bekannt zu geben. Professor gingen dazu über, sie mit der Sappe zu vertreiben. vollzogen: Es erhalten Vertreter( Berufswahl, recht"): Koch habe übrigens auch bemerkt, besser unfiltriertes Wasser- als gar feins. Rentner unter über 2500 M. 2500 M. Einkommen 9 6 • 6 6 6 • .12 Angestellte in Handel und Gewerbe 6 Beamte und freie Berufe Selbständige in Handel und Gewerbe. 33 60 24 Der Vorsitzende erwähnt, es werde den Angeklagten der Vorwurf gemacht, durch ihre Manipulationen sich, resp. dem Werke einen unberechtigten Vermögensvorteil verschafft zit haben. Dazu meint der Angeklagte, das Werk habe sich ja bemüht, durch Neuanlagen die Unregelmäßigkeiten abzustellen, und die Unterlassung der Bekanntmachung sei durchaus nicht vom Standpunkt des Vorteils diftiert gewesen, hätte man die Bekanntmachungen er lassen, dann hätte das Werk Vorteil gehabt, es sei dann weniger Wasser verbraucht worden. Dieses Wahlunrecht ist zu offenbar, als daß es vieler besonderer Worte der Kritik bedürfte. Man soll sogar den schönen Plan hegen, dieses Berufswahlrecht, das dem reformerischen Der Vorsitzende schneidet dann die fizeliche Frage an, warum Klüngel das ist das Traurigste für die National, liberalen" man denn bei dem Gefühl völliger Unschuld dazu gekommen sei, unter allen Umständen die Mehrheit sichert, noch zu diesen Wahlen für die durch die Typhusepidemie Geschädigten 250 000 M. aus in Anwendung zu bringen. Von den„ Dresdener Nachrichten" wird zuwerfen? Das habe doch wohl zur Beruhigung der aufgeregten dieses Gerücht" als jeder tatsächlichen Unterlage entbehrend" be- Bevölkerung dienen sollen? zeichnet! Möglich, daß dieser Fall nicht eintritt, und daß auch der Das bestreitet der Angeklagte. Man stehe doch nicht auf dem in dieser Beziehung sicher vorhandene gute Wille" der Kuhhandels- ſe. Lediglich darum, weil das Wert von den Gemeinden, die Standpunkte, daß den Aktionären jeder Pfennig zugeschoben werden Der ganze Vorgang ist ein Trauerspiel unsagbarer Art für durch die Epidemie geschädigt worden wären, jahrelang Geld verdie hiesigen Nationalliberalen, die man obendrein vielfach als den dient habe, sei man zu dem Entschluß der Spende gekommen. linken Flügel der Partei Drehscheibe eingeschätzt hat." Damit wird die Sigung geschlossen, die Weiterverhandlung auf Dienstag vertagt. clique an formalen Unmöglichkeiten scheitert. Infolge dieser Vorgänge wird der Wahlkampf überaus erbittert sein. In weiterer Folge wird aber eine kommunale Wahlrechtsverschlechterung in Dresden die politische Gesamtentwickelung in Sachsen erheblich beeinflussen. Die einzige Partei, die durch scheinradikale Demagogie in Sachsen noch zwei Reichstags- Mandate für die Reaktion erhalten hat, die antisemitische Reformpartei", besiegelt damit auch ihr politisches Ende. Diese Partei hat sich früher stets aufgespielt als Gegnerin der Volksentrechtung in den Kämpfen um das Landtagswahlrecht. Nun begeht sie auf ihrem Gebiet denselben Vergewaltigungsstreich. So werden aus dem„ roten Königreich" bald die letzten schwarzen Flecken ausgetilgt werden. = Aus dem württembergischen Landtag. Stuttgart, 15. November.( Privattelegramm.) In der heutigen Sizung wurde über die Ortsarmen Behörde beraten und nach zähem Kampfe der in dieser Behörde vorhandene Einfluß der Geistlichkeit wesentlich eingeschränkt. Auch gegen die Einrichtung, daß in dieser Behörde der Ortsvorsteher und der erste Geistliche gleichberechtigte Vorsitzende sind, wurde Sturm gelaufen, worüber die Vertreter der Kirche viel Schmerz empfanden, aber leider vergebens. Alsdann wurde in die Beratung des Gemeinde wa hI= rechts von kleinen und mittleren Gemeinden eingetreten. Das Zentrum beantragte, daß den Staatsbürgern das Gemeindewahlrecht nach dreijährigem Aufenthalt ohne weiteres zufallen sollte. Unsere Vertreter beantragten, daß nach einjährigem Aufenthalt der Einfestgestellt, daß der Direktor Schmitt an der Choleraleitung verIn der Dienstagfißung wurde, wie telegraphisch gemeldet wird, diente. Er selbst gab an: Er fei 1885 mit 6000 m. festem Jahresgehalt und 5 Prozent Tantieme vom Reingewinn engagiert worden. Nach einiger Zeit wurde das Gehalt auf 9000 M. erhöht, die Tantieme aber auf 2½ Broz. herabgelegt. Von 1899 ab bezog er 15 000 m. Gehalt. Wors: Die Tantieme blieb aber trotzdem bestehen? Schmitt: Jawohl. Husland. Schweiz. Wahlfieg in Genf. Wie uns ein Privattelegramm aus Genf meldet, wurde bei den Wahlen zum Großen Rat unsere bisherige Vertreterzahl, die 7 betrug, auf 14 erhöht, also verdoppelt! Frankreich. Französische Deputiertenkammer. Unterrichts- Etats legt Grosjean( nationalistischer Republikaner) Paris, 15. November( W. T. B.) Bei der Beratung des Berwahrung ein gegen die Angebereien, die von einem Professor über Offiziere gemacht seien. Unterrichtsminister Chaumié entgegnet, er habe dem schuldigen Professor einen Verweis erteilt und ihn verseht. Die Angelegenheit ist damit erledigt. England. Ergebnisse der Gemeindewahlen. In einem zweiten Telegramm vom 14. über Fusan heißt es, die Verluste der Japaner in diesem Angriff am 30. Oftober hätten 1500 Mann betragen. Der Angriff sei der bisher am wenigsten erfolgreiche gewesen. Das Fort Ost- Kikwan sei zwar erobert worden, aber die Russen hätten Verstärkungen erhalten und die Japaner den Berg hinunter getrieben. Die Japaner gingen jetzt mit der Sappe vor. Die Eroberung dieses Forts würde den Japanern den Schlüssel zu der östlichen Forts- Linie ausliefern, da es diese Linie beherrscht. Russische Verluste. Petersburg, 15. November. Ein Tagesbefehl an die Mandschureiarmee gibt die Zahl der vom 8. September bis zum 24. Oftober nach Mukden und weiterhin geschafften Verwundeten auf 828 Offiziere und 23 479 Mann, die Zahl der Kranten auf 198 Offiziere und 3827 28 Soldaten an. 502 Schiffsankäufe Rußlands? burg, daß Rußland mehrere argentinische und chilenische Kriegsschiffe für insgesamt 60 Millionen Rubel erworben hat. Die Schiffe sollen von New York aus nach Europa gebracht werden. Ein Transportschiff, welches das baltische Geschwader begleitet, führt die Mannschaft an Bord, welche für die neuen Kriegsschiffe bestimmt sind. Eine Stelle unweit der Sonde- Inseln sollen als Bersammlungspunkt für beide Geschwader bestimmt worden sein. Paris, 15. November.„ Echo de Paris" meldet aus PetersDer russische Note Kreuz- Skandal. London, 15. November.( Bureau Laffan.") Der Petersburger Korrespondent der„ Morning Post" berichtet: Ich habe even ein Schriftstück in Händen gehabt, dessen Lektüre mir gezeigt hat, wieviel Glauben den russischen sogenannten„ amtlichen Ableugnungen" zu schenken ist. Es war das Manuskript des Berichts des Aufsichtsausschusses der Gesellschaft vom Roten Kreuz und es teilte mit, daß die Bücher derartig geführt wurden, daß eine gebührende Ueberwachung unmöglich gemacht wurde, ferner daß große Summen, die sich auf Hunderttausende von Rubeln beliefen, nicht ermittelt werden konnten, und daß das ganze System in höchst unvorteilhafter Weise von der Verwaltung anderer Wohltätigkeitsgesellschaften absticht. Der Bericht empfiehlt nachdrücklich, daß die Verwaltung der Gelder der Gesellschaft vom Noten Kreuz dem faiserlichen Kämmerer Alexandrowsky, dem sie bisher anvertraut war, abgenommen werde. Diese Empfehlung und die daran geknüpfte schneidende Kritik waren mindestens bereits seit 14 Tagen in den Händen der Behörden, als ,, amtlich" die bekannte Mitteilung über das Rote Kreuz gemacht wäre zwedlos, wollte ich von mir persönlich beobachtete Fälle anwurde. Der Korrespondent der Morning Post" sagt weiter: Es führen, in denen reiche Wohltäter ihre Spenden zurückzogen, nachdem flagrante Fälle von schlechter Verwaltung, um nicht einen stärkeren Ausdruck zu gebrauchen, ans Licht gekommen waren. London, 15. November. Das„ Reutersche Bureau" meldet bom 14. aus Washington: Graf Cassini erklärte heute, Nußland werde den Krieg bis zum äußersten fortsetzen, das heiße, bis es den daß Rußland unter keinen Umständen die militärischen Operationen Sieg errungen habe. Er halte es für seine Pflicht zu wiederholen, einstellen werde. Alle Gerüchte über Friedensanerbietungen und Vermittelungen der Mächte feien seines Erachtens in Umlauf gesezt tommen- und Vermögens- oder Wohnsteuer- Zahlende das Wahl vorgenommenen Gemeindewahlen waren ungefähr 200 gewerkschaftLondon, 13. November. An den in der ersten Novemberwoche recht erhalten solle. Die Volkspartei konnte sich dazu nicht liche und sozialistische Kandidaten beteiligt. Davon gehörten 39 der aufschwingen, sondern wollte weder an der dreijährigen Karenzzeit, Sozialistischen Föderation( S. D. F.) an, 64 der Unabhängigen noch an der Steuerleistung, noch auch sogar an der Erhebung einer Arbeiterpartei( J. L. P.). In den meisten Fällen gingen die Ge- worden, um das Publikum zu überzeugen, daß das Ende des besonderen Bürgerrechtsgebühr gerüttelt wissen, sondern beschränkten werkschaftler und die Sozialisten Hand in Hand. Von den 39 Krieges bevorstehe; man hoffe, auf diesem Wege die japanische Anfich auf den Antrag, diese Gebühr, welche jegt 5 bis 10 m. betrug, Kandidaten der S. D. F. waren 12 erfolgreich; die Zahl der auf leihe verlockender erscheinen zu lassen, Rußland gestatte ebensoauf 2 M. herabzuseßen. fie entfallenen Stimmen beträgt insgesamt 21 225 gegen 32 900 wenig eine Einmischung, wie England im Transvaalfriege Es ist dies für die bürgerliche Demokratie überaus bürgerliche. Von den 64 Kandidaten der J. 2. P. wurden 31 ge- und Amerika im spanischen Kriege. Rußland, dessen jährliche charakteristisch, welche die Ausdehnung des Reichstags- Wahlrechts auf Sozialdemokraten auftraten, bezeichneten sich die Kandidaten der in bezug auf den Verlauf des Krieges durch Ausgaben für den Krieg wählt. Während die Kandidaten der S. D. F. entschieden als Einnahme eine Milliarde Dollars übersteige, könnte sicherlich nicht die Gemeinden in ihrem Programm hat und diese Forderung noch 3. 2. P. teils als Mitglieder ihrer Partei, teils als Sozialisten und beeinflußt werden. Ueber Rußlands Größe und die Solidität der auf ihrem letzten Parteitage proklamierte. Unser Genosse Keil teils als Arbeiter. Soweit Nachrichten vorliegen, wurden von den russischen Finanzen zu sprechen, sei überflüssig. begründete unseren Antrag in groß angelegter Rede mit sehr ein- ungefähr 200 gewerkschaftlichen und sozialistischen Kandidaten 88 gehendem Material. Des weiteren beantragte unsere Partei die Ein- gewählt. führung des Proportional Wahlrechts. Die Entscheidung darüber fiel heute noch nicht. -O Der Gelsenkirchner Wasserwerksprozeß. London, 15. November. In einer Ansprache, die der Erste Lord der Admiralität Earl of Selborne hier gestern bei einer Feier hielt, sprach er die Zuversicht aus, daß das internationale Schiedsgericht die Schuldigen der Hull- Angelegenheit feststellen werde. Der Kaiser von Rußland werde die von der Kommission verantwortlich Befundenen bestrafen. Balfour gebühre großes Lob für seine Löfung der Frage betreffend die Landesverteidigung. Er habe das Reichs- Verteidigungskomitee geschaffen. Für die Verteidigung des Heimatlandes bedürfe man feiner Armee. Deren Stärke müsse nach den Anforderungen berechnet werden, die außer halb Englands an sie gestellt würden, in Südafrika, in den KohlenTokio, 15. November.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Der Generalstab erklärt die aus russischer Quelle stammende Meldung vom Tode des Generals Kurofi für vollständig unbegründet. Die Neuwahlen der Berliner Parteifunktionäre. Essen, den 14. November.( Eig. Ber.) Heute wurden hier die Verhandlungen wieder aufgenommen, durch welche nachgewiesen werden soll, daß die im Jahre 1901 im Gebiete des Rohrneges des Gelsenkirchner Wasserwerks ausgebrochene Typhusepidemic auf die Entnahme unfiltrierten Waffers aus der Gestern abend wählten die Berliner Genossen ihre Funktionäre Ruhr zurückzuführen ist. Unter der Voraussetzung dieses Nach für das neue Parteijahr. Ueber den Verlauf der Versammlungen, weises sind der Wasserwerksdirektor Hegeler Gelsenkirchen, der welche die Wahlen vornahmen, gingen uns folgende Berichte zu: frühere Direktor des Gelsenkirchner Werkes, Bfüdel Char- stationen und vor allem in Indien. Bezüglich Judiens könne man Die öffentliche Versammlung des 1. Berliner ReichstagswahlLottenburg, Ingenieur Schmitt Wiesbaden, früher ebenfalls fich nicht verhehlen, daß Rußland in der Tat einen großen Schritt kreises in den Arminhallen war nur schwach besucht. Oppel gab Direktor in Gelsenkirchen und Wassermeister Niesendahl Königsteele auf die indische Grenze zu gemacht habe. Die Kaiserreiche Indien den Bericht der Vertrauensleute. Die Agitation im Kleinen, die der Nahrungsmittelfälschung und Körperverlegung mit tödlichem und Rußland feien nur durch Afghanistan getrennt. Rußland befize in diesem Jahre ungestört betrieben werden konnte, hat erfreuliche Erfolg, durch Verabreichung verdorbenen Trinkwassers, unter Anklage zwei Eisenbahnpunkte an der Grenze von Afghanistan. Die Stärke Erfolge aufzuweisen, die in der Erhöhung der Mitgliederzahl und gestellt. Bei der damaligen Epidemie sind über 3000 Erkrankungs- der indischen Armee sollte von dieser wichtigen militärischen Tatsache der Einnahmen sich dokumentieren. und zirka 200 Todesfälle festgestellt. Es steht auch bereits unzweifel- abhängig gemacht werden, und was diese Tatsache bedeute, das könne Die Kaffenverhältnisse des Vereins betreffend betrugen die Einhaft fest, daß man zu jener Zeit große Mengen unfiltrierten Wassers man erkennen, wenn man erwäge, was Rußland mit einer Eisen- nahmen 4512,17 M., Ausgaben 3193,30 M. Der Bestand beträgt der Ruhr entnommen und der Wasserleitung zugeführt hat. Es stehen bahn in der entfernten Mandschurei zu leisten vermöge. 1318,87 M. Der hohe Stassenbestand soll verbleiben, um für die sich nun aber hinsichtlich der Uebertragbarkeit von Infektionskrankheiten Delegationen zur Preußenkonferenz und andere in Aussicht gedurch Wasser zwei wissenschaftliche Schulen gegenüber. Es handelt sich Untersuchung der Huller Schießaffäre. nommene Veranstaltungen Gelder zur Verfügung zu haben. Die hier also zunächst um die Austragung wissenschaftlicher MeinungsLondon, 15. November. Das Handelsamt hat Frankfurt- Lebuser Wahl hat dem 1. Streis 405,60 m. gekostet. verschiedenheiten, und da ist es schon sehr zweifelhaft, ob das Gericht sich zu einer Verurteilung entschließen wird. Ferner müßte hier auch heute die Untersuchung über die Hull- Affäre in Hull be- Redner fordert auf, auch in den jetzt noch schwach besetzten Bezirken juristisch erst der Präzedenzfall geschaffen werden, in der Wasser- gonnen. Als Vertreter der russischen Regierung füllen, als auch der 1. Kreis voraussichtlich im nächsten Jahre eine durch Heranziehung geeigneter tüchtiger Genossen die Lücken auszu= versorgung überhaupt einen Aft der Lebensmittellieferung zu er war Dr. Herbert Woodhouse zugegen. Zunächst wurden Kommunalwahl haben wird. Subat gibt den Preß= blicken, in dem Sinne, daß das Wasser einen bestimmten Prozeß die Leiter der beiden Fischerflottillen vernommen; fommissionsbericht. Mit Rücksicht darauf, daß in den schon durchmachen müsse. Das wird bestritten. beide erklärten entschieden, daß keine Kriegsmunition oder erschienenen Berichten des Teltower und anderer Kreise die meisten Das Gelfentirchener Werk versorgt zirka 200 Gemeinden mit Japaner in den Räumlichkeiten der Fischereifahrzeuge Beschlüsse der Preßkommission bekannt geworden find, beschränkt Wasser. Bei der damaligen Epidemie sind einige Gemeinden ver- verborgen gewesen seien, die überhaupt zu klein wären, er sich auf diejenigen Verhandlungsgegenstände, über die in den schont geblieben. Gutachter waren der Meinung, daß durch Schiebestellung die betreffenden Gemeinden von der Zuführung unfiltrierten um darin irgend etwas zu verstecken. Mehrere Fischer, die anderen Versammlungen nicht gesprochen worden ist. Die Annoncen= Acquisiteure des„ Vorwärts" hatten beantragt, daß ihnen die Wassers verschont geblieben find. Professor Holz- Aachen wurde be- hierauf verhört wurden, ſtellten ebenfalls die Anwesenheit Provision in der Höhe von 20 Bros. wie vor dem 1. Januar 1904 auftragt, ein Gutachten anzufertigen. Für die Dauer der hier- von Japanern bei den Fischerbooten in Abrede. Der weitergezahlt werde, während sie jest nur 16% Proz. erhalten. Die für erforderlichen Zeit ist dann im Juli die Verhandlung vertagt britische See- Offizier Frederic wies nach, daß die Russen Preßtommission beschloß, am Schluß des Jahres festzustellen, ob vollständig außerhalb ihres Kurses gewesen seien. weniger verdient worden ist, um dann endgültig darüber zu be Auch diesmal sind wieder sämtliche Zeugen und Gutachter geladen Dr. Woodhouse fragte den Zeugen, ob dies nicht, wenn schließen. Die Korrektoren des Vorwärts" waren wegen Gehaltsworden, die ganze Verhandlung wird wieder von vorn aufgerollt.. die Russen Grund gehabt hätten, Gefahr zu befürchten, aulage eingekommen, doch ist diese abgelehnt worden. Wafferwertes, Schmidt, vernommen. Die Vernehmung ergibt, daß betreffenden Admiral ab. Zunächst wird der vormalige Direktor des Gelsenkirchener erklärlich sei. Der Zeuge erwiderte, das hänge von dem mehrfach Stichrohre angelegt worden sind... worden. Auf Vorhaltung behauptet Schmitt, auf Anfrage nicht das Vorhandensein des Stichrohrs gelengnet zu haben, nur habe er gesagt, es werde nicht benugt. Nur im Jahre 1885 oder 1886 und 1898 fei das Rohr je einmal bei Wassermangel benutzt worden; er habe aber stets das Wasser untersuchen lassen. Rußland. Zur Legalisierung der Gewalttaten gegen Finnland. Auf Veranlassung des finnischen Senats hat der Zar seine Zustimmung dazu gegeben, daß ein aus fünf finnischen und fünf russischen Juristen zu bildendes Komitee eingesezt wird, das Vorschläge darüber aus Die Vernehmung des angeklagten Wafferiverks- Direktor Hegeler arbeiten soll, wie die finnische Landtagsordnung mit der kaiserlichen ergibt, daß das Stichrohr bis September 1901 im Betriebe war Verordnung vom Februar 1903 in Uebereinstimmung gebracht werden und im Oktober entfernt worden ist. Der Angeklagte behauptet, das tann. Die finnischen Komiteemitglieder sind vom Senat vorRohr benutzt zu haben, weil er sonst mit der Wasserversorgung nicht geschlagen worden. zurecht gekommen sei, und habe er auch Bedenken nie gehört. Als Amerika. Die Meinung auftauchte, die Epidemie rühre von schlechtem Wasser leber 600 000 sozialistische Stimmen! her, sei man wohl etwas bedenklich geworden; auf eine Anfrage New York, 14. November.( Laffan"-Meldung.) Die des Medizinalrats Dr. Springfeld habe der Direktor Pfüdel das Vorhandensein des Stichrohres bestritten. Auch jetzt, wo alles sozialdemokratische Partei erzielte bei den Präsidentenwahlen in Ordnung sei, komme es vor, daß Getier den Weg durch die laut den neuesten amtlichen Mitteilungen über 600 000 Leitung finde. Kürzlich jei ihm noch ein Salamander zugesandt Stimmen für Debs. " fehler nehmen überhand, dagegen müßte die Leitung der Druckerei viel energischer vorgehen. Redner ist für eine feste Gehaltsstala für die Angestellten der Zeitung, wie es im Teltower Kreis bereits beschlossen wurde. Angesichts des lehtjährigen hohen Ueberschusses des Vorwärts" fönnte jetzt wieder der Frage einer Abendausgabe näher getreten werden. Bohne tritt ebenfalls für eine feste Gehaltsstala ein; eine Konferenz, sämtlicher Barteigeschäfte wäre wohl am ersten geeignet, ein entsprechendes Regulativ aufzustellen. Manasse, Oppel, Gutmann verbreiten sich weiter über das Thema Abendausgabe und Verbilligung. Schuster berichtet von der Agitations= Teute: Oppel, Weihnacht; Preßkommission: Manasse; Agitationslommission: Schuster. Die Wahlen zur fehlenden Genossen Vorwürfe über ihr Fehlen gemacht wurden, ausLokalfommission werden nach längerer Debatte, in der den beiden gesetzt und sollen in der nächsten öffentlichen Versammlung statt finden. Zu Revisoren werden Fischer, Reiß und Kaschewski fommission. Die Wahlen ergaben folgendes Resultat: Verter. ernannt. Genosse Richard Fischer hielt dann einen Vortrag über: Neue Parteitaktit", in dem er sich mit den Friedebergschen Anschauungen zur Frage der Parteitaktik und des Generalstreiks befchäftigte. Die Frage des Generalstreiks an sich habe nichts mit dem Wesen des Sozialismus zu tun. Sie könne unabhängig davon nach Gründen der Notwendigkeit und Möglichkeit erörtert werden. Etwas ganz anderes aber sei es, wenn, wie Friedeberg es tue, der Generalstreit nicht als ein Kampfesmittel, sondern als das Rampefsmittel, als das Altheilmittel propagiert werde. Damit werde die ganze bisherige Stellungnahme der sozialdemokratischen Partei verworfen. An der Hand der Friedebergschen Broschüre führt Redner die entsprechenden bekannten Ansichten des Verfaffers bor, um sie im einzelnen zu widerlegen. Bei besonderer Beücksichtigung aller in Betracht kommenden Umstände, Notwendig feiten usw. in Deutschland glaubt Redner, daß wir auf eine ganze Reihe von Jahren hinaus etwas anderes zu tun hätten, als uns darüber zu unterhalten, ob ein Generalstreit, für welchen Zweck und wie ein solcher zu organisieren wäre. Viel wichtiger sei die Stärkung der Gewerkschaftsorganisationen, ein energisches Eintreten für die Bandarbeiter, Förderung der Genossenschaften, weiteste Verbreitung der politischen Auffassung.( Lebhafter Beifall.) Versammlungen. " Die Die Parteiversammlung für den zweiten Wahlkreis tagte im 1 28. Januar verfloffenen 8%, Monate erstreckt. Während dieser Zeit fein, damit Berlin auch in dieser Hinsicht an der Spitze des Reiches steht. großen Saal der Bockbrauerei. Die Berichterstattung der Vertrauens- haben elf Versammlungen stattgefunden. Flugblätter wurden fünf Gine Diskussion über den Bericht fand nicht statt. Die Neuwahl Teute gestaltetete sich sehr kurz, da seit dem März der erste und zweite verbreitet, wovon sich drei auf den Bäckerstreit bezogen, eines der der Vertrauensleute ergab für Moabit C. Fischer, für Wedding Vorfizende des Wahlvereins zugleich die Vertrauensleute sind und Agitation für den Vorwärts" diente und eines der Agitation für und Oranienburger Vorstadt E. Ernst, für Gesundbrunnen und der Vorstandsbericht in der Generalversammlung des Vereins die Kommunalwahl im 22. Bezirk. Ein weiteres Flugblatt zur Rosenthaler Vorstadt A. Bittorf und für die Schönhauser Vorbereits das wesentlichste über die Tätigkeit der Vertrauens- Kommunalwahl wird am nächsten Sonntag verbreitet. Im übrigen stadt C. Mars. Darauf hielt Genosse Reichstags- Abgeordneter personen brachte. Genosse H. Werner gab als Vertrauensmann ist während der Berichtszeit hauptsächlich am inneren Ausbau der H. Molkenbuhr einen interessanten Vortrag über: eine Uebersicht über die in den letzten acht bis neun Monaten ent- Organisation gearbeitet worden. März- Zeitungen wurden 10 200 Totengräber der kapitalistischen Produktion". faltete Agitation. Er empfahl den Genossen, dafür einzutreten, vertrieben, Maifest- Zeitungen 10 700. Lebhafter Beifall lohnte den Redner. Der Vorsitzende wies noch auf daß sich die Frauen zahlreicher ihren Vereinen anschließen und den Der Kaffenbericht des Vertrauensmannes zeugt von einer die Wahl im 30. Kommunalbezirk hin und schloß dann die Verweiblichen Vertrauenspersonen sich zur Verfügung stellen. Von der günstigen Entwickelung der Verhältnisse. Die Einnahmen beliefen fammlung mit einem Hoch auf die internationale völkerbefreiende Parteispedition konnte er feststellen, daß erfreuliche Erfolge, befonders fich einschließlich des alten Bestandes von 2204,39 M. auf 33 634,98 Sozialdemokratie, in das die Versammlung kräftig einstimmte. auf dem Gebiete der Agitation, daraus erwachsen seien. Sie habe Mart, darunter 14 666,70 m. Einnahmen aus Parteieinindirekt sogar zur Stärkung der politischen Organisation beigetragen. richtungen; die Ausgaben beliefen sich auf 33 020,90 m., darunter Die Zahl der Vorwärts"- Abonnenten bei der Parteispedition sei 23 500 M. an den Parteikassierer und 1100 m. an die Agitationsin diesem Jahre von 4000 auf 5140 gestiegen, Die Partei- fommission; es verblieb ein Kassenbestand von 614,08 m. Von bewegung im Krese habe gute Fortschritte gemacht. Eine den Listensammlungen für die Crimmitschauer Weber sind noch nach Eine öffentliche Versammlung der Bäcker beschäftigte sich am Diskussion hierüber fand nicht statt. Die Versammlung erklärte sich träglich ungefähr 2000 M. eingekommen, die mit der Gewerkschafts- 8. November mit den unwahren Behauptungen eines Dr. Wesphal, damit einverstanden, daß die beiden Wahlvereins- Vorsitzenden, die kommission direkt abgerechnet worden sind. Streifbrecheragent der Bäckerinnung Germania". Der betreffende Genossen H. Werner und Schneider, im beginnenden Geschäfts- Vom Südosten des Wahlkreises gab der Vertrauensmann Herr, welcher mit einer anständigen Summe von der Innung bejahr als Vertrauensleute fungieren. Sadelbusch den Bericht, der sich auf denselben Beitraum er foldet wird, reiste nach Passau, um die Mitglieder des Zweigverbandes ftredt. Die Einnahmen betrugen einschließlich des alten Bestandes" Bavaria" für sein Streifbrecherversandbureau zu interessieren und bon 1107,62 M. 29 115,16 M., darunter als Ueberschuß aus stellte daselbst Behauptungen vom Berliner Streit auf, für die er Parteieinrichtungen 11 114,40 m.; die Ausgaben betrugen 26 884,64 ich in dieser Versammlung verantworten sollte. Zu diesem Zwed Mark, darunter 18 000 M. an den Parteivorstand, 1051,07 m. waren er sowohl als die Vorstände beider Innungen, die Freie Veran die Agitationskommission und 5480,10 m. für Agitation im einigung und die Schlichtungskommission brieflich eingeladen worden. Kreise; der Kassenbestand betrug am Ende der Berichtszeit Jedoch die Innungsvorstände sowohl die der betreffende Agent 2230,52 M. Als eine Richtigstellung zu dem Bericht der Getvert- 3ogen es vor, der Versammlung fern zu bleiben und ließ lesterer schaftskommission über die Sammlungen für Crimmitschau teilte der eine Notiz in der Bäckermeisterzeitung erscheinen, durch welche er Redner mit, daß im Südosten des 4. Wahlkreises 6181,07 feine Behauptungen in ultiger Weise zurückzog. Der Referent gesammelt und abgeliefert worden sind. Daß die finanziellen Ver- Hetzschold zog es vor, der Versammlung keine Resolution zu unterhältnisse sich so günstig gestaltet haben, ist um so mehr hervorzu- breiten, da der Mann dazu nicht bedeutungsvoll genug sei, vielmehr heben, als ein großer Teil der Genossen an gewerkschaftlichen sei es nur Aufgabe dieser Versammlung, feine unwahrheiten in der Stämpfen beteiligt waren und noch beteiligt sind. Auch im übrigen Oeffentlichkeit bloßzustellen, damit sie nicht später der Regierung hat eine rege Tätigkeit stattgefunden. Die„ Herrenhausreden" als Material bei einer eventuellen neuen Zuchthausvorlage oder der= wurden in 14 000 Eremplaren verbreitet; ein Flugblatt, die gleichen Dienste leisten können. Bäckermeister Petersohn erResolution Bebels und die Hamburger Arbeiter betreffend, in 60 000 flärte sich im Prinzip mit den Ausführungen des Referenten einExemplaren. Der Redner machte zum Schluß noch darauf auf- verstanden und fügte hinzu, daß die Schlichtungskommission alles merksam, daß laut Beschluß des Wahlvereins die Berichte von der aufbieten werde, die Behauptungen der Innungen und ihrer StreifPreß-, Agitations- und Lokalkommission in der Generalversammlung brecheragenten: der Tarif habe nur Differenzen, nicht aber den des Wahlvereins, die über acht Tage stattfindet, gegeben werden. Diskussion fand über die Berichte nicht statt. Beiden Ver- Frieden gebracht, Lügen zu strafen. trauensleuten wurde auf Antrag der Revisoren einstimmig Decharge Der Mühlenarbeiter- Verband( Bahlstelle Berlin) hielt am erteilt. Als Vertrauensleute für den Südosten wurden 13. d. M. im Gewerkschaftshause seine gut besuchte GeneralversammWilhelm Jöchel und Rich. Hadelbusch wiedergewählt; lung ab. Nach dem von Sauer erstatteten Bericht ist die Mitfür den Osten Otto Frante und Albert Waje wik. gliederzahl ziemlich die gleiche geblieben. Die Tätigkeit der hiesigen Als Revisoren wurden gewählt: Für den Südosten Gefche, Verwaltungsstelle erstreckt sich mit in die Umgebung Berlins, vorDen Herm. Voigt und Erbe; für den Often 3iefe, Winter handen sind mit Abschluß des Quartals 312 Mitglieder. und Walter. Kassenbericht erstattet Röthig. Einnahme und Ausgabe schließen mit 1781,90 m. ab. Davon gingen an die Haupttasse 1492,80 M., Lokaltasse 278,80 M. und an die Gautasse 69,70 m. Auf Sammellisten wurden für den kürzlich beendeten Streik in Die Bersammlung des dritten Wahlkreises fand in Bogts Saal, Hameln 571,35 M. an die Hauptkasse abgeführt. Auf Antrag ftRitterstr. 75, statt. Sie begann mit der Berichterstattung wald wird beschlossen, am Gewerkschaftshaus einen Anteil von 500 M. zu erwerben und Röthing als Gesellschafter eintragen zu des Geschäftsjahres betrugen 16 975,55 M., die Ausgaben 16 672 m., laffen. Den Bericht des Gauvorstandes erstattet davon gingen an die Parteikaffe 6800 M., an die Agitationskommission Fünfter Wahlkreis. Die gestrige öffentliche Parteiverfamm- Prüfer. Die Agitation ist wegen der großen Ausdehnung und 1281 W., 3869 M. an die Streifenden in Crimmitschau, außerdem lung nahm zunächst den Bericht der Vertrauensleute bei den geringen Mitteln sehr erschwert, umfomehr, als die Mühlenfind noch einige Kleinere Ausgabeziffern aufgeführt. Im abgelaufenen vom Genossen Liepmann entgegen. Redner bezeichnete diese arbeiter sehr verstreut in vielen fleinen Betrieben arbeiten. Geschäftsjahre wurden 27 öffentliche Versammlungen abgehalten, das Berichterstattung nur noch lediglich als eine Formsache, weil Gau hat erst 438 Mitglieder und ist noch eine große Arbeitsrunter 18, die der Landtagswahl- und 4, die der Stadtverordneten- nach der stattgefundenen und mit Erfolg durchgeführten Reorgani- leistung erforderlich. Der Kaffenbericht schließt ab mit einem Bewahl- Agitation dienten. 5 Flugblätter wurden in 194 000 Exemplaren fation im Kreise, gleichwie in den meisten übrigen Berliner Streisen, stand von 85,22 M. Gin Antrag Prüfer, solchen Kollegen, die ausverbreitet. Die Agitation im Streise hat gute Erfolge gehabt, was die Vertrauensleute bereits in der politischen Organisation, dem wärts als Pioniere fungieren, den eventuellen Lohnausfall zu ersich an der Zunahme der Mitglieder des Wahlvereins zeigt. Der Wahlberein, über ihre Tätigkeit Rechenschaft ablegen und daselbst sehen, wird abgelehnt. Die Großbäckerei Goldacker hat sich eine selbe hatte am Anfang des Jahres 1904 1841 Mitglieder, jezt be- auch gewählt werden. Hier im 5. Kreise sei die Wahl bereits in eigene Dampfmühle zugelegt. Gegen fortgesezte Maßregelungen trägt die Mitgliederzahl 2392, es ist also eine Zunahme von 551 zu einer ordentlichen Generalversammlung des Wahlvereins erfolgt, und enorme Ueberstundenwirtschaft soll seitens der Organisation ein verzeichnen. Die Parteispedition hatte, als sie am 1. September 1902 mithin könne es sich in dieser öffentlichen Versammlung nur noch geschritten werden. Eventuell soll die Hülfe des Publikums in Anins Leben trat, 1380 Borwärts"-Abonnenten, am Schluß des vorigen um die Bestätigung der Wahl handeln. Er könne schon jetzt mit Geschäftsjahres waren es 2300, jest find es 2450 Abonnenten. Auch in den Gewißheit sagen, daß in Zukunft auch diese Bestätigung fortfallenbruch genommen werden, um den eigenartigen Manipulationen Musterbetriebes zu begegnen. Einnahmen des Kreises während der letzten drei Jahre ist ein ständiger werde, und zwar mit Recht, denn es sei nicht einzusehen, daß unter Köpenick. Eine gut besuchte Versammlung der VerwaltungsFortschritt zu konstatieren. Zum Schluß bemerkte der Redner, daß die den heutigen Verhältnissen andere als politisch organisierte Genossen Frage einer Reorganisation der Organisation angeregt worden ist. Rechenschaft über die Tätigkeit der Vertrauensleute zu fordern und stelle der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter tagte am Die Vertrauensleute feien aber der Meinung, daß zu einer Aende- zu deren Wahl berechtigt sein sollen. Es sei ja bekannt, daß bei 13. November. Nach dem vom Kassierer erstatteten Bericht für das rung der bisherigen Organisationsform fein Anlaß vorliege, denn sie dem Reorganisationsstreit vor einigen Jahren auch der Partei- dritte Quartal stellt sich die Einnahme vom zweiten Quartal auf habe sich bewährt, und man könne nicht wissen, ob sich eine andere vorstand eingriff, auf dessen Vorschlag dann ein Vertrag geschlossen 885,37 M., die Ausgabe auf 644,68. An die Hauptkasse wurden Form ebenso gut bewähren werde. Deshalb möge es beim alten wurde, wonach alle örtlichen Funktionäre der Partei in den Wahl- hiervon 498,18 m. gesandt. Unterstübungen wurden an 5 Kollegen bleiben. Eine Diskussion knüpfte sich nicht an den Bericht. Die vereinen und nur die Vertrauensleute in öffentlichen Parteiver- in Höhe von 30 M. gezahlt. Die Mitgliederzahl betrug am 1. Oktober Vertrauensleute wurden auf Antrag der Revisoren entlastet. Dann sammlungen zu wählen seien. Dieser Vertrag bestehe nur noch, weil 237 gegen 93 im Vorjahre. Die Anträge der Ortsverwaltung und wurden die Genossen Hoch und Pohl einstimmig als Ver- er formell noch nicht aufgehoben ist. Zwed habe er eigentlich nicht Bezirksführer führten zu längeren Debatten. Das Ergebnis war, trauensleute wiedergewählt. mehr, weil in der Mehrheit der Berliner Streise die Reorganisation daß der Antrag auf Herausgabe des Berichts für 1904 ohgelebat, seitdem vollständig durchgeführt worden sei. In Berlin hätten die ein Antrag betreffs Verteidigung der Mitglieder in Rechtsschutzsachen Verhältnisse geradezu zur Reorganisation gedrängt, mehr wie in dem Bevollmächtigten überwiesen zieds näherer Erfundigung, frner den meisten Wahlkreisen der Provinzen, und es sei nur noch eine ein Ausschlußantrag eines Mitgliedes beim Zentralvorstand zurüd Unter Verschiedenem" werden einem kranten Frage der nächsten Zeit, daß für Berlin ein 3entral genommen wird. Wahlverein gegründet werde mit einheitlichem Statut und ein- Kollegen als örtliche Extra- Unteritübung 10 m. bewilligt; cin weiterer Antrag, die Druckarbeiten der Verwaltungsstelle in der heitlicher Zeitung. Vorwärts"-Druckerei herstellen zu lassen, wird ebenfalls zum Be schluß erhoben. Bur Diskussion sprach nur Genosse Hauger. Er wünscht ein Nachdenken darüber, ob nicht der Generalstreit als politischer Massenstreik bei einer eventuellen Entziehung des allgemeinen Wahlrechts anwendbar wäre. Genosse Rt. Fischer erwiderte kurz, daß, wenn die Gefahr einer derartigen Entrechtung nahe wäre, er dann heute doch nicht sagen würde, was er dagegen fun wolle. Man dürfe nicht dem Jungen nachahmen, der da sagt:" Wenn Du mich haust, dann schlage ich Dich tot." Darauf schloß die Versammlung. des Vertrauensmanns hoch. Seine Einnahmen während " Den Bericht von der Preßtommission erstattete Buschid. Er gab eine gedrängte Uebersicht über die hauptsächlichsten Verhandlungsgegenstände, welche die Kommission im legten Jahre beschäftigten. Weiter führte der Redner aus, daß die von vielen Genossen gewünschte Verbilligung des" Vorwärts" nicht zu erwarten sei, dagegen verspreche er sich von dem Vertrieb des Blattes in Parteiregie einen finanziellen Erfolg, der wieder zur besseren Ausgestaltung des Vorwärts" verwandt werden könne. Um die Gehaltsfrage der Angestellten, welche die Kommission öfter beschäftigte, endgültig zu regeln, beantragte der Redner im Ein" Hierauf hielt Reichstags- Abgeordneter Singer einen inhaltreichen und sehr interessanten Vortrag über die kommen de Reichstags Session, der unter anderem eine scharfe Verurteilung der Militär-, Marine- und Kolonialpolitik sowie der Pläne der Reaktion zur Einschränkung des Wahlrechts enthielt, und lebhaften Beifall fand. " " Der verständnis mit ſeinem Kommiffionskollegen: Die Geschäftsleitung Neujahr in Berlin stattfinden wird. Dieser preußische Parteitag Letzte Nachrichten und Depefchen. des„ Vorwärts" zu ersuchen, eine Gehaltsskala für das gesamte Personal des Vorwärts" aufzustellen. " Was nun die Tätigkeit der Vertrauensleute speziell seit dem Bremer Parteitage anbelange, so hätten sie infolge vielfacher Anregungen ihre Zustimmung zur Abhaltung eines Parteitags für Preußen gegeben, der nunmehr zivischen Weihnachten und soll sich in seinen Verhandlungen eingehend mit der Schulfrage, deni preußischen Kontraktbruchgesez, der Wahlrechts- und der Wohnungsfrage befassen. Die Delegiertenwahlen hierzu werden in den Wahlvereinen vorgenommen werden. Stadtverordnetenwahl in Halberstadt. Halberstadt, 15. November.( Privatdepesche des Vorwärts".) Bei der heutigen Stadtverordnetenwahl wurden die Im Kreise selbst haben die Vertrauensleute die Vorarbeiten Genossen Dr. Crohn und Gerlach mit je 1700 Stimmen zur Errichtung der Parteispedition betrieben, die eine gute Entwickelung verspricht. Ferner sind die Vorbereitungen zur Wahl gewählt. Die Genossen Schönfeld und Volkmann im 30. Kommunalwahlbezirk getroffen und liege es jebt bei ben stehen in aussichtsreicher Stichwahl. Es ist die erste StadtWählern, der Partei den Sieg zuzuführen. Finanziell sei der Kreis verordnetenwahl, aus welcher unsere Genossen siegreich hervorjetzt so gestellt, daß er seinen Verpflichtungen in jeder Hinsicht nach gehen. Nach kurzer Debatte wurden alsdann die zukommen vermöge. Genossen Zucht und Liepmann, die gleichzeitig die Aemter des ersten Borjizenden resp. Kassierers des Wahlvereins bekleiden, als Vertrauensleute gegen wenige Stimmen von der Versammlung bis Neujahr bestätigt; nach Neujahr erfolgt laut Beschluß des Wahlvereins die Neuwahl der Vertrauensmänner. Zum Rücktritt Andrés. In der Diskussion nahm die Frage der Verbilligung einen größeren Raum ein. Die vorherrschende Meinung war die, daß die bessere Ausgestaltung des Vorwärts" wichtiger sei wie die Verbilligung, übrigens sei der Vorwärts" gar nicht zu teuer. Dittmer wünschte, daß das Unterhaltungsblatt mehr für die Frauen und mehr belehrende Artikel bringen möge. 8 ander regte an, ob nicht die Empfehlungen der Winkelkonsulenten aus den fleinen Anzeigen fortbleiben könnten. König ersuchte die Preßkommission, für eine bessere Gestaltung der juristischen Ausfunfterteilung sowohl in der Sprechstunde wie im Brieftasten Sorge Baris, 15. November.( W. T. B.) Ueber den Eindruck, den die zu tragen. Wuf chic ging auf die Ausführungen der Diskussions redner ein. Was die gewünschte größere Berücksichtigung der Demission des Kriegsministers André in den Kreisen der Deputierten Frauen betreffe, so mache er darauf aufmerksam, daß ja die Frauen hervorgerufen hat, wird berichtet: Die Nadifalen sind von der Des miffiou Andrés befriedigt, da fie annehmen, daß das einen manchmal recht erheblichen Raum des„ Vorwärts" für ihre Bewegung in Anspruch nehmen. Die Wünsche hinsichtlich des Unter- Hierauf hielt der Abgeordnete des Kreises, Genosse Robert Ministerium hierdurch eine Stärkung erfahren werde, um so mehr, haltungsblattes verdienen ja in mancher Hinsicht Berücksichtigung. Schmidt, einen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag als der neue Kriegsminister Berteaux dem Kabinett vielleicht einige Die Leipziger Volkszeitung" habe ein bedeutend befferes Feuilleton über Boltsschule und Voltsbildung". Da eine Dis- Stimmen der dissentierenden Radikalen zurückgewinnen werde. Die als der Vorwärts". Die bessere Gestaltung der Auskunfterteilung fussion nicht beliebt wurde, so schloß der Vorsitzende Bucht unter Hin- Oppositionellen sprechen ihre Genugtuung darüber aus, daß sie durch werde die Preßfommission erwägen; im übrigen möge man, um weis auf die demnächst stattfindende Stadtverordneten- Wahl die die letzten Debatten bei den Interpellationen den Rücktritt Andrés erzwungen haben. Sie äußern ferner die Ansicht, daß die Stellung die juristische Sprechstunde zu entlasten und dadurch eine ein- Versammlung mit einem Hoch auf die Partei. gehendere Auskunfterteilung zu ermöglichen, so weit es angeht, das Die Bersammlung des sechsten Wahlkreises im„ Gisteller" des Kabinetts trotz des Rücktritts Andrés erschüttert bleibe. Paris, 15. November.( W. T. B.) Die Meldung des Figaro", Arbeitersekretariat in Anspruch nehmen. Der Antrag, betreffend die Aufstellung einer Gehaltsstala für Bericht der Vertrauensleute. Er hob zunächst hervor, daß in Zulassung eingereicht, wird für unbegründet erklärt. Chauffeestraße 88, war sehr gut besucht. Genosse Ernst gab den der franzöfifche Botschafter beim Batikan, Nosard, habe seine Entdie Angestellten des Vorwärts", wurde einstimmig angenommen funft die Wahl der Vertrauensleute jedenfalls durch die politische und die beiden bisherigen Vertreter in der Preßkommission, Organisation, den Wahlverein, vorgenommen werde. Im BerichtsBrand des Vichhofes in New York. Wuschickt und Gehrmann, einstimmig wiedergewählt. jahre wurden 23 Versammlungen abgehalten. Davon entfielen 10 Hierauf gab in 3 den Bericht der Bokalkommission, auf die Stadtverordnetenwahl im 32. und 40. Stommunal- Wahl- Frankfurt a. M., 15. November. Wie die Frankfurter Zeitung" den die Versammlung ohne Debatte entgegennahm. Mit der Ver- bezirt. Diese Wahl zeigte wieder, daß für die bürgerlichen Parteien aus New York meldet, gerieten die Viehhöfe in dem New Yorker tretung der Lokalkommission wurden& inz und Jakob betraut. in der dritten Wählerklasse des streises lein Platz mehr ist. Ferner Stadtteile Jersey City in Brand. Dreitausend lebende Schweine Den Bericht der Agitationstommission er= stattete Dimmid. Er besprach insbesondere die Verhältnisse hatten sich die Vertrauensleute mit der Regelung des Versammlungs- berbrannten, ebenso 4000 geschlachtete Tiere, während 40 000 Tiere in den dem dritten Berliner Wahlkreise zugewiesenen Streisen wesens in Berlin zu beschäftigen. Das Resultat ist den Genossen bekannt. wild durch die Viehhöfe und Stadt stürmten. Sorau- Forst, Kottbus- Spremberg, Frankfurt- Lebus und Guben- Da die Bäckerei- Arbeiter mit der Bitte um Unterstüßung ihres Ein ungetreuer Beamter. Kampfes an die Vertrauensleute herantraten, ließen diese dem AusLübben, die im allgemeinen erfreuliche Fortschritte gemacht haben. ftande ihre thatkräftige Unterstützung zu teil werden, ohne ihn indes Ueberlingen, 15. November.( W. T. B.) Hier ist der StadtAuch dieser Bericht ergab teine. Debatte. In die Agitationsfommission wurde Dimmid einstimmig zur Parteifache zu machen. Notwendig machte sich die Einführung rechner Uhrenbacher wegen Unterschlagung verhaftet worden. Bis bon neuen Parteibons. Die Anarchisten und die Vereinigung, Stampf jetzt soll ein Fehlbetrag von 40 000 m. ermittelt sein. wiedergewählt. gaben ähnliche Bons heraus. Das führte häufig zur Täuschung der Genossen. Die jetzigen Bons find so verändert, daß dies ausgeschlossen ist. Die Gewerbegerichtswahl bot leider diesmal das traurige Schauspiel, daß sich Arbeiter fämpfend gegenüberstanden. Es ist zu hoffen, daß Vierter Wahlkreis. Die Parteiversammlung war sehr zahlreich folche Vorkommnisse in Zukunft erspart bleiben. Außer der Herausbesucht und füllte den großen Saal des Gewerkschaftshauses bis auf gabe eines Flugblattes für den Vorwärts" trat noch die Beratung den letzten Platz. Bunächst gab der Vertrauensmann ranke vom einer preußischen Konferenz in den Tätigkeitsbereich der Vertrauens Osten des Wahlkreises seinen Bericht, der sich auf die seit dem lleute. Die nächste Aufgabe muß der Ausbau der Organisationen Berantw. Rebatt.: Baul Büttner, Berlin. Inserate verantw.( mit Ausnahme der Neue Welt" Beilage): Th.Glocke, Berlin. Drudu. Berlag: Vorwärts Buchdr. u.Berlagsanst. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u.Unterhaltungsbl. Als Revisoren der Vertrauensleute wurden Rappert, tegner und Beier, in die Zeitungskommission Braun: schweig, Rüdiger und Mosin gewählt. " Das Ende der Revolution. Rio de Janeiro, 15. November.( Meldung der Agence Habas.) Die revolutionäre Bewegung ist unterdrückt, die Ruhe ist vollständig wieder hergestellt. Die hauptsächlichsten Anstifter der Bewegung, der Senator Lauro Sodre und der Deputierte Barboza Lima, find Zahlreiche Personen geflohen, andere sind verhaftet worden. wurden getötet oder verwundet. 8t.m a.i» w j Keiillge Ks„Amiiltg" Kerlilltt Dslksllllltt. � 16 1901 Zweijährige Dienstzeit und Landwehr- Artillerie. «US Wien wird uns vom 13. November geschrieben: Die KriegSminister aller Länder werden heute mit unverhohlenem Neid auf ihre Kollegen in Oesterreich-Ungarn blicken, denen das Schicksal die unerhörte Gunst geschenkt, daß ihre Forderungen nicht nur keine Ablehnung, keinen Widerspruch finden, die im Gegen- teil mit ihnen den stürmischesten Jubel, die glühendste Dankbarkeit auslösen. Und neben dem Neid über dieses märchenhafte Glück wird sich überall die Bewunderung über diese gefinkelten Oestcrreicher regen, die die Kunst des Aufschwatzens so trefflich verstehen, daß sie, wenn sie verlangen, als Gebende, Belvilligende zu erscheinen, daß die Armecverwaltung, indem sie eine neue schwere Forderung stellt, als die Bringerin fürstlicher Gnade und unerschöpflicher Großmut gilt und gepriesen wird. Unüberwindliche Schwierigkeiten findet ja der Militarismus, seitdem sich die Bourgeoisie mit ihm abgefunden hat, in den bürgerlichen Parlamenten nirgendwo, und überall werden militärische Forderungen in künst- lich erhitzter Stimmung bewilligt. Aber überall weiß man doch, daß militärische Bewilligmrgen eben Opfer sind, wenn sich auch das feige Biirgcrtum gern trösten läßt, daß die Opfer_ nötig sind. Aber daß eine Militärforderung— nach dazu, wie wir gleich hören werden, unter so erschwerenden Umständen ge- stellt— einen wahren Freudentaumel erregt, wie es sich gestern in Ungarn ereignete, das ist Wohl noch nie und nirgendwo erlebt worden. Ein Budapester Blatt schreibt heute:.Die Nation möge sehen, daß sich das Ohr des Königs keinem einzigen Wunsch der N a tion verschließt, sie möge erkennen, welch großer und weiser konsttwsioneller Monarch auf dem Throne Ungarns sitzt". Und waS hat diesen Ausdruck wahnsinniger Freude hervorgerufen? Mit nüchternen Worten dieses: Der Kömg erlaubt, daß in Ungarn fünftausend Soldaten mehr ausgehoben werden und daß für etwa fünfzig Millionen Kronen neue Kanonen angeschafft werden. Und darob jauchzt man in Budapest! An listigen Vorwänden und Verkleidungen hat es die öfter- reichisch-ungarische Arnreeverwaltung nie fehlen laffen und läßt es der Militarismus niemals fehlen. Aber man muß zugeben: hier ist sicherlich das Meisterstück geleistet worden. Man bewachte zunächst die erschlverenden Ilmstände, unter welchen die neue Forde- rung, deren einzige Absicht die Vermehrung der Artillerie ist, erhoben wird. In der letzten Delegation ist der Kriegsverwalwmg ein außerordentlicher Kredit von 320 Millionen bewilligt worden. Das_ für die ökonomische Kraft der beiden wirtschaftlich so rück- ständigen Staaten wirklich sehr„außerordentliche" Erfordernis ist damit begründet worden, daß alle wie immer gearteten Bedürfnisse auf einmal zusammengefaßt werden, um einen finanziell günstigen Bedeckungsplan durchführen zu können. Die Armeeverwaltung ver- sprach nicht nur, daß mit Vielem Kredit die Aera der neuen Forde- rungen abgeschloffen sein wird, sie verpflichtete sich geradezu, nun in dem normalen Budget solche Ersparungen zu machen, daß mit ihnen die Verzinsung und Abzahlung der für den außerordentlichen Kredit nöttgen Anleihen möglich sein werde. Das war im Mai dieses Jahres, und unter den großen Forderungen stand die Erneuerung des Geschütz- Materials mit 165 Millionen an erster Stelle. Nicht mit einem Wort wurde angedeutet, daß man lieben der Erneuerung auch eine Vermehrung der Artillerie im Sinne habe, daß hinter dem Niesen- kredit eine funkelnagelneue Forderung lauert— obwohl jetzt zu- gegeben wird, daß die Absicht, die Artillerie bedeutend zu vermehren, genau so alt ist. als die neuen Kanonen selbst. Man stelle sich nur vor, wie in einem anderen Lande dieser elende Lug und Trug wirken würde, wie es unter normalen Menschen aufgenommen würde, wem, die Militärverwaltung auf einer so offenkundigen, so schwindclhaften Lüge ertappt wäre! Aber in Oesterreich-Ungarn genügt es. daß der Sache ein anderer Name gegeben wird, und statt in Enwüstung und Widerspruch bricht die Narrenmcnge in Jubel aus. Statt Ver- mehrung der Artillerie nennt man es: Ausgestaltung der Landwehr mit Artillerie, und die Leute vergessen sofort, daß diese Ausgestaltung neue Soldaten und neue Kosten braucht, und begeistern sich an der Vorstellung ihrer nattonalen Annee. Die Landwehr heißt nämlich in Ungarn Honveds, und so gilt die neue Forderung als die Erfüllung der angeblich alten nationalen Forderung, daß die Honveds mit Arsillerie ausgestaltet werden. Die schwere Forderung wird zu einer nationalen Konzession. Die Heeresverwaltung will einfach eine Vermehrung der Artillerie, und weil sie sie auf dem normalen Wsge nicht erlangen kann, so„staltet" sie die Landlvehren mit Kanonen aus: was sie um so bedenkloser tun kann, als die Landwehr auch in Ungarn heute nichts anderes ist als ein Bestandteil des schwarz- gelben Gesamt- heereS. Würden die neuen Artilleriedivisionen im Organismus der gemeinsamen Armee gebildet werden, so brauchte man eben eine Er- höhung des gemeinsamen Rekrutenkontingents, welches in den Varlamenten bestimmt wird, und einen neuen Kredit, der in den Delegationen bewilligt wird. Neue Soldaten für die„K. u. K." sind aber in Budapest nicht zu haben, während neue Kanonen für die Honveds mit Begeisterung bewilligt werden. Und die nationale Eitelkeit läßt Ungarn, dessen heuriges Budget zwar mit einem nicht mehr zu verhüllenden Defizit schließt, selbst die bittere Tatsache ver- schmerzen, daß diese Kanonen— die Landwehr ist budgetrechtlich keine gemeinsame Angelegenheit— ausnahmsweise sie selbst bezahlen müssen, während die sonstige Militärgloire zumeist von den dummen Oesterreichern berappt wird. Aber WaS wird man diesen sagen, die auf„ihre" Landwehr nicht so verseffen sind wie die verrückten Magyaren auf ihre Honveds, und in der„Ausgestaltung" mit Arsillerie schwerlich die Erfüllung eines Lieblingswunsches erblicken werden? Denen wird man halt mit den allezeit bewährten„militärischen Notwendigkeiten" kommen und wird sie trösten» daß eS diesmal, wo jeder Staat„seine" Artillerie selbst bezahlt, doch billiger sei als sonst, wo Oesterreich in der Quote zwei Drittel der ganzen Kosten tragen muß.... Im Grunde genommen kann man die Militärverwaltung nicht einmal tadeln. Wenn die Leute so vernagelt sind, daß man ihnen solchen grausamen Schwindel vormachen kann, so wäre der „oberste Kriegsherr" ein Narr, wenn er offen und redlich zu Werke gehen würde. Wenn dieses Volk noch dümmer ist„als Fliegen, die man wenigstens mit Zucker lockt", wenn es sich bestechen läßt durch schwere Lasten, so geschieht ihm nur sein Recht, da man ihm eine unverschämte Forderung als königliche Gnade auf- schwatzt. Einzelheiten über den feinen Plan existieren noch nicht, nur so viel ist bekannt, daß„zu" jeder Landwehr- Division eine Artillerie- Division errichtet werden soll; das wären für Oesterreich acht, für Ungarn sieben.— Die andere Reform, die in dem nächstes Jahr vorzulegenden Wehrgesetz verwirklicht werden soll, ist die zweijährige Dienstzeit fiir die Infanterie und Artillerie, die„natürlich" wieder eine gewalsige Vermehrung der Rekruten bedingen wird. Da der Moloch mit der dreijährigen Dienstzeit nicht mehr wirtschaften kann, gibt er diese militärische Notwendigkeit als Volksfrcundlichkeit aus. Daß just der jetzige Augenblick gewählt lourde, um Ungarn von der„nationalen Konzession" Kunde zu geben—> Graf TiSza hatte sich zu dem Zweck eme eigene Interpellation bestellt und extra eine sensationelle Sitzung inszeniert—. hat seine guten Gründe. Der gute Mann ist nämlich mit seinem GeschäftSordmingSreformeifer in arge Fatalitäten geraten und hofft durch die Enthüllung eine Ver- befferung seiner Stellung zu erzielen. Ob das erfolgt, wird sich bald zeigen; sicher ist, daß der„weise und ritterliche König" wie so oft auch hier den Vorspann abgibt für eine unfähige und Volks- fremde Regierung.~ Achtstlmdengesetz für die Kohlengräber. Paris, 10. November.(Eig. Ber.) Unter dem Druck des Massenstreiks der Bergarbeiter vom Herbst 1901 hatte die Deputiertenkammer im Februar 1992 eine Achtstundenvorlage zugunsten der Bergarbeiter votiert. Seither sind nahezu drei Jahre verflossen. Erst jetzt hat der Senat Zeit gefunden, seinerseits die Reform zu erledigen. Sagen wir gleich, daß er die Kammervorlage in einem Hauptpunkt eingeschränkt hat. Jene erstrebte die achtstündige Arbeitszeit auf sämtliche Arbeiterkategorien, die in den„Brennstoff-Bergwerken" unter Tage beschäftigt sind. Ter senatorische Text gewährt den Achtstundentag nur den Häuern. Der Minister der öffentlichen Arbeiten, Maru6jouls, hat vergebens in der Debatte die weitere Fassung des.Kammcrtertes befürwortet. Der Berichterstatter der Senatskommission, Boudenoot, ein Bergwerksverwalter, ver- teidigte die Einschränkung durch folgende Gründe. Erstens werde die Verkürzung der Arbeitszeit der Häuer notwendig auch den anderen Kategorien zugute kommen, deren Arbeit vollständig von derjenigen der Häuer abhängt. Dagegen sei eine gesetzliche Festlegung der Arbeitszeit, ihres Beginns und ihres Endes, aus technischen Gründen nur für die Häuer möglich. Zweitens bestritt der Berichterstatter die Vorzüge des Kammertextes, indem dieser die allgemeine Regel seines ersten Paragraphen wieder abschafft durch die Zulassung von mini- steriellen Ausnahmedekreten fiir alle Bergwerke gerade in bezug auf alle NichtHäuer. Der Kammertext gebe also tatsächlich nicht mehr als der senatorische Text, dafür aber beschränke diefer die Sphäre der ministeriellen Willkür. Der Bericht- erstatter und mit ihm der Senat befürchteten allerdings von der ministeriellen Willkür nicht die Schädigung der Arbeiter, sondern die Schädigung der Unternehmer. Boudenoot sagte ausdrücklich, daß die Minister nicht immer in der Erteilung von Ausnahmcbewilligungen so„weitherzig, gerecht und liberal" verfahren würden, wie gewiß vom derzeitigen Minister der öffentlichen Arbeiten zu erwarten wäre. Diese Bemerkung Boudenoots genügt, um die gewiß nicht vorzügliche Kammervorlage doch als dem senatorischen Text überlegen anzuerkennen. In diesem Sinne hat sich bereits der Bergarbeiterdeputierte von Pas-de-Calais Lamendin, geäußert. Er fügte jedoch hinzu, daß es zweckmäßiger sei, es vorläufig beim Senatsvotum bewenden zu lassen. Denn die Wieder- Herstellung des Kammertextes würde lediglich die Reform ver- schleppen, ohne jede Aussicht, ihn im Senat ungeändert durch- zusetzen. Daß es für den besonders in sozialreformerischen Materien bremsenden Senat eine eklatante Leistung ist, mit nur drei- jähriger Verspätung schon das bloße Prinzip des Achtstunden- tages votiert zu haben, das soll nicht geleugnet werden. Die Leistung ist desto anerkennenswerter, als ein noch so beschränktes Achtstundengesetz bisher in keinem europäischen Lande votiert worden ist. Andererseits aber muß man berücksichtigen, daß das Senatsvotum so ziemlich nur einen bereits tat- sächlich besteh e.nd e n Zustand sanktioniert. Im Norden und in Pas-de-Calais, in den wichtigsten Kohlen- revieren Frankreichs, haben die Bergarbeiter bereits aus eigener Kraft den Achtstundentag errungen. Hier und da ist eine noch kürzere Arbeitszeit zu finden, so daß das Achtstunden- gesetz ausdrücklich diese kürzere Arbeitszeit— zur Vermeidung möglicher Unternehmerschikanen— als zu Recht bestehend er- klärt. Was aber die sogenannten„kranken" Bergwerke be- trifft, wo„aus technischen oder ökonomischen Gründen" bisher über acht Stunden gearbeitet wird, so soll das auch fernerhin dabei bleiben. Der Artikel 3 ermächtigt den Minister, nach Einholung des Gutachtens des Generalrates der Bergwerke, von den Vorschriften des Gesetzes all die Bergwerke zu ent- heben, wo die Anwendung deS Achtstundentages„geeignet wäre, aus technischen oder ökonomischen Gründen die Aufrecht- erhaltung des Betriebes zu gefährden." Dabei hatte der Minister in der Senatskommifsion erklärt— und diese Er- klärung wurde vom Berichterstatter in der Plenardebatte ab- sichtlich hervorgehoben— daß die ministerielle Enthebung vom Achtstunbengesctz sich gleich auf ein g a n z e s K o h l e n- r e v i e r erstrecken dürfen sollte! In diesem Zusammenhange sei noch betont der kautschuk- artige Charakter des Artikel 4, der von zeitweiligen Aus- nahmen handelt, die vom H a u p t i n g e ni e u r des minera- logischen Bezirks für höchstens zwei Monate zu bewilligen sind und immer wieder erneuert werden dürfen. Als zulässige Motive dieser Durchlöcherungen des Gesetzes werden angegeben nicht nur Unfälle oder Sicherheitsgründe, sondern auch„g e l e g e n t l i ch e N o t w e n d i g k e it e n"(ohne jede nähere Bestimmung!), sowie„die Uebereinstimmung der Ar- beiter und der Betriebsleitung in bezug auf die Aufrecht- erhaltung gewisser lokaler Gepflogenheiten". Die von den Arbeitern gewählten Sicherhcitsdclegierten aber sollen um ihr Gutachten befragt werden nur in den beiden zuerst angeführten Fällen, nicht jedoch im ominösen Falle„gelegentlicher Not- wendigkeiten". Wohlgemerkt, die kautschukartigen„Notwendigkeiten". ebenso wie die Rücksicht auf die„lokalen Gepflogenheiten" fehlen im Kammertext. Es ist eine senatorische Verschlim- merung des Artikels 4, die aber bezeichnenderweise in der Debatte von niemandem berührt und ohne weiteres votiert wurde. Sonst hat der Senat die Kammervorlage ziemlich ungeändert angenommen. Die Hauptbestimmung des Gesetzes(Artikel 1) berechnet die Dauer der Arbeitszeit von der vollzogenen Einfahrt der ersten bis zur vollzogenen Ausfahrt der letzten Häuer. In der achtstündigen Arbeitszeit ist also jeweils nur die Einfahrt bezw. die Ausfahrt einbegriffen. Die effektive Arbeitszeit wird so etwa 7'/, Stunden betragen, wie das auch bisher meist der Fall ist.(Die in ber Werkstättenordnung vorgesehenen Ruhe- Pausen, gleichviel ob sie unter oder über Tage zugebracht werden, stehen außerhalb der gesetzlichen Norm, d. h. die Normalzeit wird um die Dauer der Ruhepausen verkürzt.) Die Einführung des so normierten Achtstundentages ge- schieht auf dem Wege von drei Uebergangsetappen. Zunächst wird sechs Monate nach der Verkündigung des Ge- setzes der Neunstundentag vorgeschrieben, der nach je zwei Jahren um eine halbe Stunde verkürzt wird. Die Achtstunden- norm wirb also 4Vz Jahre nach der Verkündigung des Gesetzes in Kraft treten. Diese Reform hat im Senat, wenigstens in der Debatte und in den durchweg durch Handaufheben vorgenommenen Abstimmungen, keinen einzigen Gegner gefunden. Ein Zeichen ihrer„Reife" und auch ihrer tatsächlich höchst bescheidenen Tragweite. Es ist ja nach dem Gesagten klar, daß sie kein Grubenkapitalisteninteresse zu verletzen geeignet ist. Hingegen arbeitet derselbe Senat mit Ausdauer an einer Riuftvärts- revidierung des Zehn stundengesetzes von 1990(für die Be- triebe mit gemischtem Personal), trotz der unsäglichen Durchlöcherungen jenes Gesetzes in der Praxis. Die Bedeutung des letzten Senatsvotums liegt lediglich in der gesetzlichen Anerkennung des Prinzips des Achtstunden- tages, und das— allen bezüglichen Verwahrungen des sena- torischen Berichterstatters zum Trotz— unter dem Druck der gewerkschaftlichen Organisationen. Diese werden dafür zu sorgen haben, durch ihren eigenen Kampf alle Folgen des Prinzips durchzusetzen und dem Parlament aufzuzwingen, wie sie ihm die Anerkennung des Prinzips aufgezwungen haben. Partei- I�acKncKten. Königsverg. Von dem Königsberger Hochverrats- Prozeß ist, wie schon in der Sonntagönummer erwähnt wurde, die erste Lieferung soeben bei der Buchhandlung Vorwärts ausgegeben worden. Es beginnt damit die Einleitung zu dem Prozcßbericht. Die Einleitung umfaßt zwei Teile, deren erster„Die Schmuggler des Zaren" folgende Abschnitte enthält: Ein Jahrhundert der heiligen Alliance.— Das antinationale Junkertum.— Der„Nationalismus aller Länder".— Preußischer Hochverrat mit Nußland.— Prinz Wilhelm und das russische Gold.— Der Kölner Kommunistenprozeß.— Russendienste in der Konflikts« zeit.— Bismarcks Menschenopfer für den Zarismus.— Die Nussifizierung der bürgerlichen Presse.—„Das offizielle Bekenntnis der Sozialdemokratie zum Meuchelmord."— Eine Verherrlichung v. Wahls.— Russen auf deutschen Hochschulen.— Deutsche Hülse- leistungen gegen den Schristcnschmuggel.— Die russische Zensur.— Der Fall Kugel.— Kalajew.— Ausweisung und Auslieferung.— Die Anfänge von Königsberg.— Die Interpellation vom 16. Januar 1904.— Der Ruffenprotest gegen den Frhrn. v. Nicht- Hofen.— Der Ueberfall aus dem preußischen Hinterhalt.— Die Zitate des Justizininisters.— Hammersteins Akten.— Grundsätze preußischer AuSlieferungSpolitik.— Freisinn und Ruffenkurs.— Der preußisch- russische Anslieferungsverrrag von 1882.— Gegen die Sozialrcform.— Ruisenpanik oer öffentlichen Meinung.— Zollbehörden als schwarze Kabinette.— Unter Polizei-Aufsicht. — Die Auslieferungspolitik.— Ballin-PraxiS.— Schnorrer und Verschwörer.— Eine russisch-deutsche Konskriptionsliste.— Mandel» stamm und Silberfarb.— Der zweite Protest der Russen.— Parlamentarische Nachlese. Das zweite Kapitel der Einleitung ist„Borussische Rechts- garantien" betitelt und stellt systematisch die bisher noch nicht veröffentlichten umfangreichen Akten des Königsberger Vorverfahrens in den folgenden Abschnitten dar: Das Interesse des Justizministers.— Die Königsberger Staats- auwaltschaft.— Schneeballkollekten für den Zaren.— Die Memeler Akten.— Vom Anarchismus in Litauen.— Geheime Vor- Untersuchung.— Nebersetzte Gegenseitigkeit.— Der russische General- konsul.— Nadeschdin und Burzeff.— Gefälschte und falsche Para- graphen.— Der Strafanttaa.— Rechtsschutz der niederen Kultur.— Ursprung und Bedeutung des Gegenseittgkcits- Paragraphen.— Tagantzeff über Gegenseitigkeit.— Falsche Schriften.— Die Sach- verständigen.— Rcchtsnnsicherheit des geheimen Verfahrens.— Die Untersuchungshaft der Verschleierung.— Der Fall Braun. — Fluchtverdacht wegen der Nähe der russischen Grenze.— Die Rechtshülfe des Justizministers.— Die Jnternationalität staatsfeindlicher Bestrebungen.— Untersuchungshaft als Strafvollzug. — Steckbrief gegen Braun.— Verweigerung internationaler Rechts- hülfe.— Die Schweiz.— Der diplomatische Weg.— Rußland.— Die geheime Misiion Mnrawjews.— Strafprozessuale Selbstverbrennung.— Der Fall Pätzel.— Staatsanwalt und Gerichts- Vorsitzender.— Ein Ausnahnie-Gerichtshof.— Die Konstruktion der Schuld.— Der Begriff des Hochverrats.— Die Sozialdemokratte als Dolus.— Tod durch den Strang für ein Wort.— Anklage- schrift und Organisation der Schuld.— Der objettive Dolus eventualis. Eine Art freiwilligen Proporz haben unsere Genossen in Ludwigshafen für die Stadtverordnetenwahlen mit dem Zentrum und den Liberalen vereinbart. Die gemeinsame Liste soll 11 Sozialdemokraten, 8 Liberale und 7 Ultramontane enthalten. Außerdem sollen 9 Unparteiische auf den Zettel genommen werden. Die Abmachung ist von einer sozial» demokratischen Parteiversammlung unter Berufung auf einen Beschluß des letzten Pfälzischen Parteitages gutgeheißen Wörden. In dem erwähnten Beschluß des Parteitages heißt es: Die Wahlvorschläge und die Agitation haben sich nur auf die von den Parteigenossen aufgestellten Kandidaten zu er» strecken. Kompromifse mit anderen Bürger- resp. Wähler» gruppen können sich nur darauf erstrecken, daß der sozial- demokratischen Partei dadurch eine Vertretung eingeräumt wird. Wir vermögen nicht recht einzusehen, wie sich der Beschluß der Aufstellung einer gemeinsamen Liste mit diesem Partei- tagsbeschlusse, nur für die Parteikandidaten zu agitieren, ver- einbaren läßt. Wenn eine gemeinsame Liste aufgestellt wird, dann ist doch die Agitation für die unveränderte Abstimmung nach dieser Liste das wesentlichste Erfordernis, die unerläßliche Voraussetzung. Will man sich auf die Agitation für die eigenen Kandidaten beschränken, dann braucht man keine gemeinsame Liste. Der erwähnte Parteitagsbeschluß hat anscheinend auch keineswegs gemeinsame Listen im Sinne, sondern nur eine Abmachung, daß die gegnerischen Parteien auf die Aufstellung einer vollständigen Liste verzichten und der Sozial- demokratie einen Teil der Mandate überlassen. Im übrigen aber selbständiges Vorgehen der Partei. Wo die Dinge so liegen, daß man es aus irgend einem Grunde für undurch- fllhrbar hält, eine vollständige Liste aufzustellen, läßt sich ja ein Vorgehen auf Grund solcher Abmachungen verstehen. Dabei behält die Partei in der Agitation doch immerhin volle Selb- ständigkeit und kann ihre Stärke prüfen. Die gemeinsame Liste birgt, von allem übrigen abgesehen, immer die Gefahr in sich, daß unsere Wähler in guter Disziplin die Liste un- verändert abgeben und damit die Gegner wählen helfen, die Wähler der gegnerischen Parteien aber unsere Kandidaten streichen und sie damit zu Falle bringen. Das mußten bei der letzten Wahl die Stuttgarter Parteigenossen erfahren und das hat sie jetzt auch zu selbständigem Vorgehen bestimmt. Sind denn solche Erfahrungen, wenn schon nicht allgemein politisch- taktische Erwägungen durchschlagend sein sollen, nur für den einen Ort maßgebend, für den anderen aber nicht? Partei- Oryiinisntion. Der sechste schleswig-holsteinische Wahl- kreis hat sick, durch Beschluß seiner jüngsten Kreiskonferenz zu einem Zentral-Wahlverciu zusammengeschlossen, der sich aus Lokalvercinen und Ei'izeluiitgliedern ziisauuneusetzt. Es ist ein Mitgliederbeitrag von 30 Pf. monatlich festgesetzt. Die Lolalvereine dürfen bis zu 20 Proz. der Einnahme am Drte behalten. Für den Vorsitzenden Jein Unternehmer auf Grund detailierter Angaben die Lohn- größerung der landwirtschaftlichen Fläche ftattfindet, wird sie zuz und Kassierer ist eine vorläufig diätarische Enschädigung vorgesehen. tosten für einen Rheinkahn, bei Annahme derselben Zahl Arbeits- Erweiterung des Anbaues anderer Landesprodukte benutzt. So er Totenliste der Partei. Ein treuer Parteigenoffe, der ehemalige stunden, in Deutschland auf 20 000 M., in Holland auf 14 700 m. fcheint es heute schon als sicher, daß, wenn wiederum die Bevölkerung Besitzer Julius Alex aus Neuendorf im Kreise Königsberg hat Aber das Erempel stimmt nicht, sagt der Verfasser des Artikels, um 15 Millionen Personen zugenommen haben wird, für die Ausfeinem Leben durch Erichießen ein Ende gemacht. Der Berstorbene denn den deutschen höheren Löhnen steht auch eine entsprechende fuhr nichts mehr übrig bleibt. Schon jetzt ſieht sich die Union zum war 69 Jahre alt. Seiner sozialdemokratischen Gesinnung wegen, Arbeit in fürzerer Zeit als der holländische Arbeiter. Der Lohn ist einen Zoll von 25 3ts. pro Bushel erhebt. Vorläufig handelt es höhere Leistung des deutschen Arbeiters gegenüber, er bewältigt die Import genötigt, obgleich die Bundesregierung von solcher Einfuhr der er bis zum letzten Augenblick treu blieb, wurde er von unseren Konservativen Gegnern wie kaum einer gehaßt und verfolgt, von nur ur nominell, nicht relativ höher als in Holland. fich nur um Import von feinem und dabei verhältnismäßig billigem Haus und Hof gejagt, mußte er mit seiner Familie in eine kleine Auch die deutschen Werften an der See Manitoba- Weizen. Bereits wird jedoch davon gesprochen, daß manche Stuve, in der er gleichzeitig ein fleines Materialwarengeschäft 3ahlen," heißt es, die höheren Arbeitslöhne Müller die Möglichkeit, russischen Weizen zu verarbeiten, in Betracht betrieb, flüchten, weil niemand im Dorfe ihm eine Wohnung ver- biefen zu tenturrieren. Auch die den deutschen Rhein- einschließlich des Bolles, teinen großen Unterschied mit den laufenden und doch vermag feine holländische Werft mit ziehen, und die in Newyork eingelaufenen Angebote lassen im Preise, und doch ver mietete. Aber auch aus diefer fleinen Wohnung vertrieb ihn der Werften aus der sozialen Gesetzgebung erwachsenden Lasten zu Marktnotierungen für das entsprechende heimische Produkt ersehen. Haß seiner Gegner, trotzdem er pünktlich Miete zahlte. welcher erst unlängst in Holland Anfänge gemacht worden sind, fürchten sie nicht im Wettbewerb Staats " Die Generalftreitfrage in Schweden. Gewerkschaftliches. Terror an der Unterweser. · Die bevorstehende Urabstimmung in den schwedischen Gewerk- Werften? Aus der Art des„ Schutzes der nationalen Arbeit", durch Woraus ergibt sich nun aber die Ueberlegenheit der holländischen schaften über die Frage, ob man gewillt ist, wenn's nötig sein sollte, die deutschen Rohstoffproduzenten! Wie der Sprecher in dem Unterim nächsten Jahre die Opfer eines großen allgemeinen Streifs zur nehmerblatt erklärt, ergab eine gelegentliche Anfrage an fünf be Erringung des allgemeinen Wahlrechts auf sich zu nehmen, hat fannte deutsche Walzwerke über 250 Tonnen Schiffbaumaterial, mur Vor zwei Jahren stellten die Arbeiter an der Unterſelbſtverſtändlich zu lebhaften Diskussionen Veranlaffung gegeben. eine Preisnotierung von der Agentur des Grobblech- Verbandes. Die- wefer bei den zuständigen Behörden den Antrag, paritätische Es sind dabei verschiedene Meinungen laut geworden, sowohl solche selbe Anfrage mit denselben Spezifikationen durch einen Holländer Arbeitsnachweise einzurichten, um der übrigens damals für, wie solche gegen den Generalstreik. Am Freitag befaßte sich an dieselben fünf deutschen Walzwerte erzielte fünf direkte Preis- von den Unternehmern absichtlich herbeigeführten- Arbeitseine vom Schwedischen Eisenbahnmänner- Verband" in Stockholm notierungen, die um den Betrag der Schußzzollsätze sich unter der losigkeit die Schärfe zu nehmen und zugleich der Absicht der einberufene Versammlung von Angestellten der Notierung des Grobblech- Verbandes hielten. Diese Säße sind: 25 M. Unternehmer auf Gründung von Maßregelungsbureaus ent und Privatbahnen, die von 500 Angestellten besucht war, mit der Frage. Als Referenten hatte feile, alles per Tonne. Es ist also bewiesen, daß die Kartelle die Anträge der Arbeiterschaft zurück und verwiesen gerade auf ungefähr für Winkeleisen, 30 M. für Platten, Bleche, Anter, Ketten und Draht gegenzutreten. Die angerufenen Behörden aber wiesen die man den Reichstags- Abgeordneten Branting, sowie August Auslandskonkurrenz um den Betrag der Schutzölle billiger bedienen. Die Arbeitsnachweise" des Unternehmertums als angeblich Balm, einer der bekanntesten und ältesten Agitatoren der schwe- Das schlägt die deutsche Verarbeitungsindustrie zu Boden! Es heißt dem Bedürfnis der Arbeiter entgegenkommende Inſtitutionen. dischen Sozialdemokratie eingeladen. Branting erklärte, daß in dem Artikel:„ Für ein Rheinschiff normaler Größe werden erer es für verhängnisvoll ansehe, im Jahre 1905 zu der mächtigen fordert rund 250 Tonnen Platten, Winkel usw. und es werden dem Die Arbeiter fonnten sich in die behördliche Logik nicht Waffe des Generalstreits zu greifen, betonte aber start, daß die deutschen Flußschiffbauer dafür 6800-7500 m. mehr abverlangt als hineinfinden und lehnten im Frühjahr die von ihnen verlangte Arbeiterklasse niemals diese Waffe als äußerstes Stampfmittel auf dem holländischen. Dieser Preisunterschied macht jeden Bett- Anerkennung der Unternehmer- Arbeitsnachweise strikte ab, was geben sollte. Er hielt es bei der gegenwärtigen Lage der Wahlrechts- be werb der deutschen Rheinwerft unmöglich..." dann zu der Aussperrung der Bauarbeiter führte. frage nicht für nötig, die ganze Macht der Arbeiterklasse anzuwenden. Die Wahlrechtsfrage werde auch diesmal scheitern und zwar zugunsten Baumaterialien für den Flußschiffbau vor. Ist damit die Ursache der Unternehmer- Nachweise hatten und wie unrecht die BeNun sieht der neue deutsche Zolltarif aber zollfreie Einfuhr der Jezt zeigt's sich, wie recht die Arbeiter in ihrer Beurteilung der Arbeiterklasse. Im übrigen meinte der Redner, daß die Organi- behoben?„ Wiederum nur Schein", sagt der Praktiker sationen, besonders die der Verkehrs- und der Landarbeiter noch in deutsche Flußschiffbauer will fein fremdländisches, er will deutsches hörden, als sie diese Klassenkampf Institutionen als soziale mancher Hinsicht zu mangelhaft seien, um einen solchen Streit Material seiner Schiffe- er will es nur zu denselben Preisen Einrichtungen ansprachen. Die Arbeitsnachweise" funktionieren mit Erfolg durchzuführen. Balm hielt es dagegen nicht wie der holländische Konkurrent. Und nach Aufhebung des Bolles jetzt ganz imverblümt als„ Maßregelungsbureaus". für verhängnisvoll, im nächsten nächsten Jahre Jahre den Generalstreit erhält er sein deutsches Material zum englischen Preise, So wird u. a. folgender Fall aus Bremerhaven anzuwenden, hielt die zur Urabstimmung ausgegebenen Fragebogen berteuert um die Fracht 2c.- und wiederum fauft es der Holländer mitgeteilt: Der Maurer Theele bekam Arbeit bei dem Maurerfür überflüssig und meinte, daß man den Enthusiasmus der Arbeiterbilliger.. Klasse entfachen müsse. Die Begeisterung für das große Ziel werde Beleg anführen. Der Verfasser kann hierfür einen einwandsfreien meister Adam und erhielt den Auftrag, nach dem Arbeitsauch die Unorganisierten mitreißen und wenn eine Niederlage ein zollfrei. Eine Seeschiffswerft fragte bei einem deutschen Walzwerke holen. Die Ausstellung wurde ihm verweigert, Das Baumaterial für Seeschiffe ist bisher schon nachweis zu gehen und dort die notwendige Karte sich zu treten würde, so sei auch das zu überwinden. Die Versammlung nach Preis und Lieferzeit für einige 90 Tonnen probiliertes Schiffnahm nach einer lebhaften Debatte eine Resolution an, die besagt, baueisen. Ihr Londoner Agent machte diefelbe Offerte bei dem so daß er die Arbeit nicht aufnehmen konnte. Ebenso erging daß, wenn keine zufriedenstellende Wahlrechtsreform durchgeführt felben werk. Und, durch den Londoner Agenten bezogen, taufte die es ihm bei dem Maurermeister Sprickerhoff, an den sich werde, die Eisenbahnmänner mit den Arbeitern der Werft das deutsche Material um sieben Mark die Tonne Theele alsdann um Beschäftigung wandte. Auch hier anderen Berufe die Arbeit zur Erzwingung einer billiger, als bei den deutschen Werken! scheiterte das Arbeitsverhältnis an der folchen Reform einstellen müssen, daß aber die gegenwärtige Lage einen Generalstreit kommenden Jahre nicht erforderlich mache. " im " „ der " n Die Kruppschen Werte sind, wie uns aus Essen gemeldet wird, Verweigerung der Nachweistarte. Ja, auf dem zurzeit sehr stark mit der Herstellung von Kriegsmaterialien be- Bureau wurde ihm erklärt, sie wären mit ihm fertig". schäftigt. Nach der Personenstandsaufnahme am 1. April ds. Js. Dies Verhalten des des Arbeitsnachweises" rechtfertigt war die Zahl der Beschäftigten auf dem Kruppschen Wert in Effen hoffentlich auch in den Augen der Kurzsichtigsten nachträglich gegen den Durchschnitt des Vorjahres schon um 2000 gestiegen das ablehnende Verhalten der Arbeiterschaft an der Unterund bezifferte sich auf 25 041. Seit April haben aber noch ziemlich um- weser gegen die famosen sozialen Großtaten der Arbeitgeberfangreiche Einstellungen stattgefunden, so daß die Gesamtzahl der Verbände. Werden aber nun auch die Behörden der UnterBeschäftigten jetzt auf 27 000 gefch ät wird. Soweit wie möge weser- Drte wenigstens nachträglich ihre Pflicht tun und durch lich hat man im Kanonenressort Doppelschicht eingeführt und in den Betrieben mit nur einfacher Schicht wird durchgängig in der Woche Gründung paritätischer Arbeitsnachweise dem Terror ein Ende dreimal mit leberstunden und halben lleberschichten geschafft. Auch bereiten? Tun sie es jetzt noch nicht, dann laden sie die die Geschoßwerkstatt in Witten arbeitet mit Hochdrud. Unter anderem Mitschuld an der Schreckensherrschaft des Unternehmertums werden 200 000 Granaten einer ganz neuen Sonstruftion fertiggestellt. auch auf ihre Schulter! Der Auftraggeber wird geheim gehalten, wahrscheinlich aber handelt es sich um Geschoffe für Japan. " Berlin una amgegend. Zur Aussperrung der Holzarbeiter. In der Versammlung der HolzbearbeitungsZur Abwehr. Es ist mir sicher peinlich, mich gegen einen Genoffen zu wenden, der augenblicklich die Schönheiten der Staatspension tostet. Allein die Ausführungen des Genossen Leimpeters atvingen mich zu einer Erwiderung. Genosse Leimpeters gibt zu, daß die Aeußerung, welche er mir Betreffs des Generalstreits unterstellt hat, weder in dem Protokoll des Parteitages noch in dem Bericht des Vorwärts" enthalten ist. Er beruft sich jedoch demgegenüber auf das Zeugnis feiner Dhren. Die Vortrefflichkeit dieser Ohren in allen Ehren, sie haben nichtsdestoweniger Genossen Leimpeters unter dem Einfluß einer bestimmten Autofuggeftion schwer getäuscht. Ihm find gerade die entscheidenden Worte entgangen, die klipp und klar sagen, daß die Anarchisten und Anarchistengenossen den Generalstreit als Bräludium Die Lage des rheinisch- westfälischen Roheisenmarktes hat sich der sozialen Revolution bewerten und nicht die Sozialisten, zu denen nach dem Situationsbericht der„ Köln. 3tg." im Verlauf der letzten doch auch Genosse Leimpeters mich immerhin noch rechnen dürfte. Wochen nicht unwesentlich gebessert. Sind auch die Hütten noch sehr maschinen- Arbeiter, die am Montag im GewerkschaftsAber sogar wenn dieser die entscheidenden Worte von dem an- weit davon enfernt, ihre volle Leistungsfähigkeit ausnußen zu können, hause stattfand, berichtete der Vorsitzende Ia e d über den Stand archistischen oder anarchistelnden Generalstreit" so zeigt doch der Eingang an Aufträgen eine beträchtliche Zunahme der Aussperrung. Er teilte mit, daß die Zahl der Ausüberhört hatte, so konnte er dem ganzen Sinn meiner Aus- Der Monat Oktober hatte den höchsten Auftragsbestand aufzuweisen, gesperrten und Streikenden, die von der Organisation der führungen nach nicht im Zweifel darüber sein, daß die Ein- der bisher im ganzen Lauf des Jahres festzustellen war. Der Ein- Maschinenarbeiter zu unterſtüßen find, 141 beträgt. Im Laufe schäßung des Generalstreikes als Präludium der Revolution nicht gang an Aufträgen im laufenden Monat dürfe noch besser ausfallen dieser Woche würden wahrscheinlich noch einige hinzukommen. An meiner persönlichen Auffassung entspricht. War doch der Zweck meiner als im Oktober. Auch der Abruf ist recht befriedigend und lebhaft Unterſtüßung würden zurzeit ungefähr 2200 M. wöchentlich ausAusführungen, den politischen Massenstreit in scharfer Umgrenzung getvesen und zeigt im laufenden Monat wiederum eine Besserung gezahlt. Wenn die Aussperrung nicht einen noch erheblich größeren von dem anarchistischen Generalstreit loszulösen. Dem anarchistischen gegenüber dem Vormonat. Infolgedessen erfahren die Vorräte auf in den Januar hinein ausreichen. Der Redner widerlegte dann die Umfang annähme, würden die vorhandenen Mittel mindestens bis Generalstreit mit der Zukunftsmufit seiner angeblichen Bedeutung für den Hütten eine erfreuliche Abnahme. Im Siegerland haben sich die soziale Revolution stellte ich den politischen Massenstreit gegen diese ungefähr um 3000 Tonnen verringert. Auch bei den rheinisch- im„ Borwärts" bereits erwähnten Berechnungen der Fachüber in seiner eventuellen Rotwendigkeit für den proletarischen westfälischen Hütten sind sie geringer geworden; während am Schluß Gegenwartskampf, als„ ein Mittel, die parlamentarische Aktion des Vormonats noch eine Vorratsmenge von etwa einer Monatsdes Proletariats zu erhalten und sie vielleicht erst möglich erzeugung bei sämtlichen Hüttenwerken vorhanden war, ist diese Menge zu machen, besonders auch, um ihr durch den Massentritt der Arbeiter mitlerweile bedeutend geringer geworden. bataillone immer mehr Nachdruck zu geben." Der Bericht der Kölner 3tg." wird von anderen Seiten beEs ist kein Zufall, es war notwendig bedingt, daß Genosse stätigt. Die Frage ist nur, wie lange wird diese sogenannte„ BeLeimpeters den umstrittenen Bassus weder in dem Protokoll des lebung" des Marktes anhalten. Bekanntlich werden meistens im Barteitages noch in dem Bericht des Borwärts" gefunden hat. Ich Oktober und November, nach dem Ablauf der Herbstsaison, auf den bin überzeugt, daß sehr viele Barteitagsdelegierte die absolute Treue Eisenlägern die Bestände aufgenommen und dann die Aufträge für beider Berichte in dem entscheidenden Punkte und damit die Wahrheit das nächste Frühjahrsgeschäft eingeliefert. Die Folge ist, daß sich meiner Behauptung bestätigen können. Hätte ich die mir zuge regelmäßig um diese Zeit in den verschiedenen Unterbranchen der schriebene Aeußerung wirklich getan, sie wäre sicherlich von dem Eisenindustrie die Bestellungen häufen. Auf solche bald vorübergeheneinen oder anderen Gegner des politischen Streites aufgegriffen und den Einflüsse läßt sich auch zum großen Teil die jetzige Markt. angegriffen worden. Nebenbei: in Bremen war es nicht das erste belebung" zurückführen. Mal, daß ich mich zur Frage des Generalstreits äußerte. Und wo dies geschehen ist, habe ich mich stets mit unzweideutiger Bestimmtheit im Gegensatz zu dem Standpunkt ausgesprochen, den Genosse Leimpeters mir andichtet. " " Ueber die Bautätigkeit in Schöneberg im ersten Halbjahr 1904 enthalten die vom städtischen Statistischen Amt herausgegebenen " Statistischen Monatsberichte"( Augustheft) Nachrichten, die in Genossen Leimpeters ist widerfahren, was so oft bei Gerichts- Anbetracht der raschen Bevölkerungsentwickelung der Großstadt Beberhandlungen konstatiert worden ist: Daß persönliche Wahr- achtung verdienen. Die Zahl der in der ersten Hälfte des laufenden nehmungen trotz des ehrlichsten Strebens nach Objektivität Jahres gebrauchsfähig gewordenen Wohnhäuser beträgt 68 gegen 79 subjektive Trübungen erleiden können. Erklärlich und ent- im zweiten, 82 im ersten Halbjahr 1903 und 79 bezt. 57 in 1902. schuldbar, daß er aus meinen Ausführungen nur heraus- In den 68 neuen Wohnhäusern wurden 1380 Wohnungen bereit gehört hat, was sich mit seinen eigenen Gedankengängen über gestellt, gegen 1492 im zweiten Halbjahr 1903. Auf die Kleinden Generalstreit als„ Generalunsinn" deckt. Dagegen ist es mild wohnungen( 1-2 3immer) fielen von den neu hergestellten Woh gefagt leichtfertig, entgegen den vorliegenden Berichten eine ganz nungen 621= 45 Proz., auf die mittleren( 3-4 Zimmer) 442 fubjettive Wahrnehmung und Erinnerung zum Ausgangspunkt einer gleich 32 Broz. und auf die größeren( 5 und mehr Zimmer) 317 Bolemik zu machen. Indem Genosse Leimpeters feststellt, daß er das gleich 23 Proz. bewußt tat, hat er selbst darüber das schärfste Urteil gesprochen. Wilhelmshöhe, den 14. November 1904. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Klara Zetkin. Stadtkanal. zeitung", wonach auch der Verband der HolzbearbeitungsmaschinenArbeiter bereits aus der„ Krippe des Holzarbeiter- Verbandes" fressen und ein Darlehen von 2000 M. empfangen haben soll. Demgegenüber bemerfte der Redner, es sei noch nicht einmal der dritte Teil des Verbandsvermögens der Maschinenarbeiter auf der Bank abgehoben worden. Wenn wirklich das Vermögen aufgebraucht werden sollte, so würden die in Arbeit stehenden Kollegen es nicht an Opferwilligkeit fehlen lassen, so daß auch dann noch für Unterstüßung gesorgt sei. Uebrigens sei die Haltung der Ausgesperrten und Streifenden muſterhaft, keiner zeige sich mißmutig, obgleich doch selbst bei der verhältnismäßig hohen Unterstüßung von 18 M. einzelne infolge der langen Dauer des Stampfes große Opfer bringen müßten. Um die Verbandskasse nicht unnötig zu schwächen und um auch für weitere Kämpfe gerüstet zu sein, werde sich eine, wahrscheinlich über acht Tage stattfindende Generalversammlung mit einem Antrage auf Einführung einer Extrasteuer befassen. Wie bei früheren Kämpfen, würden sich die arbeitenden Kollegen jedenfalls auch jetzt nicht weigern, die erhöhten Beiträge zu zahlen. Der Streit der Klavierarbeiter. Am Dienstag vormittag hielten die Streifenden wieder eine Der Referent Sid. Versammlung im Gewerkschaftshause ab. fe I'd schilderte die Lage des Streifes folgendermaßen: Seit der letzten Versammlung haben wieder zwei Betriebe bewilligt. Die Bahl der Betriebe, welche bewilligt bezw. sich mit den Arbeitern geeinigt haben, ist damit auf 40 gestiegen. In diesen 40 Betrieben arbeiten 800 Kollegen. Im Streit befinden sich 58 Betriebe und Havelschiffahrt. Der Wasserbau- Inspektor zu Rathenow hat die 1250 Arbeiter. Erhebliche Aenderungen der Lage sind nicht zu vers hiefige Handelstammer ersucht, den Schiffahrtsinteressenten nachzeichnen. Die Fabrikanten haben es abgelehnt, vor dem Einigungsstehende Bekanntmachungen mitzuteilen: Der größte Tiefgang amt zu verhandeln. Sie haben diesen Beschluß dadurch motiviert, der auf der Havel verkehrenden Fahrzenge darf von jetzt ab be- daß die Gründe, welche seither für die Ablehnung von Verhand In einer Empfehlung eine Beleidigung zu finden, haben Leipziger tragen: 1,10 m von Havelberg( km 14,0) bis Rathenow( km 61,0), lungen geltend gemacht wurden, auch jetzt noch bestehen. Die Aerzte fertig gebracht. Die DDr. Seiferth und Kröber find 0,85 m im unteren Stadtschleusenkanal zu Rathenow, 1,40 m von Fabrikanten halten es für ein Zeichen von Schwäche der Arbeiter, auf der Liste der vom Sanitätsverein in Leipzig empfohlenen Herzte Rathenow( km 61,0) bis Brieft( km 96,0), 1,50 m vom Blauer See daß diese fich zu Verhandlungen vor dem Einigungsamt bereit er. zu finden. Auf Verlangen des Ehrenrats haben die Herren deswegen( km 106,0) bis Brandenburg( km 114,0), 1,40 m im Brandenburger flärten, und nun glauben die Fabrikanten, der Streit werde bald ein Ende nehmen und die Streitenden wieder bedingungslos die gegen den Vorsitzenden des Sanitätsvereins, Genossen Die ge Arbeit aufnehmen. Alle von der Elbe kommenden Schiffe müssen in Havelberg anAlle diese Annahmen und Erwartungen der Privattlage aus§§ 185, 186 Str.-G.-B. erhoben. Das Amtsgericht hat indessen auf Einstellung des Verfahrens erkannt mit der Bestellen und wird dort der Tiefgang eines jeden Fahrzeuges geprüft. Fabrikanten feien hinfällig. Es sei durchaus tein Zeichen von gründung, daß in der Empfehlung keine Beleidigung gefunden werden Tiefergehende Fahrzeuge müssen ableichtern. Da die Waffertiefe an Schwäche, wenn die Arbeiter bereit seien, zu verhandeln. Dazu verschiedenen Stellen äußerst knapp und die Fahrrinne nur schmal feien sie im Interesse des Friedens stets bereit gewesen. Wenn ist, wird angeordnet, daß in den schmalen durch Mummen und aber die Fabrikanten den Frieden noch nicht wollen, so würden die Bloffen bezeichneten Flußstrecken Schiffe und Schleppzüge sich nicht Streifenden zeigen, daß sie noch lange nicht lampfesmüde sind. Die begegnen und nicht überholen dürfen. Uebertretungen werden auf Streifleitung sei der Meinung, daß es jetzt darauf ankomme, auf welcher Seite man es am längsten aushalten könne. Die Antwort, und Schiffahrts- Polizeiverordnung bom welche die Arbeiter auf die Haltung der Fabrikanten erteilt, könne nicht zweifelhaft sein, fie müsse lauten: Was die Fabrikanten wünschen, wird nicht geschehen. Keiner der Streifenden wird in die Fabrik zurückgehen, bevor nicht eine Ginigung erzielt ist. Einmütig wie bisher werden die Streikenden auch ferner im Kampfe verharren. Die Arbeiter hätten dabei nichts zu verlieren, denn für sie könne es sich nur darum handeln, daß die Arbeiten, welche icht nicht fertiggestellt werden fönnen, zu einer späteren Zeit ges macht werden müssen. Ein Mangel an verkaufsfähigen Instrumenten mache sich bereits recht bemerkbar. Wie der Redner in Leipzig erfahren hat, machen dort er oder Agenten, die den Fabrikanten unbekannt sind, angestrengte Versuche, um Klaviere zu bekommen. Auf die Frage, mit wem man esa tun habe und wohin die gesuchten Instrumente bestimmt sind, geben die unbekannten Agenten ausweichende Antworten, sie wollen nur Klaviere tönne. Aus Induftrie und Handel. Grund der StromWas hemmt die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie? 17. Januar 1896 bestraft. Obwohl die in der deutschen Industrie gezahlten Arbeitslöhne sicher- Die Vereinigten Staaten von Amerika als Weizenexport- Land. lich nicht, wenn man sie mit denen anderer Jndustrieländer ver- Die Weizenernte der nordamerikanischen Union ist zwar in diesem gleicht, als hoch bezeichnet werden können, findet man doch fort- Jahre geringer getvesen als in den letzten drei voraufgegangenen während in der Unternehmerpresse lange Klagen darüber, daß den Jahren, so daß die zurzeit im amerikanischen Weizenhandel hervors deutschen Fabrikanten infolge der hohen deutschen Löhne und den tretenden Verhältnisse nicht als normal gelten können; aber dennoch ihnen durch die sozialpolitische Gesetzgebung auferlegten Lasten die läßt sich mit einer gewissen Sicherheit voraussagen, daß die Union, Konkurrenz gegen die ausländische Industrie unmöglich gemacht die in den letzten Jahrzehnten als die Kornkammer der Welt galt, werde. Auch im Flußschiffbau soll das der Fall sein, namentlich im ihre Rolle als Weizenausfuhr- Land bald ausgespielt haben dürfte Rheinland gegenüber den holländischen Werften. Was eigentlich vielleicht schon, wenn die Bevölkerung und die Industrialisierung in als Binsenwahrheit gelten sollte, daß hohe Löhne ein Produkt nicht gleichem Maße zunimmt, innerhalb eines Jahrzehnts. Immer bertenern, finden wir nun auch in diesem Falle bestätigt in einer riesiger schwilt die Bevölkerung des Gebietes der Vereinigten Staaten Unternehmer- Zeitschrift, von einem Praktiker! In der Deutschen an, immer größer wird der Eigenkonsum des Landes, während sich Metallindustrie Zeitung" vom 12. November cr. berechnet die Weizenbaufläche nur sehr wenig ausdehnt, denn soweit cine Bere um jeden Preis bekommen. Man sehe hieraus, daß die Situation den Streikenden günstig sei. Die Arbeiter werden zeigen, daß sie es länger aushalten wie die Fabrikanten.(Lebhafter Beifall.) Der Aufforderung des Referenten, daß sich die Streikenden selber darüber aussprechen möchten, ob sie mit ihm einverstanden seien, kam eine Anzahl der Anwesenden nach. Keiner der Redner ließ auch nur den geringsten Zweifel darüber, daß der Streik wie bisher weiter geführt werden müsse und die Haltung der Fabrikanten nicht den geringsten Einfluß auf die Streikenden ausgeübt. Die Redner der verschiedenen am Streik beteiligten Organisationen stimmten darin vollkommen üöerein, daß die Arbeiter keine Ursache hätten», wankelmütig zu werden; sie würden mit derselben Einmütig- keit wie bisher im Streik verharren und durch die Tat zeigen, daß sie es länger aushalten wie die Fabrikanten. Diese Ausführungen fanden den ungeteilten Beifall der Versammlung. Als Beispiel dafür, wie sich die Fabrikanten nach Arbeits- willigen bemühen, verlas Kleinlein eine Postkarte, die ein Fabrikant an einen Arbeiter geschrieben hat. Der Fabrikant ersucht den Arbeiter in beweglichen Tönen, er möge nur anfangen, es werde ihm nichts geschehen, für ausreichenden polizeilichen Schutz sei ge- sorgt, zwei Beamte ständen vor der Fabrik usw.— Wie Kleinlein bemerkte, bringt die„Musikinstrumenten-Ieitung" die Mitteilung, daß die Genossenschaft der 18 ehemals Streikenden der Vereinigung der Pianofortcfabriranten beigetreten sei.— S i ck f e l i sagte hierzu: Die Genossenschafter hätten jetzt offiziell erklärt, daß sie für im Streik befindliche Be- triebe keine Arbeit liefern werden. Ob die Be- hauptung der„Musikinstrumenten-Zeitung" richtig sei, wisse man nicht. Wäre sie unzutreffend, so hätte die Genossenschaft die Pflicht, eine Berichtigung zu veranlassen; wenn sie das nicht tue, müsse man annehmen, es verhalte sich so, wie die„Musikinstrumenten- Zeitung" behauptet. Die Versammlung endete mit der einstimmigen Annahme einer Resolution, worin gesagt wird: Die Versammlung protestiert auf das entschiedenste gegen die Behauptung der Fabrikanten, diese Lohnbewegung wäre als eine Machtprobe der beteiligten Organi- sationen ins Werk gesetzt. Die streikenden Kollegen erklären, unter keinen Umständen in den bestreikten Betrieben die Arbeit be- dingungslos aufzunehmen, sondern einmütig zusammenzustehen, bis der Kampf erfolgreich für die Streikenden beendet ist. Die Bewegung der Mullkutschcr nimmt einen befriedigenden Fortgang. Bei der Firma H. Scheller ist ebenfalls eine Einigung hinsichtlich des Lohnes sowohl als auch der abzufahrenden Kasten- zahl erzielt worden. Bereits am Dienstag wurden 20 alte Leute wieder eingestellt, und sollen in den nächsten Tagen sämtliche Touren- wagen wieder mit alten Leuten besetzt sein. Bei den Finnen C. Schcller und Berliner Abfuhrgescllschaft (Direktor Burgin) ist bis zur Zeit eine Einigung nicht erreicht worden. Der Direktor Burgin hat einer Kommission der Ausgesperrten gegenüber erklärt, daß er die Leute, welche sich vier Wochen bei ihm gequält hätten, nicht hinauswerfen könne. Dagegen hat Herr B. die alten Leute, weiche sich j a h r e l a n g bei ihm gequält haben, rücksichtslos aufs Straßenpflaster geworfen.— Herr Bürgin hat weiter erklärt, daß er nur einen Teil der alten Leute wieder einstellen will und zwar zu 27 und 30 M. pro Woche, nicht mehr. Außerdem fordert er, daß jeder der alten Leute, welihe wieder eingestellt lverden, eine Erklärung dahingehend zu unterschreiben habe, daß er aus dem Verbände ausscheidet. Unter diesen Umständen werden die Ausgesperrten auf keinen Fall die Arbeit aufnehmen und sind gewillt, den Kampf mit erneuten Kräften fortzusetzen._ Zentral-Bcrband der Tapezierer. (Baukontrolle.) In der Zeit vom 31. Oktober bis 12. November wurden 680 für Kleber in Betracht kommende Bauten kontrolliert. Von diesen sind inklusive der in Arbeit befindlichen 136 zum Januar fertig zu stellen. während für den April 514 Bauten in Betracht kommen. Hierzu sind jedoch 143 zur Zeit unter Dach stehende mitzugerechnet. Der Qualität noch sind vorhanden: bessere Bauten III, mittlere 136 und geringere 433. Arbeitende Kollegen wurden 134 angetroffen; davon waren 81 zentral, 17 lokal und 36 unorganisiert. Auf einem Bau wurde bei Licht gearbeitet; zwei Auchkollegcn arbeiteten mit ihren Frauen, eine Neuerung, die das Erstaunen eines jeden Kollegen hervorrufen wird. Arbeitende Unternehmer wurden drei an- getroffen. Hiernach haben wir mit einer ausnahmweise guten Frühjahrskonjunktur zu rechnen. Die Ortsverwaltung. Dcutrcbco Rctch. Der Streik der Steinsetzer und Rammer in Stettin ist nach nahezu fünfmonatiger Dauer am 14. November zum Abschluß ge- kommen. Und zwar hat derselbe für die Arbeiter einen sehr günstigen Verlauf genommen. Es wurde zwischen dem Vor- sitzenden des Streinsetzer-Verbandes und der Steinsetzer-Jnnung zu Stettin ein Tarifvertrag vereinbart, demzufolge sofort die neun- einhalbstündige,» vom 1. April 1007 an die neunstündige Arbeitszeit in Kraft tritt. Die Lohnfrage wurde wie folgt geregelt: Die Steinsetzer erhalten sofort eine Lohnzulage von 2zh Pf. pro Stunde(62zh Pf. Stundenlohn), am 1. April 1905 weitere 2stj Pf. Lohnerhöhung, desgleichen am 1. April 1806 und am 1. April 1907 wird der Stundenlohn auf 70 Pf. erhöht. Die Gesamtlohnerhöhung beträgt also 10 Pf. pro Stunde innerhalb SM Jahren. Die Rammer erhalten am 1. April 1905 eine Lohn- zulage von 3 Pf. pro Stunde, am 1. April 1906 weitere 2 Pf. und am 1. April 1907 abermals 2 Vi Pf., so daß sich die Lohnerhöhung der Rammer auf 7VH Pf. pro Stunde beläuft; jetzt haben dieselben 45 Pf. Stundenlohn. Für Ucberstundcn erhalten beide Gruppen 25 Proz., für Nacht- und SonntagSarbeit 50 Proz. Zuschlag. Des weiteren ist auch die Arbeitsleistung durch den Tarif geregelt. Außerdem ist zum erstenmal auch die Organisation der Rammer formell anerkannt. Es kommt das besonders dadurch zum AuS- druck, daß den Kammern auf Verlangen nach vierwöchcntlicher Ausbildung eine Bescheinigung ausgestellt wird, auf Grund welcher dieselben dann die festgesetzten Löhne zu beanspruchen haben. Der abgeschlossene Vertrag gilt bis 31. März 1908 und gilt als still- schjueigend auf ein Jahr verlängert, wenn von keiner Seite ein halbes Jahr vor Ablauf Kündigung erfolgt. Damit sind auch zum erstenmal für das Stettiner Steinsetzcrgcwerbe tariflich geregelte Verhältnisse geschlossen. Die beiderseitigen Organisationsvorständc garantieren für die Einhaltung des Vertrages. Bemerkenswert ist noch daß der Magistrat sich direkt an den Verbandsvorsitzendcn wandte— auf ein diesbezügliches Schreiben desselben— mit dem Ersuchen, die Vermittclung zur Beilegung des Streikes zu über- nehmen da zwischen den Parteien direkt eine Einigung nicht zu erzielen war. Streikbrecher haben sich in den ganzen fünf Monaten des Kampfes nicht gefunden._ Das Arbeitgeber-Wort. In der photographischen Tischlereibranche zu Görlitz war zwischen den Organisationen der Arbeitgeber und den Arbeiter- verbänden eine Vereinbarung getroffen, in der die Arbeits- bedingungen einheitlich geregelt wurden und für den 31. Oktober eine Ivprozentige Lohnerhöhung vorgesehen war. Obgleich in dieser Branche seit 14 Jahren eine Lohnerhöhung nicht stattgefunden bat. weigern sich jetzt die Unternehmer, das gegebene Wort einzulösen. Eine von den Arbeitern noch einmal nachgesuchte Verhandlung / scheiterte an der ablehnenden Haltung der Herren Arbeitgeber. Sie wollten nur eine Erhöhung von 5 Proz. gewähren und dies bis zum 1. April 1907 festlegen. Die Vertreter der Arbeitnehmer konnten sich mit diesem Vorschlag nicht ohne weiteres einverstanden erklären und legten denselben einer am Sonnabend fast vollzälstig besuchten Ver- sammlung der Arbeitnehmer der photographischen Branche zur weiteren Beschlußfassung vor. Diese lehnte da? Auerbieten rundweg ab, beschloß in geheimer Abstimmung, bei den geforderten 10 Proz. stehen zu bleiben und bei Nichtbewtlligung die Arbeit am Montag früh nicht wiederaufzunehmen.— Zuzug von Tischlern ist von Görlitz streng fernzuhalten. Ein Damcnschueidcr-Strcik, der bei der Firma Oden heim er in Frankfurt a. M. ausgebrochen war, führte zu folgenden Ver- einbarungen: 1. Bessere Ventilation in der Werkstelle. 2. Gleichmäßige Verteilung der Arbeit in der stillen Zeit durch allgenieine Verkürzung der Arbeitszeit. 3. Garamimmg der seitherigen Löhne auch in der stillen Zeit. 4. Wiedereinstcllung und keine Maßregelung der Streikenden.— Die Wiedcreinstellung eines gemaßrcgelten Kollegen ließen die Arbeiter fallen, nachdem der in Betracht kommende Kollege darauf verzichtete. Obwohl die Arbeiter sich nickt überzeugen konnten, daß der Grund zur Entlassung in der Weigerung vo» Ueberstnndcn zu suchen war und obwohl bei den ganzen Berhand- lungen sich ergab, daß nur die Anzeige bei der Gewcrbe-Jnspektion der Grund war, ließen sie um des lieben Friedens willen diesen Punkt fallen... Der Streik der Klempner in den Uuterweserorte» ist beendet. Die Sperre bleibt über diejenigen Werkstätten, in welchen der Tarif nicht anerkannt ist, bestehen. Zu den Tarifbedingungei arbeiten in acht Werkstätten neun Kollegen. Der Rest der Streikenden hat auf bedingungslose Wiederaufnahme der Arbeit verzichtet und ist anderweitig in Arbeit getreten. Jeder zureisende Klempner hat sich, bevor er sich nach Arbeit umsieht, auf dem Vcrbandsbureau, Bremerhaven, Grabcnstraße 61, 1. Etage, zu melden. Kollegen, welche diese Mahnahmen außer acht lassen, werden aus dem Ver- bände ausgeschlossen. Die Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiter-Verbandes Bremerhaven. Arbeiterfreundliche Blätter werden gebeten, diese Notiz auf- zunehmen. Soziales. Des Handwcrksbnrschcn Ende. Unter dieser Ueberschrift schildert der„Oeffentliche An- zeiger für den Kreis Kreuznach" in seiner Nummer vom 11. November d. I. einen Vorfall, der geradezu grauenhaft ist und eine schwere Anklage für den Zustand der Armenfür- sorge auf dem Lande bildet. Auf Grund einer dem Blatte aus A u e n bei Monzingen im Kreise Kreuznach zugegangenen Zuschrift über das schreckliche Ende eines armen Heiniatlosen hat die Redaktion Nachforschungen angestellt und schreibt nun über deren Ergebnis: „In Uebereinstimmung mit den Erhebungen der Behörde konnten wir feststellen, daß der 70jährige arbeitslose Allmann, ein bekannter Trinker, der früher in Monzingen und Auen als Dicnstknecht ar- beitete, aber bereirs seit Monaten auf der Landstraße lag, Freitag, den 23. September, bei dem Wirt Heimer in Auen in der Wirtsstube erschien und einen Schnaps trank, den er auch bezahlte. Abends ging Allmann, der nun von allen Mitteln entblößt war, heimlich in die Scheune und schlief dort die Nacht über. Am andern Morgen wurde er entdeckt, auf die Aufforderung hin, sich zu entfernen, versuchte der Greis, aufzustehen, was ihm jedoch nicht gelang. Mit den Worten: „Mich muß der Schlag gerührt haben," sank er wieder auf die Erde zurück. Zwei junge Leute aus dem Ort hatten Allmann schon am Sonntag abend im Feld beobachtet, wie er bei der Dreschmaschine in einen Strohhaufcn hineinkroch. Sie bezeugen, daß der alte Mann hinkte und auf 2 Stöcken ging. Der Wirt Heimer schickte bei diesem Sachverhalt zum Ortsvorsteher Jakob Kuhn, und später, da ersterer krank war. zum Stellvcrlreter Phil. Schmidt.?Ils der Gemcinderat am zweiten Tage noch keine Anordnungen getroffen hatte, wandte sich Heimer an das Bürgermeisteramt in Monzingen, das vorläufig einen abwartenden Standpunkt einnahm, und dann die Aufnahme Allmanns ins Gemeindehaus von Auen verfügte. Diesem Ersuchen konnte jedoch nicht stattgegeben werden,, da das Gemeindehaus sich nicht in bewohnbarem Zustande befindet, es dient als Lagerraum der Möbel einer vor zwei Jahren gestorbenen Gemeindcarmen. In- zwischen veranlasste Wirt Heimer den Unglücklichen noch einmal, die Fortsetzung der Wanderschaft zu versuchen. Mit Hülfe des Soldaten Hahn wurde Allmaun empor gehoben und im Hof auf einen Klotz gesetzt. Nun sah man, daß das Bein Allmanns stark angeschwollen, völlig unbeweglich und blau unterlaufen war. Allmann wurde wieder in die Scheune gelegt, in der er dann bis zu seinem 3 Wochen später, am 14. Oktober erfolgten Tode blieb. Die Scheune ist etwa 10 Meter lang, 3 Meter breit und 3 Meter hoch, Fenster sind nicht vorhanden. Die Vorderwand bildet ein großes Holztor mit einer kleinen Tür, die indes erst einige Tage nach dem Tode Allmanns fertig gestellt wurde. So lange versah einstweilen eine alte vorgestellte fremde Türfüllung ihre Dienste. Durch die handbreiten Ritzen zwischen Erdboden, Mauerwerk und Tor weht ein scharfer Wind. Dicht am Tor vertieft sich das Erdreich zu einem Loch, dieses wurde mit Stroh ausgefüllt und bildete die Lagerstatt Allmanns. Der mitleidige Wirt gab ihm auch eine Decke zum Zudecken und brachte ihm täglich Essen. Der Zustand AllmannS wurde immer bedenklicher, man sandte wieder- holt zum Vorsteher und zum Bürgermeister, die Herren kamen dann auch selbst mid überzeugten sich von der Sachlage. Der Bürger- mcister sandte 10 Tage vor dem Tod des Mannes den Arzt Dr. med. Vogler ans Monzingen, der Mmann Wein reichen ließ und ihn unter- suchte. Fieber hatte der Kranke nicht, am Bein zeigten sich in der Kniegegend blmigefärbte Schwellungen, die auf eine" Fall hin- deuteten. Der Arzt überzeugte sich, daß Allmann keine Exkremente in seiner Kleidung hatte, und riet dann die Ueberführung in ein Krankenhaus. So weit kam es aber nicht, nach einigen kalten Nächten, die dem Mmne arg zusetzten, wurde Allmann sehr schloach, eines Tages fand man ihn tot im Stroh. Einige Tage vorher hatte ihn der Ackerbürger Hahn hochgehoben, während seine Frau mit der Mistgabel ftisches Stroh unter den Sterbenden bettete. Der Wirt Hcimer ließ später eine ganze Schicht Mist aus der Scheune räumen." Das zitierte Blatt fügt seinem Bericht die Bemerkung an, daß keiner der beteiligten Stellen ein Vorwurf zu machen sei. daß allein den Staat die Schuld treffe. Wir wollen gewiß die Gesellschaft und auch den Staat von ihrer Schuld nicht ent- lasten, aber daß hier auch die Gemcickdebehörden sich sträflicher Nachlässigkeit schuldig gemacht haben, kann gar nicht bestritten werden.' Einen hilflosen und kranken Menschen dtei Wochen in einer so gut wie offenen Scheune liegen zu lassen, erst nach fast zwei Wochen einen Arzt zu holen, und dann dessen An- ordnungen gleichfalls unausgeführt lassen, das müßte für die verantwortlichen Personen eine Anklage auf fahrlässige Tötung zur Folge habe». �_ Die gewerberechtliche Behandlung der Arbeitsnachweise. Der preußische Justiznnmster hat an die Ober-Staatsanwalte folgende Verfügung erlassen: Wer das Geschäft eines Stellenvermittlers betreiben will, be- darf dazu gemäß Z 34 der Gewerbeordnung der Erlaubnis. Vor- aussetzung ist, daß dieses Geschäft gewerbsmäßig betrieben wird. Der Begriff der Gcwerbsmäßigkeit erfordert aber eine auf fort- gesetzte Gewinncrzielmig gerichtete Tätigkeit. Besteht die Ahsicht nicht, aus der Stellenvermlltelnng� eine dauernde Einnahmequelle zu machen, so liegt ein gewerbsmäßiger Betrieb nicht vor. Ent- scheidend ist hiernach die Absicht, nicht die bloße Tatsache der Gewinn- erzicluna. Jnteresscnverbände der Arbeitgeber oder Arbeitnehmer oder mildere gemeinnützige Vereinigungen, lvelche einen ArbcitSnach- weis ohne Gelvinnabsicht unterhalten, unterstchen mithin den Vor- schriften der Gewerbeordnung nicht und bedürfen daher auch nicht der im§ 34 a. a. O. geforderten Erlaubnis. Hieran ändert auch der Umstand nichts, daß für den Arbeitsnachweis Gebühren erhsben werden. Denn aus der Tatsache der Gebührenerhebung allein kmm auf das Vorhandensein einer Gewinnabsicht noch nicht geschlossen werden. Werden für den Stelleuachiveis Gebühren— z. V. eine sogenannte Einschrcibegcbühr— lediglich zur Deckung der dem Ver- band entstehenden Kosten erhoben, so licat ein Gewerbebetrieb nicht vor. Geht dagegen die Absicht darüber hinaus auf Erzielung eines regelmäßigen Ueberschusses, so ist der Arbeitsnachweis selbst dann ein gewerbliches Unternehmen, wenn der erzielte Gewinn bestimmungS- mäßig zu gemeinnützigen Zwecken Verwendung finden soll. Für die Annahme einer auf Gcwinnerzielung gerichteten Absicht kann aber auch der Umstand, daß tatsächlich in einzelnen Jahren Ueberschüsse gemacht worden sind, nicht ohne weiteres entscheidend sein. Denn ebensowenig wie ein zum Zwecke der Gewinnerzielung unter- nonrmener Betrieb dadurch aufhört, ein gewerbsmäßiger zu sein, daß sich statt.der erwarteten Ueberschüsse Verluste ergeben, wird ein nicht aus Gewinn gerichteter Betrieb sckon damit zum Gewerbe- betriebe, daß er gelegentlich zu einem für die Dauer nicht bcab- sichtigten Gewinne führt. Auch dem Umstände, daß über die Ver- Wendung eines etwaigen Ueberschusses schon beim Beginn des Ge- schäftsbetriebes Bestimmung getroffen worden ist, kann ein ent- scheidendes Gewicht nicht beigelegt werden. Denn da der Betrag der Verwaltungskosten und der zu ihrer Deckung erforderlichen Ein- nahmen sich im voraus meist nur annäherungsweise schätzen lassen wird, so muß auch bei sorgfältiger Veranschlagung mit der Möglich- keit eines Ueberschusses gerechnet iverdcn und es kann dcsh...ü über dessen Verwendung vorsorglich Anordnung getroffen sein, ohne daß die Absicht dauernd auf die Erziclung von Ueberschüssen gerichtet zu sein braucht. Euere Hochwohlgeboren ersuche ich, die Beamten der Staats- anwaltschaft und die Amtsanwälte Ihres Bezirkes anzuweisen, in Fällen der in Rede stehenden Art bei der etwaigen Erhebung einer Anklage wegen Versehlungen gegen die gewerbepolizeilichen und ge- werbestcuerlichen Vorschriften von den dargelegten rechtlichen Ge- sichtspunkten auszugehen und diesen Rechtsstandpunft den Gerichten gegenüber zu vertreten sowie gegen entgegenstehende Entscheidungen die zulässigen Rechtsmittel einzulegen und durchzuführen. Die Dampfkraft iu Preußen. Die„Statistische Korrespondenz" gibt eine Nebersicht der Dampf« kraft in Preußen nach dem Stande vom 1. April 1804 und ihrer Entwickelung seit 1879. So betrug die Zahl der 1. Jan. 1379 1. April 1904 feststehenden Kessel......... 32411 73 843 feststehenden Maschinen....... 29 895 80 321 beweglichen Kessel......... 5 536 23 735 Davon mit einer Maschine verbunden.. 5 442 23 013 Zahl der Schiffe......... 609 2 370 deren Kessel.......... 702 2 809 deren Maschinen........ 623 2 613 1. Jan. 1891 davon Binnenschiffe...... 1077 1827 mit Kesseln.......... 1 607 2 078 mit Maschinen......... 1844 2 034 Seeschiffe.......... 366 843 mit Kesseln.......... 608 731 mit Maschinen....... 372 679 1. Jan. 1890 Dampffässer........... 3 102 10 794 Die Zahl der Pferde st ärken betrug bei den 1. Jan. 1879 1. April 1904 feststehenden Dampfmaschinen..... 887 780 4 430 789 Lokomobilen........... 47 104 296 674 Schiffen............ 50 309 411 528 1. Jan. 1891 davon auf Binnenschiffen...... 96 026 218 850 Seeschiffen........... 93 717 192 678 1. Jan. 1879 Zusammen.... 985 193 5 138 991 Eine feststehende Dampfmaschine hatte 1379 durchschnittlich 30,43 Pferdestärken, 1390: 35,08; 1893: 37,18; 1900: 46,91; 1904: 55,16 Pferdestärken._ Vernnfcbtm Nächtliche Treppenbeleuchtung. Wenn in der„guten, alten Zeit' die Bürger abends oder nachts nach Hause pilgerten, dann mußten sie, soweit nicht„Mondschein im Kalender" verzeichnet war, entweder ihren Weg im Finstern suchen oder sich selbst mit Hülse von Laternen die erforderliche Beleuchtung schaffen. Wir Kinder des 20. Jahr- Hunderts sind heutzutage besser daran, da die öffentliche Beleuchtung unserer Straßen und Plätze auch des Nachts unterhalten wird. Wenn wir dagegen die nächtliche Hausbcleuchtung betrachten, so finden wir nack 10 Uhr fast überall noch mittelalterliche Zustände. In den meisten Häusern haben wir nun Gas, und sicher wird die nächtliche Treppenbeleuchtung dann schnellere Fortschritte machen, wenn hierffir zweckmäßige automatische Emrichwngen geschaffen sind. Dieser Augenblick ist aber jetzt gekommen I Eine moderne automatische Treppenbeleuchtung für Gas besteht aus einem Uhrwerk, den Schaltern, einer kleinen Batterie, den Leitungen, die zu den einzelnen Gasflammen führen, und den hier vorgesehenen Zündern. Die Installation einer derartigen Anlage, die für ein Treppenhaus mit fünf Flammen nur 175 M. Kosten ver- ursacht, ist ungemein einfach und in wenigen Stunden durchführbar, da die Hauptarbeit in der Verlegung dünner Drähte, ähnlich denen der bekannten Klingelanlagen, besteht. Durch eine solche Anlage können zunächst vom Zimmer des Wirtes oder des Portiers aus zu bestimmter Zelt durch einfaches Drücken auf einen Knopf alle Flammen mit einem Schlage entzündet und dann um 10 Uhr in gleicher Weise wieder gelöscht werden. Nach 10 Uhr braucht nun der nach Hause kommende Mieter nach Aufschließen des Tores mir auf einen der vorgesehenen Knöpfe zu drücken und sofort entzünden sich die Flainmen des Treppen- Hauses, um nach drei Mumien von selbst wieder zu verlöschen. Aber auch jeder Mieter, der das HauS verlassen will, kann— ganz gleich- gültig, in welcher Etage er wohnt— von jedem Stockwerk aus die Treppenbeleuchtung durch Drücken auf einen Knopf entzünden. Das Uhrwerk ist so eingerichtet, daß man es auf drei, auf vier, oder auch auf fünf Minuten Brenndauer einstellen kann. Dieses hat den Zweck, die automatische Beleuchtung auch für daS Passieren von alten oder kranken Personen leicht einrichten zu können, die mitunter mehr denn drei Minuten brauchen, um vie Treppen eines HauseS zn ersteigen. Während des TageS wird die Einrichtung so ausgeschaltet, daß jeder unnötige Stromverbrauch— etwa durch Kinder, die aus Spielerei auf die Druckknöpfe drücken— ausgeschlossen ist. Von größter Wichtigkeit ist eS nun, daß die Unterhaltungskosten einer solchen automatischen Treppenbeleuchtung äußerst geringe sein sollen. Nimmt man an, daß durchschniitlich in jeder' Nacht nach 10 Uhr noch zehn Personen die Beleuchtung einschalten, so würden die fünf Flammen pro Nacht je'/s Stunde brennen. Im Jahre kämen demnach 912 Brennstimden im ganzen heraus; da eme Auer- Lampe pro Stunde einschließlich Strumpfvcrbrauch zirka 1'/, Pfennig kostet, so stellt sich die automatische Treppenbeleuchtung pro Jahr auf ganze Witten, uftSitbeesicht vom 15. November 1SV4, morgen» H Uhr. Wetter-Prognose für Mittwoch, den 1«. November 1VV4. Ein wenig kälter, vielfach nebelig, zeitweise aufklarend bei schwachen süd» östlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner W e t t e r b u r e a u. A.JANDORF& Co sdsil SPITTELMARKT 16/17 BELLE ALLIANCE- STR. 1/2 GROSSE FRANKFURTER STR. 113 Ecke Leipziger Strasse Am Blücherplatz 12 Ecke Andreas- Strasse Drei Ausnahme- Tage Pelzwaren BRUNNEN- STR. 19/21 Ecke Veteranen- Strasse Donnerstag, Freitag, Sonnabend den 17., 18., 19. November soweit der Vorrat reicht. Damen- Confection 03 Seal- Kanin- Collier mit 4 Schweifen, 3.45 M. Damen- Paletots ca. 150 cm lang Seal- Kanin- Collier mit 4 Schweifen, Seal- Kanin- Stola ca. 180 cm lang 4.75 M. mit 4 Schweifen ca. 200 Schwem lang 6.85 M. Seal- Kanin- Stola mit 4 Schweifen Save com lang 13.75 M. ca. 280 6 Schweifen ca. 250 cm lang Astrachan- Kid- Stola mit meg 11.50 M. Orenberger Murmel- Stola 18.75 M. mit 6 Schweifen, ca. 270 cm lang Handschuhe Pf. Damen- Paletots schwarze Stoffe, chice Façons, regulärer Wert bis 14,50 M. schwarze Stoffe, chice Façons, regulärer Wert bis 24.-M. 8.75, 9.75 M. 12.50, 15.50 regul.Wert 15.50 M. 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Wohl ist die Opposition sehr wenig erbaut davon, daß sie sich an Stelle des konzilianten und liebenswürdigen Szcll den hochmütigen und schroffen Tisza eingewirtschaftet hat, aber einesteils fehle zum Obstruieren das notwendige Objekt und andernteils liegt der lange und schwere Obstruktionskampf gegen die Militär- vorlagen mit allen seinen Nachwirkungen der Opposition wie Blei in den Gliedern. Schon aus psychologischen Gründen war es klar, daß die Obstruktion auf Jahre hinaus gebannt ist, wenn auch kleine Plänkeleien nach der Sachlage unvermeidlich waren:- aber die zu überstehen und zu überwinden ist eben Sache der Geschicklich- keit des Ministerpräsidenten, und Szell ist mit ihnen immer in aller Gemütsruhe fertig geworden. So war die Sachlage, und niemand ahnte, daß das ungarische Parlament„gerettet" werden müßte. Aber TiSza scheint es sich in den Kopf gesetzt zu haben; und aus der fixen Idee, der Möglichkeit der Wiederkehr des vorjährigen Zustandes müsse vorgebeugt werden, schrieb er einen Monat vor Eröffnung des Reichs- tages seinen Wählern einen Brief, worin er als erste und unerläßlichste Aufgabe seines Regierens die Reform der Ge- schäftsordnung bezeichnete. Der Plan war freilich aufgebaut auf die— positive oder stillschweigende— Unterstützung des namhaftesten Teiles der Opposition, der Kossuthschcn Unab- hängigkeitspartei, der„besonnenen Elemente", wie sie Tisza in Erinnerung an die vielen Gefälligkeitsdienste, die ihm Franz Kossuth erwiesen, schmeichlerisch nannte. Da die unter Führung Apponyis stehende Nationalpartei die Anwendung obstruktionistischcr Mittel überhaupt verschmäht, wäre nur der Widerstand der klerikalen Volkspartei und der ganz wilden Malcontentcn, die unter Führung Ugrons stehen, zu befürchten gewesen— Parteien, die numerisch zu schwach und moralisch zu diskreditiert sind, um sich lange gegen eine intensive Belagerung behaupten zu können. Der Plan ging also dahin, einen Ausschuß einzusetzen, der dem Hause über die Reform der Geschäftsordnung Vorschläge machen solle. Graf Tisza hat sich aber vollständig verrechnet. Vor allem lehnten es alle Oppositionsparteien rundweg ab, in den Aus- schuß einzutreten. Und der Antrag auf Wahl eines solchen Ausschusses selbst wird im Plenum seit vierzehn Tagen nach allen Regeln obstruktionistischcr Kunst totgcredet. Die Hoff- nung also, die Revision gleichsam als eine Notwendigkeit des Parlaments im Einvernehmen mit allen maßgebenden Parteien des Hauses durchzuftihren, diese Hoffnung Äszas hat sich als völlig trügerisch erwiesen. Graf Tisza will nun morgen einen andern Weg ein- schlagen, und zwar nach allem, was man über den„cnt- scheidenden Schlag" vernimmt, den Weg der G e w a l t. Er wird die ihm als„notwendig" erscheinenden Aenderungen selbst vorschlagen, und zwar in einem einzigen Paragraphen zusammengefaßt, und ihn als„provisorische Geschäfts- ordnung" mit allen Mitteln durchzusetzen suchen. Ursprünglich hieß es, der neue Antrag werde sich als ein sogenannter„An- trag zur Tagesordnung" geben, zu welchem geschäftsordnungsmäßig nur vier Redner das Wort nehmen dürfen; aber das wäre ein so frecher und unverhüllter Rechtsbruch, daß er die Opposition zu jeder Gegenwehr legitimieren, mit dem sich also der Ministerpräsident vorweg ins Unrecht setzen würde. Das wird also Tisza wohl nicht riskieren; vielmehr wird sich die Aktion so abspielen, daß der Ministerpräsident nun statt des Antrages auf Einsetzung eines Ausschusses die Revision selbst zur Verhandlung bringen und den Kampf um sie mit der Obstruktion aufnehmen wird. Große Aussicht auf Er- folg hätte also dieser Kampf für die Regierung gerade nicht. Denn so lange die Aenderung nicht durchgesetzt ist, gilt eben die alte Ordnung und in dieser ist das Arsenal der obstruktio- nistischen Waffen schlechthin unerschöpflich. Wenn also eine Gesetz- Verletzung nicht geplant ist und wenn die Opposition fest und »ntschlossen bleibt, so kann Tisza zur Verwirklichung seiner Pläne auf keinem Wege gelangen. Die Schlacht würde dann, da Tisza mit der Geschäftsordnung steht und fällt, mit einer Auflösung des Abgeordnetenhauses enden, mit einem Appell an die Wähler, zwischen der arbeitseifrigen Regierung und den obstruktionslüsternen Oppositionsparteien zu wählen und zu entscheiden. Aber zu der Auflösung hat niemand die rechte Lust: nicht die Regierung, nicht ihre Partei. nicht die Opposition, und am wenigsten der alte Kaiser, der alle gewagten und unfriedlichen Mittel scheut. Es ist also gar nicht ausgeschlossen, daß die Regierung mit Hülfe des, skrupellosen, ihr unbedingt ergebenen Präsidenten Pcrczcl in einem geeigneten Moment einen Gewaltstreich unternimmt und daß sich die Opposition— vergewaltigen lassen wird. Doch ist hier jede Voraussage unmöglich; sicher ist es jedoch, daß sich Tisza ohne ersichtlichen Grund und zu keinem prak- tischen Zweck eine geradezu komische Fährlichkeit bereitet hat. Denn es ist wirklich nicht einzusehen, was Herr Tisza eigentlich will. Anfänglich schien es. als ob sich der nngarischc Ministerpräsident für den schweren Augenblick rüsten Ivollte, da er dem Reichstag den in Oesterreich mit dem Z 14„Per- fektuierten" Ausgleich plausibel zu machen haben wird, daß es also ein tiefer, auf weithin berechneter Plan ist, die Obstruktionsmöglichkeit in Ungarn zu beseitigen, um von der 8 �-Wirtschaft in Oesterreich den gefährlichsten Angriff abzu- wehren. daß der Feldzug für die Revision der Geschäfts- ordnung ein Feldzug für die Fortfristungsmöglichkeitcn des wirtschaftlichen Dualismus sei. Aber nachdem, was TiSza über den Umfang seiner Revisionspläne berichtet hat— daß sie jetzt weiter gehen dürften, ändert daran gar nichts—, hat man es weniger mit einem für die Zukunft vorbauenden Plane, als mit einer fixen Idee zu tun. Nach seinen Darlegungen wollte TiSza die Geschäftsordnung lediglich in drei Beziehungen„revidieren": durch Einftihrung des Schlusses der Debatte über das Budget, durch Ausinerzuna der Be- stimmungen. welche die sogenannte„technische Ob- strnktion"(mittels Abstimmungen) ermöglichen und schließ- lich durch Verhängung der Disziplinargewalt des Vorsitzenden. Aber all dieses würde an dem eigentümlichen Zustand des ungarischen Abgeordnetenhauses blutwenig ändern. Die eigentliche Waffe der Obstruktion waren nie die Ab- stimmungen, sondern immer das Reden; die Beseifigung der technischen Obstruktionsmittel sowie die Bestrafung der in dem hitzigen Parlament üblichen„stürmischen Szenen"— obwohl man gerade hier anerkennen muß, daß sich die Leute im Budapester Reichstag doch ungleich manierlicher aufführen, als etwa im Wiener Rcichsrat— wird also die Möglichkeiten der Obstruktion fast unversehrt belassen. Und oblvohl man schon zweimal das Budget obstruiert und den Lx-I-ex-Zustand herbeigeführt hat— der in der Unzulässigkeit der Einmahnung und Eintreibung der direkten Steuern besteht— und beide Regierungen— Banffy und Szell— denen das Mißgeschick beschieden ward, daran zu Grunde gegangen sind, so war der Kampf gegen die Indemnität(wie sie hierzulande die vor- läufige Ermächtigung zur Eintreibung der Steuern nennen) doch immer nur ein Zwischenfall, der eigentliche Kampf ging und geht stets gegen die aus der Gemeinsamkeit mit Oesterreich, gegen die aus dem Dualismus entspringenden Gesetze, Die„Retterei" des Tisza hat also ebenso wenig einen zureichenden Grund wie ein verständliches Ziel. Damit soll natürlich nicht bestritten werden, daß die Geschäftsordnung des ungarischen Abgeordnetenhauses ein wahres Unikum ist; sie ist, wie alles so Seltsame und West- enropäcrn Unerklärliche dieses Landes nur aus der avidischeu Verfassung Ungarns zu verstehen. Die ungarische Geschäfts- ordnung hat zwei kardinale Merkwürdigkeiten: erstens be- grenzt sie den Verhandlungstag und zweitens eröffnet sie der , Rederei unbegrenzte Möglichkeiten. Jede Sitzung beginnt um 10 Uhr vormittags und muß um zwei Uhr nach- mittags geschlossen werden— nur durch Beschluß des Hauses kann für bestimmte Gegenstände eine Verlängerung um eine Stunde eintreten. Dagegen gibt es keinen Schluß der Debatte; jedwede Verhandlung dauert so lange, als eben Redner auftreten. Die Opposition kann also jede Debatte so lange fortführen, als sie Redner aufbringt; und da sich der Redner durch Einreichimg eines„Beschlußantrages"(so viel wie eine Resolution, die natürlich fabrik- mäßig erzeugt werden können) auch ein Schluß- wort sichert, kann die Opposision, wenn sie will, in jeder Debatte alle ihre Redner zweimal reden lassen: was das bei vier Sitzungsstunden bedeuten kann, versteht man schon. Dazu kommen noch andere Wunderlichkeiten. Eine namentliche Abstimmung herbei- zuftihrcn genügt der Wille von zwanzig Abgeordneten; wenn sie wollen, muß die Abstimmung sogar aus den nächsten Sitzungstag verschoben werden. Ein von zwanzig Abgeordneten gestellter Antrag reicht auch aus, in jedem Augenblick eine „geschlossene Sitzung", eine nichtöffentliche herbeizuführen, in der über die„Frage" der Notwendigkeit der NichtÖffentlichkeit wieder eine endlose Debatte geführt werden kann. So seltsam ist diese ganze Ordnung, daß gewisse Aeußerungen rein mechanisch begrenzt werden; so dürfen„zum Protokoll" oder „vor der Tagesordnung" nur vier Redner das Wort nehmen. Auf der anderen Seite ist wieder der Lässigkeit Tür und Tor geöffnet; verhandlungsfähig ist das Hans schon bei Anwesenheit von vierzig Mitgliedern, und nur die Verkündi- gung der nächsten Tagesordnung bedingt die Anwesenheit von hundert Abgeordneten— die aber natürlich selten da sind. Die ungarische Geschästsordnnng strebt eben keine Ver- teilung der Rechte zivischen Mehrheit und Minderheit an, sondern entstand in einer Zeit, in der sich daS Parlament alle Mittel sichern wollte, um sich eines äußeren Feindes, nämlich seines Königs, zu erwehren. Für Kämpfe innerhalb eines Parlaments taugt sie freilich schlecht. Aber die Bilanz steht doch günstig für die Obstruktion. Das Eigentümliche dieser ungarischen Obstruktionen— und der Grund, warum sie stets siegreich blieben— besteht darin, daß sie nie für die Partei, sondern im Wesen immer für das Vaterland geführt wurden, daß sie sich nur scheinbar gegen die Regierung, in Wirklichkeit aber nur gegen Wien gerichtet haben. Ein Verglich mit den Obstruktionen in Oester- reich(oder auch mit den zum vergleichen so oft angezogenen der Iren im englischen Unterhaus) wäre also einfach töricht. Wenn in Oesterreich die Deutschen die Tschechen obstruieren, so kämpfen sie für ihre Nation gegen den Staat; wenn in Ungarn die Unabhängigkeitspartei für die magyarische Kommandosprache obstruiert, so kämpft sie für den ungarischen Staat und bekriegt im Wesen nur die Wiener Hofburg. Daß im übrigen der Marasmus des einst so angesehenen und in gewisser Hinsicht ganz rühmlichen ungarischen Reichstages eine unentrinnbare Folge des lächerlich engherzigen Wahlrechts ist, welches die Abgeordneten des Zu- sammenhanges mit den Volksmassen völlig beraubt und sie einfach zu Gewählten durch Korteschkünste macht, ist ein Grund mehr, dieser rein äußerlichen Reform durch Abänderung der Formen des parlamentarischen Lebens zu widerstreben. Ungarn braucht eine Erneuerung seines Parlaments, und die kann ihm nur eine Wahlreform schaffen. Graf Tisza will aber alten Wein in neue Schläuche gießen. Serlmer partei-)Zngelegenkeiren. Genossen und Genossinnen! Am Dienstag, den 22. November, abends 8 Uhr, findet im.Eiskeller", Thausseestr. 88, eine Bolls» Versammlung statt. Es ersucht um recht rege Agitation für den Besuch derselben Die Vertrauensperson. Pankow. Achtung 1 Gewerbegerichts« Wählerl Bis zum 24. November er. liegen im Nalhause, Zimmer 21. wochentäglich 8—3, Sonntags Ö— 12 Uhr. die Listen zur Eintragung der Wähler aus I Wer sich nicht eintragen läßt, hat kein Wahlrecht. lokales. Die arbeitschwänzenden Herren Lehrlinge. Die Einführung der Pflicht-Fortbildungs- schule in Berlin soll nun die Stadtverordneten zum letztenmal beschäftigen. Der Ausschuß, dem das vom Magistrat entworfene Statut zur Vorberatung überwiesen worden war, wird der Versammlung am Donnerstag den Bericht erstatten, und die Versammlung wird dann Über seine Vorschläge beschließen. Diese Vorschläge enthalten nichts, was ein emsichtiger Arbeitgeber als übertriebene Forderung be- zeichnen könnte. Es fehlt in ihnen sogar noch manche sehr not- wendige Bestimmung, die im Ausschuß von sozialdemo- k r a t i s ch e r Seite empfohlen worden war, aber von den Freisinnigen verworfen wurde. Im Plenum werden am Donnerstag ein paar extra rückständige„Vertreter des Hand- Werks", die in der Stadtverordneten-Versammlung sitzen, vielleicht noch einmal ihre Jeremiaden anstimmen. Doch sie können es nicht hindern, daß die Zeit über sie hinwegschreitet. Eigentlich sollte ja nun der Niedergang deß Handwerks beginnen, der früher in der Stadtverordneten- Versammlung als unvermeidliche Folge der Einführung einer Pflicht-Fortbildungsschule angekündigt wurde, so oft die sozial- demokratische Fraktion diese Forderung aufstellte. Der alte Bertram warnte einmal bei einer solchen Gelegenheit, vielen Meistern würde es dadurch erschwert werden, Lehrlinge zu halten, und mancher Meister werde überhaupt darauf verzichten müssen, noch Lehrlinge anzunehmen. Einer gewissen Sorte von Handwerksmeistern, die ohne den aus ihren Lehrlingen herausgeholten Profit nicht bestehen können, dürfte die Pflicht-Fortbildungsschule in der Tat ein bißchen sehr unbequem werden. Wer solche Meister haben überhaupt keine Existenzberechtigung. Wie in den Köpfen mancher Handwerksmeister sich die Welt des Lehr- lings malt, das zeigt die Antwort, die einer dieser Meister dem Leiter einer Berliner Fortbildungsschule gab, als dieser bei ihm über die Unregelmäßigkeit des Schulbesuches eines Lehr- lings Kluge führte. In dem Schreiben des Meisters hieß es unter anderem:„Auf Ihre Karte kann ich Ihnen erwidern, daß bei mir die Arbeitszeit um 7 Uhr beendigt ist, und werden Sie wohl nicht verlangen, daß die Herren schon am Nachmittag der Schule wegen die Arbeit schwänzen. Ich werde in Zukunft dafür sorgen, daß niemand vor Schluß der Arbeit die Räume zu verlassen hat. Wenn die Herren Schule besuchen wollen, so steht ihnen der Sonntag von früh an zur Verfügung, oder was sie sonst nach Schluß der Arbeit macheu." Der Schulleiter übergab diese Antwort dem Vater des Lehr- lings und fügte ein erläuterndes Begleitschreiben bei, das also schloß:„Ich halte es für sehr bedauerlich, daß junge Leute verhindert werden, vorwärts zu streben und sich auszubilden. Hoffentlich gelingt es Ihnen, für Ihren Sohn die Zeit zum Schulbesuch zu erwirken." Der Vater hat uns jetzt die Post- karte des Meisters und den Brief des Schulleiters zur Ver- fügung gestellt. Man kann es nur mit Genugtuung begrüßen, daß Arbeit- gebern mit solchen Anschauungen endlich durch die Einführung der Pflicht-Fortbildungsschule„d a s H a n d w e r k g e l e g t" wird. Gerade diese Menschensorte pflegt dann freilich am lautesten über die Sozialdemokratie zu schimpfen, die ihnen „die persönliche Freiheit beschränken" will— die Freiheit schrankenloser Ausbeutung der Arbeits. kraft._ „Gewerkschaftlich organisierte Metallarbeiter." DaS„Berliner Tageblatt" hat sich neuerdings durch eine Agi- wtion gegen die drohende AbHolzung des Grunewaldes nützlich ge- macht. Wir haben gestern darüber berichtet. Daß das Blatt auch für sich aus dieser Agitatton Kapital zu schlagen sucht, verdenken wir ihm nicht. Nur sollte die? mit etwas besserem Geschmack geschehen als in der letzten Morgennummer. Darin wird-eine Zuschrift veröffentlicht, die„Mehrere gewerkschaftlich organisierte Metallarbeiter" unterzeichnet ist. Von diesen organisierten Arbeitern läßt das Blatt des Herrn Masse sich folgende Anklage bereiten: „Die meisten Berliner scheinen noch gar nicht zu begreifen, was alles ans dem Spiel steht, hier handelt es sich um Gesundheit und Sittlichkeit, denn daß die Gesundheit durch das Wohnen in einer Steinwüste untergraben wird, ist kein Geheimnis. Und die Sittlichkeit kann nicht durch Theater st ücke und andere Verbote geschützt werden. sondern ein Volk, tvelches Verbindung mit Gottes freier Natur hat, kommt nicht auf schlechte Gedanken und bleibt von selbst sittlich. Für uns Arbeiter hat die Sache aber noch eine andere Seite; wir bedauern nämlich, daß der„ V o r w ä r t S", der sich immer als „Berliner Volksblatt" und einziges patentiertes Arbeiterblatt be- zeichnet, in der ganzen Angelegenheit keinen Finger gerührt hat. Hier, wo eS galt, anstatt der üblichen Phrasen p r a k t i s ch e n Sozialismus zu zeigen, versagte das Blatt sowohl wie die Partei. Massenversammlungen, von der Sozial- demokratte einberufen, hätten vielleicht ihren Eindruck nicht ver- fehlt, ja wenn es sich uni Steuervorlagen, Militär- und Marine- forderungen gehandelt hätte, dann. Bauer, wär's was anderes. Aber mit solchen Kleinigkeiten wie V o l k s w o h l haben sich unsere „Arbeitcrstihrer" nicht abgegeben. Das soll ihnen aber nicht v er g e s s en werden, denn schließlich haben wir es satt, uns mit hochtrabenden Redensarten abspeisen zu lassen und außer öder Krittk nichts PosittveS zu sehen. Das Geschrei von der„einzigen reaktionären Masse' außerhalb der Sozialdemolratte wollen wir unseren„Führern" auch jetzt mal wieder als Lüge ins Gesicht reiben und ihnen zeigen, daß. wenn sich die Berliner Arbeiterschaft nur a u f s i e verlassen wollte, sie wirklich verlassen ist." Hat der Mensch Worte I Uns ist manches schon passiert, aber gewerkschaftlich organisierte Arbeiter, die von„Theaterstiickcir und anderen Verboten" Blödsinn reden, Arbeiter, denen Steuervorlagen, Militär- und Marineforderungen Hekuba sind gegenüber„GotteS freier Natur" im Grunewald, die ihre bedrohte Sittlichkeit nur an dieser Stelle in einigermaßen sicherem Schutz wissen— solche Arbeiter sind uns allerdings noch nicht auf die Bude gerückt. Und wir müssen bekennen, daß»ns ein Gefühl der Erleichterung über- kommt, wenn wir an unsere schwere UntevlassungSsünde denken. ES wäre wirklich eine peinliche Geschichte gewesen, wenn wir Arm in Arm mit so seltsamen Arbeitern in Massenversammlungen hätten aufmarschieren sollen. Aber ein Vorschlag. Kein Mensch hindert doch die Herren L e v i s o h n und Masse, mit ihrer schätzbaren Neuerwerbung Massenversammlungen einzuberufen und der Sozial- demokratte den Wind auS den Segeln zu nehmen- Wir übernehmen, soviel an uns liegt, gern alle Gewähr für einen geordneten Verlauf dieser Versammlungen, sofern man un« nur die zum„Tageblatt" schwörenden Arbeiter vorstellt und uns weiter gestattet, diese Herren darauf aufmerksam zu machen, daß ihr Vonourf, wir hätten in der Grunewaldfrage„keinen Finger gerührt," sich mehr durch Kühnheit als durch Richtigkeit auszeichnet. Also, liebes „Tageblatt", zeige uns die auf dich vertrauenden gewerkschaftlich organisierten Metallarbeiter, zeige sie uns, auf daß wir nicht ent- täuscht in den Klageruf ausbrechen müssen:»So was gibt'S ja gar nicht!"_ Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordneten-Versammlung am Donnerstag, 17. d. M.. nachm. 6 Uhr. Zur Beratung stehen u. a.: Bor- schlüge des Ausschusses für die Wahlen von unbesoldeten Gemeinde» beamten.— Berichterstattung über den Jahresabschluß der städtischen Gaswerke für das Etatsjahr 1802.— Berichterstattung über die Vorlagen betreffend die Einführung der Pflicht-FortbildungS« schule in Berlin.— die Regelung der ferneren Verwaltung und baulichen Unterhaltung der in den Häusern Klosterstraße 73 und 74 belegenen B Lehrerwohnungen bei dem Berlinischen Gymnasium, der Direktorwohnung und der Räume der Slreitschen Kommunität— sowie über den Antrag von Mitgliedern der Versammlung betr. die Her- stellung einer Verbindung der Stadtteile Moabit und Wedding durch ein Ueberführungsbauwerk über die Eisenbahngelcise im Zuge der Jtutlitz- und der Föhrerstraße.— Vorlagen bettefsend: die Etats- berschreitung bei Spezialverwaltung Nr. 86, Abschnitt I, Extra- Ordinarium, Titel IVB, Position 4,— die Bejchaffuirg einer Amts- kette für einen Stadtverordneten,— die Anwendung der Satzungen für die städtische Schwesternschaft auf die vor dem 1. Januar 1901 im städtischen Krankenhause Moabit tätigen Schwestern,— die Einberufung des S t ä d t e t a g e s,— die Annahme des Vermächtnisses der verstorbenen Stadtrat Weigert geborenen Meyer, die Bezahlung des auf dem Neubau der Geineinde>Doppel- schule in der Greisenhagenerstraste entstandenen Brandschadens ans dem Neubaufonds,— die Errichtung von Wohnräumen im Unter- geschoß des Friedrich-Wilhelm-Hospitals in der Pallisadenstr. 37 zur Belegung mit Hospitaliten,— die Zahlung von Entschädigungen an die Eigentümer von fünf Grundstücken für Nachteile, welche diesen Grundstücken durch Aufhöhung der Straszen infolge des Baues der Brücke über• den Bahnhof Gesundbrunnen erwachsen,— den Verkauf einer vor den Grundstücken Dronthcimer- straße 1 k, lg und 1 h belegenen 13 Quadratmeter großen ehemaligen Wagestäche— und den Erwerb von Ländereien zu Rieselflächen in den Gemarkungen Willmersdorf und Rüdnitz, sowie von Waldbeständen in Willmersdorf.— Bericht- erstattung betreffend die Wahl je eines Bürgcrdeputiertcn für die Armendirektion und für die Schuldcputation, sowie von Beisitzern und Beisitzer-Stellvertreter» für Wahlvorstände zu den am 23. d. M. stattfindenden Stadtverordnetcn-Ersatzwahlen.— Außerdem finden in dieser Sitzung, und zwar um 6 Uhr, die Wahlen statt:-si von acht unbesoldeten Stadträten für die Stellen der Herren v. Friedberg, Haack, Kolle, Mielenz, Schäfer, Selberg, Wagner und Dr. Weigert, deren Wahlzeit mit Ende dieses Jahres ablauft: b) von zwei unbesoldeten Stadträten für die Stellen der Herren Böhm und Mugdan, deren Wahlzeit mit dem 1. Februar 1903 zu Ende geht. Gimpelfang. Man kann die katholische Weltanschauung für ver- dcrblich und kulturwidrig halten und doch von der Aufrichtigkeit ihrer Vertreter überzeugt sein, wenn diele mit sauberen Waffen für ihre Sache kämpfen. In der katholischen Presse Berlins liegen die Dinge zum Schaden für die katholische Religion so, daß der Glaube an die Aufrichtigkeit der dort tätigen Herrschaften auch dem ver- trauenSvollsten Gemüt genommen wird. Schon oft haben wir uns niit dem Mann beschäftigen müssen, der in der„Germania" nichts anderes tut als gegen das achte Gebot zu siindigcn, das da lautet: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider Deinen Nächsten!" Ter neuste Hetzartikel diese» Feindes der Religion beschäftigt sich mit dem von der Buchhandlung Vorwärts herausgegebenen A r b e i t e r-�N o t i z k a l e n d c r und erhebt dann den Vorwurf, daß mit ihm G impelfängerei getrieben«verde. Begründet wird dieser Vorwurf in keiner Weise; begründet werden kann er allerdings auch nicht, da die Zahlen und Daten des Kalenders wohl auch vom Papste nicht gut angefochten werden können. Da aber nun einmal vom Gimpelfang in dem Hetzartikel die Rede ist, wollen wir in aller Kürze untersuchen, ob denn gerade die„Germania" ein Recht hat, gegen unseren Notizkalender mit diesem Vorwurf ins Feld zu rücken. Uns fällt dabei ein. daß der Verlag dieses Blattes sich schon einmal mit unserem Kalender beschäftigt hat, nämlich voriges Jahr um diese Zeit. Damals geschah es allerdings nicht polemisch; im Gegenteil nahm man sich unseren Kalender sozusagen peinlich genau zum Muster. Es wurde ein katholischer Notizkalender, ein„Arbeiter-Taschenbnch", im Verlage der„Germania" hergestellt, das im äußeren Gewands sowohl wie in der Ordnung des Inhalts dem von uns herausgegebenen Kalender zum Ver- wechseln ähnlich sieht. Wir haben an sich gegen solche Kopie nichts einzuwenden, können im Gegenteil uns etwas darauf zugute tun, daß unsere Idee in einer uns feindlichen Partei N a ch a h m u n g findet. Soll aber einmal im ultramontanen Jargon polemisiert werden, so träfe in der Würdigung des katholischen Vorgehens das von der„Germania" sinnlos und in blöder Hctzfucht gebrauchte Wort vom Gimpelfang wirklich den Nagel auf den Kopf! Zchnnhr-Ladenschluß. Am Sonnabend, den 19. November, dürfen die offenen Verkaufsstelle» für den geschäftlichen Verkehr bis 10 Uhr abends geöffnet sein. Von der illustrierten Wochenschrift„In Freien Stunden" ist jetzt das 46. Heft erschienen. Es enthält die Fortsetzung des Spindlerschen Romans„Der Jesuit" und die Fortsetzung der Erzählung„Eine Scheinehe und ihre Folgen" von I. N. Potapenko. Eine kleine Skizze„Wie man in Australien Polizist wird", sowie sonstige kleinere Beiträge vervollständigen den anregenden Inhalt des Heftes, das ftir 10 Pf. in allen Parteibuchhandlungen erhältlich ist. Die Rechtlosigkeit der Ausländer. Warum der tschechische Sokol, als einziger der vom Provinzialschulkollegium auS den städtischen Schulräumen ausgewiesenen Vereine, im Gegensatz zum Arbeiterturnverein„Fichte", der Freireligiösen Gemeinde und dem polnischen Sokol, keine Protestvcrsammlung gegen diese Maßnahme abgehalten hat, ist in der polnischen Protcstvcrsammlung am Sonn- tag mitgeteilt worden. Die Mitglieder des tschechischen Sokolvereins sind nämlich nicht wie die polnischen Sokolisten preußische Untertanen, sondern sämtlich Ausländer und beftirchteten deshalb, durch das Schicksal der Unterzeichner der Protestkundgebung der russischen Studenten ge- warnt, ihre Ausweitung, sobald sie in irgend einer Weise öffentlich gegen die Regierung aufzutreten wagten. Der gleiche Beweggrund hat sie auch verhindert, sich dem polnischen Protest anzuschließen. In der Versammlung wurde betont, daß auch die Regierung deutlich auf diesen Unterschied hingewiesen habe, indem sie die Maßnahme gegen den polnischen Sokol durch den Hinweis auf die Staats- gefährlichkeit der großpolnischen Propaganda zu begründen suchte, während sie sich nicht veranlaßt sah, für die Ausweisung der Tschechen aus den städtischen Turnhallen Gründe anzugeben. „Wider die Pfaffenherrschaft", Knlturbilder aus den Rcligions- kämpfen des 16. und 17. Jahrhunderts, reich illustriert mit Bildern und Dokumenten aus der Z»it. Heft 31 des Werkes bringt die Fort- setzung und den Schluß des Kapitels:„Der Untergang des mittel- alterlichen Kommunismus", dessen Schlußdrama die schauerliche Medermetzclung der Wiedertäufer und die grausame Hinrichtung ihrer münsterischen Führer bildet. Die Illustrationen des Heftes geben Szenen wieder aus den Kämpfen und den Niederlagen der Wiedertäufer. Wir erwähnen vor allem das große Mittelbild, auf dem die Marternng und Hinrichtung der drei Führer des Aufstandes; Johann von Lehden, Knipperdolling und Krechting dargestellt ist. Jeder Arbeiter sollte auf dieses Werk abonnieren. Wöchentlich erscheint ein Heft für 20 Pfennig, das in allen Partei- Buchhand- Im, gen zu haben ist. Probeheft wird auf Verlangen gratis und franko geliefert. Durch die Braiidkatastrophc in der Ritterstraße wird die Auf- merksamkeit der Aufsichtsbehörde wiederum auf die Gefährlichkeit der Zelluloidfabrikation gelenkt, welche in den letzten Jahrzehnten zahl- reiche Menschenopfer gefordert hat. Der Brand in der Ritterstraße hätte leicht vernneden werden können. Er entstand, wie bereits mitgeteilt, durch die Ucberheizung des Ofens im Musterlager, der Ofen platzte und die brennenden Kohlen fielen auf die Dielen. Das Feuer konnte mit einigen Eimern Wasser mit Leichtigkeit gelöscht werden. Leider verlor das Personal die Ueberlegung und flüchtete, so daß die Flammen sich schnell weiter verbreiten konnten. Nachdem erst die Zelluloidwaren von dem Element erfaßt waren, dehnte es sich explosivartig über die gesamten Lagerräume aus. Nach dem großen Brande in der Michaelkirchstraße, woselbst ebenfalls durch die Ein- äscherung einer Zelluloidfabrik mehrere Personen getötet und ver- letzt wurden, traf die Polizeibehörde verschiedene Maßnahmen, um die Gefährdung durch Zelluloidsabriken herabzusetzen. Die wichtigste war, daß Abfälle, durch welche am leichtesten eine Selbstentzündung des Zelluloids herbeigeführt werden kann, nur kürzere Zeit in Fabrik- räumen lagern dürfen; außerdem sind besondere Bestimmungen für die Beleuchtung der Fabrikräume getroffen. Daß diese Verfügungen aber noch keineswegs genügen, haben verschiedene Brände im vorigen Jahre wie auch das Unglück in der Ritterstraße bewiesen. Eine der wichtigsten Forde- rungen, welche schon wiederholt von Feuertechnikern aufgestellt worden ist, daß Zelluloidfabriken und Lagerräume sich nur in den obersten Stockwerken befinden dürfen, zunial die Flammen sofort nach der Brandentstehung je nach der Menge des vorhandenen Brandmaterials 3—15 Meter hoch an den Außenwänden empor- lodern. Es erscheint auch dringend notwendig, daß Zellnloidläger sich nur in Fabrik-, niemals in Wohnhäusern befinden dürfen.— Für den Post-Päckereiverkehr ist, wie wir schließlich noch bemerken ioollcn, neuerdings die Bestimmung getroffen, daß Pakete mit Zelluloidwaren durch Aufschrift besonders gekennzeichnet werden. Der Scltstmord eines Rechtsanwalts wird aus dem Norden der Stadt gemeldet. Der bei dem Landgericht II zugelassene Rechts- anwalt Dr. Alfred H e i m a n n I, ein Mann in mittleren Jahren, hatte seit dem 1. September d. I. sein Bureau in der Reinickendorfer- straße 4, weil seine Kundschaft größtenteils in den nördlichen Bor- orten wohnt. Seine Privatwohnung liegt am Kurfürstendamm 240. Einen größeren Grundbesitz hatte er vor einigen Jahren in Heiners- dorf erworben. In der letzten Zeit verlautete, daß Dr. Heimann mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen habe, die er durch einen Versatz seines Grundbesitzes zu beheben versuchte. Diese Gerüchte scheinen durch seinen Selbstmord eine gewisse Bestätigung zu er- fahren. Der Rechtsanwalt tötete sich gestern nachmittag in seinem Bureau, in den, er einen Vorsteher, einen Schreiber und eine Buch- haltcrin beschäftigte, durch einen Revolverschnß in den Kopf. Die Revierpolizei beschlagnahmte die Leiche und ließ sie abends um 7 Uhr nach dem Schmchause bringen. Dr. Heimann war verheiratet und Vater von zwei Kindern. Zugunsten des Parteigenossen Morawski wird am Sonntag, 20. November, in der Brauerei Friedrichshain eine Matinee ab- gehalten. Unter den vielen Märtyrern, die in Oberschlesicn für unsere Sache büßen mußten, ist Morawski in neuerer Zeit wohl am härtesten betroffen Ivorden. Für den Verkauf einer Broschüre an- geblich aufreizenden Inhalts an den Spitzel Goßner wurden ihm zivei Jahre Gefängnis zugesprochen; lange Monate saß er in Unter- suchungshast, so daß er in dieser Angelegenheit sowie in einer anderen Preßsache etwa drei Jahre ununterbrochen hinter Kerker- mauern gefangen saß. Zu Neujahr verläßt Morawski das Gefängnis zu Beuthen. Wir sind überzeugt, daß das Mitgefühl mit unserem polnischen Parteigenoffen sich durch zahlreiche Beteiligung an der Matinee kundgeben wird. Landsleute. Die polnischen Arbeiter Przhbalski und Kebc lernten sich vor längerer Zeit bei den Ausschachtungen in Reinicken- dorf kennen. Dann arbeitete jener als Schuhmacher in Berlin, während dieser in die Provinz ging. Vorgestern kam Kebe von Beußchen wieder hierher und hatte das Glück, feinen Landsmann zu treffen. Die Freude des Wiedersehens war groß. Przhbalski legte bereitwilligst seine ganze Barschaft in zivei Zigarren an und ließ dann seinen Freund für Speise und Trank sorgen. Dieser tvurde so reichlich genossen, daß Kebe endlich auf dem Schlesischen Bahnhof einschlief. Als er wieder mnnter wurde, hatte er keinen Pfennig mehr. Die Polizei, der er seine Erlebnisse erzählte, so weit er sich ihrer noch erinnerte, ermittelte PrzybalSki nach kurzer Zeit und fand bei ihm auch noch die Ersparnisse feines Landsmannes. Der Er- wischte behauptet, er habe sie nur in Verwahrung genommen, dann aber feinen Freund nicht wieder finden können. Das glaubt ihm aber selbst sein Landsmann nicht und er wurde daher ein- gesperrt. Unglückliche Liebe? Der 27 Jahre alte Schneider Friedrich Mielke, der für sich allein in der Beilthstr. 2 wohnte und für ein Geschäft Westen nähte, hatte seit kurzer Zeit in einem 17 jährigen Mädchen eine Helferin, die öfter auf seiner Stube mitarbeitete und dann auch in seiner Wirtschaft nach dem Rechten sah. Das hörte vor acht Tagen plötzlich auf, weil der Vater des Mädchens die Besuche seiner Tochter bei dein alleinstehenden Manne nicht länger dnldete. Seitdem zeigte Mielke ein verstörtes Wesen, ohne sich darüber- weiter zu äußern. Gestern hörten Hausgenossen in seiner Wohnung einen Schuß fallen und fanden ihn blutüberströmt auf dem Sofa liegen. Der Lebensmüde hatte sich eine Revolverkugel in das Herz geschossen und starb nach fünf Minuten. AuS dem Landwehrkanal gelandet wurde gestern die Leiche des 31 Jahre alten Straßenreinigers Franz Skrobliit aus der Steinmetz- straße 4, der seit Ende vorigen Monats vermißt wurde. Srroblin, der 14 Jahre bei der städliichen Straßcnrcinignng angestellt war, fegte in der Naht zum 31. Oktober die Königin Auguslastraße nach der Bendlerstraße zu, während ein anderer Reiniger die Hälfte nach der Potsdamerstraße zu übernahm. Nach 20 Minuten wollten sich die beiden Männer an der Potsdamerbrücke treffen. Skroblin aber kam nicht und blieb seitdem verschwunden. Auf einer llfertreppe fand man nur eine Schramme von seinem Stiefcleiscn. Die Ver- mutung, daß er von der Treppe ins Wasser gefallen und in der stillen Gegend hilflos ertrunken sei, hat sich jetzt bestätigt. Der Verunglückte lebte in linderloser glücklicher Ehe. Ein rätselhafter Selbstmord im Eiseitbahnwagcn wird aus A d l e r S h o f hierher gemeldet. Auf der Strecke zwischen Eichwalde und Grünall erschoß sich eine unbekannte Dante, die augenscheinlich den gut gestellten Kreisen angehört hat. Bei ihr fand man ein Portemonnaie mit über 200 Mark. Außerdem trug sie eine goldene Uhr an einer langen Halskette und vier Siegelringe, drei an der linken und einen an der rechten Hand. Die Kapsel der Uhr enthält den Namen August Arteliu». Die Unbekannte ist etwa 33 Jahre alt und trug eine rötliche Taille, einen braunen Rock, ein kurzes, fchwarzes Jackett, eine schwarze Boa, einen schwarzen Hut, schlvarze Schuhe und gelbe Strümpfe.' Ueber de» Milchkricg in Berlin hielt in der ö k o n o m i s ch e n Gesellschaft Sachsens der Landeöökonomierat Ring aus Charlottenburg einen Vortrag. Der Redner bezeichnete eine Er- höhung der Milchpreise für absolut notwendig, iveil die Ansprüche an die Milch gestiegen seien. Der Berliner Milchkrieg habe die Erzielung angemessener Milchpreise bezweckt. Er� sei durchaus noch nicht verloren. Der jetzige Zustand in Berlin müsse vielmehr als ein bewaffneter Friede charakterisiert werden. Die Landwirte m ü ß t e n den K a m p f g e w i n n e n, wenn einer hinter dem anderen stehe. Man ersieht daraus, daß die preußischen Agrarier noch nicht darauf verzichten, in Gestalt höherer Milchpreise größere Profite aus der Berliner Bevölkerung herauszuschlagen. Die sächsischen Agrarier »ahnten die Ausführungen des kaiM'flustigen Herrn mit stürmischem Beifall auf und feierten ihn als Vorkämpfer höherer Milchpreise. Zu der schweren Brandkatastrophe in der Siitterstr. 82, bei der, wie wir in voriger Nummer ausführlich berichtet haben, der 24 jährige Arbeiter Erich Grumenberg aus der Schönleinstr. 6 bei den Rettungsversuchen von Personen seinen Tod fand, haben wir noch folgendes ermittelt: Ueber vier Stunden hatte die Feuerwehr mit der vollständigen Ablöschung und Ausräumung zu tun. Erst gegen Abend konnte der letzte Löschzug ins Depot zurückkehren. Der entstandene Materialschaden der Firma Fernbach u. Heidenfeld be- läuft sich angeblich auf zirka 30—40 000 M.. da der größte Teil des gesamten Lagers an Zelluloid-, Horn- und Gummiwaren vernichtet wurde. Fast ebenso hoch wird der Schaden am Hause beziffert, so- daß der Gesamtschadcn über 70 000 Wt. betragen dürfte, der indes durch Versicherung gedeckt ist. Die Treppen des Vorderhauses müssen zum größten Teil erneuert werden, da die Stufen fast alle verkohlt sind durch die enorme Hitze. Wie das Feuer entstanden ist— durch Ueberheizung eines Ofens oder durch Unvorsichtigkeit— steht noch nicht fest, doch sind die polizeilichen Ermittelungen in vollem Gange.— Am gestrigen Tage war die Brandstelle ein starker Anziehungspunkt von Neugierigen. Der Unglücksfall in der General Papcstraffe, bei welchem zwei in der Militärkolonne marschierende Personen verletzt wurden, hat doch ernstere Folgen gehabt, als zuerst angenommen wurde. Der Gefreite der Reserve, Mathuak. welcher im'Garnisonlazarett daniederliegt, hat. wie sich nachträglich herausstellte, eine schwere Gehirn- crschütterung erlitten. Sein Zustand ist bedenklich und eS erscheint ftaglich, ob M. wieder völlig hergestellt wird. Der Soldat war bereits als Freiwilliger in China gewesen und trat nach seiner vor einem Jahre erfolgten Rückkehr in den Zivilstand über. Er hatte sich jetzt auf Grund der Bekanntmachung des Bezirkskommandos als Freiwilliger für Südwestafrika gemeldet und sollte am Sonnabend von Hamburg aus mit ausfahren.— Der Kürschnerineister Ferkau. welcher einen Schädelbruch davongetragen hat, befindet sich bei voller Besinnung, das Gehirn ist unverletzt geblieben. Falls keine Komplikation eintritt, dürfte der Unglücksfall für F. keine dauernde Folgen haben. Ein größeres Schadenfeuer kam Montag abend in der B r ü ck e n» st r a ß e 9 in dem Lagerkeller der Buchdruckerei A. Großmann auf noch nicht ermittelte Weise zum Ausbruch und machte der zweiten Loschkompagnie der Feuerwehr viel Arbeit. Als auf den ersten Alarm hin der fünfte Löschzug aus der nahen Köpenickerstraße ein- traf, hatte das Feuer schon sehr an Ausdehnung gewonnen, denn größere Posten Preßkohlen, Papier und andere Warenvorräte hatten den Flammen überreiche Nahrung geboten. Trotzdem nun sofort energisch Wasser gegeben wurde, konnten die Sappeure doch nur langsam gegen den Brandherd vordringen, denn die Nauchentwickelung war enorm. Leider zog sich der Feuerwehrmann Conrad von der zlveiten Kompagnie eine schwere Rauchvergiftung zu, so daß er von der Brandstelle mittels Mannschaftswagen unverzüglich nach dem Krankcnhause Bethanien geschafft werden mußte. Innerhalb einer Stunde war jede Gefahr beseitigt, doch ist der entstandene Schaden ziemlich bedeutend, da größere Warenvorräte vernichtet wurden. Fcnerhericht. Neben dem größeren Kellcrbrande in der Brücken- straße 9 hatte die Wehr noch eine ganze Reihe anderer Feuer zu beseitigen. Dienstag früh gegen 3 Uhr wurde sie nach der Koni- inandantenstr. 13 gerufen, weil hier im 2. Stock durch Unachtsam- keit in einer Wohnung Feuer ausgekommen war. Der 17. Löschzug konnte die Gefahr leicht beseitigen.— Vorher stand in der Großen Frankfurterstraße 33 ein größerer Posten Stroh in Flammen, die indes auch in kurzer Zeit erstickt werden konnten.— Längere Zeit gab es dann in der Frobenstraße 6 zu tun. Dort war auf einem Neubau ein Brand entstanden, der in toenigen Minuten Bretter und Balken erfaßte und einen größeren Umfang anzunehmen drohte. Es bedurfte tüchtigen Wassergebens, um die Gefahr zu beseitigen.— In der Nacht zum Dienstag harte der 19. Löschzug in der Kronen- straße 72 zu tun, wo in einem Keller Weidenkörbe, allerlei Gerumpel und Verpackungsmaterialien in Brand geraten waren.— Die übrigen Alarmierungen, die die Wehr dann noch nach der Friedrichstraße 26, nach dem Zionskirchplatz 13, nach der Poststraße 4 und noch nach verschiedenen anderen Orten führten, waren auf ganz geringfügige Anlässe zurückzuführen._ Gedankenleserci. Im Passage-Theater zeigte sich gestern mittag ein Herr Bror Sundeen aus Stockholm einer geladenen Gesellschaft. Der Herr führte„Phänomene des sechsten Sinnes" dem erstaunten Publikum vor Augen. Seine sensible Natur fühlt sich an der Hand der von ihm dem Publikum gewählten Medien zu Dmgen befähigt, für die der gesunde Menschenverstand in seiner hausbackenen Plattheit schlechterdings keine Erklärung sindet. Ein im Publikum fingierter Mord wird von ihm entdeckt, dazu gleich der Richter, die Zeugen, der Staatsanwalt und der Verteidiger. Die aufgeschlagene Seite im Adreßbuch und einen Namen auf dieser Seite, der vom Medium in der Abwesenheit des Künstlers in Gedanken vorgemerkt ist, werden richtig erraten. Ebenso findet der Gedankenleser einen versteckten Hammer und einen Nagel wieder, ja sogar die Stelle, wo das Medium den Nagel in Gedanken einschlagen wollte. Desgleichen wird ein Paar aus dem Publikum von dem unheimlichen Fremden genau in die Stellung gebracht, in die es vordem plaziert worden war. Vorstellungen dieser Art sind ja nicht ncnAin Berlin, aber sie werden auch jetzt auf Teilnahme rechnen können. Im Interesse der öffentlichen Sicherheit muß man allerdings bedauern, daß der Staat tüchtige Beamte so wenig ausreichend bezahlt. Was wäre Herr Sundeen' im Dienste der Polizei für eine Kraft; die verwickeltsten Kriminalfälle wären mit seiner Hülfe fast mühelos zu erledigen, und ohne vieles Nachdenken könnte er der Behörde sagen, daß sie mit der Verhaftung einer armen russischen Studentin nicht den geringsten Ruhm einheimsen wird. Allerdings fällt uns ein, daß man kein Gedankenleser zu sein braucht, um der preußischen Polizeiweisheit solche Wahrheit zu verkünden. Die Vorführung des Schintpansen Konsul II in der Psycho- logischen Gesellschaft hat den Beweis erbracht, daß auch die Wilsen- schaftliche Welt dem Tier Interesse entgegenbringt. Die Bcgut- achtung dieses Menschenaffen durch hervorragende Psychiater hat ergeben, daß Konsul II auf einer ziemlich hohen Stufe geistiger Eni- Wickelung steht. Besonders bemerkenswert ist, daß Konsuls Lelstungen nicht das Produkt einer inechanischen Dressur sind, sondern daß er, wie wissenschaftlich festgestellt wurde, alles in freier Betätigung des Nachahmungstriebes aus sich selbst heraus tut. Dabei hat er ein vorzügliches Gedächtnis, so daß er selbst Dinge, die ihm vor einem Zeitraum bis zu 14 Tagen gezeigt worden sind, ausführt. Jedenfalls zeigte sich Konsul II. auch in der Gelehrtenversammlung von seiner liebenswürdigsten Seite und benahm sich völlig gentlemanlike. Rührend ist seine Anhänglichkeit an seinen Herrn, den er zärtlich liebt. Uebrigens ist er auch zu Fremden, die ihm sympathisch sind, recht zutraulich. Er gibt die Hand, schenkt Küßchen k. Ebenso ärgerlich kann er werden, wenn man ihn oder seinen Herrn reizt._ Hub den Nachbarorten. Niederschönhausen.• Die morgen Donnerstag von 12 bis 5 Uhr im Liedemitschen Lokal stattfindende Wahl eines neuen Gemeindcvertreters erfordert bis zum letzten Augenblick ein� rastlose Agitation der Parteigenossen. Es müssen atle Kräfte angespannt werden, um die Wahl unseres Kandidaten, des Redakteurs L. Salonion-Lessen, zu sichern. Leider ist es ja einer ganzen Anzahl von Parteigenossen, die fast zwei Jahre am Orte wohnen und Steuern zahlen, unmöglich, ihr Wahlrecht auszuüben. Denn auch die bevorstehende Wahl findet noch auf Grund der alten, im Januar d. I. ausgelegten Listen statt. Es können also demnach nur diejenigen Personen ihr Wahlrecht ausüben, die am 15. Januar 1904 bereits ein Jahr in Nieder- schönhausen arbeiten. Das soll uns aber nicht hindern, ganze Arbeit und vollste Schuldigkeit zu tun. Jeder benutze noch den heutigen Tag zur regsten Agitation im Kreise seiner Freunde und Bekannten. An die Berliner Parteigenossen aber richten wir die Bitte, in den einzelnen Werkstätten dafür zu sorgen, daß die in Niederschönhausen wohnenden Kollegen, mit denen sie zusammen arbeiten, nicht ihre Wahlpflicht versäumen. Adlershof. Die Parteigenossen und Genossinnen, welche auf Grund der am Sonntag, den 13. November, stattgefundenen Volks- Versammlung aus der Landeskirche ausscheiden wallen, werden ersucht, die Austrittscrklärung bis Donnerstag, den 17. November, beim Genossen Tost, Bismarckstraße 10, auszufüllen. Am Freitag, den 13. d. M., werden dieselben dem zuständigen Gericht übermittelt. Das Versammlungsbnreau. Steglitz. Allgemein überrascht hat der Beschluß der Gemeinde- Vertretung, die projektierte elektrische Bahn auf Kosten der Gemeinde zu bauen und zu betreiben. Uneingeweihte könnten daraus schließen, daß unsere Gemeindevertretung damit einen Beweis von besonderer kommunalpolitischer Einsicht erbracht hätte. Ans den Worten des Referenten zu diesem Punkte, Gemeindevorstehers Bichrow, klang auch so etwas Aehnlichcs heraus, denn er führte aus, daß„man" jetzt zu der Meinung gekommen sei, daß eS im Interesse der Kommune liege, solche Verkehrsinstitute auf eigene Rechnung zu übernehmen..... Dieser plötzliche Gesinnungswechsel hat icdoch einen sehr realen Hintergrund; auch hier heißt es:„Dem Zwange gehorchend, nicht dem eigenen Triebe." Die Kommission hatte mir den verschiedensten Firmen verhandelt, zuletzt noch einmal mit der„Westlichen Vorort- bahn". Waren schon, nach dem Referenten, die mündlichen Ver- Handlungen eine sehr unangenehme Sache, so sollen die schriftlichen von feiten der Gesellschaft in einem Stil geführt worden sein, der den Abbruch der Verhandlungen erforderte. Auch ! und der die gestellten Bedingungen sind geradezu unerhört: Herstellung der mann zum Stadtverordneten für ungültig erklärt. Wollermann war den Gewerkschaftsblättern beigefügt werden sollen und zu eifriger gesamten Anlage auf Kosten der Gemeinde, und auf 15 Jahre folgende am 6. November 1903 mit 337 Stimmen aus 662 abgegebenen Mitarbeit auffordern.- Unter Verschiedenes beschließt die Betriebszuschüsse: 3 Jahre 21 000 M., 2 Jahre 18 000, 2 Jahre Stimmen gewählt worden. Es waren aber nach Schluß des Versammlung, die Bibliotheken des Wahlvereins und 15 000, 2 Jahre 12 000, 2 Jahre 9000, 2 Jahre 6000, 2 Jahre ahllo fals um 7 Uhr abends durch einen Nebeneingang noch Kommission zu vereinigen, und gibt der Hoffnung Aus3000 m. jährlich. Also lediglich die unerfüllbaren Bedingungen Personen in das Wahllofal gelangt, und die Stadtverordneten- Ver- druck, daß durch diese Erweiterung der Bibliothek dieselbe haben bei den Herren die höhere kommunalpolitische Ansicht aus- sammlung erachtete diesen Vorgang, obgleich niemand gesehen mehr als bisher benutzt wird. Müller teilt mit, daß am Bußtage gelöst und man sucht nun diese Tatsache mit einem Mäntelchen zu hatte, daß eine dieser Personen noch gewählt hätte, für die Ergänzungswahlen der Arbeitnehmer- Beisiter zur Orts- Krankenberhüllen. Erwähnt sei noch, daß zu den auf 330 000 W. ver- so wesentlich, daß sie die Wahl Wollermanns kassierte. Durch tasse stattfinden, wozu der Ausschuß die Genossen Stahlberg, anschlagten Baukosten neben dem Beitrag der Dahlemer Aufteilungs- einen vorläufigen Beschluß vom 28. Juni 1904 bestätigte der Steuerbrand, Nowack und Billeau vorschlägt, welche auch kommission in Höhe von 90 000 m. och 30 000 m. von einem Bezirksausschuß in Potsdam den Beschluß der Stadtverordneten von der Versammlung als Kandidaten einstimmig genehmigt ungenannt bleiben wollenden Wohltäter und 15 000 M. von der Versammlung. Wollermann beantragte darauf durch seinen Rechts- wurden. Nummehr kommt folgende Resolution der Zimmerer zur Terraingesellschaft Gelände am Botanischen Garten" zur Verfügung anwalt Dr. Herzfeld mündliche Verhandlung und nach einer umfang- Verhandlung:„ Die Versammlung erklärt sich entschieden gegen das gestellt werden. Die Beratung des mit der Aufteilungskommission reichen Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß keine der Personen, Verhalten des Ausschusses der hiesigen Gewerkschaftskommission in zu schließenden Vertrages zeitigte noch eine interessante Debatte. welche nach Schluß des Wahllokals durch den Nebeneingang in das- Sachen der Propaganda des Genossen Dr. Friedeberg für die In dem Vertrage ist eine Streifflausel enthalten, deren Streichung selbe gelangt waren, noch gestimmt hat. Der Bezirksausschuß er- Idee des Generalstreits und wünscht. daß hier unbedingt eine Aendevom G.-V. Weinhausen beantragt wurde. Diesem Antrage klärte darauf gestern die Wahl Wollermanns für gültig. rung eintritt." Zur Begründung führt Griese aus, daß zwar dem widersprach Bürgermeister Buhrow aus Gründen der Neutralität!! Hoffentlich beläßt die Stadtverordneten- Versammlung im Interesse Ausschuß kein Vorwurf durch Einberufung einer Versammlung mit Allerhand Hochachtung! Also die Unternehmer schützen, heißt neutral sein! ihres Ansehens es bei diesem Urteil. Friedeberg als Referenten zu machen sei, da derselbe Nun begreifen wir auch, weshalb der Herr Amtsvorsteher Umzüge von nur einem Beichluß der Kommission nachgekommen sei. Unerhört Arbeiter Vereinen verbietet und solche Umzüge bürgerJohannisthal. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer findet er jedoch die Tatsache, daß ein oder das andere Mitglied für lichen Vereinen erlaubt Wirtschaften, in letzten Sigung abermals mit dem Antrage des Kanalisationszweck eine von Friedeberg vorgelegte Resolution gestimmt habe. ,, aus Neutralität"! denen Arbeiter verkehren, die Polizeistunde auf 10 Uhr beschränkt, Verbandes wegen Erteilung des Erbbaurechts auf dem Grundstück Ueber einen Antrag Grewling, die Angelegenheit nicht zu anderen überhaupt keine Schranken setzt aus Neutralität"! für die Pumpstation. Die Vertretung beharrte jedoch auch diesmal verhandeln, da die einzelnen Mitglieder des Ausschusses nicht als die Arbeitnehmer- Beisiger des Gewerbegerichts" in seiner Eigenschaft auf ihrem ablehnenden Standpunkte, da sie nicht die Absicht begt, Mitglieder desselben, sondern als Parteigenossen gehandelt hätten, als Vorsitzender der Parteilichkeit zeiht aus Neutralität" das Verfügungsrecht über ihr gehörige Grundstücke aus den Händen geht die Versammlung zur Tagesordnung über, da eine Aussprache Daß die Grundbesigerpartei die Neutralität des Vorsitzenden richtig zu geben. Die Vertretung beschloß ferner, gegen den von der Ge- allgemein gewünscht wird. Im Verlaufe der Diskussion wurde nur dem Genossen Rosenthal das Vorgehen der zu schätzen verstand und den Antrag Weinhausen ablehnte, ist selbst meinde Adlershof im Zweckverbande gestellten und angenommenen von einem Redner verständlich. Antrag, den Bau der Pumpstation und der dazu gehörigen Beamten- Bimmerer gebilligt. Alle anderen Nedner machten den Zimmerern über Auf eine Interpellation an den Vorsitzenden, ob es Tatsache sei, Wohnhäuser auf Kosten des Verbandes auszuführen, eventuell den die Einbringung dieser Resolution mehr oder weniger heftige Vorwürfe. daß unsere Gemeinde offiziell auf dem Wohnungstongreß ir Beschwerdeweg zu beschreiten, da dieser Antrag ohne Zweifel gegen Allgemein wurde es als einen unglaublichen Eingriff in die Frankfurt a. M. durch zwei Mitglieder des Gemeindevorstandes ver- 1 des Verbandsstatuts verstößt. Die von den Gemeinden Adlers- Meinungsfreiheit und als ein ganz unberechtigtes Vorgehen seitens treten war, nach welchen Gesichtspunkten die Auswahl der Delegierten hof und Schöneweide angekauften Grundstücke für die Pumpstation der Zimmerer bezeichnet, dem Ausschuß ein Tadelsvotum zu getroffen und ob die Herren bereit wären, der Gemeindevertretung liegen so ungünstig, daß jezt schon nur ein Teil der bebauten Orte erteilen, weil einzelne Mitglieder desselben zum Generalftreit werden fann, während das Grundstück in einen anderen Standpunkt einnehmen als die Antragsteller, Bericht zu erstatten, erwiderte Herr Buhrow, daß dies lediglich eine angeschlossen Verwaltungsfache sei; er erklärte sich jedoch schließlich bereit, in einer Johannisthal derart günstig liegt, daß außer dem bereits bebauten im übrigen jedoch nur einen Auftrag der Kommission ausgeführt demnächst stattfindenden geheimen Sigung einen Bericht zu geben. Ortsteil der ganze unbebaute Teil und auch noch größere Teile des hat. Jm Verlaufe der Diskussion wurden fünf Resolutionen einDie Steuerzahler dürfen die Kosten tragen, das übrige geht sie eingemeindeten forstfiskalischen Terrains angeschlossen werden können. gebracht, wovon die folgende schließlich einstimmig angenommen nichts an! Das Projekt ist auch dementsprechend ausgearbeitet worden. Die wurde: Zur Refolution der Zimmerer erklärt die Charlottenburger Beschlußfassung über die Annahme einer Geschäftsordnung für die Gewerkschaftskommission, daß der Ausschuß nur einen Beschluß der Treptow- Baumschulenweg. Der Beschluß über die vom Kreis- Gemeindevertretung wurde bis zur nächsten Sigung vertagt. Die Delegierten ausgeführt hat und dem Ausschuß deshalb keinen Borausschuß erfolgte ungültigkeitserklärung der Wahl unseres Partei- lage gegen den Eisenbahnfistus wegen der Kassierung des Köpenicker wurf machen kann, sondern derselbe nur seinen Auftrag erledigt hat. genossen Gramenz bildete nebst einigen kleineren Vorlagen den Weges wird jetzt von dem Justizrat Gordon eingereicht, nachdem Die Resolution der Zimmerer wurde gegen die Stimmen der Hauptpunkt der letzten Gemeinderatssitzung. Bei der im März d. J. aus den Aften festgestellt ist, daß dieser Weg auf ewige Zeiten be- selben abgelehnt. vollzogenen Gemeindevertreterwahl von den zirfa stehen bleiben soll. Zum stellvertretenden Schöffen wurde der bis110 Vollmachten der Papierwähler, genannt Forensen, herige Schöffe, der Zimmermann Frommelt wiedergewählt. Lichtenberg. In einer Volksversammlung, die auch von Frauen bom Wahlvorstande fieben zurückgewiesen und unser Genosse und jugendlichen Personen sehr gut besucht war, sprach Genosse mit elf Stimmen Majorität als gewählt proklamiert. Wilhelmsruh- Rosenthal. Kaum glaublich", kann man zu einer Walded Manasse. über das Thema: Bertrümmerte Götter und Die Wahl ist auch von der Vertretung als richtig anerkannt worden. Entscheidung fagen, welche der Bezirksausschuß des Nieder- Gögen". Von den eingeladenen vier Geistlichen hatten sich zwei entDer Kreisausschuß erklärte auf eine Klage von bürgerlicher Seite Baruimschen Kreises auf eine Beschwerde unferer Genossen gegeben schuldigt. Ein aus den früheren Gemeindewahlen sattjant bekannter die 7 Vollmachten als zu Unrecht zurückgewiesen an und führte in hat. Bei der am 15. März d. J. vollzogenen Ergänzungswahl zur Aucharbeiter machte die überwachenden Gendarmen auf die an aufmerksam, fonnte damit dem Erkenntnis noch folgendes an: Mit Rücksicht auf diese gering- dritten Abteilung der Gemeindevertretung von Rosenthal ist der wesenden, jugendlichen Personen" fügige Majorität fann umsoweniger von einem flar erkennbaren Polizeisekretär Schreibvogel mit 94 Stimmen gegen 90 Stinimen, aber nur erreichen, daß die Versammlung Notiz davon nahm, daß Ausdruck des Willens der Wähler die Rede sein, als die Möglichkeit die auf unseren Genossen Hascheck fielen, gewählt worden. Gegen daß das Gemütsleiden des Herrn Wertmeisters" noch immer nicht nicht von der Hand zu weisen ist, daß die vom Wahlvorstande diese Wahl hat im Auftrage unserer Parteigenossen der Schlosser gehoben scheint. Genosse Manasse fesselte die Hörer mit seinen Ausgeübte Braris der Zurückweisung unbeglaubigter Vollmachten der Sturgas Protest in Gestalt einer Beschwerde gegen den Wahlvorstand führungen und fand lebhaften Beifall. In der Distuffion bemühte oben bezeichnete Herr, der mit dent Kister Wahlversammlung bekannt geworden ist und andere Bevollmächtigte und Gemeindevorsteher von Rosenthal erhoben. Neben anderen sich der Anzahl Getreuen der katholischen Gemeinde von Wählern der bürgerlichen Parteien veranlaßt haben mag, von Punkten war der Hauptgrund zum Protest der Umstand, daß der und einer war, der Versammlung in feiner frausen Art einem Versuche der Ausübung des Wahlrechts überhaupt abzusehen." Wahlvorsteher noch eine Anzahl Personen zur Stimmabgabe zu erschienen Diese sonderbare Begründung, welche den Herren in der Gemeinde- gelassen habe, nachdem die in der Wahleinladung angegebene darzutun, daß die Sozialdemokraten von Agitatoren" geleitet vertretung sehr angenehm zu fein schien, fand trotzdem nur Wahlzeit von 2 bis 4 Uhr abgelaufen war und er außer werden, die von den„ Arbeitergroschen sich ein behagliches Leben schaffent geringe Verteidigung. Von zwei Herren wurde sogar ausgeführt, dem den Wahlakt schon ausdrücklich für geschlossen er- und auch nach dem Tode nicht einfach" und schlicht" seien. Licbdaß Widerspruch erhoben werden müsse, denn selbst wenn wir eine flärt Die nachträglich abgegebenen und ein fürstliches Denkmal bt und ein Genoffen bürgerliche waren, bekommen usw. Manasse machte sich unter größter Aufmerksam Neuwahl ſtattfinden laſſen, kommt der Herr wieder und wir müssen nach der Aufſaſjung, unſerer denehmen Stimmen, welche finecht habe ein Miniftergehalt gehabt uns doch damit abfinden. Es wurde jedoch mit 9 gegen 2 Stimmen haben den Ausschlag gegen unseren Kandidaten Hascheck ge- feit der Versammlung daran, den Herrn zu widerlegen und feine beschlossen, keine Berufung einzulegen. Die Freude, ihre Papier- geben, welcher sonst den Sieg davongetragen hätte. Zunächst hat Absichten ins richtige Licht zu setzen. Stürmischer Beifall selbst bei wähler ohne jede Kosten und Arbeiten in diesem Jahre gleichzeitig der Kreisausschuß diesen Protest schon wegen eines Formfehlers ab- den Katholischen" zeugte dafür, daß unserem Genossen dieses sehr Gei der bevorstehenden Wahl des vom Oberverwaltungsgericht als gewiesen, weil er nicht gegen die Gemeindevertretung, sondern nur gut gelang. Mit der beifällig aufgenommenen Aufforderung zur ungültig erklärten Mandats des Bürgerlichen Schirmer doppelt an gegen den Gemeindevorsteher gerichtet war; doch hat der Ausschuß Organisation und Agitation im gewerkschaftlichen wie politischen den Mann zu bringen, wurde aber vereitelt. Unser Genosse erklärte, zugleich dem Beschwerdeführenden nicht verhehlt, daß er auch ohne Leben fand die imposante Versammlung ihr Ende. daß er Berufung einlegen werde, weil nach dem höchst merkwürdigen diesen Formfehler den Protest zurückgewiesen hätte. Wenn es nämlich Berichtigung. In dem Bericht über die Generalversammlung Erkenntnisse jede Wahl, welche mit geringer Majorität zustande bei der Bekanntmachung inbezug auf die Wahlzeit heiße, von 2 bis tommt, für ungültig erklärt werden müsse, wenn sich der eine oder mindestens 4 Uhr solle gewählt werden, so sei damit nicht gesagt, des Kreises Teltow- Beeskow- Storfot- Charlottenburg steht, daß die Müller Charlottenburg und der andere beeinflußt fühle.- Eine Petition des Kommunalvereins, daß nicht auch darüber hinaus gewählt werden dürfe. Ferner fähe Delegierten zum Parteitage, die Namensänderung von„ Baumschulenweg" in" Treptow- Süd" bei das in Betracht kommende Gesez, die Landgemeinde Ordnung, Conrad- Rigdorf eingeladen seien, letzterer aber nicht er daß der Wahlaft schienen wäre. Dem gegenüber erkläre ich, daß ich der Regierung zu befürworten, wurde abgelehnt. Ein Antrag der eine Verkündung des Wahlvorstandes, freiwilligen Sanitätstolonne von Treptow, ihr die Benutzung des geschlossen sei, nicht vor. Erfolge sie seitens des Wahl- von keiner Seite eingeladen bin und demzufolge Physikzimmers der Schule an einem Abend der Woche zu überlassen, vorstandes dennoch, so könne sie nicht die Bedeutung haben, auch nicht erscheinen konnte. Hätte auf der bekamit und ein Antrag der Militärverwaltung, in der Bouchéstraße mehr Laternen daß mun keine Stimmen mehr abgegeben werden dürften, wenn gegebenen Tagesordnung der Generalversammlung„ Bericht über. aufzustellen, wurde genehmigt. Bei dem demnächst vorzunehmenden Bau noch nachträglich Stimmberechtigte sich meldeten; es sei daher der den Parteitag" gestanden, wäre ich aus eigener Initiative erschienen. Also bitte, etwas mehr Vorsicht, ehe man veröffentlicht, was den der Pumpstation in Baumschulenweg soll neben einer Arrestzelle und Protest abzuweisen. einem Feuerwehrdepot die Erbauung eines Armenhauses ins Auge Tatsachen nicht entspricht. W. Conrad Nixdorf. gefaßt werden. Zum Amts- und Gemeinde- Baumeister wurde der Regierungsbaumeister Biens auf 12 Jahre gewählt. wurden V Ob der Wahlvorsteher wohl ebenso verfahren wäre, wenn statt der auf einem Kremserfuhrwerk noch schnell herangeschleppten Nachtwächter offenbar sozialdemokratische Arbeiter es gewesen wären, die zu wählen? In Zukunft dürfte dem Wahlvorsteher ein solcher Aft nach dem Schluß des Wahlaktes gekommen wären, um nachträglich wohl nicht mehr gelingen; Dafür werden unsere Genossen mit den geeigneten Mitteln sorgen. Verfammlungen. " ensifffets dirbside not A silA Vermischtest? Aus der Spandaner Stadtverordneten- Versammlung. Gleich zu Beginn der Sigung gab es einen kleinen häuslichen Streit zwiſchen dem konservativen Stadtv. Dr. Engelhardt und dem liberalen Die 10. internationale Versammlung der Internationalen Stadtv. Jenne. Ersterer beschwerte sich darüber, daß der liberale friminalistischen Vereinigung wird im Jahre 1905 zum erstenmal in ,, Anzeiger f. d. Havelland" feinen Antrag zur Turnhallenfrage als Deutschland und zwar in Hamburg, voraussichtlich in der Zeit vom „ konservativen" Antrag bezeichnet habe, Genosse Rieger machte der Aussprache zwischen den beiden damit ein Ende, daß er 10. bis 14. September, stattfinden. Die bisherigen Tagungsorte warer Brüssel( 1889), Bern( 1890), Kristiania( 1891), Paris( 1893), ausführte, der„ Anz. f. d. Havelland" hätte allerdings besser getan, den Engelhardtschen Antrag als einen„ nichtssagenden und zu nichts Zentralverband der Maurer. In der gut besuchten General Linz( 1895), Lissabon( 1897), Budapest( 1899) und St. Petersburg berpflichtenden Antrag" zu bezeichnen. In die gemischte versammlung des Zweigvereins Berlin, die am Freitag in Kellers( 1902). Präsident der Internationalen kriminalistischen Vereinigung Kommission betreffend Errichtung eines Sparkassengebäudes Saal stattfand, hielt Stadtverordneter Kotte einen beifällig auf- iſt Prof. Dr. Prins- Brüssel, Schriftführer Prof. Dr. v. Liszt- Berlin, wurden von sozialdemokratischer Seite die Genoffen genommenen Vortrag über die Stellung der Arbeiter zum neuen Schatzmeister Prof. Dr. van Hamel- Amsterdam, internationaler Sekretär Dudsch und Halleder, in die Kommission betreffend Schaffung Fleischbeschan- Gefeß. Der Redner zeigte, daß dies im Interesse der und Redakteur der Zeitschrift Gerichtsassessor Dr. E. Rosenfeldneuer Einnahmequellen die Genossen Pieper und Rieger uns agrarischen Junter erlassene Gesetz der städtischen Bevölkerung eine Berlin, Voßstr. 13, an den auch Anfragen 2c. zu richten sind. Die in die Kommission betreffend Errichtung eines Obdachlosen schwere gesundheitliche Gefahr bringt, da man in feinem Falle sicher Tagesordnung der Versammlung ist eine reichhaltige und betrifft Der erste Gegenstand behandelt Asyls die Genojien Ducksch und und Linz hineingewählt. ist, ob das von auswärts eingeführte, auf dem Lande untersuchte Fragen von eminenter Bedeutung. Die Bahnhofsfrage zeitigte hierauf eine erneute Debatte und zwar Fleisch gesund und genußfähig ist. Der Redner betonte zum Schluß, die Frage, wie für bestimmte Kategorien von Rüdfälligen der Begriff drehte sie sich hauptsächlich um die bereits vom Vorwärts" be- daß sich die städtische Bevölkerung gegen diese Gefahr nur dadurch der Gemeingefährlichkeit des Täters an die Stelle des richtete Nachforderung der Eisenbahnverwaltung in Höhe von schützen kann, daß sie fein anderes Fleisch fauft als solches, welches heute zu ausschließlich angewandten Begriffes der verbrecherischen 200 000 m. in Hinsicht auf die jetzt beabsichtigte Anlegung des von städtischen Beamten untersucht worden ist. Wenn der Ruf Tat gesetzt werden kann? Berichterstatter sind Prof. Dr. Prins- Brüssel zweiten Bahnhofs direkt neben der Klosterstraße. Es herrschte an die Berliner Arbeiter ergeht, in diesem Sinne zu handeln, dann Nachdem einige Redner über werden der niet. Ueber die Frage der Rehabilitation allseitige Uebereinstimmung darüber, daß die städtischen Körper- möge jeder diesem Rufe folgen. G. le dieſem schaften diese neueste Nachforderung auf das Entschiedenste einstimmend mit dem Referenten gesprochen hatten, ging die assessor Dr. E. Rosenfeld- Berlin reden. Ueber die Behandlung der zurüdweisen müßten, wenngleich eine solche Aenderung des Versammlung zur Erledigung des geschäftlichen Teils über. Der vermindert zurechnungsfähigen wird Prof. Dr. v. Liszt eisenbahnamtlichen Projektes sehr im Interesse der Stadt liege. Staffierer Wartenberg erstattete die Abrechnung vom dritten Berlin sprechen; über die Konzentration der vergleichenden interKriminal ſtatiſtitisburg wird writteilungen Den grundfäßlich ablehnenden Standpuntt unserer Freunde Quartal. In den Zahlstellen und Sektionen wurden eingenommen nationalen Kriminalstatistit: Prof. Dr. v. Hamelin dieser Frage vertrat Genosse Rieger, der das Verhalten 89 377,31 M.( einschließlich eines Bestandes von 68 986,54 m.), aus- Amsterdam. Prof. Dr. Foinity- St. Petersburg wird Mitteilungen über die Aufhebung der strafrechtlichen Folgen des Rückfalles der fiskalischen Instanzen gegenüber der Stadt nach Gebühr gegeben 7508,95 M., bleibt ein Bestand von 81 868,36 M. Die geißelte. Der Antrag des Magistrats, den Eisenbahnminister Kasse des Zweigvereins hatte eine Einnahme von 222 173,73 M. infolge von Zeitablauf, tätiger Reue und ähnlichen Ursachen machen, direkt, d. H. unter Uebergehung der Eisenbahn- Direktion, um An-( einschließlich des Bestandes von 92 792,07 W.), eine Ausgabe von während Regierungsassessor Dr. Lindenau- Berlin einen Vortrag über das internationale Verbrechertum und seine Belegung des zweiten Bahnhofes neben der Klosterstraße ohne 116 484,17 m., bleibt ein Bestand von 105 686,96 M. Das ergibt tämpfung halten wird. Die Versammlung wird durch einen für die Nachforderungen zu ersuchen, fand zusammen mit dem Bestand der Zahlstellen und Sektionen ein Vereinhellige Annahme. Ebenso ein weiterer Magistratsantrag, die mögen von 187 557,32 M. Die Mitgliederzahl betrug am Schlusse weitere Deffentlichkeit bestimmten Vortrag des Präsidenten eröffnet, Umfassteuer für unbebaute Grundstücke auf 2 Broz, zu erhöhen. des Quartals 14 214. Die weiteren Verhandlungen betrafen Be„ Not lehrt beten", so führte der Verichterstatter Stadtv. Jenne zur schwerden wegen Ausschlusses einiger Mitglieder, die in Afford ge- Schiffsunfälle. Antwerpen, 15. November. Auf der Schelde Begründung des Antrages aus, indem er auf die Finanzmifere der arbeitet haben. Stadt, die zu dieser Erhöhung zwinge, verwies. an Stadtv. Ducksch( Soz.) nahm Bezug auf den gleichlautenden Der Verein der Bauanschläger hielt am Sonntag seine Monatsfozialdemokratischen Antrag vom Februar 8. J., der da- versammlung in Frankes Sälen, Sebaſtianſtr. 39, ab. Auf der Tagesmals noch abgelehnt wurde, weil die Majorität befürchtete, damit ordnung stand die Beratung des von dem Metallarbeiter- Verband, die Grundstücksspefulation zu unterbinden. Heute jedoch, nachdem Gruppe Bauanschläger, neu abgeschlossenen Tarifs mit den Arbeit der Stadt durch jene Ablehmmg etwa 16 200 M. Mehreinnahmen gebern. Der Vorsitzende machte die Mitglieder auf die Mängel des entgangen feien, tomme man von selbst darauf zurück. Die etwa neuen Tarifs aufmerksam, und die Versammlung fam zu der Aneinständige Turnhallen Debatte" endete, wie bereits ficht, daß sie statt vorwärts rüdwärts gegangen find. Auch sprach im Vorwärts" mitgeteilt, mit der Annahme des Antrages Schröder. fie ihr Bedauern darüber aus, daß man die Schuld des Rückganges In geheimer Sigung würde das Gesuch der Lehrerschaft um auf die Schultern des Lokalvereins der Bauanschläger Berlins Nimmer wäre die Lohnkommission Gehaltserhöhung abgelehnt, und zwar mit Rücksicht darauf, daß die und Umgegend wälzt. städtischen Körperschaften erst im vorigen Jahre etwa 32 000 M. zur des Vereins der Bauanschläger Berlins und Umgegend zu bewegen Aufbesserung der Mietsentschädigung für die Lehrer und der Gehälter gewesen, einen derartigen Tarif einzugehen. der städtischen Beamten bewilligt haben. " und Advokat werden. stieß in der letzten Nacht der Dampfer„ Cairnaivon" mit dem Dampfer„ Elkap" der Kosmos- Gesellschaft zusammen. Der erstere Dampfer fant wenige Minuten nach dem Zusammenstoß. Die aus 13 Mann bestehende Besatzung konnte nur mit großer Mühe geTrelleborg, 15. November. Der Schuner rettet werden. " Johann" aus Geestemünde ist heute nacht nördlich von Sandhammer gestrandet. Das Schiff ist mit Holz beladen. Der Bergungsdampfer Neptun" ist zur Hülfeleistung abgegangen. Der im Prozeß über die die Schwesternpflege in Krankenhäusern behandelnde Broschüre vielgenannte Dr. Ernst Sandow ist plöglich am Herzschlag gestorben. Er war auch bekannt durch seine Fabrikation künstlicher medizinischer Salze. bani Charlottenburg. Am 11. d. Mts. fand eine gut besuchte Ver- Dresden 0,30 Meter, bei Magdeburg+ 1,45 Meter. gut befuchte 23 Wasserstand am 14. November. Elbe bei Ausfig+ 1,23 Meter, bet 11n strut hei Zu der Gültigkeitserklärung des Stadtverordneten- Mandats für sammlung der Charlottenburger Gewerkschaftskommission statt, zu Straußfurt+ 1,75 Meter. Oder bei Ratibor+ 3,26 Meter, bei Breslait unseren Genossen Wollermann in Schöneberg wird noch berichtet: der auch die Gewerkschaftsvorstände geladen waren. Inter Bunft 1 Frankfurt 1,58 Meter. Weichsel bei Brahemünde+ 2,80 Meter. Die Stadtverordneten Versammlung in Schöneberg hatte durch Be- fam die am 20. d. Mis. stattfindende Arbeitslosenzählung zur Beer- Begel+ 5,20 meter, bei Breslau linter Begel+0,70 Meter, bei schluß vom 15. Februar d. J. die Wahl des Buchdruders Karl Woller- sprechung. Der Ausschuß hat Handzettel drucken lassen, welche war the bei Posen+0,28 Meter. Rege bei Usch+0,89 Meter. Warenhaus A. Wertheim onate WEIHNACHTS- VERKAUF Puppen VON SPIELWAREN mit genähter Perrücke u. Puppen Schlafaugen, 40 u. 54 cm gr. 1.75, 2.85 mit langer Puppen Lockenperrücke 4.25, 5.75, 7.50 m.Augenwimp. 48 u. 95 Pf. Gelenkpuppen 28 u.37 cm gross mit Schlafaugen Gelenkpuppen ca. 41 cm gross mit seidenem Hemd Gelenkpuppen ca. 30 cm gross 95 Pf. Puppen- Ausstattung Gesellschafts- und Beschäftigungsspiele mit gekleideter Puppen- Laufstuhl Celluloid- Puppe 1.75Mk. Garniertes Puppenbett bronziert 48 Pf. mit gekleideter Puppenschaukel Puppe 48 Pf. Puppenkoffer garniert 60 Pf. 95 Pf. 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Wie die Umschreibung in den ausländischen Geburtsnachher die Kannen behalten haben, weil sie dies Ptand nicht zurück- urkunden erfolgt, ist uns nicht bekannt. Wenden Sie sich an das Auserhalten hatten. Diese Behauptung wurde von der anderen Seite wärtige Amt, zu dessen Pflichten die Wahrnehmung der Rechte Deutscher bestritten und darauf hingewiesen, daß den Angestellten der Milch- rufen. 2. Die Rechte aus den Marken der Staffe sind verjährt. 3. Hat die auch dann gehört, wenn die Deutschen keinen Aufstand im Ausland hervor zentrale f. 3. ausdrücklich verboten worden sei, den Händlern Weilch- Mutter innerhalb der Konzeptionszeit mehr als einem den Verkehr gestattet, fannen der Zentrale zu überlassen, freilich konnte nicht behauptet so verliert das Kind sein Recht, einen unterhaltspflichtigen Bater zu haben. verden, daß dieses Berbot auch stets und ohne Ausnahme befolgt welche Zeit die kritische ist, ersehen Sie aus den Tabellen auf S. 36 bis 40 N. Ja. schon Vater eines jeht 1½ llegin", die Kellnerin Marie Hansen, trag. Rechtsanwalt Dr. Löwenstein führte dagegen aus, daß buch". Das Buch liegt in den öffentlichen Lesehallen aus. Arbeit und zog es vor, eine für sich arbeiten zu lassen. Das Mädchen, welches Kellnerinnen dienste verrichtet und mit der Sittenpolizei noch nie in einen Konflift gekommen ist, hat sich von dem geschniegelten Angeklagten betören Tassen und ist in Liebe zu ihm entbrannt. Sie ließ sich sogar überreden, mit ihm zuſammen zu ziehen, und es tat ihrer Liebe keinen Abbruch, daß der junge Mann bereits verheiratet war und von seiner Frm getrennt lebte. Die Zeugin wurde bald inne, daß sie sich einem moralischen Rowdy verschrieben hatte. der ihr das Leben zur Hölle machte, ben Verbienſt ab, den sie aus ihrer Arbeitsstätte nach Er tat nichts und jagte Hause brachte. Weigerte sie sich, das Geld herauszugeben, dann mißhandelte er sie so, daß ihr Jammergeschrei die Flurnachbarinnen alarmierte. Er schyrecte auch nicht davor zurück, dem Mädchen die niederträchtige Zumutung zu machen, durch Anlocken von Männern -QUO Wahlkreis Zütlichan: Schwiebug: Kroffen: comment vin, engel Sozialdemokratischer Agitations. Verein für den Reichstags: Donnerstag abends 8, Uhr im Gewerkschaftshause( Saal VII), EngelUfer 15: Bersammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen Walded Manaffe über„ Die politische Lage". 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenbeiten und Aufnahme neuer Mitglieder. Zentral- Wahlverein Kalan- Endau. Donnerstag, den 17. d. M.: sehr willkommen. " Koloniale Mikstände“ ist das Thema des„ Intimen Abends" den der Bund für Menschenrechte am Donnerstag abend 29 Uhr in den Industrie- eitsälen, Beuthstr. 19/20, veranstaltet. Rebner ist Dr. v. OppellRappstadt, langjähriger Distriktsarzt in Südafrika und Herausgeber verschiedener südafrikanischer Zeitschriften. Gäste haben Zutritt. Eingegangene Druckfchriften. Annalen des Deutschen Reichs für Gesetzgebung, Verwaltung und Bolkswirtschaft. Nr. 11. Herausgegeben von Dr. Th. Echeberg und Dr. A. Dyroff. Inhalt: I. Die reichsgerichtliche Judikatur über den Gesezes und Verordnungsbegriff nach preußischem Staatsrecht von Professor Dr. Ed. Hubrich, Königsberg. II. Die Tabalindustrie in den Vereinigten Staaten von Nordamerika und die Tabakfabrikatsteuer von Dr. G. v. Mayr, München. III. Die Ausführungsbehörden des Gefangenen- UnfallfürsorgeGesezes von Dr. jur. Gerhard Wörner, Leipzig. IV. Stizzen und Notizen. V. Aus den Gesezblättern. Monatlich ein heft. 12 Hefte bilden einen Band. Abonnementspreis: Halbjährlich 8 M. Berlag J. Schweizer( Arthur 3. M. St. G. N. 40. Nein. D. 77. 1. Ja. 2. Nein. 3. Der Pfarrer handelt feineswegs kraft durch die Beweisaufnahme keinerlei Moment erbracht ſei, das auf eine strafbare Handlung der Angeklagten hindeute; vielmehr seien die Gesetzes, aber in Uebereinstimmung mit den Beschlüssen der Kirchenbehörde, wenn er die Zeremonie mit der unverschleierten und unbekränzten Frau Angaben der letzteren über die Herkunft der Kannen als nicht wider- vornehmen will. Die Ehe wird nicht durch den Pfarrer geschlossen, er darf legt zu erachten und die Angeklagten daher freizusprechen, Der feine Che schließen, sondern nur mit Eheleuten, die bereits auf dem Gerichtshof schloß sich diesen Ausführungen an und erkannte auf Standesamt die The geschlossen haben, auf deren und die Beremonie Freisprechung. Wie zur Sprache tam, sollen noch mehrere vornehmen. Die wirtschaftlich loftspielige Kirchenzeremonie ist rechtlich völlig Duzend solcher Anklagen schweben. bedeutungslos. Die Form der Beremonie bestimmt aber der Pfarrer nach под Maßgabe der seitens der firchlichen Instanzen erlaffenen Sakungen. 4. Sie leben außer Gütergemeinschaft, tun aber gut, vor der Ehe einen Gütertrennungs- Bertrag in notarieller oder gerichtlicher Form mit dem Inbalt zu schließen, den Sie aus dem Beispiel Nr. 22 auf Seite 225 des dem „ Arbeiterrecht" beigefügten Führers ersehen. Das Buch ist in den öffentlichen Lesehallen einzusehen. 5. Bur Errichtung eines Testaments nach Abschluß der Ehe ist zu raten. Beispiele hierfür finden Sie S. 238 des eben erwähnten Buches, eine Darlegung des Erbrechts des Ehegatten für den auf der Straße mehr Geld zu verdienen, und als das Mädchen dies Regelmäßige Sigung im Vereinslokal G. Weihnacht, Grünstr. 21. Gäfte Fall, daß kein Testament vorliegt, S. 83, 84. Julius K., Weißensee. 1904 ist ein Schaltjahr, 1900 war feins. entrüstet ablehnte, gab es wieder Prügel. Diese Behandlung ließ auch nicht nach, ale die Gemarterte aus der tgl. Entbindungsanstalt, Sarnow. Bewahren Sie die Briefe gut auf. Eine einseitige, wenn auch uns glaubhaft erscheinende Angabe ohne Beweismaterial fann feinen Anlaß wo sie einen Mädchen das Leben gegeben, heimkehrte. Sie war zur Darstellung des Sachverhalts für uns geben. Zwei Streitende. noch kaum so weit, wieder für sich und ihr Kind sorgen zu können, 1. Die deutsche Verfassung ist ein Gesetz wie alle anderen und Grundlage als der Angeklagte sofort wieder mit Geldforderungen an sie herananderer Gefeße. 2. Die Vorschriften über Regelung des Religionsunterrichts trat. Das Mädchen erklärte ihm, daß sie ihm nichts mehr geben stehen im Landrecht. Weshalb der Ministerialerlaß mit dem Landrecht förmte, erhielt aber die Antwort mit einem Besenstiel, mit dem sie unvereinbar ist und daß das Kammergericht im Gegensatz zu früher einen die Gewissensfreiheit einengenden Erlaß für gültig hält, ist von uns sei der Angeklagte braun und blau schlug. Ein zweites Mal nahm er Jahren bei Besprechung per betreffenden urteile ausführlich dargelegt. eine Klopfpeitsche und hieb damit unbarmherzig auf die Mutter Th. 38. Die Möglichkeit einer Wiederaufnahme ist in Ihrem Falle nicht seines Kindes ein; er soll auch gedroht haben, ihr und dem Kinde völlig ausgeschlossen. Borchardt. 1. Gegen die Verfügung fönnen Sie ein Leid anzutun, wenn er von ihr kein Geld erhielte. Das Mädchen Beschwerde einlegen. Ob Aussicht auf Erfolg vorhanden ist, können wir ist dann bei Nacht und Nebel ihrem Beiniger entronnen und nach insbesondere ohne Kenntnis des Wortlauts nicht wissen. Wenden Sie sich Halle a. S. ausgerückt, wo sie Stellung in einer Restauration anan Rechtsanwalt Haase- Königsberg. 2. Wird die Verfügung für rechts. fann der Bau auf Ihre Kosten erzwungen nahm. Er hatte aber bald ihren Aufenthalt ausgefundschaftet und gültig erschien eines Tages gleichfalls in Halle. Er verursachte dort so werden. 3. Beim Offenbarungseid ist das gesamte Bermögen anzugeben. lärmende Auftritte, daß das Mädchen die Stellung aufgeben mußte. die Polizeibehörde Ihres Wohnortes zu richten. C. 2. 34. 1. Thre B. 25. Der Antrag auf Erteilung des Wandergewerbescheines ist an Dasselbe war in Stralsund der Fall, wohin fie flüchtete, und auch in Frau haftet für Ihre Schulden nicht. 2. Werden Wohnungsmängel, deren Berlin: überall verfolgte sie der Angeklagte und belästigte sie. Sellier). fie. Sellier). München. Eines Tages traf er fie hier auf der Straße, verlangte von ihrer). Beseitigung versprochen ist, nicht beseitigt, so berlange der Mieter unter überall for her angefagte, Festsekung einer angemessenen Frist Beseitigung, drohe an, daß er selbst Geld, und als sie sich dessen weigerte, drückte er sie gegen eine nach Ablauf die Mängel auf Kosten des Wirtes beseitigen lassen werde, Anschlagsäule und nahm ihr 2 M. weg, die bei dem Rekonter aus führe die Drohung aus und flage dann auf Ersatz der Kosten und Schadenersat. Der Staatsanwalt war der Königsberg 13. Vor einer Beteiligung an dem Amsterdamer Serienihrer Tasche gefallen waren. Meinung, daß solche Subjekte, wie der Angeklagte, durch nachdrück- von 7% bis 9% Uhr abends statt. Geöffnet: Uhr. Die fuiffche Sprechstunde fiber täglich mit name de Sonnabends Ros- Unternehmen oder einem ähnlichen ist im Intereſſe bes Geldbeutels des Spielenden zu warnen. Sekret. Das Vergehen vorsätzlicher und liche Strafe zur Vernunft gebracht werden müßten, und beantragte St. 28. Ja, überdies ist der Besizer des Hundes, der diesen maulforb- unbefugter Brieföffnung ist auf Antrag strafbar. Die Antragsfrist beträgt daher 1½ Jahre Gefängnis. Der Gerichtshof hielt die frei umherlaufen läßt, strafbar und für jeden von dem Hund angerichteten wie bei allen Antragsvergehen drei Monate von der Kenntnis des Delittes Nohheiten des arbeitsfaulen Menschen gleichfalls für außerordentlich Schaden hastbar. P. B. 5. Eine Ersatzpflicht besteht nicht; über die ab gerechnet, die Verfolgung verjährt in zwei Jahren nach Begehung des empörend. Er schickte ihn auf neun Monate ins Gefängnis und Art der Zwangsvollstreckungsmaßregeln erhalten Sie vom Vormundschafts- Delittes. W. W. 1. u. 2. Die Einzelheiten des Lotteriegesezes find lehnte die beantragte Anrechnung auf die Untersuchungshaft ab. gericht Auskunft und auch eine Bescheinigung über die Vermögenslosigkeit von uns wiederholt ausführlich dargelegt. Die preußische Gesetzsammlung, Die Untersuchungshaft ab. Ihres Mündels. Auf Grund dieser Bescheinigung erwirken Sie das in der das Gesez steht, tönnen Sie in den öffentlichen Lesehallen nachlesen. Dem Milchkriege ist jetzt ein Milchfannenkrieg gefolgt, Armenrecht und die Bestellung eines Anwalts für Ihr Mündel. 3. Nach der herrschenden Anschauung ist auch ein außerhalb Breußens den die Milchzentrale gegen eine große Anzahl Milchhändler er-. 64. 1. In 30 Jahren. 2. und 3. Sie müssen sich auf dem Vormund wohnhafter Lotteriekollekteur, der brieflich zum Lotteriespiel nichts O. R. 100. 1. u. 2. Ja. . 5. Händler, die beschuldigt werden, Milchkannen, die der Milchzentrale anlassen. in schwebenden Rechtssachen detaillierte Auskunft zu er Heimatsstaates, daß Ihrer Heirat nichts im Wege steht. Wenden Sie sich an die Botschaft Ihres Staates. 2. Naturalisation ist zulässig, ein Recht Anklagen dieser Art haben bereits zur Freisprechung geführt. Gestern E. M. Ja. auf solche hat kein Ausländer. 3. Nein. 4. Minderjährige find an den befanden sich wieder drei Milchhändler aus gleichem Anlaß auf der Fall Ihr Vertrag dem nicht entgegensteht: Ja. R. 2. 38. Eine Frist zur Erteilung einer Antwort besteht nicht; sach- Staufvertrag nicht gebunden. Anerkennen Sie nach erreichter Bolljährigkeit Anklagebank des Schöffengerichts. Sie bestritten entschieden, sich liche Auskunft erhalten Sie auf dem Patentamt selbst. E. H. Der Wirt den Bertrag, fo haften Sie wie jeder andere Käufer. Der Vater hastet die Kannen auf unrechtmäßige Weise angeeignet zu haben und be- ist im Recht. Saalfeld. 1. Ihre vor der Ehe von Ihnen erzeugten, im für Schulden seiner Kinder in der Regel nicht. Lex. Arbeitgeber haupteten, daß diese noch aus ihrer Verbindung mit der Milch- Auslande geborenen Kinder haben durch Ihre Anerkennung die volle recht im Sinne des Krankenversicherungs Gesetzes ist derjenige, der verzentrale herstammten und auf ganz legale Weise in ihren Besitz ge- liche Stellung ehelicher Kinder erlangt, find auch wie Ihre Frau durch die sicherungspflichtige Arbeiter beschäftigt. Briefkaften der Redaktion. Juriftifcher Teil. Ot old erachtet, fo öffnet hat. Es schweben zurzeit zahlreiche Anflagen gegen Milch- schaftsgericht erkundigen und schleunigst Rücksendung Ihrer Tochter ver- preußischer 1. Als Ausländer bedürfen Sie des Zeugnisses Ihres uhischer Loſe auffordert, strafbar. Es ist unmöglich, ohne genaue Kenntnis der Sachlage und der gehören, unrechtmäßig in ihren Besiz gebracht zu haben. Einige Atten teilen. Die juristische Sprechstunde steht jedem Abonnenten offen. Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, 16. November. Apollo. Berliner Luft. Spezialitäten. Herrnfeld- Theater. Prinz Levy in Ahlbeck. Baijage Theater. Diba. Spezta litäten. Anf. 5 Uhr. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Palast. Ringfämpfe. Spezialitäten. Hrania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Frühlingstage an der Riviera. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Dratorium- Aufführung: Die Schöpfung. Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Grossstadtluft. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Konzert des Märkischen ZentralSänger- Bundes. Donnerstag, abends8Uhr: In Behandlung. 23. 2. 1000. Nein. Zirkus Schumann. Carl Weiß- Theater. Heute, Mittwoch, den 17. d. M.( Bußtag): Keine Borstellung.. Morgen Donnerstag, den 16. d. M., abends präzise 72 Uhr: Novitäten Abend. U. a.: Zum erstenmale, neu! Mons. Prosepri. Bum erstenmale, neu! Mile. Priami. W Opernhaus. Stonzert des König- Invalidenstraße 57/62. Stern Kleines Theater Neues Theater. Neu! Der origin. kaukasische Osetiner lichen Opernchors. Anfang 72 Uhr. Mittags 12 Uhr: Deffentliche Hauptprobe. B Schiller 0.( Wallner Theater.) warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Im Hörsal: Um 8 Uhr: Zierleben in der Wildnis. Die Schöpfung. Anfang 8 Uhr. National- Theater Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches.) Stonzert des Märki- Beinbergsweg 12a- 13b. fchen Zentral- Sängerbundes. An- Mittwoch, den 16. November 1904: fang 8 Uhr. Reffing. Wohltätigkeits- Konzert. An- Unter Leitung des Herrn Professors Dr. Heinrich Reimann und Mitwirkung fang 7 Uhr. bes Bach- Vereins- Chores, verstärkt Weften. Meffias. Anfang 7 Uhr. durch den Chor des National- Theaters: National. Die Schöpfung. Anfang 7 Uhr. ert. t Luftspielhaus. Stonzert. Anfang Vereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Mittwoch geschloffen.( Die Kaffen find geöffnet 10-2 Uhr.) Donnerstag 8 Uhr: Donnerstag 8 Uhr: Nachtasyl. Die Morgenröte Freitag: Elektra. to Sonnabend: Nachtasyl. Sonntag: Nachtasyl. Freitag und Sonnabend: Die Morgenröte. Sonntag: Die Kronprätendenten. Direttion: B Palast- Theater Balafi Rich. Winkler: früher Feen- Palast. Gr. internationale Ringkampf- Konkurrenz unter dem Protektorat des Herrn Profeffor Reinhold Begas. Bergbewohner Agube Gudcow. Große Frankfurter Straße Nr. 132. Direktion M. Ed. Fischer. Heute: Geschlossen. Donnerstag: Senta Wolfsburg. Anfang 8 Uhr. Freitag und folgende Tage: Senta Wolfsburg. Sonnabend, nachm.: Aschenbrödel. Neu! Der unübertroff, Dschigittreiter Stadt- Theater Moabit. Konsul II, ber menschliche Chimpanse. Ein Rätsel der Wissenschaft. Alt- Moabit 47/49. Gastspiel des Bernh. Rose- Theaters. Donnerstag, den 17. November: Der phänomenale Franco Piper. Kean oder: Genie und Leidenschaft. Amerikaner Mr. Die größte Neuheit. Noch nie dagewesen. Münstedts Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf., numer. Blat 50.93f. Liliput- Zirkus Borstellung. Nach der Borstellung: Gr. Ball. Die Schöpfung. Seute Bußtag: Gefchloffen. Direttor Alb. Schumanns neue Anfang 7%, Uhr. Thalia. Großes Konzert. Anjang Zentral- Theater 8 Uhr. 8 Uhr. Zentral. Großes Konzert. Anfang 7 Uhr. Belle- Alliance. Großes Stonzert. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Frühlings. tage an der Riviera. Invalidenstraße 57/62. Im Hörfaal: Um 8 Uhr: Zierleben in der Bildnis. Alle übrigen Theater bleiben am Mittwoch gefchloffen. Donnerstag, 17. November. Anfang 7 Uhr. Opernhaus. Rienzi, der letzte der Tribunen. 7 1hr. Anfang 7 Uhr. Großes Konzert unter Mitwirkung der tgl. Hof- Opern sängerin Marie Goetze u. des Biolinvirtuosen Alexander Petschnikoff, ber Dpernsängerinnen Frl. Gusti Förster und Frau Emmy Raabe- Burg, sowie bes verstärkten Orchesters. Donnerstag: Der Generalkonsul. Luisen- Theater. Sente Bustag geschloffen. Donnerstag: Nenes tönigl. Opern Theater. Die Räuber. Theodora Deutsches. Don Carlos. Berliner. Soldaten. Leffing. Florian Geyer. ded Westen. Der Zigeunerbaron. Thalia, Der Weiberfönig. Freitag: Der Registrator auf Reisen. Sonnabend: Robert und Bertram. Sonntag, abends: Die Räuber. Montag: Mein Leopold. si gad Belle- Alltance. Ber? Hierauf: Die Deutsch- AmerikanischeS Zugendglode. Schiller Anfang 8 Uhr: B Theater. Köpenickerstr. 67. Heute: Geschlossen! Zum Morgen abend 8 Uhr: Ueber'n grossen MALE: TEICH." 0.( Wallner Theater.) Die Großstadtluft. Schiller N.( Friedrich Wilhelm- 404. ſtädtisches Theater). In Behand lung. Neues. Die Morgenröte. Kleines. Nachtashi. Zentral. Der Generalfonful. Carl Weiß. Senta Wolfsburg. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Lustspielhaus. Biederleute. Luijen. Die Räuber. National. Die Favoritin. VORANZEIGE. Dienstag, 22. Nov., abds. 28 Uhr! Gastspiel Adolf Philipp. PREMIERE NEW- YORK Metropol. Die Herren von Magim. 5 Bilder m. Gesang a. d. Nachtleb. deiner Weltstadt, Text und Musik von ADOLF PHILIPP. Rafino. Wildes Blut. Trianon. Gastons Frauen. Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n Billetts( o. Vorverkaufsgeb.) s. jetzt großen Teich. a. d. Theaterk. sow. b. Wertheim z. h. Am Donnerstag finden folgende Ringkämpfe statt: 1. Weltmeister Georg Zurich, Russe, gegen Michael Hitler, München. Revanche- Ringlampf bis zur Entscheidung. 2. Ali Achmed, Türke, gegen Francois de Nidder, Belgier. 3. John Bohl- Abs II, Deutscher, gegen Niesbacher, Rumänier. Revanche- Ringlampf. 10 Die reizenden Kleinen Liliputaner und Liliputanerinnen als Zirkuskünstler in jedem Genre. Ferner das neue große Programm und und moderne Dreffuren. Um 9%, Uhr: Der Kurier des Zaren. Sonnabend nachmittags 3, Uhr: Gala- Matinee mit Münstedts Liliputanern, Marokko 2c. Nachmittags ein Kind frei. Sonntag, d. 20.: Die Haubenlerche. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. DIH. Brunnenstr. 16. Heute: Keine Vorstellung. Donnerstag: Extra- Elite- Borstellung: Don Carlos. dramatisches Gedicht in 5 Atten von Fr. v. Schiller. Ein Borher: Theater u. Spezialitäten. Anf. 7%, Uhr. Borverkauf 10-1 Uhr Zirkus Busch. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Ball. und ab 5 Uhr. Urania, Taubenstr. 48/49. Invalidenstr. 57/62. Um 8 Uhr im Theater: Frühlingstage an der Riviera. Sternwarte Tierleben in der Wildnis. Berliner Aquarium Hörsaal: Unter den Linden 68a Eingang Schadow- Straße No. 14. Heute Bußtag Eintrittspreis: CASTAN'S PANOPTICUM. Friedrichstr. 165. ,, Es war einmal-!" Großer orient. Märchenzyklus in lebensgroßen plastischen Figuren mit verbindendem Text und Musikbegleitung. 50 Pfg. Residenz- Theater. Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc. 48/4 Trianon- Theater. Heute Mittwoch bleibt das Theater gefchloffen. Donnerstag und folgende Tage: Gastons Frauen. Anfang 8 Uhr. Lustspielhaus Friedrichstraße 236. Wollt tigkeits- Konzert. Emmy Des.irn. Theodor Bertram. Carl Jörn. William Stark. Anfang 8 Uhr. Donnerstag: Biederleute. Dir.: Richard Alexander. Heute geschlossen. Morgen zum 75. Male: Eine Hochzeitsnacht. Schwant in 3 Atten von H. Kéroul und A. Barre. Anatole Durofel: Richard Alexander. Freitag und Sonnabend: Gine Hochzeitsnacht. Totensonntag 8 Uhr: Nora.( Einmalige Aufführung.) Kasino- Theater Heute Mittwoch: Keine Vorstellung. Morgen Donnerstag: II. Katharina Skala- Theater. Auftreten der Miss Emeline. Coco der menschliche Wunderaffe und die vorzügl. Programmnummern. Passage- Theater. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Anf. nachm. Wochent. 5 Uhr, Sonntags 3 Uhr. Mittwoch keine Vorstellung. Donnerstag: d. erstklassige Mädel. Lucie König, Der magische Kessel. Dida die Erschaffung eines Weibes aus dem Nichts. Freitag: Erstes Auftreten des berühmt. Gedankenlesers Bror Sundeen aus Stockholm. Phänomene des sechsten Sinnes. Linienftr. 132( a. d. Friedrichstr.) Mittwoch: Geschloss. Donnerstag: Sensationelles Programm! August kommt. Boffe mit Gesang in einem Aft, fowie 30 internation. Spezialitäten. Anfang 7 Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. SHOO Gustav Behrens SpezialitätenTheater, FrankfurterAllee 85. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Lothringerstr.37. Unj. Bch.8, Sonnt.7 Bernhard Rose- Theater Das großartige Novemberprogrammi Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag: Wildes Blut. Gesangspoffe in 8 Aften v. Mannftädt. Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute: Geschlossen. Nächste Borstellung: Sonntag, den 20. November( Totensonntag): Neu! Lily Durand Men! mit ihrer Berwandlungsnummer Großstadtleben. Ostarra Trio New! Borher b. vollit. neue Novemberprogr. Der Goldbaner.roßartige Kopfbalance auf schwingen. 1. a. Die Original- Noranas." Sonntag, den 20. Nob., 72 Uhr: Mutter Gräbert. Anfang 7 Uhr. Entree 40, Parteft 75 Pf., Sperrfit 1 M. Sem Trapez sowie die noch übrigen erfillaffigen Spezialitäten. Apollo- Theater. Heute geschlossen. Donnerstag und folgende Tage 8 Uhr: Das i November- Spezialitäten- Programm. Hierauf: Berliner Luft. Musik von Paul Lincke. Freitag, den 18. November: Zum 50. Male: Berliner Luft, unter persönlicher Leitung des Komponisten. Sonntag, den 20. November ( Totensonntag): Frühlingsluft. Metropol- Theater Heute geschlossen. Morgen: Die Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Henry Bender. Josef Giampietro. Josef Josephi. Anton Grünfeld. Frid Frid. Fritzi Massary. Das Fest des Lichts. ( Ballett.) Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. Totensonntag, den 20. d. Mts.: 67/01 relia Freie Volksbühne Humoristisch- satirisches Winterfest Sonnabend, den 19. November, 8 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain Komiker- u. Soubretten- Abend. Einakter: Der gemütliche Kommissär. Von George Courteline. Solovorträge. Mitwirkende: 750 17 Josefine Dora, Thalia- Theat.| Martin Kettner, Alexander Tyrkowski, Elsa Boetticher, Berl. eat. Couplets u. Rezitation. Stefanie Kriß, Neues' ineat. Alexander Skura, Pianist. Berliner Tonkünstler- Orchester. Festmarken nur für Mitglieder a 60 Pfennige ( inkl. Programm) nur bei schleuniger Bestellung noch zu haben in allen Zahlstellen der Freien Volksbühne. Dienstag, den 29. November, abends 8 Uhr, im Rathause: II. Kunstabend: Goethe- Mozart 4. Serie: Sonntag, 27. November: Die Juden von Tschirikow. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. 230/1 Therese Krones. Vereinigung der Maler, Lackierer u.Anstreicher. Gebrüder Filiale Berlin. Donnerstag, den 17. November cr., abends 8%, Uhr, im Gewerk schaftshause, Engel- Ufer 15: Achtung! vemb Achtung! Donnerstag, den 17. November, abends 8½ Uhr: 3 Volks- Versammlungen im Hofjäger, Hasenheide 52 im Elysium, Landsberger Allee 40/41 und in Neu- Weißensee im Prälaten, Lehderstr. 122. Zages Ordnung: Die Bedeutung der Konsumgenossenschaften für die Arbeiter. Referenten: Frau Dr. David( Mainz), Frl. Ida Altmann und Heinrich Stühmer, Vorsitzender des Schneiderverbandes. Zu zahlreichem Besuch laden ein Die Einberufer. Ueber dasselbe Thema sprechen am 18. November: Frau Dr. Marie Hoffmann in„ Schmidts Gesellschaftshaus", Gartenstr. 6; am 21. November: Frau Dr. David in Schneiders Salon", Belforter straße 15; am 23. November: Fräulein Else Lüders im Swinemünder Gesellschaftshaus". und Simon Katzenstein im Weddinghaus", Müllerstr. 7; am 28. November: Frau Dr. David in " Habels Brauerei und Simon Katzenstein im„ Marienbad", Badstr. 35/36. 127/17 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Donnerstag, den 17. November, abends 8%, Uhr: Vier außerordentl. Mitglieder- Versammlungen Herrnield- Theater. Mitglieder- Versammlung. Keller, Koppenstraße. Heute Bußtag: Geschlossen. Morgen: Die Novität: Prinz Levy in Ahlbeck. Schwant in drei Aften von Anton und Donat Herrnfeld. Hauptrollen: Magnus Prinz Levy: Donat Herrnfeld. Brahidal, deffen Reisebegleiter Anton Herrnfeld. Anfang präzise 8 Uhr. Billett- Vorverkauf 11-2 Uhr mittags. Sanssouci. Nottbuser Tor Stat. der Hochbahn. Heute Mittwoch geschlossen. Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Tages Ordnung: in folgenden Lokalen: Kliems Festsäle, Hasenhaide. 1. Antrag der Bezirke und Sektion. 2. Staffenbericht vom 3. Duartal Lipps, Brauerei Friedrichshain. Eiskeller, Chausseestraße. Mitgliedsbuch legitimiert. Regen Besuch erwartet Deutscher Die Ortsverwaltung. 125/3 Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353. Donnerstag, den 17. November, abends 8½ Uhr: Tages- Ordnung: Die gegenwärtige Aussperrung in der Holz- Industrie. Referenten: Erner, Glocke, Leopold, Stusche. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen sämtlicher Mitglieder aller Branchen bringend notwendig. Mitgliedsbuch legitimiert. Musikinstrumenten- Arbeiter. 91/18 Branchenversammlung der Elektromonteure Donnerstag, den 17. November, abends 8%, Uhr, in den Andreasim Gewerkschaftshause, Saal 5, Engel- Ufer 15. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Baege. 2. Distuffton. 3. Verbands- Angelegenheiten und Verschiedenes. Bahlreicher Besuch wird erwartet. Zur besonderen Beachtung! Alle Vertrauensleute, Bahlstellen- Inhaber und Mitglieder bitten wir strengstens darauf zu achten, daß bei der Bezahlung der 40. Beitragswoche für jedes Mitglied eine Zählkarte ans geschrieben wird. Die gewissenhafte Ausfertigung dieser Karte ist zu der am forderlich. Norddeutsche Sänger Jahresschluss aufzunehmenden Mitgliederstatistik unbedingt er. 1. Tanzkränzchen. 191/11 Jeden Dienstag und Mittwoch: Theater- Abend. Freitag, den 18. November: Die Ortsverwaltung. Verband der Möbelpolierer. Heute Mittwoch, vormittags 9 Uhr, Blumenstr. 38: Wohltätigkeitsvorstellung Außerordentliche Vorstands- Sitzung. zum Besten einer Weihnachtsbescherung armer Kinder. Nach der Vorstell.: Familienkränzchen. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Bf. Sonntag: Extra- Vorstellung: Eine fefte Burg ist unser Gott Volksstück in 5 Aften von A. Müller. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend 8 Uhr: Militär- Konzert. Mittwoch: Geschlossen. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Fritz Steidl- Sänger. Nach jeder Vorstellung im Kaisersaal Tanz. Damen- Konfektion direkt aus Festsälen, Andreasstr. 21: Branchen- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Der Klavierarbeiterstreit und die Aussperrung der Tischler. 2. Die am 10. November befchloffene Beitragserhöhung. 3. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Pflicht eines jeden im Holzarbeiter- Verbande organisierten Musikinstrumenten- Arbeiters ist es, in biefer Versammlung zu erscheinen. Mitgliedsbuch oder Streifkarte legitimiert. Die Branchen- Kommission. Orts- Krankenkaffe Achtung! Fliesenleger. Achtung! der Gastwirte und verwandten Gewerbe Mittwoch, den 16. November, vormitt. 10 Uhr, im Gewerkschaftshause ( Saal III), Engel- lfer 15: Berlin. Wahl- Versammlung der Kaffenmitglieder( Arbeitnehmer) der Drts- Krankenkasse der Gastwirte Mitglieder- Versammlung der und verwandten Gewerbe zu Berlin Sektion der Fliesenleger des Zentralverbandes der Maurer. nachmittags 3 Uhr, Donnerstag, den 17. November, abends 8 Uhr: am Dienstag, 29. November 1904, Außerordentliche Generalversammlung in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Zagesordnung: 1. Bericht über den Stand der gegenwärtigen Aussperrung. 2. Anträge des Borstandes. 3. Berſchiedenes. 159/5 Mitgliedsbuch legitimiert. Bahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Orts- Krankenkasse der Sattler Orts- Kranken- Kasse der Schmiede und verw. Gewerbe zu Berlin. Mittwoch, den 23. November, abends 8 Uhr: Ordentliche General- Versammlung der in den Wahlversammlungen vom 28. Oktober und 1. Novbr. 1904 gewählten Vertreter der Kassenmitglieder u. Arbeitgeber im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15 ( Saal 1). Tages- Ordnung: 1. In getrennter Wahlversammlung: a) für die Vertreter der Kaffenmitglieder: Ergänzungswahl von 4 aus der Fabrik. Mitgliedern zum Borstand für 1905 Kein Laden! Jetzt nach beendet. Eng ros- Saison auch Einzelverkauf enorm billig Saccos, Havelocks, Capes, Abendbis 1906; b) für die Vertreter der Arbeitgeber: Ergänzungswahl von 2 Mitgliedern zum Vorstand für 1905 bis 1906. 2. In gemeinschaftlicher General- Versammlung: 1. Wahl des Rechnungsausschusses; 2. Wahl eines Staffierers; 3. Antrag des Borstandes auf Wahl eines vierten Beamten; 4. Wahl des stellvertretenden Ren277/4 danten; 5. Verschiedenes. Nur die mit Legitimation evt. Mitgliedsbuch versehenen Vertreter haben Butritt. Die Versammlung wird pünktlich um 29 Uhr eröffnet. NB. Anfragen, zu deren Beant wortung die Einsicht der Kassenbücher Mäntel, notwendig ist, müssen drei Tage vorher beim Vorstand schriftlich eingereicht Kostümröcke, merden. Bahlreiches und pünktliches Kinderund BackfischPaletots. Robert Baumgarten, Hausvogteiplatz 11, 2. Et. ( an der Jerusalemerstraße). Bei Vorzeigung dieses Inserats an d. Kaffe werd. 5% Rabatt vergütet. Auch Sonntags geöffnet! Erscheinen erwartet Der Vorstand. Albert Tischendorf, Vorsitzender, Dresdenerstr. 107/108. Walter Dittmann, Schriftführer, Sparrstr. 6. Tanzmeister Jürgens, Wanzlichstr. 21, Sonnabends, Sonntags fret, übernimmt Zanzleitung für Vereine 2c. 7022 | und verw. Gewerbe. Einladung im Lokale des Herrn Wannemacher, Dresdenerstraße 45, zur Vornahme der Ersatzwahl für 39 ausgeschiedene Kaffenmitglieder- Ber Zages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Georg Wolf über: Unsere Stellungs nahme zum Ablauf des jetzt bestehenden Fliesenleger- Vertrages. 2. Distuffion. 3. Gewerkschaftliches. treter für die Wahlperiode bis zum Stollegen das größte Interesse erwecken, um in dieser Bersammlung zu et 31. Dezember 1905. Nur Mitglieder, welche ihr in Ordnung befindliches, eventuell vom Arbeitgeber ausgefülltes Mitgliedsbuch am Eingang zum Bahllotal vorzeigen müssen, haben das Recht, sich an der Wahl zu beteiligen. Geschriebene, gedruckte oder auf Das Thema muß zweifellos bei jedem im Fliesenleger- Beruf beschäftigten scheinen. 154/ 2* Der Sektions- Vorstand. J. A.: Fritz Rabe. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Rixdorf. Ordentl. General- Versammlung emberem mechanischen Bege her: Donnerstag, den 17. November, abenb8 8½ Uhr: der Delegierten der Kasse am Sonnabend, den 26. Nov. 1904, abends 8, Uhr, im Lokal von Tabbert, Markusstr. 14, Eingang Grüner Weg. Tages- Ordnung: gestellte Kandidatenlisten dürfen bei der Wahl benutzt werden. An den Wahlaft anschließend um 4 Uhr: Ordentliche 1. Neus refp. Wiederwahl der aus General- Versammlung scheidenden Vorstandsmitglieder. a) 1 Arbeitgeber auf 3 Jahre; b) 2 Arbeitnehmer auf 3 Jahre. 2. Abänderung der Verhaltungsmaßregeln für erkrankte Mitglieder. 3. Wahl der Revisoren für die Prüfung der Jahresrechnung. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Ad. Pilgrim, Admiralstr. 24. 765 Than Heute: 277/3 Geschlossen 1918 Morgen das glänzende NovemberProgramm. der gewählten Stafsenvertreter. Tages- Ordnung: 1. Wahl des Ausschusses zur Prü fung der Jahresrechnung pro 1904. ( Gem.§§ 52 u. 60 b. St.) 2. Borstandswahlen: Begen Ablauf der Bahlperiode scheiden aus: a) Herr Hermann Poppe, Arbeit. geber. b) Herr Georg Braun, Kaffenmitglied. c) Herr Friedrich Heilmann, Kaffenmitglied. 3. Abänderung des§ 38 des Kaffenstatuts. 4. Bekanntgabe eines NaturheilArztes. 5. Raffenbeamten- Angelegenheiten. 6. Wichtige Mitteilungen des Kaffenborstandes. Berlin, 8. November 1904. Der Vorstand. Poppe, Vorsitzender. Braun, Schriftführer. Wir weisen besonders darauf hin, daß die Versammlungen späteftens 15 Minuten nach dem feftgesezten Zeitpunkt eröffnet werden. Brauerei Königstadt. Schönhauser Allee 10/11. Jeden Mittwoch: Horst's Nordd. Humoristen und Quartettsänger. Alle Bons haben Gültigkeit. Mitglieder- Versammlung im Lokal des Herrn Thiel, Bergstr. 151/152. Tages- Ordnung: 1. Bortrag. 2 Diskussion. 3. Berbandsangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. 91/19 Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Freitag, den 18. November 1904, im 2otale des Kollegen Böker, Weberstraße 17: Versammlung. Zages Ordnung: 1. Bortrag. 2. Distusfion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Vereins. angelegenheiten. 69/19 NB. Die Mitglieder werden dringend ersucht, ihre Beiträge zu regeln, daß die Abrechnung mit dem Verbandsvorstand stattfinden kann. 3. A.: Ernst Obst. Achtung! Achtung! Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Bezirk Westen. Freitag, den 18. November 1904, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Königshof", Bülowstraße Nr. 37-40: Tages- Ordnung: 1. Bericht aus der Vertreter- und Obleute- Sizung. 2. Verschiedenes. Das Mitgliedsbuch ist mitzubringen. Jeder erhält einen Versammlungs- Stempel. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder ersucht * 154/ 1 Der Obmann. Um Montag, den 14. November, nachmittags 14 Uhr, verstarb plöglich am Herzschlag mein lieber braver Mann, mein guter Vater, der Maschinist Wilhelm Schwanebeck. Um stilles Beileid bitten Die tiefbetrübte Witwe Auguste Schwanebeck am nebst Sohn Gustav. Die Beerdigung findet Freitag, den 18. November, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Dantes- Kirchhofs, Blante straße, Tegeler Chaussee, aus statt. Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Todes- Anzeige. Am 14. d. m. verstarb unfer Mitglied, der Maschinist Wilhelm Schwanebeck, Banfftr. 6. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag nachmittag 4 Uhr von der Halle des Dankes Friedhofes, Reinidendorf West, Blankestraße, aus statt. D Um zahlreiche Beteiligung ersucht 249/16 Der Vorstand. Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute. Am 13. d. Mts. starb nach langen schweren Leiden im Alter von 50 Jahren unser Mitglied, der Zimmerer, Herr Wilhelm Tartsch. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 16. d. M., nachmittags 34 Uhr, von der Leichenhalle des LuisenFriedhofes, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 29876 Der Borstand. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine mir unvergeßliche Frau 29805 Anastasia Kluẞmann geb. Herrmann am 14. November abends 8 Uhr plöglich verstorben ist. Um stilles Beilcid bittet Wilhelmsruh bei Berlin. Der trauernde Gatte. Die Beerdigung findet am Frei tag, den 18.November, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Edelweißftraße 26 aus statt. Z 22083100Donnerstag Freitag Sonnabend TDI D Allgemeine Kranken- u. Sterbekasse der Drechsler u. Berufsgenossen Deutschlands. E. H. Nr. 86. Verwaltungsstelle Berlin D. Am Um 12. d. m. verstarb unser Mitglied Otto Lehmann. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet 16. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des BartholomäusKinchhofs, Falkenberger Chaussee, aus statt. 29866 Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. 153/9 Zweigverein Berlin. Allen Kollegen zur Nachricht, daß am 13. d. M. unser Mitglied Gottlieb Hecke im Alter von 50 Jahren an Bronchialkatarrh verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute ( Mittwoch), nachmittags 32 Uhr, auf dem Lazarus- Kirchhof in Wilhelmsberg statt. 154/3 Um rege Beteiligung ersucht Die Verbandsleitung. Verhand der Kupferschmiede Deutschlands. Filiale Berlin. ale Be Am 13. d. M. verstarb unser lieber Stollege BI Adolf Lippert im Alter von 43 Jahren. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des ThomasKirchhofes in Rirdorf, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung bittet 100/13 Der Vorstand. teppdecken fauft man am pretswertesten nur direkt in der Fabrit, 72 Walls ftraße 72, wo auch alte Steppdecken aufgearbeitet werden. B. Strohmandel, Berlin 14 Jalustrierter Preiskatalog gratis. Gnadengesuche, UnterstützungsZentral- Verein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltung Berlin. Allen Kollegen die traurige Nachricht, daß am Montag unser langjähriges Mitglied, der Steinbildhauer Hermann Franke im Alter von 35 Jahren nach langer Krankheit verstorben ist. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 17. November, nachmittags 3 Uhr, von der Wohnung Wiesenstr. 19a aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 30/12 Der Vorstand. w Zentral- Verband deutscher Brauerei- Arbeiter Zweigverein Berlin, Sektion II. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Fahrer Wilhelm Haberstroh am 12. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 16. November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle der Charité aus nach dem CharitéKirchhof statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 42/7 Der Vorstand. Spezialität! Meine Leibbinden und Bruchbänder mit pa. Federn find diebestsitzenden u. verursachen feinerlei Beschwerden. Außerdem empfehle mein Lager v. Gummistrümpfen, Widelbinden aller Art für Strampfadern, sowie Suspensors, hygienische Gummiartikel 2c.( Frauenbedienung.) A. Reiche. Bandagist, Lieferant sämtlicher Strankenkassen Berlin C., 15. Seidelstr. 15. RESTE. Zur Damenmäntel- Konfektion, Mädchen- und Knabengarderobe, Damentuche in schwarz und farbig, Kostümstoffe, Kammgarn, Cheviot, Corkskrew, Plüsch, Sammete, Besatzartikel etc. KONFEKTION Fertige Jacketts, Paletots, Capes, Kostüm- Röcke etc. Größte Auswahl. Billige Preise. gesuche, Klagen, Eingaben jeder Art bid C.Pelz, Kottbuser- 4. Schneeweiß, Snvalidenstr. 38 II. * Strasse Sie sparen viel Geld durch direkten Bezug. Praktische WeihnachtsGeschenke. 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Tiek. ,, Johannisnachtzauber", aufgeführt v. Kindern der Gemeinde. ,, Gretchens Landpartie", aufgef. v. Mitgliedern der Gemeinde. Nach dem Konzert: Gemütliches Beisammensein. Programme find bei folgenden Komiteemitgliedern zu haben: Frau Kohlhardt, Alexandrinenstr. 21, b. IV. O. Jänicke, Schöneberg, Golgstr. 4, Hof IV. G. Bohne, Kopenhagenerstr. 15, of I. C. Christens, Mühlenstr. 49, b. III. B. Schröder, Passauerstr. 3 i. Laden. H. Kotlow, Hochmeisterstr. 5, Duergb. IV. P. Kuhirte, Immanuellirchfir. 16, rechter Seitenfl. IV. P. Halbauer, Strautstr. 36, Quergb. III. A. Kowalczyk, Swinemünderstr. 82, Quergb. IV. Th. Jerwin, Urbanstr. 6, Hof IV. H. Soult, Grüner Weg 19, b. IV. M. Wendt, Greifswalderstr. 208, linfer Seitenfl. IV. Ebenso in unseren Zahlstellen: W. Börner, Ritterstr. 15. H. Bobsien, Kommandantenstr. 62. H. Ramm, Holzmarktstr. 48a. H. Ramm, Große Frankfurterstr. 91. F. Wolf, Bintschstr. 3. H. Vogel, Demminerstr. 32. H. Ziehm, Bernauerstr. 48. H. Peege, RüdersdorferStraße 48. 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D. ca. 1%, Pfd. 75 Pf. Mischung 2 3 4 5 Riesenstangen- Spargel 190 100 Melange Früchte 95 53 Pf. Bratheringe ohne Kopf, gr. Dose 60 Pf. 95 Pf., 100 15 180 Extra starke Stangen- Spargel 20/24 St. 165 88 Pf. Mirabellen( Metzer) 62 Diner Stangen- Spargel 26/30 St. 150 80 Pf. Apricosen 2 Frucht 0503125 36 Pf. 68 Pf. Lachs- Cotelettes Anchovis Prima Stangen- Spargel 40/48 St. 180 70 Pf. Pfirsiche, Frucht geschält 135 73 Pf. Mittel Stangen- Spargel 50/55 St. 110 60 Pf. Erdbeeren( Ananas) 120 65 Pf. Appetit Sild Consum Stangen- Spargel, dann sehr zart 80 Riesen Brech- Spargel Köpfen 130 Prima Brech- Spargel extra Köpfen 120 Prima Brech- Spargel mittel ohne Prima Brech- Spargel Köpfe Kaiserschoten extra fein mit Köpfen 45 Pf. Kaiser Kirschen rot, ohne Stein 100 55 Pf. mit 70 Pf. Kaiser Kirschen rot, mit Stein 72 41 Pt. mit 65 Pf. Saure Kirschen rot, mit Stein 72 41 Pf. per Dose 85 Pf. a per Dose 40 60 Pf. per Dose 32 50 Pf. per Dose Aal in Gelee( stark) Delicatess- Heringe in versch. Saucen 50 Rollmöpse 8 Stück 85 PL. Staubthee 78 Pf. per Dose 70 Pf. Schwarze Kirschen mit Stein G8 39 Pf. Sardellen per Glas 40 Pf. 70 Pf. 55 33 Pf. Birnen weiss, 1, Frucht 2068 39 Pf. Sardelien ausgewogen p. Pfd. 100 110 115 63 Pf. Pflauman( süss- sauer) 810 65 38 Pf. Prima Kronen- Hummer extra 100 190 Kaiserschoten fein Junge Schoten I 100 55 Pf. Stachelbeeren 65 Prima Kronen- Hummer 20 90 Pf. 175 80 45 Pf. 53 10 O 32 Pf. 38 24 Pf. Junge Schoten II Gemüse Schoten I Wachsbohnen Dicke Bohnen Pariser Carotten 742 Junge Carotten re Junge Carotten geschnitten Preisselbeeren in Zucker 2 Pfd. 5 Pfd. 10 Pfd.- Dose 25 Pfd.- Eimer 63 Pf. 150 285 45 28Pf. Marmeladen Topf ca. 1 Pfd. 700 56 Pf. 68 39 Pf. in 12 verschiedenen Sorten 65 38 Pf. Feinste 55 33Pf. 36 23 Pf. Kohlrabi in Scheiben mit Grün 28 Pf. Haricots verts extra fein 120 65 Pf. per Glas ca. 112 Pfd. Haricots verts mittel 70 40 Pf. Leipziger Allerlei extra Leipziger Allerlei la teipziger Allerlei 1 Früchte- Confitüre Himbeer, Erdbeer, Apricosen, Johannisbeer, Orange Pfd. 75 Pf. Honig garantirt rein 016-190001 90 50 Pf. p.Gl. ca. ½, Pfd 50 Pf. ca.1Pfd.90 Pf. ca. 10Pfd.- Eimer775 75 43 Pf. Senfgurken- Kirbis 58 34 Pt. Zuckergurken p. Glas 70 Pf. P. Glas 95 Pf. Sardinen in Oel( Marke Diplomat), 80g. gr. Dosen Feinste Französ. ¼ 90 Pf. 1/2 150 1265 Marke: Deffes% D. 65 Pf. 1, D.[ 15 Marke: Carnot ¼ D. 60 Pf.%, D. 110 grosse Dose ca. 40 Fische 205 Picknick Dosen 32 45 Pf. Corned Beef per Dose 2 Pfd. engl. 150 Feinste Cervelat- u. Salamiwurst in Rinddarm Pfd. 110 Amerikanische Aepfel Haushalt- Chocolade Kochen Pf. Kochen Pf. 75 Pf. 1/2 Pfd., Pfd.- Dos. Deutscher Cacao 75 Pf., 150 Haushalt- Kronen- Wenzel- Caces 1 Pfund 35 Pf., 45 Pf., 52 Pf. Fix und Famos, fertiges Backmehl. Sandtorte- Königskuchen- Topf- u. Vanillekuchen p. Carton ca. 11/5 Pfd.„ Netto- Inhalt" 55 Pf. Getr. Pflaumen Pfa. 17,20,25Pf. 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24076 214 312 40 [ 500] 79 533 722 905 25309 56 501 614 942 26094 [ 3000] 140 498 15001 766 67 830 1500] 933 27050 111 312 96 10001 558 604 33[ 500] 35 785 10001 905 28062 275 1500] 322 15001 088 864 95 98 928 29 47 57 29054 245 329 50 513 13000] 90[ 5000] 610[ 500] 75 836 45 30000 7 F1000] 14 501 82 714 874 910 45 31017 52 54 163 15001 229 31 74 97 323 53 783 837 980 32002 80 618 87 911 58 76 33089 210 84 344 722 31 827 34099 132 33 275 110001 333 59 871 35034 86 130 92 270 532 40 68 703 50 13000] 812 37 938 55 75 36141 242 317 430 81 515 630 94 706 12 92 841[ 500] 37242 313 31 520 787 867 15001 32046[ 30001 99 148 200 64 623 55 913 39313 39 475 5334 650 63 730 40012 170 210 314 542 683[ 3000] 707 94 99 41026 565 15001 95 683 810 60 915 45159 283 88 363( 500) 552 84 640 130001 79 836 65 942 46191 92 243 15000] 343 93 422 110001 530 769[ 500] 70 83[ 10001] 968 73( 3000] 47032 1500] 132 13000] 59 86 388 574 696 10001 48060 113 23 33 253 331 409 110001 11 531 40[ 1000] 41 642 49016 59 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163021 148 89 221 366 437 76 572 681 976 164259 767 88 924 165010 102[ 500] 18 275 479 704 35 92 966 166152 69 232[ 500] 348 52 681 716[ 500] 887[ 1000] 951[ 500] 167270 319 41 69 720 912 43 168038 515 699 808 169734 41 170059 135 234 391 443 663 65[ 500] 94[ 3000] 790 911 67 171031 44 143 69 470 82 593 766 891 975 172053 69 296 315 86[ 500] 95 424 700 31 66 932 173105 98 391[ 1000] 840 991 174011[ 500] 87 126 303 63[ 5001 430 42 77 532 82 654 93 764 833 970[ 1000] 175027 208 510 607 913 36[ 500] 176007[ 1000] 151 52 89 427 501 797 831 51 926 71 177061 108 40 258 345 91 658 755 87 894[ 3000] 964 178017 64 76 146 527 50[ 500] 625 42 48 934 179227 51 365 404 45 524 93 878 964 77 180055 56 128 56 80 265 336 38 416 650 778 98 895 181022[ 1000] 184 87 362 679 714 60 182118 432 536 183076 345 92 540 626 97 718 808 184017 173 326 935 64 185183 97 397 406 96 612 733 826 926 77 186474 75 517 614 726 85 187125[ 5001 79 208[ 1000] 15 37 89 447 724 81 860 938 188100 7 27 61 97 204 49 347 434 637 62 189087 109 30 70 223 382 490 741 67 803 47 61 190323 410 31 699 718 50 83 884 191314 49 481 547 681 767 825 58 94 913 46 192185 389[ 500] 98 455 70 10001 544 613 38 809 935 48 193237 444 60 88[ 30001 95 567 822[ 30001 194158 15001 228 67 507 776 195348 468 536 641 10001 947 196092 100[ 500] 204 473 657 76 705 82 882 197022 184 219 198235 552 641 15001 67 814 79 906 1500 41 58 86 199055 60 71 92[ 30001 588 607 14 10001 44 739 138 284 429 521 130001 74 646 80 756 840 200032 265 550 701 26 201264 73 335 540 49 827 76 873 202160 83 498 545 99 695 855 972[ 500] 203481 783 807 61 204090 164 238 535 51 75 694 979 205042 62 204 35 421 83 521 646 78 91 753 804 936[ 1000] 206105 74 511 79 676 82 753 961 88 1000] 207017 160 85 451 79 505 687 796 871 93 980 208123 238 458[ 1000] 69 523[ 500] 52 756 811 12 209060 136 205 59 303 4 7 459[ 1000] 502[ 500] 95 623 79 13000] 210003 130 51 98 263 353 443 66 71 831 211179 216 55 71 304 48 458 577 981[ 30001 212161 299 502 714 819 65 961 213314 26 51 85 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Redakteur: Vaul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Br. 270. 21. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 16. Yovember 1902. " " angenommen. 30 M. " " der Gegenseite bei ihnen weitgehenden Ansprüchen mit vollen Händen letzten Blaz. Aeußerst zahlreich war das weibliche Element vertreten, Der rebellierende Reichsbote. entgegengekommen wird. Eine Parität bestehe nicht mehr, sie es überwog bei weitem. Die Referentin Fräulein Erna Wäcktrete zugunsten der Katholiken und zuungunsten der Evangelischen Haus stellte fest, daß 75 Proz. der im Bureau( komptoir) beWegen Beleidigung des Landrats v. Engelmann zu in die Erscheinung. Chavakteristisch sei es beispielsweise, daß, als schäftigten weiblichen Angestellten in sogenannten„ Pressen" ihre VorbilWohlau i. Schl., wurde gestern der Redakteur des Reichsboten", Dr. dasselbe ultramontane Organ bei Gelegenheit der Berufung des dung genossen hätten. Natürlich könne in drei Monaten, der gewöhnlichen Conrad Müller vor der 9. Straffammer des Landgerichts I zur Herrn v. Schmid in das Amt des Kammergerichtspräsidenten einen Dauer eines solchen Lehrganges, mangels eines Nürnberger Trichters Verantwortung gezogen. Den Borsiz führte Landgerichtsdirektor Borstoß gegen die Person des Kaisers nicht verschmähte, von offi- nicht gerade Jdeales erreicht werden. Es werde eine Halbbildung Kanzow, die Anflage bertrat Staatsanwalt Schneider, die ziöser Seite nichts dagegen geschah und erst als liberale und demo- gefördert, die eine enorme Gefahr bedeute. Beim Verkaufsfechtsanwalt Gaminat, Unter An- fratische Zeitungen die Sache aufgriffen, die" Nordd. Allg. 3tg." personal fehle faft durchweg jede theoretische Bildung. Da gebe flage stand ein in Nr. 170 des Reichsboten" vom 22. Juli d. J. fich zu einer sekr sanften Berichtigung aufschwang. Er wiederhole: es eine Lehrzeit von 1 bis 12 Jahr, zuweilen auch von einem veröffentlicher Artikel unter der Ueberschrift Mehrebange- daß es für ihn als Evangeliſcher ein sehr bedrückendes Gefühl Jahre. Da beginne dieselbe Quälerei und dieselbe„ Ausbildung" Iisches unter handelt sich um folgenden Sachverhalt: gewesen, daß der Landrat den Versuch des ultramontanen Am 30. Juni d. J. tagte in Winzig die Kreissynode Wohlau. fich in innere evangelische Angelegenheiten zu mischen, nicht mit Mädchen zu den unmöglichsten Verrichtungen benutzt. Höchstens eine rein ich es wie beim männlichen Lehrling. Wie dieser werde auch das lernende der auch der Landrat Dr. v. Engelmann als Mitglied angehört. aller Energie zurückgewiesen, sondern bei dem ultramontanen Blatte mechanische Dressur wede bei dieser Ausbildung" erreicht. Was dabei Er war in jener Sigung durch Zuruf in den Synodalvorstand ge- gewissermaßen antichambriert habe. Der Gerichtshof er noch gelernt werde, jei dem eigenen Triebe zu danken. Den Frauen wählt. Auf der Synode wurde einstimmig ein Antrag auf achtete in dem ganzen Artikel nur die Wendung„ charaktervolle werde ber Dilettantismus Den Aufhebung des bekannten§ 166 des Strafgesetzbuches( Gottes Depretation" für beleidigend. Er glaubte dem Angeklagten, daß der Angestellten aber, die wirklich etwas gelernt hätten, zeige fich sofort, geradezu anerzogen. Bei den weiblichen lästerungs- und Religions- Paragraph) Darauf Landrat damit nicht als charakterlos" hingestellt werden sollte, er daß fie den männlichen Kollegen in den Leistungen gleich, im Gehalt machte das Organ des Kardinals D. Kopp und des Breslauer Dom- biefer bei habe eniten igen ihnen faſt gleich ständen. Sie ſage in letterer Sinficht: fa ft. Der tapitels, die Schlesische Volkszeitung" am 6. Juli dem Landrat dieser keineswegs sich bei der Schles. Volksztg." habe entschuldigen Rohndrud set aber auch das einzige, was von den gegnerischen b. Engelmann Borhaltungen darüber, daß auch er nach dem Ab- wollen. Andererseits habe die Wendung„ infolgedessen" bei dem Kollegen der weiblichen Angestellten mit einer gewiffen Berechtigung stimmungsresultat für jenen Antrag gestimmt haben müsse. Diese Angeklagten die falsche Vorstellung hervorrufen können, daß es sich vorgehalten werden könne. Dieser schlechten Konturrenz, die übrigens Haltung des Landrats habe bei den Katholiken des Wohlauer Kreises um eine Entschuldigung handelte. Mit Rücksicht hierauf und mit ihre eigentliche Ursache in unseren ganzen sozialen und wirtmit Recht großes Befremden hervorgerufen, zumal wenn man be- Rücksicht auf die Tatsache, daß der Angeklagte nicht aus Gehäjjigkeit, fchaftlichen Mißverhältnissen habe, müsse in jeder Beziehung denke, daß der Kreis Wohlau neben 29 500 evangeliſchen auch fast jondern au lite stene bandet, het her( gerichtshof auf entgegengewirkt werden. 13 000 fatholische Bewohner zähle. Der Landrat wisse ja sonst, eventuell 6 Tage Gefängnis erkannt und tum Das enorme numerische Wachsder weiblichen Angestellten im Handel schreite immer 3. B. bei Wahlen, die Katholiken sehr zu schäben. Auf diesen dem Beleidigten die Publikationbefugnis im„ Reichsboten" und im schneller fort, und Artikel sandte der Landrat der Schlesischen Boltszeitung" eine Schlesischen Kirchenblatt" zugesprochen. zwar komme der Zufluß immer mehr, Mancher mag sagen, daß es kein erhebendes Gefühl ist, in den verschiedensten Gründe dringend notwendig die Einführung des im Gegensatz zu früher, von der Volksschule. So machten die Rechtfertigung- Reihen der Borkämpfer für Geistesfreiheit auch den" Reichsboten" obligatorischen Fortbildungsunterrichts auch für die weiblichen Anund erklärte darin, daß er bei der Abstimmung über den Antrag, einherstolzieren zu sehen. Man darf die ungewohnte Bose des sonst gestellten unter 18 Jahren. Durch Hebung der Frauen im Handelsder nicht auf der Tagesordnung gestanden habe, nicht anwesend ge- nur im Denunzieren bedeutsamen Blattes denn auch nicht allzuhoch gewerbe würde der ganze Stand gehoben. In Berlin, wo man für wesen sei. Er habe am 30. Juni pflichtgemäß Kaffenrevision ab- bewerten. Es ist ja ein beachtenswertes Kennzeichen für den Kurs alle männlichen Angestellten und Arbeiter unter 18 Jahren den Fortgehalten, so daß er erst nach Winzig gekommen sei, als der Antrag der Regierung, daß es selbst einem orthodor- evangelischen Blatte bildungsschulzwang jetzt einführen wolle, schließe man die weiblichen schon erledigt war. Infolgedessen" werde das gute Einvernehmen, unter dem Schuße des Religionsparagraphen unbehaglich wird. Aber Angestellten davon aus aus Sparsamteitsgründen. Nun, man sei welches bisher steta zwischen den tatholischen reiseingesessenen das ist nur äußerlich Sobald es gegen Freidenfer und Sozial- ja gar nicht verfeffen auf eigene Fortvilbungsschulen. Der Unterund ihm bestanden habe, auch in Zukunft, forveit es auf ihn an demokraten geht, zieht der Gescheitelte mit dem Geschorenen wieder richt könnte aus Nüglichkeits- und Sparsamkeitsgründen ein gemeintomme, ungetrübt bleiben. Diese Haltung des Landrats v. Engel an einem Strang. mann auf die unberechtigten Angriffe der fleritalen Zeitung gab schaftlicher sein. Warum folge man nicht dem englischen Beispiel. dem Reichsboten" Veranlassung zu scharfer Kritik. In dem inEin sehr wichtiges Mittel, bessernd zu wirken und vorwärts zu friminierten Artikel wurde gerügt, daß der Landrat sich zu einer tommen, sieht die Referentin in einer großen und starken OrganiArt Entschuldigung und Alibibeweis verstanden habe. Das Schreiben sation, die alle Kollegen und Kolleginnen umfassen müßte. Mit laufe doch auf Unschuldsbeteuerungen hinaus, für welche keinerlei einem Aufruf des zum Rampf für die Forderung Grund außer dem Drud einer falschen Regierungspolitik und außer Angestellte schloß sie den Vortrag.( Großer, anhaltender Beifall.) gemeinen Fortbildungs- Schulzwanges für männliche und weibliche dem Respekt vor der regierenden Partei zu erkennen sei. Der Reichsbote" brudte dann zur Kennzeichnung der Stimmung, die in evangelischen Streifen gegen den Landrat herrsche, eine Zuſchrift ab, in welcher u. a. gesagt wurde: Der fönigl. preußische Landrat habe zweifellos die Intentionen des fönigl. preußischen Ministerpräsidenten und Kultusministers richtig erfaßt und verdiene die vollste Anerfennung feiner Vorgesezten. Es sei aber traurig um das Ansehen einer Regierung bestellt, deren Vertreter ängstlich bemüht seien, nur nicht etwa den Verdacht aufkommen zu lassen, als fönnten fie eine andere Gesinnung betätigen oder auch nur hegen, als sie von den ultramontanen Zeitungen approbiert werde. Es sei zu erwarten, daß solchen Märte barin, baß et hed teil wird. " charaktervolle Depretationen" Hus der Frauenbewegung. erfahren. Sie wird eine besondere Abteilung erhalten, die abDie Gleichheit" wird vom neuen Jahre ab eine Erweiterung anderen Nummer Jugendleftüre bieten wird. Der Verlag ersucht wechselnd in einer Nummer Unterhaltung und Belehrung und in der Genofsinnen und Genossen um Mitarbeit. Die ersten Beiträge werden bis zum 31. Dezember erbeten. allrauß vom Zentralverband der Handlungsgehülfen und GeEs folgte eine sehr lebhafte, ausgedehnte Debatte. Fräulein hülfinnen ist im großen und ganzen mit der Referentin einverstanden. Sie ist jedoch der Meinung, daß die immer weiter fortschreitende Spezialisierung der Arbeit im Handel hervorragende asm Versammlung der Buchbinderei- Arbeiterinnen. Intelligenz der Angestellten mehr und mehr überflüssig mache. Den Mittwoch, den 9. November, veranstaltete der Deutsche Buchbinder- Hauptwert der Fortbildungsschule sehe sie darin, daß sie die Beberband, Bahlstelle Berlin, für seine weiblichen Mitglieder eine Ver- feitigung einer langen Lehrzeit ermögliche. Gine Zeit zum Einsammlung, in welcher Frau Dr. Wehl einen Vortrag hielt über das arbeiten von 4 bis 6 Wochen würde dann vielleicht genügen. Auch Thema:" Die Erwerbstätigkeit der Frau in der für die Männer sei die Lehrzeit abzuschaffen. Von den Kollegen Gegenwart". In glänzender Weise wußte die Vortragende die werde zugegeben, daß die Lehrlinge lediglich ein Objekt der Ausbeutung Anwesenden zu fesseln. Enthielt doch auch ihr Vortrag so viel feien und daß die schlimmste Konkurrenz die Lehrlinge seien. ( Abbitte) nicht nur bei der katholischen Minderheit, sondern auch bei so viel menschliches Elend in unserem lieben Vaterland, hervor- fie beim Verband für weibliche Angestellte vermißt, und empfiehlt des Belehrenden und erschloß vor den Augen der Zuhörerinnen Rednerin vertritt dann den Standpunkt des Klassentampfes, den der evangelischen Mehrheit allmählich die verdiente Würdigung zu gerufen durch die schlechte Bezahlung der Frauenarbeit, speziell mit feurigen Worten unter lebhaftem Beifall eines Teils der Ver Der Angeklagte bestritt, daß er sich durch irgendwelche per- Bayern eine Storbmacherfamilie es nur bei angestrengtester Arbeit mann( Verband für weibliche Angestellte) tritt der Rednerin in der Hausindustrie; wie in derselben, in derselben, zum Beispiel in sammlung den Anschluß an den Zentralverband. Dr. Silber. sönliche Gehässigkeit bei dem Artikel habe leiten lassen. Der auf einen Tagesverdienst von 40 Pf. bringe, in Nürnberg eine entgegen und bestreitet unter anderem, daß sein Verband die Harmonie § 166 St.-G.-B. sei ein großes Streitobjekt zwischen fatholischen Mutter mit ihren Kindern bei täglich 14- bis 18stündiger Arbeitszeit mit den Prinzipalen empfohlen habe. Die Interessengegenfäge tenne und evangelischen Geistlichen, weniger wegen seines Inhalts und seiner auf 4 bis 6 M. die Woche tomme; daß aber auch in Berlin durch er auch und er habe auch stets feine Schuldigkeit getan. Der BerTendenz als wegen der praktischen Anwendung. Der evangelische Lehrer festgestellt sei, daß schon vierjährige Kinder mithelfen müssen band und er hielten auch eine große gemeinfame Organisation für Pfarrberein habe fich der Beseitigung des§ 166 angenommen aum Unterhalt der Familie. Daß solchen Verhältnissen gegenüber das beste. Eine Verschmelzung mit irgend einem anderen Verband und es müſſe behauptet werden, daß dem Landrat bekannt war, daß diese Angelegenheit auf der Synode zur Sprache kommen würde. nur die Organisation imstande sei, Befferung zu schaffen und daß sei aber folange, wie es feinen ohne jede politische Tendenz gäbe, Uebrigens habe der Landrat v. Engelmann nach jenem Zwischenfall Neicher Beifall lohnte die Referentin am Schluffe ihres Bor-- Gehülfinnen sei ja aber schon öfter direkt als fozialdemokratische alle Frauen in allen Berufen sich einer solchen anschließen möchten. nicht möglich. Der Zentralverband der Handlungsgehülfen und feine sämtlichen kirchlichen Aemter niedergelegt. trages. Der als Zeuge vernommene Landrat Dr. v. Engelmann Drganisation empfohlen worden. Die zahlreich anwesenden MitSekundete, daß er wußte, daß der betr. Antrag auf der Synode gestellt unter Verbandsangelegenheiten gab die weibliche Vertrauens- glieder des Verbandes weiblicher Angestellten stimmten ihm durch werden würde, daß er aber dienstlich verhindert gewesen sei, an der person bekannt, daß der Deutsche Buchbinderei besiger- ihren Beifall zu, als er die Verdienfte dieses Verbandes eifrig Lobte und Abstimmung teilzunehmen. Er habe die Zuſchrift an die„ Schles. Verband Versuche mache, eine Durchbrechung des Tarifs vor dem Zentralverband vorwarf, er habe fozialpolitisch weniger geBoltsztg." nur int Intereffe des guten Einvernehmens im Streise zunehmen. Er ist jest nach vierjähriger anstandsloſer Bezahlung des leiftet. Die weitere Debatte lief wesentlich auf ein gegenseitiges gerichtet, jede„ Entschuldigung" habe ihm ebenso fern gelegen, wie Berliner Tarifs darauf gefallen, daß die Leipziger nach Dedelgröße Abwägen der vermeintlichen und wirklichen Verdienste und Untereitva das Bestreben, sich nach oben" beliebt zu machen. Er teile bezahlen und deshalb ließ er durch sein Mitglied Herrn Frydrychowitsch lassungen der verschiedenenen Organisationen hinaus. Fräulein die Anficht, daß die Aufhebung des ganzen§ 166 nicht praktisch sein erklären, daß auch die Berliner Unternehmer von jetzt an nur nach Klara Bohm und die Herren Stargard, Meyer und andere und sowohl der evangelischen wie der katholischen Kirche zum Schaden Deckelgröße bezahlen wollen. Natürlich hat der Deutsche Buch- sprachen für den Zentralverband, Herr Schneider und Fräulein gereichen würde und von diesem Gesichtspunkte aus habe er in seinem Leipzig eingelegt und alle Mitglieder aufgefordert, jeden derartigen Menzel für den Verein deutscher Kaufleute, den er für berufen binder Verband dagegen Verwahrung beim Tarifamt in errmann für den Verband weiblicher Angestellter, Herr Schreiben an die Schles. Volksztg." die Wendung infolgedeffen" gebraucht. Auf die Frage nach dem Grunde der Niederlegung seiner Versuch zurückzuweisen und sofort dem Verbande zu melden. erſuch zurückzuweifen und ſof hält, am allerehesten mit dem Verband der weiblichen Angestellten Stirchenämter erwiderte der Zeuge: Weil ich mich von evangelischen zusammenzukommen. Herr Lichno bom Verein Berliner Geistlichen nicht beschimpfen lassen will." Der Staatsanwalt hielt Spandau. Der Frauen- Bildungsverein hat sich am Montag Hausdiener versicherte die Damen der Sympathie der Hauses für zweifellos, daß der Landrat Dr. v. Engelmann durch den nach einem furzen Referat des Genoffen Rieger tonstituiert; das diener in ihrem Kampfe ums Recht. Und dann trat Inhalt des Artikels, namentlich durch den spöttischen Ausdruck Statut des Berliner Vereins wurde mit unwesentlichen Abänderungen noch Herr Bechli vom deutsch nationalen Verband auf charakterbolle Depretation" beleidigt werde. Er beantragte gegen akzeptiert, und beschlossen, die regelmäßigen Bereinsfigungen an und bekam das Kunststück fertig, trotz der dagegen sprechenden Taten den Angelagtten 60 M. Geldstrafe eventuell 12 Tage Haft. jedem Montag nach dem Monatsersten im Lokal von seines Verbandes diefen vom Vorwurf rückständigen und häßlichen Rechtsanwalt Dr. Schwindt beantragte die Freisprechung. Kumte, Schönwalderstr. 80, stattfinden zu laffen. Der Monatsbeitrag Rampfes gegen die Kolleginnen beinahe rein zu waschen. Der Angeklagte schloß sich den Ausführungen seines Verteidigers an und ersucht den Gerichtshof, noch folgende Gesichtspunkte zu berücksichtigen: Die Evangelischen ständen jetzt in einem schweren Kampf, denn von katholischer Seite werde auf der ganzen Linie mobil gemacht gegen die evangelische Kirche. Wir stehen direkt vor dem Versuch einer Art " im 10TH " beträgt 20 Pf. Es vollzogen sofort 26 Mitglieder ihren Beitritt. In den Vorstand wurden gewählt: Frau Rieger als Vorfigende, Frau Marzillger als Kassiererin und Frl. Vogler als Schriftführerin fowie Frau Konizer und Frau Liersch. Steglitz. Donnerstag, den 17. November, abends 81%, Uhr, hält der Bildungsverein für Frauen und Mädchen von Stegliß und Umgegend bei Wahrendorf, Schloßstr. 117, seine regelmäßige Vereinsversammlung ab. In derselben wird Frau Dr. Bepler einen Vortrag über„ Die Schule" halten. Da der Vortrag ein sehr interessanter zu werden verspricht, ist es Pflicht eines jeden Mit gliedes, in dieser Versammlung zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Gegenreformation in Deutschland. Deutschland folle zurückgeführt werden zu dem alten Glauben". Es zeige fich jetzt ein Generalangriff der Ultramontanen auf allen Gebieten, nicht nur des Glaubens, sondern auch der Schule, der Bildungsfreiheit, der Geistesfreiheit. Der Gegensatz zwischen Evangelischen und Statholiten spike sich zu, wie nie zuvor. In einer Bahlreichen und pünktlichen Besuch aller Mitglieder erwartet solchen Lage des schweren Ringens und der heftigsten Angriffe, denen die Pioniere des evangelischen Glaubens ausgesetzt seien, müsse es in diesen ein bitteres Gefühl erregen, daß sie bei dieſem Fortbildungsschulpflicht und Frauenfrage im Handelsgewerbe. großen und gewaltigen Kampf bei der Regierung und deren Ver- Eine öffentliche Versammlung mit dieser Tagesordnung hatte tretern nicht das wünschenswerte Verständnis und die erforderliche Fräulein Herrmann vom Kaufmännischen Verband für weibliche Unterstützung finden, daß sie sich immer sagen müssen: unseren be- Angestellte" zum 14. November nach dem Etablissement Buggenhagen rechtigten fleinen Wünschen wird nur sehr schwer Erfüllung, während am Morigplatz einberufen. Der große Saal füllte sich bis zum In einer gegen nur verhältnismäßig wenige Stimmen angenommenen Resolution sprach sich die Versammlung für die Einführung der Fortbildungsschulpflicht auch der weiblichen Angestellten aus. Die Resolution spricht zugleich dem Verbande der weiblichen angestellten für sein wirken Anerkennung aus. Marktpreise von Berlin am 14. November. Nach Ermittelungen des tgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Zentner: Weizen**), gute Sorte 17,55-17,54 902., mittel 17,53-17,52 m., geringe 17,51-17,50. Roggen**), gute Sorte 18,85-00,00., mitte! 00,00-00,00., geringe 00,00-00,00 2. Futtergerste*), gute Sorte 15,70-14,50., mittel 14,40 bis 13,30 M., geringe 13,20-12,10 M. Hafer), gute Sorte 16,40-15,60., mittel 15,50-14,70 M., geringe 14,60-13,90 M. Erbsen, gelbe, zum Wochen 40,00-30,00 2. Speisebohnen, meiße 50,00-30,00 M. Linfen 60,00-30,00 2. Startoffeln 9,00-7,00 2. Richtstroh 0,00-0,00 2. Heu 0,00-0,00 M. Für ein stilogramm Butter 2,80-2,00 M. 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Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 6 Gebrauchte spottbittig. Postkarte genügt. Frankfurter Allee 10, Ringbahnhof. At- Boghagen 4, Ede Neue 2534 Bahnhofstraße. * Rosenberg, Kottbuserdamm 98. auswahl, Spottpreise. Rosenberg, Kottbuserdamm 98. Knaben Anzüge, Knaben- Baletots, Joppen. Riefenauswahl. Spottpreise. Rosenberg, Kottbuserdamm 98. Damenjadetts, Damencapes, Damenröde, Damenblusen. Riesenauswahl. Spottpreise. haus.) lotal. 2989b 9K* Zweisimmerige Wohnung 25 Dart monatlich, fofort Hübnerstraße 6. Schlafstellen. Möblierte Schlafstelle vermietet Jacobey, Kolbergerstraße 26. Fürstenstraße 20, I. Gute Schlafstelle, Herrn. Stemmer, +71 Schlafstelle für Herrn, sofort. Strause, Mustauerstraße 26, Hof I. Schlafitelle, separater Eingang, bermietet Bengsch, Emdenerstraße 28. Arbeitsmarkt. 56 Blattes. Begen Differenzen sind die Firmen Warschauers M.& F. Berndt, rate 78, und Lühr& Wiese Nachfolger Rüdersdorferstrake 26, früher Richterscher Betrieb, gesperrt. 75/ 20* Der Vorstand. 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