Nr. 271. BbonnemenfS'Bfdingungen: Abonnements- Preis pränumerando> Lierteljährl. 3L0 Mt, monatl. tlO Ml, wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Sinzeine Nummer 5 Pfg. Sonntags» ii ummer mit illustrierter Sonntags» Beilage.Die Neue Welt- 10 Pfg. Post. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Singetragen in die Post-ZeitungS- Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich, Ungarn L Marl, für das übrige«uSIand 8 Marl pro Monat. S1. Jahrg. crlchtlBl tigilch auBtr dootta*. Devlinev VolKsblatt. DIt Tnfertions» Gebühr beträgt für die sechSgespaltene Kolonel- zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche PcremS- und BersammIungS.Anzcigen 25 Pfg. „Kleine Hnztigen", das erste(fett- gedrucktel Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Felltagen bis S Uhr vormittags geöffnet. Telegramm-Adresse: „SoziallkmoKrat BtrllD". Zentralorgan der rozialdemokratifchcn parte» Deutfchlands. Redaktion: 8 AI. 68» Linden Strasse 69. fifernfprcrficr: Am» IV. Nr. I9K3. Expedition: 8 AI. 68» Lindenstrassc 69. Fcrniprechcr: Amt IV. Nr. 1984. Die Russifizierung Deutschlands. Während sich die ganze Kulwrwelt mit Abscheu von der russischen Barbarei abwendet, verkünden und betätigen die preußischen Regierungskünstler den Grundsatz: Russische Schande ist preußische Liebe. Sie verknüpfen das Schicksal der Borussenwirtschaft eilfertig und rastlos täglich fester mit dem Schicksal der Russenwirtschast und befestigen so die Ueber- zeugung, daß der unabwendbare Zusammenbruch der Russen- Wirtschaft auch die Borussenwirtschaft mit sich reißen wird. So oft man auch nur einen Augenblick auf den Gedanken gekommen sein könnte, es könne ein Stillstand in der Flut der preußischen Liebedienerei gegen Rußland eintreten, die öffentliche Meinung könne durch kluge Vorsicht der Regierung eingelullt werden, gleich wird das Volksgewissen wieder aufgepeitscht durch neue Vorgänge, die einander geradezu zu überbieten suchen. Ten Fällen Kugel und Buchholz folgten die Ausweisungs- Auslieferungen Kalajeff's, Alter's usw., und Schlag auf Schlag die Fälle Krassikoff-Schekoldin, die Enthüllungen des „Vorwärts" über die offizielle russische Spitzelwirtschaft in Deutschland, die Schmähung der unsere Gastfreundschaft ge- fließenden Russen durch die höchsten Reichs- und Staats- beamten, die Ausweisung der nach dem Dezimierungssystem herausgegriffenen 14 Russen unter Assistenz der allweil dienst- beflissenen Universitätsbehörden, die Preßenthüllungen über die Rechtlosigkeit der Fremden in Preußen, die Unsäglichkeiten des Königsberger Prozesses, die Aufdeckung des nieder- trächtigen Ballin-Skandals. Die öffentliche Meinung, wenn es denn eine solche bei uns überhaupt gibt, wurde endlich an allen Ecken und Enden rebellisch, wenigstens hatte es den Anschein. Und als jüngst die Nachricht durch die Zeitung ging. Ballin habe eine Ab- änderung seines Auswanderer-Erpressungssystems zugesichert, glaubte manch einer: die kulturellen Elemente Deutschlands hätten den Anfang eines Sieges über den äußeren und inneren Kosakenkurs erfochten. Aber weit gefehlt. Bald stellte sich heraus, daß Ballin nichts anderes zugesichert hatte, als die Teilung der Erpresser- beute mit der Cunardlinie, als die Proklamation der deutsch- englischen Erpressersolidarität, als die Verleihung des Rechts an die Auswanderer-Parias, frei zu wählen, ob sie dem Ballin- Wiegandschen Geschmortwerden nach deutscher Methode vor- ziehen wollen, nach der englischen Methode der Cunardlinie gesotten zu werden. Dieser Erfolg der öffentlichen Meinung war nichts weiter, wie der Vorbote der bald darauf vollzogenen deutsch-englischen Reedereiverbrüderung. Die provisions- hungrigen Ballin-Agenten lauern nach wie vor allabendlich auf das Auswanderungswild. Ruhleben blüht und gedeiht, Geld oder Leben, d. h. Billett nach Amerika, auch wenn du nicht hinwillst, oder Auslieferung an den Zarismus, so tönts in endlosem Kehrreim dem illegalen Auswanderer noch immer entgegen. Das Maß der Erpressung entspricht nach wie vor dem Maße der Notlage. Die Tugend des vollen Geldbeutels findet dadurch nach wie vor eine wohlverdiente Anerkennung, daß alle Ballin- und Polizeisorgen und-Fürsorgen vor den Kajütenpassagieren ehrerbietigst Halt machen. Aber das Ge- wissen auch eines Teils des Bürgertums ist tatsächlich seit Königsberg empfindlicher geworden: das beweist die Haltung der linksliberalen Presse in den Fällen der Polizei-Jmmatri- kulationen an der Berliner Universität und gegenüber der An- gelegenheit des Fräulein Bärson. Beide Fälle boten an sich nichts Neues. Tie Fälle Krassikoff-Schekoldin, die Ausweisung der Vierzehn, unter denen zahlreiche Familienväter waren, und in erster Linie der Fall unseres Freundes Wetscheslaff lagen zum Teil noch schlimmer, und dennoch waren sie seiner- zeit totgeschwiegen oder in einen versteckten Winkel eingesargt worden. Im Falle des Fräulein Bärson, das ja mit der Sozialdemokratie an sich nichts zu tun hat, protestierte aber bereits ein großer Teil der Presse ganz energisch, und wenn die Polizei sich auch schwerlich an diese Proteste gekehrt hat, als sie das Opfer frei ließ, sondern viel- mehr mi den Spruch dachte:„Wer den Papst zum Vetter hat". — so ist doch der Umschwung der öffentlichen Meinung von zeitgeschichtlichem Interesse. Wir sind jetzt in der Lage, mit einem neuen Dokument der Russifizierung aufwarten zu können, das von einer Stelle herrührt, die in die prmßlsche Kosakenpolitik bisher noch nicht unmittelbar eingegriffen hat, oder besser bei einem solchen Eingriff noch nicht erwischt worden ist, nämlich vom preußischen Kultusministerium selbst. Bekannt und wiederholt von uns erörtert sind d,e Falle der Studenten Nikitin und Suberfarb. denen in ihrem Ab- gangszeugnis vom 30. März 1904 durch Rektor und Senat der hiesigen Universität beurkundet worden war, daß sie sich »bis zu ihrer durch Perfügung des hiesigen Polizeipräsidenten vom 16. 3. 1904 erfolgten Ausweisung aus Preußen" als Studierende hier aufgehalten haben. In jedem dieser Ab- gangszeugnisse hieß es am Schluß:„Hinsichtlich seines Ver- Haltens auf der hiesigen Universität ist Nachteiliges nicht zu bemerken."_ Ruf die Beschwerde des Genossen Karl Liebknecht vom 8t. 3. 1904 hatte der Rektor von Richthofen— die Ver- wandtschaft mit dem Staatssekretär des Auswärtigen ist ver- hängnisvoll unter dem 13. 5. 1904 erwidert, daß der akademische Senat einstimmig beschlossen hat, den Antrag auf Streichung des Vermerkes„bis zu seiner durch Verfügung des hiesigen Polizeipräsidenten vom 16. 3. erfolgten Aus- Weisung aus Preußen" abzulehnen. Gründe gab es nicht. Hierauf erhob Liebknecht am 27. F. 1904 weitere Be- schwerde beim Kultusminister, in der u. a. ausgeführt wurd�: „Das Verlangen(nach Streichung) stützt sich einerseits auf die positive Unrichtigkeit des fraglichen Passus— Nikitin hat die Exmatrikel nach ordnungsmäßiger Abmeldung und vor Rechtskraft des Ausweisungsbefehls ausgefertigt erhalten— andererseits auf den Charakter der bemängelten Worte, die den Charakter der Stigmatisierung tragen und einem anderen Zweck nicht dienen können: auf alle Fälle wünscht Nikitin eine motivierte Beschwerde, um wenigstens einen Anhalt zu haben, wie die Universität ihre tief in seine Existenz eingreifenden Maßregeln(Nikitin wurde von der Universität Heidelberg ohne weiteres zurückgewiesen) rechtfertigen zu können vermeint!" Trotz wiederholter Erinnerung durch eingeschriebene Briefe vergingen über vier Monate, ehe das Kultusministerium ein Lebenszeichen von sich gab. Geduld ist ja die wichtigste Bürgertugend im preußischen Vaterlande, die wichtigste Tugend der preußischen Untertanen, und das preußische Kultus- Ministerium tut alles, um diese Tugend zu stählen. Der Lohn der Geduld blieb nicht aus. Rechtsanwalt Liebknecht erhielt endlich das folgende Aktenstück: Berlin IV. 64, den 7. Oktober 1964. Der Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal- Angelegenheiten. U I. Nr. 7761. Auf die Eingaben, betreffend das Abgangszeugnis des früheren Studierenden an der hiesigen Friedrich Wilhelms- Universität Alexis Nikitin. Die Beschwerde gegen den Beschluß des Rektors und Senates vom 11. Mai d. I. kann nach den angestellten Ermittelungen für begründet nicht erachtet werden. Nikitin ist am Tage des Er- lasies der polizeilichen Ausweisungsversügung in den Büchern der Universität gestrichen worden. Der angefochtene Vermerk des Abgangszeugnisses, in welchem beurkundet wird, daß Nikitin„sich bis zu seiner durch Verfügung des hiesigen Polizeipräsidenten vom 16. März 1904 erfolgten Ausweisung aus Preußen als Studierender hier aufgehalten hat", ist also keineswegs unrichtig, sondern der Sachlage durchaus entsprechend. Daß in dem Ver- merke die erfolgte Ausweisung ausdrücklich erwähnt ist, recht. fertigt sich aus der Verpflichtung der akademischen Behörden, die hinsichtlich des Verhaltens der Studierenden auf der Universität bemerkenswerten Tatsachen anzugeben. Wenn aber diese An- gäbe nicht in die für die Charakterisierung des Verhaltens vor- gesehene Rubrik aufgenommen, vielmehr die mildere Form ge- wählt ist, die Ausweisung in Verbindung mit der Dauer des Studienaufenthaltes des Nikitin zu erwähnen, so fehlt es an jedem Grunde, daraus eine Beschwerde herzuleiten. Das Abgangszeugnis folgt anbei zurück. In Vertretung: gez. Werner. Also am Tage des Erlasses der polizeilichen Aus- Weisungsverfügung ist Nikitin in den Büchern der Universität gestrichen worden! Die Universitätsbehörde hat keine Nach- Prüfung, nicht einmal den Versuch einer Nachprüfung der polizeilichen Maßregel für erforderlich gehalten. Der Herr .Polizeipräsident winkt, der Diener Universitätsrektor gehorcht — stumm, schweigend, unbedingt. Nicht einmal die Rechtskraft der Ausweisungsverfügung wird abgewartet. Man wußte ja genau und aus erster Quelle, daß die Vollstreckung der Aus- Weisung vor Rechtskraft geplant war: ein einträchtig intimes Verhältnis zwischen Polizei und Wissenschaft, ein Symbol der deutsch-preußischen Kultur-Karikawr. Dieses war der erste Streich. Und der zweite: Der Kultusminister erkennt offen an, und das ist das einzige erfreuliche an dieser deutschen Universitätsmisere, daß der streitige Vermerk des Zeugnisses zur Charakterisierung des Verhaltens auf der Universität dienen soll. Aber man war gnädig, man hat die mildere Form der Brandmarkung ge- wählt, die Ausweisung in Verbindung mit der Dauer des Studienaufenthaltes zu erwähnen. Mildere Form? Mlder, weil die Brandmarkung nicht auf Zeile 20, fondern auf Zeile 10, nicht auf der Rückseite, sondern auf der Vorderseite des Zeugnisses steht. Man muß in der stickigen Luft der Bureaukratie zu Hause sein, um diese Gnade würdigen zu können, die Gnade, daß die Brandmarkung nicht offen und ehrlich an gehöriger Stelle, sondern versteckt und doch deutlich genug erfolgt ist, die Gnade der schwarzen Liste an Stelle des offenen Boykotts, diese ISnade, die ja auch so vortreffliche Früchte für Nikikin und Silberfarb ge- tragen hat. Wäre man doch ordnungsmäßig und ohne Gnade ver- fahren, hätte man doch, was gegen Nikitin vorlog, in die für die Charakterisierung des Verhaltens vorgesehene Rubrik auf- genommen! Was hätten Rektor und Senat in diese Rubrik schreiben können? Etwa:„Ist vom Berliner Polizeipräsidium ausgewiesen." Man hätte wohl oder übel angeben müssen, was Nikitin verbrochen habe. Dies wäre geradeaus und offenherzig gewesen, dann hätte sich das Zeugnis aus sich selbst erklärt. Jetzt hieß es„ausgewiesen". Weshalb, vielleicht einer unehrenhaften Handlung wegen? Warum hat man nicht gesagt:„Nikitin hat die Protestresolution der russischen Studenten gegen die Beleidigung der russischen Studenten durch den Reichskanzler Grasen Äülow unterschrieben. Der deutsche Reichskanzler braucht sich nach seinen eigenen Worten keine Grobheiten sagen zu lassen und hat deshalb die Aus- Weisung veranlaßt." Eine schöne Milde, die nichts ist als der Versuch, dem Bekenntnis der Wahrheit auszuweichen. Die Verfügung des Kultusministers vom 7. Oktober 1904 bietet einen trefflichen Einblick in die geheime Werkstatt unserer Bureaukratie und ihrer Kosakenpolitik, und diese kosaken- politische Bureaukratie bekümmert sich in ihren Polizeistuben noch weniger um die öffentliche Meinung als selbst in Ruß- land, wo freilich der militärische Zusammenbruch die Gewissen ein wenig zu schärfen scheint, wie einst in dem Preußen vor Jena!_ Vom oftasiatischen Kriegsschauplätze wird nach einer Petersburger Nachricht vom 17. November durch die russische Generalagentur aus Mulden unter dem 15. d. M. gemeldet, daß die Japaner am 19. November zum Vormarsch übergehen wollen, um das Zentrum der ruf- fischen Aufstellungen zu durchbrechen. Die öfter genannte „Birshewija Wjedomosti" meldet dagegen, daß die Japaner große Streitkräfte nach der russischen O st f r o n t hin zu- sammenzögen, von woher beunruhigende Nachrichten einliefen. Nach Patrouillenmeldungen seien alle Wege von feindlichen Posten besetzt.— Nach einer ferneren Meldung sollen die Japaner den Schaho bereits überschritten haben. Während also auf dem mandschurischen Hauptkriegsschau- platz in nächster Zeit neue Kämpfe bevorzustehen scheinen, scheint auch die Lage in Port Arthur sich fortgesetzt zu v e r s ch l i m m e r n. Als Zeichen der be- drängten Situation der Russen in der belagerten Festung dürfte der Durchbruch eines russischen TorpedobootSzer- störers anzusehen sein, der am 15. November in Tschifu ein- gelaufen ist. Dieses Schiff benutzte einen Schneesturm, um die japanische Blockadenflotte zu durchbrechen. Es entkam glücklich mich Tschifu und soll dort mehrere Depeschen dem russischen Konsul übermittelt haben. Ein chinesischer Kreuzer legte neben dem russischen Schiff an, dem von der chinesischen Regierung die Mitteilung gemacht wurde, daß es nach 24 Stunden ab- zurüsten habe. Der Torpedobootszerstörer rüstete jedoch nicht ab, sondern wurde von dem Kommandanten, als zwei japanische Kriegsfahrzeuge vor dem Hafen erschienen, am Abend in die Lust gesprengt. Dies Auslaufen des russischen Schiffes läßt sich nur dadurch erklärm, daß General Stössel wichtige Nach- richten nach Tschifu übermitteln wollte. Es wurde zwar be- hauptet, daß in der letzten Zeit wieder chinesische Dschunken diß Blockade des öfteren durchbrochen hätten, allein wenn dies der Fall wäre, würde General Stössel schwerlich den Torpedobootszerstörer zum Ueberbringer der Nachrichten benutzt haben, mußte er doch mit Bestimmtheit darauf rechnen, daß das Schiff selbst beim Gelingen dieses Austrages v e r l o r e n sei. Der Kapitän des russischen Schiffes hat zwar erklärt, daß Port Arthur sich noch in vorzüglicher Verfassung befinde, daß an Wasser und Proviant Ueberfluß vorhanden sei. daß die Zahl der Todesfälle nur eine geringe sei und daß er der festen Zuversicht wäre, daß Port Arthur sich halten könne. Auch die russischen Schiffe seien zwar von japanischen Granaten verletzt worden, aber bereits wieder her- gestellt. Die russischen Kreuzer unternähmen oft Ausfahrten vor die Reede. Gerade wenn diese Darstellung des Kapitäns zuträfe, wäre die Opferung des russischen Torpedoboots- .Zerstörers vollends unerklärlich. Da aber die japanische Darstellung, wonach die russischen Schiffe durch die japanischen Granaten vollständig gesechtsunfähig gemacht worden sein sollen, die größere Wahrscheinlichkeit für sich hat, so ist es schon eher begreiflich, daß es General Stössel schließlich einerlei war. ob der Torpedobootszerstörer im Hafen von Port Arthur selbst oder in Tschifu vernichtet wurde.— Nach allerdings unbestimmten Gerüchten soll General Stössel beim Zaren angefragt haben, ob er sich noch bis zum äußersten halten oder die Festung kapitulieren lassen soll. Ein russischer Torpedobootszerstörer in die Lust gesprengt. London, 16. November. Dem„Reuterschen BuveaiT wird aus Tschifu gemeldet: Der Kommandant des russischen Torpedoboots- Zerstörers„Rastoropnh" hat auf Befragen geäußert, Aufgabe des „Nastoropny" sei einfach die Beförderung von Depeschen gewesen; die übrigen Schiffe seien in Port Arthur geblieben. Er sei um Mitter- nacht unter dem Schutz« eines Schneesturms von Port Arthur ab- gedampft. Japanische Torpedoboote hätten den„Rastoropnh" dn Sicht bekommen und ihn verfolgt, der„Rastoropnh" aber, eines der schnellsten russischen Schiffe, sei bald seinen Verfolgern entkommen und in Tschifu eingelaufen. Wie der Geruch eines an Bord zum Frühstück gebratenen Stückes Fleisch beweise, sei in Port Arthur noch frisches Fleisch vorhanden. — Nachdem der„Rastoropnh" hinter dem amerikanischen Kriegsschiff „New Orleans" vor Anker gegangen war, machte der chinesische Kreuzer„Haiyung" innerhalb 20 Minuten Dampf auf und kam längsseit des„Rastoropnh". Der Kapitän des„Haihung" kam an Bord des„Rastoropnh" und hatte mit dessen Kommandanten eine kurze Unterredung. Kurz darauf kam der amerikanisch« Admiral an Bord, wurde aber ebensowenig wie der chinesische Kapitän auf- gefordert, in die Kajüte einzutreten, obgleich heftiger Schneesturm weht«. Der chinesische Kapitän gestattete dem Kommandanten. 24 Stunden in Tschifu zu bleiben mit dem Bemerken, daß das Schiff nach Ablauf dieser Frist gezwungen werden würde, abzurüsten. Während dieser Unterredung waren Matrosen, di«. gesund und sovg. los schienen, an Deck mit dem Fetten und Laden von Torpedorohren beschäftigt. Nach der Unterredung verholte der„Rastoropnh" nach dem alten Ankerplatz des„Reschitelnh". wo dann der russische Konsul an Bord kam. um Depeschen mit an Land zu nehmen.— Di« Offiziere des„Rastoropnh" äußerten, mit Pott Arthur stehe es noch so gut wie vor zwei Monaten. Die Nachrief daß der„93 a j a ri" gesunken, sei unrichtig, nur seine Maschinen seien durch Ge- schösse beschädigt, aber wieder ausgebessert worden. Die Kreuzer zu lassen, da seine Maschine beschädigt sei. Deutfches Reich. Die Kriegsbriefe des Herrn v. Kretschman. " Die Tiefen täglich aus dem Hafen aus, während die Schlachtschiffe im| Militarismus erlaubt ist und was nicht? Hunderttausende von Hafen blieben. Reservisten sind Mitglieder von Gewerkschaften, von Arbeiter- TurnLondon, 16. November. Dem Reuterschen Bureau" wird aus vereinen, von Arbeiter- Gesangvereinen. Jede Teilnahme an den Tschifu von heute nachmittag 3% Uhr gemeldet: Der russische Konsul Angelegenheiten ihrer Kollegen könnte von der Militärbehörde als Die Veröffentlichungen der wertvollen Kriegsbriefe ihres Vaters, teilte dem Laotai mitlich mit, daß der„ Rastoropný" durch schwere strafwürdig erachtet werden, wenn sie am Tage der militärischen die unsere Parteigenoſſin Braun veranstaltet hat, haben bei allen See nach Tschifu getrieben und entſchloſſen ſet, ſich desarmieren Kontrollversammlung erfolgt. Völlig unmöglich würde das Ver- Vorkämpfern der Humanität ein ebenso starkes sympathisches Einer weiteren Depesche aus Tschifu von 6% Uhr zufolge machte fahren der Militärbehörde gegenüber den zahlreichen Personen sein Interesse gefunden, wie sie die heuchlerischen Verteidiger der Kriegslegende verdrossen. Von den vielfältigen Versuchen, die Glaubder Tatoai dem japanischen Konsul zu dieser Zeit davon Mitteilung, deren Berufstätigkeit in den Gewerkschaften und anderen Arbeiter- würdigkeit der Kriegsbriefe des späteren Generals v. Kretschman zu daß die Desarmierung des" Rastoropny" vollendet sei, die Verschluß institutionen liegt. Der Zeitungsexpedient in Forst, den der Bezirks- erschüttern, schien am wirksamsten die von zwei hefſiſchen Offizieren stücke der Geſchütze und die Munition seien entfernt, die Maschinen kommandeur auf drei Tage in Mittelarrest wirft, dürfte an diesem gegen unser Partei- Organ in Mainz angestrengte Klage. gebrauchsunfähig gemacht. Bon 7 Uhr abends wird sodann dem„ Reuterschen Bureau" aus ganzen Tage seinen Beruf überhaupt nicht ausüben. Wer aber" Mainzer Volkszeitung" wurde denn auch zu 100 M. GeldTschifu telegraphiert: Die Russen haben den„ Rastorovny" verlassen. entschädigt ihn für ausfallenden Lohn? Die Militärbehörde nimmt strafe verurteilt, weil sich herausstellte, daß Herr v. Kretschman sich in einer Beziehung geirrt hatte: es waren nicht die Hessen, Nur ein Mann blieb zurück und sprengte das Schiff in die Luft. in Anspruch, zahlreichen Arbeitern ihren Lohn entziehen zu dürfen. Man hörte drei dumpfe Explosionen; fast gleichzeitig versank das Diese Ansprüche, die der Militarismus erhebt, sind freilich in wie im Kriege allgemein geglaubt wurde, die sich die Ausschreitungen Schiff. Nur eine Spiere ragt noch über die Wasseroberfläche empor. Wirklichkeit nicht erfüllbar. Die Militärbehörde ist völlig außer in Sens hatten zuschulden kommen lassen. Wenn aber der Staatsanwalt im Mainzer Prozeß erklärte, die Eine Erklärung für das Verhalten ist heute abend nicht zu erhalten; stande, irgendwie zu verfolgen, ob die Kontrollpflichtigen den vollen in den Kriegsbriefen aufgestellten Behauptungen entbehren jeder man nimmt aber an, die Russen hätten eine Wiederholung von Vor- Tag sich streng an die Vorschriften der Militärgeseze halten. Es tatsächlichen Grundlage", es sei im Gegenteil trotz der langen gängen wie bei der Beschlagnahme des" Reschitelny" vermeiden wird ein militärischer Befehl gegeben, für dessen Ueberwachung keine Beit gelungen, festzustellen, daß kein Makel an diesem Heer haftet" wollen. Soeben erscheint im Verlage Tschifu, 16. November.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus") im eigensten Interesse vermeiden, denn Strafandrohungen, die von Greiner u. Pfeiffer in Stuttgart eine Broschüre der GeTschifu, 16. November.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) Möglichkeit besteht. Solche Befehle müßte aber der Militarismus so hat er sich schwer geirrt. Heute nacht wurden zwei japanische Torpedoboots= imter dem Titel: Wahrheit oder zerstörer am Eingang des Hafens gesehen; z meifellos be- ohne Wirkung bleiben, sind stets höchst geeignet, das allgemeine An- nofsin Braun Legende", ein Wort zu den Kriegsbriefen des Generals schleunigten sie die Zerstörung des„ Rastoropny". sehen der Befehlsgewalt zu untergraben. v. Kretschman." Es wird in dieser Broschüre der zwingende Der japanische Konsul behauptet, daß 9 Mann von der Besatzung Man weiß zudem, daß der Anspruch der Militärbehörde eine Beweis geführt, daß die Briefe über die Vorgänge in Sens durchaus des" Rastoropny" mit Gewehren an Land gekommen seien, wogegen gesetzliche Grundlage überhaupt nicht besit. Nur durch die Wahrheit berichtet haben, nur daß eben nicht das hessische er beim russischen Sonsul Protest einlegte. Tschifu, 17. Novmeber.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) anmaßend künstliche Auslegung der Bestimmungen über die Militär- Detachement, sondern ein anderer Truppenteil die Ausschreitungen gerichtsbarkeit ist es möglich geworden, die Staatsbürger begangen hat. Aus den Tagebuch- Aufzeichnungen des damaligen Drei japanische Torpedobootszerstörer sind in den hiesigen Hafen über die Zeit der Kontrollversammlung hinaus und jedesmal für Magistratsdolmetschers in Sens, Dauphiné, und den Akten der Stadt eingelaufen und, nachdem sie sich vom Untergang des" Rastoropny" einen ganzen Tag den Militärgesetzen zu unterwerfen und das wird nachgewiesen, daß jene vom General v. Kretschman so tief Das Ueberschreiten des Tschaho durch die Japaner. höchste Kunstschaffen des deutschen Volkes durch Militärkontrolle zu beklagten Erzesse tatsächlich in allem Wesentlichen stattgefunden haben. verbieten. London, 17. November.( Bureau Laffan.) Ueber die Den Tagebuch- Aufzeichnungen Dauphinés( Professors der deutLage in der Mandschurei wird der„ Morning Post" aus schen Sprache am Lyceum) entnimmt die Broschüre u. a. die folgende Schilderung: Shanghai telegraphiert: Die Japaner haben den zugefrorenen Schaho überschritten. Ein bedeutungsvoller Zusammenstoß der beiden Gegner steht bevor. überzeugt hatten, wieder davongefahren. Wenn Lächerlichkeit in unseren Landen töten könnte, so würde die ungesetzliche Ausdehnung des Militärkontrolldienstes an der Karikatur zugrunde gehen, die der preußische Militarismus in Forst von sich gezeichnet hat. Königsberg zweite Auflage? Die russischen Verluste am Tschaho. Petersburg, 16. November. Der Generalstab berichtet Man schreibt uns aus Königsberg: Vor dem Unternach weiterer Uebersicht der Liste der russischen Verluste suchungsrichter in Goldap fand am Sonnabend, den 12. d. M. während der Kämpfe am Schaho folgendes: Soldaten getötet die Vernehmung eines dortigen Genossen und eines Fuhrwerts4086, verwundet 23 542, durch sonstige Unfälle verlegt 313, besigers aus der Umgegend statt. Sie sind beschuldigt, verschwunden 5327, im ganzen 33 268 Mann. Offiziere russischen Flüchtlingen und Auswanderern zur Flucht getötet 188, verwundet 700, durch sonstige Unfälle verletzt 66, verholfen zu haben. Dieses Verbrechen", so wurde ihnen verschwunden 39, im ganzen 995. erklärt, werde bis zu sechs Monaten Gefängnis oder 1000 M. Geldstrafe bestraft. Die 5360 Vermißten sind offenbar Tote, die von den Japanern begraben worden sind. Die russischen Verluste, die anfangs weniger als 30 000 Mann betragen sollten, werden aljo jetzt von offizieller Stelle bereits auf 34 263 Mann angegeben. In Wirklichkeit werden sie viel bedeutender gewesen sein. Verletzung der Neutralität durch Frankreich. Tofio, 16. November. Die bedeutendsten japanischen Blätter kommentieren lebhaft das Entgegenkommen Frankreichs, welches der baltischen Flotte das Kohleneinnehmen in französischen Häfen in hervorragender Weise gestattet hat. Sie kommen zu der Ansicht, daß eine solche Vergünstigung einem Durchzug feindlicher Truppen durch neutrales Land gleichkomme. Politifche Ueberlicht. Berlin, den 17. November. Die Kunst unter Militärkontrolle. Unübertreffliche Selbstkritik hat der Militarismus in einem Vorgange geleistet, den die„ Märkische Volksstimme" aus Forst berichtet. Bei der dort am Montag abgehaltenen militärischen Kontrollversammlung wurde den Mannschaften verboten, irgend welche öffentliche Veranstaltung an diesem Tage ohne besondere Erlaubnis der Militärbehörde zu besuchen. Das Verbot richtete sich gegen eine musikalische Veranstaltung, die " Die Offiziere, die diefes Detachement befehligten, hatten schon vorher 8000 Portionen Brot, 8000 Rationen gebratenes Fleisch und große Mengen von Leder bestellt. Während die Mairie die Lebensmittel zubereiten ließ, bestellten die Offiziere ein üppiges Frühstück im Hotel de l'Ecu und überließen sich, nachdem sie gesehen hatten, daß nichts zu befürchten war, in aus Schweifender Weise den Freuden der Tafel. Bald find fast alle betrunken und die brutalen Instinkte werden durch den Wein geweckt. Jetzt beginnen auch die Requisitionen. Der Kommandant verlangt 15 Säde Hafer, die sofort geliefert werden, Tabak, Zigarren und ferner 400 Paar Stiefel. Aber Stiefel wie in Deutschland werden in Sens nicht getragen, überdies haben die Schuster die Reste von Herrenstiefeln, die sie hatten, versteckt und es gelang nur mit großer Mühe, einige Schäfte und Lederrollen zu finden. Das ist zu Die Untersuchung stützt sich auf folgende Tatsachen: wenig für den preußischen Offizier.„ Ich werde die Wohnungen Seit Ausbruch des russisch- japanischen Krieges kommen durchsuchen lassen", sagte er zu Dauphiné, ich werde die Stadt bekanntlich an verschiedenen Stellen der deutsch russischen bombardieren lassen, ich werde sie durch meine Soldaten plündern Grenze Flüchtlinge herüber, um über Deutschland nach und anzünden laffen". Diese Drohungen sind umso erschreckender, als Amerika, der Schweiz oder sonst einem Staate, in dem sie sich die Soldaten, die mehr als gewöhnlich getrunken haben, zu allen sicher fühlen, auszuwandern. Es ist festgestellt worden, daß Exzessen fähig sind... Der Rittmeister erscheint auf der Mairie auf verschiedenen ostpreußischen Bahnhöfen von preußischen und verlangt, trunken vor Wein und Wut, daß man ihm dreißig Gendarmen russische Flüchtlinge festgenommen worden sind. Fässer mit Wein( jedes nach dem alten Maß, etwa 136 Liter ent Seit Anfang Oktober wurde auf dem Bahnhof zu Goldap große Quantitäten Reis liefern müsse. Wenn diese Requisitionen nicht haltend A. d. Ue.), zwanzig Fässer mit Branntwein, Kaffee und bei allen ankommenden und abfahrenden Zügen ein Gendarm binnen fünf Minuten gebracht werden, lasse ich die Stadt bombemerkt, der auf russische Flüchtlinge fahnden sollte. Die bardieren und anzünden. Lange genug, fügte er zu dem Dolmetscher selben suchten daher eine der nächsten Stationen von Goldap sich wendend hinzu, hat man mich an der Nase.Herumgeführt und auf, um ihre Reise durch Deutschland ungehindert antreten zu der Teufel soll mich holen, wenn ich die Stadt nicht anzünden lasse, sobald der Bürgermeister fortfährt, meiner zu spotten." können. Der Bericht des Munizipalrates von Sens vom 14. November 1870 An zwei verschiedenen Tagen im Monat Oktober kamen je ein Russe zu dem Genossen in Goldap und baten diefen, erzählt von allen Wechſelfällen des 13. November und von allen ungeordneten und unverantwortlichen Requisitionen, die gemacht wurden, er möchte ihnen doch ein Fuhrwerk besorgen, mit welchem sie er sagt, daß ein Teil der Bevölkerung verzweifelt war über die Gewaltbis zur nächsten Bahnstation Jeblonsken fahrten könnten. Diese tätigkeiten der die Stadt zuletzt passierenden deutschen Truppen.... Gefälligkeit hat der Genosse den beiden Russen, die erklärten. Am 12. Januar 1871 informierte Herr Robert, der damals die sie wollen sich nicht von den Japanern abschlachten lassen, Funktionen des Bürgermeisters ausübte, infolge einer Requisition in getan. Er ist auch auf deren Wunsch bis Jeblonsken mit- offizieller Weise den königlichen Etappenkommandanten von Sens gefahren. von der Plünderung der Magazine am Tage des 13. November, Bahnbeamten geladen, Zu der Vernehmung in Goldap, waren auch die beiden und dieser Offizier überzeugte sich von der Richtigkeit der Tatsachen. Schließlich liefern die detaillierten schriftlichen Reklamationen, für die Plünderung. angebliche Verbrechen sein. Bei dem Fuhrwerksbesiker ist auch schon früher ein Gendarm gewesen, hat ihn ausgefragt und behauptet, er wisse, daß er schon viele Flüchtlinge nach der Bahn befördert habe. Es wird dann aus den Aften der Stadt eine detaillierte Aufstellung sowohl der unberechtigten Plünderungen wie der ordnungsmäßigen Requisitionen aufgestellt. Die Summe der Plünderungen wird auf fast 5000 Fr. berechnet. der Forster Stadtkapelle ausgeführt wurde. Das Verbot wurde faufen. Das sollen gewiß die Hauptbelastungszeugen für das die die Geplünderten an den Magistrat richteten, den sichersten Beweis ferner noch nachdrücklichst bekräftigt, indem ein Reſervist, welcher Expedient der Märkischen Volksstimme" ist, verhaftet und zu dreitägiger Arreststrafe disziplinarisch verurteilt wurde, weil er den Bezirkskommandeur um die Erlaubnis zum Besuch des Konzerts ersucht hatte. Als Grund dieser Maßnahme wurde angeführt: Der Zweck des vom Gewerkschaftskartell veranstalteten Konzertes sei ein revolutionärer und der kontrollpflichtige Reservist habe durch seine Bitte um Erlaubnis, das Fest zu besuchen, eine fozialdemokratische Demonstration begangen! Unsere russenfreundlichen Behörden scheinen jetzt eine andere Taktik einzuschlagen. Scharenveise kommen hier an den Grenzorten russische Flüchtlinge über die Grenze nach Deutschland. Man hindert sie nicht mehr. Dafür beginnt man jetzt aber deutschen Staatsbürgern den Prozeß zu Es liegt uns das Programim des revolutionären Stonzertes bor. machen für Handlungen, die nach deutschen Gesetzen nicht Es zeigt neben einigen unbedeutenderen Musikstücken diese umſtürz- strafbar sind. Terischen Darbietungen: Duvertüre zum Fliegenden Holländer, Phantasie aus der Walküre, aus der Ersten Beethovenschen Sinfonie, * Diese Zusammenstellung ist aber nur eine sehr unvollständige. Herr v. Kretschmann hatte auch von dem Diebstahl eines Pferdes, eines Sattels und eines Zaumzeuges geschrieben. Die ErAllemande", die am 5. April 1871 von A. Billebeault, Munizipalcat zählung hiervon findet sich in der Broschüre Histoire de l'invasion von Sens veröffentlicht wurde. Er selbst war das Opfer dieses Diebstahls. " Am 13. November, sagt er,( S. 9), als ich zum Hotel de l'Ecu zurückkehrte, nötigten mich eine Masse Männer von verschiedenen Wir geben vorläufig diese Korrespondenz wieder, die wir Waffengattungen und Rangstufen, vom Pferde zu steigen und gingen die Ouverture zu Rossinis Wilhelm Tell und zu Lohengrin, Lisztschte völlig unglaublich und mißverständlich halten würden, wenn daran, es mir fortzunehmen. Jeder Widerstand wäre vergeblich Rhapsodien. Beethoven, Wagner und Liszt werden unter miligewesen, da die Masse mich erdrückt haben würde, und jo wandte ich tärisches Verbot gestellt, weil das Gewerkschaftskartell die Schöpfungen Was das aber für ein geheimnisvolles Verbrechen sein soll, Sie große Eroberer sind, wußte ich, meine Herren, ich hätte Sie tärisches Verbot gestellt, weil das Gewerkschaftskartell die Schöpfungen wir nicht seit Königsberg alles für möglich halten müßten. mich direkt an die Offiziere, die eben frühſtüdten und jagte:„ Daß der Meister im Tönereich der Arbeiterschaft bermittelt und weil der finanzielle Ertrag des Konzerts der Bibliothek des Gewerkschafts- dessen man unsere Parteigenossen beschuldigt, ist völlig rätsel- aber niemals für Diebe gehalten; man stiehlt mir mein Pferd!" fartells zufließen und zu Zwecken der Arbeiterbildung Verwendung haft. Jeder Deutsche hat das Recht und anständige Deutsche Einer der deutschen Offiziere ließ es mir sofort wieder zustellen, haben die Pflicht, den Opfern des Zarismus zur Flucht zu was aber einige Erpresser unter ihnen nicht hinderte, meinen Sattel verhelfen. Strafbar würden sich im Gegenteil Deutsche und mein Baumzeug zu entwenden. Dieser Sattel und dieses Zaumfitionen eines Offiziers eingetragen worden. machen, die Russen an der Flucht verhindern oder sie gar ge- zeug find in einem Verzeichnisse im städtischen Archiv als Requiwaltsam ausliefern. Wir müssen also einstweilen nähere Aufklärung, abfinden soll. Es ist ein tiefer Sinn in der Kriegstat, die in Forst die Musen aus dem Felde schlug. Wie sollte der Proletarier sich den Wundern Beethovenscher Kunst ergeben dürfen! Wie wird er aufgeheizt wider die massiven Klänge der militärischen Marschmusik, die ihn in die Staubwolke der Randstraße führen soll. Da wird er zur Höhe der Ideale erhoben, auf der nicht Säbel und Flinten wachsen. Ez be= darf nicht des verderblichen Zweckes der Förderung einer Arbeiterbibliothek, um Beethoven, der die französische Revolution musikalisch verherrlicht, und Wagner, der im Dresdener Maiaufstand auf der Barritade gestanden, als staatsgefährlich zu verbieten. Die unbewußte Selbstverhöhnung, die der preußische Militarismus in diesem Heldenstück der Musenaustreibung leistet, ist zugleich überaus geeignet, die Inhaltbarkeit des Zustandes zu erweisen, der aus dem Anspruch des Militarismus erwächst, daß die zur Kontrollversammlung berufenen Mannschaften des Beurlaubtenstandes den ganzen Tag, an dem die Kontrolle stattfindet, der MilitärDisziplin und dem Militär- Strafgesetzbuch unterstellt sind. warten. Straßenkämpfe in Warschau. Endlich hatte v. Kretschmann auch das Gerücht von der Ermordung eines Gastwirts verzeichnet. Es handelt sich dabei offen= bar um folgenden Vorfall: Als am Sonntag, den 13. November, abends 6 Uhr, in unser Hotel eingebrochen wurde, so berichten der Besizer des Hotels und seine Fray, wollten Soldaten und Männer von höherem militärischen Rang unter Vorwand einer Haussuchung fich einen Schrank öffnen lassen. Dieser Schrank enthielt den mit Schmucksachen gefüllten Koffer eines Geschäftsreisenden, den dieser Herren Bourgenots sechzig Jahre alten Diener namens Cadet in Verwahrung gegeben hatte. Da der alte Mann ihren Wünschen nicht schnell genug nachkam, wurde er zu Boden geschlagen, mit Füßen getreten und erhob sich mit zwei eingeschlagenen Zähnen und einem berrenkten Handgelenk. Der Verfasser der Aftenauszüge, Leutnant Walter, fügt diesen Mitteilungen hinzu: " Das sind die Tatsachen. Was die Ursachen der schlechtez. Führung und der Disziplinlosigkeit dieser Truppen betrifft, so sind sie ohne Unterschied dem Zustande der Betrunkenheit zuzuschreiben, in dem sie sich befanden. Fügen wir hinzu, daß ihre Offiziere ihnen gerade kein gutes Beispiel gegeben haben. Nach den Meldungen Lemberger Polenblätter kam es am Sonntag zu einer Arbeiter- Demonstration gegen den oftasiatischen Krieg, die wegen des Einschreitens der Polizei den Charakter eines förmlichen Straßenkampfes annahm. Die Demonstranten machten von Revolvern Gebrauch und töteten mehrere Polizisten. Nachdem die Polizei Verstärkung erhalten hatte, gab sie mehrere Salven ab, durch die eine Anzahl Demonstranten getötet wurde. Der Straßenkampf habe jedoch fortgedauert, bis schließlich Kavallerie die Demonstranten zum Rückzug genötigt habe. Es seien 14 Personen getötet, über 100 verwundet und gegen 1000 verhaftet worden. Eine Meldung des„ Wolffschen Bureaus" lautet: Die Reservisten der Forster Kontrollversammlung und insPetersburg, 16. November. Ueber die Ruheſtörungen, besondere der zu drei Tagen Mittelarrest disziplinierte Expedient der Boltsstimme" haben keinen Anlaß, über ihren Bezirkskommandeur die am 13. d. M. in Warschau stattfanden, werden jetzt folgende Das ,, legitimierte" Ehrenwort. Fräulein Bärson hat, nachdem zu flagen. Nach Militärrecht hat er vielmehr väterlich sie vor weit Einzelheiten bekannt: Eine Volksmenge demonstrierte mit einer fie auf bäterliches Ehrenwort entlassen worden ist, nun noch nachschlimmerem bewahrt. Er war nicht verpflichtet, von dem gefähr- roten Fahne und unter Absingung revolu- fie auf väterliches Ehrenwort entlassen worden ist, nun noch nach= polizeiliche Kavalierpolitik dadurch einen bureaukratisch ordnungslichen Konzert, das am Abend stattfinden sollte, zu wissen, er war tionärer Lieder. Auf eine Aufforderung an die träglich ihren Ausweisungsbefehl erhalten. Offenbar soll die Unter dem 15. November das auch nicht verpflichtet, die Gefährlichkeit des Konzerts den Kontroll- Menge, auseinanderzugehen, wurden Schüsse abgegeben, wo- mäßigen Anstrich erhalten. erläßt der Polizeibefohlenen in besonderem Hinweis zu Gemüt zu führen. Wehe durch ein Schuhmann getötet und ein Polizeiunteroffizier und Fräulein wurde bereits am 13. entlassen dem Kontrollpflichtigen, der, ohne die Mahnung des gütigen zwei Schutzlente verwundet wurden. Da die Ruheſtörung präsident die folgende Bekanntmachung: Die russische Studentin Janina Bärson, geboren am Kommandeurs, die Klänge Beethovens und Wagners in das kontroll- einen größeren Umfang nahm und das Schießen fortgesekt 27. November 1882 zu Petersburg, russische Staatsangehörige, zupflichtige Ohr aufgenommen hätte! Wegen Teilnahme an wurde, wurde Militär requiriert, das zwei Salven abgab, woletzt in Berlin wohnhaft gewesen, ist wegen Beteiligung an „ revolutionären Umtrieben" und wegen Ungehorsam hätte man ihn durch 6 Personen getötet und 21 verwundet wurden. Abends revolutionären Umtrieben durch diesseitige Verfügung vom 13. d. M. vor ein notpeinliches Gericht geschleppt und zu langer Gefängnis- war die Ordnung wiederhergestellt; die Ruhestörer wurden von Landespolizei wegen aus dem Gebiete des preußischen Staates teils verhaftet, teils nach Feststellung ihrer Persönlichkeit als lästige Ausländerin ausgewiesen worden. Beschreibung: Größe 1,54-1,55 Meter, Gestalt schlank, Haar dunkelblond, lose am Kopf herabhängend, Augenbrauen blond, Augen blaugrau, Nase spiz, ftrafe verdammt. Wie soll ernstlich gesprochen der Kontrollpflichtige über- wieder freigelassen. Haupt imstande sein, zu wissen, was ihm nach der Meinung des SP Schweiz. Großratswahlen in Genf. Bähne gut, Kinn oval, Gesicht oval und voll, Gesichtsfarbe gefund,| Liberalität des Unternehmertums. Zweifellos stehe vor allen Dingen Sprache russisch und deutsch. Kennzeichen: Trägt Kneifer an furzer fest, daß sämtliche in Afford tätigen Arbeiter eine Lohneinbuße erlitten. schwarzer Schnur." Natürlich wurde sowohl unser Antrag wie der Kommissionsantrag Welcher ,, revolutionären Umtriebe" die Studentin in Deutsch abgelehnt. Angenommen wurde, und das ist eine vollständig fach vorigen Sonntag die Großrats-( Landtags-) Wahlen statt, auf die Genf, 15. November.( Eig. Ber.) Jm Kanton Genf fanden am Tand sich schuldig gemacht hat, wird nicht gesagt. Die Polizei ist liche Anerkennung der Berechtigung unseres Antrages, ein Antrag die Barteien schon seit längerer Zeit eifrig ihre Vorbereitungen gevorigen Sonntag die Großrats-( Landtags-) Wahlen statt, auf die ja über Gründe, Tatsachen und Beweise erhaben. Hätte Fräulein Hausmanns, wonach Orte mit starker Arbeiterbevölkerung in der Bärson nicht einen so einflußreichen Vater, so wäre vermutlich statt Lage sein sollen, die Wahlzeit bis abends 8 Uhr auszudehnen. Ebenso troffen hatten. Die Radikalen hatten es zu einer Dreiteilung ge ,, revolutionärer", anarchistische" Umtriebe gesagt worden. Jezt wurde ein Antrag Gröbers angenommen, wonach die Wahlzeit nicht bracht. Erst sonderte sich der linke Flügel als Jungradikale" ab mußte die Polizei das beliebte Wort vermeiden, weil man ja mehr vom Ortsvorsteher allein, sondern vom Gemeinderat fest- und stellte ein eigenes Programm auf; dem guten Beispiel folgte Anarchisten über die russische Grenze ,, ausweist", nicht auf zusehen ist. später der rechte Flügel, der ebenfalls ein besonderes Programm Ehrenvort freiläßt. Daß jene famose Ehrenwort- Begnadigung Dann fand noch die für Gemeindewahlen bisher nicht vor- aufstellte und sogar eine eigene Wahlzeitung Die Presse" gründete. durch die nachträgliche Ausweisung und ihre Begründung an Schön handene Bestimmung Annahme, daß jeder Wähler seinen Stimm- Der verbliebene radikale Stumpf hatte den" Genevois". Unsere Geheit nicht verliert, sondern im Gegenteil gewinnt, bedarf keiner zettel vor der Abgabe in einem isolierten Raum in ein Kuvert zu nossen hatten schon vor Monaten ihr Arbeitsprogramm aufgestellt, näheren Beweisführung. stecken hat. Damit ist für die fleineren Orte eine weit größere und der bisher wöchentlich zweimal erschienene" Peuple" er Reaktion gegen den ganzen Scherlismus führen. In Calbe- Aschersleben ist nunmehr, wie wir bereits früher annehmen konnten, Genosse Albrecht- Halle zum Kandidaten für die Reichstags Erfazwahl aufgestellt worden. Die Wahl ist auf den 13. Januar 1905 anberaumt. worden. Gelsenkirchener Wasserwerks- Prozeß. Essen, den 15. November.( Eig. Ber.) ( Zweiter Verhandlungstag.) " scheint nunmehr dreimal wöchentlich. In ähnlicher Weise arbeiteten die anderen Parteien, die Demokraten", wie sich die reaktionären Konservativen und Katholiken demagogisch benamsen; die Nationalisten", das heißt Christlichsozialen, die nur eine Spielart der„ Demokraten" sind, und die gleichwertigen " Unabhängigen". Der Scherl Krebs frißt um sich. In der„ Hülfe" lesen wir: Wahlfreiheit garantiert, als bis jetzt bestand. " Nachdem Scherl bereits alle möglichen Zeitungen und Wochenschriften aufgesogen hat, fehlte ihm zur Vervollständigung seines Betriebes nur noch ein Annoncenbureau, un feinem großen Konkurrenten Mosse die Wage zu halten. Jetzt ist auch diese Lücke ausgefüllt. Scherl hat das Annoncenbureau von Haasenstein u. Vogler, Die 100 Size des Genfer Großen Rates verteilten sich in der nächst dem Mosseschen das größte Deutschlands, an sich gebracht." Es gibt zunächst nochmals eine technische Auseinandersetzung eben beendeten Legislaturperiode folgendermaßen: Sozialisten 7, Auch noch in anderer Hinsicht ist die Krankheit vorgeschritten. mit dem Angeklagten Schmitt. Als bei der Verhandlung der Vor- Radikale 47, Konservative 44 und„ Libertiner" 2. Letztere Gruppe Bisher war wenigstens der Montag morgen in Berlin von der Scherlichen Parteilosigkeit befreit. Den Markt beherrschten ziemlich ſizende den Angeklagten darauf aufmerksam macht, daß in der hat sich jetzt aufgelöst. Für die Neuwahlen hatte unsere Partei 18 Kandidaten aufgestellt, vorigen Verhandlung ein Zeuge unter Eid das Gegenteil seiner radikal gefärbte Montagsblätter. Dieser Montags- Radikalismus hat Befundungen bezeugt habe, bemerkt Schmitt: Ja, Herr Präsident, von denen sie, wie wir bereis telegraphisch meldeten, 14 durchgebracht offenbar der Regierung Besorgnisse eingeflößt. Und so haben sich Sie haben dem Zeugen aber auch zugesezt, daß er ganz verwirrt hat. Der Erfolg ist umso höher zu bewerten, als nicht nur die bürgerdie Scherlichen„ Familienväter" des Vaterlandes entschlossen, auch worden ist. lichen Gegner einen kaum noch dagewesenen heftigen Kampf gegen am Montag die Deffentlichkeit zu entfärben. Das war unvorsichtig. Bei der Untersuchung eines Bassins im September 1901 find unsere Partei und persönlich gegen unsere Kandidaten führten, Denn dieses tägliche Nebermaß hält kein Mensch aus und muß zur im Schlamm viele Keime und lebende Typhusbazillen gefunden sondern auch die Anarchisten die Arbeiter durch Flugblätter zur Stimmenthaltung aufforderten. Von den übrigen Parteien wurden Der Vorsitzende meint: Es sind doch große Schweinereien gewählt: 38( bisher 45) Radikale, 30( 29) Konservative vulgo vorgekommen; es sei nur zu bedauern, daß das Stichrohr nicht" Demokraten", 13( 13) Unabhängige oder Katholiken, 4 Nationale mehr liegt; die Untersuchung würde sehr erleichtert, wenn man die( wie bisher) und 1 von der Lebensmittelbranche" oder Mittelstandspartei. Die Sozialdemokraten und Radikalen zusammen als die Lage des Rohres 2c. heute noch sehen könnte. Agitation auf der Kontrollversammlung. Ein Gegenstück zu der Angeklagter Schmitt behauptet, Medizinalrat Springfeld, der" Linke" haben in dem neuen Großen Rat wiederum die Mehrheit. Dänemark. Forster Bekämpfung der Kunst durch Kontrollversammlungen bietet auf dem Standpunkt stand, die Typhusepidemie sei durch einen eine Nachricht aus Saarlouis. Dort hat, wie rheinische Rohrbruch verschuldet, habe die sofortige Entfernung des Rohres Zeitungen berichten, der Bezirkskommandeur Oberstleutnant 3. D. plöglich angeordnet. Die Vernehmung des früheren Direktors Pfüdel, jetzt in CharlottenWaschte eine ausführliche Propaganda zwar nicht für die Kunst, burg, ergibt, daß man das Stichrohr immer noch benutzt hat, als sondern sogar für die Politit, nämlich für die Krieger- schon im allgemeinen die Ansicht verbreitet war, die Typhusepidemie bereine betrieben. Er sprach seine Verwunderung aus, daß nur rühre von Zuführung unfiltrierten Wassers her. der zwanzigste Teil der gedienten Mannschaften einem Striegerverein Direktor Hegeler glauben machen wollen, jei das gerade ein Beweis nach Nytjobing auf Seeland gereist war und dort spurlos verangehört. Er tadelte die Trägheit und Schwerfälligkeit", die von dafür, daß man in aller Harmlosigkeit das Stichrohr benutzt habe. chwunden ist. Man vermutet, daß er Spionage ge den Kriegervereinen fernhalte; wie solle Saarlouis bestehen, wenn er bei Kaiſermanövern der Kaiser die Front der Kriegervereine abreiten füdel betont, daß er sofort nach Kenntnis von dem Vorhandensein trieben und dort von einem englischen Schiffe erwartet und wird; Deutschland habe keine Freunde in der Welt, es müsse den des Stichrohrs dessen Ersatz durch Neuanlagen in die Wege geleitet aufgenommen worden sei. Es ist geradezu unglaublich, welchen Eifer die dänische Helm aufbehalten und sein bester Freund sei das scharf geschliffene habe. Weil technische Hindernisse im Wege standen, habe sich das Schwert; um dies recht scharf zu erhalten, daran arbeiten Schule aber nicht so schmell durchführen lassen. Warum man bei der Polizei an den Tag legt, um Rußland gefällig zu sein. und Kirche, daran arbeiten die Kriegervereine in großartigem Maß- betonten Harmlosigkeit das Vorhandensein und die Benutzung Was in aller Welt geht es Dänemark an, wenn sich in Kopenstabe mit";" das Anwachsen der Kriegervereine ist gewissermaßen des Stichrohrs verleugnet habe, dafür können die Angeklagten plausible hagen ein Japaner aufhält, selbst wenn dies geschehen sollte, als ein Gradmesser zu betrachten für das Wachsen des politischen eingetreten, er war drei Jahre dort, das Anfangsgehalt betrug mitteln, die die Meerenge passieren?! Oder befürchtet man, Gründe nicht angeben. Pfüdel ist 1900 beim Gelsenkirchener Werk um zu„ spionieren", d. H. die Zahl der russischen Schiffe zu erVerständnisses des deutschen Volkes". Also eine unverfälschte Krieger- 10 000 M. und stieg bis auf 13 000 m. vereinsrede. So wird natürlich nicht nur in Saarlouis agitiert. Allenthalben wird versucht, das„ Volt in Waffen" als Waffe gegen die kulturellen Bestrebungen des Volkes auszunuzen. Der Erfolg ist nur der sich stets verbreiternde Gegensatz zwischen Heer und Volk. Zu den Lippischen Landtagswahlen wird uns geschrieben: Die Sozialdemokratie hatte bei den letzten Wahlen im Dezember 1900 nur in fünf von den sieben Wahlbezirken der dritten Abteilung Kandidaten aufgestellt. Von diesen fünf Kandidaten brachte sie vier mit relativer Mehrheit in die Stichwahl, welche denn auch sämtlich gewählt wurden. Die Wahl im Bezirk der Städte Detmold- HornLage wurde für ungültig erklärt, und in der Nachwahl unterlag unser Genosse Obier, so daß jetzt drei Mandate in unseren Händen find. Für die bevorstehenden Wahlen haben unsere Genossen in fämtlichen fieben Wahlbezirken der dritten Klasse Kandidaten auf gestellt. Sie sind es auch, welche die Wahlkampagne bereits in einer öffentlichen Versammlung am legten Sonntag im alten Parteiort Derlinghausen eröffnet haben. Unsere Lippischen Genossen wissen, daß sie diesmal gegenüber dem geeinten bürgerlichen Mischmasch Anstrengungen genug wenigstens werden zum Zweck der Einigung geeinen schweren Stand haben werden, und sie werden es macht. auch an eifriger Arbeit nicht fehlen lassen. ueberlaufen von Abortgruben Baugruben und dadurch Zeitungen ver Schmitt hatte behauptet, auf den linken Ruhrufer seien durch unreinigt worden, Pfidel bestreitet das entschieden. Das Stichrohr ist in der Hauptsache immer an den drei letzten Tagen der Woche benutzt worden, besonders in den Sommermonaten und auch noch 14 Tage nach Ausbruch der Epidemie. In der„ Gelsenkirchener 3tg." war damals behauptet worden, es sei etwas nicht in Ordnung, es werde Wasser geliefert, das nicht einwandsfrei sei. Darauf ist namens der Direktion eine Berichtigung gesandt, in welcher Unregelmäßig feiten abgestritten wurden. Die Angeklagten wollen von der Berichtigung nichts wissen. Es wird ausführlich die vom Medizinalrat Springfeld angeordnete Desinfektion erörtert, ein Brunnen ist trotz der Anordnung nicht desinfiziert worden. Der Vorsitzende bemerkt, es hätte der Direktion doch angesichts der Anordnung klar werden müssen, daß das Wasser nicht einwandfrei sei. Die Angeklagten bleiben dabei, nicht geglaubt zu haben, daß die Zuführung unfiltrierten Wassers die Epidemie verschuldet habe. Die Desinfektion sei nicht erfolgt, weil man den Brunnen schonen wollte. Husland. Desterreich- Ungarn. Neue Lakaiendienste für Rußland. Kopenhagen, 17. November. Die hiesige Polizei recherchiert eifrig nach einem geheimnisvollen japanischen Agenten, welcher Sonnabend nacht aus Holbaed gekommen, 0 rechtswidrige Begünstigungen der russischen Flottendurchfahrt daß die Spionage" des Japaners sich auf etwaige bölfer. erstrecken soll? Oder hegt man Besorgnis, daß der japanische„ Spion" durch etliche mit der Hand zu schleudernde Bomben die russischen Schiffe in die Luft zu sprengen beabsichtigt? Will man durch eine Jagd auf japanische Spione" den russischen Flottennachschub veranlassen, nach dem Vorbild Rosch diestwenskys auf friedliche Fahrzeuge zu feuern? Solche Heldentaten der dänischen Polizei resp. Regierung find nur geeignet, Dänemark mit der Schmach russischen Lakaientums zu behaften! Rußland. Afien. Aufstand in der Provinz Kwangsi. London, 17. November. Das„ Reutersche Bureau" meldet aus Shanghai vom 16. d. Mts.: Aufständische haben die kaiserlichen Shanghai vom 16. d. Mts.: Aufständische haben die kaiserlichen Truppen bei Liutſchiufu in der Provinz Kwangsi zurückgeschlagen und fünf bedeutendere Städte der Provinz genommen. Die Kaufleute und Bankiers sind aus den Städten geflohen. Der Vizekönig erhielt Befehl, auf seinen Posten zweds Unterdrückung des Aufstandes zurückzukehren. Gewerkschaftliches. Berlin una amgegend. Allgemeine Amnestie der landesverwiesenen Finnen? Nach einer Nikaus Bureau" soll die russische Regierung beabsichtigen, vor der vom 15. November aus Helsingfors stammenden Mitteilung von Eröffnung des finnischen Landtages am 6. Dezember alle gegen des technischen Beirats der Direktion, gestaltet sich etwas umständlich, nähere Bestätigung dieser Nachricht abwarten. Vielleicht liegt eine Die Vernehmung des angeklagten Maschinenmeisters Riesendahl, finnische Staatsbürger erlassenen Ausweisungsdekrete aufzuheben, Man muß, fügt das Bureau hinzu, die jedoch nicht auf einmal. Riesendahl konnte nicht immer leicht die Zusammenhänge und die Verwechselung mit der Tatsache vor, daß der finnische Senat unter chronologische Folge der einzelnen Vorkommnisse finden. Riesendahl dem Präsidium des Fürsten Obolenski beschlossen hat, den Kaiser Aus dem Württembergischen Landtag. ist 1885 mit einem Gehalt von 2700 M. angestellt und bezieht seit zu Stuttgart, 17. November.( Privattelegramm). zwei Jahren nach der Epidemie- 4000 M. Während R. früher 3 ersuchen, daß die Häupter adeliger Familien und Männer, die als Abgeordnete gewählt sind, obgleich sie ausgewiesen In der Mittwochs- Sigung begründete bei der Weiterberatung zugegeben, daß der kritische Schieber damals offen gewesen sei, will er sind, an den Landtagssigungen teilnehmen können. der Gemeinde- Ordnungs- Novelle Genosse Kloth zu ießt nach eingehender Ueberlegung bestimmt behaupten können, der sind, an den Landtagssigungen teilnehmen können. nächst unseren Antrag auf Einführung des Proportional Schieber sei geschlossen gewesen. Der Vorsitzende will wissen, Wahlrechtes für kleine und mittlere Gemeinden. Der Volts- wie R. jetzt zu einer anderen Aussage kommt, als in der ersten parteiler Hausmann und Minister v. Pischek traten dem Antrag Verhandlung, wo er wiederholt erklärte, die Schieber seien geöffnet entgegen, weil die Durchführung des Proportional- Wahlrechtes an- gewesen. Der Zeuge will damals die Sache anders verstanden haben. geblich in den kleineren Gemeinden auf Schwierigkeiten stoße. Auf Damit ist die Bernehmung der Angeklagten beendet. In der HauptAntrag Gröber wurde jedoch die ganze Materie bis zur Regelung sache kam es bei den Erörterungen darauf an, zu ergründen, ob die der Verhältnisse in den großen Gemeinden zurückgestellt. von der Epidemie nicht heimgesuchten Orte von der Zuführung unDann wurde die Beratung über das Gemeindewahlrecht fort- filtrirten Wassers verschont geblieben sind. Darüber werden die gesetzt. Das Zentrum tam uns soweit entgegen, daß nach seinem Gutachter nach der Beweiserhebung aussagen. Aus dem ErAntrag die Wahlberechtigten ebenso wie bei uns nur noch Einkommen- gebnis der Zeugenvernehmung ist hervorzuheben, daß Maurer und Vermögens- oder Wohnsteuer und nicht beide Steuern zu be- Diemke, der bei Einlegung eines Rohres tätig war, bemerkt, es sei zahlen brauchen. Darauf sahen wir uns veranlaßt den Zentrumsantrag damals allgemein Ansicht gewesen, die Anlage müsse geheim als Basis anzunehmen und beantragten nur noch die dreijährige Karenz- bleiben. Die Verhandlungen werden auf Donnerstag vertagt. zeit in demselben in eine einjährige umzuwandeln. Gegen unseren Antrag wendete sich aber nun in großer Rede der Minister. Er Die Aussperrung in der Gelbmetall- Industrie. erkannte an, daß unsere Anträge konsequent durchdacht seien, aber An dem Stand der Dinge hat sich auch jetzt noch im wesents darin liege gerade ihre Gefahr. Wir erstrebten die Vermehrung lichen nichts geändert. Daß den Arbeitgebern aber die Dauer des unserer Macht auf den Rathäusern, um den Kommunalsozialismus Rampfes ein ziemliches Unbehagen verursacht, beweist ihr unausgesetztes in allen seinen Teilen durchzuführen und ihn als Basis zu benutzen, Wien, 17. November. Abgeordnetenhaus. Im Finanz- Bemühen, Arbeitswillige um jeden Preis heranzuziehen. Süddeutschum die allgemeine Sozialisierung der Gesellschaft einzuleiten. Dies erpofé hob der Finanzminister hervor, er werde, dem land, speziell aber Sachsen, scheint von den Herren jest nachgerade fönne aber der Sinn der Mehrheit des Hauses nicht sein und darum glänzenden Beispiel seines Vorgängers folgend, mit rüdsichtsloser abgegraft zu sein. Dank der guten Organisation der Metallarbeiter feien die Anträge abzulehnen. Dem Minister wurde von unserem ffenheit und vollster Objektivität sich befleißigen, die Erhaltung war der Zuzug von Arbeitswilligen aus dem Süden nur ein recht Genossen Keil erwidert, daß er ja selbst die Notwendigkeit einer des Gleichgewichts des Staatshaushalts zu wahren. Der Minister spärlicher. Infolgedessen wenden sich die Kühnemänner jegt nach Erweiterung des Wahlrechtes zugegeben sowie das Bestehen von fonstatiert alsdann, daß die Herstellung des Attivbudgets abermals dem Osten. Besonders haben sie es auf Danzig abgesehen; doch Mißständen in der Politik vieler Gemeinden anerkannt habe. Dem großen Schwierigkeiten begegnet, namentlich durch die auch dort sind die organisierten Kollegen auf dem Posten und klären gemäß müsse man für Besserung der Verhältnisse sorgen, und es dürfe, in Aussicht stehende starke Inanspruchnahme des Staatskredits. die Arbeiter über den Wert der kühnemännlichen Lockrufe auf. auch wenn eine solche aus allgemeinen Gründen für nötig erachtete Trotzdem das Budget einen weiteren Fortschritt zum Normalbudget In der gestrigen Streifversammlung wurde u. a. ein Fall erBesserung einer Partei besonderen Nutzen bringen könne, des für den aufweise, sei es immer noch nicht gelungen, sämtliche laufenden wähnt, der recht drastisch zeigt, wie die Fabrikanten Arbeitswillige Gesetzgeber nicht ausschlaggebend sein. Unsere Anträge fielen gleich Ausgaben aus den laufenden Einnahmen zu bestreiten. Minister zu werben suchen und wie sie diefen bedeutend mehr Lohn bieten wohl und es fielen auch die Zentrumsanträge, da ein Teil des präsident v. Koerber erklärt zunächst, daß die Beziehungen zu als die Streikenden fordern. So hatte ein Arbeiter auf eine StreifZentrums selbst nicht dafür stimmte. Das Zentrum hatte selbst den fremden Mächten andauernd freundschaftliche und vertrauens- brecher- Annonce hin sich zum Schein bei der Firma Scheffer u. Walker allen, die fahnenflüchtig werden wollten, eine Brücke dazu gebaut, volle seien und daß das erneute Bündnis mit dem Deutschen Reiche angeboten. Dem Arbeiter, der nebenbei bemerkt gar kein Drücker indem es eine Resolution einbrachte, wonach seine Anträge eine und mit Italien fortgesetzt seine friedenerhaltende Wirkung war, wurde von der Firma ohne weiteres, d. h. ohne daß sich die Menderung des Gemeinde- Angehörigkeits- Gesetzes in sich schlössen, äußere. Unser Einverständnis mit Rußland bezüglich der Balkan- Firma um seine eventuelle Leistungsfähigkeit gefümmert hätte, ein daß daher eine Revision dieses Gesezes herbeigeführt werden sollte. fragen," sagt der Minister weiter, besteht ungetrübt fort. Wir Wochenlohn bon 42 M. und obendrein noch warmes Damit rettete man den Schein, ohne etwas wirkliches getan zu begen die zuversichtliche Hoffnung, daß das begonnene Reformiert Abendbrot zugesichert! Andere Arbeitgeber laden ihre streikenhaben. Diese Resolution wurde natürlich angenommen. Der seiner Vollendung zugeführt werden wird." Auf die innere Politik den Leute zu Besprechungen ein, versichern sie dann ihres einzige Ertrag war schließlich die Annahme des volksparteilichen An- übergehend, gedenkt der Ministerpräsident zunächst der Verände- größten Wohlwollens, stellen ihnen glänzende Verdienste in Aussicht trages auf Herabsetzung der Bürgerrechts- Gebühr auf 2 Mart. rungen innerhalb des Kabinetts. Er betont, wie die Ernennung und bitten sie, die Arbeit doch wieder aufzunehmen. Nur einen Ges In der Donnerstags- Sigung drehte sich die Debatte um den des bei seinem Wolfe sowohl wie in der Juristenwelt hoch an- fallen möchten die Arbeiter dabei den Fabrikanten tun, doch den beWahltag. In der Kommission war beschlossen worden, daß die gesehenen tschechischen Landsmannsministers von neuem dartun kannten Revers des Kühnemänner- Verbandes zu unterschreiben, weil Gemeinden das Recht hätten, die Wahl an einem Sonntag statt solle, daß die Regierung niemals die Zurücksetzung des hoch es nun doch einmal Beschluß sei. Natürlich lehnen die Arbeiter diese finden zu lassen. Der Abgeordnete Hausmann begründete als entwickelten tschechischen Voltes, beabsichtige und mit vollem Nach liebenswürdigen Angebote stets dankend ab. Referent diesen Beschluß damit, daß in Gemeinden von starker Ar- druck eine rege Beteiligung seiner legitimen Vertreter an allen Wie Cohen der Versammlung berichtete, haben die Kühnebeiterbevölkerung, von der ein Teil auswärts arbeitet, viele Wähler Werken der Gesetzgebung wünscht. Die beispiellose Mannigfaltigkeit männer jetzt allen Firmen, die auf Beschluß ausgesperrt hatten, denen um ihr Wahlrecht gebracht würden, wenn die Wahl am Werktag unserer nationalen und politischen Parteiverhältnisse bringt es mit dann aber der Rest ihrer Arbeiter von der Organisation aus den stattfindet. Unsere Partei hatte beantragt, den Sonntag als Wahl sich, daß, so sorgfältig die Regierung auch jede Maßnahme im vor- Betrieben herausgezogen wurde, nunmehr die Erlaubnis zur Auftag für alle Gemeinden gesetzlich festzulegen, wofür Tauscher und hinein erwägt( lärmender Widerspruch), um nach keiner Seite hin hebung der Aussperrung gegeben. Infolgedessen haben sich die seloth mit ausführlicher Begründung eintraten. Der National zu verletzen, sie doch zuweilen infolge unerläßlicher Notwendigkeit meisten dieser Firmen an die Streikleitung mit dem Ersuchen geliberale Hieber trat für Ablehnung unseres sowie des Kommissions- Verfügungen treffen muß, welche nachträglich eine irrige Aus- wandt, ihnen ihre Leute doch wiederzugeben.( Es handelt sich hier antrages ein, ebenso der Zentrumsmann Gröber, der dabei legung von den Parteien erfahren.( Lärmende Zwischenrufe.) besonders um solche Firmen, die Gußarbeiten für andere Betriebe sehr ausfallend gegen uns wurde, unser Antrag sei nur aus Die Regierung hält an dem in der Thronrede vom 14. Februar herstellen können.) Die Streitleitung war, wie immer, zu einer agitatorischen Gründen gestellt, kein Fabrikant würde einem Arbeiter 1901 niedergelegten Programm fest und kann sich immer nur darauf Verständigung bereit und präsentierte den Herren den neuen Tarif die Zeit, die er zum Wählen braucht, vom Lohn abziehen usw. Von berufen, daß ihr jede mala fides fremd ist, daß sie ganz allein vom zur Unterschrift. Da meinten die Herren Fabrikanten aber, den unserer Seite trat ihnen dann Hildenbrand entgegen wider staatlichen Gesichtspunkt handelt( Zwischenrufe), der sich bei unseren Tarif tönnten sie nicht unterschreiben, wenn sie es auch gerne wollten; legte das Märchen von der Entheiligung des Sonntags durch das Zuständen nun einmal nicht immer mit den Wünschen aller denn sie hätten ihrer Vertrauenskommission das ehrenwörtliche Vers Wahlgeschäft und ersuchte Gröber um Beweise für die behauptete nationalen Parteien deckt. sprechen gegeben, solange sie Mitglieder der Fabrikanten- Vereinigung seien, den Tarif unterschriftlich nicht anzuerkennen. Dagegen wiirden fie den Arbeitern ihr Ehrenwort geben, keine Aussperrung wieder vorzunehmen. Hierauf ist den Herren dann erklärt worden, auch die Arbeiter hätten ihren streikenden Kollegen das Ehrenwort gegeben, sie bei dieser Aussperrung energisch zu unterstützen, eventuell durch Arbeitsniederlegung, wie es hier geschehen.„Und", fügte der Referent, zur Bersamnilung gewandt, hinzu:„die Arbeiter werden zeigen, daß ein Ehrenwort ohne Sicht- tvechsel genau soviel wert ist als ein Ehren lv ort mit Sichtwechsel."(Stürmischer Beifall.) Die ganze Haltung und Stimmung der Anwesenden ließ keinen Zweifel darüber aufkommen, dag sie gewillt sind, nicht eher in die Betriebe wieder hineinzugehen, als bis die Fabrikanten zu einer Ber- ständigung bereit sind. Eine scharfe Kritik erfuhr sodann das Verhalten der„Berliner V o I k S- Z e i t u n g" sowohl von Cohen als auch von Jordan, dem Vertreter des Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereins. Bereits in einer früheren Versammlung war zur Sprache gekommen, daß die„Volks- Zeitung" auffallend viel Streikbrecher-Annoncen auf- nimmt, während sie sich im redaktionellen Teil den Anschein gäbe, als wolle sie„auch" Arbeitcrinteressen vertreten. Damals war an- geregt worden, Gegen- Annoncen in das Blatt setzen zu lassen, um so auch un Inseratenteil die Arbeitsuchenden auf den Streik aufmerksam zu Machen. Gegen obigen Vorschlag wandte sich damals W i e s e n t h a l, indem er ausführte, die„Volks-Zeitung" sei ein bürgerliches Blatt, von bürgerlichem Geschäftssinn geleitet. Es wäre töricht, Gegen-Annoncen aufzugeben, denn gerade darauf spekuliere ja die Geschäftsleitung des Blattes. Vorn im Blatt würde der Arbeiterschaft ein wenig Honig um den Bart geschmiert, hinten aber würden Streikbrecher gesucht. So gedenke bürgerlicher Geschäftssinn dem Arbeiter zu schmeicheln und dem Arbeitgeber zu hudeln, um Geld von beiden einzusacken.— Gestern wies nun Cohen auf die ständige Zunahme der Streik- brecher-Annoncen in der„Volks-Zeitung" hin. In jeder Nummer finde man davon jetzt ein bis zwei Dutzend. Unter diesen Umständen möge das Blatt doch nicht mehr erzählen. daß es Arbeiterinteressen wahrnehme. Die„Volks- Zeitung" sei von der Firma Rndolf Mosse einfach zu einer Strcikbrechcr-Agentnr degradiert werde», denn ständig könne ntmi in den verschiedenen Annoncen dieser Art lesen: Offerten unter so und so an Rudolf Mosse. Jordan fügte dem hinzu, auch er miisse zugeben, daß die„Volks-Zeitung" das reine Streikbrecher-Organ geworden sei. Mitgeteilt wurde noch, daß ein Arbeitslvilliger brieflich seinen Dank dafür ausgesprochen hatte, daß er von einem Streikposten aus der Penne des Nasseschen Arbeitsnachweises in der Dresdenerstraße „erlöst" worden sei. In dieser neuen Streikbrecher-Herberge hausen 15 wohlbeschiitzte Arbeitswillige, lauter„nützliche Elemente", zu deren körperlicher Reinigung zwei Waschschüsseln als genügend er- achtet werden._ Die Aussperrung der Tischler stand gestern abend in vier großen Holzarbeiter-Versammlungen zur Erörterung. Die hiesige Verbandsleiwng hatte die Versammlungen einberufen, um die Lage der Aussperrung, die bisher nur vor den Vertrauensmännern und den Ausgesperrten erörtert worden ist, auch der Allgemeinheit der Verbandsmitglieder zu schildern und diesen die Maßnahmen zu unterbreiten, welche die Verbandsleiwng seither getroffen hat. Als Referenten traten vier Mitglieder der Orts- Verwaltung des Holzarbeiter-Verbandes auf. In der Brauerei Friedrichshain sprach S t u s ch e, in Kellers Saal Glocke, im Eiskeller Exner und bei Kliem in der Hasenheide Leopold. Die Referenten führten unter anderem aus, daß es gegenüber den falschen Darstellungen in der„Fachzeitung" und in den Ver- sammlungen der Arbeitgeber notwendig sei, immer wieder zu betonen, daß die Fordeningen,'welche den Unternehmern den Vorwand zur Aussperrung boten, äußerst geringe seien. Es sei eine ungeheuere Uebertreibung— um keinen schärferen Ausdruck zu gebrauchen— wenn die Arbeitgeber von unerfüllbaren Forderungen reden. die geeignet seien, den Ruin des Gewerbes herbeizuführen. Um nichts weiter handle es sich als um eine Abmachung. welche die Akkordarbeiter davor sichert, daß sie bei neuen Arbeiten weniger verdienen, wie ihren durchschnittlichen Lohn. Niemand werde glauben, daß ein solider Handwerksmeister durch die Erfüllung einer so selbstverständlichen Forderung ruiniert werden könne. Sicher glauben das auch viele Meister selber nicht, trotzdem aber hielten sie es für angebracht, hinter den Großunternehmern, welche die Führung in diesem Kampfe übernommen haben, herzulaufen, und zu wn, was diese für gut halten. Ganz so, ivie es sich die Führer gedacht hatten, habe sich die Aussperrung allerdings nicht gestaltet.' Nur sehr langsam sei man mit derselben vor- gegangen und ein erheblicher Teil der Arbeitgeber habe die von ihrer Organisation gefaßten Beschlüsse bis heute noch nicht ausgeführt. Bis jetzt haben sich 197 Betriebsinhaber an der Aussperrung beteiligt, die meisten nur mit einzelnen Arbeitern. Von den letzteren haben viele wieder Beschäftigung erhalten, so daß die augenblicklich Ausgesperrten sich noch auf 159 Betriebe verteilen. Einige Arbeitgeber, welche anfangs ausgesperrt hatten, haben die Ausgesperrten wieder eingestellt. Einen Ueberblick über den Gang, welchen die Aussperrung in den sieben Wochen ihrer Dauer an- genommen hat, giebt folgende in den Versammlungen vorgettagene Aufstellung, die sich nur auf die Berbandsmitglieder bezieht. Es wurden ausgesp. Traten in Arbeit Blieben Ausgesp. 1. Woche 223 2. 8. 4. 5. 0. 7. 327 261 152 122 166 59 68 77 82 56 102 84 484 663 738 804 868 843 Summa; 1312 469 Unter Hinweis auf diese Zahlen wurde ausgeführt, daß das Ergebnis der Aussperrung keineswegs geeignet sei, die Arbeiter mutlos zu machen. Die finanziellen Opfer dieses Kampfes«verde die Organisation ohne Schwierigkeit tragen, umsomehr, als die Kollegen sich bereits durch den einmüttgen Beschluß ihrer Vertrauens- männer bereit erklärt haben, für die Dauer des Kampfes erhöhte Beiträge zu leisten und die Lcdigen zur Abreise zu bewegen. Daß jeder Kollege diese Opfer im Interesse seiner Organisation gern auf sich nehme, sei selbstverständlich, und so werde auch dieser Kampf enden mit dem Siege der Arbeiter und der Zurückweisung des von den Unternehmern ausgegangenen Angriffs. Die Versammlungen waren sämtlich sehr stark besucht. Kellers Saal in der Koppenstraße war sogar überfüllt. Die Ausführungen der Diskussionsredner, sowie die Stimmung der Versammelten ließ mit Sicherheit erkennen, daß die Streikenden und Ausgesperrten in jeder Hinsicht auf die Gesamtheit ihrer Kollegen.rechnen kann. Ins- besondere wurde übereinstimmend bekundet, daß sämtliche Mitglieder bereit sind, jedes erforderliche Opfer zu tragen, um die Position ihrer in den Kampf gedrängten Kollegen zu stärken, den Angriff des UitternehmertuniS zurückzuweisen und denselben durch die Tat zu beweisen, daß die Arbeiter den ihnen aufgezwungenen Kampf länger anhalten als die Unternehmer. Sollte auch die Aussperrung einen noch größeren Umfang annehmen und der Kamps ein schärferer »verde", so werde trotzdem der Opfermut und die Solidarität der Arbeiter die auf Unterdrückung der Organisation gerichteten Be- strebungen der Unternehmer zu Schanden machen. In allen Versammlungen wurde die nachstehende Resolution einstimmig angenommen:_ Nach Kenntnisnahme vom Stand der Aussperrung erklaren sich die heute versammelten Mitglieder des Deutschen Holzarbeiter-Ver- bandes mit den Beschlüssen der VerttauenSmänner-Versammlung vom 10. November einverstanden: 1. Daß der laufende Veitrag von 60 Pf. auf 1 M. während der Dauer des Kampfes erhöht wird. 2. Daß die ledigen Arbeitslosen, Streikenden und Aus- gesperrten veranlaßt werden, abzureisen und daß ferner auch den in Arbeit stehenden Kollegen nahegelegt wird, Berlin während der Dauer der Aussperrung zu verlassen. Die Versainmelten verpflichten sich, für die Durchführung der Beschlüsse der Vertrauensmänner einzutreten und sind bereit, weitere Mittel aufzubringen, wenn solche für Zurückweisung des Anschlages der Holzindustriellen nottvendig sind. Tie Musikinstrumentenarbeiter(Sektion des Holzarbeiter- Verbandes) befaßte sich in ihrer gestrigen Mitgliederversammlung ebenfalls mit dem Streik der Klavierarbeuer und der Aussperrung in der Holzindustrie. S i ck f e l d gab über beide Bewegungen einen übersichtlichen Bericht. Was speziell den Klavierarbeiter- Streik anbelangt, so arbeiten gegenwärtig 851 Kollegen in 42 Betrieben größtenteils zu den neuen Bedingungen. Im Streik befinden sich noch zirka 1200 Kollegen. An Streikunterstützung hat der Ver- band an die Klavierarbeiter bis jetzt 55 664,40 M. geleistet; die Gesamtleistung der Organisation bei beiden Bewegungen beläuft sich bisher auf zirka eine Viertelmillion Mark. Redner betonte hierbei besonders, daß jetzt wohl zur Genüge die alte Redensart widerlegt sei, als hätte der Holzarbeiter-Verband für die Musikinstrumenten- arbeiter keinen Zweck. Häufig habe es geheißen, die Musikinstru- mentenarbeiter hätten nur Beiträge zu zahlen, die von den Tischlern bei ihren Streiks aufgebraucht würden, während sie selbst keinen pekuniären Vorteil vom Verbände hätten. Jetzt aber habe dieser eine Streik zur Evidenz bewiesen, welchen eminenten Wert der Holz- arbeiter-Verband auch für die Arbeiter der Musikinstrumentcnbranche hat. denn aus eigenen Mitteln wäre die Branche sicher nicht in der Lage gewesen, die zu diesem Streik nötige Summe aufzubringen. Nachdem der Referent wie auch sämtlich« Diskussionsredner den gegenwärtigen Kampf in der Holzindustrie als eine Machtprobe des Unternehmertums charakterisiert hatten, der in erster Linie auf eine finanzielle Lahmlegung der Organisation berechnet sei, wurde ein- stimmig folgende Resolution angenommen: Die heuttge in den Andreassälen tagende Mitgliederversammlung der Musikinstrumentenarbeiter nimmt Kenntnis von dem Stande des gegenwärttgen Kampfes in der Berliner Holzindustrie. In der Erwägung, daß dieser Kampf außerordentliche Mittel erfordert, die von der Gesamtheit der Mitglieder getragen werden müssen, stimmen die Anwesenden dem Beschluß der allgemeinen Vertrauensmänner- Versammlung vom 10. November, den Beitrag während der Dauer des Kampfes auf 1 Mk. pro Woche zu erhöhen, ohne weiteres zu. Ein Antrag aus der Versammlung, in Anbetracht dcffen, daß die auf den Sammellisten eingehenden Beträge zur Unterstützung der am Streik beteiligten unorganisierten Klavierarbeiter nur gering sind, die Unterstützungssätze für diese Arbeiter aus Ver- bandsmitteln zu erhöhen, fand keine Befürwortung. Dagegen wurde den in Arbeit stehenden Kollegen anheimgegeben, auf den Sammel- listen besser zu zeichnen, um so die Unorganisierten über Wasser zu halten.— Im übrigen galt es der Versammlung als selbst- verständlich, daß die»Klavierarbeiter in ihrem Streik weiter aus- harren, um einen Erfolg auf der ganzen Linie zu erzielen. Die Fliesenleger(Sektion des Maurer- Verbandes) nahmen in ihrer Versammlung am Sonntag Stellung zur eventuellen Kündigung ihres Tarifvertrages. Der Vertrag, der auch für den alten Fliesen- leger-Verein gilt, läuft am 1. Februar nächsten Jahres ab und muß zum 1. Dezember dieses Jahres gekündigt werden, falls er nicht lvcitere Gültigkeit haben soll. Da sich nun der alte Verein mit der Freien Vereinigung der Fliesenleger verschmelzen tvill, ftir letztere aber ein am 1. September nächsten Jahres ablaufender Sonderverttag besteht, so hält die Verbandsscktion es für richtig, den Tarifvertrag auch nur bis zum 1. Sep- tember zu verlängern und ihn zu diesem Zweck rechtzeitig zu kündigen, damit alsdann ein einheitlicher Tarif für alle Gruppenge- schaffen»Verden könne. Wie in der Versammlung ausgeführt wurde, hat sich die Sektionsleitung»vegen dieser Angelegenheit auch bereits an den Vorstand des alten Vereins gewandt, jedoch noch keine Ant- wort erhalten. In der Aussprache erklärten sich die einzelnen Redner zwar nicht für eine grundsätzliche Aenderung deS Tarifs, hielten indessen eine Lohnerhöhung und eine Regulierung der Arbeits- zeit»vährend der Wintennonate, ähnlich der im Maurergewerbe herrschenden, für wünschenswert. Es wurde schließlich eine Kommission gewählt mit dem Auftrage, geeignete Vorschläge in dieser Hinsicht auszuarbeiten. Der Streik der Müllkutscher bei der Charlottenburger Abfuhr- gesellschaft ist beendet. Es sind am Donnerstag ftüh sämtliche alten Leute wieder eingestellt»vorden. Bei den Firmen Berliner Abfuhr- gesellschaft und C. Scheller haben Verhandlungen stattgefunden, durch welche jedoch kein zufriedenstellendes Resultat erzielt lvurde. Die Zahl der vorhandenen Ausgesperrten beträgt noch 92 Mann; die von der Abfuhrgesellschaft ausgesperrten 100 sind bis auf 35 Mann anderweitig in Arbeit gebracht worden. In der am Donnerstag stattgehabten Versammlung wurde beschlossen, so lange fest zusammenzuhalten, bis eine endgültige Regelung der schwebenden Differenzen herbeigeführt ist. Falls bis Sonntag eine Einigung nicht erzielt ist, soll die Unterstützung von Montag ab erhöht und dann der Kampf in der nächsten Woche mit erneuter Kraft fortgesetzt werden. Letzte Nachrlcbtcn und Dcpcfchen. Bon» südwestafrikanischen Kriegsschauplatz. Berlin, 17. November.(W. T. B.) General von Trotha meldet aus Windhuk unterm 16. November: Major von Estorff stieß Eiseb abwärts mit 13(1 Gewehren, 1 Geschütz, 2 Ma- schinengewehren vor und gelangte am 11. Oktober bis 43 Kilo- meter nordöstlich Epata, wo er gänzlichen Wassermangels wegen umkehren mußte. Mehrere 166 Hereros flohen bei seiner Annäherung nach allen Seiten auseinander. Auf der Verfolgung fiel diesseits Gefreiter Helm, 7. Kompagnie. Der Feind verlor 19 Tote und 10 Gewehre. Wilhelmi stieß am 12. und 13. Oktober in 3 Kolonnen aus Linie Otjosondju— Okunjahi durch das Sandfeld bis zum großen Omuramba vor, wo gleichfalls kein Wasser mehr war. .Er traf nur Weiber, Kinder und Greise und einige weg- gelvorfene Gewehre. Patrouille Leutnant Wagner und Böhmer überfiel ain 12. Oktober nördlich Owinaua— Naua nach Westen ziehende Hereros, von denen 12 fielen. Leutnant Klinger griff am selben Tage eine Hererobande östlich Eware an. Diesseits Unteroffizier Graebel an linker Hand verwundet; 24 Hereros gefallen. Am 11. Oktober hatte der Posten Eware ein kleines Gefecht, bei dem 6 Hereros fielen. Am 13. wurde eine Herero- bände bei Okokondana beschossen, am 13. eine bei Okombaheve durch Klinger. wobei 7 Hereros fielen. Der Feind hat an- scheinend das Bestreben, mit kleinen Trupps unsere Linien zu durchschleichen, um westlich Wasser zu gewinnen. Ich suche weiterhin, durch Streifkolonnen und Patrouillen ihn aufzu- reiben._ Oesterreichischer ReichSrat. Wien, 17. November.(W. T. B.) Ministerpräsident Dr. v. Koerber rechtfertigt das Vorgehen der Regierung zu den Junsbrucker Unruhen. Da die Schaffung einer selbständigen italienischen Universität oder auch nur einer Fakultät in einer anderen Stadt im VerordnungSwege ausgeschlossen erschien, den italienischen Studenten aber die Fortsetzung ihrer Studien er- möglicht werden muhte, so hatte die Regierung nur den einzigen Ausweg,»»£ Reichsrat einen Gesetzentwurf über Errichtung einer juridischen Fakultät an einem anderen Orte zu unterbreiten, für die Zwischenzeit aber in Innsbruck durch die Absonderung der italienischen Studenten in einer mit der Universität möglichst lose zusammenhängenden italienischen Fakultät die Wahrscheinlichkeit von Ausschreitungen tunlichst zu vermeiden. Dieser Gedanke wurde mit den Mitgliedern des akademischen Senats der Junsbrucker Universität, also gewiß mit guten deutschen Männern, erörtert ja, man könnte beinahe sagen, er stamme von dort her.(Hört! hörtl) Die bezügliche Verordnung kennzeichnet unzweifelhaft den pro- visorischcn Charakter dieser Maßregel. Ohne einen sichtlichen Grund wuchs die Erregung, und trotzdem die ruhig verlaufene Er- öffnungsfcier der Universität die Hoffnung rechtfertigte, daß die Gemüter beider Parteien besänftigt seien, kam der verhängnisvolle Abend mit der Versammlung im Weißen Kreuz. Das Gesetz wird alle Schuldigen nach Maßgabe ihrer Schuld treffen.(Lebhafte Zwischenrufe. Der Abg. Stein ruft:„Sie sind mitschuldig." Der Präsident ruft den Abg. Stein zur Ordnung.) Ohne sich über die Exzesse verbreiten zu roollen, will der Ministerpräsident nun über die italienische Fakultät sprechen. Andauernde Zwischen- rufe. Einem Volksstamme, fährt der Ministerpräsident fort, der 45 Proz. der Gesamtbevölkerung des Tiroler Landes ausmacht, wird der provisorische, zweifellos ganz kurze, Aufenthalt in der Hauptstadt dieses Landes so schroff versagt I Die Erhaltung der Einheit des ganzen Tiroler Gebietes ist sicherlich eine Herzenssache eines jeden Ocsterreichcrs, eines jeden Deutschen. Es ist auch wahr, daß ein breites Band gemeinsamer Kulturinteressen die Deutschen und Italiener umschlingt, was nicht durch Worte, sondern jähre- lang durch die Tat, durch erprobte Waffenbrüderschaft bewährt worden ist. Warum also jetzt diese Ablehnung, die»nit der ganzen Vergangenheit in Widerspruch steht. In dem Wunsche der Rc- gierung liegt es, daß schon die Vorlesungen im 2. Semester in der definitiven Fakultät stattfinden.(Andauernde Zwischenrufe.) Auf den Zwischenruf des Abgeordneten Wolf, der Ministerpräsident solle mit einem Abgeordneten in einem anderen Tone reden, er- widert der Ministerpräsident, er nehme vom Abgeordneten Wolf keine Belehrung an.(Beifall, Händeklatschen.) Zwischenrufe des Abgeordneten Wolf. Der Ministerpräsident ruft erregt: „Wagen Sie sich an mich heran!"(Lärm und Beifall, Hände- klatschen.) Der Ministerpräsident(fortfahrend):„Wagen Sie es nur!"(Beifall, Händeklatschen.) Fortwährender großer Lärm. Ter Ministerpräsident kündigte hierauf eine Reihe von Vor- lagen an, welche der Legislative unterbreitet werden sollen. Nach dem erforderlichen Studium des ungeheuren Materials über d i e Reform der öffeütlichen Verwaltung»verde dem Hause in naher Zeit eine so knapp wie möglich gehaltene Denkschrift zugehen, in welcher mit aller Offenheit die Mängel der gegen- »värtigen Verwaltung dargelegt tverden sollen. Die Regierung habe es nicht im entferntesten auf einen Angriff gegen die Selbständigkeit der Länder oder der Gemeinden abgesehen, ihr schwebe ausschließlich die von allein politischen Beigeschmack losgelöste, der Bevölkerung zum Vorteil gereichende Vereinfachung und strenge Sachlichkeit der Ge» schäfte vor. Der Ministerpräsidenit kündigt weiter an: eine Vorlage betreffend Grundsätze einer Alters- und Jnvalidenver. sicherung(Beifall), deren sofortige verfassungsmäßige Behand- lung zuerst nicht verlangt»vird,»veil noch das Votum des zu- ständigen Beirats und der Korporationen einzuholen ist. Das durch die Vorlage erbetene Minimum soll den großen Maffen Schlitz gegen Hunger und peinvoller Nötigung bieten. Mnisterpräsident Dr. v. Körber betont sodann: Oesterreich dürfe, wenn es auch keine Kolonialpolitik treibe, nicht länger zögern, sich die erforderliche Sicherheit für das, was es zu leisten vermöge, zu schaffen. Wir müssen sobald als möglich zu einem neuen Zoll- und Handelsbündnis mit Ungarn gelangen. Denn es ist die Basis für das»virtschaftliche Gedeihen beider Staatsgebiete. Wir müssen einen Zolltarif feststellen, der den Schutz der heimischen Produktion überall dort gewährleistet, wo derselbe nicht vertragsmäßig gegeben ist. Wir müssen zu neuen Handelsvertägen gelangen, damit wir nicht isoliert sind, wenn andere eine feste Vereinbarung für ihren gegenwärttgen Warenaustausch errichtet haben.(Lebhafter Beifall.) Hierauf wird ein Antrag Malfattts, sofort die Debatte über die Regierungserklärung zu eröffnen, angenommen. Abgeordneter E r l e r bespricht eingehend die Jnnsbrucker Vor- gänge unter scharfen Ausfällen gegen die Regierung und den Statt- Halter von Tirol sowie das Militär. Redner schreibt die Schuld an den Vorkommnissen den italienischen Studenten zu, die alle Vor- bereitungen für Straßenkämpfe getroffen hätten und auf die unbe- waffneten Deutschen ein förmliches Schnellfeuer eröffneten. Auf deutscher Seite sei kein einziger Schuß gefallen. Redner fordert das Haus auf, mitzuwirken und die Regierung von ihrem Platze zu cnt- fernen. Der Ministerpräsident v. Koerber erklärt hierauf, er wolle gegenüber der leidenschaftlichen Sprache Dr. ErlerS. die er bei einer anderen Gelegenheit als im persönlichen Verkehr unzulässig bezeichnet habe, eine ruhige Darstellung geben. Zu derartigen Exzessen, deren Schauplatz Jnsbruck gewesen sei, wäre es nicht gekommen, wenn nicht außerhalb der studentischen Kreise in beiden Lagern betriebene Agiation mitgewirkt hätte, wobei tvie gewöhnlich Elemente zum Vorschein kamen, welche nichts zu riskieren, alles zu gewinnnen hatten. So scharf man die verbrecherischen Taten der italienischen Studenten verurteilen müsse, so sei doch für die JnnSbrucker Exzesse diese Agitatton mit verantwortlich.(Lebhafte Unterbrechung.) Der Mnisterpräsident giebt dann eine Darstellung der Sachlage und stellt fest, daß der Statthalter mit den berufenen Organen zu- sammen sich in Verbindung gesetzt habe. Die Huller Angelegenheit vor dem HandelSamt. Hull, 17. November.(W. T. B.) Im Verlaufe der vom Handelsamte veranstalteten Untersuchung über die Doggerbank- Angelegenheit sagte heute der Bootsmann des Fischerbootes„Gull" gleich den anderen bisher vernommenen Zeugen aus, daß sich keine japanischen Fahrzeuge zwischen den Fischerbooten befanden. Die russischen Kriegsschiffe hätten nur zwei bis drei Schiffslängen von der„Gull" Halt gemacht und dann Feuer gegeben. Als er seit- wärts über den Schiffsrand heraussah, habe er ein Schiff, dessen Lichter sämtlich ausgelöscht waren, gesehen, er habe dies zuerst für ein Torpedoboot gehalten, später habe sich gezeigt, daß es das Missionsschiff„Alpha" war. Auf die Frage des Vertreters der russischen Regierung, ob er sicher sei, daß es ein Missionsschiff war, antwortete der Zeuge, dessen sei er nicht sicher, aber ein Torpedo- boot sei es nicht gewesen._ Bom ostasiatischen Kriegsschauplatz. Petersburg» 17. November.(W. T. B.) General Stössel »neldet dem Kaiser unter dem 28. Oktober: Seit dem 23. Ok- tober beschießen die Japaner äußerst heftig unsere Forts und die Befestigungen an der Nord- und Nord-Ostfront. Am 26. Oktober machten sie einen Angriff gegen die Befestigung und gegen eines der Forts der Nordfront, doch wurden durch unser Schrapnelfeuer ihre Reserven zersprengt und dir An- griff wurde abgeschlagen. Auf unserer Seite sind 1 Offizier und gegen 70 Mann gefallen, 8 Offiziere und ungefähr 400 Mann verwundet. Petersburg, 17. November.(W. T. B.) General Kuro- patkin meldet unter dem gestrigen Datum: Am 13. November machten gegen 8 Uhr abends die Japaner einm Angriff gegm unsere Stellung beim Dorfe Linschiupu wurden aber zurück- geschlagen. Gegen 11 Uhr abends eröffnete der Feind wieder ein Gewehrfeuer, das gegen 1� Stunden dauerte. Auf unserer Seite sind 4 Mann verwundet. Am 15. November legten unsere Freiwilligen sich vor Sonnenaufgang in einen Hinterhalt. Von 32 Japanern wurde ein Teil getötet, ein Teil verwundet. Die Russen machten 3 Gefangene. Veraittw. Redakt.-Paul Büttner, Berlin. Jnserliteverantw.(mit Ausnahme der„NeueWelt'-Beilage):Th.Glocke, Berlin. Drucku-Verlag: Vorwärts Buchdr.u.Verlagsanlt.PaiikSiiigertCo.,BerliiiL'V. Hierzu 2 Beilageu u.Unterhaltunatzbl. Nr. 271. 21. Jahrgang. 1. Beilage des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Kommunales. Stadtverordneten- Bersammlung. ente si@ 85. Sigung vom Donnerstag, den 17. November 1904, 5 Uhr. Der Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sigung gegen Bunächst wird eine Reihe von Rechnungen, sowie der Jahresabschluß der städtischen Gaswerfe für 1902 auf Grund der Anträge des Rechnungsausschusses, Referent Stadtv. Deutsch ( soz.- fortschr.), dechargiert. Zur Beschaffung einer neuen Amtstette für den Stadtv. Reimann, dem dieses Zeichen feiner Amtswürde durch Einbruch gestohlen worden ist, werden 80 M. bewilligt. Der Preußische Städtetag ist von seinem Vorstand auf den 6. und 7. Dezember nach Berlin einberufen. Berlin hat nach den Satzungen Anspruch auf neun Vertreter. Wie bisher sollen vier Magistratsmitglieder und fünf Stadtverordnete entfendet werden. Auf der Tagesordnung stehen das Fluchtlinien- Gesetz, der Wohnungsgesetz- Entwurf und das Thema:" Die Rechte der Städte an ihren Schulen". 3. Hermannplat- Dönhoffplatz. Krausenstraße- Dönhoffplatz. Von den Freunden der Vorlage wurde ausgeführt, man sei entschlossen gewesen, alle gemachten Einwendungen völlig objektiv zu prüfen. Was man aber gehört habe, zwinge einem die Ueber zeugung auf, daß man nach Einwänden nur gesucht habe, um alle Linien abzulehnen. Die Nordlinie, deren Rentabilität giveifelhaft sei, habe man angenommen. Hier sei selbst der Stadtrat Kolle von Wie könne man nun im Interesse der Ohne Debatte tritt die Versammlung den Vorschlägen des der Rentabilität überzeugt. Magistrats bei. Stadt zweifelhafte Linien bauen und anerkannt gute Linien ablehnen? Für die Schädigung, welche durch Veränderung der Höhen- Der Einwand, daß das Publikum durch die kurzen Linien geLage der Swinemünder- und Namlerstraße infolge ber Ueberschädigt werde, sei ganz hinfällig. Es wird ja niemand gezwungen, Der Umstand aber, daß von fast brückung des Bahnhofs Gesundbrunnen einer Anzahl die kürzere Linie zu fahren. dortiger Grundstücke zugefügt wird, sollen im ganzen noch 49 500 m. allen Seiten die Rentabilität der Linien zugegeben werde, bebare Entschädigungen gewährt werden, und zwar sollen erhalten: weise klar, daß die Linien für den Verkehr auch notwendig sind. der Eigentümer Jung, Swinemünderstr. 66 30 000 M.; Brehme, Die Furcht vor der Konkurrenz der geplanten Untergrundbahn Swinemünderstr. 68 15 000 m.; Kraay, Swinemünderstr. 67 sei unbegründet. Im Gegenteil lehre die Erfahrung in allen Groß 2000 M.; Hoffmann, Ramlerstr. 11 1000 m.; Herker, städten, daß verschiedenartige Verkehrsmittel glänzend neben einander Samlerstr. 26 1500 m. bestehen könnten. Nachdem der Kampf um die Nordbahn verloren sei, ziehe man jetzt so leidenschaftlich gegen die Südlinien zu Felde, weil man hoffe, daß der Magistrat die Vorlage als ein Ganzes betrachten und bei Ablehnung der Südlinien auch auf die Nordlinie Wahl von 8 unbefoldeten und 2 befoldeten Stadträten verzichten würde. Man hatte gehofft, daß gegenüber den Machen angesetzt. Mit Ablauf dieses Jahres endet die sechsjährige Wahl- schaften der Gesellschaft alle Mitglieder der städtischen Behörden einperiode der unbefoldeten Stad..äte v. Friedberg, Haad, mütig zusammenstehen würden. Was fehe man aber? Gehörten Kolle, Mielenz, Schäfer, Selberg, Wagner und die Direktoren der Straßenbahngesellschaft dem Ausschusse an, sie Dr. Weigert; die Wahlzeit der befoldeten Magistratsmitglieder Bohm und Mugdan geht am 1. Februar 1905 zu Ende. Im Ausschuß hat man sich dahin schlüssig gemacht, die Herren sämtlich zur Wiederwahl vorzuschlagen mit Ausnahme des aus Gesundheitsrücksichten zurücktretenden Herrn Ha a dk, für den der Geh. Baurat a. D. Rumfchöffel empfohlen wire. Die Wahlen haben in gesonderten Wahlgängen durch Stimmzettel zu erfolgen. Die Versammlung gibt ihre Zustimmung. Auf 6 Uhr ist die Freitag, 18. November 1904. ein Ber einer wirklichen Selbstverwaltung fönne man höchstens soweit gehen, 2. Kreuzberg Dönhoffplak. wie bei den Gewerbegerichten, in denen je 2 Arbeitgeber und zwei Großbeerenstraße( Kreuzberg)-Königgrägerstraße Hedemann- Arbeitnehmer mit einem Beamten zufammen fungieren. Wolle man straße Wilhelmstraße- Zimmerstraße- Friedrichstraße- Krausenstraße aber paritätisch jeder der drei Gruppen ebenso viel Wertreter zu -Dönhoffplatz. gestehen, so müßte die Zahl der Arbeitgeber und Arbeitnehmer erheblich vermehrt werden, zumal ja nach§ 75 des Invalidendem Urbauftraße( Hermannplatz)- Tempelherrenstraße-Johanniter- versicherungs- Gesezes beamteten Vorsitzenden Es sei straße Waterloobrüde- Alexandrinenstraße Neuenburgerstraße- anstandungsrecht zustehe. Alte Jakobstraße- Hollmannstraße- Lindenstraße- Markgrafenstraße- geschlossen, daß der Ausschuß es für zivedmäßig halte, vou Ser Befugnis des§ 74 Abfaz 3 Gebrauch zu machen und in Das Straßenbahndepot ist auf dem städtischen Gelände am den Vorstand besoldete oder unbefoldete Personen nach Art der Bürgerdeputierten in unsere Verwaltungsfuratorien zu delegieren. Jeden Urbanhafen in Aussicht genommen. Die Diskussion war vorzugsweise der Zurückweisung der Ein- falls dürfen die Selbstverwaltungsorgane bei dieser Frage nicht wendungen gewidmet, welche am Schluß der vorigen und zu Beginn übergangen werden. Das umsoweniger, als schon jetzt in den Kreisen der gestrigen Sitzung gegen den Bau von Südlinien vorgebracht der Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine lebhafte Mißstimmung wurden. Während der Kampf gegen die nunmehr angenommene darüber herrsche, daß ihre Vertreter zu wenig befragt würden und Redner erläutert das durch einzelne, Nordlinie angeblich insbesondere aus dem Grunde geführt wurde, zu wenig zu sagen hätten. weil diese Linie unrentabel sei, wohingegen die Südlinien stets als der Praxis entnommene Beispiele. Der Vorsißende sei zur rentabel bezeichnet wurden, hieß es nun wieder, man könne doch Zeit infolge der Geschäftsordnung, die wohl im Vertrauen auf nicht bestimmt wissen, ob die angenonunene Rentabilität erzielt werden follegiales Zusammenarbeiten und mit Rücksicht auf die Schwierig würde. Solche Berechnungen seien trügerisch. Die neuen Linien feiten der ersten Einrichtungen ihre jezige Gestalt erhalten habe, feien viel fürzer als die entsprechenden der Straßenbahngesellschaft. mit fast unumschränkter Machtfülle umkleidet. In seiner Hand allein liege es, die Geschäfte zu verteilen. Wie Infolge dessen könnten auch die als Unterlage für die Berechnung Seitens der Versammlung werden als Vertreter die Stadtv. zum Bergleich herangezogenen Linien der Gesellschaft nicht seien diese verteilt? Sind dabei lediglich die beamteten Mitglieder Dr. Langerhans, Caffet, Mommsen, Dinse und maßgebend sein. Die gleichen Strecken würden teilweise von berücksichtigt? Aus den Reihen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer Singer durch Zuruf gewählt. Fünfpfennig Omnibussen befahren und diese Omnibusse würden sind in den Preßorganen der verschiedensten Parteischattierung Nachdem zu Anfang März 1904 beim Krankenhause Moabit die vor der Straßenbahn, die 10 Pf. Kosten solle, bevorzugt werden. Klagen über Beeinträchtigung der vom Gesetze gewollten Rechte der städtische Krantenpflegerinnen- Schule eröffnet ist und Die Tracenführung sei unglücklich und biete an manchen Stellen die Interessenten laut geworden. Man empfinde vielfach die Stellung die Satzungen für die Ausbildung von Krantenschwestern größten technischen Schwierigkeiten. Die Linien seien überhaupt der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer, die doch allein das in Kraft getreten sind, haben sich besondere Uebergangs- unnötig, da die in Frage stehenden Strecken in ausreichender Weise gesamte Vermögen der Anstalt zusammengesteuert haben, als rein bestimmungen für die bereits vor 1904 im Krankenhause Moabit von der Straßenbahn Gesellschaft befahren werden. Komme nun dekorative Stellungen, die in wichtigen Sachen, vor vollendete Tat und Amen sagen könnten. eingetretenen Oberschwestern und Schwestern als notwendig erwiesen. gar die Untergrundbahn Kreuzberg- Spittelmarkt, so hätte man das sachen gestellt, lediglich ihr Ja Es sei häufig schlechterdings unmöglich, einen Vorstands Danach soll bei diefen von der vorgeschriebenen Probezeit abgesehen ganze Geld zum Fenster herausgeworfen. im Bureau Das deute beamten treffen. zu doch werden; das Höchstgehalt, soweit es 660 M. überschreitet, soll denjenigen, die im Genusse desselben stehen, auch weiter gezahlt in Verbindung mit den überaus reichlichen Beurlaubungen nicht auf werden; die Verpflichtung, der Schwesternschaft noch drei Jahre aneine Ueberlastung, vielmehr auf das Gegenteil hin. Ist volles zugehören, wird durch ihre bisherige Tätigkeit als ausgeglichen erEinverständnis zwischen allen Organen der Selbst achtet. Diese Uebergangsbestimmungen würden auf 20 Oberverwaltung über eine Vermehrung der Beamtens schwestern und 17 Schivestern Anwendung finden. stellen vorhanden, dann sei eine Nachprüfung des Bedürfnisses erheblich erleichtert. Unter keinen Umständen dürfe man über deren Kopf hinweg die Orgonisation ändern, und das bedeute ja die Einfezung der geforderten vierten Borstandsstelle. Redner beantragt, die Selbstverwaltungsorgane, den Gesamtvorstand und den Ausschuß zu hören. Dem Redner sei es noch sympathischer, ohne weiteres die Vorlage abzulehnen, da ihr Inhalt klar den Mangel eines Bedürfnisses für die vierte Vorstandsstelle erweise. Die in der Vorlage angedeutete Vermehrung von Betten in den Heilaustalten lassen vielleicht die Vermehrung der ärztlichen Beamten und der dem Vorstand nicht angehörigen Beamtenarmee, die schon jetzt gegen 200 Glieder aufweist, um eine oder mehrere Stellen angezeigt erscheinen, nicht aber die Vermehrung um ein Vorstandsmitglied. Hinzu kommt, daß die Stellung der leitenden Aerzte durch Vermehrung der Stellen der Bureaukratie zu ungunsten der Kranken und der Verwaltung herabgedrückt zu werden drohe. Der Verwaltungsbericht ergiebt überdies, daß von einer ein Vorstandsmitglied belastenden Vermehrung der Geschäfte nicht wohl gesprochen werden könne. Im Gegenteil, verschiedenes beweise, daß die Arbeitslast erheblich abgenommen habe. Das Gesetz und die im Jahre 1900 in Kraft getretene Novelle haben schwere Arbeit geschaffen. Aber die schwierigste Arbeit, die Organis sation, die Schaffung der neuen Einrichtungen sei erledigt. Die Entscheidung über Renten, Fürsorge für Erfrankte und Invalide, die Kontrolle über Beitragsleistungen, Anlage des Vermögens für gemeinnüßige Zwede usw. ſei jetzt leichter als in den ersten Jahren. Die Anstalt und die Aufsicht sowie die Rechtsprechung des Reichs- Versicherungss amtes haben zu festen Normen geführt, die Reihe der grundsätzlich bedeutungsvollen Entscheidungen fei eine weit geringere, man habe daß seine Handhabung selbst bei vermehrten Ein- und Ausgängen weit schneller und müheloser sei. Nachdem die Maschine in Gang Der Antrag des Magistrats auf Anstellung eines vierten gekommen, sei sie leichter, nicht schwieriger zu handhaben. Ein Ver beamteten Borstandsmitgliedes für die Landes- gleich mit der Provinz Brandenburg, mit der Rheinproving und mit Bei der Wahl für den bisherigen Stadtrat tolle werden Versicherungsanstalt Berlin gelangte am Dienstag zur anderen Anstalten sei nicht zutreffend, weil die Verwaltung 108 Bettel abgegeben, von denen die größere Sälfte, nämlich Beratung in dem von der Stadtverordneten- Bersammlung eingefeßten für die lediglich für eine Stadt bestehende Versicherungs53 unbeschrieben, also ungültig sind; aus der Mitte der Ausschuß. Der Vorstand der Versicherungsanstalt besteht nach dem anstalt überaus leichter fei als die für räumlich größere Provinzen. Bersammlung erschallen lebhafte Hört! Hört!-Rufe bei der Bekannt- Gesetz aus Vertretern der Arbeitgeber und der Versicherten und außer- Der offizielle Verwaltungsbericht weise überdies an einzelnen Stellen gabe dieses Ergebnisses. Von den verbliebenen 50 Stimmen erhält dem aus einem oder mehreren beamteten Mitgliedern. Diese be- eine direkte Abnahme der Geschäfte auf. So waren im Rolle 43; derselbe ist somit wiedergewählt. Bon den amteten Mitglieder werden von dem Kommunalverbande ernannt. Die Jahre 1891: 1859, in den folgenden Jahren 619, 577, 625, 456, übrigen 7 Stimmen erhalten Singer 4, Druhm 2, Jacobi 1. Besoldung dieser Beamten wird aus dem Vermögen der Anstalt ersetzt. 459, 454, 387, 361, 455, 402, 321, im Jahre 1903 nur 359 Alters( Heiterkeit.) Neben diesen Beamten kann das vom Ausschuß der Anstalt festzulegende rentenansprüche vorliegend. Die Kassenverwaltung weist gegen das Wiedergewählt wird ferner Stadtrat Mielenz mit Statut noch andere Personen( mit oder ohne Besoldung) vom Ausschuß Vorjahr eine Mind er einnahme von 2 506 185, eine Minder89 Stimmen außerdem erhält Stadtv. Mommsen eine Stimme. dem Vorstand einverleiben. Der Ausschuß der Berliner Versicherungs- ausgabe von 3778 199 M. auf. Zu dieser Sentung der Quantität 16 Bettel find unbeschrieben. scheinbare, lediglich formale, anstalt besteht aus je zehn Vertretern der Arbeitgeber und Ver- der Arbeitslast tritt eine Nach Erledigung des vierten Wahlgangs wirft der Vorsteher sicherten, der or stand aus drei beamteten Mitgliedern und je die Registraturgeschäfte vermehrende Arbeit beispielsweise bei der die Frage auf, ob die noch ausstehenden sechs Wahlen vertagt werden zwei Vertretern der Arbeitgeber und Versicherten. Das dritte Anerkennung ungültig gewordener Quittungsfarten. sollen oder ob es vorzuziehen sei, das Wahlgeschäft heute völlig zu beamtete Vorstandsmitglied ist seit April 1901 angestellt. Die offiziellen Bericht sei diese Arbeit infolge der Entscheidung des erledigen. Er ist persönlich der Meinung, daß die Versammlung der Magistratsvorlage hebt hervor, die Zahl der Ein- und Ausgänge Reichs- Versicherungsamtes eine bloße Formalität. Sie erstrecke sich Bedeutung der Frage der obligatorischen Fortbildungsschule nicht habe zugenommen, die Lichtenberger und Beeliger Anstalten feien auf 15 365 schriftliche Anträge. Das mache allein eine Vermehrung der doppelten genügend Rechnung tragen würde, wenn sie über diesen Gegenstand vergrößert oder zu vergrößern. Deshalb sei ein viertes beamtetes um ebensoviel Nummern der Eingänge oder heute noch 1-2 Stunden diskutieren, da die Sache doch keinesfalls Vorstandsmitglied erforderlich. Der Oberbürgermeister legte Bahl von Ein- und Ausgängen. Man dürfe sich nicht. zum Abschluß gebracht werden könnte. Die große Mehrheit ent- in der Kommission dar: abgesehen von der in der Vorlage hervor- durch die Zahl der überwiegend lediglich schematischen und fcheidet sich darauf in seinem Sinne für die Fortsetzung des Wahl- gehobenen Geschäftszunahme sei nach der Mitteilung des Vorstandes im Bureau zu bearbeitenden Ein- und Ausgangsnummern täuschen. geschäfts. die Geschäftszunahme auch nach anderer Richtung hin erheblich. Die Die Beaufsichtigung und Leitung der Kranken- und Invalidenhäuser Mit 95 bon 96 giltigen Stimmen( neben 8 unbeschriebenen) Zahl der beamteten Borstandsmitglieder sei bei anderen Versicherungs- sei auch vielleicht viel wirkungsvoller durch die ehrenamtlichen erfolgt die Wiederwahl des Stadtrats Schäfer. Die diffentievende anstalten, z. B. in der Rheinprovinz, in der Proving Branden- Organe wahrzunehmen. Die Vertreter der Arbeitgeber z. B., die Stimme fällt auf Singer. burg usw. erheblich größer, wiewohl die Zahl der zu bearbeitenden Herren Philippsohn, Selfe, Dr. Gerschel, Schappach, seien doch Leute, Stadtrat Selberg wird gleichfalls wiedergewählt; er erhält Sachen eine weit geringere sei. Ueberdies gehe er von dem Stand- von denen man annehmen könne, daß sie dieser Aufgabe, gestüt 91 bon 98 gültigen Stimmen. Je eine Stimme entfällt auf Singer punft aus, daß zur Wahrung der Selbstverwaltung auf das große Heer der Kanzlei- und Unterbeamten, reichlich ge und Förster; 2 Bettel sind unbeschrieben. man in erster Reihe den Organen der Selbstverwaltung es überwachsen feien. Wolle man nicht die beantragte Auskunft erfordern, Endlich erfolgt auch die Wiederwahl der beiden unbesoldeten lassen müsse, festzulegen, wieviel Beamte sie bedürfen. Der Vorstand so solle man die Vorlage furzerhand ablehnen. Stadträte Wagner und Dr. Weigert; ersterer erhält 80, letzterer habe nach den Akten die Vermehrung gewünscht, dieser Wunsch Der Vorsigende ber Landes- Versicherungs76 Stimmen, daneben Singer 1. Außerdem werden 3 bezw. 10 weiße erleichtere die Prüfung der Bedürfnisfrage, die aber auch aus dem Anstalt Dr. Freund wendete fich lebhaft gegen diese AusBettel abgegeben. beigebrachten Material zu ersehen sei. Im ersten Wahlgange werden 90 Stimmzettel abgegeben, wobon 3 unbeschrieben sind. Sämtliche 87 gültigen Stimmen fallen tönnten nicht anders zugunsten der Gesellschaft plädieren, als es von Mitgliedern des Ausschusses geschehe. Es sei geradezu unglaublich, in der Weise, wie es hier stattfände, die Interessen der Stadt und der Gesellschaft zu identifizieren. Die Verhandlungen, welche stellenweise dramatisch bewegt waren, mußten in später Nachmittagsstunde wegen des Beginns der Plenarfizung abgebrochen werden. Die nächste Sigung soll am Mittwoch tommender Woche stattfinden. auf den bisherigen Stadtrat v. Friedberg, ber somit ein Einschränkung der Selbstverwaltung bei der Landes- sich in der Anstalt und im Publikum in das Gefeß hineingelebt, so stimmig auf 6 Jahre wiedergewählt ist. Für Haack wird Geh. Baurat Rumschöffel mit 68 von 69 gültigen Stimmen gewählt; außerdem sind 31 unbeschriebene Bettel abgegeben worden. Die bisherigen besoldeten Stadträte Bohm und Mugdan wählt die Versammlung auf zwölf Jahre ebenfalls wieder: Stadtrat Bohm erhält 79 Stimmen, daneben fünf weiße Bettel; Stadtrat Mug dan 61 Stimmen, daneben 22 weiße Bettel. Gegen 40 Uhr schließt die öffentliche Sigung. Städtische Straßenbahnen. Versicherungsanstalt Berlin? nur Nach dem Der führungen. Das Recht, die Beamten zu bestimmen, sei lediglich Stadtverordneter Stadthagen freut sich, mit dem ein Recht der Gemeinde. Der Gesamtvorstand sei ebensoOberbürgermeister darin übereinzustimmen, daß die Selbstverwaltung wenig wie der Ausschuß befragt worden. der auf dem Gebiete der sozialen Gefeßgebung tätigen Organe hoch Gesamtvorstand fei auch nicht in der Lage, die Geschäfte so zu über zuhalten sei. Sind die Drgane an der Selbstverwaltung in dem sehen wie die beamteten Vorstandsmitglieder, in deren Hände die Wunsch der Vermehrung der Bureaufratie einig, fo fönne man, fo Verwaltung sein müsse. Der Vertretung der Arbeitgeber und Arbeitfehr man ein solches Berlangen auch beklagen möge, deren Ver- nehmer sei der weitgehendste Einfluß eingeräumt. Wird das vierte langen nicht entgegentreten. Aber der Oberbürgermeister irre in Borstandsmitglied ernannt, so sei erst Parität vorhanden. Die Erder Annahme, daß diese Organe der Selbstver nennung eines vierten Vorstandsmitgliedes sei erforderlich. Schon In der gestrigen sechsten Sigung des Stadtverordneten- Aus- waltung die Vorlage angeregt hätten: fie feien iegt ist ein juristischer Hilfsarbeiter da. Und da sei es rationeller schuffes zur Vorberatung der Vorlage betreffend den Bau von fünf überhaupt noch nicht befragt. Das habe er zu feiner Ver- und wirtschaftlicher, biefen zum Vorstandsmitglied zu ernennen. könne auch die Vertretung der beamteten Vorstandser Richtig fei, daß städtischen Straßenbahnlinien wurde die Spezialdiskussion über die wunderung nach der Sigung der Stadtverordneten- Versammlung von Er nach der Südlinien" fortgeführt. Die drei geplanten Südlinien find belannt- Arbeitgebern und Arbeitnehmern gehört. Weder die Vertreter der Arbeit mitglieder übernehmen. als Vorsitzender die Geschäfte zu berlich Radiallinien, welche aus dem Westen, Südwesten und Süden in geber noch die der Arbeitnehmer feien befragt Geschäftsordnung habe. die Bestimmte Bureaustunden für worden, und zwar weder die Mitglieder des Vorteilen beamteten das Stadtinnere führen, und zwar ist als vorläufiger Endpunkt der standes noch die des Ausschusses. Die dem Magistrat Vorstandsmitglieder gebe es nicht. Die Arbeitsluft sei außerordentlich Dönhoffplatz ausersehen, während für spätere Zeit vorbehalten bleibt, unter der Bezeichnung„ Vorstand" zugegangene Eingabe fei ledig groß. Die Dezernate habe er in folgender Weise unter die bedie Linien nach dem Norden zum Bahnhof Friedrichstraße und lich von den beamteten Mitgliedern eingegeben. amteten Vorstandsmitglieder verteilt: Ihm liegt die Bearbeitung Stettiner Bahnhof zu verlängern bezw. fie mit den geplanten Nord- Diese mögen nach der Geschäftsordnung formell berechtigt sein, sich der gesamten Personalien, der Vermögensverwaltung, der Generalien, linien" und den städtischen Straßenbahnen„ Mittelstraße- Pankow" als Vorstand zu bezeichnen, sie stellten aber lediglich das be- des Baudepartements, der Aufsicht über alle Geschäfte der Anstalt und Behrenstraße- Treptow" in Verbindung zu bringen. Voraussetzung für dieses weitergehende Projekt bildet die noch amtete, mit den Selbstverwaltungsorganen leider oft nicht in lleber- ob. Ein zweites Dezernat umfasse die Bearbeitung der Anträge einstimmung befindliche Organ dar. Ob die Selbstverwaltungs- auf Krantenfürsorge und Invalidenhauspflege sowie die Stell im Stadium der Vorverhandlungen stehende Frage der Linden- organe mit der Vorlage einverstanden seien, wisse er nicht. vertretung des Vorsitzenden. Das dritte Dezernat umschließt Das bierte Dezernat sollen Er glaube berechtigten Grund zu der Annahme zu haben, das gesamte Rentendezernat. Im einzelnen haben die geplanten Südlinien folgenden Berlauf: daß dies nicht der Fall sei. Bereits im Jahre 1901 sei aus Anlaß dann die Beitragserstattungen und die Beitragskontrolle bilden. 1. Großgörschenstraße- Dönhoffplak. der Einführung eines dritten Vorstandsmitgliedes nach den damaligen Das seien überaus wichtige und zeitraubende Arbeiten, deren ErSteinmetzstraße( Ecke der Großgörschenstraße)-Kurfürstenstraße- Zeitungsnachrichten im Ausschuß hervorgehoben, daß die Vermehrung ledigung im Interesse insbesondere der Kranken durch einen BorstandsDennewigstraße- Flottwellstraße- Schöneberger Ufer- Auguftabrüde der beamteten Vorstandsmitglieder zu einer Vermehrung der Zahl beamten notwendig sei. Der Oberbürgermeister hob hervor, daß er allerdings -Königin Augustastraße- Hafenplag- Köthenerstraße- Bernburger- der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer führen müsse. Das straße Dessauerstraße- Prinz Albrechtstraße-Zimmerstraße Recht der Arbeitgeber und Arbeitnehmer werde durch die Ver- infolge des Wortlauts der Eingabe der Versicherungsanstalt, wie er Friedrichstraße- Krausenstraße- Dönhoffplay. mehrung des beamteten Personals ja erheblich herabgemindert. Bei jetzt sche irrtümlich, angenommen habe, der Gesamte Unterführung. »srstand stelle den Antrag. Indes sei daS Bedürfnis so «lsreichend begründet, daß er um Zustimmung zu der Vorlage, die ja der Stadt Kosten nicht verursache, bitten müsse. Urlaub habe er den höheren Beamten in nicht zu weitgehendem Maße erteilt. Be- stimmte Bureaustunden seien in der Regel für höhere Beamten nicht eingefetzt. Stadtverordneter Rosenow trat zwar den Bedenken des Stadtverordneten Stadthagen nach verschiedenen Richtungen hin bei, meinte aber, die Sachlage sei zur Entscheidung in zustimmendem Sinne durch die Erklärungen des Dr. Freund reif. Der Ausschuß habe es ja auch in der Hand, mehr ehrenamtliche Mitglieder an- zustellen. Andere Mitglieder des Ausschusses sprachen sich in ähn- lichcm Sinne aus. Stadthagen wies darauf hin, daß die Darstellung des Vorsitzenden der Versicherungsanstalt klar zeige, daß er der Selbstverwaltung in der vom Gesetz gewünschten Weise recht wenig günstig gegenüber stehe. Nach dem klaren Wortlaut des§74 hat der Vorstand, das ist der Gesamtvorstand, nicht das be- soldete Beamtentum des Vorstandes, die Verwaltung zu führen. Wenn die jetzige Geschäftseinteilung in der Tat so sein sollte, daß „der Gesamtvorstand nicht in der Lage ist, die Geschäfte zu über- sehen", so sei das- ein schwerer, mit dem Gesetz unvereinbarer Fehler der Geschäftseinteilung. Wie könne nian von dem A u s s ch u ß behaupten, er sei nicht in der Lage, die Geschäfte zu übersehen? Das Gesetz legt ja dem Ausschuß die durch keinerlei Statut abzunehmende Pflicht der Aufstellung des Etats und Vor- anschlages sowie die Verpflichtungen eines wirklichen Aufsichtsrates auf.§ 71 des Gesetzes legt dem Ausschutz die Pflicht„der Ueberwachung der Geschäftsführung des Vorstandes" auf. Wie solle er„überwachen" können, was er angeblich nicht übersehen könne? Es sei mit aller Entschiedenheit im Interesse der Selbstverwaltung zu fordern, daß der Vorstand und Ausschuß erst gehört werden. Die Anstellung eines Beamten über deren Köpfe hinweg sei ein schwerer Eingriff in die Selbstverwaltung und in die Schaffensfreudigkeit der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Nachdem die Magistratsmitglieder nochmals für sofortige Be- lvilligung des vierten Postens eingetreten Ivareu, wurde mit sechs (Berger, Gronewaldt, Modler, Rast, Schneider, Stadthagen) gegen drei Stimmen(Rosenow, Ritter, Paul) beschlossen,, den M a g i st r a t z u e r s u ch e n, V o r st a u d n n d A u S s ch u ß. u m eine Aeußerung zu ersuchen. Tritt der Magistrat diesem Ersuchen bei, so wird nach Eingang der Aeutzerungen materiell ent- schieden, andernfalls eine neue Sitzung des Ausschusses dann an- beraumt werden, um der Stadtverordneten-Versanimlung Bericht zu erstatten._ partel-f�acbncbten. Die Bcrsumpfmig des Proletariats durch den„Vorwärts". Seit einiger Zeit läuft folgende Notiz durch eine Anzahl Partei- blätter: „Mit der Redaktionsführung des„Vorwärts" beschäftigt sich die„Oftpreußische Zeitung" in einem längeren Leitartikel und stellt dabei die Behauptung auf, daß schon in nächster Zeit in den Vororten Berlins zwei neue sozialdemokratische Lokalblätter ent- stehen würden,„bestimmt, das Proletariat vor der„Versumpfung" durch das Zentralorgan zu schützen. So erhält Charlottenburg schon zum Jahresschlüsse ein neues sozialdemokratisches Blatt, für da? sich das Komitee bereits gebildet hat und die Fonds gesichert sind."— Was daran wahr ist, wissen wir nicht, aber leider wäre es nicht das erste Mal, daß die Gegner über die Pläne der Partei besser unterrichtet sind, als die Masse der Genossen selbst. Bisher hat man es leider iunner vernneden, der Quelle solcher Vertrauens- bräche bis auf den Grund nachzugehen." Der Quelle dieses„Vertrauensbruches" bis auf den Grund nachzugehen, dafür besteht schon deshalb kein Grund, weil weder ein Grund noch die Absicht besteht, das Proletariat durch Gründung sozialdemokratischer Lokalblätter in den Vororten Berlins vor der Versumpfung durch den„Vorwärts" zu retten. Einzelne Partei- blätter sind aber so erfüllt von dem Glauben an die Versumpsimg des Proletariats durch den„Vorwärts", daß sie es für ganz selbst- verständlich zu halten scheinen, daß da„endlich" etwas im Werke ist und das nun durch einen„Vertrauensbruch" der staunenden Oeffent- lichkeit vorzeitig enthüllt wird. Wenn diese Parteiblätter etwas ruhiger urteilten, dann hätten sie, anstatt Quellenforschung nach dem Vertrauensbruche zu fordern, vielleicht der Ansicht Ausdruck gegeben, daß sich vermutlich ein phantasievoller Zeilenschinder die Versumpfung des„Vorwärts" aus den Fingern gesogen tzat, nm die Enthüllung von den zwei sozialdemokratischen Lokalblättern an den Mann zu bringen. Entstanden ist die ganze Phantasie vermutlich aus der Tatsache, daß ein parteigenössischer Buchdruckereibesitzer in Charlottenburg aus eigenes Risiko aus rein geschäftlichen Erwägungen ein privates Lokalblatt gründen will, das lediglich lokalen Angelegenheiten ge- widmet sein soll._ Den Berliner Vertrauensleuten soll ein Antrag zugegangen sein, einen Bohkott gegen Bernsteins Montagsblatt auszusprechen. Der Antrag wird ii, der„Leipziger Volkszeitung" veröffentlicht mit den Unterlchristeu von zehn Parteigenossen. Auch uns ist ein solcher Antrag am Donnerstag mit dem Ersuchen um Veröffentlichung zu- gegangen. Soweit wir Erkundigungen einzuziehen in der Lage waren, ist den Berliner Vertrauensleuten der Antrag noch nicht bekannt. Die zehn Unterzeichner des Antrages bedürfen für ihre Person gewiß nicht eines Beschlusses der Berliner Vertrauensleute; sie haben es sicher von vornherein boykotttert. Hätten sie es gelesen, dann würden sie nicht behaupten, daß es. wie sie in dem Antrage sagen. für die Revisionisten Stimmung mache. Entspringt aber ihre Ansicht der Lektüre des Blattes, dann wären die zehn ein Beweis für das Gegenteil ihrer Behauptung. Die Berliner Parteigenossen werden sich in ihrer Mehrzahl wohl für die Einschätzung ihrer Urteilsfähigkeit, die in dem Antrage liegt, bedanken. Ein Zeugniszwangsverfahren in einer Disziplinarsache soll gegen den Redakteur des„Volkswille" in Hannover, Genossen L ei n e r t, eingeleitet werden. Er hatte in seinem Blatte eine Notiz gebracht über Verhandlungen zwischen einem Polizei- kommissar, einem Schutzmann und einem Hannoverschen Bürger. Der Bürger sollte den Schutzmann beleidigt haben und der Schutz- mann hatte Anzeige erstattet. Bald danach fand die erwähnte Ver- Handlung statt und führte nach einigem Sträuben des Beleidigten zur Zurücknahme der Anzeige. Den Bericht über diese Verhandlung soll nun Leinert von einem Beamten unter Verletzung des Dienst- geheimnisses erhalten haben. Er ist deswegen polizeilich eidlich vernommen worden, um den Gewährsmann von ihm zu erfahren. Da er die Aussage verweigerte, wurde ihm angekündigt, daß das Verfahren gegen ihn an das Amtsgericht geleitet werden würde zur Erzwingung des Zeugnisses. Das Zwangsverfahren wird natürlich erfolglos sein. Es ist nur ein neuer Beweis für die Rückständigkeit des deutschen Preß- rechtes. Aus den Organisationen. Der sozialdemokratische Verein Königsberg beschloß die Gründung eines lokalen Partei- Archivs.— Ein Kreisverein für den 7. sächsischen ReichstagS-Wahl- kreis(Meißen- Großenhain) wird am 1. Januar seine Tätigkeit beginnen. I» der Angelegenheit Emiiiel wird auS Mulhausen i. Elf. be- richtet, daß der Oberstaatsanwalt dem Antrage Emmels auf Ein- leitung deS Strafverfahrens gegen Emme! wegen Betrugs statt- gegeben hat. Gemcindewahlen. In Crimmitschau wurden, wie unS ein Privattelegramm meldet, in der dritten Abteilung drei Parteigenossen mit knapper Mehrheit gewählt.— In Dessau Wurden drei Parteigenossen gewählt, so daß unsere Partei jetzt sieben Mandate in der dortigen Stadtberordneten-Versammkung besitzt.— Die Gießen er Parteigenossen hatten acht Kandidaten aufgestellt. Gewählt wurde jedoch nur einer, und zwar mit bürgerlicher Hilfe. Die Partei hat dort nun zwei Mandate. Einen erfreulichen Sieg erfochten unsere Parteigenossen bei den Gemeindewahlen in Graz(Steiermark). Ihre gesamte Liste in der dritten Klasse wurde mit 1446 bis 1626 bei 2636 abgegebenen Stimmen gewählt. Sie errangen acht Mandate, darunter fünf neue und haben damit 14 von den 16 Mandaten der dritten Klasse in Besitz. Der Gemeinderat zählt 43 Mitglieder. Die polnische Sozialdemokratie in Galizicn und Schlesien hielt, wie wir aus einem Bericht der„Wiener Arbeiterzeitung" ersehen, Ende Oktober in Krakau einen Parteitag ab, der von 66 Dele- gierten besucht war. Außerdem waren drei auswärttge Vertreter polnischer Partei-Organisationen anwesend. Es wurde über Einigung der polnischen Parteigruppen in Russisch-Polen verhandelt und schließlich die Parteivcttretung der polnischen Sozialdemokratie Oesterreichs beauftragt, Schritte zur Herbeiführung der Einigkeit der drei polnischen Parteigruppen in Russisch-Polen zu unternehmen. Der Versuch, eine jüdische Sonderorganisation unter den polnischen Juden in Oesterreich zu bilden,-wurde mißbilligt. Die Taktik der finnischen Sozialdemokratie. Uebcr die taktischen Meinungsverschiedenheiten in der finnischen Sozialdemokratie, wie sie anläßlich der Wahlen zu dem am 6. Dezember zuiammentretendcn Landtag entstanden sind, brachte unser Stockholmer Brudcrorgan dieser Tage einen übersichtlichen Artikel von dem finnischen Parteigenossen K u st a a.— Die Beschlüsse über die Wahltaktik wurden auf einem Ende September in Helsingfors abgehaltenen Parteikongreß gefaßt, und zwar nach einer sehr lebhaften Debatte. Drei verschiedene Anschauungen standen hier einander gegenüber. Ein Teil der Delegierten sprach für einen allgemeinen, unbedingten Wahlstreik; ein anderer für Wahlstreik, wenn sich keine andere Partei bereit finden sollte, die Forderung des allgemeinen Wahlrechtes anzuerkennen, und eine dritte Richtung war überhaupt für Wahlbeteiligung. Von dem Parteigenossen Salin wurde der Vorschlag gemacht, es den Parteigenossen an den verschiedenen Orten freizustellen, Wahl- bcteiligung oder Wahlstreik zu proklamieren; die Zeit sollte dann entscheiden, was dem Proletariat am meisten Nutzen bringt. Dieser Vorschlag wurde aber mit 66 gegen 26 Stimmen verworfen. Die Debatte endete mit dem Beschluß, daß bei den Wahlen diejenige Partei unterstützt werden sollte, die die Forderung des allgemeinen, gleichen und direkten Wahlrechtes anerkennen würde. Dafür stimmten ab, dagegen 15 Delegierte. Es wurde dann folgende Re- solution angenommen: „Weil die Arbeiter Finnlands nach der Landtagsordnung so- wohl auf dem Lande wie in den Städten von der Teilnahme an der Wahl der Repräsentanten ausgeschlossen sind und weil es in Finnland kapitalistische Parteien gibt, die nicht eingehen wollen auf ein mit den Forderungen der Arbeiter überein st immendes Wahlsystem, das in wirksamster Weise die Institution des Landtags gegen Ver- suche, sie zu schädigen und ihre Rechte einzuschränken, unterstützen würde, beschließt der Kongreß, daß die Arbeiter in Fragen, die den Landtag betreffen, in keiner Weise solche Partei oder solche Parteien unter st ützen, noch sich ihnen an- schließen sollen. Dagegen läßt es der Kongreß zu, die politische Lage des Landes und die Vorteile rein demokratischer Bestrebungen in Betracht ziehend, daß die Arbeiter mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln jede Partei unterstützen, die überall in Finnland, wo sie ihr Wahlrecht ausübt, in Nebereinstimmung mit der zu unserer Partei gehörenden Ortsvereinigung wählt, wenn die Arbeiter an dem Ort organisiert sind, und sich verpflichtet, dahin zu wirken, daß für die Wahlen zum Bürger- und Bauernstand jeder finnische Staatsbürger, der das 21. Lebensjahr vollendet hat, das allgemeine, gleiche, direkte Wahlrecht erhält. Für den Fall, daß sich in Finnland keine Partei findet, die in dieser Weise die Stellung des Landtags stärken und im Landtage für die Befreiung der unteren Schicht wirken will, beschließt der Kongreß, daß die Arbeiter als Partei nichtan derLandtags- wähl teilnehmen und die Wahl von Parteimitgliedern als Landtags-Abgeordnete nicht gutheiße n." Dieser Beschluß wurde aber an mehren Orten nicht befolgt. In Ulcaborg hatten die Arbeiter bereits, ohne den Beschluß des Kongresses abzuwarten, den Volksschullehrcr und Parteisekretär I. K. K a r i als ihren Kandidaten aufgestellt. Er wurde bekannt- lich, obgleich er von der Kandidatur zurücktrat, gewählt. In Fredrikshamn stellten die Arbeiter in einer zahlreich besuchten Ver- sammlung Dr. K. I. Stahlberg als Kandidaten auf und handelten damit in direktem Gegensatz zum Parteibeschlutz. Der Beschluß stand übrigens im Gegensatz zu der Auffassung mehrerer hervorragend tätiger Parteigenossen. Der Redakteur Drjö M ä k e l i n erklärte, daß er die Zeitung nicht in der vom Kongreß vorgeschriebenen Richtung leiten könne, und kündigte seine Stellung. Die Angelegenheit wurde dann jedoch so geregelt, daß Mäkelin seine abweichende Meinung im Blatte zum Ausdruck bringen konnte. Seine Ansichten fanden dann auf verschiedenen Seiten Beifall und er wurde in Kotka als Landtagskandidat auf- gestellt, fielt aber durch infolge der Haltung der Arbeiter, die von den Altfennomanen mit den Sprachenstreitigkeiten verblendet worden waren. Später wurde Mäkelin in Tammerfors als Kandidat der Konstitutionellen aufgestellt, wurde aber auch hier nicht gewählt, weil eine finnische Zeitung eine falsche Kandidatenliste veröffent- licht hatte, wo sein Name durch den eines Altfennomanen ersetzt war.— Zu den verschiedenen Gegnern des Kongreßbcschlusses ge- hört auch der Faktor D r o ck i l a. Er wurde in Helsingfors als Kandidat der schwedischen Arbeitervereinigung aufgestellt. Da aber hier die Konstitutionellen die Wahl ihrer Kandidaten für gesichert ansahen, kümmerten sie sich nicht mehr um die von den Arbeitern vorgeschlagenen. Das sozialdemokratische Partei-Organ„Arbeteren" (chrieb zu diesem Neinfall ironisch: „Die Konstitutionellen haben sich arbeiterfreundlicher gezeigt als die Arbeiter selbst. Sic haben im Gegensatz zu den Arbeitern den vielumstrittenen Parteibeschluß unbedingt und loyal gehalten. Die schwedische Arbeitervereinigung hat ja freilich den Kon- jtitutionellen ein paar Namen angeboten. Doch das war illoyal gehandelt von der Vereinigung. Darum kehrte man sich nicht an dieses Angebot."- Ter Verfasser des Artikels, dem wir diese Mitteilungen über die taktischen Differenzen unserer finnischen Parteigenossen ent- nehmen, ist selbst Anhänger des Kongreßbeschlusses. Er schließt mit folgenden Worten: „Immer mehr beginnt man zu befürchten, daß die Kon- siitutionellen mehr daran denken, ihre Macht so groß wie möglich zu erhalten, und nicht im bevorstehenden Landtag versuchen werden, irgendwelche Reformen von größerer Bedeutung durchzuführen.— Uebcrall im Lande rüstet man sich, Protestversammlungen gegen den Landtag zu veranstalten. In.einer Versanimlung machte vor kurzem ein Redner den Vorschlag, man solle sich am 6. Dezember auf dem Senatstorg in Helsingfors versammeln, um kundzugeben, daß der Landtag, wie er jetzt zusammengesetzt ist, nicht die Arbeiter. klaffe Finnlands repräsentiert, und die Versammlung nahm den Vorschlag an." Ruq Induftm und ftandcl. Der BcschästiguiizSstmid auf den Werken der Allgemeinen Elek- triziläts-Gefellschaft 1 wird in dem soeben erschienenen Bericht für das beendete Geschäftsjahr 1663/64 als außerordentlich günstig geschildert. Wie die Verwaltung erklärt, sichern die in das neue Geschäftsjahr mit herübergenommenen Aufträge ihren Werkstätten auf lange Zeit hinaus lohnende Beschäftigung, und auch in den verflossene» Monaten des laufenden Jahres seien die Bestellungen so reichlich eingegangen, daß der am I.Oktober er. auf 27437 Köpfe sich belaufende Personen- J demnächst eine weitere Vermehrung erfahren dürste. «Infolge der plötzlich auftretenden Zunahme von Bestellungen", heißt eS im Bericht,„mußten fast färntkiche SrbsikSmaschftre» H» Maschinenfabrik in ununterbrochenem Bettiebe Tag und Nacht e«» halten werden; dieser auf die Dauer unhaltbare Zustand machte die Vergrößerung des Maschinenparkes sowie den Ausbau der vorhandenen Räumlichkeiten erforderlich." Die Düsseldorfer Stadtverwaltung und der Stahlwerksverband- Die Stadtverordneten-Versammlung zu Düsseldorf genehmigte in ihrer Sitzung vom 13. November ein Abkommen mit dem Stahlwerks- verband, das für die Rolle, die die Gemeindeverwaltungen in industriellen Revieren spielen, äußerst charatteristisch ist. Die Stadt stellt den Syndikatsgranden zinslos einen Bauplatz zur Ver- fügung, dessen Wert auf 616 766 M. festgesetzt ist, und zwar handelt es sich um das Terrain der alten Kaserne. Das Geschäftshaus baut der Verband auf seine eigenen Kosten. Es soll so ausgeführt werden, daß es gegebenenfalls auch als Verwaltungsgebäude von der Stadt beimtzt werden kann. Im Falle der Auflösung des Ver- bandes muß die Stadt das Gebäude übernehmen, jedoch nicht zu dem wirklichen Werte, sondern nach den aufgewandten Kosten, wobei Verwaltungskosten und Bauzinsen in Abzug gebracht werden. Nach dem Vertrag erwartet die Düsseldorfer Stadtverwaltung mit Bestimmtheit, daß der Stahlwerksverband seinen Sitz dauernd in Düsseldorf behalten und daß auch sein eventueller Nachfolger in der Konzenkation der Eisenindustrie dort bleiben wird. Der Oberbürgermeister rechtfertigte die Geschenke, die der Stadt die Freundschaft des Verbandes erhalten sollen, damit, daß dieser sich sonst in die offenen Arme einer anderen Stadt werfen würde. Bekanntlich ist der Verband erst nach Düsseldorf gekommen nachdem die Stadt ihm in dem Hause Königsplatz 15/16 kostenfreie Unterkunft geschaffen hatte. Bis zur Herstellung dc-s neuen Ver- bandsgebäudes begehrt der Stahlwcrksverband das binnen kurzem fertig werdende DirettionSgebäude des Elektrizitätswerkes und natürlich ist die Stadt auch hierzu gern bereit. Der Verband hat dieses Gebäude zu einem Bettage von 36 666 M. pro Jahr vom 1. Juli 1665 bis zum 1. Juli 1667 gemietet.- Handel und Seeverkehr Emdens. Von den„Nachweisungen über den Verkehr im Emder Hafen", die vierteljährlich vom NegierungS- Präsidium in AurTch herausgegeben werden, erweckt die letzt- veröffentlichte, die von dem dritten Vierteljahr 1664 und den gleichen Zeiträumen der drei Vorjahre handelt, besonderes Interesse, weil die Katastrophe an der Meppener Schleuse in ihren Wirkungen darin zum Ausdruck kommt. Die Vergleichstabellen zeigen, daß der Schiffs- verkehr infolge jener ungewöhnlichen Verkehrsstörung nicht die Höhe des vorjährigen Quartals hat erreichen können; andererseits aber zeigen sie auch, daß der Zusammenbruch der Meppener Schleuse bei weitem nicht die schlimmen Folgen gehabt hat, die von manchen Seiten befürchtet wurden. Es verkehrten nämlich eingehend und ausgehend im letzten Quartal des laufenden Jahres 246 641 Register- tonnen Seeschiffe im Emder Hafen, das find 53 666 Tonnen weniger als im gleichen Zcittaum des Vorjahres, aber immer noch 8366 Tonnen mehr als im Jahre 1662 und 137 666 Tonnen mehr als 1661. Die Güterbewegung zeigt das gleiche Bild: im laufenden Jahre eine vierteljährliche Ein- und Ausftchr von 267 731 Tonnen zu je 1666 Kilogramm, im Jahre 1663 rund 25 666 Tonnen mehr, dann aber in den Jahren 1662 und 1661 17 666 und 71 666 Tonnen weniger. Den größten Anteil am Güterverkehr hatten wie stets in der See-Einfuhr Erz und Getreide, in der Ausfuhr Kohlen. Nur die Getteide-Einfuhr hat ansehnlich gegen das vorjährige Quartal gelitten(42 666:64 666 Tonnen), die Kohlenausfuhr ist.fast gleich geblieben(48 666 Tonnen), und die Erzeinfuhr ist sogar gestiegen. Der Eisenmarkt der Vereinigten Staaten von Amerika hat eine weitere Besserung erfahren. Nach der Fachzeitschrift„Jron Age" herrscht in allen Zweigen der Eisenindustrie eine gehobene Stimmung, die in den regen Lieferungsabschlüssen, welche sich bis zum Frühjahr 1665 erstrecken, zum Ausdruck kommt. Die Stahl- knüppel-Produzcnten haben die Preise um 1,56 Dollar pro Tonne erhöht. Im Hinblick auf die allgemein gehegten Erwartungen, daß die Eiseniverke ihre Preise erhöhen werden, sind Preisaufschläge für Fertigeisen- und Stahlfabrikate teils bereits eingetreten, teils noch in Aussicht genommen. Aus dieser Meldung darf keineswegs geschloffen werden, daß die Eiscnkrise, die seit Mitte vorigen Jahres den amerikanischen Markt beherrscht, zu Ende geht. Es dürfte sich bei den Lieferungs- abschlüssen meist um Aufträge für das nächste Frühjahrsgeschäft handeln. Fast regelmäßig Kitt im November eine Häufung der Austräge ein. Die Kartoffelernte Rußlands ist noch schlechter als die Getreide- Ernte ausgefallen. Nach Nachrichten aus Rußland war vornehmlich in den Gouvernements Bessarabien, Taurien und Chersson die Ernte recht schlecht. Ebenso hatten auch die Gouvernements Jekaterinoslaw, Podolien, Poltawa, Charkow, Twer, Jaroslaw, Koskoma, Wladimir (außer den südöstlichen Kreisen), Nowgorod, Pskow, Wjatka, Wologda, Grodno und Witcbsk und das Dongebiet eine unbefriedigende Ernte aufzuweisen. Befriedigend und zum Teil gut war die Kartoffelernte in den Gouvernements Tschernigow, Kursk, Tambow, Rjasa», Pensa, Nishny Nowgorod, Ssimbirsk, Ssamara(im nördlichen Teil des Gouvernements). Ssaratow, Ufa und Perm. In qualitativer Be- ziehung war die Ernte ebenfalls nicht befriedigend. In den neu- russischen Gouvernements sind die Kartoffeln der diesjährigen Ernte sehr klein, in den baltischen ebenfalls nicht groß und dabei wässerig. lokales. Aus der Stadtverordneten-Versammlung. Das war gestern eine schnurrige Sitzung! Auf der Tages- ordnung standen verschiedene recht wichttge Angelegenheiten, vor allem die Ausschuß-Berichterstattung über das Ortsstatut der im nächsten Frühjahr einzuführenden Pflicht-Fortbildungs- schule. Zugleich war aber auch die Wahl von nicht Iveniger als zehn Stadträten vorzunehmen. Da überall Zettelwahl mit Namensaufruf erforderlich war, was pro Wahl einschließlich Resultatermitteluug etwa 20 Minuten kostet, so durfte nian sich ftir diese zehn Wahlatte im voraus auf ziemlich 200 Minuten gefaßt machen. Zunächst wurden rasch ein paar Sachen ohne Debatte erledigt und dann ging es um 6 Uhr ans Wählen. Bis um 1U8 wurden die vier ersten Wahlen absolviert. Be- merkenswert war hier die Stimmenzahl, mit der der Stadtrat Kolle wiedergewählt würde. Herr Kolle hatte unter 103 Stimmzetteln 53 weiße Stimmzettel, und von den übrigen 50 fielen auch nur 43 auf ihn. Ganze 43 Stadtverordnete haben zu Herrn Kolle das Vertrauen. daß die Stadt Berlin Gewinn von seiner Tättgkeit in der Gemeindeverwaltung haben werde. Da war die Stimmen- zahl, mit der Herr Kolle vor Jahren in das Magisttatskollegium hineingewählt wurde, doch sehr viel stattlicher gewesen. Damals hegte man allerdings die Erwartung, daß der neue Herr Stadtrat nüthelfen werde, den Bau und Betrieb eigener Straßenbahnen durch die Stadt- gemeinde in die Wege zu leiten. Doch das war ein Irrtum I Herr Kolle entpuppte sich als ein getreuer Anhänger der Richtung Jacobi, die bekanntlich von städtischen Straßen- bahnen nichts hören mag. Herr Kolle hat im übrigen die Aufgabe, die ihni zugefallen war, so ernst genommen, daß er unseres Wissens während seiner ganzen Amtsdauer kaum ein einziges Mal der Stadtverordneten-Versammlung die Ehre einer Anwesenheit eriviesen hat. Daß jetzt nur noch 43 Stadt- verordnete zu ihm halten, wird ihn allerdings nicht sehr be- kümmern. Diese 43 bilden die Gefolgschaft des Herrn Jacobi, und Herr Kolle dürfte ein feines Empfinden dafür haben, daß 43 Jaco- bitcn das Vertrauen einer ganzen Stadtverordneten- Sitzung auswiegen. Die neue Polizeiverordnung gegen den Straßenhandel soll, Er blieb unverheiratet Ein Rangierer- Unfall ereignete sich Dienstag nacht auf dem Hamburg- Lehrter Güterbahnhof. Dort ist dem Rangierer Lindenberg der rechte Fuß von der Rangiermaschine zerquetscht worden. In einem Tragforb, der in 12 Minuten zur Stelle war, wurde der Berunglückte in ein Krankenhaus gebracht. Ob auch in diesem Falle das Unglück auf die Unvorsichtigkeit des Dpfers. zurückgeführt wird? Feuerbericht. Die Brandchronik der letzten 48 Stunden ist eine Die übrigen sechs Wahlen sollten zunächst abgesetzt werden,| Arbeitnehmer eingegriffen hat und zu Ungunsten einer erlitt. Der Verunglückte wurde nach seiner in der Nähe gelegenen aber die Versammlung faßte entgegen den früher bei Bentralisierung der Kassen vorgegangen ist? Welche Schritte Wohnung gebracht. Ferner verunglückten gestern zwei Personen ähnlichen Gelegenheiten geübten Brauch den Beschluß, alle gedenkt der Magistrat zu ergreifen, um ähnlichen Maßnahmen beim Absteigen von in der Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen. Der Hausdiener Mahnke, der Joachimsthalerstraße 39 bohnhaft, zehn hintereinander vorzunehmen. Ueberraschungen gab es nach Möglichkeit für die Zukunft vorzubeugen?" sprang an der Ecke der Uhland- und Gasteinerstraße von der Hinters dabei nicht mehr. Die Ergebnisse wolle man in unserem ausDie Vergehen gegen die Streikposten vor dem Forum plattform eines von ihm benutzten Straßenbahnwagens der Linie 52 führlichen Berichte nachlesen. der Stadtverordneten- Versammlung. Die sozialdemokratische und fiel so unglücklich, daß er eine leichte Gehirnerschütterung davon Der Kandidat der Bürgerpartei im 30. Kommunalwahlbezirk, Fraktion der Stadtverordneten hat folgenden Antrag an die trug. M. wurde nach dem Charlottenburger Krankenhause gebracht. Das Dienstmädchen Alwine Altendorf sprang gegen 2 Uhr nachder frühere Stadtverordnete Fabrikant Pretzel, muß am 23. No- Stadtverordneten- Versammlung gerichtet: vember gewählt werden, denn die Bürgerpartei muß wieder ins Die Stadtverordneten- Versammlung wolle beschließen: mittags vor dem Hause Schloßstr. 23 in Steglitz kurz vor der Haltestelle von dem Hinterperron eines Motorwagens der westlichen Note Haus hinein. So erklärte am Dienstag in einer von den Magistrat zu ersuchen, Schritte zu ergreifen, um die Be- Borortbahn, glitt aus und stürzte neben dem Wagen zu Boden. Prezels Freunden einberufenen Wählerversammlung der Professor schränkung des gesetzlich gewährleisteten Rechts der Einwohner Die A., welche mit einer Verstauchung der rechten Hand und leichten Hentig, der einst selber zu den Säulen der Bürgerpartei im Roten auf Benutzung der Straßen und Pläge durch Polizeiorgane Hautabschürfungen davon kam, konnte sich ohne fremde Beihülfe nach Hause gehört hat. für die Zukunft zu hindern, insbesondere der Wiederholung der Wohnung ihrer Herrschaft begeben. An sich kann man dem Mann nicht unrecht geben, wenn er fordert, daß auch einer Minorität die Mitarbeit an der unberechtigter Verhaftungen vorzubeugen, wie solche wiederGemeindeverwaltung gestattet werde. Die aus Konservativen und holt Arbeitern und Arbeiterinnen gegenüber, deren völlige Antisemiten gemischte Bürgerpartei ist zwar im Laufe der Jahre so Schuldlosigkeit selbst vom Gericht anerkannt ist, arg zusammengeschmolzen, daß es bei ihr schließlich nicht mal mehr lediglich wegen Benutzung der Straßen und Pläge vorzu einem einzigen Mandat gelangt hat. Die letzten Reichstagswahlen gekommen sind, und die Webernahme der Sicher haben aber gezeigt, wie fehr auch der Freisinn in Berlin heitspolizei durch die Stadt in die Wege zu leiten." an Terrain verloren hat. Die Freifinnigen haben nicht viel mehr Stimmen aufzubringen vermocht als die vereinigten nachdem sie in der von der Stadtverordnetenversammlung und vom ungewöhnlich reichhaltige, denn fie weiſt gegen 20 Marmierungen Konservativen und Antisemiten. Aber die Freisinnssippe hat trotzdem in der Stadtverordneten- Versammlung noch immer die Mehr- Magistrat gebilligten Fassung die Zustimmung des Polizeipräsidenten auf. Nach der Swinemünderstraße 74 wurde die Wehr gerufen, Flammen standen. Ein Posten Müll hatte später in der Zimmerheit, weil die zweite und die erste Abteilung ihre Domäne sind, erhalten hat, dem Vernehmen nach mit dem 1. Januar 1905 in weil hier in einer Wohnung Gardinen und Kleidungsstücke in Kraft treten. und sie darf über Wohl oder Wehe der Berliner Bevölkerung entstraße 34 Feuer gefangen, während in der Dunckerstraße 8 allerlei scheiden. Die ganze Ruchlosigkeit des Dreitlassen- Systems Im Sanatorium Beelitz( nicht in der Lungenheilstätte) find zur Verpackungsmaterial brannte. Abends gegen 8 Uhr entstand in unseres Kommunalwahlrechts tritt in diesem Widersinn zutage. Zeit eine Anzahl Betten frei. Es mag dies daran liegen, daß in der Köpenickerstraße 102 durch Unachtsamkeit ein Brand, der indes Nun ist freilich die Bürgerpartei feineswegs fchuldlos der jetzigen Jahreszeit auch fränkliche Arbeiter die Geschäftskonjunktur vom fünften Löschzug in kurzer Zeit erstickt werden konnte. In Saran, daß fie heute nur noch eine Minorität ohne Mandat vielfach ausnutzen müssen, und ferner daran, daß nur dem Sommer- der Sophienstraße 19 brannte es dann in einer Kellerivohnung; Ein ähn darstellt. Sie hat sich als unfähig zur Mitarbeit an der Gemeinde- Aufenthalt in der Heilstätte eine günstige Wirkung zugeschrieben Möbel und Decken wurden im wesentlichen beschädigt. verwaltung erwiesen und ist dann verdientermaßen aus der Stadt- wird. Diese Ansicht beruht aber auf einem Frrtum. Die Ein- liches Feuer mußte gegen 7 Uhr in der Andreasstraße 46a abge= verordneten- Versammlung hinausgefegt worden. Gerade der Mann, richtungen in Beelig sind derart, daß der Winter- Aufenthalt in Fällen, löscht werden. Unfug am öffentlichen Feuermelder lag einer mit dem sie jetzt ihre Rückkehr ins Rote Haus durchsetzen will, hat in wo noch Heilung oder Besserung möglich ist, nicht minder gut wirkt Alarmierung zugrunde, die nachts nach der Prinz Louis Ferdinandder Stadtverordneten- Versammlung durch seine Tätigkeit bezw. Un- wie der Sommer- Aufenthalt. Versicherungspflichtige Kranke, die von straße erfolgte. Leider gelang es nicht, den Frevler zu ertappen. tätigkeit den Beweis geliefert, daß diese Leute dort überflüssig der Heilstättenbehandlung Erfolge erwarten, tun daher gut, sich nach Nach der Brunnenstraße wurde die Wehr gerufen, weií dort ein Gasfind. Herr Pregel war am Dienstag durch Krankheit verhindert, Möglichkeit jegt um eine Unterkunft in Beelitz zu bemühen; sie haben rohr defekt geworden war, sodaß größere Mengen Gas ausströmten vor seinen Freunden zu bramarbafieren, was für ein forscher Kerl Aussicht sofort aufgenommen zu werden, während sie später oft und die Bewohner eine Explosion befürchteten. Die drohende Gefahr Auch in der Brandenburgstraße 19 handelt es sich er in der Stadtverordneten- Versammlung gewesen sei. Herr Hentig, Monate warten müssen. Behandelt werden im Sanatorium Beelitz wurde beseitigt. der für ihn sprach, ist offener. In der grobschlächtigen Art, die so ziemlich alle Krankheiten mit Ausschluß von Lungentuberkulose. um die Gefahr einer Gaserplosion. Dort wollte sich der 26jährige diesem Bildner höherer Schuljugend eigen ist, schalt er darüber, daß Alfred Benvenisti, der in der Berliner Gesellschaft und in der Kunstgießereibesizer H. mit Leuchtgas vergiften. Er hatte zu diesem die Bürgerpartei in der Stadtverordneten- Versammlung tatsächlich Finanzwelt bekannte Teilhaber der Kohlengroßfirma Emanuel Fried- Beck die Muffen der Gasleitung abgeschraubt, sodaß das Gas unnicht den geringsten Einfluß habe erreichen können. Wir dürfen hinzu- länder u. Ko., ist in vergangener Nacht plötzlich an den Folgen eines gestört ausströmen konnte. Bald machte sich im ganzen Hause ein fügen, daß die Herrschaften dort nicht einmal etwas gelernt haben. Schlaganfalles gestorben. Während er noch am Sonnabend als intensiver Gasgeruch bemerkbar, weshalb man eine Explosion be In der Wählerversammlung wurde über die bekanntesten Dinge und Handelsrichter fungiert hatte, wurde er bei seiner Rüdfehr nach dem fürchtete und die Feuerwehr herbeirief. Diese stellte zunächst die Vorgänge aus der städtischen Verwaltung eine Fülle des Unsinns Bureau von einem Schlaganfalle betroffen. Gasleitung ab und drang dann vorsichtig in die H.sche Wohnung ein, Den hinzugezogenen da man dort die Ausströmungsstelle vermutete. Man fand nun auch vorgetragen, aber sie merkten das nicht. Der VerAerzten gelang es nicht mehr, den Tod abzuwenden. In einem Punkte ſagte Prof. Hentig direkt die Unwahrheit. Er storbene gehört der Firma Friedländer u. Ko. seit dreizehn Jahren wirklich den H. in seinem Zimmer bewußtlos vor und brachte ihn grollte, bei den Freifinnigen habe man niemals Anerkennung an und war vorher erster Prokurist im Hause Bleichröder. Seit schleunigst nach einem Krankenhause. Die angestellten Wiedergefunden, aber er unterließ hinzuzufügen, daß Herrn Pretzel einmal diese Ehre sogar recht reichlich zuteil wurde. Das war das Jahren war er Handelsrichter, und die Berliner Handelskammer belebungsversuche hatten leider keinen Erfolg. Die Freie Boltsbühne feiert am kommenden Sonnabend, den mals, als er bei Gelegenheit einer Erörterung der Wohnungsnot in hatte ihn als Mitglied der Zulassungsstelle sowie in die Kommission für Kohlen- und Briketthandel deputiert. die Debatte eingriff, um die Berliner Arbeiterbevölkerung zu beschimpfen. und erreichte ein Alter von kaum 50 Jahren. 19. November, abends 8½ Uhr, im großen Konzertsaal der Brauerei da spitzten die Freifinnigen überrascht das begierige Ohr, begleiteten Friedrichshain ihr diesjähriges humroistisch- satirisches Winter= die Ausführungen des Redners mit beistimmendem Schmunzeln, Graf Bückler und seine Getreuen. Die Gefahr einer ärztlichen fest. Das Programm ist sehr abwechselungsreich. Außer der nickten dem ihnen sonst so verhaßten Mann ermutigend zu, unter Untersuchung auf seinen Geisteszustand scheint den Grafen Pückler wirkungsvollen tragischen Posse von Courteline„ Der gemütliche strichen die gröbsten seiner Schimpfereien durch bekräftigende veranlagt zu haben, der Reichshauptstadt den Rücken zu kehren. Seit Kommissär" werden noch eine Reihe launiger Soloszenen zum VorZwischenrufe und applaudierten den Schluß der Kapuzinade mit einigen Tagen weilt er in einem kleinen württembergischen Städtchen trag kommen. Für die Komiker- und Soubrettennummern haben freudigem Bravo. Damals hatte Bregel seinen großen Zag". Daß nahe der schweizerischen Grenze. Die Anhänger des Dreschgrafen ihre Mitwirkung zugesagt: Frau Josefine Dora vom Thalia- Theater, es fein einziger war, das kennzeichnet ebenso den Freisinn, wie Herrn haben übrigens am Dienstag abend in der Neuen Welt, Hasenheide, Frl. Elsa Bötticher vom Berliner Theater, Frl. Stefanie Kriz vomi Brezel und seine Bürgerpartei. eine Protestversammlung gegen die Mundtotmachung ihres Führers Neuen Theater, Herr Martin Kettner und der Vortragsmeister Die Bürgerpartei verdient nicht, daß sie wieder ins Note abgehalten. Der Referent dieser Versammlung, Weißenborn, be- Merander Tyrkowski. Die Mitglieder der Freien Volfsbühne können, Haus hineinkommt. Sie verdient es nicht, weil sie unfähig ist, dort hauptete, der Vertreter des Polizeipräsidenten, Geheimer Regierungs- soweit noch Marken vorhanden sind, diese in sämtlichen 36 BahlErsprießliches zu wirken, und auch deshalb nicht, weil ihre Vertreter rat v. Friedheim, sei ein getaufter Jude, auch der Geichtshof, der stellen( a 60 Pf. infl. Programm), bei sofortiger Bestellung erhalten. mit ihren politisch- reaktionären Anschauungen dort nur noch größeren den Grafen für unzurechnungsfähig erklärte, habe aus Juden beGemeinverständliche Vorträge über Gesundheitspflege werden der Unfug stiften fönnten, als schon die Freisinnigen ihn verüben. Unsere standen. Graf Bückler werde man aber nichts anhaben können, weil Freunde und Genossen im 30. Bezirk haben die Ehrenpflicht, dafür er einflußreiche Verwandte am Hofe habe. Schließlich wurde eine Berliner Verein für Gesundheitspflege sowie der Zweigverein des Vaterländischen Frauenvereins auch in diesem Winter an sechs verzu sorgen, daß der Bezirk, wenn er dem Freisinu entrissen werden Protestresolution gegen das bekannte Polizeiverbot angenommen. schiedenen Stellen der Stadt veranstalten. Der Zutritt steht jederfann, nicht der Bürgerpartei, sondern jetzt der Sozialdemokratie zuEin Protest- Flugblatt gegen seine Ausweisung aus den städtischen mann frei. Die nächsten Vorträge sind am Sonntag, den 20. Nofällt. Gewählt werden muß unser Genosse Johannes Schulräumen wird jetzt in Massen von dem polnischen Turnverein vember, vormittags 11 Uhr in der Aula folgender Gemeindeschulen: Sassenbach!' „ Sofol" verbreitet. Es heißt darin, daß die einzige Antwort der Schwedterstr. 232. Friedenstr. 23, Auguftstr. 67, Rüdersdorferstr. 4, Ein Umschwung im Schulfonflift" wird von bürgerlichen Polen auf diese Ausweisung der Massenbeitritt zum" Sokol" fein Waldemarstr., 77, Fürbringerstr. 33. Es sprechen die Herren Blättern verkündet. In einer Versammlung des Sozial- fortschritt- müsse. Der Sokol" will sein 16jähriges Bestehen in Berlin durch Medizinalrat Dr. Leppmann, Privatdozent Dr. Albu, Professor lichen Kommunalvereins hat am Dienstag der Reftor alischer, eine große Feier am 19. d. Mts. begehen. Dr. Max Michaelis, Privatdozent Dr. Bendix, Privatdozent Leiter der 69. Gemeindeschule in der Kleinen Frankfurterstraße, aus Dr. Richter und Herr Dr. Lennhoff. deren Aula er gegen den Willen des Magistrats auf Befehl Eine Wiederholung der mit so großem Beifall aufgenommenen des königlichen Provinzial Schulfollegiums die Jugend Columbus"-Aufführung veranstaltet der Gesangberein„ Typoabteilung der Freireligiösen Gemeinde hatte aus graphia" am nächsten Sonntag im Festsaale der„ Neuen Welt". weisen müssen, die Mitteilung gemacht, die Regierung habe Das Berliner Zonkünstler Orchester unter Leitung des nunmehr wenigstens soweit nachgegeben, daß die Freireligiöse Ge Die böswilligen Alarmierungen der Berliner Feuerwehr nehmen Herrn Bach, sowie die Herren Heinemann( Baryton) und meinde bei ihren Vorträgen für Erwachsene die Aula wieder kein Ende. Leider gelingt es nur in wenigen Fällen, die Täter, die Gollanin( Tenor) wirken bei diesem Konzert mit. Das Probenuken dürfe. Der Magistrat hat nämlich auf die Beschwerde, sich zu ihrem lichtſcheuen Treiben die späten Nachtſtunden aussuchen, gramm ist ein äußerst reichhaltiges. Billetts a 60 Pf.( an der Kasse dic er beim Unterrichts- Ministerium gegen jene Verfügung des zu ermitteln. In der Nacht zum Bußtage wurde die Feuerwehr 75 Pf.), sind im Vorverkauf zu haben.( Siehe Inserat in der Provinzial- Schulfollegiums eingereicht hatte, inzwischen einen Be- nach der Prinz Louis Ferdinandstraße gerufen. Der Täter ist un Sonnabend- Nummer.) scheid erhalten, und in diesem Bescheid wird, wie wir hören, darauf erkannt entkommen. Theater. Im Schiller Theater( Friedrich- Wilhelmhingewiesen, daß die Aula für die Erwachsenen nicht gesperrt sei. Als Laubenplünderer wurde ein 20 Jahre alter Alfred Rachow städtisches Theater) kommt morgen Sonnabend das Lustspiel„ Die geben der Regierung gefolgert wird, so fann weder von festgenommen, der auf dem Gelände in der Nähe der Grünthaler- Tyrannei der Tränen" von C. Haddon Chambers zur Aufführung. geben der Regierung gefolgert wird, so kann weder von ftraße ein richtiges Räuberleben führte. Der Bursche lockte vor Um vielfach ausgesprochenen Wünschen zu entsprechen, wird dieses forgfältig gelesen worden sein, noch von den sozial- fortschrittlichen Eltern, an sich und verleitete fie, mit ihm eine Laube zu beziehen, geführt werden und am Sonntag, den 27. November, im SchillerStadtverordneten, die in der Versammlung anwesend waren, noch und alles, was er auf dem ganzen Gelände aus erbrochenen Lauben Theater O.( Wallner- Theater) in Szene gehen. von den Zeitungsredaktionen, die diese vom Magistratsberichterstatter verbreitete Notiz wiedergegeben haben. Nach dem Wortlaut der Ver- zusammenstahl, in Berlin zu verkaufen.. Kürzlich wurden die Knaben Wagner- Abend, den die Direktion des Schiller- Theaters abgefaßt, als sie gestohlene Hühner und Gemüse an den Mann diefen Sonntag, den 20. November, im Bürgersaale des fügung erstreckte sich die über die Freireligiöse Gemeinde verhängte bringen wollten, und ihren Eltern wieder zugeführt. Sie gestanden, Rathauses veranstaltet, wirken die Damen Aenni ReinSperre nur auf„ die für Jugendliche bestimmten Vorträge", wie ja daß Rachow ihr Häuptling war, aber dieser wußte sich allen Ver- hardt und Betsy Shot und Herr Hjalmar Arlberg mit. auch dem Turnverein" Fichte“ die Turnhallen nur für ſeine folgungen zu entziehen, indem er bald in dieser, bald in jener Laube In Mar Dreyers neuem Schauspiel, Die Siebzehnjährigen", Schülerabteilungen gesperrt worden sind. Einem gewöhn einen Unterschlupf fand. Am Sonntag aber geriet er durch einen welches im Lessing- Theater am Sonnabend, den 19. Nolichen Sterblichen mag diese Unterscheidung unverständlich sein, weil nicht einzusehen ist, warum die Jugendlichen dem„ Schul- und all- Bufall in die Hände der Polizei. Er hatte durch einen neuen Ein- vember zum erstenmal in Szene geht, sind die Rollen folgenderbruch wieder Mittel zu einem vergnügten Leben gewonnen, wagte maßen besetzt: Werner v. Schlettow, Major a. D.: Albert Bassergemeinen Staatsinteresse" gefährlicher sein sollen als die Er- sich wieder einmal nach der Grünthalerstraße und besuchte auch eine manu; Annemarie, seine Frau: Else Lehmann; Frieder, Kadett, ihr wachsenen. Aber, wer weiß! Ein tiefer Sinn liegt oft in solchen Schankwirtschaft. Hier geriet er mit zwei Laubenbefizern in Streit Sohn: Kurt Stieler; der alte Herr von Schlettow, Oberst a. D.: behördlichen Anordnungen, die uns anderen in unserer Ahnungs- und Schlägerei, wurde mit ihnen zusammen auf die Reviertache Albert Patry; Grita von Gellenhofen, Annemaries Cousine: losigkeit als finnwidrig erscheinen. Doch, wie dem auch sei: gebracht und hier als der lange gesuchte Plünderer erkannt. Der Else Schiff; Schiff; Vorbrodt, Großnecht: Oskar Fuchs; Mieke, dem bisherigen Zustand ist durch den ie Bescheid des Kriminalpolizei zugeführt, gestand er, seit Monaten von Einbrüchen Magd: Käthe Bochnisch: Bramsstädt, Musikant: Baul Bauli. Unterrichtsministers nichts geändert, und die Sperre ist in gelebt zu haben, und wurde in Untersuchungshaft genommen. feinem Punkt aufgehoben worden. Anscheinend hat selbst der Magistrat die Verfügung nicht sorgfältig genug gelesen. Bei der Arbeit verunglückte gestern vormittag der 38 Jahre alte nur noch zwei Vorstellungen statt, alsdann geht der„ Millionenbauer" Man sagt uns, im Rathause werde der„ Umschwung", den die Ant- Schlosser Hermann Raudzio aus der Ererzierstr. 8, als er für seinen( auch Totensonntag) in Szene. Die erste Kindervorstellung wort des Unterrichtsministers bedeute, als eine Art Erfolg be- Hauswirt die 4 Meter hoch hängende Hoflaterne ausbessern wollte. ist Sonnabend nachmittag den 26. November; gegeben wird" Frau Wenn die Herren im Magistratskollegium noch Als er auf der obersten Sprosse stand, glitt die an die Wand ge- Holle"; am Sonntag nachmitag geht der Hüttenbefizer" in Szene. Jm Thalia Theater geht heute Freitag und Sonnabend einmal in das Schreiben des Provinzial- Schulkollegiums vom lehnte Leiter ab, weil niemand sie hielt und fiel um. Raudzi 1. September 1904 hineinschauen wollen, dann werden sie bald zog sich bei dem Sturz auf den asphaltierten Hof einen doppelten" Der Weiberkönig" in Szene. Am Totensonntag gastiert das Theater merken, daß sie gar nichts erreicht haben und daß es bei der Oberschenkelbruch zu und mußte mit einem Lückschen Wagen nach dem des Westens mit Verdi's" Troubadour". Sonnabend, den 26. November beginnen die Kinder- Vorstellungen mit Mag und Morit", Sperre in dem bisherigen Umfang verbleibt. Moabiter Krankenhause gebracht werden. Sonntag nachmittag( 27. November) ist wieder Charleys Tante". Man wird nun fragen, warum denn dann die Freireligiöse Ge Bei einem Zusammenstoß einer Droschke mit einem Straßen- Jm Trianon Theater findet am Totensonntag als Abendmeinde auch ihre Vorträge für Erwachsene nach dem Bürgersaal bahnwagen wurden gestern nachmittag 3 Personen verletzt. Die vorstellung eine Aufführung von„ Das elfte Gebot" statt. Im des Rathauses verlegt hat. Das geschah lediglich aus einer praktischen Tayameterdroschte Nr. 3286 fuhr vom Oranienburger Tor fommend Deutschen Theater wird am Dienstag, den 22. cr., Ludwig Erwägung. Es bereitet mancherlei Schwierigkeiten, die Vor- zwischen den Straßenbahnschienen die Chausseestraße entlang, als ihr Fuldas Schauspiel Maskerade" zum erstenmal in Berlin aufgeführt. lesungen für Jugendliche hier und die Vorträge für Erwachsene ein Straßenbahnwagen der Linie 32( Reinickendorf- Charlottenstraße) In den Rollen sind beschäftigt: Als May, Freiherr von Wittinghof: an einer anderen Stelle stattfinden zu lassen. Deshalb mußten mit entgegentam. Die Droschte fuhr so dicht an dem Straßenbahn- Adolf Klein. Karl, Freiherr von Wittinghof: Julius Strobl. Schellden Jugendlichen auch die Erwachsenen nach dem Bürgerfaal über wagen vorbei, daß ihre Vorderachse gegen die Ecke des Vorder- horn: Ernst Arndt. Johanna: Margarete Otto- Körner, Edmund: siedeln. Wenn jetzt der Magistrat etwa darauf bestehen will, perrons stieß. Infolge des Anpralls wurde der Droschkentutscher Julius Geisendörfer, Ellen von Tönning: Adele Hartwig, Gerda daß die Erwachsenen in die Schulaulen zurückkehren, dann bereitet vom Bock geschleudert, während die Insassen der Kutsche, Rendant Hübner: Käthe Hannemann, Frau Schwalb: Grete Gallus, Klettke: er der Freireligiösen Gemeinde Schwierigteiten, wie die Madmann und dessen Frau, gegen die Seitenwand des Straßen- Friz Lorenz, Minna: Else Seelen, Friedrich: Oskar Prohaska. Regierung durch ihre Autensperre sie ihr nicht zu bereiten ver- bahnwagens stürzten. M. erlitt anscheinend innere Verlegungen und Im National Theater beginnt heute Sgn. Prevosti ihr Gastmocht hat. seine Frau Hautabschürfungen im Gesicht und an den Armen. Beide spiel in" Traviata". Sonnabend wird" Bar und Zimmermann" mit erhielten die erste Hülfe auf der Unfallstation in der Eichendorff- Herrn Mautler als van Bett wiederholt. Im Lustspielhause Die magistratlichen Eingriffe in die Selbstverwaltung straße. Der Droschkentutscher fam mit unerheblichen Verlegungen wird am 25. November Kadelburgs Lustspiel Der Familientag" von Krankenkaffen und gegen die Zentralisierung der Kranken- davon. gegeben. kaffen haben die sozialdemokratische Stadtverordneten- Fraktion Unfälle im Straßenbahn- Verkehr. Schwer verunglückt ist gestern zu folgender Interpellation veranlaßt: ft dem vormittag der in der Neuen Winterfeldtstraße 12 wohnende Dr. med. Magistrat bekannt, daß der Magistratskommissar für Orts- Beige, als er an der Ecke der Winterfeldtstraße und Viktoria Luisenund Betriebs- Krankenkassen wiederholt in die Selbstverwaltung Platz einen in der Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen der Linie 57 von Krankenkassen, z. B. gegenüber der Neuen Maschinenbauer zu besteigen versuchte. Dr. V. glitt vom Trittbrett ab, fiel rücklings Eria twahl zur Gemeindevertretung wurde Krankenkasse, zu Ungunsten der Kassen und der Rechte der zu Boden und zwar so unglücklich, daß er eine schwere Stopfwunde im ersten Wahlbezirk der dritten Abteilung Genosse Otto an " Das Gesetz vom 16. September 1899 betr. die GerichtsOrganisation für Berlin und Umgegend wird im„ ReichsAnzeiger" veröffentlicht. Das Gesetz tritt erst am 1. Juni 1906 in Kraft. " " An dem Richard Aus den Nachbarorten. Friedrichshagen. Bei der am Dienstag stattgefundenen Friedrichshagen. Sonnabend abends 9 Uhr hält der Arbeiter Bildungsverein bei Bagnid, Friedrichstr. 114, seine Mitglieder Bersammlung ab, in welcher Genosse Grempe über die Abschaffung der Todesstrafe sprechen wird. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste, auch Frauen, haben Zutritt. Der Vorstand. Neuenhagen( Ostbahn). Sonntag nachmittags 4 Uhr findet in Diderichs Lokal, Bruchmühle, die Mitglieder- VersammIung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Bericht von der Kreiskonferenz und Vereinsangelegenheiten. Rigdorf. Die Königsheide bei Johannisthal wird nicht abgeholzt, bleibt also der Bevölkerung Rigdorfs und der südlichen Vororte als einzige Erholungsstätte erhalten. Gin hiesiges Lokalblatt weiß nämlich mitzuteilen, daß dem Nirdorfer Polizeipräsidenten im Landwirtschaftsministerium auf eine diesbezügliche Frage die Ausfunft gegeben worden sei, daß in absehbarer Zeit an die Abholzung der Königsheide nicht gedacht werde. " " " " Die Stephan gewählt. Mit dessen Wahl gehören, wie bisher, Hamburg" angemeldet. Er erzählte die romantischsten Geschichten, lungsangestellte, indem sie zwar gegen einzelne Ausführungen des drei Sozialdemokraten der Gemeindevertretung an. wonach er vom Lokal- Anzeiger" für seine Briefe vom Boeren- Referenten polemisierte, sich aber für die vorgelegte Resolution erfriege noch 560 M. Honorar zu bekommen habe und nun als Mit- klärte. Die Resolution wurde sodann einstimmig anarbeiter mit einem Monatsgehalt von 300 W. angestellt worden sei. genommen. Die Vermieterin glaubte ihm, faßte dann aber doch einigen Verdacht, da der Angeklagte ein etwas wüstes Gedicht vom Stapel ließ und Alte Jakobstr. 75, versammelt, um über die Schaffung einer den Etwa 200 Schiffer hatten sich am 10. November bei Feuerstein, horrende Geschichten von seinen angeblichen Wunden, die er im neuzeitlichen Verhältnissen angepaßten Organisation zu beraten. Bovenkriege erhalten, von der Malaria, an deren Folgen er Neichstags- Abgeordneter Frit Zubeil hielt den einleitenden Vorleide, usw. erzählte. Am dritten Tage nach seinem Zuzuge ersuchte trag. Er knüpfte an die Dürre des verflossenen Sommers mit ihrer er die Wirtin, ihm 3-5 M. zu leihen, da er für den„ Lokal- immensen Schädigung der Schiffahrt an. Sehr viele der zumeist Anzeiger" schleunigst zum Geburtstage des Großherzogs von nicht gerade kapitalfräftigen Schiffseigner würden lange darunter zu Mecklenburg nach Schwerin reisen müsse. Die Wirtin sah aber vorsichtigerweise erst das Konversationslexikon nach, stellte fest, daß leiden haben. Gegenüber dieser wirtschaftlichen Not hätten sich die Ober- Schöneweide. Als ein bedenkliches Verfahren muß die der Großherzog an jenem Tage gar nicht Geburtstag habe und ließungen ganz unfähig erwiesen, wie schon so oft in anderen Fragen. Bestimmung des evangelischen Kirchenrats bezeichnet werden, wonach deshalb den Angeklagten als Schwindler festnehmen. Nach dem Sie hätten zum Beispiel nicht verhindern können, daß die Schiffer für Beerdigungen ohne geistliches Geleit je nach dem Alter Gutachten des Gerichtsarztes Dr. Hoffmann ist der Angeklagte schließen müßten, die den Unternehmern alle Vorteile brächten und mit den Unternehmern, ihren Auftraggebern, vielfach Verträge abdes Verstorbenen Beträge von 50 Pf. bis zu 4 Mart an die Kirche zurechnungsfähig. Der Gerichtshof verurteilte diesen zu neun den Schiffern alle Verpflichtungen auferlegten, sogar im Gegensatz zu entrichten sind. Zu beachten ist dabei, daß der Friedhof Monaten Gefängnis, unter Anrechnung von sechs Wochen zum Binnenschiffahrts- Gesetz. Einige solcher Verträge bringt Redner Eigentum der politischen Gemeinde ist und die Kirche in Untersuchungshaft. solchem Falle auch nicht die geringste Handreichung auszuüben zur Kenntnis der Versammelten, die mit Aeußerungen des Üntvillens Automobil- Droschke und Straßenpolizei- Verordnung. braucht. Verständlich wird dies Beginnen allerdings, wenn man Führer einer Kraftdroschke, Herr Berner, war in zweiter Instanz vom der Hand der gesetzlichen Bestimmungen zeigte, wie die Wohltaten Der über die Bestimmungen der Verträge nicht fargten, zumal Zubeil an bedenkt, daß die Kirchengemeinde wohl von der Gemeindebehörde Landgericht I wegen Uebertretung der Berliner Straßenpolizei- des Binnenschifffahrts- Gesetzes durch derartige Produkte der einen Kirchbauplag und 50 000 Mark geschenkt erhalten hat, daß aber noch sehr viel Geld fehlt zum Kirchenbau. Hackeschen Markt, als er nach der Rosenthalerstraße fuhr, eine andere Wunder, Verordnung zu einer Geldstrafe verurteilt worden, weil er am freien Vereinbarung" zunichte gemacht würden. Es sei fein Der Gemeindevertretung wird Gelegenheit gegeben werden, sich Droschke überholt hatte. In Frage kommt die Bestimmung, 38 Schifferimmungen in Deutschland, die zu einem Verband zudaß die Innungen nichts leisten könnten. darüber zu äußern, wie solche Bestimmungen in den Friedhofstarif wonach im Wagenverkehr an Straßenfreuzungen und dort ein fammengeschlossen feien, hätten nur 1200 Mitglieder bei etwa hineinkommen, ohne daß der Vertretung auch nur irgendwelche Ueberholen" nicht statthaft ist, wo ein großer Verkehr herrscht. 17 000 Binnenschiffern. Eine solche Organisation, noch dazu mit Mitteilung gemacht wird. Berner legte Revision ein und behauptete, daß Kraftfahrzeuge nicht veralteten Grundsägen und Jahresbeiträgen von 12 bis 18 Mart, durch die allgemeine Straßenpolizei- Verordnung getroffen würden. fönne nichts ausrichten. Eine gute moderne Organisation, die sich Für sie sei ausschlaggebend die Spezialverordnung über den Verkehr über ganz Deutschland erstrecke, eine Zentralisation mit überall vermit Kraftfahrzeugen vom 15. April 1901. Diese kenne keine Be- streuten Zweigvereinen sei vonnöten. Es möge der Winter auss stimmung über das„ Ueberholen", sondern schreibe in ihrem§ 30 genutzt werden, dieser Frage näher zu treten. Durch eine gute, macht, nur vor:" An den Stellen, wo ein lebhafter Verkehr von Wagen, gebietende Organisation fönnte man auch auf die Regierung einReitern, Radfahrern oder Fußgängern stattfindet, darf höchstens wirken, daß die bestehenden und noch entstehenden Wasserstraßen mit der Geschwindigkeit eines kurz trabenden Pferdes gefahren so beschaffen seien, daß die Schiffer über Kalamitäten, wie die dies. Auf dem Neubau Weichselstraße 31 verunglückte der Stein werden." Das Tempo eines kurz trabenden Pferdes habe er aber jährige, etwas besser hinwegfämen. Auf den Abschluß vernünftiger träger Hermann Siebert aus Pankow dadurch, daß er durch bei dem Ueberholen der anderen Droschke nicht überschritten. Verträge mit den Unternehmern und den Schleppschiffahrtsden Bretterbelag einer Rüstung brach und dabei einen Bruch des Der Straffenat des Kammergerichts verwarf indessen die Re- Gesellschaften würde man dann auch Einfluß haben. Und für Notfinfen Unterschenkels erlitt. Ein Schuhmann brachte den Verum vision mit der Begründung, daß die allgemein gültige Berliner fälle, wie den diesjährigen, tönnten die vereinigten Schiffer, denen glückten nach dem städtischen Krankenhause. Wen die Schuld an dem Straßenpolizei- Berordnung auch von den Führern der Kraftfahrzeuge eine starte Zentralisation einen Rückhalt biete, viel eher bei Ne Unfall zuzuschreiben ist, bedarf noch der Feststellung. beachtet werden müsse, sofern nicht ausdrücklich die Anwendbarkeit gierung und Parlament etwas erzielen, erzielen, zum Beispiel die auf sie ausgeschlossen sei. Es gebe nun aber nirgends eine Be Bereitstellung von Mitteln zur Hergabe zinsfreier ſtimmung, die es den Führern von Kraftfahrzeugen erlaube, gering zu verzinsender Darlehen auf lange Zeit. Jetzt das ihnen gestattete schnellere Tempo auch an Straßenkreuzungen und habe man davon nichts gehört. Nur die Schleusengelder sollten nach Stellen mit lebhaftem Verkehr beizubehalten. Somit sei die ange- einem Erlaß des Verkehrsministers an die Oberpräsidenten soweit zogene Bestimmung der Berliner Straßenpolizei- Verordnung hier als möglich" entweder ganz oder teilweise erlassen werden. Untermit Recht angewendet worden. dessen sorge Frau Minister Budde im Verein mit einem Komitee, Der Streik der Bolleschen Milchjungen hat auch eine Anklage an dessen Spize ein Geistlicher stehe, für das geistige Wohl der wegen Bergehens gegen§ 153 der Gewerbeordnung und versuchter Schiffer, indem man ihnen eine schwimmende Kirche beschere.( Große Nötigung gezeitigt, die gegen den 13jährigen Steinmehlehrling Ernst Seiterkeit bei der überwiegenden Mehrheit.) Eine Million von den für den unglücklichen Kolonialkrieg gegen Heise gestern vor der dritten Straffammer des Landgerichts I ver- 100 Millionen handelt wurde. Zu den Streifbrechern gehörte der Milchausträger drangfalierte und zur Empörung getriebene Afrikaner würde den raufpe. Als dieser eines Tages ein Haus in der Stephanstraße Schiffern allerdings bessere Dienste leisten.( Lebhafte Zustimmung.) verließ, wurde er von 20-30 Streifenden, die vom Angeklagten Redner ging dann noch auf eine Anzahl Berufsschmerzen der Schiffer angeführt wurden, umringt. Dieser ließ erst eine tote Maus in den ein. Unter anderem auf die Vornahme von Schleusenumbauten im Milchfübel des. gleiten und dann ging man mit dem Streifbrecher Sommer, wie sie trotz aller Gegenvorstellungen bei Wusterhausen Der Angeklagte soll sich dabei der versuchten wieder bevorsteht, bloß weil der Regierung die Koften eines Umarg ins Gericht. nötigung und auch des Vergehens gegen die Reichsgewerbeordnung baues bezw. einer Reparatur im Winter zu hoch erschienen. schuldig gemacht haben, indem er Arbeitswillige durch Bedrohung Auch das Schleusenvorrecht der Dampfschiffahrts- Gesellschaften Der Staats- kritisierte er. Mit einer Aufmutterung, sich den vergangenen Sommer von der Fortseßung der Arbeit habe abhalten wollen. anwalt war der Ansicht, daß der Angeklagte trob seiner Jugend sich eine Lehre sein zu lassen und nun den Winter zur Regelung der der Rechtswidrigkeit seiner Handlungsweise bewußt gewesen sei, er Organisationsfrage gründlich auszunuzen, schloß Zubeil unter lebhielt aber einen Verweis für eine ausreichende Sühne. Der haftem Beifall seinen Vortrag. Gerichtshof erkannte nach diesem Antrage. Wegen Brandstiftung wurde der Arbeiter Schulz verhaftet. Er hatte auf dem Boden des Hauses Harzerstraße 87 Feuer angelegt, das aber noch rechtzeitig entdeckt wurde und von Hausbewohnern gelöscht wenden konnte. Sch. ist Alkoholiker, befand sich bereits in einer Jrrenanstalt und dürfte die Tat daher wieder in einem Anfall von Geistesgestörtheit verübt haben. Vor Bantinen- und Gymnasialvorschule in Schmargendorf. etlicher Zeit war die Regierung gezwungen, die Etatisierung zweier Lehrerstellen zu veranlassen. Jetzt soll mm die Gemeindeschule zu einer siebenklassigen ausgebaut werden mit der Maßgabe, daß in der obersten Klasse Mädchen und Knaben vorläufig gemeinsam Unterricht erhalten. Eine Lehrkraft wird zum 1. April 1905 angestellt. Und wieder geschieht dies, wie in der Gemeindevertreter fizung vom 14. November mitgeteilt wurde, erst auf Verlangen der Regierung. Die Schmargendorfer Gemeindevertretung besteht nur aus Grundbesitzern resp. Vertretern dieser privilegierten Staste. Daß fie aus eigener Initiative Gelder für Bildungszwecke Hergibt, wo es sich um Kinder der minderbemittelten Einwohner handelt, war nicht zu erwarten. Hat die Gemeindevertretung hier ein allzu geringes Verständnis für die Volksschule bewiesen, jo brachte sie der Errichtung einer höheren naben- Vorschule ein um so größeres Interesse entgegen. Ein Bedürfnis scheint nicht einmal vorzuliegen, wenigstens find trotz erfolgter brieflicher und öffentlicher Aufforderungen nur einzelne wenige Anmeldungen eingelaufen. Und dennoch soll die Schule am 1. April 1905 ins Leben treten. Für den Lehrer ist ein Gehalt inkl. Wohnungsgeldzuschuß von 2100 beztv. 2300 M. vorgesehen. Da der privaten höheren Töchterschule am Orte durch die Gründung dieser Knaben Vorschule sage und schreibe zwei Schüler verloren gehen, hat man der Besizerin eine bedeutend höhere Subvention durch die Gemeinde als bisher zugesichert. Außer vorstehenden Schulfragen stand die Wahl eines Schöffen auf der Tagesordnung. Gewählt wurde Baumeister Eugen Borchardt. 9 Steglit. Am Sonntag wird unter Mitwirkung der Gesellschaft Lewandowski im" Birkenwäldchen" ein von der Gewerkschaftsfommission veranstalteter Unterhaltungsabend abgehalten. Der Eintrittspreis beträgt einschließlich Garderobe 30 Pf. Man wolle fich rechtzeitig mit Billetts versehen, da Kasse nicht stattfindet. Die Einwohnerzahl der, Gemeinde Grunewald beträgt jegt 4419 und hat seit der legten Volkszählung um 1189 Seelen oder um 37 Broz. zugenommen. Die Bevölkerung verteilt sich auf 361 Wohnhäuser mit 901 Haushaltungen. Im Bau begriffen befinden sich zur Zeit 31 Villent. " oder An der folgenden Debatte, die recht lebhaft wurde, beteiligten Der Alkohol. Wegen Störung eines Gottesdienstes standen sich eine ganze Anzahl Schiffseigner. In der Frage der Notwendig die beiden Brauereiarbeiter Wittnebel und Marten aus feit einer guten Organisation waren die Redner fast alle der Ober- Schönetveide vor der dritten Straffammer des Landgerichts II. Meinung des Referenten, wenn auch im einzelnen die Ansichten etwas Beide kamen am 6. März, von einem Balle heimkehrend, an einem auseinander gingen. Es wurde dann beschlossen, daß es sich eine Betsaal vorüber, in welchem eine katholische Frühmesse abgehalten Kommission von sieben Schiffseigentümern und Schiffsführern zur wurde. Die beiden mit Rosetten geschmückten Nachtschwärmer traten Aufgabe machen solle, im Winter vorbereitende Schritte zu einer geräuschvoll in den Betsaal, wo ein Kuratus über Notwendigkeit alle Schiffer umfassenden Organisation in die Wege zu leiten. der Beichte" predigte. Als dabei gesagt wurde, daß jeder Gläubige Darauf wurde die Kommission gebildet. Mit begeisterten Hochrufen aur Beichte müsse, ebenso wie die Bürger Steuern zu zahlen haben, auf die Schiffahrt schloß die Versammlung. rief Marten laut in die Versammlung hinein: Geld haben wir feins!", während Wittnebel laut dazwischen rief: Silentium!" Ms das Weihwasser gereicht wurde, machten die Angeklagten ihre Gloffen und störten die gottesdienstliche Handlung in dem Maße, daß sie polizeilich festgenommen werden mußten. Der Staatsanwalt beantragte 4 Monate Gefängnis, der Gerichtshof erkannte aber nur auf 2 Wochen Gefängnis, indem er erwog, daß die Angeklagten, die sonst ganz ordentliche Leute sind, unter dem Einfluß des Alkohols gestanden haben. Verfammlungen. Lichtenberg. Die hier am Drte beschäftigten Kaufleute werden auf die heute abend 82 Uhr bei Höflich, Frankfurter Chauffee 120, stattfindende Versammlung aufmerksam gemacht. In derselben soll Stellung zu der Wahl der Beisiger des hier am Orte zu errichtenden Kaufmannsgerichts genommen werden. Alle hier beschäftigten Staufleute werden ersucht, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Vermischtes. Der Winter. Wie aus St. Petersburg gemeldet wird, ist dort die Schiffahrt am 16. November eingestellt worden. Große Teile des Hafens und der Bucht bei Kronstadt sind schon mit Eis Der Zentralverband der Handlungsgehülfen hielt am Donners- bedeckt; die Nema ist zwar noch nicht völlig zngefroren, führt aber tag im Neuen Klubhaus" eine Versammlung ab, woselbst Genosse schon starte Eisschollen mit sich. Auch im nordwestlichen DeutschTod im Gerichtssaal. Ein vorzeitiges Ende hat infolge eines aliski über die kaufmännische Fortbildungsland hat die Kälte in den letzten Tagen start zugenommen. In tragischen Vorfalles die Sigung des Schöffengerichts in Spandau schule sprach. Redner, dem wegen seiner jüngst erfolgten Ent- Thorn zeigte in der letzten Nacht die Quecksilbersäule 10 Grad gefunden. Mitten in einer Verhandlung brach der Bertreter der laffung aus dem Gefängnis von den Antvesenden eine lebhafte Sälte an. Infolgedessen herrscht auf der Weichsel seit gestern früh Staatsanwaltschaft. Auntsanwalt Göhring plöglich auf seinem Sig Ovation bereitet wurde, schilderte eingehend die äußerst mangelhafte starkes Grundeistreiben, das der Schiffahrt und der Holzflößerei zusammen. Ein Gehirnschlag hatte ihn getroffen. Die Gerichts- Ausbildung der Lehrlinge im Kaufmannsgewerbe. Es sei eine ein jähes Ende zu bereiten droht. Viele Oderkähne und mehr als fizung wurde aufgehoben und der Erkrankte nach dem städtischen stehende Redensart bei den Herren Chefs, daß, wenn die Handlungs- 200 Holztraften find noch unterwegs und in Gefahr, vom Eise einKrankenhause geschafft, wo er kurz darauf seinen Geift aufgab. Die gehülfen refp.-Gehülfinnen nur etwas Züchtiges gelernt hätten, jie geschlossen zu werden. Die Schnellfähre bei sulm, Neuenburg, Stelle des Amtsanwalts in Spandau hatte er fast fünfundzwanzig dann auch gute Stellungen bekämen. Dabei sei es doch notorisch, Kurzebrad ist unterbrochen, die Schiffsbrüde bei Marienburg wird Jahre bekleidet, zwanzig Jahre lang war er auch Amtsvorsteher für daß weder in den Engrosgeschäften noch in den Kleinhandlungen, schon abgefahren. Spandau- Land. Gerichts- Zeitung. " abgesehen von wenigen Ausnahmen, an eine wirklich fachmännische Ausbildung der Lehrlinge auch nur gedacht werde. Sie sei übrigens Brand im Bahnwärterhans. Aus Bamberg, 17. November, auch gar nicht möglich, so lange die Lehrlinge den vollen Tag über meldet man: Heute früh 4 Uhr brannte das Bahnwärterhäuschen auf ihren Plätzen beschäftigt und dadurch über Gebühr ausgenutzt an der Nürnbergerstraße nieder. Der frank im Bette liegende BahnStudien nach dem Leben" angestellt zu haben, behauptete der würden. Man betrachte die Lehrlinge nur als billige Ausbeutungs- wärter und sein 16jähriger Sohn kamen in den Flammen um, zwei Schriftsteller" Willy Meißner, der gestern unter der An- objekte, die zum großen Teil Hausdienerarbeiten verrichten müssen andere Kinder und die Ehefrau erlitten erhebliche Verlegungen. flage des wiederholten Betruges und des Vergehens gegen die öffent- und günstigstenfalls die Tätigkeit eines Verkäufers ausüben, wozu Die von Nürnberg kommenden Züge mußten wegen der über den liche Ordnung vor der 9. Straffammer des Landgerichts I stand. fie sich die erforderlichen Fähigkeiten auch in verhältnismäßig furger Bahnkörper schlagenden Flammen umpartiert werden. Der Angeklagte hat schon verschiedene Vorstrafen wegen Betruges Beit aneignen fönnen, ohne erst eine dreijährige Lehrzeit durchund Diebstahls erlitten und ist ein sonderbarer Kauz. Er behauptete zumachen. Daher sei es erforderlich, die technisch- berufliche Aus- Marktpreise von Berlin am 15. November. Nach Ermittelungen des gestern in allem Ernst, seinerzeit zu den Boerenkämpfern bildung in die Fortbildungsschule zu verlegen. Als ganz besonders fgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Bentner: Weizen**), gute Sorte 17,65-17,63 W., mittel 17,61-17,59 W., geringe 17,57-17,55 m. gehört zu haben und acht Monate auf St. Helena gefangen ge- notwendig müsse die Ausdehnung des Fortbildungsschulunterrichts Hoggen), gute Sorte 18,90-13,89 M.. mittel 18,88-13,87 M., geringe Denn es fangen gewesen zu sein; er bestand aber das vom Vorfizenden nach auf die weiblichen Angestellten betrachtet werden. 13,86-13,85 M. Futtergerste*), gute Sorte 15,70-14,50 M., mittel 14,40 dieser Richtung mit ihm angestellte geographische und sprachliche stehe außer allem Zweifel, daß, wenn die Ausbeutung der Lehrlinge bis 13,30 M., geringe 13,20-12,10 m. Hafer*), gute Sorte 16,40-15,60., Examen nur mangelhaft. Er will auch zu Fuß Nordafrika durch durch deren Besuch der Fortbildungsschule eine gewisse Beschränkung mittel 15,50-14,70 M., geringe 14,60-13,90 M. Erbsen, gelbe, zum Stochen quert haben, in Algier gewesen sein und auch Frankreich, Dänemark, erfährt, die Herren Chefs sich weniger Lehrlinge halten und mit noch 40,00-30,00 M. Speifebohnen, meiße 50,00-30,00 M. Linfen 60,00-30,00 902. Richtftroh 5,20-4,50 M. Heu 9,20-7,40 M. Schweden, Norwegen und Rußland bereits fennen gelernt haben. vermehrter Energie auf die schon ohnehin unbeschränkte Ausbeutung Startoffeln 9,00-7,00. Andererseits geht aus den Alten hervor, daß er vor längerer Zeit der weiblichen Arbeitskraft verlegen werden. Darum sei es auch Für ein stilogramm Butter 2,80-2,00 M. Gier per Shock 4,50-3,00. *) Frei Wagen und ab Bahn.**). Ab Bahn. einmal in einer Frrenanstalt war und aus derselben als geheilt höchst bedauerlich, daß die deutschnationalen Handlungsgehülfen aus entlassen worden ist. Die Berechtigung, fich Schriftsteller" zu verbohrtem. Fanatismus gegen den weiblichen Fortbildungsschulnennen, leitet er daraus her, daß er an zwei Zeitungen Gedichte unterricht sind. Als ein Zeichen freisinniger Doppelzüngigkeit und und Skizzen eingeschickt haben will, über deren Annahme er noch sozialpolitischer Rückständigkeit charakterisiere sich aber das Vernicht unterrichtet ist. Er hat sehr seltsame Streiche berübt. In halten des Berliner Magistrats in dieser Frage. Im Reichsparladrei Fällen ist er bei Schankwirten erschienen und hat sich als der ment erklären sich die Gesinnungsgenossen der Magistratsherren für „ neue Kriminalbeamte" vorgestellt, der die Kontrolle der Schank- die Ausdehnung des Wahlrechts auf die Handlungsgehülfinnen zu wirtschaften in bezug auf die Polizeistunde auszuüben habe, weil den Kaufmannsgerichten aus Gründen der Liberalität, und im fein Vorgänger in eine andere Abteilung bersept worden sei. In Stadtparlament berweigern die Freisinnigen denselben Gehülfinnen dem ersten Falle hat er bei dem Schankwirt umsonst gegessen, sein die obligatorische Teilnahme am Fortbildungsschulunterricht. Redner Versuch, diesen um eine Summe von 6 M. zu erleichtern, mißlang empfahl jodann folgende vom Borfizenden Friedländer voraber. Im zweiten Falle hat er von dem Schankwirt zwei Bigarren gelegte Resolution: herausgeschlagen, im dritten aber 50 M., die ihm der Schankwirt Die am 10. November tagende Versammlung des Zentralgab, weil er sich den angeblichen Kriminalbeamten, der in Not sein verbandes der Handlungsgehülfen ersucht die Stadtverordnetenber wollte, zum Freunde halten wollte. Der Angeklagte bestritt, fich fammlung, das Ortsstatut betreffend die Fortbildungsschule auf Sie protestiert ganz ent- Swinemde. 774 S 2 Haparanda 760 S des Betruges schuldig gemacht zu haben und behauptete, er habe alle Handlungsgehülfen auszudehnen. 3 Petersburg 767 523 ein Buch über die Polizei" schreiben wollen und deshalb schieden dagegen, daß der Fortbildungsschulzwang nicht auf die Hamburg 774 WSW 1 Nebel Berlin 2bedeckt 1 Cort Studien im praktischen Leben angestellt. Kapitel 19" feines Buches andlungsgehülfinnen ausgedehnt werden soll. Franff.a.M. 775 D 2 wollent- 1 Aberdeen 769 SS sollte von dem Verhältnis der Polizei zu den Schankwirten handeln Die Versammlung erwartet die Einführung des obligatorischen München 773 Still wolfenl 4 Paris 773 NNW 2 bedeckt und deshalb habe er sich als Striminalbeamten ausgegeben, um Er- Fortbildungsschulbesuchs für alle kaufmännischen Angestellten bis wien 774 GH-heiter jahrungen zu sammeln. Die Liebesgaben hätten ihm die Gast zum vollendeten 18. Lebensjahr und die Festsetzung der Schulzeit Wetter- Prognose für Freitag, den 18. November 1904. wirte gegeben, ohne daß er sie beschwindelt hätte. Der Angeklagte an den Wochentagen während der Vormittagsstunden." Ein wenig wärmer, vorwiegend nebelig oder wollig bei schwachen west. ist in drolliger Weise festgenommen worden. Er hatte sich bei einer An der Diskussion beteiligte sich unter anderem auch Fräulein lichen Winden; leine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Pensionsinhaberin eingemietet und sich dort als„ Dr. Claufen auslönthaus, Vorsitzende des Hülfsvereins für weibliche Hand Beranti. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Wasserstand am 15. November. Ibe bei Ausfig+1,06 Meter, bei Dresden-0,36 Meter, bei Magdeburg+1,39 Meter. Unstrut bei Straußfurt+ 1,70 Meter.der bei Ratibor+ 2,70 meter, bei Breslau Ober- Begel+5,12 Meter, bei Breslau Unter Begel+0,32 Meter, bei Frankfurt+1,54 Meter. Weichsel bei Brahemünde+2,84 Meter. art he bei Posen+0,32 meter. Ne te bei Usch+ Meter. T Witterungsübersicht vom 17. November 1904, morgens& the. Stationen Barometer. stand mm 774 S Wind. Windstärke richtung Better 2 bedeckt Temp. n. T. 50. 4° R. Stationen Barometer Wind. richtung Windstärke Wetter Temp. n. G. 2 Schnee 1 bedeckt 2woltig -3 7 2 velan Nr. 271. 21. Jahrgang. 2nside Soziales. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 18. November 1904. „ Eine derartige Produktion bedroht die Existenz von zahlreichen fleineren Geschäftsleuten und Handwerkern verschiedener Art fowie von vielen Hausbesigern, denen mit der Zeit die Nutzung von Läden und größeren Wohnungen verloren geht. Diese Produktion bedroht deshalb einen großen Teil des sogenannten Mittelstandes mit Untergang, verlegt somit das Staatswohl und das Bestreben der Regierung, den Mittelstand, insbesondere den Handwerkerstand, zu schützen.. Schade, daß der Magistrat von Afen nicht die Macht hat, sämt liche Fabriken im Deutschen Reiche zu schließen und die Errichtung Aus der Frauenbewegung. Stand der Angelegenheit vorliegt. Nächst dieser Südostecke des Reiches scheint der äußerste Norden am schnellsten gearbeitet zu haben. Denn an Seestädten( und unmittelbar benachbarten Gemeinden) Neber die Errrichtung der Kaufmannsgerichte im Deutschen Reiche haben nicht weniger als fieben die Statuten bereits fertiggestellt, fo daß demnächst die Wahlen stattfinden und die Gerichte am 1. Januar hat die Archivverwaltung des Verbandes deutscher Gewerbegerichte eröffnet werden können. Es sind dies Hamburg nebst Harburg und eine Umfrage veranstaltet, deren Ergebnisse einen deutlichen Ueber- Wandsbeck, Geesteminde, Lübeck, Kiel und Tilsit. In Danzig, blick darüber geben, wie die Fertigstellung der Statuten in den ver- Stettin, Stralsund, Lehe sind die Statuten zur Genehmigung einschiedenen Teilen des Deutschen Reiches bisher verlaufen ist. Das gereicht. Sonst find an Statuten fertiggestelt in Süddeutschland: Gefet betreffend die Kaufmannsgerichte tritt am 1. Jannar 1905 in die von Stuttgart( dem sich Cannstatt angeschloffen hat), Heilbronn, Straft. Es wurde verkündet unter dem 6. Juli. Offenbar am Freiburg i. B., in Mitteldeutschland: Koburg, Erfurt, Osnabrüd, neuer zu verbieten. frühesten haben mit der Arbeit die Städte des Königreichs Bayern Hildesheim. Danach find bis jetzt im ganzen 23 Statuten für begonnen, denn hier ist die Fertigstellung der Statuten am weitesten 24 Städte fertiggestellt. Die Zahl der Gemeinden, die die Durch vorgeschritten. An Städten über 20 000 Einwohnern, für die das beratung vollendet und den Entwurf zur Genehmigung eingereicht Gesetz Kaufmannsgerichte zur Entscheidung von Streitigkeiten zwischen haben, beträgt nach der Aufnahme des genannten Verbandes 56, Handlungsgehülfen und ihren Prinzipalen vorschreibt, besitzt Bayern während die Genehmigung durch den Magistrat und die Vorlage an 14. d. Mts. feine regelmäßige Vereinsversammlung im Lokale von 18. Von diesen haben zehn die Statuten nicht mir durchberaten, die Stadtverordneten- Bersammlung bisher aus 81 weiteren Ge- Wölftein ab. Auf der Tagesordnung stand unter anderem Vortrag fondern auch von der tgl. Streisregierung bereits genehmigt erhalten. meinden gemeldet ist. In Berlin und Umgegend hat bisher lediglich von Frau Mesch- Berlin über„ Heimarbeit". Dieselbe schilderte die Es find dies München, Nürnberg, Augsburg, Bayreuth, Regensburg, Charlottenburg das Statut durchberaten und zur Genehmigung ein- traffen Zustände in den kleineren Industrieſtädten, wo die Frauen Ingolstadt, Erlangen, Amberg, Hof. Pirmasens. In fünf weiteren gereicht. und Kinder für 4 bis 5 M. die Woche hindurch von morgens früh bayerischen Städten ist die Arbeit in den städtischen Kollegien eben5 Uhr bis in die späte Nacht hinein arbeiten müssen. Der Vortrag falls beendet und liegt zurzeit der Kreisregierung vor. Es sind dies Die Seifenfabrik der Großeinkaufs- Gesellschaft deutscher Konsum- wurde mit großem Beifall entgegengenommen. Hieran knüpfte sich Bamberg, Fürth, Landshut, Weißenfels, Ludwigshafen. In Würz- vereine, die in Aken errichtet werden sollte, wird von dem dortigen eine rege Diskussion. Da die frühere Schriftführerin Frau Schwarzer burg find zurzeit die Stadtverordneten noch mit der Angelegenheit Gemeinderat für staatsgefährlich gehalten, weshalb er die Ge- ihr Amt niedergelegt hatte, wurde eine Erfazwahl vorgenommen befaßt, während aus den beiden übrigen Städten des Königreichs, nehmigung ablebut. Zur Begründung der Ablehnung fagt der und Frau Driest als Schriftführerin und Frau Hildebrand als Hilfsnämlich Speher und Kaiserslautern, noch keine Mitteilung über den Magistrat der Stadt: faffiererin gewählt. Adlershof. Der Verein für Frauen und Mädchen hielt am thai NO SUNLIGHT CHUTZMARKE SEIFE Sunlight Seife Es ist nicht erforderlich, viel Seife zu verbrauchen. Kleine Mengen genügen, um die grösste Wäsche zu bewältigen, weil Sunlight Seife ausgiebig ist und sie sich leicht und schnell über grosse Flächen verteilt. Es ist ein Trrtum, beim Einseifen der Wäschestücke grosse Körperkräfte aufzuwenden; die Seife allein, in geringen Mengen aufge tragen, vollzieht die Reinigungsarbeit. Deshalb schone man sich selbst, spare die Seife und man erhält die Wäsche. Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW, 68, Lindenftraße 69, Laden. Orts- Krankenkasse für das Goldschmiede Gewerbe zu Berlin. Nachstehende Werke liefern wir bis zum 31. Dezember d. I. zu herab- abends 8 Uhr, im Gewerkschaftsgesezten Preisen. Sonnabend, den 26. November 1904, haufe, Engel- Ufer 15, Saal 8: SUNLIGHT SCHUTZGIARMED SEIFE GARANT FRES DIMEIL ER Gemeinsame Orts- Krankentave Orts- Krankenkassets antenaffe Klempner. Am Freitag, den 25. November d. J., abends 8 Uhr, findet SebastianDie französische Revolution von 1789-1804. Ordentl. General- Versammlung age 39 bet Frante eine Darstellung der Ereignisse und Zustände von W. Blos, anstatt M., 50 jett M. 5, Geschichte der französischen Revolution von 1848 und der zweiten Republik. Bolkstümlich dargestellt von 2. Héritier anstatt M. 5,50 jest wt. 5, Die deutsche Revolution von 1848 und 1849. Geschichte der fämtlicher Vertreter der Arbeitgeber u. Arbeitnehmer Tages Drdnung: 1. Wahl von vier Mitgliedern zum Borstande seitens der Arbeitnehmer für 1905-1906. 2. Wahl von zwei Mitgliedern zum Borftande feitens der Versammlung ber grokjährigen Mitglieder Pankow. Die statutenmäßige für Mariendorf nub Umgegend. Bum 1. Januar 1905 ift die Stelle 277/10 eines Bureaubeamten bei unserer General- Versammlung unserer Stasse behufs Wahl von findet am Montag, den 28. d. M., 150 Vertretern für das Jahr 1905 abends 8 Uhr, im Reſtaurant statt. Das Duittungsbuch legitimiert. Roczycki, Bantom, Streusftr. 3/4, statt. Am Mittwoch, den 23. November b. J., Tages- Ordnung: abends 8 Uhr, findet Köpnicker- 1. Protokoll. 2. Wahl dreier Vorstandsmitglieder( zwei Arbeit und ein Arbeitgeber). deutschen Arbeitnehmer für 1905. 3. Bahl Revolutionsbewegung dieser Beit. Dargestellt von W. Blos von zwei Arbeitgebern zum Vorstande ftraße 100 eine anstatt M. 5,70 jett M. 5,-für 1905-1906. von Dr. W. Zimmermann, herausschaftlicher Versammlung: anstatt M. 6,70 jetzt M. 5, anstatt M. ( zwei Arbeitnehmer und ein Arbeit Die Arbeitgeber fönnen sich ouch anstatt 5,90 jett M. 5,-( Biffer 3), 42 und 58 des Statuts. triebsbeamte vertreten laffen. geber). 3. Abänderung der§§ 13 durch ihre Geschäftsführer oder Be4. Regelung der Anstellungsverhält 176 anstatt M. 5,50 jett M. 5,-niffe der Bureaubeamten. 5. Kaffenangelegenheiten. 277/8 Die Herren Bertreter werden ersucht, recht pünktlich und zahlreich zu erscheinen.- Uebersandte Einladungsfarte dient als Legitimation. Großer deutscher Bauernkrieg gegeben von 28. Blos Der Mensch und seine Rassen at 8,50 jetzt M. 5,-fung, ber Jahresrechnung für 1904 75 Bertretern pro 1905 ftatt. von B. Die Geschichte der Erde von 9. Bommelt. Die Pflanzenwelt Die Tierwelt on Bommeli Die Wunder des Rosmos popular Nach beendigter Wahl in gemein Versammlunga breier Kaffenreviſoren aur der Arbeitgeber, welche Beiträge Brüfung der Jahresrechnung pro 1. Bericht des Vorstandes. 2. Wahl für angemeldete Mitglieder zu unserer 1904. 4. Definitive Genehmigung des Rechnungs- Ausschusses zur Prü- Staffe leisten, behufs Wahl von des dem Krantentontrolleur zu ge bon R. Bommeli anftatt M. 7,10 jetzt M. 5, bargestellt bon D. Köhler anftatt M. 5,50 jett M. 5, populär darg. v. D. Köhler Weltschöpfung und Weltuntergang an. 4,75 et M. 4.25 Sämtliche Bücher find in Prachteinbänden gebunden. Der Zegt ist durch zahlreiche Illustrationen und viele farbigen Tafeln veranschaulicht und erläutert. Nach dem 31. Dezember tritt der frühere Ladenpreis wieder in Kraft. 234/10 Berliner Ressource Kommandanten- Strasse 57. Empfehle meine hocheleganten, renovierten, großen u fleinen Westfäle Adolf Stein. zu Festlichkeiten und Bersammlungen. 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Deutsch- Amerikanisches. Ueber'n großen Teich. Apollo. Berliner Luft. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. Prinz Levy in Ahlbeck. Passage Theater. Dida. Spezia litäten. Anf. 5 1hr. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Hörsaal 8 Uhr: Dr. v. Unruh: ,, Die Leichtmetalle". InvalidenSternwarte str. 57/62. Hörsaal: Tierleben in der Wildnis. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Freitag, abends 8 Uhr: Wallensteins Lager. In 1 Aft von Friedrich Schiller. Die Piccolomini. In 5 Aften v. Friedrich Schiller. Sonnabend, abends 8 Uhr: Krieg im Frieden. Sonntag, abends 8 Uhr: Medea. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Freitag, abends& Uhr: Die Jüdin von Toledo. Historisches Trauerspiel in 5 Aufzügen von Franz Grillparzer. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Tyrannei der Tränen. Sonntag, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. CASTAN'S ANOPTICUM. Kleines Theater Neues Theater. PANA Friedrichstr. 165. „ Es war einmal-!" Großer orient. Märchenzyklus in lebensgroßen plastischen Figuren mit verbindendem Text und Musikbegleitung. Metropol- Theater Die Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Henry Bender. Josef Giampietro. Josef Josephi. Anton Grünfeld. Frid Frid. Fritzi Massary. Das Fest des Lichts. ( Ballett.) Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. Totensonntag, den 20. d. Mts.: Therese Krones. Balaft. Ringkämpfe. Spezialitäten. Kasino- Theater itrania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Bon der Zugspige zum Bazmann. Im Hörsaal: Um 8 Uhr: Dr. v. Unruh:" Die Leichtmetalle". Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Im Hörsaal: Um 8 Uhr: Tierleben in der Wildnis. Lothringerstr.37. Anf. Wch.8, Sonnt.7½. Wildes Blut. Gesangsposse in 3 Aften v. Mannstädt. Borher d. vollft. neue Novemberprogr. 11. a. ,, Die Original- Noranas." Sonntag, den 20. Nov., 7, Uhr: Mutter Gräbert. Bernhard Rose- Theater Gesundbrunnen, Badstraße 58. National- Theater Die Gaftspielborstellungen finden in Weinbergsweg 12a- 13b. Freitag, den 18. November 1904: 9. Freitags- Abonnement. 1. Gastspiel Franzes china Prevosti: Traviata. Anfang 7, Uhr. folgenden Etablissements statt: Bernh. Rose- Theater. Stadt- Theater Moabit. Fröbels Allerlei Theater. Neue Welt. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf., numer. Plat 50 Pf. Vereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Anfang 8 Uhr. Nachtasyl. Sonnabend: Elektra. Sonntag: Nachtasyl. Anjang 8 Uhr. Gustav Behrens SpezialitätenTheater, FrankfurterAllee 85. Das großartige Novemberprogramm Neu! Lily Durand 190 Neu! mit ihrer Verwandlungsnummer Großstadtleben. Neu! Ostarra Trio New! großartige Kopfbalance auf schwingenDie Morgenröte bem rapes fowie die noch übrigen Sonnabend: Die Morgenröte. Sonntag: Die Kronprätendenten. Rich. Winkler. früher Feen- Palast. Palast- Theater Burg Straße 22, Direktion: Gr. internationale Ringkampf- Konkurrenz 1000) unter dem Protektorat des Herrn Professor Reinhold Begas. Heutige Ringkämpfe: 1. John Pohl- Abs II, Deutscher, gegen Beaucairois, Franz. 2. Petrow, Bulgare, gegen Miesbacher, Rumänier. 3. Ali Achmed, Türke, gegen Dickmann, Rheinländer. Borher: Theater u. Spezialitäten ersten Ranges. Anfang 7 Uhr. Vorverkauf 10-1 Uhr an der Kasse. Eröffnung 6%, Uhr. Preise der Pläke wie gewöhnlich. Freie Volksbühne Humoristisch- satirisches Winterfest Sonnabend, den 19. November, 82 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain Komiker- u. Soubretten- Abend. erstklassigen Spezialitäten. Reichshallen- Theater. Täglich: Stettiner Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Sänger. Kanarienvögel verkauft Friede wald, Forsterstraße 44. +26 Verband des technischen Bühnen- Personals. Sitz Berlin. Sonnabend, den 19. November 1904, abends 11 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Mitglieder- Versammlung. 190/10 Zages Ordnung: 1. Verbandsangelegenheiten. 2. Verschiedenes. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwünscht. Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, 8immer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis Bimmer 34. Amt IV, 3353. Sonnabend, den 19. November 1904, abends 8 Uhr, im Lokal von Kumte, Schönwalderstr. 80: Bezirks- Versammlung d. Spandauer Kollegen u. Kolleginnen. Tages- Ordnung: 1. Bortrag über: Arbeitsnachweise und Arbeitsvermittelung". Referent: Einaktor: Der gemütliche Kommissär. 2018 Stollege Scheffler. 2. Disfuffion. 3. Berbandsangelegenheiten. 1902 Von George Courteline. Solovorträge. 90 Mitwirkende: Josefine Dora, Thalia- Theat.| Martin Kettner, Alexander Tyrkowski, Elsa Boetticher, Berl. Theat. Couplets u. Rezitation. Stefanie Kriß, Neues Theat. Alexander Skura, Pianist. Berliner Tonkünstler- Orchester. Festmarken nur für Mitglieder a 60 Pfennige ( inkl. Programm) nur bei schleuniger Bestellung noch zu haben in allen Zahlstellen der Freien Volksbühne. able Dienstag, den 29. November, abends 8 Uhr, im Rathause: II. Kunstabend: Goethe- Mozart 4. Serie: Sonntag, 27. November: Die Juden 230/1 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Passage- Theater. von Tschirikow. Zentral- Theater Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. Orphens in der Unterwelt. Operette in 3 Atten von Offenbach. Morgen nachm. 4 Uhr: Kindervor stellung. Halbe Preise, 2 Kinder ein Billett. Däumelinchen. Neues Märchenspiel in 6 Bildern mit Tanz u. Gesang. Abends 8 Uhr: Der Generalkonsul. Luisen- Theater. Der Registrator auf Reisen. Sonnabend: Robert und Bertram. Sonntag, abends: Die Räuber. Montag: Mein Leopold. Anf. nachm. Wochent. 5 Uhr, Sonntags 3 Uhr. Kurzes Gastspiel des berühmten Gedankenlesers Bror Sundeen aus Stockholm. Phänomene des sechsten Sinnes. Lucie König, das erstklassige Mädel. Der magische Kessel. Dida die Erschaffung eines aus d. Nichts. Zirkus Schumann. Das neue große Programm. 11. a.: Neu! Mile. Priami. Neu! Mons. Proserpi. Neu! Agube Gudkow, der unübertroffene Dschigittreiter 2c. Ferner: Ein musikalisches Phänomen Mr. Franco Piper, sämtliche Spezialitäten und Die größte Sensation Berlins Die größte Sensation Berlins Münstedts Zirkus Busch. Komischer Gala- Abend. Mit noch nie dagewesenem Erfolg Katharina II. Coco der menschliche Wunderaffe. Budapester Stierkämpfe. Eine Zebra- Komödie und die vorzügl. Programmnummern Carl Weiß- Theater. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Sonntag, 20. November, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 1): Versammlung der Bauanschläger. Tages Drdnung: 1. Berbands- und Branchenangelegenheiten. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Achtung! Achtung! Die am 1. November stattgehabten Mitgliederversammlungen beschlossen, den zur Zeit im Ausstand befindlichen Kollegen zum den zur Zeit im Weihnachtsfest durch eine Extra- Unterstützung zu Hülfe zu kommen. Um dies zu ermöglichen, soll jeder vom Ausstand nicht Betroffene für die Dauer von fünf Wochen, vom 5. November ab, je nach seinem Verdienste pro Woche 50 Pf., 1 resp. 2 M. zahlen. Diese Gelder werden von den Vertrauensleuten in den Betrieben kassiert und haben dieselben dafür in den Zahlstellen oder bei den zu ständigen Bezirkskaffierern die entsprechenden Wertmarken zu ent nehmen. Wir ersuchen alle unsere Mitglieder, obigen Beschlüssen nach Die Ortsverwaltung. besten Sträften nachzukommen. 191/12 Achtung! Hafenarbeiter- Verband! Achtung! Mitgliedschaft Berlin II. Große Frankfurter Straße Nr. 132. Sonntag, den 20. November, vormittags 10%, Uhr, im Königstadt Direktion M. Ed. Fischer. Kafino, Holzmarktstr. 72: Deutsch- Amerikanisches Lustspielhaus Liliputaner- Zirkus- Senta Wolfsburg. Mitglieder- Versammlung. Theater. Köpenickerstr. 67. Zum Heute abend 8 Uhr: 405. Ueber'n TEICH. MALE: grossen Ende 10 Uhr 30. VORANZEIGE. Dienstag, 22. Nov., abds. 28 Uhr! Gastspiel Adolf Philipp. PREMIERE Friedrichstraße 236. Zum 43. Male: Biederleute. Anfang 8 Uhr. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Zum letztenmal: NEW- YORK Katharina Howard. 5 Bilder m. Gesang a. d. Nachtleb. einer Weltstadt, Text und Musik von ADOLF PHILIPP. Historisches Schauspiel in 5 Aften von Jerrmann. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Morgen: Keine Vorstellung. Billetts( o. Vorverkaufsgeb.) 8. jetzt Gebrüder a. d. Theaterk. sow. b. Wertheim z. h. Vorstellung. Um 92 Uhr: S Der Kurier des Zaren. Achtung! Da am Sonntag, den 20. November( Toten Sonntag) nur eine Vorstellung, so findet morgen, Sonnabend, nachm. 3%, Uhr, eine Gala- Matinee tatt mit Münstedts Liliput- Zirkus. Marokko, große Ausstattungs- Bantomime 2c. Nachmittags auf allen Blägen ein Kind frei. Jedes weitere Kind bis 12 Jahren halbe Preise( außer Galerie). Anfang 8 Uhr. Sonnabend, nachm. 4 Uhr: Kindervorstellung, fl. Preise: Aschenbrödel. Abends 8 Uhr: Senta Wolfsburg. 8765 Anne Dancrey, Zages Ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1904. 2. Verbandsangelegenheiten; u. a. Die Antwort des Hauptvorstandes auf unsere Beschwerdeschrift betreffs unserer 19/15 Zuschußkasse. 3. Verschiedenes. Zu dieser Versammlung werden ganz besonders diejenigen Kollegen eingeladen, die mit ihren Beiträgen zu weit im Rüdftande sind, um in letter Stunde ihren Pflichten nachzukommen, da fie sonst ohne Der Vorstand. weiteres gestrichen werden. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. die graziöse Pariser Sängerin Sektion der Gips- und Zementbranche. und Tänzerin. Everhart der Reifenkönig. Skala- Theater. Patty- Frank- Truppe Linienstr. 132( a. d. Friedrichstr.) Residenz- Theater. Herrnfeld- Theater. Sensationelles Programm! Dir.: Richard Alexander. Freitag und Sonnabend 8 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. Schwant in 3 Atten von H. Kéroul und A. Barre. Anatole Durosel: Richard Merander. Zotenfonntag abends 8 Uhr: Nora. ( Einmalige Aufführung.) Montag u. folg. Tage: Eine Hochzeitsnacht. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Heute: Die Novitât: Prinz Levy in Ahlbeck. August kommt. Bosse mit Gesang in einem Aft, ſowie 30 internation. Spezialitäten. Anfang 72 Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. Sanssouci. Rottbuser Tor- Stat. der Hochbahn. Freitag, den 18. November: Schwank in drei Arten von Anton Wohltätigkeitsvorstellung und Donat Herrnfeld. Hauptrollen: Gastons Frauen. Magnus Prinz Levy: Anfang 8 Uhr. Sonntag 8 Uhr: Das elfte Gebot. Apollo- Theater. 8 Uhr: Das November- Spezialitäten- Programm. Hierauf: Zum 50. Male: Berliner Luft. Musik von Paul Lincke, unter persönlicher Leitung des Komponisten. Sonntag, den 20. November ( Totensonntag): Donat Herrnfeld. Prahidal, dessen Reisebegleiter Anton Herrnfeld. Anfang präzise 8 Uhr. Billett- Vorverkauf 11-2 Uhr mittags. Meisterschaftsturner. Cliffe- Berzac zahlt jedermann 2000 Mark, der auf seinem rotierenden Tisch 45 Sekunden stehen kann. 200 Mark, der auf seinem Esel aufrecht sitzend reiten kann. Außerdem weitere 10 hervorragende Spezialität. Otto Pritzkows Abnormitaten- Ausstellung 16 zum Besten einer Beihnachtsbeſcherung lebender Kuriositäten! armer Nach der Vorstell.: Familienkränzchen. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Der Betrag dieser Vorstellung wird ohne Abzug dem wohltätigen Bwede überwiesen. Sonntag: Extra- Vorstellung: Etablissement Buggenhagen Eine fefte Burg ist unser Gott Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend 8 Uhr: Militär- Konzert. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Fritz Steidl- Sänger. Frühlingsluft. Nach jeder Vorstellung im Kaiſerfaal Tanz. Bollsstück in 5 Aften von A. Müller. Montag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger und Tanzkränzchen. Jeden Dienstag und Mittwoch: Theater- Abend. 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Miethke über: Alkohol und die bes Genoffen Wil 2. Diskussion. Granen. 3. Abrechnung vom 3. Quartal 1904. 4. Berschiedenes. 227/14 In Anbetracht des hochinteressanten Themas erwartet einen zahlreichen Befuch, auch der Frauen Der Vorstand. Zentralverband d. Glasarbeiter u. Arbeiterinnen Deutschl. Lokal- Verband Berlin. Freitag, den 18. d. M., abends 8 Uhr, im Englischen Garten", Alexanderstraße 270: Versammlung der Glasschleifer, Polierer und Beleger. Zages Ordnung: 1. Bericht der Rohnkommission. 2. Die Verlegung des Arbeitsnachweises. 3. Freie Aussprache. 1/11 Es ist Pflicht, daß jeder Kollege in dieser wichtigen Versammlung er fcheint. Mit follegialischem Gruß Die Ortsverwaltung Achtung! Achtung! Freitag, den 18. November, abends 8% Uhr: 00 Volks- Versammlung in Schmidts Gesellschaftshaus, Gartenstraße 6. nobio anfonadg Zages Drdnung: 127/19 Die Bedeutung der Konfumgenoffenschaften für die Arbeiter. Referentin: Frau Dr. Marie Hoffmann. Die Einberufer. Zu zahlreichem Besuch laden ein Ueber dasselbe Thema sprechen am 21. November: Frau Dr. David in Schneiders Salon", Belforterstraße 15; am 23. November: Fräulein Else Lüders im Swinemünder Gesellschaftshaus" und Simon Katzenstein im Gesellschaftshaus Wedding, Müllerstr. 7; am 28. November: Frau Dr. David in Habels Brauerei" und Simon Katzenstein im„ Marienbad", Badstr. 35/36. Vereinigung der Zimmerer Deutschlands. 2818 Bureau: Berlin C. 54, Dragonerstr. 15 Hof I. Telephon: Amt III No. 5028. Sonntag, den 20. November 1904, vormittags 10 Uhr: 質 Versammlung f des Vereins der Zimmerer Berlins und Umgegend in den Industriesälen, Beuthstraße 20. Zages Ordnung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Was veranlagte einen Zeil der Hamburger Zimmerer, aus dem Zentralverbande auszutreten und eine eigene Drganisation zu gründen? Referent: Kamerad Karl Schnack- Hamburg. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. 258/4 Danksagung. Für die zahlreiche Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Ferdinand Wegener fage allen Kollegen, Freunden und Genossen sowie den Genossen des I. Berliner Wahlvereins, dem Ber: band und dem Gesangverein deutscher Gastwirtsgehülfen meinen tiefgefühlten Dant. 186 Im Namen der Hinterbliebenen Anna Wegener geb. eß mer, Marienstr. 8. Der Vorstand. J. A.: Albert Juppenlatz. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute Freitag, abends 81%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Sonntag, den 20. d. M., vormittags 10 Uhr, in der Brauerei Turmstraße 25/26: Bezirks- Versammlung für Moabit. Tagesordning: 1. Vortrag des Genossen Dr. Wollheim über: Staatshilfe und Selbsthilfe". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes.s 91/20 8. Ziehung 5. Klasse 211. Kgl. Prenf. Lotteric. 7 29 114 618 116035 106 73 245[ 3000] 397 413 83 Siehung vom 17. November 1904, vormittags. Nur die Gewinne über 240 Mt. find den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) Nachdrud verboten. 93 162 410 19[ 500] 68 728 35 807[ 1000] 1020[ 500] 152[ 3000] 86 98 15001 295 459 70 590[ 1000] 653 76 [ 1000 85[ 10001 828 55 2066 551 874 3000 207 311 76 417 531 954 4133 516[ 500] 27[ 500] 45 685 782 839 5284 332 84 464 69 518 742 90[ 1000] 883[ 3000] 900 66 6000 224 44 88 819[ 500] 68[ 500] 999 7105 21 56 300 468 97 656 704 872 918 8011 271 82 642 716 57 59 9163 90 410 566 629 710 800[ 1000] 947 10095[ 500] 119 93 340 91 461 11160[ 500] 518 629 841[ 500] 65[ 1000] 942 82 12012 73 91[ 3000] 103 79 212 352 405 611 780 971 13010 164 264 317 29 44 439 679 933 42 14039 70 127 343 521 778 825 911 15 15108 43 46 267 378 98 479 527 663 780 905 45[ 3000] 16132 231[ 5001 38 75[ 500] 384 750 51 67 873 17417 28[ 1000] 518 96 687 761 816 943 18062 187[ 1000] 385 522 19012 20 179 92 245 382 83 840 20154 332 619 21 21017 44 419 501 41 81[ 1000] 681 22045 155 61 359 66 92 440 76 776 859[ 1000] 932 23108 19 62 76[ 3000] 214 368 83 519 25 50 633 824 64 84 911 88[ 1000] 24048 55 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M. vormittags sanft entschlafen ist. 10882 Die Beerdigung findet Freitag, nachmittags um 3 Uhr, von der Halle des Thomaskirchhofes aus ftatt. Um stille Teilnahme bittet Die trauernde Witwe Emilie Schmidt. Rechtsbureau, Vorsteher, früherer, Püdlerstraße 15( Laufizerplay). † 2* eFernsprecher nu Amt IV 9919 u. 8578. 193 Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Tischler usw. Verwaltung Berlin H. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Montag, 14. November, nach langen Leiden der Tischler Fritz Schmidt in der Frrenanstalt zu Dalldorf sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 18. November, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes, Rirdorf, Her 184/16 mannstraße, aus statt. Die Ortsverwaltung Berlin H. Danksagung. Für den so reichen Blumenschmud, sowie die bewiesene Teilnahme beim Hinscheiden meiner lieben Frau fage allen Freunden und Bekannten, ins besondere dem 6. Bezirk des Wahlvereins meinen herzlichsten Dank. 10892 Karl Sellin. ranz- u. Blumenbinderei Kranzvon H. Eckert, 98. Kottbuser Damm 98.* Theodor Hübner J- lanipmo Jidailyme Telegr.- Adr.: ,, Blumenpost Berlin". Prinzenstr. 29, Ecke Ritterstr.29rlaimdö Größte Blumenbinderei Berlins s Filiale in Nizza, Rue Masséna 5 empfiehlt zum Totenfest 3- Hon Kränze aus frischen Blumen sowie Wald- und künstlichem Material in jeder Ausführung u. reichhaltigster Auswahl. Kostenlose Beförderung innerhalb Berlins und der Vororte! Versand nach auswärts unter Garantie pünktlicher, unversehrter Ankunft. Stadtteilen. 8. Ziehung 5. Klasse 211. Kgl. Preuß. Lotterie.| 91 113195 223 95 352[ 500] 60 114088 225 445 49 Ziehung vom 17. November 1904, nachmittags. Kur die Gewinne über 240 Mt. find den betreffenden Nummern in Slammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 58 670 797 115167 313[ 5001 408 47 71 642 60 76 702 902[ 500] 24 116184 354 512 665 809 966 117268 370 437 118147 265 72 390 409 577 728 119108 25 231 35 755 877 902 120162 232 354[ 5001 697 724 36[ 3000] 955 121097 131 235 74[ 3000] 368 432 528 769 122002 1500] 116 48 203 302[ 500] 65 455 585 664 708 840 921 123250 435 684 97 703 821 30 31 34 124071 99 Nachdruck verboten. 118 325[ 1000] 28 463 508 37 85 605 51[ 1000] 889 981 1024 401 17[ 500] 731 817 936 78 2024 225 35 46 86 95 351 555 679 805 99 932[ 3000] 36 66 85 3056 181 280 82 545 90 600[ 5000] 97 806 925 4090 202 29 471 621 700 81 93 874 982 5117 246 442 79 528 59 813 6079 373 577 890 7006 49 56 313 63 556 62[ 5001 600 15 707 940 51 77 8063 98[ 500] 127 252 570 692 876 9023 157 82 206 342 430 529 46 342 430 529 46130113 46 235 436[ 500] 503 25 131037[ 500] 617 805[ 5001 97 10207 59 419 588 636 701 11007 17 22 292 560 726 47 67 832( 500] 12037 403 594 625 890 13313 31 89 479 523 680 87 862 85 965[ 500] 14290 334 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