Nr. S7S. Abonnements-Bedingungen: ItEonnemciill- PrciS vränumerando: Sierteljährl� 3�0 mt., monatt 1,10 Mk, wöchentlich 28 Pfg, frei ins HailS. einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. numm« mit illufwierter Sonntags- Beilage.Die Reue Well' 10 Pfg. Post. «bonncrnent: 1,10 Marl pro Monat: eingetragen in die Post.ZeitungS. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich< Ungarn 2 Marl, für das übrige Uu-land S Mark pro Monat. 21« Jahrg. Crididat«glich luttr nioDtM*. Vevlinev VolksblÄkk. Die Intertions.Gebübr beträgt für die fechSgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum«0 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und BersamnUungS-Anzeigen 26 Psg. „Klcsnt Hmtigen", das erste(fett. gedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weiter« Wort 6 Pfg. Worte über 16 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen 61« 5 Uhr nachmittag« in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 Uhr abend«, an Sonn- und KeillagendtS S UHr doruMagS geöffnet relegrarnm-ildresfe: „Sozialdemokrat BmUb". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlandö. Redahtion: SRI. 68» Lindcnatraaac 69. Rernfprcrticr: Slnit IV, Rr. 1983. Sonnabend, den 19. November 1904. Expedition: SRI. 68» Lindcnetraaae 69. Ferusprecher: Amt IV. Nr. 1984. Unser Kolonialkrieg. Während sich im Süden unserer südwestnfrikanischen >, Kolonie" die Erhebung unter den Hottentottenstämmm noch weiter auszudehnen scheint, während dort unsere Truppen einen energischen, wehrhafteil Feind vor sich haben, scheint die Widerstandskraft der Hereros in der Tat gebrochen zu sein. Wenigstens bewiesen die letzten Nachrichten Trothas, die wirin unserer gestrigen Nummer veröffentlichten, daßdieHereros sich aufgelöst haben und in kleinen Trnpps versuchen, die Sperrkette unserer Truppen zu durchbrechen, um nach Westen in Länderstrecken zu gelangen, wo sie wenigstens nicht der Gefahr des Berdnrstens ausgesetzt sind. Der Wassermangel mehr noch als die deutschen Waffen scheinen diesen Erfolg über die Hereros davongetragen zu haben. Was wir schon verschiedene Male betonten, das müssen wir auch heute wiederum mit allem Nachdruck fordern: daß man mit diesen fast völlig wehrlos gewordenen Eingeborenen in Friedensverhandlungen eintritt! Daß diese Friedens- Unterhandlungen nicht abhängig gemacht werden können von einer Waffenstreckung der g e s a m t e n Hereros und von einer Auslieferung der Führer, das haben wir ja schon unlängst nachgewiesen. Tie Hereros sind derartig zerstreut, daß sie miteinander gar keine Fühlung mehr haben, daß also unmöglich der eine Teil auf den anderen irgend welchen Ein- fluß auszuüben vermag. Jeder Trupp kann sich nur für sich selbst ergeben, für das Verhalten der anderen Trupps kann man ihm vernünftigerweise unmöglich irgend welche Ver- antwortlichkeit aufbürden. Unsere deutsche Kolonialpresse scheint diese unsinnige Forderung auch nur gestellt zu haben, um einen Friedensschluß überhaupt zu hintertreiben. Auch General Trotha scheint kein Gefühl für das Unwürdige zu haben, seine Truppen gegen einen wehrlosen Feind fernerhin kämpfen zu lassen. Er gibt im Gegenteil der Hoffnung Aus- druck, daß es ihm gelingen werde, die zersprengten Haufen des Feindes„aufzureiben". Ter Hererokrieg ist also zu echten und rechten Menschenjagden ausgeartet, die einen noch viel schlimmeren, oder wenigstens� ebenso schlimmen Charakter tragen, wie seinerzeit die durch Waldersee organisierten Boxerjagden in China. Daß es sich uni Jagden auf wehrloses Menschenwild handelt, beweisen die letzten Meldungen. Trotha berichtet da, daß in den ver- fchiedenen Gefechten insgesamt 68 Eingeborene getötet worden seien. Daß Verwundete gemacht wurden, davon berichtet er kein Sterbenswörtchen. Die deutschen Kugeln müssen außer- ordentlich gut getroffen haben, daß sie sämtlich zum Tode der Getroffenen führten, oder haben sich wiedenim die Ver- wundeten verteidigt, so daß sie vollends getötet werden mußten, während die Unverwundeten ohne jeden Widerstand davon- liefen? Diesem Verlust der Hereros steht ein deutscher Verlust von einem ganzen Toten und einem Leichtverwundeten gegen- über. Von einem ehrlichen und ernsthaften Kampf kann also keine Rede gewesen sein, sondern nur von Menschen- schlächtereien jener Art, wie sie kürzlich der„Reichsbote'�für eine deutscher Soldaten unwürdige Zumutung erklärte. Natürlich erregt sich in Deutschland weder ein Professioneller Prediger der christlichen Nächstenliebe noch einer der sonst so geräuschvollen Friedensfreunde gegen solche unwürdigen Schlächtereien. Es ist wiederum, von der einzigen Stimme des„Reichsboten" abgesehen» ganz allein die Sozialdemo- kratie, welche noch eine Empfindung für die Kulturehre der deutschen Nation besitzt! Eine gefangene Hererofrau erschossen? In dem„Sprottauer Wochenblat t", in der Nummer vom 16. November, wird ein Brief des Sanitäts- Unteroffiziers I 0 s e p h T h i e I aus Sangan veröffentlicht, der Ende September in Sagan eingetroffen ist. In dem Briefe des Sanitätsunteroffiziers, der inzwischen im Lazarett zu Epikuro verstorben ist, heißt es: „Ihr dürft nicht denken, daß K a r i d 0 n a ein Ort oder gar eine Stadt ist. Es befindet sich hier weder ein Haus noch eine Hütte, nicht einmal gutes Wasser hat es. Die Löcher, woraus wir das Wasser nehmen, sind voll Schlamm, in dem sich unheimlich viel Frösche recht gemütlich fühlen. Als Stuhl benutze ich den Sattel. als Tisch eine leere Kiste. Wir lagern hier seit dem 4. September und haben den Zweck, die Hereros, welche von der Kolonne Estorff angegriffen wurden, an einem Durchbruch zu verhindern. Ms jetzt ist noch nichts geschehen. Wir liegen hier drei Züge der vierten utiS htl». 5. imS rnrfitÄ hrtht>n btC «'yenograpyensluiion. sc» iujuu, r � I. viw--* Hereros ergeben. Gestern wurde eine Gefangene einge- bracht, die nur aus Haut und Knochen bestand. Die HereroS sind nämlich alle schon halb verhungert. Die Gefangene sagte aber trotzdem nichts aus und wurde deswegen gleich erschossen. ES be- finden sich auch noch andere Gefangene hier, welche aber alles aus- sagen. Lange können es die Herero» nicht mehr aushalten, da sio durch Krankheit und Hunger schon zu sehr geschwächt sind. Das Lieh ist zum größten Teil dem Absterben nahe. Vor dem Gefecht am Waterberg und nach dem Gefecht bei Hamakari haben wir schon schon eine Unmenge totes Vieh angetroffen. In den Gefechten haben die Hereros viel Verluste gehabt. Trotzdem sie die Gc- fallenen mit sich nehmen, haben wir doch noch viel Tot« gesehen: sie werden von uns nicht begraben, sondern bleiben liegen. Auf mancher Stelle ist es wegen des Leichengeruches von Negern und Vieh kaum auszuhalten." In diesem Briefe wird also behauptet, daß eine halb- berhungerte Hererofrau, die gefangen genommen worden war, erschossen worden sei, weil sie sich geweigert habe, Aussagen gegen ihre Stammesangehörigen zu machen. Das Erschießen einer solchen Frau wäre eine so unglaubliche Barbarei, daß wir diese Mitteilung unmöglich für wahr zu halten vermögen. Andererseits freilich deutet der Brief des verstorbenen Unter- offiziers durchaus nicht darauf hin, daß der Absender ein Auf- schneider gewesen wäre, der aus reiner Sensationslust Märchen erzählt hätte. Diesen Eindruck hat auch entschieden das „Sprottauer Wochenblatt" nicht gehabt, denn es druckte diesen Brief ab, ohne irgend eine Anmerkung zu der unglaublichen Mitteilung von der Erschießung der Hererofrau zu machen. Dies Blatt hielt also die Mitteilung für der Wahrheit ent- sprechend. Es scheint sogar in einem solchen Akt nicht das geringste Anstößige zu finden. Auch ein Zeichen der un- glaublichen Verrohung durch die koloniale Kriegsführung! Da es nun'außer der Redaktton dieses Blattes noch andere Leute geben könnte� die die Mitteilung für wahr halten, und da diese Leute eine andere Auffassung von kolonialer Kriegs- führung hegen könnten, so wäre es unbedingt die Pflicht der deutschen Regierung, dafür zu sorgen, daß die Mitteilung widerlegt wird. Eine Widerlegung dieser Mitteilung kann natürlich nicht durch ein einfaches Dementi geschehen? Ein solches Dementi würde schwerlich eine besondere Ueberzeugungskraft besitzen. Es wäre vielmehr notwendig, daß in Deutschland unter der Kontrolle der Oeffentlichkeit eine Untersuchung über das an- gebliche Vorkommnis angestellt würde. Erst die vor der Oeffentlichkeit erfolgende eidliche Erklärung der Kameraden des Unteroffiziers würde als Beweis angesehen werden können, daß der Unteroffizier Thiel aus einem unerklärlichen Grunde der deutschen Kriegsführung zu Unrecht eine so ungeheuerliche Tat nachgesagt hat. Hält die deutsche Regierung es für nicht der Mühe wert, in dieser Weise vollständige Klarheit über diesen Vorgang zu verbreiten, so wird es nicht wenig Leute geben, die selbst diese unglaubliche Erzählung für entsetzliche Wahrheit halten könnten! * Die Kostspieligkeit des Hercrokrieges. In einer der letzten Nummern brachten wir eine Auf- machung über die Kosten, die unter Zugrundelegung der Kosten für den Boercnkrieg und den China-Feldzug der Hererokrieg beanspruchen dürfte. Wir wiesen darin nach, daß selbst dann, wenn man die Verpflegung unserer Truppen auf täglich 28 Mark pro Kopf der Mannschaft veranschlagen würde, noch immer nicht die Summe von 86 Millionen Mark herauskäme, fondern ein weitaus geringerer Betrag. Nun sollen aber nach einer Meldung der konservativen„Schlesischen Zeitung" bisher nicht 86 Millionen Mark in Südwestafrika verpulvert sein, sondern bereits 146 Millionen Mark! Diese Summe würde also ungefähr das Dreifache von dem betragen, was sie nach unserer Rechnung betragen müßte! Derartig ungeheure Ausgaben sind aber vollständig unerklärlich. Eine genaue Spezialabrechnung wäre dringend erforderlich, um diesen überaus rätselhaften Umstand zu erklären. Die ungeheure Summe erklärt sich nämlich selbst dann nicht, wenn man berücksichtigt, daß eine Unzahl von Pferden, die nach Südwestafrika geschafft worden sind, gefallen sind, so daß immer neue Nachschübe notwendig wurden. Denn selbst angenommen. 16 666 Pferde wären bereits verbraucht worden und jedes Pferd hätte 1666 M. gekostet, so wäre dadurch erst eine Ausgabe von 16 Millionen Mark entstanden. Rechnet man noch weitere 1666 M. pro Pferd für Transport- und Verpflegungskosten hinzu, so kämen immer erst 26 Millionen heraus, so daß mit dieser Summe erst eine Ausgabe von etwa 66 Millionen vorhanden sein dürfte! Daß in ungeheurer Zahl Pferde auf dem Kriegsschau- platze eingegangen sind, wird durch die verschiedensten Briefe gemeldet. So veröffentlicht die„M ü n ch e n e r Z e i t u n g" in ihrer Nr. 266 den Brief eines Feldzugsteilnehmers, in dem nicht nur über eine absolut unzulängliche Verpflegung der Mannschaften geklagt wird, durch die im Laufe der Zeit der „gute Geist der Truppe zum Teufel gegangen" sei, sondern daß die Truppen auch ihre meisten Pferde verloren hätten. Die Kompagnie des Briefschreibers z. B. sei mit 231 Pferden von Swakopmund aus abgerückt und zähle jetzt nur noch 73 Pferde. Auch die Maulttere, mit denen die Batterien be- spannt gewesen, seien zu zwei Dritteln eingegangen. Der Briefschreiber bemerkt dann: „Was dies alles Geld kostet! Das werdet Ihr in Tentsch- land besser erfahren, als wir hier." ES liegt ja in der Natur der Sache, daß ein Krieg in einem so wasserarmen Lande wie in Südwestafrika zahlreiche Opfer unter dem Pferdematerial kosten muß, namentlich dann, wenn die Pferde täglich 46— 66 Kilometer Märsche zu machen haben und dabei höchstens einmal, und dazu noch ungenügend, getränkt werden können. Daß aber die Verlustziffer unter den Pferden eine so außerordentlich hohe ist, das hat auch noch andere Ursachen, und zwar Ursachen, die unbedingt zu vermeiden gewesen wären. Veröffentlicht doch die„T ä g- l i ch e R u n d s ch a u" in ihrer Nr. 535 einen Artikel, in dem der ungeheure Abgang an Pferden darauf zurückgeführt wird, daß man ostpreußische Pferd e nach Südwestafrika geschickt habe, statt auch nur einen Versuch mit mexikanische» Pferden zu machen, die auf alle Fälle die Strapazen viel besser ertragen haben würden. Diese mexikanischen Pferde seien zudem noch wohlfeiler als die ostpreußischen. „Warum diese Angebote nicht berücksichtigt werden? Die bösen Agrarier, hörte ich wiederholt sagen, mußten zufrieden- gestellt werden." In der Tat ist es ganz unglaublich, daß man nach einem so heißen und trockenen Lande wie Südwestafrika die an unser nordisches Klima gewöhnten, gute Fütterung und reichliche Tränkung erfordernden ostpreußischen Pferde geschickt hat, statt aus dem klimattschen Südwestafrika viel mehr ent- sprechenden Mexiko die benöttgten Pferde zu importteren! Der Ankaufspreis und die Transportkosten wären nicht nur wahr- scheinlich noch billiger gewesen, als bei den ostpreußischen Pferden, die Pferde würden sich vor allen Dingen unendlich besser bewährt haben! Trotz alledem kauft man den oft- preußischen Junkern ihre Pferde ab, damit auch sie bei dem südwestafrikanischen Kriege ihren Vorteil fanden! Es ist ganz zweifellos, daß durch dieses unbegreifliche, durch nichts cnt- schuldbare Vorgehen Millionen verschleudert worden sind, die hätten gespart werde» können. Man sollte meinen, daß der Krieg in Südwestafrika an sich kostspielig genug erscheint, um ihn nicht unnötigerweise zu verteuern! Neue südwestafrikanische Verlustliste. An Typhus sind gestorben: Reiter Hermann Ehrhardt. geboren am 13. Dezember 1382, in Karibib; Gefreiter Paul Hallmann, geboren am 17. Ottober 1880, am 11. d. M. in Owinaua-Naua; Reiter Artur Rannen macher, geboren am 8. April 1883, am 11. d. M. in Otjimbinde; Militär-Krankenwärter Emil Dehmer, geboren mn 23. Dezember 1881, am 10. d. M. in Otjosondu; Gefreiter KarlHoffmann, geboren am 11. De- zember 1380, am 12. d. M. in Otjosondu; Reiter Siebelt Reimers, geboren am 10. April 1331, am 14. d. M. in Oka- handja; Gefreiter Wilhelm Schultheiß, geboren am 10. Ol- tober 1830, am 14. d. M. in Otjimbinde; Reiter Rein hold Manske, geboren am 6. Februar 1382, am 13. j>. M. in Water, berg, und Reiter Josef Bihler, geboren am 12. März 1382, ani 14. d. M. in Otjimbinde. Gefallen: Gefreiter Otto Helm, geboren am 12. August 1881, am 10. d. M. bei Osowinditbe. Ber- unglückt: Reiter Heinrich Rothe, geboren mn 31. Mai 1333, durch Huffchlag rechte Kniescheibe gebrochen, keine Lebensgefahr.— An TyphaS sind ferner gestorben: Reiter Otto Garzelitz. geboren am 16. April 1380, am 20. Oktober im Lazarett Epukiro; Unteroffizier Friedrich Herrmann, geboren am 7. Oktober 1877, am 15. d. M. auf dem Marsche von Okosongoho nach Otjosondu; Reiter Waldemar Reichel, geboren am 8. Mai 1880, am 2. d. M. im Lazarett Otjosondu. Verwundet wurde Unteroffizier Karl Graebel. geboren mn 12. September 1882, mn 12. d. M. im Gefecht bei Okmnbere durch einen Schuß in die linke Hand. Ordensauszeichnungen für den Hererofeldzug. Der unglückselige Krieg in Südwestafrika. der bereits 866 Deutschen und Tausenden von Eingeborenen das Leben ekostet hat und mehrere hundert Millionen erfordern wird, at wenigstens das Votteilhafte gehabt, daß sich über zahl- reiche Teilnehmer am Feldzuge ein wahrer Ordenssegen er- gössen hat. Wie die heutige Nummer des„Reichs- Anzeigers" meldet, sind den beteiligten Offizieren Hunderte von höheren und gettngeren Orden verliehen worden. Auch Hunderte von Unteroffizieren und etwelche Mannschaften haben ihre Auszeichnungen erhalten. Bei unserem militättschcn Mandattnentum haben die letzteren natürlich keine Orden erhalten, sondern nur„Militär-Ehrenzeichen". Die Rangordnung muß ja auch im Kttege strikte innegehalten werden. So sehr sich auch Unteroffiziere und Gemeine hervor- getan haben mögen, zum Offizier wird kei» einziger anf» rücken, trotz der illusionären Versprechungen in den Jnsttuttions- schttften, daß die militättsche Tüchtigkeit ungeachtet des Ranges den verdienten Lohn finden werde! Unter den mit hohen Auszeichnungen Bedachten befindet sich natürlich auch der derzeittgc Generalissimus General von Trotha. Er hat den Kroncnorden II. Klasse mit Schwertern erhalten. Daß ein Oberstkommandiercnder nicht leer ausgehen darf, wird ja auch selbst der Laie begreifen, der nicht einzusehen vermag, daß die bishettgen strategischen Leistungen TroWis hervorragende waren. Besonders vermettt zu werden verdient aber, daß auch Major von Glasenapp seinen Orden bekommen hat, nämlich den roten Adlerorden III. Klasse mit der Schleife und den Schwertern. Man merkt doch den Fortsckritt der Zeiten l Ein Napoleon würde einen Offizier wie Glasenapp. der seine Truppe durch unglaubliche Unvorsichttgkeit und unerträgliche Strapazen so gut wie aufgerieben hat. degradiert haben.— poUtilcde GcbcrHcbt. Berlin, den 18. November. Reichshaushalts-Etat. Die.Norddeutsche Allgemeine Zeitung" beginnt mit der Veröffentlichung des EtatS-Entwurfs für 1005 nach den Beschlüssen deS Bundesrates. Wir geben daraus daS Wichtigste wieder. Die ein« geklammetten Zahlen bedeuten+ gegenüber dem Etat des laufenden Jahres. Reichsamt deS Innern. Der Etat des Reichsamts deS Innern sieht im Ordinarlum t0 603 023 M.(4- 603134 M), im Extraordinarium 113000 M. (•4- 48 000 M) Einnahmen vor. Die fortdauernden AuS- gaben betragen 73 400 677 M.(-f- 4 302 140 M). Die Belastung deS Reiches ailS den auf Grund des Jnvalideuversiche- rungs-Gesetzes zahlbaren Renten ist aus 40 S80 750 M. f- 3 780 750 M.) angenommen. Vom GesundheitSamte wird die iologische Abteilung als eigene»Biologische Anstalt für Land« und Forstwirtschaft' abgezweigt. Fiir diese sind 163 788 M. ausgeworfen, wogegen die Anforderungen für das Gesundheitsamt um 80 820 M. ermähigt werden. Die einmaligen Ausgaben betragen 6 712 300 M. (— 2 753 200 M.) Darunter erscheint neu eine erste Rate von 80000 M. zu einer Erhebung über die Wirkung des Handwerker- geietzes. 5000 M. werden zu Vorarbeiten für die nächste Berufs- und Gcwerbezählung 1307, 5000 M. zur wissenschaftlichen Er- forschung und Bekämpfung der Brustseuche der Pferde verlaugt. Im außerordentlichen Etat werden zur Herstellung von Kleinwohnungen für Arbeiter und gering besoldete Beamte in den Betrieben und Verwaltungen des Reiches wieder 5 Millionen Mark gefordert. Post- und Eiscnbahitctat. Die Reichs-Post- und Telegraphen Verwaltung erbringt einen Ueberschnst von 50 296 973 M. s-s- 7 159 277 M.), bei einer Einnahme von 507 077 525 M.<-j- 26 333 395 M.) und einer Ausgabe im ordentlichen Etat von 447 780 552 M.(-f 19 774 1 18 M.) Für Neubauten, ErlveiterungSbauten und Grundstückserwerbungen erscheinen neue Forderungen für Arolsen, Berlin(Dorotheeiistrafee), Bernburg. Chemnitz, Düsseldorf, Frankfurt a. M., Gebweiler, Hildesheim, Landsberg ,a. W.. Leipzig. Neuenahr, Oeynhausen, Rirdorf, Berlin(Oranieiiburgerstraße), Wiesbaden, Koblenz, Elber- seid, Hannover, Magdeburg, Mainz, Mors. Norderney, Posen, Rüdesheim, Saargcmünd, Sebnitz, Spandau, Weißensels. Auf den außerordentlichen Etat werden 27 475 000 M. 5 380000 M.)_ als vierte Rate für Fcrusprechzwecke genommen. Für die Post- und Tclegraphenänitcr ist eine Stellen- Vermehrung in Aussicht gekommen für Vorsteher von Post- äintcrn und Telegraphenämtern 1. Klasse um 59, für Post- und Tclcgravhen-Jnspcktoren um 102 sowie für Obersekretäre um III, für Assistenten um 1600, si'ir Lagcrvcrwalter um 8, für Maschinisten um 3, für Mechaniker um 7, für Post- und Telcgraphen-Gehülfinncn um 350, für Unterbeamte im inneren Dienst um 2000, inr Land- bestelldieust usw. um 500. Außerdem soll die durch den Etat für 1899 im Wege der Organi- sationsänderung getroffene Einrichtung der gehobenen D i e n st- stellen für llntcrbeamte nunmehr endgültig in den Vcr- Ivaltungsorganismus eingefügt werden. Dementsprechend sind die gehobenen Ünterbeamten, die nach den ihnen übertragenen Funktionen eine Klasse für sich bilden, auch in eine besondere Besoldungsklasse und zwar, unter Wegfall der von ihnen bisher bezogenen tUUage. in eine Klasse 1200 M. bis 1800 M. aufzunehmen. Bezüglich des Wegfalls der Zulage sind für die Uebergangszeit besondere Be- stiinmllngcn getroffen, welche eine Schädigung der Beamten aus- schließen. Zugleich ist ein Zugang von 500 Stellen für gehobene Untcrbeamte in Aussicht genommen. Die Einnahme der Verwaltung der ReichSeisen- bahnen beläust sich auf 104 314 700 M. s-st 8 009 000 M.s, die Ausgabe des ordentlichen Etats auf 84 169 315 M.(-J- 5 857 315 M.), der Ueberschuß also auf 20 145 385 M. s-s- 2 151 685 M.s. Von den Ausgaben sind 76 746 315 M. fortdauernde, 7 423 000 M. einmalige, dariuiter 5 000 000 M.(-f- 1 400 000 M.) zur Vermehrung der Bc- triebsmittel sowie neue erste Raten zu Erweiterungsbailten an den Bahnhöfen in Stvaßburg, Schweighausen und Metz. Kleinere Etats. Der Etat der R e i ch s- F n st i z v e r lv a l t u n g erfordert bei einer Einnahme von 778 578 M. f-f-75 083 M) an Ansgaben 2 238 225 M. s-s- 19 496 M.). Der Etat des R e ch ir u n g S h 0 f e s sieht bei einer Einnahme von 85 M. an fortdauernden Ausgaben den Betrag von 983 840 M. (-s- 10 020 M.), an einmaligen Ausgaben die Summe von 500000 M. als zweite Rate für den Reubau des Dienstgcbäudes vor. Der Etat der R e i ch s d r u ck e r e i weist eine Einnahme von 8 520 000 M.(-(- 205 000 2)!.) und eine Ausgabe von 5 661 555 M. s— 140 626 M.s, mithin einen Ueberschuß von 2 358 445 M. (-st 345 626 M.) auf._ National-Liberal. Zu Worms am Rhein herrscht Freiherr v. Hehl, Lederkönig lind uationallibcrale Parteigröße. Worms besitzt ein Festspielhaus, das„im allgemeinen" für politische Versammlungen nicht benutzt werden soll. Wenn jedoch die nationallibcralen Mannen des Frecherrn v. Hehl, die sogenannte „Hehls- Armee", das Bedürfnis nach einer großen Vcrsamm- lung fühlen, dann durchbricht der nationalliberale Wormser Stadtrat das„Prinzip" und stellt das Festspielhaus zur Verfügung. So hielt vor kurzem Graf HornSbroech eine politische Versammlung in diesem Saale ab. Unsere Wormser Parteigenossen richteten nun an die Stadtverordneten-Versammlung das Ersuchen, auch ihnen die Festhalle zu einer Versammlung zu überlassen. Am Dienstag berieten die Wormser Stadtväter diesen Antrag und lehnten ihn ab. Herr v. Hehl, dem als Höchst- b e st e u e r t e n das Recht zusteht, an der Stadtverordneten-Sitzung teilzunehmen, war in höchsteigener Person erschienen, um Unheil zu verhüten. Die Gründe, mit denen Herr Hehl zu Herrnsheim den nationallibcralen Tcrrorismus befiirwortetc, sind interessant und nationalliberal genug. Herr v. Hehl erklärte n. a.: „Ich für meine Person bin der Ansicht, daß die Sozial- demokratie nicht im Sinne einer politischen Partei angesehen werden darf. Die Sozialdemokratie stellt sich selbst als Klassenpartei hin, die die Zerstörung aller Interessen anderer Parteien verfolgt. Ich glaube, daß der Boden in' der Stadt Worms nicht vorhanden sein wird, um die Zulassung derartiger Versammlungen zu rechtfertigen. Ich glaube auch nicht, daß die Arbeiter das wünschen. Es liegt unserer Bevölkerung nichts an dem Eindruck in der Arbeiterschaft, sondern daran. daß die linksrheinischen Bewohner ihre Grenzen geschützt haben wollen. Sie wissen, daß die Sozialdemo- kcatic denStand unseres Heeres nichr halten will, sondern die Miliz einzuführen beabsichtigt, daß dadurch also der Bestand uuscres Heimatlandes gefährdet wird." Herr v. Hehl erklärt das Versammlungsrecht für die Sozial- demokratie in Worms als abgeschafft, weil die Sozialdcniokratie die Gegnerin der anderen Parteien ist und Ivcil sie über die Wer- teidigung des Landes andere Ansichten hat als Freiherr v. Hehl. Wenn die Sozialdemokratie vaterlandsverderbliche Anschauungen hat, welche Luft müßte es einem nationalen Liberalismus sein, ihr den Festsaal anzubieten, um sie vor der Masse zGkenuzeichnen und das Volk von ihrem Banne zu befreien. Doch an Feigheit sind die nationallibcralen Lederkönige ebenso hervorragend wie in der Ver- gcwaltiguug des politischen Gegners.— Natioiinlliberalcs Ende. Die„'National-Zciwng", so lesen wir in der„Täglichen Rundschau", will zum 1. Januar ihr Erscheinen einstellen. Auf Anfang Dezember sei eine Generalversainmlung anberaumt, in der über die Liquidation der Gesellschaft und Verkauf ihrer Aktiva Beschluß gefaßt werden soll. Den Redakteuren und Angestellten sei bereits gekündigt worden. Ein Gerücht wollte wissen, daß das Unternehmen von Äommerzienrat Arnold angekauft werden soll, der nut der Leitung Herrn Viktor Hahn, jetzigen Herausgeber des„Kleinen Journal" betrauen würde. Verhandlungen mit Viktor Schweinburg sollen sich im letzen Augenblick zerschlagen haben. Im Ende der„Natioual-Zeitung" zeigt sich der Versall der letzten Reste desjenigen Nationalliberalismus, der den Anschluß an die freisinnigen Parteien und ihre Politik, wenigstens in Wirtschaft- lichen Fragen, zu halten versuchte. Immer ratloser schwankte das Blatt bald ein wenig links, bald weit rechts; so verlor eS das einstige Verfahren und die wenigen Leser.— Der Kaiser und die Soldatenmißhandlunge». Eine Korrespondenz berichtet, der Kaiser habe jüngst nach Be- endigung der Vereidigtmgsfcier der Rekruten in Potsdam die Regimentskommandeure zusammenberufen und ihnen gegenüber geäußert: Das Hauptaugenmerk sei auf die Behandlung der jungen Mannschaften zu richten. Jeder Uebcrgriff sei unnachsichtlich zur Meldung zu bringen. Es würde ihn, den Kaiser, freuen, wen» die alten Klagen über Mißhandlungen endlich verstuminten, denn nur der gut behandelte Rekrut und Soldat könne seine Pflicht treu und freudig erfüllen. Die Bcscitiguug ungesetzlicher Mißhandlungeit und Ouälercicn würde noch nicht eine„gute Behandlung" der Rekruten und Soldaten bedeuten. Eine lvirklich gute Behandlung, die volles gleiches Recht für alle Dienstpflichtigen in sich schließen müßte, ist auf Grund des heutigen Heercssvstcms unmöglich. Aber auch die Mißhandlungen, deren Beseitigung der Kaiser von neuem wünscht, ist bei den besten Absichten nicht zu erreichen, tvenn die Heeresverwaltung fortdauernd alle Maßnahmen, welche insbesondere die Sozialdemokratie bezüglick Nottvehr der Miß- handelten, bezüglich Beaufsichtigung des Dienstes und bezüglich dcS Beschwerderechtes erhebt, ablehnt.— Lippe! Die Lippesche Thronfolgcftage ist nunmehr in der schon früher angedeuteten Art durch den Bundesrat geregelt worden. Der Bundes- rat hat, wie ossiziös mitgeteilt tvird. am Freitag einstimmig be- schlössen, sich nüt der Erledigung des Thronstreites durch einen reichs- gerichtlichen Schiedsspruch einverstanden zu erklären. Das Schieds- gerächt soll darüber cutscheiden, ob und in welcher Reihenfolge nach dem Tode des jetzigen geisteskranken Fürsten die der Linie Biester- feld angehörigen Mitglieder des Lippcschcn Hauses zur Rcgierungs- nachfolge berufen sein ivcrden. Der Reichskanzler hat den Präsidenten des RcichSgericktS sofort beauftragt, die Konstituierung dcS Reichsgerichts zu veranlassen. Zugleich wird gemeldet, daß nun auch die Verweigerung der Triippciivcrcidigiing aufgehoben wird. Die offiziöse Note sagt hierzu: „Se. Majestät der Kaiser und König hat auf Vortrag des Reichskanzlers, nachdem der Bundesrat durch seinen Beschluß die Rechtslage geklärt hat, die Vereidigung der Lippeschcn Truppen befohlen". Der Beschluß des Bundesrates bedeutet in Wahrheit keine neue Klärung der Rechtslage. Er bestätigt vielmehr die Rechtslage, wie sie von Anfang an gegeben war. Immerhin ist es begreiflich, daß der Beschluß des Bundesrates jetzt dazu benutzt wird, um das Ver- fahren rückgängig zu machen, das der Kaiser in der Erregung gegen- über dem Gralrcgentcn zu Lippe durch sein bekanntes Telegramm eingeschlagen hatte. Der Kaiser hatte, wie man sich erinnert, die Uebernahme der Regentschaft durch den Graftegenten Leopold nicht anerkennen wollen und infolgedessen die Vereidigung abgelehnt. Es hat manche Künste des Reichskanzlers gekostet, um die gestörte Rechts- läge zu klären.—_ Wo daS Zentrum herrscht. Man schreibt uns: Eine Zcntrumsmehrheit hat die alte Krönungsstadt Aachen im Rathause. Das Zentrum hätte hier Gelegenheit, seine angebliche Arbcitcrfrcundlichkeit in die Praxis umzusetzen. Statt dessen besteht in der Aachener Gemeinde- Verwaltung ein echtes Scharfmacher- und Geldsackregiment. An die Nachricht, daß in Offcnbach a. Main unsere Parteigenossen bei der Stadtverordnctenwahl die Mehrheit der Sitze errungen haben, knüpft die Zentrumspresse die folgende höhnische Bemerkung: „Glückliches Offenbach, die paradiesische Zeit beginnt jetzt für Dich!" So ein ultramontancr Zeitungsschreiber braucht natürlich nicht zu wissen, daß unsere Offenbacher Freunde schon einmal die Mehrheit im Rathause gehabt und daß sie damals bereits Tüchtiges für die Gemeinde geleistet haben. Anders die Städte mit Zentrums- Mehrheiten! Wir wollen hier nicht all die Sünden des Aachener Stadtrcgiments aufzählen, sondern es genügt zu seiner Kenn- Zeichnung das folgende: Bei der Firma Crous u. Hoffmann in Aachen stehen seit mehr als drei Wochen die meist im christlichen Textilarbciter-Verbande organisierten Weber im Ausstarche, um die Durchbrechung des ohne- dies sehr geringen Mindesttarifes zu verhindern. Siegt die Firma, so werden andere Tuchwebereien in der Tarifdurchbrcchung und Lohnrcduktion folgen. Trotz der zurzeit schon in Aachen bestehenden Arbeitslosigkeit stehen die Dinge für die Arbeiter durchaus günstig. Nun ist aber die städtische Nrmenverwaltung dazu übergegangen, den kämpfenden Arbeitern in den Rücken zu fallen. Sie hat den um Armennntcrstützung cinkommenden Webern anheimgegeben, entweder als Arbeitswillige bei der genannten Firma einzutreten oder aber auf Unterstützung zu verzichten. Die untcrstützungs- bedürftigen Weber haben also die Wahl, entweder zu verhungern oder zu Verrätern an ihren Arbcitsbrüdern zu werden. Trotz des entschiedenen Protestes der Arbeiter, der sozial- demokratischen und eines Teiles der Zentrumspresse aber fuhr die Armenverwaltung, die zweifellos im Einverständnis mit der Stadt- Verwaltung handelte, fort, der genannten Firma und einer zweiten Firma, die in den Konflikt mit hineingezogen wurde, brotlose Weber zuzuweisen. Es herrscht in Aachen infolgedessen eine gewaltige Aufregung. Wir zweifeln nicht, daß es der Zcntrumslcitung gc- lingen wird, den Konflikt beizulegen. Sie ist dazu gezwungen aus Gründen der Selbstcrhaltung. Die Unzufriedenheit der Aachener katholischen Arbeiter wächst ohne diesen neuesten Streich der städti- scheu Verwaltung beständig und auch das moralische Ansehen der Zcntrumspartei ist in Aachen tief gesunken, und zwar infolge der zahlreichen Skandale, bei denen sich eine Reihe von hervorragenden Parteigrößen als Spitzbuben, Ehebrecher und dergleichen erwiesen haben.—_ Der Scherl-Krebs. Wir hatten gestern der„Hilfe" die Mitteilung entnommen, daß Scherl die Jnseratenagentur von Haasenstein u. Vogler angekauft habe. Die genannte Aktiengesellschaft richtet nun eine Zuschrift an uns, daß diese Notiz durchaus unrichtig sei.„Soviel uns bekannt ist"— heißt es in der Zuschrift— hat die Firma Scherl, oder Herr Scherl selbst nicht eine einzige Aktie unserer Gesellschaft. Jedenfalls bc- findet sich, wie wir auf das bestimmteste versichern können, der weit- aus größte Teil der Haasenstein u. Vogler-Aktien im Besitze von solchen Personen, die an eine Transaktion gar nicht denken."— Militärgericht. Aus Halle wird uns über zwei vom Kriegsgericht der 8. Division gefällte Urteile berichtet,»oelche die Anschauungen der Militärgerichtsbarkeit wiederum in hohem Matze kennzeichnen: 1. Das Vergehen des Untergebenen. Am Mittag des 29. September, als der Musketier Franz Rudolf vom Torgauer Jnfantcrie-Rcgiment Nr. 72 bei dem Essen saß, erhielt er zu dieser ungewöhnlichen Zeit von dem Unteroffizier Hcimbürger plötzlich den Auftrag, noch einmal sein Bett, das nicht gründlich ge- macht sein sollte, noch einmal zu machen. Rudolf entgegnete:„Ich esse aber erst, denn ich habe Hunger." Ter Unteroffizier, der zweifelsohne auf Schikane ausging, verlangte aber, daß Rudolf sofort das Bett mache und riß dem hungrigen Mann den Etz- napf weg, der dabei auf den Fußboden fiel. Nunmehr knirschte der schwcrgcrcizte Rudolf mit den Zähnen, nahm eine drohende Haltung ein und rief dem Unteroffizier die Worte zu:„Sie verfluchter Krepel." Der Ankläger beabsichtigte erst, Rudolf, weil er den Etz- napf bei dem Entreißen durch den Unteroffizier festgehalten haben sollte, wegen Widersetzung noch den Prozeß zu machen, hatte damit glücklicherweise aber keinen Erfolg. Obwohl der Ankläger anerkannte, daß das Verlangen des Unteroffiziers nicht zu billigen war, beantragte er wegen Ungehorsams, Achtungs- Verletzung zwei Monate und wegen Beleidigung noch sechs Monate Gefängnis. Das Urteil lautete, obwohl man an- erkannte, daß der Unteroffizier den Angeklagten hätte erst essen lassen können, auf acht Monate Gefängnis. 2. Das Vergehen des Vorgesetzten. Unteroffizier Taubert vom Jnfanteric-Regiment Nr. 153 in Altcnburg war angeklagt, einen Untergebenen, den Musketier Tctzcl, miß- handelt zu haben Tctzel hatte am 9. Oktober den Auftrag er- halten, in seinem Beinkleids einen Namen einzunähen. Als er sich mit dem Bcinkleide dem Unteroffizier vorstellte und erklärte, den Auftrag mißverstanden zu haben, schrie ihn der Unteroffizier mit den Worten an:„Marsch, marschl" Beim Weglaufen erhielt Tctzel einen Tritt gegen das Gesäß, wodurch er eine Quetschung des rechten Hodens erlitt. Tctzel hatte heftige Schmerzen anszuhalten, er war einige Tage revierkrank, ist aber wieder geheilt. Der Ankläger nahm an, es liegt ein minder schwerer Fall vor und beantragte 14 Tage Mittelarrest. Das Urteil lautete auf acht Tage gelinde» Arrest!—_ Groschcrzogtum Sachsen, 16. November.(Eig. Ber.) Der Landtag soll am'30. Januar n. I. zu einer längeren Tagung wieder zu- samnlentretcn. Außer dem umfangreichen Berggesetz wird auch das Kostengesetz, welches im Lande vielfach wegen der höheren Kostensätze als"wie in anderen Ländern Unwillen verursacht hat, dem Landtage zur Beratung vorgelegt werden. Da ferner der Etat des Großhcrzogtnms für die Jahre 1905— 1907 auf Grund der bisher geltenden Bestimmuugeu über die Matrikularbeiträge aufgestellt ist und mittlerweile durch die lex Stengel eine Acuderung vorgenommen wurde, wird sich der Landtag auch mit dieser Angelegenheit befassen müssen und wird so Gelegenheit finden, zu erfahren, daß die Finanz- läge zwischen dem Reiche und Einzclstaatcn zwar etwas anders, aber nicht besser geworden ist. Jin Laufe der nächsten Woche ist die größere Hälfte des Land- tages in Weimar versanunelt, indem der Rechtsgesetzgebungs- und Rechnungsausschuß gleichzeitig tagen.— Jena, 18. November.(Privatteleqramm des„Vorwärts".) Die Meldung wird bestätigt, daß an, Dienstag ein Werkmeister der Firma Zeitz unter dem Verdacht des Verrats militärischer Geheimnisse verhaftet worden ist.— AuS Hessen wird uns berichtet: Im Landtag ist die Vorlage betr. die Bewilligung von rund 6Vz Millionen Mark für Bau- zwecke in Bad Nauheim angenommen worden. Unser Genosse Ulrich, der den, Finanzausschuß seit vielen Jahren angehört, lvar Berichterstatter. Er hatte im Ausschuß diese sehr zeitgemäße Be- stimmung durchgedrückt, ohne auf besonderen Widerstand zu stoßen: „... Beim Abschluß von Verträgen mit Unternehmern ist möglichst darauf zu sehen, daß die mit den Arbeiterorgan i- s a t i 0 u e n vereinbarten Löhne und Arbeitsbedingungen anerkannt und Streiks oder Aussperrungen nicht Naturereignissen gleichgestellt werden." Im Landtag sprach F i n a n z m i n i st e r G n a u t h zugunsten dieser Bestimmungen. So weit er Arbeiten in Nauheim zu vergeben haben werde, würde er unter sonst gleichen Verhältnissen solche U n t e r n e h m e r b e v 0 r z u g e n, die in festen Lohnvereinbarungcn mit den Arbeitern stehen: „Man mag darüber akademisch denken, wie man will, der praktische Standpunkt dcS Bauherrn, der das größte Interesse daran hat, daß sein Bau rechtzeitig und ungestört durch Aus- sperrungcn und durch Streiks fertig wird, der praktische Stand- Punkt des Bauherrn, dessen Interesse am Fertigwerden gerade in den komplizierten Verhältnissen in Nauheim besonders stark ist, wird sehr gern solche Firmen bevorzugen lassen, die in derartigen Vereinbarungen stehen." Trotz dieser verständigen Ausführungen des früheren Straßen- bautechnikcrS und jetzigen Finanzministers wurde die Ulrichsche Forderung mit 19 gegen 18 Stimmen abgelehnt. Dagegen stimmten natürlich alle„Vertreter der Landwirtschaft". In der Kammersitzung am Donnerstag gab die Regierung an- läßlich eincrVeschwerde über die S till l e'g ung einiger Braun- kohlengruben in Obcr-Hessen die Erklärung ab, sie werde dem- nächst einen Gesetzentwurf einbringen betr. Besteuerung auch des ruhenden G r n b e n b e s i tz e s nach dem gemeinen Wert. Des weiteren will die Regierung versuchen, Bestimmungen in das Berggesetz aufzunehmen, die den Heim fall der Bergge rech- t i g k e i t an den Staat vorsehen für alle Fälle, in denen lein wirk- licher Betrieb stattfindet. Sie hoffe damit der Spekulation mit Grubenftldern und der willkürlichen Hinausschiebung der Einstellung des Betriebes vorzubeugen.— Tie Grundsatzlosigkcit als Prinzip des bürgerlichen Liberalismus. Stuttgart, 16. November 1964.(Eig. Ber.) Der bürgerliche Liber«Iismils wird eine inimer schwam- migere und grundsatzlosere Parteibildung. Ein charak- tcristischeS Beispiel für diesen Prozeß bieten die Vorbereitungen der bürgerlichen Parteien zu einer am Freitag stattfindenden Nachwahl für den württeinbergischen Landtag im Wahlkreis Mergentheim. Selten gab es für die bürgerlichen Parteien eine günstigere Gelegenheit, im edlen Wettstreit ihrer politischen Grundsätze um die Siegespalme zu ringen. Ter Kreis wird von der Sozialdemokratie nicht im mindesten bedroht, da seine soziale Struktur unserer Partei ungünstig ist. Unsere Stimmenzahl war bei der letzten Hauptwahl so gering, daß eine Kandidatur bei der Nachwahl nur den Charakter einer Zählkandidatur hätte haben können. Uni einer solchen willen die bei einer einzelnen Nachmahl unverhältnismäßig großen Mühen und Kosten aufzuwenden, lohnte sich nicht, und daher verzichtete unsere Partei auf die Aufstellung eines Kandidaten. Brauchte also eine„rote Gefahr" den Liberalismus nicht zu schrecken, so ist andererseits die„schwarze Gefahr" in diesem Kreise nicht so überwältigend groß, um den Fortbestand der liberalen Position gleich im ersten Wahlgang ernstlich zu gefährden. Ebensowenig wie die Parteiverhältnisse des Kreises bot die gegenwärtige politische Lage in Württemberg Veranlassung, von vornherein ans eine selbständige Aktion der liberalen Parteien zu verzichten. JDie Verwerfung des Volksschulgesetzes durch die Kammer der Standesherren, der darauf entstandene Proteststurm gegen die Erste Kammer und die nunmehr an- gekündigte Verfassungsrevision haben die poliffjch inter- cssierten Kreise Württembergs tief aufgewühlt und es hätte für jede Partei, die etwas auf ihre politischen Grundsätze hält, eine Lust sein müssen, in die Arena hinabzusteigen und ihre Kräfte mit denen der Gegner zu messen. Nicht so für den schwäbischen Liberalismus! Er hielt aus- gerechnet den gegenwärtigen Zeitpunkt für passend, nicht nur ein Zusammengehen der Volkspartei mit der Deutschen knaffonalliberalen) Partei eintreten zu lassen, sondern sich sogar soweit politisch zu entmannen, daß er versuchte, mit dem Bund der Landwirte und den Konservativen über einen gemeinsamen Kandidaten handelseinig zu werden. Dieser Versuch ist fehlgeschlagen. Nicht etwa deshalb, weil der Liberalismus sich den Bedingungen des Bundes der Landwirte nicht hatte gefügig erweisen wollen. Ja. hätte der Bund der Landwirte nur Bedingungen gestellt, wie gern hätte der Liberalismus sich ihnen unterworfen! Aber dem Liberalismus ward eine noch schnödere Behandlung zuteil. Auf die erste Anfrage des nationalliberalen Parteisekretärs an die Bündler, wie sie über eine gemeinsame Kandidatur dächten, erhielt er überhaupt keine Antwort. Ein tüchtiger Handelsbcslissener, und reiste er selbst in Politik, läßt sich aber so leicht nicht abschrecken, und so schrieb besagter national- liberaler Parteisekretär nach einiger Zeit an den Sekretär der Konservativen, den früheren Reichstagsabgeordneten Schreinpf, und bat ihn, das Ersuchen der nationatliberqlen Partei bei den Bündlern zu befürworte». In diesem Schreiben heißt es, daß der nationalliberale Sekretär Herrn Schrempf ersuche. „die Leitung der konservativen Partei und des Bauernbundes darauf hinzuweisen, daß die Volkspartci bestimmt er- klärt hat, sie'wolle Schulter nn Schulter mit der Deutschen Pnrtei in diesem Wahlkampf für einen gemeinsamen ftan» didatrn des freigesinuten Bürger-»nd Bnnerntnins kämpfen, dessen Namen jedoch jetzt noch offen ist, so daß auch Sie Ihre» Mnflufi ans die Auskiahl eines Kandidaten geltend machen können." Das ist geradezu der Höhepunkt des politischen Ulks. Der Liberalismus wendet sich an einen Mann wie Schremps, der nicht nur zollpolitisch ein Traufgänger ä la Kanitz und Oertel ij\ so ndern auch in der �allgemeinen Politik alle Wege der äußersten Reaktion und Scharfmacherei mitgegangen ist, und bittet diesen selben Schremps flehentlich, mit ihm gemeinsam einen Kandidaten des„freigesinnten"(sie!) Bürger- und Bauerntums zu nominieren, auf dessen Auswahl Herrn Schremps noch ausdrücklich ein besonderer Einfluß eingeräumt wird. Und warum diese politische Würdelosigkeit? Um dem Wahlkreis, wie es in dem zitierten Schreiben heißt, den„un- angenehmen Wahlkampf" zu ersparen, der dann einträte, wenn außer dem Zentrumskandidaten noch mehrere bürgerliche Kan- didaten vorhanden wären! � Die Bündler ließen den bettelnden Liberalismus auch das zweite Mal abfallen und es geschah ihm recht. Er ist auch gar zu bequem, oder besser gesagt, kampfunlustig. wenn nicht kampfunfähig geworden. Ist es doch schon charakteristisch für diese Kampfesmüdigkeit, daß Volkspartei und National- libevalismus„Schulter an Schulter" jetzt für denselben Kan- didaten eintreten, einen Qberforstrat, der 1887 als Kandidat der Nationalliberalen von der Volkspartei aufs heftigste befehdet und sogar besiegt wurde. Damals donnerten die Demokraten Karl Mayer und Haußmann gegen diesen Nationalliberalismus und heute kämpfen die Demokraten mit ihm„Schulter an Schulter" für den damals Besiegten, ja sie legen ihm nicht einmal etwas in den Weg, wenn er in den gemeinsamen Kuddelmuddel auch noch die Schrempflinge hin- einzuziehen sich bemüht. Die Folgen einer solchen Politischen Grundsatzlosigkeit aus Prinzip können nicht ausbleiben. Es stehen dem Lande in der nächsten Zeit heftige politische Kämpfe, vor allem der Kampf um die Verfassiingsrevision, bevor und diese werden zweifellos noch die nächsten allgemeinen Landtagswahlen be- einflussen. Dann wird die Sozialdemokratie auf dem Plane erscheinen und wird die Früchte einheimsen, welche der bürger- liche Liberalismus und die Demokratie von dem Baume des Volkswillcns nicht zu pflücken verstanden.— Staatsgefiihrlichc Schutzmänner. Aus München wird uns ge- schrieben: Die in der letzten Woche in München durch einen Polizei- konrmisiar aufgelöste Versammlung von Schutzmännern (siehe Nr. 265 des„Vorwärts") hatte für die Beteiligten einen un- geahnten Erfolg: Das Kommando hat die angekündigte Verordnung, ivonach ab 15. November die verheirateten Schutzieute nach Er- ledigung ihres Patrouillendienstes den Rest der Nacht nicht mehr bei den Familien, sondern auf der Station zubringen müßten, zurück- gezogen. Dagegen hat die Polizeidirektion unter dem Vermerk „Disziplin" an die Mannschaft einen Direktoralerlatz ergehen lassen, wonach es als mit der Disziplin für unvereinbar erklärt wird, daß die Schutzniänner Versammlungen abhalten, um Verordnungen nudDienstes- anweisnngen der Vorgesetzten einer Kritik zn unterziehen. Zun: Schlüsse werden die Schutzmänner bei Vermeidung von Straf- einschreitung auf den vorgeschriebenen Dienstweg verwiesen. Damit hat die Polizeidirektion München für ihre Schutzmänner das Versammlungsrecht aufgehoben. Ob damit aber äuch die „Dienstfreude" gehoben und Wünsche und Beschwerden verstummen werden, wird die Zukunft zeigen. Bisher hatten die Schutzmänner ein derartiges Verbot in ihren Dienstverträgen nicht, sie konnten und haben sich schon wiederholt unbehelligt in Versammlungen zusammengefunden, Wünsche und Beschwerden besprochen und in Petitionen an den bayrischen Landtag abgehen lassen. Aber die scharfe und einwandfreie Kritik, die besonders die Redner der sozial- demokratischen Fraktion in der letzten Session des bayrischen Landtages am Polizei-Etat und der Position„Schutzmannschaft" einsetzten, hat oben unangenehm berührt und ließ die Pvlizei-Gcwaltigen nicht zur Ruhe kommen. Und wie damals nach den Gewährsmänner» der Abgeordneten, so hat man auch jetzt nach den„Rädelsführern", d. h. Einberufern der Versammlung„gefahndet" und eine hoch- notpeinliche Untersuchung eingeleitet, bisher allerdings ohne Resultat.— Eine Verschmelzung der beiden Städte Nürnberg nnd Fürth, so wird uns aus Nürnberg berichtet, zu einem einzigen Gemeinwesen wird seit einiger Zeit von Fürth aus betrieben. Der Bürgermeister letztgenannter Stadt, Herr Kutzer, und der Gemeindebevollmächtigte Dr. Morgenstern sind die Väter dieses Gedankens. Sie haben bereits einige vertrauliche Vorbesprechungen mit einer Anzahl von Gemeindevertretern abgehalten, um die Sache in Fluß zu bringen und zu bewirken, daß ein Antrag auf die Einverleibung Fürths nach Nürnberg gestellt wird. Die Sache wurde aber vor der Zeit durch eine Indiskretion ruchbar und die bürgerliche Lokalpresse Fürths macht bereits den „Lokalpatriotismus" mobil, um das Projekt zu hintertreiben. Der .Fürther Zentralanzeiger" meint, bei einer„solchen Auslieferung unserer Stadt nach Nürnberg müßte jedem aufrichtigen Fürther aus Liebe zu seiner Vaterstadt das Herz voll Groll im Leibe er- zittern". Die Einverleibung könnte aber für beide Städte, die schon von jeher durch gemeinsame Interessen enge miteinander verbunden sind und ohnehin durch keine sichtbare Grenze mehr getrennt sind, nur don Vorteil sein; Fürth würde dabei das meiste gewinnen. Nürnberg würde durch die Verschmelzung in der Reihe der größten Städte um einen gewaltigen Schritt vorrücken, da es einen Zuwachs von 60 606 Einwohnern erhalten und dann insgesamt zirka 340 000 Einwohner zählen würde.— Majestätsbeleidigungs- Prozeß. Ein Stadtarbeiter der Stadt Metz wurde durch ein 19 jähriges Mädchen und ihre Mutter denunziert, beleidigende Aeutzerungen über den deutschen Kaiser gemacht zu haben. Das nicht sehr gut beleumundete Mädchen will sich über den Arbeiter geärgert haben, weil dieser ihr im Trünke sittliche Verfehlungen vorwarf. Das Mädchen denunzierte den Mann ein halbes Jahr später als diese Beleidigungen, welche sich aus die Anwesenheit dcS Kaisers in Metz, die Einweihung der evangelischen Kirche, seine Stellung zu dem katholischen Klerus und die Aufenthalte im Auslande bezogen, gefallen waren. Der Angeklagte bestritt cnt- schieden, die Worte gebraucht zu haben. Der Staatsanwalt sagte in seinem Plaidoyer, die Sache könne sich nicht der öffentlichen Billigung erfreuen, da sie leider eine der vielen Denunziationen dieser Art bilden, die einer trüben Quelle entsprungen wären. Da aber der Angeklagte schon einmal wegen Majestätsbclcidigung mit 4 Monaten Gefängnis bestraft wäre und auch die Zeuginnen einen Grund, Falsches zu behaupten, nicht hätten, beantragte er 3 Monate Ge- fängnis. Der Gerichtshof bewertete aber die eidlichen Zeugen- aussagen der Belastungszeugiunen anders und sprach den An- geklagten stei.—__ Gelsenkirchener Wasscrwerks-Prozeß. Essen, den 17. November.(Eig. Ber.) (Dritter VerhandlungStag.) Der Medizinalrat Dr. S p r i n g f e l d. der heute sein Gutachten erstattete, hat zunächst den explosiven Charakter der Epidemie auf Inkubation infolge Rohrbruches zurückgeführt, von dem Stichrohr ist ihm bis zum 9. September nichts bclanut gelvesen, erst als Professor Dr. Koch ankam, hat Direkter Hegeler erklärt, man wolle nun bekennen, daß man Dr. Springfcld im Dunkeln habe tappen lassen. Dürr macht die neue Feststellung, daß zum Teil die Versorgungsgebiete des Bochumer Werkes und des Werkes in Gelsenkirchen'ineinanderfließen, die Bodenverhältnisse sind genau dieselbe», trotzdem sind die betreffenden Gebiete, die vom Bochumer Werk versorgt werden/ v»» ber Epidemie verschont geblieben. Ver- sorgungsgebiet und Ausbreitung der Epidemie sind kongruent. Dr. Springfeld hält das Ruhrwasser für minderwertig, selbst als Beimischung für nicht einwandsfrei, aber die Verseuchung der Leitung führe er in diesem Falle weniger auf die Ruhr als auf die Zuflüsse aus dein infizierten Eibergbach zurück. Zwischen dem Vertreter der Pettenkoferschcn Theorif Professor Emerich-Aachen und Medizinalrat Dr. Springfeld entspinnt sich dann eine Auseinandersetzung über die Schädlnhkeft der Kalibazillen. Dr. Springfeld hält wegen des starken Vorhandenseins von Kali- bazillen das Ruhrwasser für gesundheitsschädich, Professor Emerich ist dagegen der Ansicht, Kalibazilleu seien ungefährlich, jeder Mensch trage sie bei sich. Dr. Springfeld bemerkt dazu, dann könne man eigentlich nichts besseres tun, als jeden Tag dreimal eine» Eßlöffel von Kali- bazillen einzunehmen. Es wird sodann festgestellt, daß gesetzliche Verbote gegen Entnahme und Zuführung unfiltricrten Wassers aus Flüssen nicht bestehen. Dr. Springfeld erklärt, daß früher die Benutzung von Stichrohrcn ziemlich allgemein üblich war, man habe keine Kenntnis von Wassercpidennen gehabt. � Zeuge Bürgermeister M a ch e n s- Gelsenkirchen, Mitglied des Aufsichtsrats des Wasserwerks, bekundet, daß Direktor Hegcler seine Frage, ob Unregclniäßigkeiten beim Wasserwerk vorgekommen seien, verneint habe. Zeuge ist auch sehr überrascht gewesen, als er von der Spende von 250 000 M. hörte! er hat darin ein Schuldbewußt- sein gefunden und erklärt, wenn Unregelmäßigkeiten vorgekommen seien, dann müsse das Wasserwerk den ganzen Schaden tragen nnd habe die Direktion strafrechtliche Verfolgung zu gewärtigen. Die Direktoren, denen er das offen sagte, haben zu der Bemerkung vollständig geschwiegen. In einer Abendsitzung wird die Zeugenvernehmung fortgesetzt. Medizinalrat Kreisarzt L r m p e r ist der Meinung, daß der Typhus iviederholt durch die starke Einwanderung aus dem Osten eingeschleppt worden ist. Zeuge glaubt sonst nicht an Wasserepidemieu, er hält an der Pcttenkoferschen Theorie fest: die Gelsenkirchener Epidemie habe er jedoch für eine Wasserepidcmie angesehen. Er weiß nicht, daß das Wasser unappetitlich gewesen ist, allerdings sei in seiner Familie Wasser in der Regel nur mit Zusatz von Zitronensäure ge- nossen ivorden. Medizmalrat Dr. B l i e s e n e r, Hülfsarbeiter im Kultus- Ministerium, war mit Ermittelung der Ursachen der Epidemie im Gelsenkirchener Gebiet betraut. Ihm ist auch aufgefallen, daß in den durchcinandergeschichteten Orten der Prozentsatz der Typhusfälle so sehr verschieden war. Die Ursache hierfür hat er in den Umstand gefunden, daß ein Teil der Orte vom Bochumer Wasserwerk versorgt wurden. In diesen Orten war der Höchstsatz 3 pro Mille, während in Leithe, vom Gelsenkirchener Werk besorgt, 25 TyphuSerkrankungcn pro Mille festgestellt sind. Zeuge glaubt, daß der Eibergbach der Zuführer der Typhusbazillen gewesen ist. er kann es aber nicht mit Bestimmtheit behaupten, aber er nimmt als bestimmt an, daß nur durch die Entnahme resp. Zufuhr unfiltrierten Wassers die Explosivität der Epidemie erklärt werden könne. In der weiteren Zeugenvernehmung spielt immer wieder die Erörterung über die Boden- und Wassertheorie usw. in die Ver- Handlung hinein. Von der Verteidigung wird angeführt, daß z. B. die großen Münchener TyphuSepidcmien auf Inkubation durch den Boden, nicht durch Wasser zurückgeführt werde. Die Aerzte bleiben dabei, daß die Gelsenkirchener Epidemie eine Wasserepidcmie war und daß Ruhrwasser für den Genuß nicht geeignet sei, speziell daS Eibergbachwasser müsse als gesundheitsschädlich bezeichnet werden. Die weitere Verhandlung wird auf Freitag vertagt, /Zuslancl. Andre und Combes- Paris, 17, November.(Eig, Ver.) General Andrs ist nicht gegangen, er ist gegangen worden. Das offizielle Demissions.schrciben des Kriegsministers enthält in dieser Be- ziehung eben nur die offizielle Wahrheit. Andr6 mußte gehen, weil Contbes und dessen nächste Berater davon eine Festigung des Kabinetts erhofften. Haben sie richtig gerechnet? Das ist eher zu verneinen. „Die Feinde der Republik sind mehr denn je entschlossen, Sturm zil laufen gegen die Regierung," so beginnt Andräs Demissions- schreiben. Nun, die Demission hat die Angriffslust der Reaktion noch weiter gesteigert. Ganz begreiflich! Die Ab- halftcrung des Kriegsministers nach den ebenso peinlichen wie gefährlichen Debatten und am Vorabend nicht minder gefähr- licher� Interpellationen ist ein Geständnis de<. Schwäche und der Furcht, das die Opposition nur ermutigen kann. Entweder— oder. Entweder ist General Andr6, wie er in der ersten Armeedebatte behauptet hat, an der Ge- sinnungsriecherei unschuldig,— warum hat er dann demis- sioniert? Oder aber er ist dafür direkt verantwortlich, dann muß das ganze Ministerium abtreten, nachdem sich der Minister- Präsident mit dem Kriegsminister(in der zweiten Armee- debatte) solidarisch erklärt hat. Dieses Dilemma wird nicht nur von der gesamten reaktionären. mÄinistischen und dissideist-radikalen Presse gegen Eombes gerichtet. Auch Clemenceaus Kritik wird bissiger und äyender denn je: „Der Herr Ministerpräsident ist in die Illusion verfallen, zu glauben, daß die Schwäche des Kabinetts vom Verbleiben des Generals Andrs im Kriegsministcrium herrühre. Er hat nun den Gedanken gefaßt und sost�l verwirklicht, den unbequemen Kollegen loszuwerden, dessen sämtliche Fehler er gekannt und ihn dazu— wenigstens stillschweigend— aufgemuntert hat. Der unglückliche Krieger wurde daher tagtäglich von einem Trupp„Freunde" bestürmt, mit dem Rat zu gehen. Er hat einigen Widerstand geleistet, dann aber kapituliert ohne die Kriegschren.... Seine Kollegen und deren Chef werden bei der Nachwelt nicht durch den in dieser Gelegenheit bewiesenen Mut glänzen. Ten Kriegsminister unter den Schlägen des Herrn Syveton in einem persönlichen Interesse durch die Hintertür wegschicken, das ist just das gerade Gegenteil einer tapferen Handlung. Es gibt sogar ein Wort, um diesen voll- ständigen Mangel an Heldenmut zu bezeichnen, ein bekanntes Wort, dessen aber ich mich glücklicherweise, wie ich sehe, äugen- blicklich nicht entsinnen kann." Noch bedeutsamer vielleicht ist die Kritik des bisher dicktreu- ministeriellen Chefredakteurs des„Nadical", Abg. M a u j a n. Die Abhalfterung Andres findet er ungerecht und zweckwidrig. Auch bedauert er, daß die r a d i k a l e P a r t e i in den letzten Vorgängen nicht zu Rate gezogen worden sei— eine Andeutung auf die Beraterrolle des ministeriell-sozialistischen Abg. Gckrault-Richard und des nunisteriell-republika- nischen Abg. T h o m s o n. Es ist wahr, Maujan hatte selbst einige Anwartschaft auf das kricgsministerielle Portefeuille. Und man braucht kein Menschenfeind zu sein, um anzunehmen, daß er Andres Erbschaft ohne bittere Gefühle übernommen hätte. Das ändert aber nichts an der objektiven Bedeutung seiner neuen kritischen Haltung. Unentwegt zufrieden sind und bleiben die ministeriellen Sozialisten, die nach wie vor an die Rcformfähigkeit und die Unersetzlichkcit des Kabinetts Eombes glauben. Als ein stärkender Faktor für das Kabinett wird die Per- sönlichkeit des neuen Kriegsministers B e r t e a u x betrachtet, der in der Kammer allgemein beliebt ist und namentlich mit den dissidenten Radikalen, insbesondere mit D o u m c r, per- sönlich befreundet ist._ Die Antwort der jüdischen Arbeiter auf das Bialystöker Blutbad. In Ergänzung unserer Mitteilung in der Nummer 255 des „Vorwärts" ist uns ein Bericht über weitere Kundgebungen aus Anlaß des Bialystöker Gewaltaktes zugegangen. Weitere Straße ndemon st rationen haben stattgefunden in D w i n S k, K o w n o, Riga und B e r d i t s ch e w. In D w i n S k sammelten sich Sonnabend, den 15. Oktober, um 5 Uhr abends auf dem Boulevard gegen 2000 Personen an. Sie spazierten bis 6 Uhr, da traten sie zusammen in der Zentralhalle, wo_ ein Arbeiter, der sich auf eine Bank stellte, die folgende Rede hielt: „Genossen! In derselben Zeit, wo der neue Minister des Innern Swiatopolk-Mirsky mit einem süßen Lächeln der Bourgeoisie ver- schiedene Privilegien und beinahe die Freiheit verspricht, hat er schon seine Hände mit unserem Arbeiterblute befleckt und gezeigt, daß er unsere Arbeiterbewegung mit noch größerer Wut, noch größerer Willkür überfallen will, als es der blutdürstige Henker Plehwe gemacht hat. Wollen wir, Genossen, dem ersten blutigen Schritte des neuen Favoriten unseren gewohnten revolutionären Kampf entgegenstellen und unseren Protest in der folgenden Resolution offen zum Ausdruck bringen." Während der Redner die Resolution verlas, war die Luft erfüllt von den Rufen:„Hoch die Bialystöker Genossen!"„Nieder mit der Polizei!" „Nieder mit dem Absolutismus!" und der ganze Boulevard ivar in einem Augenblick mit Karten bedeckt, die Auskunft über die Ursache der Kundgebung gaben. Darauf begab sich die Volksmenge auf die Alexaudrowskaja-Straße, wo sie von den dort wartenden Arbeitern mit Hurrarufen empfangen wurden. Nachdem auch dort aufklärende Karten ausgestreut wurden und die Luft von den Rufen:„Nieder mit dem Krieg, nieder mit den Zarenschergen!" erfüllt wurde, zerstreuten sich die Demonstrierenden. Die Polizei erschien zuspät und es wurde niemand verhaftet. In K o w n o verlief zur selben Zeit die Demonstratton in ähnlicher Weise. 250 Personen versammelten sich in der Haupt- straße der Stadt und traten um 6 Uhr auf ein Signal hin nahe aneinander unter den Rufen:„Nieder mit den Henkern! Nieder mit dem Absolutismus I", aufklärende Karten wurden auch ausgestreut. Als die Polizei erschien, hatten sich die Demonstranten bereits mit den Zuschauern vermengt und nur eine Arbeiterin wurde verhastet. Am«ächstfolgende» Sonnabend, am 22. Oktober versammelten sich um 7 Uhr abends in Riga auf der Gospodskajastraße gegen 400 Personen. Eine rote Fahne wurde hochgezogen, Flugblätter auS- gestreut und unter revolutionären Rufen bewegten sich die Demonstranten bis zur Greschnejastraße. Ivo sie sich zerstreuten. Auch hier erschien die Polizei zu spät. Minderglücklich verliefzur gleichen Zeit die Demonstration in B e r d i t s ch e w. Als hier die Demonstranten die rote Fahne hochzogen, begann die Polizei, die rechtzeitig von dem Plan der Arbeiter Kenntnis hatte, aus die Demonstranten zu schießen, welche die Schüsse ihrerseits erwiderten. Bald sahen die Arbeiter sich genötigt, sich unter Zurücklassung der Fahne zurückzuziehen. Einer von den Demonstranten wurde verwundet und einige, zum Teil unbeteiligte Personen wurden verhaftet. In Hömel wurden in vier geheimen Versammlungen, an denen insgesamt zirka 500 Personen beteiligt waren, Protestresolutionen gegen die Bialystöker Polizeitat angenommen. In Odessa beschloß das jüdische Komitee durch einen Streik zn protestieren. Am 19. Oktober erschienen zirka 200 jüdische Arbeiter nicht zur Arbeit— die Streikbeteiligung war nicht so groß wie man erwarten konnte, weil die Flugblätter, die dazu aufforderten, zu spät verbreitet wurden.— England. Hull, 18. November. Die vom Handelsamt veranstaltete Unter- suchung über die Nordsce-Angelegenheit ist heute, soweit sie die Um- stände des Vorfalles betrifft, abgeschlossen worden. Die Kommission zollte dem heldenmütigen LZerhaltcn der Besatzungen der Fisch- dampfer„Gull" und„Crane" besondere Anerkennung. Der Ver- treter Rußlands schloß sich dieser Anerkennung an und sprach im Namen Rußlands sein tiefes Bedauern über den Vorfall aus. Die Kommission beschloß, über die Frage der Entschädigungen in London zu beschließen, nahm aber bereits Feststellungen vor über die finanzielle Lage der verletzten Fischer und der Hinterbliebenen der Getöteten. Der Führer deS Dampfers„Lino" verlangte 150 Pfund Sterling für persönlich erlittene Verletzungen und 500 Pfund für die Bergung des Dampfers„Mino", der Führer des„Gull" 50 Pfund persönlichen Schadenersatz und 2000 Pfund für die Rettung der Besatzung des„Crane". Andere als Zeugen vernommene Fischer verlangen Entschädigungen von 50 bis 100 Pfund. Hull, 18. November. Im weiteren Verlaufe der heutigen Sitzung der Untersuchungskommission beantragte der Vertreter der Schiffseigentümer, daß diejenigen Fischer, welche bei dem Vorfalle keine äußeren Verletzungen, aber eine Nervenerschütterung erlitten, je 50 Pfund Sterling Entschädigung erhalten sollen. Der Ober- ingenicur des„Crane" verlangte 1500 Pfund Sterling, zwei andere Ingenieure je 1000 Pfund Sterling. Die Kommission wird morgen ihre Verhandlungen fortsetzen.— Norwegen. Eine Sozialistendcbatte im Storthing. Im Laufe der ver- flosseuen Woche fand im Storthing eine große Debatte über den Budgetvorschlag statt, die ungefähr drei Tage in Anspruch nahm. Es wurden scharfe Angriffe gegen die neue Regierung und ihre Finauzpläne gerichtet, die unter anderem den Finanzminister Michelsen veranlaßten, die KabinettSfragc zu stellen. Der Staatsministcr H a g e r n p aber suchte die Regierung mit Gegenangriffen gegen die Sozialisten und „Halbsozialistcn" zu verteidigen. Er bemerkte unter anderni: „Die reinen Sozialisten sind eigentlich picht so gefährlich. Die Masse von Utopisten hat keine Aussicht, Eingang beim Volke zu finden, doch schaffen sie viel UcbleS dadurch, daß sie zum Klassen- kämpf und Klassenhaß reizen. Darum ist es geradezu entsetzlich, daß wir nun beobachten müssen, wie Männer, deren Lebens- aufgäbe es ist, das Evangelium der Liebe und des Friedens zu erläutern, Führer sind bei Aus- b r e i t u n g des K l a s s e n h a s s e s."— Auf diese Redewendungen antwortete unser Parteigenosse Erik sen, der bekanntlich evangelischer Pfarrer ist: „Dem Staatsministcr hat es sehr wenig gefallen, daß der Klassenkampf auch von mir geführt wird, der ich das Evangelium des Friedens zu verkünden habe. Ich kenne die Lehre, Herr Präsident, daß die Geistlichen diejenigen segnen sollen, die die Macht in der Gesellschaft in Händen haben, daß man das Christentuni als Schirm des Bestehenden gebrauchen soll, daß die Geistlichen die Armen damit trösten sollen, daß sie sagen, es sei Gottes Wille, daß ihre Verhältnisse so sind, wie sie sind. und daß sie genügsam und zufrieden sein sollten. Das haben die Geistlichen bisher getan, und es ist begreiflich, wenn es Aergernis bei den Konservativen erregte, daß einer damit bricht und nicht mehr mitm.n'.en will.— Ich gelobe, gleichwie ein dänischer Sozialdemokrat einmal sagte, daß meine Hand beständig gegen die I um p i g st e aller Politik gerichtet sein soll, die darin b e st e h t, daß man sich zusammenrottet, um den Fuß auf den Racken derer zu setzen, die am schlechtesten gestellt sin d."— Uebrigens machte unser Parteigenosse den Minister auch darauf aufmerksam, daß eine Partei, die es wie die Norwegische Arbeiterpartei innerhalh dreier Jahre von 7000 auf 30 000 Stimmen gebracht hat, keineswegs so ungefährlich sein kann, wenngleich sie nicht, wie Hagernp meinte, „auf eine Katastrophe wartet", sondern den parlamentarischen Weg Eine Proklamation des Präsidenten Roosevelt an die amerikanischen Bürger setzt den 24. November als einen Festtag nnd Tag der Danksagung, der amerikanischen Sitte gemäß, fest. Roosevelt behauptet, daß jedermann, der in Slmerika arbeite, sei es mit Hirn oder Hand, sich großer Prosperität erfreue, und daß die ganze Nation alle Ursache habe, ihrem Gott zn danken für das verflossene Jahr des Friedens, der reichen Ernte und der allgemeinen Prosperität. Die Proklamation zeugt von dem starken Selbstgefühl des Amerikaners.„Viel ist uns gegeben worden und viel wird von uns erwartet", sagt Rooscvelt.„In unserer großen Republik erreicht die Aufgabe, die Größe und Stärke der Nation und die persönliche Freiheit des Bürgers gemeinsam zu wahren, gigantische Formen, wie noch niemals zuvor in der Welt- geschichte. Unsere Erfolge wollen viel bedeuten nicht nur für uns allein, sondern fiir die Zukunft des Menschengeschlechts, und jeder Mann, jede Frau, jedes Kind sollten sich der Ver- antwortlichkeit bewußt werden und danach streben, gute Bürger zu werden, die nach dem Worte handeln: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst." Eine solche Sprache entzückt den ameri- kanischen Brirger, die kleinen eingestreuten Bibelsprüche liebt er besonders. Roosevelt versteht es, sich populär zu machen.— Bon den Philippinen. Bon den wirtschastlöchen Verhältnissen auf den Philippinen er- �ählt H. P. Willis, ein Professor der Nationalökonomie, in ameri- kanischen Zeitungen. Er hat die Inseln vier Monate lang bereist und sagt, daß die Spuuen des Krieges noch überall sichtbar seien. Ganz ode,: zum Terl nzedergebranme Ortschaften fand er häufig. die Wege seien kaum po.ssierbar, die Brücken in einem gefährlichen Zustande, das Volk leide überall große Not. Manillas Bevölkerung. die vorher 260000 Personen umfaßte, ist nach dem Zensus von 1904 auf 219 900 gesunken. Die Zahl der Amerikaner in Manilla, die im Jahre 1901 sich auf 6462 stellte, fiel bis zum Jahre 1904 auf 4389. Der Handel mit den Vereinigten Staaten macht keine Fortschritte und auf den Philippinen selbst findet der amerikanische Unternehmungs- geist keine rechte Entfaltung, er wird im Gegenteil durch die allgemeine Armut zurückgeschreckt. Seit der Besetzung der Inseln sind 5000 Bewilliguncysscheine zur Eröffnung von Geschäften an Amerikaner ausgegeben worden, von diesen Geschäften existieren nicht mehr wie 800, also 84 Proz. haben sich zurückgezogen öder sind zu- gründe gegangen. In Manilla gibt eS ungefähr sechs große amerikanische Firmen. Der Niedergang in der Landwirtschaft zeigt sich deutlich an der steigenden Einfuhr von Reis. Im Jahre 1900 wurde Reis importiert! im Werte von 3 113 423 Dollar. Im Jahre 1903 stieg der Jixport auf den Wert von 10 061 323 Dollar. Der Reisbau im Lande deckt den eigenen Bedarf nicht. Als Grund für den Verfall von vielen großen Farmen wird angegeben, daß viele Bewässerungsanlagen im Kriege zerstört wurden; den Farmern lvurde ihr Vieh genommen: oder sie verloren eS durch die Rinderpest: dann fehle es auch an Zlrbeitskräften snatürlich nur an billigen). Auch der Anbau von Zucke r und Tabak ist bedeutend zurückgegangen. Die Wunden, welche der Krieg dem Lande geschlagen hat, heilen nur schwer.— Die Zrvilregiemng in Manilla bemüht sich, den Verhält- nisten eine lichte Seite abzugewinnen und sie berichtet nach Washington über Fortschritte und Erfolge und spricht von Hoff- nungen, die sich erfüllen müßten, wenn man nur Geduld habe. Nach den Schilderungen von Profestor Willis scheint es gegen- wärtig nicht sehr hoffnungsvoll auszusehen.— Vom ostasiatischen Kriegsschauplatze. Zur Belagerung Port Arthurs. London, 13. November.„Daily Telegraph" meldet vom 17. d. Mts. aus Tschifu: Abteilungen von fünfzig Mann machen allnächtlich Ausfälle und werfen Handgranaten in die Gräben der Japaner. Die Verluste der Russen betragen durch- schnittlich täglich 70 Maim, die der Japaner sind höher. Die schweren Geschütze aus beiden Seiten sind verbraucht und schießen nicht mehr gut. London, 18. November.„Standard" meldet aus Tientsin vom 17. d. M.: Port Arthur wurde am 12. d. M. wieder stark beschossen. Es finden schwere Kämpfe statt unter langsamen Fort- schritten und schweren Verlusten der Belagern ngs- a r m e e. Bei Linsihun lvurde am Sonntag heftiges Feuern im Norden gehört. Kuropatkin erhielt, wie gemeldet wird, große Ver- stärkungen mit schwerem Geschütz vor Charbin. London, 18. November. Dem„Reuterschen Bureau" wird aus Tschifu vom 17. gemeldet: Der L o o t s e, welcher sich an Bord des russischen Zerstörers„ R a st o r o p n y" befand, teilte init, daß in Port Arthur seit dem 26. Oktober jede Nacht gekämpft worden sei. Sämtliche Dampfer der ostchinefischeu Linie seien bis auf einen, der nach Japan gegangen sei, zum Sinken gebracht worden. Ein reicher Chinese, der den Japanern mit seinem Taschentuche Signale gab, wurde gehängt. Die Japaner schonen die Hospitalschiffe und geben ihnen durch Warnschüsse zu verstehen, sich außerhalb der Schußlinie zu halten. Tokio, 18. November.(Meldung des„Reuterschen Bureaus".) Ein Telegramm aus Modschi meldet die Zerstörung eines weiteren russischen Arsenals und Magazins in Port Arthur. Die Japaner hatten die Lage des Arsenals entdeckt, konzentrierten ihr Feuer darauf und erreichten die Zerstörung deS Arsenals, indem sie 200 Granaten dahin schössen.— Die Japaner erweitern ihre Sappen und benutzen sie zum Heranbringen ihrer Geschütze. Die Russen fahren fort, kühne Ausfälle gegen die Sappen zu machen, wobei sie Handgranaten zur Anwendung bringen._ 6ewerkrcbaftUcbC9. Der Streikposten als Behinderer der freien Passage. Ein neues Strafmittel gegen Streikposten hat die Königsberger Polizei entdeckt. Und zwar besitzt sie es im § 157 ihrer Straßenverordwung. der ueben anderen Bestimmungen die enthält:, �. „Personen, welche die freie Passage behtndern, sind strafbar." Das Landgericht Königsberg- verurteilte den Streikposten F auf Grund dieser Bestimmung zu einer Geldstrafe, weil er ans dem Bürgersteige gegenüber der Ostbahn so gestanden habe, daß Leute aus dem Publikum den Weg über den Damm hätten fortsetzen müssen. Für diese Feststellung war dem Gericht die Aussage eines Schutzmanns maßgebend, der ge- sehen hatte, daß einzelne passierende Personen dort, wo F. stand, vom Bürgersteig ans den Damm traten, um wieder den Bürgersteig zil betreten, nachdem sie vorbei waren. An- geklagter legte Revision ein. Sein Anwalt machte geltend, daß eine Behinderung der freien Passage nicht durch den Umstand bewiesen sei, baß einzelne Personen beim Standpunkt des Angeklagten auf den Mitteldamm traten, ohne den Versuch zu machen, auf dem Bürgersteige um F. hemnizugehen. Das wäre möglich gewesen.,. c„<.• Der Strafsenat des Kammergerichts verwarf indessen die Revision mit folgender Begründung: Die Bestimmung �des § 157 der Straßenpolizei-Verordnung. welche die Behinderung des freien Verkehrs unter Strafe stelle, sei rechtsgültig. Sie habe ihre Stütze im§ 6d des Polizeiverwaltungs-Gesetzes. Da nun festgestellt wäre, daß die Passage beengt worden sei durch das Verhalten des Angeklagten, so wäre die Bestrafung aufrecht zu erhalten. In zwei aiideren Fällen verwarf das Kammergericht die Revision der Staatsanwaltschaft gegen die diesmal erfolgte Freisprechung, weil hier festgestellt sei, die freie Passage sei durch den Aufenthalt der Streikposten auf dem Bürgersteig nicht behindert worden. Das Landgericht hatte in diesen Fällen festgestellt, daß das Publikum auf dem Bürger- steige selbst um die Streikposten links oder rechts hätte herumgehen können Serttn und(lmgegend. Die Aussperrung der Tischler. Es mehren sich die Anzeichen, welche dafür sprechen, daß die Tischlermeister, welche die Aussperrung mitgemacht haben, allmählich kampfesmüde werden. Das ist sehr erklärlich, denn welcher halbwegs nmsichtigs»Arbeitgeber müßte jetzt nicht zu der Ucberzeugnng kommen, daß der Kampf gegen die organisierten Arbeiter nutzlos ist, weil die- selben, nachdem sie bereits sieben Wochen im Kampfe stehen, weder entmutigt noch irgendwie geschwächt sind. In dieser Erkenntnis be- ginnen denn auch verschiedene Tischlermeister mit der Wieder- einstellung der von ihnen Ausgesperrten, wobei sie gleichzeitig die Erklärung abgeben, daß sie sich auch ferner nicht mehr an der Aussperrung beteiligen werden. Eine Vorsicht wenden diese Meister allerdings an. Damit die Wiedereinstellung der Ausgesperrten den führenden Scharfmachern nicht bekannt werde, veranlassen sie die Arbeiter, die Verpflichtungen gegenüber der Krankenkasse selbst zu erfüllen. Dadurch wird die Anmeldung der Wiedereingestellten bei der Jnnungskrankenkasse und somit die offene Bekanntgabe des Rücktritts von den Beschlüssen der Unternehmer-Organisation ver- mieden. Auch der Holzarbeiterverband gibt die Namen solcher Meister nicht bekannt, um sie nicht dem Terrorismus der Führer der Freien Vereinigung der Holzindustriellen auszusetzen.— Neue Aussperrungen sind in den letzten Tagen nur vereinzelt— gestern waren es deren 12— gemeldet worden, und bei näherem Zusehen ergibt sich, daß es sich in einem Teil der Fälle nicht einmal um Aussperrungen, sondern um Entlassungen aus anderen Gründen handelt. So hatte sich kürzlich ein Arbeiter aus der Bautischlcrei von Kühn in der Hasenheide als ausgesperrt gemeldet. Auf eine Vorstellung der Kommission der Arbeiter erklärte Herr Kühn jedoch, er habe den Betreffenden nicht ausgesperrt, sondern wegen mangelnder Arbeit entlassen, er denke auch nicht daran, seine Arbeiter auszusperren. Daraufhin unterblieb die beabsichtigte Arbeitsniederlegung im Kühn- schen Betriebe. Als dann aber in der Kühnschen Werkstatt Streik- arbeit für die Firma Hegelmann angefertigt werden sollte, legten sämtliche bei Kühn Beschäftigten die Arbeit nieder.— Weitere Arbeitsniederlegungen als Antwort auf die Aussperrung stehen in mehreren Betrieben bevor. * Berichtigung. Zu unserem Bericht über die vier Versammlungen der Holzarbeiter in Nr. 271 teilen wir berichtigend mit, daß in Kellers Saal nicht Glocke, sondern M a a ß referierte. Ter Verband der Möbelvolicrer hielt am Donnerstag in den Arminhallen eine stark besuchte außerordentliche Generalvcrsamm- lung ab. Der Vorsitzende N i t s ch k e berichtete über den Stand der Aussperrung. Danach beträgt die Zahl der ausgesperrten und streikenden Mitglieder 312; arbeitslos sind 107, krank 20, so daß im ganzen 439 Mitglieder zu unterstützen sind. Der Redner verlas die gänzlich falschen und willlürlich zusammengestellten An- gaben der„Fachzcitung", wonach die Zahl der feiernden Möbel- Polierer 700 betragen soll, das Vermögen ihres Verbandes infolge der partiellen Streiks schon vor der Aussperrung auf 10 000 M. zu- sammcngeschmolzen wäre, und die Möbelpolierer als„Kostgänger des Holzarbeiterverbemdes" bis zum 11. November von diesem mindestens schon 40 000 bis 45 000 M. erhalten haben sollen, was rechnerisch nachzuweisen sein soll. Die Verlesung dieser plumpen Schwindelei rief große Heiterkeit hervor. Der Referent bemerkte unter anderem, daß die der Aussperrung vorangegangene Lohn- beivegung dem Verbände nur ein paar hundert Mark gekostet habe, daß nach dieser Lohnbewegung das Verbandsvermögen auf 35 000 M. angewachsen wäre und daß jetzt noch 21 000 M. in der Kasse seien. Wenn aber auch die Kassen der Gewerkschaften geschwächt werden sollten, so würden doch die Gewerkschaften selbst gestärkt aus diesem Kampf hervorgehen. Auch die Mitgliederzahl des Möbclpoliererverbandes fei seit der Aussperrung ständig im Steigen begriffen; wenn es so weitergehe, könne man am Jahresschluß mit 2000 Mitgliedern rechnen. Es werde übrigens dafür gesorgt werden, daß die Ausgesperrten und Streikenden zu Weihnachten eine Ertragratifikation er- halten.— Um einer Erschöpfung der Kasse vorzubeugen und dafür zu sorgen, daß auch nach Beendigung der Aussperrung noch genügend Mittel vorhanden sind, stellte der Vorstand den Antrag, den Wochenbeitrag auf 1,20 M., das Doppelte des bis- herigen Beitrages, zu erhöhen und zwar von dieser Woche ab. Ter Antrag wurde e i n st i m m i g angenommen; ebenso ein weiterer Antrag des Vorstandes, wonach die ausgesteuerten Mit- gliedcr die Arbeitslosenunterstützung weiterbeziehcn rönnen. Ferner wurde beschlossen, daß ausgesperrte und gemaßregelte Kollegen einmal Aushilfsarbeit bis zu 0 Tagen annehmen können, ohne ihres Rechtes auf die Unterstützungssätze der Ausgesperrten verlustig zu gehe».— Ein in der vorigen Versammlung angenommener Antrag, die Arbeits» vermittelung auf die Zeit von 9— 12 Uhr vormittags zu verlegen. wurde von der Versammlung aufgehoben, weil er sich nach näherer Ueberlegung als unter den gegenwärtigen Umständen undurchführbar erwiesen hatte.— Hierauf gab Barenthin einen Bericht vom Gewerkschaftskartell. Er bentcrkte zum Schluß, daß er, nachdem in der Kartellsitzung vom 11. November gesagt worden sei, es wäre besser, wenn er, Barenthin, das Lokal verlasse, eine Erklärung ab- gegeben und dann gegangen sei.— Diesem Bericht folgte eine kurze Debatte; dann beschloß die Generalversammlung gegen wenige Stimmen, Austritt des Verbandes aus dem Kartell und Anschluß an die Gewerkschaftskommission.— Des weiteren wurde beschlossen. den obligatorischen Beitrag der weiblichen Mitglieder auf 30 Pf. festzusetzen und ihre Unterstützungssätze auf% der den männlichen Mitgliedern zustehenden zu bemessen.— Aus dem Verbände ausgc- schlössen wurden wegen Streikbruch oder dem gleichkommenden Ver- halten: Hermann D i s r o. Paul D i s r o. Georg Kunow und Georg B o l d t. Während der gegenwärtigen Kämpfe aus dem Ver- bände freiwillig auszuscheiden haben sich Albert K r ü g e r, Otto Reuter und Max S o r r e r veranlaßt gefühlt Der Vorsitzende gab noch bekannt, daß die Streikkontrolle jetzt von 9— 1 Uhr vormittags stattfindet, die Auszahlung der Unter- stützung Sonnabends zur selben Zeit. Außerdem wurden in der Versammlung die Kandidaten zur bevorstehenden Delegiertenwahl der Krankenkasse nominiert._ An die organisierten Arbeiter Berlins und Umgegend! Da unsere Kontrollkarte von einigen Winkelvereinignngen nach- geahmt wird, bitten ivir darauf zu achten, daß die von uns ver- auSgabten Karten auf der Vorderseite links oben unseren Stempel tragen. Alle anderen Karten sind falsch. Gleichzeitig bitten wir, die in der heutigen Stummer des„Vorwärts" im Inseratenteil ver- öffentlichte erweiterte Liste zu beachten. Fragt in allen Barbier- geschästen nach der roten Kontrollkarte; gültig, wenn dieselbe laufend gestempelt ist.. Verband der Friseurgehlilfen Deutschlands. Zweigverein Berlin. Der Vorstand.» Achtung» Bilderrahmcnmachcr! Vom Verband der Glaser wird ersucht, da einzelne Bilderrahmcnfabriken durch Annoncen Arbeits- kräfte suchen, etwaige auf Grund dieser Annoncen in ihren Betrieben anfangenden Glaser auf den paritätischen Arbeitsnachweis in der Gormannstraße 13 aufmerksmn zu machen, da laut Tarif jeder Glaser den Nachweis passieren muß. Gemäß 8 12 der Geschäftsordnung des paritätischen Arbeitsnachweises dürfen Annoncen nur durch das Kuratorium dieses Nachweises aufgegeben werden. Ein dieSbezüg- licheS Rundschreiben wird an die betreffenden Firmen versandt werden. Falls Firmen daraufhin noch Leute unter Umgehung des Nachweises einstellen, werden dieselben gesperrt werden. Achtung, Schmiede! In der Waggonfabrik zu Gotha haben sämtliche Schmiede die Arbeit eingestellt. Die Löhne betragen dort 30 Pf für Schirrmeister und 26 Pf. für Stockgesellen. Gefordert wurden für Schirrmeistrr 40 Pf., fiir Stockgesellen 32 Pf. pro Stunde, aanz gewiß keine gewaltigen Forderungen, und gewiß sehr gut er« füllbar. Die Firma sucht nun Arbeitskräfte an allen Orten, um in erster Linie die Organisation aufzureiben. Demgemäß, Kollegen, ist der Zuzug streng fernzuhalten. Die Gauleitung Berlin. Deutlebeg Refeh. Zu dem Streik i» der Waggonfabrik zu Gotha wird uns folgendes mitgeteilt: Sämtliche Arbeiter, Tischler, Metallarbeiter, Schmiede, Maler und Hofarbeiter, 250 an der Zahl, legten die Arbeit am Dienstagnachmittag nieder. Den Grund zur Arbeitsniederlegung bildete die systematische Einstellung Nichtorganisierter Arbeiter trotz gegenteiliger Versprechungen. An dem Ausstande sind auch die bei den Hirsch-Dunckerschcn Vereinen organisierten Arbeiter beteiligt. Der ganze Streik wird sich zu einer Machtfrage für die beteiligten Organisationen gestalten, da die Direktion die Arbeiter des ganzen Betriebes entlassen hat. Vor Zuzug wird dringend gewarnt. Böttcher. In der Faßsabrik von Wehrhan u. Co. in Nord- hausen wurden sämtliche Böttcher ausgesperrt, weil sie sich dem Verlangen der Arbeitgeber, aus ihrer Organisation auszutreten, nicht fügten. Das gesamte Unternehmertum, das sonst über den Terroris- mus der Arbeiter zetert und die Staatsgewalt anruft, findet in diesem Vorgehen ihrer Klasscngenossen nur etwas Selbstverständ- liches. Die Arbeiter werden sich nicht beugen lassen, wenn Zuzug ferngehalten wird. Su»l»nd. Tie Klassenjnsti; beim Straßenbahnerstreik in Norrköping. Gegen zwei der bei den letzten Demonstrationen verhafteten Personen hat das Rathausgcricht zu Norrköping ein furchtbares Urteil gefällt. Sie wurden beide zu zwei Jahren Strafarbeit verurteilt und zwar auf Grund des Ausruhrparagraphen des Strafgesetzbuches. Ihr Verbrechen besteht darin, daß sie an den Demonstrationen teil- nahmen und der eine sich nach Aufforderung der Polizei nicht schnell genug entfernte, der andere, ein 59 Jahre alter Knecht, als ein Straßenbahnwagen daherkam, Hurra rief.— Ein dritter Angeklagter wurde zu 200 Kronen Geldstrafe verurteilt, zwei anlcre freigesprochen. Ter Konditorenstreik in Stockholm. Der Fachverein der Kon- ditoren hatte am Montag beschlossen, den Streik auf alle nicht der Konditoreibesitzer-Vereinigung angehörenden Geschäfte auszudehnen, wobei es sich wesentlich um Bäckereien handelt, in denen auch Kon- ditoren beschäftigt werden. Darauf hat sich jedoch der Bäckermeister- verein Stockholms sofort bereit gesunden, die Forderungen anzuer- kennen, was um so leichter war, als die Hauptforderung der Kon- ditoren:dieAbschaffungdesKost-undLogissystems in den Bäckereien Stockholms bereits seit langer Zeit, auch für die Konditoren, durchgeführt ist. Außerdem haben auch die außerhalb des Vereins stehenden Bäckereien, wo Konditoren tätig sind, die Forderungen anerkannt.— Bei den Mitgliedern der Konditoreibesitzer-Vereinigung dauert der Streik fort._ Letzte Naebnebten und Depefeben. Berlin, 18. November.(28. T. B.) Se. Majestät der Kaiser und König hat heute an den Regenten des Fürstentums Lippe folgendes Telegramm gerichtet: „Nachdem zwischen den Regierungen von Schaumburg-Lippe und Lippe ein Schiedsvertrag vereinbart worden ist und daraufhin der Bundesrat durch heutigen Beschluß die Rechtslage geklärt hat. habe ich die Vereidigung der Truppen des Fürstentums auf Ihre, des Regenten Person befohlen und setze Sie davon hiermit in Kenntnis, gez. Wilhelm I. R» (Die Angelegenheit ist im politischen Teil dieses Blattes besprochen.)_ Oesterreichisches Abgeordnetenhaus. Wien. 18. November.(W. T. B.) In der fortgesetzten Debatte über die Regierungserklärung greift Abg. Perners» t o r s e r heftig die Hofkreise und die Regierung an. Abg. Gras Dzieduszycki verwahrt sich gegen die Sprache des Vorredners. Ivelchc in keinem Parlamente der Welt geduldet werde, und ver- iveist darauf, daß es sich nicht um eine Debatte über die Inns- brucker Vorgänge, sondern um eine wichtige Regierungserklärung über die Sanierung des Parlaments sowie um angekündigte hoch- wichtige Vorlagen handele. Redner betont, der nationale Haß be- ginne in Oesterreich jede Entwickelung zu hemmen. Er verurteilt die Obstruktion und nicint, sie diene nur dazu, das Parlament völlig zu zertrümmern. Schließlich appelliert Redner mt die Deutschen, sich den kulturellen Forderungen der nichtdeuffchen Völker Oesler- rcichs nicht hartnäckig zu widersetzen. Wenn nicht jetzt im Kampfs eine Milderung eintrete, so werde es später zu einer noch größeren Spannung kommen. Der Polenklub werde stets unter Verfechtung der wirtschaftlichen und kulturellen Interessen der polnischen Nation für das Wohl der Gesamtheit eintreten und mich die kulturellen Bestrebungen anderer Völker unterstützen. Mazorana gibt aus eigener Beobachtung eine Darstellung der Jnnsbrucker Vorfälle und versucht den Nachweis, daß die italieni- sck�n� Studenten in berechtigter Notwehr handelten. Er mißt die Schuld den radikaldcuffchen Hetzereien und dem starren Widerstände der Regierung gegenüber der alten Forderung der Italiener nach Errichtung einer italienischen Universität bei. Die Italiener wünschten die Verlegung der italienischen Kurse, jedoch nur nach Trieft. Die Regierung müsse eine entsprechende Verfügung treffen, die italienische Fakultät nach Trieft zu verlegen. Dadurch werde Beruhigung und eine friedliche Stimmung eintreten. Die Rede wurde wiederholt von den Alldeutschen unterbrochen, von den Italienern dagegen mit Beifall aufgenommen. Abg. T s ch a n(Alldeuffcher) bezeichnet die Darstellung als unrichtig und tritt den Angriffen gegen den Jnnsbrucker Gemeinderat entgegen. Er schreibt die Provokation den italienischen Studenten zu, welche von den italienischen Blättern direkt aufgefordert seien, Waffen zu gebrauchen, und fragt, was mit dem Kaiserjäger, welcher Perzey erstochen habe, und dem kommandierenden Offizier geschehen werde, und erklärt, falls die italienische Fakultät im Winter noch in Innsbruck verbleibe, werde sich in Tirol ein Sturm erheben, gegen den weder Kanonen noch Hinterlader etwas vermöchten. Ungarisches Abgeordnetenhaus. Budapest, 13. November.(W T B) Im weiteren Verlaufe der Verhandlung bringt Abg. Mezössy(Kossuthpartei) namens der Opposition einen Antrag ein, dem Präsidenten des Hauses Perczel, der sich nicht als Hüter der Geschäftsordnunn erwiesen und setne unparteiische Pflicht als Präsident nicht erfüllt habe, das Mißtrauen ausgesprochen und ihm durch einen Beschluß zum Ausdruck gebracht wurde, daß er sich durch seine gewalttätige Haltung des Vertrauens des Abgeordnetenhauses unwürdig gemacht habe. Die zweite Sitzung des heuligen TageS begann um 4 Uhr nachmittags. Apponyi erklärt namens der Oppofttwn, daß er diese Sitzung für ungesetzlich halte. Die Opposttlon erscheine unter Protest nur zu dem Zwecke, um eine Kontrolle zu üben. Barabas beanstandet die formelle Korrektheit des Protokolls der Sitzung vom Vormittag, woran sich eine längere Debatte knüpft. Später wird eine geschlossene Sitzung angeordnet. Ju der geschlossenen Sitzung erklart Graf Apponyi. dts Opposition sei moralisch gezwungen, das Zuitandekommen der Re- solution Daniels mit allen Mitteln zu vereiteln. Redner weift so- dann den Vorwurf zurück, daß er die Revision der Hausordnung a limete zurückgewiesen habe. Er habe schon im März, als Gras Tisza den Antrag gestellt habe, erklärt, eine Revision der Haus. ordnung müsse vorgenommen werden, dürfe jedoch nicht über die Grenze der erwiesenen Notwendigkeit hinausgehen. Explosion in einer Chikagocr Gasanstalt. Chicago, 18. November. 4. die Schcmkwirtin Margarete K n a u t h, 5. der Schcmk- Wirt Johannes Günther, 6. der Kellner Hermann F i e ck. Diese Angeklagten waren des Duldens von Glücksspielen bezichttgt. Ferner hatten sich wegen gewerbsmätzigen Glüch'piels zu verantworten: der Arbeiter Karl P ä tz o l d t, der Kaufmann Kasimir P a j d e r s k y/ der Tischlergeselle Stanislaus Kodaczewsky, der Schlächter Josef S i k o r r a, der Schreiber Karl N e h r i n g, der Eisendreher Wilhelm Ohme, der Töpfer Ernst Fredersdorf, der Zigarrenhändler Johann W i l c z o k und der Friseur Josef S t y c z y n s k y.— Den Vorsitz führte Landgerichtsdirettor Laufter, die Verteidigung lag in den Händen der Rechtsanwälte S ch w i n d t. C z a ch und Hein e. Die des Duldens von Glücksspielen ange- klagten Gastwirte waren in den Jahren 1902 und 1903 Inhaber und Leiter einer Reihe in Charlottenburg gelegener Schanklokale. Durch verschiedene Anzeigen an die Kriminalpolizei wurde diese davon in Kenntnis gesetzt, datz sich in diesen Lokalen ein kleiner„Harmlosen- Klub" gebildet hatte, der aus den jetzigen neun Mitangeklagten be- stehe. Die angestellten Ermittelungen führten z,i der vorliegenden Anklage. Nach dieser wäre in den verschiedenen Lokalen der Ange« klagten ständig gespielt, und zwar Hazardspiele getrieben worden. wie„Meine Tante, deine Tante",„Pocker".„Vierblatt",„Schlesische Kartenlotterie".„Goldene Sechs".„Ober- oder Unterspree" und andere. Dies soll auch unter den Augen der Gastwirte geschehen sein, lvas die Angeklagten jedoch bestreiten. Wie die Anklagebehörde be- hauptet, wäre sogar in dem von F i e ck geleiteten„Kasino" in einer durch Portieren abgeschlossenen Nische gespielt worden. Das Klappern des Geldes und das Zanken der Spieler wäre öfter bis in das eigentliche Lokal gedrungen.— Die ständigen Teilnehmer an diesen „Harn, losen" Vergnügungen waren die neun Mitangeklagten, welche fast sämtlich keine feste Beschäftigung hatten. Trotzdem besatzen sie immer Geld. Die wegen gewerbsmätzigen Glückspiels Angeklagten be- streiten ebenfalls, sich irgendwie schuldig gemacht zu haben. Nach der Anklage beweise jedoch schon ihr ganzes Vorgehen, datz es sich um gewerbsmätzige Spieler handele. Die Angeschuldigten hätten sich ge- wohnlich zu kleinen Gruppen zusammengeschlossen und dann„Gimpel" eingeladen. Um diese nicht argwöhnisch zu machen, betraten sie das betreffende Lokal einzeln. Vorher pflegten sich die Angeklagten durch harmlose Fragen zu vergewissern, ob die Spieler, welche gerupft werden sollten, auch genügend Geld bei sich hatten. Bei dem Spiel selbst hätten nntunter mehrere der Angeklagten gemeinsam die Bank gehalten und sich späterhin den Gewinn geteilt. Der Angeklagte Nehring soll häusig Schlepperdienste geleistet haben, um die„Gimpel'" heranzuholen. Ferner spräche es erheblich dafür, datz es sich mn ge» wcrbsmätzige Spieler handele, datz die Angeklagten schon lange als solche der Polizei bekam, t waren.— Von den Verteidigern war ein mnfangreicher Entlastungsbeweis angetreten, welcher mehrere Stunde« in Anspruch nahm. Nach Schluh der Beweisaufnahme beantragte der Staatsanwalt Michaelis, von den Gastwirten nur die Angeklagten Schwarz und Günther freizusprechen, dagegen T a e g e r zu 300 M., Dohr- mann zu 509 M., Fieck zu 109 M. und Frau Knauth zu 50 M. Geldstrafe zu verurteilen. Gegen die gewerbsmätzigen Glücks. spieler beantragte der Staatsanwalt Gefängnisstrafen von 4 Monaten (für Styczynsky), bezw. 3 und 2 Monaten und daneben Geldstrafen in Höhe von 590, 400 und 300 M. Rechtsanwalt Dr. S ch w i n d t trat nachdrücklichst für die Frei- sprechung des Angeklagten Dohrmann ein. indem er ausführte. datz diesem ein Dulden von Glücksspiel in keiner Weise nachgewiesen sei. vielmehr feststehe, datz dieser alles getan habe, um das Spielen in seinem Lokale zu verhindern und schlietzlich die Spieler vollständig los zu loerden. Rechtsanwalt Heine beantragte für den Angeklagten Si- k o r r a die Freisprechung eventuell mildere Strafe. Ter Gerichtshof verkündete nach etwa einstüudiger Beratung in später Abendstunde folgendes Urteil: Von den angeklagten Gastwirten wurden Schwarz und Günther freigesprochen; Dohrmann und T a e g e r wurden zu je 3 0 M., Frav K n a u t h zu 10 M. und Fieck zu 20 M. Geldstrafe verurteilt. Von den Spielern wurden ebenfalls Nehring, Fredersdorf und W i t c z o k freigesprochen. Die Angeklagten Pajdersky und Ohme wurden zu je 1 Woche. Kodaczewsky und S i k o r r a zu je 2 Wochen. Styczynsky zu 3 Wochen und Patzoldt zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Da �fich letzterer mehrere Monat in Untersuchungshast befand, wurde die'Strafe als verbüßt erachtet. Eine die Nähmaschinenfabrikanten interessierende Strafsache be- schäftigte gestern während des ganzen Tages die zehnte Strafkammer des Landgerichts I, die im grotzen Schwurgerichtssaal tagte. Auf der Anklagebank satzen 6 Personen, und zwar: 1. der Spediteur Emil R e i w a l d. 2. der Pfandleiher Bernhard V a n s b u r g e r. 3. der Pfandleihcr Siegmund E b e n st e i„, 4. der Pfandleiher Bernhard Lipkowitz. 5. der Pfandleiher Moses Grünbcrg. 6. der Kaufmann Hermann Meyer. Reiwald, Lipkowitz und Meyer wurden beschuldigt, den Tätern einer Unterschlagung durch Rat und Tat wissentliche Hüls- geleistet zu haben; die Angeklagten Vans. buraer. Ebenstein. Grünberg und Meyer hatten sich wegen Be- günsngung zu verantworten. Dem Angeklagten Reiwald stand Justizrat Dr. S c I l o zur Seite, die Verteidigung der angeklagten Pfanoleiher führten die Rechtsantoalte Dr. Werthauer. S ch m u l e w i tz und Justtzrat Wronker.— In der Sache handelt es sich um folgendes: Tie Nähmaschinenfabriken werden » dadurch arg geschädigt, daß Leute, die nichts haben oder unreell sind, Nähmaschinen auf Wzahlung entnehmen, eine kleine Anzahlung leisten und die Nähmaschinen schleunigst aufs Pfandhaus tragen. Die Pfandleiher sind daher darauf hingewiesen worden, Nähmaschinen nur dann zum Versatz anzunehmen, wenn ihnen der Nachweis geliefert worden, daß sie unbeschränktes Eigentum des Versetzenden sind. Es wird nun behauptet, daß die Angeklagten Mittel und Wege ge- funden haben, um den Leuten, die sich durch den Versatz solcher noch nicht voll bezahlter Nähmaschinen der Unterschlagung schuldig machen, auch fernerhin ungehindert die Möglichkeit zu verschaffen, auf die Nähmaschinen Geld zu erhalten. Die betr. Personen sollen nämlich die Maschinen Verabredetermatzen zu Reiwald auf Lager gegeben und den Lagerschein alsdann bei den Pfandleihern versetzt haben. Es läuft eine grotze Reihe von Anklagen gegen solche Personen wegen Unterschlagung: einige dieser Anklagen sind schon durch Verurteilung oder Freisprechung erledigt, andere schweben noch. Die jetzigen An- geklagten sollen sich durch ihre Tätigkeit der Beihülfe und Be- günstigung schuldig gemacht haben. Geschädigt sind die Firmen Gustav K a t h, Emil Halbarth, Littauer, S. Levy und Singer u. Ko.— Der Angeklagte Reiwald ist Spediteur und be- treibt zugleich das Gewerbe eines Lagerhalters. Er hat sehr grotze Geschäfts- und Lagerräume und nimmt Gegenstände aller Art, be- sonders Möbel und dergleichen, zum Einlagern bei sich an. Für das Aufbewahren der Gegenstände lägt er sich eine Lagergebühr von dem Einlagerer bezahlen. In einer Reihe von Fällen hat er nun Näh- Maschinen aus Lager genommen, welche auf Abzahlung entnommen und noch nicht voll bezahlt waren. Die Anklage behauptet, datz zwischen Reiwald und den angeklagten Pfand-leihern eine Art Ab- kommen bestanden habe, um auf diese Weise den betr. Besitzern der Nähmaschinen, die die Lagerscheine sich beleihen ließen, Geld zu ver- schaffen. Die Angeklagten bestreiten durchlveg ihre Schuld und haben einen großen Beweisapparat in Bewegung gesetzt, um zu beweisen, datz sie sich bei den einzelnen Geschäften stets zuvor nach den Eigen- tumsrechten der betr. Personen an den Nähmaschinen erkundigt und da, wo ihnen Verdacht aufstieg, das Beleihmrgsgeschäst abgelehnt haben. Insbesondere stellte der Angeklagte Reiwald diese Behauptung auf und berief sich auf zahlreiche Zeugen. Diese bestätigten auch die behauptete Tatsache, andererseits traten aber zwei ehemalige Ange- stellte des Angeklagten Reiwald, die diesem feindlich gesinnt sein sollen, mit der entgegengesetzten Behauptung auf und behaupteten ihrerseits, datz bei Reiwald oft ganz neue Nähmaschinen auf Lager gegeben worden seien, bei denen die Inhaber nicht nach dem Eigen- tumsrecht befragt worden seien.— Die Anklagebehörde steht auf dem Standpunkte, datz die Angeklagten hätten wissen müssen, datz gerade Nähmaschinen von der weitaus größten Zahl der Käufer in Berlin auf Abzahlung entnommen werden. Nach Meinung der An- klagebehörde hätten sich die Angeklagten nicht damit bcgüngen dürfen, datz die in Not befindlichen Versetzcr die Frage nach dem Eigentums- recht bejahten, sie hätten vielmehr Ausweise darüber verlangen müssen, daß die betr. Maschine voll bezahlt sei.— Es sind achtzig Zeugen und mehrere Sachverständige zu vernehmen, von denen eine grotze Anzahl, darunter auch mehrere Inhaber hiesiger ange- sehener Speditionsfirmen, den Angeklagten günstig sind.— Nach dem Gutachten-der Sachverständigen, die den Angeklagten gleichfalls im allgemeinen günstig ausfielen, ist das Beleihen sofchcr Lagerscheine ein ganz übliches Geschäft, und es ist auch nicht auffällig, daß ein Lagerhalter den betreffenden Personen einen bestimmten Pfandleiher zum Zwecke der Beleihung der Lagerscheine und dem Pfandleiher auch den Auktionswert auf diesen angibt. Von den als Sachverständigen vernommenen Beamten-des k. Leihhauses wurde bekundet, datz auf dem königl. Leihhaus die VerPfänder auch nur nach ihrer Legitimation-, nicht aber danach gefragt werden, ob die zu verpsändeu-den Gegenstände ihr Eigentum seien. Die vernommenen Zeugen, die die Nähmaschinen bei Reiwald gegen Lagerscheine auf Lager gegeben hatten, versicherten im Gegensatz zu dem einen, von Reiwald in Unfrieden geschiedenen ehemaligen Angestellten desselben, datz keine dieser Nähmaschinen einen ungebrauchten Eindruck gc- macht habe oder in Originalverpackung sich noch befunden habe.— Staatsanwalts chaftsrat A r t e lt hielt durch die Beweisaufnahme die Schuld der Angeklagten Reiwald und Vansburger im Sinne der Anklage für schuldig und beantragte gegen sie je 1 Monat Gefängnis, gegen sämtliche übrigen Angeklagten, gegen welche Strafbares nicht erwiesen worden, die Freisprechung.— Nach eingehenden Plaidoyers des Justizrats Dr. S e l l o für die Freisprechung des Angeklagten Reiwald und der Rechtsanwälte Schmulewitz, Dr. Werthauer und Justizrat W ranker für die Freisprechung der übrigen Ange- klagten, erkannte der Gerichtshof in später Abendstunde auf Frei- sprechung der sämtlichen Angeklagten. Der Gerichts- Hof war der Ansicht, datz gewisse Verdachtsmomente zwar vorliegen, diese aber zu einer Verurteilung nicht ausreichen. VmrnscKtes. Mannheim. Der 44 Jahre alte Schiffer Johannes Kugel hat sich gestern in dem Augenblick erschossen, als er wegen Sittlicykeits- verbrechen verhaftet werden sollte.— Ein mit drei Personen be- setztes Automobil stürzte gestern eine Böschung hinab. Das Auto- mobil ist total verbrannt. Die Insassen konnten sich mit geringen Verletzungen in Sicherheit bringen.— Das Bank- und Komnrerzhaus Merkur ist wegen Losschwindeleien polizeilich geschlossen worden. Die beiden Inhaber wurden verhaftet und die Bücher beschlagnahmt. Kaiserslautern. Die 3 und 5 Jahre alten Kinder des Gipsers Roschlin sind in Abwesenheit der Mutter, die im Walde Holz holte, erstickt. Colmar im Elsaß. Der Bildhauer Böhm, der am 19. Juni dieses Jahres den Briefträger Ehret in Schlettstadt ermordet hatte, wurde heute zum Tode verurteilt. Ein für Hotelbesitzer interessanter Zivilprozetz schwebt zurzeit bei dem Landgericht in Nürnberg, dem folgender Tatbestand zu- gründe liegt: Der Rechtspraktikant Frhr. v. Watt er aus der Kolonie Grunewald bei Berlin hatte, wie wir s. Zt. berichteten, am 31. März d. I. in einem Nürnberger Hotel seine Geliebte, die Kellnerin Krammes, erschossen und deren Kind erdrosselt, worauf er einen Selbstmordversuch unternahm, bei dem er das Augenlicht verlor. Der betreffende Hotelbesitzer verlangte angesichts der in seinem Hause passierten Katastrophe eine Entschädigung von über 1999 M. Als deren Zahlung verweigert wurde, verklagte er sowohl den Freiherrn Alexander v. Watter. wie dessen Vater. Die Zivilkammer des Land- gerichts Nürnberg hat jetzt die gegen den Vater gerichtete Klage kosten- pflichttg abgewiesen und bezüglich der Klage gegen den Sohn einen Beschluß dahin erlassen, datz zunächst. durch Beweiserhebung fest- zustellen ist, welcher Schaden dem Hotelbesitzer durch die Mord- und Selbstmordaffäre in Wirklichkeit entstanden ist. Auf den Ausgang dieses Prozesses ist mmi namentlich in Gastwirtskreisen sehr gespannt. Wien— Preßburg elektrisch. Eine vollspurige Lokalbahn mit elektrischem Betriebe soll demnächst von Wien über Grotz-Schivechat bis zur Landesgrenze gegen Pretzburg gebaut werden. Die Strecke ist nicht ganz 65 Kilometer lang. Die Baukosten werden auf zirka dreizehn Millionen Kronen veranschlagt. Nach dem vom niederösterreichischen Landtage angenommenen Gesetzentwurf über- nimmt das Land für die Bahn bis zur Landesgrenze die Garantie des Reinertrags hinsichtlich der Verzinsung und Bildung einer Prioritäts-Anleihe bis zum Hochstbetrage von 19 799 999 Kronen. Die Bauausführung geschieht für Rechnung der zu bildenden Lokalbahn- Attiengesellschast(Wien-Pretzburg) durch den niederösterreichischen Lande sausschutz. Erdbeben in Norwegen. Christiania, 18. November. Um 3M Uhr morgens wurden in der Gegend von Ullensaker und Eid'svold zwei einander folgende Erderschütterungep verspürt, die stärker waren, als die am 26. Ottober d. I. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Pnbliknm gegenüber keinerlei Berantwortnng. Zhcater. Sonnabend, 19. November. Ansang 7'/, Uhr. Opernhaus. Der Ring des Nibe- lungen: Das Rheingold. Neues königl. Opern- Theater. Flachsmann als Erzieher. Deutsches. Dagland. Berliner. Soldaten. Lessing. Die Siebzehnjährigen. Westen. Der Maskenball. Nachmittags 3 Uhr: Iphigenie aus Tautts. Thalia. Der Weiberkönig. Belle-Nlliance. Wer? Hieraus: Die Tugendglocke. National. Zar und Zimmermann. Ansang 8 Uhr: Schiller<».(Wallner« Theater.) Krieg im Frieden. Schiller N.(Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Die Tyrannei der Tränen. Neueö. Die Morgenröte. Kleines. Der grüne Kakadu. Der tapfere Kassian. Zentral. Der Generalkonsul. Nachmittags 4 Uhr: Däumelinchen. Carl Weist. Senta Wolfsburg. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Lustspielhans. Mederleule. Nachmittags 31/, Uhr; Marine« müttcr. Luisen. Robert und Bertram. Metropol. Die Herren von Maxim. Kasino. Wildes Blut. Trianon. Gaftons Frauen. Deutsch-Amerikanisches» Ucber'n großen Teich. Apollo. Berliner Lust. Spezialitäten. Herrnfeld-Thcater. Prinz Levy in Ahlbeck.» Passage< Theater. Dlda. Spezla- litäten. Ans. 5 Uhr. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshalle». Stettiner Sänger. Palast. Ringkämpfe. Spezialitäten. Urania. Tanbciistrastc 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Bon der Zugspitze zum Watzmann. Im Hörsaal: Um 8 Uhr: Dr. B. Donath: Dynamomaschinen und Motor«. Jnvalidenstraste 57/62. Stern- warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Im Hörsaal: Um 8 Uhr: Cierleben in der Wildnis. Mionül-Tdöllter Wcinbergsweg 12a— 13b. Sonnabend, den 19. November 1904: Zar und Zimmermann. Ansang 7'/, Uhr. Sonntag: 2. Gastspiel Prcvosti: Dl'avtata. Montag: Barbier von Sevilla. Zen tral-The at er Nachmittags 4 Uhr Kindervorstellung: Täumelinttien. Märchenspiel mit Gesang und ranz � in 6 Bildern. Halbe Preise, 2 Kinder ein Billett. Slbends 8 Uhr: N o v i t ä t I Der Generalkonsul. Operette in 3 Akten v. H. Reinhardt. Sonntag 7-,. Uhr: Di« Glocken von Corncvillc. «.«mts Thealer. Direktion: Rod. Dill. Brunnen str. 16. Heute: teilte Vorstellung. Sonntag: Don Carlos. Ansang 8 Uhr. Enttee 30 Pf. Montag: Dieselbe Vorstellung. Taubenstr. 48/49. Dm 8 Uhr im Theater: Von der Zugspitze zum Watzmann. Hörsaal 8 Uhr: Dr. B. Donath: Dynamomaschinen und Motore. Sternwarte Hörsaal; Ticrlcben in der Wildnis. V CASTAISTS AN OF TI C U M. Friedriohstr. 165. „Es war einmal-!" Großer Orient. Mhrchenzyklns in lebensgroßen plastischen Figuren mit verbindendem Text und Musikbegleitung. Luisen-Theater. Abends 8 Uhr: Robert und Bertram. Sonntag, abends: Die Räuber. Montag: Mein Leopold. geutZell'AmerikamLLkkZ & Theater. K6penickerstr.67." Zum Heute abend 8 Uhr: 406. TEICH. MALE; Ende 10 ühr 30. mf VORAXZEIGE.-Mg Dienstag, 22. Nov., abds. ll1S Uhr! Gastspiel Adolf Philipp. ncr- p R E MI E K E' 5 Bilder m. Gesang a, d. Nachtleb. einer Weltstadt, Text und Musik von ADOLF PHILIPP. Billotts(o. Vorverkaufsgeb.) s. jetzt a. d. Thoaterk. sow. b. Wertheim z. h. Residenz-Theater. Dir.: Richard Alexander. Heute Sonnabend 8 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. Schwanl in 3 Akte» von H. Keroul und A. Barre. Anatole Durosel: Richard Alexander. Totensonntag abends 8 Uhr: Nora. (Einmalige Aufführung.) Montag u. solg. Tage: Eine Hochzeitsnacht. Apollo-Theater. 8 Uhr: Die ZVoTcmber-Spezialittttcn. Hierauf; Berlioer Luft unter persönlicher Leitung des Komponisten Paul Llnclie. Sonntag, den 20. November (Totensonntag): Frttlillngsluft von Strauß und dio November- Spezialitäten. Morltzplatz. Täglich von 12—4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jede» Abend 8 Uhr: miitär-Konzert. Dienstag, Donnersiag, Sonnabend, Sonntag: Steidl-Sänger. Nach jeder Vorstellung im Kaisersaal - Taue.-~ Seltiller Schiller- Theater O. (Wallner-Theater). Sonnabend, abends 8 Uhr: Krieg im Erleden. Lustspiel in 5 Akten von G. v. Moser und F. v. Schönthan. Sonntag, abends 8 Uhr: Medea. Montag, abends 8 Uhr: Krieg Im Erleden. Kleines Tkeater Theater. Schiller-Theater M. (Friedrich-Wilhelmftädtisches Theater). Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Tyrannei der Tränen. Lustspiel in 4 Akten von C. Haddon- Chambers. Deutsch v. Berta Pogson. Sonntag, abends 8 Uhr: Die JUdln von Toledo. Montag, abends 8 Uhr: Die Tyrannei der Trttnen. Neues Theater. Vereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Ansang 8 Uhr. ETehtra. Sonntag: Nachtasyl. Montag: Nachtasyl._ Ansang 8 Uhr Die Morgenröte Sonntag: Die Kronprätendenten. Montag: Die Morgenröte. Palast-Theater früher Feen-Palast. D i re I t i o n: stich. Winkler. Gr. internationale Ringkampf-Konkurrenz unter dem Protektorat deS Herrn Professor Reinhold Begas. AM- Heutige Ringkämpfe:-WS t Tokn Pohl-Abs II, Deutscher, gegen Romanoff, Russe. 2 Michael Hitzler, Franeois de Ridder, Belgien Fortsetzung des am Sonntag, den 13. November, abgedr. Kampfes. 3. Weltmeister Georg Lurich. Russe, gegen Niesbacher, Rumäne. 4. Petrow, Bulgare, gegen Ali Achmed, Türke. Vorher: Theater u. Spezialitäten. Ansang 7»/, Uhr. Vorverkauf 10—1 Uhr. Einlast 6'/a Uhr._ Deutsche Konzert-Hallen. An der Syndaner Brücke 3. Vollständig neu ausgestattet! T Ii g 1 1 c h; Gr. Internat. Kiinstlerkonzerte. x Theater-Abteilnnp. Spealal-Ansschank der Berliner Bock- Brauerei. Zirkus Schumann. Da morgen Sonntag, den 20. d. M. (Toten» Sonntag), abends 7'/, Uhr ___ nur eine Vorstellung-._ so findet heute, Sonnabend. den 19. d. M., nachm. präz. 31/, Uhr, eine groste Gnls-Mntinee statt.— In dieser Vorstellung aus ohm AuBme eiu Kind frei. Jedes wettere Kind bis 12 Jahren halbe Preise(außer Galerie). In beiden Vorstellungen, nachmittags 3'/, Uhr und abends VI, Uhr: Die größte Neuheit: Rttnatedt« fiiliputaner-Zirkus- Vorelellnng. Die reizenden kleinen Liliputaner als Zirkuskünstler in jedem Genre. Nachmittags zum Schluß: Die groste Ausflaiwngs- UarnPPn Pantomime in vier Alten"IdlUuuUi Außerdem in beiden Vorstellungen: sämtliche Spezialitäten, Clowns und Auguste u. Direktor Aid. 8chumann's Ronstredressuren. Abends 7i/2 Uhr: YH. Grande- Soiree High Life. Galaprogramm und Ber Karler des Zaren. Carl Weiß-Theater. Große Frankfurter Straße Nr. 132. Direktion HI. Ed. Fischer. Nachmittags 4 Uhr, Kindervorstellung. Kleine Preise. Aschenbrödel oder: Der silberne Pantoffel. Abends 8 Uhr. Leata V�olksburg. Morgen abend 8 Uhr: Senta Wolfsburg. Zirkus Buscli. 10. Parade-Gala-Abend. Mit noch nie dagewesenem Erfolg Katharina 11. Auftreten der Mist Ernenne. Iterr Burkhardt-Foottit, Schulreiter. Frl. Martha Mohnke, Schulreiterin. Die berühmte franzüs. Reiterfamilie L�cnason und die vorzügl. Programmnummern. Metropol-TIiester II 1 Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Heiirj Beniler. Jose! Ciarapietro. Josef Josepb!. Anton Griinfeltl. FriilFril Fritzi Massary. Das Fest des Lichts. (Ballett.) Rauchen gestattet. Ank. 8 Uhr. Totensonntag, den 20. d. Mts.: Einmalige Aufführung: Therese Krones. Lustspielhaus Friedrichsttaste 236. Zum 44. Male:* Biederleute, Ansang 8 Uhr. Nachm. 31/, Uhr: MarinemUtter. Sonntag zum erstenmal;„Drei." Abschied vom Regiment. Montag bis Donnerstag: Biederleute. Typographia Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgießer. Gegr. 1879.— Chormeister: Alexander Weinbaum.— M. d. A.-S.-B. Sonntag, den 20. November(Totensonntag): KONZERT im Festsaale der„Kcnen Welt", Hasenheide 108/114. Mitwirkende; Alexander Heinemann(Bariton), Leo Goiianin(Tenor), Berliner Tonkünsller-Orchester(50 Musiker). Zur Aufführung I/- rklttmKi tc" von Joseph Brambach, gelangt u. a.;„IVlMUIIll/lla für Chor, Soli u. Orchester. Anfang 6'/, Uhr.— Eintrittspreis 60 Pf., Kinder 20 Pf.— Liedortexte an der Kontrolle gratis. Kinder unter 6 Jahren haben keinen Zutritt. Billetts(für Mitglieder und deren Angehörige) sind zu haben in den Musikalienhandlungen von Richard Kann. Grüner Weg 17 und Albert Stahl, Potsdamerstr. 39; Buchhandlung Meinhardt, Lohninerstr. 1, Hasenheide); in den Zigarrengeschäften von Horsch, Geworkschaftshaus, Gottiried Schulz, Kottbuser Tor, Paul Ihm, Wrangelstr. 58, F. G u t- sohmidt, Kottbuser Damm 8, Rudolf Lorenz, Rixdorf, Hermannstr. 91/92, Nikolas Nachfolger, Skalitzerstr. 107; in der Tabakarboiter-Genossenschaft, Koponhagener- straßa2; in den Restaurants A u g u s t i n(„Vorwärts"), Linden- straßo 69, und T o 1 k s d o r f, Görlitzerstr. 53._ 66/3 Kasinos Theater Lothringerstr.37. Aiis.Wch.8, Sonnt.?1/,. Wildes Blut. Gesangsposse in 3 Akten v. Mannstädt. Vorher d. vollst, neue Novemberprogr. U. a.:„Die Driginal-Norsnas." Sonntag, den 20. Nov., 71/, Uhr; Mutter Gräbert. Passage-Theater. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Anf. nachm. Woohent. 5 Uhr, Sonntags 3 Uhr. Kurzes Gastspiel des beriilunteo Bror Sundeen aus Stockholm. Phänomene des sechsten Sinnes. Imcio Kttnlg;, das erstklassige Mädel. Der magische Kessel. fllllai dio Erschaffung eines A» IWw Weibes aus d. Nichts. Bernhard Rose-Theater Gesundbrunnen, Badstraste 58. Heute: Beschlossen. Morgen Sonntag(Totensonntag), abends 7'/, Uhr: Der Goldbauer. 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Morgen Sonntag: Extra- V or stcllnnx» Ein feste Burij ist tinserGßtt Volksstück in 5 Akten von Arthur Müller. Ans. 7 Uhr. Enttce 50 Pj. Sperrsitz 75 Ps. Montag: tiokkmslillL Norddeutsche Sänger und Tanzkrünzchen. Jeden Dienstag und Mittwoch: Theater-Abend. Gebrüder k ©eilte: D ie N o v i tä ti Prinz Lei; in ihlbeek. Schwank in drei Akten von Anton und Donat Herrnseld. Hauptrollen: Magnus Prinz Levy: Donat Herrnfeld. Prahldal, dessen Rcisebegleitcr Anton Herrnfeld. Anfang präzise 8 Uhr. Billett-Vorvenaus 11—2 Uhr mittags. Morgen Sonntag, 20. November: vis letzte Ehre u. Hausierer Jockele. fftto Prirxk»>%i �/ Akdiriiiische P ät�el, t naion.isc lie Wunder. Riesen! Zwergel rniter Ups. ZMMK! k?jölkl'!ed8dSjll mZm Sonntag, den 20. November(Coten-eonntag): Wohltätlgkeits- Matinee unter gütiger Mitwirkung dos Orchester-Vereins„Allegro", Dirigent Edmund Dochow, und des Gesangrereins„Liedesfreiheit I"(M. d. A.-9.-B.), Dirigent Emil Thilo. Der Reinertrag ist für einen ans dem Gefängnis entlassenen Genossen bestimmt. Entreo 35 Pf., an der Kasse 30 Pf. Anfang pünktlich 13 Uhr. 28i;i»_ Das Komitee. Skala-Theater, i Slniciiftr. 133(a. d. Frledr!chstr.)> Sensationelles Programm! Angnst kommt. Posse wiT Gesang in einem Akt,! sowie ZU internation. Spemliläten. Ansang 7i/, Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. t Spozialgeschäft für Uhren.1 1 , 1 neue Uhr-Feder la 1 1 neue Uhr-Kapiel. 1 neues IIhr-GIaS.. 1 neuer«Hr-Ring.. � 1 neuer Uhr-Acigcr. 1 neuer Uhr-Ichlüssel. 43SL« 75 Pf. t5 Pf. t0 Pf. 10 Ps. 10 Ps. 5 Pf. e Mcnc Uhren in gröht. Ausw. |E.Mdbis,i; ® 82. Koppcn-Strasse 82.] «OQOooooaaoaoaootst' Nenerschelunng. r Köuigsbtrgel proieji in Geheimbündelei, Hochver- Der tvcgei WWW. rat gegen Rustland und Zaren beleidigiing, der vom 12.— 2ö. 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Schäfer, Düsseldorf l'rrteb d» Itifcurgcljülfcn Driikslhlnnds. Zweigverein Berlin. In folgenden Geschäften werden nur Gehülscn mit der beschäftigt und durch unseren fostenlosen Arbeitsnachweis anderen erkennen unsere Organisation nicht an. .Kontrollkarte- bczogen. Alle Genossenschaft»Voran". Pank- strage 32d. Leonhardt, Exerzserstr. 2la. Witte, Gropiusstr. 7. Pötte, Drontheimerstr. 1. Lorenz, Usedomstr. 9. Wittkopf, Lortzingstr. 8. Kirsch, Soldin erstr. 26. Wirth, Brunnenstr. 92. Piiif«, Putbuserstr. 38. Marx,„ 19. Kellner, Ramlerstr. 10. Dahlke.. 33. Hosemaun, Swwcmünderstr. 125. Billige, CHorinerftr. 28. Deichsel, Pappel-Allee 9. Dnnnert,„ 34. Hietel, Stargardcrstr. 11. Neie, Schiiemannstr. 20. Fleischer.. 45. Lehmann, Schwedterstr. 48. Kaiser, Wöhlcristr. 10. Engel, Gerich tftr. 19. Flöter, Fennstr. 52. Lasch, Neue Hochstr. 16. '"'uierstr. 47a. Veceard, Puibusi Pool, Kolbcrgerstr. 9. Borges,, 12. Karsten, Schulstr. 106. Hoppmanii, Lüderihstr. 59. Freihubc, Gerichtstr. 46. Marks, Weddingstr. 8. Wiilmann, Hochstr. ig. Wecke, Perleberg erstr. 42. Rrlt, Sickingcnstr. 7. Schneider.„ 44. Peters, Bcusselstr. 80. Herbst, Zlostockerstr. 42. Scholz, Zwinglistr. 10. Röhl» Wiltstockerstr. 8. ZacharSki, Höchstestr. 4l. Kock, Rpkestr. 29. Stier, Fürslenbergerstr. 11. Funke, Zehdenickersir. 20. Aus Anfragen hin erklären wir, dafj in der Liste gestrichen find: Heinrich, Stolpischcstr. 3. Kolodzeizik, Rodenbergstr. 2. Ganschotv, Jmmanueltirchstr. 23. Schrotte, Landwehrstr. 3. Marichke, Ebertyftr. 4. Habekost, Thaersir. 35. Kaiser, Lwpehnerstr. 22. Genonenschaft.Borau«, Jnster- burgcrstr. 2. Dorn, Tilsitcrftr. 27. Morgenstern, 88. Tresp, SIdaibertstr. 96. Bunzel, Oppelncrftr. 11. Wilke, Wrangclstr. 26. Daubcrt, Skatihcrstr. 77. Kufchke, Rcichenbcrgerstr. 171. Nega, Soraucrstr. 22. Fabian, Manteufselstr. 9. Meisch. Wienerstr. 32. Okupnik,. 58. Götz, Euvrystr. 8. Kohle, Grünauerstr. 4. Prenzel, Engel-User 13. Kathen, Gräsesir. 9. Scharnke, Müllenbosstr. 10. Genossenschaft„Borau", Waldc- marstraße 65. Christoph, Gormannftr. 12. Baschwlst, Dragonerstr. 10. Ende, Hoher Stemweg 12. Wielaud, Wallstr. 88a. Gleude. frledrlchsberg, Friedrich Karlstr. 16. Kopztinskf,„ Mainzerstr. 18. Sellack, kiummelshurg, Türrschmidt- strasje 44. Koch, 4«u-Vfei6eneee, Gustav Adolf- snajzc 24. Nietsch, Dhariottonhurg, Kantstr. 60. Sommerkorn,, Eanerstr. 24. Grunetvold, Peftalozz!str.67 Feuer, Roinickendort, Hauptstr. 11. Drohahn, Borsigwalde, Reusjstr. 60. Snatuiann, Schönhauser-Allce 122. Graf, Soldincistr. 66. Boelih, Schwedterstr. 238. Neuiuann, Graun str. 14. Löhme, Remickcndorserstr. 43a. Freitag, Fennstr. 2. Zludreö, Müllcrstr. 173. Losestki,. 168. Wiese, Rostockerstr. 1. Keuucwcg. Schlesischestr. 18. Kourad, Manteuffelstr. 75. Kämrr, Franksurtcr Chaussee 136. Die Kontrollkarte ist rot und nur gültig, wenn die laufende Woche gestempelt ist. Da dieselbe nachgeahmt wird, bitten wir daraus zu achten, dag dieselbe aus der Vordersettc unseren Stempel trägt. Nur diese Liste ist masjgcbeiid. Beschwerden sind schrisillch an den Vorstand, Bureau Rosen- thalerftrasie 57. zu richten.»vi' Vors-tsncl.[282/3 fwf■';,7--eP'■ ..... DM" Den Verkauf'HW des Max I.achoteikl'schcn Konkurswarenlaners und der dazu sortierten Waren, bestehend ans besseren fertigen Kerren'Garderoben ab fertige Winter- u. Frühjahrs- Paletots, Anzügen, einzelnen Hosen, Westen, Joppen, Schlafröcken wie Stoffen •ollen Jetat Im OeachUftsIokale Triedrichstraße 105c zwischen der Kaserne und Weioendammep-Brücke zu bedeutend hepabgeaetaten Preisen ausverkauft werden. Anton Boejters Ball-Salon Weber-Straße 17 elltpstehlt den geehrten Vorständen von Gewerk- schaffen und Vereinen seine Säle zu Versamm- lungen, Hochzeiten, Festlichkeiten; auch steht ein Saal, ca. 200 Personen fassend, Sonnabends und Sonntags, und zwei große Vereinszimmer den geehrten Herrschaften zur Verfügung. Ergebenst 7992' _ Anton Boeker, Meberstr. 17. Hüte * Mützen UngroB Export. 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( Mitglied, der Dreher Otto Maiwald Hussitenstr. 35. s E h r e seinem Andcnkenl Die Beerdigung findet am öonntag nachmittag 1 Uhr von ! der Charitö aus nach dem Charitö- (Kirchhof, Müllersrraste, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 1 249/17 Der Borstand. Deutscher Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes-Anzeigcn. Den Kollegen zur Nachricht, dast unser langjähriges Mitglied, der Dreher Otto Maiwald am 17. d. MIs. gestorben ist. Ehre seinem Andenken I Die Beerdigung findet am Sonntag, den 20. November, nach. harits- Kirchhos straste statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Den Kollegen zur Nachricht, dast unser Mitglied, der Former Mai Herrmann am 15. d. Mls. verstorben ist. Ehre seinem Andenken I Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 19. November, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Bartholomäus- Kirchhofes in Weistensee aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. 191/14 Die Ortsverv/altung. Deutscher Textil-Arbeiter- und-Arbeiterinnen-Verband. Filiale Kbpenlck. Den MUgliedern zur Nachricht, dast der Kollege, Färber Karl Süss nach schwerem Krankenlager ver- starben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 20. November, nachmittags 2'/, Uhr, vom Trauer- haute zu Spindlersfeld, Färber- straste 19, auS statt. Die Mitglieder werden ersucht, fich recht zahlreich daran zu bc- teiiigcn. 197/18 Der Vorstand. Köpenick. SozialdeiDokratlscberWahlferelnj Den Mitgliedern hiermit zur! Nachricht, dast der Genosse Färber( KaH Süss im Alter von 48 Jahren an Blut- vergislung gestorben ist. Ehre seinem Andenkenl Die Beerdigung findet am! Sonntag, den 20. November, nach- mittags 2>/, Uhr. vom Trauer- Haufe zu Spindlcrsseld, Färber- straste 19, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 9lrtvt#smS. ie Beteiligung ersucht 3 Der Borftand. aj Die Beerdigung unseres Kollegen Erieb Grunenberg, roetchev bei dem Brande Ritter- straste 82 versuchte, Menschenleben zu retten und dabei einen schreck- lichcn Tod fand, findet am� ag November 1904, nachmittags t a»/, Uhr, aus dem neuen Falvbi- e Kirchhof, Rixdors, Hermamistraße. � statt, 426' Ehre seinem Andenken! D:> Kollegen der Berliner Onyx- u. tOarmorwarenfabrlk Qoldschmidt, _ Ritlcrftr. 40, Am 17. November 121/, mittags verschied sonst unser j inniggciiebter Sohn, Bruder und j Enkel Fritz Lockhoff( im Alter von 27 Jahren, Die trauernden Hinterbliebenen.| Die Beerdigung findet am( onniag, den 20. November, 12'/, Uhr mittag« von der Leichen-( halle des Kirchhoses der Sankt! Andreas. Gemeinde in Wllhelms- berg au» statt, Lerantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für de» Inseratenteil verantlv.:XH.Glecke, Berlin. Krück u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer Lc Co.. Berlin LW. M.Z72. A. Jahrgang. 2. ScilnjE des Jotmitlö" Kerlim üoMliitt. Somadend» 19. November IM. Arbeitslosellzahlullg w Sharlottenburg. Am Sonntag, den L0� Novernder. findet die dritte Arfieits- losenzählung in diesem Jahre statt. Alle Mitglieder der Ge- werkschasten und des Wahlvereins fordern wir hierdurch auf, zu der Verteilung und Einsammlung der Arbeitslosenkarten sich in folgenden Lokalen einzufinden und sich recht rege daran zu beteiligen. Diese Stellen find: t. Ferd. Pasche, Potsdamerstr. 44. 2. Baade, Nehrina- straße 2j. E. Müller. Rosinenstr. 3. gb. Kai, Osnabrückerstr. 4. 3 c. Fritz Lindstedt, Erasmusstr. 5. 4. Eduard Dörre, Wallstr. SO. 6. Adolf Bartsch. Sesenheiinerstr. 11. 6. Karl Sellin. Krummestr. 43. I' Leibnizstr. 3. 8. Joseph Hoffmann. Kleiststr. 15. Da die Arbeitslosenzählung im Interesse der Arbeiter eingerichtet ist, fordern wir die Arbeiterschaft auf. sich am genannten Tage der Sache ziir Verfiigung zu stellen und durch massenhafte Beteiligung das Resultat der Zählung der Wahrheit so nahe als möglich zu bringen. Der Ausschutz der Charlottenburger GewerkschaftSkommission. Aufgaben der Fraueuagitation. Die jetzt eingeleiteten Erhebungen des Beirats für Arbeiter- stanstik werden sich auf Berufszweige erstrecken, in welchen fast nur weibliche Arbeiter beschäftigt sind. Den Frauen, toclchc den Wert derartiger Aufnahmen zu schätzen wissen, erwächst nun die Aufgabe, selbst mitzuwirken, damit die Mißstände, unter welchen Zehntcmsende Frauen zu leiden haben, ans Licht gezogen und ernsthaste Schritte zub Besterung unternommen werden können. Schon gleich bei Emleitung der Untersuchungen tauchen ver- schiedene Fragen auf, die wert sind, von den Arbeiterinnen näher crötert zu werden. Die erste Frage ist: welcher Art sollen die Erhebungen gemacht werden? Kann man hier denselben Weg beschreiten. der bei den früheren Erhebungen eingeschlagen ist, der darin bestand, daß zunächst an zehn Prozent der Betriebe Fragebogen ausgegeben wurden, um nach Dauer der täglichen Arbeitszeit, der Sonntagsruhe usw. zu fragen? Wurde hierbei festgestellt, datz eine übermätzig lange Arbeitszeit vorkommt, dann wurden die Organi- sattonen der Arbeiter und Unternehmer befragt, ob eine Regelung der Arbeitszeit erwünscht und durchführbar ist. und fchliehlich wurden die Erhebungen durch Befragung von Auskunstspersonen ergänzt. Von diesem Verfahren ist bet den Erhebungen über die Kleider- und Wäschekonfettion abgewichen worden. Diese Erhebungen wurden im Jahre 1806 gleich mit der Vernehmung von Auskunftspersoncu begonnen. Dieser Weg wurde damals gewählt, weil man glaubte, datz Erhebungen durch Fragebogen bei der Unregelmäßigkeit der Beschäfttgung sckwer durchführbar scheu, und mch weil man glaubte. durch die mündlichen Erhebungen ein hinreichend klares Bild zu er- halten und weil man auch annahm, diese Erhebungen schneller zum Abschluß bringen zu können, als die durch schriftliche Unifrage eingeleiteten Erhebungen. Die letztgenannte Form ist auch die Art wie in England in der Regel solche Erhebungen gemacht werden. Viel- fach ist früher das Verfahren der Kommission für Arbciterstatistik als unpraktisch getadelt und das kontradiktorische Verfahren nach den englischen Vorbildern als das bessere bezeichnet ivorden. GeWitz geben die kontradiktorischen Verbandlungen ein farbenreicheres Bild als die kalten Zahlenreihen statistischer Tabellen eS liefern. Aber die Erhebungen der Kommission für Arbeite rstattfttk schlössen die kontradiktorischen Verhandlungen nicht aus. Sie ergänzten das Bild und gaben gewissermaßen Jue Farbe zu den durch die schriftlichen Erhebungen erhaltenen Umrissen. Daneben haben die schriftlichen Erhebungen-den Vorzug, datz man über eine viel grötzerc Anzahl von Betrieben AuSttinft erhält. Bei den Erhebungen über Kleider- mrd Wäschekonfcttion wurden 12L Auskmiftspersomn verhört. Also nur aus einem verschwindend kleinen Bruchteil der Betriebe wurde Auskunft erlangt, während z. B. bei den Erhebungen über die Arbeitszeit in Bäckereien mir 5347 Betriebe mit 13 060 Arbeitern Fragebogen bearbeitet wurden. Langsam ist zwar das Verfahren. da mit Ausgabe der Fragebogen und Bearbeitung derselben inuner recht viel Zeit verstreicht. Aber schneller als früher kann jetzt ge- arbeitet werden» ba das Statistische Amt dirett mit den Landes- behörden verkehren kann und nicht mehr der mit vielen Formalitäten verknüpfte Weg, die Landesbehörden durch den Reichskanzler er- suchen zu lassen, beschritten zu werden braucht. Ferner liatte früher die Kommffsion für Arbcttcrstatisttk keine eigenen Beamten. Das Material wurde im Statistisrbcn Amte nebenbei mit bearbeitet. Es wurde verarbeitet, wenn die Beamten des Statistischen Amtes neben ihren laufenden Geschäften Zeit dazu hatten. Auch dieser U ebelstand ist beseitigt, indem das Statistische Amt eine Abteilung für Arbeiter- statistik erhalten hat. An den früheren Erhebungen kann man ermessen, wie lange Zeit dieselben erforderten. Die Erhebungen über die Bäckereien wurden� eingeleitet durch ein Schreiben des Reichskanzlers vom 3. Juni 1802 und in der Sitzung der Kommission für Arbeiter- statffttk vom 23. Juni 1304 ivurde endgültig der Bericht an den- Reichskanzler festgesetzt, ivelchcr zur Folge hatte, datz die Bundes- ratSverordnung vom 4. März 1896 erlassen wurde. Die Sache brauchte also zwei Jahre, um von der Konnnission für Arbeiter- statistik verabschiedet zu werden. Die Erhebungen über die Kleider- und Wäschekonfcktion, die schleunig zum Abschluß gebracht werden sollten, wurden eingeleitet durch Schreiben des Reichskanzlers vom 17. Februar 1806, und der Bericht an den Reichskanzler, in welchem die Erhebungen zum Abschluß kamen, wurde in der Sitzimg vom 20. Februar 1807 endgültig festgesetzt, worauf mn 31. Mai 1807 die Vundesratsvcrordnung erlassen wurde. Also etwas schneller führt das Verfahren zum Ziel. Welcher Weg bei den Erhebungen über die in der P l ä t t e r e i beschäftigten Personen eingeschlagen werden soll, wird in der nächsten Zeit bestimmt werden. Sicherer ist der Weg, welcher durch schrift- liche Erhebungen eingelertet wird, vorausgesetzt, daß sich hinreichend Personen finden, die die Fragebogen richtig beantworten. Würde man 10 Prozent der� Betriebe, in denen Hülfspersonen beschäftigt sind, fragen, dann würde, wenn man die Zahlen der Berufs- und Gewerbezählung von 1305 zugrunde legt, rund 700 Betriebe befragt werden. Nun ist aber gleich zu bedenken, da nur weibliche Arbeiter in Betracht kommen, daß Frauen wenig geeignet sind, komplizierte Fragebogen zu bcanttvorten. Und etwas kompliziert würde der Fragebogen werden, da in den Plättcreien die Arbeitszeit noch viel nnregelmötzigcr ist, wie z. V in Bäckereien. In der Bäckerei ist die TageSarbeit ziemlich gleichmäßig, höchstens bilden die Tage vor Sonn» und Festtagen eine Ausnahme. In den meisten Plättereien wird jeder Wochentag eine andere Arbeitszeit haben. Ter Arbeits- tag wird um so länger, je näher der Sonntag kommt. Wenn dann aber die Plätterinnen den Arbeitgebern di« Ausfüllung des Frage- bogens überlassen, dann kann leicht als Resultat der amtlichen Er- Hebungen ein Bild zutage gefördert werden, welches durchaus nicht mit den tatsächlichen Verhältnissen in Einklang steht. Sollte diese Form der Erhebung gewählt werden, dassn wäre es die Pflicht geblideter Frauen, datz ste den Plätterinnen zur Seite stehen und bei der Ausfüllung der Fragcboger, behilflich sind. Es kommt dock) darauf an. ein wahrlreits- getreues Bild zu haben und Material zu sammeln, welches neben der augenblicklich praktischen Verwerrung als Unterlage für Schutz- gcsetze. auch wissenschaftlichen Zwecken dienen kann, indem es ein Bild gibt, ivelches die Lage der Arbeiterinnen der Gegenwart treu zeichnet. Das abgekürzte Verfahren, wie eS bei den Erhebungen über die Kleider- mch Wäschekonfektion eingeschlagen wurde, ist hier auch schwieriger durchzuführen, als es bei den Erhebungen von 1806 war. Damals war der große Streik der KonftttionSarbeiter voran- gegangen, der wie ein Blitzlicht in die düsteren Arbcitsstuben hinein- geleuchtet hatte. Was sonst nur Geheimnis der finsteren Arbeits- stnbcn war, wurde plötzlich in Versaiiunlungen, in Broschüren und in der Tagespress« besprochen. Das Berliner Gewerbegericht hatte große Untersuchungen unternonunen, und der Kommission für Ar- beiterstatisttk blieb eigentlich nur übrig, durch ihre Erhebungen fest- zustellen, ob und inwieweit alle Klagen und Anklagen begründet waren. Die passenden Auskunftspersonen konnten auch leicht ge- funden werden. Man wandte sich an dieselben Leute, die auch schon beim Streik die Führung gehabt hatten. Der Verband der Schneider und Schneiderinnen hatte unter seinen Mitgliedern die Leute, welche Auskunft geben konnten. Alles dieses fehlt bei den Plätterinnen. Nur wenige sind Mitglieder von Organisationen,. und diese wenigen werden schwerlich in den Unternehimmgen mit den. schlimmsten Zuständen arbeiten. Denn nur die intelligenteren Arbeiter schließen sich zuerst den Organisationen an, und diese sind es auch, welche die Plätze mtt den schlimmsten Zuständen meiden. Wo die Arbeiter nicht organisiert sind ist es schwer, Auskunfts- personcn zu finden. Denn es raucht da immer die Frage auf: wer soll sie auswählen? In solchen Fällen ist es bisher den Polizeibehörden überlassen worden, die Leute zu bezeichnen. Es mag gehen, wenn diese Auswahl in wenigen Fällen a..gewendet wird. Wenn Er- Hebungen stattfinden und Auslunstspcrsoneir aus allen Gegenden, allen Größenklassen der Orte und allen Geschäftsarten vernommen werden sollen, und dann in einzelnen Orten, wo keine Organisationen bestehen, zu diesem Ausweg gegriffen wird, dann kommt der so aus- gewählte Arbeiter hier mit seinen Kollegen zusammen und erfährt bald, worauf es ankommt. Anders wäre es jedoch, wenn die große Mehrheit so bestellt würde. Denn die Polizei wendet sich bei der Auswahl der Personen an die Unternehmer, und die Unternehmer werden nur solch« Personen als geeignet betrachten, die bereit sind, alle Verhältnisse in den schönsten Farben darzustellen. Sollen die Erhebungen Erfolg haben, dann mutz überall die Agitation einsetzen, um erst das ans Liebt zu fördern, was durch die Erhebungen genau festgestellt werden soll. Ganz andere Aufgaben erwachsen den Arbeiterinnen, die in der F i s ch i Ii d u st r i e beschäfttgt sind. Hier gilt es einen Angriff der Unternehmer auf die Schutzbestiimnungen abzuschlagen. Schon jetzt wird von den Arbeiterinnen über zu lauge Arbeitszeit geklagt. An mehreren Stellen weisen die Gewerbeinspektoren in ihren Be- richten auf diesen Mißstand hin, und doch ivollen die Unternehmer die jetzt zulässige Arbeitszeit noch verlängert sehen. Gegen diesen Angriff können die Arbeiterinnen sich am besten wehren, wenn sie den Spieß umdrehen und eine Verkürzung der Arbeitszeit fordern. Diese Forderung ist um so mehr berechtigt, als diese Frauen schmutzige und sehr anstrengende Arbeit haben. Erst wenn die regelmäßige Arbeitszeit erheblich kürzer ist als die nach der Gewerbeordnung zulässtge, werden die Unternehmer entdecken, daß trotz der Unregel- mätzigkett der Zufuhr sich doch die Arbeit bewältigen läßt. Schleuse Neue Mühle in der Dahme-Wassersttaße; 3. die Schleuse Kummersdorf in den Storkower Gewäsieni." Der Aussichtsrat der Aktiengesellschaft Siemens u. HalSke beschloß, der auf den 20. Dezember d. I. einzuberufenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 7 Proz.(gegen 5 Proz. im Vor- jähre) vorzuschlagen und nach den üblichen Abschreibungen den Betrag von 1 121 155 M. auf neue Rechnung vorzuttagen. Das geplante Blcchwarcnkartell scheint nun doch zustande zu kommen. Wie die„Frankfurter Zeitung" erfährt, sind die Ver- Handlungen über die von den deutschen Blcchwarenfabriken angestrebte Preisvereinigung soweit gediehen, datz das Zustandekommen der Vereinigung mit Bestimmtheit erwartet wird. Der Verkauf solle nach wie vor durch die einzelnen Werke erfolgen, dagegen sei die Er- richtung eines Bureaus in Köln geplant, das über die Einhaltung der Preisvereinbarung zu wachen hätte. Standlird Oil Company. Der Konkurrenzkampf gegen die Shell- kompagnie scheint im laufenden Jahre dem Rockefellerschcn Petroleum- trust doch gröberen Schaden gebracht zu haben als er zugeben will. Die Ouartalsdividende für das Vierteljahr Oktober bis Dezember 1904 stellt sich nur auf 7 Proz., so datz in diesem Jahre die Gesamt- dividende 36 Proz. beträgt gegen 44 Proz. im Vorjahre. 1002 be- ttug sie 45 Proz., 1001 43 Proz., 1000 48 Proz., 1800 33 Proz., 1803 30 Proz.. 1307 33 Proz., 1806 31 Proz., 1801—05 je 12 Proz. Allerdings sind 36 Proz. immerhin noch ein anständiger„Entbehrungs- lohn" für Herrn Rockefeller und seine Sippschaft. )Zus Inciultrie unci Fjanckl. Erhöhung der Passagcprcise für die Ncbcrfahrt von Hamburg nach New Jork. Wie vorauszusehen war, ist die nächste Folge des zwischen den beiden großen deutschen Schiffahrtsgesellschaftcu und der Cunard Linie geschlossenen Fttedens eine Erhöhung der Preise für den deutsch-amerikanischen Zwischendecks-Verkehr. Die Hamburg- Amerika-Linie hat bereits die Passagcpreise für die Fahrt im Zwischendeck von Hamburg nach New Uork erhöht. Die Preise stellen sich jetzt: für den Schnelldampfer„Deutschland" mit 180 M., für die Schnelldampfer„Moltke",„Blücher" und„Hamburg" auf 170 M. und für die Postdampfer„Graf Waldersee",„Pennsylvania". „Patricia",„Pretoria",„Palatia",„Bclgravia" und„Bulgaria" auf 140 M. Die Beförderung von Zwischendeckern zwischen dem Adriatischen Meer und den englischen Häfen ist eingestellt worden. Die Be- tciligung der Hamburg-Amcrika-Linie und des Norddeutschen Lloyd an der Austro-Americana bleibt jedoch in vollem Umfange bestehen; auch der Betrieb deS Auswanderergeschäfts zwischen Trieft und Amerika wird keine Beeinträchtigung erfahren. Das Arvciterhcer der Allgemeincii ElcktrizitätSgcsellschaft. Mehr noch als die Gewinnsteigerung der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft (der Reingewinn erhöhte sich im letzten Geschäftsjahre von 5624335 auf 8 566 623 M.) zeigt die Zunahme des ArbeiterheereS die Ausdehnung. die ihr Betrieb erfahren hat. Am 1. Oktober 1001 betrug die Zahl der Arbeiter und Angestellten 14 644, am selben Datum des nächsten Jahres 14 897, im vorigen Jahre 18 273 und am 1. Oktober 1004 27 487. Am stärksten zugenommen hat die Arbeiterzahl in der Maschinenbau-Abteilung. In dieser, von der im letzten Geschäftsjahre 10 230 Dynamomaschinen und Elektromotoren mit 220 750 Kilowatt— 312 173 Pferdestärken und 1321 Trans- formatorcn mit 53 076 Kilowatt— 73 337 Pferdestärken Leistung und außerdem 12 117 Kleinmotoren geliefert wurden, betrug die Arbeiter- zahl am 1. Juli 1003=- 3386 Köpfe, am 1. Januar 1004--- 4100 Köpfe, am 1. Juli 1004--- 5600 Köpfe, am 1. Oktober 1004 gleich 6280 Köpfe. In der Apparatefabrik, in ivelcher Elektrizitätszahlrr, elektrische Metzinstrumente, Bogenlampen, Heizapparate, Kleinmotoren und Installationsmaterial jeder Art hergestellt werden, war der Arbeilerstand am 1. Januar 1003— 8232 Köpfe, am 1. Januar 1904= 4439 Köpfe, am 1. Juli 1904--- 4767 Köpfe, am 1. Oktober 1004— 5585 Köpfe. Im Februar und März wurde die Turbinenfabrik nach den früheren Werkstätten der Union Elettrizitäts- Gesellschaft in der Huttenstratze verlegt und die regelrechte Fabttkation im April mit 365 Arbeitern aufgenommen. Diese Zahl war am 1. Oktober auf 1055 gestiegen und beträgt jetzt 1200. Auch die Her- stellung von Nernst-Laiitpcn ist beträchtlich ausgedehnt worden. Es waren in dieser Abteilung am 1. Oktober dieses Jahres ca. 800 Arbeiter beschäfttgt, während zugleich die Zahl der iii der Glühlampen-Fabrik Beschäftigten aus 703 Personen stieg. Auherdem be- schäftigte das Kabelwerk Oberspree durchschnittlich 4085 gegen 2745 Personen im Vorjahre. Die Arbeiterzahl beträgt gegenwärtig 4737. Von mehreren kleineren Abteilungen fehlt im Geschäftsbericht die Angabe der Arbeiterzahl. Reue Hochöfen in Oberschlcfien. Trotz der Ueberproduttion an Hochöfen in Deutschland werden noch immer neue Oefen ernchtet, da die größeren gemischten Werke dahin streben, ihren Bedarf an Roheisen ausschließlich im eigenen Bettieb herzustellen. Besonders wird in Oberichlefien die Anlage mehrerer neuer Hochöfen geplant. So soll voraussichtlich im 1. Quartal, bestimmt aber im 1. Semester des nächsten Jahres der dritte Hochofen der Bethlen-Falvahütte an- geblasen werden. Das Werk hat sich besonders auf die Darstellung von Gietzerei-Roheisen eingerichtet, und, wie wir schon mitteilten, ist die Skachfrage darin über die Produktion hinausgewachsen. Die Fnedcnshütte wird, wie der„Brcslaucr Ccueral-Anzeiger" erfährt, ihren fünften Hochofen ebenfalls im Laufe des nächsten Jahres an- blasen. Die Donnersmarckhütte wird ihren dritten Hochofen, der bekanntlich noch älterer Konstniktion und lange Zeit im Feuer ist, Ende Dezember dieses Jahres ausblasen. Vorher lvird in dem Ofen noch Fcrro-SUicium erblasen werden. Durch das Löschen des dritten Ofens wird die Gesamt- Roheisenproduktion der Donnersmarckhütte nur wenig vermindert. Denn es wird mit den beiden anderen modernen Oefen unter verstärkter Produktion ge- arbeitet werden. Hochofen 3 wird abgerissen und neu hergestellt. Schiffahrtssperrc im Winter 1004/05. Die Berliner Handels- knmmer macht auf nachstehende Bekaniltmachung aufmerksam:„Für Schisfahrt und Flößerei werden gesperrt: In derZeit vom 1, Januar bis 1. März 1905: 1. Die Havel-Oder-Wasserstratze von der Pinnower bis zur Stecher- Schleuse einschließlich; 2. die Friedenthaler Schleuse in der Oranien- burger Havel; 3. die obere, mittlere und untere Schleuse Fürsten- berg in der Spree-Oder-Wasserstraße; 4. die Schleuse Neuhaus in der oberen Spree-Wassersttaße; 5. die Schleuse Paretz im Planer Kanal; 6. die Vorstadtschleuse in Brandenburg a. H. in der Branden- burger Havel. In der Zeit vom 1. Januar bis 15. Februar 1005: 1. Die Schleuse Woltersdorf in den Rüdersdorfer Gewässern; 2. die Soziales. Beamtcnfürsorge in einer Bcrufsgcnossenschaft. Die„Mtteilimgen des Vereins der Beamten der deutschen Bernfsgenossenschaften" erzählen in ihrer Nummer vom 31. Oktober einen merkwürdigen Fall von Fürsorge für Beamte bei der Nordöstl. B.-G.-B.-G. Den Beamten dieser Genossenschaft ist durch den Besoldungsplan das Aufrücken in höhere Gehaltsklassen nach dem Dienstalter zugesichert. Da ist»un ein Beamter nach dreizehn- jähriger Dienstzeit entlassen und dann mit einem Tagegelde von 4 M. wieder neu eingestellt ivorden, so daß er um die 13 Jahre Dienstzeit geprellt worden ist. Das Reichs-Versicheruugsamt soll die Höhe der VerwaltungSkosten bei dieser Berufsgenossenschast be- mängelt haben._ Unzuständigkeit des Gewcrbegerichts. Das Gewerbcgericht wies eine Klage des Portiers L. gegen den Haus- und Fabrikbesitzer C. wegen Unzuständigkeit ab, weil der Hausportier, auch wenn er Rcinigungsarbeiten machen müsse, kein gewerblicher Arbeiter im Sinne des Gewerbegerichts-Gesetzes sei. Datz Kläger nebenbei auch die Fabrikräume reinigte, erklärte das Gericht für unerheblich. Wegen vorzeitiger Lösung des Arbeitsvertrags forderte der Kunstglafer R. durch Klage beim Gewerbegericht von seinem früheren Arbeitgeber R. eine Entschädigung von 72 M. Auf den Einwand des Beklagten, datz Kläger eines Montags gar nicht zur Arbeit gekommen sei. sondern an diesem Tage seinem Vater in dessen Betrieb ge- Holsen habe, erwiderte Kläger, es sei ihm ausdrücklich zugestanden worden, daß er sich die Arbeit einteilen könne, wie er wolle. Er fasse das so auf, daß er auch mal einen Tag fortbleiben könne, wenn nur die Arbeit rechtzeitig fertig sei. Der Beklagte gab die Aeußerung zu, bestritt aber die Richtigkeit der Auslegung des Klägers. Kläger wurde von der Kammer 8 mit folgender Begründung abgewiesen: Unbefugtes Fehlen von der Arbeit sei ein Entlassungsgründ. Die Ausführung des Beklagten, Kläger könne sich die Arbeit einteilen, wie er wolle, sei nur so zu verstehen, daß es nicht auf die Stunde und Minute ankomme. Kläger hätte danach aber doch wenigstens zur Arbeit kommen müssen. Also sei er wegen seines gänzlichen Fernbleibens an einem Tag« mit Recht vor Ablauf des Arbeits- Vertrages entlassen worden. Die Arbeitseinheit bei Kündigungsausschluß. Der Buchbinderei- besitzer Ludwig hatte dem unter Küudigungsausschluß engagierten Buchbinder M. 2.00 M. vom Lohne abgezogen, weil er mittags die Arbeit niedergelegt hatte. Cr betrachtete das als Kontraktbruch und fyatre die 2,00 M., den ortsüblichen Tagelohn für einen Tag. sich als Buße gemäß jj 124b der Gewerbeordnung einbehalten.— Der Kläger behauptete unter anderem. Beklagter sei damit einverstanden geioesen, daß er schon mittags gehe.— Eine genauere Feststellung der Vorgänge erübrigt sich, da Beklagter auf Zureden im Vergleichswege die 2,00 M. dem Kläger herauszcchlte. Der Borsitzende Dr. Meyer be- merkte, auch bei Kündigungsausschluß müsse die Arbeitseinheit, die der Arbeitstag darstelle, gelvahrt bleiben. An sich wäre die Aufgabe der Stellung M.s erst abends zulässig geioesen, falls nicht Ein- Verständnis über eine frühere Lösung herrschte. Bei unrechtmäßiger Lösung des kündigungslosen Arbeitsverhältnisses bor Beendigung des Arbeitstages würde die beteiligte Partei zur Forderung einer Kon- traftbruchsbuße nach 8 124b der Gewerbeordnung bcrechttgt sein. Indessen dürfe der Betrag nicht gegen den Arbeitslohn aufgerechnet werden; ein entsprechender Abzug sei unzulässig. Die Buße müsse im Klagewege beansprucht werden. Huö der Frauenbewegung. In der Versammlung deS gewerkschaftlichen FrauenvercinS, die Sonntag, den 13. November, in der Schützenstraße 13/10 tagte. sprach Genosse Jul. Gehl über: Der Kampf umS Dasein I Hierauf ivurde bekannt gegeben, daß der monatliche Beitrag vom 1. No- vember ab nur 30 Pf. bettägt und zur regen Agitation für unseren Arbeitsnachweis ausgefordert. Ferner wurde auf die Eüiladung der Metallarbeiter-Gewerkschaft zu Sonntag, den 27. November, nach- mittags 5 Uhr, hingewiesen. An dem genannteu Sonntage findet eine Vereinsversammlung derselben im Englischen Garten, Alexander- straße 27o statt, in welcher Frau Dr. Bcrwig über Kindererziehung sprechen lvird. Nachdem noch zur Unterstützung der Streikenden der Holzbrauche aufgefordert worden war, erfolgte Schluß der sehr gut besuchten Versammlung._ Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter. Filiale Berlin 3. Sonnabend, den 19. November, abends 9 Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Bergener, Reichcnbergerstr. 157.— Filiale Berlin 4. Sonnabend, den 19. November, abends 9 Uhr: Mitgliederversammlung bei Merkowski, Andreasstr. 2«.— Flliale Berlin 9. Sonnabend, den 19. d. Mis., abends 9 Uhr: Versammlung bei Gundlach, Waldenserstr. 24.— Filiale Rirdors. Sonnabend, den 19. d. Mts., abends 8'/, Uhr: Versammlung bei Thiel, Bergstt. lbl.— Filiale Charlotte»bürg. Sonnabend, den 19. November, abends 8'/, Uhr: Mitgliederversammlung im Vollshause, Rosinenstr. 3.__ eingegangene Druchfcbnften. Das Arbeiterrecht von Arthur Ttadthagen. Komplett in 28 Licserungcn a 32 Seiten. Preis pro Lieferung 29 Pf. Alle Woche er- scheint ein Hest. Hcst 9, 7, 8, 9 sind soeben erschienen. Die Rechtsverhältnisse zwischen Arbeitgeber und Arbeiter erfahren durch die Gesetzgebung fortwährend eine erhebliche Umgestaltung. Eine systematische Darstellung der gültigen Rechtsregeln ist daher dringend crsordcrlich, da selbst der Jurist bei der Fülle des neuen Rechtsstoffes kaum weist, was rechtens ist. Das Arbeitsrecht von Arthur Stadthagen bietet eine solche, von allen Fachleuten anerkannte überaus klare, für jedermann verständliche Darstellung und bildet somit einen unentbehrlichen Führer durch alle Gebiete des Arbetterrechts. Drei vollständig vergriffene Zluslagen des jetzt in vierter Auflage vor- liegenden Arbciterrechts zeugen von der Notwendigkeit dieses Büches"jür die erwerbstätige Bevölkerung. Stadthagcns Arbeiterrccht ist ein billiger und zuverlässiger Arbeiter- anwalt im Lause. n zu Berlin. Sonntag, den 37. November, vormittags Präzise IO'/z Uhr, in der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57: Ordentliche General-Uersnmmlung. TageS-Ordnung: I. Wahl von drei Vorstands-Mitgliedern für die Jahre 7305—1307 <1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer). 2. Wahl des Rechnungs-Ausschusses für das Jahr 1305. 3. Abänderung des Kasseiistatuts. 4. Beschlugsassung über den Erwerb von Grundeigentum. 5. Verschiedenes. »er'Vorstsiul. 277/6 Johannes Blenz, Vorsitzender. Otto Wonitzki, Schriftführer. IB Die Versammlung wird pünktlich um JO'/s Uhr eröffnet. Zentralverband deutscher Brauerei-Arbeiter Zweigverein Berlin, Sektion 1.(Brauer.) Geschäftsstelle: Berlin C. 54, Rilckcrstr. 5, I. Sonntag, 30. November, nachm. 31;. Uhr, im Gewcrkschaftshause, Engel-llfer 15(Saal 1): Vvnvins-Nvn ssmmSung. TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Schriftstellers Genossen Georg Davidsohn über:„Die Ruffifizierung Preuhens". 2. Kassenbericht vom 3. Quartal 1304. 3. Innere Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Mitgliedes, in dieser Versammlung zn erscheinen. 42/8 ver Vorstand. Verband der IftöbelpoUerer. Montag, den 31. November 1904, abends S1/. Uhr, bei Keller, Koppenstr. 23: MZ" Versammlung.-WU Tages-Ordnung: 1. Vortrag vom Kollegen H. Barenthin über: Der Uebertritt zum Holzarbeiter-Verband. 2. Diskussion. 3. Wahl der Delegierten. 4. Verschiedenes. Streikende und Ausgesperrte haben sich täglich von 3—1 Uhr im Streilbureau, Blumenstr. 38, zu melden. Die Streikunterstützung wird Sonn- abend von 3—1 Uhr ausgezahlt.— Die Vertrauensleute der streikenden Betriebe werden hiermit ausgesordert, die streikenden Kollegen im Lause des Vormittags täglich einmal, der Kontrolle wegen, zusammenzuberusen. 153/6 Alle Kollegen, welche als Delegierte zur JnnungS-Krankenkasse aufgestellt sind, werden ersucht, ihre genaue Adresse dem Schristsührer Fritz Ebert, Wcisiensee, Sedanstr. 63, zu senden. Ter Vorstand. Filiale Berlin. Sonntag, den 20. November 1904, nachmittags 2 Uhr, bei Wille Brunnenftrasie 183: Aiißcrurbcnil. Mitztiebtr-Nersnmmtung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Georg Oaviiisohn 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenhcit und Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Saal muß um. 5 Uhr geräumt sein._[33/7]_ Der Borstand. Verwaltnngsstelle Berlin. Haupt-Bureau: Engel-Ufer 15, Zimmer 1—5. Fernsprecher: Amt IV, 0673. Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV, 3353. Sonntag, den 20. November, vormittags 10 Uhr: Dezirks-Uersammluttg für Gummelsburg im Lokale von<5. Tempel, Alt-Boxhagen 56. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Buse. 2. Dis- kussion. 3. Verschiedenes und Verbandsangelegenheit. Zahlreichen Besuch erwartet vi« Ortsver«'altnng:. Aeliliing! SctllOSSCl*!>clltM9! Montag, den 21. November, abends S'/a Uhr: Allgemeine Uersammlung der Schlosser Berlins und Umgegend. im Lokale von Bnggenhagen, Oranienstrahe 14?» am Morihplatz, großer Saal. TageS-Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Sind Ueberstunden, welche bei Akkord- arbeit gemacht werden, mit 20 Proz. Aufschlag zu bezahlen? 3. Die Zustände aus dem Arbeitsnachweis der Schlosserinnung und sind die Gesellen gewillt, für diesen Arbeitsnachlveis noch Geld von ihrem oerdienten Lohn sich ab- ziehen zu lassen? 4. Was planen die Schlosscrmeister für die Zukunft? Das Erscheinen aller Kollegen ist notwendig. 131/13 Die Ortsverwaltnng�_ Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin n. Unigegend. Sonntag, de» L,0. November 1904, nachmittags 3 Uhr, Versammlung bei Voigt, Rittcrstrasie 75. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Ingenieur SchrSder über: Elektrizität und deren Anwendung in der Praxis. 2. Verschiedenes. 3. Fragekasten._____[130/9] Die Ortsvcrwaltung.____ (E.<4. in. 1». H.) Sonnabend, den 3 Dezember, abends 8 llhr: General- Versammlung in Arthur Laues Restaurant, Adlershof, Bismarckstr. 10. Tages-Ordnung: 1. Geschäftsbericht des Vorstandes sür das Geschäftsjahr 1304. 2. Bericht des Aussichtsrates. 3. Verlesung des Revisionsbcrichtes des Verbands- revisors. 4. Genehmigung der Bilanz und Entlastung des Vorstandes. 5. Verteilung des Reingewinnes. 6. Neuwahlen und Ergänzungswahlen deS Aussichtsrates und Vorstandes. 7. Anträge. 127/20 Mitgliedsbuch oder Legitimationskarte legitimiert. Der Vorstand: Hermann fflldebrandt. Wilhelm Kohl. August SQske. Chausseesfr. 16 Kfariendörf Chausseestr. 16 Restaurant Hermann Reichardt. Zum Totenfest bringe ich hiermit allen Kirchhofsbesuchern meine Lokalitäten in Erinnerung. Familien-, Gesellschafts- und Vereinszimmer, Kegelbahn, zwei Billards, gute Speisen und Getränke(Happold-Bier). Einziges der organisierte» Arbeiterschaft zur Verfügung stehendes Lskal am Ort. Löb» Achtung/! Achtung/! Montag, den f81. November, abends SVg Uhr: Volks-Versammlung in Schneiders Salon, Belforterstraße 15. Tages-Ordnung: 128/1 jf uns m der Hm in leUetisse? 31 Referentin: Frau Dr. David-Mainz. Zu zahlreichem Besuch laden ein Die Elnberufer. lieber dasselbe Thema sprechen am 23. November i Fräulein Else Eüders im„Sminemunder Gesellschaftshaus« und Simon Kataensteln im Gefellschaftshaus Wedding, Müllerstrasie 7; am 28. November: Frau Dr. David in„Habels Brauerei« und Simon Katzenstein im»Marien- bad�, Badstrasie 35/36.__ Reinickendopf. Montag, den 81. Xovember, abends 8'/, Ehr: r MM n rr bei Abraham, 8ch0nholz 4. f Tages-Ordnung: 1. Die Bedeutung der Konsumgenossenschafte» für die Arbeiter. Refcrentin: Frau Dr. M. Holtmann. 2. Die eventuelle Gründung eines Konsumvereins für Neinickendorf. 128/2 Um zahlreichen Besuch und weitere Agitation für diese Versammlung bittet Der Einbernfer. Köpenick, Echten alten Kottbnser Korn zu haben bei A n g. Tanchert, Gastwirt, Müggcl- heimerstr. 4. 57872* Damen-Paletots, Blusen, Kostümröcke, Knaben- und Mädchengarderobe, gut u. viel billiger in der ssabrlk von Eugen Jacobi, Charlottenburg, Bcrlinerstrasie 85, 1 (Kein Laden.) Größte Auswahl. 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Dnstav Znbell. Orts-Krankenkasse der Gelb-«. Zinngießer Sonntag, den 27. November, vor- mittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Wollsohlllger, Adalbertstr. 21; General-Versammlung der Vertreter der Arbeitnehmer, wozu sämtliche Vertreter vom Jahre 1904 hiermit eingeladen sind. Tages-Ordnung: 1. Verlesung der Protokolle. 2. Er- satzwahl eines Vorftands-Mitgliedes. 3. Neuwahl von vier Vorstands-Mit- gliedern. 4. Wahl des Ausschusses zur Prüfung der Rechnung des lausen- den Jahres. 5. Verschiedenes. Berlin, 13. November 1904. 39b Der Vorstaad. Dr. Simtnel, Spezialarzt für* Bant and Harnleiden. 10—2, 5—7. SounIagZ 10—13, 3—4. Orts- Krankenkasse der Buchbinder und verwandten Gewerbe. Montag, den 28. November d. I., abends 8'/z Uhr, im Lokale des Herrn franke(Apollo. Saal), Sebastianstr. 3 TageS-Ordnung 1. Ergänzungswahl des Vorstandes. (2 Arbeitgeber. 4 Arbeitnehmer.) 2. Wahl der Rechnungsprüsungs« Kommission. 3. Beratung über eine Aenderung der Dienstverhältnisse mit den Kasscn- beamten. 4. Verschiedene Kassenangelcgen- heiten. 274/14 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Bernd, lest, Georg BSSIer, Vorsitzender. Schriftführer. Bekanntmachung. Orts-Krankeitee 1 flas Gewerbe der Verlerüpg von Rlusikinstrumenten. Die Arbeitgeber werden hierdurch zu den am 277/11 Sonntag, den 27. November 1304, vormittags 9-/,— 10 Uhr, im Restaurant Scholz, Beifort er- straße 15, stattfindenden Vertreterwahlen ergebenst eingeladen. Tages-Ordnung: Wahl von 13 Vertretern aus den Reihen der Arbeitgeber.(§ 49 des Statuts.) An demselben Vormittag 10 bis 12 Uhr finden in demselben Lokale die Vertreterwahlen sür Kassenmit- glieder statt, wozu dieselben ergebenst eingeladen werden. Tages-Ordnung: Dahl von 27 Vertretern aus den Reihen der Kassenmitglieder.(§ 49 des Statuts.) Nur Mitglieder, welche das LI.LebenS» jahr zurückgelegt, haben Zutritt. Mitgliedsbuch legitimiert. Gleichzeitig wird hiermit bekannt gemacht, dasi das von der General- vcrsamnilung am 23. April 1904 be- schlossene revidierte Statut vom Be- zirksauSschusi am 25. Oktober 1304 genehmigt wurde und mit dem Tage der statutenmäßigen Bekanntmachung in Krast tritt. Die Statutenbücher kommen dem« nächst zur Verteilung. Der Vorstand. Orts- Krankenkasse der Handschuhmacher «. verwandt. Gewerbe zu Berlin. Sonnabend, den 20. November» abends 9 Uhr, Nosenthalcrftr. 57: Mitglieder-Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Wahl der 22 Delegierten der Arbeitnehmer. 2. Wahl der 11 Dele- gierten derArbcitgeber.3.Verschiedenes. Zu dieser Versammlung werden die wahlberechtigten Mitglieder und eben- so deren Arbeitgeber eingeladen, mit dem Ersuchen, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. An demselben Wend und in dem- selben Lokal findet dann die Ordentlieiie General-tanuiiliiiig der Delegierten statt. Tages-Ordnung: 1. Wahl von 2 Arbeiwehmern zum Borstande und ebenso 1 Arbeitgeber. 2. Wahl der Revisoren pro 1904. 3. Verschiedenes. Berlin, den 19. November 1304. Der Verstand. I. A.: tiermann tilnz, Vorsitzender, _ Prinzen-Allee 83. 33b Orts-Krankenkasse für das Töpsergewerbe B-�i» Mittwoch, den 23. November, abends 7 Uhr, im Königstädtischcn Kasino, Holzmarktstr. 72: Drdentliche TageS-Ordnung: 1. Neuwahl von 7 Vorstands< Mit- gliedern(3 Arbeltgebern, 4 Arbeit- nehmern). 2. Wahl der Revisoren zur JahreS« abrechnung. 3. Verschiedenes. Pünktliches Erscheinen bringend notwendig. 32b H. John, M. Huhn, Vorsitzender. Schriftführer. Orts- Krankenkasse für den Gemeindebczirt Lichtenberg. oröentlieke venera!- Versammlung am Montag, den 28. November 1904» abends 8 Uhr, bei Höflich, Frankfurter Chaussee 120 (kleiner Saal rechts v. Haupteingang). Tages- O r d n u n g: 1. Wahl von drei Mitgliedern zum Ausschusi für die Prüfung der Rech. nung sür das lausende Gcjchästsjahr. 53 der Satzungen.) 2. Beschlußfassung über die An- stellung von weiteren drei Aerzten und eventuell dadurch bedingte Er- höhung des Gcsamthonorars sür die angestellten Aerzte. 3. Beschlußsaffung über ein Regulativ betreffend die Anstellung der Kassen- beamten.(okr.§§ 48, 56 und 57 der Satzungen.) 4. Kassenangelegenheiten. Die Herren Delegierten werden er- sucht, vollzählig und pünktlich zu er- scheinen. 277/15 Der Kassenvorttand. P. Levyn, Vorsitzender. Nathan Maw 13» Skalitzerstr. 129. Die schönsten 9422* Herren-Winter-Palelots und Anzüge Mouals-Garderobe von Kavalieren getragene Sachen, sast neu. für jede Figur passend. speziell Bauchan züge sind in großer Zluswahl stets zu staunend billigen Preisen zu haben. Ftathan Marn *■ 129 Skaltverstr. 129. lochbahustatiou Kottbuscr Tor. Zilie aus Hausnummer zu achten. I I Wir verlassen Berlin j sobald unsere Mietsverträge ablaufen. Einen unserer Läden haben wir bereits geräumt. Inzwischen werden wir wundervolle, herrlich brillierende Taits Diamanten gefaßt in Ringe, Broschen, Ohrringe, Cravattennadeln, Manschettenknöpfe, Hemdenknöpfe, Hutnadeln etc. etc., zu-�/ '/« ihres früheren Preifes verkaufen. 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Nachdruck verboten. 7076 121 T1000' 284 543 77 646 781 ca■'o�,-,f3r(SSi,129 284 306 29 525 63 737 857 900 72 70 256 303 ri0001 91 649 832 A R�4�3M l �6 84 246 321 940' Um___ 4067 161 W» IMAA"«8 <87 843 9254 368 568 608 23 fSOOl 836 953 77 t500] 11224 13000] 378 439 610 844 l500] 53 910 97 12065 ol?4 7„%. 931 45 13074 472 96 728 32 Ismo rn» o,1,�34 229 15001 37 73 337 slOOO] 41 887 M rin nnni3�4� 93 865 983 97 16038 80[3000] 70 iA0,P96] i29 339, 522 731 948 65 1 7036 309 50 feTÄwyV«« 2I191W7£1 ,W-.I4 288 360 92 810 1500] 995 223Sß 57 63 73 1500) 94( 500] 708 .- vÄ,[3000] 574 603 22 34 59 67 775 951 23024 30 25139 440 nmo��rrJ8!4?61 203 397 407 54 780 881 /v onä f,.JJOOOl 551[500] 97[500] 787 825 965 2 6029 585�5001 fißl M39 940 110002 286 336 621 833 919 113016 115 79 418 62 565 71[MO] 114054 720 801 64 021 115224 97 13000] 325 65 417 636 116125 285 333 481 604 27 32 813 1500] 60 63 007 117076 201 69 307 58 447 62 626 29 834 15001 960 118273 655(10001 831 963 94 15001 119116 70 207 307 130001 433 507 120063 1 30001 020 782 814 936 1 21123 291 421 26 49 60 510 604 747 65 855 15001 12 2034[5001 189 451 556 600 927 110001 44 1 23334 443[ 5001 91 1500) 616 88 130001 825 60 1 24113 352 77 88 424 677 91 852 935 57[10001 125087 15001 126 64 418 555 668 81 126057 171 89 15001 260 547 15001 127029 161 290 11000] 665 748 82 944 70 94 1 28143 225 82 392 464 642 129256 4X8 514 15 685 04[1000] 711 130020 46 168 77 614 981 13 1034 93 185 242 78 640 47 810 937 1500! 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W. J«*> ÜIL 14 4»»wo SU, 24.u toWstt,» J« 4000 ,» 3000 Sil, U«S» 1000 fit, 2004 5» 400 Stf. u 1000 S)t„ 1337■« 10», SM, 2202» W SM, Veranttv.'Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th.(Llockr, Balm. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Söerlia SW, Nr. 272. 21. Ichrgang. 3. KW iw Jotmärts" Kllim KlksM Sonnabend, 19. Novmber ML An die Lehrlinge nnd jngendlichen Arbetter Serlins! Kollegen! In der„guten alten Zeit", als es noch nicht wie heute die großen Fabriken und Maschinenbetriebe gab, als nur der ehrsame Handwerksmeister mit Gesellen und Lehrlingen zusammen- hauste, da hielt inan es für ein Verbrechen, wenn der Arbeiter seine Rechte zu wahren suchte. Die Umwälzung aller Verhältnisse hat nun zwar der Arbeiter- schast das Recht gegeben, ihre Interessen zu vertreten, bisher haben jedoch, soweit Deutschland in Frage kommt, nur die erwachsenen Arbeiter davon Gebrauch gemacht, indem sie sich in den GeWerk- schaften zusanmienschlossen. Wir sind aber der Meinung, daß auch für die Lehrlinge und jugeiidlichen Arbeiter endlich die Zeit gckomnien ist, sich ihrer Lage bewußt zu werden, daß sie durch ihren Zusamnienschlutz sich selbst gegen Unterdrückung, gegen Demütigung und Verdummung schützen müssen. Besäßen wir eine Jugendorganisation gleich der anderer Länder, nicht ungestraft wäre jener Schlosserlchrling in den Tod getrieben worden, hätten jene 25 Buchbindcrlchrlinge nicht nutzlos drei Jahre ihres Lebens opfern dürfen. Aus dieser Erkenntnis heraus haben sich eine Anzahl Kollegen zu dem Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter zusammengeschlossen. Dieser Verein bezweckt durch Organisation der jngendlichen Arbeiter und Lehrlinge die wirtschaftlichen und rechtlichen Interessen derselben wahrzunehmen, sowie ihre Bildung und ihre geselligen Beziehungen zu fördern; er trägt weder politischen noch religiösen Charakter. Der Verein will den Mitgliedern unter anderem folgendes ge- währen: Rat, Rechtsschutz, einen Stellennachweis, ein VercinSorgan, eine Bibliothek, Unterrichtskurse, Borträge, gesellige Ver- anstaltnngen usw. Mitglieder können alle jugendlichen Arbeiter unter 18 Jahren sowie alle Lehrlinge werden. Mitglieder, die 18 Jahre alt werden und ihre Lehrzeit beendet haben, dürfen in dem Verein nnr dann verbleiben, wenn sie zugleich Mitglied einer gewerkschaftlichen Organisation werden. Beratendes Mitglied kann jede Person werden, die sich für die Bestrebungen des Vereins interessiert. Der Beitrag beträgt für Lehrlinge' und jugendliche Arbeiter ö Pf. wöchentlich, für beratende Mitglieder öv Pf. monatlich. Kollegen, die Ihr die Zukunft der Arbeiterklasse bildet, Euch darf Eure Lage nicht gleichgültig sein, und wenn Ihr Eure Interessen selbst vertreten wollt, dann schließt Euch Eurer Organ i- s a t i o n an! Je zahlreicher organisiert, desto mächtiger werdet Ihr sein! Am Sonntag, den 20. November, nachmittags 3 Uhr, findet in Pachuras Klubhaus, Lands- b e r g e r st r a ß e 39, eine öffentliche Versammlung des Vereins statt, zu der alle Kollegen und alle Freunde des Vereins hiermit eingeladen sind. Die Tagesordnung lautet: 1.„Was will der Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter?" Referent: Kollege Hellmuth Lehmann. 2. Diskussion. Wir ersuchen alle Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter dringend, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die organisierte Arbeiterschaft aber bitten wir, die ihnen bekannten Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter auf die Versammlung aufmerksam zu machen. Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter Berlins. Lrlekkaften cler Redabtfcii. sJunftiCchcr Ceti. Tic juristisch- Tdrcchstundc findet tätlich mit ZliiSnahme dcS Tonnabends von 7'Ii biS U'/i Uhr nbcndö statt.(Scöffnct: 7 Uhr — M. 20. Tos ist möglich.— R. G. 101. Eine Klage auf Schadenersatz wegen der durch Herabfallen vom Wagen beschädigten Maschine gegen den Fuhrherrn, der das Ziehen entgeltlich übernonimcn hatte, hat Aussicht aus Erfolg.— A. F. 4. 191,30 M. jährlich. — Pasiehl. Das Kammergericht hat ursprünglich entschieden, daß das in den VcrfrommiMgsordnunaen enthaltene Versammlungsverhot sür den Büß- tag und trotz seiner offenbaren Vcrsassungs- und Rechtswidrigkeit rechts- gültig sei. Dann hat es entschieden, das Verbot sei rechtsungültig. Bei dieser Entscheidung hat der Kammergerichtsrat Hevenstein mitgewirkt. Hcvenstein ist, nicht zuletzt wegen des Mißfallens, den diese zutreffende Eni- scheidung in vcrsassungsscindlichen Kreisen erregt hatte, aus dem Strafsenat entfernt. Wie das Kammergericht in seiner jetzigen Zusammen- setzung urteilen wird, läßt sich nicht voraussagen.— M. N. 100. Nein. — 31. G. Sie können wegen Ehebruchs aus Scheidung klagen.. Zunächst müssen Sie beim Amtsgericht Sühnetermin beantragen. Nach fruchtlosem Ausfall desselben betrauen Sie einen Anwalt mit der Scheidungsklage oder erwirken Sie das Armenrecht.— 31. CO. Den Antrag müssen Sie an das Schöffengericht, das Ihre Verurteilung ausgesprochen hat, richten.— F. A. 3. Nicht Sie. aber Ihre Frau ist zahlungspflichtig. Wo nichts ist, hat auch eine Schwindclkasie ihr Recht verloren. Möge Ihre Frau sich den Vorfall zur Warnung dienen lassen, Zettel zu unterschreiben, die sie zu etwas verpflichten.— W. M. Verjährt mit dem 31. Dezember 1901. — C. B. Sie würden' mit Aussicht aus Erfolg klagen können. Mit Sicher- heil läßt sich ein Erfolg nicht voraussagen, weil klare Lohnabrcden rücksichtlich des UeberfchusscS schien und Sie ohne Anspruch aus etwaigen Ucberfchuß aus der Kolonnenarbcit ausgetreten sind.— Frau W. Seit dem 1r Januar IglX» ist der Vater eines außerehelichen Kindes nicht mehr be- rechtigt, sich durch das Verlangen der Herausgabc des Kindes von der Alimcntenzahlrmg- zu drücken.— 150. Sie sind zum Ersatz der Kosten nicht verpflichtet. Die Kosten können 12—21 M. betragen.— Kiel 100. Wenn Sic es ablehnen, der Amsterdamer SerienloSgesellschast weiter zu zahlen, sind Sie weder strafbar, noch können Sie mit Aussicht aus Erfolg verklagt werden. N. W. 170. Nein.— Wahlrecht 50. Sind Sie im November 1992 aus dem Krankenhause entlassen und haben Ihr Wahlrecht verloren, weil Ihre unentgeltliche Aufnahme nach der Praxis des Ober-Vcrwaltungsgerichts als Armenunterslützung auszufastcn war, so lebte Ihr Wahlrecht im No- vembcr 1903 wieder auf. Zu Wahlen, die auf Wählerlisten basieren, welche nach dem November 1903 aufgestellt sind, sind Sie wohl berechtigt, ob Sic inzwischen gezahlt haben oder nicht ist gleichgültig, weil die Aufnahme, nicht die Nichtzahlung als Armenunterftützung gilt.— Krieger, Charlotte»- bürg. Der Wirt wird voraussichtlich in vollem Umfange ein obsiegendes Urteil erlangen. Sie können den Versuch machen, einzuwenden, daß die Wohnung infolge der Mängel unbrauchbar oder um so und so viel minder brauchbar war.— Wölfl 87. Mord, begangen durch Osfiziere, unterliegt derselben Strasandrohung wie der von anderen begangene Mord. Die weiteren Fragen sind in ß 123 und 148 des Militär- Straf- gcsctzbuchs behandelt. Das Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus. — R. A. CO. Klagen Sic beim Amtsgericht aus Beseiiigung des Miß- standcS und aus Schadenersatz.— M. 95. 97. Der Antrag um Aus- nähme in den preußischen Staatsverband ist in Preußen an den Reaicrungs- Präsidenten, in Berlin an den Polizeipräsidenten zu richten. AIS Baver haben Sic den von der Kreisrcgierung auszustellenden StaatSangehörig- keitS-Ausweis beizufügen. Formulare für solchen Antrag erhalten Sie durch den Vorstand Ihres Wahlvercins.— H. L. 25. i. Den Antrag aus Testamentsöffnung richten Sic unter Beifügung der sterbe- Urkunde und falls möglich des TestamentSmisbewahrnngs- Scheins an das Amtsgericht. 2. Das können Sie halten wie Sie wollein — I L. Gargan. Die ISO M. gehören zum Nachlaß der Frau. Erbe der kinderlos verstorbenen Frau sind der Witwer und die Gcschivister der Ver- storbcnan. Dem Witwer gehört die Hälfte des Nachlasses und überdies als Voraus die Gegenstände, welche zum ehelichen Haushalt gehört haben, und die Hochzeitsgcschenke.— K. 2. Der Antrag aus Rückzahlung von Beiträgen ist beim Magistrat, Breitcftr. 21a, mündlich oder schriftlich zu stellen. Ein Beispiel sür solchen Antrag finden Sic S. LOS Nr. 9S der in den öffentlichen Bibliotheken auSlicgendcn vierten Auslage des Arbeitcrrechts. Hat die Dienstberrschast ungenügend geklebt und ist die Kleberei nicht mehr nachzuholen, so steht Ihrer Frau voller Schadenersatz zuFS! 607 bis GlO des erwähnten Buches). Der Antrag aus Rückzahlung ist innerhalb eines Jahres nach Eheschluß zu stellen. Ob und welche Rechte Ihrer Frau gegen die Dienstherrschast zustehen, ist ohne Einsicht in die Karten und mündliche Darlegung nicht zu sagen. Stellen Sic zunächst den Rückerstattungsantrag. — Rtxdorf 02. Ja.— O. S. 17. Innerhalb zwei Jahren muß um- getauscht werden: die eingeklebten Marken zählen.— E. Bt. 15. Sind Sie früher zu einem Einkommen über 3000 M. jährlich veranlagt, so haben Sie ohne besondere Aufforderung Ihr Einkommen zu deklarieren. War das nicht der Fall, so haben Sic eine Dcllarationspflicht nur, wenn Sie aufgefordert werden. Haben Sie ein Einkommen über 3000 M. und sind niedriger eingeschätzt, so fleht eS Ihnen frei, Ihr Einkommen zwecks ander- weitiger Veranlagung mitzuteilen. Verpflichtet sind Sie hierzu nicht, machen sich also durch Unterlassen der Erklärung nicht strafbar. Kommt eS heraus, daß Sie zu niedrig eingeschätzt waren, so kann eine Nachschätzung und Nach- sorderungen sür die letzten vier Jahre stattfinden.— H. H. DaS ist möglich. Die Höbe der Gebühr richtet sich nach der Höhe des Streitobjekts. ' M. Das außerehelich geborene Kind beerbt seine Mutter wie ein eheliches. Zu dem Nachlaß gehört das gesamte Vermögen der Verstorbenen, lich nicht sür den Unterhalt usw. des StieskindeS.— Klage. Eine zurückgenommene Privatllage können Sie nicht wieder aufnehmen.— Gerichtsbarkeit 00. 1—3. Der Antrag braucht nicht beglaubigt zu werden. Es ist zweckmäßig, daß der Ehemann sein Einverständnis erklärt. Der Antrag ist vor dem Termin einzureichen. Der Ehemann ist zu- vucy nachleben. Dasselbe liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus. — M. 7. 1. Sie sind unbeschränkte Eigentümerin des Hauses. 2. Sic haben keine Verpflichtung, Ihrem Manne etwas hcrauszuzahlen. 3. Nach Rechtskraft des Schcidungsurtcils können Sie die Exmissionsklage gegen Ihren früheren Mann mit Erfolg durchführen. 4. Ob und wieweit Ihr Mann ein Anrecht aus die Wirtschastsgegenstände hat, läßt sich aus Ihren schriftlichen Darlegungen nicht ersehen.— X. 1. Beim Landgericht I. — 31. K. 101, W. K.. Rixdorf: Nein.— Clara 20. Aus Antrag wird in Ihrem Fall der Name in der Geburtsurkunde geändert.— G. L. 5 und M. H. 100. Vor der Heirat müssen 200 Marken geklebt sein. Der Antrag aus Rückerstattung von Beiträgen ist innerhalb eines Jahwes an die untere Verwaltungsbehörde,(in Berlin an den Magistratz, �Breitestr.� 24a) zu richten. Beispiele sür solche Anträge finden Sie S. OOS Nr. 25 der vierten Auflage des in den Lesehallen ausliegenden„Arbeiterrechts".— K. 1. Wenn Sie unverheiratet und elternlos sind, so können»Sie zum Erben einsetzen, wen Sie wollen. Beispiele sür Testamente finden Sie auf den letzten Seiten des dem„Arbeiterrecht" beigefügten Führers.— M. N. Schon vor der Niederkunst können Sie auf Hinterlegung der EntbindungS- kosten und einer Ouarialsrate Zllimente Ilagen. Ein Beispiel finden Sie S. 212 Nr. 10 des dem„Arbeiter-recht" beigefügten Führers. In Ihrem Fall scheinen weitergehende Ansprüche(Klagebeispiel IIa, S. 220) berechtigt zu sein. DaS Buch liegt in den öffentiichcn Lesehallen aus.— 3t. Z. Ja. — Nennebnrg. Das Statut kann nur die Generalversammlung, nicht der Vorstand ändern. Die Aenderung unterliegt behördlicher Genehmigung. Der zwciie von Ihnen mitgeteilte Antrag ist in dieser Form mit dem Gesetz nicht vereinbar.— W. W. Wenn eine dahin gerichtete Polizcrverordnung besteht: ja, sonst leider nein.— Deutscher Michel. ES mutz immer wieder daraus hingewiesen werden, daß es unmöglich, die Frage, welche Rechte oder Pflichten aus ei n e m Ver- trage, einer Urkunde, einem Urteil us w. s o l g e n, genau zu beantworten, wenn der Wortlaut des Vertrags usw. nicht vorliegt. So weit Ihre Darstellung die Sachlage übersehen läßt, wäre die Gläubigerin zur Pfändung berechtigt.— P. H. 38. Wenn der Inhalt Ihres uns nicht mitgeteilten Vertrages nicht das Gegenteil besagt, können Sie die Tiere ohne Belästigung andrer Mieter. halten.— K. W. C. 1. Strasversolgung ist möglich. 2. Auch bestrasten Zeugen kann Glauben geschenkt werden. 3. Wir lehnen es grundsätzlich ab, bestimmte Acrztc, Anwälte usw. zu empfehlen. Wenden Sie sich an einen Anwalt, zn dem Sie Vertrauen hoben.— W. M. 128. Soll bald erledigt werden. — 3l. I. 20. Ob die Mutter von dem von ihr unterschriebenen Gärtucrci- Lehrvcrtrag abgehen kann, hängt davon ab, ob ihr die Erziehungsrechte und ob sie ihr unbeschränkt zustehen. Ist diese Frage zu bejahen, so ist leider schwerlich etwas auszurichten. Steht es anders, so ist der Lehrvertrag mangels richterlicher Zustimmung ungültig. Ilnvcrständlich ist: wie kam der Knabe in das Johannisstift? Liegt etwa Zwangserziehung vor? ES cmpftchlt sich, den Sachverhalt mündlich vorzutragen.— Spitzel. Ob Musik oder Ruhestörimg vorliegt, ist von Fall zu Fall vom Gericht zu cnt- scheiden. Auch Klaviersviel, nach 10 Uhr ausgeübt, kann als ruhcstörender Lärm erachtet werden. DerVerein ist an dieselben Schranken wie Sic gebunden. — Die Racker. Gehalts- oder Lohnpfändung wegen steuern ist nur wegen diejenigen Steuern zulässig, die nicht seit länger als drei Monaten snllig geworden sind. Fällig werden die preußischen Steuern in der ersten Hälfte des zweiten Ouartalmonats. Mithin ist die LohnpsändunA rechtsungültig, so» weit sie sich aus die Steuern April/Juli bezieht. Legen sie Beschwerde ein und klagen Sic eventuell aus Freigabe.— G. D. 100. 1. Sehen Sie die Vormuiidschaftsakten ein oder beantragen Sie Ihnen Auskunst zu erteilen. Ob ein mütterliches Erbteil Ihnen zusteht, hängt davon ab, ob Ihre Mutter Nachlaß hinterlassen hat. Ob das der Fall, ergeben die Vormundschasts- alten. 2. Beglaubigung durch Polizei oder Bezirksoorstehcr genügt. 3. Wenden Sie sich an die Fortbildungsschulen. 4. Nichts. ßrtefkaften der Expedition. Nieder- Schönhause». Das Inserat betreffend P. Th. kann nicht ausgenommen werden. Sie wollen den eingesandten Betrag bei uns abheben._ Marktpreise von Berlin am 17. November. Nach Ermittelungen de? kgl. Polizei-Präsidiums. Für l Doppel-Zentner: Weizen**), gute Sorte 17,70-17,0< M., Nüttel 17,64-17,61 M.. geringe 17,58—17,55 M. Roggen**), gute Sorte 13,90—13,89 M., mittel 13,88—13,87 M., geringe 13,86— 13,85 M. Futtergcrste»), gute Sorte 15,70-14,50 M., mittel 14,40 bis 13,30 M., gering« 13,20-12,10 M. Hafer*), gute Sorte 16,40-15,60 M.. mittel 15,50—14,70 M., geringe 14,60—13,90 M. Erbsen, gelbe, zum Kochen 40,00—30,00 M. Spciscbohncn, weiße 50,00—30,00 M. Linsen 60,00—30,00 M. Kartoffeln 9,00-7,00 M. Richtslroh 0,00-0,00 M. Heu 0,00-0,00 M. Für ein Kilogramm Butter 2,80—2,00 M. Eier per Schock 4,50—3,00 M. ») Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Wafferstaud am 17. November. Elbe bei Aussig-s- 0,61 Meter, bei Dresden— 0,68 Meter, bei Magdeburg+ 1,90 Meter.— 11 n st r n i bei Straußsurt+ 1,60 Meter.— Oder bei Ratibor-f 2,37 Mcler, bei Breslau Obcr-Pcgcl-s- 5,08 Meter, bei Breslau Unter- Pegel-j- 0,35 Meter, bei Frcmkftlrt-j- 1,64 Meter.— Weichsel bei Brahemünde-s- 2,74 Meter.— Warthe bei Posen-f 0,38 Meter. Netze bei Usch ff-- ,— Meter. WitterniigSUberftcht vom 18. November 1901, morgens 8 llhr. 766> WSW 769jWSW 769 ZW 773 N 772 »W 3 bedeckt llNebel 2bedcckt 2 Nebel 3ZNcbeI Ihciter Haparanda' 744 Petersburg 751 Cork Slberdeen Paris 767!SW 774,31 2 wolkig 2Regen Icheiter 2, Nebel Wetter-Prognosc für Sonnabend, den 19. November 1901. Mild, jedoch vorwiegend trübe mit leichten Ncgenjällen und mäßigen wesUichen Winden. Berliner Wetterbureau. »«wende man zur Wäsche nn» z« allen lteinigungsar- Helten Imyanshalte und lalle alle Sutaten fort. Snnllaht- Seif« allein genügt, um Zhre .... Wäsche volftändig zu reinigen. Sie tonnen mit d eser Seife Alles waschen, was zu wasche» •W-M« lelnften Spitze», die gröbsten wäscheftllcke— und Alles reinigen, was gereinigt werden mutz: Hotz. . Vielen. Selanllriche.llüchengeräte ic. Sie ist ausgiebig und billig. Jede haussra« ist über de« Ersal« entzllckt. F H. Esders& Dyckhoff Leipzigerstraße 50, Ecke Jerusalemerstraße Döahofiplatz. Oranieastraße 48, Ecke Luckauerstraße am Moritzplatz, BrSjites Spezial-Matts M Herren- und Knahen-Qarderohen fertig und nach Mass. Winter-PaletotS, I und 2 reihig 12.50 in marengo Cheviot und Eskimo, besonders elegant und preiswert............. Mk. 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Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW,