Nr. 274. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mark pro Monat, Ericheint täglich außer Montags. Norwärts Berliner Volksblatt. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben sählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Umsturz in Ungarn. " = Dienstag, den 22. November 1904. Ministerpräsident: Da hört die Möglichkeit jeder Verhandlung auf. Es bleibt nichts anderes übrig, als die Nation ihrem Schicksal zu überlassen oder dieser Komödie ein Ende zu machen.( Stürmischer Beifall, Händeklatschen und Eljenrufe rechts. rufen: Wir nehmen den Antrag an! Riesiger Lärm.) Die Abgeordneten der Rechten erheben sich von den Sitzen und Präsident( nur den Umstehenden verständlich): Den von dieser Seite( auf die Rechte zeigend) geäußerten Bunsch erfülle ich hiermit und stelle siegrage Nimmt das Haus den Antrag Daniel an ja oder nein? Diejenigen, die ihn annehmen, mögen sich von den Sigen erheben. ( Die Mehrheit erhebt sich auf Zeichen.) Es ist die Majorität. Ich erkläre hiermit den Antrag für angenommen. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. " Darauf haben mehrere Zentrumsblätter sich gegen diese Zumutungen gewendet und auch die Germania", aus welcher Die Meinung der Parteileitung des Zentrums spricht, hat die Erflärung abgegeben: Das wissen wir bestimmt, daß beim Zentrum von Kompenfationen inbezug auf das verfassungsmäßige ReichstagsWahlrecht bei der Gewährung von Reichtags- Diäten nicht die Rede fein fann." Nun aber geschah das Eigentümliche, daß Freiherr v. Zedlig in der" Post" dieser Erklärung des Zentrums die besondere Deutung gab, daß ihr Wortlaut jene Kompensationen nicht ausschließe. Es hieß in der betreffenden Notiz der" Post": „ Das leitende Zentrum erklärt sehr charakteristisch-( es folgt das obige Zitat).... Man muß bei dieser Aeußerung genau auf den Wortlaut merken, um den wahren Sinn zu erkennen. Einführung einer ständigen Wahlliste und das Erfordernis eines längeren Aufenthalts am Orte der Liste für die Eintragung be rühren eben das reichsverfassungsmäßige Wahlrecht nicht. Sie können durchgeführt werden ohne die geringste Aenderung der Bestimmungen der Reichsverfassung über das Wahlrecht. Hält man sich diese Tatsache gegenwärtig, so erkennt man den Sinn der Erklärung des leitenden Zentrumsorgans ohne Schwierigkeit." vor. Doch man erfieht die Ungeheuerlichkeit dessen, was da gierung geneigt sei, Diäten für die Mitglieder des Reichstages zu verübt wurde, am besten aus dem trockenen offiziellen Bericht. bewilligen gegen zweierlei Kompenfationen: einmal Dieser schildert die Gewalttat folgendermaßen: solle die Aufstellung fester Wählerlisten erfolgen, wodurch die VorAus Budapest wird uns vom 19. November ge- Ministerpräsident Tisza: Wir sind in ein Stadium gelangt, nahme von neuen Wahlen oder von Ergänzungswahlen in kürzester schrieben: in welchem wir die Konsequenzen aus diefer Lage ziehen müssen. Frist erfolgen könnte, sodann solle die Ausübung des Wahlrechtes an Der Kampf um die Geschäftsordnungsreform hat das wir sind jezt dort angelangt, wo der Reichsrat ist. Sie wiederholen das Erfordernis eines mindestens sechsmonatlichen Aufenthaltes am Ende gefunden, auf welches es sein Urheber, der Minister- immer, ohne daß Sie daran glauben, daß wir die Söldlinge Wiens Wahlorte geknüpft werden. Freiherr v. Zedlig bezeichnete diese präsident Tisza, vorweg abgesehen hatte: er ist mit einer feien, während ich mit voller Ueberzeugung fage: Sie sind Spaß beiden Kompensationen als„ kleine Mittel zur Bekämpfung der macher auf dem Markte!( Stürmischer, lärmender Widerspruch links; wahrhaft beispiellosen Gewalttat abgeschlossen worden. Nach Rufe: Sie sind ein Komödiant) Ministerpräsident( fort Sozialdemokratie" und er fügte hinzu, daß das Zentrum, welches dem der erste Versuch, die Reform im friedlichen Einvernehmen fahrend): Sie haben eine solche Haltung eingenommen, als ob Sie nun einmal die maßgebende Barlei sei, fich neuerdings geneigt zeige, mit der Opposition herbeizuführen, gescheitert war und der von den geschworenen Feinden Ungarns gedungen wären. Diese Kompensationen zu bewilligen. formale Antrag auf Einsetzung eines Ausschusses, der die Re-( Stürmischer Lärm links.) Es wird die Stunde schlagen, in der Sie vision vorbereiten sollte, von der Opposition totgeredet einsehen werden, welche heiligen Güter Sie verwüstet haben. Wir wurde, ließ Tisza am Dienstag durch das Präsidium der haben Positives geleistet, wir haben unsere Argumente dargelegt. Regierungspartei den Revisionsantrag selbst einbringen. Der Was war die Antwort? Die technische Obstruktion:( Ohrenbetäubender Lärm links.) Nun hört jede Verhandlung und die eigentliche Antragsteller heißt Daniel; man muß sich den Möglichkeit jeder Debatte auf.( Stürmische Rufe rechts: Stimmen Namen merken, denn er wird gewiß in Ungarn so berühmt" wir ab! Präsident gibt das Glockenzeichen. Immer neue werden wie einst in Desterreich der Name Falkenhayn, der Rufe rechts: Stimmen wir ab. Präsident: Ich bitte um mit seiner berüchtigten„ lex" die Novemberſtürme des Badeni Ruhe! Fortwährende Rufe rechts: Abstimmen! Jahres 1897 entfesselt hat. Schon der Inhalt dieser ,, Revision" ist ein Unifum; wie erst die Art, in welcher er Freitag nachts durchgesetzt wurde. Der Antrag revidiert nichts und reformiert nichts: er suspendiert bloß und verhängt über das ungarische Abgeordnetenhaus gleichsam einen Ausnahme zustand. Es werden für die Verhandlung bestimmter Vorlagen und für eine bestimmte Zeit alle jene Bestimmungen der Geschäftsordnung außer Kraft gefett, aus welchen die Dbstruktion ihre Hülfsmittel bezieht. Und zwar macht der Antrag ganze Arbeit; er rottet alles aus, was auch nur die entfernteste Möglichkeit zum Obstruieren bieten kann. Er führt nach englischem Muster die Befristung der Verhandlung ein( indem zu Beginn einer Verhandlung oder während ihrer Präsidententribüne und versucht, den Präsidenten von seinem Erneuter großer Lärm. Abgeordneter Vittor Rakofi eilt auf die Dauer beschlossen werden kann, wann sie zu enden habe); er lage wegzudrängen, wird aber von einem Saalkommiffar beseitigt die namentlichen Abstimmungen, die geschlossenen daran gehindert. Inzwischen sind noch mehrere Abgeordnete auf die Sigungen, die Reden zur Geschäftsordnung, die persönlichen Tribüne zum Schutze des Präsidenten gekommen. Auch auf die Be Hierdurch war dem Zentrum der schwerste Vorwurf der ScheinBemerkungen und tatsächlichen Berichtigungen und er verstärkt richterstatter Tribüne eilen Abgeordnete von beiden Seiten heiligkeit gemacht worden. Es wurde unterstellt, daß das Zentrum schließlich die Disziplinargewalt des Vorsitzenden und die des Hauses. In dem ungeheuren Lärm find die Zwischenrufe, die den Schein erweden wollte, als sei ihm das Wahlrecht Zulässigkeit der Ausschließung der Abgeordneten und des von vielen Seiten gemacht werden, nicht verständlich. Es hat den unantastbar, als lehne es jeden Diätenschacher ab, während es doch Diätenentzuges. Der Antrag enthält so ziemlich alles, was anschein, als sollte es jeden Augenblick zu einem Handgemenge in Wahrheit bereit sei, Diätenschacher zu betreiben und das Wahljemals irgendwo gegen die Obstruktion versucht worden ist. Die österreichische lex Falkenhayn, die Anträge Aichbichler im hervor, daß schon das Protokoll vorlag, womit die Session Wie forgfältig vorbereitet der Handstreich war, geht daraus Bisher hat die Zentrumspresse den Vorwurf dieses Lügenspiels deutschen Reichstag, die Bestimmungen, die Balfour in die geschlossen wird; das königliche Resfript hatte sich Tisza recht geduldig ertragen. Es muß daher wiederholt die Frage erhoben Geschäftsordnung des Unterhauses gebracht hat: alles ist zeitig verschafft. Gleich Einbrechern haben die Schuldigen nach den die„ Post" unterstellt? War es der Sinn jener Erklärung, daß werden: War es der wahre Sinn der Erklärung der„ Germania", forgsam zusammengetragen und zu einem Antrage zusammen der That sofort die Flucht ergriffen. Der Reichstag soll nun den die" Post" unterstellt? War es der Sinn jener Erklärung, daß gefaßt worden, dessen Wirkung eigentlich die wäre, daß das das Reichstags- Wahlrecht bei der Gewährung der Reichstags- Diäten ungarische Abgeordnetenhaus aufhören würde, überhaupt eine erst wieder am 9. Dezember zusammentreten. Seinen Beschluß hat Tisza, aber was hat er davon? Die nur insofern außer Diskussion stehe, als es durch die WerGeschäftsordnung zu haben. Diese so zugeftugte provisorische Opposition hat wiederholt und auf das feierlichste erklärt, der fassung festliegt? War es der Sinn jener Erklärung, daß das Geschäftsordnung sollte oder soll für bestimmte Vorlagen und längstens für ein Jahr gelten. Diese Vorlagen sind das den Respekt zu versagen, und sie muß und wird ihr Wort gesetzes festgelegt ist, allerdings bei der Gewährung von Reichslängstens für ein Jahr gelten. Diese Vorlagen sind das auf ungesetzliche Weise zusammengekommenen Geschäftsordnung Reichstags- Wahlrecht, soweit es durch die Bestimmungen des WahlBudget, die Gesetze zur Ermächtigung der Einhebung der halten. Womit wird aber Tisza seine Gewalttat wirksam tags- Diäten einer Verschlechterung und Verstümmelung überliefert Steuern und Refruten, der finanzielle Ausgleich mit Stroatien machen? Denkt er daran, in den Reichstag, wie einſt in werden soll? Die Verfassung bestimmt lediglich, daß die und, was freilich das Entscheidende ist, die neue Geschäfts- Wien, Polizei einmarschieren zu lassen? Sämtliche Parteien Wahlen zum Reichstag aus allgemeinen, direkten und geheimen ordnung; die Verhandlung aller dieser Dinge wird unter der Opposition haben sich zu einer solidarischen Koalition Wahlen hervorgehen sollen. Alle anderen für das Reichstags- WahlSchutz des Ausnahmezustandes gestellt. Auf legale Weise war der Strangulierungsantrag natür zusammengeschlossen und werden morgen ein gemeinsames recht entscheidenden Bestimmungen über Aufstellung der Wählerliften, lich nicht durchzusetzen. Tatsächlich fing Graf Tisza sogleich mit Manifest an die Nation und eine Adresse an die Krone ver- ahlfähigkeitsalter 2c. beruhen im Wahlgefek. öffentlichen. Ueberdies ist in der Regierungspartei eine Geschäftsordnungswidrigkeiten an. Der Antrag wurde nicht gewisse Grnüchterung zu beobachten; zehn Weitglieder sind bereits Freiherrn v. Zedlig hat die Zentrumspartei die Verpflichtung, ſich einmal als selbständiger Antrag, sondern als sogenannter Beschlußantrag, also im Wesen als eine Resolution zu dem ausgetreten, und weitere Austritte stehen bevor. Es kann ohne jede zweideutigkeit über diese Frage zu äußern, wenn sie nicht Antrag auf Einsetzung eines Ausschusses eingebracht das also leicht umgekehrt kommen: daß anstatt der Obstruktion der will, daß in der Deffentlichkeit und insbesondere auch unter der deshalb, um den Rednern, die über den Tiszaschen formalen verbrecherische Minister die Zeche zahlen muß. Jedenfalls wird fatholischen Arbeiterschaft die Meinung playgreift, daß das Zentrum bereit ist, wesentliche Bestandteile des Reichstags- Wahlrechtes trotz Antrag schon gesprochen hatten, das Wort bei der lex Daniel Ungarn bald Wahlen haben. aller früheren Versicherungen um das Judasgeld der Diäten zu berraten. tommen. Politische Uebersicht. Berlin, den 21. November. Preußisches Abgeordnetenhaus. M recht zu verraten. Gegenüber den bestimmten Behauptungen der Post" und des " und ztvar ohne einen Einfluß auf die Verwaltung dieser Unternehmung zu rauben. Dann wurde Donnerstag beschlossen, täglich zwei Sigungen zu halten, was der Geschäftsordnung, die kategorisch den Schluß der Situng für zwei Uhr normiert, gleichfalls nicht entDie preußische Regierung als Großaktionär. Die preußische spricht. Aber mit so kleinen Listen läßt sich einer Obstruktion, die Regierung hat nun doch den Entschluß gefaßt, an den Landtag das 120 Mann start ist und alle Paragraphen der GeschäftsDas Abgeordnetenhaus nahm am Montag seine Arbeiten Ersuchen zu richten, ihr gütigst die Mittel zur Verfügung zu stellen, ordnung für sich hat, natürlich nicht beikommen. Ihr Zweck war in gewohnter Langweiligkeit wieder auf und überwies zunächst um Großattionärin einer Privatgesellschaft, der Bergwerksgesellschaft auch ein anderer; sie sollten die Opposition erbittern, damit sie als nach längerer Debatte, in der verschiedene Redner die zahl- Hibernia in Herne zu werden. Eine höchst komische Situation, für Gegenwirkung zu der sogenannten technischen Obstruktion reichen Etatsüberschreitungen bemängelten, die Uebersicht der die in anderen Kulturstaaten vergeblich noch eine Analogie gesucht Gegenwirkung zu der sogenannten technischen Obstruktion greife: der Verhinderung des Laufes der Verhandlung durch Staatseinnahmen und Ausgaben für das Etatsjahr 1902 und werden dürfte: der Staat, der den Kohlenbergbau beaufsichtigen soll, sinnlose und zeitraubende Abstimmungen, wodurch sich Tisza die Uebersicht von den Verwaltungseinnahmen und-Ausgaben geht wie ein beliebiger Privatmann unter die Aktionäre und das Recht der„ Notwehr" begründen wollte. An solchen Auf der Preußischen Zentralgenossenschaftstasse für dasselbe Jahr beteiligt sich mit Staatsgeldern an eine Aktienunternehmung stachelungen ließ es Tisza in dieser Kampfwoche nicht fehlen, an die Streichungs- Prüfungstommission. und was die Kniffe der Geschäftsführung schuldig blieben, Eine längere Debatte knüpfte sich an den Antrag der zu erhalten. Eine Rolle, die in ihrer Komit zur schärfften Satire das brachte er selbst durch boshafte und verlegende Abgg. Dr. Arendt( ft.) u. Gen. betreffend die gesetzliche Regelung herausfordert. Aber was soll die Regierung in der Lage machen, in Reden reichlich ein. Ueberhaupt iſt ſelten eine nichtswürdige der Besoldungsverhältnisse der Leiter, Lehrer und Lehrerinnen die sie die Genialität des Herrn Möller aus Bradwebe verfekt Sache mit solcher Straft, unermüdlichkeit, ja Genialität betrieben worden, wie es bei Tisza mit seinem Feldzug der an den öffentlichen höheren Mädchenschulen. Einen ähnlichen hat? Die rheinisch- westfälischen Kohlen- und Eisenmagnaten nebst Antrag hat das Haus bereits vor vier Jahren angenommen, ihren Hintermännern in der Berliner Hochfinanz sträuben fich gegen Fall war. Der Mann führte den Kampf ganz allein; tein die Regierung ist aber den Beschlüssen bisher noch nicht bei die Verstaatlichung der Hibernia, da sie sich ihr Ausbeutungsgebiet einziges Mitglied der Regierung oder der Regierungspartei getreten. Auch diesmal beschloß das Haus mit großer Mehr nicht verengern laffen möchten, und ernstlich den Herren entgegenhat außer ihm das Wort ergriffen. Er sprach Tag für Tag, heit im Sinne des Antrags Arendt und überwies gleich zutreten, wagt das Ministerium nicht. Andererseits aber kann man Stunde um Stunde; in einer Sigung oft ein halb Dutzend zeitig eine Reihe von Petitionen, die die gleiche Materie be- die Dresdner Bank auch nicht mit den zu hoch erworbenen Aftien mal. Und immer mit größerer Energie, mit leidenschaft: entgegen dem von Herrn Möller verpfändeten Wort sigen lassen. licherer Bucht, bis er das Ziel erreicht hatte: seine Bartei handelten, der Regierung zur Berücksichtigung. in einen Zustand völliger Raserei zu verfeßen. Sizung für der Tagesordnung. Am Dienstag stehen wieder kleinere Vorlagen auf So foll denn das Heer der Steuerzahler der Regierung die Mittel liefern, Aktionärin zu spielen. Dem Landtag ist nämlich folgende Sigung bewies er, daß man das Wesen über die Form stellen Vorlage zugegangen: müsse, daß man angesichts der Gefahren der Obstruktion von der Beobachtung der Geschäftsordnung entbunden sei- bis Seit zwei Wochen ist das Zentrum der Deffentlichkeit Aufklärung die Partei für den Handstreich reif war. Das war Freitag schuldig über eine Frage von entscheidender Wichtigkeit. Es ist nachts; in der ersten jener Parallelsigungen, die am Vormittag bekannt, daß die Offiziösen des Zentrums längerer Friſt bedürfen, beschlossen wurden. Nachdem eine gefchloffene Sihung" bis um die Meinungen zu erfahren, die fie für ihre Partei vertreten 10 Uhr gedauert hatte, erhob sich Tisza, um sein letztes sollen. Man mußte darum auch der„ Germania" Zeit gewähren, um Wort zu sagen. Das Haus war in der wahnsinnigsten Auf zu den schweren Anklagen Stellung zu finden, die der freikonservative regung und jeder Satz der Handstreichrede wurde ebenso mit Führer v. 8edlis erhob. stürmischem Beifall wie mit stürmischem Widerspruch be- Freiherr b. Zedlig hatte in einem Halleschen Blatte über die antwortet. Noch einmal trug Tisza seine Staatsstreichtheorie Diätenfrage gesprochen. Er hatte ausgeführt, daß die ReDas stumme Zentrum! zu Wir Wilhelm usw. verordnen unter Zustimmung beider Häufer des Landtages der Monarchie was folgt:§ 1. Die Staatsregierung wird ermächtigt, von der Dresdner Bank zu Berlin Aktien der Bergwerksgesellschaft Hibernia" zu Herne im Nominalbetrage von insgesamt 27 552 800 Mart zu erwerben und diesem Zwecke einen Betrag bis zu 69 500 000 Mark zu berausgaben.§ 2. Der Finanzminister wird ermächtigt, zur Bereits stellung der nach§ 1 erforderlichen Geldmittel Staatsschuld- Verfchreibungen auszugeben. An Stelle der Staatsschuldverschreibungen fönnen vorübergehend Schazanweisungen ausgegeben werden. Der Fälligkeitstermin ist in den Schaganweisungen anzugeben. Der Finanzminister wird ermächtigt, die Mittel zur Einlösung dieser Schazzanweisungen durch Ausgabe von neuen Schahzanweisungen und von Schuldverschreibungen in dem erforderlichen Nennbetrage zu beschaffen. Schazzanweisungen können wiederholt ausgegeben werden. Schazanweisungen oder Schuldverschreibungen, die zur Einlösung von fällig werdenden Schazanweisungen bestimmt sind, hat die Hauptwaltung der Staatsschulden auf Anordnung des Finanzministers 14 Tage vor dem Fälligkeitstermin zur Verfügung zu halten. Die Verzinsung der neuen Schuldpapiere darf nicht vor dem Zeitpunkt beginnen, mit dem die Verzinsung der einzulösenden Schazanweisungen aufhört. Wann, durch welche Stelle und durch welche Beträge, zu welchem Zinsfuße, zu welchen Bedingungen der Kündigung und zu welchen Kursen die Schatzanweisungen und Schuldverschreibungen verausgabt werden sollen, bestimmt der Finanzminister. § 3. Mit der Ausführung dieses Gesetzes werden unbeschadet der Vorschriften des§ 2 der Finanzminister und der Minister für Handel und Gewerbe beauftragt. § 4. Dieses Gesetz tritt mit dem Tage seiner Verkündigung in Kraft. " Und komisch wie die ganze Rolle, welche die Regierung übernimmt, ist auch die offizielle Begründung, welche die Schweins burgschen Nachrichten" veröffentlichen. In langen gewundenen Säßen wird endlos das bekannte Lied variiert:„ Wir müssen Einfluß auf das Kohlensyndikat haben." ,, Rascher als erwartet werden konnte", heißt es in der Begründung, hat die Entwickelung der Verhältnisse im rheinisch- westfälischen Induſtriebezirke die fönigliche Staatsregierung dahin gedrängt, eine Verstärkung des staatlichen Einflusses durch den Erwerb von weiterem Bergwerkseigentum ins Auge zu fassen. Nachdem das rheinisch- westfälische Sohlensyndikat durch den Vertrag vom 31. Dezember v. J. auf weitere zwölf Jahre( bis Ende 1915), gefichert und durch den gleichzeitigen Beitritt der sogenannten Hüttenzechen und der sonstigen bisher noch außenstehenden Werke auf eine breitere Grundlage gestellt war, hat sich im laufenden Jahre nach manchen Richtungen hin eine bemerkenswerte Verschiebung der Kräfteverhältnisse in der rheinisch- westfälischen Industrie vollzogen. Eine erhebliche Anzahl von Werken wurde mit anderen größeren verschmolzen und sodann ist auch innerhalb der größeren Unternehmungen durch Uebergang bedeutenden Attienbefizes in wenige Hände eine Bildung von Interessengemeinschaften zwischen großen Kohlen- und Eisenwerken sowie Kohlengroßhandel und Reederei augebahnt worden. Dieser Entwickelung gegenüber den staatlichen Einfluß durch Ausdehnung des staatlichen Bergbaubetriebes zu verstärken, erschien als eine unabweisbare Notwendgkeit." Das beste Geschäft macht die Dresdner Bank. Sie erhält für die Aften im nominellen Werte von 27 552 800 M. nach der Begründung 69 441 337 M., also ca. 252 Proz. Standen auch zuletzt die Aktien weit höher im Kurse, so dürfte doch die Bank den größten Teil unter 230 Proz. erworben haben. Allerdings die Regierung rechnet, um den Prozentsatz nicht zu hoch erscheinen zu lassen, anders. Sie rechnet nur einen Kurs von 241,88 Proz. heraus, den überschießenden Betrag erhält die Bank als Provision und Verzinsung.— Nenes Pech in Südwestafrika. Berlin, 21. November. Hauptmann v. Hahnke, Führer des Transportes 2., meldet in der Nacht vom 20. zum 21. November aus Swakopmund:„ Gertrud Wörmann" 15 Kilometer nördlich Swakopmund bei Rebel gestrandet. Wetter ruhig. Mannschaft größtenteils in Sicherheit. Hoffe Pferde und Ladung zu bergen. " An Bord der Gertrud Wörmann" befinden sich: Feldvermessungstrupp, 4. Ersakkompagnie, 2. Ersatzbatterie, zusammen 24 Offiziere, 382 Mann, 300 Pferde. = munterungen, die es möglich machten, daß die russische Heerleitung Reichstags- Arbeit. In der Presse verlautet, daß dem Reichstage die Grenzen gegen Deutschland ganz von Truppen entblößen bei seinem Zusammentritt alsbald die neuen Handels. konnte, damit Kriegsbeute und Kriegsmaterial nach der Mandschurei verträge vorgelegt werden sollen, auch wenn der Vertrag mit geführt werden kann. Aber das geschieht ja alles im heiligsten Desterreich- Ungarn noch nicht fertig gestellt ist. Ueber verschiedene Interesse des Friedens. So wird der russische Nitter( St. Georg) die Armee betreffende Gefeßentwürfe wird mitgeteilt: Das gerüstet, damit er mit um so größerer Stärke den gelben Drachen Offizier Pensions- und das Mannschafts Ver fällen fann! Und damit wir dann Frieden friegen." sorgungs- Gesez, das dem Reichstage gleichzeitig mit dem Hierauf folgt ein Absatz über Frankreich, den auch das Gefeßentwurf wegen einer Festseßung der Friedens. Tageblatt" bringt und der so lautet: präsenzstärte sofort bei seinem Wiederzusammentritt zugehen " Die Milliarden, die das fleißige Frankreich gespart hat, und wird, dürfte nach voraussichtlich kurzer Beratung einer Kommission die ebenso wie sein Champagner auf den mandschurischen Schlacht- überwiesen werden. Wie man weiter hört, wird es auch an Vergefilden vergeudet werden, können sie vielleicht einem edleren Zwecke suchen nicht fehlen, die dahin gehen sollen, um gleichzeitig die dienen? Sie sichern den Frieden, das erste und letzte Bedürfnis Veteranenfürsorge einer abschließenden Behandlung entgegen zu aller Zivilisation, aller Freiheit. Frankreich ist unser Schritt- führen. An der Fertigstellung eines neuen Servisgefeges macher, und wieviel Schönes verdanken wir nicht seinem Beispiel?" wird an den zuständigen Stellen mit allem Eifer gearbeitet. Es läßt sich aber noch nicht übersehen, ob der Entwurf dem Reichstage schon im nächsten Tagungsabschnitt zugehen wird. * Lippe. Einen kritischen Rückblick über den Verlauf der Lippes Affäre wirft die Rheinisch- Westfälische Zeitung", indem sie, von ihrem reaktionären Standpunkte, die Zerrüttung der gegenwärtigen Zustände beklagt: Björnson jagt weiter was unser Berliner Freisinnsorgan seinen Refern wiederum vorenthält: Wenn wir nicht weiter gefommen sind, als daß die großen Völker, zu denen wir emporgeblickt haben als zu den vornehmsten der europäischen Zivilisation, sich Rußlands Führung übergeben, sich hingeben, um Rußlands Rücksichtslosigkeit und gefährliche„ So erfreulich dieser Ausgang für das deutsche Volt ist, so Gewalt zu stärken wenn wir nicht so weit gekommen sind, daß unerfreulich ist er für die Krone Preußen. wir Ehrerbietung und Mitgefühl für den Kampf der großen gelben Denn es ist nunmehr alles eingetreten, was der König von Rasse für ihre Heimat haben wenn unsere Geldmacht und unsere Preußen noch vor wenigen Wochen nicht hatte anerkennen Geschäftsleute sich nicht der Gegenwart und der Zukunft gegenüber wollent. Graf Leopold wird als rechtmäßiger Regent des verantwortlich fühlen, sondern dem Ueberfall zu immer größerer Fürstentums anerkannt. Ja, selbst für den Fall, daß der Machtentfaltung und Grausamkeit verhelfen, als befäßen sie nur geisteskranke Fürst vor Erledigung der Streitfrage sterben sollte, Geld und nicht zugleich auch Kinder, die einmal das fühnen müssen, bleibt er Regent. Die Truppen werden auf seine Person bereidigt, was jene verbrochen haben- ja, dann müssen wir anderen Mit- gerade wie seinerzeit, als der Schwager des Kaisers die schuld daran haben." Regentschaft übernahm. Wenn es am 26. September hieß ich lasse Hierauf folgen unter anderem kritische und anfeuernde auch das Militär nicht vereidigen", so telegraphiert der Kaiser am Bemerkungen über die Friedensbewegung, die das„ Tageblatt" 18. November ich habe die Vereidigung der Truppen des Fürstentums unverkürzt wiedergibt. Sie beginnen mit folgenden Worten: auf Ihre, des Regenten Person, befohlen und ſeze Sie davon hier" Unsere Friedensbewegung, die so mächtig ist, mit unseren mit in Kenntnis". Wenn der Ton des Telegramms auch noch der Regierungen und Parlamenten an der Spize, mit den wuch- alte ist jede Anrede und jeder Titel wird vermieden tigen Massen der Sozialisten aller Länder doch der Inhalt grundverschieden. Die Krone Preußen hat eben als Haupttruppe, diese Friedensbewegung wahrhaftig, vollständig ihren früheren Standpunkt aufgegeben. sie scheint jämmerlich ohnmächtig zu sein. Man muß glauben, daß sie schon vor lauter Phrasenschwall und Heuchelei in die Brüche gegangen ist." Wenn aber Björnson dann über die Unterdrückung der Angehörigen fremder Nationen innerhalb einzelner europäischer Staaten spricht, so unterschlägt das„ Berliner Lageblatt" wieder die auf Deutschland gemünzten Säße: so ist Be= All die Aufregung, all die Unruhe, all das Unbehagen, das die lippesche Frage aufgerührt hat, hätte also vermieden werden fönnen, wenn der verantwortliche Ministerpräsident sich rechtzeitig über die Auffassung im Bundesrate informiert und dementsprechend seinem Herrn geraten hätte. Aber wahrscheinlich hat er dazu gar eine Gelegenheit gehabt. Das Telegramm iſt in Rominten aufgegeben worden, ohne ohne daß der Kanzler, der in Homburg weilte, eine Ahnung davon hatte. Das ist das Es sollte nicht möglich sein, deutscher Friedensfreund zu fein dauerliche und Bedenkliche ant der ganzen Sache, das sie und eine so große Gefahr, wie die elsaß- lothringische Frage mit weit über die Bedeutung einer Meinungsverschiedenheit zwischen sich zu schleppen, beständig weiter zu schleppen, ohne den Versuch dem Könige bon Preußen und einem anderen Bundes einer Lösung zu machen; die Friedensfreunde sollten bereit sein, fürsten emporhebt. Wichtige politische Anordnungen werden getroffen, das zu erdulden, was es fostet, sich gegen ein nationales Vorurteil ohne daß der verantwortliche Minister davon benachrichtigt, geschweige zu erheben. Des weiteren müssen sie Partei ergreifen gegen die denn um seinen Rat gefragt wird. Es ist ein Zeichen des unverantwortliche Unterdrückung der dänischen Sprache in Nord- persönlichen Regimentes, das trotz aller Anerkennung der schleswig, der polnischen in Polen. Das Gespenst mittelalterlicher fonstitutionellen Einrichtungen bei uns weiter besteht. Wir haben Staatenbildung muß nicht länger den Geist erwürgen können. auch gar keine Garantie, daß das, was sich früher in Swinemünde In unseren Tagen gewinnt man mit diesem Geist nichts als Haß und legthin in Nominten ereignete, sich demnächst nicht an einem und Kriegsgefahr.. Björnson verfolgt mit seinem Artikel hauptsächlich den anderen Orte, in einer vielleicht viel wichtigeren Sache wiederholen wird. Zweck, die einzelnen Nationen auf ihre eigenen Sünden, die den Fortschritt der Friedenssache hemmen, aufmerksam zu über die in der Presse gegenwärtig geschrieben wird, soll nicht direkt Die Zukunft des zurückgetretenen gothaischen Ministers Hentig, machen. Wenn es nun in allen Ländern so gemacht wird, wie zum Hofe führen; er soll nicht Lucanus ersetzen. Vielmehr werde es das„ Berliner Tageblatt" macht, und gerade die Stellen er, dem„ Kl. Journ." zufolge, die immer mehr üblich werdende unterschlagen werden, die sich auf das eigene Land beziehen, Ministerkarriere einschlagen und die Leitung eines industriellen Werks so muß der Zweck selbstverständlich verfehlt werden und jedes übernehmen. Land kann dann auf den Nachbar deuten und sagen:„ Was ist der doch für ein Schuft!" " Der große norwegische Dichter und Friedensapostel fühlt fich auch veranlaßt, den Sozialismus, von dem er schon oft viel Der Kommandant S. M. S. Vineta" meldet über die Anerkennenswertes gesagt hat, anzugreifen, was selbstverständHilfeleistung bei dem sieben Seemeilen nördlich von Swakop- lich das Tageblatt" nicht verschweigt, wir aber auch feine mund im Nebel gestrandeten Transportdampfer Gertrud Ursache haben zu verschweigen. Er sagt in seinem Artikel: Wörmann": Die Fähnriche und Paffagiere sind durch" Aber unmittelbar hinter dem verderblichen Einfluß, den der S. M. S. Vineta" an Bord genommen; desgleichen das Aberglaube der Staatsraison auf die Volksseele übt, kommt die verbrecherische Saat( in Politiken" heißt es syndige Expeditionskorps. Sie sind nach Swakopmund gebracht. Es wird versucht, zunächst die Pferde, dann die Ladung an Säd" fündhafte Saat") des Klassentampfe 3. Ohne Zweifel müssen wir die Hoffnung dauerhaften Friedens auf die Land zu bringen. Leichter und Dampffahrzeuge sind in geSozialisten gründen. Aber was richten die nicht alles mit ihrem nügender Anzahl vorhanden. Wenn das Wetter gut bleibt, Klassentampf an! Krieg gegen alle anderen Klassen!" Wieviel tann voraussichtlich der größte Teil der Ladung geborgen frankhafte Wünsche, wieviel niedrige Büste erweckt nicht der Klassenwerden, während der Dampfer selbst wohl verloren sein fampf, und wie brutal macht er die Gesellschaft! In einer solchen wird. Atmosphäre wird der Krieg nie aussterben können. In einer solchen Atmosphäre ist jedes Mitgefühl mit den Opfern des Krieges vernichtet. Wäre dies nicht der Fall, so würde die ganze Seelen empörung in allen europäischen Staaten schon allgemein und stark genug sein, um den Regierungen Furcht einzujagen und sie zu zwingen, sich ins Mittel zu legen." Weitere Berlufte. Berlin, 20. November. Amtliche Meldung. An Typhus gestorben: Rudolf Kiesel, geboren 10. April 1875, am 30. Oftober in Grootfontein; Gefreiter Wilhelm Goller, geboren 6. Juli 1870, am 16. November in Windhuk; Gefreiter Wilhelm Bruns, geboren 16. Januar 1882, am 24. Oftober in Epuliro; Reiter Georg Vogt, geboren 22. Januar 1884, am 16. November in Otjimbinde. An Herzschwäche gestorben: Reiter Wilhelm Ehmle, geBoren 13. August 1882, am 4. November in Dijinamangombe infolge Herzschlages. An Darmblutung gestorben: Reiter August Woithe, geboren 17. Juni 1882, am 4. November bei Otjinamangombe. Gefallen: Gefreiter August Steiner, geboren 5. Januar Vermißt: Reiter Bruno Brudmann, geboren 2. Juni 1881, am 22. Oktober bei Dwikokorero beim Einziehen der Viehwache. 1880, am 15. November bei Okatambaka. Berlin, 21. November. Amtliche Meldung. An Typhus gestorben sind: Reiter August Kulse, geboren am 12. Februar 1883, am 14. November in Epukiro; Reiter Erich Becker, geboren am 20. Januar 1882, am 17. November in Okahandja; Reiter Anton Babila 3, geboren am 20. Januar 1880, am 16. November in Waterberg. Die Friedensheuchelei des Liberalismus. Björnstjerne Björnson hat in verschiedenen europäischen Blättern einen Friedensheu che le i" unterschriebenen Artikel veröffentlicht, den in seiner Montagsausgabe auch das„ Berliner Tageblatt", wie das Blatt selbst bemerkt: auszugsweise, abgedruckt hat. Es hat aber mit diesem Auszug eine eigene Bewandtnis. Es ist nämlich darin das für das deutsche Publikum Wichtigste und so recht für die Deutschen Geschriebene ausgelassen worden. Und so bildet dieser Auszug des Berliner Tageblatts" einen unwillkürlichen Beweis dafür, wie recht Björnson, gerade was die deutsche Bourgeoisie anbelangt, mit dem Vorwurf der Friedens Heuchelei hat. Wir fühlen uns nicht veranlaßt, uns mit Björnson über das Verbrecherische oder Sündhafte, was er in der total unund mißverstandenen Theorie des Klassenkampfes zu finden meint, auseinanderzusetzen. Wenn er aber die Verstümmelung feines Artikels im Tageblatt" gewahr wird, dann wird er wohl begreifen, warum die deutsche Sozialdemokratie feine besondere Liebe für das deutsche Bürgertum empfindet, dessen freifinniges Organ jämmerlich alles unterschlägt, was die Friedensheuchelei im eigenen Lande betrifft, selbst in einem Fall, wo, wie hier, das Blatt nicht selbst, sondern ein anderer die Verantwortung übernimmt. 19 Deutsches Reich. Ein neuer Standesherr. In die Erste sächsische Ständekammer wurde der Finanzrat a. D., früherer Leiter der Kruppschen Werke, jetziger Vorsitzender des Aufsichtsrates der Dresdener Bant Dr. Jende berufen. Die Berufung gilt als ein Entgegenkommen gegen die sächsische Großindustrie, welche Klage führt über uns genügende Vertretung in der agrarisch beherrschten Erſten Kammer. Bei der letzten Reichstagswahl ist Dr. Jende als Kandidat der verbündeten Ordnungs" parteien gegenüber unserem verstorbenen Genossen Rosenow aufgestellt gewesen. Das Boltsurteil bedankte sich für den Mann des Zentralverbandes der Industriellen. So wurde er für die Kammer der Herren" reif. Stuttgart, 21. November.( Privattelegramım.) Bei der Ersa z wahl zum Württembergischen Landtag im Bezirk Mergentheim er hielt von 4928 abgegebenen Stimmen der Kompromißkandidat der vereinigten Nationalliberalen und Demokraten Oberforstrat Keller 2322, der Kandidat des Bundes der Landwirte Mitnacht 1542 und der Kandidat des Zentrums Landwirt Deuffer 1064 Stimmen. Es findet also Stichwahl zwischen Mitnacht und Keller statt. Man sieht diesen Wahlansgang als das Resultat einer bereits vor der Hauptwahl zwischen dem Zentrum und den Bündlern getroffenen Vereinbarung an. Das Zentrum sah bereits, daß es selbst in einer Stichwahl gegen die evangelische Mehrheit des Kreises unterliegen würde und soll daher den Bund der Landwirte zur Aufstellung eines eigenen Kandidaten inspiriert haben; dieser erhielt bei der Hauptwahl auch die reinen Bündlerstimmen und wird bei der Stichwahl auch die Zentrumsstimmen erhalten. Bird nach dieser Berechnung der Bund der Landwirte fiegen, so fann sich das Zentrum den Wahlausgang als poli tischen Erfolg aurechnen. Der Bund der Landwirte und speziell Kandidat werden einer Verfassungsrevision, die den Zentrumseinfluß der in Mergentheim gegenwärtig von der Zentrumsgnade abhängige schwächt, sicherlich nicht zustimmen. Gelingt es also den vereinigten Liberalen nicht, bei der Stichwahl genügende Reserven heranzuziehen, so ist die schon sehr fragwürdige Zweidrittel- Mehrheit für die Verfassungsrevision noch um eine weitere Stimme vermindert. Gelsenkirchener Wasserwerks- Prozeß. Essen, den 19. November.( Eig. Ber.) Revolutionäre Umtriebe. Wegen revolutionärer Umtriebe foll Die heutigen Verhandlungen erbrachten zunächst wieder eine technach dem Wortlaut des Ausweisungsbefehls die russische Studentin nische Auseinandersetzung über die Kommunikation zwischen den verJanina Berson lästig geworden sein. Jetzt enthüllt das Berliner schiedenen Brunnen, Maschinen 2c. Es soll dadurch eruiert werden, ob Tageblatt", worin die revolutionären Umtriebe bestanden haben. das an den verschiedenen Stellen gewonnene Wasser Zutritt zu den " Janina war wirklich nicht so schuldlos, wie es im ersten gesamten Rohrnet hat. Nach den Anlagen ist das gut möglich, ob es Augenblick den Anschein hatte; die etwas exzentrische Russin lebte in im vorliegenden Falle geschehen ist, hängt von der Schieberstellung ab. einer Umgebung, deren Tun und Treiben der Polizei als verdächtig Klarheit hierüber konnte aber wiederum nicht geschaffen werden; bekannt war, und selbst der Vater Janinas war erschüttert, als er bei die Gutachter werden sich später darüber eingehend auslassen. Die seiner Ankunft in Berlin hörte, in welcher Gesellschaft sich seine Tochter Frage ist, wie schon betont, von einschneidender Bedeutung. Die bewegt hatte. In der Heimat war Fräulein Berson weit entfernt, sich mit Anklage geht nämlich aus von der Voraussetzung der Kongruenz anarchistischer Literatur zu beschäftigen. Im Hause ihrer wohl zwischen dem Verseuchungsgebiet bei der Epidemie von 1901 im Gelsenhabenden Eltern wurde Janina, die jüngste von sechs Töchtern, firchener Bezirk und dem Rohrnetz des Wasserwerks. auf das sorgfältigste verzogen(?) und niemand von ihren An- Juteressant gestaltete sich die Vernehmung des Wasserwerksgehörigen ahnte, auf welchen Wegen man deni jungen Mädchen direktors Windeck, der vom 1. Januar 1887 bis Mitte 1888 Leiter einst begegnen sollte. Janina hätte es daheim unter ihrer Würde des Gelsenkirchener Werkes war. Es kam mehrfach zu Auseinandergehalten, auch nur einen Finger an eine grobe Arbeit zu rühren, setzungen mit dem Angeklagten Schmitt. Nach den Bekundungen und in Berlin lebte sie mitunter elender als die ärmste Prole- Windecks wird die von den Angeklagten immer betonte Harmlosigkeit bei tarierin. Wohin der monatliche Zuschuß von zweihundert Mark der Entnahme von Ruhrwasser widerlegt, lettere aber auf ein ganz gewandert ist, den ihr der Vater pünktlich fandte, ist unerfindlich; fleines Quentchen reduziert. Als Windeck nämlich kurz nach seinem Janina selbst gönnte sich kaum fatt zu essen, und ihre Garderobe Eintritt Kenntnis von der Benutzung eines Stichrohrs erhielt, ist er Björnson weist in seinem Artikel zunächst auf die Gefahr war bei der Ankunft des Vaters in so trostlosem Zustande, daß in sehr erregt geworden; sofort hat er dem Aufsichtsrat eine hin, die die russische Eroberungs- und Unterdrückungspolitik, der Eile erst neue Kleidung gekauft werden mußte." diesbezügliche Vorlage gemacht und ungesäumt Filteranlagen in sowie die Träumereien von einem unüberwindlichen russischen Daß die Tochter eines reichen Mannes, die daheim grobe Angriff genommen. Das Stichrohr hat Windeck sofort gesperrt, die Weltreich, wie sie bei einem Teil der russischen herrschenden Arbeit unter ihrer Würde gehalten hat, proletarisch zu leben beginnt Schieberleitung abnehmen lassen. Schmitt müsse davon Kenntnis Klaffe Eingang gefunden haben, für den Weltfrieden wie für und ihr Geld für andere Zwecke ausgibt als für Garderobe das erhalten haben. Klasse Eingang gefunden haben, für den Weltfrieden wie für ist allerdings für das Polizeigemit des„ Tageblatts" außerordentlich Schmitt bestreitet das; W. habe das Stichrohr gar nicht gesperrt, die ganze westeuropäische Kultur bilden. Er kritisiert dann verdächtig. Aber durch das Strafgesetzbuch ist die grobe Arbeit und es sei immer Ruhrwasser verbraucht worden. Während der Auseinander die Russendienstfertigkeit der anderen Nationen, besonders der die schlechte Kleidung von Personen, die es eigentlich icht nötig" fetzung macht der Vorfigende den Schmitt darauf aufmerksam, daß Deutschen und Franzosen. Ueber Deutschland sagt er folgendes, haben, doch nicht verboten, und lästig macht Arbeit und schlechte er früher die Anlage des neuen Stichrohres immer in das was das„ Tageblatt" unterschlägt: Kleidung auch nicht. Jahr 1886/87 verlegt habe, nun soll es auf einmal erst 1902 antgelegt fein. Zeuge Winded erklärt weiter, nach der von ihm vor genommenen Anlage des Filterkanals sei eine Verwendung von Ruhrivasser nicht erforderlich gewesen. Schmitt behauptet wieder 11 Wir sehen, wie Deutschlands große Dampfer teils geradezu an Rußland verkauft werden, um in Kriegsschiffe verwandelt zu verden, teils Kohlen zum Kriegsgebrauch für Rußland zusammenschleppen. Wir ahnen die unter der Hand gegebenen Auf" Die nette Notiz soll offenbar den Mißgriff der Polizei entschuldigen; sie habe die Tochter des reichen Mannes eben für eine Proletarierin halten müssen, und habe sich deshalb feine Rücksicht auferlegt. V Zwischen Schmitt und Windeck ergeben sich noch weitere Widersprüche, so behauptet ersterer, er habe das alte Stichrohr sperren Tassen; 2. bleibt entschieden bei seinen Bekundungen und wird darin im wesentlichen von dem nachfolgenden Zeugen, dem früheren Betriebsführer auf dem Gelsenkirchener Wasseriverk, Grothe, unterstützt. Windeck hat vor seinem Abgange dem Aufsichtsrat weitere Anlagen dringend empfohlen, ist damit aber abgewiesen worden. bas Gegenteil; Prof. Holz gibt darauf einige technische Auf- Ueberzeugung, daß wir Mulden behaupten werden. Der Geist der freien Spiel der wirtschaftlichen Kräfte auf das Arbeitsverhältflärungen, die die Angaben Windecks bestätigen. Auf Befragen Armee ist ausgezeichnet. erklärt er, das Stichrohr darum gesperrt zu haben, weil er ganz nis anwendet. Der angebliche Geselle ist ein ausgesprochener Tokio, 20. November.( Bur. Reuter.) selbstverständlich die Entnahme von Ruhrwasser für unzulässig Tätigkeit am Schaho scheint auf das nahe Bevorstehen einer großen der Arbeiter. Nur für sich allein will dieser Geselle der FachDie zunehmende Feind des Streiks, wie überhaupt des solidarischen Vorgehens gehalten habe. Riesendahl bestätigt im allgemeinen die An- Schlacht hinzudeuten. Die Scheinbewegungen der Russen haben offengaben Windeds, im Gegensatz zu einer Behauptung des Schmitt. bar den Zweck, die Japaner vorzulocken; ihre Angriffe wurden fämt zeitung" unter Ausnutzung der Konjunktur Forderungen stellen, Dieser behauptet auch, W. habe einen strittigen Brunnen angelegt, lich zurückgeschlagen, doch scheinen die Japaner ihre Erfolge nicht und die Redaktion sagt dazu schmunzelnd:„ Wenn derartige Riesendahl meint dagegen, W. habe diesen Brumen entfernt. Von ausgenutzt zu haben. Das Hauptquartier hat gestern folgenden Be- Anschauungen allgemeiner in diesen Kreisen( der Gesellen) einem anderen Brunnen, der auf einer Zeichnung eingetragen ist, richt des Marschalls Ojama vom 18. d. W. erhalten: Heute bei verbreitet wären, so würde eine Verständigung in allen Stücken die von W. unterzeichnet ist, behauptet W., er sei erst nach Tagesanbruch machte eine feindliche Abteilung einen Angriff bei leichter zu erzielen sein." träglich eingezeichnet. singlungtun, wurde aber zurückgeschlagen. Seit heute vormittag unterhält der Feind aus der Nähe von Schahopau auf unsere nehmern gefallen. Wenn sie allgemein unter den Arbeitern Das glauben wir, daß solche Anschauungen" den UnterStellungen ein indirektes Feuer mit Mörsern und Feldgeschützen, verbreitet wären, dann bedürfte es gar keiner Verständigung, hat aber keinen Schaden angerichtet. Bei Hsiamjantsou wurde eine russische Infanterieabteilung entdeckt und von uns beschossen, worauf sondern die Unternehmer könnten einfach die Arbeitsbesie in Verwirrung nach einem nahegelegenen Dorfe floh." dingungen bestimmen. Zum Glück für die Arbeiter sind„ solche Ein deutscher Blockadebrecher abgefangen? Anschauungen" in ihren Kreisen aber gar nicht verbreitet, und marine- Amt gibt bekannt: Am 19. 5. M. um 3 1hr früh Blattes angehört. Obendrein ist dieser Mitarbeiter ein recht Tokio, 21. November.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) Das ehe wir den Fachzeitungs"-Gesellen nicht kennen lernen, verTokio, 21. November.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) Das muten wir, daß er der Redaktion oder dem Mitarbeiterstabe des sichtete ein auf der Höhe von Ventas kreuzendes Geschwader Blattes angehört. Obendrein ist dieser Mitarbeiter ein recht das deutsche Dampfschiff. Batelan", das in der Richtung ungeschickter Mann, denn er hat seiner Redaktion ein arges nach Port Arthur fuhr. Das Kanonenboot Tatsuta" ver- Kuckucksei ins Nest gelegt. Der Mann schreibt nämlich, er sei folgte und überholte um 5 Uhr früh den Batelan", nicht grundsätzlich gegen das Koalitions recht, aber gegen die Medizin und tonserviertes Rindfleisch an Bord hatte. beiterfreisen als Pflicht gilt, sich zur gemeinsamen Wahrnehder eine große Menge Winterkleider, Deden, Koalitions pflicht. Das heißt, er will nicht, daß es in ArDer Kapitän erklärte, er gehe nach Niutschwang, doch wurde mung von Berufsinteressen zu vereinigen. verdachterregend angesehen und das Schiff deshalb beschlagnahmt traggebern ins Gesicht schlägt. Die Fachzeitung" ist das Organ die von ihm verfolgte Route und die Natur der Schiffsladung für und nach Sasebo gebracht. Als Grothe Kenntnis von dem Stichrohr erhielt, ist die Sache fehr geheimnisvoll behandelt worden. Der Staatsanwalt beantragt die Vorlegung der Protokolle der Aufsichtsratsfitungen. Das Gericht beschließt dementsprechend. In einer Abendsizung werden zuvörderft Dispositionen getroffen, um möglichst am Montag mit der Zeugenvernehmung zu Ende zu kommen und die Verhandlungen nicht noch über die nächste Woche hinaus auszudehnen. Unternehmer Simons hat verschiedene Rohranlagen für das Wasserwerk ausgeführt, Einzelheiten sind ihm nicht mehr gegen wärtig. = " 〃 Aus Induftrie und Handel. Bedauernswerte Fachzeitung", die ihren eigenen AufZeuge Unternehmer Dünklenberg bestreitet die Be= hauptungen des Angeklagten Schmitt betreffend Verunreinigung der der Berliner Tischlerinnung, die wie alle ZwangsFilteranlagen und dadurch auch der Leitungen, infolge von Ueberinnungen auf dem gesetzlichen Koalitions z wang beruht. schwemmungen, die Fäkalien von Schweinen, Hühnern und einer AnDie Fachzeitung" ist auch das Organ vieler Arbeitgeberber. zahl von Dünklenberg beschäftigten polnischen Arbeiter enthielten. einigungen der Holzindustrie, und diese Vereinigungen haben Dünklenberg bemerkt auf Anfrage, daß er im August 1902 von Herr August Thyssen, der bekannte Industriekönig des gerade in dem gegenwärtigen Kampf bewiesen, daß sie die Schmitt in Wiesbaden auf der Straße angesprochen worden sei, rheinisch- westfälischen Kohlen- und Eisenreviers, hat, wie manche Koalitions pflicht zum Prinzip erheben. Wie haben die Schmitt habe die Rede auf die Epidemie gebracht und sich an Hand andere Könige auch, die Schwäche, recht viel von sich reden zu machen, Führer der Holzindustriellen dafür agitiert, daß alle Berufseiner Notiz in der Rhein.- Westf. Zeitung" über angebliche Ver- und dieses Bedürfnis wissen seine Getreuen in der Presse geschickt angehörigen die Aussperrung mitmachen und wie rücksichtslos unreinigungen bei Neuanlagen auf der linken Ruhrseite erkundigt. Er auszunußen. Fast täglich findet man in irgend einem kapitalistischen gehen sie gegen diejenigen vor, welche sich der Koalitionspflicht ( Beuge) habe solche Verunreinigung bestritten und Schmitt erklärt, es Blatt oder Blättchen die„ kraftvolle"," geniale"," einzigartige" ſeien nur ausgepumpte Wäffer durchgebrochen. Schmitt hat obige Angaben Persönlichkeit des Herrn Thyssen gerühmt und als deutsches Pendant entziehen. Wenn also solche Anschauungen", wie sie der in einer Verteidigungsschrift niedergelegt. Auf eine Frage des Vor- neben die Pierpont Morgan, Rockefeller, Carnegie usw. gestellt " Fachzeitungs"-Geselle vertritt, maßgebend sein sollen, dann sigenden, wie er zu den Angaben gekommen sei, verweigert Schmitt worin wir, nebenbei bemerkt, nach unserer Ansicht eine recht zweifel- müßten die Holzindustriellen ihre vielen Interessentenvereinidie Aussage. hafte Ehrenbezeugung erblicken. Herr Thyssen scheint aber diese gungen schleunigst auflösen. Lobhudelei noch immer nicht zu genügen. Er ist höchst eigenhändig bemüht, den Blättern noch mehr Stoff zur Erwähnung seines Namens und seiner Thaten zu liefern. So haben vor einigen Tagen mit Aplomb die Firma Thyssen u. Ko. und die Gewerkschaft Deutscher Kaiser, d. h. ebenfalls Herr Thyssen, die eigenartige Erklärung ers lassen, daß sie Bandeisen fünftig nicht mehr zu den seitherigen verlustbringenden Preisen abgeben wollen. Was soll dieses Hinausposaunen einer nur bestimmte enge Geschäftskreise interessierenden Angelegenheit? Darüber ist sich doch jedermann klar, daß auch nach dieser Er- die Arbeitgeber- Zeitung" berichtet, wurde fürzlich in einer Ver Was soll überhaupt die Erklärung besagen? hat auch jezt noch keine Veränderung der Situation gezeitigt. Wie flärung die Firma Thyssen noch vollständig freie Hand hat, denn sammlung der Kühnemänner folgende Resolution angenommen; sie vermeidet es wohlweislich, einen Preis anzugeben, zu dem sie verkauft. Und es ist auch nicht anzunehmen, daß sie ihre Preise höher als diejenigen der Vereinigung der Bandeisen- Walzwerke sehen wird, denn sonst blieben ja die schönen Aufträge aus. Zeuge Nowakh bestätigt im allgemeinen die Angaben des Borzeugen. Die Verhandlungen werden auf Montag vertagt. Husland. Frankreich. Einigkeitsverhandlungen. Paris, 19. November.( Eig. Ber.) Die sozialistische Einigkeitskommission hat am 15. November eine Vorversammlung abgehalten, an der sich zunächst nur die Delegierten der P. S. de F.( rebolutionäre Sozialisten) und der P. S. F.( Jaurèsisten) beteiligten. Es galt ja zunächst, die Vertretung der" Revolutionär- sozialistifchen Arbeiterpartei"( Allemanisten) und der autonomen, d. h. keiner Landesorganisation angehörenden Departementsföderationen zu regeln. In dieser Beziehung wurde nun beschlossen, diejenigen Rheinisch- Westfälischen Zeitung" gemeldet wird, die Firma Thyssen Aber die Sache wird noch furioser dadurch, daß, wie der Föderationen zu den Einigkeitsverhandlungen zuzulassen, die nach sich noch erst wenige Tage vorher mit recht erflecklichen Aufträgen weislich schon vor dem Amsterdamer Kongreß konstituiert waren und vermutlich zu den noch unlohnenden Preisen versorgt hat und damit die Beschlüsse der internationalen Kongresse als Grundlage der dem Markte für die nächste Zeit das Gepräge gegeben hat. Der Einigkeit anerkennen. Jede dieser autonomen Föderationen soll in Martt ist durch die billigen Vorverkäufe für die nächste Zukunft der Einigkeitskommission durch einen Delegierten vertreten sein. jedenfalls unterminiert" und die durch die Firma Thyssen u. Ko. Die kleine allemanistische Partei- Organisation erhält ebensoviele Ver- auspofaunte Preiserhöhung hat im Grunde nur statistischen Wert. treter wie die beiden großen Landesparteien, wobei die Stärke jeder Von jetzt bis zum 31. Dezember haben es auch die Stahlwerke nicht Parteivertretung auf sieben Kommissionsmitglieder herabgefekt nötig, große Posten zu verkaufen und am 31. Dezember können sich wurde( anstatt der früher gewählten 15 gliedrigen Delegationen). die Zustände wieder ändern. Aber es ist doch gar zu schön, in der Von wichtiger Bedeutung ist der einstimmig gefaßte Beschluß Presse zu lesen:" Herr Thyssen tritt kraftvoll der Schleuderkonkurrenz der Vorversammlung, die schiedsrichterliche Entscheidung entgegen!" des Internationalen Sozialistischen Bureaus anzurufen über jede wichtige Frage, die einen als unversöhnlich erachteten Meinungsgegensatz hervorrufen sollte." Man denkt dabei selbstverständlich vor allem eventuell an die Bloc- Frage falls, toie jetzt hinzugefügt werden darf, das Kabinett Combes nicht inzwischen das Zeitliche gesegnet hat. Die erste vollständige Versammlung der Einigkeitskommission findet am 29. November statt im Size des Zentralrates der Amerika. P. S. de F. Die neue Friedenskonferenz. " Solche Anschauungen" werden wohl in Unternehmerfreisen nicht playgreifen, und deshalb denken auch die Arbeiter nicht daran, ihre bewährten Ansichten abzutun und sich solchen Anschauungen" zuzuwenden. Berlin una amgegend. Die Aussperrung in der Gelbmetall- Industrie " Die Generalversammlung der Vereinigung Berliner Metallwaren- Fabrikanten nimmt Kenntnis von dem gegenwärtigen Stande des Streifs. Sie erklärt, daß sie in Anbetracht der weit borgeschrittenen Saison kein dringendes Interesse an einer schleunigen Beendigung des Streiks hat. Da die Versammlung sich in der Behandlung der vorkommenden Fragen mit der Vertrauensfommission durchaus eins weiß, so hält sie eine Versammlung in der nächsten Zeit nicht für notwendig." " In der gestrigen Streifversammlung charakterisierte Wiesen. that diese Resolution als einen bloßen Schreckschuß, mit dem die Fabrikanten nach außen hin den Anschein zu erwecken suchen, als sei ihnen der Streit jetzt, da die sogenannte Weihnachtskonjunktur doch nicht mehr ausgenügt werden könne, bereits gleichgültig geworden. Bei den Streifenden und Ausgesperrten fönne damit aber um so weniger Eindruck gemacht werden, als diese bei dem borjährigen Streif erfahren haben, wie intensiv die Fabrikanten darauf losproduzieren ließen als sie nach Aufhebung des Streits ihre alten Arbeiter wiederbekamen. Die Arbeitsgelegenheit im Maschinengewerbe hat sich in letzter Eine scharfe Kritik erfuhr auch diesmal das Verhalten der Polizei Beit wesentlich vermehrt. Sowohl der inländische Markt als auch den Streifposten gegenüber. Fortgesetzt finden Sistierungen, statt das Ausland ist wieder aufnahmekräftiger, abgesehen von Rußland. und Strafmandate regnet es in Masse. Die Verfolgung von Streif Im allgemeinen ist in den Betrieben, die Spezialitäten herstellen, posten nimmt zeitweilig die sonderbarsten Formen an. Ein die Arbeitsmenge reichlicher als in den übrigen Maschinenfabriken. Schleifer war beim vo rjährigen Gürtler- und Drückerstreit von Merklich gehoben hat sich z. B. der Beschäftigungsgrad im Kesselbau. einem Kriminalbeamten des groben Unfuge bezichtigt worden und be Sowohl nach Industriekesseln als nach Schiffsteffeln ist die Nachfrage tam sein übliches Strafmandat über 30 M. Auf eingelegte Berufung im Steigen begriffen. Die Steigerung des Umsatzes im Schiffskessel- hin wurden zweds Beweiserhebung nacheinander nicht weniger als bau hängt eng zusammen mit der erhöhten Tätigkeit auf den Schiffs zwölf Termine in der Angelegenheit anberaumt und stets wieder berwerften, wo auch die kleineren Betriebe wieder über befriedigende tagt, bis jetzt vor kurzem die ganze Sache endgültig niedergeschlagen Aufträge verfügen. Der Dampfmaschinenbau liegt nach wie vor noch worden ist. Wieviel unnüße Scherereien der Schleifer von dieser Köln, 21. November. Der„ Kölnischen Zeitung" wird aus Berlin danieder. Immer mehr Betriebe gehen dazu über, den Bau von polizeilichen und staatsanwaltlichen Aktion gehabt hat, kann sich jeder von heute gemeldet: Die von Amerika ausgegangene Einladung Dampfturbinen und Gasmotoren aufzunehmen. Freilich dürfte es selbst denken. zu der Haager Konferenz hat wohl überall in Berichtigend wurde sodann mitgeteilt, daß der Fall der Welt den fleineren Betrieben nur schwer möglich werden, im Dampf- ivo einem Arbeitswilligen 42 M Wochenlohn und warmes Abendbrot sympathischen Wiederhall gefunden. Wie wir hören, hat die turbinenbau große Erfolge zu erringen, da hier Werke wie die All- zugesichert wurden, nicht die Firma Schäffer u. Walcker, sondern die englische Regierung sich im Grundsatze mit der Ein- gemeine Elektrizitätsgesellschaft die Fabrikation in einem solchen Um- Firma Niemann, Kommandantenstraße, betrifft. berufung der Konferenz einverstanden erklärt unter Vor- fange aufgenommen haben, daß ein erfolgreicher Wettbewerb so gut behalt einer genaueren Feststellung des Zeitpunktes vie ausgeschlossen ist. Gut beschäftigt sind die Lokomotivfabriken. und des Programms der Verhandlungen. Die deutsche Selbst in den Betrieben, die vor furzem noch über ungenügende AufRegierung hat zugestimmt, ohne schon jetzt auf Einzelheiten einzugehen. In dem Sinne wie Deutschland und England haben bereits Die meisten Staaten geantwortet. Auch Rußland ist zur Teilnahme an der Konferenz, bereit, falls die Verhandlungen auf einen Zeitpunkt nach Beendigung des Krieges angefeßt werden. Ueber die Stellungnahme der Japaner ist noch nichts Sicheres zu erfahren gewesen. Vom ostasiatischen Kriegsschauplatze. Die Lage vor Port Arthur. träge sich beklagten, hat sich die Beschäftigungsgelegenheit gehoben. Nach Arbeitsmaschinen für einzelne Gewerbe ist die Nachfrage gleichfalls steigend. Sogar aus dem Mühlengewerbe und der Zuckerindustrie gehen wieder mehr Aufträge ein. Besonders reichlich ist aber der Absatz von landwirtschaftlichen Maschinen. Der Inlands absatz hierin ist so gewachsen, daß die Abnahme der Ausfuhr, die gegenüber dem Vorjahre eingetreten ist, faum beachtet wird. Nur die Fabriken, die mit Rußland in geschäftlicher Verbindung stehen, werden von dem starken Rückgang empfindlich in Mitleidenschaft geDie Aussperrung der Tischler. " Wenn es mit einer Bewegung zu Ende geht, dann pflegen die Träger derselben nach einer Ausrede zu suchen. Dann richtet man wohl eine Art Popanz auf zu dem zwed, die Leute gruselig zu machen und sie zu verängstigen, um sie so bei der Stange zu halten." zeitung", der natürlich von der Aussperrung handelt. Die ange So beginnt der Leitartikel der neuesten Nummer der Fachführten Säße sollen sich auf die Arbeiter beziehen. Auf diese Seite passen sie nicht, aber vortrefflich stimmen sie zu der Taktik, welche die Fachzeitung" selber befolgt. Die spaltenlangen Artikel des Blattes haben keinen anderen Zwed, als die Tischlermeister, die nachgerade " egen. Auch im Fahrrad- und Automobilbau wird eine beträchtliche genug von der Aussperrung haben und das Ende des Kampfes herbeiSteigerung der Umsätze festgestellt. Im Anschluß an die Besserung fehnen, bei der Stange zu halten. Den Lesern de Fachzeitung" des Beschäftigungsgrades hat sich der Arbeitsmarkt der Metallarbeiter wird eingeredet, die Berechnung der Kosten, welche die Aussperrung Schanghai, 19. November.(„ Bureau Reuter".) Ein wütender derart gebessert, daß das bis vor kurzem noch starke Ueberangebot dem Holzarbeiter- Verbande verursacht, sei den Arbeitern unangenehm Angriff auf Port Arthur wurde am 17. d. M. wieder unternommen fast verschwunden ist. Günstig ist speziell der Arbeitsmarkt in Berlin. auf die Nerven gefallen, sie stimmen jezt eine außerordentlich sanfte und es heißt, die Japaner hätten einige Minengänge in wichtigen Schiffahrtshindernisse. Infolge der in letter Zeit eingetretenen Melodie an, statt der gellenden Siegesfanfaren höre man nur noch Stellungen besetzt. Eine Tokioer Drahtung der„ Times" befagt, nichtamtliche aber außerordentlich lebhaft gestaltet, denn alle Kähne, die während des Besserung des Wasserstandes hat sich der Schiffsverkehr auf der Oder elegische Klagelieder usw. Es ist uns unbekannt, woher die Fachzeitung" ihre Weisheit augenscheinlich zuverlässige Berichte lassen ersehen, daß die Japaner Sommers festgelegen haben, sind nun endlich in Fahrt gekommen. über die Stimmung in Arbeiterkreisen hat. Wir, die wir in ständiger am 17. November Sie Konter Escarpen der Forts Für die Fahrzeuge, welche den Oder- Spree- Kanal passieren müssen, Fühlung mit den organisierten Arbeitern stehen, lennen deren Erhunglanschan und Sungschushan in die Luft entsteht aber ein neuer langer Aufenthalt an den Fürstenberger Stimmung. Wir haben weder früher gellende Siegesfanfaren, noch sprengten, aber nicht die Mine am nördlichen Kitwan sch an- Schleusen. Es befinden sich dort ungefähr 350 für Berlin und jetzt elegische Klagelieder gehört. Es ist nicht die Art der Arbeiter, Fort entzündeten, da der Feind die dortige Konter- Escarpe- Galerie darüber hinaus bestimmte Kähne, die auf das Durchschleusen warten. Siegesfanfaren schon während des Kampfes anzustimmen, wenn man nicht geräumt hatte. Diese Explosionen richteten viel Schaden Trotz der von der Strombauverwaltung angeordneten Nachtschicht auch mit Sicherheit auf den Sieg rechnen fann. Elegische Klagelieder an und verursachten starke Verluste, aber den erwähnten Berichten werden innerhalb 24 Stunden nicht viel mehr als 30 Kähne durch anzustimmen, haben die Arbeiter gar keine Ursache und nun schon zufolge find die genannten Forts noch uneingenommmen. geschleust. Der tägliche Zugang ist mindestens ebenso start; auf eine gar, weil ihnen die Berechnung der Fachzeitung" auf die Nerven geTokio, 20. November.( Amtliche Mitteilung.) Die Verminderung des Schleusenranges fann also in absehbarer Zeit fallen sein soll. Das sind ja nur Redensarten, bestimmt, die wankend Armee vor Port Arthur berichtet, daß die Beschießung mit Schiffs nicht gerechnet werden, so daß die Schiffer wiederum zirka zehn Tage werdenden Tischlermeister bei der Stange zu halten". geschützen die Explosion eines russischen Pulver- stillliegen müssen. Die Situation ist um so bedenklicher, als bei der Auf seiten der Arbeiter bedarf man solcher Mittel nicht, denn magazins beim Arsenal herbeiführte. Die Tätigkeit bei den An- vorgeschrittenen Jahreszeit täglich der Eintritt von Frostwetter 3 immer werden die Aussperrungen, wo man es für zweckmäßig hält, hier wird der Kampf einmütig und geschlossen weitergeführt. Noch griffen auf die Forts schreitet dem Plane gemäß fort. befürchten ist; in Schlesien war in der Tat die Temperatur am MittVom mandschurischen Kriegsschauplatze. woch und Donnerstag vergangener Woche bereits unter den Gefrier- mit Arbeitsniederlegungen beantwortet. Ist das vielleicht ein Zeichen Petersburg, 20. November. Der Korrespondent der„ Birschewvija Regierungspräsidenten in Potsdam beantragt, die Leistungsfähigkeit Anlaß, elegische Alagelieder anzustimmen? Mag die" Fachzeitung Petersburg, 20. November. Der Korrespondent der„ Birschewvija punkt gesunken. Die Berliner Handelskammer hat deshalb beim bon Mutlosigkeit? Hat eine Arbeiterschaft, die so den Kampf führt, Wjedomosti" meldet aus Mukden vom 19. abends: Die in der ver- der Schleusen dadurch zu erhöhen, daß Schleppdampfer angemietet immerhin mit ihren Berechnungen die Meister„ bei der Stange gangenen Nacht begonnene heftige Kanonade hat noch nicht auf- werden, die das An- und Abbringen der Fahrzeuge beschleunigen. halten". Denen, die schon den Zeitpunkt der todmatten Erschöpfung gehört. Die Japaner griffen die vorgeschobenen Verschanzungen Auch durch eine weitere Vermehrung der Arbeitsfräfte wird sich wohl des Holzarbeiter- Verbandes ausgerechnet haben, wird es so gehen, auf dem Putilow Hügel wiederum an, doch wurde der eine schnellere Behandlung der zu durchschleusenden Kähne erreichen wie dem Arzt, der schon die Todesstunde seines Patienten vorauss gesagt hatte und dann erleben mußte, daß derselbe Patient in blühender Gesundheit und kräftiger als zuvor einherging. laffen. Gewerkschaftliches. Angriff unter sehr großen Verlusten des Feindes zurückMan bemerkt auf dem rechten Flügel, daß die geschlagen. Japaner starte Truppenabteilungen vorschieben, anscheinend in der Absicht, am Schaho anzugreifen. Unsere Artillerie zwang den Feind zum Rückzuge. Auf der Ostfront rückte eine starke Abteilung vor, um unsere Flanfe zu umgehen. Es ist noch Koalitionsrecht, Kvalitionspflicht, Koalitionszwang. nicht bekannt, об es wirklich die Vorhut einer großen Truppenabteilung ist oder eine Kriegslist vorliegt, welche die Die Fachzeitung der Tischlermeister" veröffentlicht einen Japaner gewöhnlich anivenden in der Hoffmmg, daß wir zwei Spalten langen angeblichen Brief eines angeblichen unser Zentrum entblößen werden. In der Armee herrscht die feste Tischlergesellen, der die abgestandene liberale Weisheit vom Doch nun zu etwas Anderem. Die Fachzeitung" sorgt auch das für, daß im ernsten Kampf der Humor nicht fehle. Er ist zwar unfreiwillig, aber deshalb nicht weniger ergöhlich. In fetter, ganz be= sonders in die Augen fallender Schrift erklärt die Facheitung" in aller Form und mit allem Nachdruck, baß nichts falscher ist als diese und alle ähnlichen Aussperrungen." Diese unfreiwillige Selbstfritik der Fachzeitung" trifft ja den Nagel auf den Kopf, aber es war nicht so gemeint. Der Redakteur " Am Freitag haben die Bautischlermeister beschlossen, von jetzt an fämtliche organisierte Gefellen, sobald sie mit ihren Arbeiten fertig find, auszusperren und die noch vorhandenen Arbeiten von Nicht organisierten anfertigen zu lassen. Dabei sollen sich die Meister, welche so glücklich" find, unorganisierte Gesellen zu beschäftigen, Konditoren! Die tgl. Hoflieferanten Th. Hildebrandt u. Sohn gegenseitig außhelfen. Wohl infolge dieses Beschlusses ist am Sonn- find jetzt gleichzeitig Streifbrecher- Lieferanten nach Stockholm geabend wieder eine größere Zahl von Arbeitern, nämlich 41, aus- worden. Sie lassen durch Stellenagenten nach Arbeitswilligen gesperrt worden. Es handelt sich hierbei, da in der Bautischlerei jetzt fahnden, sich zuweisen und versehen sie dann mit Stockholmer Adressen so wie so die Arbeit zu Ende geht, um Entlassungen, die auch ein- behufs schleunigster Verbindung. Wir erwarten, daß die Kollegen getreten wären, wenn das Aussperrungsfieber nicht herrschte. Als schaft dafür sorgt, daß derartige Exportgeschäfte der vielseitigen Antwort auf die Aussperrung haben am Sonnabend 31 Bautischler Firma nicht in Schwung kommen. aus zwei Rigdorfer Werkstellen die Arbeit niedergelegt, außerdem Zentralverband der Konditoren. traten noch 15 Tischler in den Streit ein, so daß also die Zahl derer, die am Sonnabend die Arbeit niederlegten, größer ist, als die der Ausgesperrten. Täglich reisen Ausgesperrte und Streifende in fleinerer oder größerer Anzahl von Berlin ab, um ihren Kollegen den Kampf zu erleichtern. Am Montag trat ein größerer Trupp von Ausgesperrten gemeinsam die Reise vom Anhalter Bahnhof aus an. " wollte jedenfalls schreiben Aus ft reuungen". Gr meint nämlich, Geistes Kind der Schüßling des Direktors Hiller ist. Folgender christlichen Jünglinge und Männer ahnten wohl, weshalb the die Ausstreuung", daß die Unternehmer den Holzarbeiter- Verband Resolution soll den städtischen Behörden unterbreitet werden: Führer fie Mann für Mann" eingeladen hatte. Sie machten sich bernichten wollen, wogegen er sich verwahrt. Dem Redakteur ber" Die am Donnerstag, den 17. November, zahlreich versammelten von anfang an durch störende, nicht zur Sache gehörige Zwischenrufe " Fachzeitung" ist aber das Wort„ Aussperrung" schon so geläufig Arbeiter der Gasanstalt Danzigerstraße protestieren entschieden gegen bemerkbar, während der Vereinsvorsitzende Hellmuth Leh. geworden, daß, wenn er einmal mit Aus" beginnt, die Feder infolge die Art und Weise, wie die dortige Leitung Maßregelungen organisierter mann die Ziele und Bestrebungen des Vereins darlegte. Es bes langer Gewöhnung mechanisch sperrung" endet. Die führenden Arbeiter vornimmt. Insbesondere verurteilen sie das am heutigen Abend durfte des energischen Eingreifens des Versammlungsleiters, RechtsHolzindustriellen werden mit Entsetzen gelesen haben, was für einen von vielen Rednern gekennzeichnete Spitzelsystem und erwarten von anwalts Broh, um dem Referenten die ungestörte Beendigung Schwupper ihr Redakteur gemacht hat. Hoffentlich verfahren fie den maßgebenden Instanzen, daß diesem ungeheuerlichen Zustande seiner Ausführungen zu ermöglichen. Der Referent bezeichnet es als gnädig mit ihm, denn daß der Feder des Redakteurs unbeabsichtigt ein Ende bereitet wird. In der Erwägung, daß der Dirigent Hiller die Aufgabe des Vereins, die wirtschaftlichen und rechtlichen die Wahrheit entschlüpft und in der Tat nichts falscher ist in der Sache Schulz der Gasdirektion ganz einseitige Angaben ge- Interessen der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter wahrzunehmen, als diese Aussperrung, das haben viele Tischlermeister macht hat, verlangen die Versammelten von den städtischen Behörden insbesondere auf die Abschaffung bestehender Mißstände hinzuwirken, bereits eingesehen, und auch die Führer werden binnen furzem zu eine erneute Untersuchung und die Bernehmung der Personen, die und die Bildung sowie das selbständige Denken der jungen Leute zu geben müssen, daß dem so ist. in der fraglichen Sache Aussagen machen können. Sie betrachten fördern. Um diese Aufgaben zu erfüllen, bedürfe es einer Organidie Entlassung von Schulz und Schröder als Maßregelung und jation, und die sei in dem genannten Verein geschaffen. fordern von den städtischen Behörden die Wiedereinstellung derselben." Als erster Diskussionsredner erhielt Herr Mumm das Der Verband wird beauftragt, alle Schritte zu unternehmen, Wort. Seine Freunde bereiteten ihm eine lärmende Ovation: Unser die zur Wiedereinstellung der beiden Kollegen führen. Herr Lizentiat lebe hoch, hoch, hoch!" schrien die christlichen Jüngs linge. Dazu gewaltiges Händeklatschen. Es war ein Lärm mit Hand und Wund, daß man meinen konnte, die Mummjünger bildeten die Mehrheit der Versammlung. In Wirklichkeit waren sie nur ein fleines, aber im ganzen Saale verteiltes Häuflein. Herr Mumm führte unter tosendem Beifall seiner Freunde aus, daß der neu gegründete Verein überflüssig ſei, da sich die christs lichen Jünglings- und Arbeitervereine ja mit gewerkschaftlichen und sozialen Fragen beschäftigen. Die Sorge um die uns Zur Aussperrung der Müllkutscher und Mitfahrer ist noch mit- wie der Klassenkampf, auf dem der Verein aufgebaut sei. Herr sterbliche Seele der jugendlichen Arbeiter erscheint dem Redner wichtiger zuteilen, daß die Berliner Abfuhrgesellschaft am Montag einen Teil Mumm beantragte eine Resolution, welche ausspricht, daß die Grünvon ihren ausgesperrten Leuten( 18 Mann) wieder eingestellt hat. dung des Vereins der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter zu verMit der Firma C. Scheller haben am Sonnabend sowohl, als auch urteilen ist, da die Interessen der arbeitenden Jugend am wirf am Sonntag Verhandlungen stattgefunden, nach deren Verlauf Herr samsten vertreten werden durch die öffentlichen Gewalten und die Scheller die Erklärung abgab, keinen von den alten Leuten wieder Gewerkschaften. Ferner wird in der Resolution den jugendlichen einstellen zu wollen. Damit ist die Sache mit dieser Firma erledigt. Arbeitern in erster Linie der Eintritt in die christlichen JünglingsEin Teil der Leute hat bereits Arbeit gefunden und der andere Teil und Gesellenvereine und nach Beendigung der Lehrzeit der Beitritt Das Koalitionsrecht der städtischen Arbeiter. wird sich solche nun anderweitig suchen. Somit haben diese beiden zu den christlichen Gewerkschaften empfohlen. Die Verlesung Wiederholt hat sich die Organisation der städtischen Arbeiter Firmen eine Ginigung abgelehnt. Sie wollen mit ihren Arbeits- der Resolution rief bei den Freunden des Herrn Mumm tosenden in der letzten Zeit damit beschäftigen müssen, in den einzelnen Be willigen obgleich die Berliner Abfuhrgesellschaft ihre meisten Beifall hervor, was zur Folge hatte, daß auch der andere Teil trieben der Stadt Berlin dem Bestreben unterer Vorgesetzter, den Tourenwagen immer noch mit drei und sogar vier Mann besetzt hat, der Versammlung weniger lärmende, aber doch entschiedene GegenAngestellten die Organisationszugehörigkeit zu erschweren, entgegen gegenüber den Firmen H. Scheller und Wirtschaftsgenossenschaft, fundgebungen laut werden ließ. zutreten. Nicht als ob man den Arbeitern das Recht strittig gemacht deren alte und erfahrene Leute dasselbe Pensum mit zwei Mann erNachdem sich der Lärm gelegt hatte, nahm Rechtsanwalt Broh hätte, sich zu foalieren, das wäre ja gegen das feierliche Verledigen weiter" leistungsunfähig" bleiben. Nach den seitens des Bundesrats getroffenen neuen Ablade- Mumm, den er nicht kenne, feinen Zweifel hegen, aber er betone, das Wort. Er wolle, sagte er, an den guten Absichten des Herrn sprechen des Oberbürgermeisters im März d. I. anläßlich der Etats bestimmungen müssen auf den Bahnhöfen zweds wirklich staubfreier der Verein wolle, daß die deutsche Jugend nicht weiter am Gängel beratung gewefen. Damals wurde den Arbeitern das Recht zuer Berladung bis zum 1. Januar massive Hallen oder sonstige fostspielige bande geführt werde von guten Freunden", die für andere dunkele fannt, daß sie den geseblichen 3uständen entsprechend staubfreie Berladungseinrichtungen eingerichtet werden. Da seitens Mächte arbeiten. sich mit anderen berbinden können", d. h. nan ge- der erstgenannten beiden Firmen dazu noch gar keine Anstalten ge- sprechen, Die Leute, welche immer von Religion stattete ihnen gnädigst, in theoretischer Weise von der Koalition hätten am wenigsten getan für die Hebung Gebrauch zu machen. Etwas anders aber liegt die Sache, wenn die troffen sind, gewinnt es den Anschein, als ob die betreffenden Unter- der sozialen Lage der Arbeiter. Ein berechtigtes Mißtrauen Arbeiter die praktische Nukanwendung dieses Rechtes ziehen wollen. haupt nicht gewillt wären, ihre Betriebe aufrecht zu erhalten und weiter folgen. Ferner sagte der Redner: Der Unterschied zwischen nehmer unter den vorgenannten kostspieligen Bestimmungen über- berbiete es, daß die jungen Männer jenen Leuten noch Dann tritt man ihnen in der rigorosesten Weise entgegen, indem man eine gegenseitige Verhebung der Klassen den Firmen H. Scheller und Wirtschaftsgenossenschaft den maß den religiösen Vereinen und unserem Verein ist der: In jenen Veruntereinander" oder gar einen gewaltsamen Um= gebendsten Abfuhrfirmen für Berlin das Feld räumen wollen. einen werden die jungen Leute bevormundet, bei uns dagegen sollen sturz der Rechtsordnung" darin erblickt, wenn die Betere Firma hat ihren Betrieb dadurch, daß viele neue Kunden sie herangebildet werden zu eigenem Denken und zu freier SelbstArbeiter vorhandene Mißstände an die Oeffentlichkeit bringen. Und hinzugekommen find, bedeutend vergrößert und find infolgedessen bestimmung. Demgemäß haben die erwachsenen Mitglieder unseres wenn der Leiter unseres Kommunalwesens erklärt, daß er der eine ganze Anzahl von den ausgesperrten Kutschern und Mitfahrern Vereins kein Stimmrecht, sie sind nur Berater, aber nicht Vormünder Die Zahl der zu unterstützenden Ausgesperrten beträgt zurzeit der Jugend. Die jugendlichen Arbeiter haben in ihrem Verein volles Selbstbestimmungsrecht. Die Berliner Jugend ist helle noch 50 bis 60 Mann. gemug, sie braucht weder Pfarrer noch Lizentiaten.( Lebhafter Beifall.) er so mit uns arbeiten will, der möge zu uns kommen. Herrn Broh durch lärmende Zwischenrufe und das Verlangen, zur Geschäftsordnung zu sprechen. Da ein Versuch des Herrn Mumm, Ein typisches Beispiel dafür bietet uns das Verhalten der politische und religiöse Dinge zu erörtern, durch den Vorsitzenden Leitung des Gaswertes Danzigerstraße. Auf diesem Betriebe bestand unter Berufung auf den unpolitischen und nichtreligiösen Charakter der Arbeiter- Ausschuß zumeist aus Leuten, die der Organisation des Vereins und die Schranken des Gesetzes zurückgewiesen worden angehörten und es für ihre Pflicht erachteten, die Interessen ihrer war, so wollten die Freunde Mumms Herrn Broh durch Kollegen nach den bestehenden Bestimmungen wahrzunehmen. Sollte Zwischenruf hindern den Unterschied zwischen diesem und einer Berringerung des Affordlohnes vorgebeugt werden oder handelte den christlichen Vereinen darzulegen, denn auch das sei eine es sich sonst um die Abstellung eines Mißstandes oder um die Herbei. Abermals ausgesperrt hat der Arbeitgeberbind für das Bau- Erörterung religiöser Angelegenheiten, meinten die christlichen Herren, führung einer Verbesserung, so wurde der Ausschuß von den ge- gewerbe zu Königsberg die Mitglieder des Zentralverbandes die nicht vertragen fonnten, daß den jungen Leuten in solcher Weise samten Arbeitern beranlaßt, borstellig zu werden, um Abhülfe herbei- der Maurer und des Vereins zur Wahrung der Interessen der die Wahl zwischen beiden Richtungen freigestellt wurde. Einer der zuführen. Diese Tätigkeit, die nicht nur im Interesse des Betriebes Maurer. Beide Organisationen weigerten sich, den von den Unter- lautesten christlichen Schreier mußte aus dem Saal gewiesen werden. lag, sondern die geradezu durch eine Verfügung des Magistrats sanktioniert wurde, indem man nicht die gewerkschaftliche Organi- nehmern mit der während des Streiks geschaffenen Streitbrecher der Lärm von christlicher Seite fort, und als der nächste Stedner, sation, sondern diese Ausschüsse als die allein berechtigte und von Organisation vereinbarten Zarif anzuerkennen und lehnten es ab, ein Anhänger der christlichen Richtung, sich eine antisemitische Ander Stadt anerkannte Vertretung hinstellte, fand nun ganz und gar Delegierte zu einer in diesem Tarif vorgesehenen gemeinsamen rempelung gegen den Vorsitzenden zu schulden tommen ließ nicht den Beifall des Dirigenten. Die Leute waren ihm ein Greuel Rommission zu entsenden. und ihm daraufhin das Wort entzogen wurde, erhob und doppelt unangenehm, weil sie organisierte Arbeiter waren. Ein fich ein ungeheuerer Tumult. Der Redner achtete der AufSystem der Spigelei entstand, und unter den nichtigsten Vorwänden Zum niederländischen Glasbläser- Streit wird aus Schiedam ge- forderung des Vorfigenden nicht, er versuchte weiter zu sprechen oder wurden die Leute abgeschoben. Der Vorsitzende der Sektion, der meldet, daß eine geheime Abstimmung über die in der letzten Kon- vielmehr zu schreien. Großer Lärm auf allen Seiten war die Folge, zugleich Ausschußmitglied war, wurde beschuldigt, einige seiner ferenz von den Unternehmern gemachten Vorschläge stattgefunden hat. Der unparlamentarische chriftliche Mann wurde hinausgewiesen. Mitarbeiter aufgehezt zu haben, dem Vorarbeiter Wiesner gegen- Von 109 Mitgliedern des Glasbläser Verbandes erklärten sich 102 Während der Ausführungen des folgenden Redners, der für die über zu erklären, die Arbeit bei der Kettenbahn sei zu schwer, man gegen Annahme der Vorschläge, 5 dafür und 2 gaben weiße Zettel Bestrebungen des Vereins sprach, setzte sich der Radau fort. folle Hülfe stellen. Der Betreffende sowohl wie seine Mitarbeiter ab; von 28 Mitgliedern des Römisch- katholischen Volksbundes waren Man verlangte das Wort zur Geschäftsordnung, der Vorfißende bestritten dies entschieden; ganz gleich, der Mann wurde dieser 20 dagegen und 3 dafür. Das„ Patrimonium", die„ antirevolutio- bemühte sich vergebens, dem Redner Gehör zu verschaffen. angeblichen Missetat wegen entlassen. Die Belehrung der nären" Glasbläser, haben das" Ergebnis ihrer Abstimmung nicht Da erhob sich Herr Mumm und rief in den Saal: übrigen Mitglieder durch schlechte Arbeit und noch schlechtere Be- bekannt gegeben, doch ist so viel gewiß, daß auch sie die mir das Wort zur Geschäftsordnung verweigert worden ist, fordere handlung wurde fortgefeßt. Der Maurer T. legte fein Amt nieder Vorschläge verworfen haben. Zwei Fabriken haben dieser ich meine Freunde auf, mit mir den Saal zu verlassen. Der Vorund verließ nach jahrelanger Tätigkeit die Anstalt, weil dort die Tage die Feuer wieder anzünden lassen, offenbar in der sigende vertagte die Versammlung und Herr Mumm zog mit seinem zuchthausmäßige" Behandlung zu arg wurde. Auch die anderen Hoffnung, dadurch eine größere Anzahl Streifender anzuloden. Bei Gefolge von dannen. Nunmehr zeigte sich, daß die christlichen Mitglieder verzichteten auf das Vertrauensamt, das für sie zur Van Deventer n. Co. sollen sich auch 15 Mann zu arbeiten bereit Schreier, die für 300 gelärmt hatten, höchstens 100 an der Zahl Hungerpeitsche wurde. Hatte man so seinen Zweck erreicht, so galt erklärt haben, die Hälfte von ihnen ist aber schon wieder zu den waren. Nach ihrem Abzuge war der Saal immer noch gedrängt es jekt, die anderen Verbandsfunktionäre mürbe zu machen. Im Streifenden zurückgekehrt. Im Streifenden zurückgekehrt. Auf der Konferenz wurde bekanntlich voll. In einer Hinsicht aber hatte sich das Bild der Versammlung Juli d. J. befand sich der vorerwähnte Vorarbeiter Wiesner an- von den Unternehmern behauptet, daß man in Delft den Vertretern mit einem Schlage verändert: Es konnte nunmehr ohne die geringste getrunken in einem Lokal. Eine Anzahl Gasarbeiter und Aufseher der Streifenden gestattet habe, Einsicht in die Bücher zu nehmen. Störung, ruhig und fachlich verhandelt werden. Die Urheber der waren ebenfalls anwesend. Daselbst soll es nun zu Auseinander- Tatsächlich hat die Fabritsleitung, wie der Vorstand der Glasbläser Lärmszenen sind also nur unter den Freunden des Herrn Mumm fegungen gekommen und wie W. später behauptete, er aus dem Lokal berichtet, nur ein paar Kalfulationen vorgelegt und dabei auch noch zu suchen. gestoßen worden sein, ohne daß er den oder die Täter namhaft einem Sachverständigen die Einsichtnahme verweigert. machen konnte. Ein Gasarbeiter K. wurde als der Tat verdächtig Der Straßenbahner- Streit in Norrköping. Nach einer Mitteilung in diesem Lokal gewesen war, galt als ein Mittäter, und da er sich vom Sonnabend ist der Direktor der Allgemeinen Glet auch sonst den Unwillen des Dirigenten zugezogen hatte, mußte er trizitäts- Gesellschaft aus Berlin zurzeit in Norrfeine Arbeitsstätte verlassen, ohne daß man ihm beweisen kann, sich föping anwesend, wahrscheinlich zu dem Zweck, eine Beendigung des artigen Bestrebungen mit aller Energie ent gegentreten würde, so zeigt dieser Standpunkt nicht nur ein mangelhaftes Verständnis bezüglich der Anwendung der Koalitionsfreiheit, sondern er bedeutet vielmehr für viele Beanite, die ein feines Verständnis für die Auffassung des Oberbürger meisters besitzen, direkt das Signal, gegen solche Bestrebungen mit allen Mitteln Front zu machen. vor einiger Zeit entlassen. Auch der Sektionskassierer Schulz, der an der Rempelei beteiligt zu haben. Abgesehen davon, daß sich die Sache nach Feierabend und nicht auf der Arbeitsstätte abgespielt hat, ist die stattgefundene nochmalige Untersuchung so einseitig geführt worden, daß man nur darüber sein Bedauern aussprechen fann. Man schneidet dem Manne jede Möglichkeit ab, sich zu verteidigen, indem man ihn, noch bevor eine Untersuchung eingeleitet ist, einfach entläßt, während man sonst bei Brügeleien auf dem Betrieb bei den sog. zufriedenen Elementen dort eingestellt worden. * Von den Sammellisten für die ausgesperrten Müllkutscher ist Nr. 1859 verloren gegangen. Der eventuelle Finder wird ersucht, dieselbe Engel- Ufer 15, Zimmer 13, abzugeben. Deutfches Reich. Metallarbeiter. In der Maschinenfabrit in Artern bei Sangerhausen sind sämtliche organisierten Metallarbeiter ausgesperrt worden. Die Firma sucht in allen Städten Arbeiter; wir bitten deshalb, den Zuzug streng fernzuhalten. Die Scharfmacher scheinen in Thüringen überall an der Arbeit zu sein. Husland. Da Etwa 500-600 jugendliche Arbeiter waren noch im Saale anwesend. Sie folgten den Ausführungen der nachfolgenden Redner, die sämtlich für die Bestrebungen des Vereins eintraten, mit Ernst und sichtlichem Interesse und spendeten den Aufforderungen zum Anschluß an den Verein lebhaften Beifall. Ueber die Tätigkeit, welche der Verein zu entfalten beabsichtigt, Streits herbeizuführen. Der Bürgermeister hat die Streifenden jagten die Herren Broh und Lehmann, daß den Mitgliedern veranlaßt, ihm von neuem einen Einigungsvorschlag vorzulegen, Rechtsschutz in Konfliktsfällen aus dem Lehrvertrage gewährt und den er dann dem Berliner Direktor der Allgemeinen Elektrizitäts- auf eine günstige Gestaltung der Lehrverträge hingewirkt werden foll. Auf Innehaltung der gesetzlichen Schutzbestimmungen Gesellschaft unterbreiten wollte. Die Streifenden sind dem Wunsche nachgekommen. Sollte auch dieser Vorschlag abgelehnt werden, so sowie möglichste Verkürzung der Arbeitszeit soll das AugenFerner hat der Verein die Schaffung stehen neue Demonstrationen bebor und der Boykott gegen die merk gerichtet werden. von Lehrlingsheimen und die Pflege der Geselligkeit in Aussicht geStraßenbahnen wird immer mehr verschärft werden. nommen. Die Gründung eines Breßorgans zur Vertretung der Paris, 21. November. Eine gestrige Versammlung der aus Bestrebungen des Vereins ist ebenfalls geplant. Weiter wurde noch die Angelegenheit durch eine Strafe von wenigen Mark erledigt. ständigen Schiffer in Douai hat ein Uebereinkommen zwischen beiden erwähnt, daß die Berliner Gewertschaftstommission Ein anderer Arbeiter, früherer Sektionsleiter, tommt wegen der Parteien ergeben, welches von den Streitenden für gut geheißen dem Verein ihre Sympathie erklärt und ihm unterEntbindung seiner Frau um 3 Tage Urlaub ein. Derselbe wird wurde. Von 1800 Schiffern stimmten nur 50 gegen das Ueber- ftügung zugesagt hat. Insbesondere soll von dieser Seite ihm gewährt und er beantragt nach den üblichen Gepflogenheiten die einkommen, infolgedessen wurde die Arbeit heute wieder auf- dahin gewirkt werden, daß die Gesellen die ihnen unterstellten LehrEntschädigung dafür. Er erhält dieselbe nicht, wird im Gegenteil genommen. linge gut behandeln. entlassen. Grund: er ist denunziert worden, während jener Als schließlich die Resolution des Herrn Mumm zur Abstim Zeit eine Versammlung besucht zu haben. Der Mann protestiert mung gelangte, erhob sich auch nicht eine Stimme dafür. Eingegen eine derartige Unterstellung, erklärt die Angabe für eine stimmig wurde dagegen eine andere Resolution angenommen, worin gemeine Lüge, bringt das Zeugnis der Hebeamme, daß er den Berliner Arbeiterjugend und chriftliche Radaumacher. die Anwesenden erklären, daß sie eine selbständige Organisation, wie Abend die Wohnung nicht verlassen, erbietet sich, Beugen dafür zu Seit turzem hat sich ein Verein der Lehrlinge und jugendlichen es der Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter ist, für die stellen, daß er die Versammlung nicht besucht hat. Es mußt alles Arbeiter gebildet und sich die Aufgabe gestellt, die Interessen dieses allein wirksame Vertre tung der Interessen dieser Arbeiter halten. nichts; man glaubt dem Denunzianten mehr und endlich nach Teils der Arbeiterschaft wahrzunehmen, soweit die durch Gesetz ge= In der Versammlung meldeten sich etwa 200 neue Mitglieder 14 Tagen wird der Mann wieder eingestellt, ohne daß man ihm aber zogenen Schranken es zulassen. Kein Wunder, daß die christlichen zum Beitritt. Zum Teil sei das, sagte einer der Anwesenden, eine für die 14 Tage, in denen er ohne sein Verschulden arbeitslos Arbeiterfreunde diese Vereinsgründung scheel ansehen. Strecken sie Folge des Auftretens von Herrn Mumm. Dieser Herr hat sich also, war, eine Entschädigung zahlt. Ob die Familie hungert, doch ihre Fangarme mit Vorliebe nach der heranwachsenden Jugend wie der Vorsitzende darauf bemerkte, als ein Teil jener Straft was fümmert das den Leiter eines fommunalen Betriebes Der aus, um diese in Jünglings- und anderen christlichen Vereinen erwiesen, die stets das Böse will und stets das Gute schafft. 3wed ist erreicht; die unliebsamen Elemente sind beseitigt oder so am Gängelbande zu führen und sie als und sie als willige Werkgezwiebelt, daß ihnen die Lust zu weiterer Tätigkeit vergeht. zeuge im Dienste der herrschenden Ordnung" der herrschenden Ordnung" zu erhalten. Es gewinnt immer mehr ben Anschein, als ob der Leiter diefes Gin ganz natürlicher Ausfluß dieſes Strebens ist es benn auch, Letzte Nachrichten und Depefchen. Ga Verfammlungen. " Italiens Zustimmung zur Friedenskonferenz. Betriebes nur durch ein System der Zwischenträgerei und der Be- daß ein Führer der evangelischen Arbeitervereine", Herr Lizentiat günstigung und nicht der eigenen Befähigung seine Bofition behaupten Mumm, seine Anhänger durch Postkarten aufforderte, Mann für fann. Das fam drastisch zum Ausdrud in einer Versammlung der Mann in der sozialdemokratischen Lehrlingsversammlung zu er Gasarbeiter, in welcher von dem Angeber Behold gar erbauliche scheinen". Gemeint ist damit eine öffentliche Versammlung des oben Sachen berichtet wurden. Nicht nur, daß er sich gebrüstet, einige genannten natürlich unpolitischen Vereins, die am Sonntag Kollegen herausgebracht zu haben, und daß noch andere folgen werden, in der Landsbergerstr. 39 stattfand. so soll auch sein übriges Verhalten gegen seine Mitarbeiter und Der nur mäßig große Saal war zum Brechen gefüllt. Herr feinen eigenen Bruder den Beweis dafür erbracht haben, wes Mumm und eine Anzahl seiner Getreuen waren zur Stelle. Die der Konferenz. " 1 Rom, 21. November. Dem Giornale d'Italia" zufolge ist die offizielle Antwort Italiens auf die Einladung des Präsidenten Roosevelt zur Teilnahme an einer zweiten Haager Konferenz heute ergangen. Die italienische Regierung stimmt dem Vorschlage zu, macht jedoch Vorbehalte bezüglich des Datums und des Programms Verantw. Rebatt.: Paul Büttner, Berlin. Inserate verantw.( mit Ausnahme der„ Neue Welt"-Beilage): Th.Glocke, Berlin. Drudu. Verlag: Vorwärts Buchdr. u.Verlagsanst. Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu Beilagen u.Unterhaltungsbl. Nr. 274. 21. Jahrgang. 1. KilU des Joimiirts" Kerlim VsIdsdlM. Wenstag, 22. November 19V4. Stackverorclneten-Aahl. Achtung: 5>. und 6. Wahlkreis. Am Mittwoch, den TZ. November findet im SV. Kommunalwahlbezirk die Stadtverordneten-Wahl von 10 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends statt. Diel. Abteilung umfaßt die Stadtbezirke: 210. Dircksenstr. 41—51, Gipsstr. 18. Hackescher Markt 1—5, Monbijou Platz 12, Große Präsidentenstraße, Kleine Präsidenten- straße 1— 5, Neue Promenade 1—8, Rosenthalerstr. 25—53, Neue Schönhauserstr. 2— 20, Sophienstr. 11, Spandanerbrücke 4— 9, Stadtbahnbogen 132—147 und 149—154, Weinmeisterstr. 1 und 2a, Am Zwirngraben. 212. Augustr. 28, 29 und 32a, Gipsstr. 1— 17a, 19— 23a und 27—32, Große Hamburgerstr. 1—11 und 34—41, Sophienstr. 1—10 und 12—35. 213. Ackerstr. 1 und la, Auguststr. 30—40 ausschl. 32a und 46—53, Kleine Auguststr. 8— 14a, Elsasserstr. 82—97, Gipsstr. 23b bis 96 und 33. Joachimstraße, Linienstr. 76—89 uitd 195—202. Wahllokal: Turnhalle der Gemeindeschule, Gipsstr. 83a. Die II. Abteilung umfaßt die Stadtbezirke: 211. Artilleriestr. 19—21, Gr. Hamburgerstr. 12—33, Krausnick- straße, Monbijou-Platz 1— 11, Oranienburgerstr. 1—33 und 70—92, Stadtbahnbogen Nr. 153—168, Ueberfahrtsgasie, Ziegelstr. 14— 23. 214. Ackerstr. 172—174, Auguststr.126— 27 und 54-64a, Kleine Auguststr. 1— 7a, Elsasserstr. 68—81, Kleine Hamburgerstraße, Koppen- Platz. Linienstr. 93—106 u. 160—194. 21S. Artilleriestr. 4—12 und 22—34, Auguststr. 3—25 und 65 bis 38, Oranienburgerstr. 34— 39 und 64—69. Wahllokal Turnhalle der Gemeindeschule, Auguststr. 67. Die III. Abteilung umfaßt die Stadtbezirke: 233. Ackerstr. 2—26 und 144—171, Elsasserstr. 11, Invaliden- straße 158; 236. Bergstr. 1—27 und 66-81. Elsasserstr. 12—15. Wahllokal: Ackerstr. 144 bei Schuster. Wir ersuchen alle Genossen, welche bei Aufstellung der Wähler- listen im Juli dieses Jahres in den obigen Bezirken gewohnt haben oder noch jetzt dort wohnen, recht frühzeitig zur Wahl zu gehen sowie alle Gesinnungsgenossen daraus aufmerksam zu niachen, daß jeder sein Wahlrecht gleichfalls früh ausübt und für den Genossen 3ohamies Sassenbaeh stimmt. Stur wenn jeder Parteigenosse dahin tätig ist, kann der Freisinn in diesem Bezirke geschlagen werden. Wir ersuchen weiter alle Parteigenossen auch anderer Kreise, denen es die Zeit irgend erlaubt, am 23. November von 9 Uhr morgens bis 8 Uhr abends, so früh und so lange jedem möglich, sich dem Wahlkonntee zur Verfügung zu stellen. Die Agitation wird am Wahltage geleitet: für die 1. Abteilung des Bezirks von Wirth, Auguststr. 51, ,„ 2.„„„„ Wittchow, Elsasserstr. 68, Ecke Kleine Hamburgerstraße, .„ 3.„. Hoppe, Ackerstr. 21. Es ist Pflicht der Parteigenossen, alles anzubieten, daß wir diesen Bezirk erobern. Tue jeder seine Schuldigkeit I Die Vertrauensleute. Partei- acbncbtcn. Gemeindewahlen in Hessen. In der„Btainzer Volkszeitung" finden lvir eine Korrespondenz ans Darmstadt, die angesichts der Mainzer und Darmstädter Wahlkompromifipolitik recht lehrreich ist. Die Darmstädter Genossen haben diesmal die Nationalliberalen als Hauptgegner. Gegen ein von diesen herausgegebenes Flugblatt polemisiert die Korrespondenz. Da heißt es: Die Namen der Oppositionellen von vor drei Jahren, die Gallus. Götz, Kolb, Kahn, Vogt und Bonnet, die heute neben einer Anzahl Erzreaktionären stehen, nehmen sich wahrhaft komisch aus und«n- willkürlich muß man zitieren:.Es tut inir in der Seele weh. daß ich Euch in der Gesellschaft seh' 1" Wenn man sein Mandat selbst den sozialdemokratischen Stimmen zu verdanken hat, darf man Sätze, die in den, Flugblatt stehen, wie:.daß für die bevorstehende Wahl ein Bedürfnis zur Vermehrung der sozialdemokratischen Sitze nicht bestehe" und.daß die sozialen Aufgaben der Stadt Männer erfordern, welche befähigt und gewillt sind, die öffentlichen Interessen zu fördem" sals ob dies die Sozialdemokraten nicht von jeher getan hätten), niemals unterschreiben. Das smd politische Charakterschwächen, die den Herreit die Sympathie be, der Bevölkerung auf alle Fälle rauben werden. Weiter heißt es, daß„große und wichtige Aufgaben in den nächsten Jahren der Stadtverordneten-Versammlung vorliegen werden", so daß eine Aenderung in der Zusammensetzung des Plenums nicht ge- wünscht wird l Dann hegen die eingebildeten Helden natürlich den Gedanken, daß sie allein die Intelligenz und die Fähigkeit gepachtet haben, diese„großen Aufgaben" zu lösen. Nur schade, daß dies seither unter dem Refrain geschah:„Immer langsam voran!" Das einfache schlichte Gemüt des Bürgers sagt heute mit Recht: Hast du vor drei Jahren für den Fortschritt, für die Zunahme des sozialen Elements gestimmt, so darfst du heute unter keinen Um- standen dagegen sein, wenn du nicht als ein trauriger, wankel- mutiger Mensch ohne feste Grundsätze und moralischen Halt erscheinen willst. Wie aus dieser Darstellung schon hervorgeht, befinden sich unter den jetzigen Gegnern der Partei Leute, die vor drei Jahren mit sozialdemokratischer Hülfe gewählt wurden. Tat- sächlich standen im Jahre 1901 die Namen Bormet, Götz und Kolb auf dem von der Partei herausgegebenen Stimmzettel. Dieselben Leute also, für die die Parteigenossen vor drei Jahren eifrig gearbeitet haben, erklären heut, daß ein Be- dürfnis zur Vermehrung der sozialdemokratischen Sitze nicht bestehe und die Parteigenossen müssen selber den Herren politische Charakterschwäche vorwerfen, müssen sie als wankelmütige Menschen ohne feste Grundsätze und ohne moralischen Halt bezeichnen. Und die einzige Lehre, die sie daraus ziehen, ist, das sie diesmal— für andere Gegner stimmen, mit denen sie vielleicht das nächste Mal die- selbe Erfahrung machen. Nennt man das etwa grundsätzliche Politik? Die„Mainzer Volkszeitung" beschwert sich darüber, daß wir gerade jetzt, wo die Wahlarbeit im Gange sei. polemisieren und dadurch den Erfolg in Frage stellen. Das ist nun leider nicht zu ändern. Wir können nicht polemisieren, bevor die zur Kritik herausfordernden Tatsachen bekannt sind. Diesen Vorwurf haben die Mainzer Partei- genossen schon vor drei Jahren erhoben. Wir haben denn auch nach der Wahl noch ausführlich unsere Meinung gesagt. Hätten die Mainzer Parteigenossen die drei Jahre benutzt, um sich zur Anerkenntnis der Notwendigkeit eines selbständigen� Vorgehens durchzuringen, dann wäre die jetzige Polemik nicht mehr nötig._ Polemische Nnartei». Die Erklärung, die Genosse H u g in Bant iin Einverständnis mit den dortigeil Genossen abgegeben hat, als er zum Gemeinde- Vorsteher gewählt werden sollte, hat vielfach lebhaften Widerspruch in der Partcipresse gefunden. Wir haben uns dieser Kritik nicht angeschlossen, weil wir in der Absicht des Genossen Hug nichts zu Mißbilligendes fanden. Wir hielten deshalb die Kritiken für unnötig, sind aber natürlich weit davon entfernt, den Kritikern einen Vorwurf daraus zu machen. Aber dagegen protestieren wir, daß man deswegen den Genossen Hug persönlich so verunglimpft, wie es jetzt noch zwei Parteiblätter anläßlich der Nichtbestätignng Um. So schreibt das„Bolksblatt" für Harburg: „Geizt Paul Hng jetzt immer noch nach der Ehre, Gemeinde- Vorsteher von Bant zu werden, dann kann er sich ja den Wink der Regierung einmal überlegen— und auch noch versprechen— kein Sozialdemokrat mehr zu sein. Der Schritt wäre, nach dem bereits Geschehenen nicht der größte." Und die Dortmunder„Arbeiter- Zeitung" gibt der Mitteilung von der Nichtbestätignng diese Spitze:„Die Prostituierung war umsonst." Man hat die Kritik an Hugs Absicht, das Amt des Gemeinde- Vorstehers zu übernehmen und an seiner Erklärung namentlich damit begründet, daß er seine wertvolle agitatorische Kraft der Partei entziehe und den Gewinn eines oldenburgischen Reichstags- inandats durch seinen Rücktritt gefährde. Und nun soll es für den so gefeierten tüchtigen Parteigenossen nur noch eine Kleinig- keit sein zu versprechen, er wolle kein Sozialdemokrat mehr sein, er soll sich gar prostituiert haben. Die Parteigenossen sollten doch solche Verunglimpfungen der Person unterlassen; jede sachliche Auseinandersetzung wird der- giftet durch derartige polemische Unarten. Genosse Hng hat nicht den geringsten Anlaß gegeben, an der Reinheit seiner Absichten zu zweifeln._ Ein Nachklang zum KönigSbcrger Prozeß. Am 26. April 1904 wurde bekanntlich die Untersuchungshaft gegen Braun, Nowagrotzki und Treptau aufgehoben. Genosse Braun befand sich damals noch in Zürich. Um ihn möglichst schnell von dem für ihn so wichtigen Ereignis in Kenntnis zu setzen, sandte ihm Genosse Reiher ein Telegramm. Dieses wurde in Königsberg am 26. April mittags 12 Uhr 40 Min. aufgegeben, erreichte den Ge- nosien Braun aber erst am folgenden Tage. Die Post hatte es zu- nächst dem Ersten Staatsanwalt vorgelegt. Diesen Tatbestand ver- öffentlichte die„KönigSberger Volkszeitung" und knüpfte daran die Bemerkung, daß man doch die hohen Telegrammgcbühren für s o- f o r t i g e"Uebermitteluna zahle; sie hätte aber von der Rückzahlung der Gebühren an den Absender noch nichts gehört. Durch diese Notiz sollen nun„die Postbeamten im Bezirk der kaiserlichen Obcrpoftdirektion Königsberg" beleidigt sein und die Ober- postdirektion hat gegen den verantwortlichen Redakteur, Genossen Marchion ini, Strafantrag gestellt. Die Stadtverordnctcnwahlcn in Erfurt, die mit einem Stimmen- rückgang unserer Genossen endeten, wurden in der letzten Versamm- lung des sozialdemokratischen Vereins besprochen. Der Referent über diesen Punkt stellte den Antrag, diejenigen Genossen, die Mit- glicder des Verein? sind und ihr Wahlrecht nicht ausübten, aus den: Verein auszuschließen. Dieser Antrag rief eine längere Debatte hervor und wurde abgelehnt, weil ein anderer Antrag den Vorstand beauftragte, von den Genossen eine Er- klärung zu verlangen, warum sie nicht gewählt haben. Die nächste Versammlung wird sich also nochmals mit dem Ausschlußantrage befassen müssen, wenn man die Erklärungen für nicht stichhalttg erklären sollte. Gcmcindcwahlcn. In S t. I o h a n n an der Saar beteiligten sich unsere Genossen zum erstenmal an den Stadtverordnetenwahlen. Von 2700 Wahlberechtigten stimmten nur 842 ab. Unser Kandidat erhielt 53 Stimmen. Das ist in Anbetracht der Oeffentlichkeit der Wahl bei den dort herrschenden Verhältnissen ein ganz erfreulicher Anfang. In Greiz wurden in der dritten Klaffe sämtliche acht Kandi- baten unserer Partei gewählt. Pnrtciprcsse. In die Redaktton des„Volksblattes" siirHar- bürg ist an Stelle des ausgeschiedenen Genossen Rühle der Genosse Ernst K ö p k e eingetreten. Totcnliste der Partei. In Halle starb der Parteigenoffe Stanislaus Kassyjusz, der dort als Geschäftsstihrer des Allgemeinen Konsumvereins tättg war. Der Verstorbene, der aus Warschau stammte, hat nicht weniger als 10 Jahre seines Lebens in den Klauen russischer Schergen zugebracht. Er wurde, nachdem er in Lemberg erfolgreich fiir oie Sache des Proletariats gewirkt hatte, von den österreichischen Behörden an Rußland ausgeliefert und dort wegen„revolutionärer Umtriebe" zu fünf Jahren Festung und fünf Jahren nachfolgender Verbannung verurteilt. Von 1890— 1900 war KassyjuSz dadurch von der Welt ab- geschnitten. Die ftinf Jahre Festung verbüßte er in der Bastille Rußlands, in der schrecklichen Peter-PaulS-Festtmg zu Petersburg. Hier packte ihn ein Lungenleiden, das in oen dumpfen, lichtloscn Zellen nur zu rasche Fortschritte machte, und schleichender Skorbut beraubte den Eingekerkerten fast sämtlicher Zähne. 1895 wurde der schwer Erkrankte nach JakutsI im asiatlschen Sibirien in die Verbannung geschleppt. Hier schloß er die Ehe mit seinem Weibe, das treu rn allem Leid zu ihm gestanden hat. In Jakutsk wurde den Verbannten— auch Frau Kassyjusz gehörte zu den Opfern der blind wütenden russifchen Justiz— das einzige Töchterchen geboren. Kassyjusz ernährte sich in Jakutsk dürftig durch Erteilen von Unterricht, durch Schreiber- dienste und durch allerlei Handarbeiten, die sich boten. Gerade die von Kassyjusz in der sibirischen Stadt verlebten Jahre zeichnen sich durch furchtbar strenge Winter aus, so daß das junge Paar oft mit schwerer Not und den härtesten Entbehrungen zu kämpfen hatte. Als endlich die Zeit der Verbannung zu Ende war, mußte Kassyjusz mit Frau und dem vierjährigen Töckterchen in bitterster Kälte sechs volle Wochen lang mit dem Rentierschlitten fahren, ehe sie an die erste Bahnstation kamen, von der aus sie weiter über Moskau nach Warschau gelangen konnten. Auch jetzt war der Haß der zarischen Polizeikanaillen noch nicht befriedigt. Kaum in Warschau angelangt, wurde K. auf die Polizei beschieden und sofort des Landes verwiesen. Er wendete sich mit Weib und Kind nach Berlin, lebte hier mehrere Monate lang kümmerlich als Schriftsteller, bis er 1901 als zweiter Geschäftsführer des Konsumvereins in Braunschweig Anstellung fand. Anfang Oktober 1903 wurde er dann als Geschäftsführer des Allgemeinen Konsumvereins nach Halle berufen. In dieser Stellung hat er sich hohe Achtung und Anerkennung erworben. OeffentlicheS Wirken fiir die Partei war ihm jedoch durch seine Eigenschaft als Ausländer verwehrt, da er sich nicht nochmals der Exiftenzlosigkcit aussetzen konnte. Ein ehrendes Andenken in der Partei ist ihm sicher. poliielllcstes, GcrfchtHchts ukw, Auflösung von sozialdemokratischen Versammlungen wegen„Erörterung von Vorschlägen, dir eine Aufforderung oder Anreiznng von straf- baren Handlungen enthalten". In zwei sozialdemokratischen Versammlungen, die am 24. und 29. Januar in Königsberg stattfanden, erörterte der Genosse Crispin die Frage des Generalstreiks in theorettschen Ausführungen. Er meinte schließlich: Vorausgesetzt, es käme zu einem Generalsttelk, so würde die Arbeiterschaft die feste Absicht haben, ihn friedlich durchzuführen. Aber die Herrschenden würden zur Gewalt greifen und dann könnte die Arbeiterschaft nicht ruhig bleiben. Sie würde in solchem Falle in den Stand der Notwehr versetzt werden und würde mit denselben Mitteln antworten.— Bei diesen Ausführungen wurden die Versammlungen auf Grund des Z 5 des preußischen Vereinsgesetzes polizeilich auf- gelöst. Der§ 5 gestattet, vorbehaltlich eines Strafverfahrens, die lofortige Auflösung von Versammlungen, wenn Anträge oder Vor- schlage erörtert werden, die eine strafbare Aufreizung zu Handlungen in sich schließen.— In einer weiteren Versammlung am 23. Januar tat Crispin nach einem Vortrage des Rechtsanwalts Haase als Diskussionsredner eine Aeußerung, die der Ueberwachende als Be- leidiguug der Polizei auffaßte, indem er darin den Vorwurf der ungerechten Behandlung der Sozialdemokraten sah. Er verbot C. das Weiterreden und wollte seine Entfernung aus der Versammlung durch Sistierung veranlassen. Dr. Gottivald protestierte gegen ein solches, seiner Meinung gesetzwidriges Verfahren. Es entstand zu- gleich hefttgo Unruhe, worauf der Beamte die Versammlung auflöste. Crispin und der Sattler Donalies beschwerten sich über die Auf- löstmg der drei Versammlungen sowie über das polizeiliche Vorgehen gegen Crispin in der Versammlung vom 23. Januar. Der Polizei- Präsident billigte indessen die Maßnahmen und der Regierungspräsident und der Oberpräsident ebenfalls. Crispin und Donalies klagten darauf gegen den Oberpräsidenten beim Ober-Verwaltungsgericht. In der schriftlichen Klagebegründung wurde geltend gemacht: Crispin habe Vorschläge, die eine Ans- reizung' zu strafbaren Handlungen in sich schließen, nicht erörtert. § 5 des Vereinögesetzes wäre selbst dann nicht anwendbar, wenn C. wirklich gesagt hätte, daß, wenn der Staat den Bestrebungen der Arbeiterschaft anläßlich eines Generalstteiks Gewalt entgegensetzen würde, die Staatsgewalt dann mit denselben Mitteln bekämpft werden würde. Der Redner habe gar keine Vorschläge ge- macht, sondern lediglich theoretisch entwickelt, welche Situation in Zukunft vielleicht unter gewissen Voraussetzungen eintreten könne. Er habe nichts Gewaltsames empfohlen. Er habe tatsächlich die siiedlickien Absichten der Arbeiter betont und unter Berücksichtigung der Lehren der Geschichte erörtert, was die Gegner im Falle des von ihm theoretisch unterstellten Generalstreiks tun würden«. Lediglich die Frage der Notwehr sei dabei erörtert worden.— In der Versammlung vom 28. Januar habe C. auch nicht die Polizei beleidigt, sondern er habe nur von dem Auflösungs r e ch t der Polizei gesprochen, daS der Polizei die Befugnis gebe, Arbeiter aus Versammlungen wie dumme Jungen nach Hause zu schicken. Subjektive Vorwürfe feien der Polizei nicht gemacht worden. Im übrigen keime das preußische Vereinsgesetz kein Recht der Polizei, einem Redner das Wort zu entziehen. Das Ober-Verwaltungsgericht w i e S jedoch die Klagen im vollen Umfange ab. Gründe wurden nicht verkündet. Klassenjustiz. Die Strafkammer in Hamburg hat, wie wir mitgeteilt haben, den Genossen WaberSky von der Anklage, Breslauer Richter durch den Vorwurf der Klassenjustiz beleidigt zu haben, sieigesprochen mit der Begründung, daß unter den besonderen Umständen keine Be- leidigung in dem Worte zu finden sei. In einer Zuschrift aus Erfurt werden wir darauf aufmerksam gemacht, daß auch das dorttge Parteiblatt an den Abdruck desselben Urteils dasselbe Wort anfügte. Der dort angeklagte Redakteur Genosse H e n n i g, der dieselben Gründe für sich geltend machte wie Wabersky und wie sie die Hamburger Strafkammer anerkannt hat, wurde aber nicht sieigesprochen, sondern zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt._ — Zu dreihundert Mark Geldstrafe wurde der frühere Redakteur der BreSlauer„Volkswacht", Genosse M e h r l e i n, verurteilt. Er hatte eine Notiz über die Entlassung eines Eisenbahuarbeiters in das Blatt aufgenommen, durch die sich die Eisenbahndirektion bc- leidigt fühlte. Es stellte sich dann heraus, daß der Arbeiter über die Gründe der Entlassung unwahre Angaben gemacht hatte, die der Redakteur nun büßen muß._ Berliner partei-Hnfl{elegenbeiten. Zweiter Wahlkreis. Heute, Dienstag, abends 8V2 Uhr, bei Zühlke, Dennewitzstr. 13: Versammlung des W a h l v e r e i n s. Tages- ordnung: 1.„Unsere Ziele". Referent: Genosse Grunwald. 2. DiS- kussion. 3. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Dritter Wahlkreis. Heute abend Versammlung des Wahlvereins im Weißen Saale zum Alexandriner, Alexandrinenstr. 37a. Das Protokoll vom Parteitag wird ausgegeben. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Vierter Reichstags-Wahlkreis(Osten). Am Mittwoch, den 23. November d. I., findet die Nachwahl eines Stadt- verordneten im 22. Komnnmal-Wahlbezirk von früh 10 Uhr bis nachmittags 8 Uhr statt. Der Kandidat der Sozialdemo- kratte ist der Zeitungsspediteur Robert Weugels. Genossen, welche gewillt sind, am Tage der Wahl zu helfen, mögen sich Mittivoch früh 8 Uhr im Haupt-Wahlburean, Friedrichsberger- sttaße 19 bei Wasewitz melden. Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Charlvttenburg. Am Dienstag abend Z'/g Uhr findet im Volks- Hause, Rosinenstr. 3, die Mitgliederversammlung des WahlvereinZ statt. Auf der Tagesordnung steht u. a. der Bericht von der General- Versammlung des KrcifeS. Wir erwarten von sämtlichen Mitgliedern pünktliches Erscheinen. Gäste haben Zutritt. Für Frauen ist die Tribüne reserviert. Charlottenburg. Zu der auf heute festgesetzten Mitglieder- Versammlung des Wahlvereins habe ich das Referat über die kommenden Aufgaben der Reichstags- Session nicht übernommen, sondern unter ausreichender Mottvierung sofort ablehnen müssen. Die Anfrage gelangte am 19. November vormittags in meine Hände, die Ablehnung erfolgte postwendend unter dem gleichen Datum. Die den: entgegenstehenden Angaben in der zweiten»nd vierten Beilage der Nr. 273 des„Vorwärts" beruhen also vollständig auf Irrtum. ES dürfte daher nützlich sein, die in Nr. 273 des„Vorwärts" ver- öffentlichte gewerkschaftliche Nottz„Der Referent ist nicht erschienen I" gelegentlich recht aufmerksam nachzulesen. Fritz Kunert. Schöncbrrg. Heute, Dienstagabend, findet bei Obst, Meininger- straße 8. die Versammlung des Wahlvereins statt. Auf der Tagesordnung steht u. a.:„Politische Massenstreiks", Referent: Eduard Bernstein, Korreferent: Fritz Z u b e i l.— Gäste fauch Frauen) haben Zutritt.— Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Rixdorf. Heute finden die Stadtverordnetenwahlen der II. Ab- teilnng statt. Unbedingte Pflicht der Rixd orfer Arbeiterschaft ist eS, auch noch in letzter Stunde alles daran zu setzen, um unseren Kandidaten zum Siege zu verhelfen. Bei der Landtagsivahl hat uns die intensiv betriebene Agitatton gezeigt, daß es möglich ist, Erfolge auch in der II. Abteilung zu er- zielen. Unsere Kandidaten sind für den S ü d b e z i r k die Genossen Ferdinand Heimig, Paul Stieler und Karl Rohr. Wahllokal: Gröpler, Bergstr. 147; für den N 0 r d b e z i r k kandidieren die Genossen Emil Retzera» und Georg Rambow. Wahllokal: Vereinsbrauerei. Die Parteigenossen, welche gewillt sind, sich bei der Wahlagitation zur Verfügung zu stellen, mögen sich beim Genossen Hoppe, Berliner- straße 14, von 2 llhr nachmittags an melden. Friedenau. Heute abend 8lU Uhr findet die Mitglieder- Versammlung des Wahlvereins bei Grube. Katserallee 85 statt. Gäste willkommen. EplMdim. Am nächsten Freitag, abends 8 Uhr, findet im Köpnickschen Saale, Pichelsdorferstr. 8, eine polnisch-socia- I i st i s che Volksversammlung statt. Die Parteigenossen werden er- sucht, alle polnisch sprechenden Arbeiter auf diese Versammlung auf- merksam zu machen. Für diesen Zweck sind Handzettel bei dem Genossen P. Knmke, Schönwalderstr. 80, zu haben. Zossen. Mittwoch abend hält der Wahlverein seine Versammlung bei Rüffer mit reichhaltiger Tagesordnung ab. Lobales. Zur Stadtverordneten-Ersatzwahl im 30. Bezirk. Freisinn und B ü r g e r p a r t e i stehen im 30. Kom- Minalwahlbezirk einander gegenüber und bemühen sich jeder auf seine Art, noch einmal den Bezirk vor der vordringenden Sozialdemokratie zn retten. Wer von beiden ihn kriegt, das ist ihnen gleichgültiger, als sie öffentlich zugeben und ihren Wählern vorerzählen. Die Hauptsache ist ihnen, daß nur nicht die Sozialdemokratie auch noch diesen Bezirk erobert. Unser Kandidat ist dort Genosse Johannes Sassen- b a ch. Sollte es zu einer Stichwahl zwischen Sassenbach und einem der beiden Kandidaten kommen, so dürfte sich zeigen, daß Freisinn und Bürgerpartei einander gerührt in die Arme sinken. Vorläufig bekämpfen sie sich natürlich noch und ringen miteinander um die Palme des Sieges. Dabei s p e k u- lieren beide vornehmlich auf den sogenannten Mittel- stand, auf die kleinen Handwerksmeister. Beide empfehlen ihre Kandidaten als„Männer der praktischen Ar- beit". Herr Pretzel, der Kandidat der Bürgerpartei, nmß sich den Wählern gegenüber wohl oder übel als„Fabrikant" be- zeichnen, was in den Augen eines kleinen Handwerkers keine Iffmpfehlung zu sein Pflegt. Dagegen ist Herr Rettig, der Kandidat des Freisinns, in der glücklichen Lage, sich noch mit dem Titel eines„Malermeisters" schmücken zu können. Er hat zwar verdammt wenig gemein mit den kleinen Handwerks- meistern, auf deren Stimmen er rechnet— aber das ist ja egal. Wcnnesnurzieht! Wer mit seinem kommunal- politischen Programm so wenig Eindruck mehr machen kann, wie der Berliner Kommunalfreisinn, zu dem Herr Rettig schwört, der muß die Wähler mit Mätzchen zu fangen versuchen. Herr Pretzel und seine Freunde sind gewaltig neidisch auf den Vorzug, den der Herr„Malermeister" da vor dem antisemiti- schen„Fabrikanten" hat. Sie greifen unsere Mitteilungen über die dem Herrn Rettig von seiner Arbeitgeberorganisation zuteil werdende Wahlhülfe ans und veröffentlichen in einem hiesigen Antisemitenblatt eine Warnung vor dem freisinnigen„Handwerker", die auf die kleinen Meister berechnet ist. Komckit's aber zu einer Stichwahl gegen die Sozialdemokratie, dann wird drüben, wie gesagt, mit einem Male alles ein Herz und eine Seele sein. Für unsere Freunde und Genossen im 30. Kommunal- Wahlbezirk ergibt sich hieraus die P f l i ch t, am 23. November alle Kraft einzusetzen, damit gleich im ersten Wahl- gang die Entscheidung herbeigeführt wird. Wer der Mißwirt- schaft des Freisinns in der Berliner Kommune überdrüssig ist, wer die Unfähigkeit der Bürgerpartei zu besseren Leistungen erkannt hat, der wird am 23. November im 30. Bezirk den Kandidaten der Sozialdemokratie Genossen I o- Hannes Sassenbach wählen. Die Sozialdemokratie allein ist bereit und fähig zu einer vernünftigen und gerechten Kommunalpolitik._ Die Parkdepntation tagte gestern vormittag unter dem Vorsitz des Bürgermeisters Reicks. Sie beschäftigte sich mit der Fortsetzung der Beratung des Etats und zwcst mit dem Kapitel Arbeiter- löhne, wozu die sozialdemokratischen Mitglieder folgenden Antrag gestellt hatten: 1. Einführung von Lohnstalen, nach welchen die jetzt bewilligten Anfangslöhne a) bei den Parkarbeitern stinfmal von drei zu orei Jahren um 0,20 Mi pro Tag steigen sollen, so daß diese Arbeiter nach 15 Jahren einen Höchstlohn von 4 M. erhalten; d) bei den Gärtnern achtmal von zwei zu zwei Jahren 0,25 pro Tag steigen, so daß sie nach 16 Jahren 5,50 M. Höchstlohn pro Tag erhalten. 2. Die Arbeitszeit ist im Sommerhalbjahr des Abends um eine Stunde zu kürzen. Ferner lag ein Antrag des Gartenbaudirektors Mächtig vor: Allen Arbeitern eine einmalige Aufbesserung von 0.25 ivi. pro Tag zu bewilligen, und ein Antrag des Bürgermeisters R e i ck e: In den Etat eine Summe von 20 000 M. einzustellen zur Aufbesserung der Löhne sowohl der Arbeiter als auch der Gärtner nach Ermessen des Direktors resp. der Obergärtner. Gegen den sozialdemokratischen Antrag wurde geltend gemacht, baß es unmöglich sei, hier Lohnskalen einzuführen, die Leistungs- fähigkeit der Arbeiter sei zu verschieden; sowohl Invaliden als auch sehr alte Arbeiter würden in den städtischen Anlagen beschäftigt. Deshalb müsse man der Verwaltung freie Hand gewähren. Lohn- aufbesserungen über 3 resp. 3,50 M. hinaus nur da vorzunehmen, wo es die Verwaltung für zweckdienlich hält. Bon sozialdemokratischer als auch von anderer Seite wurde dem gegenüber gesogt, es sei doch wohl an der Zeit, die Parkarbeiter anderen Arbeiterkategorien gegenüber gleich zu stellen und sie nicht immer als Stiefkinder zu behandeln. Eindringlich wurde davor gewarnt, das Schicksal der städtischen Parkarbeiter und Gärtner in die Hand der Verwaltung zu legen. In der darauf folgenden Ab- stimmung wurde der sozialdemokratische Antrag, feste Lohnskalen einzuführen, gegen fünf Stimmen abgelehnt, ebenso der Antrag Mächtig. Angenommen wurde der Antrag des Bürger- meisterS Reicke, 20 000 Mark in den Etat zu freier Ver- fügung der Verwaltung einzustellen. Die Regelung der Arbeits- zeit wurde vertagt und dann der Entwurf des Etats angenommen; er schließt mit einer Einnahme von 25 700 M. und einer Ausgabe von 1 024 370 M. ab. Professor Liebermann regte die sehr interessante Frage an, wie in Zukunft unsere Schulhöfe auszugestalten seien. Es müsse den Schulgebäuden der finstere, gefängnisartige Eindruck genommen werden. Herr Liebermann schlug vor, unsere Schulhöfe mehr mit Bäumen zu bepflanzen. Blumenbeete anzulegen und dadurch auf den ästhetischen Sinn der Kinder einzuwirken. Der„Erfolg" des Magistrats im Berliner Schulkonflikt ist nun auch durch eine offiziöse Auslassung der„Nordd. Allg. Ztg." auf sein Nichts zurückgeführt worden. Von einem„Nachgeben" der Regierung könne deshalb keine Rede sein, Iveil ja der Frei- religiösen Gemeinde die Benutzung einer Schulaula zu den Vorträgen für Erwachsene niemals untersagt worden sei. Nunmehr be- quemcn sich auch einzelne der Freisinnsblätter, mit mehr oder weniger gewundenen Redensarten den Sachverhalt zuzugeben. Der Versuch. einen„Sieg" des Berliner Freisinns herauszudenteln, ist kläglich mißglückt. Wir wollen abwarten, ob nicht der Magistrat sein der Freireligiösen Gemeinde bewiesenes Entgegenkommen so weit wieder einschränken wird, daß der Schulkonflikt mit einen, feigen Umfall und einer schimpflichen Niederlage des Berliner Freisinns endet. Die städtische Gasdeputation beschäftigte sich gestern mit dem Vorfall, der in der Gasarbeiter- Versammlung am vergangenen Donnerstag zur Sprache gebracht war.(Siehe in der heutigen Nummer unter Gewerkschaftliches:„Das Koalitionsrecht der städtischen Arbeiter"). Die Verwaltung der Gaswerke erhob die schwersten Be- schuldigungen gegen den entlassenen Schulz; er habe den Wiesner geschlagen und ein jetzt ebenfalls entlassener Arbeiter Krag habe dabei, auf Wiesner zeigend, gerufen:„Das ist ja der Hallunke, der den Hottas denunziert hat." Da Hottas Mitglied des Verbandes war, so schließt die Verwaltung der Gas- werke aus den Worten Kargs, Wiesner sei geprügelt worden, weil er dem Verbände der städtischen Arbeiter im Wege sei. Neber- Haupt eiferte der Verwaltungsdirektor Fürst in sehr erregter Weise gegen„gewisse freiwillige Verbands-Kommissäre", die zugunsten des Verbandes die Nichtorganisierten Arbeiter„terra- risierten". Diese Behauptungen waren für die Mehrheit der Mitglieder der Gasdeputation das Signal, sich in Jammer- und Zornesergüssen über den Terrorismus der Gewerkschaften zu ergehen, wobei das Alpdrücken, das der Metallarbeiterstreik manchem Herrn verursacht, recht ergötzlichen Ausdruck fand. Schließlich verstieg sich der Stadtverordnete Butzke dazu, zu verlangen. daß jeder Agitator ohne weiteres zu entlassen seil Stadtrat Namslau war sich wohl bewußt, daß der blinde Eifer jener Herren das Gegenteil des erwünschten Erfolges herbeiführen muß. und er erklärte, daß nur solche Arbeiter entlassen würden, die bei ihrem Bckehrungseifer Leben und Gesundheit der anderen be- drohen; das Recht, organisiert zu sein, werde den städtischen Arbeitern nicht streitig gemacht. Verwaltungsdirektor Fürst hielt es noch für erforderlich, zu betonen, daß die Verwaltung auch einschreiten müsse, wenn während der Arbeitszeit agitiert wird. Genosse Wurm trat den Ausführungen der Scharfmacher in der Deputation entgegen und bestritt, daß der Verband wie irgend eine gewerkschaftliche Organisation es billige, wenn ihre Mitglieder gegen Nichtorganisierte ge- waltsam vorgehen. Die Schilderung der Direktion beruhe auf einseitige Mit- teilungen; man hätte eine gerichtliche Untersuchung ver- anlassen sollen, dann wäre öffentlich über den Vorfall ver- handelt worden und nicht hinter verschlossenen Türen im Bureau der Dirigenten. Auf jeden Fall sei die Angelegen- heit mit der jetzigen Debatte nicht erledigt. Der Deputation lag die in der oben erwähnten Versammlung beschlossene Resolution noch nicht vor; in der nächsten Sitzung wird dies der Fall sein.— Aiisstelliingcn empfehlenswerter Jngcndschriftcn usw. In unserer Notiz über die diesjährigen Ausstellungen(in Nr. 273 vom Sonntag) ist durch Ausfall eines Satzes der Sinn entstellt worden. Es ist einzufügen:„Dabei hatten gerade die Berliner Lehrer schon ftüher einen allerersten Versuch gemacht; schon drei Jahre vor der ersten Ausstellung des Geiverkschaftshauses hatten sie selber eine kleine Jugendschriften-Ausstellung veranstaltet." Hieran schließt sich dann: „S,e blieb fteilich ein mißlungenes Experiment usw." Neue Stiftungen. Eine Stiftung von 75 000 M. hat die am 11. August gestorbene Frau Johanna Bergemann der Stadtgeineinde mit der Bestimmung vermacht, die Zinsen an unheilbar kranke Frauen oder Mädchen zu verteilen. Falls ein Krankenhans oder eine Heimstäfte nnt gleichen Zielen gegründet wird, ist das Kapital dorthin abzugeben. Vorläufig sind aus den Zinsen noch zwei lebens- längliche Renten in der Höhe von 1800 M. zn zahlen.— Aus dem Nachlaß des Rentners Karl Georg Hartwig Staats aus Uelzen waren Rudolf Virchow 40 500 M. mit der Bestimmung ausgezahlt, die zur Verfügung gestellten Mittel nach seinem Ermessen dazu zu verwenden, der Sterblichkeit der Berliner Kinder im ersten Lebens- jähre wirksam entgegenzutreten. Rudolf Virchow hatte seit dem Jahre 1891 jährlich die Zinsen des Kapitals dem Kaiser Friedrich- Kinderkrankenhause überwiesen. Die Erben Virchows haben nun be- schlössen, zur dauernden Erfüllung der vom Erblasser Staats ge- ttoffenen Bestimmung ein Kapital von 50 000 M. der Stadtgemeinde zur Errichtung einer StaatS-Stiftung zu überweisen. Diese Stiftung soll als„unselbständige" errichtet und als sogenanntes„Zweck- vermögen" der Stadt Berlin übereignet werden. Die Schwindelkasse„Berolina". Erregte Szenen im Gerichtssaal spielten sich gestern im Amtsgericht I in der Jiidenstraße ab. Von der Krankenkasse„Berolina" waren wieder einige 60 Mitglieder wegen rückständiger Beittäge verklagt worden. Während der Ver- Handlung trat plötzlich der Rechtsbeistand des Schutzvereins der Ver- sicherten, Dr. Schüler, auf und eröffnete den Verklagten, daß die Krankenkasse„Berolina" schon seit dem Jahre 1902 gar nicht mehr berechtigt sei, Beiträge zu erheben, da sie schon im Herbst dieses Jahres insolvent gewesen sei. Die Beiträge dienten bloß zur Be- soldung der Vorstandsmitglieder, gegen die das Strafverfahren ein- geleitet gewesen sei. Ein gerichtlich vereidigter Bücherrevisor, der sich zur Revision der Geschäftsbücher der Kasse. bereit erklärt habe, hätte bereits ein Schreiben an die Staats- anwaltschaft gerichtet, in dem es heißt:„Ich habe mich bereits im Jahre 1902 über die Vermögensverhältnisse der Krankenkasse „Berolina" orientiert. Die Vermögensverhältnisse waren schon damals so ungünstig, daß ich den Vorstandsmitgliedern gegenüber meine Ueberzeugung äußerte, wonach sie in jedem Falle einen Betrug ausübten, wenn sie bei ihrer kolossalen Ueberschuldung weiterhin Mitgliedsbeiträge annehmen würden. Nach meinem Dafürhalten be- ruhte schon damals die ganze Existenz des Vereins nur auf dem Prinzip, sämtliche Eingänge von Beiträgen für die Spesen und Bezüge der Vorstandsmitglieder zu verwenden, sodaß an eine wirk- liche Unterstiitzuilg der Kranken gar nicht gedacht werden konnte." Nach diesen Erklärungen sah sich der Gerichtshof veranlaßt, das Verfahren auszusetzen, bis die Revision der Geschäftsbücher der ver- krachten Krankenkasse„Berolina" erfolgt ist. Herr Siegfried Jacobsohn ist von der„Welt am Montag" kalt gestellt worden. Der Verlag dieses Blattes giebt folgende Erklärung bekannt:„Einem großen Teil der deutschen Presse hat der Fall Jacobsohn die erwünschte Gelegenheit gegeben, unseren Theater- krittker in der schärfften Weise anzugreisen. Demgegenüber wollen wir uns bemühen, den Fall möglichst kühl, sachlich und gerecht zu behandeln. Vorläufig haben wir Herrn Jacobsohn in beiderseitigem Einverständnis bis auf weiteres beurlaubt. Eine endgülttge Stellung- nähme behalten wir uns vor, bis die Angelegenheit nach allen Richttmgen geklärt ist." Neber eine zweifelhafte Firma in Belgrad, welche ein Agentur- und Kommissionsgeschäft betreibt und mittellos ist, sind den Aeltesten der Kauftnannschaft von Berlin von zuverlässiger Seite Mitteilungen zugegangen, über deren. Inhalt verttauenswürdigen Interessenten im Zentralbureau der Korporatton der Kauftnannschaft von Berlin, Neue Friedrichstt. 51 I., an den Werktagen zwischen 9 und 3 Uhr mündlich nähere Auskunft gegeben wird. Auf Streikposten gestorben ist am Freitag der Metallarbeiter Wilhelm Gallung. Der Verstorbene genügte seiner Pflicht vor der Fabrik der Firma Heise in der Sebastianstraße. Er hatte gerade ver- sucht, einen von einem Schutzmann mit gewohnter Sorgfalt „beschützten" Arbeitswilligen zum Verlassen der Strcikarbeit zu überreden, als er sich plötzlich unwohl fühlte und kurze Zeit darauf in seiner Wohnung am Herzschlags verstarb. Das Schicksal dieses Kollegen, der wie ein pflichttreuer Soldat auf seinem Posten starb, erweckte allgemeine Teilnahme bei samt- lichen Streikenden und Ausgesperrten. Entblößten Hauptes erhoben sich alle Anwesenden in der Versammlung, um das Ableben des so schnell Dahingeschiedenen zu ehren. An der Beerdigung, die gestern nachmittag auf dem Emmaus-Kirchhof zu Rixdorf stattfand, beteiligte sich der größte Teil seiner im Kampfe stehenden Verbandskollegen wie auch Hunderte anderer Arbeiter. Sie alle erwiesen dem Verstorbenen die letzte Ehre in dem Bewußtsein, einen von wahrem Pflicht- tmd Solidaritätsgefühl durchdrungenen Mitarbeiter verloren zu haben._ Der Verlust einer kostbaren silbernen Base beschäftigt die Kriminalpolizei. Es handelt sich um ein Werk von großem Kunst« und geschichtlichem Wert, das einst einem berühmten Mauit zum Geschenk gemacht wurde und jetzt auf dem Transport vom hiesigen Görlitzer Bahnhof nach der Oberlausitz aus eine rätselhafte Weise verschwand. Die Vase ist 21ll Fuß hoch und reich vergoldet. Auf einer Seite ist die Schlacht bei Heilsberg 1807, auf der anderen das Reitergefecht bei Liebertwolkwitz 1313 dargestellt. Der Deckel ist reich ornamentiert, der Henkel, der aus Lorbeer- und Eichenblättern gebildet ist, nicht minder. Die Vase wurde in einer G. v. W. ge» zeichneten Kiste als 52 Kilogramm schwere Sendung auf dem Görlitzer Bahnhof in einen Eilgutwagen verladen lind dieser plombiert. Schon in Kottbus war sie aus dem Wagen verschwunden. Bisher hat man noch keine Spur von ihr gefunden. Jetzt ist die hiesige Kriminal- Polizei mit Nachforschungen nach ihrem Verbleib betraut. Sie nimmt etwaige Mitteilungen, die zur Wiederermittelung führen können, jederzeit entgegen. Ein Doppelselbstmord erregt im Südosten der Stadt Anflehen. In einer Anstalt in der Manteuffelstraße arbeitete seit fünf Jahren die 25 Jahre alte Galvaniseursfrau Anna Poschag aus der Naunyn- straße 1, die seit sieben Jahren kinderlos verheiratet war. Seit vier Monaten war dort auch der 37 Jahre alte Arbeiter Otto Knoll aus der Naunynstr. 17 beschäftigt. Knoll war 13 Jahre verheiratet und Vater eines zehnjährigen"Sohnes. Seine Frau betteibt ein Milch- geschäft. Seitdem er in der Manteuffelstraße arbeitete, ging Frau Poschag bei ihm aus und ein. Seine Frau will nichts wahr» genommen haben als einen fteundschaftlichen Verkehr, mit dem sie einverstanden war. Poschag dagegen war eifersüchtig und hatte mit feiner Frau oft häusliche Auftritte. Am Freitag abend begab sich Knoll nach einem Hotel in der Breslauerstraße, schrieb sich als Schlosser Hermann Gornatz aus Neu-Ruppin in das Fremdenbuch ein und vergiftete sich wenige Stunden nach seiner Ankunft mit Cyankali. Ein Abschiedsbrief an seine Frau, in dem er jedoch die Veranlassung zu dem Selbstmorde nicht angab, führte zur Feststellung seiner Persönlichkeit. Als an demselben Abend Poschag von der Arbeit nach Hause kam, fand er auch seine Frau als Leiche vor. Sie hatte sich mit einer Zuckerschnur an, Kleidcrspinde erhängt. Eine Auf« zeichnung über den Beweggrund hatte auch sie nicht hinterlassen. Aus der Pankc heraus verhaftet wurde in der Nacht zum Montag ein 21 Jahre alter Einbrecher Hermann Langhanski. Beamte sahen, daß Leute sich in einer Kleiderhandlung in der Reinickendorferstraße zu schaffen machten. Es waren drei junge Männer, die für 2600 M. Anzüge und Stoffe zum Wegschaffen eingepackt hatten, aber unter Zurücklassung der Beute nach allen Richtungen entflohen, als sie sich entdeckt fahen. Langhanski geriet an die Panke, sprang hinein, da ihm der Beamte dicht auf den Fersen war, und blieb darin sitzen bis er halb erstarrt war. Endlich kam er aber doch wieder nach dem Ufer zu und wurde nun von dem Verfolger, der ruhig gewartet hatte, hülfsbereit herausgezogen und nach der Wache gebracht. Der mißglückte Diedeskuiff. Der Pförtner Mattes, der in Neu- babelsbcrg eine Villa verwaltet, erhielt vorgestern einen Brief, in dem er gebeten- wurde, um 7 Uhr abends an einer bestimmten Straßenecke zn sein, um mit dem Absender in einer geschäft- lichen Angelegenheit nach Potsdam zu fahren. Da es von seiner Wohnung nicht allzuweit entfernt war, so ging er aus Neugier hin. fand aber niemand. Noch wartete er und sann darüber nach, wer wohl den Scherz gemacht haben könnte, als er einen jungen Mann mit einem Reisekorb, einem Bündel und einem Schirm nach den, Bahnhof zugehen sah. Da ihm der Schirm bekannt vorkam, so fiel ihm jetzt ein. daß ein Dieb ihn aus der Wohnung gelockt haben würde, um ungestört plündern zu können. Er folgte den, jungen Manne auf die Bahn, wollte ihn auf der Station Zoologischer Garten, wo sie umstiegen, feststellen lassen, er» hielt aber von dem Bahnbeantten zur Antwort, dies sei Sache der Polizei. Bevor ein Schutzmann zu erreichen war, stieg der junge Mann wieder ein und Mattes folgte ihm weiter. So sichren beide bis Friedrichsberg. Von dort ging der junge Mann, immer gefolgt von dem Pförtner, nach der Tilstterstraße 17 und in dieses� Haus hinein. Mattes wartete vor der Tür, bis ein Schutzmann kam, und dann mit diesem zusammen auf der anderen Straßenseite. Nach langer Zeit erschien der jnnge Mann ohne Gepäck wieder vor der Tür und wurde jetzt von dem Beamten festgenommen. In dem Hause fand man jetzt auch das Gepäck, lauter Sachen, die der Verhaftete aus der Villa in Neu- babelsberg gestohlen hatte. Der Dieb ist ein Schlosser Karl Lang, ein junger Mann von gutem Herkommen und in guter Stellung, aber schon mehrfach bestrast. Er erklärt, daß er hin und wieder ein- brechen müßte, einem unwiderstehlichen Drange folgend. In seiner Wohnung fand die Kriminalpolizei denn auch noch eine Menge Sachen, die er bei anderen Gelegenheiten gestohlen hatte. Feuerbericht. Montag nachmittag gegen 3 Uhr wurde die Wehr nach der Mohrcnstr. 33 gerufen, weil dort im ersten Stock des linken Seitenflügels in einem Lagerraum der Seidenwarenfabrik von Cd. u. Hch. v. Beckerath Feuer ausgekommen war. Der 17. Löschzug konnte die Gefahr leicht beseittgen.— Vorher gingen in der Hennigs» dorfcrsttaße 11 Möbel und Kleidungsstücke in einer Wohnung in Flammen auf, während in der Frieoenstr. 49 ein Brand abgelöscht werden mußte, der den Fußboden und die Balkenlage ergriffen hatte. — In der Kronenstr. 65 entstand durch einen Gaskocher ein Feuer, das Möbel und Wäschestücke erfaßte, aber vom 19. Löschzuge in kurzer Zeit erstickt werden konnte.— Die übrigen Alarmierungen, die in der Zwischenzeit noch aus der Linienstt. 247, Feldzengmeister- straße 8 und noch aus verschiedenen anderen Orten einliefen, waren durchweg auf ganz unbedeutende Anlässe zurückzuführen. Arbeiter-Bildungsschnle Berlin. Der Unterricht in Geschichte fällt heute aus, ebenso am Freitag in Rede-Uebung. Das Winterfest der Freien Volksbühne. DaS ist das Kenn- zeichen bedeutsamer Männer, daß sie den Ereignissen um etliche Pferdelängen vorauseilen. Mit Horridoh ging es am Sonnabend vorwärts. Im Kalender haben wir noch keinen Winter und auch in der Natur nicht. Wer sichs aber leisten kann der baut vor und nimmt rechtzeitig seine tausend Preßkohlen ein. Und indem die Freie Volksbühne in dieser Herbsteszeit bereits ihr Winterfest feierte, wollte sie ihre Getreuen auf den russischen Winter vorbereiten, der nach allem, was wir im Kulturleben preußischer Staatsraison Deutungswertes fanden, für unser polittsches Dasein zu erwarten ist. Die Preßkohlen, mit denen auf dem humoristisch-satirischen Winterfest unseren Staatslenkern eingeheizt wurde, brannten lustig und gaben dem großen Saal der Brauerei Friedrichshain eine mehr als anheimelnde Wärme. Getragen war dies Fest von dem borusfisch-rnssischen Staatsgedanken, daß mit gar vielen Vorurteilen aufgeräumt werden muß. Zunächst mit dem, daß der Preßsünder etivas Besseres ist als ein gemeiner Verbrecher. Das ist er nicht, und in dem Musterexemplar eines Schmierfinken, das sich als Rein- kultnr aus Plötzensce vorstellte, erlebten wir die vollendete Erziehung zum schweren Junge». Dieser Zeitungsschreiber war aus der Redaktionsheimstätte ausgebrochen. Zeugt dies Ereignis schon dafür. daß ein Talent sich in der Stille gebildet hatte, so noch mehr das Unerhörte. daß dieser Mann sofort nach seiner Selbst- befreiung erfolgreich eingebrochen war an einem Orte, der uns allen heilig und unantastbar sein sollte. Im Polizeipräsidium am Alexanderplatz hatte diese talentvolle Variation eines kommandierenden Generals nämlich mit Diettich und Brecheisen alles ausgeräumt, was der Zensor zur Bewahrung guter Sitte der deutschen Dichtung konfisziert und unter festem Ver- schlutz gehalten hatte. Ja, noch mehr. In der Voraussicht, daß der Winter deutschen Geistes, der uns winkt, ein gar sttenger, russischer sein wird, hatte der Verworfene auch solche Geistesprodukte sich an- geeignet, die in Zukunft noch der Konfiskation anheimfallen. Ein Schauder packte uns, als wir sahen, welche Beute aufgestapelt wurde. Eugene Courlatines Polizeiposse„Der gemütliche Kommissär", die bis dahin frei auf Berliner Bühnen umherlief, ftmrfce als Diebesgut verschärft, die Ouvertüre zu„Fatinitza" des- gleichen und ferner etliche Couplets, die ein Varists selbst am Totensonntag ideal zieren würden. So wurde mit dem Edelsten, was der Deutsche kennt, mit seiner Polizeifurcht, Schindluder gespielt. Aber mag ein revolutionäres Wirken noch so giftgeschwollen an die Oeffentlichkeit treten, es birgt zum Glück auch sein Gegengift in sich. Unterschiedslos hatte der zum Pallisadenkarl avancierte Preß- Verbrecher alles gestohlen, was er im eisernen Behälter am Alexander- platz vorfand. Wie es denn aber auch bei normalen Einbrüchen vor- kommt, daß der Dieb über Bedeutung und Wert der geraubten Gegen- stände schlecht informiert ist, so geschah es auch in diesem Falle, daß neben dem revolutionären Schund gar manches patriotische Kleinod ausgekramt wurde, ohne daß der Held vom Brecheisen recht ahnte. was er vor sich hatte. So erlebten wir denn am Sonnabend, daß eine patriotische Schlachtmusik erscholl, die allein schon geeignet ist, auch den verbissensten Sozialdemokraten zu dem Gelöbnis zu zwingen, nie einen anderen Reichstags-Kandidaten zu wählen als den vom Kriegerverein abgestempelten. Und eine Denkmals- weihe gab es, eine Denkmalsweihe von Jagdgruppen, die in dem versammelten Arbeiterpublikum einen wahren Sturm patriotischer Begeisterung entflammte. Das hätten die Veranstalter des Abends wissen sollen, daß ihr frevel- hastes Beginnen einen ganz, ganz anderen Eindruck machte, als sie in ihrem verbrecherischen Banausentum erhofften. Eine neue Blüte des Patriotismus wird vom Winterfest der Freien Volksbühne ab datieren, deß können die Hetzer sicher sein! Der Regierung und dem staatserhaltenden Gedanken wollten die Kerls einheizen, und die Flamme edelster patriotischer Begeisterung ist entfacht worden. Da dank dem Einbruch im Polizeipräsidium es mit dem Ansehen der Sozialdemokratie doch vorbei ist, das patriotische Meisterwerk der Denkmalsweihe aber kommenden Geschlechtern erhalten werden muß, so empfehlen wir den Kriegervereinen, sich für ihre Veranstaltungen das Aufführungsrecht zu sichern. Die Adresse des gänzlich geknickten Embrecher-Schmierstnken können sie auf unserer Redaktion erfahren. Dvette Guilbcrt, für deren Austreten im Bechstein-Saal heute abend alle Eintrittskarten lange Zeit vorher vergriffen waren, wird in dieser Woche noch einmal vor dem Berliner Publikum erscheinen und im Reichstagssest des Vereins„Berliner Presse" am Freitag, 25. November, mitwirken. Außerdem singen an diesem Abend auch noch Francesco d'Andrade und Paul Kniipfer. Eintrittskarten sind bei Bote und Bock, Leipzigerstr. 37 und im Sekretariat des Vereins „Berliner Presse", Flottwellstr. 5 zum Preise von 6 M. zu haben. Das Konzert der„Typographia" hatte am Sonntag die Freunde dieses in Arbeiterkreisen beliebten Gesangvereins in großer Zahl nach der„Neuen Welt" gelockt. Das Programm war ein äußerst ge- wähltes. Der instrumentale Teil, ausgeführt vom Berliner Ton- künstler-Orcbester, brachte u. a. Wagner's Vorspiel zu„Lohengrin" und Saint-Sasns ergreifenden„Totentanz". Ganz besonderen Beifall fanden jedoch die Männerchöre. Hier wäre jedoch Hegaus „Totenvolk" dem Tage entsprechender gewesen als der zwar äußerst schwierige„Rudolf von Werdenberg" desselben Komponisten. Zu wünschen wäre nur, daß bei künstigen Aufführrmgen größerer Chor- werke diese nicht im letzten Teil gebracht werden, wenn die Auf- merksamkeit nachzulassen beginnt. Beim Schlutzchor des„Columbus" verließ leider ein Teil der Besucher den Saal und zerstörte dadurch den Gesamteindruck dieses von Chor, Solisten und Orchester meister- hast zu Gehör gebrachten Brambachschen Oratoriums. Alles in allem standen die Leistungen der„Typographia", die in letzter Zeit unter Leitung ihres Chormeisters Weinbaum beachtenswerte Fortschritte gemacht, auf der Höhe dessen, was von einem Arbeiter- Gesangverein erwartet werden kann. Der Gesangverein„Kreuzberger Harmonie" hielt, wie seit Jahren schon, auch am letzten Totensonntag in der Brauerei Friedrichshain fein Konzert ab. Die Tüchtigkeit des Vereins ist in Parteikreisen bekannt; gar manches Wahlvereinsfest hat durch die Mitwirkung der „Kreuzberger Harmonie" erst künstlerische Bedeutung erlangt. So ist eS denn selbstverständlich, daß die zahlreichen Freunde diewr Lieder- tafel nicht allein ehrenhalber, sondern auch in Erwartung eines Kunstgenusses das übliche Jahreskonzert besuchen. Auch diesmal ist das Publikum nicht getäuscht worden. Unter Mitwirkung des Berliner Tonkünstler-Orchesters kam ein vortreffliches Instrumental» Programm zu Gehör, in welchem die.Tannhäuser"-Ouverture den Glanzpunkt bildete; der Gesangschor hatte in Gemeinschaft mit dem Orchester den Brautchor aus„Lohengrin" sowie Koschats„Sonntag auf der Alm" aufs Programm gesetzt. Im dritten Teil war„Vineta" von Edwin Schütz, vom sechssttmmigen Männcrchor vorgetragen, das Ereignis. Hoffentlich ist es der„Kreuzberger Harmonie" beschieden, noch recht oft in Arbeiterkreisen das Interesse für die Gesangsümst zu wecken. Theater. Max Halbes vierakttges Drama„Mutter Erde". daS am letzten Sonntag nachmittag die Neue Freie Volksbühne ihren Mitgliedern mit den Darstellern des Schiller-Theaters auf der Bühne des Schiller-Theaters dl.(Friedrich Wilhelm- städttsches Theater) vorführte, wurde mit so lebhaftem Interesse auf- genommen, daß die Direktion sich veranlaßt sieht, das Stück sofort in den Spielplan des Schiller-Theaters aufzunehmen. Es wird am Dienstag im Schiller-Theater dl. in Szene gehen.— Im Deutsch- Amerikanischen Theater findet heute die Preiniere von«New Jork", fünf Bilder mit Gesang, aus dem Nachtleben einer Weltstadt, Text und Musik von Adolf Philipp statt. In dem Stück tritt wiederholt der Dichterkomponist in der Haupttolle auf. Die Vorstellung beginnt heute ausnahmsweise um'A>8 Uhr. Im National-Theater wird Franceschina Prevosti heute (Dienstag) nochmals die Violetta spielen und am 25. d. M. als Fedora in Giordanos gleichnamiger Oper auftreten.— Die Deutsche Volksbühne, über deren Zusammenbruch wir wiederholt berichtet haben, ist heute beim kgl. Kammergericht mit ihren Ansprüchen gegen die Direktion des Karl Weitz-Theaters end- gülttg abgewiesen worden, so daß Direktor Fischer für die nächsten fünf Jahre alleiniger Pächter dieser Bühne ist. Hue den Nachbarorten. Rixdorf. Bei der gestern stattgefundenen Stadt- verordneten-Wahl der dritten Abteilung wurden ge- wählt im 1. Bezirk Paerschke(Soz.) mit 237 gegen 51 Stimmen, welche auf den Kandidaten der Bürgerpartei Maurermeister Oerttel fielen. In den übrigen Bezirken waren Gegenkandidaten nicht aufgestellt. Es erhielten im 5. Bezirk Genosse G r o g e r 438. im 6. Bezirk Genosse Paerschke 259. im 7. Bezirk Genosse P. Mitschkc 618. im 11. Bezirk Genosse Ost ermann 432. im 12. Bezirk Genosse Thurow 417, und im 13. Bezirk Genosse Paerschke 390 Stimmen. Rixdorf. Der Magisttat hat beschlossen, die Stadtgemeinde Berlin auch für das Rechnungsjahr 1904 mit einem Beitrag zu den Schulunterhaltungskosten auf Grund des Koinmunal- abgaben-Gesetzes in Anspruch zu nehmen. Da der Magistrat von Berlin den gleichen Anspruch der hiesigen Stadt für das Rechnungs- jähr 1903 abgelehnt hat. soll auch in diesem Falle, wie in den Vor- jabren, gegen Berlin Klage erhoben werden. Die früheren Prozesse gleicher Art schweben bekanntlich zur Zeit vor dem Oberverwaltung«- Die städttsche Realschule soll von dem Kaiser Friedrich. Realgymnasium demnächst gettennt werden und in der Eniserstraße ein eigenes Schulgebäude erhalten. Als ein hartnäckiger Selbstmordkandidat erwies sich ein in der Friedelstraße wohnhafter Steindrucker B. In der Nacht vom Sonntag zum Montag suchte B. sich mit einem Revolver zu erschießen, doch konnte ihm seine Fr«u die Waffe noch rechtzeitig entreißen. Bald darauf wurde die Frau durch heftiges Poltern aus dem Schlaf geschreckt; ihr Mann hatte sich erhängt, doch zerriß die Schnur und B. fiel zu Boden, wo ihm die um den Hals sitzende Schling« von seiner Frau entfernt wurde. Am Montag vormittag machte B. den dritten Selbstmordversuch, indem er sich in der Küche durch Einatmen von GaS zu töten suchte, während seine Gatttn Einkäufe machte. Als Frau B. zurückkam, fand sie ihren Mann bewußtlos auf den Dielen liegen. Ein schnell hinzugerufeuer Arzt und die Samariterabteilung der freiwilligen Feuer- wehr konnten den Lebensmüden mit Hilfe des Sauerstoff- apparates wieder ins Leben zurückrufen. Da B. äugen- scheinlich geisteskrank ist, ließ ihn der Arzt nach einer Heilanstalt schaffen. Lankwitz. Ein schwerer Unfall ereignete sich auf einem Neubau in der hiesigen Corneliusstraße. Der Dachdecker Hillert aus Berlin war auf dein Dache mit Vermessungsarbeiten beschäftigt, trat dabei fehl und stürzte, da an der Schutzvorrichttmg das Geländer fehlte, rücklings in die Tiefe. Er fiel auf eine etwa 9 Meter entfernte Rüstung und schlug heftig auf einen Netzriegel auf. Schwerverletzt wurde der Bedauernswerte nach dem Kreiskrankenhaus in Groß- Lichterfelde transportiert. Eine Lehrerin gcmaßregelt. Ein sonderbares Disziplinar- Verfahren ist gegen eine Gemcindeschullehrerin in Spandau ein- geleitet worden, die in der Frauenbewegung eine Rolle spielt. Auf eineni Francnkonareß trat sie für Einführung der Geschlechts- lehre in den oberen Schulklassen ein. Zu dem Verfahren soll der Inhalt mehrerer von ihr gehaltenen Vorttäge Anlaß gegeben haben. Ganz in der Ordnung! Was Sozialdemokraten recht ist, muß einer Dame, die gleich diesen der landesüblichen Heuchelei entgegentritt, billig sein. Wir erwarten eine Anweisung des Provinzml-Schul- kollcgiums, welche die Lehre vom Storch offiziell an preußischen Schulen einführt. Der bei dem Raubmordverstich auf der Chaussee nach Eggersdorf schwer verwundete Bauerngutsbesitzer Heinrich Günzter hat jetzt selbst Angaben machen können, die beweisen, daß der Räuber Schulz planmäßig zu Werke gegangen ist. Als Günzler aus der Wirtschast von Grams in der Fidicinstraße fortging, folgte ihm Schulz und holte ihn an der Gneisenaustraße ein. Hier klagte er ihm, daß er keine Arbeit habe und erbot sich, ihm die Pakete, die er vom Schlesischen Bahnhof miwehmen wollte, vom Bahnhof Straus- berg nach Hause zu ttagen. Arglos nahm der gutmütige Landmann das Anerbieten an. Da kein Zug mehr nach Berlin zurückfuhr, so sollte Schulz in Eggersdorf bei den Knechten schlafen. Auf dem Bahnhof Sttausberg nahm Schulz seinen Sack voll Pakete auf die Schulter und einige Kränze, die Günzler zum Totensonntag gekauft hatte, in die Hand. So folgte er ihm auf der Chaussee nach der 20 Minuten entfernten Wohnung. Ungefähr Mitte des Weges warf Schulz plötzlich Sack und Kränze von sich, packte Günzler von hinten und ritz ihn mit den Worten: Du Hund. Geld her. oder ich schneide Dir die Gurgel ab I" zu Boden. Auf seinem Opfer kniend, sagte er noch:„Die Kränze, die Du mitgenommen hast, sind für Deine eigene Leiche!" Dann nahm der Räuber sein Taschenmesser uud versuchte, dem Ueberfallenen die Kehle durchzuschneiden. Auf die Hülferufe Günzlers entfloh der Räuber mit der Beute nach Eggersdorf zu, da er nach dem Bahnhof nicht zurückkehren durfte. Die Ausrede des Räubers. Günzler habe im Eisenbahnwagen und später ein unsittliches Ansinnen an ihn gestellt, wird schon dadurch widerlegt, daß in demselben Abteil noch vier andere Reisende mitfuhrep. Ober-Schöneweibe. Die eiserne Spreebrncke soll bestimmt am 1. Dezember stir den Fußgängerverkehr freigegeben werden, nachdem auf der Bahnhofsseite ein provisorischer eingefriedigter Fußgänger- steig geschaffen ist. Auch sollen jetzt die Schwierigkeiten, die von der Gerneinde Nieder-Schöneweide gegen die Anlegung der Rampe ge- macht wurden, beseitigt werden, so daß in naher Zeit die vollständige Freigabe der Brücke in Aussicht steht. Die Kosten des Bauwerks be- ttagen jetzt etwa 500 000 M. Gerichts-Zeitung. Auch ein Uebermensch. Interessante Einzelheiten aus dem Leben eines exzenttisch veranlagten Menschen wurden kürzlich vor der Strafkammer in Ebersivalde zur Sprache gebracht. Der frühere Fabrikbesitzer Ernst Schotter aus Berlin hatte sich wegen wieder- holten Betruges und Urkundenfälschung zu verantworten. Im Jahrc 1896 hatte er von einem Verwandten eine größere Mctallwaren- fabrik iibernotnmeu. Er war ohne Vermögen, mit dem Betrieb der Fabrik trat aber ein Umschwung in seinen Vermögcnsverhält» niffen ein und Sch. begann überaus verschwenderisch zu leben. Er kaufte in Joachimsthal bei Eberswalde eine Villa, stattete diese mit Luxusmöbeln im Werte von über 10 000 M. ans und ließ auch eine elektrische Lichtanlage einrichten, die nicht weniger als 10 600 M. kostete. Als im Jahre 1901 ein allgemeiner geschäftlicher Nieder- gang in der Nietallindustrie eintrat, war Schotter genötigt, die Fabrik wieder abzugeben. Er setzte aber sein verschwenderisches Leben fort, spielte sich in Joachimsthal als überaus vermögender Mann auf und hielt sich mehrere Wagen und Pferde. Der Bau- Unternehmer Grell betrachtet« es als ein persönlich großes Glück, daß der Angeklagte mit ihm in Verbindung trat und erträumte sich aus dieser Verbindung goldene Berge für sich selbst. Er baute den Angeklagten ohne viel Besinnen einen größeren Anbau an die Villa und verauslagte gern die Kosten in Höhe von 3400 M., da ihm Schotter erzählte, er habe in nächster Zeit für den Verkauf seiner Fabrik noch 63 000 M. sowie 24 000 M. für einen Hauskauf zu erwarten. Grell ließ sich auch überreden mit ihm einen Sozietäts- vertrag zwecks Errichtung einer Metallwarenfabrik in Joachimsthal einzugehen. Anch hierbei soll der Angeklagte den G. getäuscht und in mehreren Fällen auch dessen Unterschrift unberechtigt benutzt haben. Grell, der sich nebenbei auch verleiten ließ, eine Bürgschaft über 8000 M. für den Angeklagten zu übernehmen, hat diese Ver- bindung mit erheblichen finanziellen Verlusten büßen müssen und die Anklage behauptete, daß dies aus die falschen Vorspiegelungen des Angeklagten zurückzuführen sei. Ein früher in dieser Sache schon einmal angestandener Termin wurde vertagt, da Rechtsanwalt Bahn die Untersuchung des Angeklagten auf seinen Geisteszustand beantragte. Schotter habe, wie er anführte, ganz merkwürdige Dinge vollbracht, welche das Gebiet des Exzentrischen stark überschreiten und in deren Folge Schotter auf Antrag seiner Ehefrau entmündigt wurde. Ter Großvater des Angeklagten habe sich im Delirium er- hängt, er selbst sei jahrelang gewohnheitsmäßiger Trinker gewesen. Ein tägliches Quantum von zwei Litern Kognak war nichts seltenes, ebenfalls habe er täglich fünfzehn der schwersten Zigarren geraucht. Um einschlafen zu köimen, trank Sch. abends im Bett noch eine Flasche Portwein und fing am nächsten Morgen mit starkem Kaffee, Zigarren und Wein wieder an. Die Folge war natürlich eine starke Nervenzerrüttung, die sich in einer Art Größen- Wahn äußerte. Eines Tages war Sch. einem Hocksstapler in die Hände gefallen, der ihm goldene Berge versprach. Schotter ging plötzlich nach England und ließ in Berlin alles im Stich. In London verschwand der„gute Freund", nachdem er den Angeklagten noch er- hcblich pekuniär geschädigt hatte. Nach seiner Rückkehr nach Deutsch- land überfiel ihn die Sucht alles zu kaufen, was zu kaufen war. Er kaufte große Hunde. Affen, einen Bär. Vögel, welche er zu Hunderten in einen Raum sperrte und fast verhungern ließ. Gleichzeitig besuchte er Menagerien und kaufte alles mögliche daselbst ein. Ferner hegte er eine besondere Vorliebe für Klaviere und photographische Apparate, von denen er mehrere kaufte. Nachdem Sch. eine 5000 Morgen große Jagd ge- pachtet hatte, kaufte er zehn Hunde und über 40 Gewehre und Pistolen und richtete zur Aufbewahrung einen großen Raum ein. in welchem er sich tagelang aufhielt. Gleichzeitig kaufte er Schweine. Gänse, Pferde und Wagen und eine Anzahl völlig unnützer Dinge, welche er nie gebrauchen konnce. Ms sich Personen über die exzentrischen Launen des Angeklagten belustigten, kaufte er wie zum Trotz ein Reitpferd für 1500 M,, welches er in- dessen nie benutzte. Ein anderes Mal ließ er sich von einer ganzen Militärkapelle auf dem Hofe aufspielen.— Trotz alledem begutachtete der Sachverständige Sanitätsrat Dr. Hostmann in Eberswalde, daß Z 51 St.-G.-B. aus den Angeklagten keine Anwendung finden könne. — Ter Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von neun Monaten.— Rechtsanwalt Ba h n bestritt, daß dem Angeklagten eine betrügerische Wficht nachgewiesen sei; der Zeuge Grell, der wohl gehofft hatte, durch den Angeklagten ein reicher Mann zu werden, habe diesem höchst wahrscheinlich seinen Kredit angeboten. Auch eine Urkundenfälschung liege nicht vor, da der Angeklagte wohl glauben konnte, auf Grund des Sozietätsvertrages sich der Unter- schrift des Zeugen bedienen zu können.— Der Gerichtshof kam nach mehrstündiger Beratung aus den gleichen Erwägungen zur Frei- s p r e ch u n g des Angeklagten. Der heilige Liguori und der fliegende Gerichtsstand. Eine ffür die Presse wichtige grundsätzliche Frage wurde gestern vor der dritten Strafkammer des Landgerichts I bei der Verhandlung einer An« klage angeschnitten, bei der es sich um die M o r a l t h e o I o g i e des heiligen Liguori handelt. Wegen Beihilfe zum Vergehen der Beschimpfung von Einrichtungen der katholischen Kirche und der Verbreitung einer unzüchtigen Schrift sollte sich der Privatgelehrte Dr. Ernst Bischof in Leipzig verantworten. Den Vorsitz führte Landgerichtsrat Busch, die Anklage vertrat Staatsanwalt Rasch, die Verteidigung führte Rechtsanwalt Dr. Holpert. Vor einigen Jahren hatte ein früherer Lehrer Graßmonn zu Stettin bereits die Bcichtregeln des heilig gesprochenen Liguori, dessen Werke von den Päpsten Pius IX. und Leo XIII. zum Studium der katholischen Christenheit empfohlen worden sind, in einer Broschüre bekannt gegeben und daran eine heftige Polemik geknüpft. Graßmann wurde seinerzeit von der Anklage der Beschimpfung des heiligen Sakraments der Beichte freigesprochen.— Jetzt steht eine bei dem Verleger Minden in Leipzig erschienene, von eineiu Anonymus verfaßte Broschüre unter Anklage, die den Titel führt: „Die Bcichtregeln vor dem österreichischen Abgeordnetenhause nach der Moralthcologie des heiligen Mphonsus de Liguori und anderer römischen„Moralisten" nebst Epilog an Herrn Prälaten Dr. Keller und aktenmäßige Statistik über Unzuchtsverbrcchen römischer Geist- lichen." Die Schrift soll unzüchtigen Inhalt haben und Ein- richtungen der katholischen Kirche beschimpfen. Der Verfasser nannte sich mit dem Namen eines böhmischen Gelehrten aus dem Zeitalter des heiligen Liguori„Prokop Deiß". Der Verleger Minden, gegen den das Verfahren wegen seines körperlichen Leidens abgezweigt werden mutzte, hatte vor Herausgabe der Broschüre das Manuskript dem Dr. Ernst Bischof zur Begutachtung unterbreitet. Dieser hatte eine Reihe von Korrekturen vorgenommen, einzelne Stellen durch- gestrichen, und gemäß dieser Korrektur wurde die Broschüre dann gedruckt. Dies hatte gegen ihn das Verfahren wegen Beihülfe zur Folge. Das Versahren ist schon über zwei Jahre im Gange, und mehrere Termine sind bereits vertagt worden. Zum gestrigen Termine war der Angeklagte von der Pflicht des persönlichen Er- scheinens entbunden worden. Vor Verlesung des Erösfnungs- beschlusses erklärte Rechtsanwalt Dr. Halpert, daß er zu seinem Bedauern einen Einwand gegen die Zuständigkeit des hiesigen Ge- richts geltend machen müsse. Er folge darin einem Verlangen seines Klienten. Zur Begründung führte er folgendes aus: Der Eröff- nungsbeschluß sei im April 1902 nach Maßgabe des dmnals nodstbe- stehenden ambulanten Gerichtsstandes der Presse hier in Berlin ev- gangen. Inzwischen sei das Gesetz vom 13. Juli 1902 erschienen, durch welches der Z 7 der Sttafprozeßordnung dahin abgeändert wurde:„Wird der Tatbestand der strafbaren Handlung durch den Inhalt einer im Inland erschienenen Druckschrift begründet, so ist als zuständiges Gericht nur dasjenige Gericht anzusehen, in dessen Bezirk die Druckschrift erschienen ist." Es frage sich nun, ob das neue Gesetz auf anhängige Straffachen Platz greife oder nicht? Rechtsanwalt Dr. Halpert glaubte, daß diese Frage bejaht werden müsse. Er habe kein Material darüber gefunden und müsse sich deshalb auf den§ 8 des Einführungsgesetzes zur Strafprozeßordnung berufen. Wenn an Stelle des 8 7 der Strafprozeßordnung das neue Gesetz vom 13. Juni 1902 getteten sei, so müsse nach dem Wort- laute des zweiten Absatzes des§ 8 der Strafprozeßordnung dieses neue Gesetz auf alle anhängigen Strafsachen Platz greifen, es sei denn, daß vor seinem Inkrafttreten ein Endurteil erster Instanz er- gangen sei. Dies sei doch hier nicht der Fall.— Der Staatsanwalt besttitt die Richtigkeit dieser Ausführungen. Der Gerichtshof beschloß nach längerer Beratung, in der Er- wägung, daß es sich um ein neues Gesetz handelt und dem Gerichts- hose an Gerichtsstelle nur mangelhafte Materialien zur Verfügung stehen, den Publikationstermin auf nächsten Montag anzusetzen. Deutscher Senefelder-Bnnd, Mitglledschast Berlin. Heute abend 8'/, Uhr im Restaurant Miegel, Sttalauerstt. 57: Mitglieder-Versammlung und Vorstandssitzung. Deutscher Arbeiter-Abstiuentcnbund, Ortsgruppe Berlin. Mittwoch, den 23. November, abends präzise 8fl, Uhr: Mitglicdcr-Versammlung im Englischen Garten, Alexanderstratze 27c. Wichtige Tagesordnung. Verband der Frisenrgehülfen Deutschlands. Zweigverein Berlin. Dienstag, den 22. d. Mts., abends 10 Uhr, Rosenthalerstt. 57: Wahl von 41 Delegierten zur Krankenkasse. Erscheinen notwendig. Eingegangene Druckschriften. Bon der„Neuen Zeit-(Stuttgart. Dietz' Berlagj ist soeben das 8. Hest des 23. Jahrganges erschienen. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Ibsens Briese. Albert Schäfflc: Aus meinem Leben. Von A. Bebel— Die Marx-Swdien. II. Von Max Zetterbaum.— Zur Frage des Generalstreiks. Von Wilhelm Düwell.— Literarische Rundschau: Karl Frohme, Monarchie oder Republik? Von I-.— Da Vis Socialiste. Von K. Kautsky.— Notiz: Sozialistische Jugendliteratur. Von Franz Krüger, Königsberg i. Pr. Die„Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch- Handlungen, Postanstallen und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Hest kostet 25 Psg. Probenummern stehen jederzeit zur Versügung. Vermischtes. Zusammenfloß mit Wilderern. Bei dem Dorfe GeiSpolshenn kam es Sonntag, wie aus Straßburg i. Elf. gemeldet wird, in der Frühe zwischen Jagdhütern und einer grogen Gesellschaft von Wilderern zu einem blutigen Zusammenstoß. Zwei Wilderer wurden erschossen, ein dritter wurde schwer verletzt in das Straßburger Hospital gebracht, wo er nach Blättermeldungen inzwischen gestorben sein soll. Drei Wilderer sind leicht verletzt worden. Raubmord in Sttaubing. Die„Donauzeitung" meldet aus Straubing, daß der Buchhalter des Nürnberger Raiffeifen- Vereins Mages im Gasthaus Münchener Hof mit durchschnittener Kehle und eingeschlagenem Schädel aufgefunden wurde. Geraubt waren 3000 M. Als des Raubmordes verdächtig wurde das Reisenden- Ehepaar Pfreundwer im Mathäserbräu in München verhaftet. Arbeiter- Risiko. Der„Franks. Ztg." wird aus Oberursel den 20. d. M. gemeldet: Gegen 10Vz Uhr explodierte in der nahe bei Weißkirchen gelegenen Bronzefabrik von Schopflocher u. Co. ein Kessel. f wei Arbeiter wurden schwer und einer tödlich verletzt. Die Explosion t auf die Entzündung giftiger Gase zurückzuführen. Italienische Rache. Eine entsetzliche Massentragödie spielte sich Somrtag, wie aus Rom berichtet wird, in Polignano(Bari) ab. Ein reicher Arzt. Dr. Pellegrini. hatte Apollonia,'die Tochter des Bürgers Gianluist, verführt. Er Ivar aber in allen Instanzen stei- gesprochen worden. Als der Doktor in Begleitung seiner beiden Brüder gestern abend nach Hause ging, wurde er von der Familie der Verführten angefallen. Der Arzt schoß den Vater des Madcheys nieder, der sofort tot war, und verwundete das Mädchen sowie dessen Mutter und Bruder schwer. Er selbst aber wurde durch Axthiebe niedergemacht, während seine beiden Brüder durch Dolchstiche verletzt wurden. Die verführte Apollonia liegt im Sterben. Aus Chicago wird gemeldet, daß bei der Explosion in dem Gebäude des GaSttustes in der 74. Sttaße Chicagos im ganzen 22 Gasbehälter explodierten. Sämtliche Gebäude der Gas« anstalt wurden zerttümmert und 20 Menschen kamen ums Leben. Eine große Anzahl von Arbeitern lag unter den Trümmern der zusammengestürzten Häuser. Manchen gelang es, sich selbst heraus- zuarbeiten, andere wurden durch die von allen Seiten herbeieilenden Helfer aus ihrer Lage befreit. Die Arbeit der Netter lvar außer- ordentlich gefährlich; denn die Ruinen gingen in Brand auf, und 2. bas Feuer drohte, bisher noch unberlegt gebliebene Tanks zu er-| aus New York, gestern eine Meile östlich der Rettungsstation Long Erschoffen hat der Feldwebel Schwab vom 54. Infanteriegreifen. Nur mit Lebensgefahr fonnte gearbeitet werden. Einige Beach in der Nähe der Feuerinsel gestrandet. Ein Schlepp- Regiment in Teschen den Leutnant Gruß und hierauf sich selbst. der Verunglückten mußte man ihrem Schicksale überlassen; sie dampfer ist dort eingetroffen, um zu versuchen, bei Hochwasser das Aus New York wird über eine Brandkatastrophe bes lagen unter einer enormen Stahlschiene auf den Boden nieder- Schiff abzuschleppen. Der Dampfer befindet sich in günstiger Lage. richtet: Sonntag brach in einem dreistöckigen Lagerhause in gedrückt. Diese Schiene war durch Gebäudetrümmer be- Die See ist ruhig. Brooklyn Feuer aus, das sich vier anderen Häusern mitteilte. Die Lastet. Erst nachdem man die Hauptgasrohre in einiger Der Fall des Kommerzienrats. In Paris ist der Kommerzieurat Insassen der lekteren haben sich wahrscheinlich alle gerettet; in dem Entfernung von der Unglücksstelle geöffnet und das Gas ab- Julius Ribbert verhaftet worden, der nach Unterschlagung etlicher ersteren fand die Feuerwehr zwölf Zeichen. Der Tod war durch gezogen hatte, fonnte die Feuerwehr mit Erfolg die Flammen Millionen aus Deutschland geflüchtet war. Julius Ribbert stand an Erstidung eingetreten. Die Häuser waren meist von italienischei bekämpfen. Bisher waren erst acht Leichen geborgen. Die übrigen der Spiße der Firma gleichen Namens, die sein Vater, geheimer Arbeitern bewohnt. Tagen noch unter den Trümmern oder waren verbrannt. Die Stommerzienrat Ribbert, einer der bedeutendsten Kaligroßindustriellen Marktpreise von Berlin am 19. November. Nach Ermittelungen des Gewalt der Explosion war so stark, daß man sie in der ganzen in Hohenlimburg, begründet hatte. Julius Ribbert trieb einen so fgl. Polizei- Präsidiums. Für 1 Doppel- Rentner: Weizen**), gute Sorte nächsten Hälfte der Stadt spürte, und daß viele Gebäude innerhalb bedeutenden Aufwand, daß er mit seinen Einkünften nicht austommen 17,70-17,67, mittel 17,64-17,61 M., geringe 17,58-17,55 eines Umkreises von 12 Kilometer ernstlich beschädigt wurden. Die fonnte. Er suchte neue Mittel durch umfangreiche Terrainspekulationen Roggen), gute Sorte 13,90-13,89 9., mittel 13,88-13,87 W., geringe Polizei zwang alle Personen innerhalb dieses Umkreises, die Häuser zu gewinnen, aber anstatt der erhofften Erfolge hatte er immer neue bis 13,30 M., geringe 13,20-12,10 M. Hafer*), gute Sorte 16,40-15,60., 13,86-13,85 9. Futtergerste*), gute Sorte 15,70-14,50 W., mittel 14,40 zu verlassen, da man befürchtete, daß weitere Explosionen der noch Verluste. Schließlich brach er unter der Last seiner Schulden zu mittel 15,50-14,80 m., geringe 14,70-14,00. Erbsen, gelbe, zum Stochen stehenden größeren Gasometer gewaltige Verheerungen anrichten sammen; er flüchtete heimlich und wandte sich nach Paris, wo er 40,00-30,00 M. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 m. Linjen 60,00-30,00. würden. Ueber den Ursprung der Explosion weiß man nichts, bis heute unerkannt unter fremdem Namen lebte, bis er von einem Startoffeln 9,00-7,00 m. Richtstroh 5,00-4,50 M. Heu 9,40-7,20 M. glaubt ihn aber auf die Nachlässigkeit einiger Angestellten zurück- seiner früheren Geschäftsfreund im Theater wiedererkannt wurde. Jest Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 m. Eier per Schod 4,50-8,20 2. führen zu müssen. Nach einem späteren Telegramm einer find von den deutschen Behörden Verhandlungen mit den französischen*) Frei Wagen und ab Bahn.**) Ab Bahn. Londoner Telegraphenagentur tamen 40 Personen ums Leben. wegen der Auslieferung des Kommerzienrats angeknüpft worden. Viele werden noch vermißt. Wie man uns weiter mitteilt, handelte Die Pocken in Kiel. In den Isolierbaracken der akademischen es sich um die Explosion von fomprimiertem Acetylengas, das zur Heilanstalten ist ein Student der Medizin, welcher zu Studienzwecken Waggonbeleuchtung benutzt werden sollte. eine franke Frau aufsuchte, ebenfalls an den Bocken schwer erkrankt. Die umfangreichsten Sicherheitsmaßregeln wurden getroffen. Großes Aufsehen erregte die Verhaftung des Leiters der Strakauer öffentlichen Sicherheitsabteilung, des Polizeikommandeurs Balci. Derselbe hat den Inhaber eines Verfazamtes vorzeitig von der behördlich angeordneten Haussuchung unterrichtet. Dieser wurde ebenfalls verhaftet und das Bersazamt geschlossen. Brillantendiebstahl. Köln. In einer hiesigen Goldwarenfabrik wurde in der vergangenen Nacht ein Einbruch verübt; es wurden Brillanten im Werte von annähernd 20 000 m. geraubt. Ueber die Täter ist nichts bekannt. Der Dampfer Sicilian Prince", mit 612 Passagieren von Neapel, Palermo und Marseille an Bord, ist, laut Kabeltelegramm Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 22. November. Anfang 7 Uhr. Opernhaus. Die lustigen Weiber von Windsor. Neues königl. Opern Theater. Theodora. Deutsches. Maskerade, Berliner. Soldaten. Leffing. Traumulus. Weften. Bar und Zimmermann. Thalia. Der Weiberkönig. Belle Alliance. Der Millionenbauer. National. La Traviata. Anfang 8 Uhr: Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Großstadtluft. Schiller N.( Friedrich Wilhelm städtisches Theater). Mutter Erde. Zentral. Der Generalfonful. Neues. Die Morgenröte. Kleines. Der grüne Kakadu. Der tapfere Raffian. Carl Beif. Senta Wolfsburg. Nejibenz. Eine Hochzeitsnacht. Lustspielhaus. Bieberleute. Buijen. Hafemanns Töchter. Trianon. Gastons Frauen. Urania, Taubenstr. 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Von der Zugspitze zum Watzmann Sternwarte Hörsaal: Invalidenstr. 57/62. Dr. F. Ristenpart: Der Aufbau und die Entwickelung des Weltalls. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. Schiller- Theater N. pal( Wallner- Theater).on( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Dienstag, abends 8 Uhr: Mutter Erde. Drama in 4 Aufzügen von May Halbe. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Die Grossstadtluft. Schwant in 4 Akten v. Oskar Blumen thal und Gustav Kadelburg. Mittwoch, abends 8 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. CASTAN'S Donnerstag, abends 8 Uhr: PANOPTICUM. Friedrichstr. 165. Es war einmal-!" Großer orient. Märchenzyklus in lebensgroßen plastischen Figuren mit verbindendem Text und Musikbegleitung. Zum erstenmal: Wallensteins Tod. | Frankfurt 1,92 Meter. Weichsel bei Brahemünde+2,64 Meter. Wasserstand am 19. November. Ibe bei Ausfig+0,26 Meter, bei Straußfurt+1,40 Meter. Dresden 1,05 Meter, bei Magdeburg+1,63 Meter. Unstrut bei Dder bei Ratibor+ 2,04 Meter, bei Breslau Ober- Begel+5,08 meter, bei Breslau Unter Begel+0,10 Meter, bei Barthe bei Posen+ 0,52 Meter. Nese bei Usch+0,74 Meter. Wetter- Prognose für Dienstag, den 22. November 1904. Ein wenig fälter, veränderlich, vorherrschend wolkig mit geringen Niederschlägen und ziemlich frischen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Carl Weiß- Theater. Große Frankfurter Straße Nr. 132. Direttion M. Ed. Fischer. Lezte Woche. Senta Wolfsburg. Anfang 8 Uhr. Morgen: Senta Wolfsburg. Sonnabend nahm. 4 Uhr: Kinder borstellung: Sneewittchen und die sieben Zwerge. Donnerstag, abends 8ubr: W. Noacks Theater. Die Tyrannei der Tränen. Kleines Theater Neues Theater. Bereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Anfang 8 Uhr. 8um erstenmali Anfang 8 Uhr. Der grüne Kakadu. Die Morgenröte Mittwoch: Die lustigen Weiber von Borher: Der tapfere Kassian. Mittwoch: Nachtasyl. Metropol- Theater Palast- Theater Die Herren von Maxim. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Metropol. Die Herren von Magim. Henry Bender. Rafino. Wildes Blut. Deutsch- Amerikanisches.New- port. Josef Josephi. Apollo, Berliner Luft. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. Prinz Lebh in Ahlbed. Frid Frid. Josef Giampietro. Anton Grünfeld. Fritzi Massary. Baffage Theater. Dida. Spezia- Das Fest des Lichts. litäten. Anf. 5 Uhr. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Balaft. Ningkämpfe. Spezialitäten. Urania. ( Ballett.) Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. Taubenfirake 48/49. Trianon- Theater. Um 8 Uhr im Theater: Von der Zugspige zum Wahmann. Invalidenstraße 57/62. Stern warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 Uhr. Im Hörsaal: Dr. F. Ristenpart: Der Aufbau und die Entwickelung des Weltalls. Heute und folgende Tage: 1. Windsor. Donnerstag: Die Morgenröte. V Straße 22. Direktion: früher Feen- Palast. Rich. Große internationale Ringkampf- Konkurrenz unter dem Protektorat des Herrn Professor Reinhold Begas. Keutige Ringtämpfe: Beaucairois, Fransofe, gegen Michael Hitzler, anen. Revandjekampf bis zur Entscheidung. 2. Weltmeister Georg Lurich, Ruffe, gegen Dickmann, Rheinländer, 3. Riesbacher, Rumänier, gegen Ali Achmed, Türfe. Borber: Theater u. Spezialitäten. Anjang 7, Uhr. Borvert. 10-1 Uhr. Einlaß 62 Uhr. Breise der Plate wie gewöhnlich. Deutsche Konzert- Hallen. An der Spandauer Brücke 3. Vollständig neu ausgestattet! Täglich: Gr. internat. Künstlerkonzerte. x Theater- Abteilung. Spezial- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Gastons Frauen. Zirkus Schumann. Zirkus Busch. Anfang 8 Uhr. Noch nie dagewesener Erfolg. Sonntag nachmittag: Ihr zweiter Das neue große Programm und die Mann. National- Theater Kasino- Theater Weinbergsweg 12a- 13b. Dienstag, ben 22. November 1904: 3. Gastspiel Franzeschina Prevosti: La Traviata. Anfang 7, Uhr. Mittwoch: Die Favoritin. Lothringerstr.37. Anf.Wch.8, Sonnt.7. Nur noch furze Zeit! Wildes Blut. Gesangspoffe in 3 Atten v. Mannstädt. Borh. 5. brill. November- Spezialitäten. Sonntag 4 Uhr; Mutter Gräbert. Zentral- Theater Passage- Theater. Anfang 8 Uhr. Der Generalfonful. Operette in 3 Akten v. H. Reinhardt. Mittwoch nachm. 4 Uhr: Däumelinchen. Abends: Der Generalkonsul. Donnerstag: Der Generalkonsul. Freitag: Das süße Mädel. Luisen- Theater. Abends 8 Uhr: Hasemanus Töchter. Mittwoch: Der Registrator auf Reifen. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Anf. nachm. Wochent. 5 Uhr, Sonntags 3 Uhr. Kurzes Gastspiel des herühmten Gedankenlesers Bror Sundeen aus Stockholm. Phänomene des sechsten Sinnes. Lucie König, das erstklassige Mädel. Der magische Kessel. die Donnerstag: Robert und Bertram. Dida Erschaffung eines Freitag zum erstenmal: Die Reise durch Berlin in 80 Stunden. Lustspielhaus Sonnabend: Der Regifirator auf Lustspielhaus Reisen. Residenz- Theater. Dir.: Friedrichstraße 236. Bum 46. Male: Biederleute. Morgen bis Donnerstag: BiederRichard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: leute. Eine Hochzeitsnacht. tag. Sonnabend und Sonntag: Der Schwant in 3 Atien von H. Séroul und A. Barre. Anatol Durofel: Richard Alexander. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die 300 Tage. Apollo- Theater. 8 Uhr: Die Freitag 8. erstenmal: Der FamilienFamilientag. Otto Pritzkows größte Neuheit, Wirklich sensationell! Münstedts Liliput- Zirkus. um 9%, lhr: bas große mimische Drama mit seinen packenden Szenen und faszinierenden Effekten: Grande Soirée équestre! Katharina II. Eine Zebra- Komödie. der menschliche Coco, underaffe. Die vorzüglichen Klowns und die großartigsten Programmnummern. Gebrüder Der Kurier des Zaren. Herrnfeld- Theater. girta 250 Mitwirkende. 2 Musikkorps. Achtung! Auf vielseitiges Verlangen! Morgen Mittwoch, den 23. d. Mts. Sanachm. 3, Uhr: Große brillante Familien- und KinderVorstellung. Sämtliche Spezialitäten und Münstedts reizender Liliput- Zirkus. an. a. allen Blaten Ein Kind frei! ohne Ausnahme Heute: Die Novität: Prinz Levy Kindral in Ahlbeck. Jedes weitere Sind bis 12 Jahre halbe Breise( außer Galerie). Nachmittags zum Schluß: Marokko, große AusstattungsKöpnickerPantomime. Deutsch- Amerikanisches Str. 67-68 THEATER Station HEUTE ABEND Jannowitzbr. 8 Uhr: Gastspiel Adolf Philipp. PREMIERE NEW- YORK Schwank in drei Alten von Anton und Donat Herrnfeld. Hauptrollen: Magnus Prinz Levy: Donat Serenfeld. Prahidal, deffen Reisebegleiter Anton Herrnfeld. Anfang präzise 8 Ühr. Billett- Borverkauf 11-2 Uhr mittags. Chriftbäume, größter Borrat, 100 Baggons vor handen. Kaufofferte ab Berlin unter R. M. 120 hauptpostlagernd Strafau, Galizien, erbeten. 1305* 5 Bilder m. Gesang a. d. Nachtleb. 8 einer Weltstadt, Text und Musik von ADOLF PHILIPP. Sonntag nachmittags 3 Uhr!! HALBE PREISE Ueber'n TEICH. großen Abnormitäten- Ausstellung Stadt- Theater Moabit. Münzstraße 16 Taglish Borfiellung November- Spezialitäten lebender Kuriositäten! and Simone, der Stern von Nizza. Pantomime. Musik von Bertrand de Dorval. Hierauf: Medizinische Rätsel, Alt- Moabit 47/49. Kenne Gastspiel des Bernh. Rose- Theaters. 80.5 Mutterliebe. Driginal Boltsstud mit Gesang t 4 Atten v. J. Willhardt. M. Horwiz. Anjang 8 Uhr. Mufit von Berliner Luft. anatomische Wunder. Entree 30 Bf., numer. Blas 50 B Musik von Paul Lincke. Riesen! Zwerge! " Donnerstag, den 24. November: Graf Essex. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Bum letztenmal: Zar und Zimmermann. Bar Peter I.: Dir. Rob. Dill. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. ilto: Don Carlos. Volksgarten- Theater ( früher Weimann). Dienstag, den 22. November 1904: Grosse Soiree Dienstag, den 22. November 1901: der Original Erfurter Sänger. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Skala- Theater. Linienftr. 132( a. d. Friedrichstr.) Sensationelles Programm! August kommt. Bosse mit Gesang in einem Art, sowie 30 internation. Spezialitäten. Anfang 7 Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. Sanssouci. WINEBARTEN 765 Anne Dancrey die graziöse Pariser Sängerin und Tänzerin. Everhart der Reifenkönig. Patty- Frank- Truppe Meisterschaftsturner. Cliffe- Berzac zahlt jedermann 2000 Mark, der auf seinem rotierenden Tisch 45 Sekunden stehen kann. 200 Mark, der auf seinem Esel aufrecht sitzend reiten kann. Außerdem weitere 10 hervorragende Spezialität. Reichshallen- Theater. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Täglich von 12-4 Uhr: Mittagstisch. In den unteren Sälen jeden Abend 8 Uhr: Nottbuser Tor- Stat. der Hochbahn. Militär- Konzert. Sonntag Montag Heute Dienstag zum zweitenmal: Ein' feste Burg Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: Fritz Steidl- Sänger. ist unser Gott. ach jeder Borstellung im Kaiserfaal Bollsstück in 5 Aften von Arthur Maller. Morgen Mittwoch: Ein deutsch. Schulmeister Bollsstüd in 5 Aften. Hoffmanns Donnerst. Norddeutsche Sänger 2011 Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Gustay shund Beds Behrens SpezialitätenTheater, FrankfurterAllee 85. Das großartige Novemberprogramm Neu! Lily Durand Neu! mit ihrer Verwandlungsnummer Großstadtleben. Ostarra Trio New! New! großartige Kopfbalance auf schwingen. bem Trapez, fowie die noch übrigen erftllassigen Spezialitäten. Tierärztliche Poliklinik Koppenstr. 9. 50/5 Spezial- Behandlung von Hundekrankheiten. Täglich 9-11 und 4-5, Sonntags nur vormittags. dak p rauchen Zenith 296 IN CHIL All talans indidend Cigaretten! 水 か 14L Tanz. Verein ehem. Beelitzer( B. 1.) Zu dem am Sonnabend, den 26. Nov., abends 9 Uhr, in Feuersteins Festsälen, te Jakobftr. 75, 1226 stattfindenden II. Stiftungsfest erlauben wir uns alle ehem. Beelizer Batienten, sowie Freunde und Gönner des Vereins höflichst einzuladen. Der Vorstand. Kranz- und Blumenbinderei von Robert Meyer, # r Mariannen- Straße 2. Bereins- Kränze, Palmen- u. 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Beber Neber Säuglingsschutz und Kommune I sprach Montag, den 14. November, Herr Dr. Weyl im Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. " wären. die Armenverwaltung herangezogen werden, weil sonst ein großer schriften zur Bekämpfung der Tuberkulose, für Teil der Bevölkerung die Benußung derartiger Einrichtungen in deren Durchführung die fommunalen Gesundheitskommissionen sorgen folge der damit verbundenen Wahlrechtsentziehung. von vornherein sollen. Die Aerzte werden verpflichtet, jeden Fall von Tuberkulose ablehnen würde. Vielmehr müßten zu diesem Zwede besondere anzumelden. Die Gesundheitskommission tann Reinigung oder DesSummen ausgeworfen sein, die für Berlin durch bisher unbenußte infektion der Räume, der Kleider und aller Gegenstände, die der Stiftungen leicht zu besch den höchst interessanten Ausführungen| Gefahr weiterer Ausbreitung der Krankheit vorliegt, VerhaltungsDer Referent legte zunächst an der Hand statistischer Er Lungenkranke benutzt hat, anordnen; sie kann in Fällen, wo die hebungen die ungeheure Höhe der Säuglingssterblichkeit in den armen des Referenten mit großer Aufmerksamkeit. In der Diskussion wies porschriften erlassen und eventuell Krankenhausbehandlung auf und ärmsten Bevölkerungsschichten gegenüber den wohlhabenden Frl. Dr. Wygodzinski darauf hin, daß mit der unentgeltlichen öffentliche Kosten anordnen. Auch kann die Gesundheitskommission gember gegenstehen des mit der wie und enten die Streifen dor. Es habe sich in jüngster Beit, um eine Besserung in Lieferung von Säuglingsmilch aus städtischen Mitteln vor allem auch tuberfelfranken Frauen verbieten, als Ammen in Dienst zu treten. diesen Zuständen herbeizuführen, in Berlin die Gesellschaft zur Be- die Lieferung guter Milch an alle unbemittelten Schwangeren und In Wohnungen, wo sich Tuberkulose aufhalten, dürfen feine Pflegefämpfung der Säuglingssterblichkeit" gebildet, die allein durch Ueber- Wöchnerinnen verbunden sein müßte, da man durch bessere Er- finder aufgenommen werden. Schulpflichtige Kinder, die für andere wachung der Milchgewinnung und Lieferung einwandsfreier Milch nährung der Mutter diese in zahlreichen Fällen in Stand seßen Kinder eine Ansteckungsgefahr bilden, sollen vom Schulzivang entan Unbemittelte schon gewisse Erfolge erzielt zu haben scheine. fönne, ihre Kinder selbst zu stillen. Natürlich könne eine solche Privatgesellschaft, die stets nur mit be= bunden werden. Lehrer müssen ein Attest darüber haben, daß sie nicht an Tuberkulose leiden. Lehrer, die wegen dieser Krankheit schränkten Mitteln arbeite, auch hier niemals wirklich eingreifend entlassen werden, erhalten zwei Drittel ihres Gehalts als Pension. wirken. Vielmehr sei es Sache der kommunalen Verwaltung, InIn Armenhäusern und kommunalen Altersversorgungsanstalten stitutionen zur dauernden Bekämpfung des Elends der Säuglings- ist Religion?" sterblichkeit zu schaffen. dürfen keine Tuberfelfranke aufgenommen werden, wenn ihnen nicht für Verpflegung Tubertelfranker werden zu drei Vierteln vom Staat besondere Räume zugewiesen werden. Die Ausgaben der Kommune ersetzt. Uebertretungen de sGesezes sollen mit Geldbußen von 2 bis 2000 r. oder Gefängnis bestraft werden. Schon im Jahre 1901 hat der sozialdemokratische Stadtverordnete Curt Freudenberg, dem überhaupt die eigentliche Anregung zu allen in dieses Gebiet fallenden Maßnahmen zu danken ist, in der Berliner Stadtverordnetenversammlung den Antrag gestellt, eine Kommission zur Beratung von Maßnahmen zur Bekämpfung der SäuglingsSterblichkeit zu begründen. Er hat gleichzeitig eine ganze Reihe von Forderungen aufgestellt, deren Erfüllung erst einen wahrhaft wirkfamen Säuglingsschuß darstellen würde. Ein solcher Schuß müßte vor allen Dingen bereits bei der Schwangeren einsehen, um zunächst die Geburt eines überhaupt lebensfähigen Kindes möglich zu machen. Es ist aber bekannt, daß irgend ein Schwangerschaftsschutz bei uns in feiner Weise eristiert, und deshalb eine große Zahl von Schwangeren, insbesondere die ledigen unter ihnen, sich oft dem schrecklichsten Elend preisgegeben sehen, sei es nun, daß sie überhaupt in der letzten Zeit vor der Entbindung völlig arbeitsunfähig sind, sei es, daß sie selbst bei noch erhaltener Arbeitsfähigkeit in ihrem Zustand keine Beschäftigung mehr finden. Deshalb ist die Errichtung von Schwangerenheimen seitens der Kommune zu fordern, in denen alle bedürftigen und eristenzlosen Schwangeren Aufnahme finden. Die nächste Vereinsversammlung findet am Montag, den 28. November, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20, statt. Herr Dr. Maurenbrecher wird über das Thema referieren: Was Neu- Weißensee. Am 15. d. M. fand im Prälaten eine von der b. M. Fand im Vrö Vertrauensperson einberufene öffentliche Versammlung statt, in der Genosse Arthur Stadthagen über das Thema: Die politische Entrechtung der Frauen und Mädchen referierte. Die gut besuchte Ver- 8 fammlung nahm die Ausführungen des Redners mit Beifall entgegen. im allgemeinen gutgeheißen und schließlich einem Ausschuß von Beide Gefeßentwürfe wurden von den Rednern aller Parteien An der darauf folgenden Diskussion beteiligten sich die 15 Mitgliedern überwiesen. Genoffin Frau Ihrer sowie Genossen Reste und Mar Menzel. Bes sonders der letzte legte es den Genossinnen nahe, sich mehr als bis- Die Gründung eines Arbeitersekretariats ist vom Gewerkschaftsher den Konsumgenossenschaften anzuschließen, da es ihnen nicht ge- fartell in Dresden auf Grund des Beschlusses einer öffentlichen stattet ist, politisch in dem Maße mitzuwirken wie ihre Männer. Versammlung in die Wege geleitet worden. Hierauf folgte der Bericht der Vertrauensperson, Genoſſing in e Neumann. Nachdem sie den Kassenbericht, der in Einnahme auf 64,35 M., in Ausgabe auf 61,30 m. steht, gegeben hatte, wünschte fie, daß die Genossinnen im nächsten Jahre möglichst zahlreich an dem öffentlichen Leben sich beteiligen mögen. Genossin Rostin teilte mit, daß die Stasse und Bücher in bester Ordnung waren, und stellte den Antrag, die Genossin Neumann zu entlasten. wurde einstimmig angenommen. Ebenso wurde hierauf einstimmig Der Antrag die Genoffin Neumann als Vertrauensperson wiedergewählt. Unter Verschiedenem machte Genossin Taubmann darauf aufAndererseits ist der beste Schutz gegen die Säuglingssterblichkeit merksam, daß im nächsten Jahre die 25jährige Drts- Jubiläumsfeier die Ernährung des Säuglings mit Muttermilch, da im allgemeinen stattfindet, und ersuchte die Anwesenden, ihre Kinder an diesem hoch unter den so ernährten Kindern die Sterblichkeit taum bis so patriotischen Feste nicht teilnehmen zu lassen, da niemand das Recht hoch ist, wie unter den mit fünstlicher Nahrung aufgezogenen. Es hat, in dieser Beziehung einen Zwang auszuüben. gilt darum, allen den Müttern, die ihren Kindern die natürliche Nahrung entziehen müssen, weil sie sehr bald nach der Entbindung des Herrn Thiel, Bergstr. 151/152, eine öffentliche Versammlung Rixdorf. Dienstag, abends Heute 8 Uhr, findet im- Lokale wieder zur Erwerbsarbeit gezwungen sind, durch Errichtung einer des Herrn Thiel, ausreichenden Zahl von Wöchmerinnenheimen die Möglichkeit des statt, in welcher Genoffin Kiesel über„ Die Frau im Klassen Zusammenlebens mit den Neugeborenen, und damit einer natür- staat" spricht. Es findet außerdem Bericht und Neuwahl der fichen Ernährung der Säuglinge zu schaffen. Um für die späteren Vertrauensperson statt, auch wird das Wahlresultat der am selben Monate die Arbeitskraft derjenigen Frauen nubbar zu machen, die Tage stattgefundenen Stadtverordnetenwahlen bekannt gentacht. längere Zeit in solchen Heimen verbleiben würden, war vorgeschlagen Zahlreichen Besuch erwartet Die Bertrauensperson. Die Vertraue worden, etwa die Wasch- und Näharbeit usw. für die städtischen Kranken- und Waisenhäuser von den stillenden Müttern in diesen Heimen besorgen zu lassen. Zu alledem kommt endlich die Notwendigkeit, die Frauen durch möglichst zahlreiche hygienische Vorträge und Schriften über eine gefundheitsgemäße Ernährung und Pflege des Säuglings zu unterrichten. Der Freudenbergsche Antrag und die gemachten Vorschläge führten endlich nach Ablauf von 3 Jahren zur Gründung einer Kommission, deren Beschlüsse allerdings gegenüber jenen Forderungen recht flein und unzureichend erscheinen. Dennoch würde die Verwirklichung dieser Beschlüsse immerhin einen großen Fortschritt in der Säuglingspflege darstellen. 2219b Soziales.j Briefkaften der Redaktion. bateri M. S. 37. Anfragen bei Herrn Restaurateur Ewald, Schönleinſtr. 6. 137. B. Ja. London. Nein. Schöneberg. K. Flüssige Luft Stühlhallen, Trebbinerstr. 5. Sie werden gut tun, sich selbst mit der Firma fabriziert nach einem patentierten Berfahren die Gesellschaft für Markt und 2. in Berbindung zu setzen. Geschätzt wird der Preis pro Liter auf 3,50 M. 2. D. 1756.- P. Q. 1.- 3. Ja. 4. Mein. Silberkehle. Gehört zum Reichstags- Wahltreise Lebus. A. S. R. 12. Während die meisten Häfen von erweiterten Flußmündungen gebildet werden, welche mit Süßwasser vom spezifischen Gewicht 1 gefüllt find, hat die hohe See ein mit Salzen gesättigtes, deshalb bideres und auch schwereres Meerwaffer". Die Tiefe der betreffenden Meeresstelle hat an sich damit nichts zu thun. Letzteres ist infolge feines größeren spezifischen Gewichts auch tragfähiger. Herzfelde. Wenden Sie sich an die Direktion. Jurifft che Teil. 5. Sch. 79. Sie sind verpflichtet, für Ihre Kinderfrau zu leben ( 20 Bi). Unterlassen Sie das Kleben, so find Sie straffällig und außerdem in vollem Umfange der Kinderfrau gegenüber schadenersaßpflichtig, haben Die zuständige Stelle ist allein die Armendireffion und die Stiftungsalso eventuell Alters- und Invalidenrente an diese zu zahlen. beputation. M. H. 6. 1. und 2. Nein. 3. Diese Anteilscheine werden St. 2. 61. an der Börse gehandelt. B. V. 32. 1. und 2. Ja. 3. Nein. - P. S. 1. Anstelle der verstorbenen Schwester treten deren beide Kinder zu gleichen Zeilen als Erben ein. Der Witwer erbt nicht mit. 2. Amtsgericht. O. P. 100. Der Adoptionsvertrag ist notariell oder gerichtlich zu Was müßte endlich für diejenigen Minder geschehen, deren schließen und bedarf gerichtlicher Bestätigung. Da der Adoptivvater minMütter unfähig sind, zu stillen? Die Stadt hätte hier wiederum Der Kampf gegen die Tuberkulose in Dänemark. destens 50 Jahre alt sein muß, müssen Sie um Dispens von diesem Erdie Aufgabe, eine absolut einwandsfrei gewonnene Milch die nach Das dänische Folkething hat sich am 15. und 16. November ber Dispens wahrscheinlich erteilt werden. Durch den Adoptionsaft ents fordernis nachsuchen. Unter den von Ihnen geschilderten Umständen wird der persönlichen Ansicht des Referenten weder in irgend einer Form mit zwei Gefehentwürfen zur Bekämpfung der Tuberkulose befaßt, stehen 50 M. Soften. Benden Sie sich an das Amtsgericht, in dessen Bezirk sterilisiert noch pasteurisiert sein dürfe den Müttern ins Haus die wesentlich auf Anregung der sozialdemokratischen Fraktion und Sie wohnen. R. G. 3. Werden Sie als 8euge darüber vernommen, zu liefern. Es war der Gedanke ausgesprochen worden, die Riesel- infolge der Agitation unferer Parteigenossen entstanden sind. Schon ob Sie mit der Chefrau verkehrt haben, so haben Sie das Recht, die Antfelder zu diesem Zwecke zur Aufzucht von Kühen und zur Anlegung im Jahre 1900 brachten die Sozialdemokraten im Folkething einen wort und das Recht, die Beeidigung abzulehnen. Sagen Sie unter Eid die großer Milchwirtschaften zu benutzen, ein Vorschlag, mit dessen Gefeßentwurf zur Errichtung von Staatssanatorien ein, der zwar unwahrheit, so machen Sie sich des Meineides schuldig. Aus der Beigerung, Prüfung man sich jetzt näher beschäftigt. nicht angenommen wurde, aber zur Folge hatte, daß im nächsten Jahre wegen des Ehebruchs die Ehe geschieden, so find Sie und die Frau strafBeugnis abzulegen, tann die Gristenz des Ehebruchs gefolgert werden. Wird auf Antrag der Linken eine Kommission zur Untersuchung der Frage bar, wenn der Ehegatte Strajantrag stellt.- M. N. 77. 1. Ja. 2. Nein. eingesetzt wurde, der unter anderen unser Parteigenosse Harald D. t. Nach unserer Ansicht ist ein Krankenhaus nicht berechtigt, ohne Jansen angehörte. Die jetzt vorliegenden Regierungsentwürfe Zustimmung des geseglichen Bertreters der Patientin diese nach einer Jrrenstimmen in der Hauptsache mit den Vorschlägen dieser Kommission anstalt zu überführen. Leider lassen aber die ministeriell gebilligten allgeüberein. Die gewaltige Agitation, die die Sozialdemokratie in Die gewaltige Agitation, die die Sozialdemokratie in meinen Vorschriften der Charité dem Ermessen der Anstalt so weiten Spieldiefer Angelegenheit entfaltete, hatte auch zur Folge, daß von bürger- raum, daß eine strafrechtliche Berfolgung aussichtslos erscheint. Verlangen licher Seite ein Nationalverein zur Bekämpfung beim Stultusministerium über den Vorfall in der Charité. Sie von der Jrrenanstalt Herausgabe der Tochter und beschweren Sie sich der Tuberkulose gegründet wurde, der, wie auch die Sozial- Sie würden gut tun, wenn Sie dem Vormundschaftsgericht Anzeige von dem 100... demokratie im Folkething anerkannte, recht Gutes geleistet hat, aber, Erbfall machen, Bestellung eines Gegenvormundes beantragen und das wie vorauszusehen war, der Aufgabe, die er sich gestellt hatte, nicht Geld im Reichsschuldbuch oder sonst sicher anlegen. R. R. M. 1. Wenn gewachsen war.ihn ein Versehen trifft, ja. 2. Nein. G. R. 15. 1. Sind volljährige Der eine der beiden Gefeßentwürfe handelt von Staats- Erben einig, so bedarf es keinerlei gerichtlicher Anzeige, Mitwirkung und zuschüssen zu den Krankenhäusern für Tuber- und bergleichen. 2. Verlaufen Sie noch und nach freihändig: vielleicht führt kulose und zu den Verpflegungskosten der darin eine Annonce im„ Vorwärts" zum schnelleren Ziel. Namenlos(§ 153). untergebrachten Kranten. Den Anstalten wird unter Leider haben Sie die Berufungsfrist versäumt. In Strafsachen ist innerhalb Ferner follen im Anschluß an Kinderasyle, Krankenhäusern und gewissen Bedingungen die wichtigste ist die, daß die von den einer Woche nach Berkündigung des Urteils Berufung einzulegen. Max. Ihre Frage ist schon früher mit Nein beantwortet. 5. S. 108. dergleichen in allen Teilen der Stadt Ambulatorien unter der Ober- Kranten geforderte Bezahlung famt dem Staatszuschuß einen be- Jn 5 bis 10 Jahren. A. B. C. Sie sind wahlberechtigt, weil die Unteraufsicht von Kinderärzten begründet werden, deren unentgeltliche Bestimmten Betrag, der für die verschiedenen Anstalten auf 1,20 Str. ftügung vor mehr als Jahresfrist erfolgt ist. Schneiderin G. 2. Klagen nugung jedermann freisteht und deren Aufgabe es wäre, die vor- bis zu 3 r. bemessen ist, nicht übersteigen darf Staatsanerkennung Sie schleunigst auf Bezahlung gegen die Stundin, die erstlich nicht moniert, geführten Säuglinge zu untersuchen, Ratschläge in bezug auf ihre und-Unterstützung zu teil. Der Staatszuschuß ist für die verschiedenen zweitens keine Abänderung verlangt, drittens ausdrücklich Ihre Forderung Bflege und Ernährung zu erteilen, krante Kinder in die Kinder- Anstalten auf 60 Dere bis zu 1,50 Str. pro Strankheitstag festgefeßt. anerkannt hatte. Sie hätten die Sachen vor Bezahlung nicht abliefern sollen. asyle und Krankenhäuser zu überweisen und endlich für Bedürftige die Die Gesamtsumme des Staatszuschusses wird jedes Jahr im Staats- feine 3 w ang sinnung, so haben Sie der Innung gegenüber keine VerNun flagen Sie aber schleunigst. Velten 04. Besteht für Ihren Ort unentgeltliche Lieferung von guter Milch und Obstfäften durch die budget aufgeführt, ebenso der Zuschuß, der zur Errichtung und zur pflichtung. Sie können, auch wenn eine Innung nicht besteht, Meister städtischen Behörden zu bewirken. Erweiterung von Sanatorien bestimmt wird. Die Aufsicht über die werben. Am fürzesten erhalten Sie die Erfordernisse für eine Meisterprüfung Für die Dedung sämtlicher Unkosten und das ist einer der staatsanerkannten Anstalten soll das Justizministerium ausüben. durch Anfrage auf dem dortigen Amt, eventuell auf dem Landratsamt. wertvollsten Beschlüsse der Kommission dürfte aber keinesfalls Der andere Gefeßentivurf handelt von allgemeinen Vor- Ebendort erfahren Sie, ob für Ihr Gewerbe eine Zwangsinnung besteht. Diesen Beschlüssen zufolge sollen Schwangere, wenigstens in der Tekten Zeit vor der Entbindung, in Schwangerinnenheimen Unterfunft finden, wo der Arzt dies als wünschenswert erklärt, und zwar soll zunächst durch Unterstüßung privater Heime aus städtischen Mitteln die Möglichkeit geschaffen werden, einer größeren Zahl von Schwangeren die Aufnahme zu ermöglichen. fost nie 00: etail montem de tot 00 Ein mächtiges Stück Seife für nur 10 Pf das Stüd! SUNLIGHT SCHUTZMARKE SEIFE Dasselbe eignet sich besonders für kleine Wäsche und zur Körperpflege. Wenn auch die Größenverhältnisse auf nebenstehender Abbildung nur ideelle sind, so ist damit Qualität und die Ausgiebigkeit der Sunlight Seife doch treffend illustriert. Man achte ftets auf das gesetzlich geschütte Format und auf die Originalpackung. Sozialdemokratischer Wahlverein Achtung! findet eine Achtung! für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 22. November, abends 8%, Uhr öffentliche Wählerversammlung Dienstag, den 22. November, abends 8, Uhr, in Zühlfes Salon, Dennewigstr, 13: Versammlung. 239/ 2* Zages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Grunwald über: „ Unsere Biele". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein bei Anton Boecker, Weberstr. 17, statt. Tages Drdnung: Vortrag des Genoffen Adolf Hoffmann. Distuffion. Das fozialdemokratische Wahlkomitee. Regen Besuch erwartet für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. morgen, Mittwoch, den 23. d. M., abends 8½ Uhr, findet in demselben Lokale Dienstag, den 22. November, abends 8 Uhr, " Zum Alexandriner", Alexandrinenstraße 37 a( im weißen Saale): Versammlung. Tages Drdnung: 1. Bortrag des Gewerkschaftssekretärs Eugen Brückner über:" Rechte und Pflichten aus dem KrankenversicherungsGesez". 2. Diskussion. Gäste haben Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet 241/ 5* die Verkündung der Wahlresultate statt. Das Haupt- Wahlbureau befindet sich Friedrichsbergerstr. 19 bei Wasewitz. Genossinnen! Genossen! Sozialdemokrat. Wahlverein f.d.4.Berl. Reichstagswahlkreis. ( Süd- Ost.) Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Töpferd Karl Ohlmann wohnhaft im 111. Stadtbezirk gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 24. November, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus ſtatt. 262/1 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokrat. Wahlverein ( Süd- Ost). Der Vorstand. Dienstag, den 22. November, abends 8 Uhr, im ,, Giskeller",. d. 4. Berl. Reichstagswahlkreis Sozialdemokratischer Wahlverein Chausseestraße 88: f. d. 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( So.). Volks- Versammlung. Dienstag, den 22. November, abends präzise 8, Uhr, im Saale des Herrn Graumann, Raunynstraße Nr. 27: Außerordentliche General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Ströbel über: Die politische Lage". 2. Diskussion. 3. Antrag auf Ergänzung des Statuts( Wahlen der Kommissionsmitglieder). 4. Wahl der Breß-, Agitations- und Lokaltommissionsmitglieder. 5. Wahl des 2. Schriftführers. 6. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Bahlreichen Besuch erwartet 244/ 19* Der Vorstand. Tages- Ordnung: „ Volksschule und Volksbildung." Diskussion. Zahlreichen Besuch erwartet пад 1/15 Referent: Genosse Reichstags- Abgeordneter Robert Schmidt. Die Vertrauensperson. Achtung! Achtung! Mittwoch, den 23. November, abends 8½ Uhr: 5. und 6. Wahlkreis. 2 Volks- Versammlungen 30. Kommunal- Wahlbezirk. Dienstag, den 22. November, abends 82 Uhr, im Swinemünder Gesellschaftshause, Swinemünderstr. 42, im ,, Rosenthaler Hof", Rosenthalerstr. 11/12: und im Gesellschaftshause Wedding, Müllerstr. 7. Wähler- Versammlung Zages Drdnung: Tages- Ordnung: 1.„ Die Aufgaben der Gemeinde Die Frauen und die Genossenschaftsbewegung. Referent: Genoffe Dr. Leo Arons. 2. Diskussion. Zahlreiches Erscheinen notwendig. 252/ 4* 3. Verschiedenes. Die Vertrauenslente. Referenten: Frt. Else Lüders und Simon Katzenstein. Die Einberufer. Bu zahlreichem Besuch laden ein dun Ueber dasselbe Thema sprechen am 28. November: Frau Dr. David in Habels Brauerei" und Simon Katzenstein im Marienbad", Badstraße 35/36. 128/ 4* Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verband der Portefeuiller 5% 50P Verwaltungsstelle Berlin. ( Backware. 6 Std. 10 Pf.) Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernſprecher: Amt IV, 9679. und Ledergalanterie- Arbeiter und Arbeiterinnen. Albrechts Bäckereien: IV, 3353. Mittwoch, den 23. November, abends 8%, Uhr: Versammlung der Chirurgischen Brauche im Rosenthaler Hof, Rosenthalerstraße 11/12( fleiner Saal). Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Wollheim über: Geschichtsschreibung und Geschichtslehren. 2. Distujfion. 3. Wahl zweier Kommiffionsmitglieder. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet. Zur besonderen Beachtung! Alle Vertrauensleute, Zahlstellen- Inhaber und Mitglieder bitten wir strengstens darauf zu achten, daß bei der Bezahlung ber 40. Beitragswoche für jedes Mitglied eine Zählkarte aus: geschrieben wird. Die gewissenhafte Ausfertigung dieser Karte ist zu der am Jahresschluß aufzunehmenden Mitgliederstatistik unbedingt er: forderlich. 191/18 Berliner Arbeiter( Mitgl. des Arb.- Radf.Mittwoch, den 23. November, abends 8 Uhr, in Graumanns Festsälen, Naunynstraße 27: Außerordentliche General- Versammlung. Tages Ordnung: 0 1. Bericht der Lohnlommission. 2. Diskussion. 3. Amts- Niederlegung der Lohntommiffion eventuell Neuwahl. 4. Antrag Offenbach betreffend die Stellung der Heimarbeiter zum Verband. 5. Abrechnung vom Sommerfest. 6. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. 109/19 Kollegen! Da in der letzten General- Versammlung des schlechten Besuches wegen der Bericht der Lohnkommission nicht gegeben werden konnte, so machen wir es den Mitgliedern zur dringenden Bflicht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen, und bitten gleichzeitig, Nr. 23 der BortefeuillerDie Ortsverwaltung. Beitung" mitzubringen. Orts- Krankenkasse Orts- Krankenkasse der Schloffer des Maurergewerbes. und verwandten Gewerbe. Dienstag, den 22. d. Mts., Die Ortsverwaltung. Die Mitglieder obiger Staffe werden abends 8 Uhr, findet Engel- Ufer 15, auf Grund des§ 43 des Staffen- Saal VII, die statutarisch ordnungsstatuts vom 12. Juni 1893 aufmäßige 28616 gefordert, am Radfahrer- Verein Bundes, Solidarität"). Mittwoch, 23. November, abends 9 Uhr, bei Voigt, Ritterstr. 75( gr. Saal): Vereins- Versammlung. Tages- Ordnung: mmlung. 1. Vortrag des Herrn Dr. L. Sommerfeld über„ Die Hygiene beim Radfahren". 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Gäste willkommen. In Anbetracht des für jeden Radfahrer und jeder Radfahrerin fehr intereffanten und wichtigen Themas erwartet zahlreichen Besuch Der Vorstand. Mitglieder werden aufgenommen. 30 29/12 Atung! Fliesenleger! Achtung! Mittwoch, den 30. November b. 3. General- Versammlung d. der Vertreter der Kassenmitglieder und der Arbeitgeber statt. Tages Ordnung: 1. Bericht über die Tätigkeit des Borstandes. 2. Ergänzungswahl des Borstandes für die Jahre 1905 und 1906 für die abends 8 Uhr, bei Buggenhagen, Oranienstr. 147 ( am Morikplay) behufs Wahl von 303 Delegierten fich einzufinden. Wahlberechtigt sind nur diejenigen Mitglieder, welche das 21. Lebensjahr zurückgelegt haben und im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ausscheidenden Vorstandsmitglieder: sind. Die Wähler haben sich durch das Kranken Legitimations- und Quittungsbuch zu legitimieren. Die Wahl ist eine geheime. 0 Die Herren Arbeitgeber, welche aus ihren eigenen Mitteln ein Drittel zu den Beiträgen der bei ihnen beschäftigten Mitglieder der Orts. Krankenkasse der Schlosser und Donnerstag, den 24. November, abenss 8 Uhr, bei Patt, Dragonerstraße 15: verwandten Gewerbe zahlen, wer Außerordentliche Mitglieder- Versammlung des Vereins der Fliesenleger Berlins und Umgegend. 282/7 Tages- Ordnung: 1. Stellungnahme zum Tarif. 2. Berschiedenes. Der Vorstand. J. A.: W. Schulz. Marmor- Arbeiter! Mittwoch, den 23. November, im Englischen Garten, Meganderstr. 27c: den ersucht, am Mittwoch, den 30. November d. J., abends 8 Uhr, bei Buggenhagen, Oranienstr. 147 ( am Morigplat) behufs Wahl von 147 Delegierten zu erscheinen. - As Legitimation dient die zulegt gezahlte Beitragsquittung. Die Wahl ist eine geheime. Berlin, im November 1904. Der Vorstand. P. Heinrich, Vorsitzender. Mitglieder- Versammlung. Leihhaus H. Graff Zages Ordnung: 1. Die Verbreitung des Steinarbeiter" nach dem 1. Januar n. J. 2. Gewerkschaftliches. Bahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. 180/12 Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Zimmerer. S ( E. H. Nr. 2 Hamburg.) Dertliche Verwaltung Berlin. Donnerstag, den 24. November 1904, abends 8% Uhr: Mitglieder- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- fer 15( Saal III). Lages- Ordnung: 1. Abrechnung vom dritten Quartal. 2. Ber schiedene Kaffenangelegenheiten. Der Vorstand. Richard Schröder, Zilfiterftr. 82. 259/16 Berlin SW., Beuthstr. 5. Brillanten, Uhren, Goldwaren, bedeutend unterm Ladenpreis. * Warmes Zimmer Beffer wie Sohlen gibt Buchen- und Eichenholz. Zu den billigsten Preisen liefert dasselbe ofenrecht zerfleinert die a) Aus der Gruppe der Arbeitgeber: die Herren Schmidt und Gewiß. b) Aus der Gruppe der Kaffenmitglieder: die Herren Daehne, Trill, Baul, Lehmpfuhl. c) An Stelle des wegen Strankheit ausscheidenden Herrn Buchholz für dessen Amtsdauer pro 1905. 3. Wahl des RechnungsprüfungsAusschusses. 4. Berschiedene Mitteilungen. Berlin, 8. November 1904. Der Vorstand. A. Daehne, Borsigender. A. Kelpin, Schriftführer. Orts- Krankenkasse der Steindrucker u. Lithographen Dienstag, 29. November 1904, abends 8, Uhr, findet im Gewerk schaftshause, Wrangelfir. 135, Krautstraße 19, Falckenfteinftr. 28, Lansizerstr. 2. Markthalle Püdlerstr., Stand 222/23. Markthalle Andreasstr., Stand 16/18. Centrale: Borhagenerstr. 13. Grammophone 2c., auch einzelne Blatten verleiht v.Daege, Den Mitgliedern und Parteigenossen zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, derBergolder Gustav Jensch nach längerem schweren Leiden am Freitag verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 3 Uhr auf dem Friedhof in Breslau statt. 244/20 Der Vorstand. Möbel, 7462* ganze Wohnungs: Einrichtungen sowie einzelne Stücke äußerst billig. Eigene Tischler- Werkstatt. Berlin 0. Wiehr, petersburgerſtr. 62. Ziehung am 28. November and folgende Tage Düsseldorfer AusstellungsLotterie 25,000 Gewinne. Wert Mark 170000 Hauptgewinne baar: 36000 18000 9000 etc. etc. 10 STUD Lose à M. 1. 11 Stok. M. 10.Porto- Listen 20 Pf., empfiehlt Carl Heintze, Pankgeschäft, Charlottenburg, Pestalozzistr. 95. 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23 837 978 1 901 95 115037-344 51[ 1000] 400 782 830 60 908 49 85 116019 36 39[ 500] 73 187 299 487-93 558 687 703[ 3000] 921 36 117035 60 77 118036 2660 15001 474 523, 26, 903 45 63 119143 379 517 73 [ 500] 704 60 967 120269 469 604 92 811 61 980 121065 106 16 516 693 872 122495 513[ 500] 15 693 749 123240 346 426 590 678[ 500] 710 829 942 72 124005 48 1500] 70 116 328 418 572[ 30001 705 32 59 92[ 1000] 808 19 965 125123 40 59 91 236[ 5001 340 410 64 585 723 67 98 826 95 904 81 126025 173 267 460 676 751 85 89 855 127179[ 500] 212[ 1000] 436 50[ 5001 628 36 87 92 946 54 128315 407 543 54 85 633 81 914 129082 231 539 783 130061 67 88[ 1000] 200 391 575 727 36 846 131084 320 42 552 858 62 966 82 132098 221 91 [ 1000] 312 790 817 48 133031 211 405 511 690 738 908 58 134016 69 129 227 317 35 459 512 46 615 706 67 957 135115 43 51 91 244 353 843 52 136070 [ 500] 218 329 65 448 57 137083 92 157 262 498 570 139114 231 308 34 416 45 648 92 869 623 64[ 10001 739 889 953 138207 326 86 609 706 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Rovembe: 1904, nachmittag& Nur die Gewinne über 240 Wt, ind den betreijenben Nummern in Klammern beigefügt. ( Obne Gemähr.) Nachdrud verboten. 116 305 35 529[ 500] 51 712 915 1118 37 238 57 460 65[ 3000 825 952 57 94 2247 48 301 16[ 1000] 433 38 790 858 967 3038 94 1500] 137 38 50 95 301 10 13 551[ 5001 867[ 500] 4170 200 70 391 856 994 97 1500 5101 54 264 69 324 696 850 65 68 70 973 6102 65 283 509[ 1000] 821 99[ 500] 7138 73 263 [ 500 406 574 902 5001 8099 431 576 673 720 9229 36 479 110001 99 690[ 5001 796 822 2310074 525 67[ 5001 838 89 11223 368 70 411 512 655 783 805 920 12074[ 1000] 143 258[ 1000] 441 548 76 150001 640 750 913 63 93 13017 203 5 330 444 48 670 743 15001 803 4:56 65 947 97 14232 411 876 94 15226 318 489 99 615 49 733 57 58 66 838 411 870 930115220318 48019211549 313 5765 17008 181 95 259 348 422 539 56 650 69 775 91[ 5001 800 938 18184 232 336 15001 573 608 15 86 851 77 946 19328 [ 500] 42 77 483 500 875 k [ 500] 25 13000] 706 806 947 52 115228 348 485 726 47 79 828 37 923 116037 91 11000] 205 70 595 117068 235 331 405 67[ 500] 567 91 620 30 731 898 118087 174 222 15001 87 347 749[ 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