Nr. 280. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. PostEbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat G Ericheint täglich außer Montags. Vorwürts Berliner Dolksblaff. 21. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Versammlungs- Anzeigen 25 Pfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen. tagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Abreffe: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Artikel I: Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Moloch. Dienstag, den 29. November 1904. folgenden Jahre belasten. Wenn der Reichstag das neue Heeresgesetz bewilligt, so legt er fofort die weitere gewaltige Steigerung der Militärausgaben für die nachfolgenden Jahre feft! Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. nochmals auf die Anleihe zurückgegriffen werden muß, so uns erwünscht eine solche Maßnahme auch vom Standpunkt einer gefunden Finanzwirtschaft ist." " und Und die Begründung dieser Forderungen? Eine Befferung" in den Einnahmen des Reiches befürwortet Nach dem Abschluß der offiziösen Mitteilungen über den neuen Spielend löst die Heeresverwaltung ihre Aufgabe: Das Deutsche die Regierung, ohne irgend etwas zu sagen über den Weg, der Reichshaushalts- Etat kommt nun die neue Heeresvorlage. 8war Reich wolle seine bewährte friedliche Politik fortsetzen und dazu also lediglich die andauernde Tatsache, daß die Reichsregierung nicht zur Besserung führen soll. Die Etatsvorlage bestätigt weist der Etat für 1905 enorme Mehrforderungen für Militär, Marine gerade müsse es in der Heranziehung seiner Volkskraft zum perfön- baran denkt, die ungesunde Finanzwirtschaft durch Sparund Kolonialpolitik auf, aber er konnte doch einen Augenblick den lichen Dienst in die Landesverteidigung mit den Nachbarmächten samkeit zu mildern, sondern daß sie darüber sinnt, neue Steuern Anschein erwecken, als sei die Vermehrung der fortdauernden Aus- gleichen Schritt halten. Es folgt ein Hinweis auf Frankreich, dem Bolte aufzubürden. Gesunde Finanzwirtschaft" ist im deutschen gaben durch Erhöhung des Friedenspräsenzstandes eine nicht allzu wobei der Regierungsbegründung das unvorsichtige Wort Reiche nicht Schonung der wirtschaftlichen Kräfte des Voltes, bedeutende, fordert doch der Etat für die verschiedenen Truppenteile entschlüpft, Frankreich habe unter eine Erhöhung um etwa 1500 Mann. Aber das dide Ende auf Deutschland schon bisher fast jeden wehrfähigen Mann vollständigen Aufstellung, so zeigt sich, daß es wiederum vornehmlich ausbrüdlichem Hinweis sondern Aushedung neuer Steuerpläne. Ueberblidt man die einzelnen Etats in der jetzt vorliegenden tommt jest nach. Das neue Duinquennatsgesetz ist zwar eingestellt." Ein klassischeres Geständnis des vernunftlosen berhältnismäßig bescheiden für das erste Jahr seiner Wettrüftens ist nicht zu denken: Deutschland vermehrt seine Armee, Solonien find, welche große Ausgaben bringen, denen feine Eindie Kapitel bon Militär und Marine Dauer, es ist aber um so anspruchsvoller für die folgenden Jahre! Frankreich folgt unter ausdrücklichem Hinweis auf Deutschland", nahmen gegenüberstehen. Ohne die militaristischen Etats würde sich Wer da etwa vermutete, es solle zunächst nur mit der Marine also muß Deutschland unter ausdrücklichem Hinweis auf Frankreich die Finanzlage des Reiches nach dem Voranschlage der Regierung " Volldampf voraus" gehen, der erkennt, daß die Mehrung der das wilde Spiel fortsetzen! So werden Militärvorlagen begründet wesentlich günstiger gestalten. Beispielsweise der Etat der ReichsLandarmee nicht weniger higig betrieben werden soll. in derselben Zeit, da man mit Schiedsgerichtsverträgen prahlt, da post- und Telegraphenverwaltung, der in den fortdauernden AusDer soeben veröffentlichte Entwurf eines Gefeßes betreffend ber Alliierte Frankreichs in Ostasien militärisch festliegt, da in Frank- gaben ein Mehr von fast 20 Millionen aufweist, zeigt in den Eindie Friedenspräsenzstärke des deutschen Heeres" fagt in seinem reich die sozialistische Stimme wahrhafter Völkerfriedlich der Reichseisenbahn- Verwaltung ein erhebliches Mehr in den EinVölkerfriedlich- nahmen ein Mehr von fast 27 Millionen. Ebenso zeigt der Stat teit lauter denn je erschallt. So offenbart sich die„ bewährte friedliche nahmen als in den Ausgaben. Während also diese Etats kultureller Vom 1. April 1905 ab wird die Friedenspräsenzstärke des Politit" in neuen Striegsrüstungen, aber die sozialistische Stimme Institute eine günstige Entwickelung zeigen, wird alles das, was fie deutschen Heeres als Jahres Durchschnittsstärte all- fündet eine andere friedliche Politik, zu der die Völker nicht durch dem Reiche zuführen, nicht neu aufgebraucht, sondern weit übermählich derart erhöht, daß fie im Laufe des Rechnungsjahres 1909 Rüftung, vielmehr durch Abrüstung und gegenseitige Berständigung troffen durch die Anforderungen in den unproduktiven Ausgaben die Zahl von 505 839 Gemeinen, Gefreiten und Ober- gelangen. des Rüstungswesens. Die Verwaltung des Reichsheeres ergefreiten erreicht und in dieser Höhe bis zum 31. März 1910 Die Beche aber zahlen die Unbemittelten und un- fordert in den fortdauernden Ausgaben des ordentlichen Etats ein bestehen bleibt." bemitteltsten. Durch Korn- und Fleischzollsteigerung, ab- Mehr von 16 836 567 m. gegenüber dem vorjährigen Etat; in den In Verbindung mit dieser Erhöhung der Friedenspräsenz steht gesehen von anderen Steuerplänen, welche die frondenden Massen be- über 3 Millionen, dagegen wieder in den Ausgaben des außereinmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats ein Weniger von etwas die Forderung der Vermehrung der Formationen. Die drohen, sollen dem Reiche die Mittel des militaristischen Taumels ordentlichen Etats ein Mehr von 47% Millionen. Der Marine. Formationen sollen am Schluß des Rechnungsjahres 1909( 1. April gegeben werden. Die Besitzenden lachen der Mahnung, die etat wird in den fortdauernden Ausgaben um fast 6 Millionen, 1910) betragen: bei der Infanterie 683 Bataillone, bei der Kavallerie Rüstungen zu zahlen, die sie für erforderlich halten, und die in den einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats um faft 510 Eskadrons, bei der Feldartillerie 574 Batterien, bei der Fuß- politischen Parteien werden mit christlicher Geberde mörderische 15 Millionen und in den Ausgaben des außerordentlichen Etats um artillerie 40 Bataillone, bei den Pionieren 29 Bataillone, bei den Waffen bewilligen auf Volkskosten. 4 Millionen Mark gesteigert. Verkehrstruppen 12 Bataillone, bei dem Train 23 Bataillone. Das lichen Etats betragen 75 043 100 9. gegenüber bem laufenden Die gesamten Mehrausgaben des ordent heißt: Die jetzt vorhandenen Formationen sollen vermehrt werden Jahre. Die gesamten Ausgaben des außerordentlichen um 8 Infanterie Bataillone; 9 Kavallerie Regimenter zu je fünf Etats, in denen die fast 49 Millionen M. für die süd west afrita. Eskadrons, wobei 17 vorhandene Eskadrons Jäger zu Pferde in Annische Expedition einen Hauptposten ausmachen, zeigen ein rechnung kommen; 2 preußische Feldartillerie- Bataillone zu je vier Mehr von 126 825 072 m. gegenüber dem Vorjahre, in welcher Kompagnien unter Verwendung von 6 bestehenden Kompagnien; 8 preußische Pionier- Bataillone; 1 preußisches Telegraphen- Bataillon. verfassungsmäßige Festlegung der zweijährigen Wie angekündigt war, bringt eine besondere Vorlage die Summe die Zuschußanleihe von 51 Millionen zur Deckung des ordentlichen Etats liegt. Die durchschnittliche Heeresstärke soll also von 495 500 Mann Dienstzeit für Infanterie und Fußartillerie. Die Begründung anf 505 889 Mann gebracht werden, also eine Vermehrung des dieser Vorlage erkennt an, daß ein Abgehen von der zweijährigen stehenden Heeres um Dienstzeit aus politischen und militärischen Interessen" aus10 339 Mann! gefchloffen ist. Gleichwohl werden allerlei Forderungen als Kompenfationen gestellt! g Zu diesen Ziffern ist zu beachten, daß Offiziere, Militärbeamte und Einjährig- Freiwillige in ihnen nicht eingerechnet sind. Der Weg der Heereswaltung ist der Weg der Unkultur und des Unheils. Wir folgen auf diesem Wege nicht einen Schritt! Die zweijährige Dienstzeit. Bei den beiden 8-14tägigen Uebungen der Landwehr soll der Die Begründung, welche die Regierung der Vorlage bei- Tag, der zur Versammlung und zum Transport der Landwehrleute gibt, fucht freilich die Forderungen dadurch geringer erscheinen erforderlich, nicht mehr in die Uebungszeit eingerechnet werden, zu lassen, daß sie eine kleine prozentuale Verringerung der Friedens- sondern der Tag des Eintreffens beim Truppenteil foll als erster präsenz im Verhältnis zur Bevölkerung des Reiches feststellt. Wäh- Uebungstag gelten. Ferner werden die folgenden„ Ausgleichsmaß rend nach dem Geseze vom 25. März 1899 die Friedenspräsenzstärke nahmen" gefordert: sich auf 0,95 Prozent der Reichsbevölkerung belief, soll sie künftig " nur" 0,90 Prozent betragen. Dieses Nur militaristischer Mäßigung erhält jedoch erst die rechte Beleuchtung durch die Summen, welche eine wenn auch nicht im Verhältnis zur Bevölkerungszahl, aber absolut wachsende Friedenspräsenz erheischt. Weiter unten wird die Gestaltung des Gesamtetats für 1905/06 wiedergegeben. Der neue Etat weist eine sehr bedeutende Steigerung der Ausgaben für das Heer auf. In diesem Etat tommen aber nur erst die Anfangsraten der neuen Heeresvorlage zum Borschein. Bis zum Herbst 1905 soll die Friedenspräsenz diefelbe bleiben wie jetzt. Der neue Etat präsentiert also lediglich eine halbe Jahresrechnung und auch diese nur für einen geringen Teil der gesamten Erhöhungen, die allmählich bis 1909 erreicht werden sollen. In einer besonderen Anlage berechnet die Regierung die zu erwartenden Gesamtkosten der geplanten Erhöhung der Friedenspräsenz und die„ Nordd. Allg. 8tg." teilt daraus die folgenden erschreckenden Ziffern mit: F und der Reichstag wird sich wiederum in die Lage verfekt fehen, alle Die Lage des Reichshaushalts ist die denkbar trübste, einzelnen Positionen gründlichst zu prüfen, wo sich Griparniffe machen lassen, damit wenigstens die Zuschußanleihe beseitigt wird. Denn das Wachsen der Reichsschulden nimmt immer beängstigendere Dimensionen an. Während im vorigen Etat die Ausgaben für die Verzinsung der Reichsschuld Reichshauptkasse zirka 104 Millionen betrugen, stiegen sie jetzt auf und der Betriebsmittel zur vorübergehenden Verstärkung der 113 609 950 W., nämlich um 8 897 400 92. Eine Summe von fast 9 Millionen muß mehr aufgewendet werden zur Verzinsung der Reichsschulden als im vorigen Jahre. 113% Millionen Mart müssen vom deutschen Volte aufgebracht werden lediglich zum Swede der Verzinsung der riesig gesteigerten Reichsschuld. Politifche Ueberlicht. Berlin, den 28. November. Preußisches Abgeordnetenhaus. Zum Ausgleich der Verschiebenheiten in den Unter offizier Etats der Heere Preußens, Bayerns, Sachfens und Württembergs werden fortdauernd 1 495 243, als einmalige Ausgabe 1701 087 m. gefordert, wovon auf 1905 noch nichts entfiele. Zur Erhöhung des Pferde Etats für die fahrenden Batterien der Feldartillerie find dauernd 1018 904, einmalig 1435 384 M. eingestellt, wovon für 1905 zunächst 251 476 bezt. 572 730 M. angefeßt werden. Zur Aufbesserung der Unteroffizierbesoldungen werden als fortdauernde Ausgabe, die Das Abgeordnetenhaus nahm am Montag zunächst den 1905 noch nicht mitträfe, 2 542 072 m. gefordert. Für bessere Antrag eruth( fr. Bpt.) betr. die Erhöhung des Ausbildung der Offiziere des Beurlaubten Gehalts und die Einführung der Dienststandes find 159 873 m. als fortdauernde Ausgabe eingestellt altersstufen für die Richter und Staats. worden. Sodann sind hervorzuheben die Beiträge zur Beranwälte und die Vermehrung der Richter- und Staatsmehrung der Handwaffenmunition für gefechtsanwaltsstellen in der von der Kommission vorgeschlagenen mäßiges Schießen. Auch hier ist für 1905 noch nichts angefordert, während die fortdauernden Gesamtkosten der Maß- Fassung an. Die Regierung soll hiernach ersucht werden, in nahme mit 2272 837, die einmalig auszugebenden mit Erwägungen darüber einzutreten, ob es sich empfiehlt, für alle 168 452 M. erscheinen. Ferner eine Erhöhung des Ansages zu Richter und Staatsanwälte das Dienstaltersstufensystem einUebungen des Beurlaubtenstandes von 1906 bis zuführen sowie ferner in den nächsten Etat eine der Be1910 als fortdauernde Ausgabe mit 8548 743 m. Reu- völkerungszunahme und der Steigerung der Geschäfte entanlagen von Schießständen nebst deren Unterhaltung sprechende Anzahl von Richter- und Staatsanwaltsstellen und find dauernd von 1906 ab mit 29 761, einmalig mit 3515 826 M. Den hierzu erforderlichen Mehrbedarf an Geldmitteln einzu veranschlagt. Zur Entlastung der Truppen vom Arbeitsdienst stellen. Gegen diese beiden Borschläge hatte auch der Justiz durch Einstellung von 8ivilarbeitern tommen als fortdauernde Ausgabe 1 053 426 M. in Anschlag, nämlich 458 925 für 1905, die übrigen 594 501 M. für später. Das Reichsdefizit. " Für die Vermehrung der Infanterie in Preußen ( 7 Bataillone dabon 2 Bataillone 1905 einschließlich Erhöhung der betreffenden Regimentsstäbe auf den Etat der Infanterie- Regimenter mit drei Bataillonen) betragen die fortdauernden Ausgaben 2426 682 M. Davon werden 1905 an gefordert 246 369 M., 1906 bis 1911 angefordert 2 180 313 M. Die einmaligen Ausgaben betragen 13 038 698 M. Davon werden 1905 angefordert 2 184 949 m., 1906 bis 1911 angefordert 10 903 749 m. Es folgen die entsprechenden Ziffern für Sachsen und Bayern. Die fortlaufenden Gesamtkosten der Ver mehrung der Infanterie betragen 3 216 629 M., die einDie nunmehr vorliegenden Gesamtziffern des neuen Etatsmaligen 15 640 226 m. Für die Vermehrung der Kavallerie in Preußen und Sachsen gefebes zeigen die weitere rapide Berschlechterung der Reichs. werden gefordert an fortdauernden Ausgaben 4 844 416 M.( wovon auf 1905: 744 504 9., auf 1906-1911 4 099 912 m. entfallen), und Ausgabe mit einem Betrage von 2 241 560 900 Mr. Der Reichshaushaltsetat für 1905/06 schließt ab in Einnahme an einmaligen Ausgaben 27 170 784 2.( wovon 8 146 745 M. auf Bilanzierung ist nur möglich durch die Aufnahme Die 1905, 19 024 039 M. auf 1906-1911 entfallen).( Folgt die bayrische Quote.) Dieß e famt summe derforderungen für die Kavallerie beläuft sich an fortdauernden Ausgaben auf 5440526 M., an einmaligen Ausgaben auf 29 387 981 m.( Es folgen die Aufwendungen für Feld- und Fuß- Artillerie, Pionieren 2c.) Insgesamt betragen die Mehrforderungen 78 913 116 M. wovon 11 795 646 M. fortdauernde, 62 117 470 2. einmalige Ausfinanzen. einer neuen gewaltigen Anleihe von nicht weniger als 293 057 772 Mt. Bon dieser Anleihe sollen aur Dedung von einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats 51 Millionen als Zuschußanleihe verwendet werden. Wie seit dem Jahre 1902 fehrt die verfassungswidrige Zuschußanleihe zur Beftreitung ordentlicher Etatsausgaben wieder. Von einer geordneten Finanzwirtschaft im Reiche ist schon längst feine Rebe mehr und Jahr um Jahr verschlimmert sich der tolle Zustand. minister Schönstedt nichts einzuwenden. Dagegen befämpfte er aufs schärfste einen Zusabantrag Keruth, der die Gleichstellung der Richter und Staatsanwalte mit den höheren Verwaltungsbeamten im Gehalt fordert. Troß des Einspruchs der Regierung stimmte das Haus auch diesem Antrage zu. Eine schwere Niederlage zog sich die Regierung bei der Beratung der Anträge zu, durch die fie ersucht wird, im Bundesrat dahin wirken zu wollen, daß die durch wiederholte Beschlüsse des Reichstags beantragten Vergünstigungen für die Mannschaften des Heeres und der Marine( freie Fahrt bei Urlaubsreisen in die Heimat unter Benutzung der Schnellzüge) durch die Einstellung der dafür erforderlichen Mittel in den nächsten Reichshaushaltsetat verwirklicht werde. Die Anträge waren der Budgetkommission überwiesen, die aber infolge der ErKlärung eines Regierungsvertreters, daß es sich um Angelegenheiten des Reiches handle, feinen Beschluß gefaßt hat. Das Plenum nahm einen wesentlich anderen Standpunkt ein, es ließ sich durch die Klagen der Herren von der Regierung, daß fönne, nicht rühren, sondern stimmte mit überwiegender Mehrder Reichshaushaltsetat eine solche Belastung nicht ertragen könne, nicht rühren, sondern stimmte mit überwiegender Mehrheit für die Anträge. gaben find. Auf das Jahr 1905 entfallen an fortdauernden Ausschlußanleihe gibt, fehren die slagen wieder, daß die Bundesstaaten der Reichshaushaltsetat eine solche Belastung nicht ertragen gaben 1461 581 9., auf 1906: 10 884 065 9., an einmaligen Ausgaben entfallen auf 1905: 12 642 280 M., auf 1906-1911 49 475 190 M." Nur ein geringer Teil der Gesamtkosten der neuen Heeresvorlage belastet schon den Etat für das nächste Haushaltsjahr; der bei weitem größere Teil wird die Etats der In der Begründung, welche die Regierung dieser Zuunmöglich bie Summen zahlen können, die zum Ausgleiche für die wachsenden Ausgaben nötig seien. Die Begründung gipfelt daher in der Erklärung: „ daß das Reich ohne eine Befferung in seinen Einnahmen seine steigenden Bedürfnisse nicht bestreiten kann und daß bis dahin zur Herstellung des Gleichgewichts zwischen Ausgaber und Einnahmen Am Dienstag steht die erste Lesung der Hibernia- Vorlage auf der Tagesordnung. Die Verfaffungsbewegung in Rußland. nicht strafbar find. Bon Königsberg nach Tilfit. 11 -OZO günstigungen bei Uebertretungen. Nur, wo es sich um Materien mit aller Entschiedenheit: " 1. Haben die Angaben des russischen Generalkonsuls in Königs. berg über den Inhalt von Druckschriften bestimmenden Einfluß auf die Einleitung des Strafverfahrens gehabt? Welche Gründe erklären es, daß hierbei die Vorschriften des russischen Strafrechts teils überschen, teils unrichtig übersetzt, und überdies die Voraussetzungen für die Verbürgung der Gegenseitigkeit nicht ausreichend Klargestellt worden sind? 2. Ist es richtig und der königlichen Staatsregierung bekannt, daß russische Behörden den preußischen Behörden unrichtige Uebersetzungen russischer Rechtsnormen geliefert und einschlägige Rechtsnormen mitzuteilen unterlassen haben? 3. Gedenkt die königliche Staatsregierung auf dem Gebiete der Fremdenpolizei sowie hinsichtlich der Ausweisungen und Auslieferungen von Ausländern auf Reformen hinzuwirken, insbesondere eine Abänderung des preußisch- russischen Abkommens vom 13. Januar 1885 herbeizuführen?" Die Interpellation der Freisinnigen ist löblich; nur ist zu wünschen, daß die Herren eine größere Entschiedenheit, Schlagfertigpellationen; sonst erreichen sie die entgegengesetzten Wirkungen, die ihre Juterpellation bein Wortlaut nach erstrebt. Bei den Februar Verhandlungen dieses Jahres versagten die Freisinnigen bekanntlich besonders fläglich. Die Fragen der Interpellation selbst sind erschöpfend und aftenmäßig im Heft 2-5 des Königsberger Prozesses( Verlag der Buchhandlung Vorwärts) auf Grund neuen Materials dargestellt; die Ausgabe dieser Hefte steht bevor. auf die gefälschten Zitate, welche die Minister im preußischen AbUebrigens könnten die Freisinnigen ihre Fragen auch ausdehnen geordnetenhause im Februar d. J. vorgebracht haben; im zweiten Hefte des Königsberger Prozesses wird urkundlich nachgewiesen, daß die Minister den Abgeordneten nicht nur grob gefälschte Zitate vorgesetzt haben, sondern daß sie das auch getan haben, obwohl ihnen korrekte Uebersetzungsauszüge vorlagen. Die neue Nummer des„ Osswoboschdenje" bringt inter- handelt, die dem einzelstaatlichen Recht vorbehalten sind, kann effante Einzelheiten über die Vorgeschichte des Semstwo- auch die Begünstigung von Uebertretungen bestraft werden, indessen Songresses. Danach war von den Semstwoleuten bereits muß das ausdrücklich bestimmt sein. Da diese Bestimmung aber, lange vor dem Amtsantritte des Ministers Swiatopolst- Mirsky nach unserer Kenntnis, in jenen Polizeiberordnungen fehlt, so ist eine unoffizielle Konferenz auf den 19. und 20. November in die Bestrafung des deutschen Reichsangehörigen unter allen Umständen Moskau festgesetzt, wie solche wiederholt auch unter Blehwe gesetzwidrig. stattgefunden hatten, zu dem Zwecke, für die im Dezember Davon abgesehen, widerspricht auch die ganze Polizeiverordnung tagenden Gouvernements- Semstwoversammlungen gemeinsame dem Reichsrecht, da das Auswanderungswesen durch Reichsgesetz Direktiven auszuarbeiten. erschöpfend geregelt, der Partikulargesezgebung mithin entzogen ist. Unerwartet für die Semstwoleute selbst schlug ihnen der Im Reichsgesetz aber finden sich keine Bestimmungen, welche die Minister Swiatopolst vor, diesmal die Konferenz unter Aller- furchtbaren und finnlosen Vorschriften jener Polizeiverordnungen Höchster Genehmigung" in Petersburg und zwar offiziell ab- rechtfertigen könnten. Mithin ist auch die Bestrafung der Russen. zuhalten. Es war aber für den Minister selbst eine Ueber- reichsrechtswidrig. Indessen die formale Frage der Rechtsgültigkeit jener Verraschung, als er erfuhr, daß die Semstwoleute sich nunmehr vorbereiten, auf diesem Petersburger Kongreß eine Verordnungen ist fast unwesentlich gegenüber der Sache selbst. Die fassung zu verlangen. Nun begann für ihn ein Hangen und Bestrafung von ausländischen Militärflüchtlingen, wie sie in Tilsit Bangen in schwebender Peiner wußte nicht, was er tun veranlaßt worden ist, überbietet noch Königsberg und dürfte in follte einen Tag erfuhr man von ihm, er wünsche eine feinem anderen Staat der Welt möglich sein. Die Bestrafung von feit und Informiertheit bewähren, als bei ihren bisherigen InterAufschiebung des Kongresses auf den Januar, dann erklärte Reichsangehörigen vollends, die russischen Deserteuren behülflich er wieder, er würde ihn auch jetzt erlauben, unter der Be- find, nach England zu reisen, scheint so unfaßbar, daß man sie immer dingung, daß er sich lediglich mit wirtschaftlichen Fragen be- noch für unglaublich halten müßte, wenn sie nicht bitterste Wirklich fchäftigen werde usw. usw. so kam schließlich die bekannte feit wäre. taoffizielle" Tagung des Kongresses mit seinen noch immer Die russische Sozialdemokratie und die Semstwo- ,, Konstituante". nicht in sicherem Wortlaut vorliegenden Beschlüssen zustande. Unser russisches Bruderorgan, die stra" nimmt im LeitDer„ Liberalismus" der russischen Regierung, der so plöt artitel ihrer legterschienenen Nummer zu dem Petersburger Semstwo lich bisher noch nicht dagewesene Formen angenommen hat, Kongreß Stellung und entwirft zugleich die allgemeinen Grundlagen steht zweifellos mit ihrer schlimmen finanziellen Lage in der von der russischen sozialdemokratischen Partei in der gegen Zusammenhang. Hierzu ist Strubes Organ Organ in der wärtigen Situation zu befolgenden Taktik. Lage, aus sicherer Quelle die Mitteilung zu bringen, Nachdem er an der Hand der Vergangenheit der Semstwos auf daß dieser Tage die russische Regierung inoffiziell den antidemokratischen Charakter dieser Körperschaften, die stets für 100 Millionen Rubel Papiergeld herausgegeben Standesinteressen des grundbesitzenden Adels vertraten und politische hat und daß beabsichtigt wird, außerdem noch weitere Rechte nur für den Großgrundbejiz und Personen mit Universitätsbildung verlangten, hingewiesen hatte, zeigt der Artikel ferner die 300 Millionen Rubel Geld herauszugeben. Veränderung, die sich in der letzten Periode in der Zusammenſegung Was den weiteren Verlauf der Verfassungsangelegenheit der liberalen Truppen vollzogen hat. Infolge der Erbschaftsteilungen, Schwerin, 28. November. Amtliches Wahlergebnis: Bei der anlangt, so wird berichtet, daß vorgestern acht Semstwo- der Verarmung des Adels und anderer Ursachen finde man jetzt im am 23. d. M. im 2. Wahlkreise Mecklenburg- Schwerin stattgehabten deputierte beim Minister des Innern waren, um die Kongreß- liberalen Lager neben einem rechten Flügel, der die alte politische Reichstagswahl wurden insgesamt 24 668 Stimmen abgegeben. resolution zu überreichen, sie sollen daran die Bitte geknüpft Physiognomie des Semstwo- Liberalismus beibehalten hat, zahlreiche Davon entfielen auf Dr. Dade( t.) 7033, Geh. Finanzrat Büsing( natl.) haben, sämtliche politische Verbrecher zu„ begnadigen". Nun und mannigfache bürgerliche demokratische Elemente, Vertreter 7036, Antric( Soz.) 10 590 Stimmen. Zersplittert 9 Stimmen. Es wird der Minister darüber dem Zaren Vortrag erstatten. liberaler Berufe usw., die vermöge ihrer politischen Bestrebungen hat also Stichwahl zwischen Büsing und Antrick stattzufinden. nach westeuropäischer Terminologie als radikale Demokratie zu be zeichnen wären. Dieser linke Flügel der bürgerlichen Opposition habe Die Konservativen und Agrarier werden den Schmerz zu überfich aber leider von den Semstwo- Liberalen politisch nicht getrennt, winden haben, daß ihnen die Aussicht auf den 1903 den NationalMan schreibt uns aus Tilsit:„ Wir müssen also nähere Auf- er lasse das Heft in ihren Händen mitsamt der Vertretung nicht nur liberalen abgenommenen Wahlkreis wieder verloren haben. Gleich flärung abwarten", mit diesen Worten schloß der„ Vorwärts" seine feiner eigenen politijmen Interessen, sondern auch derjenigen des wohl werden sie laut die Losung ausgeben: Für den Mann„ der Bemerkung zu einer Korrespondenz aus Königsberg, die in Nr. 271 gesamten russischen Volkes. Und dagegen wendet sich die" Jskra" Ordnung und der Staatserhaltung" gegen den sozialdemokratischen vom 18. November unter obiger Ueberschrift zum Abdruck kam. In Umsturz"; sie werden den agrarisch betörten Landleuten zumuten, Die gemäßigte, ausweichende und unentschlossene Taktik der daß sie umlernen sollen und den Nationalliberalen wählen, der ihnen Der Königsberger Korrespondenz war berichtet worden, daß man in russischen Semstwo- Liberalen, lefen wir hier, ergibt sich gänzlich aus foeben als Vertreter des mobilen Stapitals schwarz gemalt wurde; Goldap einem Genossen und einem Fuhrhalter den Prozeß macht, den fundamentalen Besonderheiten ihres Programms. Indem er sie werden die abhängigen Gutsarbeiter jetzt ebenso für Büsing zur weil sie russischen Flüchtlingen und Auswanderern zur Flucht ver- sich die Erweiterung der politischen Rechte der besitzenden Klaffen Wahlurne zwingen, wie sie es im ersten Wahlgang für den Bündlerholfen haben sollten. zum Ziele steckt, kann der Semstwo- Liberalismus nicht auf die kandidaten besorgten. Unsere Parteigen offen aber werden Berichtigt muß zuerst zu der Königsberger Korrespondenz Unterstützung einer breiten Volksbewegung rechnen. Deshalb setzt er in den wenigen Tagen, die bis zur Stichwahl bleiben, nochmals die werden, daß die aus der in Goldap erfolgten Bernehmung deutscher auch alle ſeine Hoffnungen auf den guten Willen eines durch ganze Kraft aufbieten, um den Wahlkampf so ehrenvoll zu beenden, Staatsbürger gezogene Schlußfolgerung, daß unsere russenfreund die elementare Macht der Tatsachen zum Verständnis der Notwendigkeit wie sie ihn bisher geführt. politischer Reformen gebrachten Monarchen. Es ist nur zu natürlich, lichen Behörden russischen Flüchtlingen keine Hindernisse mehr in den baß unter diesen Bedingungen die Mittel der liberalen Einwirkung Und wieder fünf Jahre ins Zuchthaus! Weg legen, nicht zutrifft. Richtig ist dagegen, daß man deutschen auf das absolute Regime sich durch besondere Milde und Vorsicht Aus Freiburg i. Br. wird vom 28. November gemeldet: Das Bürgern den Prozeß für Handlungen macht, die nach deutschem Recht auszeichnen und die Einwirkung selbst durch eigene Jntereffen der Kriegsgericht verurteilte die Reservisten Jakob Lehmann und Alleinherrschaft motiviert werden müssen vor allem durch die Schon vor ungefähr drei Wochen wurden dem Tilsiter Schöffen- Absicht, den Thron vor einem verhängnisvollen Anprall der Sturm- Ludwig Kubach vom 142. Jnfanterieregiment wegen Meuterci, gericht drei russische Flüchtlinge aus der Untersuchungshaft vorgeführt, wellen der Volksunzufriedenheit zu bewahren. Diese Taftit, die feines- begangen während des Manövers im Jahre 1903 in der Ortschaft die beschuldigt wurden, deutsches Gebiet, nämlich den Regierungs- falls auch für den linken Flügel der Semstwo- Opposition notwendig ist. Stäferberg bei Offenbury, su je fünf Jahren Zuchthaus und Aus ist die klassische Taktik des Semstwo- Liberalismus in seinem Ganzen. st o ßung aus dem Heere. Der Reservist Ludwig Nenn bezirk Gumbinnen betreten zu haben, ohne im Besike ordnungsmäßig Die alleruntertänigste Bittschrift ist eigentlich der einzige Aftions- wurde wegen Meuterei und Meineides zu 3½ Jahren Gefängnis ausgestatteter Bässe zu sein und den Versuch unternommen zu modus, der unseren Liberalen zur Verfügung steht.. berurteilt. Drei weitere Soldaten, die bei dem Vorfall weniger behaben, als Auswanderer Deutschland zu passieren, ohne sich Wie zur Zeit der Partei„ Narodnaja Wolja"( Ende der siebziger teiligt waren, wurden mit Gefängnisstrafen von drei Monaten bis in Den von Ballin errichteten Kontrollstationen untersuchen und anfangs der achtziger Jahre des vorigen Jahrhunderts. Ned. zu lassen. Mitangeklagt war aber auch ein deutscher d.„ Vorw."), hat auch die heute tonangebende Gruppe der zu einem Jahre bestraft. Reichsangehöriger, ein junger Kaufmann aus Memel, dem zur Last Semstwo Liberalen Kampfmittel in ihrem Die Gesetzwidrigkeit des preußischen Fleischbeschau- Gesetzes gibt indirekt zu. gelegt wurde, den Russen Beihülfe bei den von ihnen angeblich be- Arsenal als alleruntertänigste Vorstellungen und, wie damals, die, Kreuz- Zeitung Sie weist nämlich auf gangenen Bergehen geleistet zu haben. Die drei russischen Flüchtlinge wird sie wahrscheinlich auch heute von der Bühne zurücktreten und unseren die Ausführungen Dr. Westenhoeffers wiedergebenden waren am 27. Oftober auf dem Tilsiter Bahnhofe von dem dort den Platz den revolutionären Elementen überlassen müssen. Wir Artikel hin, versucht ein mehr nebensächliches Argument als falsch haben auch keine Bürgschaft dafür, daß der Absolutismus sich nicht zu erweisen, unterschlägt aber die beiden schlagenden Gründe, aus zur Ueberwachung russischer Auswanderer stationierten Gendarmen wieder einmal aus der Patsche zieht und es nicht fertig bringt, benen die Ungeseglichkeit nicht nur dem Geist, sondern auch dem verhaftet worden. In ihrer Begleitung befand sich der mitangeklagte folange er die Liberalen gllein als Voltsvertreter sich gegenübersieht, Buchstaben nach hervorgeht: die ungleichen Fleischstempel und die deutsche Reichsangehörige. Vor dem Schöffengericht erklärten die durch irgend einen geschickten Schachzug feinen Untergang auf ungleiche Behandlung des aus den Bundesstaaten kommenden Deshalb erscheint die übereilte Russen übereinstimmend, daß sie nicht nach Amerika, sondern nach zuschieben. und unüber Fleisches, Bestimmungen, welche in die preußische AusführungsDer deutsche Reichsangehörige gab zu, daß er legte Ausstattung der Semstwo- Abgeordneten England wollten. ( durch die verordnung entgegen dem Reichsgesetz aufgenommen worden sind. linksstehenden bürgerlich radikalen Elemente) mit dem den Russen behülflich sein wollte, daß sie nach England kämen. Charakter von Volksvertretern als ein in höchstem Maße unChina- Beute. Das Schöffengericht in Tilfit verurteilte sämtliche Angeklagten. vorsichtiger Aft, durch den die russische im Entstehen begriffene Die Russen wurden zu je 10 M. Geldstrafe und der Memeler Demokratie sich selbstmörderisch ihrer politischen Bedeutung beraubt. Aus Hannover wird berichtet: deutsche Reichsangehörige zu 30 M. Geldstrafe verurteilt. Die Der Sturz der Alleinherrschaft tann fraft historischer Bedingungen Wertvolle chinesische Altertümer aus dem Verurteilung stützt sich auf zwei Verordnungen des Regierungs- der sozialen Entwickelung in Rußland nur durch die aktiven An- Nachlaffe des Feldmarschalls Grafen Waldersee hat präsidenten zu Gumbinnen, die das Betreten deutschen Reichsgebietes strengungen des Voltes selbst herbeigeführt werden. Eine dessen Witwe dem hiesigen Kestner- Museum zum Geschenk gevon Russen ohne ordnungsgemäß ausgestellte Bässe und das umgehen politische Stellvertretung ist in diesem Falle macht. Die meisten Gegenstände sind Waffen hon großer der von Ballin errichteten Kontrollstationen seitens russischer Aus nicht zulässig, und insofern nun die deklassierte Intelligenz" Seltenheit. Zwei eiserne Sturmhauben sind Bentestücke von die Vollmachten der Demokratie in die Hände der Semstwowanderer unter Strafe stellen. Den Russen wurde die Geldstrafe gleich von dem ihnen bei Vertreter legt, fegt sie leichtsinnig die Sache der politischen Be- der Expedition nach der Großen Mauer, von den Wällen ihrer Berhaftung abgenommenen Gelde in Abzug gebracht, worauf Freiheit hängen nicht von den oberen Behntausend unserer Gesell- Wallbüchsen, und aus den Vorhöfen des Kaiſerpalastes eine freiung Rußlands selbst aufs Spiel. Die Schicksale der russischen Pekings stammen mehrere große und eine Reihe kleinerer sie aus der Haft entlassen wurden. Was aus ihnen weiter geworden haft ab, sie werden durch die Stimme des Boltes entschieden Anzahl großer zweihändiger Schwerter. Das meiste Intereſſe ist, haben wir nicht in Erfahrung bringen können. werden. Und auf das Volk müssen im gegenwärtigen fritischen aber nimmt eine mächtige Bronzeglocke in Anspruch In der letzten Woche wurde nun wieder gegen zwei russische Augenblicke alle aufrichtigen Anhänger einer demokratischen nahezu einen Meter hoch ist und gegen drei Zentner wiegt. Flüchtlinge vor dem Tilsiter Schöffengericht verhandelt. Diese sind Regenerierung Rußlands ihre Blicke richten. Freilich nur Auf der merkwürdig steilen Glocke sigt eine große Dese, fönnten Analphabeten eine fo bedeutende Ende September auf dem Tilsiter Bahnhof verhaftet, inzwischen aber politische Tat die aus zwei übereinandergestiegenen prächtig modellierten auf Betreiben ihres Verteidigers, Justizrat Cohn in Tilsit fache wie die Einberufung der Semstwo- Vertreter ignorieren. Drachen gebildet wird. Sind an sich schon die altorientalischen Aber noch trasferes Analphabetentum ist es, wenn man das demo- Bronzegüsse heute außerordentlich hoch geschätzt, so ist dies Stück wieder entlassen worden und bereits nach Amerika ge= fratische Mandat den Semstwo Abgeordneten überträgt. Die langt. Diese wurden beschuldigt, deutsches Reichsgebiet und Demokratie muß unabhängig von den Semstwo- Liberalen agieren und wegen seiner seltenen Form und der notorischen Herkunft aus wieder den Regierungsbezirk Gumbinnen ohne Pässe als selbständige Kraft auf ihre Haltung einwirken; fie muß danach der Kaiserstadt Peking ganz besonders wertvoll. und ohne die für russische Auswanderer, die sich frei bewegen streben, das Surrogat einer gesellschaftlichen Vertretung in eine wirt Das hat der brave Generalissimus natürlich alles chrlich wollen, vorgeschriebene Bargeldsumme von 400 M. bei sich zu haben, liche konstituierende Nationalversammlung zu verwandeln... gekauft, und es war nicht seine Schuld, daß sich zufällig im betreten zu haben. Auch in diesem Falle kam das Tilsiter SchöffenDas Volk muß seine Stimme selbst erheben und das Staiserpalast keine legitimierten Verkäufer befanden. gericht zu einer Verurteilung der beiden russischen Flüchtlinge auf entscheidende Wort aussprechen. Die Demokratie ist verpflichtet, mit Zweifellos wird bei den Stücken im Kestner- Museum auch Grund der oben erwähnten Verordnungen des Regierungspräsidenten allen Kräften zur revolutionären Betrachtung des Volkes beizutragen. Der bezahlte Kaufpreis angegeben. Aber dann darf sie auch nicht vor den Liberalen den fürzeren ziehen, zu Gumbinnen. Die Strafe wurde auf je 20 M. bemessen. Noch interessanter freilich wäre es, aus dem Nachlaß sie muß vielmehr deren politische Führung zurückweisen und den Wir wissen nicht, ob gegen diese beiden Urteile Berufung ein. Liberalismus bloß als eine Kundschafterabteilung im bevorstehenden Waldersees jene Original- Majestätsbeleidigungen im Museunt gelegt worden ist und ob dadurch einer höheren Instanz Gelegenheit Stampfe mit dem Absolutismus in Anrechnung bringend, sich auszustellen, mit denen der Generalfeldmarschall unter dent geboten wird, über die Rechtsgültigkeit dieser Urteile zu befinden. fest und unbeugsam der einzig revolutionären Panzerhemd Normann- Schumanns seinem obersten KriegsSollten diese beiden Urteile aber Rechtskraft erlangen und Partei der Sozialdemokratie anschließen, deren herrn die Treue bewiesen hat! follte weiter nach dieser dieser Praxis verfahren werden, so Ansturm den russischen Absolutismus bereits ins Schwanken gebracht eröffnen fich für russische Deserteure recht nette Aussichten. Sie hat und der es offenbar bevorsteht, ihm auch den letzten entscheidenden müßten dann nicht nur weiter an Ballin ihren Tribut zollen, sondern Schlag zu versetzen. auch an das Deutsche Reich. Denn es ist doch ein Unding, von russischen Deſerteuren zu verlangen, daß sie mit regelrecht ausgestatteten russischen Pässen nach Deutschland kommen. Dem deutschen Reichsfädel wäre allerdings damit gedient, wenn man jedem russischen Deserteur dazu anhalten könnte, sein Scherflein beizutragen, um die Finanzen des Deutschen Reiches aufzubessern. Bei der großen Zahl russischer Deserteure, die augenblicklich Deutschland passieren, würden auch ganz erkleckliche Summen zusammenkommen. zwar Die Bestrafung der Russen beruht offenbar auf jener Polizeiverordnung, die wir im August dieses Jahres mitgeteilt und gewürdigt haben; darin werden Zuwiderhandlungen mit Geldstrafe bis zu 60 M. bedroht. Dagegen finden wir keine Bestimmung, die auch die Begünstigung derartiger Uebertretungen unter Strafe stellt. Nun gibt es nach dem Strafgesetzbuch keine strafbaren Be 1 feine anderen Solange aber die bürgerliche Demokratie unter der Flagge der Semstwos im Schwanze des gemäßigten Liberalismus einhertrabt, läuft fie stets Gefahr, unter Streuzfeuer zu geraten und eine voll ständige Niederlage davonzutragen. Deutsches Reich. Eine Interpellation über Königsberg. Die Freifinnige Voltspartei hat im preußischen Abgeord netenhaus folgende Interpellation eingebracht: „ Der durch Urteil des tgl. Landgerichts in Königsberg i. Pr. vom 25. Juli 1904 in erster Instanz entschiedene Geheimbundsund Hochverrats- Prozeß gegen Nowagrokki und Genossen veranlaßt die Unterzeichneten, an die tgl. Staatsregierung folgende Fragen zu richten: M hie Zur Düsseldorfer Stadtratswahl hatten wir neulich berichtet, das Zentrum habe den Vorsigenden des Innungs- Ausschusses, Krieger, als Kandidaten aufgestellt. Das war ein Irrtum, der, obwohl von unserem Korrespondenten korrigiert, versehentlich ins Blatt gelangt war. Weil das Düsseldorfer Zentrum viel Geschrei von diesem Versehen macht, so sei das richtig gestellt. Ein Ordnungshüter als Totschläger. Vor dem Schwurgericht Bayreuth hatte sich am Sonnabend der Hilfsschußmann Deckert von Forchheim wegen Verbrechens der Körperverlegung mit Todesfolge zu verantworten. In der Nacht des 24. Oktober hatte eine Anzahl junger Burschen, die von einem Rekrutenabschied tamen, auf der Straße gelärmt, wie es ja bei solchen Gelegenheiten immer hergeht. Deckert kam hinzu und kehrte, obwohl er sich nicht im Dienst befand, den Polizeimann heraus, indem er die Burschen zur Ruhe verwies. Es tam zu einem Wortwechsel, in dessen der Beteiligten, Berlauf einer der Maurer Schürr, Spazierstod erhob, worauf Dedert ohne weiteres mit dem den Messer zustach. Schüre erhielt einen Stich in die Brust, der ihn auf der Stelle tötete. Deckert wollte in Notwehr gehandelt haben, aber das wurde von den Zeugen entschieden bestritten. Der Held wurde au der geringen Strafe von 8 Monaten Gefängnis verurteilt.— Der Wasserwerks-Prozcß. (Privat-Depesche des„Vorwärts".) Esse», 28. November. Der Staatsanwalt liest die Anklage fallen bis auf§ 1b Absatz 2 des Nahrungsmittel- Gesetzes. Der Strafantrag lautet auf 2 Monate gegen Hegeler, 3 Monate gegen Schmitt und Pfudel und 500 Mark gegen Kiesendahl. Schließlich betonte der Staatsanwalt in seinem Plaidoyer, der Prozeß werde in hygienischer Beziehung große Bedeutung erlangen. £liisUnd. Frankreich. Das Ende des Marinestreiks. Paris, 27. November.(Gig. 93er.) Ter Streik der Arsenatarbeiter hat ein rasches Ende genommen. Wie ge- meldet, waren nur die Arbeiter von Brest massenhaft in den Solidaritätsstreik getreten. In Lorient dagegen, dem Ursprungsort der Bewegung, blieb der Streik auf eine kleine Minderheit beschränkt, nachdem die.Arbeiter der Pulverfabrik, die Urheber der Bewegung, ihre sechs gemastregelten Uottegen verraten hatten. Das war die Zolge eines e r st e n Ukases des Mariireministers Pelletan, der die Feuerwerker von Lorient ebenso mit der Brotlosmachung bedrohte wie einige Tage später die Arsenalarbeiter von Brest. Ter Solidaritäts- st r e i k verlor aus diese Weise für die Brester Arbeiter den besten Teil seiner Anziehungskraft. Das übrige besorgte der berüchtigte Ukas Pelletans. In der Brester Versammlung, die zu dem von Pelletan bestimmten Datum die Wiederaufnahme der Arbeit beschlossen hat, erklärte Vibert, Generalsekretär der Arsenalgewerrschaft und Bürgermeister-Adjunkt von Brest, daß die diesmal ge- scheiterte Bewegung nur aufgeschoben sei. Zugleich forderte die Versammlung von Pelletan die Wiederanstellung der sechs Gematzregelten von Lorient.— Unter diesen letzteren befinden sich vier Frauen, Familienväter. Inzwischen mutzte Pelletan wegen seines Ukases sich einige bittere Wahrheiten sagen lassen— von feiten des ge- schickten nationalistisckzen Demagogen, Abg. L a s i e s, der eine brühwarme Interpellation über den Ukas einbrachte. Er sagte in der Begründung seines sofortigen Jnterpellations- btzgehrens unter dem Beifall aller reaktionären Parteien: „Wenn unser Kollege, Herr Motte(Tertilkönig von Roubaix) an seine Fabrik depeschiert hätte:„Lassen Sie durch Anschlag bekannt machen, datz jeder Arbeiter, der zu einer be- stimmten Stunde die Arbeit nicht wieder aufgenommen hat, entlassen werden wird,"— so würdet Ihr alle gegen den unternehmerlichen Druck protestieren... Jetzt aber opfert Ihr die Interessen der Arbeiter Euren politischen Jnter- essen..." Pelletan:„Ich antworte Herrn Lasies einfach, datz, wenn er sich wundert, datz ich jene Depesche geschickt habe, so wundert es niich nicht minder zu hören, datz ein ehemaliger Offizier in Fragen dieser Art die Interessen eines Unter- nehmers der Sache der Landesverteidigung gleich- stellt."(Beifall auf der äutzersten Linken und auf mehreren Bänken der Linken.) Lasies:„Herr Minister, Sie haben die Arbeiter unserer Kriegshäfen zu politischen Werkzeugen machen wollen. Sie haben ihnen gestattet, Gewerkschaften zu bilden. Das Strcikrecht ist mit dem Gcwerkschaftsrecht verknüpft, und da Sie ihnen das Recht, sich zu organisieren, zuerkannt haben, haben Sie kein Recht, ihr Streikrecht zu verletzen."(Lärm auf der äutzersten Linken.— Beifall im Zentrum und rechts.) ?lbg. D e j e a n t e, revolutionärer Sozialist, sprach zur Geschäftsordnung in dem Sinne, datz Lasies' Jnterpellations- begehren ordnungsmätzig erst am Schlutz der Sitzung zu beraten wäre, und bemerkte im übrigen:„Wir haben vor Herrn Lasies von den Zwischenfällen erfahren, von denen er soeben gesprochen hat. Wenn wir aber nicht geglaubt haben, ein sofortiges Jnterpellationsbegehren einbringen zu sollen... (Ironische Zurufe und Lärm im Zentrum und rechts.— Ruf im Zentrum:„Zu spät!") so nicht, wie Herr Lasies, zum Zwecke einer politischen Kundgebung, sondern im Interesse der Arbeiter selbst." Lasies' Kundgebung hat jedenfalls ihren Zweck erfüllt. Er zog daher seine Interpellation zurück, nachdem der Marine- minister ihre Vertagung verlangt hatte. Nach den neuesten Meldungen haben die Arsenalarbeiter von Lorient eine Versammlung abgehalten, wo sämtliche Redner ihr Vertrauen aussprachen, datz die Gematzregelten wieder angestellt werden. Italien. Das Gesetz gegen das Streikrecht und Giolitti. Rom, 26. November.(Eig. Ber.) Die Undnrchsichtigkeit der durch die Wahlen geschaffenen ministeriellen Lage bringt es mit sich, daß die widersprechendsten Gerüchte über das nächste Verhalten des Ministeriums in Umlauf gesetzt werden. Man spricht von einem Ausscheiden der antiklerikalen Minister auS dem Kabinett, das sich dann ganz nach rechts retirieren soll. Wir halten diese Gerüchte für absolut unwahr, da Giolitti zu klug ist. um seine ganze politische Zukunft für eine kurze Herrschast mit der Rechten einzutauschen. Andere sagen, Giolitti werde mit einigen allen Teile» annehmbaren Reformen beginnen, an erster Stelle mit der Herab- setzung der Zivilliste, die schon in der Thronrede verkündigt werden dürste. Auch das Listenwahlrecht und die Verminderung der Ver- zehrungssteuern sollten in das nächste Programm fallen. Be- denkt man, daß bei Listenwahl mit Proportionalvertrctung die Sozialisten, die fast ein Fünftel aller abgegebenen Stimmen (19.0 Proz.) erhielten, aus 100 Sitze Anspruch hätten und sieht man die große Erregung, mit der die Börse das Gerücht einer Herab- setzung des Zuckerzolls beantwortete— die Zuckcraktien fielen sofort um 30 Punkte— so wird man hier sehr skeptisch sein. Die un- ruhige Börse versteht einen sehr ruhigen Widerstand zu bieten, ist doch der Hauptbesitzer der Zuckeraktien der Graf Raggio, Mit- besitzer der.Tribuna". der italienischen Schiffahrts-Gesell- schaft, der Mittelmeerbahnen. Hauptlieferant bei Staats- submissionen, künftiger Bürgermeister von Genua und für den Titel eines»Herzogs von Novi" vorgemerkt I Mit diesem italienischen Rockfeller wird Giolitti sich hüten, anzubinden! In dieser Zeit der Gerüchte wollen wir aber von einem cm ckit berichten, das als»zu phantastisch" von keinenr Blatte aufgenommen wurde, aber durchaus nicht ohne innere Begründung zu sein scheint. Danach hätte Giolitti schon jetzt eingesehen, daß er mit der neuen Kammer nicht regieren kann. Er wolle sich darum einen »guten Abgang' sichern und lieber für eine Zeit zurücktreten, als seine Zukunft verspielen. Der Ministerpräsident würde dein Gesetz gegen die Streikfreiheit, das aus parlamentarischer Initiative eingebracht werden wird, entgegentreten und bei seiner Berück- sichtigung durch die Kammer demissionieren. Dann ginge also Giotitti, weil er zu freisinnig war für das gegenwärtige Parlament, er ginge, in Erwartung besserer Zeiten und ließe niemand in der Patsche als die Krone und die konservative Opposition. Der Plan ist schlau genug, um von Giolitti zu sein. Nach dem Mißgriff der Wahlen ist er übrigens eines der wenigen Manöver, die Giolitti eine politische Auferstehung ermöglichen. Nur wenn er sich von den klerikal-konservativen Elementen der Kammer besiegen läßt— oder so tut, als wäre er besiegt— wird er von der selbst- gewollten Mehrheit nicht zum politisch toten Mann gemacht werden.— Niederlande. Die Kolonialgrencl im niederländischen Parlament. Wie gerieten all die stammen Christen und humanitätsduselnden Liberalen außer dem Häuschen bei den vernichtenden Tatsachen, welche endlich auch von nichtsozialdemokratischer Seite i» Sachen der Kolonialgreuel vorgebracht wurden! Als die Sozialdemokraten diese Scheußlich- leiten vorbrachten, konnte man noch sagen, daß diese bösen Leute ja keine Vaterlandsliebe kannten und darum die tapfere holländische Armee verleumdeten. Als aber nun endlich aus dem bürgerlichen Lager der sozialdemokratische Ruf widerhallte, da war man' entsetzt. Die vernichtende Rede des Herrn de Stuers hatte wie eine Bombe eingeschlagen. Alle bürgerlichen Parteihäupter, der eine hinter dem andern, erklärten, wie sehr unrecht ihr Kollege gehabt habe und vor- nehmlich, mit wie wenig Vaterlandsliebe er vorgegangen sei. Ein Führer der Regierungspartei, Herr Lohmann, erklärte, solche Sachen müsse man in geheimer Sitzung abtun! Die katholische Partei ließ eine Erklärung verlesen, worin sie Herr» de Stncrs desavouierte! Im Parlamente herrschte eine Panik, erzählt die Presse, und man kann sagen, im Lande ebenfalls. Endlich werden auch dem bürgerlichen Publikum einmal die Augen gewaltsam geöffnet, für diese kolonialen Greuel, die Augen, die so ost, als es Van Kol gelungen war, sie halb wach zu rütteln, wieder in tiefen Schlaf gepredigt� wurden. Dreiste Heuchelei nannte der Herr de Stuers die Mostvierung der Regierung. In einer vernichtenden Rede ergänzte T r o e l st r a die Ausführungen des Herrn de Stuers, nachdem der„unabhängige" Sozialist Van der Zwaag nut schneidender Ironie die„Christlichkeit" unserer Kolonialpolitiker gegeißelt hatte. Es gibt ein Gebiet, schloß Van der Zwaag, wo eine„Christliche Mission" am allernotwcndigsten ist, und das sind die N i e d e r l a n d e s e l b st! Troelssta wies darauf hin, daß mit denselben Redens- arten,, womit die Resterung die Expedistone» in Indien ver- teittgt, England und Deutschland die Annektion Hollands ver- leidigen können, was auch schon geschehe» sei: in England durch das Blatt„Straits Times", in Deutschland durch Professor Ernst v. Haller. Jetzt sage die Regierung, die taufend er- mordeten Frauen und Kinder der Gajoes feien be- waffnet gewesen und dadurch Kombattanten geworden, welche man niedermachen mußte; aber in der Thronrede werde bedauert, daß Unbewaffnete gefallen seien! In einer Anzahl von Gefechten seien 1K47 Gajoes gefallen, gegenüber 6 Holländern! Die meisten Holländer seien gefallen, als die GajoeS sahen, daß man sie doch ermordete! Die Moral der Regierung sei E i n b r e ch e r- M o r a l.„Ich habe gemordet, das ist wahr, aber es ist nicht meine Schuld, der Ermordete nebst seiner Frau und Kindern standen mir im Wege, es tut nur schrecklich leid, aber ich mußte doch meine Beute in Sicher- heit bringen." Das ist die Regierungsmoral und das nennt man heute— Christentum! Das politische Christentum hatte einen zweiten schlechten Tag l Afrika. Folgen des Kuli-Jmports. Die Ruhestörungen, die sich infolge eines Zusammenstoßes zwischen Kaffcrn und chinesischen Kulis am Donnerstag auf der New-Kleinfontein-Mine ereigneten, waren ernster Natur. Zwischen Kaffern und Kulis entstand ein Streit, in dessen Verlauf eine Schar von 800 Chinesen, mit Bohrern und Hebeln bewaffnet, eine Abteilung von 50 Kaffern angriff, die schwere Zkniippel zur Verteidigung hatten. Es kam zu einem allgemeinen Kampf, der sich bald so ernst ge- staltete, datz die starke Abteilung Polizei, die sofort auf den Schauplatz entsandt wurde, sich genötigt sah. unverzüglich aufs entschlosfenste einzugreifen, um ein großes Blutvergießen zu ver- hindern. Die Polizisten gingen schließlich mit aufgepflanztem Bajonett gegen die Kulis vor. und auch dann gelang es ihnen nur unter großen Schwierigkeiten, die Ruhe wieder herzustellen. Im Kampf ivurden acht der daran Beteiligten so schwer verletzt, daß sie ins Krankenhaus geschafft werden mußten, während viele andere leichtere Verletzungen erlitten. Die Rädelsführer wurden fest- genommen. Eine Anzahl Bürger, mit Revolvem bewaffnet, unter- stützten die Polizei. Nach einer amtlichen Mitteilung sollen weitere große Abteilungen Kulis eingeführt werden, bis 60000 Chinesen in den Rand- minen arbeiten. Bisher sind 21 000 Kulis nach Südafrika verschifft worden.— Die wirtschaftliche Lage in Südwestafrika ist nach der englischen Eroberung eine traurige. Der Import der Kulis erhöht zwar die Profite der Minenbesitzer,' aber die Masse des Volkes befindet sich in viel traurigerer Lage, als mährend der Burenherrschaft. Die Kaffern, die ehedem in den Minen arbeiteten, sind in voller Er- bitteruug. Kommt es schließlich zu einem allgemeineren Ein- geborenen-Aufstand, so wird England in'neuem Vlutigen Krieg die Kafferu niederwerfe». Kapitals st ischeKolonialpolitik!— Parlamentanfckes. Gegen das Kalisyndikat. Konservative, freikonservattve und Zentrums-Abgeordnete haben im preußischen Abgeordnetenhause folgenden Antrag eingebracht: Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen: die königliche Staatsregierung zu ersuche», ihren Einfluß auf das Kalisyndikat dahin geltend zu machen, daß den landwirt- schaftlichen Bezugsverbänden ihre bisherige Vorzugsstellung bei Bezug der Kalisalze erhalten bleibt. Das Klassendrama von Clnses. Paris, 26. November.(Eig. Beck) Der Prozeß von Cluses hat nach zweiwöcheutlichen Ver- Handlungen mit einem Liompromiß-Urteil geendet. Das klein- bürgerliche bezw. bäuerliche Schwurgericht von Annecy(Ober- savoyen) hat die sechs wegen Plünderung angeklagten Arbeiter glatt freigesprochen und den vier kapitalistischen Meuchel- niördern, den Fabrikantensöhnen C r e t t i e z, den„ent- schuldigenden" Umstand der Herausforderung durch ihre Opfer zugebilligt. Daraufhin hat der Gerichtshof drei der Mörder zu e i n e m Jahre und den vierten zu a ch t Monaten Gefängnis verurteilt. An Schadenersatz wurde den An- gehörigen der drei Gemordeten und der neun Schiverver- mundeten im ganzen der Betrag von 12 766 Frank zu- erkannt. Dieses Urteil kann das proletarische und einfach mensch- lichc Gerechtigkeitsgefühl nur halbwegs befriedigen. Es ist gemilderte, sich ihrer selbst schämende Klassenjustiz. Drei Jahre und acht Monate Gefängnis für einen dreifachen Arbeiter- mord und-11 verwundete Arbeiter, worunter mehrere zu Krüppeln geschossene! Man denke sich den umgekehrten Fall: Mordschüsse, abgegeben von Arbeitern und gar von streikenden Arbeitern auf ihre wehrlosen und ahnungslosen Arbeitgeber — wo wäre die Jury zu finden, die in diesem Falle die Angeklagten nicht der ganzen Strenge des Strafgesetzes aus- geliefert hätte? Wozu übrigens Hypothesen? In Frankreich selbst kann aus der jüngsten Zeit ein tatsächliches Beispiel dieser Art angeführt werden. Der Arbeiter Spano wurde von der Pariser Jury zum Tode verurteilt wegen der Ermordung eintzs Werkführers, der ihn b r o t l o s gemacht hatte. Doch das verschämte Klassenurteil der Geschworenen von Annecy ist auf die unverschämte kapitalistische Rechtspflege der Gerichtsbehörden zurückzuführen, des Untersuchungsrichters und ganz besonders der Anklagekammer. Diese letztere hat es fertig gebracht, über die kapitalistischen Mörder und ihre prole- tarischen Opfer in einem und demselben Prozeß aburteilen zu lassen. Umgekehrt hatte man im neulichen Weberprozeß von Neuvilly die angeklagten Arbeiter künstlich in zwei besondere Gruppen geteilt und vor zlvei verschiedene Gerichtsinstanzen verwiesen. In beiden Fällen wurde mit entgegengesetzten, aber gleich widerrechtlichen Mittelchen derselbe kapitalistische Klassen- zweck verfolgt: dort die Verurteilung der Arbeiter, hier die Freisprechung der kapitalistischen Mörder, gedeckt durch die gleichzeitige"Freisprechung ihrer Opfer,— nein! verschärft durch die Verurteilung der Opfer. Die Anklagckammer hat sich nämlich direkt zum Anwalt der Mörder herabgewürdigt! In ihrem Verweisungsbeschluß hat sie—„entgegen allen Gepflogenheiten, entgegen dem Wunsche des Gesetzes, eine lange Darstellung der Tatsachen gegeben, die keineswegs aus dem Gesamtergebnis der gerichtlichen Untersuchung hervor- geht... Ich wäre versucht zu glauben, daß der Verfasser des Beschlusses die Angelegenheit lediglich aus dem sehr ge- schickten Memorandum der Verteidiger der Söhne C r e t t i e z gekannt bat. Ich will nicht untersuchen, was für Beweggründe die Richter(von der Anklagekammer) bestimmt haben, aus der ihnen vom Gesetz vorgeschrie- benen Rolle herauszutreten..." Wer spricht so? Etwa ein Verteidiger der Arbeiter? Nein! Der Generalstaatsanwalt Gcnsoul in seiner Anklage- rede vor den Geschworenen von Annecy, die er so ausdrücklich dem Eindruck des zynischen Anklagekammer-Beschlusses zu ent- ziehen suchte, ebenso übrigens wie dem Eindruck der zynischen Hätz der kapitalistischen Presse. Daß aber die Jury es wenigstens zu einem Kompromiß- Urteil gebracht hat, erklärt sich in erster Linie— neben der rechtlichen Haltung des Staatsanwalts und der talentvollen Verteidigung der Arbeiter durch den linksradikalen Abgeord- neten David, den ministeriell-sozialisttschen Abgeordneten Briand und die sozialistischen Rechtsanwalt? Lafont und Willm— aus denr tatsächlichen Ergebnis der gerichtlichen Beweisaufnahme. Alles, was die sozialistische Presse seinerzeit über den Uhrmacherstreik und den Arbeitermord von Cluses veröffentlicht hatte, wurde in den Gerichtsverhandlungen all- fettig zehnfach, hundertfach bestätigt. Cluses ist im wesentlichen ein Seitenstück von Neuvilly,.wie der Uhrenfabrikant C r e t t i e z ein Konterfei der N'euvilly-Beherrscherin C a y e z ist. Ein harter Emporkömmling, suchte Vater Crettiez„seine" Arbeiter im kleinen Landstädtchen unter ein patriarchalisch-despotisches Regiment zu beugen. Die Gewerkschaft war ihm ein Dorn im Auge, desgleichen die selbständige 9Vahlaktion der organi- sierten Arbeiter. Nach den Gemeindewahlen vom Mai 1964 maßregelte er sieben Arbeiter, die sich an der Agitation für die — übrigens unterlegene— Proletarische Kandidatenliste beteiligt hatten. Auf diese Weise Provozierte er den Streik, mit kühlem Vorbedacht, in der Absicht, die Gewerkschaft zu vernichten. Demgemäß lehnte er starr alle von den Arbeitern angebotenen Vermittelungsversuche ab. Nach zwei Monaten des Kampfes dehnte sich der. Streik auf alle Uhrmacher des Ortes aus. Das Paßte gerade dem Crettiez. Er wollte den Generalstreik, um so die kleinen Konkurrenten zu schädigen, nachdem er für seinen Teil votsorglich ein reiches Warenlager angehäuft hatte. Der Verlauf des Streiks war ein durchaus friedlicher. Der bündigste Beweis dafür ist der Umstand, daß der Maire von Cluses, D r o m p t. der mit Crettiez unter einer Decke steckte, die häufigen Straßenumzüge der Streikenden gestattete. Auch den Umzug am verhängnisvollen Tage des 18. Juli. Die Crettiez und ihre Verteidiger haben alles Mögliche und Unmögliche getan, um ihr Mordschießen durch den Zu- stand der Notwehr zu rechtfertigen. Die Gerichtsverhandlungen haben das gerade Gegenteil bewiesen. Es war keine Not- wehr, sondern ein vorbedachter Uebcrfall aus einem geschützten Hinterhalt auf friedliche und wehrlose Arbeiter. Die Crettiez hatten sich schon seit längerer Zeit Gewehre und Munition(grobes Schrot) angeschafft.. Und der Maire Drompt, der den Umzug vom 18. Juli gestattete, hatte am Vorabend desselben die Mutter eines der ermordeten Arbeiter vor den Dingen, die da kommen können, gewarnt. Weiter. Die Fabrik war militärisch geschützt. 1 16 Soldaten wachten über dem nicht bedrohten Eigentum und Leben der Fabrikanten- familie. Und wie stark war der schreckliche Umzug? Er zählte 146 Teilnehmer, darunter 66 Frauen und Greise. Nach- gewiesen ist ferner, daß die Manifestanten— entgegen den Aussagen der Crettiez und ihrer Falschzeugen— keine Fenster eingeworfen haben. Höchstens kann angenommen werden, daß ein einziger Stein gegen die Wand des Hauses geworfen wurde, ehe das Mordschießen begann. Der bezüg- liehe Tatbestand wurde durch die Aussagen des Korporals David, des Hauptmanns Lapierre, der den Militärposten der Fabrik befehligte, und des Gendarmerie-Leutnants Chatin fest- gestellt, welch' letzterer die Aussagen seiner Gendarmen, die im Sinne der Notwehr-Fabel zugestutzt waren, als falsch nach- gewiesen hat durch die Feststellung, daß die Gendarmen von ihrem Platze aus die Vorgänge unmöglich haben �beobachten können. Einer der Mörder schützte noch vor, sein Töchterchen wäre im Zimmer durch einen Stein verletzt worden, was ihn toll gemacht hätte. Der Gerichtsvorsitzende mußte ihm sagen, daß der Arzt nicht die leiseste Spur einer Verletzung am Kinde entdeckt hat... kurz, alle Notwehr-Beweise stellten sich samt und sonders als grobe Lügen heraus. Es war ein vorbedachtes und kühles Morden. Die Fabrikantensöhne zielten auf die Arbeiter mit fester Hand. Ter polizeiliche Spezialkommissar Moury ist — allzu spät!—»ins Haus der Fabrikanten eingedrungen. Er hörte folgendes Gespräch zwischen dem zarten Bruderpaar Jean und Marcel. Dieser letztere war daran, wieder in den oberen Stock hinaufzugehen, mit neuer Munition versehen. Der ältere, Jean, sagte nun zu ihm:„Vor allem ziele gut!" Ant- wort des Marcel:„Sei ruhig, mein Bruder, ich habe gut gezielt." Worauf Jean:„Das ist gut, meine Glückwünsche!" Derselbe Spezialkommissar konnte erst mit vieler Mühe die Crettiez zum Einstellen der Metzele- zwingen. Es war ein vorbedachtes und entsetzlich langes und feiges Morden. Das Schießen dauerte zwanzig Minuten tt n S länger. Was taien dabei die'Hüter der Ordnung'? Sie sorgten für den militärischen Schutz des Fabrikgebäudes von allen Seiten— gegen die andringende Menge, die sich nach dem ersten panischen Schrecken, der sie in die Flucht getrieben, erholt hatte und nun in gerechtem Zorn ins Haus der Mörder einzudringen suchte. ES ist noch von Glück zu sagen, das; die Militärwaffen nicht die Mordarbeit der Fabrikantengewehre vervollständigt haben. Die Mörder selbst wurden rechtzeitig durch die Polizei- und Militärvorgesetzten gerettet. Die sechs Arbeiter, die mit auf die Anklagebank gesetzt wurden, sind aus der anstürmenden Menge aufs Geratewohl herausgegriffen worden. Drei von ihnen haben selbst mehr oder minder schwere Verwundungen bekommen. Ihre Ver- urteilung war von vornherein desto unmöglicher, als sie, wie ihre zahlreichen nicht ermittelten Kameraden, sich allerdings in der Notwehr befanden, nachdem die Ordnungswächter mehr als 20 Minute:: das Mordschießen der Fabrikantensöhne ruhig hatten geschehen lassen. Aber, wie gesagt, ihre Freisprechung sollte im Geiste der rechts- und gesetzesbeugenden Anklage- kammer zur Beschönigung der zynisch vorbereiteten Frei- sprechung der Crettiez dienen. Der Plan ist nicht ganz gelungen. Man hat gesehen, warum. Daß er aber teilweise doch gelungen ist, daß die Mörder so unerhört mild bestraft worden sind, wsrd wohl auch dadurch zu erklären sein, daß der Hauptschuldige der Anklagebank entgangen ist. Der Hauptschuldige ist C r e t t i e z Vater. Er ist es, der die Mordwaffen den willenlosen Söhnen in die Hand gedrückt hat. Den Söhnen«mit den harten Gesichtszügen und den vorstehenden Kiefern", wie sie Briand zeichnete, fehlte der Mut ihres Verbrechens. Sie leugneten, sie schwiegen sich aus, sie logen, sie winselten. Der Vater, der wahre Urheber des Verbrechens, hätte auf der Anklagebank vielleicht, wie Briand sagte, auf sein industrielles Feudalrecht stranun gepocht. Wie dem auch sei, mit und ohne Crettiez Vater hat der Prozeß von Cluses den unüberbrückbaren Gegensatz zwischen Proletariat und Beourgeoisie mit blutigen Letten: in die Geschickte eingetragen, in die Geschichte der demokratischen Republik und des demokrattschen Kabinett Combes. Crettiez ist ebensowenig eine Einzelerscheinung wie die Cayez von Nauvilly. Crettiez steht nicht allein. Ich meine damit nicht einmal die Tatsache, daß fast gleichzeitig mit der Arbeiten metzelet von Cluses der Unternehmer Cattiez zu Casomdne(bei Besanyon) in ähnlichen Umständen auf streikende Arbeiter geschossen und dabei einen Arbeiter um ein Auge gebracht hat, worauf er freigesprochen wurde. Crettiez, Vater und Söhne, haben durchaus im K l a s s e n g e i st e der Bourgeoisie gehandelt. Die offenen reakttonären Wortführer der Bourgeoisie haben in der Presse gegen die proletarischen Opfer gehetzt und die Jury für die Freisprechung der Mörder zu gewinnen gesucht. Das Schrecklichste an der Untat von Cluses ist dies: sie wurde erst deshalb möglich, weil die Crettiez von vornherein auf die Billigung ihres nächsten und weiteren gesellschaftlichen Milieus sicher rechnen durften. Die gericht- lichen Aussagen ihrer Klassengenossen, das Verhalten der Anklagekammer, die reakttonären Preßäußerungen haben jene Rechnung in erschreckendem Maße wahr gemacht. Das Kompromiß-Urteil der Mittelstands-Jury aber ist nicht im mindesten geeignet, das bluttge Klassendrama von Cluses in einem versöhnlichen Abschluß ausklingen und ver- hallen zu lassen. Materiell mild aus Nachsicht mit dem Unter- nehmerwm, auch mit dem frivol mordenden, verschärft das Urteil vielmehr den klassengegensätzlichen Gehalt des Dramas. Das kämpfende Proletariat Frankreichs wird Cluses niemals vergessen._ Vom oftasiatischen Kriegsschauplätze. Scharmützel bei Mulden. Petersburg, 28. November. Den„B i r s ch e w i j a Wjedo- mosti" wird aus Mulden, den 27. November, telegraphiert: In der letzten Nacht beschossen die auf dem Putilow- und dem Ncwgorod-Hiigel stehenden russischen Truppen die Stellungen der Japaner. Diese erwiderten das Feuer nur schwach und griffen ihrerseits nicht an.— In Mulden treffen täglich neue Truppen- abteilungen ein: es kehren auch zahlreiche Soldaten, die von ihren Wunden geheilt sind, aus Charbin hierher zurück. Chinesen bc- haupten, die Japaner hätten die ganze Bevölkerung eines großen Fleckens bei Kuandiansian niedergemetzelt, weil sie angeblich Be- ziehungen zu den Russen unterhalten habe; es seien mehr als 200 Menschen, auch Kinder, niedergemacht. London, 28. November. Das„Reutersche Bureau" meldet aus Tokio vom 27. d. Mts.: Nach einer Meldung aus dem Haupt- quartier der mandschurischen Armee griff in der Nacht vom 25. zum 26. November russische Infanterie die Japaner in der Richtung von Sinlungun an, wurde aber zurückgeschlagen. Die feindliche Attillerie im Osten unterhielt eine heftige Beschießung, richtete aber keinen Schaden an. Am 25. November machte russische Kavallerie einen Angriff auf dem Hunhoufer, wurde aber zurückgewiesen. Am 24. brannten die Rusicn das Dorf Schangtschimen nieder. Petersburg, 28. November. General Kuropatkin meldet dem Kaiser unter dem gestrigen Tage: Nach im Laufe der Nacht ein- gegangenen Berichten gingen die Japaner bei Zinschetschen gestern bis 4 Uhr nachmittags ohne Entschlossenheit zum Angriff vor. Ihr Vormarsch wurde durch unser Feuer aufgehalten. Der Kampf dauert fort. Die Stimmung der Truppen ist sehr gut.— Andere Berichte über Kämpfe sind in der Nacht zum 27. November nicht eingegangen. Neuer Angriff auf Port Arthur. Tokio, 27. November.(Lassan- Meldung.) Sonnabend mitter- nacht begannen, hier eingetroffenen Meldungen zufolge, die Japaner einen allgemeinen Angriff auf die ganze Linie der Verteidigungswerke von Port Arthur Zwischen den Erlung-, Sungschu- und Tung- kikwan-Forts. Die Russen leisteten verzweifelten Wider- stand, eS gelang den Japanern jedoch trotzdem, die Stellungen zu erobern, worauf sie die inneren Bru st wehren erkletterten. Tokio. 27. November.(Meldung des„Reuterschen Bureaus".) Gestern abend war. ein allgemeiner Angriff auf Port Arthur im Gange. Die Generale Nakamuro und Saito fühtten Abteilungen besonders im Fechten geübter Truppen zum Angriff gegen die russi- schen Forts. Es entspann sich ein blutiges Gefecht Mann gegen Mann. Das Ergebnis des Angriffs ist noch un- bekannt. Mobilmachung der Mannschaften des Tchtoarza» Meer- Geschwaders. Paris, 28. November. Der„Herald" meldet aus Petersburg: Der Befehlshaber der Schwarzen Meer-Flotte hat einen Tanesbcschl erlassen, worin alle Offiziere und Mann- schaften, welche der Flotte angehören, unter die Fahnen berufen werden. Infolgedessen geht das Gerücht, daß die Schwarze Meer-Flotte ebenfalls mobilisiert werden soll. Es ist jedoch wahrscheinlicher, daß die Offiziere und Mannschaften dazu verwandt werden sollen, die„Slava und andere Kriegsschiffe zu besetzen, welche den Kern des dritten russischen Geschwaders bilden. London, 2A November. Lord Lansdotvne warnt in einem offenen Schreiben die englischen Schiffsbesiver vor der Ber- charterung von Dampfern zum Zwecke der Begleitung der russischen Flotte mit Kohlenvorräten und macht darauf aufmerksam, daß die Firmeninhaber, die sich einer derartigen Handlung schuldig machte», mit Geld- oder Gefängnisstrafen� sowie mit Verlust ihrer Schiffe bestraft werden könnten. Das Schreiben nimmt Bezug auf eine ähnliche Erklärung Gladstones während des deutsch-französischen Krieges und betont daß die Neutralen Handel mit Kriegs- kontcrbande zwar aus ihr eigenes Risiko treiben können, dabei aber die englischen Gesetze in diesem Punkte nicht außer acht lassen dürfen. Das russisch-englische Schiedsgericht. (Meldung der Petersburger Telegraphen-Agentur.) Das bor- gestern abgeschlossene russisch-englische Abkommen, betreffend das Schiedsgericht zur Entscheidung über den Vorfall in der Nordsee lautet: Artikel 1. Die internationale Untersuchungskommission wird sich aus 5 Mitgliedern zusammensetzen. Zwei davon sollen Offiziere von hohem Rang aus der russischen und englischen Marine sein. t:rner werden die französische Ziegierung und die der Vereinigten taaten ersucht werden, aus ihren Marineoffizieren je einen von hohem Rang als Mitglied der Kommission zu wählen. Das fünfte Mitglied der Kommission wird durch Uebereinlommcn zwischen diesen 4 Mitgliedern bestinunt werden. Im Falle eine Einigung nicht zu- stände kommt, wird das fünfte Mitglied durch den Kaiser von Oesterreich ernannt werden. Jede der hohen vertragschließenden § arteten wird in gleicher Weise rechtskundige Beisitzer mit beratender timme und einen Agenten ernennen, die beauftragt werden, an den Arbeiten der Kommission offiziell teilzunehmen. Artikel 2. Die Kommission hat eine Untersuchung vorzunehmen und einen Bericht aufzustellen über die aus den Vorfall bezüglichen Umstände, insbesondere über die Fragen der. Verantwortlichkeit und den Grad des Tadels, der die Staatsangehörigen der beiden hohen vertragschließenden Parteien oder eines anderen Landes trifft für den Fall, daß die Verantwortlichkesi durch die Untersuchung fest- gestellt sein sollte. Artikel 3. Die Kommission wird die Einzelheiten des Ver- fahrens festsetzen, das von ihr bckhufS Ausführung der Aufgabe be- folgt werden soll, die sie zu lösen hat. Artikel 4. Die beiden höhet: vertragschließenden Parteien ver- pflichten sich, der Kommission in weitgehendstem Maße alle Mittel und Erleichterungen zu gewähren, die notwendig sind zur voll- ständigen Feststellung und genauen Abwägung der in Frage kommen- den Tatsachen. Artikel ö. Die Kommission wird in Paris zusammen- treten, sobald sich dies nach Unterzeichnung dieses Abkommens ausführen lassen wird. Artikel 6. Die Kommission wird den beiden Parteien den Be- richt einreichen, der durch sänitliche Mitglieder der Kommission zu unterzeichnen ist. Artikel 7. Die Kommission wird alle Entscheidungen mit Stimmenmehrheit der 5 Kommissare treffen. Artikel 8. Die beiden Parteien verpflichten sich, jede für sich. die Kosten der Untersuchung zu tragen, soiocit sie von jeder Partei vor Zusammentritt der Kommission angestellt sind. Was die Un- kosten anbettifft, die entstehen von dem Zeitpunkt an, m: dem die Kommission zusammengetreten ist. für die dienstlichen Einrichtungen und für die notwendig werdenden Nachforschungen, so sind diese gemeinsam von beiden Regierungen zu tragen. Hiid Induftric und Handel. Sprit-Interessengemeinschaft. Schon seit längerer Zeit ttaten in den Kreisen der Spritfabrikanten allerlei Fusionsbestrebungen hervor. Im Jahre 1908 laufen nämlich die zwischen den Spritfabrikanten und den Spiritusbrennern geschlossenen Kartellverttäge ab. und wird es dann voraussichtlich zwischen den beiden Jnteressentengruppen zu erneutei: Verhandlungen und Kämpfen kommen. Für diesen Fall suchen die Spritfabrikanten zu rüsten und sich enger zusammenzu» schließen. Die erste Frucht ist eine sogenannte„Jnteressengemein- schaft" zwischen den Verwaltungen der Bank für Sprit- und Pro- duktenhandel in Berlin und der Posener Spttt-Aktiengesellschaft mit Fabttken in Posen und Magdeburg. Der Verttag ist zwar noch nicht fest abgeschlossen, scheint aber so gut als gesichert. Als Zweck geben die beiden Beteiligten an,„durch gemeinschaftliche Matznahmen erhebliche Vereinfachungen und Ersparnisse im Bettiebe und in der Verwaltung zu erzielen, die zu einer dauernden Prosperität beider Gesellschaften nicht unwesentlich beitragen werden. Ein gemeinsames Vorgehen beider Gesellschaften wird zudem bei den voraussichtlich in naher Frist beginnenden Verhandlungen über die Gestaltung der Verhältnisse nach Ablauf des jetzigen Kartells ihre Position stärken, um tunlich st in Gemeinsamkeit mit den bisher vereinten Brennern und Sprit- fabriken eine gesunde Grundlage für zukünftiges Wirken zu schaffen." Unter der„gesunden Grundlage' ist natürlich eine.profitable' zu verstehen. Der Erweiterungsbau der Firma A. Wertheim in der Leipziger- straße wird bekanntlich beträchtlich größer, als zuerst geplant war, da die Firma später zu den beiden Häusern in der Votzstraße 27 und 28 noch d,e beiden Grundstücke Nr. 26 und 29/30(früheres Gebäude der Preußischen PfantBriefbank) hinzuerworben hat. Die Grundstücke Leipzigerstraße 436, 137 und Votzstraße 27/28 sind, wie wir damals mitteilten, von der Hamburger Hypothekenbank in erster Stelle beliehen worden, und zwar mit 9� Millionen Mark zu 4.2 Proz. Jetzt hat diese Bank auch für die beiden Grundstücke Votzstraße 26 und 29/30 die Beleihung zugesagt bis zur Höhe von 2,2 Millionen Mark. Das bedeutende Risiko der Hamburger Hypothekenbank wird dadurch wesentlich verringert, daß sie die un- bedingte Bürgschaft für Kapital und Zins der Diskonto-Gcsellschaft besitzt, die ihrerseits Inhaberin der zweitstelligen Kredithypothek im Betrage von zirka 11 Millionen Mark ist. Der Geschäftsgang in den meisten Branchen des Textilgewerbes ist augenblicklich recht befriedigend. Er ist erheblich besser als im Vor- jähre, namentlich seitdem die Besserung im Seidengcwerbe weitere Fortschritte gemacht hat. Schon die Bewegung der Einfuhr von Rohseide im Oktober läßt auf die weitere Belebung des Be- schäftigungsgrades schließen. Die Zufuhren sind nicht nur gegenüber dem Vormonat September, sondern auch gegenüber dem korrespon- dierenden Monat des Vorjahres größer. Die Beschäftigung in den Krefelder Betrieben ist so reichlich, daß für Monate hinaus mit einer vollen Beschäftigung der Fabriken zu rechnen ist. Im Woll- gewerbe ist der Beschäftigungsgrad gleichfalls lebhafter als vor Jahresfrist. In den Bezirken der Tuchindustrie ist der Betrieb im Gegensatz zum Borjahre, wo ziemliche Mattigkeit herrschte, mindestens normal. Während z. B. in KottbuS im November des Vorjahres die Arbeiter in vielen Betrieben tagelang feiern mußten und nirgends Neueinstellungen stattfanden, sind in diesem Jahre alle Arbeitskräfte voll beschäftigt. Die Aufträge gehen so reichlich ein, daß eine längere Fortdauer der lebhasten Geschäftstätigkeit ziemlich gesichert ist. Ebenso günstig liegen die Verhältnisse in Forst. In den sächsischen Bezirken geht die BeschäftigungSkurve gleichfalls nach oben. Während z. B. in Glauchau-Meerane im vorigen Jahre in sehr vielen Betrieben verkürzt gearbeitet wurde und die Zahl der beschäftigungslosen Textilarbeiter ziemlich groß war, sind gegenwärtig sowohl die Spinnereien als auch namenttich die Webereien, ferner die Appretur- und Färbereibetriebe gut be- schäftigt- Noch schärfer als in der Wollmdustrie zeigt sich die Besserung im Baumwollgewerbe. Die Baumwollspinnereien im Bezirk München-Gladbach sind mit Aufträgen bis in das kommende Frühjahr hinein hinreichend versehen. Auch die Garnbestellungen für sofortige Lieferung gehen durchweg flott ein. Aeußerst lebhaft ist der Geschäftsgang auch in den Betrieben von Chemnitz, wo namentlich die Strumpfwarenbranche flott zu tun hat. Elektrischer Bahnbetrieb in Hamburg. Wie die„Hamburger Nachrichten" melden, wird zurzeit im Hamburger Senat ein Projekt erwogen, das die Einführung des elektrischen Betriebes von Blankenese über die Altona— Hamburger Verbindungsbahn nach Hasselbrock und Ohlsdorf betrifft. Nach Fertigstellung des Hain- burger Zentral-Bahnhofes werde dann»och eine weitgehende Er- Weiterung des elektrischen Vorortbetricbcs geplant; selbst die Ein- beziehung von Lübeck werde erwogen. Unter diesem Gesichtspunkte glaubt das genannte Blatt versichern zu können, daß die Ver- staatlichung der Lübcck-Büchencr Bahn tatsächlich in einein nahen Zcitpuntt angestrebt werde, besonders da eine Eisen« bahnbetriebs- Gemeinschaft zwischen Preußen und Mecklenburg ernstlich erwogen werde. Bergisch- Märkische Bank. Die gestrige außerordentliche Generalversammlung der Bergisch-Märkischen Bank, in welcher 39 199 800 M. Aktienkapital vertreten waren, genehmigte die vor- gelegten Verschmelziingsverträge und beschloß die Erhöhung des Aktienkapitals um 5 750 000 M. auf 60 Millionen Mark. Rußlands Eisenindustrie. Der„Wjestnik Finanzow", das Orgrnfi des russischen Finanzministeriums, veröffentlicht einige Angaben über die Entwicklung der russischen Eisenindustrie in der ersten Halste des laufenden Jahres, die, wenn auch das Blatt allen Anlaß hat, m Hinsicht auf die bevorstehende Anleihe schönzufärben, doch ein ge- Wistes Interesse haben. Nach diesen Mitteilungen stellte sich die Roheisenproduktion im ersten Halbjahr 1904 auf: Menge in Pud*) Süd-Rußland........ 54 229 726 Ural........... 21 344 248 Moskauer Gebiet....... 3 193 799 Norden mit dem baltischen Gebiet. 446 408 Polen.........■■ 10 943 493 Zusammen. 90 157 674 ') 1 Pud— 16,38 Kilogramm. Die größte Ausschmelzung von Roheisen während der erste« Hälfte 1904 geschah im russischen Reich im März. Im Laufe des ersten Vierteljahres nimmt die Produktton allmählich zu und füllt dann wieder im zweiten Viertel. Von der Gesamterzeugung Rußlands entfallen auf den Süden allein 60 Prozent, während der Ural nur 23,3 Prozent und das Königreich Polen nur 12,2 Prozent liefetten. Im Süden entwickelte sich im ersten Halbjahr 1904 die Roheisengewinnung anders als im ganzen Reich. Die größte Ausschmelzung erreichten die Eisenwerke im Mai und sie behielten diese Höhe der Produttion auch im Juni bei. Aller Wahrscheinlickikeit nach versprechen die südrussischen Hochofenwerke in den nächsten Monaten des zweiten Halbjahres nicht nur ihre Pro- duktion nicht einzuschränken, sondern sie sogar zu verstärken. Man kann daher, meint optiniisttsch das Blatt, trotz der Abnahme der Roheisen- Produktion in den Uralwerken, aimehmc«, daß die Roheisenproduktion Rußlands in der zweiten Hälfte des JahreS nicht geringer sein wird als in der ersten, und die gesamte Roheisenproduttion Rußlands nicht weniger als 180 Millionen Pud betragen wird.(?) Zum Vergleiche sei erwähnt, daß im vorigen Jahre sich die Erzeugung nur auf 149 und in 1902 auf 166 Millionen Pud stellte. Vor den: Ausbruch der Krise, im Jahre 1900, hat allerdings Rußland schon m'li Millionen Pud Roheisen erzeugt. Versammlungen. Die Glasbläser und GlnSbläserinnen hielten am Montag in Wilkes Festsaal eine öffentliche Versammlung ab. Zunächst wurde die Frage erörtert:„Wie stellen sich die Kollegen und Kolleginnen zu der Kündigung der Arbeitsverträge in der Glühlampen-Branche?" Der Vorsitzende stihrte aus, daß seit der Lohnbewegung ein Jahr ver« flössen sei. Die erzielten Tarife sind von rinjahttger Dauer und müssen. wenn sie nicht weiter bestehen sollen, vier Wochen vorher gekündigt »verde». Von feiten der Firmen hat nur die Finna Echnndt, Chausseestraße, die Kündigung eingereicht. Sie ist aber bedeutungslos, da diese Firma überhaupi nicht mehr in Betracht konnnt. Es frage sich nur, ob der Tarif von den Arbeitern und Arbeiteriimen als besserungsbedürstig elnpfunden werde, oder ob er in dieser Form »veiter bestehen soll. Nach unwesentlicher Debatte gab die Versammlung ihre Zustimnmng, die Verttäge ungekündigt weiter besteheil zu lasten. Als eine der nächsten Aufgaben lvurde die Verkllrzimg der Arbeitszeit bezeichnet. Eine llstündlge Arbeitsdauer sei in den meisten Bettieben zu finden. Diese sei auch die Ursache der Indifferenz vieler Kollegen und Kolleginnen und ihrer Widerstandsunfähigkeit gegen schädlgende Maßnahmen von feiten der Unternehmer. So habe die Firma Plechati, Pankow, Florastraße, vor kurzem eine Preisreduktion für allerdings nicht unter dein Tarif stehende Arbeiten vorgenominen, womit sich die Arbeiterinnen einverstanden erklärt hatten. Nur die Arbeiter hatten dagegen protesttert. Gerade die Arbeiterschaft dieser Firma habe aber eine außerordentlich lange Arbeitszeit. Hierauf hielt Genosse Link ein mit Beifall aufgenonnnenes Referat über„Arbeiterschutz-Gesetze". FriedrichShagen. In der letzten Monatsversammlung des sozialdemokratischen Arbeiter-Bildungsverein hielt Gen. G r e m p e einen Vortrag über Abschaffung der Todesstrafe, welcher allgemeinen Beifall fand. Zur Diskussion nahm niemand das Wort. Unter Verschiedenem machte der Vertrauensmann bekannt, daß noch in diesem Monat eine Kreiskonferenz stattfindet und zu derselben drei Delegierte gewählt werden müssen. Es wurden die Genossen Köhler, Radne und R ü h l gewählt. Der Vorsitzende macht noch bekannt, daß der Genosse Otto Stephan als Gemeinde- Vertreter gewählt worden ist._ Letzte Nachrichten und Depefchen. Schwerin, 28. November.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Die Stich»vahl im hiesigen Wahlkreise zwischen Büsing und unsere»» Genossen Antrick ist auf Freitag, den 2. Dezember angesetzt. Darmftadt, 28. November.(B. H.) Der Zweiten Kammer des hessischen Landtags ist der Entwurf eines Gesetzes über die Schaffung einer beruss ständigen Vertretung der Landwirtschaft gegangen. für das GrotzHerzogtilm Hessen zu- Französische Deputiertenkammer. Paris, 28. November.(28. T. 93.) Die Regierungsvorlage betreffend Trennung von Staat und Kirche wurde von der mit der Beratung dieser Vorlage bettauten Kommission der Deputtertenkammer mit 13 gegen 1 Ssimme abgelehnt. Die Kom- Mission besteht aus 33 Mitgliedern, die meisten ministeriellen Mitglieder hatten an der heutigen Sitzung nicht teilgenominen. In der Deputiertenkainmer wurde die allgemeine Beratung der Einkommensteuer-Vorlage begonnen, nachdem Finanzminister Rouvier erklätt hatte, er würde die Vertagung der Beratung beantragen, wenn durch sie die Erledigung des Budgets vor dein 31. Dezember verhindert werden sollte._ Das russisch-englische Schiedsgericht. Washington, 28. November.(W. T. B.) Der russische und der britische Botschafter erschienen heute einzeln im Staatsdepar- tement, um die Einladung zur Ernennung eines amerikanischen See- offiziers von hohem Range als Mitglied des Schiedsgerichts zur Entscheidung über den Vorfall in der Nordsee zu überreichem PortSmouth, 28. November.(28. T. B.) Als ein Dampfboot des Torpedo-Schulschiffes.Ven,on" das Auslegen von Minen übte, explodierte eine Mine, die daS Boot zerstötte, einen Mann der Be- satzung tötete»md mehrere verwundete. Kronstadt. 28. November.(W. T. B.) Die in Petersburg befindlichen Schiffe konnten heute über Kronstadt ins offene Meer auslaufen. Bercmtio. Rchatt.- Paul Büttner, Berlin. Inserate verantw.(mit Ausnahme der.Reue Welt'.BeUage)- TH.Glocke, vettin. Drnck u.Berl-g; vorwärts vuchdr.«.PerlagZanst. Paul Singer» To., Berlin SV. Hierzu 3 Betlagen-n.Unterhaltnng»� ». m zl Zch-M j. DtllU des„öllMlirtg" Kerlitler Wldsllllltt. �»M.W lsot. Die Gemeiudewahlen in der Pfalz. Die Erörterungen über Wahlbündnisse bei den Gcmewdewahlen haben die„Kommunale Praxis" veranlaht, die Sachlage in ver- schiedenen Reichsgebieten von den beteiligten Genossen darstellen zu lassen. Den Anfang macht eine Schilderung des Genossen E h r h a r t über die pfälzischen Verhältnisse, die in der nächsten Nummer der„Kommunalen Praxis" erscheinen wird, uns aber von der Rc- daktion jetzt schon zur Verfügung gestellt wird. Wir glauben den Parteigenossen einen Dienst zu erwessen, wenn wir ihnen aus dem Artikel das mitteilen, was zur Beurteilung des Verhaltens unserer pfälzischen Genossen wesentlich ist und lassen dies hier folgen. Die Gemeindeverwaltung ist in fast allen ihren Beschlüssen der strengen Aufsicht der staatlichen Distriktsbehörde unterstellt; für eine nach freier EntWickelung strebende Gemeindeverwaltung ist eS recht hinderlich, wenn auch zugegeben fein soll, daß der Amtmannsknüttel in anderen Gemeinden notwendig war, um deren Vertretungen zur Pflichterfüllung zurückzurufen. Unsere Gemeindeordnung basiert auf dem Einkammersystem: der Gemeinderat wird alle S Jahre ganz neu gewählt. Die gesamte Wählerschaft bildet einen einzigen Wahlbezirk, in dem die gesamte Vertretung nebst Ersatzmännern auf einer Liste gewählt wird. Städte mit über 5000 Einwohnern wählen einen aus dem Bürgermeister, 2 Adjunkten und 24 Gemeinderäten zusammengesetzten Vertretungskörper nebst S Ersatzmännern. Ersatzmänner werden jene 9 Kan- didaten, die weniger Stimmen als die ersten 27 Gewählten erhalten haben. Für die Wahl gilt das allgemeine gleiche direkte Wahlrecht, das von allen Bürgern ausgeübt werden kann. Mit der Erwerbung des Bürgerrechts sieht es aber sehr windig aus. Das Gemeindebürger- oder Heimatsrecht wird erworben durch Abstammung oder durch Einkauf. Die Höhe der Bürgerrechtsgebühren beträgt in den meisten Gemeinden 171 M. Arbeiter können das Bürger- oder Heimats- recht, beides ist gleichbedeutend, unentgeltlich erhalten, wenn sie in einer Gemeinde sieben Jahre ununterbrochen wohnen und als Fabrik, usw. Arbeiter beschäftigt sind. Die Rechte des GemeinderatcS sind wesentlich eingedämmt durch die dem Bürgermeister zuerkannte Machtfülle, mit der dieser sich zum unumschränkten Herrn und Gebieter seines Ortes machen kann. Die bürgcrmeisteramtliche Funktion ist eine ehrenamtliche. Wohl ist es zulässig, dem Bürgermeister Ersatz für seine Auslagen, auch eventuell einen Betrag für Repräsentation zu gewähren, beides schädigt den Empfangenden jedoch bei seinen Mitbürgern im An- sehen. Erst seit kurzer Zeit ist eS durch eine Novelle zur Gemeinde- Ordnung den größeren Städten ermöglicht worden, sich Berufsbürger- meister zu erwählen. Bislang wurde hiervon jedoch nur in Ludwigs- Hafen Gebrauch gemacht. So einfach und leicht auch unsere Beteiligung an den Gemeinde- wählen für den Fernstehenden aussieht, so ist sie doch mit grossen Schwierigkeiten verbunden. Erstlich sind unsere Genossen aus den oben schon bemerkten Gründen nur zu einem Bruchteil Bürger und damit wahlberechtigt in der Gemeinde, sie sind deshalb bei der Gemeinderatswahl einflusslos. Es gibt kein Vierteldutzend Ge- mcinden in der Pfalz, in denen wir aus eigener Kraft den Gemeinde- rat besetzen könnten. Die Art unserer Wahlbeteiligung ist deshalb sehr kompliziert und mit Erwägungen verbunden, die in Gemeinden mit Dreiklassen- oder Bezirkswahlen nicht in Betracht kommen. Wir können erstens eine Kandidatenliste für sämtliche Sitze aus der Reihe unserer Genossen aufstellen, zweitens uns mit einer beschränkten Anzahl von Genossen auf eigener Liste begnügen, drittens Kandidaten mit bürgerlichen Parteien austauschen, viertens ein Kompromiss mit anderen Parteien zum Zwecke der Zuteilung von Mandaten verein. baren und fünftens uns, so lange wir zu schwach sind, überhaupt der Wahl enthalten. Alle diese Fragen wurden schon oft genug in der eingehendsten Weise erwogen. Fast in jeder Gemeinde liegen die Verhältnisse anders, deshalb konnte auch keine Schablone für die Beteiligung unserer Genossen in allen Gemeinden geschaffen werden. Der pfälzische Gautag hat auf Vorschlag einer Gemeindevertreter- Konferenz das taktische Vorgehen bei den Gemeindewahlen wiederholt festgelegt, indem er bcschloh: daß„nur unabhängige zu dem Amte befähigte Genossen aufgestellt werden sollen; dass unser Wahlvorschlag und die Agitation für denselben sich nur auf die von den Partei- genossen aufgestellten Kandidaten zu erstrecken habe; dass Kompro- misse mit anderen Bürger- respektive Interessengruppen sich nur darauf erstrecken sollen, dass der sozialdemokratischen Partei dadurch auch eine Vertretung eingeräumt werde". Weiter erklärt der Gautag, dass er zurzeit nicht für angebracht halte, Kandidatenlisten für den gesamten Vertretungskörper auf- zustellen, vielmehr solle man sich mit der den Verhältnissen ent- sprechenden Anzahl Mandate begnügen. Diese Resolution fand wiederholt einstimmige Annahme. Es dürfte angebracht sein, in Kürze die verschiedenen Möglich. leiten, uns an der Wahl zu beteiligen, zu besprechen. Das Einfachste und gewiss auch unserem proletarischen revolutionären Klassenkampfe äusserlich am besten Zusagende wäre die Beteiligung mit einer ganzen, rassenreinen Liste. Der Kampf würde alsdann ein reiner sein, entweder würde uns alles oder nichts zufallen. Im elfteren Falle hätten wir das Regiment zu übernehmen. Fassen wir die städtischen Vertretungen ins Auge, so wären 27 unserer Genossen, die in ihrer übergrohen Mehrheit den Lohnarbeitern entnommen werden müssen, genötigt, in Ausübung ihres Amtes meistens drei bis vier halbe Tage in der Woche ohne jede Schadloshaltung zu opfern. Sie hätten den Kampf mit dem berufsmässigen Beamtentum und der sie überwachenden Distriktsbehörde aufzunehmen, sie wären in ihrer Tätigkeit von Feinden umringt und lahmgelegt, dem von ihnen ge- wählten Bürgermeister würde die behördliche Bestätigung versagt; jedenfalls wäre ein in unserem Sinne ersprießliches Arbeiten aus- geschlossen, deshalb wollten die Genossen nur eine ihren Verhältnissen entsprechende Vertretung haben. Die schon angeführte Schwierigkeit deS Erwerbes des Bürgerrechtes sorgt aber auch dafür, dass wir nicht so leicht eine Majorität für eine rein sozialistische Kandidatenliste erhalten. Dadurch sind wir in die Lage gedrängt, entweder die Un- einigkeit unserer Gegner— vorausgesetzt, dass sie uneinig sind— zu benutzen, um einige unserer Genossen durch die Latten zu zwängen, oder aber mit anderen Parteien oder bürgerlichen Interessengruppen ein Kompromiss abzuschließen. Letzteres ist seit zehn Jahren in nahezu allen Gemeinden, in denen wir uns an der Wahl beteiligten, geschehen, wodurch uns die Gelegenheit gegeben wurde, Anteil an der Gemeindeverwaltung zu nehmen. Die Tätigkeit unserer Ver- treteh war im grossen ganzen genommen sicherlich keine unsere Sache schädigende. Das empfinden die Genossen auch in allen Gemeinden. weshalb sich überall, wo wir nur, wenn auch vereinzelte, Genossen haben, das Bedürfnis stürmisch geltend machte, sich an der Wahl nicht nur als protestierende Klassenkämpfer, sondern auch als praktische Mitarbeiter zu betätigen. Bei der allgemeinen Aufregung, mit der die Wahl vonstatten geht, wäre das Predigen von Enthaltung ohne jeden Erfolg, denn die Massen würden einer solchen Parole fcde Folge verweigern. ES hängt für sie, daS haben sie erkannt, so viel von dem Ausfall der Wahl ab, dass sie von ihrem Rechte Gebrauch machen wollen. Die- selben Gründe sprechen gegen eine nur teiltveise Besetzung der zu wählenden Vertreterliste. Die Taktik war derart vereinbart, daß unsere Genossen ihr Programm und die darauf verpflichteten Genossen aufstellten und sie der Wählerschaft empfehlen sollten. Das 7b OOo Einwohner zählende LudwigShafen hat rund 15 c>00 ReichStagSwähler. jedoch nur 5000 Gemeindebürger. Einen erheblichen Prozentsatz von diesen stellt aus bekannten Gründen das sesshafte Bürgertum. Es mag sein, dass wir trotzdem allein eine Majorität für unsere Kandidaten er- zielen könnten, ober das ist keineswegs sicher. Da wir ferner nicht die benötigten Kräfte haben, die wirtschaftlich unabhängig und materiell in der Lage sind, das Amt zu übernehmen, so begnügten wir uns mit 11 von den 27 Sitzen und 9 Ersatzmännern. Für die Tätigkeit dieser 11 Genossen übernimmt die Partei die volle Ver- antwortung, diese allein empfiehlt sie als Sozialdemokraten den Wählern. Die Genossen wollen aber, dass neoen uns auch alle anderen Parteien und Interessengruppen vertreten sein sollen, des- halb stimmt sie einem von den Liberalen und der Zentrums-Partei- leitung an sie ergangenen Wunsche, eine Anzahl von deren Kandi- daten auf unsere Liste zu nehmen, zu. Es fanden Beratungen mit allen Parteien statt, in denen man sich einigte, die Sitze nach einem freiwilligen Proportionalverfahrcn zu besetzen. Das ist insofern ge- schehen, als 7 Sitze dem Zentrum, 3 den Liberalen, 11 den Sozial- demokraten zugesprochen wurden und der Rest bis zu 35 von den genannten Parteien gemeinsam aufgestellt wird. Keine Partei ist berechtigt, einen der von einer anderen Partei vorgeschlagenen Kan- didaten abzulehnen oder zu bemängeln. Jene 9 Kandidaten, die die geringste Stimmenzahl erhalten, gelangen zu den Ersatzleuten. Unsere Partei wird in ihren Wahlaufrufen und Flugblättern für ihre Kandidaten eintreten und im Anschluß daran den Genossen empfehlen, die aufgestellte Liste der durch die Vereinbarung auf- gestellten Kandidaten der Gegner mitzuwählen. Selbstverständlich haben auch die Gegner dementsprechend zu verfahren. Wir betreiben unsere Agitation völlig unabhängig von den bürgerlichen Parteien, selbständig. * Es kann zugegeben werden, dass es danach in den meisten, namentlich den kleinen Gemeinden zurzeit nicht möglich sein dürfte, mit einer ganzen reinen Liste vorzugehen, aber gerade für Ludwigs Hafen scheinen doch die Schwierigkeiten etwas über- trieben zu sein. Zunächst schon hat es seinen besoldeten Berufs- bürgermeister. Dass die Möglichkeit besteht, eine sozialdemokratische Majorität zu erzielen, wird zugegeben. Ob es möglich ist, die nötige Anzahl unabhängiger Parteigenossen zu finden, die zur Ausübung des Amtes befähigt sinb, können wir natürlich nicht beurteilen, doch will eS uv-s scheinen, dass auch darin etwas zu viel Aengstlichkeit vor- waltet und die Parteigenossen unter aller Gewöhnung ihre Kräfte unterschätzen. Dass jedes Gemeinderatsmitglicd drei bis vrer halbe Tage in der Woche der Gemeindeverwaltungstätigkeit widmen müsse, will uns nicht einleuchten: wir glauben, dass der Zeitaufwand für die meisten erheblich geringer sein würde. Mag aber das alles gelten für das Verfahren, nur einen Teil der freiwerdenden Mandate zu beanspruchen, so ist es doch noch keine Erklärung dafür, dass die Parteigenossen auch für die Kandidaten anderer Parteien stimmen und dass sie sich mit der Minderheit der Mandate begnügen. Worauf wir schon einmal aufmerksam machten: Die gemeinsame Liste birgt immer die Gefahr, dass die Parteigenossen die Gegner wählen helfen, diese aber unsere Kandidaten streichen. Und indem die Partei- genossen sich von vornherein mit einer Minderheit der Sitze be- gnügen, berauben sie sich von vornherein des grössten Teiles bes möglicherweise zu erlangenden Einflusses auf die Gemeinde- Verwaltung. Denn das dürfte in der Pfalz und namentlich in der Industriestadt Ludwigshafen nicht anders sein wie sonst im Reiche: sobald wirkliche proletarische Klassenforderungen aufgestellt werden, dann sind Nationalliberale und Ultramontane sofort einig in ihrer Ablehnung. Mag auch im Südwesten die Klasscnscheidung äußerlich noch nicht so schroff zutage treten wie im Norden und Osten, so weiss doch auch die dortige Bourgeoisie ihr Klasseninteresse sehr wohl wah-zunehmen, und sobald die Parteigenossen versuchen wollen, Klassenpolitik in der Gemeinde zu treiben, werden sie sich dort so allein sehen, wie anderwärts. Wir nehmen gern Notiz davon, daß die dortigen Genossen ihre Agitation völlig unabhängig von den bürgerlichen Parteien betreiben Aber wenn— was wir annehmen —'■iefe äusserlich unabhängige Agitation auch innerlich von der Agitation der bürgerlichen Parteien verschieden ist, wenn in ihr der Klassencharakter unseres Kampfes zum Ausdruck kommt, dann setzen s.ch die G.nossen in einen unheilbaren Widerspruch, wenn sie sich von vornherein durch Verzicht auf den Versuch der Mchrheits- gewinnung zum Verzicht auf die Durchsetzung der in der Agitation aufgestellten Forderungen verdammen. Partei- I�acdrickten. Im Großherzogtum Sachsen-Weimar sind in den einzelnen Städten die Polizeibehörden jetzt beinüht, festzustellen, wer von den bekannten sozialdemokratischen Agitatoren auch bei den Gewerk- schaftcn agitatorisch t�tig ist. Augenscheinlich bemüht man sich wieder einmal, Material zu einer Denkschrift zur Bekämpfung der Sozialdemokratie zu sammeln.— Auch die Gewerbe vereine in den einzelnen Orten sind um Auskunft darüber angegangen worden, ob in dem am Orte befindlichen Konsumverein bekannte Sozial- der.'.okraten an der Leitung des betreffenden Vereins beteiligt sind. In Apolda bat der Gewerbeverein die Beantwortung der Frage ab- gelehnt, weil doch die Konsumvereine auf Grund eines bestehenden Gesetzes ihre Wirksamkeit entfalten können. Gegen daS Arbeitersekretariat in Saarbrücken macht die Polizei jetzt mobil. Der Sekretär erhielt vor einiger Zeit von der Polizei- direktion Saarbrücken folgende Zuschrift: „Nachdem in letzter Zeit mehrfach durch Sie fremde Rechts- angelegenheiten und bei Behörden wahrzunehmende Geschäfte be- sorgt sind, weise ich darauf hin, daß, soweit dies gewerbsmässig ge- schicht, d. h. Sie persönlich solche Aufträge übernehmen und Be- Zahlung dafür erhalten, die auf Grund des Z 88 Absatz 4 der Ge- loerbe-Ordnung erlassenen Vorschriften vom 28. November 1901 von Jhm-n zu wahren sind, abgesehen von Befolgung der Vor- schriften des Z 35 der Gewerbe-Ordnung...... Das Arbeitersekretariat erwiderte darauf, dass eS von den bei ihm Ratsuchenden keinerlei Gebühren erhebe und deshalb kein Gewerbe- betrieb sei. Die Polizei will das jedoch offenbar nicht glauben. So erhalten Arbeiter, denen im Sekretariate Schriftstücke angefertigt wurden, Vorladungen vor die Polizei, wo sie peinlich vernommen werden ob sie dem Arbcitersekretär irgend etwas bezahlt haben, da derselbe doch nicht von der Luft leben könne. Wir glauben schon, daß das Bestehen des Arbeitersekretariats im SaarrevierS den Gewaltigen des Reviers Kopfschmerzen macht. Trägt doch da» Institut wesentlich dazu bei, dass sich die dortigen Arbeiter nicht mehr so rechtlos fühlen wie früher, und daS ist für unbeschränkte Herrschast der Kapitalisten recht unbequem. poHrelll«»»«». OenchtUches ufw. Bom Schöffengericht in Saalfeld(Saale) wurde der Genosse Friseur Paul Seige in Pößneck wegen Beleidigung mit 1 Monat Gefängnis.bestrast. Ein Amtsdicner, namens Henkel, hatte unseren Genossen denunziert und angegeben, derselbe habe sämtliche Richter von Pößneck öffentlich beleidigt. Obgleich 4 Belastungs- zeugen, darunter 3 Re»chspostbcamte, oie Angaben des Angebers nicht bestätigen konnten, und auch der Amtsanwalt nur eine ge- linde Geldstrafe beantragte, hat das Gericht dennoch auf Gefängnis erkannt. Da unser Genosse den abwesenden Denunzianten des falschen Zeugnisses bezichtigte, erkannte das Gericht auf eine Un» gebührstrafe von 25 M. ev. 1 Tag Haft. — Zn 100 M. Geldstrafe wegen Beleidigung eines Gefangenen- Aufsehers wurde der verantwortliche Redakteur unseres Dussel- d o r f« r Partei- Organ», Genosse Dr. L a u f e n b e r g. von der Strafkammer in Düsseldorf verurteilt. Der Beleidigungsklage lag folgender Tatbestand zugrunde. Im April diese» Jahre» wurden eine Anzahl Gefangener, unter ihnen ein gewisser Liesenberg ans Elberfeld, von Düsseldorf nach dem neuen Gefängnis in Anrath über- geführt. Dem Ausscher Richartz, der HauSvaterdienst tut, ging die Ein- kleidung nicht schnell genug und trieb er die Gefangenen zur Eile an. Liesenberg soll nun bei der Gelegenheit von Richartz zur Tür hinausgeworfen worden sein, wobei er mit dein Kopfe gegen einen Balken flog und zu Fall kam. Einige Stunden nach diesem Vorfall, vielleicht gegen 2 Uhr mittags, fiel Liesenberg besinnungslos zu Boden, Blut und Schaum trat ihm vor den Mund. In diesem Zustand hat man den Gefangenen bis 8V3 Uhr abends liegen lassen, dann erschien ein Arzt, der die sofortige Ueberführung ins Hospital anordnete. Dort ist Liesenberg, ohne die Besinnung wieder erlangt zu haben, am nächsten Mittag gestorben. Diesen Vorgang hatte Laufenberg in einem Artikel scharf gerügt und eine strenge Untersuchung verlangt. Die Untersuchung förderte eine Anklage gegen Dr. Laufenberg und einen Arbeiter Arretz, der ihm das Material zu dein Artikel geliefert haben soll, zu Tage; der Reaienlugspräsidcnt hatte den Strafautrag iin Namen des Gefangenen- aufsehets gestellt. In der Verhandlung wurde im grossen und ganzen die Darstellung, wie sie unser Düsseldorfer Parteiblatt gegeben, als richtig bewiesen. Nur behauptete der Gesangenen-Aufseher, daß er den Gefangenen nicht hinausgeworfen habe, er habe ihn am Arm „gefaßt" und hinausgeführt. Zugegeben werden mußte, dass Liesen- berg gefallen war, dass er zirka 6 Stunden auf dem Fnssboden ge- legen hatte und dass der Aufseher auf die Bitte der übrigen Ge- fangenen, doch einen Arzt zu holen, erklärt habe, das sei unnötig. Auch wurde festgestellt, dass der Gefangene am nächsten Tage, ohne das Bewutztsein wieder zu erlangen, gestorben sei. DaS Gericht kam zu der Verurteilung wegen formaler Be» leidigung, der Mitangeklagte Arretz wurde freigesprochen, Iveil Ge« nosse Laufenberg erklärte, dass A. nickt der einzige Gewährsmann gewesen, auch mit der wörtlichen Fassung des Arlilels nichts zu tun gehabt habe. Wirtschaftlicher Wochenbericht. Berlin, 23. November 190t. Die Hibernia-Borlage. Die Regierungsvorlage.— Ein Rcchenkunststück.— Welchen Einfluß sichert der Akttenerwerb der Regierung aus die Hibernla?— Herr» MöllcrS nicht vorhandene finanzielle Bedenken.— Regierung und Kohlensyndikat.— Rücksicht- nähme der Regierung aus die Profite des rheinisch-westsälischen Kohlenbergbaues.— Die Regierungsvorlage und die Konservativen. Die unheilbaren Optinttsten, die in ihrer Unkenntnis der eigeut- lichen Natur unseres heuttgen durch die Nanicn Podbielski, Möller. Rheinboben tresslich charakterisierten Staatsregiments bisher noch immer daran zweifelten, dass die preussische Regierung nach all den schönen Niederlagen, die Herr Möller in der Hibernia-Affäre erlitten hat, schon jetzt an den Landtag die Forderung eines Ankaufs der von der Dresdner Bank erworbenen Hibernia-Aktie» stellen werde. sind durch den am vorigen Montag den pmissischen. Abgeordneten zugegangenen„Gesetzentwurf über die Beteiligung des Staates an der Bergwerksgesellschaft Hibernia zu Herne" gründlich darüber belehrt worden, dass sie wieder mal die LeistmigZsähigkeit deS jetzigen Regierungskurses bedenklich unterschätzt haben. Da der Möllersche Verstaatlicknngskoup nicht gelungen»st, so gibt sich in ihrer Bescheidenheit die Regierung mit der Rolle des simplen Aktionärs zufrieden und fordert vom Landtag, dass er ihr, um sie zu dieser würdigen Stellung zu verhelfen, 6g'/s Millionen Mark bewillige, damit sie für 69 441837 Mark die von der Dresdner Bank angekauften Hibernia- Aktien im Nominalbetrage von 27 552 800 Mark zu erwerben vermöge, also zu einem Kurse von über 252 Proz., während der VerstaatlichungSIurS bekanntlich auf 240 Proz. festgesetzt war. Die Regierung rechnet allerdings anders. Da beim Ankauf der Staat die auf 11 Proz. veranschlagte Dividende von 24.22 Millionen Mark alter Akiien und die 4 Proz. Teildividende auf 3,33 Millionen Marl»euer Aktien bekommt, so zieht sie diesen Dividendenbettag(--- 2 797 708 M.) nebst 5 Proz. Provision vom Nennwert der Aktien, ferner 4 Proz. Stück- und Geldzinsen sowie Courtage nebst Reichssteuern von der Kaufsumme ab, und erhält so einen„eigentlichen" Kaufpreis von 35 571 709 M., kauft also, genau berechnet, die Aktien zu einem Kurse von 237,99 Proz. Und da sie 240 Proz. geben wollte, so hat sie nach ihrer Rechnung noch 2,01 Proz. profitiert. Ein famoseS Rechen- tunststiick, das nur an dem Fehler leidet, dass der VerstaatlichungS- kurs von 240 Proz. sich für die Altien inklusive Dividenden- schein und Stückzinsen verstand. Und zudem bleibt ganz ausser Betracht, dass in der Ankaufssumme noch nicht die Kosten der von der Dresdner Bank erhobenen Proteste und Gerichtsklagen enthalten sind, die nach einer Vereinbarung zu 75 Proz. vom Staat, zu 25 Proz. von der Dresdner Bank getragen werden müssen. Wie hoch diese Kosten sich belaufen werden, läßt sich zurzeit noch nicht ersehen, da der Anfechtungsprozeß gefien die Kapitalserhöhung der Hibernia bekanntlich noch schwebt und vielleicht noch in dritter Instanz da» Reichsgericht beschäftigen wird; jeden- falls wird aber auch hierfür noch ein hoher Betrag in Rechnung zu stellen fein, so dass schließlich sich der wirkliche Ankaufskurs der Hibernia-Aktien auf 254 oder 255 Proz. stellen dürfte, während der Jahresschlusskurs am Ende des Jahres 1904 nur 205,80 Proz. betrug und sich am 10. Juli vor der durch den Ankauf verursachten KurS- treiberei auf 210 Proz. stellte. Doch eS soll hier nicht die Frage untersucht werden, wie viele Millionen die Dresdner Bank, wenn der Landtag die Forderung bewilligt, auf Staatskosten geschenkt erhält; weit bedenklicher noch als diese nur halb versteckte Staatsdotation an das Gutmannsche Institut erscheint die politische Bedeutung der Ankaufsaktion. Was erreicht die Regierung mit einer Uebernahme der von der Dresdner Bank angekauften Aktien? In der Begründung der RegierungS- Vorlage wird es zwar so hingestellt, als erlange mit dem Akttenerwerb die Regierung einen„angemessenen" Einfluß auf die Hibernia und das Kohlensiindikat. Tatsächlich aber gewährleistet der Besitz der 27>/z Millionen Marl Aktien der Regierung nicht die ge- ringste Mitwirkung an der GeschäftSleitiing der Hibernia, wenn eS das Antiverstaatlichungskonsortium unter Führung des Kohlensyndikats, der Berliner Handelsgesellschaft und der Firma Bleichrüder nicht will, und wie dessen vor einigen Tagen gefaßter Beschluß, sich auf jeden Fall die Aktienmajorität zu sichern, zeigt, verspürt eS gar keine Neigung, dein heissen Liebesiverben der Regierung eittgegenzu- kommen. Nach dem Aktiengesetz sichern die 27'/, Millionen Mark der Regierung absolut gar keinen Einfluß auf die Geschäftsführung; vielmehr vermag das Konsortium sie nach Belieben zu majorisieren. ES kann, wenn eS ihm beliebt, die Statttten derartig ändern, daß z. B. der Beschluß einer Auflvsuna und Verstaatlichung der Gesellschaft nur mit einer Mehrheit von sieben Achtel» der stiminberechttgten Akiien gefaßt werden kann; es kann die Wahl in den AufsichtSrat von bestimmten Bedingungen abhängig machen, die den Eintritt eine« RegierungSvertrelers in den AufsichtSrat noch mehr als jetzt erschweren; es kann die Erwerbung von neuen Gruben oder auch die Vereinigung mit Eisenhütten beschließen; es kann ferner die Regierung auf schmale Nutzniessungsrationen setzen und entweder Hohe Betläae irgendwelchen Reservefonds zuweisen oder dafür neue tecknische Einrichtungen oder Aufbesserungsarbeiten vornehmen lassen. Alles das kan», wenn eS in einer Form geschieht, die nicht gegen daS Handelsgesetz verstößt, die Regierung nicht hindern; sie ist demgegenüber völlig machtlos. Andererseits aber übernimmt sie, wenn auch keine gesetzliche, so doch eine gewisse moralische Verantwortung für die Geichäftsfilhruiig der Hibernia-Gesellschaft. Wenn diese ein- seittge Dividendenpolitik treibt. Gruben stilllegt oder ihre Arbeiter« schuft schikaniert, fällt der dieses Vorgeben trcssende Haß auch auf die Regieruiig als der Hauptaktionärin und Hauptnutzniehecin de» Betriebes. Da« mag für Herrn Möllers Auffassung gleichgülttg sein; die Staatsautorität fördert es sicher nicht, und so wenig wir dagegen einzuwenden haben, wenn die heutige Regierung sich bloss- stellt, finden wir die Erreichung dieses Zieles für 70 Millionen Mark doch etwas teuer erkauft. Anders faßt allerdings dem Anschein nach Erzellenz Möller die| legislativem Wege diesen Gefahren entgegentritt, nicht, aber auf dem Frage auf. In einem von den Schweinburgschen„ Berliner des Feilschens mit privaten Interessentengruppen. Politischen Nachrichten" veröffentlichten Begründungs- Nachtrag, der Dazu fehlt es aber der Regierung in ihrer Abhängigkeit von aus dem Handelsministerium stammen dürfte, wird erklärt, daß die der Großindustrie an der nötigen Entschlossenheit. Besäße sie dieſe, von der Hibernia zu erwartenden Dividendenerträge voraussichtlich so vermöchte sie schon heute mit ihrem Grubenbesitz und einigen die Zinsensumme der preußischen Konsols, die zum Ankauf der entsprechenden Aenderungen der Eisenbahnfrachtpolitik die PreisAftien ausgegeben werden sollen, reichlich decken werden folglich politik des Kohlensyndikats weit schärfer zu beeinflussen, als durch ſtänden finanzielle Bedenken dem Ankauf nicht entgegen, und wenn Teilnahme an den Syndikatsverhandlungen. Diesen Einwand erdiese nicht den Aktienerwerb verböten, dann auch keine anderen. kennt denn auch selbst die Begründung der Regierung an, indem Durch den Erwerb der Hibernia- Aktien", heißt es in dieser sie ihm folgende Widerlegung" zu teil werden läßt: Auslassung, würde der Staat eine Vermehrung seines werbenden Vermögens erlangen, deren Betrag die Summe noch übersteigt, die zur Verzinsung und Tilgung der zur Begleichung des Kauf preises auszugebenden Konsols erforderlich ist. Finanzielle Bedenken stehen mithin dem Erwerbe der Hibernia Attien für den Staat nicht entgegen." " eine neu Juriftifcher Ceil. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 9 Uhr abends statt. Geöffnet: 7 Uhr. Erbschaftsangelegenheit. 1. Das Erbschaftsrecht des finderlosen Bitwers oder der finderlosen Witwe ist häufig, zuletzt unter 2 Streitende Köpenid im Briefkasten der Nr. 278 dargelegt. 2. Rechte aus einem Vertrage richten sich nach dessen Inhalt. Es ist unmöglich, Ihnen mitzuteilen, ob und welche Rechte jemand aus einem nicht wörtlich mitgeteilten Vertrage zustehen. fuiſtiſche Sprechstunde ſteht jedem abonnenten offen.. 20. 2. 10: Nur, wenn er eine besondere Aufforderung erhält. mit Diensten Die 103. Die BeM. S. 100. Sie müssen beim Amtsgericht auf Zahlung flagen. Db " Dieser Entwickelung gegenüber den staatlichen Einfluß durch Ihr Bevollmächtigter oder ein anderer zu verklagen ist, muß der Kaufbertrag vom 11. November ergeben. F. M. Wenn in Ihrem Antrag Ausdehnung des staatlichen Bergbaubetriebes zu verstärken, erschien nicht ausgemacht ist, daß Sie die Flure, Treppen usw. zu scheuern haben, als eine unabweisbare Notwendigkeit. Sollte dieser Einfluß aber so hat das der Wirt zu besorgen. Ob Ihr Vertrag solche Vorschrift( direkt Wiederholt bald wirksam werden, so konnte es nicht zweckmäßig erscheinen, oder indirekt) enthält, entzieht sich unserer Kenntnis. etwa durch eine verstärkte Jnangriffnahme der im Jahre 1902 er haben wir betont, daß es wenig 3wed hat, nach Rechtsworbenen Steinkohlenfelder eine raschere Steigerung des fiskalischen berhältnissen aus Verträgen, Urteilen und der= Echte Brackweder Logif! Erstens ist es nicht richtig, daß die Bergbaubetriebes über das bisher vorgesehene Maß hinaus herbei- gleichen zu fragen, falls die Dokumente nicht wort Dividendenerträge die Zinsen der Konsols unter allen Umständen zuführen, da ein derartiger rascherer Ausbau der fiskalischen Werke, getreu borgelegt werden. Die juristische Sprechstunde steht jedem Abonnenten offen. M. 199, Dresdenerstraße. 1. Nein. 2. Ja. decken werden. Dieser Rechnung sind die legtjährigen Dividenden- soweit derselbe überhaupt möglich ist, anderweitige schwerCaffel. Die Vorstandsmitglieder einer Aktiengesellschaft, Gesellschaft mit würde. ausschüttungen der Hibernia zugrunde gelegt. Es ist aber keinesGanz ab- beschränkter Haftung, Konsumgenossenschaft u. dergl. find Vertreter der wiegende Nachteile im Gefolge haben wegs ausgeschlossen, daß nicht durch ein Sinken der Kohlenpreise, gesehen davon, daß eine Entwickelung bedeutender Berg- Gesellschaft oder Genossenschaft, nicht Angestellte, nicht Handlungsgehülfen. Bergrößerung der Betriebskosten, Betriebsunfälle, Streifs 2c. in den werksanlagen unter den in dortiger Gegend vorliegenden Ver- Db sie Besoldung beziehen u. dgl., ist für diese Stellung gleichgültig. nächsten Jahren die Reinerträge der Gesellschaft abnehmen. Jeder hältnissen selbst bei größter Beschleunigung eine Anzahl von zuletzt ergangene Entscheidung des dortigen Magistrats ist durchaus sachPrivatunternehmer stellt solches Risiko in Rechnung. Außerdem ist Jahren erfordert, ist eine derartige außergewöhnliche Beschleunigung gemäß. Auch die erſte, ihr scheinbar widersprechende, ist zutreffend: in dieser aber deshalb, weil dem Betriebe eines Gewerbes oder der im vorliegenden Falle deshalb mit besonderen Schwierigkeiten ver- Entscheidung ist nur davon die Rede, daß die Betreffenden gegen Entgelt angeftelt" sind. Wäre dies bestritten und dargelegt, daß sie freilich entgeltlich bunden, weil das Gebiet, über welches sich die als Vorstandsmitglieder fungieren, jo hätte die Entscheidung anders lauten Beteiligung an solchem„ finanzielle Bedenken" nicht entgegenstehen, dem Staat noch nicht gestattet, sich auf solche Ge staatlichen Bergwerksfelder erstrecken, großen müssen. Nicht nur mit Rücksicht auf die Krankenversicherungspflicht die es unzweckmäßig, faufmännischen teils nur schwach bevölkert ist und eine rasche ist schäfte einzulassen. Schon einem Privatmann steht nicht frei, æ. Ja. bei seinem Geschäftsbetrieb nur auf finanzielle Bedenken" Rücksicht Heranziehung und Ansiedelung großer Arbeiter schäftigten als Vorstandsmitglieder fungieren zu lassen. V. Müller. 1. Sind für Ihre Frau vor der Heirat mindestens zwetzu nehmen; und für den Staat gibt es doch wohl erst recht noch andere massen vielfache Uebelstände im Gefolge hat. Bedenken, als nur finanzielle. Sollten allein diese zur Richtschnur er- Hierzu tritt dann noch die Rücksicht auf die Lage des Kohlen- hundert Marken geklebt, so steht ihr das Recht zu, die Rückerstattung der Hälfte der Beitragsmarken zu verlangen. Der Antrag ist innerhalb eines hoben werden, so gibt es kaum einen Geschäftszweig, an dessen marktes, für den bei den zeitigen Absatzverhältnissen, welche dem Jahres nach Beginn des Standes der liebevoll geflicten Hosen bei der Syndikate Fördereinschränkungen bis zu 30 Prozent auferlegen, unteren Verwaltungsbehörde( in Berlin: Magistrat, Breitestr. 24a) mündlich Unternehmungen sich die Regierung nicht mit Staatsgeldern beteiligen könnte, denn einen höheren Profit als die 3 oder 3 Proz., plögliche sehr rasche Steigerung der oder schriftlich anzubringen. Ein Beispiel finden Sie S. 605 Nr. 95 der Förderung die Herr Möller verlangt d. h. für den Staatsbetrieb, nicht für aus den anzulegenden fis- neuesten Auflage des in den öffentlichen Bibliotheken ausliegenden Arbeiter fein eigenes Brackweder Stupferhammerwerk werfen die meisten ab. falischen Gruben für die Gesamtheit des wirt- rechts. Ist für Ihre Frau zu wenig geflebt, so kann sie den Antrag auf Dazu kommt, daß der Aktienerwerb nicht die spätere Verstaat- schaftlichen Lebens des Kohlenreviers von ver- Nachtleben bei der Versicherungsanstalt stellen. Liegt die Unterlassung der Selebepflicht mehr als 2 Jahre zurüd, fällt aber in die Zeit nach dem derblichem Einflusse hätte sein müssen." lichung der Hibernia erleichtert, sondern erschwert. Gelänge es selbst 1. Januar 1900, so steht Ihrer Frau ein Anspruch auf Schadenersak gegen Mit anderen, präziseren Worten: Durch eine Ausdehnung des die betreffende Herrschaft zu. Beispiele für derlei Klagen finden Sie S. 607 der Regierung, unter der Hand noch für fünf, zehn oder fünfzehn Millionen Mark Aktien hinzuzukaufen, so vermöchte sie doch damit staatlichen Betriebes und Niedrigerstellung der Preise für die auf bis 610 des angeführten Buchs. 2. Gegen Zahlung von 50 Pf. erhalten Sie nur auf die Verwaltung der Hibernia selbst Einfluß zu gewinnen, staatlichen Gruben geförderten Kohlen ließe sich zwar leicht ein Ein- die Heiratsurkunde. 3. Der Krimfrieg brach aus Anlaß der Freßgier des nicht aber die Verstaatlichung durchzusetzen; denn die im Staats- fluß auf die Preispolitik des Kohlensyndikats ausüben; aber dieses russischen Barismus aus. Ihnen steht in Berlin reichliche Gelegenheit zu besitz befindlichen Aktien scheiden bei fünftigen Abstimmungen über Mittel will die hohe Regierung in ihrer Besorgtheit um das Wohl Gebote, sich über die Einzelheiten der Ursachen und Veranlassung des Kriegs In den öffentlichen Bibliotheken finden Sie reichliche M. O. Ja. eingegangene Verstaatlichungsanträge aus, da nach dem Gesetz der Kohlenbarone nicht, weil dadurch der Konkurrenzdruck vermehrt zu unterrichten. tein Aktionär in Sachen, die sein eigenes und das Preisniveau zum Schaden der schönen Reingewinne Literatur, aus der Sie sich eingehend informieren können. H. H. Sie können sich an das Vormundschaftsgericht behufs Regelung und dieser Grund Interesse angehen, mitstimmen tann. Die Regierung niedriger werden könnte. Außerdem aber der Erziehung des Kindes wenden. An sich steht der Mutter doch ihr volles die Arbeiterschaft ―würde der Mutterrecht zu. Ob in Ihrem Falle ein Grund vorliegt, im Interesse des müßte also schon durch Zusicherung hoher Kaufpreise und anderer interessiert besonders Vorteile jene Aktionäre, die bisher der Verstaatlichung Widerstand Ausbau der fiskalischen Werke die Heranziehung einer größeren Kindes( dies allein darf entscheidend sein) eine andere Regelung zu treffen, leisteten, umstimmen, so daß diese ihr ihren Aktienbesiz abtreten. Arbeiterschaft erfordern, und diese Vermehrung der Nachläßt sich aus Ihrer Darlegung nicht entnehmen. Im Interesse des Kindes Darauf scheint auch die Regierung zu rechnen, denn in der frage nach Arbeitskräften tönnte vielleicht viel würde es liegen, wenn Sie sich über die Art der Erziehung des Kindes mit offiziellen Begründung wird in Bezug auf die Ablehnung der Ver- fache Uebelstände" zur Folge haben, zum Beispiel der Mutter verständigten. Ihr steht zweifellos das natürliche und gesetzliche Recht, über die Erziehung des Kindes zu wachen, in erster Linie zu. Das staatlichungsofferte erklärt: eine Steigerung der Bergarbeiterlöhne. " Sie gibt hiernach der Erwartung Raum, daß auch die bisher Leider ist bei der Zusammensetzung des preußischen Ab- Kind der Mutter vorzuenthalten, haben Sie nur, wenn ein Gerichtsbeschluß borliegt, ein Recht. Sonst machen Sie sich strafbar.(§ 235 Str.-G.-B.) widerstrebenden Aktionäre bei weiterer Ueberlegung sich der geordnetenhauses kaum darauf zu rechnen, daß es den Ankauf der Weiner. Da die Verjährungsfrist zwei Jahre beträgt, so fönnen Sie Ueberzeugung nicht verschließen werden, daß das Angebot des 27 Millionen Mark Attien ablehnt. Aus Haß gegen das Shren Lohn noch einklagen. Zuständig ist das Elberfelder Gewerbegericht. Staates den Aussichten des Unternehmens ausreichend Rechnung industrielle Großkapital werden die Agrarier schließlich sowohl die An dieses wollen Sie sich flagend wenden und durch Vermittelung Ihrer St. 18a. Auskunft trägt, und daß ihre Besorgnis vor einer weitergehenden Ver- Möllersche Logif wie die reichlichen Dotationen an das Gutmannsche Gewerkschaft für Ihre Vertretung Sorge tragen. Institut in Kauf nehmen. Das Bundesblatt der notleidenden Land- über Tragweite und Folgen gerichtlicher Beschlüsse oder Urteile läßt sich ohne B. T. 198. Sie können einen Abzug von Einsicht in diese nicht geben. staatlichung des westfälischen Bergbaues eine unbegründete ist." Borerst ist nach der Haltung des Antiverstaatlichungs- Konsortiums, wirte, die" Deutsche Tages- Zeitung" erklärte vor einigen Tagen das über 30 Millionen Mark Aktien verfügt, diese Erwartung noch bereits: weniger wert, als so manche anderen Regierungserwartungen. Doch selbst wenn es der Regierung durch beträchtliche Erhöhung des Antaufspreises und die bindende Zusage, weitere Verstaatlichungsprojekte sich ohne Erlaubnis der Großindustrie und Bantfinanz nicht wieder zu leisten, gelänge, die Verstaatlichung der Hibernia zu er reichen was wäre dadurch gewonnen? Dann stände es nach den Statuten des Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndikats noch immer bei diesem, ob es die Regierung als Rechtsanerkennen der nachfolgerin heutigen Hibernia Gesellschaft will. Und selbst, wenn dies als sicher angenommen werden darf, würde immer noch der Einfluß der staatlichen Hibernia- Direktion ein Daß durch die Annahme der Vorlage die Verstaatlichung des sehr geringer sein, denn in dem Beirat würde sie nur eine Beteiligungs- Kohlenbergbaues, für die in letzter Zeit hervorragende agrarische ziffer von 5,4 Millionen Tonnen gegen 68 Millionen Tonnen aus Führer eingetreten sind, weit mehr gehemmt als gefördert wird, privaten Besiz vertreten, ganz abgesehen davon, daß nach dem neuen scheinen die konservativen Durchschnittspolitiker nicht zu begreifen. Statut des Kohlensynditats die eigentliche Macht nicht mehr beim Schon in ihrer offiziellen Begründung gibt die Regierung die Beirat, sondern beim Aufsichtsrat des Syndikats liegt. Es bliebe Versicherung ab, daß sie an eine über den Ankauf der Hibernia deshalb nach seiner Verfassung dem Kohlensyndikat völlig überlassen, hinausgehende Verstaatlichung des rheinisch- westfälischen Bergbaues wie weit es dem„ mäßigenden" Einfluß, den nach eigener Ver- nicht denft, und wenn sie das Antiverstaatlichungs- Konsortium um sicherung die Regierung„ nur“ erstrebt, nachgeben will. Nichts stimmen will, wird sie noch eine viel bindendere Zusage geben müssen. hindert es, diesen Einfluß, wenn er ihm nicht paßt, von vornherein Gerade derjenige, der im Prinzip für vollständige Verstaatlichung total faltzustellen. Andererseits übernimmt aber die Regierung, selbst des Kohlenbergbaues ist, muß heute gegen die Vorlage stimmen. wenn sie im Stilleu widersprochen haben sollte, für die Beschlüsse des War schon in ihrem ersten Stadium die Verstaatlichungsaktion eine nach außen als kompakte Einheit auftretenden Syndikats die Mit- seltsame Komödie der Irrungen, so wird sie durch die offizielle Begründung gar zu einer Farce gestempelt. berantwortung. " " Wir haben bereits unserer Ansicht Ausdruck gegeben, daß die Regierungsvorlage keine unbilligen Forderungen enthalte. Ob man dem Modus der Verstaatlichungsaktion zustimmen wolle, kommt jetzt nicht in Frage darüber mag man sich im Landtage unterhalten, sondern lediglich die Materie selbst. Man muß sich die Frage vorlegen: Was geschieht, wenn die Vorlage nicht angenommen werden sollte? Würde alsdann die Dresdener Bank die preußische Regierung regreßpflichtig machen? Nach Lage der Dinge erscheint es uns ein nobile officium des Landtags, die Vorlage unter Dach und Fach zu bringen." bem vereinbarten Preis machen, weil statt des Gummiräberwagens ein anderer geliefert ist. Wie hoch ein angemessener Abzug( etwa 3 oder 5 M.) fein würde, fönnen wir nicht entscheiden. Den danach schuldigen Betrag müssen Sie zahlen. Zahlen Sie nicht, so kann Ihnen ein Teil der Soften 2. T. 1856. Nein. E. V. 16. 1. und 2. Ja. aufgebürdet werden. 1 C. S. Aus§ 120a Gewerbe- Ordnung kann freilich die Pflicht des Unternehmers gefolgert werden, Speinäpfe bereit zu halten. Sie würden richtig handeln, wenn Sie sich direkt oder durch Vermittelung Ihrer Gewerkschaft an den Gewerbe- Inspektor wenden. Uebrigens ist eine allzu große Furcht vor Bazillen ebenso unrichtig wie ein zu großer Leichtsinn diesen möglichen Krankheitserregern. M. St. Haben Sie Sachen einbehalten, so müssen Sie dieselben aufbewahren. Eine Frist für Beendigung Ihrer Aufbewahrungspflicht gibt es nicht. Sie haben nur das Recht, entweder nach vorausge gangener Androhung den Verkauf der Sachen durch einen Gerichtsvollzieher zu veranlassen oder Ihre Forderung einzuflagen und dann pfänden zu lassen. Ist der Aufenthalt des Schuldners nicht zu ermitteln, so wird öffentliche Zustellung bewilligt. Die Einbehaltung von Sachen eines mittellosen Schlafburschen ist in der Regel eine höchst unwirtschaftliche Maßnahme. Nud. Nietsch. Ob Hülfsbedürftigkeit vorliegt, ist von der Gemeinde des Wohnorts in erster Linie zu entscheiden. Ob für den Fall eines Fortzugs die Hülfsbedürftigkeit auch in der neuen Gemeinde und in demselben UmE. W. 100. fang anerkannt werden wird, ist unmöglich vorauszusagen. Die frühere Gemeinde hätte der neuen Gemeinde die Kosten zu erstatten. Beim Amtsgericht wäre auf Herausgabe und eventuellen Schadenersatz zu und ebensowenig solche, die auf keinen Fall eine Beleidigung enthalten. Es lagen... 13. Es gibt keine Ausdrücke, die unter allen Umständen ist von Fall zu Fall zu entscheiden. Strafantrag muß innerhalb drei Monaten nach der Stenntnis von der Beleidigung gestellt sein. Die Art oder Höhe der Strafe lassen sich nie voraussagen. Die auf einer Posttarte gebrauchten Ausdrüde Dummer Bengel", Erzlump", in der werden Natur Wir vermögen deshalb auch absolut nicht in den Wunsch verFeine Familie" Regel beleidigender schiedener kapitalistischer Blätter einzustimmen, daß es der Staatsfein, können aber auch lediglich scherzhafte Vertraulichkeiten enthalten. regierung gelingen möge, Sig und Stimme in Kohlensyndikat zu erZwei Wettende. Die Eltern sind keineswegs verpflichtet, für Schulden langen. Erstens nicht, weil der Einfluß, den sie dadurch gewinnen ihres minderjährigen Kindes aufzukommen, es sei denn, es handle sich um würde, bedeutungslos ist, und zweitens nicht, weil es nach Sappe. Französisch: sape. Die Herstellung der Laufgräben z. B. um Darreichung dessen, wozu die Eltern dem Kinde gegenüber verpflichtet unserer Auffassung nicht zu den Aufgaben der Staats- Port Arthur durch die Sappeure, d. h. die Schanzgräber, welche fast immer waren und das troz Aufforderung von den Eltern nicht geleistet ist. M. R. 4. Zahlungsbefehl ist bei dem Amtsgericht zu beantragen, in Ausnahmen bilden die unter einen Festungsgraben regierung gehört, in kapitalistischen Interessenverbänden zu ſizen oberirdisch arbeiten. B. T. 102. Sie würden die Kosten Mineur. Er dessen Bezirk der Schuldner wohnt. und deren Maßnahmen, die sie als schädlich für die wirtschafts- durchgebrochenen Wege für die Angreifer einer Festung. Wette B. und 2. 1. Verjährungsfrist: 10 Jahre. politische Entwicklung erkannt hat, im Wege des privaten Unter- untergräbt das feindliche Terrain und legt Minen an in Gängen, Gräben usw. tragen müssen. Pionier. Die Pioniere sind zum Geniekorps gehörige Soldaten. Dieses 2. Ja: dieselbe Verjährungsfrist. 3. Innerhalb 30 Jahren ist die Klage handelns und Abdingens zu korrigieren. Widerspricht die Politik Korps verrichtet die mit dem Ingenieurwesen in Busammenhang stehenden noch anzustellen. Wer droht, er werde einen Abtreibungsversuch anzeigen, bestimmer Syndikate dem Gemeininteresse, bereitet sich tatsächlich, Arbeiten. Pionier ist die einheitliche Bezeichnung z. B. im Deutschen Reiche falls er wegen Alimente verklagt würde, ist der Erpressung schuldig. Die wie die Regierung behauptet, im rheinisch- westfälischen Revier eine für alle technische Arbeiten verrichtenden Truppen, also für Sappeure, Drohung lann auch, wenn sie nicht besonders ausgesprochen ist, aus den 2. H. Sie tun am besten, sich an die Umständen entnommen werden. Auch könnte der Denunziant wegen BeKräfteverschiebung vor, die ernste Gefahren für das deutsche Mineure, Pontoniere usw. günstigung belangt werden. Wirtschaftsleben heraufbeschwört, so verlangt ihre Pflicht, daß sie auf Vorwärtsdruckerei zu wenden, Lindenstr. 69, 2. Hof II. Für den Juhalt der Jujerate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 29. November. Anfang 7 Uhr. Opernhaus. Bajazzi.( Pagliacci.) Coppelia. Nenes fönigl. Opern Theater. 1 Andromache. Die gelehrten Frauen. Deutsches. Maskerade. Berliner. Zapfenstreich. Leffing. Der Biberpelz. Westen. Wiener Blut. Thalia. Der Weiberkönig. Apollo. Simone. Briefkaften der Redaktion. Tat. Berliner Luft. Urania, Taubenstr. 48/49. Zentral- Theater Spezialitäten. Palaft. Ringkämpfe. Spezialitäten. Herrnfeld Theater. Prinz Levy in Ahlbeck. Pafiage Theater. Dida. Spezialitäten. Anf. 3 Uhr. Wintergarten. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Um 8 Uhr im Theater: Frühlingstage an der Riviera. Stern Invalidenstrasse 57/62. warte. Täglich geöffnet von 7 bis 11 11hr. Im Hörsaal: Tierleben in der Wildnis. National- Theater Weinbergsweg 12a- 13b. Belle Alliance. Der Millionen- Dienstag, den 29. November 1904: bauer. National. Prevosti: Fedora. Zentral. Der Generalkonsul. Schiller Anfang 8 Uhr: 0.( Wallner- Theater.) Wallensteins Tod. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Mutter Erde. Neues. Die Morgenröte. Kleines. Der Gastspiel Franzeschina Prevosti: Fedora. Anfang 7 Uhr. Mittwoch: Der Waffenschmied. Luisen- Theater. grüne Statabu. Die Reise durch Berlin in 80 Stunden. Der tapfere Kassian. Carl Weiß. Senta Wolfsburg. Residenz. Eine Hochzeitsnacht. Luftspielhaus. Der Familientag. Luijen. Die Reise durch Berlin in 80 Stunden. Trianon. Gastons Frauen. Deutsch- Amerikanisches.New- York. Metropol. Die Herren von Magim. Kafino, Wildes Blut. Morgen: Hamlet. Donnerstag: Die Reise durch Berlin in 80 Stunden. Freitag: Hasemanns Töchter. Sonnabend: Mein Leopold. Sonntag, nachm.: Der Pfarrer von Kirchfeld. Abends: Bon Stufe zu Stufe. Montag: Hasemanns Töchter. Um 8 Uhr im Theater: Frühlingstage an der Riviera. InvalidenSternwarte str. 57/62. Hörsaal: Tierleben in der Wildnis. PA Friedrichstr. 165. Anfang 8 Uhr. Der Generalkonsul. Operette in 3 Atten v. H. Reinhardt. Morgen: Der Generalkonsul. Mittwoch, nachm. 4 Uhr: Kindervorstellung. Halbe Preise, 2 Kinder 1. Billett. Däumelinchen. CASTAN'S Kasino- Theater ANOPTICUM. Lothringerstraße 37( Rosenthaler Tor). Täglich 8 Uhr, Sonnt. 7-8 Konzert. Nur bis Donnerstag: Wildes Blut. Freitag Premieren- Abend. Sonntag 4 Uhr: Wildes Blut. Achmet Effendi mit sein. sprechenden Puppen. Abdul Chan, der geheimnisvolle Zauberer aus Bagdad. Orientalische Märchenwelt. Deutsch- Amerikanisches Str. 67-68 Station Köpnicker THEATER Jannowitzbr. Gastspiel Adolf Philipp. NEW- YORK Jeden Abend 8 Uhr: 5 Bilder m. Gesang a. d. Nachtleb. einer Weltstadt, Text und Musik von ADOLF PHILIPP. Sonntag nachmittags 3 Uhr!! HALBE PREISE Ueber'n TEICH. großen W. Noacks Theater. Direftion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Der Tauzteufel. Gesangspoffe in 4 Alten v. Mannstädt. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pt Mittwoch auf vielseitigen Wunsch: Berlin bei Nacht. Carl Weiß- Theater. Große Frankfurter Straße Nr. 132 Direftion M. Ed. Fischer. Borlegte Aufführung: Senta Wolfsburg. Donnerstag zum erstenmal: Die Diamanten des Sultans. Sonnabend, nachm. 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Der Weg zum Herzen. Apollo- Theater. 8 Uhr: Simone Musik von Marquis de Dorval und die November- Spezialitäten. Hierauf: Berliner Luft. Musik von Paul Lincke. Sonntag, den 4. Dezember, nachm. 3 Uhr, ermäßigte Preise: Frühlingsluft und Spezialitäten. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Gastons Frauen. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachmittag: Ihr zweiter Mann. Skala- Theater. ginienftr. 132( a. d Friedrichstr.) Sensationelles Programm! August kommt. Boise mit Gesang in einem Aft, fowie 30 internation. Spezialitäten. Info Anfang 72 Uhr. Vor der Vorstellung: Konzert. " " Zirkus Busch. Katharina II. Nur noch einigemal der menschliche Coco, underaffe. Nur noch einigemal d. norw. Rittmstr. a. D.Hr. Grimsgaard. Auftreten der Miß Emeline. Freiheitsdressuren u. die vorzüglichen Brogramm- Nummern. Alt- Moabit 47/49. Stadt- Theater Moabit. Gastspiel des Bernh. Rose- Theaters. Kabale und Liebe. Bürgerliches Trauerspiel in vier Aften von Friedrich v. Schiller. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pi, mumer. Platz 50 Bf. Donnerstag: Unsere Don Juans. Passage- Theater. Anfang d. Abendvorst. 8 Uhr. Anf. nachm. Wochent. 5 Uhr, Sonntags 3 Uhr. Kurzes Gastspiel des herühmten Gedankenlesers Bror Sundeen aus Stockholm. Phänomene des sechsten Sinnes. Lucie König, das erstklassige Mädel. Der magische Kessel. Dida die Erschaffung eines Weibes aus d. Nichts. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0. ( Wallner- Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Wallensteins Tod. Trauerspiel in 5 Aufz. v. Fr. Schiller. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Tyrannei der Tränen. Schiller- Theater N. ( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Mutter Erde. Drama in 4 Aufzügen von Mar Halbe. Mittwoch, abends 8 1hr: Die Grossstadtluft. Donnerstag, abends8ubr: Donnerstag, abends 8 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Mutter Erde. Kleines Theater Neues Theater. Bereinigte Bühnen unter der Leitung von Max Reinhardt. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. Der grüne Kakadu. Die Morgenröte Vorher: Der tapfere Kassian. Mittwoch: Dieselbe Borstellung. Donnerstag: Nachtasyl. Freitag: Elektra. Mittwoch: Die Morgenröte. Donnerstag: Die lustigen Weiber von Windsor. Freitag: Die Kronprätendenten. Palast- Theater Burg- Straße 22, Direktion: früher Feen- Palast. Rich. Winkler. Große internationale Ringkampf- Konkurrenz unter dem Protektorat des Herrn Professor Reinhold Begas. heutige Ringkämpfe: 9 Uhr. 1. Petroff, Bulgare, präzise 9 ihr. gegen Weltmeister Georg Lurich, Russe. Entscheidungskampf. 2. John Pohl- Abs II, Deutscher, gegen Romanoff, Russe. Revanchekampf. Zirkus Schumann.) Noch nie dagewesenerErfolg! Der neueste Sensationsakt: Der Sprung in den Mond mit dem Moto- Cycle, ausgeführt von der tollfühnen Französin Ferner: Mile. Helene reizende Münstedts Liliputaner. Der phänomenale Dschiggittreiter Mr. Agube Gudkow sowie die vorzügl. Programmnummern. um 9%, uhr: Der Courier des Zaren. Morgen Mittwoch, Ein Kind frei! nachmittags 32 Uhr, und abends 72 Uhr: Zwei große Vorstellungen. In beiden Vorstellungen: Der Sprung in den Mond mit dem Moto- Cycle. Münstedts Liliputaner. Nachmittags zum Schluß: Marokko, gr. Ausstattungspantomime Lustspielhaus Friedrichstraße 236. Abends 8 Uhr: Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis. ( Ost.) Stralauer Viertel. Dienstag, 29. d. M., abends 8% Uhr, in Scheruchs Festsälen, Rüdersdorferstr. 45: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Kaliski über; Wie die Junker tolonisieren!" 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. Aufnahme neuer Mitglieder. 262/ 2* Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 29. d. M., abends 8 Uhr, im„ Eiskeller", Chaufferstr. 88: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes, der Kassierer und der Kommissionen. 2. Neuwahl des Gesamtvorstandes und der Kommissionen. 3. An den Vorstand gelangte Anträge. 249/ 19* Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. P. S. Am Dienstag, den 13. Dezember, findet eine außerordentliche Generalversammlung statt, in D. 0. Borher: Theater und Konzert. Anfang 7, Uhr. Borverkauf 10-1 Uhr. er Familientag. welcher Stellung zu der zu Beihnachten stattfindenden Breußenkonferenz genommen werden soll. Einlaß 62 Uhr. Deutsche Konzert- Hallen. 1928 An der Spandauer Brücke 3. Vollständig neu ausgestattet! Täglich: Gr. internat. Künstlerkonzerte. x Theater- Abteilung. Spezial- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. b Von Gustav Kadelburg. Mittwoch, Donnerst.: Der Familientag. Das großartige Gustav Behrens Stukkateure! Laut Generalversammlungsbeschluß vom 17. Oftober d. J. ist die Arbeitszeit für Bauſtuffateure Spezialitäten vom 16. November bis 15. Januar eine siebenstündige, und zwar Anfang 8 Uhr, Frühſtück Theater, Frankfurter Allee 85. Gebrüder Metropol- Theater artige Novemberprogramm Lily Durand Neu! mit ihrer Berwandlungsnummer Herrnfeld- Theater. Die Herren von Maxim." Großstadtleben. Heute: Die Novität! Prinz Levy in Ahlbeck Schwant in drei Akten von Anton und Donat Herrnfeld. Magnus Prinz Levy: Große Ausstattungsposse mit GeNeu! Ostarra Trio Kopfbalance New! 9-912, Mittag 12-12, Feierabend 4 Uhr. Nur so tönnen wir dem eintretenden Arbeitsmangel steuern, indem diese verkürzte Arbeitszeit streng eingehalten wird! Jede etwaige Lichtarbeit über die gegebene Zeit, das Arbeiten auf unberglasten Bauten und bei offenen Stofsfeuern ist abzulehnen. Die Ortsverwaltung der Filiale Berlin des Zentralverbandes der Stukkateure Deutschlands. N. 37, Straßburgerstraße 17. Telephon: Amt III, 1447. 175/ 12* Orts- Krankenkasse Musikinstrumenten- Arbeiter. für Barbiergewerbe. sang und Tanz in 5 Bildern von bent grapes, Jowie, die noch übrigen Dienstag, d. 6. Dezember, bei Pfeffer, Branche des Holzarbeiter- Verbandes. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Inszeniert vom Direktor Richard Schultz. Henry Bender. Josef Giampietro. Donat Serrnfeld. Josef Josephi. Anton Grünfeld. Frid Frid. Fritzi Massary. Prahidal, deffen Reisebegleiter: Anton Herrnfeld. Anfang präzise 8 Uhr. Billett Vorverkauf 11-2 Uhr. Das Fest des Lichts. ( Ballett.) Rauchen gestattet. Anf. 8 Uhr. Das älteste Residenz- Theater. Rester- Geschäft Dir.: Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: des S.-O. bon Wilh. Mühlbach Eine Hochzeitsnacht. empfiehlt Refter von Plüschen, Schwant in 3 Aften von H. Kéroul und A. Barre. Anatol Durosel: Richard Merander. Sonntag nachm. 3 Uhr: Nora. Volksgarten- Theater ( früher Weimann). Dienstag, den 29. November 1904: Große humoristische Soiree der beliebten Griginal Erfurter Sänger. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Bf. Krimmer, Estimos zu Damen: und Kinder Jacketts zu den billigsten Preisen. Grösste Auswahl in fertiger Konfektion. 10 Oppelnerstr. 10 Warmes Warmes Zimmer erstklassigen Spezialitäten. Reichshallen- Theater. ba Täglich: Stettiner Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Sänger. Etablissement Buggenhagen Moritzplatz. Rosenthalerstr. 57: General- Versammlung der Delegierten. Um 9, Uhr: Arbeitgeber. Wahl von 4 Mitgliedern und 2 Stellvertretern zum Vorstande pro 1905/6. Um 10% Uhr: Kassenmitglieder. Wahl von 8 Mitgliedern und 4 Stell bertretern zum Vorstande pro 1905/6. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 278/1 J. A.: J. Elias, Borsigender. WINTER- GARTEN. Anfang 8 Uhr. Dienstag, den 29. November, abends 82 Uhr, im Gewerkschaftshaufe, Engel- Ufer 15( Saal VII): Vertrauensmänner- Versammlung. Tussion. 3. Branchen- Angelegenheiten. Tages- Ordnung: 1. Bericht vom Stand des Streits. 2. Dis. 92/9 Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV, 9679. Arbeitsnachweis: Zimmer 34. Amt IV, 3353. Mittwoch, den 30. November 1904, abends 8%, Uhr: Versammlung der Gold- und Silberarbeiter u. verw. Berufsgenossen im Dresdener Garten, Dresdenerstraße 45. Tagesordnung: 1. Bericht der Agitationskommission. 2. Neuwahl 192/2 Bahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Läglich In ben unteren Galen sich. Die letzten Vorstellungen brands angelegenheiten. Sälen jeden Abend 8 Uhr: Militär- Konzert. Dienstag, Donnerstag, Sonnabend, Sonntag: 14 08-09 des glänzenden beffer wie Stolen gibt Buchen- und Fritz Steidl- Sänger. November- Programms. Eichenholz. Zu den billigsten Preisen liefert dasselbe ofenrecht zerkleinert die Solhandlung W. Jonentz, Berlin 5242* Bärwaldstr. 65. Vorzugs- Preise für Felle Fell- Teppiche น. nur so lange der Vorrat reicht, echt chinesische Ziegenfelle in grau, weiß, wolfund braunbärfarb a 10, 8, 6.50 und 5 Mark. Angora- Lammfelle Pracht- Exemplare, schneeweiß, beson7,50 ders langhaarig, 80X175 groß, nur Echt sibirische Wölfe mit Kopf u. Gebiß a 25, 20, 18, 12 u. M. 8,50 Dingofell- Teppiche m. Futter u.wattiert, a 18, 12, 10 und 75 6,7E M Echt englische ht englis Angorafelle besonders langhaarig, m. Seidenglanz, in allen existierenden Farben, a 12.50, 10, 8, 6 u. 4 Mark. Ferner große Auswahl in echten Fellen m. Kopf n. Gebik, wie Tiger, Panther, Braunbär, Puma- Löwe und Eisbär sowie alle Arten echter Fellteppiche, Wagen- u. Schlittendecken, Pelz- Fußsäcke, Pelzschuhe, Jagd- Muffen, Pelz- Diwandecken n. Pelz Vorlagen m. Fußtasche jetzt zu enorm billigen Preisen. M Teppich- Haus 19) B. Hurwitz, Rotes Schloss, vis- à- vis dem National- Denkmal. Teleph. Amt 1. 8311. Nach jeder Vorstellung im Kaisersaal Tanz. Sanssouci. Rottbuser Tor- Stat. der Hochbahn. Heute zum letztenmal: Ein fefte Burg ift unser Gott. Bolksstüd in fünf Aften. Mittwoch zum erstenmal: Der Lumpensammler Von Paris. Boltsschausp. in 8 Bildern. Donnerstag, den 1. Dezember cr.: Neues Programm. Kranz- und Blumenbinderei von Robert Meyer, Lackierer! Mittwoch, den 30. November 1904, abends 8%, Uhr, in Dräsels Festfälen, Neue Friedrichstr. 35: Oeffentliche Versammlung der Lackierer sowie aller im Berufe beschäftig. Personen. 1. Tages- Ordnung: Die Stellung der Frau zur Gewerkschaftsbewegung". Referentin: Frau M. Tietz. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Kollegen! Kolleginnen! In Anbetracht der wichtigen Aenderungen unseres Statuts betreffs der weiblichen Mitglieder ist es Pflicht der Kolleginnen Berlins, in dieser Versammlung zu erscheinen! Wir ersuchen daher auch alle Kollegen, recht pünktlich eröffnet. Die Sektionsleitung. -uur Mariannen- Straße 2. ef einen starken Besuch zu agitieren.- Die Bersammlung wird sehr Bereins- Kränze, Balmen- u. BlumenArrangements, Bouquets, Guirlanden usw. werden sein u. preiswert geliefert. Sonntag, Montag, Donnerstag: Würzburger Hühneraugenmittel Hoffmanns Nordd. Sänger Bund Tanzkränzchen. Otto Pritzkows Abnormitäten- Ausstellung Münzstraße 16. Täglich Borstellung 3155 zu bergeben C. Joël, Möbel, lebender Kuriositäten! Medizinische Rätsel, anatomische Wunder. fowie einzelne Stücke äußerst billig. Riesen! Zwerge! Wiehr, ganze Wohnungs Einrichtungen Eigene Tischler- Werkstatt. Berlin Wiehr, petersgeir. 62. [ 107/16] Partei- Speditionen: Mars, Kastanien- Allee 95/96. Otto Geifel, O. 112, Kronprinzenstraße 50, I. Grünau: Bäumler, Martin Lutherſu. Dl, im Laben. Berlin zweiter Wahlkreis: Hermann Werner, Mittenwalder von Dr. H. Unger- Würzburg.- 20 Bf. ftraße 30, b. part.- Dritter Wahlkreis: t. Friz, Prinzenſtr. 31, In Berlin: Hof rechts part. Vierter Wahlkreis 0.: Robert engels, Gr. Salomon- Apotheke, Charlottenstraße. Frankfurterstr. 133, of part. SO.: Paul Böhm, Laufiberplatz 14/15 Greif- Apotheke, Barnimstr. 33. ( Laden). Fünfter Wahlkreis: Leo Zucht, Steibelstraße 42 Jn Breslau: 1199L( Laden). Sechster Wahlkreis( Moabit): Karl Anders, Victoria- Apotheke, Friedr.Wihelmstr.34. Salzwedelerstr. 8, im Laden.- Wedding und Oranienburger RosenSaal zum ersten Weihnachtstag tagad, folgenburg, Wieſenſtr. 41/42. thaler Vorstadt, Gesundbrunnen: Hermann Raschte, Köpenicker Landstr. 21. Rügenerstr. 24, born part. lints. Schönhauser Vorstadt: Rart Alt Glienicke: Reinhold Scholz, Rudowerstr. 72.- Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Deutsch- Wilmers7462 Sesenheimerstr. 1, Ede Goethestraße, vorn I. dorf: W. Nickel, Berlinerstr. 130, III. FriedrichsbergFriedrichsfelde Wilhelmsberg- Hohenschönhausen: H. Bluhme, Kurfürstenstraße 3. Rixdorf: M. Heinrich, Brinz Handjerystraße 7, im Laden. Schöneberg: Wilhelm Ober- Schöneweide: Otto Münzer, Edisonstraße 31, 2 Treppen. NiederSchöneweide: Bonatowsky, Berlinerstr. 8. Johannisthal: Paul Mann, Bismardstr. 7.- Adlershof: Paul Schmidt, Bismarckstraße 32, I. Königs Wusterhausen: H. Meier, Bahnhofstr. 11 II- Köpenick: Friedrich Woid, Grünstr. 29. Friedenau- Steglitz:§. Bernsee, Schloßstr. 115, Gartenhaus I, in Steglit. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz:. Mohr, Düppelstraße 8, und Fr. Schellhase, Ahornstraße 15 a. Mariendorf: Hermann Reichardt, Chauffeestraße 16. Baumschulenweg: Stod, Ernststr. 2, II. Treptow: R. Voigt, Elsenstr. 37, born III I. Neu- Weissensee: W. Reste, Sedanst.. 53, part. Reinickendorf( Ost und West), Wilhelmsruh und Schönholz: Schüler, Provinzstr. 28, II. Rummelsburg: Forgbert, Kantstraße Nr. 5. Tegel, Borsigwalde, Dalldorf und Waidmannslust: Paul Kienast, Borsigwalde, Schubartstr. 43.-Pankow: R. Kummert, Florastr. 43. Eichwalde, Zeuthen, Miersdorf und Hankels Ablage: Alfons Gray; Eichwalde, Kronprinzenstr. 82, I. Nowawes: Wilhelm Jappe, Friedrichstr. 1. Viele Mütter glauben, ihre Säuglinge gut zu ernähren, wenn sie ihnen schon in den ersten Monaten un berdünnte Kuhmilch geben, welche ihres zu großen Eiweißgehaltes wegen die meisten Kinder nicht verdauen können, Will man den Nährwert der verdünnten Kuhmilch erhöhen, so empfiehlt sich am meisten der Zusatz von Stufetes Kindermehl, das die Stuhmilch auch leichter berdaulich macht, indem es im Magen eine feinflodigere Gerinnung des Eiweißes berursacht. solamillae X- nemis emed Cronheim& Levy, Engrosgeschäft Taubenstrasse 20, I. Paletots, Abendmäntel, Kostümröcke werden jetzt auch an Private zu bedeutend herabgesetzten Engrospreisen verkauft. 49/8 Außerdem ist sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Berte dort zu haben. Auch werden Inserate für den Vorwärts" entgegengenommen. Bitte ausschneiden. Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, Laden. Gelegenheitskauf Die nachstehend verzeichneten Werke geben wir jetzt, so lange der Vorrat reicht, zu bedeutend ermäßigten Preisen ab: Die Armee der Demokratie. Eine Begründung der Notwendigkeit des Milizheeres in allen Stulturstaaten. Bon Gaston Moch. Statt 4,60 M. 1,50 M. Dasselbe, gut broschiert und beschnitten 1 M. Um die Freiheit. Geschichtlicher Roman aus dem deutschen Bauernfriege 1525. 3 Zeile. Bon Robert Schweichel Statt 7,50 M. 3 M. Dasselbe, gut broschiert und beschnitten 2 M. Viktoria. Sozialer Roman in zwei Büchern. Von Minna Kautsky. Statt 5 M. 2 M. Dasselbe, gut broschiert und beschnitten 1 M. Helene. Roman in drei Büchern. Bon Minna Kautsky. Statt 5 M. 2 M. Dasselbe, gut broschiert und beschnitten 1 M. Kunde von Nirgendwo. Ein utopischer Roman bott William Morris. Herausgegeben von Wilhelm Liebknecht. Juftriert von H. G. Jentzsch. Statt 4. 2 M. Albert Dulks sämtliche Dramen. e brei Bände zufammen statt 9 M. 3 M. Dasselbe, gut broschiert und beschnitten 1,50 M. Albert Dulk, Gedichte. Statt 1,50 M. 1. Lichtstrahlen der Poesie. Gedicht Sammlung. Ausgewählt bon Max Kegel. Jllustriert von 0. E. Lau. Statt 3 M. 1,50 m. Sturmlieder vom Meer. Gedichte von Klara Müller. 234/11 Statt 2 M. 1 M. Metzer Geld- Lotterie Ziehung schon 3.- 5. Dezember cr. Nur Geldgewinne bar ohne jeden Abzug zahlbar. Hauptgewinn Mark: 100000 Lose à 5 M., halbe à 2,50 M. ( Porto u. Liste 30 Pf.) Oscar Brauer& Co. Nachf. G. m. b. H., Bankgeschäft Berlin W., Friedrichstr. 181. Filiale: 0., Andreasstr. 46 a. Gänsefedern 60 Pf. pr. Pfund( gröbere zum Reißen). Schlachtfedern, wie sie v. d. Gans fallen, mit allen Daunen m. 1.50, füllfertiger Ganserupf m. 2.00, bessere Gänsehalbdaunen m. 2.50, 3.00. bele fchneeweiße M. 3.50, russische Daunen m. 3,50, weiße böhm. Daunen m. 5.00, ge riffene Federn m. 1.50, 2.00, 2.50. Prima geriffene m.3.00, 3.50, Dersand gegen Nachnahme. Gustav Lustig, pringenrage 46a. Berlin S.. Erste Bettfedernfabrik m. electr. Betriebe, Diele Unerkennungsschreib. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Spezialargt für Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12. 2-4 Sistx02 -Intons Eröffnung heute 3 Uhr Mode- Haus ,, Krone" 99 Ges. m. b. H. Понято Kronenstraße 58 an der Friedrichstraße. ,, Alle 7 Tage andere Waren!" 131891T- 10 Miz Einige Preise für die Eröffnungs- Woche: bliz Bluse„, Furore" aus reinwollenem, gutem Cheviot, ganz gefüttert, mit Säumchen, Soutache und eleganten Metallknöpfen garniert, in 6 Farben und allen Größen vorrätig Eine große Gelegenheit: Verschiedene elegante Muster und verschiedene 1800 Rein wollene Schotten- Blusen Macharten, für alle Figuren passend vorrätig, zum Aussuchen, Wert 10-15 M. MOTHAR helle, mit und ohne Durchbruch- Garnierung für Theater u. Gesellschaft, sowie dunkle, Seidene Blusen dude, bedeckte Muster für den GeΓε Kleider brauch am Tage. In gleicher oder ähnlicher Ausführung werden solche Stücke für 20-30 M. verkauft, bei uns kosten sie Sowohl dunkle Straßenkleider( darunter solche von Tuch, M. 3.90 M. 5.75 929M. 10.50 01 M auf elegantem Taffet- oder praktischem Woll- Futter) M. 28.50 als auch helle, duftige Toiletten für Soireen, Tanzstunden, die für 50-100 M. noch billig wären, bieten wir für pig Kleider-Röcke, Abendmäntel, Pelzbekleidung i 12 05 ebenso auffallend preiswert! 50 Pfennig- Bazar ollais Sozialdemokratischer Wahlverein für den 1. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Am Sonntag, den 27. d. M., verstarb nach langem schweren Leiden eines unserer ältesten und eifrigsten Mitglieder, der Tischler Oskar Kenkel Stralauer Brücke 6. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 1. Dezember, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus ftatt. Um zahlreiche Beteiligung erfucht Der Vorstand. Grammophone 2c., auch einzelne Platten verleiht v. Daege, Charlottenburg, Pestalozzistr. 95. Eine Mark wöchentlich liefere selbstspielende Musikwerke. Sprechmaschinen u. Zithern. Schönste Familienunterhaltung. Beste Harmoniums auf Lager. An der Jannowitzbrücke 1, I. Bahnhof Jannowigbrüde. Gegen bar billigste Preise. E. Möbis, Uhren, Koppenstr. 82.* Wer- Stoff- hat, fertige Herrenanzug, 20 M., ohne Konkurrenz, feinste Butat., 2 Anpr. Für guten Sik belam gold. Medaille. Ludwig Engel, PrenalanerStrake 23, II.( Alexanderplatz). Gegründet 1892. 48/ 16* 9 Sort. Sage u. schreibe: g. Nchn. 3 Mark Verp. frei. ca. 20-30 marin. F. Her. ca. 25-30 Nollmp.( od. 1 Dos. Bismhr.) 2 Pfd. Sardellher. 1 Dos. Anchov. C. 1. Koch buch 3. 60 Stüd: Brathr., Büdl. u. Spr. u. 1 ganzr. fett. Aal. 102/ 4* Degeners Ronserbfabr. v. 1881, Swinemünde D. 203. Auf Wunsch lief. dazu: 1 Dos. ff. Geleeaal a½, W., 1 Dof ff. Summer a 1 M., ½, Pfd. ff. Lachs u. 1 Ds. Delsard. zus. 1. 1 Dos. N. Kaviar 60 Pf. Damen- Paletots, Blusen, Kostümröcke, Knaben- und Mädchengarderobe, gut u. viel billiger in der Fabrik von Eugen Jacobi, Charlottenburg, Berlinerstraße 95, I ( Kein Laden.) Größte Auswahl. Achtung! Uhren und Goldwaren fowie Menzenhauer Zithern zu sehr billigen Preisen. Ratenzahlung auf Wunsch gestattet. vorn 1 Treppe. Juhre, Demminerstr. 3 Bruch- Pollmann empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensors, fowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. DEF Eigne Werkstatt. Lieferants. Drts- u.Hilfs- Krantentaffen Berlin C., 30. Linien- Straße 30. NB. Alle Bruchbänder mit elafti schen Belotten, angenehm und weich am Körper. 4432* H ermann Günther Straussbergerstr. 21 an der Gr. Frankfurterstr. CIGARREN CIGARETTEN TABAKE Beste Qualitäten. Preiswert. W. Gotthelf, Oranienstr. 140 zwischen Moritzplatz und Brandenburgstrasse. Für Vereine bei grösseren 5% Rabatt. Einkäufen Praktische Weihnachtsgeschenke! Herren- Anzugstoffe, bedeutend herabgesetzt... jetzt nur noch 3,50 Mk. per Meter Knaben- Anzugstoffe, 130 cm breit....... jetzt nur noch 1,65 Mk. per Meter Tuchkammgarn anzüge, noch nie dagewesen. in schwarz, für elegante Gehröcke und Gesellschafts- 4,50 Herren- Paletotstoffe bedeutend billiger 99 39 " jetzt nur noch 4,00 " 9 Damentuche, elegante Qualität, das Billigste am Markt...... 2,50 Damen- Kostümstoffe, enorm billig. 17 • jetzt nur noch 1,75 " " Stoffe mit angewebtem Futter, extra schwer, für Damen- Regenröcke. 2,50 Kinder- Paletotstoffe mit angewebtem Futter... jetzt nur noch 2,50 20 Tuchfabrik- Niederlage Koch& Seeland, F " 19 11971 Verkaufsräume nur Berlin C., Ross- Strasse 2. Berantw. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantwv.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW it.m 21. mm. 2. DtÜllßt Berliner partei-Hngelegenbeiten. Zweiter Wahlkreis. Heute Dienstag findet in Habels Brauerei, Bergmannstr. S/7, eine Volksversammlung statt, in der Genosse Dittmann über«Kommunale Aufgaben" sprechen wird. Charlottenbnrg. Am lvi i t t lv o ch abend findet im Volks- Hause eine von der Gewerkschaftskommisfion einberufene Volks- Versammlung für Männer und Frauen statt, in welcher unsere Stadtverordneten über: Die Charlottenburger Jnnungsscharf- ni acher und die obligatorische Fortbildungsschule referieren werden. Die Arbeiterschaft muß zeigen, daß sie den reakttonären Gelüsten der JnnungShelden planvoll und energisch entgegentritt; wir erwarten deshalb zahlreichen Besuch seitens der Arbeiter und Arbeiterinnen. Reinickendorf. Die Diskutierabende finden statt im Osten bei Göricke(„In der Tinne") mid im Westen bei Francke, Eichbornstr. 18. Rummelsburg. Die Genossen werden nochmals auf die am Dienstag stattfindende öffentliche Versammlung des Wablvereins auf- merksam gemacht, in der der Redakteur Genosse John über:„Er- klärung der Religion zur Privatsache" sprechen wird. Weißensee. Am heutigen Tage findet im„Prälaten", Lehder- straße 122, eine öffentliche Versammlung statt. Thema:„Die Russi- fizierung Preußen-Deutschlands".(Siehe Annonce vom Sonntag.) Lobalea. Die Sozialpolitik der Mausefalle. Die Mausefallenjungen sollen jetzt aus Berlin verschwunden sein. Die Polizei hat sich nämlich ihrer angenommen und dafür gesorgt, daß die letzten dieser Knaben— ihrer ungarischen Heimat wieder zugeführt wurden. Wohlhabende und hoch- gestellte Mitglieder der Berliner Gesellschaft sollen die Armen. ivie gemeldet wird, im Verein mit der österreichischen Botschaft jedesmal mit Kleidung und Wegzehrung versorgt haben. Die Polizei hat lange gebraucht, um die slowakische Frage in ihrer Weise zu lösen; denn etwa fiinf Jahre sind es her, daß von amtlichen Erhebungen die Rede war, zu dem Zweck, der Aus- bcutung der Mausefallenknaben ein Ziel zu setzen. Dies Streben preußischer Sozialpolitik führte bereits im Sommer 1900 dahin. daß eine Anzahl der Knaben als„lästtge Ausländer" über die Grenze geschickt wurden. Dem polizeilichen Wirken ist nun endlich die Krone aufgesetzt worden, nachdem der letzte Slowakcnknabe den preußischen Staub hat von den Füßen schütteln müssen. Das Stück sozialen Fortschritts, jjag �ach fünfjährigem Bemühen von der preußischen Regierung erledigt wurde, erweckt von neuem das staatserhaltende Bedauern darüber, daß mit den vermaledeiten Nörglern, alldieweil sie keine Slowaken sind, nicht auf gleiche Weise verfahren werden kann. Hätte der Kartellreichstag vor 16 Jahren ein Einsehen gehabt und das ihm von Bismarck-Puttkamer vorgelegte Expatriierungsgesetz angenominen, so wäre die soziale Frage längst gelöst und keine Zerschmetteningsrede brauchte mehr gegen den Umsturz gehalten zu werden. Wie noch zur Sache selbst gemeldet wird, hat die Polizei- behörde bei ihren Erhebungen herausgesunden. daß die Slowakenjungen ein elendes Sklavenlebcn führten, das nur durch Hungern noch verschlechtert war. Sechs Unternehmer wurden ermittelt, deren Beschäftigung darin bestand, die armen Burschen systematisch unmenschlich auszubeuten. Der Schlimmste war ein gewisser Hubatszeck, ein naturalisierter Ungar, der zwei Quartiere für die kleinen Slowaken unterhielt, am Ost- bahnhof 4 und in der Nauuynstr. 82. In den Kellerlöchern mußten sie bis zu 20 zusammengepfercht Hausen. Ihre Lager- stätten waren alte Eierkisten, in denen sie 3 bis 4 bei ein- ander auf zum Teil vermodertem, stinkendem Stroh schliefen. Morgens um 4 Uhr hieß es aufstehen, dann wurden die kleinen Händler, darunter Kinder von 10 Jahren, mit einem Bissen trockenen Brotes in zerlumpter Kleidung in Wind und Wetter hinausgeschickt. Die Polizei durfte die Kinder in dem fabrikmäßigen Betrieb nicht finden. Daher mußten sie vor Tagesgraucn hinaus und durften ihr elendes Lager erst nach 10 Uhr abends wieder aufsuchen. Blieben doch einmal einige so lange, bis die Aufsicht kam, so hatten sie die strengste Weisung, sich in Spinden, Kammern, und wohin sie sonst nur konnten, zu verkriechen, bis die Gefahr vorüber war. Außer Hubatözcck waren besonders ein gewisser Jabochszek, ein Georg Staßhanka und andere auf diesem Gebiete tättg. Diese Blut- sauger sollen das Weite gesucht haben. Eines fällt uns bei der Bettachtung dieser Seite preußischer Sozialpolitik ein. Es gibt nämlich noch mehr Ausländer, die ein elendes Sklavendasein führen und von ihren Unternehmern in einer Art Gefangenschaft gehalten werden. So ziemlich bei jedem A u s st a n d tauchen Italiener, Oestcrreicher und Ungarn als Stteikbrccher auf. In solchen Fällen denkt die Polizei aber nicht an die Ausweisung der vom Unternehmertum herbeigelockten Fremden. Sie sind in der erwähnten Eigenschaft keine lästigen Ausländer, sondern zählen zu den für den Staat besonders nützlichen Elementen, wohl deshalb, weil sie mit ihren sehr geringen Kulturansprüchen als Lohndrücker aufreten und so dem Volkswohlstande einen Schaden gufiigen, gegen den der von den Mausefallenjungen und ihren Sklavenhaltern an- gerichtete federleicht wiegt. Diese Sklavenhalter hätten an- gesichts der ihnen drohenden Gefahr gescheit sein und ihre Knaben in einen Ausstand treiben sollen. Dann wären die Ausständigen allerdings angewiesen worden, aber mit Hülfe der bereitwillig vom Auslande hereingelassenen und von der Polizei sorgsam beschützten Stteikbrccher wären die Unter- nchmcr vielleicht imstande gewesen, in aller Selenruhe ihr Blutsaugergewerbe fortzusetzen._ Dir Grwerbedeputation des Magistrats gibt bekannt, daß die von der Stadt Berlin vorauSgabten Beiträge zu den Kosten für die Handwerkskammer zu Berlin nebst den aus den Vorjahren über- nommenen Ausfällen durch Umlage auf die Handwerksbetriebe zur Wiedereinziehung gelangen. Auf jeden Betriebsinhaber entfallen für sich selbst 45 Pf. Außerdem sind für jeden Gesellen 23 Pf. und jeden Lehrling 11 Pf. zu zahlen. Wie man tnupalizriliche Borschriften erfüllt. Am Dönhoffplatz wird zurzeit ein Umbau ausgeführt, der besonders bei Fachleuten ungeteiltes Interesse erweckt. ES handelt sich um daS Langesche Sttftungshaus an der Ecke der Krausen- und Jenisalemerstraße. das vom Magistrat unter sehr günstigen Bedingungen auf längere Zeit an daS Warenhaus Tietz vennietet worden ist. Dieses mietete das ganze Grundstück, um einen Zugang zu dem Warcnhanse am Dönhoffplatz zu erhalten. Aus diesem Grunde mußte natürlich das Haus umgebaut werden, was mit großen Schwierigkeiten verbunden Ks JotBÄrt«" ist, weil das Grundstück fast gar keinen Hof besitzt und bei einem Neubau nach den baupolizeilichen Vorschriften nur ein Teil des Grundstückes hätte wieder bebaut werden können I Man hat sich zu helfen gewußt. Erst hat man das Erdgeschoß vollständig in der Front ausgebaut, dann kam der erste Stock an die Reihe, während die Front des zweiten und dritten Stock vorläufig von außen unverändert blieb. Dann wurde das ganze Innere mit dem Dach niedergerissen und wird jetzt um- gebaut. Wenn der Umbau fertig ist, dann steht ein völliger Neubau an der genannten Ecke; mit Ausnahme der Fassade des zweiten und dritten Stocks ist kein Stein auf dem anderen geblieben und allen Wünschen und Anforderungen der Baupolizei ec. ist auch ohne Hofraum„genüge geschehen". Die Zeit um hundert Jahre rückwärts zu schieben— dieser Versuch am untauglichen Objekt ist abermals am letzten Sonnabend in Berlin unternommen worden. Die„Deutsche Mittelstands- Vereinigung", eine auch in Sozialistenfrcsserei machende Gesellschaft, hielt hier ihre Generalversammlung ab. Die Abschaffung der Gewerbefrei hcit war das den meisten Rednern vor- schwebende Ziel, das auch von verschiedenen Seiten mit voller Deut- lichkeit zum Ausdruck gebracht wurde. Man wandte sich gegen die soziale Arbeitergesctzgebung wie gegen die Ge- fängnisarbeit, vor allen Dingen aber gegen Konsumvereine und Warenhäuser. Während einzelne Redner, so unter anderem auch der Abgeordnete Hammer, betonten, daß man die Warenhäuser wohl höher besteuern, aber nicht erdrosseln dürfe, forderten andere Redner, wie der Verleger der„Staatsbürger- Zeitung", B r u h n- Berlin, der Handwerkskammer« Sekretär Hartgenstein-Hildesheim, Schorff-Nürnberg und Schulze-Magde- bürg, die völlige Ausrottung der Warenhäuser. Bemerkens- wert war das Zugeständnis des Vorsitzenden der Mittelstands- Vereinigung, Architekt Küster-Hannover, der— nebenbei bemerkt— in seinem Baugeschäft etwa 1600 Arbeiter beschäftigt, daß die be- kannte Hannoversche Bauordnung, die den Gefchäfshäusern die Be- Nutzung der beiden oberen Etagen zu Verkaufsräumen verbietet, auf seine Veranlassung im vorigen Jahre nur zu dem Zwecke ein- geführt sei, um das Weiterumsichgreifcn der großen Ge- s ch ä f t e zu verhüten und dem Btittelstande zu helfen.— Auf die Juden wurde wacker gescholten. Sehr beachtenswert ist, daß ein Kommcrzienrat L i s s a u e r, der früher selbst Inhaber eines MillioncnhauscS war, den kaufmännischen Mittelftand repräsentierte. Ein anheimelndes Bild, diesen Herrn neben Herrn Küster zu sehen, der sich rühmte, für eine Polizeiverordnung gesorgt zu haben, die unter der Maske des Sicherheitsschutzcs nichts bezwecken soll, als den großen Geschäften das Leben sauer zu machen, und diesen Herrn wieder neben Herrn Bruhn, der im Leitartikel seines Blattes den Mittelstand rettet, im lokalen Teil hingegen für Rudolf Hertzog Reklame macht! Das„Kleine Journal" ist unter der neuen Redaktion, die es vor kurzem erhalten hat, zu seiner alten Liebe zurückgekehrt. Das Blatt brachte am Sonnabend folgende Notiz:„Rosstus vom Rhhn ist gestern nach allen Regeln der Kunst gehörig verhauen worden. Er hat sich des geineinen Hausfriedensbruchs schuldig gemacht, in- dem er mit zwei Zeugen in die Privatburcaus einer hiesigen Ge- sellschaft m. b. H. eindrang und für ein vermeintlches Unrecht sich selbst Sühne verschaffen wollte. Nun hat er die Schläge und wird, da die Klage wegen Hausfriedensbruches und Beleidigung sofort eingereicht werden wird, außerdem noch sitzen müssen. Das war kein Meisterstück— o RossiuS!" Auffallenderweise hat daS Blatt verschwiegen, daß der Ucberfall auf seiner eigenen Redaktion erfolgt ist. Ueber die Borgeschichte zu dem seltsamen Duell und über dessen Verlauf berichtet die „W. a. M.": Am Mittwoch hatte daS«Kl. I." veröffentlicht, daß der Architekt RossiuS vom Rhyn sich demnächst verheiraten würde. Dieser sachlichen Nachricht folgte der Zusatz:„Um seinen Hausstand auf eine halbwegs reale Basis zu stellen, hat.er(Rossius) in der Kleinen Mauerstraße eine Künstlerkneipe etabliert. Wir wünschen dem braven „Roß" nebst vielen Kirchenbau-Austrägen einen flotten Bettieb seines neuesten Unternehmens." RossiuS brachte solchem Wohlwollen keine Gegenliebe entgegen, sondern ging auf die Redattion und ver- tobackte dort einen Redakteur. In früheren Jahren war mehrfach über derartige, der Redaktton aus ihrem geschätzten Leserkreis er- wiesene Aufmerksamkeiten zu berichten. Der Schulkrieg wird auch die nächste Stadtverordneten-Sitzung wieder beschäftigen, denn auf der Tagesordnung steht zur Kenntnis- nähme die«Vorlage betreffend die Gewährung von Schulräumen zu anderen als Schulzwecken". Der Magistrat überreicht der Ver- sammlung acht Schriftstücke. Wir haben davon, was neu und wichtig ist, am Sonntag schon veröffentlicht. Der Brand der Zelluloidfabrik in der Ritterstraße hat Ver- anlassung zu einer Eingabe an das Polizeipräsidium gegeben, die in dem Ersuchen gipfelt, Zelluloidfabriken und-Lagern sowie ähnlichen feuergefährlichen Betrieben niemals den Bettieb oder die Lagerung der Ware in Gebäuden zu gestatten, die Wohnungen enthalten. Für diese in hohem Maße die Nachbarschaft gefährenden Fabriken und Lager sind besondere, eiuzelstehende, vorschriftsmäßig errichtete Gebäude zu bestimmen. Gleichzeitig soll der Magistrat ersucht werden, derartige Betriebe wegen ihrer Feuergefährlichkett einer höheren Ge- fahrenklasse einzureiheil. Finniges Wildbret. Eine Aufsehen erregende Mitteilung wird in der„Allgemeinen Fleischer-Zeitung" bekannt gegeben. Danach soll ein hiesiger Polizeitierarzt in einem Reh, daS für den Berliner Verkauf bestimmt war, Finnen entdeckt haben. Es wird im An- schluß daran die Frage aufgeworfen, ob es nicht zweckmäßig sei, das zum Verkauf gelangende Wildbret ebenso wie das gewöhnliche Fleisch der tierärztlichen Untersuchung zu unterziehen. Ein ähn- licher Fall beschäftigt ebenfalls gegenwärtig die interessierten Kreise. Von einem Käufer wurde ein Hase der Polizei übergeben, der voll- stündig finnig war. Von der Behörde ist darauf der Bescheid er- gangen, daß oer�Hase allerdings völlig mit Finnen durchsetzt sei, daß dies aber ihn noch nicht gesundheitsschädlich mache. Man fragt sich nun verwundert, warum bei Schlachtvieh Finnen als gesund- hettSschädlich angesehen werden, bei Wildbret aber nicht. Auf Wunsch des Vorsitzenden der Haus arztkasse„Volks- wohl". Hernr Otto Hagen, Rostockerstr. 21, teilen wir mit, daß diese Kasse mit dem kürzllch von uns geschilderten Verein«Volkswohl" nicht identisch ist. Eine kleine„moderne Hnmbcrt", die 70 Jahre alte Auguste Grebe geb. Hager, die wegen Bettuges und Urkundenfälschung schon wiederholt bestrast wurde, ist von der Kriminalpolizei unschädlich gemacht worden. Frau Grebe lernte den 75 Jahre alten Droschkenkutscher H. aus der Reicheubergerstraße kennen, der sich für seine alten Tage ein hübsche? Sümmchen zurückgelegt hatte. Ihm und seiner Familie erzählte sie, daß sie in Amerika 80000 Dollars geerbt habe. In Guben hätte sie eine Hypothek von 30 000 M. auf ein Wohnhaus, in Altona 100 000 M. auf eine Villa angelegt, der hiesigen Milchzentrale 60000 M. geborgt. H. glaubte das alles ohne weiteres und stteckte von seinen Ersparnissen willig vor, waS Frau Grebe an Steuern, Gebühren usw. zur Erhebung der amerikanischen Erbschaft brauchte. Er hatte schon 2000 M. geopfert und noch iminor blieb die Erbschaft aus. Frau H. zeigte ihm wiederholt Briefe von einer Nichte, einer adeligen Dame aus Altona, die mitteilte, der Anwalt, Justizrat H.. habe nun die Auszahlung für die nächsten Tage in Aussicht gestellt. Diese Briefe schrieb Frau G. sich selbst. Frau G. bedachte dafür in ihrem„Testament" die alten Leute mit 60 000 M. Nun mar die Familie H. ganz beruhigt und ließ der gut- herzigen Frau die beste Pflege angedeihen. Nebenher rupfte die Schwindlerin auch eine» andern alten Kutscker. Einen Agenten brachte sie durch das Versprechen, ihm ein Haus für 300 000 M. ablaufen zu wollen, Dienstag, 29. November 1994. ebenfalls dahm, daß er Geld borstreckte, um die Erbschaft flüssig zumachen. Er verlor nicht nur das Geld, sondern erhielt obendrein von dem Verkäufer, der glaubte, daß er ihn zum Narren gehalten habe, eine Tracht Prügel. In Rixdors brachte Frau Grebe eine Arbeiterfrau, die sie ebensalls in ihrem Testament bedachte, um ihre Ersparnisse. Wahrscheinlich hat sie noch viel mehr Opfer gefunden, als bis jetzt bekannt geworden ist. Der Schwindel wäre wohl noch nicht zu Ende gegangen, wenn Frau G. sich nicht mit H. überwarfen hätte. Einstiveilen wurde sie am Sonnabend nach Moabit gebracht. Der Mann der Schwindlerin hat vor 26 Jahren einmal ein Grundstück in Guben besessen; es kam jedoch bei seinem Tode unter den Haminer. Gegen das gewerbliche Musizieren der MagisttatSbeamten wendet sich eine Eingabe, die der Verein Berliner Musiker an die Stadt- verordneten-Vcrsammlung gerichtet hat. Die Polizcivcrordnung über das Meldewesen hat den Beifall der Berliner Hausbesitzer nicht gefunden. Es wird u. a. die Forderung bemängelt, nach welcher bei Umzügen innerhalb des Gemeindebezirls eine Meldung sowohl an das Bureau des Polizeireviers, in dem die neu bezogene als auch an das Bureau des Reviers, in dem die aufgegebene Wohnung liegt, erstattet werden muß. Diese Bestimmung Iväre zwar, nach Auskunft des Polizeipräsidiums, n i ch t so aufzufassen, als habe der Hausbesitzer Meldungen an z Iv e i Reviere zu erstatten(?), sie werde indes jedenfalls so gedeutet und gebe darum zu Mißverständnissen Anlaß. Mit Rücksicht auf das allgemeine Interesse, welches das Meldewesen zweifellos beanspruche, habe der Hausbesitzer- Verein„Südwest" beschlossen, eine Ab- ä n d e r u n g der Polizeiverordnung zu erwirken. Der Bundes- vorstand lvar auch der Ansicht, daß jene Bestimmung unklar ist und am besten ganz fortgelassen werden könnte, und beauftragte daher den Vorsitzenden, zunächst im Wege der persönlichen Rücksprache die erforderlichen Schritte einzuleiten.— Gleichzeitig will der Bund an das Polizeipräsidium das Ersuchen richten, ihm den Einwurf des neuen Regulativs für das Schornsteinfeger- Gewerbe zur Be- gutachtung vorlegen zu lassen. Mit einer Kartenlegerin hat die Polizei sich aus die Anzeige einer Betrogenen beschäftigt. Eine Frau S. in der Winterfeldtstraße treibt den tollsten Hokuspokus. Ein sicheres Mittel hat Frau S. zur Gewinnung von Klagen im Zivil- und Strafprozeß. Es ist zwar nicht ganz billig, aber unter Umständen doch nicht so teuer wie ein Rechtsanwalt, und dann hilft es unter alle» Umständen. Die Formel lautet für diesen Fall: Rexpo, erro, rivpo. Ick gehe jetzt zum Gericht. Ich gehe jetzt zu Herrn Jesus Christus. Christus ist der starke Mann, Frau S. ist der Wolf, der N. N. muß gewinnen. Der Heiratsvcrnrittelung dient ein anderes Verfahren. Aus sieben Haaren der beiden, die zusammenkommen sollen, wird ein Ring gemacht. Trägt sie oder er diesen Zauberring nach vorausgegangener Beschwörung eine gewisse Zeit, so kriegen sie sich unbedingt. Der Diebeszauber ist auch nicht übel. Trägt mau ihn dreinial um die Wohnung herum, so ist sie gegen Einbrecher auf immer gefeit. Das Kartenlegen kostet bei Frau S. nichts, jeder Zauberzettel aber, fein auf Pergament geschrieben. 16 M. und mehr. Daß daS Geschäft der Frau S. blüht, geht schon daraus hervor, daß sie beim Besuch der Kriminalpolizei 2000 M. bares Geld im Hause hatte. Viel wird ihr bei der einzigen Betrugsanzeige, die eine Frau wegen eines Verlustes von 40 M. erstattet hat, wohl kauin passieren. Wegen versuchten Mordes wurde Montag morgen der 40 Jahre alte Almosenempfänger Joseph Groczek aus der Krautstr. 33» verhastet. Groczek war früher Bereiter, wurde aber durch einen Sturz, dem ein Lungenleideu folgte, erwerbsunfähig und erhielt seitdem von der Stadt Armemmterstützung. Mehr als diese aber brachten ihm Bettelbriefe ein, die er in großer Anzahl schrieb. Sie waren so einträglich, daß er sich am 1. Juni d. I. ein leeres Zimmer mieten und eine eigene Einrichtung anschaffen konnte. Vor sechs Wochen nahm er eine 26 Jahre alte Arbeiterin Elisabeth Unger zu sich, zu der er schon früher m Beziehungen gestanden hatte. Vor vierzehn Tagen meldete er sie als feine Wirtschafterin an. im nächsten Monat wollte er sie heiraten. Gestern vormittag kam Groczek. wie das oft geschah, um 11 Uhr schwer betrunken nach Hause und verlangte von seiner Geliebten, daß sie mit ibm ausgehe. Als sie sich seiner Trunkenheit wegen weigerte, kam es zu einem heftigen Streit, der damit endete, daß er seinen Revolver von der Wand nahm und ihr eine Kugel in die Brust schoß. Etwas ernüchtert ging Groczek nach der Unfallstatton am Grünen Weg, ließ sich eine kleine Wunde, die er sich selbst durch einen Streifschuß am Daumen zugezogen hatte, verbinden und erzählte dann dem Arzt, daß sich seine Braut bei dem Bemühen, ihm den Revolver, mit dem er sich habe töten wollen, zu entreißen, eine schwere Verletzung zugezogen habe. Der Arzt sorgte nun für die Ueberführung der Verwundeten nach dem Krankcnhause am Friedrichshain, wohrn Groczek sie begleitete. Nach der Auftwhme des schiver verletzten Mädchens ging er, weil seine Wunde nur ganz geringfügig ist. gleich wieder nach Hause. Hier wurde er gestern morgen um S'/a Uhr von Beamten des 24. Reviers verhaftet. Groczek erklärte, daß er ohne Ueberlegung in der Trunkenheit gehandelt habe. Eine Verzweiflungstat. In einem Hotel des Südostens der Stadt erschien gestern vormittag eine junge Frau, welche sich sofort ein Zimmer anweisen ließ und, ohne sich erst in das Fremdenbuch einzuttagen, nach ihrem Zimmer zurückzog. Da sich die Fremde nicht mehr sehen ließ, sie auch fast gar kein Gepäck mit sich geführt hatte, erschien sie dem Hotelier verdächttg und er beauftragte einen Kellner, nach ihr zu sehen. Der Kellner klopfte wiederholt an der Zimmcrtür, erhielt jedoch keine Antwort, und nunmehr wurde die Polizei benachrichtigt. Die Tür mußte durch einen Schlosser geöffnet werden und die nunmehr Eintretenden fanden die Fremde im Bett, während sich vor demselben eine größere Blutlache befand. Man glaubte zunächst, daß die Frau Selbstmord verübt habe, doch stellte ein sofort hinzugezogener Arzt fest, daß sie Mutter geworden war. Das Kind ivurde unter der Bettdecke versteckt aufgefunden. Es war dem Anschein nach erstickt worden. Die Mutter, eine unverehelichte Fabrilarbeiterin B., wurde nach der Gefangenen-Abteilung der ChantS überführt. Feuerbericht. In der Nacht zum Montag wurde die Wehr nach der Gneiscnaustr. 64 gerufen, weil hier in einer Wohnung gegen 2 Uhr Wäsche» und Kleidungsstücke in Flammen standen. Der 11. Löschzug konnte die Gefahr leicht beseitigen.— Längere Zeit gab es aber vorher in der Manteuffelstr. 83 zu tun. Dort war im Keller des linken Seitenflügels die Schaldecke und die Balkenlage in Brand geraten. Um diesen vollständig abzulöschen, mutzte ein erheblicher Teil deS Zwischengebälkes freigelegt werden, was(ehr zeitraubend lvar.— Vormittags gegen 9 Uhr war in der Neuen «chänhauserstr. 1, Ecke der Münzstraße, in einem Schaufenster des Kaufhauses für Damenkonfektion von Leopold Cohn Feuer aus- gekommen, das in wenigen Minuten den gesamten Inhalt erfaßte und auf ein zweites Schaufenster überzuspringen drohte. Die Wehr war indes schnell zur Stelle und es gelang ihr, die Flammen auf das eine Schaufenster zu beschränken. Da aber wertvolle Kostüme, Damenmäntcl und Jacketts vernichtet wurden, so beläuft sich der verursachte Schaden doch auf annähernd 1000 M.— Später mußte in der Prenzlaucrstr. 19 ein Brand beseitigt werden, der in einer Badestube entstanden war.— Möbel, Decken usw. wurden in der Adalbertstr. 62 bei einem Wohnungsbrande beschädigt, während in der Palisadenstr. 22 Betten und Matratzen ein Raub der Flammen wurden.— Die übrigen Alarmierungen, die noch in den letzten 24 Stunden einliefen, waren auf„blinden Lärm" zurückzuführen. Am nächsten Mittwoch, den 30. November, um 8'/, Uhr pünktlich, veranstaltet die Freie Hochschule im großen Bürgersaale desBerlin erRathauses wieder einen ihrer SondervortrSge. Diesmal wird Herr Dr. M. Wilhelm Meyer über„Feuer-- berge und ihre Bedeutung in der Entwickelungs- g e s ch i ch t e der Erde" sprechen. Der Vortrag wird von farbigen Lichtbildern, teils nach eigenen Aufnahmen, begleitet sein. Es mag hier interessieren, daß Dr. Meyer, der vor einigen Monaten zum ersten Vorsitzenden der unter anderen von Brnno Wille und Wilhelm Bölsche begründeten Freien Hochschule gewählt worden ist, nach siebenjähriger Pause, die zwischen seinem Abgang von der Urania liegt, in der gegenwärtigen Saison zuerst wieder öffentliche Vorträge in Berlin hält. Auch Nichtmitglieder der Freien Hochschule haben gegen 50 Pfg. Zutritt zu diesem Vortrag, soweit die Plätze nicht von Mitgliedern in Anspruch genommen werden. Karten von 7l/z Uhr an an der Abendkasse. Im Luiscil-Theatcr ist eine altberühmte Gesangsposse„Die R e i s e d u r ch B e r l i n in achtzig Stunden" wieder aufgeführt worden. Salingrcs Werk ist jetzt über dreißig Jahre alt, und manches hat sich feit den Tagen, wo Bielefeld aus Friesack zum erstenmal als verfluchter Kerl hauste, in der Reichshauptstadt ge- ändert. Die Vorgänge im RathauSkeller und im American-Theater. die ehedem etwas für sich hatten, muten daher heutigen Tages stark antiguicrt an. Aber der Stoff, aus dem die Posse geschaffen wurde, ist wertvoll, und das fühlte am sichersten die Direktion des Metropol- Theaters, die eS vor einigen Jahren unternahm, das Stück in ihrer Weise glänzend zu modernisieren. Mit dieser neuen Reise durch Berlin hielt die Aufführung im Luisen-Theater natürlich keinen Ver- gleich ans. Aber schön war's doch. In der Reichenbergerstraße kehrte man zur ursprünglichen Fassung zurück, und so konnten Bilder ans Licht gebracht werden, die jeden Berliner auch heute noch inter- essieren werden. Die tüchtige Darstellung, der nur zum Teil ein etwas lebhafteres Tempo zu wünschen wäre, trug mit zum Erfolge bei. Besonders traf Herr Himer den Bielefeld ausgezeichnet. Theater. Gerhart Hauptmann's Diebskomödie„Der Biber- pe�z" geht im l?es sing-Theater neu einstudiert und mit größtenteils neuer Besetzung am Dienstag, den 29. November, zum erstenmal in Szene.— Im Belle-Alliance-Theater finden nur noch wenige Aufführungen von dem Volksstück„Der Millionenbauer" statt. da ain Freitag Ottomeyers Weihnachtskomödie„Fröhliche Weihnacht" in Szene geht. Es sei hier ausdrücklich bemerkt, daß dieses Stück kein Weihnachtsstück im landläufigen Sinne ist, sondern eine Komödie kräftigsten Inhalts und abendfüllend. Die so überaus beifällig aufgenommene Kinder- Vorstellung„F r a u H o l l e" wird Mittwoch nachmittag, 30. November. wiederholt. Am nächsten Sonntag nachmittag werden Schillers„Räuber" aufgeführt.— Im Thalia-Theater findet die zweite Kinder- Vorstellung von„Max und Moritz" am Sonnabend, den 3. Dezember, nachmittags S1/- Uhr statt. An dem darausfolgenden Sonntag- nachmittag ll'/z Uhr, wird„Charleys Tante" aufgeführt. Für die Abend- Vorstellungen bleibt„Der Weiberk ö n i g" auf dem Repertoir.— Im Schiller-Theater vl.(Friedrich Wilhelm- städtisches Theater) findet am Freitag die erste Aufführung von Ernst v. Wildcnbruchs Schauspiel„Die Haubenlerche" statt. Heute Dienstag und Donnerstag wird Max Halbes Drama„Mutter Erde" wiederholt. Die Verschmelzung von Neu-Weißcnsee und Weißcnsee zu einer Gemeinde wird nunmehr am 1. Januar zur Tatsache werden. Sie ist, wie wir seinerzeit meldeten, durch eine Vereinbarung beider Gemeinden im Frühjahr dieses Jahres beschlossen worden, und dieser Beschluß hat nunmehr durch kaiserliche Kabinettsorder, die gestern vormittag bei dem Amtsvorsteher von Neu-Weißensee, Herrn Feldt- mann, eintraf, die Bestätigung erhalten. Der Name der vereinigten Gemeinden wird vom 1. Januar ab nur noch„Weißensee" lauten. fiud den Nachbarorten. Kalender-Verbreitung im Kreise Nieder-Barnim. Am Sonntag wurden nahezu 28 000 Exemplare des Kalenders„Märkischer Landbote" verbreitet. In aller Frühe begegnete man den Genossen auf den schneebedeckten Wegen. Unverdrossen nahni einer nach dem anderen sein Päckchen, das diesmal noch durch ein für die Landarbeiter besonders herausgegebenes Flugblatt über das Kontraktbruch-Gesetz vergrößert war. Mancher Radfahrer bedauerte, daß er durch den Schneefall um das Vergnügen einer schönen Herbsttour auf dem Rade gekommen war. Jedoch auch eine Bahn- oder Wagenfahrt bereitet Vergnügen. Man nierkte es an der fröhlichen Stimmung, die bei allen Teilnehmern anzutreffen war, zugleich ein Zeugnis dafür, daß die Genossen gute Auf- nähme gefunden hatten. Zwischenfälle sind nicht zu unserer Kenntnis gelangt. In Zühlsdorf, im Nordwesten des Kreises, war auf Betreiben der Mühlenbecker Genossen eine Versammlung arrangiert, in der Genosse Freiwaldt-Pankow über das Thema „Was lehrt uns Deutschlands Politik" referierte. In dem zirka 400 Einwohner zählenden Dorfe gelang es kürzlich, zluei Säle zu Versammlungen freizubekommen(Lokale von Iben und Putlitz). Die Versammlung, zu der sich zahlreiche Genossen nach beendeter Kalenderverbreitnng einfanden, war über alles Erwarten gut besucht, nach der Meinung von Ortsangehörigen fast von sämtlichen Zühlsdorfer Männern. Der Vortrag fand lebhaften Beifall und eine Anzahl Genossen ließen sich in den Wahlverein, Bezirk Pankow, aufnehnlen. Johannisthal. Mit den Zustände» im Kanalisntionszwcckverbande der Gemeinden Rudow, Johannisthal, Nicderschöneweide, Adlershof, Grünau und Alt-Glienicke beschäftigte sich dieser Tage eine stark besuchte Ver- sammlung von Griludbesitzern und Interessenten. Der Referent, Fabrikbesitzer Lutze-Adlershof, kritisierte scharf das Verhalten deS Zweckverbauds-Ausschnsses. der ein Gelände zu BerieselungSzweckeu angekauft hat, welches völlig ungeeignet ist, einmal Wege» seines stark lehmhaltigen Bodens und dann auch deshalb, weil sich stark entwickelnde Gemeinden, z. B. Britz, direkt an das Terrain grenzen. Den Verbandsausschuß trifft nun allerdings nicht die größte Schuld, da dieser nach seiner erfolgten Konstituierung vor einer, von dem Landrat des Kreises Teltow v. Stubenrauch vorbereiteten Tatsache stand. Die Genehmigung zu dem Bettieb des Riesel- feldes ist denn auch von dem Minister in nur bedingter Form gegeben worden. Die Bemühungen einiger Delegierter, ein zu dem Zweck sich eignendes, der Hofkammer gehöriges Gelände bei Walters- dorf zu erhalten, scheiterten, da die Verwaltung den Teilnehmern an den Hofjagden nicht zumuten wollte, ihrem Vergnügen in der Nähe eines Rieselfeldes nachzugehen. Von verschiedenen Rednern wurde dem Referenten zugestimmt, auch wurde die Tätigkeit der Wiesbadener Städtereinigungsgesellschaft abfällig kritisiert, da das von ihr angefertigte Kanalisationsprojekt für den Verband völlig umgearbeitet werden mußte. Die Versammlung nahm schließlich eine Resolution an, in welcher die Aufgabe des jetzigen Rieselfeldes und der Ankauf eines günstiger gelegenen und brauchbareren Terrains gefordert wird, um die Verbandsgemeindcn vor schwerem finanziellen Schaden zu bewahren. Eine Kommission wurde mit den weitereu Schritten betraut._ Spandau. Eine elektrische Personen- und Güter-Bahnverbindung mit dem neuen Stadtteil„Nonnendamm"— in städtischer Regie selbstredend— streben unsere Genossen in der Stadtverordneten- Versammlung an; die letztere hatte sich denn auch in ihrer neu- lichen Sitzung mit einem dahingehenden Antrag z» beschäftigen. Genosse Rieger, welcher den Autrag begründete, und der zu be- achtenden Gesichtspunkte: Notwendigkeit. Rentabilität:c. für gegeben bezeichnete, trat besonders für die Ausführung dieser Bahnverbindung in städtischer Regie ein und forderte KommissioiiSberattlNg. Allerorts bemühen sich die Gemeinden fetzt endlich, das Verkehrs- Wesen selbst in die Hand zu nehmen und es nicht weiter privat- kapitalistischer Ausbeutung zu überlassen. Hätte die Spandauer Stadt- verwalttmg in bedauerlicher Kurzsichttgkcit vor Jahren den Antrag eines bürgerlichen Stadtverordneten, die hiesige Straßenbahn auf die Stadtkasse zu übernehmen, nicht abgelehnt, dann wäre die Stadt heute sicher besser daran; steigen doch die Einnahmen der Gesell- schaft unausgesetzt. Allein in diesem Sommer sei der Ertrag um 22000 M. höher gewesen als im Vorjahre. Ober-Bürgermeister K ö l tz e erwidert, daß der gleiche Plan bereits seit drei Jahren durch die Vcrkehrsdeputation erwogen und auch verschiedene Projekte ausgearbeitet seien; leider sei die Sache in der letzten Zeit nicht recht vom Fleck gekommen, da sie von der Verkehrsdeputation zweimal auf je ein halbes Jahr vertagt worden sei. Bei dem Ent- gegenkommen, welches dieses Projekt aber bei der Firma Siemens- Schuckert, der Hauptintcresseutin, finde, sei aber zu hoffen, daß der Plan bald eine greifbare Gestalt annehmen würde. Ob sich dann aber sofort der Betrieb der Bahn empfehle oder aber ob man den Betrieb für die ersten drei Jahre noch der Siemens-Schuckert- Gesellfcha ftfwelche sich hierzu bereit erklärt habe, überlasse, könne man heute noch nicht voraussagen. In der nachfolgenden Diskussion stellten sich die bürgerlichen Redner zu der Frage des st ä d t i s ch e n Betriebes der Bahn zienttich wohlwollend, zum mindesten fand diese An- rcgung doch nicht mehr die brüske Zurückweisung wie in früheren Jahren. Der Antrag selbst wurde der Verkehrs-Deputation über- wiesen, in welche nun endlich auch, nach dem Ausscheiden des Stadtv. Reinecke, der zum Stadtrat erkoren ist, ein-- Sozialdemokrat gewählt werden soll! Die Verlegung der beiden militärischen Institute in Ruhlebcn, der Gcwchr-Prüfimgskommission und der Jnfanterie-Schießschule, wird jetzt wegen der bevorstehenden Umwandlung des Grunewalds bei der Militärverwaltung von neuem in Erwägung gezogen. Ihnen ist zur Abhaltung der Schießübungen ein ungefähr 400 Morgen um- fassendes Gelände des Gruneivalds zur Verfügung gestellt, das sich bis Pichelsberge ausdehnt und unmittelbar an dasjenige Forstgebiet grenzt, das zu Bebauuugszwecken verkauft werden soll, falls nicht Berlin und die beteiligten Vorortgemeinden es erwerben, damit der Waldbcstand erhalten bleibe. Der Erlös ist in der Hauptsache für den Bau der Heerstraße nach Döberitz einschließlich der kostspieligen Havel-Ueber- brllckung bestimmt. Die Militärverwaltung richtet sich schon jetzt darauf ein. das fragliche Forstgelände auszugeben; Neuerungen auf den Schießständen, welche die fortschreitende Technik der Hand- feuerwaffen bedingt, werden nicht mehr ausgeführt, sondern die ineisten Schießübungen werden bereits in Döberitz, zeitweise auch in Tegel abgehalten. Dem Vernehmen nach ist denn auch Döberitz als künftiger Ort der Schießschnle und der Gewehrprüfungskommission vorgesehen. Auch die Sicherheit der Grunewaldbesucher macht die Aufhebung der Schießübungen bei Rnhleben erwünscht, denn es wird dort ausschließlich scharf geschossen. Friedrichsfelde. Grundbesitzer und Landrat. Herr von Tresckow hat in seiner Eigenschaft als Landrat des Kreises Niederbarnim den von der Gemeinde Friedrichsfelde eingereichten Bebauungsplan des sogenannten Oberfeldes nicht genehmigt und sich dabei auf einen Einspruch gestützt, den er selbst in seiner Eigenschaft als Besitzer des Rittergutes er- haben hat. Da der Amtsvorsteher von Friedrichsfelde infolge der Weisung des Landrats die ortspolizeiliche Zustimmung zu dem Bebauungsplan veriveigerte, beschloß die Geniciudevertretung, sich höheren Orts darüber zu beschwere«. Jetzt hat der Laudrat seinen Einspruch zurückgezogen und den Amtsvorsteher selbst angewiesen, die Genehmigung der oberen Behörden zu dem Bebauungsplan des Oberfeldes einzuholen. Das Projekt ist für die Weiterentwickelung des Ortes von großer Bedeutung. Die Gemeindevertretung hatte sich in ihrer letzten Sitzung mit verschiedenen wichtigen Sachen zu beschäftigen. Für die Anstellung einer wissenschaftlichen sowie zweier technischen Lehrerinnen wurden die erforderlichen Mittel bewilligt. Hierbei erbat sich der Genosse P i n s e l e r eine Tabelle über die Anzahl der Klassen sowie über die Anzahl der Pflichtstunden der Rettoren, Oberlehrer, Lehrer und Lehrerinnen. Der Gemeindevorsteher konnte die Auskunft nicht sofort geben; dieselbe wird aber spätestens in nächster Sitzung den Vertretern zugestellt. Es wird sich ergeben, daß mehr Lehrkräfte angestellt werden müssen. Die beiden technischen Lehrerinnen sind erforderlich, weil zun, 1. April 1905 an der hiesigen sowie der Karlshorster Mädchenschule der Turnunterricht in den Lehrplan auf- genommen wird.— Für die nächstjährige V o l ks z ä h l u n g sollen nebenbei Grund- stücks- sowie Wohnungszählkarten mit in Anwendung kommen. Die erforderliche Summe von zirka 250 M. wird debattelos bewilligt.— 81 000 M. sollen bei der Niederbarnimer Kreis-Sparkasse zu 3°/« Prozent geliehen werden. Diese Summe dient zur Bezahlung der von Frau v. Tresckow an die Gemeinde verkauften Ländereien.— Ein sehr wichtiger Punkt war die Beschlußfassung über Be- willigung von Mitteln zur Gründung eines Fonds behufs Unterbringung von hülfsbedürftigen Lungenkranken in H e i l st ä t t e n. Ein Schreiben des Reichskanzlers nebst Begleitschreiben des Landrats hatten Veranlassung hierzu gegeben. Der Gemeindevorsteher schlug vor, 1000 M. zu spenden. Der Ge- meindevertreter Roth hielt diese Summe nicht ftir ausreichend. Genosse P i n s e l e r sprach seinen Dank dafür auS, daß der Kampf gegen die Tuberkulose auch seitens unserer Gemeinde aufgenommen werden soll. Redner empfahl nicht nur Fürsorge für Erkrankte, sondern auch vorbeugende Matzregeln gegen weitere Erkrankung schon unter den Kindern zu treffen. Als Hauptheilmittel forderte Pinseler gesunde Wohnungen, dabei strenge Wohnungsaufsicht, welche im Gegensatz zu der verflossenen„Gesundhcitskommission" ihres Amtes walten soll, um Mängel schleunigst abzustellen. Zum Schluß bat Pinseler, eine Anzahl von Stellen in Heilstätten dauernd zu belegen, um lungenkranke Einwohner dort unterzubringen. Einer Anzahl bürgerlicher Vertreter standen bei diesen Forderungen die Haare zu Berge. Der Gemeindevertreter Hintze, seines Zeichens Bankbeamter, bezeichnete die Forderungen Pinselers als Zukunfts- musik, sogar als nicht zur Sache gehörig. Er hatte sich das Wort auch nicht zur Diskussion, sondern zur Geschäftsordnung erbeten. Der arme Mann mußte sich sogar eine Abfuhr durch den Gemeinde- Vorsteher sowie den Vertreter Roth gefallen lassen. Nebenbei be- merkt ist Herr Hintze Vertreter der 3. Klasse. Zur Sache selbst wurde beschlossen, sich zu beteiligen, aber noch nähere Information einzufordern, da aus den betreffenden Schreiben Klarheit nicht zu gewinnen war._ Niedcr-Schönhinlscn. Mit einer schweren Messerstecherei endete ein Scherz, den sich vorgestern abend ein Steinkutscher mit dem 24 Jahre alten Arbeiter Kohlkopf ans der Eisenbahnstraße 61 zu Nieder-Schönhansen machte. Angetrunken, zog er ihm in der Gast- Wirtschaft von Masseuke in der Kaiser Wilhelmstraße 19ir den Stuhl weg, so daß er hinfiel. Darüber gab es Streit, der sich später, nachdem der Wirt die Leute vor die Tür gesetzt hatte, in der Uhland- straße erneuerte. Dort erhielt Kohlkops von seinem Gegner einen Messerstich in den Leib und mußte mit einem Lückschen Rettungs- wagen nach dem Krankenhause in Weißensee gebracht werden, wo er schwer darniederliegt. Der Täter wurde verhaftet. Die städtischen Gaswerke Berlin beabsichtigen ihr in Char- l o t t e n b u r g an der Augsburger-, Luther-, Motz- und Gaisberg- straße belegenes Grundstück von etwa 22 712 Gcviertmeter Flächen- inhalt im ganzen zu verkaufen. Zur Zierde dient die Gasanstalt der dortigen Gegend ja gerade nicht. Gerichts-Leitung. Chronik der Strcikpostenprozesse. Hausfriedensbruch sollte der Metallformer H. bei der Firma Arndt u. Marcus verübt haben, indem er während des jetzigen Gürtler- und Drückerstreiks als Streikposten auf den Hof des Fabrikgebäudes gegangen war und dort einen Arbeitswilligen zur Teilnahme am Streik zu überreden versucht hatte. Die Firma hatte wegen widerrechtlichen Eindringens in ihr Gebäude Strafantrag gestellt. Im Termin vor dem Moabiter Schöffengericht bekundete der als Zeuge geladene Portier, daß er den Streikposten vom Hofe fort- gewiesen habe und dieser auch sogleich gegangen sei. Der Staats- anwalt beantragte 20 M. Geldstrafe, weil der Angeklagte es gewußt haben müsse, daß Haus und Grundstück der Firma Arndt u. Marcus gehören und diese es selbstverständlich nicht dulden würde, wenn ihr ein Streikposten die Arbeitswilligen auf ihrem eigenen Grund und Boden wegkapern wolle. Demgegenüber machte der Verteidiger Dr. He i n e m a n n geltend, daß, da in dem Gebäude nicht weniger als neun Fabriken betrieben werden, der Angeklagte keineswegs so ohne weiteres wissen mußte, wem das Gebäude gehöre, ein Be- wußtsein der Schuld also nicht angenommen werden' könne. Auf diesen Standpunkt stellte sich auch das Gericht und erkannte auf Freisprechung. Vor dem Charlottenburger Schöffengericht hatten sich die Arbeiterinnen Z. und R. wegen groben Unfugs zu ver- antworten. Ihnen lvurde zur Last gelegt, anläßlich des letzten Streiks bei der Firma Siemens u. Halske als Streikposten ar- beitswillige Passanten in einer das öffentliche Aergernis er- regenden Weise belästigt zu haben. Die Beweisaufnahme ergab indessen, daß die Angeklagten nichts weiter getan hatten, als arbetts- willige Mädchen in durchaus höflicher Weise von dem Streik in Kenntnis zu setzen und sie zu ersuchen, zugunsten der Ausständigen keine Arbeit in der Fabrik anzunehmen. Auch die Angesprochenen be- zeugten vor Gericht selbst, daß sie sich von den Angeklagten in keiner Hinsicht belästigt gefühlt hätten. Auf Antrag der Verteidigung er- kannte das Gericht in beiden Fällen auf Freisprechung. Bei der Arbeiterin Z. wurden außer den ihr erwachsenen Unkosten zur Wahrnehmung desTermins auchdieKosten derVerteidigungderStaats- tafle auferlegt. Einen gleichen Antrag hatte die Verteidigung auch im Falle der Arbeiterin R. gestellt, doch wurde derselbe vom Gericht mit folgender Begründung abgelehnt: Bei der ganzen Sachlage, aus der die UnHaltbarkeit des Strafantrages ohne weiteres erficht- lich war, hätte die Angeklagte ihre Freisprechung besttmmt voraus- sehen müssen, so daß sie also auch des Beistandes eines Verteidigers nicht bedurft hätte. Obige Begründung mutet der angeklagten Arbeiterin denn doch ein etwas zu großes Vertrauen in unsere Rechtsprechung zu. Ganz besonders im Hinblick auf die leider noch so zahlreichen Ver- urteilungen von Streikposten, bei denen die verschiedensten Gerichte Deutschlands schon ganz exorbitante Strafen selbst in solchen Fällen verhängten, in denen der gewöhnliche Laienverstand tatsächlich eine Freisprechung„bestimmt voraussehen" konnte, erweist sich die Hin- Zuziehung eines Rechtsbeistandes für stteikende Arbeiter und Ar- beiterinnen geradezu als eine Notwendigkeit. Es ist ja gerade das Unglück unserer heutigen Rechtsprechung, daß kein Angeklagter auch nur mit einiger Bestimmtheil voraussehen kann, ob selbst den Gerichten die UnHaltbarkeit eines Slrafantrages ohne weiteres ersichtlich ist. Wie soll aber der Laie die Haltbarkeit oder Unhaltbar- keit eines Strafantrages beurteilen können, wenn die juristtsch ge- bildeten Personen der Anklagebehörden fortgesetzt derartige unhalt- bare Strafantäge stellen!_ Der heilige Liguori und der fliegende Gerichtsstand. Bei einer am vorigen Montag vor der dritten Strafkammer des Landgerichts I verhandelten Anklage handelte es sich, wie berichtet, um die M o r a l- theologie des heiligen Liguori e. Wegen Beihülfe zum Vergehen der Beschimpfung von Einrichtungen der katholischen Kirche und Verbreitung einer unzüchtigen Schrift war der Privatgelehrte Dr. Ernst Bischof in Leipzig angeklagt. Da die inkriminierte Schrift in Leipzig erschienen war, erhöh Rechtsanwalt Dr. H a l p e r t den Einwand der Unzuständigkeit des hiesigen Gerichts, indem er be- hauptete, daß die Novelle vom'13. Juni 1902, durch welche in Abänderung des Z 7 der Strafprozeßordnung der ambulante Ge- richtsstand der Presse beseitigt toird. auch auf alle bei Emanation des neuen Gesetzes schwebenden Strafsachen Anwendung finden müsse. Ter Gerichtshof vertagte seine Entscheidung über diese Frage bis zum gestrigen Tage. Gestern verkündete der Vorsitzende des Gerichtshofes in Uebereinstimmung mit den Ausführungen des Ver- teidigers die U n z u st ä n d i g k e i t des hiesigen Gerichts. Es handle sich, so publizierte der Vorsitzende, um eine Frage des öffent- lichen Rechts. Die Bestimmung der Novelle vom 13. Juni 1902 sei augenscheinlich zugunsten der Angeklagten getroffen worden und aus diesem Grunde müsse nach allgemeinen strafgesetzlichen Be- stimmungen das Gesetz auf die schwehenden Strafsachen eine rück- wirkende Kraft haben. Das Gefetz sei ein, Teil der Strafprozeß- ordnung geworden, und da nach§ 8 des Emführungsgesetzes zu der letzteren diese auch für die am Tage des Inkrafttretens der Straf- Prozeßordnung anhängigen Strafsachen maßgebend sein soll, so müsse auch die Novelle vom 13. Juni 1902 aus die schwebenden Sachen Anwendung finden. Dazu komme, daß die Novelle ein Datum des Jnkraftretens nicht habe, und auch hieraus sei zu folgern, daß sie sofort für die schwebenden Strafsachen maßgebend sein soll. GewerksckaMickes. Die Fuchtel des Lehrmeisters soll gegen diejenigen Lehrlinge geschwungen werden, welche Neigung zeigen, dem neugegründeten Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter beizutreten. Der Vorstand der Tischlerinnung erläßt in der„ F a ch z e i t u n g" folgende Offizielle Ankündigung. Den Herren Lehrmeistern machen wir hierdurch zur Pflicht. ihren Lehrlingen den Beitritt zu einem Verein oder den Besuch von Versammlungen auf das allerstrengste zu untersagen und bei Zuwiderhandlungen gegen dieses Verbot von dem väterlichen Züchtigungsrecht des Lehrmeisters den ausgiebigsten Gebrauch zu machen oder den ividerspenstigen Lehrling sofort zu entlassen. Im Interesse unserer Autorität, wie auch im Interesse der unS anvertrauten Lehrlinge selbst find wir verpflichtet, mit aller Entschiedenheit darauf zu achten, daß der Versuch gewissenloser Agitatoren, sogar die unreifen Lehrlinge zu verhetzen und diese in die sozialdemokratischen Gewerkschaften zu ziehen, im Keime ersttckt wird. Den Lehrkontrakten werden wir einen entsprechenden Absatz zufügen. Der Vorstand der Tischlerinnung. Im Austrage: C. Rahardt, Obernreister. Hier zeigt sich der Vorstand der Tischlcrinnung in voller mittelalterlich-zünftlerischer Nacktheit. Wenn der Gesetzgeber dem Lehrmeister ein„väterliches Züchtigungsrecht" zuerkannte, so ging er von der Voraussetzung auS, daß der Lehrmeister auch in einem väterlichen Verhältnis zu seinem Lehrling steht, daß er in väterlicher Sorge um das Wohl des ihm anvertrauten Lehrlings sich die tüchtige berufs- mäßige Ausbildung des jungen Mannes angelegen sein läßt, und daß dieser mit dem Beginn der Lehrzeit aus dem Hause der Eltern in die häusliche Gemeinschaft des Lehrmeisters übergeht. Diese Voraussetzungen treffen aber unter den heutigen Verhältnissen gar nicht mehr zu. Der Lehrling bleibt in den allermeisten Füllen im Haushalt seiner Eltern, er erhält von ihnen Kost und Wohnung, wofür der Lehrmeister ein meistens unzureichendes„Kostgeld" zahlt. Damit fällt eine der wesentlichsten Voraussetzungen des„väterlichen Züchtigungsrechts" weg. Was aber die andere Voraussetzung: die Sorge um eine gediegene Ausbildung betrifft, so ist es ja allgemein bekannt und braucht nicht erst bewiesen werden, daß die Lehr- linge, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, für ihren Leh»- meister nichts anderes sind als billige Arbeitskräste. werden. As die die weniger ausgebildet, als vielmehr ausgebeutet Arbeiter gleichzeitig um die Ausübung ihres Koalitionsrechtes zu dieser Tage vor dem Schöffengericht verhandelt wurde. bringen. In auffallendem Gegensatz zu dieser Fürsorgetätigkeit Zeugen vor dem Gerichtsgebäude eintrafen, sahen sie die drei an Nun hat sich ein Verein gebildet, der dem Mißbrauch, der Polizei, wenn es sich um das Wohlergehen der geklagten Handlanger des Unternehmertums dort zusammenstehen, welcher in solcher Weise mit den Lehrlingen getrieben wird, Fabrikanten und Arbeitswilligen handelt, steht deren Verhalten, falls wie sie die Schnapsflasche kreisen ließen, um sich Mut zu trinten. entgegentreten und dahin wirken will, daß die Lehre das ich Streifende in irgend einer Sache an die Beamten wenden. So Bei Beginn der Verhandlung zeigte sich, daß die Angeklagten schon werde, was sie sein soll: eine Ausbildung für den Beruf, der arbeiten. Die Posten machten einen Polizeiwachtmeister auf dies die beiden anderen, Dinus und Hagemann, wurden verurteilt sahen Streifposten am letzten Sonntag Arbeitswillige in einer Fabrit vielfach vorbestraft sind. Einer derselben wurde freigesprochen, dem jungen Manne die Möglichkeit der Existenz bietet. Wenn ungesetzliche Tun aufmerksam. Sie bekamen jedoch zur Antwort: wegen Hausfriedensbruch und zwar der erstere zu 5 M., der zweite der Verein außerdem den Lehrlingen allgemeine Bildung ver- Ach was, bei Arbeitswilligen kann das so genau nicht genommen zu 20 M. mitteln, wenn er ihnen anständige Unterhaltung und an- werden; wir können doch niemand an freiwilliger Arbeit hindern, genehme Geselligkeit bieten will, so übernimmt er damit überhaupt nicht bei Streits". Achtung! Konfektionsarbeiter und Arbeiterinnen! einen Teil der erzieherischen Pflichten, die der der Lehr- Mitgeteilt wurde in der Versammlung noch ferner, daß die Wie am Sonntag durch Inserat bereits mitgeteilt, finden am meister eigentlich erfüllen sollte, die er aber unter den heutigen Unternehmer jetzt mit Schadenersatzklagen gegen Streikende Berhältnissen gar nicht erfüllen kann. Jeder einsichtige und wohlgemerkt, nicht gegen Ausgesperrte- vorgehen. So erhielt ein heutigen Tage die Delegierten( Arbeitnehmer) Wahlen zur OrtsVerhältnissen gar nicht erfüllen kann. Jeder einſichtige und Streifender jüngst eine Vorladung nach dem Gewerbegericht, woselbst frankenkasse der Schneider statt. Unter dem demagogischen Kniff, vernünftige Lehrmeister müßte die Bestrebungen des Vereins der betreffende Fabrikant seine Forderung eingeklagt hat. Der be- daß der jetzige Vorstand an der Erhöhung der Beiträge schuld sei, der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter mit Freuden begrüßen. scheidene Wunschzettel des Fabrikanten lautet auf eine einmalige versuchen die Zwischenmeister, für eine von ihnen aufgestellte Liste Nur das böse Gewissen kann gegen solche Bestrebungen mit Entschädigungssumme von 383 Mark und ferner für jede Woche, die die Heimarbeiter und Arbeiterinnen einzufangen. In Wirklichkeit dem möglichst ausgiebigen Gebrauch des väterlichen Züch- der Streit bereits gedauert hat und noch dauern wird, auf eine besteht die Kassenmisere darin, daß keine andere Kaffe mit so untigungsrechtes" wüten. Wenn die Lehrmeister in einem väter- Extra- Entschädigung von 150 Mark. Natürlich dürfte der klagende gesundem Menschenmaterial und vielfacher Zahlungsunfähigkeit lichen Verhältnis zu ihren Lehrlingen ständen, dann hätten sie Fabrikant selbst wohl keinerlei Hoffnung hegen, jemals auch der Arbeitgeber( Zwischenmeister) zu rechnen hat, wie die Ortskeine Ursache, den Anschluß der jungen Leute an den Verein nur einen Pfennig der beanspruchten Summe zu erhalten. Für die taffe der Schneider. Das verschweigen aber diese Herren und zu fürchten. Da aber die meisten Lehrmeister nichts anderes Arbeiter aber ist die Forderung insofern recht lehrreich, als sie zeigt, find als die Ausbeuter der Lehrlinge, so bangt ihnen um die Be- welchen Wert ein Streifender für einen Fabrikanten hat und wieviel appellieren, um sich gefügiges Menschenmaterial zu verschaffen, an dieser an dessen Arbeitskraft verdient. Wer 150 M. pro Woche von die niedersten Leidenschaften, den Egoismus und das Mißtrauen. einträchtigung der Ausbeutungsmöglichkeit. Wer den Versuch einem Streifenden als Schadenersatz für entgangenen Verdienst und Wir erwarten von Euch, daß Ihr durch die Beteiligung an der macht, im besten Sinne des Wortes erzieherisch auf die jungen Arbeitsleistung verlangt, der soll sich doch nicht mehr wundern, wenn Wahl und durch die Abgabe der von der Organisation herausgegebenen Leute einzuwirken, der ist in den Augen des engherzigen die Arbeiter höhere Löhne fordern. Es ist durchaus nicht nötig, daß Liste den Zwischenmeistern für ihr zweifelhaftes Treiben die geZünftlers ein gewissenloser Agitator". Die Heranbildung die Herren Fabrikanten jede Woche über hundert Mark an einem bührende Quittung erteilt. Die Liste fängt an mit dem Namen der Lehrlinge zu tüchtigen, charaktervollen, selbstdenkenden Arbeiter verdienen". Hätte der Fabrikant geahnt, welchen wert- Imer und endigt mit dem Namen 3 ühlte. jungen Männern paßt den Innungsleuten nicht in den Kram. vollen Agitationsstoff er mit seiner Schadenersatzklage den Arbeitern Die Parteigenossen werden ersucht, ihre Frauen und Töchter, Selche Bestrebungen müssen im Reime erstickt werden, und da wieder in die Hände liefert, er wäre vielleicht nicht nach dem Gewerbe- die Mitglieder der Ortskasse der Schneider sind, auf diese Wahlgericht gelaufen. Verband der Schneider. Ortsverwaltung Berlin. weiß der Vorstand der Tischlerinnung, der in dieser Hinsicht Im übrigen sehen die Streifenden und Ausgesperrten dem versammlung hinzuweisen. mit allen Zünftlern ein Herz und eine Seele ist, kein besseres weiteren Verlauf der Dinge nach wie vor in aller Gemütsruhe Mittel als ausgiebigste Prügel. Jedes Streben nach echter, entgegen. wahrer Menschlichkeit muß aus den jungen Leuten hinausgeprügelt werden. Ja, wenn das nur so ginge, wie es sich der Vorstand der Tischlerinnung denkt. " Die Aussperrung der Tischler. " Deutsches Reich. Der Streit der Schwebebahner" scheint die Polizei recht nervös Wenn man aus den Artikeln der Fachzeitung" einen Schluß gemacht zu haben. In Vohwinkel hat ein von einem Schutzmanu Die Herren Lehrmeister werden sich damit begnügen auf die Situation ziehen darf, dann fann es nur der sein: Es begleiteter Wachtmeister Streifer aufgefordert, die Uniform ausmüssen, daß die Lehrlinge während der Arbeitszeit ihre Pflicht steht schlecht um die Sache der aussperrenden Unternehmer. Ton zuziehen, und, als sie mit dem Hinweis darauf, daß diese Be erfüllen. Mit dem Augenblick, wo der Lehrling die Werkstatt und Inhalt der Fachzeitung" zeigen nur zu deutlich, daß die Führer kleidung Privateigentum sei, sich dessen weigerten, verlangt, fie verläßt, hört die Herrschaft des Meisters über ihn auf und der Unternehmer Mühe haben, ihre Gefolgschaft bei der Stange sollten wenigstens die blanken Knöpfe abschneiden. Natürlich lehnten die Autorität des Vaters tritt in ihre Rechte. Was zu halten". Während in früheren Nummern der Fachzeitung" den die Streiker auch das ab, worauf der Wachtmeister seinem Polizisten der Lehrling in seiner freien Zeit tut, darüber hat außer ihm Refern vorgerechnet wurde, daß die Kaffe des Holzarbeiter- Verbandes befahl:„ Merken Sich sich genau diese Gesichter".- Die Streifenden bald erschöpft und der Kampf deshalb bald mit selbst nur der Vater, nicht der Meister zu entscheiden, und Niederlage der einer beklagen nicht nur die Maßregelung eines Kollegen, sondern auch andere Arbeiter beendet sein müsse, sucht die Mißstände. Die Direktion hat den mit ihrem Personal am 12. Juni wenn der Vater nichts dagegen einzuwenden hat, daß sich letzte Nummer der Fachzeitung" ihren gläubigen Lesern abgeschlossenen Vertrag mißachtet und wieder sieben Touren sein Sohn einem Verein anschließt, dann wollen einzureden, daß die Arbeiter bereits tampfesmüde seien und nur eingeführt. Es ist vorgekommen, daß Führer von alten Wagen von mir den Lehrmeister sehen, der den jungen Mann noch durch Machenschaften der Führer bei Stimmung erhalten werden morgens 1/46 bis nachmittags 5 Uhr fahren mußten, ohne eine Cßdurch Prügel daran hindern könnte. Und was die Aufnahme könnten. Die Fachzeitung" will von einem ihrer Kollegen so etwas oder eine andere Pause machen zu können! Ferner sind den Beamten eines entsprechenden Absatzes in den Lehrvertrag betrifft, so erfahren haben. Befagter Kollege soll nämlich am 17. d. M. in im Juni vertraglich drei volle freie Tage in jedem Monat zugebilligt ist es doch Sache des Vaters, ob er einem Vertrage zustimmen der Holzarbeiter- Versammlung bei Keller gewesen sein, und er worden, neuerdings aber läßt die Direktion die Beamten an diesen Eine öffent will, der seinen Sohn zum rechtlosen Ausbeutungsobjekt des schildert seinem Blatte den Verlauf der Versammlung fo, als freien" Tagen noch fünf Stunden Berrondienst tun. habe der Vorstand des Holzarbeiter- Verbandes in sehr gedrückter fiche Volfsversammlung in Elberfeld erklärte den Streifenden ihre Lehrmeisters machen möchte. Stimmung einige Nummern der Fachzeitung" verlesen, und Sympathie. dann eine Diskussion, weil sie dem Vorstande unangenehm zu werden schien, abgeschnitten. Die ganze Versammlung 10 erzählt der Kollege der Fachzeitung"- habe eine halbe Stunde gedauert. Die Macht des Lehrmeisters hat ihre Grenzen am Rechte des Vaters. Soweit sind wir denn doch noch nicht, daß prügelLustige, jedem Fortschritt feindlich gesinnte Zünftler nach eigenem Belieben über die Söhne anderer Leute herrschen können. Im übrigen ist dieser Prügelerlaß ein Beweis, wie notwendig die Gründung einer Organisation zum Schuße der Lehrlinge vor allzu patriarchalischen" Anwandlungen der Herren Meister ist. Berlin und Amgegend. " " Verfammlungen. Vermischtes. An dieser Darstellung werden die anderthalbtausend Besucher Die städtischen Markthallenarbeiter hielten am 15. November eine jener Versammlung sehen, daß die Fachzeitung" so ungefähr das bei Batt tagende Versammlung ab. Unter anderem beschäftigten sich Gegenteil der Wahrheit berichtet hat. Jedenfalls hat der Stollege die Arbeiter auch mit Beschlüssen der Markthallendeputation betreffe der Fachzeitung" seinen Bericht aus der Phantasie geschöpft und ihrer Lohnforderung und wurde folgende Resolution einstimmig andabei die Verhältnisse, wie sie bei den Meistern Herrschen, auf die genommen:" Die am 15. November bei Batt tagende Versammlung Arbeiterversammlung übertragen. Wenn man schon mit solchen der städtischen Markihallenarbeiter nimmt Kenntnis von den Ver Mitteln auf die Leser einzuwirken sucht, dann muß es in der Tat handlungen der Markthallendeputation betreffend die Petition der mit der in Unternehmerkreisen herrschenden Stimmung sehr schlecht Markthallenarbeiter. Die Versammlung beauftragt ihren ArbeiterDie Aussperrung in der Gelbmctall- Industrie. bestellt sein. ausschuß, obige Petition dem Magistrat und dem StadtverordnetenAuch die zehnte Streitwoche hat noch keinerlei Veränderung der Daß dem so ist, das wird übrigens durch weitere Tatsachen be- Kollegium durch den Instanzenweg zu unterbreiten. Denn die wohlSituation gebracht. In der gestrigen Streitversammlung fab sich stätigt. Aussperrungen, die wirklich als solche angesehen werden löbliche Deputation glaubte nicht berechtigt zu sein, eine anderweitige Cohen abermals zu einer Polemit gegen das Geschreibsel der können, erfolgen fast gar nicht mehr. Was sich jetzt an Aus- Regelung der Löhne und Arbeitsbedingungen vorzunehmen, wie vom Arbeitgeber- Zeitung" veranlaßt. Bisher hieß es in dem Blatte gesperrten" meldet, find fast nur noch Bautischler, deren Meister Magistrat beschlossen. Wenn der Herr Referent seitens der Depu stets: Die armen, von der Streilleitung brutal terrorisierten Arbeiter feine Arbeit mehr haben und die naturgemäß erfolgenden Ent- tation ausführte, es sei fraglich, ob innerhalb der letzten zwei Jahre würden ja herzlich gern die Arbeit bedingungslos wieder auf- lassungen zu„ Aussperrungen" stempeln. Gestern wurden dem Holz- sich die wirtschaftlichen Verhältnisse derartig verschlechtert hätten, nehmen, doch die im Trüben fischenden Führer hindern sie daran. arbeiter- Verband 34 Ausgesperrte, fast sämtlich Bautischler, aus Berliner, um eine Erhöhung der Löhne als berechtigt anzuerkennen, so geIn der letzten Nummer aber bekommen zur Abwechselung auch ein- 23 aus Rigdorfer, 7 aus Weißenseer Betrieben gemeldet. 33 Arbeiter statten sich die Betenten ergebenst auf die Statistik der Lebensmittelmal die Streifenden und Ausgesperrten ihr Teil, indem ihnen vor der Bautischlerei von Sawazki traten in den Streit ein. Gewiß preise zu verweisen, aus der hervorgeht, daß tatsächlich eine Vergeworfen wird, sie wollten den Streik nur deshalb nicht abbrechen, die beste Widerlegung der von der Fachzeitung" verbreiteten Be- teuerung der Lebenshaltung und somit eine Verschlechterung in wirtum, da die Fabrikanten doch den größten Teil der Streifenden hauptung, daß die Arbeiter keine Lust zum Kampfe mehr hätten. schaftlicher Beziehung für die Arbeiter eingetreten ist. Aus dem nicht wieder einstellen tönnten, wenigstens so lange wie Die Unternehmer dagegen haben nun doch bald genug. Aus- Grunde erwarten die Versammelten eine wohlwollende Berückmöglich die verhältnismäßig hohe Streifunterstützung zu ersperrungen werden in Möbeltischlereien fast gar nicht mehr vor sichtigung ihrer bescheidenen Wünsche." halten, die der geringeren Arbeitslosenunterstützung weichen müßte, genommen, ja, es zeigen sich viele Meister geneigt, die Ausgesperrten falls der Streit aufgehoben würde und die Ausständigen arbeitslos wieder einzustellen. Die Arbeiter fangen aber nur unter der Beblieben. Mit anderen Worten heißt das: Die Arbeiter lassen sich bingung wieder an, daß der Meister erklärt alle Ausim jezigen Stadium des Kampfes nicht mehr von gewerkschaftlichem gesperrten wieder einzustellen. Aus Furcht vor etwaigen SchifanieIdealismus, sondern nur noch von dem kleinlichsten und schäbigsten rungen durch die Führer haben die Meister oft nicht den Mut, diese selbstmateriellen Interesse zum Schaden der Verbandskasse leiten. Diese verständliche Erklärung abzugeben, und deshalb wird dann nichts Ein furchtbares Grubenunglück wird aus dem Saar- Kohlenrebier Insinuation ist noch um so töpelhafter und schmutziger, als die aus der Wiederaufnahme der Arbeit. Ueber furz oder lang werden gemeldet. Klopffechter der Arbeitgeber Beitung" eigentlich wissen müssen, aber doch verschiedene Meister diese Bedenken überwinden und Saarbrüden bei Völklingen ist Sonntag nacht durch eine ErDer Fettkohlenschacht Klarenthal der Staatsgrube daß auch nach Beendigung eines Streits die übrig gebliebenen Frieden mit den Arbeitern schließen, wie es einige schon getan plosion schlagender Wetter in Brand gesetzt worden. Die Flamme arbeitslosen Ausständigen oder Ausgesperrten mindestens noch ein haben. Wenn nicht, dann halten es die Arbeiter noch länger aus ist aus dem 660 Meter tiefen Schacht an den Tag gekommen. Die Vierteljahr lang ein Anrecht auf Zahlung von Streifunterstüßung und die Herren von der Freien Vereinigung der Holzindustriellen Bentilatoranlage ist zerstört. Bei den unterirdischen Abdämmungshaben. Weiter meint das Blatt: Trotzdem hätte es ein Teil der werden erleben, daß ihre Pläne scheitern. versuchen haben, wie die Völklinger Zeitung" meldet, neun BergArbeiter doch vorgezogen, sich durch bedingungslose Aufnahme leute lebensgefährliche Brandwunden erlitten. Um das Feuer zu der Arbeit noch bei Zeiten sein Unterkommen zu sichern. Die Einsetzer hielten am Sonntag in Feuersteins Saal löschen, ist jetzt die Grubenanlage unter Wasser gesezt; der Schaden Auch diese Behauptung ist purer Schwindel. Tatsache ist vielmehr, daß mit Ende der vorigen Woche wieder einige eine allgemeine Branchenversammlung ab, die sowohl von den im ist noch nicht festzustellen. Fabrikanten die Forderungen der Arbeiter bewilligt haben und Holzarbeiter- Verbande organisierten Kollegen als auch von den Mitgliedern des Lokalvereins der Einsetzer gut besucht war. Stusche, Wer ist der Bater? Die Klage des Prinzen Friedrich von infolgedessen auch ihre alten Arbeiter wiederbekamen. Es scheint Gauleiter des Holzarbeiter- Verbandes, referierte ausführlich über die Schönburg- Waldenburg, der, wie gemeldet, nach der also, als wenn sich die Arbeitgeber gegenseitig selbst gründlich Ursachen und den bisherigen Verlauf der Aussperrung Scheidung seiner Ehe mit der Prinzessin Alice von Bourbon, der anflunfern, um einer vor dem anderen mit ihrer Taftfestigkeit zu in der Holzindustrie. Redner dann auf die Tochter des spanischen Kronprätendenten Don Carlos, die„ Echtheit" renommieren, während es in Wirklichkeit bedenklich bei ihnen bröckelt. Ausdehnung der Aussperrung auch auf die Baubranche seines während dieser Ehe geborenen, gegenwärtig fünfjährigen Auf der einen Seite prahlt die„ Arbeitgeber- Zeitung" damit, daß hin und appellierte an die Einsetzer, falls es nötig Sohnes, anfocht, ist, wie aus Dresden gemeldet wird, vom Landdie Fabrikanten gar keine Arbeiter mehr gebrauchen könnten, und Vom Gericht war in gleich darauf jammert sie gar beweglich darüber, daß die bösen Streit- er den sollte, auch ihrerseits zu Gunsten der gericht kostenpflichtig abgewiesen worden. posten trotz aller Bemühungen der Polizei in so überaus routinierter ausgesperrten die Arbeit niederzulegen. In der mehreren nichtöffentlichen Sizungen die Materie eingehend geprüft und erfolgreicher Weise den armen Chefs die unter so schweren Geld- Diskussion erklärte ein Vertreter des Lokalvereins, daß wie die worden. Ein hervorragender Leipziger Universitätsprofessor hatte Dinge gegenwärtig ständen, auch die Mitglieder dieses Vereins sich in der Angelegenheit gutachtlich geäußert. Die unterlegene opfern hergelotſten Arbeitswilligen sektionsweise vor der Rafe weg- solidarisch mit den übrigen Kollegen zusammenhalten und gegebenen- Partei dürfte das Urteil bis in die höchste Instanz anfechten. kapern. Obwohl sie den Streifenden mit dieser Feststellung eins aus falls gemeinschaftlich mit ihnen die Arbeit niederlegen würden. Natalie von Serbien verunglückt. Die ehemalige wischen will, so gibt sie damit doch indirekt selbst zu, daß Königin die Streitposten gehörig auf dem Kien" sind und also in jeder Sierauf gelangte folgende von Boeske gestellte und begründete Natalie von Serbien wurde in Biarritz das Opfer eines Wagenunfalles. Die beiden Pferde ihres Landauers wurden plößlich scheu Hinsicht ihre volle Schuldigkeit tun. Daran wird auch der Umstand Resolution zur einstimmigen Annahme: Die Einseger von Berlin und Umgegend erklären sich mit den und rasten gegen einen Baumstamm. Dabei wurde der Wagen zernichts ändern, daß jezt sogar die sogenannte innere Mission" den Kühnemännern in christlicher Hülfsbereitschaft unter die Arme greift. Maßnahmen der Ortsverwaltung des Holzarbeiter- Verbandes zur trimmett. Vorübergehende fanden die Königin in ihrem Blute Es wird nämlich in fämtlichen Herbergen zur Heimat" des weiten Abwehr der gegenwärtigen Aussperrung durchaus einverstanden und schwimmend. Sie hatte eine tiefe Wunde an der Stirn und kleinere Deutschen Reiches, die doch fast allesamt Gründungen der inneren berpflichten fich, überall dort, wo die Notwendig Verlegungen, die von Glassplittern herrührten, davongetragen. teit es erheischt, zu Gunsten der Streitenden und Nachdem ihr in einer benachbarten Villa die erste Hülfe Mission" sind, der sogenannte„ Stellenbote aus Braunschweig" ausAusgesperrten die Arbeit niederzulegen und gehängt, auf dem in langer Reihe Arbeitswillige aller Branchen für unter allen Umständen den Zuzug zu den geherbeigerufener Arzt konstatierte, daß ihr Zustand nicht besorgniszuteil geworden war, wurde sie in ihre Wohnung gebracht. Ein Die Berliner Gelbmetall- Industriellen gesucht werden; freilich mit sperrten Bauten fernzuhalten, um so den Uebermut durchaus negativem Erfolg. erregend ist. Wie aber die Polizei den Fabrikanten zur Seite steht, davon der Unternehmer in der Holzindustrie brechen zu helfen. legt die Aussage eines Fabrikanten, der in letzter Woche bewilligte, sehr beredtes Zeugnis ab. Der Herr erzählte, die Polizei Berliner Pinkertons. habe ihm, er ohne daß es wünschte, " Schutz" geradezu aufgedrängt. Wiederholt seien während Einige Aucharbeiter leisten den Unternehmern der Holzindustrie des Streits Bolizei Wachtmeister und Leutnants, ja jogar im Kampfe gegen die Arbeiter dadurch Handlangerdienste, daß sie Beamte bom Polizeipräsidium bei bei ihm gewesen und hätten vor dem Arbeitsnachweis der Tischlerinnung in der Alexanderstraße gefragt, ob er auch von Streikenden belästigt werde und ob er die Mitglieder des Holzarbeiter- Verbandes, welche Arbeitsuchende vor irgendwie Schutz gebrauche. Allen diesbezüglichen Wünschen solle der Benutzung des Nachweises warnen, den dort postierten Schußbereitwilligst entsprochen werden! In letzter Zeit ist man sogar leuten bezeichnen, die dann die organisierten Arbeiter im Interesse wieder so weit gegangen, den Streifposten in mehreren Vierteln des Verkehrs" fortweisen. Eines Tages besaßen drei dieser Unterganze Straßenzüge zu verbieten, angeblich deshalb, weil die daselbst nehmerspiel die Dreiftigkeit, in das Schanklokal von Cibrovius, wo wohnhaften Fabrikanten Droh briefe erhalten hätten. ihren Marktpreise von Berlin am 26. November. Nach Ermittelungen des fgl. Polizei- Präsidiums. Für Doppel- Zentner: Weizen**), gute Sorte 17,70-00,00 M., mittel 00,00-00,00 M., geringe 00,00-00,00 2. Roggen**), gute Sorte 14,00-00,00 M., mittel 00,00-00,00 M., geringe 00,00-00,00 m. Futtergerste*), gute Sorte 15,80-14,70 M., mittel 14,60 bis 13,60 M., geringe 13,50-12,50 M. Hafer*), gute Sorte 16,40-15,60 m., mittel 15,50-14,80 m., geringe 14,70-14,00 2. Erbsen, gelbe, zum Sochen 40,00-30,00 9. Speisebohnen, weiße 50,00-30,00 M. Linfen 60,00-30,00. Richtstroh 5,16-4,66. Heu 9,20-7,50 M. Startoffeln 9,00-7,00 2. Für ein Kilogramm Butter 2,80-2,00 M. Gier per Schod 4,50-3,20 m. *) Frei W..en und ab Bahn.**) Ab Bahn. Dresden 0,06 Meter, bei Unstrut bei Wasserstand am 26. November. Elbe bei Aussig Da die Verbandsmitglieder sich aufzuhalten pflegen, zu gehen, um auch dort 1,41 Meter, bei Magdeburg+1,01 Meter. streikenden Arbeitern Papier und Tinte zu schade find, um an die ihrem Spitzelgewerbe obzuliegen. Der Wirt wies dieſe ungebetenen Gäfte Straußfurt+ 1,20 Meter. Oder bei Ratibor+2,84 Meter, bei Breslau Fabrikanten unnötige Briefe zu richten, so ist es nicht ausgeschlossen, hinaus, sie weigerten sich das Lokal zu verlassen, aber schließlich ge- Ober- Begel+5,18 Meter, bei Breslau Unter Begel+ 0,06 Meter, bei daß sich die Herren gegenseitig selbst mit Drohbriefen traktieren, um lang es doch, sie zu entfernen. Die aufdringlichen Gesellen erhielten Frankfurt+1,62 Meter. Weichsel bei Brahemünde--Meter. so der Polizei ihre Schugbedürftigkeit zu demonstrieren und die infolge dieses Vorganges eine Anklage wegen Hausfriedensbruch, die Barthe bei Bosen+0,68 Meter. joselli Cigaretten Ihrem Abteilungsführer Rudolf Arendsee nebst Frau die besten Glückwünsche zur filbernen Hochzeit. Erstklassige deutsche Fabrikate Die Bezirksführer H. Preuss, Swinemünderstr. 66, 1. Etage, Zigarren- und Tabak- Fabrik und Engros- Lager( Tel. III 6949) bekannte billigste Bezugsquelles. Sändler, Neu- Etablierungen zc. Spezialität: Pre- Ussina- Zigarren gefeßlich gesch. Spezialmarken f. Kenner, in allen Preislagen überall käufl. Möbel- Fabrik u. Lager kompletter Wohnungs- Einrichtungen zu Fabrikpreisen- Eigne Werkstätten empfiehlt Julius Apelt, Skalitzerstr. 6, am Kottbuser Tor.* lutarme und Bleichsüchtige Blutarn faufen das Haematogen Flasche Mark 1.50, 5 Flaschen 7 Mart nur bei Gustav Behm, Frankfurter Allee 120, Eberthstraße 46, 8142* Rigdorf, Hermannstraße 46. der Oranienburger Vorstadt. > 999996666eeee em Ehepaar Albertu. Auguste Beck zu seiner heutigen SilberHochzeit die besten Glückwünsche! Die Kolleginnen der Parteispedition für Rosenthaler Vorstadt u. Gesundbr. Todes- Nachricht. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Kamerad 12002 Wilhelm Geppert am Sonntag, den 27. d. M., verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 30. d. M., nach Verband der Bau-, Erd- und gewerbl. Hülfsarbeiter Deutschl. Zahlstelle Berlin und Umgegend. ( Sektion Puterträger.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Julius Wedell am 27. d. Mts. nach jahrelangem Leiden an der Proletarierkrankheit verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 1. Dezember, nachmittags 2 Uhr, vom Trauer hause, Schliemannstr. 6, aus nach dem Gethsemane Kirchhof in Nieder- Schönhausen statt. W Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Berliner Künstler- Ensemble ( 5 Personen) Max Francke, mittags 2 Uhr, vom Trauerhause Leiter: Danzigerstraße 6, I. Adolfftr. 12a nach dem NazarethKirchhof, Dalldorfer Chaussee, statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Instrumental- und Charakter- Komiker. Theater- Aufführungen 2c. Auch einzelne Herren zu Vereinsvergnügen, Herrenabend, Abendtisch 2c. 3266 Warenbaus Todes- Anzeige. Am 26. November, abends 10% Uhr, verstarb nach langen, schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, der Feilenhauer Paul Beck im Alter von 47 Jahren. 3276 am Die Beerdigung findet 30. November, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des ElisabethKirchhofes, Prinzen- Allee, aus statt. Um stille Teilnahme bitten die trauernden Hinterbliebenen Elise Beck nebst Kindern. Hiermit allen Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, Vater, Schwieger- und Großvater, der Arbeiter 3186 Hermann Baum am 26. November im Alter von 52 Jahren an Herzschwäche verstorben ist. Die Beerdigung findet heute nachmittag 31, Uhr von der Leichen halle des Gethsemane- Kirchhofes ( Niederschönhausen, Nordend) statt. Um stille Teilnahme bittet Die trauernde Witwe Henriette Baum geb. Seidel nebst Kindern. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Rohrleger Friedrich Gruber am 26. d. Mts. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 29. November cr., nachmittags 1 Uhr, vom AugustaHospital aus nach dem Himmel fahrts- Kirchhof in Nieder- Schönhausen statt. 193/3 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme und die Kranzspenden bei dem Begräbnis unseres lieben Sohnes, Bruders, Onkels und Schwagers Otto Koschnitzky sagen wir allen Verwandten, Freunden, Bekannten, sowie dem Zentralverband der Maurer unseren innigsten Dank. +137 Familie Koschnitzky. Saal mit Bühne ersten Feiertag, Silvester frei Neue Königstr. 7. 127/ 14* Turmstr. 76 Lachmann& Scholz Otto- Str. 1 In dieser Woche: Pfefferkuchen gratis, nach eigener Wahl vom Lager. Bei einem Gesamt- Einkauf von 5,- 10, für 50 Pf., 1, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, den 29., den 30. November, 17. Biehung 5.& lasje 211. sigt. preuß. Louerie. Biehung vom 28. November 1904, vormittags Rur die Gewinne über 240 1. pb den betressenden Nummeru in lammern beigefügt. Nachbrnd verboten. ( Ohne Gewähr.) 3 150 52 304 89 423 81 514 815 1376 497 654 833 84 90 973 2080 447 536 76 664 95 921 94[ 500] 3080 189 264[ 3000] 354 97 469 521 622 67 774 4086 92 179 [ 500] 307 423 69 695 765 5032 35 40 201[ 500] 9 383 683 959 6087 130[ 500] 67 362 473 574 614[ 500] 86 834 92[ 500] 944 7028[ 5001 301[ 1000] 42 549 8187 [ 500] 215 43 87 452 690 931 99 9321 34 46 539 685 727[ 500] 95 957 10295 303 462 560 877 904[ 500] 11008 328 66 [ 3000] 605 8 80 716 965 12016 385 90 472 601 71 742 44 99 844 67 13081 307.67 535 925 30 14148 88 235 300 95 553 601 22 72 83 706 76 902 33 15065 255 429 40 60 600 914[ 3000] 47 51 87 16108 203 46 351 [ 500] 461[ 500] 512 613 77 759 17004 163 239 65 [ 5000] 380 488 622 824 27 939 60 18061[ 500] 103 92 238 540 645 62[ 500] 749 80 813[ 500] 24 962 19048 151 274[ 5000] 96 316 32 457 77 523 57 692 707 872 952[ 500] 20186 417 24 63 70 570 643 757 60[ 500] 71 88 800 904 21040 401 51 546 82 T1000] 22029 81 94 163 360 434 70 879 89 23130 324 683 963 24011 20 91 129 277 338 489 589 25122 348 51 589 731 49 913 39 41 26064 132 62 67 317 448 659[ 3000] 77 704 852 910 27052 121 200 5 22[ 500] 97 560 661 93 805 928 28108 327 442 64 531 615 67 71 995 98 29199 221[ 500] 315[ 1000] 434 47[ 500] 58 92 505 75 860 938 78 30056 80 236 396 480 805 64 31103 385 652 57 774 908 82 32021 173 390 732 38 849 87 950 33117 604 23 36 34014 317 514 88 660 771 35446 617 49 88 [ 500] 814 36029 108 432 130001 74 571 862 94 37096 110 81[ 5001 234 507 658 61 708 38316 39[ 500] 402 669 734 15001 909 20 39051 52 214 381[ 1000] 95 579 652 746[ 500] 74 904 40093 122 266 303 26[ 500] 417 615 18 94 784 41108 39 217 19 435 63 96 649 64 777 942[ 1000] 42093 303 9 90 432 46 577 11000] 647 853 43064 84 131 542[ 1000] 59 820 990 98 44330 402 530[ 3000[ 620 36 67 736 76 45003 290 419 25 519 609 746 951 46025 11000 421 539 41 49[ 1000] 90 628 31 47291 454 524 837 1500] 57 48014 124 41 71 262 350 97 482 670 799 866 933 47 59 49104 430 61[ 1000] 513 627 38 867 50019 204 62[ 500] 306 24 30 32 56 430 571 825 30[ 3000] 86 51001[ 500] 28 87 147 346 81 411 754 867 10001 971 52036 111 18 225 349 55 463 570 86 695 718[ 1000] 819 53020 103 61 66 534 665 71 757 857[ 1000] 964[ 1000] 54122 467 558 78 775[ 500] 827 53 55193 219[ 500] 54 411 49 547 93 609 61 98 789 56123 87 88 227 32 49[ 1000] 345 754 60 811 38 57129 202 725 87 864 996 58272 80 578 759 802 93[ 3000] 911 59125 34 346 472 79[ 3000] 516 93 757 816 60189 310 19 75[ 3000] 412[ 500] 61249 310 46 594 680 875 62041[ 1000] 62 199 219 98 467 547 622 795 860 900[ 500] 63029 223 40 345 509 64 689 874 941[ 1000] 64092 134 61 83 344 94 512 18 67 614 46 800[ 500] 24 68 65014 20 31 88 261 73 352 408 506 23 624 779 918 66138 656 717[ 3000] 844 67014 269 96 457 68 500 789 804 925 36 68093 195 300 461[ 500] 66 555 89 97 606 858 69048 54 380 414 728 953 70028 83 208 51 445 512[ 1000] 719 78[ 500] 841 71052 13000] 185 213 97 321 521 1000] 80 730 85 887 975 80 72018 77 144 253 401 14 73 94 536 742 78 996 73252[ 500] 61 303 40 53 453 549 607 724[ 10001 72[ 500] 957 74111[ 500] 212 43[ 500] 460 667 75086 312 17 22 44 595 997[ 3000] 76013 121 373 417[ 500] 509 89 906 22 46 77000 242 60 68 738[ 5001 886 5001 78042 51[ 500] 271 305 404 683 853[ 5001 900 79080 231 319 429 35 538 64 901 16 34 F30001 80185 216 43 455 748 65 891 96 988 81479 684 885 902 82079 84 130001 133 248 360 404 60 522 911 83040 76 168 222.38[ 3000] 392 403 8 724 97 98 937 84067[ 3000] 77 286 89 483[ 500] 573 680 945 85411 585 718 815 47 66 928 86058 194 227 453 640 08 931 47[ 500] 51 93 87074 88 100 565 620 762 888 88111 370 86 533[ 500] 670 1500] 89022 244 56 342 51 553 [ 1000] 796 90047 103 212 449 87 534 840 948 99[ 500] 91111 323 407 86 501 836 44 92169[ 500] 213[ 500] 695[ 500] 797 130001 948 93555 79 634 89 843 1000] 94027 31 162 312 53 476[ 1000] 98 518 639 810 59 97 95006 88 95 301 12 15 45 53 486 617 82 818 96036 62 77 1500] 133[ 500] 325 43 57 466[ 500] 735 80 835 97001 22 81 87 172 289 347 64 436 519 687 702 852[ 3000] 985[ 1000] 98050 100 6 244 411[ 500] 58 743 871 85 99029 35 137 93[ 500] 211 392 96[ 3000] 439 618 24 1500] 731 40 54[ 500] 840 89 981 100034 78 79 84 173 372 92 418 821 913 25 101017 126 228 82 424 848 102001 76 93 251 419 28 60 620 67 725 816 67 85[ 1000] 103142 371 77 495 769 74 5001 876[ 500] 937 104043 52 136 58 294 442 510 632 73 735 55 963 105188 258 80 539 110001 94 625 837 961 106042 122 47 81 229 64 339 500 482 515 796 803 40 948 107039 101 229 353 59 401 49 518 656 875 98 953[ 1000] 73 108067 295 629 45 302 818 977 109173 91 315 469 562 64[ 1000] 75 757 803 940 110087 124 200 72 477 550 62 73 790 865 994 111128 208 36 58 382 502 677[ 5001 8900 19 86 112155 712 600 954 113095 123 77 289 96 391 454 den 1. Dezember 15, 1,50 20,- Mark 2,-" Verlangen Sie beim Bezahlen an den Kassen einen Bon. geben wir doppelte Rabatt- Marken. 501 5 600 26 803 34 114233 612 115122 30[ 5001 263 312 460[ 500] 557 906 116094 226 37[ 1000] 357 484 583 766 117632 785 876 118004 112 56 350 55 492[ 500] 919 38 70 84 97 119065 67 85 195 358 496: 512 15 32 50 618 763 823[ 500] 60 120737 121083 180[ 500] 500 704 T30001 24 892, 94 98[ 3000] 982 122236 353 440 59 73 524 697 823 123153[ 500] 211 583 824 90[ 500] 124111 312 27 446 843[ 500] 66 955 125004[ 500] 242 346 47 449 501 20 29 41 633 41 58[ 1000] 728[ 500] 60[ 500] 897. 126015 113 467 127071 169 201 40 45[ 10001 61 [ 3000] 340 815 929 128218 501 32 875[ 500] 129124 530 726[ 3000] 33 927 130456 564 645 746 64 807 16 49[ 500] 93 937 131076 132234 309 672[ 1000] 759 94 857 74 917 133244 503 863 134054[ 500] 80 94 194 214 30 562 [ 1000] 621[ 500] 57 806 135033 126 50 59 68 299 305 404 6 57 75 539 83 611 42 136184 274 306 69 [ 1000] 479 599 672 709 47 947 137356 406 832 138184 286 349 99 453 554 692 94 743 45 85 953 139055 78 294 580 90[ 500] 937[ 500] 140015[ 1000] 92[ 500] 133[ 3000] 35 227 35 95 365 443 560 621 975 141130 344 58 85 417 631 925 32 142088 197 400 11 13 504 34 64 806[ 500] 911 [ 500] 143062 348 83 489 674 717 61[ 1000] 970 99 144006 25 68 166 233 365[ 500] 456 516 26 83 87 697 737 808[ 500] 52 930 56 145002 47 55 135 60 85 272 327 426[ 1000] 740 819 910 93 146004 88 316 54 452 515 716 147103 435 520 774[ 1000] 871 948 51 97 148126 337 441[ 3000] 619 727 149104 206 56 81 [ 3000] 363 89 482 505 45[ 500] 720 24 851[ 1000] 150007 153 61 271 646 92 721[ 1000] 34 846 151041 415 556 695 895 152001[ 500] 123[ 3000] 239 442 634 792 830 944 89 153042 160 62 64 479 659 60[ 1000] 839 154160[ 30001 370 99 477 762 961 [ 500] 66 155074 143 55 76[ 1000] 90[ 5001 293 373 651 88 727 866 936 156010 88[ 1000] 251 55[ 500] 86 94 363 537 69 752[ 500] 802[ 3000] 51 973 157019 135 292 304 795 953 158116 209, 350 542 69 955 159088 183 418 679 803 160049 110 11 95 448 542 64 90 694 798[ 500] 887 161096 125 63 282 438[ 30001 162057[ 500] 209 501 10 788 849 66 926 163009[ 500] 53[ 500] 165 94 317 410 92 527[ 500] 601 99 837 917 164095 47[ 500] 667 725 41 79 903 166175 209 90 389[ 500] 221 49 466 642 900 4 165047 87 138 216 512 26[ 30001 470 519[ 3000] 617 750 896 993 167023 286 385 410 28[ 500] 52 531 666 1500] 709 841 996 168082 180 236 470 10001 557 818[ 1000] 33[ 500] 67[ 3000] 169057 106 21 339 432 41 624 71 739 991 170073 159 471 576 619 45 93 741 837 55 64 970 171010 58 116 32 83 318 59 85 429 549 604 705 814 21 939 46 71 172113 264 332 471 515 688 803 949 173023 67 82 116 72 229 326 483[ 500] 586 94[ 1000] 653 756 174001 35 222 353 488 552 999 175057 79 93 259 66 76 364 441 60 72 782 176098 378[ 1000] 441 50 71 530 35 44 73 744 955 81 177049 50 275 487 535 73 746 54 72 857 948 178091 413 580[ 30001 636 70[ 500] 850 179041 291 509 19[ 500] 651 [ 3000] 923 180007 227 561[ 3000] 711 874 96 946 59 71[ 1000] 181151 54 414 551 664 776 874 182221 33 515 83 755 833[ 500] 987 183152 200 77 375 491 660 90 967 71 184033 346 650 91 791 823[ 500] 185302 470 720[ 1000] 45 58[ 1000] 186068[ 500] 477[ 500] 511 20 53 75 722 80 187136 634 802 61 188051 59 128 50 13000] 332 77 429 39 562 656 91 5001 778[ 500] 835 75 969 189014 64 118 19 65 311[ 500] 641 67 719 60 86 857 937 190047 146[ 1000] 385 91[ 1000] 490 620 727 85 945 86 191124 220 33 62 368 415 18 87 509 731 11000] 966 192043 102 62 283 88 376 466 193191 95 500 59 772 92 834 50 194058 68[ 5001 69 151 1500] 65 201 25 310 37 428[ 500] 532 45 708 855 71 902 195028 54 193 230 417 608 42 96 732 59[ 1000] 97 893 196002 29 34 104 336 50 783 808 947 197179 246 53 348 472 510 619 69 763 828 36 949 198185 241 318[ 1000] 28 694 709 64 853 82 199117 97 379 94 744 830 945 72 200134 36 95 223[ 1000] 53 56 442 627 35 994 201089 1500] 119 256 353 610[ 500] 38 930 41 59 202124 288 470 501 70 90 600 1 19 56 917 203119 293 322 29 90 516[ 5001 719 855 992 204137 72 358 75[ 500] 401 69 97 638 777[ 1000] 99 849 63 205027 171 395 431 32 54 59 572[ 1000] 713 25 1500] 83 863 [ 500] 945 206242 378 402[ 1000] 35 816 916[ 3000) 207209 325 42 596 623 701 890 208039 48 90 113 89 398 527 971 209096 165 212 409 12 15 89 512 24 930[ 3000] 69 98 210174 299 400 27[ 3000] 649 827 56 908-72 211003 34 212 72 350 81 473 612 774 841 212028 47 226[ 1000] 40 361 82 431 89 602[ 500] 74 811 18 1500] 951 213257 325 629 87[ 1000] 729 47 48 98 [ 500] 961 85 214025 180 245 585 677[ 500] 962 215077[ 500] 105 28 311 487 516 62[ 500] 93 646 900 9 216055 359[ 3000] 535 606[ 30001 68 727[ 3000] 843 [ 5001 89 923 78 217021 120 224[ 1000] 26 1000] 653 [ 1000] 797 218027 221[ 30001 53[ 10001 540 48 693 700 843 70 950 219002 251 69 302 440 45 49 50 508 70 727 53 822 220041 223 47 89 741 221045 79 92 110 223 311 79[ 1000] 477 93 605 940 222000 396 473 506 866 947 49 89 99 223046 339 87 89[ 500] 689 730 835 916 84 Im Gewinnrade verblieben: 1 Brämie au 300 000, 3 Gewinne an 10 000 10 3 5000, 135 3000 210 1000 827 500 t E 17.Bichung 5. Klasse 211. Kgl. Preuß. Lotteric. 16 116 22 265 395 484 558 841 74 905 109046 92 381 486 Biehnng von 28, Rovember 1904, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 tt, hnd den betrenenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.). Nadbrud verboten. 127 355 478 562 662 748 889 966 1149 66 254.99 360 70 553 84 658 735 804[ 500] 12 932 71 2103 236 342 80 422 926 13000] 61[ 10001 3049 111 278 634 53 81[ 5000] 717 815 61 96 911[ 500] 44 53 88 95 4023 114 515 44 48[ 3000] 52 605 1000] 749 868 5078 86-132 290 429 796 879 94[ 1000] 6070 127 29 75[ 500] 238 331 418 52 80 86 518 35 41 618 46 768 920 21 7095 132 87 557 618 905 6 8040 72 86 88 185 310 11 410 609 806 908 76 9026 62 70 133 231 364 494[ 3000] 540[ 500] 664 786 87 807[ 5001 70 10053 97 267 395 513 66[ 500] 724 986 11167 288 98 300 22 438[ 500] 542 80 657 903 66 12171 75 276 461[ 500] 13219 453 89 674 742 56 821 78 87 917 34[ 500] 14030[ 5001 142 49 283 528 619 81 15001 718 21 57 61 869 976 15086 196 241 384 1000] 556 837 16143 59 245 325 450 10001 536 13000] 17025 28 1000] 189 250 73 425 504 42 88 842 18090 257 389 416 96 563 84 616 34 798[ 30001 800 948 49 19006 46 87 162 224 32 325[ 3000] 465 627 62 709 81 884 20143 209 23 363 431 592 672 879 913 17 35 21209 62 656 91 759 80[ 3000] 821 920 56 22013 44 54 238 40 58 358 81 458 59 516 886[ 500] 933 23353 467 563 788 805 25 956 24018 15001 64 514 15 90 645 810 26 84[ 1000] 25037 106 282 315 89 453 454 569[ 3000] 652 822 44 991 27047 68 364 706 680 778 837 69 79 987[ 5001 26035[ 10001 353 65 28010 562 634 61 811 29003 156 92 254 79 573 623 25 89 700 71 904 30205 13 23 27 313[ 50001 435 49 928 51 31164 294 403 60 71 83 699 762 82 855 64 32052 130 273 383 86 509 656 763 812 28 82 33054 104 83 282 320 440 547[ 3000] 59 686 734 36 863[ 500) 917 37 54 61 75 34346 1000] 537 64[ 1000] 826 91 954 35028[ 5001 106[ 500] 18 33 97 272 73 36001 76 182 [ 3000] 215 22 83 314 42 504[ 500 758 61[ 3000] 829 40 77 911 41 37026 157 72 277 311 422 535 79 646 772[ 1000] 925 38067 76 277 89 537 97 772 940 39186 227 75[ 3000] 389 455 561 630 38 67 87 785 880 99 940[ 3000] 40418 594 609 712 15 847 941 41130 280 88 613 [ 1000] 18 79 92 716 29 829 978 42038 95 175 203 35 56 324 55[ 1000] 434 541[ 3000] 747 88 816 60 94 43061 99 108 63 255 J5001 428 85 698 804 28[ 3000] 916 40 44093 436 76 891 45276[ 3000] 306 461 611 875 956[ 1000] 46011 73 166 625 832 65 908 47154 236 74 453 97[ 500] 578 666 741 69 3000] 921 48067 177 15001 231 73 527 44 661 T10007 67 908 49052 188 213 81 89[ 3000] 551 911 50150 81 232 359 79 423 49 75 545 643 340 034 56 51178 223 99 428 660 52041 97 15001 135 390 538 [ 3000] 91 653 69 787 898 10001 950 53110 291 487. 54226 478 535[ 5001 852 983 55079 91 183 513 [ 1000] 673 84 99 777 500] 803 14 94 914 56099 171 330 446 59[ 1000] 796 902 8 76 57030 55 90 168 [ 1000] 240 88 376 459 525 613 39 879 90 990 58165 292 362 629 851 59046 162 360 T3000] 466 633 55 94 60039 60 98[ 500] 242 810 15 933 61017 80 82 273 375 493 737[ 500] 907 18[ 500] 71 62526 84 654 63003 58 167 298 303 58 63 625 768 77 91[ 10001 900 7 72 64009 21 178 292 548 66 607 80 771 809 97 65086 [ 500] 137 61 366 465 536[ 1000] 637 79 862 938 78 66038 130 301 457 565 748 825 34[ 5001 67195 97 392[ 3000] 609[ 500] 95 772 88 909 43 71 77 68126 62 346 78 409 599 627 778 819 69072[ 3000] 413[ 500] 25 569 81 642 56 805 79 955 70007 263 301 403 92 564 67 T1000] 630 88 758 823 945 71008 33[ 500] 108[ 500] 215[ 500] 46 374 519 20 662 15001 862 72072 303 427 529 15001 82 97 684 878 920 73066 69[ 5001 86 216 42 54 96 891 74101 291 537 44 75032 196 99 202 49 64 326 74 429 63 598 658 76288 311 445 63[ 1000] 542 940 77035 92[ 3000] 153 247 323 428 584 662 15001 97 757 900 78026 60[ 1000] 120 46 363 727 80 921 50 79085 393 421 565 610 70 787 940 57 80026 67 297 566 771 820 48 81117[ 3000] 30 40 67 419 26 60 503 33 611 751 98 840 75 982 82053 86 256 330[ 1000] 70 541 15001 618[ 3000] 22 768 83132 41 310 81[ 5001 454 747 965 84279 435[ 3000] 576 607 772 940 85055 58 209 41 303 10 425 583 748 60 817 73 943 86062 77 99 13000] 658 888[ 5001 998 87639 43 44 707 35 892 901 88024 35 83 133 222 84 499 610 958 62 89110 271 379 536 689 784 803 12 90161 469 514 828[ 3000] 907 91007 127[ 500] 225 333 1500 90 924 92051[ 500] 55 124 500 259 88 340 567 610 84 754 841 56 93158 398 514 52 63 640 737 827 951 94115 58 80 238[ 1000] 638 51 817 969 95094 99 357 685 716 97 831 97 96073 507 10001 603 83 717[ 1000] 906[ 3000] 28 60 97010 742 67 847 98044 262 617 27 900 1 99558[ 10001 743 73 815 32 963 100012 39[ 1000] 72 205 9 30 307 28 608[ 500] 101105 27 43 92 283 468 785 833 102005 36 15001 708 12[ 500] 93 95 103162 202 87 99 310 70 819 104063[ 500] 206 10 87 494 617 991 105062 178 268 [ 500] 313 106163 376 486 577 646 78 98 710 27 76 854 951 107006 83 161 570 703 96 871 72 924 108003 550 627 99 902 68 96[ 5001 110165 94 379 400 667 701 24 111606 14 728 [ 3000] 929 112047 115 21 382 410[ 3000] 53 535 41 604 68 909[ 500] 113051 121 94 260 307 440 67[ 3000] 568 1500 851 999 1500] 114073 566 652 115030 522 28 50 625[ 1000] 827 34 78 116050 109 396 557 117012 62 170 327 411 93 569 93 760 118103 207 311 87 533 119084 185 200 74 401 540 59 64[ 1000] 80 82 658 703 897 930 120062 96[ 500] 195[ 500] 472[ 1000] 515 650 775 916 121034 81 178 266 304 10 35 428 33 679 909 44 122136 63 78 79 333 46 59 73[ 1000] 591 787 900 123088 349 63[ 500] 430 588 622 28 742 884 927 84 124021[ 500] 174[ 500] 406 521 30 92 97 674 719 125018 27 125 39[ 500] 53 54 203 404[ 500] 27 545 52 639 964 97 126058 116 18 94 282 394 407[ 3000] 870 954 127019 45 53 101 278[ 1000] 318 94 454 82 585 619 84 797 923 128044 101 81 94 289 439 807 129034 170 221 320 34 502 769 832 44 56 73 918 773 130047 544[ 1000] 81.702 131050 79 134[ 5001 133099 387 653 94 826 43 957 134062 197 250 55 [ 1000] 661 725 840 89 968 135060 136 70 344 520 98 699 1500] 735 886 136117 212 17[ 500 80 425 559 626 [ 1000] 58 84 736 44 56 67 917 64 137015 60 408 620 138026 70 116 22 85 316 830 139191 335 476 652 727 837 44 140004[ 500] 271[ 1000] 333 420 34 71 543[ 500] 76 724 867 73 97 956 141005 16 81 252 328 684 811 142108 236 313 430 92 582 659 65 143115 366 461 144396 506 32[ 1000] 916 145180 84 258 668[ 500] 71 711 88 146107[ 500] 227 616 21 58 715 26 70 90 925 71 1000] 147049 593 610 743 810 19 53 148246 360[ 500] 471 843 149011[ 500] 277 547 752 88 816 150058 111[ 1000] 207 18 305 518 151035 159 91 217 335 524 726 935 51 86 152016 82 684 820 25 153036 151 57 68 82 286 90 420 569 77 613 707 154162 86 258 417 93 638 822 61 990 155056 184 216 361 449 73 514 668 744 83[ 1000] 942 156093 172 290 439 740 [ 3000] 59 80 89 877 157005 55 178 483[ 3000] 545 99 651 64 804 82 923 158136 234 471 565 711 867 978 159074 124 55 401 85[ 3000] 546 808 78 93 94 160051 67 204 97 314 406 87 562 744 910 161032 91 124 57 384 558 80 89 736 40 800 957 162004 79 239 312 25 30 407[ 3000] 48 98 773 907 30 37 73 163199 261 82 821 489 826 36 110001 63 963 66 78[ 1000] 93 164001 [ 1000] 44 175 271 369 692 97 784 840 10001 907 53 165075 483[ 3000] 539 48 64 824 166176 374 482 534 55 604[ 3000] 12 840 167054 59 182 313 453 504 635 702 839[ 1000] 974 168505 11 93 618 48 793 169010 212 33 59[ 600] 341 562 806 43[ 3000] 170063 360 110001 517 171045[ 500] 316 43 747 921 172052 77 228 326 84 458 577 631 57 744 94 808 24 994 173068 217 81 300 22 75 869[ 30001 72 75 996 174248 63 340 60 439[ 1000] 886 175006 309 417 575 780 176004 83 184[ 3000] 244 315 65 485 634 812 902 7 177041[ 500] 147 294 373 92 638[ 500] 799 899 953 75 88 178110 284 93 359 75 646 794 863 179013 245 67 344 567[ 500] 600[ 1000] 751 86 803 180053 321 68 76 558 85 652 814 905 15 181238 [ 500] 321 40 639 69 893 182095 446 62[ 3000] 511 71 812 18 62 947 183065 97 186 218 52 374 85 94 522 74 604 68 747[ 3000] 805 184208 448 842 82 929 40 185021 48 94 109 305 456 629 818 934 51 186044 63[ 500] 154 210 27 69 372 88 451 55 638 730[ 500] 99 854 93 187234 71 350 434 45 524 604 70 81 728 38 55 84 188110 385 [ 500] 867 954[ 10 000] 61 189025 34 36 189 215 421 522 745 59 842 94 933 190186 94 205 373 499 683 821 191145 498 553 673 865[ 500] 192171 318 28 687[ 1000] 889 957 83 193045 96 233 57[ 3000] 327 422 23 35 90 601 57 795 821 63 949 194002 386 461 510 635 54 81 195086 242 70 428 910 196060 65 634 78 976 197025 166 [ 5000] 305 8 92 653 734 86 198150 307 24 38 404 594 608 76 199061 100 64 222 698 716[ 500] 50.91 976 92 200158 306 26 96 438 539 691 768 891[ 3000] 993 201006 35 39 51 90 230 45 47[ 3000] 62 71 350 518 95 97 611 55 860 928 202448 79 934 203224 478 708 16 17 68 866[ 1000] 946 51 204127 73 96 221 96 552 603 26 724 922 48 83 205270 304 78 99 492 576 610 81[ 500] 741[ 30001 833 937 206017 46 532 696 [ 3000] 972 207318 63 470 98 515 876 931 58 208094 161 228 441[ 5001 87 614 38 777 874-936 209074 199 202 52 312 602 928 46 210068 139 538[ 500] 68 802 211266 334 434 610 20 81 708 97 898[ 1000] 212031 76 78 97 392 632 814 82 213103 290 416 63[ 30001 558 625 799 999 214046 147 98 223[ 10001 307 25[ 3000] 88 560 95 681[ 3000] 730 54 80 889 907 110001 215078[ 500] 133 238 418 19 549 692 777 87 871 216322 40 455 562 70 642 743 821 960[ 500] 217135 358 485 543 218122 15000 39 82[ 1000] 220 84 312 461 530[ 1000] 753[ 500] 77 219233 80 448 54 624 38 778 947 59 857 220089 143 228 30 300 415 16 644 90 718 89 947 221203 44 99 304 57 843 222075 87 201 455 635 223085 118 441 92 615 59 69 110001 86 726 81 875 992 Im Gewinnrade verblieben: 1 Brämte a 300 000 R 2 Gewinne 1000 65000 86 4 8000 161 a 1000 L 240 a 500 RI Beranti. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Druck u. Berlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 280. 21. Jahrgang. 2610 Soziales. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 29. November 1904. 19U Arbeitskammer oder Arbeiterkammern. lohn für geleistete Arbeit zu zahlen und stützt sich hierbei auf eine Die Pensionsvorlage der Dresdener Orts- Krankenkasse entspricht Bestimmung der Arbeitsordnung, die für die Fälle geschaffen in ihren Hauptbestimmungen dem fächsischen Staatsdiener- Pensionsist, wo die Fertigstellung eines Affords unmöglich wird. gefeß. Der Anspruch der Aerzte auf Ruhegehalt im Alter oder bei Der Kläger vertrat dagegen den Standpunkt, daß die Bestimmung eintretender Invalidität tritt nach zehnjähriger Tätigkeit als KassenDie in der Ueberschrift gekennzeichnete Frage ist jüngst mehrfach hier nicht anwendbar sei. Es habe sich ja um eine Ausarzt ein; der Kassenvorstand verzichtet nach dieser Amtsdauer auf das erörtert worden. Das„ Korrespondenzblatt der Generalkommission" sperrung gehandelt und der Unternehmer könne sich nicht, wie er vertragsmäßig ihm zustehende Kündigungsrecht. Der Anspruch des hat dazu in einer Artikelferie Stellung genommen und es resumiert es tue, darauf berufen, daß auch der Arbeiter mit aus dem Betrieb Raffenarztes tritt dann ein, wenn er nach mehr als zehnjähriger feine Anficht im Schlußartikel in folgenden Sägen: hinausgegangen sei, der den Gasmotor immer bedient habe. Den Thätigkeit zur Ausübung der kaffen- und privatärztlichen Pragis 1. Für die Repräsentation und Interessenvertretung der Arbeiter Gasmotor tönne jeder anlassen. Das habe auch ein junger Mensch dauernd unfähig wird oder wenn, er das 60. Lebensjahr vollendet im Sinne der Aeußerung von Meinungen, Vertretung von Forderungen, vielfach getan. Und am Tage, wo Kläger angeblich wegen Mang els respektive 25 Jahre als festbefoldeter Stafsenarzt fungiert hat. Stellung von Anträgen und Abgabe von Gutachten genügen reine der Motorkraft hinaus mußte, habe der Wertmeister sogar Nur das feste Jahresgehalt wird der Berechnung des RuheArbeiterkammern. Die beste Arbeitervertretung aber find die Gewerk den Motor in Betrieb gesezt. Auch hätte sich Kläger erboten, gehalts zu Grunde gelegt. Pensionsbeiträge haben die Aerzte nicht schaften selbst, deren Kartelle ,, Verbandstage und Kongresse. die Arbeit bei einem Aufschlag bon 40 Prozent mit zu zahlen. Unter den angeführten Voraussetzungen werden die 2. Sollen diese Kammern mehr als bloße Arbeiterausschüsse mit Fußbetrieb fertig zu machen. Tatsächlich sei es wohl dem Unter- Pensionssätze in der Weise feßgesetzt, wie das nach dem sächsischen unverbindlicher Meinungsäußerung sein, sollen sie in Verbindung nehmer darum zu tun gewesen, ihn aus der Fabrik mit den anderen Staatsdiener- Pensionsgesetz erfolgt. Die Kaffe bat jetzt 197 festmit Arbeitsämtern staatliche Befugnisse der Selbstverwaltung und zusammen heraus zu haben. Die Verhandlung der Sache ging durch angestellte Aerzte. einen In dem Regelung der Arbeitsverhältnisse ausüben können, so müssen wir mehrere Termine. erklärte der Vorsitzende Unter der Arbeiterschaft machte fich vereinzelt eine Opposition Arbeitskammern auf paritätischer Grundlage fordern. Dr. Wölbling, daß die Bestimmung bezüglich der Unmöglichkeit der gegen die Vorlage geltend und es haben mehrere Gewerkschafts3. Paritätische Kammern isolieren und schwächen den Einfluß Vollendung des Affords hier nur Anwendung finden könnte, wenn versammlungen durch Annahme von Resolutionen dagegen protestiert. der reinen Interessenvertretungen des Unternehmertums und üben der Arbeitgeber wirklich nicht in der Lage sei, den Afford vollenden Tennoch ist die Vorlage des Vorstands mit überwältigender Mehrdurch ihre Initiative eine stärkere Wirkung auf Regierungen und zu lassen, nicht aber, wenn der Arbeitgeber ihn willkürlich unter- heit angenommen worden. Verwaltungen als jene aus. Sie schränken die Macht der Bureau- breche. Der Gerichtshof scheint denn auch der Meinung gewesen fratie ein und bringen den sozialpolitischen Fortschritt wirksamer zur zu sein, daß der letztere Fall vorliege, denn er schlug einen Vergleich Geltung. auf 35 M. vor, was bei einem Objekt von 38 M. einer Verurteilung ähnlich sieht. Man verglich sich auf 35 M. 4. In jedem Falle muß ein direktes, allgemeines, gleiches und geheimes Wahlrecht der Kammer das volle Vertrauen der Arbeiter fichern; für paritätische Kammern ist ein solches wegen ihrer berantwortlicheren Stellung in höherem Maße notwendig. Witterungsübersicht vom 28. November 1904, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer. Wind richtung Windstärke Wetter 2bedeckt 2Nebel wollig Temp. n. C. Stationen BarometerWind richtung Windstärke 6 Haparanda 744 D Weller 4Schnee 1 Betersburg 751 DSD 1 bedeckt O Cort OAberdeen 757 N -18 Paris 758 SW Temp. n. 6. [ 8r= ༄ ༅ ༑|° 4 wollig 3 1halb bb.2 Die Dresdener Orts- Krankenkasse hat nunmehr ein seit langem Ovorbereitetes Projekt, den angestellten Kassenärzten die Pensionsberechtigung zu verleihen, der Verwirklichung nahe Swinemde. 756 S23 Affordunterbrechung durch Aussperrung. gebracht. Die Generalversammlung hat die Pensionsvorlage des pamburg 758 8 Der Metalldreher F. flagte gegen Dr. Hanfland, den Inhaber Staffenvorstandes mit 187 gegen 17 Stimmen angenommen. Wenn Berlin 757 Still einer Fabrit für chemische und baktereologische Instrumente, beim der Beschluß nicht auf Widerstand bei der Aufsichtsbehörde stößt Franti.a.M. 759 52bebedt Gewerbegericht auf Zahlung von insgesamt 38 M. Lohn. Der oder der ärztliche Bezirksverein die den Kassenärzten verliehene München 758 GD Bien 760 928 1 bedeckt größere Teil dieser Summe macht den Rest des Gesamtpreises eines Pensionsberechtigung nicht für standesunwürdig erklärt, was in der Wetter- Prognose für Dienstag, den 29. November 1904. Sem Kläger übertragenen Affords aus, den er nicht fertigstellen Zeit des Schwärmens der Aerzte für die freie Arztwahl wohl Zunächst etwas tälter, zientlich beiter; später wieder zunehmende Er konnte, weil die Aussperrung der Arbeiter dazwischen gekommen war. möglich ist, dann wird die Pensionsberechtigung der Kassenärzte wärmung und Bewölkung mit geringen Niederschlägen und mäßigerz westDer Unternehmer hält sich nur für verpflichtet, eine Art Durchschnitts- Tatsache werden. lichen Winden. Berliner Wetterburea 2 heiter SUNLIGHT SCHUTZMARKE SEIFE GARANTIRTS UNVERFALSCHT GARANTIRT FRED UNVERFALSCHT VON SCHADLICHEN BESTANDTEILEN Sunlight Seife Wenn die Hausfrau darauf besteht, daß uur Sunlight Seife für ihre Wäsche zur Verwendung kommt, dann hat fir nie Anlaß, über vorzeitiges Abuühen des häuslichen Sinnenfchakes in tranern! Wenn die Wäscherin nur Sunlight Seife benüßt, so hat sie nie Ursache, über aufgeriebene, schmerzende Hände zu klagen! Sunlight Seife ift konzentrierte Seife, fie löft allen Schmutz einzig und allein durch ihr ureigenftes Reinigungsvermögen. Zum Waschen ist nur wenig Seife erforderlich, weil sie sich leicht über große Flächen verteilt; deshalb bedingt sie auch nur geringe körperliche Auftrengung. Sunlight Seife ist anerkannt das drukbar billigste Wafdhmittel. Die Fabrik übernimmt jede Garantie, daß ihr Fabrikat frei von jeglichea schädlichen Bestandteilen ist. Gegründet 1825. Fr. Hahn Berlin C. 25 Alexander- Platz Damen- Konfektion. Bmalis Wegen vorgerückter Saison sind die Preise bedeutend herabgesetzt. Ein Posten Blusen aus Winterflanell in verschiedenen Streifenmustern. Ein Posten Blusen aus guten reinwollenen Stoffen in kariert oder gestreift • 4 · • Ein Posten elegante Wollblusen, beste Verarbeitung, aus modernen, karierten Zibeline- und Lup- Stoffen. Ein Posten Kostümröcke aus bestem, reinwollenen schwarzen Cheviot, auf Futter gearbeitet Ein Posten fussfreier Regenröcke aus gediegenem, marengofarbigem Stoff mit Tuch- Applikation Ein Posten fussfreier Regenröcke aus marengo oder marine Double- face- Stoffen( mit angewebtem Futter) Ein Posten Morgenröcke aus gutem Winterflanell in schönen Streifenmustern • Ein Posten Morgenröcke aus gewebtem schweren Flanell in verschiedenen Streifenmustern mit farbigen Effekten Ein Posten Damen- Jacketts aus schwarzem, schwerem Eskimotuch mit farbigem Futter • Ein Posten Theater- Capes aus schweren Zibelinestoffen mit angewebtem Futter, helle und mittlere Farbent., mit Pelz besetzt M. 1.35 und 1.65 M. 3.90 M. 5.40 M. 4.25, 5.50, 6.50 M. 4.25, 5.30 M. 6.60 M. 4.60 M. 8.50 M. 8.80 M. 12.80 Der Weihnachts- Ausverkauf ist eröffnet. In allen Abteilungen Artikel zu herabgesetzten Preisen. Die Weihnachtspreisliste wird auf Wunsch zugesandt! ↑ Nur die einzig dastehenden X Fielitz- Brikets ( allererste Marke des ganzen Senftenberger, Clettwitzer, Ober- und Niederlausitzer KohlenRayons) haben, in kleine Stücke geschlagen, die vollständige Heizkraft der Steinkohle( rotglühende Platten auf der Küchenmaschine) und übertreffen in ihrer langanhaltenden Schmelzglut den Koks in der Zeitdauer ums Doppelte. 100 Stück 7zöller Fielitz- Brikets 父 kosten ab meinen Filialen 75 Pf., für 10 Pf. 13 Stück. 930L* Edmund Beese, Kontor: Schwedterstr. 43. , 50Mk. Nur 10 jede Uhr bei mir zu reparieren u. reinigen unter Garantie des Gutgehens( ohne Bruch), kleine Reparaturen billiger. Grosse Auswahl in Uhren u. Goldwaren zu billigsten Preisen. Goldene Damen- Remontoir, 10 Steine, v. 18,-, Goldene Herren- Doppel- R kapsel- Remontoir v. 50,-, Silberne Remontoir v. 9,-, Regulateure, Freischwinger, Wecker- u. Wanduhren. Goldene Herrenu. Damen- Ketten, Ringe, Schmucksachen in modernsten Façons für jeden Geschmack. Für jede bei mir gekaufte Uhr leiste 3 Jahre Garantie. 3897L* Karl Lux, Uhrmacher, Chausseestr. 34. Jede Uhr& bod zu reparieren und reinigen kostet bei mir unter Garantie des Gutgehens nur 1 Mt. 50 Pf., außer Bruch, eine Reparaturen billiger. Großes Lager in Uhren, Goldwaren, Ketten zu erstaunlich billigen Preisen. Dukaten Trauring, 900 geft., 1%, Dukaten 15,50, 2 Dukaten 20,50. Für sämtliche Waren schriftliche Garantie. Echt Rathenower Brillen, Bincenez, Operngläser. Mein seit 16 Jahren beflehendes Geschäft habe ich bedeutend vergrößert und befindet sich dasselbe immer noch Chausseestr. 78. T. Stolz, Chausseestr. 78. Jedes Wort: 5 Pfennig. Das erste fettgedruckte Wort 10 Ptg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Winterpaletots, Jackett- Anzüge, Gehrocanzüge, verfallene. Pfandleihpreise, Pfandleibhaus Weidenweg 19. Winterpaletots, Damengarderoben, Regulatoren, Freischwinger, verfallene. Pfandleihpreise, Pfandleihhaus Weidenweg 19. + 32* Trauringe, Taschenuhren, Damenuhren, Ketten, Schmucksachen, berfallene. Spottpreise. Pfandleihhaus Weidenweg 19. 889L* ertrauen Sofastoffe V muss Jede Hausfrau einem Nahrungsund Genussmittel entgegenbringen, dessen Güte amtlich durch Verlelhung der Königl. Preuss. Staatsmedaille anerkannt worden ist. Diese Auszeichnung Ist allein unter allen Margarine- Fabriken nur der MOHRA -Margarine- Fabrik zutell geworden. MOHRA wird aus feinsten Fetten, Milch und Sahne hergestellt, wie Naturbutter auf Brot gegessen und ist zum Kochen, Braten und Backen unentbehrlich. Ueberall käuflich. Man verlange nur MOHRA- Margarine. Verlangen Sie ausdrücklich den so vorzüglich schmeckenden Dänischen Anker- Kautabak. Echt nur, wenn in jedem Stüd- Schleifen oder Rollen der Firmenzettel mit Anker liegt. Nachgeahmten Tabat ohne Bettel weise 4462* man zurüd. Bu beziehen für Wiederverkäufer nur durch Carl Röcker, Berlin, Grüner Weg 112, Amt VII, 3861. Sämtl. Schnupf- u. Rauchtabake, Nordh. Kautabak. en gros. Josetti-, Garbáty. u. a. Cigaretten zu Original- Preisen. Riesenauswahl aller Qualitäten. ole: Reste! Moquettes. Plüsch: Satteltaschen. Muster b.näher.Angabe franko. Berlin, Emil Lefèvre, Brannstr. 158. A. Pietschmann, Berlin 200, Potsdamerstraße No. 77a Haltestelle Großgörschenstraße. Platten- Sprechmaschine a la Grammophon bon Mk. 30,- an. Beste Phonographen von Mk. 4,50, 8,- etc. Original Edisonwalzen a Mk. 1,50. la Künstler- Walzen a Mk. 0,75. Neubespielen alter Walzen 50 Pfg. Illustr. Preislisten gratis und franko. Leihhaus H. Graff Berlin SW., Beuthstr. 5. Brillanten, Uhren, Goldwaren, bedeutend unterm Ladenpreis. Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Fabrik- Lager sämtlicher gangbarer Kautabake. Spezialität: Nordhäuser Kautabak Kleine Anzeigen. Ringschiffchen, Bobbin, Schnell näher, ohne Anzahlung, Boche 1,00, gebrauchte 12,00. Poftfarte genügt. Köpniderstraße 60/61. Große Frankfurterstraße 43. Prenzlauerstraße 59/60. Möbel, Teppiche. Durch Zufall Trauringe, Herrenuhren, Damenuhren, Stetten pottbillig Pfandleihe Stüftrinerplatz 7. Steppdecken billigst Febril Große Frankfurterstraße 9, parterre.+37 Gelegenheitsfäufe: Baletots, Anzüge, Hosen, Kessel, Schirme, Betten, Teppiche, Steppdecken, Gardinen spott billig. Lude, Dranienstraße 131. Operngläser, Koffer, Revolver, Teschings, Bithern, Harmonitas, Geigen spottbillig. Qude, Dranienstraße 131. 3095* Unfallfachen, Strafsachen, Ein gabengesuche, Raterteilungen. Betsch, Brunnenstraße 97. + 101* Weltfometmotorräder. Zur fiegreichen Durchführung eines Prozesses gegen Kirchner u. Co., Weltkometwerte in Dresden- Mügeln, wegen eines 1 HP. Weltkometmotorrades bitte ich die werten Sportskameraden dringend um gütige Zusendung ihrer Erfahrungen damit. A. Hoffmann, Sta tionsvorsteher, Klingenmünster, Rheinpfalz. stets frisch zu billigsten Engros- Preisen. Amt 4, 3014. für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12Uhr, in der Hauptexpedition Lindenstrasse 69 bis 5 Uhr angenommen. 447L* Feftfäle mit Bühne Sonnabende Vergolderin, Weißensee, Weißen frei, größtes Entgegenkommen. Perle burgstraße 5. + 148* bergerstraße 14. 320b Junge Mädchen für Steindruderei Kupferabfälle, Meffing, Zinn, suchen Friedewald u. Frid, Neander Bint, Blei, Staniol, sämtliche Metalle ftraße 4. 310b fauft Broh, Brangelstraße 4. Fernſprecher Amit 4, 6958. 51/ 20* Vermietungen. Jm Arbeitsmarkt durch befonderen Druck hervorgehobene Anzeigen foften 40 Pf. pro Zeile. Geschäftskeller, für Milch und Maler- u. Lackiererarbeiten Obstgeschäft passend, frankheitshalber vermietbar. Bu erfragen Holzmartt straße 48a, I links. 1246* Schlafftelle 314b auf Küchenmöbel sind zu vergeben; auch stelle ich einen tüchtigen Maler und Ladierer ein. Offerten sub. R. an Rudolf Mosse, Berlin SW. 52/1 bei Gehalt. 12042 2396* Jedermann 3035 Neißzenge, Uhren, Ketten, Ringe, nienstraße 57, Morizplaz. Patentanwalt Dammann, Dra Rat in Brillanten, Goldsachen, Regulatoren, Patentsachen. Spottbillig. Lude, Dranienstraße 131. Rechtsbureau( Andreasplay) Möbelverkauf in meiner Möbel Grünerweg vierundneunzig. LangSchlafstellen. fabrik Wallstraße 80-81, nahe Spittel Teilnehmer zur 126/ 13* möblierten markt. Infolge des großen Umzugs jähriges! Erfolgreichstes! befinden sich am Lager viele zurüd Schlafstelle fucht Jacobeh, Kolberger hohen Verdienst durch Vermittelung Nähmaschinenreparaturen merstraße 26. bon Versicherungen. Ev. Tagesspesen, gefekte und verliehen gewesene Möbel, den schnell und billig in meiner Freundliche die wie neu Blücherstraße 69. find, Kleiderspind, eignen Werkstatt ausgeführt. BellNachmittags 5-7. Bertito 27,00, Ausziehtisch 16, Muschel- mann, Gollnowstraße 26, nahe der Schmidt, Wasserthorstraße 42, Hof bettstelle mit Federmatraßen und Landsbergerstraße. 16* lints I. Reillissen 36, Taschensofa 50, Paneel- Aufpolsterung! Sofa 5,00, Matratze fofa 70, Waschtoilette 20, Ruhe 4,00, auch außerm Hause. Bachmann, hausenstraße 3 bei Frau Hinz. bett 25, ganze Einrichtungen billigst. Blumenstraße 35 b. 18* Freundliche Schlafstelle zum 52/ 7* 1. Dezember zu vermieten. Robr Pfandleihe, Prinzenstraße 63, Schankwirtschaft anderer Unter- Ede Annenstraße, täglich 8-8, Sonn- lad, Wiesenstraße 41/42, born, rechter nehmung halber zu verkaufen. tags bis 2 Uhr geöffnet. Aufgang II. Herren oder Damen. 127* Keimel, Wrangelstraße 7. Schlafstellen vermietet Krämer, Pfandleihe Markusstraße 27. 2786 Plüscheaufeuse, Spiel- und SofaStalizerstraße 101, im Steller. tische, Bücherregale verkauft Porath, taust, beleiht Antiquariat, KochLerika und alle andren Bücher Bilhelmstraße 13. Mietsgesuche. straße 56 I. Amt I 8831. Menzenhauer Guitarrezither, Jüngers habe ich große Partien Waren wieder getauft. Offeriere deshalb, soweit der Borrat reicht, spottbillig: hochelegante, neue Nußbaumeinrichtungen sowie einzelne Möbelstücke, Büffette, SchreibWasch tische 26,00, Bücherschränke, toiletten, Ankleideschränke, Säulen trumeaus 30,00, Salongarnituren, + 32* Baneelsofas, Tische, Bettstellen, Ruhebetten mit hoch eleganten DiwanBettenverkauf, Steppdecken, hoch- decken 22,50, prachtvolle, ertragroße elegante Teppiche, Bettvorleger, Gar- Salonteppiche 18,00 und 25,00, wunder dinen, Stores, Tischdecken, Bettinlette, schöne Zimmerteppiche 8,00, Spachtel Leibwäsche, Portieren, Aussteuerwäsche, stores, reichgeftidte Plüsch portieren, gebrauchte, ungebrauchte, Riefen- Steppdecken, Tüllgardinen, Plüschauswahl. Spottbillig. Pfandleihhaus tischdecken 5,00, Küchenmöbel, BiaWeidenweg 19. + 32* ninos, Bilder, Kronen, Uhren spottPfandleihe Küftrinerplaz 7 billig nur im großen Möbel- Verkaufsberfaust spottbillig Betten, Bett- speicher( Anhalter Bahnschuppen) wäsche, Teppiche, Tischdecken.* Mödernstraße 25, direkt HochbahnhalteWinterpaletots, Joppen spott- ftelle. Ganze Warenlager, Stonkurs billig Pfandleihe Küstrinerplatz 7. * massen, Birtschaften kaufe jederzeit und lasse dieselben zu coulanten Transport frei. Betten, Stand 11,-, zweischläfrig Bedingungen versteigern. Gekaufte 16,-, Gubenerstraße 3, Pfandleihe. Möbel lagern kostenlos. 2468* Gardinenhaus Große FrankfurterMusifwerke, selbstspielende. Teilftraße 9, parterre. + 37* zahlungen. Invalidenstraße 148( EinHochelegante Herrenanzüge und gang Bergstraße), Frankfurterstraße 56, Baletots aus feinsten Maßstoffen 25-40 Staligerstraße 40. 768 Mark. Verkauf Sonnabend und Sonntag. Bersandhaus Germania, Unter den Linden 21. Steine Filialen Trifotagen, Massenauswahl, fabelhaft billig, Reinickendorferstraße 7 a, Marcus. 568* Kleiderstoffrefte für den halben 56S* Preis. Marcus. Gardinen, Teppiche, Läuferstoffe. Marcus. 568* 56S* parterre. Teppiche mit Farbenfehlern Fabril +37 Photoapparate, Stativ und Klapptameras, Reisemuster, spottbillig Markgrafenstraße 19. 972* Fahrräder, Teilzahlungen, Berg ftraße 28, Staligerstraße 40. 4S + 4* 3165 straße 100, Strabei. + 101* Nähmaschinen, ohne Anzahlung, bis 10,00 Bergütung. Postkarte. Breit holz, Ackerstraße 10. * Schlafftelle für Herrn, CampCamp Achtung Bauarbeiter! Woller. 332b Die Firma Bonnet& Co.( Inh. Hildebrand), Kastanien- Allee 84, ist bis auf weiteres für Jalousien- Arbeiter, Tischler, Maschinen- und Hülfsarbeiter wegen Differenzen gesperrt. Es sind grüne, gestempelte Kon troll- Karten ausgegeben, bitte fich dieselben zeigen zu lassen. Auf die Bauten ist speziell zu achten: Gasteinerstraße 6, Belzigerstraße( Neubau), Sedanstraße 69. Die Kommission der Jalousie- Arbeiter. Variété, Manteuffel- Herr sucht Schlafftelle mit Preisniederlage Große Frankfurterstraße 9 Notenblätter, neu, 8,00, Brunnen- straße 47, angenehmster Aufenthalt angabe. Brosch, Püdlerstraße 25straße( Bau Kurt Berndt), Suarezdes Südostens. Gediegene Unterhaltung, Kellnerbedienung.+ 3* Rechtsbureau! Wulkow, Stalizerftraße 141( Stottbuser Tor). Eheklagesachen, Interventionen, Strafsachen, Beleidigungs-, Alimententlagen, Schanferlaubnis, Eingabengesuche, Raterteilungen. Arbeiterhemden, bestes eigenes Fabrikat. Marcus. Kostüme, Blusen, Kleideranferti- straße 50. gung. Marcus. • 3315 Arbeitsmarkt. Stellengesuche. 3306 Humorist Schmelzer, Stettiner +101 Kurzestraße achtzehn! Erfahrener Rechtsbureau( Alexander- Platz), ftraße 57. Humorist Gnörich Fennstraße 1a. Prozeßbeistand! Chetlagefachen, InterKomiker Bogdanowitz, Rheinsventionen, Strafsachen! Eingaben- bergerstraße 17. gesuche! Raterteilung. 127/ 13* Achtung, Holzarbeiter! Der Zuzug nach der Firma J. C. Pfaff, Zeughofstr. 3, sowie zur Montage- Arbeit für J. C. Pfaff im Bau Wertheim, Leipzigerstraße ( Säulen aufstellen), ist streng ferns zuhalten; desgleichen nach der Bau+ 101* tischlerei Herrmann, Chauffeeftr. 52, Flickschneider, spottbillig, gut- Bautischlerei Lüdke, Gitschinerstraße Rechtsbureau, Gerichtsbeamter, fizend, schnell, geübt Menderungen, Nr. 106 a, und Bautischlerei Laffen, + 89* Reparaturen, Garderobenreinigung, Kastanien- Allee 21, Emmeluth, Rigdorf, Platinabfälle, alte Goldsachen, sucht Kundschaft. Ebert, Frucht- Erfstraße. Bruchgold, Silber, Gebisse, alte ftraße 46. Uhren, Blattgold, Kehrgold, Treffen, Staubgold fauft Goldschmelze Broh, Brangelstraße 4. Fernsprecher Amt 4. 6958. Nähmaschinen sämtlicher Systeme ohne Anzahlung, Woche eine Mart, gebrauchte spottbillig, Postkarte genügt. Wienerstraße 6. Aderstraße 113.[ 3336 Schlafsofa 20,00, Bettstelle mit Matmße 15,00, wie nex. Pallifadenftraße 23, Tapezierer. 52/3 Winter Ueberzieher, Herrenanzüge, wenig getragene Monatsgarderobe von 6 Mark an, große Auswahl, für jede Figur, auch neue zurüdgesezte, fauft früherer, Schulstraße 2. 2945 man am billigsten direkt nur beim Schneidermeister Fürstenzelt, Rosenthalerstraße 15, III. 149/ 16* Gute Federbetten, großer Stand, rot rosa gestreift, 25 Mart, 5 Bimmer Möbel Aufgabe halber billig Dresdener ftraße 38, born II links. Terrierhündin entlaufen. Wieder0,75 Taschenuhren reinigen, bringer 10 Mart Belohnung. Tietgen, Feder 75, Weder 60, Regulator 1,50. Reichenbergerstraße 121, Steller. 3296 Ritterstraße 125, Charlottenburg: Schneiderin fertigt Damenkleider, Kaiser Friedrichstraße 42. 52/5 farbig 9 Mart, schwarz 10, gutfitend, Kanarienroller 4,00, hochfeine auch Kinderkleider. Borschläger( Seifertstamm) 7-15,00. Staligerstraße 53. Frau Tredup, +9 Münzstraße 16, Quergebäude. 52/8 Nähmaschinen. Bahle bis 10,00, wer Teilzahlung Nähmaschinen kauft oder nachweist. Alle Systeme. Woche 1,00. Poftfarte. Borchert, Zorndorfer 127/ 10* 568* Nähmaschinen. Zahle bis 10,00 Reste für Knabenanzüge, Mädchen- wer Teilzahlung Nähmaschine fauft jadetts, Mäntelstoffe, Buschneiden gra- oder nachweist. Alle Systeme. Woche tis. Swinemünderstraße 85, I.+ 108* 1,00. Postkarte. Treumann, Waldemars Teppiche mit Farbenfehler, ftraße 70, an Dranienstraße. Gardinen, Steppdecken, Portieren, Wringmaschinen, Zinkwaschfässer, Tischdecken, Fellvorlagen, Läuferstoffe, Bober, Sigwannen, beste Ware. TeilDiwandeden spottbillig wegen Räu- zahlung gestattet. Postkarte. Kottloff, mung bis Weihnachten. Teppichhaus Stalizerstraße 108. 588* Conrad Fischer, Potsdamerstraße 100. Gasheizöfen! Sparsysteme! 6,00, Teppiche!( fehlerhafte) in allen Reflektoröfen! 7,00. Große SaalheizGrößen für die Hälfte des Wertes öfen! Petroleumöfen billig Wallnerim Teppichlager Brünn, Hadescher theaterstraße 32( Gaskocherhaus). Markt 4, Bahnhof Börse. 142/ 12* Eisenöfen, gebrauchte, neue 2,00 Betten, Freischwinger, goldene an. Dauerbrandöfen 11,00. Cadé Damenuhren sehr billig. Pfandleihe öfen, Germanenöfen, Gasöfen 6,00, Dranienstraße, Ece Adalbertstraße.+ Kochmaschinen 14,00. Schröder, Hoch29746* Sofas, größte Auswahl, straße 43. bon 21 Mart an, direkt in der Fabrit Restauration, altes, solides Ge Blumenstraße 35 b. 28 fchäft, fofort billig zu verkaufen. Nußbaummöbel, acht Zimmer, Miete 1200, Dalldorferstraße 5. 2536* auch einzeln, spottbillig, Taschensofa, Kohlengeschäft frankheitshalber Brautleuten Gelegenheit. berkäuflich König Chauffee: 70, 3226 Weißenfee. Stopeniderstraße 126a, I. Herren Garderobe nach Maß, Nußbaummöbel, drei Zimmer, faubere Arbeit, großes Stofflager gediegene, neu, auch einzeln. Taschen: Paletot, Anzug 36 Mart an. Sauft fofa 45,00 und Küchenmöbel staunend beim Handwerker, laffet den Hand- billig. Besichtigung empfohlen, auch merter verdienen. Teilzahlung ge- Sonntags. Perlebergerstraße 14, Ballstattet. F. Dörge, Dresdenerstraße 109. lofal. 45,00. S 1485* 3216 Berantiv. Redakteur: Paul Büttner, Berlin. Für den Verschiedenes. 52/ 6* 51/ 19* Stellenangebote. +33 Für Einsetzer gesperrt find folgende Bauten: Bau Schossow, Charlottenburg, 68. Postkarten- Reisende gesucht, Gre- Straße 1b, Parzelle 10. 2596* nadierstraße 22. Bau Fechner, Zimmermſtr., Haupt. und Ebersstraßen- Ede, Schöneberg. Anmacher, zuverlässig, welcher selbständig arbeiten fann, Bau Herold, Friedenau, Hähnel dauernde Beschäftigung. Krause u. findet ftraße 9. Kur Simoffet, Dresdenerstraße 77. Schöneberg, Feurigstr. 53. 3285 Ludwigkirchplat fürstendamm Wiederverkäufer, wachet auf!( Aufsichtsamt), Berlinerstr. 19, Char Schreiende, musikalische Bostkarten, lottenburg. Bau Greling u. Demme, Fret Serienpostkarten. Grenadierstraße 22. Grundfocher verlangt Mar Leon- ligrathstr. 12. hard, Schlesischeſtraße 31. Bau Müller, Bevernstraße, Ede Gröben- Ufer. Frau, welche wäscht und ausbessert, sucht Fresdorf, Weinstraße 12. 3256 Gebildetes Lehrmädchen für feine Damenschneiderei. Hantel, Rantwit ftraße 4. 3196 3115 Hierdurch nehme ich die Aeuße rungen, die ich über Frau Kreglemsti getan habe, zurüd und erkläre diefelben für unwahr. Ewald Barheine. Handwäscherei. Die Waschanstalt Hundekrankheiten, Spezialbehand von Frau Bischoff liefert schneeweiße lung Tierarzt Philipp, Stoppenstraße 9. Wäsche, schonende Behandlung, billige Poliflinit täglich 9-11. 4-5. 51/15 Breise, Glanzrolle, Abholung Mittwoch. Damen fönnen fich mit 125 Mart Buchführung, Stenographie, Frau Bischoff, Köpenid, Kurfürsten leichten Erwerb( Boche bis 30 Mas) Schreibmaschine, Sprachen. Salomon, lee 1. schaffen. Anzusehen bei Kummer, 21* Karlstraße 26. Zitherunterricht, schnellfördernd, Alt- Moabit 114, Wilfe, Dresdener Pahr wohnt Brunnenstraße 116 Rabe, Brizerstraße 14, II. 324b* ftraße 125. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 3075 Die Bauten der Bautischlerei Rachfall: 1. Bögomstraße 10-11; 2. die Kirche, Schröterstraße; 3. Ca dinerstr. 18; 4. Süd- User, Ede Torfftrage; 5. Buchholzerstraße und Pappel- Allee Ece; 6. Patentamt Gitschinerstraße; 7. Büchsen. ftein, Wilhelmstr. 9; 8. Hohen zollernstr. 4. 3125 91/13 Die Ortsverwaltung.